15.03.2025 Aufrufe

FINDORFF GLEICH NEBENAN Nr. 33

FINDORFF GLEICH NEBENAN ist das Stadtteilmagazin für Findorff und Bremen für Handel, Dienstleistung, Kultur & Politik.

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Im Frühling 2025 | Ausgabe 33 | Kostenlos, aber nicht umsonst

ULF JACOB

MEIN FREUND DER BAUM

IST WEG !

NICOLE LANGE »Nila Fashion« ist besonders anders KOMFORTRAUSCHEN Voller

Energie DER STADTIST Hallo, gib mal die Stadt zurück ! BÜRGERPARK TOMBOLA

Los ? Jetzt ! MAHLZEIT Drei Gastrotipps FINDORFF GEHT AUS Rod Stewart kommt


BEXTES BLICK

q VOM LEBEN GEZEICHNET

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 03



Was machen wir jetzt ?

q STADTTEILMARKETING? DAS SIND WIR!

W

ir könnten zum

Beispiel im neuen

Jahr aktiv

werden, um

die bedrohten

Stadtbäume

in Findorff zu

schützen. Allein

auf dem Findorffmarkt,

an der Eickedorfer Straße und an der Herbststraße

haben wir für diese Ausgabe von FINDORFF GLEICH

NEBENAN ca. 60 ungeschützte Bäume dokumentiert, die in

Zeiten von Trockenheit und Dürre sowie durch Parkverkehre

extrem gefährdet sind – und bisher leider völlig unzureichend

geschützt sind. Erfreulich: Alle LokalpolitikerInnen sind für

den Baumschutz im Stadtteil, aber ein beschlossener Antrag

ohne praktische Umsetzung wird ebenso wenig ausreichen, wie

nur einige Bäume als Minimallösung durch Poller zu schützen.

2025 gute Vorsätze erfüllen ? Spätestens jetzt heißt es für die

engagierten FindorfferInnen »einfach mal machen«! Schritt für

Schritt ist der Schutz für alle Bäume in Findorff angesagt.

Aktiv werden, um Bäume in der eigenen Straße zu schützen

ist einfach. Ein Bürgerantrag kostet nicht viel Zeit. Aber wie

schreibt man eigentlich einen Bürgerantrag an den zuständigen

Fachausschuss »Bau, Umwelt, Klima und Verkehr« im Beirat

Findorff ? Zum Beispiel so: »Hiermit beantrage ich durch die

zuständige Behörde die nachfolgenden Baumschutzmaßnahmen

für die bisher ungeschützten oder nur teilweise geschützten,

nachfolgend fotografisch dokumentierten Bäume in der

XYZ-straße (hier Straßenname einsetzen) in Findorff. Begründung:

Durch den nicht vorhandenen oder nur unzureichenden

Schutz ist der Bestand der von uns dokumentierten und

für die Schwammstadt Bremen wertvollen Bäume gefährdet.

Der Schutz funktioniert insbesondere da nicht, wo

Bäume ungehindert angefahren, beschädigt und

existenziell gefährdet werden.« Eine gute Regelung

ist, dass jeder Bürgerantrag im Beirat behandelt

werden muss. Anträge kann man formlos per Briefpost

verschicken oder auf kurzen, digitalen Wegen

an das Ortsamt West mailen. Die Kontaktdaten der

zuständigen Ansprechpartnerin in Beirats- und Stadtteilangelegenheiten

gibt es unter »Findorff« und »Kontakt«

online auf https://www.ortsamtwest.bremen.de Mehr zum

Thema »Baumschutz« ab Seite 6

Was machen wir jetzt ? FINDORFF GLEICH NEBENAN war

zu Gast bei der wie immer gut aufgelegten Nicole Lange in der

Hemmstraße 112. Die Inhaberin der Boutique »Nila Fashion«

bietet Kundinnen aus Findorff und umzu aktuelle Mode, die

größtenteils umweltfreundlich produziert wird. Ob schicker

Business-Look oder angesagter Freizeitlook: »Nila Fashion«

verspricht stets ein entspanntes Shopping-Erlebnis. Mehr über

die aktuellen Trends in der Frühjahrsmode ab Seite 16.

Was machen wir jetzt ? Wir gehen aus, um bisher ziemlich unbekannte

Bands zu entdecken – wie »Komfortrauschen«, die im

Mai im Magazinkeller im Schlachthof auftreten. Das Trio mit

dem ironischen Namen bezeichnet sich als »Live Techno Band«.

Laut Selbstbeschreibung bringt man mechanischen Rhythmus,

Acid-Gitarren und donnernde Bässe auf die Bühne – voller

roher, reiner und unverfälschter Techno-Energie. FINDORFF

GLEICH NEBENAN hat bei dem Trio nachgefragt, warum

Techno mehr ist, als nur »Bumm Bumm«. Mehr ab Seite 18.

Was machen wir jetzt ? Zum Beispiel viele Lose kaufen, um

den Bürgerpark finanziell zu unterstützen. Mehr ab Seite 30.

Wir haben fertig und sind mit dieser Ausgabe durch, aber Sie

starten jetzt seitenweise zu einer lokalen Lesereise. Viel Spaß !

06 l BAUMSCHUTZ IN FINDORFF ?

Der Beirat möchte Bäume schützen lassen. Wir auch.

08 l ULF JACOB

Der ausgewiesene Schwammstadt-Experte aus Findorff

über völlig unzureichenden Baumschutz im Stadtteil

16 l NICOLE LANGE

Mode, Accessoires, Schuhe und mehr: In der Boutique

»Nila Faishon« in der Hemmstraße wird frau fündig

18 l KOMFORTRAUSCHEN

Die »Live Techno Band« aus Berlin spielt im Schlachthof

Sich von Damenmode inspirieren lassen, um das ideale

Outfit für den Frühling zu finden? Dieses sympathische Trio berät

in Findorff besonders anders – und weiß, wie nachhaltig geht

24 l FAMILIEN IN FINDORFF

26 l DER STADTIST

28 l MOBIL IM SPIEL

29 l AKTIV VOR ORT

30 l BÜRGERPARK-TOMBOLA

31 l MAHLZEIT

32 l DORFFKLATSCH

33 l FINDORFF GEHT AUS

34 l SUPERSUSE

WWW.FINDORFF.INFO

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 05



THEMA

SCHWAMMSTADT BREMEN

BAUMSCHUTZ

IN FINDORFF:

KATASTROPHAL

K

limawandel ! Starkregen ! Schwammstadt !« Wer kennt sie nicht, die aktuell

angesagten Schlagwörter in der Klimadebatte ? Die Bremer Landesregierung

hat Maßnahmen im Koalitionsvertrag zum Baumschutz wortreich vereinbart:

»Für die notwendige Klimaanpassung und die Verbesserung der Biodiversität

ist eine quantitative Ausweitung des öffentlichen Grüns bedeutsam. Die Koalition

wird das Handlungskonzept Stadtbäume konsequent umsetzen und eine

Baumschutzverordnung schaffen, die sich an fortschrittlichen Regelungen

anderer deutscher Großstädte orientiert und den Schutz der Bäume ... stärkt.«

Auch der Beirat Findorff hat sich zumindest verbal als Absichtserklärung zum Baumschutz

im Stadtteil vor Monaten in einem einstimmig gefassten Beschluss bekannt: »Zum besseren

Schutz des Baumstammes und der offenen Baumscheibe – z.B. vor Bodenverdichtung durch

Überfahren, Betreten, mechanischen Verletzungen etc. – sind überall wo notwendig bauliche

Maßnahmen (Pfosten, Poller) bzw. Schutzpflanzungen vorzusehen.« Tatsache ist: Baumschutz

ist in nahezu allen Straßen in Findorff und Bremen bisher gar nicht gegeben – obwohl mehrere

FindorfferInnen Bürgeranträge zum Schutz von Bäumen vor ihrer Haustür gestellt haben.

Die Realitäten bezogen auf praktische Maßnahmen sehen ganz anders aus – und Klimaschutz

wird konterkariert. Zuletzt wurden in Findorff zahlreiche Bäume gefällt – und nicht ansatzweise

ausreichend durch Nachpflanzungen von Jungbäumen kompensiert. Warum hat man die vorhandenen

Bäume nicht ausreichend gepflegt und dadurch krank werden lassen ? Tatsache ist: Der

Schutz der Bäume in Findorff ist eine Katastrophe und gar nicht oder unzureichend vorhanden.

FINDORFF GLEICH NEBENAN sprach mit Ulf Jacob, Leiter Strategie und Politik bei der

»Deutschen Bundesstiftung Umwelt« (DBU) und Sprecher für das »Bündnis lebenswerte Stadt«.

Das deprimierende Fazit des Schwammstadt-Experten aus Findorff: »Fehlender Baumschutz

rächt sich. Vorsorgende Schutzmaßnahmen wären billiger als nachträgliche Sanierungen und

Neupflanzungen. Großartige Konzepte haben wir genug in Bremen, aber für die Mehrheit der

Parteien haben Bäume und ein besseres Stadtklima keine Priorität.« u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 06

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 07



PROFILE

q ULF JACOB ÜBER BAUMSCHUTZ IN FINDORFF IN ZEITEN DES KLIMAWANDELS

» Alte Bäume sind die besten Klimaanlagen. «

SCHWAMMSTADT

EXPERTE

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 08

ULF JACOB

U

lf Jacob, im Koalitionsvertrag der Bremer

Landesregierung ist zu lesen: »Wir wollen

Bremen zu einer Schwammstadt machen«.

Man möchte Bremen so umbauen, dass

Regenwasser wie ein Schwamm zwischengespeichert

und verzögert wieder abgegeben

werden kann. Sie kritisieren: »Was wir

nicht brauchen, ist noch eine neue Strategie.

Davon haben wir in Bremen genug.

Wichtig sei, die Schwammstadt jetzt auch zu machen.« Wo

wurde in Findorff im letzten Jahr »Schwammstadt gemacht« ?

Schwammstadt ist ein wichtiges Konzept für die Zukunft, weil

wir uns an das Klima anpassen müssen, das sich leider sehr

stark verändert. Wir werden in Zukunft mehr extreme Wetterereignisse

haben. Dürrezeiten werden ebenso zunehmen wie extreme

Regenereignisse. Darauf muss eine Stadt sich vorbereiten

– zum Beispiel mit dem Konzept »Schwammstadt«. Es gibt für

Bremen verschiedene Bausteine, die wir in der Stadt, aber natürlich

auch in Findorff umsetzen müssen. Zu diesen Bausteinen

gehören unter anderem mehr Wasserflächen, Grün und Bäume.

Sie fordern eine wasserbewusste Stadtgestaltung mit »mehr

Grün und Blau ins Grau«. Bisher ungenutztes Schwammstadt-

Potenzial bietet insbesondere der Straßenraum. Sie fordern,

dass Straßen grüner gestaltet werden. Gut gefordert, aber

wie sieht die Realität im Stadtteil aus ?

Es passiert leider zu wenig. Wir haben einen Umsetzungsstau.

In den Innenstadtbezirken und in Stadtteilen wie Findorff als

dicht bebautes Quartier fehlt es an Grün, an Verschattung, an

Wasser und an Speichermöglichkeiten durch Bäume und Grünanlagen.

Wir haben eine sehr starke Versiegelung. Wir haben

sehr wenig Bäume – insbesondere an den Straßen, also dort, wo

sich die Menschen aufhalten. Es gibt eine Menge Wissen und

Konzepte das zu ändern, aber die Umsetzung ist das Problem.

Wir kommen einfach nicht weiter und es dauert zu lange.

Statt mehr Klimabäume zu pflanzen, wurden zuletzt in

Findorff massiv Bäume gefällt. Die aktuelle Bilanz: Es gab

40 gefällte Bäumen in der letzten Saison und bis Mai 2025

müssen im Stadtteil weitere elf Bäume gefällt werden. Für

die 40 gefällten Bäume waren als Kompensation seitens des

Umweltressorts zehn Nachpflanzungen versprochen worden.

Tatsächlich gab es drei Nachpflanzungen. Für die in der

Fallsaison 2025 zu fällenden elf Bäume sind für Findorff acht

Nachpflanzungen versprochen worden. Bleibt es bei dieser

»Kompensation«, die keine ist ?

In den Zeiten von Trockenheit, Dürre und erhöhten Anforderungen

geht es den Bäumen grundsätzlich schlechter. Auch die

Bäume in Findorff sind davon betroffen. Früher wurden Bäume

über 100 Jahre alt. Unter den aktuellen Bedingungen sind es

nicht mehr als 30 bis 40 Jahre. 80 Prozent der Stadtbäume in

Bremen sind in keinem guten Zustand. Zahlreiche Bäume sind

bereits stark geschädigt. Dadurch gibt es einen großen Pflegeaufwand.

Viele Bäume müssen mittlerweile auch gefällt werden,

weil sie nicht mehr verkehrssicher sind. So weit, so schlecht.

Das Problem ist: Die gefällten Bäume werden nicht mehr nachgepflanzt,

weil der Senat in Bremen nicht genug Geld hat.

Wir lesen in einem Artikel der Journalistin Anja Leuschner

über Stadtbäume: »Es ist keine gute Maßnahme, einen alten

Baum zu fällen und dafür fünf oder zehn junge Bäume zu

pflanzen. Denn junge Bäume können die Leistungen eines

alten Baumes nicht ersetzen.« Die Tatsache, dass ein neuer

Baum nicht 1:1 einen alten Baum ersetzen kann, findet in der

öffentlichen Diskussion keine Erwähnung. Warum ist das so ?

Alte Bäume sind die besten Klimaanlagen, weil sie durch ihre

enorme Blattmasse eine große Verschattung und besondere

Verdunstungsmöglichkeiten bieten. An diese Eigenschaften

kann kein kleiner junger Baum heranreichen. Priorität ist: Wir

müssen möglichst viele Altbäume gesund alt werden lassen und

möglichst lang erhalten. Wir müssen unsere Altbäume schützen,

dort wo sie gefährdet sind. Wir müssen diesen Bäumen durch

konsequenten Baumschutz bessere Bedingungen verschaffen.

Zuständig für die Bäume in Bremen ist Umweltsenatorin

Kathrin Moosdorf (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN). Die

Fällungen und Nachpflanzungen werden durch den Umweltbetrieb

Bremen (UBB) organisiert und umgesetzt. Wie man

zuletzt auf einer Beiratssitzung erfahren konnte: Der UBB ist

finanziell schlecht ausgestattet. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 09



q ULF JACOB IM INTERVIEW

»Der Aufwand für die Fällungen ist erheblich. «

Man hat kein Geld. Wie passt das seitens der politisch Verantwortlichen

zum selbstdefinierten Anspruch für Bremen als

Schwammstadt ?

Richtig ist: Die Stadt braucht eine »grüne Infrastruktur«, wie es

etwas technisch im offiziellen Sprachgebrauch heißt. Aber »grüne

Infrastruktur« heißt zuerst, bestehende Bäume und Grünanlagen

in einen möglichst guten Zustand zu versetzen. Dazu

passt natürlich nicht, wenn Bremen es nicht schafft, Bäume, die

gefällt wurden, nachzupflanzen. Den Baumbestand zu halten

und zu vergrößern ist das Herzstück für die Schwammstadt. Es

braucht eine finanzielle Grundausstattung für die Sicherung der

Bäume und Stadtbäume und der Parkanlagen in Bremen. Die

Mittel sind im Moment nicht einmal ansatzweise ausreichend.

Die Umweltsenatorin hat für Maßnahmen in den Quartieren

Haushaltsprobleme, die leider in Bremen seit Jahren offensichtlich

sind. Wenn nicht genug Geld für die Ausstattung des zuständigen

Umweltbetrieb Bremen (UBB) vorhanden ist, der für

den Baumschutz der Hauptakteur ist, dann ist es schwierig, alle

erforderlichen Maßnahmen als Grundlage für die Schwammstadt

anzugehen. Zukünftig sollte sichergestellt werden: Bäume,

die gefällt werden, müssen nachgepflanzt werden. Wo immer es

geht, müssen diese Bäume sich besser entwickeln können. Das

heißt, sie brauchen mehr Platz und Raum. Stadtbäume müssen

zugleich auch geschützt werden vor Schädigungen durch

Parkverkehre, Streusalz und anderen Einflüssen. Ebenso wichtig

sind die Maßnahmen im Bestand. Wir brauchen eine bessere

Pflege und intensivere Möglichkeiten, auch im Trockenzeiten

den Baum zu bewässern. Sehr viel mehr Aufwand ist nötig –

und dieser erfordert viel mehr Geld. In Bremen muss für Baumschutz

mehr Geld zur Verfügung gestellt werden.

Was kostet die Fällung eines durchschnittlichen Altbaumes?

Was kostet die Nachpflanzung eines Jungbaumes ?

Es kostet heute durchschnittlich ungefähr 6.000 Euro, einen

Baum zu pflanzen. In diesem Betrag ist die Entwicklungspflege

enthalten – also die Kosten für das Gießen und die Pflege über

einen Zeitraum von zehn Jahren. Aber auch der Aufwand für

die Fällungen der Bäume in Bremen ist erheblich. Derzeit sind

es in Bremen insgesamt ca. 6,7 Millionen Euro, die für unsere

Bäume ausgegeben werden. Angesichts der Klimakrise mit ihren

Auswirkungen wie Trockenheit durch zu wenig Wasser und

Starkregenereignissen mit Überschwemmungen durch zuviel

Wasser ist das nicht genug. Diese Auswirkungen der Klimakrise

sind nicht gut für unsere Bäume im Stadtteil. Neupflanzungen

von Bäumen sind zudem zuletzt erheblich teurer geworden.

Die Findorffer StadtteilpolitikerInnen haben Anfang 2024 auf

lokaler Ebene den Umweltbetrieb Bremen aufgefordert, den

Gesamtbestand an Bäumen im öffentlichen Raum im Stadtteil

zu erhalten und notwendige Nachpflanzungen vorzunehmen.

Mittelfristig möchte der Beirat, dass der Baumbestand vergrößert

werden soll. Entschieden wurde einstimmig per Antrag,

aber ist die Umsetzung der Forderung im Haushaltsnotlageland

Bremen auch nur ansatzweise realistisch ?

Wir brauchen angesichts der fortschreitenden Klimakrise den

Erhalt der vorhandenen Bäume, aber auch eine stetiges Wachstum

im Baumbestand. Wir brauchen mehr Grün statt weniger.

Der Beirat hat recht, hier einzufordern, dass mehr Geld bereitgestellt

wird.

Im betriebswirtschaftlichen Vergleich: Wie hoch sind die Kosten

für eine kurzfristig zu realisierende, proaktive Maßnahme

zum Schutz eines durchschnittlichen, ungeschützten Baumes

im Stadtteil im Vergleich zu den von Ihnen schon genannten

Kosten für Fällung und Nachpflanzung ?

Es würde akut stark helfen, indem wir unsere vorhandenen

Bäume in Findorff mit Pollern vor Beschädigungen schützen.

Nochmal gefragt: Was heißt es in der Summe, einen Baum

proaktiv mit vier Pollern zu schützen – im Vergleich zu den

bereits genannten Kosten für Baumfällung und Nachpflanzungen,

die in Bremen völlig unzureichend erfolgen ?

Für den Schutz eines Baumes kann man pro Poller mit 200,00

Euro rechnen, also bspw. bei vier Pollern mit 800,00 Euro. Je

nach Aufwand kommen dazu die Kosten für die Aufgrabungen.

Der Beirat brauchte fast ein Jahr, um mit dem »Umweltbetrieb

Bremen« aufgrund mehrerer Bürgeranträge eine Ortsbegehung

zu den ungeschützten Bäumen zu vereinbaren. Eine solche

zeitliche Vorgehensweise ist absolutes Schneckentempo. Wie

sollen BürgerInnen den Anspruch, dass Bremen Schwammstadt

werden will, ernst nehmen, wenn es bereits für eine

banale Ortsbegehung zum Baumschutz nicht vorangeht ?

Diesen Einzelfall kann ich nicht beurteilen, aber grundsätzlich

halte ich ein solches Tempo natürlich für viel zu langsam. Insbesondere

sollten sich an solchen Prozessen aber die BürgerInnen

beteiligen und von der Lokalpolitik mitgenommen werden,

denn es sind die FindorfferInnen, die ihr Quartier und ihre

Straße am besten kennen und damit auch wissen, wo Bedarf

an mehr Baumschutz besteht. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 10



q ULF JACOB IM INTERVIEW

»Ein angepasster Etat gehört dauerhaft in den Haushalt. «

Umweltsenatorin Kathrin Moosdorf (GRÜNE) hat verkündet,

dass Bremen für Nachpflanzungen für die Jahre 2025/2026

drei Millionen Euro aus Bundesmitteln erhalten wird, wovon

die Stadt 500 neue Straßenbäume anpflanzen möchte. Ist diese

geringe Summe bei einem Bestand von allein 75.000 Straßenbäumen

in Bremen ausreichend, um irgendwann mit mehr

Grün von einer Schwammstadt sprechen zu können ?

Das ist natürlich erstmal eine sehr gute Nachricht, dass der

Bund unterstützt und Bremen in der Lage war, sich erhebliche

Mittel zu besorgen. Aber diese Mittel sind nicht ausreichend.

Wir brauchen eine Sicherung der Grundversorgung. Es besteht

eine Daseinsvorsorge, die die Stadt als Pflichtaufgabe hat. Die

Umweltbehörde kann den erforderlichen Baumschutz nicht

über Projektmittel des Bundes absichern. Man könnte höchstens

zusätzliche Mittel generieren, um bestimmte Maßnahmen zu

fördern. Ein auf die Auswirkungen des Klimawandel angepasster

Etat für den Erhalt des Baumbestandes, mit Nach- und

Neupflanzungen gehört dauerhaft in den bremischen Haushalt.

Was würden Sie dem Beirat empfehlen, damit sich unser Stadtteil

nicht mit den völlig unzureichenden Nachpflanzungen

»abspeisen« lässt? Sollte der Beirat mit lauter Stimme mehr

Öffentlichkeit herstellen, um das Umweltressort für Findorff

in die Pflicht zu nehmen? Oder ist Schweigen im Walde

angebracht, um (partei)politisch niemanden zu verprellen ?

Im Beirat ist es eine wichtige Aufgabe, die Lebensqualität

im Stadtteil zu erhalten. Er hat in erster Linie die politische

Möglichkeit, zu Forderungen Anträge zu stellen. Zugleich ist

es wichtig, dass man mit den Akteuren in der Verwaltung und

der Politik konstruktiv im Gespräch bleibt. Dafür braucht es

einen langen Atem und die LokalpolitikerInnen sollten für ihre

Ziele auch in die Öffentlichkeit gehen, durchaus auch mit lauter

Stimme, wenn es zum Beispiel beim Thema Baumschutz nicht

weitergeht. Es kann nie schaden, sich hier auch gemeinsam mit

den Akteuren stärker und lauter zu Wort zu melden.

Frage an den früheren, langjährigen Sprecher: Verfügt der Fachausschuss

»Bau, Umwelt, Klima und Verkehr« über einen Etat,

der für den Schutz der Bäume sofort eingesetzt werden könnte ?

Beiräte in Bremen haben zwei verschiedene Töpfe, über die sie

bestimmen können, was mit den vorhandenen finanziellen Mitteln

passiert. Es gibt Globalmittel und es gibt das Stadtteilbudget

für die einzelnen Fachausschüsse. Diese kann zum Beispiel

ein Fachausschuss für Verkehrsmaßnahmen, zu denen auch der

Schutz von Straßenbäumen gehört, einsetzen. u

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 12



q ULF JACOB IM INTERVIEW

»Vorhandene Mittel sollten eingesetzt werden. «

State of Art.

Man hört von ca. 120.000 €, die dem Fachausschuss für

»Bau, Umwelt, Klima und Verkehr« zur Verfügung stehen.

Kennen Sie diese Zahl ? Können Sie die bestätigen ? Warum

wird ein Teil davon nicht für unseren Stadtteil eingesetzt ?

Über den aktuellen Stand in Findorff kann ich leider keine

Auskunft geben. Ich bin ja schon einige Zeit in der Beiratsarbeit

nicht mehr aktiv, aber es war in den zwölf Jahren meiner

Tätigkeit immer so, dass dem Fachausschuss pro Jahr einige

10.000 Euro zur Verfügung standen. Wenn Mittel zur Verfügung

stehen, sollten diese Euro auch zeitnah verwendet

werden, denn es ist nicht sicher, dass die Gelder immer auf

das nächste Jahr übertragen werden. Sie können irgendwann

verfallen. Daher sollten vorhandene Mittel oder ein Teil

davon für den Baumschutz eingesetzt werden.

Wenn in der Umsetzung so weiter gemacht wird wie bisher:

Ist die Schwammstadt Bremen dann eine Illusion ?

Das hoffe ich nicht. Es ist absolut notwendig, dass wir uns konkret

um die Klimaanpassung in den Quartieren unserer Stadt

kümmern – und zwar so schnell es geht. Stichwort überflutete

Keller in Findorff durch Starkregenereignisse: Die Klimakrise

ist inzwischen mit ihren Auswirkungen auch bei uns im

Stadtteil angekommen. Es gibt auch in Bremen gute Ansätze,

aber es muss es schneller gehen. Mit mehr Tempo müssen alle

Akteure, die in der Stadt verantwortlich sind, in die Lage versetzt

werden, die erforderlichen Maßnahmen mit mehr Geld

und mehr Personal umzusetzen. Bremen ist gut, wenn es um

Konzepte geht, aber nicht gut genug, wenn es um die konkrete

Umsetzung in einem Stadtteil wie Findorff geht.

▼ ÜBER ULF JACOB

Ulf Jacob ist Leiter Strategie und Politik bei der »Deutschen

Bundesstiftung Umwelt« (DBU) und war zwölf Jahre für die

GRÜNEN Mitglied im Beirat Findorff, davon zuletzt vier Jahre

Sprecher im Fachausschuss »Bau, Umwelt, Klima und Verkehr«.

Er ist außerdem Sprecher für das »Bündnis lebenswerte Stadt«

in Bremen. Ausführliche Informationen gibt es online auf

www.gruenes-bremen.de

Interview: Mathias Rätsch, Fotos: Kerstin Rolfes ▲

Sie finden uns

jeden Samstag auf

dem Findorffmarkt

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 14



PROFILE

q BEI »NILA FASHION« FINDET JEDE KUNDIN VOR ORT DAS PASSENDE OUTFIT

» Wir machen bei uns im Prinzip jeden Tag Modenschau.«

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 16

NICOLE LANGE & TEAM

NILAFASHION

M

oin Nicole, du bist 2018 mit deiner

Boutique in Findorff durchgestartet.

Wie kam es dazu ?

Wir haben ja schon seit 2014 einen

Laden in der Neustadt. Dort kamen

viele Kundinnen aus Findorff

zu uns, die zu mir gesagt haben:

»Deine Kleidung passt bei uns so

toll hin. Willst du nicht einen

Laden im Dorff aufmachen ?« Irgendwann kam dann der

richtige Zeitpunkt und wir haben einen Laden in Findorff gesucht

– und sind auf die Schneiderei »Der Fingerhut« von Gitana

Schilowitsch gestoßen. Die Räume waren zufällig frei geworden

– und ich habe mich total in den Laden verliebt. Ja, und das

war es dann. Gitana hat mir den Laden übergeben. Wir haben

liebevoll renoviert und im August 2018 aufgemacht.

Der Standort von »Nila Fashion« ist die Hemmstraße 112. Dadurch

findet man dich an der Haupteinkaufsmeile im Stadtteil

– aber etwas abgelegen an der Kreuzung Admiralstraße nah

bei dem Eiscafé Cercenà 50 Meter Richtung Bahnstrecke. Was

unternimmst du, um dein Angebot bekannter zu machen ?

Gleich nachdem wir nach Findorff gekommen sind, haben wir

in der Martin-Luther-Gemeinde eine große Modenschau veranstaltet,

um etwas bekannter zu werden. August 2023 haben wir

auch bei der Modenschau auf dem Dorfffest mitgewirkt. Wir

haben Flyer verteilt und Anzeigen in der Zeitung geschaltet –

und natürlich auch in den Stadtteilzeitungen Werbung gemacht.

Ich versuche zudem, mich immer wieder einzubringen, um für

den Stadtteil etwas zu machen. Das klappt ganz gut. Übrigens

ist Mundpropaganda die beste Werbung für uns.

Dein Slogan ist »Nila. Besonders. Anders«. Was macht

»Nila Fashion« besonders und anders ?

Wenn du unser Geschäft betrittst, siehst du, dass unsere Mode

nicht von der Stange ist. Unser Angebot ist anders als bei den

kommerziellen Anbietern. Bei denen findest du überall das Gleiche.

Das ist bei uns nicht der Fall – und unser Angebot macht

uns besonders und anders. Unsere Mode ist bunt, sie ist fröhlich.

Ich sage es einmal etwas flapsig: »Nicht jeder läuft damit

herum.« Wir bieten das Besondere, was wir ja alle suchen.

Nach welchen Kriterien suchst du dein Angebot aus ?

Ich überlege immer: »Was tragen meine Kundinnen gerne ?«

Das Wichtigste ist: Wo kommt die Mode her ? Wie passt sie in

meine Kollektion ? Wir haben viele verschiedene Labels, mit

denen für den Gesamteindruck im Laden auch alles zusammenpassen

muss. Danach suche ich aus. Ich gehe auch auf die

Stoffe ein und schaue genau, wo die Ware produziert wird.

Welche Marken führst du ?

Wir haben viele Marken. Ich selbst ziehe gern Mode von »Nomads

Clothing.« an. Das ist ein Fairtrade-Label. Für die Jüngeren

haben wir »Tranquillo«. Wir haben »Robell« neu aufgenommen,

eine Hosenmarke speziell für Frauen. Wir führen »Himalaya«

und demnächst nachhaltige Damenmode von »Deerberg«.

Die Textilbranche ist in der Krise. Immer mehr Menschen

bestellen im Internet. Warum bist du als stationäre Händlerin

optimistisch, auch die kommenden Jahre bestehen zu können ?

Meine Kundinnen sind keine Online-Käuferinnen. Wir haben

viele Kundinnen, die Wert auf Nachhaltigkeit legen. Online

kaufen ist nicht nachhaltig.

Wie wichtig ist das haptisch-visuelle Erlebnis vor Ort ?

Kundinnen von »Nila Fashion« wollen anfassen, die Artikel

anprobieren – und ein schönes Shopping-Erlebnis haben. Wir

beraten und suchen auch gerne aus – und machen bei uns im

Prinzip jeden Tag eine Modenschau. Das hat man online nicht.

Was ist der »Nila Fashion Store Mädelsabend« ?

Am Mädelsabend können sich zehn bis fünfzehn Damen bei

mir »einbuchen«. Dann machen wir den Laden nach Feierabend

extra für unsere Mädels auf. Es gibt Sekt und die Mädels dürfen

entspannt shoppen und sich gegenseitig mit der Freundin beraten.

Wir haben immer ganz viel Spaß !

Du führst keine Herrenmode mehr. Warum ?

Die Herren sind nicht so zahlreich zu uns gekommen, weil

wir eher frauenlastig sind. Wir haben uns dann entschlossen,

konsequent auf Herrenmode zu verzichten – und mehr Mode

für unsere älteren Damen anzubieten, wie zum Beispiel die

»Robell« Hosen und schicke Mode in Übergrößen, die sehr

gut ankommt.

Letzte und entscheidende Frage: Welcher Style ist in der

Frühjahrssaison 2025 angesagt ?

Alles kann, nichts muss. Weil wir viel skandinavische Mode

haben, ist unser Angebot nicht so abhängig von kommerziellen

Mode-Styles. Wir haben viele Blumenmuster. Es ist viel Pastell

für diesen Sommer angesagt, zugleich aber auch sehr knallige

Farben. Aquarell-Töne sind ein großer Trend. Bei »Nila Fashion«

gibt es immer viel zu entdecken. Wir haben wirklich für jeden

Geschmack etwas dabei. Ob jung oder älter, ob groß, klein: Wir

haben sportliche Mode, aber bei uns kann frau auch die klassische

Mode bekommen – oder einfach die Fair Fashion Basics.

▼ ÜBER NILA FASHION

Ob trendige Mode, hochwertige Accessoires oder Schuhe: Bei

»Nila Fashion« findet jede Kundin das passende Outfit vor Ort

in der Hemmstraße 112. Geöffnet ist Montag bis Freitag von

10:00 bis 13:30 Uhr und von 14:30 bis 18:00 Uhr. Am Samstag

ist von 10:00 bis 13:00 Uhr geöffnet. Weitere Informationen

unter www.nilafashion.de und www.nilashop.de

Interview und Foto: Mathias Rätsch ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 17



PROFILE

q IST TECHNO MEHR ALS NUR »BUMM BUMM«? EIN INTERVIEW MIT »KOMFORTRAUSCHEN«

»Die Kombination aus Komfort und Rausch ist geil !«

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 18

KOMFORTRAUSCHEN

LIVETECHNOBAND

H

allo, Laurenz, Phillip und Tim ! Seit zehn

Jahren seid ihr als Musiker unterwegs.

Im Mai kommt »Komfortrauschen« nach

Bremen und spielt bei uns im Stadtteil

im Schlachthof. Ihr bezeichnet euch als

»Live-Techno-Band«, die klingt wie keine

andere. Was macht euch besonders ?

Bei einer »Komfortrauschen«-Show kann

man meistens genau sehen, wie die Musik

in Echtzeit entsteht. Wenn Tim zum Beispiel einen Schlagzeug-

Groove spielt, hört man einen Techno-Beat, sieht aber dabei,

wie ein Drummer ihn spielt – und das ist schon etwas Besonderes.

Normalerweise kommt Techno aus Drum-Computern oder

Synthies. Es gibt andere Bands, die ebenfalls mit »normalen«

Musikinstrumenten elektronische Musik spielen, aber uns sind

nur wenige bekannt, bei denen der Sound derart »technoid«

klingt wie bei uns.

Techno als Musikstil verbindet man eher mit DJs wie Carl Cox,

Richie Hawtin oder Amelie Lens. Warum verfolgt ihr als Trio

das klassische Bandkonzept ?

Wir sind Instrumentalisten und haben schon immer unsere Instrumente

gespielt. Als wir uns kennen gelernt haben, waren wir

oft auf Raves und haben uns von der Musik so inspiriert gefühlt,

dass wir es einfach auf unseren Instrumenten ausprobiert haben.

Wir kommen ursprünglich aus dem Jazz, Pop und Rock und

haben vorher kaum Kontakt mit Synthesizern oder Samplern gehabt.

Daher hatten wir gar keine andere Wahl, als es mit unseren

Instrumenten, also in einem Band-Setup, auszuprobieren.

Ich mag das visuelle Konzept und den Bandnamen. Wie seid

ihr auf »Komfortrauschen« gekommen und kann es sein, dass

der Name angesichts harter Klänge ironisch gemeint ist ?

Wir wollten unbedingt einen deutschen Namen, der irgendwie

hart oder technisch klingt. Als wir einen »Conrad-Katalog«

durchblätterten, sind wir auf den Begriff »Komfortrauschen«

gestoßen und uns war klar: Die Kombination aus Komfort und

Rausch ist geil. Komfortrauschen ist übrigens ein künstlich

erzeugtes Rauschen in der digitalen Telefonie, das den Anrufenden

ein Gefühl gibt, dass die Leitung noch steht, und für ihn

somit einen gewissen Komfort erzeugt. Der Name ist technisch,

nerdig, irgendwie atzig, aber trotzdem »komfortabel«. Das passt

auch zum visuellen Konzept. Ironisch war das nie gemeint.

Wenn du dir unsere älteren Releases anhörst, merkst du, dass

der Sound damals viel softer und housiger war und sich über die

Jahre stark verändert hat. Der Name passt auch heute noch sehr

gut. Der Bandname muss ja nicht den Anspruch erfüllen, das

gesamte künstlerische Schaffen von uns exakt zu beschreiben.

Das neueste Album von »Komfortrauschen« heißt »K« – und

ist bisher nur als quietschgelbe Vinylplatte erschienen. Gibt es

»K« auch als CD ?

»K« ist ein Vinyl-only- und digitaler (Online-)Release. Eine

CD-Version existiert nicht. Wir haben über die Jahre festgestellt,

dass immer weniger Leute CDs kaufen. Zugleich gibt

es einen Vinyl-Boom, der noch nicht abzuebben scheint. Besonders

in der elektronischen Musik haben Schallplatten eine

große Relevanz, weil viele DJs diese noch immer auflegen und

viele Technoliebhaber Vinyl lieben. Im besonderen Fall von »K«

wollten wir zudem eine Platte produzieren, deren Optik mit

ihrer durchsichtigen Hülle an Underground-Releases aus den

Neunzigerjahren erinnert. »K« ist unser erstes Album, nachdem

wir vorher schon einige EPs und Maxis veröffentlicht hatten.

Im Vergleich dazu hat man bei einem Album mehr Freiheiten.

Es erwartet die HörerInnen eine Mischung aus housigen Tracks

wie »Bock« und »Da Hurt«, aus straighten Techno-Nummern

wie »Tank«, »Gym« und »Reload« und sphärischen Tracks wie

»Kapital feat. Jamila Al-Yousef«, »KR#01« und »Zero«. Zugleich

muss ein Album auch eine gewisse Dramaturgie aufweisen und

klanglich in sich geschlossen sein. Wir finden, dass uns das mit

»K« super gelungen ist. Die erste Auflage von »K« ist ausverkauft.

Die zweite Auflage in durchscheinendem gelbem Vinyl ist jetzt

wieder erhältlich.

»Komfortrauschen« hat an legendären Orten der Techno-

Szene gespielt – aber weltweit auch auf großen Festivals.

Wo hat es euch besonders gut gefallen ?

Wir haben über die Jahre viele tolle Orte besucht. Besonders

schöne Erinnerungen haben wir an Reykjavik, die Insel Bozcaada

in der Türkei, an mehrere Aufenthalte in Italien wie in Turin

und der Toskana, eine verrückte Show in Lausanne inmitten

einer kleinen »Pause« während der Corona-Pandemie 2020 und

an unsere Jordanien-Tour 2018, wo wir neben Konzerten

und Workshops auch das Wüstental »Wadi Rum« besuchen

konnten. Festival-Highlights waren u.a. das AcTanGent Festival

in England, Amsterdam Dance Event, Eurosonic in Groningen,

South by Southwest in Austin, Texas, Arrecife en Vivo Festival

auf Lanzarote, Tauron Nowa Muzyka in Katowice sowie einige

schöne Festivals in Deutschland. Wo genau es die größten

Technofans gibt, lässt sich kaum sagen. Wir haben sowohl auf

großen Festivals in England als auch in den kleinen Clubs in

Kaliningrad Leute kennengelernt, die während unserer Shows

völlig freidrehten. Die ausgelassene Erfahrung eines Raves in

Kombination mit der Energie einer Liveband funktioniert

unserer Meinung nach universell !

Wann wurde euch klar, das ihr Musiker werden wollt ?

Das ist bei jedem von uns unterschiedlich. Tim spielt Schlagzeug,

seit er zehn Jahre alt ist und wollte schon Musiker werden,

als er noch zur Schule ging. Laurenz hat mit acht mit der Gitarre

angefangen, Phillip erst mit 15 Jahren den Bass zum ersten Mal

in die Hand genommen. Dass er und Laurenz Musiker werden

möchten, wussten sie spätestens seit ihrer Vorbereitung auf das

Musikstudium. u

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 19



q »KOMFORTRAUSCHEN« IM INTERVIEW

»Kreativität ist die Fähigkeit etwas Neues zu erschaffen. «

Wir alle haben unterschiedliche musikalische Backgrounds,

haben uns aber beim gemeinsamen Musikstudium in Dresden

kennengelernt, wo wir viele Freiheiten hatten uns zu entfalten.

Die Idee mit der Live-Techno-Band ist durch unsere Liebe zu

Techno und Raves entstanden, obwohl dieses Musikgenre in

unserem aktiven Schaffen als Musiker bis dato keine Rolle

gespielt hatte. Wir haben über die Jahre so viel Freude und

Erfüllung darin gefunden, diese Art Musik auf unsere eigene

ungewöhnliche Weise zu interpretieren, dass uns schon lange

klar ist, dass wir unsere »Nische« gefunden haben.

Wie definiert ihr als Musiker Kreativität ?

Kreativität ist grundsätzlich die Fähigkeit etwas Neues oder

Originelles zu erschaffen. Im Beispiel von »Komfortrauschen«

bezieht sie sich auf den gesamten Produktionsprozess eines

Tracks – von der ersten Idee über die Auswahl von Geräten und

Sounds, die Umsetzbarkeit derer in unserem sehr spezifischen

instrumentalen Setup, über die Modulation der Sounds, das

Arrangement der einzelnen Elemente bis hin zum Recording,

der Postproduktion und dem Mixing. In sämtlichen Schritten

bedarf es der Kreativität – mal mehr, mal weniger. In anderen

musikalischen Genres wie z.B. im Jazz spielt die Kreativität

sowohl im Kompositionsprozess als auch in der Live-Performance

im Rahmen der Improvisation eine große Rolle.

Was ist wichtiger: Rhythmus, Melodie oder Sound ?

Sound ist unserer Meinung nach in sehr vielen Musikrichtungen

das wichtigste Element. Viele großartige Werke der Musikgeschichte

und viele MusikerInnen erkennt man beim Hören

sofort an ihrem spezifischen Sound. Zumindest im Techno ist

Rhythmus definitiv wichtiger als Melodie. Es gibt viele Tracks,

die komplett ohne Melodie auskommen, aber rhythmisch

und klanglich total interessant sind.

Wir haben jüngere LeserInnen, die unbedingt Euer Konzert

besuchen sollten. Wir haben aber auch ältere LeserInnen, die

mit »handgemachter« Rockmusik sozialisiert wurden. Wie

erklärt ihr den musikalischen NostalgikerInnen, dass Techno

viel mehr ist, als nur »bumm, bumm« ?

Mittlerweile ist Techno ja auch schon mehr als vierzig Jahre alt.

Wenn man Prototypen und Vorläufer wie »Kraftwerk« hinzuzählt,

noch älter. Allein aus diesem Grund haben wir auch viele

Fans, die schon vierzig, fünfzig Jahre plus sind. Schon immer

haben sich Musikstile verändert, weiterentwickelt oder neu

definiert. Häufig ging das mit neuen Entwicklungen in der

Technologie oder der Aufnahmetechnik einher. Allein deshalb

halten wir ein allzu nostalgisches Zurücksehnen nach alten

Zeiten, »handgemachter Musik« oder ähnliches für fragwürdig.

Natürlich darf man bestimmte Bands, Alben, Aufnahmen aus

einer bestimmte Zeit usw. toll finden und immer wieder hören,

das tun wir selbstverständlich auch. Dennoch sollte das einen

nicht davon abhalten, immer offen für Neues zu sein. Es gibt

aus jedem Jahrzehnt sehr viel gute und schlechte Musik. Ein

großer Unterschied ist, dass es heute viel mehr Musik gibt, dass

jedeR eigene Musik verbreiten kann – und es viel unübersichtlicher

geworden ist als zum Beispiel in den Sechzigerjahren.

Techno ist auch ein Lebensgefühl. Wie beschreibt man das ?

Wir erleben Techno als Teil unseres Alltags – im Studio, auf

Tour und wenn wir neue Sachen zu Hause auschecken. Wir

haben auch immer die Ohren offen, was gerade so Neues los

ist und wer z.B. in den Berliner Clubs so spielt. Das ist also

nicht nur Raven und Mucke machen, sondern schon auch eine

Art Job. Trotzdem: »Acid is a state of mind« heißt es in einem

Track von Laurent Garnier, und das stimmt total. Man kommt

in einen gewissen Zustand, der mit nichts vergleichbar ist. Wir

glauben, dass die Essenz dessen, was Anfang der Neunziger zum

Beispiel auf der »Love Parade« los war, auch immer noch da ist.

Anders können wir nicht erklären warum es so viel Spaß macht

auf Raves zu spielen oder mal die Zeit im Club zu vergessen. Es

gibt teilweise auch Entwicklungen, die wir nicht so feiern. Wenn

bspw. Dreiviertel des Publikums auf einer Techno-Party permanent

mit dem Handy filmt und niemand tanzt oder wenn Superstar-DJs

wie Götter gefeiert werden, hat das unserer Meinung

nach nicht mehr viel mit Techno zu tun. Doch in den meisten

Fällen spüren wir die zuvor erwähnte Essenz noch immer,

und deswegen sind Raves auch immer noch so schön. u

Nadia und Sohn

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 20

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 21



q »KOMFORTRAUSCHEN« IM INTERVIEW

»Tanzen ist immer gut ! «

Techno ist immer auch Tanzmusik. Wie wichtig ist Tanzen in

schwierigen Zeiten ?

Tanzen ist immer gut !

Welche Musikstile haben euch beeinflusst ?

Wichtige gemeinsame Nenner waren und sind immer der Jazz

und die Rockmusik. Daher sind wir auch eine Band und kein

reines Produzenten- oder DJ-Trio. Wir würden sicherlich anders

klingen, wenn wir nicht alle die »Beatles« und »Radiohead«,

großartige Songwriter wie z.B. Stevie Wonder oder den Jazzund

Fusion-Pianisten Herbie Hancock lieben würden, wenn

wir nicht Hip-Hop, Soul und Reggae feiern würden. Im Bereich

Techno und Electro sind unsere Helden sowohl die Begründer

des Genres wie Jeff Mills oder K Hand aus Detroit aber auch

Acts wie »Modeselektor« oder »Bicep«.

Es gab vor langer Zeit ein Album einer längst vergessenen

Band, dessen Titel das Leben von MusikerInnen mit »It’s

better than working« beschrieb. Als professionelle Band zu

bestehen – ist das harte Arbeit oder eher ganz viel Spaß ?

Beides. Musikmachen, Shows spielen, proben, zusammen Songs

schreiben, jammen, ausarbeiten, produzieren und schließlich

das Ergebnis anhören macht fast immer Spaß. Dennoch sind

die skizzierten Prozesse auch immer mit Arbeit verbunden.

Gerade Live-Shows machen viel Arbeit: Bus abholen, Equipment

schleppen, Bus beladen, stundenlang irgendwo hin fahren,

ausladen, aufbauen, verkabeln, Soundcheck, die Show spielen,

Merch verkaufen, quatschen, abbauen, Bus beladen, ins Hotel

und am nächsten Tag wieder stundenlang fahren – das alles

macht Arbeit und nimmt viel Zeit in Anspruch. Es lohnt sich

aber fast immer ! Viele andere Dinge, die darüber hinaus

anfallen, sind wirklich harte Arbeit, wie etwa Content-Creation

und Management für Social Media, Booking, Fotoshootings,

Buchhaltung, Steuererklärung, Interviews, etc. pp. Man muss

in eine Band auf jeden Fall viel Liebe, Zeit, Arbeit, Geld und

Herzblut investieren, damit sie gut läuft.

Wie wichtig ist Erfolg für euch ?

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 22

Erfolg ist enorm wichtig.

Wie wichtig ist kommerzieller Erfolg für euch ?

Wir glauben nicht, dass man als Band »Erfolg« im Allgemeinen

und »kommerziellen Erfolg« im Speziellen trennen kann. Um

eine Band langfristig erfolgreich aufrecht erhalten zu können,

muss sich auch ein gewisser monetärer Erfolg einstellen, sonst

bleibt sie immer nur ein Hobbyprojekt und kann sich nicht

auf höchstem Niveau entfalten. Wir haben es stets vermieden,

künstlerische Interessen gegenüber finanziellen hinten anzustellen.

Kommerzieller Erfolg muss ja auch nicht zwangsläufig

heißen, dass die Musik einer Band dem Mainstream zugeordnet

werden muss, sie ihre Seele verkauft hat. Im Techno funktioniert

kommerzieller Erfolg zudem anders als etwa in der Popmusik.

Erfolg kann sich aber auch anders darstellen – zum Beispiel

durch das Glücksgefühl, wenn wir ein geiles Konzert vor 500

euphorisierten Menschen gespielt haben, wenn man einen

neuen Track zum ersten Mal fertig gemischt und gemastert auf

Vinyl anhört oder wir es geschafft haben, einen Technoklassiker

mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln zu covern und

dafür ein fettes Lob des ursprünglichen Artists auf Social

Media bekommen.

Warum können »mechanischer Rhythmus, Acid Gitarren und

donnernde Bässe mit der Präzision einer deutschen Fabrik«

glücklich machen ?

Weil sie einen in eine Art Trance-Zustand versetzen und unbedingt

zum rhythmischen Bewegen anregen können. Das macht

sehr glücklich ! (grinst)

Letzter Aufruf: Warum sollte man unbedingt das Konzert von

»Komfortrauschen« am 23. Mai im Schlachthof besuchen –

auch wenn man noch nie auf einem Techno-Konzert war ?

Wenn man noch nie ein Techno-Konzert erlebt hat, sollte man

am 23. Mai zum Konzert kommen ! Die Leute, die uns vielleicht

schon mal auf einem Festival wie der Breminale gesehen haben,

sollten ebenfalls kommen, weil der Sound in einem Club mit

einer super ausgemessenen Anlage wie dem Schlachthof noch

druckvoller und die Erfahrung somit nochmal intensiver sein

kann als outdoor. Wir werden im kommenden Jahr viele brandneue

Tracks in unseren Set einbauen, es wird fetter und geiler

als je zuvor werden. Wir freuen uns sehr auf Bremen !

▼ ÜBER »KOMFORTRAUSCHEN«

Komfortrauschen ist eine Live-Techno-Band aus Berlin, die

auf innovative Art und Weise mit traditionellen Instrumenten

den knallharten Sound eines DJ-Sets erzeugt. Man stelle sich

vor: eine Punkband gefangen in einem Drum-Computer, The

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angereichert mit der frischen Energie und Verspieltheit einer

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Interview: Mathias Rätsch, Foto: Caren Pauli ▲

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 23



FIF

q HANNA, YUNI UND NISREEN SIND MITARBEITERINNEN BEI FAMILIEN IN FINDORFF E.V. (FIF)

»Ich möchte Deutschland etwas zurückgeben.«

HANNA

LEBENSWEGE

YUNI

NISREEN

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 24 | PROMOTION

H

anna, Du bist vor zwei Jahren aus Kiew

nach Deutschland gekommen. Was hast

Du für eine Ausbildung ?

Hanna: Ich habe Grundschullehramt an

der pädagogischen Mykola-Hohol-Universität

in Nischyn studiert und die vollständige

Hochschulausbildung in der Fachrichtung

»Pädagogik und Methodik der Mittelschulbildung

für Geschichte und Rechtswissenschaften«

erhalten. Im Anschluss an das Studium habe ich drei

Jahre in einem staatlichen Kindergarten in Kiew mit Kindern

im Alter von drei bis sechs Jahren gearbeitet.

Wird Deine Ausbildung in Deutschland anerkannt ?

Hanna: Bisher wurde meine Ausbildung nicht anerkannt. Um

als Grundschullehrerin arbeiten zu können, müsste ich noch

einmal an die Uni.

Seit November letzten Jahres nimmst Du an einer berufsbegleitenden

Qualifizierung für zugewanderte PädagogInnen

teil. Den theoretischen Teil führt das paritätische Bildungswerk

durch, den Praxisanteil machst Du bei fif, in einer Kleinkindgruppe.

Hier arbeitest Du an drei Tagen in der Woche. Wie

herausfordernd ist diese Arbeit für Dich ?

Hanna: Ich musste meine Sprache verbessern. Aber es ist auch

einfach für mich, weil ich gerne mit den Kindern arbeite. Ich

kann mit vielen verschiedenen Menschen kommunizieren.

Ich bin neugierig. Für mich sind die pädagogischen Konzepte

interessant und neu.

Wo bekommst Du Unterstützung ?

Hanna: Meine Kollegin in der Gruppe unterstützt mich sehr.

Sie kommt aus Syrien und kennt meine Situation. Alle MitarbeiterInnen

unterstützen mich. Ich fühle mich hier wohl.

Wo siehst Du Deine berufliche Perspektive ?

Hanna: Ich hoffe, ich kann in Deutschland wohnen bleiben. Ich

möchte als Erzieherin arbeiten und Deutschland etwas zurückgeben.

Mein Traum ist es, bei fif zu bleiben.

Yuni, Du bist 2010 aus Indonesien nach Deutschland

gekommen. Was ist Dein beruflicher Hintergrund ?

Yuni: Ich habe in Jakarta Informatik studiert und 2002 mit

einem Diplom abgeschlossen.

Ist Dein Studium in Deutschland anerkannt ?

Yuni: Leider nicht. Mir wurde die Mittlere Reife anerkannt.

Da die Akkreditierung der Universität, an der ich studiert habe,

ausgelaufen ist, bekomme ich nicht das Abitur anerkannt.

Im April 2024 bist Du über eine Maßnahme zur Gewinnung

von Fachkräften zu fif gekommen. Nach Beendigung dieser

Maßnahme haben wir Dich als pädagogische Mitarbeiterin

eingestellt. Was sind Deine beruflichen Pläne ?

Yuni: Ich möchte eine berufsbegleitende Ausbildung zur

Erzieherin machen. Aber weil mein Diplom nicht als allgemeine

Hochschulreife anerkannt wird, werde ich nicht zugelassen.

Was bedeutet das für Dich ?

Yuni: Ich bin enttäuscht und ich frage mich, warum das so ist.

Ich möchte diesen Beruf gerne erlernen. Ich habe die Erfahrung

gemacht, dass mir die Arbeit gefällt und ich meine Arbeit gut

mache. Ich habe auch noch Hoffnung.

Möchtest Du weiterhin im pädagogischen Bereich arbeiten ?

Yuni: Ich möchte gerne im pädagogischen Bereich weiterarbeiten

und ich wünsche mir, dass ich bei fif bleiben kann.

Nisreen, Du bist vor sieben Jahren aus Damaskus nach

Deutschland gekommen und arbeitest seit 2021 bei fif. Was

hast Du in Syrien beruflich gemacht ?

Nisreen: Ich habe in Syrien arabische Literatur studiert und bin

Lehrerin für alle Schulstufen. Ich habe vier Jahre in einer Oberschule

in der sechsten bis neunten Klasse unterrichtet.

Ist das Studium in Deutschland anerkannt ?

Nisreen: Das Studium ist anerkannt. Zur Anerkennung benötige

ich aber alle Noten aus meinem Studium und die liegen mir nicht

vor. Ich könnte dann in einer privaten Schule arabische Literatur

unterrichten oder Kurse an der Volkshochschule geben.

Du fängst im August mit einer berufsbegleitenden Qualifizierung

für zugewanderte PädagogInnen an und erwirbst so den

Abschluss zur Erzieherin. Wie hast Du von der Maßnahme

erfahren ?

Nisreen: Von Hanna, die auch an der Qualifizierung teilnimmt.

Was bedeutet das für Dich, diesen Abschluss zu machen ?

Nisreen: Meine Tätigkeiten in der Gruppe sind bisher begrenzt.

Dann kann ich als Gruppenleiterin arbeiten und alle Aufgaben

übernehmen. Auch die Aufsichtspflicht ist geregelt. Ich möchte

mein pädagogisches Wissen vertiefen. Ich würde auch mehr

Geld verdienen und einen unbegrenzten Aufenthalt in Deutschland

bekommen, weil ich dann keine staatlichen Leistungen

mehr beziehen muss.

Wo siehst Du Deine berufliche Zukunft ?

Nisreen: Zukünftig möchte ich als Erzieherin arbeiten und mein

Potential einbringen. Die Arbeit macht mir Spaß. Das Zusammensein

mit den Kindern ist sehr lebendig und ich komme gerne

zur Arbeit. Wir wurden in Deutschland sehr unterstützt und ich

möchte auch etwas für Deutschland geben, als Erzieherin.

q MEHR ÜBER »FIF«

Hanna Shust, Yuni Andriani und Nisreen Al-Shati sind Mitarbeiterinnen

in einer Kleinkindgruppe bei Familien in Findorff

e.V. (fif). Mehr Infos auf www.familien-in-findorff.de

Interview: Ulrike Schönig, Fotos: Dennis Schmidt ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 25 | PROMOTION



q STUMPF BETRACHTET: URBANE SICHTWEISEN AUS DER DORFFRANDLAGE

M

oin ! Heute befasse ich mich in dieser

Kolumne einmal mit etwas, was

angeblich uns allen gehört – dem

öffentlichen Raum. Habt ihr euch

schon einmal damit bewusst auseinandergesetzt

? Bestimmt habt ihr

das. Spätestens, wenn euer Wohnquartier

völlig zugeparkt ist,

so dass ihr auf der

Straße gehen müsst, spürt ihr direkt, wie

öffentlicher Raum missbraucht wird.

Gehört der öffentliche Raum uns allen ?

Theoretisch ja. Praktisch sieht das

anders aus. Ich laufe durch Bremen

und möchte in der Stadt chillen. Aber

ganz offensichtlich regiert nicht das

Gemeinwohl, sondern der Kommerz.

Überall möchten Werbetafeln von mir

wahrgenommen werden. Es leuchtet

und blinkt manigfaltig. Heute, während

ich diese Kolumne schreibe, buhlen zusätzlich

noch überall PolitikerInnen auf Wahlplakaten

um meine Aufmerksamkeit. Ich kann

dieses aufgesetzte Lächeln und die arg verkürzten

Botschaften nicht mehr sehen und

muss mich erst einmal hinsetzen, um mich

von dem Overkill zu erholen und meine Sinne neu auszurichten.

Aber qualitätsvolle Sitzgelegenheiten ? Ganz oft nur, wenn ich

dafür zahle. Der Marktplatz ? Mehr Touristenkulisse als Treffpunkt.

In anderen Quartieren das gleiche Bild – Restaurants,

Bars, aber kaum ein Fleckchen, wo man sich einfach hinsetzen

kann, ohne etwas bestellen zu müssen. Der öffentlich Raum wird

zur Konsumzone. Er schrumpft zugunsten von Außengastronomie

und Shopping. Wer sich treffen will, ohne Geld auszugeben, hat

es schwer. Klar, Gastronomie belebt eine Stadt. Aber wenn Plätze

nur einladend sind, wenn man sich einen Kaffee für vier Euro

leisten kann – dann läuft etwas falsch. Dabei geht es nicht nur um

Plätze zum Verweilen, sondern auch um Orte der Begegnung, um

Räume, die frei genutzt werden können – sei es für Straßenmusik,

politische Diskussionen oder einfach nur zum Zusammensein.

Doch die Stadtgestaltung folgt anderen Interessen, sie unterwirft

sich nicht selten wirtschaftlichen Interessen und Investoren.

Da fragt man sich zunehmend, wo bleibt die soziale Gerechtigkeit

? Großflächige Kameraüberwachungszonen in »wirtschaftlich«

vitalen Bereichen versprechen eine gefühlte Sicherheit.

Platzverweise werden großzügig verteilt. Betrachten wir den

Hauptbahnhof und sein Umfeld. Für viele ist es dort abschreckend.

Ich möchte die Probleme hier nicht relativieren, doch

statt sich ernsthaft um soziale Probleme zu kümmern, werden

»unerwünschte« Menschen einfach aus dem Stadtbild verdrängt.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 26

» Hallo, gib mal die Stadt zurück ! «

DER STADTIST

Ist das sozial gerecht ? Wer darf sich wo aufhalten ? Wer wird wo

geduldet ? Sicherheit entsteht nicht durch Kontrolle, sondern

durch lebendige, soziale Räume, in denen sich alle willkommen

fühlen. Städte, die wirklich sicher sind, setzen auf ein anderes

Konzept: Plätze, die durch soziale Nutzung belebt sind, in denen

Menschen freiwillig bleiben, nicht weil sie müssen, sondern weil

sie sich wohlfühlen. In Bremen setzt man auf das Gegenteil: mehr

Polizeipräsenz an sogenannten Brennpunkten, mehr Verbote,

weniger bis gar keine echten Lösungen.

Neben den Aspekten der sozialen Ungerechtigkeit

wird der öffentliche Raum auch durch pure

Egoismen okkupiert, wie bspw. durch illegales

Parken. Ist es ein Privileg, seinen PKW

kostenlos auf dem Gehweg in der eigenen

Wohnstraße abzustellen ? In Bremen schon.

Es wird geduldet und nicht konsequent geahndet.

Trotz eines höchstrichterlichen Urteils

im vergangenen Jahr, agiert die zuständige

Verwaltung ausweichend, relativierend

und in einer bemerkenswerten Entschleunigung,

die offensichtlichen Probleme zu lösen. Warum ist

das so ? Offensichtlich fehlt der politische Wille. Es gibt

Lösungen – Umverteilung von Straßenräumen,

Bewohnerparken, autofreie Zonen, konsequente

Kontrollen. Zuletzt wurde in Findorff

die (Wieder)herstellung der Rettungssicherheit

angekündigt, aber solange die Maßnahmen nicht umgesetzt

werden und die Einhaltung ständig kontrolliert wird, sind Autos

in der Autostadt Bremen unantastbar – und es ändert sich nichts.

Dabei könnte Bremen eine echte Vorbildstadt sein. Die Voraussetzungen

sind da: kurze Wege, ein hohes Radverkehrsaufkommen,

eine grüne Umgebung. Doch anstatt pragmatische und

lösungsorientierte Konzepte konsequent umzusetzen, bleibt es

bei halbherzigen Maßnahmen. Ein paar Markierungen hier,

ein wenig Symbolpolitik dort – das reicht nicht.

In den Neunzigerjahren hat sich in England die Bewegung

»Reclaim the Streets« gegründet, um sich den öffentlichen

Raum zurück anzueignen, die Stadt zurückzuerobern. In dieser

Bewegung sammeln sich Menschen aller gesellschaftlichen

Richtungen, für die Gemeinschaft, soziale Gerechtigkeit und

ökologische Aspekte im Mittelpunkt stehen.

Also Bremen, was geht ? Es gibt so viele, vereinzelte Initiativen,

die isoliert agieren. Tut euch zusammen, nehmt es in die Hand,

zeigt doch, dass öffentlicher Raum für Menschen da ist und

nicht nur für Autos und Kommerz. Schafft euch die Freiräume

für Kultur, Begegnung, echtes Miteinander. Denn am Ende

entscheidet sich hier, was Bremen wirklich ausmacht: Seine

Menschen und seine bunte Gesellschaft.

Text: Karsten Stumpf, Fotocollage Kreis: privat, san4ezz, ▲

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Train is coming...«

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»Zwischen Turm und Tanz«

28.

März

11.

April

Kammerensemble Konsonanz:

»Unerhört und reduziert«

08.

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und Interpret von Acoustic Blues & Folk.

u Die fünf StreichinstrumentalistInnen spielen romantische

Ohrwürmer und selten aufgeführte Werke.

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FINDORFF GLEICH NEBENAN | 27



q NEUES AUS DEM AUTOHAUS UTBREMEN: DER NEUE VOLKSWAGEN TAYRON*

» Kraftvoll, vielseitig, beeindruckend «

L

iebe Autofreundinnen

und Autofreunde,

der neue Volkswagen

Tayron* ist da. Mit

seinem klaren, kraftvollen

Design und der

hochwertigen Verarbeitung

setzt er neue Maßstäbe

in seiner Klasse. Bis zu sieben Sitze und ein

großzügiges Platzangebot machen ihn

zum idealen Begleiter für Familien

und Abenteuerlustige. Zudem überzeugt

der Tayron * mit modernster

Technologie: Hochwertige Materialien im Innenraum, ein

innovatives Infotainmentsystem und zahlreiche Fahrerassistenzsysteme

sorgen für maximalen Komfort und Sicherheit.

Besonders beeindruckend ist die vielseitige Motorenpalette.

Mit einer Anhängelast von bis zu 2,5 Tonnen ist der Tayron*

außerdem ein perfektes Zugfahrzeug für Trailer oder Wohnwagen.

Ich habe mich intensiv mit dem neuen Tayron* auseinandergesetzt

und bin von seinen Qualitäten überzeugt.

MOBIL IM SPIEL

Vor allem die gelungene Kombination aus Fahrspaß,

Komfort und Alltagstauglichkeit macht das

SUV zu einem echten Highlight in der Volkswagen

Modellpalette. Die hochwertige Verarbeitung

und das großzügige Raumangebot bieten

genau die Vielseitigkeit, die viele Kundinnen

und Kunden suchen.

Innovatives Design, modernste Technik und maximaler

Komfort: Möchten Sie den neuen Volkswagen

Tayron * selbst erleben ? Dann kommen

Sie gerne zu uns ins Autohaus Utbremen

Schmidt + Koch. Mein Team und ich

stehen Ihnen für eine persönliche

Beratung zur Verfügung.

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Telefon 0421 / 38 99 80, E-Mail utb@schmidt-und-koch.de ▲

L

iebe Findorfferinnen

und Findorffer,

Sie haben es bestimmt

schon gelesen. In der

Admiralstraße wird sich

einiges tun. Nun dürfen

die Bauarbeiten für unsere

Stadtteilfiliale beginnen

und wir hoffen, im Sommer die Eröffnung

zu feiern.

Vorfreude !

AKTIV VOR ORT

Das sind gute Aussichten für den

Stadtteil. Gut auch, weil hier mehr

entsteht als Sie es bisher von uns kannten.

Wir starten also auch in Findorff mit unserem modernen

Filialkonzept. Nicht nur im Service und in der Beratung werden

wir für Sie da sein, sondern wir werden aktiv vernetzen.

Zukünftig sind unsere Räumlichkeiten ein Treffpunkt für alle

Menschen im Stadtteil: Wir bieten beispielsweise Startups eine

Fläche, um ihre Angebote zu zeigen. Vereine können bei uns

q DIE SPARKASSE BREMEN IN FINDORFF

Sitzungen abhalten. Am Nachmittag oder Abend

wird es kulturelle und informative Veranstaltungen

geben. In unserer Stadtteilfilialwelt unter

www.spot-bremen.de finden Sie künftig

unsere Termine.

Bei uns geht es eben um mehr als Geld – und

das bereits seit 200 Jahren. Das wollen wir mit

Ihnen feiern. Viele Aktionen, Verlosungen und

Veranstaltungen haben wir dafür geplant.

Schauen Sie online im Internet gerne

schon mal, was Sie demnächst erwartet:

www.sparkasse-bremen.de/200

Ich freue mich auf Ihren nächsten

Besuch bei uns in der Fürther Straße. Hier steht Ihnen der

SB-Bereich dank Sicherheitsdienst und Sozialarbeitern wieder

so zur Verfügung, wie Sie es von uns erwarten.

Ihre Anja Schulz, Community Managerin

in der Sparkassen-Filiale Findorff ▲

bizkaya: die Gastronomie im Schlachthof

In der Tapas-Bar »bizkaya« erwarten Euch feine

Tapas und Gerichte in entspannter Bar-Atmosphäre.

In der saisonal wechselnden Karte

bietet das bizkaya neben den Geschmäckern

des Baskenlandes auch kulinarische Einflüsse

aus Nordafrika und Italien.

Die Weinkarte begleitet Gerichte wie Tapas und

wird durch eine feine Auswahl an Spirituosen,

Cocktails und Bieren und ergänzt. Auch an alkoholfreie

Alternativen wurde gedacht, so dass

für jeden Geschmack etwas dabei ist.

Ab Frühjahr öffnet unter dem Namen »Terraza

Rùstica« der Sommergarten am Schlachthof.

Bei hoffentlich viel Sonne wird man, in der

Grünanlage vor dem historischen Schlachthofgebäude

sitzend, erfrischende Getränke und

leichte Sommergerichte genießen können.

Gestaltung: www.raetsch.de, Foto: wwww.kerstinrolfes.de

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Restaurant & Tapas-Bar im Schlachthof

Findorffstraße 51 · Telefon 0421 65 93 93

Dienstag bis Samstag: 17:00 Uhr bis 0:00 Uhr

Plätze sichern: www.bizkaya.de/reservierungen

www.bizkaya.de



q SEIT ANFANG FEBRUAR LÄUFT DIE 71. BÜRGERPARK-TOMBOLA

» Unterstützung für den Erhalt des Bürgerparks «

S

seit dem 5. Februar läuft die Bürgerpark-

Tombola 2025 – die umsatzstärkste Straßenlotterie

Europas. In der Bremer City und

verschiedenen Einkaufscentern können die

bunten Glücksbriefchen erstanden werden.

Schirmherr der Veranstaltung ist wie zuvor

Bürgermeister Dr. Andreas

Bovenschulte. Das Los der

Saison 2025 präsentiert die

Bremer Stadtmusikanten.

Die Bürgerpark-Tombola ist eine wichtige Unterstützung für

den Erhalt des Bürgerparks, der nicht nur als »grüne Lunge« für

Findorff dafür sorgt, dass in den zunehmend heißen Sommern

die Temperaturen im Umfeld von Bürgerpark und Stadtwald

viel geringer sind, weil die Bäume und andere Pflanzen dort für

den Stadtteil einen kühlenden Effekt haben. Insofern haben alle,

aber besonders die FindorfferInnen ein großes Interesse, den

ausschließlich privat finanzierten Bremer Bürgerpark als eine

einzigartige, denkmalgeschützte grüne Oase mitten in der

Stadt zu unterstützen.

Seit über sieben Jahrzehnten tragen Bremer Unternehmen und

das Bremer Handwerk mit ihren Sachspenden und Engagement

dazu bei, dass der Bremer Bürgerpark und auch viele andere

begünstigte Parkanlagen, erhalten und gepflegt werden. Zudem

unterstützt die Bürgerpark-Tombola auch in diesem Jahr wieder

zahlreiche weitere Projekte in den Parkanlagen der Stadt.

TOMBOLA

Im Stadtbereich können die Lose an den traditionellen Standorten

gekauft werden: dazu zählen die Standorte Liebfrauenkirchhof,

Sögestraße, Obernstraße/Pieperstraße sowie der Bahnhofsvorplatz.

Parallel dazu findet der Losverkauf auch in den Einkaufszentren

Weserpark, Roland-Center, Waterfront, Walle-Center und der

Berliner Freiheit statt. Auch das überaus erfolgreiche »tombomobil«

(mobile Gewinnausgabe) wird wieder überall

unterwegs sein – an Sonn- und Feiertagen direkt im

Bürgerpark an der Minigolf-Anlage, so dass dem

Losglück viele Chancen eröffnet werden. Premiere

bei der diesjährigen Bürgerpark-Tombola feiert die Verlosung eines

Elektroautos – eines VW ID.3 Pure, welcher von der SPIELBANK

BREMEN gesponsert wird.

In der letzten Tombola-Verkaufswoche steigt auch wieder die

HWT-HANSEN 5.000 Euro-Sonderverlosung mit 2. Gewinnchance

und Zusatzverlosung auf alle verkauften Lose.

Dietmar Hoppe, Geschäftsführer der Bürgerpark-Tombola,

Tim Großmann, Direktor des Bürgerparks und Dr. Andreas

Bovenschulte, Bürgermeister und Schirmherr der Veranstaltung

und die am diesjährigen Reingewinn partizipierenden Vereine

(Park links der Weser e.V., Lür-Kropp-Stiftung und Freunde des

Rhododendronparks e.V.) hoffen auf großes Engagement aller

BremerInnen – im Sinne der guten Sache. Die Bürgerpark-Tombola

läuft noch bis zum Muttertag, 11. Mai 2025. Alle Informationen

auf www.buergerpark-tombola.de

Text: Simone Tückmantel, Foto: Martin Rospek ▲

Tim Großmann, Direktor Bürgerpark, Kathrin Moosdorf, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft, Dietmar Hoppe, Geschäftsführer Bürgerpark-Tombola

S

ieben Jahre FUNDABAR

in Findorff: Aus diesem

Anlass gab es Anfang

März mit zahlreichen

geladenen Gästen den

Genuss-Event zum

Jubiläum. Mit Höhen

und Tiefen und dank der

Unterstützung von FreundInnen

und KundInnen hat FUNDA KLEIN

ELLINGHAUS es geschafft, immer noch da

zu sein. 2018 machte sich die Findorfferin mit

einem Catering-Service und dem Angebot von

Kochevents mit FUNDABAR selbstständig.

Der Erfolg blieb nicht aus, und so begab sich die erfolgreiche

Geschäftsfrau auf die Suche nach neuen, größeren Räumlichkeiten.

Die fand Funda Klein Ellinghaus 2023 im Jan-Reiners-Center,

Hemmstraße 240. Nach wie vor betreibt sie dort erfolgreich

ihren Catering-Service, beliefert Events aller Art, privat oder

geschäftlich. Durch die verdoppelte Größe der Räumlichkeiten

konnte sie seitdem insbesondere ihre »Vor-Ort-Angebote«

weiter ausbauen – inklusive eines zusätzlichen Raumes, der

als Tagungsraum eingerichtet ist. Hier können Seminare und

Tagungen durchgeführt und Catering gleich nebenan genossen

werden. www.fundabar-catering.de

+++ MOHAMMAD MONAID hat

als neuer Inhaber seit einiger Zeit

den Imbiss FALAFEL QUEEN in

der Hemmstraße 271 übernommen

– und die erstklassige Qualität

ist geblieben. Geboten werden

syrische Spezialitäten und es gibt

einen Partyservice. Bestellungen

werden unter Telefon 0163/812 09 02

entgegengenommen. Eine Mitnahme auch

außer Haus ist möglich. Die Speisekarte steht online und kann

▼ NEUES AUS DER GASTROSZENE FINDORFF

» Thorsten Groß freut sich auf den Frühling !«

MAHLZEIT

gegoogelt werden. Als »Außenstelle« gibt es weiterhin

den Imbisswagen auf dem Findorffmarkt.

+++ Nachdem »Crepes

Suzette« Abschied

aus Findorff

genommen

hat, ist in der

Hemmstr. 158 jetzt

das KANI'S zu finden.

Ab sofort wird

italienische Küche

serviert. Mehr über

die neue Gastro unter

»Mahlzeit« auf www.findorff-gleich-nebenan.de

+++ Thorsten Groß, Betreiber der Tapas-Bar BIZKAYA im

Schlachthof, freut sich auf den Frühling ! Demnächst eröffnet

als TERRAZA RÙSITKA neu auch der Sommergarten im

Außenbereich des Kulturzentrums. Ebenfalls im Frühjahr wieder

am Start am Torfhafen: der Biergarten PORT PIET. Mehr

Infos demnächst auf www.bizkaya.de und www.portpiet.de

Fotos: M. Rätsch, Fundabar © privat, Text: Mathias Rätsch ▲

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 30 | PROMOTION

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 26

» Freude empfinden,

spüren und wieder

das Leben leben «

H.S.

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schwanenberg

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Tschüss Viertel, hallo Dorff !

Ich bin eine ruhige Mieterin und suche

eine Wohnung mit Balkon. Mein neues

Zuhause soll unter einem Findorffer

Dach sein – und 45-50 qm reichen mir

zum Leben. Ich (65) bin in Rente und

eine zuverlässige Mieterin, die gerne

eine gute Nachbarschaft pflegt. Ich

freue ich mich über Ihre Nachricht per

E-Mail unter explica@aol.com

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 31



q WER, WIE, WAS, WIESO, WESHALB, WARUM

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 32

Kostenlose Trainings im Bürgerpark !

Z

u einem neuen Gesundheitskurs

ATEMPAUSE

zum Entspannen lädt

ANATHA HANNIG

herzlich ein. Der Kurs

findet am 1. Und 3.

Donnerstag eines Monats

in der Kirche Jesu Christi

der Heiligen der Letzten Tage

in der Ricarda-Huch-Str. 2 von 15:00 Uhr

bis 16:00 Uhr statt. Grundlage für den

Kurs ist die Atemtherapie nach Prof. Ilse

Middendorf. Mit Wahrnehmungs- und

Bewegungsübungen wird der Atem belebt, um das eigene Immunsystem

und das allgemeine Wohlbefinden zu unterstützen.

Die Übungen sind relativ einfach und auch für Ungeübte gut

geeignet. Leiterin Sanatha Hannig ist Atem- und Körpertherapeutin

– und bringt Erfahrungen mit Erwachsenen und SeniorInnen

ein. Mehr unter Telefon 0421 / 54 86 912.

+++ Auch 2025 verleihen die SPARKASSE BREMEN und

das Starthaus Bremen & Bremerhaven gemeinsam den Bremer

Gründungspreis. Wieder gibt es drei Kategorien, in der sich die

Gründerteams bewerben können: Klassische Gründung und

Unternehmensnachfolge, Startup und Social/Nachhaltigkeit.

Voraussetzungen für eine Bewerbung sind eine Gründung

zwischen 2021 und 2023 und ein erfolgreicher Start in den

ersten Jahren nach der Gründung. »Im vergangenen Jahr haben

wir zusammen mit dem Starthaus die drei Kategorien für den

Bremer Gründungspreis eingeführt und die Resonanz war

beeindruckend! Wir haben eine Vielzahl unterschiedlicher,

innovativer und kreativer Gründungsideen erhalten, die uns

wirklich begeistert haben«, erklärt DINO ZIRWES, Startup-

Experte der Sparkasse Bremen. Bewerbende erwartet ein Preisgeld

in Höhe von bis zu 7.000 Euro. Die Bewerbungsfrist endet

am 6. April 2025. Alle weiteren Informationen gibt es auf

www.starthaus-bremen.de/de/page/gruendungspreis

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DORFFKLATSCH

+++ Zu schön um wahr zu sein: Mitten im Wahlkampf

verbreitete der SPD ORTSVEREIN

FINDORFF online als »Erfolgsmeldung« ein

angeblich im Beirat bewilligtes Stadtteilbudget

von 100.000 Euro für den Baumschutz – leider

eine Falschbehauptung als FAKE NEWS, die

nach einer Presseanfrage seitens der Leitung des

Ortsamtes West dementiert wurde: »Mit Änderung

des Ortsgesetzes können diese Maßnahmen nun nicht

mehr aus dem Stadtteilbudget finanziert

werden. Das ist dem Beirat unmittelbar

vor der Sitzung auch schriftlich vom

Amt für Straßenverkehr (ASV) mitgeteilt

worden.« Ob Beschädigungen bspw. durch Autoverkehre mit

Maßnahmen zum »Baumschutz« (Umweltressort) oder als

»verkehrslenkende Maßnahmen« (Mobilitätsressort) begegnet

werden und ein Beiratsantrag zur Nutzung des Stadtteilbudgets

entsprechend passend deklariert wird, dürfte für den dringenden

Schutz der weiterhin ungeschützten Findorffer Bäume egal

sein. Zielsetzung ist, dass in der Umsetzung nach Jahren endlich

etwas passiert. Laut der Experten-Prognose im »Weser Kurier«

von GÜNTER BRANDEWIEDE, Referatsleitung Umweltbetrieb

Bremen, haben viele Bäume in Findorff noch »eine maximale

Restlebenszeit von zehn Jahren«. Der Stadtteil muss sich

entscheiden: Ohne Baumschutz und konsequente Nachpflanzungen

wird es zukünftig kaum noch Straßenbäume im Dorff geben.

+++ Das Präventionsprojekt BREMEN LÄUFT 10 ! startet

am Sonntag, 30. März 2025 am Unisee Bremen mit einem

Auftakttreffen aller Teilnehmenden – für kostenlose Lauf- und

Walkingtrainings im Bürgerpark. Ab der Woche darauf erhalten

alle Teilnehmenden einmal pro Woche eine Stunde Training in

Kleingruppen im Bürgerpark. Lediglich eine Startgebühr von

10,00 Euro fällt an. Alle Trainingsangebote sind online aufgeführt

und können direkt online im Internet gebucht werden

unter https://bremer-herzen.de/events/bremen-laeuft-10

Foto: PIX1861, www.pixabay.com, Text: Mathias Rätsch ▲

FINDORFF GEHT AUS

23.05 l SCHLACHTHOF l MAGAZINKELLER

Seit zehn Jahren spielen KOMFORTRAUSCHEN auf innovative Art und Weise Techno live.

Techno live ? Heute abend gibt es keine schönen Melodien. Stattdessen führen monotone Basslinien

tief in die Dunkelheit – und die Breaks und fetten Drops lassen das Publikum sich tanzend

im Moment verlieren. Das klingt gut ! Beginn 20:00 Uhr. u www.schlachthof-bremen.de

28.03 l ALTES PUMPWERK 11.04 l ALTES PUMPWERK

Fingerstyle-Guitar, eine warme Stimme,

etwas Harp und eine Prise Slide Guitar:

VÜLLGRAF begeistert mit Acoustic Blues

& Folk. Freuen wir uns auf handgemachte

Musik. Beginn ist 20:00 Uhr.

u www.altespumpwerk.de

04.05 l ÖVB ARENA

BILD weiß: ROD STEWART (80) hat acht

Kinder von fünf Frauen. »Da Ya Think I’m

Sexy ?« singt der begnadete Entertainer schon

länger nicht mehr live. Stattdessen hat er den

Swing entdeckt – und ungezählte Hits gibt es

in Bremen noch dazu. Beginn ist 20:00 Uhr.

u www.oevb-arena.de

Die fünf StreichinstrumentalistInnen des

KAMMERENSEMBLE KOSONANZ

spielen romantische Ohrwürmer und seltene

Werke – darunter das Streichquintett von

Louise Farrenc. Beginn ist 20:00 Uhr.

u www.altespumpwerk.de

09.05 l SCHLACHTHOF

ANNA TERNHEIM sagt: »Ich komme mit

Unfertigem, ich bin auf dem Weg und einer

Reise, auf die ich das Publikum mitnehmen

möchte. Ich lade es ein auf einen Abend, der

ein wenig unerwartet, aber auch magisch

sein wird.« Beginn ist 20:00 Uhr.

u www.schlachthof-bremen.de

AUTOR/INN/EN

Nils Andresen, Jan Cordes, Suse Lübker, Mathias Rätsch,

Ulrike Schönig, Karsten Stumpf, Simone Tückmantel ©

Nutzung durch Nachdruck oder digital, auch auszugsweise,

nur mit vorheriger Genehmigung gestattet. Sämtliche

Rechte der Vervielfältigung liegen beim Findorff Verlag.

Zuwiderhandlungen in Form von Urheberrechtsverletzungen

werden strafrechtlich verfolgt.

FOTOGRAFIE

Caren Pauli, www.carenpauli.de

Mathias Rätsch, www.raetsch.de

Kerstin Rolfes, www.kerstinrolfes.de

Dennis Schmidt, www.familien-in-findorff.de

ILLUSTRATION

Bettina Bexte, www.bettina-bexte.de

ART DIRECTION

Mathias Rätsch, www.raetsch.de

LEKTORAT

Ulrike Lichtenfeld

BILDNACHWEIS

Titel, Seite 06 © Kerstin Rolfes, www.kerstinrolfes.de,

Seite 5: »Frage«, © Vika Glitter, www.pixabay.com, Seite

16: Nila Fashion © Mathias Rätsch, Seite 18: Komfortrauschen

© Caren Pauli, www.carenpauli.de, Seite 24: fif ©

Dennis Schmidt, Seite 26: Der Stadtist © Karsten Stumpf,

privat, Seite 28: Mobil im Spiel © Kerstin Rolfes, Seite

29: Anja Schulz © Sparkasse, Seite 30: Tombola © Martin

Rospek, Seite 31: Mahlzeit alle © Mathias Rätsch, außer

Fundabar © privat, Seite 31: Dorffklatsch © PIX1861,

www.pixabay.com, Seite 33: Komfortrauschen © Caren

Pauli, VÜLLGRAF © Ina Huckfeldt, Kammerensemble

Konsonanz © Claudia-Beisswanger, Rod Stewart © Penny

Lancaster, Anna Ternheim © Chris Shonting, Seite 34:

Supersuse © Rainer Pleyer, sonstige: Pressefotos

DRUCK

Gedruckt auf 135 g/m² Bilderdruck glänzend

DRUCKAUFLAGE

10.000 Exemplare

ERSCHEINUNGSWEISE

Alle Erscheinungstermine 2025 auf www.findorff.info

DISTRIBUTION

Verteilung in ca. 7.000 Briefkästen von ausgesuchten

Haushalten in Findorff sowie ca. 90 »Hotspots« im Stadtteil.

Mehr Infos unter »Distribution« auf www.findorff.info

ANZEIGENBUCHUNG

Beratung per Telefon 0421 / 579 55 52 oder per E-Mail unter

kontakt@findorff.info. Ansprechpartner ist Herr Rätsch.

Mehr Infos auf www.findorff.info/anzeige/online-buchen

Ausgabe 34 erscheint ab dem 13. Juni 2025. Anzeigenschluss

ist der 31. Mai 2025. Änderungen vorbehalten. Unser ganz

besonderer Dank gilt allen treuen und neuen AnzeigenkundInnen,

ohne die diese Ausgabe so nicht möglich

gewesen wäre.

HERAUSGEBER

Mathias Rätsch

IMPRESSUM

VERLAG

Findorff Verlag

Magdeburger Str. 7, 28215 Bremen

Telefon 0421 / 579 55 52

Telefax 0421 / 579 55 53

E-Mail kontakt@findorff.info

KOOPERATIONEN

Der Findorff Verlag betreut den gedruckten und digitalen

Branchenführer für den Stadtteil: www.findorff-finder.de

MITGLIEDSCHAFT

Mathias Rätsch, Herausgeber von FINDORFF GLEICH

NEBENAN, ist Mitglied in der Handelskammer Bremen,

www.handelskammer-bremen.de sowie im Deutschen

Journalisten-Verband Landesverband Bremen e.V. ,

www.djv-bremen.de

FACEBOOK

Gefällt! Sie finden den Findorff Verlag auf »facebook«:

www.facebook.com/FindorffVerlag

LESERBRIEFE

Wir freuen uns über Leserbriefe zu Themen in dieser Ausgabe

auf www.findorff-gleich-nebenan.de/leserbriefe

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 33

®



q SUPERSUSE HAT GERADE VIEL UM DIE OHREN UND EINIGES AUF DEM HERZEN

Von offenen Türen und ungeputzten Badezimmern

W

sich leise und unbemerkt ?

Okay, Schluss mit den Türen. In diesen

politisch unruhigen und beunruhigenden

Zeiten verändert sich auch unser Alltag

gerade unglaublich rasant.

FINDORFF GLEICH NEBENAN | 34

enn sich eine Tür schließt, öffnet

sich eine andere. In letzter Zeit

denke ich öfter über dieses Sprichwort

nach. Wieviele Türen hat so

ein (symbolischer) Raum eigentlich

? Was, wenn sich mehrere

Türen schließen und viele andere

öffnen ? Klingt vermutlich hektisch

und laut. Oder öffnen sie

Größte Veränderung: Kind 1 zieht aus.

Ich habe es ja kommen sehen, aber wohl

nicht glauben wollen. So zumindest fühlt

es sich an. Schon während der Schulzeit

wollte die Große weit weg. Nach dem

Abitur in Kanada Film studieren war nur eine

von diversen Ideen. Damals machte ich mir noch

nicht so viele Sorgen, war eher mit der (Nicht-)

Machbarkeit beschäftigt. Während ich noch

kanadische Filmhochschulen recherchierte, hatte

das Kind längst neue Pläne, eine mehrmonatige

Reise durch die USA gehörte auf jeden Fall auch

dazu. Ich schwankte zwischen Abenteuerlust und Sorgenfalten.

Soll sie doch die Welt erobern und all das machen,

was meine Mutter mir sorgenvoll verbieten wollte. Und dann

auch: Ogottogott, mit 18 allein in der Welt – wie soll das

bloß gehen ?

Am Ende ging alles gut. Das Kind war ein paar Monate unterwegs

und kehrte wohlbehalten mit einem Sack Erfahrungen

zurück. Und zuhause war alles wie immer: Alltagsnervereien

à la »putz jetzt endlich das Badezimmer« oder »jetzt überleg

dir endlich, was du mit deiner Zukunft anfangen willst«.

Es passierte: Nichts. Nach einem Jahr Auszeit, fing das Kind

immerhin an zu studieren. In Bremen übrigens – und nicht in

Kanada. Nach dem Erstsemesterrausch (»Hey, ich bin eine

Studentin«) folgte schnell die Ernüchterung über das Studienfach

(»Viel zu theoretisch, nicht mein Ding !«). Irgendwann

kam dann, mütterlich gepusht, die Erkenntnis, diese sinnlose

Energie doch lieber in die Suche nach einer echten Alternative

umzuwandeln. Und siehe da, so langsam keimte eine Idee. Und

diese Idee fruchtet tatsächlich – im nächsten Monat startet sie

ein neues Studium und das wird richtig gut, davon bin ich überzeugt.

Zwar nicht in Kanada, aber auch ganz schön weit weg.

Es wird also ernst. Vorbei die Badezimmer- und Zukunftsdiskussionen.

Stattdessen: Besuche an Feiertagen, Facetime-

telefonate und hoffentlich gelegentliche Familienkurztrips.

Traurig drücke ich meine Erstgeborene und versuchte, zuversichtlich

in die Zukunft zu blicken. Das klappt am besten mit

Ablenkung. Ich schau den Bruder an und sage »Wie gut, dass

DU noch hier bist«. Er rollt mit den Augen und droht: »Nicht

mehr lange !«.

Da kommen wir schon zur nächsten Veränderung: Kind 2 wird

Abi machen ? Kind 2 wird Abi machen! Es geht alles

wieder von vorne los. Ich kann also die Auszugverarbeitung

von Kind 1 direkt umlenken

auf das »Wohin nach dem Abi« von

Kind 2. Wie wäre es denn mit einem

Filmstudium in Kanada ? Ich hätte

da bereits ein paar Fakten recherchiert.

Bitte auf keinen Fall das

falsche Studium auswählen. Und

wie sieht denn das Badezimmer

schon wieder aus ? Kind 2 setzt die

Kopfhörer auf und wendet sich den

wirklich wichtigen Dingen zu. Schade,

ich bin gerade so richtig in Fahrt.

Auch der beste Ehemann zieht die

Bremse. Reicht jetzt mal mit der Zukunftsplanung.

Wird schon werden. Das ist

mir entschieden zu viel Zuversicht – also

stürze ich lieber in die weiteren Veränderungen.

Ja, auch meine berufliche Zukunft hat einen Kick

bekommen. Durch Einsparungen im öffentlichen Haushalt

wurde meine Teilzeitstelle weggekürzt. Ab sofort bin ich wieder

Vollzeit selbstständig als Journalistin und Medienberaterin

und darf meinen eigenen Berufsalltag neu gestalten. Es wird

also nicht langweilig. Und jetzt kommen wieder die Türen ins

Spiel. Die offenen und die geschlossenen. Die könnten doch

mal gestrichen werden. Also erst der Umzug, dann das Abitur

und anschließend die Türen. Und natürlich die berufliche

Karriere. Es gibt noch viel zu tun.

SUPERSUSE

Aber jetzt muss ich erstmal meine Tochter ganz dolle drücken.

q ÜBER SUSE LÜBKER

Suse «Supersuse« Lübker lebt mit ihrer Familie im schönen

Findorff. Die freiberufliche Texterin und Trainerin schreibt

Texte für Unternehmen und Redaktionen und berät Selbstständige

rund um Social Media und Websites. Zudem veranstaltet

sie Kommunikations- und Schreibworkshops. 2015 erschien ihr

Buch »Das Bremer Kinderlexikon. Von Achterdiek bis Ziegenmarkt«.

In ihrem Blog berichtet Suse Lübker über Alltagsabenteuer

und Reisen. Mehr über unsere Kolumnistin im Internet

unter: www.suseluebker.de

Text: Suse Lübker, Illustration: Rainer Pleyer ▲



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