Falstaff LIVING Nr. 2/2025
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ÖSTERREICHISCHE POST AG, PZ 24Z044282 P, SCHOTTENRING 2–6, 1010 WIEN<br />
<strong>LIVING</strong><br />
POOL-TRENDS<br />
VON EDELSTAHL<br />
BIS NATURTEICH<br />
BEST OF ORANGERIE<br />
STILVOLLE WÄNDE<br />
AUS LICHT<br />
EINLADEND CHIC<br />
IMMOBILIEN MIT<br />
AUSBLICK<br />
2/<strong>2025</strong> WWW.FALSTAFF-<strong>LIVING</strong>.COM € 9,–<br />
9 004524 129934<br />
02<br />
OUTDOOR-LUST<br />
DAS WACHSENDE BEDÜRFNIS NACH NATUR ALS WOHNRAUM<br />
02
GARTENDESIGN BY PRASKAC
GARTENPRACHT<br />
VON ANFANG AN,<br />
EIN LEBEN LANG.<br />
Haben Sie Lust, Ihren Garten in einen Prachtgarten zu verwandeln?<br />
Rufen Sie uns an! Wir besuchen Sie gerne und geben Ihnen direkt vor<br />
Ort einen Eindruck davon, was Sie von uns und Ihrem neuen Garten<br />
erwarten können. Ganz unverbindlich.<br />
Natürlich begrüßen wir Sie jederzeit gerne auch bei uns. Im Praskac<br />
Pflanzenland in Tulln können Sie sich auf über 15.000 m 2 Ausstellungsfläche<br />
einen Eindruck von der Vielfalt unseres Angebots machen und<br />
sich tausendfach inspirieren lassen.<br />
Wir freuen uns auf Sie und unseren gemeinsamen Termin!<br />
1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
5<br />
Während unseres Erstgesprächs im Atelier entwickeln wir<br />
gemeinsam Ideen nach Ihren Vorstellungen.<br />
Bei Bedarf besichtigen wir Ihr Grundstück, um ein umfassendes<br />
Verständnis Ihrer Wünsche zu gewinnen.<br />
Wir erstellen einen Planungsentwurf, besprechen Materialien,<br />
Aufwand und Grobkosten.<br />
Sie beauftragen uns und erteilen die Freigabe. Wir planen den<br />
Garten nun im Detail.<br />
Wir erledigen alle Arbeiten genau nach Zeitplan und übergeben<br />
Ihnen Ihren Wunschgarten.<br />
Tel. 02272 / 62460-29 oder prachtgarten@praskac.at<br />
www.prachtgarten.at, Praskacstraße 101, 3430 Tulln
DESIGN: CHOICE STUDIO PHOTO: MAX ROMMEL<br />
DIVANO/SOFA: HASHI<br />
DESIGN BY FEDERICA BIASI<br />
GERVASONI1882.COM
EDITORIAL<br />
<strong>LIVING</strong><br />
DIE NATUR ALS<br />
ENERGIEBOOSTER FÜR<br />
WOHNR AUM UND SEELE<br />
Premium Qualität seit 1985<br />
März ist offiziell der Monat, in dem man seinen<br />
Outdoorbereich akribisch zu planen beginnt.<br />
Spätestens wenn die ersten Tulpen bei den<br />
höheren Temperaturen aus dem Boden schießen, finden<br />
die Abdeckungen meiner Sonnenliegen ihren Weg rasant<br />
zurück in die dunklen Garagenecken. Und das Bedürfnis,<br />
den Garten mit vielen neuen Ideen in einen paradiesischen<br />
Rückzugsort umzugestalten, ist groß. Sollen<br />
doch neue Rosenbüsche gepflanzt werden, die einen<br />
einladenden Loungebereich in ein gemütliches Eck<br />
verwandeln? Warum nicht. Mit den aktuellen Outdoor-<br />
Inspirationen wird man regelrecht dazu verführt, den<br />
Wohnraum in die Natur zu erweitern. Und wieso<br />
sollte man sich im Alltag nicht zu Hause wie im Urlaub<br />
fühlen? Deshalb haben wir uns im neuen <strong>LIVING</strong> –<br />
früher als sonst – der blühenden Schönheit von facettenreichen<br />
Gärten, ihrer Architektur sowie Nutzung und<br />
des erfrischenden Outdoor-Lifestyles angenommen<br />
(lesen Sie unser großes Garten-Spezial ab Seite 64).<br />
Angelika Rosam<br />
Herausgeberin und Chefredakteurin<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong><br />
ZWISCHEN TULPEN, NARZISSEN UND POOLS<br />
Foto: Rafaela Pröll<br />
Weiters haben wir in unserer aktuellen Ausgabe auch<br />
die Welt der Wasserspiele unter die Lupe genommen.<br />
Ob Quellstein, Brunnen oder Kaskade – die beruhigende<br />
Wirkung und das leise Plätschern des kühlen Nasses<br />
sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Dazu gehören<br />
ebenso die Pool-Trends <strong>2025</strong>, in die wir ab der Seite 102<br />
eintauchen. Ob Sie sich letztendlich für Edelstahl oder<br />
Naturteich entscheiden, wollen wir nicht beeinflussen,<br />
dennoch sind unsere Expert:innen-Tipps betreffend<br />
Rahmen bedingungen äußerst hilfreich. Und weil wir so<br />
in Frühlingsstimmung sind, wollen wir Ihnen auch das<br />
vielseitige Universum der Outdoorküchen nicht vorenthalten,<br />
die ebenso chic wie funktional in Gärten und<br />
mondänen Dachlandschaften besonders gut zur Geltung<br />
kommen. Eine »Best of Immobilien mit Ausblick«-Story<br />
inklusive. Damit wünsche ich Ihnen inspirierende Lesemomente<br />
und einen vielversprechenden Frühlingsbeginn!<br />
Herzlichst Ihre<br />
ANGELIKA ROSAM<br />
angelika.rosam@falstaff-living.com<br />
angelikarosam, falstaff.living<br />
»Man muss den<br />
Garten wie ein<br />
Wohn- oder<br />
Esszimmer sehen:<br />
Er ist zuallererst der<br />
Lebensraum der<br />
Menschen, die dort<br />
wohnen.«<br />
WOLFGANG PRASKAC IM<br />
INTERVIEW AB SEITE 84<br />
Jetzt von unseren<br />
Expert:innen<br />
beraten lassen<br />
de.bio.top/partner<br />
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Eintauchen in<br />
100% Natur.<br />
Kristallklares Wasser, ohne Chlor.<br />
Naturpools und Schwimmteiche vom<br />
Weltmarktführer. Unübertroffene Qualität<br />
– made in Austria.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
11
02<br />
02<br />
INHALT<br />
2/<strong>2025</strong><br />
64<br />
In perfekter Harmonie:<br />
Garten gestaltung und<br />
Landschaftsarchitektur.<br />
11 EDITORIAL<br />
14 ICONS<br />
16 EXHIBITION-TIPP<br />
24 BRANCHENTELEGRAMM<br />
26 MY TASTE<br />
58 ICONOMY<br />
60 ART FIVE<br />
126 KULTSTÜCK<br />
178 MY FAVORITE PROJECTS<br />
186 DATES TO KNOW<br />
190 BEZUGSQUELLEN<br />
191 IMPRESSUM<br />
COVER<br />
FOTO: PAUL FUENTES<br />
9 004524 129934<br />
9 004524 129934<br />
ÖSTERREICHISCHE POST AG, PZ 24Z044282 P, SCHOTTENRING 2–6, 1010 WIEN<br />
2/<strong>2025</strong> WWW.FALSTAFF-<strong>LIVING</strong>.COM € 9,–<br />
<strong>LIVING</strong><br />
POOL-TRENDS BEST OF ORANGERIE EINLADEND CHIC<br />
VON EDELSTAHL STILVOLLE WÄNDE IMMOBILIEN MIT<br />
BIS NATURTEICH AUS LICHT<br />
AUSBLICK<br />
OUTDOOR-LUST<br />
DAS WACHSENDE BEDÜRFNIS NACH NATUR ALS WOHNRAUM<br />
142<br />
Frauenpower: Costanza<br />
Paravicini und ihre<br />
Töchter fertigen<br />
feinstes Porzellandekor.<br />
162<br />
Wir machen eine Reise zu den<br />
schönsten restaurierten Bauernhäusern.<br />
TRENDS<br />
18 EDITOR’S NOTEBOOK<br />
Die originellsten News und Highlights<br />
aus dem Design-Kosmos.<br />
22 DESIGNERS TO WATCH<br />
Innovativ, kreativ und ein bisschen<br />
verrückt – junge Design-Visionäre und<br />
ihre außergewöhnlichen Interior-Pieces.<br />
28 WÄNDE AUS LICHT<br />
Wintergärten und Orangerien sind die<br />
perfekte Verbindung von Wohnraum und<br />
Natur. <strong>LIVING</strong> verrät, was es bei der<br />
Planung zu beachten gilt.<br />
34 FRISCH AUFGETISCHT<br />
Der Esstisch als Blickfang im Raum – mit<br />
dieser illustren Mischung aus Klassikern<br />
und Neuheiten kein Problem.<br />
38 ACHTUNG, HEISSE WARE!<br />
Egal ob Anfänger:in oder Profi – die<br />
Kunst des Glasblasens liegt im Trend.<br />
42 FLECHTKUNST<br />
Die fröhlich bunten Körbe der Baba Tree<br />
Basket Company aus Ghana begeistern.<br />
44 KUNST-TRIP<br />
Von der Vergangenheit bis ins Heute: ein<br />
von Kunst inspirierter Spaziergang durch<br />
Kairo.<br />
GARTEN-SPEZIAL<br />
64 ALLES GANZ NATÜRLICH<br />
Wir nehmen Sie mit auf eine Reise zu den<br />
spektakulärsten Landschaftsarchitektur-<br />
Projekten von China bis in die Schweiz.<br />
80 RUHEQUELLEN IM GRÜNEN<br />
Unterschiedlichste Wasserspiele sorgen<br />
für Frische und Lebendigkeit im Garten.<br />
84 ES GRÜNT NOCH GRÜNER<br />
Das eigene Fleckchen Grün entwickelt<br />
sich immer mehr zum erweiterten Wohnund<br />
Wellnessbereich. <strong>LIVING</strong> verrät die<br />
wichtigsten Gartentrends für <strong>2025</strong>.<br />
90 KLEINE KRÄUTERFIBEL<br />
Rosmarin, Basilikum und Co. – die<br />
wichtigsten Kräuter für Ihren Garten.<br />
92 IM CHILL-OUT-MODUS<br />
Diese neuen Lounge-Landschaften sorgen<br />
für entspanntes Outdoor-Feeling.<br />
96 WIEDER ZEIT FÜR<br />
AL-FRESCO-DINING<br />
Die besten Essplatz-Arrangements<br />
für schickes Garten-Dining.<br />
98 DESIGNSTÜCKE<br />
MIT BODENHAFTUNG<br />
Farbenfrohe Teppiche als Eyecatcher<br />
für den Außenbereich.<br />
DESIGN<br />
102 EINTAUCHEN INS KÜHLE NASS<br />
Welche Trends geben <strong>2025</strong> bei Pools und<br />
Schwimmteichen den Ton an und was<br />
sollte man dabei alles im Blick haben?<br />
<strong>LIVING</strong> hat sich für Sie umgesehen.<br />
110 DIE KUNST DES<br />
OFFENEN WOHNENS<br />
Im Wohnbereich vermitteln Wände<br />
aus Glas ein Gefühl von Eleganz und<br />
Grenzenlosigkeit.<br />
114 IM NORDEN VIEL NEUES<br />
Der Hype um skandinavisches<br />
Design ist nach wie vor ungebrochen –<br />
die Geschichte eines Erfolgs.<br />
Fotos: Eric Sander/ericsander.com, christianbrandstaetter.com, beigestellt<br />
12 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
118 PALAST AUF RÄDERN<br />
Von wegen spartanisch und zweckmäßig:<br />
Bei diesen Luxuswohnmobilen sind der<br />
Gestaltung keine Grenzen gesetzt.<br />
122 WAS MACHT EIGENTLICH …?<br />
Paola Navone, die Grande Dame des<br />
italienischen Designs, und ihr unvergleichliches<br />
Schaffen im Fokus.<br />
124 HOTEL CONFIDENTIAL<br />
Das »The Isolano, Cres« spiegelt die<br />
Schönheit Kroatiens wider.<br />
GENUSS & DEKOR<br />
130 OUTDOORKÜCHEN<br />
AUF DER SONNENSEITE<br />
Hochwertige Außenküchen bereichern<br />
das Outdoor-Living<br />
136 KOCHERLEBNIS MIT FEINSCHLIFF<br />
Mit der Sonne kommt auch die Lust aufs<br />
Kochen im Freien. Kristina Breitwieser<br />
verrät im Talk mit <strong>LIVING</strong>, was eine<br />
gute Outdoorküche ausmacht und auf<br />
welche Materialien man setzen sollte.<br />
142 GARTEN AM TELLER<br />
Im Laboratorio Paravicini in Mailand<br />
entsteht prachtvoll verziertes Porzellandekor<br />
durch alte Handwerkskunst.<br />
92<br />
Lounge-Landschaften in<br />
verschiedensten Formen und<br />
Farben sorgen für Frühlingsgefühle.<br />
146 AUSWÄRTS ESSEN<br />
Martin Wetscher verrät seine<br />
Restaurant-Highlights.<br />
RESIDENCES<br />
150 EINLADENDE AUSBLICKE<br />
Ein Round-up der schönsten<br />
Immobilien mit Aussicht.<br />
156 AUF DEN RICHTIGEN<br />
STEIN GESETZT<br />
Das vielseitig einsetzbare<br />
Baumaterial Stein erfreut sich<br />
heute wieder großer Beliebtheit.<br />
162 VON DER SCHEUNE<br />
ZUM PRUNKSTÜCK<br />
Bei der Restaurierung alter Bauern -<br />
höfe vereint sich historisches Erbe<br />
mit zeitgemäßem Charme.<br />
166 MY CITY<br />
Architektur-Highlights in<br />
Kuala Lumpur.<br />
168 GROSSSTADT MIT DSCHUNGEL<br />
Der Londoner Architekt und<br />
Designer Thomas Heatherwick<br />
gestaltet Projekte mit grünem Twist.<br />
172 WO SAGT MAN MAHLZEIT?<br />
Ein Architekt, eine Forscherin und<br />
ein Koch diskutieren.<br />
INSPIRATION<br />
182 TROOPING THE COLOUR<br />
Mit diesem Dekor im angesagten<br />
Dopamine-Look hat schlechte<br />
Laune keine Chance.<br />
192 MY PERSONAL ROOM<br />
Das Team von Mezza–Maiso zeigt<br />
uns, was ihm gefällt.
architektur / ICONS<br />
FENIX MUSEUM OF MIGRATION, ROTTERDAM<br />
Am Südufer des Rotterdamer Hafens befindet sich mit dem Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten<br />
Fenix Warehouse das zeitweise größte Lagerhaus der Welt. In Zukunft wird es jedoch keine Waren<br />
mehr beherbergen, sondern wertvolle Kunstwerke. Das chinesische Studio MAD Architects wurde<br />
mit der Aufgabe betreut, dem Lagerhaus der Superlative neues Leben einzuhauchen. Das historische<br />
Erbe soll erhalten bleiben und in Form der ikonischen grünen Stahlfenster und Betonrahmen weiter<br />
bestehen. Die Fassade und das Dach in der Mitte des Gebäudes wurden entfernt und durch Glasfassaden<br />
und -decken ersetzt. Besonderes Highlight wird die spektakuläre Wendeltreppenstruktur<br />
aus Holz und Edelstahl sein, die mit der geplanten Aussichtsplattform einen atemberaubenden Blick<br />
über die Stadt bietet. Am 15. Mai dieses Jahres soll das Museum feierlich eröffnet werden. fenix.nl<br />
Foto: MAD-Architects<br />
14 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
15
exhibition-tipp / AUSSTELLUNG<br />
LEOPOLD MUSEUM: »ZEITEN DES UMBRUCHS«<br />
Die im Leopold Museum gezeigte Ausstellung widmet sich dem bisher<br />
weniger beachteten »Spätwerk« Egon Schieles von 1914 bis 1918. Die zu<br />
sehenden Werke porträtieren den realistischeren Stil des berühmten<br />
österreichischen Malers, ergänzt um Auszüge aus dem bisher unveröffentlichten<br />
Tagebuch von Edith Schiele, das neue Einblicke ermöglicht. Die<br />
Schau zeigt etwa 130 Kunstwerke aus österreichischen und internationalen<br />
Sammlungen, gegliedert in neun Themenbereiche wie »Selbst«, »Landschaft«,<br />
»Die weibliche Figur« und »Erfolg und letzte Werke«. Highlights<br />
sind das großformatige Bildnis des Malers Albert Paris von Gütersloh von<br />
1918 aus dem Minneapolis Institute of Art, Minnesota, sowie die vier bis dato<br />
unbekannten Arbeiten auf Papier, die erstmals bestaunt werden können.<br />
28. 3.–13. 7. <strong>2025</strong>, leopoldmuseum.org<br />
Foto: Národní Galerie/Prag/Foto National Gallery Prague 2024<br />
16 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
WEITERE AUSSTELLUNGSTIPPS:<br />
MAK: »Muster der Moderne«. Gezeigt wird ein rund 60-teiliges<br />
Konvolut an farbenprächtigen und oft groß gemusterten<br />
Kimonos, die aus einer großzügigen Schenkung von Henriette<br />
Friis stammen. 12. 3.–24. 8. <strong>2025</strong>, mak.at<br />
MUMOK: »Park McArthur. Contact M«. Die Ausstellung<br />
versammelt erstmals Kunstwerke, die in den 2010er- und<br />
2020er-Jahren entstanden sind, und ist eine Zusammenarbeit<br />
des mumok und des Museums Abteiberg in Mönchengladbach.<br />
15. 3.–7. 9. <strong>2025</strong>, mumok.at<br />
WIEN MUSEUM: »Wirklichkeit als Haltung. Wiener Realismus<br />
nach 1950«. Ausstellung über die Wiener Realisten als Gegenbewegung<br />
zu den Kunststilen der Nachkriegszeit.<br />
20. 3.–17. 8. <strong>2025</strong>, wienmuseum.at<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
17
editor’s notebook<br />
MId-Century Modern<br />
Mit dem »Geodesic«-Chandelier kreieren Prateek Jain & Gautam<br />
Seth ein Stück zwischen Vergangenheit und Gegenwart, Form<br />
und Funktion, Mensch und Natur – dank der unbeschreiblichen<br />
Kraft des Lichts. studiotwentyseven.com<br />
Die originellsten News und Highlights<br />
aus dem Design-Kosmos – was uns<br />
gefällt, was uns bewegt und welche<br />
Objekte Kultcharakter garantieren.<br />
Modernes Meisterwerk<br />
Das niederländische Designerduo Kiki und<br />
Joost hat sich mit dem Textilinnovator<br />
Byborre zusammengetan, um die eklektische<br />
»Raku Knit«-Bankkollektion zu erfinden.<br />
kikiandjoost.com<br />
Must-have<br />
Von küstennah bis zeitgenössisch, von<br />
minimalistisch bis mediterran, von maßgeschneidert<br />
bis strukturiert – entdecken Sie in<br />
»Defining Style« 25 der bekanntesten Designstile<br />
anhand von 150 Wohnräumen der weltweit<br />
führenden Designer:innen. PHAIDON VERLAG<br />
Let the Sunshine in<br />
Wandleuchte »Sunburst« bringt in der Tat Freundlichkeit<br />
in Ihre vier Wände. Erhältlich in Messing oder<br />
Antiksilber, sind diese vielseitigen Leuchten im<br />
ganzen Haus einsetzbar. eu.matildagoad.com<br />
Mosaikkunst<br />
S.T. Dupont hat sich mit dem<br />
Luxushaus Casablanca für eine neoantikisierende<br />
Zusammenarbeit<br />
zusammengetan, die die Schönheit<br />
und Eleganz des Sports feiert.<br />
st-dupont.com<br />
Spielerisch<br />
Designer Francesco<br />
Rota hat sich mit der<br />
Konsole »Rebus« an<br />
das gleiche »Tetris«-<br />
Spiel gewandt, um<br />
eine Reihe von<br />
kleinen Stücken zu<br />
erstellen, die das<br />
Gesamtbild dieses<br />
Interior-Piece ergeben.<br />
desalto.it<br />
Fotos: beigestellt<br />
18 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
moltenigroup.com<br />
1060 WIEN QUAS<br />
4020 LINZ MAYRBÄURL INTERIOR DESIGN<br />
4600 WELS BRUCKMÜLLER WOHNEN<br />
5020 SALZBURG SCHÖNER WOHNEN<br />
5163 MATTSEE LEIMGRUBER<br />
6263 FÜGEN WOHNDESIGN FREUDLING<br />
6371 AURACH-KITZBÜHEL BERND GRUBER<br />
8010 GRAZ GARTNER INTERIORS<br />
9020 KLAGENFURT MOSER<br />
9072 LUDMANNSDORF S3 RAUM & DESIGN<br />
An Italian<br />
Design Story
Andy Warhol, Ohne Titel (Portrait of a Woman), ca. 1953, Tusche, Graphit, Tempera auf Papier, 17,8 x 16,7 cm<br />
Startpreis € 2.500, Auktion 27. März<br />
Andy Warhol<br />
The 1950s Drawings from Daniel Blau<br />
Auktion 27. März<br />
From Grosz to Kiefer<br />
149 works on paper from Daniel Blau<br />
Auktion 28. März<br />
dorotheum.com
<strong>LIVING</strong><br />
TRENDS<br />
38<br />
42<br />
28<br />
WÄNDE AUS LICHT<br />
Mit Wintergärten und Orangerien holen<br />
wir uns die Natur ins Haus. (S. 28)<br />
FRISCH AUFGETISCHT<br />
Der kometenhafte Aufstieg des<br />
Esstisches zum Interior-Liebling. (S. 34)<br />
ACHTUNG, HEISSE WARE!<br />
Die Kunst des Glasblasens begeistert,<br />
ganz egal ob Profi oder Anfänger:in.<br />
(S. 38)<br />
FLECHTKUNST<br />
Die Handwerker:innen der Baba Tree<br />
Basket Company in Ghana fertigen<br />
kunstvolle Körbe aus Naturmaterialien.<br />
(S. 42)<br />
Fotos: Malik Pahlmann, fredrikbengtsson.com, beigestellt<br />
34
trends / PORTRÄTS<br />
Haarig Die »Hairy Bench« (l.) ist ein wahrhaft außergewöhnliches<br />
Objekt. Für die spanische Side Gallery entwarf Jonas Lutz sogar<br />
eine eigene Kollektion.<br />
PRAKTISCH MIT TWIST<br />
Jonas Lutz studierte Design im finnischen<br />
Turku, Möbeldesign an der renommierten<br />
Malmstens Linköping University in Schweden<br />
sowie Design an der Design Academy im<br />
niederländischen Eindhoven. Seine Arbeiten<br />
verbinden gekonnt skandinavische Designtraditionen<br />
mit experimentellen Techniken<br />
und zeichnen sich durch raffinierte Schlichtheit<br />
und eine sinnliche Materialästhetik aus.<br />
In seinem Studio in seiner Wahlheimat<br />
Rotterdam entwirft er Objekte, die zum<br />
Anfassen einladen und eine harmonische<br />
Balance aus Eleganz und Stärke besitzen.<br />
Als Inspiration dienen ihm die nordischen<br />
Möbeltraditionen ebenso wie die lebendige<br />
Designkultur Rotterdams. Seine Stücke<br />
zierten bereits das österreichische Schloss<br />
Hollenegg for Design, die New Yorker<br />
Designmesse Collectible, das Vitra-Loft von<br />
Sabine Marcelis und waren zuletzt im Rahmen<br />
der Stockholm Design Week zu sehen.<br />
»Es war für mich nie die Frage, ob ich etwas<br />
mache. Ich mache es einfach«, beschreibt der<br />
junge Designer seine Einstellung.<br />
DESIGNERS<br />
TO WATCH<br />
Praktisch und außergewöhnlich<br />
zugleich sind die teils von futuristischen<br />
Formen geprägten Interior-Pieces<br />
dieser jungen Designtalente.<br />
TEXT ANJA KLEINSCHUSTER<br />
Jonas Lutz<br />
Der gebürtige Finne<br />
studierte Design und<br />
Möbeldesign in<br />
Finnland, Schweden<br />
und den Niederlanden.<br />
Heute lebt er in<br />
Rotterdam und fertigt<br />
dort in seinem Studio<br />
mutige und zugleich<br />
zeitlose Interior-Stücke.<br />
jonaslutz.com<br />
Schwungvoll<br />
Für die »Curvy Box« verwendete<br />
der Designer massives Nussholz.<br />
Fotos: STUDIO PIM TOP, beigestellt<br />
22 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Ausgeklügelt Bei der<br />
»Bubble Lamp« wird der<br />
aufgeblasene Lampenkörper<br />
durch Ringe geklemmt, um<br />
die »Gelenke« zu bilden.<br />
Studio Ololoo<br />
Zhen Bian (l.) und seine<br />
Partnerin Jaco Qian,<br />
geboren 1992 und<br />
1994 in China, liefern<br />
mit ihrem Studio<br />
Ololoo die passenden<br />
Designantworten auf<br />
die Phänomene des<br />
Alltags.<br />
studioololoo.com<br />
INNOVATIV<br />
Die Entwürfe des chinesischen Studios Ololoo<br />
strotzen nur so vor Kreativität und Einfallsreichtum.<br />
Gegründet wurde es 2021 von Zhen<br />
Bian und seiner Lebenspartnerin Jaco Qian.<br />
Bian ist Absolvent der Staatlichen Hochschule<br />
für Gestaltung Karlsruhe und arbeitete schon<br />
als Praktikant beim niederländischen Design-<br />
Maestro Marcel Wanders, Jaco Qian besuchte<br />
das Politecnico di Milano in Italien. Bei einem<br />
Konzert der finnischen Symphonic-Metal-<br />
Band Nightwish lernten sie sich kennen – der<br />
Rest ist Geschichte. Ihre Designs erforschen<br />
die Bedürfnisse des Alltags auf einzigartige<br />
Weise, die verwendeten Materialien sind<br />
durchgehend nachhaltig. Wie beispielsweise<br />
ihr »Bubble Stool«, ein Hocker aus Eschenholz,<br />
überzogen mit recycelbaren TPU-Airbags,<br />
der mit dem Dezeen Award in der Kategorie<br />
»Furniture design of the year« ausgezeichnet<br />
wurde. Auch ihre galaktisch anmutende<br />
»Bubble Lamp« sorgte für Aufsehen.<br />
Auf der Mailänder Möbelmesse Salone del<br />
Mobile 2024 belegte sie den ersten Platz beim<br />
SaloneSatellite Award.<br />
Kugelsicher Dieses schlicht »Vase« benannte<br />
Objekt besteht aus recycelbarem TPU und<br />
Edelstahl. Auf der wellenförmigen Oberfläche<br />
entsteht bei Sonnenschein ein schönes<br />
Licht-und-Schatten-Spiel.<br />
Aufgeblasen Der »Bubble Stool« ist<br />
von Seifenblasen inspiriert. Gefertigt<br />
wurde er aus einem TPU-Luftsack,<br />
die Schrauben sind geschickt im<br />
Inneren versteckt.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
23
trends / NEWS-TICKER<br />
+++ BRANCHEN-<br />
TELEGRAMM<br />
Was kommt? Was ist en vogue?<br />
Wer designt mit wem und warum?<br />
Ein kurzer Newsflash aus der Welt<br />
des Designs und der Architektur.<br />
+++ KOSTBAR. Die Wiener Emailmanufaktur FREYWILLE präsentiert ihre neueste<br />
Schmuckkollektion »Mucha Paris«, inspiriert von berühmten Arbeiten der Jugendstilikone<br />
Alphonse Mucha. Die Lilie steht im Mittelpunkt des neuen Designs und porträtiert die<br />
Symbiose von zarter Schönheit und zeitloser Eleganz. Die »Mucha Paris«-Schmuckkollektion<br />
ist ab sofort weltweit in den Boutiquen sowie unter freywille.com erhältlich. +++<br />
+++ FARBTUPFER. Dass Farbe und Technik wunderbar zusammenpassen, beweist die gemeinsame Kollektion<br />
der Elektronikmarke Lexon mit Pantone, bei der fünf bekannte Lexon-Klassiker ein farbenfrohes Update bekommen.<br />
Die Produkte sind in den Farben Mimosa, Classic Blue, Rose Quartz, Sand Dollar, Pastel Green und einem leuchtenden<br />
Rot erhältlich. Zusätzlich ziert jedes der Stücke ein weißes Band mit dem ikonischen Pantone-Branding. +++<br />
+++ ERHELLEND. Mit seiner neuen Leuchten-Kollektion »POSE« sorgt der britische Designer<br />
Tom Dixon mit minimalistischer und doch ausdrucksstarker Optik für erhellende Momente. Die klaren<br />
geometrischen Linien und die auffällig monochrome Oberfläche lassen die Leuchten wie architektonische<br />
Objekte wirken. Die »POSE« gibt es in den zwei Varianten »Portable« und<br />
»Task Light« sowie in den Farbtönen Gold, Silber, Indigo, Putty und Kelp. +++<br />
+++ MUST-HAVE. Der in limitierter Auflage produzierte Sessel »Dezza« der italienischen<br />
Luxusledermarke Poltrona Frau ist eine Hommage an den verstorbenen Architekten<br />
Gio Ponti. Das leuchtende Blau erinnert an die von Ponti für das »Hotel dei Principi« entworfenen<br />
Innenräume. Eine bislang unveröffentlichte Illustration Pontis diente als Vorlage<br />
für das besondere Polstermuster, bestehend aus 26 stilisierten Händen. +++<br />
+++ EINFACH WAU! Passende Wohnaccessoires für Hunde und<br />
ihre Menschen – diese süße Idee stammt von der bei Tierliebhaber:innen bekannten<br />
Marke Kismet, die gemeinsam mit der in Brooklyn lebenden Keramikerin Helen Levi<br />
eine limitierte Kollektion von Bechern für Zweibeiner und Hundenäpfe für ihre<br />
geliebten Fellnasen entworfen hat. +++<br />
Fotos: beigestellt<br />
24 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
my taste<br />
THOMAS<br />
HOPFGARTNER<br />
THOMAS HOPFGARTNER<br />
ist Gründer und Geschäftsführer<br />
von <strong>LIVING</strong> DELUXE<br />
Luxury Real Estate, dem<br />
führenden Anbieter exklusiver<br />
Premiumimmobilien<br />
in Österreichs Bestlagen<br />
mit Standorten in<br />
Wien, Kitzbühel und am<br />
Wörthersee. Sein<br />
renommiertes Unter nehmen<br />
zeichnet sich durch ein<br />
herausragendes Port folio<br />
an exklusiven Objekten,<br />
ein maßgeschneidertes<br />
Service und eine diskrete<br />
Vermittlung aus.<br />
livingdeluxe.com<br />
Was lieben designaffine Menschen<br />
privat? Mit welchen Stücken<br />
umgeben sie sich, was hinterlässt<br />
Eindruck? Thomas Hopfgartner hat<br />
uns seine fünf Favoriten verraten.<br />
Sofa »Beverly« von Michele Bönan<br />
»Der Stil des Architekten und Interior-Designers<br />
Michele Bönan ist sowohl klassisch als auch raffiniert<br />
und bereichert jede Immobilie auf einzigartige Weise.<br />
Michele Bönan ist unter anderem der Interior-<br />
Designer sämtlicher Cipriani-Hotels.«<br />
Geschirrserie »Fascinating Myths« von Ginori<br />
»Geschirr von Ginori macht jedes Gericht zu einem<br />
sinnlichen Erlebnis und verwandelt jeden Tisch<br />
in ein ganz besonderes Design-Highlight.«<br />
Skulptur aus<br />
der Serie<br />
»Melting Houses«<br />
von Erwin Wurm<br />
»Diese Skulptur von<br />
Erwin Wurm nimmt<br />
für mich einen ganz<br />
besonderen Stellenwert<br />
ein, da sie als Cover-<br />
Kunstwerk für unser<br />
erstes <strong>LIVING</strong>-DELUXE-<br />
Magazin ausgewählt<br />
wurde.«<br />
Bildband »Capri Dolce Vita« von Assouline<br />
»Coffee Table Books sind nicht nur interessante<br />
Lektüren, sondern auch besondere Dekorations-<br />
Highlights. Dieser Bildband versetzt mich beim<br />
Durchblättern in das Dolce Vita Italiens und weckt<br />
Erinnerungen an unvergessliche Momente.«<br />
Stehleuchte<br />
»Melt Cone Fat«<br />
von Tom Dixon<br />
»Die Stehleuchte<br />
von Tom Dixon<br />
fasziniert mich<br />
aufgrund ihrer<br />
organischen Form<br />
und der einzigartigen<br />
Lichtwirkung.<br />
Inspiriert von<br />
heiß geblasenem<br />
Glas und gefertigt<br />
mit Vakuummetallisierung,<br />
entfaltet<br />
sie eine außergewöhnliche<br />
Tiefe<br />
und Brillanz, die<br />
jeden Raum<br />
aufwertet.«<br />
Fotos: beigestellt<br />
26 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Design<br />
Neuheit<br />
Minimalismus gedacht.<br />
Großschattig gemacht.<br />
markilux Designmarkisen made in Germany.<br />
Das konsequent eckige Design der neuen pergola style steht klar im Fokus,<br />
verleiht es diesem Sonnenschutzsystem doch eine moderne Leichtigkeit.<br />
Konsequent, herzerwärmend, cool – bei Tag und Nacht. markilux.com<br />
Mehr Infos?<br />
| Marke | z.B. markilux pergola style
trends / WINTERGÄRTEN UND ORANGERIEN<br />
WÄNDE<br />
AUS LICHT<br />
Zwischen Himmel und Erde, Haus und Natur – ein Wintergarten<br />
ist nicht bloß ein Anbau, sondern eine Bühne für Licht und Leben.<br />
Ob modern-kubistisch oder mit viktorianischem Flair, als ganzjähriger<br />
Wohnraum oder saisonale Oase: Wer das Spiel der<br />
Jahreszeiten hautnah erleben will, braucht einen Partner mit<br />
Know-how, guter Planung, viel Glas und noch mehr Feingefühl.<br />
TEXT SUSANNA PIKHART<br />
Foto: beigestellt<br />
28 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Architektonische Fusion<br />
Ein beeindruckender viktorianischer<br />
Wintergarten in Holz-Aluminium-Bauweise –<br />
außen schwarz, innen weiß – modern<br />
interpretiert. krenzer.de<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
29
trends / WINTERGÄRTEN UND ORANGERIEN<br />
Der erste Kaffee im lichtdurchfluteten<br />
Morgenambiente, das sanfte Spiel der<br />
Sonnenstrahlen auf den Pflanzen oder<br />
die behagliche Atmosphäre an einem<br />
regnerischen Tag: »Ein gut geplanter Wintergarten<br />
wird zum Lieblingsplatz – einem Ort, der<br />
inspiriert, entschleunigt und den Alltag auf besondere<br />
Weise bereichert«, sagt Manfred Aigner<br />
von Aigner-Gartenkult in Oberösterreich.<br />
»Aktuell sind minimalistische Verglasungen mit<br />
maximaler Transparenz besonders gefragt«,<br />
erklärt Sarah Krenzer, Mitinhaberin des traditionsreichen<br />
Familienunternehmens Krenzer, das<br />
seit 96 Jahren auf Architektur in Glas spezialisiert<br />
ist. »Gleichzeitig gelten viktorianische<br />
Wintergärten und Orangerien als zeitlose<br />
Klassiker, die durch ihre Eleganz und stilvolle<br />
Ausführung nie an Relevanz verlieren.«<br />
So oder so sind die Ergebnisse eine Augenweide<br />
– als Anbau ans Haus oder frei stehende<br />
Orangerie im Garten, als ganzjährig nutzbarer<br />
Wohnraum oder saisonale Zuflucht für Pflanzen<br />
und Menschen: Die Möglichkeiten sind heute so<br />
vielfältig wie die Wünsche der Bauherr:innen.<br />
Doch was macht den perfekten Wintergarten<br />
aus? Welche Bauweisen und Stile gibt es? Und<br />
worauf muss man bei der Planung achten?<br />
»Ein Wintergarten schafft<br />
eine harmonische Verbindung<br />
zwischen Architektur und<br />
Natur, zwischen Wohnraum<br />
und Garten. Und er wertet<br />
die Immobilie auf.«<br />
SARAH KRENZER Krenzer – Architektur in Glas<br />
Eine Klasse für sich<br />
Dreifachverglasungen mit Hitzeschutz<br />
und UVA-Filter und intelligente Be- und<br />
Entlüftungssysteme sorgen heute auch<br />
bei viktorianischen Wohnwintergärten<br />
für zeitgemäßen Komfort.<br />
schubert-wintergarten.de<br />
VERSPIELT BIS PURISTISCH<br />
Wintergärten gibt es zwar in zahlreichen<br />
Designs, doch grundsätzlich lassen sie sich in<br />
zwei Stilrichtungen einteilen: klassisch-verspielt<br />
oder modern-puristisch. Viktorianische<br />
Wintergärten zeichnen sich durch filigrane<br />
Metallkonstruktionen, verschnörkelte Details<br />
und meist eine aufwendige Dachgestaltung aus.<br />
Sie erinnern an die Glaspaläste des 19. Jahrhunderts<br />
und verleihen jedem Anwesen einen<br />
nostalgischen Charme. Meist in Schwarz und<br />
Dunkelgrün gehalten, fügen sie sich ideal in<br />
historische Bauten oder romantische Gärten<br />
ein. Aigner: »Ein besonders gefragtes Gestaltungselement<br />
ist das steile Satteldach im<br />
englischen Stil, meist mit einer Neigung von<br />
45 Grad und einer feinen Rasterung aus<br />
schmalen Glasfeldern. Diese Architektur<br />
verleiht dem Raum nicht nur eine eindrucksvolle<br />
Höhe und ein luftiges Volumen, sondern<br />
schafft auch eine elegante Atmosphäre.«<br />
Fotos: beigestellt, Malik Pahlmann<br />
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Verwandlungskünstler<br />
Ein saisonaler Wintergarten ist flexibel<br />
in der Nutzung. Mit Glas-Schiebeelementen<br />
wird er zum geschützten<br />
Refugium oder auch wieder schnell<br />
zum Outdoorbereich. solarlux.com<br />
Moderne, kubistische Wintergärten hingegen<br />
setzen auf klare Linien, minimalistische<br />
Konstruktionen und großflächige Glasfronten.<br />
Aluminium- oder Holz-Alu-Konstruktionen<br />
sowie Stahlrahmen sorgen hier für Stabilität<br />
und für ein fast schwebendes Erscheinungsbild.<br />
»Raumhohe Verglasung, möglichst viele<br />
Öffnungsmöglichkeiten durch Glasschiebeelemente<br />
und Barrierefreiheit sind angesagt«,<br />
so Christian Paltram, Geschäftsführer von<br />
Livingglas mit mehr als 35 Jahren Erfahrung<br />
im Wintergartenbau. Apropos Verglasung:<br />
Sky-Frame-Fenster setzen hier neue Maßstäbe<br />
im Design, MHB-Stahlfenster setzen auf<br />
spezielle Dämmtechnik und Ästhetik.<br />
»Sicherheitsglas ist ein Muss«, betont ><br />
Wilde Romantik<br />
»Cornwall« heißt das derzeit<br />
besonders beliebte Orangerie-<br />
Modell. Für eine repräsentative<br />
Anmutung wird es auf einer<br />
Klinkermauer errichtet.<br />
aigner-gartenkult.at<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
31
trends / WINTERGÄRTEN UND ORANGERIEN<br />
Symbiose der Lebensräume<br />
Der Wintergarten »Livingbox«<br />
kann mithilfe spezieller Glas-<br />
Design-Schiebesysteme als<br />
Anbau oder frei stehend errichtet<br />
werden. livingglas.at<br />
wird oft für Kaltwintergärten gewählt, die als<br />
Rückzugsorte in der Übergangszeit dienen.<br />
»Bei beiden Varianten sollten Bauherr:innen<br />
auf die Einhaltung eines hohen Qualitätsstandards<br />
achten«, unterstreicht Beitl. Das<br />
gilt generell auch für wichtige Komponenten<br />
wie Entwässerung, Beschattung und Belüftung.<br />
»Bei modernen Wintergärten lassen<br />
sich diese mit einer Steuerung, oft auch<br />
remote über mobile Endgeräte, bequem<br />
regulieren.« Ebenso die Beleuchtung. Denn<br />
sobald die Abenddämmerung einsetzt,<br />
sorgen geschickt platzierte Lichtquellen für<br />
ein gemütliches Ambiente. <<br />
><br />
Manfred Aigner, »und Isolierglas verbessert<br />
das Raumklima erheblich.« Diese moderne<br />
Wintergartenbauweise passt gut zu zeitgenössischer<br />
Architektur und schafft eine fließende<br />
Verbindung zwischen Innen- und Außenraum.<br />
ABHÄNGIG ODER SELBSTSTÄNDIG<br />
Ein Wintergarten kann auf unterschiedliche<br />
Weise ins bestehende Wohnkonzept integriert<br />
werden. Als Anbau – die klassische Variante –<br />
an einer bestehenden Hausfassade sorgt eine<br />
durchgehende Front für maximale Lichtausbeute<br />
und ermöglicht eine ungehinderte Aussicht in<br />
den Garten. Eine raffinierte Lösung ist ein<br />
Wintergarten ums Eck, der zwei Hausseiten<br />
miteinander verbindet. Dadurch entsteht ein<br />
besonders großer, lichtdurchfluteter Raum, der<br />
ideal als Winterlounge genutzt werden kann.<br />
Ein frei stehender Wintergarten oder eine<br />
Orangerie (historisch gesehen ein repräsentatives<br />
Gewächshaus, das ursprünglich zur<br />
Überwinterung empfindlicher Pflanzen wie<br />
Zitrusbäume diente) bietet maximale Flexibilität<br />
und Eigenständigkeit. Ob als gläsernes Gartenhaus,<br />
stilvoller Minidschungel mit Wohnflair<br />
oder separater Rückzugsort mitten im Grün –<br />
hier kann man sich eine kleine Oase schaffen,<br />
die vom Haupthaus unabhängig ist. »Jede<br />
Nutzungsmöglichkeit verlangt spezielle Lösungen<br />
in Bezug auf die technische Ausführung,<br />
Statik, Wind- und Schneelasten, Hitze- und<br />
Wärmeschutz, Beschattungen und Lüftungsmöglichkeiten«,<br />
erklärt Klaus Schubert von der<br />
gleichnamigen Wintergarten-Manufaktur.<br />
»Wenn diese Para meter nicht logisch und<br />
fallbezogen gelöst sind, wird ein Glas(an)bau<br />
schnell zur Last statt Lust.«<br />
SAISONAL STATT GANZJÄHRIG?<br />
Ein entscheidender Faktor bei der Planung ist<br />
die Frage, ob der Wintergarten das ganze Jahr<br />
über als Wohnraum dienen soll oder nur<br />
saisonal beziehungsweise als Kaltwintergarten<br />
genutzt wird. »Der beheizte, wärmegedämmte<br />
Wohnwintergarten ist eine vollwertige<br />
Erweiterung des Hauses und erfordert eine gut<br />
durchdachte Isolierung sowie eine effiziente<br />
Heizlösung«, sagt Glasbau-Experte Schubert.<br />
»Fußbodenheizung, Infrarotpaneele oder eine<br />
Anbindung an das zentrale Heizsystem sind<br />
bewährte Optionen«, ergänzt Gerhard Beitl<br />
von Solarlux. Der saisonale Wintergarten<br />
hingegen ist unbeheizt oder nur mit zusätzlichem<br />
Heizstrahler ausgestattet. Diese Variante<br />
DIE BIG FIVE DER<br />
GUTEN PLANUNG<br />
1. Bedarfsanalyse. Wie soll der Wintergarten<br />
genutzt werden – als vollwertiger<br />
Wohnraum, saisonaler Rückzugsort oder<br />
als Glashaus für Pflanzen? Welche<br />
Einrichtung ist vorgesehen? Diese Entscheidungen<br />
beeinflussen maßgeblich<br />
die Wahl der Konstruktion, Verglasung,<br />
Dämmung und Beheizung.<br />
2. Ort, Art, Ausrichtung. Welcher Stil<br />
(viktorianisch, modern), welche Geometrie<br />
und Dachform? Die Ausrichtung<br />
beeinflusst das Raumklima: Nach Süden<br />
hin erhält man maximale Sonneneinstrahlung,<br />
Nordlage bringt angenehme<br />
Temperaturen im Sommer.<br />
3. Materialwahl. Aluminium-, Holz- oder<br />
Stahlkonstruktion? Jedes Material hat<br />
Vor- und Nachteile in Bezug auf Optik,<br />
Pflege und Dämmwerte. Verglasung:<br />
Sicherheitsglas ist ein Muss, Isolierglas<br />
ratsam. Wichtig: gute Balance zwischen<br />
Design und Stabilität.<br />
4. Strom-/Wasseranschlüsse. Eine<br />
vorausschauende Planung der Energieund<br />
Wasserversorgung ermöglicht größtmöglichen<br />
Komfort – für Beleuchtung,<br />
Heizung, Belüftung, Beschattung und<br />
die Bewässerung von Pflanzen.<br />
5. Baugenehmigung. Je nach Standort<br />
und Bauweise können behördliche Auflagen<br />
oder statische Anforderungen<br />
relevant sein. Frühzeitige Klärung spart<br />
Zeit und vermeidet Planungsfehler.<br />
Foto: beigestellt<br />
32 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
RENDERING<br />
HWB 42 kWh/m²a
trends / ESSTISCHE<br />
FRISCH<br />
AUFGETISCHT<br />
Längst ist der Esstisch vom notwendigen Möbelstück zum trendigen Interior-Piece<br />
avanciert. Minimalistische Kombinationen aus Stein, Holz und Aluminium vermitteln<br />
dabei Leichtigkeit und Poesie. Manche Dining Tables bringen sogar eine neue<br />
Sitzordnung ins Haus und begeistern in- wie auch outdoor.<br />
TEXT FLORENTINA WELLEY<br />
German Design Award Winner<br />
Die Serie »KENT« von Draenert umfasst<br />
Ess-, Couch- und Beistelltische aus<br />
Naturstein, Holz, Glas, Metall und mit<br />
patentierten Auszugsfunktionen.<br />
draenert.de<br />
34 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
»Lindy«<br />
Die Serie von Färg Blanche<br />
für Johanson begeistert in<br />
verschiedenen Größen<br />
und Farben.<br />
fargblanche.com<br />
johansondesign.com<br />
Der Esstisch ist nicht nur Ort für<br />
Mahlzeiten. Er ist das Herzstück jedes<br />
Zuhauses, an dem man sich trifft,<br />
diskutiert und gemeinsam Zeit<br />
verbringt. Umso schöner, dass der Alleskönner<br />
heute nicht nur multifunktional designt ist,<br />
sondern auch Statements setzt. Als Eyecatcher<br />
legt er mit ungewöhnlichen Kombinationen aus<br />
Material und Form endlich sein biophiles Design<br />
ab. Marken wie Draenert oder Casa Milano<br />
kombinieren Marmor mit Metall oder lackiertem<br />
Holz, abgerundeten Kanten und geschwungenen<br />
Linien. Die minimalistische Form, die<br />
Designer Wolfgang C. R. Mezger dem Esstisch<br />
»1550 KENT« für Draenert verlieh, verändert<br />
mit seiner asymmetrischen Tischplatte aus Natur -<br />
stein auch gleich die traditionelle Sitzordnung.<br />
Der Entwurf erinnert an Nierentische der<br />
1950er-Jahre. Die Maserung der Platte und der<br />
Unterbau aus Alu-Halbschalen lassen den Tisch<br />
wie eine moderne Skulptur wirken: Das<br />
Esszimmer wird zur Galerie. Dafür wurde<br />
»KENT« mit dem German Design Award <strong>2025</strong><br />
ausgezeichnet.<br />
Das schwedische Designstudio Färg Blanche<br />
wiederum serviert kräftige Farben in klarem<br />
Design. Das Stockholmer Designerduo stellte seine<br />
Tischserie »Lindy« auf der Stockholmer Möbel-<br />
»Virgola«<br />
Der Tisch von Casamilano ist mit<br />
einer Platte aus Marmor und<br />
Birkenmaser, wie auch mit glänzend<br />
lackiertem Sockel verfügbar.<br />
casamilanohome.com<br />
messe vor. »Der Name Lindy ist eine An spielung<br />
auf den Lindy Hop, einen Tanz, der uns als Inspi -<br />
ration für unsere früheren Entwürfe für Johanson<br />
diente«, so Emma Marga Blanche. Das zarte<br />
Metallgestell und eine Verbindung aus elo xiertem<br />
Aluminium zeigen den Charakter der Serie.<br />
METALL, HOLZ UND GLAS<br />
Fotos: beigestellt, fredrikbengtsson.com<br />
Auf zarte Farbtöne und brutalistisch anmutende<br />
Materialien wie Beton setzt hingegen die<br />
italienische Designerin Francesca Lanzavecchia.<br />
Ihr Entwurf »Virgola« für Casamilano steht auf<br />
einem Betonsockel und hat eine strapazierfähige<br />
Platte aus Glas oder massivem Irokoholz für die<br />
Outdoor-Verwendung.<br />
Wie eine Skulptur wirkt auch der Esstisch<br />
»Molecola« von Massimo Castagna für Gallotti<br />
Radice. Mit einer Platte aus gehärtetem Glas und<br />
einer Basis aus handgebürsteten Holzzylindern,<br />
die unregelmäßig angeordnet sind, erinnert der<br />
Sockel an eine Abfolge von Molekülen. Auch<br />
Kelly Wearstlers »NUDO Ping Pong Tablee« ist<br />
multifunktional. Ursprünglich hatte die Amerikanerin<br />
die Serie »NUDO 2.0« in Kooperation<br />
mit der Natur steinmarke ARCA für Tisch- ><br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
35
trends / ESSTISCHE<br />
»Molecola«<br />
Hier vereinen sich eine<br />
transparente Glasplatte und ein<br />
Zylindersockel aus handge<br />
bürstetem Holz. Die Basis gibt<br />
es in den Farben Ziegel, Seil,<br />
Anthrazit oder Elfenbein.<br />
gallottiradice.it<br />
><br />
tennis entworfen. Wird das Netz aber<br />
entfernt, verwandelt er sich im Handumdrehen<br />
in einen Esstisch. Wearstler verwendete Onyx,<br />
da es mehr Licht durchlässt als Marmor und<br />
optisch mehr Leichtigkeit mitbringt.<br />
KLEIN, ABER FEIN<br />
Der runde Dining Table »Antilles« von Luca<br />
Nichetto für Wittmann tischt wiederum<br />
Retro-Optik auf. Inspiriert von den farbenfrohen<br />
Broschen Josef Hoffmanns entwarf<br />
Nichetto eine Tischkollektion mit Platten aus<br />
seltenen Marmorsorten. Für kleinere Essplätze<br />
eignet sich auch der elegante Tisch »Baguette«<br />
von Ronan & Erwan Bouroullec für Magis. Die<br />
Neuauflage des Modells hat Beine aus Aluminiumdruckguss,<br />
eine Platte aus furniertem Fenix<br />
mit Kanten aus lackiertem ABS und ist für inwie<br />
outdoor geeignet. <<br />
»Ping Pong Table«<br />
Die Kollektion »NUDO 2.0« von Kelly<br />
Wearstler x ARCA umfasst auch<br />
einen Tischtennistisch aus Onyx,<br />
der durch Entfernen des<br />
Netzes zum Esstisch wird.<br />
kellywearstler.com<br />
»Antilles«<br />
Die runde Dining-Table-Serie<br />
von Luca Nichetto setzt<br />
seltene Marmorsorten ein.<br />
wittmann.at<br />
»Baguette«<br />
Der kleine Esstisch eignet sich für<br />
in- und outdoor. Die Beine sind aus<br />
Druckguss-Alu und die Tischplatte aus<br />
furniertem Fenix, mit Kanten aus lackiertem<br />
ABS. In drei Farbkombina tionen erhältlich.<br />
magisdesign.com<br />
Fotos: beigestellt, housetribeca.com<br />
36 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
<strong>LIVING</strong> THE BEST VIEW.<br />
Das rahmenlose Premium-Schiebefenster ermöglicht ein<br />
grenzenloses Raumerlebnis voller Licht, Luft und Atmosphäre.<br />
Schweizer Perfektion seit 1886 | swissfineline.com
trends / GLASBLÄSER:INNEN<br />
Kunst aus Glas<br />
Objekt aus der Galerie von<br />
Glasprofi Robert Comploj. Die<br />
raffinierte Verspiegelung ist<br />
mittlerweile ein Markenzeichen.<br />
studiocomploj.com<br />
Fotos: beigestellt, SERGIU ANDRES<br />
38 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
ACHTUNG,<br />
HEISSE WARE!<br />
Glasblasen ist das neue Töpfern: Es ist erstaunlich, was<br />
sich aus dem spröden Material alles formen lässt, wenn man<br />
es erhitzt. Ein Besuch im Studio Comploj, wo Anfänger:innen<br />
lernen, wie man Glas bearbeitet. Junge Designer:innen<br />
entdecken alte Techniken gerade neu. TEXT KARIN CERNY<br />
In der Ankündigung zum Kurs hieß es:<br />
festes Schuhwerk und T-Shirt, trotz winterlichen<br />
Temperaturen. Wer zum ersten Mal<br />
mit dem Thema Glasblasen in Berührung<br />
kommt, weiß nicht so recht, was einen<br />
erwartet. Töpfern: Das kennt man mittlerweile.<br />
Aber Glasblasen? Der Tiroler Robert<br />
Comploj bietet Anfänger:innenkurse an. Sein<br />
Studio im 18. Wiener Gemeindebezirk ist<br />
weitläufig und hell. Man betritt es durch den<br />
Galerie-Raum, der mit riesigen Glasobjekten<br />
bestückt ist. Im nächsten Raum merkt man<br />
schnell, dass hier gearbeitet wird. Sogar die<br />
Greifzangen hängen geordnet an der Wand.<br />
IN BEWEGUNG BLEIBEN<br />
So werden beide Gehirnhälften gefordert.<br />
Robert Comploj hat am renommierten<br />
Corning Museum of Glass in New York<br />
studiert. Nach Stationen in den USA,<br />
England und Dänemark kehrte er nach<br />
Österreich zurück. Obwohl es hierzulande<br />
eine lange Glas-Design-Tradition gibt, fehlt<br />
Hitzebeständig<br />
Robert Comploj bei der Arbeit<br />
in seinem Wiener Studio, wo<br />
auch regelmäßig Kurse für<br />
Anfänger:innen stattfinden.<br />
studiocomploj.com<br />
nach wie vor eine universitäre Ausbildung.<br />
Ein Problem, wenn es darum geht, dieses<br />
traditionsreiche Handwerk an eine jüngere<br />
Generation weiterzugeben. Während die<br />
Töpferkunst in Wien boomt, sieht es ums<br />
Glas schlechter aus. In Böhmen, Italien<br />
(Murano!) und Skandinavien sind die<br />
europäischen Zentren des Glasmachens. Das<br />
zeigt sich auch am Output, bestes Beispiel<br />
dafür sind die farbenfrohen Glasobjekte der<br />
Dänin Helle Mardahl. Sie machen gute<br />
Laune, weil sie an Süßigkeiten erinnern.<br />
Auch der schwedische Shootingstar Gustaf<br />
Westman hat chunky Vasen und Weingläser<br />
im Sortiment. Er lässt sie allerdings in<br />
Tschechien herstellen wie so viele. ><br />
Und dann geht es zum Herzstück der Anlage:<br />
einem Ofen, in dem das geschmolzene Glas<br />
gesammelt wird, »120 Kilogramm, das auf<br />
1.100 Grad erhitzt und dadurch flüssig wird«,<br />
erklärt Robert Comploj. Der Ofen läuft ohne<br />
Pause, außer wenn er einmal im Jahr gereinigt<br />
wird. Wir lernen, wie man Glas mit einem<br />
Metallrohr aufnimmt und in Bewegung hält.<br />
Nur nicht an die heißen Stellen greifen! Die<br />
linke Hand dreht, die rechte bearbeitet das<br />
Material, das aber schnell wieder fest werden<br />
kann. Man bekommt definitiv Respekt für<br />
die Arbeit: das richtige Timing, die perfekten<br />
Handbewegungen und dann nur das Stück<br />
nicht fallen lassen auf dem Weg zur Kühlbox.<br />
Beim finalen Stück, einer Kugel, die innen<br />
hohl ist und perfekt auf den Christbaum<br />
passt, probieren wir aus, wie man Glas bläst.<br />
Man braucht einiges an Puste. Und natürlich<br />
muss man weiterdrehen, während man bläst.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
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trends / GLASBLÄSER:INNEN<br />
Bonbon-Objekte<br />
Glaskunst aus Dänemark:<br />
Helle Mardahl ist für ihre<br />
farbenfrohe, organische<br />
Candy-Ästhetik bekannt.<br />
hellemardahl.com<br />
FLIESSENDE FORMEN<br />
Auch das Wiener Label Ursula Futura von<br />
Kathrin Zelger lässt in einer kleinen Manufaktur<br />
in Tschechien produzieren. Zelger<br />
gehört zu einer Generation von jungen<br />
Designer:innen, die auf kräftige Farben setzt.<br />
Ihre Glasobjekte sind funktional, machen sich<br />
aber auch als Deko bestens. Sie spielen damit,<br />
dass jedes Stück individuell ist, weil es mit der<br />
Hand hergestellt wurde. In Kollaborationen<br />
werden neue Formen ausprobiert. So sind für<br />
den Getränkehersteller Vöslauer aus recycelten<br />
Glasflaschen organische Karaffen entstanden,<br />
die wirken, als wären sie aus zerdrücktem<br />
Plastik. Eine spannende Art, das harte Material<br />
weich und formbar aussehen zu lassen. Dieser<br />
spielerische Zugang macht zeitgenössische<br />
Glaskunst so faszinierend. Beim Kurs merkt<br />
man aber auch, wie schwer das ist. Immerhin<br />
lernt man im Fortgeschrittenen-Teil, sein erstes<br />
Trinkglas herzustellen.<br />
<<br />
Genoppt<br />
Der schwedische Design-Shootingstar<br />
Gustaf Westman hat auch<br />
klobige Weingläser, Tassen und<br />
Vasen im Sortiment.<br />
gustafwestman.com<br />
Bunte Dessertbecher<br />
Die Wiener Designerin<br />
Kathrin Zelger nennt ihr Label<br />
Ursula Futura. Die Stücke<br />
werden per Hand geformt.<br />
ursulafutura.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
40 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
MEHR VOM BAD,<br />
MEHR VOM LEBEN<br />
Lichtspiegel mit<br />
Antibeschlag-Funktion.<br />
Frische Luft durch die<br />
DuoFresh Geruchsabsaugung.<br />
Mehr Platz in der Schublade dank<br />
flachem Siphon.<br />
Mehr Sauberkeit mit der<br />
TurboFlush Spültechnologie.<br />
Den Alltag zu optimieren ist simpel. Zumindest mit einem Bad von Geberit. Lupenreine Sauberkeit,<br />
maximaler Komfort, mehr Stauraum, zeitloses Design und bequeme Barrierefreiheit sind nur<br />
einige der zahlreichen Vorzüge in einem Bad von Geberit. Kurz gesagt: Man hat mehr vom Leben.<br />
Mehr erfahren: www.geberit.at/bad
trends / STROHKÖRBE<br />
»Tapoh Bag« und »Slim Line Shoulder Bag«<br />
Jeder Einkaufskorb stammt von unterschiedlichen<br />
Handwerker:innen. Diese hier wurden von Christiana<br />
Anaba und Nsohbillah Alagbona gefertigt. Für jedes<br />
verkaufte Produkt gibt es eine Provision von<br />
12,5 Prozent.<br />
babatree.com<br />
FLECHTKUNST<br />
Dass nachhaltig erzeugte Wohnaccessoires chic sind und gleichzeitig auch Lebensfreude<br />
versprühen können, beweisen die Körbe der Baba Tree Basket Company aus Ghana. Die<br />
Fair-Trade-Stücke sind nicht nur dekorativ, sondern zeigen, wie sich Erbe und Respekt vor<br />
einem alten Handwerk mit Natur und Contemporary Design verflechten lassen.<br />
TEXT FLORENTINA WELLEY<br />
Fotos: beigestellt<br />
42 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Art Basket »Mary Ayinbora’s Special«<br />
Dieser Korb wurde exklusiv von Mary<br />
Ayinbora für Baba Tree geflochten.<br />
Ghana stehen weiters Fächer, Tischsets,<br />
Handtaschen und schicke Strohhüte – alles<br />
Unikate.<br />
Falten und Muster werden beim Flechten<br />
von der Persönlichkeit der Kunsthandwerker:innen<br />
geprägt. Seit über 20 Jahren<br />
pflegt die Baba Tree Basket Company die<br />
Korbkultur der Gurunsi-Gemeinschaft in<br />
Bolgatanga. Gegründet wurde das Unternehmen<br />
vom Kanadier Gregory MacCarthy,<br />
der 1999 nach Ghana kam, um das Trommeln<br />
zu erlernen. Er finanzierte damals mit dem<br />
Wer einen Korb bekommt, sollte<br />
damit einkaufen gehen. Etwa<br />
mit den Einkaufskörben in<br />
bunten Ethno-Mustern<br />
der Baba Tree Basket Company aus<br />
Ghana. Deren handgefertigte<br />
»Bolga-Körbe« aus Elefantengras<br />
werden als Symbole für Nachhaltigkeit,<br />
Handwerkskunst und Design<br />
international geschätzt. Auch auf der<br />
renommierten Kunsthandwerksmesse<br />
Homo Faber in Venedig wurden die<br />
Kunst- und Designobjekte bereits<br />
gewürdigt. Die fröhlichen Home-Accessoires,<br />
oft verwebt mit Fransen, Streifen oder<br />
wellenförmigen Strukturen, bringen Dynamik<br />
ins Wohnzimmer und dienen zugleich als<br />
praktische Aufbewahrungsboxen. Auf dem<br />
Produktionsplan der artsy Produktionsstätte in<br />
Art Basket »Pebbles«<br />
Jede Kurve symbolisiert den<br />
Handabdruck der:des Weber:in, die:der<br />
den Korb in Wellentechnik produzierte.<br />
Art Basket »Tua Tia«<br />
Jedes Stück ist ein Unikat und ist in<br />
Größe S bis Größe XL erhältlich.<br />
Verkauf von Perlen und Stoffen sein Leben<br />
und entdeckte so seine Liebe zu lokalen<br />
Produkten.<br />
Heute flechten über 250 Handwerker:innen<br />
in alter Technik und verwenden dabei auch<br />
eine Kombination aus Stroh und recycelten<br />
Stoffen, die von Textilabfällen der lokalen<br />
Märkte stammen. Als Färbemittel nutzt man<br />
Naturfarben, als Inspiration dienen die Natur<br />
und traditionelle Muster des Landes.<br />
UNIKATE MIT SEELE<br />
In jedem Stück steckt die Seele der Gurunsi-<br />
Kunsthandwerker:innen. So auch bei der »Art<br />
Basket«-Kollektion von Christiana Anaba, Mary<br />
Ayinbora oder Atule Abentara, die den großen<br />
spiralförmigen »Tua Tia«-Korb« webte. Dessen<br />
Namensgeber ist der Baobab-Baum. Die<br />
»Pakurigo Wave«-Kollektion ist wiederum jenen<br />
Männern gewidmet, die diese charakteristische<br />
Flechttechnik von Indien nach Ghana brachten:<br />
Palash Singh und John Akurigo.<br />
Für manche der jungen Künstler:innen waren<br />
die Körbe ein regelrechtes Karrieresprungbrett:<br />
Sie wurden als Models entdeckt und liefen<br />
bereits für Gucci und Fendi über die Catwalks –<br />
der Stoff, aus dem die Träume sind.<br />
»Pakurigo Wave«<br />
Von den wellenförmigen Körben<br />
gibt es zahlreiche Modelle in unterschiedlichen<br />
Mustern, u. a. geflochten<br />
von Atiah Asoba.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
43
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
Alles Archäologie? Keineswegs! Neben dem<br />
epochalen Erbe der Pharaonenzeit bietet Kairo<br />
eine reiche Dosis Gegenwart, was Kunst betrifft.<br />
Dazu trägt auch die Lage an der Schnittstelle von<br />
Afrika, Mittelmeerraum und arabischer Welt bei.<br />
TEXT MAIK NOVOTNY<br />
Groß, gigantisch, geometrisch: So könnte<br />
man Geschichte und Gegenwart der<br />
ägyptischen Hauptstadt Kairo zusammenfassen.<br />
Auf der einen Seite die<br />
Pyramiden, endlos faszinierend in ihrer<br />
Abstraktheit, auf der anderen Seite New Cairo,<br />
das derzeit in der Wüste im Osten entsteht. Ein<br />
neuer Regierungssitz, neue Wohn- und Büroviertel.<br />
Doch zwischen diesen Symbolen von<br />
Herrschaft und Macht brodelt in der Zehnmillionenstadt<br />
am fruchtbaren Nil das wilde<br />
Leben, dynamisch, laut, vielstimmig und bisweilen<br />
chaotisch. Denn Ägypten verdankte seine<br />
Rolle als Wiege der Kultur schon immer der<br />
Position am Schnittpunkt der Welten. Afrika,<br />
die arabische Welt und der Mittelmeerraum<br />
bilden hier eine Schnittmenge. Diese kulturelle<br />
Energie lässt sich in der Keramik der Pharaonenzeit<br />
ebenso spüren wie in den Performances<br />
und Ausstellungen junger Art Spaces in den<br />
dicht bebauten Innenstadtvierteln wie Zamalek.<br />
Hier hat sich nach dem politischen Bruch des<br />
Arabischen Frühlings 2011 eine junge Szene<br />
geformt, die die etablierten Player der zeitgenössischen<br />
Kunst zum bereichernden Dialog<br />
herausfordert. Neue Messen und Events wie<br />
Art D’Égypte oder Art Cairo fungieren als globales<br />
Schaufenster für diese Kunstwelt, in der<br />
Zartheit und Wildheit, Poesie und Politik eine<br />
aufregende Balance halten. ><br />
Foto: Shutterstock<br />
44 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
KUNST-<br />
T R I P<br />
K A I R O<br />
Museums-Monument<br />
Das so große wie großartige<br />
Grand Egyptian Museum in<br />
Sichtweite der Pyramiden<br />
wurde Ende 2024 nach langer<br />
Planung feierlich eröffnet.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
45
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
><br />
>>> FREITAG<br />
Im Jänner 2018 zog Ramses II. in sein neues<br />
Domizil. Doch auf die ersten Besucher:innen<br />
musste der Pharao noch weitere sechs Jahre warten.<br />
So lange dauerte es, bis das Grand Egyptian<br />
Museum, in dessen Foyer seine Statue thront,<br />
endlich eröffnet wurde. Nach endlosen Terminverschiebungen<br />
ist die Dauerausstellung nun<br />
endlich fertig, ab Juli <strong>2025</strong> werden auch alle anderen<br />
Räume zu sehen sein. Aber was sind schon<br />
Monate und Jahre angesichts der Zeitspannen,<br />
die hier erlebt werden können: die komplette<br />
Sammlung von Tutanchamun, Grabbeigaben aus<br />
der Großen Pyramide und 100.000 weitere kostbare<br />
Stücke aus allen Epochen des alten Ägypten.<br />
Wir bleiben bei unserer kulturellen Grundlagenarbeit<br />
im großen Maßstab und besuchen<br />
das Museum für Islamische Kunst, weltweit das<br />
größte seiner Art. Der Grundstein der Sammlung<br />
wurde bereits im 19. Jahrhundert gelegt,<br />
Licht-Spiele<br />
Das Foyer des Grand Egyptian<br />
Museum. Wenn alle Räume im<br />
Juli eröffnet sind, erwartet<br />
man hier rund 15.000<br />
Besucher:innen am Tag.<br />
Kulturelle Grundlagen und kreative Gegenwart:<br />
zwei mächtige Schatzkammern der Jahrtausende<br />
und ein vitales Kulturzentrum von heute.<br />
Fotos: D. Ribeiro / Shutterstock.com, Maciek Grabowicz / Shutterstock.com, B.O’Kane / Alamy Stock Foto, beigestellt<br />
Haus-Herr<br />
Im Grand Egyptian Museum<br />
werden die Besucher:innen von<br />
der 3.200 Jahre alten Statue des<br />
Pharao Ramses II. begrüßt.<br />
46 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
heute beherbergt es über 100.000 Kunstwerke.<br />
Von der Kalligrafie über Holzarbeiten und Textil<br />
bis zur Keramik wird hier der Reichtum von<br />
Ornament und Handwerk gefeiert. Traditionen,<br />
auf die auch heutige Künstler:innen immer<br />
wieder zurückgreifen.<br />
Form und Ornament<br />
Das Museum für Islamische Kunst<br />
eröffnet den kulturellen Reichtum<br />
einer Weltregion, der für viele Kunstschaffende<br />
von heute eine wichtige<br />
Referenz darstellt.<br />
KUNST UND HANDWERK<br />
Zum Beispiel im Kunst- und Kulturzentrum<br />
Darb 1718 im Handwerkerviertel Fustat. Dieser<br />
spartenübergreifende Art Space hat mit engagierter<br />
Arbeit einen Freiraum für junge ägyptische<br />
Künstler:innen geschaffen. Zwei Galerien,<br />
zwei Performance-Bühnen sowie mehrere<br />
Werkstätten und Ateliers umfasst Darb 1718,<br />
und bei der Kunstproduktion sucht man die<br />
Kooperation mit den hochspezialisierten<br />
Handwerker:innen in der Nachbarschaft.<br />
><br />
GRAND EGYPTIAN MUSEUM<br />
Dauerausstellung<br />
visit-gem.com/en/home<br />
MUSEUM OF ISLAMIC ARTS (MIA)<br />
Dauerausstellung<br />
miaegypt.org<br />
DARB 1718 EGYPTIAN CONTEMPORARY ART<br />
AND CULTURE CENTER<br />
Laufend neues Programm<br />
darb1718.com<br />
Raum für Provokation<br />
Performancekunst ist ein<br />
wichtiger Baustein im<br />
Programm des Darb 1718.<br />
Intensive Zwiegespräche<br />
Ausstellung im interdisziplinären<br />
Kulturzentrum Darb 1718.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
47
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
>>> SAMSTAG<br />
Ein Sprung in die Moderne<br />
zu den ägyptischen Pionieren<br />
des 20. Jahrhunderts, einem<br />
Fixpunkt der Galerienszene<br />
und der Wüste als Sehnsuchtsort<br />
der Fotografie.<br />
><br />
Auch Ägypten hat seine eigene Geschichte<br />
moderner Kunst mit ihren eigenen Pionieren.<br />
Mahmoud Sa’id, Abdel Hadi Al Gazzar, Ragheb<br />
Ayyad, Mahmoud Moktar, Ahmad Sabri und<br />
viele andere. Der ideale Ort, um ihnen zu begegnen,<br />
ist das Museum moderner ägyptischer<br />
Kunst, auch als Gezira Museum bekannt. Seit<br />
1927 versammelt es die wichtigen Werke des<br />
20. Jahrhunderts und fungiert so als wichtiger<br />
Baustein der nationalen Kulturidentität neben<br />
dem altägyptischen und dem islamischen Erbe.<br />
Nachdem wir diese Bausteine unserer<br />
Grundlagenforschung zusammengesetzt haben,<br />
ist es Zeit, in die Galerienszene einzutauchen.<br />
Wir beginnen mit einer der ältesten und<br />
Tintera –<br />
unvergleichliches Licht<br />
Ägypten ist seit dem<br />
19. Jahrhundert ein<br />
Mekka der Fotografie.<br />
Fotos: beihestellt, Bryony Dunne all rights reserved, Faouzi Massrali, Nora_n_0_ra / Shutterstock.com, Emad Abd ElHady<br />
Am Abzug<br />
Die Galerie Tintera ist die<br />
erste Adresse für Fotografie-<br />
Liebhaber:innen in Kairo.<br />
Lebendes Stand-Bild<br />
Archetypisches Bildmotiv<br />
in der Fotogalerie Tintera.<br />
48 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Junge Geschichte<br />
Das Museum moderner<br />
Ägyptischer Kunst widmet<br />
sich den lokalen und<br />
internationalen Größen<br />
des 20. Jahrhunderts.<br />
prägendsten, der Safarkhan Gallery. Sherwet<br />
Shafei, damals Moderatorin des Kulturprogramms<br />
im ägyptischen Fernsehen, gründete<br />
sie im Jahr 1968 und holt seitdem sowohl junge<br />
Talente als auch vergessene große Namen<br />
der heimischen Kunst vor den Vorhang. Bis<br />
heute führt sie die Galerie mit nicht versiegendem<br />
Enthusiasmus, inzwischen gemeinsam<br />
mit ihrer Tochter Mona Ahmed Saïd.<br />
BESONDERES LICHT<br />
Eine Kunstrichtung mit besonderer Rolle in<br />
Ägypten ist die Fotografie. Schon im<br />
19. Jahrhundert galt das Land aufgrund seines<br />
besonderen Lichts, seiner archaischen<br />
Monumente und der Abstraktion seiner<br />
Wüstenlandschaft als Magnet für Fotograf:innen.<br />
Diesem besonderen Erbe widmet<br />
sich die Fotogalerie Tintera, deren beide<br />
Gründerinnen international bestens vernetzt<br />
sind. Zein Khalifa betreut als Fotografin und<br />
Fotografie-Historikerin die Außenstelle<br />
in London, Heba Farid als Kuratorin und<br />
Dozentin das Stammhaus in Kairo.<br />
><br />
MUSEUM OF MODERN EGYPTIAN ART<br />
(GEZIRA MUSEUM)<br />
Dauerausstellung<br />
fineart.gov.eg<br />
SAFARKHAN GALLERY<br />
Mohamed Hassan, Rana Chalabi,<br />
Katherine Bakoum, bis 29. 3. <strong>2025</strong><br />
safarkhan.com<br />
TINTERA<br />
(Re)visit the Pyramids!, bis 5. 4. <strong>2025</strong><br />
tintera.art/current-exhibition<br />
Wilde Wände<br />
Ausstellung in der Galerie Safarkhan,<br />
seit 1968 geführt von der<br />
unermüdlichen Sherwet Shafei.<br />
Wohnliches Arrangement<br />
Interieur in der Galerie<br />
Safarkhan, einer der<br />
ältesten in Kairo.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
49
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
Tor zur Vergangenheit<br />
Das Ägyptische Museum<br />
am Tahrir-Platz, das<br />
größte Museum des<br />
afrikanischen Kontinents.<br />
>>> SONNTAG<br />
Ein Tag der Maßstabssprünge:<br />
vom größten<br />
Museum Afrikas zu kleinen,<br />
engagierten Galerien, die<br />
als Kultur-Motoren für<br />
ihre Umgebung agieren.<br />
><br />
Auch heute bewegen wir uns quer<br />
durch die Stadt und die Menschheitsgeschichte.<br />
Wir beginnen am Tahrir-Platz<br />
im Ägyptischen Museum (auch Kairo<br />
Museum genannt), dem größten Museum<br />
Afrikas mit der größten pharaonischen<br />
Sammlung der Welt, die rund fünf Jahrtausende<br />
umspannt. Schon in der Dimension<br />
des Hauses allein eröffnet sich hier die<br />
Dimension der Zeit. Auch nach der Eröffnung<br />
des spektakulären Grand Egyptian<br />
Museum muss dieses ehrwürdige Haus<br />
nicht die Konkurrenz fürchten.<br />
Ehrwürdige Halle<br />
Sarkophage im<br />
Ägyptischen Museum,<br />
das fünf Jahrtausende<br />
pharaonischer<br />
Geschichte beherbergt.<br />
Zeit-Tunnel<br />
Der große Saal im<br />
Ägyptischen Museum,<br />
dessen Sammlung rund<br />
170.000 Artefakte umfasst.<br />
Fotos: Shutterstock, beigestellt<br />
50 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Farben des Landes<br />
Werk des jungen, in Kairo<br />
geborenen Malers Mahmoud<br />
Talaat in der Ubuntu Gallery.<br />
Figurativ<br />
Bildhauerisches Werk in<br />
der Ubuntu Gallery.<br />
KULTUR-SATELLITEN<br />
Genug der ehrfurchtgebietenden Monumentalität<br />
– das Ende des Wochenendes gehört<br />
dem Zeitgenössischen. Die Galerie Ubuntu<br />
zeigt hier ihr Engagement mit einem Programm<br />
aus jeweils zwei parallelen Ausstellungen,<br />
sowohl in den Haupträumen<br />
im Quartier Zamalek als auch an unterschiedlichen<br />
»Satelliten«-Orten überall in<br />
der Stadt. Auch in New Cairo hat man schon<br />
Fuß gefasst und bereichert das am Reißbrett<br />
geplante neue Viertel kulturell. Auch für<br />
Besucher:innen nicht die schlechteste Art<br />
und Weise, die Stadt zu erkunden.<br />
Ambitioniert interdisziplinär ist das<br />
Programm der Arcade Art Gallery, die seit<br />
2017 in einer Architektenvilla im Stadtviertel<br />
Maadi residiert. Medienkunst, lyrischliterarisch<br />
inspirierte Werke, abstrakte<br />
Fotografie und vieles mehr kommen hier<br />
zusammen, oft in derselben Ausstellung.<br />
Bemerkenswert zudem, dass im immer noch<br />
patriarchal geprägten Ägypten hier ein hoher<br />
Anteil Künstlerinnen ausstellt. Bei allem<br />
Gigantismus und bei aller Lust am Monumentalen:<br />
Die wahren Veränderungen passieren<br />
oft im Kleinen. Auch in der Kunst.<br />
<<br />
EGYPTIAN MUSEUM CAIRO<br />
Dauerausstellung<br />
egyptianmuseumcairo.eg<br />
Abstrakte Stadt<br />
Fotografie aus einer<br />
Serie von Nataliya Nikolska<br />
in der Arcade Gallery.<br />
UBUNTU ART GALLERY<br />
ubuntuartgallery.com<br />
ARCADE GALLERY<br />
@arcadegallery auf Instagram<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
51
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
»KAIROS SZENE LEBT DIE<br />
KÜNSTLERISCHE FREIHEIT«<br />
Nadine Abdel Ghaffar, Gründerin der Plattform Art D’Égypte, hat als Erste die zeitgenössische<br />
Kunst zu den Pyramiden gebracht. Im <strong>LIVING</strong>-Talk erklärt sie die besondere Rolle ihres Heimatlandes<br />
am Schnittpunkt der Kulturen und die dynamische Entwicklung der Kunstszene Kairos.<br />
INTERVIEW MAIK NOVOTNY<br />
<strong>LIVING</strong> Was war für Sie der Impuls, Art<br />
D’Égypte zu gründen?<br />
NADINE ABDEL GHAFFAR Ich hatte die Vision,<br />
das reiche kulturelle Erbe Ägyptens mit zeitgenössischer<br />
Kreativität zu verbinden. Das Ziel<br />
war, eine Plattform zu schaffen, die sowohl ägyptische<br />
als auch internationale Künstler:innen fördert<br />
und unsere Kultur als lebendigen, stetig<br />
wachsenden Prozess verstehen lässt. Ich möchte<br />
zeigen, wie Kunst als Werkzeug der kulturellen<br />
Diplomatie genutzt werden kann.<br />
Wenn Sie heute auf die ersten Jahre zurückblicken:<br />
Was waren die Highlights und wie hat sich das<br />
Format entwickelt?<br />
Es gab viele ehrgeizige Ausstellungen mit vielen<br />
Highlights! Mit »Eternal Light« im Ägyptischen<br />
Museum haben wir 2017 zeitgenössische Kunst<br />
mit historischen Narrativen fusioniert und mit<br />
»Reimagined Narratives« 2018 die Kunst zur<br />
Archäologie gebracht. 2019 haben wir mit<br />
»Nothing Vanishes, Everything Transforms« das<br />
Spannungsfeld Kontinuität und Wandel ausgelotet,<br />
und 2021 wurde unsere bahnbrechende Ausstellung<br />
»Forever is Now« die erste internationale<br />
zeitgenössische Kunstausstellung an den Pyramiden<br />
von Gizeh. Wir sind in den letzten Jahren<br />
internationaler geworden und unsere Ausstellungen<br />
immersiver, interaktiver und zugänglicher.<br />
»Forever is Now« ist heute ein jährlicher<br />
Fixpunkt an den Pyramiden geworden.<br />
Was macht Ägypten in Bezug auf zeitgenössische<br />
Kunst so besonders? Welche Rolle spielt dabei die<br />
Brückenfunktion des Landes zwischen Afrika und<br />
der arabischen Welt?<br />
Diese einzigartige Lage hat Ägypten schon<br />
immer zu einem kulturellen Schmelztiegel<br />
gemacht, und das gilt auch heute. Arabische,<br />
afrikanische, mediterrane und globale künstlerische<br />
Ausdrucksformen kommen hier zusammen.<br />
Die zeitgenössische ägyptische Kunst<br />
reflektiert Themen wie Identität, Migration,<br />
Erinnerung und Resilienz, und das macht sie auf<br />
regionaler und globaler Ebene relevant.<br />
Nadine Abdel Ghaffar ist eine französischägyptische<br />
Kuratorin und gründete 2016<br />
die Firma Art D’Égypte mit der Mission,<br />
zeitgenössische Kunst im Land zu fördern.<br />
Seitdem verzeichnete Art D’Égypte rund<br />
800.000 internationale Besucher:innen auf<br />
den Ausstellungen und jährlichen Events.<br />
artdegypte.org<br />
Wie spiegelt sich das in der Kunstszene in Kairo<br />
wider und wie würden Sie diese charakterisieren?<br />
Kairos zeitgenössische Kunstszene hat sich in<br />
den letzten zehn Jahren fundamental gewandelt.<br />
Sie ist diverser, experimenteller und international<br />
vernetzter geworden. Während traditionelle<br />
Galerien immer noch wichtig sind, haben sich<br />
immer mehr alternative Art-Spaces und digitale<br />
Kunstkollektive gebildet. Heute wird die Szene<br />
von einem Geist der künstlerischen Freiheit und<br />
der kreativen Grenzüberschreitungen geprägt.<br />
Mit Art D’Égypte haben wir eine wichtige Rolle<br />
dabei gespielt, diese Entwicklung zu fördern und<br />
global bekannt zu machen.<br />
Welche Museen, Galerien und Art-Spaces in Kairo<br />
würden Sie Besucher:innen empfehlen?<br />
Unter den Museen das Ägyptische Museum,<br />
das Grand Egyptian Museum und das Nationalmuseum<br />
der Ägyptischen Zivilisation (NMEC).<br />
Meine Auswahl aus der Galerieszene wäre folgende:<br />
Motion Art Gallery, CLEG Art Gallery,<br />
Zamalek Art Gallery, Access art space, Gallery<br />
Misr, Picasso Art Gallery und die Odyssey Art<br />
Gallery. Die meisten davon liegen im Stadtzentrum<br />
und im Quartier Zamalek und sind daher<br />
gut erreichbar.<br />
Was können wir in Zukunft von Art D’Égypte<br />
erwarten? Gibt es große Pläne?<br />
Wir haben gerade zwei spannende Ausstellungen<br />
in innerstädtischen Galerien und werden<br />
<strong>2025</strong> auch »Forever is Now« an den Pyramiden<br />
fortführen. Die kommende fünfte Ausgabe von<br />
Art D’Égypte wird am 30. Oktober starten und<br />
noch mehr internationale Gäste an diesen Ort<br />
locken. Langfristig wollen wir mehr mit globalen<br />
Kunstinstitutionen zusammenarbeiten, die Rolle<br />
von KI und digitaler Kunst stärken und neue<br />
Ausbildungsinitiativen für junge Kunstschaffende<br />
in Ägypten anstoßen. Außerdem werden<br />
wir die bisherige Entwicklung von Art<br />
D’Égypte dokumentieren und unsere<br />
Geschichte und unsere Mission fortschreiben.<br />
Fotos: Hesham Al Saifi, beigestellt, Shutterstock<br />
52 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Wetscher<br />
Wohngalerien<br />
im Zillertal.<br />
Wir freuen uns auf Ihren Besuch<br />
in den Wetscher Wohngalerien in Fügen!<br />
Zur Website<br />
Scan me!<br />
Die Wetscher Wohngalerien sind einzigartig in Österreich.<br />
Hier vereint sich internationales Spitzendesign mit Arbeiten<br />
aus den eigenen Meisterwerkstätten. Besuchen Sie uns<br />
und erleben Sie persönlich, was Wetscher heute zu einem<br />
der führenden Einrichtungshäuser in Österreich macht.<br />
Seit 1912.<br />
PLANUNG. WERKSTÄTTEN. WOHNGALERIEN.<br />
Fügen, Zillertal / Tirol • www.wetscher.com I f
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
TIPPS & ADRESSEN<br />
Die Möglichkeiten, in Kairo sinnvoll seine Zeit<br />
zu verbringen, sind unendlich. Wir können gar<br />
nicht genug bekommen vom ägyptischen<br />
Lifestyle. Das beginnt bei der Kulinarik und<br />
endet – wo sonst? – beim Shopping!<br />
Outdoor-Luxus<br />
Die Poollandschaft des<br />
»Four Seasons Hotel Cairo at Nile<br />
Plaza« lässt keine Wünsche offen.<br />
HOTELS<br />
FOUR SEASONS HOTEL CAIRO AT NILE<br />
PLAZA*****<br />
Fünf-Sterne-Hotel mit Panoramablick auf den Nil,<br />
großzügigem Wellnessbereich und einer Poollandschaft<br />
im Freien. Die diversen Restaurants<br />
begeistern mit mediterraner und asiatischer Küche.<br />
1089 Corniche El Nil, 11519 Garden City<br />
T: +20 2 27917000, fourseasons.com<br />
THE ST. REGIS CAIRO*****<br />
Das Luxushotel mit 36 Stockwerken liegt direkt am<br />
Ufer des Nils und wurde vom renommierten<br />
Architekten Michael Graves entworfen. 362<br />
großzügig ausgestattete Zimmer, Suiten und<br />
Apartments sorgen für höchsten Komfort.<br />
1189 Nile Corniche, Boulaq Num.5, Bulaq, Cairo<br />
Governorate 11221<br />
T: +20 2 25979000, marriott.com<br />
THE NILE RITZ-CARLTON, CAIRO*****<br />
Im Herzen des Stadtzentrums befindet sich das<br />
opulente »The Nile Ritz-Carlton Cairo« mit elegant<br />
eingerichteten Zimmern, zahlreichen Restaurants<br />
und Spa-Bereich.<br />
1113 Corniche El Nil, 11221 Kairo<br />
T: +20 2 25778899, ritzcarlton.com<br />
MARRIOTT MENA HOUSE, CAIRO*****<br />
Das Hotel ist am Fuße der Pyramiden gelegen,<br />
Attraktionen wie die Sphinx oder das Ägyptische<br />
Museum sind ganz in der Nähe. Mit luxuriösen<br />
Zimmern, 24-Stunden-Fitnessstudio und<br />
verschiedenen Restaurants.<br />
6 Pyramids Road, 12556 Kairo<br />
T: +20 2 33773222, marriott.com<br />
Schöner Ausblick<br />
Die komfortabel eingerichteten<br />
Zimmer des »The Nile<br />
Ritz-Carlton« begeistern mit<br />
direktem Blick auf den Nil.<br />
ROYAL MAXIM PALACE KEMPINSKI*****<br />
Wahrhaft königlich residiert man in dem<br />
Fünf-Sterne-Tempel mit 245 Zimmern und Suiten,<br />
die einen herrlichen Blick auf die Gärten und den<br />
Poolbereich bieten.<br />
First Settlement, Eastern Ring Road, 11477 Kairo<br />
T: +20 222495300, kempinski.com<br />
FAIRMONT NILE CITY HOTEL*****<br />
Die Zimmer und Suiten zieren prachtvolle Artdéco-Elemente,<br />
der Blick geht auf die Stadt oder<br />
den Fluss. Weiters sorgen ein Schönheitssalon und<br />
ein voll ausgestattetes Fitnesscenter für Erholung.<br />
Nile City Towers, 2005 B, Corniche El Nil, Ramlet<br />
Beaulac, 2466 Kairo<br />
T: +20 224619494, fairmont.com<br />
SHERATON CAIRO HOTEL & CASINO*****<br />
Das Business-Hotel im Luxussegment verfügt über<br />
eine Vielzahl von Speisemöglichkeiten, komfortable<br />
Zimmer und Suiten mit Blick auf das Stadtzentrum<br />
sowie eine große Auswahl an Spa-Behandlungen.<br />
Galae Square, 11511 Kairo<br />
T: +20 233369800, marriott.com<br />
RENAISSANCE CAIRO MIRAGE CITY HOTEL*****<br />
Unweit des Flughafens begrüßt das Luxushotel vor<br />
allem Geschäftsreisende oder Gäste für einen<br />
Kurzaufenthalt. Das Ambiente ist modern, gastronomisch<br />
verwöhnen u. a. ein asiatisches Restaurant<br />
und eine Poolbar.<br />
Ring Road, Mirage City, 11757 Kairo<br />
T: +20 224063333, marriott.com<br />
LE MÉRIDIEN CAIRO AIRPORT*****<br />
Das mit dem Flughafen Kairos verbundene<br />
Fünf-Sterne-Hotel bietet alle Annehmlichkeiten,<br />
die man sich wünschen kann: von luxuriösen<br />
Zimmern über verschiedene Restaurants bis<br />
hin zum Fitnesscenter.<br />
Cairo International Airport, Terminal 3, 11341 Kairo<br />
T: +20 222659600, marriott.com<br />
SOFITEL CAIRO NILE EL GEZIRAH*****<br />
Gediegenes Luxushotel mit eleganten Suiten, die<br />
eine tolle Aussicht auf den Nil und die Skyline der<br />
Stadt bieten, Spa-Welt und Loungebereich.<br />
3 El Thawra Council St Zamalek, 11518 Kairo<br />
T: +20 227373737, sofitel.accor.com<br />
KEMET BOUTIQUE HOTEL<br />
Das Hotel liegt unweit der berühmten Pyramiden<br />
von Gizeh. Das Frühstück mit traditionellen<br />
Gerichten genießt man am besten auf der Dachterrasse.<br />
2 Nameis Al Gazar, Nazlet El-Semman,<br />
Al Haram 12512 Kairo<br />
T: +20 201027459723, kemetboutiquehotel.com<br />
LE RIAD HOTEL DE CHARME<br />
Alle 16 Suiten im »Le Riad Hotel de Charme« verfügen<br />
über eigene Designs, die u. a. von<br />
berühmten Künstler:innen inspiriert sind.<br />
114 Muiz Li Din Allah, 99999 Kairo<br />
T: +20 227876074, leriadcairo.com<br />
RESTAURANTS<br />
& CAFÉS<br />
SAIGON RESTAURANT & LOUNGE<br />
Das pan-asiatische Gourmetrestaurant<br />
präsentiert ein einzigartiges Sharing-Konzept<br />
mit aufregenden Neuinterpretationen der<br />
asiatischen Küche.<br />
Nile City Towers, 2005 B, Corniche El Nil<br />
Ramlet Beaulac, 2466 Kairo<br />
T: +20 224619494, fairmont.com<br />
PIER 88<br />
Das gehobene italienische Restaurant mit Bar<br />
befindet sich auf der oberen Etage eines Bootes<br />
mit Blick auf den Nil, wo man sowohl tagsüber<br />
als auch abends gut essen kann.<br />
9 Saray El Gezira St., Zamalek, 11511 Kairo<br />
T: +20 1080888876, pier88group.com<br />
8 RESTAURANT<br />
Im opulenten Speisesaal mit Marmorwänden,<br />
riesigen Kronleuchtern und violetten Pölstern wird<br />
in dem Restaurant mit Blick auf den Nil<br />
chinesische Spitzenküche serviert.<br />
1089 Nile Corniche, Qasr El Nil, 11519 Kairo<br />
T: +20 227916888, fourseasons.com<br />
ANDREA EL MARIOUTEYA<br />
Seit über 60 Jahren im Besitz derselben Familie,<br />
lädt das Lokal unweit der Pyramiden mit hausgemachten<br />
Spezialitäten wie selbstgebackenem Brot.<br />
New Giza Road, Giza, 3296101 Kairo<br />
T: +20 1003532000<br />
facebook.com/andreamariouteya/<br />
MAKINO<br />
Helle Hölzer und neutrale Farben dominieren das<br />
»Makino«, wo Gäste in den Genuss von bestem<br />
Sushi, Sashimi und mehr kommen.<br />
Hilton Cairo Zamalek Residences, 21 Mohamed<br />
Mazhar Street, Zamalek, 11211 Kairo<br />
T: +20 227375163, hilton.com<br />
KOSHARY ABOU TAREK<br />
Die bekannte Restaurantkette ist vor allem für ihr<br />
typisches Gericht, Koshary, berühmt. Gründer<br />
Abou Tarek begann in den 1950er-Jahren mit dem<br />
Verkauf von Koshary von einem bescheidenen<br />
Straßenkarren in Kairo aus.<br />
1 Al Zohwer, New Cairo, 4732401 Kairo<br />
T: +20 1282775177, shinkocairo.com<br />
ESCOBAR<br />
Das »Escobar« ist sowohl bei Einheimischen als<br />
auch Touristen sehr beliebt, nicht zuletzt wegen<br />
der tollen Lage mit Blick über die Stadt. Die<br />
Speisekarte ist abwechslungsreich.<br />
9 El-Moustashar Mohammed Fahmy El-Sayed<br />
Cairo Governorate 4272060<br />
T: +20 1271333388, instagram.com/escobar_egypt<br />
Fotos: Hotel Cairo Nile Plaza, The Nile Ritz-Carlton, The St. Regis Cairo, Saigon Restaurant & Lounge/Fairmont Hotel Cairo<br />
54 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Künstlerisch<br />
Märchenhaftes Dekor<br />
ziert die »The St. Regis<br />
Bar & Water Garden«.<br />
KHUFU’S<br />
Vor der atemberaubenden Kulisse der Pyramiden<br />
zaubert Küchenchef Mostafa Seif ein Festmahl<br />
der Extraklasse mit traditionellen Gerichten.<br />
Nazlet El-Semman, Al Haram<br />
Giza Governorate 12512<br />
T: +20 1080058888, khufus.com<br />
HAWAWSHI EL RABIE<br />
Ursprünglich eine Metzgerei, bietet das Lokal heute<br />
eine Reihe schmackhafter Streetfood-Gerichte.<br />
Mohammed Al Embabi, El-Tahrir City, Imbaba<br />
Giza Governorate 385462<br />
T: +20 1007273768<br />
EISH + MALH<br />
In entspannter Atmosphäre genießt man im<br />
»Eish + Malh« ein köstliches Brunch-Menü mit<br />
Shakshuka und süßen Leckereien wie Waffeln,<br />
Pfannkuchen und French Toast. Auch die<br />
Abendkarte ist sehr zu empfehlen.<br />
20 Adly, Al Fawalah, Abdeen<br />
Cairo Governorate 11121<br />
T: +20 1098744014, facebook.com/eishmal<br />
Fernöstliche Cuisine<br />
Im »Saigon Restaurant &<br />
Lounge« wird asiatische<br />
Spitzenküche serviert.<br />
EL SHEIKH MOHAMED<br />
Fleischtiger kommen im »El Sheik Mohamed« voll<br />
auf ihre Kosten. Wer etwas ganz Besonderes probieren<br />
möchte, dem sei die Kamelleber ans Herz<br />
gelegt, eine spezielle ägyptische Delikatesse.<br />
Al Mansoureya Canal, Kerdasa<br />
Giza Governorate 12211, T: +20 1004984116<br />
CRIMSON BAR & GRILL<br />
Im »Crimson Bar & Grill« werden mediterrane<br />
und italienische Gerichte serviert. Am besten<br />
speist man auf der großzügigen Terrasse.<br />
16 Kamal Al Tawil Street, Zamalek, 11211 Kairo<br />
T: +20 1275055555, crimsoncairo.com<br />
EL HORREYA CAFE<br />
Eine hohe Decke und große Fenster prägen das Ambiente<br />
des traditionsreichen »El Horreya Cafe«. Auf einer<br />
Seite des Lokals werden alkoholfreie Getränke wie Tee<br />
und Kaffee serviert, auf der anderen z. B. lokale Biere.<br />
2 Off Bab El-Louq St., El Falaky Sq Downtown<br />
Abdeen, Cairo Governorate 11621<br />
T: +20 223920397<br />
ZEEYARA<br />
Die durchdachte Speisekarte bietet zum Beispiel<br />
Fleischbällchen in Buttersauce, Favabohnenpaste<br />
mit Koriander oder zuckersüße Desserts.<br />
114 Al Moez Ldin Allah Al Fatmi, Al Suhaymi<br />
El Gamaliya, Cairo Governorate 11621<br />
T: +20 1022338401<br />
facebook.com/zeeyara.restaurant<br />
WHAT THE CRUST<br />
Die erste und einzige von einer Frau geführte<br />
Pizzeria in der Region, die von der Associazione<br />
Verace Pizza Napoletana zertifiziert wurde,<br />
produziert Pizzen mit perfekt dünner Kruste.<br />
275 Mokarrar Street, Ezbet Fahmy, El Basatin 11511<br />
T: +20 1005764631, whatthecrust.com<br />
REIF KUSHIYAKI<br />
Im »Reif Kushiyaki« wird gehobene japanische<br />
Streetfood-Küche in Form von Lachs-Sashimi,<br />
Rindfleisch-Gyoza und Wasabi-Spießen serviert.<br />
5A By The Waterway Developments, New Cairo 3<br />
Cairo Governorate 4720113<br />
T: +20 1280446862, bakyhospitality.com<br />
MARZIPAN<br />
Hier dominieren rosafarbenes, vom Art-déco inspiriertes<br />
Interieur und hausgemachte, durchdachte<br />
Gerichte der ägyptischen Küche wie zum Beispiel<br />
knusprige Basterma-Rollen, Keskh (Milchreis),<br />
grüne Malvensuppe und Baladi-Brot.<br />
N Teseen, New Cairo 1, Cairo Governorate 4740103<br />
T: +20 1006475932, instagram.com/marzipancairo<br />
CAFÉ RICHE<br />
Das Café aus dem Jahr 1908 zählt zu den berühmtesten<br />
des Landes und war intellektuelles Zentrum<br />
für Schriftsteller:innen, Künstler:innen und Gelehrte,<br />
deren zahlreiche Porträts die Wände zieren.<br />
17 Talaat Harb, Bab Al Louq, Qasr El Nil, Cairo<br />
Governorate 11111<br />
T: +20 1006042990, instagram.com/caferiche<br />
BARS & NIGHTLIFE<br />
THE ST. REGIS BAR & WATER GARDEN<br />
Die elegante Cocktailbar mit Wassergarten und<br />
Blumenkulisse ist eine Hommage an die weltberühmte<br />
»King Cole Bar« und ein beliebter Treffpunkt<br />
für Hotelgäste und sonstige Besucher:innen.<br />
1189 Nile Corniche, Boulaq Num. 5, Bulaq, Cairo<br />
Governorate 11221<br />
T: +20 225979000, marriott.com<br />
CARLTON ROOF GARDEN<br />
Im achten Stock des »Carlton Hotels« aus den<br />
1930er-Jahren liegt dieser ruhige Dachgarten<br />
mit großartigem Blick auf die Skyline und tollem<br />
Cocktail-Angebot.<br />
21 26 July St, Oraby, Al Azbakeya, Cairo<br />
Governorate 11522, T: +20 225755323<br />
instagram.com/carlton.roof.garden<br />
BAR’ORO<br />
Zu den charakteristischen Cocktails werden hier<br />
italienisch inspirierte Aperitifs oder kleine Häppchen<br />
gereicht. In einem begehbaren Humidor findet<br />
sich eine beeindruckende Auswahl an Zigarren.<br />
1113 Corniche El Nil, 11221 Kairo<br />
T: +20 2257788992602, ritzcarlton.com<br />
OPIA LOUNGE & BAR<br />
Im obersten Stockwerk des »Ramses Hilton«<br />
befindet sich die »Opia Lounge« mit schickem,<br />
modernem Ambiente und spektakulärem Blick<br />
über die Stadt. Auf der Karte stehen neben<br />
Klassikern auch kreative Cocktail-Kreationen.<br />
1115 Nile Corniche, Sharkas, Bulaq, Cairo<br />
Governorate 12344<br />
T: +20 1064761111, opiacairo.com<br />
THE LEMON TREE & CO.<br />
Das »The Lemon Tree & Co.« ist eine der<br />
stilvollsten Cocktailbars Kairos mit gehobenem<br />
Ambiente, stylishem Interieur sowie einer<br />
Mischung aus Altbewährtem und Signature Drinks.<br />
364G+RF7, Omar Al Khayam, Zamalek, Cairo<br />
Governorate 4270163<br />
T: +20 1002223999<br />
instagram.com/thelemontreeandco<br />
STAGE ONE LOUNGE & BAR<br />
Die »Stage One Lounge & Bar« liegt direkt am Ufer<br />
des Nils und ist eine der besten Adressen der Stadt,<br />
wenn es um raffinierte Trinkerlebnisse geht.<br />
1191 Nile Corniche, Souq Al ASR, El Nil, Cairo<br />
Governorate 11221<br />
T: +20 1032244164<br />
instagram.com/stageone.lounge<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
55
trends / ARTY<br />
WEEKEND<br />
DESIGN & SHOPPING<br />
MUSEEN & GALERIEN<br />
EKLEGO DESIGN SHOWROOM<br />
In dem Showroom in Zamalek gibt es maßgefertigte<br />
Möbelstücke und exquisite Designs, die<br />
exklusiv auf die Kund:innen zugeschnitten sind, zu<br />
entdecken. Auch ein persönliches Treffen mit den<br />
Designer:innen ist möglich.<br />
8, Sheikh El Marsafy St., above Beanos, 1st Floor<br />
Apt. 4, Zamalek, Cairo Governorate 11211<br />
T: +20 1067898592, eklegodesignshop.com<br />
ALEF GALLERY CREATIVE INTERIOR DESIGNERS<br />
& DECO RETAIL<br />
Die hauseigenen Handwerker:innen und<br />
Kunsthandwerker:innen fertigen hier dekorative<br />
Artefakte, Textilien, Holzarbeiten, Tischlerei,<br />
Glaswaren sowie Stücke aus Keramik und Messing.<br />
14 Mohammed Anis, Mohammed Mazhar, Zamalek<br />
Cairo Governorate 4271162<br />
T: +20 227353690, alefgallery.com<br />
FARBEN FURNITURE & ACCESSORIES<br />
Seit 2016 steht das Möbelgeschäft für handverlesene<br />
hochwertige moderne und zeitgenössische<br />
Möbel und Leuchten.<br />
16 Hassan Sdek Street Next to Baron Palace<br />
Cairo Governorate 11342<br />
T: +20 1125726666, farbenfurniture.com<br />
HOME CENTRE<br />
Im Jahr 1995 in den Vereinigten Arabischen Emiraten<br />
gegründet, zählt die »Home Centre«-Kette<br />
heute zu den größten Einzelhändlern für Heimtextilien<br />
mit über 80 Geschäften in Ägypten, Kuwait,<br />
Katar, Oman etc.<br />
Ring Rd, New Cairo 1, Cairo Governorate 11757<br />
T: +20 226168191, homecentre.com<br />
THE DESIGN EMPORIUM<br />
Bei The Design Emporium findet man britische,<br />
europäische und amerikanische Stoffe, Wandbekleidungen,<br />
Möbeln, Beleuchtung, Teppiche und<br />
Wohnaccessoires.<br />
The Baehler Mansions 159, 26 July of Street, Suite<br />
9, 1st Floor, Zamalek 11211<br />
T: +20 227362400, designemporiumegypt.com<br />
MARINA HOME INTERIORS<br />
Mit seiner einzigartigen Mischung aus modernem,<br />
avantgardistischem und exotischem Design ist<br />
Marina Home Interiors die erste Adresse für hochwertige<br />
Einrichtungsgegenstände und einzigartige<br />
Produkte, die jedes Zuhause verschönern.<br />
Point 90 Mall, New Cairo 1,<br />
Cairo Governorate 4727421<br />
T: +20 1014319995, marinahomeinteriors.com<br />
Wundertüte<br />
Antikes, aber auch<br />
Neues findet man in<br />
The Loft Gallery.<br />
MADAR HOME SIGNATURE<br />
Das 1995 gegründete Unternehmen ist Kairos führender<br />
Anbieter von italienischen Luxusmöbeln und<br />
arbeitet mit einigen der renommiertesten Marken<br />
wie Minotti und Fendi zusammen.<br />
9 El gomhoriat el motaheda Of El Batal Ahmed<br />
Abdel Aziz Mohandseen Cairo<br />
T: +20 1068841164, madar-home.com<br />
THE LOFT GALLERY<br />
Im schicken Stadtteil Zamalek befindet sich diese<br />
kleine Schatztruhe mit einer großen Sammlung an<br />
antiken und neuen Möbeln, Wohnaccessoires und<br />
allerhand Kuriositäten.<br />
12 Sayed El-Bakry, Mohammed Mazhar, Zamalek<br />
Cairo Governorate 4271050<br />
T: +20 227366931, loftegypt.com<br />
MAZUNA HOME<br />
Bei Mazuna Home werden in langer Tradition ausgewählte<br />
Möbelstücke aus hochwertigen Massivhölzern<br />
wie Eiche, Esche, Buche und Pitch Pine<br />
entworfen und produziert.<br />
Villa 82, New Cairo 1, Cairo Governorate 11865<br />
T: +20 1146633347, mazunahome.com<br />
THE SPACE<br />
Der Vintage-Shop zählt zu den beliebtesten der<br />
Stadt. Hier findet man ausgesuchte Second-Handund<br />
Vintage-Kleidung sowie hübsche Accessoires.<br />
Building 14, Street 210, Degla 11431<br />
T: +20 1011188539, thespacemaadi.com<br />
RE-LIVE VINTAGE STORE<br />
Klassische Jazzmusik weht durch den Laden, Regale<br />
mit Wohnaccessoires und Dekorationsstücken,<br />
darunter Wanduhren, Festnetztelefone, feines<br />
Porzellan und Radiogeräte, beschwören eine<br />
vergangene Zeit herauf.<br />
34 Hassan Assem, Mohammed Mazhar, Zamalek,<br />
Cairo Governorate 4271050<br />
T: +20 1027948211<br />
instagram.com/relive_vintageshop<br />
NATIONAL MUSEUM OF EGYPTIAN CIVILIZATION<br />
Das Museum der ägyptischen Zivilisation wurde in<br />
der frühen Hälfte des 20. Jahrhunderts erbaut und<br />
beherbergt eine beeindruckende Sammlung von<br />
Artefakten aus verschiedenen Epochen.<br />
El-Fustat Road, Ein Elsira, Cairo 17611<br />
nmec.gov.eg<br />
MUESEUM OF ISLAMIC ART<br />
Im Museum of Islamic Art werden Kunst und<br />
Kunsthandwerk aus den letzten vierzehn<br />
Jahrhunderten in 23 Sälen gezeigt.<br />
Port Said, Ghayt Al Adah, Al-Darb Al-Ahmar<br />
Cairo Governorate 11638<br />
T: +20 223901520, miaegypt.org<br />
MUESEUM OF MODERN EGYPTIAN ART<br />
Das Museum beherbergt mehr als 13.000<br />
Gemälde und Skulpturen von Pionieren des frühen<br />
20. Jahrhunderts bis hin zu den Werken<br />
zeitgenössischer Künstler:innen.<br />
26VF+FVF, Zamalek, Cairo Governorate 4270020<br />
T: +20 227366665<br />
facebook.com/egyptianmuseumofmodernart<br />
SAFARKHAN ART GALLERY<br />
Seit 1968 ist die Galerie Förderer, Vermittler,<br />
Ausbilder und Bewahrer ägyptischer Kunst und hat<br />
es sich zur Aufgabe gemacht, die inspirierendsten<br />
zeitgenössischen Talente Ägyptens zu entdecken.<br />
6 Brazil St, Mohammed Mazhar, Zamalek,<br />
Cairo Governorate 11211<br />
T: +20 227353314, safarkhan.com<br />
ZAMALEK ART GALLERY<br />
Die Zamalek Art Gallery fördert und unterstützt<br />
einige der vielversprechendsten aufstrebenden<br />
Künstler:innen der heutigen Szene.<br />
11 Brazil St, Mohammed Mazhar, Zamalek,<br />
Cairo Governorate 4271034<br />
T: +20 227351240, zamalekartgallery.com<br />
UBUNTU ART GALLERY<br />
Die Ubuntu Art Gallery ist auf zeitgenössische<br />
ägyptische Kunst und moderne ägyptische Kunst<br />
auf dem Sekundärmarkt spezialisiert.<br />
20 Hassan Sabry St., Zamalek,<br />
Cairo Governorate 11211<br />
T: +20 227376753, ubuntuartgallery.com<br />
Historisch<br />
Das National Museum of Egyptian<br />
Civilization beherbergt eine<br />
beeindruckende Sammlung.<br />
Fotos: beigestellt<br />
Wohnträume<br />
Im Eklego Design<br />
Showroom gibt es für<br />
jeden Geschmack die<br />
passende Einrichtung.<br />
GIFT SHOP BAZAAR<br />
Der im Herzen Kairos gelegene Gift Shop Bazaar ist<br />
ein beliebtes Ziel für Touristen, die ein Stück<br />
Ägypten mit nach Hause nehmen möchten, und<br />
bekannt für seine vielseitige Sammlung handgefertigter<br />
Artikel, von kunstvollem Schmuck und traditionellen<br />
Textilien bis hin zu exquisiten Töpferwaren<br />
und künstlerischen Schmuckstücken.<br />
11 Meret Basha, Ismailia, Qasr El Nil, Cairo<br />
Governorate 4272110<br />
T: +20 1005100233<br />
instagram.com/giftsbazaarcenter<br />
GALAL SOUVENIR SHOP<br />
In dem kleinen Geschenkeshop findet man authentische<br />
Mitbringsel aus dem schönen Kairo für die<br />
Lieben zu Hause.<br />
27X6+2MC, El-Gamaleya, El Gamaliya, Cairo<br />
Governorate 4331302<br />
T: +20 1 281876691, designemporiumegypt.com<br />
56 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Esfera<br />
Headquarter: Alexander - Bretz - Straße 2 D-55457 Gensingen<br />
Flagship: Bretz Store Salzgries 2 1010 Wien bretz.de
iconomy<br />
DESIGN-ICONS<br />
UNTER 100<br />
Square 1<br />
AVOLT<br />
Jahr: 2020<br />
Design: Johan Runström<br />
und Viktor Lundberg<br />
Hersteller: Avolt<br />
Preis: 64,99 Euro<br />
Die Entstehungsgeschichte<br />
des Designstudios Avolt<br />
liest sich wie eine kleine<br />
Erzählung. Johan Runström,<br />
in seinem damaligen Job in<br />
der Beratungsbranche unzufrieden,<br />
sinniert während eines Urlaubs in<br />
Spanien mit seiner Verlobten über<br />
die Ästhetik des Alltags. Warum, so<br />
fragt er sich, sind die praktischsten<br />
Dinge im Haushalt oft die hässlichsten<br />
– besonders, wenn sie mit Technik<br />
zu tun haben? Diese Erkenntnis<br />
war der Anfang einer Idee, doch es<br />
sollten noch einige Jahre vergehen,<br />
bis Runström 2018 den Mut fasste,<br />
seinen ungeliebten Job hinter sich<br />
zu lassen. Dann jedoch ging es<br />
schnell: Gemeinsam mit Partner<br />
Viktor Lundberg gründete er Avolt.<br />
Würfelglück<br />
Bei Platon heißt der Würfel<br />
Hexaeder. Die Designwelt<br />
kennt die Figur auch als Mehrfachsteckdose<br />
»Square 1«.<br />
Steckdosenleisten sind unsichtbare Helfer –<br />
funktional, aber selten schön. Avolt macht sie<br />
zum Designobjekt. Inspiriert von platonischer<br />
Geometrie und Bruno Munari, wird der Würfel<br />
zum Symbol für Ordnung und Ästhetik. Technik<br />
als Hommage an die reine Form. TEXT MANFRED GRAM<br />
Eineinhalb Jahre später feierte das<br />
junge Label seinen ersten großen<br />
Auftritt auf der Maison & Objet<br />
in Paris mit der Präsentation der<br />
Kollektion »Square 1«.<br />
Was dem Duo dabei gelang, war<br />
mehr als eine bloße Neugestaltung<br />
eines funktionalen Objekts. Sie revolutionierten<br />
die profane Steckdosenleiste<br />
und verliehen ihr eine<br />
völlig neue, durchdachte Ästhetik –<br />
eine längst überfällige Innovation,<br />
wenn man bedenkt, wie unscheinbar<br />
oder gar unansehnlich dieser<br />
Gegenstand bisher war. »Wir gründeten<br />
Avolt aus der Überzeugung<br />
heraus, dass elektronisches Zubehör<br />
nicht nur funktional, sondern<br />
auch schön und ästhetisch sein<br />
kann«, so Runström.<br />
Diese Vision wurde – typisch<br />
für skandinavisches Design –<br />
mit minimalistischer Klarheit<br />
umgesetzt. Inspiriert von Bruno<br />
Munaris Trilogie »Square Circle<br />
Triangle«, schufen sie Objekte,<br />
die eine Hommage an die elementaren<br />
Formen sind, auf die<br />
sich die Menschheit seit Jahrhunderten<br />
verlässt. »Jedes Avolt-Produkt«,<br />
so Runström, »basiert auf<br />
einer Grundform, die universell<br />
verständlich ist.« Für »Square 1«,<br />
eine Steckdosenleiste mit drei<br />
Anschlüssen und zwei USB-C-<br />
Ports, fiel die Wahl auf den Würfel<br />
– und das wohl nicht zufällig.<br />
Der Würfel zählt zu den fünf<br />
platonischen Körpern, jenen idealen<br />
geometrischen Formen,<br />
die Platon als Grundstrukturen<br />
der Welt verstand. Er verkörpert<br />
Stabilität, Symmetrie und Ordnung<br />
– ein Symbol für das Solide,<br />
das Berechenbare und das Beständige.<br />
Seine Form trotzt dem<br />
Zufälligen, ist in sich geschlossen<br />
und vollkommen. Der Würfel ist<br />
eine Art Essenz der reinen Form,<br />
das, was bleibt, wenn der Mensch<br />
versucht, die Welt in geordnete<br />
Bahnen zu lenken.<br />
Doch der Würfel ist nicht<br />
nur Sinnbild von Stabilität und<br />
Struktur, sondern auch eine<br />
zentrale Figur der modernen<br />
Kunst und für Kubist:innen<br />
wie Mini malist:innen Projektions<br />
fläche für abstraktes<br />
Denken. Bei Avolt wird er<br />
zudem zu einem Statement –<br />
für und gegen den Strom.<br />
AVOLT<br />
Das ischwedisches Designunternehmen<br />
Avolt hat sich auf die Entwicklung<br />
ästhetisch ansprechender und<br />
funktionaler Elektronikzubehörteile<br />
spezialisiert. Die beiden Gründer<br />
Johan Runström (im Bild) und Viktor<br />
Lundberg (inzwischen nicht mehr im<br />
Unternehmen tätig) sehen ihre Aufgabe<br />
darin, Alltags gegenstände wie<br />
Steckdosenleisten und Ladegeräte in<br />
stilvolle Design objekte zu verwandeln.<br />
avolt.com<br />
Gesehen bei:<br />
andlight.at, idealo.at,<br />
manufactum.at<br />
Fotos: Avolt, Emil Fagander<br />
58 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
INDIVIDUALITÄT IST UNSERE STÄRKE<br />
– denn jedes Projekt ist ein Unikat.<br />
Minimalistisch oder klassisch, modern oder traditionell – Glas ist ein Grundbestandteil jeder Architektur.<br />
Unsere Aufgabe ist es, Ihre Vision in Glas zu gießen. Livingglas realisiert mit planerischer und handwerklicher<br />
Expertise seit vielen Jahren Projekte, die den Charakter ihrer Bewohner und Nutzer widerspiegeln.<br />
Realisieren wir gemeinsam Ihr Projekt und erwecken wir Ihre Idee zum Leben!<br />
Für glasklare Visionen: jetzt kostenlos 50-seitigen Bilderkatalog anfordern.<br />
livingglas<br />
Erfahren Sie mehr unter: livingglas.at • T: +43 2253 22300 • office@livingglas.at<br />
DIE <strong>LIVING</strong>BOX<br />
Verbindung und Grenze zugleich –<br />
Glas gewährt Ausblicke und lässt es<br />
drinnen gemütlich bleiben.
art five<br />
JOHAN<br />
HARTLE<br />
1<br />
Exklusiv in <strong>LIVING</strong>:<br />
Persönlichkeiten<br />
und Kenner:innen der<br />
Kunstszene verraten<br />
ihre Must-haves fürs<br />
Zuhause. Johan<br />
Hartle zeigt uns<br />
seine Design- und<br />
Kunst-Favoriten.<br />
1. »Modern Architecture<br />
Genealogy«, Kader Attia<br />
»Die Collagen von Kader<br />
Attia werfen einen dekolonialen<br />
Blick auf die Ahnengeschichte<br />
der Architektur.«<br />
4<br />
3.<br />
4. »Little Screens«,<br />
Lee Friedlander<br />
»Lee Friedlanders Werke, die in<br />
leeren Hotelzimmern aufgenommen<br />
wurden, erinnern uns an das<br />
glamouröse goldene Zeitalter<br />
der Vereinigten Staaten.«<br />
2<br />
2. »PH 5«-Lampe,<br />
Louis Poulsen<br />
»Die schönste Pendelleuchte,<br />
die ich kenne. Sie ist ebenso<br />
schlicht wie – aufgrund der<br />
feinen Farbflächen und der<br />
kolorierten Stege – verspielt.«<br />
5. »Ode à l’Oubli«, Louise Bourgeois<br />
»Als Rasterhängung sind die Textilbilder von<br />
Louise Bourgeois besonders schön: Am Ende<br />
sind sie nicht nur eine Ansammlung von<br />
Bildern, sondern ein ganzer narrativer Raum.«<br />
5<br />
»Isotype-Graphik«, Gerd Arntz/<br />
Otto Neurath<br />
»Ein Stück Wiener Stadtgeschichte und<br />
zugleich der Versuch, Design als<br />
politische Kommunikation zu denken,<br />
um die konkreten Erfolge des Roten<br />
Wien zu dokumentieren.«<br />
JOHAN HARTLE<br />
… geboren 1976 in Hannover, studierte<br />
Philosophie und Politikwissenschaften.<br />
Nach der Promotion in Philosophie<br />
forschte und lehrte Hartle unter anderem<br />
in Amsterdam und Rom. Seit<br />
2019 ist er Rektor der Akademie der<br />
bildenden Künste Wien.<br />
Fotos: Louis Poulsen, Archiv der Avantgarden/Egidio Marzona Leipzig 1930 Neurath Otto, Kader Attia, Lee Friedlander/Little Screens, Louise Bourgeois, eSeL.at/Lorenz Seidler<br />
60 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
iohort.com/pergola<br />
Pergola<br />
Schattenspender<br />
&<br />
Freiraum<br />
Hochwertig. Modern. Komfort bei jedem<br />
Wetter dank innovativer Sandwichbauweise<br />
für deutlich verminderte Geräuschkulisse<br />
und Wärmeabstrahlung vom Dach. Eine Wohlfühloase<br />
für jeden Außenbereich, erweiterbar<br />
mit LED-Beleuchtung, Sonnenschutzrollo<br />
und verstellbarer Lamellenseitenwand für<br />
mehr Privatsphäre.<br />
Erhältlich in 6 Größen und den Farben<br />
quarzgrau-metallic oder dunkelgraumetallic<br />
– optional mit Dachlamellen in<br />
silber-metallic.<br />
Pergola in<br />
quarzgrau-metallic<br />
Pergola in<br />
dunkelgrau-metallic<br />
Österreichische Qualitätsprodukte
<strong>LIVING</strong><br />
GARTEN-SPEZIAL<br />
80<br />
64<br />
92<br />
ALLES GANZ NATÜRLICH<br />
Atemberaubende Landschaftsarchitektur<br />
rund um den Globus. (S. 64)<br />
RUHEQUELLEN IM GRÜNEN<br />
Wasserspiele sorgen für Lebendigkeit.<br />
(S. 80)<br />
ES GRÜNT NOCH GRÜNER<br />
Welche Gartentrends Sie <strong>2025</strong> nicht<br />
verpassen dürfen. (S. 84)<br />
IM CHILL-OUT-MODUS<br />
Die neuesten Loungelandschaften für<br />
den Outdoorbereich. (S. 92)<br />
Fotos: beigestellt, MW-Architekturfotografie<br />
84
garten-spezial / LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />
Von privaten Gärten bis zu öffentlichen Plätzen, vom kleinen Hinterhof<br />
in London bis zum Megapark in China: Landschaftsarchitektur und<br />
Gartenkunst bringt die Natur ins Schwingen und uns ins Gleichgewicht.<br />
Eine Rundreise zwischen Heilung und Hedonismus. TEXT MAIK NOVOTNY<br />
Foto: Eric Sander/ericsander.com<br />
64 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Alpines Wunderland<br />
Einen Garten für alle Sinne schuf<br />
der französische Landschaftsarchitekt<br />
Louis Benech für ein<br />
Chalet im schweizerischen Gstaad.<br />
louisbenech.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
65
garten-spezial / LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />
Wie ein<br />
knallroter<br />
Kometenschweif<br />
zieht<br />
ein Steg seine viereinhalb Kilometer lange<br />
geschwungene Bahn über dem wogenden Grün.<br />
Gekleckert wird hier nicht, schließlich sind wir in<br />
China, wo man in großen Maßstäben denkt. Das<br />
gilt nicht nur für Städte und Wolkenkratzer, sondern<br />
auch für Parks und Gärten. Der Shenzhen Bay Park<br />
an der Waterfront der schnell wachsenden südchinesischen<br />
Millionenstadt misst stolze 128 Hektar, 2026 wird<br />
er fertig sein. Es ist ein Park, der so auch nur in diesen<br />
Zeiten entstehen kann. Denn beim Planen von Gärten<br />
zählen heute nicht nur Pavillons und Promenaden,<br />
sondern auch Hochwasserschutz, hohe Biodiversität,<br />
klimagerechte Flora und genau berechnete Kühleffekte für<br />
die stickig-heiße Großstadtluft.<br />
LANDSCHAFT WIEDERENTDECKEN<br />
Geplant wurde der Shenzhen Bay Park<br />
vom interdisziplinären Team aus<br />
L+CC, Taller und LOLA<br />
Landscape Architects aus<br />
Rotterdam. LOLA – das<br />
klingt nach Spaß, und<br />
die drei Gründer<br />
Erik-Jan Pleijster,<br />
Cees van der Weken und Peter Veenstra<br />
entsprechen in der Tat dem Bild der<br />
fröhlichen Niederländer, doch nehmen sie<br />
ihren Beruf sehr ernst. »LOLA steht für<br />
Lost Landscapes, denn wir sehen die Stadt<br />
als verlorene Landschaft, die es wiederzuentdecken<br />
gilt«, sagt Pleijster.<br />
Ganz schön selbstbewusste Ansage!<br />
Aber auch eine, die sie mit vielen<br />
Kolleg:innen teilen. Der wohl größte<br />
Trend der Landschaftsarchitektur ist, dass<br />
sie selbst zum Trend geworden ist.<br />
Landschaftsarchitekt:innen haben in den<br />
letzten Jahren immer mehr das Heft selbst<br />
in die Hand genommen. Sie geben sich<br />
nicht mehr damit zufrieden, die Lücken<br />
aufzufüllen, die ihnen die Architekt:innen<br />
übriggelassen haben, sondern bestimmen<br />
selbst, wo es langgeht. »Wir sehen die<br />
Landschaft als Anfangspunkt<br />
für Ideen<br />
><br />
Dem Himmel so nah<br />
Viereinhalb Kilometer schlängelt sich<br />
der Rote Steg über den Shenzhen Bay<br />
Park in China, geplant von LOLA,<br />
Taller und L+CC.<br />
lola.land<br />
Foto: beigestellt<br />
66 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
67
garten-spezial / LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />
><br />
und Projekte«, ergänzt Cees van der<br />
Weken. Diese sind nicht alle so gigantomanisch<br />
wie in Shenzhen, es finden sich auch<br />
essbare Gärten in einem Bürokomplex in<br />
Rotterdam und der »Ring of Gardens« in der<br />
Kleinstadt Leiden, für den rund tausend<br />
Ideen von Anwohner:innen gesammelt<br />
wurden, und der trotzdem nicht aussieht wie<br />
eine spießige Kleingartensiedlung, sondern<br />
wild und schön.<br />
BLAU-GRÜNE VISIONEN<br />
Wild und schön und mit kühlerem Klima: So<br />
könnten alle unsere Städte sein. Zum Beispiel<br />
auch Wien, und warum nicht auch gerade<br />
dort, wo man es am wenigsten erwartet,<br />
»Pflanzen sollen nicht<br />
einfach eine hübsche<br />
Fassade bilden, sie<br />
müssen funktionieren«<br />
ENZO ENEA enea.ch<br />
Nah am Wasser gebaut<br />
Teich, Stein und Vegetation bilden<br />
eine fein austarierte Einheit in diesem<br />
von Enzo Enea designten Privatgarten<br />
im schweizerischen Appenzell.<br />
enea.ch<br />
nämlich an der Zweierlinie oder am Gürtel?<br />
Diese Idee hat jedenfalls das deutsch-österreichische<br />
Team bauchplan, und ihre Illustration<br />
dieser Idee ist so präzise berechnet wie<br />
verführerisch: wogende Baumkronen statt<br />
lärmender Fahrspuren, ein linearer Park<br />
anstatt ein breites Asphaltband. Blau-grüne<br />
Infrastruktur heißt es im Planungsvokabular,<br />
denn das Wasser ist ein klassischer Bestandteil<br />
der Landschafts- und Gartenmacher:innen,<br />
mal gestalterisch als Brunnen oder Teich, als<br />
kühlend sprühender Dunst, oder als Kreislaufsystem<br />
in einer Schwammstadt mit<br />
saugfähigem Boden.<br />
»Es geht darum, Grünflächen als Netzwerk<br />
zu sehen, denn wir müssen die Stadt kühlen«,<br />
sagt bauchplan-Partner Rupert Halbart-<br />
><br />
Fotos: Enea Landscape Architecture/Martin Rütschi, Michael Haimburger, Britt Willoughby<br />
68 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
English Country Style<br />
Ganz aus dem Ort<br />
heraus entwickelte<br />
Jinny Blom den Garten<br />
dieses viktorianischen<br />
Pfarrhauses in<br />
Gloucestershire.<br />
jinnyblom.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
69
garten-spezial / LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />
»Der Garten ist ein Ort<br />
der Begegnung und des<br />
Feierns, an dem jeder die<br />
Gefühle findet, die er sucht.«<br />
JEAN MUS jeanmus.fr<br />
><br />
schlager. »Dafür gibt es nichts Besseres als einen Baum.<br />
Aber viele heutige Arten werden die kommenden Hitzeund<br />
Dürreperioden schwer überleben. Daher geht es<br />
darum, das Niederschlagswasser nach dem Schwammstadtprinzip<br />
versickern zu lassen und nicht in den Kanal<br />
zu leiten.«<br />
Keine Vision, sondern Realität geworden ist die<br />
kühl-coole Verwaldung der Stadt im so beliebten wie<br />
sommerheißen Innenhof des Wiener Museumsquartiers<br />
und auf dem Nibelungenplatz im<br />
niederösterreichischen Tulln, der bis vor wenigen<br />
Jahren noch eine Asphaltwüste mit 200 Autos<br />
war. In Tulln duften jetzt Eschen, Eichen,<br />
Ulmen und Traubenkirschen, im Museumsquartier<br />
Seidenakazien, Tautropfengras,<br />
Fackellilien, Texasgras oder immer-<br />
><br />
Mediterraner Traum<br />
Über 1.500 Gärten hat der in Grasse<br />
geborene Landschaftsmacher Jean<br />
Mus an der Côte d’Azur bisher<br />
entworfen. Dieser luftig-summende<br />
Park in Cannes ist einer davon.<br />
jeanmus.fr<br />
Fotos: Jean Mus & Cie<br />
70 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
71
garten-spezial / LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />
Raus aus dem Asphalt!<br />
Große grüne Visionen für heiße, autoverseuchte<br />
Stadträume entwickelt das Büro<br />
bauchplan – so wie hier für Wien mit der<br />
Baumoffensive »Gemma Gürtel!«<br />
bauchplan.at<br />
><br />
grüne Wolfsmilch. Geplant wurden<br />
beide Vegetationsoffensiven von<br />
DnD Landschaftsplanung aus Wien,<br />
geleitet von Geschäftsführerin<br />
Sabine Dessovic und Anna<br />
Detzlhofer. Erstere war federund<br />
grashalmführend in Tulln,<br />
Letztere im MQ. »Bäume leisten<br />
enorm viel für die Aufenthaltsqualität<br />
in der Stadt«, erklärt<br />
Anna Detzlhofer. »Sie senken<br />
die Temperaturen, reduzieren<br />
Windgeschwindigkeiten,<br />
verbessern die Luftqualität – und<br />
sie wirken sich positiv auf unsere<br />
Psyche aus.«<br />
»Es geht darum,<br />
Grünflächen als Netzwerk<br />
zu sehen, denn wir müssen<br />
die Stadt kühlen.«<br />
RUPERT HALBARTSCHLAGER bauchplan.at<br />
DIALOG MIT DEM ORT<br />
Das tun sie nicht nur auf öffentlichen<br />
Plätzen oder in chinesischen Megaparks,<br />
sondern auch in privaten Gärten, wo<br />
Landschaftsarchitekt:innen mit ihrem ganzen<br />
Können und Wissen ihre alle Sinne ansprechenden<br />
Kompositionen aus grünen Organismen<br />
wachsen lassen. «Wenn ich den Ort<br />
zum ersten Mal besuche, werde ich ganz<br />
still,« sagt der vielgefragte französische<br />
Landschaftsarchitekt Louis Benech. »Ich höre<br />
einfach nur zu. Denn ich möchte, dass meine<br />
Gärten eine Geschichte erzählen. Dafür<br />
braucht es Dialog.« Ein Zwiegespräch mit der<br />
Umgebung, dem Mikroklima, und natürlich<br />
mit den Auftraggebern und ihrer eigenen<br />
Geschichte.<br />
Dabei begann Benech seine Karriere eigentlich<br />
als Jurist. Doch handfeste gärtnerische Erfahrungen<br />
mit den Fingern in der Erde in England<br />
und der Normandie bewegten ihn dazu, lieber<br />
Akazien als Akten zu studieren. Fünf Jahre<br />
später schon bekam er den Auftrag, den ältesten<br />
Teil der Pariser Tuilerien gärtnerisch zu<br />
rekonstruieren. Es folgten weitere Gärten in<br />
Paris, in Versailles und an der Loire, und bald<br />
auf der ganzen Welt. Zu seinen Kund:innen<br />
zählen Yves Saint Laurent und Diane von<br />
Fürstenberg. »Ich benutze immer Pflanzen, die<br />
einheimisch sind, die in der Umgebung schon<br />
vorkommen, egal wo der Garten ist. Das ist auch<br />
eine Art von Verantwortung.« Was ist für ihn<br />
die Definition eines schönen Gartens? »Er muss<br />
geliebt werden. Denn ein Garten braucht<br />
tägliche Aufmerksamkeit.« ><br />
Fotos: Bauchplan<br />
72 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
CONTACT: URSULA POLSTER - WOHNSALON-P.AT
garten-spezial / LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />
BÜHNE FÜR LEBENSFREUDE<br />
Genau hinhören, was der Ort sagt: Das tut<br />
auch Jean Mus, geboren in Grasse und<br />
ausgebildet in Versailles, der seit über<br />
30 Jahren der Landschaftsgestalter der<br />
französischen Mittelmeerküste ist, der<br />
»Zauberer der Côte d’Azur«, den die Zeitung<br />
»Le Figaro« einst den »Mann der 1.500<br />
Gärten« taufte (inzwischen sind es noch ein<br />
paar mehr geworden). Er komponiert um die<br />
Villen und Landhäuser seiner Auftraggeber:innen<br />
eine mediterrane Umgebung aus<br />
Pinien, Olivenbäumen, Lavendel und<br />
Obstbäumen, er kreiert grüne Bühnen für die<br />
Entfaltung der Lebensfreude. »Der Garten ist<br />
ein Ort der Begegnung und des Feierns, an<br />
dem jeder die Gefühle findet, die er sucht.«<br />
Ein Gartentisch mit Rotweinflasche ist in<br />
seinen Gärten nie fehl am Platz. ><br />
MQ goes green<br />
Dem klimagerechten Umbau von<br />
Plätzen haben sich Sabine Dessovic<br />
und Anna Detzlhofer von DnD<br />
Landschaftsplanung verschrieben –<br />
sie lassen das steinerne Wiener<br />
Museumsquartier atmen.<br />
dnd.at<br />
Foto: DnD Landschaftsplanung/Michael Strahberger<br />
74 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
WWW.VOLLHOLZDESIGN.AT<br />
VON NATUR AUS<br />
EINZIGARTIG.<br />
EIN ORT ZUM ANKOMMEN, LOSLASSEN UND GENIESSEN.<br />
REALISIEREN SIE IHREN TRAUM VOM INDIVIDUELLEN EIGENHEIM AUS MASSIVHOLZ UND<br />
ERLEBEN SIE DAS GEFÜHL VON ZUHAUSE IN SEINER REINSTEN FORM.
garten-spezial / LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />
><br />
Wer es eher ruhig als hedonistisch mag,<br />
darf in die Schweiz zu Enzo Enea pilgern,<br />
einem helvetisch-bedächtigen Mann mit<br />
klaren Zielen, der sich mit dem Baummuseum<br />
in seiner weitläufigen Zentrale südlich<br />
von Zürich eine Wunderwelt zwischen Kunst,<br />
Experiment und Liebe zur japanischen<br />
Gartenkultur erschaffen hat. Er arbeitet mit<br />
Schweizer Akribie jenseits von Trends und<br />
Schnelllebigkeit, seine Gärten strahlen eine<br />
noble Selbstverständlichkeit aus.<br />
»Ich versuche, einen Wert zu schaffen, der<br />
auf den jeweiligen Ort abgestimmt ist«,<br />
erklärt Enea. »Ich analysiere Lichteinfall,<br />
Mikroklima und Jahreszeiten, um dann die<br />
passenden Pflanzen auszuwählen. Sie sollen<br />
nicht einfach eine hübsche Fassade bilden, sie<br />
müssen funktionieren.« Das tun sie auch bei<br />
seinen Privatgärten von Appenzell über<br />
Cannes bis New Jersey: In Gärten von Enea<br />
will man einfach ganz tief durchatmen und<br />
zur Ruhe kommen.<br />
><br />
Stadt in Bewegung<br />
Parks in Großstädten wollen<br />
nicht nur angeschaut, sondern<br />
auch benutzt werden – so wie<br />
der Park am Gleisdreieck in<br />
Berlin auf einem ehemaligen<br />
Bahnareal mit seinen vielen<br />
Sport- und Spielflächen. Aufs<br />
Grün wurde dabei natürlich<br />
nicht vergessen.<br />
atelier-loidl.de<br />
Foto: Atelier Loidl<br />
76 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
garten-spezial / LANDSCHAFTSARCHITEKTUR<br />
><br />
Die psychologischen Vorteile eines<br />
Gartens für die menschliche Seele kann wohl<br />
kaum jemand so elegant formulieren wie die<br />
britische Landschaftsarchitektin und Gärtnerin<br />
Jinny Blom. Sie studierte zuerst Psychologie<br />
und ist heute Teil des Therapeutic<br />
Landscapes Network, das sich mit den<br />
heilenden Wirkungen von Landschaften<br />
beschäftigt. Ihre eigenen Gärten, ob in der<br />
üppigen, blumenreichen Miss-Marple-<br />
Landschaft von Südengland oder in den<br />
harschen schottischen Highlands, erfüllen<br />
Pariser Oase<br />
Parks gibt es in der Pariser Innenstadt<br />
nur wenige. Für das brandneue<br />
Stadtquartier in Clichy-Batignolles<br />
wurde mit dem Parc Martin Luther<br />
King daher ein großes grünes Herz<br />
geschaffen, das alle Stücke spielt.<br />
www.osty.fr<br />
diese Mission zweifellos. »Für mein eigenes<br />
Glücklichsein ist es elementar, dass Vögel,<br />
Insekten, Säugetiere, Fische und Menschen<br />
in meinen Gartenwelten koexistieren<br />
können«, sagt Blom.<br />
Einen Stil habe sie nicht, aber eine Philosophie:<br />
die lokale Angemessenheit und das<br />
klare Denken. Materialien, die aus dem<br />
Boden vor Ort kommen und organisch<br />
gewachsen wirken. In Großstädten wie<br />
London darf es dann auch eher zeitgenössisch<br />
und abstrakt sein. »Gärten in der Stadt<br />
zu entwerfen, ist wie Schmuck zu designen«,<br />
sagt sie. »Da muss man sehr diszipliniert<br />
sein.« Und kann so auch auf fünf mal zehn<br />
Metern eine eigene Welt erschaffen. Das ist<br />
die Kunst der Landschaftsarchitekten, sie<br />
funktioniert im Kleinen ebenso wie auf<br />
128 Hektar.<br />
<<br />
Foto: viennaslide/picturedesk.com<br />
78 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
garten-spezial / WASSERSPIELE<br />
RUHE-<br />
QUELLEN<br />
IM GRÜNEN<br />
Wassertor aus Edelstahl<br />
Dieses exklusive Wasserspiel ist fast<br />
zwei Meter hoch und leuchtet abends<br />
in Rot oder Grün. Eine elektronische<br />
Pumpregelung sorgt für<br />
Plätscherfreuden.<br />
gartenbrunnen.at<br />
Fotos: beigestellt<br />
80 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Sanftes Rieseln, leise Wellen, erfrischendes Sprudeln –<br />
Wasser bringt Leben in den Garten. Es beruhigt, belebt<br />
die Sinne und sorgt für eine einzigartige Atmosphäre.<br />
Ob Quellstein, Brunnen oder Kaskade – Wasserspiele<br />
verbinden Design und Natur auf faszinierende Weise.<br />
TEXT SUSANNA PIKHART<br />
Wasser besitzt eine einzigartige<br />
Anziehungskraft. Als beständiger<br />
Erzähler trägt es Geschichten von<br />
Ruhe und Gelassenheit, von Leben<br />
und Bewegung in den Garten. Geschichten, die<br />
ganzheitlich auf uns Menschen wirken. Allein<br />
das leise Plätschern eines Brunnens kann Stress<br />
reduzieren, die Herzfrequenz senken und eine<br />
meditative Atmosphäre schaffen. Laut Umweltpsycholog:innen<br />
fördert Wasser die sogenannte<br />
weiche Faszination – eine Eigenschaft, die es<br />
unserem Gehirn ermöglicht, sich schneller zu<br />
regenerieren. Zahlreiche Studien belegen die<br />
positiven Effekte, die das flüssige Element auf<br />
wirklich jede:n hat: Es reduziert Angstzustände,<br />
hebt die Stimmung und unterstützt eine<br />
tiefgehende Entspannung. Doch nicht nur seine<br />
gesundheitsfördernden Eigenschaften machen<br />
Wasser zu einem beliebten Gestaltungselement<br />
im Garten, sondern auch seine unendliche<br />
Vielseitigkeit und ästhetische Strahlkraft.<br />
Natürliche Quellsteine, sanft sprudelnde<br />
Brunnen und stilvoll perlende Wasserbecken<br />
fügen sich harmonisch in jede Gartengestaltung<br />
ein. Ob als tanzender Springbrunnen, sanft<br />
rieselnder Wasservorhang oder imposanter<br />
Wasserfall – entscheidend ist, dass das Wasser<br />
in Bewegung bleibt. Dies geschieht umweltfreundlich<br />
durch eine Pumpe mit geschlossenem<br />
Kreislauf, fallweise solarbetrieben.<br />
Besonders beliebt sind Materialien wie<br />
Naturstein – darunter Basalt, Granit, Marmor<br />
und Schiefer – sowie Elemente aus Cortenstahl<br />
oder Edelstahl. Findlinge aus der Eiszeit<br />
wiederum, als Quellsteine inszeniert, verleihen<br />
dem Garten eine archaische Note.<br />
Natursteinkaskade<br />
Formendesign mit Mehrwert: der vom<br />
Künstler Thomas Györi bearbeitete<br />
Naturstein. harmonieimgarten.at<br />
PERFEKTE INSZENIERUNG<br />
Johannes Klösch, Geschäftsführer des<br />
Fachbetriebs Harmonie im Garten in<br />
Seeboden, beobachtet einen klaren Trend:<br />
»Aktuell gefragt sind Quellsteine und<br />
Zierteiche, die nicht nur optisch faszinieren,<br />
sondern oft auch einen Rückzugsort für Tiere<br />
und Pflanzen schaffen.« Doch bevor das<br />
eigene Wasserspiel im Garten installiert wird,<br />
gilt es, einige Faktoren zu berücksichtigen.<br />
Heinz König von Neuland in Schlüßlberg<br />
bringt die Grundvoraussetzungen auf den<br />
Punkt: »Jedes Wasserspiel braucht eine<br />
tragfähige Untergrundfläche und einen<br />
Stromanschluss für die Pumpe, um den<br />
Kreislauf in Gang zu halten. Sind diese<br />
><br />
Wasserfall-Ensemble<br />
Beim System »Aqua Linea«<br />
können Brunnentröge effektvoll<br />
mit Wasserfällen kombiniert<br />
werden. Eine UV-stabile Innenbeschichtung<br />
verhindert Rostablösungen.<br />
gartenmetall.de<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
81
garten-spezial / WASSERSPIELE<br />
><br />
Voraussetzungen erfüllt, kann Wasser an<br />
nahezu jeder Stelle im Garten in Szene gesetzt<br />
werden.« Auch die Lichtverhältnisse spielen<br />
eine Rolle: Je nachdem, ob das Wasserspiel<br />
eher in der Sonne oder im Schatten liegt,<br />
können verschiedene Atmosphären entstehen.<br />
»Wichtig ist zudem die Qualität des Materials<br />
und der Ausführung«, betont Klösch.<br />
»Wenn man zu günstig kauft, kann es passieren,<br />
dass das Gewerk zwei- oder dreimal<br />
erneuert werden muss. Langfristig ist eine<br />
hochwertige Lösung oft wirtschaftlicher.« Ein<br />
weiteres entscheidendes Detail ist der Schutz<br />
vor Frost: Wasserleitungen müssen im Winter<br />
entleert werden, um Schäden zu vermeiden.<br />
DIE GAGE FÜRS SCHAUSPIEL<br />
Die Kosten für Wasserspiele variieren stark je<br />
nach Art und Umfang des Projekts. Ein<br />
hochwertiger Quellstein mit Pumpe ist bereits<br />
ab 1.000 Euro erhältlich, ein Wassertisch aus<br />
Cortenstahl mit einem Quadratmeter Fläche<br />
kostet etwa 3.000 Euro, und für eine Wasserwand<br />
mit Becken sollte man mit rund<br />
7.000 Euro rechnen. Wassertore und -vorhänge<br />
liegen preislich oft noch deutlich drüber.<br />
»Wassertische sind meine Favoriten«, sagt<br />
Heinz König. »Sie sind in unterschiedlichsten<br />
Formen und Materialien umsetzbar und<br />
wirken besonders edel, wenn in der Mitte eine<br />
beleuchtete Quelle sprudelt.« Auch Klösch hat<br />
eine Vorliebe: »Mich faszinieren Wasservorhänge<br />
aus Cortenstahl und natürliche Bachläufe<br />
mit Natursteinkaskaden. Sie schaffen eine<br />
Tiefe im Garten und verbinden modernes Design<br />
mit natürlicher Eleganz.« In welcher Form<br />
auch immer – ein gut geplantes Wasserspiel<br />
Wassertisch mit Sprudelspaß<br />
Im Trend liegen heuer<br />
besonders Wassertische aus<br />
wetterfestem Cortenstahl.<br />
ksv-natursteinwelt.de<br />
neu-land.at<br />
macht jeden Garten zu einem Ort der Ruhe<br />
und Inspiration. Es bringt eine zusätzliche<br />
Dimension in die grüne Oase und Bewegung<br />
in die Natur, erfreut das Auge und sorgt für<br />
ein angenehmes Mikroklima. Für Menschen<br />
wie für Tiere ist das sanfte Plätschern eine<br />
Wohltat, und der Garten wird so zu einem<br />
nachhaltig heilsamen Refugium.<br />
<<br />
Solarbrunnen<br />
Aus Polyresin in täuschend echter<br />
Natursteinoptik. Ein Dämmerungsschalter<br />
aktiviert die stimmungsvolle<br />
Beleuchtung. dehner.at<br />
Quellbrunnen-Trio<br />
Die Edelstahlkugelbrunnen<br />
sind vielfältig einsetzbar – im<br />
Garten wie auf der Terrasse.<br />
gartentraum.at<br />
Fotos: beigestellt, Hunger & Simmeth GmbH<br />
82 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
photo © Christian Redtenbacher | project: Star--Roll Sun Shade Trading GmbH<br />
@SunSquareInternational
garten-spezial / GARTENTRENDS <strong>2025</strong><br />
Wild-schön<br />
Die BEGRÜNDER setzen auf<br />
kühlende Wasserstellen, die durch<br />
üppig-natürliche Bepflanzung und<br />
Steinböden strukturiert werden.<br />
begruender.at<br />
Fotos: MW-Architekturfotografie, Thomas Zinner<br />
84 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
ES GRÜNT<br />
NOCH GRÜNER<br />
Von modernen Wellnessanlagen über Selbstversorgung bis hin zu Bäumen als<br />
natürlichen Schattenspendern: Die Gartentrends <strong>2025</strong> zeigen das wachsende<br />
Bedürfnis nach Natur als Wohnraum, Selbstversorgung und smarter Hilfe.<br />
TEXT CHRISTINA HORN<br />
Längst hat sich der Garten von heute zu<br />
einer Erweiterung des Wohnraums<br />
entwickelt – zu einem Ort, an dem<br />
entspannt, gekocht und gelebt wird.<br />
Dabei erfreut sich eine naturnahe, pflegeleichte<br />
Gestaltung <strong>2025</strong> ebenso großer Beliebtheit wie<br />
die Themen Selbstversorgung, Wellness und<br />
smarte Technologie.<br />
DER GRÜNE LEBENSRAUM<br />
<strong>2025</strong> zeigt sich in wild blühender Schönheit:<br />
Während Schotter endgültig aus dem Grün<br />
verbannt wurde, setzt man nun blühend wilde<br />
Bepflanzung gezielt mit klarer Linienführung in<br />
Szene, verrät Peter Baumgarten, Garten- und<br />
Landschaftsgestalter bei BEGRÜNDER: »Der<br />
Trend einer modernen, strukturierten Linienführung<br />
wird weitergeführt, aber mit mehr<br />
Natürlichkeit versehen. Man plant weniger<br />
Rasenfläche und integriert nun auch wildere<br />
Beete.« In den »wilden Bereichen« finden<br />
größere Gräser, Stauden, Kleingehölze oder<br />
Blumen mit intensiveren Farben Platz.<br />
Sonnenhüte, Nachtkerzen, Lavendel und die<br />
Felsenbirne bringen Farbe und Bewegung in die<br />
Outdoor-Oase und werden für mehr Dynamik<br />
mit Mauerwerk kombiniert, in Hochbeete oder<br />
auf Erhebungen gepflanzt. »Man spielt mit<br />
Höhenunterschieden, etwa mit Mauern oder<br />
Hochbeeten, um so Akzente zu setzen«,<br />
bestätigt der Projektleiter. Wie das aussehen<br />
kann, zeigt sich etwa im BEGRÜNDER-Projekt<br />
Villengarten in Klosterneuburg, der vor Kurzem<br />
vom Callwey Verlag zu einem der schönsten<br />
»Gärten des Jahres« im deutschsprachigen<br />
Raum gekürt wurde. Hier wachsen bunte<br />
Stauden, Gräser und Hängerosmarin, umrahmt<br />
von Natursteinmauern. Die üppige Bepflanzung<br />
ist nicht nur aufgrund der natürlichen Optik auf<br />
dem Vormarsch, auch Biodiversität spielt eine<br />
Rolle. Der Garten von heute soll, wo möglich,<br />
diversen Insekten sowie kleinen Tieren Schutz<br />
bieten. Darüber hinaus gewinnt die Selbstversorgung<br />
weiter an Popularität. Menschen ><br />
Im Rahmen<br />
Klare Begrenzungen aus<br />
Holz oder Stein geben der Blütenvielfalt,<br />
die auch bei Praskac im<br />
Trend liegt, den passenden Rahmen.<br />
praskac.at<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
85
garten-spezial / GARTENTRENDS <strong>2025</strong><br />
><br />
entdecken ihren grünen Daumen, kultivieren<br />
Kräuter und Gemüse im kleinen<br />
Gartenbeet oder am Stadtbalkon.<br />
Bei der Wahl der Bepflanzung machen sich<br />
verstärkt die veränderten klimatischen<br />
Bedingungen bemerkbar, betont der Gartenarchitekt<br />
Manfred Hogl von STARKL<br />
Vösendorf. »Eines der großen Themen ist die<br />
Trockenheit. Im Hochsommer haben wir<br />
extreme Hitzeperioden, weshalb trockenheitsverträgliche<br />
Pflanzen mehr in den Fokus<br />
rücken.« Als Konsequenz sieht der Experte<br />
zukünftig eine Neuorientierung zu Kräuterwiesen<br />
oder pflegeleichteren Bodendeckern<br />
wie Thymian, der wasserintensive Rasen ist<br />
und bleibt derzeit allerdings noch Standard.<br />
Als natürlicher Schattenspender sind zudem<br />
Bäume wieder gefragt, allen voran mehrstämmige<br />
Gattungen mit vielen Verzweigungen,<br />
weiß Manfred Hogl: »Wir sehen nicht mehr<br />
den klassischen Kugelbaum, sondern Weitverzweigtes<br />
mit Waldrandcharakter – darunter<br />
Dachplatanen, Felsenbirnen, Feldahorn oder<br />
der Eisenholzbaum.«<br />
WELLBEING IM FREIEN<br />
Was <strong>2025</strong> weiterhin wächst, ist der Wunsch<br />
nach Pflegeleichtigkeit. »Der Garten soll<br />
so gestaltet sein, dass er ästhetisch ist, aber<br />
Schattenspender<br />
Der Baum findet wieder Einzug in<br />
den Garten: Passend zur wilden<br />
Vielfalt werden weit verzweigte,<br />
natürliche Arten bevorzugt.<br />
praskac.at<br />
DIY im Grünen<br />
Selbstversorgung steht <strong>2025</strong><br />
hoch im Kurs – in eleganten<br />
sowie robusten Hochbeeten<br />
werden Kräuter und Gemüse<br />
herangezogen. biohort.com<br />
»Man muss den Garten wie<br />
ein Wohn- oder Esszimmer<br />
sehen: Er ist zuallererst der<br />
Lebensraum der Menschen,<br />
die dort wohnen.«<br />
WOLFGANG PRASKAC Geschäftsführung<br />
Praskac Pflanzenland<br />
Fotos: Robert Maybach, MW-Architekturfotografie, Begründer, beigestellt<br />
86 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
»Beschattete Bereiche<br />
sind <strong>2025</strong> wichtig,<br />
sei es ein Schirm oder<br />
große Solitärbäume,<br />
die natürlichen<br />
Schatten spenden.«<br />
PETER BAUMGARTEN<br />
Projektleitung BEGRÜNDER<br />
Natürliche Ordnung<br />
Bei BEGRÜNDER wird der Eigenanbau<br />
im modernen Glashaus zelebriert,<br />
daneben sorgt eine Holzwand für<br />
räumliche Trennung im Grünen.<br />
begruender.at<br />
nicht zu viel Arbeit macht«, erzählt Peter<br />
Baumgarten von BEGRÜNDER. »Die<br />
Nachfrage danach, dass wir den Garten<br />
pflegen, den wir gestaltet haben, steigt.« Um<br />
den Arbeitsaufwand zu reduzieren, wird mehr<br />
denn je auf smarte Lösungen gesetzt, ergänzt<br />
DI Maximilian Priglinger, Geschäftsführer bei<br />
BIOHORT: »Der Garten erfährt in den letzten<br />
Jahren einen starken Zuwachs an neuen<br />
Technologien. Smarte Rasenmähroboter<br />
dominieren die Werbeplätze.« Dass es überdies<br />
kaum mehr einen Garten gibt, »der nicht mit<br />
einer automatischen Bewässerung gesteuert<br />
wird, um längere Trockenperioden zu<br />
überwinden«, stellt auch Wolfgang Praskac, ><br />
Abkühlung<br />
Der Garten als Wohnraum: Auch<br />
das Bad bewegt sich ins Freie, wie<br />
elegante sowie widerstandsfähige<br />
Wannen – etwa von Agape – zeigen.<br />
terrabaddesign.at<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
87
garten-spezial / GARTENTRENDS <strong>2025</strong><br />
andererseits wird verstärkt auf Nachhaltigkeit<br />
hinsichtlich Material und Technik geachtet,<br />
erzählt Jürgen Klingenschmid, Geschäftsführer<br />
bei Klafs: »Wir arbeiten etwa mit<br />
energieeffizienten Heizsystemen, wie dem<br />
›MAJUS‹-Ofen, um den ökologischen Fußabdruck<br />
zu minimieren.« Swimmingpools,<br />
besonders hochwertig in Naturstein, sind<br />
und bleiben Allzeitklassiker, so Mag. Nikolas<br />
Haidsengst von Terra Bad and Design. Hinzu<br />
kommen jedoch kühlende Wasseralternativen:<br />
»Wir haben viele Anfragen, wo der Garten<br />
nicht mit Pool ausgestaltet werden soll,<br />
sondern mit Designelementen wie Outdoorduschen<br />
oder Zementwannen.« Sie setzen<br />
wohnliche Designakzente im Grünen.<br />
<strong>2025</strong> zeichnet sich also weniger durch<br />
kurzfristige Trends aus, sondern vielmehr<br />
durch die konsequente Weiterentwicklung<br />
bereits bestehender Gartenkonzepte.<br />
<<br />
Die Leichtigkeit des Steins<br />
Der Naturstein Kanfanar eignet sich<br />
hervorragend für den Einsatz im<br />
Außenbereich. Sein Farbspektrum<br />
reicht von sanftem Hellgelb bis zu<br />
Beigetönen. stone4you.at<br />
Outdoor-Oase<br />
Gartenwellness ist <strong>2025</strong> wieder<br />
gern gesehen: Nachhaltige<br />
Außensaunen wie »TALO« punkten<br />
unter anderem mit variablem<br />
Baukastensystem. klafs.at<br />
><br />
Geschäftsführer bei Praskac Pflanzenland,<br />
fest. Die hochpräzisen Systeme vernetzen den<br />
gesamten Außenbereich und halten die<br />
Befeuchtung der Pflanzenwelt über Bodensensoren<br />
oder Wetterstationen im grünen Bereich.<br />
Daneben boomen elegante, robuste Photovoltaik-Effektbeleuchtungen<br />
oder selbst<br />
reinigende Pools. Einige Neuheiten bieten auch<br />
innovative Lösungen für aktuelle Herausforderungen<br />
wie zunehmende Wetterkapriolen –<br />
darunter eine Pergola von BIOHORT, die dank<br />
durchdachter Sandwichbauweise der Lamellen<br />
Wärmestrahlung und Regenlärm mindert.<br />
Im erweiterten Wohnraum finden zudem<br />
Loungebereiche und Außenküchen Platz, für<br />
die Naturmaterialien in warmen Farben und<br />
mit angenehmer Haptik verwendet werden –<br />
etwa Kanfanar-Kalkstein von Stone4You.<br />
Auch die Nachfrage nach Wellness bleibt<br />
konstant. Qualitative Saunen wie »TALO«<br />
oder »TARAS« punkten dank modularer<br />
Bauweise einerseits mit mehr Flexibilität,<br />
Fotos: stone4you, Klafs<br />
88 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
SPOERKS OUTDOOR MÖBEL<br />
AB NACH DRAUSSEN!<br />
Ein guter Sommer beginnt mit einer schönen Terrasse. Bei spoerks outdoor möbel geht es<br />
nicht um Möbel – es geht um ein Lebensgefühl. Gutes Design und außergewöhnliche Qualität<br />
muss im Mittelpunkt stehen. Lassen Sie sich von uns inspirieren!<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
Unsere Geschichte begann mit<br />
einer klaren Vision: Außenbereiche<br />
in persönliche Paradiese<br />
zu verwandeln. Dabei scheuen<br />
wir weder Kosten noch Mühen und sind<br />
stets auf der Suche nach den neuesten<br />
Trends. Hochwertige Materialien wie<br />
UV-beständige Sunbrella-Stoffe, recyceltes<br />
Teak und robuste Gewebe garantieren<br />
Langlebigkeit. Jedes Element hat einen<br />
Wasserablauf und ist mit der Quick-Dry-<br />
Foam für einen einzigartigen Sitzkomfort<br />
ausgestattet. Diese Technik erwirkt, dass<br />
die Lounge innerhalb kürzester Zeit wieder<br />
trocken ist und uneingeschränkt genutzt<br />
werden kann.<br />
Gute Qualität und schönes Design stehen<br />
bei Marion Spörk an erster Stelle.<br />
Marion Spörk und ihr Team sorgen seit<br />
sieben Jahren mit professioneller Beratung,<br />
unkomplizierter Abwicklung und zuverlässiger<br />
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nahtlos ins Freie rückt – für entspannte und<br />
stilvolle Abende unter freien Himmel.<br />
Ein Teil des Gartenmöbelprogramms ist<br />
von 21. bis 23. März auf der Messe Garten<br />
Salzburg (Stand Gartenlauben Wien, Halle 8,<br />
Stand 211) zu sehen. Besuchen Sie uns!<br />
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ADVERTORIAL<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
89
garten-spezial / KRÄUTERGARTEN<br />
KLEINE KRÄUTERFIBEL<br />
Von Schnittlauch und Thymian über Minze bis hin zu Basilikum – diese Auswahl an vielseitig<br />
einsetzbaren Küchen- und Heilkräutern ist ein absolutes Must-have in jedem Garten.<br />
1.<br />
3.<br />
2.<br />
4.<br />
6.<br />
5.<br />
8.<br />
9.<br />
7.<br />
1. Lavendel Der Lavendel ist eine beliebte Zierpflanze, die sofort an die Provence denken lässt. Er blüht zwischen Ende Mai und Mitte September und gedeiht am besten an<br />
Orten mit viel Sonnenschein. dehner.at 2. Minze Ursprünglich stammt die Minze aus dem Mittelmeergebiet und Vorderasien. Es gibt sowohl herbe, balsamische, scharfe<br />
und mentholhaltige als auch fruchtig-frische Arten und Sorten. bloomling.at 3. Rosmarin Das nadelähnliche Kraut ist ein Muss in der mediterranen Küche und passt<br />
perfekt zu Fleisch-, Fisch- und Kartoffelgerichten. obi.at 4. Schnittlauch Mit seinem leicht zwiebelartigen Geschmack verfeinert er vor allem Speisen mit Ei, Salate und<br />
Milchprodukte und beinhaltet zahlreiche Vitamine und sekundäre Pflanzeninhaltsstoffe. baldur-garten.at 5. Salbei Bereits in der Antike wurde der Salbei wegen seiner<br />
vielseitig heilenden Wirkung geschätzt. In der mediterranen Küche würzt man mit ihm u. a. Saltimbocca und Antipasti. meingartenshop.at 6. Zitronenmelisse Die aromatisch<br />
duftenden Blätter werden gerne für Säfte oder Gelees verwendet. shop.starkl.at 7. Thymian Die entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften<br />
des Thymians lindern Beschwerden wie Erkältungen und Husten. as-garten.at 8. Verbene Die feingliedrige Verbene, auch »Eisenkraut« genannt, lockt mit ihrem leicht<br />
würzigen Duft viele Schmetterlinge an. praskac.at 9. Basilikum Vor allem aus der italienischen Küche ist das wohlduftende Würzkraut nicht wegzudenken. bellaflora.at<br />
Illustrationen: Shutterstock<br />
90 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
EIN FEST IM TAKT<br />
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1<br />
2<br />
3<br />
4<br />
Bildcredits: Eva Blut, Messermacher Kappeller, Peter Rigaud, Rudolf<br />
1 EVA BLUT / 2 MESSERMACHER KAPPELLER /<br />
3 SPANISCHE HOFREITSCHULE / 4 RUDOLF<br />
WIEN PRODUCTS SERVICE CENTER / STRASSE DER WIENER WIRTSCHAFT 1 / A-1020 WIEN /<br />
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Wien Products ist ein Projekt der Wirtschaftskammer Wien.
garten-spezial / LOUNGES<br />
Klassiker 2.0<br />
Das beliebte »Standard Sofa«<br />
von Edra verschönert jetzt<br />
auch den Outdoorbereich.<br />
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Komfortzone<br />
Das mehrteilige Loungeset<br />
»Afternoons« lädt zum<br />
gemütlichen Verweilen ein.<br />
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Mit den neuesten Outdoorkollektionen in sanften Erdtönen, zartem<br />
Himmelblau oder kräftigen Farben zelebrieren wir die ersten warmen<br />
Sonnenstrahlen und machen Lust auf Garten, Terrasse und Pool.<br />
Die <strong>LIVING</strong>-Redaktion ist für Sie bereits Probe gesessen.<br />
Fotos: beigestellt<br />
92 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Einladend<br />
Der bekannte Designer Yabu<br />
Pushelberg entwarf das Sofa<br />
»Sway« mit großzügigen<br />
Formen für Molteni.<br />
molteni.it<br />
Stylish<br />
Die modulare Kollektion<br />
»Gibraltar« ist geprägt von zarten<br />
Linien und luftigem Design.<br />
sedda.at<br />
Urban<br />
Highlight beim Sofa »Oasis« ist<br />
zweifellos die Rückenlehne aus<br />
Metall mit der geflochtenen<br />
Bespannung im Gittermuster.<br />
flexform.it<br />
Urlaubsreif<br />
Matteo Thun und Benedetto<br />
Fasciana ließen sich bei ihrer<br />
zweiten Outdoorkollektion für<br />
Gloster, zu der auch das Sofa<br />
»Salina« gehört, von den<br />
Äolischen Inseln inspirieren.<br />
gloster.com<br />
Flexibel<br />
Für das modulare Sitzsystem<br />
»Daylight« wurden u. a. Teakholz<br />
und Ceppo di Gré®, ein italienischer<br />
Naturstein, verwendet.<br />
minotti.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
93
garten-spezial / LOUNGES<br />
Allrounder<br />
Das Modell »Emma« ist als<br />
Zwei- oder Dreisitzer und<br />
in verschiedenen Farbausführungen<br />
erhältlich.<br />
varaschin.it<br />
Streifen-Chic<br />
Modernes Design verkörpert<br />
das Sofa »Nalu« mit seinen<br />
kurvigen Kissen und der halb<br />
polierten Aluminiumstruktur.<br />
talentispa.com<br />
Blaues Wunder<br />
Die drei Elemente des Sofas<br />
»Santorini« können individuell<br />
arrangiert werden.<br />
paolalenti.it<br />
Kunterbunt<br />
Dank seiner elf verschiedenen<br />
runden Elemente passt sich<br />
das Modell »Snaked« an jedes<br />
Raumkonzept an.<br />
paolonesi.it<br />
Frischer Wind<br />
Die ikonische Sofalandschaft<br />
»Mah Jong« begeistert diese<br />
Saison mit neuen Farbkompositionen.<br />
roche-bobois.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
94 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Die Architektur<br />
des Komforts.<br />
MEHR INFOS &<br />
HÄNDLERSUCHE<br />
Mit sanften Rundungen zeigt AMBRA, wie schön<br />
Funktionsmöbel sein können. Die hochwertige<br />
Federkern Deluxe Polsterung kombiniert mit<br />
smarten Extras sorgen für ein unvergleichliches<br />
Komforterlebnis.<br />
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Mitterweg 45, 4702 Wallern<br />
T: +43 7249 441-0<br />
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T: +43 7249 441-280<br />
Mo-Fr 9-18:00<br />
sedda.at
garten-spezial / TISCHE UND STÜHLE<br />
Coole Kombi<br />
Der Tisch der Kollektion<br />
»Torii« und die Stühle aus der<br />
Serie »Colette« harmonieren<br />
perfekt miteinander.<br />
gervasoni1882.com<br />
WIEDER ZEIT FÜR<br />
AL-FRESCO-DINING<br />
Verwandeln Sie Ihren Outdoorbereich in einen einladenden Essplatz! Und<br />
verzichten dabei nicht auf hochwertige Materialien in facettenreichen<br />
Kompositionen und spannenden Designs. <strong>LIVING</strong> begab sich auf Recherche<br />
und wurde mit einer feinen Auswahl fürs Outdoor-Dining fündig.<br />
Camouflage<br />
Der Esstisch mit acht Stühlen<br />
aus der Serie »Lidy« fügt sich<br />
aufgrund der natürlichen Farbwahl<br />
ideal in den Garten ein.<br />
maisonsdumonde.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
96 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Meisterstück<br />
Die Stühle »H.H.H. Graphic Impression«<br />
von Philippe Starck bestehen<br />
aus recyceltem Material. Der Sitz ist in<br />
verschiedenen Ausführungen erhältlich.<br />
kartell.com<br />
Happy Hour<br />
Der Barhocker aus Teakholz und<br />
gedrehten Seildetails ist die neueste<br />
Ergänzung der »Giro«-Kollektion von<br />
Vincent Van Duysen.<br />
kettal.com<br />
Schwungvoll<br />
Der Armchair »Kida« ist ein<br />
Entwurf von Stephen Burks<br />
und weist eine wiegenartige,<br />
organische Form auf.<br />
dedon.de<br />
Chic in Beige<br />
Für einen hellen Farbtupfer sorgt der<br />
»Dining Chair« aus der Kollektion<br />
»Mendoza« von Gescova.<br />
spoerks.at<br />
Premiere<br />
Für seine erste Outdoor-<br />
Kollektion mit dem poppigen<br />
Namen »Groove« hat Tom Dixon<br />
ein dynamisches Design gewählt.<br />
tomdixon.net<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
97
garten-spezial / TEPPICHE<br />
DESIGNERSTÜCKE MIT<br />
BODENHAFTUNG<br />
Outdoor-Teppiche zieren mit neuen Designs<br />
Terrasse und Balkon. Frische Farben, verspielte<br />
Motive und ansprechende Muster sorgen dabei für<br />
ein heimeliges Wohngefühl. <strong>LIVING</strong> zeigt eine<br />
Auswahl der trendigsten gewebten Must-haves.<br />
2.<br />
1.<br />
3.<br />
4.<br />
1. Vielseitig Der Fußschmeichler »Porri« macht<br />
überall eine gute Figur, egal ob auf dem Balkon oder<br />
im Garten. maisonsdumonde.com 2. Schach matt<br />
Der Teppich »Mille« sorgt mit seinem Muster in Türkis,<br />
Gelb und Apricot für Frische. home24.at 3. Wasserspiele<br />
Wie ein japanisches Gemälde wirkt der Teppich<br />
»Yumi« mit seinen sanften Wellen und Koi-Karpfen.<br />
roche-bobois.com 4. Runde Sache Der Teppich »Circle«<br />
ist schlicht und elegant. Die flache Webung und Struktur<br />
versprechen ein angenehmes Gefühl beim Laufen.<br />
cane-line.de 5. Dekorativ Der Outdoor-Teppich von<br />
Beliani mit geometrischem Muster in Rosa und Weiß<br />
wurde aus recycelten Materialien gefertigt.<br />
beliani.at<br />
5.<br />
Fotos: beigestellt<br />
98 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
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<strong>LIVING</strong><br />
DESIGN<br />
102<br />
110<br />
118<br />
EINTAUCHEN INS KÜHLE NASS<br />
Pools und Schwimmteiche sind auch<br />
<strong>2025</strong> Trend. (S. 102)<br />
DIE KUNST DES OFFENEN WOHNENS<br />
Glasarchitektur schafft Großzügigkeit<br />
im Wohnbereich. (S. 110)<br />
IM NORDEN VIEL NEUES<br />
Design aus Skandinavien punktet mit<br />
Minimalismus und Ästhetik. (S. 114)<br />
PALAST AUF RÄDERN<br />
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(S. 118)<br />
Fotos: beigestellt, Edgard Schmeichel, HKAARSHOLM.DK<br />
114
design / POOLS UND SCHWIMMTEICHE<br />
Foto: Gebhard Sengmüller<br />
102 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
EINTAUCHEN<br />
INS KÜHLE<br />
NASS<br />
Wir begeben uns in die Poolsaison <strong>2025</strong> und haben uns<br />
nach aktuellen Trends und Tipps umgesehen. Expert:innen<br />
zu Edelstahl und Naturteich erklären, was zu beachten ist,<br />
welche Rahmenbedingungen aktuell gelten und welche<br />
Vorteile geboten sind. TEXT MAIK NOVOTNY<br />
Alles im Rahmen<br />
Eine Pooleinfassung aus<br />
Naturstein bietet Dauerhaftigkeit<br />
und angenehmes Barfuß-Feeling,<br />
und harmoniert visuell bestens<br />
mit dem Element Wasser.<br />
breitwieser.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
103
design / POOLS UND SCHWIMMTEICHE<br />
Alles aus einer Hand<br />
Landschaftsarchitekt:innen und<br />
Gartengestalter:innen können ein<br />
Gesamtpaket liefern, in das der Pool<br />
sich optisch und funktional ideal<br />
einfügt. gartengestaltung.ch<br />
Luxus oder Alltag? Am besten beides,<br />
so lautet die Antwort, wenn es um<br />
Pools geht. Immer noch vermeint<br />
man, beim Schwimmen im eigenen<br />
Garten den glamourösen Hauch von Kalifornien<br />
oder Südfrankreich zu verspüren, auch<br />
wenn der niederösterreichische Nachbar zwei<br />
Meter weiter mit der Baumschere über den<br />
Zaun winkt. Doch so wie das Wasser ständig<br />
in Bewegung ist, sind es auch Angebot,<br />
Nachfrage und Rahmenbedingungen bei der<br />
Anschaffung von Pools.<br />
LANGER TAUCHZUG<br />
Der Markt nahm, parallel zur gesamten<br />
Bauwirtschaft, in den letzten zwei Jahren einen<br />
etwas längeren Tauchzug, was jedoch bei den<br />
Anbieter:innen nicht zu Gänsehaut führt.<br />
Denn es gibt sowohl beruhigende Kontinuitäten<br />
als auch vielversprechende neue Entwicklungen.<br />
»Ein hoher Grad an Ausstattung und<br />
Automatisierung wird stark nachgefragt«,<br />
104 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25<br />
><br />
Clever integriert<br />
Oben Cocktails, unten Pumpe:<br />
In der Poolbar »Oyster« von<br />
Leidenfrost verbirgt sich, leicht<br />
zugänglich, die Pooltechnik.<br />
leidenfrost.at<br />
Fotos: Harald Eisenberger, beigestellt
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Ihr Gartenprojekt. Hier sind die schönsten Ideen zu Hause:<br />
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design / POOLS UND SCHWIMMTEICHE<br />
><br />
berichtet Lukas Poinstingl, Geschäftsführer<br />
des Poolspezialisten Leidenfrost. »Ein neuerer<br />
Trend ist, dass Pools nicht nur von Mai bis<br />
September, sondern das ganze Jahr über<br />
betrieben werden. Mit moderner Technik lässt<br />
sich das Wasser ohne großen Energieaufwand<br />
frostfrei halten.« Die Vorteile sind: Man schaut<br />
nicht auf einen leeren Pool und muss das<br />
Wasser im Frühjahr nicht komplett wechseln,<br />
wenn alle anderen auch ihre Pools befüllen.<br />
»Eine tatsächliche Nutzung im Winter ist<br />
aber eher etwas für Hartgesottene oder er<br />
dient als Tauchbecken für die Sauna«, kommentiert<br />
Poinstingl.<br />
Wie man baurechtliche Bestimmungen<br />
clever in ein nützliches Designobjekt münden<br />
lassen kann, zeigt Leidenfrost mit der Poolbar<br />
»Oyster«. In dicht bebauten Gebieten sind<br />
Poolhäuser oft nicht zulässig, Möbel sind<br />
dagegen unproblematisch. »Die Poolbar<br />
entstand aus der Idee, die Pooltechnik nicht in<br />
Schächten, Garagen oder Gartenhütten<br />
unterzubringen, sondern dort, wo man sie<br />
leichter erreichen und bedienen kann. Also<br />
haben wir mit KISKA Design eine Bar, in der<br />
die Schaltzentrale der Pooltechnik integriert<br />
ist, als Kombilösung entwickelt.«<br />
Während sich die Normen sowohl für Pools<br />
als auch für Naturteiche seit rund zehn Jahren<br />
nicht geändert haben, sorgen andere Rahmenbedingungen<br />
für Bewegung. Klimawandel<br />
><br />
Minioase<br />
Auch in der kleinsten Gartenecke<br />
ist oft noch Platz für einen Pool.<br />
Hier hilft die Beratung durch<br />
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Auch alte Pools lassen sich auf diesen<br />
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Fotos: beigestellt<br />
106 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
leidenfrost.at<br />
ENDLICH<br />
ANGEKOMMEN<br />
Der Garten als Erholungsoase.<br />
Erfrischende Momente ganz privat.<br />
Mit Ihrem Pool von Leidenfrost.
design / POOLS UND SCHWIMMTEICHE<br />
><br />
und Dauerhitze führen dazu, dass Wasserverschwendung<br />
weniger toleriert wird. Viele<br />
Gemeinden, etwa im Burgenland oder in<br />
Südkärnten, verbieten das Auffüllen von Pools<br />
im Frühjahr aus Gründen des Trinkwassermangels,<br />
in manchen steirischen Gemeinden<br />
muss man es vorher anmelden.<br />
WASSER ALS RESSOURCE<br />
»Das Thema Wasser als Ressource wird<br />
intensiv diskutiert«, sagt Lukas Poinstingl.<br />
»Hier arbeiten wir mit dem Österreichischen<br />
Verband der Schwimmbadwirtschaft (ÖVS)<br />
und der BOKU in einer Arbeitsgruppe. Die<br />
Ergebnisse sind positiv: Wassermangel gibt es<br />
in Österreich keinen, es sind aber punktuelle<br />
Engpässe möglich, daher müssen die<br />
Gemeinden, in denen es eine hohe Dichte an<br />
Pools gibt, Befüllungspläne erstellen, damit<br />
das Leitungsnetz nicht überlastet wird.«<br />
Manche Bundesländer wie Niederösterreich<br />
fördern naturnahe Gartengestaltung<br />
inklu sive Teich, allerdings gilt diese Förderung<br />
nur für NGOs und öffentliche Einrichtungen.<br />
Dennoch sind Naturpools und<br />
Schwimm teiche eine Alternative zu Edelstahl<br />
und Beton, wie Martin Mikulitsch, Obmann-<br />
Biotop ist top<br />
Die innovativen Swimmingpools<br />
und Living Pools von Biotop sorgen<br />
für ein lang anhaltendes Badevergnügen<br />
mit lebendigem<br />
Wasser frei von giftigen Zusätzen.<br />
de.bio.top<br />
Bergsee hinterm Haus<br />
Schwimmteiche müssen im<br />
Frühjahr nicht neu befüllt<br />
werden. Auf etwas Schatten<br />
sollte man bei der Platzierung<br />
am Grundstück jedoch achten.<br />
schwimmteich.co.at<br />
Stellvertreter des Verbands Österreichischer<br />
Schwimmteich- & Naturpoolbau betont: »Sie<br />
haben einen ökologischen Vorteil, denn das<br />
Wasser muss nicht getauscht werden.«<br />
Doch wo ist nun die richtige Stelle im<br />
Garten, wenn ich mich dafür entschieden<br />
habe? »Für die biologische Funktion von<br />
Naturpools ist die Wassertemperatur egal,<br />
diese können auch in der prallen Sonne<br />
liegen. Ein Schwimmteich sollte das aber nur<br />
mit entsprechender Bepflanzung«, so der<br />
Experte. Denn die Lebensgemeinschaft im<br />
Schwimmteich reagiert auf Wassertemperaturen<br />
ab etwa 28 Grad mit geringerer<br />
Leistungsfähigkeit. »Bei der Bepflanzung<br />
sollte man invasive Arten unbedingt vermeiden<br />
ebenso wie Pflanzenarten mit spitzen<br />
Trieben wie Schilf und Bambus, die<br />
gefährlich für die Abdichtung sind.« Dass<br />
Schwimmteiche erst ab einer Größe von<br />
100 Quadratmetern biologisch stabil funktionieren,<br />
sei reiner Mythos. »Richtig gebaut<br />
sind auch sehr kleine Schwimmteiche<br />
möglich.« Ob klein oder groß, ob Edelstahl,<br />
Stein oder Natur: Ein Stück frischer Luxus<br />
lässt sich immer im Alltag unterbringen.<br />
<<br />
Fotos: beigestellt<br />
108 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
BERNDORF BÄDERBAU<br />
Exklusive Edelstahlpools von Berndorf<br />
Bäderbau vereinen Design, Funktionalität und<br />
Nachhaltigkeit. Die Infinity-Überlaufrinne<br />
sorgt für ein einzigartiges Ambiente.<br />
MEHR FREUDE FÜRS LEBEN –<br />
MIT EINEM POOL VON<br />
BERNDORF BÄDERBAU<br />
Unsere Mission: Ihre Begeisterung. Wir erfüllen Ihre Wünsche mit innovativen Edelstahl-<br />
Schwimmbädern, die Exklusivität und Nachhaltigkeit vereinen. Ein hochwertiger Pool steigert<br />
nicht nur den Wert Ihrer Immobilie, sondern bringt auch ein neues Maß an Lebensqualität.<br />
FOTOS: TOM PHILIPPI<br />
Unser breites Produktspektrum<br />
bietet sowohl individuelle<br />
Lösungen als auch Einstiegsmodelle<br />
in die Welt exklusiver<br />
Schwimmbäder. Edelstahl vereint Funktionalität<br />
mit Design und eröffnet neue<br />
Dimensionen der Gestaltung. Die herausragenden<br />
Materialeigenschaften ermöglichen<br />
maßgeschneiderte Lösungen mit ästhetischem<br />
Anspruch. Unsere Becken bestechen<br />
durch edle Optik, höchste Reinheit und<br />
eine exzellente Verarbeitungsqualität. Dank<br />
des modernen Designs und flexibler<br />
Formgebung fügen sie sich harmonisch in<br />
jede Umgebung ein.<br />
Langlebigkeit ohne Wertverlust: Edelstahlpools<br />
von Berndorf Bäderbau überzeugen<br />
mit einer Lebensdauer von über 50 Jahren.<br />
Unsere europaweit bewährten Anlagen<br />
garantieren optimale Nachhaltigkeit und<br />
höchste Qualität. Edelstahl ist pflegeleicht,<br />
wartungsarm und durch seine fugenlose<br />
Oberfläche besonders hygienisch. Zudem<br />
sorgt die Frostsicherheit für problemlose<br />
Überwinterung.<br />
Wir setzen Maßstäbe in Design und<br />
Funktionalität – für anspruchsvolle<br />
Kund:innen weltweit. Lassen Sie sich<br />
inspirieren und verwirklichen Sie Ihre<br />
Poolträume mit Berndorf Bäderbau.<br />
Dieser Pool überzeugt mit geschwungener Form<br />
und flachem Strandbereich für einen sanften<br />
Wassereinstieg.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
berndorf-baederbau.com<br />
ADVERTORIAL<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
109
design / GLAS UND FASSADE<br />
Fotos: Josko<br />
110 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Zauber des Linienspiegels<br />
Dieses Wohnidyll im »Bonbon«-Stil<br />
besticht durch seine gläserne Decke<br />
und jede Menge transparenter<br />
Einschnitte. josko.com<br />
DIE KUNST<br />
DES OFFENEN<br />
WOHNENS<br />
Wenn Wände aus Glas sind, verschwinden die Grenzen: Licht<br />
durchflutet den Raum, die Decke weicht der Unendlichkeit, die<br />
Natur wird zum prägenden Element. Moderne Glasarchitektur<br />
vereint Eleganz mit Sicherheit und Energieeffizienz – für ein<br />
Wohnerlebnis, das den Horizont erweitert. TEXT SUSANNA PIKHART<br />
Das Spiel von Licht und Raum wirkt<br />
wie eine Droge – zwar legal, aber<br />
unwiderstehlich. Nie wieder kleine<br />
Fenster, nie wieder massives<br />
Mauerwerk, das beengt. Der endlose Blick<br />
ins Freie berauscht und schafft eine Symbiose,<br />
die Wohlbefinden steigert und Architektur<br />
mit Leben füllt. Wo einst Wände<br />
dominierten, verbinden heute großflächige<br />
Glaselemente Innen und Außen auf magische<br />
Weise. Licht durchflutet die Räume, Grenzen<br />
verschwimmen, und die Natur wird Teil des<br />
Wohn konzepts.<br />
GLAS UND GAS<br />
Der moderne Villenbau nutzt Hightechglas,<br />
um dieses Zusammenspiel nicht nur ><br />
Es werde Licht!<br />
Design-Highlight der »Villa KG« in<br />
Wien ist neben der Dachkonstruktion<br />
die transparente Fassade mit<br />
teils gebogenen Glasscheiben.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
111
design / GLAS UND FASSADE<br />
Transparentes Wohnglück<br />
Zwei architektonisch beeindruckende Baukörper<br />
in Form von Hufeisen – als Symbol<br />
fürs Familienglück – mit Panoramaverglasung<br />
samt elektronischer Steuerung.<br />
So sieht der realisierte Wohntraum des<br />
Architekten Heiko Wiesensee aus.<br />
arcers.de<br />
><br />
ästhetisch, sondern auch energetisch<br />
perfekt zu inszenieren. Denn dank hochentwickelter<br />
Mehrfachverglasungen mit Spezialbeschichtungen<br />
und Edelgasfüllungen<br />
gehören die Zeiten der »Luken-Architektur«<br />
der Vergangenheit an. Heute sorgen Verglasungen<br />
nach Passivhaus-Standard dafür, dass<br />
der Wärmeverlust minimiert und solare<br />
Gewinne optimal genutzt werden. »Die<br />
natürliche Wärmegewinnung durch Sonneneinstrahlung<br />
trägt dazu bei, den Heizbedarf<br />
zu reduzieren und so Energie zu sparen«,<br />
erklärt Johann Scheuringer, CEO und<br />
Mehrheitseigentümer von Josko. Zudem<br />
erweitern transparente Fassaden den Wohnraum<br />
optisch: »Großflächige Verglasungen<br />
holen maximales Tageslicht herein. Die<br />
fließenden Übergänge zwischen Innen- und<br />
Außenbereich verstärken das Gefühl von<br />
Weite und Freiheit.« Nicht zu vergessen sei<br />
dabei aber ausreichender und außenseitiger<br />
Sonnenschutz. Denn durch die großen<br />
Glasflächen besteht in den Sommermonaten<br />
die Gefahr, dass Innenräume überhitzen. »Mit<br />
»Die großflächigen,<br />
hohen Verglasungen<br />
schaffen eine nahezu<br />
unsichtbare Grenze<br />
zwischen innen und außen.«<br />
HEIKO WIESENSEE ARCERS Architects + Engineers<br />
passender Verschattung mittels auf die Fenster<br />
abgestimmter Raffstore, Rollläden oder<br />
Vertikalmarkisen bleiben die Innen räume<br />
angenehm kühl. Und das ohne energiefressende<br />
Klimaanlagen.« Bei hochwertigen<br />
Verglasungen kommt auch eine effektive<br />
Schalldämmung hinzu, die störende Geräusche<br />
aus der Umgebung fernhält. Und: der<br />
Aspekt Sicherheit. Gehärtete und bruchfeste<br />
Sicherheitsgläser, ja sogar beschusssichere<br />
Ausführungen halten potenzielle Einbrecher<br />
fern und somit auch die Angst vor unerwünschtem<br />
Besuch wortwörtlich im Rahmen.<br />
HIGHTECH, WAS SONST?<br />
Es sind vor allem Dreifachverglasungen mit<br />
Low-E-Beschichtungen, die Energieverluste<br />
erheblich reduzieren und für ein angenehmes<br />
Raumklima sorgen. Sonnenschutzglas mit<br />
speziellen Oberflächen verhindert eine<br />
Überhitzung der Räume, ohne die Lichtdurchlässigkeit<br />
unnötig zu verringern.<br />
Besonders innovativ ist schaltbares Glas, das<br />
Fotos: Edgard Schmeichel, Christoph Hasibeder, BDF/HUF HAUS, beigestellt<br />
112 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Zuhause mit Berg und Sonne<br />
Statt Chalet wollte eine Familie in<br />
Kitzbühel »ein zeitloses, offenes und<br />
helles Wohnkonzept, das die Natur<br />
ins Haus holt«. Aufgabe erfüllt.<br />
swissfineline.com<br />
seine Transparenz auf Knopfdruck verändern<br />
kann und so eine flexible Licht regulierung<br />
ermöglicht. Photovoltaik-Glas geht noch<br />
einen Schritt weiter und erzeugt sogar Strom,<br />
wodurch es aktiv zur nachhaltigen Energieversorgung<br />
des Hauses beiträgt.<br />
Die Realisierung riesiger Glasflächen stellt<br />
allerdings hohe Anforderungen an die<br />
Bauweise, Konstruktion und Statik. Tragende<br />
Glasfassaden oder rahmenlose Schiebefenster<br />
benötigen hochfeste Verbundgläser, die auch<br />
bei extremen Belastungen Stabilität bieten.<br />
Zugleich sorgen fast unsichtbare Rahmenprofile<br />
aus Aluminium oder Stahl, die<br />
vollständig in Boden, Decke und Wände<br />
integriert werden, für beeindruckende<br />
Panoramaverglasungen. Sky-Frame und<br />
Swissfineline haben hier profunde Expertise.<br />
Die beiden Schweizer Unternehmen gehören<br />
neben Josko zu den gefragtesten Herstellern<br />
von großformatigen Glasflächen (Fixelemente,<br />
Fenster und Schiebetüren). »Swissfineline<br />
vereint für mich technologische Innovation<br />
mit architektonischer Eleganz«, sagt Architekt<br />
Heiko Wiesensee, der sich diese moderne<br />
Errungenschaft der Bauwelt bei seinem<br />
privaten Haus zunutze machte. Für den<br />
Bauherrn und Fachmann ist die transparente<br />
Ästhetik maßgeblich: »Ich wollte ein Haus,<br />
das großzügig lichtdurchflutet, modern und<br />
zeitlos für die nächsten Jahrzehnte ist.« Sein<br />
Highlight ist der verglaste Poolbereich, der<br />
von riesigen Schiebefenstern mit 4,8 Metern<br />
Höhe umrahmt wird. »Viele Hersteller sind<br />
bei der Planung am Gewicht der großen<br />
Glasflächen gescheitert.« Doch wer sucht,<br />
der findet. Für den Architekten wurde der<br />
Traum von grenzenloser Transparenz<br />
schließlich doch noch wahr. <<br />
Fachwerkshaus<br />
Das Fertigteilbauwerk »ART Sonder«<br />
mit dem für ein Fachwerkshaus<br />
typischen sichtbaren Holzskelett<br />
setzt auf glasklare Transparenz.<br />
huf-haus.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
113
design / SKANDINAVISCHES DESIGN<br />
Gesprächsbasis<br />
Die dänische Designerin Rikke Frost hat sich<br />
so ihre Gedanken über unsere Gesprächskultur,<br />
die ja unter digitalen Devices leidet, gemacht.<br />
Ihre Lösung: das assymetrische Sofa<br />
»Sideways« für Carl Hansen & Son, das zum<br />
Chatten wie Chillen einlädt. rikkefrost.dk<br />
Fotos: beigestellt<br />
114 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Skandinavisches Design bringt Funktion und Schönheit in Einklang – und ist<br />
dabei mehr Design-Philosophie denn Trend. Doch wo liegen die Ursprünge<br />
von Scandi-Chic, was macht ihn so einzigartig, und warum fasziniert er<br />
seit Generationen? Annäherung an eine Erfolgsgeschichte, die nicht nur<br />
aus klaren Linien und minimalen Formen besteht. TEXT MANFRED GRAM<br />
Es gibt nur wenige Designstile, die sich<br />
so tief ins kollektive Bewusstsein<br />
eingeprägt haben wie das skandinavische<br />
Design. Kein Hochglanzmagazin<br />
und schon gar kein Social-Media-Feed kommt<br />
heute mehr ohne skandinavische Wohnlandschaften<br />
aus. Und während sich Trends im<br />
Minutentakt ändern, bleibt skandinavisches<br />
Design dabei irgendwie beständig. Vielleicht<br />
weil man es mit einer Symbiose aus eleganter<br />
Zurückhaltung, funktionaler Klarheit und<br />
durchdachter Ästhetik zu tun hat. Vielleicht<br />
weil das alles auf äußerst soliden Beinen steht.<br />
So oder so, dass Scandi-Chic die Welt erobert<br />
hat, ist alles andere denn eine Überraschung.<br />
BACK TO THE ROOTS<br />
Der weltweite Erfolg kam dabei nicht über<br />
Nacht, sondern ist das Ergebnis einer langen<br />
Entwicklung, deren Wurzeln zurück ins späte<br />
19. Jahrhundert reichen. Damals befand sich<br />
Europa in einem gestalterischen Umbruch.<br />
Während der Modernismus als Antwort auf die<br />
industrielle Revolution entstand, rief William<br />
Morris in Großbritannien die »Arts and<br />
Crafts«-Bewegung ins Leben. Sie stellte im<br />
Gegensatz zum maschinellen Massenprodukt<br />
das traditionelle Handwerk in den Mittelpunkt<br />
und legte damit auch den Grundstein für den<br />
skandinavischen Stil.<br />
Skandinavische Handwerker:innen griffen<br />
nämlich diesen Ansatz auf, entwickelten ihn<br />
aber in eine alltagstauglichere Richtung weiter.<br />
Im Gegensatz zum oft ornamentalen Jugendstil,<br />
der der wohlhabenden Oberschicht vorbehalten<br />
war, sollte nordisches Design<br />
funktional, erschwinglich und für jedermann<br />
zugänglich sein. Diese Philosophie setzte<br />
sich im 20. Jahrhundert fort und mündete<br />
schließlich in einer eigenständigen Designbewegung,<br />
die weltweit Anerkennung fand.<br />
Soweit der Schnelldurchlauf.<br />
DESIGN FÜR ALLE<br />
Die Grundprinzipien des skandinavischen<br />
Designs wurden dann maßgeblich von<br />
kreativen Köpfen wie Arne Jacobsen (Architektur<br />
und Möbel), Alvar Aalto (Textilien und<br />
Möbel), Børge Mogensen (Möbel), Hans J.<br />
Wegner (Möbel) und Poul Henningsen<br />
Japandi<br />
Skandinavisches und japanisches<br />
Design sind eng verwandt. Die schwedische<br />
Design-Legende Monica Förster<br />
kreierte fürs japanische<br />
Label Ariake den minimalistischen<br />
Schminktisch »Hinode«.<br />
monicaforster.se<br />
><br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
115
design / SKANDINAVISCHES DESIGN<br />
»Design ist kein Selbstzweck.<br />
Es muss eine Bedeutung<br />
haben, eine Aufgabe erfüllen<br />
und Menschen im<br />
Alltag begleiten.«<br />
CECILIE MANZ Star-Designerin<br />
Kunterbunt.<br />
Wenn Gustaf Westman ans<br />
Gestalten geht, werden die<br />
Grenzen skandinavischer<br />
Designtradition ausgelotet.<br />
Auf jeder Linie überbordend<br />
ist der Wasserkrug »Chunky Jug«.<br />
gustafwestman.com<br />
><br />
Sitzt perfekt<br />
Cecilie Manz ist der Superstar unter den<br />
zeitgenössischen Designer:innen aus dem<br />
hohen Norden. Ihre Arbeiten zeichnen sich<br />
durch eine subtile Eleganz und starke<br />
gestalterische Identität aus – wie der Stuhl<br />
»Ancelle« für Hermès eben. ceciliemanz.com<br />
(Lampen, Architektur) geprägt. Nebst<br />
Funktionalität und Schlichtheit war dabei die<br />
enge Verbindung zur Natur ein weiteres<br />
Schlüssel element. Die Gestaltung spiegelte nicht<br />
nur eine ästhetische Haltung wider, sondern<br />
auch einen nachhaltigen Lebensstil. Materialien<br />
wie Holz, Wolle und Leder wurden bevorzugt,<br />
weil sie robust, zeitlos und lokal verfügbar waren.<br />
Bis heute gelten diese Prinzipien. Skandinavisches<br />
Design steht weitgehend für klare Linien,<br />
natürliche Materialien und eine reduzierte<br />
Farbpalette. Helle Hölzer wie Birke und Kiefer,<br />
Wollstoffe und Keramik dominieren die Gestaltung.<br />
Die Farbgebung bleibt meist neutral mit<br />
Weiß, Grau und Pastelltönen, um Licht zu<br />
reflektieren und Räume größer und freundlicher<br />
wirken zu lassen. Funktionalität ist dabei das<br />
oberste Gebot: Schönheit ergibt sich aus der<br />
Nützlichkeit.<br />
EVOLUTIONSGESCHICHTE.<br />
Dabei hat sich skandinavisches Design natür -<br />
lich auch weiterentwickelt. Sicher, die Grund-<br />
Fotos: Casper Sejersen, Maxime Tetard, HKAARSHOLM.DK, When Objects Work Erik Five Gunnerud Inger Marie Grini, 2021 Studio Mattias Stenberg, beigestellt<br />
116 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Eleganz<br />
Norwegisches Design geht immer<br />
ein bisschen unter. Schade, denn das<br />
Land hat Könner wie Torbjørn Anderssen<br />
und Espen Voll am Start, die verlässlich<br />
Top-Design wie den Stuhl »Meantime«<br />
liefern. andtradition.com<br />
prinzipien von Minimalismus und<br />
Funktionalität sind unverrückbar, aber junge<br />
Designer:innen experimentieren mit Formen,<br />
Farben und Materialien. So entstehen Werke,<br />
die die Grenzen der Tradition herausfordern.<br />
Ein Beispiel ist Gustaf Westman aus<br />
Schweden, der mit seinen verspielten, bunten<br />
Entwürfen klassische Designnormen<br />
hinterfragt. Seine »Curvy Mirror«-Serie oder<br />
seine farbenfrohen Möbel sind klare Statements<br />
gegen den klassischen Minimalismus.<br />
Und doch bleibt sein Design tief in der<br />
skandinavischen Tradition verwurzelt: Die<br />
handwerkliche Qualität, die durchdachte<br />
Funktionalität und die Nähe zu natürlichen<br />
Materialien bleiben erhalten. Er steht für eine<br />
neue Generation von Designer:innen, die<br />
skandinavische Prinzipien mit mutigen,<br />
zeitgenössischen Akzenten vereinen.<br />
Heute ist skandinavisches Design ein<br />
Synonym für zeitlose Schönheit, Nachhaltigkeit<br />
und durchdachte Einfachheit. Es vereint<br />
Tradition und Moderne und entwickelt sich<br />
dennoch weiter. Dabei ist die Ästhetik längst<br />
Glasklar<br />
Kristine Five Melvær aus Norwegen<br />
hat für das belgische Label When<br />
Objects Work mit der »Soft Vase«-<br />
Serie einen Klassiker geschaffen,<br />
der immer wieder in Boutique-<br />
Hotels auf der ganzen Welt auftaucht.<br />
kristinefivemelvaer.com<br />
Pflastersteinchen<br />
Materias organische wie asymmetrische<br />
Hocker-Serie »Cobble« von Mattias Stenberg<br />
zitiert in der Formensprache Kopfsteinpflaster<br />
und ist auch ohne integriertes Tischchen<br />
zu haben. mattiasstenberg.com<br />
nicht mehr auf Möbel beschränkt: Mode,<br />
Technologie und Architektur werden<br />
zunehmend von der skandinavischen<br />
Formsprache beeinflusst.<br />
Die Prinzipien des Stils – Funktionalität,<br />
Naturverbundenheit und Reduktion – sind<br />
allerdings universell anwendbar und<br />
sprechen ein globales Publikum an. Vielleicht<br />
auch, weil am Ende immer irgendwie<br />
der Mensch im Mittelpunkt steht, oder wie<br />
es der finnische Architekt und Designer<br />
Alvar Aalto einst ausdrückte: »Nichts ist<br />
eine Kunst, wenn es nicht das Leben<br />
verbessert.« <<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
117
design / WOHNMOBILE<br />
Fotos: Marchi-Group<br />
118 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
PALAST AUF<br />
RÄDERN<br />
Lange galt Urlaub ihm Wohnmobil als spießig. Spätestens durch die<br />
Pandemie hat #vanlife neuen Auftrieb bekommen. Die neuen<br />
Luxusmodelle haben sich von Yacht-Design inspirieren lassen, sind<br />
technisch bestens ausgerüstet und individuell gestaltbar. TEXT KARIN CERNY<br />
Bereits der deutsche Dichterfürst<br />
Johann Wolfgang von Goethe war<br />
begeisterter Camper: Für seine<br />
Italienreisen ließ er eine Kutsche mit<br />
Bett und Leselampe ausbauen. Einen hölzernen<br />
Sekretär hatte er auch in seinem von<br />
Pferden gezogenen Wohnmobil, falls er sich<br />
Notizen machen wollte. Und einen kleinen<br />
Ofen, wenn es in den Alpen kalt werden sollte.<br />
So sah Vanlife-Luxus in der Romantik aus.<br />
Goethe würde seinen Augen nicht trauen,<br />
wenn er den »eleMMent Palazzo Superior«<br />
sehen könnte. Selbst für heutige Zeitge noss:innen<br />
wirkt dieser Palast auf Rädern von Marchi<br />
Mobile wie ein Ufo. Die futuristische Fahrer:innenkabine<br />
erinnert an ein Flugzeugcockpit. Im<br />
großzügigen Innenraum hat ein vier Meter<br />
langes Sofa Platz, die offene Küche spielt alle<br />
Stücke, sogar eine Eiswürfelmaschine gehört<br />
zur Serienausstattung. Die geschwungenen<br />
Wohnräume erinnern ebenso wie die Fenster<br />
an Yachten. Im Spa-Raum darf eine Erlebnis-<br />
Regendusche nicht fehlen. Und das Beste:<br />
Ähnlich der Flybridge auf Schiffen gelangt<br />
man über ein Liftsystem in die Sky-Lounge, ein<br />
ausfahrbares Sonnendeck, das ideal ist, um ><br />
Yacht für die Straße<br />
Der »eleMMent Palazzo Superior«<br />
ist das luxuriöseste Wohnmobil<br />
der Welt, inklusive Regendusche<br />
im Spa-Bereich und<br />
ausfahrbarem Sonnendeck.<br />
marchi-mobile.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
119
design / WOHNMOBILE<br />
Lounge-Feeling<br />
Der deutsche Anbieter VARIOmobil<br />
arbeitet mit Tischlereifirmen<br />
zusammen, die individuell auf<br />
Interior-Design-Wünsche eingehen.<br />
vario-mobil.com<br />
><br />
stilvoll Champagner unter Sternen zu<br />
schlürfen. Keine Frage, der »eleMMent<br />
Palazzo Superior« lässt keine Wünsche offen.<br />
Stolze 2,5 Millionen Euro kostet das Luxuswohnmobil<br />
in seiner Basisausstattung.<br />
Das erste offizielle Wohnmobil der Welt<br />
aus dem Jahr 1931 verdanken wir einer Frau.<br />
Die Malerin Fridel Dethleffs-Edelmann aus<br />
dem Allgäu wünschte sich von ihrem Mann<br />
einen Wagen, um ihn auf seinen Geschäftsreisen<br />
begleiten zu können. Ihr sogenanntes<br />
»Wohnauto« hatte drei Schlafplätze und<br />
diente ihr auch als fahrendes Atelier (inklusive<br />
Waschmaschine). Das praktische und<br />
familienfreundliche Gefährt ging modifiziert<br />
in Serie. Mittlerweile hat sich viel verändert,<br />
vor allem, was die technischen Möglichkeiten<br />
betrifft: Wohnmobile werden zu Yachten der<br />
Mobile Möglichkeiten<br />
Ob ein Kleinwagen oder ein<br />
Oldtimer, in Luxuswohnmobilen<br />
ist auch Platz für das jeweilige<br />
Auto samt einer E-Ladestation.<br />
volkner-mobil.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
120 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Expeditions-Highlight<br />
Der »EarthRoamer LTx« ist so<br />
robust wie ein Armeefahrzeug –<br />
und ideal für Offroad-Abenteuer<br />
auf der ganzen Welt.<br />
earthroamer.com<br />
Straßen. Ausfahrbare Wohnraumerker<br />
erweitern die Nutzungsfläche. Die Modelle<br />
des deutschen Anbieters VARIOmobil haben<br />
vier dieser mobilen Erker, die den Innenraum<br />
um bis zu 50 Zentimeter erweitern können.<br />
Gleichzeitig ist genügend Platz, um sogar<br />
einen Oldtimer zu verstauen, den man für<br />
Ausflüge nutzen kann. Eine integrierte<br />
E-Ladestation versorgt die E-Bikes, falls man<br />
sportlich unterwegs sein möchte. »100 Prozent<br />
Custom-made« lautet das Motto von<br />
VARIOmobil. Man arbeitet mit Tischlereifirmen<br />
zusammen, die individuell auf<br />
Designwünsche eingehen, damit man nichts<br />
von der Stange kaufen muss. Luxus bedeutet<br />
schließlich für jede:n etwas anderes: Die<br />
»Performance S«-Klasse von Volkner Mobil<br />
etwa verfügt über eine High-End-Soundanlage<br />
von Burmester, die allein 300.000 Euro<br />
des Kaufpreises ausmacht. Gleichzeitig hat<br />
Volkner Mobil erkannt, dass nichts über ein<br />
klassisches Camping-Feeling im Freien geht.<br />
Deshalb lässt sich ein ausfahrbares Vordach<br />
mit Grill einbauen.<br />
OFFROAD-ABENTEUER<br />
Bei manchen dieser Luxuswohnträume<br />
kommt der Abenteuerfaktor fast ein wenig<br />
zu kurz. Schließlich möchte man auch an<br />
entlegene Ecken kommen. Der US-Hersteller<br />
EarthRoamer hat dafür genau das Richtige:<br />
ein expeditionsfähiges Allradwohnmobil,<br />
das mit einer Solaranlage selbst Strom<br />
erzeugt. Die robuste Carbon-Karosserie sitzt<br />
auf einem »Chevrolet 6500 4WD«-Fahrgestell,<br />
das an Armeefahrzeuge erinnert. Der<br />
Innenraum setzt auf Holz und Edelstahl,<br />
zwei Fernseher, Waschmaschine und<br />
Klimaanlage sind vorhanden. Weil sich bei<br />
Expeditionen alles um das Outdoor-Feeling<br />
dreht, lässt sich im »EarthRoamer LTx«<br />
durch ein Dachfenster im Schlafbereich der<br />
Sternenhimmel beobachten. Es gibt auch<br />
eine ausziehbare Außenküche mit Markise.<br />
Der »EarthRoamer SX« bringt das »Easy<br />
Rider«-Feeling zurück: Man kocht mit Blick<br />
aufs Meer, ist Wind und Wetter aber nicht<br />
so direkt ausgesetzt wie im Zelt. Man schläft,<br />
wo man gerade Lust hat – und sich eine<br />
gute Aussicht bietet. Das fahrende Luxusexpeditionsmodell<br />
verbindet Komfort<br />
und Abenteuer. Man fühlt sich frei wie ein<br />
Hippie, ist aber dank WLAN fast überall<br />
auch immer mit der Welt verbunden.<br />
#vanlife ist Aussteigen, aber mit Sicherheitsnetz.<br />
Eben Luxus, der zeitgemäß ist. <<br />
Luxuriöse Basics<br />
Der »EarthRoamer LTx« setzt auf<br />
Holz, Edelstahl und ein Dachfenster<br />
im Schlafbereich, um nachts den<br />
Sternenhimmel zu beobachten.<br />
earthroamer.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
121
design / NACHGEFRAGT<br />
Konventionen brechen, Kulturen verbinden,<br />
Kreativität neu denken. Die Design-Nomadin<br />
Paola Navone schließt seit über vier Jahrzehnten<br />
mühelos West und Ost kurz. Ein kleiner Einblick<br />
in ihr unverwechselbares Werk.<br />
TEXT MANFRED GRAM<br />
n diesem Jahr feiert die Designerin<br />
Paola Navone einen halbrunden<br />
Geburtstag. Sie wird 75. Hat man es, so<br />
wie die Italienerin, die in Turin geboren<br />
wurde und dort auch Architektur studiert hat,<br />
geschafft, zu einer internationalen Design-Ikone<br />
zu werden, wird man ab diesem Alter als Grande<br />
Dame bezeichnet. Da schwingt zwar immer eine<br />
kleine despektierliche Note mit, aber im stillen<br />
Einverständnis geht eine Grande Dame über<br />
derartiges hinweg. Im Gegenzug müssen dafür<br />
die ganz großen Meilensteine einer Karriere<br />
aufgezählt werden. Bei Paola Navone zum<br />
Beispiel, dass sie bereits in den 1970er-Jahren<br />
zur legendären Designgruppe Studio Alchimia<br />
gehörte und später dann auch hautnah bei der<br />
Memphis-Bewegung dabei war. Navone zählte<br />
also zur italienischen und internationalen<br />
Design-Avantgarde und arbeitete u. a. mit<br />
Alessandro Mendini, Ettore Sottsass und Andrea<br />
Branzi zusammen. Das brachte ihr bereits 1983<br />
den International Design Award ein, der ihr im<br />
japanischen Osaka verliehen wurde.<br />
belgische Label Serax. Aber auch Kritiker:innen<br />
lieben den verträumten, eklektischen Stil der<br />
kreativen Kosmopolitin. Navone selbst<br />
beschreibt sich dabei als eine Sammlerin von<br />
Eindrücken, Farben und Materialien. »Ich fühle<br />
mich als Nomadin. Meine unstillbare Neugier<br />
nach Menschen, Kulturen und Orten ist die<br />
Triebkraft meiner Kreativität. Das treibt mich<br />
dazu an, immer Neues auszuprobieren.«<br />
So ist im Laufe der Jahre eine beeindruckende<br />
Bandbreite an Output zustande gekommen,<br />
Kante zeigen<br />
Von der Kommode »Gadames« mit<br />
ihren verspiegelten Schubladen<br />
wurden nur wenige Stücke gefertigt.<br />
Zuletzt ging ein Exemplar um<br />
6.000 Euro weg.<br />
KREATIVE KOSMOPOLITIN<br />
Überhaupt sind Asien und Navone ein perfektes<br />
Match. Als Kosmopolitin pendelte sie zwischen<br />
den Kontinenten. Sie lebte lange (aber nicht nur)<br />
in Hongkong, tauchte in die Kulturen von<br />
Thailand, Indien und China ein. Mühelos schafft<br />
es Navone (fern)östliche und westliche Designreferenzen<br />
und Ideen zu verbinden. Das schätzen<br />
ihre Kund:innen, zu denen Topunternehmen<br />
wie Gervasoni, Driade und Baxter ebenso zählen<br />
wie der Leuchtenhersteller Lodes oder das<br />
Komfortabel<br />
Die legendäre<br />
Lounge-Chair-Serie<br />
»Otto« für Gervasoni<br />
kombiniert Walnussholz<br />
mit einer aus<br />
natürlichem Rohleder<br />
geflochtenen<br />
Rückenlehne<br />
und asiatischer<br />
Formensprache.<br />
Fotos: beigestellt<br />
122 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Frischer Fang<br />
Navone liebt das Meer<br />
und Fische. In einer<br />
Karaffen- und Glas serie<br />
für Serax würdigt sie<br />
diese Liebe. serax.com<br />
Zottelmonster<br />
»Nepal« nennt sich dieser<br />
Stuhl. Dort kann es mitunter<br />
auch sehr frostig werden.<br />
Grund genug für Navone, dem<br />
Sessel ein Fell überzuziehen.<br />
baxter.it<br />
Versinken<br />
Der Lounge Chair »Nuvola«<br />
überzeugt mit großzügigem<br />
Volumen und maximalem<br />
Komfort. gervasoni1882.com<br />
Nicht auf Linie<br />
Navone beherrscht auch das<br />
Spiel mit der Asymmetrie.<br />
Der Spiegel »Sweet 97 98«<br />
beweist es. architonic.com<br />
die von Möbeln und Wohnaccessoires über<br />
Inneneinrichtungen bis hin zu groß angelegten<br />
Architekturprojekten reicht. Leder, Metall und<br />
Holz finden dabei nicht selten zu beinahe schon<br />
skulpturalen Objekten zusammen. Und nicht<br />
minder selten reichen sich in Navones Entwürfen<br />
mediterrane Leichtigkeit und asiatische<br />
Sinnlichkeit die Hände. »Die Arbeit des Designers«,<br />
so sagte sie einmal, »besteht darin, aus<br />
dem, was uns umgibt, die Elemente auszuwählen,<br />
die miteinander in einen Dialog gebracht<br />
werden sollen.«<br />
HALTUNGSNOTEN<br />
Heute führt Paola Navone diese Dialoge in dem<br />
von ihr gegründeten Studio OTTO in Mailand.<br />
Das multidisziplinäre Designbüro hat sich auf<br />
Innenarchitektur, Produktdesign, Styling und<br />
kreative Beratung spezialisiert. Gemeinsam mit<br />
ihrem Team, zu dem Cristina Pettenuzzo,<br />
Domenico Diego und Gian Paolo Venier<br />
gehören, entwickelt Navone nun Konzepte, die<br />
zwischen Tradition und Moderne oszillieren.<br />
Das können luxuriöse Hotel-Interiors ebenso<br />
sein wie Möbelkollektionen oder einzigartige<br />
handgefertigte Stücke für renommierte Marken.<br />
Wichtig ist dabei vor allem der Treueschwur auf<br />
die eigene humanistische Designphilosophie:<br />
»Design muss sich der Frage der Nachhaltigkeit<br />
und des gesellschaftlichen Wohlbefindens<br />
stellen. Heutzutage ist es wichtig für uns, dass<br />
wir uns in den Räumen, in denen wir leben,<br />
wohlfühlen. Es muss Spaß machen, gemeinsame<br />
Räume auf unkomplizierte Weise zu teilen,<br />
sodass jeder Mensch seinen Platz darin findet.«<br />
Gutes Design hat also immer auch mit<br />
Haltung zu tun. Die Grande Dame Paola<br />
Navone erinnert uns mit ihrer Arbeit daran.<br />
West-östlicher Diwan<br />
Navone weiß, wie gemütlich geht,<br />
und tritt mit de Sofa »Marrakech«,<br />
das auf einem massiven, handgesägten<br />
Rahmen aus Eichenholz steht,<br />
den Beweis an. madeinlando.it<br />
Elegant abhängen<br />
Die Hängeleuchte »Oblò«<br />
ist verspielt, dekorativ<br />
und zitiert sanft die<br />
maritime Welt der<br />
Nautik. Ein Rettungs anker<br />
für gutes Design via<br />
lodes.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
123
design / HOTSPOT<br />
HOTEL CONFIDENTIAL<br />
Mit dem mediterranen Boutiquehotel »The Isolano, Cres« eröffnet<br />
die luxuriöse Autograph Collection Mitte März nun ihr erstes<br />
Domizil in Kroatien. Seine direkte Lage an der Küste der Insel Cres,<br />
und inmitten eines Pinienhains, verwandeln das Hoteljuwel in<br />
einen stilvollen Rückzugsort der Extraklasse. TEXT ANJA KLEINSCHUSTER<br />
Sundowner<br />
In der »Creski Beach Bar« lässt man den Tag<br />
bei leckeren Cocktailkreationen in lockerer<br />
Atmosphäre herrlich ausklingen. Selbstverständlich<br />
mit Blick aufs Meer und den<br />
Sonnenuntergang.<br />
Durchdachtes Design<br />
Bei der Gestaltung des »The<br />
Isolano, Cres« ließ sich Innenarchitektin<br />
Kristina Zanic von<br />
der kroatischen Küste inspirieren.<br />
Lokaler Stein der Insel Brač sowie<br />
ein gekonnter Mix aus Erd- und<br />
Marinetönen spiegeln die<br />
Umgebung wunderbar wider.<br />
Gaumenfreuden<br />
Zwei Restaurants,<br />
darunter das »Moise«,<br />
sorgen im »The Isolano«<br />
für höchste Genüsse.<br />
Küchenchef Aleksandar<br />
Kerekes hat schon in<br />
den sterneprämierten<br />
Restaurants von Martín<br />
Berasategui gearbeitet.<br />
Wohltat für die Seele<br />
Im Spa werden lokale<br />
Zutaten und heimische<br />
Pflanzenarten für<br />
wohltuende Peelings<br />
und Körperbehandlungen<br />
verwendet.<br />
Unendliche Weiten<br />
Jedes der komfortabel eingerichteten Zimmer<br />
besitzt einen privaten Balkon. Ausgewählte Unterkünfte<br />
wie die Suite »Isolano« begeistern mit einem<br />
atemberaubenden Panoramablick aufs Meer.<br />
Exklusiv<br />
Die fünf »Infinity«-Zimmer bieten<br />
ein ganz besonderes Highlight: Von<br />
ihnen gelangt man auf direktem Weg<br />
zu einem der beiden Außenpools.<br />
Workout-Station<br />
Zusätzlich zum luxuriösen Wellnessbereich<br />
gibt es zwei beheizte Außenpools<br />
und ein modernes, bestens ausgestattetes<br />
Gym zum Auspowern.<br />
»The Isolano, Cres«<br />
Ul. Lungo mare Svetog Mikule 17<br />
51557, Cres, Kroatien<br />
marriott.com<br />
Fotos: The Isolano Cres<br />
124 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Introducing Marantz Horizon<br />
Der Marantz Horizon wurde von den Marantz Ingenieuren und unserem Soundmaster entwickelt und<br />
basiert auf 70 Jahren branchenführender Spitzenleistung. Er ist auf leidenschaftliche Musikliebhaber zugeschnitten,<br />
die herausragenden Klang und zeitlose Eleganz gleichermaßen schätzen.<br />
marantz.com
design / INTERIOR-KULT<br />
KULT STÜCK<br />
Sonniges Gemüt<br />
Äußerst dekorativ: die<br />
»Metal Wall Relief Sun«<br />
aus robustem Messing<br />
von Alexander Girard.<br />
vitra.com<br />
LET THE SUNSHINE IN<br />
Ein wenig Sonnenschein bringt die<br />
»Metal Wall Relief Sun« auch an<br />
trüben Tagen in die eigenen vier<br />
Wände. Der amerikanische Designer<br />
Alexander Girard entwarf die Messingscheibe<br />
mit dem freundlich lächelnden Gesicht im<br />
Jahr 1966 für das »Compound Restaurant« in<br />
Santa Fe, sie zierte aber auch sein eigenes<br />
Heim. Neben der Sonne zählen u. a. auch das<br />
»Little Heart« und die »Magic Snake« zur<br />
Reihe der von Girard designten Wanddekorelemente.<br />
Sein eigentliches Spezialgebiet war<br />
jedoch das Textildesign. Für die Herman<br />
Miller Company entwarf Girard mehr als<br />
300 Stoffe, aber auch Möbel, Tapeten und<br />
Objekte. Dabei bediente sich Girard oftmals<br />
abstrakter, geometrischer Formen, die er in<br />
vielen Farbkonstellationen gestaltete, gewürzt<br />
mit einem Hauch Ironie. Heute werden viele<br />
seiner Kreationen von Vitra produziert.<br />
ALEXANDER GIRARD (1907–1993)<br />
Alexander Girard, geboren 1907 in New York City,<br />
zählt zu den prägenden Figuren des US-Designs<br />
der Nachkriegszeit. Der Fokus seines Schaffens<br />
lag auf dem Textildesign, daneben war er auch<br />
als Möbel-, Grafik-, Ausstellungs- und Interior-<br />
Designer tätig. Bezeichnend für Girards Wirken<br />
war stets die spielerische Komponente, die er<br />
seinen Werken verlieh.<br />
Fotos: beigestellt<br />
126 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
WWW.RETAIL-GROUP.AT<br />
UNSERE STORES:<br />
1030 WIEN MITTE - THE MALL | 1070 MARIAHILFER STRASSE 60 | 2334 WESTFIELD SHOPPING CITY SÜD
<strong>LIVING</strong><br />
GENUSS & DEKOR<br />
142<br />
130<br />
136<br />
OUTDOORKÜCHEN AUF DER<br />
SONNENSEITE<br />
Cooking-Stations in die Gestaltung des<br />
Außenbereichs mit einzubinden ist <strong>2025</strong><br />
fixer Bestandteil des Outdoor-Living.<br />
(S. 130)<br />
KOCHERLEBNIS MIT FEINSCHLIFF<br />
Im <strong>LIVING</strong>-Talk mit Kristina Breitwieser<br />
über das Must-have Outdoorküchen.<br />
(S. 136)<br />
GARTEN AM TELLER<br />
Handwerkskunst mit Tradition: zu Gast im<br />
Laboratorio Paravicini in Italien. (S. 142)<br />
AUSWÄRTS ESSEN<br />
Unternehmer Martin Wetscher verrät<br />
<strong>LIVING</strong> seine liebsten Kulinarik-Hotspots.<br />
(S. 146)<br />
Fotos: beigestellt, Martin Wacht, Felix Hohagen Photography<br />
146
genuss & dekor / OUTDOOR-LIFESTYLE<br />
OUTDOORKÜCHEN<br />
AUF DER<br />
SONNENSEITE<br />
<strong>2025</strong> steht die Außenküche erneut im Fokus des Outdoor-<br />
Living: Die aktuellen Modelle sind nicht nur widerstandsfähiger,<br />
sondern auch wohnlicher denn je. Ebenso einladend gestaltet<br />
sich die Einbettung des Kochbereichs in die Gartenlandschaft<br />
und damit feiern auch die vielseitigen Sonnensegel Hochsaison.<br />
TEXT CHRISTINA HORN<br />
Foto: Martin Wacht<br />
130 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Größenordnung<br />
In den warmen Jahreszeiten spielen<br />
sich das Leben und der Genuss im Freien<br />
ab – großflächige Sonnensegel schirmen<br />
den Ess- und den Kochbereich dabei effektiv<br />
von der Sonne ab. sunsquare.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
131
genuss & dekor / OUTDOOR-LIFESTYLE<br />
Höhepunkte<br />
Moderne Outdoorküchen<br />
wie die »K6« von Boffi ermöglichen<br />
die Nutzung von jeder Seite – und<br />
fügen sich perfekt in die wohnlichen<br />
Außenbereiche. boffi.com<br />
Im Jahr <strong>2025</strong> werden Leben und Kochen im<br />
Grünen wichtiger als je zuvor. Dabei machen<br />
sich klare Trends bemerkbar: So wird die<br />
Umgebung, etwa in Form einzelner Bäume,<br />
stärker in den Ess- und Kochbereich eingebunden,<br />
während Feuerstellen eine ganzjährige<br />
Nutzbarkeit des Outdoorbereichs ermöglichen.<br />
Zudem finden immer mehr Geräte, ob Pizzaofen<br />
oder Weinkühlschrank, ihren Weg in die<br />
Außenküche – und auch der Schutz vor Sonne,<br />
Wind und Wetter in Form von großflächigen<br />
Sonnensegel gewinnt zunehmend an Bedeutung.<br />
VON FORM, FARBE UND FEUER<br />
Die steigende Nachfrage nach Außenküchen hat<br />
<strong>2025</strong> zu einer wahren Vielfalt an widerstandsfähigen<br />
sowie wohnlichen Modellen geführt, die<br />
aus Aluminium und Edelstahl oder elegantem<br />
Quarzit gefertigt werden. Verschiedene Größen<br />
und Konfigurationen optimieren darüber<br />
hinaus die individuelle Einbindung in den<br />
Garten, wie modulare Systeme, etwa »LAND«<br />
von Poliform, veranschaulichen. Farblich greifen<br />
die Outdoorküchen jene Nuancen auf, die<br />
derzeit auch bei den Modellen im Indoorbereich<br />
populär sind. Unaufgeregte Farben wie Beige,<br />
Grau und Olivgrün dominieren den Markt. ><br />
Flexibles Kochen<br />
»LAND« von Poliform besitzt<br />
mobile Kücheninseln, die je nach<br />
Lust und Laune neu positioniert<br />
werden können – flexible Sonnensegel<br />
wandern mit. poliform.it<br />
Fotos: beigestellt<br />
132 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
alpinova.at<br />
DIE NACHHALTIGE WELTNEUHEIT<br />
FÜR ARBEITSPLATTEN UND<br />
KÜCHENINSELN<br />
LEISTBARE EXZELLENZ MIT NACHHALTIGER ELEGANZ<br />
Mit dem weltweit ersten Re-Stoning Material für Arbeitsflächen und Küchenfronten<br />
(besteht zu 90% aus zerkleinertem Naturstein und/oder Feldspat) wird<br />
Ihre Küche zum stylischen Statement – sanft zur Natur, fair zum Preis.<br />
Alpinova Kücheninseln sind bereits ab 12.000 Euro* erhältlich.<br />
Alpinova exklusiv by STRASSER.<br />
* UVP, ausgenommen E-Geräte, Armatur und Spüle
genuss & dekor / OUTDOOR-LIFESTYLE<br />
><br />
Sie sind ebenso in der Ausstattung rund um<br />
die Küche, etwa im Bereich der Sonnensegel,<br />
allgegenwärtig. »Wir sehen gerade ganz neue<br />
Ausführungen in Graugrün, Grau oder Blau«,<br />
bestätigt Robert Kautzky, Inhaber der<br />
SunSquare Kautzky GmbH. Das Kochen findet<br />
nun zur Gänze im Freien statt – vom Kühlen<br />
des Weins bis hin zum Garen des Gemüses.<br />
Dafür sorgen etwa spezielle Induktionskochfelder<br />
oder smarte Weinkühlschränke mit<br />
UV-geschützten Glastüren.<br />
Shades of Grey<br />
Die »Project 05« von Modulnova<br />
überzeugt mit eleganter Steinoptik<br />
in der Küchentrendfarbe Grau.<br />
modulnova.com<br />
KOCHEN, WIND UND WETTER<br />
Auch das Umfeld der Außenküche wird gezielt<br />
wohnlicher gestaltet. Der Boden zeigt sich<br />
dank Materialien wie thermisch modifiziertem<br />
Holz oder eleganten Natursteinplatten<br />
rutschfest, witterungsbeständig und äußerst<br />
stilvoll. Allerdings können Steinböden –<br />
ebenso wie Stein- und Stahlküchen – in den<br />
Ungestörter Genuss<br />
Motorbetriebene Sonnensegel<br />
versprechen dank Automatisierung<br />
und Windschutz mehr Entspannung<br />
und Schutz im Outdoorbereich.<br />
heißen Sommermonaten schnell erhitzen. »Auf<br />
südseitig ausgerichteten Terrassen kann man<br />
durch die hohen Temperaturen oft nicht mehr<br />
auf Steinböden treten«, weiß Robert Kautzky.<br />
Neben Außenteppichen haben sich hier<br />
Sonnensegel als Schattenspender etabliert, um<br />
die Abwärme von Böden, Fassaden und<br />
Glasfronten zu reduzieren. Moderne Systeme<br />
aus textil anmutendem, wetterfestem Acryl<br />
schützen zudem vor Wind, der das Kochen im<br />
Freien schnell ungemütlich machen kann,<br />
erklärt der Experte: »Unsere Sonnensegel<br />
schließen ab Windgeschwindigkeiten von<br />
40 km/h vollautomatisch.« Ein hochwertiges<br />
Sonnensegel erlaubt es, auch bei starker Sonne,<br />
leichtem Regen und Wind im Outdoorwohnzimmer<br />
zu sitzen, so Kautzky: »Eine großflächige<br />
textile Beschattung ermöglicht es, den<br />
Außenbereich flexibler nutzen zu können.«<br />
Anders als Schirme lässt sie sich in Größe und<br />
Form an den Koch- und Essbereich anpassen,<br />
die Modellauswahl reicht von kompakten<br />
Lösungen bis hin zu Systemen, die 76 Quadratmeter<br />
überspannen. Was es allerdings zu<br />
beachten gilt: Die Küche sollte am Rand des<br />
mindestens 2,3 Meter hohen Segels positioniert<br />
werden, damit Hitze und Rauch dem Material<br />
nichts anhaben können. »Möchte jemand sein<br />
Steak kross anbraten, kann das Textil verfärben<br />
oder Brandlöcher durch Funkenflug bekommen«,<br />
betont Robert Kautzky. Werden diese<br />
Dinge beachtet, steht dem Genuss im Grünen<br />
nichts mehr entgegen. <<br />
Fotos: beigestellt, Martin Wacht<br />
134 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
ZEIT FÜR<br />
EIN UPGRADE!<br />
Formvollendetes Design. Präzise Technik. Mit Napoleon wird<br />
Ihr Garten zur Bühne für unvergessliche Genussmomente.<br />
Starten Sie die Outdoor-Saison mit einem Upgrade, das neue<br />
Maßstäbe setzt.
genuss & dekor / OUTDOORKÜCHEN BREITWIESER<br />
Dream-Team<br />
Breitwieser hat sich auf die<br />
qualitative Verarbeitung von<br />
Natursteinen spezialisiert.<br />
Geführt wird das österreichische<br />
Unternehmen von Kristina und<br />
Manfred Breitwieser.<br />
Foto: Katsey, Felix Hohagen<br />
136 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
KOCHERLEBNIS<br />
MIT FEINSCHLIFF<br />
Die Outdoorküche hat sich vom Edelstahlkonstrukt zum<br />
hochwertigen Designmodell entwickelt. Eleganter, langlebiger Stein<br />
trifft nun auf flexible Modularität und hochpräzise Ausführungen –<br />
das perfekte Rezept für die Kochlandschaft im Grünen.<br />
TEXT CHRISTINA HORN<br />
Am Herd brät das zarte Kalbsfilet<br />
vor sich hin, daneben gart das<br />
Gemüse, ein wenig abseits warten<br />
die Salate darauf, auf der Bar in<br />
Richtung Esstisch gerollt zu werden. Und all<br />
dies an der frischen Luft und inmitten des<br />
eigenen Grüns. Ganz klar: Das Kochen im<br />
eigenen Garten ist beliebter denn je, Außenküchen<br />
verzeichnen weltweit konstantes<br />
Marktwachstum. »Der Outdoormarkt ist<br />
gefragt«, bestätigt Kristina Breitwieser,<br />
Geschäftsführerin bei Breitwieser. Mit dem<br />
steigenden Interesse gehen Innovationen und<br />
höhere ästhetische Ansprüche einher: Die<br />
Außenküche soll nicht nur wetterbeständig<br />
sein, sie muss auch optisch überzeugen. ><br />
Quarzit im Fokus<br />
Die Außenküche »Green Island«<br />
wird aus edlem brasilianischem<br />
J’adore-Quarzit gefertigt, der<br />
außergewöhnlich hart und<br />
wetterbeständig ist.<br />
breitwieser.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
137
genuss & dekor / OUTDOORKÜCHEN BREITWIESER<br />
Wohnästhetik<br />
Die Outdoorküche ist <strong>2025</strong><br />
ästhetischer denn je: Frei stehende<br />
Modelle wie »CO/CO«, entworfen<br />
vom Designstudio Lucy.D, trumpfen<br />
mit Multifunktionalität und subtil<br />
integrierten Geräten auf.<br />
NEUES AUS DER NATUR<br />
Zu den großen Designtrends zählen derzeit<br />
massive, robuste Steinplatten, weiß Kristina<br />
Breitwieser. Sie erweitern die üblichen Edelstahlmodelle<br />
am Markt um wohnlichere<br />
Optionen. Mittlerweile werden sogar Spülbecken<br />
aus Stein gefertigt, ergänzt durch robuste<br />
Glaskeramikkochfelder und wasserdichte, subtil<br />
verbaute Kühlschränke. Absolut im Trend in<br />
Sachen Stein liegen derzeit brasilianische<br />
Quarzite. »Da beständig neue Steinbrüche<br />
erschlossen werden, kommen immer neue<br />
Materialien auf den Markt«, zeigt sich die<br />
Expertin begeistert. »Derzeit sind das Quarzite:<br />
Sie sind robust, säurebeständig und haben<br />
wunderschöne Farben.« Das Material, das<br />
gebürstet, schraffiert oder auch geledert werden<br />
kann, trägt Namen wie »J’adore« oder, aufgrund<br />
der feinen beigen Zeichnung, »Taj Mahal«.<br />
Prinzipiell bemerkt die Geschäftsführerin eine<br />
Rückbesinnung auf weiche, eher neutrale<br />
Farbwelten.<br />
Steinoberflächen eröffnen im Bereich der<br />
Outdoorküchen neue Gestaltungsmöglichkeiten.<br />
Widerstandsfähiger Quarzit widersteht ><br />
Genussinsel<br />
Die elementaren Notwendigkeiten<br />
beim Kochen: Wasser, Feuer und<br />
eine große Arbeitsfläche für die<br />
Zubereitung der Speisen. Das ist der<br />
Grundgedanke beim Modell »CO/CO«.<br />
Fotos: Felix Hohagen<br />
138 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
genuss & dekor / OUTDOORKÜCHEN BREITWIESER<br />
Runde Sache<br />
Hochmoderne Verarbeitungs -<br />
techniken ermöglichen die<br />
formvollendete Integration von<br />
Steinbecken und abgerundeten Kanten,<br />
wie sie das Modell »CO/CO« aufweist.<br />
echte Errungenschaften!« Wo früher<br />
händisch gearbeitet wurde, sorgen heute<br />
Maschinen anhand von CAD-Zeichnungen<br />
für die detailgenaue Umsetzung.<br />
Ein weiteres großes Thema ist die<br />
Modularität: Außenküchen müssen sich<br />
flexibel den individuellen Bedürfnissen der<br />
Besitzer:innen sowie den Gegebenheiten<br />
der jeweiligen Gartenlandschaft anpassen.<br />
Folglich erfreuen sich Outdoorbars und<br />
Kücheninseln mit Rollen wachsender<br />
Beliebtheit. Hier erarbeitet Breitwieser<br />
gerade mit destilat Design Studio eine neue<br />
Designlösung, die funktional und formvollendet<br />
sein wird, wie die Geschäftsführerin<br />
verrät. Es bleibt also spannend im Bereich<br />
der Freiluftküchen.<br />
<<br />
><br />
äußeren Einflüssen und bewahrt seine<br />
Optik über Jahre. Aber auch Materialien, die<br />
die Spuren der Zeit auf ihrer Oberfläche<br />
dokumentieren, sind aufgrund ihrer »gelebten<br />
Ästhetik« populär. »Das betrifft etwa Südtiroler<br />
Covelano-Marmor – er ist robust, aber nur bis<br />
zu einem gewissen Grad säurebeständig. Hier<br />
möchte man bewusst eine gewisse Patina<br />
erzielen.«<br />
EINE RUNDE SACHE<br />
<strong>2025</strong> zeigen sich Außenküchen vermehrt mit<br />
abgerundeten Kanten und Ecken – ein Trend,<br />
der sich zeitgleich bei den Küchen im<br />
Innenraum beobachten lässt. »Unser moderner<br />
Maschinenpark ermöglicht Massivarbeiten,<br />
mit denen wir Formen aus vollen<br />
Blöcken herausarbeiten können. So stellen<br />
auch Rundungen kein Problem mehr dar«,<br />
beschreibt Kristina Breitwieser die Herstellung<br />
und ergänzt: »Es gibt mittlerweile einige<br />
technische Möglichkeiten, durch die man<br />
den Stein rund bearbeiten kann. Das sind<br />
Präzisionsarbeit<br />
Harte Materialien wie Quarzit<br />
können heute so präzise verarbeitet<br />
werden, dass eine einheitliche<br />
Blockoptik – bei »Green Island«<br />
mit passgenauen, grifflosen<br />
Laden – entsteht.<br />
Fotos: Felix Hohagen<br />
140 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
WEBER<br />
HIGHTECH-BBQ<br />
Weltmarktführer Weber stellt mit der neuen »Weber BBQ Kitchen« eine voll ausgestattete<br />
Premiumküche vor, die im Zusammenspiel mit der erneuerten »GENESIS®«-Gasgrillreihe<br />
für ein unvergleichliches Grillvergnügen sorgt.<br />
FOTOS: BEIGESTELLT<br />
Outdoorküchen liegen im Trend:<br />
Sie bringen das Grillvergnügen<br />
ins Freie und vereinen Design mit<br />
Funktionalität. Die »Weber BBQ<br />
Kitchen« entstand auf Kund:innenwunsch<br />
in den Weber Original Stores in Österreich.<br />
Initiatoren waren Matthias Fuchs und<br />
Benedikt Mitterlehner, Geschäftsführer der<br />
Stores in Wien Süd und Marchtrenk.<br />
»Cocooning, Outdoor-Living und Genuss<br />
im Freien sind besonders in den warmen<br />
Monaten heiße Trends«, so die beiden.<br />
Die »Weber BBQ Kitchen«, dieses Jahr<br />
neu mit modernisiertem Kühlschrank und<br />
einer Spüle, ist die erste Outdoorküche, die<br />
perfekt mit den beliebtesten Weber-Gasgrills<br />
kompatibel ist. Wie mit den neuen<br />
»GENESIS®«-Gasgrillmodellen, die mit<br />
dem Grilljahr <strong>2025</strong> einen Facelift bekommen:<br />
Der Grill überzeugt mit erweiterten<br />
Funktionen für Grillspeisen in Restaurantqualität,<br />
edlem Design sowie digitalem<br />
Thermometer und dem Weber-Works-Sei-<br />
tentisch für praktisches Zubehör direkt am<br />
Grill. Die neuen Modelle sind für all jene,<br />
die jedes Detail rund ums Grillen und Essen<br />
lieben, vom Einkauf der Zutaten bis über<br />
das Finish am Rost, die gerne experimentieren<br />
und Neues probieren.<br />
Die Produktion der »Weber BBQ<br />
Kitchen« erfolgt in Deutschland, die<br />
widerstandsfähigen Dekton-Arbeitsplatten<br />
stammen aus Spanien. Der vollverzinkte,<br />
pulverbeschichtete Unterbau sowie Soft-<br />
Close-Mechanismen sorgen für Langlebigkeit<br />
und Komfort. Steckdosen für Drehspieße,<br />
Küchenma schinen und smarte Gadgets<br />
wie »Weber Connect« erleichtern das<br />
Arbeiten.<br />
Die Küche ist in vorkonfigurierten Varianten<br />
erhältlich oder individuell anpassbar. Auf<br />
weber.com oder im Store können Module,<br />
Grills und Oberflächen kombiniert werden.<br />
»Beratung, Lieferung und Aufbau erfolgen<br />
über unsere Fachleute«, so Daniel Ipser,<br />
Geschäftsführer Weber-Stephen Österreich.<br />
Der neue »GENESIS®«-Gasgrill ermöglicht die<br />
präzise Kontrolle der Temperatur. Eine größere<br />
Sear-Zone, eingebaute Grifflichter und ein neues<br />
Digitalthermometer sind gleichermaßen praktisch<br />
wie auch schön anzusehen. Der Grill ist nahtlos in<br />
die neue »Weber BBQ Kitchen« integrierbar.<br />
INFO<br />
Weitere Informationen unter<br />
weber.com<br />
ADVERTORIAL<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
141
genuss & dekor / LABORATORIO PARAVICINI<br />
Laboratorio Paravicini<br />
Costanza Paravicini (r.)<br />
gründete die Porzellanmanufaktur<br />
zu Beginn der 1990er-Jahre. Hier im Bild<br />
mit zwei ihrer drei Töchter, Margherita<br />
und Benedetta (v. l. n. r.).<br />
paravicini.it<br />
Fotos: beigestellt<br />
142 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Auf dem handbemalten Porzellan von Laboratorio Paravicini<br />
blühen liebliche Mohnblumen, störrische Disteln und exotische<br />
Farne. Die Motive mixen die Sehnsucht nach dem Garten Eden<br />
mit italienischer Handwerkskunst. <strong>LIVING</strong> traf Gründerin<br />
Costanza Paravicini zum Gespräch. INTERVIEW FLORENTINA WELLEY<br />
Als wäre man in eine<br />
fantastische Wunderkammer<br />
des<br />
vorigen Jahrhunderts<br />
gestolpert: Wer zu<br />
Besuch in das in einem<br />
versteckten Innenhof im<br />
historischen Zentrum<br />
von Mailand gelegene<br />
Laboratorio Paravicini<br />
kommt, wird von<br />
unzähligen, kunstvoll<br />
bemalten Porzellantellern<br />
begrüßt. Rundum<br />
stehen Arbeitstische mit<br />
Zeichnungen, Pinseln,<br />
Farbtiegeln. Man sieht, dass<br />
hier viel und leidenschaftlich<br />
gearbeitet wird. Costanza Paravicini<br />
gründete das Laboratorio<br />
Anfang der 1990er-Jahre, als sie auf<br />
der Suche nach schönem Geschirr<br />
war, aber keines fand, das ihren Ansprüchen<br />
genügte. Sie beschloss, selbst eines zu<br />
produzieren, das handgefertigt und für den<br />
täglichen Gebrauch geeignet war. Heute<br />
stellen Costanza Paravicini und ihre Töchter<br />
feines Steingut her, das mit Pinsel, Sieb- oder<br />
Digitaldruck verziert wird.<br />
POESIE UND LUXUSDESIGN<br />
Kein Teller gleicht dem<br />
anderen, die Geschirrsets<br />
haben nur einen gemeinsamen<br />
Nenner: die Poesie<br />
der Natur. Nicht selten<br />
werden sie deshalb gerne<br />
an Wände von Speisesälen<br />
gehängt, als wären<br />
sie alte Familienservice.<br />
Das Laboratorio fertigt<br />
jährlich Geschirrserien<br />
für die Milano Design<br />
Week, zeigt seine Designs<br />
auf internationalen<br />
Messen, wie der Homo<br />
Faber in Venedig, und ist für<br />
sein custom-made, handcrafted<br />
Luxusgeschirr bekannt.<br />
<strong>LIVING</strong> Sie kommen aus einem alten<br />
italienischen Adelsgeschlecht. Hatten Sie<br />
auch künstlerisch begabte Vorfahren?<br />
COSTANZA PARAVICINI Nein, es waren<br />
keine großen Künstler:innen dabei, aber das<br />
Zeichnen war schon immer etwas, das zu<br />
meiner Familie gehörte. Meine Großmutter<br />
malte wundervolle Aquarelle und mein<br />
Kollektion »Bloom«<br />
Die Essteller der Linie »Bloom« sind<br />
aus weißer, dünner Keramik handgefertigt<br />
und zeigen zwölf unterschiedliche<br />
Blumen- und Schmetterlingsmotive. ><br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
143
genuss & dekor / LABORATORIO PARAVICINI<br />
Kollektion »Rocaille«<br />
Das üppige Dekor der<br />
Essteller soll an den<br />
pompösen Stil Ludwigs XV.<br />
erinnern.<br />
»Wir möchten Emotionen<br />
und Neugier wecken und<br />
denjenigen, die den Tisch<br />
decken, einen Hauch<br />
von Magie mitgeben.«<br />
COSTANZA PARAVICINI<br />
Gründerin des Laboratorio Paravicini<br />
Kollektion »Sirena«<br />
Inspiriert von einem antiken<br />
Teppichfragment, gibt es sie in<br />
den drei Farbvarianten Rouge,<br />
Celadon und Blue Opal.<br />
Was möchten Sie mit Ihrem Dekor vermitteln?<br />
Alle Kollektionen haben eines gemeinsam: Sie<br />
sollen Emotionen und Neugier wecken und<br />
denjenigen, die den Tisch decken oder die<br />
Teller einfach an die Wand hängen und<br />
bewundern, einen Hauch von Magie mitgeben.<br />
><br />
Vater konnte perfekt zeichnen.<br />
Wahrscheinlich habe ich diese Talente<br />
geerbt.<br />
Sie arbeiten heute mit Ihren Töchtern<br />
zusammen. Waren diese von Kind auf<br />
von der Materie begeistert?<br />
Wir alle teilen die Leidenschaft für<br />
Keramik. Mit den wachsenden Aufträgen<br />
kam erst Benedetta, dann Margherita<br />
und zuletzt Bona in die Werkstätte.<br />
Sie hatten zwar völlig andere Berufe, halfen<br />
mir aber, das Atelier besser zu organisieren,<br />
und brachten »eine Welle der Frische« in die<br />
Produktion.<br />
Ihr persönliches Motto?<br />
Ich habe zwar kein Motto, bin aber ein sehr<br />
anspruchsvoller Mensch und selten mit<br />
etwas vollkommen zufrieden. Ständig<br />
möchte ich alles noch verbessern und<br />
weiterentwickeln.<br />
Kollektion »Pink Gardens«<br />
Die zehn weißen Keramikteller der<br />
»Pink Gardens«-Serie präsentieren<br />
jeweils eine idyllische Gartenszene in<br />
Bordeauxrot. Die Serie ist auch in<br />
Blaugrün erhältlich.<br />
<<br />
Welche Eigenschaften sind für den Beruf wichtig?<br />
Man muss anspruchsvoll sein sowie Geduld<br />
und Kreativität besitzen.<br />
Liegt handgefertigtes Geschirr im Trend?<br />
Ja, und er nimmt zu. Immer mehr Menschen<br />
suchen nach personalisierten Produkten, die<br />
ihren individuellen Geschmack zum Ausdruck<br />
bringen.<br />
Wie darf man sich den Produktionsprozess<br />
vorstellen?<br />
Jeder Teller wird von Hand mit Pinsel,<br />
Mischtechnik oder Druck verziert. Durch die<br />
Verwendung der Brenntechnik »gran fuoco<br />
sulla terraglia bianca« werden die Muster<br />
unter der Glasur hell und langlebig.<br />
In der »Gardens«-Serie, die bei der Homo<br />
Faber gezeigt wurde, finden sich<br />
historische Motive. Wovon lassen Sie<br />
sich inspirieren?<br />
Von Gemälden und Fotografien<br />
mit Gartendarstellungen des<br />
18. Jahrhunderts. Auch die Tellerkollektion<br />
»Sirena« ist an ein<br />
Tapetenfragment aus dieser Zeit<br />
angelehnt: Das skurrile Blumengewirr<br />
zeigt die eines wilden<br />
Gartens. Das üppige »Rocaille«-<br />
Dekor spiegelt wiederum die Zeit<br />
Ludwigs XV. wider. Unser Geschmack<br />
verändert sich laufend und wir lassen<br />
Eindrücke aus Mode, Kunst, Ausstellungen,<br />
Architektur oder Stickereien einfließen.<br />
Fotos: beigestellt<br />
144 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
genuss & dekor / LOCATIONS<br />
»Das ›Il<br />
Salumaio‹<br />
begeistert mit<br />
perfekter Atmosphäre<br />
und einem herrlichen<br />
Innenhof. Im Frühling bin<br />
ich hier sehr gerne nach<br />
dem Messebesuch des<br />
Salone del Mobile<br />
zu Gast.«<br />
»Der kreative Umgang mit bewährten Tiroler Rezepten macht<br />
die ›Linde‹ für die Gaumen von Feinschmecker:innen und<br />
Freund:innen traditioneller Wirtshauskost zur führenden Adresse<br />
urtümlicher Wirtshauskultur im Zillertal. Für die herausragende<br />
Qualität der Speisen sorgen ausgewählte Produkte aus der<br />
hauseigenen Landwirtschaft und aus der Region.«<br />
»Il Salumaio«, Mailand, ilsalumaiodimontenapoleone.it<br />
»Landgasthof Linde«, Stumm, landgasthof-linde.at<br />
AUSWÄRTS ESSEN …<br />
Wo trifft neuestes Design auf gemütliches Ambiente,<br />
Kunst auf kulinarisches Konzept? Martin Wetscher<br />
verrät seine Lieblingslokale und was sie auszeichnet.<br />
»Hier muss man<br />
unbedingt die legendäre<br />
Bouillabaisse Witteillaise<br />
probieren! Die Herzlichkeit<br />
der Familie Witte tut<br />
ihr Übriges dazu.«<br />
Unternehmer Martin Wetscher,<br />
Geschäftsführer der Wetscher<br />
Wohngalerien und passionierter<br />
Tischler und Innenarchitekt, weiß,<br />
was gutes Design ausmacht – und das gilt nicht<br />
nur für Möbel. Für ihn ist die orts- bzw.<br />
landes typische Atmosphäre eines Restaurants<br />
genauso wichtig wie die Qualität des Essens.<br />
Authentizität, die sich in der Einrichtung und<br />
in der Küche widerspiegelt, ist für ihn ein entscheidendes<br />
Kriterium für ein gelungenes kulinarisches<br />
Erlebnis. »Kochen und Innenarchitektur<br />
sind sich erstaunlich ähnlich: Bei beidem<br />
will ich erleben, wo ich bin, beides braucht<br />
beste Zutaten und einen fast verrückt leidenschaftlichen<br />
Zugang, damit es bemerkenswert<br />
wird und bleibt«, so Martin Wetscher.<br />
»Das Grander«, Wattens, das-grander.at<br />
146 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25<br />
»Doppelt<br />
gut: Hier wird<br />
hervor ragende Küche<br />
von Haubenkoch<br />
Thomas Grander in<br />
stilvollem, von Wetscher<br />
eingerichtetem<br />
Ambiente,<br />
serviert.«<br />
Martin Wetscher<br />
Martin Wetscher ist<br />
Unternehmer in vierter<br />
Generation, aufgewachsen<br />
zwischen passionierten<br />
Tischlern und<br />
Innenarchitekten im<br />
Zillertal. 1912 von<br />
seinem Urgroßvater<br />
als kleine Tischlerei<br />
gegründet, zählen die<br />
Wetscher Wohngalerien<br />
heute zu den führenden<br />
Planungs- und Einrichtungshäusern<br />
des<br />
Landes. wetscher.com<br />
»Fisch Witte«, München, fisch-witte.de<br />
»Gasthaus schöne Perle«, Wien, schoene-perle.at<br />
»Abseits der Tourist:innenpfade<br />
genießt man dort tschechisches<br />
Bier und Wiener Klassiker.«<br />
Fotos: beigestellt, bild(ART)isten, Ines Rast Photography, Dirk Tacke, Rob Vegas
Liebe<br />
auf den ersten (Weit)Blick:<br />
lassen Sie sich von unserer einzigartigen Lage mit bis zu 300 km<br />
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<strong>LIVING</strong><br />
RESIDENCES<br />
150<br />
162<br />
Fotos: beigestellt, derFlor Fotografie, Joan Guillamat, Raquel Diniz HERO<br />
156<br />
168<br />
EINLADENDE AUSBLICKE<br />
Diese Wiener Immobilien punkten<br />
mit traumhafter Aussicht. (S. 150)<br />
AUF DEN RICHTIGEN STEIN<br />
GESETZT<br />
Die Renaissance des Baumaterials<br />
Stein. (S. 156)<br />
VON DER SCHEUNE ZUM<br />
PRUNKSTÜCK<br />
Restaurierte Bauernhäuser vereinen<br />
Tradition und Moderne. (S. 162)<br />
GROSSSTADT MIT DSCHUNGEL<br />
Der Londoner Architekt Thomas<br />
Heatherwick und seine Projekte im<br />
Porträt. (S. 168)
esidences / WOHNEN MIT ÜBERBLICK – DACHTERRASSEN<br />
EINLADENDE<br />
AUSBLICKE<br />
Urbane Dachlandschaften, Wasser und Weinberge oder die Staatsoper:<br />
Bei Immobilien zählt nicht nur die Lage, sondern auch, was man von<br />
dort aus sieht. Wir zeigen die besten Ausblicke Wiens. TEXT HEIMO ROLLETT<br />
Foto: beigestellt<br />
150 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Opern-Residenz<br />
Das 1863 erbaute Gebäude im Herzen Wiens<br />
hat auf dem Dach zwei versteckte<br />
Penthäuser mit drei Meter hohen Räumen<br />
und großzügigen Terrassen. Abgehoben?<br />
Nun ja, 8,2 Millionen Euro muss man schon<br />
bezahlen für diese Top-Adresse über Wien.<br />
austriasothebysrealty.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
151
esidences / WOHNEN MIT ÜBERBLICK – DACHTERRASSEN<br />
Grünblick<br />
Im modernen Viertel Zwei werden gerade<br />
340 Eigentumswohnungen gebaut. Ihre Lage<br />
ermöglicht geniale Ausblicke über die Trabrennbahn<br />
Richtung Stadt. Highlights sind weiters<br />
ein Concierge-Service und ein Wellnessbereich<br />
auf dem Dach mit Outdoor-Pool, Fitnessraum,<br />
Panorama-Sauna und Dining Room mit Terrasse.<br />
value-one.com<br />
Ein Morgen am Wasser. Die Sonne<br />
wirft ihre ersten Strahlen auf die<br />
sanft wogende Alte Donau, während<br />
man den Tag mit einer Tasse Kaffee<br />
auf dem Balkon beginnt. Ein paar Enten<br />
ziehen gemächlich ihre Kreise, und das leise<br />
Plätschern des Wassers mischt sich mit dem<br />
sanften Summen der Stadt. Hier, am Fischerstrand,<br />
lebt man im Einklang mit der<br />
Natur – und dennoch nur einen Katzensprung<br />
vom pulsierenden Stadtleben entfernt.<br />
Der Blick aufs Wasser beruhigt, das<br />
Wissen um das, was man nicht sieht auch:<br />
Am Dach befindet sich die Photovoltaikanlage,<br />
geheizt wird mittels Wärmepumpe und<br />
die Deckenkühlung macht das Zuhause auch<br />
in jenen Monaten, in denen der Badeanzug<br />
Saison hat, erträglich.<br />
On Top<br />
Von dieser gut 200 Quadratmeter<br />
großen Terrasse des Penthauses<br />
im 19. Bezirk schweift der Blick<br />
über die Hügel des Wienerwaldes<br />
bis hin zu der Skyline der Stadt.<br />
marschall.at<br />
Fotos: OLN Les Nomades/Ein Projekt der Value One, Marschall Immobilien, beigestellt<br />
152 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Großzügig in Gersthof<br />
300 Quadratmeter Wohnfläche und knapp<br />
200 Quadratmeter Dachterrasse – das<br />
macht diese Dachgeschoßwohnung in<br />
Wien Gersthof besonders geräumig.<br />
Wohnen auf höchstem Niveau.<br />
muhr-immobilien.com<br />
Fischerstrand<br />
Der Blick auf die Alte Donau macht<br />
noch mehr Freude, wenn sich die<br />
Immobilie im Eigentum befindet<br />
und nicht ein Pachtgrund ist, wie es<br />
in der Gegend üblich ist. So idyllisch<br />
lässt es sich in Wien wohnen.<br />
glorit.at<br />
NATUR UND STADT<br />
Wem das Wasser nicht so zusagt, der kann<br />
die Natur auch anders erleben: Im Weinglas.<br />
Beziehungsweise natürlich inmitten der<br />
Weinreben – immerhin besitzt Wien mit 700<br />
Hektar die größte Weinbaufläche aller<br />
Großstädte weltweit. Auf der Terrasse der<br />
Wohnungen im Rebenblick, einem Projekt in<br />
Hanglage im 19. Bezirk, schweift der Blick<br />
über Neustift am Walde und die Salmannsdorfer<br />
Höhe. In der Hand vielleicht ein Glas<br />
Gemischter Satz von genau jenen Reben, die<br />
man in den Musestunden im Sonnenuntergang<br />
beobachtet.<br />
Bei tollen Ausblicken in Wien denkt man<br />
freilich als erstes an das Stadtleben. Vereinzelt<br />
gibt es Wohnungen mit Blick auf die die<br />
Wiener Staatsoper oder die Nationalbiblio-<br />
><br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
153
esidences / WOHNEN MIT ÜBERBLICK – DACHTERRASSEN<br />
><br />
thek. Das sind schon wahre Raritäten,<br />
oftmals auch nur zur Miete. Zu kaufen gibt es<br />
derzeit rund 60 Dachgeschoßwohnungen in der<br />
Wiener Innenstadt. Seit rund einem Jahr liegen<br />
die Durchschnittspreise »im Ersten« nach<br />
einem Ausritt nach oben wieder halbwegs konstant<br />
bei rund 15.000 Euro pro Quadratmeter,<br />
für richtig noble Penthäuser legt man aber<br />
gleich mal den doppelten Betrag hin. Je mehr<br />
Ausblick – etwa direkt auf Augenhöhe mit dem<br />
Stephansdom –, um so teurer. Aber auch dieser<br />
Markt ist durch den Wegfall russischer Kunden<br />
einerseits und durch das allgemeine Investitionstief<br />
andererseits zu einem starken Verkäufermarkt<br />
mutiert. Die durchschnittliche<br />
Dachgeschosswohnung in Wien, also in allen<br />
Bezirken, kostet aktuell im Übrigen rund 1<br />
Million Euro und verfügt über 118 Quadratmeter<br />
Wohnfläche.<br />
Gott sei Dank wurden in letzter Zeit mehrere<br />
Türme gebaut, die ja praktisch aus jedem<br />
Stockwerk einen guten Blick bieten. Eine neue<br />
Wohnkategorie entstand somit. Zuletzt wurden<br />
die Danube Flats mit atemberaubenden<br />
Ausblicken auf die Donau, Wien und die<br />
umliegende Natur, fertiggestellt. Ein weiterer<br />
Vorteil, den solche Türme mit sich bringen, ist<br />
zweifellos die Verdichtung. Wo viele Menschen<br />
wohnen, gibt es zahlreiche Angebote inhouse,<br />
im Falle der Danube Flats sind das ein Spa-<br />
Bereich mit Sauna, ein Yoga-Raum, ein<br />
ganzjährig beheizten Pool, eine Cocktailbar<br />
sowie Sky-Gärten für entspannten Luxus.<br />
Business-, Event- und Executive-Lounges für<br />
berufliche oder private Anlässe machen das<br />
Zuhause recht mondän, ebenso die Lobby mit<br />
einem Doorman-Service.<br />
Schon etwas länger und ebenfalls am Wasser<br />
gelegen, steht der Marina Tower. Eine ordentliche<br />
Portion Extravaganz und natürlich noch<br />
mehr Weitblick bieten die sechs exklusiven<br />
Penthouses in den obersten Etagen. Sie<br />
erstrecken sich über drei Ebenen, haben eine<br />
Nutzfläche von knapp 300 Quadratmeter sowie<br />
Terrassen mit bis zu 120 Quadratmeter und<br />
überzeugen mit durchdachter Architektur in<br />
Verbindung mit stilvoller Ausstattung und<br />
atemberaubenden Panoramablicken. Wohngenuss<br />
auf höchstem Niveau – wortwörtlich. »Die<br />
Atmosphäre im Marina Tower ist per se schon<br />
sehr besonders – überwältigend ist sie natürlich<br />
in den obersten Stockwerken«, erklärt Andreas<br />
Holler, Geschäftsführer der Marina Tower<br />
Holding GmbH. Ein weiterer Turm steht beim<br />
Gasometer: der Helio Tower. Zwischen 30.<br />
und 33. Etage – eröffnen die verglasten<br />
Loggien und Balkone fantastische Ausblicke<br />
über den naheliegenden Prater, den Donaukanal<br />
bis zum Stephansdom und Richtung Osten<br />
zum Leitha Gebirge. In den Wohnungen der<br />
obersten Etagen genießt man lichtdurchflutete<br />
Räume, bodentiefe Fenster und die erweiterte<br />
Raumhöhe von bis zu 2,75 Meter maximieren<br />
diesen Effekt.<br />
Ob mit Wasserblick, Stadtblick, mitten im<br />
Grünen oder bis zum Schneeberg – in Wien<br />
hat jeder Ausblick seine eigene Geschichte zu<br />
erzählen. Geschmäcker sind bekanntlich<br />
verschieden, wichtig ist, dass die Immobilien<br />
mit all ihren Aussichtsmöglichkeiten Liebe auf<br />
den ersten (Aus)blick ist.<br />
Höchster Wohnturm<br />
Jene 500 Eigentumswohnungen,<br />
die übereinander gestapelt den höchsten<br />
Wohnturm Österreichs ergeben, wurden<br />
fertig gestellt: die Danube Flats. Jede<br />
Wohnung ist mit umlaufenden Balkonen<br />
oder Terrassen ausgestattet.<br />
danubeflats.at<br />
<<br />
Foto: beigestellt<br />
154 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
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esidences / BAUEN MIT STEIN<br />
Stein ist eines der ältesten Baumaterialien<br />
der Menschheitsgeschichte. Im Zeitalter der<br />
Globalisierung und Technologisierung, so scheint es,<br />
erlebt der mineralische Baustoff heute eine<br />
regelrechte Renaissance – in der traditionellen<br />
Architektur, aber auch als innovatives High-Tech-Produkt.<br />
TEXT WOJCIECH CZAJA<br />
Foto: MATERIA<br />
156 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
AUF DEN RICHTIGEN<br />
STEIN GESETZT<br />
Tate House, Puerto Escondido<br />
An der mexikanischen Pazifikküste<br />
baute Materia dieses verwunschene<br />
Natursteinparadies mit einem botanischen<br />
Wüstengarten in der Mitte. Zum Meer<br />
sind’s nur wenige Schritte.<br />
materiarq.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
157
esidences / BAUEN MIT STEIN<br />
Steinhaus, Menorca<br />
Auf der Nordküste der kleinen<br />
Baleareninsel kombiniert Nomo Studio<br />
Bezüge zur Volksarchitektur mit modernen<br />
Bausystemen. Der gesamte Stein stammt<br />
aus den Ausgrabungen direkt vor Ort.<br />
nomostudio.eu<br />
Baustoff und Atmosphäre, architektonisch in<br />
der räumlichen Komposition. Das Ortsgefühl<br />
ist einzigartig.«<br />
Stein ist einer der ältesten Baustoffe der<br />
Menschheitsgeschichte. Einerseits robust,<br />
langlebig und schwer belastbar, andererseits<br />
mit entsprechenden Werkzeugen leicht zu<br />
verarbeiten und mit der Kraft von ein bis<br />
zwei Mann vor Ort in vielerlei Varianten –<br />
als geschlichtetes Mauerwerk, als stützender<br />
Sturzbalken, als selbsttragender Gewölbebogen<br />
– effizient zu verlegen. Im Zeitalter<br />
der Globalisierung, Technologisierung und<br />
der sich immer schneller drehenden Kreisläufe,<br />
so scheint es, erlebt der mineralische<br />
Baustoff heute wieder ein Revival. Große und<br />
kleine Projekte in Stadt und Land zeugen<br />
davon, dass sich die Menschen zwischen<br />
all den normativen Stahl-Glas-Beton-<br />
Hochburgen wieder nach einer gewissen<br />
Erdung und Naturverbundenheit sehnen.<br />
In Kalogeros, Kreta, beispielsweise<br />
haben sich Uri Regev und seine Frau Aliza<br />
Puerto Escondido, so viel wie der<br />
versteckte, geheimnisvolle Hafen in<br />
deutscher Übersetzung, ist ein<br />
schönes, intaktes und von Massentourismus<br />
weitestgehend verschont gebliebenes<br />
Stückchen Mexiko direkt am Pazifischen<br />
Ozean. Genau hier, umgeben von Palmen,<br />
Sandstrand und salziger Meeresbrise,<br />
errichtete das Architekturbüro Materia ein<br />
luftiges, lockeres Ensemble aus Atriumgebäuden,<br />
sogenannten Palapas, die mit ihren<br />
Natursteinmauern und palmgedeckten<br />
Satteldächern eine kontemplative Ruhe<br />
versprühen. Vom Haupttor zu den einzelnen<br />
Wohnpavillons führt – vorbei an Kakteen<br />
und blühender Aloe Vera – am nicht immer<br />
kürzesten Weg ein befestigter Pfad von A<br />
nach B.<br />
»Wir wollten ein Projekt ganz im Sinne der<br />
lokalen Handwerkskunst«, sagt Architekt<br />
Gustavo Carmona, der gemeinsam mit seiner<br />
Partnerin Lisa Beltrán 2006 sein eigenes Büro<br />
Materia mit Sitz in Mexiko-Stadt gegründet<br />
hat. »Die einzelnen Materialien erzeugen<br />
einen visuellen Rhythmus und rahmen die<br />
Landschaft, das Meer auf der einen, die Berge<br />
von Oaxaca auf der anderen Seite. Zudem<br />
umfasst der Entwurf drei Gärten – einer<br />
davon ein botanischer Wüstengarten mit<br />
endemischen Arten. Die Natursteinmauer ist<br />
der perfekte Hintergrund, natürlich in<br />
Rolex Boutique, Toronto<br />
Weich, wie die Zeit verrinnt: Bei dieser Royal-de-Versailles-<br />
Boutique haben die Partisans Architects parametrische<br />
Rechenmodelle und modernste CNC-Technologie eingesetzt.<br />
Die Komposition stammt von Computerdesigner Arturo<br />
Tedeschi. partisans.com, arturotedeschi.com,<br />
royaldeversailles.com<br />
Fotos: Joan Guillamat, doublespace photography, beigestellt<br />
158 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Ashkenazi ihren Traum eines revitalisierten<br />
Steinhauses erfüllt. »Begonnen hat alles im<br />
Sommer 2021, zwischen all den Corona-<br />
Lockdowns, als wir beschlossen haben, uns<br />
auf Kreta eine Ruine zu suchen und diese zu<br />
neuem Leben zu erwecken«, erzählt Regev.<br />
»In einem Bergdorf in der Mitte der Insel<br />
sind wir dann auf dieses 200 Jahre alte,<br />
verwunschene Häuschen gestoßen – zum<br />
Teil eingestürzt und zerstört, zum Teil aber<br />
noch mit intaktem Mauerwerk und schönen<br />
Bögen und Architraven, mit alten Reliefs<br />
und immer noch gut lesbaren Gravuren.«<br />
Galleria, Gwanggyo<br />
In Südkorea hat das niederländische<br />
Office for Metropolitan Architecture (OMA)<br />
diesen zwölfgeschoßigen Steinwürfel<br />
errichtet. Das gepixelte Mosaikmuster<br />
soll an die Natur des benachbarten<br />
Suwon-Gwanggyo-Seeparks erinnern.<br />
oma.com<br />
KLASSISCH BIS INNOVATIV<br />
Kurze Zeit später haben die Renovierungsarbeiten<br />
begonnen: Die Mauern wurden<br />
ausgebessert, repariert, neu aufgebaut, mit<br />
Kalkputz verspachtelt und mit einer Stahlbürste<br />
gereinigt, hinzu kamen neue Bögen,<br />
neue Balken, neue Architrave hie und da,<br />
und was früher mal eine Olivenpresse war,<br />
fristet nun ein neues Leben als Waschbecken<br />
und Waschtrog in den Badezimmern. Nach<br />
zwei Jahren intensiver Arbeit kann die<br />
einstige Ruine – heute unter dem Namen<br />
»Blue Daisy House« gelistet – über eine<br />
Buchungsplattform wochen- und monatsweise<br />
angemietet werden.<br />
Nicht nur in der klassischen, traditionellen<br />
Architektur kommt Stein zum Einsatz,<br />
sondern auch in innovativer, hochtechnologischer<br />
Manier: In Gwanggyo, Südkorea, hat<br />
OMA einen Shoppingcenter-Würfel in eine<br />
parametrisch entworfene, vielfärbig gepixelte<br />
Mosaikstein-Fassade gehüllt. Und in Toronto<br />
wurde erst unlängst ein neuer Rolex-Store<br />
eröffnet. Die Fassade aus Kalkstein wurde<br />
mithilfe parametrischer Modellierung und<br />
CNC-Technologie gefertigt – mit eleganten<br />
Konturen und sanften, augenscheinlich<br />
weichen Faltenwürfen. Der ultimative<br />
Beweis, dass der Baustoff Stein in der<br />
Zukunft angekommen ist. <<br />
Blue Daisy House, Kreta<br />
Was früher eine Ruine war, wurde in<br />
zweijähriger, liebevoller Restauration von<br />
Uri Regev und Aliza Ashkenazi zu neuem<br />
Leben erweckt. Das Blue Daisy House kann<br />
über eine Urlaubsplattform gebucht werden.<br />
creteweek.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
159
Family Business<br />
Stehend: Nichte Franziska Kollitsch,<br />
Sohn Franz Josef Kollitsch,<br />
Tochter Jasmin Kollitsch (v. l. n. r.).<br />
Sitzend: Tochter Maria Kollitsch,<br />
Eva und Franz Kollitsch<br />
(GF und Eigentümer).<br />
FAMILY OFFICE<br />
MIT ZUKUNFT<br />
Der Immobilienmarkt ist in Bewegung – und Familie Kollitsch reagiert darauf.<br />
Eine neue Generation, eine überarbeitete Struktur und eine konsequente<br />
Ausrichtung bringen frischen Wind in das Unternehmen.<br />
160 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
KOLLITSCH INVEST<br />
Die jüngste Krise hat die gesamte<br />
Branche auf die Probe gestellt,<br />
doch wer sie gut gemeistert hat,<br />
steht nun vor neuen Möglichkeiten.<br />
Ein sich wandelnder Markt bietet Chancen –<br />
für diejenigen, die bereit sind, sie zu ergreifen.<br />
Franz Alexander Kollitsch setzt genau hier<br />
an: Nach Jahren erfolgreicher Immobilienentwicklungen<br />
setzt er auf eine zukunftsorientierte<br />
Ausrichtung und leitet einen<br />
Generationenwechsel ein.<br />
Mit einem Transaktionsvolumen von rund<br />
zwei Milliarden Euro und einem Entwicklungsvolumen<br />
von einer Milliarde Euro in den<br />
vergangenen Jahren wurde gemeinsam mit<br />
Erwin Krause eine starke Grundlage geschaffen.<br />
Nach langjähriger erfolgreicher Partnerschaft<br />
entschieden sich Franz Alexander<br />
Kollitsch und Erwin Krause, künftig wieder<br />
eigenständige Wege zu gehen.<br />
Mit diesem Schritt geht eine Neuausrichtung<br />
einher: Das Family Office Kollitsch<br />
Invest wurde gegründet – ein klares<br />
Bekenntnis zur Weiterentwicklung. Neben<br />
Franz Alexander Kollitsch werden nun auch<br />
seine Kinder Franz Josef, Jasmin und Maria<br />
sowie Nichte Franziska aktiv mit eingebunden.<br />
Gemeinsam mit seiner Frau Eva an<br />
der Spitze führt er das Unternehmen in eine<br />
neue Ära, die Tradition mit frischen Impulsen<br />
verbindet.<br />
»DON37«,<br />
Donaustadtstraße 37, 1220 Wien.<br />
Der Fokus bleibt klar: Kollitsch Invest ist ein<br />
langfristig ausgerichtetes, familiengeführtes<br />
Immobilienunternehmen mit Schwerpunkt<br />
auf nachhaltige Investments. Gleichzeitig<br />
werden die etablierten Unternehmen<br />
Invester Management als Projektentwickler<br />
und Ekazent Management im Bereich Immobilienvermittlung<br />
und Asset-Management als<br />
Dienstleister weitergeführt.<br />
DER WANDEL BRINGT …<br />
… BESTÄNDIGKEIT<br />
FOTOS: © VERO DIGITAL, CHARLOTTE JANI/DOTSANDLINES GMBH, BEIGESTELLT<br />
Mit Projekten wie dem »Hilton Vienna Park«,<br />
dem Ekazent-Portfolio, dem Fashion Outlet<br />
Parndorf, dem Freeport Fashion Outlet in<br />
Tschechien – dem größten Outlet des Landes –<br />
sowie den »Y-Towers« in Amsterdam hat<br />
Franz Alexander Kollitsch die Immobilienbranche<br />
über Jahre hinweg mitgestaltet. »Die<br />
vergangenen Jahre waren eine intensive und<br />
erfolgreiche Entwicklungszeit«, erklärt er.<br />
Unternehmensstruktur Kollitsch Invest<br />
»Hilton Vienna Park«,<br />
Am Stadtpark 1, 1030 Wien.<br />
Nun beginnt ein neues Kapitel. »Wir freuen<br />
uns, trotz der Krise gut aufgestellt zu sein,<br />
und sind mehr als bereit, mit dem neuen<br />
Family Office in den nächsten Marktzyklus<br />
zu starten. Neben unserem bestehenden<br />
Portfolio befinden wir uns bereits in der<br />
Akquisition weiterer großvolumiger<br />
Projekte«, so Kollitsch.<br />
Der Hauptsitz am Parkring 12 im ersten<br />
Bezirk Wiens bleibt bestehen, während<br />
Franz Alexander und Eva Kollitsch gemeinsam<br />
mit der nächsten Generation die<br />
Weichen für die Zukunft stellen.<br />
Beständigkeit entsteht nicht durch<br />
Stillstand – bei Kollitsch Invest wächst man<br />
miteinander, lernt voneinander und baut<br />
aufeinander, um die Erfolgsgeschichte<br />
weiterzuschreiben.<br />
Weitere Informationen unter<br />
kollitsch-invest.com<br />
ADVERTORIAL<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
161
esidences / RESTAURIERTE BAUERNHÖFE<br />
VON DER SCHEUNE<br />
ZUM PRUNKSTÜCK<br />
Die Kunst der Bauernhofsanierung liegt in der perfekten Balance zwischen<br />
Erhalt und Erneuerung. Glas und Stahl treffen auf jahrhundertealte Steinwände,<br />
moderne Wohnkonzepte verschmelzen mit rustikalem Charme. Das Ergebnis?<br />
Ein einzigartiges Zuhause, das sowohl zeitlos als auch zeitgemäß ist.<br />
TEXT HEIMO ROLLETT<br />
Foto: Architekturfotografie Wien/Romana Fürnkranz<br />
162 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Historisches Erbe<br />
Der Danglhof im Mostviertel wurde erstmals<br />
1598 erwähnt. Seine Sanierung erfüllte den<br />
Lebenstraum des Bauherrn, indem der<br />
Vierkanthof thermisch optimiert und in vier<br />
Wohnungen umgewandelt wurde. atmo.at<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
163
esidences / RESTAURIERTE BAUERNHÖFE<br />
Ruhe, Reben, Radln<br />
Dieses alte Mühlenensemble aus dem<br />
18. Jahrhundert in der Südoststeiermark<br />
wurde behutsam saniert. Ergebnis: zwei<br />
autarke Ferienhäuser, die aktuell auf Booking<br />
unter »Haselmühle« vermietet werden.<br />
booking.com<br />
Die Wiederbelebung des kulturellen<br />
Erbes von Bauernhöfen geht weit über<br />
die bloße Restaurierung hinaus. Sie ist<br />
ein Akt der Kulturbewahrung und<br />
eine Hommage an die Handwerkskunst. Klingt<br />
ja recht romantisch, aber in der Praxis sind die<br />
Herausforderungen bei so einem Unterfangen<br />
mannigfaltig. Aufsteigende Feuchtigkeit ist ein<br />
Klassiker, da viele alte Gebäude ohne horizontale<br />
Feuchtigkeitsabdichtung gebaut wurden;<br />
auch statische Themen und Kontaminationen<br />
bringen die Sanierer:innen schnell auf den<br />
Acker der Tatsachen. Hinzu kommen rechtliche<br />
und bürokratische Hürden und natürlich<br />
die Fragen, wie man die historischen Höfe<br />
energetisch auf den neuesten Stand bringt.<br />
STADL IM ZENTRUM<br />
Immerhin, das Potenzial für zu sanierende<br />
Gebäude ist nicht gering, haben doch seit 1980<br />
rund 64 Prozent der Bauernhöfe im Alpenraum<br />
den Betrieb aufgeben müssen. Da diese<br />
Art von Immobilien von politischer und<br />
touristischer Relevanz ist, und sie das Ortsbild<br />
betrifft, sind Restaurierungen hier und da auch<br />
förderbar.<br />
Stadl 2.0<br />
Der Naturboden innerhalb der Scheune in<br />
Neuaigen bei Tulln musste erst ausgegraben<br />
werden, um ein Fundament für das Haus zu<br />
schaffen. Fassadenelemente aus poliertem<br />
Aluminium setzen moderne Spiegel-Effekte.<br />
wolfreicht.com<br />
Fotos: derFlor Fotografie, Hannes Buchinger, Christian Brandstaetter, beigestellt<br />
164 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Troadkasten<br />
Die Familie Schabus im Gailtal hat ihren<br />
Troadkasten aus dem Jahr 1714 mit viel<br />
Eigenleistung und natürlichen Materialien<br />
zu einem minimalistischen, bewohnbaren<br />
Fundstück für bis zu drei Personen umgebaut.<br />
troadkasten.at<br />
Der Fall eines einsturzgefährdeten Stadels in<br />
Neuaigen bei Tulln zeigt, dass die Nachnutzung<br />
im Zentrum auch nachhaltiger ist als ein<br />
Neubau auf der grünen Wiese. Dadurch wurde<br />
der Ortskern weiter belebt. Der international<br />
tätige Architekt Wolfgang Reicht hatte die<br />
Idee, den Schuppen zu einer modernen<br />
Residenz zu verwandeln, wobei die äußere<br />
Form des Stadels erhalten bleiben sollte.<br />
Zusätzliche Fenster wurden vermieden, und<br />
das Licht kommt durch die ehemaligen<br />
Scheunentore, ein Atrium und Fenster im<br />
Dach. Fassadenelemente aus poliertem<br />
Aluminium spiegeln die Umgebung wider und<br />
verändern das Erscheinungsbild des Gebäudes<br />
je nach Blickwinkel und Wetter. Eine Wärmedämmung<br />
zwischen Mauerwerk und Stadlwänden<br />
sorgt für optimale Energiewerte und<br />
eine Luft-Wärmepumpe und kontrollierte<br />
Wohnraumbelüftung gewährleisten eine<br />
zeitgemäße Haustechnik.<br />
Wie viel Liebe und Kreativität in solchen<br />
Projekten liegen, sieht man anhand eines<br />
Holzhüttchens im Gailtal. Der über 300 Jahre<br />
alte Troadkasten (ursprünglich auch ein<br />
Gebäude zum Aufbewahren von Getreide)<br />
wurde mit viel Eigenleistung, großartiger<br />
Planung (Abel und Abel Architektur) und<br />
unter Verwendung von Tannenholz sowie<br />
bäuerlicher Hanffaser zu einem bewohnbaren<br />
Möbelstück saniert.<br />
Die Sanierung von Bauernhöfen muss sich<br />
nicht auf Wohnraum beschränken, wie das<br />
Projekt »Büro K.« in Seewalchen am Attersee<br />
demonstriert. In diesem Fall wurde der<br />
Nebentrakt eines alten Bauernhofs in ein<br />
modernes Büro verwandelt, wobei der<br />
Charakter des Hofes und insbesondere die<br />
Fassade sowie die Tragstruktur erhalten<br />
blieben. Alte Bodenbelege, Leuchten und<br />
Möbel wurden wiederverwendet. Eine<br />
schlanke Stahltreppe führt ins Obergeschoß<br />
und geht in ein Bücherregal über. Kreativ:<br />
Mit Holz beplankte Stahlrahmen dienen der<br />
Beschattung, im geschlossenen Zustand<br />
erinnern sie an Scheunentore. Trotz der<br />
traditionellen Fassade ist das Büro technisch<br />
auf dem neuesten Stand, Fußbodenheizung,<br />
eine geräuscharme Wärmepumpe, Photovoltaikanlage<br />
und automatische Beschattungsanlage<br />
wurden verbaut.<br />
TRADITION UND INNOVATION<br />
In einer Welt, die sich ständig verändert, sind<br />
die wiederbelebten Alpenhöfe mehr als nur<br />
Gebäude. Sie sind Anker unserer Identität,<br />
Knotenpunkte des kulturellen Gedächtnisses<br />
und lebendige Beweise dafür, dass Tradition<br />
und Innovation Hand in Hand gehen<br />
können.<br />
<<br />
Büro statt Bauernhof<br />
Ziel bei diesem Hof in Seewalchen am Attersee war<br />
es, den Charakter des Hauses zu bewahren. Die bestehenden<br />
Steinwände und die sonnenverbrannten<br />
Holzverschalungen wurden deswegen innen gedämmt.<br />
architekt-klinger.at<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
165
my city<br />
K U A L A<br />
LUMPUR<br />
Für den Architekten<br />
Michael Gibert ist Kuala<br />
Lumpur eine kleine, aber<br />
quicklebendige tropische<br />
Metropole. Der üppig wuchernde<br />
Dschungel, der sich an vielen<br />
Stellen in der malaysischen<br />
Hauptstadt und am Stadtrand<br />
findet, war für den gebürtigen<br />
Franzosen der erste überwältigende<br />
Eindruck, als er vor<br />
20 Jahren hierher zog. »Kuala<br />
Lumpur wurde 1860 gegründet<br />
und ist heute immer noch ein<br />
sehr junges urbanes Zentrum«,<br />
sagt Gibert. »Es ist heiß, feucht,<br />
sonnig, und es regnet viel, vor<br />
allem während des Monsuns.«<br />
Temperaturen von 35 bis<br />
38 Grad, schwere Tropenstürme<br />
und Überflutungen sind keine<br />
Seltenheit. »Solche klimatischen<br />
Herausforderungen erfordern<br />
ambitionierte architektonische<br />
Antworten«, sagt Gibert. Architektonische<br />
Antworten auf das<br />
Klima Kuala Lumpurs prägen<br />
auch die Auswahl seiner Lieblingsgebäude<br />
in der Stadt, und<br />
solche formuliert er auch in seinem<br />
Büro Gibert&Tan, das er<br />
gemeinsam mit seiner Partnerin<br />
Tan Seok Foong führt und das<br />
2024 vom Portal Architizer auf<br />
in die top drei der besten Architekten<br />
Malaysias gewählt wurde.<br />
Das Hochhaus Chambers<br />
Residence mit 500 Wohnungen<br />
wurde mit einem feinen Gitter<br />
aus Verschattungselementen<br />
überzogen, die für kühle Luft<br />
sorgen. Ein Haus für eine<br />
Anwaltskanzlei wurde ganz in<br />
roten Ziegeln errichtet, die die<br />
Feuchtigkeit aufnehmen und<br />
dabei gut aussehen. Bei der Villa<br />
»House39« schichteten sie<br />
schwarze Steine übereinander<br />
und machten das Haus zum Teil<br />
der Natur. Stadt, Klima und<br />
Architektur – in Kuala Lumpur<br />
sind sie untrennbar verbunden.<br />
»Stadt, Klima und<br />
Natur sind hier<br />
untrennbar<br />
verbunden.«<br />
GIBERT&TAN<br />
Das Architekturbüro Gibert&Tan<br />
wurde 2012 vom Franzosen Michael<br />
Gibert und der Malaysierin Tan Seok<br />
Foong gegründet. Zu ihren Bauten,<br />
die von tropischer und japanischer<br />
Architektur beeinflusst sind, gehören<br />
das Firmen-Headquarter von BBR und<br />
mehrere Wohnhäuser und Villen.<br />
gibertandtan.com<br />
LANDMARKS<br />
TNB Campus<br />
Woods Bagot & Neuformation<br />
Architects, 2022<br />
»Dieser Campus überzeugt<br />
nicht nur seines Maßstabs<br />
wegen, sondern vor allem mit<br />
innovativer Nachhaltigkeit und<br />
grün-ganzheitlicher Arbeitsatmosphäre.<br />
Er hat die höchste<br />
Auszeichnung des Landes für<br />
ökologisches Bauen erhalten.«<br />
PAM Centre KL<br />
HMA & Associates, 2016<br />
»Der zehngeschoßige Bau<br />
mit seiner schwarzen<br />
Aluminiumverkleidung, Beton,<br />
Ziegel, Stahl und grünen<br />
Innenräumen bietet ein besonderes<br />
Lüftungssystem, das<br />
perfekt auf das lokale Klima<br />
abgestimmt ist.«<br />
Le Nouvel KLCC<br />
Jean Nouvel, 2016<br />
»Ein Doppelturm-Wohnhochhaus<br />
mit 43 und 49 Stockwerken<br />
im Herzen des<br />
Business District sticht mit<br />
seiner begrünten Fassade und<br />
seinen natürlichen Konturen<br />
aus der grauen Einheitlichkeit<br />
der Umgebung heraus.«<br />
Tanarimba Masterplan<br />
CWN Architect, laufend<br />
»Der älteste Urregenwald der<br />
Welt liegt nahe Kuala Lumpur,<br />
und bietet eine grüne Lunge<br />
für naturnahes Wohnen. Der<br />
Tanarimba Masterplan entwickelt<br />
für diesen sensiblen<br />
Ort ein Konzept für ökologisch<br />
sensibles Wohnen.«<br />
Fotos: GIBERT & TAN, Woods Bagot and Newformation Architects, beigestellt<br />
166 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
BEWEGT<br />
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enterprise.ORF.at
esidences / ARCHITEKTURPORTRÄT<br />
Eden, Singapur<br />
Für den asiatischen Developer<br />
Swire Properties Ltd. plante<br />
Thomas Heatherwick diesen 105 Meter<br />
hohen Turm mit begrünten Dschungelterrassen.<br />
Seine Vision dafür, sagt er, war<br />
die Verschmelzung von Stadt und Garten.<br />
eden.sg, swireproperties.com<br />
GROSSSTADT MIT<br />
DSCHUNGEL<br />
Der Londoner Thomas Heatherwick ist zwar ausgebildeter Designer, doch<br />
sein Schwerpunkt liegt heute auf grünen Architekturprojekten in aller Welt.<br />
Die vegetativen Impulse auf Plätzen, Dächern und Fassaden sollen das Klima<br />
verbessern und Bewusstsein schaffen. TEXT WOJCIECH CZAJA<br />
Fotos: Hufton+Crow, 2017 HayesDavidson all rights reserved, Raquel Diniz HERO<br />
168 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Google Campus, London<br />
Auf den ehemaligen Gleisanlagen in King’s Cross,<br />
London, wird gerade der 330 Meter lange Google<br />
Campus errichtet. Auf dem Dach befindet sich<br />
eine abgetreppte Gartenlandschaft mit Blick<br />
auf die Stadt. Fertigstellung noch heuer.<br />
kingscross.co.uk, relatedargent.co.uk<br />
organisch geformten Balkon, vor einem ein<br />
Panorama aus sattgrünem Blätterwerk, aus<br />
Palmen und Bananen, und sogar der Fischgrätparkettboden<br />
reicht, um den Innen- mit dem<br />
Außenraum atmosphärisch zu verbinden, bis<br />
hinaus ins Freie.<br />
Thomas Heatherwick, 1970 in London<br />
geboren, wollte eigentlich Erfindertum und<br />
Fantasie studieren, wie er im Interview erzählt.<br />
Nachdem er jedoch einsah, dass das Unisystem<br />
eine solche Ausbildung nicht abdeckt, sattelte er<br />
um und studierte 3D-Design am Manchester<br />
Polytechnic sowie Möbeldesign an der Royal<br />
Academy of Art in London. 1994 gründete ><br />
Sie ragen wie begrünte Muscheln aus der<br />
Fassade, wie üppig drapierte Kandelaber<br />
– mit überhängenden Weiden,<br />
Farnen und meterlangen Lianen. »Mit<br />
der Zeit«, sagt Thomas Heatherwick, »werden<br />
die Pflanzen dem Haus eine immer weichere,<br />
samtigere Haut verleihen. Ich will, dass das Haus<br />
wächst wie ein Sprössling, der unter dem<br />
Asphalt Wurzeln geschlagen hat und der sich<br />
nun mehr als hundert Meter hoch in den<br />
Himmel kämpft – und damit einen bewussten<br />
Kontrast schafft zu den harten, allgegenwärtigen<br />
Stahl- und Glastürmen rundherum.«<br />
Der Ort ist kein Zufall, immerhin pflegt der<br />
kleine, tropische Stadtstaat Singapur seit vielen<br />
Jahrzehnten schon eine grüne Kultur des<br />
Wohnens und Lebens. Aufgrund der begrenzten<br />
Staatsfläche von nur 730 Quadratkilometern –<br />
kleiner als Berlin – spielt die Verwebung von<br />
Stadt und Natur hier eine besonders große Rolle.<br />
Und die 20 Wohnungen, luxuriös dimensioniert,<br />
eine Einheit pro Etage, haben es in sich:<br />
Aus dem Wohnraum tritt man direkt auf den<br />
»Ich will, dass das Haus<br />
wächst wie ein Sprössling, der<br />
unter dem Asphalt Wurzeln<br />
geschlagen hat und der sich<br />
nun mehr als hundert Meter<br />
hoch in den Himmel kämpft.«<br />
THOMAS HEATHERWICK über das Projekt »Eden«<br />
Der architektonische Autodidakt<br />
»Ich bin weder Künstler noch Designer<br />
noch Architekt«, sagt Thomas Heatherwick.<br />
»Ich will einfach nur die Welt ein bisschen<br />
besser machen und Orte kreieren, die<br />
uns zusammenbringen.«<br />
heatherwick.com<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
169
esidences / ARCHITEKTURPORTRÄT<br />
><br />
er sein eigenes Büro in London – damals<br />
noch mit einem deutlichen Fokus auf Design,<br />
Stadtmobiliar und Mobilitätstechnologien.<br />
Mittlerweile hat das Heatherwick Studio<br />
250 Mitarbeiter:innen oder – wie der Meister es<br />
formuliert – »250 Problemlöser, die sich dem<br />
Ziel verschrieben haben, die physische Welt<br />
rundherum für uns alle ein bisschen besser,<br />
genussvoller und menschlicher zu machen«.<br />
Weltweit berühmt wurde Heatherwick auf<br />
einen Schlag 2010 mit dem Redesign des<br />
knallroten Londoner Doppeldeckerbusses<br />
Routemaster, mit dem es ihm gelungen ist, sogar<br />
Konkurrenten wie Sir Norman Foster und den<br />
Luxuskarossenbauer Aston Martin auszustechen.<br />
Das neue, asymmetrische Outfit orientiert<br />
sich an den Stromlinien und Stiegenaufgängen<br />
und wirkt wie eine futuristische Neuinterpretation<br />
des alten Klassikers. Insgesamt sind auf<br />
Londons Straßen – längst zur Sehenswürdigkeit<br />
avanciert – rund 720 dieser Busse im Einsatz.<br />
Obwohl Heatherwick im Laufe der kommenden<br />
Little Island, New York<br />
An der Westküste von Manhattan setzte Heatherwick<br />
Studio 132 kelchförmige Betonpilze in den Hudson<br />
River. Das Parkprojekt wurde unter anderem von<br />
Barry Diller und Diane von Fürstenberg finanziert<br />
und im Mai 2021 eröffnet. littleisland.org<br />
Jahre immer wieder Designaufträge von<br />
Bootsbauern, Automobilherstellern und dem<br />
französischen Parfumeur Christian Louboutin<br />
erhielt, verlagerte sich sein Schwerpunkt<br />
zunehmend in Richtung Architektur – ob das<br />
nun das Zeitz MOCAA Museum of Contemporary<br />
Art Africa in Kapstadt ist, die viel<br />
Centre Culture Business District, Xi’an<br />
Der 230.000 Quadratmeter große<br />
Komplex, errichtet von CRL China Resources<br />
Land, umfasst Wohnungen, Büros, Hotels und<br />
einen öffentlich begehbaren Park. Eintritt frei.<br />
en.crland.com.hk<br />
kritisierte Treppenskulptur »Vessel« auf den<br />
Hudson Yards in New York oder der neue<br />
Google Campus im Londoner Stadtentwicklungsbiet<br />
King’s Cross.<br />
Was sofort auffällt: Waren seine Projekte zu<br />
Beginn noch rein auf Design, Ästhetik und<br />
Werbewirksamkeit fokussiert, so entwickeln<br />
sich seine urbanen Implantate mehr und mehr<br />
zu grünen Lungen, zu öffentlich begehbaren<br />
Parks, Gartenanlagen und ins Stadtgefüge<br />
eingebettete Terrassenlandschaften. Am<br />
Hudson River in New York etwa plante der<br />
55-jährige Stadtdesigner einen Inselpark aus<br />
132 organisch geformten Betonschwammerln,<br />
die auf einer Fläche von einem Hektar zu einer<br />
poetischen Topografie zusammenwachsen und<br />
im dichten Manhattan eine kleine Oase der<br />
Ruhe schaffen. Die einzelnen Pilzstützen ragen<br />
zwischen fünf und 19 Meter über die Wasseroberfläche<br />
und wurden in Zusammenarbeit mit<br />
dem Ingenieurbüro Arup und der Landschaftsarchitektin<br />
Signe Nielsen entwickelt. Darüber<br />
hinaus verfügt Little Island – so der offizielle<br />
Titel – über Imbiss stände und ein Amphitheater<br />
mit 687 Sitz plätzen.<br />
Doch die richtig großen Urban-Green-<br />
Projekte werden derzeit in Asien realisiert, in<br />
Xi’an, in Shanghai, in den Azabudai Hills in<br />
Tokio. Am Suzhou Creek in Shanghai stehen<br />
und wachsen die sogenannten 1000 Trees.<br />
Die Besonderheit dabei: Im Gegensatz zu<br />
Fotos: Qingyan Zhu, Hufton+Crow, Raquel Diniz, Susan Smart, Iwan Baan<br />
170 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Azabudai Hills, Tokio<br />
Ein neues Stadtviertel mit Bäumen, Büschen,<br />
Wasserspielen, Kunstgalerien und sogar zwei<br />
shintoistischen Tempelanlagen wurde 2023<br />
eröffnet. mori.co.jp/en<br />
herkömmlichen Gebäuden wurde die tragende<br />
Säulenstruktur des 20-stöckigen Wohn- und<br />
Officekomplexes sichtbar nach außen gestülpt.<br />
Die rund tausend Säulenkapitäle dienen dabei<br />
als Pflanzentröge für Büsche und Bäume aller<br />
Art. Das wuchernde Bauwerk soll nicht zuletzt<br />
die dauergeplagte Smog-Metropole entlasten.<br />
Und in Tokio errichtete die Mori Building<br />
Spun<br />
Ursprünglich wurde das Sitzmöbel »Spun« in<br />
Aluminium gefertigt – und zwar als maschinell<br />
gedrechselte Skulptur. Der italienische<br />
Möbelproduzent Magis stellt den »Spun« nun<br />
auch in einer Light-Version aus Polypropylen her.<br />
magisdesign.com<br />
1000 Trees, Shanghai<br />
Die rund tausend Säulenkapitäle<br />
dieses Wohn- und Bürokomplexes<br />
wurden nach außen gestülpt und dienen<br />
zugleich als Pflanzentröge. Errichtet<br />
wurde das Projekt von der SCG Shanghai<br />
Construction Group und der Tian An<br />
China Investments Company.<br />
scg.com.cn, www.tiananchina.com<br />
Company, Japans führender Stadtlandschaftsentwickler,<br />
eine acht Hektar große Topografie<br />
mit Wohnungen, Büros, Restaurants, Kunstgalerien,<br />
einer Schule und sogar zwei shintoistischen<br />
Tempelanlagen. Bäume, Büsche, Blumenbeete,<br />
Wasserspiele und verschlungene Wege legen sich<br />
wie ein grüner Schleier über das Quartier.<br />
»Wir waren inspiriert, einen Ort zu schaffen,<br />
der die Emotionen der Menschen anspricht«,<br />
sagt Thomas Heatherwick, »und in dem sie<br />
miteinander in Kontakt treten und die grüne<br />
Stadtlandschaft genießen können – etwas<br />
ganz Neues in einer so dicht bebauten Stadt<br />
wie Tokio.« <<br />
New Routemaster, London<br />
Seit 2012 ist der neue Routemaster auf<br />
Londons Straßen unterwegs. Das Design<br />
ist eine futuristische Neuinterpretation<br />
des klassischen Doppeldeckerbusses.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
171
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
Tischgespräch<br />
Marianne Penker, Nachhaltigkeits -<br />
wissenschaftlerin an der BOKU<br />
University Wien, Max Stiegl, Koch und<br />
Gründer des Restaurants »Gut Purbach«<br />
am Neusiedler See, und Architekt und<br />
Interior-Designer Gregor Eichinger.<br />
172 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
Wo sagt man<br />
Mahlzeit<br />
Kein anderes Möbel im<br />
Wohnbereich ist kulturell und<br />
gesellschaftlich so aufgeladen wie<br />
der Esstisch: Hier wird gegessen,<br />
hier werden Essenstraditionen<br />
weitergegeben, hier lernt man im<br />
kleinen Rahmen, zu debattieren.<br />
Das haben auch wir gemacht: ein<br />
Gespräch mit Architekt Gregor<br />
Eichinger, Forscherin Marianne Penker und<br />
dem burgenländischen Koch Max Stiegl.<br />
MODERATION UND TEXT WOJCIECH CZAJA<br />
FOTOS CHRIS SINGER<br />
<strong>LIVING</strong> Haben Sie ein Lieblingsgericht?<br />
MARIANNE PENKER Das ist<br />
saisonabhängig, aber ganz hoch<br />
oben auf der Liste: Erdäpfel,<br />
gekocht mit einem Stück Butter und Salz.<br />
MAX STIEGL Ich könnte den ganzen Tag<br />
Krautfleckerln essen, darin könnte ich mich<br />
eingraben! Und ich mag Muscheln. In Piran,<br />
wo ich ja herkomme, isst man das immer<br />
und überall. Muscheln – das ist die<br />
Leberkässemmel der Slowen:innen.<br />
GREGOR EICHINGER Man referenziert das<br />
Lieblingsessen ja meistens in die eigene<br />
Kindheit: Bei mir ist das saure Suppe mit<br />
Essig und pochiertem Ei, dazu ein<br />
Bauernkrapfen.<br />
Und in welcher Tischgesellschaft würden Sie<br />
dieses Essen am liebsten zu sich nehmen?<br />
PENKER Ich habe eine riesengroße,<br />
diskussionsfreudige Verwandtschaft, mit<br />
sechs oder sieben Glaubensrichtungen. Diese<br />
Tischgesellschaft finde ich sehr anregend.<br />
STIEGL Ich wollte immer mal mit Barack<br />
Obama essen und mich mit ihm über seine<br />
Politik unterhalten.<br />
EICHINGER Ich habe mich immer schon<br />
am liebsten mit rauchenden Künstlern und<br />
Philosophen unterhalten. Früher im Lokal<br />
drin, heute vor dem Lokal stehend.<br />
Warum mit den Rauchern?<br />
EICHINGER Weil sie mit dem Stillen<br />
dieses sehr körperlichen Bedürfnisses<br />
Bewegung und Stimmung in eine Gesellschaft<br />
reinbringen. Wenn ich heute ein<br />
Lokal plane, dann versuche ich immer,<br />
den Raucher:innenbereich beim Eingang<br />
explizit mitzudenken. ><br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
173
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
><br />
Werfen wir einen Blick in die Geschichte:<br />
Seit wann werden Essen und Gesellschaft als<br />
Einheit betrachtet?<br />
EICHINGER Der Beginn der Architektur ist<br />
auch der Beginn des gesellschaftlichen Essens.<br />
Höhle, Hütte, Erdgrube, Feuerstelle und Dach<br />
über dem Kopf – mit diesen wenigen Basics<br />
wurde das Fundament für das gemeinsame<br />
Zubereiten und die gemeinsame Nahrungsaufnahme<br />
geschaffen.<br />
PENKER Schon vor Millionen Jahren haben<br />
die Menschen gemeinsam gejagt, gesammelt<br />
und gegessen. So gesehen ist das Essen als kultureller<br />
Akt eine Geschichte, die schon lange<br />
vor der Sesshaftigkeit und dem Übergang zu<br />
Ackerbau und Viehzucht begonnen hat.<br />
Fokus auf Esskultur<br />
Für Forscherin Marianne Penker ist der Esstisch<br />
nicht nur ein Ort des Essens, sondern<br />
auch der kulturellen und politischen Schule. Ihr<br />
Lieblingsgericht: Erdäpfel mit Butter und Salz.<br />
Und warum ist in all dieser Überlieferung<br />
ausgerechnet das Essen ein so wichtiges Kulturgut?<br />
Und nicht zum Beispiel das Schlafen oder<br />
der Müßiggang?<br />
PENKER Erstens ist das Essen mit vielen sozialen,<br />
kulturellen, religiösen Ritualen verbunden –<br />
und ist dadurch in vielen anderen Kulturgattungen<br />
mitdokumentiert. Ich denke da nur<br />
an das Brotbrechen, an das Tischgebet, an die<br />
japanische Teezeremonie, an die buddhistische<br />
Essensspende, an die arabische Fastenzeit, an<br />
das jüdische Sabbat-Dinner und so weiter. Und<br />
zweitens ist das Essen – auch in Hinsicht auf die<br />
Archäologie – mit zahlreichen materiellen<br />
Funden belegbar, was die faktische Datenmenge<br />
zu diesem Thema einmal mehr erhöht.<br />
STIEGL Wobei man nicht außer Acht lassen<br />
darf, dass die Essenskultur im geschichtlichen<br />
Rückblick leider auch ein sehr verzogenes Bild<br />
liefert.<br />
Inwiefern?<br />
STIEGL Weil das ganz normale Alltagsessen<br />
nur sehr geringfügig dokumentiert ist. Wir<br />
wissen weitaus mehr über Feste und Gelage,<br />
über besondere Anlässe, bei denen kiloweise<br />
Fisch, Fleisch, Fett, Zucker und Alkohol aufgetischt<br />
wurden. Diese Mahle sind in der Kunst<br />
und Literatur bestens dokumentiert, aber sie<br />
spiegeln nur einen sehr, sehr kleinen Teil der<br />
Essenskultur wider.<br />
Wenn ich an das Barock, die Renaissance, die<br />
Romantik denke, so hat sich das Essen – wie<br />
Sie gerade gesagt haben – auch in der Kunst<br />
niedergeschlagen. Wie ist das heute?<br />
EICHINGER Als Stillleben wird man Essen<br />
heute kaum noch irgendwo finden. Die Zeiten<br />
der üppig drapierten Fische, Fasane und Kelche<br />
voll mit wertvollem Gebräu, die sind vorbei.<br />
Aber werfen Sie nur mal einen Blick auf die<br />
Filmkultur! Auf die Bedeutung von Architektur<br />
im gastronomischen Kontext! Auf kulinarische<br />
Reiseführer mit Gabeln, Hauben und Sternen!<br />
Ein Fass ohne Boden!<br />
PENKER Aber auch das ist wieder nur eine<br />
kleine Schicht der Hochkultur! Im ganz normalen<br />
Alltag hat das Essen an Bedeutung verloren.<br />
Die Zubereitung des alltäglichen Essens –<br />
Rüssel bis Schwanzerl<br />
Koch Max Stiegl hat sich in seinem »Gut<br />
Purbach« darauf spezialisiert, nachhaltig zu<br />
kochen und das gesamte Tier zu verwerten.<br />
Lieblingsgericht: Krautfleckerl.<br />
oftmals die Arbeit von Frauen – ist unbezahlt<br />
und wird nicht wirklich als Leistung anerkannt.<br />
STIEGL Natürlich wird Essen immer mehr zu<br />
etwas, das lästig ist und das nix kosten darf.<br />
Meine slowenische Oma hat noch mit Stolz<br />
gekocht, und bis vor Kurzem hat man auch<br />
anerkannt, dass gutes Essen nicht nur einen<br />
Wert, sondern auch einen Preis hat.<br />
PENKER Das hat sich verändert. Wir geben<br />
in Österreich im Schnitt zwölf Prozent der<br />
Haushaltsausgaben für Essen aus – so wenig<br />
wie noch nie.<br />
STIEGL Ich war vor ein paar Wochen mal im<br />
»Das Essen ist mit vielen sozialen, kulturellen, religiösen<br />
Ritualen verbunden. Das reicht vom Tischgebet über die<br />
arabische Fastenzeit bis zum jüdischen Sabbat-Dinner.«<br />
MARIANNE PENKER Nachhaltigkeits wissenschaftlerin an der BOKU University Wien<br />
174 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
»Runde Tische brechen Hierarchien auf, es gibt keine Ecken,<br />
keine schmalen und keine langen Seiten, und die Stühle und<br />
die Kunst sind für mich ein Commitment zum Wohlfühlen.«<br />
MAX STIEGL Koch und Gründer des Restaurants »Gut Purbach«<br />
könnten wir irgendwann einmal die Gabe<br />
verlieren, zu diskutieren.<br />
EICHINGER Am Tisch lernen wir soziale<br />
Normen und Umgangsformen. Der Tisch ist<br />
ein Gesellschaftsformer!<br />
Supermarkt Penny. Da haben zwei Avocados<br />
2,79 Euro gekostet – und zwei kleine Hendln<br />
gab’s um 2,49 Euro.<br />
Zwei Hendln um 2,49 Euro?<br />
STIEGL Ich habe es selbst nicht fassen können!<br />
Natürlich kaufen das die Leute, und dann<br />
frieren sie die Hendln ein, weil sie in Anbetracht<br />
der Inflation dringend sparen müssen.<br />
Aber bei diesen Preisen greifst du dir wirklich<br />
an den Schädel!<br />
PENKER Statt im Gasthaus zu essen, wird<br />
Essen immer häufiger nach Hause bestellt. Der<br />
Bote liefert das Essen an die Wohnungstüre,<br />
dann kommt es zu einem kurzen sozialen<br />
Kontakt, aber gegessen wird das Essen alleine<br />
vor dem Fernseher oder dem Computer.<br />
Jetzt sind wir innerhalb von wenigen Minuten<br />
vom barocken Stillleben bis zum Untergang der<br />
Essenskultur gelangt. Wie denn das? Herr<br />
Eichinger, helfen Sie mir!<br />
EICHINGER Eigentlich schon ein bisschen<br />
traurig, oder? Wir dürfen ja auch nicht vergessen,<br />
dass die TV-Kochshows, die wir heute so<br />
toll finden, nicht etwa entstanden sind, weil<br />
das Essen so wichtig ist. Nein, die Geburtsstunde<br />
der TV-Kochshows ist in den 1950erund<br />
1960er-Jahren in den USA und hatte<br />
damals einzig und allein die Aufgabe, das<br />
Essen noch schneller, noch billiger, noch<br />
einfacher zu machen. Erst in den letzten<br />
20 Jahren ist der kulinarische, hedonistische<br />
Kultfaktor dazugekommen.<br />
Die Entwicklungen, die Sie angesprochen<br />
haben, hat natürlich auch Auswirkung auf das<br />
Wohnen. Welche denn genau?<br />
EICHINGER In vielen Wohnungen gibt es<br />
heute keinen Esstisch mehr, stattdessen ein<br />
paar Barhocker am Küchentresen oder – noch<br />
schlimmer – nur noch einen Couchtisch. Das<br />
Essen als gesellschaftliches Zeremoniell ist so<br />
gesehen aus dem Wohnen verschwunden. Das<br />
finde ich sehr bedauerlich.<br />
PENKER Aber auch traditionelle Räume und<br />
Elemente wie die Speis und der Vorratsschrank<br />
sind heute kaum noch anzutreffen. Dafür<br />
beobachte ich, wie manche Luxuswohnungen<br />
eine hübsche Schauküche und – direkt dahinter<br />
– eine funktionale Back Kitchen haben.<br />
Das amüsiert mich schon ein wenig.<br />
EICHINGER In teure Küchen zu investieren –<br />
das gehört zum guten Ton, vor allem dann,<br />
wenn man nicht kocht. Das Gleiche gilt<br />
übrigens auch für Outdoorküchen.<br />
Was bedeutet das fürs Wohnen, wenn der<br />
Esstisch verschwindet, wenn nicht mehr<br />
gekocht wird, wenn diese Kultur in Vergessenheit<br />
gerät?<br />
PENKER So wie Sie sagen: dass eine Kultur in<br />
Vergessenheit gerät. Dass man sich nicht mehr<br />
zum Essen trifft. Dass man das gemeinsame<br />
»Das Schlimmste, was man<br />
einem Essensraum antun<br />
kann, ist eine einheitliche<br />
Ausleuchtung mit kaltem Licht.<br />
Das richtige Licht hingegen kann<br />
sehr appetitanregend sein.«<br />
GREGOR EICHINGER Architekt und Interior-Designer<br />
Essen nicht mehr zelebriert.<br />
EICHINGER Kein Weihnachten, kein Osterfrühstück,<br />
kein Sonntagsbraten für die ganze<br />
Familie, keine Brunches und Abendessen, zu<br />
denen man Freund:innen und Bekannte<br />
einlädt – das hat à la longue natürlich auch<br />
Auswirkung auf unser soziales System.<br />
PENKER Und auch auf unser demokratisches<br />
Verständnis! Am Tisch zu sitzen und mit<br />
Freund:innen und der Familie zu diskutieren<br />
und zu streiten, das ist nicht zuletzt auch eine<br />
wichtige politische Schule. Wenn es den<br />
familiären Esstisch nicht mehr gibt, dann<br />
Appetit auf Räume<br />
Der Wiener Architekt und Interior-<br />
Designer Gregor Eichinger gestaltet am<br />
liebsten Restaurants und Kaffeehäuser. Am<br />
liebsten, sagt er, isst er saure Suppe mit Ei.<br />
Herr Stiegl, in Ihrem Restaurant »Gut Purbach«<br />
spielt der Tisch eine große Rolle. Sie haben ausschließlich<br />
runde Tische, Roland-Rainer-Stühle<br />
und großformatige Kunst an den Wänden.<br />
STIEGL Ja, denn das Auge isst mit. Runde<br />
Tische brechen Hierarchien auf, es gibt keine<br />
Ecken, keine schmalen und keine langen<br />
Seiten, und die Stühle und die Kunst sind für<br />
mich ein Commitment zum Wohlfühlen.<br />
Und dann braucht es natürlich auch noch<br />
das richtige Licht.<br />
EICHINGER Das Licht spielt eine enorm<br />
wichtige Rolle. Ich habe in einigen Lokalen,<br />
wo ich als Troubleshooter eingeladen war, die<br />
Stimmung, das Wohlfühlen und auch die<br />
Lokalbewertungen verbessert – nur indem ich<br />
das Licht verändert habe. ><br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
falstaff<br />
175
esidences / <strong>LIVING</strong> SALON<br />
><br />
STIEGL Das kann ich mir gut vorstellen!<br />
Wichtig ist, dass der Tisch gut und zentral<br />
beleuchtet ist, mit einer warmen Lichtquelle,<br />
die den Speisen, aber auch den Gesichtern<br />
der Menschen schmeichelt. Außerhalb der<br />
Tisch-Bubble mag ich’s, wenn es etwas<br />
dunkler und geheimnisvoller ist.<br />
EICHINGER Das Schlimmste, was man<br />
einem Essensraum antun kann, ist eine<br />
einheitliche Ausleuchtung mit kaltem, kurzwelligem<br />
Licht. Eine schöne Differenzierung<br />
hingegen kann sehr appetitanregend wirken.<br />
PENKER Und wenn sich die Leute wohlfühlen<br />
und das Essen genießen, fördert das ja<br />
auch wieder die Gesellschaft.<br />
Ein paarmal im Jahr laden Sie im »Gut<br />
Purbach« zum sogenannten Sautanz. Was ist<br />
das genau?<br />
STIEGL Wir veranstalten jedes Jahr im<br />
Herbst und im Winter einen Sautanz. Ein<br />
Schwein wird geschlachtet und dann im<br />
Laufe des Tages Stück für Stück verwertet.<br />
Wir fangen mit den Innereien an, es gibt<br />
Magen, Nierndln, Beuschel, Rüssel, Schwanzerl,<br />
Schweinsohren, Hirn mit Ei, wir machen<br />
Würstel, wir kochen, braten, grillen, essen<br />
und rexen ein, wir verwerten das gesamte<br />
Schwein. Und am Ende des Tages widmen<br />
wir uns dann den klassischen Filetstücken.<br />
EICHINGER Wie viele Leute nehmen da teil?<br />
STIEGL Meist so an die 180 bis 200. Und das<br />
Wichtigste ist, dass es im Freien stattfindet,<br />
dass es nur Stehtische gibt, dass wir also die<br />
klassischen Spielregeln eines gesetzten<br />
Dinners komplett auf den Kopf stellen.<br />
EICHINGER Das klingt super! Der Stehtisch<br />
ersetzt den klassischen Esstisch, und der Sautanz<br />
bringt Leute aus ganz unterschiedlichen<br />
Gesellschaftsschichten zusammen, oder?<br />
STIEGL Genau, dann redet der Vorstandsdirektor<br />
aus Wien mit dem Elektriker aus<br />
Purbach. Ich liebe diese Sautänze! Da habe<br />
ich das Gefühl, dass ich damit ein Stückchen<br />
Esskultur und burgenländischer Tradition<br />
wiederbeleben kann.<br />
Wie ist das Feedback der Leute?<br />
STIEGL Wir treffen uns um acht Uhr in der<br />
DIE GESPRÄCHS-<br />
PARTNER:INNEN<br />
Früh, und das Event dauert zwölf Stunden.<br />
Die meisten Menschen erleben bei diesen<br />
Sautänzen zum allerersten Mal, wie so ein<br />
Prozess aussieht. Das schafft Bewusstsein, das<br />
verändert bei vielen den Blick auf das Essen.<br />
»Am Tisch zu sitzen und zu diskutieren, das ist eine wichtige<br />
politische Schule. Wenn es den Esstisch nicht mehr gibt,<br />
dann verlieren wir irgendwann die Gabe, zu diskutieren.«<br />
MARIANNE PENKER Nachhaltigkeits wissenschaftlerin an der BOKU University Wien<br />
Marianne Penker (53) studierte Jus und<br />
Landschaftsplanung in Wien und Mailand.<br />
Sie ist Professorin am Institut für Nachhaltige<br />
Wirtschaftsentwicklung an der<br />
BOKU University Wien und forscht als<br />
Nachhaltigkeitswissenschaftlerin zu den<br />
Themen Essen als Kulturgut und nachhaltige<br />
Agrar- und Ernährungssysteme.<br />
Zudem ist sie Vorsitzende des UNESCO<br />
Man and the Biosphere Nationalkomitees an<br />
der Österreichischen Akademie der<br />
Wissenschaften. boku.ac.at<br />
Max Stiegl (44) wurde in Slowenien<br />
geboren und kam mit sechs Jahren nach<br />
Österreich. Er absolvierte eine Kochlehre in<br />
Salzburg. 2007 eröffnete er das »Gut<br />
Purbach« im Burgenland. Seine Küche ist<br />
eine Mischung aus regional und innovativ<br />
nach dem Prinzip von »Nose to Tail« – das<br />
heißt, dass alle Teile des Tieres verarbeitet<br />
und verkocht werden. 2019 war er in der<br />
TV-Serie »Kitchen Impossible« zu sehen.<br />
Aktuell arbeitet an einem Buch über<br />
Zucker. gutpurbach.at, stieglmax.at<br />
Gregor Eichinger (68) studierte Architektur<br />
und leitete von 1976 bis 2005 mit Christian<br />
Knechtl das Büro eichinger oder knechtl.<br />
Heute arbeitet er als Architekt und Interior-<br />
Designer mit dem Schwerpunkt Gastronomie.<br />
Zu seinen Projekten zählen u. a. das<br />
»Café Prückel«, das »Café Ansari« und das<br />
Restaurant »Lugeck«. Er hatte Professuren<br />
in Zürich und München und Lehraufträge in<br />
Wien, Düsseldorf und Los Angeles. 2007<br />
wurde er mit dem Architekturpreis der Stadt<br />
Wien ausgezeichnet. eichingeroffices.com<br />
»In vielen Wohnungen<br />
gibt es heute keinen<br />
Esstisch mehr. Das Essen<br />
als gesellschaftliches<br />
Zeremoniell ist damit aus<br />
dem Wohnen verschwunden –<br />
sehr bedauerlich.«<br />
GREGOR EICHINGER Architekt und Interior-Designer<br />
Am Ende des Tages schauen sie anders auf das<br />
Thema Fleisch als noch zuvor.<br />
PENKER Und sie haben einen Crashkurs in<br />
nachhaltigem Essen bekommen, denn die<br />
Nose-to-Tail-Küche, die Sie hier vorleben, ist ja<br />
nichts anderes als eine sehr ganzheitliche,<br />
ressourcenschonende Ernährung, die ganz im<br />
Gegensatz zu unserer verschwenderischen<br />
Steak- und Filet-Kultur steht.<br />
Ein Blick in die Zukunft: Wie werden wir uns im<br />
Jahr 2050 ernähren?<br />
STIEGL Ich glaube, dass der Trend zu regionaler,<br />
nachhaltiger Küche noch weiter zunehmen<br />
wird. Aus kulturellen und gesundheitlichen<br />
Gründen wird der Fleischkonsum zurückgehen.<br />
Und ich hoffe nicht, dass wir dann jeden<br />
Tag Borschtsch essen werden.<br />
PENKER Dafür produzieren wir in Österreich<br />
eh viel zu wenig Gemüse! Die Zufuhr von<br />
Proteinen wird vielfältiger werden – nicht nur<br />
Fisch und Fleisch, sondern auch Linsen,<br />
Bohnen, Nüsse, Algen oder Insekten. Rund<br />
1,1 Millionen Menschen leiden in Österreich an<br />
Ernährungsarmut. Das müssen wir dringend<br />
in den Griff kriegen!<br />
EICHINGER Österreich ist ein gastronomischer<br />
Muskel in Europa. Ich bin davon überzeugt,<br />
dass sich die österreichische Küche gut weiterentwickeln<br />
wird. Und dann wird Max Stiegl<br />
nicht mehr zum Sautanz, sondern zum<br />
Kukuruztanz einladen.<br />
Die Gegenfrage zum Lieblingsessen: Was wird<br />
bei Ihnen niemals am Teller landen?<br />
PENKER Natto, fermentierte Sojabohnen.<br />
Ich habe in Japan gelebt, aber das schaffe ich<br />
leider nicht.<br />
EICHINGER Oktopus. Das ist so ein gscheites,<br />
emotional hochintelligentes Lebewesen, das<br />
könnte ich niemals essen.<br />
STIEGL Rohe Eidotter und Käsesaucen.<br />
Unmöglich!<br />
<<br />
176 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
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1.<br />
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2. 3.<br />
4.<br />
5.<br />
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6.<br />
2 / 25<br />
<strong>LIVING</strong><br />
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183
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7. 9.<br />
8.<br />
7. Poppig Die Tapete aus der Kollektion »Nouvelle<br />
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8. Kiss, kiss! Die knallpinke Deko-Vase »Lips« aus<br />
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9. Blütenrausch Der mit übergroßen prächtigen<br />
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11. Quietschbunt Geballte Positivität strahlt das<br />
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Daily«. desenio.com<br />
10.<br />
11.<br />
Fotos: beigestellt<br />
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DATES TO KNOW<br />
Was kann die Stadt? Welche Termine sollten notiert werden? Ein kurzer Überblick<br />
über die wichtigsten Ausstellungen, Messen und Events in den kommenden Wochen.<br />
1.<br />
SPARK Art Fair Vienna<br />
3.<br />
21.–23. 3. <strong>2025</strong><br />
Die SPARK Art Fair Vienna ist die einzige internationale<br />
Kunstmesse, deren Fokus ausschließlich auf Einzelpräsentationen<br />
liegt. Das einzigartige Ausstellungskonzept,<br />
inspiriert von der Stahlkonstruktion der historischen<br />
Marx Halle, ermöglicht es, allen teilnehmenden<br />
Galerien in gleichem Ausmaß Raum zu geben. Dadurch<br />
wird den Künstler:innen die volle Aufmerksamkeit für<br />
ihre Arbeiten zuteil. 100 Solo präsentationen sind auf<br />
der SPARK Art Fair Vienna auf 15.000 Quadratmetern<br />
zu bestaunen. Ein absolutes Must-visit für alle<br />
Kunstinteressierten und Sammler:innen.<br />
Marx Halle, Karl-Farkas-Gasse 19, 1030 Wien<br />
spark-artfair.com<br />
5.<br />
MÄRZ<br />
Perth Design Week <strong>2025</strong><br />
1.<br />
20.–27. 3. <strong>2025</strong><br />
Die Perth Design Week findet <strong>2025</strong> zum dritten Mal<br />
statt und ist den großen Designfestivals in Weltstädten<br />
wie London, Mailand, New York und Melbourne<br />
nachempfunden. Die Veranstaltung möchte die<br />
Bedeutung des Designs für Perth aufzeigen und bietet<br />
ein ansprechendes Programm aus Vorträgen,<br />
Ausstellungen, Installationen, Workshops und<br />
Vorführungen aus den Bereichen Mode, Architektur,<br />
Produktdesign etc. Die Perth Design Week findet an<br />
diversen Locations in Perth statt.<br />
perthdesignweek.com<br />
3.<br />
Milan Design Week <strong>2025</strong><br />
5.<br />
7.–13. 4. <strong>2025</strong><br />
Die weltweit größte Designveranstaltung, die<br />
Mailänder Designwoche, kehrt heuer zum 63. Mal mit<br />
der Designmesse Salone del Mobile und einer Reihe<br />
von Rahmenveranstaltungen in Form des Fuorisalone<br />
zurück. Die diesjährige Ausgabe des Salone begrüßt<br />
mehr als 2.000 Aussteller:innen aus 37 Ländern,<br />
700 junge Talente sowie 20 Designschulen und<br />
- universitäten. <strong>2025</strong> ist es auch wieder Zeit für die alle<br />
zwei Jahre stattfindende Beleuchtungsausstellung<br />
Euroluce, die sich mit der Küchenausstellung Euro<br />
Cucina abwechselt. Die Milan Design Week findet an<br />
diversen Locations in Mailand statt.<br />
fuorisalone.it, salonemilano.it<br />
2.<br />
APRIL<br />
DesignMarch <strong>2025</strong><br />
4.<br />
2.–6. 4. <strong>2025</strong><br />
Das jährlich stattfindende isländische Designfestival<br />
verwandelt die nördlichste Hauptstadt der Welt auch<br />
heuer wieder in einen Treffpunkt für die dortige<br />
Designszene. Die fünftägige Veranstaltung umfasst in<br />
ihrer 17. Ausgabe die Bereiche Mode, Schmuck,<br />
Textilien, Möbel, Inneneinrichtung, Landschaft sowie<br />
Grafik- und Produktdesign. Weiters wird es eine Reihe<br />
von Ausstellungen, Vorträgen und Workshops geben.<br />
Die DesignMarch <strong>2025</strong> findet an diversen Locations<br />
in Reykjavík statt.<br />
honnunarmidstod.is/en/honnunarmars<br />
6.<br />
Blickfang Basel<br />
2.<br />
21.–23. 3. <strong>2025</strong><br />
Ende März präsentiert die Blickfang Basel in der Event<br />
Halle der Messe Basel über 110 unabhängige Designlabels<br />
aus der Schweiz und aus ganz Europa und deren<br />
Innovationen in Form von außergewöhnlichen Möbeln,<br />
Wohnaccessoires, Mode und Schmuck – jedes Stück<br />
ein Unikat und mit viel Können und Leidenschaft<br />
gefertigt. Zusätzlich zum Entdecken der neuesten<br />
Trends haben die Besucher:innen der Blickfang Basel<br />
außerdem die Möglichkeit, die Designer:innen live vor<br />
Ort zu treffen und mit ihnen über ihre Werke und ihre<br />
Inspiration zu sprechen.<br />
Messe Basel, Event Halle, Messeplatz, 4058 Basel<br />
blickfang.com<br />
4.<br />
Expo <strong>2025</strong> Osaka<br />
6.<br />
13. 4–13. 10. <strong>2025</strong><br />
Die künstlich angelegte Yumeshima Island, zehn Kilometer<br />
vom Stadtzentrum Osakas entfernt, bildet die<br />
Bühne für die Expo Osaka. Das Hauptthema lautet<br />
»Designing Future Society for Our Lives« mit den<br />
Unterthemen »Saving Lives«, »Empowering Lives«<br />
und »Connecting Lives«. Ziel der Expo ist es, alle<br />
Menschen zum Nachdenken über ein nachhaltigeres<br />
Miteinander anzuregen. Es werden über 28 Millionen<br />
Besucher:innen, etwa 160 teilnehmende Länder und<br />
neun internationale Organisationen erwartet.<br />
Die Expo <strong>2025</strong> Osaka findet an diversen Locations in<br />
Osaka statt.<br />
expo<strong>2025</strong>.or.jp/en/<br />
Fotos: beigestellt<br />
186 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
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inspiration / REVIEW<br />
EVENT-CLIPPINGS<br />
Events, Messen, Präsentationen – <strong>LIVING</strong> zeigt die besten Design-Happenings aus der Szene.<br />
»ALLES WALZER« AM 67. OPERNBALL<br />
Talentierte Künstler:innen, Promis und Topkulinarik beim Jahresevent in der Wiener Staatsoper.<br />
Imposante Eröffnung. 160 Paare<br />
tanzten die Eröffnung des<br />
Opernballs und sorgten für<br />
gute Stimmung bei den Gästen.<br />
Red Carpet. Buntes Promi-<br />
Treiben auf der Feststiege der<br />
Wiener Staatsoper.<br />
Opernball-Premiere für die<br />
Brasilianerinnen Manuela und<br />
Georgia Touma (l. u. r. hinten).<br />
Angelika Rosam (l. v.) und die<br />
römische Sängerin Giorgia Villa.<br />
Begeistert. Die spanische Botschafterin in<br />
Österreich, Aurora Mejía Errasquín, mit<br />
Gatte, dem spanischen Botschafter in<br />
Deutschland, Pascual Ignacio Navarro Ríos.<br />
Champagner und Leberkäs. Wer<br />
nach Mitternacht leichten Hunger<br />
verspürte, besuchte die <strong>Falstaff</strong>-Bar.<br />
Gute Stimmung. V.l.n.r.<br />
Thomas Hopfgartner<br />
(<strong>LIVING</strong> DELUXE) und das<br />
Anwaltspaar Katharina und<br />
Clemens Schindler.<br />
Die gesamte Eröffnung des heurigen 67. Wiener<br />
Opernballs wurde dem 200. Geburtstag Johann<br />
Strauss’ gewidmet. Dementsprechend imposant<br />
waren auch die künstlerischen Darbietungen von<br />
Nadine Sierra, Juan Diego Flórez oder Maria Nazarova.<br />
Von weiter her reisten Actor Ed Westwick und Model<br />
Leni Klum auf Swarovski-Einladung an, der prachtvoll<br />
bunt gestylte Blumenschmuck zierte das Promi-Treiben<br />
am roten Teppich und am Parkett. Kulinarisch wurde<br />
ebenso viel geboten: Gäste durften sich u. a. über das<br />
Projekt »Steirereck & Friends« der Familie Reitbauer<br />
freuen, wofür das »Mochi« und Philip Rachinger vom<br />
»Ois im Mühltalhof« engagiert wurden. In der <strong>Falstaff</strong>-<br />
Bar wurden abermals die besten Champagner und getrüffelte<br />
Leberkässemmeln serviert.<br />
Besuch aus Florenz. Die<br />
Gastgeber Angelika und<br />
Wolfgang Rosam mit Tini<br />
und Salvatore Ferragamo.<br />
Fotos: Xenia Trampusch<br />
188 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
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LANDO madeinlando.it<br />
LEIDENFROST leidenfrost.at<br />
LEOPOLD MUSEUM<br />
leopoldmuseum.org<br />
LIMELACE limelace.co.uk<br />
LITTLE ISLAND littleisland.org<br />
LIV IMMOBILIEN liv.at<br />
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LOIDL atelier-loidl.de<br />
LOLA lola.land<br />
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NOMO STUDIO nomostudio.eu<br />
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OBI obi.at<br />
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PAOLA LENTI paolalenti.it<br />
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RELATED ARGENT<br />
relatedargent.co.uk<br />
REMEMBER remember.de<br />
RIKKE FROST rikkefrost.dk<br />
ROCHE-BOBOIS roche-bobois.com<br />
ROYAL DE VERSAILLES<br />
royaldeversailles.com<br />
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SAFARKHAN GALLERY<br />
safarkhan.com<br />
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WINTERGARTENMANUFAKTUR<br />
schubert-wintergarten.de<br />
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SPOERKS OUTDOOR-MÖBEL<br />
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swireproperties.com<br />
SWISSFINELINE swissfineline.com<br />
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TALENTI talentispa.com<br />
TERRA BAD & DESIGN<br />
terrabaddesign.at<br />
THE ISOLANO, CRES marriott.com<br />
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heatherwick.com<br />
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TINTERA tintera.art<br />
TOM DIXON tomdixon.net<br />
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TROADKASTEN troadkasten.at<br />
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UBUNTU ART GALLERY<br />
ubuntuartgallery.com<br />
URSULA FUTURA ursulafutura.com<br />
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VALUE ONE value-one.com<br />
VARASCHIN varaschin.it<br />
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POOLBAU schwimmteich.co.at<br />
VITRA vitra.com<br />
VOLKNER MOBIL volkner-mobil.com<br />
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WETSCHER wetscher.com<br />
WIENMUSEUM wienmuseum.at<br />
WITTMANN wittmann.at<br />
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&TRADITION andtradition.com<br />
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190 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
IMPRESSUM<br />
2/<strong>2025</strong><br />
ZEITSCHRIFT FÜR INTERIEUR<br />
UND ARCHITEKTUR<br />
Die in dieser Ausgabe veröffentlichten<br />
Beiträge sind urheberrechtlich geschützt.<br />
Übersetzung, Nachdruck, Vervielfältigung<br />
und Speicherung in Datenverarbeitungs -<br />
anlagen nur mit ausdrücklicher Genehmigung<br />
des Verlags. Zitate aus Beiträgen dieser<br />
Ausgabe sind ausschließlich mit Angabe<br />
der Quelle gestattet.<br />
MEDIENINHABER<br />
<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong> Verlags GmbH<br />
REDAKTIONSORT<br />
DES MEDIENINHABERS<br />
Schottenring 2–6, 1010 Wien<br />
T: +43 1 9042141<br />
F: +43 1 9042141-450<br />
hello@falstaff-living.com<br />
www.falstaff-living.com<br />
Gegenstand des Unternehmens<br />
ist die Heraus gabe, der Verlag<br />
und der Vertrieb von Zeitschriften<br />
und Druckwerken aller Art unter<br />
der Bezeichnung »<strong>Falstaff</strong> <strong>LIVING</strong>«.<br />
HERAUSGEBERIN<br />
Angelika Rosam<br />
CHEFREDAKTION<br />
Angelika Rosam<br />
CHEFIN VOM DIENST<br />
Anja Kleinschuster<br />
ART DIRECTOR<br />
Klaus Rauch<br />
PHOTO DIRECTOR<br />
Isabella Huber<br />
PRODUKTION/LITHO<br />
Konstantin Riemerschmid<br />
MITARBEITER:INNEN DIESER AUSGABE<br />
Karin Cerny, Wojciech Czaja, Manfred Gram,<br />
Christina Horn, Elisabeth Klokar, Maik Novotny,<br />
Susanna Pikhart, Heimo Rollett, Florentina<br />
Welley<br />
LEKTORAT<br />
Angelika Hierzenberger-Gokesch, Sabine Till<br />
GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
Angelika Rosam<br />
RECHNUNGSWESEN<br />
Andrea Draskovits<br />
WTS Tax Service Steuerberatungs -<br />
gesellschaft mbH<br />
MEDIA SALES UND KOOPERATIONEN<br />
Patrick Jamöck (stv. Leitung Sales), Aleksandra<br />
Kosanin, BA (Leitung Marketing & Sales<br />
Koordination), Magdalena Eser (stv. Leitung<br />
Marketing Sales & Koordination)<br />
anzeigen@falstaff-living.com<br />
DIRECT SALES<br />
Lena Nesic (Leitung)<br />
Wilhelm Amann (stv. Leitung)<br />
VERTRIEB, LESER- UND ABOSERVICE<br />
Kornelia Pirker (Leitung Vertrieb und Abo)<br />
HERSTELLER<br />
Druckerei Berger<br />
Wiener Straße 80, 3580 Horn<br />
VERTRIEB<br />
Presse Großvertrieb Austria Trunk GmbH<br />
St. Leonharder Straße 10, 5081 Anif<br />
www.pgvaustria.at<br />
DVR-Nummer: 06a9192<br />
GESELLSCHAFTER DER<br />
FALSTAFF <strong>LIVING</strong> VERLAGS GMBH<br />
<strong>Falstaff</strong> Verlags-Ges.m.b.H. (Anteil 51 %)<br />
Angelika Rosam (Anteil 39 %)<br />
Mag. Michaela König (Anteil 10 %)<br />
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MEZZA—MAISO<br />
Wie wohnen designaffine Personen, welche Objekte verwandeln<br />
das Zuhause in ihren Lieblingsraum? Aktuell hat uns das<br />
Designstudio Mezza–Maiso verraten, welche Stücke ihr Projekt<br />
Haute–Étage zu etwas ganz Besonderem machen.<br />
2.<br />
3.<br />
1. Kreativ Die Küche ist ein Eigenentwurf<br />
von Mezza–Maiso. Das edle Parkett im<br />
Farbton Mooreiche naturell Portofino<br />
stammt von Trapa, die Barhocker<br />
»Series 430 Bar Stool« sind ein Entwurf<br />
von Verpan.<br />
2. Erleuchtend Für genügend Licht sorgt<br />
unter anderem die Esstischleuchte<br />
»Flamingo 1530« von Vibia in Graphit.<br />
3. Gemütlich Der wunderschöne Kamin<br />
im grün-schimmernden Farbton Verde<br />
Borgogna wurde von Mandl & Bauer<br />
gefertigt und bewusst im Raum in<br />
Szene gesetzt, dem er dadurch eine<br />
ganz besondere Atmosphäre verleiht.<br />
In reizvollem Kontrast dazu steht die<br />
Wandspachtelung im neutralen Beigeton<br />
Rue Bottero von St. Leo, der für die<br />
Wände ausgewählt wurde.<br />
4. Design-Reigen Im Wohnzimmer treffen<br />
nahmhafte internationale Marken aufeinander.<br />
Die drehbaren Stühle von<br />
Minotti aus der Serie »Torii Dining«<br />
harmonieren perfekt mit dem Tisch »Clay<br />
Canvas« in der Farbe Carruba aus dem<br />
Hause Desalto.<br />
4.<br />
1.<br />
… gehört zu den Projekten von<br />
Mezza–Maiso, einem interdisziplinären<br />
Bureau für Innenarchitektur, Interieur<br />
und Design im Herzen von Wien. 2021<br />
gründeten Verena Wohlkönig und Jürgen<br />
Hamberger ihr eigenes Designstudio<br />
mit dem Ehrgeiz, die Welt durch Design<br />
schöner zu machen. Zusammen mit<br />
ihrem Team arbeiten sie Tag für Tag<br />
daran, die Vision von Mezza–Maiso zum<br />
Ausdruck zu bringen, getreu dem Motto:<br />
»Creating a beautiful world – one place<br />
at a time«. mezza-maiso.com<br />
Fotos: beigestellt<br />
192 falstaff <strong>LIVING</strong> 2 / 25
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inspiration / PREVIEW<br />
<strong>LIVING</strong> 3/<strong>2025</strong><br />
Was erwartet Sie in der nächsten Ausgabe von <strong>LIVING</strong>? Welche Trends erobern den Markt,<br />
welche Designer:innen sind am Puls der Zeit, und was tut sich Neues in der Immobilienbranche?<br />
Eine kleine Vorschau, worauf Sie sich im kommenden Magazin freuen können.<br />
sustainability<br />
Gekommen, um zu bleiben<br />
Nachhaltiges Design ist weitaus mehr als nur ein<br />
flüchtiger Trend. Möbel und Accessoires, die<br />
ganzheitlichen Konzepten folgen, sind mittlerweile<br />
nicht nur äußerst stylish, sondern durch ihre Langlebigkeit<br />
auch eine Kostenersparnis. <strong>LIVING</strong> zeigt<br />
die wichtigsten Trends und auf welche Materialien,<br />
Details und Gestaltungsmöglichkeiten man im<br />
Interior-Design setzen sollte.<br />
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In unserem neuen, umfangreichen<br />
Kunst-Teil stellen wir<br />
Galerien und die engagierten<br />
Persönlichkeiten dahinter<br />
vor und bitten international<br />
erfolgreiche Künstler:innen<br />
zum Interview.<br />
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Ein eigener Rückzugsort am Meer<br />
oder an den Ufern eines Sees<br />
zählt zweifellos zu den<br />
beliebtesten Investitionen im<br />
Immobilienbereich. Die <strong>LIVING</strong>-<br />
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Feriendomizile.<br />
<strong>LIVING</strong> 3/<strong>2025</strong><br />
erscheint am<br />
11. 4. <strong>2025</strong><br />
Fotos: Shutterstock, Salvador Maniquiz/Shutterstock.com<br />
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