Biber Magazin 1/25
Der neue BIBER. Scharf und Schärfer. Hier gehts zur ersten Ausgabe 1/25
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APRIL 2025
VERTRAU MIR,
BRUDER!
DIE EXKLUSIVE
BIBER-STUDIE
WIEN
COUNTDOWN ZUR
WAHL
SERBIEN
JUGEND KÄMPFT UM
IHRE ZUKUNFT
FRESH FACES
50 MENSCHEN ZUM
MERKEN
Bezahlte Anzeige
Deine Stimme für Wien!
Am 27. April ist Wien-Wahl.
Erkundige dich rechtzeitig, wo dein zuständiges Wahllokal ist.
Am besten in der Amtlichen Wahlinformation oder online mit der
Wahllokal-Suche.
Am Wahltag sind die Wiener Wahllokale von 7 bis 17 Uhr geöffnet –
amtlichen Lichtbildausweis nicht vergessen!
Mehr Informationen unter:
wien.gv.at/wahlen • 01/4000-4001
Liebe Leserinnen
und Leser,
das Biber-Magazin ist wieder da! Schön,
dass auch Sie (wieder) da sind. An Themen
hat es uns für diese Erstausgabe der Neuauflage
nicht gemangelt: Wien wählt eine
neue Stadtregierung, und dieser steht viel
Arbeit bevor. Beinahe die Hälfte der Erstklässler
in Wiens Volksschulen kann mangels
Deutschkenntnissen ihrem Unterricht
nicht folgen. Was die Spitzenkandidatinnen
und Spitzenkandidaten dazu sagen, lesen
Sie auf Seite 8. Gar nichts sagen durfte
hingegen Bürgermeister Michael Ludwig
in unserem stummen Interview – Sie finden
es auf Seite 16. Falls Ihnen das alles egal
ist und Sie Politik ohnehin doof finden, weil
man Politikerinnen und Politikern sowieso
nicht vertrauen kann, dann ist unser Artikel
zur Vertrauenskrise ab Seite 18 genau das
Richtige für Sie.
Abseits der Wien-Wahl haben wir
die interessantesten Buchtipps (Seite 75),
die angesagtesten Veranstaltungen im
Pride-Monat Juni (Seite 72) und die besten
Döner Wiens (Seite 76) zusammengetragen.
Wir haben mit den Menschen gesprochen,
die Wien am Laufen halten (Seite 54), und
mit einem 14-jährigen Ukrainer, der seine
Heimatstadt mit Deutschbüchern versorgt
(Seite 81). Außerdem waren wir in Serbien
unterwegs, wo seit Monaten hunderttausende
junge Menschen für ihre Zukunft auf
die Straße gehen (Seite 39).
Viel Freude beim
Lesen wünscht
DAMITA PRESSL
McMuffin Ham & Egg
Avocado & Egg Wrap
McMuffin Beef & Egg
Täglich 1 bis 10:30.
Erhältlich in allen teilnehmenden Restaurants in Österreich,
solange der Vorrat reicht. Produkte mit Schmelzkäsezubereitung.
McMuffin Fresh Avocado
INHALTSVE
05 Kolumne
EHRLICHKEIT
Migranten diskutieren Einwanderung am
ehrlichsten, schreibt Kolumnist Ruşen Timur Aksak.
06 Wien-Wahl
16 5 FRAGEN AN DIE SPITZENKANDIDATEN
Wiens Spitzen kandidaten zu Wahlrecht, Deutsch an Schulen
und Handyverboten.
14 „WIE FROH SIND SIE, DASS KICKL NICHT KANZLER WURDE?“
Mit Hand, Fuß und Schmäh – Biber fragt,
Michael Ludwig antwortet pantomimisch.
15 VERTRAU MIR, BRUDER?
Gallup hat untersucht, wem wir vertrauen.
Warum ist das überhaupt wichtig?
24 „TECHNOLOGIE TREIBT DAS MISSTRAUEN AN.“
Ein Harvard-Vertrauensforscher erklärt, was wir gegen
Vertrauensverlust tun können.
28 JUNG, DIVERS & POLITISCH. Amira Ali befragt junge
Wiener:innen mit Migrations hintergrund zu Politik und
Wien-Wahl.
34 Politik & Gesellschaft
34 ALS WÄRE ICH DER NEUE NAZI.“
In linken Räumen wird Antisemitismus zunehmend
zum Problem, berichtet Celeste Ilkanaev.
37 DIE JUGEND UND DER AUTOKRAT.
Serbien steht am Kipppunkt. Elisabeth Bauer spricht
vor Ort mit jungen Menschen, die für ihre Zukunft kämpfen.
42 DER WESTEN MUSS SERBIEN HELFEN,
sich zu befreien, meint Petra Milosavljević.
44 Magazin
44 WENN DIE FÜSSE ENTSCHEIDEN, WER DIE RICHTIGE IST.
Warum Migranten sehr oft in ihrer eigenen Community heiraten,
berichtet Harald Schaffer.
48 WART IHR DIE BESSEREN AUSLÄNDER, EMILIAN?
Emilian ist in den 90ern nach Österreich gekommen.
Zur Migration von heute steht er zwiegespalten.
52 WIR SCHUPFEN WIEN.
Die Menschen, die die Stadt am Laufen halten, erzählen uns,
wovon sie träumen.
RZEICHNIS
56 Meinung
62 Feature
FRESH FACES: Junge Menschen,
von denen wir wohl noch mehr hören werden.
56 DIE VERHÄNGNISSVOLLE TRENNUNG
VON KÖRPER UND PSYCHE
muss aufhören, schreibt Cecilia von Ludwig.
60 WHATʻS THE HURRY ABOUT?
Eslam Badawy Mostafa findet Wien erst zu langsam.
Billy Joel lehrt ihn die Stadt lieben.
68 Kultur & Events
74 Fun
68 KULTUR IN WIEN.
kultur*knistern hat die besten Event-Tipps für dich.
70 PRIDE IN WIEN
Was die Stadt im Juni zu bieten hat.
73 BIBER LIEST
Ein Blick ins Bücherregal der kultur*knistern-Redaktion.
DER KLEINE DÖNERTEST
Marko Locatin und die Jungs von wearewienoida
suchen den besten Döner der Stadt.
79 Leserredaktion
82 Fotostrecke
WISSEN, DAS ICH KEINEM KIND WÜNSCHEN WÜRDE
Dmytros Schulkollegen in Odessa zwingt der Krieg,
viel zu schnell erwachsen zu werden.
82 IN BERLIN MIT PAT DOMINGO
Wie der Starfotograf die Berlinale erlebt.
84 WIEN DURCH DIE AUGEN VON FLORENTINA OLAREANU
Die junge Fotografin aus Rumänien zeigt uns
ihre Lieblingsorte in der Wahlheimat.
Impressum:
MEDIENINHABER & HERAUSGEBER
Kobza Media Beratungs GmbH
Wallrisstraße 97/Top 4
1180 Wien
CHEFREDAKTEURIN Damita Pressl
ART-DIREKTORIN Valerija Iļčuka
PROJEKT TEAM Daniela Steinklammer
Medina Osmanovič
LEKTORAT Kristina Reinecker
HERSTELLER Mediaprint Zeitungsdruckereigesellschaft
m.b.H. & Co KG
HERSTELLUNGSORT Wien
dasbiber.at
RAUS
„Ich bin als Tutorin zum Team von Manuela Schmidt gestoßen. Dort
habe ich Studierenden das Pipettieren beigebracht und DNA für CYP2D6-
Polymorphismen untersucht. Die Zusammenarbeit mit Professorin Schmidt
hat mir großen Spaß gemacht, da ihre präzise Arbeitsweise und Ethik perfekt
zu meinen Werten passen. Im Zuge meiner Masterarbeit bin ich schließlich zur
Forschungsgruppe Systems Biology of Pain gekommen.
Unsere Forschungsgruppe untersucht, wie Proteinnetzwerke
das Schmerzempfinden bei Wirbeltieren beein-
AUS DER
flussen – mit besonderem Fokus auf Alterung und chronische
Schmerzen. Mithilfe innovativer Methoden wie
Massenspektrometrie gewinnen wir tiefere Ein blicke
und entwickeln neue therapeutische
Ansätze. In
letzter Zeit beschäftigen wir uns verstärkt mit dem Darmmikrobiom
– auch das Thema meiner Masterarbeit. Ich
forsche speziell an seltenen Bakterien im Darmmikrobiom,
die schwer zu analysieren sind. Dank der Unterstützung
von Professorin Schmidt und ihrem Team konnten
wir bedeutende Fortschritte erzielen.
KOMFORT
Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme, ist
die Freude am Lernen und die Gelassenheit,
wenn Dinge nicht nach Plan laufen. Entscheidend
ist, selbst in schwierigen
Momenten die
Leidenschaft
für die eigene Arbeit zu bewahren.
Ich habe gelernt, dass sich zusätzliche
Anstrengungen lang -
fristig auszahlen.
ZONE!
Entgeltliche Einschaltung Foto: derknopfdruecker.com
Mein Rat an alle: Verlasst eure
Komfortzone! Es lohnt sich, neue
Chancen zu ergreifen, Herausforderungen
anzunehmen und mutig zu
sein. Nur so kann man wachsen und
sich weiter ent wickeln.
Malena studiert Pharmazie an
der Universität Wien und
forscht in der Forschungsgruppe
Systems Biology of Pain.
Starte auch du dein Studium
an der Uni Wien!
studieren.univie.ac.at
Advertorial
UNIVERSITÄT WIEN
4
EHRLICHKEIT
Nach dem Terroranschlag von Villach haben wir viel
und intensiv über soziale Medien gestritten. Vor allem
Tiktok steht – zurecht – im Fokus unserer Aufmerksamkeit.
Während wir uns nicht entscheiden
können, ob wir Tiktok gänzlich verbieten oder doch
lieber per Strafen und Drohungen zum Einlenken
zwingen wollen, ist diese Plattform vor allem eines:
ein schonungsloses Fenster in die Höhen und Tiefen
unserer Gesellschaft. Frei von Vorstellungen politischer
Korrektheit zeigen uns die Videos nicht nur
islamistische Prediger, sondern auch migrantisches
und muslimisches Leben, so wie es nun einmal ist –
egal, ob gut, ob schlecht.
Meine persönlichen Lieblingsmomente kommen
dann zustande, wenn etwa migrantische Tiktoker
mitten im 10. Wiener Bezirk migrantische
Favoritner fragen, was sie denn vom Wahlsieg der
FPÖ halten; also keine von Spitzenjournalisten und
Berufspolitikern lancierten Beiträge, sondern frei
von der Leber. Und was soll ich sagen? Man kann viel
über unsere Gesellschaft lernen, wenn man gewillt
ist, den migrantischen Menschen selbst zuzuhören,
die ja auch am ehesten leiden, wenn es Probleme mit
dem Zusammenleben gibt. Es ist für jene Menschen
keine Frage der politischen Haltung, sondern eine
sozioökonomische Überlebensfrage – daher auch das
direkte Ansprechen von Problemen. Ein migrantischer,
junger Mann sagt etwa in einem dieser Videos,
er würde selbst am liebsten alle „Messerstecher nach
Hause“ schicken.
„Unsere Einwanderungsgesellschaft
braucht
Ehrlichkeit und Furchtlosigkeit,
wenn sie funktionieren soll.“
Das mag in unseren braven Politdebatten eine
Schockwirkung auslösen. Doch dieser junge Mensch
ist in seinem Bezirk selbst konkret durch jene bedroht,
die allzu schnell zum Messer greifen. Wenn
man das bedenkt, ist jegliche Empörung über den
Sager selbst mehr als nur absurd.
Nicht nur Thomas und Andrea schätzen Sicherheit
und Zuversicht, nein, Ahmet und Olja wollen
das Gleiche. Der einzige Unterschied ist, dass wir
als Einwanderungsgesellschaft noch immer nicht
gelernt haben, den Menschen hinter dem Migranten
zu sehen. In unseren Debatten bilden sie eine
gesichtslose Masse, die nicht aus Individuen mit
Wünschen und Wertvorstellungen bestehen, sondern
als reine Projektionsfläche für Politik, Medien
und NGOs dienen. Daher sind Tiktok und Co. auch
Fenster in die Gärten unserer eigenen Versäumnisse
in der Migrationsdebatte.
Kann man Inflation in den Griff bekommen,
wenn man nicht ehrlich über Gründe und Auswirkungen
der Inflation spricht? Wohl kaum! Das
Gleiche gilt für das Thema Migration. Unsere Einwanderungsgesellschaft
braucht Ehrlichkeit und
Furchtlosigkeit, wenn sie funktionieren soll.
Ansonsten dient sie lediglich der FPÖ als Schreckgespenst
für immer neue Wahlsiege.
5
von
TIMUR AKSAK
Ruşen Timur Aksak ist selbständiger Medienberater.
Zuvor arbeitete er als Journalist und
TV-Redakteur und war später Pressesprecher der
Islamischen Glaubensgemeinschaft.
Kolumne
DAMITA PRESSL
stellt
5
FRAGEN
an die
SPITZENKANDIDATEN
Michael Ludwig
SPÖ
In Wien schafft es die SPÖ laut Umfragen
immer noch auf knapp 40 %, im Bund 2024
auf gerade einmal die Hälfte. Was kann die
Bundespartei von der Wiener SPÖ lernen?
Die SPÖ Wien zeigt, dass konsequente
soziale Politik funktioniert.
Wir setzen klare Schwerpunkte:
leistbares Wohnen,
soziale Sicherheit und eine starke,
nachhaltige öffentliche Infra struktur.
Wir bieten konkrete Lösungen. Das schafft Vertrauen
und gewinnt Wahlen. Umso erfreulicher ist,
dass einige Wienerinnen und Wiener in der neuen
Bundesregierung vertreten sind. Damit fließt das
Wissen aus der Wiener Politik verstärkt in die Regierungsarbeit
ein – zum Wohl der Menschen in ganz
Österreich.
Mehr als ein Drittel der Über-16-Jährigen in Wien dürfen nicht
wählen, weil sie keine österreichische Staatsbürgerschaft haben.
Was ist Ihre Meinung dazu?
Ich finde es sozial ungerecht, dass Besserverdienende
leichter zur Staatsbürgerschaft kommen. Als
SPÖ Wien setzen wir uns bereits lange für einen gerechteren
Zugang ein. Daher begrüße ich, dass für
die Bemessung der Selbsterhaltungsfähigkeit künftig
der Kollektivvertrag herangezogen werden soll. In
Wien fördern wir zudem die Mitbestimmung junger
Menschen ideell und finanziell – z. B. mit dem Kinder-
und Jugendparlament oder den Wiener Klimateams.
Aufgrund unserer zahlreichen Bemühungen
wurde Wien als europäische Demokratiehauptstadt
ausgezeichnet.
Hat die Stadt Wien das Thema Integration im Griff?
Wir investieren seit Jahren erfolgreich in Integration
– auch wenn es Herausforderungen gibt, sind
wir im internationalen Vergleich auf einem guten
Weg. Dabei setzen wir auf „Fordern und Fördern“:
Wir bieten umfassende Unterstützung, erwarten
aber auch, dass sich alle an die Hausregeln halten.
Mit dem kostenlosen Kindergarten,
einem stetigem Ausbau der Ganztagsschulen,
Programmen zur Sprachförderung
und gezielter Arbeitsmarktintegration
schaffen wir echte Chancen
für alle. Gleichzeitig sorgen wir mit
unserem Wiener Wohnbaumodell für
soziale Durchmischung und verhindern
Ghettobildung.
Fast die Hälfte der Erstklässler in Wiens
Volksschulen kann nicht gut genug Deutsch,
um dem Unterricht zu folgen. Wie bekommen
wir das besser hin?
Hier sind wir mit Nachdruck dran, z. B.
mit einem Sprachförderschwerpunkt
im Kindergarten und dem Ausbau der
Sprachförderkräfte. Außerdem gibt es mehr
Deutsch- und Alphabetisierungskurse und ein
eigenes Sprachförderungsprogramm in den Wiener
Büchereien. Es braucht für die Umsetzung
unserer Bildungsziele außerdem mehr Personal
in der Elementarpädagogik, das Ressourcen
hat, Kinder zu bilden und zu fördern, statt nur
zu betreuen. Hier ist die Bundesregierung gefragt,
die Finanzierbarkeit der Elementarpädagogik
und Ganztagsschulen langfristig zu sichern.
Als Biber 2006 gestartet hat, waren Sie Landtagsab ge ordneter,
inzwischen sind Sie sieben Jahre Bürgermeister. Wie hat sich Wien
in dieser Zeit verändert?
Wien hat sich dynamisch entwickelt und ist auf
fast zwei Millionen Menschen gewachsen. Mit der
Seestadt Aspern entstand ein neuer Stadtteil. Der
Ausbau der U-Bahn, insbesondere die Verlängerung
der U2, hat die Mobilität verbessert. Unsere Klimapolitik
zeigt Wirkung: Der Energieverbrauch pro
Kopf sank um 33 %, Initiativen wie ‚Raus aus dem
Asphalt‘ und die Sonnenstromoffensive machen
Wien fit für die Zukunft. Wir haben beitragsfreie
Kindergärten eingeführt, Ganztagsschulen ausgebaut,
leistbares Wohnen gesichert und die Gesundheitsversorgung
modernisiert. Trotz weltweiter Krisen
ist Wien der Wirtschaftsmotor Österreichs und
wir setzen weiterhin auf sozialen Ausgleich und eine
nachhaltige Stadtentwicklung – das ist die Wiener
Erfolgs geschichte.
7
Wien-Wahl
Selma Arapović
NEOS
Mehr als ein Drittel der Über-16-Jährigen in Wien
dürfen nicht wählen, weil sie keine österreichische
Staatsbürgerschaft haben. Was ist
Ihre Meinung dazu?
Das ist ein riesiges Demokratiedefizit.
Wer hier lebt, arbeitet, Steuern
zahlt und sich aktiv einbringt,
soll auch mitentscheiden dürfen.
Die Hürden für die Staatsbürgerschaft
sind in Österreich viel zu
hoch – das muss sich ändern. Wir
brauchen klare und faire Regeln:
Wer integriert ist, soll die Möglichkeit
haben, Wiener:in und
Österreicher:in zu werden. Auch
die EU-Bürger:innen, die Wien zu
ihrer Heimat gemacht haben, sollen
hier das Wahlrecht bekommen. Und bei
der Doppelstaatsbürgerschaft braucht es endlich
eine Reform.
Fast die Hälfte der Erstklässler in Wiens Volksschulen kann nicht
genug Deutsch, um dem Unterricht zu folgen. NEOS hatte Bildung
immer als zentrales Thema. Warum ist diese Zahl nach vier Jahren
Regierungsbeteiligung immer noch so hoch?
Die Herausforderung ist riesig – gerade in den letzten
Jahren, mit dem Krieg in der Ukraine und den
vielen Kindern, die nach Wien gekommen sind. Aber
wir haben das Wiener Bildungssystem spürbar gestärkt:
Es gibt mehr Sprachförderkräfte, mehr Unterstützung
in den Schulen, und mit der „Mission
Deutsch“ setzen wir noch mehr Maßnahmen um
und investieren weiter in frühzeitige und gezielte
Sprachförderung. Damit jedes Kind in Wien die
Chance hat, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Der Kollege Yannick Shetty hat einmal gesagt,
er würde in Favoriten nicht mit einer Regenbogenfahne
herumlaufen. Würden Sie?
Ja, würde ich. Aber ich verstehe auch,
warum er das gesagt hat. Die Realität
ist: Nicht überall in Wien fühlen sich
alle Menschen sicher, und das darf nicht
so sein. Wien ist eine Stadt für alle – egal wen
man liebt oder woher man kommt. Wir müssen noch
viel dafür tun, dass das auch überall im Alltag spürbar
wird.
Was ist die Bilanz nach einer Regierungsperiode in Wien – worauf ist
Ihre Partei besonders stolz, und was hätte besser laufen können?
Wir haben 2020 fünf klare Versprechen gegeben
– und alle gehalten: mehr Geld für Bildung, weniger
unnötige Gebühren, volle Transparenz bei den
Parteifinanzen, eine Offensive für lebendige Grätzel
und das erste Klimaschutzgesetz für Wien. Darauf
bin ich wirklich stolz. Gleichzeitig gibt es immer
Dinge, die besser laufen können – vor allem bei der
Geschwindigkeit, mit der sich Strukturen ändern
lassen. Aber eines ist klar: Wir haben geliefert.
Die Wiener MA 35, zuständig für Einwanderung und Staatsbürgerschaft,
war lange als Problembehörde bekannt – jahrelange Wartezeiten,
kaum Erreichbarkeit und absurde bürokratische Hürden.
Sie haben 2021 einen Reformprozess gestartet. Vier Jahre später
warten Menschen, die sich um die Staatsbürgerschaft bewerben
wollen, immer noch fast ein Jahr auf einen Ersttermin. Was lief
schief im Reformprozess?
Die MA 35 war eine Problembehörde – und wir haben
sie komplett umgebaut. Vieles läuft heute besser:
kürzere Wartezeiten, weniger Bürokratie, effizientere
Verfahren. Aber klar, es gibt noch Luft nach
oben. Eine Behörde mit so vielen Baustellen reformiert
man nicht über Nacht. Wir bleiben dran, damit
Wien eine moderne und bürgerfreundliche Einwanderungsbehörde
bekommt.
Wien-Wahl 8
Judith Pühringer
GRÜNE
Die Wiener SPÖ will den Lobautunnel weiterhin
bauen, Sie wollen den Gürtel für Radfahrer
und Fußgänger umbauen. Wie kann bei so unterschiedlicher
Verkehrspolitik eine Koalition
funktionieren?
Die SPÖ macht einen großen Bogen
um den Verkehr, der aber für 40 % der CO 2
-Emissionen
verantwortlich ist. Den Verkehr kann man
daher nicht einfach auslassen. Wir sind aber zuversichtlich,
dass sich die SPÖ hier noch bewegen wird.
Rot braucht Grün, damit was weitergeht. Was den
Lobautunnel betrifft, muss man festhalten, dass es
sich um ein fossiles Milliardengrab handelt, über
dessen Umsetzung aber nicht in Wien, sondern auf
Bundes- oder – jetzt wo sich der EuGH damit befasst
– auf europäischer Ebene entschieden wird.
SPÖ und NEOS haben mit einem neuen Erlass Handys in Wiener
Volks- und Mittelschulen faktisch verboten. Finden Sie das gut?
Wir Grüne sind dafür, dass Handys in den Schulklassen
keinen Platz haben. Jede Studie belegt,
wie stark Handys die Konzentration von Kindern
beeinträchtigen und wie sehr die Kinder dadurch
vom Lernen abgehalten werden. Auf Kanälen wie
TikTok kursieren außerdem viele fragwürdige Inhalte,
die für Kinder schon gar nicht geeignet sind.
Damit die Handys aus den Klassenzimmern verschwinden,
braucht es aber keine neue Verordnung,
dafür gibt es die Schulautonomie. Das ist mehr PR-
Show als ernsthafte Bildungspolitik, was die NEOS
hier machen.
Sie möchten gegen TikTok vorgehen, weil
Teenager dort extremistischen Influencern
folgen und sich teilweise radikalisieren. Was
schlagen Sie vor – sind Sie für ein Verbot?
Auf Kanälen wie TikTok werden unter
dem Deckmantel der Meinungsfreiheit
in vielen Fällen höchst problematische,
hetzerische oder extremistische
Inhalte verbreitet. Es haben sich Fälle
gehäuft, in denen sich junge Menschen
online radikalisieren. Daher ist es
höchste Zeit, dass endlich durchgegriffen
wird. Wirklich wirksam geht das nur
mit dem sogenannten Digital Services Act
auf EU-Ebene – das ist bisher aber nicht geschehen.
Das muss sich rasch ändern, denn Smartphones
dürfen nicht zur Waffe werden.
Ihr als ein Drittel der Über-16-Jährigen in Wien dürfen nicht wählen,
weil sie keine österreichische Staatsbürgerschaft haben. Was ist
Ihre Meinung dazu?
Wir Grüne setzen uns seit langer Zeit dafür ein,
dass das Wahlrecht in dieser Hinsicht überarbeitet
und modernisiert wird. Für eine demokratische
Wahl ist es nicht gut, wenn so viele Menschen davon
ausgeschlossen sind. Demokratie braucht Mitbestimmung
– und die Meinung junger Menschen sollte
natürlich ebenso abgebildet werden. Schließlich
sind sie auch die Zukunft der Stadt.
Die Grünen haben in den letzten Wahlen so ziemlich überall an
Stimmen verloren – in Niederösterreich, im Burgenland, in der Steiermark,
im Bund. Was läuft schief – und was machen Sie in Wien
anders?
Ich bin froh, dass im Burgenland eine Trendwende
geschafft wurde und es jetzt Rot-Grün gibt. Die Wahlen
lassen sich kaum miteinander vergleichen. Wien
ist anders, daher stellen sich andere Fragen – es gibt
auch kein Bürgermeisterduell. Es geht um die Frage,
wofür sich die SPÖ entschiedet? Für eine rückschrittliche
Koalition mit der ÖVP, für eine Koalition
des Stillstands mit den NEOS – oder ob es mit den
Grünen ins Wien von morgen geht, in dem die Stadt
grüner und das Leben für alle Wiener:innen wieder
leichter wird.
9 Wien-Wahl
Karl Mahrer
ÖVP
Sie plakatieren „No-Go für No-Go-Areas“. Was
sind denn in Wien für Sie derzeit die No-Go-
Areas? Und warum stufen Sie diese so ein?
Wer mit offenen Augen und Ohren
durch die Stadt geht, merkt:
Wien hat sich verändert und droht
in manchen Bereichen zu kippen.
Wir haben bereits ein massives
Sicherheitsproblem, etwa entlang
der U6, rund um den Bahnhof
Meidling oder den Reumannplatz
in Favoriten. Wenn die Stadtregierung
weiter den Kopf in den Sand
steckt, haben wir in wenigen Jahren
Zustände wie in Berlin-Neukölln
oder in einzelnen Banlieues
von Paris. Mit der Volkspartei wird es
solche No-Go-Areas in Wien nicht geben!
In Wien haben 45 % der Bevölkerung Migrationshintergrund –
entweder eine ausländische Staatsbürgerschaft oder es sind im
Ausland geborene Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft.
Was ist Ihr Angebot an diese Menschen?
Mein Angebot ist, dass ich allen Menschen, die
hier leben, arbeiten und sich an unsere Werte und
Gesetze halten, die Hand reiche. Viele Bereiche würden
in Wien ohne Migration nicht funktionieren.
Ich sage aber auch ganz klar: Wer nach Wien kommt
und hier lediglich auf Kosten der Sozialleistungen
leben möchte, wer sich nicht an Gesetze hält,
wer unsere Werte in Frage stellt – der ist auch nicht
willkommen.
Sie sagen, wenn die ÖVP in die Wiener Stadtregierung kommt, kann
in fünf Jahren jedes Kind beim Schuleintritt Deutsch. Wie wollen
Sie das anstellen?
Die Hälfte aller Kinder in der 1. Klasse Volksschule
kann nicht Deutsch, obwohl davon zwei Drittel
hier geboren sind und 80 % zwei Jahre im Kindergarten
waren. Hier setzen wir an: Sprachstandsfeststellung
für alle Kinder ab drei Jahren – wird ein
Deutschdefizit festgestellt, gibt es Kindergartenpflicht.
Gleichzeitig müssen die Sprachförderkräfte
in den Kindergärten massiv ausgebaut werden und
alle Pädagoginnen und Pädagogen sowie die Assistenzkräfte
müssen gut deutsch sprechen. Wir möchten
auch die Förderungen für Kindergärten an die
dort stattfindende Deutschförderung knüpfen.
Mehr als ein Drittel der Über-16-Jährigen in
Wien dürfen nicht wählen, weil sie keine österreichische
Staatsbürgerschaft haben. Was ist
Ihre Meinung dazu?
Wählen ist ein Staatsbürgerrecht. Die Staatsbürgerschaft
wiederum ist ein hohes Gut und kann
nur am Ende eines gelungenen Integrationsprozesses
stehen. Wer sich zu Österreich bekennt, hier
lebt, arbeitet und integriert, der hat gute Chancen
auf die Staatsbürgerschaft – und somit auch auf das
Wahlrecht.
Sie zeichnen in Ihrer Wahlkampagne manchmal ein recht negatives
Bild von Wien. Was sind drei Dinge, die Sie an der Stadt lieben?
Gerade weil ich Wien liebe, sehe ich bei den Problemen
genau hin und dränge auf Lösungen – etwa bei
Bildung, Gesundheit oder Sicherheit. Ich bin in Wien
geboren, habe Zeit meines Berufslebens für Wien gearbeitet.
Ich liebe Wiens Kultur, die Menschen, die
vielen Märkte, natürlich auch die Gastronomie und
die Natur – vom Wienerwald bis zur Landwirtschaft.
All das macht Wien aus, und das möchte ich erhalten.
Dafür müssen wir aber die Probleme lösen – und
das verspreche ich, wenn die Wiener Volkspartei
nach der Wahl in Regierungsverantwortung kommt.
Wien-Wahl 10
Dominik Nepp
FPÖ
Wien ist das Bundesland mit den meisten „Ausländern“,
und es ist das Bundesland, in dem sich
die FPÖ am schwersten tut. Wie hängt das
Ihrer Meinung nach zusammen?
Ein grundlegendes Problem ist der
Pull-Faktor. Wien zahlt das meiste
Geld an Zuwanderer aus, die noch
nie etwas geleistet haben. 700 Millionen
Euro jährlich an Mindestsicherung
für Nichtösterreicher.
Das macht Wien zum Magneten
für Asylanten, die Bürgermeister
Ludwig immer weiter zu uns
lockt. Viele dieser Zuwanderer
wählen, wenn sie dann die Staatsbürgerschaft
haben, selbstverständlich
die SPÖ, da diese ihnen ja immer
weiter Geld gibt. Da hat sich das Wählerverhältnis
in den letzten Jahren immer weiter ver schoben.
(Anmk. d. Red. Die „700 Millionen Euro für Nichtösterreicher“ ergeben
sich vermutlich aus einer Überschlagsrechnung anhand provisorischer
Zahlen für 2024. 2023 hat die Stadt Wien laut Statistik Austria insgesamt
800 Millionen Euro Mindestsicherung ausgezahlt – an Österreicher
und Nichtösterreicher – in den sechs Jahren davor zwischen 600 und
700 Millionen.)
Ist Vielfalt für Sie grundsätzlich etwas Positives?
Ich sehe kein Problem bei Menschen, die arbeiten,
fleißig sind und etwas leisten sowie unsere Werte
akzeptieren und leben. Wer nur kommt, um sich in
der sozialen Hängematte auszuruhen, der hat hier
keinen Platz.
In Wien haben 45 % der Bevölkerung Migrationshintergrund –
entweder eine ausländische Staatsbürgerschaft oder es sind im
Ausland geborene Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft.
Was ist Ihr Angebot an diese Menschen?
Es steht jedem frei – wenn er die Kriterien erfüllt –
sich um die österreichische Staatsbürgerschaft
zu bemühen. Wer das nicht möchte, hat auch kein
Recht, zu wählen. Für diejenigen Zuwanderer, die
vor vielen Jahren gekommen sind, fleißig arbeiten,
Deutsch sprechen, sich integriert und am Ende auch
die Staatsbürgerschaft angenommen haben, sind
wir ein attraktives Angebot.
Sie bezeichnen die Mindestsicherung oft als eine Art soziale
Hängematte für Nichtösterreicher. Drei Viertel der Haushalte, die
sie beziehen, haben aber ein Erwerbseinkommen – das heißt, jemand
in dem Haushalt geht arbeiten – nur reicht das Geld nicht und daher
müssen sie mit der Mindestsicherung aufstocken. Was raten
Sie diesen Menschen?
60 % der Wiener Mindestsicherungsbezieher sind
Nichtösterreicher, 40 % sind Asylanten und subsidiär
Schutzberechtigte. Die Mindestsicherung
soll zukünftig nur mehr an Österreicher ausgezahlt
werden und eben jene unterstützen, die in finanzielle
Notlage geraten sind. Ich bin überzeugt, dass es
diesen Menschen auch gelingen wird, sich dadurch
wieder aus dieser Situation zu befreien.
(Anmk d. Red. Die 40 % Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte sind in den
60 % Nichtösterreichern bereits enthalten. 2023 waren laut Statistik
Austria rund 60 % der Bezieher Nichtösterreicher, davon rund 70 % Asylund
subsidiär Schutzberechtigte).
Im Jänner haben Sie sich auf Twitter gewünscht, es möge mit dem
„Standard“ bald vorbei sein – denn nur echte Qualitätsmedien hätten
Presseförderung verdient. Was wünschen Sie denn dem Biber? :)
Fairer und ehrlich unabhängiger Journalismus ist
wichtig. Tendenziöse Berichterstattung und Hexenjagden
lehne ich jedoch ab. In diesem Sinne: Alles
Gute! :)
11
Wien-Wahl
SIMACEK
Diversität als
Erfolgsfaktor
Maßnahmen für
Chancengleichheit
I.
SIMACEK AKADEMIE
Die Ö-Cert-zertifizierte Akademie
bietet praxisnahe Weiterbildungen in
Sprache, Fachwissen und Führung.
Mitarbeitende können sich unabhängig
von Herkunft oder Vorerfahrungen
beruflich entwickeln.
II.
SPRACHFÖRDERUNG
Seit 2010 gibt es mobile Sprachkurse
am Arbeitsplatz, um Deutsch kenntnisse
zu verbessern – ein Schlüssel zur
Integration und erweiterten Berufsperspektiven.
Entgeltliche Einschaltung
III.
UNTERSTÜTZUNG IN
SCHWIERIGEN
LEBENSSITUATIONEN
SIMACEK kooperiert mit der Caritas
und bietet betriebliche Sozialberatung
für private Herausforderungen
wie Behördengänge oder Krisen-
situationen – besonders hilfreich für
Neu ankömmlinge in Österreich.
Unternehmen müssen ein Arbeits umfeld
schaffen, das Vielfalt als Stärke begreift.
Kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren
und verschiedene Arbeitsweisen sind Herausforderungen,
doch ein inklu sives Umfeld
steigert Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft.
Mit über 4000 Mitarbeitenden aus
70 Nationen und über 75 % Frauenanteil
sieht SIMACEK Diversität als zentrale
Säule, um Kund:innen und Mitarbeitenden
ein angenehmes Umfeld zu bieten.
GLEICHBEHANDLUNG ALS
UNTERNEHMENSGRUNDSATZ
SIMACEK verpflichtet sich zur
Gleichbehandlung aller – unabhängig
von Herkunft, Geschlecht oder Identität.
Eine eigene Abteilung setzt dies
mit flexiblen Arbeitszeiten, individuellen
Weiterbildungen und verbindlichen
Richtlinien um. Diskriminierung
wird ausgeschlossen, Respekt
und Fairness werden gefördert.
VIELFALT ALS
WETTBEWERBSVORTEIL
Vielfalt ist nicht nur moralisch, sondern
auch wirtschaftlich wertvoll. Unterschiedliche
Perspektiven fördern
Kreativität und Innovation. SIMA-
CEK schafft eine inklusive Unternehmenskultur,
die Zufriedenheit, Mit ar -
beiterbindung und Anpassungs fähig -
keit steigert.
Das Beispiel SIMACEK zeigt,
dass Diversität und wirtschaftlicher
Erfolg Hand in Hand gehen. Unternehmen
sollten Vielfalt als Chance
für die Zukunft verstehen.
Advertorial SIMACEK
12
Wir sind
alle gleich da!
Vielfalt kommt gut an.
#TeamÖffiLiebe
13
MIT HAND, FUSS ...
Das etwas andere Interview:
Wir stellen unsere Fragen. Geantwortet wird ohne
Worte – dafür mit viel Körper einsatz. Diesmal vor der
Kamera: der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig.
Wenn die Stimmen
ausreichen, bleiben Sie
dann nach der Wahl in
der Koalition?
Wie würden Sie
Ihre Bilanz der
„Punschkrapferl-Koalition“
mit den NEOS
beschreiben?
Ludwig reibt sich den Bauch und lacht.
„Das hängt von der Stimmverteilung
ab“, stellt der Bürgermeister
klar – entgegen der
Interviewregel, aber mit
Nach druck.
Wie ist
Ihre Be ziehung zu
Vizekanzler
Andreas Babler?
Wie froh sind Sie,
dass Herbert Kickl
nicht Bundes kanzler
geworden ist?
Wien-Wahl
Schade, dass wir den Freudentanz
nicht als Bewegtbild abdrucken können.
von
DAMITA PRESSL
Ludwig zieht eine freundlich-neutrale
Miene und streckt die Hände zu einer
einladenden Geste aus.
14
Wofür lieben Sie
Wien am meisten?
... UND SCHMÄH
Sie wollten als Kind
Tierarzt oder Buchhändler
werden. Wie geht es Ihnen
damit, dass daraus
nichts geworden ist?
... und posiert stolz mit seinen Büchern.
Für eine kleine Grätzel- Buchhandlung
könnten die Stapel sogar genügen.
Der Bürgermeister strahlt ...
... bittet zu seinem Schreibtisch ...
Es kriselt überall
auf der Welt.
Was macht Ihnen
trotzdem Hoffnung?
Mit ernster Miene pantomimiert der Bürgermeister Zusammenhalt.
Auch hier klappt es nicht ganz ohne Worte:
„Die Menschen – wie zeig ich das jetzt?“, fragt
Ludwig seinen Pressesprecher. „Sie könnten
ja einfach in die Kamera zeigen“, schlage ich
vor. „Ja, das ist gut“, beschließt er.
Ihr Lebensmotto ist
„Durch das Reden kommen
die Leute zusammen.“
Wie geht es Ihnen damit,
dass Sie heute nicht
reden dürfen?
Der Bürgermeister zeigt stolz die Gebärde für
„Applaus“. Er habe ein paar Zeichen ge lernt, erzählt
er dann, um auch ohne Übersetzung ein wenig mit
ge hör losen Menschen kommunizieren zu können.
15
Wien-Wahl
VERTRAU MI
Wem kann man heute
eigentlich noch vertrauen?
Politiker:innen? Medien?
Unternehmen?
Wir wollten es genau wissen
und haben in Zusammenarbeit
mit dem österreichischen
Gallup- Institut die
Biber-Community gefragt:
Wem vertraut ihr –
und worauf setzt ihr in der
Zukunft?
Das Ergebnis:
Unsere Leserinnen und
Leser sind kritisch, hinterfragen
alles und haben ein
feines Gespür dafür, was
echt ist und was nicht.
von
DANIELA STEINKLAMMER
16
R, BRUDER?
DIE GROSSE
GALLUP-VERTRAUENSSTUDIE
EXKLUSIV FÜR BIBER
Faktencheck
ERHEBUNGSMETHODE
Onlineumfrage
in der Biber-Community und
im Gallup Onlinepanel
ZIELGRUPPE
Aktuelle und potenzielle Leser:innen
von Biber im Alter 14+ österreichweit;
mit und ohne Migrationshintergrund
STICHPROBE
n=500
UNTERSUCHUNGS
ZEITRAUM
24. Februar 2025 bis
10. März 2025
17
Politik:
EU schlägt Bundesregierung.
Van der Bellen ist die Ausnahme!
●
●
●
●
Die EU kommt mit 64 % Vertrauen besser weg als
die österreichische Bundesregierung (46 %).
Nur 27 % glauben, dass „die meisten Politiker im Interesse der Bevölkerung handeln“.
65 % sind überzeugt, dass sie eher ihr eigenes Ding durchziehen.
Aber: Bundespräsident Alexander Van der Bellen rockt das Vertrauen
mit satten 67 %.
Für die neue Bundesregierung gibt es daher
viel an Vertrauen aufzuholen!!
Wie hoch ist dein Vertrauen in…
... den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen
33 34 15 14 4
... die Europäische Union
15 49 21 12 2
... die Österreichische Bundesregierung
11 35 36 16 3
Sehr hoch Eher hoch Eher niedrig
Sehr niedrig
Weiß nicht, keine Angabe
Wirtschaft:
Klein, aber oho! Wer macht’s besser?
Große Konzerne oder kleine Unternehmen?
Klare Sache: Klein ist fein!
● 80 % vertrauen österreichischen bzw. lokalen Unternehmen.
● Kleine und mittelgroße Unternehmen punkten mit 79 % Vertrauen.
● Große Unternehmen? Nur 40 % finden sie vertrauenswürdig.
● Internationale Konzerne? Noch weniger – 35%.
Wie hoch ist dein Vertrauen in…?
Österreichische bzw. lokale Unternehmen
25
55
13
3
3
Kleine und mittelgroße Unternehmen
16
63
16
2 3
Große Unternehmen
4
36
45
11
4
Internationale Unternehmen
5
30
43
16
5
Sehr hoch Eher hoch Eher niedrig Sehr niedrig Weiß nicht, keine Angabe
Wien-Wahl
18
Und was ist mit Banken, Pharma & Co.?
●
●
●
Nur 25 % sagen, dass Banken fair und ehrlich sind.
Pharmaunternehmen? 32 % geben ihnen einen Vertrauensbonus.
Der Lebensmittelhandel schneidet mit 49 % besser ab.
Sind die folgenden Unternehmen gegenüber ihren Kund:innen ehrlich und fair?
49 41 10
Lebensmittelhandel
32 56 13
Pharmaunternehmen
25 65 11
Banken und Finanzunternehmen
Überwiegend ja Überwiegend nein Weiß nicht, keine Angabe
Wissenschaft:
Vertrauen, aber mit Vorsicht
Und Künstliche Intelligenz?
●
●
63 % vertrauen Wissenschaft und Forschung.
Aber 34 % bleiben vorsichtig.
Welcher der folgenden Aussagen
stimmst du zu?
●
●
73 % sehen in Künstlicher Intelligenz
sowohl Chancen als auch Risiken.
Der Tenor: Cool, aber mit Bedacht nutzen!
Glaubst du, dass Künstliche Intelligenz (KI)
in den kommenden Jahren mehr Vorteile oder
mehr Nachteile mit sich bringen wird?
9
34
17
63
1
3
73
KI wird vor allem Vorteile bringen.
Man kann Wissenschaft und Forschung generell vertrauen.
Man sollte bei Wissenschaft und Forschung generell vorsichtig sein.
Weiß nicht, keine Angabe
KI wird vor allem Nachteile bringen.
Es wird eine Mischung aus Vorteilen und Nachteilen
geben, wir müssen vorsichtig damit umgehen.
Weiß nicht, keine Angabe
19
Wien-Wahl
Medien:
ORF stark, Influencer müssen noch an ihrer
Vertrauenswürdigkeit arbeiten
Welche Quellen liefern verlässliche Infos?
● 74% vertrauen dem ORF.
● 63% setzen auf klassische Zeitungen.
● 55% glauben privaten TV-Sendern.
● Und Social Media? Tja… nur 13% halten Influencer für eine seriöse Quelle.
● Familie und Freunde sind mit 70% als Info-Quelle fast genauso hoch
im Kurs wie klassische Medien.
Kann man sich darauf verlassen, dass Informationen und Nachrichten
aus den folgenden Quellen richtig sind?
19
55
16
6
4
ORF
16
54
18
5
8
Freund:innen und Familie
7
56
26
7
4
Zeitungen (inkl. Onlineauftritt)
5
50
31
7
7
Private Fernsehsender (ATV, Puls4 etc.)
3
28
39
17
13
Alternative Medien (d.h. keine Mainstream-Medien)
3
14
52
28
3
Soziale Medien (Facebook, Instagram etc.)
2
14
49
27
9
Blogger:innen und Podcaster:innen
Ja, auf jeden Fall Eher ja Eher nein
Nein, auf keinen Fall
Weiß nicht, keine Angabe
Wie seriös sind Informationen von Influencer:innen auf Social Media?
8
2
11
24
Sehr seriös
Eher seriös
Eher nicht seriös
Gar nicht seriös
Weiß nicht, keine Angabe
54
Wien-Wahl
20
Zusammenleben:
Vertrau mir, Bruder?
Kommt drauf an!
Wenn es darum geht, ob man Menschen im Allgemeinen vertrauen kann,
scheiden sich in der Community die Geister.
● 50% sagen: Lieber vorsichtig sein mit Menschen.
● 44% glauben, dass man Menschen grundsätzlich vertrauen kann.
● Menschen mit Migrationshintergrund sind skeptischer (34 % vs. 48 %).
Welcher der folgenden zwei Aussagen stimmst du eher zu?
6
Man kann den meisten Menschen vertrauen.
Man kann im Umgang mit anderen nicht vorsichtig genug sein.
Weiß nicht, keine Angabe
44
50
Und wie sieht’s mit anderen Kulturen aus?
Die Vorsicht im Umgang mit Menschen wird jedoch nicht an der Herkunft festgemacht:
● 58% sagen: Ich kann Menschen aus anderen Kulturen vertrauen.
● 30% tun sich damit schwer.
● Menschen mit Migrationshintergrund sind dabei offener (64% vs. 55%).
Wie leicht oder schwer fällt es dir, Menschen aus anderen Kulturen als deiner eigenen zu vertrauen?
12
30
58
Eher leicht
Eher schwer
Weiß nicht, keine Angabe
21
Wien-Wahl
„Durchs Reden kommen d’Leut zam“
Die Biber-Community ist jung, kritisch und denkt mit.
Unsere Leserinnen und Leser setzen sich aktiv mit
gesell schaftlichen Themen auseinander und haben ein
gutes Gespür für wichtige Entwicklungen. Besonders
stark ist das Vertrauen in den österreichischen Bundespräsidenten
und die EU.
Wenn es ums Einkaufen geht, stehen kleinere,
lokale Unternehmen hoch im Kurs. Wissenschaft
und Forschung genießen großes Vertrauen. Auch bei
Künstlicher Intelligenz zeigt sich die Community interessiert
und reflektiert: Chancen und Risiken werden
klar erkannt, der Wunsch nach einem verantwortungsvollen
Umgang ist groß.
Für News stehen klassische Medien wie ORF und
Zeitungen ganz oben. Trotzdem gibt’s auch Punkte,
bei denen noch Luft nach oben ist: Beim Vertrauen in
andere Menschen – vor allem bei Personen mit Migrationshintergrund,
die öfter negative Erfahrungen gemacht
haben. Auch im Umgang mit fremden Kulturen
zeigt sich bei manchen Zurückhaltung.
Wenig Vertrauen gibt es außerdem in Politiker:innen,
große Konzerne, Banken, Pharmaunternehmen und
teilweise den Lebensmittelhandel. Auch Social Media
und Influencer kämpfen mit einem eher angeknacksten
Image.
WARUM DAS WICHTIG IST?
Vertrauen und Gemeinsamkeit sind die Grundpfeiler
jedes Zusammenlebens. Sie stärken die Bindungen zwischen
Menschen und fördern ein harmonisches Miteinander.
Nur in einer Gemeinschaft, die auf Vertrauen
basiert, können sich alle sicher und unterstützt fühlen.
„In Zeiten
schwindenden Ver trauens in
Institutionen und
Unternehmen braucht es eine
Plattform, die hilft,
die Ursachen dieses
Verlusts zu erkennen und
zu verstehen.“
Mag. Dr. Andrea Fronaschütz
Geschäftsleiterin und Gesellschafterin
Österreichisches Gallup-Institut
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Wien-Wahl
22
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beim Wiener Gesundheitsverbund –
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23
Entgeltliche Einschaltung
„Der wichtigste Faktor für
dein Glück sind Beziehungen.“
Das Vertrauen in unserer Gesellschaft sinkt.
Was können wir dagegen tun?
Ein Interview mit dem Harvard-Vertrauensforscher
Ron Ivey.
Wir hören das Schlagwort „Vertrauenskrise“, aber
was heißt das überhaupt? Wer genau verliert Vertrauen
– und in wen?
Zwischenmenschliches Vertrauen nimmt ab: Wir
haben immer weniger Freunde und Menschen in
unserem sozialen Umfeld, denen wir vertrauen, zum
Beispiel mit einem Geheimnis oder im Notfall. Diese
Werte nehmen seit Jahrzehnten ab. Das gleiche gilt
für Vertrauen in Institutionen: NGOs, Universitäten,
Medienunternehmen, Regierungen und Parteien.
Insbesondere unseren Regierungen vertrauen
wir immer weniger.
Das betrifft vor allem Menschen mit weniger
Geld. Sie stehen unter größerem wirtschaftlichem
Druck und haben weniger Zeit für Gemeinschaft
und Beziehungen. Wenn man keine Beziehungen
aufbauen und pflegen kann, wirkt sich das nicht
nur auf die eigene Gesundheit aus, sondern man hat
auch ein kleineres Netzwerk, vielleicht weniger berufliche
Chancen.
Gibt es dabei einen Unterschied zwischen nationalen und städtischen
Regierungen?
Das Vertrauen in nationale Institutionen, also etwa
ins Parlament oder in die Bundesregierung, ist generell
niedriger als in regionale Institutionen wie
Stadtregierungen oder Gemeinden. Auch regionale
Institutionen kämpfen mit Vertrauensverlust, aber
weniger stark.
Ist Stadtpolitik überhaupt wichtig? Sie hat doch
nicht annähernd so viel Einfluss wie Staaten oder
überstaatliche Organisationen.
Es gibt Dinge, die Städte oder Gemeinden
anpacken müssen, wo eine Bundesregierung
nichts machen kann, weil man nah am Menschen
sein muss. Ich glaube, nationale Regierungen
machen sich weder in den USA noch in Europa
große Gedanken über zwischenmenschliches Vertrauen
oder soziale Zugehörigkeit. Dabei ist das
entscheidend für unsere psychische und körperliche
Gesundheit. Meine Arbeit ist Teil des „Harvard
Human Flourishing Project“ , und unsere längste
Studie überhaupt kommt zu dem Schluss, dass dein
Lebensglück direkt mit der Qualität deiner Beziehungen
zusammenhängt. Das heißt, der wichtigste
Faktor für dein Glück sind die Beziehungen unmittelbar
in deinem Umfeld. Bundesregierungen
können da unterstützend wirken, aber ein soziales
Umfeld aufzubauen und zu fördern – das passiert im
Kleinen, auf Bezirks- oder Stadtebene.
Es gibt Länder, in denen das Vertrauen weniger stark sinkt. Was
haben diese Länder anders gemacht?
In den nordischen Staaten zum Beispiel herrscht
mehr Solidarität, auch klassenübergreifend. Länder,
die dafür sorgen, dass alle etwas vom Wirtschaftswachstum
haben, verzeichnen auch mehr
Vertrauen. Und dann ist da noch ein kultureller
Aspekt: Es gibt Kulturen – oft aus dem asiatischen
Raum – in denen Beziehungen einen höheren Stellenwert
haben. Dort vertrauen die Menschen einander
auch stärker.
Wien-Wahl
von
DAMITA PRESSL
24
Welchen Rat würden Sie einem Stadtpolitiker geben, der die Vertrauenskrise
bekämpfen möchte?
Ich würde zur Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft,
mit Unternehmen und religiösen Gemeinschaften
raten. So erreicht man ein großes Netzwerk.
Auch Stadtentwicklung ist zentral. Ist sie auf
Beziehung, Gemeinschaft und Vertrauen ausgelegt?
Städte gezielt so zu entwickeln, dass sie Menschen
verbinden, ist langfristig auch besser für die wirtschaftliche
Entwicklung. Wohnen, Arbeit und Erholung
sind dann gut durchmischt und die Stadt ist
nicht zersiedelt.
Ich würde ebenfalls raten, als Gegengewicht
zu den Algorithmen einen Raum zu schaffen, in dem
sich Menschen abseits von Technologie zu tagesaktuellen
Themen austauschen können. Technologie
und die Algorithmen auf Social Media spalten uns.
Ein respektvoller Dialog auf Augenhöhe im echten
Leben ist wichtig für das Informationsökosystem.
Wie schlimm ist denn Social Media?
Technologie treibt das Misstrauen an. Dahinter
steckt mehr – wir leben seit 50 bis 60 Jahren eine in-
dividualistische Kultur, in der zwischenmenschliche
Beziehungen zweitrangig sind. Aber ich glaube, Technologie,
Smartphones und Social Media wirken vor
allem bei jungen Generationen als Beschleuniger. Die
Algorithmen leben von Angst und Wut. Das sind die
beiden Emotionen, die auf Social Media für das meiste
Engagement sorgen. Das beschleunigt Misstrauen.
Wir agieren nicht mehr rational, wenn wir wütend
und verängstigt sind.
Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die gerne wieder
Vertrauen gewinnen möchten?
Ein Weg ist, Freiwilligenarbeit zu leisten, deine Gemeinschaft
kennenzulernen und Abstand von deinem
Handy und Social Media zu nehmen. Freiwilligenarbeit
in deiner Gemeinschaft ist ein guter Anfang.
Du kannst auch schauen, ob du dich in die Politik
einbringen möchtest. Aber Freiwilligenarbeit allein
wird dein Wohlbefinden verbessern – das wissen wir
aus der statistischen Analyse von Gesundheitsdaten.
Du wirst glücklicher und gesünder, deine Beziehungen
werden stärker und du hast Zugang zu Netzwerken,
die dir auch im Berufsleben helfen können.
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Service rund
ums Wohnen
Die Stadt Wien fördert leistbaren
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kostenlos bei der Wohnungssuche,
beim Mietrecht und in der Nachbarschaft.
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WO GENERATIONEN UND
MENSCHEN SICH BEGEGNEN
Die Wiener Stadthalle ist
mehr als eine Bühne. Hier
kommen Menschen zusammen,
um unvergessliche Er -
lebnisse zu teilen. Großeltern
und Enkel, Eltern und
Kinder, Menschen aus aller
Welt – gemeinsam erleben sie
magische Momente, die verbinden
und Erinnerungen für
die Ewigkeit schaffen.
Vielfalt ist hier nicht nur
ein Schlagwort, sondern gelebte
Re alität. Unterschiedliche
Generationen, Kulturen
und Lebenswelten begegnen
sich, feiern gemeinsam die
Kraft der Musik, erleben die
Faszination des Sports oder
lassen sich von einzigartigen
Shows verzaubern.
MEHR ALS MUSIK
Vielfalt, die verbindet
Musik ist eine universelle Sprache, die
Brücken zwischen Menschen baut. 2025
vereint die Wiener Stadthalle Künstlerinnen
und Künstler, deren Musik Generationen
zusammenführt. Die tiefgründigen
Klänge von Billie Eilish berühren eine ganze
Generation, während ihre Melodien auch
ältere Zuhörerinnen und Zu hörer mitreißen.
Ludovico Einaudi schafft mit seinen einzigartigen
Kompositionen magische Momente,
die das Publikum unabhängig von Alter
Die Wiener Stadthalle schafft einen
Raum, in dem jede Stimme gehört
wird, in dem das Zusammen sein zählt –
ein Ort, an dem Begegnungen über
Alters grenzen hinweg stattfinden.
und Herkunft vereinen. Simply Red und
Santana liefern zeitlose Klassiker, die Familien
zusammenbringen, Erinnerungen wecken
und neue Erlebnisse schaffen. Wanda
verbinden mit ihren Liedern Wiener Lokalkolorit
und mediterrane Wurzeln – Musik,
die Alt und Jung gleichermaßen begeistert.
Green Day stehen seit Jahrzehnten für
eine Botschaft der Offenheit, die Generationen
inspiriert.
Ob Pop, Rock, Klassik oder Weltmusik
– das Programm 2025 bietet eine
Vielfalt an Klängen, die für jeden etwas bereithält.
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WIENER STADTHALLE
26
DIE WIENER STADTHALLE
Ein Unternehmen der
Wien Holding
Ein Ort, an dem
Vielfalt gefeiert wird
Vielfalt bedeutet, Menschen zusammenzubringen
– unabhängig von Alter, Herkunft
oder Interessen. Hier sitzen Generationen
nebeneinander, fiebern gemeinsam
mit, singen dieselben Lieder und lassen sich
von denselben Momenten begeistern.
Ob ein Konzert, das Kindheitserinnerungen
weckt, eine Show, die Jung und
Alt gleichermaßen verzaubert, oder ein
Sportevent, das alle mitreißt – die Wiener
Stadthalle macht es möglich. Hier verbinden
sich Generationen. Hier wird Vielfalt
spürbar. Hier entstehen Erinnerungen, die
bleiben.
Erlebe die Wiener Stadthalle 2025 –
und feiere gemeinsam mit Menschen aller
Generationen und Kulturen unvergessliche
Momente.
Wiener Stadthalle 2025
Event Highlights
diesen Sommer/Herbst
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16.07.2025
Jamiroquai
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bis 01.02.2026
Mehr Infos unter
stadthalle.com
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27 WIENER STADTHALLE
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Wien wählt am 27. April. Doch wie
erleben junge Wiener:innen mit
Migrationshintergrund die Politik
in Österreich? Fünf junge Stimmen
geben einen ehrlichen Einblick.
WELCHE PARTEI WIRD MEINEM UMFELD
HELFEN ODER SCHADEN?
Fast täglich unterrichtet Alcin
Deutsch und Englisch. Die 23- jährige
Lehramtsstudentin ist in Wien geboren
und aufgewachsen. Ihre Familie
stammt aus der Türkei. Politik
interessierte sie lange Zeit wenig, bis
sie erkannte, dass sie den Alltag aller
beeinflusst. „Ich gehe wählen,
nicht, weil ich mich repräsentiert
fühle, sondern
weil ich ver hindern will,
dass Menschen, die mir
nahestehen, noch mehr
benachteiligt werden“,
sagt sie.
Die zunehmend migrationsfeindliche
Rhetorik in der Politik bereitet ihr
große Sorgen. Nicht nur persönlich,
sondern auch beruflich. Als Lehrerin
arbeitet sie täglich mit Kindern mit
Fluchterfahrungen. Besonders kritisch
sieht sie Maßnahmen wie die
separaten Deutschklassen, die ihrer
Erfahrung nach mehr schaden als
nützen. „Sie nehmen den Kindern die
Möglichkeit, die Sprache in einem
natürlichen Umfeld zu lernen“, sagt
sie. Ihr Wunsch an die Politik: mehr
Investitionen in die Schulbildung.
Denn für sie ist Bildung der Schlüssel
zur erfolgreichen Integration.
JUNG,
Was junge Wiener:innen
mit Migrationshintergrund
über die Politik denken
DIVERS
& POLITISCH
ZEIT, DAS VERTRAUEN
NEU AUFZUBAUEN
Mit 16 Jahren konnte Aymen es kaum
erwarten, das erste Mal wählen zu
gehen. Das hat sich aber schnell geändert.
Denn mit 19 Jahren hat der
inzwischen 26-jährige Österreicher
mit tunesischen Wurzeln seinen letzten
Stimmzettel abgegeben. Das liege
an der fehlenden Repräsentation, der
mangelnden Interessensvertretung
und vor allem am gebrochenen Vertrauen
ins politische System.
Wien-Wahl
Sein Migrationshintergrund lässt
Aymen oft darüber nachdenken, wie
andere ihn wahrnehmen und wie
Politiker:innen über Menschen wie
ihn sprechen. Aufgewachsen in einer
Brennpunktgegend im Bezirk Meidling,
sieht er großen Handlungsbedarf
in der Jugendarbeit, die junge
Menschen auffangen und unterstützen
könnte. „Jugendzentren sind die
erste Anlaufstelle für Jugendliche.“
von
AMIRA ALI
Er fordert mehr Investitionen in solche
Einrichtungen, aber auch in Aufklärung
und Suchthilfen, um Jugendliche
frühzeitig vor den Gefahren von
Drogen und Kriminalität zu schützen.
Politik ist für Aymen ein gespaltenes
Thema, über das er ungern mit
seinem Umfeld spricht. Dennoch hat
er zwei klare Wünsche: mehr interkulturelle
Feste, um Vorurteile
abzubauen, und vor allem eine
Politik, die mit der Bevölkerung
in Kontakt steht.
28
NIEMAND WILL IN HASS LEBEN
„Wählen zu gehen, ist ein Privileg“,
sagt Ivona. Die 24-jährige Studentin
ist mit eineinhalb Jahren aus
Serbien nach Wien gekommen.
Sie ist hier
aufgewachsen, zur
Schule gegangen,
studiert, arbeitet
und fühlt sich als
Teil der Gesellschaft.
Doch eines
fehlt ihr: das Wahlrecht.
Als Nichtstaatsbürgerin
darf sie
nicht mitbestimmen.
Sie setzt sich trotzdem mit Politik
auseinander und glaubt fest daran,
dass jede Stimme zählt. Für sie ist
klar: Wenn Menschen wie sie wählen
dürften, könnte sich die politische
Landschaft
verändern.
Ivona träumt von einem
grünen, offenen, harmonischen
Wien. Sie wünscht
sich mehr Lebens freude,
mehr
Grünflächen – und
eine Politik, die das Zusammenleben
fördert und
auf die Bedürfnisse der
Menschen eingeht, statt
mit Hass zu spielen. „Die
sozialen
Interaktionen
zwischen Menschen sind
das, was eine Gesellschaft
bildet“, sagt sie.
Ivona nutzt Social
Media, um ihre politische
Meinung zu teilen und andere
zu inspirieren. „Vielleicht
beeinflusse ich
damit jemanden, der
wählen kann und erweitere
dessen Blickfeld“,
sagt sie.
MY BODY, MY CHOICE ODER
MY BODY, THEIR CHOICE?
„Das Kopftuch gehört zu meiner Identität“,
sagt Dounia. Die 24-jährige
Grafik-Designerin aus Wien-Simmering
trägt es seit einem Jahrzehnt mit
Stolz. Doch was für sie eine persönliche
Entscheidung war, wurde für die
Politik zum Symbol für Integrationsdebatten.
Verbote und Einschränkungen
zeigen der Österreicherin mit
ägyptischen Wurzeln, dass viele Politiker:innen
nicht verstehen, was das
Kopftuch für die Trägerinnen überhaupt
bedeutet.
Diese Ausgangslage demotiviert sie
und schwächt ihr Vertrauen in die
Politik. Doch Dounia lässt sich nicht
entmutigen. Sie geht wählen, obwohl
sie oft das Gefühl hat, dass ihre Stimme
nicht gehört wird.
Dounia wünscht sich mehr Toleranz,
mehr Bildung und vor allem
mehr interkulturellen Dialog. „Wir
bemühen uns ständig, integriert
zu sein, aber Integration ist
keine Einbahnstraße“, betont sie.
Trotz aller Herausforderungen blickt
Dounia optimistisch in die Zukunft
und hofft auf eine Gesellschaft, die
Vielfalt als Stärke ansieht.
29
WIR SIND DIE ZUKUNFT
Für Jacob war seine erste Wahl ein
prägendes Erlebnis. „Es war ein Moment
der Reife für mich. Ich hatte das
Gefühl, endlich erwachsen genug zu
sein, um meine eigenen Entscheidungen
zu treffen“, erinnert er sich. Der
23-jährige Bauingenieurstudent mit
nigerianischen Wurzeln lebt in Wien
und kann sich kein anderes Zuhause
vorstellen. Politik interessiert ihn
schon lange, und seit seinem 16. Lebensjahr
geht er konsequent wählen.
Doch ihm fällt auf, dass viele seiner
Altersgenossen wenig Motivation dafür
haben. Seiner Meinung nach liegt
das vor allem an den Parteien selbst:
„Sie müssen uns klarer vermitteln,
dass unsere Stimme wirklich zählt.“
Das Vertrauen in die Politik
habe durch Skandale und leere Versprechen
stark gelitten. Besonders
die Migrationspolitik sieht Jacob kritisch.
Er kann verstehen, dass es Vorbehalte
gibt, doch Abschottung sei
keine Lösung. „Natürlich gibt es in
jeder Gruppe Menschen mit schlechten
Absichten. Aber man darf nicht
alle über einen Kamm scheren“, sagt
er. Sein Vorschlag: mehr Investitionen
in Sprachkurse. „Sprache ist
der Schlüssel. Wer sich nicht
verständigen kann, fühlt sich
ausgegrenzt.“ Jacobs größtes politisches
Anliegen ist daher Bildung. Auf
die Frage, ob ihn etwas daran hindern
könnte, an der Wien-Wahl teilzunehmen,
antwortet er entschlossen:
„Nein!“
Du suchst einen Green-Job,
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30
#Ludwig2025
Entgeltliche Einschaltung; Foto: Dieter Steinbach
31
HIER ZÄHLT,
WAS DU TUST,
NICHT,
WO DU
HERKOMMST.
Ich erinnere mich noch an meine Anfangszeit bei
Attensam. 2012 war das. Ich suchte dringend
Arbeit, aber ohne Beziehungen war es damals fast
unmöglich. Attensam hat mir eine Chance gegeben.
Jetzt sind es schon 13 Jahre.
HIER ZÄHLT LEISTUNG,
NICHT HERKUNFT
Ich bin ursprünglich aus Bosnien und
habe sofort gemerkt, dass hier nicht
gefragt wird, woher du kommst, sondern
was du kannst. Angefangen habe
ich als Generalreiniger und schnell
mehr Verantwortung übernommen.
Mein Vorgesetzter hat das gesehen
und gesagt: „Du kannst mehr, ich
empfehle dich weiter.“ Kurz darauf
war eine höhere Stelle frei – ich habe
sie bekommen.
„Hätte mir das jemand an meinem
ersten Tag gesagt, ich hätte nur gelacht.“
Entgeltliche Einschaltung Fotos: Stefanie Steindl
Ich war immer ambitioniert,
wollte weiter hinauf. Neben der Arbeit
habe ich meinen Lehrabschluss
als Reinigungstechniker gemacht,
später den Meister. Attensam hat das
finanziert und mich unterstützt – das
gibt es so nicht überall. Jetzt leite ich
ein Team im Bereich Analytik und
Zeitmanagement. Hätte mir das jemand
an meinem ersten Tag gesagt,
ich hätte nur gelacht. Aber Attensam
fördert Leute, die ambitioniert sind.
Advertorial
ATTENSAM 32
RASSISMUS ODER
NATIONALISMUS GIBT’S
HIER NICHT
Bei Attensam arbeiten 37 Nationen
zusammen. Das klappt, weil sich alle
respektieren und unterstützen. Hier
schaut niemand auf deinen Pass,
sondern darauf, wie du arbeitest. Ich
merke das auch bei Kunden. Machst
du deine Arbeit gut und bist freundlich,
kommt das zurück.
HIER HILFT MAN SICH
GEGENSEITIG
Es gibt Kollegen, die schwierige Zeiten
durchgemacht haben. Einer hatte
finanzielle Probleme. Andere Kollegen
brauchten Unterstützung mit den
Behörden – hier wird nicht einfach gesagt:
„Das ist nicht unser Problem“.
Das Unternehmen hilft, damit sich
die Kollegen wieder auf die Arbeit
konzentrieren können. Es gibt eine
starke Kooperation mit der Caritas,
die bei diesen Problemen unterstützt.
Und es gibt Sprachkurse und Fortbildungen.
„Viele Unternehmen reden von
Familiengefühl. Hier ist es wirklich so.“
Als ich wegen meiner Meisterausbildung
nur Teilzeit arbeiten
konnte, hat meine Routen einfach ein
Kollege übernommen, ohne mit der
Wimper zu zucken. Hier wird nicht
lange diskutiert, ob jemand Unterstützung
verdient – wenn du Hilfe
brauchst, bekommst du sie. Viele
Unternehmen reden von Familiengefühl,
aber hier ist es wirklich so.
Ein Job mit Zukunft
„Ich dachte, das war’s – Arbeit weg,
Schulden, Leben vorbei.“
Auch ich habe das erlebt. Ich
habe zu Beginn einmal Benzin statt
Diesel ins Firmenauto getankt. Ich
dachte, das war’s – Arbeit weg, Schulden,
Leben vorbei. Aber mein Vorgesetzter
hat nur gelacht, ein Ersatzfahrzeug
organisiert und gesagt: „Wir
sind Menschen, Fehler passieren.“
Da wusste ich: Hier bin ich richtig.
Egal, ob du erst anfängst oder
dich weiterentwickeln willst –
wenn du dich anstrengst, stehen
dir hier alle Türen offen.
Bewirb dich jetzt und
werde Teil unseres Teams!
Mehr Infos unter
attensam.at/karriere
33
ATTENSAM
Advertorial
Politik
& Gesellschaft
ALS WÄRE ICH
DER NEUE
NAZI
Sind linke Räume
für jüdische Personen nicht
mehr sicher?
Eine Be troffene erzählt
von ihren Antisemitismus-
Erfahrungen an der
Uni versität – und wie sich
diese seit dem 7. Oktober
2023 verändert haben.
von
CELESTE ILKANAEV
Laura * steht mit einer jüdischen
Studienkollegin vor ihrem
Universitätsgebäude. Sie flüstern
– nicht aus Diskretion, sondern aus Angst. Seit
dem 7. Oktober 2023 ist die Lage für jüdische Studierende
prekär. An jenem Tag überfällt die Terrororganisation
Hamas Israel, tötet 1200 Zivilist:innen
und verschleppt mehr als 200 Geiseln. „Ich werde abgestempelt,
als wäre ich die neue Täterin, der ‚neue
Nazi‘. Es ist ein ganz komisches, neues Narrativ“,
erzählt Laura. Dieses Narrativ kursiert laut der jüdischen
Studentin an der Universität vor allem in
linken Kreisen. Laura selbst ist queer und links, ihr
Umfeld ebenfalls. „Linke haben ihren Antisemitismus
nie verarbeitet oder reflektiert – und jetzt kommt
er raus“, beobachtet sie. Für sie wirkt es, als würden
ihre Mitstudierenden das Vorgehen des israelischen
Premierministers Netanjahu als Rechtfertigung für
ihren Antisemitismus nutzen.
34
„Als wäre die Shoah ein
‚Hoppala‘ der Geschichte“
ERSTMALS MEHR VORFÄLLE VON LINKS
ALS VON RECHTS
Die Zahlen der Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen
Kultusgemeinde (IKG) sprechen für sich:
Seit dem 7. Oktober 2023 steigen antisemitische Vorfälle
rasant an. Der Halbjahresbericht 2024 der IKG
verzeichnet eine Zunahme von 151 % im Vergleich
zum selben Zeitraum des Vorjahres. Ein neuer Trend
zeichnet sich ab: Erstmals kommen mit 225 von 808
gemeldeten Vorfällen mehr aus dem linken als aus
dem rechten Spektrum (116). Knapp davor liegen Täter:innen
mit muslimischem Hintergrund bei 255 der
Vorfälle.
Der Nahostkonflikt wirkt wie ein Brandbeschleuniger.
Die Grenzen zwischen Antizionismus
und Antisemitismus verschwimmen. Die Frage
bleibt: Wo verläuft die Grenze zwischen Antisemitismus
und legitimer Kritik an Israel?
ANTISEMITISMUS VS. STAATSKRITIK
Nicht jede Pro-Palästina- oder Anti-Israel-Demonstration
ist automatisch antisemitisch. Die Antisemitismus-Meldestelle
der IKG erfasst kein antizionistisches
Verhalten oder legitime Staatskritik an Israel.
„Der Begriff ‚Antizionismus‘ spielt keine Rolle bei
der Bewertung von Vorfällen und ist auch nicht Teil
der Arbeitsdefinition von Antisemitismus, auf deren
Grundlage die Bewertung erfolgt“, erklärt IKG-
Presse sprecher Ben Dagan. Auch die Zuordnung von
Täter:innen erfolgt nur dann, „wenn der Hintergrund
eindeutig erkennbar ist“.
Antisemitisch sind hingegen „die Shoah relativierende
Vergleiche bzw. die Gleichsetzung Israels
mit dem NS-Regime, krude Verschwörungsmythen,
traditioneller Antijudaismus, den jüdischen Staat
dämonisierende Inhalte und zahlreiche mehr oder
weniger unverhohlene Terroraufrufe“.
In Lauras Umfeld wird die gesamte jüdische
Bevölkerung für die Toten im Gazastreifen verantwortlich
gemacht. Nach dem 7. Oktober wenden sich
Freund:innen von ihr ab. Andere sprechen ihr ihre
Antisemitismus-Erfahrungen ab. Die sexuelle Gewalt
gegen Frauen am 7. Oktober wird verharmlost,
abgestritten oder gar legitimiert. Ein solches Verhalten
ist eindeutig antisemitisch.
Der Antisemitismus war schon lange vor dem 7. Oktober
spürbar. Laura begleitet er seit ihrer Kindheit.
In der Schule machen Mitschüler:innen Juden- und
Shoah-Witze. „Dieses Gefühl, anders zu sein, wurde
mir seit der Schulzeit vermittelt.“
An der Universität verschärft sich die Lage während
der Pandemie. Antisemitische Verschwörungsmythen
erfahren einen Boom. Laura nennt einige
Beispiele, die sie an der Universität gehört hat: Es
gebe eine „jüdische Elite, die die Welt kontrolliert“
oder man solle in Bezug auf den Nahostkonflikt „aufhören,
Schuldgefühle gegenüber jüdischen Personen
zu haben, weil sie durch Kolonialismus profitieren“.
Laura bittet die Universitätsvertretung um
einen geschützten Raum für jüdische Studierende,
und um mehr Bildungsangebote zum Thema Antisemitismus.
Doch sie wird nicht ernst genommen.
„Antisemitismus wird wahrgenommen als etwas,
das nur während der Shoah passiert ist. Wie ein
‚Hoppala‘ der Geschichte – ein Davor und Danach
gibt es nicht“, erzählt sie.
Seit 2016 studiert Laura an ihrer Universität.
Antisemitismus sei dort nie ganz verschwunden,
sagt sie. „Er schwingt immer mit. Man redet
über Kunst, aber die antisemitische Täterschaft der
Künstler:innen wird nicht kontextualisiert. Lehrende
meiden das Thema oder tun, als wäre es nicht relevant.“
ANGST UND OHNMACHT
Laura fürchtet sich inzwischen, allein im Universitätsgebäude
zu sein. Sie fühlt sich ohnmächtig und
spielt mit dem Gedanken, nach Israel zu ziehen –
obwohl sie Netanjahu verurteilt. Sie denkt sich: „Zumindest
muss ich dann diese antisemitischen Sachen
nicht mehr hören.“
Für sie wirkt es, als würde der Nahostkonflikt
instrumentalisiert werden, um antisemitischen und
antimuslimischen Rassismus zu legitimieren. „Die
Universität sollte ein Ort sein, an dem Sicherheit für
alle Studierenden gewährleistet wird. Das betrifft
auch palästinensische und arabische Studis.“
Laura hat das Gefühl, dass Personen aus der
Mehrheitsgesellschaft durch die Untätigkeit der
Universität „eine Fläche bekommen, um ihren Antisemitismus
und antimuslimischen Rassismus auszuleben“.
Sie fragt sich: „Warum liegt es immer an
Betroffenen, dafür einzutreten, dass wir sicher an
einer Universität studieren können?“
*Lauras Name wurde aus Sicherheitsgründen von der Redaktion geändert.
35
Politik
& Gesellschaft
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36
DIE JUGEND UND DER AUTOKRAT:
SERBIEN AM
KIPPPUNKT
EINE REPORTAGE AUS
BELGRAD
„Ich gebe alles für
diese Proteste –
meine Zeit, mein
Geld, meine
Gesundheit.
Wenn wir jetzt
nichts ändern,
weiß ich nicht, ob
ich in diesem Land
bleiben will.“
37
von
ELISABETH BAUER
Marko steht mit seinen Freunden
Miloš und Nemanja* mitten in der
Menge auf dem König- Milan-Platz in
Nis.
An diesem grauen Nachmittag
versammeln sich Zehntausende auf
dem Platz mit der Reiterstatue in
der Mitte. Manche tragen die serbische
Fahne als Umhang, andere pfeifen,
tröten, singen und halten Schilder
mit Karikaturen von Präsident
Aleksandar Vučić hoch. Immer wieder
hört man jemanden das Wort „pumpaj“
gröllen – ursprünglich aus dem
Hip-Hop kommend ist der Begriff zu
einer Art Mantra für die seit Monaten
andauernde Protestwelle geworden.
Übersetzen lässt er sich mit „pumpen“
– sinnbildlich für den wachsenden
Druck auf die Regierung.
Politik
& Gesellschaft
Zum Zeitpunkt des Druckes wurde noch keine neue Regierung ernannt.
15 MINUTEN FÜR 15 OPFER
Nicht weit entfernt vom Platz führt
Marko ist 21 Jahre alt, studiert wie
seine beiden Freunde Elektrotechnik
in Belgrad und hat seit Monaten
nicht mehr richtig geschlafen. Am
Tag davor hatte er sich einer Gruppe
Studenten angeschlossen, die von
Belgrad zu Fuß in die 240 Kilometer
südlich gelegene Provinzhauptstadt
marschiert sind. Sein Freund Nemanja*
hält die Fahne ihrer Fakultät
hoch, grinst mich an und sagt bewundernd,
„Marko geht ‚all-in‘. Seit wir
das machen, ist er schon dreimal vor
Stress krank geworden. Also seit der
Tragödie in Novi Sad.“
Politik
& Gesellschaft
eine schmale Fußgängerbrücke über
den Fluss Nišava. Sie wurde erst
vor kurzem gebaut und verbindet die
Innen stadt mit den Überresten einer
alten Burg. Doch niemand hier traut
der neuen Konstruktion. Die Studenten,
die die Proteste organisieren,
lassen immer nur eine Handvoll
Menschen gleichzeitig über die Brücke
laufen. Ein seltsamer Anblick –
aber seit Novi Sad traut niemand
mehr von der Regierung beauftragten
Bauten.
„Wir haben gesehen, was passiert,
wenn Bauprojekte nur dazu da
sind, um Geld verschwinden zu lassen“,
sagt Miloš, während er seine
Hände in die Jackentaschen steckt.
Am 1. November des letzten Jahres
stürzte das Vordach des neu errichteten
Bahnhofs in Novi Sad ein.
15 Menschen starben. Für die Menschen
auf den Protesten wurde das zu
einem Symbol für alles, was in Serbien
ihrer Meinung nach falsch läuft.
„Wir blockieren jeden Tag eine
Kreuzung in Belgrad – immer um
11:52 Uhr, zur Minute des Einsturzes“,
erklärt Miloš, sein Blick wird
ernst. „15 Minuten Schweigen für die
15 Opfer.“ Er wiederholt die Worte,
als hätte er sie unzählige Male gesagt.
Hat er auch.
Doch die Proteste sind längst
nicht mehr nur Trauer. Sie sind Wut.
Die Baustelle des Bahnhofs wurde
von der Regierung unter Vučićs SNS
(„Srpska napredna stranka“, dt.
„Serbische Fortschrittspartei“) an
ein chinesisches Unternehmen vergeben,
ohne öffentliche Ausschreibung
und angeblich ohne Sicherheitskontrollen.
Jetzt untersucht die Europäische
Staatsanwaltschaft EUStA
den Fall – es besteht der Verdacht,
dass EU-Fördergelder verschwunden
sind. Die Studentenproteste zwangen
den serbischen Ministerpräsidenten
Miloš Vučević bereits Ende
Jänner zum Rücktritt.
38
Gleichzeitig bedrohten, attackierten
und hielten in den letzten
Monaten regierungsnahe Hooligans
in schwarzer Kleidung Studierende
mehrere Stunden fest. Zwischenfälle,
wie beispielsweise einen gewalttätigen
Streit zwischen zwei Polizisten
vor dem RTS-Gebäude in Belgrad,
hängt das Regime den Studierenden
an.
Marko schnaubt. „Die SNS
nennt uns Verräter und ausländische
Agenten, die dafür bezahlt werden,
das Land zu zerstören.“ Er fährt sich
durch die Haare und schüttelt den
Kopf. „Und weißt du, was das Problem
ist? Die Leute glauben es, weil
SNS die Medien kontrolliert. Sie
glauben wirklich, dass wir Feinde
des Landes sind. Und deshalb greifen
sie uns an.“ Er zögert. „Zweimal
wurde in Belgrad versucht, Studentinnen
mit dem Auto zu überfahren.
Eine Unikollegin von uns wurde erwischt
– sie hat überlebt, aber es war
versuchter Mord.“
Er sieht mich an. „Aber das
eigentliche Problem ist noch viel größer.
Es ist ein System, das sich selbst
erhalten will – mit Korruption, Angst
und Gewalt. Und genau dagegen gehen
wir auf die Straße.“
39
GENUG VOM SYSTEM VUČIĆ
In der Vergangenheit gab es immer
wieder Massenproteste – gegen Wahlbetrug,
Polizeigewalt oder Umweltzerstörung.
Doch diesmal ist es anders.
„In kleineren Städten und Orten,
wo es, glaube ich, noch nie einen
Protest gegeben hat, gehen Hunderte
auf die Straße. Das ist, als würden
plötzlich tausend Menschen in
Krems oder Eisenstadt demonstrieren
– das ist schon ungewöhnlich“,
sagt Florian Bieber, Südosteuropa-
Experte von der Universität Graz.
Früher führten zudem oft Oppositionsparteien
oder bekannte
Persönlichkeiten die Proteste an.
Diesmal gibt es keinen Anführer,
kein Machtzentrum, wie Bieber klar
stellt. Die Bewegung ist dezentral
organisiert – eine Mischung aus Studierenden,
Lehrern, Arbeitern und
Rentnern.
„Es geht immer darum, Rechtsstaatlichkeit
einzufordern. Das ist der
Vorteil, das Vereinigende“, erklärt
Bieber. „Da gibt es Menschen, die
proeuropäisch sind, andere, die vielleicht
antieuropäisch sind. Leute, die
eher nationalistisch oder linksliberal
eingestellt sind. Aber genau das ist
der Erfolg dieser Proteste – sie konzentrieren
sich auf eine klare Kernbotschaft.“
Diese Kernbotschaft ist für
Marko, Miloš und Nemanja* jene, die
sie Menschen, die sie in den Dörfern
treffen, oder jenen, die vom Thema
abschweifen wollen, gebetsmühlenartig
erklären.
„Unser Land ist gespalten“, sagt
Nemanja*. „Es gibt Menschen, die
sich nach Westen orientieren, und
andere, die sich Russland näher fühlen.
Es ist so: Viele hier finden, die EU
erklärt sich immer doppelzüngig.“
Politik
& Gesellschaft
WAS SAGT DIE EU DAZU?
Miloš Miene verdunkelt sich. „Etwa
bei den Lithiumminen.“ In einer der
fruchtbarsten Regionen Serbiens
wurden 2004 eines der größten Lithiumvorkommen
Europas entdeckt.
Die EU und Serbien haben vergangenen
Sommer ein Abkommen zum
Lithiumabbau unterzeichnet. Damit
will die EU ihre Abhängigkeit von
chinesischem Lithium reduzieren.
Eine Gruppe von Studierenden
mit „Pumpaj“-Schildern drängt sich
zwischen uns. Nemanja* lässt sie vorbeiziehen
und erklärt: „Davon haben
wir gar nichts, das Lithium macht
uns krank, aber nein, die EU braucht
das in ihrem Hinterhof und unsere
Regierung hat dem zugestimmt. Wir
sollen Menschenrechte einhalten,
dann werden wir Teil der EU, aber
solang wir es nicht sind, sind unsere
anscheinend nichts wert.“
Vučićs Regierung betont zwar
immer wieder, Serbien wolle Teil der
Europäischen Union werden, gleichzeitig
kokettiert er aber mit Russland
und China. Die Reaktion aus Brüssel
bleibt auffallend verhalten.
„Man müsste meinen, die EU
sollte sich freuen, dass so viele Menschen
in Serbien für Rechtsstaatlichkeit
auf die Straße gehen“, sagt
Florian Bieber. Früher hätten EU-
Vertreter wie Johannes Hahn in ähnlichen
Situationen deutlicher Position
bezogen. „Aber heute herrscht
in Brüssel auffälliges Schweigen.“
Der EU-Beitrittsprozess habe die Demokratie
in Serbien nicht gestärkt,
sondern ausgehöhlt. „Das serbische
Regime weiß längst, dass es von
Brüssel nicht mehr viel zu befürchten
hat. Die EU ist mit sich selbst b e-
schäftigt – und Vučić nutzt das für
seine Zwecke.“
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POLITIK & GESELLSCHAFT
40
KEIN ZURÜCK ZUM STATUS QUO
Die Proteste auf Serbiens Straßen
werden weiterhin immer größer.
Zwei Wochen nach der Demo in Nis
fand am 15. März die größte Demonstration
in der Geschichte des Landes
statt. Laut offiziellen Angaben
der serbischen Regierung
waren 100 000 Demonstranten
in der Belgrader
Innenstadt, andere Quellen
schreiben von bis zu
800 000 Teilnehmenden,
genaue Zahlen lassen sich
aber kaum unabhängig
prüfen.
„Es gibt natürlich
unheimlich viele aus der
eigenen Partei, die in diesem
Netz gefangen sind und Angst
haben, im Gefängnis zu landen, wenn
das System fällt“, meint Florian
Bieber. „Aber wenn so ein autokratisches
System fällt, dann fällt
es sehr schnell.“ Denn laut Bieber
müssten genug treue parteinahe Akteure
die Seite wechseln, was oft wie
ein Dominoeffekt funktioniere.
Präsident Vučić jedenfalls
gibt sich kompromisslos. In einem
Interview sagt er, sie müssten ihn
töten, damit er aufhöre zu regieren.
Wenn die Proteste keine Änderung
herbeiführen oder
auslaufen, dann könne das Regime
trotzdem nicht so weiter machen wie
bisher, erklärt Bieber. „Das ist ein
geschwächtes Regime, das verschiedene
Strategien wählen kann, um
sich wieder zu etablieren. Es kann
repressiver werden. Das ist ein Risiko,
das ich sehe. Es könnte auch
einen auf den ersten Blick widersprüchlichen
Kurs einschlagen: prowestlich
nach außen und gleichzeitig
repressiver nach innen.“
„Wir bringen zu Ende, was wir
im Jahr 2000 nicht geschafft
haben“, sagt Marko
auf dem König-Milan-
Platz. Seine Stimme ist
ruhig und er sieht seine
Freunde an.
Damals stürzten Hunderttausende
den Autokraten
Slobodan Milošević.
Doch viele Posten blieben
bestehen, viele Netzwerke
unangetastet – allen voran
Aleksandar Vučićs. Heute,
mehr als 20 Jahre später, fürchten die
jungen Demonstrierenden, dass sich
die Geschichte wiederholt. Nur diesmal
– davon sind Marko, Miloš und
Nemanja* überzeugt – wird es anders
enden.
*Nemanjas Name wurde von der Redaktion geändert. Fotos: Zarko Djokic
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41
POLITIK & GESELLSCHAFT
DER WESTEN MUSS
SERBIEN HELFEN
Petra Milosavljević ist in Niš, Serbien, geboren
und aufgewachsen. Seit 2022 schreibt
sie bei den Vorarlberger Nachrichten über Lokales
und Kultur. Außerdem produziert sie den
VN-Podcast „Wir müssen reden“ und betreut
die Social-Media-Kanäle der Zeitung.
Eigentlich möchte ich in Ruhe meinen Kaffee genießen,
als am Sonntagnachmittag das Telefon klingelt.
Ein Videoanruf. Vor dem Hintergrund der schrillen
Trillerpfeifen und dem Stimmengewirr verstehe ich
kaum, was mein Freund mir sagen möchte. Einige
Vertraute stehen daneben, doch hinter ihnen sind
tausend andere fremde Gesichter. Sie protestieren in
meiner Heimatstadt – Nis, Serbien. In vier verschiedenen
Stadtteilen haben sich Massen von Studierenden,
Pädagogen, Schülern und Unterstützern
versammelt. Sie strömen
ins Zentrum zum Trg Kralja Milana,
zum König-Milan-Platz. Seine Statue
ist den Befreiern von Nis im 18.
Jahrhundert gewidmet. Nun steht
vielleicht eine neue Befreiung bevor –
doch diesmal nicht von fremder Besatzung,
sondern von der eigenen Regierung.
In den vergangenen 13 Jahren
hat sich die Serbische Fortschrittspartei (SNS) von
Präsident Aleksandar Vučić zahlreiche Skandale
geleistet – von gefälschten Diplomen hochrangiger
Partei funktionäre bis hin zur größten Marihuanaplantage
Europas.
Seit November dauern die von Studierenden
angeführten Proteste im ganzen Land an. In 85 Hochschulen
und weiteren Bildungseinrichtungen herrschen
24 Stunden lange Blockaden. Am Anfang stand
ein Hilfeschrei: Am Hauptbahnhof in Novi Sad war
eine Überdachung eingestürzt; die Ver antwortlichen
sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Inzwischen
ist daraus eine starke, apolitische Bewegung
gewachsen. Die Überdachung, die am 1. November
2024 einstürzte und 15 Menschenleben kostete,
brachte die Gesellschaft zum Kippen. Die Regierung
um Aleksandar Vučić versucht auf jede mögliche
Weise, die Proteste zu diskreditieren – umsonst. Es
ist eine Volksbewegung.
Wenn Studenten
aufbegehren,
dann weißt du, dass
etwas schiefläuft
Zum ersten Mal seit Jahren verbinde ich die
serbische Flagge nicht mit einer patriotischen Bewegung,
die falsche Werte verbreitet, sondern mit
mutigen jungen Leuten, die für ihr Land kämpfen
wollen, statt wegzuziehen und ihr
Glück – so wie ich – tausende Kilometer
entfernt zu versuchen. Die
Video anrufe ermöglichen es mir,
mich zumindest ein bisschen an den
Protesten zu beteiligen. Es füllt mein
Herz mit Liebe, wenn ich sehe, wie
viele Menschen bereit sind, für ein
freies Serbien zu kämpfen. Die Videos
und Bilder aus Belgrad und anderen
Städten lösen Emotionen in mir aus, von denen ich
nicht dachte, dass ich dazu fähig bin. Tränen schießen
mir in die Augen. Zum ersten Mal seit dem Aufstand
gegen das Milosevic-Regime im Jahr 2000 sind
so viele Menschen auf den Straßen. „Wenn Studenten
aufbegehren, dann weißt du, dass etwas schiefläuft“,
habe ich noch die Worte einer älteren Dame
aus einer Straßenumfrage im Ohr. Sie hat recht. Es
birgt Hoffnung. Doch genau aus diesem Grund sind
die Menschen Serbiens auf Hilfe angewiesen. Statt
lediglich eine vorübergehende Nachricht in den westlichen
Medien zu bleiben – ein Protest von vielen – ,
sollte der Wunsch nach einer besseren Zukunft
gehört werden.
Politik
& Gesellschaft
von
PETRA MILOSAVLJEVIĆ
42
IMPRESSUM: NEOS – DAS NEUE ÖSTERREICH, LANDESGRUPPE WIEN. AM HEUMARKT 7/1/14, 1030 WIEN
GANZ EHRLICH
WIR MACHEN
POLITIK
FUR KLEINE
LEUTE.
EHRLICH.NEOS.EU
43
WENN DIE FÜSSE ENTSCHEIDEN,
WER DIE RICHTIGE IST
Es war auf der Hochzeitsparty
seiner Schwester,
auf Besuch bei seiner
Familie im Iran, erzählt
Esmail, 25, von der Begegnung
mit seiner Frau:
„Ich habe sie gesehen
und meine Beine sind
von alleine auf sie zugegangen.
Wir haben die
ganze Nacht geredet und
geredet, und ich habe mir
gedacht: ‚Das ist die Richtige
für mich.‘“
Also war es Liebe auf den
ersten Blick? „Jein“, sagt Esmail
etwas verlegen. Natürlich habe
es auch familiären Druck gegeben.
Schon als er in der Hauptschule war,
hätten seine Eltern ihn gedrängt, endlich
zu heiraten. 2018 habe er deswegen
einen großen Streit mit seinem Vater gehabt,
erzählt Esmail. Er habe seinem Vater sogar gedroht,
er würde den Kontakt abbrechen, wenn er
noch einmal davon anfängt. Und auch jetzt habe er
nicht vorgehabt, zu heiraten. Aber manchmal passiere
so etwas eben.
Nachdem ihn seine Beine zu seiner Frau geführt hatten,
brauchte Esmail nur vier Tage: Gleich am nächsten Morgen
sprach er mit seinen Eltern. Sie waren hocherfreut: „Super! Passt,
gemma!“ Noch am selben Tag handelten sie mit der Familie der Braut
alles aus. Zwei Tage später gab es eine kleine Feier – nur 100 Leute. Esmail
kommt verheiratet nach Österreich zurück.
Magazin
von
HARALD SCHAFFER
44
Warum Migranten
sehr oft in ihrer
eigenen Community
heiraten und
warum es so
schwierig wird,
wenn sie es
nicht tun.
Hätte sich Esmail auch vorstellen
können, eine Österreicherin zu heiraten?
Schließlich wohnt er seit zwölf Jahren hier
und spricht fließend Deutsch, eine gute
Stelle als Elektrotechniker bei den Wiener
Linien hat er auch. „Nein“, sagt er dennoch.
„Eine Ehe ist schon ohne kulturelle Barrieren
schwierig. Es ist besser, wenn ich eine
Frau aus meiner Kultur heirate.“ Außerdem:
Wie solle er eine Österreicherin finden? Er
habe kaum österreichische Freunde. „Die
Leute hier sind so unnahbar“, meint Esmail.
„Am Anfang habe ich geglaubt, sie haben Angst
vor mir. Aber inzwischen weiß ich, das stimmt
nicht. So sind sie aufgewachsen.“
Esmail ist Afghane, und einer von vielen Migranten,
die innerhalb ihrer eigenen ethnischen
Community heiraten. Und das sind beileibe nicht
nur schlecht integrierte Migranten. Das würde zu
kurz greifen. Die Gründe für Community- interne
Ehen sind unterschiedlich und manche davon naheliegend:
Menschen mögen Menschen, die ihnen ähnlich
sind, der familiäre Druck zum Heiraten ist in manchen
Kulturen höher, manche heiraten den Partner im
Heimatland auch, um ihn oder sie legal nach Europa zu
holen. Außerdem genießen Migranten, die den Sprung in
den Westen geschafft haben, in ihren Heimatländern einen
hohe sozialen Status, und haben dadurch gute Chancen am
dortigen Heiratsmarkt.
Manchmal sind die Gründe aber auch düster: Wenn patriarchale
Rollenbilder innerhalb einer Kultur sehr verbreitet sind, können
Männer aus dieser Kultur dieses Rollenbild eher aufrechterhalten,
wenn ihre Frau ebenfalls damit aufgewachsen ist.
45
Magazin
NIGERIA WAR IMMER DAS WICHTIGSTE
Jemand, der es gewagt hat, sich auf eine multikulturelle
Ehe einzulassen, ist Martina. Sie war zwölf Jahre lang
mit einem Nigerianer verheiratet. Sie habe die Herausforderungen
einer solchen Beziehung völlig unterschätzt,
sagt Martina. Eines der größten Konfliktfelder
sei die Umkehr des patriarchalen Rollenbildes gewesen.
Als sie mit ihm zusammenlebte, hatte ihr Mann außer
gelegentlichen Jobs in der Gastronomie kein eigenes
Einkommen. Er konnte seine Familie in Nigeria nicht so
unterstützen, wie das von ihm erwartet wurde. Das sei
für ihren Mann ein großes Problem gewesen, sagt Martina.
Das Ansehen in seinem Heimatland sei ihm mindestens
so wichtig gewesen wie das Leben mit ihr in Österreich.
„Das zu akzeptieren, ist für eine europäische Frau
schwer. Nigeria war für ihn immer das Wichtigste.“
Ihr Mann wusste, dass er ihr keine Vorschriften
machen konnte. „Das hätte mit mir nicht funktioniert“,
sagt Martina selbstbewusst. Aber vor allem im Streit
fiel er in alte Muster zurück, mit denen er aufgewachsen
ist. „Dann war er der Mann und ich die Frau – und wir
waren nicht mehr gleichwertig“, erzählt Martina „Und
so kann man nicht streiten. Noch dazu auf Englisch, was
ja für uns beide nicht die Muttersprache war.“
Martinas Mann reiste oft nach Nigeria, um angeblich
Vielversprechendes aufzubauen. Mit der Zeit
wurden diese Aufenthalte immer länger. Als er nach
neun Jahren Ehe ein ganzes Jahr wegblieb und Martina
mit den drei Töchtern in Österreich alleine ließ, wurde
ihr klar, dass sie so nicht weitermachen möchte. Erst
Jahre später fand sie heraus: Ihr Mann hatte inzwischen
in Nigeria ein zweite Familie gegründet und mit seiner
nigerianischen Frau zu diesem Zeitpunkt bereits zwei
Söhne.
„Ich habe ihm nur drei Töchter geboren“, erklärt
Martina sein Verhalten. „Und wenn es darauf ankommt,
zählte seine Sozialisierung: Er brauchte einen Sohn. Ich
wusste, dass Polygamie in Nigeria trotz Christianisierung
immer noch üblich ist, aber ich habe ihm vertraut,
dass er so etwas nie tun würde.“
Nach seiner Rückkehr drängte Martina ihren
Mann immer stärker zur Scheidung. Während seiner
Zeit in Nigeria hatte sie bereits gemerkt, dass sie es mit
den Kindern auch alleine schafft. Die Einsamkeit in der
Beziehung sei schlimmer gewesen als das Alleinsein,
sagt sie.
Kann eine multikulturelle Ehe auch funktionieren?
Es sei jedenfalls sehr schwierig, meint Martina. In
ihrem Umfeld hätten sich beinahe alle Paare früher oder
später getrennt. Gehalten habe es nur, wenn die Frau bereit
war, sich weitgehend unterzuordnen. „Aber das kam
für mich nicht in Frage“, erklärt Martina. „Ich wollte
keine Sugar Mommy sein.“
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46
BOLLWERK
WARUM IST DIE AK WICHTIG?
Damit jemand für die arbeitenden
Menschen kämpft und sich politisch laufend
einbringt. Denn wer arbeitet, hat auch Rechte.
Deshalb achten wir darauf, dass die Anliegen
der Beschäftigten nicht zu kurz kommen.
wien.arbeiterkammer.at/immernah
47
WART IHR DIE
BESSEREN
AUSLÄNDER,
EMILIAN?
Emilian N. kommt ursprünglich
aus Međimurje,
einer Region Kroatiens an
der Grenze zu Slowenien
und Ungarn. Warum er
sich nicht angesprochen
fühlt, wenn es heißt „Ausländer
raus“, ob es „die
besseren Ausländer“ gibt
und andere Dinge, über
die man beim Sonntagsessen
mit der Schwiegertochter
normalerweise
nicht spricht.
„Ich hätte einfach zuhause bleiben können.“ Von den
Wänden im grün gestrichenen Wohnzimmer lachen
Heiligenfiguren und kroatische Wappen. Ich gebe die
unzähligen Tupperware-Dosen zurück, die ich regelmäßig
von meinen Schwiegereltern erhalte, gefüllt
mit Lungiči, Mlinci oder Trganci. Emilian macht sich
noch einen Espresso und nimmt Platz.
Er ist eben nicht zuhause geblieben. Ein Sonntag
war es, als er nach Österreich kam. Ein Bekannter
hat ihn im Auto mitgenommen und in der Nähe einer
Straßenbahnhaltestelle ausgesetzt. Den Schlüssel
für eine Wohnung hatte der heute über 60-jährige
Emilian zwar in der Tasche – aber nicht den für das
Haustor. Er lacht, wenn er an seine erste Begegnung
mit dem Hausbesitzer denkt, den er damals um Mitternacht
aus dem Bett klingeln musste.
BACK TO THE 90S – EINE VÖLLIG ANDERE ZEIT?
Das war in den 90ern. 90er, Kroatien – Jugoslawienkrieg
also? Rund 13 000 Kroatinnen und Kroaten
flohen laut Zahlen des ORF damals nach Österreich.
Doch bei Emilian ist der Hintergrund ein anderer:
Den Job, den er damals haben wollte, gab es in Kroatien
nicht, sehr wohl aber in Wien. Bis heute begleiten
ihn die Worte seines Vaters: „Du hast sehr viele
Möglichkeiten dort, aber du musst schauen, dass du
nicht scheiterst.“
Doch Migration heute? Viele Migrantinnen und
Migranten heute kommen aus völlig anderen Kulturkreisen,
für sie ist es ein richtiger „Kulturschock“,
findet Emilian. Schon allein deshalb sei es nicht fair,
die Situation zu vergleichen. Teil des „mitteleuropäischen
Geistes“, wie er ihn nennt, sei die Selbstverständlichkeit,
arbeiten zu wollen. Auch an der
eigenen Integration. Dieses Bewusstsein sei heute
oft weniger verbreitet, sagt Emilian. Aber woran liegt
das? An den Migrantinnen und Migranten selbst
oder an einer Gesellschaft, die es ihnen schwerer
macht als früher?
Magazin
von
SARAH NEURURER
48
ES GEHT JA GAR NICHT UMS ASSIMILIEREN,
SONDERN UMS INTEGRIEREN
Woran es fehlt, sei der gemeinsame Nenner, glaubt
Emilian. Er holt aus: Sei es in der Gesprächs- und
Diskussionskultur oder in der Parteipolitik – das
Prinzip von Geben und Nehmen sei abhandengekommen.
„Warum sollten Herr und Frau Österreicher für
Menschen eine ganze Menge Geld investieren, die
Unruhe stiften?“ Menschen, die in Österreich aufgenommen
werden, hätten sehr wohl Rechte, aber auch
Pflichten, mahnt Emilian. Auch die Politik habe da
sehr viel „verschlafen“. Parteien seien oft nicht „fähig,
die Stimme des Volkes zu hören“. Sie würden
das Problem vermeiden – was zu einer noch extremeren
Abschottung migrantischer Gruppen führe, so
Emilians These – und das sowohl von innen als auch
von außen.
AUSLÄNDER? WELCHE AUSLÄNDER?
Die Wahlplakate der FPÖ kümmern Emilian wenig.
Auch nicht, dass diese damit bei der letzten Nationalratswahl
2024 das beste Ergebnis der Parteigeschichte
eingefahren hat. Von „Ausländer raus“-
Rufen fühlt er sich nicht angesprochen. „Heißt
‚Ausländer‘ die Menschen, die aus dem ehemaligen
Jugoslawien kommen? Die so und so nicht mehr Ausländer
sind?“ Auch diese Menschen, die hier leben,
würden sich überfordert fühlen. Auch sie würden
kein „extremes Ausmaß“ an „Ausländern“ wollen.
Emilian sieht sich nicht als den „besseren Ausländer“,
sondern als gar keinen.
GEMEINSAMKEITEN, UNTERSCHIEDE UND VORURTEILE
Er lehnt sich ein wenig zurück. „Schau, ich stell dir
eine Frage: Von wem haben die sogenannten Ausländer
gelernt, wie man das AMS ausnutzt? Richtig,
von den Österreichern. Die haben es auch zu sehr in
Anspruch genommen, da heißt es dann aber gleich:
‚Schau die bösen Ausländer.‘ Mensch, du hast ihnen
beigebracht, wie man ein System ausnutzt!“ Eine
ironische Form der Integration.
Emilians Verhältnis ist zwiespältig. Er betont
im Gespräch, es gebe nicht nur Schwarz und Weiß,
er selbst sei das beste Beispiel dafür. Er mahnt und
prangert an, nimmt aber auch in Schutz. Er fühlt
sich von Ausländerhetze nicht bedroht, sagt über die
eigene Herkunft aber auch: „Ein Teil von mir ist immer
dort.“
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Vielen Menschen unserer
täglichen Umgebung
schenken wir zu wenig
Beachtung. Einige davon
haben wir getroffen und sie
zu ihrem Beruf und ihren
Träumen befragt.
Der
Zeitungsmann
„Später bezahlen ist doch ein
gutes Verkaufsargument.“
Hossen, 58, stammt aus Bangladesch. Er lebt seit 33 Jahren
in Österreich und fast genau so lange steht er auch
an einer befahrenen und belebten Ecke mitten im Dritten.
Hossen weiß genau, was wer wann liest. Manchmal
springt er in die „Bim“, um Stammkunden ihr Lieblingsblatt
in die Hand zu drücken. Viele Menschen, die täglich
an ihm vorbeirauschen, kennt er seit Jahren. Bei Hossen
gibt’s auch Kredit. Er sagt: „Später bezahlen ist ein gutes
Verkaufsargument.“
Als Kind wollte er „etwas mit Autos“ machen. Alle
zwei Jahre besucht er seine große Familie in Bangladesch.
Dort hat er eine Tankstelle.
Es gibt viele Menschen in dieser Stadt, die Wien am
Laufen halten. Da ist die Straßenbahnerin Claudia. Sie
bringt uns sicher von A nach B. Oder Natalija. Die gebürtige
Lettin unterrichtet Deutsch als Fremdsprache.
Der Somalier Ali und der Mexikaner Lopez wiederum
kümmern sich um unser Essen. Die beiden Freunde haben
ein gutes Gefühl, wenn die Gäste zufrieden sind. Der Zeitungsverkäufer
Hossen aus Bangladesch steht seit 30
Jahren an derselben Ecke. Eigentlich ist er ja ein Marketing-Genie.
Brit, die Physiotherapeutin, hilft Menschen,
ihren Alltag zu bewältigen. So wie die stellvertretende
Stationsleiterin Leonie, die sich auf der Pulmologie im
Krankenhaus Floridsdorf um Tumorpatienten kümmert.
Magazin
von
MARKO LOCATIN
52
Die
stellvertretende
Stationsleiterin
„Gute Planung ist alles!“
Leonie, 25, ist 2018 von Krems nach Wien gezogen, um ihr
Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege zu
absolvieren. Seit 2021 arbeitet sie in der Klinik Floridsdorf
des Wiener Gesundheitsverbunds als diplomierte
Gesundheits- und Krankenpflegerin. „Ich war ja erst 22,
als man mir den Job als stellvertretende Stationsleiterin
angeboten hat. Eine große Verantwortung, aber ich bin
schon stolz.“ Die Hälfte ihrer Arbeitszeit nimmt die Leitungsfunktion
in Anspruch, die andere Hälfte ist sie „am
Bett“. Den rührenden Brief einer Patientin, dem eine Rose
beigelegt war, hat sie sich aufgehoben.
Als kleines Mädchen wollte Leonie Tierärztin werden.
Sie reist gerne, war in ihrem normalen Jahresurlaub in 14
Ländern und sagt: „Gute Planung ist alles! Im Job und in
der Freizeit.“
Leonie macht gerade den Praxisleiterkurs sowie den
Master im Gesundheitsmanagement.
Der
Sous-Chef
„Die Freude der Gäste ist
auch meine Freude.
Deshalb mach ich diese
Arbeit sehr gerne“
Lopez, 34, stammt aus Mexiko. Er lebt seit 15 Jahren in
Österreich und hat hier erfolgreich eine Lehre absolviert.
Seit fünf Jahren befeuert er den Herd im Magdas.
Als Sous-Chef kümmert er sich auch um die Einschulung
neuer Mitarbeiter. Kochen gelernt hat er bereits als kleiner
Junge. „Früher war es ja nur Spaß, jetzt ist es ernst“,
erzählt Lopez und lächelt. Er freut sich über zufriedene
Gäste, die ihm oft direkt Feedback geben. Glücklich ist
Lopez, wenn alle Teller leer zurückkommen. „Die Freude
der Gäste ist eigentlich, warum ich das mach’.“
Er wollte Pilot werden, seit Kindesbeinen begeistert
ihn die Luftfahrt. „Ich mag die Technik“, sagt er.
53 Magazin
Die
Deutschlehrerin
„Ich möchte meine
Schülerinnen und Schüler
beim Einstieg ins Berufsleben
unterstützen.“
Natalija, 53, kam vor 30 Jahren nach Wien. In der lettischen
Hauptstadt absolvierte sie ein Polytechnikum.
In Wien studierte sie Deutsch und Russisch auf Lehramt.
Seit sieben Jahren unterrichtet Natalija Deutsch
als Fremdsprache für Menschen mit Migrationshintergrund
auf unterschiedlichen Niveaus. „Es ist keine einfache
Arbeit“, meint sie, denn „manche haben noch nie
eine Schule besucht.“ Sie versucht, ihre Schüler, die aus
verschiedensten Kulturkreisen stammen, mit kreativen
Lehrmethoden zu erreichen.
Als Kind liebte Natalija Mathematik. Sie spielt
gerne Dame und träumt von ihrem eigenen Garten.
Der
Barmann
„Ich möchte die Leute so
betreuen, wie ich selbst
betreut werden möchte.“
Ali, 20, ist vor sieben Jahren aus Somalia nach Österreich
gekommen. Im Hotel „Magdas“ in der Ungargasse absolviert
der Lehrling seit zwei Jahren eine Ausbildung. Den
Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das ist
sein Antrieb. Am Magdas schätzt er die gute Stimmung
und die Arbeit im Team, wo er auch Freunde gefunden
hat (zum Beispiel Sous-Chef Lopez). Irgendwann möchte
Ali aber sein eigenes Business starten. Vielleicht auch
im Ausland, meint er. „Die Bürokratie hier ist einfach zu
viel. Es ist schwer, etwas eigenes zu machen.“
Alis anderer Traum ist es, als professioneller Musiker
zu leben. Im fernen Somalia hat er Gitarre und andere
Instrumente ausprobiert, die ihm hier fehlen. „Vielleicht
fange ich aber noch einmal an, Gitarre zu lernen“, meint
er zum Abschluss.
Magazin
54
Die
Straßenbahnlenkerin
„Straßenbahnfahren ist
für mich mehr als ein Beruf.
Es ist meine Berufung!“
Claudia, 40, ist vor 20 Jahren von Rumänien nach Österreich
gekommen. Seit zehn Jahren lenkt sie Straßenbahnen
für die Wiener Linien. Was ihr an ihrer Arbeit besonders
gefällt: „Bei uns ist jeder Tag ein Erlebnis, weil kein
Tag wie der andere ist: Jeden Tag fährt man meist eine andere
Straßenbahnlinie, trifft viele unterschiedliche Menschen
und entdeckt Wien immer wieder neu. Bei welchem
anderen Job sieht man so viel von der Stadt? Einer meiner
schönsten Momente ist, wenn ich mit der 11er-Straßenbahn
dem Sonnenaufgang entgegenfahre.“
Als Kind „wollte ich etwas ganz anderes machen“.
Damals war Anwältin ihr Traumjob.
Die
Physiotherapeutin
„Bewegung ist Leben –
Leben ist Bewegung!“
Brit, aus Österreich, absolvierte eine Ausbildung zur
Physiotherapeutin. Sie ist in ihrem Beruf seit 19 Jahren
selbstständig. „Es ist anstrengend, oft eine Herausforderung.
Aber: Es gibt viele schöne Erlebnisse. Das Schönste
ist, wenn man Patienten jahrelang begleiten darf.“ Dass
man immer wieder neue Menschen kennenlernt und ihnen
dabei helfen kann, wieder gut im Alltag zurecht zu
kommen, findet sie spannend und sinnvoll.
In der Schule träumte Brit vom Himmel und den Gestirnen.
„Ja, ich wollte Astronomin werden!“, lächelt sie.
55
Magazin
DIE VERHÄNGNISVOLLE
TRENN
Im Gegensatz zu psychischen Krankheiten wurden
körperliche Krankheiten weit früher anerkannt und erforscht.
Bereits in der Antike erkannte die Medizin an,
dass der einzelne Mensch nichts für eine körperliche Erkrankung
kann. Psychische Krankheiten hingegen galten
als göttliche Strafe oder persönliche Schwäche. Betroffene
trugen somit selbst die Schuld für ihr Leid. Sie
wurden isoliert, gefoltert oder getötet. Im europäischen
Mittelalter waren Dämonen und Hexerei die beliebteste
Erklärung für psychische Krankheiten. Besonders Frauen
wurden als Hexen gefoltert oder verbrannt. Exorzismen
sollten böse Geister oder den Teufel austreiben. In
der Neuzeit entwickelte die Medizin nach und nach Impfungen
gegen Infektionskrankheiten und Medikamente
für zuvor unheilbare Leiden. Bei psychischen Erkrankungen
blieb
der Fortschritt aus: Betroffene
wurden in sogenannten „Tollhäusern“
isoliert; die Behandlungen
glichen häufig reiner
Folter. Die Verbrechen des NS-
Regimes, darunter Euthanasie-Programme
und Zwangssterilisationen,
verstärkten die
Diskriminierung psychisch kranker Menschen weiter
und schlossen Betroffene systematisch aus der Gesellschaft
aus.
Heute sollten wir es besser wissen. Dennoch erhalten
wir die künstliche Trennung zwischen Körper
und Psyche aufrecht. Psychische Störungen sind in Österreich
nach wie vor ein Tabu. Arbeitnehmer*innen,
die aufgrund psychischer Probleme ausfallen, erfahren
weniger Verständnis und Akzeptanz als solche mit körperlichen
Erkrankungen. Viele wagen erst gar
nicht den Schritt in Richtung Therapie.
Wer sich doch traut, muss oft zahlen:
Nur rund 30 % der Menschen mit einer
psychischen Erkrankung erhalten einen
kassenfinanzierten Psychotherapieplatz.
Ein erheblicher Teil der Betroffenen
muss auf private Angebote ausweichen.
Wer sich die Therapie nicht leisten
Meinung
von
CECILIA VON LUDWIG
56
FSW | Foto: GettyImages/Vidi_Studio
Die Trennung zwischen psychischer und
UNG VON
körper licher Gesundheit hat eine lange Geschichte.
Sie war immer schon falsch.
kann, bleibt ohne professionelle Hilfe. Laut dem Berufsverband
Österreichischer Psycholog*innen (BÖP) können
sich zwei von drei Menschen in Österreich keine
Psychotherapie leisten.
Die dogmatische Grenze zwischen Körper und
Geist hindert uns in unserem Fortschritt. Wenn wir
psychische Leiden unzureichend behandeln, werden die
Betroffenen irgendwann auch körperlich krank. Spä-
testens dann fallen sie im Job aus. Das kostet der Wirtschaft,
dem Staat und uns allen viel Geld, Zeit und vor
allem Ressourcen. Wir dürfen psychische und körperliche
Gesundheit nicht länger getrennt denken. Eine
gute Gesundheitsversorgung muss beiden Aspekten gerecht
werden – mit einem integrativen Ansatz und einem
niederschwelligen, kostenfreien Zugang zu Psychotherapie.
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57
Das FSW Bildungszentrum ist eine eingetragene Marke der AWZ Soziales Wien GmbH. Die AWZ Soziales Wien GmbH ist ein
Tochterunternehmen des Fonds Soziales Wien (FSW). Gesellschafter sind der FSW, das Kuratorium Wiener Pensionisten-
Wohnhäuser (KWP) und die Stadt Wien, vertreten durch die Magistratsabteilung 17 – Integration und Diversität sowie
den Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV).
FRIEDEN –
MEHR ALS WOHNEN:
GEMEINSAM ZUKUNFT
GESTALTEN
Seit 1947:
Wohnen mit sozialem Anspruch
Die Baugenossenschaft (BG) FRIEDEN steht für
kostengünstigen Wohnraum und eine Lebensweise,
in der Nachbarschaft, Nachhaltigkeit und soziale
Ver antwortung eine zentrale Rolle spielen –
mit Blick in die Zukunft.
Aktuellstes Beispiel dafür in Wien ist das
BG FRIEDEN-Projekt GARTENWERK.
Im Stadtteil „Neues Landgut“ nahe dem Hauptbahnhof
gelegen wird das GARTENWERK Wohnen mit Nachhaltigkeit
verbunden: Schrebergärten, ein Konzept-
Greissler, eine Konditorei, die den Inklusionsgedanken
realisiert, sowie ein Community Center fördern soziale
Begegnungen. Bis 2027 entstehen rund 300 neue geförderte
Wohneinheiten, zehn davon für alleinerziehende
Eltern mit sozialer Betreuung.
Neues Landgut: Das Projekt
GARTEN WERK bietet ungewöhnliche
Aus- & Einblicke
in das neue Stadt viertel
„Neues Landgut“ in Wien
Foto: Schreiner Kastler, Goya
Entgeltliche Einschaltung
58
ADVERTORIAL FRIEDEN 58
So wirkt die Idee der BG FRIEDEN
Die BG FRIEDEN blickt nicht nur auf eine lange Tradition
im gemeinnützigen Wohnbau zurück. In Wien
befinden sich 675 geförderte Wohnungen in Bau oder in
Bauvorbereitung.
Wohnen der Zukunft muss qualitativ auf der Höhe
der Zeit, kostengünstig und in gut integrierter Nachbarschaft
möglich sein. Gemeinsam mit anderen Bauträgern
arbeitet die BG FRIEDEN an der Realisierung
dieser Idee, nimmt bewusst Risiken auf sich und geht in
Vorlage, um Grundstücke in geeigneten Stadtentwicklungsräumen
auch ohne entsprechende Widmung zu
erwerben und für modernen Wohnbau – wie im Fall der
„Neue Gärtner-Siedlung“ – vorzubereiten.
„Heute entwickelt
die BG FRIEDEN eine
Vision davon, wie ein
Zuhause in Wien 2035
aussehen kann.“
Dir. Christoph Scharinger
Zahlen und Fakten
Fotos: Gregor Nesvadba
UNTER EINEM DACH:
GENERATIONENWOHNHAUS
Mehrgenerationen-Bauprojekte fördern das
gemeinschaftliche Zusammenleben und
den Zusammenhalt in guter Nachbarschaft.
Seit 1947 verfolgt FRIEDEN
eine Wohnbauphilosophie
mit sozialem Engagement
in Wien, NÖ und Tirol
19 000
errichtete Wohnungen
40 000
verwaltete Wohneinheiten
153
Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter
Generationenwohnhaus
in Niederösterreich seit 2014
Das vor einem Jahrzehnt von der FRIE-
DEN-Tochtergesellschaft NÖ FRIE DENS-
WERK gestartete Wohnprojekt in Ulmerfeld-Hausmening
bringt Jung und Alt zusammen.
Gemeinde, Grundeigentümer
und 30 Ehrenamtliche unterstützen das
Projekt.
Seit fast 80 Jahren setzt die Gemeinnützige Bau- und
Siedlungsgenossenschaft FRIEDEN auf durchdachte
Wohnkonzepte, die über das Bauen hinausgehen.
Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit
stehen im Fokus.
Mehr über aktuelle Projekte auf
frieden.at
59 FRIEDEN
Advertorial
War es ein Fehler, hierher zu kommen?
In meinen ersten Wochen in Wien ließ mich diese
Frage nicht los. Nach dem organisierten Chaos von
Kairo, der lebendigen Energie Berlins und dem hektischen
Tempo New Yorks fühlte sich Wien … ruhig an.
Zu ruhig. Auffällig, fast schon beunruhigend ruhig,
als ich an einem Winterabend durch die Straßen von
Wieden spazierte. Aus Städten kommend, die niemals
schlafen, hielt ich diese Ruhe zunächst für Langeweile.
Doch da wusste ich noch nicht, dass sie der
Beginn einer Lektion über Balance, Harmonie und
die Kunst der Entschleunigung sein würde.
Als ich mit einem Freund aus Berlin durch Wien
spazierte, bemerkte er: „Die Leute hier gehen langsamer,
oder?“ Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich darauf
noch nie geachtet. Als wir später vor dem Parlament
standen, hörten wir Billy Joels Ballade Vienna.
„Slow down, you crazy child. (...) When will you realize,
Vienna waits for you?“ Der Rhythmus des Songs
passte zur Stadt. In dem Moment veränderte sich
etwas Grundlegendes in mir. Was, wenn ich mein gewohntes
Tempo verlangsamte? Was, wenn ich mich
der Gemächlichkeit dieser Stadt öffnete? Von da an
begann ich, Wien zu schätzen.
Am meisten faszinierten mich die Harmonie der
Architektur und das Gleichgewicht zwischen Entspannung
und Aktivität. Ein Buch im Park an einem
Sommertag, eine durchgetanzte Nacht im Club am
Wochenende. Lange Tage am Wasser, Spaziergänge
und Radtouren auf der Donauinsel – mitten in der Natur
und doch in der Stadt. Die weltbekannten Museen,
Kunsträume und Cafés, wo zwar immer „Gewurle“
herrscht und wo ich doch stundenlang ungestört
sitzen oder schlendern kann. Es ist dieses Gefühl
von Balance und Harmonie, das mich berührt, das in
mich eindringt, das mir inneren Frieden schenkt.
WHATʼS THE H
Doch eine Stadt kann noch so viel Charme haben –
wer ankommen und gut leben will, muss seinen Platz
darin finden. Viele Ausländer berichten, wie schwer
es sein kann, hier Freunde zu finden oder generell mit
Österreichern in Kontakt zu kommen. Meine Erfahrung
war eine andere – vielleicht aus Glück, wegen
meiner Herangehensweise oder beidem. Ich war geduldig.
Freundschaften brauchen ihre Zeit. Nach und
nach, in diesem gemächlichen Wiener Tempo, konnte
ich Verbindungen aufbauen – zu Einheimischen, aber
auch zu „Zuagrasten“.
Ich hatte Glück mit meiner neuen Freundesgruppe.
Obwohl sich einige bereits seit ihrer Kindheit
kennen, haben sie mich schnell in ihren Kreis und
ihre Aktivitäten eingebunden. Ich durfte zu einem
Junggesellenabschied, der eigentlich engsten
Freunden vorbehalten war, und letztes Jahr
zu einer Hochzeit in Tirol. Ich verbrachte
das Wochenende bei einem Freund und die
Gastfreundschaft seiner Mutter erinnerte mich
stark an meine eigene. Sie behandelte mich mit der
gleichen Wärme und Herzlichkeit, die meine Mutter
an den Tag legte, wenn sie meine ausländischen
Freunde in Ägypten bewirtete. Die Freundlichkeit,
das unglaublich gute Essen (es gab Schlipfkrapfen)
und die aufmerksamen Gesten – der Kaffee stand am
Tisch, bevor man danach fragen konnte – fühlten sich
so vertraut an. Gastfreundschaft kennt keine Herkunft.
Meine Freunde haben mich auch großartig beim
Deutschlernen unterstützt – auch wenn ich immer
noch daran arbeite. Sie sagen, ich hätte schneller
Deutsch gelernt als viele andere und vergessen dabei,
dass ich das vor allem ihnen, und einigen anderen besonderen
Menschen, verdanke.
Meinung
von
ESLAM BADAWY MOSTAFA
60
Ein
Ausländer
lernt Wien
lieben.
Eslam Badawy Mostafa ist Content Creator,
Lehrer und Journalist mit einem Hintergrund in
interkultureller Kommunikation. Er hat in Ägypten,
den USA und Europa gewohnt. Derzeit lebt
er in Wien, wo er sich mit den Themen Integration,
Kultur und persönlichem Wachstum auseinandersetzt.
URRY A B O U T ?
Natürlich ist kein Ort perfekt und auch Wien
hat Aspekte, die ich kritisch sehe. Die Bürokratie
kann frustrierend sein und erste Interaktionen mit
Einheimischen fühlen sich manchmal kalt oder distanziert
an. Manche von ihnen sehen ihr Wissen
oder ihre Erfahrung als überlegen an, und das kann
abschreckend wirken. Ich kenne viele Ausländer, die
sich hier immer noch nicht zu Hause fühlen und ich
verstehe diese Frustration – denn auch für mich ist
Wien nicht immer einladend.
Aber ich bleibe. Das war nicht mein Plan;
eigentlich war ich einfach auf der Suche nach einer
neuen Erfahrung. Ich bleibe trotzdem, weil ich hier
ein Zuhause gefunden habe. Eines, für das man sich
Zeit nehmen muss, wie für eine Wiener Melange. Ich
glaube, Billy Joel hat recht: In Wien wartet ein Zuhause
auf jeden, der sich nur die Zeit nimmt, es langsam,
Schritt für Schritt zu entdecken.
61
Meinung
FRESH
Mit den Fresh Faces holen wir junge
Menschen vor den Vorhang, die sich in
bestimmten Kategorien ausgezeichnet
haben und dadurch auch die nahe
Zukunft wesentlich prägen werden –
mit Vorbildwirkung, Gestaltungslust,
Vertrauenswürdigkeit, gesellschaftlichem
Engagement, Empathie, Vielfalt und
oft auch Migrationshintergrund.
Die Jury
Wir haben Menschen, die sich für Vielfalt, Erfolg und Chancengleichheit
einsetzen, gefragt, welchen auf strebenden Talenten
sie eine Bühne bieten wollen.
Die Biber-Redaktion hat aus allen Nominierungen fünf Personen
pro Kategorie ausgewählt, deren Engagement und Vorbild wirkung
besonders inspirieren.
Eser Akbaba Journalistin und Moderatorin
Stefan Baumgartner Chefredakteur CTS Eventim Austria/oeticket
Cornelia Blum Leiterin Kommunikation Universität Wien
Kaitlyn Chang Impact Architect ASG, Accenture Song
Pat Domingo & Joy Domingo-Nikodem Nikodem
Robert Gulla Gründer und Obmann „Springboard“
Florian Gschwandtner Unternehmer und Investor
Hyung-ki Joo Pianist und Komponist
Dejan Jovicevic Gründer brutkasten
Judith Kohlenberger Migrationsforscherin WU Wien
Aida Loos Kabarettistin und Schauspielerin
Ursula Ressl Kommunikationsexpertin, Gründerin Female Forward
Marco Simoner CEO The Guardians of Social Media
FACES
62
Yannick Shetty, 29
FOTOS Jasmina Malkoč: © Markus Sibrawa, Yannick Shetty: © Julius Hirtzberger, Barbara Neßler: © Peter Koren, Mahdis Gharaei: © Florentina Olareanu
POLITIK
Ibrahim Kaniza, 31
Lehrer, Bezirksrat und Vor sitzender
der Jungen Generation der SPÖ Meidling.
Ibrahim gestaltet Bildung, Umwelt und
In tegration aktiv mit und setzt sich für
ein vereintes Europa ein.
WIRT-
Rewan Babayigit, 30
Ob Streetfood oder Stadtentwicklung –
Rewan denkt Unternehmertum neu, baut
Brücken zwischen Gastro, Immobilien und
Visionen mit urbanem Spirit.
Mit 24 Jahren jüngster Abgeordneter,
jetzt Nachfolger von Beate Meinl-Reisinger
als Klubobmann im Nationalrat. Yannick steht
für Chancengleichheit, Mut zur Veränderung
und eine offene, gerechte Gesellschaft.
Mit „Heizma“ treibt Michael klimaneutrales
Heizen voran, bringt Gründerinnen und
Gründer zusammen und steht für Impact,
Innovation und unternehmerischen Drive.
SCHAFT
63 Feature
Emira Abidi
Leon Wassiq, 36
Als Bezirksparteiobmann und Bezirksrat kämpft der
Spitzenkandidat der ÖVP Floridsdorf für Sicherheit,
Integration und eine ideologiefreie Verkehrspolitik –
mit klarer Haltung und konsequenter Linie.
Als Diversity-Beauftragte der „Vienna
Business Agency“ stärkt Emira Start-ups,
Mahdis Gharaei, 35
Jasmina Malkoč, 32
Feministin, Kämpferin, Vorbild. Als Frauen sprecherin
der Jungen Ge neration der SPÖ Wien setzt sich die
Sozial- und Wirtschafts wissenschaftlerin für ein selbstbestimmtes
und gutes Leben für alle Menschen ein.
Als CEO und Mitgründerin von „the female
factor“ vernetzt Mahdis weltweit Frauen,
stärkt ihre Leadership-Power und zeigt, wie
Empathie die Führung der Zukunft prägt.
Barbara Neßler, 34
Als Grüne Sprecherin für Kinder, Jugend, Fa milie, Elementarpädagogik
& Tourismus steht die Abgeordnete zum Nationalrat
für Zusammen halt statt Spaltung – und für eine
Politik, die Freiheit, Demokratie und Miteinander stärkt.
Michael Kowatschew, 26
Shirin James, 33
fördert Gleich berechtigung und vernetzt
die Wiener Gründerszene.Als Managing Partner bei „papabogner“
entwickelt Shirin kreative Markenstrategien
mit Haltung und gestaltet
Kommunikation für eine neue Generation.
WIRTSCHAFT POLITIK
KULTUR START UPS
Nana Janashia, 34
START
UPS
Mit „TechWorld with Nana“ macht Nana
komplexe DevOps-Themen verständlich,
stärkt Tech-Karrieren weltweit und
bringt frischen Wind in die IT-Bildung.
Aktuell sucht sie motivierte Talente fürs
Team und baut das B2B-Angebot aus, um
Unternehmen weltweit bei der Weiterbildung
ihrer Ingenieure zu unterstützen.
Vada Prosquill, 30
Mit „Leaders in Heels“ und der LeadHERship-
Konferenz stärkt Vada weibliche Führung,
baut Netzwerke auf und kämpft für Gleichberechtigung
im Business.
KULTUR
Elif begeistert mit Worten, die treffen.
Als Poetry-Slam-Meisterin gibt sie
der jungen Generation eine Stimme,
die ehrlich, stark und poetisch ist.
Miloš Stosiek, 19
Elif Duygu, 26
Mit 19 Jahren zählt Miloš zu den span -
nendsten Cellotalenten Österreichs –
preisgekrönt, international gefragt und
voller Hingabe für Musik mit Tiefgang.
Ilja gründete TrueYou und FOLLOW
Austria, kombiniert Kreativität mit
Unternehmertum und inspiriert als
Speaker mit Know-how zu Social
Media und Markenaufbau.
Mit 19 Jahren gegründet, macht Viktoria mit
„Advanced Sales Technologies“ B2B-Vertrieb
effizienter. Sie setzte früh auf Automatisierung
und prägt die Tech-Szene mit Innovationsgeist.
Die Violonistin vereint Virtuosität mit Pioniergeist.
Als Gründerin und Mitglied des „Kandinsky
Quartett“ befasst sie sich unter anderem mit
der Reflexion von Kriegen durch Kunst.
Aleksandar tanzt seit Jahren auf den großen Bühnen
Wiens – mit Präzision, Ausdruck und der Kraft, Ballett in
Bewegung und Emotion zu verwandeln. Im Mai 2025 wird
er zudem auf der World Expo in Osaka, Japan, auftreten.
Banan Sakbani, 21
Emir Selimović, 30
Die Musikerin, Autorin und Schauspielerin nutzt ihre
Stimme für Veränderung. Nach dem Jus-Studium will
sie in Wien als Richterin oder Staatsanwältin wirken
und sich in Syrien am Wiederaufbau beteiligen.
Ilja Jay Lawal, 32
Mit „Dotbite“ zeigt Emir, wie stark österreichische
Tech-Dienstleister sein können –
und gibt als Mentor seine Erfahrung an
die nächste Gründergeneration weiter.
Viktoria Izdebska, 22
Aleksandar Orlić, 24
Hannah Kandinsky, 29
FOTOS Ilja Jay Lawal: © Chiara Milo, Viktoria Izdebska: © CLukas Ilgner, Elif Duygu: © Daniel Müllner, Aleksandar Orlić: © Andreas Jakwerth, Banan Sakbani: © ÖIF-Olha Soldatenko
Feature
64
FOTOS Michaela Kotásková © FRB Media, Aldijana Mašinović: © SK Rapid | Widner, Jing Chen: © Daniël Siegersma, Khalifa Dampha: © Stefan Joham
Michaela Kotásková, 33
SPORT
WBF-Weltmeisterin 2024, „Boxerin des
Jahres 2024“ und voller Kampfgeist. Michaela
will ihren Titel verteidigen, international weiter
aufsteigen und in einem weiteren Verband
um eine Welt meister schaft boxen.
Mit 22 Toren führt sie die Torschützinnenliste
der Wiener Frauen Landesliga an. Sie will mit
den SK Rapid Frauen die Meisterschaft holen.
ESSEN &
TRINKEN
Mit „Bros Pizza“ setzt Serge neue Maßstäbe.
65
Aldijana Mašinović, 26
Serge Bensa, 39
Popkultur trifft Sauerteig, Stammgäste
lieben’s und sogar Top-Chefs nennen es „das
Lokal mit der besten Pizza der Stadt“.
Khalifa Dampha, 35
Khalifa fusioniert gambische und spanische Küche
mit Kreativität und Seele. „Dampha Kitchen“
ist Ausdruck seiner Wurzeln und seiner Leidenschaft
für kulinarische Innovation.
Gleb Sergejewitsch Bakschi, 29
Amateurweltmeister und Olympia-Bronze-
Athlet in Tokio. Seit 2024 trainiert er in
Österreich. Gleb ist mittler weile im Profilager
und bleibt im Ring unbesiegt.
Verena Volkmer, 29
Verena führt bei Austria Wien mit Haltung
und Herz – ihre Ansprachen bewegen, ihre
Einstellung inspiriert und ihre Führungsstärke
macht sie zum Vorbild für viele.
Jing Chen, 29
Jing prägt mit fünf Lokalen die Wiener
Gastro-Szene und macht asiatische Küche
erlebbar. 2025 folgen ein weiteres Lokal
und sein erstes Kochbuch.
Serhat Güler, 28
Mit „Berliner Babo“ bringt Serhat gemeinsam
mit seiner Familie Streetfood,
Herz und Berliner Lifestyle auf den Teller –
mittlerweile an drei Standorten in Wien.
Kenan Koç, 39
Nico Langmann, 28
Nico begeistert als Sportler, Autor und
Speaker. Mit seiner „Nico Langmann Foundation“
schafft der Rollstuhltennis spieler
für mobilitätseingeschränkte Kinder neue
Chancen, am Sport teilzuhaben.
Der Unternehmer macht mit seiner Gastro-
Kette gesunde Ernährung alltagstauglich:
„Kenny’s“ steht für frisches, gesundes Fast
Food und einen modernen Lifestyle-Anspruch.
Feature
ESSEN & TRINKEN SPORT
WISSENSCHAFT & FORSCHUNG BEAUTY & FASHION
BEAUTY &
Fırat Dağ, 32
Mit „Dagy’s Barbershop“ steht Firat für
Eleganz, Präzision und Stil – und gibt
FASHION
sein Wissen über seine Academy an die
nächste Barber-Generation weiter.
Die Migrationsforscherin und Sozio login
forscht an der Columbia University, wo
sie die Migration aus der Türkei nach
WISSENSCHAFT
& FORSCHUNG
Feature
Faime Alpagu
MOAZ, 32
Moulham Obid, 33
INHALE entstand mit dem Ziel, eine Parfummarke
mit starker Wien-Ver bindung zu schaffen.
Heute ist MOAZ mit INHALE weltweit
mit sieben Filialen vertreten.
Nach Erfolgen bei der Vienna Fashion
Week steht Moulhams neue Kollektion in
den Startlöchern – fair produziert und
bald weltweit in Boutiquen erhältlich.
Österreich und den USA vergleicht. Ihre
vielfach ausgezeichnete Arbeit bricht mit
Klischees und erzählt Geschichten neu.
Stefan Janković, 27
Stefan erforscht als Chemical Engineer an
der TU Wien, wie Digitalisierung und Simu lation
grüne Technologien wie CO₂-Abscheidung effi -
zienter und leistbarer machen können.
Slaven Stekovic
Zhu Liu
@storyofzhu ist Wiens erfolgreichster Life -
style-Account. Zhu zeigt das Leben als Expat
und vernetzt mit @expatsinvienna die
internationale Community.
Pouran Parvizi, 35
Ausgezeichnet mit der „sub auspiciis“-Ehrung für
exzellente Leistungen forscht Nicolai am Institut
für Statistik und Operations Research der Universität
Wien an der Risikoanalyse von Algorithmen –
mit Relevanz für Wirtschaft und Wissenschaft.
Slaven macht Wissenschaft verständlich.
Mit Best sellern über Langlebigkeit, Auto -
phagie und Fasten zählt der Molekularbiologe
zu den gefragtesten Longevity-Experten.
Pouran entwirft Mode, die Normen hinter -
fragt. Politisch, persönlich und poetisch
schafft sie Kleidung als Medium für Selbstentfaltung
und gesellschaftliche Reflexion.
Nicolai Amann, 33
Titanilla Komenda-Haring, 36
Wegweisende Pionierin in der KI-gestützten
Prozessoptimierung und Automatisierungstechnik.Die
Robotikexpertin setzt durch
technologische Innovation neue Maßstäbe
im Dienstleistungssektor.
66
FOTOS Moulham Obid: © Michèle Yves Pauty , Nicolai Amann: © Alexander Bachmayer / Universität Wien, Slaven Stekovic: © MATPHOTO, Titanilla Komenda-Haring: © Fraunhofer Austria / Interfoto
FOTO Çağla Bulut: © Çağla Bulut
MEDIEN &
Satans Bratan, 26
Der Influencer und Comedian erreicht mit
MEINUNG
seinen humorvollen Parodien ein Millionenpublikum.
Allein auf TikTok und Instagram
folgen ihm über 600 000 Menschen.
Kassandra Steiner, 23
Kassandra prägt seit 2022 als Teil des Social-
Media-Teams des ORF Wien auf Instagram und
TikTok die News für eine junge Zielgruppe –
kreativ, nahbar und immer am Puls der Stadt.
UNSICHTBARE
Isabella Chen, 32
HELDEN
Im Tageszentrum Obdach Ester begleitet
Isabella als Leiterin wohnungslose Frauen
mit Würde und Perspektive – sie setzt sich
für Frauenrecht, solidarische und antirassistische
Anliegen ein.
Bogdan Osmokrovic, 31
Bogdan lebt seit 2013 in Wien, macht seine Facharztausbildung
in Traumatologie und Orthopädie, engagiert
sich in der serbischen Community und war Mitorganisator
des renommierten St. Sava Balls in Wien.
Çağla Bulut, 31
Die Journalistin, Filmemacherin, Modera -
torin und Trainerin setzt sich für Frauen -
rechte, Vielfalt und interkulturellen Dialog
ein – mit Stimme, Kamera und Haltung.
Pierce Lange, 26
Vom Fußballplatz ins Studio: Pierce bringt Sport -
kompetenz und Moderation zu sammen und verstärkt
seit 2024 das Sport-Team des ORF.
Elena Del Duca, 27
Als Hebamme in der Klinik Ottakring begleitet
Elena Frauen mit Herz, Hingabe
und nonverbaler Stärke durch Schwangerschaft
und Geburt – als Vertraute, Beschützerin
und sichere Konstante.
Seline Papenheim, 28
Seline begleitet geflüchtete Jugendliche
auf dem Weg zur Matura. Sie coacht im
„UniClub“ der Universität Wien junge Frauen
und Männer, bietet Beratung und begleitet
zu Prüfungen und Präsentationen.
Jamil Demba Sy, 26
Stefana Madjarov, 30
Von der krone.tv-Academy zur Top-Journalistin
und Moderatorin auf krone.tv: Blitzschnell
ist sie bei krone.tv zu einer unverzichtbaren
redaktionellen Kraft geworden.
Jamil gründete 2023 den Fußballverein
„Hernalser Spartans“ mit drei Teams und
rund 75 Mitgliedern. Er baut Gemeinschaft
über Sport, Vielfalt und Teamgeist auf.
UNSICHTBARE HELDEN MEDIEN & MEINUNG
67
Feature
KULTUR
IN WIEN
MEINUNG
Kulturland Österreich.
Ein Titel, den wir eigentlich nicht mehr verdienen, auch wenn
sehr gerne damit Wahlkampf gemacht wird. Denn unsere Kultur
(nein, ich rede nicht vom Wiener Schnitzel) hat einen Großteil
unserer Gesellschaft vernachlässigt. Dabei ist Kultur so ein absurder
und abstrakter Begriff: Heimatkultur, Traditionen, Bräuche,
Essen, Architektur, Religion, Kleidung … oder, ganz klassisch,
Theater, Oper, Musik, Kunst und Literatur. Seit Jahrhunderten
wird darüber gestritten, was eigentlich Hoch- oder Popkultur
ist, und ich habe viel zu viele wissenschaftliche Arbeiten darüber
gelesen. Aber eine Sache ist klar: Kultur ist für alle da. Geht in
eine beliebige Galerie und quatscht mit den Leuten dort. Stellt
jede Frage, die euch einfällt. Kauft euch spontan Restplätze für
€ 15,– in der Oper und geht in der Pause wieder heim, wenn es
euch nicht gefällt. Lasst die Alten reden und nehmt den Platz ein,
der euch im „Kulturland Österreich“ gehört.
Manon Soukup,
Kulturjournalistin &
Gründerin
kultur*knistern
kultur*knistern
kultur*knistern ist ein neues Onlinemedium,
bei dem das „Kulturland Österreich“ wieder
auf den Boden zurückgeholt wird. Wir
machen Kulturjournalismus auf Augenhöhe,
verständlich und ohne viel „Blabla“ – online
und auf Social Media. Denn Kultur ist für
alle da!
BIBER SERIEN
68
GIRL MEETS MANGA
Eine Mangabiografie aus
Tokio
02.04. bis 17.08.
MAK
dotdotdot Open Air
Kurzfilmfestival
27.07. bis 26.08.
House of Strauss
Casino Zögernitz
Wakita-Elis, Kuratorin der MAK Sammlung
Asien, konnte dank Mangas in den
80er und 90er Jahren in gesellschaftspolitische
Themen wie Feminismus, Konsum
und Globalisierung eintauchen. Auch
heute haben Mangas eine
große Wirkung auf das
moderne Leben von Wienerinnen
– all das gibt’s
im MAK zu sehen.
Hier werden Kurzfilme ins Rampenlicht
gerückt: Online können mehr als 600
Kurzfilme kostenlos gestreamt werden,
das Festival selbst spielt 100 internationale
Kurzfilme und Filmgespräche an 15
Abenden im 8. Bezirk.
Das Beste? Freie Platzwahl.
Come as you are &
pay as you can.
Siluhrama Festival –
20 Jahre Siluh Records
13.06. bis 14.06.
WUK
Zu seiner Zeit war Johann Strauss ein
Popstar – und angeblich ein ziemlicher
Hottie. Zu seinen Ehren werden rund 60
Produktionen in über 50 Locations in
Wien veranstaltet: von Raves bis hin zu
Konzerten und Ausstellungen. Im multimedialen
Museum „House of Strauss“
könnt ihr selbst dirigieren,
in einer Operette
mitspielen oder einfach
die Zeitreise im Casino
Zögernitz genießen.
Vienna City
Gallery Walk 2025
14.05. bis 17.05.
Der runde Geburtstag von SILUH RECORDS wird mit einem zweitägigen
Festival gebührend gefeiert. Von Laundromat Chicks, Sinem,
Christiane Rösinger, Anadol, Topsy Turvy und Bulbul bis zu Langkamer,
Gardens, Kate NV und Drehli Robnik: zwei Tage im WUK voller Indie, Rock
und Spaß für Groß und Klein.
„Kunst ist die Basis unserer Existenz.“ Unter
diesem Motto schließen sich auch dieses
Jahr wieder Galerien aus ganz Wien
zusammen, um einen City Gallery Walk zu
veranstalten. Ein Wochenende lang neue
Orte entdecken, Performances
anschauen und
neue Musik, Bücher und
Geschichten entdecken?
Yes, please!
69
in Kooperation mit
KULTUR*KNISTERN
Kultur & Events
LuziWuzi – ich bin die Kaiserin
30.04. bis 18.06.
Rabenhof Theater
Erzherzog Ludwig Viktor alias LuziWuzi
ist in der österreichischen Geschichtsschreibung
als schrägster Habsburger
bekannt. Er war verschrien als bösartiges
Lästermaul und für seine „speziellen Neigungen“.
Ruth Brauer-Kvam denkt die Geschichte
jetzt neu und entwirft gemeinsam
mit einem Ensemble
unter Tom Neuwirth aka
Conchita einen Theaterabend
mit Musik, Glamour
und Drama.
Juni ist wieder Pride Month!
Von 31. Mai bis 15. Juni finden
im Rahmen der 29. Pride
Parade Ausstellungen,
Konzerte, Lesungen und
Diskussionen statt –
Highlight ist natürlich die
Pride Parade am 14. Juni.
Wir haben eine Auswahl
an Events für euch, die ein
bisschen abseits der
be kannten Szene
passieren.
Club Couleur
27.03. bis 21.06.
Vindobona
Comedy, Lipsync, Tanz, Burlesque und Drag: Das Vindobona verwandelt
sich bis Ende Juni regelmäßig zu einem Raum voller Staunen, Lachen und
vor allem vieler Farben. Performance- und Fashion-Queen Metamorkid
und Comedy Queen Grazia Patricia aka Kleinkunstprinzessin veranstalten
gemeinsam mit diversen Gästen eine Revue mit großer Vielfalt.
PRIDE MONTH
VERANSTALTUNGSTIPPS
Kultur & Events
in Kooperation mit
KULTUR*KNISTERN
70
QueerPassion
07.06.
Konzerthaus
V is for loVe!
Eine bunte Performance mit dem Ensemble ĀRT HOUSE 17,
fünf klassischen Opernstars und dem queeren Regenbogenchor
aus Graz. Statt Jesus‘ Leidensgeschichte geht es
um die Erfahrungen diskriminierter und ermordeter
LGBTQIA+ Menschen mit echten
Geschichten aus Archivdokumenten und
Zeitungsberichten. Klassik einmal anders.
Pride Parade Wien
14.06.
Ringstraße
Zum 29. Mal zieht die Regenbogenparade „andersrum“ –
entgegen der Fahrtrichtung – um die Wiener Ringstraße. Es
ist eine wichtige politische Demonstration für die Rechte
von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intergeschlechtlichen
und queeren Menschen. Um 15:00 Uhr hält
die Parade an – für einen Moment des Gedenkens an jene
Menschen, die nicht mehr dabei sein können.
Begleitet wird der Demonstrationszug
vom Pride Village am Rathausplatz und diversen
Afterparties in ganz Wien.
Gestaltung: SIRENE Studio / © Anna Breit
71
Unser
Antrieb. Eure
Stadt.
Die Wiener Stadtwerke-Gruppe gestaltet eure Zukunft
und sichert mehr Lebensqualität für Wien.
Mit rund 18.000 engagierten Mitarbeiter*innen sorgen wir dafür, dass
eure Stadt Tag für Tag reibungslos funktioniert. Vom öffentlichen
Verkehr bis hin zu nachhaltiger Energie – wir schaffen die Grundlagen
für ein lebenswertes Wien, in dem 2 Millionen Menschen sicher,
komfortabel und unbeschwert leben können.
72
BIBER LIEST
Ein Blick ins Bücherregal
der kultur*knistern Redaktion
mit Aleksandar Pavičić &
Celeste Ilkanaev.
GLORIA!
Arad Dabiri
Mitte 20, auf Identitätssuche und immer
auf der Jagd nach dem nächsten Kick –
wer kennt's nicht? Arad Dabiris Roman
„GLORIA!“ taucht in die Drogen- und Kulturszene
Wiens ein – kritisch, ironisch,
erschreckend authentisch. Der Ich-Erzähler
Homayoun sucht nach Exzess und
Erfüllung, während Dialoge und Szenen
in Theaterform über die Seiten wirbeln.
Ein Roman für die Wiener Gen Z, der sich
zwischen Selbstzweifel, Größenwahn und
dem Verlangen nach mehr bewegt.
eure stimmen eure sprachen
Lorena Pircher
Schon einmal bemerkt, wie Sprachen sich
vermischen oder einfach verschwinden?
Zwischen den Bergen Südtirols und der
italienischen Kulinarik verwebt Lorena
Pircher in ihrem Lyrikband deutsche und
italienische Worte zu einem poetischen
Fluss. Der Verlust des Heimatortes, die
Entfernung zu den Großeltern und die
Ankunft in einem kalten Land mit einer
neuen Sprache zwingen die Protagonistin
in eine Suche nach Zugehörigkeit. Ein
Buch für alle, die zwischen Sprachen aufgewachsen
sind und sich in poetischen
Erinnerungen wiederfinden wollen.
UND ALLE SO STILL
Marlene Fallwickl
Was passiert, wenn sich plötzlich alle
Frauen auf den Boden legen und aufhören,
zu tun, was sie sonst immer tun?
Chaos bricht aus. Aber dieser weibliche
Stillstand zeigt auch, dass unser gemeinsames
Leben bereits von Gewalt, Kontrolle,
Macht und Hass geprägt ist und wie
heilend es für uns ist, wenn wir uns mit
mehr Mitgefühl, Zuneigung, Hilfsbereitschaft
und Gleichstellung begegnen. Ein
Buch, das uns dazu auffordert, nach mehr
Gleichstellung, wertschätzender Zuneigung
und Selbstermächtigung zu streben.
Content
Elias Hirschl
Kommt dir dein tägliches Schaffen sinnlos
vor? Siehst du keine Zukunft für die
Menschheit? Dann geht’s dir wie der
Hauptperson in „Content“. Social Media
Content wird von Menschen vorgekaut,
aber am Ende von einer KI komplett neu
überarbeitet und verändert. Das Buch
zeigt, auf welche absurde Zukunft wir uns
zubewegen, wenn wir unser alltägliches
Verhalten und unsere Systeme beibehalten.
Wer die Serie „Black Mirror“ liebt,
wird auch „Content“ lieben.
Aleksandar Pavičić
Kultur bedeutet für Aleksandar,
die Welt auf einzigartige Weise
zu erfahren, in Kontakt mit anderen
zu treten und sich selbst als Mensch zu
erleben – fernab von Leistungsdruck und Erwartungen.
Wenn er nicht gerade über Literatur,
Theater, Film und Popkultur schreibt und
spricht, widmet er sich Wissenschaftssendungen
und Reportagen auf YouTube oder dem Erstellen
ästhetischer Pinterest-Boards.
Celeste-Sarah Ilkanaev
Sie ist freie Journalistin für die
Chefredaktion, das Moment
Magazin, derACHTE, Jüdisches
Echo und profil. Celeste-Sarah
schreibt über Themen rund um soziale Gerechtigkeit.
Dabei taucht sie in verschiedene
Communities und Lebensrealitäten ein und versucht
dadurch, Ungleichheiten aufzudecken. Sie
verbringt ihre Freizeit gerne in der Kunst- und
Kulturszene und verbindet das mit Kulturjournalismus.
73
in Kooperation mit
KULTUR*KNISTERN
Kultur & Events
Wien hat bestimmt Hunderte Dönerbuden und -restaurants. Belastbare Zahlen hat
wahrscheinlich nicht einmal der Bürgermeister. Zugegeben, wir haben nicht nachgefragt,
sondern einfach fünf ausgewählt und getestet. Ganz subjektiv.
Zur Unterstützung waren Dennis & Luca von wearewienoida (158 000 Follower auf Instagram)
mit dabei. Bestellt haben wir den Döner-Kebab „mit Scharf, mit Alles“.
Fun
von
MARKO LOCATIN
74
1. Station: DER NEUE
Im Februar 2025 eröffnete der „Dönermeister“ am Gürtel.
Hinter dem Franchise stehen die Gastro-Profis vom „Kent“.
PLUS
MINUS
Super Brötchen mit Biss. Saftiges vom Lamm.
Frische Beilagen.
Mit Cocktailsauce.
„Mit Alles“ ist der Döner zu würzig.
Saftiger Döner mit dem
besten Brot im Test.
„Super saftiger Döner, guter Auftakt.“
Dennis & Luca
DÖNERMEISTER HERNALSERGÜRTEL 43, 1170 WIEN
2. Station: DER WELTMEISTER
Am Kutschkermarkt dreht der „Weltmeister-Kebab“ am Spieß.
Wir nehmen Huhn (Steiermark, Bio), denn Lamm „gibt es hier nur
am Samstag“.
PLUS
MINUS
Kompakt
Das Brötchen ist sehr Pannini. Huhn weder
geschmacklich noch optisch wahrnehmbar.
Überwürzter Döner.
Wenig Fleisch. Keine Empfehlung.
Dennis reicht Luca schweigend einen Zahnstocher.
WELTMEISTER-KEBAB KUTSCHKERMARKT, 1180 WIEN
3. Station: DIE BUDE AM MARKT
Mittags bei Ugis am Karmelitermarkt in einer kleine Schlange.
Innen und außen einige kleine Tische. Nette Leute, relaxte Vibes.
PLUS
MINUS
Dünnes, gutes Brötchen vom Prindl.
Saftiges Lamm, frische Beilagen.
Die Currysauce ist zwar ok,
„mit Alles“ aber too much.
6,50 €
5,50 €
7,50 €
(Huhn)
Guter Döner für Curry-Liebhaber
„Super Döner, aber:
nächstes Mal nehmen wir eine andere Sauce.“
Dennis & Luca
4. Station: DER KULT
Bei Ferhart ist alles groß. Die Spieße, die Messer, die Schlange.
Jede Portion Fleisch wird gewogen. Für manche der beste Döner
überhaupt. Sagen wir so: In Österreich top.
PLUS
MINUS
Beste österreichische Fleischqualität mit
Herkunftsgarantie. Frische Beilagen, gute Sauce.
Das (selbstgemachte) Brötchen ist auf der
laschen Seite.
Purer Döner mit besten Zutaten.
Reiner Geschmack, ohne
Ver stärker. Das Brötchen ist
nicht jedermanns Sache.
„Für uns der beste Döner.“
Dennis & Luca
(Sie ordern einen Krug hausgemachtes Ayran).
FERHAT DÖNER FAVORITENSTRASSE 94, 1100 WIEN
DER NACHSCHLAG
Letzte Station: Beim „Berliner Döner Wien“ – oft ausgezeichnet
(Falter: „Der beste Döner der Stadt“; Falstaff: „Best of Streetfood“)
– ist immer was los.
PLUS
Brötchen mit bisschen Biss. Huhn und Lamm saftig.
Extra-frische Beilagen. Pure Sauce.
5,90 €
MINUS Keines.
4,90 €
Super Gesamtpaket.
Bester Döner im Test. Wo das
Fleisch herkommt, weiß man nicht
genau.
Dennis & Luca waren nicht mehr dabei.
BERLINER DÖNER WIEN ZIEGLERGASSE 33A, 1070 WIEN
UGIS KARMELITERMARKT 64, 1020 WIEN
75
Fun
Alexander Ackerl, du tourst gerade durch
Wien und promotest die „Döner-Preis
Bremse“, was passiert da?
Jeden Freitag im April – immer
an verschiedenen Locationskriegen
hungrige Wiener:innen
ihren Döner um 3 €!
Die Teuerung hat die Wiener
Jugend im besonderen Maß
getroffen, vor allem anhand der
Lebensmittelpreise und der steigenden
Mieten war das spürbar.
Das Meme von der Rückkehr
des 3 € Döners gab uns dann
die Idee, über die Dönerpreisbremse
mit Jungen zum Thema
Teuerung ins Gespräch zu
kommen – und mit ihnen über
die Zukunft unserer Stadt zu
sprechen!
Was macht für dich einen perfekten Döner
aus?
Der perfekte Döner (ich mag
Huhn) hat meiner Meinung
nach nicht zu viel Fleisch, ordentlich
Gemüse und Salat
und das wichtigste – der Dönermeister
muss ihn mit Liebe zube
rei tet haben. Das schmeckt
man!
Was haben Politik und Döner gemeinsam?
Gute Döner und gute Politik benötigen
beide eine Menge verschiedener
Zutaten, die am
Schluss zu einem schmackhaften
Gesamtergebnis führen
sollen!
Dein Geheimtipp für den besten Döner der
Stadt?
Für mich District Kebap im 1.
Bezirk ;)
ALEXANDER ACKERL
Vorsitzender der
Jungen Generation Wien
HOMEMADE
ICED TEA +
CREAM CHEESE
BAGEL
76
WERUNS
NICHTGUT
FINDET:
Ottakringer Platz 1,
1160 Wien
77
10 JAHRE SPRINGBOARD
Chancen für junge Menschen
Seit zehn Jahren setzt sich der kari tative
Verein SPRINGBOARD dafür ein, Menschen
aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten
Verhältnissen neue Perspektiven zu
eröffnen. Mit der Vision, Barrieren abzubauen,
ermöglicht der Ve rein ins besondere
Kindern und Jugendlichen den Zugang zu
Sport, Kultur und digitaler Bildung sowie
Unter stützung beim Berufs einstieg.
2025 feiert SPRINGBOARD sein zehn -
jähriges Bestehen mit einer Benefizauktion
im Herbst. Versteigert werden
signierte Sportartikel bekannter Persönlichkeiten
– Unikate mit besonderem Wert.
Der gesamte Erlös fließt in die Projekte
des Vereins und schafft neue Chancen für
junge Menschen.
„Sport verbindet, inspiriert und schenkt
Hoffnung“, betont Gründer Robert Gulla.
Jedes ersteigerte Stück bedeutet
eine neue Möglichkeit für jemanden,
der sie dringend braucht.
Die Auktion dient nicht nur der finanziellen
Unterstützung, sondern soll auch
das Bewusstsein für Chancengleichheit
schärfen. Ein Sporteventticket, ein Laptop
oder Hilfe beim Berufseinstieg kann mehr
sein als eine kurzfristige Unterstützung –
es kann Motivation und eine neue Perspektive
bieten.
Mehr Informationen gibt es unter
springboard.wien
Gruppe von Interface Wien GmbH bei einem Fußballspiel
Foto: ©Interface Wien GmbH
Advertorial
SPRINGBOARD
78
WISSEN, DAS ICH KEINEM
KIND WÜNSCHEN WÜRDE
Dmytros Schulfreunde in Odessa erkennen Bomben und Raketen inzwischen am Geräusch.
Er bringt ihnen Bücher aus Grafenwörth.
Odessa ist ein sehr schöner Ort auf diesem Planeten. Es
liegt am Schwarzen Meer. Von meinem Zimmer aus konnte
ich das Meer sehen. Auch mein Fußballtraining fand
direkt am Meer statt. Odessa bedeutet frische Luft und
schöne Architektur; das Opernhaus in Odessa beispielsweise
wurde von denselben Architekten gebaut, die auch
in Wien tätig waren.
Mein Name ist Dmytro und ich bin 14 Jahre alt. Am 16.
März 2022 verließ meine Familie die Stadt. Ich hatte nur
einen Rucksack mit einem Pullover, ein paar T-Shirts und
einem Buch bei mir: Tom Sawyer. Zu dieser Zeit sprach
ich Ukrainisch und Englisch, aber kein Deutsch. Ich begann
daher, Deutsch zu lernen, und las viele Zeitungen.
Das waren die ersten Texte, die ich auf Deutsch las. Ich las
viele Artikel zu verschiedenen Themen und merkte, dass
ich eines Tages selbst so einen Artikel schreiben möchte.
Für mich war es außerdem sehr wichtig, dass es in meiner
Schule und im Ort nur Österreicher gab. Somit war es notwendig,
auf Deutsch zu kommunizieren, um Probleme zu
lösen.
Nach einem Jahr in Österreich besuchten wir meinen
Vater. Das war eine schwierige Entscheidung. Ich wollte
meine neu erworbenen Deutschkenntnisse nicht verlieren
und ging daher in die Bibliothek meiner alten Schule,
um Bücher auf Deutsch auszuleihen. Ich fand dort allerdings
nur ein einziges Buch – ein sehr altes mit 15 Seiten,
ein Kindermärchen. Also beschloss ich, Bücher aus Österreich
in meine alte Bibliothek zu
bringen. Unsere Stadtbibliothek
in Grafenwörth hat mich dabei
unterstützt. Inzwischen habe
ich mehr als 40 deutsche Bücher
nach Odessa gebracht – einige
davon in meinem Koffer, was
die Mitarbeiter an der Zollgrenze
überraschte. Sie überprüften
jedes Buch und schüttelten die
Seiten aus. Außerdem hat mir
auch ein Paketbote geholfen.
Trotz unserer Flucht bleibt meine alte ukrainische
Schule ein wichtiger Teil meines Lebens. Immer wenn das
Militär über mögliche Massenangriffe auf Odessa informiert,
wechselt die Schule für eine Weile in den Onlineunterricht.
Dann lerne ich den Stoff meiner alten Klasse
mit. Wenn im Unterricht die Luftschutzsirene aufheult,
wird in den Keller evakuiert. Nach dem Ende eines russischen
Angriffs gehen die Kinder organisiert in ihre Klassen
zurück. Dies geschieht so oft, dass es als alltäglich
wahrgenommen wird – ohne Panik; jeder weiß, was zu tun
ist. Jede Klasse hat ihren eigenen Platz im Luftschutzbunker.
Die Schule arbeitet dabei in zwei Schichten, um
Platz im Luftschutzkeller zu schaffen. Trotz nächtlicher
Bombardierungen und Schlafmangels setzen die Lehrer
und Schüler ihren Unterricht fort. Ich bin stolz, auf ihren
Mut und ihre Unerschütterlichkeit.
Einige Kinder arbeiten in ihrer Freizeit ehrenamtlich
– sie stellen Kerzen her oder weben Netze. Sie versuchen
außerdem, den Sport nicht aufzugeben, obwohl sie
durch Stress und Schlafmangel wenig Kraft haben. Wenn
beispielsweise während des Schwimmtrainings ein Angriff
stattfindet, gehen sie in ihrer nassen Badehose, nur
in ein Handtuch gewickelt, in den Luftschutzkeller. Sie
hoffen, dass der Angriff kurz ist und sie bald zum Training
zurückkehren können. Wenn mehr als eine halbe
Stunde vergeht, wechseln sie die Kleidung und warten
auf das Ende des Angriffs – alle trocken, aber mit nassen
Haaren.
Alle sind viel reifer geworden
und haben Wissen erlangt,
das ich keinem Kind der Welt
wünschen würde: wie man sich
versteckt, um sein Leben zu
schützen, wo es sicher ist, welche
Bomben, Raketen oder Drohnen
mit welcher Geschwindigkeit
und mit welchem Geräusch
fliegen. Um ihr Leben oder das
ihrer Liebsten zu retten, ist dieses
Wissen jetzt notwendig.
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79
von
DMYTRO MULIAR
Leserredaktion
GREIBICH INSTALLATIONS GMBH
Vertrauen seit mehr als 100 Jahren
Die Greibich Installations GmbH ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Sitz
in Amstetten, Österreich. Seit der Gründung im Jahr 1905 hat sich das Unternehmen
als verlässlicher Partner in den Bereichen Haustechnik und Brunnenbau etabliert. Heute
wird die Firma in der vierten Generation von Robert Greibich geführt, der mit Stolz
die Werte und Traditionen seiner Familie weiterführt.
VERTRAUEN WIRD GROSSGESCHRIEBEN
Mit über 100 Jahren Erfahrung bietet die Greibich Installations
GmbH umfassende Lösungen in der Haustechnik
und im Brunnenbau, stets mit Fokus
auf Innovation und Kundenzufriedenheit.
„Ein erfolgreiches Projekt beginnt
mit einer transparenten Be ratung
und endet erst dann, wenn unsere
Kunden vollkommen zufrieden sind“,
erklärt Greibich. Qualität und Zuverlässigkeit
stehen im Mittelpunkt:
Von der Planung bis zur fertigen Anlage
begleitet das Unternehmen seine
Kunden.
EIN STARKES TEAM MIT
ZUKUNFTSPERSPEKTIVE
Greibich beschäftigt rund 30 Mitarbeitende,
darunter mehrere Lehrlinge.
Besonders stolz ist das Unternehmen
auf seine Ausbildungsprogramme, die jungen Talenten
eine fundierte Fachausbildung und echte Zukunftsperspektiven
bieten.
Lehrlinge profitieren von Weiterbildungen, Prämien
für Berufsschulerfolge und Anerkennungen für herausragende
Leistungen. Neben der fachlichen Ausbildung
wird auf Teamgeist und gemeinsame Erlebnisse gesetzt.
Robert Greibich betont: „Unsere Lehrlinge sind die
Fachkräfte von morgen. Sie erhalten eine erstklassige
Ausbildung und lernen, Verantwortung zu übernehmen.
So leisten wir aktiv einen Beitrag zur Zukunft unseres
Handwerks.“
Robert Greibich
VIELFALT ALS
ERFOLGSFAKTOR
Respekt, Wertschätzung
und Chancengleichheit prägen die Unternehmens kultur.
Vielfalt und Diversität werden aktiv gefördert und als
Stärke betrachtet. Unterschiedliche Denkweisen tragen
dazu bei, innovative Lösungen zu
finden.
Robert Greibich fördert eine offene
Unternehmenskultur, in der sich
jeder willkommen fühlt. „Durch die
Förderung dieser Werte schaffen wir
eine Umgebung, in der sich unsere
Mitarbeitenden entfalten können und
gleichzeitig die Basis für wirtschaftlichen
Erfolg und soziale Verantwortung
gelegt wird“, so Greibich.
TRADITION TRIFFT
INNOVATION
Die Kombination aus langjähriger
Erfahrung und moderner Technologie
macht die Greibich Installations
GmbH zu einem unverzichtbaren Partner
in der Region. Ob private Haushalte, Gewerbebetriebe
oder öffentliche Institutionen – das Unternehmen bietet
maßgeschneiderte Lösungen.
Robert Greibich fasst es treffend zusammen:„Unsere
Arbeit ist nicht nur ein Handwerk, sondern ein Beitrag
zur Lebensqualität unserer Kunden. Indem wir Tradition
und Innovation vereinen, schaffen wir Werte, die über Generationen
hinweg Bestand haben.“
Mit einer klaren Vision, einem engagierten Team
und einer tief verwurzelten Unternehmenskultur blickt
die Greibich Installations GmbH optimistisch in die Zukunft.
Vertrauen, Qualität und Innovation – dafür
steht der Name Greibich seit mehr als 100 Jahren.
Advertorial
GREIBICH INSTALLATIONS GMBH
80
Umfassende Leistungen für
höchste Ansprüche
Entgeltliche Einschaltung
Die Greibich Installations GmbH
bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen
in den Bereichen Haustechnik
und Brunnenbau:
I.
HEIZUNG
Planung und Installation energieeffizienter
Heizsysteme wie Wärmepumpen,
Pelletsheizungen und thermische
Solaranlagen. Nachhaltigkeit
steht im Mittelpunkt.
II.
SANITÄR
Von Sanitärinstallationen bis zur
individuellen Badgestaltung –
funktionale und ästhetische Lösungen
für höchsten Komfort.
III.
LUFT & KLIMA
Wohnraumlüftungen und
Klimaanlagen für optimales Raumklima
mit Energie effizienz.
IV.
BRUNNENBAU
Spezialist für Bohrbrunnen und
Erdwärmebohrungen zur unab hängigen
Wasserversorgung und Nutzung
erneuerbarer Energien.
mehr unter
greibich.at
81
BER IN
Die Internationalen Filmfestspiele
in Berlin fanden im Februar bereits
zum 75. Mal statt.
Auch Österreich war vor Ort
vertreten – und der internationale
Fotograf Pat Domingo hat unsere
Stars in Szene gesetzt.
Die österreichische Schauspielerin
Valerie Huber
am 15. Februar in Berlin, kurz vor der
ARMANI Beauty x Berlinale Party.
Sie hat aktuell auch ein Buch
(„FOMO Sapiens“) veröffentlicht.
MIT
Pat Domingo ist ein internationaler
People- und Lifestyle-Fotograf
aus Wien. Er arbeitet hautnah mit
Persönlichkeiten, Prominenten und
internationalen Marken wie Leica
oder Breitling, LV, BVLGARI und macht
mit seinem Hintergrund als Fotojournalist aus jeder
Situation das beste Bild. Unterstützt wird er von
seiner Schwester Joy im Management.
Die beiden sind ein eingeschworenes
Team: Joy kümmert sich um alles Organisatorische
und hält Pat den Rücken
frei, damit er seine Kreativität voll entfalten
kann.
Ebenfalls mit beim
Golden Globes x BVLGARI
Event: die deutsche
Florence Kasumba
bekannt aus den Marvel-Filmen
Black Panther.
PAT
Die österreichische Schauspielerin
Andrea Guo war in Berlin
ebenfalls mit dabei, hier beim
Louis Vuitton Dinner. Sie ist aktuell
in der deutschen Prime-Fernsehserie
„Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“
zu sehen.
Fotostrecke
82
LIN
PAT’s TIPPS für
ein Wochenende in Berlin
Die österreichische Schauspielerin
Verena Altenberger
und ihre Schwester beim
Getting Ready für ein Berlinale-Event
am 13. Februar. Verena Altenberger
hat in Berlin ihren Kinofilm
„KEIN TIER. SO WILD.“ präsentiert.
VOO STORE BERLIN
Super Concept Store mit
großartiger Auswahl.
FOTOGRAFISKA BERLIN
Tolle Ausstellungen.
TRANSIT RESTAURANT
ROSENTHALERPLATZ
Asian Food im Sharing Style.
Super für Get-togethers.
KITTY CHENG BAR
Super Drinks und tolle kreative
Leute für einen Austausch.
Der Schauspieler & Musiker
Emilio Sakkara
(„Rheingold“, „Die Rettung
der uns bekannten Welt“).
DOMINGO
Auch den mehrfachen ROMY-Gewinner
Philipp Hochmaier
(u. a. „Die Wannseekonferenz“)
hat Pat Domingo in Berlin getroffen.
Fotos Pat & Joy: Pius Martin. Alle anderen Fotos: Pat Domingo.
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WIEN DURCH DIE
AUGEN VON FLORENTINA
OLAREANU
Was hat dich nach Wien geführt?
Es war Liebe beim ersten „Oida“. Außerdem
hatte ich Angst, denselben Weg wie meine Mutter
gehen zu müssen: Sie wollte, dass ich ihre
Praxis übernehme, aber ich wollte keine Zahnärztin
sein. Und an meinem Geburtsort habe ich
mich nie richtig zuhause gefühlt.
Was bewunderst du an Wien?
Das wäre eine sehr lange Liste, aber ich nenne
einmal zwei Punkte: Als grantiger Mensch gefällt
mir, dass es hier gesellschaftlich akzep-
Florentina Olareanu kam mit 18 Jahren aus
Westrumänien auf Wienbesuch, verliebte
tiert ist, einfach so zu sein, wie ich bin. Ich mag
sich auf den ersten Blick und zog kurzerhand
hierher. Zunächst arbeitete sie als
auch, dass es eine Stadt der Kontraste ist – in
manchen Aspekten sehr modern, in anderen
Zugbegleiterin – ihr Herz aber gehörte immer
der Fotografie und seit 2019 ist sie er-
sehr traditionell.
Was vermisst du in Wien?
folgreiche selbständige Fotografin in Wien.
Ich beneide Menschen, die einfach bei ihren
Sie spezialisiert sich auf Porträts, Werbefotografie
und Fotojournalismus und arbeitet
Eltern vorbeischauen können, auf eine selbstgekochte
Mahlzeit. Das ist etwas, über das ich
u. a. mit der New York Times und Lobmeyr
wahrscheinlich nie ganz hinwegkommen werde.
zusammen. Sie lebt mit ihrem Partner und
Für alles, was mir sonst fehlt, bietet Wien mehr
ihren zwei Katzen in Margareten.
als genug Ersatz.
Mehr Infos: goldenhour.pictures
Was könnte sich Österreich von Rumänien abschauen?
Ein bisschen Spontaneität, das wäre leiwand.
OPER
Vor etwa elf Jahren saß ich mit
meinem Partner im Auto, genoss
diesen Anblick und dachte: „Was
für ein Glück haben die Wiener,
an so einem Ort zu leben.“ Diese
Aussicht und jener Moment haben
mein Leben für immer verändert.
Keine Woche später suchten
wir nach Wohnungen hier.
Fotostrecke
Interview von
DAMITA PRESSL 84
MARGARETENHOF
Wahrscheinlich mein liebster
Ort in Margareten. Ich
liebe den Margaretenhof und
die lebendige Mischung der
umliegenden Geschäfte.
WEINBERGE
Ich liebe das pulsierende Großstadtleben, aber ebenso schätze ich Auszeiten in der Natur.
Den Zugang zu beidem zu haben, ist einfach unbezahlbar.
PALMENHAUS
Mein Lieblingsplatz im
1. Bezirk: Ich liebe das
Gewächshaus und dass
sich die Terrasse augenblicklich
mit Leben füllt,
sobald die Sonne auftaucht.
Fotostrecke
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FILM CASINO
Das Film Casino ist für mich wie eine Zeitkapsel –
ein lebendiger Beweis dafür, dass Dinge ewig halten
können, wenn man sich gut um sie kümmert.
87
CAFÉ SAVOY
Ein wunderschönes Wiener Café, wo auch die
Kellner nett sind?! Das gibt’s tatsächlich! Am
meisten liebe ich aber, dass man hier die ganze
Vielfalt der Stadt an einem Tisch sitzen sieht.
LUKOIL Schmierstoffe aus der Wiener Lobau.
Erhältlich bei Klein Autoteile in 1220 Wien.
SCHMIERSTOFF
RATGEBER
88
FOTOSTRECKE
Was zeichnet die Österreichische Post als
diverse Arbeitgeberin aus?
Foto: Österreichische Post AG
EIN GESPRÄCH VON URSULA RESSL MIT
STEFANIE WUNSCH, HEAD OF RECRUITING,
ÖSTERREICHISCHE POST AG
Bunt steht für Vielfalt und Diversität, was bedeutet
das im Falle der Österreichischen Post?
Für uns als Österreichische Post ist Diversität
ein zentraler Bestandteil unserer
Unternehmensstrategie. Wir vereinen
unter einem Dach Menschen mit
einer Vielfalt an Geschlechtern, Religionen
und Weltanschauungen, Altersgruppen
und psychischen wie physischen Fähigkeiten, ethnischen
und sozialen Herkünften und Kulturkreisen.
Die gezielte Förderung dieser Bandbreite schafft
nicht nur eine wertschätzende Unternehmenskultur,
sondern auch ein besseres Verständnis für die
Bedürfnisse unserer Kund*innen. Außerdem sind
wir vom Potenzial divers zusammengesetzter Teams
überzeugt und sehen Vielfalt als einen entscheidenden
Wettbewerbsvorteil für unseren geschäftlichen
Erfolg: Vielfalt stärkt unsere Innovationskraft nachhaltig,
fördert die Kreativität und macht ein Unternehmen
erfolgreicher. Daher hat sich die Post zum
Ziel gesetzt, Diversität auch weiterhin im Unternehmen
zu fördern, denn der Unterschied macht den
Unterschied.
Vom Lehrling zum Vorstand – wie sehen die Karriere- und Weiterbildungschancen
bei euch aus?
Wir bieten vielfältige Karrierewege und legen großen
Wert auf die interne Entwicklung unserer Mitarbeiter*innen.
Es gibt zahlreiche Aus- und Weiterbildungsprogramme,
die individuelle Karrierepfade
unterstützen – vom Einstieg als Lehrling bis hin zu
Führungspositionen. Diese Programme zielen darauf
ab, Talente zu fördern und langfristige Perspektiven
innerhalb des Unternehmens zu schaffen.
Unser Alltag ist auf den großen Säulen
Freude, Leistung und Sinn aufgebaut, die
sich durch alle Arbeitsbereiche ziehen. Freude
drückt sich durch Begeisterung an der
Arbeit und Spaß mit den Kolleg*innen aus,
auch wenn es einmal stressiger wird. Außerdem
ist unser Arbeitsumfeld geprägt von
Offenheit, Wertschätzung und Humor: die
Führungs kräfte unterstützen Freude durch eine pro -
aktive und wertschätzende Feedbackkultur.
Welche Berufsbilder bietet ein:e Arbeitgeber:in wie die Österreichische
Post?
Die Österreichische Post ist eine attraktive Arbeitgeberin,
die eine breite Palette an interessanten Berufen
an Standorten in ganz Österreich bietet. Zu
entdecken gibt es vielfältige Bereiche in der Zustellung,
im Filialnetz oder in den Logistikzentren.
Wir bieten vielfältige Jobs in jedem Bereich an
und haben somit für jede Qualifikation und jedes
persönliche Interesse ein Jobangebot, wie zum Beispiel:
LOGISTIK: z. B. LKW-Fahrer*in, Disponent*in
FILIALE: z. B. Kundenberater*in
ZENTRALE: z. B. IT-Spezialist*in, Marketing-
Expert*in, Finanz-Expert*innen
DISTRIBUTION: Zusteller*in, Standortleiter*in
Diese Vielfalt an Berufsfeldern ermöglicht es,
unterschiedlichste Talente und Fähigkeiten im Unternehmen
einzubringen und weiterzuentwickeln.
Welche Skills braucht es für die Zukunft, um erfolgreich als Arbeitgeber:in
und Arbeitnehmer:in bestehen zu können?
Wir erkennen die Bedeutung von Diversität
und Nachhaltigkeit als zentrale Erfolgsfaktoren für
die Zukunft. Ein gemeinsames Verständnis für diese
Werte verbindet unsere Mitarbeiter*innen und
fördert eine Kultur des lebenslangen Lernens und
der Anpassungsfähigkeit. Unsere Führungskräfte
spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie
das „Warum und Wie“ klar kommunizieren und so
den Sinn der eigenen Tätigkeit für alle verständlich
machen.
Diese Herangehensweise ermöglicht es uns,
sowohl als Arbeitgeberin als auch als Unternehmen
erfolgreich in die Zukunft zu gehen.
89 ÖSTERREICHISCHE POST
Advertorial
JETZT BEWERBEN: DER BIBER IMPACT
AWARD 2025!
Vielfalt, Erfolg und gesellschaft licher Wandel
verdienen An erkennung – genau dafür steht der
Biber Impact Award.
Der Award würdigt außergewöhnliche
Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen,
die mit Vielfalt und Leistung beeindrucken.
Vielfalt ist ein Erfolgsfaktor – für Unternehmen,
Karrieren und Talente. Der Biber
Impact Award setzt genau hier an und rückt
inspirierende Persönlichkeiten und Organisationen
ins Rampenlicht. Gesucht werden
Vorbilder, die Vielfalt nicht nur leben, sondern
aktiv gestalten. Die Gewinner:innen
werden im Rahmen der Heftpräsentation
der nächsten Biber-Ausgabe im September
ausgezeichnet.
Bewerben können sich sowohl Einzel personen
als auch Unter nehmen und Institutionen!
Sei dabei und reiche deine Bewerbung ein!
Advertorial
IMPACT AWARD
90
Drei Kategorien für
herausragende Leistungen
I.
UNTERNEHMEN &
INSTITUTIONEN
Welche Unternehmen oder
Institutionen fördern aktiv Vielfalt?
Ob durch internationale Teams, globale
Geschäftstätigkeit oder besondere
Initiativen – diese Kategorie zeichnet
Organisationen aus, die Diversität
vorbildlich umsetzen.
II.
KARRIERE
Wer hat es mit Ehrgeiz, harter Arbeit
und einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte
an die Spitze geschafft?
Gesucht werden inspirierende Persönlichkeiten,
die zeigen, dass Herkunft
keine Grenzen setzt.
in Kooperation mit
Jetzt mitmachen – so geht’s!
Bist du oder dein Unternehmen
ein Vorbild für Vielfalt, Chancengleichheit
und Erfolg? Dann bewirb
dich und schreib uns unter
office@biber.at, warum gerade du /
Im Oktober werden die Preisträger
im Rahmen eines Events im
Trompeten saal der Österreichischen
Post ausgezeichnet. Wir freuen uns
auf inspirierende Einreichungen!
dein Unternehmen es verdient
hast / hat, vor den Vorhang geholt zu
werden.
Reiche deine Bewerbung bis spätestens
31. Mai 2025 ein.
III.
TALENTE
Wer gestaltet die Zukunft
Österreichs? Diese Kategorie ehrt
junge Talente, die mit ihrem
Können, Engagement und Weitblick
neue Maßstäbe setzen.
UNTERSTÜTZEN SIE DEN
IMPACT AWARD ALS PARTNER!
Werden sie mit ihrem Unternehmen Partner
des Biber Impact Awards. Unser Team
berät sie gerne über Möglichkeiten!
KONTAKT
Daniela Steinklammer
steinklammer@biber.at
91 IMPACT AWARD
Advertorial
92
„Ich setze
mich dafür ein,
Hintergründe
zu beleuchten.“
Juan, Lichtmeister
Ein Mitarbeiter des ORF, der wie all seine Kolleginnen und Kollegen den Auftrag hat, mit einem
ausgewogenen Programm zu einer funktionierenden Gemeinschaft in Österreich beizutragen.
xciii
Sorg für morgen.
Unsere Zukunftsvorsorge.
Auf wienerstaedtische.at, telefonisch
und natürlich auch persönlich.
#einesorgeweniger
Ihre Sorgen möchten wir haben.
xciv