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FINE Das Weinmagazin, 68. Ausgabe - 01/2025

Hauptthema: CHAMPAGNE DOM PÉRIGNON CHAMPAGNE Dom Pérignon: Ein Fest für alle Sinne Weitere Themen dieser Ausgabe EDITORIAL Wege zum großen Geschmack BORDEAUX Château Tronquoy: Die spät Berufenen BORDEAUX Vignobles Gonfrier: Vielfalt zwischen links und rechts BORDEAUX Château Montrose: Die Menge macht die Magie BURGUND Frédéric Mugnier, ein Ingenieur als Spitzenwinzer INTERVIEW Ein Gespräch mit Rebecca Heger und Patrizia Sabathi TOSKANA Isole e Olena: Legende inmitten von Wäldern TASTING Tenuta di Trinoro: Acht Jahrgänge in der Magnum NAHE Gut Hermannsberg: Preußens Erbe an der Nahe DAS GROSSE DUTZEND Niederhäuser Hermannsberg – inklusive 1927! WEIN & SPEISEN Jürgen Dollase isst im Krefelder Restaurant KRasserie GENIESSEN Gereifter Comté: Mit der Kraft des Kollektivs ELSASS Maison Trimbach: Evolution im Elsass TASTING Die besten deutschen Pinots Noirs von 2020 und 2022 RHEINGAU Weingut Krone: Zeitenwende bei den Gralshütern DIE PIGOTT-KOLUMNE Flucht vor der Wärme in Österreich und Burgund WEIN & ZEIT Weinbau in der Steiermark seit 1945 SELECTION Gipfeltreffen der Sommeliers RHEINGAU Erwachen am Rhein: Sechs junge Winzer im Porträt ABGANG An der Côte d’Allemagne

Hauptthema: CHAMPAGNE DOM PÉRIGNON
CHAMPAGNE Dom Pérignon: Ein Fest für alle Sinne

Weitere Themen dieser Ausgabe
EDITORIAL Wege zum großen Geschmack
BORDEAUX Château Tronquoy: Die spät Berufenen
BORDEAUX Vignobles Gonfrier: Vielfalt zwischen links und rechts
BORDEAUX Château Montrose: Die Menge macht die Magie
BURGUND Frédéric Mugnier, ein Ingenieur als Spitzenwinzer
INTERVIEW Ein Gespräch mit Rebecca Heger und Patrizia Sabathi
TOSKANA Isole e Olena: Legende inmitten von Wäldern
TASTING Tenuta di Trinoro: Acht Jahrgänge in der Magnum
NAHE Gut Hermannsberg: Preußens Erbe an der Nahe
DAS GROSSE DUTZEND Niederhäuser Hermannsberg – inklusive 1927!
WEIN & SPEISEN Jürgen Dollase isst im Krefelder Restaurant KRasserie
GENIESSEN Gereifter Comté: Mit der Kraft des Kollektivs
ELSASS Maison Trimbach: Evolution im Elsass
TASTING Die besten deutschen Pinots Noirs von 2020 und 2022
RHEINGAU Weingut Krone: Zeitenwende bei den Gralshütern
DIE PIGOTT-KOLUMNE Flucht vor der Wärme in Österreich und Burgund
WEIN & ZEIT Weinbau in der Steiermark seit 1945
SELECTION Gipfeltreffen der Sommeliers
RHEINGAU Erwachen am Rhein: Sechs junge Winzer im Porträt
ABGANG An der Côte d’Allemagne

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DOM PÉRIGNON

GENUSS FÜR ALLE SINNE

Chianti Classico Bordeaux Nahe Rheingau Burgund

Isole e Olena und Die Châteaux Montrose Gut Hermannsberg, Zwischen Drosselgasse Frédéric Mugnier

sein Cepparello und Tronquoy in St-Estèphe das Erbe Preußens und Spitzen-Riesling im Gespräch


FINE

DAS WEINMAGAZIN 1|2025

CHÂTEAU TRONQUOY 24 VIGNOBLES GONFRIER 30 CHÂTEAU MONTROSE 36

TENUTA DI TRINORO 66

DOM PÉRIGNON 12

FRÉDÉRIC MUGNIER 46 FRAUEN IM WEIN 52 ISOLE E OLENA 58 MAISON TRIMBACH 96

DAS GROSSE DUTZEND 84

9 FINE EDITORIAL _________________ Wege zum großen Geschmack

12 FINE CHAMPAGNE _______________ Dom Pérignon: Ein Fest für alle Sinne

24 FINE BORDEAUX _________________ Château Tronquoy: Die spät Berufenen

30 FINE BORDEAUX _________________ Vignobles Gonfrier: Vielfalt zwischen links und rechts

36 FINE BORDEAUX _________________ Château Montrose: Die Menge macht die Magie

46 FINE BURGUND __________________ Frédéric Mugnier, ein Ingenieur als Spitzenwinzer

52 FINE INTERVIEW _________________ Ein Gespräch mit Rebecca Heger und Patrizia Sabathi

58 FINE TOSKANA __________________ Isole e Olena: Legende inmitten von Wäldern

66 FINE TASTING ____________________ Tenuta di Trinoro: Acht Jahrgänge in der Magnum

70 FINE NAHE _______________________ Gut Hermannsberg: Preußens Erbe an der Nahe

84 FINE DAS GROSSE DUTZEND ___ Niederhäuser Hermannsberg – inklusive 1927!

88 FINE WEIN & SPEISEN ___________ Jürgen Dollase isst im Krefelder Restaurant KRasserie

94 FINE GENIESSEN ________________ Gereifter Comté: Mit der Kraft des Kollektivs

96 FINE ELSASS _____________________ Maison Trimbach: Evolution im Elsass

102 FINE TASTING ____________________ Die besten deutschen Pinots Noirs von 2020 und 2022

108 FINE RHEINGAU _________________ Weingut Krone: Zeitenwende bei den Gralshütern

114 FINE DIE PIGOTT-KOLUMNE _____ Flucht vor der Wärme in Österreich und Burgund

118 FINE WEIN & ZEIT ________________ Weinbau in der Steiermark seit 1945

124 FINE SELECTION ________________ Gipfeltreffen der Sommeliers

GUT HERMANNSBERG 70 WEINGUT KRONE 108

DROSSELGASSE 128

PINOT NOIR 2020 UND 2022 102

128 FINE RHEINGAU _________________ Erwachen am Rhein: Sechs junge Winzer im Porträt

146 FINE ABGANG ___________________ An der Côte d’Allemagne

6 FINE 1 | 2025 INHALT

INHALT FINE 1 | 2025 7



LIEBE LESERINNEN,

LIEBE LESER,

mindestens eines haben Menschen und Reben gemeinsam: Sie liefern ihre besten Leistungen oft

unter Stress. Deswegen schreiben wir Journalisten immer auf den letzten Drücker, und deswegen

entstehen in steilen, unwegsamen Lagen so großartige Weine, zum Beispiel am Ufer der Nahe.

Dort haben vor 120 Jahren die Preußen ein Mustergut aus dem Boden gestampft – oder vielmehr

aus dem Boden gesprengt, gehackt und geschaufelt. Die Umformung des Geländes geriet

buchstäblich zur Strafarbeit, zu der vorwiegend Häftlinge abkommandiert wurden; da, wo es

besonders gefährlich war, schickte man die verurteilten Mörder hin. Die Früchte dieses Gewaltakts

erntet in der Nachfolge der Staatsdomäne inzwischen Gut Hermannsberg: Sein Rebland

gehört ausnahmslos zu Großen Lagen wie Niederhäuser Hermannsberg, Schlossböckelheimer

Kupfergrube oder Traiser Bastei und bringt entsprechend monumentale Rieslinge hervor.

Ähnlich radikal wie die Preußen ins Nahe-Ufer hat der Architekt Ricardo Bofill in eine verfallene

Zementfabrik bei Barcelona eingegriffen, um daraus in den 1970er-Jahren sein Büro samt

Wohnung zu machen. Auch dort ist eine Art spektakulärer Landschaft entstanden, mit Steil wänden,

Klüften und wuchernder Vegetation. Jüngst diente dieses Schlüsselwerk der Postmoderne

als Kulisse, in der die beiden neuesten Editionen von Dom Pérignon vorgestellt wurden, eindrucksvolle

Lichtführung und Klaviermusik inklusive. Die Fülle an Eindrücken lässt sich mit der

Vielfalt von Aromen im Glas ebenso vergleichen wie der Reichtum der Motive und Anspielungen

in jenem Gemälde von Jean-Michel Basquiat, das der Künstleredition des Dom Pérignon 2015

zugrunde liegt. Sollte jemandem dieses Netz von Assoziationen zu dicht erscheinen, ist das kein

Problem: Er kann sich einfach an den Geschmack eines großen Champagners halten.

Zu großem Geschmack führen freilich ganz verschiedene Wege, das lässt sich in dieser FINE-

Ausgabe wieder einmal gut nachvollziehen. So nutzt auf Château Montrose in Saint-Estèphe

der Kellermeister Vincent Decup technische Mittel von elektronischen Sonden in Barriques bis

zur Chlorophyllmessung im Rebberg, um die Klasse seines Bordeaux noch weiter zu steigern,

und perfektioniert dafür selbst Details wie die Spundlochdeckel. Frédéric Mugnier verfolgt

einen anderen Ansatz. »Es ist nicht meine Aufgabe, Weine zu entwerfen oder zu konzipie ren«,

sagt er und stellt alle seine Burgunder auf genau die gleiche Weise her: »Der Ausbaupro zess

für einen Grand Cru und einen Ortswein aus Chambolle-Musigny oder Nuits-Saint-Georges

ist strikt derselbe. Ich brauche nicht zu wissen, was im Fass ist, um zu entscheiden, was ich tun

soll.« Ihre Erfolge geben beiden recht.

Hauptsache, ein Winzer bleibt wach und ruht sich nicht auf seinen Erfolgen aus. Diesen Fehler

hat manch einer im Rheingau begangen: Zu gelassen wurde da aus einst berühmten Häusern

auf den brummenden Tourismus geschaut, obwohl doch der Andrang in der Rüdesheimer

Drosselgasse »nicht der Tourismus ist, der auch mal fünf Große Gewächse am Abend umsetzt«.

Das sagt Alexander Schregel, einer von etlichen jungen Könnern in der Region, die sich gerade

ihre Plätze neben den unbestrittenen Größen erarbeiten und dabei einen jeweils eigenen Stil

ausprägen. Sein Riesling vom Lorcher Schlossberg ist jedenfalls so gut, dass Schregel für eine

Flasche 120 Euro berechnen kann. Einen zentralen Beitrag dazu leistet natürlich die grandiose

Lage, die steil genug ist, dass an Stress gewiss kein Mangel herrscht. Entspannen können sich

dann ja die Genießer.

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EDITORIAL

FINE 1 | 2025 9



FINEAUTOREN

ELLEN ALPSTEN wurde in Kenia geboren, hat in Paris studiert und lebt heute als freie Autorin in London.

Nach einer Reihe historischer und zeitgenössischer Romane verfasst die Schriftstellerin Bücher für große und

kleine Kinder. Journalistisch arbeitet sie für die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«, »Cicero« und »Vogue«.

DANIEL DECKERS Die Lage des deutschen Weins ist sein Thema – wenn er nicht gerade als Politik redakteur

der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« über Gott und die Welt zur Feder greift. An der Hochschule Geisenheim

lehrt Deckers Geschichte des Weinbaus und -handels. In seinem Buch »Wein. Geschichte und Genuss«

beleuchtet er durch mehr als 3000 Jahre die Rolle dieses unschätzbaren Kulturguts als Spiegel der Zeitläufte.

JÜRGEN DOLLASE hat sich schon als Rock musiker und Maler verdingt; als Kritiker der kulinarischen Landschaft

ist er heute eine feste Instanz. Viel beachtet sind seine Bücher über die Kunst des Speisens: Bei Tre Torri

erschien zuletzt seine »Geschmacksschule«; das visionäre Kochbuch »Pur, präzise, sinnlich« widmet sich der

Zukunft des Essens.

URSULA HEINZELMANN Die Gastronomin und gelernte Sommelière schreibt für die »Frankfurter Allgemeine

Sonntagszeitung«, die Magazine »Efflee« und »Slow Food« sowie Bücher übers Essen und Trinken.

Ihr Buch »China – Die Küche des Herrn Wu« (erschienen bei Tre Torri) liefert tiefe Einblicke in die vielfältige

Kochkunst der Chinesen.

UWE KAUSS In Weinkellern kennt er sich aus: Der Autor und Journalist schreibt seit 20 Jahren über Wein,

etwa für die »Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung«, die Weinmagazine »Enos« und »wein.pur«, das

»Genuss-Magazin« sowie das Internetportal wein.plus. Daneben hat er 16 Sach- und Kindersachbücher, einen

Roman und zwei Theaterstücke publiziert.

PAUL KERN Im Campingurlaub mit dem Sohn ei nes Weinjournalisten probierte Paul Kern Große Gewächse

aus dem Emaillebecher. Es folgten ein Weingutspraktikum in Südafrika, eine Kochausbildung in ei nem

Zweisternerestaurant sowie ein Studium der Weinwirtschaft in Geisenheim. Nun schreibt er über Wein und

Gastronomie für diverse Magazine und Führer.

STUART PIGOTT Seit der 1960 in London geborene studierte Kunsthistoriker und Maler im Wein – dem deutschen

zumal – sein Lebensthema fand, hat er sich mit seiner unkonventionellen Betrachtungsweise in den Rang

der weltweit geachteten Autoren und Kritiker geschrieben. Sein Buch »Planet Riesling« erschien bei Tre Torri.

RAINER SCHÄFER wuchs in Oberschwaben auf und lebt seit drei Jahrzehnten in Hamburg, wo er über

die Dinge schreibt, die er am meisten liebt: Wein, gutes Essen und Fußball, stets neugierig auf schillernde

Per sön lichkeiten, überraschende Erlebnisse und unbekannte Genüsse.

Die FINE-Charta mit den Regeln, nach denen wir

verkosten und bewerten, finden Sie im Internet unter

fine-magazines.de/die-fine-weinbewertung/

Titelfoto: Dom Pérignon Vintage 2015 und Plénitude P2 2006 von GUIDO BITTNER

10 FINE 1 | 2025 IMPRESSUM

VERLEGER UND HERAUSGEBER

Ralf Frenzel

r.frenzel@fine-magazines.de

CHEFREDAKTION

info@fine-magazines.de

ART DIRECTOR

Guido Bittner

TEXTREDAKTION

Boris Hohmeyer,

Katharina Harde-Tinnefeld

AUTOREN DIESER AUSGABE

Ellen Alpsten, Daniel Deckers,

Jürgen Dollase, Ursula Heinzelmann,

Uwe Kauss, Paul Kern, Stuart Pigott,

Rainer Schäfer

FOTOGRAFEN

Guido Bittner, Rui Camilo, Leif Carlsson,

Johannes Grau, Marco Grundt,

Alex Habermehl, Arne Landwehr

GRÜNDUNGSCHEFREDAKTEUR

Thomas Schröder (2008–2020)

VERLAG

Tre Torri Verlag GmbH

Sonnenberger Straße 43

65191 Wiesbaden

www.tretorri.de

Geschäftsführer: Ralf Frenzel

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Telefon: +49 611-57 99 0

b.erdem@fine-magazines.de

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oder per E-Mail: abo@tretorri.de

DRUCK

X-PRESS Grafik & Druck GmbH, Berlin

VERTRIEB

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Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht

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Verlag haftet nicht für unverlangt eingereichte

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EIN FEST

FÜR ALLE SINNE

DOM PÉRIGNON ERKUNDET NEUE WEGE

ZUR VERMITTLUNG SEINER LEGENDÄREN

CHAMPAGNER: UNTERSTÜTZT DURCH

QUERVERWEISE AUF MALEREI, MUSIK UND

KOCHKUNST SOLLEN DIE GENIESSER DER

JÜNGST VORGESTELLTEN JAHRGÄNGE

NACH DEN WORTEN VON CHEF DE CAVE

VINCENT CHAPERON »VOM MYSTERIUM ZUR

OFFENBARUNG ÜBERGEHEN«

Von UWE KAUSS

Fotos: Dom Pérignon

12 FINE 1 | 2025 CHAMPAGNE

CHAMPAGNE FINE 1 | 2025 13



Geschmack war längst nicht alles, als Dom Pérignon vorigen Sommer in Barcelona seinen

Jahrgang 2015 sowie den Plénitude P2 2006 vorstellte: Verkostet wurde zu den reduziertrepetierenden

Klavierklängen von Erik Saties melancholischer »Gymnopédie No.1« in

La Fábrica, jener einstigen Zementfabrik im Vorort Sant Just Desvern, die der Stararchitekt

Ricardo Bofill spektakulär für sein Büro und seine Wohnung umgebaut hatte.

La Fábrica, Schauplatz

der Präsentation:

Vor 50 Jahren hat

der Architekturstar

Ricardo Bofill eine

verfallene Zementfabrik

postmodern umgebaut

Zudem bat das Champagnerhaus seine Gäste zu der Schau »Trace« ins Ausstellungshaus

Palau Martorell in der Altstadt, das zuvor Werke von Marc Chagall präsentiert hatte

und sich derzeit bis zum 20. Juli Fernando Botero widmet. Höhepunkt war dort das

Materialbild »Grün des Waldes mit Ast« von Giuseppe Penone, einem Hauptvertreter der Arte

Povera, aus der Sammlung des Museums für zeitgenössische Kunst in Rochechouart. Für diese

Waldlandschaft hat Penone das Chlorophyll und die Säfte von Blättern und anderen Pflanzenteilen

auf die Leinwand abgerieben. Die Arbeit thematisiert die physische Berührung zwischen

Mensch und Natur anhand der Spuren, die durch den direkten Kontakt mit der Materie entstehen.

Dass ein darauf montierter echter Ast Penones Werk zu dem macht, was in der Kunst

Assemblage heißt, verstärkt noch die Parallelen zur Entstehung einer Champagner-Cuvée.

Folglich wurde diese Jahrgangspremiere zu einem Ereignis in der an Events beileibe nicht

armen Fine-Wine-Szene, das trotz angemessenem – und von den Besuchern erwartetem –

Lu xus weit mehr bot als nur Instagram-Posing und Glamour. Den üblichen auf Hochglanz polier -

ten Veranstaltungen hatten die Organisatoren des berühmten Champagnerhauses mit ih rem

Chef de Cave Vincent Chaperon einen Kontrapunkt entgegengesetzt: Ästhetische Kontraste,

intellektuelle Prozesse und Tiefgang der Geistes verbanden sich mit kulinarischem Genuss und

Hedonismus zu etwas Neuem.

14 FINE 1 | 2025 CHAMPAGNE

CHAMPAGNE FINE 1 | 2025 15



DIE SPÄT

BERUFENEN

WELCH SPEZIELLES TERROIR CHÂTEAU TRONQUOY IN SAINT-ESTÈPHE

BESITZT, WURDE ERST VOR ZWEI JAHRZEHNTEN SO RICHTIG DEUTLICH.

MIT DEM BERÜHMTEREN CHÂTEAU MONTROSE TEILT MAN HEIMATORT

UND EIGENTÜMER, DOCH EINES HAT TRONQUOY SEINEM GROSSEN

BRUDER SOGAR VORAUS: EINEN ERSTKLASSIGEN WEISSWEIN

Von PAUL KERN

Fotos JOHANNES GRAU

Auf dem Papier ist das unklassifizierte Château Tronquoy in Saint-Estèphe nur eines unter vielen Weingütern

im Médoc. Im Glas jedoch hebt es sich von den meisten Erzeugern ab, seine Weine können sich mit zahlreichen

Grands Crus Classés messen. Das liegt gewiss am gütigen Terroir, das sich kaum von den Deuxièmes Grands

Crus der Appellation unterscheidet – aber auch daran, wie klug man hier in Mensch und Material investiert hat.

Yves Delsol

Bei all dem Pompösen und Extraordinären im Médoc verlernt

man mitunter den wertschätzenden Blick für den

gehobenen Mittelbau. Ein großes Thema sind seit jeher

die Premiers Grands Crus Classés, doch schon bei den Deuxièmes

variiert das Ansehen stark von Château zu Château, ganz zu

schweigen von Troisièmes bis Cinquièmes. In Saint-Estèphe

sind 58 Weingüter aktiv – Hand hoch, wer mehr als fünf davon

aufzählen kann! Viel wurde zuletzt auch vom unteren Ende des

Bordelaiser Portfolios berichtet, über drohende Rodungen von

Reben und Dumpingpreise für AOP Bordeaux im Supermarkt.

Überraschend still ist es um den Bereich dazwischen, der in

seiner wirtschaftlichen Bedeutung nach wie vor den Ramsch-

Rouge ebenso übertriff wie die legendären Spitzen. Dabei bietet

gerade er die vielleicht größte Stärke von Bordeaux: Rotweine,

deren Preis nur leicht, deren Qualität aber deutlich über dem

Durchschnitt liegt.

Dass über Tronquoy so wenig gesprochen wird, liegt nicht

zuletzt daran, dass man sich dort während der mehr als 200 Jahre

dauernden Geschichte nie um eine Klassifikation bemüht hat.

Der Erzählung nach standen die Besitzer 1855 politisch quer

zum damaligen Kaiser und Initiator der Grand-Cru-Klassifikation

Napoleon III., sodass sie die Einstufung boykottierten. Auch als

24 FINE 1 | 2025 BORDEAUX

BORDEAUX FINE 1 | 2025 25



»FRAUEN HABEN

FÜR WEIN EIN

ANDERES GESPÜR

ALS MÄNNER«

REBECCA HEGER UND PATRIZIA SABATHI SPRECHEN ÜBER

TRADITIONEN UND ROLLENBILDER AUF WEINGÜTERN

Von UWE KAUSS

Fotos ARNE LANDWEHR

52 FINE 1 | 2025 INTERVIEW

INTERVIEW

FINE 1 | 2025 53



TENUTA DI TRINORO

Als Andrea Franchetti am 5. Dezember 2021 nach schwerer

Krankheit mit 72 Jahren starb, hatte er die Zukunft geplant

und vorbereitet: Sein Sohn Benjamin sollte seine beiden Weingüter

Tenuta di Trinoro in der Toskana und Passopisciaro in

Sizilien weiterführen. Das freilich kam für manche Beobachter

überraschend, denn Vater und Sohn waren grundverschieden

in ihren Persönlichkeiten und Interessen. Andrea Franchetti

galt als exzentrischer Lebemann, als sprunghaftes und dabei

geniales Enfant terrible des italienischen Weins, wogegen

Benjamin Franchetti, Jahrgang 1987, seine Karriere als Wissenschaftler

auf Fakten und empirische Forschung baute. In

London studierte er Ingenieurwesen, promovierte über die

mathematische Modellierung von Strömungsdynamik und

gründete ein Unternehmen für Agrartechnik.

ACHT JAHRGÄNGE IN DER MAGNUM

Benjamin Franchetti hat mit der Tenuta di Trinoro im Val

d’Orcia südöstlich von Siena eines der besten Weingüter

Italiens übernommen und tritt in große Fußstapfen, wenngleich

er auch sagt, dass »das Schwierigste schon von meinem

Vater erledigt wurde«. In dessen Sinn will er gemeinsam

mit dem Gutsleiter Calogero Portannese und dem Önologen

Lorenzo Fornaini den Betrieb in die Zukunft führen.

Der ikonische Rosso von 2021 ist der erste Jahrgang, für

dessen Ausbau Benjamin Franchetti verantwortlich war –

und hat in unserer Verkostung gleich sagenhafte 100 Punkte

bekommen. Ein Traumstart für den jungen Winzer, der noch

Großes vorhat: »Es ist, als lebte die Seele meines Vaters in

den Trauben weiter, aus denen dieser Wein besteht, und das

gibt mir sehr viel Zuversicht.«

66 FINE 1 | 2025 TASTING

TASTING FINE 1 | 2025 67



Jasper Reidel, Achim Kirchner

und Karsten Peter (von links)

PREUSSENS ERBE

AN DER NAHE

GUT HERMANNSBERG WAR VON ANBEGINN EIN EHRGEIZIGES PROJEKT,

DIE REBBERGE DER EINSTIGEN STAATSDOMÄNE WURDEN DEN FELSIGEN

UFERN GEWALTSAM ABGETROTZT. WENN DIE HEUTIGEN BETREIBER

AN DIE RIESLING-SPITZE STREBEN, IST DAS NUR KONSEQUENT – WOHIN

AUCH SONST MIT 30 HEKTAR LAND IN SIEBEN GROSSEN LAGEN?

Von RAINER SCHÄFER

Fotos ARNE LANDWEHR

70 FINE 1 | 2025 NAHE

NAHE FINE 1 | 2025 71



JÜRGEN DOLLASE

WEIN & SPEISEN

ALLES, WAS SPASS MACHT

JÜRGEN DOLLASE ISST BEI PHILIP RÜMMELE

UND INGO SPERLING IN DER KREFELDER KRASSERIE

Fotos GUIDO BITTNER

Wenn sich zwei in der Spitzengastronomie bewährte Kräfte für ein

neues Konzept zusammentun, geht es fast immer um mehr Sterne

und Punkte. Die Küche wird da schnell ein Mittel zum Zweck, und

stilistisch droht Mainstream. Ganz anders ist es bei der Krefelder KRasserie

gelaufen, in deren Namen das örtliche Autokennzeichen mit der Brasserie verschmilzt.

Hier soll die vertiefte Einsicht in Gastlichkeit, Wein und Speisen von

Ingo Sperling und Philip Rümmele ein Lieblingsrestaurant ergeben, einen Ort,

an dem man ohne Zwänge ein breites Spektrum von Traditionellem bis zur

Gourmetküche genießen kann, entsprechend begleitet von Weinen aller Kategorien.

Wenn die Gäste dabei fasziniert feststellen, dass immer wieder auch allererste

Qualitäten auf den Tisch kommen, ist das sozusagen eine Nebenwirkung

der Grundidee: Man bietet an, was in Küche und Keller Spaß macht, und ordnet

sich einfach nicht den Klischees eines bestimmten Restaurantformats unter. Das

ist selten, macht enorm viel Effekt und klingt unbedingt nach Zukunft, nach Sou ­

ve ränität von Könnern, die wissen, wie man seine Gäste glücklich macht. Das

überzeugende Menü für »Wein und Speisen« zeigt das in schönster Klarheit.

Chefkoch PHILIP RÜMMELE (40, r.) hat seine Ausbildung in Steinheuers

Restaurant in Bad Neuenahr­Ahrweiler absolviert. Nach kurzer Zeit als Commis

wechselte er für zweieinhalb Jahre als Chef de Partie zu Helmut Thieltges ins

Sonnora (drei Michelin­Sterne) in Dreis und machte danach seinen Küchenmeister

an der Hotelfachschule Heidelberg. Es folgten fast vier Jahre im Petit

Tirolia des Kitzbüheler Hotels Grand Tirolia, bevor Rümmele Küchenchef erst

im EssZimmer by Käfer in München, dann in der Schwabenstube im Hotel

Asperg und im Landhaus Stricker auf Sylt wurde. Nach diesen acht Jahren an

der Spitze von Gourmetküchen ging er als Küchenchef von Ingo Sperlings

Verve GmbH nach Krefeld, wo man neben der KRasserie auch ein umfangreiches

Veranstaltungs­ und Bankettprogramm hat. Rümmele beherrscht von

Bodenständigem bis zu feinster Spitzenküche das ganze Programm und kann

problemlos die Register wechseln. Geprägt hat ihn besonders seine Zeit bei

Helmut Thieltges, was zum Beispiel an seinen Saucen und an der Struktur vieler

Gerichte zu erkennen ist. Da gibt es dann echte Aha­Erlebnisse durch überraschende

Spitzenqualitäten, die man so in keiner Brasserie erwarten würde.

Chef des Hauses, Gastgeber und Sommelier in einer Person ist INGO

SPERLING (47), der in seinem gastronomischen Leben schon sehr unterschiedliche

Dinge gemacht hat. Nach der Ausbildung zum Hotelfachmann im Celler

Hotel Fürstenhof ging es gleich in seine Heimatstadt Berlin ins Margaux von

Michael Hoffmann (zwei Michelin­Sterne), wo Sperling als Commis de Rang

begann und vier Jahre später als Restaurantleiter und Sommelier aufhörte.

Auf weitere vier Jahre als Maître im Leipziger Falco (zwei Michelin­Sterne)

folgte ein zweijähriger Ausflug in den Autohandel. Weiter ging es als Berater zu

Nelson Müller, dann als Geschäftsführer der Elfrather Mühle nach Krefeld, als

Berater zum Sylter Landhaus Stricker und 2019 dann zurück nach Krefeld als

Inhaber und geschäftsführender Gesellschafter der Verve GmbH mit Brasserie,

Catering, Seminaren und Events – mit allerlei Pausen und Verwerfungen we ­

gen der Corona­Pandemie. Im Kern besticht Sperling aber nach wie vor durch

seinen Enthusiasmus als Gastronom und Gastgeber, in dieser Rolle war er 2024

auch »Liebling des Jahres« der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«.

Als Sommelier profitiert er nach eigenen Worten von der kulinarischen und

vinologischen Begeisterung seines Vaters, der ihm ein hervorragendes Gespür

für die Zusammenhänge von Wein und Speisen vermittelt hat.

88 FINE 1 | 2025 WEIN & SPEISEN

WEIN & SPEISEN FINE 1 | 2025 89



ZEITENWENDE

BEI DEN GRALSHÜTERN

LANGE WURDE DAS RHEINGAUER WEINGUT KRONE EHER ALS

EDLES ANHÄNGSEL DES GLEICHNAMIGEN TRADITIONSHOTELS

WAHRGENOMMEN. MIT NEUER LEITUNG UND BEWÄHRTEM

KELLERMEISTER HAT SICH DAS GEÄNDERT, DIE SPÄTBURGUNDER

VOM ASSMANNSHÄUSER HÖLLENBERG SIND GANZ OBEN DABEI

Von RAINER SCHÄFER

Fotos GUIDO BITTNER

108 FINE 1 | 2025 RHEINGAU

RHEINGAU FINE 1 | 2025 109



GIPFELTREFFEN

DER SOMMELIERS

FÜR DIE »WORLD’S BEST SOMMELIERS’ SELECTION« HABEN

34 DER WELTBESTEN PROFIS AUS MEHR ALS 1000 WEINEN DIEJENIGEN

AUSGEWÄHLT, DIE SIE IHREN GÄSTEN SERVIEREN MÖCHTEN

Von ELLEN ALPSTEN

»Welchen Wein empfehlen Sie dazu?« Diese Frage, die Tag für Tag in Restaurants rund

um die Welt unzählige Male gestellt wird, belegt den großen Einfluss der Sommeliers.

Deren Fachwissen macht sie zu einem festen, unentbehrlichen Glied in der Genusskette,

die vom Winzer über den Händler oder Agenten bis hin zum Endkunden reicht, der den

Wein zu seinem ausgewählten Mahl serviert bekommt.

Geruchssinn, Gaumen und Gebietskenntnisse,

das zeichnet einen guten Sommelier aus.

Die Weine der Welt sind so vielfältig und

faszinierend wie die Kulturen, aus denen sie stammen.

Jeder Wein erzählt von den Umständen seines

Werdens – von der Sonne, die seine Trauben reifen

ließ, über den Boden, der ihnen ihre mineralische

Note verlieh, bis zu den Menschen, die sie mit Hingabe

gekeltert haben. Doch was macht einen Wein

außergewöhnlich und unvergesslich? Ihr Wissen

darüber, ihre Erfahrung und ihr Gespür erlaubt es

Sommeliers, die besten Flaschen auszuwählen. Kein

Wunder, dass ihr unverbrämtes Urteil und ihre ehrli

che Empfehlung so begehrt sind.

Wie aber kann ein Winzer diesen Experten sei ne

Weine nahebringen und so auf neue Geschäftsfelder

und Absatzmärkte hoffen? Als eine Antwort auf die se

Frage hat Andrew Reed im letzten Jahr die »World’s

Best Sommeliers’ Selection« (WBSS) lanciert. Seine

nach dem Urgroßvater William Reed benannte

Firma ermittelte da bereits »The World’s 50 Best

Restaurants« sowie »World’s Best Vineyards«. Zum

zweiten Treffen sind in diesem Januar 34 der besten

Sommeliers – neun Frauen und 25 Männer, durchweg

erstaunlich jung – aus 18 Ländern von vier Kontinenten

angereist, um innerhalb einer knappen

Woche an die 1300 aus aller Welt eingereichte Weine

zu verkosten. Es ist erstaunlich, dass nicht noch viel

mehr Flaschen bereitstehen, denn die Teilnahmegebühr

beträgt kaum über 1000 Euro. »Verglichen

mit anderen Marketingausgaben eines Winzers ist

das ein Tropfen auf den heißen Stein, dessen Wirkung

aber den Niagarafällen gleichen kann«, sagt

Reed, der nach langer Zeit beim Militär erst spät im

Leben in die Familienfirma eingetreten ist: »Wird

ein Wein in die endgültige Liste der Sommeliers aufgenommen,

kann das seinen internationalen Durchbruch

bedeuten.«

Die Bandbreite der »World’s Best Som me liers’

Selection« deckt alle Geschmacksrichtungen und

Vorlieben ab, von klassischen Bordeaux­Cuvées über

elegante Burgunder bis zu exotischen Naturwei nen

aus Georgien oder Südafrika. Ein solches Gipfeltreffen

der Kenner verlangt einen passenden Rahmen,

und den bekommt es hier: Wotton House in Surrey,

eine Dreiviertelstunde südlich von London, mutet

an wie das Set eines klassischen James­Bond­Films –

ein palastartiges Manor House, dessen Kern aus

dem frühen 17. Jahrhundert stammt, umgeben vom

ältesten italienisch inspirierten Barockgarten der

Britischen Inseln. Bei unserer Ankunft suchen aufgescheuchte

Pfauen Schutz unter dem Dach eines

steinernen Pavillons, der Kies knirscht bei jedem

Schritt unter den Füßen.

Alle 34 Verkoster tragen Kopfhörer,

die jede Ablenkung aussperren

Im Verkostungsraum tief im Herzen des Schlosses

herrscht volle Konzentration. Alle 34 Meister tragen

Kopfhörer, die jede äußere sensorische Ablenkung

aussperren. Das Mobiliar lässt an eine Schulklasse

denken, ein Projektor flimmert, und am Whiteboard

stehen Notizen, die wie Codes aussehen. Oliven

und knackige Brotsticks liegen neben dem halben

Dutzend Flaschen auf jedem Tisch, um zwischen

den Schlucken den Gaumen zu reinigen. Wie die

Sommeliers kommen die Weine laut ihren Etiketten

von vier Kontinenten – etliche deutsche und österreichische

Güter sind auch dabei –, und die Verkostung

ist offen. Am Ende jedes Arbeitstages stehen

alle eingereichten Flaschen dann auf einer langen

Tafel aufgereiht, so können Neugierige wirklich alles

probieren und bewerten.

Natürlich schaffen es viele der Kandidaten

nicht auf die endgültige Liste. Der Sprung

gelingt, wenn ein Sommelier den Wein als

gut genug für sein Restaurant bewertet und ihn

auch anderen gleichgestellten Kollegen empfehlen

würde. Doch selbst wenn ein Wein an dieser Hürde

scheitert, ist die Teilnahme an der »World’s Best

Sommeliers’ Selection« für einen Winzer Gold wert.

»Wann«, fragt Andrew Reed rhetorisch, »bekommen

Sie schon ein offenes und ehrliches Urteil von einem

Top­Sommelier – von 30 davon ganz zu schweigen?

Sicher können Sie versuchen, sie auf Ihr Gut einzuladen,

aber das schaff sofort eine andere, nicht so

unparteiische Atmosphäre. Die Liste, die wir hier

erstellen, ist einzigartig.«

Die Auswahl für die »World’s Best Sommeliers’

Selection« beruht auf strengen Kriterien. Außer den

sensorischen Qualitäten Aroma, Geschmack und

Textur spielen die Herkunft, die Nachhaltigkeit des

Anbaus und die Historie des Guts entscheidende

Rollen: Die Sommeliers suchen nach Weinen, die

nicht nur hervorragend schmecken, sondern auch

besondere Geschichten erzählen. Wichtig für die

Liste ist zudem die Balance zwischen Tradition und

Innovation. Neben vielen Erzeugern, die ihr Handwerk

seit Generationen perfektioniert haben, finden

124 FINE 1 | 2025 SELECTION

SELECTION

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DAS MAGAZIN FÜR WEIN UND GENUSS

Viermal im Jahr richtet FINE Das Weinmagazin einen faszinierenden Blick auf die

großen Weine der Welt – mit wissenswerten Infor mationen, fesselnden Reportagen,

spannen den Porträts, exklu siven Verkostungen und vielem mehr, geschrieben und

recherchiert von sachkundigen, sprachmächtigen Autoren, bebildert mit ausdrucksstarker,

lebendiger Fotografie, präsentiert in groß zügiger, prächtiger Auf machung:

ein unverzichtbares Lesevergnügen für Weinliebhaber, Sammler und Genießer.

FINE DAS WEINMAGAZIN IST ERHÄLTLICH IM AUSGEWÄHLTEN BUCH- UND

ZEITSCHRIFTENHANDEL IN DEUTSCHLAND, ÖSTERREICH UND DER SCHWEIZ.

FINE DAS WEINMAGAZIN 2|2025 erscheint

im Juni 2025

… voraussichtlich mit diesen Themen: TOSKANA Sassicaia, der Supertoskaner mit

französischen Wurzeln MOSEL Weingut Markus Molitor: Großes vom Schiefer

LUXEMBURG Château Pauqué sowie die Domaines Alice Hartmann und Henri

Ruppert CHAMPAGNER Dom Pérignons Chef de Cave Vincent Chaperon im

Gespräch PROVENCE Sommerliches mit Anspruch: Rosés von Minuty, Château

d’Esclans und Château Galoupet VERKOSTUNG Gereifte Schweizer Weine

INTERVIEW Wie schauen die Franzosen auf deutsche Weine? Der erfahrene Kritiker

Michel Bettane erklärt es SÜDAFRIKA Swartland und Hemel-en-Aarde Valley

WEIN & SPEISEN Jürgen Dollase isst bei Christoph Kunz im Münchner KOMU

WEIN & ZEIT Von der Etsch bis …? Erinnerungen an Deutsch- und Italienisch-

Tirol KOLUMNEN von Ursula Heinzelmann und Stuart Pigott

2| 2025 Deutschland € 20 Österreich € 21,00 Italien € 24,50 Schweiz chf 35,00 Benelux € 22,90

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SASSICAIA

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FINEABGANG

AN DER CÔTE

D’ALLEMAGNE

Côte de Beaune und Côte de Nuits haben ernsthafte Konkurrenz bekommen: Neben

diese beiden burgundischen Anbaugebiete tritt inzwischen die Côte d’Allemagne. So

jedenfalls nenne ich die imposante deutsche Rotwein-Landschaft, die von der Ahr bis

hinunter nach Baden reicht und die traditionsreichen französischen Größen zum Dreigestirn

ergänzt. Nein, das ist keine patriotische Übertreibung. Wer es nicht glauben mag, probiere

sich einmal durch die Spitzenweine aus Pinot Noir alias Spätburgunder, die uns eine mittlerweile

kaum mehr überschaubare Zahl von Gütern liefert. Ich erwähne hier nur Meyer-Näkel

und Jean Stodden an der Ahr, Markus Molitor an der Mosel, Chat Sauvage, Kloster Eberbach

und Weingut Krone im Rheingau, Klaus Peter Keller in Rheinhessen, Rudolf Fürst in Franken,

Friedrich Becker, Knipser und Rings in der Pfalz, Dr. Heger, Bernhard Huber, Franz Keller,

Schloss Ortenberg und Salwey in Baden – und bitte all jene um Verzeihung, die nicht hier stehen,

obwohl sie eigentlich auch in diese Aufzählung gehört hätten.

Qualitätsbewusstsein, Ehrgeiz und gewachsene Erfahrung tragen zur geballten Klasse

hierzulande ebenso bei wie ein zunehmend rotweinfreundliches Wetter. Ob unsere westlichen

Nachbarn diese Leistung schon erkannt haben und angemessen würdigen, ist eine andere Frage.

Beantworten wird sie uns in der nächsten FINE-Ausgabe Michel Bettane mit der Autorität des

erfahrenen französischen Weinautors. Wir sind gespannt.

Ihr Ralf Frenzel

Verleger und Herausgeber

Belebt den

Weingenuss.

Ein guter Wein – das ist Genuss pur. Und zu jedem guten Wein empfiehlt sich ein ebenso gutes

Wasser. Staatl. Fachingen ist perfekt, denn es wirkt ausgleichend auf den Geschmackssinn,

indem es die Geschmacksnerven neutralisiert. Eine ideale Basis, um die vielschichtigen Aromen

des Weines genießen zu können. Staatl. Fachingen – belebt den Weingenuss!

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