10.03.2025 Aufrufe

tipBerlin Bühnenbeilage März 2025

Liebe Leserinnen und Leser, die Kultur-Sparmaßnahmen haben zwar dazu geführt, dass es weniger Premieren und Gastspiele gibt, trotzdem bieten die Berliner Bühnen wieder ein ungemein facettenreiches Programm. So adaptiert Jan Christoph Gockel am Deutschen Theater die Kultserie „Hospital der Geister“ als Hybrid aus Schau- und Puppenspiel mit Videosequenzen und glanz&krawall montiert Motive aus Mozarts „Zauberflöte“ mit Punk und Performances. Viel Vorfreude wünscht Ihr tipBerlin!

Liebe Leserinnen und Leser,
die Kultur-Sparmaßnahmen haben zwar dazu geführt, dass es weniger Premieren und Gastspiele gibt, trotzdem bieten die Berliner Bühnen wieder
ein ungemein facettenreiches Programm. So adaptiert Jan Christoph Gockel am Deutschen Theater die Kultserie „Hospital der Geister“ als Hybrid aus Schau- und Puppenspiel mit Videosequenzen und glanz&krawall montiert Motive aus Mozarts „Zauberflöte“ mit Punk und Performances.
Viel Vorfreude wünscht Ihr tipBerlin!

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BÜHNEN

Vorschau

SPIELZEIT FRÜHJAHR /SOMMER 2025

Festivals/Premieren/Entertainment/Klassik/Familie

Deutsches Theater

Hospital

der Geister

Berliner Ensemble

Warten auf

Godot

Staatsoper

Cassandra

Gastspiel der brasilianischen Choreografin Deborah Colker: „Cão Sem Plumas“


Casual

Concerts

Concerts

by Deutsches Symphonie-Orchester Berlin & radioeins

SALOMEA

FREEKIND

Fr 28.03., 20 Uhr

Philharmonie

DESSNER

Klavierkonzert

Salomea

Live-Act im Foyer

Fr 23.05., 20 Uhr

Philharmonie

SCHOSTAKOWITSCH

Symphonie Nr.5

freekind

Live-Act im Foyer

dso-berlin.de @dsoberlin


Liebe Leserinnen und Leser,

die Kultur-Sparmaßnahmen

haben zwar dazu geführt, dass

es weniger Premieren und Gastspiele

gibt, trotzdem bieten

die Berliner Bühnen wieder

ein ungemein facettenreiches

Programm. So adaptiert Jan-

Christoph Gockel am Deutschen

Theater die Kultserie

„Hospital der Geister“ als

Hybrid aus Schau- und Puppenspiel

mit Videosequenzen und

glanz&krawall montiert Motive

aus Mozarts „Zauberflöte“ mit

Punk und Performances.

Festival

Internationale

Neue

Dramatik

Viel Vorfreude wünscht Ihr tip!

IMPRESSUM

INHALT

SEITE

Tip Berlin Media Group GmbH

Müllerstr. 12, 13353 Berlin

Geschäftsführung

Robert Rischke

Redaktion Stefanie Dörre (V.i.S.d.P.),

Ronald Klein (Ltg.)

Grafik Oliver Mezger

Anzeigen Robert Rischke, Juliane

Naßhan-Kunert (Ltg.), Iris Karlinski,

Sibylle Reinhardt, Christian Reither

Druck MÖLLER PRO MEDIA® GmbH

Titelfoto aus der Produktion „Dog

Without Feathers (Cão Sem Plumas)“

– Companhia de Dança Deborah Colker,

Admiralspalast Berlin; Foto: Cafi

Kulturköpfe 4

„Hospital der Geister“ im DT 6

„Warten auf Godot“ im BE 9

„Cassandra“ in der Staatsoper 10

Festivals 12

Premieren 14

Entertainment 20

Klassik 24

Familie 28

Jenny König: Da will ich hin 30

4.–

13.4.

tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


KULTURKÖPFE

Matthias Lilienthal und

Florentina Holzinger

Der unerwartete Tod ihres Intendanten René

Pollesch versetzte die Volksbühne vor einem

Jahr in eine Schockstarre. Lange kochte die

Gerüchteküche. Jetzt ist es amtlich: Matthias

Lilienthal übernimmt ab Sommer 2026 die

Leitung. Er ist mit der DNA des Hauses vertraut,

wirkte hier bis 1998 als Chefdramaturg,

bevor er 2003 Gründungsintendant des HAU

wurde. Im künftigen Artistic Board befinden

sich mit Florentina Holzinger (Foto) und Marlene

Monteiro Freitas zwei Choreografinnen,

die die neue Säule Tanz repräsentieren.

Ausgezeichnete

und Zurück -

gekehrte

Anerkennung künstlerischer Leistung und

frischer Wind in den Institutionen

Jens Harzer

Der Schauspieler, seit 2019 Träger

des Iffland-Rings, ist auf den

Berliner Bühnen kein Unbekannter.

1999 gehörte er kurz zum

Ensemble der Schaubühne, gastierte

später auch am Deutschen

Theater. Nach mehr als 15 Jahren

am Hamburger Thalia Theater

wechselt er im Sommer ans Berliner

Ensemble.

Tobias Rempe

Nach 20 Jahren kehrt der Violinist und

langjährige Manager des Ensemble Resonanz

nach Berlin zurück, wo er ab Sommer

die Intendanz von Konzerthaus und

Konzerthausorchester übernimmt. Er folgt

auf Sebastian Nordmann, der zum 1. Januar

2026 die Leitung des Lucerne Festivals

übernimmt. Rempe plant, die Position des

Konzerthausorchesters zu stärken und

zeigt sich offen für neue Formate.

Fotos: Annette Hauschild / OSTKREUZ; Judith Buss; Simon Pauly; Armin Smailovic

4 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Fotos: Debora Mittelstaedt; Herlinde Koelbl; Peter Adamik

Sasha Waltz

Die Choreografin und Regisseurin

wird am 22. Mai im Hamburger

Thalia Theater mit dem Helmut-

Schmidt-Preis ausgezeichnet.

Dieser wird seit 2022 für das

Wirken in den Bereichen Demokratie,

Gesellschaft und Technologie

vergeben. Die Jury würdigte den

Fokus auf die Empathie, den Waltz

mit ihren Produktionen lege. Im

Radialsystem ist Anfang März

noch einmal „Travelogue I – Twenty

to Eight“ zu sehen.

Ursina Lardi

Die Schauspielerin, seit 2012 Ensemblemitglied

der Schaubühne, wird

im Juni mit dem Silbernen Löwen

der Theaterbiennale in Venedig

ausgezeichnet. Willem Dafoe, neuer

künstlerischer Leiter der Theaterbiennale,

würdigte insbesondere ihre

Zusammenarbeit mit dem Regisseur

Milo Rau. Beide sind in Venedig mit

der Produktion „Die Seherin“ dabei,

in der es um eine Schauspielerin

geht, die in Albanien zur Kriegsfotografin

wird und schließlich gewaltvoll

umkommt.

Nabil Shehata

Seine Position als 1. Solobassist der

Berliner Philharmoniker gab Nabil

Shehata 2008 auf, um sich dem

Dirigieren zu widmen. Er lernte u.a.

bei Christian Thielemann und assistierte

Daniel Barenboim, bevor er

selbst am Pult bedeutender Klangkörper

stand. Parallel unterrichtete

er an der Barenboim-Said-Akademie,

wo er jetzt die künstlerische

Leitung des Orchesters übernimmt.

premieren

jan–juli

2025

carmen

Nach Georges Bizet,

Henri Meilhac & Ludovic Halévy

Regie Christian Weise

Ab 24/Januar

backyard

[a field to search]

Eine performative Installation von

Laura Uribe & Sabina Aldana

15/Februar – 3/März

BRASCH – DAS ALTE

GEHT NICHt UND DAS

NEUE AUCH NICHT

Mit Texten von Thomas Brasch

Regie Lena Brasch

Ab 21/Februar

frankenstein

Ein Projekt von Oliver Frljić

Nach Mary Shelley

Ab 22/März

between the

river and the sea

Regie & Ko-Autor*in

Isabella Sedlak

Ab 5/April

www.gorki.de

karabakh

memory

Text & Regie Roza Sarkisian

Ab 25/April

donation

Text & Regie Atom Egoyan

Ab 25/April

kim

Text & Regie

Nairi Hadodo & Daniela Holtz

Ab 3/Mai


HOSPITAL DER GEISTER

Séancen

auf dem

Sumpfland

„Brüderchen” ist der Sohn eines Dämons und der Ärztin Judith

6 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Geister und der Tod

gehören genauso

zum Reichskrankenhaus

wie Patienten

und Ärzt:innen

Fotos: Lex Karelly; Karelly Lamprecht

Jan-Christoph

Gockel adaptiert

am Deutschen

Theater Lars von

Triers Kultserie

„Riget – Hospital

der Geister“

Text: Ronald Klein

Das Intro des TV-Formats zeigt

Menschen an einem Färberteich

in Schwarz-Weiß. Dazu

erklingt eine Stimme aus dem Off:

„Das königliche Reichskrankenhaus

steht auf uraltem Sumpfland. [ …]

Die Bleicher wichen den Ärzten und

Forschern, den klügsten Köpfen des

Landes mit ihrer hochmodernen

Technologie. Von nun an sollte gemessen

und gezählt werden, auf dass

nie mehr Aberglaube und Unwissenheit

die Bastionen der Wissenschaft

erschüttere.“

Die Handlung der Serie ist ausschließlich

auf dem Krankenhausgelände,

vor allem in der Neurochirurgie,

angesiedelt. Die Patientin Sigrid

Drusse nimmt hier Kontakt mit den

Seelen Verstorbener auf, während

sich der neue, schwedische Arzt Stig

Helmer als übellauniger Misanthrop

entpuppt. Lars von Trier beschrieb

seine Serie einmal als Mischung aus

„Twin Peaks“ und Krankenhausseri-

en – ein Hybrid aus Horror, Thriller,

Comedy und Soap Opera.

Langjährige Auseinandersetzung

Jan-Christoph Gockel verfolgt der

Stoff bereits seit Anfang der 2000er-

Jahre. „Kaum etwas hat mich beeinflusst

wie der Vorspann dieser Serie.

Außerdem ist die Dramaturgie der

Handlung sehr theatral.“ Hinzu komme,

dass das Setting und die Figuren

„einzigartig“ seien. Der Regisseur,

in dessen Diplominszenierung „Die

Wissenden“ (2009, Schaubühne) es

ebenfalls um Gehirnchirurgie ging,

inszeniert „Hospital der Geister“ am

Deutschen Theater. „Das Stück passt

perfekt hierher“, sagt der Regisseur.

„Das Haus grenzt unmittelbar an die

Charité“, deren Gelände im 18. Jahrhundert

ebenfalls auf sumpfigem Boden

entstand. Das Gelände spielt eine

wesentliche Rolle. „Wie in der Serie

begreifen wie das Gebäudeensemble

als Organismus.“ Mittels Live-Kamera

7


HOSPITAL DER GEISTER

Michael Pietsch

als Åge Krüger

wird das Geschehen außerhalb des

Theaters in den Saal übertragen – Stig

Helmer beispielsweise kommt wie

in der Serie mit einem Volvo vorgefahren.

Für einige Szenen geht es tief

hinab in die Katakomben, die ähnlich

unheimlich wirken wie das Kellerlabyrinth

im Reichskrankenhaus.

Theater als Totenbeschwörung

Der Dramatiker Heiner Müller sprach

einmal von „Totenbeschwörung“ als

Grundprinzip des Theaters. Alexander

Kluge nahm diesen Gedanken in

einem Interview mit Müller auf. „Er

fragte dann: ,Was aber, wenn die Toten

rachsüchtig sind?‘ Dieses Prinzip

kommt hier auch zum Tragen“, erklärt

Gockel. So kehrt der Anfang des 20.

Jahrhunderts gestorbene Åge Krüger

als Dämon zurück und zeugt mit einer

Ärztin ein Kind. Dieses führt einen inneren

Kampf gegen das Böse. Auch in

einer Welt des Übersinnlichen und der

Geister scheint nichts determiniert.

Die Menschen haben die Wahl.

Der Mythos der Rationalität

Letztlich können die Geister als die

Schatten des Irrationalen interpretiert

werden – in einer Welt, die sich der

Wissenschaft und Effizienz verschrieben

hat. So hat sich die aus Chefärzten

bestehende „Loge“ dem Kampf gegen

das Okkulte und gegen alternative

Medizin verschrieben, nur um selbst

merkwürdigen Ritualen zu frönen.

Ähnlich verhält es sich mit der Krankenhausverwaltung,

die von den Abteilungen

im Krankenhaus schwarze

Zahlen verlangt. Die Neurochirurgie

verschließt daraufhin einige Zimmer

und schiebt die Patienten auf den

Gang. Damit präsentiert Leiter Prof.

Moosgard eine Überbelegung. „Das

sind Vorgänge, die wir aus unserem

Alltag – auch am Theater – zur Genüge

kennen“, sagt Gockel. „Wahrscheinlich

fühlen wir uns alle bisweilen als

Geisterjäger.“

Dem Regisseur ist jedoch wichtig,

die Geschichten des Krankenhauses

aus verschiedenen Perspektiven zu

erzählen. „Das Krankenhaus ist wie

ein Wimmelbild und wir versuchen

neben der Ärzteschaft auch den

Patient:innen, den Geistern und sogar

den Präparaten aus der Pathologie

eine Stimme zu geben.“ Das geschieht

gemeinsam mit einem hochkarätigen

Ensemble. Wolfram Koch kehrt als

sinistrer Stig Helmer ans Deutsche

Theater zurück. Ulrich Matthes

verkörpert den sympathischen,

aber vertrottelten Einar Moosgard.

Zur Besetzung gehören auch

Schauspieler:innen des inklusiven

RambaZamba Theaters.

Mit knapp fünf Stunden wird es

ein langer, aber definitiv kurzweiliger

Abend. „Das ist ein bisschen wie

Serien-Binge-Watching“, verspricht

Gockel.

Deutsches Theater Schumannstr. 13a,

Mitte, Premiere Sa 29.3., 17 Uhr, 8–59 €,

www.deutschestheater.de

Foto: Lex Karelly

8 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Im

Universum

der Sinnlosigkeit

WARTEN AUF GODOT

Luk Perceval inszeniert

„Warten auf Godot“ am

Berliner Ensemble

Foto: Moritz Haase

Text: Friedhelm Teicke

»

Nichts zu machen.“ Der erste

Satz in Becketts „Warten auf

Godot“ ist wie eine Regieanweisung,

die den Ton für das ganze Stück

setzt. Hier gibt’s nichts zu machen, nur

auszuhalten. Die Zeit, das Leben, die

unerträgliche Sinnlosigkeit des Seins.

Uraufgeführt vor 71 Jahren. Ein Gegenwartsstück.

Das findet auch der belgische

Regisseur Luk Perceval. „Das Absurde

Theater, insbesondere ,Warten auf Godot‘,

spiegelt die Welt, in der wir heute

leben“, sagt er im Gespräch, „eine Welt,

die extrem verunsichert und verängstigt

ist. Wie gelähmt warten wir darauf,

dass uns endlich jemand retten möge

vor der Klimakatastrophe, vor den

neuen Kriegen, einem aggressiven Nationalismus

à la Trump und Putin. Und

wer sind wir Menschen eigentlich, dass

wir einander so viel Leid antun und

gleichzeitig auch noch den Planeten

verwüsten?“ Dass „Warten auf Godot“

solche Sinnfragen eröffnet, habe ihn

stets fasziniert an dem Stück. „Ich habe

es nur noch nicht inszeniert, weil ich

immer gedacht habe, ich bin zu jung

dafür. Aber inzwischen bin ich 67, nun

kann ich das kaum mehr sagen.“

Sehr oft wurde „Warten auf Godot“

seit seiner Uraufführung inszeniert.

Luk Perceval fühlt sich mit 67 Jahren alt genug für

Beckett selbst inszenierte 1975 eine

legendäre Aufführung mit Horst Bollmann

als Estragon und Stefan Wigger

als Wladimir im Berliner Schillertheater.

Zuletzt gab es vor zehn Jahren am

DT eine vielbeachtete Inszenierung

mit Wolfram Koch und Samuel Finzi.

Luc Perceval hat nun mit Matthias

Brandt (als Wladimir) und Paul Herwig

(Estragon) auch zwei illustre Schauspieler

dabei. Für den vor allem als

Film- und TV-Schauspieler bekannten

Brandt ist es nach seinem Solo „Mein

Name sei Gantenbein“ erst die zweite

Theaterarbeit in 23 Jahren, ebenfalls

am Berliner Ensemble.

Herwig ist dagegen ein gestandener

Theatermann. „Paul und ich

kennen uns seit unserer Zusammenarbeit

in den Münchner Kammerspielen

sehr gut“, sagt Perceval. „Matthias

habe ich jetzt erst kennengelernt, wir

den Beckett-Klassiker

beide haben uns dieses Stück sehr

gewünscht.“

Perceval weiß, dass es in dem Stück

eine Falle gibt: „Beckett hat ein Universum

der Sinnlosigkeit kreiert. In

dem Moment, wo man da deutlich eine

Art von Sinngebung hineingibt, kriegt

das eine Bedeutungsschwere und

Eindeutigkeit, die es nicht haben darf.“

Doch da gibt es einen Hinweis: „Wenn

man weiß, dass Becketts Lieblingsschauspieler

Buster Keaton war, dann

wissen wir, wie in der Komik dieser

bewusst stoisch ernst blickenden Slapstick-Figur

das Tragische, das Einsame,

das Vereinzelte, das Nicht-Heimsein

im Leben und in der Welt in eine Form

gegossen ist.“ Nicht resigniert, aber

resilient.

Berliner Ensemble Bertolt-Brecht-Platz 1,

Mitte. Premiere: 11.4., 19.30 Uhr,

www.berliner-ensemble.de

tip Berlin Bühne Frühjahr 2025 9


CASSANDRA

Marie-Ève Signeyrole

inszeniert nach

„Macbeth” (Deutsche

Oper) zum zweiten

Mal in dieser

Spielzeit in Berlin

Trotz

Warnung

weggeschaut

Bernard Foccroulles Oper

„Cassandra“ hinterfragt,

warum das Wissen über

den Klimawandel zu keinem

Umdenken führt

Text: Ronald Klein

Wirklich fair ging es bereits in der griechischen

Antike nicht zu. Apollon war

anfänglich von Kassandras Schönheit

beeindruckt, sodass er ihr die Fähigkeit verlieh,

Ereignisse vorauszusagen. Der Gott verfolgte mit

dem Erteilen dieses Privilegs allerdings eigennützige

Ziele: Er wollte Kassandra verführen, doch sie

wies ihn zurück. Daraufhin verfluchte Apollon die

Seherin. Fortan sollte niemand mehr ihren Weissagungen

Glauben schenken – sie würden ungehört

als Kassandrarufe verhallen.

In der ersten Oper des belgischen Komponisten

und Intendanten der Brüsseler Oper („La Monnaie“)

Bernard Foccroulle vernimmt Cassandra die

Stimmen menschlicher Geister. Hilflos muss sie

die Zerstörung Trojas mitansehen, wovor sie einst

warnte. Der Chor deutet an, dass sich die Geschichte

wiederholen wird: „Was war, was ist, was

sein wird.“ Damit springt die Handlung in die Gegenwart.

„Das Thema des Klimawandels ist in der

Oper omnipräsent“, betont Marie-Ève Signeyrole,

die das Werk 2023 in Brüssel zur Uraufführung

brachte und es jetzt an der Staatsoper Unter den

Linden inszeniert. „Diese Thematik bewegt mich

– als Mensch, als Bürgerin, als Mutter. Darüber

hinaus geht es um die Menschen, die der Wahrheit

gewahr sind, aber nicht gehört werden, beispielsweise

Whistleblower, die diskreditiert werden.“

10 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Die Warnungen verhallen ungehört

Über Insiderwissen verfügt auch Sandra Seymour,

Protagonistin der Oper und Doktorandin

der Klimatologie, einem interdisziplinären Feld,

das Fachgebiete wie Meteorologie, Physik, Ozeanografie

und Geografie beinhaltet. Sie präsentiert

ihre besorgniserregenden Forschungsergebnisse

mit einer Comedyeinlage, um so mehr Menschen

zu erreichen und diese dafür zu sensibilisieren,

dass der Eisschild der Antarktis abschmilzt.

In den Diskussionen mit der Familie wird klar,

dass Sandra nicht ernst genommen wird. Einige

Zeit später entschließt sie sich zu einem erneuten

Vortrag. Sie trägt ohne jegliche Komik vor, dass der

Eisschild der Antarktis in weniger als 50 Jahren

verschwunden sei, was enorme Probleme für Ökosystem

und Klima zur Folge hätte. Das Publikum

reagiert enttäuscht, es hatte Comedy erwartet. Am

Ende erkennen Sandra und Cassandra, dass sie

einander verbunden sind. Sie werden auch künftig

nicht schweigen. „Um etwas zu verändern, müssen

wir auf verschiedenen Ebenen tätig werden“, sagt

Signeyrole. „Die Menschen stellen einerseits die

Ursache, andererseits die mögliche Lösung des

Problems dar.“

Die künstlerische Praxis verändern

Die Welt ist veränderbar, dies ist bereits ein

Axiom des Brecht’schen Theaters. Für Signeyrole

betrifft dies aber nicht nur die Handlung auf der

Bühne, sondern die künstlerische Praxis. „Bereits

in Brüssel wollten wir den ökologischen Fußabdruck

dieser Produktion so gering wie möglich

halten.“ Eine der Ideen ist, auf bereits vorhandene

Requisiten und Elemente von Bühnenbildern

zurückzugreifen. Damit ist Signeyrole nicht allein,

das ist mittlerweile ein hoffnungsvoller Trend

in europäischen Opernhäusern. Viele Bühnen

haben sich das Ziel gesetzt, ihren ökologischen

Fußabdruck bei Neuproduktionen zu reduzieren.

So greift auch die Staatsoper Unter den Linden auf

das bereits vorhandene Bühnenbild zurück.

Neben der Thematik der Oper schätzt die Regisseurin

auch die Partitur: „Bernard Foccroulle hat

beim Komponieren sehr eng mit dem Librettisten

Matthew Jocelyn gearbeitet. Die Musik folgt der

Dramaturgie und beleuchtet die psychologische

Dimension der Figuren mit großer Präzision. Der

Klang ist unheimlich reich. In jeder Szene wird

eine eigene, sehr konkrete klangliche Atmosphäre

entwickelt.“

Staatsoper

Unter den Linden

Unter den Linden 7,

Mitte, Do 19.6.,

19.30 Uhr (Premiere),

11–130 €,

www.staatsoperberlin.de


FESTIVALS

FIND

Die französisch-vietnamesische Regisseurin und Autorin

Caroline Guiela Nguyen debütierte 2018 mit „Saigon“ beim Internationalen

Festival für Neue Dramatik an der Schaubühne.

In diesem Jahr kehrt sie als Artist in Focus mit einer Werkschau

zurück, die u.a. „Lacrima“ (dt. „Träne“) beinhaltet – ein

Stück, in dem Pariser Haute-Couture-Modeschöpfer:innen und

ein Perlensticker in Mumbai an einem Hochzeitskleid für das

britische Königshaus arbeiten.

Schaubühne Kurfürstendamm 153, Wilmersdorf, Fr 4.–So 13.4.,

9–60 €, www.schaubuehne.de

Festtage

Richard Wagner lernte bereits früh das Werk des Belcanto-

Komponisten Vincenzo Bellini kennen. Seine Wertschätzung

hielt ein Leben lang. Die aktuelle Edition der Festtage stellt

eine Neuinszenierung von Bellinis bekanntester Oper „Norma“

(Regie: Vasily Barkhatov) Wagners Bühnenweihfestspiel

„Parsifal“ (Foto, Regie: Dmitri Tcherniakov) gegenüber. Die

Konzerte würdigen Pierre Boulez, der im März seinen 100.

Geburtstag gefeiert hätte und der der Staatskapelle Berlin als

Ehrendirigent verbunden war.

Staatsoper Unter den Linden und Philharmonie

Unter den Linden 7, Mitte und Herbert-von-Karajan-Str. 1, Tiergarten,

Fr 11.–Mo 21.4., 8–275 €, www.staatsoper-berlin.de

Berlin is not Salzburg

Punk statt Prunk könnte das Motto der anarchistischen Musikund

Theaterfestivalreihe „Berlin is not ...“ von glanz&krawall

lauten. In diesem Sommer werden neue, von falscher Ehrfurcht

befreite Perspektiven auf Wolfgang Amadeus Mozart und speziell

seine „Zauberflöte” geboten und der Musealisierung von

Kunst entgegengewirkt. Bespielt wird der gesamte Campus für

Demokratie – neben glanz&krawall vom feministischen Performancekollektiv

Hannsjana, dem Ensemble des Theater Thikwa,

der Band Die Toten Crackhuren im Kofferraum feat. Lulu und

die Einhornfarm sowie von Schüler:innen einer Lichtenberger

Sekundarschule.

Ehem. Stasi-Zentrale/Campus für Demokratie Ruschestr. 103,

Lichtenberg, Fr 11.-So 13.7., ab 15 €, www.glanzundkrawall.de

Fotos: Jean-Louis Fernandez; Peter van Heesen; Ruth Walz

12 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Erinnerung

In dem Minifestival beleuchten Choreograf

Raphael Moussa Hillebrand

und seine Kollegin Nora Amin Rituale

um Heilung und dem Schaffen

einer kollektiven Erinnerung.

bis 1.3., Acker Stadt Palast

Forecast

Die Initiative fördert den internationalen

und transdisziplinären

Austausch: Junge Künstler:innen

unterschiedlicher Felder werden

durch sechs Mentor:innen unterstützt.

In der neunten Ausgabe sind

dabei: Komponistin und Performerin

Ute Wassermann (Deutschland),

Dokumentarfilmer Tomer Heymann

(Israel), Visual Artist Theo Eshetu

(UK), Choreografin Alice Ripoll (Brasilien),

Fotografin Lieko Shiga (Japan)

und Designerin Fiona Raby

(UK). Die in den letzten Monaten

mit den Mentees entstandenen

Arbeiten – von Performance bis

Installation – werden an den zwei

Tagen vorgestellt.

14.+15.3., Radialsystem

Stummfilmfestival

Stephan Graf von Bothmer interpretiert

an der von Karl Schuke gebauten

Orgel Filmklassiker wie „Berlin,

Sinfonie einer Großstadt“ (1.3.) und

„Nosferatu“ (7.+8.3.). Mit Conrad

Veidts „Der Mann, der lacht“ klingt

das Festival am 22. März aus.

Bis 22.3., Zwölf-Apostel-Kirche

Reflexe und

Reflexionen

Die Debattenkultur hat sich zuletzt

deutlich verändert: Es wird lauter

und unnachgiebiger gestritten. Wie

lässt sich ein zivilisierter Diskurs

wiederherstellen? Die Politologin

Saba-Nur Cheema und der Historiker

Meron Mendel kuratieren drei Thementage,

die auch die Rolle der Medien

kritisch reflektieren. Neben

Diskursformaten beleuchten die

Thematik auch künstlerische Beiträge

in Form von Tanz, Performances

und Videoinstallationen.

6.–8.3., Haus der Berliner Festspiele

MaerzMusik

Konzerte, Performances, Installationen

und Diskursformate illustrieren

Tendenzen der zeitgenössischen

Musik. Brigitta Muntendorfs und

Moritz Lobecks Musiktheater „Melencolia“

markiert im Haus der Berliner

Festspiele den Auftakt. Zu den

weiteren Höhepunkten zählt die

Kooperation des Komponisten Mark

Barden und der Choreografin Ligia

Lewis sowie „Drifting to the Rhythms

at the Southeast of Nowhere“ von

Nguyēn + Transitory. Das Berliner

Duo beleuchtet im Radialsystem

südostasiatische Tanzformate und

kombiniert diese mit experimenteller

elektronischer Musik.

21.–30.3., diverse Orte

Every Day

Künstler:innen und Aktivist:innen

unterschiedlicher Generationen reflektieren

feministische Kämpfe im

post-sozialistischen Europa vor dem

Hintergrund von Systemwechseln

und Transformationsprozessen.

21.-28.3., HAU 1-3

Plant Love

Mittels Stummfilmkonzert, Lecture

Performances, einer interaktiven

Installation und Workshops wird die

Beziehung von Mensch und Pflanzen

untersucht.

2.-6.4., tak Theater Aufbau Kreuzberg

Theatertreffen

Unter den zehn bemerkenswerten

Inszenierungen befinden sich gleich

drei Berliner (Ko-)Produktionen: „ja

nichts ist ok” (Regie: René Pollesch),

„Sancta” (Regie/Choreografie: Florentina

Holzinger) und „Unser

Deutschlandmärchen” (Regie: Hakan

Savaş Mican). Der Begriff Inszenierung

wird richtigerweise mittlerweile

weit gefasst: Mit „[EOL]. End of

Life” vom österreichischen Kollektiv

Darum befindet sich eine performative

Virtual-Reality-Installation unter

den Eingeladenen.

2.-18.5., Haus der Berliner Festspiele

und weitere Orte

XJazz!

Erstmalig findet im Rahmen des

Kreuzberger Festivals eine Berlin-

Nacht statt, in der ausschließlich

Lokalmatador:innen auftreten. Zu

den Höhepunkten der vier Tage zählen

die Gigs von Moor Mother und

Bonaparte.

15.-18.5., diverse Orte

Performing Exiles

Vor zwei Jahren rief Matthias Lilienthal,

der ab 2026 die Leitung der

Volksbühne übernimmt, das interdisziplinäre

Festivalformat ins Leben.

Beleuchtet werden die diasporischen

künstlerischen Szenen, die

in Berlin vertreten sind, und deren

jeweilige Repräsentation gestärkt.

In den letzten drei Tagen findet

„100° Diaspora“ in Form eines Bühnenmarathons

in fünf Berliner Häusern

statt.

19.–28.6., diverse Orte

Autor:innentheatertage

Das 1995 von Ulrich Khuon in Hannover

gegründete Festival für zeitgenössische

Dramatik feiert in diesem

Jahr das 30. Jubiläum.

Juni, Deutsches Theater

Berlin Circus Festival

Die elfte Edition präsentiert zwölf

Produktionen des zeitgenössischen

Zirkus – begleitet von Publikumsgesprächen

und einer Ausstellung.

30.7.-10.8., Tempelhofer Feld

Heroines of Sound

Das dreitägige Programm beleuchtet

das Wirken von Pionierinnen der

Avantgarde-Musik und illustriert

ebenso aktuelle Entwicklungen an

der Schnittstelle von Neuer Musik

und Elektronik.

Juli, Radialsystem

Young Euro Classic

Während die Spitzenorchester der

Hauptstadt ihre wohlverdiente Sommerpause

genießen, dürfen Nachwuchsorchester

aus der ganzen Welt

ihr Können unter Beweis stellen.

1.-25.8., Konzerthaus

Tanz im August

Drei Wochen lang werden aktuelle

Entwicklungen im zeitgenössischen

Tanz beleuchtet und durch Retrospektiven

ergänzt.

13.-30.8., HAU, Radialsystem und

weitere Orte

Musikfest Berlin

Das dreiwöchige Programm markiert

mit Konzerten von internationalen

Orchestern und Solisten den Auftakt

der neuen Spielzeit.

30.8–23.9., diverse Orte

Theater der Dinge

Das von der Schaubude Berlin

kuratierte Festival des zeitgenössischen

Figuren- und Objekttheaters

thematisiert in diesem Jahr

Auswirkungen von KI und autonomen

Objekten.

31.10.-5.11., Schaubude Berlin

38. Jüdische Kulturtage

Intendant Avi Toubiana und sein

Team haben aufgrund zahlreicher

Feiertage im September die diesjährige

Edition in den November gelegt.

Programmatisch bleibt sich das

Festival treu: Comedy-Acts, Filmemacher:innen

und Musiker:innen

reisen u.a. aus den USA und Israel

an. Traditionell gibt es bereits einen

kulinarischen Vorgeschmack beim

koscheren Streetfood-Festival am

6. Juli im Hof der ehemaligen Synagoge

in der Oranienburger Straße

(Eintritt frei).

13.-23. November, diverse Orte

BERLINS

FOOD-GUIDE

2025

Versandkostenfrei!

www.tip-berlin.de/speisekarte

Tip Berlin Media Group GmbH

Müllerstr. 12 | 13353 Berlin

tip Berlin Bühne Frühjahr 2025 1 3


PREMIEREN

Cão Sem Plumas

TANZTHEATER Deborah Colker ist

Pop. Die bekannteste brasilianische

Choreografin bespielt weltweit die

größten Theaterbühnen und arbeitet

für Modeschauen, Musikvideos,

Filme und Shows wie Cirque de

Soleil. 2016 inszenierte sie die Eröffnungsfeier

der Olympischen Spiele.

Ihre aktuelle bildgewaltige Arbeit

hat in Berlin Deutschlandpremiere

und ist vom gleichnamigen Gedicht

des Modernisten João Cabral de

Melo Neto inspiriert. Es beschreibt

den Lauf des Flusses Capibaribe im

Nordosten Brasiliens, Lebensader

für die Menschen an seinen Ufern.

Admiralspalast Friedrichstr. 101,

Mitte, So 13.4., 20 Uhr, 51–77 €,

www.admiralspalast.theater

Winterreise

BALLETT 1993 bearbeitete Hans Zender den 24-teiligen Liederzyklus

„Winterreise” von Franz Schubert. Christian Spuck

choreografiert unter Verwendung von Zenders Partitur große

Ensembleszenen und fragile Soli. Ähnlich wie in der Musik

liegt der Fokus eher auf der Introspektion und weniger auf der

Darstellung der unternommenen Reise.

Staatsoper Unter den Linden Unter den Linden 7, Mitte, So 11.5.,

18 Uhr (P), 18–132 €, www.staatsballett-berlin.de

Fotos: Cafi; Gregory Batardon

14 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Foto: Esra Rothoff

Der Reisende

Mirko Böttcher adaptiert Ulrich Alexander

Boschwitz‘ gleichnamigen

Roman aus dem Jahr 1938 für die

Bühne. Darin beschreibt der Autor,

der 1942 auf der Flucht vor den Nationalsozialisten

im Meer ertrank,

ungeschönt den aufkommenden

Nationalsozialismus.

21.3., Kleines Theater

Die Verstreuten

Die kroatische Dramatikerin Tena

Štivičić schrieb für das Berliner Ensemble

ein Stück um vier Schwestern,

die in unterschiedlichen europäischen

Ländern leben und sich in

der alten Heimat wiedertreffen. Ihre

Lebensentwürfe unterscheiden sich

enorm. Gibt es trotzdem gemeinsame

Schnittmengen, die Verbundenheit

repräsentieren, fragt Regisseurin

Laura Linnenbaum in der

Uraufführung im Neuen Haus.

21.3., Berliner Ensemble

Über Leben

Je älter wir werden, um so deutlicher

wird uns die Endlichkeit vor Augen

geführt. Was bleibt, wenn wir einmal

gegangen sind? Das Ensemble

syn:format geht in der Regie von

Magdalena Scharler existentiellen

Fragen nach.

21.-23.3.,Theater unterm Dach

Terror

Wolfgang Rumpf inszeniert Ferdinand

von Schirachs Gerichtsdrama.

Die zentrale Fragestellung darin

lautet, ob ein von Terroristen gekapertes

Flugzeug abgeschossen werden

darf, wenn dies das Leben tausender

Menschen rettet.

27.3. Berliner Kriminal Theater

Spiegelneuronen

Im Rahmen der Salzburger Festspiele

2024 kooperieren erstmalig Stefan

Kaegi (Rimini Protokoll) und

Sasha Waltz & Guests. Jeder Abend

wird zu einem Experiment, bei dem

das Publikum nicht nur Tanz beobachtet,

sondern eingeladen ist, sich

selbst zu bewegen. In einem überdimensionalen

Spiegel auf der Bühne

beobachtet sich das Publikum

und beginnt nach einem offenen

Impuls zu tanzen.

28.-30.3., Radialsystem

Flight of the Canaries

Bishop Black kehrt mit der vierten

Arbeit seit 2017 an das Kreuzberger

Haus zurück. Der Protagonist changiert

als Schwarze Person unter diversen

Zuschreibungen. Wie kann

dem Druck zu exaltierter Männlichkeit

und individuellen Höchstleitungen

entkommen werden? Und wohin

führt die Flucht – in einen persönlichen

Zwischenraum? Aber vielleicht

gibt es auch noch Zwischenwelten

abseits von sexual identity und racial

identity.

2.-5.4., Ballhaus Naunynstraße

Solo for Claudia and

Josephine / Bodies

of Light

Streng genommen handelt es sich

um kein Solo: Auf der Bühne befinden

sich zwei Tänzerinnen, die Choreografin

Isabelle Schad größtent

e i l s g e t r e n n t v o n e i n a n d e r

interagieren lässt. Die Produktion

basiert auf „Solo for Lea“ (2016) und

nutzt die gleichen Bewegungsabläufe,

die durch die zweite Tänzerin

vergrößert oder gespiegelt werden.

2.-5.4., Sophiensaele

Between the River

and the Sea

Yousef Sweid kam in Haifa zur Welt

und besuchte als arabisches Kind

einer christlichen Familie den jüdischen

Kindergarten. Heute als

Schauspieler ist ihm der transkulturelle

Dialog wichtiger als das Betonen

des Trennenden. In der Solo-

Performance verbindet er das

Private mit dem Politischen zu einem

Plädoyer für das einander Zuhörens

– auch oder gerade nach dem

7. Oktober 2023.

5.4., Maxim Gorki Theater

Macbeth in

meiner Küche

Manchen trieb die Vorstellung, dass

Robert Habeck zu einem Küchengespräch

auftaucht, die Schweißperlen

auf die Stirn. Was aber, wenn Shakespeares

berühmtester Schlächter

vorbeischaut und in seinem Größenwahn

behauptet: „Mein Tod macht

die Welt nicht besser“? Franziska

Hoffmann und Miriam Kohler (Konzept

und Spiel) überschreiben die

Tragödie und schlüpfen abwechselnd

in sämtliche Rollen.

4.+5.4., Theater unterm Dach

Ein Sommernachtstraum

Schauspieler Matthias Mosbach

stand bereits mehrfach mit dem

RambaZamba-Ensemble auf der

Bühne. Ende letzten Jahres inszenierte

er erstmalig am Haus im Rahmen

des Festivals No Limits. Nunmehr

findet sich die frische

Shakespeare-Interpretation im Repertoire

wieder.

10.+11.4., RambaZamba Theater

Donation

THEATER Vor zehn Jahren zeigte der armenisch-kanadische

Filmemacher Atom Egoyan seine Videoinstallation

„Auroras“. 2017 inszenierte er „Auction of Souls.” Beide

Arbeiten thematisieren den Genozid an der armenischen

Bevölkerung. Daran knüpft thematisch das neue Stück an.

Ausgehend von einer Interviewsituation zur geplanten

Schenkung von Kostümen aus dem Fundus Egoyans werden

Fragen nach der Wirkung von Kunst und der aktuellen

Situation von Armenier:innen in Arzach gestellt.

Maxim Gorki Theater Am Festungsgraben 2, Mitte, Fr 25.4.,

19.30 Uhr (P), ab 18 €, www.gorki.de

The Great Grand Other

Das Musiktheaterstück von Michael

McCrae, Dina Zaitev & Matthias

Schönijahn setzt sich mit Erinnerungen

an den Zweiten Weltkrieg und

damit verbundene intergenerationale

Traumata auseinander.

11.+12.4., Ballhaus Ost

Tambourines

Basierend auf Nathaniel Hawthornes

Roman „Der scharlachrote Buchstabe“

(1850) blickt der Choreograf

und Tänzer Trajal in der Deutschland-Premiere

seiner neuesten Arbeit

zurück in die Kolonialzeit. Vom

wem hätten selbstbestimmte Frauen

Solidarität erfahren, wer hätte

sie mit Häme überzogen? Und was

lässt sich daraus für das Hier und

Heute ableiten?

12.+13.4., HAU 1

fish άɪ lens

Die Tänzerin und Multimedia-Performance-Künstlerin

Megumi Eda

blickt in dem autobiografisch geprägten

Solo auf die sechs wichtigsten

Städte, in denen sie gelebt hat:

Nagano, Hamburg, Amsterdam,

London, New York und seit 2019

Berlin. Die Live-Musik steuert Gitarrist

Kazuhisa Uchihashi bei.

17.-20.4., Dock 11

PREMIEREN

tip Berlin Bühne Frühjahr 2025 1 5


PREMIEREN

Schicklgruber

PUPPENTHEATER In der vergangenen Spielzeit arbeiteten

Neville Tranter und Nikolaus Habjan am Deutschen Theater

mit „The Hills Are Alive” erstmalig zusammen. Nach der

letzten Vorstellung im April 2024 nahm die australische

Puppenspiel-Ikone den Abschied von der Bühne. Sein

bekanntestes, gemeinsam mit Jan Veldman entwickeltes

Stück aus dem Jahr 2003 hat er nun die Hände von Nikolaus

Habjan und Manuela Linshalm gegeben. Es schildert

die letzten Tage im Führerbunker. Schicklgruber war

übrigens der Geburtsname von Hitlers Vater Alois.

Deutsches Theater Schumannstr. 13a, Mitte, Mi 28.5., 19.30

Uhr (P), 8–59 €, www.deutschestheater.de

Vanya

THEATER Da sich die Fertigstellung des Stammhauses der

Komödie am Kurfürstendamm weiterhin verzögert, bietet

BE-Intendant Oliver Reese den Kollegen in der Spielzeitpause

die Räumlichkeiten an. Schließlich haben beide

Häuser die gleichen Wurzeln: Sie gehörten zu den Bühnen

Max Reinhardts. Felix Bachmann inszeniert hier Simon Stephens’

Überschreibung des Tschechow-Klassikers „Onkel

Wanja” mit Oliver Mommsen (Foto).

Komödie am Kurfürstendamm im Berliner Ensemble

Bertolt-Brecht-Platz 1, Mitte, So 3.8., 20 Uhr (P), 22-47 €,

www.komoedie-berlin.de

Jedermann

Razelli Remix

Seit 2004 gastierte Philipp Hochmair

in unterschiedlichen Produktionen

bei den Salzburger Festspielen.

2018 sprang er für den

erkrankten Kollegen Tobias Moretti

als Jedermann im gleichnamigen

Stück ein und wurde von Kritik und

Publikum gefeiert. In seinem Solo

„Jedermann reloaded“ schlüpfte er

dann in alle Rollen. Gemeinsam mit

dem österreichischen Mashup-

Künstler Kurt Razelli hat Hochmair

den Abend noch einmal gründlich

überarbeitet und verdichtet.

24.+25.4., Renaissance-Theater

Three Steps Orfeo

Kerem Hillel untersucht anhand eines

Mashups aus Rockmusik und Monteverdis

„Orfeo“-Partitur sowie Texten

von u.a. Wolfgang Borchert und Mascha

Kaléko, wie über den Krieg gesprochen

– oder aus Angst vor falschen

Worten – geschwiegen wird.

Eine der zentralen Fragestellung

stellt die Alternative zum Abstieg in

der Unterwelt dar. „Befreie dich von

deiner Trauer“, könnte der dazugehörige

Slogan lauten. Aber wie lässt

sich das vor dem Hintergrund der

realen Ereignisse umsetzen?

25.-27.4., td Berlin

as long as you want

Inspiriert von Shibari und schwulem

Schatten- und Pogo-Tanz setzen

Sheena McGrandles und Eli Cohen

lesbisches Begehren in Szene. Die

Choreografie schwankt dabei zwischen

Sequenzen von Anziehung

und Ablehnung sowie zwischen

Emotionalität und Körperlichkeit.

29.+30.4., HAU 2

Voices & Witches

Eszter Salamon setzt sich in ihrer

Lecture-Performance mit dem Wirken

der Avantgarde-Choreografin

Valeska Gert (1892-1978) auseinander

und zieht Verbindungslinien

zu ihrem eigenen Schaffen.

3.+4.5., Sophiensaele

Kim

Nach dem Schauspiel-Studium erhielt

Nairi Hadodo ihr erstes Engagement

am Theater Basel, wo sie mit „Kim“

ein Solo entwickelte, das für das Maxim

Gorki Theater jetzt aktualisiert

wird. Darin beleuchtet Sie, die derzeit

auch in „Frankenstein“ zu sehen ist,

das Wirken Kim Kardashians als erfolgreiche

Unternehmerin – und

Selbstdarstellerin. Die Dekonstruktion

des Mythos geht Fragen zur weiblicher

Macht und Menschlichkeit im

Showbusiness einher.

3.5., Maxim Gorki Theater

jeux (AT)

Unschuld und Vergessen sind zentrale

Motive in Toula Limnaios‘ Choreografie,

die sich mit Platons und

Nietzsches Gedanken über Ewigkeit

und Neuanfang auseinandersetzt.

7.–24.5., Halle Tanzbühne

In Grund und Boden

Nach der furiosen Inszenierung

„Stadt der Teufel“ kehren glanz&

krawall in den Heimathafen zurück

und inszenieren Motive aus Heinrich

von Kleists Tragödie „Die Familie

Schroffenstein“ als Punk-Oper.

9.-25.5., Heimathafen Neukölln

Grit

Deutschlandpremiere der neuen

Arbeit der finnischen Choreografin

Milla Koistinen. Die Performance

setzt sich mit Hingabe, Entschlossenheit

und Durchhaltevermögen

in Kultur, Sport und Gesellschaft

auseinander.

16.+17.5., Tanzfabrik in den

Uferstudios

Mord im Orientexpress

2026 kehrt die Komödie am Kurfürstendamm

endlich an ihre Stammspielstätte

in Charlottenburg zurück.

In diesem Jahr wird vor allem der

Ernst-Reuter-Saal in Reinickendorf

und im Sommer das Berliner Ensemble

bespielt. Jetzt rollt aber die Erfolgsinszenierung

von Katharina

Thalbach, die in der Agatha-Christie-

Adaption den Star-Ermittler Hercule

Poirot verkörpert, ein letztes Mal

am Potsdamer Platz ein.

16.-28.5., Komödie am

Kurfürstendamm im Theater

am Potsdamer Platz

Fotos: Martin Fuchs; Foto: Michael Petersohn / Grafik: Florian Dengler

16 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


BAD, BIZARRE AND BLOODY BRILLIANT!

geRecht – Fälle von Freiheit

vor Gericht, Episode 2

THEATER/FILM-INSTALLATION Autorin und Regisseurin

Lydia Ziemke gründete 2009 das internationale Ensemble

suite42, das u.a. mit Künstler:innen aus Nordafrika und

dem Nahen Osten arbeitete. Corinna Harfouch (Foto) verkörpert

in der neuen Produktion die Richterin Katharina

Baumann. Verhandelt wird der Fall eines bekannten Asylrechts-Klägers,

der nunmehr unter Terrorverdacht steht.

Dies führt zum Aushebeln rechtsstaatlicher Prinzipien.

tak Theater Aufbau Kreuzberg Prinzenstr. 85F, Kreuzberg,

Mi 16.4., 20 Uhr (P), 12-18 €, www.tak-berlin.org

18. - 23.03.25

ADMIRALSPALAST BERLIN

www.rocky-horror-show.de

* Änderungen vorbehalten

Foto: Nils Lauterbach

The Year Without

Summer (AT)

Florentina Holzinger setzt sich in

ihrer neuen Produktion mit dem

Frankenstein-Mythos auseinander

und setzt den menschlichen Körper

als Experimentierfeld in Szene.

Das Modifizieren biologischer Eigenschaften

reicht von der medizinisch-kosmetischen

Verbesserung

bis hin zum abstrusen

Versuch, dem Tod ein Schnippchen

zu schlagen.

21.5., Volksbühne

Fisch sucht Fahrrad

Irene Christ inszeniert Peter Quilters

Erfolgs-Komödie über Partnersuche

im fortgeschrittenen

Alter mit Janina Hartwig, Carolina

Bei, Dieter Landuris und Hardy

Krüger, jr.

17.5., Schlosspark Theater

Sacre

2013 jährte sich ein bekannter

Theaterskandal zum 100. Mal.

1913 brachte Igor Srawinsky sein

Ballett „Le sacre du printemps“ zur

tip Berlin Bühne Frühjahr 2025

Aufführung, was im Zuschauerraum

zu tumultartigen Szenen

führte. Sasha Waltz setzt sich in

ihrer 2013 entstandenen Arbeit

mit der Rezeptionsgeschichte auseinander

verneigt sich vor

Choreograf:innen wie Vaslav Nijinsky

sowie Pina Bausch. Den Abend

komplettieren Choreografien zu

Claude Debussys „L'Apres-midi

d'un faune“ und der „Scène

d'Amour“ aus Hector Berlioz’ „Roméo

et Juliette“.

6.–15.6., Staatsoper Unter den

Linden

Matou – Die Katze, die

kein Mensch sein will

Basierend auf Michael Köhlmeiers

Roman „Matou“ wirkt in dem Puppenspiel

ein Kater als Erzähler. Er

behauptet, E.T.A. Hoffmann und

Andy Warhol persönlich gekannt

zu haben und ein Philosoph zu

sein. Auf jeden Fall ist die Samtpfote

froh, kein Mensch zu sein –

denn diese diskreditieren sich

immer wieder durch profane Gedankengänge,

was ihm sein Leben

21.08. - 07.09.25

Admiralspalast

Berlin

www.cats.de

TICKETS: 01806 - 10 10 11 *

www.atgtickets.de

*0,20 EUR/Anruf aus dem Festnetz, Mobilfunk max. 0,60 EUR/Anruf

TM © 1981 RUG LTD CATS LOGO DESIGNED BY DEWYNTERS


PREMIEREN

If I was real

TANZTHEATER 2025 jährte sich der Todestag des französischen

Autors und Philosophen Albert Camus zum 60.

Mal. Die cie. toula limnaios nähert sich in ihrer Hommage

seinem Schaffen über den Essay „L’Envers et l’Endroit” (dt.

„Licht und Schatten”) an. Der Schatten symbolisiert die

Angst vor dem Fremden, vor dem Kontrollverlust, während

das Licht die Schönheit repräsentiert. Diese beiden Pole

und das Oszillieren zwischen Emotionalität und Rationalität

bilden die zentralen Motive der Choreografie.

Halle Tanzbühne Berlin Eberswalder Str. 10, Prenzlauer Berg,

Mi 16.7., 20.30 Uhr (P), 12-22 €, www.toula.de

Das Ende des Kreises

THEATER Am Köpenicker Schlossplatz Theater präsentiert

das Ensemble The Metafiction Cabaret mit „Quere

Tiere” seine erste Produktion für ein junges Publikum.

Gemeinsam mit zwei weiteren Schauspieler:innen widmet

sich das Trio jetzt in „Das Ende des Kreises” dem Thema

psychische Gesundheit, konkret der Depression. Basierend

auf Texten real Betroffener dekonstruiert der Abend äußerst

berührend falsche Vorstellungen über das Krankheitsbild

und schafft zugleich Raum für mehr Empathie.

Pfefferberg Theater Schönhauser Allee 176, Prenzlauer Berg,

Fr 2.+Sa 3.5., 20 Uhr, ab 15 €, www.pfefferberg-theater.de

als Hauskatze immer wieder vor

Augen führt.

12.6., Schaubude Berlin

Romeo und Julia

Die Shakespeare Company Berlin

eröffnet ihre Open-Air-Spielzeit mit

der Tragödie um das bekannteste

Liebespaar der Welt.

13.6., Theater am Insulaner

Mauern

Vor mehr als zehn Jahren setzte das

Performance-Ensemble She She Pop

mit „Schubladen“ das Recherche-

Projekt fort, das 2010 mit „Testament“

begonnen hatte. „Schubladen“

eröffnete einen utopischen Dialog

über die deutsch-deutsche Geschichte.

Die in der BRD sozialisierten Ensemble-Mitglieder

trafen auf ihre

Ost-Pendants. Gemeinsam wurden

Erinnerungsstücke betrachtet, anhand

derer die unterschiedlichen

Biografien deutlich werden. Eine

Dekade später haben sich Perspektiven

verändert. Zeit für eine Bestandsaufnahme.

14.-17.6., HAU 1

Volkstheater für alle

Die Freilufttheatersaison im Globe

eröffnen Generalproben. Falls die

Crowdfunding-Inititative erfolgreich

ist, zeigt am kommenden Abend das

russisch-ukrainische Urban Ensemble

„Macht . Krieg . Frieden (?)” – eine

Überschreibung von Shakespeares

„Heinrich V.” unter Einbeziehung von

Texten Machiavellis und Hannah

Arendt.

18.6., Globe Berlin

Gods and Dogs /

Angel’s Atlas

Während seines ersten Engagements

nach dem Studium wurde Jiří

Kylián von John Cranko ermutigt,

selbst zu choreografieren. 1970

stellte er in Stuttgart seine erste

Arbeit vor: In „Kommen und Gehen“

tanzte Marcia Haydée, die 2022 in

Berlin „Dornröschen“ in Szene setzte.

Mit dem Staatsballett Berlin erarbeitet

Kylián eines seiner Schlüsselwerke.

„Gods and Dogs“ handelt

davon, wie Individuen versuchen,

ihren Platz in der Gesellschaft zu

finden. Die Kanadierin Crystal Pite

entwickelte ebenfalls bereits in jungen

Jahren Bewegungsdramaturgien.

Im Alter von 13 Jahren debütierte

sie beim Victoria Dance Festival.

Seit 1990 kreierte sie mehr als 50

Produktionen. „Angel’s Atlas“ entstand

2020. Vor einer sich stetig

verändernden Lichtinstallation repräsentieren

die menschlichen Körper

gleichermaßen Vitalität und

Vergänglichkeit.

28.6., Staatsballett Berlin in der

Staatsoper Unter den Linden

Trümmer

Autorin Marlene Kolatschny und Regisseur

Jan Koslowski erzählen basierend

auf Jürgen Böttchers Dokumentarfilm

„Martha“ (DDR 1978) die

Geschichte der Stadt. Martha Bieder

arbeitete 1945 als Trümmerfrau,

erhielt dafür später eine der begehrten

Wohnungen in der heutigen Karl-

Marx-Allee. Bis zur Rente 1978 sortiert

sie auf der Rummelsburger

Kippe an einem Förderband Holzund

Metallreste aus, sodass sauberer

Splitt gemahlen werden kann.

8.-11.7., Ballhaus Ost

Ya!

Auf David Hermans geschwungenem

Holzboden, der 2023 in Angela Schubots

Choreografie „Mossbelly“ am

HAU eine tragende Rolle spielte,

breitet die Künstlerin Folke Köbberling

eine skulpturale Installation aus

Schafwolle aus. Angela Schubot

erarbeitet gemeinsam mit dem

Thikwa-Ensemble einen Abend, der

nach einer gemeinsamen Sprache

von Menschen und Pflanzen sucht.

8.–13.7., Theater Thikwa

Es war einmal und war

auch nicht

Die neue Produktion des Wandertheaters

Ton & Kirschen reflektiert mittels

Schauspiel, Musik, Tanz, Marionetten-

und Maskenspiel die zum Teil

mehr als tausend Jahre alte Ursprünge

bekannter Märchen.

27.-30.8., ufaFabrik

Fotos: Oliver Berg; Friedemann Röse

18 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


1.3. / 5.4. / 17.5. / 25.7.

FRANK LÜDECKE

24.4.

JEAN-PHILIPPE KINDLER

1.+2.3. / 16.+17.7. / 5.+6.11.

WOLFGANG TREPPER

2.5.

TOBIAS MANN

3.+4.5.

22.+23.5. / 16.10. / 20.11.

ALFONS

18.7.

BADEMEISTER

SCHALUPPKE

19.7.

OLE LEHMANN

3.3. / 5.5. /

4.8. / 1.9. /

3.11.

LACH-STOFF

WILFRIED SCHMICKLER

4.5. / 3.+4.7. / 4.9. / 17.11.

INGO APPELT

31.5. / 13.9. / 23.11.

SIMONE SOLGA

5.+6.6.

LISA FITZ

20.7.

KALLE ZILSKE

15.3.+12.+13.8.

PIET KLOCKE

6.+7.5.

WLADIMIR KAMINER

11.-15.6. / 25.-30.11.

21.-23.7.

27.+28.3.

JOSEF HADER

8.-10.5.

EURE MÜTTER

JÜRGEN VON DER LIPPE

17.6. / 11.10.

CLAUS VON WAGNER

26.7.

TAN CAGLAR

30.7.

BERHANE BERHANE

31.3. / 10.-13.4. /7.-9.11. / 31.12.

FLORIAN SCHROEDER

4.-6.4. / 14.-16.11.

ANDREAS REBERS

11.5. / 23.+24.6. / 15.+16.9.

DAS BERLINER

RUDELSINGEN

13.-17.5.

BERND STELTER

YVES MACAK: R-ZIEHER

26.-29.6.

DIE FEISTEN

3.+5.8.

KAY RAY

6.+12.4. / 4.10. / 18.+19.10. / 26.10.

MARTIN BUCHHOLZ

7.4. / 2.6. / 6.10. / 1.12.

DER BLAUE MONTAG

19.5. / 10.+11.11.

NIGHTWASH

1.+2.7.

GUIDO CANTZ

5.7.

AUSBILDER SCHMIDT

6.+7.8.

MARC WEIDE

19.+.20.4.

MARKUS MARIA

PROFITLICH

21.5.

INGMAR STADELMANN &

RUTH MOSCHNER

7.7. / 12.+13.10.

GÖTZ ALSMANN

10.+11.7. / 22.+23.10. / 25.+26.12.

EMMI & WILLNOWSKY

14.-16.8.

FRIEDA BRAUN

20.8.

BORA

Tickets & Infos Tel. 030 – 30 67 30 11 www.eventim.de www.wuehlmaeuse.de


ENTERTAINMENT

Die Amme

Für die Darstellung der Amme im Musical „Romeo

& Julia” wurde Steffi Irmen im vergangenen Herbst

mit dem renommierten Craig-Simmons-Preis

ausgezeichnet. Ulf Leo Sommer und Peter Plate,

die Komponisten des Musicals und neuen Intendanten

des Theater des Westens, schenkten ihr

den Soloabend „Die Amme”, in dem die Amme die

wahre Geschichte um das berühmteste Liebespaar

der Welt erzählt. Nach einer Woche en suite ist der

Abend dann immer freitags zu erleben. Auch „Romeo

& Julia – Liebe ist alles“ kehrt zurück. Beide

Produktionen laufen bis Ende Januar 2026.

Theater des Westens Kantstr. 12, Charlottenburg,

„Die Amme“, Do 10.4., 19.30 Uhr (P), „Romeo & Julia

– Liebe ist alles“, Do 17.4., 19.30 Uhr (WA), ab 40 €,

www.stage-entertainment.de

Ursli Pfister

Die Shows der Geschwister Pfister, in der sie die Unterhaltungsbranche der

1960er- bis 1980er-Jahre liebevoll persiflieren, sind legendär. In seinem Solo

„Peggy March, Frau Huggenberger und ich“ lädt Ursli Pfister alias Christoph

Marti zu einer Zeitreise. Seine Jugend verbrachte er in den 1970er-Jahren

in der beschaulichen Schweiz. Songs wie „Mit 17 hat man noch Träume“ und

„Memories of Heidelberg“ liefen damals rauf und runter: Die US-Amerikanerin

Peggy March zählte damals zu den bekanntesten Schlagerstars.

Bar jeder Vernunft Schaperstr. 24, Wilmersdorf, Mi 2.4., 20 Uhr (UA), 38–58 €,

www.bar-jeder-vernunft.de

Fotos: sunstroem-effect; Fokke

20 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Foto: Chris Herzfeld Camlight Productions

Play Dead

Das 2020 gegründete multidisziplinär

arbeitende Ensemble People Watching

gastiert erstmalig in Berlin.

Mittels Akrobatik, Bewegungstheater

und Tanz erzählt „Play Dead“ gänzlich

ohne Worte scheinbar alltägliche Geschichten,

die auf dem zweiten Blick

das Skurrile und Absurde offenbaren.

bis 1.6., Chamäleon Theater

Falling | in Love

Der Protagonist der aktuellen Grand

Show heißt You. Er könnte Du und ich

sein. Denn wir alle hatten schon einmal

das Gefühl, nicht dazuzugehören

– verbunden mit dem Wunsch, unter

uns öffne sich der Boden und verschlucke

uns. Genau dies erlebt You:

Er stürzt durch ein Blütenmeer hindurch

in den Garten der Liebe. Für die

außergewöhnlichen 550 Kostüme

zeichnen u.a. Jean-Paul Gaultier sowie

Fecal Matter und Sasha Frolova

verantwortlich.

bis 5.7., Friedrichstadt-Palast

Ich hab‘ noch einen

Tesla in Berlin

Natürlich könnte eine Institution wie

Die Stachelschweine beim 75. Jubiläum

zurückschauen. Pustekuchen.

Die Autoren der neuen Produktion,

Frank Lüdecke und Sören Sieg, blicken

in die Zukunft. Der Fachkräftemangel

scheint überwunden, denn

die großen Konzerne sind alle ins

Ausland abgewandert. Am Vorabend

der Bundestagswahl gibt es beachtliche

Versprechen: Rente ab 55, kostenloser

öffentlicher Verkehr und

Mietendeckel auf dem Stand von

1989. Wie das finanziert werden soll?

Die Stadt wird an den meist Bietenden

verhökert.

bis 22.6., Die Stachelschweine

Die SchMERZTherapie

Die Ampel ist inzwischen abgeschaltet.

Und so verlangt auch „Die Ampeltherapie“

ein Update. In der Politkabarettproduktion

holt sich die

Bundestagspräsidentin Vertreter:

innen von drei Parteien an den Tisch,

die nach der Wahl am 23. Februar

eine Koalition bilden könnten. Doch

persönliche Befindlichkeiten und

ideologische Dogmen verhindern

sämtliche konstruktiven Ansätze.

bis 30.4., Die Distel

Footloose

Nach der Trennung der Eltern zieht

Ren McCormack mit seiner Mutter

aus Chicago zu Verwandten in eine

Kleinstadt, in der Alkohol genauso

verboten ist wie Rock’n’Roll. Doch er

beginnt gemeinsam mit anderen

Jugendlichen, sich gegen das strikte

Regiment zu wehren. Autor Dean

Pitchford hat das Drehbuch seines

gleichnamigen Kinofilms aus dem

Jahr 1984 als Musical adaptiert.

21.3., Theater am Potsdamer Platz

Rock the Ballet

Vor einer Leinwand mit Videoanimationen

treffen Tanz- und Musikstile

aufeinander, die bisher als wenig

kompatibel galten: Die US-amerikanische

Choreografin Adrienne

Canterna kombiniert in ihrem überarbeiteten

Erfolgsprogramm beispielsweise

Ballett und Hip-Hop oder

Urban Dance mit Klassik.

3.–5.4., Admiralspalast

A Simple Space

Das im australischen Adelaide beheimatete Ensemble

kehrt nach 2023 ins Chamäleon Theater zurück. Bekannt

dafür, in ihren Neuer-Zirkus-Produktion an und über das

körperliche Limit zu gehen, erfolgt in der neuen Show eine

räumliche Ausdehnung – bis hinein in den Publikumsraum.

Chamäleon Theater in den Hackeschen Höfen,

Rosenthaler Str. 39/40, Mitte, 5.6., 20 Uhr (P), 30-30 €,

www.chamaeleonberlin.com

Dave Davies

In „La deutsche Vita“ setzte er sich

mit „besorgten Bürgern“ auseinander,

die Hass im Internet verbreiten

oder auch mal geplante Unterbringungen

für Geflüchtete in Brand

stecken. „Life is Live“, so der Titel des

neuen Programms des zweifachen

Gewinners des Prix-Pantheon und

Träger des Deutschen Comedypreises,

lenkt den Fokus weg von negativen

Emotionen. Auch in finsteren

Zeiten solle es möglich sein, die

Leichtigkeit zurückzugewinnen.

4.4., ufaFabrik

Simply the Best

Die Rock-Show zeichnet die Karriere

von Rock-Legende Tina Turner nach,

die Ende der 50er-Jahre als Background-Sängerin

bei den Kings of

Rhythm anheuerte. Anfang der 80er

erlebte Tina Turner – grandios verkörpert

von Dorothea Fletcher –

schließlich den Durchbruch als Solo-

Künstlerin. Hits wie „Private Dancer“

oder „Two People“ sind nach wie vor

Bestandteil der Playlists zahlreicher

Radiostationen – und dieser Show.

11.+12.4., Theater am Potsdamer

Platz

ENTERTAINMENT

01.03.2025

Konzerthaus / 20 Uhr

VASILY PETRENKO

Véronique Gens Sopran

27.03.2025

Philharmonie / 20 Uhr

JÖRG WIDMANN

Christa Schönfeldinger

Glasharmonika

Teodoro Anzellotti

Akkordeon

Britten

„Four Sea Interludes“

Ravel

„Shéhérazade“ – Drei Poeme

Rimski-Korsakow

„Scheherazade“ – Sinfonische Suite

rsb-online.de

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Mozart

Sinfonie g-Moll KV 550

Adagio für Glasharmonika

Sinfonie C-Dur KV 425

Widmann

„Armonica“ für Glasharmonika,

Akkordeon und Orchester


ENTERTAINMENT

Varieté Gaga

In der fulminanten Show „20 20“ begeisterte der Komponist,

Pianist und Entertainer Jack Woodhead bereits das

Publikum. Die neue Produktion ist ganz auf den Expat

zugeschnitten. Darin beobachtet er die Stadt aus britischer

Perspektive, reflektiert aber auch seine eigene Entwicklung

– vom eher braven Musikstudenten zu einer exaltierten,

schillernden Persönlichkeit. Die musikalisch-narrativen

Elemente begleiten in gewohnter Manier internationale

Akrobatik-Stars mit atemberaubender Artistik.

Wintergarten Variete Potsdamer Str. 96, Tiergarten, Mi 5.3.,

20 Uhr (P), ab 51 €, www.wintergarten-berlin.de

Elisabeth

In den vergangenen Jahren begeisterte Gil Mehmerts Open-

Air-Inszenierung des Musical-Klassikers von Michael Kunze

und Sylvester Levay in den Sommermonaten das Wiener

Publikum. Jetzt ist die Fassung erstmalig in Berlin zu sehen.

Erzählt wird das Leben der jungen Kaiserin Sissi, die sich

nach der Hochzeit mit Franz Joseph wie in einem goldenen

Käfig gefangen fühlt. Ihrem Wunsch nach Selbstbestimmung

setzen die Konventionen des Hofes Grenzen. Ihre Melancholie

weicht einer Todessehnsucht.

Theater des Westens Kantstr. 12, Charlottenburg, Di 4.3. bis

So 6.4., ab 50 €, www.semmel.de

Rock around the Clock

Die Produktion entführt in die goldene

Ära des Rock’n’Roll mit Hits

von u.a. Chuck Berry, Jerry Lee Lewis

oder Buddy Holly.

11.4.–25.5., Estrel Showtheater

Paul Panzer

„Apaulalypse – Jede Reise geht einmal

zu Ende“ nimmt menschliche

Dummheit und Unzulänglichkeit

auseinander – und bereitet auf den

Weltuntergang vor. Doch keine Sorge,

natürlich kommt noch eine ironische

Brechung.

12.+13.4., Tempodrom

Serdar Somuncu

2023 hatte er sich von der Kabarettbühne

verabschiedet. Dabei

bleibt es. Stattdessen erläutert

Somuncu seine musikalische Sozialisation

und nimmt bei den damit

verbundenen Anekdoten wieder

kein Blatt vor den Mund.

27.4., Columbiahalle

Lucy van Kuhl

Die Pianistin und Kabarettistin entwickelt

mit der Premiere ihres Programms

„Geschickt verpackt“ ein

Plädoyer dafür, stärker auf den

Inhalt und weniger auf die Verpackung

zu achten. Das gelte in der

Liebe genauso wie beim Kauf eines

Schokoriegels. Chapeau!

3.5., Mehringhof-Theater

Ehrlich Brothers

Seit 2000 stehen die Brüder gemeinsam

auf der Bühne – und changieren

als Weltklasse-Magier äußerst

charmant zwischen scheinbar

simplen Kartentricks und aufwendigen

Illusionen, die den Schwerpunkt

der aktuellen Show „Diamonds“

bilden – einem Best-of der

vergangenen zehn Jahre.

10.+11.5., Uber Arena

Cindy aus Marzahn

Eigentlich verabschiedete sich Ilka

Bessin bereits vor Jahren von ihrer

Kunstfigur – doch jetzt gibt es ein

Wiedersehen. Schließlich gilt es das

20. Jubiläum zu feiern. „Einmal Prinzessin

und zurück“ lautet das Motto.

17.+18.5., Tempodrom

45 Jahre Schalottchen

Die sympathische Charlottenburger

Bühne feiert das Jubiläum mit einem

Straßenfest und Open-Air-

Auftritten von langjährigen Weggefährt:innen.

14.6., Theater Schalotte

Gayle Tufts

Gemeinsam mit Marian Lux am Flügel

präsentiert Gayle Tufts „Please,

Don’t Stop the Music”, das dringliche

Themen mit musikalischen Klassikern

und neuen Kompositionen

kombiniert.

24.–28.6., Bar jeder Vernunft

Edith rennt

Ades Zabel blickt auf das Schaffen

in Form eines Best-of zu blicken –

formal angelehnt an Tom Tykwers

„Lola rennt”. Unterstützung erhält

die Kunstfigur Edith Schröder in

bewährter Manier durch ihre Neuköllner

Freundinnen.

2.–19.7., BKA Theater

Sarah Hakenberg

An Stoff fehlt es der Musikkabarettistin

wahrlich nicht. In „Mut zur

Tücke“ begleitet sie sich wie immer

am Klavier und an der Ukulele. Ihre

bissigen Songs dekonstruieren die

Scheinheiligkeit „moralisch korrekter

Konsumenten“ ebenso wie die

Wutbürger:innen, die ihre Stimme

den Populisten geben.

1.8., ufaFabrik

Salim Samatou

In „Cancel Culture“ fragt der Standup-Comedian

mit marokkanischindischen

Wurzeln, ob es auch Berufsfelder

gibt, in denen weniger

„gecancelt“ wird und ob sich dieses

Phänomen bereits in der Steinzeit

beobachten ließ.

1.8., Die Wühlmäuse

Hazel Brugger

Ach herrje. Vor Kurzem wurde die

Schweizerin gerade einmal 30 Jahre

alt. Außerdem ist sie mittlerweile

zweifache Mutter und Eigenheimbesitzerin.

Heißt das, sie wird

langsam angepasster? Nö, sie ist

„Immer noch wach“. Und ihr staubtrockener

Humor zündet ebenfalls

bestens.

5.+6.9., Tempodrom

Fotos: Wintergarten; Zheng Tianran

22 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Montag, 26. Mai 2025, 20 Uhr

Berlin, Admiralspalast

TICKETS AUF


KLASSIK

Sanctum of Sound

Das 1897 errichtete AEG-Drehstromkraftwerk elektrisiert

heutzutage vor allem mit Ausstellungen, Performances

und Konzerten. Im April kehrt die Konzertreihe

zurück, die bis Oktober jeweils am ersten Sonntag im

Monat um 12 Uhr startet und – mit Ausnahme des Auftakts

– bis Mitternacht dauert. Hier treffen experimentelle

und zeitgenössische Sounds auf Alte Musik und

Klassik. Die Konzerte werden von choreografischen

Elementen begleitet.

MaHalla Wilhelminenhofstr. 76/77, Köpenick,

bis Oktober: 1. So im Monat, 12-0 Uhr, 50 € (Tagesticket),

www.mahalla.berlin

Tonhain-Kollektiv

Das 1911/12 ursprünglich als Kino

errichtete Gebäude ließen die

Mitglieder des jungen Tonhain-

Kollektivs umbauen. In diesem

Frühjahr soll der Abschluss

erfolgen. Parallel befindet sich

das Kammermusik-Ensemble in

der ersten Spielzeit. Darin geht

es um den Einfluss von Technik

auf Komposition und Musizieren.

Beim Saisonabschluss erklingt eine

Schubert-Bearbeitung und es wird

die Frage erörtert, ob künstliche

Intelligenz als nützliches Werkzeug

fungiert oder die Kreativität

bedroht.

Tonhain Thorwaldsenstr. 26,

Steglitz, Fr 28.3., Fr 25.4., Sa 10.5.,

Fr 13.6., je 19 Uhr, 15–20 €,

www.tonhain-kollektiv.org

Fotos: Promo (2)

24 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Melencolia

Das experimentelle Musiktheater

von Brigitta Muntendorf und Moritz

Lobeck eröffnet das diesjährige

Festival MaerzMusik. Ausgehend von

Albrecht Dürers Kupferstich „Melencolia

I“ setzen sich die Musiker:innen

des Ensemble Modern und Sänger:

innen des Apollo-Chors der Staatsoper

Unter den Linden mit unterschiedlichen

Konnotationen der

Melancholie auseinander.

21.+22.3., Haus der Berliner

Festspiele

Berliner Oratorienchor

Das Ensemble feierte kürzlich das

120. Jubiläum und zählt damit zu

den weltweit ältesten Laienchören.

Gesungen wird aber auf höchstem

Niveau. Das Konzert widmet sich

geistlichen Werken, die jedoch den

Fokus stärker auf die Musik als auf

die Religion legen, beispielsweise „Te

Deum“ von Georges Bizet und „Missa

sacra“ von Robert Schumann. Das

Vokalensemble wird von der Neuen

Preußischen Philharmonie begleitet,

deren Mitglieder sich aus Ensembles

wie der Staatskapelle Berlin, dem

Brandenburgischen Staatsorchester

Frankfurt/Oder oder dem Orchester

des Staatstheaters Cottbus zusammensetzen.

30.3., Philharmonie

The whole Truth

about Lies

Zugegeben, der Titel klingt nach

einem Paradoxon. Aber vielleicht ist

es auch gar nicht so einfach, Lüge

und Wahrheit stets trennscharf auseinanderzuhalten.

Donald Trump

nannte seine Unwahrheiten einfach

„alternative Fakten”. Aber neben

menschengemachten Fake News

mischen mittlerweile auch K.I.-Lügen

mit. Zeit für Nico & The Navigators

in Form eines heiter-hintersinnigen

Musiktheaters durch das

Daten-Wirrwarr zu navigieren.

10.-13.4., Radialsystem

Orbit – A War Series

Nach „Melencolia“ ist ein weiteres

Musiktheaterwerk von Brigitta Muntendorf

in Berlin zu sehen. Sie referiert

darin auf die New Yorker Künstlerin

Nancy Spero, die in ihrer Reihe

„The War Series“ (1966-70) Zusammenhänge

zwischen Macht, Gewalt

und Sexualität thematisiert. Muntendorf

kreiert ein immersives 3D-

Audio Space-Oratorium, dessen

Stimmen Ausschnitte aus Interviews

und Berichten unterschiedlicher

Kriegsregionen beinhalten.

2.-6.4., Humboldt Forum

Norma

Vasily Barkhatov inszeniert Vincenzo

Bellinis 1831 uraufgeführte Oper,

die zu den Höhepunkten des Belcanto

zählt. Die Titelfigur soll den Galliern

das Zeichen zum Aufstand gegen

die römische Kolonialmacht geben.

Doch sie befindet sich in einem Gewissenskonflikt.

Mit dem Römer

Pollione hat sie zwei Kinder. Zwar will

dieser aus der Region fliehen, doch

Normas zögert auch aus Angst, dass

ihr Doppelleben auffliegen könnte

und sie so der gesellschaftlichen

Ächtung ausgesetzt sein könnte. Die

Premiere erfolgt im Rahmen der

diesjährigen Festtage.

13.4., Staatsoper Unter den Linden

Rundfunk-Sinfonieorchester

Berlin

Bevor das RSB zur ausgedehnten

Asientour aufbricht, erkundet es in

Berlin neue Locations. Im Wedding

werden kammermusikalische Werke

u.a. von Ángel Villoldo, Astor Piazzolla,

Carlos Gardel und Rodrigo

Bauza aufgeführt.

13.4., Ballhaus Wedding

Don Giovanni

Der russische Regisseur Kirill Serebrennikov

beendet seine Mozart-da-

Ponte-Trilogie, die mit „Cosi fan tutte“

und „Le nozze di Figaro“ begann.

27.4., Komische Oper

Konzerthausorchester

Berlin

Bevor Anja Bihlmaier an der Staatsoper

mit den Proben zur zeitgenössischen

Oper „Cassandra“ beginnt,

dirigiert sie am Gendarmenmarkt

einen Abend, der den Bogen von

Mozart über Dvořák zu Ligeti schlägt.

3.+4.5., Konzerthaus

From the Quarter to

the (W)hole

Die Komponistin, Musikerin und Sängerin

Christina Wheeler übersetzt in

ihrem performativen Konzert afrodiasporische

Klänge und Motive in

zeitgenössische Musik.

Mai, Radialsystem

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KLASSIK

Piano-Marathon

Im vergangenen Jahr spielte die Pianistin Fidan Aghayeva-

Edler (Foto) etwa 300 Werke von 100 Komponistinnen

– darunter 24 Uraufführungen. Auch die zweite Ausgabe

widmet sich dem künstlerischen Schaffen von Frauen. Mit

Nina Guo (Sopranistin, Performancekünstlerin) und Mareike

Hein (Schauspielerin, bildende Künstlerin) entsteht eine

24-stündige Veranstaltung, die Klassik, Literatur und Performancekunst

zusammendenkt und eine Verneigung vor

dem Wirken von Marina Abramović und Yoko Ono darstellt.

St. Elisabeth Kirche Invalidenstr. 3, Mitte, Sa 17.5., 11 Uhr,

10-30 €, www.elisabeth.berlin

Ludovico Einaudi

Nach dem Studium am Mailänder Konservatorium wurde

der Italiener Meisterschüler bei Luciano Berio, einem der

wichtigsten Avantgarde-Komponisten. Einaudi wurde später

durch seinen eklektizistischen, experimentierfreudigen

Stil und vor allem für seine Scores zu Filmproduktionen

bekannt: Zuletzt schrieb er die Musik zu „Nomadland“ und

„The Father“ (beide 2020). Sein neues Album „The Summer

Portraits“ wurde von einem Urlaub auf einer Mittelmeerinsel

und von Gemälden in einer Villa inspiriert.

Waldbühne Glockenturmstr. 1, Charlottenburg, Sa 31.5.,

19.30 Uhr, ab 55 €, www.waldbuehne-berlin.de

Heaven, Earth &

Humanity

Die Berliner Symphoniker und der

Ernst Senff Chor Berlin führen Werke

von u.a. Brahms und Bruch auf.

Als Solist fungiert Guy Braunstein

(Violine).

10.6., Philharmonie

Boulez Ensemble

Von 1971 bis 1975 leitete Pierre

Boulez das BBC Symphony Orchestra

und elektrisierte mit der Ausrichtung

auf zeitgenössische Musik den

jungen George Benjamin (*1960).

Dieser studierte schließlich wie Boulez

bei Olivier Messiaen. Im Rahmen

von „Boulez 100“ dirigiert Benjamin

sein „Three Inventions for Chamber

Orchestra“ sowie Boulez‘ „... explosante-fixe

... “.

20.6., Pierre Boulez Saal

Lash

Nach „Il teorema di Pasolini“ kehrt

das irisch-britische Regieduo „Dead

Centre“ an die Deutsche Oper zurück.

Es bringt Rebecca Saunders erste

Oper zur Uraufführung. Darin steht

eine Frau an der Schwelle zum Tod

und blickt auf ihr Leben zurück.

20.6., Deutsche Oper

Staatsoper für alle

Unter freiem Himmel und bei freiem

Eintritt führt die Staatskapelle Berlin

Werke von u.a. Brahms auf. Am

Pult steht Christian Thielemann.

22.6., Bebelplatz

Berliner

Philharmoniker

Im Alter von 27 Jahren debütierte

Gustavo Dudamel bei den Berliner

Philharmonikern und das gleich beim

renommierten Waldbühnenkonzert.

Seit 2008 dirigiert er regelmäßig an

die Spree. Für den diesjährigen Saisonabschluss

hat Dudamel u.a. Auszüge

aus Leonard Bernsteins „West

Side Story“ geplant.

28.6., Waldbühne

Deutsches Symphonieorchester

Berlin

Die neuseeländische Dirigentin Tianyi

Lu gibt ihr Debüt beim DSO. Es

erklingt u.a. Salina Fishers „Tupaia“,

eine Hommage an den gleichnamigen

polynesischen Seefahrer und

tahitianischen Priester, der gemeinsam

mit James Cook Neuseeland

entdeckte.

5.7., Philharmonie

Aufstieg und Fall der

Stadt Mahagonny

1930 waren Bertolt Brecht und Kurt

Weill bereits ein eingespieltes Team,

als ihre Oper in Leipzig uraufgeführt

wurde. Die Handlung spielt in der

fiktiven US-amerikanischen Stadt

Mahagonny, die von einer Verbrecherbande

als Refugium genutzt

wird. Stefan von Peter, Intendant

der Oper am Theater Basel, inszeniert

den Klassiker. Die musikalische

Leitung obliegt Stefan Klingele.

17.7., Deutsche Oper

Die schweigsame Frau

Nach dem Tod von Hugo von Hofmannsthal

zweifelte Richard Strauss

daran, jemals wieder mit einem ähnlich

versierten Librettisten zusammenarbeiten.

Stefan Zweig schlug

ihm schließlich vor, Ben Johnsons

Komödie „Epicoene or The Silent

Woman“ (1609) zu bearbeiten. Bei

der Uraufführung 1935 bestand

Strauss darauf, dass der Name des

jüdischen Künstlers und dezidierten

Pazifisten Zweig auf dem Plakat erschien

– und brüskierte damit die

NS-Offiziere. Wenig später veranlasste

das Regime, das Werk nicht mehr

aufzuführen. Strauss prophezeite,

dass sich das Werk erst im 21. Jahrhundert

durchsetzen werde. Christian

Thielemann dirigiert die Staatskapelle.

19.7., Staatsoper Unter den Linden

West-Eastern Divan

Orchestra

Im Februar machte Daniel Barenboim

seine Parkinson-Erkrankung

öffentlich. Trotzdem wolle er sich

künftig auf Auftritte mit dem

West-Eastern Divan Orchestra konzentrieren.

Neben Beethovens

„Eroica“ erklingt Mendelssohns 1.

Klavierkonzert, bei dem Lang Lang

als Solist wirkt.

10.8., Waldbühne

Fotos: David Edler; Ludovico Einaudi

26 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


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Mo. 17. März 2025

Die Wühlmäuse

DI. 18.3.2025

DIE WÜHLMÄUSE

DI. 25. MÄRZ 2025

DIE WÜHLMÄUSE

FR. 11. APRIL 2025 TEMPODROM

Theater Mogul präsentiert:

Solo-Theater-Comedy mit Nebenwirkungen

SA. 26.4.2025 Buch: Heike Feist und Ralf Krämer · 15.30 Regie: Marc Lippuner UHR

SA. 7.6.2025 · 15.30 UHR

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26.4. & 27.4.2025

7.6. & 8.6.2025

DIE WÜHLMÄUSE

SO. 27.4.2025

SO. 8.6.2025

DIE WÜHLMÄUSE

MO. 28.4.2025

DIE WÜHLMÄUSE

PAWEL POPOLSKI

Polka Mania

SO. 4. MAI 2025

ERNST-REUTER-SAAL

SO. 11. MAI 2025

COLUMBIAHALLE

DO. 15. MAI 2025

FONTANE-HAUS

MI. 21.5.2025

UBER ARENA

Mi. 21.5.2025

Admiralspalast

DI. 27. MAI 2025 URANIA

MI. 28.5.2025

ADMIRALSPALAST

SERDAR

DO. 5. JUNI 2025

COLOSSEUM

FR. 6.6. – SO. 8.6.2025

TEMPODROM

Das BEST OF

zum Jubiläum

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FR. 31.10.2025

ADMIRALSPALAST

Perlen vor die Säue

DO. 13.11.2025

ADMIRALSPALAST

photo by Harald Hoffmann

DO. 20.11. &

FR. 21.11.2025

ADMIRALSPALAST

DEUTSCHER KLEINKUNSTPREIS 2017

live

FR. 12.12.2025

TEMPODROM


FAMILIE

Augenblick Mal!

Alle zwei Jahre lädt das Festival

je fünf Produktionen für

Kinder und Jugendliche nach

Berlin ein, konkret ins Atze

Musiktheater, ins Feld, Grips, in

die Parkaue und das Theater

Strahl. Die „Peer-Gynt“-

Überschreibung (Foto) der

Bürger:Bühne/Staatsschauspiel

Dresden untersucht gemeinsam

mit Jugendlichen, wie Selbstinszenierung

in den sozialen

Medien funktioniert und wie

authentisch diese tatsächlich

ist. Das Hamburger Ensemble

Die Azubis wiederum wendet

sich an junge Zuschauende ab

sechs Jahren. „Der allerbeste

Familienstreit. Ein Familienforschungsfest“

ist ein Plädoyer

für Rituale der Versöhnung.

Diverse Orte Di 6.–So 11.5., 7–15 €,

www.augenblickmal.de

Mimoto

Nach Gastspielen im Chamäleon Theater bringt die inklusive

Neuer-Zirkus- und Performanceinstitution Circus Sonnenstich

ihre aktuelle Produktion für Menschen ab zehn Jahren im Atze

Musiktheater zur Uraufführung. Die Artist:innen mit Trisomie21

gehen Fragen zur eigenen Identität nach und zeigen auf, wie

aus Individuen ein kollektives Bewusstsein entstehen kann. Die

Artistik- und Performance-Sequenzen werden dabei äußerst

poetisch mit choreografischen Szenen sowie Rap-Elementen

montiert.

Atze Musiktheater Luxemburger Str. 20, Wedding, Do 22.+Fr

23.5., 19 Uhr, 15–25 €, www.zbk-berlin.de

Newsroom

Wie werden öffentliche Diskurse beeinflusst? Woran erkennt

man Fake News? Und welche Rolle spielen Medien in einer

Demokratie? Das feministische Theaterkollektiv Henrike Iglesias

beantwortet diese wichtigen Fragen äußerst anschaulich:

Mittels Smartphones bestimmt das Publikum ab zwölf Jahren

den Inhalt einer Nachrichtensendung mit. Dabei werden auch

Aspekte wie Authentizität, Glaubwürdigkeit und Reichweite

beleuchtet. Kein Abend gleicht dem anderen, denn das Publikum

gestaltet diesen mit.

Theater an der Parkaue Parkaue 29, Lichtenberg, Di 29.4.,

18 Uhr (P), 15 €, www.parkaue.de

Fotos: Sebastian Hoppe; Sandra Schuck; Pia Henkel

28 tip Berlin Bühne Frühjahr 2025


Foto: Feliks Thiele

Ein Stück vom Mond

Sternenkonstrukteure vermitteln

Zuschauenden ab vier Jahren die

Beschaffenheit von Himmelskörpern,

insbesondere des Erdtrabanten.

30.3., Das Weite Theater/Storkower

Straße

Scheiblettenfeind

Babett Grube inszeniert die Comingof-Age-Geschichte,

die auf Eva Müller

gleichnamiger autofiktionaler

Graphic Novel basiert. Die 14-jährige

Protagonistin hat keine Empfehlung

fürs Gymnasium bekommen. In den

Ferien kommt sie nicht zum Entspannen,

sondern jobbt. Sie schämt

sich dafür, nicht klassischen Erwartungen

zu entsprechen. Später

schafft sie es, die Zulassung zum

Kunststudium zu erlangen. Aber wie

wird sie dieses unangenehme Gefühl

der Scham los?

30.3., Theater an der Parkaue

Nur wir alle

Das Puppentheater für Zuschauende

ab vier Jahren handelt von einer

Maus, einem Hirsch, einem Fisch und

einem Erdmännchen. Sie alle eint

eine Erfahrung: Auf die Frage, ob sie

mitspielen können, wurde ihnen

„nein“ geantwortet. Jetzt raufen sie

sich zusammen und erkennen, dass

sie gemeinsam stark sind.

2.+3.4., Schaubude Berlin

Queere Tiere

Das Berliner Ensemble The Metafiction

Cabaret entwickelte ein Musiktheater

für Kinder ab acht Jahren.

Darin treffen brütende Pinguinväter

auf einen empathischen Seepferdchen-Mann,

der die Schwangerschaft

übernimmt und seiner Frau damit

ermöglicht, weiterhin ihrer Arbeit

nachzugehen. Und dann gibt es noch

das Rudel Löwenmütter, das ohne

Väter die Kleinen großzieht. „Die

Natur ist Vielfalt und Vielfalt ist natürlich“,

betont das Ensemble und

trifft damit den Nagel auf den Kopf.

8.-10.4./3.-7.6., Schlossplatz Theater

Portraits in Motion

Seine Begegnungen mit unterschiedlichen

Menschen hält Volker Gerling

seit jeher in Form eines Daumenkinos

fest. Dabei filmt er auf der Bühne

die entstandenen Fotos unter

einer Videokamera ab, wirft die Bilder

auf die Leinwand und erzählt

äußerst lebendig die Geschichten

der Menschen. Im vergangenen Jahr

reiste er nach Israel und sprach mit

Menschen, die vom Hamas-Überfall

am 7. Oktober 2023 betroffen sind.

10.+11.4., Theater oN

Arbeitstreffen

Landesschultheater Berlin

Die Institution lädt bereits zur 42. Edition – somit handelt es

sich um eines der ältesten Festivals in Berlin. Theaterkurse

aus ganz Berlin, wie vom Rosa-Luxemburg-Gymnasium,

der Ellen-Key- und Mildred-Harnack-Schule (Foto) stellen

Stückentwicklungen oder Auszüge daraus vor. Jeden Abend

findet ein moderiertes Nachgespräch mit den präsentierenden

Gruppen statt. Austausch und konstruktives Feedback

machen den Kern dieser wertvollen Woche aus.

JugendKulturZentrum Pumpe Lützowstr. 42, Tiergarten, Mo

10.-Fr 14.3., tgl. ab 16 Uhr, 3-5 €, www.lvts-berlin.de

Kaputt

„Macht kaputt, was euch kaputt

macht“, lautet eine Hymne der Ton

Steine Scherben. Der Grips-Jugendclub

Teleskop geht dem mit 12- bis

15-Jährigen nach und untersucht,

was alles Neues entstehen kann,

nachdem etwas in die Brüche ging.

26.4., Grips/Podewil

Neu und vielfältig

Seit mehr als zehn Jahren führt das

Theater Strahl mit dem Studiengang

Szenisches Schreiben der UdK Berlin

die Werkstatt „Schreiben für junges

Publikum“ durch. Sie entstandenen

Skizzen werden in Form einer szenischen

Lesung präsentiert.

30.4., Theater Strahl/Schöneberg

O (Die Show)

Die Performance für Menschen ab

sechs Jahren entführt in die Welt der

Buchstaben und Wörter, zeigt zugleich

aber auch die Grenzen von

Kommunikation auf.

6.-8.5., Feld Theater

Theatertreffen

der Jugend

Das Nachwuchs-Äquivalent zum

renommierten Festival kommt ohne

Wettbewerbscharakter aus, sondern

fördert den Austausch zwischen den

beteiligten Gruppen. Am 24. März

erfolgt die Bekanntgabe der teilnehmenden

Ensembles.

30.5.-6.6., Haus der Berliner

Festspiele

Manche Sachen

weiß ich, aber ich

erinnere mich nicht

Barbara Yelin beschreibt in ihrer

Graphic Novel „Die Farben der Erinnerung“

die Lebensgeschichte von

Emmie Arbel, die als Fünfjährige ins

Konzentrationslager Ravensbrück

deportiert wurde. Sie überlebte und

zog 1949 mit ihrer Familie nach Haifa.

Noch heute kehrt die inzwischen

87-Jährige regelmäßig nach

Deutschland zurück, um als Zeitzeugin

Gespräche mit Kindern und Jugendlichen

zu führen. Der Theater-

Strahl-JugendClub untersucht

gemeinsam mit Regisseurin Sharon

On, wie es sich auch mit schmerzhaften

Erinnerungen weiterleben

lässt. Nach der Uraufführung auf der

Bühne wird das Stück auch in Ravensbrück

zu sehen sein.

12.6., Theater Strahl/Ostkreuz

Raschel.

Ein Stück Karton

Sarah Wissner entdeckt gemeinsam

mit dem Publikum ab drei Jahren

eine geheimnisvolle Welt, die sich in

einer viereckigen Schachtel befindet.

3.6., Schaubude Berlin

Props gehen raus

Im Regelfall bestimmen Erwachsene

über Kinder und deren Leben. Am

Grips Theater dreht sich das Prinzip

um. Junge Menschen zwischen neun

und zwölf Jahren schreiben ihr

Stück, kreieren Kostüme und Bühnenbild.

Anschließend inszenieren

s i e d i e s e s m i t e r w a c h s e n e n

Schauspieler:innen.

12.6., Grips/Podewil

Neuköllner

Theatertreffen der

Grund schulen

Das Festival ist in den vergangenen

drei Dekaden zu einer berlinweiten

Institution geworden, an der Schulen

aus allen Bezirken teilnehmen.

Das Prinzip dabei lautet: Kinder

spielen für Kinder. Adaptionen von

Märchen und literarischen Texten

treffen auf Themen mit gesellschaftspolitischer

Relevanz. Traditionell

findet der Auftakt im Heimathafen

Neukölln statt. Einen Monat

lang sind die Aufführungen dann an

unterschiedlichen Orten des Bezirks

zu erleben. Eine Übersicht über das

Programm bietet die Homepage:

www.ntt-g.com.

16.6.-4.7., diverse Orte

Space Explorers

Uraufführung des neuen Stücks von

Rinus Silzle, das für Zuschauende ab

acht Jahren die Möglichkeiten der

Freundschaft zwischen künstlicher

Intelligenz und Kindern ausleuchtet.

8.7., Theater an der Parkaue

Tanztreffen der Jugend

Junge Akteure aus Schulklassen und

freien Gruppen stellen ihre im vergangenen

Jahr entstanden Arbeiten

vor. Junge Choreograf:innen können

sich noch bis zum 31. März um die

Teilnahme bewerben.

27.9.-3.10., Haus der Berliner

Festspiele

FAMILIE

tip Berlin Bühne Frühjahr 2025 2 9


MEINE HIGHLIGHTS

Da will

ich hin

Berliner Kulturschaffende

verraten, auf welche

Veranstaltungen der nächsten

Zeit sie sich freuen

Jenny König

Die Schauspielerin wechselte 2011

vom Nationaltheater Mannheim an

die Schaubühne, wo sie seitdem als

Ensemble-Mitglied wirkt. Als Theaterund

Film schauspielerin wurde Jenny König

mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2023

für die Darstellung im Film „Die Spökenkiekerin

und das Fräulein.” An der Schaubühne

ist sie derzeit u.a. in „Nachtland”

(Text und Regie: Marius von Mayenburg)

sowie in „Bad Kingdom” (Text und Regie:

Falk Richter) zu sehen.

1

FEMME

PÉTRIFIÉE

2

MUTTIS

KINDER

3

HARRY

HASE’S

LATE NIGHT

Ich liebe Theaterabende, die mich zum

Nachdenken bringen – und „Femme Pétrifiée“

verspricht genau das. Es geht um

eine Künstlerin, die von ihrem eigenen

Genie überzeugt ist, aber das Gefühl

hat, übersehen zu werden. Während sie

in ihrem Brotjob als Museumsführerin

über vergessene Künstlerinnen spricht,

plant sie ihre eigene Unsterblichkeit:

Sie will sich selbst zum Fossil machen –

eine radikale Geste zwischen Kunst und

Umweltaktivismus.

Schauspielerin Claude Breton-Potvin

und Videokünstler-Schauspieler Sebastian

Pircher nehmen uns mit auf eine

Reise voller Fragen: Wer wird in der

Kunst sichtbar? Gibt es das weibliche

Genie? Und wie gehen wir mit unserer

eigenen Vergänglichkeit um? Ich bin

gespannt auf einen Abend zwischen

Tragik, Humor und Wahnsinn.

Ballhaus Prinzenstraße

Prinzenallee 33, Wedding

8.3., 20 Uhr, 10–15 €,

www.ballhausprinzenallee.de

Die Abende mit Muttis Kinder sind

für mich ein wilder Wirbelsturm aus

musikalischem Wahnsinn und perfektem

Harmoniegesang. Seit 20 Jahren beweisen

sie, dass man keine Instrumente

braucht, um ein ganzes Universum aus

Klang und Emotion zu erschaffen. Ihre

Shows sind ein Mix aus skurrilem Humor,

beeindruckender Stimmkunst und

Songs, die sich irgendwo zwischen Pop,

Chanson und völliger Überraschung

bewegen.

Ich kann es kaum erwarten, das Jubiläumsprogramm

live zu erleben. Ein

Best-of aus alten Lieblingsstücken, wie

Wicked Games und das Gitte-Hænning-Medley,

sowie neuen Arrangements,

wo mich jetzt schon auf das

Erraten der Songs freue. Und Ich weiß:

Ich werde lachen, staunen, wahrscheinlich

irgendwann leise mitsummen und

vielleicht das ein der andere Tränchen

vor Rührung weinen.

Bar jeder Vernunft

Schaperstr. 24, Wilmersdorf

29.4.–4.5., 20 Uhr (So 19 Uhr), 23–58 €,

www.bar-jeder-vernunft.de

Manchmal braucht es einfach einen

Abend, an dem man Tränen lachen

und verzaubert werden kann – und

genau dafür mache ich mit weiteren

Ensemblemitgliedern der Schaubühne

unser regelmäßiges Showformat Harry

Hase’s Late Night. Jeder Abend ist hier

wie eine kleine Wundertüte, in der

Spiel- und Talkshow nahtlos ineinander

übergehen. Ich bin immer wieder

fasziniert davon, mit wie viel Humor

der ausgewählte Stargast in die Spiele

einsteigt, mit wie viel Fantasie sich das

Ensemble in die Songs stürzt, und mit

wie viel Leidenschaft die Mitarbeitenden

von ihren Berufen erzählen. Und

wie der Abend dann letztendlich wird,

weiß niemand: Von einer nicht Saxofon

spielenden Julia Schubert, über einer

in der Telefonzelle verzweifelnden

Caroline Peters, bis hin zu einem cocktailmixenden

Jörg Hartmann war schon

alles dabei.

Schaubühne

Kurfürstendamm 153, Wilmersdorf

28.3., 21 Uhr, 12–47 €,

www.schaubuehne.de

Foto: Debora Mittel

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05.MÄRZ 2025

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09.MÄRZ 2025

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11. + 12. APR 2025

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30.APRIL 2025

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