05.03.2025 Aufrufe

Ausgabe 03/2025

Das Magazin für Herisau und Umgebung. Erscheinungsdatum: 5. März 2025

Das Magazin für Herisau und Umgebung. Erscheinungsdatum: 5. März 2025

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Das Magazin für Herisau und Umgebung Ausgabe 3 ⋅ 5. März 2025

TISCHMARKT: VERKAUFEN UND

TAUSCHEN STATT WEGWERFEN ⋅04

FRÜHLINGSERWACHEN

MIT DEM LOKALEN GEWERBE ⋅ 12

RAMSEN CHOR: EINE 142-JÄHRIGE

GESCHICHTE GEHT ZU ENDE⋅ 18

SAMUEL KÜNZLE LEGT ALS DJ IN CLUBS

IN DER GANZEN OSTSCHWEIZ AUF ⋅ 36


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03/2025 Heri-Schau · 3

VON GIDIO BIS BLOCH:

HERISAU FEIERT DIE «NARREZIIT»

Vom 5. bis 10. März findet die «Herisauer

Narreziit» statt. Nebst den zahlreichen

Attraktionen wie dem Narrendorf, dem

Schnitzelbankabend und dem Narrenball

stehen diverse weitere Höhenpunkte

auf dem Programm. So beispielsweise die

Guggenparty am Samstag, 8. März, bei der

sich die «Herischrenzer» mit einem zweistündigen

Konzert verabschieden, sowie

das diesjährige Gugge-Tröffe. «Der Umzug

mit rund 35 teilnehmenden Gruppen wird

visuell und akustisch beeindrucken. Für ein

lautes Monster-Konzert auf dem Kirchenplatz

sorgen 17 Guggen aus der Region»,

so Niklaus Dudle, Präsident des Fasnachtsvereins

Herisau. Speziell für die jungen Fasnächtler

finden in diesem Jahr wieder ein

Kindermaskenball, organisiert von der Guggenmusig

«Izi Bizi Tini Wini», und der Gidio-Umzug

statt, der von der Läckerli-Kommission

geleitet wird. Letzteres betrachtet

Dudle als Publikumsmagnet: «Der Gidio ist

einer der schönsten und ursprünglichsten

Umzüge der Region. Zudem können alle,

die wollen, spontan teilnehmen. Das gibt

es sonst kaum noch.» Ein vielfältiges Fasnachtsprogramm

sei laut Dudle wichtig

und richtig. Denn: «Die Fasnacht in Herisau

hat nicht mehr denselben Stellenwert wie

vor zwanzig Jahren. Über die Gründe kann

man nur mutmassen. Wir merken aber, dass

Herisau nicht mehr den gleichen Dorfcharakter

wie früher hat und sich immer mehr

zur Stadt mausert.» Umso mehr schätze der

Verein, dass durch einige liebevoll dekorierte

Beizen sowie engagierte Fasnächtler

eine Fasnachtskultur in Herisau bestehen

bleibe. Das motiviere den Fasnachtsverein,

der dank einer frühzeitigen Planung und

regelmässigen Treffen mit einem Team von

rund 15 Helferinnen und Helfern für einen

reibungslosen Ablauf sorgt. Trotz der guten

Teamarbeit übernehmen viele Vereinsmitglieder

für die Organisation der «Herisauer

Narreziit» mehrere Rollen. «Daher würden

wir uns über Neumitglieder in unserem

Verein freuen.» Abschluss der Herisauer

Fasnachtssaison bilden der Funken am

Sonntag sowie das Bloch mit dem Blochball

am 10. März. Im besten Fall mit gutem Wetter,

ausgelassener Stimmung und vielen Besuchenden.

Helena Städler

Weitere Informationen zur

«Herisauer Narrezit»

https://bit.ly/buGzt

im März

5. MÄRZ

Tag der ausgefallenen Namen

8. MÄRZ

Internationaler Frauentag

14. MÄRZ

Welttag des Schlafs

Im Gegensatz zu vielen anderen kuriosen

Feiertagen ist das Datum dieses

Welttages bewusst gewählt: Er findet

jeweils am Freitag vor der Tagundnachtgleiche

statt. Zudem hat der Welttag

des Schlafs in jedem Jahr ein neues Motto.

2025 lautet es «Make Sleep Health a

Priority».

27. MÄRZ

Welttag des Theaters

hesch gwösst?

Mit dem Frühling kehrt aus das Gezwitscher

der Vögel zurück. Singvögel

in Städten sind übrigens lauter als jene

auf dem Land. Sie singen mit einer Lautstärke

von bis zu 90 Dezibel, während

ihre ländlichen Kollegen nicht einmal die

Hälfte erreichen.

Der Trauerumzug für Gidio Hosestoss findet dieses Jahr am Mittwoch, 5. März, statt.

(Bild: Archiv)

Titelbild: Das Tischmarkt-Team: (v.l.n.r.) Angie

Lüchinger, Claudia Büchler und Ramona Aemisegger.

(Bild: nr)


4 · Porträt 03/2025

AM HERISAUER TISCHMARKT

FINDET MAN ALLES FÜR DAS KIND

Kinder wachsen schnell und ihre Interessen verändern sich stetig. Wer dem nachkommen will,

muss auch das Familienbudget im Auge behalten. Der Herisauer Tischmarkt ist eine günstige

Alternative, die zudem Gemeinschafts-, Tausch- und Schnäppli-Erlebnisse garantiert.

Frühling und Herbst sind saisonale Übergänge,

die das Familienleben Jahr für Jahr

prägen. Dann werden Kleider gewechselt,

Schuhe probiert, Spielsachen aussortiert

und fahrbare Untersätze auf die passende

Grösse kontrolliert. Es gilt, sich bereit für

die neue Sommer- oder Wintersaison zu

machen. Aber vieles, was zu klein oder uninteressant

geworden ist, ist noch zu gut

erhalten, um weggeworfen zu werden. Zudem

wachsen Kinder nicht nur stetig in neue

Kleider- und Schuhgrössen, sondern auch in

neue Interessens- und Erfahrungsfelder.

«Wir sind wie

ein Flohmarkt:

Wer sucht,

der findet.»

Alles immer wieder frisch von der Stange zu

kaufen, sprengt wohl die finanziellen Möglichkeiten

der meisten Familien. In Zeiten

des nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen

feiert deshalb die Secondhand-Bewegung

ein Dauerhoch. Davon profitiert auch der

Tischmarkt.

Engagierte Organisatorinnen

Angie Lüchinger, Ramona Aemisegger und

Claudia Büchler betreiben den Tischmarkt.

Letztere hat dieses Format in Herisau zusammen

mit anderen Müttern im September

2018 eingeführt. «Die Idee entstand an einer

Zwillingsbörse in der Umgebung, an der

Frauen ihre Waren auf Tischen anboten. Das

wollten wir auch in und für Herisau versuchen»,

erzählt die Primarlehrerin und Mutter

von drei Kindern. Es waren gleichgesinnte

Mütter, die sich für die Organisation immer

wieder gefunden haben und seit 2021 wirken

die drei Frauen in der heutigen Zusammensetzung.

Ihr Zielpublikum sind Familien und

jene, die es noch werden. Auch Grosseltern

sind immer öfter ein gern gesehenes Klientel.

Ihre Flyer verteilen die Organisatorinnen

von gynäkologischen Arztpraxen über

Kinderbetreuungen bis zu Bibliotheken und

Schulen überall dort, wo Familien ein- und

ausgehen. Ergänzt mit Posts auf sozialen

Medien bringen sie so die Infos zum Veranstaltungstag

zu potenziellen Kaufwilligen.

Ihr eigenes Engagement erklärt Angie

Lüchinger wie folgt: «Uns macht es einfach

Spass! Im Vorfeld sind wir hibbelig und gespannt,

ob auch genug Käufer kommen. Danach

herrscht eitle Freude, dass wir wieder

einen Tischmarkt durchgeführt haben.»

Die drei Organisatorinnen verkaufen und

kaufen auch selbst Waren und haben alle

einen eigenen Tisch. «Wir erleben immer

wieder, dass die Chance auf sehr gut erhaltene

Artikel an unserem Tischmarkt gross ist

und diese zu fairen Preisen angeboten werden.»

Auch Ramona Aemisegger bestätigt,

dass so manches Schnäppli getätigt werde.

Kinder können am Tischmarkt auch selbst

verkaufen. Angie Lüchinger erzählt, dass

ihre Kinder, sechs und acht Jahre alt, schon

fleissig beim Aussortieren seien. Sie lacht:

«Ob wirklich alles verkäuflich ist, werden

sie dann selbst erfahren. Sie können gut damit

umgehen, wenn es auch mal nicht läuft.

Aber wenn ein Geschwister mehr verkauft

als das andere, gibt’s immer wieder Krach.»

Die Verkaufserlöse investieren sie jeweils

wieder an den anderen Tischen, wobei das

verdiente Geld meist nicht ausreiche. «Ein

Batzen vom Kässeli zu Hause dürfen sie zusätzlich

ausgeben», sagt die Verwaltungsangestellte.

Vielleicht geht man nicht mit

weniger nach Hause, als man gekommen ist,

aber nun passt es wieder zur Lebensphase

und mit im Gepäck ist stets die Freude über

die neuen Sachen.

Was kann verkauft und gekauft werden?

Es gibt wenig Auflagen zum angebotenen

Sortiment. Das Motto «Alles für dein Kind»

umfasst alles, was der Nachwuchs braucht,

trägt oder sich wünscht. Gern gekauft werden

auch Sachen für ältere Kinder. Was

letztlich attraktiv und kaufbegehrt ist, entscheiden

die Besucher- und Besucherinnen

am Tischmarkt. Einzig bei Selbstgemachtem

oder Produktdemonstrationen winken die

Organisatorinnen ab. «Wir sind ein Secondhand-Markt.

Bei uns wird gehandelt», erzählt

Claudia Büchler. Käufer und Verkäufer treten

in einen Dialog, verhandeln und argumentieren

und werden sich schliesslich einig. «Wir

sind wie ein Flohmarkt: Wer sucht, der wird

auch finden», bestätigt Ramona Aemisegger.

Verkäufer reüssieren mit gut erhaltenen

Sachen, einem Gespür, was gesucht wird

und fairen Preisen. «Manche schreiben ihre

Sachen an, andere nicht. Wir geben das bewusst

nicht vor, jeder kann sein Angebot so

attraktiv gestalten, wie er will», beschreibt

die stellvertretende Geschäftsführerin einer

Werbetechnikfirma das Konzept. Ob da am

Schluss Geld fliesst oder ein Tauschhandel

stattfindet, ist für die Organisatorinnen

nicht relevant, sie finanzieren den Anlass aus

den Tischmieten. Erfahrungsgemäss sei mit

diesem Freiraum aber der Effekt sichergestellt,

dass bis zum Ende des Anlasses immer

«Die Nachfrage

nach Kindersachen

ist sehr hoch.»

noch attraktive Waren zum Kaufen da seien.

Im Unterschied zu fixen Preisen an Kinderbörsen

ergattere nicht nur der Erste die

besten Sachen. Am Tischmarkt herrsche

eine entspannte Atmosphäre und Verhandlungsspielraum.

Sie haben inzwischen eine

Stammkundschaft. «Es kommen Familien,

bei denen sowohl die Eltern als auch die Kinder

Waren verkaufen», erzählt Angie Lüchinger.

Ramona Aemisegger beschreibt: «Es ist

natürlich mit Arbeit verbunden, das Sortieren

zu Hause, Transportieren und Einrichten.

Die Leute geben sich grosse Mühe, das ist

schön zu sehen. Wenn dann noch viele Kunden

kommen und die Aussteller gut verkaufen

können, schwappt diese Zufriedenheit

auf uns Organisatorinnen über.»

Für sie persönlich sei es ein befriedigendes

Gefühl, Kindersachen zu verkaufen

und zu wissen, dass diese weiter benutzt

würden. «Ich habe ein Kind und vieles ist

noch wie neu, wenn mein Sohn daraus entwachsen

ist», sagt Ramona Aemisegger. Was

nicht verkauft werden kann, muss wieder

nach Hause mitgenommen werden. Claudia

Büchler hat da ihr eigenes Konzept entwickelt:

«Mittlerweilen mache ich zu Hause

noch einen nachträglichen Tischmarkt für

die Nachbarn. So gelangt wirklich alles in

neue Hände.» Ihre drei Kinder freuen sich

jeweils am meisten auf die Bratwurst vom

Grillstand und helfen mit beim Auf- und

Abbau der vielen Tische. Derzeit können

23 Tische angeboten werden. Angefangen

habe man im Alten Zeughaus, nach der ersten

Durchführung erfolgte der Wechsel in

die Aula Ebnet West. Aber auch hier stösst


03/2025 Porträt · 5

Auch dieses Jahr können Besucherinnen und Besucher am Tischmarkt allerhand Spielzeug, Kleider und Alltagsgegenstände für Kinder kaufen.

(Bild: zVg)

der Tischmarkt räumlich an Grenzen. «Wir

würden gerne grösser werden, haben aber

nicht mehr Platz. Das ist schade, denn so

müssen wir jedes Jahr auch Interessenten

abweisen», sagt Claudia Büchler. «Die Nachfrage

nach dem Verkauf von Kindersachen ist

generell hoch, deshalb führen wir auch eine

Warteliste», ergänzt Ramona Aemisegger. Es

gebe auswärtige Teilnehmer, doch die Mehrheit

seien Herisauer Familien. Sie hätten

schon viele Varianten durchstudiert, auch

eine Ausweitung auf den gedeckten Teil des

Pausenplatzes. Gerade das nicht kalkulierbare

Wetter am Anlass und die Einrichtungsarbeiten

am Vorabend bestärken sie aber

immer wieder, den Tischmarkt drinnen zu

veranstalten.

«Das muss man gesehen haben»

Es gibt zahlreiche weitere Anforderungen

an die Lokalität, die zu erfüllen sind. Da alle

mit dem Auto vorfahren, sind Parkplätze

und direkte Zufahrmöglichkeiten ein Muss.

Zudem braucht es sanitäre Anlagen. Mit all

dem sei man im Ebnet grundsätzlich gut bedient.

Nicht zuletzt spielen auch die Kosten

für die Miete eine zentrale Rolle. «Wir verlangen

15 Franken Miete pro Tisch. Davon

finanzieren wir etwa die Flyer und ein gemeinsames

Abendessen als Entschädigung

für die erledigte Organisationsarbeit.» Das

beschränke ihren monetären Spielraum. Die

Einrichtung der Räumlichkeiten benötigt helfende

Hände. Meist werde dies mit vereinten

Kräften ihrer Ehemänner schon am Vorabend

erledigt, denn der Ansturm am Tag des Tischmarks

gehe früh los. «Das muss man gesehen

haben!» schwärmt Ramona Aemisegger.

«Um viertel vor neun herrscht schon Hochbetrieb,

obschon der Tischmarkt erst um

10 Uhr beginnt. Wenn die Familien vorfahren

– die Autos bis unters Dach mit Waren

gefüllt – und Kinder wie Erwachsene ständig

hin und her wuseln, um ihre Tische einzurichten

und dabei gleichzeitig schon die Waren

auf den anderen Tischen inspiziert werden –

das ist eine herrliche Stimmung!»

Drei Stunden stehen inzwischen für den

Anlass zur Verfügung. Für Stärkung ist mit

einem eigenen Getränke- und Grillstand gesorgt,

das hat der Mann von Ramona Aemisegger

mitinitiiert. Entstanden ist die Idee

im Jahr von Corona, als sie den Anlass im

Freien durchführen mussten. Rückblickend

sei das einer der schönsten Tischmärkte gewesen,

sind sich die drei Mütter einig. So

verweile man nach dem grossen Verkaufsrausch

noch zusammen und freue sich über

die neu erstandenen Anschaffungen. Die

besten Schnäppchen mache man erfahrungsgemäss

am Schluss. «Wenn jemand sagt, dass

er diese Playmobil-Ritterburg nicht wieder

nach Hause schleppe, dann werden die Konditionen

erfahrungsgemäss sehr attraktiv»,

erzählt Ramona Aemisegger. Sie erzählt aus

Erfahrung, weil sie nämlich diejenige war, die

besagte Ritterburg letztlich kaufte. Angie Lüchinger

konnte ein Trottinett ergattern und

ihre Kinder freuten sich über einen grossen

Lenkdrachen für gerade mal einen Franken.

Claudia Büchler erinnert sich, wie froh sie war,

als sie endlich ihren Kinderautositz verkaufen

konnte. Kinderbücher, Skianzüge, kleinere

Kindervelos oder Güllenfässer als Anhänger

am Kindertraktor – die Augen der drei Mütter

leuchten bei ihren zahlreichen Erinnerungen.

Die Vorbereitungen für den 22. März sind

längst gestartet, alle Tische bereits vermietet.

Am Samstag, 20. September, folgt bereits die

nächste Ausgabe, Interessierte melden sich

unter tischmarkt@gmail.com.

Nadja Rechsteiner

Tischmarkt – alles für dein Kind

Samstag, 22. März 2025

10.00 bis 13.00 Uhr

Aula Sekundarschule West


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30. März

Frühlingserwachen

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03/2025 Gesellschaft / Glosse · 7

OBSTMARKT: GEMEINDERAT

LÄDT ZUM DIALOG-FORUM

Aufgrund einer Petition mit 729 Unterschriften

sowie einer zuhanden des Einwohnerrates

eingereichten Motion hat

der Gemeinderat am 10. Dezember 2024

entschieden, das Projekt «Obstmarkt &

Platz» neu zu diskutieren. Gemäss den Forderungen

der Initianten soll die Nutzung

des Dorfzentrums mit der Bevölkerung neu

verhandelt und das Projekt in angepasster

Form nochmals zur Abstimmung gebracht

werden. Entsprechend wird zunächst das

Bauvorhaben mit einem breiten Adressatenkreis

diskutiert. Was muss am Projekt

geändert werden, damit es mehrheitsfähig

wird? Dabei sollen jene Aspekte einbezogen

werden, die am 9. Juni 2024 an der

Urne mutmasslich zur knappen Ablehnung

führten. Das Dialog-Forum mit der Bevölkerung

findet am Donnerstag, 20. März, im

Kultursaal des Casinos statt. Zur Auswahl

stehen die sieben Themen Biodiversität, Finanzen,

Möblierung, Nutzung, Parkierung,

Pflästerung sowie Verkehrs-/Wegführung.

Wer am Anlass teilnehmen möchte, ist gebeten,

sich anzumelden und drei der sieben

Themen als persönliche Favoriten für

die Diskussion anzugeben.

Je nach Prioritäten der Angemeldeten

werden am Dialog-Forum die Themen an

den verschiedenen Tischen diskutiert. Die

Ideen und Anregungen der Anwesenden

sollen wertvolle Impulse liefern, wie das

Projekt angepasst werden könnte. Geleitet

werden die Dialog-Tische vom Gemeinderat

und von Experten; die Moderation des

Anlasses übernimmt eine externe Person.

Ziel des Dialog-Forums ist es auszuloten,

wie das bestehende Projekt inhaltlich und

finanziell optimiert werden kann. Der Gemeinderat

bittet um Verständnis dafür,

dass gewisse Rahmenbedingungen gegeben

sind. Ansonsten gingen die Qualität

des Projekts und die Gelder aus dem Agglomerationsprogramm

verloren.

Resultate aus dem Dialog-Forum sowie

aus einem separaten Anlass mit Vereinen

spezifisch zur Nutzung des Obstmarkts

werden daraufhin in die Projektüberarbeitung

aufgenommen. Schliesslich wird der

Gemeinderat nach sorgfältiger Abwägung

und Rücksprache mit der Projektgruppe

und dem Planerteam entscheiden, in

welcher Form das Projekt «Obstmarkt &

Platz 2.0» dem Einwohnerrat und später

der Stimmbevölkerung unterbreitet werden

soll. Das Dialog-Forum am 20. März

beginnt um 19 Uhr und endet gegen 21.30

Uhr. Zur Verpflegung ist ein kleiner Imbiss

vorgesehen. Anmeldungen erfolgen

über einen QR-Code auf einem Flyer und

den Inseraten, per E-Mail an info@herisau.

ar.ch oder telefonisch unter 071 354 54 54.

Neben Name, Adresse und E-Mail-Adresse

sind bei der Anmeldung die drei favorisierten

Dialog-Themen zu nennen. Anmeldeschluss

ist der Montag, 10. März. (gk)

Das Projekt «Obstmarkt und Platz» wurde 2024 von der Stimmbevölkerung abgelehnt.

(Bild: sd)

d’Föörbete

DER SAUERTEIG-

KRIMI

Ich liebe es zu backen. Für mich steht es für

eine Art der Selbstverwirklichung – kulinarisch

wie auch persönlich. Dazu geführt hat

eine Wohnung mit zwei Backöfen. Meine

erste eigene Wohnung ohne Eltern, ohne Geschwister,

ohne WG-Gspänli. Rückblickend

eine der besten Zeiten meines Lebens. Die

Wohnung war perfekt: Sie war klein, zentral

und hatte eben zwei Backöfen. So tastete ich

mich also an meine ersten Backprojekte heran.

Angefangen mit simplen Muffins, kamen

mit der Zeit diverse Fruchtrouladen, saftige

Kuchen und bunt verzierte Cupcakes dazu.

Am Sonntag gab es frischen Zopf, für den

Hunger zwischendurch kleine Brötchen sowie

einige Siedegebäcke wie Berliner oder Donuts

zum Naschen. Irgendwann richtete sich meine

Aufmerksamkeit auf den Sauerteig. Das

Konzept schien mir einfach: Mehl und Wasser

in gleicher Menge gut vermengen, dies täglich

wiederholen bis sich eine Sauerteigkultur

bildet und dann hochfüttern. Wie schwierig

konnte das schon sein, wenn bereits unsere

Vor-Vor-Vorfahren vom Rezept Gebrauch

machten? Und das noch ohne Kochbuch und

Internet. Optimistisch begann ich mit der

Zucht meines ersten Sauerteigs. Weil er in

wenigen Tagen von ganz alleine Leben entwickeln

sollte, folgte auch ich der Tradition und

gab ihm einen Namen. Zu diesem Zeitpunkt

fanden in Herisau Wahlen statt und ich entschied,

meinem Sauerteig der gewinnenden

Person zu widmen – natürlich ohne deren

Wissen. Zudem dachte ich, es wäre eine witzige

Anekdote, wenn ich irgendwann meinen

Enkeln meinen Sauerteig vererben und die

Namensfindung so erklären könnte. Allenfalls

mit der einen oder anderen Geschichte zur

politischen Person. Nun, das wird nie geschehen.

Weshalb? Er hat es nicht überlebt. Nicht

die politische Person, sondern der Sauerteig.

Auch die darauffolgenden Sauerteige, ebenfalls

mit Politiker-Namen, nicht. Ob das ein

schlechtes Omen ist? Zum guten Glück erfreuen

sich meines Wissens noch alle bester

Gesundheit. Und was wurde aus meinem

Sauerteig-Projekt? Es läuft noch immer erfolglos.

Die Todesursachen sind vielfältig. Was

ich genau falsch mache, weiss ich nicht. Sollte

also jemand Sauerteig-Profi sein, bin ich eine

dankbare Tipp-Abnehmerin. Allenfalls wechsle

ich auch meine Namensstrategie, vielleicht

klappt es dann ja besser. (hst)


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03/2025 Gemeinde · 9

HERISAU MIT ERTRAGSÜBERSCHUSS

VON 3,3 MILLIONEN FRANKEN

Die Erfolgsrechnung für das Jahr 2024

schliesst bei einem Gesamtaufwand von

109,2 Millionen Franken mit einem Ertragsüberschuss

von knapp 3,3 Millionen Franken

ab. Budgetiert war ein Aufwandüberschuss

von 0,8 Millionen Franken. Der Besserabschluss

ist vor allem auf den um 4,5 Millionen

Franken höheren Steuerertrag bei den natürlichen

Personen zurückzuführen. Weitere

Mehrerträge respektive Minderausgaben

trugen ihren Teil zum guten Rechnungsabschluss

bei, wie etwa die Aufwertung der

Finanzgrundstücke und -liegenschaften (1,6

Millionen Franken) und die wirtschaftliche

Sozialhilfe (0,9 Millionen). Es gab aber auch

Mindererträge, zum Beispiel gingen weniger

Sondersteuern ein (-2,6 Millionen) und

auch bei den Liegenschaften des Finanzvermögens

führten nicht vollzogene Verkäufe

zu einem Minus von 1,5 Millionen Franken.

Auf der Aufwandseite liegt der Sachaufwand

trotz bewilligten Kostenüberschreitungen

während des Jahres um 1,2 Mio. Franken

unter dem Voranschlag 2024, was vom Kostenbewusstsein

der Abteilungen zeugt. Der

EIGNERSTRATEGIE FÜR

SPORTZENTRUM GENEHMIGT

Der Herisauer Gemeinderat hat die Eignerstrategie

für das Sportzentrum definiert.

Diese schaffe ein gemeinsames

Verständnis davon, was eine Organisation

erreichen will und was sie tun muss, um

ihre Ziele zu erreichen. Unter anderem

heisst es im fünfseitigen Papier: «Ziel ist

ein integratives Sportzentrum, das die

Gesundheit und das Wohlbefinden der

GEMEINDE REGELT STANDORTE

FÜR ABSTIMMUNGSPLAKATE

Der Herisauer Gemeinderat hat eine «Verordnung

über Wahl- und Abstimmungsplakate»

für das Aufstellen von Plakaten auf

öffentlichem Grund erlassen. Damit werde

eine einheitliche Grundlage geschaffen und

gleichzeitig die Plakatierung auf öffentlichem

Grund geregelt. Mit der Verordnung

stellt die Gemeinde Herisau acht Standorte

an den Ausfallstrassen zur Verfügung: zwei

an der Kasernenstrasse Höhe Walke, zwei

an der St. Gallerstrasse nähe Alter Zoll sowie

je einen an der Schwellbrunnerstrasse,

Degersheimerstrasse, Alpsteinstrasse und

Mühlestrasse. Die genauen Standorte sind

Fiskalertrag liegt bei 66,5 Millionen Franken

und damit um 3,4 Prozent oder 2,2 Millionen

Franken über dem Voranschlag. Die Steuererträge

der natürlichen Personen übertreffen

die budgetierten 53,9 Millionen Franken um

4,5 Millionen. Die Zunahme gegenüber dem

Vorjahr beträgt 4,9 Prozent. Bei den juristischen

Personen beträgt der Steuerertrag 8,1

Millionen und damit 0,3 Millionen Franken

Die Jahresrechnung 2024 schliesst mit einem Plus.

Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde

fördert und eine aktive, zusammenhaltende

Gemeinschaft schafft. Dabei

sollen sowohl die Bedürfnisse des Breitenwie

auch des Leistungssports berücksichtigt

werden.» Die Eignerstrategie dient

dem Ressort Sport als Basis, um die Unternehmensstrategie,

das Globalbudget und

den Leistungsauftrag zu entwerfen. Ziel

dem «Standortblatt für Wahl- und Abstimmungsplakate»

zu entnehmen. Zugelassen

sind nur Wahl- und Abstimmungsplakate,

aber keine Werbeplakate. An der Gossauerstrasse

konnten keine geeigneten Stellen

gefunden werden. Keine Standorte für die

Plakatierung durch Parteien und Gruppierungen

werden in der Nähe von Schulen und

Verwaltungsgebäuden sowie im Ortszentrum

zur Verfügung gestellt. Hingegen stellt

die Gemeinde im Zentrum Storchenständer

zur Verfügung, die der Werkhof verwaltet.

Deren Zahl wird von elf auf 14 Stück erhöht.

Die Storchenständer haben fixe Standorte

mehr als im Voranschlag. Die Steuererträge

der juristischen Personen sind gegenüber

dem Vorjahr um 4,1 Prozent gestiegen. Dieses

Plus wurde gedämpft durch die geringeren

Sondersteuern. 2024 wurden Nettoinvestitionen

in der Höhe von 14,5 Millionen

Franken getätigt. Sie verteilen sich im Wesentlichen

auf Investitionen in Schulhäuser

und Kindergärten, ins Sportzentrum, in die

neue Wertstoffsammelstelle Chammerholz,

in den Bahnhofplatz mit Bushof sowie in

Strassen- und Abwasserprojekte. (gk)

(Bild: sd)

des Gemeinderates ist es, dem Sportzentrum

eindeutige und klare Vorgaben bezüglich

Kosten und Leistungen zu erteilen

und gleichzeitig den unternehmerischen

Spielraum zu erhöhen. Dem Prozess vorausgegangen

war das Postulat «Ist das

Sportzentrum für die Zukunft gerüstet?»

der FDP-Fraktion im Einwohnerrat. Dieser

hatte an seiner Sitzung vom 18. September

des vergangenen Jahres den Entwurf einer

Eignerstrategie für das Sportzentrum unterstützt.

(gk)

im Dorf: in der Parkanlage Bahnhofstrasse/

Zeughausweg, in der Parkanlage zwischen

Kasernenstrasse 12 und 16, beim Kirchgässlein

und beim Sportzentrum. Neu wird beim

Standort vor dem Gemeindehaus keine politische

Werbung mehr platziert. Parteien und

Gruppierungen können die Storchenständer

im Voraus reservieren, sofern sie die Fristen

gemäss Verordnung einhalten. Die Zahl ist

bei Wahlen und Abstimmungen auf zwei pro

Gruppierung beschränkt. Die neue Verordnung

der Gemeinde betrifft das Aufstellen

von Wahl- und Abstimmungsplakaten auf

privatem Grund nicht. Dort ist das Einverständnis

des Grundeigentümers einzuholen,

und die Verkehrssicherheit darf nicht beeinträchtigt

werden. (gk)


Publireportage

Ratgeber

Vorsorge

Zeit für eine Vorsorge-Überprüfung:

Der Pensionskassenausweis

ist eingetroffen

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt,

die persönliche Vorsorgesituation

zu überprüfen. Es kostet

wenig Zeit, kann aber von riesiger

Bedeutung sein. Eine gründliche

Überprüfung hilft, mögliche

Lücken zu erkennen und rechtzeitig

Massnahmen zu ergreifen.

Wieso ist die Absicherung von Risiken

von so grosser Bedeutung?

Ein gesichertes Einkommen ist essenziell, um

die Lebenshaltungskosten zu decken, die

Wohnsituation zu sichern und die Lebensqualität

zu bewahren. Fällt das Einkommen

weg, kann das fatale Folgen in allen Lebensbereichen

mit sich tragen. Und nicht nur für

sich selbst, sondern für die ganze Familie.

Welches sind die grössten unterschätzten

Risiken?

Ganz klar die Erwerbsunfähigkeit infolge

Krankheit. Die Leistungen der 1. Säule (IV)

und der 2. Säule (Pensionskasse) ergeben in

den meisten Fällen nur ca. 60% des vergangenen

Einkommens. Das reicht nicht aus, um

im gleichen Ausmass weiterzuleben. Aber

auch der Todesfall kann für den überlebenden

Partner zur Herausforderung werden,

besonders wenn Kinder im Schulalter sind.

Habe ich eine Vorsorgelücke?

Die Frage stellt sich: Würde ich im Falle

eines Unfalls oder einer Krankheit weniger

Einkommen benötigen als vorher? Wahrscheinlich

nicht. Dies führt zu einer Lücke

zwischen den geringeren Einnahmen aus

den zwei Säulen und dem meist viel höheren

Bedarf. Auch die Fragen bezüglich Regelung

der Kinderbetreuung und Höhe der

Arbeitspensen sind relevant.

Wie kann man mit Versicherungen den

finanziellen Risiken entgegenwirken?

Jede Vorsorge- und Lebenssituation ist individuell.

Sobald die Lücke durch eine Vorsorgeanalyse

ermittelt wurde, wird diese Lücke

durch eine Erwerbsunfähigkeits- oder Todesfallversicherung

geschlossen. So ist das

Einkommen abgesichert und steht auch in

einem Notfall zur Verfügung.

Ist das Haus noch tragbar, wenn ein

Erwerbseinkommen wegfällt?

Genau dieses Thema ist ein wichtiger Bestandteil

in der Wohneigentumsberatung.

Ist die Tragbarkeit der Hypothek in einem

Risikofall nicht gegeben, kann eine Versicherung

unterstützen und das Risiko für die

Eigentümer reduzieren. Ergänzend sollten

sich Familien in einer solchen Situation die

Fragen zu der Kinderbetreuung und zu den

Arbeitspensen stellen.

Geht das Haus im Todesfall an die

Erben?

Der Nachlass wird gemäss den gesetzlichen

Bestimmungen an die Erben verteilt. Dies

kann zu Streitigkeiten unter den Erben führen,

insbesondere wenn unterschiedliche

Vorstellungen über den Verkauf oder die

Nutzung des Hauses bestehen. Um solche

Konflikte zu vermeiden, sind ein Ehe- und

Erbvertrag oder ein Testament geeignete

Instrumente.

Was kann ich heute schon für die

Vorsorge tun?

Beginnen Sie frühzeitig mit der privaten Vorsorge,

um Einkommenslücken im Alter zu

vermeiden. Die Säule 3a bietet steuerliche

Vorteile und hilft, finanzielle Unabhängigkeit

im Ruhestand zu sichern. Gerade im

Hinblick auf die eigene Pension empfehlen

wir, die Säule 3a mit einer Wertschriftenlösung

zu prüfen. Durch den langen Anlagehorizont

und den daraus resultierenden

Zinseszinseffekt, ergeben sich in der Regel

erhebliche Vorteile. Wertschriftenlösungen

bieten langfristig oft höhere Renditen als

traditionelle Kontolösungen.

Nutzen Sie die Gelegenheit unseres kostenlosen

Vorsorge-Checks. Verschaffen Sie sich

dadurch einen Überblick über Ihre individuelle

Situation, auch im Hinblick auf die Risiken

bei Erwerbsunfähigkeit und Todesfall.

WISSENSBOX

Wie finde ich heraus, welche

Versicherungen ich brauche?

Die optimale Vorsorge- und

Versicherungslösung berücksichtigt

Ihre finanziellen und persönlichen

Rahmenbedingungen:

• Sind Sie verheiratet oder leben Sie

im Konkubinat?

• Haben Sie Kinder?

• Wohnen Sie zur Miete oder besitzen

Sie eine eigene Liegenschaft?

• Wie steht es um Ihre private und

berufliche Vorsorge?

• Welche Versicherungen haben Sie

bereits abgeschlossen?

All diese Fragen fliessen in den

Vorsorge-Check ein. Zeigt die Analyse,

dass Vorsorgelücken bestehen, haben

wir die passenden Lösungen, sie zu

schliessen.

Ihr Vorsorge-Experte

Thomas Schoch

Leiter Privatkundenberatung

Raiffeisenbank

Appenzeller Hinterland

Raiffeisenbank

Appenzeller Hinterland

Platz 7, 9100 Herisau, T 071 354 80 60

raiffeisen.ch/herisau


03/2025 Gemeinde · 11

SCHUTZSUCHENDE AUS UKRAINE

RASCHER IN ARBEITSMARKT INTEGRIEREN

Der Gemeinderat hat einer Stellenerhöhung im

Fachbereich Kantonales Integrationsprogramm

(KIP) der Beratungsstelle für Flüchtlinge um

130 Stellenprozente zugestimmt. Auslöser seien

die Verlängerung des Schutzstatus S sowie

die Vorgaben des Bundes, wonach bei Personen

mit Schutzstatus eine möglichst hohe Erwerbstätigenquote

erreicht werden soll. Im Kanton

Appenzell Ausserrhoden betrug diese per

Ende November des vergangenen Jahres rund

40 Prozent. Um den Geflüchteten, welche das

erforderliche Sprachniveau erreicht haben, eine

HANDÄNDERUNGEN IM JANUAR

27.01.2025 Erbengemeinschaft Huwiler Arnold

(Erwerb: 27.01.2025), an Gashi Abedin und Gashi

Drilon, Jonschwil GB-Nr. 3281, Rütihalde 3; Wohnhaus

Vers. Nr. 3639, mit 150 m² Grundstücksfläche

GB-Nr. 3276, Rüti; Garagengebäude Vers. Nr.

3674, mit 39 m² Grundstücksfläche

30.01.2025 Erbengemeinschaft Haas Elisabeth

(Erwerb: 19.11.2024), an Gjokaj Gezim und Gjokaj

Valentin, Herisau GB-Nr. 4167, Brugg; Schopf

Vers. Nr. 1948, mit 542 m² Grundstücksfläche

30.01.2025 Heller Georg und Heidi, Herisau (Erwerb:

27.07.2004, 05.03.2008), an Hamiti Fatmire,

Hamiti Leutrim, Hamiti Agim, Herisau und Limani

Alpjana, Gossau GB-Nr. 1407, Alpsteinstrasse

28; Wohnhaus Vers. Nr. 659 und Garage Vers. Nr.

660, mit 1'265 m² Grundstücksfläche

30.01.2025 Zähner Rudolf und Nelli Elisabeth, Herisau

(Erwerb: 21.05.1975, 03.05.2004), an Sutter

Caroline, Herisau GB-Nr. 3501, Obere Wilenhalde

4; Wohnhaus Vers. Nr. 3890, Gartenhaus Vers. Nr.

4338 und Garage Vers. Nr. 3831, mit 854 m² Grundstücksfläche

rasche Integration in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen,

sei eine Aufstockung der personellen

Ressourcen im Bereich Jobcoaching von 200

auf 330 Stellenprozente vonnöten. Der Bundesrat

hat den Schutzstatus S für Geflüchtete aus

der Ukraine bis März 2026 verlängert. Hat der

Bundesrat den vorübergehenden Schutz nach

fünf Jahren noch nicht aufgehoben, so erhalten

Schutzbedürftige vom ihnen zugewiesenen

Kanton eine bis zur Aufhebung des vorübergehenden

Schutzes befristete Aufenthaltsbewilligung

B. Da die Integrationskosten dann

31.01.2025 Langenegger Hans, Herisau (Erwerb:

25.02.2008), an Buzhala Nikollë und Francika

und Buzhala Pashk, Gossau Stockwerk-GB-Nr.

S10892, Robert-Walser-Strasse 5; 50/1000 Miteigentum

an Grundstück Nr. 3113, mit Sonderrecht

an 4 1/2-Zimmerwohnung mit Keller Stockwerk-

GB-Nr. S10893, Robert-Walser-Strasse 5; 54/1000

Miteigentum an Grundstück Nr. 3113, mit Sonderrecht

an 4 1/2-Zimmerwohnung mit Keller Miteigentums-GB-Nr.

M10916, Robert-Walser-Strasse;

1/26 Miteigentum an Grundstück Nr. S10885,

(Benützungsrecht an Autoeinstellplatz); Miteigentums-GB-Nr.

M10917, Robert-Walser-Strasse;

1/26 Miteigentum an Grundstück Nr. S10885, (Benützungsrecht

an Autoeinstellplatz)

03.02.2025 Mujanovic Omer, Arbon (Erwerb:

09.03.2021), an Moskofidou Christina, Herisau

GB-Nr. 1491, Alpsteinstrasse 77; Wohnhaus Vers.

Nr. 754, 317 m² Grundstücksfläche 05.02.2025 East

Group AG, Herisau AR (Erwerb: 08.05.2024), an

Ademi Imer, Ademi Fitim und Ademi Reschep, Arbon

Stockwerk-GB-Nr. S9868, Alpsteinstrasse 78;

80/1000 Miteigentum an Grundstück Nr. 3302,

mit Sonderrecht an 3 1/2-Zimmer-Wohnung mit

Kellerabteil und Estrich

zulasten Kanton und Gemeinden übergehen,

hat der Gemeinderat ein hohes Interesse daran,

möglichst viele Ukrainer und Ukrainerinnen bis

zum Erhalt der Aufenthaltsbewilligung B in den

Arbeitsmarkt zu integrieren, um so möglichen

entstehenden, langfristigen Kosten in der Sozialhilfe

vorzubeugen. Die Beratungsstelle für

Flüchtlinge erfüllt die Aufgabe der Integration

von Schutzsuchenden mit Status S für sämtliche

Ausserrhoder Gemeinden. Die Finanzierung

von integrativen Massnahmen und Unterstützungen

im KIP werden vollumfänglich über die

Integrationspauschalen des Bundes finanziert,

wodurch keine Mehrkosten für Kanton oder Gemeinden

entstehen. (gk)

24.02.2025 Fortimo Invest AG, St. Gallen (Erwerb:

15.08.2022, 25.04.2023), an Schuhegger Christian,

Herisau Stockwerk-GB-Nr. S9887, Obermoosbergstrasse

2a; 54/1000 Miteigentum an Grundstück

Nr. 2274, mit Sonderrecht an 4 1/2-Zimmerwohnung

mit Kellerabteil Stockwerk-GB-Nr.

S9894, Obermoosbergstrasse 2a; 5/1000 Miteigentum

an Grundstück Nr. 2274, mit Sonderrecht

an Hobbyraum Stockwerk-GB-Nr. S9895, Obermoosbergstrasse

2a; 4/1000 Miteigentum an

Grundstück Nr. 2274, mit Sonderrecht an Hobbyraum

Miteigentums-GB-Nr. M9906, Obermoosbergstrasse;

1/12 Miteigentum an Grundstück

Nr. S9896, (Benützungsrecht an Autoeinstellplatz)

Selbständiges und dauerndes Recht GB-Nr.

D12388, zulasten GB-Nr. 2274, Obermoosbergstrasse;

Benützungsrecht an Autoabstellplatz

26.02.2025 Loser Elmar und Edith, Herisau (Erwerb:

24.05.1988), an Hary Judith, Herisau GB-Nr.

715, Oberdorfstrasse 129; Wohnhaus Vers. Nr. 356,

mit 379 m² Grundstücksfläche

26.02.2025 HAG Immobilien & Verwaltung AG,

Herisau AR (Erwerb: 19.11.2024), an Frehner Holding

GmbH, Schwellbrunn AR GB-Nr. 474, Eggstrasse

38; Wohnhaus Vers. Nr. 435, Schopf Vers.

Nr. 5599 und Gartenhaus Vers. Nr. 5473, mit 277

m² Grundstücksfläche

Zivilstandsnachrichten

Geburten

Enzler, Romina, geboren 21. Januar 2025,

Tochter des Enzler, Christof und der Enzler-

Kurath, Sarah, wohnhaft in Herisau AR

Thönig, Thalia Bee, geboren 22. Januar 2025,

Tochter des Thönig, Jonas und der Ruch,

Sheryl, wohnhaft in Herisau AR

Tesfay, Kabiel, geboren am 23. Januar 2025,

Sohn des Tesfay, Awet und der Okbe, Selam,

wohnhaft in Herisau AR

Todesfälle

Betschart geb. Preisig, Lina, gestorben am

13. Februar 2025 in Herisau AR, geboren 1953

Villiger geb. Hengartner, Claudia Maria, gestorben

am 13. Februar 2025 in St. Gallen,

geboren 1967

Künzle, Albert, gestorben am 15. Februar 2025

in Herisau AR, geboren 1934

Kaufmann geb. Haltiner, Alice, gestorben am

15. Februar 2025 in Waldstatt AR, geboren

1932

Locher, Marlise, gestorben am 15. Februar

2025 in Herisau AR, geboren 1951

Keller geb. Bücheli, Mina, gestorben am

29.01.2025 in Herisau AR, geboren 1931,

wohnhaft gewesen in Herisau AR

Zimmermann geb. Künzler, Heidi, gestorben

am 29.01.2025 in St. Gallen, geboren 1954,

wohnhaft gewesen in Herisau AR

Frehner geb. Rechsteiner, Anna, gestorben

am 03.02.2025 in Herisau AR, geboren 1931,

wohnhaft gewesen in Herisau AR


12 · Aktuell 03/2025

Das Frühlingserwachen mit Autoshow findet in diesem Jahr am 29. und 30. März statt. (Bild: hst, Archiv, 2023)

HERISAUER GEWERBE LÄSST

DEN FRÜHLING ERWACHEN

Das Frühlingserwachen mit Autoshow hat sich in den vergangenen Jahren zu einem festen

Bestandteil des lokalen Veranstaltungskalenders entwickelt. Dieses Jahr findet der Anlass

am letzten März-Wochenende statt und bietet einige Neuerungen.

Am 29. und 30. März lädt der Herisauer

Gewerbeverein zum vierten Frühlingserwachen

mit Autoshow ein. Nicht fehlen darf

dieses Jahr die Frühlingsparade am Sonntag.

Nach einem Jahr Pause findet diese

erstmals im und nicht mehr vor dem Gutenbergzentrum

statt. Grund dafür sind laut

Ralph Nessensohn, Präsident des Gewerbevereins

Herisau, die positiven Erfahrungen

aus dem vergangenen Jahr. «Huber Mode

hat ohne Frühlingsparade eine Modenschau

im Gutenbergzentrum organisiert.

Das Ergebnis war überzeugend, weshalb

wir uns ebenfalls für diesen Standort entschieden

haben.» Weiter stelle diese Änderung

sicher, dass die Veranstaltung wetterunabhängig

durchgeführt werden könne.

«Bei den letzten zwei Paraden war es kalt

und nass. Zwar sind viele Zuschauerinnen

und Zuschauer gekommen, aber die wenigsten

blieben.» Um die Verweildauer der

Besucherinnen und Besucher im Zentrum

zu verlängern, wird bei der diesjährigen

Ausführung erstmals ein Frühlingsmarkt

organisiert. Entlang der Oberdorfstrasse

präsentieren verschiedene Detaillisten

ihre Produkte und Dienstleistungen (siehe

Plan). Die Veranstaltung soll nicht nur den

Detailhandel im Ortskern stärken, sondern

auch Betrieben von ausserhalb des Dorfzentrums

eine Plattform bieten.

Nicht mehr Teil der Parade sind in diesem

Jahr die Garagen Auto Baier AG, Auto

Lanter AG und Meier Herisau AG sowie die

Näf Service und Maschinen AG. Laut Nessensohn

war dies ein bewusster Entscheid.

«Die vergangenen beiden Frühlingsparaden

wurden massgeblich von den teilnehmenden

Garagen mitgetragen – sowohl inhaltlich

wie auch finanziell. Die Teilnahme hat

sich jedoch für die Detaillisten mehr ausbezahlt

als für die Garagen und die Näf Service

und Maschinen AG», erklärt er. Da alle

vier Unternehmen ihren Geschäftssitz ausserhalb

des Dorfzentrums haben, hätten sie

beispielsweise von den Besucherinnen und

Besuchern kaum profitieren können. Deshalb

werde die diesjährige Frühlingsparade

in erster Linie vom Herisauer Detailhandel

organisiert und durchgeführt.

Anlass mit Tradition

Dass sich das Gewerbe im Frühling aktiv

zeigt, hat mittlerweile Tradition. Die Durchführung

der Autoshow im Frühjahr reicht in

Herisau mehrere Jahre zurück. 2011 begann

zudem die Näf Service und Maschinen AG

jährlich eine Frühlingsausstellung zu veranstalten

– zunächst unabhängig von der

Autoshow.

Bereits damals entstand innerhalb des

Gewerbevereins Herisau die Idee, den Detailhandel

stärker in diesen Sonntagsverkauf

einzubinden. Ziel war es, neben den

bestehenden Aktionen wie «Herishopping»

im Herbst und dem Weihnachtsgeschäft

auch im Frühjahr eine Plattform für die

lokalen Geschäfte zu schaffen. Laut Ralph

Nessensohn gelte diese Jahreszeit für

viele Gewerbetreibende als eher umsatzschwach,

weshalb ein zusätzlicher Anlass


03/2025 Aktuell · 13

willkommen sei und zur Belebung des Dorfzentrums

beitrage. Die erste Ausgabe fand

2022 statt – begünstigt durch das Ende der

Corona-Massnahmen. «Innerhalb eines

Monats haben wir den Anlass mit Parade

auf die Beine gestellt», erinnert sich Ralph

Nessensohn. Nach langer Zeit ohne grössere

öffentliche Veranstaltungen sei dies für

die Herisauer Bevölkerung eine willkommene

Gelegenheit gewesen, wieder Normalität

zu erleben.

Herisauer Gewerbe nicht verschwunden

Laut Nessensohn biete das Frühlingserwachen

für das Herisauer Gewerbe eine

wertvolle Gelegenheit, sich der Bevölkerung

zu präsentieren. Denn: «Auch in Herisau

kämpfen viele kleinere Läden um ihre

Existenz. Umso wichtiger ist es, auf das

lokale Angebot aufmerksam zu machen»,

sagt Ralph Nessensohn. Er kenne die Herausforderung

aus eigener Erfahrung. «Seit

2011 ist die Frühlingsausstellung der Näf

Service und Maschinen AG unser grösster

Marketingposten – und der Erfolg gibt uns

recht.» Noch immer gäbe es Besuchende,

die überrascht seien, dass das Unternehmen

überhaupt existiere. Ein Problem, das

viele Betriebe teilen würden. «Deshalb

ist es wichtig, präsent zu bleiben und den

Menschen zu zeigen, dass das Herisauer

Gewerbe noch lange nicht verschwunden

ist.» Doch auch seitens der Bevölkerung

wünsche sich Nessensohn ein «Umdenken».

Der bequeme Online-Kauf von zuhause

aus sei – auch durch die Pandemie

beflügelt – längst zur Normalität geworden.

«Wer ein Buch braucht, bestellt es

heute oft per Mausklick, ohne den Gang

zur Buchhandlung überhaupt in Erwägung

zu ziehen.»

Gute Rahmenbedingungen zentral

Das Thema «Lädelisterbe» werde im Gewerbeverein

Herisau zwar diskutiert,

Massnahmen dagegen zu ergreifen, sei

aber keine seiner Hauptaufgaben. «Von

unseren rund 220 Mitgliedern sind nur ein

Teil Detaillisten, und nicht alle sind gleichermassen

vom Strukturwandel betroffen»,

erklärt Nessensohn. Die Erzwingung eines

gesellschaftlichen Umdenkens zum Einkauf

im lokalen Handel sei nicht primär das

Ziel des Vereins. «Unser Fokus liegt darauf,

möglichst gute Rahmenbedingungen für

unsere Mitglieder zu schaffen und den lokalen

Einkauf zu fördern, damit die Betriebe

weiterhin bestehen können. Dazu zählt

auch der Austausch mit politischen Instanzen.»

Ein weiteres Beispiel für die aktive

Arbeit des Gewerbevereins sei die Kampagne

zur Lehrlingsausbildung, die 2024 ins

Leben gerufen wurde.

Nun aber steht das Frühlingserwachen

im Fokus. Während sowohl am 29. und

30. März diverse Geschäfte ihre Türen geöffnet

haben, startet die Frühlingsparade

am Sonntag um 11 Uhr. Eine halbe Stunde

später öffnen die Marktstände entlang

der Oberdorfstrasse. Kulinarisch versorgt

werden die Besucherinnen und Besucher

von der Scheiwiller Metzgerei sowie dem

Getränkemarkt Schützengarten. Auch an

die jüngsten Gäste wurde gedacht: Das

Figurentheater Herisau sorgt für Unterhaltung,

während die Musikschule Herisau

das musikalische Rahmenprogramm

gestaltet. Der Markt bleibt bis 16 Uhr geöffnet,

weiter wird an beiden Tagen eine

Bimmelbahn durch Herisau fahren, welche

die Besuchenden zu allen teilnehmenden

Geschäftsstandorten bringt.

Weitere Informationen

zum Anlass

https://bit.ly/lYm4mi

Helena Städler

1. Wolle Peter & Fusswelt

2. Bäckerei Knöpfli

3. Bikecenter

4. Blütenbinderei

5. Drogerie Walhalla

6. Figurentheater

7. Scheiwiller Schlossmetzg

8. Schützengarten

Getränkemarkt

9. The Crown Akustikband

10. Claro Weltladen

11. Alte Stuhlfabrik

12. Buchpunkt

13. Engel Optik

14. Stoffstübli

15. Huber Mode

16. Spar mit Hüpfburg

17. Keller Spiele

1

2

3

4 5

6

7 8

9

10

11

12 13 14 15

16

17

Musikschule an

verschiedenen Standorten


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Freitag, 25. April 2025

Comedy-Obet mit Oropax in Herisau

Samstag, 26. April 2025

Stobete-Zmorge von den Chrone Chöch mit

der Frauestriichmusig & dem Buebechörli in Stein

Sonntag, 27. April 2025

Familie-Zmorge von den Landfrauen mit

Kinderprogramm in Hundwil

Mitglieder-Anlässe und Abstimmung

Freitag, 2. Mai 2025

Einsendeschluss schriftliche & elektronische

Stimmabgabe


03/2025 Gesellschaft · 15

KINDERGÄRTLER KREIEREN

EINE STADT AUS HOLZHÄUSERN

Das Jahresthema der Kindergarten-Klasse

von Melanie Calderara im Landhaus heisst

«Kunst». Thematisiert werden Farben,

Formen und verschiedene Künstler. Mitte

Februar hielten sich die grösseren Kindergartenkinder

– also jene, die im Sommer in

die 1. Klasse wechseln – im gemütlich eingerichteten

Kunstatelier von Irina Brander

an der Herisauer Bahnhofstrasse auf. Dieses

dient gleichzeitig als Gaststätte. «Jedes

Kind hat ein Holzhaus hergestellt, daraus

ist eine Stadt entstanden», erzählt Melanie

Calderara. Auch mit anderen Materialien

beschäftigen sich die Kinder in diesen Tagen:

Im Umweltunterricht wurden metallene

Gegenstände – vom Schneebesen bis zu

Velospeichen – gesammelt und zu Kunstwerken

verarbeitet. (gk) Die Kinder präsentieren stolz ihre Werke; rechts aussen Irina Brander. (Bild: gk)

FRAUENGEMEINSCHAFT BÄCKT

IN WEISSBAD BÄRLI-BIBER

Auf Anregung eines Mitglieds hat die Frauengemeinschaft

Herisau Waldstatt Schwellbrunn

die Produktion der «Bärli-Biber»

besichtigt. Eine Gruppe von 18 Frauen besuchte

im Februar die Bischofberger AG

in Weissbad an ihrem neuen Produktionsstandort.

Die Hinfahrt in der Appenzeller

Bahn nutzten die Teilnehmerinnen für fröhliche

Gespräche und zur Einstimmung konnte

schon ein Stückchen Biber degustiert werden.

Da die eigentlichen Produktionsstätten

nicht besucht werden können, versammelten

sich die Frauen in der eigens für Besucher

eingerichteten Backstube und durften

unter kundiger Anleitung ihren eigenen Biber

anfertigen. Im hellen Raum mit Aussicht

auf den Alpstein erklärte eine Bäckerin im

heimeligen Innerrhoder Dialekt die Arbeitsschritte.

Danach machten sich die Frauen in

Zweierteams ans Werk. Kaum waren die fertigen

Biber im Ofen, konnte bei einem Apéro

mit Biberli, Nussstangen und «Bereweggli»

über das Handwerk gesprochen werden.

Anschliessend begab sich die Frauengemeinschaft

in die angrenzende Ausstellung,

zu der auch ein Film über die Entstehungsgeschichte

der Bärli-Biber gehört. Mit den

eigenen, frisch gebackenen Biber im Gepäck

Die Frauen lernten das Handwerk hinter den Biberli kennen.

ging es nach einem Abstecher in den Shop

der Bischofberger AG zurück zum Bahnhof.

Auf der Heimfahrt blieb genug Zeit, sich

auf Ideensuche für den nächsten Ausflug

zu machen. Die Anlässe können übrigens

auch ohne Mitgliedschaft besuchen werden.

Mehr Informationen gibt es unter www.fgherisau.ch.

(fg)

(Bild: zVg.)

TAGESFAMILIEN ZUR BETREUUNG

VON KINDERN GESUCHT

Der Verein Tagesfamilien AR/AI widmet

sich seit vielen Jahren der individuellen

Kinderbetreuung. Zurzeit werden 182 Kinder

in 49 Familien betreut. Der Verein setzt

sich für eine gute, individuelle Betreuung

in Tagesfamilien als wertvolle Ergänzung

zu den Kindertagesstätten und den schulergänzenden

Tagesstrukturen ein. Der Verein

ist in allen Gemeinden in den beiden

Appenzeller Kantonen tätig, um den steigenden

Bedarf nach Betreuungsangeboten

abzudecken. Deshalb werden auch laufend

neue Familien gesucht, welche Freude am

Umgang mit Kinder haben und bereit sind,

als engagierte Tageseltern eine kinderfreundliche

und verständnisvolle Umgebung

zu schaffen. Als Teil des Vereins profitieren

Familien von fachlicher Betragung,

Unterstützung und finanzierten Grundund

Weiterbildungen. Weitere Informationen

für Interessierte sowie für Familien,

die nach einem passenden Betreuungsangebot

für ihre Kinder suchen, gibt es unter

www.tagesfamilien-arai.ch. (eing.)


Musical

Einstein – A

Matter of Time

1./7./9./25./

26./27.3.,

Grosses Haus

Oper

Hänsel

und Gretel

3./5.3.,

Grosses Haus

Tanz

Beyond

4./9./15./23./29.3.,

Lokremise

Oper

Macbeth

6./23./28./30.3.,

Grosses Haus

Schauspiel

Rosamundes

Glück – Wege

in die Liebe

9./19.3., Studio

Schauspiel

Spring doch

12./26.3., Studio

Schauspiel

Leonce &

Lena –

HORA total!

13./14.3.,

Lokremise

Konzert

Beethoven &

Schostakowitsch

14./16.3., Tonhalle

Schauspiel

Die drei Räuber

15./16.3.,

Grosses Haus

Musical Mit

Talk im Studio

Albert Einstein –

Genie, Pazifist und

Musikliebhaber

18.3., Studio

Chorkonzert

Eine ganze

Welt im Chor

18.3., Lokremise

Konzert

Frühlingshafter

Lunch

20.3., Tonhalle

Schauspiel

Das Käthchen

von Heilbronn

22./29.3.,

Grosses Haus

Konzert

Peter und

der Wolf

23.3., Tonhalle

Schauspiel

Das komische

Theater des

Signore Goldoni

25./27./30.3.,

Lokremise

März

SPIEL

PLAN

Konzert

The King’s

Singers

27.3., Tonhalle konzertundtheater.ch

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03/2025 Gesellschaft / Chorzfuetter · 17

Chorzfuetter

Genehmigte Photovoltaik-Strategie

Die Gemeinde möchte ihren Beitrag zum Erreichen

der Energieziele des Bundes und des

Kantons leisten. Dem Ausbau der sauberen

Stromproduktion mittels Photovoltaik (PV)

kommt dabei grosse Bedeutung zu. Der Gemeinderat

hat deshalb eine eigene Photovoltaik-Strategie

verabschiedet. Diese zielt

darauf ab, auf gemeindeeigenen sowie privaten

Liegenschaften so viel PV-Strom zu produzieren,

wie die Gemeinde im Vergleich zu

ihrer Grösse anteilsmässig müsste. Bei den

privaten Liegenschaften sind finanzielle Anreize

durch Fördermittel möglich. (gk)

Casino-Pächter verlängert Vertrag

Seit August 2024 wirtet Oliver Scheuber mit

seinem Team im Gastronomiebetrieb des

Kulturzentrums Herisau. Aufgrund der guten

Erfahrungen haben er und die Gemeinde den

auf ein Jahr befristeten Vertrag um fünf Jahre

bis 2030 verlängert. Gleichzeitig hat das Restaurant

die Öffnungszeiten an den Abenden

ausgedehnt. «Das letzte Halbjahr stimmt uns

sehr positiv. Dies gilt fürs Restaurant wie auch

fürs Catering. Und ich sehe noch mehr Potenzial»,

so Scheuber. Die Verlängerung sei für

ihn daher die logische Folge. (gk)

Neue Heizungen für Schulhaus Wilen

Der Gemeinderat hat 670'000 Franken für

den Ersatz der maroden Ölheizung für das

Schulhaus und die Turnhalle Wilen bewilligt.

Im Schulhaus ist eine Sole-Wasser-Erdwärmepumpe

vorgesehen, in der Turnhalle mit

Zivilschutzanlage wird eine Gasheizung als

Übergangslösung installiert, da unklar ist, ob

und wie das Gebäude vergrössert wird. Mit

dem Ersatz der Heizungen kann der Heizbetrieb

ab der Winterperiode 2025/2026 sichergestellt

werden. Die Bauarbeiten sollen

von Juli bis Oktober stattfinden. (gk)

HERISAUER KÜNSTLERIN BEMALT

GEISS FÜR DIE KANTONALBANK

Die Herisauer Künstlerin Eveline Göldi hat

mit ihrer Wettbewerbseingabe bei der Appenzeller

Kantonalbank beeindruckt und die

Möglichkeit gewonnen, eine von insgesamt

25 lebensgrossen Geissen aus Polyester zu

gestalten. Diese kreative Aktion ist Teil der

Feierlichkeiten zum Jubiläumsjahr der Bank,

das mit verschiedenen Aktivitäten untermauert

wird. Göldi, die sich in ihrer Kunst intensiv

mit der Natur befasst, hat sich bereits

im vergangenen Jahr mit Schmetterlingen

beschäftigt. Daher war die Idee, die Geiss

mit Flick-Flauder zu bestücken, naheliegend.

Laut der Medienmitteilung verkörpert die

Geiss mit dem Namen «Flaudery» die unberührte

Natur des Appenzeller Landes und reflektiert

die Landschaft, die die Region prägt.

Die offizielle Vernissage der Kantonalbank

fand am 21. Februar statt. Aktuell werden

die 25 individuell gestalteten Geissen in den

Filialen der Appenzeller Kantonalbank präsentiert.

Diese Wanderausstellung begleitet

das Jubiläumsjahr der Bank und gibt der Bevölkerung

von Appenzell und Umgebung die

HERISAUER JAHRGÄNGER 1965

LADEN ZUM JÄHRLICHEN TREFFEN

Ganz nach dem Motto «60? Na und?! Die

Silver-Ager-Generation ist noch lange nicht

müde!» lädt der 65er-Jahrgänger-Verein alle

Ur-Herisauerinnen und -Herisauer sowie

Zugezogene des entsprechenden Jahrgangs

zum jährlichen Treffen ein, das am Freitag,

2. Mai, stattfindet. Seit vielen Jahren organisiert

der Verein diesen Anlass, um die Altersgenossen

zusammenzubringen. «Es geht

darum, neue Kontakte zu knüpfen und alte

Bekannte aus der Schulzeit wiederzutreffen.

Gelegenheit, die Vielfalt der Kunstwerke zu

bewundern. Kommenden Oktober werden

die Geissen öffentlich versteigert. Weitere

Informationen zur Geiss und den Veranstaltungen

sind unter www.125jahre-appkb.ch zu

finden. (eing.)

Eveline Göldi hat eine von 25 Geissen für die Kantonalbank

gestaltet.

(Bild: zVg.)

Die Atmosphäre ist stets herzlich und die

Gespräche sind immer spannend – egal, ob

man sich schon lange kennt oder sich gerade

erst begegnet ist», erklärt Vorstandsmitglied

Karin Schläpfer. Soweit die Adresse

oder Mailkontakte bekannt sind, werden

alle Jahrgangsgenossen – einschliesslich der

Weggezogenen – angeschrieben und zum

Treffen eingeladen. Das kommende Treffen

verspreche einen geselligen Abend mit Apéro

und leckeren Essen. (eing.)

Wechsel im Kantons- und im Einwohnerrat

Markus Brönnimann (FDP) hat per 31. Mai

dieses Jahres seinen Rücktritt aus dem

Ausserrhoder Kantonsrat eingereicht. Für

ihn rückt gemäss den Ergebnissen bei den

Wahlen 2023 Jeannette Locher nach. Diese

tritt ebenso wie Hans Hagmann (Gewerbeverein/PU)

aus dem Herisauer Einwohnerrat

zurück. Als Ersatzpersonen stellen sich

Matthias Fries (FDP) und Andreas Lehmann

(Gewerbeverein/PU) zur Verfügung. Sie treten

ihr Amt per 1. Juni an. (kk)

(v.ln.r) Ursi Dähler, Claudia Nyffeler, Beat Metzger, Karin Schläpfer, Christine Steiner und Thomas Schmid. (zVg.)


18 · Thema des Monats 03/2025

Der Gemischte Chor Ramsen in den 2010er-Jahren anlässlich der jährlichen Unterhaltung in der Krombachkapelle.

«DER RAMSEN CHOR WAR

UNS EIN LEBEN LANG FAMILIE»

Gegründet 1882 als Männerchor wurde im Spätherbst 2024 die Auflösung des Ramsen Chors

beschlossen. Damit geht eine über 140-jährige Geschichte zu Ende. Dies soll nicht sang- und

klanglos geschehen – vier langjährige Mitglieder erinnern sich.

Wer im Internet nach Spuren des Ramsen

Chors forscht, sucht fast vergeblich. Auch in

den Chroniken der Gemeinde Herisau wird

der 1882 gegründete Chor nur in Nebensätzen

erwähnt. Ein Schattendasein aber hat er

nicht gefristet. Bis zuletzt waren die jeweils

drei Unterhaltungen Ende November/Anfang

Dezember gut besucht. Der Chor – als

Männerchor gegründet – hat 142 Jahre lang

den Wirren der Zeit getrotzt. Diesem langen

Wirken nun mit einem trockenen Zweizeiler

ein Ende bereiten, das bringt Roberta Schoch

nicht übers Herz. Sie lädt zu einem Erinnerungsaustausch.

Am Tisch sitzen neben ihr

Dora Aellen, Emil Rohner und Konrad Zemp.

Sie haben ihren Chor geliebt, haben nicht nur

als Sängerin oder Sänger, sondern auch in den

unterschiedlichsten Funktionen im Vorstand,

als Regisseure oder Schauspielende gewirkt.

Der Chor hat sie ein Leben lang begleitet.

Konrad Zemp ist seit 40 Jahren dabei, die anderen

seit den 1960er- und 70er-Jahren. Dora

Aellen: «Die ganze Familie sang im Chor, für

uns als Jugendliche war es selbstverständlich,

auch dabei zu sein.» Emil Rohner ergänzt: «Es

war für uns damals die einzige Möglichkeit im

Quartier in den Ausgang zu gehen.» Das sei

heute anders, das Finden von jungen Vereinsmitgliedern

schwierig, das Angebot viel grösser.

Der Gemischte Chor Ramsen habe in den

letzten Jahren zusehends mit einer schwindenden

Mitgliederzahl gekämpft.

Letzte Unterhaltung 2018

Die Schuld der Pandemie zuschieben wollen

sie nicht. Aber «sie war der Anstoss der Lawine».

Bereits vor der Unterhaltung 2019 sei für

einige Sängerinnen und Sänger klar gewesen,

dass dies ihre letzte sei. Alles war bereit – und

dann fiel der Vorhang, noch bevor er geöffnet

werden konnte. Zufall oder Schicksal? Für einmal

nämlich musste die Unterhaltung vom

November in den nächsten Vorfrühling verschoben

werden, da am gewünschten Datum

der Krombachsaal der Psychiatrischen Klinik

nicht zur Verfügung stand. Und was im November

2019 noch möglich gewesen wäre, war

es anfangs 2020 aufgrund der Pandemie nicht

mehr. So bleibt die Unterhaltung von 2018 die

letzte des Chors. Sie hätten sich einen schöneren

Abschied gewünscht, einen konzertanten.

Zumal das Programm für 2019 ganz speziell auf

den Ramsen und Umgebung ausgerichtet war.

Nun aber kam das Ende schleichend. Proben

fanden nach der Pandemie keine mehr statt,

die Anzahl Mitglieder war zu klein. Die verbleibenden

Sängerinnen und Sänger trafen sich

einmal monatlich, tauschten sich aus, sangen

aus dem Stegreif – manche wohl in der Hoffnung,

dass es wieder besser kommen werde.

Im Spätherbst 2024 dann der Entschluss an

der Hauptversammlung: Der Gemischte Chor

Ramsen wird aufgelöst und alle Unterlagen

dem Herisauer Gemeindearchiv übergeben.

«Irgendwann muss man einen Schlussstrich


03/2025 Thema des Monats · 19

ziehen – man kann den Entscheid nicht immer

vor sich herschieben.»

Der Abschied schmerzt. «Was mir der

Chor gegeben hat, kann man nicht ersetzen.»

Eine Fusion mit einem anderen Chor sei keine

Option gewesen. Ebenfalls nicht, sich nun

einen anderen Chor zu suchen. Dora Aellen:

«Wir sind wir – das gibt es kein zweites Mal.»

Der Ramsen Chor sei nicht nur ein Verein,

sondern vielmehr Familie gewesen. «Wir haben

die Schicksalsschläge unserer Mitglieder

miteinander getragen, wir konnten uns aufeinander

verlassen.» Gemeinsam habe man

vieles auf die Beine gestellt.

Auffahrtssingen und Chorreisen

Nun werden die Erinnerungen wach: Das Auffahrtssingen

– welch eine Freude und gewiss

ein jährlicher Höhepunkt. Zuerst das Hoffen

auf gutes Wetter und das Bangen bei unsicherer

Witterung. Die Augen leuchten, wenn

die vier vom Auffahrtsspaziergang durchs

Quartier erzählen, von den gesanglichen Zwischenstopps

und dem traditionellen Mittagshalt

mit Gerstensuppe im Engel. «Auch schon

überraschte uns ein Schneefall» und manchmal

habe sich das Mittagessen bis weit in den

Nachmittag ausgedehnt.

Ebenfalls in guter Erinnerung bleiben die

Vereinsreisen. Früher, als es noch einen Männer-

und einen Frauenchor gab, reiste man alle

drei Jahre gemeinsam für zwei Tage, in den

Jahren dazwischen geschlechtergetrennt für

einen Tag. Ja, sie alle haben es noch erlebt, als

der Ramsen Chor quasi drei Chöre war. 1882

wurde der Männerchor Ramsen gegründet. In

einer Chronik ist zu lesen: «1926 schlossen sich

die Männer mit dem Frauen- und Töchterchor

Ramsen zusammen.» Wobei das Wort Zusammenschluss

hier falsch ist, denn es bestanden

drei Vereine mit eigener Kasse und Hauptversammlung.

Der Männerchor, der Frauenchor

und der Gemischte Chor. Mitglieder des

Männer- oder Frauenchors waren automatisch

Mitglieder des Gemischten Chors. Auch die

Proben fanden getrennt statt, stets aber unter

der Leitung eines gemeinsamen Dirigenten. An

diesem Konstrukt habe man wohl der Tradition

zu liebe sehr lange festgehalten.

Vom Ramsenhof in die Krombachkapelle

Als die Mitglieder weniger wurden, probte

man ausschliesslich als Gemischter Chor. Unvergesslich

bleiben die langjährigen Dirigenten

Hans Diem und Francis Becker, beide Lehrer

mit musikalischen und künstlerischen Talenten.

Diem etwa hat für seine Sängerinnen und

Sänger eigens ein Ramsenlied komponiert und

noch heute ziert seine Zeichnung das Liederbuch

des Chors. Unter Diem und Becker fanden

die Proben wie auch die Unterhaltungen

noch im Ramsenhof statt. Die Erinnerungen

überschlagen sich: Was waren das für beengte

Verhältnisse! Das Publikum sass bis dicht vor

der Bühne. Schauspielende wie auch Singende

mussten in der Küche auf ihren Auftritt warten.

«Hei, was haben unsere schönen Trachten

nach Essen gerochen!» Und bei einem Theaterstück

mussten die Schauspielenden sogar auf

der einen Seite durch das Fenster und über

eine Leiter das Haus verlassen, um auf der anderen

Seite wieder auf der Bühne zu erscheinen.

Stolz erwähnt Emil Rohner, dass der Chor

alle Theaterstücke ausschliesslich mit eigenen

Sängerinnen und Sängern auf die Bühne brachte

– Regie, Bühnenbild, Schauspiel – für alles

habe man die passenden Leute in den eigenen

Reihen gefunden. In den 1950/60er-Jahren

wurden noch ernste Stücke gespielt, später

dann leichtere und lustige. Und noch ein Unikum

aus früheren Zeiten: Die Saalabzeichen.

Keine bunten Papierbänder, wie sie heute üblich

sind, sondern gestickte Stoffabzeichen

mit goldener Sicherheitsnadel, eigenhändig

vom damaligen Mitglied und Sticker Emil Nef

auf seinem Pantografen gefertigt. Das ist Geschichte,

wie auch die Proben und Unterhaltungen

im Ramsenhof. In den letzten rund 20

Jahren fanden die Unterhaltungen im Krombachsaal

der Psychiatrischen Klinik unter der

musikalischen Leitung von Monika Schiess

statt. «Für uns der passende heimelige Raum.»

Im Casino wurden das 100- und das 125-jährige

Jubiläum gefeiert. Auch die jährlichen Unterhaltungen

dort zu veranstalten, sei nicht zur

Diskussion gestanden. «Lieber drei Aufführungen

in kleinem Rahmen im Quartier, als

eine in einem nicht gefüllten grossen Saal.»

Auf der Bühne präsentierten sich die Frauen

in der Tracht, die Männer in schwarzen Hosen

und weissem Hemd. Ihr Repertoire setzte sich

zusammen aus dem appenzellischen Liedgut,

Schweizer Volksliedern, hin und wieder einem

italienischen oder romanischen Lied.

Die vier sind sich einig: Für den Gemischten

Chor Ramsen gibt es keinen Ersatz und die

Lücke zu füllen sei ein Ding der Unmöglichkeit.

Roberta Schoch: «Ich vermisse das Singen

sehr!» Sie nutze daher jede Gelegenheit, die

sich ihr biete. So etwa sei sie regelmässig dabei,

wenn zum offenen Singen in den Hirschen

nach Schwellbrunn geladen wird oder Marco

Sessa das «Lompe-Liedli singe» veranstalte.

Dora Aellen freut sich, gemeinsam mit ihrer

Enkeltochter singen zu können und «läuft im

Radio ein Lied, das ich kenne, singe ich mit».

Konrad Zemp begeistert auch kirchliche Musik,

er singt daher als Gastsänger bei Projekten

des Kirchenchors mit. Für Emil Rohner ist der

Freitagnachmittag sein gesanglicher Fixpunkt.

Dann treffen sich einige Männer «unkompliziert

und ad hoc» zum Singen im Adler.

Der Schock über das Ende ihres Chors wirkt

noch nach. Das Austauschen der Erinnerungen

aber versöhnt ein wenig. Nicht singend, aber

zumindest wohlgelaunt löst sich die Runde auf,

jeder und jede in seiner eigenen Ramsen-Chor-

Gedankenwelt.

Eva Schläpfer

Erinnerungen an Jubiläumsjahre: Der Männerchor Ramsen in den Jahren 1957 (links) und 1982 (rechts).

(Bilder: zVg.)


20 · Gesellschaft / Rezept 03/2025

FC HERISAU BEDANKTE SICH

MIT EINEM NEUJAHRES-ÀPERO

Der FC Herisau blickt auf einen gelungeneen

Neujahrs-Apéro zurück. Am 22. Januar wurden

zu diesem Anlass bei «DaMarco» zahlreiche

Funktionäre und wichtige Sponsoren des

Vereins eingeladen und für ihr Engagement

gewürdigt. Im Namen des Vorstands dankte

der Präsident des FC Herisau, Dimitri Orfanidis,

den Anwesenden für ihre kontinuierliche

und wertvolle Unterstützung. Orfanidis

betonte, wie sehr er den unermüdlichen Einsatz

der Funktionäre schätze und unterstrich

die zentrale Bedeutung der Sponsoren und

Gönner für das Funktionieren des Vereins.

«Ohne Sponsoren, Gönnerbeiträge und Mitgliedschaftsgelder

gäbe es den Verein nicht.

Ihre Unterstützung ist für uns essenziell, vor

allem in diesen herausfordernden Zeiten», so

Orfanidis. «Der FC Herisau hat als grösster

Sportclub im Kanton eine bedeutende Rolle

im Dorfleben. Mit der Ausbildung von knapp

300 Junioren und der Integration von Jugendlichen

mit 39 verschiedenen Nationalitäten

übernehmen wir eine wichtige soziale Verantwortung.»

Der Verein setzt sich aktiv für

die Integration von Jugendlichen ein und bietet

ihnen nicht nur eine sportliche, sondern

auch eine gesellschaftliche Heimat. Durch

den Fussball würden den jungen Menschen

wichtige Werte wie Teamarbeit, Fairness und

Respekt vermittelt, die weit über den Sport

hinaus von Bedeutung seien. Orfanidis zeigte

sich beeindruckt von der Unterstützung, die

der Verein erfährt, und versicherte, dass der

FC Herisau auch in Zukunft weiterhin als Anlaufstelle

für alle Fussballbegeisterten in der

Region fungieren werde. (fch)

Rezept

des Monats

LAMMHUFT MIT

SAFRANZWIEBELN

Zutaten für vier Personen

– 2 Stk. Lammhuft

– 4 Zweige Cherrytomaten

– 2 EL Olivenöl

– 600gr kleine Zwiebeln

– 4 Zweige Thymian

– 2 EL Zucker

– 30 gr Butter

– 2.5 dl Weisswein

– 0.5 dl Sherry

– 1 Briefchen Safran

– 1 Orange (abgeriebene Schale)

FERMIN STEINEGGER VERLÄSST

SC HERISAU AUF EIGENEN WUNSCH

Der Head Coach Fermin Steinegger wird

den SC Herisau nach Abschluss der laufenden

Saison verlassen. Steinegger, der den

Club seit Anfang dieser Saison betreut hat,

konnte mit seinem Engagement und seiner

Erfahrung die Mannschaft positiv prägen

und massgeblich zur Weiterentwicklung des

Teams beitragen. «Wir danken ihm für seinen

unermüdlichen Einsatz und die gute Arbeit,

die er in dieser Saison für den Verein erbracht

hat. Er hat sowohl sportlich als auch

menschlich einen wertvollen Beitrag geleistet

und das Team motiviert und gefördert»,

KULTURSPUR APPENZELLERLAND

ERHÄLT NEUE SIGNALISATIONEN

so der Vorstand des Vereins. Der Schritt, den

Verein zu verlassen, erfolgte nach langem

Überlegen. «Trotz des sehr coolen Teams

habe ich mich aufgrund des hohen Pensums

als Head Coach, meines beruflichen Alltags

und meiner Familie mit zwei kleinen Kindern

zu diesem Schritt entschieden.» Der Schlittschuh-Club

Herisau bedankt sich herzlich

bei Fermin Steinegger für seinen Beitrag in

dieser Saison und wünscht ihm für die Zukunft

alles Gute. Weitere Informationen zu

den kommenden Entwicklungen werden zu

gegebener Zeit bekannt gegeben. (sch)

Die Route 22, die sogenannte Kulturspur, führt

quer durch das Appenzellerland und gehört zu

den bekanntesten Wanderstrecken der Region.

Damit Wanderfreunde auch künftig die richtigen

Wege einschlagen, wird eine entsprechende

Signalisation benötigt. Die Route wurde

kürzlich aufgefrischt und führt nun auch durch

das Hinterland mit Start in Urnäsch. Auf der

Wanderkarten-App «SchweizMobil» wird die

erweiterte Strecke demnächst aufgeschaltet.

Deshalb muss die neue Etappe entsprechend

im Gelände markiert werden. Dafür sucht der

Verein Appenzeller Wanderwege AR mit Sitz

in Herisau maximal 15 Freiwillige, welche sich

an drei Tagen während rund fünf Stunden dieser

Aufgabe annehmen. Am 20. März steht

eine Teilstecke in Heiden auf dem Programm,

am 26. März eine in Teufen und den Abschluss

macht am 7. April die neue Etappe in Urnäsch.

An einem kurzen theoretischen Input im Gelände

werden die Signalisationstafeln vorbereitet,

anschliessend werden diese nach einem gemeinsamen

Mittagessen an den vorgesehenen

Stellen befestigt. Ein Einsatz dauert ungefähr

von 9.30 bis 17 Uhr, die Einteilung der Arbeitsgruppen

entsteht vor Ort. Interessierte können

sich bis zwei Tage vor dem entsprechenden Datum

per Telefon unter 079 538 93 61 oder Mail

an stefanus.bertsch@appenzeller-wanderwege.

ch anmelden. (red)

Zubereitung

1. Backofen auf 80 Grad vorheizen und eine

Platte mitwärmen. Lammhuft mit Salz und

Pfeffer würzen. Cherrytomaten kalt abspülen

und trockentupfen.

2. Olivenöl kräftig erhitzen. Lammhuft rundum

fünf Minuten anbraten. Kurz vor Ende die

Cherrytomaten dazugeben und mitbraten.

Alles auf vorgewärmte Platte geben und in

den Ofen schieben. Eine Stunde nachgaren

lassen.

3. Zwiebeln schälen und je nach Grösse

halbieren oder vierteln. Thymianblättchen

fein hacken.

4. In einer Pfanne Zucker karamellisieren.

Butter beifügen und gut umrühren. Zwiebeln

und Thymian beifügen und kurz andünsten.

Weisswein, Sherry und Safran mischen und

über Zwiebeln giessen. Aufkochen und zugedeckt

15 Minuten köcheln lassen. Dann

Deckel entfernen und Flüssigkeit zur gewünschten

Konsistenz einköcheln lassen. Am

Schluss mit Orangenabrieb, Salz und Pfeffer

abschmecken.

5. Unmittelbar vor dem Servieren die Ofentemperatur

auf 230 Grad erhöhen und das

Fleisch in aufsteigender Hitze für fünf Minuten

Temperatur annehmen lassen. Dann in

einen Zentimeter dicke Scheiben schneiden

und mit Tomaten und Zwiebeln anrichten.

Dazu passt: Reis, Kroketten oder Bratkartoffeln.


03/2025 Gesellschaft · 21

REGULA RITTER IST NEUE PRÄSIDENTIN

DER STIFTUNG DORFBILD HERISAU

Die Stiftung Dorfbild stellt sich neu auf – gleich

fünf neue Mitglieder wurden am Ende Februar

in den Stiftungsrat gewählt: Neben Regula Ritter

als Präsidentin sind dies Nathalie Cipolletta,

Christian Kottlors, Peter A. Künzle und Kai

Viehweger. Der Wechsel im Präsidium markiert

für die Stiftung einen Einschnitt. In den vergangenen

13 Jahren hat Werner Frischknecht

die Stiftung in Herisau als Kraft für eine zukunftsgerichtete

Entwicklung etabliert. «Sein

Wirken war geprägt von seinem grossen, stets

unaufgeregten Engagement, von der ihm eigenen

freundlichen Beharrlichkeit und seiner ausgeprägt

strategischen Denkweise», heisst es in

der Mitteilung. Zu den Höhepunkten in Werner

Frischknechts Präsidium gehöre die im Jahr

2013 lancierte Aktion «Herisau – vorwärts!» mit

einem vielfältigen Programm, das die Einwohnerinnen

und Einwohner für die Entwicklung

ihres Wohnorts sensibilisiert habe und in der

Zukunftswerkstatt vom Mai 2014 mündete. Aus

der Zukunftswerkstatt entstanden diverse Initiativen,

darunter der mobile Dorfstammtisch

«WandelBar» oder der Anlass «Usegstuehlet»,

die inzwischen einen festen Platz im Herisauer

Veranstaltungskalender haben. In Erinnerung

bleibe auch das von der Stiftung initiierte und

mitorganisierte «Bignik», das an einem Sonntag

im Herbst 2023 das Zentrum in einen einzigartigen,

rot-weissen Picknickplatz verwandelte.

Ein neues Präsidium bedeutet Abschied, aber

auch Neuanfang: Mit Regula Ritter gewinnt

die Stiftung Dorfbild eine bestens vernetzte,

engagierte Persönlichkeit als Präsidentin,

die zur Stiftung bereits seit längerer Zeit gute

NEUE SPIELPLATZUMZÄUNUNG

FÜR DIE KINDERBETREUUNG HERISAU

Kontakte pflegt. Die 52-Jährige ist ausgebildete

Umweltnaturwissenschafterin und seit 2023

Einwohnerrätin sowie Kantonsrätin. Sie lebt

seit rund zehn Jahren mit ihrer Familie in Herisau.

Ritter freut sich auf ihr neues Amt: «Die

kurzen Wege, die reiche Baukultur, das Leben

in einer Kleinstadt mit dem Miteinander eines

Dorfes faszinieren mich. Diese Vielfalt bringt

Herausforderungen, aber vor allem Chancen,

um zusammen mit dem Stiftungsrat Impulse zu

setzen und Entwicklungen anzustossen.» (eing.)

Regula Ritter folgt auf Werner Frischnknecht als Präsidentin der Stiftung Dorfbild Herisau.

(Bild: zVg.)

Am Standort Müli wurde kürzlich der Aussenspielplatz neu eingezäunt. Die Hälfte der Kosten wurden durch die clavis IT (KiBe-Mitgliederfirma) gespendet. Geschäftsführer

Raphael Crivelli übergab Nadja Rechsteiner, Geschäftsleitung Betrieb und der Standortleitung Naomi Magistri die Spende und erhielt dafür ein lebhaftes Dankeschön

von allen anwesenden Kindern. Auf dem Bild von links nach rechts: Melanie Bachmann, Raphael Crivelli, Nadja Rechsteiner und Naomi Magistri. (Bild: zVg.)


Herisauer

Frühlingserwachen

Autoshow

29. und 30. März 2025

PARADE MIT SONNTAGSVERKAUF

SONNTAG 11 UHR

IM GUTENBERG


UNSERE GEMEINDE

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Die Kommunikation der Gemeinde sorgt immer für Gesprächsstoff.

Für die einen kann es nicht genug Informationen zu Abstimmungen,

Voranschlägen oder Projekten geben, andere sind zufrieden,

wenn sie in wenigen Worten über das Geschehene informiert

werden. «Meine Aufgabe an sich ist es, Verständnis für die Pläne

und Entscheidungen der Verwaltung und Politik zu schaffen»,

sagt Thomas Walliser Keel, Kommunikationsverantwortlicher

der Gemeinde. «Dafür fasse ich die ausführlichen Informationen

unserer verschiedenen Bereiche zusammen,

um sie der Bevölkerung in

verständlicher Form mitzuteilen.» In

seiner Funktion sehe er sich als eine

Art Übersetzer. «Ich muss herausspüren,

welche Informationen die Öffentlichkeit

will und sie entsprechend

vermitteln.»

Als Beispiel nennt Walliser Keel die Arbeiten am Bahnhof. «Wollen

die Menschen regelmässig über die aktuellen Baufortschritte informiert

werden? Oder genügt eine Übersicht zu Beginn des Jahres

über die grössten Etappen, die in den kommenden Monaten

anstehen? Und wie detailliert soll das alles nach aussen kommuniziert

werden?» Letztlich sei es das Ziel, die Fülle an Informationen

so herunterzubrechen, dass die Öffentlichkeit nachhaltig den Eindruck

habe, über das Leben in ihrer Gemeinde informiert zu sein.

«Dieses ‹Übersetzen› der Informationen zwischen den zwei Ebenen

‹Verwaltung/Politik› und ‹Öffentlichkeit› ist eine grosse Herausforderung.

Je offener und transparenter uns dieser Austausch

gelingt, desto stärker wird das Vertrauen in unsere Arbeit.»

Zur Gemeinde stiess Thomas Walliser Keel im Jahr 2009. «Damals

hiess der Gemeindepräsident Paul Signer, und die Kommunikationsstelle

befand sich erst im Aufbau.» Er habe Respekt vor

der Aufgabe gehabt, seine neue Stelle selbst mitzugestalten. «Ich

kam vom St. Galler Tagblatt und kannte nur die Sichtweise der

Journalisten auf solche Medienstellen. Ich war mir nicht sicher, ob

mir der Beruf zu langweilig werden würde. Aber genau das Gegenteil

war der Fall. Zudem war die Stimmung in der Gemeinde sehr

gut und wir hatten schnell das erste Kommunikationskonzept entwickelt.

Wir hatten keinen Druck, weil ja zuvor nichts da war, und

konnten in Ruhe alles aufbauen.»

Mit der Zeit kamen für Thomas Walliser Keel weitere Aufgaben

hinzu, die seine Stelle interessant machten und seinen Alltag nach

wie vor abwechslungsreich gestalten: Dazu gehöre die Organisation

von Anlässen wie der Silvesterchlausen-Ausstellung oder die

Ständeratspräsidentenfeier für Andrea Caroni vom vergangenen

Dezember, die Begleitung der Zentrumsentwicklung, die Betreuung

von SRF-Sendungen aus Herisau oder aktuell die Erstellung

eines Social-Media-Konzepts. «Diese Vielseitigkeit fordert mich

Herisau gelockt. Mein Ziel ist es, mit meiner Tätigkeit einen Beitrag

für die Gemeinde und ihre Einwohnerinnen und Einwohner zu

leisten.»

Wenn Thomas Walliser Keel an die Anfänge zurückdenkt, sieht er

vor allem einen Unterschied zu heute. «Damals steckten die sozialen

Netzwerke in den Kinderschuhen. Facebook, Twitter und Co.

haben den Umgangston seither verändert.» Seine ersten Jahre

seien diesbezüglich ruhig verlaufen. «Was nicht nur an den sozia-

nanziell

noch baulich grössere Sprünge

möglich waren. Für Gesprächsstoff

ist erst gesorgt, wenn du etwas im

Dorf verändern möchtest.» Und da

die Gemeinde nun wieder mehr Spielraum

genutzt habe, hätten auch kritische

Stimmen nicht lange auf sich

warten lassen. «Aber negative Kritik

muss grundsätzlich nicht schlecht sein, wenn sie fundiert und

sachlich vorgetragen wird – was in der digitalen Welt leider nicht

immer der Fall ist.» Dabei sei es durchaus wünschenswert, wenn

beide Seiten miteinander diskutierten. «Das zeugt von Engagement.

Schliesslich wollen wir alle für Herisau das Beste.»

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 03/25


UNSERE GEMEINDE

Die Sonne scheint beim Termin mit Thomas Frischknecht in der

Bruggeregg. Das passt perfekt, so produziert die Photovoltaik-

Anlage auf dem Haus tüchtig Strom, speist die Erdsonde und füllt

den Stromspeicher. Was jetzt völlig logisch und normal ist, war

anfangs ungewiss. «2022, nach dem Beginn des Ukraine-Krieges,

beschlossen wir, die Gasheizung zu ersetzen», erinnert sich Thomas

Frischknecht. Weil er vom GEAK Plus, dem Gebäudeenergieausweis

der Kantone, gehört hatte, kontaktierte er einen lokalen

Architekten, der zugleich GEAK-Experte ist. Dieser analysierte

zunächst aufgrund von Plänen und Messungen die Ist-Werte von

Fenstern, Mauern, Dach, Heizung etc. Wo verliert das Haus wieviel

Energie? Die GEAK-Hausanalyse zeigte dann drei Varianten

auf, wie das Haus aus dem Jahr 1990 energetisch saniert werden

könnte, A, B und C. «Eine Simulation rechnete durch, wieviel welche

Massnahmen kosten und was sie bringen würden. Wir wählten

schliesslich das mittlere Paket B», erklärt Thomas Frischknecht.

Nachdem die Finanzierung geklärt war – eine Aufstockung der Hypothek

für Energiemassnahmen zu Vorzugskonditionen – ging es

Schlag auf Schlag. Noch 2022 wurde das Baugesuch eingereicht,

im April/Mai 2023 wurde das Dach saniert und die PV-Anlage montiert,

im Juli/August die Erdsonden-Heizung installiert und im

September die Gebäudehülle auf der Südseite besser gedämmt.

Ebenso wurden alle Fenster ersetzt. Anderthalb Jahre später ist

die intensive Bauphase Geschichte, und die Familie fühlt sich wohl

sagt Thomas Frischknecht, aber dafür habe das Haus an Wert gewonnen,

sei komfortabler geworden und die Nebenkosten seien

re,

also haben wir es lieber jetzt gemacht als später.» Dank der

sauberen GEAK-Analyse zu Beginn durch den erfahrenen Architekten

sei es auch einfacher gewesen, an die Fördergelder zu gelangen.

Finanziell positiv wirkt sich zudem aus, dass energetische

Sanierungen über drei Jahre von den Steuern abgezogen werden

können, nicht nur im Baujahr. Vor allem aber gibt es der Familie ein

gutes Gefühl, etwas für die Zukunft getan zu haben: «Für uns geht

beides auf, die emotionale Seite bezüglich CO2-Reduktion und die

Die Gemeinde Herisau fördert die Analyse des energetischen

Ist-Zustandes eines Gebäudes und die Erhebung des

energetischen Sanierungspotenzials anhand eines GEAK

Plus. Dies soll Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern ermöglichen,

aus verschiedenen Varianten den für sie geeigneten

Sanierungsplan auszuwählen. Die Gemeindeförderbeiträge

belaufen sich auf 500 Franken bei Einfamilienhäusern sowie

auf 1000 Franken bei Mehrfamilienhäusern und Gewerbeliegenschaften.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 03/25


UNSERE GEMEINDE

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 03/25


UNSERE GEMEINDE

-

Seit Oktober 2024 gehen die rund 40 Kinder im neuen Doppelkindergarten

Müli ein und aus. «Sie fühlen sich sichtlich wohl», sagt

Carol van Willigen. Sie ist in der Herisauer Schulleitung für die

Schuleinheit Müli verantwortlich. Zuvor waren die Kinder in einem

weissen und roten Pavillon untergebracht. Diese stammten aus

den Jahren 1964 sowie 1985 und mussten ersetzt werden. Für den

kredit

über 2,27 Millionen Franken. Im Mai 2023 erfolgte der Baubeginn

für den neuen Kindergarten, der südöstlich an das bestehende

Schulhaus Müli angebaut und somit in die Schulanlage integriert

wurde. Die letzten Einbauten im Innern betrafen zum Beispiel Pinnwände

und Verdunkelungselemente. Die Fertigstellung der Umgebung

ist witterungsbedingt für den Frühling geplant.

Während der Herbstferien 2024 erfolgte der Umzug aus den Pavillons

in den neuen Kindergarten. Einiges Mobiliar wurde mitgenommen,

anderes neu angeschafft. Punkto Einrichtung sei die

Herangehensweise verschieden gewesen, erzählt van Willigen. Die

eine Kindergärtnerin habe Unterstützung durch eine Fachperson

gehabt, die auf das Einrichten von Kindergärten spezialisiert sei;

die andere habe die Möblierung im Miniformat auf den Zeichnungen

geplant. Die Grundrisse der Räume sind praktisch identisch,

die Ausgestaltung unterscheidet sich aber deutlich. Zwei Besonderheiten

des Projekts seien erwähnt: Der erste Kindergarten ist

zweite in einem um 90 Grad gedrehten Obergeschoss. Zudem haben

die beiden Kindergärten zwar separate Eingänge, aber sie sind

im Innern verbunden. Dies würden die Kindergärtnerinnen sehr

schätzen, sagt die Schulleiterin. Die Durchlässigkeit werde im All-

hung

vom 15. März Gelegenheit, den Kindergarten zu besichtigen

(siehe Kasten).

Auch Hansruedi Ehrbar, Fachspezialist Bauten und Projekte bei der

Gemeinde Herisau, blickt zufrieden zurück. Die rund eineinhalbjährige

Bauzeit sei unfallfrei verlaufen. Der Betrieb in den Kindergarten-Pavillons

und im Schulhaus wurde stets aufrecht erhalten.

Der Sicherheit wurde besonderes Augenmerk gewidmet. Diesbezüglich

habe alles sehr gut geklappt, ergänzt Ehrbar. «Ein Kompliment

gilt es auch den Lehrpersonen und Schulkindern auszusprechen,

die mit einigen baustellenbedingten Einschränkungen

fertig werden mussten.» Die Bauphase sei anspruchsvoll gewesen.

«Die hohen Qualitätsanforderungen an das Sichtbetonbauwerk erforderten

über den Winter entsprechend Geduld und Zeit. Zudem

musste das Bauwerk aufgrund der überdurchschnittlich langen

Regenperiode im Jahr 2024 ausreichend austrocknen.»

In weiteren Schuleinheiten sind bauliche Massnahmen in Planung.

Das ehemalige Postgebäude im Schachen, das sich in unmittelba-

zung

vorbereitet. Zudem werden in der Rosenau räumliche Anpassungen

im «Hertler-Haus» für den Schulbetrieb nutzbar gemacht.

Die Gemeinde und die Schule Herisau laden die Bevölkerung

15. März, ein. Der Einweihungsmorgen startet um 9 Uhr, der

Möglichkeit, den Kindergarten zu besichtigen. Vertreter der

Schule, des Architekturbüros und des Hochbauamtes werden

vor Ort sein, um Fragen zu beantworten. Der Schluss des

Anlasses ist auf 11 Uhr festgelegt. Es stehen keine Parkplätze

zur Verfügung.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 03/25


UNSERE GEMEINDE

-

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Jedes Projekt besitzt Eigenheiten. Hier galt es in die Welt der

Kinder einzutauchen. Die Kinder bewegen sich ja von zuhause

Die ersten Gedanken machten wir uns im Jahr 2014, als wir im

Auftrag der Gemeinde eine Studie für eine Erweiterung mit nur

einem Kindergarten machen durften. In der Folge gab es zwei

Schritte, die beide sehr professionell und angenehm verliefen:

Erstens die Kopfarbeit, die Entwicklung; zweitens die Ausführung,

die Materialisierung.

Wir haben immer zuerst das Ziel, die Bedürfnisse der Nutzenden

räumlich zu ordnen und nachher in einen Zusammenhang

zu stellen. Danach entwickeln wir die baulichen Strukturen,

Architektur zu leisten, sie muss aber immer nutzerbasiert sein.

-

Ich spreche da eher von Coaching, während des ganzen Prozesses.

Und ich bin nie allein. Schon in der Planungsphase wirkt

nebst unserem Team eine ganze Reihe von Fachleuten mit.

Auch auf dem Bauplatz gilt es, gemeinsam das Ziel vor Augen

zu halten. Dort können es bis zu 100 Leute sein, die beteiligt

sind. Konkret hielt sich beim Müli-Projekt einmal pro Woche

eine Person aus unserem Architekten-Team auf dem Bauplatz

auf.

-

-

Grundsätzlich hat ein Architekt immer feste Rahmenbedingungen,

an denen er sich zu orientieren hat. Es gibt immer

Vorgaben, die zum Teil komplex sind. Hier war es unter anderen

das bestehende Schulhausgebäude. Da galt es immer das

«Schlusspaket» im Auge zu haben. Es war in der Müli eine spannende

Knobelaufgabe.

Ja, ich habe grosse Freude. Dies soll so sein. Andernfalls wäre

im Prozess, den ich mitzuverantworten habe, etwas falsch ge-

nahbar, charmant.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 03/25


UNSERE GEMEINDE

Die Fasnacht in Herisau lebt von der Tradition und sorgt auch in

diesem Jahr wieder für jede Menge Spass und gute Laune. Gidio

Hosestoss, dekorierte Lokale, abwechslungsreiche Veranstaltungen,

mitreissende Guggenmusiken und das Guggen-Tröffe mit

dem grossen Umzug machen die Narrenzeit in Herisau zu einem

wunderbaren Erlebnis.

Gidio Hosestoss, der tragisch an einem gestohlenen Leckerli erstickt

ist, wird feierlich zu Grabe getragen. Der Umzug startet wie

gewohnt um 15 Uhr und führt durch den Herisauer Dorfkern. Im

Es folgen die Abgabe von Leckerli an alle Kinder und der Kinder-

Kiesplatz Ebnet die traditionelle Gidio-Verbrennung statt, bevor

am Montag mit dem Bloch die Herisauer Fasnacht zu Ende geht.

statt. Das Zentrum verwandelt sich in ein buntes Fasnachtsparadies,

wenn ab 14.14 Uhr der grosse Umzug durch die Strassen zieht.

Der Umzug wird begleitet von festlich geschmückten Motto-Wagen,

Fussgruppen und mitreissenden Guggen-Musiken, die für ordentlich

Stimmung sorgen. Die Route führt von der reformierten Kirche

über die Gossauerstrasse, die Alte Bahnhofstrasse, vorbei am Obstmarkt-Kreisel

und Migros-Kreisel bis zur Chälblihalle. Der Guggen-

Tröffe-Umzug, sowie auch die «Narreziit» bei der Chälblihalle, werden

durch den Fasnachtsverein Herisau organisiert.

Mo

Mo

Mo

Mo

Fnachts Kalend

Mi

Kindermaskenball nach

dem Gidio-Umzug

Chälblihalle (Guggenmusik

Izi bizi tini wini)

So

Gidio Hosestoss

Umzug 15.00 Uhr

(Besammlung 14.30

Uhr Chälblihalle)

Sternenmarsch Herisauer

Guggenmusiken

Chälblihalle ab 19.00 Uhr

Do

Herisauer Schnitzelbank-Abend

(Guggemusik Izi bizi tini wini)

Mo

Fr

Narreziit, Chälblihalle,

ab 16.00 Uhr geöffnet

ab 20.00 Uhr Narrenball

Sa

Narreziit, Chälblihalle,

ab 16.00 Uhr geöffnet

ab 17.30 Uhr Abschiedskonzert

Herischrenzer

ab 20.00 Uhr Guggen-Party

20.02.–10.03.

Guggen-Tröffe mit

grossem Umzug

Start um 14.14 Uhr

Herisauer-Bloch,

Bloch-Ball am Abend

Verbrennung Gidio

Hosestoss

18.45 Uhr, Kiesplatz Ebnet

in der Chälblihalle

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 03/25


UNSERE GEMEINDE

-

Das Element Wasser fasziniert Monika Rüttimann bereits seit

ihrer Kindheit. Eine ihrer frühesten Erinnerungen verbindet sie

mit dem Magdenauer Weiher. In der Nähe aufgewachsen, konnte

sie als Kind dem kühlen Nass trotz Schwimmverbot nie widerstehen.

«Wir Kinder schubsten uns einfach ‹zufällig› in den Weiher,

um dennoch ein wenig Wasserkontakt zu haben», erinnert sie

sich schmunzelnd. Diese frühe Faszination hat sie nie verlassen.

«Die Balance zwischen den Gegensätzen des Wassers, einerseits

actionreich und gar gefährlich, andererseits wohltuend und entspannend,

begeisterte mich schon immer.» Als Mutter von acht

Kindern zieht es die Familie wenn immer möglich an verschiedene

Gewässer. «Manchmal verbrachten wir Stunden am See,

wo jeder sich individuell beschäftigen konnte. An anderen Tagen

unternahm ich mit meinen Kindern Fluss- und Schluchtenwanderungen.»

Mit vierzig Jahren fühlt sich Monika Rüttimann bereit,

ihrem Kindheitstraum nachzugehen und besucht einen Kraulkurs.

Von da an ist für sie klar: Ihre Lieblingsbeschäftigung soll nicht

nur Hobby, sondern auch Beruf werden. Innerhalb von fünf Jahren

absolviert sie mehrere Wassersicherheitsausbildungen, ist kurz

darauf beim PluSport Uzwil zunächst als Assistentin, später als

Sportleiterin für das Schwimmen tätig. Gleichzeitig unterstützt

sie Schulklassen beim Schwimmunterricht und sammelt so weitere

wertvolle Berufserfahrung im Wasser.

Vor acht Jahren führt ein glücklicher Zufall Rüttimann ins Sportzentrum

– und ebnet damit den Weg zu ihrer heutigen Berufung.

«An jenem Tag waren die Hallenbäder Uzwil und Gossau geschlossen.

Gefrustet im Auto und mit dem starken Drang nach Wasser,

entschied ich mich nach Herisau zu fahren.» Im Sportzentrum

überzeugt das Hallenbad sofort. Begeistert von der Atmosphäre

und dem Angebot, meldet sich Monika Rüttimann direkt nach ihrer

Schwimmeinheit am Empfang als Unterstützung für die Wasserangebote.

Zuhause setzt sie den nächsten Schritt und informiert

Wasserkursen nötig sind – und absolviert diese erfolgreich. Heute

leitet die Flawilerin im Sportzentrum Aqua-Fitness-Kurse, darunter

neu auch Yoga im Wasser – kurz WOGA.

Nicht nur Wasser, sondern auch Yoga ist seit Jahren fester Bestandteil

ihres Lebens. «Yoga tut nicht nur meinem Körper, sondern

auch meinem Geist sehr gut.» Als sie erstmals mit WOGA in

Berührung kommt, ist sie sofort begeistert. «Die Atmosphäre im

Wasser, die Balance, Kraft, Entspannung und Naturverbundenheit

Yoga-Variante anbieten.» 2024 absolviert Monika Rüttimann den

WOGA-Instructor-Kurs beim Tessiner WOGA-Gründer Gianni de

Stefani. Seither ist sie von der Trainingsmethode noch mehr überzeugt.

«Die Übungen im Wasser wirken schneller und intensiver,

gleichzeitig schont es die Gelenke. Zudem ermöglichen die angenehme

Wärme des Wassers und das Gefühl der Schwerelosigkeit,

schneller in einen Zustand der Ruhe zu gelangen», so Rüttimann.

Ein weiterer Vorteil: WOGA eignet sich besonders für Yoga-Anfänger,

Menschen mit körperlichen Einschränkungen, Übergewichti-

der Stärkung der Muskulatur erfordert der natürliche Wasserdruck

einen zusätzlichen Einsatz, wodurch sich der Trainingseffekt

verstärkt.

Wer sich selbst ein Bild von den Vorteilen von WOGA machen

möchte, kann jederzeit eine kostenlose Schnupperlektion

buchen. Interessierte können sich dazu unter

der Telefonnummer 071 353 30 00 oder per E-Mail an

info@sportzentrum-herisau.ch melden.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 03/25


30 · Von Gemeindehaus zu Gemeindehaus 03/2025

Blick von den Drei Weieren auf die Stadt St. Gallen.

PULSIERENDE KULTURSTADT

MIT DER RICHTIGEN GRÖSSE

Eine Wanderung in die Ostschweizer Metropole, vorbei am Gübsensee und einem 28 Meter hohen

Zeugen aus der Blütezeit der Textilindustrie, mit einem Abstecher in den Stiftsbezirk und

an den Ort des Ursprungs der Stadt St. Gallen.

In unserer Serie machen wir uns diesmal

auf nach St. Gallen – in die Stadt im grünen

Ring, in die Heimat der Olma, des FC St. Gallen

und des STV St. Otmar, in die Textil- und

Kulturstadt, an den Geburts- und Lebensort

zahlreicher politischer, wirtschaftlicher und

kultureller Grössen. Auf all dies werden wir

in den folgenden Zeilen nicht eingehen. Wir

berichten wie in den vorhergehenden Folgen

dieser Serie über das, was wir auf unsere

Wanderung antreffen, ergänzt mit Aussagen

der Stadtpräsidentin Maria Pappa.

Von Herisau aus führen viele Wege nach

St. Gallen. Wir haben uns für den Jakobsweg

entschieden, den wir gewissermassen entgegen

der vorgesehenen Richtung wandern.

Startpunkt ist wie gewohnt das Herisauer

Gemeindehaus. Über den Kirchplatz, das

Kirchgässchen hinunter, die Bahnhofstrasse

querend spazieren wir über die Bach-, Buchenund

Kreuzstrasse zum Kreckel und hinunter

zum Alten Zoll. Auf dem Gübsenseeweg überschreiten

wir die Kantonsgrenze und gelangen

über den Damm an das nördliche Ufer des

Stausees. Kurz nach dem Badeplatz erreichen

wir den Hof Gübsen. Hinter diesem steht der

ehemalige Wohnturm der Herren von Sturzenegg.

An diesem vorbei führte einst der mittelalterliche

Saumpfad von Herisau nach Kräzern.

Wohin nun unser Weg weitergeht. Über die

Kräzernstrasse und die Kräzernbrücke erreichen

wir den Weiler Stocken und via Lerchenfeld

gelangen wir stets gut geführt durch die

Wanderwegweiser mit der Nummer 4 auf den

Tröckneturmweg. Schon von weitem grüsst

der Tröckneturm, ein markanter Bau aus der

(Bilder: es)

Blütezeit der Textilindustrie. Johann Jakob

Täschler (1786 bis 1830) errichtete hier eine

Garnfärberei und 1828 den Tröckneturm zum

Trocknen von Leinen. Heute beherbergt er

eine Ausstellung zur Textilgeschichte, die im

Rahmen von Führungen besucht werden kann.

Der Turm liegt in einem weitläufigen Park mit

zwei Weihern. Nach einer halbjährigen Bauzeit

fliesst der einst eingedolte Burgweierbach nun

zwischen dem Unteren Burgweier und der Kapelle

Maria Einsiedeln auf über 170 Metern offen

und frei durch das Gelände mäandrierend.

Mittlerweile hat der Nebel endgültig über

die zaghaften Sonnenstrahlen gesiegt. Der

Burgweierpark präsentiert sich winterlich,

eisig und schwarz-weiss. Trotzdem treffen wir

viele Spaziergänger und an einem kleinen Hang

sausen Kindern mit ihren Schlitten hinunter.

Es braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen,

wie erst recht einladend der Park in

der warmen Jahreszeit ist. Dieser Ort ist denn

auch der «Geheimtipp» der St. Galler Stadtpräsidentin

Maria Pappa: «Der Burgweier mit dem

Tröckneturm, indem auch Trauungen möglich

sind, ist egal zu welcher Jahreszeit einen Spaziergang

wert. Es ist ein kleiner Ruheort in der

Blick von der Kräzerenbrücke auf das Sitterviadukt, welches zwischen 1908 und

1910 erbaut wurde.

Der Tröckneturm ist als einziges Gebäude einer Indienne-Färberei, die nach 1825

auf dem Gelände einer ehemaligen Burg errichtet worden war, noch erhalten.


03/2025 Von Gemeindehaus zu Gemeindehaus · 31

Hektik des Alltags.» Sie nimmt unseren weiteren

Weg gleich vorweg und rät: «Wenn man

dann noch Zeit hat, lohnt es sich, den Spaziergang

bis zur Kreuzbleiche weiterzuführen, um

zum Beispiel an einem lauen Sommerabend

die lebendige Stadt mit ihrer vielfältigen Bevölkerung

zu erleben – ob beim Skaten, Fussballspielen,

beim Picknick oder bei einem Aperitif

in der Gartenwirtschaft der Militärkantine.»

Nun am Tag unsere Wanderung Mitte Februar

sind die Temperaturen nicht so einladend, um

am Lieblingsort von Maria Pappa zu verweilen,

daher spazieren wir weiter und gelangen über

die Burgstrasse zur St. Leonhardbrücke und an

der Lokremise vorbei zum Bahnhof, wo wir unser

Ziel, das Rathaus von St. Gallen erreichen.

Der Bär verbindet

Und für einmal machen wir hier nicht Halt,

sondern spazieren Richtung Innenstadt.

Es lohnt sich, den Blick zu erheben und zu

staunen: Zahlreiche Erker, kunstvoll verziert,

zeugen vom Reichtum ihrer damaligen

Besitzer. Allein in der Altstadt finden sich

über hundert dieser Vorbauten an Häuserfassaden.

Die meisten Touristen aber

kommen vermutlich nach St. Gallen, um

die Stiftskirche aus dem 18. Jahrhundert zu

sehen. Der zwischen 1755 und 1766 errichtete

barocke Bau wurde zusammen mit dem

Stiftsbezirk 1983 als UNESCO-Welterbe in

die Liste der schützenswerten Weltkulturgüter

aufgenommen.

Südlich des Klosters befindet sich die Talstation

der Mühleggbahn. Dieser Platz gilt

als Kraftort. Der Legende nach hat Gallus

hier seine Klause errichtet und damit die

Stadt begründet. Auf seine Begegnung mit

einem Bären geht denn auch das Wappen

der St. Galler Fürstabtei und heutigen Stadt

St. Gallen zurück. Und nicht nur dieses Wappen:

Mit der Abwendung von der Abtei hin

zur Eidgenossenschaft Anfang des 15. Jahrhunderts

begab sich das damalige Appenzell

auf einen Weg Richtung Unabhängigkeit und

Freiheit. Von der Herrschaft der Fürstabtei

übrig blieb das gemeinsame Wappentier.

Und bekanntlich hat ja auch Herisau den

Bären in seinem Wappen. Die Legende um

Gallus verbindet also bis heute.

Mehr Arbeitsplätze als Einwohner

Wir verlassen den Kraftort, nutzen das älteste

innerstädtische öffentliche Verkehrsmittel

und lassen uns von der Mühleggbahn nach

St. Georgen bringen. Gewiss, wir hätten auch

die Treppe nehmen können. Von denen es in

St. Gallen etliche gibt. Unter «staegestadt.ch»

ist nachzulesen: «St. Gallen ist eine wahre Stägestadt:

rund 13’000 Treppenstufen für etwa

80’000 Einwohnerinnen und Einwohner. Man

würde also die gesamte Stadtbevölkerung auf

die öffentlichen Treppen kriegen, wenn alle

nah zusammenstehen und sie sich etwa zu

sechst eine Stufe teilen würden.» Uns bringt

die Standseilbahn nach St. Georgen und ins

bekannte Naherholungsgebiet «Drei Weieren».

Hier geniessen wir den Blick über die

Stadt. Eine Stadt, die Maria Pappa wie folgt

charakterisiert: «St. Gallen hat die richtige

Grösse. Nicht so klein wie ein Dorf, in dem sich

jeder kennt, und nicht so gross, dass man in

der Anonymität versinkt. Die Stadt pulsiert im

Tal mit ihren vielfältigen Freizeit- und Gastroangeboten

sowie Arbeitsplätzen und urbanen

Unser Weg von Herisau nach St. Gallen.

Wohnungen. Gleichzeitig bietet sie von überall

her innert 15 Minuten ruhige und idyllische

Naherholungs-Oasen. Sie gehört mit dem

Stiftsbezirk zu den bedeutendsten kulturellen

Zentren Europas und hat deshalb viele alte

Schätze, sei es an und in den historischen Bauten,

aber auch in den verschiedenen Museen.»

Und was sollten man über die Ostschweizer

Metropole unbedingt wissen? «Die Stadt

wurde 612 nach Christus gegründet und schaut

damit auf eine über 1400-jährige Geschichte

zurück. Sie hat seit jeher eine grosse Bedeutung

als Wissensstadt im deutschsprachigen

Raum – vom Kloster bis zur heutigen Universität

St. Gallen.» Zudem zähle St. Gallen mehr

Arbeitsplätze (88'000) als sie Einwohnerinnen

und Einwohner habe und die Dichte von attraktiven

Kultur- und Gastronomieangeboten

sei für die Grösse der Stadt einzigartig.

Den Besuch eines der zahlreichen Museen

verschieben wir und spazieren durch die

Mühleggschlucht hinunter in die Altstadt und

zum Bahnhof. Der Zug bringt uns über das

365 Meter lange Sitterviadukt und damit über

die höchste Eisenbahnbrücke der Schweiz

(99 Meter) wieder nach Herisau.

Eva Schläpfer

(Bild: SchweizMobil)

St. Gallen

Herleitung des Ortsnamens: Der Name setzt sich aus dem Adjektiv

sankt und dem Personennamen Gallus zusammen und bedeutet

«beim Kloster, das dem heiligen Gallus geweiht ist».

Tiefster Punkt: 496 m ü. M. (im Goldachtobel)

Höchster Punkt: 1074 m ü. M. (im Birt)

Fläche: 39,38 km²

Einwohner: 83'164 (31. Dezember 2024)

Einwohnerdichte: 2'111 Einwohner pro km²

St. Gallen ist seit der Gründung des Kantons St. Gallen 1803 Hauptort

des Kantons und besteht neben der alten Stadtgemeinde (bis 1798 freie

Reichsstadt und Republik St. Gallen) und dem einstigen Klosterbezirk

des Fürstabts aus den ursprünglichen Dörfern und Weilern Bruggen,

Hafnersberg, Heiligkreuz, Kräzern, Krontal, Lachen, Neudorf, Notkersegg,

Riethüsli, Rotmonten, St. Fiden, St. Georgen, Sittertal, Tablat

und Winkeln. Diese Weiler und Dörfer gehörten früher zu den damals

selbständigen Gemeinden Straubenzell und Tablat und wurden 1918 in

die Stadt eingemeindet.


Publireportage

Willi Schiess AG

Spenglerei und Blitzschutzanlagen

9100 Herisau

ÜBERGABE AN

DIE NÄCHSTE

GENERATION

Nach über 37 Jahren erfolgreicher Geschäftstätigkeit übergeben Willi und Brigitte Schiess die

Firma Willi Schiess AG, Spenglerei und Blitzschutzanlagen an die nächste Generation.

Mit grosser Dankbarkeit blicken sie auf all die Jahre ihres Schaffens zurück, in denen sie sich

mit ihren geschätzten Mitarbeitern und Qualitätsarbeit einen hervorragenden Ruf in der

Baubranche erarbeiten konnten.

Willi und Brigitte Schiess:

«Wir sind sehr erfreut, dass wir unseren Familienbetrieb

an unsere Söhne Stefan und Roman Schiess übergeben

dürfen. Wir sind überzeugt, dass sie die gelebten Werte, die

richtige Vision und das Engagement mitbringen, um die

Willi Schiess AG erfolgreich weiterzuführen.

Nach diversen Stationen in verschiedenen Fachbetrieben

und Weiterbildungen, sind sie seit längerer Zeit im Familienunternehmen

tätig und haben sich als kompetente und

innovative Fachprofis etabliert.

Wir danken all unseren treuen Kunden für das langjährig

entgegengebrachte Vertrauen. Dies ist immer die Grundlage

für den Erfolg einer Firma.»

Stefan und Roman Schiess:

«Wir sind beide hochmotiviert und freuen uns auf die

Zukunft mit neuen Aufgaben und Projekten. Mit unserer

Leidenschaft für das Spenglerhandwerk und unserem

engagierten Team, werden wir unserer Kundschaft weiterhin

ein verlässlicher Partner für fachmännische Beratung,

optimale und kreative Lösungen bei sämtlichen Spenglerarbeiten,

Blitzschutzanlagen, Service, Unterhaltsarbeiten

und Reparaturen sein.»

Willi und Brigitte Schiess übergeben die Willi Schiess AG an Roman und

Stefan Schiess.


03/2025 Gesellschaft / Chorzfuetter · 33

Chorzfuetter

Lothar Eugster lädt zur Ausstellung

Für alle Kunstinteressierten stellt Künstler Lothar

Eugster aus Herisau vom 13. bis 23. März

seine neusten Werke in seinem Atelier an der

Bahnhofstrasse 4 aus. Gezeigt werden Landschaftsbilder,

darunter aus dem Appenzellerland,

der Toskana, der Provence und Venedig.

Die Ausstellung ist täglich von 14 bis 17 Uhr

geöffnet, der Künstler selbst wird an den

meisten Tagen vor Ort sein. (eing.)

Neue Tempo-30-Zonen

Der Gemeinderat hat Tempo-30-Zonen auf

der Saumstrasse (Abschnitt Walke) und

auf der Obermoosbergstrasse zugestimmt.

Vorausgegangen war eine Unterschriftensammlung

von Anwohnerinnen und Anwohnern

für eine Temporeduktion auf der

Saumstrasse. Damit kann eine höhere Sicherheit

im Verkehr für sämtliche Verkehrsteilnehmenden

sowie eine bessere Lebensund

Wohnqualität für die Anwohnenden

erreicht werden. (gk)

BESONDERE TAGE IM SCHNEE

FÜR HERISAUER SCHULKLASSEN

Schwünge in den Schnee zaubern und den

Bügel am Lift erwischen: Was für viele Wintersportlerinnen

und Wintersportler selbstverständlich

zu einem Skitag gehört, ist für

einige Kinder und Jugendliche Neuland – oder

war es zumindest bis vor Kurzem. Dank der

Sunrise Snow Days kamen auch bislang ungeübte

Wintersportlerinnen und Wintersportler

zu einem Schneesporterlebnis: Rund 200 Kinder

der 3. bis 6. Klasse aus den Schulhäusern

Wilen und Landhaus durften sich im Rahmen

des von Swiss Ski und dem Verein Schneesportinitiative

Schweiz ins Leben gerufenen

Projektes in Wildhaus resp. im Pizolgebiet

auf den Skis oder dem Snowboard versuchen

oder weiter an ihrer Technik feilen. Die Anfängerinnen

und Anfänger wie auch die Fortgeschrittenen

erhielten Tipps von Ski- und

Snowboardlehrpersonen. Dank der Unterstützung

durch Sponsoren und Bergbahnen, die

eine vergünstigte Tageskarte zur Verfügung

stellten, erlebten die Kinder anstelle eines

gewöhnlichen Schultages schöne winterliche

Stunden im Freien. (lp)

Geschichte trifft Gesang

Am Donnerstag, 27. März, lädt der Historische

Verein Herisau im Anschluss an seine

Hauptversammlung um 20.15 Uhr ins Alte

Zeughaus zu einem öffentlichen Vortrag

mit Chorauftritt. Referentin und Historikerin

Myrta Gegenschatz erzählt von den Anfangszeiten

des Appenzellischen Sängervereins

(1824-1842). Der Frauenchor Frohsinn

begleitet das Referat mit ausgewählten Liedern.

Der Eintritt ist frei, alle Interessierten

sind herzlich willkommen (eing.)

Heimatschein digitalisiert

Die Hinterlegung von Schriften (Heimatscheinen)

diente den Einwohnerdiensten bis

anhin als Grundlage für die Erfassung eines

Hauptwohnsitzes einer Person. Seit dem

1. Februar 2025 entfällt die Hinterlegungspflicht

von Heimatscheinen im Kanton Appenzell

Ausserrhoden. Möglich wurde dies

aufgrund der Digitalisierung. (gk)

Die Kinder vom Schulhaus Landhaus und Wilen.

LEHRSTELLEN-TISCHMESSE NEU

AUCH FÜR ELTERN GEÖFFNET

(Bild: pd)

Am Freitag, 14. März, ist es wieder soweit – die

Ausbildungsbetriebe stellen ihre Lehrberufe

vor und stehen den Schülerinnen und Schülern

der Oberstufenklassen für alle Fragen

rund um die Berufsbildung zur Verfügung. Die

Lehrstellen-Tischmesse erfreut sich sowohl bei

den Oberstufen als auch bei den Ausbildungsbetrieben

grosser Beliebtheit. Auf vielfachen

Wunsch sind neu die Eltern und andere interessierte

Personen eingeladen. Aus diesem

Grund sind die Türen neu von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Während sich die Schulklassen anmelden

müssen, können die alle anderen Gäste

einfach im Casino Herisau vorbeischauen. Die

Organisation vor Ort wird von den lokalen Gewerbevereinen

realisiert. Die Trägerverbände

sind auch in diesem Jahr der Gewerbeverband

AR und die Industrie AR. (eing.)

Hommage an den Appenzeller Witz

Am Freitag, 28. März, findet im grossen Saal

des Cinétreffs der Event «Hommage an den

Appenzeller Witz» statt. Mit von der Partie

sind unter anderem Autor Peter Eggenberger,

Comedian Abdulsamed Bramovic und Alex

Eugster (Trio Eugster). Am Anlass werden Appenzeller

Witze und Musik kombiniert. (eing.)

Die Lehrstellen-Tischmesse erfreut sich jährlich grosser Beliebtheit.

(Bild: zVg.)


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drei von Ihnen favorisierte Dialog-Themen

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03/2025 Veranstaltungen · 35

JURI VOLTA PRÄSENTIERT ROCK

MIT HERISAUER WURZELN

Am Freitag, 28. März, wird im «Dä 3. Stock»

in Herisau gerockt: Juri Volta und seine

Band laden zu einem Abend voller Energie,

Groove und guten Geschichten ein.

Die musikalische Heimat der Gruppe liegt

gleich nebenan, an der Industriestrasse

28A. Dort wird nicht nur musiziert, sondern

auch gelebt und gearbeitet – mit dem

Herisauer Marco Steiner am Schlagzeug.

Juri Volta selbst bezeichnet sich augenzwinkernd

als «Kleinstadtheld», «Gitarrengott»

und «Kneipenpoet». Für jene, die im

Alltag zu wenig Mut oder Zeit haben, das

Leben in vollen Zügen zu geniessen, stürzt

er sich in musikalische Abenteuer voller

Leidenschaft und Temperament. Sein

neues musikalisches Projekt bewegt sich

zwischen Stadion-Rock, Neue Deutsche

Welle und einem Hauch Schlagerpunk. In

seiner Musik lässt er Legenden wie Bonnie

und Clyde wieder aufleben, löscht Tinder

und riecht Freiheit in der Kleinstadtluft.

Juri will 110 Prozent Leben und mixt Molotow-Cocktails

aus Liebe und Benzin, damit

am Ende das Wahre gewinnt. Hinter dem

Künstlernamen Juri Volta verbirgt sich

Florian Suter, besser bekannt als Florian

Summer. Mit seinen Alben «Poolboy» und

«Toyboy» erreichte er bereits Top-Platzierungen

in den Schweizer Charts und feierte

Erfolge im hiesigen Radio. Schlagzeuger

Marco Steiner begleitete ihn dabei sowohl

im Studio als auch bei zahlreichen Live-

Auftritten. Der kommende Auftritt im «Dä

3. Stock» soll das Lokal mit viel Charme und

«Amore»-Stimmung füllen. «Wir hoffen auf

ein rappelvolles Haus», so die Band. Das

Konzert startet um 21 Uhr. (eing.)

Juri Volta bringen viel Energie.

(Bild: zVg.)

EIN MUSICAL UND DIE FRAGE

NACH VERBORGENEN TRÄUMEN

Das Musical «Hair» aus dem 60er-Jahren

gilt bis heute als eines der erfolgreichsten

der Welt. Vom 20. bis 23. März (Donnerstag

bis Sonntag) wird in der Stuhlfabrik eine

ganz besondere Version davon aufgeführt.

Die Inszenierung «Hair – Reloaded» bezeichnet

sich selbst mit einem Augenzwinkern

als «die etwas andere Form des Kultmusicals.»

Geschrieben wurde das Stück

von Schauspieler Hans-Peter Ulli, der mit

seinen Aufführungen zum Stammgast auf

den regionalen Theaterbühnen gehört.

«In den vergangenen Jahren nahm ich eine

Tendenz wahr, die mich umtreibt. Im Beruf

aber auch oft im privaten Umfeld gilt es

stark zu sein, selbstbewusst und möglichst

immer den Schein zu bewahren. Gleichzeitig

gilt es, keine Schwächen zu zeigen und

die eigenen Stärken nicht in die Welt zu

posaunen, um nicht arrogant zu wirken.»

Diese Wahrnehmung habe er in einer Tragikomödie

thematisieren wollen. Als «Baby

Boomer» sei er mit dem Musical aufgewachsen.

Im Zentrum von Ullis Neuinterpretation

steht der Regisseur Ricky, der vor

25 Jahren für seine Inszenierung von «Hair»

gefeiert wurde. Nun will er das Musical in

einer Neufassung und mit einem Teil der

damaligen Besetzung nochmals auf die

Bühne bringen. Doch kaum gemeinsam im

Probelokal, kommen alte Reibereien wieder

zum Vorschein. «Das Stück stellt sich

die Frage, was wir brauchen, damit wir

uns in unserem privaten und beruflichem

Umfeld so zeigen dürfen, wie wir wirklich

sind», erklärt Ulli. «Wir sollen doch sagen

können, worauf wir stolz sind, welche Träume

wir haben und was uns ängstigt.» Die

Inszenierung eines Musicals bringt für die

Schauspielerinnen und Schauspieler besondere

Herausforderungen mit sich. «In

einem klassischen Theaterstück ist der Text

das zentrale Element. Rhythmus, Dynamik

und Form sind entscheidende Komponenten,

um eine Verbindung mit dem Publikum

zu erzielen. Im Musical müssen diese

Punkte mit der Musik verbunden werden.

Das erweitert aus meiner Sicht die sinnliche

Erfahrung, welche die Zuschauerinnen

und Zuschauerinnen machen.»

Mit auf der Bühne stehen neben Antonia

Brown, Judith Niethammer, Boglárka

Horváth, Evelina Brecht und Benjamin

Heutschi auch die Hair Reloaded Band.

«Mit Luca Pacino an der Gitarre, Lubomir

Kopka am Bass und Perkussionist Sandro

Cadeddu haben wir eine Band, welche den

Groove des Musicals einfängt», so Ulli. Und

was erwartet die Besucherinnen und Besucher

letztlich? «Ein Abend mit den grossen

Songs des Musicals, eingebettet in eine

Handlung, die humorvoll und nachdenklich

zu gleich sein wird.» Die Aufführungen vom

Donnerstag, Freitag und Samstag starten

jeweils um 20 Uhr, die Sonntagsvorstellung

beginnt bereits um 16 Uhr. (sd)

Hans-Peter Ulli hat das Stück geschrieben und steht

auch selbst auf der Bühne.

(Bild: zVg.)

Hier geht es

zu den Tickets

https://bit.ly/hDlp4PI


36 · Herisau bei Nacht 03/2025

«HINTER DEM MISCHPULT SPÜRE

ICH DIE ENERGIE DER MENSCHEN»

In der Nacht wird Samuel Künzle zu DJ Sam Sparking. Seit vier Jahren legt er auf und produziert

eigene Songs. Im letzten Teil unserer Serie «Herisau bei Nacht» erzählt er, woher seine

Liebe zur Musik kommt und weshalb das Nachtleben manchmal einem Haifischbecken gleicht.

Die Arbeit bei Nacht hat viele Facetten –

vom schuftenden Gleisarbeiter über die

Hebamme auf der Geburtenstation bis

zum Taxifahrer, der die letzten verlorenen

Seelen nach Hause bringt. Doch für viele

Menschen ist die Nacht jene Zeit, in der sie

sich von den beruflichen Strapazen erholen

und den Kopf lüften. Das Wochenende nutzen

vor allem jüngere Generationen, um im

Ausgang den Stress des Alltags zu vergessen

und die Nacht zum Tag zu machen.

Samuel Künzle bewegt sich zwischen

diesen beiden Welten. Seit vier Jahren legt

der 18-jährige Herisauer als DJ Sam Sparking

auf und sorgt in Clubs, an Dorffesten

oder Abschlussbällen für die passende

musikalische Untermalung. «Viele meinen

noch immer, dass ein DJ einfach einen

Knopf drückt und eine Playlist laufen lässt,

die er am Vorabend kurz zusammengestellt

hat», sagt er. «Dabei brauchst du ein gutes

Gespür für die Menschen. Du musst erahnen,

welche Art von Musik sie wollen und

während deines Auftritts darauf eingehen

können. Das Publikum ist jeden Abend

unterschiedlich, jeder Club, jedes Dorffest

und jeder Schulabschluss ist anders. Dementsprechend

musst du immer wieder auf

die neuen Gegebenheiten reagieren können,

um den Nerv zu treffen.»

Vom Jugendtreff in die Clubs

Die Liebe zur Musik habe er schon als Kind

verspürt. «Ich habe früh Schlagzeug gespielt

und ein gutes Rhythmusgespür entwickelt.

Das kommt mir als DJ entgegen.

Genauso wie das Klavierspielen, das ich

seit einigen Jahren leidenschaftlich gerne

mache.» Diese Instrumente seien die

ideale Kombination, um sich als DJ zu versuchen.

«Denn die elektronische Musik ist

grundsätzlich eine Mischung aus einem

Beat und einer darübergelegten Melodie.»

Seine ersten Gehversuche in der neuen

Musikrichtung unternahm er mit Hilfe

eines Bekannten, der ihm die grundlegenden

Schritte beibrachte. «Ich hatte das

Glück, mit ihm jemanden zu haben, der

mir immer wieder zeigte, wie ich mich verbessern

kann. Daraus entstand eine gute

Freundschaft – zumal er mir auch half, in

der Szene Fuss zu fassen.» An seinen ersten

Auftritt kann sich Samuel Künzle bestens

erinnern. «Das war eine Jugendveranstaltung

in Wittenbach. An einer Party für

Oberstufenklassen durfte ich drei Stunden

auflegen. Damals besass ich noch nicht

einmal eigenes Equipment und musste

mir alles ausleihen.» Obwohl er mittlerweile

in Clubs von St. Gallen über Glarus

bis nach Zürich auftritt, nimmt er nach wie

vor auch kleinere Aufträge an. «Ich höre

immer wieder von Oberstufenschulen, die

Mühe haben, einen DJ zu finden. Mir machen

auch diese Auftritte grossen Spass,

weil ich den Kontakt mit dem Publikum

sehr schätze. In den Clubs triffst du die anderen

DJs, die Sicherheitsmitarbeiter und

vielleicht noch den Besitzer, aber das war’s

dann. Danach stehst du am Mischpult und

machst dein Ding.»

Um sich einen guten Ruf in der Szene zu

erarbeiten und sich langfristig zu etablieren,

setzt Samuel Künzle auf Seriosität und

Ernsthaftigkeit. «Im Zeitalter der sozialen

Netzwerke gibt es viele, die sich ein bisschen

als DJ ausprobieren möchten, weil sie

Videos von Influencern sehen und ebenfalls

auf die grossen Bühnen wollen. Dementsprechend

gibt es viele junge DJs, die sich

zwar als solche ausgeben, aber nicht viel

davon verstehen oder bei ausbleibendem

Erfolg schnell wieder das Handtuch werfen.»

Bei ihm nehme die Vorbereitung auf

ein Set doppelt oder dreimal so viel Zeit in

Anspruch wie die Dauer des Auftritts. «Als

DJ musst du flexibel sein und auf die Stimmung

der Gäste reagieren können. Deshalb

muss ich mir im Vorfeld viele Gedanken

machen, welche Lieder ich zu welchem

Zeitpunkt spiele. Was mache ich, wenn die

Stimmung ruhig ist? Wie reagiere ich, wenn

der Club schlecht besucht ist und die Gäste

sich lieber unterhalten, statt zu tanzen? Bin

ich der erste DJ des Abends oder trete ich

auf, wenn alle schon ausgelassen am Feiern

sind? Das sind alles Punkte, die meine

Songauswahl beeinflussen.»

Zu seinen Auftritten in der Ostschweiz

begleiten ihn Freunde oder ein Fotograf.

«Diese Abende verlaufen ziemlich ähnlich»,

sagt er. «Vor einem Auftritt in einem

Club gehen wir immer gemeinsam Essen.

Danach bin ich eine halbe Stunde vor meinem

Einsatz dort und bereite mich vor.»

Bei einer Schulabschlussfeier oder einem

Dorffest sei er bereits mehrere Stunden

vorher da, um sich um den Aufbau und die

Technik zu kümmern. «Es hat beides seinen

Charme», meint er. «Im Club läuft alles sehr

strukturiert ab, nach meinem Set schaue

ich vielleicht noch einem anderen DJ über

die Schultern oder knüpfe im Backstagebereich

ein paar Kontakte. Bei einem Dorffest

ist alles etwas ruhiger und das Konkurrenzdenken

unter den DJs ist kleiner als in den

Clubs.» Gerade in der Ostschweiz sei die

Anzahl begrenzt. «Der Ausgang in St. Gallen

ist nicht mehr derselbe wie vor einigen

Jahren. Es gibt immer weniger Besucherinnen

und Besucher in den Clubs.»

«Das war einfach ein geiler Abend»

Rückblickend auf seine ersten vier Jahre

sind Samuel Künzle, der eine Lehre als

Elektriker bei Angehrn Elektro im Dorf absolviert,

einige Abende in Erinnerung geblieben.

«Besonders war für mich der erste

Auftritt im Kugl in St. Gallen. Dieser Club

ist über die Grenzen der Ostschweiz hinaus

bekannt. Und obwohl ich nur eine kurze

Zeit spielen durfte und nicht besonders

viele Leute da waren, war es cool, dass ich

dort auftreten durfte.» Auch ein Auftritt an

einem Fest in Wittenbach vor 500 Personen

habe bleibenden Eindruck hinterlassen.

Letztlich verfolge er hinter dem Mischpult

stets dasselbe Ziel: «Wenn die Menschen

spät in der Nacht mit ihren Kolleginnen

und Kollegen nach Hause gehen und sagen

‹Das war einfach ein geiler Abend›, habe

ich einen guten Job gemacht.»

DJ Sam Sparking macht dann auch keinen

Hehl daraus, dass er in solchen Nächten

gerne im Mittelpunkt steht. «Das

ist der Lohn für meine Arbeit und all die

Vorbereitung, die in einen Auftritt fliesst.

Für dieses Gefühl, diese Energie der Menschen,

die ich hinter dem Mischpult spüre,

sitzt du stundenlang allein zuhause, brütest

über Sets und bereitest dich auf alle

möglichen Szenarien vor.»

Hier geht es zum

Instagram-Profil

https://bit.ly/h7&3K

Sergio Dudli


03/2025 Herisau bei Nacht · 37

Vom Abschlussball bis zum Club in Zürich: DJ Sam Sparking legt fast jedes zweite Wochenende auf.

(Bild: Ianix Productions)


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03/2025 Veranstaltungen · 39

EIN KAMMERMUSIK-ABEND

IM ZEICHEN DER BRATSCHE

Am Mittwoch, 12. März, erwartet das Publikum

im Casino Herisau ein besonderer

Musikabend. Die Bratschistin Silvia Simionescu

aus Rumänien und die litauische

Pianistin Ieva Jokubaviciute treten im Rahmen

des 5. Casino-Kammermusikkonzerts

auf und entführen die Zuhörerinnen und

Zuhörer mit Werken aus der Romantik.

Die Werke werden dabei auf der Bratsche

statt der Violine gespielt, was dem Klang

eine besonders warme und tiefgründige

Dimension verleiht. Auf dem Programm

stehen die «Sonatina op. 100» von Antonin

Dvorak, die während seines Amerika-Aufenthalts

entstand und in der Motive von

indigener Musik eingeflossen sind. Ergänzt

wird das Konzert durch Johannes Brahms

«Sonate op. 78». Ein weiterer Höhepunkt

des Abends sind Kompositionen von zwei

bedeutenden, aber oft übersehenen Frauen

der Musikgeschichte. So erklingen «Drei

Romanzen» von Clara Schumann-Wieck,

die zu ihrer Zeit als eine der grössten Pianistinnen

galt. Darüber hinaus wird die

«Sonate für Bratsche und Klavier» von Rebecca

Clarke zu hören sein. Die britische

Komponistin, die in den Schatten ihrer

männlichen Kollegen stand, war eine herausragende

Bratschistin. Ihre Sonate von

Die rumänische Musikerin Silvia Simionescu spielt Werke aus der Romantik.

1919, von einem impressionistischen Klang

geprägt, bietet ein eindrückliches Beispiel

für die klanglichen und technischen Möglichkeiten

des Bratschenspiels. Der Kammermusikabend

beginnt um 19.30 Uhr im

kleinen Saal des Casino Herisau. (cg)

(Bild: zVg.)

MARIUS BEAR UND 300 SCHULKINDER

TRETEN AM KANTONALMUSIKFEST AUF

Am Appenzeller Kantonalmusikfest 2025

vom 23. bis 25. Mai treffen und messen

sich in Herisau zahlreiche Musikformationen.

Mit Marius Bear konnte zudem

ein prominenter Überraschungsgast verpflichtet

werden. Spätestens seit dem

Jahr 2022, als er die Schweiz am Eurovision

Song Contest in Turin vertrat und

seine Karriere so richtig lancierte, ist der

Appenzeller Musiker auch weit über seine

Heimat hinaus bekannt. Nun kommt Marius

Bear für das Appenzeller Kantonalmusikfest

2025 nach Herisau und stellt sich

für ein ganz besonderes musikalisches

Projekt zur Verfügung: Er wird am Eröffnungsabend

vom Freitag, 23. Mai, zusammen

mit dem Musikverein Herisau und

rund 300 Schülerinnen und Schülern auf

der Bühne stehen. Gemeinsam werden sie

fünf seiner bekanntestens Songs präsentieren.

Alle Titel «Momou», «Chinder si»,

«Kiss me in the Morning», «Mond» und

den ESC-Song «Boys do cry» wurden speziell

für diesen Anlass neu arrangiert. Die

Idee für das Schülerkonzert auf dem Fussballplatz

Ebnet hatten die Schulleitung

Herisau und der musikalische Leiter des

Musikvereins Herisau, Andreas Koller. Sie

wollen mit dem Konzert Herisauer Schülerinnen

und Schülern einen besonderen

Marius Bear vertrat die Schweiz 2022 am Eurovision Song Contest.

Platz im 100-Jahr-Jubiläum des Musikvereins

einräumen und sie so für gemeinsames

Musizieren und Singen begeistern.

Marius Bear selbst bedeute die Arbeit mit

den Schulkindern aus der Region und dem

Musikverein Herisau menschlich und musikalisch

sehr viel. (mv)

(Bild: zVg.)


40 · Kalender 03/2025

Kalender

März

5. 181. Gidio Hosestoss Kinderfasnachtsumzug,

15 Uhr, Chälblihalle - Buchenstrasse

- Arthur Schiess Strasse - Oberdorfstrasse

- Platz - Obstmarkt - Bahnhofstrasse

- Bachstrasse - Buchenstrasse

6. Herisauer Schnitzelbankabend, 18 Uhr,

mehr Infos auf fahe.ch

7. JAMfreeday, 19 – 2 Uhr, Dä 3.Stock

7. Konzert von Pegasus, 20 Uhr, Casino

7. Narrenball, Gelände öffnet um 16 Uhr,

Chälblihalle

8. Livekonzert: Ratpile, 19 Uhr, Dä 3.Stock

8. Helga Schneider «Sweet & Sour», 20 Uhr,

Casino

8. Konzert von Mario Batkovic am Akkordeon,

Kultur is Dorf, 20.30 Uhr, Altes

Zeughaus

8. Guggen-Party, ab 17 Uhr, Chälblihalle

9. Gugge-Tröffe mit grossem Umzug, 14.14

Uhr, Dorfzentrum

9. Gidioverbrennung, 18.45 Uhr, Ebnet

10. Blochgant und Blochball, 20 Uhr, Chälblihalle

12. «Lollipop» mehr als nur ein Chrabbeltreff,

14 – 17 Uhr, ref. Kirchgemeindehaus

12. Musik- und Tanznachmittag der Pro

Senectute AR, 14.30 – 18 Uhr, Restaurant

Treffpunkt

12. Silvia Simionescu, Bratsche / Ieva Jokubaviciute,

Klavier, 19.30 Uhr, Casino Herisau,

Kleiner Saal

12. Chäller live «Falsch verbunden», 20 Uhr,

Casino

12. Wunschkonzert und Tanz «Oldies but

Goldies», 14.30 Uhr, Treffpunkt

13. Line Dance Schnupperkurs, Buffalo Dancers,

9.30 – 10.30 Uhr, Steig Center

13. Valerio Moser «Tablett voll glitzernder

Snapshots!», 20 Uhr, Alte Stuhlfabrik

13. Mittagstreff, Club 60plus, 11.30 Uhr, Casino

14. Lehrstellen-Tischmesse, 10 – 18 Uhr, Casino

15. Velobörse, 9 – 11 Uhr, Chälblihalle

15. Rocknight mit Dusty Seekers & Saltem Q,

19 – 23 Uhr, Dä 3.Stock

15. Konzert von Almas, 20 Uhr, Kafi Karl

16. «Circus», ab fünf Jahren, 11 Uhr, Figurentheater

Herisau

16. Spielesonntag, 14 – 18 Uhr, Dä 3.Stock

18. Hauptversammlung, Club 60plus, 14 Uhr,

kath. Pfarreiheim

20 . Dialog-Forum «Obstmarkt 2.0», 19 Uhr,

Casino

20. Line Dance Schnupperkurs, Buffalo Dancers,

9.30 – 10.30 Uhr, Steig Center

20. Hair-Reloaded, 20 Uhr, Alte Stuhlfabrik

21. Disconight @3.Stock 70er/80er Musik,

19-2 Uhr, Dä3.Stock

21. Hair-Reloaded, 20 Uhr, Alte Stuhlfabrik

21. Konzert von Paul Tiernan und John Lester,

20.30 Uhr, Kafi Karl

22. Kisanii, Album-Releasetour «Cycle»,

19 Uhr, Dä 3.Stock

22. Tischmarkt - alles für dein Kind, 10 – 13

Uhr, Aula Sekundarschule Ebnet West

22. Hair-Reloaded, 20 Uhr, Alte Stuhlfabrik

23. «Der gestiefelte Kater», ab fünf Jahren,

11 Uhr, Figurentheater Herisau

23. Hair-Reloaded, 20 Uhr, Alte Stuhlfabrik

24. Halbtageswanderung, Vitaswiss, Anmeldung

bei Margrit Frehner: 079 703 96 49

25. Wanderung «Der kaum bekannte Hohlenstein»,

Club 60plus, 10.20 Uhr, Gleis 11

Bahnhof

26. Kinderartikelbörse, 9 – 11.30 Uhr und 13 –

14.45 Uhr, evang. Kirchgemeindehaus

26. Öffentlicher Arztvortrag: «Chronische

Wunden verstehen und heilen: Wege zu

neuer Lebensqualität», 19 – 20.30 Uhr,

Spital Herisau

27. Öffentlicher Vortrag «Anfangszeiten

des Appenzellischen Sängervereins» mit

Chorauftritt, Historischer Verein Herisau,

20.15 Uhr, Altes Zeughaus

27. Line Dance Schnupperkurs, Buffalo Dancers,

9.30 – 10.30 Uhr, Steig Center

27. Mittagstreff, Club 60plus, 11.30 Uhr, Casino

28. Szenische Lesung «Die letzte Nacht der

Sophie Taeuber-Arp» mit Diana Dengler

und Christian Hettkamp, 19.30 Uhr, Casino

Regelmässig

Café unter den Bäumen, Montag (10 – 17

Uhr) & Freitag (14 – 21 Uhr), Chupfertrocke

Museum Herisau, Mittwoch

bis Sonntag, 13 – 17 Uhr

Figurentheater-Museum, jeweils am

Mittwoch um 14 – 17 Uhr und Sonntag

11 – 16 Uhr

Kunstausstellung Lothar Eugster, 13.

bis 23. März, täglich 14 – 17 Uhr, Atelier

im Nelo-Gebäude, Bahnhofstrasse 4

28. Konzert von Juri Vola, 21 Uhr, Dä 3.Stock,

Industriestrasse 28A

28. Vortrag «Leben mit Demenz», 19.30 Uhr,

kath. Pfarreiheim

28. Konzert von Remo Forrer, 20 Uhr, Casino

29. Konzert und CD-Taufe der Kapelle Nogler,

19.30 Uhr, Kaffee Karl, Kasernenstrasse 39a

29. Herisauer Frühlingserwachen / Autoshow

2025, 9 – 17 Uhr

29. Schlager und Discofox Nacht, 19.30 Uhr,

Casino

30. «Der gestiefelte Kater», ab fünf Jahren, 11

Uhr, Figurentheater Herisau

30. Sonntagscafé, 13.30 – 17 Uhr, Haus Wiesental

30. Herisauer Frühlingserwachen / Autoshow

2025, 9 – 17 Uhr

31. Erzählcafé unter dem Thema «Frauen,

die uns inspirieren», 14 – 16 Uhr, Haus

Wiesental

31. Appenzeller Lät-night-Show, 20 Uhr, Alte

Stuhlfabrik

April

1. Frauen-Filmabend, Frauengemeinschaft

Herisau Waldstatt Schwellbrunn, 19 Uhr,

Cinetreff Herisau

1. Ja ss- und Spielenachmittag, Club 60plus,

14 Uhr, Restaurant Adler

2. Lollipop «mehr als nur ein Chrabbeltreff»,

14 – 17 Uhr mit Zvieri, ref. Kirchgemeindehaus


03/2025 Sternefööfi · 41

Sternefööfi

FRIEDAS FALL UND LILITHS AUFSTIEG

Kürzlich waren die beiden Kinosääle im Cinetreff

bis auf den letzten Platz besetzt. Der

Film «Friedas Fall» mit der Herisauerin Julia

Buchmann in der Hauptrolle vermochte zu fesseln.

Die Verfilmung dieses Frauenschicks des

20.Jahrhunderts überzeugte mit schauspielerischem

Handwerk und ausdrucksstarker Mimik.

Die bodenlose Ungerechtigkeit des damaligen

patriarchalen Zeitgeists und die Frage nach

dem Wert eines Menschenlebens regten nach

der Aufführung zum Nachdenken an.

Die Kindermörderin Frieda Keller

Wie kann eine Mutter ihr eigenes Kind umbringen?

Die Tat an sich spaltete schon damals

die Gesellschaft. Es sind die Hintergründe, die

Licht in dunkle Orte werfen. Im Fall der Frieda

Keller begann alles mit einem sexuellen Übergriff.

Die gesellschaftliche Schande, ein uneheliches

Kind geboren zu haben, vermochte sie

einige Jahre zu verheimlichen. Doch die Kosten

für die Unterbringung des Jungen in der Kinderbewahrungsanstalt

Tempelacker überstiegen

ihre finanziellen Möglichkeiten. Ihren Lohn als

Näherin brauchte sie für das Kostgeld im Haushalt

ihrer Schwester. Als sie ein Ultimatum vom

Tempelacker erhielt, holte sie ihren Sohn ab

und erdrosselte ihn im Hagenbuchwald. Die

Moral der Geschichte ist nicht minder traurig.

Nachdem sie erst zum Tode verurteilt wurde,

gelang im letzten Augenblick noch die Begnadigung.

Doch ob 15 Jahre Einzelinhaftierung ohne

jeglichen Kontakt zur Aussenwelt die bessere

Wahl war, mag man zu bezweifeln.

M

F

Lilith – zwischen Göttin und Dämon

Dabei entdeckte ich in der Astrologie viele Parallelen

zur Lilith. Im Mythos ist sie eine mächtige,

unabhängige Rebellin, die für die Liebe, den

Krieg und die Fruchtbarkeit des Lebens kämpft.

Damit gefährdet sie die Dominanz des männlichen

Patriarchats, welches mit der Dämonisierung

ihrer Fruchtbarkeit reagiert. Ihre Wurzeln

reichen zurück in matriarchale Gesellschaften,

die in tiefer Verbindung mit dem Leben auf diesem

Planeten und dessen zyklischen Kreisläufen

standen. Bei den Sumerern (4000 v.Christus)

findet sich die Gottheit Lamashtu. Um sich

ihrem mächtigen Urteil zu entziehen, wurden

Schutzamulette verwendet. Die Göttin Ishtar

(18.Jahrhundert v. Christus) war noch mächtiger

als ihr Vater und stand für Liebe, Krieg, Fruchtbarkeit

und den Himmel. Kulturen kamen und

vergingen und das Patriarchat bahnte sich

seinen Weg. Bereits in der griechischen Mythologie

wurde Lilith mit Lamia übersetzt und

war ein Schreckenswesen; halb Schlange, halb

Mensch. Im jüdischen Volksglauben gab es die

Lil-Geister, vor denen die Kabbala warnte. Nach

Christi Geburt fand Lilith Einzug in die Bibel:

Gott erschuf das erste Menschenpaar aus der

Erde. Adam und Lilith waren gleichberechtigt

geschaffen. Als Adam jedoch Lilith unterwerfen

wollte, beschloss diese das Paradies zu verlassen.

Sie sprach den unaussprechlichen Namen

Gottes aus, was ihr solche Macht verlieh,

dass sie davonflog. Adam wandte sich an den

Schöpfer und dieser schickte drei Engel hinter

Lilith her. Als diese sie zurückbringen wollten,

weigerte sie sich und musste dafür in Kauf nehmen,

dass jeden Tag 100 ihrer Kinder sterben.

Sie würde fortan Kinder heimsuchen und sie in

den ersten Lebenswochen krank machen. Gott

schuf eine zweite Frau aus Adams Rippe, die

sich bereitwillig unterwarf. Die Schlange, die

später Adam und Eva zum Baum der Erkenntnis

verführte, wurde als Abbild Liliths gesehen.

Die Bedeutung der Lilith im Horoskop

Heute blicken viele ReligionswissenschaftlerInnen

durch diese Fassade der patriarchalen Erzählweise

und erkennen die Sprengkraft einer

solch starken Frauenfigur. In der Dämonisierung

als Kinderräuberin wird weniger ihr Zorn

als ihre Trauer über den Preis, den sie für ihre

Unabhängigkeit und Freiheit zu zahlen hatte, in

der Vordergrund gestellt. Aus der Hexe wird so

die verzweifelte Frau, die sich nach ihren Kindern

sehnt. Ihre astrologische Relevanz korrespondiert

mit den Frauenbewegungen in Europa.

Die gespaltene Wahrnehmung fand Einzug

in die Deutung. Während in den weiblichen

Horoskopen der Fokus auf das Wiedererstarken

der weiblichen Kräfte gelegt wird, erleben Männer

den Lilith-Faktor meist über dominante

Frauen. Doch Lilith steht für den umfassenden

Kampf für Gleichwertigkeit, sie begehrt gegen

die Vertreibung von Volksstämmen oder die

Unterdrückung von Rassen auf. Errechnet wird

dieser Punkt im persönlichen Horoskop über

die Mondbahn zur Zeit der Geburt. Das Symbol

ist ein schwarzer Mond. Finden sich zusätzlich

zu diesem Symbol auch Pluto/Mond Verbindungen

in einem Horoskop, sind Schattenthemen

und Kämpfe um Gleichberechtigung angezeigt.

Der Rhythmus der Lilith verweist auf die

Thematik der Fruchtbarkeit, sie braucht neun

Jahre für ihren Umlauf durch den Tierkreis und

verweilt rund neun Monate in einem Zeichen.

Wofür kämpfen wir?

Lilith befindet sich aktuell im Zeichen Waage

und symbolisiert die verborgene Motivation für

Krieg und Frieden. Venus als Herrscherin über

die Zeichen Waage und Stier begehrt Ressourcen,

Besitz oder Anerkennung. Mars zieht erst

in den Krieg, wenn Venus ihm den Auftrag gibt.

Lilith in der Waage kämpft um neue Balancen

in Beziehungen. Sowohl im persönlichen Umfeld

wie in der Welt verstärken und verhärten

sich Dialoge und zeigen ein desolates Bild der

Kompromissbereitschaft. In jedem einseitigen

Machtsystem werden die Schattenthemen auf

Sündenböcke projiziert, doch diese begehren

auf. Der Zeitgeist hat mit Pluto im Wassermann

neue Gesetzmässigkeiten gebracht. Die Vernetzung

der persönlichen Vorstellungen bedingt

den Dialog untereinander. Kooperation lautet

der Schlüssel in Verbindungen und einseitige

Machtdemonstrationen wirken aus der Zeit gefallen.

Lilith zeigt, dass individuell für ein neues

Gleichgewicht gekämpft werden muss. Es wäre

aber hilfreich, den eigenen Mars erst auszusenden,

wenn ein Bewusstsein besteht, wofür man

eigentlich kämpfen will. (nr)

Impressum

Herausgeber / Druck

Appenzeller Druckerei AG

Kasernenstrasse 64

9100 Herisau

www.adag.ch

Redaktion

Helena Städler, Leitung (hst)

Sergio Dudli, Leitung (sd)

T +41 71 354 64 64

redaktion@deherisauer.ch

Freie Mitarbeitende

Eva Schläpfer (es)

Nadja Rechsteiner (nr)

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42 · Rätsel 03/2025

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Tierbauch

Zeitalter

abwertend

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Titel

(Wirtschaft)

Kern e.

Sache:

das ...

Fremdwortteil:

aussen

Ausruf d.

Ekels

in übertragener

Bedeutung

Stichwortverzeichnis

Schwellung

Abk.:

Computer

Aided

Design

Dauerbezug

Vogelbehausung

Radiosprecherin

Abenteuer

fertiggekocht

Gebäck

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Mineralquelle

im Kt. GL

Teil

mancher

Pilze

Bez. f. e.

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Nierensekret,

Harn

verehrtes

Vorbild

früher

als

erwartet

lat.:

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Olympiakomitee

Rufname

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extrem

starke

Neigung

span.:

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raetsel.ch

schweiz.

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Das Lösungswort der letzten

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«WO BINI» – DIE FOTO-CHALLENGE

Wissen Sie, von wo dieses Foto stammt? Dann haben Sie jetzt die Chance auf zwei Kinogutscheine im Cinétreff! Wenn Sie erkannt haben, wo wir

das Bild geknipst haben, machen auch Sie ein Foto davon und schicken Sie uns die Lösung bis zum letzten Mittwoch des Monats an redaktion@

deherisauer.ch. Unter allen richtigen Einsendungen losen wir jeden Monat eine Gewinnerin oder einen Gewinner aus. Unser Februar-Gewinner

ist Hansueli Bruderer. Er hat den Brunnen beim Spittelpärkli richtig erkannt – herzlichen Glückwunsch!

Freepik.com

Kennen auch Sie einen Ort, den niemand erkennen würde? Dann schicken Sie uns

ein Foto davon für unsere nächste Ausgabe. Findet niemand heraus, wo Sie das Bild

geknipst haben, gehören die beiden Kinogutscheine Ihnen!


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eigenem KI-Chip!

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Adler Optik & Akustik GmbH

9100 Herisau,

Bahnhofstrasse 21

Telefon 071 351 37 37

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