INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/2025
INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/2025
INDUSTRIELLE AUTOMATION 1/2025
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19239
SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE
01
März 2025
€ 13,00
TITEL
10 Energiemanagement:
Die Zukunft ist smart
Laserscanner vermessen
14 komplette Geometrien in 3D
EXTRA
Sonderteil IndustrialVISION –
Kameras, Software, Objektive & Co.
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SENSOREN SIND
DIE SINNE DER
DIGITALISIERUNG
VOM MESSWERT
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nachhaltiger zu werden. Das ist „Smart in sensing“.
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EDITORIAL
WIE KANN UNS DER
TURNAROUND GELINGEN?
Energieintensive Unternehmen wie die Chemie-, Metall- oder die Papierindustrie
stehen vor großen Herausforderungen. Denn die gestiegenen,
volatilen Energie- und Rohstoffkosten, wachsende Bürokratie und stagnierende
Produktivität lassen sich zur Zeit kaum überwinden. Dazu zählt
auch die Lebensmittelbranche. Thermische Prozesse wie Erhitzen, Kühlen,
Trocknen und Pasteurisieren erfordern große Mengen an Energie. Da viele
Unternehmen ihre Wärmeerzeugung aktuell elektrifizieren, steigt ihr
DIE INDUSTRIE BRAUCHT
EINE STABILE ENERGIE-
UND DATENVERTEILUNG
Strombedarf stark. Ein Beispiel
ist die Groß-Konditorei
Coppenrath & Wiese. Sie setzt
daher bei allen Prozessen und
Anlagen bereits seit Jahren
auf energieeffiziente Lösungen: Wärmerück gewinnung, Wärmepumpen
und hocheffiziente Antriebe. Zudem kommt ein KI-basiertes Energiemanagementsystem
zum Einsatz, das die Prozesse ganzheitlich betrachtet
und Optimierungspotentiale aufzeigt. Derartige Lösungen sind aber nicht
nur für die Lebensmittelindustrie von Vorteil, wie unsere Titelstory zeigt.
Eine neue, weitere Möglichkeit nachhaltiger zu produzieren sind sogenannte
DC-Microgrids (Gleichstrom-Mikronetze). Denn Gleichstrom liefert
mehrere Vorteile für ein modernes, industrielles Stromnetz: Wandlungsverluste
und Spitzenlasten werden minimiert, der Kupferverbrauch in den
Leitungen kann um etwa die Hälfte reduziert werden und die Integration
von erneuerbaren Energien wird deutlich effizienter. Die Entwicklung der
DC-Technologie ist zudem eine der Voraussetzungen, um die Kopplung
der klimarelevanten Sektoren Infrastruktur und Mobilität voranzutreiben.
Welche Effizienzgewinne sich daraus ergeben und welche Rolle zukunftsfähige
Connectivity spielt, darüber berichten wir ab Seite 34. Machen wir
uns also auf den Weg zur Energiewende in der Industrie.
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Nicole Steinicke
Chefredakteurin
INDUSTRIELLE AUTOMATION
Ebenheitsmessung
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EDITORIAL
03 Wie kann uns der Turnaround gelingen?
SZENE
06 News und Trends und Personalien
08 Hannover Messe: Digitale Lösungen
mit KI und Drives
FOKUS SUSTAINABILITY
10 TITELSTORY Die Zukunft ist smart
SENSORIK UND MESSTECHNIK
14 Laserscanner vermessen komplette
Geometrien in 3D
18 Mit moderner Sensorik und Single Pair
Ethernet zum smarten Gewächshaus
20 Wie sich die Messgenauigkeit moderner
Sin/Cos-Sensoren adäquat umsetzen lässt
23 Update: Produkte, Technologien, Trends
STEUERN UND ANTREIBEN
26 Analysetool überwacht den Zustand
smarter Getriebe
TITEL
10
34
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
28 Profinet Security Class 1 für eine zuverlässige
Überwachung von Geräten in Ethernet-basierten
Umgebungen
31 Update: Produkte, Technologien, Trends
32 Neue Normen für mobile Plattformen
bedarfsgerecht umsetzen
34 Warum die Verbindungstechnik eine
entscheidende Rolle in der Energieversorgung spielt
37 Update: Produkte, Technologien, Trends
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
38 Per Funk zum Greifer: Praxisgerechte Alternative
zu kabelgebundenen Schaltgeräten
40 Wie Softwarehersteller die Anforderungen
des Cyber Resilience Act erfüllen können
44 Verbindungstechnik: Wie sich der CO 2
-Fußabdruck
vom Rohstoff bis zum Versand abbilden lässt
46 Update: Produkte, Technologien, Trends
Anzeige: Weidmüller GmbH & Co. KG
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BEILAGE
Ein Teil dieser Ausgabe enthält eine
Beilage der MEORGA GmbH, Dillingen.
Lesen Sie, wie ein Systembaukasten die Energieeffizienz
in der industriellen Produktion steigert
4 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SPECIAL AUTOMATISIERUNGSTREFF
48 Praxisnahe Einblicke in die Zukunft der
Industrie
50 Induktivsensoren: Automations-Allrounder,
die mehr können, als man denkt
52 Embedded KI im Sensor: KI-Funktionen als
optionaler Add-on-Funktionsbaustein
für bestehende Steuerungslösungen
54 Wie Process Mining Produktionsprozesse
effizienter macht
56 Wie neue Technologien den OEE-Einstieg
vereinfachen
SONDERTEIL INDUSTRIAL VISION
58 IM FOKUS News & Trends aus der
industriellen Bildverarbeitung
59 Hyperspectral Imaging: Echtzeit-Geschmacksprüfung
von Lebensmitteln
60 Parkettboden: Intelligente Inferenzkameras
kontrollieren Klebefugen
62 Auf Maß: Einsatz von Infrarottechnologie in
der Intralogistik
64 Update: Produkte, Technologien, Trends
ENERGIE:BILANZ
66 Mit offener Automatisierung Nachhaltigkeit
stärken
65 Impressum
67 Vorschau 02/2025
62
NEWS & TRENDS
Personalien
STAFFELÜBERGABE
BEIM AMA-VERBAND
Der AMA-Verband für
Sensorik und Messtechnik e.V.
startete mit einem Wechsel in
der Geschäftsführung ins
neue Jahr. Seit dem 1. Januar 2025 leitet Philipp
Gutmann als neuer Geschäftsführer den
Verband und tritt damit die Nachfolge von
Thomas Simmons an, der den AMA-Verband
über 17 Jahre prägte. In einer Übergangsphase
wird er Philipp Gutmann beratend begleiten,
um eine kontinuierliche Weiterführung der
Verbandsaktivitäten zu gewährleisten, bevor
er in den Ruhestand tritt.
www.ama-sensorik.de
JANITZA ENERGY DAY 2025
Auf dem diesjährigen
Janitza Energy Day standen
die Herausforderungen der
Energiewende im Fokus.
Janitza schaffte damit einen
Raum, in dem Experten,
Unternehmen und Interessierte
zusammenkommen, um das Spannungsfeld
zwischen notwendigen Veränderungen und
wirtschaftlichen Herausforderungen neu zu denken.
Keynote-Speaker war Ranga Yogeshwar. Sein Vortrag
gab spannende Einblicke in die Chancen und Herausforderungen
der Künstlichen Intelligenz.
www.janitza.de
NEUER CHIEF TECHNOLOGY OFFICER
BEI ZWICKROELL
Ping Bu Loke (rechts im Bild) ist neuer Chief Technology
Officer (CTO) beim Ulmer Prüfmaschinenhersteller
Zwickroell. Zum 1. Januar 2025 übernahm er die Aufgaben
von Roland Eisenlauer, der das Unternehmen
künftig als Berater unterstützt. Vor seinem Einstieg bei
Zwickroell war Loke Teil der Geschäftsleitung bei Rohde
& Schwarz. Operativ leitete er dort den Unternehmensbereich
Corporate R&D. „Ich freue mich sehr, in einem
erfolgreichen und werteorientierten Familienunternehmen
künftig die Verantwortung für Technik, Entwicklung
und Innovation zu übernehmen“, sagt Loke. Der
42-Jährige verfügt über umfangreiche internationale
Erfahrung und fundiertes Fachwissen in Maschinenbau,
IT und Innovationsmanagement. Bei Zwickroell wird er
zunächst die Verantwortung für die Bereiche Serien- und
Projektma schinen sowie zentrale Software-Entwicklung
überneh men. Der Wechsel in der Geschäftsleitung bei
Zwickroell war notwendig geworden, da der bisherige
CTO Roland Eisenlauer Mitte des Jahres aus persönlichen
Gründen seinen Rückzug aus der Zwickroell-Geschäftsleitung
bekanntgegeben hatte. Er wird das Unternehmen
aber künftig als Berater unterstützen.
www.zwickroell.com
FORUM: EFFIZIENTE ANLAGENOPTIMIERUNG MIT IO-LINK
IO-Link ist ein herstellerunabhängiger Kommunikationsstandard,
der es ermöglicht, Sensoren und Aktoren in der Automatisierungstechnik
nahtlos in das übergeordnete Steuerungssystem zu
integrieren und darüber hinaus einfach zu parametrieren und zu
konfigurieren. Zudem ermöglicht sie eine einfache Integration
neuer Sensoren und Aktoren in bestehende Anlagen. Dies
erleichtert die Modernisierung und Umrüstung von Produktionslinien,
ohne dass umfangreiche Änderungen an der Steuerungshardware
vorgenommen werden müssen. Unternehmen
können somit ihre Anlagen schrittweise verbessern und an neue
Anforderungen anpassen, ohne hohe Investitionskosten zu
verursachen. Wenn Sie wissen möchten, wie das alles geht, dann
bietet Ihnen das IO-Link Forum am 27. Mai in Friedrichshafen
einen Wissensaustausch und verspricht wertvolle Einblicke in die
Welt der industriellen Automatisierung und Kommunikationstechnologien
mit IO-Link. Das Forum ist für Teilnehmer gebührenfrei,
um eine rechtzeitige Anmeldung vorab wird jedoch unter
www.io-link.com gebeten.
www.profibus.de
6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
MSR-SPEZIALMESSE
IN LEVERKUSEN
Meorga veranstaltet am
9. April 2025 in der Ostermann-Arena
in Leverkusen
eine Fachmesse für Mess-,
Steuerungs- und Regeltechnik,
Prozessleitsysteme und
Automatisierungstechnik.
Etwa 130 Unternehmen zeigen
ihr Leistungsspektrum, Geräte und Systeme, Engineering- und Serviceleistungen
sowie neue Trends im Bereich der Automatisierung. Darüber hinaus können
sich die Besucher in 36 praxisnahen Fachvorträgen umfassend über den
aktuellen Stand der MSR-Technik informieren. Auf den Ständen sind die
jeweiligen regionalen Ansprechpartner vertreten. Die Messe richtet sich an
Fachleute und Entscheidungsträger, die in ihren Unternehmen für die Optimierung
der Geschäfts- und Produktionsprozesse entlang der gesamten
Wertschöpfungskette verantwortlich sind. Der Eintritt zur Messe und die
Teilnahme an den Fachvorträgen sind für die Besucher kostenlos. Registrierung
über www.meorga.de/besucher-anmeldung/leverkusen
www.meorga.de
„Die Aufwendungen für Forschung und
Entwicklung im Maschinen- und Anlagenbau
sind 2023 kräftig um 11,5 Prozent auf
ein Rekordniveau von 8,4 Milliarden Euro
gestiegen. Das ist auch inflationsbereinigt
ein beachtliches Ergebnis.“
Hartmut Rauen, stellvertretender
Hauptgeschäftsführer des VDMA, Frankfurt
OPTIMISTISCH TROTZ PRODUKTIONSRÜCKGANG
Auch wenn sich die Nachfrage
nach Werkzeugmaschinen
stabilisiert und sich die
Rahmenbedingungen etwas
verbessern, erwartet der VDW
(Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken)
2025
einen Rückgang der Produktion
von 10 Prozent. Franz-Xaver
Bernhard (Mitte), Vorsitzender
des VDW gab sich auf der
Jahrespressekonferenz des
Verbands dennoch optimistisch:
„Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie
sieht sich
im internationalen Wettbewerb sehr gut aufgestellt, dies trotz der zahlreichen
Herausforderungen.“ Seit Jahrzehnten sind deutsche Hersteller führend in
Produktion und Export. 2024 belegten sie in der Produktion Platz 2 hinter
China und im Export Platz 1, gleichauf mit China. Auch in schwierigen Zeiten
investieren sie stabil rund drei Prozent ihres Umsatzes in Forschung und
Entwicklung. „Auf diesem Fundament können die Unternehmen Nachfrageschwankungen
gut bewältigen. Das haben sie in früheren Schwächephasen
oft genug bewie sen“, resümiert Bernhard.
www.vdw.de
KLEINER, SCHNELLER,
SMARTER
Ethernet Connectivity für die
industrielle Transformation
Ethernet übernimmt in immer mehr
Bereichen den Job des universellen
Kommunikationsprotokolls. Damit
wird die Vision eines einheitlichen
Protokollstandards für die Kommunikation
von der Cloud bis an jeden
Sensor möglich – damit wird das IIoT
immer mehr Realität. Doch keine
industrielle Transformation mit Ethernet
ohne die passende Infrastruktur.
www.HARTING.com/industrial-ethernet
NEWS & TRENDS
HANNOVER MESSE
DIGITALE LÖSUNGEN
MIT KI UND DRIVES
Die diesjährige Hannover Messe steht
unter dem Motto „Shaping the Future
with Technology“. Die Weltleitmesse
der Industrie erwartet vom 31. März
bis 4. April mehr als 4.000 Aussteller aus
aller Welt. Sie zeigen zukunftsweisende
Lösungen aus dem Maschinenbau, der
Elektro- und Digitalindustrie sowie der
Energiewirtschaft. Der Ausstellungsbereich
Smart Manufacturing umfasst
sieben Hallen: Präsentiert wird hier, wie
neuste Technologien, Komponenten,
integrierte Industrie 4.0-Lösungen und
nicht zuletzt Künstliche Intelligenz dazu
beitragen, Produktionsprozesse noch
effektiver und nachhaltiger zu gestalten.
Der Wettbewerb der führenden Industrienationen spitzt
sich weiter zu. Gleichzeitig eröffnen neue Technologien
wie Künstliche Intelligenz enorme Chancen, um die
Produkti vität und Effizienz weiter zu steigern. Unternehmen
stehen vor der Herausforderung, neue Technologien schnell
zu integrieren und sich strategisch neu auszurichten.
Wichtige Impulse und Orientierung gibt hier seit dem Jahr 1947
die Hannover Messe. Auch Industrie 4.0 habe auf der Hannover
Messe ihren Anfang genommen und werde hier nun mit dem
Thema Künstliche Intelligenz (KI) fortgeschrieben, so Dr. Jochen
Köckler, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Messe AG. „Hier
erfahren die Besucher aus aller Welt, welche Technologien ihren
Erfolg sichern und wie sie diese sofort in ihre Prozesse integrieren
können.“ Es gibt folgende Hauptausstellungs bereiche: Smart
Manufacturing, Digital Ecosystems, Energy for Industry, Compressed
Air & Vacuum Technology, Engineered Parts & Solutions,
Future Hub und International Trade & Investment.
KI UND ROBOTIK HAUTNAH ERLEBEN
Künstliche Intelligenz gilt als entscheidend, um das nächste
Level der Automatisierung zu erreichen. Dabei ist KI längst kein
bloßes Zukunftsversprechen mehr, sondern ein praxistaugliches
Werkzeug, das bereits heute einen Mehrwert schafft. Im Ausstellungsbereich
Smart Manufacturing dreht sich alles um die intelligente
und nachhaltige Produktion. In sieben Hallen präsentieren
Unternehmen hier neuste Technologien und Lösungen.
Wie diese Anwendungen rund um die Robotik aussehen, ist
dieses Jahr wieder im Application Park zu erleben. Dort werden
unter anderem KI-fähige Roboter im Einsatz sein und demonstrieren,
wie sie lernen, Aufgaben zu übernehmen und sich dynamisch
an wandelbare Produktionsumgebungen anzupassen. Die
Fertigung wird dadurch effizienter, insbesondere bei individuellen
Produkten oder kleinen Losgrößen.
Gezeigt werden intelligente Roboter, autonom fahrende Geräte,
aktuelle KI-Anwendungen in der Robotik, Bilderkennungstools
sowie virtuelle Plattformen. Köckler betont: „Unternehmen erhalten
hier wertvolle Impulse, um ihre Produktionsprozesse zu
optimieren – mit dem Ziel, schneller, präziser und ressourcenschonender
zu fertigen.“
ANTRIEBSTECHNIK IM FOKUS
Ein wichtiger Wegbereiter für die Industrie von morgen ist die
Antriebs- und Fluidtechnik. In den Hallen 4, 5 und 6 können sich
Besucher schwerpunktmäßig über die jüngsten Entwicklungen
im Bereich der „Motion & Drives“ informieren. „Komponenten
der Antriebs- und Fluidtechnik sind maßgebliche Bausteine der
Maschinen – sie liefern Kraft und Bewegung, dienen als Datenquelle
für digitale Mehrwertdienste und spielen eine entscheidende
Rolle für die Performance der Kundenprodukte“, erklärt
Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer.
„2025 wird die Hannover Messe mit ihrer ‚Motion & Drives‘-Community
zum Innovationsmotor für den Maschinenbau“, meint er.
Ein Topthema wird weiterhin die Digitalisierung sein. Dabei
zeigt zum Beispiel das Forschungsprojekt „Fluid 4.0“ basierend
auf dem Konzept der Asset Administration Shell (AAS) wichtige
Perspektiven auf. In der Antriebstechnik werden OPC-UA-Spezifikationen
entwickelt, welche den Datenaustausch optimieren.
Schnittstellen zum übergreifenden Thema Manufacturing-X werden
ebenfalls thematisiert, um zukünftige Datenräume für die
Industrie zu gestalten und die Branche zukunftsfähig zu machen.
Die Sonderschau „Fluid Power 4.0“ in Halle 5 zeigt Exponate und
Forschungsaktivitäten zu Systemsteuerung, Energiemonitoring,
Kreislaufwirtschaft, Carbon Footprints und IoT-Integration. Die
Konferenzbühne Motion & Drives, ebenfalls in Halle 5, bietet
Raum für Know-how-Transfer und Networking.
TRANSATLANTISCHER PARTNER
Unter dem Motto „The future’s here“ zeigt in diesem Jahr das
Partnerland Kanada seine industriellen Stärken in Bereichen wie
Automatisierung, Energie, digitale Transformation und grüne
Technologien. Die mehr als 200 ausstellenden kanadischen Unternehmen
stehen „für eine grüne, digitale und nachhaltige Zukunft“,
so François-Philippe Champagne, kanadischer Minister
für Innovation, Wissenschaft und Industrie.
Bilder: Deutsche Messe
www.hannovermesse.de
8 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
NEWS & TRENDS
SEW MIT 34-PROZENT-BETEILIGUNG
Sew-Eurodrive hat
eine 34-Prozent-Beteiligung
an BBH
Products erworben.
BBH Products wird
auch künftig unabhängig
am Markt als
Anbieter von Lösungen
der Funktionalen Sicherheit agieren und seine
Bestandskunden und Neukunden unverändert bedienen.
Beide Unternehmen legen großen Wert auf
Partnerschaften, die auf Innovation und technologischen
Fortschritt fokussiert sind. Die kürzlich vertraglich
besiegelte Zusammenarbeit stellt einen weiteren
wichtigen Schritt in diese Richtung dar und betont das
gemeinsame Engagement beider Unternehmen für
technologische Fortschritte und sichere Lösungskonzepte.
Dr. Hans Krattenmacher, Geschäftsführer
Innovation Mechatronik bei Sew-Eurodrive, freut sich
auf die künftigen Möglichkeiten: „Diese Partnerschaft
ermöglicht es Sew-Eurodrive, alle relevanten Produkte
von BBH Products als Brandlabel zu vertreiben und
selbst zu produzieren. Ab sofort werden wir gemeinschaftlich
weitere Lösungen definieren und entwickeln
sowie intensiv in der Produktion zusammenarbeiten.“
www.sew-eurodrive.de
SEMINAR: DIE NEUE MASCHINENVERORDNUNG
PRAKTISCH UMSETZEN – SAFETY UND SECURITY
Pilz informiert ab März 2025 deutschlandweit im Rahmen seiner
kostenlosen „Automation on Tour“ Seminarreihe zum Thema
„Maschinensicherheit für Hersteller und Betreiber“. Relevante
Normen für Safety und Security stehen
im Mittelpunkt und werden dabei in den
praktischen Zusammenhang gesetzt.
Die Seminarreihe steht unter dem Motto
„Von der Maschinenrichtlinie zur
Maschinenverordnung – Erfahrungen
und Herausforderungen aus der Praxis“.
Am 20. Januar 2027 tritt die neue
EU-Maschinenverordnung 2023/1230
in Kraft. Maschinenhersteller und
-betreiber sollten sich deshalb mit den neuen Anforderungen an die
Sicherheit von Maschinen und Anlagen auseinandersetzen, die auch
Security einschließen. Im Seminar geben die Pilz-Experten einen
Überblick über die Anforderungen der neuen Maschinenverordnung
und stellen Änderungen gegenüber der bisher geltenden Richtlinie
vor. Zudem erläutern sie relevante Normen, die bei der Umsetzung
zu beachten sind. Besonderes Gewicht liegt auf der praktischen
Umsetzung von Safety und Security. Im Seminar zeigt Pilz auf, wie
eine Risikobeurteilung erfolgt und was ein Sicherheitskonzept
inklusive Security berücksichtigen sollte. Termine und Anmeldung
finden Interessierte unter www.automationontour.de
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DIGITALISIERUNGSBAUKASTEN STEIGERT DIE
ENERGIEEFFIZIENZ IN DER INDUSTRIELLEN PRODUKTION
DIE ZUKUNFT IST SMART
Energieeffizienz und die CO 2
-Neutralität sind Themen, die uns
bewegen. Auf dem Weg in eine bessere Zukunft braucht es daher
neue Technologien, die zur Reduzierung des Energieverbrauches und
vor allem für die Umsetzung in Industrieapplikationen beitragen.
Die Industrie zeichnet sich durch Zahlen, Daten und Fakten
aus, so die allgemeine Ansicht. Für Emotionen ist
hier kein Platz. Dennoch können sich Unternehmen
nicht vor dem mulmigen Empfinden verstecken, wenn
sie das Wort „Energie“ hören. Neue gesetzliche Regelungen zur
CO 2
-Berichterstattung entlang der gesamten Lieferkette, einhergehend
mit dem CO 2
-Fußabdruck und der CSRD-Verordnung, laden
Firmen bürokratische Arbeit auf. Ganz zu schweigen von den
steigenden Energiekosten der letzten Jahre und den kommenden
Anpassungen am Energiesteuergesetz. Kein Wunder also, dass im
Kontext „Energie“ eine gemischte Gefühlslage in der Industrie
herrscht. Das muss nicht so bleiben.
Eine umfassende Energiemanagementlösung kann es Unternehmen
ermöglichen, den gesetzlichen Anforderungen nachzukommen.
Dafür braucht es eine Infrastruktur aus Software und
Hardware. Auf Hardwareseite beginnt sie bei der Datenerfassung.
Dort zeichnen Sensoren, Energiemeter oder Universalmessgeräte
Energieverbräuche auf. Eine SPS oder ein Edge-Gerät bereiten
10 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
FOKUS SUSTAINABILITY
ten Daten liefern. Der Anspruch an eine Energiemanagementlösung,
die die gesetzlichen Vorgaben erfüllt und die sich den
Herausforderungen der Industrie annimmt, ist daher klar: Sie
muss flexibel, mit unterschiedlicher Hardware kompatibel und
offen in der Kommunikation sein.
EIN SYSTEM NACH DEM BAUKASTEN-PRINZIP
Mit dem Software-Angebot „u-software“ bietet Weidmüller einen
Systembaukasten, den Anwender nach ihrem Bedarf zusammenstellen
können. Dieser ergänzt das umfassende Hardware-Angebot
des Unternehmens. Zu u-software gehören das Betriebssystem
u-OS und die Industrial Cloud Platform easyConnect. Anwendungssoftware,
die das u-software-Angebot ergänzen, sind:
n das Energiemanagementsystem ResMa
n dessen Erweiterung, die Regressionsanalyse
n das Machine Learning Tool edgeML
n das Web-HMI Procon-Web
n die Software zur Datenübertragung Procon-Connect
Das Portfolio ist gestaltet, um den Anwendern umfassende
Kompatibilität mit anderen Programmen zu ermöglichen. Es setzt
auf weit verbreitete Standards und erleichtert die Zusammenarbeit
mit Partnern, die sich über standardisierte APIs integrieren
können. Dementsprechend ist das u-software Portfolio sowohl für
Brownfield-Applikationen als auch für Greenfield geeignet.
ENERGIEMANAGEMENT -
FROM DATA TO VALUE
Eine Energiemanagementlösung im Brownfield kann beispielsweise
folgendermaßen aufgebaut sein: Das edge-Betriebssystem
u-OS sammelt die Daten der Energiemeter einer Produktionslinie.
Dazu nutzt es die App Procon-Connect mit ihrem vielfältigen
Treiberportfolio. So werden die Energiemeter über Modbus
eingebunden, die Kommunikation mit Steuerungen kann über
OPC-UA erfolgen oder es können herstellerspezifische Treiber
wie zum Beispiel für Codesys genutzt werden. Diese Informationen
stellen u-OS und Procon-Connect der Energiemanagementsoftware
ResMa via MQTT bereit, einem webbasierten Tool zum
Ressourcen- und Energiemanagement.
In ResMa können Energiemanager diese Daten nach ihrem
Bedarf auswerten; gegliedert nach der Produktionslinie oder
anschließend die Daten auf, normieren oder aggregieren sie. Im
dritten Schritt leiten Switches, Router oder Gateways die vorverarbeiteten
Daten dann an eine zentrale Softwarelösungen weiter.
Hier können Energiemanager die Daten auswerten, wie zum Beispiel
den Energieverbrauch bei der Produktion einer spezifischen
Charge zu ermitteln.
Soweit zur Theorie – doch die Praxis sieht häufig anders aus.
Verschiedene Geräte unterstützen unterschiedliche Protokolle,
die Hardware-Landschaft ist heterogen aufgestellt und die Kommunikation
zwischen einzelnen Geräten mit unterschiedlichen
Protokollen nur schwer möglich. In anderen Fällen fehlt es an
Sensoren und Energiemessgeräten, die der Software die benötig
01 Das Machine Learning Tool edgeML agiert eigenständig
an der edge oder in Kombination mit ResMa – zum Beispiel
für Energiemanagement nach ISO50006
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 11
FOKUS SUSTAINABILITY
02 03
einfach die Messgeräte in einer Halle zusammenfassen. Auch der
Vergleich der Energieverbräuche bei der Produktion verschiedener
Produkte ist möglich. Die Daten fasst das Programm in Diagrammen
und Berichten zusammen. Diese verschickt das System
automatisiert zum Beispiel via E-Mail. Neben den Schnittstellen
zur Produktion kommuniziert ResMa außerdem mit ERP- und
MES-Systemen, was das Tool und die gesammelten Daten auch
außerhalb der Produktion für das Unternehmen nutzbar macht.
SCHNITTSTELLEN-VIELFALT INKLUSIVE
An der HMI-Schnittstelle können Energiemanager zusätzlich das
Web-HMI Procon-Web anbinden. Das HMI erweitert die Visualisierungsmöglichkeiten
von ResMa. Dashboards, die jeder Benutzer
individuell für sich einstellen kann, verschaffen einen einfachen
Überblick über die Verbräuche.
Über die gleiche Schnittstelle ist es möglich, edgeML in das
Energiemanagementsystem zu integrieren. Das Machine Learning
Tool erlaubt die Analyse unterschiedlichster Daten und ermöglicht
es, Anomalien in den Produktionsdaten zu erkennen.
Daraus lassen sich unter anderem Rückschlüsse auf die Produktqualität
ziehen oder Wartungsintervalle können optimiert
werden. Weidmüller hat edgeML so gestaltet, dass es auch ohne
Data Science einfach zu verwenden ist.
Darüber hinaus ist mit der Regressionsanalyse – einer Erweiterung
von ResMa – Energiemanagement nach ISO 50006 möglich.
02 Die Regressionsanalyse ermöglicht es Nutzern, Aussagen über
kommende Energieverbräuche vorauszusagen; diese Werte können sie
mit den tatsächlichen Verbräuchen vergleichen und die Abweichung
berechnen
03 Das Sankey-Diagramm schlüsselt den Energieverbrauch einer
Halle nach den einzelnen Maschinen auf
04 In der Produktion in Mettingen sowie dem Logistikzentrum in
Osnabrück senden mehr als 680 Messgeräte viertelstündlich Daten zur
Energiemanagementsoftware
Die Software zeigt, wie wirksam eine Prozessoptimierung war;
unabhängig von äußeren Einflüssen wie Temperatur oder Sonnenstunden.
Zusätzlich können Energiemanager Abhängigkeiten
zwischen einzelnen Werten erkennen. Das fördert die Transparenz
und das Verständnis der eigenen Produktionsprozesse.
MESSWERTE GANZHEITLICH BETRACHTEN,
ÜBERWACHEN UND ANALYSIEREN
Welche Anwendung beim Kunden zum Einsatz kommt und in welchem
Umfang – das liegt in der Hand des Nutzers. Die Conditorei
Coppenrath & Wiese nutzt die Bauteile von u-software für Energiemanagement
und Prozessoptimierung am Standort in Mettingen.
Dazu nutzt das Unternehmen eine Kombination aus dem
Energiemanagementsystem ResMa und dem HMI Procon-Web.
ENERGIEEFFIZIENT IN DER FABRIK – GLEICHSTROM SENKT DEN VERBRAUCH
DC-Microgrids gelten als neue Möglichkeit, Energie einzusparen und nachhaltiger zu produzieren. Die DC-Technologie hat
viele Vorteile: Sie reduziert Wandlungsverluste und Spitzenlasten. Sie bezieht außerdem erneuerbare Energien leichter ein;
an der Photovoltaikanlage produzierter Strom muss nicht erst in Wechselstrom umgewandelt werden, sondern kann direkt
zum Einsatz kommen. Das spart Umwandlungs- und Transportverluste von bis zu zehn Prozent ein.
Die Open DC Alliance (ODCA) setzt sich für die Verbreitung von DC-Netzen ein. Weidmüller als Partner der ODCA bietet
Systeme an, mit denen DC-Microgrids in der Industrie verwirklicht werden können. Darüber hinaus hat das Unternehmen
am Hauptstandort in Detmold einen DC Innovation Hub eröffnet. Der bildet einen zukunftsweisenden Standard für die
Verbindung von technologischer Innovation und praxisnaher Ausbildung.
Dabei richtet sich der DC Innovation Hub von Weidmüller gleichermaßen an Kunden, Anwender und
Partner, die DC-Technologien bis hin zu Tests und Pilotprojekten kennenlernen und erproben möchten. Der
DC Innovation Hub überzeugt durch seinen ganzheitlichen Ansatz: Weidmüller verknüpft Anwendungen,
Produkte, Innovationen und Schulungslösungen und schafft so einen reibungslosen Übergang von der
Technologie zur Praxis im Arbeitsalltag.
12 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
FOKUS SUSTAINABILITY
Die Conditorei Coppenrath & Wiese hat sich auf die Produktion
und den Vertrieb von tiefgekühlten Torten, Kuchen und Brötchen
spezialisiert. Dazu werden die Torten und Kuchen nach dem Backen
tiefgekühlt. Dem Unternehmen ist es ein Anliegen, den eigenen
Energieverbrauch kontinuierlich zu verringern, um die
Klimaschutzziele zu erfüllen und Kosten zu reduzieren. Neben
dem Einsatz regionaler Zutaten wird bei allen Prozessen und Anlagen
auf eine hohe Energieeffizienz gesetzt und diese auch kontinuierlich
verbessert. Wärmerückgewinnung, Wärmepumpen
und hocheffiziente Antriebe sind bereits seit Jahren Standard
und werden stetig weiter optimiert.
In der Produktion in Mettingen sowie dem Logistikzentrum in
Osnabrück senden mehr als 680 Messgeräte viertelstündlich Daten
zur Energiemanagementsoftware ResMa. Das geschieht direkt
über das Kommunikationsprotokoll Modbus oder alternativ
durch den Import von Verbrauchsdaten aus Datenbanken. Alternativ
können diese Daten auch automatisiert, zum Beispiel aus
CSV-Dateien, importiert werden. Stehen Verbrauchswerte im
aktuellen Fokus des Energiemanagers, kann das Zeitintervall
angepasst werden. Die Messwerte einzelner Produktionslinien
der Conditorei werden ganzheitlich betrachtet und überwacht.
Die Reportings dazu erstellt das System automatisiert.
TRANSPARENTE ENERGIEDATEN FÜR
ALLE BETEILIGTEN
04
DAS ENERGIEMANAGEMENTSYSTEM
BEHÄLT DIE VERBRÄUCHE EINZEL-
NER MASCHINEN UND GANZER
MASCHINENPARKS IM BLICK
Das HMI Procon-Web erlaubt die intuitive und nutzerzentrierte
Bedienung der Produktionsanlagen. Da das HMI webbasiert ist,
können die Maschinenvisualisierungen auch flexibel in ResMa
eingebunden werden. Einfaches Konfigurieren genügt, um die
Oberfläche an die Bedürfnisse der Energiemanager anzupassen.
Beim Unternehmen Coppenrath & Wiese werden zusätzlich die
Standorte der einzelnen Messgeräte visualisiert. Damit erhalten
die Experten einen exakten Überblick über den Energieverbrauch.
Das vereinfacht die Analyse; beispielsweise, wenn sich
hohe Verbräuche in engem Raum zueinander oder an gleicher
Stelle in der Produktionslinie befinden. Das steigert die Transparenz
für alle Beteiligten.
Die Kommunikationstreiber von Procon-Web erlauben es, Verbrauchs-
und Maschinendaten in unterschiedlichsten Brownund
Greenfieldapplikationen einzubinden. Die so gewonnenen
Daten können zusätzlich zur Maschinenbedienung auch an
ResMa weitergeleitet werden. Dort können sie im Kontext Energie-
und Produktionsmanagement ausgewertet werden. Das Unternehmen
hat es sich zum Ziel gesetzt, den Energieverbrauch
jährlich um zwei Prozent zu reduzieren. Umfassende Energiemanagement-Lösungen
sind daher ein wichtiger Baustein, dieses
Ziel zu erreichen und Transparenz für alle Beteiligten zu schaffen.
FLEXIBEL UND OFFEN – VON GREENFIELD-
BIS HIN ZU BROWNFIELD-APPLIKATIONEN
Das Portfolio von u-software kann dank der offenen Gestaltung
in viele verschiedene Umgebungen integriert werden – dabei ist
es gleich, ob es sich dabei um Greenfield- oder Brownfield-Applikationen
handelt.
Kundenspezifische Apps oder zusätzliche Software sind leicht
in das Weidmüller-Angebot integrierbar. Durch Dockerfähigkeit
des Hardware-Portfolios u-mation können Anwender ihre Apps
leicht auf Weidmüller-Geräten installieren. Dank der offenen
Schnittstellen und der Verwendung von Industriestandards lassen
sich Verbindungen zwischen eigenen Apps und u-software
leicht herstellen. Das Partnernetzwerk von Weidmüller erweitert
das Angebot nochmal um ein Vielfaches.
Mit u-software bietet Weidmüller einen Software-Baukasten,
der Anwender zukunftsfähig aufstellt. Durch den flexiblen Aufbau
ist u-software für kommende Herausforderungen gewappnet
und schnell anpassbar – je nach gesetzlichen Vorgaben. Das
macht das System zu der Lösung im Energiemanagement und
darüber hinaus.
Bilder: 04 Conditorei Coppenrath & Wiese, sonstige Weidmüller
www.weidmueller.com
UNTERNEHMEN
Weidmüller GmbH & Co. KG
Klingenbergstraße 26, 32758 Detmold
E-Mail: weidmueller@weidmueller.de
AUTOR
Julien Rausch, Managing Director der
Weidmüller GTI Software in Paderborn
ZUSATZINHALTE IM NETZ
Der DC Innovation Hub richtet sich an
Kunden, Anwender und Partner,
die DC-Technologien bis hin zu Tests
und Pilotprojekten kennenlernen
sowie erproben möchten: Details
unter bit.ly/DCInnovationHub
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 13
SENSORIK UND MESSTECHNIK
LASERSCANNER VERMESSEN KOMPLETTE GEOMETRIEN IN 3D
GEMEINSAM NOCH STÄRKER
Mit einer neuen Sensor-Lösung von Micro-Epsilon gelingt das Vermessen
kompletter Außenkonturen, Hinterschnitte oder Dicken volumina leichter
denn je. Der Schlüsselfaktor besteht dabei darin, die Profildaten der einzelnen
Laserscanner in ein gemeinsames Koordinatensystem zu überführen.
Micro-Epsilon Scancontrol-Sensoren kommen bei der
präzisen Inline-3D-Messung in zahlreichen Applikationen
und Branchen zum Einsatz. Die Scans erfolgen
hierbei durch eine Bewegung des Laserscanners
oder des Messobjekts. Die vielseitigen Scanner eignen sich
beispielsweise für Robotik-Anwendungen sowie zur Inline-Fertigungsüberwachung.
Sensoren der Reihe Scancontrol nutzen das Laser-Triangulationsprinzip
zum zweidimensionalen Erfassen von Profilen auf unterschiedlichen
Objektoberflächen. Eine Linien-Optik projiziert
eine Laserlinie auf die Messobjektoberfläche, eine hochwertige
Optik bildet das diffus reflektierte Licht dieser Laserlinie auf eine
Sensor-Matrix ab. Der Controller berechnet aus dem Kamerabild
neben den Abstandsinformationen (z-Achse) auch die Position
Pouchzellen
(zum Beispiel für
Lithium-Polymer-
Akkumulatoren)
werden mit
Laser-Scannern
vermessen
SENSORIK UND MESSTECHNIK
01 Typische
Messanordnung
mit vier Sensoren
in paralleler Linie
(links) oder als
360°-Anordnung
(rechts)
entlang der Laserlinie (x-Achse) und gibt beide in einem zweidimensionalen
Koordinatensystem aus. Bei bewegten Objekten
oder bei einer Traversierung des Sensors kann man aus dem Aneinanderreihen
der Profile eine 3D-Punktewolke gewinnen.
Die Laser-Linienscanner der Serie Scancontrol verfügen über
einen Ethernet- beziehungsweise GigE-Vision-Anschluss. Hiermit
lassen sie sich in verschiedene Bildverarbeitungspakete bis
MEHRERE SENSOREN IN EINER
REIHE KÖNNEN KOMPLEXERE
GEOMETRIEN ABBILDEN
hin zur 3D-Auswertung integrieren. Für Labview-Anwender steht
zudem ein Gerätetreiber inklusive Beispiel-VIs (virtuelle Instrumente)
zur Verfügung. Auch die Einbindung in Linux ist möglich.
3D-PUNKTEWOLKE AUS BIS ZU ACHT
LASER-SCANNERN AUSWERTEN
Um einen kompletten Umfang oder komplexe Geometrien zu erfassen,
kommen einzelne Laserscanner Prinzip bedingt an ihre
Grenzen. Reiht man jedoch mehrere Sensoren aneinander, kann
ein komplettes Abbild komplexerer Geometrien erstellt werden.
Hier liegt die Herausforderung darin, die Profildaten der jeweiligen
Laserscanner in ein gemeinsames Koordinatensystem zu
überführen.
Aus diesem Grund hat Micro-Epsilon den 3D Profile Unit Controller
entwickelt. Hiermit lassen sich zwei bis acht Laserscanner
und deren Messwerte zu einem 2D-Gesamtprofil beziehungsweise
zu einer 3D-Gesamt-Punktewolke miteinander verrechnen.
Die kompatiblen Scancontrol-30xx-Sensoren lassen sich über die
vorgesehenen Ethernet-Schnittstellen an die 3D Profile Unit anschließen.
Im Anschluss können Anwender die Profildaten oder
3D-Punktewolken auswerten oder direkt an einen GigE Vision
Client übergeben. In der Industrial-Ethernet-Option lassen sich
zudem Messwerte und IO/NIO-Bewertungen über eine der möglichen
Schnittstellen an vorhandene Peripherie ausgeben. In der
Option Industrial Ethernet ist die Ergebnisausgabe über TCP/IP
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 15
SENSORIK UND MESSTECHNIK
02 Das mit Laser-
Scannern vermessene
Profil von Smartphone-
Gehäusen lässt sich
einfach über die 3D
Profile Unit auswerten
und darstellen
und UDP möglich. Zudem lassen sich vorhandene Systeme mit
der Industrial-Ethernet-Option über Profinet, Ethernet/IP, Ether-
CAT und Modbus TCP ansteuern.
KOMPAKTE UND FLEXIBLE
HARDWARE-OPTIONEN
Die Hardware der 3D Profile Unit mit passiver Kühlung bietet Flexibilität
für eine einfache und platzsparende Installation. Somit
ist eine Integration in einem Schaltschrank oder die Befestigung
direkt in der Maschine einfach möglich. Micro-Epsilon bietet
sechs verschiedene Varianten der 3D Profile Unit namens 3DPU-
2/IE, -4/IE oder -8/IE, je für den Anschluss von bis zu zwei, bis zu
vier sowie bis zu acht Sensoren und jeweils mit oder ohne Industrial-Ethernet-Option.
Die Optionen ohne Industrial Ethernet
liefern lediglich die Rohdaten, also 2D-Profile oder 3D-Punktewolken,
die in einer eigenen Software ausgewertet werden können
(meist Kommunikation über GigE Vision).
Die Option mit Industrial Ethernet wertet die Daten selbst auf
dem Controller aus und erzeugt aus den Rohdaten konkrete
Messwerte, die im Anschluss an die Steuerung, zum Beispiel eine
SPS, übergeben werden. Die Einheit ist nach IP40 ausgeführt und
hält Temperaturen von 0 bis +50 °C stand, die Montage kann in
Tisch- oder Wandmontage erfolgen. Für die Hutschienen- oder
Schaltschrankmontage ist weiteres Zubehör nötig. Die Profile
Unit ist gegen Schock und Vibration resistent und misst 230 mm
´ 192 mm ´ 77 beziehungsweise 127 mm, je nach Ausführung.
Als Bedien- und Anzeigeelemente dienen zwei LEDs für Power
und Storage, vier LEDs für die Ethernet-Statusanzeige sowie ein
Ein-/Ausschalter.
VOLLUMFÄNGLICHES HARDWARE-PAKET
Das Hardware-Setup besteht aus den Laser-Scannern, dem 3D
Profile Unit Controller, einem Anschlusskabel je Sensor sowie der
Software 3DInspect am Kundenrechner. Hierbei übernimmt die
Profile Unit das Stitchen der Profile, die Rohdatenübertragung
sowie die Datenauswertung und Messwertübertragung. Über die
Software laufen die Parametrierung sowie die Visualisierung.
Die Sensoren sind über die richtigen IP-Adressen mit der 3D
Profile Unit zu verbinden. Die Netzwerkschnittstellen der 3D Profile
Unit sind hierbei bereits werksseitig vorkonfiguriert. Um einem
Sensor eine IP-Adresse zuzuweisen, ist das Netzwerkkabel
DIE AUSRICHTUNG DER
SENSOREN ERFOLGT ÜBER
EIN REGISTRIERTARGET
des Sensors direkt mit dem PC zu verbinden, auf dem der Anwender
3DInspect betreibt. Über den Ethernet-Konfigurator von
3DInspect kann der Anwender im Anschluss die IP und die Subnetzmaske
zuweisen.
AUSRICHTEN DER SENSOREN
Beim Einrichten der Sensoren auf das Messobjekt müssen sich
alle Scanner in einer Ebene befinden und sind genau auf das
Messobjekt auszurichten. Bei der Feinausrichtung müssen die
Messfelder der Sensoren deckungsgleich sein. Hierbei empfiehlt
es sich, ein Blatt Papier zu verwenden und dieses im Kreuzungsbereich
der Laserlinien zu bewegen. Durch die Semi-
Transparenz des Papiers sind ungenaue Ausrichtungen gut zu
erkennen.
Damit die Sensoren die richtigen Messwerte ausgeben können,
ist eine Registrierung mit einem speziellen Registriertarget über
die Software 3DInspect nötig. Um das Target auf die Sensoren
auszurichten, gibt es zwei Möglichkeiten: die automatische sowie
16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
die manuelle Registrierung. Bei der automatischen Variante
geschieht die Ausrichtung über sogenannte Registriertargets, die
bei Micro-Epsilon erhältlich sind. Anhand dieser lässt sich die
richtige Position der Sensoren in Bezug zum Messobjekt ausrichten.
Da die Kontur des Targets bekannt ist, kann sie dem
Controller über eine spezielle Registrierdatei bekannt gemacht
werden. So kann der Controller einen Abgleich durchführen und
bestimmen, in welcher Lage sich die Sensoren in Bezug zum
Registriertarget befinden. Im Anschluss können die Koordinatensysteme
der einzelnen Scancontrol-Sensoren in ein gemeinsames
Koordinatensystem zusammengeführt werden und die
eigentliche Messung kann beginnen.
Bei der manuellen Variante geschieht die Ausrichtung des
Messobjektes durch Rotation und Translation der Profile, gegebenenfalls
anhand eines „goldenen Musters“.
SOFTWARE UND SCHNITTSTELLEN
Das Parametrieren der 3D-Sensoren und das Aufnehmen der
Messdaten erfolgt direkt aus der 3DInspect Software heraus. Hier
erlauben leistungsstarke Werkzeuge die Ausrichtung und Filterung
der Punktewolke, die intuitive Erkennung und Auswahl relevanter
Bereiche sowie die Kombination von Programmen. Nutzer
können die 3D-Punktewolken beliebig weiterverarbeiten und
ermittelte Messwerte an die Steuerung ausgeben.
BEISPIELE AUS DER PRAXIS
Die Stärken der 3D Profile Unit lassen sich auf viele verschiedene
Anwendungen übertragen. So etwa dem Vermessen von Starkstromkabeln
beim Schälen. Starkstromkabel kommen vermehrt
im Stromnetzausbau, zum Beispiel bei der Trasse des Süd-Ost-
Links zum Einsatz, da sich Bundesregierung und Netzbetreiber
hierbei – nicht zuletzt durch Druck der Öffentlichkeit – auf Kabel
statt auf Freileitungen geeinigt haben. Im Allgemeinen liegt bei
diesem Anwendungsfall ein hohes Potenzial der 3D-Messtechnik
begründet.
Ein weiterer Anwendungsfall ist das Vermessen von Metallprofilen,
zum Beispiel nach der Extrusion. Hier misst man die
Oberfläche und stellt diese in 3D dar und kann somit Ausschuss
identifizieren und reduzieren. Auch beim Vermessen von Smartphone-Schalen
ist die Kombination aus Laser-Sensoren von
Micro-Epsilon und der 3D Profile Unit bestens geeignet.
FAZIT
Mit der 3D Profile Unit schafft Micro-Epsilon einen Mehrwert für
Kunden, die komplette Geometrien in 2D oder 3D vermessen
wollen. Sie zeichnet sich durch einen hohen Durchsatz an 3D-
Punkten aus und ist eine leistungsstarke Lösung für das Zusammenfügen
von Einzelprofilen mehrerer Sensoren. Hinzu kommt
die standardisierte Datenübergabe über GigE Vision an kundenseitige
Auswerte-Software oder integrierte Auswertung der Profildaten.
Die intuitive Software 3DInspect mit Valid3D-Technologie
von Micro-Epsilon zum Parametrieren des Gesamtsystems erlaubt
eine effiziente Inbetriebnahme. Die integrierten Schnittstellen
Profinet, Ethernet/IP, EtherCAT und Modbus TCP sowie
die industrietaugliche Hardware mit passiver Kühlung runden
das Angebot ab.
Vor allem das Zusammenspiel aus Messung, Auswertung und
Darstellung in 3DInspect stellt für Anwender eine praktische Lösung
dar. Alle Produkte werden in Deutschland entwickelt und
gefertigt, was der Nachhaltigkeit zugutekommt.
Bilder: Micro-Epsilon Messtechnik
www.micro-epsilon.de
UNTERNEHMEN
Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG
Königbacher Str. 15, 94496 Ortenburg
Tel. 08542 168 - 0
E-Mail: info@micro-epsilon.de
AUTOR
Bernhard Stockinger
Micro-Epsilon Messtechnik
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Automation.
Industrielle Sensoren,
Systemeund
Kommunikation
pepperl-fuchs.com
FürjedeAnwendung dierichtigeLösung.
Unabhängig vonder Technologie.
Standard oder kundenspezifisch.
MIT MODERNER SENSORIK UND SINGLE PAIR
ETHERNET ZUM SMARTEN GEWÄCHSHAUS
FIT FÜR DIE
ZUKUNFT
Eine Kombination aus moderner Sensorik und Single Pair Ethernet setzt
neue Maßstäbe für die Effizienz und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft.
Jumo und Weidmüller zeigen, wie innovative Technologien Gewächshäuser
ertragreicher und ressourcenschonender machen können.
In der heutigen Zeit steht die Landwirtschaft vor großen Herausforderungen.
Klimaveränderungen, steigende Anforderungen
an die Nachhaltigkeit und der Druck, höhere Erträge bei geringerem
Ressourcenverbrauch zu erzielen, erfordern innovative
Lösungen. Gewächshäuser bieten dabei eine kontrollierbare Umgebung,
die durch technologische Fortschritte wie das Industrial
DIE ZUKUNFT DER LANDWIRTSCHAFT
WIRD SMART
Die Kombination aus moderner Sensorik und Single Pair
Ethernet setzt neue Maßstäbe für die Effizienz und Nach -
haltigkeit in der Landwirtschaft. Jumo und Weidmüller
zeigen, wie innovative Technologien Gewächshäuser
zukunftssicher machen können. Mit Lösungen, die nicht
nur den Ertrag steigern, sondern auch den Ressourceneinsatz
minimieren, leisten sie einen wichtigen Beitrag
für die Landwirtschaft von morgen.
Internet of Things (IIoT) noch effizienter gestaltet werden kann.
Jumo und Weidmüller demonstrieren, wie smarte Sensorik und
Single Pair Ethernet (SPE) nicht nur die Überwachung und Steuerung
in Gewächshäusern vereinfachen, sondern auch die Ressourcennutzung
optimieren und Erträge steigern.
VOM SENSOR IN DIE CLOUD
Die Grundlage jedes erfolgreichen Gewächshausbetriebs ist das
präzise Monitoring der Umgebungsbedingungen. Mit den
innovativen Hydrotrans-Sensoren von Jumo wird dies möglich.
Die Sensoren erfassen essenzielle Parameter wie Temperatur,
Luftfeuchtigkeit und den CO2-Gehalt. Diese Werte sind entscheidend
für die optimale Entwicklung der Pflanzen.
Ein besonderes Feature der Jumo-Lösungen ist die Integration
der Single-Pair-Ethernet-Technologie. SPE ermöglicht eine
direkte und verlustfreie Datenübertragung vom Sensor bis zur
Cloud – ohne komplexe Zwischensysteme wie Edge-Gateways.
Über ein magnetisch-induktives Durchflussmessgerät mit SPE-
Schnittstelle kann zudem der Flüssigdünger überwacht werden,
was die Effizienz des Einsatzes steigert, und Verschwendung
minimiert.
18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
DATENÜBERTRAGUNG FÜRS GEWÄCHSHAUS
Single Pair Ethernet ist ein zukunftsweisendes Übertragungsverfahren,
das speziell für industrielle Anwendungen entwickelt
wurde. Es zeichnet sich durch folgende Vorteile aus:
Erweiterte Reichweite: Mit bis zu 1.000 m Reichweite über ein
einziges Kupferadernpaar übertrifft SPE herkömmliches Ethernet
bei weitem. Dies ist besonders in großflächigen Gewächshausanlagen
von Bedeutung.
Direkte Datenübertragung: Daten gelangen ohne Zwischenschritte
direkt vom Sensor in die Cloud, was den Installationsaufwand
reduziert und die Datenintegrität erhöht.
PoDL-Funktionalität (Power over Data Line): Neben der Datenübertragung
ermöglicht SPE auch die Energieversorgung der
Sensoren über dasselbe Kabel. Dadurch werden zusätzliche
Stromleitungen überflüssig – ein klarer Vorteil in der feuchtwarmen
Umgebung eines Gewächshauses.
INTUITIVE VISUALISIERUNGS- UND
ANALYSETOOLS
Die von den Sensoren erfassten Daten werden über SPE direkt in
die Jumo-Cloud übertragen. Dort stehen den Gewächshausbetreibern
intuitive Visualisierungs- und Analysetools zur Verfügung.
Diese ermöglichen nicht nur eine Überwachung in Echtzeit,
WASSER UND NÄHRSTOFFE
KÖNNEN GENAU NACH BEDARF
DOSIERT WERDEN
sondern auch eine vorausschauende Steuerung. Beispielsweise
können Bewässerungs- und Düngepläne auf Basis der aktuellen
Pflanzengesundheit und der Umgebungsbedingungen angepasst
werden.
Weidmüller unterstützt diesen Prozess mit seinen SPE-Switches.
Diese ermöglichen eine nahtlose Verbindung zwischen
Sensoren und Cloud. Besonders die „unmanaged Switches“ von
Weidmüller machen die Installation und Integration einfach,
selbst für Anwender ohne tiefgehende IT-Kenntnisse.
MEHR ERTRAG DURCH GEZIELTE AUTOMATION
Die Zusammenarbeit von Jumo und Weidmüller zeigt eindrucksvoll,
wie IIoT-Lösungen nicht nur die Effizienz steigern, sondern
auch zu einer nachhaltigeren Landwirtschaft beitragen. Die
präzise Steuerung von Wasser- und Düngemittelressourcen minimiert
Abfälle und sorgt gleichzeitig für bessere Erträge.
„Diese intelligenten Lösungen revolutionieren die Art und Weise,
wie Gewächshausbetreiber arbeiten. Sie machen es möglich,
ressourcenschonend zu wirtschaften und gleichzeitig die Produktivität
zu steigern“, erklärt Dr. Thomas Bürger, Leiter der Division
Automation Products and Solutions bei Weidmüller.
In der Praxis bedeutet die Integration von SPE und Sensorik,
dass Wassermangel oder ein zu hoher CO2-Gehalt sofort erkannt
und reguliert werden können. Die genaue Dosierung von Wasser
und Nährstoffen sorgt dafür, dass Pflanzen nur das bekommen,
was sie wirklich benötigen. So entstehen optimale Wachstumsbedingungen,
die sich direkt in höheren Erträgen bemerkbar
machen.
Bilder: Aufmacher DimaBerlin – stock.adobe.com, sonstige Weidmüller und Jumo
www.jumo.de
Temperatur,
Feuchtigkeit- und
CO 2
-Werte
werden direkt an
den Pflanzen
gemessen
UNTERNEHMEN
JUMO GmbH & Co. KG
Moritz-Juchheim-Straße 1, 36039 Fulda
AUTOR
Michael Klose
JUMO GmbH & Co. KG
Effiziente
Kühllösungen
für industrielle
Elektronikanwendungen
TALK TO US @ Nürnberg | 06.–08.05.25 | Halle 6, Stand 321
www.ctx.eu
SENSORIK UND MESSTECHNIK
WIE SICH DIE MESSGENAUIGKEIT MODERNER
SIN/COS-SENSOREN ADÄQUAT UMSETZEN LÄSST
PERFORMANCE-NACHRÜSTUNG
Geht es um Geschwindigkeitsregelung oder Positionierung, verlangen Antriebsregler
besonders hochauflösende Positionsgeber. Herzstück sind spezielle integrierte Schaltkreise
zur Konditionierung und zur Sinus/Digital-Wandlung der magnetischen oder optischen
Sensorsignale. Auch für lineare Wegmesssysteme werden höhere Verfahrgeschwindigkeiten
gewünscht. Wir stellen Ihnen einen neuen Signalwandler vor, der sich genau diesen
Anforderungen stellt.
Lineare Wegmesssysteme und Winkelgeber verwenden genaue
magnetoresistive Messbrücken („XMR“) oder strukturierte
Photodioden-Arrays („PDA“), die die Winkel- oder
Weginformation kodiert in einem 90 ˚ versetzten Sinus- und
Cosinus-Signal anliefern. Der Messwertumformer, ein als Interpolator
bezeichneter nichtlinearer A/D-Wandler, verantwortet
die Umsetzung dieser Sinus-/Cosinus-Signale in Winkelschritte,
die dann entweder inkrementell, als sogenanntes Quadratursignal
mit Richtungsinformation, oder als absolutes Datenwort
herausgegeben werden, das den Phasenwinkel des Sinussignals
repräsentiert.
Für gute Messergebnisse ist eine qualitativ hochwertige Vorverstärkung
nötig, die den Wandler möglichst voll aussteuert.
Das analoge Frontend (AFE) muss dabei differentielle Signale
von 30 mV (AMR-Sensor) bis 3 V (TMR, für optische Sensoren bis
500 mV) rauscharm und driftfrei aufbereiten. Und weil Sensoren
inzwischen „klirrarme“ Signale anbieten, sind analoge Signalkorrekturen
im Sub-% Bereich wünschenswert – hierfür bietet der
vollintegrierte Baustein iC-NQE eine platzsparende Lösung, die
diskret kaum zu realisieren wäre.
ECHTZEITWANDLUNG
Zur Positionierung und Regelung von Motoren wird eine latenzarme
Rückmeldung gewünscht; eine Domäne, die klassische
01 Das Prinzip des Vektor-Nachlaufwandlers:
Korrekturdaten können verzögerungsfrei eingespielt
und der Ausgabewinkel bei Bedarf geglättet werden
Vektor-Nachlaufwandler seit vielen Jahren besetzten. Das Konzept
(Bild 01) baut kompakt: es gibt hauptsächlich einen präzisen
Komparator, der einen Zähler aufwärts oder abwärts steuert.
Der digitale Zählwert füttert einen oder mehrere D/A-Wandler,
die analoge Winkelsignale zurückführen, die am Eingang gemischt
und wieder dem Vergleicher zugeführt werden. Ist das
System einmal eingeschwungen, enthält der Zähler den hoch
aufgelösten Phasenwinkel und läuft Schritt für Schritt, beziehungsweise
Bit für Bit, jeder Eingangsänderung mit einer wähl-
20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
02 Ausgewählte Leistungsmerkmale im Vergleich
lauffehler und sogar eine lokale Fehlerspitze einer magnetischen
Teilung ausgleichen kann.
LEISTUNGSMERKMALE VON DER
GESCHWINDIGKEIT BIS ZUR AUFLÖSUNG
Dank moderner CMOS-Technologie kann der High-Performance
Mixed-Signal-Baustein iC-NQE beachtenswerte Verbesserungen
anbieten: eine achtfach höhere Genauigkeit und Auflösungen bis
16 Bit oder eine mindestens verdoppelte Geschwindigkeit für industrieübliche
Linearsysteme (Bild 02).
Hinzu kommt ein Füllhorn an Schnittstellen und nachgefragten
Systemfunktionen. Beispielsweise verfügt iC-NQE über diverse
Diagnosen zur Signal- und Temperatur-Überwachung sowie
zur Überwachung der Konfiguration im Betrieb. Für die Controller-Kommunikation
im Embedded-System stehen serielle SPIund
I2C-Schnittstellen zur Verfügung; über letztere wird auch
externer Speicher für OEM- und Nutzerdaten angebunden.
baren Folgerate hinterher – Sprünge sind nicht möglich. Auf eine
Änderung am Eingang reagiert das System unmittelbar in Echtzeit,
wobei übermäßige Änderungen bei einer Signalstörung über
die einstellbare maximale Nachlaufrate entzerrt werden.
MESSWERTKORREKTUR AUF DEN I-PUNKT
Die Wandler-Entwicklung wurde mit der Verfügbarkeit neuerer
CMOS-Prozesse vorangetrieben und technologische Möglichkeiten
ausgeschöpft, bis hin zur dynamischen Fehlerkorrektur und
einer automatischen Kalibrierung. Die angebotene Wandlungsgenauigkeit
stieg etwa um 2 Bit pro Jahrzehnt, sodass inzwischen
Skalenfehler oder mechanische Rundlauffehler in den Vordergrund
treten und die Korrekturhilfen herausfordern.
Berechnete und dynamische Korrekturen zur langsamen Drift-
Korrektur können sich gut eignen und das initiale Einmessen bei
der Gerätekommissionierung erleichtern. Allerdings hinkt diese
Art der Korrektur einer Fehlereingabe hinterher und kompensiert
nur anteilig, sodass immer mehrere Eingangsperioden zum
Auskorrigieren nötig sind. Dies vermeidet zwar Messwertsprünge,
erlaubt aber keine Korrektur einer lokalen Störung der Maßverkörperung,
beispielsweise an der Nullstelle eines magnetischen
Polrads. Zur Linearisierung der Winkelmessung bietet der iC-
NQE deshalb eine Tabellen-basierte Korrektur namens iCAL, die
eine harmonische Sensorverzerrung, einen langwelligen Rund-
Das Alleinstellungsmerkmal des Signalwandlers
iC-NQE ist die gleichzeitige Ausgabe
stabilisierter Sin/Cos-Signale über eine
kabeltaugliche 1Vss-Schnittstelle für Kontrollzwecke
oder Anbindung der Steuerung.
Dipl.-Ing. Joachim Quasdorf, iC-Haus
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 21
SENSORIK UND MESSTECHNIK
Sin/Cos Input
ADI
I2C Bus
03 Das Evaluierungsboard mit allen Schnittstellen
KOMPAKT UND VIELSEITIG EINSETZBAR
Die bekannten iC-NQx-Bausteine bedienen vorrangig lineare
Wegmesssysteme mit inkrementeller Ausgabe, aber auch Messtaster
und IPC-Messkarten, die Signalperioden mitzählen. Für
alle diese Anwendungen erlaubt iC-NQE eine Performance-
Aufrüstung; eine kompatible Variante mit 20-poligem TSSOP-
Gehäuse ist vorgesehen.
Eingesetzt im nur 5×5 mm großen 32-poligen QFN-Gehäuse
sind für Neusysteme Platz- und Kosteneinsparungen möglich.
Die integrierten Funktionen wurden um die notwendigen Kabeltreiber
für eine differenzielle RS-422 Ausgabe von ABZ oder UVW
erweitert, sowie um den Transceiver zur seriellen BiSS/SSI-Kommunikation.
Das spart Platz auf der Platine und ermöglicht einen
kleineren Lesekopf.
Eine präzise Sin/Cos-Interpolation ist auch für absolut messende
Positionsgeber eine wichtige Kernfunktion. Solche Systeme
initialisieren sich in der Regel über einen Startwinkel, wofür
iC-NQE eine zusätzliche serielle Datenschnittstelle (ADI) anbietet,
die anstelle der Nullsignal-Eingänge aktiv werden kann.
Hierüber kann ein Multiturnsensor ausgewertet werden, beispielsweise
der Batteriegestützte iC-PVL als magnetischer
Pol- und Umdrehungszähler. Die Positionswertausgabe erfolgt
vorzugsweise über das BiSS-Interface, passend zu bereits definierten
Profilen, wahlweise inklusive Lebenszeichenzähler und
langem 16-Bit-CRC.
BiSS: Chain
Ein Alleinstellungsmerkmal von iC-
NQE ist die gleichzeitige Ausgabe stabilisierter
Sin/Cos-Signale über eine
kabeltaugliche 1Vss-Schnittstelle für
Kontrollzwecke oder für die Anbindung
der Steuerung. Muster im QFN
und Evalboards sind Anfang Q2/2025
verfügbar (Bild 3).
FAZIT
Möchte man die heute angebotene
Messgenauigkeit moderner Sensoren
adäquat umsetzen, steht der Elektronik-Entwickler
vor einer großen He-
SPI
rausforderung. Eine Optimierung in
Sin/Cos Output
möglichst allen Belangen vor allem
der Auflösung, Wiederholbarkeit, Geschwindigkeit,
oder der Kabel-Schnittstelle
ist diskret kaum noch lösbar –
zumal der verfügbare Bauraum meistens
begrenzt und der Kostendruck
hoch ist. Für diese Aufgabe bietet sich
der neue hochintegrierte Signalwandler iC-NQE an mit programmierbaren
Präzisionsverstärkern, die ohne externe Beschaltung
auskommen, einer sehr schnellen Sinus-Digital-Wandlung, die
optional gefiltert und korrigiert werden kann und diversen seriellen
Schnittstellen zur Positionsausgabe. Transparenz bis auf den
Sensor ist durch eine 1V-Analogschnittstelle gegeben.
Bilder: iC-Haus
BiSS: Master
(Link to PC)
www.ichaus.de
UNTERNEHMEN
iC-Haus GmbH
Am Kuemmerling 18, 55294 Bodenheim
Tel. 06135 9292-306
AUTOR
Dipl.-Ing. Joachim Quasdorf, Applikationsspezialist
für optische Encoder-Sensoren
und Interpolationsbausteine, technische
Kundenbetreuung, iC-Haus
Messverfahren
Festelektrolyt-Potentiometrie
NDIR-Sensoren
Wärmeleitfähigkeit
Elektrochemische Sensoren
Keidel-Zellen
Gasanalytik für die Prozessmesstechnik
www.zirox.de
ZIROX Sensoren und Elektronik GmbH | Am Koppelberg 21 | 17489 Greifswald | Tel.: +49(0)3834-83 09 00 | Fax: +49(0)3834-83 09 29 | E-Mail: info@zirox.de
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22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
NEUE IO-LINK-OPTOSENSOREN IN M18 – KURZ, LEISTUNGSSTARK UND PRÄZISE
Ob Einweglichtschranke,
Reflexlichtschranke oder Taster
mit Intensitätsunterscheidung
bzw. Hintergrundausblendung:
die neuen optischen Sensoren
von IPF ziehen hinsichtlich
Größe, Reichweite, Präzision und
flexibler Parametrierung alle
Register. Eingeführt wird eine
Reihe an Opto sensoren mit
Gewindegehäuse M18x1 ein, die
neue und interessante Eigenschaften
mit sich bringen. Angeboten werden die Neuheiten
in vier Lösungen: Einweglichtschranke bestehend aus
Sender OS189020 und Empfänger OE189420 mit einer
Reichweite von 25 m, Reflexlichtschranke OR189420
(Reichweite 5,5m) mit Polarisationsfilter
und Taster mit
Intensitätsunterscheidung
OT189420 (Tastweite 1000 mm)
oder Hintergrundaus blendung
für die nahezu oberflächenunabhängige
Objekt erfassung
OT189421 (Tastweite 210 mm).
Der Anschluss erfolgt über einen
4-poligen M12-Stecker. Zudem
ermöglichen die sehr kurzen
Gehäuse mit einer Länge von
lediglich 37 mm eine platzsparende Installation. Zusätzlich
haben die vielseitig einsetzbaren Sensoren eine IO-Link-
Schnittstelle für anwendungsspezifische Parametrierungen.
www.ipf.de
DEKARBONISIERUNG DER INDUSTRIE
Geht es um die Dekarbonisierung der Industrie, darf
Carbon Capture, Utilization and Storage (CCUS) als ein
wesentlicher Baustein nicht fehlen. Dies hat auch die
Bundesregierung erkannt und im Kabinett die Carbon-
Management-Strategie beschlossen. Damit sind von
politischer Seite die Weichen gestellt, um CO 2
-Emissionen
einzufangen, bevor sie in die Atmosphäre gelangen.
Im nächsten Schritt sei die Etablierung eines gesamten
CCUS-Ökosystems unabdingbar, bekräftigt Frederik
Effenberger, Industry Manager Decarbonization bei
Endress+Hauser. CCUS gilt als Schlüsseltechnologie,
um die Klimaziele der Industrie zu erreichen. Dies
rückt bei Unternehmen und Start-ups zunehmend
in den Fokus, die nach und nach mit Projekten in die
Umsetzung kommen wie beispielsweise Greenlyte
Carbon Technologies mit einer Pilotanlage zur CO 2
-
Filterung oder Heidelberg Materials mit der weltweit
ersten Anlage zur CO 2
-Abscheidung und -Speicherung
in Brevik. Parallel dazu hat die Politik mit der Carbon-
Management-Strategie den Weg für Abscheidung,
Transport, Lagerung und Nutzung von CO 2
geebnet.
So soll nach dem Willen der Bundesregierung in
Deutschland bereits vor 2030 jeweils mindestens ein
großskaliges CO 2
-Abscheideprojekt in der Zement- und
Kalkindustrie sowie an einer Müllverbrennungsanlage
in Betrieb genommen werden.
www.endress.com
EXAKTE NEIGUNGSMESSUNG IN
SCHWIERIGER UMGEBUNG
Posital hat seine
beschleunigungskompensierten
Dynamic
Tiltix-Neigungssensoren
mit neuen Signalverarbeitungsalgorithmen
aufgerüstet. Damit
liefern sie genaue
Neigungsmessungen
unter schwierigen dynamischen Bedingungen. Die Sensoren
eignen sich für Sicherheitsapplikationen, wie zum Beispiel
in Warnsystemen zur Überschlagsvermeidung in Off-Road-
Equipment und selbstfahrenden Fahrzeugen. Ihre Leistung
beruht auf einem dualen Sensor-Messsystem, das MEMS-
Beschleunigungsmesser mit gyroskopischen Sensoren
kombiniert. Das gedoppelte System behebt eine wesentliche
Einschränkung herkömmlicher statischer Neigungssensoren.
Durch die Verknüpfung der Beschleunigungsdaten mit den
Drehratenmessungen der Gyroskope korrigieren die Signalverarbeitungsalgorithmen
in den Dynamic Neigungssensoren
diese Fehler genau – und liefern präzise Positionsdaten.
www.posital.de
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Ein grüner
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Ihr Prüflabor –
CO 2 sparen durch
Modernisierung
www.zwickroell.com/nachhaltigkeit
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SENSORIK UND MESSTECHNIK
SCHWINGUNGEN IN DREI ACHSEN MIT
IO-LINK ÜBERWACHEN
Vibrationen von Maschinen sind wichtige
Merkmale, wenn es um die Beurteilung
des aktuellen Zustands geht. Schäden an
Wälzlagern und anderen Maschinenkomponenten
lassen sich so frühzeitig
erkennen, bevor es zum kostspieligen
Maschinenstillstand kommt. Der neue
und smarte IO-Link-Vibrationssensor von
Ifm hilft dabei, ein einfaches und skalierbares
Condition Monitoring zu realisieren
– alles in einem einzigen Gerät. Der VVB30x erfasst kontinuierlich
die Schwingungen in alle drei Raumrichtungen. Aus
den aufgenommenen Messwerten berechnet der Sensor
bewährte Zustandsindikatoren zur Bewertung des Maschinenzustands:
Informationen über Ermüdung (v-RMS),
mechanische Reibungen (a-RMS), Stöße (a-Peak) und Lagerverschleiß
(Crest-Faktor). Außerdem wird die Oberflächentemperatur
als zusätzlicher Verschleißindikator übermittelt.
Weitere Zusatzfunktionen: In der Ausführung Basic Condition
Monitoring kann der Sensor kontinuierlich eine entstehende
Unwucht der Maschine analysieren und im Bedarfsfall sicher
kommunizieren. Zudem erfasst der Sensor die Maschinenbetriebsstunden
auf Basis des maschinenbezogenen Schwingungspegels,
was eine weitere Hilfsgröße in der modernen
Instandhaltung darstellt. In der Ausführung DataScience
Condition Monitoring bietet das Gerät zusätzlich noch ein
smartes Lagerdemodulation-Verfahren zur sicheren und
kontinuierlichen Lageranalyse an.
www.ifm.com
VOLLAUTOMATISIERTE PRÜFMASCHINE FÜR
BLECHUMFORMPRÜFUNGEN
Mit dem Prüfsystem für Blechumformprüfungen (BUP) mit
Kräften von 400 bis 600 kN stellt Zwickroell eine automatisierte
Komplettlösung vor. Das System eignet sich speziell für den
industriellen Einsatz in Branchen, in denen hochpräzise
Blechkomponenten unerlässlich sind. Das BUP verbessert die
Effizienz und Präzision in der Blechumformung und erleichtert
die Qualitätsprüfprozesse. Es
ist mit einem 6-Achs-Industrieroboter,
Probenidentifikation
per 2D-Code sowie dem
hochpräzisen Videoxtens-
Messsystem ausgestattet.
Die Maschine wählt durch
die Identifikation der Proben
über einen 2D-Code die
Stanzwerkzeuge zuverlässig
selbst aus. Diese automatische Probenidentifikation stellt
sicher, dass jede Probe präzise erkannt und zugeordnet wird
und garantiert zudem sichere und zuverlässige Prüfergebnisse.
Der Bediener muss lediglich das Magazin mit Proben
auffüllen – alle weiteren Schritte übernimmt das System
automatisch. Dadurch reduziert die Automatisierung den
manuellen Arbeitsaufwand und minimiert das Risiko fehlerträchtiger
Bedienereinflüsse. Dazu trägt auch das integrierte
Kamerasystem bei, das die Prüfergebnisse bedienerunabhängig
ermittelt. Subjektive Entscheidungen des Bedieners entfallen
vollständig. Dies führt zu einer höheren Objektivität und
Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.
www.zwickroell.com
ENERGIEMONITORING MODULAR UND
FLEXIBEL GESTALTEN
Der neue Energieanalysator UMG 800 von
Janitza Electronics kann durch verschiedene
Erweiterungsmodule angepasst
werden, die sich per Plug-and-Play
integrieren lassen. Bis zu 96 Strommesseingänge
lassen sich ergänzen – ohne
aufwendige Neukonfiguration oder
Investitionen in neue Hardware. Mit
weiteren Modulen können zum Beispiel
Digitaleingänge ergänzt werden. Trotz der
umfangreichen Erweiterungsmöglichkeiten
bleibt die Lösung mit nur 2 TE für das
Basisgerät und 1-4 TE pro Modul platzsparend
und kosteneffizient. Mit OPC UA,
zwei Ethernet-Schnittstellen, einer
RS485-Schnittstelle sowie einem Modbus TCP/IP Gateway für
bis zu 31 Slaves ist eine nahtlose Integration in bestehende
Infrastrukturen möglich. Ein eingebauter Webserver vereinfacht
die Inbetriebnahme, Konfiguration und Überwachung.
Das Modul ermöglicht hochpräzise Messungen von Verbrauchsdaten,
Transienten und Harmonischen bis zur 63.
Oberschwingung. Für hohe Sicherheit sorgen darüber hinaus
das integrierte Modbus-Whitelisting, erweiterte Firewall-
Funktionen und eine automatische Grenzwertüberwachung.
www.janitza.de
THERMISCHE PROBLEME ZUVERLÄSSIG
AUFSPÜREN
Mit der Voltcraft WB-430 bietet Conrad über seine Sourcing
Platform eine hochwertige Wärmebildkamera zur professionellen
Erfassung und Messung thermischer Szenarien an. Ob
Einzelkomponenten oder Gebäude – das rechtzeitige Erkennen
potenzieller oder bereits vorhandener Probleme schützt
vor Produktionsausfällen und vermeidbaren Sanierungskosten.
Energielecks oder Fehler in Lüftungs- und Klimaanlagen
werden von der WB-430 dank ihrer hohen Bildwiederholfrequenz
von 50 Hz zuverlässig erfasst und mit der Bolometermatrix
mit 384 × 288 Pixeln detailliert dargestellt. Durch die
manuell einstellbare Optik können Anwender sowohl in sehr
kurzen als auch großen Distanzen eindeutig und zuverlässig
messen. In Verbindung mit zwölf wählbaren Farbskalen und
einem breiten Temperaturmessbereich
von - 20 bis 650 °C wird die WB-430 zur
universell einsetzbaren Wärmebildkamera.
Der integrierte Touchscreen ermöglicht
sowohl die bequeme Einstellung aller
Parameter als auch eine klare Darstellung:
Das Bild der 2-Megapixel-Digitalkamera
lässt sich mit dem Wärmebild
überlagern. Durch dieses Kombinationsbild
wird die Orientierung besonders bei
elektronischen Schaltungen erleichtert.
www.conrad.de
24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
TEMPERATURTRANSMITTER MIT
DRIFT-ERKENNUNG
Der digitale Temperaturtransmitter
Typ T38 von
Wika verfügt über
wichtige internationale
Zulassungen. Er soll dank
neuartiger Drift-Erkennung
für eine noch
höhere Prozesssicherheit
sorgen. Der T38 ist zudem
flexibel einsetzbar, denn
seine sechs Sensoranschlussklemmen
erlauben zahllose Kombinationsmöglichkeiten
mit Eingangssensoren. Die True-Drift-Detection ist eine
von Wika neu entwickelte Funktion. Durch permanente
Überwachung mithilfe von zwei aufeinander abgestimmten
Sensoren kann ein driftender Sensor sofort erkannt werden.
So sind Betreiber in der Lage, im Fall fehlerhafter Messungen
umgehend einzugreifen. Die Prozesssicherheit bleibt jederzeit
zuverlässig gewährleistet. Der Temperaturtransmitter
entspricht den Anforderungen der IEC 61508 und ist für einen
universellen Einsatz konzipiert. Zur bedarfsgerechten Integration
ist der T38 in einer Kopf- und einer Schienenversion sowie
in SIL- und verschiedenen Ex-Ausführungen lieferbar.
www.wika.de
SENSOREN FÜR HOCHTEMPERATUR-
ANWENDUNGEN MIT IO-LINK
Die neuen hochtemperaturfähigen
induktiven Sensoren von Pepperl+Fuchs
bieten einen sehr großen Schaltabstand
von bis zu 50 mm. Die im Verstärker
integrierte IO-Link-Schnittstelle ermöglicht
eine Einbindung in Industrie-4.0-Anwendungen.
Die Sensoren stehen mit
variablen Kabellängen zur Verfügung,
jede Komponente kann einzeln ausgetauscht werden. Die
neuen induktiven Sensorsets der Serie NBN-F135 können bei
Temperaturen bis 250 °C eingesetzt werden. Die Temperaturdrift
des Schaltabstandes liegt typischerweise unter fünf
Prozent. Das stellt eine durchgängig hohe Zuverlässigkeit der
Detektion sicher. Die Sensorköpfe können ohne Neuparametrierung
des Verstärkers ausgetauscht werden, eine Einstellung
des Schaltabstandes per Potenziometer ist nicht notwendig.
Die IO-Link-Schnittstelle ermöglicht die durchgängige
Kommunikation zwischen Steuerung und Feldebene, einschließlich
der Übermittlung von Sensorkopfstatus und Grenzwertwarnungen
für die vorausschauende Wartung. Außerdem
ist ein Schaltzyklen- und Betriebsstundenzähler integriert.
Mehrere Sensorköpfe lassen sich durch Synchronisation
aneinanderreihen.
www.pepperl-fuchs.com
FLEXIBEL EINSETZBARE LICHTGITTER
Schmersal bringt neue Ausführungen von Sicherheitslichtvorhängen und Sicherheitslichtgittern
der Baureihe SLC440COM-H/ SLG440COM-H auf den Markt. Mit Reichweiten von 30
beziehungsweise 60 m bieten sie Hand- oder Körperschutz und ermöglichen eine Überwachung
über große Entfernungen mit minimalem Installationsaufwand. Zusätzlich verfügen
sie über eine Bluetooth-LE-Schnittstelle, die mit der App „SLC Assist“ von Schmersal eine
Statusmeldung der Geräte abbildet und umfassende Diagnosedaten liefert.
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Treffen Sie uns!
Halle 16
Stand D10
Das Cynapse-Modul
stellt die direkt im
Getriebe erfassten
Daten für das
Analysetool
bereit
ANALYSETOOL ÜBERWACHT DEN
ZUSTAND SMARTER GETRIEBE
SO LÄUFT
ALLES RUND
Wie ist der Zustand der Getriebe in meinen
Maschinen? Läuft alles rund oder gibt es
Anzeichen von Verschleiß? Fragen, die jeden
Maschinenbetreiber interessieren. Ein Analysetool
von Wittenstein Alpha kann sie
beantworten.
Der Health Index ist das neueste Analysetool im Smart-
Service-Portfolio Cynapse Analyze von Wittenstein
Alpha. Es erfasst und überprüft funktions- und belastungsrelevante
Daten von Antriebssträngen in der
Anwendung – und kann so fehlerhafte Betriebszustände und
damit verbundene Ausfallrisiken frühzeitig erkennen. Dadurch
lassen sich die Gefahr und die Kosten unkontrollierter Stillstände
signifikant reduzieren. Überwacht werden können mit dem
Health Index Getriebe von Wittenstein Alpha mit Cynapse-Funktionalität
– also mit integrierter Temperatur- und Beschleunigungssensorik,
Logik- und Speichereinheit sowie IO-Link-Datenschnittstelle.
Das intelligente Analysetool richtet sich gleichermaßen
an Maschinenbauer und OEM sowie Maschinenbetreiber
und Endkunden – beide Zielgruppen können durch die digitale
Zustandsüberwachung von Getrieben von umfassenden Vorteilen
und Kosteneinsparungen profitieren.
DIGITALE ZUSTANDSÜBERWACHUNG
Aufgabe des Health Index ist es, an Schlüsselkomponenten von
Getrieben frühzeitig Veränderungen zu erkennen, die die Funktion
des Antriebsstrangs beeinträchtigen können. Das Analysetool
aggregiert hierzu Messwerte und Zustandsinformationen aus
zwei Datenquellen. Die Daten zu Drehmomenten und Drehzahlen
stammen aus dem Antriebsregler, während durch das Cynapse-Modul
weitere Daten direkt im Getriebe erfasst und für den
Health Index bereitgestellt werden. Für den Maschinenbauer
selbst fällt bei der Nutzung des Analysetools kein Programmieraufwand
an. Die gesammelten Betriebsdaten und Messwerte er-
26 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
STEUERN UND ANTREIBEN
möglichen eine Aussage über das Betriebsverhalten der Antriebsachsen
und die Wahrscheinlichkeit eventueller Teilschädigungen
an wichtigen Komponenten des Getriebes – und damit über die
Gefahr der Beeinflussung der gesamten Maschinen-Performance.
VISUALISIERUNG UND
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
Der Health Index stellt die Ergebnisse der Zustandsüberwachung
als digitale Ampel dar. Die Anzeige muss dabei nicht durch eine
separate Hardware erfolgen, sondern kann auch direkt in die
HMI-Bedienoberfläche der Maschine integriert sein. Die einfache,
intuitiv verständliche Ampeldarstellung wird ergänzt durch
jeweils klare Handlungsempfehlungen: Grün – keinerlei Auffälligkeiten
erkennbar, Gelb – Veränderungen erkannt, Service wird
empfohlen und Rot – Risiko für ungeplanten Stillstand, Getriebe
austauschen. Dabei kann der Anwender bei Online-Verbindung
in der Benutzeroberfläche des Health Index direkt den Produktstatus
prüfen, mögliche Ersatzprodukte finden und die Möglichkeit
einer schnelleren Beschaffung per Speedline-Service
anfragen. Bei Nutzung des Health Index können Maschinenbetreiber
mögliche Ausfallrisiken frühzeitig erkennen, einen verbleibenden
Abnutzungsvorrat ausschöpfen, Wartungseinsätze
und Services vom Umfang her und auch zeitlich optimal planen,
Ersatzteile oder Austauschgetriebe rechtzeitig beschaffen sowie
ungeplante Maschinenstillstände vermeiden.
PERFORMANCE UND VERFÜGBARKEIT
VERBESSERN
ZIEL IST DAS ERREICHEN DER
OPTIMALEN LEBENSDAUER VON
GETRIEBEKOMPONENTEN
Maschinenbetreiber und Endkunden können durch die digitale
Zustandsüberwachung die Performance und Verfügbarkeit ihrer
Maschinen positiv beeinflussen und ihre Total Cost of Ownership
(TCO) signifikant reduzieren. Auch Maschinenbauer oder OEM
haben einen klaren Wettbewerbsvorteil – umso mehr, wenn bereits
eine eigene Digitalisierungsstrategie für Maschinen und
Produkte verfolgt wird. Hier kann der Health Index bei der Etablierung
neuer, digitalbasierter Service- und Geschäftsmodelle
unterstützen, mit denen die Unternehmen zusätzliche Mehrwerte
für ihre Maschinen schaffen und eine Differenzierung am
Markt erreichen. Auch Hersteller, die bereits Ampelanzeigen in
ihren digitalisierten Maschinen einsetzen, bilden eine Zielgruppe
für das smarte Analysetool. Ihnen steht zum einen eine weitere
Datenquelle für ihr Maschinen-Dashboard zur Verfügung –
zum anderen können sie die User Experience der gesamten
Maschinenbedienung weiter verbessern.
ANTRIEBSSTRÄNGE MASSGESCHNEIDERT
DIGITALISIEREN
Mit verschiedenen Smart Services in einem aufeinander aufbauenden
Leistungsumfang und mit umfangreichem Digitalisierungs-Know-how
ermöglicht es Wittenstein Alpha Maschinenherstellern
und Maschinenbetreibern, Industrie 4.0 im Antriebsstrang
sukzessive umzusetzen und ihre Vorteile in der jeweils
möglichen oder gewünschten Geschwindigkeit zu erschließen.
Die Basis bildet der Smart Service Cynapse Connect für die Integration
und das Routing von Daten – eine Grundvoraussetzung
beispielsweise für das Condition Monitoring. Dazu zählen die
Der Smart Service Cynapse Analyze ermöglicht eine intelligente
Getriebeüberwachung und beugt so ungeplanten Maschinenstillständen
vor
Daten, die Cynapse bereitstellt sowie zusätzlich Drehzahl und
Drehmoment, die vom Antriebsregler beziehungsweise der SPS
via OPC UA zur Verfügung gestellt werden können. Ein weiterer
Vorteil ist, dass der Smart Service den Integrationsaufwand von
smarten Getrieben in die jeweilige Maschineninfrastruktur signifikant
reduziert – was den Einstieg in die Digitalisierung des Antriebsstrangs
erheblich erleichtert. Darauf aufbauend ermöglicht
der Smart Service Cynapse Monitor die einfache Visualisierung
und Auswertung von Daten des smarten Getriebes – einschließlich
dem Setzen von Grenzwerten und der Ausgabe von Alarmen
bei deren Überschreitung. Hersteller und Betreiber müssen hierfür
keine eigenständigen Lösungen entwickeln und sparen sich
erheblichen Programmieraufwand. Der Cynapse Monitor liefert
Einblicke in das Betriebsverhalten der Antriebsachsen, um kritische
Betriebszustände frühzeitig zu erkennen.
Bei Cynapse Analyze – hierunter fällt auch der Health Index –
handelt es sich um ein stetig wachsendes Portfolio von smarten
Analysetools, mit denen das Betriebsverhalten von Getrieben und
Antriebsachsen untersucht und verbessert werden kann, um
frühzeitig auch komplexere Abweichungen im Maschinenprozess
oder dem Komponentenverhalten zu erkennen. Sie können zeitgleich
verschiedene Stellen in der Maschine überwachen und bei
unterschiedlichen Maschinenapplikationen eingesetzt werden.
Bilder: Wittenstein
www.wittenstein.de
UNTERNEHMEN
Wittenstein SE
Walter-Wittenstein-Straße 1
97999 Igersheim
Tel +49 7931 493-10 399
AUTOR
Daniel Müssig, Produktmanager,
WITTENSTEIN alpha GmbH, Igersheim
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 27
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
PROFINET SECURITY CLASS 1 FÜR EINE ZUVERLÄSSIGE ÜBERWACHUNG VON
GERÄTEN IN ETHERNET-BASIERTEN UMGEBUNGEN
SICHERE FELDNETZWERKE
In der vernetzten industriellen Welt von heute ist das Thema Security in der
Feldebene wichtiger denn je. Profinet Security Class 1 bietet einen robusten
Basisschutz für kritische Anwendungen. Von digital signierten Gerätebeschreibungsdateien
bis hin zum sicheren Gerätemanagement wird gewährleistet, dass
Cybersecurity im Feld in jeden Schritt des Netzwerkbetriebs integriert ist. Erfahren
Sie, wie diese wichtigen Sicherheitsmechanismen Ihre industrielle Infrastruktur
vor neuen Bedrohungen schützt.
Traditionell haben Systeme der Informationstechnologie
(IT) Daten und Geschäftsprozesse verwaltet, während
Systeme der Betriebstechnologie (OT) physische Prozesse
wie Maschinen und Anlagen gesteuert haben. Mit der
Beschleunigung der digitalen Transformation werden diese
ehemals isolierten Systeme zunehmend miteinander verbunden,
um Daten in Echtzeit auszutauschen und die betriebliche Effizienz
zu verbessern. Die Konvergenz von IT und OT hat die
Arbeitsweise der Industrie revolutioniert. Dies hat jedoch auch
zu neuen Schwachstellen geführt, die Industriesysteme Cyber-
Bedrohungen aussetzen, die früher nur traditionelle IT-Umgebungen
betrafen.
Industrielle Cybersicherheit ist entscheidend für den Schutz
der Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten, Geräten,
Maschinen und Systemen. Da Angriffe auf kritische Infrastrukturen
– von Produktionsanlagen bis hin zu Energienetzen –
immer häufiger und raffinierter werden, ist es wichtiger denn je,
industrielle Umgebungen vor externen Bedrohungen zu schützen.
Wirksame Cybersicherheitsstrategien im Industrieumfeld
umfassen Defense-in-Depth-Ansätze, die Sicherheitskonzepte
wie Netzwerksegmentierung, Zugangskontrolle, Verschlüsselung
und Echtzeitüberwachung zur Risikominderung nutzen. Durch
die Erfüllung dieser Anforderungen gewährleistet industrielle
Cybersicherheit nicht nur den reibungslosen Ablauf von Fertigungsprozessen,
sondern schützt auch wertvolle Vermögenswerte
vor kriminellen Akteuren und somit die Zukunft der modernen
Industrie.
AB AUF DIE DATENAUTOBAHN MIT PROFINET
Mit der zunehmenden Vernetzung industrieller Systeme wird
der Schutz von Kommunikationsprotokollen wie Profinet immer
wichtiger. In der Vergangenheit verfügten Profinet und
ähnliche Ethernet-basierte Feldbus-Protokolle nicht über integrierte
Sicherheitsfunktionen. Stattdessen verließ man sich auf
isolierte Netzwerke, um sich vor Angriffen zu schützen. Diese
Trennung ist jedoch in den heutigen vernetzten Umgebungen,
in denen sich die Cyber-Bedrohungen ständig weiterentwickeln,
nicht mehr ausreichend. Profinet, das Echtzeitkommunikation
über Ethernet-Netzwerke ermöglicht, verfolgt einen Defensein-Depth-Ansatz
und bietet mehrere Schutzschichten für industrielle
Automatisierungsnetzwerke.
Um diese Security-Aspekte sinnvoll zu ergänzen und das
Thema von Grund auf anzugehen, hat die Nutzerorganisation
„Profibus & Profinet International (PI)“ Sicherheitserweiterungen
eingeführt, die in drei Klassen unterteilt sind. Die Basisstufe,
die Security Class 1, beinhaltet drei wesentliche Schutzmechanismen
mit minimalen Auswirkungen auf bestehende Profinet-
Komponenten, die einen grundlegenden Schutz vor unberechtigtem
Zugriff bieten und die Systemintegrität gewährleisten.
DIE ROLLE DES DIGITALEN SIGNIERENS VON
GSDML-DATEIEN
Mit GSDML-Dateien (General Station Description Markup Language)
werden Profinet-Geräte beschrieben und diese enthalten
SECURITY CLASS 1 BIETET EINE
SOLIDE BASIS FÜR DIE ABSICHE-
RUNG INDUSTRIELLER NETZWERKE
wichtige Informationen über Gerätefunktionen und deren Konfigurationsmöglichkeiten.
Diese in XML erstellten Dateien definieren,
wie Geräte in einem Profinet-Netzwerk kommunizieren und
arbeiten können. Vor Profinet Version 2.4 hatten Anwender keine
Möglichkeit, die Integrität oder Authentizität von GSDML-Dateien
zu überprüfen, was sie anfällig für versehentliche oder böswillige
Manipulationen machte. Hier setzt die Funktion der digitalen
Signatur an.
Die Einführung der digitalen Signatur von GSDML-Dateien als
Teil der Profinet Security Class 1 dient dazu, die Authentizität
und Integrität der Dateien sicherzustellen. Durch die digitale Signatur
wird gewährleistet, dass die GSDML-Datei tatsächlich vom
verantwortlichen Gerätehersteller erstellt wurde und auf dem
28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
Weg zum Anwender nicht manipuliert wurde. Für die Signierung
wird die GSDML-Datei zusammen mit anderen Informationen in
einen GSDX-Container verpackt. Die signierten Dateien basieren
auf bewährten Methoden wie XML Signature und XAdES B-LT
und werden nach der ISO/IEC 29500-2:2021 (Open Packaging
Convention) verpackt.
Dieser Schutz ist entscheidend, wenn Geräte in Umgebungen
mit hohen Sicherheitsanforderungen eingesetzt werden. Das
Signieren der GSDX-Dateien erfolgt über eine Public-Key-Infrastructure
(PKI), bei der jeder Anbieter ein Signaturzertifikat von
einer vertrauenswürdigen Zertifizierungsstelle (Certification
Authority, CA), in diesem Fall Profibus & Profinet International,
erhält.
Die Überprüfung der GSDX-Dateien erfolgt an mehreren Stellen,
zum Beispiel beim Import in ein Engineeringtool wie TIA Portal.
Nur wenn die Signaturprüfung durch den integrierten GSD-Checker
im TIA Portal (ab Version 19) erfolgreich ist, wird die GSDX-
Datei als authentisch anerkannt und kann im Projekt verwendet
werden.
SCHUTZ VOR UNAUTORISIERTEN NETZWERK-
MANIPULATIONEN
Das Simple Network Management Protocol (SNMP) ist seit langem
ein Protokoll für das Management und die Überwachung
von Geräten in Ethernet-basierten Netzwerken, auch in Profinet-
Umgebungen. Die Standardversion v1 von SNMP, die traditionell
in Profinet-Systemen eingesetzt wird, weist jedoch erhebliche
Sicherheitseinschränkungen auf, da sie über keine robusten
Authentifizierungsmechanismen verfügt. Vielmehr verlässt man
sich auf einen sogenannten „Community String“, der als Passwort
dient. Dieser Community String ist in der Regel fest in den Geräten
codiert und damit anfällig für unberechtigten Zugriff und
Manipulation.
Die Security Class 1 behebt diese Schwachstellen durch erweiterte
SNMP-Konfigurationsoptionen. In dieser Sicherheitsklasse
unterstützen Profinet-Geräte nun mehrere neue Schutzmaßnahmen,
darunter die Möglichkeit, SNMP vollständig zu deaktivieren
oder den Zugriff auf den Nur-Lese-Modus zu beschränken.
Darüber hinaus können Administratoren jetzt die Standard-
Community-Strings ändern.
Diese neuen Funktionen reduzieren das Risiko unautorisierter
Netzwerkmanipulationen erheblich. Durch das Erzwingen des
SNMP-Read-only-Modus können Komponenten auch weiterhin
überwacht werden, ohne dass Änderungen per Remote möglich
sind, sodass die Systemintegrität gewahrt bleibt. Diese Konfigurationen
werden über die GSDML-Datei des Geräts angeboten
und können während der Inbetriebnahme der Anlage festgelegt
werden, wodurch Anlagenbetreiber mehr Kontrolle über die
Sicherheit ihrer Netzwerke erhalten.
AUTOMATISCHE ERKENNUNG UND
KONFIGURATION VON GERÄTEN
Das Discovery and Configuration Protocol (DCP) ist ein wichtiger
Profinet-Dienst, der die automatische Erkennung und
Konfiguration von Geräten in einem Netzwerk ermöglicht.
DCP ist für die Zuweisung grundlegender Parameter wie Gerätenamen
und IP-Adressen verantwortlich. In der Vergangenheit
erlaubte DCP sowohl das Lesen als auch das Schreiben
von Geräteparametern, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko
darstellte, da unbefugte Akteure diese Funktion ausnutzen
konnten, um böswillige Änderungen an der Netzwerkkonfiguration
vorzunehmen.
Bei der Security Class 1 ist der DCP-Dienst auf einen reinen
Lesezugriff beschränkt, sobald ein Gerät vollständig konfiguriert
und in einer Kommunikationsbeziehung ist. Dadurch wird
gewährleistet, dass im laufenden Betrieb keine Änderungen an
den Geräteparametern vorgenommen werden können. Sollte ein
Unbefugter versuchen, die Konfiguration eines Geräts über DCP
zu ändern, wird dies durch die Read-only-Einstellung verhindert,
sodass die Stabilität und Sicherheit des Netzwerks gewahrt bleibt.
Dies ist besonders in Umgebungen wichtig, in denen Geräte
potenziell externen Bedrohungen ausgesetzt sind oder unbeabsichtigte
Änderungen den Betrieb stören könnten. Da DCP
schreibgeschützt ist, reduziert Profinet Security Class 1 das Risiko
von Netzwerkunterbrechungen durch böswillige Rekonfiguration
oder versehentliche Fehler.
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 29
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
Mit Defense in Depth
stellt Siemens ein mehrschichtiges
Sicherheitskonzept bereit,
das Industrieanlagen einen
umfassenden Schutz bietet;
es richtet sich sowohl an
Anlagenbetreiber, Integratoren
und Komponentenhersteller
und deckt alle relevanten
Aspekte von Industrial
Cybersecurity ab
GRUNDSOLIDE UND MIT SIMATIC ET 200
SOGAR EINEN SCHRITT VORAUS
Obwohl Security Class 1 die niedrigste der drei Profinet-Sicherheitsklassen
ist, bietet sie eine solide Basis für die Absicherung
industrieller Netzwerke. Die Sicherheitsklasse 1 eignet sich
besonders für Umgebungen, in denen die Bedrohungslage als
gering eingestuft wird, aber zuverlässige Robustheit erforderlich
ist. Sie bildet die Grundlage für die erweiterten Security-Maßnahmen
der Klassen 2 und 3 und bietet einen skalierbaren und
flexiblen Ansatz für mehr Netzwerksicherheit.
Die Implementierung der Security Class 1 in die Simatic ET
200-Interfacemodule ist ein wichtiger Schritt, um die Cybersicherheit
industrieller Netzwerke zu erhöhen, Schwachstellen zu
reduzieren und die Gesamtzuverlässigkeit Profinet-basierter Systeme
zu steigern. Durch die Erweiterung dieser grundlegenden
Sicherheitsmaßnahmen können sich Anlagenbetreiber auf die
Betriebseffizienz konzentrieren und haben gleichzeitig die
Gewissheit, dass ihre Netzwerke vor internen und externen Bedrohungen
geschützt sind.
Mit der Verwendung von digital signierten GSDX-Dateien im
TIA Portal, individuellen SNMP-Konfigurationen und dem DCP-
Schreibschutzmodus bildet die Security Class 1 einen Basisschutz,
der die Integrität der Gerätekommunikation und der
Netzwerkkonfigurationen gewährleistet. Damit sind die Simatic
ET 200-Interfacemodule eine sichere Wahl, um Automatisierungssysteme
mit grundlegenden Schutzanforderungen zuverlässig
und effizient zu betreiben.
WEITERE SCHUTZMECHANISMEN
Die neuen Security-Merkmale der Interfacemodule gehen aber
über den Profinet Security Class 1 Standard hinaus und integrieren
vier zusätzliche Schutzmechanismen: Ein signiertes
Firm ware-Update schützt vor der Installation fehlerhafter oder
schadhafter Firmware und gewährleistet einen zuverlässigen
Betrieb. Ein gesicherter Hochlauf überprüft die Authentizität und
Integrität der Firmware während des Bootvorgangs und schützt
so vor unautorisierten Änderungen. Darüber hinaus wird die
Datenintegrität durch kontinuierliche Integritätsprüfungen zur
Erkennung von Verletzungen oder Manipulationen aufrechterhalten,
was den gesamten Sicherheitsstandard des Moduls für
industrielle Umgebungen weiter stärkt. Zusammengenommen
sorgen diese Funktionen dafür, dass nicht autorisierte Änderungen,
ob absichtlich oder versehentlich, erkannt und verhindert
werden. Sie bieten somit einen soliden Basisschutz, der den
sicheren und effizienten Betrieb von Automatisierungssystemen
gewährleistet und gleichzeitig die betriebliche Integrität des
Netzwerks aufrechterhält.
GANZHEITLICH DENKEN
Cybersecurity ist ein Arbeitsfeld, in dem es keinen Stillstand gibt.
Für Anwender ist es daher wichtig, auf Anbieter zu vertrauen, die
sich in diesem Umfeld ständig weiterentwickeln. Die Einführung
von Security Class 1 in Profinet ist nur ein weiterer Baustein zur
Absicherung industrieller Netzwerke, weitere werden folgen. Siemens
hält bei diesen Entwicklungen nicht nur Schritt, sondern
leistet Pionierarbeit. So wie sich der Grundgedanke von Totally
Integrated Automation (TIA) über die gesamte Systemlandschaft
erstreckt, kann auch Security nur ganzheitlich funktionieren.
Bilder: Aufmacher putilov_denis – stock.adobe.com, sonstiges Siemens
www.siemens.com
UNTERNEHMEN
Siemens AG, Digital Industries
Gleiwitzer Str. 555, 90475 Nürnberg
AUTOR
Thomas Zebisch, System Manager ET200,
Siemens, Fürth
30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
APP FÜR EFFIZIENTE DIAGNOSE UND
WARTUNG
Die neue Bihl+Wiedemann-App für mobile Endgeräte ist
verfügbar. Entwickelt wurde sie speziell für die Nutzung
auf Smartphones und Tablets, um das Servicepersonal
direkt an Maschinen und Anlagen, in denen Produkte des
Unternehmens verbaut sind, zu unterstützen. Ob bei der
Diagnose, Wartung oder Instandhaltung von Maschinen
– die App bietet schnellen Zugriff auf alle notwendigen
Informationen und Funktionen rund um das Lösungs- und
Produkt-Portfolio des Unternehmens. Mit einem einfachen Design ermöglicht sie den
Sofortzugriff auf technische Dokumente, Datenblätter und Diagnosedaten. Das Servicepersonal
kann nach den relevanten Geräten im ASi-Netzwerk suchen und sich einfach
mit diesen verbinden. Der Zugriff über die App auf den Webserver der Geräte ermöglicht
es, Diagnosen durchzuführen und Einstellungen vorzunehmen. Wenn detailliertere
Produktinformationen benötigt werden, kann der Anwender direkt auf die Webseite von
Bihl+Wiedemann zugreifen. Alle notwendigen Dokumente lassen sich dann direkt
herunterladen und stehen offline zur Verfügung.
www.bihl-wiedemann.de
LEUCHTSTARKE UND SMARTE EINBAULEUCHTE
Die MC-Produktfamilie von Werma überzeugt mit bis zu sieben Farben in nur einer
Leuchte. Die Serie ist in zwei unterschiedlichen Größen und wahlweise mit oder ohne
zusätzliche Akustik erhältlich. Dank der hohen Schutzart IP69K und der UL-Zulassung für
den US-Markt kann die MC-Leuchtenreihe auch unter extremen Bedingungen weltweit
eingesetzt werden. Ab sofort ist die Serie MC55 zusätzlich als Touch-Version mit smarten
Funktionen verfügbar. Sie ist in zwei Größen erhältlich: Die MC35 hat einen Durchmesser
von 35 mm und die MC55 misst 55 mm. Beide LED-Leuchten bieten bis zu sieben
Farben – Rot, Gelb, Grün, Weiß, Blau, Violett und Türkis – in einer einzigen Leuchte. Alternativ
ist eine Tricolour-Variante mit den Farben Rot, Gelb und Grün verfügbar. Zudem
sind alle Modelle auch mit einer lautstarken Akustik erhältlich,
um so zusätzliche Aufmerksamkeit zu erzeugen. Die Leuchten
bieten laut Hersteller eine lange Lebensdauer von bis zu 50.000
Stunden und sind für extreme Einsatzbedingungen ausgelegt.
Dank der hohen Schutzart IP69K und der UL-Zulassung für den
US-Markt sind sie weltweit einsetzbar, auch in der Lebensmittelverarbeitung
und anderen anspruchsvollen Industriezweigen.
www.werma.com
NEUER SPE MEDIA SWITCH
Hilscher hat ein neues Gateway zur Anbindung von Single Pair Ethernet (SPE) an
industrielle Ethernet-Netzwerke veröffentlicht. Der SPE Media Switch basiert auf
Hilschers multiprotokollfähigem netX-90-Kommunikationscontroller und kann SPE-Anwendungen
barrierefrei mit Profinet-, Open Modbus/TCP- und Ethernet/IP-Netzwerken
verbinden. Das Gerät ist ready-to-use und einfach zu implementieren, wodurch Anwender
SPE mit geringen Kosten im Feld implementieren können. Die Komponente bietet
eine konsistente IP-basierte Kommunikation vom Sensor bis in die Cloud ohne die
Verwendung von zusätzlichen Netzwerkkomponenten. Damit lassen sich auch in großen
Produktionsanlagen oder weit verzweigten Applikationen Geräte im Handumdrehen
und kostengünstig mit einer Kabellänge von bis
zu 1.000 m im 10BASE-T1L-Standard vernetzen.
Hilscher ist Mitglied sowohl in der Single Pair
Ethernet System Alliance (SPE SA) als auch im
SPE Industrial Partner Network (SPE PN). Der
SPE unterstützt die Steckervarianten IEC
63171-2 (SPE SA) und IEC 63171-6 (SPE PN).
www.hilscher.com
EtherCAT
Software & Hardware
EtherCAT-Software
Master-Stack, Slave-
Stack und das Konfigurationstool
Workbench
Gateways und Bridges
Datenaustausch und
Synchronisation von
CAN zu EtherCAT oder
EtherCAT zu EtherCAT
Slave Hardware
PCIe, CPCIserial, PMCund
XMC-Interface-Karten,
IO-Module
Netzwerkumschalter
Starterkit
Workshops und
Schulungen
esd electronics gmbh
Vahrenwalder Straße 207
30165 Hannover
+49 (0) 511 372 98-0
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Zu den signifikanten
Anforderungen, die ein
Transportsystem
erfüllen muss, gehören
auch Navigation und
Kollisionsvermeidung
NEUE NORMEN FÜR MOBILE PLATTFORMEN BEDARFSGERECHT UMSETZEN
SICHERHEIT AUS EINER HAND
Sowohl in der Produktion als auch in der Logistik gilt es, Mensch und Maschine
vor Kollision zu schützen sowie Stillstandzeiten zu vermeiden. Diese Aufgabe
wird umso komplexer, wenn frei navigierende Förderzeuge im Spiel sind. Pilz
unterstützt Hersteller und Betreiber mit einem ganzheitlichen Sicherheits-Konzept.
Die ISO 3691-4, „Flurförderzeuge – Sicherheitstechnische
Anforderungen und Verifizierung – Teil 4: Fahrerlose
Flurförderzeuge und ihre Systeme“ liegt seit Juni 2023 in
ihrer aktualisierten Fassung vor. Sie ist die wichtigste internationale
Norm für fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) und
-systeme (FTS). Veröffentlicht 2020, gilt sie für Hersteller sowie
Betreiber. Sie definiert unter anderem die Anforderungen (Performance
Levels) an die Sicherheitsfunktionen von FTF und FTS,
wie die Einrichtungen für die Personenerkennung, Betriebsarten
und Bremssystem. Darüber hinaus beschreibt sie das Vorgehen
zur Risikominderung und Validierung der automatisierten Funktionen,
um einen störungsfreien und sicheren Betrieb mobiler
Plattformen in ihrer endgültigen Betriebsumgebung zu gewährleisten.
Als C-Norm (für spezielle Maschinen oder Maschinengruppen)
spielt auch die EN 1175 eine Rolle: Sie befasst sich mit
der Sicherheit von Flurförderzeugen im Hinblick auf deren elektrische
beziehungsweise elektronische Anforderungen.
GEFÄHRDUNGEN AUSSCHLIESSEN
Nach der Norm für Flurförderzeuge müssen Gefährdungen möglichst
ausgeschlossen sein, die Verwendung des FTF muss „bestimmungsgemäß“
sein. Zu den signifikanten Anforderungen,
die ein Transportsystem erfüllen muss, gehören neben zum Beispiel
der elektrischen Sicherheit und der Sicherheit für sicherheitsrelevante
Teile des Steuerungssystems auch das Thema
Navigation und im Zusammenhang die Kollisionsvermeidung.
Zudem beschreibt die aktuelle Version der ISO 3691-4 die geltenden
Rahmenbedingungen, um eine höhere Geschwindigkeit des
Transportsystems in den sogenannten eingeschränkten Bereichen
zuzulassen. In diesem Fall werden eine detaillierte Analyse
und Bewertung der Gefahren und die Umsetzung entsprechender
zusätzlicher Maßnahmen erforderlich.
NEUE MASCHINENVERORDNUNG
STEHT VOR DER TÜR
In der EU wird zudem ab Januar 2027 die Maschinenverordnung
(MVO) (Verordnung (EU) 2023/1230) die Anforderungen an autonome
mobile Maschinen und Geräte erweitern – genauer: zur
„Überwachung mobiler Plattformen aus der Ferne“. Um aus der
Ferne Steuerungsaufgaben an einer Maschine zu ermöglichen,
müssen autonome mobile Maschinen über eine Überwachungsfunktion
verfügen. Diese soll sicherstellen, dass auch von Remote
ein sicherer Stopp und Start der mobilen Plattform möglich ist.
Ohne diese Funktion, darf die Maschine nicht betrieben werden.
32 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
Daneben hat die MVO die mobile Plattform selbst im Blick: Beim
Steuervorgang des FTF muss der Lenkvorgang – sowohl Richtung
als auch Geschwindigkeit – eine Instabilität des Transportsystems
und/oder der Ladung vermeiden. Auch ein Ausfall des
Lenksystems darf keine Auswirkungen auf die Sicherheit haben.
SICHERHEIT FÜR TEILNEHMER UND FLOTTE
Die Integration mobiler Plattformen in ihre Infrastruktur ist
ebenfalls Thema der MVO: Um sicherzustellen, dass Gefahren
durch den Einbau berücksichtigt und angemessen behandelt
werden, sieht die MVO vor, dass eine Gesamtheit von Maschinen
(verkettete Maschinen beziehungsweise hier mobile Plattformen)
wie eine Gesamtmaschine betrachtet werden und alle Anforderungen
der MVO erfüllen muss. Praktisch betrachtet, sind
die Maschinenmodule, sprich FTF, so funktional miteinander
verknüpft, dass sich der Betrieb jedes Teilnehmers in der Flotte
direkt auf den Betrieb eines anderen auswirkt. Darüber hinaus
gibt es oft eine Verknüpfung mit anderen Maschinen, wie zum
Beispiel Förderbändern. Das macht eine Risikobewertung für das
gesamte mobile System erforderlich.
Oft werden mobile Plattformen zu bestehenden Maschinen
beziehungsweise in eine bereits vorhandene Infrastruktur
integriert. Inwieweit diese Integration dann als Neumaschine
betrachten werden muss, ist eine gesetzliche Grauzone. Die MVO
versucht diese durch neue Details zu einer wesentlichen Veränderung
zu klären. Ist die Sicherheit jedoch durch den Einbau
erheblich beeinträchtigt, muss zwingend eine neue CE-Kennzeichnung
des mobilen Systems durchgeführt werden.
VON DER RISIKOBEURTEILUNG BIS
ZUR KONFORMITÄTSPRÜFUNG
AB 2027 GELTEN NEUE VOR-
GABEN FÜR AUTONOME MOBILE
MASCHINEN UND GERÄTE
Betreiber von Intralogistik-Anwendungen stehen vor der Aufgabe,
die normativen und gesetzlichen Anforderungen mit ihrer individuellen
Applikation unter Erreichung einer größtmöglichen Produktivität
der Anwendung in Einklang zu bringen. Unterstützung
finden sie etwa beim Anbieter sicherer Automatisierungslösungen
Pilz, der die Sicherheit für die Intralogistik im Blick hat. Aufbauend
auf jahrelanger Erfahrung in der Industrie begleiten die
Safety-Experten Anwender rund um die Sicherheit von FTS-Applikationen
bis hin zur internationalen Konformitätsbewertung.
Ein spezielles Dienstleistungsangebot für die Sicherheit mobiler
Plattformen wie das von Pilz umfasst neben umfangreichen
Beratungsleistungen für den sicheren Betrieb auch eine Konformitäts-
und Abnahmeprüfung des FTS sowie auf Wunsch auch
ein Schulungsangebot. Im ersten Schritt unterstützen die Experten
bei der Risikobeurteilung und führen bei Bedarf beim Hersteller
eine Werksabnahme des FTF durch. Beim Anwender
schließt sich die finale Risikobeurteilung des FTS unter Berücksichtigung
der gesamten Umgebung der Anwendung vor Ort an.
Bei der folgenden Sicherheitsvalidierung liegt der Fokus auf Installation
und Integration von Sicherheitskomponenten für das
FTF wie Scanner oder Encoder oder zum Beispiel die Absicherung
der Umgebung des FTS durch weitere Schutzeinrichtungen.
Der Sicherheitsexperte Pilz zum Beispiel berät und begleitet bis
hin zur Prüfung der Konformität mit den gesetzlichen Anforderungen
wie zum Beispiel CE-Kennzeichnung für die gesamte
Applikation.
Die Pilz-Komplettlösung umfasst unter anderem den Sicherheitslaserscanner
PSENscan für die produktive Flächenüberwachung
(hinten rechts), die konfigurierbare Kleinsteuerung PNOZmulti 2
(Mitte) sowie die Industrie-Firewall Securitybridge (ganz links)
für den Schutz vor Manipulation
SICHERHEITS-LASERSCANNER VERHINDERN
KOLLISIONEN
Für die Umsetzung der Bewegungs- und Bereichsabsicherung
mobiler Maschinen ist der Einsatz von Laserscannern und Steuerungen
zur Personen-/ Hinderniserkennung sinnvoll. Anwender
müssen dabei berücksichtigen, ob ihre FTF oder Flotte spurgebunden
oder frei navigierend unterwegs ist. Einfache, spurgebundene
FTF folgen auf ihrem Weg Markierungen. Sind Hindernisse
auf der Spur, müssen FTF laut ISO 3691-4 entsprechend
ihrer Geschwindigkeit definierte Warn- und Sicherheitszonen
einhalten. Für die Überwachung der Zonen übernehmen Sicherheits-Laserscanner,
wie zum Beispiel PSENscan von Pilz, die
Absicherung und leisten eine barrierefreie und produktivere
Flächenüberwachung für den Kollisionsschutz. Frei navigierende
mobile Plattformen können um Hindernisse oder Personen herumfahren,
ohne zu stoppen. Die benötigten Sicherheitsfunktionen
sind daher komplexer, gerade bei Kurvenfahrten. Auch hier
unterstützen Sicherheits-Laserscanner, die die Umgebung permanent
erfassen, damit sich die Navigation frei umsetzen lässt.
Was aber, wenn Manipulationen an FTS wichtige Sicherheitsfunktionen
außer Kraft setzen würden? Mit einem umfassenden
Zugriffs- und Zugangsmanagement können Security-Vorfälle
verhindert werden – auch zu diesem Thema stellt die neue MVO-
Anforderungen und sorgt damit für eine umfassende Sicherheit
mobiler Anwendungen.
Bilder: Aufmacher iStock.com/Chesky_W, sonstiges Pilz
www.pilz.com
UNTERNEHMEN
Pilz GmbH & Co. KG
Felix-Wankel-Straße 2, 73760 Ostfildern
AUTOR
Jürgen Bukowski
International Services Group
Pilz Irland
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 33
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
WARUM DIE VERBINDUNGSTECHNIK EINE ENTSCHEIDENDE ROLLE
IN DER ENERGIEVERSORGUNG SPIELT
TECHNOLOGIEN FÜR DIE ZUKUNFT
Die All Electric Society und damit die Sektorenkopplung von Mobilität, Energie,
Infrastruktur und Industrie zu einem System soll den Weg in eine klimafreundliche
Zukunft ebnen. Der Schlüssel dafür liegt in der Verbindung aller Energieerzeuger und
-verbraucher durch strukturierte Verkabelungen. Wie das gelingen kann, zeigte die
Harting Technologiegruppe zu ihrer traditionellen Fachpressetagung.
Blickt man auf den globalen Verbrauch von Primärenergie, so
steigt dieser seit drei Jahrzehnten konstant an. Die führenden
Länder nach ihrem Anteil am weltweiten Primärenergieverbrauch
sind China im Jahre 2023 mit fast 28 Prozent,
gefolgt von den USA mit rund 15 Prozent und Indien mit etwa 6
Prozent. Es ist also unausweichlich, den Anteil erneuerbarer Energien
an der globalen Stromerzeugung signifikant zu erhöhen und
gleichzeitig die Verteilung der Energie bedarfsgerecht zu steuern.
Genau das bildet den Kern der All Electric Society, in der regenerativ
gewonnene elektrische Energie genutzt wird. Sie koppelt alle
Sektoren in unserer Gesellschaft und Wirtschaft – Industrie, Mobilität,
Infrastruktur und Agrikultur sowie den energieerzeugenden
Sektor – und ermöglicht es, vorhandene Ressourcen optimal nutzbar
zu machen und sie dort zur Verfügung zu stellen, wo sie gebraucht
wird. Dazu müssen die Sektoren nicht nur energetisch,
sondern auch kommunikativ miteinander vernetzt werden. Nur
dann lässt sich die Energieeffizienz steigern und Schwankungen
in der Verfügbarkeit von erneuerbarer Energie ausgleichen.
AUF DEM WEG ZUR ALL ELECTRIC SOCIETY
Mit der Sektorenkopplung lassen sich Energieflüsse über Branchengrenzen
hinweg miteinander verbinden und das wiederum
gelingt nur mit strukturierten Verkabelungssystemen. Sie stellen
die flexible, skalierbare und zukunftssichere Infrastruktur bereit,
die für die Integration verschiedener Energiesysteme notwendig
ist. Auf der diesjährigen Presseveranstaltung des Connectivity-
Experten Harting drehte sich daher alles um zukunftsfähige Verbindungslösungen
wie Steckverbinder, Standardisierung, Skalierbarkeit
der Energie aus dem Netz bis hin zu Modularisierung
34 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
im Maschinen- und Anlagenbau sowie um die Frage, welche Rolle
Künstliche Intelligenz, Machine Learning und digitale Zwillinge
in Zukunft spielen werden.
VON DER IDEE ZU KONKRETEN LÖSUNGEN
In Anlehnung an das Leitthema der Hannover Messe „Shaping
the future with technology“ lag der Schwerpunkt der
Präsentationen auf einer leistungsstarken und gleichzeitig
nachhaltigen Industrie. Die lässt sich für Harting mit
der Vision einer All Electric Society umsetzen – einer
Welt, in welcher der gesamte Energiebedarf durch
Elektrizität aus erneuerbaren Ressourcen gedeckt wird.
Und dazu leistet moderne Verbindungstechnik einen
wesentlichen Beitrag. Für den Bereich Energie zeigte
die Technologiegruppe daher Connectivity-Lösungen
für die Erzeugung, den Transport, die Speicherung
und die Nutzung von elektrischer Energie, die aus erneuerbaren
Ressourcen generiert wird. Dazu zählt auch
grüner Wasserstoff – ein Muss für die Energiewende. Hier
braucht es robuste und sichere Lösungen wie hochpolige
Outdoor-Varianten, die sich für Containerlösungen und
Offshore-Anwendungen eignen.
TREND: ELEKTRIFIZIERTE ANTRIEBSKONZEPTE
Die Transformation im Mobilitätsbereich hin zu elektrifizierten
Antrieben bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten neue Produkte
für die unterschiedlichsten Bereiche zu entwickeln. Dabei steht
nicht nur das Automobil im Fokus. In den einzelnen Branchen
wie dem Bau gewerbe, dem Transport-, Agrar-, und dem Bergbausektor,
sowie der Schifffahrt steigt der Anteil elektrifizierter Antriebskonzepte
stetig. Durch die zunehmende Digitalisierung
IN ZUKUNFT MUSS ENERGIE
BEDARFSGERECHT VERTEILT
WERDEN
und die damit verbundene Steigerung der Datenraten und -Geschwindigkeiten,
benötigt der Mobilitätssektor Lösungen, die
diesen Anforde rungen gerecht werden. Harting ist als Anbieter
von Ladelösungen und vorkonfektionierten Kabelsystemen elementarer
Bestandteil dieser Technologiewende – mit einem breiten
Steckverbinder-Portfolio, das unter anderem aus platzsparender,
energieeffizienter, robuster und einfach anwendbarer
Connectivity besteht. In diesem Zusammenhang wurden unter
anderem Ladekabel-Lösungen für die Elektromobilität vorgestellt,
die sich flexibel in neue Infrastruktur-Konzepte integrieren
lassen. Dabei wurde das bidirektionale und auch das Gleichstrom-Laden
explizit hervorgehoben.
STECKBARE ANSCHLUSSTECHNIK
FÜR GERÄTE UND ANTRIEBE
Ein weiteres Thema waren M12-Verkabelungslösungen mit
Inner- & Outer-PushPull Verriegelung nach IEC 61076-2-010.
Diese können unter anderem in den Segmenten Machinery und
Robotics eingesetzt werden. Sie bieten ein breites Spektrum an
Möglichkeiten für den steckbaren Anschluss von Geräten und
Antrieben in industriellen Umgebungen. Die konsequente Nutzung
von vorkonfektionierten Lösungen, sei es für die interne
Verdrahtung im Gerät oder für die Verbindung der Geräte
untereinander bietet ergänzend Effizienz-Potenziale. Dadurch
lassen sich Produktionslinien verkleinern und Montagezeiten
verkürzen.
Das Coppenrath Innovation Centre (CIC) in Osnabrück ist ein
Ort, der zur kreativen Zusammenarbeit einlädt und mit
einem besonderen Flair begeistert. Hier ist der Harting
Innovation Hub, in dem auch ich zumindest für einen Tag
einen Platz gefunden habe. Geforscht wird hier an der
industriellen Konnektivität kombiniert mit KI zur Übertragung
von Daten, Signalen und Strom für Anwendungen in
der Landtechnik. Freie Fahrt also für zukunftsfähige Ideen für
eine intelligente Verbindungstechnik, für die Elektrifizierung
von Land maschinen und für den Bereich Smart Farming.
NICOLE STEINICKE, Chefredakteurin Industrielle Automation
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 35
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
01 Neueste Produkte – hier ein Jumper für den Schienen verkehr –
live bestaunen, ihre Funktionen erleben und selbst ausprobieren
02 Journalisten und Harting-Experten erarbeiteten Impulse und
tauschten sich rege über die Fragen einer All Electric Society aus
CONNECTIVITY IN DER INDUSTRIE-
AUTOMATION UND -INTEGRATION
Auch die Gerätekonnektivität spielt eine immer wichtigere Rolle.
„Mit einem klaren Fokus auf Sicherheit, Effizienz und Benutzerfreundlichkeit
setzen wir neue Maßstäbe in der Industrieautomation
und -integration“, bekräftigte Jörg Scheer, Managing Director
Harting Customised Solutions und Harting Electronics, in seinem
Vortrag. Ein zentraler Punkt der Präsentation war das breite
Portfolio an vorgefertigten und umspritzten Kabelverbindungen.
Dazu zählen die innovative Verriegelungstechnologie D-Sub
PushPull, die die Handhabung erheblich vereinfacht und gleichzeitig
hohe Sicherheit bietet sowie erweiterte umspritzte M12-
Steckverbinder. Für Anwendungen, die über standardisierte
Lösungen hinausgehen, bietet der Experte seine maßgeschneiderten
Steckverbinder har-modular. Diese anpassbaren PCB-
Steckverbinder ermöglichen flexible Konfigurationen für individuelle
Anforderungen.
ZUKUNFTSFÄHIG MIT SINGLE PAIR ETHERNET
IN DER FABRIKAUTOMATION
Harting hat sich als Technologieführer auch der Weiterentwicklung
von SPE und dessen Ökosystem verschrieben. Mit dem
neuen Steckgesicht gemäß IEC 63171-7 ermöglicht das Unternehmen
eine nahtlose Integration in Automationssysteme und
bereitet den Weg für die nächste Generation von industriellen
Netzwerken. Die vorgestellten Lösungen beinhalten ein vollständiges
Portfolio gemäß SPE-Standard IEC 63171-7, das ideal für
Anwendungen in der Fabrikautomation ist sowie Lösungen, die
die Fähigkeit besitzen, auch jenseits der Fabrikautomatisierung
bestehende Standards wie IEC 63171-6 zu unterstützen.
KI UND GENERATIVE TECHNIK 2.0
Generative KI ermöglicht in der Konstruktion und Entwicklung
neue Freiheitsgrade und mehr Effizienz. Anhand einer Generative
Engineering-Demo, einem Gemeinschaftsprojekt von Harting,
Siemens und Microsoft wurde präsentiert, wie zukünftige Steckverbinder
von Grund auf generiert werden können. Dabei kommen
modernste Algorithmen des Microsoft Azure OpenAI Service,
neueste Entwicklungen aus dem Harting Innovationszentrum
und eine durchgängige Nutzung des Siemens Xcelerator
zum Einsatz. Das Ergebnis: erheblich reduzierte Entwicklungszeiten,
ein rationalisierter Designprozess und weniger Fehler.
Somit dürfen wir gespannt auf die nächsten Entwicklungen
sein, die die Herausforderungen der modernen Industrie adressieren.
Durch die Kombination von Technologie- und Anwendungsinnovationen
wird die Grundlage für eine vernetzte, automatisierte
und ressourceneffiziente Zukunft geschaffen.
Bilder: 02 Vereinigte Fachverlage, sonstige Harting
www.harting.com
Unser interaktiver KI-basierter Konstruktionsbegleiter
ermöglicht es Ingenieuren, die Idee
hinter dem Design eines Steckverbinders zu
verstehen und in Echtzeit Anpassungen an
einem ersten 2D-Steckerlayout vorzunehmen.
Jörg Scheer, Managing Director Harting Customised
Solutions und Harting Electronics, Harting, Espelkamp
UNTERNEHMEN
Harting Stiftung & Co. KG
Marienwerderstraße 3, 32339 Espelkamp
AUTORIN
Dipl.-Ing. Nicole Steinicke,
Chefredakteurin Industrielle Automation
36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
CAN-FD-SCHNITTSTELLEN IM
KOMPAKTEN M.2-FORMAT
Für Anwendungen mit begrenztem Raumangebot
bietet esd Electronics die neue kompakte M.2-Karte
CAN-M.2/402-4-FD mit bis zu vier CAN-FD-Schnittstellen
an. Sie ist bis auf ein Format von 22 × 42 mm
kürzbar und passt selbst in kleinste Gehäuse. Die
CAN-FD-Schnittstellen lassen sich über Adapter nach
außen führen. In jedem der pro Kanal benötigten
DSUB9-Adapter ist eine galvanische Trennung
integriert. Die Trennung erfolgt direkt am Anschluss
des CAN-Kabels. Das hält Überspannungen außerhalb
des Gehäuses. Jeder Adapter bietet neben der
galvanisch getrennten CAN-Schnittstelle nach
ISO11898-2 auch einen per Jumper zu- oder abschaltbaren
CAN-Abschlusswiderstand. Die Karte
unterstützt sowohl CAN-CC (CAN classic, früher
2.0A/B) als auch das neuere CAN-FD (Flexible Data
Rate), was sie zu einer vielseitigen Lösung für
verschiedene Anwendungen macht. Für den Einsatz
unter extremen Temperaturbedingungen bietet esd
Electronics das Board auf Anfrage außerdem als
Variante mit erweitertem Temperaturbereich an.
www.esd.eu
IO-LINK-SAFETY-INSTALLATIONSSYSTEM
Schmersal präsentiert ein IO-Link-Safety-Installationssystem,
in das verschiedene Sicherheitszuhaltungen und -sensoren
sowie sichere Aktorik integriert sind. Auch ein IO-Link-Safety-
Master und ein -Hub von Schmersal wird künftig Bestandteil
des Systems sein. Damit können die Vorteile des standardisierten
Kommunikationssystems IO-Link auch für die funktionale
Sicherheit genutzt werden. Der Anwender profitiert von
gleicher Konnektivität, einfacher Parametrierbarkeit und der
Verfügbarkeit von erweiterten Diagnosedaten. Das System
ermöglicht eine sichere bidirektionale Kommunikation und
eine erweiterte Diagnose von Sensoren und Aktuatoren. Die
Daten werden über dreiadrige Verbindungsleitungen mit
M12-Steckern statt wie üblich über achtadrige Leitungen
übertragen, was den Verdrahtungsaufwand und somit die
Montagezeit erheblich reduziert und Verdrahtungsfehler
ausschließt. IO-Link-fähige Safety Devices liefern neben den
reinen Sicherheitsfunktionen zusätzliche hilfreiche Informationen.
Identifikationsparameter geben beispielsweise Auskunft
darüber, um welche Art von Gerät es sich handelt oder
wo Betriebsanleitungen, Datenblätter und andere Dokumente
zu finden sind. Status- und Diagnoseinformationen sowie
Betriebsdaten erleichtern die Wartung und reduzieren
Maschinenstillstände.
www.schmersal.com
Ketten, Kabel, Konfektionen:
Made in Germany
Als Systemanbieter für elektrische Verbindungstechnik entwickeln und
realisieren wir für Sie Standard- und Sonderlösungen im eigenen Haus –
von der einzelnen Leitung bis zur einbaufertigen Energiekette.
helukabel.com
Hannover Messe 2025
Halle 9, Stand H55
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
PRAXISGERECHTE ALTERNATIVE ZU
KABELGEBUNDENEN SCHALTGERÄTEN
PER FUNK
ZUM GREIFER
Mit Funksystemen
kann man auf
Energieführungsketten
oder Schleifringe
verzichten
Funkschaltgeräte und -sensoren
bieten in der Robotik Vorteile,
vor allem, wenn es um
dreidimensionale Bewegungen
in kurzen Taktzeiten geht.
Sie sind flexibel und haben
einen geringen Verschleiß.
Steute wartet als praxisgerechte
Alternative zu kabelgebundenen
Schaltgeräten mit einem
bewährten Funksystem auf.
Zwei- oder dreidimensionale Bewegung in hoher Taktzahl:
Das ist, in aller Kürze, eine zutreffende Umschreibung für
Robotik. Und weil dabei immer elektrische und signalführende
Leitungen bis zum Ende des Roboterarms, das
heißt zum Greifer geführt werden müssen, sind die Anforderungen
an eben diese Leitungen hoch.
Eine einfache Rechnung verdeutlicht die Beanspruchungen.
Bei einer Zykluszeit von fünf Sekunden, die in der Zeitrechnung
der Robotik noch nicht einmal besonders niedrig ist, vollzieht
der Roboter in jeder Acht-Stunden-Schicht 5.760 identische
Bewegungsabläufe. Das bedeutet bei täglichem Betrieb bis zu ca.
2 Millionen Zyklen im Jahr.
Allein das beansprucht die beteiligten beweglichen Komponenten
schon stark. Hinzu kommen aber häufig noch ungünstige
Umgebungsbedingungen – zum Beispiel Späne, Funkenflug und
hohe Temperaturen in der Metallbearbeitung. Außerdem muss
der Platz für die Leitung vorhanden sein, und sie müssen in der
Bewegung sicher geführt werden. Bei Endlos-Drehbewegungen
kommt der Einsatz von verschleißanfälligen Schleifringen hinzu.
Nochmals anspruchsvoller sind die Bedingungen, wenn, wie bei
klassischen Sechsachsrobotern, dreidimensionale Beweglichkeit
gefragt ist. Angesichts dieser Randbedingungen für den Einsatz
von Strom- und Signalleitungen liegt der Schluss nahe: Eine
Alternative zur Leitung wäre praktisch. Und, das ist die gute
Sascha Elsner, Product Manager, Wireless Applications,
steute Technologies GmbH & Co. KG
Nachricht, eine solche Alternative gibt es auch. Mit sWave hat der
Steute-Geschäftsbereich Controltec ein Funksystem entwickelt,
das sich auch unter den widrigen Bedingungen der industriellen
und automatisierten Produktion (Reflexionen durch Metallgehäuse,
Koexistenz verschiedener Funknetze) als übertragungssicher
erweist.
Das Funksystem nutzt das lizenzfreie 868,3 MHz-Band. Für eine
erhöhte Verfügbarkeit in anspruchsvoller Funkumgebung,
zum Beispiel durch Interferenzen, sorgt bei Bedarf die „Listen
before Talk“-Funktion.
GROSSE AUSWAHL AN FUNKSCHALTGERÄTEN
UND -SENSOREN
Für diese Technologie bietet das „Industrial Wireless“-Programm
von Steute sowohl elektromechanische Schaltgeräte
(zum Beispiel Positionsschalter, Fußschalter) als auch berührungslos
wirkende Sensoren (zum Beispiel Induktivsensoren
und Magnetschalter) mit integriertem oder externem Funkmodul.
Lithium-Ionen-Akkus schaffen die Voraussetzung dafür,
dass die Schalt geräte ohne leitungsgebundene Energieversorgung
auskommen.
Der Anwender ist aber nicht auf dieses dezidiert für Funk-
Anwendungen entwickelte Programm beschränkt. Zahlreiche
konventionelle Baureihen des Steute-Programms lassen sich an
ein separates Funkmodul – das heißt einen Universalsender – anschließen
und werden damit „funkfähig“. Um die Effizienz des
Systems zu steigern, gibt es mehrere Sender-Varianten, die die Signale
von bis zu vier angeschlossenen Schaltgeräten übertragen.
38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
Terminalblock
Serie 822
Effizienz und
Flexibilität
Induktivsensoren kommunizieren über ein Funkmodul (Mitte links) mit der zugehörigen
Empfangseinheit (Mitte rechts) oder auch mit Gateway-Empfängern
Auf der Empfängerseite kommuniziert der Funkschalter beziehungsweise der Universalsender
mit kompakten Empfangseinheiten, die zum Beispiel im Schaltschrank
installiert sind. Über diese Empfänger können die Sender auch komfortabel programmiert
werden. Das Ausgangssignal lässt sich ebenfalls auf diese Weise konfigurieren.
BEISPIELE ZUR KABELLOSEN POSITIONSÜBERWACHUNG
Zu den sWave-Anwendungen, die Steute Controltec im Zusammenhang mit Robotern
realisiert hat, gehört eine Roboterzelle bei einem Automobilzulieferer. Aufgabe der
Zelle ist die Endenbearbeitung von Rohren, aus denen Stoßdämpfer gefertigt werden.
Roboter legen die Rohre in eine Fertigungszelle ein. Die Position des Greifers in Relation
zu den Werkstücken wird mit einem Funk-Induktivsensor überwacht, der die
Positionssignale über einen RF/IO-Universalsender kabellos überträgt und sich in
dieser Anwendung dauerhaft bewährt hat. Vorherige Versuche hatten gezeigt, dass
leitungsgebundene Sensoren hier nur eine Lebensdauer von wenigen Wochen erreichen.
In einem anderen Projekt übernimmt ein Induktivsensor in Kombination mit einem
Funk-Universalsender vom Typ RF 96 ST die Überwachung der Position des
Werkstücks im Greifer. Hier handelt es sich um hochpräzise Gussteile, die für den Bau
von Kraftwerksturbinen und Flugzeugtriebwerken benötigt werden. Das Fehlen von
Kabeln erhöht die Zuverlässigkeit des Handlingsystems und erhöht auch dessen Freiheitsgrade,
weil keine Leitungen im Weg sind.
Bei einem dritten Anwendungsbeispiel – wiederum aus der Automobilindustrie –
werden Metallkomponenten mit hoher Geschwindigkeit vom Roboter „gepickt“. Ein
Sensor am Greifer dient hier als „Auge“ der Automation und zeigt die Lage der Stanzteile
auf dem Förderband an. Die sehr schnellen und kurzen Bewegungen würden zu
einer hohen Beanspruchung und entsprechend kurzen Standzeiten von Leitungen
führen. Die Kombination von Induktivsensor und Universalsender RF 96 ST sorgt für
störungsfreie Signalübertragung vom Greifer zur Robotersteuerung. Der Anwender
kann unter anderem auf verschleißanfällige, weil stark beanspruchte Leitungen und/
oder Schleifringe verzichten.
FUNK-UNIVERSALSENDER MIT EXTERNER ANTENNE
Das „Industrial Wireless“-Programm wird kontinuierlich erweitert. Neu bei den Sendeeinheiten
ist aktuell eine Variante der RF/IO-Universalsender mit zusätzlichem
Stecker, der den Anschluss einer externen Antenne ermöglicht. Mit dem RF/IO SMA
lässt sich – ohne den Einsatz von Repeatern – eine größere Reichweite des Signals erzielen,
weil die Antenne außerhalb von Gehäusen oder in Bereichen ohne Abstrahlung
platziert werden kann.
Bilder: Steute
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KOMPONENTEN UND SOFTWARE
WIE SOFTWAREHERSTELLER DIE ANFORDERUNGEN
DES CYBER RESILIENCE ACT ERFÜLLEN KÖNNEN
SCHUTZ VOR CYBERANGRIFFEN
In einer zunehmend vernetzten Welt, in der Cyberbedrohungen allgegenwärtig
sind, müssen Unternehmen ihre Sicherheitsstrategie grundlegend
überdenken und anpassen. Der CRA ist ein Wendepunkt und fordert von allen
Beteiligten ein proaktives Handeln. Erfahren Sie, wie Sie den neuen Herausforderungen
begegnen und mit welchen Lösungen Sie Ihr Unternehmen
widerstandsfähig machen können.
Im Mittelpunkt des Cyber Resilience Act (CRA), der für den
rechtlichen Rahmen zur Sicherstellung der Cybersicherheit
sorgt, steht der Schutz von Anwendern und Unternehmen, die
Produkte mit digitalen Komponenten kaufen und nutzen, vor
Manipulation und vor Angriffen. Das bedeutet, dass nur ein Produkt,
das die CRA-Compliance einhält, auf den europäischen
Markt gebracht werden darf. Seit Ende 2024 gilt der CRA für alle
EU-Mitgliedsländer – mit einer Übergangsphase bis zum Jahr
2027. Verstößt ein Unternehmen dagegen, dann kann dies eine
Strafe in Millionenhöhe nach sich ziehen.
Aktuell gibt es zum Thema Sicherheit verschiedene Regulierungen
auf unterschiedlichen Ebenen: Bei IEC 62443 geht es um die
Cybersicherheit bei Embedded-Geräten in Automatisierungssystemen,
die EU-Regulierung NIS2 sorgt bei Unternehmen für
Sicherheit in Netzwerken und Informationssystemen, die EU-Regulierung
befasst sich mit Künstlicher Intelligenz und der Cyber
Resilience Act verbessert die Security in Produkten mit digitalen
Komponenten (Bild 01).
WORUM GEHT ES?
Beim CRA geht es darum, dass sich sichere Produkte im europäischen
Markt befinden und die Anwender und Unternehmen
diese sicher einsetzen können, was für mehr Sicherheit in der
40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
Das Lizenzierungssystem CodeMeter bietet
skalierbaren Schutz für Software, Firmware
und Daten. Mit modernster Verschlüsselung
ermöglicht es sichere Aktivierungen, Lizenzierung
und neue Geschäftsmodelle im IIoT-
Zeitalter.
Stefan Bamberg, Wibu-Systems
digitalen Welt sorgen soll. Betroffen sind vor allem Produkte mit
digitalen Komponenten, insbesondere wenn eine direkte oder
indirekte Verbindung und somit eine Kommunikation mit Geräten
oder Netzwerken besteht. Weitere Ausnahmen sind Produkte,
die nur als Demonstrator für eine begrenzte Zeit auf einer Messe
verfügbar sind oder Produkte für die Bereiche Medizingeräte, Automobil
oder Luftfahrt, denn hier gibt es seit langem sehr viel
strengere Regulierungen. Doch wie sehen die Anforderungen aus
und wie lassen sie sich umsetzen? Im Folgenden stellen wir Ihnen
einige ausgewählte Anforderungen des CRA vor und wie sie
sich mit dem Lizenzierungssystem CodeMeter realisieren lassen.
MASSNAHMEN ZUR WIEDERHERSTELLUNG
DER COMPLIANCE
Konkret geht es um Artikel 13 Absatz 21 CRA, der besagt: Wenn
ein Produkt mit digitalen Elementen auf dem EU-Markt ist, dann
müssen Hersteller in der Lage sein, Korrekturmaßnahmen durchzuführen,
um die Compliance wieder herzustellen oder, falls dies
nicht möglich ist, das Produkt vom Markt zu nehmen. Der Hersteller
muss daher wissen, welcher Kunde hat welche Produkte,
um die betroffenen Kunden zu informieren und ihnen ein Update
anzubieten.
Die CodeMeter-Technologie bietet mit den entsprechenden
Tools den Herstellern diese notwendige Übersicht. Die ausgegebenen
Lizenzen enthalten die Nutzungsrechte der Anwender
(Bild 02). Ganze Programme oder Programmteile können durch
das Entziehen oder das Ersetzen von Lizenzen außer Betrieb
genommen werden, beispielsweise wird eine Lizenz für die Nutzung
in einer bestimmten Region oder nicht mehr kompatible
Lizenz aus dem Lizenzcontainer entfernt, sodass der Anwender
solch eine Lizenz nicht mehr benutzen kann. Oder es können
neue Programmteile ersetzt werden, die wieder CRA-compliant
sind. Sowohl CodeMeter License Central als auch CodeMeter
License Portal geben den Herstellern die Möglichkeit, die Lizenzen
im Feld bequem und transparent auch über verschiedenen
Ebenen hinweg zu verwalten. Darüber hinaus können Rollen und
Rechte über diesen verschiedenen Ebenen hinweg zugeordnet
werden. Der Hersteller kennt jederzeit den Status der im Feld befindlichen
Lizenzen.
WER HAT ZUGRIFF AUF EINE SOFTWARE?
Bei der Zugriffskontrolle (Anhang I Teil I (2d) CRA) geht es um
die Prüfung und das Hinzufügen von Identitäten: Wer hat Zugriff
auf eine Software und wie darf diese Person die Software nutzen.
Hersteller sind verpflichtet, einen Zugangsschutz gegen unautorisierte
Nutzung aufzubauen, was über Authentifizierung oder
01 Unternehmen müssen die verschiedenen Regulierungen,
unter anderem den Cyber Resilience Act, einhalten
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 41
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
regionalen Anforderungen in definierten Ländern, das heißt somit
werden Exportbeschränkungen, lokale Regulierungen und
Besonderheiten des Marktes, Zertifikate und Freigaben umgesetzt.
Eine weitere Lizenzbeschränkung erfolgt über sogenannte
„ Name User Licenses“: Bestimmte Anwender oder Rollen nutzen
diese Lizenzen, beispielsweise erhalten die Servicetechniker mehr
Rechte als der Anwender. Somit wird sichergestellt, dass eine Software
nur eingeschränkt genutzt und ausgerollt werden kann.
Zusätzlich stehen den Herstellern Lösungen für bestimmte Industriegeräte,
die zusammen mit Partnern entwickelt wurden,
zur Verfügung. Es gibt den CodeMeter Keyring for TIA Portal für
Siemens, um den Zugang zum Sourcecode von Projekten zu
schützen und die dazugehörigen Passwörter mit CodeMeter zu
02 CodeMeter verschlüsselt die komplette Software; dabei können
einzelne Funktionen freigeschaltet werden; die Berechtigungen
werden sicher im Lizenzcontainer gespeichert: im CmDongle,
in der CmAct-License oder im CmCloudContainer
CODEMETER ERFÜLLT DIE
ANFORDERUNGEN DES
CYBER RESILIENCE ACT
speichern und zu verwalten. Die Integration von CodeMeter in
Codesys erlaubt es, den Sourcecode in der Codesys-Umgebung
zu verschlüsseln, den Zugang nur für bestimmte Personen zu erlauben
und das ausführbare Modul für ein bestimmtes Device,
das mit Codesys entwickelt wurde, zu verschlüsseln und eine eigene
Lizenzierung einzubauen. Weiterhin gibt es CodeMeter
Certificate Vault, um Standard-X.509-Zertifikate im CmDongle
sicher zu speichern und über ein API können Standardprotokolle
wie PKCS#11 oder OpenSSL genutzt werden, um für eine sichere
Kommunikation zu sorgen.
Hersteller können kryptografische Schlüssel selbst erstellen
und verteilen. Diese sind als Secret Data gespeichert und können
vom Anwender nicht ausgelesen werden, sondern nur vom Hersteller
verwendet werden. Über CodeMeter License Central können
diese Schlüssel an die Endgeräte sicher verteilt werden.
03 Der Softwarehersteller kann beliebige Lizenzen
definieren, beispielsweise länderspezifische Lizenzen,
und diese bedarfsgerecht freischalten
ein Managementsystem mit unterschiedlichen Berechtigungen
erfolgen kann. Der Hersteller ordnet seinen unterschiedlichen
Softwareversionen eine eindeutige Lizenz zu und ist dadurch in
der Lage, die Anwender mit der Softwareversion 1.0 auf den Umstieg
auf die Version 1.1 hinzuweisen (Bild 03). Bei länderspezifischen
Lizenzen funktionieren bestimmte Lizenzen nur gemäß
VERTRAULICHKEIT UND INTEGRITÄT
VON DATEN
Der Hersteller muss die Vertraulichkeit der Daten garantieren
und auch mögliche Datenmanipulationen verhindern, damit die
Daten unverfälscht sind. Dies ist im Anhang I Teil 2e, 2f CRA
reguliert. Diese Validierung ist besonders bei Bibliotheken wichtig,
um sicherzustellen, dass die richtige Bibliothek anstatt einer
manipulierten benutzt wird. Durch die Nutzung von Verschlüsselung
und die Verwendung von Signaturen auf Basis von kryptografischen
Schlüsseln in CodeMeter-Lizenzen geben die
GUT BERATEN IM DIGITALEN ZEITALTER
Die fortschreitende Digitalisierung bringt viele Vorteile mit sich, aber auch
Risiken. Es ist daher essenziell, geistiges Eigentum zu schützen, von Softwareanwendungen
bis hin zur Firmware und vertraulichen Dokumenten. Mit
der Einführung des Cyber Resilience Act (CRA) werden jetzt neue Herausforderungen
und Anforderungen an die Sicherheit digitaler Produkte gestellt.
Wer kann damit noch Schritt halten? Denn ohne ein detailliertes Verständnis
möglicher Lösungsansätze ist man schnell an seinen Grenzen. Experten
begleiten Softwarehersteller sowie Hersteller intelligenter Geräte daher bei
den ersten Schritten, ermitteln den Bedarf und bieten genau die Tools rund
um Schutz, Lizenzierung und Sicherheit an, die benötigt werden.
NICOLE STEINICKE, Chefredakteurin
42 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
CodeMeter API, um Daten selbst zu prüfen und zu signieren, und
die CodeMeter Protection Suite dem Hersteller technische Werkzeuge,
um diese Anforderungen zu erfüllen. Ebenfalls können
Hersteller ihre Updates CRA-compliant verteilen: mittels
CodeMeter API mit eigenen Schlüsseln oder mit den bereits ausgelieferten
Lizenz-Schlüsseln.
TRANSPARENZ: SICHERSTELLUNG
DER COMPLIANCE
Der Hersteller muss wissen, wo welche Lizenz ist und welchen
Status sie hat, denn hier geht es um die Transparenz und Nachvollziehbarkeit
der ausgerollten Lizenzen. Das CodeMeter
License Portal erlaubt den Herstellern, bestimmte Stufen zu definieren,
über die die Lizenzen ausgerollt werden sollen. Beispielsweise
definiert der Hersteller OEM-Partner, die dann wiederum
ihre Kunden im Portal anlegen, sodass der Hersteller dann genau
sehen kann, welche Lizenz sich wo befindet und wie deren Status
ist. Dies erlaubt eine Nachvollziehbarkeit der ausgegebenen
Lizenzen.
Hersteller können also mit CodeMeter ihre Produkte schützen,
aber auch lizenzieren, sodass die vorhandenen Tools die Compliance
zum CRA unterstützen. Durch die Lizenzierung lassen sich
dann gleichzeitig die Softwarefunktionen monetarisieren, was
einen Teil der Investitionskosten für den CRA-Aufbau reduzieren
kann.
Bilder: Wibu-Systems
www.wibu.com
EIN TECHNOLOGIEFÜHRER
Wibu-Systems, 1989 von Oliver Winzenried und
Marcellus Buchheit gegründet und eigentümergeführt, ist
Technologieführer im Bereich Schutz und Lizenzierung
von Software und Dokumenten. Die breite und vielfach
ausgezeichnete Palette von patentierten Lösungen ist
einzigartig. Sie bietet Kopier- und Know-how-Schutz,
Lizenzierung und Security, also Manipulationsschutz,
anwendbar bei Embedded- und SPS-Systemen über PCs
bis in die Cloud.
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WIBU-SYSTEMS AG
Zimmerstraße 5, 76137 Karlsruhe
Tel. 0721 93172-0
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AUTOREN
Stefan Bamberg, Director Sales and Key
Account Management, Elke Spiegelhalter,
PR, beide Wibu-Systems AG, Karlsruhe
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KOMPONENTEN UND SOFTWARE
VERBINDUNGSTECHNIK: WIE SICH DER CO 2
-FUSSABDRUCK
VOM ROHSTOFF BIS ZUM VERSAND ABBILDEN LÄSST
MEHR TRANSPARENZ
Unternehmen erfassen und veröffentlichen nur selten ihre Scope-3-Emissionen,
die entlang der gesamten Wertschöpfungskette entstehen und häufig den
größten Anteil ihres CO2-Fußabdrucks ausmachen. Stattdessen liegt der Fokus
meist auf Scope-1- und Scope-2-Emissionen, die im eigenen Betrieb oder durch
den Verbrauch eingekaufter Energie entstehen. Doch es geht auch anders, wie
ein Experte aus dem Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie zeigt.
Die Bewertung der Klimaverträglichkeit eingekaufter Produkte
gewinnt für Unternehmen zunehmend an Bedeutung.
Sie ermöglicht nicht nur nachhaltige Kauf- und
Investitionsentscheidungen, sondern unterstützt auch
bei der Erfüllung von Berichtspflichten. Eine Schlüsselgröße in
diesem Zusammenhang ist der „Product Carbon Footprint“
(PCF), also der CO2-Fußabdruck eines Produkts. Dieser beschreibt
die gesamte Menge an Treibhausgasemissionen, die
über die Lebensdauer eines Produkts entsteht, und ist ein zentraler
Baustein im nachhaltigen Engagement von Unternehmen.
Die Berechnung des PCF gestaltet sich jedoch anspruchsvoll, da
sie kom plexe Lieferketten, erheblichen Aufwand bei der Datenerhebung,
unvollständige Informationen sowie die Qualität der
Daten berücksichtigen muss.
Lapp ist Weltmarktführer für integrierte Lösungen und Markenprodukte
im Bereich der Kabel- und Verbindungstechnologie.
Es ist eines der ersten Unternehmen dieser Branche, das Daten
über den CO2-Fußabdruck seiner Produkte nach dem Cradle-to-
Gate-Ansatz veröffentlicht. Dieser umfasst den gesamten Lebenszyklus
eines Produkts, von der Rohstoffgewinnung bis zum Verlassen
des Logistikzentrums. Um Transparenz und Verlässlichkeit
der Daten sicherzustellen, werden die Daten durch die Dekra
verifiziert. Den Beginn machen Daten zur beliebten Anschlussund
Steuerleitung Ölflex Classic 110, weitere 40 Produkte der
Ölflex-Serie folgen. In Zukunft wird das Unternehmen seine PCF-
Analyse zudem auf seine Systemprodukte (Skintop, Skindicht)
und Datenkabel (Etherline, Unitronic) ausweiten.
ERFASSUNG VON DER ROHSTOFFGEWINNUNG
BIS ZU TRANSPORT UND LAGERUNG
Grundlage für die Berechnung des PCF ist die ISO-Norm 14067,
die die international anerkannten Leitlinien für die Quantifizierung
der Treibhausgas-Emissionen eines Produkts vorgibt. Die
Emissionen werden in Form von CO2-Äquivalenten (CO2e) angegeben,
welche nicht nur CO2 selbst berücksichtigen, sondern
auch andere Treibhausgase wie Methan und Distickstoff monoxid.
Als erster Schritt steht eine Lebenszyklusanalyse an. Da Lapp den
Cradle-to-Gate-Ansatz verfolgt, umfasst diese Analyse:
Rohstoffgewinnung: Emissionen durch Abbau, Verarbeitung
und Transport von Materialien wie Kupfer für den Leiter und
Kunststoff für Isolierung und Mantel
Produktion: Emissionen bei der Herstellung der Leitung inklusive
Ausschuss
Transport, Verpackung und Lagerung: Emissionen bei Transport
für die Anlieferung der Produkte zwischen Produktionswerk
und dem Werkstor des Lapp-Logistikzentrum sowie Lagerung
und Verpackung der Produkte
44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
Erhoben werden dabei idealerweise Primärdaten, die direkt aus
den produzierenden Unternehmen sowie den beteiligten Zulieferern
stammen. Sind Primärdaten nicht verfügbar, kommen stattdessen
Sekundärdaten, also Durchschnittswerte aus zuverlässigen
Datenbanken, wie ecoinvent, zum Einsatz. In der Praxis ist
die Verfügbarkeit von Primärdaten in ausreichender Datenqualität
aktuell noch sehr gering, sodass häufig auf generische Daten
aus den Datenbanken zurückgegriffen werden muss. Die ISO
14067 schreibt jedoch vor, die verwendeten Datenquellen genau
zu dokumentieren und in ihrer Datenqualität zu bewerten. Lapp
arbeitet derweil daran, die Genauigkeit der Daten kontinuierlich
zu verbessern, indem das Unternehmen den Dialog mit Lieferanten
intensiviert.
NACHHALTIGKEIT ERFORDERT TRANSPARENZ
Anna Maier ist Project Manager Product Sustainability bei Lapp
und verantwortet das PCF-Projekt bei Lapp. Sie sagt: „Nachhaltigkeit
ist Teil unserer DNA. Mit dem Product Carbon Footprint
schaffen wir Transparenz für eine wachsende Zahl an Produkten
und somit eine wichtige Grundlage für unsere übergeordnete
Nachhaltigkeitsstrategie.“ So sollen die Daten nicht nur für Lapp
und seine Kunden und Partnerunternehmen für eine bessere Informationslage
sorgen, sondern auch zu konkreten Maßnahmen
führen. So ist etwa Kupfer für die Litzen der Leitungen für über
die Hälfte der Emissionen in der Ölflex-Serie verantwortlich. Daher
wird überlegt, in Zukunft auf Kupferlieferanten zu setzen, die
einen geringeren CO2-Fußabdruck aufweisen, zum Beispiel
durch den Einsatz von recyceltem Kupfer. Lapp ist zudem Partner
des Qualitätssicherungssystems „The Copper Mark“, das für eine
verantwortungsvolle Kupferproduktion entlang der ganzen Wertschöpfungskette
sorgt.
EINE BIOBASIERTE ZUKUNFT
Und auch bei den Verbundstoffen für Kabel und Steckverbindungen
arbeitet der Verbindungsexperte an biobasierten Lösungen.
Sie ersetzen einen gewissen Anteil fossiler Rohstoffe durch nachwachsende
Ressourcen wie Algen, Mais oder Agrarabfälle und
verbessern so die Umwelt- und Klimabilanz der Produkte erheblich.
Dabei achtet Lapp darauf, dass die pflanzenbasierten Rohstoffe,
soweit möglich, nicht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion
stehen. Mit der Datenleitung Etherline FD bioP Cat.5e
wurde bereits die erste seriengefertigte Leitung mit biobasiertem
Außenmantel auf den Markt gebracht.
Im Herbst 2024 wurden zudem Prototypen für Stecker und
Steckverbinder, ebenfalls aus Verbundstoffen mit biobasiertem
Anteil gefertigt, die nah an der Marktreife sind. „Damit zeigt Lapp
im Segment der Verbindungstechnik neue Möglichkeiten auf“,
sagt Anna Profitieren Maier. „Wir Sie leisten von mit unseren Entwicklungen nachhaltiger
Verbindungslösungen Pionierarbeit, beteiligen uns an
marktübergreifenden Diskussionen und sind dabei stets in
engem Austausch mit unseren Kunden, damit wir ihre Bedürfnisse
nicht • nur Optimale in Sachen Konfiguration Nachhaltigkeit, Ihrer sondern IO-Link-Lösung auch Qualität und
Zuverlässigkeit im Blick haben.“
Bilder: Lapp, Schmuckbild Ali – stock.adobe.com
www.lapp.com
Mit der Entscheidung,
woher das Kupfer für
die Kabel und Leitungen
bezogen wird, kann viel
an ihrem Product
Carbon Footprint
gedreht werden
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KOMPONENTEN UND SOFTWARE
FUNKTIONALE SICHERHEIT PRODUKTIVER MACHEN
B&R präsentiert mit Safety+ einen offenen Ansatz, um Sicherheitsfunktionen zu
programmieren. Entwickler können nun die neuesten Werkzeuge und Methoden
des Software-Engineerings auch für Sicherheitsapplikationen nutzen. Die Datenstruktur
mit digitalem Fingerabdruck macht den Quellcode frei zugänglich und
erfüllt gleichzeitig die besonderen Anforderungen der funktionalen Sicherheit. Bei
Safety+ werden die Daten in einem frei zugänglichen Format gespeichert, wobei
jede Änderung mitdokumentiert wird. Dabei werden die Quelldateien in einem
offenen textbasierten Code-Repository in Formaten wie XML oder JSON abgespeichert.
Um trotz dieser Offenheit die Integrität des Programmcodes zu gewährleisten,
erhält jede Datei einen digitalen Fingerabdruck. Dieser zeigt an, wenn sich etwas ändert. Ergänzt mit detaillierten
Metadaten bietet dies Transparenz, wer was wann geändert hat. Diese Metadaten beziehen sich nicht nur auf die gesamte
Sicherheitsapplikation. Ingenieure können jetzt jede Änderung bis auf die Ebene von Funktionsbaustein und Parametersatz
nachvollziehen und den Code gezielter optimieren. Die neue Offenheit von Safety+ erlaubt es Ingenieuren, Sicherheitsapplikationen
mit Werkzeugen und Plattformen von Drittanbietern zu erstellen und zu verwalten.
www.br-automation.com
RUNDSTECKVERBINDER
Leitungsgebundene Kommunikation im industriellen
Umfeld funktioniert nur mit verlässlichen Lösungen.
Die Systeme in der Automatisierungs- und Steuerungselektronik
von Maschinen müssen robust, konfektionierbar
und schnell anzuschließen
sein.
Rundsteckverbinder im
M8-Design bieten hierfür
gute Bedingungen. Mit ihrem
komfortablen Verriegelungsgewinde
sowie dem Snap-in-
Verschluss erfüllen die
Bauteile alle Anforderungen und minimieren dank der
Schnellanschlusstechnik Fehlerquellen. M12-Rundsteckverbinder
dienen zur Übertragung von Signalen,
Daten oder Leistung. In vielen Bereichen gehören sie
schon zum Standard und gewinnen aufgrund ihrer
stetigen Weiterentwicklung immer mehr an Bedeutung.
Sie überzeugen außerdem durch Zuverlässigkeit,
Widerstandsfähigkeit sowie schnelle und fehlerfreie
Anschlussmöglichkeiten. Bei Rundsteckverbindern liegt
die Stärke von W+P Products bei den kundenspezifischen
Bearbeitungen.
www.wppro.com
KOMPAKTE EHEDG-ZERTIFIZIERTE
KABELVERSCHRAUBUNG
Mit der neuen Cleanplus
ergänzt Pflitsch
sein Hygienic-Design-
Portfolio um eine
Kabelverschraubung.
Sie ermöglicht mit
weniger Einzelteilen
und großen Dichtbereichen pro Anschlussgewinde eine
einfache Montage und gutes Handling. Die neue, zertifizierte
Hygienic-Design-Kabelverschraubung bietet eine glatte
Edelstahl-Optik und lässt sich mit ihrem EHEDG-konformen
Design einfach reinigen. Die Cleanplus ist in fünf Größen M12
bis M32 erhältlich. Damit lassen sich Kabeldurchmesser von 3
bis 23 mm zuverlässig abdichten. Die Dichteinsätze aus
HTS-Silikon verfügen über einen Verdrehschutz, sodass beim
Anziehen der Druckschraube das Kabel sicher in Position
bleibt. Die Cleanplus ist für Temperaturen von - 55 bis 180 °C
geeignet. Die kompakte Komponente verfügt über eine glatte
Ober- sowie gerundete Schlüsselflächen. Pflitsch hat sie so
konzipiert, dass sich bei der Montage keine Spalten bilden
oder Gewindegänge offenliegen. Die Cleanplus hält die der
EHEDG geforderten maximalen Spaltmaße von ± 0,2 mm ein.
ww.pflitsch.de
EINHEITLICHES STECKVERBINDERSYSTEM FÜR PROFINET OVER SPE
Profibus & Profinet International (PI) steht mit seinen Technologien für zahlreiche
Innovationen und herstellerübergreifende Interoperabilität, beginnend bei der
Konnektivität von Steckverbindern und Kabeln. Diese Erfolgsgeschichte schreibt
jetzt Single Pair Ethernet (SPE) fort, ein Steckverbinder für die industrielle Automatisierung.
Das bringt Klarheit und Eindeutigkeit und ist ein wichtiger Baustein, der die
Miniaturisierung mithilfe von SPE voranbringt. IO hat das neue System auf Basis
wesentlicher Applikationsanforderungen realisiert und reicht es jetzt zur internationalen
Standardisierung ein. Es bietet ein einheitliches Steckgesicht für Anwendungen
im Schaltschrank, im Feld und auch für Hybrid-Installationen. Darüber hinaus
laufen Standardisierungsarbeiten auf weiteren Ebenen einer SPE-Kommunikation,
sodass eine durchgängige SPE-Lösung über alle Schichten erreicht wird. Diese Lösung ist durch die Anwendung internationaler
Standards auch unabhängig von Profinet oder SPE für alle SPE-Applikationen einsetzbar.
www.Profibus.com
46 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
LÖSUNG FÜR DEN DIGITALEN PRODUKTPASS
Mit der Einführung des digitalen Produktpasses (DPP) ab 2027
steht die Industrie vor einer großen Herausforderung. Mit der
Plattform Twinsphere von Conplement AG steht jetzt eine
praxisnahe Lösung zur Verfügung, um den DPP effizient
bereitzustellen. Der von der EU vorgeschriebene DPP wird zum
Pflichtinstrument,
um Transparenz und
Nachhaltigkeit in
der Produktion zu
gewährleisten.
Gerade mittelständische
Unternehmen
müssen jetzt
handeln, um
wettbewerbsfähig
zu bleiben. Der DPP
macht eine vollständige digitale Nachverfolgung von Materialzusammensetzungen,
Produktionsprozessen und Umweltauswirkungen
zur Pflicht. Unternehmen mit komplexen
Lieferketten müssen sich kurzfristig auf diese neuen Vorgaben
einstellen. Hier setzt eine skalierbare Lösung an, die es
ermöglicht, die DPP-Anforderungen fristgerecht zu erfüllen.
www.conplement.de
PTFE-FREIE LÖSUNGEN IM AUFWIND
Igus hat seine Produktpalette
erweitert und
bietet alle Iglidur
Standardmaterialien
auch als PTFE-freie
Variante an. Dazu
zählen die Werkstoffe
Iglidur J, W300, M250,
G, X und H. Auch in
anderen Produktbereichen wie Linearführungen, Drehkranzlager
oder Gleitfolien hat Igus PTFE-freie und PFAS-geprüfte
Alternativen im Portfolio. Untersuchungen im hauseigenen
Testlabor zum Reib- und Verschleißverhalten zeigen zudem
eine deutlich bessere Performance der Werkstoffe mit
substituiertem PTFE im Vergleich zur PTFE-haltigen Referenz.
Igus hat nun sein komplettes Katalogprogramm der Standard-
Energiekettenserie E2.1 auf das neue Recycling-Material
Igumid CG LW umgestellt. Das Material wird aus alten
Energieketten sowie alten Fischernetzen hergestellt. Die
recycelte E2.1-Serie besitzt dieselben mechanische Eigenschaften
wie die Energiekettenserie aus Standardmaterial,
bietet aber einen 80 Prozent geringeren CO2-Fußabdruck.
www.igus.de
SAFETY-MODUL IN IP20
Bihl+Wiedemann stellt mit dem BWU4277 sein erstes ASi-5-Safety-Multi-E/A-Modul in IP20 vor. Es verfügt über
14 Eingänge, die entweder als bis zu 14 einkanalige sichere Eingänge, als bis zu sieben zweikanalige, sichere Eingänge
mit einstellbarer Testpulsbreite oder als bis zu 14 digitale Eingänge verwendet werden können. Zweikanalig können
die Eingänge sicher genutzt werden für potenzialfreie Kontakte, antivalente Schalter oder OSSDs. Außerdem ist auch
eine optionale Verwendung der beiden sicheren Eingänge SI13 und SI14 als EDM-Eingänge als Rückführkreis zur
Schützkontrolle möglich. Neben den sicheren Eingängen verfügt das Modul zudem über zwei elektronische sichere
Ausgänge mit erhöhter Verfügbarkeit. Die Ausgänge lassen sich bei Bedarf auch als Standardausgänge konfigurieren.
Das BWU4277 bietet mit einer Breite von 22,5 mm auch ein großes Einsparpotenzial im Schaltschrank.
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SPECIAL AUTOMATISIERUNGSTREFF
AUTOMATISIERUNGSTREFF 2025: PRAXISNAHE
EINBLICKE IN DIE ZUKUNFT DER INDUSTRIE
IHR WEGWEISER
In der heutigen Geschäftswelt der Industrieunternehmen hat die digitale
Transformation einen integralen Stellenwert eingenommen. Die Wege,
die sie dabei beschreiten, sind äußerst vielfältig und bergen noch zahlreiche
Stolpersteine und ungeklärte Fragen. Der Automatisierungstreff adressiert
diese Fragen durch ein umfangreiches Angebot an praxisnahen Workshops
und dem Innovation-Café.
Vom 08. bis 09. April 2025 trifft sich die Automatisierungsbranche
wieder in Heilbronn, um beim Automatisierungstreff
die neuesten Technologien und Trends zu erleben.
Die Veranstaltung hat sich als eine der wichtigsten
Plattformen für Fachleute aus den Bereichen Automatisierung,
IT und digitale Transformation etabliert und bietet praxisnahe
Workshops, in denen Experten und Anwender gemeinsam
Lösungen für die Digitalisierung und Industrie 4.0 erarbeiten.
Wollen Sie sich mit Experten austauschen, um
Lösungen für Ihr Unternehmen zu finden? Dann
registrieren Sie sich für Ihren kostenfreien Besuch
unter dem Link bit.ly/AnmeldungStrobl
Unter dem Motto „Trends begreifen, Technologien erleben“ stehen
Themen wie Künstliche Intelligenz (KI), Industrial Internet of
Things (IIoT), Edge-Computing, Energieeffizienz und Predictive
Maintenance im Mittelpunkt.
INTERAKTIVE WORKSHOPS
Im Gegensatz zu traditionellen Fachkonferenzen oder Messen
legt diese Veranstaltung besonderen Wert auf praxisnahe Weiterbildung.
Durch anwendungsorientierte Workshops erhalten die
Teilnehmer die Möglichkeit, neueste Technologien nicht nur
theoretisch kennenzulernen, sondern sie direkt hands-on zu erleben.
Dieser praxisorientierte Ansatz fördert den direkten Austausch
zwischen Anwendern und führenden Unternehmen der
Branche und ermöglicht es den Teilnehmern, wertvolle Erfahrungen
zu sammeln, die sie unmittelbar in ihren beruflichen Alltag
integrieren können.
48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
Energieeffizienz ist auch in diesem Jahr ein zentrales Thema des
Automatisierungstreffs. So vermittelt beispielsweise der Workshop
„Power Quality in Energienetzen sowie in der Industrie
richtig messen und auswerten“ der PQ Plus GmbH, wie sich die
Stromqualität optimieren lässt. Normen, moderne Messtechnologien
und Methoden zur Begrenzung von Oberschwingungen
stehen dabei im Fokus. Der Workshop von Rittal und Eplan zeigt,
wie datenbasierte Lösungen die Planung und Umsetzung von
Energieinfrastrukturen beschleunigen. Praxisnahe Einblicke in
digitale Workflows und automatisierte Stromschienenbearbeitung
ergänzen das Programm.
Auch die Planung von Energieschaltanlagen
wird thematisiert.
Im Workshop von Sedotec
lernen Teilnehmer, wie sie moderne
Schaltanlagensysteme effizient
auslegen und mit der
leistungsstarken VamoCAD-
Software planen. Dabei stehen
nachhaltige und CO 2
-reduzierte
Lösungen im Mittelpunkt.
Ein weiteres Highlight ist die
Virtualisierung von Steuerungen.
Die Codesys GmbH gibt einen
praxisnahen Überblick zur
Installation und Konfiguration
virtueller Steuerungen auf beliebiger
Hardware, inklusive Sicherheitsaspekten
und Kosteneffizienz.
Im Workshop von
Bihl+Wiedemann GmbH erhalten
Teilnehmer Einblicke in eine
feldbusunabhängige Safety-
Lösung. Die einfache Konfiguration
sicherer Signale sowie
die Nutzung von IO-Link Safety
und AS-Interface zur Optimierung
von Verdrahtungslösungen
stehen im Mittelpunkt.
Während dem Gemeinschaftsworkshop
vom MES
D.A.CH Verband e.V. können
die Teilnehmer nach zwei hochkarätigen
Keynote-Vorträgen
vom Fraunhofer IOSB und der
HIR GmbH zwischen drei praxisorientierten
Sessions am
Nachmittag wählen, etwa zur
Umsetzung von KI-Projekten,
smarter Fertigungsstrategien
oder zur Maschinenvernetzung.
Das komplette Workshopprogramm
finden Interessierte auf:
https://workshops.automatisierungstreff.com
Neben den Workshops bietet
das Innovation-Café eine ideale
Plattform für den direkten Austausch
mit führenden Experten der Branche. In entspannter Atmosphäre
haben Besucher die Möglichkeit, mit Herstellern und
Entwicklern über aktuelle Herausforderungen und Zukunftstrends
zu diskutieren. Der Wissenstransfer und die Vernetzung
zwischen Industrie, Forschung und Entwicklung und relevanten
Praxisfragen stehen dabei im Mittelpunkt.
Bilder: Strobl
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DIE MEHR KÖNNEN, ALS MAN DENKT
VERBORGENE TALENTE
Die digitale
Schnittstelle IO-Link
bietet zahlreiche
Vorteile, wie
niedrige Kosten und
ein digitales Signal
ohne Rauschen
Für die Detektion von metallischen Objekten auf kurze Distanzen sind Induktivsensoren
der bewährte Standard. Sie sind kostengünstig, arbeiten dank berührungslosem
Funktionsprinzip verschleißfrei, und die Variantenvielfalt ist enorm. Doch
bei smarten Automatisierungslösungen denken die Wenigsten an Induktivsensoren.
Zu Unrecht, wie einige Beispiele intelligenter Anwendungen zeigen.
In der Fabrik- und Prozessautomation sind Induktivsensoren an
unzähligen Stellen im Dauereinsatz, meist zur Objekterkennung
oder Anwesenheitskontrolle in Maschinen und Anlagen.
Induktivsensoren können aber weit mehr als das, sofern sie
den Standard in puncto Präzision übertreffen oder mit smarten
Funktionen aufwarten. Dieser Fachbericht zeigt die weniger bekannten
Anwendungsmöglichkeiten leistungsfähiger Baumer Induktivsensoren.
IO-Link-Sensoren liefern wichtige und zuverlässige Daten
über den Zustand von Sensor und Maschine
IO-LINK, DIE BESSERE ANALOGSCHNITTSTELLE?
Unübertroffen präzise sind die Induktivsensoren von Baumer mit
komplett integrierter Elektronik. Durch die Möglichkeit, mikrometergenau
Abstände zuverlässig messen zu können, eröffnen
sich ganz neue Anwendungsgebiete. So können beispielsweise
kosteneffizient Kräfte und Dehnungen in Maschinen, Anlagen
und Werkzeugen gemessen werden.
Messungen mit dieser Genauigkeit erfordern eine ebenso akkurate
und stabile Übertragung des Messsignals. Hierfür wird
heute oft eine analoge Schnittstelle verwendet (strom- oder
spannungsbasiert). Alternativ standen bislang nur serielle
Schnittstellen oder Feldbusschnittstellen zur Verfügung, die entweder
in der Integration aufwändig sind oder nur in größeren,
komplexeren Sensoren zum Einsatz kommen.
Bei den bekannten Analogausgängen ergeben sich besondere
Herausforderungen: Wegen der Sensitivität dieser Ausgänge, arbeitet
man oft im mV oder µA Bereich. Rauschen auf der Leitung
aufgrund von umliegenden elektromagnetischen Feldern oder
auch der Einfluss des Kabels können das Messsignal signifikant
beeinträchtigen. Teure, geschirmte Kabel sind erforderlich, und
die Kabellänge sollte auf ein Minimum begrenzt werden. Zusätzlich
sind steuerungsseitig hochauflösende analoge Wandler gefragt,
die ebenfalls in der Gesamtkostenrechnung zu Buche
schlagen.
50 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SPECIAL AUTOMATISIERUNGSTREFF
Induktive Sensoren von Baumer sind zusätzlich zu den Varianten
mit analoger Schnittstelle auch in verschiedensten Bauformen
mit IO-Link verfügbar. Der Einsatz dieser digitalen Schnittstelle
ist für Anwendungen, die mikrometergenau Abstände messen,
eine Option mit weniger Aufwand und geringeren Kosten.
SMARTE INDUKTIVSENSOREN ALS
DREHZAHLWÄCHTER ODER ZÄHLER
Sollen drehende oder vibrierende Maschinen und Anlagen überwacht
und/oder geregelt werden, bieten die IO-Link Induktivsensoren
neue interessante Möglichkeiten zur einfachen Umsetzung.
So steht über IO-Link neben der Distanz auch die Frequenz
MIT PERFORMANCE IN NEUE EINSATZFELDER
Das umfassende Baumer Induktivsensor-Portfolio bietet alle
gängigen Formate für unterschiedliche Einsatzbereiche (Indoor,
Outdoor, Hygiene). Eine besondere Spezialität sind kompakte
und zugleich leistungsstarke Modelle, mit denen Konstrukteure
und Systemintegratoren smarte Anwendungen selbst bei begrenztem
Bauraum verwirklichen können.
Jüngstes Produktbeispiel aus der Sensor Solution Toolbox ist
der flache IF250: Obwohl lediglich 6 mm dünn kann er Objekte
auf bis zu 12 mm Distanz detektieren. Diese Leistung schafft
neue Einsatzfelder, wo sich mangels Platz zylindrische Standardsensoren
nicht gut integrieren lassen.
WENIGER STECKER...
für Geschwindigkeits- oder Vibrationsmessungen bis 1.2 kHz zur
Verfügung. Diese liegt als Messwert in Herz vor, woraus beispielsweise
eine Drehzahl abgeleitet werden kann. Diese und weitere
Zusatzdaten bringen einen Mehrwert für das kontinuierliche
Condition Monitoring, um etwa die Abnutzung von Zahnrädern
zu überwachen.
MIT DIAGNOSEDATEN DIE AUSFALLZEITEN
REDUZIEREN
IO-Link-Sensoren erleichtern die Maschinenüberwachung und
die Wartungsplanung, indem sie wichtige Daten zu dem Zustand
von Sensor bzw. Maschine liefern. Speziell induktive Sensoren
sind oft sehr nah am Geschehen, zum Beispiel in Elektrospindeln
integriert oder in Getrieben eingebaut. Durch die Verfügbarkeit
von Diagnosedaten wie der Temperatur ist es möglich, früh auf
negative Trends – wie die Erwärmung durch Verschleiss oder Reibung
– zu reagieren, bevor es zum Ausfall kommt. Diese Daten
können auch für Regelungsaufgaben verwendet werden, um so
die Maschine im optimalen Arbeitsbereich zu betreiben oder
Umgebungseinflüsse zu kompensieren.
Diese Anwendungsbeispiele zeigen, dass Induktivsensoren mit
integrierter Elektronik deutlich mehr können als detektieren
oder Anwesenheiten kontrollieren. Auf dem Weg zur smarten Fabrik
werden zunehmend daher auch intelligente Lösungen mit
Induktivsensoren eine Rolle spielen.
Bilder: Baumer
www.baumer.com
IO-LINK WORKSHOP
Im Rahmen des Automatisierungstreffs findet der Baumer
Workshop „Smarte IO-Link Sensoren schnell und einfach
parametrieren und integrieren“ statt. Die Veranstaltung
am 9. April in Heilbronn richtet sich an Konstrukteure und
Maschinenbauer und bietet einen umfangreichen Einblick
in die IO-Link Technologie. Details zur Anmeldung finden
Interessierte unter bit.ly/Workshop-Programm
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 51
SPECIAL AUTOMATISIERUNGSTREFF
KI-FUNKTIONEN ALS OPTIONALER ADD-ON-FUNKTIONSBAUSTEIN
FÜR BESTEHENDE STEUERUNGSLÖSUNGEN
EMBEDDED KI IM SENSOR
KI-Funktionen kommen nicht nur in leistungsstarken IT-Systemen mit Nvidia-Hardware
zum Einsatz. Sie werden inzwischen auch in ressourcenlimitierten IoT-Geräten für
dezentrale Anwendungen genutzt, um spezielle Funktionen zu realisieren. Durch die
Entwicklung solcher KI-basierter Endpunkte ergeben sich völlig neue Einsatzmöglichkeiten.
31.03.2025 - 04.04.2025
Hannover
Halle 9, Stand H01
08.04.2025 - 09.04.2025
Heilbronn
WTZ-Tagungszentrum
14.05.2025 - 15.05.2025
Heilbronn
Stand B-311
20.05.2025 - 22.05.2025
Design Center Linz
Stand 112
MEHR-VERBINDUNG.DE
Sensoren bilden die Datenendpunkte in unzähligen Anwendungen.
In der Regel kommen dabei digitale Sensorelemente
zum Einsatz, die analoge Messgrößen erfassen, mit
Hilfe eines A/D-Wandlers digitalisieren und über eine
Kommunikationsschnittstelle zur weiteren Nutzung an externe
Systeme weiterleiten. Durch die A/D-Konvertierung und Kommunikationsfunktion
ist ein Sensor-interner Mikrocontroller
(MCU) plus Software erforderlich. Konzeptionell lassen sich beim
derzeitigen Stand der Technik in diese MCU auch KI-Funktionen
(Künstliche Intelligenz) integrieren. Aufgrund mechanischer Limitierungen,
aber auch aus Kostenaspekten, kommen in solchen
Endpunkten allerdings nur Mikrocontroller mit relativ geringer
MEHR DAZU: bit.ly/4bvI61q
Rechenleistung und kleinen RAM-Speicherkapazitäten zum Einsatz,
die teilweise sogar eine Batteriespannungsversorgung nutzen.
Eine solche Embedded-System-Konfiguration eignet sich
zwar nicht als Entwicklungsumgebung, um komplexe KI-Modelle
mit Hilfe künstlicher neuronaler Netzwerke zu erzeugen, aber
durchaus als Plattform, um anhand extern erstellter KI-Modelle
automatische Entscheidungen zu treffen (also in einer „Deep
Learning-Inferenz-Betriebsart“ spezielle Regressions- und Klassifizierungsaufgaben
zu bewerkstelligen).
PRAXISNAH: EMBEDDED-SYSTEME
IN IHRER ANWENDUNG
Ein typisches Anwendungsbeispiel wäre ein Bildsensor, der statt
eines Videodaten-Streams als Ausgangsdaten innerhalb der erfassten
Bilddaten selbstständig bestimmte Objekte erkennt und
über entsprechende Datenmuster lediglich die Objektpräsenz im
Erfassungsbereich am Ausgang anzeigt (KI-basierter Präsenzmelder).
Oder aber der Bildsensor die Anzahl der erkannten Objekte
zählt und den aktuellen Zählerstand ausgangsseitig zur Verfügung
stellt (KI-basierter Objektzähler).
52 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SPECIAL AUTOMATISIERUNGSTREFF
KI-BASIERTE (VIRTUELLE) SENSOREN
Ein weiteres Beispiel wären KI-basierte (virtuelle) Sensoren für
vorausschauende Wartungsmaßnahmen in Maschinen und Anlagen
– also für Predictive bzw. Preventive Maintenance-Aufgaben.
Solche Softsensoren können Maschinenzustände an Hand erlernter
Datenmuster erkennen sowie Ausfälle vorhersagen und
dadurch Stillstandszeiten minimieren. Dafür lassen sich Schwingungsdaten
kritischer Anlagenkomponenten mit Hilfe einer IMU
(Inertial Measurement Unit) oder Geräusche per Akustiksensor
erfassen und durch Machine Learning-Algorithmen auswerten.
TESTEN ALS TEAMARBEIT
KI-Modell-Entwickler und Integratoren werden die Modul- und
Integrationstestaufgaben einer KI-basierten Softsensor-Endpunktentwicklung
in der Regel zunächst einmal in den jeweiligen
Entwicklungsumgebungen oder speziellen Laboren, nicht aber
im tatsächlichen Anwendungsumfeld durchführen. Dadurch
funktionieren viele Lösungen in der Installationsphase nicht
wirklich optimal. Erforderlich ist auf jeden Fall eine intensive
Feldtestphase unter Einbeziehung des Anwenders und weiterer
Experten mit dem erforderlichen Domänenwissen.
MEHR VERBINDUNG
WENIGER STECKER
DURCH AS-INTERFACE
KI-SENSOR-EXPERTENTEAM FÜR
CROSS-ENTWICKLUNGSAUFGABEN
Die KI-Funktionen eines Softsensors erfordern in jedem Fall eine
spezielle Embedded-Softwareentwicklung, um das erforderliche
Modell und den Inferenzcode für eine bestimmte Sensor-Hardware
zu erstellen. Die Konzeption, Implementierung und der
Feldtest dieser Software sind allerdings eine typische Cross-Entwicklungsaufgabe,
die darüber hinaus für einen effektiven Praxiseinsatz
eine sehr spezielle Software-Wartungs-Pipeline erfordert.
Insgesamt sind mit Modell entwerfen, Modell trainieren und testen,
Modell nutzen sowie den Modelleinsatz überwachen vier
Aufgabenbereiche erkennbar.
Des Weiteren lassen sich in einer Endpunkt-KI-Entwicklung
drei verschiedene Rollen identifizieren, die ein zur Anwendung
passendes Expertenteam erfordern, um die unterschiedliche
Teil aufgaben bearbeiten zu können. Welche das sind und warum
KI-Modell-Entwickler und Integratoren, als Team agieren sollten,
lesen Sie in der vollständigen Online-Version. Dabei geht es um
die Schritte Konzeptentwicklung, KI-Modell-Integration sowie
der Betrieb des Endpunkts in der Zielumgebung.
Fragen und Antworten zu SSV-Produkten finden Interessierte in
einem umfassenden Forum unter bit.ly/424lzWg
www.ssv-embedded.de
WORKSHOP „KI-BASIERTE SENSORIK
ALS SPS-ERWEITERUNG“
Auf dem Automatisierungstreff 2025 veranstaltet SSV
den Anwender-Workshop „KI-basierte Sensorik als
SPS-Erweiterung“. Behandelt (inklusive Hands-on)
werden zwei Beispiele von den Sensorrohdaten bis zum
KI-Modell. Dabei wird den Teilnehmern aufgezeigt, dass
durch den Einsatz passender Methoden und Werkzeuge
das Erstellen eines KI-Modells in etwa so komplex ist,
wie die Konfiguration einer vernetzten Anlage – also
mit anderen Worten: Eine durchaus zu bewältigende
Aufgabenstellung.
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 53
MEHR DAZU: bit.ly/41xJlse
WIE MIT PROCESS MINING IHRE
PRODUKTIONSPROZESSE EFFIZIENTER WERDEN
MEHR SEHEN,
BESSER STEUERN
In der modernen Industrie stehen Unternehmen vor der Herausforderung, ihre
Produktionsprozesse kontinuierlich zu optimieren. Trotz hochautomatisierter
Abläufe und moderner Maschinen bleiben oft ineffiziente Prozesse bestehen.
Die Ursachen sind dabei nicht auf den ersten Blick erkennbar. Hier setzt Process
Mining an, eine Technologie, die zunehmend an Bedeutung gewinnt.
54 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
SPECIAL AUTOMATISIERUNGSTREFF
nah reagieren. Diese Echtzeit-Transparenz ist besonders wertvoll
in Branchen mit hohen Produktionsvolumina und engen
Lieferfristen. Zudem identifiziert Process Mining Engpässe und
Ineffizienzen, die zu Produktionsausfällen führen können. Durch
die Visualisierung von tatsächlichen Durchlaufzeiten, Wartezeiten
und Abweichungen können zielgerichtet Maßnahmen zur
Effizienzsteigerung ergriffen werden.
DATENBASIERTE OPTIMIERUNG
Früher basierten viele Optimierungsentscheidungen auf Erfahrung
und Bauchgefühl. Process Mining liefert dagegen harte Daten
als fundierte Basis für Entscheidungen. Unternehmen setzen
ihre Maßnahmen dort an, wo sie den größten Effekt haben – sei
es durch Anpassung von Produktionsplänen, Umstrukturierung
von Abläufen oder Investitionen in neue Technologien. Hier unterstützt
Process Mining. Die praktische Umsetzung erfolgt dabei
über Softwarelösungen wie MK|Ware, die den gesamten Prozess
von der Datenerfassung bis zur Optimierung unterstützen. Ein
Schlüsselfaktor ist die Datenintegration. Leistungsfähige Software
verknüpft diese Datenquellen und führt relevante Informationen
zentral zusammen. So entsteht ein umfassendes Bild der
gesamten Produktionskette.
Process Mining ist eine datenbasierte Analysemethode zur
Visualisierung, Überwachung und Verbesserung realer
Produktionsprozesse. Während Methoden wie Lean Management
oder Six Sigma auf Stichproben und Beobachtungen
beruhen, nutzt Process Mining die digitalen Spuren, die
Maschinen, IT-Systeme und Mitarbeiter hinterlassen. Diese sogenannten
Event Logs – das sind Protokolldaten von Maschinensteuerungen,
ERP-Systemen oder Produktionssoftwares – werden
gesammelt, ausgewertet und in Prozessmodelle überführt. Das
Ergebnis ist eine detaillierte Landkarte der tatsächlichen Abläufe
in der Produktion und Fertigung. Unternehmen erkennen so Abweichungen
von Soll-Prozessen, identifizieren versteckte Engpässe
und erschließen neue Effizienzpotenziale. Besonders in
komplexen Produktionsumgebungen bietet Process Mining eine
bislang unerreichte Transparenz hinsichtlich Prozesseffizienz genauso
wie in der Prozessqualität.
WIE PROCESS MINING PRODUKTIONS-
PROZESSE EFFIZIENTER MACHT
Process Mining ermöglicht die Überwachung von Produktionsprozessen
in Echtzeit und schafft so Transparenz. Anstatt sich
auf nachträgliche Analysen zu verlassen, können Produktionsleiter
jederzeit den aktuellen Zustand einsehen und Verzögerungen
und ineffiziente Abläufe sofort erkennen. So können sie zeit-
DIE VISUALISIERUNG DER PROZESSE
SCHAFFT TRANSPARENZ
Die bloße Datenerfassung reicht jedoch nicht aus. Entscheidend
ist die Visualisierung der Prozesse in einer für Produktionsleiter
und Mitarbeitende verständlichen Form. MK|Ware überführt
komplexe Prozessmodelle in intuitive Dashboards und Diagramme,
die auf einen Blick Optimierungsbedarf aufzeigen. Ein weiterer
wichtiger Aspekt ist die Integration von Qualifikations- und
Ressourcenmanagement. Die intelligente Produktionssoftware
berücksichtigt nicht nur Maschinen- und Materialflüsse, sondern
auch die Verfügbarkeit und Qualifikation der Mitarbeiter, wodurch
die Produktion nicht ins Stocken gerät, wenn nicht ausreichend
geschultes Personal verfügbar ist. In unseren aktuellen
Zeiten ist eine Optimierung von Produktionsprozessen daher
entscheidend für den Erhalt der Konkurrenzfähigkeit.
Bilder: MKW Digital Automation
www.mkware.de
WORKSHOP: SO GELINGT DIE
VERNETZUNG IHRES MASCHINENPARKS
Erleben Sie MK|Ware live auf dem Automatisierungstreff
2025 in Heilbronn. Der Workshop „Shopfloor 4.1: So
gelingt die Vernetzung Ihres Maschinenparks“ zeigt, wie
sich Maschinen eigenständig an die Software anbinden
und Produktionsprozesse in Echtzeit simulieren lassen.
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 55
SPECIAL AUTOMATISIERUNGSTREFF
WIE NEUE TECHNOLOGIEN DEN OEE-EINSTIEG VEREINFACHEN
VOM ZAUNGAST ZUM VORREITER
MEHR DAZU: bit.ly/41twnvK
In einer Zeit, die von wirtschaftlicher Unsicherheit
und Wettbewerbsdruck geprägt ist,
gewinnt die effiziente Nutzung von Ressourcen
in der Produktion immer mehr an Bedeutung.
Unternehmen setzen daher zunehmend auf
digitale Lösungen wie ein OEE-System. Zentrale
Kennzahl ist hier die Gesamtanlageneffektivität
(OEE). Diese bewertet Maschinen und
Anlagen nicht nur nach ihrem Zustand, sondern
zeigt auch Optimierungspotenzial auf.
Die Gesamtanlageneffektivität basiert auf drei wesentlichen
Faktoren: Verfügbarkeit, Leistung und Qualität. Die
Verfügbarkeit bewertet, wie viel Zeit die Anlage tatsächlich
für die Produktion genutzt wird und erfasst sowohl
geplante Stillstände (z. B. Wartungen) als auch ungeplante Ausfälle.
Die Leistung misst, ob die Maschine mit ihrer maximal
möglichen Geschwindigkeit läuft oder ob Prozessengpässe zu
Leistungsverlusten führen. Schließlich betrachten Unternehmen
mit dem Qualitätsfaktor den Anteil fehlerfreier Produkte.
Ein OEE-Wert von 100 % repräsentiert den Idealzustand: keine
Stillstände, volle Geschwindigkeit, null Ausschuss. In der Praxis
liegt der Wert oft zwischen 60 % und 85 % und verdeutlicht damit,
wo noch Optimierungspotenzial besteht. Eine klare OEE-Strategie
deckt diese Potenziale auf und ermöglicht es, technische sowie
organisatorische Schwachstellen schrittweise zu beheben.
HERAUSFORDERUNGEN BEI DER
IMPLEMENTIERUNG
Bei der Einführung von OEE-Systemen begegnen produzierende
Betriebe häufig organisatorischen und technischen Herausforderungen.
Zum einen sind viele Maschinenparks über die Jahre gewachsen
und umfassen Anlagentypen verschiedenster Generationen.
Besonders älteren Maschinen fehlen oft die notwendigen
Sensoren, um Daten in Echtzeit erfassen zu können. Zum anderen
ist auch der Faktor Mensch nicht zu unterschätzen: Selbst das
beste System kann sein Potenzial nur entfalten, wenn die Mitarbeiter
es in ihren Alltag integrieren und verstehen. Ein ganzheitlicher
Ansatz, in dem technologische Innovation und Weiterbildung
Hand in Hand gehen, ist hier der Schlüssel zum Erfolg.
DIGITALISIEREN: HEBEL ZUR VERBESSERUNG
Autor: Christian Groß, Managing Director Marketing & Sales, in.hub
Moderne Condition-Monitoring-Systeme machen den Umgang
mit OEE-Daten heute wesentlich einfacher. Sensoren messen
physikalische Parameter wie Vibrationen, Temperaturen, Drücke
oder Stromstärken in Echtzeit und melden Abweichungen frühzeitig.
Lichtschranken und andere Zählsysteme erfassen zudem
die Produktionsgeschwindigkeit genau und geben Aufschluss darüber,
wie verschiedene Schichten oder Prozessänderungen sich
auf Leistung und Qualität auswirken. Diese Art der Datenerhebung
bildet eine solide Grundlage für strategische und operative
Verbesserungsentscheidungen.
BEST PRACTICES
Ein zentraler Vorteil digitaler Condition-Monitoring-Lösungen
ist ihre Nachrüstfähigkeit. Mit der App MaDoW von in.hub beispielsweise
können Stillstandszeiten erfasst und individuell konfigurierbare
Stillstandsgründe entweder manuell oder automatisch
ausgewertet werden. Die vorab durch Edge-Gateways und
Edge-Module erfolgte Datenerfassung und -verarbeitung erfolgt
dabei lokal und in Echtzeit, was neben hoher Datensicherheit
auch eine zuverlässige Überwachung ermöglicht. Welche Rolle
das speziell für Condition-Monitoring entwickelte Edge-Betriebssystem
siineos spielt und wie sich auf diese Weise ein
durchgängiges System,realisieren lässt, lesen Sie in der Online-
Version. Darin erfahren Sie, wie sich eine Produktion nachhaltig
optimieren lässt und warum man den Schritt zu OEE und Condition
Monitoring nicht länger hinausschieben sollte.
Bild: in.hub
www.inhub.de
WORKSHOP „MASCHINEN DIGITALISIEREN
LEICHT GEMACHT“
Auf dem Automatisierungstreff 2025 veranstaltet in.hub
den Anwender-Workshop „Ohne Code, ohne Cloud, ohne
Stress: Maschinen digitalisieren leicht gemacht“. Dabei
wird praxisnah vermittelt, wie Sensorik integriert,
Energie daten erfasst, Datenübertragung mit OPC UA
realisiert sowie Condition-Monitoring umgesetzt werden.
Anmeldung unter: bit.ly/Workshop-Programm
56 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
BILDVERARBEITUNG, OPTISCHE MESSTECHNIK UND INSPEKTION
TITEL
Mit künstlicher Intelligenz
60 zum perfekten Parkett
Hyperspectral Imaging in
59 der Lebensmittelindustrie
Infrarot-Technologie bringt
62 Sicherheit in die Logistik
Trends, Produkte und
46 Lösungen
industrielle-automation.net
IM FOKUS
GEHÖRT DIE
ZUKUNFT DER KI?
Die industrielle Bildverarbeitung wird durch
Methoden, die auf Künstlicher Intelligenz basieren,
mittlerweile tiefgreifend geprägt. Dank deutlicher
Fortschritte in Bereichen wie Deep Learning und
neuronalen Netzen können Maschinen heute
komplexe Muster erkennen und selbstständig
lernen, sich an neue Aufgaben anzupassen.
Diese Entwicklungen eröffnen
vielfältige Anwendungen, von der
Qualitätsprüfung bis zur Robotik,
und treiben die Automatisierung in
zahlreichen Industrien voran. In
unserem Sonderteil stellen wir
Ihnen neue Einsatzgebiete
vor, beispielsweise in der
Inspektion und Qualitätssicherung
von Tomaten,
bei denen es auf guten
Geschmack ankommt.
Ihre Nicole Steinicke
Chefredakteurin
INDUSTRIELLE AUTOMATION
SEMINAR: OPTISCHE
3D-MESSTECHNIK
Die präzise Einhaltung geometrischer
Maße ist entscheidend
für die Qualitätssicherung in der
Produktion. Optische 3D-Technologien
zum Messen, Prüfen
und Führen stehen im Fokus
vieler Anwenderbranchen, da sie
unter Integration von KI und
maschinellem Lernen die
Schnelligkeit und Genauigkeit
von Messungen signifikant
verbessern können. Ziel des
Seminars ist es, den Teilnehmenden
umfangreiche Einblicke in den Stand der Technik zu
geben. Die Referenten zeigen die Möglichkeiten sowie die
derzeitigen Grenzen der optischen 3D-Messtechnik für den
industriellen Einsatz auf. Sie vermitteln so eine realistische
Einschätzung des Optimierungspotenzials bei eigenen
Messaufgaben. Der praktische Seminarteil umfasst Demonstrationen
und Übungen und bietet die Möglichkeit, Testmessungen
an geeigneten eigenen Proben durchführen zu lassen.
Termin ist am 26. und 27. März 2025 in Jena, Anmeldung und
Organisatorisches unter bit.ly/3R1l88T
www.vision.fraunhofer.de
MVTEC EXPANDIERT
UND STÄRKT BENELUX
MVTec Software verstärkt seine
Präsenz in den Niederlanden, dem
flämischen Teil Belgiens sowie in
Luxemburg. Das Unternehmen
eröffnete zum 1. März 2025 ein
Vertriebsbüro im niederländischen
Utrecht. „Die industrielle Bildverarbeitung
bietet für unterschiedliche Anwendungen enorme
Vorteile. Um diese zu erreichen, ist die kompetente Beratung
direkt vor Ort sehr wichtig. Mit unserem neuen Vertriebsbüro
ebnen wir hierfür den Weg und treiben gleichzeitig unsere
Internationalisierungsstrategie auch in den wichtigen
Machine-Vision-Märkten der Benelux-Staaten entscheidend
voran“, erklärt Martin Krumey, Vice President Sales bei MVTec.
Die ersten Mitarbeiter im neuen Vertriebsbüro in Utrecht sind
Harm Hanekamp und Roderik Weijenberg. Beide bringen
reichlich Erfahrung in der Bildverarbeitung mit.
www.mvtec.com
NEWSTON AUTOMATED
SOLUTIONS
Callista Private Equity gibt den
Erwerb der Carl Zeiss Automated
Inspection von der Zeiss Gruppe
bekannt. Die Gesellschaft ist auf
die Entwicklung und den Einbau
automatisierter Inline-Messsysteme in die Produktionslinien
der Automobil-OEMs spezialisiert. Die Lösungen ermöglichen
es, aufwendige und fehleranfällige manuelle Verfahren durch
zuverlässigere Qualitätskontrollen zu ersetzen. Darüber
hinaus unterstützt die eingesetzte Sensorik die Digitalisierung
des Produktions prozesses. Dabei konzentriert sich Zeiss
konsequent auf Letzteres. Zukünftig wird die Firma unter dem
Namen „Newston Automated Solutions GmbH“ firmieren.
Bild: fizkes – stock.adobe.com
www.callista-pe.de
MESSE CONTROL 2025
Vom 06. bis 09. Mai 2025
treffen sich Anbieter und
Anwender von Lösungen
für die Qualität eines
Produktes, eines Prozessablaufs
oder einer
Dienstleistung. Der
Veranstalter P. E. Schall
plant die internationale
Fachmesse für Qualitätssicherung, die verschiedene
Messtechnik-Arten abbildet und branchenübergreifend
relevant präsentiert, in den vier Hallen 3, 5, 7 und 9 des
Stuttgarter Messegeländes. Das Themenspektrum umfasst
die Bereiche Vision, Bildverarbeitung, Sensorik sowie
Mess- und Prüftechnik samt modernster Software und
Auswertetechnologie.
www.control-messe.de
58 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
ECHTZEIT-GESCHMACKSPRÜFUNG
VON LEBENSMITTELN MIT ...
... HYPERSPECTRAL
IMAGING
Der Geschmack ist bei Lebensmitteln von entscheidender Bedeutung. Hyperspektrale
Bildverarbeitung liefert daher unverzichtbare Daten, die eine Analyse des Geschmacks
von Gemüse, Obst und anderen Lebensmitteln erlaubt. Damit lässt sich nicht nur die
Qualität optimieren, sondern auch die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren.
Kann man den Geschmack von Lebensmitteln mit Hilfe von
Bildverarbeitung beurteilen? Es ist kaum zu glauben, aber
in bestimmten Fällen und mit dem Einsatz der richtigen
Technologie lässt sich diese Frage mit einem klaren Ja beantworten.
Und das, obwohl der Geschmack von Lebensmitteln
natürlich keine unmittelbar sichtbare Eigenschaft ist. Eine derartige
Aufgabenstellung ist dabei auch nicht mit herkömmlicher Vision-Technologie
lösbar, die ja auf das Erkennen von Merkmalen
und Fehlern an der Oberfläche der untersuchten Objekte limitiert
ist, wohl aber mit hyperspektraler Bildverarbeitung (HSI).
MOLEKULARE STRUKTUREN IM VISIER
Nutzt man diese Technologie, so öffnet sich ein Blick in neue Dimensionen:
Sie erfasst nicht nur die Reflexionen des Lichts, das
von den Oberflächen eines Prüfobjekts in eine Kamera fällt und
dort als Basis für die nachfolgende Erkennung von Oberflächenmerkmalen
aufgenommen wird. Sie erlaubt auch eine Unterscheidung
der chemischen und molekularen Strukturen von Materialien
im Inneren. Die chemische Zusammensetzung von Lebensmitteln
sowie Merkmale wie Reifegrad und Zuckeranteil
sind entscheidend für die Geschmacksqualität – und diese Merkmale
lassen sich mit HSI analysieren. Technische Basis hierfür
sind Hyperspektralkameras, die im Wellenlängenbereich des
sichtbaren bis zum nahen Infrarotlicht (NIR) arbeiten und dabei
ein Aufnahmespektrum von bis zu 250 Spektralbändern abdecken.
Dass HSI-Systeme tatsächlich in der Lage sind, den Geschmack
von Lebensmitteln zu beurteilen, bestätigt das niederländische
Unternehmen Condi Food BV, das sich auf Lösungen
für die Qualitäts- und Sicherheitsprüfung von Lebensmitteln
spezialisiert hat. „Wir haben eine innovative HSI-Lösung zur
Echtzeit-Bewertung des Geschmacks von Tomaten entwickelt,
die nahtlos in den Sortierprozess bei der Ernte integriert werden
kann“, sagt Robi Nederlof, Geschäftsführer von Condi Food. Zum
Einsatz kommt dabei eine FX17-Hyperspektralkamera des finnischen
Herstellers Specim, die auf einem InGaAs-Sensor basiert
und 224 Wellenlängenbänder aus dem NIR-Spektralbereich von
900 bis 1700 nm abdeckt. Viele der Geschmacks-beeinflussenden
Eigenschaften von Tomaten können bei Analysen in diesem
Spektrum untersucht und beurteilt werden.
Eine Besonderheit der Specim FX17-Kamera besteht darin,
dass ihre Aufnahmegeschwindigkeit flexibel an die Randbedingungen
des jeweiligen Einsatzfalles angepasst werden kann: Es
ist möglich, nur solche Wellenlängenbänder auszuwählen, die
für die aktuelle Anwendung relevante Informationen liefern.
Durch diese Reduzierung kann die Standard-Aufnahmegeschwindigkeit
von 670 Zeilen pro Sekunde auf mehrere tausend
Zeilen pro Sekunde gesteigert werden, indem nur die aussagekräftigen
Spektralbereiche betrachtet werden. Neben der höheren
Aufnahmegeschwindigkeit wird dadurch die Datenmenge reduziert
und die Verarbeitung und Speicherung der Daten erleichtert.
QUALITÄTSKONTROLLE DER ZUKUNFT
In der von Condi Food realisierten Anlage konnte das HSI-System
auf dieser Basis mit hohen Produktionsgeschwindigkeiten von bis
60 Tomaten pro Sekunde auf zwei parallelen Linien Schritt halten
und ermöglichte eine zuverlässige Erkennung aussagekräftiger
Geschmacksmerkmale, ohne das Gemüse zu beschädigen oder zu
berühren. „HSI ist zu einem wichtigen Instrument für die fortschrittliche
Qualitätskontrolle in der Lebensmittelindustrie geworden.
Angesichts der Herausforderungen bei der Produktion
von Agrarerzeugnissen in Gewächshäusern ist die Inspektion von
entscheidender Bedeutung, um die hohen Qualitätsstandards
der Verbraucher zu wahren“, unterstreicht Nederlof.
Den vollständigen Artikel lesen Sie unter bit.ly/3FmXLEj
Bilder: Bild links Condi Food, Kamera Specim
www.specim.com
Autorin: Minna Törmälä, Global Marketing
Manager, Specim, Finnland
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 59
INTELLIGENTE INFERENZKAMERAS KONTROLLIEREN KLEBEFUGEN
MIT KI ZUM PERFEKTEN PARKETT
Ein Holzfußboden schafft eine warme Atmosphäre, wirkt lebendig und
verleiht dem Raum Charakter. Der Parketthersteller Scheucher setzt für die
Prüfung der Leimfugen seines Mehrschichtparketts auf Bildverarbeitung mit
Künstlicher Intelligenz. Das Komplettsystem für den Einsatz intelligenter
Kameras erkennt fehlerhafte Klebefugen zwischen Parkettschichten.
Parkett ist nicht gleich Parkett. Neben massiven Varianten
erfreut sich besonders das sogenannte Mehrschichtparkett
großer Beliebtheit. Bei seiner Herstellung müssen
mehrere Aspekte berücksichtigt werden, um ein hochwertiges,
langlebiges und benutzerfreundliches Produkt zu erhalten.
Die Wahl der Holzart beeinflusst beispielsweise die Stabilität und
das Aussehen des Parketts. Wie der Name schon sagt, besteht es
aus mehreren Schichten – im Speziellen aus einer Träger- und
einer Nutzschicht. Als Träger kommen bei Scheucher Fichte oder
Kiefer zum Einsatz. Für die Nutzschicht kann eine Vielzahl von
Holzarten verwendet werden.
Ein großer Vorteil des „Fertigparketts“ liegt in seiner einfachen
Verlegung. Viele Arten lassen sich schwimmend verarbeiten,
müssen also nicht verklebt werden. Mit ein wenig handwerklichem
Geschick können selbst Ungeübte ihren eigenen Holzboden
einbauen. Ein Klicksystem sorgt für den exakten Sitz der
Dielen. Sie werden einfach direkt ineinander geklickt. Das spart
Zeit und reduziert den Arbeitsaufwand. Wichtig dabei ist, dass
das Klicksystem mit hoher Präzision gefräst wird, damit die
Paneele stabil und passgenau ineinandergreifen. Fehlerhafte
Fräsungen können zu Problemen bei der Verlegung und zu
Instabilität führen. Gleiches gilt auch für die Klebeverbindung
zwischen der Träger- und der Nutzschicht des Parketts. Der
Klebstoff muss gleichmäßig aufgetragen werden, um eine
vollständige Abdeckung und eine gleichmäßige Verbindung
zwischen den Schichten zu gewährleisten. Lufteinschlüsse oder
unregelmäßige Auftragsmengen können zu Hohlräumen führen
und die Lebensdauer beeinträchtigen. „In der Profilierung für
unsere Multiflor-Parkettböden wird ein spezielles Klickprofil in
die Dielen gefräst. Im Zuge dieses Prozesses wird mittels zweier
intelligenter IDS NXT Kameras das Vorhandensein von Klebstoff
in der Klebstofffuge zwischen Decklage und Trägerschicht kontrolliert“,
erläutert Dipl.-Ing Klaus Bauer, Forschung & Entwicklung
bei Scheucher.
BILDDATENVERARBEITUNG „ON THE EDGE“
Scheucher beleuchtet dazu die bereits verleimten Parkettdielen
mit UV-Licht. Der Klebstoff fluoresziert und Klebereste werden
sichtbar. Zur Erkennung fehlerhafter Dielen setzt Scheucher auf
Bildverarbeitung mit Künstlicher Intelligenz. Pro System kommen
zwei IDS NXT rio Kameras zum Einsatz.
60 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
01 Die Integration in das bestehende Fertigungssystem des
Parkettherstellers war mithilfe Inferenzkamera-Komplettlösung
schnell und einfach zu bewältigen
02 Die einzelnen Paneele greifen stabil und passgenau ineinander
Die intelligenten Modelle werden durch das Aufspielen eines
neuronalen Netzes zu leistungsfähigen Inferenzkameras. Sie detektieren
die fluoreszierenden Klebefugen und verarbeiten die
Bilddaten direkt „on the edge“ per FPGA und geben das Ergebnis
an den Folgeprozess weiter. Durch die Embedded-Lösung wird
der Host-PC eingespart sowie Energieverbrauch und Systemkosten
gesenkt. Dank verschraubbaren und IP-geschützten Steckverbindern
und einem robusten Gehäuse sind sie außerdem absolut
industrietauglich. Das standardisierte Industrieprotokoll OPC-
UA ermöglicht die direkte Kommunikation mit Maschinen und
Steuerungen.
01
INFERENZKAMERA-KOMPLETTLÖSUNG
Die Anwendungsentwicklung und Integration in das bestehende
Fertigungssystem des Parkettherstellers war mithilfe des IDS NXT
rio Experience Kits schnell und einfach zu bewältigen. Denn die
Inferenzkamera-Komplettlösung für KI-Anwendungen in der industriellen
Bildverarbeitung enthält alle Komponenten, die ein
Anwender für die Erstellung, das Trainieren und das Ausführen
eines neuronalen Netzes in einer produktiven Umgebung benötigt.
Im Paket sind sowohl die erforderliche Hardware – in Form
der IDS NXT rio Industriekamera mit 1,6 MP Sony Farbsensor
DIE BILDVERARBEITUNG MIT KI
GELINGT OHNE VORKENNTNISSE
IN DEEP LEARNING
inklusive Strom- und Datenkabel sowie Stativadapter und Objektiv
– als auch die benötigte Software in Form einer IDS lighthouse-Lizenz
enthalten. Anwendende können sich dadurch ganz
auf die geplante Applikation konzentrieren, ohne sich mit Deep
Learning, Bildverarbeitung oder Kameraprogrammierung auseinandersetzen
zu müssen.
„Wir hatten zur Qualitätskontrolle unserer Klebeverbindungen
bislang keine Bildverarbeitung in der Profilieranlage im Einsatz,
weder regelbasiert noch intelligent. Dennoch war es unser Ziel,
auch als Laie, diese Anforderung mittels KI zu lösen. Da wir Fehler
suchen, die nur extrem selten auftreten, war unsere Herausforderung
dabei, eine ausreichende Anzahl von „Schlechtteilbildern“
für das Training des neuronalen Netzes zu finden“, erklärt
Bauer. „Das ist auch gelungen. Am Ende benötigten wir rund 60
Gut- und Schlechtteilmuster bis die KI gelernt hatte, die Grenze
von ‚ok‘ zu ‚not ok‘ zu erkennen.“ Fehlerhafte Paneele können zuverlässig
aussortiert und nachbearbeitet werden. Das System verhindert,
dass Dielen mit Mängeln in der Parkettverklebung an
Kunden ausgeliefert werden. „Damit sind wir einer der wenigen
Hersteller am Markt, die diesbezüglich eine 100-prozentige Kontrolle
durchführen“, freut sich Bauer. Zumal die Prüfung einer
Diele außerdem weniger als 90 ms dauert.
RASCHER LERNERFOLG
Die Prüfung der Klebefuge ließe sich im vorliegenden Beispiel
auch mit klassischer, regelbasierter Bildverarbeitung lösen, allerdings
mit erhöhtem Programmieraufwand. Scheucher war es jedoch
wichtig, eine intelligente Lösung zu finden. Denn damit ist
das Unternehmen auf weitere Anwendungsfälle vorbereitet, wie
Klaus Bauer bekräftigt: „Die Aufgabe war für uns ein guter Einstieg
in die KI-gestützte Bildverarbeitung. Besonders, weil der
Lernerfolg rasch gegeben war.“ So steht der Weg offen für weitere
Einsatzzwecke und eine zukunftssichere, effiziente Fertigung.
Mithilfe von intelligenten Bildverarbeitungssystemen lassen
sich unter anderem Objekte klassifizieren oder auf Defekte,
Abweichungen und Qualitätsprobleme überprüfen. Dadurch
können Fehler reduziert sowie die Produktivität gesteigert werden
– in einer Vielzahl von Branchen und Anwendungen. Das
KI-basierte Vision Komplettsystem von IDS zeigt, dass dies nicht
hochkomplex und rein Experten vorbehalten ist. Scheucher
Parkett und IDS NXT haben damit etwas gemeinsam: Dank ausgeklügelter
Systeme können auch Laien damit umgehen und
erstklassige Ergebnisse erzielen, wie beispielsweise hier perfektes
Parkett.
Bilder: Scheucher Holzindustrie
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IDS Imaging Development Systems GmbH
Dimbacher Str. 10, 74182 Obersulm
AUTORIN
Sabine Terrasi
IDS Imaging Development Systems GmbH
02
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 61
Professionelle
Wärmebildkameras wie
die Flir T530 liefern unter
anderem in der Intralogistik
wichtige Daten,
sodass sich die Effizienz
bei der Durchführung
regelmäßiger Inspektionen
erhöhen lässt
AUF MASS: EINSATZ VON INFRAROTTECHNOLOGIE IN DER INTRALOGISTIK
SICHERHEIT GEHT VOR
Geräte, die in der Logistik und Lagerhaltung zum Einsatz kommen, müssen
zuverlässig funktionieren. Denn sie schützen nicht nur vor Betriebsausfällen und
sorgen dafür, dass Bestellungen pünktlich das Warenlager verlassen. Welche Rolle
die thermische Zustandsüberwachung mithilfe von Infrarottechnologie spielt,
untersuchten Experten in einem Projekt Condition Based Maintenance.
Obwohl die Ingenieure regelmäßig Wärmebildkameras
einsetzten, erkannten sie, dass sie nicht alle Möglichkeiten
der thermischen Zustandsüberwachung ausschöpften.
Infolgedessen konnten sie den Zustand ihrer Geräte
nicht genau einschätzen und waren nicht in der Lage, potenzielle
Ausfälle noch vor deren Auftreten zu erkennen. Die meisten
Teams für Lagerhaltung nutzten eine Wärmebildkamera mit geringer
Leistung und analysierten stichprobenartig Probleme wie
durchgebrannte Sicherungen oder fehlerhaft arbeitende Geräte,
nachdem bereits ein Ausfall aufgetreten war. Zusätzlich waren die
Ingenieurteams langsam bei der Ausgabe von Reparaturen, da sie
große Mengen an thermischen Daten, die sie bei ihren Inspektionen
gesammelt hatten, manuell konsolidieren mussten.
Die Ingenieure erkannten, dass sie mit Wärmebildinspektionen
mehr erreichen konnten, und untersuchten, welche
Ressourcen zur Verfügung standen, um den Einsatz der Wärmebildtechnik
zu erweitern. Sie bauten sogar ein ganzes Programm
zur vorbeugenden Wartung darauf auf.
62 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
außerdem eine schrittweise Anleitung durch die Inspektionsroute,
einschließlich Referenzbildern, um Veränderungen im Laufe
der Zeit sofort zu erkennen und die Konsistenz der Bilderfassung
zu verbessern. Ferner verfügt die Kamera über einen drehbaren
optischen Block, der für die Inspektoren unerlässlich war, um
Hindernisse ohne Anstrengung zu umgehen.
SOFTWARE FÜR ANALYSEN UND BERICHTE
WÄHREND DER INSPEKTION
AUFGENOMMENEN BILDER
WERDEN AUTOMATISCH IN
DIE CLOUD HOCHGELADEN
Mit Flir Thermal Studio Suite konnten Wartungsteams zudem
ihre Analysen nach der Inspektion beschleunigen, indem sie benutzerdefinierte,
automatisch generierte Berichte erstellten und
die Bilder von Wärmebildkameras automatisch und drahtlos
über die Ignite-Plattform mit den Berichten synchronisierten. In
diesem Fall verfügte Flir Thermal Studio Suite über ein kundenspezifisches
Plug-in zum Hochladen von Wärmedaten in eine
Cloud-Datenbank. Dies ermöglichte eine eingehende Analyse
der Anlagenzustände und ein schnelles Erstellen von Korrekturaufträgen,
um den Reparaturprozess zu beschleunigen. Zudem
verfügt die Software über den Route Creator mit Referenz -
bild gebung, mit dem Wartungsteams einen wiederholbaren
Inspektionsleitfaden erstellen können. Der Leitfaden wurde auf
Grund lage einer ersten Inspektion durch einen erfahrenen
Thermographen erstellt, der weniger erfahrenen Inspektionsmitarbeitern
Referenzbilder und eine effiziente Inspektionsroute zur
Ver fügung stellt.
DIE LÖSUNG
Das technische Vertriebsteam von Flir bewältigte die oben genannten
Herausforderungen schließlich durch die Entwicklung
einer maßgeschneiderten Lösung für die Logistik- und Lagertechniker.
Die Lösung besteht aus drei Flir Produkten: der
FlirT530 Kamera mit Inspection Route-Funktion, zertifizierten
Infrarot- Schulungszentren, die Kurse in ganz Europa anbieten,
und der Software Flir Thermal Studio Suite, die die Funktion Flir
Route Creator enthält.
BLICK INS DETAIL
Die Flir T530 nimmt hochauflösende Wärmebilder auf und ist für
die Überprüfung von Komponenten in jeder Umgebung konzipiert.
Die MSX-fähigen Wärmebilder lieferten den Ingenieuren
die Details, die sie benötigten, um Probleme zu lokalisieren und
zu diagnostizieren, bevor diese zu Geräteausfällen führten. Die
integrierte Inspection Route-Funktion lieferte den Inspektoren
DIE ERGEBNISSE
Dank der vom technischen Team von Flir bereitgestellten Lösungen
konnte ein effektives, präventives Wartungsprogramm für die
verschiedenen Lagerhäuser erstellt werden. Durch das vorherige
Hochladen von Inspektionsrouten auf Kameras mit Live-Anleitung
wurde der Bedarf an zusätzlicher Ausrüstung reduziert, was
den Vorgang für die Ingenieure vereinfachte und die Effizienz der
Inspektion erhöhte. Vorab geladene Referenzbilder erleichterten
sowohl geschulten als auch ungeschulten Nutzern von Wärmebildkameras
die wiederholbare Aufzeichnung von Wärmedaten
bei aufeinanderfolgenden Inspektionen und gewährleisteten so
bessere Verlaufsdaten zum Zustand jeder Anlage.
Bilder: Aufmacher Petinovs – stock.adobe.com, sonstige Flir
www.flir.de
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Flir Systems GmbH
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UPDATE
PER UNIT IN DIE BILDVERARBEITUNG
Vier neue Vision-Units ergänzen die VUI2000-Serie von Beckhoff. Bei
der Vision Unit Illuminated (VUI) handelt es sich um eine kompakte
Einheit aus Kamera, Beleuchtung und fokussierbarer Optik mit
Liquid-Lens-Technologie. Sie reduziert den Montage- und Inbetriebnahmeaufwand.
Alle VUI-Funktionskomponenten sind in einem
optisch ansprechenden Gehäuse aus eloxiertem Aluminium in
Schutzklasse IP65/67 gekapselt. Ergänzend zu den bisherigen
Ausführungen wird das Portfolio nun um vier Geräte mit Color- oder
Monochrom-Bildsensoren mit Auflösungen von 2,3 MP bzw. 3,1 MP in der Brennweite 16 mm erweitert. Durch eine werksseitige
Kalibration der Unit kann die Fokuseinstellung über reale Maßeingaben mit einer hohen Genauigkeit erfolgen. Die
Auswahl und Kombination von Linsenlage, Blende und sich ergebender Schärfentiefe sorgt für eine sichere Einstellung der
Schärfe im Abstandsbereich von 10 bis 2.000 mm. Dabei werden temperaturbedingte Brechkraftänderungen durch eine
kontinuierliche Temperaturmessung und über ein entsprechendes mathematisches Modell zuverlässig kompensiert.
www.beckhoff.com
HOCHGESCHWINDIGKEITSSENSOR MIT
ERWEITERTER EMPFINDLICHKEIT
Teledyne e2v, ein Unternehmen von
Teledyne Technologies präsentiert den
Lince5M NIR, einen neuen Hochgeschwindigkeits-CMOS-Bildsensor
auf
neuestem Stand der Technik. Lince5M
NIR ist ein monochromer Bildsensor
mit einer Auflösung von 5,2 Megapixeln
(2.560 x 2.048). Aufbauend auf
dem bewährten Lince5M kombiniert dieser neue
Sensor Hochgeschwindigkeit mit einer hohen Quanteneffizienz
(35 % bei 850 nm) sowohl im sichtbaren
als auch im nahinfraroten Spektrum. Er erreicht eine
hohe Bildrate von 250 Bildern/s (volle Auflösung,
12-Bit-ADC) über 24 LVDS-Ausgangskanäle. Lince5M
NIR liefert laut Unternehmen eine herausragende
Leistung für anspruchsvolle Anwendungen, die
gestochen scharfe Bilder bei sehr hohen Geschwindigkeiten
und schlechten Lichtverhältnissen erfordern.
Der Sensor basiert auf der 5µm Global-Shutter-Pixel-
Technologie und bietet einen Dynamikbereich von
55 dB im Standardmodus sowie von über 100 dB im
High-Dynamic-Range-Modus. Damit eignet er sich
ideal zur Erfassung von Szenen mit hohem Kontrast.
www.teledynevisionsolutions.com
PRÄZISE BELEUCHTEN
Die Controller der iPulse-
Familie von iCore erlauben
eine effiziente Ansteuerung
von Beleuchtungen in
industriellen Anwendungen
mit präzisen Stromimpulsen
von weniger als 1 μs und
Stromstärken bis 200 A. Diese
Eigenschaften ermöglichen die Realisierung leistungsfähiger
Bildverarbeitungssysteme für Applikationen mit sehr hohen
Geschwindigkeiten. Die iPulse-Familie an Beleuchtungs-
Con trollern von iCore umfasst 20 Modelle mit ein, zwei, vier
oder acht Kanälen, die Stromstärken zwischen 0,2 und 20 A
im Dauerbetrieb und zwischen 2 und 200 A im Blitzbetrieb
zur Verfügung stellen. Bei der Ausgangsleistung decken die
Controller je nach Modell pro Kanal einen Bereich von 60 bis
500 W und bei der Gesamtleistung 60 bis 1000 W ab. Die hohe
Präzision der iPulse-Controller, die Rauscher in Europa
vertreibt, schafft die Grundlage für Multistrobe-Bildverarbeitungssysteme
mit Sequenzfunktion. Damit lassen sich sehr
schnelle Wechsel zwischen mehreren Beleuchtungsszenarien
umsetzen, indem die angeschlossenen Beleuchtungen
beispielsweise mit unterschiedlichen Intensitäten oder
Beleuchtungswinkeln betrieben werden.
www.rauscher.de
EXAKTE VOLUMENERFASSUNG IN 3D
Das Volumenerfassungssystem Volume3D von Pepperl+Fuchs misst präzise die Beladung auf Förderbändern mittels
Lidar-Sensorik, einer Auswerteeinheit und einem Drehgeber. Es erfasst Volumen, Volumenstrom und viele weitere Daten,
während es gleichzeitig die Sensorverschmutzung überwacht. Volume3D zeichnet sich durch komfortable Installation,
berührungslose Messung und geringen Wartungsaufwand aus. Das System eignet sich für Schüttgut- und chaotische
Fördertechnikanwendungen in Intralogistik und Bergbau. Es besteht aus
einem 2-D-Lidar-Sensor R2000, einer Multi-Scan-Auswerteeinheit (MSEU),
einem Drehgeber ENI58IL und den benötigten Anschlusskabeln. Das zuverlässige,
berührungslose Konzept senkt Instandhaltungskosten und verhindert
unerwartete Ausfälle. Der R2000 Lidar-Sensor liefert eine Winkelauflösung
von 0,042° und Scanraten bis 50 Hz. Optional ist der R2300 mit bis zu 100 Hz
verfügbar. Weiterer Benefit: Für besonders anspruchsvolle Anwendungen
können bis zu drei Lidar-Sensoren angeschlossen werden.
www.pepperl-fuchs.com
64 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
UPDATE
KAMERA-SERIE MIT EVENT-BASIERTEM
SENSOR FÜR HIGHSPEED-AUFGABEN
Mit der uEye EVS bringt IDS Imaging Development Systems
eine Industriekamera mit Event-basiertem Vision Sensor auf
den Markt, die speziell für eine effiziente, verlustfreie Erfassung
schneller Bewegungen mit reduzierter Datenmenge
entwickelt wurde. Statt eines kontinuierlichen Datenstroms
erfasst sie ausschließlich relevante Ereignisse. Im Vergleich zu
klassischen bildbasierten
Systemen
verringert sich das
erzeugte Datenvolumen
signifikant. Die
uEye EVS ist damit
die ideale Lösung für
Anwendungen, bei
denen Effizienz und
Präzision bei hoher
Geschwindigkeit
gefragt sind, wie
beispielsweise die optische Überwachung von Vibrationen
oder Highspeed-Bewegungsanalysen. Die kompakte USB3-
Kamera macht kleinste Bewegungen in Echtzeit verlustfrei
sichtbar. Anhand ihres hohen Dynamikumfangs gelingt das
sogar bei nahezu völliger Dunkelheit. Möglich macht dies
der Event-basierte Vision Sensor SONY/Prophesee IMX636.
Im Gegensatz zu herkömmlichen Bildsensoren erfasst er nicht
jedes Bild vollständig in regelmäßigen Zeitabständen, sondern
reagiert nur auf Änderungen innerhalb einer Szene.
de.ids-imaging.com
UNSICHTBARES MITTELS IR-KAMERA
INSPIZIEREN
Baumer erweitert sein
Machine-Vision-Portfolio
um leistungsstarke
SWIR-Kameras. Mit den
neuen CX.SWIR.XC-Kameras
sind nun auch für
Inspektionsaufgaben im
infraroten Spektralbereich
hohe Präzisionslevel
möglich. Technologiebedingt
treten bei InGaAs-Sensoren, wie sie für moderne
SWIR-Kameras eingesetzt werden, deutlich mehr defekte Pixel
auf als bei CMOS-Sensoren auf Siliziumbasis. Eine niedrige
Temperatur am Bildsensor ist entscheidend, um die Anzahl
der Defektpixel gering zu halten. Baumer löst diese Herausforderung
durch das thermische Design der SWIR-Kameras. Eine
integrierte Kühlrippe leitet entstehende Wärme nach außen
ab. Optional kann ein ebenfalls in das Gehäuse integrierter
Kühlkanal genutzt werden. Dieses thermische Design ist laut
Hersteller der entscheidende Faktor für ihre Genauigkeit. Es
vermeidet zahlreiche Defektpixel noch vor ihrer eigentlichen
Entstehung. In Kombination mit der statischen und dynamischen
Baumer Defektpixelkorrektur per Camera-Firmware
kommt die Bildqualität so siliziumbasierten Sensoren sehr
nahe. Die Kameras erfassen Wellenlängen von 400 bis
1.700 nm und können sowohl im sichtbaren als auch im
nicht-sichtbaren Lichtspektrum eingesetzt werden.
www.baumer.com
IMPRESSUM
erscheint 2025 im 37. Jahrgang,
ISSN: 2194-1157 / ISSN E-Paper: 2747-8017
REDAKTION
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E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,
(Redaktionsadresse siehe Verlag)
GESTALTUNG
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energie:bilanz
MIT OFFENER AUTOMATISIERUNG
NACHHALTIGKEIT STÄRKEN
Industriebetriebe und Maschinenbauer sind heute nicht nur
mit höheren Ansprüchen an Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
konfrontiert. Gleichzeitig ist auch der Wettbewerbsdruck
enorm gestiegen. Resilienz und Agilität sind zu Kerntugenden
geworden. Geringe Losgrößen, schwankende Nachfrage und saisonale
Sortimente verlangen nach flexiblen Maschinen-Setups,
schneller Time-to-Market und hoher Anlagenverfügbarkeit. Nur
mit durchgängiger IIoT-Vernetzung, die eine ganzheitliche Perspektive
auf Energieverteilung und Automatisierung gestattet,
lässt sich hier noch mithalten.
Aber es gibt ein Problem: Viele OEMs und deren Endkunden
sind nach wie vor an proprietäre Automatisierungssysteme gebunden.
Da beim Einsatz mehrerer geschlossener Systeme die
Querkommunikation zwischen verschiedenen Steuerungen in
unterschiedlichen Tools zeitaufwändig programmiert werden
muss, sind spontane Umbaumaßnahmen, Erweiterungen oder
Updates praktisch nicht möglich. Viele Vorteile, die sich in Sachen
Energieeffizienz, Engineering, Nachrüstung, Flexibilität
und Service für die Automatisierung bieten würden, lassen sich
also schlichtweg nicht nutzen.
EcoStruxure Automation Expert ermöglicht Automatisierungsanwendungen
mit anlagebezogenen, portablen und praxisbewährten
Softwarekomponenten, unabhängig von der zugrunde
liegenden Hardware-Infrastruktur. Zudem erlaubt es Anwendungen
auf die Hardware-Systemarchitektur seiner Wahl zu verteilen
– hochgradig verteilt, zentralisiert oder beides – bei minimalem
Programmieraufwand. Darüber hinaus unterstützen bewährte
Software-Best-Practices, um Automatisierungsanwendungen,
die mit IT-Systemen zusammenarbeiten, einfacher erstellen zu
können. Auf der Hannover Messe 2025 bekräftigt das Unternehmen
sein Engagement für eine offene, softwaredefinierte Automatisierung.
Im Fokus steht EcoStruxure Automation Expert, die
weltweit erste offenen Automatisierungslösung für diskrete,
hybride und kontinuierliche industrielle Prozesse.
Bilder: Hintergrund B4LLS – gettyimages.de, Monitor Schneider Electric
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Mit EcoStruxure Automation Expert setzt Schneider Electric die
Idee einer vollständig offenen, auf dem IEC 61499-Standard
basierenden Automatisierung um und leitet eine neue Ära der
softwarezentrierten, interoperablen Industrieautomation ein.
66 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/01 www.industrielle-automation.net
VORSCHAU
IM NÄCHSTEN HEFT: 02/2025
ERSCHEINUNGSTERMIN: 23. 04. 2025 • ANZEIGENSCHLUSS: 04. 04. 2025
01
02
04
03
01 Im Zusammenhang mit der Weiterentwicklung von
Elektrofahrzeugen und ihren Batterien spielen Industrielle
Bildverarbeitung und Künstliche Intelligenz eine
wichtige Rolle.
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02 Die neue Maschinenverordnung bringt Änderungen
im Bereich Automatisierung mit sich. Welche neuen
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Redaktion@industrielle-automation.net
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03 Um Materialverbräuche transparent zu machen und
eine ERP-Anbindung zu realisieren, setzt ein Fertigungsbetrieb
auf eine Kombination aus IIoT-Plattform und
SAP-basierter Softwarelösung.
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04 Einheitliche Schnittstellen sorgen für eine effiziente
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(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
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