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antriebstechnik 2/2025

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19174

02

März 2025

€ 16,50

Organ der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e.V.

MESSEFRÜHLING

Innovationen und Trends der

Hannover Messe und Logimat

antriebstechnik.de


WISSEN SCHAFFT IDEEN

8 Print-Ausgaben im Jahr

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Marktübersicht (1x jährlich)

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Das Jahresabonnement umfasst 8 Ausgaben + 3 Sonderausgaben und kostet € 160,- (Ausland € 175,- netto) inkl. Versandkosten.

Als Begrüßungsgeschenk erhalte ich die Konturenlehre. Nach Ablauf des ersten Bezugsjahres kann das Abonnement jederzeit,

mit einer Frist von einem Monat, schriftlich gekündigt werden.

Unser Dienstleister, die VU.SOLUTIONS GmbH & Co.KG, erhebt Ihre Daten im Auftrag der Vereinigte Fachverlage (VFV) zum Zweck der Vertragsdurchführung, zur Erfüllung der vertraglichen

und vorvertraglichen Pflichten. Die Datenerhebung und Datenverarbeitung ist für die Durchführung des Vertrags erforderlich und beruht auf Artikel 6 Abs. 1 b) DSGVO. Zudem verwenden

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Vereinigte Fachverlage GmbH . Vertrieb . Postfach 10 04 65 . 55135 Mainz . Telefon: 06131/992-200

E-Mail: vertrieb@vfmz.de . Internet: www.vereinigte-fachverlage.de

„antriebstechnik“ ist eine Zeitschrift der Vereinigten Fachverlage GmbH, Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz, HRB 2270, Amtsgericht Mainz,

Geschäftsführer: Dr. Olaf Theisen, Matthias Niewiem, Umsatzsteuer-ID: DE 149063659, Gerichtsstand: Mainz


EDITORIAL

INDUSTRIEPOLITIK STÄRKEN

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung hängen in

Deutschland stark von der Industrie ab. Hohe Energie- und

Lohnkosten, internationaler Wettbewerb oder Bürokratie

werden oft als Gründe genannt, wenn von Deindustrialisierung

die Rede ist. Davon kann angesichts aktueller Zahlen

aber keine Rede sein. Der Anteil der Industrie an der Bruttowertschöpfung

der 27 EU-Mitgliedstaaten betrug im Jahr

2023 im Schnitt 16,4 %. In Deutschland lag der Anteil des

produzierenden Gewerbes mit 20,4 % deutlich darüber; trotz

eines leichten Rückgangs auf vorläufig 19,7 % im Jahr 2024

bleibt der Industriesektor stark. So aktuelle Zahlen der EU

und des Statistischen Bundesamtes. Andere große Volkswirtschaften

wie Italien kamen 2023 auf einen Anteil von 17,5 %

oder Frankreich auf 10,8 %. Wie sich die Industrie in Europa

und Deutschland im globalen Wettbewerb langfristig

behauptet, muss sich zeigen, auch gerade in exportorientierten

Staaten angesichts von neuen Handelsbarrieren.

Mit einem Außenhandelsumsatz (Summe der Exporte und

Importe) von 252,8 Mrd. Euro waren die Vereinigten Staaten

laut Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2024

erstmals seit 2015 wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner.

Kontinuierliche Innovation und Qualifikation sind

aus meiner Sicht ein Schlüssel für eine zukunftssichere und

wettbewerbsfähige Industrie. Dafür braucht es auch mehr

Forschung und Entwicklung. Eine weit sichtige Industrie- und

Wissenschaftspolitik kann dafür geeignete Bedingungen

schaffen, auch um technologisch auf den Klimawandel zu

reagieren. Ein konstruktiver Dialog zwischen Politik und

Industrie ist notwendiger denn je. Weltoffene Veranstaltungen

wie die Hannover Messe bieten dafür ein Forum.

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EDITORIAL

03 Industriepolitik stärken

SOFTSTARTER

06 Praxisorientierter Leitfaden:

CO 2

-Footprint einer Werkzeugmaschine

07 Menschen, Märkte, Unternehmen

38

SPECIAL

HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

10 Antriebs- und Fluidtechnik:

Wegbereiter für die Industrie von morgen

12 Infrastruktur für die urbane Mobilität:

Parken im Rotationssystem

16 Logimat:

Mobile Roboter, aber sicher

TITELBILD

Deutsche Messe,

Thomas Koy

20 Akku macht mobil:

Hubsäulen und Zylinder kabellos verfahren

24 IE5-Antriebspakete:

Auf dem Weg zu Netto-Null

MECHANISCHE ANTRIEBSTECHNIK

GETRIEBE UND GETRIEBEMOTOREN

26 Sichere Prozesse:

Präzisionsteile – Die Zukunft ist spanlos

42

20

4 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


ELEKTRISCHE ANTRIEBSTECHNIK

DREHGEBER

34 Medizinische Geräte:

Qualitätsprüfung mit höchster Präzision

KOMPONENTEN UND SOFTWARE

38 Vorkonfektionierung erhöht Effizienz:

Energiekettensysteme, die einfach passen

42 Studie der RWTH: Schmierfreie Gleitlager –

Industrie und Umwelt profitieren

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

44 Ausgewählt: Vitaler Wissensaustausch

46 Simulation: Untersuchung und Modellierung des

Reibungsverhaltens wälzgelagerter

Maschinenachsen

SERVICE

50 Impressum

MEIN TIPP

Immer wieder erklären Unternehmen, dass ihre

neuesten Produkte dem Anwender Geld einsparen.

Wie viel genau ist schwer kalkulierbar.

In dem Artikel auf Seite 42 hat ein Unternehmen

seine Behauptungen von einer Universität prüfen

und vor allem genau quanti fizieren lassen – gespartes

Geld, Arbeitszeit und CO 2

exakt gelistet.

Hat mich beeindruckt.

Miles Meier, Chefredakteur, m.meier@vfmz.de

Ich will das

ganze Paket!

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Hannover Messe

31.03.–04.04.2025

Halle 6, Stand C22

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SOFTSTARTER

PRAXISORIENTIERTER LEITFADEN

CO 2

-FOOTPRINT EINER

WERKZEUGMASCHINE

Wer den CO2-Fußabdruck einer Werkzeug maschine

berechnen will, hat es nicht leicht: Immerhin besteht

eine Werkzeugmaschine schon mal aus mehreren

10.000 Einzelteilen, einschließlich zugekaufter

Materialien und Vorprodukte. Außerdem ist fast jede

Maschine ein Unikat. Um zu einem CO2-Wert zu gelangen,

der auch für Wirtschaftsprüfer valide und vergleichbar ist,

bildete sich auf Initiative des VDW eine Expertengruppe.

Für Prof. Felix Hackelöer vom Institut für Automation und

Industrial IT der TH Köln ist klar: „Die CO 2

-Bewertung an

sich ist schon komplex, für Werkzeugmaschinen ist sie sehr

komplex“. Hackelöer gehört einer Expertengruppe an, die

sich auf Initiative des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken)

gebildet hat. Die Gruppe stand vor der Aufgabe, so

genannte Product Category Rules (PCR) für Werkzeugmaschinen

zu entwickeln. Mit im Team: Fachleute aus sechs VDW-Mitgliedsunternehmen:

Chiron, DMG Mori, Grob, Heller, Schuler und

United Grinding sowie aus den mit Normung und Standardisierung

befassten Fachabteilungen von VDW und VDMA. Ziel sollte

es sein, mit einem VDMA-Einheitsblatt eine Richtlinie zu erstellen,

die sich im Idealfall bis zur ISO-Norm weiterentwickeln lässt.

NICHT ZU SEHR IN DETAILS VERLIEREN

Der PCF umfasst alle Treibhausgasemissionen, die von einem

Produkt in den verschiedenen Phasen seines Lebenszyklus verursacht

werden. Die VDW-Projektgruppe einigte sich im ersten

Schritt auf die Betrachtung Cradle-to-Gate (von der Wiege bis

zum Werkstor), also einer Betrachtung, die sich auf Ressourcen,

Herstellung der Vorprodukte und schließlich auf die Produktion

des Endprodukts konzentriert – bis zu dem Punkt, an dem die

Maschine die Halle des Herstellers verlässt.

Nach einigen Diskussionen einigte man sich auf das Ziel, eine

Methodik für den PCF von Werkzeugmaschinen zu erarbeiten,

die eine gute Genauigkeit mit vertretbarem Aufwand vereint.

In den jetzt vorliegenden PCR der VDW-Projektgruppe werden

die Anwenderinnen und Anwender in neun Schritten durch den

Prozess geführt. Zunächst muss der Hersteller die Betrachtungsgrenzen

definieren. Alsdann wird die Maschine quasi zerlegt.

Schaltschrank und Motoren sind gesondert zu betrachten, da sie

CRM (Critical Raw Materials) wie Seltene Erden, Kupfer oder Kobalt

enthalten können, die mit hohen CO 2

-Emissionen verbunden

sind. Für deren Bilanzierung bietet die Richtlinie dabei einen

praxisorientierten Ansatz.

Spannend wird es an der Stelle, wo die verbleibende Masse der

Maschine betrachtet wird. Hier entschieden die Experten, zur

Vereinfachung das Pareto-Prinzip (80/20-Regel) anzuwenden.

Übertragen auf die Werkzeugmaschine bedeutet dies, dass einige

wenige Teile den Großteil der Masse – und somit auch des Car-

Cornelia Gewiehs, freie Journalistin, Rotenburg (Wümme)

bon Footprint – ausmachen. Es gilt nun, anhand der sortierten

Stückliste die Teile zu identifizieren, die mindestens 80 Prozent

der verbleibenden Masse ausmachen. Deren PCF lässt sich dann

aus der Multiplikation von Gewicht und passendem Emissionsfaktor

errechnen. Die Emissionsfaktoren der unterschiedlichen

Materialien erhält man entweder vom Zulieferer oder einschlägigen

Datenbanken. Die übrigen, noch nicht bilanzierten Teile lassen

sich entsprechend hochrechnen, was schnell geht und nach

den Erfahrungen der beteiligten Experten zu einer vergleichbar

guten Genauigkeit wie eine vollständige Betrachtung aller Teile

führt, wie Hackelöer betont.

Am Ende ergibt die Addition der einzelnen Footprints zum Product

Carbon Footprint der gesamten Werkzeugmaschine, der als

CO 2

-Äquivalent in Kilogramm angegeben wird – ein Wert, der

sich in jeden Nachhaltigkeitsbericht aufnehmen, überprüfen und

mit anderen vergleichen lässt.

Neben der beschriebenen Vorgehensweise bietet das VDMA-

Einheitsblatt eine Beispielrechnung und Definitionen, Erläuterungen

zu relevanten ISO-Normen sowie Hinweise auf Datenbanken

für Emissionsfaktoren, die kostenfrei zugänglich sind.

Bild: VDW

www.emo-hannover.de; www.vdw.de

DIE IDEE

„Es stellt sich ja immer die Frage,

was der Benefit für mein

Unternehmen ist. Die Veröffentlichung

der CO2-Bilanz bietet die

Möglichkeit, sich positiv vom

Wettbewerb abzuheben.“

Jörg Süßdorf, Leiter

Qualitätswesen, Schuler Group

6 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


SOFTSTARTER

IGUS ÜBERNIMMT KONFEKTIONIERUNGS-

SPEZIALISTEN ELKO

Im Januar 2025 hat

Igus die Elko Verbindungstechnik

GmbH

aus Kirchheim am

Necker übernommen.

Das im Jahr 1998 von

Harwig Nuß und

Markus Grözinger

gegründete Unternehmen

ist darauf

spezialisiert, Leitungen

und Steckverbinder zu kundenspezifischen Systemen und

Kabelsätzen zusammenzustellen. Zum Einsatz kommen sie

vorwiegend im Maschinenbau und der Automobilindustrie. Mit

diesem Schritt erweitert der Kölner Motion-Plastics-Spezialist

seine Konfektionierungskapazitäten im Bereich der Antriebstechnik.

Kunden sollen so noch schneller die für ihre Anwendung

passend konfektionierte Leitung erhalten. „Die Nähe zu

unseren zahlreichen Kunden in Süddeutschland ermöglicht es

Igus, noch flexibler und schneller auf die individuellen Bedürfnisse

der Kunden einzugehen“, sagt Michael Blass, Geschäftsführer

E-Kettensysteme bei Igus. Es entsteht ein Produktionsverbund

mit kurzen Durchlauf- und Lieferzeiten. Bisher

konfektioniert Igus nach eigenen Angaben allein in Deutschland

mehr als 14.000 Leitungen pro Woche. Insgesamt konfektioniert

das Unternehmen derzeit an 14 Standorten weltweit

Readycable.

www.igus.de

SEW-EURODRIVE: BETEILIGUNG AN BBH

PRODUCTS

SEW-Eurodrive

hat eine 34-Prozent-Beteiligung

an BBH Products

erworben. BBH

Products wird

auch künftig

unabhängig am

Markt als

Anbieter von

Lösungen der

funktionalen Sicherheit agieren und seine Bestands- und

Neukunden unverändert bedienen. Beide Unternehmen legen

großen Wert auf Partnerschaften, die auf Innovation und

technologischen Fortschritt fokussiert sind. Die kürzlich

vertraglich besiegelte Zusammenarbeit stellt einen weiteren

wichtigen Schritt in diese Richtung dar und betont das gemeinsame

Engagement beider Unternehmen für technologische

Fortschritte und sichere Lösungskonzepte. Die im oberpfälzischen

Weiden ansässige BBH Products GmbH bietet eine breite

Palette an Produkten und Lösungen im Bereich der funktionalen

Sicherheit für verschiedene Branchen wie Fabrikautomatisierung,

Automotive, Maschinenbau, Robotik und Logistik. Für

den Firmengründer Gerhard Bauer ist diese Partnerschaft ein

bedeutender Meilenstein: „Durch die Zusammenarbeit mit

SEW-Eurodrive können wir unsere Stärken bündeln und sichere

Gesamtlösungen entwickeln. “

www.sew-eurodrive.de

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FVA WORKBENCH 10 IST DA

ZUKUNFTSFEST-ZERTIFIKAT AN REINTJES

Zukunftsfest:

Genau das trifft

im wahrsten Sinn

des Wortes auf

die Reintjes

GmbH zu. Das

Hamelner

Unternehmen

darf sich bereits

zum dritten Mal

über das gleichnamige

Zertifikat

des Landes

Niedersachsen

freuen. „Diese

Auszeichnung macht uns stolz und zeigt: Bei uns passiert etwas,

wir sind auf dem richtigen Weg und stellen die Weichen abteilungsübergreifend

für die Zukunft. Und: Wir sind auf vielen

Ebenen zukunftsfest!“, hält Reintjes Geschäftsführer Klaus

Deleroi zufrieden fest. Verliehen wird das Zertifikat vom Niedersächsischen

Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und

Gleichstellung gemeinsam mit der Demografieagentur. Es geht an

niedersächsische Betriebe und Verwaltungen, die sich Herausforderungen

wie der Digitalisierung oder dem demografischen

Wandel aktiv stellen und erfolgreiche Maßnahmen umsetzen.

www.reintjes-gears.de

ZAE ERWEITERT GESCHÄFTSFÜHRUNG

Die FVA-Workbench ist eine herstellerneutrale

Lösung für die Modellierung, Parametrisierung

und Berechnung von Getriebesystemen. Am

17. Februar 2025 wurde Version 10 veröffentlicht,

die noch effizienteres Auslegen ermöglicht. Für

Experten der Antriebstechnik ist die FVA-Workbench

der FVA GmbH ein Werkzeug, um komplexe

Antriebssysteme und Getriebeelemente mit hoher

Zuverlässigkeit zu modellieren, zu berechnen und

zu optimieren. Die Software bündelt 50 Jahre

Forschung und Entwicklung aus dem Expertennetzwerk

der Forschungsvereinigung in einer

Plattform und macht das gesammelte Wissen so

direkt und einfach für die industrielle Praxis

anwendbar. Neue Funktionen sind der 2D-Modeler

für einfachere und schnellere Konstruktionsänderungen,

verkürzte Rechenzeiten dank Modularisierung

der Berechnung nach ISO 10300 und

erweiterte Grübchenberechnung nach ISO 6336

und FVA 411. Dazu wurde ein Variantengenerator

geschaffen, und eine Wälzschälen-Funktion

integriert. Die Kegelradberechnung profitiert von

der Integration der neuesten Rechenkern-Versionen

und es gibt eine Ergebnis-Schnellansicht.

www.fva-service.de

Dr.-Ing. Arne Dethlefs

(rechts im Bild)

ist seit Februar

Geschäftsführer

der ZAE Antriebssysteme

GmbH & Co KG

in Hamburg. Er wird

das Unternehmen

gemeinsam mit

Severin Pesch (links

im Bild) führen, der

bereits seit dem Jahr

2022 Geschäftsführer

ist. Das neue Führungsteam

werde den eingeschlagenen Kurs fortsetzen und

ZAE zu einem führenden Anbieter für innovative und kundenspezifische

Antriebssysteme weiterentwickeln, hieß es in der

Meldung. Nachhaltiges und langfristiges Wachstum sowie die

kontinuierliche Weiterentwicklung von Produkten und Produktionsprozessen

stehen im Fokus von Dethlefs. Nach seinem

Maschinenbaustudium in Hamburg übernahm Dethlefs

Tätigkeiten an der TU Berlin und dem Fraunhofer-Institut für

Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik IPK. Mit einer

Arbeit zur Schleiftechnik hat er promoviert. Anschließend

leitete er die Produktion bei einem Mikroelektronik-Unternehmen

und wurde Geschäftsführer in den USA. Zuletzt war er

Geschäftsführer bei einem Anlagen- und Sondermaschinenbauer.

„Die technische Tiefe und das spannende Produktspektrum

machen die neue Aufgabe sehr interessant“, sagt Dethlefs.

„ZAE ist für die Zukunft gut aufgestellt und gemeinsam werden

wir unsere Position am Markt weiter ausbauen.“

www.zae.de

8 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


SOFTSTARTER

MASCHINENBAU: EXPORTE 2024 VERRINGERT

Die Maschinen- und Anlagenbaufirmen aus Deutschland

mussten im Jahr 2024 spürbare Einbußen auf den Auslandsmärkten

hinnehmen. Nach vorläufigen Berechnungen des

Statistischen Bundesamtes betrug der Exportrückgang nominal

5,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden Maschinen

und Anlagen im Wert von 199,6 Milliarden Euro exportiert.

Preisbereinigt lagen die Maschinenexporte auf Jahressicht sogar

um 7,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Dies entsprach

weitgehend dem Produktionsrückgang der Maschinenbaubranche

von (vorläufig) real 7,5 Prozent. Die Exporte in die

Länder der Europäischen Union sanken im Jahr 2024 nominal um

8,5 Prozent und damit überdurchschnittlich stark. Die Exporte

nach China, der Nummer zwei im Exportranking, sanken um

kumuliert 4,5 Prozent. „Der Maschinenbau sieht sich weltweit

konfrontiert mit anhaltenden konjunkturellen und strukturellen

Herausforderungen und geopolitischen Spannungen, welche die

globale Nachfrage nach Maschinen und Anlagen dämpfen.

Die EU ist jetzt vor allem gefordert, einen Zollstreit mit den USA,

unserem wichtigsten Handelspartner, zu verhindern“, fordert

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Ralph Wiechers. Immerhin gab es trotz

der allgemeinen Rückgänge auch positive Ausreißer. Im Einzelnen

stiegen die Exporte nach Mexiko im Jahr 2024 um

5,4 Prozent und die Ausfuhren nach Indien legten um 2,6 Prozent

zu. Auch das Vereinigte Königreich und die Schweiz zeigten eine

stabile Entwicklung, während die Exporte in den Nahen und

Mittleren Osten sogar zweistellig zulegten.

www.vdma.org

PHILIPP GUTMANN WIRD

AMA-GESCHÄFTSFÜHRER

Der AMA Verband für Sensorik und

Messtechnik startete mit einem

Wechsel in der Geschäftsführung

ins neue Jahr. Seit dem 1. Januar

leitet Philipp Gutmann als neuer

Geschäftsführer den Verband und

tritt damit die Nachfolge von Thomas Simmons an, der den

Verband mehr als 17 Jahre prägte. Philipp Gutmann bringt

umfangreiche Erfahrung aus den Bereichen Marketing und

Kommunikation mit. In den vergangenen Jahren hat er vor

allem mittelständische Unternehmen begleitet und war in

verschiedenen Branchen tätig, darunter Automobil,

Elektronik und Gesundheitswesen. Er arbeitete unter

anderem für Unternehmen wie Mercedes-Benz, Siemens,

Infineon, Airbus Defence & Space, MAN und Pfeiffer

Vacuum. Dabei sammelte er umfassende Einblicke in die

Herausforderungen und Chancen der Industrie und spezialisierte

sich auf strategische Kommunikationskonzepte,

Markenführung sowie den Technologietransfer. Zudem

verfügt er über Erfahrung in der Zusammenarbeit mit

Start-ups sowie in der Förderung von Innovationsprojekten.

Durch seine langjährige Zusammenarbeit mit kleinen und

mittelständischen Unternehmen verfügt er über ein tiefes

Verständnis für deren Anforderungen und Entwicklungen.

www.ama-sensorik.de

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SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

ANTRIEBS- UND FLUIDTECHNIK

WEGBEREITER FÜR DIE INDUSTRIE

VON MORGEN

Am 31. März 2025 startet die Weltleitmesse der Industrie in Hannover. Mit mehr als

4.000 Ausstellern aus aller Welt ist die Hannover Messe die zentrale Plattform für

zukunftsweisende Lösungen in der Industrieproduktion. Dabei kommt der Antriebsund

Fluidtechnik in diesem Jahr eine besondere Rolle zu. Unter dem Label

„Motion & Drives“ zeigen die Branchen erneut ihre Stärke und Bedeutung als größte

Zulieferbranchen im internationalen Maschinenbau. Präsentiert werden innovative

und smarte Einzelkomponenten sowie komplette Systeme.

Für die stark exportorientierten Unternehmen der Antriebsund

Fluidtechnik ist die Hannover Messe aufgrund ihrer

hohen Internationalität die ideale Plattform, um das weltweite

Geschäft voranzutreiben. „Angesichts der globalen

Rahmenbedingungen kommt der Hannover Messe in diesem

Jahr eine besondere Rolle zu, denn hier werden die globalen Weichen

für die Industrieproduktion von morgen gestellt“, sagt

Dr. Jochen Köckler, Vorsitzender des Vorstands der Deutschen

Messe AG. „In den Bereichen Automatisierung, Digitalisierung

und internationale Zusammenarbeit bieten wir eine zentrale

Bühne, auf der die Unternehmen der Antriebs- und Fluidtechnik

ihre wegweisenden Konzepte präsentieren und entscheidende

Impulse für eine resiliente Industrie setzen. Zugleich eröffnet die

hohe Internationalität der Messe exportorientierten Firmen

ideale Chancen, um neue Märkte zu erschließen, potenzielle

Neukunden zu gewinnen und ihre Position im weltweiten Wettbewerb

nachhaltig zu stärken.“

GROSSE NAMEN VOR ORT

Zu den bereits angemeldeten Unternehmen zählen unter anderem

Atos, Baumüller, Bosch Rexroth, Cantoni, Festo, Flender,

Hawe, IMM Hydraulik, SEW und Schaeffler. Die Hersteller präsentieren

ihre neuesten Anwendungen und Komponenten für

eine intelligente und nachhaltige Produktion unter dem Label

„Motion & Drives“ schwerpunktmäßig in den Hallen 4, 5 und 6.

„Mit der Hannover Messe bieten wir den Ausstellern die Einbettung

in ein einzigartiges industrielles Innovationsökosystem, in

dem Unternehmen aus dem Maschinenbau, der Elektro- und

Digitalindustrie sowie der Energiewirtschaft effiziente und nachhaltige

Lösungen für die aktuelle und zukünftige industrielle

Wertschöpfung präsentieren. Diese Mischung aus Forschung,

Wirtschaft, Startups und Politik ist jedes Jahr aufs Neue ein

Garant für eine große Dynamik“, sagt Köckler.

„Komponenten der Antriebs- und Fluidtechnik sind maßgebliche

Bausteine der Maschinen – sie liefern Kraft, dienen als Datenquelle

für digitale Mehrwertdienste und spielen eine entscheidende

Rolle für die Performance der Kundenprodukte. 2025 wird

die Hannover Messe mit ihrer ‚Motion & Drives‘-Community zum

Innovationsmotor für den Maschinenbau“, betont Hartmut Rauen,

stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer und verantwortlich

für die Antriebs- und Fluidtechnik im VDMA. Um die globalen

wirtschaftlichen Herausforderungen abzumildern setzt Rauen

unter anderem auf die industrielle Gemeinschaftsforschung.

10 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

01 02 01 „2025 wird die

Hannover Messe mit

ihrer ‚Motion & Drives‘-

Community zum

Inno va tionsmotor

für den Maschinenbau“,

meint Hartmut Rauen,

stellvertretender

VDMA-Hauptgeschäftsführer

02 Ein Hauptfokus

der diesjährigen

Hannover Messe liegt auf

der Antriebstechnik

WIRTSCHAFTLICHE HERAUSFORDERUNGEN

In der deutschen Antriebs- und Fluidtechnik wird für das Jahr

2024 ein nominaler Umsatzrückgang von etwa acht Prozent erwartet.

Auch der Auftragseingang bewegt sich auf diesem Niveau

und es fehlen dringend benötigte Impulse, die für die Belebung

des Marktes sorgen könnten. Entsprechend sehen sich die beiden

Branchen, die zusammen ein Umsatzvolumen von rund

30 Milliarden Euro ausmachen, weiter mit einer schwierigen

wirtschaftlichen Lage konfrontiert.

NACHWUCHS- UND FORSCHUNGSAKTIVITÄTEN

Die Mitglieder der Fachverbände Antriebstechnik und Fluidtechnik

engagieren sich verstärkt in den Bereichen Nachwuchssicherung

und Fachkräftemangel. Durch enge Zusammenarbeit mit

Forschungseinrichtungen, wie der Forschungsvereinigung Antriebstechnik

(FVA e. V.) sowie dem Forschungsfonds Fluidtechnik

und dem Bildungsfonds Fluidtechnik, werden wegweisende

Forschungsprojekte vorangetrieben und dringend benötigte

Absolvent*innen ausgebildet.

Ein Topthema auf der Hannover Messe wird weiterhin die Digitalisierung

sein. Dabei zeigt das öffentlich geförderte Forschungsprojekt

„Fluid 4.0“, welches technisch vor allem das Konzept

der Asset Administration Shell (AAS) im Fokus hat, neue

Perspektiven für die Branche auf. In der Antriebstechnik werden

OPC-UA-Spezifikationen entwickelt, die den Datenaustausch optimieren.

Schnittstellen zum übergreifenden Thema Manufacturing-X

werden ebenfalls thematisiert, um zukünftige Datenräume

für die Industrie zu gestalten und die Branche zukunftsfähig

zu machen.

SONDERSCHAU FLUID POWER 4.0

Die Sonderschau „Fluid Power 4.0“ in Halle 5, inmitten des Ausstellungsschwerpunkts

„Motion & Drives“ bildet den zentralen

Treffpunkt, um sich über die Zukunft der Fluidtechnik zu informieren

und in den Austausch mit Expert*innen zu treten. Exponate

und Forschungsaktivitäten zu Systemsteuerung, Energiemonitoring,

Kreislaufwirtschaft, Carbon Footprints und IoT-Integration

werden vorgestellt. Die Ausstellung zeigt, wie der Weg für

eine noch effizientere und produktivere Fluidtechnik aussieht

und welchen Mehrwert die Digitalisierung bringt.

CONFERENCE STAGE MOTION & DRIVES

Die Conference Stage, ebenfalls in Halle 5, bildet das Zentrum für

Know-how-Transfer und Networking in den Bereichen Antriebstechnik

und Fluidtechnik. In direkter Nachbarschaft zur Sonderschau

Fluid Power 4.0 werden über die ganze Woche hinweg themenspezifische

Sessions zu den neuesten Entwicklungen der

smarten Fluid- und Antriebstechnik angeboten.

In unmittelbarer Nähe dazu befinden sich auf der Fläche E36

bis E44 der Gemeinschaftsstand für VDMA-Mitglieder sowie die

Informationsstände der beiden Fachverbände Antriebstechnik

und Fluidtechnik. Auf dem Firmengemeinschaftsstand präsentieren

sieben Mitgliedsunternehmen aus der Antriebs- und Fluid -

technik sowie das Fluid-4.0-Projekt Produkte, Innovationen und

Lösungen.

Bilder: Deutsche Messe

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SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

VERTIKAL

INFRASTRUKTUR FÜR DIE URBANE MOBILITÄT

PARKEN IM ROTATIONSSYSTEM

In vielen Städten wird der öffentliche Raum neu gestaltet, etwa durch mehr Radwege und

größere Gehwege. Für ein besseres und kühleres Mikroklima sollen mehr schattenspendende

Bäume sorgen. Gleichzeitig steigt die Pkw-Dichte. Gerade in Ballungsräumen wird der

Parkraum daher immer knapper. Vertikale Parksysteme sind eine zukunftsweisende Lösung,

um städtische Flächen effizienter zu nutzen. Ein Münchner Start-up hat ein automatisiertes

Paternoster-Parksystem mit Antriebstechnik eines führenden Herstellers entwickelt.

Seit anderthalb Jahren ist der erste Prototyp in Betrieb, im Frühjahr 2025 soll in München ein

weiterer Parkturm eröffnen.

Die VePa Vertical Parking GmbH ist ein 2021 gegründetes

Start-up-Unternehmen mit Sitz in München. VePa hat

sich zum Ziel gesetzt, Städte lebenswerter zu machen

und Parkmöglichkeiten auf kleinstem Raum zu schaffen.

Vertikale Parksysteme machen es möglich: Sie erhöhen die

Flächen effizienz in Städten und urbanen Siedlungsgebieten und

reduzieren die umweltschädliche Bodenversiegelung.

Vertikale Parksysteme sind im bevölkerungsreichen Asien bereits

seit einiger Zeit in Betrieb. Sie inspirierten die beiden Gründer,

Simon Schubnell und David Schön, derartige Systeme auch

für Deutschland zu entwickeln. Bereits im Herbst 2023 wurde im

oberbayerischen Freising, unweit des Münchner Flughafens, ein

erster Parkturm als Prototyp in Betrieb genommen. Das Bauunternehmen

Adldinger ist der Betreiber dieses Parkturms, der

einem geschlossenen Personenkreis zur Verfügung steht.

Gunthart Mau, Referent Fachpresse, SEW-Eurodrive, Bruchsal

VORBILD PATERNOSTER

Im Inneren des Turms befindet sich ein automatisiertes Parksystem

mit acht Pkw-Stellplätzen. Die Bewegung der Plattformen

erfolgt nach dem Paternoster-Prinzip. In der Vertikalen können

dadurch bis zu 12 Stellplätze geschaffen werden, die auf einer

Grundfläche von nur 49 m 2 rotieren. Dank der Modularität ist

eine Auslegung des Turms für 8, 10 oder 12 Stellplätze möglich.

Zum Vergleich: Ein Standardparkplatz im öffentlichen Raum belegt

eine Fläche von circa 12,5 m 2 , der Turm bietet auf der gleichen

Fläche also umgerechnet bis zu dreimal so viele Stellplätze.

Ein Kegelradgetriebemotor der Baureihe K..DR.. von

SEW- Eurodrive mit 30 kW Nennleistung sorgt über eine Antriebskette

für den kraftvollen und präzisen Umlauf der Plattformen

in beide Richtungen. Die Regelung erfolgt über einen

Frequenzumrichter desselben Herstellers.

Die Nutzung des vertikalen Parkhauses erfolgt über einen Chip,

der bei der Einfahrt in den Turm gelesen wird. Ein Rolltor öffnet

sich und eine freie Plattform wird bereitgestellt, auf der das Fahrzeug

geparkt werden kann. Über die Chip-ID wird der Stellplatz

12 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

02

01 Die Münchner Firma Vertical Parking

entwickelte ein automatisiertes Parksystem,

das sich vor allem für Ballungsräume mit

knappem Parkraum anbietet

02 Ein Kegelradgetriebemotor KAF157

DRN200 von SEW-Eurodrive sorgt für den

kraftvollen und präzisen Umlauf der

Plattformen in beide Richtungen

01 03

03 Auch im neuen Parkhaus im Münchner

Werksviertel wird ein baugleicher

30-kW-Kegelradgetriebemotor der

Baureihe K..DR.. eingesetzt,

hier im Auslieferungszustand

automatisch identifiziert. Der Parkvorgang sowie sicherheitsrelevante Angaben müssen

anschließend außerhalb des Gebäudes quittiert werden. Die Einfahrt ist für Pkw

bis zur Größe eines SUV möglich.

URBANE MOBILITÄT MÖGLICH MACHEN

Derzeit arbeitet VePa an der Weiterentwicklung der Software. So soll in Zukunft an den

öffentlichen Parktürmen eine Buchung per App möglich sein, über die auch die Bezahlung

abgewickelt wird. Darüber hinaus wird bei den künftigen Türmen eine weiterentwickelte

Technik zum Einsatz kommen. Unter anderem werden die Stellplätze jeweils

mit einer Wallbox zum Laden von Elektrofahrzeugen ausgestattet. Dank der modularen

Bauweise ist auch eine multifunktionale Erweiterung der Parklösung möglich, wie

zum Beispiel durch die Integration von Shared- oder Micro Mobility-Angeboten, etwa

für das Carsharing oder einen E-Bike-Verleih. Im Frühjahr 2025 plant VePa die Eröffnung

eines weiteren Parkturms im Münchner Werksviertel in der Nähe des Ostbahnhofs.

Dieser wird Platz für zwölf Autos bieten.

Bilder: SEW-Eurodrive, VePa

www.sew-eurodrive.de/drehstrommotoren-drn

WENIGER FLÄCHEN FÜR AUTOS

Bundesweit waren im Jahr 2024 im Schnitt 580 Autos pro 1.000 Einwohner

zugelassen, 578 waren es im Vorjahr, so aktuelle Zahlen des Statistischen

Bundesamtes. Mit 49,1 Mio. zugelassenen Autos wurde 2024 erneut ein

Höchststand erreicht. Gleichzeitig bauen Städte wie Hamburg Parkplätze ab,

damit mehr Menschen das Auto stehenlassen und den öffentlichen Nahverkehr

oder das Fahrrad nutzen – auf neuen Velorouten. Nach einem NDR-Bericht

wurden 2022 im Hamburger Stadtgebiet 1.475 Parkplätze abgebaut; es hätte

215.000 Parkplätze im öffentlichen Raum gegeben. Dazu kommen zahlreiche

private Stellplätze für die mehr als 800.000 zugelassenen Pkw. Die Pkw-Dichte

lag 2023 mit rund 425 Autos pro 1.000 Einwohner unter dem bundesweiten

Durchschnitt. Vor diesem Hintergrund könnten vertikale Parksysteme einen

wichtigen Beitrag zur urbanen Mobilitätswende leisten. Zumal wenn man

bedenkt, dass ein privater Pkw laut Umweltbundesamt nur durchschnittlich

eine Stunde pro Tag bewegt wird. Das VePa-System ist nämlich außerdem als

Ladeinfrastruktur oder für Carsharing- und Mikromobilitätsangebote nutzbar.

DIE IDEE

„Wir haben das erste automatisierte

Paternoster-Parksystem im Umland

von München gebaut. Der Parkturm-

Prototyp steht in Freising.

Zwei Dinge machen unser System

wirklich innovativ. Wir schaffen auf

49 m 2 bis zu 12 Pkw-Stellplätze bis

zur Größe eines SUV, was gerade in

urbanen Siedlungsgebieten und

Städten zu mehr Flächeneffizienz

beitragen kann. Zweitens ist jeder

Stellplatz zugleich ein Ladepunkt;

jede der Plattformen ist mit einer

Ladebox ausgestattet. Damit kann

zugleich der Ausbau der Ladeinfrastruktur

vorangetrieben

werden. SEW-Eurodrive ist die

treibende Kraft hinter dem Projekt –

heute und in Zukunft: Ein 30 kW

Kegelradgetriebemotor treibt

nämlich die Plattformen an. Er sorgt

für den kraftvollen und präzisen

Umlauf. Wir freuen uns, mit

SEW-Eurodrive einen so starken

Partner für unsere Innovation

gefunden zu haben.“

Leonard Stenger, Manager

Urbane Projekte, VePa Vertical

Parking GmbH, München

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 13


MARKTPLATZ

DC-MOTOREN MIT MEHR LEISTUNG

UND FLEXIBILITÄT

Faulhaber erweitert sein

Portfolio: Die neuen

DC-Motoren 1218 SXR und

1228 SXR zeichnen sich

durch eine standardmäßig

höhere Leistung und mehr

Ausstattungsoptionen aus,

um den Anforderungen

moderner Antriebslösungen

gerecht zu werden. Sie

bieten flexible Spannungsvarianten von 3 V bis zu 18 V sowie

verschiedene Lagerkonfigurationen. Außerdem sind die

Motoren individuell anpassbar – von der Front- und Rückwellenanpassung

bis hin zu Optionen für Vakuum- und

Temperaturumgebungen. Die optimierte Rotorwuchtung trägt

zu einem ruhigeren Gleichlauf und zur Langlebigkeit bei.

Herzstück der neuen SXR-Familie ist die innovative, hexagonal

angelegte Wicklungstechnik mit hohem Kupferfüllfaktor und

einem hohen Geradanteil. Im Vergleich zu herkömmlichen

Pincoils ermöglicht diese Technologie eine deutlich gesteigerte

Leistung und Effizienz. Magnete mit höherer Güte sorgen

zudem für ein stärkeres Magnetfeld und verbessern die

Temperaturstabilität. Die neuen SXR-Modelle sind kompatibel

mit einer Vielzahl von Produkten des Herstellers, wie zum

Beispiel den neuen 14GPT-Planetengetrieben.

www.faulhaber.com

SERVOMOTOREN SMART ÜBERWACHEN

UND ANALYSIEREN

Für die Echtzeit-

Zustandsüberwachung

von Servomotoren und

Anlagen bietet „Beckhoff

Smart System Diagnosis“

eine Lösung. Optional ist

B/SSD nun für folgende

Servomotor-Baureihen

von Beckhoff verfügbar:

AM8000, AM8300,

AM8500, AM8700 und AM8800. Eine effektive vorausschauende

Wartung (Predictive Maintenance) kann damit laut

Hersteller realisiert werden – und das mit geringem Aufwand.

Vibration, Feuchtigkeit und Temperatur werden direkt im

Motor erfasst. Die Vibrationsmessungen erfolgen dabei je

nach Wunsch im Mittel (RMS), mit Spitzenwerten (Peak) oder

statistisch (Kurtosis) bis zu +/-50 g. Die präzisen Messdaten

bilden die Grundlage für die statistische Auswertung mit dem

Datenanalyse-Werkzeug TwinCAT Analytics. Maschinenzustände

und Prozesse können dadurch überwacht und

eventuell notwendige Maßnahmen frühzeitig eingeleitet

werden. So kann ein effizienter Betrieb und eine hohe

Verfügbarkeit sichergestellt werden. Durch Nutzung der

bewährten One Cable Technology werden keine zusätzlichen

Sensoren und Sensorleitungen benötigt und der Verdrahtungsaufwand

entspricht dem eines Standardmotors.

www.beckhoff.com

NEUE BAUGRÖSSE FÜR

ZAHNSTANGENGETRIEBE

Pünktlich zur Hannover Messe

kommt eine neue Baureihe der

hochgenauen Zahnstangengetriebe

von Leantechnik auf den Markt.

Die Getriebe der Baugröße 5.2

bieten Konstrukteuren ein hohes

Maß an Flexibilität und helfen

ihnen, die Entwicklungskosten zu

senken. Am Messestand können

die Besucher zudem die vielfältigen Vorteile der innovativen

Hub- und Positioniersysteme von Leantechnik live erleben.

Die Lifgo -und Lean SL-Zahnstangengetriebe der Baugröße 5.2

können in einem Belastungsbereich von 0 bis 1.030 kg

eingesetzt werden und schließen damit die Lücke zwischen

den bestehenden Baugrößen 5.1 (bis ca. 400 kg) und 5.3

(bis ca. 1.600 kg). Durch die Einführung der neuen Baugröße

steht jetzt für jeden Hubkraftbereich die optimale Getriebe-

Ausführung zur Verfügung. Konstrukteure haben deshalb

künftig noch mehr Freiheiten bei der Auslegung ihrer Maschine

oder Anlage. Darüber hinaus können mit den 5.2-Getrieben

auch die Fertigungskosten für Hub- und Positioniersysteme

im Lastbereich von 0 kg bis 1.000 kg gesenkt werden, da die

Zahnstangengetriebe exakt auf diese Anwendungen zugeschnitten

sind. Neben der Baugröße 5.2 werden aber auch alle

anderen Lifgo- und Lean SL-Zahnstangengetriebe in Hannover

zu sehen sein – darunter auch das extrem präzise Lifgo hp mit

einer Positioniergenauigkeit von bis zu 2 µm.

www.leantechnik.com


MARKTPLATZ

NEUER KONFIGURATOR PRÜFT AUCH

PLAUSIBILITÄT

Nord Drivesystems hat sein Kundenportal My Nord

weiterentwickelt. Das Online-Tool macht die Konfiguration

und Bestellung von Antriebstechnik nun noch

einfacher. Der Hersteller möchte mit der digitalen

Self-Service-Lösung den Beschaffungsprozess effizienter

und transparenter gestalten. Getriebe, Motoren,

Getriebemotoren oder Antriebselektronik des Herstellers

können interaktiv konfiguriert werden. Sämtliche

Konfigurationsschritte werden auf einer Seite durchgeführt.

Bereits ausgewählte und noch zu selektierende

Merkmale werden dabei übersichtlich am rechten

Fensterrand zusammengefasst. Diverse Suchoptionen

wie etwa Motorleistung, Drehzahl und Drehmoment

erleichtern die Auswahl. Dank der neuen Plausibilitätsprüfung

zeigt der Konfigurator nur die Optionen an,

welche zu den bereits angegebenen Anforderungen

passen. Zusatzinformationen unterstützen den Nutzer

und vereinfachen die Konfiguration. Auch ATEX-Getriebemotoren

können jetzt online konfiguriert und auf

Konformität geprüft werden. Nach eigenen Angaben

hat das Kundenportal derzeit weltweit rund

26.500 Nutzer.

www.nord.com

IGUS MIT NACHHALTIGEN NEUHEITEN AUF

DER HANNOVER MESSE

Igus präsentiert

seine neuesten

Produktentwicklungen.

Von PTFE-freien

Werkstoffen

über eine

komplette

Energiekettenserie

aus

Recycling-

Material bis hin

zum neuartigen

Trockenreinraum-Zertifikat für Igus E-Ketten, das gemeinsam

mit dem Fraunhofer IPA entwickelt wurde. Igus hat seine

Produktpalette erweitert und bietet alle Iglidur-Standardmaterialien

auch als PTFE-freie Variante an. Dazu zählen die

Werkstoffe Iglidur J, W300, M250, G, X und H. Auch in anderen

Produktbereichen wie Linearführungen, Drehkranzlager oder

Gleitfolien hat Igus PTFE-freie und PFAS-geprüfte Alternativen im

Portfolio. Untersuchungen im hauseigenen Testlabor zum

Reib- und Verschleißverhalten zeigen zudem eine deutlich

bessere Performance der Werkstoffe mit substituiertem PTFE im

Vergleich zur PTFE-haltigen Referenz. Die Forschung an Alternativen

hat somit einen deutlichen Mehrwert erbracht. Igus hat

nun sein komplettes Katalogprogramm der Standard-Energiekettenserie

E2.1 auf das neue Recycling-Material Igumid CG LW

umgestellt. Das Material wird aus alten Energieketten sowie

alten Fischernetzen hergestellt. Die recycelte E2.1-Serie besitzt

dieselben mechanische Eigenschaften wie die Energiekettenserie

aus Standardmaterial, bietet zudem aber einen 80 Prozent

geringeren CO2-Fußabdruck.

www.igus.de

iC-MCB

SPI-zu-BiSS-Brückenbaustein mit

RS422-Transceiver

• Einfache Implementierung der BiSS-Schnittstelle in Sensoren

• SPI-Slave-Interface zur Konfiguration und Sensordatenübergabe

durch Mikrocontroller

• Automatische Datenerfassung über integrierten SPI-Master

• Kompaktes 3×3mm² QFN-Gehäuse

Tel.: 06135 / 92 92-30 00

www.ichaus.de/product/ic-mcb

embedded world, Nürnberg

11.–13. 03. 25, 4-370

SENSOR+TEST Nürnberg

06.– 08. 05. 25, 1-534


SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

LOGIMAT

MOBILE ROBOTER, ABER SICHER

Die industrielle Intralogistik ist einer der Bereiche, in denen sich der

Fachkräftemangel bedingt durch den demografischen Wandel zunehmend

niederschlägt. Fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) können zum Problemlöser

werden sowie die Effizienz von Transport- und letztendlich den Fertigungsprozessen

steigern. Die FTF sind stark gefordert: Sie sollten intelligent sein, robust und wendig,

hohe Traglasten transportieren können und natürlich muss die Sicherheit für alle

Beteiligten im Umfeld gewährleistet sein. Das fordert auch der Antriebstechnik

solcher FTFs einiges ab.

Um die Lücke zu schließen zwischen dem automatisierten

Lager und der automatisierten Produktion, hat das

Unternehmen Magazino den mobilen Logistik Roboter

SOTO entwickelt. Er übernimmt das intelligente Handling

und den Transport von KLTs (Kleinladungsträgern) in einer

Lager- und Produktionsumgebung. Das Besondere dabei ist, dass

der Roboter KLTs von passiven Regalen (also Regale ohne

Förderelemente) entnimmt und das bereits ab einer Förderhöhe

von 400 mm. Insgesamt transportiert er bis zu 24 KLTs bei einer

maximalen Nutzlast zwischen 200 und 249 kg. Mit einer Transporthöhe

von 2.160 mm und einem virtuellen Fußabdruck von

2.500 x 1.310 mm passt der Roboter durch 1.650 mm breite Gänge.

Er findet seine Einsatzfelder allein oder als Flotte sowohl in

Brownfield- als auch in Greenfieldanwendungen. SOTO bringt

Materialien just-in-time direkt an die Montagelinie. Dank integrierter

„Intelligenz“ erledigt er auch komplexe Transportaufgaben

eigenständig und reagiert flexibel auf Veränderungen in der

Umgebung oder auf wechselnden Bedarf. Er kann Routenzüge

16 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

vollständig ersetzen oder auch sinnvoll mit ihnen kooperieren.

Typische Einsatz bereiche findet SOTO unter anderem in der Automobil-

und Elektronikfertigung oder bei Spritzgussanlagen.

Bei der Entwicklung der mobilen Roboter haben sich die

Experten viel Zeit genommen, mögliche Antriebseinheiten auszuwählen,

ausgiebig zu testen und miteinander zu vergleichen.

In der nun verfügbaren zweiten Roboter-Version setzen sie voll

auf den Fahr-Lenk-Antrieb ArgoDrive von Ebm-papst, weil dieser

die vielfältigen Anforderungen der Anwendung am besten erfüllen

konnte.

FLEXIBLER UND ROBUSTER ANTRIEB

In der Lagerlogistik, aber auch in der Produktion gilt: Platz ist

Geld. Für autonome Roboter bedeutet das, dass sie auf engem

Raum flexibel navigieren müssen. Daher waren Antriebseinheiten

gefragt, die ein omnidirektionales Bewegen des Roboters

möglich machen. Bei ArgoDrive besteht jede Antriebseinheit aus

zwei bürstenlosen DC-Motoren, Getriebe, sicherheitstauglicher

Sensorik und allen erforderlichen Anschluss-Steckern. Die zwei

Motoren tragen durch ein Überlagerungsgetriebe je nach Anforderung

zum Lenken, Fahren, Beschleunigen oder Bremsen bei.

So entsteht ein unendlicher Lenkwinkel, der eine Flächenbeweglichkeit

des Fahrzeugs selbst aus dem Stand ermöglicht. Damit

kann der mobile Roboter sicher in engen Räumen navigieren und

einfach auf der Stelle nachjustieren. Zudem sorgt das Fahr-Lenk-

System dafür, dass Platz optimal genutzt wird und der Roboter

Personen oder anderen Fahrzeugen auf engstem Raum flexibel

ausweichen kann.

Robustheit war eine weitere zentrale Forderung, denn Komponenten,

die in einer Umgebung verbaut sind, die sich bewegt,

sind zwangsläufig auch immer Vibrationen und anderen Kräften

DER KOMPAKTE BAURAUM DES

ANTRIEBS ERGIBT MEHR PLATZ

FÜR GREIFER ODER NUTZLAST

ausgesetzt. Deshalb sind alle notwendigen Anschlusskabel der

eingesetzten Antriebseinheit fest verlegt. So wird über die gesamte

Dauer des Einsatzes dafür gesorgt, dass es nicht zu ärgerlichen

Problemen mit Kontaktstellen kommt. Aktuell ist Kontaktschwäche

der Ausfallgrund Nummer 1 bei fahrerlosen Transportfahrzeugen.

Magnus Eldevik, Product Marketing Manager bei Magazino,

freut sich aber ganz besonders über die kompakte Bauform des

Antriebs: „Insbesondere, weil ArgoDrive so flach baut, konnten

wir eine niedrige Greifhöhe von 400 mm realisieren. Das bedeutet,

dass teurer Lagerplatz möglichst effizient genutzt werden

kann. Gleichzeitig bedeuten kompakte Abmaße des Antriebs

aber auch mehr Platz für Greifer oder eben die Nutzlast. Und je

höher die Nutzlast, desto effizienter ist letzten Endes der mobile

Roboter.“

GEFAHRLOSE ZUSAMMENARBEIT

Wo mobile Roboter sich den Platz mit Menschen und anderen

Fahrzeugen teilen, spielt Sicherheit eine entscheidende Rolle.

Hindernisse gilt es zuverlässig zu erkennen. Bei Schutzfeldverletzungen

muss einerseits eine entsprechend hohe Bremsleistung

zur Verfügung stehen. Andererseits muss sichergestellt sein, dass

der Befehl der Sicherheitssteuerung zum Stopp zuverlässig ausgeführt

wird. Hier schätzen die Entwickler des mobilen Roboters,

dass bei ArgoDrive standardmäßig verschiedene Safety-Funktionen

für einen sicheren Betrieb fahrerloser Transportfahrzeuge

01 Fahr-Lenk-

System ArgoDrive

von Ebm-papst für den

Einsatz in fahrerlosen

Transportsystemen – in den

Ausführungen Light, Standard und

Heavy kann es Lasten bis 100 kg, 300 kg

beziehungsweise 500 kg pro heit

Antriebseinbewegen

unterstützt werden. Alle für Sicherheitszertifizierungen relevanten

Sicherheitskennzahlen wie MTTFd-Werte sowie B-10 Werte

stehen zur Verfügung, um die Anforderungen der FTS-Normen

ISO 13849 und ISO 3691-4 zu bedienen.

Der Logistik-Roboter SOTO zeigt, dass die Integration in verschiedenste

Steuerungssysteme mit wenig Aufwand zu bewerkstelligen

ist. Hierfür sorgen standardisierte Kommunikationsund

Safety-Schnittstellen wie CANopen, EtherCAT oder Profinet.

Die Entwickler von Magazino setzten bei der Sicherheitssteuerung

auf eine Lösung der Fa. Sick und für die Fahrzeugsteuerung

auf einen Industrie-PC. Dieser steuert unter anderem die

ArgoDrives über die Antriebsregler von Ebm-papst an.

INTUITIVE

VERSATILE

ADAPTABLE

KISSsoft AG

A Gleason Company

T. +41 55 254 20 50

kisssoft.info@gleason.com

KISSsoft System Module

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 17


SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

02 Damit die autonomen

Roboter auf engem Raum flexibel

navigieren können, war ein

omnidirektionales

Fahr-Lenk-System gefragt

ANTRIEBSPORTFOLIO NÜTZLICH

Ein weiterer Vorteil, der den Antrieb für die Anwendung empfahl,

war sein hoher Wirkungsgrad, der ein 5:1 Verhältnis bei Betriebszu

Ladezeit (also 8 Stunden Betrieb bei ca. 1,5 Stunden Laden)

ermöglicht. Ebenso die Green-break-Funktion, die durch eine

Energieabsenkung beim gelüfteten Zustand der Bremse den

Energiebedarf im Vergleich zu anderen Brems-Ansteuerungskonzepten

erheblich senkt. Eldevik ergänzt: „Und dann war für

uns natürlich nützlich, dass Ebm-papst über ein großes Antriebsportfolio

verfügt, aus dem wir uns zum Beispiel auch bei

ECI-Motoren für die Aufnahme der KLTs, also für Kipp-Bewegungen

im Rucksackregal, bedienen können. Im gesamten mobilen

Roboter mit verschiedenen Antrieben desselben Herstellers arbeiten

zu können, erleichtert uns natürlich die Schnittstellenthematik

deutlich.” Magazino ist mit der Qualität der eingesetzten

Antriebe ebenso zufrieden wie mit der angenehmen Zusammenarbeit

und kann sich auch in Zukunft weitere gemeinsame

Projekte gut vorstellen.

BREMSKRAFT SENKT KOLLISIONSRISIKEN

Die Sicherheit ist beim Betrieb mobiler Roboter beziehungsweise

fahrerloser Transportsysteme ein zentrales Thema. Wenn sich

die Arbeitsumgebung des Personals mit den Verkehrswegen der

FTF überschneiden, müssen Kollisionsrisiken ausgeschlossen

werden. ArgoDrive bietet dafür mehrere Möglichkeiten. Bei einer

Schutzfeldverletzung beispielsweise muss das Antriebssystem

den Befehl eines sicheren Stopps der Sicherheitssteuerung zuverlässig

ausführen. Für die Antriebe muss vor allem eine hohe

Bremsleistung zur Verfügung stehen. Der ArgoDrive erreicht hier

unter Nutzung der elektromotorischen Bremsen eine Verzögerung

von bis zu 2,5 m/s 2 , ebenso ist durch Nutzung der zusätzlich

integrierten mechanischen Bremse eine Notbremsung möglich.

Auch beim Versagen der Stromversorgung des FTF geht die Antriebseinheit

in einen sicheren Halt, um unkontrollierte Bewegungen

zu vermeiden. Damit unterstützt der Antrieb alle typischen

und notwendigen Safety-Anforderungen im Umfeld von

Lägern und Produktionen.

Das einzelne Fahr-Lenk-System wird hierzu über zwei externe

Regler angesteuert. Auch die Signale für den Lenkwinkel sind redundant

ausgelegt und die Position ist jederzeit abfragbar. Die in

den Reglern integrierte STO-Funktion (Safe Torque Off) sorgt für

einen sicheren Halt (PLe). STO und, falls notwendig, das Auslösen

der Notstopp-Funktion der mechanischen Bremse lassen

sich gemeinsam auslösen. Außerdem überwacht der Antrieb,

dass eine definierte Maximalgeschwindigkeit nicht überschritten

wird (SLS, Safe Limited Speed) und das Fahrzeug sich nur in die

freigegebene Richtung bewegt (SDI, Safe Direction). Dafür haben

beide im ArgoDrive integrierten Motoren standardmäßig zwei

unabhängige Feedback-Systeme: die integrierten Hallsensoren

zur Kommutierung und die hochauflösenden Inkremental-Encoder

zur Regelung. Durch den Abgleich beider Signale kann die

Elektronik die Drehzahl der Motoren funktional sicher erfassen.

Bilder: Ebm-papst, Magazino

www.ebmpapst.com

Patrick Schumacher, Leiter Produktmanagement

Industrielle Antriebstechnik, Ebm-papst St. Georgen

DIE IDEE

„Weil ArgoDrive so flach baut, konnten

wir eine niedrige Greifhöhe von

400 mm realisieren. Das bedeutet,

dass teurer Lagerplatz möglichst

effizient genutzt werden kann. Bei der

Entwicklung haben wir vom guten

Support der Firma Ebm-papst

profitiert. Wir waren als Beta-Tester

der Antriebe in regelmäßigem

Austausch mit dem Hersteller.

Von dieser engen und angenehmen

Zusammenarbeit haben beide Seiten

sehr profitiert.“

Magnus Eldevik, Product Marketing

Manager bei Magazino

18 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


MARKTPLATZ

FLANSCHKUPPLUNG MIT PROGRESSIVER

DREHFEDERSTEIFIGKEIT

KTR hat eine neue, hochelastische

Flanschkupplung im Programm,

die speziell für Anwendungen mit

variablen Lastanforderungen

entwickelt wurde. Die Variolastic

sorgt dank ihrer progressiven

Drehfedersteifigkeit für eine

optimale Schwingungsdämpfung

und schützt Antriebssysteme

effektiv vor Belastungsspitzen.

Haupteinsatzgebiete der robusten Flanschkupplung sind

Bau- und Landmaschinen. Zu sehen ist die Kupplung erstmals

auf der Bauma 2025 in München, Halle A4, Stand 145.

Die Variolastic reduziert und dämpft die Drehungleichförmigkeit

infolge einer anfangs geringen und mit der Last steigenden

Drehelastizität. Dabei passt sich die hochelastische Flanschkupplung

automatisch an die unterschiedlichen Lastzustände

an und optimiert das Schwingungsverhalten des Antriebsstrangs

für einen reibungslosen Betrieb. Die progressive

Drehfedersteifigkeit wird durch spezielle Rollen aus einem

synthetischen Kautschuk erreicht, die zwischen den Kupplungsflanschen

geführt und auf Druck belastet werden; die Drehsteifigkeit

verändert sich dabei permanent in Abhängigkeit der

Grundlast, Amplitude und Frequenz. Die Elastomere gewährleisten

eine optimale Dämpfung von Drehschwingungen und

minimieren Stöße, um angeschlossene Komponenten zu

schützen – und das bei Temperaturen bis 120 °C.

www.ktr.com

MOBILER COBOT-WAGEN MIT

AUTOMATISCHER POSITIONIERUNG

Rose+Krieger stellt

seinen mobilen Cobot-

Wagen vor. Er ermöglicht

das freie Verfahren

und exakte Positionieren

eines Roboters zwischen

einzelnen Arbeitsplätzen

einer Montagelinie.

Der Wagen erlaubt es

dem Bediener, einen

Roboter zwischen den

Arbeitsplätzen einer

Montagelinie zu verfahren und positioniert sich dort jeweils

mit einer Genauigkeit von 0,01 mm. Der Transportwagen aus

Komponenten der Profiltechnik ist dafür mit einem Sensorboard

ausgestattet. Dieses steuert ein sensorisches Gegenstück

an, mit dem die Ziel-Station ausgestattet ist. Die Positionierung

muss damit nicht mehr mechanisch oder optisch per Sensorund

Kameratechnik erfolgen. Mit dem Sensorboard geschieht

dies unabhängig von sich ändernden Lichtverhältnissen,

Schmutz oder Staub. Der mobile Cobot-Wagen lässt sich damit

in verschiedenen Szenarien einsetzen, ohne dass er jedes Mal

neu programmiert werden muss. Das SensorBoard ist ab

100 mm 2 flexibel skalierbar. Es ermöglicht eine 2D- bis 6D-

Positionsbestimmung, die in Echtzeit berechnet wird.

Rose+Krieger übernimmt neben dem Einbau auch die vollständige

Programmierung von Sensorboard und Cobots.

www.rk-rose-krieger.com

SUMITOMO FEIERT 100 JAHRE CYCLO-PRINZIP

Sumitomo Drive Technologies feiert 100 Jahre Zykloidgetriebe und damit ein Jahrhundert

deutscher Ingenieurskunst. Mit Mut zur Innovation legte Lorenz Konrad Braren im Jahr 1925

den Grundstein für die Erfolgsgeschichte der Zykloidgetriebe. Der Ingenieur schöpfte aus seiner

Erfahrung, die er bei Stationen in den USA, Deutschland und als Chefkonstrukteur bei der Firma

Friedrich Deckel in München sammelte. Inspiriert durch den präzisen „Compur“-Kameraverschluss

von Deckel, entwickelte er eine neue Getriebetechnologie. Seine visionäre Arbeit führte

bereits 1932 zu einer Kooperation mit der heutigen Sumitomo Heavy Industries, die eine Lizenz

für den Bau des Cyclo-Getriebes in Japan erwarben. Heute vereint Sumitomo sämtliche

Aktivitäten im Bereich der Antriebstechnik unter einer Marke. Das Portfolio reicht von Präzisionsantrieben, Industriegetriebe,

Zentrifugen, Aktuatoren, Motoren, Frequenzumrichtern bis hin zu vernetzten Lösungen für die Industrie 4.0.

www.sumitomodrive.com

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 19


SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

AKKU MACHT MOBIL

HUBSÄULEN UND

ZYLINDER KABELLOS

VERFAHREN

Moderne Produktionsprozesse erfordern

flexibel nutzbare und ergonomisch

einstellbare Arbeitsplatz- und

Transportlösungen. Ein führender Hersteller

von Systemlösungen für die

Automatisierungstechnik hat eine

Synchronsteuerung entwickelt, mit der sich

solche Systeme nun noch flexibler realisieren

lassen. Der neuartige Akkubetrieb macht

Kabel zur Energieversorgung überflüssig.

Sowohl stationäre als auch mobile

Arbeitsplätze und Transportwagen lassen

sich dadurch sicher und effektiv in der Höhe

und Neigung einstellen. Für Anwendungen

wie die Höhenverstellung von Förderbändern

gibt es auch eine kabelgebundene Variante

der Steuerung, die über ein 24 V-DC-Netz

versorgt wird.

Die Produktion stellt hohe Anforderungen an die Flexibilität,

Sicherheit und Ergonomie von stationären und

mobilen Arbeitsplätzen, aber auch an Transportlösungen.

Sie sind unerlässlich, um Mitarbeitende von körperlich

anstrengenden oder unergonomischen Tätigkeiten zu

entlasten. Außerdem tragen sie dazu bei, Arbeitsabläufe sicher

und fehlerfrei zu gestalten, wie zum Beispiel nach einem Schichtwechsel.

Montagearbeitsplätze müssen daher flexibel an den

Mitarbeiter und die Arbeitsumgebung anpassbar sein. Dies gilt

besonders für mobile Arbeitsplätze, die an mehreren Standorten

für wechselnde Tätigkeiten verwendet werden, und für Materialoder

Werkstattwagen.

Den Anpassungsmöglichkeiten sind dabei kaum Grenzen gesetzt:

Mit Hubsäulen und Elektrozylindern lassen sich unter anderem

Arbeitshöhe, Neigung oder Griffweiten an den jeweiligen

Mitarbeiter anpassen. Auch die Wirtschaftlichkeit spielt eine

wichtige Rolle: Mit modernen Steuerungen können beispiels­

Björn Riechers, Geschäftsführer, RK Rose+Krieger, Minden

weise nach einem Wechsel der Werker die Arbeitstische schnell

neu eingestellt werden. Das verkürzt die Umrüstzeiten und spart

gegebenenfalls erforderliche separate Arbeitstische für andere

Prozessschritte.

ENERGIE WIRD MOBIL

Bei der Realisierung von mobilen, einstellbaren Arbeitstischen

und Transportlösungen störten bisher jedoch die oftmals sehr

langen Energieversorgungsleitungen, welche eine erhebliche Gefahrenquelle

für Mensch und Maschine darstellen (wie zum Beispiel

durch Stolpergefahr, Kabelbeschädigung durch Überfahren

mit schweren Wagen, Stromschlag). Bei kabelgebundenen Systemen

muss daher für das Fahren von Punkt A zu Punkt B die Spannungsversorgung

aus Sicherheitsgründen unterbrochen werden.

Sie sind dabei weder in der Höhe noch in der Neigung einstellbar.

Dies ist für die Bediener sehr umständlich und kostet Zeit.

Abhilfe schafft eine neuartige Synchronsteuerung für das kabellose

Verfahren von Hubsäulen und Elektrozylindern. Die Steuerung

Multicontrol II Duo Accu besitzt einen Akkuadapter für gängige

Lithium-Ionen-Akkus. Anwender können also vorhandene

Akkus (und Ladeinfrastruktur) für die Energieversorgung der

20 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


01 Die kompakte Steuerungsvariante mit direkter

24 V-DC-Spannungsversorgung eignet sich beispielsweise

für die Höhenverstellung von Förderbändern

Steuerung und der daran angeschlossenen Antriebe nutzen. Das autarke System erschließt

neue Anwendungsbereiche.

Im Prinzip kann sogar ein Akku aus einer Bohrmaschine temporär in den Adapter

eingesetzt werden, um den Arbeitstisch komfortabel auf die gewünschte Höhe und

Neigung zu verfahren. Interessant ist dies etwa für den häufigen Anwendungsfall,

dass ein Werker mit seinem Arbeitstisch an einen anderen Standort wechselt und

ihn dort an die neuen Arbeitsbedingungen anpassen muss. Durch das praktische

Akkukonzept kann er nun innerhalb kürzester Zeit seine Arbeit wieder aufnehmen,

und zwar an einem ergonomisch optimal eingestellten Arbeitsplatz. Der Akku kann

aber auch dauerhaft im Adapter verbleiben.

KOMPLETT.

ZUVERLÄSSIG.

ÖKONOMISCH.

Unser Paket für die

Antriebstechnik

MOBIL UND ERGONOMISCH IN MONTAGE UND LAGER

Eine interessante Applikation für die akkubetriebene Steuerung ist die Montage an

mehreren Fertigungsstationen, wie etwa in der Schaltschrankmontage. Die Montagetische

lassen sich sowohl in der Höhe als auch der Neigung ergonomisch der

jeweiligen Arbeit anpassen und dann an die nächste Station mitsamt Schaltschrank

verfahren. Sonst übliche Transport- und Hebelösungen bis hin zum Deckenkran

macht das obsolet. Die Prozesse in der Schaltschrankmontage können damit weiter

optimiert werden.

Ein weiteres Beispiel ist das ergonomische Arbeiten in manuellen Materiallagern

mit verschiedenen Ebenen. Bislang müssen Mitarbeiter die schweren Materialkisten

umständlich und unergonomisch entnehmen. Jetzt können sie dank der akkubasierten

Steuerung hierfür einen mobilen, höhenverstellbaren Materialhubwagen

einsetzen. Verschiedene Arbeitshöhen können damit flexibel angefahren

werden. Schwere Kisten können dann einfach über Rollenbahnen ergonomisch aus

dem Lagerfach auf den Hubwagen gezogen werden.

FUNKTIONSREICH UND SPARSAM

Die Multicontrol II Duo Accu ergänzt das Produktprogramm der Multicontrol II-

Steuerungen von RK Rose+Krieger um eine kompakte kabellose Version. Sie verfügt

über den gleichen Funktionsumfang wie die kabelgebundenen Modelle. Wie die

bisherigen Modelle ist auch die neue Steuerung in einer Basic- und einer Premiumversion

mit zusätzlichen Softwarefunktionen erhältlich. Mit der Synchronsteuerung

sind auch größere Systeme problemlos realisierbar: So können bis zu acht Steuerungen

mit maximal 16 Antrieben vernetzt werden. Dies ermöglicht auch komplexe

mobile Systeme und genügt besonders hohen Leistungsanforderungen.

Die Bedienung erfolgt intuitiv über einen Handschalter mit grafikfähigem Design

oder über das I/O-Interface zur Anbindung an übergeordnete Steuerungen.

Der Standby-Verbrauch des energieeffizienten Gesamtsystems aus Steuerung und

Handschalter beträgt <0,5 W. Unter Volllast bietet er Energie für 70 Doppelhübe mit

zwei Multilifthubsäulen, das heißt 70 Mal die obere und untere Endposition anfahren.

Der Akku-Zustand wird auf der Balkenanzeige des 6-Tasten-Handschalters

visualisiert. Bei mehreren Multicontrol II Duo Accu-Steuerungen im Verbund kann

der Benutzer mit dem Masterhandschalter den Akkuzustand jeder Steuerung abfragen.

So ist sofort ersichtlich, welcher Akku eine niedrige Kapazität aufweist.

Eine Überwachung von Einschaltdauer, Überstrom und Temperatur (optische

Warnmeldung) schützt die Steuerung vor Überlastung. Ein weiterer Vorteil gerade

für mobile Lösungen ist das geringe Gewicht der Steuerung von nur 220 g.

HN | Drehteile

Verschlussschrauben, Entlüftungsventile

und Ölschaugläser –

EIN Abdichtungssystem für alle

Einschraub­ und konstruktionsbedingten

Bohrungen im Getriebegehäuse.

Komplett montiert und einsatzbereit.

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SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

03

02

02 Flexibel in Höhe und Neigung: Montagetische und -vorrichtungen

lassen sich mit Hilfe der netzunabhängigen Synchronsteuerung der

jeweiligen Arbeit ergonomisch anpassen

03 Die neue kabellose Synchronsteuerung Multicontrol II Duo Accu

(rechts) mit Akkuadapter (links) sorgt für mehr Flexibilität und Komfort

bei mobilen Verstellaufgaben

DC-NETZ-VARIANTE

Als Variante wurde die Multicontrol II Duo DC entwickelt. Bei ihr wird

die Spannungsversorgung mithilfe eines Kabels mit offenem Kabel ende

realisiert. Die Steuerung bietet denselben Funktions- und Leistungsumfang

wie die Akku-Version. Sie eignet sich aufgrund des direkten Spannungsanschlusses

an 24 V DC und der geringen Abmaße von

121 x 105 x 44 mm gut für den Einbau in Schaltschränke. Anwendung findet

sie etwa für die Höhenverstellung von Förderbändern. Auch die DC-

Variante kann mittels des I/O-Interfaces mit 16 digitalen Ein- und Ausgängen

an die übergeordnete Steuerung angebunden werden.

EINFACHE MONTAGE

Für beide Steuerungsvarianten steht ein Hutschienenadapter zur Verfügung,

der mit zwei Befestigungsschrauben an der Gehäuseunterseite der

Steuerungen befestigt wird. Die Steuerungen können somit einfach

durch Einschwenken an einer Hutschiene aufgesteckt werden. Die Hutschiene

kann auch direkt auf das Blocan-Profil von RK Rose+Krieger

montiert werden.

Die Akkuaufnahme ist mit der Steuerung über ein 1,5 m langes Kabel

verbunden. Dadurch kann der Akku ergonomisch positioniert werden –

beispielsweise an einer besonders zugänglichen Stelle oder da, wo er am

wenigsten stört. Der Bohrungsabstand von 40 mm ist abgestimmt auf

die direkte Anbindung an die Tragschienen gemäß DIN EN 60715 TH 35

sowie an die 80 x 80- oder 80 x 40-Blocan-Profile.

FLEXIBLE SCHNITTSTELLEN

Die Multicontrol II Duo Accu und die Multicontrol II Duo DC können

neben den Handschaltern auch an ein I/O-Interface als Bedienschnittstelle

angeschlossen werden. Über das I/O-Interface stehen insgesamt

16 digitale Ein- und Ausgänge zur Ansteuerung zur Verfügung. Zustandsmeldungen,

Memory-Positionen und eine Encodernachbildung lassen

sich durch die Standardfunktionen mit wenigen Handgriffen realisieren.

Besonders in Kombination mit den Hubsäulen und Elektrozylindern

können somit die unterschiedlichsten Anforderungen bereits mit Standardkomponenten

realisiert werden. Zur Anbindung an übergeordnete

Steuerungsebenen unterstützen beide Varianten RS-485 als serielle

Schnittstelle und das Modbus RTU-Protokoll. Mit Hilfe der RKX-Serviceund

Konfigurationssoftware von RK Rose+Krieger kann darüber hinaus

ein weltweiter Service sichergestellt werden.

Bilder: RK Rose+Krieger

www.rk-rose-krieger.com

DIE IDEE

„Unsere neue Multi control II Duo

Accu bringt mehr Flexibilität bei

mobilen Verstellaufgaben mit

Hubsäulen oder Elektrozylindern,

insbesondere in der Intralogistik

und an Montage arbeitsplätzen.

Eine Begrenzung der Reichweite

durch Kabel und die damit verbundenen

Stolperfallen gehören damit

der Vergangenheit an.

Das Beson dere: Die Synchronsteuerung

verfügt über einen

Akkuadapter für standardisierte

Akkus. Anwender können also ihre

vorhandenen Akkusysteme nutzen.

Höhenverstellbare oder kippbare

Werkstattwagen, Hebevorrichtungen

und Arbeits tische lassen sich

problemlos von einer Fertigungsstation

zur nächsten bewegen,

ergonomisch einstellen und in die

optimale Arbeits position bringen.

Das macht die Montage insgesamt

effizienter und sicherer.“

Björn Riechers, Geschäftsführer,

RK Rose+Krieger GmbH, Minden

22 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


KRAFTPAKET ERMÖGLICHT HÖHERE

RADIALLAST

Zur Logimat 2025 erweitert Framo Morat seine Nabengetriebe-

Plattform: Das Nabengetriebe NG750 ermöglicht eine Radiallast

von bis zu 750 kg pro Rad und ergänzt die bereits verfügbaren

Baugrößen NG250 und NG500. Die Plattform eignet sich

Fahrerlose Transportsysteme. Konstruktiv überzeugen die

kompakten Nabengetriebe in Radantrieben durch eine vorteilhafte

Anordnung der separaten Radlager und die Integration

des Planetengetriebes in das Laufrad. Sie bieten vielseitige

Getriebeübersetzungen, einfache Radwechsel und eine lange

Lebensdauer von bis zu 30.000 h laut eigenen Angaben.

www.framo-morat.com

DREHGEBER

Hochauflösende Drehgeber

Game Changer

HTx36 Drehgeber-Familie

• CANBus, analog, inkremental

• Single-/Multiturn (bis zu 16/43 Bit)

• „True-Power-on“ (energy harvesting)

• Freie Wahl der Inkremente

(von 1 bis zu 20.000)

• Bis zu IP67 wellenseitig

• Doppelt kugelgelagerte Welle

• Made in Germany

www.megatron.de

HOCHLEISTUNGS-FLUID-CONTROL-KOMPONENTEN

Die Lee Hydraulische Miniaturkomponenten GmbH wird auf der Hannover Messe 2025 ihr Portfolio

an leistungsstarken Ventilen, Sieben, Drosseln, Dichtstopfen und Pumpen in Miniaturbauweise

vorstellen. Die Miniaturkomponenten zeichnen sich durch Robustheit und Zuverlässigkeit

aus. Typische Applikationen finden sich in der Luft- und Raumfahrt, Oiltool-Anwendungen, dem

Maschinenbau sowie der Automotive- und Medtech-Branche. Auch die neue piezoelektrische Disc

Pump wird Teil des Messeauftritts sein. Sie zeichnet sich durch ihren Ultraschallbetrieb aus: dieser

bedingt eine geräusch- und vibrationsfreie Nutzung. Zudem ist die Pumpe lediglich so groß wie

eine 2€-Münze und wiegt nur 5 Gramm. Mit diesen Charakteristika lässt sie sich anwenderfreundlich

direkt am Einsatzort, gerade auch in platzsparende und gewichtssensible Systemdesigns

integrieren. Gerade für hochdynamische Anwendungen im Niedrigdruckbereich ist die Disc Pump

in Verbindung mit schnellschaltenden Ventilen die optimale Lösung, um auf kleinstem Bauraum innovative Lösungen umzusetzen.

www.theleeco.com

LINEARAKTUATOR MIT MONTAGEADAPTER

Der neue Linearaktuator

mit Montageadapter

von

Oriental Motor

verfügt bereits über

eine passende

Spindel und Kunststoffmutter.

Damit

lassen sich die

Schrittmotoren der

PKP- und AZ-Serie der Rahmengrößen 28 sowie 42 mm

schnell und einfach zu einer Lineareinheit verbinden.

Die PKP-Schrittmotoren bieten ein breites Spektrum an

Motorgrößen, das um Optionen wie elektromagnetische

Bremsen oder Inkremental-Encoder mit einer Auflösung

bis 4.000 Pulsen/Umdrehung ergänzt wird. Ein batterieloser

Absolut-Encoder ist das Markenzeichen der Closed-

Loop-Schrittmotoren der AZ-Serie – der Geber macht

externe Referenzsensorik überflüssig. Mithilfe des neuen

Linearaktuators mit Montageadapter können Konstrukteure

die PKP- und AZ-Antriebe jetzt sehr leicht zu einer

für sie passende Lineareinheit verbinden. Diese sind mit

Hüben zwischen 50 und 300 mm verfügbar und besitzen

in den Ausführungen mit kleiner Spindelsteigung einen

Selbsthemmungsmechanismus. Vom Einsatz des Aktuators

profitieren Maschinen- und Anlagenbauer auch durch

Zeit- und Materialersparnisse: Sie benötigen weniger

Komponenten, da die Kupplung bereits in den Adapter

integriert ist. Das spart Bauraum und die Verbindung von

Linearaktuator mit dem Motor ist sehr einfach.

www.orientalmotor.de

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SPECIAL: HANNOVER MESSE UND LOGIMAT

IE5-ANTRIEBSPAKETE

AUF DEM WEG ZU NETTO-NULL

Um die Pumpenanwendungen zu modernisieren und die Energieeffizienz in der

Impfstofffabrik von GSK in Ungarn zu steigern, hat ABB Pakete aus hocheffizienten

IE5-Synchronreluktanzmotoren (SynRM) und Frequenzumrichtern geliefert.

Dank erheblicher Energieeinsparungen amortisiert sich die Investition in etwa

zwei Jahren. Durchgeführt wurde das Modernisierungsprojekt in enger

Zusammenarbeit mit dem lokalen ABB-Partner Rakóczkieinem.

GSK ist ein weltweit tätiges Biopharma-Unternehmen, das mit Impfstoffen

und Medikamenten Krankheiten vorbeugt und behandelt. GSK hat seinen

Hauptsitz in Brentford, Großbritannien. Das Unternehmen konzentriert

sich auf die Wissenschaft des Immunsystems und fortschrittliche Technologien.

GSK hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Ende des Jahrzehnts die Gesundheit

von 2,5 Milliarden Menschen positiv zu beeinflussen. In Ungarn arbeitet GSK mit

Partnern zusammen, um die Impfstoffe und Medikamente an Patienten zu liefern.

Die ungarische Produktionsstätte für Impfstoffe befindet sich in Gödöllő, 30 Kilometer

nordöstlich von Budapest.

Bis 2030 will GSK in seinen europäischen Betrieben eine Netto-Nullbelastung des

Klimas erreichen. Dazu optimiert das Unternehmen seine Prozesse, um die Energieeffizienz

zu erhöhen. Im Werk Gödöllő lagen zunächst die Pumpenanwendungen

im Fokus: Verbaut waren nicht nur IE1- und IE2-Motoren mit geringem Wirkungsgrad,

diese wurden vielmehr auch von älteren, ineffizienten Frequenzumrichtern

gesteuert oder waren sogar direkt an das Netz angeschlossen. Für Phase 1 der Modernisierung

wurden insgesamt 43 Pumpen ausgewählt, die in den Bereichen Wassergewinnung,

Vorbehandlung und Reinstwasserzirkulation eingesetzt werden.

DIE IDEE

„Der Einsatz von Frequenzumrichtern,

die die Motoren entsprechend

den Anforderungen des Prozesses

steuern, kann zu großen Energieeinsparungen

führen. Die Frequenzumrichter

von ABB verfügen über

Merkmale und Funktionen, die die

Steuerung fast aller Pumpenanwendungen

in Abhängigkeit von

Druck, Temperatur, Durchfluss und

anderen Parametern unterstützen.

In Verbindung mit den hocheffizienten

IE5-Motoren sparen sie bei jeder

Umdrehung der Pumpe Energie.“


IE5-EFFIZIENZ REDUZIERT EMISSIONEN

„Wir haben beschlossen, unsere Pumpenmotoren auf IE5-Effizienz

aufzurüsten und moderne Frequenzumrichter zu installieren“,

sagt ein Vertreter von GSK Ungarn. „Dafür haben wir uns für

die Zusammenarbeit mit dem ABB-Partner Rakóczki entschieden,

weil sie die von uns gesuchten IE5-Antriebspakete im Portfolio

haben und vor Ort Service und Support bieten. Experten

von ABB und Rakóczki besuchten unseren Standort mehrmals,

sammelten Informationen über die Anwendungen und diskutierten

technische Details mit unseren Ingenieuren. Sie lieferten

auch Referenzen von ähnlichen Projekten und erstellten detaillierte

Energieeffizienzberechnungen.“

„Unser Lieferumfang umfasste 43 IE5-SynRM-Motoren in Aluminium-

und Gussgehäusen mit Leistungen von 5,5 bis 55 kW“,

erklärt László Csernyik, Vertriebsingenieur bei ABB Ungarn.

„SynRM-Motoren sind so einfach wie Induktionsmotoren, haben

aber die Leistung von Permanentmagnetmotoren. Sie verwenden

keine Seltenen Erden, haben keine Magnete oder Wicklungen

im Rotor, und die Rotorverluste sind praktisch null. Geringe

Verluste bedeuten, dass sie kühler laufen. Daher sind sie zuverlässiger

und haben eine längere Lebensdauer als vergleichbare

Induktionsmotoren. Durch ihre hohe Zuverlässigkeit und erstklassige

Effizienz sind sie eine sehr nachhaltige Wahl.“

FREQUENZUMRICHTER SPAREN ENERGIE

Die Motoren sind mit 43 Frequenzumrichtern der Serie ACH580

mit IP21- oder IP55-Gehäusen kombiniert. Die ACH580-Frequenzumrichter

sind speziell für den Einsatz in HLK-Anwendungen

konzipiert und eignen sich ideal für Lüfter, Pumpen, Kompressoren,

Klima- und Kühlgeräte in Krankenhäusern, Rechenzentren,

Einkaufszentren, Tunnelbelüftungsanlagen, Fabriken

oder Bürogebäuden. Für Anwendungen, bei denen der Motor zuvor

direkt am Netz hing, wurde der neue Frequenzumrichter so

konfiguriert, dass er eine Druckregelung realisieren kann. Ein

Drucksensor ist mit dem internen PID-Regler des Frequenzumrichters

verbunden, so dass dieser den richtigen Druck im Kreislauf

aufrechterhalten kann. Dadurch wird der Pumpvorgang bedarfsgerecht

betrieben. Die Umstellung von Direktbetrieb auf

Druckregelung kann zu Energieeinsparungen von 20 Prozent

und mehr führen.

„Der Einsatz von Frequenzumrichtern, die die Motoren entsprechend

den Anforderungen des Prozesses steuern, kann zu großen

Energieeinsparungen führen“, erklärt László Csernyik. „Die Frequenzumrichter

von ABB verfügen über Merkmale und Funktionen,

die die Steuerung fast aller Pumpenanwendungen in Abhängigkeit

von Druck, Temperatur, Durchfluss und anderen Parametern

unterstützen. In Verbindung mit den hocheffizienten IE5-

Motoren sparen sie bei jeder Umdrehung der Pumpe Energie.“

Die Installationsarbeiten vor Ort wurden von Rakóczki durchgeführt,

Phase 1 wurde Anfang 2024 abgeschlossen. Nach der Umrüstung

verwendet ABB Ungarn die von den Frequenzumrichtern

erfassten Daten, um Effizienzberichte für GSK zu erstellen. Nach

den Berechnungen von GSK sparen die neuen Antriebspakete so

viel Energie, dass sie sich in etwa zwei Jahren amortisieren. Nach

dem Erfolg von Phase 1 plant GSK nun Phase 2, welche die restlichen

Pumpen und das Belüftungssystem des Werks umfasst.

Rakóczki Kft. arbeitet seit 25 Jahren mit ABB zusammen und ist

seit 2016 offizieller ABB-Partner. Das Unternehmen liefert eine

Reihe von ABB-Motoren, -Antrieben, -Softstartern und -Wand-

Die erwarteten erheblichen Energieeinsparungen durch IE5-SynRM-

Motoren und Frequenzumrichter sorgen für eine rasche Amortisierung

der Investition

ladegeräten für Elektrofahrzeuge sowie Wartungs- und andere

Services. Rakóczki verfügt über ein eigenes Lager, das eine

schnelle und zuverlässige Lieferung der von den Kunden am

häufigsten gewünschten Produkte gewährleistet.

Bilder: ABB, GSK

www. abb.de

Klaus Allgaier, Market Manager HLK und Wasser/Abwasser

bei ABB Motion, Mannheim

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 25


GETRIEBE UND GETRIEBEMOTOREN

SICHERE PROZESSE

PRÄZISIONSTEILE:

DIE ZUKUNFT IST SPANLOS

Schneckenwellen und Antriebswellen, deren Herstellungsprozess

mehrerer Zerspanungsoperationen bedurfte, lassen

sich heute auch mit einem weiterentwickelten Konzept der

Kaltmassivumformung fertigen. Das spanlose Verfahren

bietet neben hohen Taktzahlen noch weitere Vorteile.

Die Umformprozesse Pressen und

Walzen sind aus der Schraubenproduktion

bekannt. Die Kaltmassivumformung

bietet im Gegensatz

zur Zerspanungstechnik, bei der Späne

als Abfallprodukt entstehen, eine optimale

Materialausnutzung. Das Konzept hat der

Verbindungsteilespezialist baier & michels

(b&m), Mitglied der Würth-Gruppe, nun

weiterentwickelt und mit b&m-Ecco TEC

(Ecological Coldforming Technology) eine

Alternative zur aufwendigen Drehteilherstellung

geschaffen: Ob Stellspindeln,

Kugel- und Gewindebolzen oder Antriebsund

Schneckenwellen – langschaftige Präzisionsteile

mit komplexen Profilen lassen

sich jetzt auch spanlos, bis zu zehnmal

schneller und einbaufertig herstellen.

„Mit Blick auf die metallverarbei -

tende Industrie bringt dieses Verfahren ein

stark disruptives Potenzial mit“, sagt

Rainer Bürkert, Mitglied der Konzernführung

der Würth-Gruppe. Mit dem Prinzip

Umformen statt Zerspanen sorge b&m-

Ecco TEC für kurze Prozesszeiten und hohe

Ausbringungsmengen maschinenfallender

Teile. „Nehmen wir etwa eine Schneckengetriebewelle

– beim Zerspanungsprozess

entstehen etwa vier bis sechs Teile in der

Minute, mit b&m-Ecco TEC sind es bis zu

40 Teile.“ Da dabei weniger Material bearbeitet,

bewegt und recycelt werden muss,

verbessert sich die Ökobilanz spürbar. Je

nach Bauteilgeometrie ermöglicht b&m-

Ecco TEC gegenüber der Drehteilherstellung

eine Material- und CO 2

-Einsparung

von bis zu 67 Prozent beim Materialeinsatz.

Der Leiter der Bereiche Technik und Entwicklung

bei b&m, Olaf Ambros, nennt

zudem einen materialwissenschaftlichen

Vorteil des Verfahrens: „Beim Kaltmassivumformen

mittels hochkomplexer Walzwerkzeuge

werden die Materialfasern

nicht durchtrennt, sondern die Versetzungsdichten

in den Kristallgittern gar erhöht.“

Laut Ambros führt die Kaltverfestigung

des Bauteils durch das Umformen zu

einer verdichteten, besonders glatten

Oberfläche. „Daher lässt sich dank unserer

Technologie der energieintensive Prozessschritt

einer Wärmebehandlung häufig

einsparen.“ Das gelte vor allem bei der

Verwendung von AFP-Stählen, „die sich

durch eine Kombination aus hoher Festigkeit

und guter Duktilität auszeichnen.“

Hinzu kommen Olaf Ambros zufolge bisher

ungeahnte Möglichkeiten zur Gestaltung

der Außengeometrie der Kaltformteile.

„Hinterschnitte, Verzahnungen, Einstiche

und Rillen sind mit b&m-Ecco TEC

ebenso umsetzbar wie Funktionsflächen

mit engen Toleranzen.“ Aktuell produziert

b&m Formteile mit höchster Oberflächengüte

sowie engen Durchmesser- und

Rundlauftoleranzen im Hundertstelbereich

und Laufverzahnungsqualitäten

der Klasse 8. Aktuell entsteht in der Zentrale

in Ober-Ramstadt eine neue Produktionsstätte,

die noch in diesem Jahr an den

Start gehen wird.

Bild: b&m/Rüdiger Dunker

www.baier-michels.com

DIE IDEE

„Unsere Fertigungstechnologie

basiert auf dem Konzept der

Kaltmassivumformung, die es uns

ermöglicht, rotationssymmetrische

Bauteile mit komplexen Außenkonturen

spanlos herzustellen.

Die Kaltverfestigung der Produkte

führt zu besonders glatten Oberflächen

und hoher mechanischer

Festigkeit, was oft eine nachträgliche

Wärmebehandlung überflüssig

macht. Im Rahmen einer

effizienten Massenproduktion

erreichen wir mit b&m-Ecco TEC

nicht nur kürzere Produktionszeiten

und geringere Kosten, sondern

auch eine signifikante Reduktion

der CO 2

-Emissionen.“

Olaf Ambros, Leiter

Technik/Forschung und

Entwicklung bei baier & michels

Andreas Wollny, Corporate Communications

Manager bei baier & michels

26 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


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BEI HOHEN STÜCKZAHLEN

DIE ERSTE WAHL

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IMPRESSUM

HERAUSGEBER

Köhler + Partner GmbH

Brauerstraße 42

21244 Buchholz i.d.N.

Tel.: +49 4181 92892-0

Fax: +49 4181 92892-55

info@koehler-partner.de

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Jan Phillip Köhler, Julia Köhler-Cordes

REDAKTION

Bettina Jönsson, Carolin Möllmann,

Esther Pereira da Silva, Ina Pollei,

Ida Eggers, Sarah Ramos, Maria Bartling,

Niklas Warneke, Constanze Feige

BILDNACHWEIS

Archiv, Köhler + Partner GmbH

www.koehler-partner.de


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DIE ERSTE WAHL

Druckgussverfahren: Fertigung von

Kühlkörpern mit komplexen Geometrien

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Zuverlässig

Das Druckgussverfahren ermöglicht die Produktion von Kühlkörpern in anwendungsspezifischen

Größen und Formen. Ein großer Vorteil dieses bewährten Herstellungsverfahrens

ist dabei, dass bei Serien trotz anfallender Werkzeugkosten

sehr niedrige Stückkosten realisiert werden können.

Leistungsstark

Eines der wichtigsten Herstellverfahren für Kühlkörper ist

das Druckgussverfahren: Mit diesem lässt sich bei hohen

Stückzahlen nahezu jede anwendungsspezifische Kühlkörpergeometrie

herstellen. Weitere Vorteile der biegesteifen

Aluminiumdruckgussteile sind das geringe Gewicht sowie der

problemlose Einsatz bei hohen Betriebstemperaturen.

Bei der Herstellung werden Aluminium, Magnesium und Zink

unter hohem Druck und mit definierter Geschwindigkeit in

das Druckgusswerkzeug eingebracht. Durch diese Stahlform

wird präzise die Form des Kühlelements vorgegeben. Mit dem

Druckgussverfahren lassen sich selbst große Produktionsvolumina

problemlos bewältigen, da mit einem einzigen Werkzeug

mehrere Kühlkörper in einem Durchgang gefertigt werden

können. Die Stückkosten sinken so auf ein Minimum.

CTX unterstützt seine Kunden bereits bei der Projektierung.

Der Spezialist für Kühllösungen erstellt nicht nur sämtliche

CAD-Daten und 3D-Modelle, sondern liefert auch Designvorschläge

zur Fertigungsoptimierung. Eine Mustererstellung

erfolgt kurzfristig und Design-Änderungen werden zeitnah

vorgenommen. Zum Service-Angebot gehören zudem

die komplette mechanische Bearbeitung der Druckgussteile,

ihre Oberflächenveredelung sowie die individuelle farbliche

Gestaltung.

CTX THERMAL SOLUTIONS GMBH

Lötscher Weg 104 | 41334 Nettetal | Tel.: +49 2153 7374-0

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Die leistungsstarken RotoClamp-Klemmsysteme von

HEMA eignen sich ideal für rotatorische Positionsklemmungen

in Achsen, Tischen und Schwenkköpfen

von Maschinen. Da das Klemmsystem nach dem Fail-Safe-

Prinzip arbeitet, klemmt es Achsen auch bei einem

Energieausfall schnell und mit großer Kraft.

Viele Maschinen und Anlagen in der industriellen Fertigung

verfügen über Achsen und Spindeln, die in verschiedenen

Arbeitspositionen sicher geklemmt werden müssen. Für diese

Anwendungen bietet HEMA die RotoClamp: ein rotatorisches

Klemmsystem, das auch als Fail-Safe-Sicherung eingesetzt

werden kann. RotoClamp zeichnet sich durch hohe Klemmkräfte

bei relativ niedrigen Betriebsdrücken aus. Möglich wird

dies durch das pneumatische Funktionsprinzip des Klemmsystems,

das auf einem Federspeicher beruht.

Durch Entlüften der inneren Arbeitskammer und Belüften

der äußeren Arbeitskammer wird das Federblech entspannt.

Das Klemmelement wird dadurch im Bereich der Klemmfläche

elastisch verformt und drückt auf die zu fixierende

Welle. Durch zusätzliche Druckluftbeaufschlagung der äußeren

Arbeitskammer mit der Booster-Funktion kann bei Bedarf

die Klemmkraft weiter erhöht werden.

Bei einem Druckausfall wird die Achse sofort geklemmt

(Fail-Safe-Version). Die Reaktionszeit ist dank der Pneumatik

besonders kurz. Mit dem Schnellentlüftungsventil und dem

direkt am Spannmechanismus angebrachten Schnellverschluss

lassen sich extrem kurze Spannzeiten realisieren.

RotoClamp ist in einer innen- und einer außenklemmenden

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Wellengrößen und lässt sich leicht und schnell montieren.

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Antriebssysteme aus einer Hand

Mit vielfältiger Branchenkompetenz und einem modularen

Produktbaukasten aus Getriebe, Motoren und

elektronischer Antriebstechnik löst Systemhersteller

NORD jede Antriebsaufgabe. Seine NORDAC-Frequenzumrichter

sind Schlüssel für intelligent gesteuerte Bewegungen,

die auch ganz alltägliche Situationen bestimmen.

Zum Beispiel für das morgendliche Frühstück: NORDAC-

Frequenzumrichter sorgen dafür, dass Lebensmittel wie Brot,

Fleisch oder Käse in großen Mengen mit durchgängiger Präzision

zerteilt werden. Mit ihrer integrierten PLC steuern sie den

Anpressdruck des Schnittguts in Schneidemaschinen. Die PLC

ermöglicht eine freie Programmierung aller antriebsnahen

Steuerungsfunktionen. Reibungslose wie effiziente Produktionsabläufe

sind damit garantiert.

NORD-Antriebselektronik überzeugt

Zum Beispiel für den abendlichen Theaterbesuch: Für präzise

Positionierungsaufgaben verfügen Frequenzumrichter

wie der dezentrale NORDAC oder der NORDAC

für den Schaltschrank über das integrierte Positioniermodul

POSICON. Mittels Inkremental- oder Absolutwertgeber

steuert es eine relative oder eine absolute Positionierung an.

Per Parametersatzumschaltung ist eine sequenzielle Positionierung

von bis zu vier Achsen möglich. Damit realisiert NORD

unter anderem die automatische Positionssteuerung beim Verfahren

von Theaterkulissen.

Weitere Funktionen, mit denen die NORD-Antriebselektronik

überzeugt:

hohe Prozesseffizienz durch jeweils individuelle

Steuerung der Antriebe einer Anlage

hohe Zuverlässigkeit durch mögliche Anlagenfernwartung

via Ethernet

hoher Personenschutz durch funktionale Sicherheit

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NEUES AUS DER LINEARTECHNIK:

NORELEM ERWEITERT SEIN ANGEBOT

IM BEREICH DER POSITIONIERSYSTEME

Werkstücke punktgenau ausrichten: Positioniersysteme

von norelem machen es möglich. Ob Rundtische, Gegenlager,

Adapterplatten, Hubtische oder Gelenkköpfe –

norelem hat zahlreiche elektrische und mechanische

Komponenten neu oder als neue Varianten ins Produktportfolio

aufgenommen.

Bei den elektrischen Positioniertischen handelt es sich um

vielseitig einsetzbare Linearsysteme, die sich ideal als Verfahr-

und Positioniermodule eignen. Die nahezu spielfreie

Führung ermöglicht es, Bauteile, Endschalter, Sensoren,

Greifer und Anschläge auf den hundertstel Millimeter genau

zu positionieren, zum Beispiel in Werkzeug- oder auch Handhabungssystemen.

Familienzuwachs bei den Positionier-

Rundtischen

Das Sortiment der Positionier-Rundtische mit

elektrischem Antrieb wurde erweitert um eine

Variante für hohe Belastung. Die neuen

Rundtische können mit Kräften bis zu 12.000 N

belastet werden. Dank eines Kreuzrollenlagers,

das als Festlager dient, können hohe Kippmomente

aufgenommen werden. Die neuen

Positioniertische sind in drei verschiedenen

Getriebeübersetzungen (20:1, 40:1 und 48:1)

und jeweils ohne Motor und Steuerung, mit

Motor und mit Motor und Steuerung erhältlich.

Größere Auswahl bei den mechanischen

Positioniersystemen

Bei den mechanischen Positioniersystemen

wird das Programm um wartungsfreie Gegenlager

für Positionier-Rundtische erweitert. Sie

können mit verschiedenen Positionier-Rundtischen

kombiniert werden, um lange Aufbauten

zu stützen, die drehpositioniert werden

sollen. Ihre Drehscheiben gleichen Axial- und

Winkelfehler aus.

norelem Normelemente GmbH & Co. KG

Volmarstraße 1 | 71706 Markgröningen | Tel.: +49 7145 206-0

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Drallfrei geschliffene Innenringe sind ein wichtiger Bestandteil

für die einwandfreie Funktion von Wälzlagern

und Wälzlagerdichtungen. Findling setzt auf modernste

Fertigungs- und Messtechnik sowie ein umfassendes

Qualitätsmanagement, um sicherzustellen, dass die

gelieferten Innenringe allen gewünschten Standards

entsprechen.

Ein drallfreier Schliff – das heißt eine besonders glatte Oberfläche

ohne bevorzugte Riefenstruktur – ist überall dort essenziell,

wo Schmiermittel-Leckagen unbedingt verhindert

werden müssen, um eine reibungslose Funktion der Wälzlager

sicherzustellen. Zur Herstellung drallfrei geschliffener

Innenringe wird das Einstichschleifen (EGS-Schleifen) eingesetzt.

Diese Methode ist im Vergleich zu herkömmlichen

Verfahren, wie dem Spitzenlosschleifen, zwar aufwändiger

und zeitintensiver, bietet jedoch erheblich stabilere und

sicherere Ergebnisse.

Zur Überprüfung der Drallfreiheit setzt Findling auf die

Drallmessung (Makrodrall) nach der Daimler-Norm MBN

31007-7 und damit auf die neueste und aussagekräftigste

Methode. Diese wird mithilfe einer taktilen Form-, Lage- und

Rauheitsmessmaschine in Verbindung mit der zugehörigen

Messsoftware durchgeführt und liefert exakte Ergebnisse

in der Vermessung von Rundlauf, Drallwinkel, Dralltiefe und

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vielfältige Messaufgaben in der Wälzlagertechnik. Der

Einsatz neuester Technologien stellt sicher, dass jedes

Wälzlager den spezifischen Ansprüchen des Kunden

gerecht wird. Gleichzeitig arbeitet Findling

eng mit den Wälzlager-Herstellern und

externen Laboren zusammen, um die

Leistungsfähigkeit der Produkte

sicherzustellen.

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CO 2

-Reduktion. Etwa 90 % der Leistungsverluste, die durch den Frequenzumrichter

verursacht werden, treten im Rotor auf und können dort zu einer schädlichen

Erwärmung des Motors führen. Dieses Temperaturproblem wird durch das naturgemäß

geringe Volumen des Rotors in Hochgeschwindigkeitsmotoren zusätzlich

verschärft.

Genau diese Herausforderung hatte SIEB & MEYER bei der Entwicklung ihrer

SD4x-Produktfamilie im Blick. Durch geeignete Regelungsverfahren und eine

durchdachte Topologie ermöglichen die High-Speed-Umrichter der Lüneburger

Hochgeschwindigkeits-Spezialisten Motorströme mit minimalen harmonischen

Frequenzanteilen. Verglichen mit Wettbewerbsprodukten sind die Verluste um bis

zu 90 % reduziert, was zu einer entsprechenden Verringerung der Motorerwärmung

führt.

Die geringeren Temperaturen verlängern wiederum die Lebensdauer der typischerweise

bei Bearbeitungsspindeln zum Einsatz kommenden Kugellager und

verbessern darüber hinaus die Bearbeitungsqualität.

„Unser Ziel ist es, hochdrehende Motoren dynamisch und mit

noch weniger Verlustleistung anzutreiben. Deshalb unterstützen

wir nun auch PWM-Schaltfrequenzen von 24 und 32 kHz.”

SIEB & MEYER AG

Auf dem Schmaarkamp 21 | 21339 Lüneburg | Tel.: +49 4131 203-0

info@sieb-meyer.de | www.sieb-meyer.de

MN 7


DREHGEBER

MEDIZINISCHE GERÄTE

QUALITÄTSPRÜFUNG MIT

HÖCHSTER PRÄZISION

Bei der Herstellung von Medikamenten ist größte

Sorgfalt geboten. Deshalb untersuchen

Pharmaunternehmen in regelmäßigen Abständen

einzelne Produktchargen – oft mit Testgeräten der

Erweka GmbH aus Langen. Drehgeber von

Megatron Elektronik sorgen in den Antrieben der

Apparate für konstante Drehzahlen und ermöglichen

so standardisierte Analyseverfahren.

Seit mehr als 70 Jahren dreht sich bei Erweka alles um Geräte für die Qualitätskontrolle

von Arzneimitteln. Das erste Produkt kam 1951 auf den Markt

und war gleich eine Weltneuheit: Mit dem AR 400 konnten Apotheker

Salben, Pulver und andere Präparate einfach und schnell selbst herstellen.

Inzwischen hat Erweka sein Angebot um zahlreiche Apparate zur Prüfung und

Herstellung pharmazeutischer, chemischer und kosmetischer Produkte erweitert.

Die Hessen sind die Einzigen, die die gesamte Palette an Testgeräten für feste

Darreichungsformen anbieten.

GROSSE BANDBREITE AN GERÄTEN

Erweka legt an seine Apparaturen sehr hohe Qualitätsmaßstäbe an und verwendet

ausschließlich hochwertige, langlebige Materialien und Komponenten. Die

Produktpalette umfasst neben Dissolution-Testern auch Zerfallszeit- und Abriebtester.

Mit Dissolution-Testern wird zum Beispiel geprüft, in welchem Zeitraum

eine Tablette ihre Wirkstoffe freisetzt. Zerfallszeittester ermitteln, wie schnell sich

eine Tablette auflöst. Abriebtester wiederum simulieren die mechanischen Kräfte,

die auf die Tabletten einwirken, während sie in großen Behältern von der Produktionsstätte

zum Verpackungsbetrieb transportiert werden. Denn im unverpackten

Zustand kommt es beim Transport zu Abrieb, weil die Tabletten immer wieder

aneinanderstoßen.

Die Tablettentestgeräte von Erweka haben eines gemeinsam: Sie verfügen über

einen elektrischen Antrieb. Im Fall der Dissolution-Tester treibt der Motor Schäfte

mit vielseitigen Anbauteilen an (Paddles, Baskets, etc.), die sich in einem Vessel

(Glasbehälter) drehen, das mit einem flüssigen Medium gefüllt ist. Die Zusammensetzung

und der pH-Wert der Flüssigkeit sind an das Milieu angepasst, das

im menschlichen Verdauungstrakt anzutreffen ist. Dabei wird das flüssige

Medium so lange in Bewegung gehalten, bis sämtliche Wirkstoffe freigesetzt sind.

Während dieser Zeit werden in regelmäßigen Abständen Proben aus der Flüssigkeit

entnommen, um den Wirkstoffgehalt zu messen.

NOTWENDIGKEIT REPRODUZIERBARER TESTS

Die Dissolution-Tester liefern allerdings nur dann gut reproduzierbare Prüfergebnisse,

wenn die Analyseverfahren standardisiert sind. Das bedeutet, dass

die Bewegungen der Paddles bei jedem Test gleich ablaufen müssen. Die Dreh-

Matthias Herrmann, Marketingmanager,

Megatron Elektronik GmbH & Co. KG, Putzbrunn/München

01 Erweka-Produkte wie der Abriebtester oder

der Zerfallszeittester verwenden innovative Systeme

und Sensoren in der Arzneimittelkontrolle

34 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


DREHGEBER

zahl des Elektromotors darf während des gesamten Wirkstofffreisetzungsprozesses

nicht schwanken.

Um das zu gewährleisten, verbaut Erweka unmittelbar neben

dem Elektromotor einen Drehgeber von Megatron, der die Drehzahl

des Antriebs kontinuierlich erfasst. Der optoelektronische

Inkrementalgeber SPTSM bietet je nach Ausführung Auflösungen

zwischen 50 und 1.024 Impulsen pro Umdrehung. In den

Dissolution-Testern überwachen SPTSM-Inkrementalgeber mit

360 Impulsen/360 ° den Rührvorgang: Diese Encoder messen die

Motordrehzahl im Bereich zwischen 20 und 250 Umdrehungen

pro Minute mit sehr hoher Genauigkeit.

VERSCHLEISSFREIER BETRIEB DANK

OPTISCHEM MESSPRINZIP

DREHZAHL DARF WÄHREND DES

PROZESSES NICHT SCHWANKEN

SPTSM-Drehgeber basieren auf dem Prinzip der optoelektronischen

Abtastung, das heißt, sie arbeiten berührungslos und deshalb

praktisch verschleißfrei. Ein weiteres Merkmal der Geber ist

ihre Unempfindlichkeit gegenüber magnetischen Feldern, die im

Umfeld von Laboren und Industrieanlagen häufig auftreten.

„Die Encoder-Scheibe hat zudem bei korrekter Montage keinen

mechanischen Kontakt zum Encoder-Modul und unterliegt deshalb

keinerlei Abnutzung“, so Dr. Christoph Haude, Leiter Produktmanagement

Joysticks und Sensorik bei Megatron. Auch die

geringe Gehäusetiefe von lediglich 16,9 mm ist vorteilhaft für den

Einsatz in labortechnischen Geräten, in denen der Bauraum meist

sehr begrenzt ist. „Die Kombination dieser Eigenschaften hat den

Ausschlag für unsere Entscheidung gegeben“, erinnert sich

David Plonsker, Head of R & D Engineering bei der Erweka GmbH.

Der SPTSM ist ein Kit-Encoder, das heißt er besitzt keine eigene

Welle, sondern wird auf die Welle der jeweiligen Anwendung

(Wellendurchmesser von 4 mm bis 8 mm) montiert. „Dadurch

benötigt dieser Drehgeber keine Lagerung, die sich abnutzen

könnte“, erklärt Christoph Haude. Megatron liefert den Drehgeber

mit TTL- oder Linedriver-Ausgang. Darüber hinaus gibt es

den Encoder unter der Bezeichnung SPM auch mit integrierter

Welle (6 mm/6,35 mm).

Für die Dissolution-Tester haben die Drehgeberspezialisten

ihre Produkte angepasst. Der Grund: Lange Zeit hatte Erweka die

Stecker manuell an die Kabel zur Anbindung der Drehgeber angeschlagen.

Das war allerdings nicht prozesssicher, da beim händischen

Crimpen leicht Fehler passieren können. „Hinzu kam,

dass wir einen Stecker verwendet haben, der von beiden Seiten

an die Encoder-Kabel gecrimpt werden konnte. Das barg ein

Verwechslungs risiko“, schildert David Plonsker die Ausgangslage.

Die Anschaffung eines Automaten, der die Kabel automatisch

und damit fehlerfrei crimpt, wäre allerdings nicht wirtschaftlich

gewesen.

MODIFIKATION SORGTE FÜR

PROZESSSICHERHEIT

Gemeinsam mit seinen Kollegen überlegte David Plonsker deshalb,

wie die Steckermontage optimiert werden könnte. „Unser

Ansprechpartner bei Megatron gab uns den Tipp, die Kontaktstifte

des Encoder-Optikmoduls bereits im Werk mit den Litzen

des Anschlusskabels zu verlöten“, so Plonsker. Auf diese Weise ist

nicht nur eine fehlerhafte Montage ausgeschlossen, das Kabel

sitzt auch fest und löst sich nicht vom Optikmodul. „Mit dieser

kleinen Modifikation haben wir den Drehgeberanschluss beim

02 Der KIT-Encoder SPTSM von Megatron eignet sich

aufgrund seiner kompakten Bauform besonders

für den Einsatz in Medizintechnik-Anwendungen

Kunden prozesssicher gemacht“, freut sich Encoder-Spezialist

Christoph Haude. Der individuelle Service gehört zu den Standardleistungen

von Megatron: Schon ab relativ kleinen Stückzahlen

passt das Unternehmen seine Produkte an die jeweilige Anwendung

an. Möglich sind zum Beispiel individuelle Ausgangssignale,

andere Wellengeometrien, eine Wellenabflachung oder

Kabelkonfektionierungen.

Was die Genauigkeit bei der Drehzahlmessung angeht, übertrifft

der SPTSM die Anforderungen von Erweka deutlich: Die Abweichung

darf bei der Erfassung der Drehzahl maximal ±2 Prozent

betragen. Der Encoder misst die Drehzahl des Rührantriebs

mit einer Abweichung von lediglich 0,2 Prozent pro Grad.

Seit mehr als 20 Jahren setzt Erweka die Drehgeber von

Megatron in nahezu allen Geräten ein, in denen eine Drehzahlregelung

erforderlich ist. Entwicklungsleiter David Plonsker ist

sich sicher: „Wir werden die Encoder auch weiterhin in unseren

Produkten einsetzen – schließlich haben sie sich über einen langen

Zeitraum hinweg bewährt.“

Bilder: Megatron Elektronik, Erweka

www.megatron.de

DIE IDEE

„Mit einer kleinen Modifikation bei

der Steckermontage konnte

Megatron den Drehgeberanschluss

beim Anwender prozesssicher

machen. Der individuelle Service

gehört zu unseren Standardleistungen.

Schon ab kleinen Stückzahlen

passen wir die Produkte an die

jeweilige Anwendung an. Möglich

sind zum Beispiel individuelle

Ausgangs signale, andere Wellengeometrien,

eine Wellenabflachung

oder Kabelkonfektionierungen.“

Dr. Christoph Haude, Leiter

Produktmanagement Joysticks und

Sensorik bei Megatron

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 35


MARKTPLATZ

SIGNALWANDLER HOLT MEHR AUS GEBERN

iC-Haus präsentiert auf

der Fachmesse Embedded

World 2025 einen neuen

hochintegrierten Schaltkreis

zur Signalkonditionierung

und schnellen

Sinus/Digital-Wandlung

für magnetische oder

optische Sensoren. Der

iC-NQE ermöglicht bei

Linear- und Winkelgebern

eine höhere Auflösung und Genauigkeit. Die Signalkonditionierung

erlaubt auch höhere Bewegungsgeschwindigkeiten und

die Regelgüte eines Antriebs kann verbessert werden. Modernen

Sensoren bietet der Baustein jetzt adäquaten Anschluss für

eine ultraschnelle und dennoch präzise Sinus/Digital-Umsetzung

mit 80 Msps für Auflösungen bis 16 Bit pro Eingangsperiode.

Er ist vielseitig einsetzbar, sogar empfangsseitig als 32-Bit

Zählerbaustein für Quadratursignale bis 500 kHz, auf IPC-Messkarten,

im Umrichter oder der SPS. Die programmierbaren

Verstärker akzeptieren kleine bis große differenzielle Sensorsignale

von 30 mV bis 3 V. Klassische Signalfehler können dank

analoger Korrekturen auf einen Restfehler von weniger als

0,1 Prozent ausgeglichen werden. Auch die Nichtlinearität des

Sensors könnte bei Bedarf durch eine digitale Anpassung der

Transferfunktion im Wandler kompensiert werden, der auf dem

bewährten Vektor-Nachlaufverfahren für eine quasi latenzfreie

Winkelverfolgung basiert.

www.ichaus.de

ABSOLUT- UND INKREMENTALDREHGEBER

MEISTERN HOHE WELLENBELASTUNGEN

Posital stellt eine

neue Serie von

Ixarc-Drehgebern

vor, die für Anwendungen

mit sehr

hoher Wellenbelastung

konzipiert

sind. Mit ihren

hochbelastbaren Gehäusen und Wellenlagern sind die neuen

Heavy-Duty-Geräte für radiale Wellenbelastungen von 350 N

und axiale Belastungen von 250 N ausgelegt. Die Heavy-Duty-

Drehgeber sind mit Aluminium- oder V4A-(312L)-Edelstahlgehäusen

erhältlich. IP67-zertifizierte Dichtungen am Welleneingang

und an den Anschlüssen schützen die internen

Komponenten vor Staub und dem Eintauchen in Wasser oder

andere Flüssigkeiten, während eine halbdurchlässige Schutzmembran

die Ansammlung von Feuchtigkeit reduziert.

Das verlängert die Lebensdauer der elektronischen Komponenten

und verringert das Risiko von Messfehlern aufgrund von

Kondensation auf der optischen Codescheibe. Der Betriebstemperaturbereich

reicht von -40 bis 80 °C. Die Geräte widerstehen

Stößen von 200 g und kontinuierlichen Vibrationsbelastungen

von 20 g. Posital bietet die neuen Ixarc-Hochleistungsdrehgeber

in absoluten und inkrementalen Versionen an, die

beide auf der bewährten optischen Messtechnologie des

Unternehmens basieren. Die absoluten Versionen verfügen

über eine Auflösung von 13 Bit, die Multiturn-Varianten über

einen Bereich von 4096 Umdrehungen.

www.posital.com

STARKE ENERGIEKETTE FÜR HEAVY-DUTY

Die Energieketten

der neuen TKHP-

Serie von Tsubaki

Kabelschlepp

ermöglichen eine

sichere und effiziente

Leitungsführung in

Hochleistungsanwendungen

mit

Verfahrwegen von bis zu 1.500 m. Hohe Stabilität, geringer

Wartungsaufwand und sehr lange Lebensdauer prädestinieren

sie für Anwendungen in rauen Umgebungen. Die TKHP-Serie

gibt es in den drei Varianten: gleitend, rollend (R) und rollend

mit Rollendämpfung (RSD) – mit einer Innenhöhe von wahlweise

58 mm (TKHP 85) oder 92 mm (TKHP 90) und variablen

Breiten. Dank eines 1-mm-Breitenrasters lässt sich die Serie

flexibel an nahezu jede Bauraumsituation anpassen.

Die symmetrisch angeordnete Längsachse sorgt für eine

optimale Kraftübertragung im Kettensystem und eine

Reduzierung der im Kettendrehpunkt auftretenden Momente.

Das gekapselte Anschlagsystem, die schmutzunempfindliche

selbstreinigende Außenkontur und der verstärkte Bolzenbohrungsanschluss

erfüllen höchste Anforderungen an die

Robustheit. Auch die massiven Seitenbänder tragen zur

Stabilität bei, sie überzeugen durch verschraubte Kettenglieder

und eine spezielle Doppelgabel-Laschen-Konstruktion.

www.kabelschlepp.de

INTRALOGISTIK MIT SMARTEN

ELEKTRO-AKTUATOREN OPTIMIEREN

Thomson zeigt auf

der Logimat eine

Auswahl seiner

smarten Elektro-

Linearaktuatoren,

die die Automatisierung

in den

Bereichen Intralogistik

und Materialfluss

optimieren

sollen. Der Schwerpunkt

liegt auf der

Produktlinie der

smarten Electrak-Aktuatoren. Sie gewährleisten eine präzise

Achssteuerung, inklusive Echtzeit-Rückmeldung sowie integrierter

Intelligenz, für mehr Leistung in anspruchsvollen und

potenziell gefährlichen Betriebsumgebungen. Durch den

Wegfall von Leckagen, Wartungsarbeiten und Energieverlusten

hydraulischer und pneumatischer Alternativen bieten diese

Aktuatoren eine besonders saubere und energieeffiziente

Lösung, die sich zudem nahtlos in moderne Automatisierungssysteme

integriert. Die Modelle XD, HD, LL und MD sind speziell

darauf ausgelegt, die vielfältigen anwendungstechnischen

Anforderungen im Materialfluss zu erfüllen. Dazu bieten sie

eine ausgewogene Kombination aus Verstellkraft, Präzision und

smarter Steuerung. Der Electrak XD liefert trotz vollelektrischer

Ausführung eine Verstellkraft auf Hydraulik-Niveau. Damit ist

er prädestiniert für Hub- und Automatisierungsfunktionen mit

hohen Lasten, während zugleich die Wartung und Effizienzverluste

hydraulischer Systeme entfallen.

www.thomsonlinear.com

36 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


KLEINE KRÄFTE AUFNEHMEN UND PLATZ SPAREN

Speziell für die Erfassung kleiner Kräfte stellt

Megatron den Mini-S-Beam-Kraftaufnehmer

KM019 vor. Der kompakte Sensor verfügt

über die Messbereiche 0-10 N, 20 N und 45 N.

Dank seiner geringen Abmessungen von

19 × 17,5 × 5 mm kann er auch in Anwendungen

mit sehr begrenztem Bauraum eingesetzt

werden. Er arbeitet nach dem Wheatstone-DMS-

Vollbrückenprinzip: Dadurch misst der Sensor

Schalt- und Betätigungskräfte auf Zug oder Druck mit höchster Genauigkeit.

Der KM019 erfasst Messdaten konsistent mit einer Wiederholgenauigkeit von nur

≤ 0,1 % Fnom, – insbesondere bei der Überwachung von Fertigungsprozessen.

Der Sensor ist robust genug, um im Fehlerfall Krafteinwirkungen bis zum Zehnfachen

der Nennkraft unbeschadet zu tolerieren. Es lässt sich bei Umgebungstemperaturen

von - 30 bis 85 °C einsetzen und verfügt über die Schutzart IP40.

Der Mini-S-Beam eignet sich besonders für die Messung kleiner Kräfte in Produktions-,

Dosier- und Montageprozessen. Typische Anwendungen für den neuen

Sensor sind Verpackungsanlagen für empfindliche Waren, Tablettenpressen,

Anlagen für das Handling druckempfindlicher Teile sowie Geräte für die Messung

kleiner Betätigungskräfte.

www.megatron.de

Zuverlässige

Antriebslösung

für anspruchsvolle

Anwendungen

MAGNET-KLEBSTOFF FÜR E-MOTOREN

Mit Structalit 5859 hat Panacol ein neues

Klebstoffsystem speziell für Magnet- und

Rotorverklebungen. Das einkomponentige

Epoxidharz-System härtet bereits ab 100 °C

aus; bei 150 °C verkürzt sich die Aushärtezeit

auf fünf Minuten. Der Klebstoff bietet zudem

eine lange Offenzeit und kann bei Raumtemperatur

sieben Tage lang verarbeitet werden.

Aufgrund seiner hohen Glasübergangstemperatur

(Tg) von 143 °C zeigt Structalit 5859 auf Stahl eine Zugscherfestigkeit von

17 MPas. Zudem ist er schlagzäh und zeigt eine gute Bruchdehnung. Damit lässt

er sich auch bei Materialpaarungen mit unterschiedlichen Wärmeausdehnungskoeffizienten

einsetzen. Eine gute Spaltüberbrückung zum Ausgleich fertigungsbedingter

Toleranzen, eine Beständigkeit gegenüber aggressiven Kontaktmedien

wie Öl oder Kühlflüssigkeit sowie sehr gute Dämpfungseigenschaften runden sein

Eigenschaftenprofil ab.

www.panacol.de

GEHÄUSELOSER MOTOR IN ROBOTERANWENDUNGEN

Kollmorgen zeigte auf der all about

automation in Friedrichshafen sein umfassendes

Produktportfolio rund um Motoren,

Servoantriebe und Controller. Ein Schwerpunktthema

von Kollmorgen ist die Robotik.

Mit dem TBM2G bietet das Unternehmen

einen gehäuselosen Motor, der sich nicht nur

durch seine Energieeffizienz auszeichnet,

sondern auch ein hohes Drehmoment bei

kleinstem Rastmoment in einem sehr kompakten

elektromagnetischen Design liefert.

Mit seinen sieben Baugrößen eignet er sich für

eine Vielzahl von Anwendungen – sowohl in

der Robotik als auch in anderen industriellen Einsatzgebieten. Ein weiteres

Highlight auf der Messe war der Vortrag «Herausforderungen beim Design von

Robotergelenken meistern» in der Talk Lounge der all about automation.

www.kollmorgen.com

NEU: Das RUD

TECDOS Buch zeigt

spannende Projekte

und innovative

Antriebslösungen

für verschiedenste

Branchen.

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Anwendungen


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

VORKONFEKTIONIERUNG ERHÖHT EFFIZIENZ

ENERGIEKETTENSYSTEME,

DIE EINFACH PASSEN

Viele Maschinen- und Anlagenbauer möchten sich mehr auf ihre

Kernkompetenzen konzentrieren. Vorkonfektionierte Energiekettensysteme

gewinnen daher zunehmend an Bedeutung. Ein namhafter mittelständischer

Hersteller aus dem Sauerland bietet deshalb optimal auf die Anwendung

abgestimmte Komplettsysteme an und kümmert sich um alle Details – von der

applikationsspezifischen Auslegung bis zur Serienreife. Dazu gehört unter

anderem die frühzeitige Schnittstellenoptimierung. Vorkonfektionierung spart

nicht nur Zeit und Ressourcen. Es macht Prozesse auch besser planbar,

schafft mehr Kostentransparenz und erhöht die Qualität.

Es gibt keinen vernünftigen Grund, etwas selbst zu machen,

das andere schneller und besser können. Fachkräfte sollten

nicht für Arbeiten eingesetzt werden, die nicht zu den

Kernkompetenzen des Unternehmens gehören. Zeit und

Platz für die Montage von Baugruppen zu verschwenden, ist unnötig,

wenn eine maßgeschneiderte Lösung schnell, flexibel und

Tsubaki Kabelschlepp GmbH, Wenden-Gerlingen

kostenoptimiert zu haben ist. Statt Einzelkomponenten selbst zu

montieren, erweisen sich daher maßgeschneiderte Komplettsysteme

als interessante Alternative.

„In der aktuellen volatilen wirtschaftlichen Situation stehen

mittelständische Unternehmen gleich vor mehreren Herausforderungen,

wie Unsicherheiten in der Lieferkette, steigenden Kosten

und einem hohen Wettbewerbsdruck“, sagt Jochen Becker,

Sales Director für die DACH-Region bei Tsubaki Kabelschlepp.

„Komplettsysteme sind in dieser Situation vorteilhaft, denn sie

verbessern die Planbarkeit von Prozessen und Kosten und minimieren

gleichzeitig das Risiko von Ausfallzeiten aufgrund von

38 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

01 Hohe Fertigungstiefe und Kompetenz im

Engineering sind die Stärken des mittelständischen

Partners, der maßgeschneiderte Energiekettenlösungen

somit schnell umsetzen und kurze

Lieferzeiten realisieren kann

02 Beispiel für ein vorkonfektioniertes

Energiekettensystem mit Steckeranschlüssen

03 Optimierte Komplettlösungen sind das Ergebnis

von Absprachen, Fein- und Detailarbeit mit dem

erfahrenen Application Engineering, das sich unter

anderem um die Schnittstellenoptimierung kümmert

01

02 03

Lieferengpässen oder Montage-Fehlern. Mit unseren maßgeschneiderten

Totaltrax-Systemen bieten wir dem Kunden darüber

hinaus langjährige Expertise, gesicherte Qualität sowie Flexibilität

bei schwankender Nachfrage.“

KOMPLETTSYSTEME SIND GEFRAGT

Derzeit sieht Becker bei den Kundenanfragen einen deutlichen

Trend hin zum Komplettsystem. Dabei sind die Beweggründe

vielfältig und die Anforderungen an den Lieferanten ebenso individuell

wie komplex. Warum es sinnvoll ist, eine Energiekette

nicht in Einzelteilen, sondern als System zu bestellen, wird laut

Becker deutlich, wenn man sich die oft noch gängige Praxis einmal

genauer anschaue. „Bei Maschinen- und Anlagenbauern

sind vielfach Arbeitsplätze eingerichtet, an denen zwei bis drei

Personen die Ketten mit Leitungen bestücken und vorfertigen,

bevor diese dann mit der Maschine verheiratet werden“, weiß

Becker. „Mit Totaltrax übernehmen wir das. Der Kunde hat dann

nicht nur zwei Mitarbeiter frei, die an anderer Stelle eingesetzt

werden können, sondern auch einige Quadratmeter zusätzlichen

Platz geschaffen.“

Und nicht nur der Maschinen- und Anlagenbau kann von den

Systemen profitieren. Denn während die Kunden noch vor zehn

Jahren fast ausschließlich im Werkzeugmaschinebau zu finden

waren, hat der Hersteller den Einsatzradius seiner System idee inzwischen

deutlich erweitert. So findet sich Totaltrax heute im

Hafenkran ebenso wie im Melkroboter sowie in vielen weiteren

Anwendungen wieder. „Auch andere Branchen sehen inzwischen

den Vorteil, nicht mehr den Kettenmeter, Kabel, Stecker

und Innenaufteilung selbst zusammenzubauen, wenn alternativ

ein Komplettsystem zu haben ist – in der gewünschten Stückzahl,

in der vereinbarten Zeit und zum vereinbarten Preis“, sagt Becker.

„Prozessdruck, Zeitdruck und Kostendruck wachsen aktuell exponentiell

und entsprechend vehement sind unsere Kunden auf der

Suche nach Partnern, die ihnen diesen Druck etwas nehmen

können. Mit unseren Totaltrax-Systemen tun wir genau das.“

BAUKASTEN OHNE MATERIAL-DOGMA

Bei der Konfiguration der kundenspezifischen Totaltrax-Systeme

greift Tsubaki Kabelschlepp auf alle seine Energieketten-Serien

und Komponenten zurück. Entsprechend steht ein umfangreicher

Baukasten zur Verfügung, aus dem sich für nahezu jede Anforderung

eine optimale Lösung generieren lässt. Besonderer

Vorteil: Auch bei den verfügbaren Materialien herrscht Offenheit.

So können je nach Applikation und Umgebungsbedingungen

wahlweise Stahl-, Kunststoff- oder Hybridketten eingesetzt werden.

Letztere verbinden Kunststoffseitenbänder mit Aluminiumprofilen

und decken – in Millimeterschritten – nahezu jede gewünschte

Breite ab.

Sehr viele Größen- und Breitenvarianten kann der Hersteller

anbieten – „ganz ohne Material-Dogma“, so Becker. Der Kunde

finde im breiten Portfolio sowohl die kleine Kunststoffkette ebenso

wie die XXL-Stahlkette und alles dazwischen. Die Totaltrax-

Systeme gibt es von einfach bis komplex, von der Einzelfertigung

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 39


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

bis hin zu großen Stückzahlen, mit und ohne Steckeranschlüssen, Blechund

Anbaukomponenten, als ein- oder mehrachsiges System. Becker betont:

„Alles ist möglich.“

EXPERTEN BEGLEITEN PROJEKTE

Dass aus der riesigen Anzahl an Möglichkeiten immer genau die richtige

Lösung entsteht, dafür sorgen die Ingenieure und Techniker von Tsubaki

Kabelschlepp. Sie verfügen nicht nur über langjährige Expertise in Sachen

Energieführung, sondern kennen sich auch im Maschinen- und Anlagenbau

hervorragend aus. Von der ersten Anfrage bis zur Installation des

Totaltrax-Systems kann so jedes Projekt kompetent begleitet werden.

„Am Anfang steht der Bauraum. Es gibt eine spezifische Bauraumsituation

und da muss unser Totaltrax-System reinpassen“, erläutert Becker.

„Die optimale Lösung erarbeiten wir gemeinsam mit dem Kunden. Wir ermitteln,

was die beste Anordnung ist, wie die Umgebungseinflüsse abgefangen

werden können und so weiter. Dafür taucht unser Application-

Engineering tief ins Projekt ein und macht schließlich Vorschläge, wie eine

gangbare Lösung aussehen könnte.“ Grundsätzlich gilt dabei das Prinzip

„je früher, desto besser“. Denn so kann die Anbindung der Energieketten

bereits in einem frühen Stadium der Konstruktion mitgestaltet werden.

Becker sagt: „Die Schnittstelle sollte immer so geplant werden, dass das

Totaltrax-System später als komplette Baugruppe einfach und schnell

montiert werden kann.“

FLEXIBEL UND SCHNELL

Es bedarf einer Menge Absprachen, Fein- und Detailarbeit, bis die optimale

Lösung steht und in Serie geliefert werden kann. Doch was Schnelligkeit

und Flexibilität angeht hat Tsubaki Kabelschlepp als mittelständisches Unternehmen

mit hoher Fertigungstiefe und Engineeringkompetenz einen

weiteren Trumpf im Ärmel. „Dank kurzer Wege und einer schlanken Verwaltung

können wir auf Anfragen schnell reagieren, Projekte zügig umsetzen

und auf diese Weise kurze Lieferzeiten realisieren“, sagt Becker. „Wenn

ich mit einem Kunden spreche, kann ich die Informationen direkt in die

Fertigung weitergeben. Hinzu kommt, dass wir nicht nur große Expertise

im Bereich Spritzguss besitzen, sondern auch im Maschinen- und Anlagenbau

zu Hause sind. Wir sprechen also die Sprache unseres Kunden.“

Als mittelständischer Anbieter aus dem Bereich Maschinen- und Anlagenbau

bietet Tsubaki Kabelschlepp dem Anwender bei der Planung und

Umsetzung kundenspezifischer Energiekettensysteme nicht nur technisches

Know-how und branchenspezifisches Wissen, sondern auch Flexibilität,

Innovationskraft und eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Dadurch

sind Totaltrax-Systeme optimal auf die Bedürfnisse des Kunden abgestimmt

und tragen langfristig zu seinem Erfolg bei.

Bilder: Tsubaki Kabelschlepp

www.tsubaki-kabelschlepp.com

04 Für die

Konfigurierung der

kundenspezifischen

Totaltrax-Systeme greift der

Hersteller auf sein breites

Portfolio an Energieketten-

Serien und

Komponenten zurück

DIE IDEE

„Prozessdruck, Zeitdruck und

Kostendruck wachsen aktuell

exponentiell und entsprechend

vehement sind unsere Kunden auf

der Suche nach Partnern, die ihnen

diesen Druck etwas nehmen

können. Mit unseren Totaltrax-

Komplett systemen tun wir genau

das. Die Energieführungssysteme

sind fertig konfektioniert und

sofort einsatzbereit. Maschinenund

Anlagenbauer profitieren von

perfekt auf ihre Anwendung

abgestimmten Lösungen und

von kurzen Lieferzeiten.“

Jochen Becker,

Sales Director D/A/CH bei Tsubaki

Kabelschlepp, Wenden-Gerlingen

40 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


MARKTPLATZ

WELTWEIT KLEINSTE ROLLENKETTE

Mit der Epsilon Chain

Stainless Steel Series

(Modell RS6) hat der

Kettenhersteller Tsubaki

einen Rekord aufgestellt.

Im Herbst letzten Jahres

wurde diese aufgrund

ihrer Einzigartigkeit und

Innovationskraft von der

Guinness World Records als kleinste kommerziell erhältliche

Rollenkette zertifiziert. Mit einer sehr geringen Teilung von nur

1,905 mm unterbietet die Mini-Rollenkette die bisher kleinste

Standardkette des Herstellers, Modell RS11 mit einer Teilung

von 3,7465 mm, um mehr als die Hälfte. Das eröffnet in der

Antriebstechnik kaum für möglich gehaltene Anwendungen,

die bisher Riemen oder Drähten vorbehalten waren. Als gängige

Form der Kraftübertragung kamen sie beispielsweise in

medizinischen Geräten oder in den Endeffektoren von

Industrierobotern zum Einsatz, die immer kleiner und leichter

werden. Allerdings hat sich die Kraftübertragung in diesen

Geräten als nicht zuverlässig erwiesen, weil das Durchrutschen

der Drähte unter Last problematisch war. Hingegen lassen sich

mit der Epsilon-Kette in solcher Mechanik größere Kräfte über

längere Distanzen übertragen. Trotz ihrer winzigen Abmessungen

besteht die Epsilon Chain aus allen wesentlichen Elementen

einer klassischen Rollenkette wie Innenlasche, Außenlasche,

Bolzen, Buchsen und sogar Rollen. Die Minikette eine

Mindestzugfestigkeit von 0,36 kN.

www.kabelschlepp.de

ZAHNRIEMEN: DAUERLÄUFER FÜR DIE

HEBETECHNIK

Die Themen Kosteneffizienz und

Energieverbrauch spielen im

Materialfluss eine wichtige Rolle.

Unternehmen haben hier nicht

nur die Produkteigenschaften

von Transportbändern im Blick,

sondern auch deren Betriebskosten.

Habasit gehört bei

diesem Thema ebenfalls zu den

Trendsettern und stellt spezielle

Zahnriemen für Hebeanwendungen wie Regalbediengeräte vor.

Speziell für Hebeanwendungen geeignet sind Habasit X-Cord

Zahnriemen mit mehreren neuen Varianten. Die Zahnriemen

unterscheiden sich in der Zahnform (RPP- oder HTD-Geometrie),

ihnen gemeinsam ist die Performance: Die äußerst

robusten Zahnriemen sind für sehr hohe Zuglasten bei gleichzeitig

minimaler plastischer Längung im Betrieb ausgelegt.

Standardmäßig sind sie mit einer Polyamid-Beschichtung auf

der Zahnseite ausgerüstet. Die Einsatzgebiete sind unter

anderem dynamische Schwerlastanwendungen oder auch

Hebeanwendungen, etwa für Regalbediengeräte. Die Vorteile in

der Praxis liegen auf der Hand: Dank der robusten Auslegung

reduziert sich der Riemenverschleiß durch geringe plastische

Dehnung drastisch und gewährleistet so einen zuverlässigen

Betrieb von Anlagen. Dadurch sind wesentlich weniger Serviceeinsätze

erforderlich und die Instandhaltungskosten sinken

spürbar. Ein weiterer Vorteil ist, dass kein Einsatz von Sonderzahnscheiben

notwendig ist.

www.habasit.com

SCHAEFFLER MIT KNOW-HOW IN HANNOVER

Schaeffler präsentiert auf der

Hannover Messe 2025 erstmals in

Deutschland ihr erweitertes

Produktportfolio und -Know-how.

Es ist nach dem erfolgreichen

Zusammenschluss mit Vitesco

Technologies im Oktober 2024 der

erste Auftritt auf einer deutschen

Industrieleitmesse. Der zentrale

Aspekt, der alle Produkte und

Dienstleistungen des Unternehmens

vereint, ist Bewegung. Im Fokus des Messeauftritts steht

daher das durch den Zusammenschluss vergrößerte Portfolio,

das sich in acht Produktfamilien aufteilt. Diese umfassen alle

Bereiche der Bewegung – von der Antriebstechnik über die

Energieerzeugung bis hin zu nachhaltigen Service-Lösungen.

In Hannover zeigt Schaeffler das innovative Schrägnadellager

XZU für Leichtbauroboter und Cobots. Es zeichnet sich durch

eine kompakte Bauweise, hohe Effizienz und geringes Gewicht

aus. Außerdem präsentiert das Unternehmen den Drehmomentsensor

TorqueSense, der durch seine hohe Auflösung und

Linearität eine präzise und berührungslose Messung des

Drehmoments in industriellen Antriebssträngen ermöglicht.

Dadurch können beispielweise Bau- oder Landmaschinen exakt

überwacht und gesteuert oder auch industrielle Maschinen mit

einem Überlastschutz ausgerüstet werden. Dr. Jochen Schröder,

Regional CEO Europa der Schaeffler AG, sagt: „Auf der Hannover

Messe zeigt Schaeffler einmal mehr Innovationskraft und

Pioniergeist im Bereich Zukunftstechnologien. Unser Ziel ist es,

Produkte zu entwickeln, die Technologielösungen im Bereich

Bewegung intelligenter, sauberer und sicherer machen.“

www.schaeffler.com

JAT PERFEKTIONIERT DIE STERILE

PRODUKTIONSUMGEBUNG

Technik wird immer komplexer und anspruchsvoller, dabei

gleichzeitig kleiner und kompakter. Das spiegelt sich bei JAT vor

allem in der stetig steigenden Nachfrage nach Hochpräzisionslösungen

wider. Mit den steigenden Anforderungen an Produktqualität

und Prozesssicherheit wird auch das Spektrum

ISO-zertifizierter Fertigungsräume in Jena kontinuierlich

weiterentwickelt. Die Reinraumfertigung erfordert gegenüber

herkömmlichen Produktionsverfahren vor allem extraordinäre

Umgebungsbedingungen. Darüber hinaus sind genauestens

getaktete Prozesse sowie strikte Verhaltensregeln und ein

tiefgreifendes Know-how der zuständigen Techniker entscheidend.

Mit Disziplin und dem Fokus auf konkrete Kundenanforderungen

setzt das JAT Mechatronik-Team dabei hohe Standards.

Am Jenaer Firmensitz hat die JAT ein bedarfsorientiertes

Angebot an unterschiedlich ausgestatteten Reinräumen und

spezifischen Arbeitsplätzen etabliert. Zur Verfügung stehen

Fertigungsmöglichkeiten gemäß den Reinraum-Klassen 5 bis 8

nach ISO 14644-1. Dementsprechend kann hier jederzeit die

vorschriftsgemäße Fertigung und Reinigung von Antriebsprodukten

sichergestellt werden, wobei nicht allein die Umgebung

das perfekte Ergebnis macht. Bei JAT wird Präzision und

Sorgfalt ganzheitlich betrachtet: So steht bereits bei der

Entwicklung von Antriebssystemen im Vorfeld des Reinraums

die adäquate, lösungsmittelstabile und ausgasungsarme

Technologie- und Materialauswahl im Vordergrund.

www.jat-gmbh.de

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 41


KOMPONENTEN UND SOFTWARE

STUDIE DER RWTH

SCHMIERFREIE GLEITLAGER:

INDUSTRIE UND UMWELT PROFITIEREN

Vom Pflug in der Landwirtschaft bis zum Transportband eines Bierbrauers: Klassische

Gleitlager aus Metall verursachen aufgrund der notwendigen Nachschmierarbeiten

Kosten und Zeitaufwand. Um Budget, Personalressourcen und Umwelt zu schonen,

steigen deshalb immer mehr Industriebetriebe auf schmierfreie Polymerlager des Kölner

Kunststoffspezialisten Igus um. Wie viel sie dadurch tatsächlich sparen und wie es um

die Umweltvorteile bestellt ist, zeigt erstmals eine gemeinsame Studie von Igus und

Wissenschaftlern der RWTH Aachen sowie der WBA Aachener Werkzeugbau Akademie.

Klassische Gleitlager aus Metall sind aus der Industrie nicht

wegzudenken. Das Problem: Sie verursachen erhebliche

Kosten. Betriebe müssen nicht nur Schmiermittel nachkaufen,

sondern auch Zeit und entsprechende Personalressourcen

für Wartungseinsätze einplanen. Zusätzlich enthalten

einige Produkte umweltschädliche Additive, welche die Leistung

der Schmiermittel verbessern – unter anderem Antioxidationsmittel,

Korrosionsschutzmittel und Detergentien. Der Kölner

Kunststoffspezialist Igus unterstützt Hersteller bereits seit vielen

Jahren dabei, geschmierte Gleitlager durch schmierfreie Iglidur

und Igutex Gleitlager zu ersetzen und somit die Umwelt zu schonen

und gleichzeitig die Produktivität zu verbessern. Denn diese

Gleitlager nutzen einen Selbstschmiereffekt. Das bedeutet: In

den Hochleistungskunststoff sind mikroskopisch kleine Festschmierstoffe

integriert, die während des Betriebs einen reibungsarmen

Trockenlauf ermöglichen – ohne dass zusätzliches

Schmieren erforderlich ist. „Kunden berichten uns, dass der

Wechsel für sie ein Gamechanger ist, da sie Einkaufs- und Personalkosten

signifikant reduzieren“, sagt Lars Butenschön, Geschäftsbereichsleiter

Iglidur Gleitlager bei Igus. „Allerdings fehlten

bislang wissenschaftliche Daten, welche die Vorteile der Polymerlager

schwarz auf weiß quantifizieren und deren Auswirkung

auf die Umwelt sowie die Effizienz von Maschinen und Anlagen

im Ganzen darstellen. Wir haben uns deshalb entschlossen, eine

unabhängige Studie in Auftrag zu geben. Und erstmals Zahlen gewonnen,

die uns selbst überraschen.“ Mit der Durchführung be-

Igus entwickelt derzeit neue schmierfreie Gleitlagerwerkstoffe ohne

PTFE: Iglidur JPF bietet vergleichbare Eigenschaften wie der

Dauerläufer-Werkstoff Iglidur J, benötigt jedoch kein PTFE

auftragt war die WBA Werkzeugbau Akademie, ein Forschungsunternehmen,

dass auf dem RWTH Aachen Campus als Teil eines

der größten Forschungslabore Europas im Bereich Produktionstechnik

mit dem Werkzeugmaschinenlabor WZL und dem Fraunhofer

Institut für Produktionstechnik (IPT) zusammenarbeitet.

NEUN ANWENDUNGSFÄLLE ANALYSIERT

Fundament der Studie sind Experteninterviews mit neun Unternehmen

aus den Bereichen Automationstechnik, Baumaschinen,

Agrarindustrie, Lebensmittelindustrie sowie Verpackungs- und

Abfüllindustrie. Zu den Teilnehmern zählen der Landtechnikhersteller

Lemken, der die Igus Gleitlager in Grubbern einsetzt, die

Firma Rockinger, welche die Lager aus Hochleistungskunststoff

in Anhängersystemen für Nutzfahrzeuge verwendet, der Landmaschinenhersteller

CNH Industrial mit Iglidur Lagern in Scharniergelenken

einer Säschar und das Unternehmen KettenWulf,

das die Lager in Fahrtreppen verbaut. Ebenso Teil der Studie ist

die Niederlassung des Bierherstellers Heineken in Brasilien, die

Gleitlager aus Hochleistungspolymeren in Transportbändern

einsetzt, der Baumaschinenhersteller Huppenkothen mit Gleitlagern

von Igus in Baggerschaufelhalterungen, Krones, ein Produzent

von Abfüllsystemen, der die Lager in Anlagen für den Behältertransport

nutzt, und der Hersteller GMG, der die Polymerlager

in Greifersystemen einsetzt. Die Befragten schilderten den

unabhängigen Experten der WBA Werkzeugbau Akademie, welche

Einsparungen sie durch den Wechsel von geschmierten

Gleitlagern auf schmierfreie Iglidur Lager erreichten.

Das Ergebnis: Da Unternehmen und ihre Kunden, etwa Käufer

von Landmaschinen, keinen Schmierstoff mehr kaufen müssen,

sparen sie jährlich zwischen 7.000 Euro und 14 Millionen Euro.

Hinzu kommen zwischen 8.000 und zwei Millionen Stunden, die

sich für das manuelle Nachschmieren von Lagerstellen einsparen

lassen. „Die Zahlen beweisen eindrucksvoll, wie sich durch eine

vermeintlich kleine Umstellung unterm Strich enorme Summen

und Ressourcen einsparen lassen“, so Butenschön. Ein weiterer

Vorteil: Anwender von Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen

können durch Mangelschmierung keine Schäden mehr verursachen.

So bestätigen 45 Prozent der Befragten, dass Mangelschmierung

zu Produktversagen führen kann. Und ein solches

Versagen zu teuren Stillstandzeiten ganzer Produktionslinien. So

zeigt die Studie „True Cost of Downtime“ von Senseye, ein Hersteller

von Analysesoftware aus Großbritannien: Industrieunternehmen

weltweit verlieren durch Anlagenausfälle zwischen

39.000 und zwei Millionen US-Dollar pro Stunde. In den 500 um-

42 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


satzstärksten Unternehmen der Welt summiert sorgen Ausfälle

für einen Schaden von fast 1,5 Billionen US-Dollar pro Jahr.

1.560 ARBEITSSTUNDEN PRO JAHR GESPART

Wie sich die Kosteneinsparungen zusammensetzen, zeigt die

niederländische Brauerei Heineken. In der Niederlassung in

Brasilien ist das Unternehmen bei Transportbändern von Abfüllanlagen

an 600 Lagerstellen von klassischen Metalllagern auf

schmierfreie Radiallager von Igus umgestiegen. Dank des Wechsels

spart das Unternehmen bei vier Gramm Schmierstoff pro Lagerstelle

und wöchentlicher Wartung 124,8 Kilogramm Material

pro Jahr und somit 2.815,49 Euro. Weit mehr ins Gewicht fallen

allerdings die eingesparten Personalkosten. Mussten in der Vergangenheit

jedes Jahr Mitarbeiter die 600 Lagerstellen wöchentlich

nachschmieren, spart der Betrieb dank des Selbstschmiereffekts

der Polymerlager nun 1.560 Arbeitsstunden pro Jahr. Noch

beeindruckender werden die Zahlen hochgerechnet auf mehr

als 160 Heineken Standorte weltweit. Sie würden durch den Umstieg

auf schmierfreie Lager aus Hochleistungskunststoff rund

20 Tonnen Schmierstoff pro Jahr und somit Kosten in Höhe von

450.478 Euro sparen. Die eingesparten Personalkosten würden

sich auf rund 5,4 Millionen Euro belaufen.

UMWELTEFFEKT BERECHNET

Die Studie offenbart auch die positiven Umweltauswirkungen der

schmierfreien Polymerlager. „Immer mehr Hersteller von Maschinen,

Anlagen und Fahrzeugen spüren den Druck, die CO 2

-Bilanz

ihrer Produkte ausweisen zu müssen“, erklärt Butenschön. Eine

enorme Herausforderung besonders bei Produkten, die sich aus

hunderten Bauteilen zusammensetzen. „Entsprechend froh sind

unsere Kunden, dass es nun eine wissenschaftlich belegte Einschätzung

für die Umweltvorteile des Selbstschmiereffekts unserer

Gleitlager gibt.“ Dafür führten die unabhängigen Experten

eine ökologische Bewertung auf Basis eines Life Cycle Assessments

nach der Norm DIN EN ISO 14040/44 durch. Das Ergebnis

am Beispiel von Heineken Brasil: Dank des Austauschs von Metalllagern

durch Polymerlager an 600 Lagerstellen spart der Betrieb

jährlich CO 2

-Äquivalente in Höhe von 180 kg – das entspricht

einer Flugstrecke eines Airbus A320 neo von 20 Kilometern.

Hinzu kommen jährliche Einsparungen von Öl-Äquivalenten

in Höhe von 155 kg, was der 461 km langen Fahrt eines

durchschnittlichen Diesel-Lkw entspricht. Je mehr Lagerstellen

im Spiel sind, desto größer der Umwelteffekt. „Würden alle Niederlassungen

von Heineken auf Polymerlager umsteigen, könnte

das Unternehmen CO 2

-Äquivalente in Höhe von 28.814 kg einsparen.

Und das ist für eine so kleine Stellschraube ein beachtlicher

Wert“, betont Butenschön abschließend.

Bilder: Igus

www.igus.de

DIE IDEE

„Bislang fehlten wissenschaftliche

Daten, welche die Vorteile schmierfreier

Polymerlager schwarz auf weiß

quantifizieren. Wir haben uns deshalb

entschlossen, eine unabhängige

Studie in Auftrag zu geben. Die Zahlen

zeigen deutlich, dass die Kostenersparnis

durch gesparten Schmierstoff

und gesparte Arbeitsstunden erheblich

sein kann. Auch einen positiven

Umwelteffekt durch verringerten

Schadstoffeintrag in die Umwelt

konnte die Studie nachweisen.“

Lars Butenschön,

Geschäftsbereichsleiter iglidur

Gleitlager, Igus GmbH, Köln

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 43


Felix Berthold, Redakteur

DAS THEMA:

VITALER WISSENSAUSTAUSCH

BRAUCHEN KULTUR, IN DER

ECHTE INNOVATIONEN REIFEN

Aktuelle Studien zeigen: Die Kooperation zwischen Industrie und

Wissenschaft ist ein wichtiger Weg, um Innovationen zu

befördern. Sei es bei der Nutzung additiver Fertigungsverfahren

oder dem Einsatz von Quantensensorik. Gleichzeitig erfordert ein

lebendiger Wissenstransfern exzellent ausgebildete Ingenieure

und Fachkräfte. Fundierte Kenntnisse in den MINT-Fächern sind

daher ebenso gefragt wie flexible Weiterbildungsmöglichkeiten.

QUANTENSENSORIK FÜR DIE

INDUSTRIE FÖRDERN

ERGÄNZUNGSSEMESTER FÜR

MINT-STUDIENGÄNGE

Die Hochschule Esslingen bietet eine Vielzahl an etablierten

Studiengängen in den MINT-Bereichen an, wie zum

Beispiel Maschinenbau (B. Eng.) oder Automatisierungstechnik

und Produktionsinformatik (B. Eng.). Angesichts

des Fachkräftemangels möchte die Hochschule mit derzeit

6.300 Studierenden die Attraktivität und Studierbarkeit

dieser Studiengänge weiter erhöht und hat das zweijährige

Projekt „suppleMINT“ ins Leben gerufen. Das Wissenschaftsministerium

des Landes Baden-Württemberg

fördert das Projekt mit knapp 160.000 Euro im Rahmen der

Förderlinie „Attraktives MINT-Studium“. Eine Pilotphase ist

für das Sommersemster 2026 geplant. Studierende im

ersten Studienabschnitt erhalten Unterstützung beim

Studium, indem die Grundlagen des technischen Studiengangs

vertieft behandelt werden. „Damit erhöht sich der

Studienerfolg und ein möglicher Studienabbruch soll

verhindert werden. Das Angebot eines Ergänzungssemesters

richtet sich insbesondere an Studierende des zweiten

Bildungswegs“, so Projektleiter Prof. Dr. Martin Stämpfle.

Beteiligt sind die Fakultäten Angewandte Naturwissenschaften,

Energie- und Gebäudetechnik, Maschinen und

Systeme sowie Wirtschaft und Technik.

www.hs-esslingen.de

Um den Einsatz von Quantensensoren in der Industrie

zu fördern, hat das Fraunhofer-Institut für Angewandte

Festkörperphysik IAF ein virtuelles Applikationslabor

für Quantensensorik entwickelt. Diese innovative

Informationsplattform bietet nun umfassende

Fachinformationen zu Quantenmagnetometern,

Anwendungen und Messszenarien. Zusätzlich

ermöglicht sie es Interessenten aus Industrie und

Forschung, interaktiv Beispielmessungen durchzuführen

und so das Potenzial dieser zukunftsweisenden

Technologie für ihre Anforderungen zu bewerten.

Der Zugang erfolgt über: www.quantensensing.de.

Das virtuelle Applikationslabor gibt einen Überblick

über die Quantensensoren, die am Institut im Einsatz

sind, und deren Anwendungsmöglichkeiten. Es

verfügt über drei Quantenmagnetometer und bietet

ausführliche Fachinformationen und Erläuterungen

zu den unterschiedlichen Messprinzipien der Geräte.

Das Herzstück des Applikationslabors bilden die interaktiven

Messungen, die Messzenarien aus den

Branchen Werkstoffprüfung, Mikro- und Nanoelektronik

sowie Biomedizin aufzeigen. Pro Branche können

Nutzende mehrere Messszenarien durchlaufen. Ob

Rissbildungen in metallischen Proben oder Magnetfelder

in mikroelektronischen Schaltkreisen – Quantenmagnetometer

können Magnetfeldverteilungen

auf kleinster Ebene sichtbar machen und relevante

Informationen über die Proben liefern.

Deborah Mohrmann, Projektleiterin und Business

Developer am Fraunhofer-Institut für Angewandte

Festkörperphysik IAF: „Diese Plattform macht unsere

Technologien und Expertise einer breiten Zielgruppe

zugänglich und fördert den Transfer unserer Forschungsergebnisse

in industrielle Innovationen.“

Die inhaltliche und fachliche Konzeption des virtuellen

Applikationslabors wurde vom Fraunhofer IAF

geleistet. Die technische Umsetzung erfolgte durch

die Servicestelle Weiterbildung & Wissenstransfer

SWW des Fraunhofer-Institut für Solare Energie -

sys teme ISE. Finanziert wurde die Maßnahme vom

Land Baden-Württemberg, der Fraunhofer-Gesellschaft

sowie aus Eigenmitteln des Fraunhofer IAF.

www.quantensensing.de

44 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


AUSGEWÄHLT

VORSPRUNG DURCH KOOPERATION MIT WISSENSCHAFT

Unternehmen, die mit wissenschaftlichen Einrichtungen kooperieren,

erhöhen ihre Chancen auf die Entwicklung von Weltmarktneuheiten um

69 Prozent. Bei gewöhnlichen Marktneuheiten beträgt die Steigerung

immerhin noch 41 Prozent. Dies hat eine aktuelle Studie des Leibniz-

Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim

herausgefunden. Neben den erhöhten Entwicklungschancen profitieren

die Unternehmen auch wirtschaftlich von solchen Kooperationen.

Der Anteil, den Marktneuheiten am Umsatz ausmachen, liegt bei

kooperierenden Unternehmen im Durchschnitt um 55 Prozent, und bei

Weltmarktneuheiten sogar um 79 Prozent höher als bei Unternehmen

ohne Kooperationen. Die Ergebnisse der Studie zeigen aber auch: Büro -

kra tische Hürden und fehlende öffentliche Förderung stellen oft erhebliche

Hemmnisse dar, welche die Zusammenarbeit erschweren oder

sogar verhindern. „Eine stärkere öffentliche Förderung und der Abbau bürokratischer Hindernisse sind entscheidend,

um das Potenzial solcher Partnerschaften für die deutsche Wirtschaft voll auszuschöpfen“, sagt Dr. Bastian Krieger,

Leiter der Nachwuchsforschungsgruppe Co-Creation am ZEW.

Bild: Gorodenkoff – stock.adobe.com

www.zew.de

ADDITIVE FERTIGUNG VON DICHTUNGEN

MIT INDUSTRIE VORANTREIBEN

Dichtungen zählen

in zahlreichen

Branchen zu

essenziellen

Komponenten.

Die Herstellung

erfolgt üblicherweise

mit konventionellen

Fertigungsmethoden.

Doch spezifische Anforderungen ließen sich mit Additiver

Produktion flexibler, schneller und wirtschaftlicher

umsetzen. Die Fraunhofer-Einrichtung für Additive

Produktionstechnologien IAPT plant daher nun eine

Machbarkeitsstudie zu innovativen Ansätzen für die

Herstellung von Silikondichtungen mit Additive Manufacturing

(AM). Das Projekt zielt darauf, Vorteile von AM wie

die günstige Herstellung kleiner Auflagen oder komplexer

Formen für die Dichtungstechnik zu erschließen. Auch die

Herstellung von Werkzeugen für Prototypen ist nicht

nötig, was Kosten spart. Im Zentrum der Studie stehen

Tests zur Identifikation geeigneter Materialien und

Technologien sowie ihre Validierung. Individuelle Fragen

der Industrie sollen über Beteiligungen im Rahmen eines

Crowdfunding-Modells einfließen. Teilnehmende Unternehmen

können dabei eigene Fragen einbringen. Eine

Studienteilnahme lohne sich besonders für Unternehmen,

die mit kleinen Stückzahlen kurzfristig auf Marktveränderungen

reagieren oder individuelle Kundenwünsche

erfüllen möchten, hieß es in der Meldung der Einrichtung.

Darüber hinaus unterstützt AM die dezentrale Produktion

und damit die Unabhängigkeit von Lieferketten.

www.iapt.fraunhofer.de

BERUFSBEGLEITENDES FERNSTUDIUM

Mit den beiden Fernstudiengängen

Elektrotechnik

M. Eng. und Prozesstechnik

M. Eng. richtet sich die

Hochschule Kaiserslautern

an Berufstätige, die sich

im technischen Bereich

weiterqualifizieren

möchten. Absolventinnen

und Absolventen können

sich so für die Übernahme

von Führungspositionen

in Unternehmen qualifizieren.

Der Studiengang

Elektrotechnik eröffnet

Berufstätigen aus den Feldern Elektro- und Automatisierungstechnik,

Mechatronik, Energietechnik oder

Informations- und Kommunikationstechnik neue

Karriereperspektiven. Der Studiengang Prozesstechnik

richtet sich insbesondere an Interessierte aus den

Bereichen Maschinenbau, Verfahrenstechnik, Industrial

Engineering und Chemieingenieurwesen. Die Studienangebote

sind auf vier Semestern ausgelegt und

beginnen jeweils zum Wintersemester. Ein Blended-

Learning-Konzept ermöglicht dabei ein hohes Maß an

Flexibilität: Phasen des Selbststudiums, der Online-

Lehre und Präsenztage wechseln sich ab. Während der

Semesterzeit sind die Studierenden an rund acht

Wochenenden, jeweils freitags und samstags, an der

Hochschule vor Ort. Zudem findet in der vorlesungsfreien

Zeit eine einwöchige Blockveranstaltung statt.

Das Zentrum für Fernstudien im Hochschulverbund

unterstützt die Hochschule bei der Durchführung des

Fernstudienangebots.

ww.hs-kl.de

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 45


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

SIMULATION

UNTERSUCHUNG UND MODELLIERUNG DES

REIBUNGSVERHALTENS WÄLZGELAGERTER

MASCHINENACHSEN

Vorschubantriebe von Produktionsanlagen sind leistungsfähige Maschinenmodule,

an die abhängig von der Anwendung hohe Anforderungen gestellt werden.

Typische Vorschubantriebe hochgenauer Werkzeugmaschinen sind als Kugelgewindetrieb,

Ritzel-Zahnstangen-Antrieb oder Linearmotorantrieb in Kombination mit Linearführungen

(Wälz- oder Gleitführungen) aufgebaut. Vorschubantriebe realisieren in Verfahrrichtung die

Steifigkeit. Aufgrund der konstruktiven Gestaltung und der während des Betriebes

auftretenden Belastungen kommt es zu Reibungseffekten in den Antrieben. Dieser Bericht

beleuchtet die einzelnen Anteile und Einflüsse auf die unterschiedlichen Anteile sowie die

Messmöglichkeiten der Verluste am Beispiel des häufig eingesetzten Kugelgewindetriebes.

1. ANALYSE VON MECHANISCHEN UND

ELEKTRISCHEN VERLUSTEN

Die Vorschubachsen automatisierter Produktionsanlagen (zum

Beispiel Werkzeugmaschinen) bestehen aus Maschinenelementen

zur Realisierung von Verfahrbewegungen mit hoher Präzision

und Geschwindigkeit sowie hoher statischer und dynamischer

Steifigkeit. Aufgrund dieser Anforderungen kommen häufig vorgespannte

wälzende Kontakte zum Einsatz. In Bild 01 sind die unterschiedlichen

Positionen und Arten der verlustbehafteten Elemente

dargestellt. Die Höhe der Verluste ist neben den konstruk-

Vorschubantrieb

z

Kühlluftzirkulation

Spindellagerung

TCP

Die Messung der Reibung in der Kugelgewindetriebspindel

(Nenndurchmesser 32 mm) und den Linearführungen (Kugelführung

Größe 35) fand auf einem speziellen Prüfstand mit integrierten

Sensoren statt. Das Reibmoment der KGT-Mutter geschah

mit einem zwischen der Mutter und dem Schlitten, die

Reibkraft der Führungen mit einem zwischen dem Schlitten und

Führungswagen installierten Sensor. Die Erfassung der Temperaturen

an den Führungen, der KGT-Spindel und KGT-Mutter ge-

Spindelantrieb

Vorschubantrieb

x

01 Energieverluste an Maschinen

Ständer

Maschinenbett

Vorschubantrieb

y

verlusterzeugende Maschinenkomponenten

Konvektion

Schaltschrank

Schaltschrankkühler

Leistungsmodule

M

KSS / Hydraulik

Installationsebene

TCP: Tool Center Point

tiven Ausführungen (beispielsweise Höhe der Vorspannung) auch

von dem Belastungszyklus abhängig. Neben den Vorschubachsen

sind auch die Hauptspindel und die Nebenaggregate sowie die

Leistungs- und Regelmodule im Schaltschrank Einheiten mit erheblicher

Wärmeentwicklung. Diese Verluste gehen entweder in

die Struktur, werden an der Oberfläche der Struktur abgestrahlt,

oder werden durch Kühlung von den Bauteilen abgeführt.

Die quantitative Erfassung der Verluste der einzelnen Komponenten

in der Maschine oder in Prüfständen ist durch separate

Sensoren für die verlustzeugenden Kenngrößen (zum Beispiel

Reibkraft, -moment) möglich. Die gezielte Untersuchung von

Vorschubachsen bezog sich auf das aus Vorschubmotor, Kupplung,

Kugelgewindetrieb-Lagerung und -Mutter bestehende System.

Dabei wurden auch die im Motor verbauten Lager berücksichtigt.

Das Reibmoment der Kugelgewindetriebspindelmutter

und die Verschiebekraft der Linearführungen der Achsen wurden

bei unterschiedlichen Verfahrzyklen (Variation der mittleren

Geschwindigkeit durch unterschiedlich lange Pausen) sowie mit

unterschiedlichen Schmierstoffen erfasst. Bild 02 zeigt die verlusterzeugenden

Komponenten, die mögliche Art der Erfassung

der Verluste sowie die in den unterschiedlichen Ursachen der

Verluste. Über den Motorstrom kann der summarische Wert aller

Reibanteil bei reversierender Bewegung ermittelt werden. Die

einzelnen Anteile lassen sich dabei aber nicht erfassen. Auch ist

die Umrechnung durch die zustandsabhängige Drehmomentkonstante

nur mit Unsicherheiten möglich.

2. MESSUNG MECHANISCHER VERLUSTE

46 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

02 Möglichkeiten der Erfassung von Verlusten in Vorschubantrieben

Schaltschrank

mit Steuerung,

Versorgungsund

Antriebsmodulen

Netzanschluss

Gesamtstromaufnahme

Wärmeentwicklung in

Vorschubantrieben

Erfassung

Verluste

Verlustanteile

Leistungsmodul:

Herstellerangaben

elektrische

Verluste im

Leistungs- und

Regelmodul

Motorlager:

sep. Prüfstand

elektr. Verluste:

Stromsensor

Umrichter

- Netzfilterverluste

- Kondensatorverluste im Zwischenreis

- Schaltungsverluste im Stellelementen (z.

B. IGBTs, Dioden) = f(Schaltfrequenz)

- Leitungsverluste

Reibung in Linearwälzführungen

mit Wälzkontakten

+ Dichtungen

elektrische

Verluste im

Motor Reibung

im Motorlager

Motorlager: sep.

Prüfstand

elektr. Verluste:

Stromsensor,

Herstellerangaben

Reibung im

Kugelgewindetrieblager

KGT-Lager:

sep. Prüfstand

Reibung in Kugelgewindetriebmutter

Wälzkontakte +

Dichtungen

Motor

- Kupfer- (Stator) und Eisenverluste

(Stator+Rotor)

- Lagerreibungsverluste

- Ummagnetisierungsverluste

- Lüfterleistung

KGT-Mutter:

Drehmomentmessung

mit /

ohne Dichtungen

Reibung im

Kugelgewindetrieblager

Wälzführungen:

Verschiebekraftmessung

Mechanik

Reibung in Maschinenelementen

- Kugelgewindetrieblagerung

- Kugelgewindetriebmutter

- Linearführungen

- Längenmesssystem

03 Erwärmung eines klassischen Vorschubantriebs aus Kugelgewindetrieb und

Linearwälzführung im Verfahrbereich

Sensoren

- Verschiebekraft Linearführung

- Reibmoment KGT-Mutter

- T Temperatur

TT LLLL

Sensoren

TT MMMMMMMM , AA SSSS TT MMMM , AA KKKKKK

TT MMMM

Verfahrbereich

Ruhebereich

schah in regelmäßigen Abständen. Die Entwicklung der einzelnen

Werte als auch Korrelation der Reibkraft / -moment sowie

der Temperatur erlauben Aussagen über den Einfluss der Viskosität

und des Schmierzustandes. Die flächige Analyse der Temperaturverteilung

fand mittels Infrarotthermographie statt. Dabei

sind die absoluten Werte aufgrund fehlender Präparation der

Achskomponenten nicht direkt auswertbar. Jedoch ergeben die

Messungen über der Zeit und die Verteilung der Temperatur gute

Erkenntnisse. Die absoluten Werte der Temperatur erfasste ein

taktil arbeitender Sensor, der intermittierend bei stehendem

Prüfstand die Daten auf der KGT-Spindel, zwei Stellen der KGT-

Mutter und den Linearführungen erfasste.

Zur Erfassung tribologischer Effekte beim Verfahren kamen unterschiedliche

Maximalgeschwindigkeiten bezüglich der Reibmomente

bei den Versuchen zur Anwendung. Die Auswertung

analysierte die bei der konstant gefahrenen maximalen Geschwindigkeit

auftretenden Reibmomente der Kugelgetriebespindelmutter.

Damit ergeben sich die geschwindigkeitsproportionalen

Reibanteile der Kugelgewindetriebmutter und der Linearführungen.

Die Verschiebekräfte der Linearführungen lassen

sich durch den separaten Sensor getrennt erfassen und aus dem

KGT-Mutternmoment herausgerechnet werden.

Die durchgeführten Versuche beinhalteten unterschiedliche

variierten Parameter. Ein Test diente der Analyse des gemittelten

www.antriebstechnik.de antriebstechnik 2025/02 47


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

Reibmomentes über der Verfahrgeschwindigkeit der Maschinenachse.

Maschinenachsen beschleunigen unter Nutzung des maximal

eingestellten Rucks und der Beschleunigung bis zur Eilgang-/Vorschubgeschwindigkeit.

Diese fahren entweder anschließend

mit konstanter Geschwindigkeit oder reduzieren direkt

wieder die Geschwindigkeit zur Erreichung der nächsten

Position oder Bahnkurve. Die Reibung während der Beschleunigungsphase

zeigte einen degressiven Anstieg, der bei der maximalen

Messgeschwindigkeit von 20 m/min zu einer Beharrung

kam. Gegenstand der Messung war die Reibung der kompletten

KGT-Mutter mit Dichtungen.

Ein weiterer Versuch untersuchte den Einfluss des Verfahrzyklus

auf die Entwicklung der Temperatur an der Kugelgewindetriebspindel

und -mutter über der Zeit bei unterschiedlichen

durchschnittlichen Geschwindigkeiten. Bild 05 zeigt bei drei unterschiedlichen

Verfahrzyklen den Reibmoment- und Temperaturverlauf.

Die Verfahrzyklen unterscheiden sich bezüglich der

durchschnittlichen Geschwindigkeit. Der Hub der Bewegung betrugt

jeweils 250 mm bei einer Beschleunigung von 20 m/s 2 und

einer maximalen Geschwindigkeit von 20 m/min. Unterschiede

gab es bei den Pausen zwischen den einzelnen Verfahrbewegun-

gemitteltes Reibmoment in [Nm]

04 Verlauf des Reibmomentes des KGT über der

Vorschubgeschwindigkeit

1,2

1

0,8

0,6

0,4

0,2

KGT-Vorschubachse

0

0 5 10 15 20

Vorschubgeschwindigkeit [m/min]

gen. Ein Dauerlauf hatte keine Pause in den Endlagen, während

die beiden anderen Zyklen 0,8 s bzw. 2,4 s Pause an den Endlagen

hatten. Die längeren Pausen führen zu einer geringeren umgesetzt

Leistung und ermöglicht eine höhere konvektive Abstrahlung.

Sowohl die geringere Reibleistung als auch die höhere Konvektion

führt zu ca. 11 K niedrigeren Temperaturwerten bei 2,4 s

Pause. Weiterhin ist auch zu beobachten, dass zunehmende

Temperatur zu geringerem Reibmoment führen. Bei den durchgeführten

Verfahrzyklen weisen die Temperaturen an dem Kugelgewindetrieb

Zeitkonstanten von 30 bis 45 Minuten auf. Diese

Zeitkonstanten spielen bei Maschinen ohne Linearmaßstäbe in

Bezug auf die Genauigkeit der Bearbeitung eine erhebliche Rolle.

Bei unterschiedlichen Belastungen oder Stillstand verändert sich

die Temperatur entsprechend der eingetragenen Wärme. Dies

führt zu Ungenauigkeiten bei der Bearbeitung. Die Kenntnis der

thermischen Zeitkonstante lässt den Einsatz von Kompensationsmaßnahmen

beispielsweise mittels Kalibriermessungen an

definierten Punkten zu.

Zur Erfassung weitere Einflüsse wurden vergleichende Messungen

mit unterschiedlichen Schmierstoffen sowie mit/ohne

montierte Dichtungen/Abstreifern an der KGT-Mutter durchgeführt.

Auch hier kamen die drei unterschiedlichen Verfahrzyklen

im Dauerlauf sowie 0,8/2,4 Sekunden Pause zwischen den einzelnen

Hüben zur Verwendung. Die Ergebnisse dieser Messungen

sind in der folgenden Bild 06 enthalten. Es ist die geringere

Temperatur bei längeren Pausen und dem Fehlen des Reibungsanteils

der Dichtungen zu beobachten. Die Eigenschaften der

Schmierstoffe lassen den Schluss zu, dass eine geringere Viskosität

tendenziell zu geringerer Reibung führt.

Die Messungen der Temperatur an dem Antrieb mittels eines

berührenden Sensors wurde an die unterschiedlichen Stellen bei

kurzzeitigem Stillstand der Vorschubachse vorgenommen. Die

Temperatur der KGT-Mutter fand an den beiden Enden sowie die

Messung der Temperatur an der KGT-Spindel an einer Position

ungefähr in der Mitte des Verfahrbereiches statt. Neben der KGT-

Mutter entsteht an dem System auch in der KGT-Lagerung sowie

dem Vorschubmotor Wärme. Die Lagerung und der Motor sind

05 Temperaturabhängigkeit von der Pausenzeit

0,7

Einfluss der Belastung auf das Reibmoment / die Temperatur

50

0,6

45

0,5

40

Reibmoment M [Nm]

0,4

0,3

0,2

0,1

35

30

25

Temperatur TM3 [°C]

0

20

0 20 40 Zeit [min] 60 80 100

DG1D (Ohne Dichtung) Dauerlauf Moment

DG2D (Ohne Dichtung) Pause 0,8s Muttermoment

DG3D (Ohne Dichtung) Pause 2,4s Muttermoment DG1D (Ohne Dichtung) Dauerlauf Temperatur

DG2D (Ohne Dichtung) Pause 0,8s Temperatur DG3D (Ohne Dichtung) Pause 2,4 s Temperatur

48 antriebstechnik 2025/02 www.antriebstechnik.de


FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

in/an einem Gehäuse adaptiert. Der Motor gibt einen

erheblichen Anteil des in dessen Lagerung und Motor

entstehende Wärme über den Flansch an das Antriebsgehäuse

ab. Auch die KGT-Lagerung trägt zur Erwärmung

dieses Gehäuses bei. Bei der Ermittlung der Verluste

dieser Komponenten wurde auf Daten der Hersteller

zurückgegriffen, da diese in dem Prüfstand nicht

separat erfasst werden können [1, 2]. Neben mechanischen

Verlusten der Lagerungen treten in dem Motor

auch elektrische Verluste durch Widerstände und Ummagnetisierung

auf. Bei konstanter Belastung stellt sich

ein Gleichgewicht zwischen eingetragener und abgegebener

Wärme ein. Dabei findet ein Wärmeübergang sowohl

an den Oberflächen der Komponenten als auch eine

Wärmeleitung in die umgebende Struktur statt. Bei

der Modellierung dieser Effekte müssen zum Beispiel

bezüglich der Masse der verschiedenen Komponenten

(zum Beispiel umgebende Gestellbauteile) ebenso wie

für die von den Randbedingungen (zum Beispiel Lüftungsbedingungen)

Annahmen getroffen werden.

3. FAZIT

Reibung und Verluste in Antrieben sind wesentliche

Faktoren für die Genauigkeit und Leistungsfähigkeit von

Werkzeugmaschinen und anderen Produktionsanlagen.

Dieser Beitrag stellt Untersuchungen vor, in denen die

Anteile der einzelnen beteiligten Komponenten eines

Antriebes (zum Beispiel Kugelgewindetrieb, Lagerungen,

Führungen und Motor) ermittelt werden. Dazu

wurden in einem Prüfstand Sensoren integriert. Weiterhin

zeigen die Untersuchungen den Einfluss der Dichtungen

und des Schmierstoffes auf die Reibung auf. Ein

weiterer Faktor für die Erwärmung ist die durch die Verfahrbewegungen

induzierte Wärme. Ein Maß dafür ich

die mittlere Verfahrgeschwindigkeit in Kombination mit

dem Hub während der Bewegungen. Der Hub ist sowohl

für die Länge des sich bei der Genauigkeit bemerkbar

machenden ausdehnenden Bereiches der Kugelgewindetriebspindel

als auch für die wärmeabgebende Fläche

relevant. Da sich ein Wärmeeintrag nicht verhindern

lässt, ist für Kompensationsmaßnahmen die thermische

Zeitkonstante der Veränderungen wichtig. Diese liegt,

abhängig von den Verfahrbewegungen, zwischen ca. 20

bis 90 Minuten. Damit lassen sich z. B. Kalibrierstrategien

und die Häufigkeit der intermittierend durchgeführten

Kalibriermessungen definieren. Bezüglich der Genauigkeit

besteht auch die Möglichkeit, diese durch den

Einsatz von separaten Längenmesssystemen zu erhöhen.

Aus den Ergebnissen der Untersuchungen konnten

gute Informationen über die einzelnen Anteile sowie deren

Größen gewonnen werden. Dies erlaubt die Modellierung

und Ableitung sowohl konstruktiver als auch

steuerungstechnischer Maßnahmen. Eine Verifikation

der Korrelation zwischen dem aufgenommenen Motorstrom

und der Reibung bedarf noch weiterer Analysen.

Bilder: Hochschule Reutlingen

www.tec.reutlingen-university.de

Literatur

[1] Schaeffler Technologies AG & Co. KG, „Lager für Gewindetriebe:

Axial-Schrägkugellager Nadel-Axial-Zylinderrollenlager Zubehör,“

Herzogenaurach

[2] SKF: Hochgenauigkeitslager der Reihe „Super-precision bearings“,

PUB BU/P1 13383/1 DE, 2014

Temperatur [K]

Visk.-Index

kin. Visk. 40° C kin. Visk. 100° C

SS1: Schmierfett + Lithiumseife 58 110 10

SS2: synth. KW-Öl + spez. Ca-Seife 157 100 15

SS3: KW-Öl und Ca-Seife 145 30 6

Temperatur [°C]

06 Temperatur KGT mit verschiedenen Geschwindigkeiten/Schmierstoffen

335

330

325

320

315

310

305

300

295

290

285

55

50

45

40

35

30

25

332,65

320,65

Dauerlauf

SS1

07 Temperaturverlauf-KGT Schmiermittel 1 Dauerlauf

Messpunkt 1

Messpunkt 2

Messpunkt 3

20

0 20 40 60 80 100 120

Zeit [min]

AUTOREN

320,95

314,45

Pause

0,8 SS1

Prof. Dr.-Ing. P. H. Nebeling,

Professur Werkzeugmaschinen,

Steuerungstechnik, Produktionssysteme,

Hochschule Reutlingen

B. Eng. Dennis Korn,

Hochschule Reutlingen

321,45

324,25

317,85

314,35 314,25

309,15

Beharrungstemperatur T M2

Pause Dauerlauf

2,4s SS1 SS2

ohne Dichtung

Pause

0,8 SS2

307,05

309,85

318,3 318,35

322,15

313,65

Pause Dauerlauf

2,4s SS2 SS3

mit Dichtung

Pause

0,8 SS3

303,7

307,85

Pause

2,4s SS3

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bestimmte Positionen exakt angefahren und gemessen

werden müssen. Beide Messgetriebe übertragen die

Drehbewegungen spielfrei und erreichen eine Wiederholgenauigkeit

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in Edelstahl lieferbar. KBK integriert die Getriebe in

die vorhandenen Gehäuse- und Anschlusskomponenten

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erscheint 2025 im 64. Jahrgang,

ISSN 0722-8546 / ISSN E-Paper: 2747-7991

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