QUILT - Münchner Aids-Hilfe eV

muenchner.aidshilfe.de

QUILT - Münchner Aids-Hilfe eV

titel: sky du mont

ausgabe 15 sommer 2005 das magazin der münchner aids-hilfe e.v.


sommer 2005

quilt – das magazin der münchner aids-hilfe e.v. – sommer 2005

ihr direkter draht zur münchner aids-hilfe

geschäftsführung

Thomas Niederbühl

thomas.niederbuehl@muenchneraidshilfe.de

spenden

Peter Becker

peter.becker@muenchner-aidshilfe.de

ehrenamt

Peter Wiessner

peter.wiessner@muenchner-aidshilfe.de

beratungsstelle

Montag bis Donnerstag 9 - 17 Uhr,

Freitag 9 - 14 Uhr

Telefon 089 - 54 46 47 0

beratungsstelle@muenchner-aidshilfe.de

anonyme telefonberatung

Montag bis Freitag 19 - 21 Uhr

Telefon 19 411

hiv-therapie hotline

Montag bis Donnerstag 16 -19 Uhr

Telefon 089 - 54 46 47-21

therapie.hotline@muenchner-aidshilfe.de

helfen sie uns helfen!

betreutes wohnen

betreutes.wohnen@muenchner-aidshilfe.de

hospiz

Telefon 089 - 54 33 34 00

hospiz.muenchen@muenchner-aidshilfe.de

café regenbogen

regenbogen@muenchner-aidshilfe.de

Geschäfts- und Beratungsstelle

Lindwurmstr. 71

80337 München

Telefon 089 - 54 46 47 0

Fax 089 - 54 46 47 11

info@muenchner-aidshilfe.de

www.muenchner-aidshilfe.de

Seit über 20 Jahren setzt die Münchner Aids-Hilfe Hilfe und Solidarität gegen die Ausgrenzung von

Menschen mit HIV, MigrantInnen, schwulen Männern und Drogen gebrauchenden Menschen. Damit

Menschen mit HIV und Aids auch in Zukunft umfassende Hilfsangebote erhalten, braucht die Münchner

Aids-Hilfe Ihre Unterstützung.

spendenkonto

Stadtsparkasse München

BLZ 701 500 00

Konto 47 47 42

Die Münchner Aids-Hilfe e.V. ist als gemeinnütziger und mildtätiger Verein vom Finanzamt anerkannt.

Ihre Spende können Sie also steuerlich geltend machen. Damit wir Ihnen eine Spendenquittung

zuschicken können, vergessen Sie bitte nicht, uns Ihre Anschrift (Straße, Hausnummer, PLZ,

Ort) bei der Überweisung mitzuteilen. Falls Sie weitere Fragen haben sollten oder uns auf eine noch

nicht erhaltene Spendenquittung aufmerksam machen möchten, steht Ihnen unser Mitarbeiter

Peter Becker gerne telefonisch (089 - 54 33 31 10) oder per E-Mail (peter.becker@muenchneraidshilfe.de)

zur Verfügung.

2

“Ein ganzer Kontinent – Afrika – ist von

dieser tödlichen Krankheit befallen, und

wir wiegen uns doch tatsächlich wieder in

Sicherheit? Aids ist überall, kann auch morgen

unsere Nachbarschaft treffen. Niemand

sollte sich in Sicherheit wiegen, niemand

sollte glauben, dass Aids ‚nur‘ die Krankheit

der Sexualität ist. Auch wir könnten morgen

Blut benötigen.”

Sky du Mont, Schauspieler

impressum

quilt – das magazin der münchner

aids-hilfe e.v. erscheint zweimal im

jahr und ist kostenlos.

herausgeberin und verlegerin

Münchner Aids-Hilfe e.V.

Lindwurmstr. 71

80337 München

Telefon 089 - 54 46 47 0

Fax 089 - 54 46 47 11

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redaktion

Marion Hölczl

Thomas Niederbühl

Michael Tappe

mitarbeiter/-innen dieser ausgabe

Christopher Knoll

Michèle Lutzenberger

Horst Schreck

Helmuth Weber

lektorat

Marina Burwitz

verantwortlich für den inhalt

Thomas Niederbühl

titelfoto

Sky du Mont, Schauspieler

fotos

Susie Knoll (S. 3, 4, 5, 6)

Thomas Dashuber (S. 3)

Marie-Lou Sellem (S. 5)

ARD (S. 7)

Gerald von Foris (S. 7)

grafische gestaltung

Rosemarie Rosen, München

druck

Lipp Graphische Betriebe, München

auflage

2000


ausgabe 15

thomas niederbühl

Liebe Leserinnen und Leser,

liebe Freundinnen und Freunde,

die ganze Republik redet von Hartz IV als Hilfe

zur Arbeit. Wir leben mit den Folgen. Sicher war

eine Reform der Sozialgesetzgebung überfällig

und eine Zusammenlegung von Sozialhilfe

und Arbeitslosenhilfe sinnvoll. Auch eine engmaschigere

Betreuung bei der Arbeitssuche

ist zu begrüßen. Doch die Umsetzung der

Reform zeigt Lücken, durch die Menschen mit

HIV und Aids fallen können.

Aus dem Bemühen, Arbeit zu vermitteln, wird

schnell der Zwang, irgendeine Arbeit annehmen

zu müssen, um Leistungskürzungen zu

vermeiden. Damit ist manches Arbeitsverhältnis

schon zum Scheitern verurteilt. Und nach

vier Wochen beginnt die ganze Mühle von

Anträgen und Arbeitsvermittlung wieder von

vorn. Kommen für Menschen mit HIV und Aids

dann noch häufige Arztbesuche und Krankheitstage

dazu, taucht in der Beratung wieder

verstärkt die Frage nach Erwerbsminderungsrente

auf – ein Ausweg aus der stressigen Arbeitsvermittlung,

der jedoch wieder die Krankheitsaspekte

in den Vordergrund rückt. Und im

Einzelfall nicht unproblematisch ist. Auch

stellt sich die Frage, ob man die HIV-Infektion

bei der Antragstellung von Arbeitslosengeld II

angeben soll, um einen Sonderzuschlag für

kostenaufwändige Ernährung zu bekommen.

Denn mit dem Bekanntwerden der Infektion

könnte die eine oder andere Arbeit plötzlich

doch nicht vermittelt werden. Hartz IV ist so

zu einem zentralen und schwierigen Thema in

unserer Arbeitsberatung geworden.

Neu sind die Themen Arbeit und Beschäftigung

selbstverständlich nicht. Als Aids-Hilfe

haben wir immer innovativ auf Veränderungen

reagiert und uns mit dem Aids-Geschehen

verändert. Als mit den Therapieerfolgen

Betroffene wieder arbeiten konnten und

wollten, schufen wir geförderte Arbeitsplätze

im Café Regenbogen. Dort finden Menschen

mit HIV und Aids, die langzeitarbeitslos sind

oder Arbeitslosengeld II beziehen, nicht nur

Beschäftigung. Sie werden parallel zu ihrer

menschen mit hiv und aids brauchen arbeit und beschäftigung

Tätigkeit intensiv betreut und angeleitet, in

ihrer spezifischen psychosozialen Situation

genauso wie im Beruf. Wir vermitteln ihnen

Grundkenntnisse im Bereich der Gastronomie

und führen regelmäßige Qualifizierungen

durch. Dabei ist es unser Ziel, mittelfristig

den Wiedereinstieg in das Arbeitsleben zu

ermöglichen.

Wenn Sie dieses Ziel unterstützen wollen,

dann kommen Sie als Gast ins Café Regenbogen.

Wir bieten: ein frisches, farbenfrohes,

modernes Ambiente; ein reichhaltiges Speisenangebot;

freundlichen, zuvorkommenden

Service. Eine Atmosphäre, in der Sie sich

wohlfühlen werden. Und gleichzeitig unterstützen

Sie die Arbeit der Aids-Hilfe. Charity

auf kulinarischer Ebene sozusagen.

Und wir schaffen jetzt noch mehr Arbeitsplätze.

Wir eröffnen auf unserer zweiten Etage

ein Tagungszentrum. Ein Arbeitsprojekt für

Menschen mit HIV und Aids, das von der

Europäischen Union unterstützt wird. Dort

bieten wir Ihnen Seminar- und Tagungsräume

mit einem Rund-um-Service, die Sie jederzeit

mieten können – inklusive Essen im Café

Regenbogen. Auch damit unterstützen Sie

uns. Gleichzeitig werden wir dort eigene

Fortbildungen, Seminare und Workshops

anbieten, um das Thema Aids immer wieder

in die (Fach-)Öffentlichkeit und in die Hauptbetroffenengruppen

zu bringen – auch, um

HIV-Infektionen zu vermeiden.

War in der Anfangszeit der tödlichen Bedrohung

unsere einfache Präventionsbotschaft

“Du kannst dich mit Kondom schützen”

noch eine Entlastung, die von Negativen

und Ungetesteten gerne aufgegriffen und

umgesetzt wurde, sieht die Realität heute

ganz anders aus. HIV scheint für viele zu einer

behandelbaren Krankheit zu werden. Es

werden weniger Kondome gekauft, weniger

benutzt. Die Neuinfektionen steigen. Heute

verhalten sich viele Ungetestete so, als wären

sie negativ. Viele Ungetestete, die nicht mehr

negativ sind, geben so ihre Infektion weiter

– ohne es zu wissen. Deshalb haben wir

unsere Präventionsbemühungen verstärkt,

werben intensiv für den HIV-Test, vor allem bei

schwulen Männern. Denn getestete schwule

“Es ist das Zentrum des Theaters, auf der Bühne über Gefühle zu reden, eine

Sprache zu finden für das, was sich der Vernunft entzieht. Ich glaube, dass es

bei der Aids-Aufklärung um nichts anderes geht: etwas Verborgenes ans Licht

zu holen und zu sagen: Lass uns darüber reden, denn es geht alle an! Theater

hat nicht zuletzt die Aufgabe, uns mit anderen in Kontakt zu bringen, indem

wir sehen, dass wir mit unseren Problemen, so privat sie auch scheinen, nicht

alleine dastehen. So lässt sich ein Bogen schlagen von der Arbeit der Aids-

Hilfe zu der des Theaters: Gemeinsamkeit schaffen, über Gefühle sprechen.”

sommer 2005

Männer, ob negativ oder positiv, sind eher bereit,

sich und andere zu schützen. Außerdem

kann man bei einem frühen Wissen um eine

Infektion noch viel tun, um Erkrankungen zu

vermeiden. Dass heute 80 Prozent derer, die

mit Aids ins Krankenhaus kommen, bis dahin

nicht wussten, dass sie HIV-positiv sind, ist

erschreckend. Das muss nicht sein.

Deshalb sind unsere Arbeit, Aufklärung

und Information immer noch so wichtig. Mit

diesem Quilt geben wir Ihnen einen Einblick

in die Themen und Schwerpunkte, die uns

gerade beschäftigen. Aktuelle Informationen

finden Sie jederzeit auf www.muenchneraidshilfe.de.

Dort können Sie auch unseren

Newsletter abonnieren. Aber auch spenden ist

dort bequem und sicher online möglich. Denn

wir brauchen Ihre Unterstützung.

In über 20 Jahren ist aus der Selbsthilfe ein

erfolgreiches, professionelles Sozialunternehmen

mit einem umfassenden Netz an notwendigen

Hilfsangeboten entstanden. Während

unsere Arbeit immer mehr wurde und wir

neue bezuschusste Projekte angingen, wurde

aber auch unsere Verpflichtung immer größer,

einen Finanzierungsanteil von 20 Prozent

über Spenden aufzubringen. Gleichzeitig nahmen

das öffentliche Interesse, Zuschüsse und

Spenden jedoch immer mehr ab.

Deshalb brauchen wir Ihre Hilfe. Nur so können

wir auch in Zukunft die zentrale Stelle

für Selbsthilfe, Prävention, Gesundheitsförderung,

Beratung, Rehabilitation und Versorgung

im HIV-Bereich sein. Nur so können wir zu einem

besseren Leben beitragen: für Menschen

mit HIV und für schwule Männer, Drogen

gebrauchende Menschen und MigrantInnen,

die am stärksten von HIV bedroht sind. Allein

schaffen wir das nicht. Unterstützen Sie uns

in der Politik und in den Medien, durch Benefizveranstaltungen,

durch Spenden und durch

ehrenamtliche Mitarbeit.

Dafür sagen wir ganz herzlich: Danke!

Thomas Niederbühl, Geschäftsführer der

Münchner Aids-Hilfe e.V.

thomas.niederbuehl@muenchner-aidshilfe.de

Dieter Dorn, Intendant Bayerisches Staatsschauspiel 3


sommer 2005

mach den hiv-test. für dich und andere.

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kampagne

“Mach den Test – wir finden das gut”

Im vergangenen Jahr haben die Münchner

Aids-Hilfe e.V. und das Projekt Prävention

des Sub e.V. zum Christopher Street Day eine

HIV-Testkampagne mithilfe der renommierten

Münchner Werbeagentur .start initiiert.

Unter anderem wurde mittels provokanter

Plakatmotive versucht, schwule Männer

für das Thema HIV und Aids zu (re-)sensibilisieren

und zum HIV-Test zu motivieren.

Jetzt machen sich die Münchner Aids-Hilfe

e.V., das Projekt Prävention im Sub e.V. und

die Anonyme Beratung zu Aids und sexuell

übertragbaren Krankheiten (Anonyme Aids-

Beratung) auf weitere innovative Weise bei

schwulen Männern für den HIV-Test stark.

Erstmals kann in der Münchner Szene von

einem neuen Angebot Gebrauch gemacht

werden: Am 29. Juli wird von 17 bis 22 Uhr

in den Räumen des Schwulenzentrums

Sub in der Müllerstraße 43 von schwulen

Beratern und Medizinern ein anonymer HIV-

Test durchgeführt. Vor Ort sind Alois Gerbl

(Münchner Aids-Hilfe e.V.), Dr. med. Hans-

Joachim Hennig (Anonyme Aids-Beratung),

Christopher Knoll (Diplom-Psychologe bei

der Münchner Aids-Hilfe und in der Sub-

Beratungsstelle) sowie Guido Vael (Projekt

Prävention im Sub e.V.).

Christopher Knoll im Gespräch über die

HIV-Testkampagne und den HIV-Testtag im

Schwulenzentrum Sub:

Quilt: Warum hat sich die Münchner Aids-Hilfe

dazu entschlossen, massiv zum HIV-Test

aufzurufen?

Christopher Knoll: Das Problem der HIV-Entwicklung

sind die Ungetesteten und nicht die

HIV-positiven Männer. Das Safer-Sex-Verhalten

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UND

WOMIT

DENKST

DU?

christopher knoll

UND

WOMIT

DENKST

DU?

mach den hiv-test. für dich und andere.

www.muenchner-aidshilfe.de www.subonline.org

und die Stimmung bei schwulen Männern haben

sich in den letzten Jahren sehr verändert.

Solange keiner sagt, er sei positiv, kann man

durchaus ungeschützten Sex haben. So ist

eine unkontrollierbare Szene entstanden, in

der sich HIV verbreiten kann. Erschreckenderweise

haben 80 Prozent der Männer, die mit

einer Aids-definierenden Erkrankung in ein

Krankenhaus kommen, von ihrer HIV-Infektion

nichts gewusst. Die Ungetesteten sind das

schwächste Glied in der Kette.

Der Aufruf zum HIV-Test ist für die Münchner

Aids-Hilfe ein eher ungewohnter Präventionsansatz.

Stimmt. Wir hätten uns das vor einigen Jahren

auch nicht vorstellen können. Die Münchner

Aids-Hilfe hatte jahrelang das pädagogische

Konzept verfolgt, intensiv zu informieren und

Entscheidungen nicht vorzugeben. Ein Ansatz,

den wir aus Zeiten geerbt haben, als man

gegen HIV nichts tun konnte und das Wissen

um ein positives Testergebnis sich eher negativ

auf den Gesundheitszustand ausgewirkt

hat. Seit 1996 und der Kombinationstherapie

ist das natürlich anders. Heutzutage ist das

Wissen um einen positiven Testbefund nicht

mehr eher Risiko, sondern mehr Chance. Wir

wollen Menschen und die Szene davor schützen,

ungetestet Sex zu haben.

Viele Menschen scheuen sich davor, einen

HIV-Test zu machen.

Natürlich braucht es Mut für den Test. Sich zu

testen, bringt weitreichende Konsequenzen

mit sich – idealerweise aber auch, sich und

die anderen mehr als vorher zu schützen. Früher

hat die Münchner Aids-Hilfe das Für und

Wider erläutert und die Entscheidung jedem

selbst überlassen. Nach heutigem Wissensstand

sagen wir jetzt aber ganz klar: Mach den

Test – wir finden das gut.

Wie sieht die Kampagne konkret aus?

Wir haben im letzten Jahr als erste regionale

Aids-Hilfe eine direkte Testkampagne

gemacht. Die Werbeagentur .start hat drei

UND

WOMIT

DENKST

DU?

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Plakatmotive mit so genannten Schwanzköpfen

entwickelt mit der Aussage: Mach den

HIV-Test für dich und andere. Wir haben die

Motive beim Christopher Street Day verteilt.

Insbesondere Heteromänner wie -frauen

waren begeisterte Abnehmer der Postkarten

und sind uns hinterher gerannt. Trotzdem ist

es in erster Linie eine Kampagne für schwule

Männer. Die Motive hängen in schwulen Szeneläden

und werden in Szenezeitschriften publiziert.

Alles in allem hat die Kampagne sehr

viel Resonanz in München und in der ganzen

Republik gefunden.

Welche Erfolge konnten bislang verbucht

werden?

Die Anonyme Aids-Beratung als zentrale

Teststelle in München hat in einer Umfrage

herausgefunden, dass über 16 Prozent der

Männer, die Sex mit Männern haben, aufgrund

unserer Kampagne zum Test gegangen sind.

Am 29. Juli wird – ein absolutes Novum in

München – ein HIV-Testtag in der Szene

durchgeführt. Gibt es Vorbilder für diese

Aktion?

In Österreich und Holland wurde bereits eine

dezidierte Testkampagne durchgeführt – sogar

mit Schnelltest und Beratung. Die Testrate

in der Szene konnte dadurch enorm gesteigert

werden Das werden wir in München so nicht

machen, auch deshalb, weil in Deutschland

der Schnelltest gar nicht zugelassen ist. Wir

wollen ebenfalls den Test näher in der Szene

ansiedeln. Außerdem sollen das Sub und die

Münchner Aids-Hilfe zukünftig mehr mit dem

HIV-Test in Verbindung gebracht werden. Die

Leute sollen wissen, dass wir eine positive

Einstellung zum Test haben. Wir wollen das

nicht nur theoretisch vorführen, sondern auch

in der Praxis zeigen.

Wie also soll der Testtag im Sub konkret

ablaufen?

Die Leute bekommen von den drei beteiligten

Einrichtungen – Münchner Aids-Hilfe,

Projekt Prävention im Sub und Anonyme Aids


ausgabe 15

alois gerbl

Beratung – eine seriöse, persönliche, anonyme

und fundierte psychologische und medizinische

Beratung, verbunden mit der Möglichkeit,

sich anschließend testen zu lassen. Die

Getesteten können zehn Tage später bei den

selben Beratern ihre Ergebnisse abholen. Wir

verstehen den Testtag als eine Art Probelauf

und wollen auch Erfahrungen machen: Wird

die Aktion akzeptiert? Erreichen wir Leute, die

die Anonyme Aids-Beratung nicht erreicht?

Verwirren wir oder geben wir Unterstützung?

Was wir definitiv nicht wollen: dass Leute aus

Gruppenhysterie hingehen.

Zum Glück liegt die Wahrscheinlichkeit für

die meisten bei einem negativen Testergebnis.

Besteht aber nicht gerade darin die

Gefahr, dies als zukünftigen Freibrief für

ungeschützten Sex zu sehen?

Die Gefahr ist sicherlich da. Aber erfahrungsgemäß

funktioniert es genau andersrum. Die

Leute sind sehr froh über ein negatives Testergebnis

und wollen es auch bleiben. Schwulen

ist es beileibe nicht völlig egal, ob sie positiv

oder negativ sind.

Was sind die Vorzüge eines Tests im Sub im

Vergleich zur Anonymen Aids-Beratungsstelle?

Die Leute bekommen ihr – gegebenenfalls –

positives Testergebnis von dem Berater, der

auch zukünftig für sie da ist. Sie müssen

sich nicht wieder auf die Suche begeben, um

die Fragen zu klären, wie es mit ihrem Leben

weitergeht. Eine sofortige Unterstützung

und Betreuung ist gewährleistet. So ist die

Wahrscheinlichkeit, in ein Loch zu fallen,

etwas geringer. Zudem erfolgt die Beratung

und Betreuung durch drei Berater und einen

Mediziner, die alle schwul sind – ein Vorzug,

den die Anonyme Aids-Beratung nicht leisten

kann. Wir möchten mit unserem szenenahen,

schwulen Angebot Männer zum Test “verführen”

und auch anschließend für sie da sein.

Wie sieht die Testsituation konkret aus?

Natürlich soll sich jemand ohne Risikoverhalten

nicht testen lassen, deshalb wird auch

Aids breitet sich immer weiter aus und

schneller denn je. Dies zu verdrängen,

kann tödlich sein. Damit diese Gefahr im

öffentlichen Bewusstsein bleibt, ist unermüdliche

Aufklärungsarbeit wichtig.”

Birge Schade, Schauspielerin

guido vael

in einem ausführlichen Beratungsgespräch

vorab die Testmotivation erfragt. Wir wollen

ja den Test nicht wie Bonbons unters Volk

werfen. Nur die sollen gestestet werden, bei

denen es auch sinnvoll ist. Dabei wird auch die

Freiwilligkeit der Testsituation berücksichtigt.

Wir wollen dabei keinen gruppendynamischen

Testzwang oder Leute, die unter Alkoholeinfluss

stehen. Übrigens geht es uns nicht nur

um HIV: Die Leute können sich auch auf Gonorrhö,

Syphilis, Hepatitis A, B und C testen lassen.

Gerade Syphilis hat ja leider in den letzten

Jahren wieder erheblich zugenommen.

Was passiert nach einem positiven Befund?

Wir bieten sozial-rechtliche und medizinische

Hilfestellungen, nennen HIV-Schwerpunktärzte

und bieten auch Begleitung zur weiterführenden

Untersuchung an. Wir klären

darüber auf, was HIV eigentlich ist, schulen

medizinisch und informieren über Medikamenteneinnahme.

Wir nehmen Aufklärung

und Beratung sehr wichtig, da Wissen schon

ein Teil von Kontrolle ist. Wir reden natürlich

auch mit den jeweiligen Partnern. Wir werden

ganz individuell schauen, was sich durch den

Test geändert hat und wo die Person Unterstützung

braucht.

Wer ist leichter zum Test zu bewegen: jüngere

oder ältere Schwule?

Es ist bei allen gleich schwierig. Jede Generation

hat Gründe, die Nähe oder die Distanz

zu HIV zu suchen. Die Gruppe der 30- bis

50-Jährigen, die quasi schon immer mit HIV

gelebt hat, ist immer noch die Gruppe, die sich

am meisten infiziert. Diese Generation riskiert

sich nach wie vor. Es ist sicherlich auch

schwierig, nach 20 Jahren immer noch das

Kondom drüberzuziehen. Die Menschen sind

es einfach leid. Die Jungen sind es natürlich

auch, sagen aber: Aids ist 40, trägt eine Lederjacke,

hat einen Schnauzer und läuft in der

Müllerstraße rum. Natürlich ein fataler Irrtum.

Deshalb machen wir auch Präventionskampagnen

für junge Männer mit dem Slogan “HIV

mag auch Jungs”. Schwule über 60 vergessen

einfach oftmals das Kondom.

hans-joachim hennig

sommer 2005

Und die negativ Getesteten können beruhigt

nach Hause gehen?

Natürlich kann man den Leuten nicht nur sagen:

Gratulation, Sie sind negativ und tschüss!

Sondern man muss ihnen sagen, wie man negativ

bleibt. Wir wollen auch vermitteln, dass

es nun mal ein gewisses Maß an Leidenschaft

und Engagement erfordert, negativ zu bleiben.

Wir wollen ja die Negativen nicht immer wieder

aufs Neue zum Test schicken, sondern ihnen

klar machen, dass sie auf sich aufpassen

können und müssen.

Ist der Testtag in der Szene eine einmalige

Angelegenheit?

Natürlich werden wir den Testtag zunächst

mehr als einmal anbieten und bei Erfolg auch

kontinuierlich – möglicherweise monatlich –

im Sub durchführen. Auch wenn nur Wenige

am 29. Juli das Angebot nutzen sollten, hat

die ganze Aktion einen Werbeeffekt für die

Münchner Aids-Hilfe, das Projekt Prävention

im Sub und die Anonyme Aids-Beratung. Die

Münchner Aids-Hilfe wird bei dem Thema

HIV-Test auch zukünftig weiter mitreden und

mitgestalten.

Das Interview führte Marion Hölczl.

!

Der HIV-Testtag findet Freitag, 29. Juli

von 17 bis 22 Uhr im Schwulenzentrum Sub

unter der Beteiligung folgender

Organisationen statt:

münchner aids-hilfe e.v.

Lindwurmstr. 71

80337 München

Telefon 089 - 54 46 47 0

beratungsstelle@muenchner-aidshilfe.de

www.muenchner-aidshilfe.de

sub e.v. projekt prävention

Müllerstr. 43

80469 München

Telefon 089 - 26 02 28 58

praevention@subonline.org

www.praevention.subonline.org

anonyme beratung zu aids und sexuell

übertragbaren krankheiten

Bayerstr. 28a

80335 München

Telefon 089 - 23 32 33 33

aids-std-beratung.rgu@muenchen.de

www.muenchen.de/aidsberatung

5


sommer 2005

gold award

beim comprix 2005

Beim 13. Comprix, dem Preis für innovative

Pharma-Communication, kamen die Münchner

Aids-Hilfe und die Agentur .start mit zwei

Kampagnen unter die Finalisten: mit dem

Virus-Weihnachtsgeschenkpapier in der freien

Kategorie und mit der Print-Kampagne Souvenir

HIV Milano in der Kategorie Social Campaigns.

Bei der Preisverleihung am 22. April

im Muffatwerk waren sie schließlich siegreich:

Für die Social Campaign Souvenir HIV Milano

wurden sie mit dem Gold Award Comprix

2005 ausgezeichnet. Michael Tappe, Leiter

jva-gruppe hinter gittern

Helmuth Weber arbeitet für die Münchner

Aids-Hilfe ehrenamtlich in der Justizvollzugsanstalt-Gruppe

(JVA-Gruppe).

Quilt: Die Münchner Aids-Hilfe engagiert sich

mit Präventionsarbeit in Haft- und Jugendarrestanstalten.

Was heißt das konkret?

Helmuth Weber: Wir stellen die Münchner

Aids-Hilfe und unsere Haftarbeit vor, informieren

über HIV, Aids, Hepatitis, Übertragungswege,

Krankheitsverlauf mit und ohne

Therapie und Schutzmaßnahmen. Mit unserer

regelmäßigen Präventionsarbeit in mehreren

Münchner Haftanstalten möchten wir den

Inhaftierten und Arrestanten – aber auch den

Angestellten – in Erinnerung rufen, dass HIV

und Hepatitis nach wie vor eine ernst zu nehmende

Gefahr darstellen. Gleichzeitig müssen

Vorurteile und Diskriminierung endlich aus

den Köpfen verschwinden. Dabei wollen wir

keineswegs Ängste schüren oder uns oberlehrerhaft

profilieren, sondern in Gesprächen

aufklären und Diskussionen anregen. Viele

Inhaftierte glauben immer noch, dass ganz

normale Kontakte – ohne Sexualität – schon

riskant sein könnten.

Ist es eigentlich selbstverständlich, dass

die Münchner Aids-Hilfe auch an diesen

Orten aktiv ist?

Der Münchner Aids-Hilfe ist es sehr wichtig,

Aufklärungsarbeit in Haftanstalten anzubieten,

da dort ein hohes Risikopotenzial erreicht

werden kann. Hier sitzen viele Straftäter aus

den Bereichen Drogen und Prostitution ein.

6

helmuth weber

der Beratungsstelle und Thomas Niederbühl,

Geschäftsführer, nahmen die Trophäe für die

Münchner Aids-Hilfe in Empfang. Glückliche

Gesichter auch bei der Agentur .start, vertre-

Und auch in Haft kommt es – wenn auch oft

totgeschwiegen – zu Sexualität und Drogenkonsum.

Wie reagieren die Inhaftierten auf euer

Angebot?

Verschieden. Es kommt darauf an, ob die

Haftanstalt eine Pflichtveranstaltung daraus

macht oder ob die Teilnahme freiwillig ist.

Insgesamt stellen wir aber fest, dass unsere

Veranstaltungen sehr gut ankommen. Wir versuchen,

eine möglichst lockere Atmosphäre

zu schaffen und klarzustellen, dass wir "von

draußen" kommen. Meist sind die Häftlinge

dankbar, dass wir ihnen die Möglichkeit zur

Teilnahme an einer solchen Info-Veranstaltung

geben.

Welche spezifischen Probleme in puncto

Sexualität und Drogen haben inhaftierte

Jugendliche im Vergleich zu inhaftierten

Erwachsenen?

Inhaftierte Jugendliche schämen sich oft, offen

über Sexualität und Drogen zu sprechen.

Ansonsten können wir keine großen Unterschiede

feststellen. Nach wie vor ist es in Haft

sehr schwierig, überhaupt an Kondome zu

kommen. Und fast aussichtslos ist es, sterile

Spritzen oder andere Utensilien zu erhalten.

Begegnungen mit Strafgefangenen hinter

verschlossenen Türen sind ja nicht gerade

alltäglich. Gibt es Berührungsängste zwischen

den MitarbeiterInnen der Münchner

Aids-Hilfe und den KlientInnen?

Ich habe von Berührungsängsten bisher

nichts feststellen können.

Die Präventionsarbeit wird gemeinsam von

haupt- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

geleistet. Wie sieht die Aufgabenteilung

konkret aus?

Nachdem die Präventionsveranstaltungen

zwischenzeitlich sehr stark zugenommen

haben, werden diese überwiegend von uns

ten durch Isabell Handl und Thi-Nga Tang, die

seit einigen Jahren unentgeltlich Kampagnen

für die Münchner Aids-Hilfe entwickeln.

EhrenamtlerInnen durchgeführt. Unser hauptamtlicher

Mitarbeiter unterstützt uns natürlich

in fachlichen Fragen, aber auch bei Verhandlungen

mit den Anstaltsleitungen.

Welche Fähigkeiten sollte ich mitbringen,

um mich ehrenamtlich in diesem Bereich zu

engagieren, und was motiviert dich selbst

an deiner Arbeit?

Unverzichtbar für die Haftarbeit ist Tagesfreizeit.

Da sich die Haftanstalten nicht nur

in München befinden, ist zudem ein Führerschein

wünschenswert. Außerdem sollte

man kommunikative Fähigkeiten, ein großes

Einfühlungsvermögen und Toleranz für Menschen

in verschiedenen Lebensweisen mitbringen.

Mich persönlich hat zunächst eine

neue Aufgabe in einer "verschlossenen Welt"

gereizt. Zudem bin ich der Meinung, dass es

eine sehr wichtige Aufgabe darstellt, über die

Gefahren von HIV/Hepatitis zu informieren.

Mein persönliches Benefit ist die Dankbarkeit

und die Anerkennung der Inhaftierten.

Das Interview führte Marion Hölczl.

!

Ehrenamtliche und hauptamtliche MitarbeiterInnen

der Münchner Aids-Hilfe

betreuen regelmäßig Inhaftierte und

jugendliche Arrestanten. Zu den Einsatzorten

gehören die Jugendarrestanstalt

und Frauenhaftanstalt München-

Neudeck, die JVA München-Stadelheim

(Jugendabteilung und Abteilung für

junge Erwachsene), die JVA Bernau, das

Bezirkskrankenhaus Haar (Forensik)

und das Wohnheim Adolf-Matthes-Haus

in München.


ausgabe 15

charity-restaurant

Küchenzauber im Café Regenbogen

”Wieso macht ihr euren Senf selber, lohnt

sich doch gar nicht, oder?”, werden wir

MitarbeiterInnen des Café Regenbogens oft

gefragt.” ”Finanziell vielleicht nicht, aber

geschmacklich allemal!”, pflegen wir darauf

zu antworten. Ganz zu schweigen von den

unterschiedlichen Pestosorten und den leckeren

Nudelsaucen für den Single-Haushalt, die

man in Gläsern bei uns kaufen kann. Und wer

zum Mittagsmenü (in anderen Lokalen auch

Business-Lunch genannt) noch einen Platz

ergattert, freut sich nicht nur über das selbstgebackene

Ciabatta, sondern auch über die

abwechslungsreiche Speisenkarte (Montag

bis Freitag, 11.30 bis 14 Uhr).

Mittlerweile ist das Café Regenbogen ein

”richtiges” Lokal mit Gaststättenkonzession,

und dank unserer ehrenamtlichen MitarbeiterInnen

haben wir jetzt abends öfters

geöffnet (Dienstag und Mittwoch, 18 bis 22

Uhr). An diesen Abenden hält unsere Küche

ein kleines, aber feines Essensangebot bereit

– auch hier legen wir viel Wert auf Frische und

Abwechslung.

Vielfalt gibt es auch an den Wänden mit

monatlich wechselnden Ausstellungen, die

immer mit einer interessanten Vernissage von

den KünstlerInnen eröffnet werden (jeden

zweiten Donnerstag im Monat).

run for life

michèle lutzenberger &

horst schreck

Bitte Schuhe schnüren zugunsten der Münchner

Aids-Hilfe: Mittlerweile zum fünften Mal

findet heuer der Run for Life über eine Laufstrecke

von 5 und 10 Kilometer im Englischen

Garten statt. Der Benefizlauf erfreut sich bei

den Teilnehmerinnen und Teilnehmern großer

Beliebtheit, nicht zuletzt deshalb, weil hier

Dabeisein wirklich alles und die Startgebühr

gut angelegt ist: Die 15 Euro fließen ohne

Abzüge in Projekte der Münchner Aids-Hilfe.

Am 11. September um 14 Uhr wird erneut

Schirmherr OB Christian Ude am Haus der

Kunst den Startschuss geben. Wer sich schon

mal in Form bringen will, kann bereits jetzt an

einem regelmäßigen Lauftreff teilnehmen.

Das Team München trifft sich jeden Mittwoch

um 19 Uhr am Kiosk der Wittelsbacherbrücke,

um Anfängern und Ambitionierten Beine

zu machen. Anmeldung und Infos zum Run

for Life 2005 unter www.runforlife.de und

www.muenchner-aidshilfe.de.

Nach wie vor kann das Café Regenbogen für

private Feiern gemietet werden, inklusive

Catering mit bayerischen, italienischen und

fernöstlichen Spezialitäten. Immer noch verstehen

wir uns sowohl als Tor zur Münchner

Aids-Hilfe, wie auch – nicht konkurrierend,

sondern ergänzend – als Forum der schwulen

Szene für Vereine bis hin zu Kneipen. Denn

wo sonst noch lässt eine Kneipe andere Wirteköche

bei sich kochen und für ihre Lokale

Werbung machen?

Genau das geschieht bei unserer neuesten

Aktion “Köche gehen fremd”, einer Kooperation

zwischen den Szene-Wirten, dem Magazin

Sergej München und dem Café Regenbogen.

Einmal im Monat (am dritten Donnerstag)

stellen sich die Köche und Köchinnen eines

Szene-Lokals in unsere Küche vor, präsentieren

individuelle Spezialitäten und zeigen

sich von ihrer Schokoladenseite. Das Magazin

Sergej München wird die Aktion redaktionell

begleiten. Natürlich bleibt der Umsatz im Café

Regenbogen. Ganz uneigennützig sind wir ja

auch nicht.

Einige Lokale haben schon zugesagt: Wir

starten mit Club Morizz am Donnerstag, 21.

Juli. Ab 18 Uhr lässt sich Herr Ratanawong

über die Schulter schauen und verrät Geheimnisse

der Thaiküche, die um 20 Uhr serviert

werden. Und weiter geht’s am Herd im Café

Regenbogen mit den Lokalen Cooperativa, Valentinstüberl,

Deutsche Eiche und Café Glück.

Wir freuen uns schon sehr darauf und hoffen,

dass viele Gäste kommen!

Euer Team vom Café Regenbogen

auf sendung

michael tappe &

maximilian reiser

Jeden vierten Donnerstag im Monat von 20 bis

21 Uhr sendet die Münchner Aids-Hilfe bei Leib

& Seele, dem Überlebensmagazin auf Radio

Lora 92.4 (im Kabel 96,75 MHz). Eine Stunde

bietet viel Zeit für Gäste im Studio, Interviews

mit ExpertInnen, aktuelle Informationen aus

der HIV-Therapie und gute Musik. Michael Tappe

(links) und Maximilian Reiser führen durch

die Sendung.

sommer 2005

“Als Journalistin ärgert es mich, dass

es auch bei Krankheiten so etwas wie

Konjunktur gibt. Solange sie Schlagzeilen

liefern, bleiben sie im öffentlichen

Interesse. Dann verschwinden sie wieder

in der Versenkung. Aber das Leiden

der Betroffenen geht weiter. Deshalb

ist eine aktive, tatkräftige Organisation

wie die Münchner Aids-Hilfe so wichtig,

als Ansprechpartner für Kranke, als

Lobby nach außen und als Aufklärer.

Damit Aids, wie es immer heißt, ‚keine

Chance‘ hat.”

Ursula Heller, TV-Moderatorin

“Organisationen wie die Münchner Aids-

Hilfe, die das Bewusstsein für diese Gefahr

in der öffentlichen Wahrnehmung

halten, sind in zwei Momenten in jedermensch

Leben wichtig: Erstens, wenn

man sich dazu entscheidet, das Risiko

nicht einzugehen. Zweitens, wenn einem

klar wird, dass mit der ‚Nachricht‘

nicht alleine klar zu kommen ist. Befindet

man sich gerade nicht in so einer Situation,

würdigt man diese Arbeit leider

zu selten. Eure Arbeit rettet Leben und

gibt lebenswichtige Perspektiven beim

Neubeginn.”

Rüdiger Linhof, Bassist der

Band “Sportfreunde Stiller”

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