Helvetia - Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Programmheft vom Konzert am 23.03.2025, CongressCentrum Pforzheim
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Helvetia
Sonntag, 23. xx. März xx 2025 2021
CongressCentrum Pforzheim, Großer Saal
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Claudio Bohórquez Violoncello
Douglas Bostock Leitung
HELVETIA
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Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Claudio Bohórquez Violoncello
Douglas Bostock Leitung
Peter Mieg 1906-1990
Toccata, Arioso und Gigue für Streichorchester
1 Toccata. Allegro
2 Arioso
3 Gigue. Vivace
Othmar Schoeck 1886-1957
Konzert für Violoncello und Streichorchester op. 61
1 Allegro moderato
2 Andante tranquillo
3 Presto
4 Lento – Molto Allegro
PAUSE 20 Minuten
Paul Juon 1872-1940
Zwei Stücke für Streichorchester op. 16
1 Terzen-Intermezzo. Moderato
2 Tanz. Moderato
Béla Bartók 1881-1945
Divertimento für Streichorchester Sz.113 BB.118
1 Allegro non troppo
2 Molto adagio
3 Allegro assai
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Bild- und Tonaufnahmen sind ohne schriftliche
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HELVETIA
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Peter Mieg
Toccata, Arioso und Gigue für Streichorchester
Der Schweizer Komponist Peter Mieg – Allroundtalent
in Sachen schöne Künste (Kunst, Literatur, Musik) – ist
dem Pforzheimer Publikum bereits aus verschiedenen
früheren Konzerten bekannt.
Den heutigen Konzertabend eröffnet er mit seinem
bekanntesten Werk Toccata, Arioso und Gigue, das er
1959 für die Luzerner Festwochen komponierte. Hier
lebt er seine Überzeugung aus, dass „neue“ Musik nur
Kraft haben kann, wenn sie sich auf klare Traditionen
bezieht: „Es ist wohl ein Stück Widerwillen, eine Art
Widerspruchsgeist in mir, wenn ich bei dem Rennen
um das Neue nicht mitmache im Bewusstsein, dass
es fragwürdig ist, dass wir uns in einer Zeit nicht des
Aufbruchs zu neuen Ufern befinden, sondern wohl
eher in einer alexandrinischen Zeit, vergleichbar mit
dem Niedergehen von Hellas und Rom. Mir scheint,
Schönberg habe nicht die neue Musik gebracht, sondern
sei in konsequenter Nachfolge auf Wagner ein
Komponist gewesen, der im Prozess der Auflösung
mit trieb. Die wirklich großen schöpferischen Epochen
waren doch wohl der Barock mit Bach als dem Größten
und die Klassik mit Mozart, Haydn, Beethoven als den
Meistern, die das Vollkommene schufen.“ (Peter Mieg
in „Arkanum“)
Ob Mieg bei dieser Komposition direkte barocke Vorbilder
hatte, kann nur vermutet werden – ein mögliches
Vorbild wäre Johann Sebastian Bachs „Toccata, Adagio
und Fuge“ für Orgel. In Miegs Toccata und Gigue (ein
barocker Satz im Sechsachteltakt) leben beide von einem
pulsierend-motorischen Untergrund, der verstärkt wird
durch die häufigen und raschen Wechsel von Hauptnoten
und ihren Alterationen. Die spritzige, oft atemlose Bewegung
der Sätze wird somit nicht nur durch notierte
Rhythmen, sondern auch durch ihre harmonische und
melodische Anlage erzeugt.
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Dass Mieg auch Melodiker ist, zeigt sich nicht nur im
gesanglichen Mittelsatz, sondern auch in immer neuen
kantablen Einschüben in den Außensätzen. Im Arioso
lässt Mieg eine weitatmende Kantilene von den Tiefen
des Kontrabasses bis in die Geigen auf- und wieder
absteigen, begleitet – ganz nach Bachscher Manier –
von einem permanent ruhig pulsierenden Dreivierteltaktmotiv
der restlichen Instrumente.
Douglas Bostock im Peter-Mieg-Haus, Lenzburg (Schweiz)
Othmar Schoeck
Konzert für Cello und Streicher
Othmar Schoeck hat wunderbare Musik geschaffen und
dennoch zu Lebzeiten durchaus nicht immer die Aufmerksamkeit
erfahren, die er verdient hätte. Geboren
in Brunnen im Schweizer Kanton Schwyz als Sohn des
Malers Alfred Schoeck erhielt er früh Musikunterricht
und studierte in Zürich und Leipzig. Zurückgekehrt
in die Schweiz wirkte er als Komponist vor allem von
Liedern und als Leiter der St. Galler Symphoniekonzerte.
Seine Musik erregte das Gefallen der Nationalsozialisten
in Deutschland, die Schoeck sogar den Erwin-von-Steinbach-Preis
der Uni Freiburg verliehen. Dass Schoeck
politisch dem Nationalsozialismus feindlich gegenüberstand,
hinderte den etwas eigenbrötlerischen Künstler
nicht, den Preis anzunehmen. (Nach dem Krieg gereichte
ihm diese vermeintliche Nähe zu Nazideutschland nicht
zum Vorteil...)
Als Schoeck 1957 schwer herzkrank starb, war er einigermaßen
verbittert über den Nichterfolg seines künstlerischen
Wirkens. Dass es nach seinem Tod durchaus
eine ernstzunehmende Schoeck-Renaissance gab, kam
für ihn zu spät. Als Vokalkomponist, der es liebte große
Worte in Musik zu setzen, ließ er die Instrumentalmusik
meist eher als Nebenzweig liegen.
Zu seinen wenigen Instrumentalwerken gehört das
1947 entstandene Cellokonzert. Anders als in seinen
Liedern bemühte Schoeck dafür eher eine neoklassizistische
Klangsprache, durch die Viersätzigkeit rückte er
das Konzert in Richtung Sinfonie oder Suite – in deren
ruhigen Teilen immer wieder der Liedsänger Schoeck
aufleuchtet.
Talent,
Technik,
Schnelligkeit
Ultrapräzision
Paul Juon
Zwei Stücke für Streicher
Als Paul Juon in Vevey am Genfer See starb, hatte die
Schweiz noch kaum begriffen, dass da ein Komponisten-
Juwel spätromantischer Prägung in ihrem Namen geschrieben
hatte. Denn: Juon war zwar Schweizer, in
zweiter Ehe auch mit einer Schweizerin verheiratet.
Doch er war in Russland aufgewachsen, hatte dort
studiert, um dann die meiste Zeit seines Lebens in
Berlin zu wirken – als Professor für Komposition. Dass
er im Herzen ein Schweizer war, mag er selbst nicht
immer gespürt haben … immerhin hat es ihn aber für
seine letzten Lebensjahre dorthin gezogen.
Die 1901 entstandenen Stücke für Streicher sind vor allem
Werke für eine gehobene Laienmusikpflege. In Bearbeitungen
für Klavier betitelte Paul Juon den Satz
Terzen als „Libellenspiel“ und den Tanz als „Auszug
der Musikanten“. Ob dies der besseren Vermarktung
oder inhaltlichen Kriterien geschuldet war, mag jeder
Hörer selbst entscheiden.
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Béla Bartók
Divertimento für Streicher
Béla Bartók ist heute als der wichtigste ungarische
Komponist des 20. Jahrhunderts weltweit berühmt, doch
seine Anfänge waren eher bescheiden: Geboren als Sohn
eines Schuldirektors in einer Kleinstadt im heutigen
Rumänien und durch dessen frühen Tod bald Halbwaise,
lebte Bartók lange nicht auf der Sonnenseite des Lebens.
Mit Mutter und Schwester ging er nach Jugendjahren
u. a. in Pressburg einigermaßen mittellos zum Studium
nach Budapest, wo er Zoltán Kodály kennenlernte, mit
dem er sich nicht nur eng befreundete, sondern auch
über Jahre – bahnbrechend – musikethnologische
Studien trieb. Diese zeitigten wesentliche Erkenntnisse
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(nicht nur) der ungarischen Musik und stellen überhaupt
den – sehr umfangreichen – Grundstein einer
ernsthaften Volksmusikforschung (Ungarns) dar. Sowohl
Bartók als auch Kodály waren sich im Klaren
darüber, dass die ungarische Musik zu Beginn des 20.
Jahrhunderts kaum noch Entwicklungsmöglichkeiten
bot. Ihrer beider Überzeugung, dass neue Wege nur
aus der profunden Kenntnis der Volksmusik als einer
lebendigen und wirklich altersresistenten Quelle
kommen könnten, erwies sich als goldrichtig! Und:
Bartóks eigene Musik wurde von diesen Volkstönen,
ihren eigenen Klangsystemen
und Rhythmen, ihrer eigenen, oft modalen
Melodik stark geprägt. Dazu kam eine beachtliche
Kenntnis der „alten“ (barocken und klassischen) Musik,
die in sein Wirken einfloss. Das nun wieder trug
ihm den Stempel „neoklassizistisch“ ein – eine Kategorisierung,
die allerdings bei Bartók viel zu kurz
greift. Bartók entwickelte vielmehr eine ganz eigene
Klangsprache, die international ihresgleichen sucht.
Nachdem Bartók über lange Jahre seinen Lebensunterhalt
vor allem mit Unterrichten, Konzertieren und
weniger mit Komponieren verdient hatte, ereilte ihn
1918 das Glück, vom großen Wiener Musikverlag Universal
Edition „aufgenommen“ zu werden und nun
konnte er sich – ein rühriges und qualitativ exzellentes
Verlagshaus im Rücken – vor allem der Komposition
widmen und auf das zeitaufwändige Unterrichten
weitgehend verzichten.
Während er in Ungarn damals kaum bekannt war,
lancierte der Chef des Universal-Verlages, Emil Hertzka,
der viel von Bartóks Musik hielt, bald große Erfolge
von Bartóks Musik in Europa und den USA. „Der große
Erfolg des Jahres war für mich, dass es mir gelang, mit
einem erstklassigen Verlag eine auf mehrere Jahre
anberaumte Vereinbarung zu treffen. Die ›Universal
Edition‹ (Wien) hat mir im Januar einen annehmbaren
Antrag gestellt. Nach langwierigen Verhandlungen
haben wir uns in allem geeinigt, und gerade in diesen
Tagen unterschrieb ich den Kontrakt, laut dem in den
nächsten Jahren meine sämtlichen noch unverlegten
und noch zu schreibenden Werke erscheinen werden.
Das ist eine große Sache, denn seit ungefähr sechs
Jahren ist dank der heimischen Verleger nichts von mir
erschienen; auch hat sich bisher kaum ein ausländischer
Verleger mit so einem Angebot an einen ungarischen
Musiker gewendet. […] Dieser Kontrakt ist für alle
Fälle mein bisher größter Erfolg als Komponist.“
(Bartók in einem Brief 1918 an Ioan Busitia)
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Die Machtübernahme der Nationalsozialisten in
Deutschland erfüllte Bartók mit großer Sorge. Auch
positionierte er sich öffentlich gegen verschiedene Entwicklungen,
v. a. gegen die in vorauseilendem Gehorsam
getätigten „Judengesetze“ im Deutschland befreundeten
Ungarn, die Konzerte von jüdischen Künstlern
unmöglich machten. Und auch in Wien, wo er nicht nur
durch den Verlag so viele Jahre Gutes erfahren hatte,
änderte sich das Klima vehement durch den drohenden
und dann vollzogenen „Anschluss“. Als 1937 Hertzka
starb, wandelte sich auch der Geist des Universal Verlages:
1939 kündigte er die Verträge mit Bartók. Dieser
dachte nun oft ans Auswandern, seit 1938 schickte er
bereits wichtige Partituren seiner Werke in die USA.
1939 hatte er allerdings noch einen Auftrag zu erfüllen:
Paul Sacher, großer Schweizer Mäzen und Dirigent sowie
Gründer des Basler Kammerorchesters, hatte ihm einen
weiteren Kompositionsauftrag erteilt – ein Divertimento
zum 10. Geburtstag des Basler Kammerorchesters.
Damit Bartók trotz der unruhigen Zeiten und in Sicherheit
komponieren konnte, kümmerte Sacher sich in
besonderer Weise um „seinen“ Komponisten: „Irgendwie
fühle ich mich wie ein Musiker der alten Zeit; Der
geladene Gast eines Kunstmäzens. Denn hier bin ich, wie
ihr wisst, ganz der Gast der Sacher; Sie kümmern sich um
alles – aus der Ferne. Mit einem Wort, ich lebe allein –
in einem ethnographischen Objekt: einem echten Bauernhaus.
Die Einrichtung hat keinen Charakter, ist aber
so viel besser, weil sie das Nonplusultra in Sachen Komfort
ist. Sie haben mir sogar ein Klavier aus Bern mitbringen
lassen... Glücklicherweise ist die Arbeit gut
verlaufen, und ich habe sie in nur 15 Tagen (ein Stück
von ca. 25 Minuten) fertiggestellt, ich habe sie erst
gestern fertiggestellt... Die Zeitungen sind voll von
militärischen Artikeln, sie haben Verteidigungsmaßnahmen
auf den wichtigeren Pässen getroffen usw. –
militärische Bereitschaft. Ich mache mir auch Sorgen,
ob ich von hier nach Hause kommen kann, wenn dies
oder jenes passiert. Zum Glück kann ich diese Sorge
aus meinem Kopf verbannen, wenn es sein muss...“
Mit seinem Divertimento, in dem er im ersten Satz die
Form des barocken Concerto grosso aufnimmt, im
zweiten Satz die Dissonanzen der Zeit spiegelt und im
dritten Satz in einem tänzerischen Rondo quasi „unterschreibt“,
schuf Bartók eines der wichtigsten Werke für
Streicher im 20. Jahrhundert.
Noch einmal kehrte er kurz nach Hause zurück, um 1940
in die USA auszuwandern, wo er 1945 an Leukämie starb.
Ruth M. Seiler
12
CLAUDIO
BOHÓRQUEZ
13 13
Der in Deutschland geborene Cellist peruanischuruguayischer
Abstammung zählt zu den gefragtesten
Musikern seines Fachs. Als Schüler von Boris Pergamenschikow
war Claudio Bohórquez schon früh bei internationalen
Wettbewerben wie dem Tschaikowsky-
Jugendwettbewerb in Moskau oder dem Rostropowitsch-
Wettbewerb in Paris erfolgreich.
Inzwischen unterrichtet Claudio Bohórquez selbst: Von
2011 bis 2016 war er Professor an der Musikhochschule
Stuttgart, im September 2016 wurde er an die Hochschule
für Musik „Hanns Eisler“ Berlin berufen, an der er
seit 2003 immer wieder als Gastprofessor unterrichtete.
Claudio Bohórquez trat unter anderen mit fast allen
deutschen Rundfunkorchestern sowie mit Orchestern
in Frankreich, Japan und den USA auf. Die vergangenen
Saisons führten ihn zu vielen Festivals, darunter das
Festival Casals in Puerto Rico, das City of London Festival,
das Penderecki-Festival in Warschau oder auch das
Jerusalem International Chamber Music Festival. In den
USA war er u. a. beim Tanglewood, Ravinia und Aspen
Festival sowie beim Hollywood Bowl zu erleben.
Zu den namhaften Dirigenten, mit denen Claudio
Bohórquez bisher arbeitete, zählen Daniel Barenboim,
Christoph Eschenbach, Manfred Honeck, Sir Neville
Marriner, Eiji Oue, Krzysztof Penderecki, Leonard Slatkin,
Tugan Sokhiev, Lothar Zagrosek und David Zinman.
Neben zahlreichen CD-Einspielungen, Rundfunkaufnahmen
und Fernsehauftritten wirkte Claudio Bohórquez
als Interpret für den Soundtrack von Paul Englishby zum
Film „Ten Minutes Older – The Cello“ mit, der weltweit
in den Kinos zu sehen war. Gemeinsam mit dem Maler
Klaus-Peter Kirchner entwickelte Claudio Bohórquez
das Installationsprojekt „Raum für Pablo Casals“ als
Hommage an diesen großen Cellisten.
Claudio Bohórquez spielt ein Violoncello von G. B. Rogeri,
das ihm von der Landeskreditbank Baden-Württemberg
zur Verfügung gestellt wird.
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DOUGLAS
BOSTOCK
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Seit der Konzertsaison 2019/2020 wirkt
Douglas Bostock als Künstlerischer Leiter
und Chefdirigent des Südwestdeutschen
Kammerorchesters Pforzheim.
Zuvor war er von 2001 bis 2019 Chefdirigent – nun
Ehrendirigent – des Schweizer Sinfonieorchesters
Argovia Philharmonic, das er in dieser Zeit mit frischen
Konzepten und innovativen Formaten künstlerisch
erfolgreich in der Orchesterlandschaft positioniert
hat. Weitere Stationen seiner Laufbahn waren die
Karlsbader Symphoniker, die Tschechische Kammerphilharmonie,
die Münchner Symphoniker, das Tokyo
Kosei Wind Orchestra und die Schlossoper Hallwyl.
Douglas Bostocks Repertoire umfasst ein breites
Spektrum vom Barock bis zur Moderne und eine Vielzahl
selten aufgeführter Werke, zeitgenössische Musik
und Opern. Sein Temperament, sein unverkennbarer Stil
und sein Kommunikationstalent machen ihn zu einem
begehrten Gastdirigenten bei führenden Orchestern
in Europa, Amerika und Asien. In Großbritannien
gastierte er u. a. mit den Orchestern der BBC, dem
Royal Philharmonic Orchestra und dem London Philharmonic
Orchestra. Zu seinen weiteren Gastdirigaten
zählen das Radio-Symphonieorchester Prag, die Prager
Symphoniker, die Norddeutsche Philharmonie, das
Stuttgarter Kammerorchester, das National Orchestra
Washington, New Japan Philharmonic, Tokyo City
Philharmonic und viele weitere amerikanische und
japanische Orchester.
Über 100 CD-Produktionen dokumentieren das künstlerische
Profil von Douglas Bostock. Seine Aufnahmen,
darunter die kompletten Orchesterwerke Carl Nielsens,
die Symphonien Robert Schumanns, eine große Reihe
mit britischer Musik, unter anderem viele Ersteinspielungen,
genießen international hohe Anerkennung.
Als renommierter Pädagoge gibt Douglas Bostock
seine Erfahrungen auch an hochbegabte junge
Dirigenten weiter. So war er Gastprofessor an der
Tokyo National University of the Arts, unterrichtet an
weiteren Musikuniversitäten in verschiedenen Ländern
und leitet internationale Meisterklassen.
Mit dem Südwestdeutschen Kammerorchester Pforzheim
konnte Douglas Bostock bereits seit 2013 bei ganz unterschiedlichen
Projekten als Gastdirigent große Erfolge
feiern. Als Künstlerischer Leiter prägt und entwickelt er
nun Klang, Stilistik und Programmatik dieses ebenso
traditionsreichen wie innovativen Ensembles weiter.
16
DAS
SÜDWESTDEUTSCHE
KAMMERORCHESTER
PFORZHEIM
17
Ein frischer und packender musikalischer Zugriff und
stilistische Vielfalt von der Alten bis zur Neuen Musik
– das sind die konstanten Erkennungszeichen des
Südwestdeutschen Kammerorchesters Pforzheim. Das
in der Basis mit vierzehn Streichern aus sieben Nationen
besetzte Ensemble ist eines der ganz wenigen „Fulltime“-
Kammerorchester Europas. So wird eine außergewöhnliche
Homogenität und Flexibilität des Klangbildes
möglich, die auch in größerer Besetzung mit
Bläsern und weiteren Instrumentalisten aus einem
festen Musikerstamm erhalten bleibt.
Gegründet wurde das Südwestdeutsche Kammerorchester
im Jahr 1950 von dem Hindemith-Schüler
Friedrich Tilegant. Rasch fand das Ensemble internationale
Anerkennung: Man sprach vom „Tilegant-
Sound“, der bei den Festspielen in Salzburg, Luzern und
Leipzig und auf weltweiten Konzertreisen zu hören war.
Maurice André, Dietrich Fischer-Dieskau, Frans Brüggen
und Yehudi Menuhin waren nur einige der musikalischen
Größen, mit denen das „Südwestdeutsche“ zusammenarbeitete.
Nach der Tilegant-Ära wurde das Orchester
vor allem durch Paul Angerer, Vladislav Czarnecki,
Sebastian Tewinkel und Timo Handschuh geprägt.
Mit Beginn der Konzertsaison 2019/2020 übernahm der
britische Dirigent Douglas Bostock die künstlerische
Leitung, um seitdem Klang, Stilistik und Programmatik
des Ensembles zu prägen und weiterzuentwickeln.
Auf seinem Erfolgsweg hat das Südwestdeutsche
Kammerorchester neben etlichen Rundfunkaufnahmen
etwa 300 Tonträger eingespielt, von denen eine ganze
Reihe mit internationalen Preisen ausgezeichnet wurden.
Zahlreiche Uraufführungen (Jean Françaix, Harald
Genzmer, Enjott Schneider, Mike Svoboda) belegen
seine Kompetenz auch für die zeitgenössische Musik.
Auch in jüngerer Zeit musizierte das Kammerorchester
mit international bekannten Solisten wie Nigel Kennedy,
Andrea Bocelli, Mischa Maisky, Yuri Bashmet, Christian
Tetzlaff oder Lars Vogt und war in ganz Europa (Festival
Prager Frühling, Schleswig-Holstein-Musikfestival,
Schwetzinger Festspiele, Festival Euro Mediterraneo
Rom, OsterKlang Wien, Sala Verdi Mailand, Auditorio
Nacional Madrid, Berliner Philharmonie), in den USA
und in Japan zu Gast. Daneben erweiterte es seine
Bandbreite durch neue Programmideen und Projekte
in den Bereichen Weltmusik (Giora Feidman), Jazz (Nigel
Kennedy, Sebastian Studnitzky), Crossover (Fools Garden),
Musik und Literatur (Iris Berben, Senta Berger, Hannelore
Hoger), Kabarett (Lars Reichow), Oper (Manfred Honeck)
und Tanz (Nina Corti, Bettina Castaño).
UNSERE NÄCHSTEN
AUFTRITTE
IN DER REGION
19
Samstag, 29. März 2025, 19.00 Uhr
Stuttgart, Leonhardskirche
Franz Schubert: Messe Es-Dur
Maria Taxidou, Sopran; Sarah Kling, Alt;
Andreas Weller, Tenor; Shunya Goto, Bass
Stuttgarter Choristen
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Leitung: Hendrik Haas
Montag, 28. April 2025, 12.00 Uhr
Dienstag, 29. April 2025, 10.00 Uhr und 12.00 Uhr
Mittwoch, 30. April 2025, 10.00 Uhr und 12.00 Uhr
Pforzheim, Kulturhaus Osterfeld
Juri jagt das Musikgespenst
Geschlossene Veranstaltungen für Schulklassen – kein
freier Verkauf
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Juri Tetzlaff, Erzähler
Sonntag, 04. Mai 2025, 15.45 Uhr
Pforzheim, Musikschule
Tag der Musik
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Sonntag, 11. Mai 2025, 18.00 Uhr
Pforzheim, CCP
Muttertagskonzert
Kathy Kelly, Jay Alexander
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Immer aktuelle Informationen – auch zu vielen weiteren
Veranstaltungen, Gastspielen und Tourneen:
www.swdko-pforzheim.de
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DER
FREUNDESKREIS
SÜDWESTDEUTSCHES
KAMMERORCHESTER
PFORZHEIM E.V.
FREUNDESKREIS
Tradition trifft Innovation – diese drei Worte beschreiben
„unser“ Kammerorchester perfekt: die Verankerung in
der reichen klassisch-romantischen Orchestertradition
ebenso wie die Aufgeschlossenheit für spannende Begegnungen
mit Literatur, Jazz, Weltmusik oder Tanz.
Um die erfolgreiche künstlerische Arbeit des Kammerorchesters
für die Stadt Pforzheim und ihre Region weiter
zu ermöglichen und auszubauen, ist privates Engagement
unerlässlich. Im Freundeskreis sammeln sich daher Freunde
und Mäzene, um die kulturellen Aufgaben des Orchesters
ideell und finanziell mitzutragen. Seien Sie dabei!
Der eingetragene und als gemeinnützig anerkannte
Freundeskreis erhebt keine Mitgliedsbeiträge. Für Ihre
steuerlich abzugsfähige Spende nach eigenem Ermessen
erhalten Sie eine Spendenbescheinigung.
Vorstand:
Ilka Knoth (Vorsitzende)
Prof. Dr. Ulrich Jautz, Philippe A. Singer (Stellvertreter)
Michael Hasch (Schatzmeister)
Informationen:
Tel. (0 72 31) 46 46 44
www.swdko-pforzheim.de/freundeskreis
Seien Sie dabei!
HIGHLIGHTS . 04 2025
AUSSTELLUNG: UNTER 10 PROZENT
KÜNSTLERINNEN AUS DER STÄDTISCHEN
SAMMLUNG PFORZHEIM
Pforzheim Galerie, bis 27.07.25
IRISH SPRING
FESTIVAL OF IRISH MUSIC 2025
Kulturhaus Osterfeld, Mi. 09.04.25
THE MAGIC OF QUEEN – CLASSIC
ROCK-CLASSIC-SHOW
Kulturhalle Remchingen, Do. 10.04.25
LIEBLINGSLIEDER
A CAPELLA KONZERT MIT UNDUZO
Uhlandbau Mühlacker, Sa. 12.04.25
SINFONIEKONZERT „MOZART, MON AMI“
WERKE VON MOZART, FARRENC UND BIZET
CongessCentrum Pforzeheim, So. 13.04.25
J.S. BACH: MATTHÄUS-PASSION
ORATORIENCHOR/MOTTETENCHOR/BACHORCHESTER
Stadtkirche Pforzheim, Do. 17..04. + Fr. 18.04.25
Text
HEUTIGE
KONZERTBESETZUNG
VIOLINE I
Friedemann Breuninger, Konzertmeister
Andrzej Brzęcki
Zoltán Martincsek
Marie-Helene Leonhardi
VIOLINE II
Gabriele Etz, Stimmführerin
Eleonore Bodendorff
Vera Kleimann
Claudiu Rupa
VIOLA
Dariusz Wasiak, Solo
Tomasz Korniluk
Cheryl Swoboda
VIOLONCELLO
Benjamin Jupé, Solo
Konstanze Bodamer
KONTRABASS
Simon Wallinger
LEITUNG
Douglas Bostock
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KARTENBÜRO . 07231 - 99 33 40
TURMQUARTIER PFORZHEIM
ALTE MUSIK – NEUE KONZERTREIHE
BACH 300 – CHORÄLE AUS DER JOHANNESPASSION
St. Georgskirche Neuenbürg, Fr. 18.04.25
LEBENDIGES KUNSTHANDWERK
MARKT UND AUSSTELLUNG
Stadthalle + Klosterhof Maulbronn, Sa. 19.04. - Mo. 21.04.25
BRITISH ACCENT
SÜDWESTDEUTSCHES KAMMERORCHESTER PFORZHEIM
CongressCentrum Pforzheim, So. 18.05.25
KULTUR.NORDSCHWARZWALD.DE
KONTAKT
25
Geschäftsstelle
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim
Westliche Karl-Friedrich-Straße 257a
D-75172 Pforzheim
Telefon: (0 72 31) 46 46 44
Telefax: (0 72 31) 46 46 43
info@swdko-pforzheim.de
www.swdko-pforzheim.de
Öffnungszeiten:
Montag/Dienstag/Donnerstag: 10–15 Uhr
Mittwoch/Freitag: 10–12 Uhr
Management
Anna Becker, Geschäftsführende Intendantin
Anne-Katrin Mücke, Chefdisponentin / Leitung KBB
Silvia Arnone, Buchhaltung / Verwaltung
Frau Mätschke, Sekretariat / Verwaltung
Paul Rapp, Werkstudent
Verena Landes, FSJ Kultur
Bankverbindung
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE26 6665 0085 0000 6422 58
BIC: PZHSDE66XXX
11. Brötzinger
Frühlings-
Fest
u.a. mit
Prince Damien
Zeitflug
Damiano Maiolini
Jörg Augenstein
Daisiana
Tanja & Ines
6th Element
Blue Cats
Musikverein-
Dillweißenstein
Leutrumgarde Würm
Öffnungszeiten
Donnerstag - Freitag
12 - 22 Uhr
Samstag - Sonntag
11 - 22 Uhr
Montag „Familientag“
12 - 20 Uhr
3.04.-7.04.25
Im Herzen Brötzingens
IMPRESSUM
Redaktion
Anne-Katrin Mücke
Gestaltung
Landauer Design Management, Pforzheim
Fotos
Jean Laffitau, Peter Adamik, Marco Borggreve,
Regine Landauer, Künstler-Agenturen
Redaktionsschluss
14. März 2025
Druck
Druck + Medien Pforzheim
DANKE ...
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… der Stadt Pforzheim als Orchesterträger,
dem Land Baden-Württemberg als Zuschussgeber,
unserem Freundeskreis,
allen Sponsoren, Förderern und Partnern:
Sonntag, 18. Mai 2025
5
19 Uhr im CongressCentrum Pforzheim, Großer Saal
18 Uhr Konzerteinführung
BRITISH
ACCENT
Sophie Klußmann Sopran
Douglas Bostock Leitung
FREUNDESKREIS
SÜDWESTDEUTSCHES
KAMMERORCHESTER
PFORZHEIM E.V.
Ralph Vaughan Williams Charterhouse Suite
Benjamin Britten Les Illuminations op. 18
Gerald Finzi Romance for strings op. 11
Samuel Coleridge-Taylor Vier Noveletten op. 52
GEBRÜDER SCHAICH STIFTUNG
... und allen weiteren Institutionen und Personen,
die uns finanziell und ideell unterstützen.
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