Immo-Expert_März-2025
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IMMOBILIEN
MAGAZIN FÜR EXPERTEN
TRENDS • ENTWICKLUNGEN •
HERAUSFORDERUNGEN
mischek.at
Mein
Wohnen.
Mein Leben.
Seit 75 Jahren arbeiten wir mit Leidenschaft an Innovationen, die das Wohnen von
morgen prägen und entwickeln Lebensqualität für die Zukunft. Mit Erfahrung und
kreativen Ideen.
INHALT
04
WOHNBAU: Neue
Projekte wieder
realisieren.
30
PROPTECHS:
Künstliche Intelligenz
richtig nutzen.
18
GEBÄUDE: Energie
extern managen
lassen.
38
INVESTMENTS:
Alternative Sektoren
wagen.
Probleme sind in allen
Lebensbereichen
schnell gefunden
und werden dann gern in
Dauerschleife beklagt, ohne
etwas zu ändern. Manche
sagen zu den Problemen
lieber He rausforderungen,
das ist Ansichtssache. Eine
klare Sache ist, dass sich die
Immobilienbranche mit
einigen Themen, neuen und
älteren, konfrontiert sieht.
Wir rücken in diesem Magazin
aber nicht die Schwierigkeiten
ins Rampenlicht, sondern
haben bewusst nach
konkreten Lösungsansätzen
gesucht, die das große
Scheinwerferlicht verdienen.
Doch lesen Sie selbst,
wie es uns bei der Suche
nach Antworten auf die
drängenden Fragen in den
Bereichen Wohnen, Energie,
ESG, KI und Investments
gegangen ist.
LÖSUNGEN
04 Wohnmarkt beleben
An welchen Stellschrauben gedreht
werden muss, damit Entwickler wieder
leichter neue Projekte realisieren
können.
18 Energie auslagern
Die EU gibt vor, den Energieverbrauch
von Gebäuden zu senken.
Das Monitoring könnten in Zukunft
spezielle Plattformen übernehmen.
24 Effizient berichten
Die ESG-Kennzahlen aus der Datenflut
zu fischen, ist für einige Unternehmen
Neuland. Über die Qual der
Wahl einer passenden Software.
30 Vom Hype zum Nutzen
Die Proptech-Bewegung, die vor
zehn Jahren mit der Vision begann,
die digitale Transformation voranzutreiben,
erlebt ihren zweiten Frühling.
38 Ungewöhnlich investieren
Stehen Wohnimmobilien als Investment
im Abseits, kann sich der Blick
auf alternative Segmente lohnen.
INTERVIEWS
10 Klimafitte Gebäude
Architektin, Forscherin und Uni-Professorin
Doris Österreicher erklärt den
„smarten“ Umgang mit Bestand und
ihren Zugang zum klimafreundlichen
Bauen von leistbarem Wohnraum.
22 Nachhaltigkeit bewerten
Österreichs Wissenschaftlerin des
Jahres 2024, Sigrid Stagl, erklärt ihre
Domäne, die Ökologische Ökonomie,
und worin sie die transformative Kraft
der Immobilienwirtschaft erkennt.
MARKT & ZAHLEN
Wohnbau in Zahlen (8), Projektentwicklung
(12), Büro (14), Nachhaltigkeit
in Zahlen (16), Einzelhandel (27),
Logistik (28), Digitalisierung in Zahlen
(34), Wohnen (36), Investments (42).
IMPRESSUM: Ausgabe 07. 03. 2025
Medieninhaber und Herausgeber: „Die Presse“ Verlags-Ges.m.b.H
& Co KG, 1030 Wien, Hainburger Straße 33, Tel.: 01/514 14-Serie.
Geschäftsführung: Mag. Herwig Langanger, Andreas Rast.
Redaktion: Hermann B. Hackl, MA, Christian Lenoble, Walter
Senk, Mag. Astrid Müllner.
Fotoredaktion: Christopher Dickie.
Anzeigen: 01/514 14-535, E-Mail: business@diepresse.com.
Art Direction: Matthias Eberhart. Grafik & Bildbearbeitung: Peter
Jaunig. Produktion: Alexander Schindler.
Hersteller: Druck Styria GmbH & Co KG. Herstellungsort: St. Pölten.
3
WOHNBAU
ZURÜCK NACH
OBEN SCHRAUBEN
Der Wohnungsneubau kommt beinahe zum Erliegen. Damit Entwickler
wieder leichter Projekte realisieren können, müssten mehrere
Stellschrauben gleichzeitig angezogen oder gelockert werden.
Und zuvor das Vertrauen bei den Banken saniert werden.
TEXT: HERMANN BENEDIKT HACKL
4
FOTOS: CHRISTOPHER DICKIE
Die Herausforderung
2022 machte der bis dahin 17 Jahre aufstrebende
Immobilienmarkt eine abrupte Kehrtwende. Der
Neubau ist dabei ordentlich ins Stolpern geraten,
kam fast zum Erliegen und ringt bis heute nach
Stabilität. Der Wohnmarkt ist damit zum Sorgenkind
der österreichischen Immobilienbranche geworden.
Schuld an der Misere scheint – wie so oft –
der schlechte Einfluss des Umfelds gewesen zu sein:
Kreditzinsen, die zu schnell auf zu hohes Niveau
emporstiegen, und Baukosten, die fast im Gleichschritt
nach oben schnellten.
Seither haben es von Jahr zu Jahr immer weniger
Bauprojekte über die Ziellinie geschafft: 2024 sank
die Zahl der Fertigstellungen in Österreich um 17,3
Prozent, in Wien sogar um 42 Prozent, berichtet der
zuständige WKÖ-Fachverband. Und für heuer? Genügt
ein Blick in die beinahe gähnend leere Pipeline
mit bewilligten Wohnbauprojekten, um zu wissen:
Es muss sich einiges ändern, damit sich der Neubau
in großem Maßstab für die Projektentwickler wieder
lohnt. Vor allem Wien droht sonst ein akuter Wohnungsmangel.
Mögliche Lösungen
Gehen wir daher jene Stellschrauben Stück für
Stück durch, die entscheidend sind, ob sich neue
Wohnbauprojekte künftig wieder leichter realisieren
lassen. Den Beginn macht Grundlegendes.
DAS GRUNDSTÜCK. Der starke Rückgang des
Neubauvolumens ist unter anderem der abwartenden
Haltung vieler Entwickler geschuldet. Auf
den teuer erworbenen Grundstücken lassen sich
Projekte zurzeit oft nicht rentabel umsetzen. Freilich
könnten sich Entwickler den Grundstückskauf
auch sparen und auf das Baurecht setzen – also auf
einem fremden Grundstück bauen, wenn sich die
Möglichkeit bietet. Bei dieser Variante bestehen
jedoch berechtigte Zweifel, ob der Preisvorteil für
die Bauträger dann letztlich auch wirklich an die
künftigen Mieter und Eigentümer weitergegeben
wird.
DER KREDIT. Die Banken sind vorsichtiger geworden,
wenn es um die Vergabe von Krediten für
große Wohnbauprojekte geht. Mäßige Konjunkturdaten
und halbwegs stabile Inflationsraten haben
die EZB zwar dazu bewogen, die Zinsen in der
Eurozone erneut um einen Viertelprozentpunkt
auf 2,75 zu senken. (Das nächste Zinstreffen der
Währungshüter in Frankfurt fand nach Redaktionsschluss
am 5. und 6. März statt.) Doch es geht
ohnehin nicht nur um die Höhe des Leitzinses an
sich. Bevor Projektentwickler wieder Wohnanlagen
bauen, müssen sie davor etwas nicht Greifbares
wiederaufbauen – das Vertrauen der Banken.
Einige wenige haben den Ruf der Baubranche beschädigt,
„daher ist es nur logisch, dass die Banken
vorsichtiger sind“, sagt Andreas Köttl, Präsident der
Vereinigung Österreichischer Projektentwickler
(Vöpe). „Die Lebensraumentwickler werden beweisen,
dass sie ihr Handwerk nach wie vor beherrschen,
damit Banken die Eigenkapitalquoten und
Vorverwertungsquoten wieder senken können.“
Und natürlich auch die Zinsaufschläge. Und damit
weiter zur nächsten Stellschraube der Projektentwicklung.
DIE INVESTOREN. Nachdem im vergangenen
Jahr inländische Player noch einen Marktanteil von
mehr als 80 Prozent hielten, könnten 2025 bei verbesserten
Rahmenbedingungen insbesondere
internationale Investoren wieder aktiver werden,
betonen Experten von CBRE. Als Treiber des Interesses
gelte vor allem die sogenannte Renditekompression
– also sinkende Renditen in Folge steigender
Preise – in besonders nachgefragten Assetklassen.
So notierten die Spitzenrenditen im Bereich
Wohnen Ende 2024 bei 4,25 Prozent und damit 50
Basispunkte unter dem Vorjahr. „Für 2025 ist davon
auszugehen, dass die Renditen in allen Assetklassen
weiter sinken“, sagt Marc Steinke, Head of Research
bei CBRE Austria.
Um der rückläufigen Zahl der Fertigstellungen entgegenzuwirken,
erwartet die Baubranche aber naturgemäß
auch von der Politik Unterstützung in
Form von Wohnbau-Subventionen. Und macht seit
einiger Zeit auf zwei weitere Stellschrauben aufmerksam,
die gelockert werden könnten, um die
Lage auf dem Wohnmarkt zu entspannen: Baunormen
und Genehmigungen.
DIE BEWILLIGUNG. In der Baubranche wurden
bereits viele Stimmen laut, dass Genehmigungsverfahren
für Großprojekte früher zwei bis drei Monate
gedauert hätten, sich mittlerweile aber teils über
Jahre hinziehen würden. Die Verfahrensdauer, auch
mithilfe digitaler Tools, zu verkürzen, wäre wohl
eine relativ kostengünstige Maßnahme, um den
Bauträgern mehr Planbarkeit zu gewähren. Die Vöpe
rund um Präsident Köttl fordert hierbei seit Jahren
eine Überholspur für nachhaltige Wohnbauprojekte.
Durch die Schaffung einer gesetzlich verpflichtenden
„Fast Lane“ sollen besonders nachhaltige
oder energieeffiziente Gebäude, aber auch
sozial geförderte oder besonders preisgünstige Gebäude
von verpflichtenden, beschleunigten Genehmigungsverfahren
profitieren.
DIE BAUNORMEN. Derzeit gibt es den Angaben
des WKÖ-Fachverbands zufolge über 5000 Baunormen,
deren Einhaltung und Überprüfung viel
Zeit und Geld in Anspruch nimmt. Einfacher wäre
es den Branchenvertretern zufolge, beim Bauen
5
WOHNBAU
werden, schlägt Gollenz vor. Bei guter Öffi-Anbindung
brauche es weniger Stellplätze, so der
Gedankengang.
6
„dem Stand der Technik zu entsprechen“, der
von Gutachtern überprüft wird. Der Konsument
bzw. Käufer müsse natürlich sicher sein können,
dass die Qualität stimme. Das Regelwerk und die
technische Abwicklung sollten aber vereinfacht
werden, so der Wunsch. In zwei deutschen Bundesländern
funktioniere das bereits – in Bayern
und in Niedersachsen, mit dem „Gebäudetyp E“
(E wie einfach, Anm.). „Die Ö-Normen kann
man ändern“, erinnert WKO-Fachverbandsobmann
der Immobilien- und Vermögenstreuhänder
Gerald Gollenz.
DIE BAUKOSTEN. Bei dieser Stellschraube ist
die Branche gerade dabei, betreffend eine Senkung
eine Lösung zu finden, und will „eine zweistellige
Prozentzahl nennen können, wo wir bei
den Baupreisen einsparen“, sagt der WKW-Obmann
der Fachgruppe der Immobilien- und
Vermögenstreuhänder Michael Pisecky. „Wir
könnten bis zu 25 Prozent billiger bauen, wenn
die Politik die Rahmenbedingungen schafft.“ So
würde etwa eine Lockerung der Stellplatzverpflichtung
„wahrscheinlich 15 bis 20 Prozent an
Baukosten einsparen können“. Die Stellplatzverordnung
ist Landesgesetz, sie solle nicht auf die
errichtete Wohnungsanzahl, sondern auf die
Lage und die vorhandene Infrastruktur abgestellt
Drei Thesen
für die
Zukunft
• Der klassische
Neubau auf der
grünen Wiese ist
vorerst vorbei.
• Künftig wird vor
allem auf Brownfields
und im
Bestand entwickelt.
• Der Weg zu nachhaltiger
Gebäudeplanung
führt über
intelligente Software.
DAS BAUMANAGEMENT. Und dann gibt es
heutzutage natürlich auch einen digital vernetzten
Weg, um die Kosten eines Bauprojekts zu
senken. BIM heißt das der Branche geläufige
Zauberwort. Anbieter einer solchen Software
stellen eine Senkung der Kosten um bis zu
30 Prozent in Aussicht, bezogen auf den gesamten
Lebenszyklus eines Objekts wohlgemerkt. Im
Sommer 2024 hat zum Beispiel unter Anwendung
von BIM die Planung eines Gemeindebau
Neu in der Donaustädter Bernoullistraße mit
knapp 90 Wohnungen begonnen. „Dadurch ist
es uns schon in einer frühen Planungsphase
möglich, zum Beispiel Bauteil-Kollisionen, die in
der Vergangenheit womöglich erst später auf der
Baustelle entdeckt wurden, rechtzeitig zu erkennen,
Lösungen zu entwickeln und damit Kosten
zu sparen“, berichtet der BIM-Projektleiter Georg
Knirsch.
Die digitale Modellierung soll zudem neue Möglichkeiten
bieten, Materialien weiterzuverwenden
und die laufende Qualitätskontrolle und effiziente
Zusammenarbeit aller Beteiligten zu erleichtern.
Außerdem lege die BIM-Software die
Brücke zur Analyse des CO2-Abdrucks eines
Gebäudes, wie Alfred Wanschou, Geschäftsführer
von Allplan Österreich, erklärt: „Nachhaltige
Gebäudeplanung soll die CO2-Emissionen so
weit wie möglich über die Lebenszeit des Bauwerks
reduzieren.“ Nur so könne ein echter Beitrag
zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele geleistet
werden. „Dafür ist es notwendig, alle
maßgeblichen Bauteile des geplanten Gebäudes
bezüglich ihrer Lebensdauer, Materialzusammensetzung
und Eigenschaften zu analysieren.
Das BIM-Modell stellt dafür die passende Kalkulationsgrundlage
dar.“ Je früher diese Ökobilanzierung
stattfindet, desto effektiver kann der
CO2-Fußabdruck des späteren Gebäudes reduziert
werden und somit in weiterer Folge auch
die Kosten. Und damit genug Stellschrauben inspiziert,
fürs Erste.
Aktuell zimmert sich zusammenfassend die Lage
für Bauträger so zusammen: „Greenfield und
Neubau ist tot“, überspitzt es Vöpe-Chef Köttl
bewusst. Zumindest werde diese Form der Projektentwicklung
„maßgeblich zurückgehen“.
„Wir müssen uns als Entwickler auf den Bestand
fokussieren.“ Das erfordere deutlich mehr Knowhow,
bringe aber mehr Nachhaltigkeit mit sich.
„Die Zukunft der Immobilienentwickler liegt im
Brownfield und im Bestand.“ Und wohl immer
öfter in kooperativen Modellen, um Risiko und
Kosten auf mehrere Schultern zu verteilen.
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VERMARKTUNG DURCH
WOHNBAU IN ZAHLEN
Wachsender Holzanteil, sinkende Zahl an Genehmigungen, konstante (zu geringe)
Sanierungsquoten und eine Wiener Offensive im Geiste des sozialen Wohnbaus.
ZUSAMMENGESTELLT VON CHRISTIAN LENOBLE
MILLIONEN
KUBIKMETER HOLZ
werden für den Bau eines durchschnittlichen
Einfamilienhauses in
Holzbauweise benötigt. Der nachwachsende
Baustoff steht in den
heimischen Wäldern ausreichend
zur Verfügung. Pro Jahr wachsen
29,2 Millionen Kubikmeter Holz
nach, sprich die Holzmenge für
rund 2000 Holzhäuser pro Tag.
Genau genommen genügt weniger
als ein Drittel des jährlichen
Holzzuwachses in Österreich, um
alle Hochbauten eines Jahres in
Holz zu errichten. Grundlage dieser
Berechnung der Universität
für Bodenkultur Wien ist das
durchschnittliche gesamte Hochbauvolumen
eines Jahres. Tatsächlich
werden in Österreich laut
einer Studie der Boku 24 Prozent
des jährlichen Hochbau-Aufkommens
in Holz gebaut. Als Holzbau
gelten dabei alle Gebäude, bei
denen mehr als 50 Prozent der
tragenden Konstruktion aus Holz
bzw. Holzwerkstoffen sind. Dass
sich in den letzten 20 Jahren der
Holzbauanteil nahezu verdoppelt
hat, wird von Klimaökonomen als
positive Entwicklung betrachtet.
Dazu ein Zahlenvergleich der Interessenvertretung
pro:Holz: Ein
Einfamilienhaus aus Holz bindet
rund 40 Tonnen CO2, was dem
CO2-Ausstoß eines fossil betriebenen
Pkw in 26 Jahren entspricht.
BAUGENEHMIGUNGEN
für neue Wohngebäude markierten
im Jahr 2023 einen absoluten
Tiefstwert in der jüngeren Wohnbaugeschichte
Österreichs.
Nachdem von 2010 bis 2021 die
Anzahl der genehmigten neuen
Wohngebäude kontinuierlich von
18.828 auf 22.796 angestiegen
war, erfolgte bereits 2022 der
erste Einbruch, der bis heute
anhält: So weist der Quartalsvergleich
zwischen dem dritten
Quartal 2024 und jenem im Jahr
2023 erneut einen erheblichen
Rückgang um 15 Prozent auf.
Eine ähnliche Entwicklung ist bei
den genehmigten Wohnungen zu
sehen: Wurden 2010 noch
52.078 neue Wohnungen genehmigt,
so waren es 2021 78.758
– eine Steigerung um 51,2 Prozent
in diesen elf Jahren. Im Jahr
2022 folgte dann ein Einbruch auf
64.194 Einheiten und in 2023
eine weitere erhebliche Reduzierung
auf nur mehr 46.565 Einheiten.
Laut Experten wird sich
der Trend fortsetzen, am Beispiel
Wiens. So werden im Jahr 2025
in der Bundeshauptstadt wohl nur
rund 7500 Wohnungen fertiggestellt
und 2026 könnte diese Zahl
möglicherweise auf unter 2000
sinken.
GEFÖRDERTE WOHNUNGEN
befinden sich in Wien aktuell in
Vorbereitung, Planung oder Bau.
Dazu kommen rund 6100 geförderte
Wohnungen auf insgesamt
acht Standorten durch Bauträgerwettbewerbe.
Insgesamt werden
damit im Rahmen der Wiener
Wohnbau-Offensive 2024+ und
im Geiste des sozialen Wohnbaus
der Bundeshauptstadt rund
22.200 durch die Stadt geförderte
Wohnungen in den kommenden
Jahren umgesetzt. Dass sich die
Anforderungen an den geförderten
Wohnbau durch die Herausforderungen
der Zeit stetig
weiterentwickeln, zeigt sich am
Beispiel der vom wohnfonds_wien
organisierten Bauträgerwettbewerbe.
Diese haben thematische
Schwerpunkte, wie zum Beispiel
Wohnen und Arbeiten, Wohnen
für Alleinerziehende, Sport und
Bewegung oder Holz- und Holz-
Hybrid-Bauweise. Die beim
Wohnfonds eingereichten Beiträge
werden von einer interdisziplinären
Fachjury anhand des
Vier-Säulen-Modells (Ökonomie,
Soziale Nachhaltigkeit, Architektur
und Ökologie) bewertet. Das Siegerprojekt
wird dem Land Wien
zur Förderung empfohlen und auf
dem ausgelobten Bauplatz realisiert.
sanierungsbedürftige Wohneinheiten
werden in Österreich aufgelistet.
Zu dieser Einschätzung
kommt das von Verbänden der
Bauprodukteindustrie beauftragte
„Monitoring-System zu Sanierungsmaßnahmen“.
Die österreichische
Sanierungsquote, also
der Anteil von jährlich sanierten
Einheiten am Gesamtbestand,
beträgt seit Jahren konstant rund
1,5 Prozent. Obwohl die Quote
deutlich höher ist als beispielsweise
in Deutschland (0,7 Prozent),
fordern Experten eine
Anhebung. Denn Berechnungen
zeigen: Für die angestrebte
Dekarbonisierung des Wohngebäudesektors
müsste sich die
jährliche Sanierungsquote auf 2,8
Prozent verdoppeln. Besonders
hoch ist hierzulande der Sanierungsbedarf
bei privaten Mietwohnungen
und
Gemeindewohnungen sowie
Wohnungen ohne Hauptwohnsitz.
Eigenheime nehmen aufgrund
ihrer hohen Anzahl ebenfalls einen
besonderen Stellenwert ein. Dass
sich trotz konstanter Quote die
landesweiten Förderungen vom
Neubau in Richtung Sanierung
verlagern, zeigen absolute Zahlen.
So haben Bund und Länder
im Vorjahr 1,05 Milliarden Euro in
die Wohnhaussanierung investiert
und somit 50 Prozent mehr als im
Zehnjahresdurchschnitt.
8
bezahlte Werbung
myhive Offices am Wienerberg:
Flexibilität neu gedacht
Am Wienerberg bietet die CPI Europe mit
den myhive Offices auf über 130.000 m²
maßgeschneiderte Büroflächen, die
höchste Flexibilität, nachhaltige Konzepte
und eine erstklassige Infrastruktur
vereinen – ideal für Unternehmen, die
Wachstum und Work-Life-Balance fördern
wollen.
Nach Jahren, in denen Homeoffice und Remote
Work dominierten, zeichnet sich nun
ein Gegentrend ab. Immer mehr Unternehmen
fordern wieder stärkere Präsenz im
Büro. Eine Rückkehr, die nicht überall auf
Begeisterung stößt – viele Arbeitnehmer:innen
wünschen sich ein Büro, das mehr bietet
als nur einen Arbeitsplatz. Eine aktuelle
Studie der CPI Europe zeigt, dass moderne
Büros drei wesentliche Erfolgsfaktoren benötigen:
hochwertige Infrastruktur, Flexibilität
und Angebote für Networking und
Community.
Am Wienerberg setzt CPI Europe mit den
myhive Offices genau hier an und bietet mit
flexiblen Büroflächen, modernen Arbeitsumgebungen
und innovativen Konzepten alles,
was den Arbeitsplatz von morgen ausmacht.
myhive Bürogebäude bieten maßgeschneiderte
Lösungen von flexiblen Shared Offices
bis zu großen Firmenflächen. Co-Working
Spaces mit flexiblen Verträgen ab einem
Monat und „ready to use“-Offices ermöglichen
einen einfachen Einstieg, während sich
für Großunternehmen eine Vielfalt an individuellen
Anpassungsmöglichkeiten bietet.
myhive am Wienerberg bietet viel Tageslicht,
Barrierefreiheit und zusätzliche
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Zusätzlich stehen den Mieter:innen
zwei myhive Indoor Lounges
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Arbeitsphasen zur Verfügung. Der Komplex
verfügt über mehrere Adressen:
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Das myhive Urban Garden in der Wienerbergstraße
3–5 verbindet auf rund 18.000 m²
Nachhaltigkeit mit modernster Office-Technologie,
und das in Wohnzimmer-Atmosphäre
mit Stil. Das myhive Pionier-Objekt bietet
unter anderem private Balkone und eine begrünte
Terrassenlandschaft, die zu Meetings
unter freiem Himmel anregen. Die BREEAM
„outstanding“ Zertifizierung zeichnet das
Gebäude für seine herausragenden Werte bei
Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit
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das höchste Nachhaltigkeitsstandards bestätigt,
unterstreichen die Zukunftsfähigkeit
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markus.czakert@immofinanz.com
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INTERVIEW
„DAS GEBÄUDE
DER ZUKUNFT IST
SCHON GEBAUT“
Suffizienz geht noch vor Effizienz, sagt Doris Österreicher. Ein
Gespräch mit der Architektin, Forscherin und Uni-Professorin über
die Bedeutung von „smart“ und den Bezug von klimafreundlichem
Bauen zu lebenswertem, leistbarem Wohnraum.
INTERVIEW: CHRISTIAN LENOBLE
Zur Person
Als Architektin und Forscherin
auf dem Gebiet der
zukunftsfitten Architektur,
Gebäude- und Städteplanung
leistet Doris Österreicher
seit vielen Jahren einen
Beitrag für Forschung, Lehre
und Praxis. Sie ist Professorin
für Integrative Gebäudetechnik
und digitale
Bautechnologie an der
Fakultät für Architektur und
Stadtplanung der Universität
Stuttgart und Partnerin bei
Treberspurg & Partner Architekten
ZT GmbH in Wien.
Vor welchen Herausforderungen stehen Sie
als Architektin, wenn Sie alle Aspekte der
Nachhaltigkeit in der Gebäudeplanung miteinander
verknüpfen?
Doris Österreicher: In der Theorie ist Nachhaltigkeit
sozial, ökologisch und ökonomisch definiert.
In der Praxis steht oft die kurzfristige
Rendite an erster Stelle. Die Bau- und Immobilienwirtschaft
ist ein Milliardengeschäft. Das
Grundrecht auf Wohnen umzusetzen, bleibt
damit eine gesellschaftliche Herausforderung.
In der Architektur arbeiten wir glücklicherweise
oft mit Bauträger:innen zusammen, für die
nachhaltiges Bauen bereits selbstverständlich
ist. Das ermöglicht uns auch zum Beispiel Plus-
Energie-Quartiere und ressourceneffiziente
Holzwohnbauten zu errichten.
Und wenn man diese Frage an Sie als Wissenschaftlerin
richtet?
In der Wissenschaft versuchen wir mehr Experimentierräume
zu schaffen, um auch am gebauten
Objekt Innovationen auszutesten. Das
gelingt uns gut, wenn wir Bauprojekte mit Forschungsprojekten
verbinden. Dennoch stehen
hier oft die zahlreichen Regulative – die in vielen
Bereichen ihre Berechtigung haben – in
starkem Kontrast zu technischen und sozialen
Innovationen. Mehr Flexibilität, wenn es um
Forschung geht, wäre hier wünschenswert.
Klimabewusstes Bauen ist zentral für die Zukunft,
das Schaffen von leistbarem Wohnraum
ebenso. Lässt sich beides vereinbaren?
Klimaschutz bedeutet auch, Wohnraum und
unsere Umgebung nachhaltig und lebenswert
zu gestalten. Es ist entscheidend, auf fossile
Energieträger zu verzichten und Materialien
ressourcenschonend einzusetzen, um eine
funktionierende Kreislaufwirtschaft zu ermöglichen.
Dabei sind soziale Verträglichkeit und
Leistbarkeit des Wohnens eng mit den Energieund
Infrastrukturkosten verknüpft. Durch klimafreundliches
Bauen können wir den Energiebedarf
senken und so leistbares Wohnen
fördern. Nutzungs- und Energiekosten gemeinsam
zu betrachten, wäre hier ein wichtiger
Schritt zur Förderung von sowohl nachhaltigem
FOTO: D. ÖSTERREICHER
10
als auch leistbarem Wohnraum. Für die Nutzer:innen
sind letztlich die Gesamtkosten des
Wohnens ausschlaggebend. Wenn ein Gebäude
hohe Energiekosten verursacht, müssen die
Mieten niedrig sein. Und umgekehrt. Energieeffiziente
Gebäude vertragen einen höheren
Nutzungsbeitrag. Dadurch würden vor allem
auch Sanierungen aktiviert werden.
Worauf sollte beim Neubau besonderer Fokus
gelegt werden?
Wir haben in Österreich circa zwei Millionen
Wohngebäude mit in Summe knapp fünf Millionen
Wohnungen. Jährlich werden rund 70.000
Wohnungen neu gebaut. Wir werden auch in
Zukunft durch demografische Veränderungen
neue Wohnbauten benötigen. Diese müssen
ressourcen- und energieeffizient gebaut werden
und einen Plus-Energie-Standard aufweisen,
das heißt, mehr Energie am Gebäude generieren,
als sie verbrauchen. Ebenso rückt zunehmend
die gesamte Lebenszyklusbilanz in den
Fokus, denn schließlich werden mehr als 50
Prozent der extrahierten Rohstoffe dem Bauen
zugeschrieben. Bei Neubauten zeigt sich, dass
der Großteil des Primärenergiebedarfs
nicht während der Nutzung, sondern bereits
bei der Errichtung des Gebäudes
anfällt. Ziel ist demnach die Reduktion
von Primärrohstoffen, die Erhöhung der
Zirkularität, die auch den Rück- und Umbau
miteinbezieht und der effiziente und
nutzungsangepasste Einsatz von Materialien.
Gleichzeitig haben wir aber einen
Leerstand von fünf bis zehn Prozent und
eine sehr geringe Sanierungsrate in der
Höhe von rund einem Prozent.
Und wie sieht es im Bestand aus?
Da liegen die maßgeblichen Potenziale.
Es geht um Leerstandsaktivierung, Nachverdichtung,
Umnutzung und natürlich auch um
Sanierung und Dekarbonisierung. Das bedarf
einer gesamtheitlichen Betrachtung, um sinnvolle
Lösungen wie zum Beispiel den Ausbau
von Nahwärmenetzen oder die Nutzung von
Abwärme standortspezifisch umzusetzen. Der
technische Aspekt ist dabei verhältnismäßig
leicht zu lösen. Schwieriger sind strukturelle
Veränderungen, die hinsichtlich Kriterien der
Nachhaltigkeit aufgegriffen werden sollten: Einspeisetarife,
Mietrechtsgesetz, Garagenverordnungen,
um nur einige zu nennen.
Kommen wir zum Begriff Smart Building.
Was bedeutet smart im Zusammenhang mit
leistbarem Wohnen?
Kompakte, platzsparende Grundrisse, die
gleichzeitig eine hohe Alltagstauglichkeit aufweisen,
werden oft als smart bezeichnet. Aus
energietechnischer Perspektive kommt dazu
auch Energiegewinnung und -speicherung in
und am Gebäude. Die tatsächliche „Smartness“
„Im Bestand liegen die
maßgeblichen Potenziale.
Es geht um
Leerstandsaktivierung,
Nachverdichtung,
Umnutzung und natürlich
auch um Sanierung und
Dekarbonisierung.“
ergibt sich allerdings aus drei wesentlichen
Punkten: Bedarf reduzieren, Boden schützen
und systemisches Planen. Das bedeutet, Energie
und Ressourcen in der Schaffung von
Wohnraum zu minimieren. In der Materialität
geht es dabei um die lokal verfügbaren und
nachwachsenden Rohstoffe, um Holz, Holz-
Hybridsysteme, aber auch um materialeffiziente
Verbundwerkstoffe sowie lastangepassten
Betoneinsatz. Die Ressource Boden schonen
wir durch Nachverdichten und Sanieren statt
Neubau. Optimierungspotenziale erzielen wir
schließlich durch eine systemische Betrachtung
über das Gebäude hinaus, zum Beispiel durch
multifunktionale und gemischte Nutzungen,
die Integration von erneuerbaren Energien und
Lastverschiebung zwischen Gebäuden.
Wie macht man konventionelle Städte zu
Smart Cities?
Wie auch beim Gebäude wird smart in Bezug
zur Stadt international sehr unterschiedlich
interpretiert. Im asiatischen Raum steht die
umfassende Digitalisierung der Stadt im Vordergrund.
In Europa hat sich der Begriff der
Smart City hinsichtlich einer energie-
und ressourceneffizienten, aber auch
gleichzeitig lebenswerten Stadt durchgesetzt.
Die Digitalisierung ist dabei eher
Mittel zum Zweck. So können beispielsweise
Gebäude aus Impulsen des Energiesystems
angesteuert werden, um
Lastspitzen zu reduzieren, wenn es zu
bestimmten Tageszeiten einen Überschuss
an erneuerbarer Energie gibt.
Ebenso kann die Verknüpfung von Gebäude
und Mobilität, mit den eigentlichen
Wegen und wie sie zurückgelegt
werden, einen wesentlichen Beitrag leisten,
als auch hinsichtlich der Verbindung von
erneuerbaren Energien.
Wie sollte das Gebäude der Zukunft aussehen,
in dem Sie wohnen beziehungsweise arbeiten
möchten?
Das Gebäude der Zukunft ist schon gebaut.
Vielleicht braucht es nur einen neuen Anstrich
und eine erneuerbare Energieversorgung. Aber
ich würde das Wohnen und Arbeiten auch in
einem größeren Maßstab sehen. Es geht nicht
nur um das Gebäude per se, sondern vor allem
auch um das, was die Umgebung, das Quartier
bieten können. Das Gebäude muss nicht alles
leisten. Erholung, Grün, Ruhe, Bewegung − das
alles und mehr kann sich auch außerhalb der
eigenen vier Wände abspielen, wenn wir die
entsprechenden Angebote schaffen. Denn Suffizienz
geht noch vor Effizienz. Wenn wir alle
von allem weniger benötigen und mehr gemeinschaftlich
genutzt werden kann, dann
machen wir einen großen Schritt Richtung
Emissionsreduktion.
11
MARKT / PROJEKTE
DER NEUBAU
STOTTERT NOCH
Die Probleme für Projektentwickler bleiben. Auf dem Markt wird
es also eng: für Unternehmen und Private, die Flächen suchen.
TEXT: WALTER SENK
Die Projektentwickler, egal ob für Gewerbe- oder
Wohnbau, haben derzeit alle die gleichen Themen.
Die gebremste Neubautätigkeit resultiert nach wie
vor aus den aktuellen Rahmenbedingungen, die
eine wirtschaftlich sinnvolle Umsetzung von Projekten
erschweren. Die vergangenen Jahre waren für die gesamte
Bau- und Immobilienbranche von vielfältigen Herausforderungen
geprägt, die dazu führten, dass das Neubauvolumen in Österreich
drastisch zurückging. Unangenehm für Unternehmen, die
Büroflächen suchen. Für Wohnungssuchende ist die gebremste
Neubautätigkeit allerdings besonders schwer. „Die große Herausforderung
für die Projektentwicklung für die nächsten Jahre wird
es sein, trotz der gestiegenen Baukosten, dem Mangel an verfügbaren
Flächen und den schwierigen regulatorischen Anforderungen
der Angebotslücke entgegenzuwirken
und nachhaltigen und leistbaren
Wohnraum für die zahlreichenden Wohnungssuchenden
bereitstellen zu kön-
• Hohe Baukosten erschweren es, Neubau-
Trends 2025
nen“, sagt Buwog-Geschäftsführer Andreas
Holler.
• Weitere Hürden: hohe Zinsen,
projekte zu realisieren.
lange
Genehmigungsverfahren.
„MARKTFÄHIGE“ WOHNUNGEN. • Die Preise für Wohnungen müssen marktfähig
„Nicht nur derzeit, sondern schon seit
Längerem haben wir Bauträger mit sehr
langen Verfahrensdauern zu kämpfen, die
Projekte aufgrund der hohen Zinsbelastung
gerade jetzt zusätzlich verteuern“,
bleiben.
• Eigentumssuchende weichen derzeit noch
auf den Mietmarkt aus.
• Nur noch wenige Grundstücke für freifinanzierten
Wohnbau übrig.
sagt Gerhild Bensch-König, Geschäftsführerin
von Raiffeisen Wohnbau. Darüber
hinaus sind für den freifinanzierten Wohnbau nur noch sehr
eingeschränkt bauträgerfähige Grundstücke zu passenden Preisen
verfügbar. Neben den Grundstückskosten und den Zinsen müssen
auch die hohen Baukosten in der Bauträgerkalkulation berücksichtigt
werden. Letztlich müssen die Preise für die Wohnungen
marktfähig sein, sodass Wohnungssuchende diese kaufen können.
VERORDNUNG LÄUFT AUS. Bensch-König: „Es ist zu hoffen,
dass diejenigen, die sich Wohnungseigentum anschaffen möchten,
noch ein ausreichendes Angebot vorfinden und nicht aufgrund
dieses Engpasses weiter in die Miete gedrängt werden.“ Mitte des
Jahres wird die KIM-Verordnung auslaufen und es ist davon auszugehen,
dass sich die (politischen) Rahmenbedingungen auf dem
Wiener Wohnungsmarkt in diesem Jahr verbessern. Holler blickt
12
daher mit Optimismus in die Zukunft und erwartet, „dass die Neubautätigkeiten
schrittweise zunehmen werden, um der anhaltend
hohen Nachfrage nach neuem, insbesondere leistbarem Wohnraum
gerecht zu werden“.
NEUE BEDINGUNGEN. Ist die Situation für Projektentwickler
schon schwierig, so stellen sich die aktuellen Herausforderungen
für Entwickler von Stadtteilen besonders komplex dar. Für Wien-
3420-Vorstand Robert Grüneis liegt die größte Herausforderung
darin, „für neue Rahmenbedingungen zu planen, die bis vor relativ
kurzer Zeit in dieser Form noch nicht absehbar waren“. Auch die
unterschiedlichen Geschwindigkeiten, mit denen sich Projekte
innerhalb von Quartieren entwickeln, sorgen dafür, „dass wir
unsere Pläne immer anpassen müssen“. Das reicht von temporären
Angeboten der Nahversorgung über soziale
Infrastruktur bis hin zu Mobilitätskonzepten.
„In der Seestadt hat sich etwa gezeigt,
dass der Bedarf an Schulstandorten
viel höher ist als ursprünglich angenommen“,
erklärt Grüneis. Da man aufgrund
der Vorgaben durch die Umweltverträglichkeitsprüfung
aber nicht einfach mehr
oder früher bauen kann, braucht es einen
sehr langen Atem und die enge Abstimmung
mit der Stadt Wien, „um einerseits
kurzfristig auf den Bedarf zu reagieren
und andererseits langfristig keine Abstriche
in Sachen Qualität zu machen“. Trotz
der Widrigkeiten versuchen die Stadtentwickler
auf Kurs zu bleiben.
ERFREULICHE PHASEN. Generell können sich jene Bauträger
glücklich schätzen, deren Projekte derzeit fertig werden und somit
einige Probleme hinter sich gelassen haben. Aber auch jene Entwickler,
die erst in der Konzeptionsphase sind, und die Projekte den
zukünftigen Bedürfnissen des Marktes anpassen können, wie zum
Beispiel die Projektpartner 3SI Immogroup und S+B Gruppe: Auf
einem 10.400 Quadratmeter großen Grundstück in direkter Lage an
der U1-Station Oberlaa besteht eine Widmung für ein gemischt genutztes
Konzept. Was genau entwickelt werden soll, wird noch
evaluiert. Wolfdieter Jarisch, Vorstand und Gesellschafter der S+B
Gruppe: „Bei der Liegenschaft führen wir derzeit mit verschiedenen
Personengruppen Gespräche hinsichtlich deren Flächenbedarfs.“
E X P E R T I S E
WERBUNG
Rainer Stelzer, Vorstand
der Raiffeisen-Landesbank
Steiermark
AUF EINEN BLICK
• Die Raiffeisen-Landesbank Steiermark betreut
sowohl institutionelle Kund:innen aus dem gemeinnützigen
Wohnbau und der öffentlichen Hand als
auch Projekte der Sparten Immobilien, Energie, Tourismus,
Healthcare und Infrastruktur.
• Im Bereich der Immobilien- und Projektfinanzierung
und institutionelle Kunden liegen die Stärken der RLB
vor allem in kurzen Entscheidungswegen, Flexibilität
und umfassender Begleitung des Investitionsprozesses
sowie der optimierten Strukturierung von Finanzierungen.
• Mit der kürzlich eröffneten Niederlassung in München
beschäftigt die Fachabteilung nun Mitarbeiter:innen
in Österreich und Deutschland, die auf das umfangreiche
Kompetenznetzwerk der RLB Steiermark
zurückgreifen können.
Für erfolgreiche Immobilientransaktionen
Rainer Stelzer, Vorstand der Raiffeisen-
Landesbank Steiermark, analysiert aktuelle
Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt
und erläutert die Vorteile eines fachlich
versierten Netzwerks für den langfristigen
Erfolg von Investitionen.
Vor welchen Herausforderungen stehen Ihre
Kund:innen und wie können sie ihnen begegnen?
Rainer Stelzer: Die Wohnraum-Finanzierung ist im aktuellen
Marktumfeld noch immer rückläufig. Die Entwicklungen
bei der Immobilien- und Projektfinanzierung sowie den
institutionellen Kund:innen hängen wesentlich von den
künftigen Zinsentwicklungen ab. Es empfiehlt sich, rechtzeitig
Beratung einzuholen. So kann man vorausschauend
agieren, die eigene Liquidität sichern, das Risiko in Projekten
aktiv aussteuern und ein aktives Kredit- und Habenzins-Management
betreiben.
FOTOS: BEIGESTELLT
Die KIM-Verordnung fällt weg, die Zinsen sinken.
Machen sich die aktuellen Entwicklungen schon auf
dem Markt bemerkbar?
Rainer Stelzer: Ja, wir spüren bereits, dass die
Nachfrage anzieht und sich das Transaktionsgeschehen
verstärkt. Allerdings sind die Probleme
aus der letzten Krise noch nicht
verschwunden – sie haben sich nur verlagert
bzw. zeitlich verschoben. Das bedeutet: Die
jeweiligen Asset-Klassen und Regionen sollten
weiterhin professionell beobachtet und bewertet
werden. Raiffeisen-Kund:innen in der
Steiermark, in Wien sowie im Süden Deutschlands
haben dabei den Vorteil, dass ihnen
erfahrene, überregional vernetzte Expert:innen
als diskrete, greifbare und loyale Ansprechpartner:innen
zur Seite stehen.
Welchen Mehrwert schafft das große Netzwerk der
RLB Steiermark?
Rainer Stelzer: Durch die bereichsübergreifende Zusammenarbeit
innerhalb der RLB haben wir für alle Fachbereiche,
Branchen und Regionen die
passenden Expert:innen zur Hand. Das
stärkt unsere Kompetenz und macht
uns gleichzeitig extrem flexibel. Unsere
starke Eigenkapitalausstattung verschafft
uns einen finanziellen Spielraum
bei der Finanzierbarkeit von Projekten,
außerdem haben wir ein eigenes Treasury
im Haus. Wir schauen uns das
Geschäftsmodell unserer Kund:innen
genau an und bringen dann unsere
Prok. Dipl.-Ing. Jörg Waldauer,
Bereichsleitung, Tel. 0664 8550253,
joerg.waldauer@rlbstmk.at
Expertise ein – etwa durch eine Mietpreisanalyse,
maßgeschneiderte Finanzierungen
oder ESG-Beratung.
13
MARKT / BÜRO
HOHE NACHFRAGE,
WENIG FLÄCHEN
Der Wiener Büromarkt weist einen extrem geringen Leerstand auf.
Wird sich die Lage in diesem Jahr noch entspannen?
TEXT: WALTER SENK
Anzeichen einer leichten Erholung zeigt er heuer, der
Wiener Büromarkt – zumindest was die Fertigstellungen
der Flächen betrifft. Laut dem Marktbericht
von Otto Immobilien wird das Neubauvolumen von
98.900 Quadratmetern im Jahr 2024 auf 107.400
Quadratmeter im Jahr 2025 steigen. Berauschend ist das nicht,
aber der aktuellen Situation geschuldet, wie Elisa Stadlinger, Geschäftsführerin
Gewerbeimmobilien Örag, erklärt: „Der Neubau
von Büroflächen in Wien bleibt hinter den Erwartungen zurück,
was auf hohe Baukosten und wirtschaftliche Unsicherheiten zurückzuführen
ist.“ Gleichzeitig lag das Vermittlungsvolumen von
Büroflächen bei 160.000 Quadratmetern, womit der Markt sichtlich
ausgedünnt ist. „Der Rückgang der Neubautätigkeit führt zu
einem knappen Angebot an modernen Büroflächen in den
nächsten Quartalen und zu steigenden Preisen“, fasst Stadlinger
die vorherrschende Situation zusammen.
14
KAUM ANGEBOTE. Vor allem bei Erstbezugsflächen in Top-
Lagen ist das Angebot sehr eingeschränkt. Besonders der erste
Bezirk sowie die Gegend rund um den Hauptbahnhof sind äußerst
begehrt. „Hier stehen wenig freie Flächen zur Verfügung,
die Spitzenmieten liegen stabil bei 28,50 Euro“, berichtet Eugen
Otto, Geschäftsführer von Otto Immobilien.
Wie begehrt moderne und qualitätsvolle
Büroflächen derzeit sind, zeigt sich
Trends 2025
auch darin, dass „mit 26,60 Euro pro • Hohe Nachfrage trifft auf beschränktes
Quadratmeter und Monat im Leopold Angebot an Flächen.
Quartier eine neue Benchmark für Büros • Leerstandsquote ist mit ca. 3,5 Prozent
außerhalb des ersten Bezirks gesetzt auf extrem niedrigem Niveau.
wurde“, sagt Thomas G. Winkler, CEO der • Die Mietpreise von modernen Büroflächen
UBM Development, über das Projekt des steigen weiter an.
Unternehmens im 2. Bezirk an der Oberen
Donaustraße. Büroflächen werden Nachhaltigkeit und Qualität.
• Die Motive für einen Standortwechsel sind
dringend gebraucht, denn „der Leerstand • Die Fertigstellungen nehmen 2025 zwar
in Wien gehört mit drei Prozent zum zu, bleiben aber zu gering.
niedrigsten in Europa“.
Im Vergleich mit anderen europäischen
Metropolen verzeichnet nur Paris einen ähnlich geringen Wert.
Und egal ob Neuvermietung oder Vertragsverlängerung – die
Verhandlungen gestalten sich derzeit komplexer und zeitintensiver.
Investitionskosten sowie deren Aufteilung zwischen Mieter
und Vermieter werden härter verhandelt und strenger geprüft.
Von Seiten der Vermieter werden auch kaum Anreize geboten –
etwa mietkostenfreie Zeiten oder ein Baukostenzuschuss, wenn
der Mieter das Büro selbst umbaut. Dazu ist der Markt zu ausgedünnt.
Zudem führen die steigenden Anforderungen an die Büroausstattung
zu einer Anpassung der Mietpreise und einer Erhöhung
der Ausbaukosten.
MEHR QUALITÄT. Der Trend bei den Büros geht klar in Richtung
weniger Fläche, aber mehr Qualität. Barbara Linder, Teamleiterin
Büro bei Otto Immobilien, hebt hervor: „Die hohen Baukosten
sowie der Fokus auf ESG-Kriterien treiben die Preise nach
oben, moderne Büroflächen, die höchsten Standards entsprechen,
erzielen überdurchschnittliche Mietpreise.“ Diese Entwicklung
treiben Unternehmen voran, die gezielt nach hochwertigen,
ESG-konformen Büroflächen suchen und bereit sind, dafür auch
den Preis zu zahlen.
WENIGER UMNUTZUNGEN. Im Gegensatz zu Neubauten sind
„ältere und weniger attraktive Objekte mit Preisdruck und höheren
Leerständen konfrontiert, da sie weniger gefragt sind“, weiß
Stadlinger. In früheren Jahren wurden
diese Bestandsbüros oft in Hotels oder
Wohnungen umgebaut, aber auch hier ist
die Entwicklung rückläufig – die hohen
Baukosten. Es gibt aber noch Ausnahmen:
Vereinzelt werden ältere Bürogebäude
ESG-fit gemacht, deren Ausstattung
modernisiert und in ein zeitgemäßes
Konzept gegossen, trotz aller Umstände.
Die Fertigstellungen 2025 werden den
Büromarkt zwar etwas entspannen, aber
das Angebot bleibt weiterhin knapp. „Für
2026 ist eine Fertigstellung von knapp
125.700 Quadratmetern pro gnostiziert“,
blickt Otto in die nähere Zukunft. Setzt man das in Relation zum
letztjährigen Vermietungsumsatz, sei das jedoch weiterhin zu
wenig.
E X P E R T I S E
WERBUNG
Martin Voigt ist
Geschäftsführer
WISAG Facility
Management und
Gebäudetechnik.
AUF EINEN BLICK
WISAG AUSTRIA
Die WISAG ist eines der führenden Dienstleistungsunternehmen
im deutschsprachigen Raum und seit 1995 am
österreichischen Markt tätig. Die angebotenen Dienstleistungen
der WISAG Austria sind in sechs Bereiche
unterteilt: Facility Management, Gebäudetechnik,
Gebäudereinigung, Sicherheit & Service, Logistikdienste
& Service sowie Sicherheitstechnik. Der Hauptsitz
des Unternehmens befindet sich in Wien. Weitere
Niederlassungen gibt es in Innsbruck, Salzburg, Graz
und Linz. Mit rund 1200 Mitarbeitenden erzielt der
Immobilienspezialist einen jährlichen Umsatz von 45 Mio.
Euro.
FM bleibt „People Business“
FOTO: BEIGESTELLT
Digitalisierung bringt Entlastung und
Mehrwert für Nachhaltigkeit, aber wird
Menschen nicht gänzlich aus
Dienstleistung drängen.
Brigitte Fiedler verlässt im Frühling die WISAG. Was
lässt sich über die neue Geschäftsführung sagen?
Martin Voigt: Mit Brigitte Fiedler verlieren wir viel Erfahrung.
Sie hat die WISAG in Österreich in den letzten
knapp 30 Jahren aufgebaut, sie menschlich und fachlich
geprägt sowie wesentlich zum Erfolg beigetragen. Dieser
Veränderung stellen wir uns, indem wir die unterschiedlichen
Verantwortlichkeiten neu festlegen und gemeinsam
als WISAG Austria auftreten. Die operativen Geschäftsführer
bleiben das Gesicht des Unternehmens und können
weiterhin schnell und zielgerichtet agieren sowie die Erfahrung
aller Mitarbeiter einbringen.
Wie wird sich die Branche entwickeln?
Martin Voigt: Nach der eher turbulenten Zeit der Corona-
Pandemie hat sich die Branche grundsätzlich wieder stabilisiert.
Der allgemeine Kostendruck verbunden mit den
steigenden Kosten in der Material- und Ressourcenbeschaffung
hält aber an. Damit einhergehend gewinnen
regulatorisch geprägte Themen wie Energieeffizienz,
Nachhaltigkeit, Taxonomie-Verordnung und ESG-Vorgaben
massiv an Einfluss. Da kann das FM punkten.
Technologische Innovationen werden im Facility
Management immer wichtiger. Wie gut ist die WISAG
hier aufgestellt?
Martin Voigt: Die WISAG treibt die Themen Digitalisierung,
Automatisierung und KI in Eigeninitiative voran. Wir können
in Österreich auf Entwicklungen innerhalb der WISAG
zurückgreifen und den Kunden Lösungen anbieten, die wir
aus der Praxis für die Praxis entwickelt haben. In der
Gebäudereinigung und bei Empfangsdiensten kommen
bereits unterschiedliche Roboter zum Einsatz.
Weitere konkrete Trends, mit denen wir uns aktiv beschäftigen,
sind Nachhaltigkeit, ESG, nutzerzentriertes FM,
Implementierung von Automatisierungstools und datengesteuerte
Entscheidungsfindungen in gewissen
Segmenten.
Wie integriert die WISAG Nachhaltigkeitsstrategien
in ihre Dienstleistungen?
Martin Voigt: Die WISAG erstellt Nachhaltigkeitsberichte
und beschäftigt sich auch kundenseitig intensiv mit Strategien,
die stetig evaluiert und weiterentwickelt werden.
Dafür hat die WISAG ihre Kompetenzen in den Bereichen
Nachhaltigkeit und ESG zu einem eigenen Team in Frankfurt
gebündelt, um den Anforderungen der Kunden maximal
gerecht werden zu können und Nachhaltigkeit mit
ihren Möglichkeiten in Einklang zu bringen.
15
NACHHALTIGKEIT
IN ZAHLEN
Vom Nullemissionsgebäude und der Klimaertüchtigung von Gemeindebauten über
die Sonnenstrom-Offensive bis hin zur leistungsstärksten Großwärmepumpe
Mitteleuropas.
ZUSAMMENGESTELLT VON CHRISTIAN LENOBLE
MILLIONEN LITER
-EMISSIONSGEBÄUDE
sollen laut Europäischer Union
zum neuen Effizienzstandard werden.
Definiert wird ein Nullemissionsgebäude
als Gebäude, das
keinen oder einen nur geringen
Energieverbrauch aufweist, keine
CO2-Emissionen aus fossilen
Brennstoffen verursacht und
keine oder sehr geringe Mengen
Treibhausgasemissionen abgibt.
Versorgt werden darf es mit
gebäudenaher erneuerbarer Energie,
mit Energie von Erneuerbaren-Energie-Gemeinschaften,
mit
effizienten Fernwärme- bzw. Fernkältesystemen
und mit CO2-freien
Quellen. Es soll einen zumindest
zehn Prozent niedrigeren Energieverbrauch
als sein Vorgänger, das
Niedrigstenergiegebäude, haben.
Geht es nach der Neufassung der
EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz
von Gebäuden
(Gebäuderichtlinie), wird der
Standard Nullemissionsgebäude
zu unterschiedlichen Zeitpunkten
für bestimmte Gebäudetypen verpflichtend:
Ab 1. Jänner 2028 für
neue öffentliche Gebäude, ab 1.
Jänner 2030 für alle neuen
Gebäude und im Falle einer
umfassenden Renovierung.
PROZENT
des CO2-Ausstoßes in Wien entfallen
auf den Gebäudesektor.
Laut einer Analyse von Wirtschaftskammer
Wien und Stadt
Wien könnten wichtige Schritte in
Richtung Nachhaltigkeit unter
anderem durch die Klimaertüchtigung
öffentlicher Gebäude
gesetzt werden. Schließlich sind
laut Statistik Austria 25.547 der
über 175.000 Gebäude in Wien
im Besitz von Gebietskörperschaften,
was rund 15 Prozent
des Gesamtbestandes entspricht.
Vor allem die Standorte der Wiener
Gemeindebauten bieten viel
Platz für entsprechende Maßnahmen.
Laut Daten der Stadt Wien
gibt es insgesamt 1631 Gemeindebauten
mit in Summe 211.017
Wohnungen. Gemäß internen
Schätzungen müssen bis 2040
ca. 150.000 Wohnungen – somit
rund 9300 Wohnungen pro Jahr
– saniert werden. Die Gesamtkosten
der Sanierung der Wiener
Gemeindebauten werden auf
10,9 Milliarden Euro bis 2040
geschätzt. Jährlich müssen bis
zur Erreichung der Klimaneutralität
mindestens 730 Millionen Euro
seitens der Stadt Wien investiert
werden.
STUNDEN
pro Jahr scheint in Wien die
Sonne. Gleichzeitig ist etwa die
Hälfte der Dachflächen in der
Bundeshauptstadt laut Wiener
Solarpotenzialkataster für die
Gewinnung von Sonnenenergie
geeignet. Um möglichst viele dieser
Gebäudeflächen wie Dächer
und Fassaden, aber auch versiegelte
Flächen wie Parkplätze,
für die Energieerzeugung zu nutzen,
hat die Stadt Wien 2021 die
sogenannte Sonnenstrom-Offensive
gestartet. Einerseits werden
stadteigene Gebäude und Flächen
mit Sonnenstromanlagen
ausgestattet, andererseits Bürger,
Betriebe, Bauträger und Verbände
als Partner der Offensive
aktiv dazu eingeladen, Teil der
Klimazukunft der Stadt zu werden.
Ende 2024 waren in Wien
12.486 Photovoltaikanlagen am
Netz, aus denen 232 Megawattpeak
(MWp) Leistung pro Jahr
gewonnen werden. Damit können
66.000 Haushalte mit klimafreundlichem
Sonnenstrom versorgt
werden. Bis 2030 soll die
Leistung aus PV-Anlagen 800
MWp erreichen. Damit kann rund
ein Viertel der Wiener Haushalte
(ca. 230.000) mit Strom versorgt
werden.
Abwasser durchlaufen Tag für Tag
die ebswien Kläranlage in Wien-
Simmering, also rund 6000 Liter
pro Sekunde. Das Betriebsgelände
umfasst eine Fläche von
490.000 Quadratmetern; rund 70
Fußballfelder hätten hier Platz.
Das Wasser wird über 20 Stunden
mechanisch und biologisch
gereinigt. Bevor es wieder in den
Wasserkreislauf zurückgeleitet
wird, macht es seit 2023 noch
eine weitere Station: Es wird
durch eine Großwärmepumpe
von Wien Energie geleitet, um
daraus Wärme zu gewinnen. Die
Anlage wurde Ende 2023 in
Betrieb genommen und erzeugt
aktuell klimaneutrale Fernwärme
für bis zu 56.000 Wiener Haushalte.
Es ist die leistungsstärkste
Großwärmepumpe Mitteleuropas,
die im Vollausbau bis 2027 aus
sechs Wärmepumpen bestehen
und gut 112.000 Haushalte mit
Fernwärme versorgen wird. Drei
der Wärmepumpen stehen jetzt
schon in Simmering. Jede der
rund zwölf Meter langen, neun
Meter breiten und sieben Meter
hohen Anlagen bringt ein
Betriebsgewicht von rund 205
Tonnen auf die Waage – was dem
Gewicht von rund 150 Autos entspricht.
16
E X P E R T I S E
WERBUNG
AUF EINEN BLICK
Mit der Positionierung als unternehmerische Bank aus
Vorarlberg bietet die Hypo Vorarlberg Firmen- und Privatkunden
durch ihre menschliche Nähe, der überlegenen
Beratung in privater Atmosphäre und durch ausgezeichnete
Finanzprodukte eine vorausschauende Finanzlösung
für alle, die etwas vorhaben und sich auf die
Erfüllung ihrer Ziele und Wünsche konzentrieren.
Daraus resultiert der USP: „Beste Beratung für alle, die
etwas vorhaben.“
Roswitha Klein ist
Direktorin der Hypo
Vorarlberg in Wien.
Die Hypo Vorarlberg nimmt ertragsmäßig einen Spitzenplatz
unter Österreichs Banken ein. Der wichtigste Eckpfeiler
für die hohe und stabile Ertragskraft der Hypo
Vorarlberg ist die primäre Konzentration auf das Kundengeschäft
– mit professioneller Beratung und Betreuung,
hoher Kundenzufriedenheit und langfristigen Kundenbeziehungen.
Darüber hinaus ist der Fokus auf ein organisches
und nachhaltiges Wachstum, gepaart mit einer
risikobewussten Kredit- und Geschäftspolitik sowie konsequentes
Kostenmanagement ausschlaggebend.
Wohnbau profitiert von fallenden Zinsen
FOTO: MARCEL-A-MAYER
Roswitha Klein, Direktorin der Hypo
Vorarlberg in Wien, ortet positive
Entwicklungen, die eine
Immobilienfinanzierung wieder
erleichtern.
Wie würden Sie die derzeitige Situation bei der
Immobilienfinanzierung im Detail beschreiben und
welche Faktoren spielen dabei die größte Rolle?
Roswitha Klein: Wir gehen von einer Aufwärtsbewegung
bei Immobilienfinanzierungen aus. Aktuell befinden wir uns
in einer Phase der Neuausrichtung. Fallende Zinsen führen
zu geringeren Finanzierungskosten und dadurch zu einer
höheren Kapitaldienstfähigkeit im Markt. Es wird voraussichtlich
wieder mehr Menschen möglich sein, Projekte zu
finanzieren. Die Hoffnung auf die Reduktion regulatorischer
Beschränkungen geben dem Markt zusätzlichen
Auftrieb. Demgegenüber stehen die nach wie vor hohen
Bau- und Sanierungskosten, die private und gewerbliche
Immobilieninvestoren belasten. Auf dem Immobilienmarkt
zeichnet sich ebenfalls eine Trendwende ab, da sowohl
Nachfrage als auch Angebot leicht ansteigen. Noch sind
die Käufer oder Investoren in einer guten Verhandlungsposition,
aber das könnte sich bald ändern und erneut auf
die Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen auswirken.
Die KIM-Verordnung läuft heuer aus. Erwarten Sie
sich dadurch eine Veränderung bei der Nachfrage im
Bereich Immobilienfinanzierung?
Roswitha Klein: Aktuell ist noch nicht klar, ob es andere
Empfehlungen der FMA diesbezüglich geben wird. Es wird
aber sicher wieder leichter werden, auf die jeweilige Situation
der Kundinnen und Kunden reagieren zu können. Was
mit Sicherheit zu einer höheren Nachfrage bei Wohnbaufinanzierungen
führen wird, sind die gesunkenen Zinsen.
Wie sich das auf die Abschlüsse auswirkt, ist noch offen.
Welchen Ratschlag würden Sie potenziellen
Kreditnehmern geben, die in der aktuellen Marktlage
eine Wohnbaufinanzierung in Betracht ziehen?
Roswitha Klein: In jeder Marktlage gilt, dass eine Wohnbaufinanzierung
sorgfältige Planung und Beratung erfordert.
Aktuell sind Fixzinskredite oder -sätze wieder
attraktiver und können als Alternative oder Ergänzung zu
variablen Finanzierungsmodellen Sicherheit und Planbarkeit
bei der Realisierung von Projekten bieten.
Welche Ihrer Finanzierungsoptionen sind auf die
diversen Bedürfnisse der Kunden abgestimmt?
Roswitha Klein: Wir sehen jede Immobilienfinanzierung als
individuelle Lösung, die auf diverse Bedürfnisse unserer
Kund:innen eingeht. Themen wie alternative Energieversorgung
oder energetische Sanierungen spielen eine
wichtige Rolle bei Finanzierungsgesprächen. Wir unterstützen
Investitionen in bestimmte energiesparende Maßnahmen
mit Klima-Krediten zu vergünstigten Konditionen.
17
ENERGIE
INTELLIGENT
OUTSOURCEN
Die Vorgabe der EU, den Energieverbrauch von
Gebäuden zu senken, könnte in Zukunft immer
häufiger an spezialisierte Energieplattformen
delegiert werden.
TEXT: CHRISTIAN LENOBLE
GEBÄUDETECHNIK
Die Herausforderung
Die Herausforderung im Immobiliensektor besteht
darin, hohe Energie- und Betriebskosten
im Bestand sowie den Ressourcenverbrauch
beim Neubau künftig so gering wie möglich zu
halten. Der Erkenntnis zum Trotz, dass Investitionen
in die Energieeffizienz langfristig sowohl
ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile
bringen, sind Immobilienentwickler- und -bestandshalter
mit dieser komplexen Aufgabe
oftmals überfordert – und auf der Suche nach
externen Lösungsanbietern.
FOTOS: CHRISTOPHER DICKIE
18
Mögliche Lösungen
Energieeffizienz ist das zentrale Schlagwort, wenn
die Immobilienwirtschaft den Transformationsprozess
ernst nimmt und das Ziel der CO2-Neutralität
erreichen will. Auf den Handlungsbedarf hat man
innerhalb der EU reagiert. Im April 2024 wurden die
neuen Vorgaben zur Energieeffizienz von Gebäuden
beschlossen. Die Rechtsvorschriften bilden den
Rahmen für die Mitgliedstaaten zur Verringerung
der Emissionen und des Energieverbrauchs von
Gebäuden in der gesamten EU, von Wohnungen
und Arbeitsplätzen bis hin zu Schulen, Krankenhäusern
und anderen öffentlichen Gebäuden.
NULLEMISSION & RENOVIERUNG. Für Neubauten
werden künftig Nullemissionsgebäude zum
neuen Standard. Die verschärfte Richtlinie enthält
Bestimmungen, um schrittweise den Ausstieg aus
fossilen Brennstoffen von der Beheizung in Gebäuden
und den Ausbau von Solarkraftwerken zu fördern.
Im Fokus steht neben dem Neubau vor allem
die Energieeffizienz von Bestandsbauten. „Renovierungen
sind Investitionen in eine bessere Zukunft“,
brachte es Kadri Simson, bis Ende 2024 EU-Kommissarin
für Energie, auf den Punkt. Im Rahmen des
Zieles, die Energiearmut zu bekämpfen, müssen laut
Simson die Finanzierungsmaßnahmen Anreize für
Renovierungen schaffen und insbesondere auf
schutzbedürftige Kunden und Gebäude mit der
schlechtesten Energieeffizienz ausgerichtet sein.
Einig sind sich die EU-Experten, dass Investitionen
in die Energieeffizienz langfristig wirtschaftliche
Vorteile bringen, indem sie die Energiekosten
senken, die Immobilienwerte steigern
und neue Arbeitsplätze schaffen.
Gesamt betrachtet geht es Europa nicht
zuletzt um Energieunabhängigkeit. Durch
die Reduzierung des Energieverbrauchs
in Gebäuden will die EU ihre Abhängigkeit
von importierten fossilen Brennstoffen
verringern und die Energiesicherheit
erhöhen.
UMBAUEN IM BESTAND. „Durch die
Kombination aus ökologischen, wirtschaftlichen
und sozialen Vorteilen ist die
Renovierung bestehender Gebäude eine
der Schlüsselstrategien für eine nachhaltige
Zukunft“, sagt Veronika Hamminger,
Project Manager Renovation bei Umdasch
Group Ventures. „Neue Technologien,
Materialien und Bauweisen eröffnen zahlreiche
Möglichkeiten, Gebäude nicht nur
zu erhalten, sondern auch ihre Nutzung
anzupassen und sie auf innovative Weise
zu transformieren“, weist Hamminger auf
aktuelle Entwicklungen hin. Als eine der
spannendsten Entwicklungen im Bereich
der Umnutzung erachtet die Fachfrau die
Drei Thesen
für die
Zukunft
• Die energetische
Renovierung
bestehender
Gebäude avanciert
zur Schlüsselstrategie
für eine
nachhaltige Immobilienzukunft.
• Aufgaben zum
Thema der Energieeffizienz
werden
zunehmend an
spezialisierte Energieplattformen
ausgelagert.
• Anwendungen der
künstlichen Intelligenz
sind künftig
für einen optimierten
Anlagenbetrieb
nicht mehr wegzudenken.
Anpassung von Gebäuden an neue Lebens- und
Arbeitsmodelle. Brachliegende Bürogebäude werden
zunehmend in Wohn- und Arbeitsräume umgewandelt,
die den modernen Anforderungen an
Flexibilität, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft gerecht
werden. Besonders in Städten, in denen der
Wohnraum knapp ist, bietet die Umnutzung von
Bestandsgebäuden eine nachhaltige und ressourcenschonende
Alternative zum Neubau.
ENERGIEVERLUSTE MINIMIEREN. Möglichkeiten,
durch energetische Sanierung Energieverluste
zu minimieren, gibt es jedenfalls genug. Bei der
Fassade kann der Einsatz eines Wärmedämmverbundsystems
zur Verbesserung des Wärmedurchgangskoeffizienten
führen. Im Dachbereich verringert
der Austausch oder Neueinbau von Dachdämmung
(entweder der obersten Geschoßdecke oder
im Bereich der Sparren) den Wärmeverlust im beheizten
Raum. Auch die Dachziegelwahl spielt eine
Rolle, da Ziegel Emissionswerte aufnehmen und
Schadstoffe herausfiltern können, die bei Regen abgespült
werden. Bei Fenstern und Türen empfehlen
Fachleute eine moderne Verglasung mit einem k-
Wert von 0,7, bei der Heizungsanlage den Austausch
gegen eine Wärmepumpe. Zusätzliche Unterstützung
durch eine Photovoltaikanlage reduziert zudem
den Bedarf an Fremdemissionsverursachern
(z. B. Kraftwerke). Die Heizkörper sollten in der
Folge an das System angepasst werden. Wählt man
einen kleineren Querschnitt von Heizungsleitungen
bei gleichzeitiger reduzierter Vorlauftemperatur
sind weitere Emissionseinsparungen möglich.
„Wie viel Geld und auch Energie man
am Ende durch Maßnahmen einsparen
kann, hängt von verschiedensten Faktoren
ab“, betont Christoph Hermes, Project
Manager der General-Contracting-
Einheit bei umdasch The Store Makers.
Die Palette der Parameter reicht vom
energetischen Zustand des zu sanierenden
Gebäudes über Förderprogramme
und Zinskonditionen am Kapitalmarkt
(Stichwort Wirtschaftlichkeit) und die
fachgerechte Ausführung der Maßnahmen
(evtl. durch regionale Fachbetriebe)
bis hin zur Definition des gewünschten
Effizienzstandards. Von Bedeutung
ist es laut Hermes, bei allen Maßnahmen
der energetischen Sanierung immer
eine ganzheitliche Betrachtungsweise
an den Tag zu legen. Nur dann wirken
die einzelnen Maßnahmen im Verbund.
ENERGIEPLATTFORMEN BOOMEN.
Die langfristige Rentabilität von Investitionen
in die Energieeffizienz scheint in
Anbetracht permanent steigender Energiepreise
außer Frage zu stehen. Alle
Faktoren im Blick zu haben und die
19
GEBÄUDETECHNIK
und die richtigen Entscheidungen zum richtigen
Zeitpunkt zu treffen, ist aber zugleich ein Unterfangen,
dass einige Bestandhalter überfordert, vor allem
wenn die Vorarbeit einer gründlichen Analyse
von Status quo und Zukunftsopportunitäten
nicht ordentlich geleistet wird. Bindet
das Kerngeschäft von Bestandshaltern
und Entwicklern die Personalkapazitäten,
kann beim Themenkreis der Energieeffizienz
– insbesondere was die diffizile Frage
der effizienten Beschaffung, Nutzung
und Abrechnung von Energie betrifft – externe,
professionelle Unterstützung eingeholt
werden. An Optionen herrscht kein
Mangel, die Zahl der sogenannten Energieplattformen,
die sich dieser Herausforderung
verschreiben, wächst beständig.
„Wir reduzieren den CO2-Ausstoß von
Bestandsimmobilien. Unkompliziert, investitionsfrei
und TÜV-zertifiziert“ − so oder so ähnlich lautet
das Service-Angebot der Spezialisten am Markt, wie
etwa Aedifion, Paul Tech, Recognizer, Green Fusion,
Metr oder Meteo Viva.
KI IM EINSATZ. Am Start ist dabei modernste
Technologie, in Form von smarten Paketen aus Software
und Service. Gesorgt wird zum Beispiel für
Konnektivität und Datenverfügbarkeit, auf Wunsch
in jedem Gebäude des Bestandportfolios. Für die
20
„Echtzeitdaten in der
Cloud-Plattform
informieren laufend über
den Energieverbrauch
und liefern Tipps zur
weiteren
Verbrauchsreduktion.“
Eva Lazarus
Energieplattform Aedifion
Datenverarbeitung werden Tools der künstlichen
Intelligenz herangezogen. Selbstständig lernende
Algorithmen sollen Einsparpotenziale erkennen
und die eingesetzte Hardware regeln. Wenn die Anlagedaten
in ein Dashboard einfließen und einen
digitalen Zwilling erzeugen, können die Kunden ihre
Einsparungen in Echtzeit prüfen. Alle Daten,
Dienstleister und Anlagen im Blick zu haben, soll
dabei helfen, ineffiziente Vorgänge zu identifizieren
und im Einklang mit der unternehmenseigenen
ESG-Strategie zu beheben – idealerweise proaktiv,
sprich bevor Ineffizienzen überhaupt auftreten. Die
Energieplattformen versprechen, mit dem Bündel
an Maßnahmen ein optimal gesteuertes Immobilienportfolio
zu generieren, die Betriebskosten signifikant
zu senken und die Energiekosten und CO2-
Steuern um bis zu 40 Prozent reduzieren zu können.
OPTIMIERTE BÜROIMMOBILIEN. Intelligente
digitale Lösungen für einen effizienten Betrieb bieten
sich unter anderem bei Büro- und Verwaltungsimmobilien
an, die aufgrund ihrer großen Anzahl
und hohen Nutzeranforderungen für knapp ein
Drittel des Gesamtenergieverbrauchs im Gewerbe-,
Handels- und Dienstleistungssektor verantwortlich
sind. „Um die Energieeffizienz von Büroimmobilien
zu steigern, ist nicht unbedingt eine kostenintensive
Sanierung der Gebäudehülle notwendig, denn der
erste Ansatzpunkt sollte im Betrieb der technischen
Gebäudeausrüstung liegen“, betont in diesem Zusammenhang
Eva Lazarus von der Kölner Energieplattform
Aedifion. Entscheidend für die Energieund
Kosteneffizienz des Gebäudebetriebs sei die
reibungslose Funktion und Abstimmung
der Gebäudesysteme (Sanitärsysteme,
Mieterstrom, Beleuchtung, Heizung, Lüftung,
Kälte, Raumautomatisation etc.).
In die Gebäudeleittechnik integrierte Softwarelösungen
sammeln und strukturieren
Echtzeit-Betriebsdaten, identifizieren
Fehlfunktionen und geben Handlungsempfehlungen
zur Optimierung. Auf
Wunsch regeln vorab konfigurierte KI-Algorithmen
den Betrieb autonom, um das
Gebäude zu jeder Jahres- und Tageszeit
wirtschaftlich und nutzerorientiert zu betreiben.
„Neben der Anlagenoptimierung
ist die Einbindung der Gebäudenutzer ein wichtiger
Faktor. Mithilfe der in unserer Cloud-Plattform
strukturierten Echtzeitdaten können sie laufend
über ihren Energieverbrauch informiert werden und
erhalten Tipps zur weiteren Verbrauchsreduzierung,
etwa in Büros, Konferenzräumen und Sanitäranlagen“,
erklärt Lazarus. Die Praxis zeige: Ein KI-optimierter
Anlagenbetrieb per Cloud-Plattform kann
erhebliche Einsparungen bewirken, für umfassende
Datentransparenz sorgen und nebenbei auch das
Betreiberpersonal entlasten.
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ANZEIGENSCHLUSS: 21. März 2025
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KONTAKT:
Roman Schleser
Geschäftsbereichsleiter Immobilien
T +43 1 514 14 - 203
roman.schleser@diepresse.com
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INTERVIEW
22
„MAN KANN DIE
UMWELT NICHT MIT
GELD BEWERTEN“
Österreichs Wissenschaftlerin des Jahres 2024,
Sigrid Stagl, über Wirtschaftswachstum, Emissionen
und die transformative Kraft der Immobilienwirtschaft.
INTERVIEW: CHRISTIAN LENOBLE
FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER
Zur Person
Sigrid Stagl forscht seit über
25 Jahren im Bereich Ökologische
Ökonomie und
Nachhaltigkeit. Im Alter von
29 Jahren schloss sie ihr
PhD-Studium am Rensselaer
Polytechnic Institute,
New York, ab und erhielt
das weltweit erste Doktorat
im Fach Ecological Economics.
2014 gründete sie das
Institute for Ecological Economics
an ihrer Alma Mater,
der WU. Seit 2019 leitet sie
zudem das WU Competence
Center for Sustainability
Transformation and
Responsibility (STaR).
„Um Ökologie und Ökonomie
besser zu vereinen, müssen
Neubauten verstärkt auf
nachhaltige Baumaterialien, Aktivenergie
standards und verdichtete
Bauweise setzen.“
Sie waren die erste Person weltweit, die ein Doktorat in Ökologischer
Ökonomie erlangte. Worin besteht der Unterschied
zur besser bekannten Umweltökonomie?
Sigrid Stagl: Zwei Unterschiede sind besonders wichtig: Erstens,
die Umweltökonomie ist ein Spezialgebiet der Volkswirtschaftslehre,
das heißt, sie geht von denselben Prämissen aus wie die
herkömmliche Ökonomie. In der Ökologischen Ökonomie
starten wir hingegen von der Annahme, dass die Wirtschaft Teil
der Gesellschaft ist und auf den biophysischen Grundlagen
(Natur) aufbaut. Letzteres erfordert viel mehr Aufmerksamkeit
für die Interdependenzen der Wirtschaft mit Gesellschaft und
Natur. Ökologisch ökonomische Analysen brauchen daher immer
interdisziplinäre Teams. Zweitens: Als Ökonom:innen versuchen
wir, Entscheidungsunterstützung für Public Policies
anzubieten. Für eine Kosten-Nutzen-Analyse muss man dafür
alle Dimensionen inklusive menschliches Leben und Ökosysteme
mit Geld bewerten. Das ist sehr schwierig.
Welche Rolle spielt dabei die Mathematik?
In der Ökologischen Ökonomie verwenden wir beispielsweise
Multikriterienanalysen, die auch in der Produktionsplanung
oder Finanzportfolioanalyse eingesetzt werden. Das sind mathematische
Algorithmen, die eine Reihung von Optionen unter
Berücksichtigung mehrerer Kriterien berechnen. Dafür können
wir Kosten in Euros, Landverbrauch in Hektar, CO2-Emissionen
in Tonnen und Biodiversität in ökologischen Indikatoren belassen.
Um den Wert der Umwelt zu bemessen, kann man sich am
Nutzen oder an Bedürf nissen orientieren. Was ändert sich
dabei?
Der nutzentheoretische Ansatz bewertet Umweltgüter auf der
Grundlage der Maximierung der Gesamtwohlfahrt und verwendet
monetäre Bewertungsmethoden wie die Zahlungsbereitschaft,
um Kompromisse zu bewerten. Er bildet die Grundlage
für Kosten-Nutzen-Analysen und marktbasierte Instrumente
wie Kohlenstoffpreise und Zahlungen für Ökosystemdienstleistungen.
Im Gegensatz dazu stellt der bedürfnisorientierte
Ansatz grundlegende menschliche und ökologische Bedürfnisse
in den Vordergrund und betont Rechte, Gerechtigkeit
und Nachhaltigkeitsschwellen statt aggregierter Präferenzen.
Dieser Ansatz unterstützt menschliche Entwicklung
innerhalb von biophysischen Grenzen und argumentiert,
dass bestimmte Umweltgüter nicht austauschbar
sind und unabhängig von ihrer ökonomischen
Bewertung erhalten werden sollten.
Warum ist diese Unterscheidung für die Umweltbewertung
von so großer Bedeutung?
Weil utilitaristische Methoden Verteilungsgerechtigkeit
und ökologische Grenzen vernachlässigen
können, während eine bedürfnisorientierte Perspektive
sicherstellt, dass die Politik kritische Umweltfunktionen
und gefährdete Gemeinschaften
schützt.
Es wird gern vom Ideal des nachhaltigen Wirtschaftswachstums
gesprochen. Fakt ist aber, dass
eine wachsende Wirtschaft in der Regel mit dem
Anstieg von umweltschädlichen Emissionen einhergeht.
Wir hoffen, das Wirtschaftswachstum von den
Emissionen entkoppeln zu können. Das gelingt in
manchen Ländern bereits, aber meist nicht ausreichend,
um bis 2050 klimaneutral zu sein. Grünere Technologie,
striktere Klimagesetze und grünere Präferenzen können dabei
helfen. Aber auch eine Abkehr der Bewertung der Wirtschaftspolitik
anhand von BIP-Wachstum und stattdessen eine Evaluierung
der Erreichung bedeutender gesellschaftlicher Ziele
wäre hilfreich.
Welche gesellschaftlichen Umstrukturierungen sind möglich
und realistisch, um Ökologie und Ökonomie unter einen Hut
zu bringen?
Es braucht sowohl physische Infrastrukturen als auch ökonomische
und gesellschaftliche Strukturen, die konsequent auf
Nachhaltigkeit ausgerichtet sind. Im Bereich der Mobilität bedeutet
das etwa den gezielten Ausbau des öffentlichen Verkehrs,
eine Anpassung der relativen Preise, sodass Bahnfahrten
gegenüber Flügen günstiger werden, sowie gesellschaftliche
Anreize, um klimafreundliche Mobilität als attraktiv und erstrebenswert
zu etablieren. Entscheidend ist eine integrative
Strategie, die technologische Innovation, politische Regulierung
und veränderte Konsum- und Lebensstile miteinander verknüpft.
In welche Richtung sollte sich die Immobilienwirtschaft bewegen,
um eine Dekarbonisierung des Sektors zu erreichen,
ohne wirtschaftliche Einbrüche und Arbeitsplatzverluste zu
riskieren?
Die Immobilienwirtschaft spielt eine zentrale Rolle für die
nachhaltige Transformation, da sie langfristig die wirtschaftliche
und ökologische Infrastruktur prägt. Ihre Entscheidungen
haben Auswirkungen über Jahrzehnte – sowohl im positiven als
auch im negativen Sinne. Um Ökologie und Ökonomie besser
zu vereinen, müssen Neubauten verstärkt auf nachhaltige Baumaterialien,
Aktivenergiestandards und eine verdichtete
Bauweise setzen. Gleichzeitig ist die
energetische Sanierung des Gebäudebestands essenziell,
da hier enorme Potenziale für CO2-Reduktionen
bestehen. Es sind jedoch noch bessere
Finanzierungsmodelle erforderlich, um die Transformation
für alle Akteure wirtschaftlich attraktiv
zu gestalten und soziale Härten zu vermeiden.
Wie sollten Bestandsflächen genutzt werden?
In der Immobilienwirtschaft sollten ungenutzte
Dachflächen als wertvolle Ressource für nachhaltige
Nutzung erkannt werden. Diese Flächen bieten
Potenziale für Solarenergiegewinnung, Begrünung
oder auch für urbane Landwirtschaft,
was zur Dekarbonisierung des Sektors beiträgt
und gleichzeitig die ökologische Qualität urbaner
Räume erhöht. Darüber hinaus wird der öffentliche
Raum rund um Immobilien profitieren, wenn
wir verstärkt auf den öffentlichen Nahverkehr und
das Teilen von motorisiertem Individualverkehr
setzen.
23
ESG & REGULATORIK
FLUT AN DATEN
INTELLIGENT
MANAGEN
Beim Extrahieren von ESG-Kennzahlen aus
schnelllebigen und unstrukturierten Daten
betreten viele Unternehmen Neuland. Dazu
braucht es strategisches Datenmanagement,
dirigiert über eine leistungsstarke Plattform.
TEXT: CHRISTIAN LENOBLE
24
Die Herausforderung
Etwas mehr als zwei Jahre ist es her, dass im
Rahmen des Europäischen Green Deal die
Corporate Sustainability Reporting Directive
(CSRD) in Kraft gesetzt wurde – mit der Auflage,
sie innerhalb von 18 Monaten in nationales
Recht umzusetzen. Die Richtlinie schafft einen
Rahmen für das Berichtswesen von europäischen
Unternehmen und betrifft alle Umwelt-,
Sozial- und Governance-Dimensionen (ESG)
der Geschäftstätigkeit. Im Kontext einer nachhaltigen
Entwicklung der Wirtschaft soll die
Veröffentlichung nicht-finanzieller Nachhaltigkeitsinformationen
es Finanzmärkten, der Zivilgesellschaft
und Konsumenten ermöglichen,
die Nachhaltigkeitsleistung von europäischen
Unternehmen besser zu bewerten.
Studien zeigen, dass die Mehrheit der rund
2000 in Österreich und 15.000 in Deutschland
unmittelbar betroffenen Unternehmen darüber
klagt, mit der Herausforderung der Nachhaltigkeitsberichtserstattung
überfordert zu sein. Als
problematisch erweist sich vor allem die systematische
Erhebung nachhaltigkeitsbezogener
Informationen und deren prüffeste Aufbereitung.
Eine Frage des Datenmanagements.
FOTOS: CHRISTOPHER DICKIE
RELEVANTE MERKMALE. Rund 2000 Unternehmen
sind es in Österreich, die im Jahr 2025
der CSRD zufolge einen Nachhaltigkeitsbericht
über das Geschäftsjahr 2024 erstellen müssen.
Betroffen sind Unternehmen, die zumindest
zwei der folgenden drei Merkmale erfüllen: Bilanzsumme
über 25 Millionen Euro, Nettoumsatzerlöse
über 50 Mio. Euro, durchschnittliche
Beschäftigtenzahl von über 250 während des
Geschäftsjahres. Außerdem sind börsennotierte
Unternehmen (und damit auch gewisse KMU)
umfasst, ebenso wie große Kreditinstitute und
Versicherungsunternehmen jeder Rechtsform.
Für KMU soll allerdings ein eigener verhältnismäßiger
Standard entwickelt werden. Sie werden
erst drei Jahre später verpflichtet.
In Deutschland werden aktuell etwa 15.000
Unternehmen in die Pflicht genommen. Da
ESG-Informationen über Zulieferer in die
CSRD-Berichte einfließen, müssen auch kleinere
Mittelständler entsprechende Daten erheben
und liefern. Vor allem KMU scheinen darauf
nicht ausreichend vorbereitet zu sein. „Viele
Unternehmen betreten hier Neuland“, heißt es
in der „Nachhaltigkeit und Green Finance“-Studie
von LBBW (Landesbank Baden-Württemberg),
„Finance“-Magazin und „FAZ Business
Media“, da ein Großteil der verlangten Daten in
den meisten Unternehmen bislang nicht erhoben
wurde. Und der Aufwand ist enorm: Bereits
die Anforderungen der branchenübergreifenden
European Sustainability Reporting Standards
(ESRS) umfassen über 1000 ESG-Datenpunkte.
Ein Beispiel: Allein im Bereich Soziales
sind bis zu 199 qualitative und quantitative Angaben
zur eigenen Belegschaft vorgesehen.
60 PROZENT ÜBERFORDERT. Generell
stehen Unternehmen vor dem Problem, aus
schnelllebigen und unstrukturierten Daten
Kennzahlen extrahieren zu müssen, die der
Regulatorik und den Informationsansprüchen
der Stakeholder genügen. Somit sind auch Österreichs
betroffene Immobilienunternehmen
gefordert, eine ESG-Daten-Governance zu etablieren.
Konkret geht es darum, Kennzahlen
und Datenerfassungsrichtlinien festzulegen,
Datenquellen und -formate zu standardisieren
und deren Verarbeitung idealerweise zu automatisieren
– ein aufwendiger Prozess. Laut
LBBW-Studie sehen sich derzeit 60 Prozent der
deutschlandweit befragten Unternehmen überfordert,
die entsprechenden Daten zu liefern
(für Österreich liegt eine solche umfassende
und aussagekräftige Studie nicht vor).
70 Prozent der betroffenen Unternehmen müssen,
um die CSRD-Berichtspflichten zu erfüllen,
eine neue Dateninfrastruktur schaffen. Unklarheit
herrscht darüber, wofür. So stimmen
34 Prozent der Befragten der Aussage zu, die
Inhalte der CSRD seien nicht klar. Sie wüssten
deshalb immer noch nicht, was genau sie denn
nun für ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung
messen sollen.
Excel-Listen, Datensilos und unvollständig
oder fehlerhaft übermittelte Zuliefererdaten:
Für 62 Prozent der befragten Unternehmen ist
der Datenerfassungsaufwand „problematisch“.
Die Hälfte klagt zudem über mangelnde Datenqualität
und für weitere 42 Prozent ist die
Datenbeschaffung aus unterschiedlichen
Quellen schwierig. Laut Studie sind davon gerade
auch große Unternehmen betroffen: Sie verfügen
zwar über größere finanzielle und personelle
Ressourcen, doch angesichts zahlreicher
Abteilungen und verzweigter Lieferketten
potenzieren sich die Herausforderungen. Resümee
der Studienautoren: „Die Datenflut ist nur
durch ein umsichtiges Datenmanagement beherrschbar.“
Drei Thesen für
die Zukunft
• Die Datenflut zum Thema
ESG ist nur durch ein
umsichtiges Datenmanagement
beherrschbar.
• Die Kooperation der
Unternehmensbereiche
Datenmanagement,
Nachhaltigkeit, Compliance
und Corporate Publishing
wird zur
Grundbedingung für eine
strategische Nachhaltigkeitsberichtserstattung.
• In Zukunft werden Property-,
Asset- und Portfoliomanager
auf Basis
einer ESG-Plattform
datenbasiert in Echtzeit
Planungsentscheidungen
validieren können.
Mögliche Lösungen
„Der erste Schritt zum ESG-Datenmanagement
heißt für ein Unternehmen, vorhandene Rohdaten
über die eigene Performance zu ermitteln
– vom CO2-Ausstoß und Wasserverbrauch
über Compliance-Verstöße und Fortbildungsstunden
bis hin zur Anzahl von Arbeitsunfällen“,
sagen die Experten von Scholz & Friends
Reputation, eine Nachhaltigkeitsberatung an
den Standorten Berlin und Wien. „In einem
zweiten Schritt werden diese absoluten Werte
zu sinnvollen Bezugsgrößen (wie Umsatz, Mitarbeitendenzahl,
Produktmenge) in Relation
gesetzt. Erst dann können sie zu Strategie- und
Berichtszwecken hinreichend genutzt werden“,
erklären die Geschäftsleiter Christiane Stöhr
und Norbert Taubken.
QUAL DER WAHL BEI ESG-SOFTWARE.
Unterstützung für die Datenerfassung und -verarbeitung
kommt von zahlreichen Anbietern
für spezielle ESG-Softwarelösungen. Rund 200
relevante Anbieter von ESG-Software gibt es in
Europa, mehr als 80 davon sind für den
deutschsprachigen Raum von Bedeutung. Die
Suche nach der besten Lösung geht laut den
Beratern von Scholz & Friends Reputation dabei
über die Frage hinaus, welches der ESG-
Tools am Markt das Beste ist: „Zunächst sollte
grundsätzlich entschieden werden: Kann ein
bestehendes Datenmanagement um ESG-Module
erweitert werden? Ist eine eigenständige
ESG-Softwarelösung nach dem Stand-alone-
Ansatz die beste Lösung? Oder ist es gar sinnvoll,
ein passgenaues Tool neu programmieren
zu lassen?“ Eine pauschale Antwort darauf gebe
25
ESG & REGULATORIK
es nicht, zu unterschiedlich seien die Ausgangspositionen
von Unternehmen bezüglich der
bestehenden Datenarchitektur und der Verfügbarkeit
von validen ESG-Daten.
„Wir empfehlen Unternehmen, vor dem Kauf
einer neuen Software einen Schritt zurückzutreten
und zu prüfen, ob ein eigenständiges
ESG-Tool tatsächlich der effizienteste Weg ist.
Wichtig ist dabei vor allem eine umfassende
Bestandsaufnahme der bisherigen Datenquellen
und -systeme sowie eine Analyse der aktuellen
ESG-Datenlage und der Datenqualität,
um die Anforderungen an
eine Softwarelösung möglichst genau
zu definieren“, heißt es seitens der
Nachhaltigkeitsberatung. Und weiter:
„Im Unternehmen sollten daher die
Verantwortlichen aus vier Bereichen
– Datenmanagement, Nachhaltigkeit,
Compliance und Corporate Publishing
– gemeinsam die Anforderungen
definieren und diese Weichenstellung
vornehmen.“
DATENPLATTFORM DIRIGIERT.
„Das Ziel muss eine übergreifende
Datenplattform sein, in der relevante
Datenintegrations- und Datenverarbeitungsfunktionen
angeboten
werden und in denen für konkrete
Aufgaben die passenden Teilsoftwarelösungen
zum Einsatz kommen“, meinen
dazu die Experten der Prüfungsund
Beratungsgesellschaft Rödl &
Partner. Welche Funktionen relevant
sind, hänge von den Ergebnissen der
Wesentlichkeitsanalyse, dem Geschäftsumfeld
sowie den konkreten
Datenquellen ab und müsse daher
auch bei jedem Unternehmen individuell
beleuchtet werden.
Die Beratungsfachleute empfehlen
Unternehmen, dem Thema ESG-Berichtswesen
aktiv zu begegnen:
„Neben der Erfüllung der Berichtspflicht
bieten sich strategische Potenziale
durch eine frühzeitige Nachhaltigkeitstransformationsstrategie
an.
Ohne gezieltes Datenmanagement zu
Nachhaltigkeitsinhalten lässt sich die
Aufgabe nicht dauerhaft lösen.“ Die
(mit-)entscheidende Kompetenz sei die Implementierung
und Anwendung einer leistungsstarken
Datenplattform, die sich aus verschiedenen
Einzelfunktionen zusammensetzt und
diese Einzelfunktionen zuverlässig verknüpft.
„Bei der Umsetzung einer solchen Datenplattform
handelt es sich nicht um eine kurzfristige
projektartige Aufgabe, sondern um eine mittel-
26
„Die Umsetzung einer ESG-
Datenplattform ist eine
mittel- bis langfristige
Aufgabe, die mit einer
gezielten Architekturidee
anzugehen ist.“
Rödl & Partner
Prüfungs- und Beratungsgesellschaft
bis langfristige Planungs- und Umsetzungsaufgabe,
die mit einer gezielten Architekturidee
anzugehen ist.“
SKALIERUNG ZUR DEKARBONISIERUNG.
Wie das bei Unternehmen der Immobilienwirtschaft
funktionieren kann, zeigt beispielhaft die
Kooperation von Deka Immobilien und dem
Proptech-Unternehmen im Bereich Datenmanagement,
BuildingMinds, zwecks Schaffung
einer zentralen ESG-Datenplattform zur Dekarbonisierung
des Immobilienportfolios.
Beim Aufbau der Datenbasis
unterstützt BuildingMinds die Deka
Immobilien durch strukturierte
Datenerfassungswege für Energieund
Medienverbräuche, die dem Anspruch
eines globalen Immobilienportfolios
mit unterschiedlichsten
Anforderungen in einzelnen Ländern
und über verschiedene Gebäudenutzungsarten
gerecht werden. Ergänzend
können je Gebäude ESG-relevante
Dokumente wie zum Beispiel
Energieausweise, Green-Building-Zertifikate
und sonstige Fachgutachten
verknüpft werden. Angereichert durch
einen Datenqualitätssicherungsprozess
inklusive eines digitalisierten Füllens
von etwaigen Datenlücken entsteht in
der Plattform die Single-Source-of-
Truth für die Planungs- und Reportingsysteme.
Im aktiven Asset Management der Immobilien
wird die Plattform als Optimierungswerkzeug
eingesetzt. Zukünftig
sollen Property-, Asset- und Portfoliomanager
datenbasiert in Echtzeit
Planungsentscheidungen validieren
können. Mithilfe von Benchmarkings
für Energie und CO2-Emissionen
können einzelne Assets und auch
ganze Portfolios analysiert werden.
Gezielte Maßnahmenpläne lassen sich
hinsichtlich der Auswirkungen auf
Energie, CO2-Emissionen, Investitions-
und Betriebskosten bewerten.
„Die nachhaltige Transformation des
globalen Gebäudebestandes erweitert
das klassische Tätigkeitsspektrum
eines Immobilienmanagers erheblich.
Mit unserer zentralen ESG-Plattform erzeugen
wir Transparenz und können durch digitale,
datenbasierte Entscheidungsprozesse die nötige
Skalierung zur Dekarbonisierung unseres
globalen Immobilienbestandes erreichen“, ist
Johannes Hermanns, Geschäftsführer Immobilienmanagement
bei Deka Immobilien, überzeugt.
MARKT / HANDEL
HANDEL IM STÄNDIGEN
WANDEL
Die Branche steht vor großen Herausforderungen,
beweist jedoch Resilienz und Innovationskraft.
TEXT: WALTER SENK
Die Konsumausgaben haben sich in den letzten Jahren
anteilsmäßig in der Sparte Handel stark reduziert.
Wurden im Jahr 1995 noch 40 Prozent aller
Ausgaben für den Handel aufgewendet, waren es
2023 nur noch 33,4 Prozent. „Der stationäre Handel
befindet sich weiterhin in einem Transformationsprozess“, sagt
Roman Schwarzenecker, Gesellschafter und Prokurist bei Standort
+ Markt. Nach Jahrzehnten des Optimierens der Flächen ausschließlich
für den Handel sei wieder Diversität das Gebot der
Stunde. Die daraus entstandenen Monokulturen werden nach
und nach durch andere Nutzungen ergänzt werden. „Dienstleistungsbranchen
wie Fitness, Gesundheit und Beauty, aber auch
Ärzte zeigen anhaltendes Interesse, vor allem an Standorten, die
für den klassischen Einzelhandel weniger geeignet sind“, berichtet
Mario Schwaiger von EHL Gewerbeimmobilien. Auch im
Gastronomiesegment herrsche überraschend
starke Nachfrage, insbesondere
durch internationale Ketten.
Trends 2025
Nach einem schwachen Jahr 2023 zeigt
sich seit dem zweiten Quartal 2024 ein • Nachfrage nach Handelsflächen steigt.
deutlich erhöhtes Interesse an Einzelhandelsflächen
in Wien. „Neben etablier-
• Tourismus trägt den Einzelhandel mit.
• Neue Standards bei den Mietverträgen.
ten Ketten suchen zunehmend neue • Polarisierung der Märkte in die Segmente
internationale Marken nach Einstiegsmöglichkeiten
in den österreichischen • Handelsflächen werden neu genutzt.
Luxus und Diskont.
Markt, der im europäischen Vergleich
weiterhin attraktiv bleibt“, sagt Schwaiger.
„Hybride Konzepte wie ‚Click & Collect‘ und die Nutzung von Filialen
als Showrooms gewinnen weiter an Bedeutung.“ Obwohl
der Onlinehandel stark bleibt, erkennen immer mehr Händler,
„dass gute stationäre Standorte essenziell sind, um Kunden langfristig
zu binden – insbesondere in urbanen Lagen und Mixed-
Use-Konzepten“, sagt Ines Delic, Head of Retail and Real Estate
bei RegioPlan.
ZWEI STOSSRICHTUNGEN. Vergleicht man die Branchen, so
zeigt sich eine weiter zunehmende Polarisierung: „Einerseits
wächst die Nachfrage nach Premiumprodukten und Nachhaltigkeit,
andererseits dominiert der Discounter-Sektor weiter“, weiß
Delic. Typische Beispiele sind der Action im Gerngross in der
Mariahilfer Straße und die Eröffnung des neuen Saint-Laurent-
Flagshipstores in der Wiener City. Stefan Goigitzer, Managing
Partner von Coore Immobilien: „Es gibt weiter Bewegung in der
Wiener Innenstadt, aufgrund der guten Umsatzzahlen, ist die
Nachfrage weiterhin in allen Bereichen stark.“ Goigitzer erwartet,
dass die Spitzenmieten auf dem hohen Niveau bleiben oder sogar
moderat steigen werden. Ausschlaggebend für die Konsumfreude
in der Innenstadt sind „auch die Touristen. Die Nächtigungszahlen
sind in Wien um knapp zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr
gestiegen“.
VERÄNDERTE MIETVERTRÄGE. Die steigende Nachfrage
nach Einzelhandelsflächen führt gleichzeitig zu neuen Dynamiken
bei den Mietverträgen. Kürzere Vertragslaufzeiten von drei
bis fünf Jahren werden zum Standard, während längere Bindungen
von sieben bis zehn Jahren zur Ausnahme
werden. „Mieter bevorzugen Flexibilität
und verhandeln oft Ausstiegsklauseln
bei Nichterfüllung von Umsatzzielen“,
erklärt Schwaiger. „Vermieter
hingegen setzen auf Sicherheit durch
höhere Kautionen, die teilweise bis zu
zwölf Monatsmieten betragen, und reduzieren
ihre Bereitschaft, mieterspezifische
Umbauten zu finanzieren.“
ÜBER WIEN HINAUS. Die Veränderungen
im Handel sind nicht auf Wien beschränkt, sondern ein österreichweites
Thema. Allen Unkenrufen zum Trotz konnten einige
Zeit die Leerstände im stationären Handel meist im Rahmen
gehalten werden, mittlerweile ist aber in namhaften Geschäftsstraßen
in Graz, Innsbruck oder St. Pölten ein signifikanter Anstieg
bemerkbar. „Hier müssten die Vermieter auch Flexibilität
zeigen und das Mietniveau an die neue Situation anpassen. Dieser
Transformationsprozess ist aber noch nicht abgeschlossen,
mancherorts wurde er noch gar nicht begonnen“, meint Schwarzenecker.
Für Delic bleibt die Anpassungsfähigkeit, sprich Nachnutzung
von Bestandsimmobilien, der Schlüssel, um im dynamischen
Marktumfeld erfolgreich zu agieren.
27
MARKT / LOGISTIK
MIETER GEWINNEN
OBERHAND
Auf dem österreichischen Logistikmarkt trifft eine geringe Nachfrage
auf einen Rekord an neuen Flächen.
TEXT: WALTER SENK
Die herausfordernde wirtschaftliche Lage trübt die
Lage am Logistikmarkt. „Die Nachfrage nach Flächen
ist im ganzen österreichischen Markt stark
eingebrochen – aus unserer Sicht konjunkturell bedingt“,
analysiert Felix Zekely, Geschäftsführer von
Optin Immobilien. „In Zahlen bedeutet das beispielsweise für
den Großraum Wien, dass halb so viel Fläche im Vergleich zum
Jahr 2023 vermietet wurde.“ Konkret bedeutet das ein Minus von
46,45 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2023, ergeben Berechnungen
des Vienna Research Forums. Oder rund 137.000
Quadratmeter Vermietungen im Gegensatz zu rund 256.000
Quadratmetern. Noch dazu entfielen im
vergangenen Jahr 40.000 Quadratmeter
auf eine große Anmietung im Projekt der Trends 2025
DLH in Ebergassing.
28
• Vermietungsleistung: 2023 ca. 256.000 m²;
2024 nur rund 137.000 m².
• Angebotsüberhang sollte sich 2025 wieder
• Spitzenrenditen sanken um 15 Basispunkte
• Viele leer stehende Flächen – die Mieter
können wählerisch sein.
AUFGESTAUTES ANGEBOT. Was die
Situation für die Anbieter von Logistikflächen
besonders schwierig macht. „Auf reduzieren.
Basis der guten Nachfragezahlen 2022
und 2023 wurden viele Projekte gestartet auf fünf Prozent.
und 2024 fertiggestellt“, erklärt Zekely.
474.000 Quadratmeter neue Flächen waren
es insgesamt im Großraum Wien –
ein Rekord: „Damit stößt eine niedrige
Nachfrage auf eine Rekord-Fertigstellungsleistung.“ Der im Wiener
Logistikmarkt aufgebaute Angebotsüberhang soll sich 2025
laut dem CBRE-Research-Team wieder reduzieren. „Dieser Trend
der deutlichen Diskrepanz zwischen Flächenfertigstellung und
Flächenumsatz wird sich im Jahr 2025 nicht fortsetzen“, erwartet
Marc Steinke, Head of Research bei CBRE. Aktuell sind aber noch
einige Projekte in Bau und Entwicklung wie das CTP St. Pölten,
das DLH Müllendorf und der MLP Business Park in der Breitenleer
Straße. Das Greenity Gate ist insofern erwähnenswert, da es
sich als einziges Refurbishment vom Rest der Projekte abhebt –
die Fertigstellung ist für das zweite Quartal geplant.
Aktuell stehen jedenfalls viele Flächen leer und die Zeiten, in
denen jedes Projekt mit Fertigstellung vermietet war, sind vorbei.
„Grundsätzlich bringt das die Mieter in eine bessere Verhandlungsposition
– es hat sich vom Vermietermarkt zum Mietermarkt
gedreht“, sagt Zekely. Die zahlreichen neuen Hallen lassen ihnen
große Wahlmöglichkeiten. Aufgrund der herausfordernden gesamtwirtschaftlichen
Lage „legen die Unternehmen ihr Augenmerk
verstärkt darauf, Flächen zu optimieren. Dies kann ein
Wechsel des Altbestands auf eine nachhaltige Neubaufläche sein
oder auch die Konsolidierung der bestehenden Flächen“, erklärt
Daniel Pfeiffer, Head of Sector für Industrie & Logistik Österreich:
„Somit erreichen Bestandsflächen ebenfalls den Vermietungsmarkt
und stehen im Wettbewerb mit den Neubauprojekten.“
GEÄNDERTE ANSPRÜCHE. Ein klarer
Trend zeichnet sich ab: Die Spitzenmieten
für erstklassige, moderne Logistikobjekte
in zentralen und gut angebundenen
Lagen steigen, während Objekte in
Randlagen oder mit älteren Infrastrukturen
zunehmend Schwierigkeiten haben,
Mieter zu finden. „Vor einigen Jahren
waren E-Commerce-Unternehmen bereit,
für zusätzliche Logistikflächen auch
längere Anfahrtswege oder einfachere
Ausstattungen in Kauf zu nehmen“, erzählt
Stefan Würrer, Geschäftsführer der
deutschen Atmira Development. Das hat
sich durch das Überangebot sowohl am deutschen wie auch am
österreichischen Markt verändert. E-Commerce-Unternehmen
suchen gezielt nach Immobilien, die ihre komplexen und wachsenden
Ansprüche an Logistik, Flexibilität und Nachhaltigkeit
erfüllen. Es zählen nicht mehr nur Standort und Fläche, sondern
Qualität und Effizienz. „E-Commerce-Unternehmen setzen auf
spezialisierte Flächen, die präzise auf ihre Bedürfnisse abgestimmt
sind und effiziente Prozesse ermöglichen“, so Würrer.
Weiterhin relevant bleibt auch der Markt für kleinere, stadtnah
gelegene Logistikflächen. Hier bieten sich für Immobilienentwickler
Projekte an, die flexibel an den Bedarf verschiedener
Branchen angepasst werden können. Wie sich die Situation mittel-
bis langfristig darstellen wird? Das hängt auch hier großteils
von der Konjunkturentwicklung ab.
E X P E R T I S E
WERBUNG
v. l.: Gerhard Klein, Geschäftsführer der 3SI Makler, und 3SI-Geschäftsführer
Michael Schmidt bei der Auszeichnung mit dem Property Award
AUF EINEN BLICK
3SI Immogroup bleibt ihrer Kernkompetenz treu: dem
Ankauf und der behutsamen Revitalisierung historischer
Zinshäuser. Zu den jüngsten Ankäufen zählen mehrere
Objekte in zentralen Wiener Bezirken, darunter auch
Gebäude mit besonderem architektonischen Wert. Ziel
ist, diese historischen Juwelen in neuem Glanz erstrahlen
zu lassen und nachhaltig für kommende Generationen
zu erhalten.
Spannendstes Projekt 2025
3SI revitalisiert ein prachtvolles Gründerzeithaus in der
Tendlergasse 3, 1090 Wien, und schafft 38 exklusive
Wohnungen von 36 bis 175 m², darunter elegante Dachgeschosswohnungen
mit Terrassen. Der Fokus liegt auf
der Erhaltung und stilgerechten Restaurierung der historischen
Substanz, wie der aufwendig gegliederten Fassade
und den klassischen Elementen. Moderne
Grundrisse und hochwertige Ausstattung gewährleisten
zeitgemäßen Wohnkomfort.
Tradition mit modernem Wohnkomfort
FOTO: BEIGESTELLT
3SI Immogroup-Geschäftsführer Michael
Schmidt prognostiziert für 2025 einen
Zinshausmarkt mit begrenztem Angebot an
hochwertigen Objekten und steigender
Nachfrage nach nachhaltigen Investitionen.
Welche Erwartungen haben Sie heuer an den
Zinshausmarkt?
Michael Schmidt: Während das Angebot an hochwertigen
Objekten begrenzt ist, beobachten wir eine steigende
Nach frage von Investoren, die auf nachhaltige Wertsteigerung
setzen. Besonders gefragt sind momentan Objekte in
guten innerstädtischen Lagen in gutem Zustand, aber auch
Objekte mit Potenzial, z. B. für den Dachbodenausbau –
ein Bereich, in dem wir mit unserer bald 25-jährigen Expertise
als einer der führenden Akteure am Markt agieren.
Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung im
Baumanagement, insbesondere in Bezug auf
nachhaltige Baupraktiken und städtebauliche
Veränderungen?
Michael Schmidt: Nachhaltigkeit ist heute nicht nur eine
Anforderung, sondern eine Selbstverständlichkeit in der
Bau- und Immobilienbranche. Bei 3SI Immogroup setzen
wir verstärkt auf ressourcenschonende Sanierungen, die
den ursprünglichen Charakter der Gebäude bewahren und
gleichzeitig höchsten Wohnkomfort bieten. Dies umfasst
den Erhalt von Originalbauteilen, energieeffiziente Modernisierungen
und den Einsatz langlebiger, ökologischer
Materialien. Ein Beispiel für unsere nachhaltige Sanierung
ist das Gründerzeithaus The Legacy in der Landstraßer
Hauptstraße 144: Durch den Anschluss an das Fern -
wärme netz und gezielte Maßnahmen konnte der Energiewert
von 149 auf 83,5 kWh/m²a gesenkt werden. So
genießen die Bewohner nicht nur den Charme eines stilvollen
Altbaus, sondern profitieren auch von hoher Energieeffizienz
und deutlich niedrigeren Betriebskosten. Dass
wir mit unserer Expertise Maßstäbe setzen, zeigt auch die
jüngste Auszeichnung: The Legacy wurde mit dem renommierten
European Property Award in der Kategorie Best
Residential Renovation/Redevelopment Austria prämiert.
Welche Herausforderungen sehen Sie im Hinblick
auf die Balance zwischen Altbausanierung und
modernen Bauanforderungen?
Michael Schmidt: Die Sanierung von Gründerzeithäusern
ist eine Kunst, die Fingerspitzengefühl erfordert. Unser
Anspruch ist es, die historische Substanz bestmöglich zu
erhalten, während wir gleichzeitig moderne Wohnstandards
integrieren. Unsere Bauabteilung ist spezialisiert auf
traditionelle Handwerkskunst – von originalgetreuen
Stuckarbeiten bis hin zur aufwendigen Restaurierung von
Fenstervertäfelungen. So verbinden wir Tradition mit zeitgemäßem
Wohnkomfort. Gleichzeitig haben wir unser
Portfolio erfolgreich um Neubauprojekte erweitert.
29
TRANSFORMATION
PROPTECHS: VOM
HYPE ZUM NUTZEN
Neue, zunehmend KI-basierte Technologien sind dabei, Bauwesen,
Immobilienverwaltung sowie die Maklerlandschaft zu revolutionieren.
TEXT: CHRISTIAN LENOBLE
Gestiegene Kosten bei Rohstoffen und Personal,
Energiekrise, Facharbeitermangel, Inflation,
neue Regeln bei Kreditvergaben, geopolitische
Verwerfungen mit Auswirkungen auf die
Lieferketten – die Schwierigkeiten, mit der sich
die gesamte Immobilienbranche konfrontiert
sieht, häufen sich in den letzten Jahren. Die
Konsequenzen reichen von einem massiven
Einbruch der Auftragslage in der Baubranche
über sinkende Margen bei Property-, Asset- und
Facility-Managern bis hin zu einem signifikanten
Anstieg an Firmeninsolvenzen in jedem
Teilbereich der Immobilienökonomie.
Die komplexer werdenden Rahmenbedingungen
gehen zugleich einher mit neuen technologischen
Möglichkeiten. Die fortschreitende
Digitalisierung mit Fokus auf Anwendungen
der künstlichen Intelligenz sorgt für eine Gemengelage,
in der die Wettbewerbsfähigkeit
von Unternehmen zunehmend davon abhängig
wird, wie offen diese für die disruptiven Transformationen
ihrer Geschäftsmodelle sind.
30
Die Herausforderung
Mögliche Lösungen
Transformation, Disruption – diese Begriffe
sind so geläufig, wie die Digitalisierung schnell
ist. Unternehmen, die das Tempo nicht mitgehen
können, drohen zu stagnieren und zu
Leidtragenden des Wandels zu werden. „Unternehmen,
die im Strudel von neuen Markt- und
Wettbewerbsbedingungen sowie neuen technologischen
Optionen für die Gestaltung ihrer
Geschäftsprozesse und -modelle reüssieren
wollen, sind in zweierlei Hinsicht gefordert“,
sagt dazu Harald Steiner, CEO des in Berlin ansässigen
Instituts für Markenführung und
Unternehmensentwicklung, REB.Institute.
„Zum einen werden nur jene Erfolg haben, die
sich proaktiv der Notwendigkeit zur Transformation
stellen. Und zum anderen gilt es, Offenheit
für die digitale Disruption unter Beweis zu
stellen. Die technischen Werkzeuge dafür sind
vorhanden.“
DIE STUNDE DER PROPTECHS. Der Einsatz
von künstlicher Intelligenz, so der zertifi-
FOTOS: CHRISTOPHER DICKIE
E X P E R T I S E
WERBUNG
Andreas Holler,
Geschäftsführer der
BUWOG Group GmbH
BUWOG GROUP GMBH
Die BUWOG ist der führende Komplettanbieter am
österreichischen Wohnimmobilienmarkt und blickt auf
über 70 Jahre Erfahrung zurück. Das Geschäftsmodell
beinhaltet die Bereiche Asset- und Property-Management
für eigene Bestände und jene von Dritten, Property
Sales sowie Property Development und deckt damit die
gesamte Wertschöpfungskette des Wohnungssektors
ab. Das Immobilienbestandsportfolio umfasst 21.418
Einheiten, in Summe verwaltet die BUWOG in Österreich
knapp 55.000 Einheiten und die Development-Pipeline
hierzulande umfasst etwa 6680 Einheiten. Die BUWOG
ist eine Tochter der Vonovia SE.
FOTO: ANDREAS POHLMANN
Die Wende am Wohnungsmarkt ist jetzt
KEINE DATEN IN ABBILDUNG
1683824
Nachdem das private Wohnungsunternehmen
BUWOG mehr als zwei Jahre
lang keine neuen Projekte gestartet hat,
bringt 2025 eine markante Wende.
Bei drei Großprojekten der BUWOG mit insgesamt mehr als
1000 Wohnungen erfolgt bis zum Sommer der Spatenstich,
mehrere weitere Baustarts sind bereits in Vorbereitung.
Die BUWOG hat jetzt längere Zeit gar nichts gebaut,
warum jetzt dieser radikale Kurswechsel?
Andreas Holler: Kleine Korrektur: Wir haben durchgehend
gebaut, nur von 2022 bis Ende 2024 zwar keine neuen
Projekte gestartet, aber immerhin knapp 600 Wohnungen
fertiggestellt. Angesichts der enorm gestiegenen Baupreise,
der Inflation und der hohen Zinsen haben wir keine
Möglichkeit gesehen, Wohnungen so wirtschaftlich zu
bauen, dass diese auch bezahlbar sind. Jetzt haben sich
die Rahmenbedingungen für uns deutlich geändert.
Mit Blick auf die aktuelle Wirtschaftslage klingt das
ein wenig überraschend . . .
Andreas Holler: Die aktuelle Konjunktur ist für uns nicht
das einzige entscheidende Kriterium. Viel wichtiger ist, die
Kosten im Griff zu haben. Die Baupreise sind zumindest
real wieder etwas günstiger, die Finanzierungskosten sind
bereits gesunken und werden wohl weiter fallen und vor
allem wird der Mangel an Wohnraum immer eklatanter, da
deutlich weniger gebaut als benötigt wird. Die BUWOG ist
sich ihrer Verantwortung in diesem Bereich durchaus
bewusst, weshalb wir auch wieder in die Offensive gehen.
Darüber hinaus sind wir sehr zuversichtlich, dass wir 2027
und danach, wenn die Wohnungen, die wir jetzt zu bauen
beginnen, auf den Markt kommen, über andere wirtschaftliche
Bedingungen sprechen werden.
Und werden diese Wohnungen leistbar sein?
Andreas Holler: Unser Fokus lag immer auf leistbarer
Qualität. Wir bauen primär Wohnungen, die für möglichst
viele Menschen bezahlbar sind – und das wird auch so
bleiben.
Stichwort Nachhaltigkeit: Davon hört man kaum
mehr etwas?
Andreas Holler: Es hat nicht an Bedeutung verloren, ganz
im Gegenteil: Nachhaltig bauen ist für uns mittlerweile zur
Normalität geworden. Nachhaltige Energieversorgung mittels
Erdwärme und/oder Photovoltaik, Minimierung des
Heizenergiebedarfs, Reduktion des CO2-Abdrucks durch
klimaschonende Materialien, Verringerung der Bodenversiegelung
auf ein Mindestmaß und sanfte Mobilität sind
bei allen BUWOG-Projekten schlicht Standard. Ein Wohnbau
aus 2025 kann im Hinblick auf Nachhaltigkeit viel, viel
mehr, als wir uns das vor fünf, sechs Jahren vorstellen
konnten. Vielleicht sollten wir uns bewusst machen, dass
das nicht selbstverständlich ist, und mehr darüber reden.
31
TRANSFORMATION
zierte Artificial Intelligence Officer,
mutiert in der Immobilienbranche
gerade „vom Nice-to-have zum unabdingbaren
Must“. Was die Brücke zur
Renaissance der Proptech-Start-ups
schlägt. Proptech, zusammengesetzt
aus den Begriffen Property und Technology,
umfasst als Oberbegriff im
Rahmen der Transformation des Bauund
Immobiliensektors die Digitalisierung,
Innovation bzw. Disruption
sämtlicher Prozesse und Geschäftszweige
mit Bezug zu Immobilien. Die
Bewegung, die vor rund zehn Jahren
mit der Vision begann, die digitale
Transformation voranzutreiben, ist
lange Zeit nicht wirklich auf Touren
gekommen. Kooperationen zwischen
Unternehmen und den Start-ups waren
bisher eher die Ausnahme als die
Regel. Doch nun steht die Branche an
einem entscheidenden Wendepunkt.
Kleine, agile Technologie-Start-ups mit innovativen
KI-Lösungen sollen die Standards für Effizienz,
Benutzerfreundlichkeit und datengesteuerte
Entscheidungsfindung neu definieren.
„In einer Zeit, in der der Einfluss von Digitalität
und Innovation stetig wächst, spielen Proptech-
Unternehmen die zentrale Rolle bei der Gestaltung
der Zukunft unserer Branche“, bestätigt
Sarah Schlesinger, CEO des deutschen Innovation-Hubs
des Bau- und Immobiliensektors,
blackprint. In blackprints „Proptech Report
2024“ wird die florierende Entwicklung am
deutschen Markt in Zahlen gefasst. 1264 aktive
Proptech-Start-ups entsprechen einem Allzeithoch.
196 Proptech-Neugründungen wurden
allein im Jahr 2024 verzeichnet. „In der hohen
Neugründungsquote spiegelt sich der Digitalisierungs-,
Effizienzsteigerungs- und Renditedruck
in der Branche wider“, so Schlesinger.
Nach Segmenten betrachtet erlebt laut Studie
vor allem der Bereich „Energieeffizienz“ einen
starken Zuwachs an Proptech-Unternehmen.
Auf Platz zwei folgt „Sanieren & Bauen im Bestand“.
Auffällig ist zudem die jüngste signifikante
Zunahme von Start-ups im Segment
„Projektentwicklung & Smart City“.
HEIMISCHE ERFOLGE. Auch in Österreich
ist der Boom der Proptech-Start-ups nicht zu
übersehen. Bereits rund 160 heimische Unternehmen
treiben mit innovativen Technologien
die Digitalisierung der Immobilienbranche voran.
„Man kann die heimische Proptech-Welt in
sechs Kategorien einteilen“, sagt Ferdinand
Dietrich vom Proptech-Netzwerk DREA (Digital
Real Estate Association). Neben Maklern
und Marketing seien dies Bauwesen, Finanzen
32
Drei Thesen für
die Zukunft
• Noch dominieren die
USA den Proptech-
Bereich. Wenn in Europa
künftig in Geschäftsmodellen
mehr auf Skalierbarkeit
und Disruptivität
gesetzt und ausreichend
Funding zur Verfügung
gestellt wird, wird in
Europa die Zahl der
Proptech-Unicorns stark
zunehmen.
• Proptech wird Denk- und
Verhaltensweisen von
Verbrauchern und Unternehmen
langfristig verändern,
vor allem durch
die Einbindung von innovativen
Technologien in
neue Geschäftsmodelle.
• Die Verlagerung von Verwaltungs-
und Verkaufsprozessen
sowie
Geschäfts ideen auf virtuelle
und digitale Plattformen
wird enorme
Potenziale zur Optimierung
und Einsparung von
Ressourcen entfachen.
und Investment, Immobilienverwaltung,
Smart Buildings und Visualisierung.
Die meisten Proptechs entfallen
laut Austrian Proptech Report 2023 auf
die Kategorien Bauwesen (23 %), Immobilienverwaltung
(22 %) sowie
Makler und Marketing (18 %).
Wie erfolgreich heimische Start-ups
sind, zeigte sich beispielsweise 2024
bei einem der weltweit größten Wettbewerbe
für Proptech-Start-ups, der
Construction Startup Competition.
Unter den mehreren Hundert Einreichungen
haben es mit Revitalyze, Sodex
Innovations und Mixteresting
gleich drei Jungunternehmen aus Österreich
in die Gruppe der acht Gewinner
geschafft. Revitalyze, 2024 in Innsbruck
gegründet, entwickelt eine digitale
Plattform, um mineralische Baustoffe
wie Sand und Kies hochwertig zu
recyceln und zu vertreiben. Das Vorarlberger
Start-up Sodex Innovations hat ein
System entwickelt, das die Vermessung und
Dokumentation von Baustellen automatisiert.
Das Leondinger Start-up Mixteresting simuliert
wiederum Mischungsprozesse; in einem Softwaretool
werden mathematische Optimierung,
physikalische Modelle und KI optimiert, um
mit einem einzigen Klick neue Betonrezepturen
vorzuschlagen.
EFFEKTIVE DATENNUTZUNG. Zu den Gewinnern
der Construction Startup Competition
2024 zählte auch die Österreicherin Sarah
Buchner, CEO und Gründerin von Trunk Tools
mit Sitz in New York. Das Start-up nutzt künstliche
Intelligenz, um unstrukturierte Daten in
der Bauindustrie effizienter zu verarbeiten und
damit den Bauprozess zu optimieren. „Anstatt
Arbeiter zu ersetzen, nutzen wir KI als IA (Intelligence
Augmentation), die Baufachleuten die
nötige Kraft verleiht, indem sie die richtigen
Informationen zur richtigen Zeit liefert – damit
die Bauarbeiten gleich beim ersten Mal richtig
ausgeführt werden“, schreibt Buchner auf ihrer
Website. Buchner will mit Trunk Tools Bauherren
mit den Werkzeugen ausstatten, die sie
brauchen, um für eine bessere Zukunft zu bauen:
„Diese Branche ist seit Langem reif für eine
Umwälzung, aber der Markt brauchte die zugrundeliegende
Technologie, um tatsächlich an
einen Punkt zu gelangen, an dem er unstrukturierte
Daten effektiv nutzen kann.“ Laut Buchner
revolutioniert Trunk Tools das Baumanagement,
indem es das „Gehirn“ hinter dem Bauwesen
entwickelt und die Art und Weise, wie
Fachleute der Branche mit ihren Projektdaten
umgehen, grundlegend verändert.
WERBUNG
Mischek rückt den Menschen ins Zentrum
Eine der bekanntesten Marken im urbanen Wohnbau Österreichs hat sich für eine
umfassende Neuausrichtung entschieden.
Mischek hat sich mit 75 Jahren neu erfunden und präsentiert sich in einem bunten,
modernen Markenauftritt.
FOTO: OBSCURA
Mischek beweist auf beeindruckende
Weise, dass man trotz 75 Jahren Erfahrung
jung genug für ein Marken-Fresh-up ist, und
zeigt sich Wohnungssuchenden nun in
einem frischen, lebendigen Look. Mit dem
neuen Markenauftritt vermittelt Mischek ein
authentisches und lebendiges Bild vom
ganz normalen Wohnalltag. Bei der Entwicklung
moderner urbaner Wohnquartiere
geht es Mischek darum, Räume zu schaffen,
die den verschiedenen Lebensmodellen
von Singles, Paaren und Familien gerecht
werden. „Mit diesem frischen Auftritt schlagen
wir einen Bogen von unserer jahrzehntelangen
Erfahrung im Wohnungsbau zu
den zeitgemäßen Wohnbedürfnissen unserer
Kunden“, sagt Geschäftsführer Stephan
Jainöcker.
Hier wird gelebt, nicht nur gewohnt
Mischek bleibt dem markanten ‚M‘ treu,
erweitert den Markenauftritt jedoch um eine
lebendige Farbpalette, die Einblicke in die Vielfalt der
Mischek-Projekte gibt. Die Botschaft ist klar: Hier wird
gelebt, nicht nur gewohnt. Die neuen Designs kommunizieren
eine einladende Atmosphäre, die sowohl Freude als
auch ein Gefühl von Zuhause vermittelt. Angesprochen
wird eine breite Zielgruppe – vom jungen Paar, das seinen
ersten gemeinsamen Schritt wagt, über Familien mit lebhaften
Kindern bis hin zu aktiven Großeltern. Unternehmensziel:
Wohnraum zu schaffen, der auf die vielfältigen
Bedürfnisse dieser unterschiedlichen Gruppen eingeht.
Tradition trifft Innovation
Mischek hat sich über die Jahre als treibende
Kraft im österreichischen Wohnbau
etabliert. Das Unternehmen kombiniert Tradition
mit moderner Innovation und setzt auf
nachhaltige, effiziente Lösungen. Es bietet
nicht nur leistbaren Wohnraum, sondern ist
auch ein kreativer Vorreiter in Bereichen wie
nachhaltigen Baupraktiken und innovativen
Heizmethoden. Trotz technischer Fortschritte
ist das grundlegende Bedürfnis der
Menschen gleich geblieben: das Streben
nach einem bezahlbaren, komfortablen
Zuhause. Mischek nutzt moderne Baumethoden
und -materialien, um diesen Wohlfühlfaktor
zu maximieren und sucht ständig
nach neuen Wegen, um auch zukünftigen
Generationen ein erfülltes Wohnen zu
ermöglichen.
Der neue Markenauftritt ist nicht nur eine
visuelle Auffrischung, sondern auch ein
starkes Bekenntnis zu den Menschen, die in
ihren Projekten zu Hause sind. Mit einem klaren Fokus auf
Vielfalt, Innovation und Nachhaltigkeit beweist das Unternehmen,
dass Tradition und Fortschritt Hand in Hand
gehen können. Mischek bleibt ein wichtiger Akteur im
urbanen Wohnbau und zeigt, dass die Zukunft des Wohnens
farbenfroh und lebendig sein kann.
Verschaffen Sie sich einen umfassenden Eindruck vom
neuen Markenauftritt und den vielfältigen Wohnangeboten
von Mischek auf: www.mischek.at
33
DIGITALISIERUNG
IN ZAHLEN
Drei Umfragen zur Einstellung der Bau- und Immobilienbranche zu Digitalisierung und
künstlicher Intelligenz. Und ein Rekordbau einer digitalen Technologie mit Potenzial.
ZUSAMMENGESTELLT VON CHRISTIAN LENOBLE
PROZENT
der europäischen Immobilienunternehmen
setzen bereits auf
künstliche Intelligenz in ihren Software-Lösungen.
Diese Erkenntnis
stammt von einer Umfrage des
deutschen IT-Beratungsunternehmens
Intreal Solutions unter
mehr als 200 Immobilienunternehmen.
Marko Broschinski,
Intreal Head of Sales, spricht von
einer wachsenden Offenheit
gegenüber KI in der Branche und
prognostiziert, dass in den nächsten
ein bis zwei Jahren 80 bis 90
Prozent der Unternehmen KI nutzen
werden. Unternehmen, die
sich nicht mit der Technologie
befassen, könnten laut Broschinski
langfristig an Wettbewerbsfähigkeit
verlieren. Der
Umfrage zufolge erfolgt der Einsatz
von KI besonders häufig in
den Bereichen Archivierung, Vertragsmanagement
sowie Marktund
Preisanalysen (jeweils 53
Prozent). Weniger verbreitet ist KI
im Facility Management (6 Prozent),
Bauprojektmanagement (12
Prozent) und ESG-Bereich (18
Prozent). Die Hauptgründe,
warum viele Unternehmen bisher
keine KI nutzen, sind laut der Studie
das Fehlen passender
Anwendungen am Markt sowie
Herausforderungen bei der Implementierung.
PROZENT
der europäischen Architekturbüros
nutzen Building Information
Modeling (BIM) als Technologie.
Das ergab eine Marktbefragung
von 941 Unternehmen (2024)
durch die niederländische Marktforschungsagentur
USP Marketing
Consultancy. Bei der ersten
Barometerbefragung unter Europas
Architekturbüros im Jahr
2009 lag der Anteil der BIM-Nutzer
noch bei zehn Prozent.
Bereits 2025 könnten es 56 Prozent
und 2027 schon 59 Prozent
sein – so zumindest die Erwartungen
der Architekturprofis für die
zukünftige BIM-Durchdringung.
BIM zählt somit zu den wichtigsten
Treibern bei der Digitalisierung
im Bauwesen. Die Technologie
beinhaltet nicht nur die virtuelle
Modellierung eines Gebäudes,
sondern eine umfassende digitale
Darstellung der physischen und
funktionalen Eigenschaften eines
Objekts. BIM berücksichtigt
sowohl die Konstruktion und die
Ausrüstung als auch das
Management und den Betrieb
eines Objekts, inklusive Wartung
und Instandhaltung – und deckt
somit den gesamten Lebenszyklus
einer Immobilie ab.
PROZENT
der österreichischen Unternehmen
aus dem Bau- und Immobiliengewerbe
bewerten die
zunehmende Digitalisierung der
Wirtschaft für ihr Unternehmen in
erster Linie als Chance. 14 Prozent
sehen darin eher eine Bedrohung.
Das geht aus der EY-Studie
„Digitaler Wandel in österreichischen
Unternehmen 2024“ hervor.
Weitere Kernergebnisse: Für
54 Prozent spielen digitale Technologien
für das Geschäftsmodell
ihres Unternehmens derzeit eine
mittelgroße oder große Rolle. Und
44 Prozent der Befragten beurteilen
ihren Standort in Bezug auf
die Rahmenbedingungen für die
Digitalisierung, sowohl Abläufe
und Produktion als auch das
Geschäftsmodell betreffend, als
positiv. Betrachtet man die
Erkenntnisse der Studie über alle
Branchen hinweg, so weisen
knapp zwei Drittel der österreichischen
Betriebe digitalen Technologien
eine mittelgroße oder sehr
große Bedeutung zu – ein signifikanter
Rückgang gegenüber
dem Vorjahr. Dennoch: Fast jedes
vierte Unternehmen will in künstliche
Intelligenz investieren. Vor
allem Unternehmen mit hohem
Umsatz sehen darin eine Chance.
STUNDEN
wurden für den Rohbau von
Europas größtem 3-D-gedruckten
Haus benötigt. Das 54 Meter
lange, elf Meter breite und neun
Meter hohe Gebäude eines
Rechenzentrumbetreibers in Heidelberg,
Deutschland, besteht
aus 333 Tonnen aufeinandergeschichteten
Druckbeton. Die zu
100 Prozent recycelten Materialien,
die von Heidelberg Materials
geliefert wurden, sollen sich
bei einem Rückbau fast sortenrein
in Sand, Kies und Zementstein
trennen lassen. Entworfen wurde
das Haus von SSV Architekten,
gebaut von der Krausgruppe, und
gedruckt von Peri 3D. Der Anbieter
der 3-D-Baudrucktechnologie,
die als wichtiger Innovationsimpuls
für die Baubranche gehandelt
wird, hat bereits mehrere
Häuser-Premieren gefeiert, darunter
auch das erste
3-D-gedruckte Gebäude in Österreich.
Es steht in Hausleiten
(NÖ) und ist ein 125 Quadratmeter
großes Bürogebäude der Strabag.
Es wurde 2021 in nur 45
Stunden gedruckt. Die kurze
Bauzeit gehört zu den größten
Vorteilen des Verfahrens. Der
BOD2-Portaldrucker von Peri
schafft rund einen Meter pro
Sekunde.
34
Weil jede Stunde Schule
eine Stunde Zukunft ist.
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MARKT / WOHNEN
KAUM NACHSCHUB FÜR DIE
STEIGENDE NACHFRAGE
Das Angebot an neu gebauten Immobilien wird knapper. Im Mietmarkt
ist das schon extrem spürbar – der Eigentumsmarkt wird folgen.
TEXT: WALTER SENK
Heuer hat sich der Wohnungsmarkt nach einem
Rückgang der Nachfrage bei Eigentum bisher wieder
etwas stabilisiert. Viele der Rahmenbedingungen
sind deutlich besser als noch im Vorjahr. „Das
planmäßige Auslaufen der KIM-Verordnung markiert
eine Zäsur für den Immobilienmarkt. Im Verein mit möglichen
weiteren Zinssenkungen und der erstarkten Kaufkraft durch
gute Lohnabschlüsse sind das positive Zeichen für 2025“, sagt
Peter Weinberger, Sprecher von Raiffeisen Immobilien Österreich.
Aktuell zeigt sich österreichweit eine gestiegene Nachfrage
nach günstigen Objekten im unteren
Preissegment einerseits sowie im Hochpreissegment
andererseits. Das könnte Trends 2025
sich aber ab Sommer wieder verändern.
Bernhard Reikersdorfer, Managing Director
Remax Austria: „Generell wird ein
Aufschwung vor allem im mittleren Preissegment
erwartet, weil hier Erleichterungen
in der Finanzierungssituation die
größten Wirkungen auslösen.“
Weiterhin sind die Käufer sehr preissensibel,
was dem hohen Niveau geschuldet
ist. „Wir sehen ein stärkeres Preisbewusstsein,
gepaart mit einem Fokus auf
• Nachfrage nach Eigentum steigt, aber
geringer als bei Mietwohnungen.
• Gefragt sind Mietwohnungen in guten
innerstädtischen Lagen.
• Weniger Angebot in den kommenden Jahren
– sowohl Miete als auch Kauf.
• Leistbarkeit und Nachhaltigkeit sind kaufentscheidend.
• Im Jahr 2026 dünnt das Angebot noch
einmal eklatant aus.
Nachhaltigkeit“, bestätigt sReal-Geschäftsführerin
Martina Hirsch. Die letzten
Jahre haben aber auch den Zugang zu den Betriebskosten
verändert. Nachhaltigkeit hat sich längst als entscheidender
Faktor bei der Immobiliensuche und in der Bauwirtschaft bzw.
bei Sanierungen etabliert. Energieeffizienz und smarte Technologien
werden zunehmend nachgefragt und beeinflussen die
Entscheidung beim Kauf.
WENIG VERTRAGSKÜNDIGUNGEN. Ein Trend neben der zu
erwartenden Nachfrage nach Eigentum: 2025 wird der Mietermarkt
weiterhin stark unter Druck bleiben. Nachdem 2024 bereits
ein deutlicher Rückgang neuer fertiggestellter Mietwohnungen
um fast ein Viertel gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war,
wird sich diese Entwicklung heuer noch deutlicher verschärfen:
„Ein Rückgang von nahezu 60 Prozent gegenüber 2024 ist zu erwarten“,
sagt Karina Schunker, Geschäftsführerin von EHL Wohnen.
„In guten Lagen gibt es bei Miete wenig Leerstandszeiten
36
und die Zahl der Mietvertragskündigungen bleibt aufgrund des
begrenzten Angebots weiterhin auf einem niedrigen Niveau.“
Viele Suchende warten derzeit in ihren Mietwohnungen ab. Da
auch immer weniger Neubauwohnungen in Vermietung gelangen,
verkürzen sich die Vermarktungszeiten und bei den letzten
grö ßeren Erstbezugsprojekten wurden die Vollvermietungen
rasch erreicht. Reikersdorfer: „Generell stark gefragt sind Mietwohnungen,
vor allem in guten innerstädtischen Lagen. Das wird
sich auch auf neue, frei vereinbarte Mietabschlüsse auswirken.“
Zudem kämen weitere zu erwartende Probleme: „Mittlerweile ist
auch klar, dass das Erstauftraggeberprinzip
in der umgesetzten Form, wie von uns
vorhergesagt, nicht die gewünschten Effekte
gebracht hat. Fakt ist, es gibt weniger
Markttransparenz, mehr Rechtsstreitigkeiten,
höhere Mieten und mangelnde
Treffsicherheit bei einkommensschwächeren
Gruppen.“
ZEITFENSTER FÜR EIGENTUM. Bei
Eigentum ist der Zeitpunkt für die Immobiliensuche
gut, denn die Auswahl ist
im Augenblick noch so groß wie lang
nicht: „Kunden haben die Möglichkeit,
sich ihre Investition in Ruhe zu überlegen
und die Finanzierung abzuklären“, sagt
Hirsch. Das Zeitfenster soll bis Sommer 2025 offen sein, dann
könnte sich mit dem Fallen der KIM-Verordnung die Nachfrage
noch einmal verstärken. Die rückläufigen Bautätigkeiten bei den
Projektentwicklern werden dann noch stärker spürbar sein und
auch den Eigentumsmarkt erreichen.
Die Fertigstellungszahlen im Neubau sind bereits seit 2022 rückläufig
und sollen bis 2026 weiter drastisch sinken, wie im „Ersten
österreichischen Neubaubericht“ der WKO nachzulesen ist. Diese
Entwicklung sorgt für wenig positive Stimmung und wurde in
den vergangenen Monaten rege diskutiert. Bewertungsprofi
Wolfgang M. Fessl, Geschäftsführender Gesellschafter von Reinberg
& Partner, bringt es auf den Punkt: „Wir haben die letzten
beiden Jahre nichts gebaut, jetzt bauen wir weitere zwei Jahre
auch nichts, das sind dann vier Jahre. Die Nachfrage nach Wohnraum
ist aber nicht geringer geworden. Ich habe auch keine Idee,
wie sich dieser Knoten lösen lässt.“
E X P E R T I S E
WERBUNG
Peter Engert ist ÖGNI
Geschäftsführer
SANIERUNGSPROJEKTE SINNVOLL
VORANTREIBEN
Die Nutzung vorhandener Bausubstanz wird durch mangelhafte
Datenlage behindert, da Informationen über den
Zustand von Gebäuden oft fehlen, vor allem aufgrund
strenger Datenschutzbestimmungen in Österreich und
Deutschland. Um dies zu ändern, arbeitet die ÖGNI an
Vorschlägen zur Anpassung der DSGVO, um Daten in
drei Kategorien zu klassifizieren: streng geschützt, halböffentlich
anonymisiert und vollständig zugänglich. Ziel ist
es, die Sanierung von Wohngebäuden zu fördern und
Betriebskosten durch thermische Maßnahmen zu senken,
zum Vorteil der Bewohner.
www.ogni.at
Bürokratische Hürden gehören abgebaut
FOTO: BEIGESTELLT
ÖGNI-Geschäftsführer Peter Engert sieht
gute Möglichkeiten, die Sanierung des
Bestands sinnvoll anzutreiben, ohne dem
Staat hohe Förderkosten zu verursachen.
Warum wird der Neubau auf der grünen Wiese künftig
eher die Ausnahme sein?
Peter Engert: Die EU-Taxonomie legt in den technischen
Bewertungskriterien fest, dass landwirtschaftlich nutzbare
Flächen nicht als umweltfreundlich gelten, wenn darauf
neue Gebäude errichtet werden, da dies dem Umweltziel
„Schutz und Wiederherstellung der Biodiversität und Ökosysteme“
widerspricht. Viele Banken haben erkannt, dass
eine grüne Taxonomie für ihr Portfolio von Vorteil ist, weshalb
die Finanzierung gewerblicher Projekte auf unversiegelten
Flächen zunehmend erschwert wird. Infolgedessen
konzentrieren sich Projektentwickler mehr auf versiegelte
Flächen oder bestehende Bausubstanz.
Seit Mai 2024 ist die EU-Gebäuderichtlinie in Kraft. Wie
kann sichergestellt werden, dass die Sanierung des
Gebäudebestandes tatsächlich voranschreitet?
Peter Engert: Bis Mai 2026 muss die Bundesregierung die
nationale Gesetzgebung vorlegen, die die EU-Gebäuderichtlinie
in Österreich umsetzt. Diese Sanierungsmaßnahmen
sollen nicht nur gefördert, sondern auch verpflichtend
umgesetzt werden. Ziel ist es, den Energieverbrauch im
Gebäudesektor signifikant zu senken. Dabei liegt der
Fokus auf einer echten thermischen Sanierung, statt lediglich
den Öl-/Gas-Ausstieg zu propagieren. Die ÖGNI steht
bereit, Unterstützung zu bieten, wenn man uns einlädt.
Wie soll die nationale Gesetzgebung gestaltet werden,
insbesondere unter der Prämisse, dass kaum
Förderungen gewünscht sind?
Peter Engert: Anstelle einer breiten Förderung durch die
Gießkanne ist es notwendig, alternative Lösungen zu finden,
um die thermische Sanierung anzuregen. Diese Entwicklungen
versprechen spannend zu werden. Die
Sanierung von Immobilien wird oft durch bürokratische
Hürden erschwert, insbesondere wenn man die
bestehende Bausubstanz modernisieren und gleichzeitig
aufstocken möchte. Bei einem Gebäude aus 1975 ist der
energetische Zustand oft unzureichend, sodass eine
umfassende Sanierung notwendig ist. Um die finanziellen
Aspekte sinnvoll zu gestalten, ist eine Aufstockung um
ein, zwei Etagen erforderlich. Allerdings erfordert dies
einen langwierigen Widmungsprozess, da die heutige
Bauordnung auf das gesamte Gebäude angewendet werden
muss, selbst wenn der alte Bestand schon lang so
besteht. Obwohl es Ausnahmeregelungen gibt, sind diese
schwer zu erreichen und erfordern oft jahrelange Behördengänge.
Eine Verkürzung dieser Verfahren könnte eine
Art „Fast Lane“ schaffen, die den Eigentümern ermöglicht,
schneller mit der Sanierung zu beginnen. Das wäre eine
indirekte Fördermaßnahme, die den Staat nichts kostet.
37
ASSETKLASSEN
INVESTIERE LIEBER
UNGEWÖHNLICH
Stehen Wohnimmobilien als Investment im Abseits, kann
sich der Blick auf alternative Segmente lohnen. Das
Renditepotenzial sollte vorhanden sein.
TEXT: WALTER SENK
Mögliche Lösungen
stellen, dafür sind aber die Renditen höher. Alternative
Immobilien sind heute ein probates
Mittel, um das Immobilienportfolio zu optimieren
bzw. zu diversifizieren und mindern damit
die Anlagerisiken.
38
Die Herausforderung
Die gesamtwirtschaftlich angespannte Situation,
der budgetäre Sparzwang und die weiterhin
hohen Zinsen werden das Jahr 2025 am Investmentmarkt
für Immobilien spannend machen.
Zwar ist laut Einschätzungen der Örag
eine leichte Trendwende zu spüren, die Bedingungen
bleiben aber herausfordernd – auch
weil die jüngste Zinssenkung weniger stark war
als erwartet. Die Neubautätigkeit ist nach wie
vor sehr gering, wenig neue Projekte kommen
auf den Markt. Zum einen bleiben deshalb risikoarme
Bestandsimmobilien mit stabilen Cashflows
weiterhin attraktiv, zum anderen droht
Wohnungsknappheit. Potenzielle private wie
institutionelle Investoren sehen sich vor einem
strukturell und konjunkturell starken
Schwankungen ausgesetzten Wohnmarkt.
Opportunistische Investoren freunden sich immer
mehr mit alternativen Investmentformen
an. Das Risiko scheint zwar auf den ersten Blick
höher, weil sie keine „Mainstream-Assets“ dar-
GESUNDHEITSIMMOBILIEN. Angesichts der
alternden Bevölkerung und des steigenden Gesundheitsbewusstseins
kann sich der Gesundheitssektor
zu einem der wohl spannendsten
und bedeutendsten Industriezweige der kommenden
20 Jahre entwickeln. Experten sind
sich durchwegs sicher, dass der hohe Bedarf im
Bereich des betreuten Wohnens sowie die drohende
medizinische Unterversorgung einen
großen Investitionsbedarf erfordern. Kooperative
und ambulante Einrichtungen wie Gesundheitszentren,
Ärztehäuser und medizinische
Versorgungszentren werden europaweit dringend
benötigt und auch Senioren- und Pflegeimmobilien
wären für Branchenkundige eine
attraktive Assetklasse.
Generell bieten Gesundheitsimmobilien wie
Seniorenwohnanlagen, Pflegeheime und Kliniken
den Vorteil, dass sie nicht zyklisch sind.
Lange Vertragslaufzeiten und eine stabile Nachfrage
bescheren den spezialisierten Investoren
höhere Renditen als im klassischen Wohnen.
Jérôme Valade, Head of Healthcare Assets bei
La Française Real Estate Managers: „Die Renditen
von Gesundheitsimmobilien sind in Kerneuropa
stabiler als die anderer Sub-Assetklassen.“
Zudem würde das begrenzte und weitgehend
regulierte Angebot den Wert von Gesundheitsimmobilien
fördern. Besonders in vielen
ländlichen Räumen klafft durch die zurückgehende
stationäre Versorgung eine Lücke. Daher
gibt es in diesen Segmenten einen erheblichen
Investitions- und Modernisierungsbedarf.
In Deutschland liegt der Investitionsbedarf bei
Pflegeheimen bis 2040 bei rund 109 Milliarden
Euro, im Bereich des betreuten Wohnens bei
154 Mrd. Euro, heißt es in einer Studie von Immotiss.
Prozentuell umgelegt auf Österreich
FOTOS: CHRISTOPHER DICKIE
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Pflegeheim Gamlitz
Stabilität mit Sozialimmobilien
FOTO: AURIS IMMO SOLUTIONS
AURIS Immo Solutions – ein starkes
Fundament für institutionelle Kunden mit
gesellschaftlicher Verantwortung.
Die Immobilienbranche ist ständigen Veränderungen unterworfen.
Doch gerade in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten
sind stabile und nachhaltige Investmentstrategien
gefragter denn je. AURIS Immo Solutions steht mit seinem
„Sozialimmobilien Fonds Österreich“ für langfristige Sicherheit
– sowohl für Investoren als auch für die Gesellschaft.
Gute Asset-Klasse. Sozialimmobilien, wie z. B. Pflege- und
Gesundheitsimmobilien, sind eine besondere Asset-Klasse,
die sich durch ihre langfristige Orientierung und eine
gewisse Abkopplung von Marktschwankungen auszeichnet.
Der Grund dafür liegt in ihrer Nutzung: Es handelt sich um
Betreiberimmobilien, die von Experten verwaltet werden.
Diese Betreiber agieren als langfristige Partner, so werden
auch die Mietverträge in der Regel für 25 Jahre abgeschlossen.
Positiver Beitrag. Institutionelle Investoren, wie u. a. Vorsorgekassen,
Pensionskassen, Versicherungen und Stiftungen,
die soziale Verantwortung tragen, leisten mit ihren
Investitionen nicht nur einen positiven Beitrag zur Gesellschaft,
sondern entlasten gleichzeitig die Finanzen der Länder.
Der Bau solcher Einrichtungen muss daher nicht aus
knappen öffentlichen Budgets finanziert werden.
Gesundheit als Investition. Die Nachfrage nach stationären
Pflegeplätzen steigt rasant in Österreich*:
• Bis 2030 werden zusätzlich 30.000 Pflegeplätze benötigt.
• Bis 2050 steigt dieser Bedarf sogar auf 100.000 Pflegeplätze.
• Dafür müssen mehrere Hundert neue Pflegeeinrichtungen
errichtet werden.
Diese dramatische Entwicklung verdeutlicht die dringende
gesellschaftliche Verantwortung und Notwendigkeit der
Errichtung von Sozialimmobilien. AURIS Immo Solutions
leistet mit ihrem Engagement einen wichtigen Beitrag für
diese Herausforderung.
Ökologische Kriterien. Ein weiterer wichtiger Bestandteil
der Unternehmensstrategie ist Nachhaltigkeit. Deshalb werden
auch im „Sozialimmobilien Fonds Österreich“
Bestandsimmobilien umfassend klimafit gemacht und Neubauten
entsprechend den strengen ökologischen Kriterien
errichtet. „Seit der Gründung verfolgen wir eine klare und
langfristige Strategie. Nachhaltige Konzepte, Stabilität für
Investoren und gesellschaftliche Verantwortung gegenüber
Pflegekräften, Pflegebedürftigen und Betreibern bilden
unser Fundament.“ – Christian Schön, geschäftsführender
Gesellschafter AURIS Immo Solutions.
In einer Zeit, die von Unsicherheiten geprägt ist, bleibt
AURIS Immo Solutions ein verlässlicher Partner für nachhaltige
und sichere Investments.
INFORMATION
AURIS Immo Solutions
www.immo-solutions.at
*Quelle: CBRE Pflegeheimbericht 2021, Caritas, HV SVT Ö
39
ASSETKLASSEN
wird sich die Situation ziemlich ähnlich darstellen.
Inzwischen ist das betreute Wohnen die
zweithäufigste Sonderwohnform nach den
Heimen. In diesem Segment übersteigt die
Nachfrage das Angebot bei Weitem. Die Errichtung
von Gesundheitsimmobilien, egal in welchem
Spektrum bedarf aber einem umfassenden
Know-how, zudem sind Pflegeimmobilien
sehr personalintensiv. Inzwischen ist es vor allem
der Fachkräftemangel, der die Umsetzung
von neuen Projekten erschwert.
DATENZENTREN. Daten sind der Rohstoff des
21. Jahrhunderts. So rasant, wie die weltweiten
Datenmengen zunehmen, wächst auch das Interesse
an der Assetklasse Data Center. Nach
einer Analyse von TMT Finance lag der durchschnittliche
Wert des globalen Rechenzentrumsmarktes
im Jahr 2024 bei rund 300 Mrd.
US-Dollar. TMT Finance geht davon aus, dass
die durchschnittliche Wachstumsrate in den
nächsten fünf Jahren weltweit bei zehn Prozent
pro Jahr liegt.
„Angesichts der rasant steigenden Datennutzung,
die durch KI und eine begrenzte Angebotspipeline
noch verschärft wird, deutet ein
prognostizierter zunehmender Mangel an Rechenzentren
auf günstige Mietwachstumsprognosen
in den wichtigsten Zentren für Datacenter
Frankfurt, London, Amsterdam, Paris und
Dublin (FLAPD) hin“, sagt Greg Kane, Head of
European Investment Research bei PGIM Real
Estate. Die Investitionsausgaben für Rechenzentren
werden in den nächsten Jahren voraussichtlich
um durchschnittlich etwa 25 Prozent
pro Jahr steigen, also deutlich mehr als die
Prognose von vor einem Jahr von jährlich etwa
zehn Prozent. „Die Auswirkungen von KI und
die Nachfrage nach digitaler Infrastruktur bieten
auch eine Chance für neue Standorte und
Investitionen in die Zukunft“, betont Birgit
Kraml, Partnerin und Head of Real Estate bei
DLA Piper Österreich.
Laut JLL befinden sich innerhalb Europas derzeit
1587 Megawattstunden (MWh) in Bau und
weitere 969 MWh in der Planung, die alle in den
nächsten drei Jahren realisiert werden sollen.
Energie und Regulierung treiben die Entwickler
dazu, sich auch außerhalb der europäischen
Kernmärkte umzusehen. Kanes Prognose: „Die
Renditen auf dem Markt für Rechenzentren
werden in den nächsten Jahren voraussichtlich
um zehn bis 15 Prozent pro Jahr steigen.“
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Drei Thesen für
die Zukunft
• Der Markt für Pflegeimmobilien
wird künftig
auch für private Anleger
attraktiv werden.
• Datacenter werden durch
neuartige Energiesysteme
kostengünstiger zu
betreiben sein, durch KI-
Tools wird weniger Speicherkapazität
benötigt.
• Die Wohnungsknappheit
wird dem Segment Serviced
Apartments und
Self-Storage einen weiteren
Schub verleihen.
SELF-STORAGE-FLÄCHEN. Eine Assetklasse
fristet aktuell noch ein Schattendasein: Self-
Storage-Immobilien. Aber auch in diesem Segment
wird die Nachfrage größer. Grund für das
Wachstum der Self-Storage-Flächen sind die
sinkenden Wohnungsgrößen. Was in den eigenen
vier Wänden keinen Platz findet, wird ausgelagert.
In den Ballungsräumen steigt der
Druck, Wohnraum effizient zu nutzen und nicht
benötigtes Inventar auszulagern. In Großstädten
wie London oder Paris lässt sich diese Entwicklung
bereits klar erkennen. „Aber auch gewerbliche
Akteure sind darauf angewiesen, sich
in den angespannten Immobilienmärkten Alternativen
zu sichern. Seien es Lagerräume für
Akten oder Zwischenlager für den Warenverkehr,
der Bedarf wächst, speziell bei kleineren
Unternehmen und Start-ups“, stellt Ralf Kemper,
JLL Head of Valuation & Transaction Advisory
fest.
Ähnliches gilt für innerstädtische Distributionsflächen,
um den urbanen Raum auf der „Letzten
Meile“ zu versorgen. Im Gegensatz zu Self-
Storage, sind aber diese Flächen nicht gebündelt,
sondern befinden sich in unterschiedlichen
Gebäuden. Für Investoren ist daher die
Verwaltung dieser kleinteiligen Strukturen noch
eher abschreckend, weshalb der Markt zwar
wächst, aber für Institutionelle doch einige Herausforderungen
birgt. Mit entsprechenden KI-
Tools wäre eine Verwaltung in Zukunft eventuell
leichter zu gestalten.
GEWERBLICHES WOHNSEGMENT. Serviced
Apartments bilden als stark nachgefragtes,
gewerbliches Angebot eine Alternative zur Assetklasse
Wohnen. „Serviced Apartments spielen
in der Anlagestrategie eine immer stärkere
Rolle“, erklärt Anett Gregorius, Gründerin und
Geschäftsführerin von Apartmentservice. „Die
Nachfrage ist im Gegensatz zu normalem Wohnen
weitaus weniger anfällig für strukturell oder
konjunkturelle Schwankungen.“ Je nach Konzept
verzichten viele Betreiber mit Verweis auf
das städtische Angebot auf Services und damit
auf Flächen für Gastronomie, Wellness und Tagung
und setzen auf digitale Systeme. Investoren
und Eigentümer schätzen die Flexibilität
der Immobilien ohne Erdgeschoß-Notwendigkeit
und die Zweitverwendungs- bzw. Exit-Optionen
auch in Richtung Wohnen. Gregorius:
„Im Betrieb überzeugen Apartmenthäuser als
Unterbringungsangebote auf Zeit mit deutlich
geringeren Kosten als klassische Hotels und
damit höherer Umsatzrentabilität.“ Aktuell zählt
der deutsche Markt laut Apartmentservice als
zweitgrößter Europas mit ca. 53.000 Serviced
Apartments und Michaeler & Partner spricht in
Österreich von rund 11.000 – Tendenz stark
steigend.
E X P E R T I S E
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AUF EINEN BLICK
Die IC-Hausverwaltung bietet umfangreiche Dienstleistungen
für Eigentümer an. Eine der Kompetenzen ist die
Sub-Verwaltung. Das Verwaltungsmanagement zielt darauf
ab, die Renditen und den Wert von Immobilien zu
steigern, insbesondere durch die Subverwaltung leer
stehender Wohnungen. Durch Kompetenz, innovative
Ideen und kontinuierliche Weiterentwicklung werden
Leerstehungskosten minimiert und der Immobilienbesitz
soll entlastet werden.
Kontakt: 0676 884 90 531, David.Fichtinger@ic-hc.com
Karl und David
Fichtinger leiten die
IC-Hausverwaltung.
Realexpert, ein Unternehmen der Immobiliengruppe, bietet
Renovierungsdienstleistungen vor der Vermietung
oder dem Verkauf von Immobilien an, um durch einfache
Maßnahmen wie einen neuen Anstrich höhere Mieten
oder Verkaufspreise zu erzielen, wobei die Koordination
der Handwerkerarbeiten durch Realexpert erfolgt, während
die Kosten von den Eigentümern getragen werden.
Kontakt: 0676 884 90 510 office@realexpert.wien
Sorgenfreie Immobilienverwaltung
FOTO: BEIGESTELLT
David und Karl Fichtinger von der
IC-Hausverwaltung beschreiben, wie
sie als Sub-Verwalter Eigentümern das
Leben erleichtern.
Was macht eine Sub-Verwaltung aus Ihrer Sicht so
besonders?
Karl Fichtinger: Eine Sub-Verwaltung ist die ideale
Lösung für Eigentümer, die sich nicht selbst um ihre vermietete
Wohnung kümmern möchten. Wir übernehmen
alles – von der Mietersuche über die Abrechnung mit
dem Finanzamt bis hin zur Koordination mit der WEG-
Verwaltung. Unsere Eigentümer können sich entspannt
zurücklehnen, während wir uns um den reibungslosen
Ablauf kümmern.
Sie erwähnen die Zusammenarbeit mit der WEG-
Verwaltung. Was genau bedeutet das für den
Eigentümer?
Karl Fichtinger: Genau hier liegt einer unserer großen
Vorteile. Wir haben jahrelange Erfahrung mit eigenen
WEG-Verwaltungen und wissen daher genau, worauf es
ankommt. Oft gibt es zwischen Wohnungseigentümern
und der WEG-Verwaltung Missverständnisse, sei es
wegen Abrechnungen, Beschlüssen oder technischen
Fragen. Wir sehen uns als „Übersetzer“ und vermitteln
zwischen beiden Seiten. So sorgen wir für eine klare
Kommunikation und stellen sicher, dass die Interessen
des Eigentümers gewahrt bleiben.
Wie läuft die Mietersuche ab?
David Fichtinger: Wir und Realexpert, das Maklerunternehmen,
mit dem wir eng zusammenarbeiten, kümmern
uns um die gesamte Mietersuche – von der Inseratsschaltung
über die Auswahl solventer Bewerber bis hin
zur Vertragsgestaltung. Unser Ziel ist es, langfristig
zuverlässige Mieter zu finden, die gut zur Immobilie passen.
So vermeiden wir Leerstände und sorgen für eine
sichere Rendite.
Und wenn es um die Finanzen geht?
David Fichtinger: Auch hier übernehmen wir alles. Wir
rechnen direkt mit dem Finanzamt ab, erstellen alle notwendigen
Dokumente und sorgen dafür, dass steuerliche
Vorschriften eingehalten werden. Unsere Eigentümer
müssen sich um nichts kümmern – das spart Zeit, Geld
und Nerven.
Was würden Sie Eigentümern raten, die überlegen,
ihre Immobilie professionell verwalten zu lassen?
David Fichtinger: Lassen Sie sich entlasten! Mit unserer
Sub-Verwaltung haben Sie eine verlässliche und erfahrene
Schnittstelle zwischen Ihnen, Ihren Mietern und der
WEG-Verwaltung. Wir sorgen dafür, dass alles reibungslos
läuft, und Sie können sich auf die Vorteile Ihrer Immobilie
konzentrieren – ohne den administrativen Aufwand.
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MARKT / INVESTMENTS
ES SOLLTE LANGSAM
AUFWÄRTSGEHEN
Der Investmentmarkt für Immobilien zeigt erste Anzeichen der Erholung.
Der heimische Markt gewinnt wieder an Attraktivität.
TEXT: WALTER SENK
Die Inflations- und Zinsentwicklung hat die Immobilienbranche
stark getroffen – auch die bessere Performance
von Alternativveranlagungen drückte auf
die Stimmung der Branche. „Es war ein starker
Rückgang bei der Investitionstätigkeit und damit
einhergehend bei Immobilientransaktionen spürbar“, sagt IFA-
Vorstand Gunter Hingsammer. „Der Markt war und ist nicht mehr
käufergetrieben, wie das noch vor einigen Jahren war, Projekte
befinden sich länger in der Platzierung als früher.“ Die schwieriger
verfügbaren Immobilienkredite verhinderten ein stärkeres
Wachstum des Transaktionsvolumens, da nicht nur mehr Eigenkapital
für neue Finanzierungen erforderlich
war, sondern die bankinterne
Prüfung und Genehmigung wesentlich
Trends 2025
mehr Zeit als in der Vergangenheit in
Anspruch nahm. Allerdings stellt Hingsammer
fest, dass „im zweiten Halbjahr volumen 3 Milliarden Euro, 2024 ging es
• Im Jahr 2023 betrug das Transaktions-
2024 bereits eine erste Erholung am auf 2,7 Milliarden Euro zurück. Für 2025
Markt spürbar war, die unter anderem erwarten Experten eine Trendwende mit
auf die Reduktion des Leitzinses durch leichtem Anstieg.
die EZB zurückzuführen war“.
• Käufer als auch Verkäufer kommen nach
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wie vor überwiegend aus dem Inland.
• ESG als Treiber: Die Preisdifferenz zwischen
„braunen“ und „grünen“ Immobilien
DER MARKT STABILISIERT SICH.
2025 soll nun zusätzlich die KIM-Verordnung
auslaufen, was der Nachfrage nach steigt.
Immobilienkäufen und -investitionen
voraussichtlich einen positiven Schub
verleihen wird. „Wir rechnen im Laufe
dieses Jahres mit einem weiteren Rückgang des Notenbankzinses“,
sagt Jenni Wenkel, CIO bei Union Investment Real Estate
Austria: „Wenn keine weiteren geopolitischen Herausforderungen
kommen, gehen wir von einer Stabilisierung der Immobilienmärkte
aus.“ Stephan Größ, Leiter des Immobiliensektors bei
EY Österreich, sieht die Situation ähnlich: „Nach zwei Jahren der
Flaute am heimischen Immobilienmarkt stehen die Zeichen für
eine leichte Trendwende im kommenden Jahr ganz gut, auch
wenn die Erwartungen noch etwas verhalten sind.“
Internationale Investoren bleiben vorerst noch zurückhaltend.
Das Geschehen konzentriert sich sowohl auf Käufer- als auch auf
Verkäuferseite mit jeweils über 80 Prozent Marktanteil auf inländische
Player. Positiv zu bewerten ist, dass laut einer aktuellen
EY-Studie der österreichische Immobilienstandort von 87 Prozent
als attraktiv bzw. sehr attraktiv eingeschätzt wird – deutlich
mehr als noch im Vorjahr mit 61 Prozent.
Auch wenn die Preisvorstellungen zwischen Käufer und Verkäufer
manchmal noch etwas auseinanderliegen, so findet man doch
wieder eher zusammen. „Die Preiskorrektur bei Gewerbeimmobilien
ist weitgehend abgeschlossen“, sagt Wenkel: „Die Talsohle
ist erreicht. Das gilt zwar noch nicht überall, aber ohne Zweifel im
Core-Segment, also für Top-Immobilien in guter Lage.“ Punktuelle
Anpassungen sind aber noch zu erwarten. „Nur für Wohnimmobilien
in primären Lagen werden nach zwei Jahren Stagnation
wieder steigende Preise erwartet“, meint Größ. Sonst werden die
Preise wohl gleichbleiben, mit Ausnahme
von Büro- und Einzelhandelsimmobilien
sowie Shoppingcentern in sekundären
Lagen, bei denen Preissenkungen erwartet
werden, weiß der Experte: „Für Shoppingcenter
könnten sogar in primären
Lagen die Preise sinken.“
DER GROSSE TREIBER. Mehr als je
zuvor wird ESG zum Treiber bei den Investments.
Die Ergebnisse der EY-Studie
unterstreichen die wachsende Relevanz
von Nachhaltigkeitskriterien in der Immobilienbranche
und die Notwendigkeit,
sich auf diese Entwicklungen einzustellen.
82 Prozent der Befragten sind der
Meinung, dass die Preisdifferenzierung
zwischen „braunen“ und „grünen“ Immobilien immer mehr an
Bedeutung gewinnen wird. Zwei Drittel sind der Ansicht, dass die
Taxonomie-Konformität einer Immobilie eine günstigere Finanzierung
ermöglicht.
PRIVATE INVESTMENTS. Auch Private werden sich wieder
mehr auf Investments einlassen, jedoch „rückt das Thema Sicherheit
noch stärker in den Fokus“, so Hingsammer. Das zeige sich
bei der Wahl der Investmentprodukte wie dem Bauherrenmodell.
Langsam kommt auch der Markt für Anlagewohnungen in
Schwung. Sinkende Zinsen und steigende Mieten „schaffen wieder
mehr Anreize für Käufer“, sagt Michael Schmidt, Geschäftsführer
der 3SI Immogroup: „Dies fördert Investitionen und wirkt
sich langfristig stabilisierend auf die Immobilienwirtschaft aus.“
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