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Ausgabe 04/2025

Das Magazin für Herisau und Umgebung. Erscheinungsdatum: 2. April 2025

Das Magazin für Herisau und Umgebung. Erscheinungsdatum: 2. April 2025

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Das Magazin für Herisau und Umgebung Ausgabe 4 ⋅ 2. April 2025

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04/2025 Heri-Schau · 3

DIE EISHOCKEYNATI GASTIERT

ZWEIMAL IM SPORTZENTRUM

Am Donnerstag und Freitag, 10. und 11. April,

bestreitet die Schweizer Eishockeynationalmannschaft

im Sportzentrum um jeweils 19.45

Uhr zwei Vorbereitungsspiele für die WM in

Dänemark im Mai. Das Team von Trainer Patrick

Fischer trifft in beiden Partien auf die

Slowakei. «Es hat schon fast Tradition, dass

Länderspiele in Herisau stattfinden», erklärt

Markus Rosenberger, Abteilungsleiter Sport

bei der Gemeinde. «Die letzte Partie fand im

Februar 2020 gegen Deutschland statt, danach

waren die Banden in der Eishalle nicht mehr

für internationale Spiele zugelassen. Diese

konnten wir mittlerweile ersetzen.» Dass die

Schweizer Nationalmannschaft im Sportzentrum

gastiere, verdanke man dem Club 42, der

den SC Herisau in finanzieller und moralischer

Hinsicht unterstütze. «Präsident Markus Bachschmied

hat als langjähriger Torhüter des SC

Herisau sehr gute Verbindungen zum Schweizer

Eishockeyverband», so Rosenberger. «Der

Verband fragte ihn an, ob Herisau interessiert

an den Testspielen sei. Aus vier möglichen Varianten

haben wir dann den Zuschlag erhalten.»

Für die Verantwortlichen des Sportzentrums

und dem Club 42 bedeute die Organisation ein

grosser Aufwand. «Für die beiden Auftritte der

Nationalmannschaft stehen jeweils rund 3500

Plätze zur Verfügung. Wir rechnen damit, dass

wir die Halle füllen. Entsprechend muss einiges

organisiert werden – vom Einlass über das Catering

bis zu den Einlaufkindern, die aus dem

Nachwuchs des SC Herisau stammen.» Während

die slowakische Mannschaft ein Hotel in

Appenzell bezieht, reisen die Schweizer für die

beiden Spiele aus Kloten an. «Leider konnte für

sie keine geeignete Unterkunft in der Region

gefunden werden, welche ausreichend Platz

bot und die notwendigen Anforderungen an

den Komfort erfüllte», erklärt Rosenberger.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer erwarte

trotzdem ein Nationalteam zum Anfassen. «Es

wurden zum Beispiel trotz der Ferienzeit alle

Schulklassen in der Gemeinde zu den Spielen

eingeladen. Es ist etwas ganz Besonderes,

wenn man seine Vorbilder aus der Nähe sehen

kann. Zudem wird es an den Tagen die eine oder

andere Überraschung in den Pausen zwischen

den Dritteln geben.» Als Abteilungsleiter sei er

froh um die Chance, welche die Auftritte der

Nationalmannschaft bieten. «Wir haben in den

letzten Jahren einiges in das Sportzentrum und

speziell auch in die Eishalle investiert: neue

Sitzschalen, neue Sicherheitsbanden, neue Beleuchtung,

neue Entfeuchtungsanlage. Da die

Spiele vom Schweizer Fernsehen übertragen

werden und wir viele Zuschauende erwarten,

haben wir die Chance, uns zu zeigen und auch

die Gemeinde Herisau national und international

zu präsentieren.»

Sergio Dudli

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im April

4. APRIL

Welttag der Schlagzeuger

15. APRIL

Welt-Kunsttag

23. APRIL

Welttag des Buches

In vielen Ländern finden an diesem Tag

Buchaktionen, Lesungen und Veranstaltungen

statt, um Menschen jeden Alters

zu inspirieren, ein Buch in die Hand zu

nehmen. So wird nicht nur die Freude

am Lesen gefeiert, sondern auch die Bedeutung

von Büchern in unserer Gesellschaft

gewürdigt.

29. APRIL

Welttag des Tanzes

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Pflanzen. Diese aktivieren daraufhin

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sie beispielsweise natürliche Feinde von

Pflanzenfressern locken und so die Verteidigung

von Pflanzen unterstützen.

Die Schweizer Nationalmannschaft spielt in Herisau zweimal gegen die Slowakei.

(Bild: zVg.)

Titelbild: Werner Frischkneckt präsidierte

13 Jahre lang die Stiftung Ortsbild Herisau.

(Bild: hst)


4 · Porträt 04/2025

«ICH TRÄUME VON EINEM

MUTIGEREN HERISAU»

Nach 13 Jahren hat Werner Frischknecht das Präsidium der Stiftung Dorfbild Herisau abgegeben.

Ein Blick auf seine Vergangenheit zeigt: Ob privat, als Ingenieur oder Stiftungspräsident

– er hat stets nach vorne geschaut, Potenziale erkannt und Veränderungen angestossen.

Werner Frischknecht wartet bereits im

«Atelier B5» an der Buchenstrasse. Von

aussen wirkt das Atelier unscheinbar, fast

versteckt. Doch wer eintritt, wird von einer

warmen, einladenden Atmosphäre empfangen.

Wände und Böden sind vollständig mit

Holz verkleidet, was dem Raum eine heimelige

Note verleiht. An den Wänden hängen

Gemälde, die den Raum mit Farbe und

Ausdruck füllen. «Kunst und Fotografie haben

mich schon immer beeindruckt», sagt

Werner Frischknecht. Um dieser Faszination

irgendwann selbst nachzugehen, richtete er

sich vor mehreren Jahren ein eigenes Atelier

ein – das Atelier B5. In den vergangenen 13

Jahren, während der Zeit also, in der Frischknecht

die Stiftung Dorfbild Herisau präsidierte,

erfüllten die Räumlichkeiten einen

anderen Zweck. Das Atelier war Treffpunkt.

Einerseits für die Stiftung Dorfbild Herisau,

dann auch für Treffen mit Vertreterinnen

und Vertretern aus der Politik, von Gemeinde

und Kanton – und nicht zuletzt aber auch

für die Familie. Nun hat Regula Ritter das

Präsidium übernommen. Bleibt das Atelier

Stammlokal der Stiftung oder wird es nun

Frischknechts persönlicher Rückzugsort?

«Privat werde ich das Atelier früher oder

später aufgeben. Ob es weiterhin Treffpunkt

der Stiftung bleiben wird, werden meine

Nachfolger entscheiden.»

Der Gedanke sein Amt abzugeben, habe

er schon länger in sich getragen. Der richtige

Zeitpunkt aber habe auf sich warten lassen.

Vor einem Jahr fiel der endgültige Entscheid.

Mit Regula Ritter habe man nun eine optimale

Nachfolge gefunden. «Sie ist die Person,

die es für dieses Amt braucht. Jemand mit

Interesse, Lust und Zeit.» Der Stiftung wird

Frischknecht weiterhin erhalten bleiben – indes

eher in der «Grossvater»-Rolle und als

Stütze, sofern dies seitens der neuen Präsidentin

gewünscht sei.

Blick aufs gesamte Zentrum

Doch zurück zu Werner Frischknechts Geschichte:

Im Februar 2012 übernimmt er die

Präsidentschaft der Stiftung Dorfbild Herisau.

Ob er damals Wunschkandidat gewesen

sei, wisse er nicht, sagt er und schmunzelt.

«Damals liess sich niemand für das Amt finden,

also willigte ich ein. Ich war seit 1994

Mitglied und wusste, dass ich den Fokus der

Stiftung neu setzen wollte.» Dieser habe sich

zuvor vor allem auf bauliche Massnahmen im

Ortszentrum konzentriert. Doch für Frischknecht

sei klar gewesen: Man muss das gesamte

Zentrum ins Visier nehmen, nicht nur

die baulichen Aspekte. Um diesen ganzheitlichen

Ansatz zu verfolgen, sucht er gezielt

neue Stiftungsratsmitglieder und organisiert

gemeinsam mit ihnen verschiedene Aktionen.

Im Juni 2013 ruft die Stiftung «Herisau

– vorwärts!» ins Leben, organisiert in diesem

Zusammenhang gemeinsam mit der

Gemeinde 2014 die Zukunftswerkstatt «Wir

«Mir gefällt

es, freie Hand

zu haben und

zu gestalten.»

sind Herisau!». Ihr Ziel: Die Sensibilisierung

der Bevölkerung für die Entwicklung ihres

Wohnorts. Zudem will die Stiftung das «Wir-

Gefühl» im Dorf stärken. «Deshalb haben wir

die WandelBar entwickelt – ein Ort, an dem

wir Themen aufgreifen, die das Dorf bewegen.»

Die Stiftung wolle nicht nur Bewährtes

bewahren, sondern setze auf eine neue, sinnvolle

Entwicklung im Dorf.

Obstmarkt als grösste Enttäuschung

Dies sei nicht immer einfach gewesen. «Anfangs

musste für eine fruchtende Zusammenarbeit

mit den verschiedenen Interessensgruppen

und Institutionen eine gemeinsame

Vertrauensbasis geschaffen werden.» Auch

das Zusammenbringen von Gemeinde, Gewerbe

und Stiftung Dorfbild sei ein längerer

Prozess gewesen. «Heute sind wir zwar deutlich

weiter, aber es gibt noch immer Luft nach

oben.» Als grösste Enttäuschung nennt Werner

Frischknecht das gescheiterte Projekt

zur Neugestaltung des Obstmarkts. «Nach

der Zukunftswerkstatt haben wir Schritt für

Schritt darauf hingearbeitet – umso schmerzhafter

war das Nein an der Urne. Ich träume

von einem mutigeren Herisau.» Vielleicht sei

die Vision Obstmarkt und Platz eine Schuhnummer

zu gross gewesen. Dennoch bleibt

Frischknecht seinem Grundsatz treu: «Lieber

grosse Ziele setzen. Meist kann man sie erreichen,

wenn sie überzeugen und man dranbleibt.»

Denn: Werner Frischknecht ist ein

vorwärtsgerichteter Mensch. «Ich sehe oft

ungenutztes Potenzial und möchte es ausschöpfen.

Daher war die Stiftung Dorfbild

Herisau für mich das perfekte Umfeld, um

aus voller Überzeugung Projekte für die Gemeinde

zu realisieren – unabhängig und mit

viel Gestaltungsfreiraum.»

Ein politisches Amt reizte ihn nie – obwohl

sich Frischknecht durch sein Engagement in

der Stiftung Dorfbild Herisau stets nahe an

der lokalen Politik bewegt. «In der Politik

geht es oft um Meinungen, Mehrheiten und

Macht, aber selten allein um die Sache. In

der politischen Kommissionsarbeit wurde

mir klar, dass ich kein Parlamentarier bin.»

Ein Politiker müsse Mehrheiten überzeugen,

während er sich als «Unternehmer» sehe

– mit klaren Zielen, die er direkt anpacken

könne. «Mir gefällt es, in Teamarbeit etwas zu

entwickeln und danach freie Hand zu haben,

etwas zu gestalten und aufzubauen.»

Von St. Gallen bis nach Afghanistan

Sein Engagement für das Dorf und den Kanton

– beruflich wie auch privat – empfindet der

heute 77-Jährige als selbstverständlich. Und

das, obwohl er nicht in Herisau aufgewachsen

ist. Seine Kindheit verbringt Werner Frischknecht

mit seinen Eltern und vier Geschwistern

im Westen von St. Gallen. Nach der

Grundschule besucht er die Kantonsschule

St. Gallen. «Ich war kein wirklich guter Mittelschüler.

Alles andere interessierte mich mehr

als die Schule. Auch weil ich nicht wusste, wohin

mein Weg führen sollte.» Erst kurz vor der

Matura weckt ein Vortrag des damaligen Leiters

des St. Galler Meliorations- und Vermessungsamtes

seine Begeisterung für den Beruf

als Kulturingenieur. Von diesem Moment an

steht sein Ziel fest. «Nach einem ordentlichen

Anlauf bestand ich die Matura mit anständigen

Noten – was auch nötig war. Davor waren

meine Mathematiknoten so schlecht, dass

man kaum glauben konnte, dass ich ernsthaft

an der ETH studieren wollte.»

Das Studium an der ETH absolviert Frischknecht

mit Begeisterung. Nach vier Jahren Berufserfahrung

in Weinfelden wächst in ihm der

Wunsch, sein Wissen in einem Entwicklungsland

einzusetzen. «Dieser ging in Erfüllung,

als sich die Gelegenheit ergab, einen Auslandseinsatz

in Afghanistan zu leisten.» Das

Land befindet sich damals in einer politischen

Umbruchphase: Nach dem Sturz des afghanischen

Königs Mohammed Zahir Shah ruft sein

Cousin Mohammad Daoud Khan die Republik

aus. Dies bringt eine umfassende Umgestaltung

mit sich. Das Land soll vorangebracht


04/2025 Porträt · 5

Werner Frischknecht ist seit 1994 Mitglied bei der Stiftung Dorfbild Herisau und ab 2012 deren Präsident.

(Bild: hst)

werden – auch mittels westlicher Unterstützung.

Über ein Schweizer Unternehmen erhält

Frischknecht die Möglichkeit, vor Ort Verbindungsstrassen

zu planen und so zur besseren

Erschliessung des Landes beizutragen. Rückblickend

prägt ihn der viermonatige Aufenthalt

nachhaltig. «Ich durfte Projekte von Grund auf

entwickeln – mit einer unglaublichen Freiheit

und Verantwortung. In Afghanistan hat man

einfach gemacht. Zurück in der Schweiz musste

ich mich wieder mit engen, komplizierten

Bauvorschriften herumschlagen.»

Mit der Zukunft im Fokus

Diese Erfahrung und der gemeinsame

Wunsch des Ehepaars Frischknecht, eine

Familie zu gründen, bewegen ihn zu einer

Umschulung zum Oberstufenlehrer. Von

1979 bis 1982 unterrichtet er an der Sekundarlehramtschule

in St. Gallen, dann

wirkt er als allgemeinbildender Lehrer am

Berufsbildungszentrum Herisau. Parallel

dazu bietet sich ihm hier die Gelegenheit,

ein kleines Büro zu übernehmen und so

seinem ursprünglichen Beruf als Ingenieur

in Teilzeit nachzugehen. Aus dem kleinen

Büro entsteht unter seiner Leitung

in vielen Jahren die Geoinfo AG. Dies ist

der Zeitpunkt, an dem er und seine Frau

sich entscheiden, nach Herisau zu ziehen.

Eine Verbindung zum Dorf hat Werner

Frischknecht bereits seit seiner Kindheit.

Herisau ist nicht nur sein Bürgerort, sondern

auch Geburtsort und Heimat seines

Vaters. Ebenso lebte seine gesamte Verwandtschaft

in Herisau. Besonders in Erinnerung

geblieben sind ihm ein Onkel

– er war Lehrer in der Säge – und eine

Tante, die ihr Elternhaus an der Oberdorfstrasse

bewohnte. Besagtes Haus übernimmt

Werner Frischknecht nach ihrem

Tod, damit es in der Familie bleibt.

Das Gespräch neigt sich dem Ende zu,

der Blick richtet sich in die Zukunft. Wo

sieht sich Werner Frischknecht selbst –

und wo Herisau? «Persönlich hoffe ich

noch immer, dass meine Leidenschaft

fürs Malen und für die Fotografie ihren

Raum findet. Momentan bin ich noch zu

stark abgelenkt. Vielleicht kommt die Zeit

dafür irgendwann, vielleicht auch nicht.»

Projekte hätten sein Leben stets geprägt,

und daran werde sich so schnell wohl

nichts ändern.

Und auch für Herisau wünscht er sich

Bewegung: «Ich hoffe, dass Herisau wieder

mehr Selbstbewusstsein entwickelt,

Freude an sich selbst gewinnt und mit

Stolz voranschreitet. Es soll nicht hinterherhinken,

sondern seinen Platz in der

modernen Zeit finden.» Die Voraussetzungen

dafür seien ideal: «Herisau ist gut

gelegen. Wir müssen nicht grösser werden,

aber kraftvoller und lebendiger. Ich

sehe hier noch viel Potenzial – und setze

meine Hoffnung in die junge Generation.»

Helena Städler


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Dazu kann man jeweils passend zu den Beschwerden eine oder

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bei begleitendem Husten, bei Atemnot oder als

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04/2025 Gemeinde / Glosse · 7

OBSTMARKT: 61 PERSONEN

DISKUTIERTEN AM DIALOG-FORUM

d’Föörbete

Am Donnerstagabend, 21. März, haben 61

Herisauerinnen und Herisauer in einem Dialog-Forum

über die Zukunft von Obstmarkt

und Platz diskutiert. Sie widmeten sich über

zwei Stunden lang wahlweise den sieben

Themen Nutzung, Parkierung, Pflästerung,

Finanzen, Verkehrs- und Wegführung, Möblierung

und Biodiversität. Die zentrale Frage

war, wie das bestehende Projekt «Obstmarkt

& Platz» sowohl inhaltlich als auch

finanziell optimiert werden kann, damit es

bei einer möglichen erneuten Abstimmung

dem Volkswillen entspricht. Die Beiträge der

Teilnehmenden wurden von den moderierenden

Gemeinderätinnen und Gemeinderäten

sowie externen Projektbeauftragten

laufend schriftlich gesammelt. Anschliessend

fassten die Gemeinderätinnen und

Gemeinderäte den Dialog zum jeweiligen

Thema vor dem Plenum kurz zusammen. Gemeindepräsident

Max Eugster bilanzierte:

«Es wurde sehr engagiert, teils kontrovers

und immer respektvoll diskutiert. Viele lobten

beim Abschied den konstruktiven Austausch

mit anderen Herisauerinnen und

Herisauer in einem entspannten Rahmen.

Wir als Gemeinderätinnen und Gemeinderäte

haben vor allem zugehört und ein

breites Stimmungsbild erhalten.» Mit dem

Dialog-Forum im Casino kam die Gemeinde

Herisau einer Petition mit 729 Unterschriften

nach, das Projekt «Obstmarkt & Platz»

mit der Bevölkerung neu zu verhandeln. Die

Impulse aus der Bevölkerung werden nun

ausgewertet, zusammen mit den Inputs

eines separaten Anlasses mit Veranstaltern

und Nutzern des Obstmarktes zum Thema

«Nutzung», den das Ressort Volkswirtschaft

am 25. Februar durchführte. Die Auswertung

fliesst in die Projektüberarbeitung ein. Neben

den Fachleuten soll dabei auch die Begleitgruppe

mit Vertretern von Anstössern,

Gewerbe und Stiftung Dorfbild einbezogen

werden. Schliesslich wird der Gemeinderat

nach sorgfältiger Abwägung und Rücksprache

mit der Projektgruppe und dem Planerteam

entscheiden, ob und in welcher Form

das Projekt «Obstmarkt & Platz 2.0» dem

Einwohnerrat und später der Stimmbevölkerung

unterbreitet werden soll. (gk)

HAARSTRÄUBENDE

DISKUSSIONEN

Ich verwickle mich häufig unfreiwillig in

Diskussionen. Das liegt wohl an meinem

«Ich-muss-da-jetzt-was-sagen»-Syndrom.

Oftmals beginnt es mit einem unbewussten

Kopfschütteln meinerseits – und endet

meistens damit, dass ich mich selbst

inmitten der Diskussion befinde. Oft sind

es die gleichen Themen, die mich zur Gesprächsteilnahme

triggern. Darunter fallen

Migrationspolitik sowie die Gleichstellung

von Mann und Frau – zumal ich persönlich

davon betroffen bin. So geschah es auch vor

einigen Wochen. Dieses Mal unter dem Thema

«Geschlechterungleichheit in der medizinischen

Forschung». Anlass dazu gab ein

Social-Media-Post, der Folgendes beschrieb:

Es gibt mehr Studien über männlichen Haarausfall

als über Endometriose, eine Erkrankung

der Gebärmutter. Eigentlich beginne

ich online keine Diskussionen, zu selten sind

sie zielführend. Je mehr ich mich aber mit

dem Thema auseinandersetzte, desto mehr

drang mein «Ich-muss-da-jetzt-was-sagen»-

Syndrom durch. Das führte zu einem Repost

des Beitrags, was anschliessend in einer Diskussion

mit einem angehenden Arzt mündete.

Der Vergleich sei aus dem Zusammenhang

gerissen und wolle nur provozieren.

Darauf folgte eine Reihe von Argumenten,

die seine Meinung unterstrichen. Es schloss

sich ein Pingpong-Spiel an, bis wir uns darauf

einigten, dass die Geschlechterungleichheit

in der medizinischen Forschung sehr

wohl besteht. Ein Teil des Problems liegt

wahrscheinlich in der historischen Voreingenommenheit

der medizinischen Forschung,

die Männer oft als Standard betrachtet und

Frauen als Abweichung. Nicht darauf einigen

konnten wir uns, wie man am besten auf

diese Problematik aufmerksam macht. Das

Ergebnis war nur so halb befriedigend. Dennoch

war die Diskussion wichtig und richtig.

Gesellschaftliche Veränderungen werden

nicht erreicht, indem man sich gegenseitig

anschweigt. Auch wenn es je nach Thema

mehrere Anläufe und Generationenwechsel

benötigt. Kurz zur Gendermedizin: Informieren

Sie sich über die Symptome für Herzinfarkte,

Schlaganfälle und Osteoporose. Hier

unterscheiden sich die Symptome zwischen

Mann und Frau deutlich – Bewusstsein kann

manchmal Leben retten. (hst)

Die Inputs aus dem Dialog-Forum fliessen in die Projektüberarbeitung mit ein.

(Bild: gk)


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Fabian Unteregger

27. Sept. 2025 Casino Herisau

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26. Dez. 2025 Tonhalle St.Gallen

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01. Mai 2026 Casino Herisau

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04/2025 Gemeinde · 9

FINANZKOMPETENZEN VON

GEMEINDE- UND EINWOHNERRAT

Die Finanzkompetenzen von Gemeinderat

und Einwohnerrat richten sich nach dem

Steuerertrag des Vorjahres. Entsprechend

berechnet die Finanzverwaltung jedes Jahr

neu die Höhe der Finanzkompetenzen. So

kann der Gemeinderat bei nicht gebundenen

Ausgaben im Jahr 2025 zum Beispiel über

neue einmalige Ausgaben bis zum Betrag

von 151'153 Franken selbst entscheiden. Dies

entspricht einem Prozent des Ertrags einer

Steuereinheit des Vorjahres. Zwischen 151'153

Franken und 755'765 Franken ist der Einwohnerrat

zuständig (eins bis fünf Prozent). Darüber

gilt das fakultative Referendum (bis 25

Prozent). Eine obligatorische Volksabstimmung

gibt es, wenn die neue einmalige Ausgabe

3'778'829 Franken übersteigt, also über

25 Prozent des Ertrags einer Steuereinheit

des Jahres 2024 liegt. Für jährliche wiederkehrende

Ausgaben liegen die Beträge tiefer,

beim Gemeinderat beispielsweise bei 37'788

Franken. Im Sinne eines transparenten Umgangs

mit den Gemeindefinanzen hat der

Gemeinderat entschieden, die Finanzkompetenzen

erstmals und fortan öffentlich für

alle zugänglich zu machen. Die Details sowie

weitere spezielle finanzielle Kompetenzen

sind in einer Tabelle zusammengefasst (siehe

QR-Code). (gk)

Zur detaillierten

Finanzkompetenz

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ZEHN UND ZWANZIG JAHRE:

DIENSTJUBILÄEN BEI DER GEMEINDE

Ende März feierten Karin Meiler und Claudio

Roth 20 Jahre in Diensten der Gemeinde

Herisau. Karin Meiler ist als Sachbearbeiterin

Alimentenhilfe angestellt. In dieser

Funktion bevorschusst sie im Namen der

Gemeinde Kinderunterhaltsbeiträge, falls

diese nicht korrekt bezahlt werden. Zum

weiteren Aufgabengebiet gehört es, nicht

korrekt bezahlte Kinder- und Ehegattenunterhaltsbeiträge

sowie Familienzulagen

einzuziehen. Ebenfalls seit 2005 ist Claudio

Roth Mitarbeiter im Werkhof. Er ist ein

Allrounder und verrichtet zudem spezielle

Aufgaben. Im Sommer sind dies zum Beispiel

Markierungsarbeiten auf Strassen und

Parkplätzen und im Winter lackiert er Abfallkübel,

Sitzbänke etc. Auch ist er im Winterdienst

mit einem Kommunalfahrzeug

unterwegs und räumt auf den Trottoirs

den Schnee weg. Seit zehn Jahren arbeiten

ARA-Mitarbeiterin Kathrin Halbeisen und

Remo Tanner, stellvertretender Bereichsleiter

Bauberatungen und Baubewilligungen,

Karin Meiler arbeitet seit 20 Jahren als Sachbearbeiterin Alimentenhilfe.

für die Gemeindeverwaltung. Die Gemeinde

Herisau bedankt sich bei Karin Meiler,

Claudio Roth, Kathrin Halbeisen und Remo

Tanner für ihren Einsatz und wünscht ihnen

weiterhin alles Gute. (gk)

(Bild: gk)

STEUERKRAFT VON HERISAU

SINKT UM SECHS PROZENT

Die Steuerkraft der Ausserrhoder Gemeinden

ist leicht gestiegen. Teufen weist unverändert

die höchste und Schönengrund

neu die tiefste Steuerkraft aus. Herisau als

Gemeinde mit den meistens Einwohnerinnen

und Einwohnern wies eine Abnahme

von sechs Prozent aus. Der Regierungsrat

hat die Steuerkraft 2024 derweil zur Kenntnis

genommen. Im Mittel aller Ausserrhoder

Gemeinden beträgt die Steuerkraft 1156

Franken. Damit hat sie gegenüber dem Vorjahr

um 0,6 Prozent zugenommen. Diese Zunahme

habe ihren Grund in leicht höheren

Steuererträgen bei den natürlichen Personen

und bei den Erbschaftssteuern, heisst es in

einer Mitteilung des Kantons. Die Steuerkraft

variiert in einem Bereich zwischen

2'025 Franken in Teufen und 660 Franken in

Schönengrund. Herisau steht in der Abrechnung

mit 1011 Franken da. Teufen liegt bei 175

Prozent des kantonalen Mittels, was einem

Minus von vier Prozentpunkten gegenüber

des Vorjahres entspricht, während Schönengrund

deren 57 Prozent erreicht. Damit hat

sich die Spannweite erneut leicht reduziert.

Rehetobel legte derweil mit einer Zunahme

von 15,2 Prozent bei der Steuerkraft am

stärksten zu. Bühler hingegen musste mit

einem Minus von 12,2 Prozent den grössten

Rückgang hinnehmen. Die Verbesserung von

Hundwil resultiere aus wesentlich höheren

Erträgen aus Grundstückgewinn- und Handänderungssteuern.

Diese Spezialsteuererträge

seien allerdings in der Regel nicht nachhaltig.

Die Steuerfüsse der Gemeinden lagen

2024 zwischen dem Minimum von 2,6 Einheiten

in Teufen und dem Maximum von 4,7

Einheiten in Hundwil. Die Steuerkraft dient

der Festlegung der Beiträge im kantonalen

Finanzausgleich. Die publizierte Steuerkraft

2024 beinhaltet neben den ordentlichen

Steuern auch die Spezialsteuern. (kk)


April

Moderne Gasheizungen sind nicht nur äusserst sparsam

Sie können mit einem Wärmepumpen-Boiler und/oder

sind neue Gasheizungen technisch bereit für den Einsatz

Schauspiel

Das komische

Theater des

Signore Goldoni

1.4., Lokremise

Schauspiel

Die drei

Räuber

2.4., Grosses Haus

Tanz

Beyond

2./4.4., Lokremise

Konzert

Frühlingsmelancholie

3.4., Tonhalle

Schauspiel

Dramenprozessor

Abschlusspräsentation

4.4., Studio

Musical

Einstein – A

Matter of Time

5./6./26.4.,

Grosses Haus

Konzert

Dance

after Work

9.4., Tonhalle

Schauspiel

Rosamundes

Glück – Wege

in die Liebe

11.4., Studio

Konzert

Palmsonntagskonzert

Matthäus-Passion

12./13.4., Kirche

St.Laurenzen

Schauspiel Mit

Late Night Lok

Der feste Boden

12.4., Studio

Tanz

Oresteia

17./22.4.,

Grosses Haus

Konzert zuGast

SJSO

Frühjahrstournee

2025

17.4., Tonhalle

Oper

Macbeth

23.4., Grosses Haus

Schauspiel

Das Käthchen

von Heilbronn

25./27.4.,

Grosses Haus

Konzert

Krabbelkonzert

27.4., Tonhalle

Konzert

Frank und Franz

27.4., Tonhalle

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04/2025 Kanton /Gemeinde · 11

DAS ZEUGHAUS IM EBNET DIENT BEI

EINEM ENERGIENOTFALL ALS SCHALTZENTRALE

Mitte März führte der Kantonale Führungsstab

(KFS) Appenzell Ausserrhoden eine umfassende

Übung durch, um auf den Ernstfall

eines länger andauernden Stromausfalls vorbereitet

zu sein. Das Szenario eines mehrtägigen

Blackouts wurde im Detail simuliert,

um die Abläufe und die Zusammenarbeit

in der Krisenbewältigung zu optimieren. Im

Mittelpunkt der Übung stand unter anderem

das Zeughaus Ebnet in Herisau, das als Sicherheitszentrum

des Kantons fungiert und

mit einer grossen Tankstelle ausgestattet ist.

Diese wurde während der Übung für mehrere

Stunden mit Notstrom betrieben, um die

Funktionalität unter extremen Bedingungen

zu testen. Das Übungsszenario stellte einen

grossflächigen Stromausfall dar, der weite

Teile Zentraleuropas betraf. Erste Einschätzungen

gingen davon aus, dass die Versorgung

erst nach drei bis fünf Tagen wiederhergestellt

werden könnte. In dieser Situation nahm der

KFS seine Arbeit auf, um eine kantonale Notorganisation

aufzubauen. Dabei wurde auch

das Lage- und Führungszentrum im Zeughaus

Ebnet aktiviert. Neben den kantonalen Stellen

waren auch Mitglieder von 14 Gemeindeführungsstäben,

die Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienste

sowie die Armee eingebunden.

Besonders getestet wurden auch die neuen

Notstromaggregate der Wasserversorgungen

in verschiedenen Gemeinden. Die Übung

zeigte den Beteiligten auf, wie wichtig eine vorausschauende

Planung und Vorbereitung auf

Krisensituationen sind. Der Kanton ist gemäss

einer Mitteilung gut auf solche Ereignisse vorbereitet

und verfügt mit einem einzigartigen

Notstromsystem, dem sogenannten «Roten

Telefon», ein Mittel, um auch bei einem Stromausfall

die Kommunikation aufrechtzuerhalten.

Die erfolgreiche Übung stelle langfristig

sicher, dass im Krisenfall schnell und effektiv

gehandelt werden könne. (kk)

HANDÄNDERUNGEN IM MÄRZ

28.02.2025 Knöpfel Peter und Maria, Gossau (Erwerb:

09.02.2001), an Schiegg Stefan und Alexandra,

Appenzell GB-Nr. 1452, Schulhausstrasse 9;

Wohnhaus Vers. Nr. 671, mit 340 m² Grundstücksfläche

28.02.2025 Brägger Claudia, Pfyn und Fingerle

Anita, Seengen (Erwerb: 04.05.2020), an Häberli

Andreas und Naef Häberli Christine, Bubikon

Stockwerk-GB-Nr. S9366, Scheibe 11; 149/1000

Miteigentum an Grundstück Nr. 3684, mit Sonderrecht

an der 4 1/2-Zimmerwohnung und der

Garage mit Kellerabteil

04.03.2025 Anderegg Ernst, Schönengrund (Erwerb:

04.08.2009), an E. Anderegg Immobilien

GmbH, Herisau AR GB-Nr. 533, Oberdorfstrasse

69; Wohnhaus Vers. Nr. 276, mit 269 m² Grundstücksfläche

05.03.2025 Jörg Alder AG, Herisau AR (Erwerb:

16.06.1989), an Pumaton Finanz AG, Rehetobel

AR GB-Nr. 85, Oberdorfstrasse 26; Wohnhaus

Vers. Nr. 185, mit 258 m² Grundstücksfläche

13.03.2025 Schwarzenbach Nicolo und Doris,

Herisau (Erwerb: 02.06.1998), an Tröndle Ursulina

und Elia, Herisau GB-Nr. 649, Scheffelstrasse

10; Wohnhaus Vers. Nr. 3734, mit 390 m² Grundstücksfläche

19.03.2025 Keller Markus, Spanien, Keller Roger,

Herisau und Keller Katrin, Meiringen (Erwerb:

09.11.2015, 01.03.2019), an Stübi Aiyi, Herisau

Stockwerk-GB-Nr. S10445, Schwellbrunnerstrasse

79c; 75/1000 Miteigentum an Grundstück Nr.

4415, mit Sonderrecht an 3 1/2-Zimmerwohnung

mit Kellerabteil Miteigentums-GB-Nr. M10464,

Schwellbrunnerstrasse; 1/14 Miteigentum an

Grundstück Nr. S10450, (Benützungsrecht an

Autoeinstellplatz)

21.03.2025 Egli Oskar und Doris, Herisau (Erwerb:

17.12.1998), an Egli Philippe und Sabrina, Herisau

und Halter Adrian und Patrizia, Waldkirch GB-Nr.

4552, Hölzli 2784; Wohnhaus Vers. Nr. 2784, mit

1'001 m² Grundstücksfläche

26.03.2025 Kürzi Elsbeth, Herisau (Erwerb:

30.12.1993), an East Group AG, Herisau AR Stockwerk-GB-Nr.

S9047, Untere Steinegg 8; 140/1000

Miteigentum an Grundstück Nr. 3332, mit Sonderrecht

an 4 1/2-Zimmerwohnung mit Kellerabteil

GB-Nr. 3374, Untere Steinegg; Garage Vers. Nr.

3712, mit 32 m² Grundstücksfläche

26.03.2025 Lei Doris, Schaffhausen (Erwerb:

15.12.2011), an RUDO Immo GmbH, Vorderthal SZ

GB-Nr. 3011, Sonnenböhlstrasse 17; Mehrfamilienhaus

Vers. Nr. 3570, mit 1'183 m² Grundstücksfläche

GB-Nr. 3756, Sonnenböhl; mit 100 m² Grundstücksfläche

Zivilstandsnachrichten

Geburten

Özdemir, Ronya, geboren 15. Februar 2025,

Tochter des Özdemir, Bilal und der Özdemir-

Yüzer, Aysel, wohnhaft in Herisau AR

Brunner, Jana, geboren 26. Februar 2025,

Tochter des Brunner, Sandro und der

Brunner-Lang, Nadja Elisabeth, wohnhaft in

Herisau AR

Sila, Sophie Anouk, geboren 9. März 2025,

Tochter des Sila, Andreas und der Sila-Altwegg,

Rahel Johanna, wohnhaft in Herisau AR

Seiler, Emilia Caroline, geboren am 25. Februar

2025, Tochter des Seiler, Christian und

der Seiler-Streule, Fabienne, wohnhaft in

Herisau AR

Sieber, Leana, geboren 5. März 2025, Tochter

des Sieber, Samuel und der Sieber-Forrer,

Katharina, wohnhaft in Herisau AR

Todesfälle

Tanner, Simon Emil, gestorben am 2. März

2025 in Herisau AR, geboren 1963

Koller geb. Häusermann, Edith, gestorben am

6. März 2025 in Herisau AR, geboren 1944

Pinter, Moreno Hans, gestorben am 6. März

2025 in Herisau AR, geboren 1955

Lankau Bünzli, Reingrad, geboren am 8. März

2025 in Herisau AR, geboren 1937

Mannhart, Jvon, gestorben am 9. März 2025

in St. Gallen, geboren 1968

Hug, Hans, gestorben am 10. März 2025 in

Herisau AR, geboren 1941

Rotach geb. Ammann, Silvia, gestorben am 12.

März 2025 in Waldstatt AR, geboren 1951

Künzle geb. Epper, Anna Therese, gestorben am

18. März 2025 in Herisau AR, geboren 1930

Gervais, Marguerite, gestorben am 18. März

2025 in Herisau AR, geboren 1948

Graf geb. Leibundgut, Ruth, gestorben am 20.

März 2025 in St. Gallen, geboren 1950

Kellenberger, Bruno Walter, gestorben am 22.

März 2025 in Stein AR, geboren 1943

Wälte, Rudolf, gestorben am 24. März 2025 in

Herisau AR, geboren 1943

Käser, Heinz, gestorben am 24. März 2025 in

St. Gallen, geboren 1962

Steuble geb. Schwizer, Birgitta Agnes, gestorben

am 24. März 2025 in Herisau AR,

geboren 1944


12 · Interview 04/2025

Präsidentin Roberta Alder übernimmt symbolisch die Fahne der Lesegesellschaft Ramsen von ihrem Vorgänger Rolf Keller.

(Bild: sd)

«LESEGESELLSCHAFTEN SIND

EINE HORIZONTERWEITERUNG»

Roberta Alder ist seit Februar die erste Präsidentin in der 195-jährigen Geschichte der Lesegesellschaft

Ramsen. Im Interview erklären sie und ihr Vorgänger Rolf Keller, was eine

Lesegesellschaft ist und wie sich deren Aufgabe über die Jahrzehnte verändert hat.

Roberta Alder und Rolf Keller, was genau

ist eine Lesegesellschaft?

Rolf Keller: Die Lesegesellschaft Ramsen

wurde 1830 gegründet. Zu der Zeit entstanden

an vielen Orten in der Schweiz solche

Gesellschaften. Sie waren dem Gemeinwohl

verpflichtet und förderten die Bildung innerhalb

der Bevölkerung. Nur mündige und

urteilsfähige Bürgerinnen und Bürger bilden

die Basis für die freiheitliche, bürgerliche

Gesellschaft. Das geschah damals alles in

einer Zeit, als es noch keine politischen Parteien

gab.

Und dabei spielte das Lesen eine zentrale

Rolle? Oder woher stammte der Name?

Rolf Keller: Zur damaligen Zeit war der Zugang

zu Informationen nicht so leicht wie

heute. Bücher und Zeitungen waren teuer,

viele Menschen hatten keinen Zugriff darauf.

Ihre Welt beschränkte sich auf das, was

sich vor der eigenen Haustür abspielte. In

Lesegesellschaften wurden deshalb regelmässig

aus Zeitungsartikeln oder Passagen

aus Büchern vorgelesen, um anschliessend

darüber zu diskutieren. Zudem hielten Mitglieder

Referate aus ihren Wissensgebieten,

über Erlebnisse und Reisen. Die Treffen

sollten dazu dienen, den eigenen Horizont

zu erweitern und andere, neue Sichtweisen

kennezulernen.

Lesegesellschaften verschrieben sich also

der Bildung?

Roberta Alder: Ja, und zwar in vielen verschiedenen

Richtungen und stets unabhängig

von politischen Einflüssen. Es war charakteristisch

für die Lesegesellschaften, dass

zwar über Politik diskutiert wurde, aber immer

sehr liberal und unabhängig. Die Lesegesellschaften

gehören zum immateriellen

Kulturerbe der Schweiz, weil sie eben einen

wichtigen Teil zur Meinungsbildung der Bevölkerung

beitrugen. In dieser expliziten

Form blieben sie übrigens nur im Appenzell

Ausserrhoden erhalten.

Menschen unterhalten sich über Politik,

lesen aus Büchern vor und berichten von

Reisen. Das klingt elitär. Was für Menschen

traten Lesegesellschaften bei?

Roberta Alder: Die Lesegesellschaft Ramsen

war die erste ihrer Art, welche auf dem Lande

von einfachen Leuten wie Bauern, Handwerkern

und Tagelöhnern gegründet wurde.

Es war ihnen wichtig, dass auch die Landbevölkerung

eine Stimme im gesellschaftlichen

und politischen Leben hatte.

Rolf Keller: Bis dahin gab es in unserem Kanton

ausschliesslich in den grösseren Dörfern

Lesegesellschaften. Diese waren allerdings

der Oberschicht vorbehalten. Bei der Gründung

unserer Gesellschaft hingegen wollte

man ganz bewusst für Bürgerinnen und Bürger

aus allen Schichten zugänglich sein. Sie

sollten einen Rahmen für Diskurse zum Zeitgeschehen

und zu gesellschaftspolitschen

Fragen vorfinden. Es ist kein Zufall, dass sich

immer wieder Mitglieder von Lesegesellschaften

für politische Ämter zur Verfügung

stellten.


04/2025 Interview · 13

Die Lesegesellschaft war also sehr liberal.

Wenn wir die heutige Welt betrachten,

entwickelt sie sich in eine andere Richtung.

Wie beobachten Sie das?

Roberta Alder: Ein ursprüngliches Anliegen

der Lesegesellschaften war es, das Gemeinschaftsgefühl

zu fördern. Das steht auch

heute noch in unseren Statuten. Das Zusammenkommen

der Bewohnerinnen und

Bewohner im Weiler Schwänberg und der

nahen Umgebung ist ein zentrales Interesse

der Lesegesellschaft.

Rolf Keller: Den Lesegesellschaften war auch

die Pressefreiheit immer sehr wichtig. Die

Mitglieder setzten sich deshalb für eine unabhängige

Presse ein, die der Meinungsbildung

der Menschen dient. Die Pressefreiheit

wurde in unserer ersten Kantonsverfassung

im Jahr 1834 verankert, nach dem sich unter

anderem unsere Lesegesellschaft dafür eingesetzt

hatte.

Die Bildung wird heute anderweitig sichergestellt.

Welche Funktion erfüllt Ihre

Lesegesellschaft noch?

Roberta Alder: Wir haben in der Zwischenzeit

sicherlich mehr Ähnlichkeiten mit einem

Quartierverein. Aber der Erhalt der ehrwürdigen

Bedeutung der Lesegesellschaft

wird von jeder einzelnen Person gelebt und

weitergegeben. Bei meiner ersten Hauptversammlung

fühlte ich mich ein bisschen wie

in einer Zeitreise.

«Wir wollen

uns gegenseitig

aktuelles Wissen

vermitteln .»

Rolf Keller: Ich finde es wichtig, dass diese

Traditionen bewahrt werden. Natürlich haben

sich unsere Aufgaben als Lesegesellschaft

verändert. Die Weiterbildung unserer

Mitglieder hat nicht mehr denselben

Stellenwert wie noch bei der Gründung vor

knapp 200 Jahren. Für mich steht die Lesegesellschaft

heute unter dem Motto «Voneinander

wissen».

Was bedeutet das?

Rolf Keller: Unser Fokus ist es, eine Gemeinschaft

zu sein, einander zu kennen und uns

gegenseitig spezifisches Wissen zu aktuellen

Themen zu vermitteln. Bei uns lebt zum Beispiel

eine Naturheilpraktikerin im Quartier,

die vieles über einheimische Pflanzenarten

und ihre Wirkung weiss. Gleichzeitig ist die

Gesundheit ein grosses Thema, alle wollen

gesünder leben und wieder näher an der

Natur sein. Also haben wir einen Anlass organisiert,

an dem Interessierte mehr über

die heilenden Kräfte von Pflanzen erfahren

konnten. So lernen unsere Mitglieder nach

wie vor etwas dazu, das ihnen im Alltag weiterhilft

– und das von einer Person aus der

Nachbarschaft.

Es wird nach wie vor Wissen vermittelt?

Rolf Keller: Wenn man voneinander weiss

und Interesse an seinen Mitmenschen zeigt,

ist dies bereichernd. Dank des Internets leben

wir sehr autonom. Aber trotzdem gibt es

spezifische Dinge innerhalb einer Gemeinschaft,

die wertvoll sein können und durch

den direkten Kontakt erlebbar sind. Von

einem Spengler in der Nachbarschaft kann

man lernen, wie man das Dach repariert.

Aber dafür muss man zuerst wissen, dass er

im Haus nebenan lebt.

Spielt die Politik in der Lesegesellschaft

keine Rolle mehr?

Roberta Alder: Die politische Bildung steht

vielleicht nicht mehr im Mittelpunkt, kann

aber nach wie vor thematisiert werden. Bei

der Diskussion der neuen Kantonsverfassung

haben wir das Thema explizit wieder

einmal aufgegriffen und im Rahmen der

Volksdiskussion zur Totalrevision eine Eingabe

gemacht.

Viele Vereine haben Probleme, junge Leute

zu begeistern. Wie steht es um die Lesegesellschaft

Ramsen?

Rolf Keller: Als ich Ende der 80er-Jahre dazustiess,

hatte die Lesegesellschaft knapp

30 Mitglieder. Heute zählen wir fast doppelt

so viele Mitglieder, was eine erfreuliche Entwicklung

ist. Ich würde sagen, dass etwa die

Hälfte davon unter 50 Jahre alt ist. Gerade

Roberta ist sehr aktiv, wenn es darum geht,

neue Mitglieder zu gewinnen.

Roberta Alder: Es ist eine meiner Stärken, auf

Menschen zuzugehen. Wir sind vor 13 Jahren

in das Haus im Schwänberg gezogen, das

nun in vierter Generation von der Familie

Alder bewohnt wird. Ich wollte Teil der Lesegesellschaft

sein, weil es eine hervorragende

Sache ist, um sich zu vernetzen und

die Menschen kennenzulernen – oder eben

voneinander zu wissen, wie Rolf es so schön

gesagt hat. Als Präsidentin ist es mir ein

Anliegen, dass auch Jugendliche dabei sein

können. Sie kennen die Lesegesellschaft von

ihren Eltern, können aber nicht beitreten.

Mal schauen, ob es mir in meiner Amtszeit

gelingt, die jüngere Generation für die Lesegesellschaft

zu motivieren.

Wie wichtig ist es Ihnen, die erste Frau im

Amt zu sein?

Roberta Alder: Es freut mich, dass ich die erste

Frau in der fast 200-jährigen Geschichte

sein darf. Es war einfach an der Zeit, dass ich

als Vize-Präsidentin nach dem Rücktritt von

Rolf diese Verantwortung übernehme. Es freut

mich persönlich schon, wenn nach so langer

Zeit die Türen auch für Frauen offen stehen.

Was hat für Roberta Alder als Nachfolgerin

gesprochen?

Rolf Keller: Sie hat sich von Anfang an mit

grossem Engagement und viel Herz für die

Lesegesellschaft eingesetzt. Ich erinnere mich

gerne an unser Brunnenprojekt im Jahr 2022.

Die Gemeinde und die Schwänberg Stiftung

ermöglichten, dass im Brunnen vor dem Alten

Rathaus wieder Wasser fliesst. Roberta hat damals

mit viel Initiative das Brunnenfest mitgestaltet.

Das hat mich beeindruckt und gefreut.

Zudem war sie Vize-Präsidentin, ihr Nachrücken

war deshalb konsequent und wichtig für

die Zukunft der Lesegesellschaft.

Gibt es Dinge, die Sie als neue Präsidentin

anders machen wollen?

Roberta Alder: Für mich muss der Beitritt in die

Lesegesellschaft so niederschwellig wie möglich

bleiben. Was die Ämter angeht, wünsche

ich mir, dass die Möglichkeit besteht, diese

auch nur für einen kürzeren Zeitraum inne

zu haben. Wenn ich schaue, wie lange einige

Vorstandsmitglieder ihr Amt schon ausüben,

schreckt mich das ab. Gerade in der heutigen

Welt, in der man stets neue Herausforderungen

sucht und sich nicht mehr verpflichten

will. Vielleicht wäre es eine Überlegung, die

Ämter in einem festgelegten Turnus zu belegen.

So wissen alle, dass sie nicht auf Lebzeiten

in ihrem Amt verharren müssen. Aber das

sind bloss erste Überlegungen von mir.

Und wie schwer fiel es dem Vorgänger, sein

Amt abzugeben?

Rolf Keller: Für mich war immer klar, dass ich

die 1200-Jahr-Feier des Schwänbergs organisieren

und erfolgreich über die Bühne bringen

möchte. Da konnten wir im Sommer 2022

ein tolles Fest feiern, das unserer Lesegesellschaft

nochmals Aufmerksamkeit und Schub

im Quartier einbrachte. Das war für mich ein

schöner Abschluss.

Roberta Alder: Und Rolf ist ja nicht einfach

weg. Deshalb bin ich froh, ist er nach wie vor

wichtiger Teil unserer Lesegesellschaft. Von

seiner Erfahrung und seinem unglaublichen

Wissen kann ich sicherlich profitieren. Ich werde

versuchen, noch so viel Wissenswertes wie

möglich von ihm zu erfahren.

Sergio Dudli


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04/2025 Gesellschaft · 15

MARTINA JUCKER ERHÄLT DEN PRIX ZORA

FÜR IHR POLITISCHES ENGAGEMENT

Mitte März wurden in Hundwil von der Frauenzentrale

Appenzellerland acht Frauen aus

den Tätigkeitsbereichen Gesundheit, Gesellschaft,

Politik, Landwirtschaft und Kultur

für ihr Engagement mit dem Prix Zora ausgezeichnet.

Unter ihnen befand sich auch

eine Herisauerin. Mit dem Preis sollen die oft

kaum beachtete Freiwilligenarbeit sichtbar

gemacht und das Engagement für die Allgemeinheit

gewürdigt werden. Nominiert wurden

heuer neun Frauen und Frauengruppen

aus der Region. Ausgezeichnet wurde unter

anderem auch die Herisauerin Martina Jucker.

Sie macht sich als Kantonsrätin und SP-Co-

Präsidentin für Frauen- und Familienanliegen

stark, ist beruflich Musikerin und Vorbild und

Kämpferin für die Vereinbarkeit von Familie

und Beruf. «Für mich ist die Gleichstellung

der Geschlechter noch immer eine Herausforderung»

sagte sie. «Die Ausserrhoder Politik

ist diesbezüglich fortgeschrittener als die

Gesellschaft – zum Beispiel dank des Kinderbetreuungsgesetzes.

Dennoch müssen sich

berufstätige Mütter noch immer rechtfertigen,

dass sie ihre Kinder in der Kita betreuen

lassen.» Die Politikerin nutzte die Plattform,

um Mütter zu ermuntern, politisch aktiv zu

werden. «Es braucht Vorbilder; wir müssen

Frauen stärken und motivieren». In Führungsgremien

brauche es nicht nur Manager, sondern

auch Personen, welche die Bedürfnisse

einer Familie kennen und wissen, was es bedeute,

auf Kinder einzugehen. «Es braucht

viel mehr Frauen, die für Ämter kandidieren.

Wir Frauen sollten mutiger sein.» Den Prix

Zora erhielten weiter: Bernadette Vinzent

aus Appenzell, die unter anderem den Hospiz

Dienst in Appenzell Innerrhoden mitgegründet

hat und zu dessen Finanzierung Flohmärkte

organisiert; Doris Brunner-Zellweger,

die auf ihrem Bauernhof in Urnäsch Tageskinder

betreut, die Festwirtschaft an der Chilbi

sowie den Bauernmarkt organisiert und im

Sommer auf der Alp Käse produziert; die drei

Damen vom «Brocki Gais» – Rahel Stieger

van Dam, Eli Frey und Marianne Gugger-Neff,

die das Warenhaus für Kreislaufwirtschaft

und den informellen Treffpunk vor dem Verschwinden

gerettet haben, sowie die beiden

Enderlin-Schwestern Lucky und Martina,

bekannt als «Enderlin Chicks», die mit ihrer

Musik in nahezu jeder Lebenslage Freude

bringen. (eing.)

Die Herisauer Kantonsrätin, Berufsmusikerin und vierfache Mutter Martina Jucker macht sich für die Anliegen

von Frauen und Familien stark.

(Bild: zVg.)

IN DER MIGROS KANN MAN

BALD BRIEFE VERSCHICKEN

Die Post bietet ab Montag, 28. April, in Herisau

einen zusätzlichen Zugangspunkt an.

Die Postkundinnen und Postkunden können

ab diesem Datum ihre alltäglichen Postgeschäfte

in der Migros an der Gartenstrasse

erledigen. Damit hat die Post eine Nachfolgelösung

für die Ende 2024 aufgehobene

Partnerfiliale beim Bahnhof gefunden.

«In der Migros kann die Postkundschaft an

einer bedienten Theke Briefe und Pakete ins

In- und Aus-land aufgeben und zur Abholung

gemeldete Sendungen entgegennehmen.

Sie kann zudem Einzahlungen mit der Post-

Finance Card und allen gängigen Debitkarten

bargeldlos erledigen und mit der PostFinance

Card Bargeldbezüge bis maximal 500

Franken tätigen», schreibt die Post in einer

Mitteilung. Die Öffnungszeiten in der Migros

seien auch für die Postkundschaft attraktiv.

Denn die Postdienstleistungen stünden

von Montag bis Donnerstag von 7.30 bis 19

Uhr, am Freitag von 7.30 bis 20 Uhr und am

Bald können in der Migros auch Postgeschäfte erledigt werden.

Samstag von 7.30 bis 18 Uhr zur Verfügung.

«Ich freue mich, dass wir unseren Kundinnen

und Kunden mit dem integrierten Zugangspunkt

der Post den Alltag mit einem

zusätzlichen Service erleichtern können», so

Kai Gennerich, Marktleiter der Migros Herisau.

Neben dem neuen Zugangspunkt in

der Migros an der Gartenstrasse könne die

Kundschaft ihre Postgeschäfte wie bis anhin

weiterhin in der eigenbetriebenen Filiale

an der Poststrasse erledigen. Ein My Post

24-Automat an der Gossauerstrasse, an dem

die Kundinnen und Kunden Pakete rund um

die Uhr abholen oder aufgeben können, runde

das Angebot in Herisau ab. (pd)

(Bild: sd)


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04/2025 Chorzfuetter / Gesellschaft · 17

Chorzfuetter

Erarbeitung des Globalbudgets

Der Gemeinderat hat eine Kreditüberschreitung

von 40'000 Franken als Kostendach für

die Erarbeitung eines Globalbudgets mit Leistungsauftrag

für das Sportzentrum bewilligt.

Er stellte seine Absicht, das Globalbudget mit

Leistungsauftrag auf das Rechnungsjahr 2026

umzusetzen, dem Einwohnerrat vor. Der Einwohnerrat

nahm dieses Vorhaben an seiner

Sitzung vom 18. September 2024 unterstützend

zur Kenntnis. Für die Erarbeitung des Globalbudgets

mit Leistungsauftrag war kein Betrag

im Budget 2025 eingestellt worden. (gk)

Marktplatz ab Ende April wieder offen

Das Gasthaus im Marktplatz feiert am

28. April seine Neueröffnung. Nach dem

Konkurs der vorherigen Besitzer übernehmen

mit Chantal Flück und Ivan Klarer die

Wirte des Bergrestaurants Hochkamm über

Schönengrund den Betrieb. Auch die zwölf

Hotelbetten werden künftig wieder angeboten.

Das «Marktplätzli» wird von Montag

bis Samstag am Mittag sowie Donnerstag bis

Samstag auch abends geöffnet sein. An der

Eröffnung wird es Häppchen und eine Weindegustation

geben. (gk)

WECHSEL IM KATHOLISCHEN

KIRCHENVERWALTUNGSRAT

Vor einem Jahr wurden an der Kirchgemeindeversammlung

Massnahmen zur Entlastung

der angespannten Finanzsituation präsentiert.

«Diese trugen dazu bei, dass das

Rechnungsjahr 2024 mit einem Ertragsüberschuss

von rund 17'000 Franken schliesst»,

sagte Roland Reutemann, der Präsident des

Kirchenverwaltungsrates. Knapp 90 Stimmberechtigte

hatten sich Mitte März zur

72. Ordentlichen Kirchgemeindeversammlung

der Katholischen Pfarrei Peter und

Paul im Pfarreiheim eingefunden. Die Personalkosten

lagen rund 40'000 Franken

tiefer als budgetiert. Die Differenz wird

mit Personalaustritten und damit verbundenen

temporären Stellenvakanzen begründet.

Das Budget für 2025 beläuft sich

auf rund 1,98 Millionen Franken und sieht

einen Ertragsüberschuss von 3900 Franken

vor. Der Steuerfuss liegt unverändert

bei 0,47 Einheiten. Mit 106 Austritten im

Jahr 2024 bleibe der Mitgliederschwund

in der Kirchgemeinde eine bedeutende

Herausforderung, sagte Reutemann. Aus

dem Kirchenverwaltungsrat wurde Marcel

Hartmann – ein zweites Mal – verabschiedet.

Er hatte diesem schon von 2008 bis

2016 angehört und war für ein Jahr interimistisch

eingesprungen. Als seine Nachfolgerin

übernimmt Cristina Miguel das Amt

als Verantwortliche des Ressorts Personal.

Sie wurde ebenso gewählt wie die weiteren

Mitglieder des Kirchenverwaltungsrates:

Roland Reutemann (Präsident), Peter

Schraner (Vizepräsident, Kassier), Markus

Alder (Ressort Liegenschaften) und Susanne

Sutter (Ressort Waldstatt). Einstimmig

erteilten die Mitglieder der Kirchenverwaltung

den Auftrag, die Vorbereitung von Reparaturen

an den Bauteilen im Nordosten

der Kirche in Angriff zu nehmen. Im Rückblick

auf das vergangene Jahr bezeichnete

der Präsident den Wegzug von Pfarrer Reto

Oberholzer als einschneidenden Moment.

Das Seelsorgeteam habe zusätzliche Aufgaben

übernommen und externe Priester hätten

ausgeholfen. «Wir sind mit dem Bistum

St.Gallen in intensiven Gesprächen in Bezug

auf eine Lösung. Wenn eine Entscheidung

gefallen ist, werden wir informieren.»

Zu ersetzen gilt es auch das Mesmer-Ehepaar

Niederöst, das nach zehn Jahren an

Ostern verabschiedet wird. Die Nachfolgeregelung

sei in Arbeit. (eing.)

Schnuppertag fürs Armbrsutschiessen

Der Armbrustschützenverein Herisau-Waldstatt

lädt am Samstag, 3. Mai, von 10 bis 14 Uhr

zu einem Schnuppertag ein. Die Sportanlage

befindet sich im Chammerholz, für Getränke

und Verpflegung wird gesorgt. Die Anmeldung

erfolgt an praesident@herisau.oasv.ch.

Der örtliche Armbrustschützenverein konnte

allein im vergangenen Jahr 15 Medaillen an

internationalen Wettkämpfen gewinnen. Am

Schnuppertag bietet sich nun die Chance, angeleitet

von Profis, diese Sportart kennenzulernen.

(eing.)

1965-Jahrgänger laden zum Treffen ein

«60 ist wie 20 – nur mit 40 Jahren Erfahrung!»

Unter diesem Motto lädt der 65er

Jahrgänger-Verein alle Ur-Herisauerinnen

und -Herisauer sowie zugezogene Altersgenossinnen

und -genossen des Jahrgangs 1965

zum jährlichen Treffen am Freitag, 2. Mai ein.

Wer noch keine Einladung erhalten hat, kann

sich unter folgender Mailadreasse anmelden,

um weitere Details zu erhalten: jahrgaenger1965herisau@gmail.com.

Das Treffen verspricht

einen gemütlichen Abend mit Apéro

und Essen. (mitg.)

KONSTANTIN KURASHEV KEHRT

ZUM SC HERISAU ZURÜCK

Der SC Herisau gab im März die Rückkehr

von Konstantin Kurashev als Head Coach

bekannt. Er gehörte bereits in der Saison

2023/2024 zum Staff und kehrt nach kurzer

Abwesenheit ins Appenzellerland zurück.

Der 63-jährige spielte lange in der sowjetischen

Liga und in Juniorennationalteams,

bevor er später nach Davos wechselte. Dort

startete er im Staff von Arno del Curto seine

Trainerlaufbahn, die ihn im Profi- und

Nachwuchsbereich unter anderem zum SC

Bern und nach Russland führte. «Konstantin

Kurashev bringt eine Menge an Erfahrung

mit, sowohl auf nationaler als auch

internationaler Ebene», sagte Sportchef

Matthias Popp. «Wir sind überzeugt, dass

er eine Bereicherung für unser Team und

die Weiterentwicklung der jungen Spieler

sein wird. Er kennt die Anforderungen des

modernen Eishockeys und wird unsere Spieler

mit seiner fachlichen Kompetenz und

seinem Engagement auf das nächste Level

heben.» Mit einem Augenzwinkern ergänzte

der Sportchef: «Eine spannende Frage ist,

ob Konstantins Sohn Philipp vom NHL-Team

der Chicago Blackhawks ebenfalls in naher

Zukunft zum SC Herisau stossen wird. Diesbezüglich

sind noch keine konkreten Informationen

verfügbar.» (eing.)

Sportchef Matthias Popp (links) mit dem neuen Trainer

Konstantin Kurashev.

(Bild: zVg.)


18 · Thema des Monats 04/2025

So feiert Herisau Ostern

Wie feiern die Herisauerinnen und Herisau Ostern? Feiern sie es überhaupt und kennen sie die Bedeutung?

Diesen und weiteren Fragen sind wir in einer Instagram-Umfrage auf dem «de Herisauer»-Profil nachgegangen.

Hier sind die Ergebnisse mit weiteren Fakten rund um Ostern, Ostereier und -nester.

87%

feiern mit

einem Osterfest.

Bei

24%

ist Ostern

religös motiviert.

An Ostern feiern Christen ihr ältestes und wichtigstes Fest –

die Auferstehung Jesu am dritten Tag nach dem Tod am Kreuz.

Im Laufe der Jahrhunderte hat sich Ostern jedoch von einem

rein religiösen Feiertag zu einem kulturellen und kommerziell

geprägten Festtag entwickelt. Vor allem in westlichen Ländern

rückt die religiöse Bedeutung vermehrt in den Hintergrund

und wird vermehrt als gesellschaftliches Ereignis gefeiert.

10%

verteilen mehr Geschenke

als nur ein Osternestli.

Laut swissmade.direct hat sich in der Schweiz die Tradition,

an Ostern grössere Geschenke zu verteilen, in den letzten

Jahrzehnten deutlich verstärkt. Grund dafür sei die steigende

Kommerzialisierung des Osterfestes. Besonders in

westlichen Ländern bringt der Osterhase deshalb nicht nur

Nestchen gefüllt mit Süssigkeiten, sondern auch grössere

Geschenke und Spielsachen. Bei unseren Befragten setzt sich

dieser Trend (noch) nicht durch: 90 Prozent verzichten auf

grössere Geschenke.


04/2025 Thema des Monats · 19

Das absolut Beste an den Ostern finden die Befragten

24% 7% 67% 2%

die freien

Tage

das Fastenbrechen

die Familienfeste

nichts

70%

bemalen und verstecken

ihre Ostereier.

Das Bemalen von Ostereiern hat seinen Ursprung in der

slawischen und germanischen Tradition. In einigen Ländern

wie beispielsweise Polen ist die Kunst des Bemalens von Eiern

so ausgeprägt, dass es als hochgeschätzte Handwerkskunst

gilt. Auch die Farben können spezielle Bedeutungen haben.

In Griechenland werden zum Beispiel rote Eier verwendet,

um das Blut Christi darzustellen und die Bedeutung seiner

Auferstehung zu betonen. Das Suchen nach Ostereiern geht

ebenfalls auf eine alte Tradition zurück. Ihren Ursprung hat

sie wahrscheinlich in heidnischen Bräuchen, bei denen Eier

als Zeichen der Fruchtbarkeit verschenkt wurden. Dass der

Osterhase die Eier versteckt, wurde erst im 18. Jahrhundert

populär.

27%

stellen einen

Osterbaum auf.

Der Osterbaum wird traditionell mit bunten Eiern, Osterhasen,

Blumen und anderen Frühlingssymbolen geschmückt.

Er steht für den Übergang vom Winter zum Frühling, die

Rückkehr des Lichts und die Erneuerung der Natur. Nicht

selten werden dazu auch Zweige von Kirschbäumen verwendet.

Ihre zarten weissen oder rosa Blüten symbolisieren den

Beginn des Frühlings.

Helena Städler


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30 Jahre Monterana

Die Monterana Schule in Degersheim feiert im Schuljahr 2024/2025

ihr 30 – jähriges Bestehen. Grundlage der Arbeit mit den Kindern und

Jugendlichen ist bis heute das selbstgestaltete Lernen und die Fokussierung

auf die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Menschen. In

einem wert- und möglichst stressfreien Umfeld gestalten die Schüler

und Schülerinnen ihren Lernweg selbst, und setzen sich in ihrem

Tempo mit dem Schulstoff und ihren Interessen auseinander. Heute

besuchen ca. 100 Schüler und Schülerinnen aus Degersheim, Herisau

und Umgebung die Monterana. Den Jüngeren steht ein grosses

Aussengelände zur Verfügung, damit auch in der Bewegung, beim

Spielen und in der Natur Erfahrungen gesammelt werden können.

Die Älteren lernen in einem separaten Gebäude, wo der Austausch

über Jugendthemen und aktuelle Geschehnisse im Mittelpunkt

steht. Dabei können sie zwischen klassischem Schulunterricht und

handlungsbezogenen Sequenzen wählen. Das konkrete Handeln in

den Fächern Mathematik und Deutsch mit Montessori-Material gehört

sowohl in der Primar- als auch der Oberstufe zum Lernen. Es hilft

den Schülern und Schülerinnen durch eigenes Erleben und Tätigsein

Themengebiete zu «begreifen». Die Kinder und Jugendlichen können

zudem ihre eigenen Projekte in der schulinternen Werkstatt oder

dem Atelier realisieren.

Die Monterana ist ein unkonventioneller Lern- und Lebensort, an

dem die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler und Schülerinnen

im Mittelpunkt steht. Sie setzen sich in ihrem Tempo mit dem

Schulstoff und ihren Interessen auseinander, sammeln Erfahrungen

im Spiel, in der Bewegung, im Austausch mit Jüngeren & Älteren

oder in der Übernahme reeller Alltagsaufgaben. Das klassische,

schulische Lernen gewinnt auf der Oberstufe immer mehr an Bedeutung.

Für das kommende Schuljahr hat es freie Plätze in der

Spielgruppe sowie der Basis- und Primarstufe. Interessierte Eltern

sind herzlich zu einem Einblicksmorgen eingeladen, um sich über

unser Konzept zu informieren und einen Einblick in unseren Schulalltag

zu erlangen.

Im Jubiläumsjahr öffnen wir unsere Türen und organisieren Veranstaltungen,

zu denen wir Interessierte herzlich einladen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte unserer Homepage:

www.monterana.ch/jubilaeum.


04/2025 Tag der offenen Tür · 21

ZUM 10-JÄHRIGEN JUBILÄUM ÖFFNETE

DIE APPENZELLER DRUCKEREI IHRE TÜREN


22 · Frühlingserwachen 04/2025

Herisauer

Frühlingserwachen

Autoshow

29. und 30. März 2025

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04/2025 Frühlingserwachen · 23

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24 · Gesellschaft / Rezept 04/2025

Rezept

des Monats

RICOTTA-LEMON-

RAVIOLI

Vereinspräsidentin Ingrid Brühwiler führte durch die Hauptversammlung.

HV MUSEUM HERISAU:

HÖHERER BEITRAG UND NEUE PROJEKTE

Ende März fand die jährliche Hauptversammlung

des Historischen Vereins Herisau

und Umgebung im Alten Zeughaus statt.

Rund 30 Personen, darunter Gemeinderat

Glen Aggeler und Pascale Sigg, Verwaltungsratspräsidentin

des Appenzellerland Tourismus

AR, nahmen daran teil. «Obwohl unsere

Sonderausstellung ‹Marketing und Molke›

Anklang fand, nahm die Anzahl der Besucherinnen

und Besucher des Museums Herisau

leider ab», leitete Vereinspräsidentin Ingrid

Brühwiler den Jahresbericht ein. «Auch digitale

Angebote wie das Geo-Coaching auf

dem Robert-Walser-Pfad und das Actionbound-Programm

– eine digitale Schnitzeljagt

– waren 2024 weniger gut besucht. Besser

genutzt wurden hingegen die Webpage

mit 360-Grad-Fotos sowie die QR-Codes im

Museum.»

Finanziell schliesst der Verein 2024 mit

einem Verlust von rund 5‘900 Franken ab,

für 2025 ist ein Defizit von rund 21‘000 Franken

budgetiert. Die Jahresrechnung wurde

einstimmig genehmigt. Der Vorstand wurde

für weitere drei Jahre in Globo wiedergewählt,

ebenso Präsidentin Ingrid Brühwiler.

Die Erhöhung des Mitgliederbeitrags auf

WANDERUNG IM APRIL

(Bild: hst)

30 Franken wurde einstimmig angenommen.

Neu vorgestellt wurde das Projekt «Bildung

in Appenzell Ausserrhoden», das eine umfassende

Sonderausstellung von Mai bis

Dezember 2026 mit Begleitbuch und digitalen

Elementen vorsieht. Ebenso wurde die

Strategie Museum Herisau 2030 behandelt.

Diese sieht unter anderem eine verstärkte

Kommunikation, eine klare Positionierung

sowie einen grösseren Ortsbezug zu Herisau

vor. Zudem sei das Museum auf der Suche

nach Aufsichtspersonal.

Gegen Schluss der Versammlung richtete

sich der Blick in die Zukunft: Der Sommer

2025 steht im Zeichen von Robert Walser.

Zum internationalen Museumstag am

18. Mai wird das Robert-Walser-Zimmer erweitert.

Dazu sind drei szenische Lesungen

geplant. Weiter soll eine kleine Sonderausstellung

alte Ansichten von Herisau zeigen.

Den Abschluss der Versammlung bildete der

Vortrag von Myrta Gegenschatz mit dem Titel

«‹Mir träumte… von grossen Chören, mit

Hunderten von Sängern.› Die Anfangszeit

des Appenzellischen Sängervereins (1824-

1842)», musikalisch begleitet vom Frauenchor

Frohsinn Herisau. (hst)

Zutaten für vier Personen

– 1 Bio-Zitrone

– 250 g Ricotta

– 1 Eigelb

– 130 g geriebener Parmesan

– wenig Salz

– wenig Pfeffer

– 250 ml Vollmilch

– 4 g Gelatine

– 1 Prise Salz

– 1 Zweig Thymian

– fertiger Pastateig

Zubereitung

1. Von der Zitrone die Schale abreiben und

Hälfte des Saft auspressen. Zusammen mit

Ricotta, Eigelb und Käse mischen, danach

würzen.

2. Pastateig entrollen, runde Formen ausstechen,

je ein Teelöffel der Ricottamasse in der

Mitte verteilen, Ränder mit Wasser benetzen

und Ravioli formen. Mit Gabel die Ränder

zudrücken und Ravioli verschliessen. Ravioli

in siedendem Salzwasser etwa vier Minuten

ziehen lassen.

3. Gelatine etwa zehn Minuten in kaltem

Wasser einweichen, Thymianzweig etwas

quetschen. Milch mit Salz und Thymianzweig

aufwallen lassen, vom Herd nehmen und kurz

ziehen lassen. Durch feines Sieb abgiessen.

4. Gelatine ausdrücken und einrühren, mit

Handmixer aufschlagen, bis die Masse etwas

abgekühlt ist. Masse in einen Rahmbläser

füllen, gut schütteln und im Wasserbad

warmstellen. Danach über Ravioli verteilen.

Montag, 21. April

Ostermontag über dem Nebel

Hinter dem Bahnhof von Heiden geht es

in Richtung des versteckten Stausees. Die

Wanderung führt oberhalb von Wolfhalden

entlang und bieten eine herrliche Sicht auf

den Bodensee. Danach wandert die Gruppe

der Klus entlang durch den Frühlingswald

und erreicht schliesslich die Höchi. Im Restaurant

Sonne gibt es Mittagessen, dann

geht es weiter über das Najenriet und den

sagenumwobenen Altenstein zurück nach

Heiden.

Route: Heiden Post – List – Wolfhalden –

Schönenbühl – Lachen – Eggen – Restaurant

Sonne Blatten – Altenstein – Heiden Post

Distanz: 14.4 km; Zeit: 4 1⁄2 Std

Anforderungen: mittel

Treffpunkt: 9.30 Uhr 9410 Heiden, Post,

Bushaltestelle

Rückreise: 17.15 Uhr 9410 Heiden, Post,

Bushaltestelle

Anmeldung bis Samstag, 19. April 2025 19.00

Uhr über www.appenzeller-wanderwege.ch,

per E-Mail an urs.manser@appenzeller-wanderwege.ch

oder per Tel: 079 247 81 09


UNSERE GEMEINDE

Zu Diensten

Die Sozialarbeit als Sicherheitsnetz

Seit Beginn des Jahres ist Anne Herz-Barbey die neue Bereichsleiterin

Jugendsekretariat und Sozialberatung. Sie ist seit

16 Jahren für die Gemeinde tätig und erzählt, weshalb die Arbeit

ihres Teams oft verborgen bleibt und wieso die Einsamkeit immer

mehr Menschen zu schaffen macht.

Das Büro in der Windegg hat niedrige Decken, einen Kachelofen

und verspürt den typischen Charme eines alten Appenzeller Hauses.

Durch die Fenster fällt Sonnenlicht, der Frühling steht vor

der Tür. «Hier in Herisau bin ich aufgewachsen», erzählt Anne

Herz-Barbey. «Mittlerweile wohne ich zwar seit geraumer Zeit

wie vor in der Gemeinde.» Anfang Januar übernahm sie die Stelle

als Bereichsleiterin Jugendsekretariat

und Sozialberatung von Thomas

Schiltknecht, der pensioniert wurde.

«Zuvor war ich die Leiterin des Jugendzentrums,

das ich damals selbst

mitaufbauen und konzipieren durfte.

Nebenbei war ich aber bereits seit

drei Jahren in der Jugendberatung

tätig und die Stellvertreterin von Thomas. Deshalb war es für mich

ein planbarer und geordneter Übergang, nachdem mich der Gemeinderat

zur Nachfolgerin gewählt hat.»

Einsamkeit als Problem

In ihrer neuen Rolle trägt Anne Herz-Barbey die Verantwortung

für die Fachbereiche Jugendzentrum, Sozialberatung, Jugendberatung,

Jugendwohnungen und Mobile Sozialarbeit. «Mir unterstehen

acht Mitarbeitende und zwei Aushilfen, und ich habe die

operative Leitungsfunktion für den ganzen Bereich inne. Das ist

eine grössere Verantwortung als zuvor in meiner Rolle als Leiterin

des Jugendzentrums mit vier Mitarbeitenden. Allerdings kommt

es mir sehr entgegen, dass wir ein eingespieltes und sehr kompetentes

Team sind.» Trotz der neuen Aufgaben nehme die Fallarbeit

mit Jugendlichen nach wie vor den Grossteil ihrer Arbeit ein. In

den letzten Jahren habe vor allem die Komplexität der Fälle zugenommen.

«Es kommt immer öfter vor, dass jemand aufgrund eines

bestimmten Anliegens kommt und sich im Verlauf der Gespräche

herausstellt, dass viele verschiedene Lebensbereiche betroffen

kann es sein, dass dadurch auch die psychische Gesundheit betroffen

ist oder familiäre Krisen auftreten.»

«Unsere präventiven Angebote

verhindern einschneidendere

Massnahmen.»

Die psychische Gesundheit der Bevölkerung habe nicht erst

seit der Pandemie gelitten. «Vor allem junge Menschen sind

einem hohen Leistungsdruck und gesellschaftlichen Erwartungen

ausgesetzt. Dazu kommen die Schattenseiten der Digitalisierung,

die ständige Verfügbarkeit von Informationen

und die Risiken von Social Media: Obwohl wir so gut vernetzt

sind wie nie zuvor, nimmt die Einsamkeit der Menschen eher

zu. Das Leben spielt sich verstärkt im digitalen Raum ab, worunter

sehr viele leiden. Es fehlt an Kontakten, Beziehungen

und richtigen Freundschaften.» Die derzeitige Weltlage mit all

ihren Unsicherheiten trage ebenfalls einen Teil zu den negativen

Entwicklungen bei und löse vor allem bei jungen Menschen

Zukunftsängste aus.

Niederschwelligkeit als Mantra

Laut Anne Herz-Barbey sprechen die Menschen heute offener

über ihre psychische Gesundheit und suchen sich bewusst Hilfe.

«Die Arbeit unseres Bereiches wird manchmal gar nicht richtig

wahrgenommen», sagt sie. «Das liegt daran, dass wir präventiv

arbeiten und die Probleme der Menschen dank niederschwelligen

Angeboten möglichst früh sichtbar werden und gemeinsam angegangen

werden können. So können wir mithelfen, einschneidende

und kostenintensivere Massnahmen für Betroffene zu verhindern.

Mit unseren Beratungen, Jugendwohnungen und der Mobilen Sozialarbeit

haben wir ein breites Angebot,

das Menschen, die durch das

Netz zu fallen drohen, hoffentlich

frühzeitig auffängt.» Um Betroffenen

die Kontaktaufnahme möglichst einfach

zu machen, steht seit Kurzem

auch eine Whatsapp-Nummer zur

Verfügung. «In Zukunft möchten wir

zudem eine Möglichkeit schaffen, uns anonym zu kontaktieren

und erste Fragen zu stellen», erklärt Herz-Barbey. «Es soll keine

Überwindung kosten, den ersten Schritt in Richtung professionelle

Hilfe zu machen. Deshalb machen wir uns immer wieder Gedanken,

wie wir unsere Angebote noch niederschwelliger und jugendgerechter

machen können.»

Anne Herz-Barbey führt als Bereichsleiterin ein Team von zehn

Mitarbeitenden.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 04/25


UNSERE GEMEINDE

Gemeinderat

Über die Schulter geschaut: Sandra Nater-Schönenberger

In loser Folge stellen wir die Mitglieder des Gemeinderats vor.

Den Anfang macht Sandra Nater-Schönenberger: Sie ist seit

2014 Teil des Gremiums und derzeit Vize-Gemeindepräsidentin.

Im Interview spricht sie über ihre Arbeit, zukünftige Baustellen

und über ein Projekt, das Generationen prägen wird.

Für welches Ressort sind Sie im Gemeinderat zuständig?

Seit dem Frühling 2021 stehe ich dem Ressort Hochbau und

Ortsplanung vor. Nebst dem Hochbauamt und der Ortsplanung

bin ich auch für die gesamten Gemeindeliegenschaften zuständig.

Zuvor durfte ich während sieben Jahren Vorsteherin des

Ressorts Soziales sein.

Welche grossen Herausforderungen stellen sich momentan in

Ihrem Ressort?

Es läuft wirklich sehr viel. Beispielsweise treiben wir die Ortsplanungsrevision

voran. Bei diesem Projekt ist im Frühling die

Mitwirkung der Bevölkerung geplant. Aber auch die Schulraumstrategie

2040 ist ein riesiges Thema. Denn der Platzbedarf der

Schule wächst stetig. Die gesamte Siedlungsentwicklung wie

zum Beispiel das Areal Schloss, Schlachthof oder Lindenhof ist

ein weiterer wichtiger Bereich – Zukunftsplanung lässt grüssen.

Doch die wohl grösste Herausforderung ist zurzeit der Bahn- und

Bushof, unser Generationenprojekt.

Wie schaffen Sie es, den Überblick zu behalten?

Viele Projekte laufen parallel, erfordern aber nicht zwingend zur

gleichen Zeit meine Aufmerksamkeit. Nichtsdestotrotz muss

man alle Sitzungen unter einen Hut bringen, koordinieren, planen,

Notwendigkeiten abwägen und/oder Entscheidungen treffen.

Da ist ein optimales Zeitmanagement entscheidend, umso

mehr als ich im Haupterwerb als Finanzfachfrau tätig bin.

Wie sieht Ihre typische Woche als Gemeinderätin aus?

Nebst den Gemeinderatssitzungen alle zwei Wochen stehen

vier bis sechs Mal jährlich die Einwohnerratssitzungen an. Diese

müssen im Vorfeld intensiv geplant werden. Je nach Projekt,

das in einer Woche gerade ansteht, kommen zusätzlich Projektsteuerungssitzungen

dazu. Beispielsweise wurde kürzlich das

Schulhaus Waisenhaus saniert. Da müssen Abklärungen mit

verschiedenen Partnern getroffen werden, die Kosten geprüft

oder Bauvergabungen getätigt werden. Zusätzlich beantworte

ich Emails oder Telefonate. Auch Abendsitzungen oder -anlässe

müssen wöchentlich eingeplant werden.

Serie

Gemeinderat

Warum engagieren Sie sich als

Gemeinderätin?

Einerseits treibt mich die Freude an

der Arbeit mit meinem tollen Team an.

Aber auch die Zusammenarbeit im Gemeinderat

macht Spass – wir funktionieren

super als Gremium. Zudem schätze ich die Möglichkeit, meinen

Beitrag zu wichtigen Themen und Projekten zu leisten, auch ausserhalb

meines Ressorts. Ich setze mich gerne für das Zusammenleben

und die Weiterentwicklung von Herisau ein.

Teil 1

Bekommen Sie Rückmeldungen der Bevölkerung?

Oft agiert man als Gemeinderätin im Hintergrund. Für die meisten

ist meine Arbeit nicht direkt sichtbar. Umso schöner ist es, wenn

ich positives Feedback und Lob erhalte. Aber als Gemeinderätin

oder als Gesamtgremium kann man nie alle zufriedenstellen, dessen

muss man sich bewusst sein – und dies darf auch sein. Ich versuche

täglich, nach bestem Wissen und Gewissen zum Wohl der

Bevölkerung zu arbeiten.

Gerade der Bahnhof Herisau dürfte die Bevölkerung besonders

interessieren. Ist das Ihr Herzensprojekt?

Das würde ich so nicht sagen. Doch dieses Generationenprojekt

ist von grosser Tragweite. Das Bahnhofareal hat ein riesiges Potenzial.

Mit diesem Umbau ermöglichen wir der Gemeinde Herisau

eine enorme Wertsteigerung, von der auch die Bevölkerung direkt

nen

und Herisauer ein Projekt realisieren, das über Generationen

noch wachsen kann und grosse Freude bereiten wird.

Was noch?

Auch ein Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

aus meinem Ressort ist mir wichtig, sind sie doch jene Personen,

die für unsere Gemeinde eine enorme Leistung erbringen.

Viele in meinem Bereich arbeiten «auswärts» wie zum Beispiel

das Unterhaltsteam oder die Hauswartungen. Mit meinem Abteilungsleiter

und anderen Teammitgliedern besprechen wir

mögliche Bauvorhaben, bereiten Gemeinderatsanträge vor und

arbeiten weitere Pendenzen ab. Die kurze Antwort: Es gibt viel

Spannendes zu tun.

Sandra Nater-Schönenberger leitet das Ressort Hochbau und Ortsplanung.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 04/25


UNSERE GEMEINDE

Schule

Unterwegs Richtung «Coco Superstar»

Die Schülerinnen und Schüler üben in der Turnhalle mit David Meili die Lieder.

Herisau hat musikalische Monate vor sich: mit dem Kantonalmusikfest,

dem Jubiläum «100 Jahre Musikverein» und verschiedenen

Musikdarbietungen von Schuleinheiten. Ein Besuch bei den

Musical-Vorbereitungen in der Müli.

85 Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse halten sich in der

Turnhalle Müli auf. «Welche Sprache spricht man bei dir zuhause?»,

fragt David Meili, Vorsteher der Schuleinheit. Die Antworten kommen

rasch und zahlreich. Türkisch, Albanisch, Schweizerdeutsch, Italienisch,

Spanisch, Arabisch, Rumänisch…. Um verschiedene Sprachen

geht es im Lied Nummer fünf, das die Sängerinnen und Sänger in diesem

Moment kennenlernen. «Hello, welcome, bonjour», spricht der

Lehrer den Text vor. Teil für Teil wird geübt, dann die Melodie eingespielt.

Weitere Liedtitel folgen. Seit Beginn des zweiten Semesters

steht der Dienstagnachmittag im Zeichen von Vorbereitungsaktivitäten:

Erarbeitet wird das Musical «Coco Superstar».

In der Gemeinde Herisau stehen in den nächsten Monaten das Kantonalmusikfest

und das Jubiläum «100 Jahre Musikverein» bevor. In

diesem Zusammenhang unterstützt die Musikschule die Schuleinheiten

bei musikalischen Projekten. In mehreren Schulhäusern wird

in diesem «kinderfestlosen» Frühling ein Schwerpunkt auf instrumentale

und/oder sängerische Aktivitäten gelegt.

«Wir sind die Direktorinnen»

Zurück zu den Arbeiten in der Müli. Nach der musikalischen Lektion

in der Turnhalle und einer Pause erfolgt die Fortsetzung des Nachmittags

in Gruppen. Dabei bringen die Schülerinnen und Schüler ihre

Talente in verschiedenen Ateliers zur Geltung. Für diese konnten sie

sich aufgrund von Ausschreibungen bewerben. Die Voraussetzun-

lich

sprechen.» «Ich arbeite lieber im Hintergrund.» «Ich bin gerne

auf der Bühne.» «Ich kann gut gestalten und mit dem Computer

umgehen.» Die Schauspielerinnen und Schauspieler treffen sich an

diesem Nachmittag im Freien. «Wir sind die Direktorinnen», sagen

zwei Mädchen auf dem Weg dorthin. Texte werden gelesen. Lehrerin

Patricia Mitterer gibt Anweisungen. «Wir üben nun die Szene sieben.

Die Künstler kommen dazu: Stellen wir uns richtig auf.» Der Besucher

begibt sich ins Schulhaus. Bei Franziska Ueberwasser, der

Lehrerin für Textiles Werken, werden Shirts bedruckt, Hosen sowie

Schürzen genäht. «Die Hüte sind schon fertig», erzählt ein Mädchen.

Warten bis am 12. und 13. Juni

In einem anderen Zimmer bereiten Schülerinnen und Schüler eine

Zeitung über das Musical vor. Ihr Atelier nennt sich «Werbung/Information».

Einige sind in die Arbeit mit Tablets vertieft. Drei Knaben

besprechen mit dem Schulischen Heilpädagogen Beat Rusterholz

einen «Leitfaden für Interviews». Sie beschäftigen sich mit Fragen

wie: «Was möchten wir über die Probearbeiten erfahren?» «Welche

Person könnte uns interessante Antworten geben?» «Wie fragen wir

freundlich nach, wenn wir etwas nicht verstanden haben?» Im Untergeschoss

erfolgt die Weiterarbeit an Bühnenbild und Plakaten. Den

Hellraumprojektor zurechtzurücken, damit die Projektion mit den

Linien der Vorwoche auf dem Riesenpapier übereinstimmt, erfordert

grosse Sorgfalt. Die Tanzgruppe übt derweil in der Turnhalle.

«Die machen das weitgehend selbstständig», freut sich Lehrer Luka

Miljkovic.

Am folgenden Dienstag geht die Arbeit weiter. Im Refrain des Liedes

Nummer eins heisst es: «Wir sollen warten, immer warten. Nichts als

warten, Mann, das macht mich ganz verrückt!» Am 12. und 13. Juni

präsentieren die Schülerinnen und Schüler aus der Müli ihre Bühnenbilder,

Tänze, Kleider, Texte und Lieder. Dann wird das Musical im katholischen

Pfarreiheim aufgeführt.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 04/25


UNSERE GEMEINDE

Frühling

Der Frühling belebt das Dorf

Auch die Tierwelt im Saumweiher spürt den Frühling.

Das Biotop auf dem Ebnet lädt bei frühlingshaften Temperaturen zum Verweilen ein.

Der Höhenweg bietet bei klarer Sicht einen wunderbaren Ausblick auf die Appenzeller Hügel und den Säntis.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 04/25


UNSERE GEMEINDE

Anlässe

Ostereiersuche im Sportzentrum

Am Ostersonntag ist es wieder so weit: Am 20. April versteckt der Osterhase rund ums Sportzentrum viele Ostereier und lädt alle Kinder aus Herisau und Umge-

eintritt

ins Sportzentrum. Die Suche startet um 15 Uhr beim Parkplatz, es gibt eine kleine Festwirtschaft mit Getränken und Snacks.

Projektticker

Trennsystem-Entwässerung an der Güterstrasse ist erstellt

Die Verbindung der Abwasseranlagen von der St. Gallerstrasse

zum Bahnhofplatz konnte innerhalb eines Kalenderjahres und somit

schneller als erwartet realisiert werden. Nur durch einen Monat

«Weihnachtspause» unterbrochen, kamen die Arbeiten während

des milden Winters zügig voran. Die Strassenbauarbeiten weiter

östlich an der Güterstrasse sind frühestens ab 2028 vorgesehen.

Die Strasse ist deshalb provisorisch instand gestellt. Nun verbleiben

noch verschiedene Werkleitungsanschlüsse an das neue Verwaltungsgebäude

mit Bus-Einstellhalle der Appenzeller Bahnen

AG und der Regiobus AG zu erstellen. Es ist deshalb weiterhin mit

Verkehrsbehinderungen und Fussgängerumleitungen zu rechnen.

In der wärmeren Jahreszeit sind zudem Fertigstellungsarbeiten

und der Deckbelagseinbau von der Verzweigung St. Gallerstrasse/

Güterstrasse bis zur Waisenhausstrasse vorgesehen.

Die provisorisch instand gesetzte Güterstrasse.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 04/25


UNSERE GEMEINDE

Sportzentrum

«Ich will an die Olympischen Spiele»

Ende Februar wurde Nils Brenner Schweizer Meister U14 im Eiskunstlaufen.

Als Mitglied des Eislaufvereins Herisau steht er

jede Woche unzählige Stunden im Sportzentrum auf dem Eis –

und arbeitet auf sein grosses Ziel hin.

Das Eiskunstlaufen liegt der Familie Brenner im Blut. «Meine jüngere

Schwester steht auch schon auf dem Eis, unsere Mutter war

früher auch Eiskunstläuferin und danach Trainerin», erklärt Nils

Brenner. «Als Kind habe ich zuerst andere Sportarten gemacht.

Mit sieben Jahren wollte ich das Eiskunstlaufen dann aber doch

einmal ausprobieren. Es hat mir so viel Spass gemacht, dass ich

danach nichts anderes mehr machen wollte.» Für das geschulte

Auge von Mutter Nicole Brenner zeichnete sich das Talent ihres

Sohnes schnell ab. «Als Elternteil sollte man immer vorsichtig

sein mit solchen Aussagen, weil beim eigenen Kind oft die Objektivität

fehlt», sagt sie. «Aber bei Nils war das Talent sofort zu sehen,

auch wenn er vergleichsweise spät mit dem Eiskunstlauf begonnen

hat. Er hat schnell ein Niveau erreicht, für das andere Kinder

mehrere Jahre brauchen.» Als Mutter sei sie natürlich glücklich,

wenn er in ihre Fussstapfen trete. «Aber mein Mann und ich hätten

Nils auch in jeder anderen Sportart unterstützt.»

Zwischen Eishalle und Unterricht

Der Titel als Schweizer Meister in Adelboden ist der jüngste Erfolg

auf dem Weg von Nils Brenner, der auch bereits dem Nachwuchsnationalkader

angehört. Entsprechend ehrgeizig sind die

Ziele des 13-Jährigen. «Ich will Gold an den Olympischen Spielen

holen», sagt er unverblümt. Dafür investiert er bereits in jungen

Jahren viel Zeit in sein Training. «Ich stehe an sechs Tagen in der

Woche zwei bis drei Stunden in der Eishalle. Neben dem Eis arbeite

ich an meiner Fitness, mache Selbsthypnose und ein neurologisches

Training.» Während er bei der Selbsthypnose das Kurzprogramm

und die Kür im Kopf visualisiere, diene das sogenannte

Neuro-Feedback zur Förderung der Konzentration.

Das hohe Trainingspensum fordert seinen Tribut. Für Nils Brenner

ist es schwierig geworden, am geregelten Schulbetrieb teilzunehmen.

«Da haben wir lange nach einer guten Lösung gesucht

und unter anderem eine Sportschule ausprobiert», erklärt Nicole

Brenner. «Aber je älter Nils wird, desto mehr internationale Wettkämpfe

stehen auf dem Programm. Da brauchen wir als Familie

maximale Flexibilität.» Mittlerweile nehme ihr Sohn an einem privaten

Gruppenunterricht teil, der an zwei Tagen pro Woche und

lichen

Stoff unterrichten mein Mann und ich zuhause. Das macht

vieles einfacher für uns, auch wenn wir lange dafür kämpfen

mussten.» Im Kanton St. Gallen, wo die Familie beheimatet ist,

sei diese Art der Beschulung nach mehreren Gerichtsentscheiden

erst seit knapp drei Jahren möglich.

Das ganze Jahr auf dem Eis

Nils Brenner wird trotz seiner Jugend von einem Ehrgeiz getrieben,

wie man ihn von Spitzensportlerinnen und -sportlern kennt.

Obwohl er an der Schweizer Meisterschaft mit grossem Vorsprung

den Titel gewann, haderte er im Nachgang mit seiner Leistung. «Im

Kurzprogramm bin ich gestürzt. Danach wollte ich es im Training

unbedingt nochmals fehlerfrei absolvieren. Und an einem Wettkampf

in Budapest hat mir die Jury zu viele Punkte gegeben. In der

Schweiz wäre ich dafür viel schlechter bewertet worden.» Demnächst

stehen für Nils Brenner die letzten Wettkämpfe der Saison

an. Die Zeit danach nutzt die Familie, um das Kurzprogramm und

die Kür neu zusammenzustellen. «Es macht immer viel Spass, die

trum

in Herisau. Denn hier können wir das ganze Jahr trainieren,

selbst in den Sommermonaten. Auch dass das Eis regelmässig für

das Eiskunstlaufen aufbereitet wird, ist ein grosser Vorteil gegenüber

anderen Hallen.»

Der 13-jährige Nils Brenner steht sechs Mal pro Woche auf dem Eis.

Schweizer Eishockey-Nati spielt in Herisau

WM-Vorbereitungsspiele der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft

statt. Die Schweiz trifft in beiden Partien auf

die Slowakei. Anspielzeit ist jeweils um 19.45 Uhr. Tickets

des Schweizerischen Eishockeyverbands gekauft werden:

Zu den Tickets

https://shorturl.at/eoF3s

Am Spieltag selbst ist im Sportzentrum eine Abendkasse geöffnet.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 04/25


04/2025 Schule / Gesellschaft · 31

DER DOPPELKINDERGARTEN

IST JETZT OFFIZIELL ERÖFFNET

Am Samstag, 15. März, wurde der Herisauer

Doppelkindergarten Müli offiziell eingeweiht.

Kurz vor 11 Uhr schickten die Kindergartenkinder

bunte Ballons auf die Reise

und gaben so der Einweihung des Doppelkindergarten-Neubaus

einen fröhlichen

Rahmen. Die Ballons wie auch die Schnüre

seien aus biologisch abbaubarem Material,

erklärte Schulleiterin Carol van Willigen.

Die Kinder eröffneten den Anlass mit einem

Lied. «Ein Kindergarten ist mehr als ein

Gebäude», meinte Schulpräsidentin Irene

Hagmann in der Begrüssung. Er sei ein Ort

der Geborgenheit, der Gemeinschaft, der

Entdeckungen. Hier werde gelacht, gespielt

und ab und zu wohl auch ein wenig gestritten.

Der Kindergarten sei enorm wichtig für

die Entwicklung. «Ich wünsche viele schöne

Erlebnisse.» Sandra Nater, ihre Kollegin

vom Gemeinderat, dankte als Ressortchefin

Hochbau allen Beteiligten für ihre Arbeit in

den Bereichen Architektur, Bau und Schule.

Seit dem vergangenen Oktober gehen rund

40 Kinder im neuen Doppelkindergarten ein

und aus. Er ist südöstlich an das bestehende

Schulhaus Müli angebaut und ersetzt die

einstigen Pavillons. Der eine Kindergarten

ist im Sockelgeschoss untergebracht, über

diesem befindet sich der zweite in einem

um 90 Grad gedrehten Obergeschoss. Die

Die Kindergartenkinder liessen zur Eröffnung Ballons steigen.

rund eineinhalbjährige Bauzeit verlief ohne

Zwischenfälle. Zahlreiche Eltern, Geschwister,

Anwohnerinnen und Anwohner, Behörden

und Gäste nahmen interessiert Einblicke

in die Räumlichkeiten. Die Gelegenheit,

sich mit den Verantwortlichen des Neubaus

und der Schule auszutauschen, wurde rege

benützt. (gk)

(Bild: gk)

HAUPTVERSAMMLUNG: CLUB 60PLUS

WÄHLTE NEUE VORSTANDSMITGLIEDER

Am Dienstag, 18. März, begrüsste Präsident

Thomas Bruppacher im frühlingshaft geschmückten

Saal des katholischen Pfarreiheims

rund 130 Mitglieder zur 67. Hauptversammlung

vom Club 60plus Herisau und

Umgebung. Speziell willkommen hiess er

Daumen hoch: Der Vorstand vom Club 60Plus ist nach zwei Rücktritten wieder komplett.

(Bild: zVg.)

den langjährigen ehemaligen Präsidenten

Kurt Bruderer. Der Vizepräsident des Einwohnerrates,

Roman Wäspi, überbrachte die

Grüsse der Gemeinde und wies auf die grosse

gesellschaftliche Bedeutung und Wichtigkeit

der Vereine hin. In einer eindrücklichen

Bilderrückschau liess der Präsident

das vergangene Vereinsjahr nochmals Revue

passieren und erinnerte an Wanderungen,

Velotreffs, Unterhaltungs-Programme,

Mittagstische, Besichtigungen sowie den

Tagesausflug zu den Salinen in Rheinfelden.

Auch ins Berichtsjahr fiel das 50-jährige Bestehen

vom Mittagstreff, das mit einem Ausflug

in den Thurgau gefeiert wurde. Darüber

hinaus erklärte er die Altersstruktur der

etwa 700 Mitglieder. Erfreulicherweise gibt

es darunter auch eine 27-köpfige Gruppe

der «Jungen», nämlich diejenigen zwischen

60 und 64 Jahren. Die statutarischen Traktanden

konnten zügig abgewickelt werden.

Etwas länger verweilte der Präsident bei den

Wahlen. Nach vielen Jahren im Vorstand haben

Elsbeth Frischknecht, verantwortlich

für Besuche und Tischdekorationen, sowie

Vize-Präsidentin Heidi Wyss ihre Rücktritte

eingereicht. Beide wurden von Thomas

Bruppacher mit spürbarer Empathie und

Dankbarkeit würdig verabschiedet. Als neue

Vorstandsmitglieder stellten sich anschliessend

Gabi Rutishauser und Daniel Schläpfer

zur Verfügung. Die Wahl der beiden erfolgte

einstimmig. Zum Abschluss der Hauptversammlung

erfreute Georg Kegel am Klavier

die Anwesenden mit seinem breit gefächerten

Repertoire. (eing.)


32 · Von Gemeindehaus zu Gemeindehaus 04/2025

Blick auf Stein von Norden herkommend.

STEIN: «CHARMANTE GEMEINDE

MIT GEMEINSCHAFTSSINN»

Stein ist nicht irgendein Dorf. Selbstbewusst erklärt sich die jüngste Ausserrhoder Gemeinde

zur «Perle im Appenzellerland». Auf einer kurzweiligen Wanderung nähern wir uns dem «perfekte

Ort für alle, die Natur, Ruhe und das gute Leben lieben».

Der Weg nach Stein – erlauben Sie mir dieses

Wortspiel – ist teilweise steinig. Und ein stetes

Auf und Ab. Das nehmen wir gerne auf

uns, verspricht uns die Steiner Gemeindepräsidentin

am Ende unserer Wanderung doch

einen Ort mit «einem Käse, der so gut ist, dass

selbst die Kühe vor Stolz muhen, und mit einer

Landschaft, die so schön ist, dass selbst Wandermuffel

freiwillig losgehen». Wandermuffel

sind wir nicht und so machen wir uns (freiwillig)

auf den Weg in die Gemeinde, in der etwa

der Leichtathlet Simon Ehammer aufwuchs

oder der Bauernmaler Johannes Müller lebte.

Letzterer, geboren 1806, war Maler, Glaser und

Uhrmacher. Im Buch «Bauernmalerei rund um

den Säntis» ist nachzulesen, er sei ein «Hüterbub»

gewesen und soll das Malen von einem

Handwerksburschen gelernt haben. Johannes

Müller, der 91 Jahre alt wurde, wird in zahlreichen

Publikationen als Nestor oder Doyen

bezeichnet, dessen Malerei als Richtschnur für

die Senntumsmalerei gelte. Er habe das Genre

mit seiner akkuraten Ordnung der Tiere, Menschen,

Häuser in der eigentümlich gestaffelten

Landschaft geprägt.

(Bilder: es)

Grubenmanns letzte Brücke

Doch nun auf in die jüngste Ausserrhoder Gemeinde!

Wie gewohnt starten wir beim Herisauer

Gemeindehaus und gleich geht es das

erste Mal hinauf. Über die Casinotreppe und

den Höhenweg gelangen wir zur Egg, immer

mal wieder mit einem Blick auf das Zentrum

von Herisau oder zum Alpstein. Über den Sedel

und die Wanne spazieren wir hinunter zum

Chammerholz und wieder hinauf zu «Ufem

Berg». Von hier aus haben wir unser Ziel bereits

vor Augen – noch aber trennt uns das tiefe Urnäschtobel.

Es folgt der Abstieg zum «Bären»

und dann der wahrlich steile und steinige Weg

hinunter zum Kubel. Über die gedeckte Holzbrücke

queren wir die Urnäsch und die Gemeindegrenze

zwischen Herisau und Stein. Die

1780 erbaute Kubelbrücke ist die letzte Brücke,

die Hans Ulrich Grubenmann zugeschrieben

wird. 2017 wurde sie totalsaniert. Wie ihre

Schwesterbrücke, welche Herisau über die

Urnäsch mit Hundwil verbindet, wird auch sie,

aufgrund der zahlreichen Texte auf den Querbalken,

«sprechende Brücke» genannt. Den

tiefsten Punkt haben wir nun erreicht – ab

jetzt geht es bergauf. Der Weg führt uns über

Weitenau – wo wir kurz innehalten und den

Gleitschirmfliegenden bei ihren Flugversuchen

zuschauen – über Blatten zum Störgel. Das Bad

Störgel übrigens gilt quasi als «Urquelle» des

Steiner Tourismus, der im frühen 19. Jahrhundert

seinen Anfang nahm.

Hinsetzen und geniessen

Wir machen einen kurzen Abstecher zur «Ganggelibrugg»,

von hier aus können wir im Tobel

die beiden «Hüslibrücken» über den Wattbach

und die Sitter betrachten. Unser Weg führt indes

nicht hinunter, sondern hin-auf. Über Rüti

und durch den Schluchwald erreichen wir den

Dorfplatz von Stein. Wir setzen uns auf eines

der Bänkli, welche den Brunnen umrahmen,

geniessen die Ruhe und den Blick auf die Kirche

von Jakob und Hans Ulrich Grubenmann.

Ihr Baujahr – 1749 – gilt als Gründungsjahr der

Blick zurück auf die Gangelibrugg und die Stadt St. Gallen..

Dorfplatz von Stein.


04/2025 Von Gemeindehaus zu Gemeindehaus · 33

jüngsten Ausserrhoder Gemeinde. Noch im 18.

Jahrhundert, zur Zeit der aufkommenden Textilindustrie,

bildete sich um die Kirche herum

der kleine Ortskern mit den heute denkmalgeschützten

Häusern. Ein Ortskern, der von vielen

Auswärtigen wohl kaum wahrgenommen

wird. Doch gerade dieser Platz widerspiegelt

die Worte der Gemeindepräsidentin Petra Hanel:

«Stein ist ein Ort, an dem die Welt noch in

Ordnung ist und der perfekte Ort für alle, die

Natur, Ruhe und das gute Leben lieben. Hier

gibt es mehr Ruhebänkli als Einwohnerinnen

und Einwohner – okay, das ist vielleicht ein

bisschen übertrieben, aber wer einmal in Stein

war, weiss: Hinsetzen und geniessen ist hier

ein Lifestyle.»

Mit einem Augenzwinkern «warnt» die Gemeindepräsidentin

aber auch: «Vorsicht: Wer

einmal auf einem unserer berühmten Bänkli

sitzt, steht so schnell nicht mehr auf!» Da wir

unser Ziel noch nicht ganz erreicht haben,

müssen wir aber aufstehen und die Oase Dorfplatz

verlassen. Mit einem kleinen Umweg

vorbei an den Volieren des Ornithologischen

Vereins Stein-Hundwil spazieren wir Richtung

Volkskundemuseum und Schaukäserei. Beim

Beschreiben des Wegs fällt auf: In Stein enden

Strassennamen oft nicht auf -strasse. Sie heissen

Dorf, Schnädt, Heimat, Wühr, Langenegg

oder Schedleren. Schachen 42 lautet denn

auch die Adresse des Gemeindehauses, welches

an der Strasse liegt, die Fremde wohl als

Hauptstrasse bezeichnen würden.

Museum und Schaukäserei

Wie charakterisiert die Gemeindepräsidentin

ihre Ortschaft? «Stein ist eine charmante Gemeinde,

die sowohl Ruhe wie auch Gemeinschaftsleben

bietet. Unsere Gemeinde – mit

rund 40 aktiven Vereinen – zeichnet sich durch

eine enge Gemeinschaft aus. Gibt es etwas zu

tun, findet man in der Bevölkerung die nötige

Unterstützung.» Stein sei zudem für seine gute

Erreichbarkeit und die Nähe zu den grösseren

Orten St. Gallen, Herisau und Appenzell bekannt,

was die Gemeinde zu einem angenehmen

Wohnort mache. Die Infrastruktur sei gut

ausgebaut, und es gäbe zahlreiche Möglichkeiten

der Freizeitgestaltung, die sowohl für Einheimische

wie auch für Besuchende attraktiv

seien. Und: «Die Gemeinde hat eine reiche kulturelle

Tradition und bietet verschiedene lokale

Veranstaltungen, die das Gemeinschaftsgefühl

stärken. Einwohnerinnen und Einwohner

sind aktiv in der Pflege von Brauchtum und

Traditionen, was sich in Festen, Märkten und

Ausstellungen widerspiegelt.»

Neben den traditionellen Anlässen wie Silversterchlausen,

Bloch und Viehschau und den

bei Fasnächtlern beliebten Steiner Maskenbällen

sind die Schaukäserei und das Appenzeller

Volkskundemuseum die Steiner Tourismusmagnete.

Die Schliessung des Museums

aufgrund der finanziellen Lage im April 2024

war für viele ein Schock. Seit dem 30. März ist

das Museum jeweils Donnerstagnachmittag, 13

bis 17 Uhr, sowie an speziellen Sonntagen geöffnet.

Das lässt hoffen. Zudem haben die Gemeinde

Stein, die Appenzeller Schaukäserei,

das Appenzeller Volkskunde-Museum und der

Kanton Appenzell Ausserrhoden gemeinsam

eine Absichtserklärung unterschrieben für

eine zukunftsweisende Arealentwicklung im

Dorfzentrum zur wirtschaftlichen Förderung,

Steigerung der Standortattraktivität sowie

zum Schutz des kulturellen Erbes. An unserem

Wandertag hat das Museum geschlossen und

dem traumhaften Wetter zuliebe verzichten

wir auf einen Besuch in der Schaukäserei. Hingegen

spazieren wir noch zum Reservoir hinauf.

Diesen Aussichtspunkt legt uns Petra Hanel

auf die Frage nach ihrem Lieblingsort ans

Herzen. Zudem halte sie sich aufgrund guter

Kindheitserinnerungen gerne in der Nähe der

Listbrücke auf. Sie betont aber, dass sie keinen

speziellen Platz als ihren Lieblingsort bezeichnen

könne. Wir können’s verstehen, sind

wir doch auf unserer Wanderung an so vielen

schönen Flecken vorbeigekommen, dass wir

uns vornehmen, diesen Weg nicht zum letzten

Mal gegangen zu sein – auch wenn er einige

Schweisstropfen forderte.

Für heute aber ist genug gewandert. Für

den Rückweg nehmen wir das Postauto und

überlassen die letzten Worte in diesem Text

Petra Hanel: «Stein liegt perfekt: nah genug

bei St. Gallen, um mal kurz Grossstadtluft zu

schnuppern, aber weit genug weg, um sich danach

wieder ins ruhige Idyll zurückzuziehen.

Denn wir sind nicht irgendein Dorf – wir sind

die Perle im Appenzellerland! Und wer will

schon eine ‹schnöde› Stadt, wenn er eine Perle

haben kann?»

Eva Schläpfer

Unser Weg von Herisau nach Stein.

(Bild: SchweizMobil)

Stein

Herleitung des Ortsnamens gemäss des Lexikons für schweizerische

Gemeindenamen (auszugsweise): Für Stein AR ist von der mittelhochdeutschen

Grundform «bi Steine» auszugehen. Das Benennungsmotiv

ist in diesem Fall nicht eindeutig. Der Name könnte sich auf die «Burg»

im Sonder beziehen. Diese wurde im 13./14. Jahrhundert als Amtsturm

für die Edlen von Hundwil erbaut Die «Burg» wurde 2013 saniert und

zu einem Wohnhaus umgebaut. Sie steht unter Kulturgüterschutz.

Stein ist die jüngste Ausserrhoder Gemeinde und eigenständige seit

1749. Als Untere oder Horgenbühler Rhode war Stein bis 1749 Teil der

Rhode und Kirchhöri Hundwil, hatte aber seit den Appenzeller Kriegen

(1401-1429) eigene politische Behörden. Anstelle der geplanten

Kirchenerweiterung in Hundwil erfolgte 1749 trotz heftiger Proteste

der Oberen Rhode die Abspaltung der Unteren Rhode, nun Stein genannt,

verbunden mit dem Bau einer neuen Kirche und der Trennung

der gemeinsamen Güter.

Tiefster Punkt: 593 m ü. M. (im Kubel)

Höchster Punkt: bis 868 m ü. M. (im Högg)

Fläche: 9,36 km²

Einwohner: 1'496 (31. Dezember 2024)

Einwohnerdichte: 160 Einwohner pro km²


Bauunternehmung

HERISAU

www.stutzag.ch

Rückbau Tiefbau

Umbau Hochbau

Publireportage

Apotheke zur Eiche AG, Platz 10, 9100 Herisau

GERÜSTET GEGEN ZECKEN: IMPFEN IN DER APOTHEKE

Sicher und unkompliziert – wer sollte sich gegen FSME impfen lassen?

Zecken können verschiedene Erreger übertragen und Krankheiten

auslösen. Die zwei wichtigsten sind die Borreliose und die Zeckenenzephalitis,

auch Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) genannt.

Während Borreliose (ausgelöst durch ein Bakterium) mit Antibiotika

behandelt werden kann, gibt es keine spezifische Behandlung

für die Viruserkrankung FSME. Die FSME-Impfung ist die einzige

Lösung, um sich wirksam vor dieser schweren Krankheit zu schützen.

Die gesamte Schweiz (ausser Tessin) gilt als FSME-Risikogebiet, d.h.

Zecken, die das FSME-Virus in sich tragen, sind besonders häufig anzutreffen.

Aus diesem Grund wird die FSME-Impfung allen Personen

empfohlen, die sich in ihrer Freizeit/ beruflichen Tätigkeit (Aufenthalt

im Wald oder in der Natur) dem Risiko eines Zeckenstichs aussetzen.

Kinder werden beim Kinderarzt geimpft, während dies für alle

Personen, die mindestens 16 Jahre alt sind, in Apotheken möglich ist.

Ein vollständiger Impfschutz gegen FSME (3 Injektionen), bietet

Schutz für mindestens 10 Jahre. Auffrischungsimpfungen sind alle

10 Jahre empfohlen. Selbstverständlich kann man sich während des

ganzen Jahres impfen lassen. Der ideale Zeitpunkt für den Beginn

der Impfung ist der Winter/frühe Frühling – so ist der Impfschutz bis

zum Start der Zeckensaison aufgebaut.

Im Kanton AR kann nicht nur die FSME-Impfung in Apotheken verabreicht

werden. In unserem Kanton werden folgende Impfungen in

der Apotheke angeboten:

• Grippe

• Hepatitis A&B

• Tetanus

• Kinderlähmung

• Gürtelrose

• HPV-Impfungen

Terminvereinbarungen sind jederzeit möglich.

Unsere Apothekerinnen Petra Hagel und Kübra Uygun stehen

jederzeit zu Ihrer Verfügung.

Wir freuen uns auf Sie!


04/2025 Politik · 35

SESSIONSBERICHT VON

STÄNDERATSPRÄSIDENT ANDREA CARONI

Manchmal kommt einem auch die Politik

schnell vor: Erst vor dreieinhalb Monaten

wurde mir die Ratsleitung im Ständerat übertragen,

schon sind zwei von vier Sessionen

vorbei. Ich habe grosse Freude an dieser

Aufgabe und bin voller Vorfreude auf die

kommenden zwei Sessionen im Sommer und

Herbst. Schnell verliefen auch die Bundesratswahlen:

Nach dem Rücktritt von Viola

Amherd am 15. Januar hatten Interessenten

unüblich wenig Zeit, um sich Gedanken zu

diesem hohen Amt zu machen. Ebenso wenig

Zeit benötigte die Bundesversammlung dann

am Wahltag, um zu ihrem mit Spannung erwarteten

Entscheid zu kommen. Nach zwei

Wahlgängen stand das Resultat fest: Martin

Pfister wurde am 12.3. zum 123. Bundesrat gewählt.

Bei aller Zahlenmagie ist das Amtsantrittsdatum

(1. April) durchaus ernst gemeint.

Die Wahl wurde wie immer von der Nationalratspräsidentin

geleitet, als Ständeratspräsident

hätte ich allerdings bei ihrem Ausfall

einspringen müssen und hatte dafür die

entsprechenden Briefings absolviert. Anders

aber als bei meinem Vorgänger Hans Altherr

im Jahre 2011 kam es diesmal nicht dazu. Den

Neugewählten erwarten ab jenem Datum

nahezu übermenschliche Aufgaben, so zahlreich

sind die Baustellen in seinem neuen

Departement. Zuvor aber wurde Martin Pfister

in seiner Heimat Baar (ZG) sehr herzlich

gefeiert. Zusammen mit der Nationalratspräsidentin

oblag mir die schöne Aufgabe,

einen grossen Tross von Ratsmitgliedern zu

seinen Ehren nach und dann im festlichen

Umzug durch Baar zu führen. Offen ist, ob

er Zeit finden wird, mit seiner Posaune einmal

in der Bundeshaus-Band mitzuspielen.

Kurz darauf verabschiedeten wir im Rat seine

Vorgängerin Viola Amherd. Ich überreichte

ihr eine Flasche Wein – allerdings für sie

ungewohnt keinen Walliser, sondern meinen

Ausserrhoder Präsidialwein. Natürlich haben

wir auch in dieser Session zahlreiche Geschäfte

bearbeitet, darunter auch all jene, für

die wir im Winter keine Zeit mehr hatten. Da

ich mich als Ratspräsident im Amtsjahr aber

inhaltlich zurückhalte, nur eine kurze Auflistung

der wichtigsten Geschäfte des Ständerates:

Wir diskutierten eine Volksinitiative

zur Individualbesteuerung, besprachen den

PUK-Bericht zum CS-Untergang samt einigen

Vorstössen zur Regulierung, führten eine

ausgiebige Asyldebatte und beschlossen ein

Freihandelsabkommen mit Indien. Neben der

Ratsleitung sind repräsentative Aufgaben ein

wichtiger Teil des Präsidiums. Neben zahlreichen

offiziellen Begegnungen wie dem Neujahrsempfang

des diplomatischen Korps, dem

WEF, dem Regierungsseminar Interlaken, der

Berner Museumsnacht zu Ehren des Ausserrhoders

Carl Lutz sowie zahlreiche Besuche

im Bundeshaus haben die Nationalratspräsidentin

und ich eine gemeinsame Aktion

organisiert: Die «kulinarisch-musikalische

Schweizerreise». Gemeinsam bereisen wir

alle vier Sprachregionen, tauschen uns mit

der Bevölkerung aus und erleben mit jungen

Menschen die Vielfalt der Schweiz. Während

meine Kollegin mit den Jungen kocht, lerne

ich von und mit ihnen lokale Lieder. Das

Essen wie den Gesang präsentieren wir anschliessend

den Gästen vor Ort. Der Start

in Bellinzona war eine grosse Freude, und

die drei Tessiner Lieder, die ich lernte, waren

dank dem superben «Coro Clairière» (weniger

wegen mir) sehr hörfällig. Ich freue mich

bereits sehr auf die weiteren Stationen, im

Juni geht es vorab nach Graubünden.

Andrea Caroni, Ständerat

SESSIONSRÜCKBLICK VON

NATIONALRAT DAVID ZUBERBÜHLER

Die 13. AHV-Rente wird erstmals ab Dezember

2026 ausbezahlt. Das Parlament

hat dafür grünes Licht gegeben, wobei die

Finanzierung noch nicht geregelt ist. Ausbezahlt

wird die 13. Rente am Ende des Jahres

an alle, die im fraglichen Jahr Anspruch

auf eine AHV-Rente haben. Im Nationalrat

wurde zudem kontrovers diskutiert, ob die

über 40 Milliarden Franken AHV-Gelder,

die auf einer US-Bank liegen, zurück in die

Schweiz sollen. Nach 26 Jahren bei einer

Schweizer Bank entschied der AHV-Verwaltungsrat

letztes Jahr, sie in die USA zu

transferieren. Die Wirtschaftskommission

warnte vor Risiken durch Sanktionen oder

US-Einflüsse und forderte eine Rückführung,

doch die Mehrheit lehnte dies ab. Besonders

widersprüchlich wirkt dies bei SP und

Grünen, die gegen den F-35-Kauf sind, aber

keine Bedenken bei der US-Verwahrung der

Altersvorsorge zeigen. Ebenfalls diskutiert

wurde die Bargeld-Initiative. Diese fordert,

dass der Bund die Versorgung mit Banknoten

und Münzen sichert und der Schweizer

Franken nur mit Zustimmung von Volk und

Ständen ersetzt werden kann. Die Initianten

wollen die Währungshoheit beim Bund statt

der SNB. Der Nationalrat lehnte die Initiative

ab und unterstützte den Gegenvorschlag

des Bundesrats. Der Nationalrat lehnte weiter

die «Service-Citoyen-Initiative» ohne

Gegenvorschlag ab. Diese verlangt einen

Bürgerdienst für alle, was laut Nationalrat

die Armee schwächen und den Arbeitsmarkt

belasten würde. Mit Ausnahme der

GLP sprachen sich alle Fraktionen dagegen

aus. Die vorberatende Kommission sah keinen

sicherheitsrelevanten Bedarf für 70'000

Dienstpflichtige. Der Bundesrat lehnte die

Initiative ebenfalls ab und verwies auf jährliche

Kosten von 800 Millionen Franken. Der

Nationalrat lehnt auch die Juso-Initiative für

eine Steuer auf Millionen-Erbschaften sowie

einen Gegenvorschlag klar ab. Die Initiative

fordert eine 50-prozentige Besteuerung von

Nachlässen über 50 Millionen Franken zur

Finanzierung des Klimaschutzes. Gegner

warnten, dass dies Familienunternehmen,

gefährden und zu Verkäufen oder Verlagerungen

ins Ausland führen könnte – mit

negativen Folgen für Arbeitsplätze und Innovation.

Die Linke forderte hingegen, dass

die Reichsten zur Bekämpfung der Klimaschäden

beitragen. National- und Ständerat

haben weiter erste Verschärfungen in der

Asylpolitik beschlossen. Mehrere Motionen

für strengere Massnahmen gegen kriminelle

Asylbewerber wurden angenommen, darunter

der Ausschluss von Straftätern aus dem

Asylverfahren, eingeschränkte Bewegungsfreiheit

für kriminelle Asylsuchende und

ein besserer Datenaustausch bei illegalen

Migranten. Trotz Widerstands von SP-Bundesrat

Beat Jans stimmte eine bürgerliche

Mehrheit aus SVP, FDP und der Mitte dafür.

Die Mitte-Links-Mehrheit im Ständerat

hat meine Motion für einen sofortigen

Zahlungsstopp an die UNRWA abgelehnt

– obwohl der Nationalrat sie im September

deutlich angenommen hatte. Damit fliessen

weiterhin Millionen Schweizer Steuergelder

an ein Hilfswerk, in dessen Schulen Hass,

Gewalt und Antisemitismus gelehrt werden.

Wie soll so eine friedliche Zukunft entstehen?

Der Ständerat hätte ein klares Zeichen

gegen Antisemitismus setzen können, entschied

sich jedoch, den Kopf einzuziehen.

Und das gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus

weltweit zunimmt.

David Zuberbühler, Nationalrat


36 · Bilderseite 04/2025

DAS WAR DIE HERISAUER FASNACHT


04/2025 Veranstaltungen · 37

DAS SIGNUM QUARTETT KEHRT

WIEDER NACH HERISAU ZURÜCK

Nach mehr als drei Jahren tritt das Signum

Quartett wieder in Herisau auf. Der letzte

Auftritt im November 2020 war aufgrund

der Corona-Pandemie nur einem kleinen

Publikum von rund 50 Gästen zugänglich

– nun dürfen sich Musikliebhabende auf

ein unvergessliches Konzert freuen. Am

Mittwoch, 2. April, tritt das Streichmusik.

Ensemble im kleinen Saal des Casino auf

und präsentiert ein erlesenes Programm,

das den Frühling musikalisch begrüsst. Den

Auftakt macht Joseph Haydn mit seinem

Vogel-Quartett (op. 33/3), das mit humorvollen

Vogelstimmen bezaubert. Es folgt

Robert Schumann mit dem Quartett op.

41 Nr. 2, das die Strahlkraft der deutschen

Romantik entfaltet. Den Abschluss bildet

Antonín Dvorák mit seinem Quartett Nr. 13

op. 106, das volle Lebensfreude und Dankbarkeit

ausstrahlt. Das Konzert verspricht

einen Abend voller Emotionen, Virtuosität

und musikalischer Raffinesse, zumal das Signum

Quartett mit seinen Interpretation

der Kammermusik zu den besten seines

Fachs zählt. Das Konzert beginnt um 19.30

Uhr, die Türen öffnen eine halbe Stunde

früher. (eing.)

EIN TRIO FÄNGT DIE KLÄNGE

EINER VERRÜCKTEN EPOCHE EIN

Das musikalische Programm «Klangzauber

der Belle Epoque» lässt eine faszinierende

Zeit wieder aufleben: Zwischen 1871 und

1914 veränderten Erfindungen wie das Automobil,

elektrisches Licht oder das Kino

die Welt. Aber die Arbeit in den Fabriken,

in denen die neuen Wunderdinge hergestellt

wurden, war hart und ungesund.

Über diesen Gegensätzen schwebten die

wunderbaren Melodien dieser Epoche: Sie

stammten unter anderem von Claude Debussy

in Frankreich, Ottorino Respighi in

Italien und Richard Strauss in Deutschland.

Die Sängerin Antonella Lalli, der Akkordeonist

Paolo D’Angelo und die Cellistin

Stefania Verità widmen sich ihnen in ihrem

neuen Programm. Neben der oft melancholisch

gefärbten Klassik kommen auch

leichtere Stücke zum Zug, die damals das

Licht der Welt erblickten: Schlager wie «O

sole mio», Lieder aus dem Moulin Rouge

PROFESSOR BUMMBASTIC PRÄSENTIERT

WISSENSCHAFT ZUM ANFASSEN

Wissenschaft muss nicht trocken sein – sie

kann aufregend, unterhaltsam und voller

Überraschungen stecken. Genau das beweist

Professor Bummbastic am Sonntag,

4. Mai, mit seiner interaktiven Wissenschaftsshow

«Der Supercomputer» ab 14

Uhr im Casino. Raphael Oldani nimmt in

seiner Rolle als Professor ganze Familien

mit auf eine Reise in die Welt der Neurowissenschaften,

Physik und Biologie.

Mit verblüffenden Experimenten zeigt

er, welche erstaunlichen Fähigkeiten das

menschliche Gehirn besitzt und wie sich

Naturphänomene und Technik gegenseitig

beeinflussen. Dabei lässt der Professor

das Publikum mitmachen und selbst experimentieren,

sodass Wissenschaft erlebbar

wird. «Er führt eindrucksvoll vor Augen,

wie faszinierend unser Gehirn funktioniert

in Paris oder Musik aus den Salons. Jedes

Land hatte in dieser Epoche seine Klänge,

seine Atmosphäre und seinen Zauber. Das

Bei Professor Bummbastic erleben Familien spannende Experimente.

Trio wird diesen Tiefgang und die Lebensfreude

auf der Bühne in Erinnerung rufen.

Das Konzert in Herisau findet am Samstag,

5. April, um 20 Uhr in der Stuhlfabrik statt.

Der Eintritt ist frei, es wird eine Kollekte

geben. (eing.)

(v.l.n.r.) Stefania Verità am Violoncello, Sängerin Antonella Lalli und Paolo D’Angelo am Akkordeon. (Bild: zVg.)

und welche unglaublichen Mechanismen

die Natur hervorgebracht hat», heisst es in

einer Mitteilung. «So lernen die Zuschauenden

etwa, dass Schlangen Wärmesensoren

nutzen, Fledermäuse sich mit Echolot

orientieren und fleischfressende Pflanzen

ausgeklügelte Strategien haben, um Beute

zu fangen.» Bei der Show darf auch NAO,

der Roboter-Assistent, nicht fehlen. Tickets

für die Show in Herisau sind erhältlich unter

www.eventfrog.ch. (eing.)

(Bild: zVg.)


38 · Herisauer Wald 04/2025

«DIE JAGD IST TIERFREUNDLICHER

ALS DIE MASSENTIERHALTUNG»

In unserer Serie «Herisauer Wald» widmen wir uns Berufen und Leidenschaften, die im Wald

und der freien Natur stattfinden. Den Anfang macht Jägerin Valeria Vio. Sie erzählt, weshalb

sie auf die Jagd gehen wollte und verrät, was ihr nach einem Abschuss durch den Kopf geht.

«Das kam komplett quer daher», erklärt

Valeria Vio und meint damit ihre Jagdausbildung,

die sie vor knapp einem Jahr erfolgreich

abgeschlossen hat. Weder Freunde

noch Familie – nicht einmal sie selbst – hatten

damit gerechnet. Es sei eher üblich, dass

Personen aus Jagdfamilien diese Prüfung antreten.

Vios Familie hatte rein gar nichts mit

der Jagd am Hut. Und das sei «wahrscheinlich

gerade ein wenig das Spezielle». Einerseits

liege das Jagen nicht in ihrer Familie,

andererseits sei sie beruflich als Geschäftsleitungsassistentin

tätig. Mit ihrer schicken

Bluse, der modernen braunen Brille und

ihrem professionellen Auftreten würden auf

den ersten Blick nur wenige vermuten, dass

sie Jägerin ist.

Schiessen auf 100 Meter

Wie kam sie also zu dem Entschluss, sich für

die aufwendige Ausbildung anzumelden, die

beinahe drei Jahre dauert? Valeria Vio ist

schon lange von Adlern, Falken und anderen

Greifvögeln fasziniert. Sie wollte daher

eigentlich Falknerin werden. Da dafür zwingend

die Jagdausbildung vorliegen muss, war

ihr klar, was sie machen wird – und zwar so

schnell wie möglich. Doch zunächst galt es

für die berufstätige Mutter, die nötige Zeit für

die Prüfung freizuschaufeln. «Ich hatte das

Etwa jeder vierte Jagdschein wird auf eine Frau ausgestellt.

schon sehr lange im Kopf, sicher seit einem

Jahrzehnt. Sobald sich die Möglichkeit ergab,

habe ich sie gepackt», erzählt die Herisauerin

nostalgisch. An die Prüfungs- und Vorbereitungszeit

kann sich Vio noch gut erinnern.

Zuerst habe sie sich im September 2022 auf

die Schiessprüfung vorbereitet, die sie dann

im März 2023 mit Bravour bestanden habe.

Mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht erzählt

sie, wie nervös sie gewesen sei. «Die

Zweifel waren gross, denn wir dürfen uns

beim Schiessen keine Fehler leisten.»

Der erste Teil der Prüfung umfasst folgende

Fächer: Waffen/Munition/Optik, Waffenhandhabung

und das Schiessen selbst.

Wer die Schiessprüfung nicht besteht, wird

nicht zur Theorieprüfung zugelassen. Beim

Schiessen wird zunächst mit dem Jagdgewehr

aus einer Distanz von 100 Meter auf

die sogenannte internationale Rehscheibe

mit 10-Punkte-Einteilung geschossen. Dabei

müssen die Absolventinnen und Absolventen

mit fünf Schüssen die Mindestanzahl

von 42 Punkten erreichen Der zweite Teil,

das Schiessen mit der Schrotflinte, wird auf

der Kipphasenanlage absolviert. Hier wird

aus einer Distanz von 35 Metern auf einen

dreiteiligen Laufhasen gezielt. Von zehn Versuchen

müssen mindestens sieben sitzen.

Die Schiessprüfung erfordert viel Präzision

(Bilder: sf)

und auch einen gewissen Grad an Kraft

und innerer Ruhe, denn es gibt keine Stützen,

Kissen oder andere Hilfsmittel. Beim

Kugelschuss mit dem Gewehr ist teilweise

die «angestrichene Stellung» erlaubt, das

bedeutet, man darf sich zur besseren Stabilität

an einen Pfosten anlehnen. «Mit der

schweren Flinte hingegen muss der Schuss

stehend frei abgegeben werden», erklärt

Vio. «Und so eine Waffe kann für untrainierte

Arme ganz schön schwer werden.» Sie

sei erleichtert gewesen, als sie es geschafft

habe. Ihre beiden Ausbildner hätten mit den

Händen vor dem Gesicht mitgefiebert. Da

Vio ihre Treffer nicht sehen konnte, habe sie

«Die Natur

bleibt dank

der Jagd im

Gleichgewicht.»

sich nach jedem Schuss zu ihnen umgedreht.

«Sie haben immer wieder begeistert und

trotzdem nervös genickt. Als ich das letzte

Nicken sah und verstand, dass ich bestanden

habe, blieb mir gerade noch Zeit, mein Gewehr

zu sichern, bevor meine Knie nachgaben.

Ich war vor Freude überwältigt.»

Das natürliche Gleichgewicht

Die Prüfung sei für sie das Happigste gewesen.

«Aber danach dachte ich, dass mich

nichts mehr bremsen kann.» Und so kam es,

dass sie ein Jahr später und nach vielen Stunden

des Lernens auch den zweiten, theoretischen

Teil der Prüfung bestand. Im September

2023 hatte die Vorbereitung dafür begonnen.

Vio hatte schon seit geraumer Zeit nicht mehr

lernen müssen. Obwohl sie sich anfangs etwas

schwertat, brachte sie sich das Lernen

schnell wieder bei. «Es war eine Herausforderung

und anstrengend, neben der Arbeit noch

zu lernen, zu lernen und nochmals zu lernen.»

Für die Prüfung müsse man einiges an Zeit

investieren und einen grosses Wissensfundus

haben. Einer der grössten Brocken sei die

Jagdgesetzgebung, sowohl auf Bundes- als

auch auf Kantonsebene. «Dazu kommen die

Fächer Wildtierbiologie, Wildtierökologie,

Wildtiermanagement, das jagdliche Handwerk,

die Wildbret-Verwertung, die Wildtierkrankheiten

und schliesslich die Jagdhunde –

und zwar alle Jagdhunde», zählt Vio auf. «Und

das alles bitte in der Jägersprache.»

All dieses Wissen musste sich Vio selbst

aneignen. Um das zu bewerkstelligen, habe


04/2025 Herisauer Wald · 39

sie sich einige Lernstrategien angeeignet.

Sie habe beispielsweise unzählige Karteikärtchen

und Bilder in der ganzen Wohnung

aufgehängt, um sich auf die Prüfung vorzubereiten.

Die Fragen rund um die rechtlichen

Grundlagen wurden von einem Anwalt und

einem Polizisten abgenommen, was nicht

gerade beruhigend auf sie gewirkt hätte.

«Obwohl ich sehr nervös war und man mir

meine Emotionen bestimmt ansah, habe ich

ausgerechnet in diesem Fach meine beste

Note erreicht. Lustigerweise waren nach der

Prüfung nicht nur ich, sondern auch meine

Ausbildner erleichtert.»

Respekt und Dankbarkeit

Wie man anhand des Prüfungsverfahrens

erkennt, geht es bei der Jagdausbildung

nicht nur ums das Schiessen und Jagen.

Im Fokus steht auch das Kennenlernen der

Natur und Tiere, die in diesem natürlichen

Raum leben – und um die Verantwortung,

welche die Jägerinnen und Jäger tragen. So

bekommen alle, die sich für eine Jagdsaison

anmelden, spezielle Marken, die vorgeben,

wie viel Wild von welcher Art geschossen

werden darf. Diese Massnahme dient der Erhaltung

des Gleichgewichts und folgt dem

Grundsatz, nur so viel zu nehmen, wie notwendig

ist. In den ersten fünf Jahren nach

der Ausbildung betreiben die Jäger des Kantons

nur Niederjagd, was bedeutet, dass sie

nur Reh- oder Schwarzwild schiessen dürfen.

Die Hochjagd, also die Jagd auf Hirsche

oder Gämse, dürfen Neulinge wie Valeria

Vio erst danach betreiben.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei die

Dankbarkeit für die Beute und der Respekt

gegenüber den Tieren. Valeria Vio erzählt

von ihrem ersten Jagderlebnis der vergangenen

Saison, eine sehr emotionale Sache

für die Herisauerin mit dem grossen Herzen.

Sie habe, wie alle anderen auch, vier Marken

bekommen. «Es war der Wahnsinn, zum ersten

Mal allein auf der Jagd zu sein. Die Bilder

bringe ich nicht mehr so schnell aus meinem

Kopf.» Bevor sie ihren ersten Rehbock

geschossen habe, habe sie ihn beobachtet.

«Das ist auch ein wichtiger Teil der Ausbildung:

Man lernt, den Gesundheitszustand

des Tieres einzuschätzen, indem man unter

anderem sein Fell, das Verhalten und sein

Gewicht beobachtet.»

Valeria Vio hat seit dem vergangenen Frühjahr den Jagdschein und steht vor ihrer zweiten Saison.

Veraltete Klischees zur Jagd

Valeria Vio ist überzeugt, dass die Jagd viel

tierfreundlicher als Massentierhaltungen

ist. «Dafür würde ich meine Hand ins Feuer

legen. Dass man friedlich und in Ruhe gehen

kann, wünschen wir uns alle. Bei einem

guten Schuss merkt das Tier gar nicht, was

passiert.» Bei Fehlschüssen seien die Jägerinnen

und Jäger verpflichtet, den Wildhüter

zu kontaktieren. «Danach suchen wir mit

ausgebildeten Jagdhunden, bis wir das verletzte

Tier gefunden haben. So wird sichergestellt,

dass kein Lebewesen unnötig lange

leiden muss. Das ist mir etwas vom Wichtigsten.»

Sie habe sich gedanklich sogar bei

ihrem ersten Rehbock bedankt, weil er sie

und ihre Familie ernähre.

Valeria Vio ist begeistert vom Jagen und

will sich definitiv für die nächste Saison anmelden.

Es gebe aber besonders viele Frauen

oder Jugendliche, die sich nicht sicher seien,

wie ihr Umfeld auf das Hobby des Jagens reagieren

würden. Vio meint nur: «Dann erst

recht!» Auch wenn sie nicht bestreiten könne,

dass sie als Frau ohne Abstammung aus

einer Jagdfamilie hin und wieder ein bisschen

komisch angeschaut werde, schwäche

sich dieses Klischee mehr und mehr ab. «Im

letzten Jahr gingen rund 25 Prozent der Anmeldungen

auf Frauen zurück, sehr viele

angehende Absolventen sind unter 30 Jahre

alt.» Zwei Anwärter seien gar minderjährig

gewesen und hätten die Prüfung mit ihren

Paten absolviert. «Mein Tipp ist es, sich von

anderen oder sich selbst nicht unterkriegen

zu lassen. Man soll das machen, was einem

Freunde und Begeisterung beschert. Und

bei mir ist das nun einmal die Jagd.»

Sara Fiore


40 · Kalender 04/2025

Kalender

April

2. Lollipop «mehr als nur ein Chrabbeltreff»,

14 –17 Uhr mit Zvieri, ref. Kirchgemeindehaus

2. Konzert vom Signum Quartett, 19.30 Uhr,

Casino

2. Öffentlicher Ärztevortrag «Stressbezogene

Erkrankungen», 19 Uhr, Psychiatrisches

Zentrum

4. JAMfreeday, ab 19 Uhr, Dä 3.Stock

5. Livekonzert PICO LIGHTYEAR, ab 19 Uhr,

Dä 3.Stock

5. Chinderfiir mit Zvieri, ab 9.30 Uhr, Kirchgemeindehaus

5. Klangzauber der Belle Époque, 20 Uhr,

Alte Stuhlfabrik

5. FC Herisau vs. FC St.Otmar, 17 Uhr, Ebnet

6. Freie Besichtigung Schwänberg-Museum,

14 – 16 Uhr

6. «Das doppelte Lottchen, Gastspiel mit

Co-Produktion Theater fabula! und FigurenTheater

St. Gallen, ab sieben Jahren,

11 Uhr, Figurentheater Herisau

6. «Nomal! Geschichte, Verse und Meeh»,

10 – 11 Uhr, Stuhlfabrik

6. Das doppelte Lottchen, 11 Uhr, Figurentheater

7. Im Gespräch mit dem Gemeindepräsidenten,

16 – 18 Uhr, Gemeindehaus

8. Lesung «Simon vom Böhl» mit Autorin

Anita Gluck, Club 60Plus, 14 Uhr, kath.

Pfarreiheim

10. Mittagstreff, Club 60Plus, 11.30 Uhr, Casino

11. Max Berend auf Poesie-Album-Tour, Dä

3.Stock, 19 Uhr, Industriestrasse 28

11. «Jodel meets Classik», 19.30 Uhr, Casino

13. «Das Sonnenschloss», ab fünf Jahren,

11 Uhr, Figurentheater Herisau

15. Spaziergang «Frühling im Girenmoos»,

Club 60Plus, 12.20 Uhr, Bahnhof

20. Spielesonntag, Dä 3.Stock, 14 Uhr, Industriestrasse

28

20. Ostereiersuche, 15 Uhr, Sportzentrum

22. Appenzeller Lät-night-Show, 20 – 23 Uhr,

Stuhlfabrik

23. Appenzeller Mecktig Comedy, 20 – 22

Uhr, Stuhlfabrik

24. Wanderung Schönhalde-Chapfensee-Weisstannental,

Vitaswiss, Anmeldung

bei Frau Signer :079 549 91 39

24. Konzert von Philipp Fankhauser, 20 Uhr,

Casino

24. Mittagstreff, Club 60Plus, 11.30 Uhr, Casino

25. Blues Night mit vier Bands, Dä 3.Stock,

19 Uhr, Industriestrasse 28

25. Komiktheaer «Entdecken/Verstecken»,

20 – 21.15 Uhr, Stuhlfabrik

26. Start des Wochenmarkts, 8.30 – 12.30 Uhr,

Obstmarkt

27. «Das Sonnenschloss», ab fünf Jahren,

11 Uhr, Figurentheater Herisau

27. Sonntagscafé, 13.30-17 Uhr, Haus Wiesental

27. Frühlings-Crea-Markt, Dä 3.Stock, 10 – 16

Uhr, Industriestrasse 28

27. Flohmarkt, 9 – 17 Uhr, Bären Herisau,

Aplsteinstrasse 1

29. Wanderung «Über Brücken zum Giessenfall»,

Club 60Plus,9.45 Uhr, Bahnhof

Mai

2. JAMfreeday, Dä 3.Stock, ab 19 Uhr, Industriestrasse

28

Regelmässig

Café unter den Bäumen, Montag (10 – 17

Uhr) & Freitag (14 – 21 Uhr), Chupfertrocke

Museum Herisau, Mittwoch

bis Sonntag, 13 – 17 Uhr

Figurentheater-Museum, jeweils am

Mittwoch um 14 – 17 Uhr und Sonntag

11 – 16 Uhr

2. Bundesübung, Schiessverein Herisau, 18 –

20 Uhr, Breitfeld

3. Huusfründe – Eine Komödie in sechs

Bildern, 20 Uhr, Stuhlfabrik

3. Riklin & Schaub mit «Lieder, die du sehen

musst», 20 Uhr, Casino

3. Unihockeyturnier, Jungwacht Blauring,

Sportzentrum

3. Ein Morgen für mich, Tanzraum, 8.30 Uhr,

Mühlebühl 16a

3. FC Herisau vs. FC Gams, 16 Uhr, Ebnet

4. Freie Besichtigung Schwänberg-Museum,

14 – 16 Uhr

4. Huusfründe – Eine Komödie in sechs

Bildern, 16 Uhr, Stuhlfabrik

4. Unihockeyturnier, Jungwacht Blauring,

Sportzentrum

5. Im Gespräch mit dem Gemeindepräsidenten,

16 – 18 Uhr, Gemeindehaus

7. Lollipop «mehr als nur ein Chrabbeltreff»,

14 – 17 Uhr mit Zvieri, ref. Kirchgemeindehaus

7. Huusfründe – Eine Komödie in sechs

Bildern, 20 Uhr, Stuhlfabrik

7. Üsi Werkstatt, Frauengemeinschaft, 19 –

22 Uhr, kath. Pfarreiheim,

IM CASINO GIBT ES BALD

COMEDY, BLUES UND ABBA

Fabian Unteregger, Philipp Fankhauser, «Love

– Das Mundart-ABBA-Tribute» sowie Riklin &

Schaub bringen in den kommenden Wochen

und Monaten Comedy, Blues und Musik-Comedy

ins Casino. Den Auftakt macht Musiker

Philipp Fankhauser, der am Donnerstag, 24.

April, sein neues Album in Herisau präsentiert.

Die Scheibe mit dem Titel «Ain’t That

Something» ist eine Mischung aus Blues,

Gospel, R&B und Country. Auf seiner Tour

stehen sechs Musiker auf der Bühne. Wenige

Tage später treten Roman Riklin und Daniel

Schaub auf. Mit ihrem Song «Emoji» landeten

sie beim «Best of Arosa Humorfestival» einen

Hit und wurden 2024 als «Bestes Ensemble»

mit dem Swiss Comedy Award ausgezeichnet.

Das Duo steht am Samstag, 03. Mai, auf der

Bühne des Casinos. Im Herbst bringt Domino

Events zwei weitere Highlights nach Herisau:

Comedian Fabian Unteregger gibt es jetzt

nicht nur als Wecker mit «Zum Glück ist Freitag»

auf SRF 3. Am Samstag, 27. September,

präsentiert er sein neues Programm «Fachkräftemangel».

Am Mittwoch und Donnerstag,

26. und 27. November, kehrt dann «Love

– Das Mundart-Abba-Tribute» zurück ins Casino.

Das Secondhand-Orchestra bestehend

aus Roman Riklin, Daniel Schaub, Frölein Da

Capo und Adrian Stern bietet mit ihrer multimedialen

Konzertinszenierung beste Unterhaltung.

Weitere Veranstaltungen sind auf

www.dominoevent.ch zu finden, Tickets sind

bei Ticketcorner erhältlich. (pd)


04/2025 Sternefööfi · 41

Sternefööfi

E GUETS NEUS ASTROJAHR!

Am 20. März trat die Sonne in das Zeichen Widder

ein und startete damit einen neuen 12-monatigen

Zyklus durch die Tierkreiszeichen. Die

Astrologie feiert damit den Neustart auf der

kollektiven Bewusstseinsebene. Es mag unterhaltsam

sein, Prognosen zum Jahresbeginn zu

erhalten, aber ich bevorzuge die Suche nach Resonanzen.

Für die Leserschaft kann hier keine

individuelle Aussage für die nächsten 12 Monate

gemacht werden, aber in der Astrologie gilt:

«Wie im Grossen, so im Kleinen.» So gesehen

enthalten alle kollektiven Konstellationen auch

das individuelle Erleben. Manchmal erlebt man

es in einer homöopathischen Dosis, manchmal

ergreift der Zeitgeist einem unmittelbar. All

dies steht wieder in Abhängigkeit zum eigenen

Horoskop und den dort angezeigten Konstellationen.

Ein Horoskop zeigt Verbindungen über

die Zeit hinweg. So lässt sich im Neujahrshoroskop

erkennen, welche Zeitqualität gerade

durch die Dekaden funkt.

Verbindungen in die Vergangenheit

Das kollektive Zeitgeschehen wird durch die

Zyklen der langsam laufenden Planeten angezeigt.

Wir befinden uns aktuell im ersten Quadrat

des Jupiter-Saturn-Umlaufs, Neptun steht

Anfang Widder, Uranus Ende Stier und Pluto im

Wassermann. Folgende Zeitverbindungen mit

ähnlichen Konstellationen in der Vergangenheit

sind erkennbar, wobei niemals ein identischer

Wiederholungseffekt zu erwarten ist. Im

Jahr 1778 der Fokus auf neue Bindungen (Pluto):

Frankreich und die Dreizehn Kolonien verbünden

sich im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg

(1775-1783) gegen Grossbritannien. Ab 1861

liegt der Fokus hingegen auf neuen Visionen

und Unabhängigkeiten (Neptun/Uranus): Nach

dem Ende der ersten Weltwirtschaftskrise Ende

1859 entsteht ein jahrelanges Konjunkturhoch,

welches den Umbau der Agrar- zur Industriegesellschaft

anstösst. Italien wird als Abschluss

M

F

einer jahrzehntelangen Wiedervereinigungsbewegung

zum Königreich und Vorläufer der

heutigen Republik. In Deutschland forciert

Bismarck ein von Österreich unabhängiges

Deutsches Reich. Die Südstaaten kämpfen im

amerikanischen Bürgerkrieg gemeinsam als

Konföderierte gegen die vereinigten Nordstaaten

von Präsident Abraham Lincoln.

Western Union stellt 1866 die erste beständige,

transkontinentale Telegraphenleitung fertig

und die Ära der elektronischen Kommunikation

verbindet die Kontinente. Im Jahr 1986 liegt der

Fokus auf der Politik (Jupiter/Saturn): Gorbatschow

kündigt «Glasnost» an, die Öffnung

Russlands in Richtung Demokratie bis zur Jahrtausendwende.

Er propagierte den russischen

Veränderungswillen mit dem Begriff «Perestroika».

Es sollte der Anstoss für den Berliner Mauerfall

von 1989 und ein vereintes Deutschland

werden. Das tödliche Scheitern der US-Raumfähre

Challenger war eine bittere Abrechnung

für eine technikverliebte Nation und deren

Präsident Ronald Reagan. Im Rennen um die

Vorherrschaft im Weltall hatte man es vorgezogen,

vorgängige Warnungen eines Ingenieurs in

den Wind zu schlagen. Ein Trauma für eine ganze

Generation war die Reaktorexplosion von

Tschernobyl, sie führte zu extremen Pro- und

Contra-Standpunkten in der Atomenergie, die

bis heute anhalten.

Rote Fäden in die Zukunft

Gerade die Jahre ab 1860 widerspiegeln jenen

Umbruchgeist, der uns gerade neu erfasst.

Volkswirtschaften im Umbruch von Industriezu

Wissensgesellschaften, ein Europa, das die

Verteidigung selbst verantworten muss, ein

Amerika, gespalten durch ihren Präsidenten

– allesamt höchst einschneidende Veränderungen

in der Weltordnung. Doch der aktuelle

Zeitgeist rüttelt durch sämtliche Instanzen und

alle Menschen. Die Ereignisse von 1986 korrespondieren

mit dem Umgang von heutigen technischen

Möglichkeiten und den darin liegenden

Gefahren. Das aus Russland einst fortschrittliche

Entwicklungen kamen, mag Hoffnung auf

eine Zeit nach Putin wecken. Insgesamt fordern

gerade aktuelle Widerstände dazu auf, nicht

in Ohnmacht zu verharren, sondern über das

bisher Gewohnte hinauszuwachsen und Teil

der Veränderung zu sein. Pluto in Wassermann

steht für die Kraft, die in dieser Transformation

steckt. Gerade so wie sich Amerika einst von

der britischen Krone freikämpfte, gilt es sich

jetzt aus erloschenen, destruktiven Verbindungen

zu lösen. Man darf einen verantwortungsvollen

Umgang für eine lebenswerte Umwelt

fordern, sowohl von den Mächtigen dieser Welt

wie von sich selbst.

Die Entwicklungen weisen eine hohe Schnelligkeit

auf. Das ist typisch für die erste Hälfte

des Jupiter/Saturn-Zyklus, wie der Blick zurück

beweist. Damit kann gesagt werden, dass es

erst Ende 2029 zur Halbzeit zu einer Beruhigung

und Festigung des bisher Erreichten

kommen wird. Mit dem Zeichenwechsel von

Neptun in den Widder am 30. März rücken

verborgene Motive ins Zentrum, die um jedes

Durchsetzungsmanöver schwadern. Zugleich

können grössere Verbindungsstrukturen neu

durchstarten, die den Aufbruch weiter forcieren.

Jupiter in Zwillinge zeigt den Bruch mit

der gewohnten Routine durch eine massive

Steigerung an Informationen, Ausdrucksmöglichkeiten

und Kommunikationsformen an.

Gerade in der öffentlichen Meinungsbildung,

aber auch im Bildungswesen setzt diese Zunahme

an Individualität neue Messlatten und

Erwartungen an jene, die in einer Gesellschaft

für die Wissensvermittlung zuständig sind.

Braucht es neue Gesetze, härtere Grenzen

oder mehr Eigenverantwortung, wenn Saturn

Mitte Mai in den Widder eintritt? Diese Konstellation

ist hochdefensiv. Wir müssen vieles

neu denken, anders anpacken. Uranus tritt

Anfang Juli in Zwillinge, damit ist eine heftige

Phase von Umbrüchen, Veränderungen und

Innovationsschritten in diesen Bereichen angezeigt.

Wir leben in spannenden Zeiten – ich

wünsche Ihnen ein bewusstes neues Astrojahr!

(nr)

Impressum

Herausgeber / Druck

Appenzeller Druckerei AG

Kasernenstrasse 64

9100 Herisau

www.adag.ch

Redaktion

Helena Städler, Leitung (hst)

Sergio Dudli, Leitung (sd)

T +41 71 354 64 64

redaktion@deherisauer.ch

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ausserhalb der Gemeinde

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Redaktions- und

Inserateschluss

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Erscheinung, 12.00 Uhr

6. Jahrgang

Erscheint monatlich

Freie Mitarbeitende Eva Schläpfer (es), Nadja Rechsteiner (nr), Sara Fiore (sf), Manuel Alder (ma)

Inserate

T +41 71 788 50 24

inserate@deherisauer.ch


42 · Rätsel 04/2025

Bundesamt

für

Sport

dünne

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Kurier

Wortteil:

gleichartig

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Volkssport

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Travolta

(1978)

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Beatles

(Ringo)

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Abk.:

Inhaber

innere

Organe

Singvögel

Peddigrohr

engl.

Flächenmass

Halbmetall

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altröm.

Gott des

Waldes

Museum

in Winterthur

2

Zentrum

f. Forschung

i. Kt. GE

Linse

an optischen

Geräten

flüssiger

Bodenschatz

Tierfüsse

militär.

Wagenkolonne

Widerhall

zerbrechlich

7

Männerkurzname

Sprengstoff

vor Gericht

vernehmen

erfolgreiche

Lieder

engl.:

Salz

dt.

Partei

Vorn. v.

Autor

Follett

räuml.

eingeschränkt

griech.

Vorsilbe:

mit, um

Gegenteil

von

weniger 6

früh.

Beruf

auf der

Lok

bereitwillig,

mit Vergnügen

einzelne

Ware

Teil des

Kopfes

nicht

mono

Drüsenabsonderung

Dachkammer

asiat.

Subkontinent

3

heilig in

ital. Ortsnamen

(männl.)

sehr

knapper

Slip

Gewebshormon

Hochschule

(Kw.) 5

engl.:

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poln.:

Oder

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Königsanrede

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Vorschrift

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westl.

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Rettungsflugwacht

griech.

Buchstabe

span.

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Ez.

Messer

und

Gabel

1

starke

Feuchtigkeit

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Hoffmann

amerik.

föderale

Republik

Torhüter

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Kelchblattausstülpung

schweiz.

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(Hans)

engl.:

Ass

Teil v.

akadem.

Titeln

Abfallprodukt

beim

Mahlen

Schlafunterlage

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artgleiche

Lebewesen

Bewohner

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Abk.:

Stunde

Siegerin

im

Wettkampf

besorgniserregend

engl.:

Ohr

Alte

Liebe ...

nicht. 4

Filmstadt

Abk.: Ingenieur

Vermittler

kletternder

Pflanzentrieb

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1 2 3 4 5 6 7 8

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Ausgabe war: ZWERGMAUS


04/2025 Kino · 43

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