Taxi Times DACH - 1. Quartal 2025
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D – A – CH
HESSEN TROTZT DEM DAK-DUMPING
AUF AUGENHÖHE
VERHANDELT
Bald in ganz NRW
BESCHLUSS FÜR EIN
ÖPNV-TAXI
Hilfe nach Überfall
TRAUMA-LOTSEN
HELFEN
5 Sonderseiten Taxiverbände und -zentralen
Neue Kolumne
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TITEL: Raufeld FOTO: Taxi Times
ZUSAMMENSTEHEN
UND ÜBER SICH
HINAUSWACHSEN
Liebe Taxi Times-Leser! Haben
Sie sich das Titel-Cover dieser
Ausgabe schon genauer angesehen?
Da haben wir auf der
einen Seite den alle überragenden
Krankenkassen-Riesen,
der mühelos über die Taxis,
die Mietwagen und auch über
die eigenen Patienten verfügen
kann – zumindest dann, wenn die Taxis und Mietwagen als kleine
Einzelkämpfer agieren. Wenn die einzelnen Taxi- und Mietwagenbetriebe
aber zusammenhalten, wachsen sie gemeinsam über
sich hinaus und erreichen die Spitze einer Pyramide, auf der sie
dann auf Augenhöhe mit den Krankenkassen verhandeln können.
Genau das ist den Taxi- und Mietwagenbetrieben in Hessen
gelungen. Sie haben verhindert, dass man sie mit Dumping-Einzelverträgen
von oben herab abspeisen kann. Sie haben eindrucksvoll
bewiesen, dass sie dann unverzichtbar sind, wenn sie alle an
einem Strang ziehen. Damit – und nur damit – haben sie sich für
Verhandlungen auf Augenhöhe qualifiziert. Wir beschreiben diese
Erfolgsgeschichte und den mühsamen Weg bis zur „Pyramidenspitze“
ab Seite 4.
Jeder einzelne hessische Unternehmer hat an diesem Erfolg
einen großen Anteil. Und doch wäre er nur schwer umsetzbar
gewesen, wenn es mit dem Fachverband Personenverkehr Hessen
nicht schon einen etablierten und gut strukturierten Taxiverband
gegeben hätte – mit dem hauptberuflichen Geschäftsführer
Mathias Hörning, der organisatorisch und mit einem unglaublichen
Engagement in enger Absprache mit seinen Mitgliedern die
Strippen gezogen hat. Hörning konnte dabei von Anfang an auf
eine solide Mitgliederbasis vertrauen.
Starke Taxiverbände sind ein Fundament für den Fortbestand
und die Zukunftsfähigkeit des Taxigewerbes. Ohne den einzelnen
Taxi- bzw. Mietwagenunternehmer ist ein Verband nichts. Aber
ohne einen Verband ist der Einzelne noch weniger als nichts. Wer
sich bei zunehmender Digitalisierung verstärkt mit dem Wettbewerb
mit Plattformen und globalisierten Großkunden auseinandersetzen
muss, wird nur mit gemeinsamem und gut organisiertem
Auftreten Erfolg haben.
Das erfordert Vertrauen in die handelnden Personen an der
Spitze des Verbands. Es erfordert auch Kompromissbereitschaft,
denn kein Verband kann allen Interessen seiner Mitglieder gerecht
werden.
Die hessische Erfolgsstory könnte Vorbild und Ansporn für die
Taxiverbände und deren Mitgliedsbetriebe in den anderen15 Bundesländern
dieser Republik sein. Was Hessen kann, muss auch in
Bayern, in Mecklenburg-Vorpommern, in Schleswig-Holstein und
in allen anderen Regionen möglich sein.
Wer sich Hessen tatsächlich zum Vorbild nehmen will, muss
dafür sorgen, dass der erste Stein gesetzt wird. Und sich dann
ganz schnell Partner und Verbündete suchen, mit denen man
gemeinsam die nächsten Steine setzen kann. Die Hessen geben
sicherlich gerne Tipps.
Herzlichst
Jürgen Hartmann (Chefredakteur)
INHALT
KRANKENFAHRTEN
4 Verhandlungen mit der DAK
8 An den falschen Milliarden gespart
ÖPNV-TAXI
10 In NRW können Unternehmer bald
einfach zugreifen
12 Konflikt mit dem Tariftreuegesetz
13 Flex Taxi – On-Demand-ÖPNV-Ersatz aus
Unternehmersicht
KRIMINALITÄT
14 Wenn das eigene Taxi plötzlich vor einem steht
16 Nach dem Trauma ist vor der Krise
PERSONAL
18 Der Mensch macht den Unterschied
VERBÄNDE UND ZENTRALEN
19 Main Taxi Frankfurt, VSPV, BVTM,
Taxi Berlin, LTV, STV Stuttgart, taxi.eu
TAXI INTERNATIONAL
24 Schwache Position des Taxis in der IRU
TAXI REGIONAL
26 München: Fehlplanung und Uber-Pick-up-Zone
27 Hamburg: Tarifkorridor und Förderung
28 Berlin: Mindesttarif auf dem Weg
28 Taxi-Filmfest und Schnelllader
TAXI PARTNER
31 ESM, INTAX
33 Kleinanzeigen
34 Links zur Website, Impressum
TAXI 1. QUARTAL 2025
3
KRANKENFAHRTEN
AUF AUGENHÖHE
VERHANDELT
Seit Jahren zahlt die DAK-Versicherung die geringsten Entgelte für
Krankenfahrten. In Hessen hat sich die Taxi- und Mietwagenbranche
nun erfolgreich dagegen gewehrt. Wir erzählen die Geschichte
einer Erfolgsstory, die bundesweit Mut machen sollte.
Eigentlich hätte der 12. Februar als jener Tag in die Geschichte
eingehen sollen, an dem die Taxi- und Mietwagenunternehmen
in einem kleinen hessischen Landkreis keine
Patienten der Deutschen Angestellten Krankenkasse Gesundheit
(DAK) mehr befördert hätten. Doch der medial wirksam angekündigte
Fahrtenboykott wurde in letzter Minute abgesagt. Einen Tag
später trafen sich ein Sprecher der Taxi- und Mietwagenunternehmer
und ein Vorstandsmitglied der DAK erneut zu Preisverhandlungen.
Rund vier Wochen später hatten der hessische Fachverband
PKW-Verkehr und die DAK Gesundheit einen Vertrag vereinbart,
der deutlich bessere Konditionen für die Branche sicherte, als die
Krankenkasse ursprünglich angeboten hatte.
Wie haben die hessischen Taxi- und Mietwagenbetriebe etwas
geschafft, was in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und anderen
Bundesländern bislang ein Ding der Unmöglichkeit war? Wie konnten
sie die DAK dazu bringen, von ihrem hohen Ross herunterzukommen
und Verhandlungen auf Augenhöhe zu führen, die
letztlich zu einem Branchenvertrag mit fairen und akzeptablen
Vergütungen führten?
Der Beginn dieser Erfolgsstory liegt im Herbst 2024. Damals
hatte sich die DAK aus der Allianz der Versicherer ausgeklinkt
und den bestehenden Rahmenvertrag für Sitzendkrankenfahrten
mit dem Fachverband PKW-Verkehr Hessen e.V. (FPH) zum Jahresende
gekündigt. Anstelle der bisherigen Rahmenvertragskonditionen
bot man den hessischen Taxi- und Mietwagenbetrieben
nun Einzelverträge an, dessen Konditionen generell bei 1,90 Euro
pro Besetztkilometer liegen sollten – deutlich weniger als bisher.
Auch die Abrechnung nach dem behördlich festgesetzten Taxitarif
in den Pflichtfahrgebieten wollte man damit aushebeln.
Mathias Hörning, Geschäftsführer des Fachverbands PKW-
Verkehr Hessen e.V. (FPH) mit Sitz in Kassel, schlug Alarm. In
einem mit dem Titel „Rote Karte für Kürzungspläne der DAK“
überschriebenen Rundschreiben warnte er davor, diese unwirtschaftlichen
Verträge zu unterschreiben und rief die hessische
Unternehmerschaft zur Solidarität auf. Die Resonanz war zunächst
eher verhalten. Auch der hessische Taxiunternehmer Jens Marggraf
gibt zu, zu Beginn eher den Kopf in den Sand gesteckt zu
haben. „Ich hätte keine andere Wahl gehabt, als den Vertrag zu
unterschreiben“, gestand er im Gespräch mit Taxi Times ein.
NUR GEMEINSAM IST MAN STARK
Dann allerdings seien zwei Unternehmer auf ihn zugekommen, nachdem
der Fachverband die Branche aufgefordert hatte, sich regional
zusammenzuschließen, um gegen das Preisdiktat der DAK anzukämpfen.
„Das waren eigentlich meine Mitbewerber um solche Fahrten.“
Doch genau darum ging es: das Kalkül der Krankenkasse zu
durchbrechen, die davon ausging, dass die unorganisierten und
klein strukturierten Taxi- und Mietwagenbetriebe aus Angst vor
Kommentierende Analyse
am 24. Oktober
Die erste Meldung
erschien bei Taxi Times
am 23. Oktober 2024.
Ein erster Zwischenstand über das
„Wachstum“ der Interessengemeinschaft
(am Ende waren es 300 Mitglieder)
FOTO: Name Name
4 1. QUARTAL 2025 TAXI
KRANKENFAHRTEN
der Konkurrenz alle Einzelverträge unterschreiben würden, um
die Fahrten nicht an ihre Mitbewerber zu verlieren.
Marggraf, bekannt durch seinen Motivations-Podcast „Taxi To
Go“, ließ sich nun selbst motivieren und wurde zum Sprecher
einer „Interessengemeinschaft (IG) für faire Vergütungen von
Krankenfahrten für die DAK Gesundheit“. Über den eigenen Podcast
und Social-Media-Kanäle wie TikTok mobilisierte er Unterstützer
für die IG. Auch der Fachverband setzte seine Bemühungen
akribisch fort und war aktiv in der Mitgliederwerbung. Das Werben
war schließlich erfolgreich: Bis Dezember wuchs die Interessengemeinschaft
auf über 300 Taxi- und Mietwagenbetriebe des
Fachverbands mit mehr als 2.000 Konzessionen. Sie alle weigerten
sich, Einzelverträge mit der DAK zu unterzeichnen, und konnten
sich nun darauf verlassen, dass auch der örtliche Mitbewerber
nicht ausscherte.
Hörning und Marggraf hofften nun, mit der DAK auf Augenhöhe
zu verhandeln, und drängten auf weitere Gespräche. Die Zeit
wurde jedoch knapp, denn ab dem 1. Januar 2025 sollten alle
Betriebe, die keinen Vertrag abgeschlossen hatten, keine DAK-
Patienten mehr transportieren dürfen. „Die Kollegen wurden
immer nervöser und es wurde zunehmend schwerer, sie bei der
Stange zu halten“, beschreiben Hörning und Marggraf die damalige
angespannte Lage. Dennoch gelang es ihnen, die DAK davon
zu überzeugen, dass alle Unternehmen, die der IG des Fachverbands
angehörten, im ersten Quartal 2025 noch zu den alten Konditionen
abrechnen durften. Die DAK war sich bewusst, dass sie
mehr als 2.000 Taxis und Mietwagen nicht einfach ersetzen konnte,
auch wenn sie in den inzwischen eingeschalteten Medien immer
wieder betonte, dass die mobile Patientenversorgung weiterhin
sichergestellt sei.
In Wahrheit spielte die DAK auf Zeit: Während sie eher zögerlich
mit der IG des Fachverbands verhandelte, setzte die Krankenkasse
parallel auf eine aggressive Direktakquise und drängte Taxi- und
Mietwagenbetriebe, Einzelverträge zu unterschreiben. Vermutlich
hoffte man, dass mit der verstrichenen Zeit immer mehr Betriebe
unter Druck geraten und letztlich einknicken würden.
Das war auch den Vertretern der IG-Mitglieder des Fachverbands
bewusst. Daher entschieden sie, den Druck massiv zu erhöhen,
indem sie Politik und Medien einschalteten. Dies war ein
Balanceakt, da Rundfunk, Tageszeitung und Onlineportale oft auf
dramatische Kriegsbegriffe zurückgreifen, um das Interesse der
Leser zu wecken. Doch Hessens Fahrdienste wollten keinen u
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TAXI 1. QUARTAL 2025
5
KRANKENFAHRTEN
Januar 2025: Lässt die DAK ihre Patienten
in illegalen Mietwagen befördern?
Noch vor Weihnachten:
Fachverband holt die
Behörden mit ins Boot.
Ende Januar: Dementi der
DAK und neue Verhandlungsrunde
Krieg mit der DAK führen, sondern lediglich eine faire und respektvolle
Behandlung auf Augenhöhe.
Stets wurde gegenüber Politik und Medien betont, dass die DAK-
Preise für zeit- und arbeitsaufwendige Krankenfahrten wirtschaftlich
nicht tragbar seien. In Zeiten steigender Mindestlöhne und
Inflation könne es nicht akzeptiert werden, für die gleiche Leistung
weniger Entgelt zu erhalten. Eine Brutto-Vergütung von 1,90 Euro
pro Besetztkilometer sei ein Verlustgeschäft. Auf lange Sicht würde
dies unweigerlich dazu führen, dass immer mehr Betriebe aufgeben
müssten – was den Zusammenbruch der mobilen Daseinsvorsorge
für ältere und kranke Menschen zur Folge hätte, die ohne Fahrdienste
keine Möglichkeit mehr hätten, notwendige medizinische
Behandlungen oder lebensrettende Therapien zu erreichen.
Durch intensive und kontinuierliche PR-Arbeit gelang es dem hessischen
Fachverband, diese Botschaft erfolgreich in den Medien zu
platzieren. In Zeitungsartikeln, auf Online-Plattformen und Fernsehberichten
wurde immer wieder auf die soziale Verantwortung hingewiesen,
die Taxi- und Mietwagenbetriebe bei betreuten Krankenfahrten
übernehmen, damit gerade ältere Menschen oder chronisch kranke
DIE GANZE STORY AUF DER WEBSITE
Taxi Times hat von Anfang an die Bemühungen des Hessischen
Taxi- und Mietwagengewerbes unterstützt, einen
wirtschaftlich gerechten Rahmenvertrag zu etablieren.
Über alles, was die Unternehmer mit ihrem Fachverband
unternahmen, hat Taxi Times als Sprachrohr der Branche
intensiv berichtet. Die Headlines der Meldungen wurden
als grafisches Beiwerk in diese Geschichte eingebaut.
Alle Beiträge sind unter dem Stichwort „DAK“ oder über
den nebenstehenden QR-Code aufrufbar. Sie lesen sich
wie ein Leitfaden für einen erfolgreichen Widerstand
gegen einen Verhandlungspartner, der versuchte, seine
vermeintliche Machtposition auszunutzen. Jetzt ist
der Moment gekommen, dass die Branchenverbände
gemeinsam mit den Taxi- und Mietwagenunternehmen
in den Bundesländern, in denen die DAK weiterhin Dumpingtarife
über Einzelverträge durchsetzt,
aktiv werden. Die in Hessen erzielte Einigkeit
bildet dabei die Grundlage für faire
Verhandlungen auf Augenhöhe!
jh
Patienten, die auf regelmäßige Behandlungen angewiesen sind, zuverlässig,
sicher und pünktlich zu ihren Behandlungseinrichtungen gelangen
können, um schwerwiegende gesundheitliche Folgen zu vermeiden.
All dies erhöhte nach und nach den Druck auf die DAK, die aber
weiterhin an ihrer Version festhielt: Zum einen sei man nach dem
Sozialgesetzbuch gezwungen, die Fahrten möglichst kostengünstig
durchführen zu lassen, zum anderen gebe es genug Betriebe, die
bereit wären, zu diesen Konditionen zu fahren.
KONKURRENZ FÄHRT OHNE GENEHMIGUNG
Tatsächlich hatten bereits einige Taxi- und Mietwagenunternehmen
einen Teil ihrer DAK-Patienten an andere Fahrdienstleister
abgeben müssen. Bei der Überprüfung, wer nun diese Fahrten
übernahm, stellten sie jedoch fest, dass auch Fahrzeuge eingesetzt
wurden, die nicht als Taxi oder Mietwagen konzessioniert waren.
Hier traten nun wieder Mathias Hörning und Jens Marggraf auf
den Plan. Sie warfen der DAK öffentlich vor, ihre Versorgungslücken
teilweise mit illegalen Fahrdienstbetrieben zu schließen. „Nachweislich
überprüft die DAK bei ihren Vertragsschließungen keine Zulassungsvoraussetzungen.
Sie geht Verträge mit Fahrdienstbetrieben ein,
die keine gültige Genehmigung für die gewerbliche Personenbeförderung
besitzen“, wurden Hörning und Marggraf in den Medien zitiert.
Daraufhin wurde der Unternehmer Marggraf von einem DAK-Mitarbeiter
telefonisch unter Druck gesetzt, der mit juristischen Schritten
drohte, falls er diese Behauptungen aufrechterhalten würde. Doch
Marggraf und der Fachverband hatten Beweise für ihre Aussagen.
Sie ließen sich nicht einschüchtern, sondern verstärkten den Druck
weiter: „Gerade unter dem Gesichtspunkt des Versicherungsschutzes
für die eigenen Versicherten muss diese fahrlässige Praxis unterbunden
werden. Für den Fall, dass es im Rahmen einer Krankenfahrt zu
einem Unfall kommt, sind schwerwiegende Folgen absehbar. Gerade
gesundheitlich angeschlagene Versicherte müssen darauf vertrauen
können, dass Krankenkassen ihre Sorgfaltspflicht erfüllen und Verträge
mit konzessionierten Fahrdienstbetrieben schließen, die die
Sicherheit und Zuverlässigkeit einer Krankenfahrt gewährleisten“,
gab der hessische Fachverband zu Protokoll.
Ende Januar schien die Grundlage für Verhandlungen auf Augenhöhe
fast gänzlich zerstört zu sein. Daraufhin entschied der Fachverband,
gemeinsam mit seiner Interessengemeinschaft eine drastische
Maßnahme zu ergreifen: In einem hessischen Landkreis sollte exemplarisch
ein Boykott stattfinden. Als Stichtag für die Einstellung der
Fahrten wurde der 12. Februar bestimmt. Der Boykott wurde detailliert
und mit erheblichem Aufwand vorbereitet. Alle betroffenen
6 1. QUARTAL 2025 TAXI
KRANKENFAHRTEN
11. Februar: Boykott-
Ankündigung
Geschafft!
11. Februar:
DAK lenkt ein,
setzt parallel
aber immer
noch die
Betriebe telefonisch
unter
Druck.
Patienten wurden rechtzeitig von den Taxi- und Mietwagenbetrieben
informiert, ebenso wie die Praxen und Kliniken. Auch auf politischer
Ebene wurde gehandelt: Der Landrat wurde eingebunden und die
Medien wieder ins Boot geholt. So wurde der hessische Schwalm-
Eder-Kreis schlagartig als die Region bekannt, in der kranke Menschen
nicht mehr zur Behandlung befördert werden konnten.
Endlich schrillten auch bei der DAK die Alarmglocken – und das so
laut, dass es bis in die Vorstandsetage drang. „Am 11. Februar bekam
ich einen Anruf von einem Mitarbeiter des Herrn Thomas Bodmer, dem
Vorstandsmitglied der DAK“, berichtet Jens Marggraf. „Herr Bodmer
wollte sich noch in derselben Woche mit mir treffen und unter vier
Augen neu verhandeln. Er bat lediglich darum, dass wir den Fahrtenstopp
aussetzen. In Absprache mit Mathias Hörning vom Fachverband
haben wir das dann auch getan. Mathias Hörning hat dann noch am
selben Tag alle Mitglieder über die Boykott-Absage informiert.“
Mit dieser Geste signalisierte Hessens Taxi- und Mietwagengewerbe
erneut seine Bereitschaft zu Gesprächen – diesmal endlich
auf Augenhöhe, mit dem Ziel, die Interessen beider Seiten zu
wahren, ohne dass Machtspielchen im Raum stehen.
Dieses Ziel wurde schließlich in den Vier-Augen-Verhandlungen
erreicht. Marggraf konnte Bodmer deutlich machen, was
bereits in der Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich vermittelt wurde:
Taxis und Mietwagen übernehmen mit ihren Krankenfahrten
eine gesellschaftspolitische Verantwortung und sind ein unverzichtbarer
Pfeiler der mobilen Daseinsvorsorge. Und so konnte
schließlich ein Verhandlungsergebnis erzielt werden, mit dem
Hessens Taxi- und Mietwagenbetriebe zufrieden sind: Innerhalb
des Pflichtfahrgebietes wird auch künftig nach Taxameter abgerechnet.
Für Mietwagen- und für Taxifahrten außerhalb des
Pflichtfahrtgebietes wurde ein Preis von 2,15 Euro pro Besetztkilometer
vereinbart – mehr als 13 Prozent höher als die Entgelte,
die die DAK seit Herbst letzten Jahres angeboten hatte.
Die neue Vergütungsvereinbarung gilt für ein Jahr bis zum 28.
Februar 2026 und kann erstmals zu diesem Datum gekündigt
werden. Zudem wurde ein vertragliches Sonderkündigungsrecht
im Falle einer signifikanten Erhöhung des Mindestlohns vereinbart.
„Der Einsatz hat sich gelohnt“, freuen sich Mathias Hörning
und Jens Marggraf, die beide stolz auf die große Solidarität und
Geschlossenheit innerhalb der hessischen Branche sind. „Es war
uns immer wichtig, als gleichberechtigter Partner wahrgenommen
zu werden. Und genau das haben wir gemeinsam erreicht.“ jh
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KRANKENFAHRTEN
AN DEN FALSCHEN
MILLIARDEN
GESPART
Die Ausgaben für Krankenfahrten
mit Taxis oder Mietwagen steigen.
Doch wer dem mit
Dumpingpreisen
entgegensteuern will,
gefährdet die
Daseinsvorsorge
kranker Menschen
und verursacht ein
Vielfaches an
Kosten.
Lassen Sie uns diese Kolumne
mit einem Quiz beginnen. Wie viel
Geld haben Krankenkassen im Jahr 2023
für Krankenfahrten in einem Taxi oder Mietwagen bezahlen
müssen? Die richtige Antwort sehen Sie in der Kasse auf dem
Foto abgebildet. Ja, das sind in der Tat sieben Stellen vor dem
Komma und somit fast 2 Milliarden Euro. Legt man das auf alle
krankenversicherten Personen dieser Republik um, müssen die
Krankenkassen pro Kopf 24,62 Euro für Krankenfahrten ausgeben.
Setzt man das aber in Relation zu den 283 Milliarden Euro
(die genaue Zahl lautet 283.615.561.982,61 Euro), die Krankenkassen
insgesamt an Gesamtausgaben haben, entsprechen die
zwei Milliarden einem Anteil von 0,64 Prozent (die Quelle all
dieser Zahlen ist übrigens das Bundesgesundheitsministerium).
Für das Jahr 2024 wird ein weiterer Anstieg der Taxi- und Mietwagenkosten
erwartet, der dem erneut höheren Bedarf an Fahrten
zugeordnet werden muss. Wahrscheinlich wird die Statistik auf
1,9 bis 2 Milliarden Ausgaben kommen. Das zeigt erneut, wie
wichtig nicht nur für das Personenbeförderungsgewerbe die Krankenfahrten
sind, sondern auch, welch großer Anteil an der Daseinsvorsorge
durch das Taxi-/Mietwagengewerbe geleistet wird.
Wenn aber weiterhin die Vergütungen für diese Fahrten von
den Krankenkassen zum Teil mit massivem Druck kleingehalten
werden, dann läuft die Gesellschaft Gefahr, dass die Versorgung
der Menschen nicht mehr ausreichend gewährleistet werden kann.
Wenn Krankenkassen auch noch sowieso schon rabattierte (wieso
eigentlich?) Vergütungen bei der jetzigen Kostensteigerung nicht
entsprechend erhöhen, sondern sogar noch verringern wollen, dann
werden durch die knausrigen Kassen keine Kosten eingespart,
sondern lediglich umverteilt und vervielfältigt.
Wo keine Taxis bzw. Mietwagen mehr fahren,
müssen zwangsläufig die Kranken- und Rettungstransportwagen
(KTW bzw. RTW) einspringen. Dann werden eben deren sowieso
schon horrenden Kosten und Personalmangel weiter explodieren.
Gerade das jetzt von Herrn Lauterbach angestoßene Krankenhaus-Reformgesetz
wird die Wege zur nächstgelegenen Behandlung
zum Teil erheblich verlängern. Was aber nutzt eine
Zentralisierung der Krankenhäuser inklusive toller Medizinzentren
und Praxen, wenn der Patient nicht dort hinkommt?
Die Fahrleistung von Angehörigen, Freunden, Nachbarn kann
das schon aus vielerlei Gründen nicht auffangen. Freunde und
Nachbarn sind ebenso wie die Familie sicher bereit, die eine oder
andere Fahrt zu tätigen, aber langfristig wird schon die berufliche
Situation einen solchen Einsatz nicht dauerhaft möglich machen.
Es wird auch viel davon gesprochen, pflegende Angehörige zu
entlasten. Taxibetriebe sorgen genau für solch eine Entlastung,
wenn sie die kranken Personen zu Hause abholen, zur Behandlung
fahren und nach zum Teil mehreren Stunden wieder zurückbringen.
Das ist wertvolle Zeit, in der pflegende Angehörige mal
abschalten können. Zeit, in der sie Kraft tanken können. Fehlt
diese Zeit, weil die Angehörigen anstelle des weggesparten Taxis
selbst fahren müssen, kommt früher oder später der Punkt, an
dem ausgelaugte Betreuungspersonen die Angehörigen dann doch
ILLUSTRATION: Adobe Stock / Esgoty
8 1. QUARTAL 2025 TAXI
KRANKENFAHRTEN
in ein Pflegeheim verlegen müssen. Pflegeheimkosten sind aber
um ein Vielfaches höher als ein paar Taxifahrten – und auch von
dort fallen dann ja Fahrten an.
Dort, wo keine Angehörigen, Taxis oder Mietwagen den Fahrdienst
übernehmen können, müssen dann mit hochqualifiziertem
Personal und Material ausgestattete Rettungsdienste einspringen.
Schon heute beklagen diese Dienste, dass sie für Fahrten gerufen
werden, die auch im Taxi/Mietwagen durchgeführt werden könnten.
Solange dafür aber weiterhin von den Krankenkassen bei den
Taxi- und Mietwagenbetrieben nur Vergütungen mit erheblichen
Rabatten vertraglich festgelegt und bezahlt werden, ist eine Entlastung
des Rettungsdienstes von solchen Fahrten nicht möglich.
Je mehr die Krankenkassen bei den Taxi- und Mietwagenunternehmen
den Preis drücken, desto schwerer wird es für die Betriebe,
entsprechendes Personal zu finden. Schon für die „normalen“
Fahrten sind zum Mindestlohn kaum mehr Fahrer zu bekommen.
Für die Krankenfahrten mit einem wesentlich höheren Dienstleistungsanteil
und auch zusätzlichen teuren Ausstattungen (BTW/
LMW) ist mit dem Mindestlohn schon niemand mehr hinter dem
Ofen hervorzulocken. Wenn man für den gleichen Lohn Pizza ausfahren
kann, dann weiß man, wie man sich entscheidet.
Die in vielen Bundesländern verlangten Rabatte auf die Beförderung
von Kranken und eine Vergütung, deren Berechnung ausschließlich
auf der zurückgelegten Fahrtstrecke basiert, ist
wirtschaftlich nicht mehr vertretbar.
Die Taxibranche kann diese Quersubvention auch nicht länger mit
immer noch weiteren Erhöhungen der Taxitarife und hoffentlich bald
auch festzulegenden Mindesttarifen für Mietwagen auffangen, wenn
immerhin durchschnittlich jede vierte Fahrt eine Krankenfahrt ist.
MINDESTTARIFE AUCH AUF DEM LAND
Mag es in der Stadt noch ausreichend „normale“ Fahrten geben,
so ist ein Taxigeschäft im ländlichen Bereich nur noch aufgrund
des Anteils der Krankenfahren aufrechtzuerhalten. Hier sind faire
und wirtschaftliche Vergütungen zwingend erforderlich. Federführende
Krankenkassen richten ihre Vergütungen an den preiswertesten
Möglichkeiten aus. Sie verweisen dabei gerne auf
Mietwagen, die ja bisher keiner Tarifpflicht unterliegen und daher
nach Kassen-Lesart vermeintlich billiger sein können. Diese Milchmädchenrechnung
belegt die dringende Notwendigkeit eines Mindesttarifs
für Mietwagen. Mindestbeförderungsentgelte für
Mietwagen sollten daher nicht nur ein Instrument für fairen Wettbewerb
mit Plattformvermittlern im städtischen Bereich, sondern
auch eine Forderung ländlicher Taxibetriebe sein, damit man endlich
wieder auf Augenhöhe mit Krankenkassen verhandeln kann.
Die hierbei meistens in Einzelverträgen mit Mietwagenunternehmen,
leider aber auch mit Taxiunternehmen, abgeschlossenen
Billigverträge werden als Druckmittel benutzt, um unwirtschaftliche
Vergütungen als Vertragsbasis festzusetzen. Niemand prüft
GISELA SPITZLEI
Gisela Spitzlei war von 1974
bis 2005 Taxiunternehmerin
und steht seit 1980 dem
Abrechnungszentrum Spitzlei
vor. Gewerbepolitisch
engagiert sie sich seit 1974
und ist seit den 1990er-
Jahren im Fachausschuss
Krankenfahrten des Bundesverbands Taxi und Mietwagen,
seit 1999 als dessen Vorsitzende.
dabei, wie es den Unternehmen möglich ist, bei Vergütungen, die
30 Prozent und mehr unter dem üblichen Tarif liegen, einen ordnungsgemäßen
Betrieb zu führen. Rabatte in dieser Höhe würden
ja im Umkehrschluss bedeuten, dass in den Tarifen der seriösen
Taxi- und Mietwagenunternehmer Gewinne von mindestens 40 Prozent
und mehr eingepreist seien. Wie soll das möglich sein, wenn
schon die Personalkosten 60 Prozent der Einnahmen auffressen?
Auch wenn sich die Krankenkassen zurzeit, vor allem durch
politische Entscheidungen, in einem finanziellen Desaster befinden,
kann und darf das nicht dazu führen, dass Kassen Taxi- und
Mietwagenunternehmen mit Dumpingtarifen so sehr drücken,
dass eine seriöse Betriebsführung nicht mehr möglich ist.
Es ist also nicht nur zwingend erforderlich, Mindestpreise
wegen Uber & Co. einzuführen, sondern auch, um damit den Erhalt
der Daseinsvorsorge im Bereich der Beförderung von Kranken zu
gewährleisten.
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3 Bodenausschnittbreite 865 mm
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FOTO: Taxi Times
»Es ist also nicht nur zwingend
erforderlich, Mindestpreise
wegen Uber & Co. einzuführen,
sondern auch, um damit den
Erhalt der Daseinsvorsorge im
Bereich der Beförderung von
Kranken zu gewährleisten.«
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TAXI 1. QUARTAL 2025
9
ÖPNV-TAXI
ÖPNV-TAXI: IN NRW
KÖNNEN UNTERNEHMER
BALD EINFACH ZUGREIFEN
Der Verkehrsausschuss des Landtags Nordrhein-Westfalen hat im
Januar einen historischen Antrag beschlossen, wonach das ÖPNV-Taxi
landesweit ausgerollt werden soll.
Das ÖPNV-Taxi punktet mit Flexibilität
und Effizienz. Es kommt
mit wenig bürokratischem Aufwand
aus und ist digital. Es ist zuverlässig,
sicher und bezahlbar und erfüllt damit alle
Kriterien eines modernen ÖPNV“ – diese
Formulierungen entstammen keiner Werbebroschüre
für das ÖPNV-Taxi, sondern
stehen in einem Beschluss des Verkehrsausschusses
im nordrhein-westfälischen
Landesparlament vom 15. Januar 2025.
Der angenommene Antrag gilt damit als
Beschluss des Landtages von NRW.
Die Initiative für den Antrag ging von
der FDP-Fraktion aus. Deren ursprüngliche
Beschlussvorlage musste zunächst
eine längere Zeit in der Warteschleife
schmoren, bevor sie es endlich auf die
Tagesordnung des Verkehrsausschusses
im Düsseldorfer Parlament schaffte.
Dann aber schlossen sich ihm die Fraktionen
der CDU und der Grünen an und
der Antrag wurde mit einigen kleinen
Änderungswünschen der drei Fraktionen
beschlossen. NRW ist somit das erste
Bundesland, welches die Förderung des
ÖPNV-Taxis zur Staatsaufgabe gemacht
hat.
Der Antrag beschreibt zunächst generell
die Funktion von On-Demand-Verkehren
(ODV) als Ergänzung zum klassischen
Linien-ÖPNV. ODVs werden in NRW derzeit
ebenfalls vielfach gefördert und in
ihrem Nutzen evaluiert. Dann aber stellt
der Antrag das ÖPNV-Taxi als weitere
Ergänzungsoption sehr eloquent vor:
„Eine sinnvolle Ergänzung im Bereich des
Bedarfsverkehrs ist das Projekt ‚ÖPNV-
Taxi‘. Bei diesem Projekt werden Taxis als
Ergänzung des klassischen ÖPNV in ländlichen
Gegenden eingesetzt, um die Angebotsqualität
zu verbessern. Damit kann der
klassische Linienverkehr auf Angebote konzentriert
werden, die eine entsprechende
Nachfrage aufweisen – somit auf Hauptachsen
und stärker frequentierte Verbindungen.
In den städtischen Räumen kann
dieses Angebot auch auf ausgewählte Zeiten,
zum Beispiel Abendstunden sowie
sonn- und feiertags, konzentriert werden.“
„Die Fahrt mit dem ‚ÖPNV-Taxi‘ wird für
den Fahrgast nach dem ÖPNV-Tarif plus
einem Zuschlag abgerechnet. Die Höhe des
Zuschlags legen die Kreise und kreisfreien
Städte fest. Der Fahrgast zahlt den Fahrpreis
an den Aufgabenträger. Die Taxiunternehmen
erhalten vom Aufgabenträger
auf der Grundlage des Markttarifs einen
Ausgleich für die Mindereinnahmen der
konkreten Fahrt. Unabhängig von den
ÖPNV-Fahrten betreiben die Taxiunternehmen
weiterhin ihr Alltagsgeschäft.“
AUF BESTANDSFLOTTEN SETZEN
Dann die entscheidende Aussage, mit der das
Taxigewerbe seit Jahren für seine Einbindung
in den ÖPNV wirbt: „Neue Genehmigungen
sind nicht erforderlich, weil die ÖPNV-Fahrten
mit den bestehenden Taxikonzessionen
erbracht werden können.“ Anders formuliert:
Für einen kostengünstigen Anruf-Sammelverkehr
müssen keine neuen Fahrzeugflotten
aus dem Boden gestampft werden. Die Taxis
sind bereits vorhanden und mit erfahrenem,
professionellem Personal bestückt – und
haben im Zweifelsfall große Kapazitäten frei.
Michael Oppermann, Geschäftsführer
des Bundesverbandes Taxi und Mietwa-
FOTOS: Axel Rühle
10 1. QUARTAL 2025 TAXI
ÖPNV-TAXI
Künftig stehen Taxis in Nordrhein-Westfalen hoffentlich weniger herum.
gen e. V. (BVTM), begrüßte den Antrag mit
einem Appell zur umgehenden Umsetzung:
„Dass sich der Landtag NRW so klar hinter
das ÖPNV-Taxi stellt, ist ein starkes Signal
und ein gutes Zeichen – sowohl für das Taxigewerbe,
als auch für die Mobilität im ländlichen
Raum. Taxi kann mehr – nutzen wir
gemeinsam das gesamte Potenzial.“
Beabsichtigt ist gemäß dem Antrag, das
ÖPNV-Taxi in NRW zukünftig vollständig
in eine landesweite ODV-Bestell-App zu
integrieren: „Für die Auskunft, Buchung
und Abrechnung wird das Buchungsportal
der ODV einschließlich App um die Fahrten
mit dem ‚ÖPNV-Taxi‘ erweitert. Ziel sollte
ein landesweit einheitliches Buchungssystem
sein. Entsprechende Projekte für den
Aufbau eines solchen Hintergrundsystems
werden bereits vom Land gefördert. Für den
Fahrgast ändert sich nichts. Er kann wie
gewohnt nach der Registrierung und Hinterlegung
eines Zahlungsmittels über die
App neben den bestehenden Verkehrsmitteln
auch auf das Angebot einer Taxifahrt
zugreifen. Die App zeigt dem Fahrgast im
Idealfall alle möglichen Verkehrsmittel der
gewünschten Fahrt an. Sollte diese Fahrt
auch mit einem Linienbus oder einem klassischen
On-Demand-Angebot unternommen
werden können, sollte kein Angebot mit
dem ‚ÖPNV-Taxi‘ zur Verfügung stehen.“
In der Beschlussfassung stellte der Landtag
NRW dann fest:
• Grundlage einer klimafreundlichen Verkehrspolitik
ist die Schaffung von konkurrenzfähigen
und klimafreundlichen
Mobilitätsangeboten.
• Während es in vielen Städten oft ein
großes Mobilitätsangebot und auch
einen Mix aus öffentlichen und privaten
Anbietern gibt, bleibt es insbesondere
im ländlichen Raum herausfordernd, ein
ÖPNV-Angebot darzustellen, das möglichst
vielen Menschen ihre individuellen
Mobilitätsbedürfnisse erfüllen kann.
• On-Demand-Verkehre können den Linienverkehr
im ÖPNV – insbesondere im
ländlichen Raum – bedarfsgerecht ergänzen.
Diese On-Demand-Verkehre können
sinnvoll durch das Taxigewerbe ergänzt
werden.
• ÖPNV-Taxis sind als Bestandteil der On-
Demand-Verkehre besonders attraktiv,
weil für sie keine zusätzlichen Fahrzeuge
und Fahrer bei den Verkehrsbetrieben
vorgehalten werden müssen.
Der Landtag beauftragt die Landesregierung
im Rahmen vorhandener Mittel,
• gemeinsam mit dem „Zukunftsnetz
Mobilität NRW“ die Kreise und kreisfreien
Städte als Aufgabenträger in geeigneten
Formaten über die Möglichkeiten des
„ÖPNV-Taxi“ zu informieren und zu motivieren,
sie zusammen mit weiteren On-
Demand-Möglichkeiten als Ergänzung
im öffentlichen Nahverkehr zu integrieren,
• zu prüfen, wie aus rechtlicher Sicht
die notwendige Investitionssicherheit
für Taxi-Unternehmen im Hinblick auf
ÖPNV-Kooperationen, bezogen auf die
Regelungen zu Konzessionsvergaben
einerseits und Nahverkehrsplan andererseits,
verbessert werden kann,
• ein landesweites Hintergrundsystem zur
Verfügung zu stellen, das nicht nur für
den On-Demand-Verkehr genutzt werden
kann, sondern über eine offene Schnittstelle
auch die Tiefenintegration des digitalen
ÖPNV-Taxis ermöglicht, und somit
eine Verzahnung dieser Angebote vereinfacht,
• die bei den Aufgabenträgern entstehenden
Ergänzungen der ODV durch das
digitale ÖPNV-Taxi mit Blick auf Effizienz
und Kosten zu evaluieren und dem
Landtag einen entsprechenden schriftlichen
Bericht vorzulegen.“
Michael Oppermann resümiert: „Das
ÖPNV-Taxi ist eine intelligente Ergänzung
zum Linienverkehr. Das System greift flexibel
nach Bedarf auf die vorhandene Taxiflotte
zurück und ist deshalb deutlich
effizienter als der Aufbau neuer Flotten. Es
ist gut, dass der Landtag von NRW diesen
Vorteil nun für die oft klammen Kommunen
nutzen möchte. Das Taxi steht bereit für die
Kooperation.“
Es musste viel Wasser den Rhein hinunterfließen,
bevor es zu solch einem Bekenntnis
zu den Möglichkeiten des ÖPNV-Taxis
als wichtige Säule der Mobilitätswende in
einem deutschen Parlament kommen konnte.
Nun sind Nordrhein-Westfalens Taxibetriebe
gefragt, sich diese Beschlusslage zu
eigen zu machen und sie mit Leben zu füllen.
rw
TAXI 1. QUARTAL 2025
11
ÖPNV-TAXI
KONFLIKT MIT DEM
TARIFTREUEGESETZ
Beim ÖPNV-Taxi gibt es durchaus einige Hürden, das macht eine Diskussion in der
WhatsApp-Gruppe der Taxi Times-Abonnenten deutlich.
Warum auch immer, hält sich
bei manchen Genehmigungsbehörden
und Verkehrsverbünden
in Baden-Württemberg nachhaltig
das Gerücht, dass das Prinzip eines ÖPNV-
Taxis rechtlich nicht ganz koscher sei, und
lässt viele Genehmigungsbehörden so
offensichtlich vor dieser Lösung zurückschrecken.
Dazu komme denn auch noch
eine Grundskepsis der örtlichen Verkehrsverbünde
gegenüber dem dortigen Taxigewerbe.
Das berichtete eine Unternehmerin aus
Villingen-Schwenningen, der Kreisstadt
des Schwarzwald-Baar-Kreises, in der
Taxi Times-WhatsApp-Gruppe „Eine Stimme
für das Taxi“. Auf Nachfrage konkretisierte
sie, der für den ÖPNV zuständige
örtliche Verkehrsverbund wolle „schlichtweg
nicht mit Taxiunternehmen zusammenarbeiten“.
Diese Haltung verwundert, stammt sie
doch aus einer Region, in der gleichzeitig
mit Freudenstadt das Paradebeispiel eines
erfolgreichen ÖPNV-Taxis stammt. Hierzu
meldete sich in der WhatsApp-Gruppe dann
aber ein weiterer Unternehmer aus dieser
Region zu Wort. „Das große Problem ist
aber auch, dass wir in Baden-Württemberg
ein Tariftreuegesetz haben und bei Fahrten
für das ÖPNV-Taxi der Taxifahrer einen
MEHRWERT DURCH EINE WHATSAPP-GRUPPE
Wer beim Taxi Times-Verlag das Premium-Abonnement abschließt, erhält
neben dem kostenlosen Zugang zu allen Online-Texten und allen vier
Printausgaben der Taxi Times auch den exklusiven Zugang zu der Whats-
App-Gruppe „Eine Stimme für das Taxi“. In dieser Gruppe informiert die
Taxi Times-Redaktion werktäglich in kurzen Updates über das wichtigste
Tagesgeschehen im Taxigewerbe. Wertvoll wird diese Gruppe aber auch
durch die Hilfestellungen, die sich die Taxi- und Mietwagenunternehmer in
dieser Gruppe selber geben. Wer hier eine Frage an die Community stellt,
kann ziemlich sicher damit rechnen, dass er von den anderen Abonnenten
eine passende Antwort bekommt. Dadurch schaffen sich die Mitglieder
dieser Gruppe ihr eigenes Taxi-Netzwerk. Um in die Gruppe aufgenommen
zu werden, muss man Premium-Abonnent bei Taxi Times sein und unter
redaktion@taxi-times.com um Aufnahme bitten.
Das Land Baden-Württemberg informiert auf
einer eigenen Website über das Tariftreuegesetz
Anspruch auf Entlohnung nach dem WBO-
Tarifvertrag hat.
Damit laufen sie Gefahr, ihren Betriebsfrieden
zu gefährden, denn das hier angesprochene
Tariftreuegesetz zwingt die
Betreiber von On-Demand-Verkehren dazu,
ihr Personal nach dem für ÖPNV-Bedienstete
gültigen Tarif zu entlohnen. Dies bedeutet,
dass Fahrende, welche die eine Hälfte
der Schicht im Gelegenheitsverkehr mit
dem Taxi unterwegs sind und die andere
Hälfte im On-Demand-Verkehr, zur Hälfte
ihrer Schicht tariflohnberechtigt sind, während
in der anderen Hälfte der Schicht minimal
der Mindestlohn gezahlt werden muss.
Dies ist zum einen schon logistisch nicht
ganz unkompliziert. Zum anderen aber stiftet
es natürlich schnell Unfrieden unter der
Belegschaft, wenn unterschiedliche Löhne
verdient werden, auch wenn gerade im Südwesten
Deutschlands etwas höhere Löhne
als der Mindestlohn der Maßstab sind.
Wären solche Verkehre genehmigungsrechtlich
auf ÖPNV-Taxi-Basis konstruiert
und somit allen Taxis zugänglich, wäre
zunächst der Tariftreuebezug nicht mehr
gegeben, da das ÖPNV-Taxi dann eigenwirtschaftlich
Fahraufträge zum Taxitarif erhalten
würde. Wollte das Land dann auch das
Taxi in die Tariftreueregelungen mit einbeziehen,
stünde ihm dies zwar frei, es wäre
dann aber Aufgabe der Genehmigungsbehörden,
dazu passende Taxitarife zu installieren,
um so gleiche Marktbedingungen für
alle Beschäftigten zu schaffen. rw
12 1. QUARTAL 2025 TAXI
ÖPNV-TAXI
FLEX TAXI –
ON-DEMAND-
ÖPNV-ERSATZ AUS
UNTERNEHMERSICHT
Mitte Oktober startete in Ostwestfalen ein neues
Pilotprojekt. Das Flex Taxi ergänzt den Linienverkehr und fährt
auch da, wo bis jetzt nur ein dünnes ÖPNV-Angebot besteht.
FOTOS: VVOWL
An gleich zwei Standorten in Harsewinkel
und Verl hat der Verkehrsverbund
Ostwestfalen-Lippe
(VVOWL) den ÖPNV-Verstärkerdienst Flex
Taxi, der zunächst auf drei Jahre Laufzeit
ausgelegt ist, gestartet. Ausgeführt wird
der Service von Taxibetrieben vor Ort. Für
den Harsewinkler Taxiunternehmer Ingo
Riedel vom Taxibetrieb Brandes und Pumpe
ist das Flex Taxi nicht nur eine Bereicherung
für den eigenen Betrieb, sondern auch
für die Menschen vor Ort: „Wir konnten
bereits in den ersten beiden Wochen seit
dem Start von Flex Taxi feststellen, dass
wir mit dem neuen Mobilitätsangebot einen
ganz neuen Kundenkreis ansprechen.“
Für Riedel ist die Ergänzung des ÖPNV
mit dem Taxi kein komplettes Neuland,
denn sein Betrieb ist schon seit 2008 als
ÖPNV-Verstärker in verschiedenen Gemeinden
im Einsatz. Im Unterschied zu diesen
bereits bestehenden Linien bietet das Flex
Taxi mit der Tür-zu-Tür-Beförderung den
entscheidenden Unterschied.
Mittlerweile hat sich das Flex Taxi im
Mittel bei rund 400 Fahrten monatlich
eingependelt. Abgerechnet werden die
Fahrten nach dem örtlichen Taxitarif, das
Taxiunternehmen kommt allerdings ohne
Rechnungsstellung an den Verkehrsverbund
Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) aus,
denn dort kennt man die Fahrtstrecke
und berechnet eigenständig das Fahrtentgelt.
Werden die Fahrten per OWLmobil-App
gebucht, übermittelt sie der VVOWL automatisiert
in die Dispositionssoftware des
Taxiunternehmers. Am Beispiel von Brandes
& Pumpe geschieht das mit der Software
von SuE. Dafür wurde im Vorfeld eine
Schnittstelle programmiert, die aus der
Sicht des Unternehmers einwandfrei funktioniert.
Einmal in der Dispo angekommen,
kann der Disponent die Fahrten auf die
Fahrzeuge verteilen. Alternativ ist auch
eine telefonische Bestellung direkt beim
Taxiunternehmen möglich.
„Anfangs habe ich mich damit schwergetan,
dass wir die Fahrten nicht mehr direkt
annehmen, mittlerweile sehe ich das aber
als echte Entlastung für unsere Dispo an“,
sagt Riedel, der mit seinem Kompagnon
Markus Pumpe den Betrieb leitet. Mittlerweile
hält der Taxiunternehmer drei Fahrzeuge
für das Flex Taxi vor.
Chefsache: Ingo
Riedel hat in der
Testphase viele
Fahrten persönlich
übernommen.
TAXIFAHREN ZUM BUSTARIF
Gibt man in der App seine Wunschfahrt an,
bekommt man entweder eine Tour mit dem
Bus, Flex Taxi oder sogar einer Kombination
von beidem vorgeschlagen. Eine Fahrt
von Haltestelle zu Haltestelle kostet, genau
wie mit dem Bus, drei Euro. Will man von
Haustür zu Haustür fahren, wird ein Aufpreis
von zwei Euro fällig.
Angerechnet werden Schülertickets oder
Schwerbehindertenausweise. Deren Inhaber
können den Service sogar unentgeltlich
nutzen. Inhaber eines Deutschlandtickets
oder eines 49-Euro-Tickets fahren von Haltestelle
zu Haltestelle ebenso kostenfrei.
Die Fahrer müssen natürlich die Tickets
entsprechend kontrollieren beziehungsweise
auch den Fahrpreis kassieren. Diese Einnahmen
verbleiben beim Taxiunternehmer.
Der Verkehrsverbund weiß genau, von wem
welcher Betrag kassiert wurde, und zieht
die Differenz einfach bei der Überweisung
an den Taxibetrieb ab.
Auffällig ist bislang der große Anteil an
vorbestellten Fahrten. Das erleichtert die
Planung und hilft, die Flex Taxi-Fahrten
leichter in den laufenden Betrieb einzubinden.
Nicht nur für den Taxibetrieb vor Ort,
sondern auch für die Fahrgäste hat sich die
neu gewonnene Mobilität ausgezahlt. Damit
das Projekt auch nachhaltig erfolgreich
bleibt, werden die wertvollen Daten zu den
Fahrten gesammelt und ausgewertet. sg
TAXI 1. QUARTAL 2025
13
KRIMINALITÄT
WENN DAS EIGENE
TAXI PLÖTZLICH
VOR EINEM
STEHT …
Der Berliner Taxifahrer Paul
traute am 11. Dezember seinen Augen
kaum: Vor ihm stand ein anderes Taxi
mit Dachzeichen, Hellelfenbein-
Lackierung – und mit Pauls
Konzessionsnummer.
Die Geschichte, deren Anfang aus einem mittelmäßigen
Film stammen könnte, spielte sich an einem lauwarmen,
trockenen Wintertag ab und mutet in ihrem Verlauf eher
wie eine kleine Kriminalkomödie an. Taxifahrer Paul war am späten
Mittag in der Berliner Innenstadt unterwegs und hielt vor
einem nicht ganz billigen Hotel nahe dem Potsdamer Platz, dort,
wo dieses und letztes Jahr im Februar das Taxi-Film-Fest stattfand.
In der Parkbucht vor dem Hotel stand bereits ein anderes Taxi,
ein Toyota Prius+, der auf den ersten Blick nichts Auffälliges an
sich hatte. Auf den zweiten Blick musste Paul dann stutzen. Manchmal
denkt man ja nicht daran, dass der Chef einem spontan ein
anderes Auto gegeben hat, wegen Werkstatt, TÜV-Termin oder
warum auch immer. Aber Paul saß am selben Taxisteuer wie
immer. Verwundert stieg er aus, lief um sein Auto, um nachzusehen,
stieg wieder ein, blickte erneut auf den hellelfenbeinfarbenen
Toyota vor ihm und glaubte, im falschen Film zu sein: Der Wagen
hatte die gleiche Konzessionsnummer wie Pauls Taxi, die 1006.
Vor dem Hotel standen tatsächlich zwei 1006en hintereinander.
Paul arbeitet bei einem kleinen Taxibetrieb in Kreuzberg und
fährt ebenfalls einen Toyota, allerdings „so ein neues Modell“, wie
er gegenüber Taxi Times lachend schildert. Als er sicher war, in
der wahren 1006 zu sitzen und vor sich eine Fake-1006 zu sehen,
rief er mit dem Mobiltelefon die Polizei an und schilderte die Situation.
Er erhielt die Zusage, dass ein Streifenwagen geschickt
werde. Für alle Fälle machte Paul ein Foto von der 1006-Attrappe.
Während er auf die Polizei wartete, erschien der Portier des
Hotels, sprach den Fahrer des falschen Taxis an und wollte ihm
offenbar Fahrgäste ins Auto setzen. Paul stieg aus, sprach seinerseits
den Portier an und warnte ihn, dass mit dem Taxi etwas nicht
stimmte. Da außer den beiden 1006en aber kein weiteres Taxi vor
Ort war, bekam nun Paul die Fahrgäste, die eilig zum Umlandflug-
Original und
Fälschung
ILLUSTRATION: Raufeld
FOTOS: Privat
14 1. QUARTAL 2025 TAXI
KRIMINALITÄT
hafen gebracht werden wollten. Da Paul der Polizei das Autokennzeichen
der falschen 1006 (immerhin ein anderes als seines)
genannt hatte, war er zuversichtlich, dass die Sache aufgeklärt
würde.
Nachdem er die Fahrgäste am BER abgesetzt hatte, fuhr er
zurück in Richtung Potsdamer Platz. Unterwegs machte er einen
Abstecher zu einem der Berliner Landesverbände, um die Sache
auch im Gewerbe aktenkundig werden zu lassen.
Außerdem rief die Polizei Paul zurück: Warum er denn weggefahren
sei, bei einer solchen Meldung müsse man vor Ort bleiben.
Aber Beförderungspflicht ist Beförderungspflicht, und eine Tour
für weit über 50 Euro lässt man sich auch nicht gerne entgehen.
Paul rechnete nicht damit, das falsche Taxi erneut zu Gesicht
zu bekommen, doch da sollte er sich irren: Wieder stand der To yota
Prius+ vor dem Hotel Mandala. Der Fahrer war gerade dabei, Fahrgäste
einzuladen. Paul nahm die Verfolgung auf.
VERFOLGUNGSJAGD DURCH BERLIN
Der Fahrer fuhr nach Pauls Schilderung „wie der Henker“, sodass
Paul ihn nach einiger Zeit verlor. Enttäuscht fuhr er weiter und
kehrte später, als es ihn wieder in die Innenstadt verschlug, zum
Hotel in der Potsdamer Straße zurück. Er konnte es kaum glauben:
Zum dritten Mal stand dort die falsche 1006. Warum war die Doublette
nicht aus dem Verkehr gezogen worden?
Außerdem in Sichtweite: drei Mannschaftswagen der Polizei,
die einige hundert Meter entfernt standen – eine
einmalige Gelegenheit. Paul fuhr hin, sprach eine
Polizistin, die in einer der „Wannen“ saß, an
und erklärte ihr in Kurzform den Sachverhalt.
Sie sagte, sie und ihre Kollegen
seien gerade im Einsatz, aber
anschließend könne man sich
den Fahrer mal vorknöpfen.
Diesmal kam glücklicherweise
weder ein Auftrag noch
Einsteiger dazwischen, und
die Polizei knöpfte sich den falschen
Fahrer tatsächlich vor.
Paul hätte gerne mit angesehen, wie
die Beamten das Dachzeichen der Taxi-
Attrappe beschlagnahmten. Doch leider war der zweite Platz vor
dem Hotel inzwischen von einem anderen Taxi belegt, sodass Paul
dort nun nicht mehr halten konnte.
Als er später noch einmal mit dem Portier ins Gespräch kam,
berichtete der Hotelmitarbeiter, wie sieben Polizisten um das falsche
Taxi herumgestanden hätten.
Die Polizei berichtete gegenüber Taxi Times, die Ordnungswidrigkeit
sei am 11. Dezember 2024 gegen 14.45 Uhr in Berlin-
Tiergarten gemeldet worden, woraufhin eine Streife losgeschickt
worden sei, um beide Fahrzeuge mit der gleichen Konzessionsnummer
zu überprüfen. Da diese nicht mehr vor Ort waren und
vom falschen Taxi das Autokennzeichen bekannt war, habe man
sich zur Adresse des Fahrzeughalters begeben. Dort habe man
das falsche Taxi auch tatsächlich vorgefunden und den Halter
mit dem Tatvorwurf konfrontiert und befragt. Er habe angegeben,
das Schildchen mit der falschen Konzessionsnummer im Internet
gekauft zu haben. Zudem habe er zugegeben, bereits seit mehreren
Wochen schwarz Taxi zu fahren, obwohl er nicht über eine
Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung verfüge, geschweige denn
über eine Taxikonzession.
Die Polizei leitete daraufhin ein Strafverfahren ein, womit die
Sache an die Staatsanwaltschaft ging. Diese würde einen Strafbefehl
ausstellen, und falls der Besitzer der Taxi-Attrappe diesen
anerkennen und die Geldbuße bezahlen würde, käme es nicht zu
einem Gerichtsverfahren. Im Raum stand unter anderem der Vorwurf
des Sozialleistungsbetrugs.
Ob der Polizeibesuch beim Fake-1006-Besitzer nach dem ersten
Zusammentreffen von Paul mit dem falschen Taxi oder nach der
zweiten Begegnung geschah, ist nicht klar. Anscheinend hatte der
falsche Taxihalter für solche Fälle Ersatz-Dachzeichen vorrätig,
da er bei der dritten Begegnung wieder eines auf dem Dach hatte.
Paul bemerkte im Nachhinein lachend, es sei nicht die erste
kuriose Geschichte mit Kriminellen während seiner Tätigkeit als
Taxifahrer. Er erzählte, wie er einmal nahe dem Görlitzer Park,
einem für Drogenhandel bekannten Ort in Berlin-Kreuzberg, am
Straßenrand etwas an seinem Taxi in Ordnung gebracht habe, als
plötzlich die Polizei erschienen sei und ihn kontrolliert habe.
Prompt habe sie unter dem Wagen mehrere Päckchen Kokain
gefunden, die dort anscheinend von Dealern versteckt worden
waren. „Da bekommt der Begriff ‚Koks-Taxi‘ doch gleich eine reale
Bedeutung“, scherzte Paul gegenüber Taxi Times.
Wie häufig Fälle mit Konzessionsnummern-Doubletten vorkommen,
konnte die Polizei auf Anfrage nicht beziffern, da hierüber
keine landesweite Statistik geführt wird.
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TAXI 1. QUARTAL 2025
15
KRIMINALITÄT
NACH DEM TRAUMA
IST VOR DER KRISE
Unfälle mit Todesfolge
oder auch die Androhung
von Gewalt mit
vorgehaltener Waffe:
Taxifahrern mit solchen
Extremerlebnissen
können die Trauma-
Lotsen der
Berufsgenossenschaft
Verkehr schnell und
unbürokratisch
weiterhelfen.
Vor ein paar Wochen hatte einer
meiner Fahrer von der Nachtschicht
ein unschönes Erlebnis.
Wie er mir berichtete, stieg kurz vor
Schichtende ein Fahrgast in seinen Wagen
und ließ sich zu einer Adresse an den Stadtrand
fahren. Auf halber Strecke wurde aus
dem unguten Gefühl Gewissheit, als der
Kollege an seinem Nacken das kalte Metall
eines Pistolenlaufs spürte und der Fahrgast
mit rauer Stimme nach Geld verlangte. Die
bisherigen Tageseinnahmen mitsamt dem
Geldbeutel waren kurze Zeit später, genau
wie der Räuber, verschwunden.
Eine sofortige Fahndung der Polizei
brachte kein Ergebnis.
Als ich den Kollegen beim
Schichtwechsel persönlich traf,
versuchte er mit Humor über
die eigentlich sehr ernste Situation
hinwegzutäuschen und
wieder schnell zum Alltag
überzugehen. Schon recht
bald stellte die Polizei
das Verfahren ein und
bald war Gras über die
Sache gewachsen –
dachte ich zumindest.
Als Trauma-Lotsin
der ersten Stunde
steht Claudia Hora
den Opfern mit viel
Menschlichkeit und
Know-how zur Seite.
Auch als Unbeteiligter lässt einen dieses Bild nicht kalt.
Wenn man, wie hier, mit dem Leben bedroht wird, hinterlässt
das oft Spuren bei den Opfern.
Mit meinem Fahrer stimmte jedoch etwas
nicht. Seine Umsätze gingen deutlich
zurück und wenn man ihn darauf ansprach,
wurde er schnell laut.
Erst in einem Telefonat mit der
Berufsgenossenschaft habe ich
eine Idee bekommen, was ein möglicher
Grund für das Verhalten
meines Fahrer sein könnte ...“
EXTREMES ERLEBT
So oder so ähnlich wie in
dieser fiktiven Geschichte
werden Taxi- und Mietwagenfahrer
nahezu
jeden Tag von Neuem
traumatisiert. Ein
Trauma entsteht in
der Regel durch das
Erleben von Extremsituationen.
Gerade
im Taxi kann es
vielfältige Gründe
dafür geben. Neben
dem oben genannten
Überfall kann eine Traumatisierung
beispielsweise auch durch andere Extremsituationen
entstehen: Unfälle mit Todesfolge
oder auch eine schwere körperliche
Verletzung könnten der Grund dafür sein.
Für den Betroffenen selbst ist die Traumatisierung
meist nicht auf den ersten Blick
zu erkennen. Die Symptome kommen häufig
erst dann zum Vorschein, wenn man der
Meinung ist, man habe die Situation bereits
verarbeitet.
Häufige Symptome sind sogenannte
Flashbacks. Sie äußern sich darin, dass
man Bilder von der Extremsituation immer
wieder vor sich sieht. Es können aber auch
Geräusche, beispielsweise die Schreie von
den Opfern sein, die man immer wieder
hört. Der traumatisierte Mensch reagiert
darauf aggressiv und ist schnell gereizt. Es
kann aber auch genau das Gegenteil eintreten.
Manche Opfer neigen zu Selbstzweifeln,
Schuldzuweisungen oder zu Apathie.
Neben diesen psychischen Merkmalen
können aber auch körperliche Symptome
auftreten. Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen,
FOTOS : HOLL AG, BG-Verkehr
16 1. QUARTAL 2025 TAXI
KRIMINALITÄT
Verspannungen und auch
starkes Schwitzen sind ein
Hinweis für eine Traumatisierung.
So ein Trauma kann
man in der Regel nur mit
professioneller Hilfe überwinden.
Unterstützung bietet in
solchen Fällen die für das
Taxigewerbe zuständige
Berufsgenossenschaft – die
BG Verkehr. In jeder Bezirksverwaltung
arbeiten mindestens
zwei Trauma-Lotsen. Die
Taxi Times-Redaktion hat mit
Claudia Hora von der BG Verkehr
gesprochen. Sie ist
Teamleiterin in der Unfallabteilung
der Bezirksverwaltung
Dresden. Durch ihre
Zusatzqualifikation als Trauma-Lotsin ist
sie zumeist die erste Ansprechpartnerin,
beispielsweise, wenn ein Unfall vom Arbeitgeber
oder einem sogenannten Durchgangsarzt
gemeldet wird.
WICHTIGER ERSTKONTAKT
„Häufig können wir direkt beim Erstkontakt
einen Eindruck davon bekommen, ob
es sich um eine traumatische Situation
gehandelt haben könnte. Ein wichtiges
Indiz ist, wenn es sich um einen Unfall mit
Todesfolge handelt. Wichtig ist aber auch
zu wissen, dass massive Beschimpfungen,
Beleidigungen oder Bedrohungen ebenso
traumatische Erlebnisse sein können. Bei
diesen Erlebnissen sind wir darauf angewiesen,
dass sich die Betroffenen oder auch
der Vorgesetzte bei uns meldet, da wir,
anders als bei einem Unfall, nicht automatisch
eine Meldung bekommen“, so die
Trauma-Lotsin der ersten Stunde.
Da jede Situation sehr individuell ist,
gibt es für die Vorgehensweise der Trauma-Lotsen
einen Leitfaden, um auf die
verschiedenen Situationen reagieren zu
können. Letztlich läuft es aber immer
da rauf hinaus, dass die Spezialisten der BG
Verkehr ihre Unterstützung anbieten, überwiegend
in einem persönlichen Telefonat.
Wichtig ist es zunächst, die Betroffenen
für ihre Situation zu sensibilisieren und zu
verdeutlichen, wie wichtig professionelle
Unterstützung sein kann. Und genau an
Den direkten Kontakt
zu seinem regionalen
Ansprechpartner
findet man über die
Postleitzahlensuche
auf der Website der
BG Verkehr (siehe
Link). Dort ist auch
eine Info zu den
jeweiligen Trauma-
E-Mail-Postfächern
aufgelistet, inklusive
eines Vordrucks, um
ein traumatisches
Erlebnis zu melden.
Die Broschüre steht auf der Website
der BG Verkehr zum Download
bereit. Alternativ können Mitglieder
der Berufsgenossenschaft sie auch
kostenfrei bestellen.
diesem Punkt zahlt sich die
Unterstützung der Berufsgenossenschaft
aus. Denn auf
dem normalen Weg sind Termine
mit einem Psychologen
häufig erst Monate später zu
bekommen.
Bei der BG Verkehr sind
durch Verträge mit Psychologen
Termine zumeist
innerhalb von zwei Wochen
oder spätestens einem Monat
möglich. „Wie viele Besuche
beim Psychologen notwendig
sind, ist ganz unterschiedlich.
Man kann aber sagen,
dass in der Regel innerhalb
der ersten fünf Sitzungen,
die auch als probatorische
Sitzungen (von lateinisch
probare = (aus)probieren) bezeichnet werden,
den Betroffenen geholfen werden
kann“, weiß Claudia Hora.
Für Hora selbst und auch ihre Kolleginnen
und Kollegen in den anderen
Bezirksverwaltungen wird ein Austausch
angeboten. Auch gibt es, falls notwendig, die
Möglichkeit zur Supervision, um die Arbeit
zu verarbeiten, denn man wird auch emotional
mitgenommen. Natürlich gibt es zudem
auch Schulungen durch beratende Psychologen
und Seminare. Aus der Sicht der Trauma-Lotsen
sind vor allem die Vorgesetzten
des Opfers gefragt. Sie sollten sich, auch
im Interesse des Betriebs, für eine Verarbeitung
des Erlebten einsetzen. Gesunde
Mitarbeiter sind in der Regel auch immer
ein gutes Investment in den Betrieb. sg
WORKSHOP: AGGRESSIONEN IN DEN GRIFF BEKOMMEN
Ein neues Seminar der BG Verkehr hilft dabei, Übergriffe und Gewalt im
Kundenkontakt zu minimieren – etwa mit Techniken zur Deeskalation. Der
Workshop findet unter dem Titel „Umgang mit Aggressionen im Kundenkontakt
– Betriebliche Präventionsansätze“ einmal im Juni und einmal im
Oktober statt. Er eignet sich für Unternehmerinnen und Unternehmer,
Führungskräfte, Fachkräfte für Arbeitssicherheit und sonstige Akteure im
Arbeitsschutz.
Das Seminar gibt einen Überblick über die unterschiedlichen Eskalationsstufen
und mögliche betriebliche Maßnahmen, um gewalttätige Vorfälle und
deren Folgen zu minimieren.
Die Teilnehmenden lernen, Konflikte zu erkennen und deren typischen
Verlauf zu analysieren. Und sie erproben, mit welchen Techniken zur
Deeskalation man heikle Situationen entschärfen kann – zum Beispiel mit
Körperhaltung, Mimik und Stimme. Ziel ist es, ruhig, höflich und professionell
zu bleiben, auf die Kundenbedürfnisse einzugehen und
gemeinsam nach einer Lösung zu suchen.
Der Workshop findet sowohl vom 10. bis 12. Juni 2025 und
vom 21. bis 23 Oktober 2025 im Parkhotel zum Stern in
36280 Oberaula statt.
TAXI 1. QUARTAL 2025
17
PERSONAL
Mensch schlägt Technik
TECHNIK IST WICHTIG, DOCH
DER MENSCH MACHT DEN
UNTERSCHIED
Damit Taxifahrer und Fahrgast zusammenfinden, ist im Hintergrund eine
Menge an – inzwischen digitalisierter – Technologie im Einsatz. Doch wenn dann
die Fahrt beginnt, zählt vor allen Dingen eines: der Faktor Mensch. Was bedeutet
dies für die Personalführung des Unternehmers?
Eine Kolumne von Moritz Heilfort
Immer häufiger spricht man in der Taxi-
Branche über autonomes Fahren, digitale
Plattformen und Algorithmen. Und
es stimmt: Technischer Fortschritt verändert
unsere Branche grundlegend. Doch bei
aller Begeisterung für Apps, automatisierte
Prozesse und neue Mobilitätsformen dürfen
wir eine Tatsache nicht vergessen: Es
ist immer noch der Mensch, der darüber
entscheidet, ob Kunden zufrieden sind, ob
Vertrauen entsteht und ob ein Unternehmen
langfristig Erfolg hat.
Gerade in einer Branche, in der Dienstleistungen
am Menschen stattfinden, wird
oft unterschätzt, wie entscheidend menschliche
Faktoren für den wirtschaftlichen
Erfolg sind. Natürlich können Algorithmen
den schnellsten Weg berechnen und GPS-
Systeme Verkehrslagen analysieren. Doch
keine Technologie ersetzt die Empathie
und Intuition eines erfahrenen Fahrers. Es
ist der Fahrer, der erkennt, wenn ein
Kunde gestresst ist, der die passende
Ansprache findet und somit aus einer
gewöhnlichen Fahrt eine angenehme
Erfahrung macht.
Für Unternehmer bedeutet dies: Wer
dauerhaft erfolgreich sein will, darf nicht
am falschen Ende sparen. Investitionen in
Mitarbeiter sind Investitionen in Kundenzufriedenheit
und damit in die Zukunft.
Faire Arbeitsbedingungen, regelmäßige
Schulungen und eine Unternehmenskultur,
in der Fahrer nicht nur Nummern, sondern
Persönlichkeiten sind, bilden das Fundament
nachhaltigen Erfolgs. Denn wer sich
wertgeschätzt fühlt, leistet bessere Arbeit,
ist motivierter und bleibt dem Unternehmen
länger treu.
Dennoch dominiert oft kurzfristiges
Denken. Kostendruck verleitet viele Unternehmer
dazu, den Faktor Mensch zur bloßen
Kalkulationsgröße zu reduzieren. Das
mag kurzfristig profitabel sein, langfristig
schadet es jedoch dem Unternehmen und
der gesamten Branche. Kunden merken
schnell, ob Fahrer unter Druck stehen oder
sich mit ihrer Arbeit identifizieren. Zufriedenheit
und Loyalität entstehen nicht durch
Rabattaktionen oder Hightech, sondern
durch echte, menschliche Begegnungen.
PROVOKANT GEFRAGT
Provokant gefragt: Wann haben Sie zuletzt
wirklich in Ihre Fahrer investiert – nicht
nur finanziell, sondern menschlich? Wann
haben Sie das letzte Mal bewusst in den
Aufbau eines Arbeitsklimas investiert, in
dem Mitarbeiter gerne und motiviert ihre
Arbeit verrichten? Wenn Sie darauf keine
klare Antwort haben, könnte es Zeit für
einen Richtungswechsel sein.
Der Mensch ist der entscheidende Wettbewerbsvorteil
in der Taxi-Branche. Diese
Erkenntnis wird im Zeitalter der Digitalisierung
umso wichtiger. Unternehmen, die den
Menschen in den Mittelpunkt stellen, sichern
sich langfristig ihre Position am Markt – weil
Technologie zwar vieles kann, aber niemals
menschliche Nähe ersetzen wird.
Wer also heute den Menschen wertschätzt,
sichert morgen den Erfolg. Vielleicht
ist genau das die eigentliche Zukunft
der Taxi-Branche.
mh
MORITZ
HEILFORT …
… gehört ab
sofort zum
Kolumnistenkreis
der
Taxi Times.
Der Wirtschaftspsychologe ist
Geschäftsführer der paladinum
GmbH. Er ist auf Mitarbeiterversorgung
und die Implementierung von
Gesundheitsbenefits in Unternehmen
spezialisiert. In einer vierteiligen
Kolumne wird Moritz Heilfort
den Faktor Mensch und dessen
wichtige Bedeutung innerhalb
der Taxi- und Mietwagenbranche
beleuchten und freut sich auf den
direkten Austausch mit den Lesern
der Taxi Times. Kontakt: m.heilfort@
paladinum.de
FOTO: Pixabay
18 1. QUARTAL 2025 TAXI
VERLAGSSONDERVERÖFFENTLICHUNG 1. QUARTAL 2025
www.taxi-times.com
VERBÄNDE UND ZENTRALEN
B
BERLIN
WESTFALEN
F
THÜRINGEN
FRANKFURT
S
STUTTGART
TAXI BERLIN
SENSATIONELLE
ENTWICKLUNG BEI
MIETWAGEN-KONZESSIONEN
MAIN-TAXI FRANKFURT
NEUES LOGO –
NEUER LOOK
BUNDESVERBAND TAXI UND
MIETWAGEN BVTM
BÜRGER BEGRÜSSEN MINDESTENTGELTE
TAXI.EU
BOOK + PAY BEI
FESTPREISEN
VERBÄNDE UND ZENTRALEN
DIE DEMO VOR DEM LANDRATSAMT
Im Zuge einer Kooperationsvereinbarung berichten zahlreiche
Taxiverbände und Zentralen auf den folgenden Seiten von ihren
Aktivitäten in Form von eigens verfassten Berichten. Die
Frankfurter Zentrale Main Taxi erläutert beispielsweise die Zielsetzung
und Entwicklung ihres neuen Logos, der VSPV gibt erste
Infos zum 2. Westfälischen Taxi- und Mietwagentag bekannt, während
der Bundesverband die Ergebnisse einer Umfrage zu Mindestentgelten
für Mietwagen präsentiert.
Der STV (Stuttgart) und der LTV (Thüringen) wehren sich
erfolgreich gegen Untätigkeit von Landratsämtern, die einen in
Form einer Taxidemo, die anderen mithilfe
eines gewonnenen Gerichtsverfahrens
gegen den Altmarkkreis Salzwedel. Bei
taxi.eu können Nutzer der App bei Festpreisbuchungen
schon im Vorfeld
bezahlen. Last, but not least kann die
Berliner Taxizentrale einige Gründe
aufzählen, warum sie allen Grund hat,
zuversichtlich zu sein. Diese Zuversicht
darf gerne ansteckend sein.
GROSSER MEHRWERT DURCH KAMPAGNEN- UND
PROJEKTARBEIT
Unser Beispiel aus Hamburg zeigt:
Öffentliche Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit sind entscheidend
für den Erfolg von Gewerbevertretungen. Die bekannte
Kampagne #MehrAchtung mit der Ausrüstung von 750 Taxis
mit Kopfstützenüberzügen zur Vermeidung von Dooring-
Unfällen ist ein tolles Beispiel, wie gezielte Initiativen nicht
nur zur Verbesserung der Sicherheit, sondern auch zur Stärkung
des Images und der Wahrnehmung der Taxibranche
beitragen können.
Die Zusammenarbeit mit dem Taxi-Bundesverband bzw. das
Teamwork mit vielen kompetenten Menschen aus Werbung,
Gewerbe, Presse und Politik war interessant, inspirierend und
am Ende auch sehr erfolgreich! Konkret konnten wir das Ansehen
von Taxifahrern als verantwortungs- und sicherheitsbewusste
Verkehrsteilnehmer verbessern, die Präsenz der Taxen-Union in
der Öffentlichkeit erhöhen, den Zusammenhalt innerhalb der
Branche verbessern und uns unseren Mitgliedern als aktive und
engagierte Vertreter präsentieren.
ANKÜNDIGUNG WTMT 2025
Der Verband des Straßenpersonenverkehrs
(VSPV) kündigt den
2. Westfälischen Taxi- und Mietwagentag, der am Samstag, dem
20. September 2025, in der Kinderglückhalle in Holzwickede stattfindet,
an. Die Veranstaltung beginnt um 11:15 Uhr und endet
voraussichtlich gegen 16:00 Uhr.
DER TREFFPUNKT FÜR DIE TAXI- UND MIETWAGEN-
BRANCHE IN NRW
Der Taxi- und Mietwagentag richtet sich an Unternehmerinnen
und Unternehmer aus der Branche in NRW sowie deren Familien.
Neben einem spannenden, branchenspezifischen Programm auf
der Bühne erwarten Sie: eine Minimesse mit Produkten und
Dienstleistungen für die Branche sowie eine kleine Fahrzeugausstellung.
Eine ideale Gelegenheit, um sich zu informieren und
Kontakte zu knüpfen. Das Programm sowie alle Aussteller wird
von der VSPV im Sommer bekannt gegeben.
Folgende Aussteller haben sich schon jetzt angemeldet:
• Die SVG Westfalen-Lippe: https://www.svg-ms.de/
• Opta Data: https://www.optadata-motion.de/
• MPC Software: https://www.mpc-software.de/
• VW-Zentrum Hülpert: https://www.huelpert.de/volkswagen/
standorte/huelpert-planetenfeldstrasse
VERANSTALTUNGSORT
Die Kinderglückhalle in unmittelbarer Nähe des Flughafens Dortmund
ist vom letzten Jahr bekannt und bietet kostenfreie Parkplätze.
Die Halle gehört der Stiftung Kinderglück. Diese setzt sich für
Chancengleichheit und Teilhabe für jedes Kind ein, u. a. durch ihr
Schulranzen-Projekt. 2024 wurden 4.000 Familien durch Verteilung
von Schulranzen-Sets unterstützt. https://stiftung-kinderglueck.de/
EINTRITT FREI – VERPFLEGUNG INKLUSIVE
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Ebenso übernimmt
der Verband die Kosten für Speisen und Getränke. Nutzen
Sie diesen Tag, um sich mit Kolleg*innen auszutauschen und
einen informativen und unterhaltsamen Tag zu erleben. Die kleinen
Gäste sind eingeladen, sich auf der Hüpfburg auszutoben.
VORHERIGE ANMELDUNG ERWÜNSCHT
Auch in diesem Jahr können Sie sich per Formular als Gast anmelden.
Einladungen, Anmeldeformulare sowie das Programm werden
im Sommer übermittelt. Der VSPV freut sich darauf, am 20.09.2025
alte und neue Gesichter in der Kinderglückhalle begrüßen zu dürfen!
FOTO: WTMT
20 1. QUARTAL 2025 TAXI
VERBÄNDE UND ZENTRALEN
UMFRAGE DES BUNDESVERBANDES: DEUTLICHE MEHRHEIT FÜR
MINDESTPREISE BEI UBER & CO.
60 Prozent der Deutschen sprechen sich für die Einführung von
Mindestfahrpreisen bei Fahrdiensten wie Uber aus. Das ist das
Ergebnis einer repräsentativen Umfrage von Infratest/Kantar im
Auftrag des Bundesverbandes Taxi und Mietwagen e. V. Lediglich
15 Prozent der Befragten lehnen dieses Instrument ab. „Die Zahlen
machen deutlich: Die Menschen wollen, dass Fahrerinnen und
Fahrer anständig bezahlt werden, und sind dafür auch bereit, höhere
Preise zu akzeptieren. Wenn Städte Mindestpreise einführen,
handeln sie im Interesse der Bevölkerung“, kommentierte Michael
Oppermann, Geschäftsführer des Bundesverbandes.
Der Aussage „Die Behörden sollten Mindestpreise für Uber festlegen,
um Sozialdumping zu Lasten der Fahrer zu verhindern“ stimmten
41,5 Prozent voll zu, weitere 18,1 Prozent stimmten eher zu. Interessant:
Am größten ist die Zustimmung für Mindestpreise bei den
Befragten in der Gruppe mit den geringsten Einkommen bis 1.500
Euro. Hier liegt sie bei 72 Prozent (Gesamtbevölkerung: 60 Prozent).
Oppermann: „Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt Plattformen
nicht grundsätzlich ab. Kommt es dort aber zu Gesetzesverstößen
oder Sozialdumping, dann soll der Staat reagieren. Zuletzt kamen
viele Skandale rund um Uber & Co. ans Licht. Das ist sicher ein
Teil der Erklärung für die deutliche Mehrheit für die Einführung
von Mindestpreisen für diese Fahrdienste.“
Der Bundesverband Taxi und Mietwagen fordert die Einführung
von Mindestfahrpreisen für Plattform-Mietwagen. Damit würde
ein fairer Wettbewerb mit dem preislich regulierten Taxigewerbe
hergestellt und Sozialdumping zulasten der Fahrer erschwert.
RUND ZWEI DRITTEL DER BEFRAGTEN WOLLEN
DAS TAXI ALS TEIL DER MOBILITÄT
Die Ergebnisse zu weiteren Aussagen: „Eine Mindestanzahl von
Taxis sollte als Teil des Mobilitätsangebots in Deutschland vorhanden
sein“ – das unterschreiben 63 Prozent der Bevölkerung.
59 Prozent meinen: „Die Behörden sollten bei Gesetzesverstößen
den Betrieb von Plattformen wie Uber untersagen können.“ „Uber
und ähnliche Dienste sollten generell in Deutschland verboten
werden“ halten aber nur sieben Prozent für richtig.
SENSATIONELLE ENTWICKLUNG BEI BERLINER MIETWAGEN-
KONZESSIONEN
FOTOS: Axel Rühle
In Berlin stehen derzeit nicht nur die politischen Zeichen gut für
das Taxigewerbe. Im letzten Jahr wurde der Tarifkorridor umgesetzt
und der Senat hat Kurs auf Mindestfahrpreise für Mietwagen
genommen. Ende Januar wurde im Verkehrsausschuss des
Abgeordnetenhauses ein Antrag der Koalitionsfraktionen, der die
Einführung zum Ziel hat, einstimmig angenommen. Er trägt die
Handschrift von Tino Schopf. Die juristische Absicherung durch
den Senat dauert unerfreulich lange, ist aber eine Formsache.
Außerdem durften wir
innerhalb des Jahres 2024
eine sehr positive Entwicklung
bei unserer Genehmigungsbehörde
beobachten.
Versäumte Prüfungen von
Mietwagen und Unternehmen
werden unter der
neuen Direktorin systematisch
nachgeholt. Es wurde
die AG „Schwarzarbeit und
Schattenwirtschaft im Mietwagengewerbe“
ins Leben
gerufen. Durch Maßnahmen
von LABO, Zoll und Polizei ist
die Zahl der Mietwagenkonzessionen
von über 4.400 auf
unter 2.700 zurückgegangen. Davon hat rund die Hälfte nichts mit
Uber und Bolt zu tun. Bei Neuanmeldungen von Betrieben wird
jetzt viel genauer hingesehen. Über 1.000 Anträge auf Mietwagengenehmigungen
wurden abgelehnt. Geschäftsführer werden
laufend überprüft.
Viele Mietwagenbetriebe „flüchten“ in umliegende Landkreise.
Das sieht man auf Berlins Straßen an den Autokennzeichen. Um
den Illegalen auch in Brandenburg das Handwerk zu legen, stehen
die Aufsichtsbehörden in
engem Kontakt: Auf Landesund
Kreisebene kooperieren
die brandenburgischen Landratsämter
mit dem LABO. Auf
Bundesebene arbeiten die
Hauptzollamts-Dienststellen
Berlin und Potsdam routiniert
zusammen, beispielsweise
bei Kontrollen am Flughafen
BER. Das berichtete der
Fachgebietsleiter der Finanzkontrolle
Schwarzarbeit beim
Hauptzollamt Berlin.
Wir sehen momentan
allen Grund, zuversichtlich
zu sein.
TAXI 1. QUARTAL 2025
21
VERBÄNDE UND ZENTRALEN
LANDKREIS HAT ERHÖHUNG DES TAXITARIFS ZU
UNRECHT ABGELEHNT
Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat den Altmarkkreis Salzwedel
zur nachträglichen Anpassung des Taxitarifs verurteilt. Der
Landkreis hat den Antrag der Taxiunternehmer auf Neufestsetzung
auskömmlicher Taxitarife im Jahr 2023 zu Unrecht abgelehnt.
Das entschied das Verwaltungsgericht Magdeburg am
20.01.2025 in einem vom Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes
(LTV) e. V. initiierten Klageverfahren. Geklagt
hatten Mitgliedsunternehmen der Fachvereinigung Personenverkehr
Sachsen-Anhalt. Über die Anpassung der Taxitarife unter
Berücksichtigung einer „für die Kalkulation auskömmlicher Taxitarife
erforderlichen Gewinnspanne“ muss der Landkreis jetzt
neu befinden.
Der Landkreis hatte den Antrag der Unternehmer zuvor mit
der Begründung abgelehnt, die Taxitarife seien bei der letzten
Anpassung im Jahr 2022 in ausreichender Höhe festgesetzt worden.
Dies sah das Gericht in seiner Urteilsbegründung im Einklang
mit dem Landesverband Thüringen des Verkehrsgewerbes e. V.
jedoch anders. Der vom Altmarkkreis Salzwedel eingesetzte Gutachter
(Firma Linne+Krause, Hamburg) hatte keine hinreichende
Untersuchung der Ertrags- und Kostenlage der Taxiunternehmen
im Landkreis angestellt. Insbesondere wurde die für die Kalkulation
auskömmlicher Taxitarife erforderliche Gewinnspanne nicht
berücksichtigt.
Zugleich bedeutet diese Entscheidung für die betroffenen
Taxiunternehmer im Landkreis, dass die bislang festgesetzten
Taxitarife unwirtschaftlich waren und den Unternehmen bei der
Ausführung der Beförderungsaufträge ein finanzieller Schaden
entstanden ist. Die Taxiunternehmen können sich daher überlegen,
ob sie auf dieser Basis Schadensersatzansprüche gegen den
Landkreis geltend machen möchten.
PROTEST IM REMS-MURR-KREIS
Dank der Untertsützung von 250 Taxifahrern aus Stuttgart, Ludwigsburg
und dem Rems-Murr-Kreis konnten wir als Stuttgarter
Taxiverband e.V. am 3. Februar eine Protestfahrt organisieren. Im
Konvoi ging es laut hupend nach Waiblingen, um anschließend
vor dem dortigen Landratsamt eine Mahnwache abzuhalten und
gegenüber dem zuständigen Landrat Dr. Richard Sigel unsere
zentrale Forderung vorzubringen: Das Landratsamt soll endlich
seine Befugnisse wahrnehmen!
Wir sahen uns zu diesem Schritt des öffentlichen und lauten
Protestes gezwungen, denn auf die zahlreichen Hinweise auf Unregelmäßigkeiten
sowie auf die vielen Gesetzesverstöße zahlreicher
Mietwagen, die im Rems-Murr-Kreis angemeldet sind, aber in
Stuttgart für Plattformen wie Uber fahren, gab es bis zum Zeitpunkt
unserer Demo von Seiten
des zuständigen Landratsamtes
keine Reaktion.
In einer kurzen Ansprache
forderte unser stellvertretende
Vorsitzende „Danis“ Georgiadis
den Landrat in Waiblingen konkret
dazu auf, die Erhebung und
Prüfung der Mobilitätsdaten
durch einen unabhängigen Gutachter,
eine Überwachung der
Betriebssitze und der Auftragsbücher,
die Überwachung der
Rückkehrpflicht und die Überprüfung der Fahrzeuge, die früher
als Mietwagen zugelassen waren und nun illegal fahren, sowie eine
Prüfung der abgegebenen Mehrwertsteuersätze durchzuführen.
Zu den konkreten Vorwürfen der Untätigkeit erwiderte Landrat
Siegel, dass man in Stuttgart nicht zuständig sei und nur die Vorwürfe
aufarbeiten könne, bei denen die Beweise konkret sind. Im
vergangenen Jahr habe man vier Bußgelder in Höhe von 100 Euro
verhängt.
Dem Taxiverband reicht das nicht, denn wenn im Rems-Murr-
Kreis laufend Mietwagen angemeldet werden, obwohl im Kreis gar
kein Bedarf ist, sollte es die Aufgabe der Behörde sein, schon bei der
Anmeldung konsequent das einzufordern, was einen Betrieb außerhalb
der gesetzlichen Regelungen verhindert: den Nachweis eines
Business-Plans, eines Betriebssitzes
innerhalb des Landkreises
mit Parkplätzen für die Fahrzeuge
sowie Büroräume inklusive
Sozialräume für die Beschäftigten.
Für die Stuttgarter Taxibetriebe
wäre das schon ein großer
Schritt in die richtige Richtung –
und aus dieser Verantwortung
darf sich auch keine Behörde
ziehen – falls doch, werden wir
wieder lautstark vor dem Landratsamt
auftauchen.
FOTO: Stuttgarter Taxiverband
22 1. QUARTAL 2025 TAXI
VERBÄNDE UND ZENTRALEN
BOOK+PAY – DIE ZUKUNFT DES BARGELDLOSEN TAXIFAHRENS
FOTOS: taxi eu
In der heutigen
digital vernetzten Welt erwarten Kunden
einfache und nahtlose Zahlungsprozesse
– auch bei der Taxibestellung.
Mit BOOK+PAY führt FMS/Austrosoft
eine neue Funktion in der taxi.eu-App
ein, die Fahrgästen ein noch komfortableres
Nutzungserlebnis bietet.
Ein besonderer Vorteil: Kunden
laufen nicht mehr Gefahr, von Verzögerungen
durch Endgeräte oder Bedienunsicherheiten
von Fahrern betroffen zu
sein. Von der Neuerung kann bei jeder
Festpreisfahrt profitiert werden, also in
Berlin, Chemnitz, Dresden, Düsseldorf,
Frankfurt am Main, Gelsenkirchen, Hamburg,
München, dem Rhein-Kreis Neuss,
weiten Teilen Österreichs und allen anderen
Festpreisbezirken optional bei jeder
(vor-)bestellten Fahrt, außerdem bei Fahrten,
die zu einem vorab vereinbarten
Festpreis durchgeführt werden, also beispielsweise
Fahrten über das Pflichtfahrgebiet
hinaus, Kurierfahrten usw.
Kunden können die Bezahlung ihrer
Festpreis-Fahrt mit BOOK+PAY bereits
bei der Bestellung über die taxi.eu-App autorisieren.
Nach Abschluss der Fahrt wird der reservierte Betrag automatisch
abgebucht, ohne dass der Fahrgast sich weiter um
die Zahlung kümmern muss. Damit entfällt die Notwendigkeit,
nach der Fahrt eine Zahlungsmethode auszuwählen
oder Bargeld bereitzuhalten.
Die Nutzung ist einfach: Kunden wählen in der App
eine Fahrt mit festem Fahrpreis aus und geben bereits
bei der Buchung die Zahlung frei. Der Fahrpreis wird auf
dem gewählten Zahlungsmittel vorautorisiert. Der Betrag
ist zunächst nur reserviert und wird erst nach der Fahrt
tatsächlich abgebucht.
Falls eine Fahrt durch Fahrgast, Fahrer oder Zentrale
storniert wird, wird der reservierte Betrag wieder freigegeben.
Der Kunde hat dadurch keine finanziellen Nachteile.
Die neue Funktion kann sowohl für Sofortbestellungen
als auch für Vorbestellungen genutzt werden. Fahrgäste
haben somit die Möglichkeit, ihre Fahrt direkt oder für
einen späteren Zeitpunkt zu buchen und die Zahlung
bereits im Voraus zu autorisieren. Die Taxi-Zentrale kann
flexibel festlegen, ob BOOK+PAY für bestimmte Produkte
optional, verpflichtend oder gar nicht angeboten wird.
Dadurch können Zentralen das Feature an ihre individuellen Anforderungen
anpassen.
Das System unterstützt die gängigsten Zahlungsmethoden,
da runter Kreditkarten (Visa, Mastercard, AMEX), Apple Pay, Google
Pay und PayPal. Während oder bis zu eine Stunde nach der
Ankunft hat der Fahrgast zudem die Möglichkeit, ein Trinkgeld
in der App hinzuzufügen.
Damit Fahrgast und Fahrer eindeutig zueinanderfinden, bietet
FMS/Austrosoft verschiedene Optionen zur Fahrgast-Identifikation
an. Die einfachste Variante besteht darin, die Identifikation komplett
zu deaktivieren, sodass sich Fahrgast und Fahrer wie gewohnt
anhand von Fahrzeugmerkmalen
oder persönlichen Absprachen
erkennen. Eine sicherere
Lösung ist die Anzeige eines
Codes in der Fahrer-App und
der Kunden-App, sodass beide
Parteien diesen abgleichen
können.
Für noch mehr Sicherheit
kann eine verpflichtende Eingabe
eines Zahlencodes durch
den Fahrer konfiguriert werden.
Dabei erhält der Fahrgast
in der App einen Code, den der
Fahrer vor Fahrtbeginn in seine
App eingeben muss. Alternativ kann ein QR-Code-Scan verwendet
werden: Der Fahrgast zeigt den in der App generierten QR-Code
vor, den der Fahrer mit seiner App scannt, um die Buchung zu
bestätigen.
BOOK+PAY befindet sich derzeit in einem Pilotbetrieb bei Taxi
40100 in Wien, um Erfahrungen aus der Praxis zu sammeln. Dabei
wird das System unter realen Bedingungen getestet, um Feedback
von Fahrgästen, Fahrern und der Zentrale auszuwerten.
Nach der erfolgreichen Testphase soll in den nächsten Wochen
der produktive Vollbetrieb beginnen. Anschließend ist eine schrittweise
Einführung in weiteren Städten und Zentralen geplant.
TAXI 1. QUARTAL 2025
23
TAXI INTERNATIONAL
DIE SCHWACHE
POSITION
DES TAXIS IM
WELTVERBAND IRU
Eigentlich ist die IRU die politische Interessenvertretung der
Güter- wie auch der Personenbeförderung. Doch der
Zeitpunkt wie auch die Ergebnisse einer Tagung im
vergangenen Herbst zeigen, dass die Taxibranche bei der IRU
nicht gerade an vorderster Stelle steht.
Mit etwas Wehmut erinnert man sich noch an die guten
alten Zeiten, als die Europäische Taximesse noch „europäisch“
boomte – nicht zuletzt auch deshalb, weil
pa rallel in einem Kölner Messesaal ein großes Taxiforum mit
weltweiter Beteiligung stattfand. Veranstalter dieses Forums war
die International Road Transport Union (IRU), bei der damals wie
heute der Bundesverband Taxi- und Mietwagen (BVTM) Mitglied
ist. Dann aber kam es innerhalb Deutschlands zur Verbandsspaltung
und die Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein (FPN)
schloss sich dem neuen Verband TMV an. Mit der bitteren Konsequenz,
dass die IRU seitdem keinen Parallelkongress mehr zur
Taximesse abhält.
Im vergangenen November wurde der Bruch nun ganz besonders
deutlich, als die IRU genau an jenen Tagen in Genf tagte,
an denen in Köln die Europäische Taximesse stattfand. Mehr
Missachtung eines für die Taxibranche immens wichtigen
Branchentreffs konnte eine weltweite Vertretung der Taxi-
Interessen wohl kaum demonstrieren.
Insofern mag es verständlich sein, dass der TMV in
Köln auf der Europäischen Taximesse im Rahmen einer
Mini-Diskussion die Idee anleierte, eine neue
(dritte) europäische Taxiorganisation zu
gründen, um die Belange der Taxiunternehmen
in der EU besser zu vertreten,
als die bestehenden europäischen
Organisationen das tun. Die deutschlandweite
Verbandsspaltung soll nach dem Willen des TMV nun
also auch europäisch fortgesetzt werden.
In Genf wählte die International Road Transport Union (IRU),
die Welt-Organisation für Straßen- und Personentransport, derweil
einen neuen Vorstand. Die Belange des Straßentransports und der
Bussektor spiegeln sich in der Wahl der Kandidaten wider, die
allesamt aus Verbänden stammen, die hauptsächlich Bus- bzw.
Lkw-Verkehr betreuen. Der Taxispezialist Michael Oppermann
(BVTM) ist dagegen zum Ende des Jahres ausgeschieden. Ein herber
Verlust für das europäische Taxigewerbe.
Keine Veränderung gab es dagegen bei der Verbandsspitze.
Der Rumäne Radu Dinescu (UNTRR, Bukarest) wurde einstimmig
zum dritten Mal als Präsident für die Amtszeit 2025–2027 wiedergewählt.
Die IRU-Mitglieder wählten außerdem neue
Vizepräsidenten und Mitglieder des Präsidialrats (IRU-
Verwaltungsrat) sowie Mitglieder ihrer Passagierund
Frachtvorstände.
Zum ersten Mal wird der IRU-Vorstand für Personenverkehr
eine weibliche Vorsitzende haben, Anna Grönlund
(stellvertretende Direktorin, SBF, Schweden), und
der erweiterte Vorstand wird aus vier Frauen bestehen,
was dem Ziel des Straßenverkehrssektors entspricht,
den Anteil von Frauen in der Organisation zu erhöhen.
Ab dem 1. Januar 2025 setzt sich die Vorstandschaft
der IRU somit aus den folgenden neuen
Leitern zusammen: Radu Dinescu, General-
Michael Oppermann,
Geschäftsführer
des Taxi-Bundesverbands,
war drei
Jahre lang Mitglied
des Presidential
Executive der IRU.
FOTOS: BVTM
24 1. QUARTAL 2025 TAXI
TAXI INTERNATIONAL
Als Mitglied des Presidential
Executive der IRU konnte
Michael Oppermann die
Standpunkte des Taxigewerbes
vertreten. Der
Posten geht nun an andere
Bereiche der Personenbeförderung.
sekretär, Iro Doumani (Generaldirektor, OFAE, Griechenland) und
Anna Grönlund (stellvertretende Exekutivdirektorin, SBF, Schweden).
Weitere Mitglieder des Präsidialausschusses sind Asli Çalik
(Executive Advisor to the Board of Directors, TOBB, Türkei),
Vojtech Hromir (Generalsekretär, Česmad Bohemia, Tschechische
Republik), Andrey Kurushin (Generaldirektor, ASMAP, Russische
Föderation), Erik Østergaard (Geschäftsführer, DTL, Dänemark),
Elisabeth Post (Präsidentin, TLN, Niederlande), Wieslaw Starostka
(Geschäftsführer, ZMPD, Polen) und Ramon Valdivia (Executive
Vice President, ASTIC, Spanien). Dabei handelt es sich vor allem
um Mischverbände aus dem Osten der EU.
INTERESSEN DES TAXIS NICHT MEHR VERTRETEN
Im Passenger Transport Council (CTP) gibt es nur Vertreter des
Busgewerbes. Die Vorsitzende ist wie bereits erwähnt Anna Grönlund,
ihre Stellvertreter sind Graham Vidler (Chief Executive
Officer, CPT, Vereinigtes Königreich) und Öznur Yilmaz (Manager
für digitale Fahrtenschreiber, TOBB, Türkiye). Diese Aufteilung
lässt den Schluss zu, dass spezifische Taxikenntnisse in der Organisation
nicht mehr gefragt sind. Das erklärt auch das Desinteresse
der IRU an einer europäischen Taximesse.
Bisher hatte mit Michael Oppermann, Geschäftsführer des
BVTM, wenigstens einer der wichtigsten Taxibundesverbände auf
europäischer Ebene einen Sitz im höchsten Gremium der IRU –
dem Presidential Executive. Diese Aufgabe endete für Oppermann
nun turnusgemäß zum 31. Dezember 2024. „Ich hatte drei Jahre
lang die Möglichkeit, die Taxibranche in einer sehr wichtigen
Phase im höchsten Gremium des Weltverbandes zu vertreten“,
fasst Oppermann gegenüber Taxi Times seine Tätigkeit zusammen.
In diesen Zeitraum fiel die heftige Diskussion über die EU-
Plattformarbeitsrichtlinie, in der Oppermann eine wichtige Rolle
spielte. Oppermann hätte sich gerne für eine neue Amtszeit zur
Verfügung gestellt. „Aber diesmal hat der Personenverkehrsrat
einen Türken und einen Spanier für die Präsidialregierung nominiert.
Beide kommen aus allgemeinen Verbänden, die sowohl den
Güter- und Personenverkehr vertreten.“ Der Abstimmung folgte
ein zweitägiges Treffen in Genf, an dem unter anderem der IRU-
Personentransportrat, der IRU-Gütertransportrat und die IRU-
Generalversammlung teilnahmen.
An einer der dortigen Podiumsdiskussionen wirkte auch Oppermann
mit. Das Thema war „Countdown zur COP29 - ein Realitätstest
für nachhaltigen Straßenverkehr“. Die Diskussion bildete den
Abschluss der mehrtägigen IRU-Konferenz. Neben Oppermann nahmen
Pierre-Alain Saclier, Global Consumer and Retail Sector Leader
bei CEVA Logistics, Chris Spear, Präsident und CEO der American
Trucking Associations, Patrick Westelinck vom belgischen Bus- und
Reisebusverband FBAA als Vizepräsident der IRU und Andreas Zink,
Geschäftsführer bei LKW Walter Gütertransport aus Österreich, teil.
Zu Beginn bat der Moderator das Publikum um Handzeichen, wer
das Gefühl hatte, die Politik höre beim Thema Dekarbonisierung auf
die Industrie – zunächst wurde kein Arm erhoben. Das Urteil auf der
Bühne fiel etwas weniger negativ aus, aber insgesamt wünschten sich
die Diskutanten mehr Pragmatismus und Realitätssinn von der Politik.
In der Diskussion betonte Oppermann immer wieder, warum die
Vertretung des Taxigewerbes auf europäischer Ebene so wichtig ist.
Er verwies aber auch auf den lokalen Charakter des Taxigewerbes –
so auch bei der Frage nach dem Zugang zur Politik. „Die Politiker
hören uns zu – vor Ort. Das heißt aber nicht automatisch, dass sie
auf uns hören. Je weiter weg die Politiker vom Geschehen vor Ort
sind, desto schwerer wird es für unser Gewerbe durchzudringen.“
Auch lobende Worte hatte Oppermann für einzelne positive Beispiele
übrig: Er verwies auf das „Zukunftstaxi“-Projekt in Hamburg,
das auch international Beachtung findet, aber auch auf eine erfolgreiche
Flottentransformation in Städten wie Oslo oder Amsterdam.
Oppermann: „Alle positiven Beispiele haben eines gemeinsam:
Dekarbonisierung gelingt in Kooperation, nicht Konfrontation.
Wo Politik erfolgreich Zukunft gestaltet, geschieht dies mit dem
Gewerbe, nicht gegen das Gewerbe.“ Er mahnte realistische Zielsetzungen
ebenso an wie klare Entwicklungspfade, um diese Ziele
zu erreichen. Politik dürfe nicht verkennen, wie Investitionsentscheidungen
in der Wirtschaft getroffen werden. Es sei Aufgabe
der Politik, belastbare und verlässliche Rahmenbedingungen zu
schaffen, in denen sich Investitionen in emissionsarme Fuhrparks
rechnen.
wf/jh
TAXI 1. QUARTAL 2025
25
MÜNCHEN
PASING: FEHLPLANUNG
ZULASTEN DES TAXIS
BALD UBER-PICK-UP-
SPUR AM FLUGHAFEN
Nach dem Umbau des Bahnhofsvorplatzes
wurden die Taxis schrittweise
weiter verdrängt, zuletzt in die Bäckerstraße.
Nun muss der Bezirksausschuss
sich der Problematik erneut annehmen.
Ein weiteres Mal musste der Taxistand am Pasinger Bahnhof
in München umziehen. Und wieder gibt es Beschwerden …
Als am Bahnhof Pasing, einem hochfrequentierten
ICE-Anschluss, vor über 16 Jahren der südliche
Vorplatz neu gestaltet wurde, wurden
bei der Planung die Taxis vergessen. Ihr Standplatz
wurde vom Bahnhofsgebäude mehrfach verlegt. Dabei
fielen rund zwei Drittel der Standplätze zugunsten des
Linienverkehrs weg.
Die jüngste Verlegung in die Bäckerstraße sorgt
für geteiltes Echo. Während der Bezirksausschuss den
Standort begrüßt, beschweren sich Anwohner über die
Fehlplanung, über nächtlichen Lärm durch Motoren,
Musik und Unterhaltungen von Fahrern. Auch seien
die Möglichkeit zum Be- und Entladen von Einkäufen
und Fahrradständer entfallen.
Bezirksausschuss-Chef Frieder Vogelsang (CSU) widerspricht:
Der Lösung seien langjährige Diskussionen vorangegangen.
Ein früherer Standort sei zu klein gewesen, daher die
Verlegung auf den Radweg an der Südseite des Bahnhofsplatzes
(siehe Foto). Nach einer ADFC-Klage und Bürgerbeschwerden
habe man sich für die Bäckerstraße entschieden. Daran habe es
im Vorfeld keine Kritik gegeben. Man werde sich aber mit dem
Anliegen zeitnah befassen, doch gab Vogelsang zu bedenken: „In
dem Zentrum einer Stadt wird es nicht gelingen, allen Bewohnern
hinsichtlich ihres Ruhebedürfnisses gerecht zu werden.
Ein Taxistandplatz in diesem Bereich ist unverzichtbar.“ nu
NOCH MEHR
MÜNCHNER
TAXITHEMEN
Viele Münchner fahren nicht nur für
»Uber-Taxi«, sondern auch mit Uber-
Reklame auf ihren Taxitüren. Bei ihnen
kann man sich bedanken, wenn am
MUC ein eigener Uber-Ladebereich
eingerichtet wird.
Nach Düsseldorf und Frankfurt dürfte auch der Münchner
Flughafen demnächst eine Abholfläche („Pickup-Area“)
an Uber vermieten. Damit kooperiert dann
ein Unternehmen im Besitz der öffentlichen Hand mit einem
Konzern, der von den Rechtsverstößen seiner Partner lebt und
zwielichtigen Gestalten die Plattform für deren organisierte
Kriminalität bietet.
Taxi Times hat bei der Flughafen München GmbH angefragt,
ob mit solch einer Pick-up-Area auch am MUC zu
rechnen ist. Die Antwort war wenig aufmunternd: Die
international reisenden Fluggäste seien besonders gut
mit Uber vertraut und auch in Deutschland hätten mehrere
Millionen Handynutzer die App. Nachdem auch
immer mehr Taxifahrer in ganz Deutschland mit Uber
kooperieren, was am Flughafen München an der Türreklame
sichtbar sei, würde auch hier nach „Pickup
Points“ gefragt.
Die Antwort erinnert an das berühmte Zitat aus
Goethes „Zauberlehrling“: „Die ich rief, die Geister,
werd’ ich nun nicht los.“
In diesem Fall sind die Geister von der Taxibranche
gerufen worden – von jenen Betrieben, die nicht nur für „Uber-
Taxi“ fahren, sondern auch noch deren Werbung auf ihren Fahrzeugen
kleben haben. Bei ihnen können alle redlichen Kollegen
sich „bedanken“. Mit der Moralkeule braucht man der Flughafengesellschaft
nun nicht mehr zu kommen.
jh
TAXI TIMES MÜNCHEN: WILDERNDE MIETWAGEN, GENESENDER KOLLEGE
In der aktuellen Münchner Printausgabe geht Der Kollege, der in der Silvesternacht 2021 beim Versuch,
es beim Titelthema um Mietwagen mit Münchner
Kennzeichen und auswärtiger Konzession, wurde, kämpft sich noch immer in ein halbwegs normales
jemandem zu helfen, von einem Polizeiwagen überfahren
die in der Stadt illegalen taxigleichen Verkehr Leben zurück – mit seiner Frau an der Seite und Unterstützung
vom Gewerbe. Ist die kleine Fachkunde noch zu retten?
durchführen, und wie unterschiedlich die
Behörden zur Beschwerde eines Münchner Die Verbände sind in der Frage gespalten.
Unternehmers Stellung nehmen. Die Gespräche
zwischen Taxigewerbe und Politik gehen am Münchner Flughafen hat noch weitere Dimensionen, unter
„Die Geister, die ich rief ...“: Das Thema Uber-Pick-up-Area
weiter und sind überwiegend konstruktiv. anderem die Häufung der Taxis mit Uber-Türreklame am MUC.
Auch bei den Themen Mindesttarif für Mietwagen
und Förderung von Inklusionstaxis bemüht man sich Diese und weitere Themen lesen Sie in der neuen Taxi Times
Was hat es damit auf sich?
weiter um Lösungen.
München, zu bestellen unter info@taxi-times.com.
FOTOS: Taxi Times, Uber
26 1. QUARTAL 2025 TAXI
HAMBURG
DRAUFLEGEN BEIM
TARIFKORRIDOR
Seit Februar hat nun auch die Stadt
Hamburg Festpreise bei Taxifahrten.
Einen Tarifkorridor gibt es aber erst ab
2026. Dann sind bis zu 50 Prozent
Aufschlag möglich.
NACHLEGEN BEI DER
E-TAXI-FÖRDERUNG
Seit 1. Januar dürfen nur noch E-Taxis
neu konzessioniert werden. Die Stadt
hat daher eine weitere Förderung
nachgelegt. Elektrische Großraumtaxis
bekommen sogar Extrageld.
Bis zu 50 Prozent mehr
dürfen Taxifahrten ab 2026
in Hamburg kosten.
Wie zuvor schon
München, Chemnitz,
Berlin und
andere Städte hat nun auch Hamburg
die Option für Taxi-Festpreise
rechtlich fixiert. In der
Hansestadt macht man allerdings
einiges anders. So gibt
es beispielsweise im ersten
Jahr keinen Tarifkorridor.
Stattdessen setzt
sich der Festpreis aus
einem Grundpreis plus
einem Kilometerpreis
für die kürzeste oder
verkehrs- bzw. preisgünstigste Strecke zusammen.
Weiter wird auf den berechneten Fahrpreis ein Betrag
von 12 Prozent aufgeschlagen. Dieser Aufschlag steht
für die durchschnittliche verkehrsbedingte Wartezeit.
Um die Eingabe des Festpreises im Taxameter zu vereinfachen,
wird der Fahrpreis zum nächsten vollen
Euro aufgerundet. Hinzu kommen noch mögliche anfallende
Zuschläge nach der Hamburger Taxenordnung.
Festpreise gelten auch in Hamburg nur für bestellte Taxifahrten
und dürfen ausschließlich von Taxivermittlungen angeboten
werden.
Im zweiten Jahr des Probelaufs, vom 1. Februar 2026 bis zum
31. Januar 2027, wird ein Tarifkorridor eingeführt, der allerdings
nur nach oben geöffnet wird. Fahrten unterhalb des streckenbasierten
Taxitarifs sind nicht möglich. Die Spannweite
nach oben wird auf maximal 50 Prozent festgesetzt. Damit haben
die Taxivermittler die Möglichkeit, die Dienstleistung Taxi auszuweiten
und damit mehr Umsatz zu machen.
jh
NOCH MEHR
HAMBURGER
TAXITHEMEN
Knapp 700 E-Taxis sind derzeit in Hamburg zugelassen.
Diese hohe Zahl ist das Ergebnis einer umfangreichen
Förderung im Rahmen des „Projektes Zukunftstaxi“.
Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass rund zwei
Drittel aller Hamburger Taxis noch mit Verbrennungsmotor
fahren.
Nun legt die Stadt mit einer weiteren E-Taxi-Förderug noch
einmal nach: Neben dem klassischen E-Taxi, welches jetzt
mit 5.000 Euro gefördert wird, gibt es auch weiterhin eine
mit 20.000 Euro dotierte Förderung für E-Inklusionstaxis.
Neu hinzugekommen ist die Klasse der elektrischen
Großraumtaxis, die mit acht bis neun Sitzplätzen
(einschließlich Fahrersitz) zugelassen sind. Die
Anschaffung dieser Fahrzeuge wird mit 10.000 Euro
unterstützt. Voraussetzung ist, dass die neuen Fahrzeuge
ein Taxi mit Verbrennungsmotor ersetzen.
Die Fördersumme in Höhe von einer Million Euro
reicht dazu aus, um insgesamt 100 E-Taxis, zehn
E-Inklusionstaxis und 30 elektrisch angetriebene Großraumtaxis
zu fördern. Die Auszahlung der vollen Fördersumme
erfolgt ab Konzessionierung der E-Taxis
und dem Nachweis des Einbaus von Geräten zur digitalen Einzelaufzeichnung
der Schicht- und Umsatzdaten. Innerhalb von
zwei Jahren müssen die geförderten Fahrzeuge mindestens eineinhalb
Jahre eingesetzt
werden.
sg
Für elektrische
Großraumtaxis gibt
es in Hamburg eine
Extra-Förderung.
FOTOS: Pixabay; BVM, Taxi Times
LIQUIDATION VON TESYMEX – UNTERNEHMER MÜSSEN WECHSELN
In Hamburg trauert das Taxigewerbe um Gerrit Kuhlendahl.
Der Geschäftsführer des Datendienstleisters tesymex ist
überraschend gestorben. Sein Unternehmen wird nun zum
31. März 2025 liquidiert. Zu den Tesymex-Kunden
zählen seit der Einführung der INSIKA-Pflicht
unter anderem viele Hamburger Taxibetriebe. Sie
müssen jetzt nach einem neuen Datendienstleister
suchen. Als Alternative bieten sich die Datendienstleister
Hale, Starksoft und Taxiwin an. Über
die aktuellen Preisstrukturen kann man sich auf
deren Websites informieren.
Hamburger wie auch Berliner Taxibetriebe und sichern deren
INSIKA-Daten. Im Falle eines Wechsels müssen die Taxibetriebe
bei ihren entsprechenden Fahrzeugen die SIM-Karte
austauschen. Dies kann allerdings nur in einer
Funkwerkstatt passieren, da mit dem Wechsel der
SIM-Karte auch der neue Dienstleister eingetragen
und gemeldet werden muss. Das dürfen nur die
Funkwerkstätten. Allen Tesymex-Kunden, die bisher
noch kein TSE eingebaut haben, empfehlen die drei
Datendienstleister, mit dem Anbieterwechsel auch
auf TSE umzustellen, da man sich damit einen weiteren
Alle drei Firmen betreuen sowieso schon diverse Gerrit Kuhlendahl
Gang in die Funkwerkstatt spart. sg
TAXI 1. QUARTAL 2025
27
BERLIN
Herwig Kollar Tino Schopf Kirsten Dreher
DER MINDESTTARIF
AUF DEM WEG DURCH
DIE GREMIEN
Im Berliner Abgeordnetenhaus ging ein SPD-CDU-Antrag auf Einführung
von Mindestfahrpreisen für Mietwagen seinen Weg durch Verkehrsausschuss
und Plenum. Dabei kam auch zur Sprache, dass die LABO-Direktorin die Arbeit
ihrer Behörde enorm optimiert hat.
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Ende Januar ging es in einer Debatte des Verkehrsausschusses
mit Expertenanhörung um den „dringlichen Antrag“
der Koalitionsfraktionen (CDU und SPD) auf Einführung
von Mindestbeförderungsentgelten für Mietwagen. Der Bundesverband
Taxi und Mietwagen e. V. (BVTM) hatte die Initiative voll
unterstützt.
Tino Schopf (SPD) erklärte einmal mehr, dass das Geschäftsmodell
plattformvermittelter Mietwagen mit seinen Dumpingpreisen
nicht legal funktionieren würde, und sprach von auf dem
Rücken der Fahrer „ergaunerten“ Millionen, die aus „Ausbeutung
Schwarzarbeit, Sozial- und Steuerbetrug“ kommen. Der „Sumpf“
müsse „trockengelegt“ werden und geltendes Recht umgesetzt
werden.Mit der Initiative, bei der Schopf den weniger enthusiastischen
Koalitionspartner CDU ins Boot hatte holen können, rannte
er bei der Linken und der AfD offene Türen ein, und auch Bündnis
90/Die Grünen, deren Verkehrssenatorinnen in anderthalb
Legislaturperioden zu einem großen Teil der heutigen Probleme
beigetragen hatten, gaben, wenn auch zurückhaltend, ihr O. K.
Kristian Ronneburg (Die Linke) kündigte die Zustimmung seiner
Fraktion zum dringlichen Antrag an und forderte sogar, dass der
Antrag angesichts des positiven Urteils vom Verwaltungsgericht
Leipzig viel deutlicher auf eine zeitnahe Umsetzung drängen solle.
FESTPREISE SIND EIN ERFOLG
Rolf Wiedenhaupt (AfD) mahnte, die Taxiunternehmen müssten
gestärkt werden, da sie als einziger Teil des ÖPNV ohne Steuergeld
auskommen müssen. Wolle man sich für den ÖPNV einsetzen, so
müsse man sich auch für das Taxi einsetzen. Seine Fraktion habe
daher die Festpreise im Taxitarif unterstützt. Nun ziehe die Einführung
des Mindesttarifs für Mietwagen sich viel zu lange hin.
Verkehrssenatorin Bonde bremste: Beim Thema Taxi und
Mietwagen müssten zahlreiche Akteure miteinander arbeiten.
Die Einführung von Festpreisen im Taxitarif sei ein Erfolg, und
hinsichtlich der Mindestpreise sei ihre Verwaltung bei der Prüfung
„nach wie vor engagiert dabei“. Zum Leipziger Urteil merkte
die Juristin allerdings an, das VG habe sich nicht mit der europäischen
Niederlassungsfreiheit beschäftigt, die aber in Berlin vor der
Einführung eines Mindesttarifs intensiv geprüft werden müsse,
sondern nur mit Fragen des nationalen Rechts. Man müsse daher
erst noch weiter prüfen.
Das sahen nicht nur Schopf und Ronneburg anders. Auch Wiedenhaupt,
wie Bonde Jurist, sagte, es werde immer 20 Meinungen
geben, egal, wie lange man noch abwäge. Bonde solle mutig sein
und die Mindestpreise für Mietwagen umgehend einführen, statt
noch lange weiter zu prüfen. Besonders ausführlich widersprach
der Senatorin der als Experte geladene Fachanwalt für Personenbeförderungsrecht
und Präsident des Bundesverbandes Taxi und
FOTOS: Screenshot Abgeordnetenhaus von Berlin, Screenshot Abgeordnetenhaus (2)
28 1. QUARTAL 2025 TAXI
BERLIN
Mietwagen e. V. (BVTM), Herwig Kollar: Die geäußerten rechtlichen
Zweifel seien durch das VG Leipzig weitgehend widerlegt
worden. Das Gericht habe festgestellt, dass es einen signifikanten
Rückgang von Taxi-Genehmigungen bei gleichzeitiger Zunahme
von Mietwagen-Genehmigungen gibt. „Wenn man das irgendwo
nachweisen kann, dann, glaube ich, in Berlin.“
Die Formulierung des Gerichts vom präventiven Handeln sei
„keine Schnapsidee“. Vielmehr gebe es im Personenbeförderungsgesetz
(PBefG) eine Ermächtigungsgrundlage für Genehmigungsbehörden,
einschränkendere Maßnahmen als Mindestentgelt für
das Mietwagengewerbe vorzuschreiben, nämlich zeitliche und
örtliche Beschränkungen bis hin zu einer Konzessionslimitierung.
Voraussetzung sei ein Anteil von appbasierten Mietwagenvermittlungen
von 25 Prozent am Gelegenheitsverkehrsmarkt.
GELEGENHEITSVERKEHR OHNE EU-VORSCHRIFT
Zur Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs [EuGH] sagte
Kollar: „Vermittlungsdienste wie Uber sind Verkehrsdienste. Damit
fallen sie unter die nationalen Verkehrsvorschriften. Es gibt keine
übergeordneten EU-Vorschriften für den Gelegenheitsverkehr, die
zu beachten wären.“ Beim Urteil im Sommer 2023 aus Barcelona
sei es um wesentlich andere Maßnahmen gegangen „als das, über
was wir hier reden“. Aus seiner Sicht gehe es in Berlin nicht mehr
um das Ob, sondern um das Wie. Eine weitere geladene Expertin
war Kirsten Dreher, Direktorin des Landesamtes für Bürger- und
Ordnungsangelegenheiten (LABO), die vor ihrer Erklärung bereits
viel Lob von Bonde und Schopf für die Arbeit ihrer Behörde im
letzten Jahr erhalten hatte. So hatte Schopf erfolgreiche Kontrollen
mit der Sperrung von über 1.600 Mietwagen sowie die Gründung
der „AG Schwarzarbeit und Schattenwirtschaft im Mietwagengewerbe“
erwähnt.
Dreher trug eine Leistungsbilanz ihrer Behörde vor, die
angesichts des früheren Behördenversagens als sensationell
wahrgenommen wurde. In Berlin gebe es 2.677 Mietwagenkonzessionen
– 1.733 weniger als ein Jahr zuvor. Das habe man mit einem
Bündel von Maßnahmen (teils gemeinsam mit unterschiedlichen
Behörden wie dem Hauptzollamt) erreicht. So habe man letztes
Jahr 494 Betriebssitze angeschaut, bei 50 Kontrollen 779 Mietwagen
und 325 Taxis kontrolliert, 143 Ablehnungen mit über
1.000 Fahrzeugen gefertigt und eine vierstellige Zahl von Mietwagenkonzessionen
widerrufen. Von den nunmehr 2.677 Mietwagen
seien rund 1.500 „klassischer Shuttleservice“ und Krankenbeförderer,
somit nur rund 1.100 appbasiert.
Dreher berichtete, man habe den gesamten Genehmigungsprozess
umgestellt, Personal umgeschichtet und mit weiteren Juristen
und BWLern die Sachbearbeitung verstärkt. Bei den Mietwagen
gehe die rückwirkende Bestandsdatenüberprüfung weiter.
Da Mietwagenunternehmer seitdem ihre Betriebssitze in das
Umland verlegen, arbeiten Dreher und Bonde intensiv mit den
brandenburgischen Behörden zusammen.
Der „dringliche Antrag“ wurde einstimmig angenommen.
Am 27. Februar wurde er im Plenum durchgewinkt. Der Senat
wurde also aufgefordert, eine Reihe von Maßnahmen zu ergreifen,
„um den Versorgungsauftrag des Berliner Taxigewerbes und seine
Existenz und Funktionsfähigkeit als Teil der Daseinsfürsorge
zu sichern“.
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BERLIN
GELUNGENE
NEBENKULTUR
ETABLIERT
Das Taxi-Filmfest – eigentlich als Protestveranstaltung
gegen das Uber-Sponsoring
gedacht – etabliert sich immer
mehr als eigenständiges Kultur-Event.
GEBALLTE
SCHNELLLADE-
INFRASTRUKTUR
In Berlin-Charlottenburg gibt es seit
Mitte Dezember einen zentral gelegenen
Ladepark mit acht Ladesäulen für ultraschnelles
Laden von 16 E-Fahrzeugen.
Die gute Nachricht vorweg: Die Internationalen Filmfestspiele
Berlinale hatten dieses Jahr endlich keinen amerikanischen
Fahrtenvermittler als Hauptsponsor mehr.
Dazu haben vielleicht die massiven Proteste aus der Taxibranche
während der letzten beiden Jahre beigetragen.
Eine besonders kreative Protestform war das Taxi-Filmfest.
Um auch das Taxi während der Berlinale sichtbar zu machen,
hatten der Berliner Taxi-Soziallotse Klaus Meier und engagierte
Taxiunternehmer und -unternehmerinnen einen Taxibus zu
einem Mini-Kinosaal umgebaut und darin jeden Tag ausgewählte
Filme mit Taxibezug gezeigt.
Mittlerweile ist Uber als Hauptsponsor Geschichte, doch
das Taxi-Filmfest ist geblieben. Dieses Jahr wurde an
den Taxibus zeitweise ein Zelt angedockt und auf noch
größere Räume ausgewichen. Zum Film „Es geht um
Luis“ kamen neben Interessenten aus dem Taxigewerbe
auch Herman Waldner als Hauptsponsor, einige Passanten
sowie als Überraschungsgast die Regisseurin
Lucia Chiarla. Premiere feierte der Dokumentarfilm
„Wat Neuet im Westen“ unter Anwesenheit der Regisseurinnen
Daya Sieber und Anna Herrmann.
Der Wintereinbruch
mit Schneefall
und tiefen
Temperaturen tat der guten
Stimmung beim Taxi-Filmfest
keinen Abbruch, weder
im Zelt noch an all den anderen
Tagen, an denen das
Klaus Meier, Stephan Berndt,
Regisseurin Lucia Chiarla, Irene
Jaxtheimer, Martin Kucera
Taxi-Filmfest eine gelungene
Alternative zur glamourösen
Berlinale darstellte. jh/ar
NOCH MEHR
BERLINER
TAXITHEMEN
Beim neuen Lade-
Hub am Schloss
Charlottenburg
können die Säulen parallel
bis zu 300 Kilowatt
Ladestrom für die E-Fahrzeuge
bereitstellen. Je
nach Technologie im
Fahrzeug reicht die Leistung
aus, um innerhalb
von fünf Minuten
Zentral gelegen in der Nähe der
Stadtautobahn: Schnellladesäulen in
Charlottenburg.
Strom für die nächsten 100 Kilometer zu laden. Der Betreiber
Cut Power vergleicht deshalb die Ladegeschwindigkeit
mit dem Tankvorgang bei einem Verbrenner – und
spricht von einem relevanten Klimaschutzprojekt, da
hier „100 Prozent Ökostrom verladen“ würden. An
Ladeparks der Größe des neuen Hubs in Berlin werde
es auch immer einen großen Batteriespeicher geben,
der den erzeugten Strom zwischenspeichern könne.
Mitte Dezember wurde der Ladepark feierlich eröffnet.
Unter den Gästen waren neben Politikern auch
Vertreter der Berliner Taxi-„Innung“ und der Berliner
Taxi-Vereinigung (BTV). Die Gewerbevertreter hatten
mehrere E-Taxis mitgebracht.
Sie konnten sich dann auch gleich über die Strompreise informieren:
An den neu eingeweihten Ladesäulen werden tagsüber
für eine Kilowattstunde 89 Cent verlangt. Hinzu kommen die
Parkgebühren für den öffentlichen Parkplatz (tagsüber 2 Euro
pro Stunde, nachts die Hälfte). Zwischen 20 und 8 Uhr können
die Ladepunkte von E-Taxis, Carsharern und Anwohnern zum
„Mondscheintarif“ genutzt werden. Dann sind zehn Cent weniger
pro Kilowattstunde fällig.
ar
FOTOS: Axel Rühle
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Taxis, Rufbusse und On-Demand-Verkehre, eine ganz neue Bedeutung
für die gegenwärtige und zukünftige Mobilität bekommen.
Die ÖPNV-Aufgabenträger müssen häufig Kosten einsparen und
gleichzeitig soll eine umfassende, flexible Mobilität im Sinne der
Daseinsvorsorge für alle Menschen gewährleistet werden. Die
Durchführung bedarfsgesteuerter Verkehre kann Taxi- und Mietwagenunternehmen
ein zusätzliches Geschäftsfeld bieten, welches
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Bedarfsverkehre konzipierten automatischen AnSaT®-Disposition
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Demand-Verkehr
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TAXI 1. QUARTAL 2025
33
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WEITER
GEHT’S AUF
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Schon im ersten Quartal 2025 gab es eine Vielzahl von Taxi-Veranstaltungen. Bei
vielen war die Taxi Times-Redaktion dabei und hat hinterher ausführlich berichtet.
Über die QR-Codes auf dieser Seite und unter www.taxi-times.com können diese Beiträge
alle noch mal nachgelesen werden.
Meet the Cab in Wien
Traditionell und auf Einladung der Taxizentrale
40100 treffen sich zu Jahresbeginn
wichtige Taxi-Funktionäre in Wien
zum Erfahrungsaustausch. In diesem
Jahr bekam das Branchenmeeting eine
internationale Aufwertung weit über den
deutschsprachigen Fokus hinaus. Ebenfalls
wohltuend neu war, dass nicht der
Kampf gegen und die Beschwerden über
Plattformen die Diskussion dominierten,
sondern man stattdessen den Fokus auf
die eigenen Stärken und Möglichkeiten
richtete. In insgesamt vier Meldungen
berichtet unser Auslandskorrespondent
Wim Faber. Alle zu finden
unter dem nebenstehenden
QR-Code oder über die Stichwortsuche
„Meet the Cab“.
Glückstädter Kreis an der Küste
Nicht weniger traditionell ist das Treffen
der Norddeutschen Taxiverbände- und
-zentralen im Städtchen Glückstadt. Das
zweitägige Meeting des Glückstädter Kreises
ist ein Think-Tank, bei dem weniger
über Vergangenes, stattdessen mehr über
die Zukunft der Taxi- und Mietwagenbranche
diskutiert wird. Alle Meldungen zu
dieser spannenden Veranstaltung können
unter dem nebenstehenden
QR-Code oder über die
Stichwortsuche „Glückstädter
Kreis“ aufgerufen werden.
Jeden Dienstag:
Die Taxiwelt im Taxi Times-
Newsletter.
Hier geht’s zur
Anmeldung:
Chauffeur-Forum an einem Privatflughafen
Die individuelle Personenbeförderung
lässt sich in drei Kategorien aufteilen.
Da gibt es zum einen die Taxis, die als
Teil des ÖPNV ein Garant für die mobile
Daseinsvorsorge sind. Dann gibt es die
taxiähnlichen (städtischen) Mietwagen,
die rechtlich unter Paragraf 49 des Personenbeförderungsgesetzes
fallen, aber die
Vorschriften dieses Gesetzes permanent
umgehen. Und dann gibt es noch jene
Chauffeurdienste, die als Premium-Dienstleister
eine Exklusiv-Klientel preislich
weit oberhalb eines Taxitarifs bedienen.
Letztere haben mit dem BCMD einen
eigenen Verband und der wiederum hat
im Februar ein Forum abgehalten. Unsere
Meldungen zum BCMD-Forum können
unter dem nebenstehenden
QR-Code oder über die Stichwortsuche
„BCMD“ aufgerufen
werden.
Zentralentreffen in Bamberg
Uber und Bolt breiten sich in immer mehr
kleineren Städten aus – was der Landesverband
Bayerischer Taxi- und Mietwagenunternehmer
zum Anlass genommen
hat, die davon betroffenen Taxizentralen
zu der „Anti-Uber-Allianz“ „AUA“
zusammenzurufen. Das Treffen fand Ende
Februar in Bamberg statt. Am zweiten
Tag wurde über Uber gesprochen, am
ersten Tag war das Wort „Uber“ jedoch
tabu, hier sollten die Zentralisten über die
eigenen Qualitätsmaßnahmen berichten,
mit denen sie mit den Plattformvermittlern
einen Wettbewerb auf Augenhöhe
erreichen. Unsere zahlreichen Meldungen
zu beiden Tagen des AUA-Treffens
können unter dem nebenstehenden
QR-Code oder über
die Stichwortsuche „AUA“
aufgerufen werden.
IMPRESSUM
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taxi-times Verlags GmbH
Gartenstraße 12
84549 Engelsberg, Deutschland
Telefon: +49 (0)8634 / 260 85 77
E-Mail: info@taxi-times.com
Internet: www.taxi-times.com
Geschäftsführer und V. i. S. d. P.
Jürgen Hartmann (jh)
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UST-ID: DE293535109
Handelsregister: Amtsgericht Traunstein
HRB 31193
Redaktion (tt)
Simon Günnewig (sg), Jürgen Hartmann (jh),
Axel Rühle (ar), Nicola Urban (nu)
E-Mail: redaktion@taxi-times.com
Mitarbeiter dieser Ausgabe
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Witte (rw), Gisela Spitzlei (gs)
Grafik & Layout
Katja Stellert (Artdirektion),
Ivan Cottrell
Raufeld Medien GmbH
Paul-Lincke-Ufer 42/43
10999 Berlin
stellert@raufeld.de
Anzeigen + Vertrieb
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anzeigen@taxi-times.com
Telefon: +49 (0)8634 / 260 85 77
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D-34253 Lohfelden
Taxi Times DACH erscheint seit 2016
Erscheinungsweise 4 x pro Jahr
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und Versand) ISSN-Nr.: 2367-3834
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Engelsberg ist Jürgen Hartmann.
34 1. QUARTAL 2025 TAXI