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Biber Magazin 1/25

Der neue BIBER. Scharf und Schärfer. Hier gehts zur ersten Ausgabe 1/25

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APRIL 2025

VERTRAU MIR,

BRUDER!

DIE EXKLUSIVE

BIBER-STUDIE

WIEN

COUNTDOWN ZUR

WAHL

SERBIEN

JUGEND KÄMPFT UM

IHRE ZUKUNFT

FRESH FACES

50 MENSCHEN ZUM

MERKEN


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Deine Stimme für Wien!

Am 27. April ist Wien-Wahl.

Erkundige dich rechtzeitig, wo dein zuständiges Wahllokal ist.

Am besten in der Amtlichen Wahlinformation oder online mit der

Wahllokal-Suche.

Am Wahltag sind die Wiener Wahllokale von 7 bis 17 Uhr geöffnet –

amtlichen Lichtbildausweis nicht vergessen!

Mehr Informationen unter:

wien.gv.at/wahlen • 01/4000-4001


Liebe Leserinnen

und Leser,

das Biber-Magazin ist wieder da! Schön,

dass auch Sie (wieder) da sind. An Themen

hat es uns für diese Erstausgabe der Neuauflage

nicht gemangelt: Wien wählt eine

neue Stadtregierung, und dieser steht viel

Arbeit bevor. Beinahe die Hälfte der Erstklässler

in Wiens Volksschulen kann mangels

Deutschkenntnissen ihrem Unterricht

nicht folgen. Was die Spitzenkandidatinnen

und Spitzenkandidaten dazu sagen, lesen

Sie auf Seite 8. Gar nichts sagen durfte

hingegen Bürgermeister Michael Ludwig

in unserem stummen Interview – Sie finden

es auf Seite 16. Falls Ihnen das alles egal

ist und Sie Politik ohnehin doof finden, weil

man Politikerinnen und Politikern sowieso

nicht vertrauen kann, dann ist unser Artikel

zur Vertrauenskrise ab Seite 18 genau das

Richtige für Sie.

Abseits der Wien-Wahl haben wir

die interessantesten Buchtipps (Seite 75),

die angesagtesten Veranstaltungen im

Pride-Monat Juni (Seite 72) und die besten

Döner Wiens (Seite 76) zusammengetragen.

Wir haben mit den Menschen gesprochen,

die Wien am Laufen halten (Seite 54), und

mit einem 14-jährigen Ukrainer, der seine

Heimatstadt mit Deutschbüchern versorgt

(Seite 81). Außerdem waren wir in Serbien

unterwegs, wo seit Monaten hunderttausende

junge Menschen für ihre Zukunft auf

die Straße gehen (Seite 39).

Viel Freude beim

Lesen wünscht

DAMITA PRESSL

McMuffin Ham & Egg

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Täglich 1 bis 10:30.

Erhältlich in allen teilnehmenden Restaurants in Österreich,

solange der Vorrat reicht. Produkte mit Schmelzkäsezubereitung.

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INHALTSVE

05 Kolumne

EHRLICHKEIT

Migranten diskutieren Einwanderung am

ehrlichsten, schreibt Kolumnist Ruşen Timur Aksak.

06 Wien-Wahl

16 5 FRAGEN AN DIE SPITZENKANDIDATEN

Wiens Spitzen kandidaten zu Wahlrecht, Deutsch an Schulen

und Handyverboten.

14 „WIE FROH SIND SIE, DASS KICKL NICHT KANZLER WURDE?“

Mit Hand, Fuß und Schmäh – Biber fragt,

Michael Ludwig antwortet pantomimisch.

15 VERTRAU MIR, BRUDER?

Gallup hat untersucht, wem wir vertrauen.

Warum ist das überhaupt wichtig?

24 „TECHNOLOGIE TREIBT DAS MISSTRAUEN AN.“

Ein Harvard-Vertrauensforscher erklärt, was wir gegen

Vertrauensverlust tun können.

28 JUNG, DIVERS & POLITISCH. Amira Ali befragt junge

Wiener:innen mit Migrations hintergrund zu Politik und

Wien-Wahl.

34 Politik & Gesellschaft

34 ALS WÄRE ICH DER NEUE NAZI.“

In linken Räumen wird Antisemitismus zunehmend

zum Problem, berichtet Celeste Ilkanaev.

37 DIE JUGEND UND DER AUTOKRAT.

Serbien steht am Kipppunkt. Elisabeth Bauer spricht

vor Ort mit jungen Menschen, die für ihre Zukunft kämpfen.

42 DER WESTEN MUSS SERBIEN HELFEN,

sich zu befreien, meint Petra Milosavljević.

44 Magazin

44 WENN DIE FÜSSE ENTSCHEIDEN, WER DIE RICHTIGE IST.

Warum Migranten sehr oft in ihrer eigenen Community heiraten,

berichtet Harald Schaffer.

48 WART IHR DIE BESSEREN AUSLÄNDER, EMILIAN?

Emilian ist in den 90ern nach Österreich gekommen.

Zur Migration von heute steht er zwiegespalten.

52 WIR SCHUPFEN WIEN.

Die Menschen, die die Stadt am Laufen halten, erzählen uns,

wovon sie träumen.


RZEICHNIS

56 Meinung

62 Feature

FRESH FACES: Junge Menschen,

von denen wir wohl noch mehr hören werden.

56 DIE VERHÄNGNISSVOLLE TRENNUNG

VON KÖRPER UND PSYCHE

muss aufhören, schreibt Cecilia von Ludwig.

60 WHATʻS THE HURRY ABOUT?

Eslam Badawy Mostafa findet Wien erst zu langsam.

Billy Joel lehrt ihn die Stadt lieben.

68 Kultur & Events

74 Fun

68 KULTUR IN WIEN.

kultur*knistern hat die besten Event-Tipps für dich.

70 PRIDE IN WIEN

Was die Stadt im Juni zu bieten hat.

73 BIBER LIEST

Ein Blick ins Bücherregal der kultur*knistern-Redaktion.

DER KLEINE DÖNERTEST

Marko Locatin und die Jungs von wearewienoida

suchen den besten Döner der Stadt.

79 Leserredaktion

82 Fotostrecke

WISSEN, DAS ICH KEINEM KIND WÜNSCHEN WÜRDE

Dmytros Schulkollegen in Odessa zwingt der Krieg,

viel zu schnell erwachsen zu werden.

82 IN BERLIN MIT PAT DOMINGO

Wie der Starfotograf die Berlinale erlebt.

84 WIEN DURCH DIE AUGEN VON FLORENTINA OLAREANU

Die junge Fotografin aus Rumänien zeigt uns

ihre Lieblingsorte in der Wahlheimat.

Impressum:

MEDIENINHABER & HERAUSGEBER

Kobza Media Beratungs GmbH

Wallrisstraße 97/Top 4

1180 Wien

CHEFREDAKTEURIN Damita Pressl

ART-DIREKTORIN Valerija Iļčuka

PROJEKT TEAM Daniela Steinklammer

Medina Osmanovič

LEKTORAT Kristina Reinecker

HERSTELLER Mediaprint Zeitungsdruckereigesellschaft

m.b.H. & Co KG

HERSTELLUNGSORT Wien

dasbiber.at


RAUS

„Ich bin als Tutorin zum Team von Manuela Schmidt gestoßen. Dort

habe ich Studierenden das Pipettieren beigebracht und DNA für CYP2D6-

Polymorphismen untersucht. Die Zusammenarbeit mit Professorin Schmidt

hat mir großen Spaß gemacht, da ihre präzise Arbeitsweise und Ethik perfekt

zu meinen Werten passen. Im Zuge meiner Masterarbeit bin ich schließlich zur

Forschungsgruppe Systems Biology of Pain gekommen.

Unsere Forschungsgruppe untersucht, wie Proteinnetzwerke

das Schmerzempfinden bei Wirbeltieren beein-

AUS DER

flussen – mit besonderem Fokus auf Alterung und chronische

Schmerzen. Mithilfe innovativer Methoden wie

Massenspektrometrie gewinnen wir tiefere Ein blicke

und entwickeln neue therapeutische

Ansätze. In

letzter Zeit beschäftigen wir uns verstärkt mit dem Darmmikrobiom

– auch das Thema meiner Masterarbeit. Ich

forsche speziell an seltenen Bakterien im Darmmikrobiom,

die schwer zu analysieren sind. Dank der Unterstützung

von Professorin Schmidt und ihrem Team konnten

wir bedeutende Fortschritte erzielen.

KOMFORT

Was ich aus dieser Erfahrung mitnehme, ist

die Freude am Lernen und die Gelassenheit,

wenn Dinge nicht nach Plan laufen. Entscheidend

ist, selbst in schwierigen

Momenten die

Leidenschaft

für die eigene Arbeit zu bewahren.

Ich habe gelernt, dass sich zusätzliche

Anstrengungen lang -

fristig auszahlen.

ZONE!

Entgeltliche Einschaltung Foto: derknopfdruecker.com

Mein Rat an alle: Verlasst eure

Komfortzone! Es lohnt sich, neue

Chancen zu ergreifen, Herausforderungen

anzunehmen und mutig zu

sein. Nur so kann man wachsen und

sich weiter ent wickeln.

Malena studiert Pharmazie an

der Universität Wien und

forscht in der Forschungsgruppe

Systems Biology of Pain.

Starte auch du dein Studium

an der Uni Wien!

studieren.univie.ac.at

Advertorial

UNIVERSITÄT WIEN

4


EHRLICHKEIT

Nach dem Terroranschlag von Villach haben wir viel

und intensiv über soziale Medien gestritten. Vor allem

Tiktok steht – zurecht – im Fokus unserer Aufmerksamkeit.

Während wir uns nicht entscheiden

können, ob wir Tiktok gänzlich verbieten oder doch

lieber per Strafen und Drohungen zum Einlenken

zwingen wollen, ist diese Plattform vor allem eines:

ein schonungsloses Fenster in die Höhen und Tiefen

unserer Gesellschaft. Frei von Vorstellungen politischer

Korrektheit zeigen uns die Videos nicht nur

islamistische Prediger, sondern auch migrantisches

und muslimisches Leben, so wie es nun einmal ist –

egal, ob gut, ob schlecht.

Meine persönlichen Lieblingsmomente kommen

dann zustande, wenn etwa migrantische Tiktoker

mitten im 10. Wiener Bezirk migrantische

Favoritner fragen, was sie denn vom Wahlsieg der

FPÖ halten; also keine von Spitzenjournalisten und

Berufspolitikern lancierten Beiträge, sondern frei

von der Leber. Und was soll ich sagen? Man kann viel

über unsere Gesellschaft lernen, wenn man gewillt

ist, den migrantischen Menschen selbst zuzuhören,

die ja auch am ehesten leiden, wenn es Probleme mit

dem Zusammenleben gibt. Es ist für jene Menschen

keine Frage der politischen Haltung, sondern eine

sozioökonomische Überlebensfrage – daher auch das

direkte Ansprechen von Problemen. Ein migrantischer,

junger Mann sagt etwa in einem dieser Videos,

er würde selbst am liebsten alle „Messerstecher nach

Hause“ schicken.

„Unsere Einwanderungsgesellschaft

braucht

Ehrlichkeit und Furchtlosigkeit,

wenn sie funktionieren soll.“

Das mag in unseren braven Politdebatten eine

Schockwirkung auslösen. Doch dieser junge Mensch

ist in seinem Bezirk selbst konkret durch jene bedroht,

die allzu schnell zum Messer greifen. Wenn

man das bedenkt, ist jegliche Empörung über den

Sager selbst mehr als nur absurd.

Nicht nur Thomas und Andrea schätzen Sicherheit

und Zuversicht, nein, Ahmet und Olja wollen

das Gleiche. Der einzige Unterschied ist, dass wir

als Einwanderungsgesellschaft noch immer nicht

gelernt haben, den Menschen hinter dem Migranten

zu sehen. In unseren Debatten bilden sie eine

gesichtslose Masse, die nicht aus Individuen mit

Wünschen und Wertvorstellungen bestehen, sondern

als reine Projektionsfläche für Politik, Medien

und NGOs dienen. Daher sind Tiktok und Co. auch

Fenster in die Gärten unserer eigenen Versäumnisse

in der Migrationsdebatte.

Kann man Inflation in den Griff bekommen,

wenn man nicht ehrlich über Gründe und Auswirkungen

der Inflation spricht? Wohl kaum! Das

Gleiche gilt für das Thema Migration. Unsere Einwanderungsgesellschaft

braucht Ehrlichkeit und

Furchtlosigkeit, wenn sie funktionieren soll.

Ansonsten dient sie lediglich der FPÖ als Schreckgespenst

für immer neue Wahlsiege.

5

von

TIMUR AKSAK

Ruşen Timur Aksak ist selbständiger Medienberater.

Zuvor arbeitete er als Journalist und

TV-Redakteur und war später Pressesprecher der

Islamischen Glaubensgemeinschaft.

Kolumne


DAMITA PRESSL

stellt

5

FRAGEN

an die

SPITZENKANDIDATEN


Michael Ludwig

SPÖ

In Wien schafft es die SPÖ laut Umfragen

immer noch auf knapp 40 %, im Bund 2024

auf gerade einmal die Hälfte. Was kann die

Bundespartei von der Wiener SPÖ lernen?

Die SPÖ Wien zeigt, dass konsequente

soziale Politik funktioniert.

Wir setzen klare Schwerpunkte:

leistbares Wohnen,

soziale Sicherheit und eine starke,

nachhaltige öffentliche Infra struktur.

Wir bieten konkrete Lösungen. Das schafft Vertrauen

und gewinnt Wahlen. Umso erfreulicher ist,

dass einige Wienerinnen und Wiener in der neuen

Bundesregierung vertreten sind. Damit fließt das

Wissen aus der Wiener Politik verstärkt in die Regierungsarbeit

ein – zum Wohl der Menschen in ganz

Österreich.

Mehr als ein Drittel der Über-16-Jährigen in Wien dürfen nicht

wählen, weil sie keine österreichische Staatsbürgerschaft haben.

Was ist Ihre Meinung dazu?

Ich finde es sozial ungerecht, dass Besserverdienende

leichter zur Staatsbürgerschaft kommen. Als

SPÖ Wien setzen wir uns bereits lange für einen gerechteren

Zugang ein. Daher begrüße ich, dass für

die Bemessung der Selbsterhaltungsfähigkeit künftig

der Kollektivvertrag herangezogen werden soll. In

Wien fördern wir zudem die Mitbestimmung junger

Menschen ideell und finanziell – z. B. mit dem Kinder-

und Jugendparlament oder den Wiener Klimateams.

Aufgrund unserer zahlreichen Bemühungen

wurde Wien als europäische Demokratiehauptstadt

ausgezeichnet.

Hat die Stadt Wien das Thema Integration im Griff?

Wir investieren seit Jahren erfolgreich in Integration

– auch wenn es Herausforderungen gibt, sind

wir im internationalen Vergleich auf einem guten

Weg. Dabei setzen wir auf „Fordern und Fördern“:

Wir bieten umfassende Unterstützung, erwarten

aber auch, dass sich alle an die Hausregeln halten.

Mit dem kostenlosen Kindergarten,

einem stetigem Ausbau der Ganztagsschulen,

Programmen zur Sprachförderung

und gezielter Arbeitsmarktintegration

schaffen wir echte Chancen

für alle. Gleichzeitig sorgen wir mit

unserem Wiener Wohnbaumodell für

soziale Durchmischung und verhindern

Ghettobildung.

Fast die Hälfte der Erstklässler in Wiens

Volksschulen kann nicht gut genug Deutsch,

um dem Unterricht zu folgen. Wie bekommen

wir das besser hin?

Hier sind wir mit Nachdruck dran, z. B.

mit einem Sprachförderschwerpunkt

im Kindergarten und dem Ausbau der

Sprachförderkräfte. Außerdem gibt es mehr

Deutsch- und Alphabetisierungskurse und ein

eigenes Sprachförderungsprogramm in den Wiener

Büchereien. Es braucht für die Umsetzung

unserer Bildungsziele außerdem mehr Personal

in der Elementarpädagogik, das Ressourcen

hat, Kinder zu bilden und zu fördern, statt nur

zu betreuen. Hier ist die Bundesregierung gefragt,

die Finanzierbarkeit der Elementarpädagogik

und Ganztagsschulen langfristig zu sichern.

Als Biber 2006 gestartet hat, waren Sie Landtagsab ge ordneter,

inzwischen sind Sie sieben Jahre Bürgermeister. Wie hat sich Wien

in dieser Zeit verändert?

Wien hat sich dynamisch entwickelt und ist auf

fast zwei Millionen Menschen gewachsen. Mit der

Seestadt Aspern entstand ein neuer Stadtteil. Der

Ausbau der U-Bahn, insbesondere die Verlängerung

der U2, hat die Mobilität verbessert. Unsere Klimapolitik

zeigt Wirkung: Der Energieverbrauch pro

Kopf sank um 33 %, Initiativen wie ‚Raus aus dem

Asphalt‘ und die Sonnenstromoffensive machen

Wien fit für die Zukunft. Wir haben beitragsfreie

Kindergärten eingeführt, Ganztagsschulen ausgebaut,

leistbares Wohnen gesichert und die Gesundheitsversorgung

modernisiert. Trotz weltweiter Krisen

ist Wien der Wirtschaftsmotor Österreichs und

wir setzen weiterhin auf sozialen Ausgleich und eine

nachhaltige Stadtentwicklung – das ist die Wiener

Erfolgs geschichte.

7

Wien-Wahl


Selma Arapović

NEOS

Mehr als ein Drittel der Über-16-Jährigen in Wien

dürfen nicht wählen, weil sie keine österreichische

Staatsbürgerschaft haben. Was ist

Ihre Meinung dazu?

Das ist ein riesiges Demokratiedefizit.

Wer hier lebt, arbeitet, Steuern

zahlt und sich aktiv einbringt,

soll auch mitentscheiden dürfen.

Die Hürden für die Staatsbürgerschaft

sind in Österreich viel zu

hoch – das muss sich ändern. Wir

brauchen klare und faire Regeln:

Wer integriert ist, soll die Möglichkeit

haben, Wiener:in und

Österreicher:in zu werden. Auch

die EU-Bürger:innen, die Wien zu

ihrer Heimat gemacht haben, sollen

hier das Wahlrecht bekommen. Und bei

der Doppelstaatsbürgerschaft braucht es endlich

eine Reform.

Fast die Hälfte der Erstklässler in Wiens Volksschulen kann nicht

genug Deutsch, um dem Unterricht zu folgen. NEOS hatte Bildung

immer als zentrales Thema. Warum ist diese Zahl nach vier Jahren

Regierungsbeteiligung immer noch so hoch?

Die Herausforderung ist riesig – gerade in den letzten

Jahren, mit dem Krieg in der Ukraine und den

vielen Kindern, die nach Wien gekommen sind. Aber

wir haben das Wiener Bildungssystem spürbar gestärkt:

Es gibt mehr Sprachförderkräfte, mehr Unterstützung

in den Schulen, und mit der „Mission

Deutsch“ setzen wir noch mehr Maßnahmen um

und investieren weiter in frühzeitige und gezielte

Sprachförderung. Damit jedes Kind in Wien die

Chance hat, ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Der Kollege Yannick Shetty hat einmal gesagt,

er würde in Favoriten nicht mit einer Regenbogenfahne

herumlaufen. Würden Sie?

Ja, würde ich. Aber ich verstehe auch,

warum er das gesagt hat. Die Realität

ist: Nicht überall in Wien fühlen sich

alle Menschen sicher, und das darf nicht

so sein. Wien ist eine Stadt für alle – egal wen

man liebt oder woher man kommt. Wir müssen noch

viel dafür tun, dass das auch überall im Alltag spürbar

wird.

Was ist die Bilanz nach einer Regierungsperiode in Wien – worauf ist

Ihre Partei besonders stolz, und was hätte besser laufen können?

Wir haben 2020 fünf klare Versprechen gegeben

– und alle gehalten: mehr Geld für Bildung, weniger

unnötige Gebühren, volle Transparenz bei den

Parteifinanzen, eine Offensive für lebendige Grätzel

und das erste Klimaschutzgesetz für Wien. Darauf

bin ich wirklich stolz. Gleichzeitig gibt es immer

Dinge, die besser laufen können – vor allem bei der

Geschwindigkeit, mit der sich Strukturen ändern

lassen. Aber eines ist klar: Wir haben geliefert.

Die Wiener MA 35, zuständig für Einwanderung und Staatsbürgerschaft,

war lange als Problembehörde bekannt – jahrelange Wartezeiten,

kaum Erreichbarkeit und absurde bürokratische Hürden.

Sie haben 2021 einen Reformprozess gestartet. Vier Jahre später

warten Menschen, die sich um die Staatsbürgerschaft bewerben

wollen, immer noch fast ein Jahr auf einen Ersttermin. Was lief

schief im Reformprozess?

Die MA 35 war eine Problembehörde – und wir haben

sie komplett umgebaut. Vieles läuft heute besser:

kürzere Wartezeiten, weniger Bürokratie, effizientere

Verfahren. Aber klar, es gibt noch Luft nach

oben. Eine Behörde mit so vielen Baustellen reformiert

man nicht über Nacht. Wir bleiben dran, damit

Wien eine moderne und bürgerfreundliche Einwanderungsbehörde

bekommt.

Wien-Wahl 8


Judith Pühringer

GRÜNE

Die Wiener SPÖ will den Lobautunnel weiterhin

bauen, Sie wollen den Gürtel für Radfahrer

und Fußgänger umbauen. Wie kann bei so unterschiedlicher

Verkehrspolitik eine Koalition

funktionieren?

Die SPÖ macht einen großen Bogen

um den Verkehr, der aber für 40 % der CO 2

-Emissionen

verantwortlich ist. Den Verkehr kann man

daher nicht einfach auslassen. Wir sind aber zuversichtlich,

dass sich die SPÖ hier noch bewegen wird.

Rot braucht Grün, damit was weitergeht. Was den

Lobautunnel betrifft, muss man festhalten, dass es

sich um ein fossiles Milliardengrab handelt, über

dessen Umsetzung aber nicht in Wien, sondern auf

Bundes- oder – jetzt wo sich der EuGH damit befasst

– auf europäischer Ebene entschieden wird.

SPÖ und NEOS haben mit einem neuen Erlass Handys in Wiener

Volks- und Mittelschulen faktisch verboten. Finden Sie das gut?

Wir Grüne sind dafür, dass Handys in den Schulklassen

keinen Platz haben. Jede Studie belegt,

wie stark Handys die Konzentration von Kindern

beeinträchtigen und wie sehr die Kinder dadurch

vom Lernen abgehalten werden. Auf Kanälen wie

TikTok kursieren außerdem viele fragwürdige Inhalte,

die für Kinder schon gar nicht geeignet sind.

Damit die Handys aus den Klassenzimmern verschwinden,

braucht es aber keine neue Verordnung,

dafür gibt es die Schulautonomie. Das ist mehr PR-

Show als ernsthafte Bildungspolitik, was die NEOS

hier machen.

Sie möchten gegen TikTok vorgehen, weil

Teenager dort extremistischen Influencern

folgen und sich teilweise radikalisieren. Was

schlagen Sie vor – sind Sie für ein Verbot?

Auf Kanälen wie TikTok werden unter

dem Deckmantel der Meinungsfreiheit

in vielen Fällen höchst problematische,

hetzerische oder extremistische

Inhalte verbreitet. Es haben sich Fälle

gehäuft, in denen sich junge Menschen

online radikalisieren. Daher ist es

höchste Zeit, dass endlich durchgegriffen

wird. Wirklich wirksam geht das nur

mit dem sogenannten Digital Services Act

auf EU-Ebene – das ist bisher aber nicht geschehen.

Das muss sich rasch ändern, denn Smartphones

dürfen nicht zur Waffe werden.

Ihr als ein Drittel der Über-16-Jährigen in Wien dürfen nicht wählen,

weil sie keine österreichische Staatsbürgerschaft haben. Was ist

Ihre Meinung dazu?

Wir Grüne setzen uns seit langer Zeit dafür ein,

dass das Wahlrecht in dieser Hinsicht überarbeitet

und modernisiert wird. Für eine demokratische

Wahl ist es nicht gut, wenn so viele Menschen davon

ausgeschlossen sind. Demokratie braucht Mitbestimmung

– und die Meinung junger Menschen sollte

natürlich ebenso abgebildet werden. Schließlich

sind sie auch die Zukunft der Stadt.

Die Grünen haben in den letzten Wahlen so ziemlich überall an

Stimmen verloren – in Niederösterreich, im Burgenland, in der Steiermark,

im Bund. Was läuft schief – und was machen Sie in Wien

anders?

Ich bin froh, dass im Burgenland eine Trendwende

geschafft wurde und es jetzt Rot-Grün gibt. Die Wahlen

lassen sich kaum miteinander vergleichen. Wien

ist anders, daher stellen sich andere Fragen – es gibt

auch kein Bürgermeisterduell. Es geht um die Frage,

wofür sich die SPÖ entschiedet? Für eine rückschrittliche

Koalition mit der ÖVP, für eine Koalition

des Stillstands mit den NEOS – oder ob es mit den

Grünen ins Wien von morgen geht, in dem die Stadt

grüner und das Leben für alle Wiener:innen wieder

leichter wird.

9 Wien-Wahl


Karl Mahrer

ÖVP

Sie plakatieren „No-Go für No-Go-Areas“. Was

sind denn in Wien für Sie derzeit die No-Go-

Areas? Und warum stufen Sie diese so ein?

Wer mit offenen Augen und Ohren

durch die Stadt geht, merkt:

Wien hat sich verändert und droht

in manchen Bereichen zu kippen.

Wir haben bereits ein massives

Sicherheitsproblem, etwa entlang

der U6, rund um den Bahnhof

Meidling oder den Reumannplatz

in Favoriten. Wenn die Stadtregierung

weiter den Kopf in den Sand

steckt, haben wir in wenigen Jahren

Zustände wie in Berlin-Neukölln

oder in einzelnen Banlieues

von Paris. Mit der Volkspartei wird es

solche No-Go-Areas in Wien nicht geben!

In Wien haben 45 % der Bevölkerung Migrationshintergrund –

entweder eine ausländische Staatsbürgerschaft oder es sind im

Ausland geborene Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft.

Was ist Ihr Angebot an diese Menschen?

Mein Angebot ist, dass ich allen Menschen, die

hier leben, arbeiten und sich an unsere Werte und

Gesetze halten, die Hand reiche. Viele Bereiche würden

in Wien ohne Migration nicht funktionieren.

Ich sage aber auch ganz klar: Wer nach Wien kommt

und hier lediglich auf Kosten der Sozialleistungen

leben möchte, wer sich nicht an Gesetze hält,

wer unsere Werte in Frage stellt – der ist auch nicht

willkommen.

Sie sagen, wenn die ÖVP in die Wiener Stadtregierung kommt, kann

in fünf Jahren jedes Kind beim Schuleintritt Deutsch. Wie wollen

Sie das anstellen?

Die Hälfte aller Kinder in der 1. Klasse Volksschule

kann nicht Deutsch, obwohl davon zwei Drittel

hier geboren sind und 80 % zwei Jahre im Kindergarten

waren. Hier setzen wir an: Sprachstandsfeststellung

für alle Kinder ab drei Jahren – wird ein

Deutschdefizit festgestellt, gibt es Kindergartenpflicht.

Gleichzeitig müssen die Sprachförderkräfte

in den Kindergärten massiv ausgebaut werden und

alle Pädagoginnen und Pädagogen sowie die Assistenzkräfte

müssen gut deutsch sprechen. Wir möchten

auch die Förderungen für Kindergärten an die

dort stattfindende Deutschförderung knüpfen.

Mehr als ein Drittel der Über-16-Jährigen in

Wien dürfen nicht wählen, weil sie keine österreichische

Staatsbürgerschaft haben. Was ist

Ihre Meinung dazu?

Wählen ist ein Staatsbürgerrecht. Die Staatsbürgerschaft

wiederum ist ein hohes Gut und kann

nur am Ende eines gelungenen Integrationsprozesses

stehen. Wer sich zu Österreich bekennt, hier

lebt, arbeitet und integriert, der hat gute Chancen

auf die Staatsbürgerschaft – und somit auch auf das

Wahlrecht.

Sie zeichnen in Ihrer Wahlkampagne manchmal ein recht negatives

Bild von Wien. Was sind drei Dinge, die Sie an der Stadt lieben?

Gerade weil ich Wien liebe, sehe ich bei den Problemen

genau hin und dränge auf Lösungen – etwa bei

Bildung, Gesundheit oder Sicherheit. Ich bin in Wien

geboren, habe Zeit meines Berufslebens für Wien gearbeitet.

Ich liebe Wiens Kultur, die Menschen, die

vielen Märkte, natürlich auch die Gastronomie und

die Natur – vom Wienerwald bis zur Landwirtschaft.

All das macht Wien aus, und das möchte ich erhalten.

Dafür müssen wir aber die Probleme lösen – und

das verspreche ich, wenn die Wiener Volkspartei

nach der Wahl in Regierungsverantwortung kommt.

Wien-Wahl 10


Dominik Nepp

FPÖ

Wien ist das Bundesland mit den meisten „Ausländern“,

und es ist das Bundesland, in dem sich

die FPÖ am schwersten tut. Wie hängt das

Ihrer Meinung nach zusammen?

Ein grundlegendes Problem ist der

Pull-Faktor. Wien zahlt das meiste

Geld an Zuwanderer aus, die noch

nie etwas geleistet haben. 700 Millionen

Euro jährlich an Mindestsicherung

für Nichtösterreicher.

Das macht Wien zum Magneten

für Asylanten, die Bürgermeister

Ludwig immer weiter zu uns

lockt. Viele dieser Zuwanderer

wählen, wenn sie dann die Staatsbürgerschaft

haben, selbstverständlich

die SPÖ, da diese ihnen ja immer

weiter Geld gibt. Da hat sich das Wählerverhältnis

in den letzten Jahren immer weiter ver schoben.

(Anmk. d. Red. Die „700 Millionen Euro für Nichtösterreicher“ ergeben

sich vermutlich aus einer Überschlagsrechnung anhand provisorischer

Zahlen für 2024. 2023 hat die Stadt Wien laut Statistik Austria insgesamt

800 Millionen Euro Mindestsicherung ausgezahlt – an Österreicher

und Nichtösterreicher – in den sechs Jahren davor zwischen 600 und

700 Millionen.)

Ist Vielfalt für Sie grundsätzlich etwas Positives?

Ich sehe kein Problem bei Menschen, die arbeiten,

fleißig sind und etwas leisten sowie unsere Werte

akzeptieren und leben. Wer nur kommt, um sich in

der sozialen Hängematte auszuruhen, der hat hier

keinen Platz.

In Wien haben 45 % der Bevölkerung Migrationshintergrund –

entweder eine ausländische Staatsbürgerschaft oder es sind im

Ausland geborene Menschen mit österreichischer Staatsbürgerschaft.

Was ist Ihr Angebot an diese Menschen?

Es steht jedem frei – wenn er die Kriterien erfüllt –

sich um die österreichische Staatsbürgerschaft

zu bemühen. Wer das nicht möchte, hat auch kein

Recht, zu wählen. Für diejenigen Zuwanderer, die

vor vielen Jahren gekommen sind, fleißig arbeiten,

Deutsch sprechen, sich integriert und am Ende auch

die Staatsbürgerschaft angenommen haben, sind

wir ein attraktives Angebot.

Sie bezeichnen die Mindestsicherung oft als eine Art soziale

Hängematte für Nichtösterreicher. Drei Viertel der Haushalte, die

sie beziehen, haben aber ein Erwerbseinkommen – das heißt, jemand

in dem Haushalt geht arbeiten – nur reicht das Geld nicht und daher

müssen sie mit der Mindestsicherung aufstocken. Was raten

Sie diesen Menschen?

60 % der Wiener Mindestsicherungsbezieher sind

Nichtösterreicher, 40 % sind Asylanten und subsidiär

Schutzberechtigte. Die Mindestsicherung

soll zukünftig nur mehr an Österreicher ausgezahlt

werden und eben jene unterstützen, die in finanzielle

Notlage geraten sind. Ich bin überzeugt, dass es

diesen Menschen auch gelingen wird, sich dadurch

wieder aus dieser Situation zu befreien.

(Anmk d. Red. Die 40 % Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte sind in den

60 % Nichtösterreichern bereits enthalten. 2023 waren laut Statistik

Austria rund 60 % der Bezieher Nichtösterreicher, davon rund 70 % Asylund

subsidiär Schutzberechtigte).

Im Jänner haben Sie sich auf Twitter gewünscht, es möge mit dem

„Standard“ bald vorbei sein – denn nur echte Qualitätsmedien hätten

Presseförderung verdient. Was wünschen Sie denn dem Biber? :)

Fairer und ehrlich unabhängiger Journalismus ist

wichtig. Tendenziöse Berichterstattung und Hexenjagden

lehne ich jedoch ab. In diesem Sinne: Alles

Gute! :)

11

Wien-Wahl


SIMACEK

Diversität als

Erfolgsfaktor

Maßnahmen für

Chancengleichheit

I.

SIMACEK AKADEMIE

Die Ö-Cert-zertifizierte Akademie

bietet praxisnahe Weiterbildungen in

Sprache, Fachwissen und Führung.

Mitarbeitende können sich unabhängig

von Herkunft oder Vorerfahrungen

beruflich entwickeln.

II.

SPRACHFÖRDERUNG

Seit 2010 gibt es mobile Sprachkurse

am Arbeitsplatz, um Deutsch kenntnisse

zu verbessern – ein Schlüssel zur

Integration und erweiterten Berufsperspektiven.

Entgeltliche Einschaltung

III.

UNTERSTÜTZUNG IN

SCHWIERIGEN

LEBENSSITUATIONEN

SIMACEK kooperiert mit der Caritas

und bietet betriebliche Sozialberatung

für private Herausforderungen

wie Behördengänge oder Krisen-

situationen – besonders hilfreich für

Neu ankömmlinge in Österreich.

Unternehmen müssen ein Arbeits umfeld

schaffen, das Vielfalt als Stärke begreift.

Kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren

und verschiedene Arbeitsweisen sind Herausforderungen,

doch ein inklu sives Umfeld

steigert Anpassungsfähigkeit und Innovationskraft.

Mit über 4000 Mitarbeitenden aus

70 Nationen und über 75 % Frauenanteil

sieht SIMACEK Diversität als zentrale

Säule, um Kund:innen und Mitarbeitenden

ein angenehmes Umfeld zu bieten.

GLEICHBEHANDLUNG ALS

UNTERNEHMENSGRUNDSATZ

SIMACEK verpflichtet sich zur

Gleichbehandlung aller – unabhängig

von Herkunft, Geschlecht oder Identität.

Eine eigene Abteilung setzt dies

mit flexiblen Arbeitszeiten, individuellen

Weiterbildungen und verbindlichen

Richtlinien um. Diskriminierung

wird ausgeschlossen, Respekt

und Fairness werden gefördert.

VIELFALT ALS

WETTBEWERBSVORTEIL

Vielfalt ist nicht nur moralisch, sondern

auch wirtschaftlich wertvoll. Unterschiedliche

Perspektiven fördern

Kreativität und Innovation. SIMA-

CEK schafft eine inklusive Unternehmenskultur,

die Zufriedenheit, Mit ar -

beiterbindung und Anpassungs fähig -

keit steigert.

Das Beispiel SIMACEK zeigt,

dass Diversität und wirtschaftlicher

Erfolg Hand in Hand gehen. Unternehmen

sollten Vielfalt als Chance

für die Zukunft verstehen.

Advertorial SIMACEK

12


Wir sind

alle gleich da!

Vielfalt kommt gut an.

#TeamÖffiLiebe

13


MIT HAND, FUSS ...

Das etwas andere Interview:

Wir stellen unsere Fragen. Geantwortet wird ohne

Worte – dafür mit viel Körper einsatz. Diesmal vor der

Kamera: der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig.

Wenn die Stimmen

ausreichen, bleiben Sie

dann nach der Wahl in

der Koalition?

Wie würden Sie

Ihre Bilanz der

„Punschkrapferl-Koalition“

mit den NEOS

beschreiben?

Ludwig reibt sich den Bauch und lacht.

„Das hängt von der Stimmverteilung

ab“, stellt der Bürgermeister

klar – entgegen der

Interviewregel, aber mit

Nach druck.

Wie ist

Ihre Be ziehung zu

Vizekanzler

Andreas Babler?

Wie froh sind Sie,

dass Herbert Kickl

nicht Bundes kanzler

geworden ist?

Wien-Wahl

Schade, dass wir den Freudentanz

nicht als Bewegtbild abdrucken können.

von

DAMITA PRESSL

Ludwig zieht eine freundlich-neutrale

Miene und streckt die Hände zu einer

einladenden Geste aus.

14


Wofür lieben Sie

Wien am meisten?

... UND SCHMÄH

Sie wollten als Kind

Tierarzt oder Buchhändler

werden. Wie geht es Ihnen

damit, dass daraus

nichts geworden ist?

... und posiert stolz mit seinen Büchern.

Für eine kleine Grätzel- Buchhandlung

könnten die Stapel sogar genügen.

Der Bürgermeister strahlt ...

... bittet zu seinem Schreibtisch ...

Es kriselt überall

auf der Welt.

Was macht Ihnen

trotzdem Hoffnung?

Mit ernster Miene pantomimiert der Bürgermeister Zusammenhalt.

Auch hier klappt es nicht ganz ohne Worte:

„Die Menschen – wie zeig ich das jetzt?“, fragt

Ludwig seinen Pressesprecher. „Sie könnten

ja einfach in die Kamera zeigen“, schlage ich

vor. „Ja, das ist gut“, beschließt er.

Ihr Lebensmotto ist

„Durch das Reden kommen

die Leute zusammen.“

Wie geht es Ihnen damit,

dass Sie heute nicht

reden dürfen?

Der Bürgermeister zeigt stolz die Gebärde für

„Applaus“. Er habe ein paar Zeichen ge lernt, erzählt

er dann, um auch ohne Übersetzung ein wenig mit

ge hör losen Menschen kommunizieren zu können.

15

Wien-Wahl


VERTRAU MI

Wem kann man heute

eigentlich noch vertrauen?

Politiker:innen? Medien?

Unternehmen?

Wir wollten es genau wissen

und haben in Zusammenarbeit

mit dem österreichischen

Gallup- Institut die

Biber-Community gefragt:

Wem vertraut ihr –

und worauf setzt ihr in der

Zukunft?

Das Ergebnis:

Unsere Leserinnen und

Leser sind kritisch, hinterfragen

alles und haben ein

feines Gespür dafür, was

echt ist und was nicht.

von

DANIELA STEINKLAMMER

16


R, BRUDER?

DIE GROSSE

GALLUP-VERTRAUENSSTUDIE

EXKLUSIV FÜR BIBER

Faktencheck

ERHEBUNGSMETHODE

Onlineumfrage

in der Biber-Community und

im Gallup Onlinepanel

ZIELGRUPPE

Aktuelle und potenzielle Leser:innen

von Biber im Alter 14+ österreichweit;

mit und ohne Migrationshintergrund

STICHPROBE

n=500

UNTERSUCHUNGS­

ZEITRAUM

24. Februar 2025 bis

10. März 2025

17


Politik:

EU schlägt Bundesregierung.

Van der Bellen ist die Ausnahme!

Die EU kommt mit 64 % Vertrauen besser weg als

die österreichische Bundesregierung (46 %).

Nur 27 % glauben, dass „die meisten Politiker im Interesse der Bevölkerung handeln“.

65 % sind überzeugt, dass sie eher ihr eigenes Ding durchziehen.

Aber: Bundespräsident Alexander Van der Bellen rockt das Vertrauen

mit satten 67 %.

Für die neue Bundesregierung gibt es daher

viel an Vertrauen aufzuholen!!

Wie hoch ist dein Vertrauen in…

... den österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen

33 34 15 14 4

... die Europäische Union

15 49 21 12 2

... die Österreichische Bundesregierung

11 35 36 16 3

Sehr hoch Eher hoch Eher niedrig

Sehr niedrig

Weiß nicht, keine Angabe

Wirtschaft:

Klein, aber oho! Wer macht’s besser?

Große Konzerne oder kleine Unternehmen?

Klare Sache: Klein ist fein!

● 80 % vertrauen österreichischen bzw. lokalen Unternehmen.

● Kleine und mittelgroße Unternehmen punkten mit 79 % Vertrauen.

● Große Unternehmen? Nur 40 % finden sie vertrauenswürdig.

● Internationale Konzerne? Noch weniger – 35%.

Wie hoch ist dein Vertrauen in…?

Österreichische bzw. lokale Unternehmen

25

55

13

3

3

Kleine und mittelgroße Unternehmen

16

63

16

2 3

Große Unternehmen

4

36

45

11

4

Internationale Unternehmen

5

30

43

16

5

Sehr hoch Eher hoch Eher niedrig Sehr niedrig Weiß nicht, keine Angabe

Wien-Wahl

18


Und was ist mit Banken, Pharma & Co.?

Nur 25 % sagen, dass Banken fair und ehrlich sind.

Pharmaunternehmen? 32 % geben ihnen einen Vertrauensbonus.

Der Lebensmittelhandel schneidet mit 49 % besser ab.

Sind die folgenden Unternehmen gegenüber ihren Kund:innen ehrlich und fair?

49 41 10

Lebensmittelhandel

32 56 13

Pharmaunternehmen

25 65 11

Banken und Finanzunternehmen

Überwiegend ja Überwiegend nein Weiß nicht, keine Angabe

Wissenschaft:

Vertrauen, aber mit Vorsicht

Und Künstliche Intelligenz?

63 % vertrauen Wissenschaft und Forschung.

Aber 34 % bleiben vorsichtig.

Welcher der folgenden Aussagen

stimmst du zu?

73 % sehen in Künstlicher Intelligenz

sowohl Chancen als auch Risiken.

Der Tenor: Cool, aber mit Bedacht nutzen!

Glaubst du, dass Künstliche Intelligenz (KI)

in den kommenden Jahren mehr Vorteile oder

mehr Nachteile mit sich bringen wird?

9

34

17

63

1

3

73

KI wird vor allem Vorteile bringen.

Man kann Wissenschaft und Forschung generell vertrauen.

Man sollte bei Wissenschaft und Forschung generell vorsichtig sein.

Weiß nicht, keine Angabe

KI wird vor allem Nachteile bringen.

Es wird eine Mischung aus Vorteilen und Nachteilen

geben, wir müssen vorsichtig damit umgehen.

Weiß nicht, keine Angabe

19

Wien-Wahl


Medien:

ORF stark, Influencer müssen noch an ihrer

Vertrauenswürdigkeit arbeiten

Welche Quellen liefern verlässliche Infos?

● 74% vertrauen dem ORF.

● 63% setzen auf klassische Zeitungen.

● 55% glauben privaten TV-Sendern.

● Und Social Media? Tja… nur 13% halten Influencer für eine seriöse Quelle.

● Familie und Freunde sind mit 70% als Info-Quelle fast genauso hoch

im Kurs wie klassische Medien.

Kann man sich darauf verlassen, dass Informationen und Nachrichten

aus den folgenden Quellen richtig sind?

19

55

16

6

4

ORF

16

54

18

5

8

Freund:innen und Familie

7

56

26

7

4

Zeitungen (inkl. Onlineauftritt)

5

50

31

7

7

Private Fernsehsender (ATV, Puls4 etc.)

3

28

39

17

13

Alternative Medien (d.h. keine Mainstream-Medien)

3

14

52

28

3

Soziale Medien (Facebook, Instagram etc.)

2

14

49

27

9

Blogger:innen und Podcaster:innen

Ja, auf jeden Fall Eher ja Eher nein

Nein, auf keinen Fall

Weiß nicht, keine Angabe

Wie seriös sind Informationen von Influencer:innen auf Social Media?

8

2

11

24

Sehr seriös

Eher seriös

Eher nicht seriös

Gar nicht seriös

Weiß nicht, keine Angabe

54

Wien-Wahl

20


Zusammenleben:

Vertrau mir, Bruder?

Kommt drauf an!

Wenn es darum geht, ob man Menschen im Allgemeinen vertrauen kann,

scheiden sich in der Community die Geister.

● 50% sagen: Lieber vorsichtig sein mit Menschen.

● 44% glauben, dass man Menschen grundsätzlich vertrauen kann.

● Menschen mit Migrationshintergrund sind skeptischer (34 % vs. 48 %).

Welcher der folgenden zwei Aussagen stimmst du eher zu?

6

Man kann den meisten Menschen vertrauen.

Man kann im Umgang mit anderen nicht vorsichtig genug sein.

Weiß nicht, keine Angabe

44

50

Und wie sieht’s mit anderen Kulturen aus?

Die Vorsicht im Umgang mit Menschen wird jedoch nicht an der Herkunft festgemacht:

● 58% sagen: Ich kann Menschen aus anderen Kulturen vertrauen.

● 30% tun sich damit schwer.

● Menschen mit Migrationshintergrund sind dabei offener (64% vs. 55%).

Wie leicht oder schwer fällt es dir, Menschen aus anderen Kulturen als deiner eigenen zu vertrauen?

12

30

58

Eher leicht

Eher schwer

Weiß nicht, keine Angabe

21

Wien-Wahl


„Durchs Reden kommen d’Leut zam“

Die Biber-Community ist jung, kritisch und denkt mit.

Unsere Leserinnen und Leser setzen sich aktiv mit

gesell schaftlichen Themen auseinander und haben ein

gutes Gespür für wichtige Entwicklungen. Besonders

stark ist das Vertrauen in den österreichischen Bundespräsidenten

und die EU.

Wenn es ums Einkaufen geht, stehen kleinere,

lokale Unternehmen hoch im Kurs. Wissenschaft

und Forschung genießen großes Vertrauen. Auch bei

Künstlicher Intelligenz zeigt sich die Community interessiert

und reflektiert: Chancen und Risiken werden

klar erkannt, der Wunsch nach einem verantwortungsvollen

Umgang ist groß.

Für News stehen klassische Medien wie ORF und

Zeitungen ganz oben. Trotzdem gibt’s auch Punkte,

bei denen noch Luft nach oben ist: Beim Vertrauen in

andere Menschen – vor allem bei Personen mit Migrationshintergrund,

die öfter negative Erfahrungen gemacht

haben. Auch im Umgang mit fremden Kulturen

zeigt sich bei manchen Zurückhaltung.

Wenig Vertrauen gibt es außerdem in Politiker:innen,

große Konzerne, Banken, Pharmaunternehmen und

teilweise den Lebensmittelhandel. Auch Social Media

und Influencer kämpfen mit einem eher angeknacksten

Image.

WARUM DAS WICHTIG IST?

Vertrauen und Gemeinsamkeit sind die Grundpfeiler

jedes Zusammenlebens. Sie stärken die Bindungen zwischen

Menschen und fördern ein harmonisches Miteinander.

Nur in einer Gemeinschaft, die auf Vertrauen

basiert, können sich alle sicher und unterstützt fühlen.

„In Zeiten

schwindenden Ver trauens in

Institutionen und

Unternehmen braucht es eine

Plattform, die hilft,

die Ursachen dieses

Verlusts zu erkennen und

zu verstehen.“

Mag. Dr. Andrea Fronaschütz

Geschäftsleiterin und Gesellschafterin

Österreichisches Gallup-Institut

Melde dich mit ein paar Klicks für unsere

Umfragen an! Für deine Meinung gibt es

Gutscheine, Cash & Gewinnspiele.

Wien-Wahl

22


ausbildung.gesundheitsverbund.at

Von den

Besten lernen.

Am liebsten in

ien.

Karrierewege beginnen hier,

beim Wiener Gesundheitsverbund –

mit über 8.200 Ausbildungsplätzen

in Medizin und Pflege.

23

Entgeltliche Einschaltung


„Der wichtigste Faktor für

dein Glück sind Beziehungen.“

Das Vertrauen in unserer Gesellschaft sinkt.

Was können wir dagegen tun?

Ein Interview mit dem Harvard-Vertrauensforscher

Ron Ivey.

Wir hören das Schlagwort „Vertrauenskrise“, aber

was heißt das überhaupt? Wer genau verliert Vertrauen

– und in wen?

Zwischenmenschliches Vertrauen nimmt ab: Wir

haben immer weniger Freunde und Menschen in

unserem sozialen Umfeld, denen wir vertrauen, zum

Beispiel mit einem Geheimnis oder im Notfall. Diese

Werte nehmen seit Jahrzehnten ab. Das gleiche gilt

für Vertrauen in Institutionen: NGOs, Universitäten,

Medienunternehmen, Regierungen und Parteien.

Insbesondere unseren Regierungen vertrauen

wir immer weniger.

Das betrifft vor allem Menschen mit weniger

Geld. Sie stehen unter größerem wirtschaftlichem

Druck und haben weniger Zeit für Gemeinschaft

und Beziehungen. Wenn man keine Beziehungen

aufbauen und pflegen kann, wirkt sich das nicht

nur auf die eigene Gesundheit aus, sondern man hat

auch ein kleineres Netzwerk, vielleicht weniger berufliche

Chancen.

Gibt es dabei einen Unterschied zwischen nationalen und städtischen

Regierungen?

Das Vertrauen in nationale Institutionen, also etwa

ins Parlament oder in die Bundesregierung, ist generell

niedriger als in regionale Institutionen wie

Stadtregierungen oder Gemeinden. Auch regionale

Institutionen kämpfen mit Vertrauensverlust, aber

weniger stark.

Ist Stadtpolitik überhaupt wichtig? Sie hat doch

nicht annähernd so viel Einfluss wie Staaten oder

überstaatliche Organisationen.

Es gibt Dinge, die Städte oder Gemeinden

anpacken müssen, wo eine Bundesregierung

nichts machen kann, weil man nah am Menschen

sein muss. Ich glaube, nationale Regierungen

machen sich weder in den USA noch in Europa

große Gedanken über zwischenmenschliches Vertrauen

oder soziale Zugehörigkeit. Dabei ist das

entscheidend für unsere psychische und körperliche

Gesundheit. Meine Arbeit ist Teil des „Harvard

Human Flourishing Project“ , und unsere längste

Studie überhaupt kommt zu dem Schluss, dass dein

Lebensglück direkt mit der Qualität deiner Beziehungen

zusammenhängt. Das heißt, der wichtigste

Faktor für dein Glück sind die Beziehungen unmittelbar

in deinem Umfeld. Bundesregierungen

können da unterstützend wirken, aber ein soziales

Umfeld aufzubauen und zu fördern – das passiert im

Kleinen, auf Bezirks- oder Stadtebene.

Es gibt Länder, in denen das Vertrauen weniger stark sinkt. Was

haben diese Länder anders gemacht?

In den nordischen Staaten zum Beispiel herrscht

mehr Solidarität, auch klassenübergreifend. Länder,

die dafür sorgen, dass alle etwas vom Wirtschaftswachstum

haben, verzeichnen auch mehr

Vertrauen. Und dann ist da noch ein kultureller

Aspekt: Es gibt Kulturen – oft aus dem asiatischen

Raum – in denen Beziehungen einen höheren Stellenwert

haben. Dort vertrauen die Menschen einander

auch stärker.

Wien-Wahl

von

DAMITA PRESSL

24


Welchen Rat würden Sie einem Stadtpolitiker geben, der die Vertrauenskrise

bekämpfen möchte?

Ich würde zur Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft,

mit Unternehmen und religiösen Gemeinschaften

raten. So erreicht man ein großes Netzwerk.

Auch Stadtentwicklung ist zentral. Ist sie auf

Beziehung, Gemeinschaft und Vertrauen ausgelegt?

Städte gezielt so zu entwickeln, dass sie Menschen

verbinden, ist langfristig auch besser für die wirtschaftliche

Entwicklung. Wohnen, Arbeit und Erholung

sind dann gut durchmischt und die Stadt ist

nicht zersiedelt.

Ich würde ebenfalls raten, als Gegengewicht

zu den Algorithmen einen Raum zu schaffen, in dem

sich Menschen abseits von Technologie zu tagesaktuellen

Themen austauschen können. Technologie

und die Algorithmen auf Social Media spalten uns.

Ein respektvoller Dialog auf Augenhöhe im echten

Leben ist wichtig für das Informationsökosystem.

Wie schlimm ist denn Social Media?

Technologie treibt das Misstrauen an. Dahinter

steckt mehr – wir leben seit 50 bis 60 Jahren eine in-

dividualistische Kultur, in der zwischenmenschliche

Beziehungen zweitrangig sind. Aber ich glaube, Technologie,

Smartphones und Social Media wirken vor

allem bei jungen Generationen als Beschleuniger. Die

Algorithmen leben von Angst und Wut. Das sind die

beiden Emotionen, die auf Social Media für das meiste

Engagement sorgen. Das beschleunigt Misstrauen.

Wir agieren nicht mehr rational, wenn wir wütend

und verängstigt sind.

Welchen Rat würden Sie jungen Menschen geben, die gerne wieder

Vertrauen gewinnen möchten?

Ein Weg ist, Freiwilligenarbeit zu leisten, deine Gemeinschaft

kennenzulernen und Abstand von deinem

Handy und Social Media zu nehmen. Freiwilligenarbeit

in deiner Gemeinschaft ist ein guter Anfang.

Du kannst auch schauen, ob du dich in die Politik

einbringen möchtest. Aber Freiwilligenarbeit allein

wird dein Wohlbefinden verbessern – das wissen wir

aus der statistischen Analyse von Gesundheitsdaten.

Du wirst glücklicher und gesünder, deine Beziehungen

werden stärker und du hast Zugang zu Netzwerken,

die dir auch im Berufsleben helfen können.

Kostenloses

Service rund

ums Wohnen

Die Stadt Wien fördert leistbaren

Wohnraum, informiert und unterstützt

kostenlos bei der Wohnungssuche,

beim Mietrecht und in der Nachbarschaft.

wienwohntbesser.at

Info-Telefon: 01/24 503-0

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besser

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25

WIEN-WAHLWAHL

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WO GENERATIONEN UND

MENSCHEN SICH BEGEGNEN

Die Wiener Stadthalle ist

mehr als eine Bühne. Hier

kommen Menschen zusammen,

um unvergessliche Er -

lebnisse zu teilen. Großeltern

und Enkel, Eltern und

Kinder, Menschen aus aller

Welt – gemeinsam erleben sie

magische Momente, die verbinden

und Erinnerungen für

die Ewigkeit schaffen.

Vielfalt ist hier nicht nur

ein Schlagwort, sondern gelebte

Re alität. Unterschiedliche

Generationen, Kulturen

und Lebenswelten begegnen

sich, feiern gemeinsam die

Kraft der Musik, erleben die

Faszination des Sports oder

lassen sich von einzigartigen

Shows verzaubern.

MEHR ALS MUSIK

Vielfalt, die verbindet

Musik ist eine universelle Sprache, die

Brücken zwischen Menschen baut. 2025

vereint die Wiener Stadthalle Künstlerinnen

und Künstler, deren Musik Generationen

zusammenführt. Die tiefgründigen

Klänge von Billie Eilish berühren eine ganze

Generation, während ihre Melodien auch

ältere Zuhörerinnen und Zu hörer mitreißen.

Ludovico Einaudi schafft mit seinen einzigartigen

Kompositionen magische Momente,

die das Publikum unabhängig von Alter

Die Wiener Stadthalle schafft einen

Raum, in dem jede Stimme gehört

wird, in dem das Zusammen sein zählt –

ein Ort, an dem Begegnungen über

Alters grenzen hinweg stattfinden.

und Herkunft vereinen. Simply Red und

Santana liefern zeitlose Klassiker, die Familien

zusammenbringen, Erinnerungen wecken

und neue Erlebnisse schaffen. Wanda

verbinden mit ihren Liedern Wiener Lokalkolorit

und mediterrane Wurzeln – Musik,

die Alt und Jung gleichermaßen begeistert.

Green Day stehen seit Jahrzehnten für

eine Botschaft der Offenheit, die Generationen

inspiriert.

Ob Pop, Rock, Klassik oder Weltmusik

– das Programm 2025 bietet eine

Vielfalt an Klängen, die für jeden etwas bereithält.

Advertorial

WIENER STADTHALLE

26


DIE WIENER STADTHALLE

Ein Unternehmen der

Wien Holding

Ein Ort, an dem

Vielfalt gefeiert wird

Vielfalt bedeutet, Menschen zusammenzubringen

– unabhängig von Alter, Herkunft

oder Interessen. Hier sitzen Generationen

nebeneinander, fiebern gemeinsam

mit, singen dieselben Lieder und lassen sich

von denselben Momenten begeistern.

Ob ein Konzert, das Kindheitserinnerungen

weckt, eine Show, die Jung und

Alt gleichermaßen verzaubert, oder ein

Sportevent, das alle mitreißt – die Wiener

Stadthalle macht es möglich. Hier verbinden

sich Generationen. Hier wird Vielfalt

spürbar. Hier entstehen Erinnerungen, die

bleiben.

Erlebe die Wiener Stadthalle 2025 –

und feiere gemeinsam mit Menschen aller

Generationen und Kulturen unvergessliche

Momente.

Wiener Stadthalle 2025

Event Highlights

diesen Sommer/Herbst

Lionel Richie

16.07.2025

Jamiroquai

15.11.2025

Holiday on Ice

HORIZONS

22.01.2026

bis 01.02.2026

Mehr Infos unter

stadthalle.com

Entgeltliche Einschaltung

27 WIENER STADTHALLE

Advertorial


Wien wählt am 27. April. Doch wie

erleben junge Wiener:innen mit

Migrationshintergrund die Politik

in Österreich? Fünf junge Stimmen

geben einen ehrlichen Einblick.

WELCHE PARTEI WIRD MEINEM UMFELD

HELFEN ODER SCHADEN?

Fast täglich unterrichtet Alcin

Deutsch und Englisch. Die 23- jährige

Lehramtsstudentin ist in Wien geboren

und aufgewachsen. Ihre Familie

stammt aus der Türkei. Politik

interessierte sie lange Zeit wenig, bis

sie erkannte, dass sie den Alltag aller

beeinflusst. „Ich gehe wählen,

nicht, weil ich mich repräsentiert

fühle, sondern

weil ich ver hindern will,

dass Menschen, die mir

nahestehen, noch mehr

benachteiligt werden“,

sagt sie.

Die zunehmend migrationsfeindliche

Rhetorik in der Politik bereitet ihr

große Sorgen. Nicht nur persönlich,

sondern auch beruflich. Als Lehrerin

arbeitet sie täglich mit Kindern mit

Fluchterfahrungen. Besonders kritisch

sieht sie Maßnahmen wie die

separaten Deutschklassen, die ihrer

Erfahrung nach mehr schaden als

nützen. „Sie nehmen den Kindern die

Möglichkeit, die Sprache in einem

natürlichen Umfeld zu lernen“, sagt

sie. Ihr Wunsch an die Politik: mehr

Investitionen in die Schulbildung.

Denn für sie ist Bildung der Schlüssel

zur erfolgreichen Integration.

JUNG,

Was junge Wiener:innen

mit Migrationshintergrund

über die Politik denken

DIVERS

& POLITISCH

ZEIT, DAS VERTRAUEN

NEU AUFZUBAUEN

Mit 16 Jahren konnte Aymen es kaum

erwarten, das erste Mal wählen zu

gehen. Das hat sich aber schnell geändert.

Denn mit 19 Jahren hat der

inzwischen 26-jährige Österreicher

mit tunesischen Wurzeln seinen letzten

Stimmzettel abgegeben. Das liege

an der fehlenden Repräsentation, der

mangelnden Interessensvertretung

und vor allem am gebrochenen Vertrauen

ins politische System.

Wien-Wahl

Sein Migrationshintergrund lässt

Aymen oft darüber nachdenken, wie

andere ihn wahrnehmen und wie

Politiker:innen über Menschen wie

ihn sprechen. Aufgewachsen in einer

Brennpunktgegend im Bezirk Meidling,

sieht er großen Handlungsbedarf

in der Jugendarbeit, die junge

Menschen auffangen und unterstützen

könnte. „Jugendzentren sind die

erste Anlaufstelle für Jugendliche.“

von

AMIRA ALI

Er fordert mehr Investitionen in solche

Einrichtungen, aber auch in Aufklärung

und Suchthilfen, um Jugendliche

frühzeitig vor den Gefahren von

Drogen und Kriminalität zu schützen.

Politik ist für Aymen ein gespaltenes

Thema, über das er ungern mit

seinem Umfeld spricht. Dennoch hat

er zwei klare Wünsche: mehr interkulturelle

Feste, um Vorurteile

abzubauen, und vor allem eine

Politik, die mit der Bevölkerung

in Kontakt steht.

28


NIEMAND WILL IN HASS LEBEN

„Wählen zu gehen, ist ein Privileg“,

sagt Ivona. Die 24-jährige Studentin

ist mit eineinhalb Jahren aus

Serbien nach Wien gekommen.

Sie ist hier

aufgewachsen, zur

Schule gegangen,

studiert, arbeitet

und fühlt sich als

Teil der Gesellschaft.

Doch eines

fehlt ihr: das Wahlrecht.

Als Nichtstaatsbürgerin

darf sie

nicht mitbestimmen.

Sie setzt sich trotzdem mit Politik

auseinander und glaubt fest daran,

dass jede Stimme zählt. Für sie ist

klar: Wenn Menschen wie sie wählen

dürften, könnte sich die politische

Landschaft

verändern.

Ivona träumt von einem

grünen, offenen, harmonischen

Wien. Sie wünscht

sich mehr Lebens freude,

mehr

Grünflächen – und

eine Politik, die das Zusammenleben

fördert und

auf die Bedürfnisse der

Menschen eingeht, statt

mit Hass zu spielen. „Die

sozialen

Interaktionen

zwischen Menschen sind

das, was eine Gesellschaft

bildet“, sagt sie.

Ivona nutzt Social

Media, um ihre politische

Meinung zu teilen und andere

zu inspirieren. „Vielleicht

beeinflusse ich

damit jemanden, der

wählen kann und erweitere

dessen Blickfeld“,

sagt sie.

MY BODY, MY CHOICE ODER

MY BODY, THEIR CHOICE?

„Das Kopftuch gehört zu meiner Identität“,

sagt Dounia. Die 24-jährige

Grafik-Designerin aus Wien-Simmering

trägt es seit einem Jahrzehnt mit

Stolz. Doch was für sie eine persönliche

Entscheidung war, wurde für die

Politik zum Symbol für Integrationsdebatten.

Verbote und Einschränkungen

zeigen der Österreicherin mit

ägyptischen Wurzeln, dass viele Politiker:innen

nicht verstehen, was das

Kopftuch für die Trägerinnen überhaupt

bedeutet.

Diese Ausgangslage demotiviert sie

und schwächt ihr Vertrauen in die

Politik. Doch Dounia lässt sich nicht

entmutigen. Sie geht wählen, obwohl

sie oft das Gefühl hat, dass ihre Stimme

nicht gehört wird.

Dounia wünscht sich mehr Toleranz,

mehr Bildung und vor allem

mehr interkulturellen Dialog. „Wir

bemühen uns ständig, integriert

zu sein, aber Integration ist

keine Einbahnstraße“, betont sie.

Trotz aller Herausforderungen blickt

Dounia optimistisch in die Zukunft

und hofft auf eine Gesellschaft, die

Vielfalt als Stärke ansieht.

29


WIR SIND DIE ZUKUNFT

Für Jacob war seine erste Wahl ein

prägendes Erlebnis. „Es war ein Moment

der Reife für mich. Ich hatte das

Gefühl, endlich erwachsen genug zu

sein, um meine eigenen Entscheidungen

zu treffen“, erinnert er sich. Der

23-jährige Bauingenieurstudent mit

nigerianischen Wurzeln lebt in Wien

und kann sich kein anderes Zuhause

vorstellen. Politik interessiert ihn

schon lange, und seit seinem 16. Lebensjahr

geht er konsequent wählen.

Doch ihm fällt auf, dass viele seiner

Altersgenossen wenig Motivation dafür

haben. Seiner Meinung nach liegt

das vor allem an den Parteien selbst:

„Sie müssen uns klarer vermitteln,

dass unsere Stimme wirklich zählt.“

Das Vertrauen in die Politik

habe durch Skandale und leere Versprechen

stark gelitten. Besonders

die Migrationspolitik sieht Jacob kritisch.

Er kann verstehen, dass es Vorbehalte

gibt, doch Abschottung sei

keine Lösung. „Natürlich gibt es in

jeder Gruppe Menschen mit schlechten

Absichten. Aber man darf nicht

alle über einen Kamm scheren“, sagt

er. Sein Vorschlag: mehr Investitionen

in Sprachkurse. „Sprache ist

der Schlüssel. Wer sich nicht

verständigen kann, fühlt sich

ausgegrenzt.“ Jacobs größtes politisches

Anliegen ist daher Bildung. Auf

die Frage, ob ihn etwas daran hindern

könnte, an der Wien-Wahl teilzunehmen,

antwortet er entschlossen:

„Nein!“

Du suchst einen Green-Job,

der dir einen neuen Karriereweg eröffnet?

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30


#Ludwig2025

Entgeltliche Einschaltung; Foto: Dieter Steinbach

31


HIER ZÄHLT,

WAS DU TUST,

NICHT,

WO DU

HERKOMMST.

Ich erinnere mich noch an meine Anfangszeit bei

Attensam. 2012 war das. Ich suchte dringend

Arbeit, aber ohne Beziehungen war es damals fast

unmöglich. Attensam hat mir eine Chance gegeben.

Jetzt sind es schon 13 Jahre.

HIER ZÄHLT LEISTUNG,

NICHT HERKUNFT

Ich bin ursprünglich aus Bosnien und

habe sofort gemerkt, dass hier nicht

gefragt wird, woher du kommst, sondern

was du kannst. Angefangen habe

ich als Generalreiniger und schnell

mehr Verantwortung übernommen.

Mein Vorgesetzter hat das gesehen

und gesagt: „Du kannst mehr, ich

empfehle dich weiter.“ Kurz darauf

war eine höhere Stelle frei – ich habe

sie bekommen.

„Hätte mir das jemand an meinem

ersten Tag gesagt, ich hätte nur gelacht.“

Entgeltliche Einschaltung Fotos: Stefanie Steindl

Ich war immer ambitioniert,

wollte weiter hinauf. Neben der Arbeit

habe ich meinen Lehrabschluss

als Reinigungstechniker gemacht,

später den Meister. Attensam hat das

finanziert und mich unterstützt – das

gibt es so nicht überall. Jetzt leite ich

ein Team im Bereich Analytik und

Zeitmanagement. Hätte mir das jemand

an meinem ersten Tag gesagt,

ich hätte nur gelacht. Aber Attensam

fördert Leute, die ambitioniert sind.

Advertorial

ATTENSAM 32


RASSISMUS ODER

NATIONALISMUS GIBT’S

HIER NICHT

Bei Attensam arbeiten 37 Nationen

zusammen. Das klappt, weil sich alle

respektieren und unterstützen. Hier

schaut niemand auf deinen Pass,

sondern darauf, wie du arbeitest. Ich

merke das auch bei Kunden. Machst

du deine Arbeit gut und bist freundlich,

kommt das zurück.

HIER HILFT MAN SICH

GEGENSEITIG

Es gibt Kollegen, die schwierige Zeiten

durchgemacht haben. Einer hatte

finanzielle Probleme. Andere Kollegen

brauchten Unterstützung mit den

Behörden – hier wird nicht einfach gesagt:

„Das ist nicht unser Problem“.

Das Unternehmen hilft, damit sich

die Kollegen wieder auf die Arbeit

konzentrieren können. Es gibt eine

starke Kooperation mit der Caritas,

die bei diesen Problemen unterstützt.

Und es gibt Sprachkurse und Fortbildungen.

„Viele Unternehmen reden von

Familiengefühl. Hier ist es wirklich so.“

Als ich wegen meiner Meisterausbildung

nur Teilzeit arbeiten

konnte, hat meine Routen einfach ein

Kollege übernommen, ohne mit der

Wimper zu zucken. Hier wird nicht

lange diskutiert, ob jemand Unterstützung

verdient – wenn du Hilfe

brauchst, bekommst du sie. Viele

Unternehmen reden von Familiengefühl,

aber hier ist es wirklich so.

Ein Job mit Zukunft

„Ich dachte, das war’s – Arbeit weg,

Schulden, Leben vorbei.“

Auch ich habe das erlebt. Ich

habe zu Beginn einmal Benzin statt

Diesel ins Firmenauto getankt. Ich

dachte, das war’s – Arbeit weg, Schulden,

Leben vorbei. Aber mein Vorgesetzter

hat nur gelacht, ein Ersatzfahrzeug

organisiert und gesagt: „Wir

sind Menschen, Fehler passieren.“

Da wusste ich: Hier bin ich richtig.

Egal, ob du erst anfängst oder

dich weiterentwickeln willst –

wenn du dich anstrengst, stehen

dir hier alle Türen offen.

Bewirb dich jetzt und

werde Teil unseres Teams!

Mehr Infos unter

attensam.at/karriere

33

ATTENSAM

Advertorial


Politik

& Gesellschaft

ALS WÄRE ICH

DER NEUE

NAZI

Sind linke Räume

für jüdische Personen nicht

mehr sicher?

Eine Be troffene erzählt

von ihren Antisemitismus-

Erfahrungen an der

Uni versität – und wie sich

diese seit dem 7. Oktober

2023 verändert haben.

von

CELESTE ILKANAEV

Laura * steht mit einer jüdischen

Studienkollegin vor ihrem

Universitätsgebäude. Sie flüstern

– nicht aus Diskretion, sondern aus Angst. Seit

dem 7. Oktober 2023 ist die Lage für jüdische Studierende

prekär. An jenem Tag überfällt die Terrororganisation

Hamas Israel, tötet 1200 Zivilist:innen

und verschleppt mehr als 200 Geiseln. „Ich werde abgestempelt,

als wäre ich die neue Täterin, der ‚neue

Nazi‘. Es ist ein ganz komisches, neues Narrativ“,

erzählt Laura. Dieses Narrativ kursiert laut der jüdischen

Studentin an der Universität vor allem in

linken Kreisen. Laura selbst ist queer und links, ihr

Umfeld ebenfalls. „Linke haben ihren Antisemitismus

nie verarbeitet oder reflektiert – und jetzt kommt

er raus“, beobachtet sie. Für sie wirkt es, als würden

ihre Mitstudierenden das Vorgehen des israelischen

Premierministers Netanjahu als Rechtfertigung für

ihren Antisemitismus nutzen.

34


„Als wäre die Shoah ein

‚Hoppala‘ der Geschichte“

ERSTMALS MEHR VORFÄLLE VON LINKS

ALS VON RECHTS

Die Zahlen der Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen

Kultusgemeinde (IKG) sprechen für sich:

Seit dem 7. Oktober 2023 steigen antisemitische Vorfälle

rasant an. Der Halbjahresbericht 2024 der IKG

verzeichnet eine Zunahme von 151 % im Vergleich

zum selben Zeitraum des Vorjahres. Ein neuer Trend

zeichnet sich ab: Erstmals kommen mit 225 von 808

gemeldeten Vorfällen mehr aus dem linken als aus

dem rechten Spektrum (116). Knapp davor liegen Täter:innen

mit muslimischem Hintergrund bei 255 der

Vorfälle.

Der Nahostkonflikt wirkt wie ein Brandbeschleuniger.

Die Grenzen zwischen Antizionismus

und Antisemitismus verschwimmen. Die Frage

bleibt: Wo verläuft die Grenze zwischen Antisemitismus

und legitimer Kritik an Israel?

ANTISEMITISMUS VS. STAATSKRITIK

Nicht jede Pro-Palästina- oder Anti-Israel-Demonstration

ist automatisch antisemitisch. Die Antisemitismus-Meldestelle

der IKG erfasst kein antizionistisches

Verhalten oder legitime Staatskritik an Israel.

„Der Begriff ‚Antizionismus‘ spielt keine Rolle bei

der Bewertung von Vorfällen und ist auch nicht Teil

der Arbeitsdefinition von Antisemitismus, auf deren

Grundlage die Bewertung erfolgt“, erklärt IKG-

Presse sprecher Ben Dagan. Auch die Zuordnung von

Täter:innen erfolgt nur dann, „wenn der Hintergrund

eindeutig erkennbar ist“.

Antisemitisch sind hingegen „die Shoah relativierende

Vergleiche bzw. die Gleichsetzung Israels

mit dem NS-Regime, krude Verschwörungsmythen,

traditioneller Antijudaismus, den jüdischen Staat

dämonisierende Inhalte und zahlreiche mehr oder

weniger unverhohlene Terroraufrufe“.

In Lauras Umfeld wird die gesamte jüdische

Bevölkerung für die Toten im Gazastreifen verantwortlich

gemacht. Nach dem 7. Oktober wenden sich

Freund:innen von ihr ab. Andere sprechen ihr ihre

Antisemitismus-Erfahrungen ab. Die sexuelle Gewalt

gegen Frauen am 7. Oktober wird verharmlost,

abgestritten oder gar legitimiert. Ein solches Verhalten

ist eindeutig antisemitisch.

Der Antisemitismus war schon lange vor dem 7. Oktober

spürbar. Laura begleitet er seit ihrer Kindheit.

In der Schule machen Mitschüler:innen Juden- und

Shoah-Witze. „Dieses Gefühl, anders zu sein, wurde

mir seit der Schulzeit vermittelt.“

An der Universität verschärft sich die Lage während

der Pandemie. Antisemitische Verschwörungsmythen

erfahren einen Boom. Laura nennt einige

Beispiele, die sie an der Universität gehört hat: Es

gebe eine „jüdische Elite, die die Welt kontrolliert“

oder man solle in Bezug auf den Nahostkonflikt „aufhören,

Schuldgefühle gegenüber jüdischen Personen

zu haben, weil sie durch Kolonialismus profitieren“.

Laura bittet die Universitätsvertretung um

einen geschützten Raum für jüdische Studierende,

und um mehr Bildungsangebote zum Thema Antisemitismus.

Doch sie wird nicht ernst genommen.

„Antisemitismus wird wahrgenommen als etwas,

das nur während der Shoah passiert ist. Wie ein

‚Hoppala‘ der Geschichte – ein Davor und Danach

gibt es nicht“, erzählt sie.

Seit 2016 studiert Laura an ihrer Universität.

Antisemitismus sei dort nie ganz verschwunden,

sagt sie. „Er schwingt immer mit. Man redet

über Kunst, aber die antisemitische Täterschaft der

Künstler:innen wird nicht kontextualisiert. Lehrende

meiden das Thema oder tun, als wäre es nicht relevant.“

ANGST UND OHNMACHT

Laura fürchtet sich inzwischen, allein im Universitätsgebäude

zu sein. Sie fühlt sich ohnmächtig und

spielt mit dem Gedanken, nach Israel zu ziehen –

obwohl sie Netanjahu verurteilt. Sie denkt sich: „Zumindest

muss ich dann diese antisemitischen Sachen

nicht mehr hören.“

Für sie wirkt es, als würde der Nahostkonflikt

instrumentalisiert werden, um antisemitischen und

antimuslimischen Rassismus zu legitimieren. „Die

Universität sollte ein Ort sein, an dem Sicherheit für

alle Studierenden gewährleistet wird. Das betrifft

auch palästinensische und arabische Studis.“

Laura hat das Gefühl, dass Personen aus der

Mehrheitsgesellschaft durch die Untätigkeit der

Universität „eine Fläche bekommen, um ihren Antisemitismus

und antimuslimischen Rassismus auszuleben“.

Sie fragt sich: „Warum liegt es immer an

Betroffenen, dafür einzutreten, dass wir sicher an

einer Universität studieren können?“

*Lauras Name wurde aus Sicherheitsgründen von der Redaktion geändert.

35

Politik

& Gesellschaft


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Ziel ist es, Menschen

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36


DIE JUGEND UND DER AUTOKRAT:

SERBIEN AM

KIPPPUNKT

EINE REPORTAGE AUS

BELGRAD

„Ich gebe alles für

diese Proteste –

meine Zeit, mein

Geld, meine

Gesundheit.

Wenn wir jetzt

nichts ändern,

weiß ich nicht, ob

ich in diesem Land

bleiben will.“

37

von

ELISABETH BAUER

Marko steht mit seinen Freunden

Miloš und Nemanja* mitten in der

Menge auf dem König- Milan-Platz in

Nis.

An diesem grauen Nachmittag

versammeln sich Zehntausende auf

dem Platz mit der Reiterstatue in

der Mitte. Manche tragen die serbische

Fahne als Umhang, andere pfeifen,

tröten, singen und halten Schilder

mit Karikaturen von Präsident

Aleksandar Vučić hoch. Immer wieder

hört man jemanden das Wort „pumpaj“

gröllen – ursprünglich aus dem

Hip-Hop kommend ist der Begriff zu

einer Art Mantra für die seit Monaten

andauernde Protestwelle geworden.

Übersetzen lässt er sich mit „pumpen“

– sinnbildlich für den wachsenden

Druck auf die Regierung.

Politik

& Gesellschaft

Zum Zeitpunkt des Druckes wurde noch keine neue Regierung ernannt.


15 MINUTEN FÜR 15 OPFER

Nicht weit entfernt vom Platz führt

Marko ist 21 Jahre alt, studiert wie

seine beiden Freunde Elektrotechnik

in Belgrad und hat seit Monaten

nicht mehr richtig geschlafen. Am

Tag davor hatte er sich einer Gruppe

Studenten angeschlossen, die von

Belgrad zu Fuß in die 240 Kilometer

südlich gelegene Provinzhauptstadt

marschiert sind. Sein Freund Nemanja*

hält die Fahne ihrer Fakultät

hoch, grinst mich an und sagt bewundernd,

„Marko geht ‚all-in‘. Seit wir

das machen, ist er schon dreimal vor

Stress krank geworden. Also seit der

Tragödie in Novi Sad.“

Politik

& Gesellschaft

eine schmale Fußgängerbrücke über

den Fluss Nišava. Sie wurde erst

vor kurzem gebaut und verbindet die

Innen stadt mit den Überresten einer

alten Burg. Doch niemand hier traut

der neuen Konstruktion. Die Studenten,

die die Proteste organisieren,

lassen immer nur eine Handvoll

Menschen gleichzeitig über die Brücke

laufen. Ein seltsamer Anblick –

aber seit Novi Sad traut niemand

mehr von der Regierung beauftragten

Bauten.

„Wir haben gesehen, was passiert,

wenn Bauprojekte nur dazu da

sind, um Geld verschwinden zu lassen“,

sagt Miloš, während er seine

Hände in die Jackentaschen steckt.

Am 1. November des letzten Jahres

stürzte das Vordach des neu errichteten

Bahnhofs in Novi Sad ein.

15 Menschen starben. Für die Menschen

auf den Protesten wurde das zu

einem Symbol für alles, was in Serbien

ihrer Meinung nach falsch läuft.

„Wir blockieren jeden Tag eine

Kreuzung in Belgrad – immer um

11:52 Uhr, zur Minute des Einsturzes“,

erklärt Miloš, sein Blick wird

ernst. „15 Minuten Schweigen für die

15 Opfer.“ Er wiederholt die Worte,

als hätte er sie unzählige Male gesagt.

Hat er auch.

Doch die Proteste sind längst

nicht mehr nur Trauer. Sie sind Wut.

Die Baustelle des Bahnhofs wurde

von der Regierung unter Vučićs SNS

(„Srpska napredna stranka“, dt.

„Serbische Fortschrittspartei“) an

ein chinesisches Unternehmen vergeben,

ohne öffentliche Ausschreibung

und angeblich ohne Sicherheitskontrollen.

Jetzt untersucht die Europäische

Staatsanwaltschaft EUStA

den Fall – es besteht der Verdacht,

dass EU-Fördergelder verschwunden

sind. Die Studentenproteste zwangen

den serbischen Ministerpräsidenten

Miloš Vučević bereits Ende

Jänner zum Rücktritt.

38


Gleichzeitig bedrohten, attackierten

und hielten in den letzten

Monaten regierungsnahe Hooligans

in schwarzer Kleidung Studierende

mehrere Stunden fest. Zwischenfälle,

wie beispielsweise einen gewalttätigen

Streit zwischen zwei Polizisten

vor dem RTS-Gebäude in Belgrad,

hängt das Regime den Studierenden

an.

Marko schnaubt. „Die SNS

nennt uns Verräter und ausländische

Agenten, die dafür bezahlt werden,

das Land zu zerstören.“ Er fährt sich

durch die Haare und schüttelt den

Kopf. „Und weißt du, was das Problem

ist? Die Leute glauben es, weil

SNS die Medien kontrolliert. Sie

glauben wirklich, dass wir Feinde

des Landes sind. Und deshalb greifen

sie uns an.“ Er zögert. „Zweimal

wurde in Belgrad versucht, Studentinnen

mit dem Auto zu überfahren.

Eine Unikollegin von uns wurde erwischt

– sie hat überlebt, aber es war

versuchter Mord.“

Er sieht mich an. „Aber das

eigentliche Problem ist noch viel größer.

Es ist ein System, das sich selbst

erhalten will – mit Korruption, Angst

und Gewalt. Und genau dagegen gehen

wir auf die Straße.“

39

GENUG VOM SYSTEM VUČIĆ

In der Vergangenheit gab es immer

wieder Massenproteste – gegen Wahlbetrug,

Polizeigewalt oder Umweltzerstörung.

Doch diesmal ist es anders.

„In kleineren Städten und Orten,

wo es, glaube ich, noch nie einen

Protest gegeben hat, gehen Hunderte

auf die Straße. Das ist, als würden

plötzlich tausend Menschen in

Krems oder Eisenstadt demonstrieren

– das ist schon ungewöhnlich“,

sagt Florian Bieber, Südosteuropa-

Experte von der Universität Graz.

Früher führten zudem oft Oppositionsparteien

oder bekannte

Persönlichkeiten die Proteste an.

Diesmal gibt es keinen Anführer,

kein Machtzentrum, wie Bieber klar

stellt. Die Bewegung ist dezentral

organisiert – eine Mischung aus Studierenden,

Lehrern, Arbeitern und

Rentnern.

„Es geht immer darum, Rechtsstaatlichkeit

einzufordern. Das ist der

Vorteil, das Vereinigende“, erklärt

Bieber. „Da gibt es Menschen, die

proeuropäisch sind, andere, die vielleicht

antieuropäisch sind. Leute, die

eher nationalistisch oder linksliberal

eingestellt sind. Aber genau das ist

der Erfolg dieser Proteste – sie konzentrieren

sich auf eine klare Kernbotschaft.“

Diese Kernbotschaft ist für

Marko, Miloš und Nemanja* jene, die

sie Menschen, die sie in den Dörfern

treffen, oder jenen, die vom Thema

abschweifen wollen, gebetsmühlenartig

erklären.

„Unser Land ist gespalten“, sagt

Nemanja*. „Es gibt Menschen, die

sich nach Westen orientieren, und

andere, die sich Russland näher fühlen.

Es ist so: Viele hier finden, die EU

erklärt sich immer doppelzüngig.“

Politik

& Gesellschaft


WAS SAGT DIE EU DAZU?

Miloš Miene verdunkelt sich. „Etwa

bei den Lithiumminen.“ In einer der

fruchtbarsten Regionen Serbiens

wurden 2004 eines der größten Lithiumvorkommen

Europas entdeckt.

Die EU und Serbien haben vergangenen

Sommer ein Abkommen zum

Lithiumabbau unterzeichnet. Damit

will die EU ihre Abhängigkeit von

chinesischem Lithium reduzieren.

Eine Gruppe von Studierenden

mit „Pumpaj“-Schildern drängt sich

zwischen uns. Nemanja* lässt sie vorbeiziehen

und erklärt: „Davon haben

wir gar nichts, das Lithium macht

uns krank, aber nein, die EU braucht

das in ihrem Hinterhof und unsere

Regierung hat dem zugestimmt. Wir

sollen Menschenrechte einhalten,

dann werden wir Teil der EU, aber

solang wir es nicht sind, sind unsere

anscheinend nichts wert.“

Vučićs Regierung betont zwar

immer wieder, Serbien wolle Teil der

Europäischen Union werden, gleichzeitig

kokettiert er aber mit Russland

und China. Die Reaktion aus Brüssel

bleibt auffallend verhalten.

„Man müsste meinen, die EU

sollte sich freuen, dass so viele Menschen

in Serbien für Rechtsstaatlichkeit

auf die Straße gehen“, sagt

Florian Bieber. Früher hätten EU-

Vertreter wie Johannes Hahn in ähnlichen

Situationen deutlicher Position

bezogen. „Aber heute herrscht

in Brüssel auffälliges Schweigen.“

Der EU-Beitrittsprozess habe die Demokratie

in Serbien nicht gestärkt,

sondern ausgehöhlt. „Das serbische

Regime weiß längst, dass es von

Brüssel nicht mehr viel zu befürchten

hat. Die EU ist mit sich selbst b e-

schäftigt – und Vučić nutzt das für

seine Zwecke.“

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POLITIK & GESELLSCHAFT

40


KEIN ZURÜCK ZUM STATUS QUO

Die Proteste auf Serbiens Straßen

werden weiterhin immer größer.

Zwei Wochen nach der Demo in Nis

fand am 15. März die größte Demonstration

in der Geschichte des Landes

statt. Laut offiziellen Angaben

der serbischen Regierung

waren 100 000 Demonstranten

in der Belgrader

Innenstadt, andere Quellen

schreiben von bis zu

800 000 Teilnehmenden,

genaue Zahlen lassen sich

aber kaum unabhängig

prüfen.

„Es gibt natürlich

unheimlich viele aus der

eigenen Partei, die in diesem

Netz gefangen sind und Angst

haben, im Gefängnis zu landen, wenn

das System fällt“, meint Florian

Bieber. „Aber wenn so ein autokratisches

System fällt, dann fällt

es sehr schnell.“ Denn laut Bieber

müssten genug treue parteinahe Akteure

die Seite wechseln, was oft wie

ein Dominoeffekt funktioniere.

Präsident Vučić jedenfalls

gibt sich kompromisslos. In einem

Interview sagt er, sie müssten ihn

töten, damit er aufhöre zu regieren.

Wenn die Proteste keine Änderung

herbeiführen oder

auslaufen, dann könne das Regime

trotzdem nicht so weiter machen wie

bisher, erklärt Bieber. „Das ist ein

geschwächtes Regime, das verschiedene

Strategien wählen kann, um

sich wieder zu etablieren. Es kann

repressiver werden. Das ist ein Risiko,

das ich sehe. Es könnte auch

einen auf den ersten Blick widersprüchlichen

Kurs einschlagen: prowestlich

nach außen und gleichzeitig

repressiver nach innen.“

„Wir bringen zu Ende, was wir

im Jahr 2000 nicht geschafft

haben“, sagt Marko

auf dem König-Milan-

Platz. Seine Stimme ist

ruhig und er sieht seine

Freunde an.

Damals stürzten Hunderttausende

den Autokraten

Slobodan Milošević.

Doch viele Posten blieben

bestehen, viele Netzwerke

unangetastet – allen voran

Aleksandar Vučićs. Heute,

mehr als 20 Jahre später, fürchten die

jungen Demonstrierenden, dass sich

die Geschichte wiederholt. Nur diesmal

– davon sind Marko, Miloš und

Nemanja* überzeugt – wird es anders

enden.

*Nemanjas Name wurde von der Redaktion geändert. Fotos: Zarko Djokic

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41

POLITIK & GESELLSCHAFT


DER WESTEN MUSS

SERBIEN HELFEN

Petra Milosavljević ist in Niš, Serbien, geboren

und aufgewachsen. Seit 2022 schreibt

sie bei den Vorarlberger Nachrichten über Lokales

und Kultur. Außerdem produziert sie den

VN-Podcast „Wir müssen reden“ und betreut

die Social-Media-Kanäle der Zeitung.

Eigentlich möchte ich in Ruhe meinen Kaffee genießen,

als am Sonntagnachmittag das Telefon klingelt.

Ein Videoanruf. Vor dem Hintergrund der schrillen

Trillerpfeifen und dem Stimmengewirr verstehe ich

kaum, was mein Freund mir sagen möchte. Einige

Vertraute stehen daneben, doch hinter ihnen sind

tausend andere fremde Gesichter. Sie protestieren in

meiner Heimatstadt – Nis, Serbien. In vier verschiedenen

Stadtteilen haben sich Massen von Studierenden,

Pädagogen, Schülern und Unterstützern

versammelt. Sie strömen

ins Zentrum zum Trg Kralja Milana,

zum König-Milan-Platz. Seine Statue

ist den Befreiern von Nis im 18.

Jahrhundert gewidmet. Nun steht

vielleicht eine neue Befreiung bevor –

doch diesmal nicht von fremder Besatzung,

sondern von der eigenen Regierung.

In den vergangenen 13 Jahren

hat sich die Serbische Fortschrittspartei (SNS) von

Präsident Aleksandar Vučić zahlreiche Skandale

geleistet – von gefälschten Diplomen hochrangiger

Partei funktionäre bis hin zur größten Marihuanaplantage

Europas.

Seit November dauern die von Studierenden

angeführten Proteste im ganzen Land an. In 85 Hochschulen

und weiteren Bildungseinrichtungen herrschen

24 Stunden lange Blockaden. Am Anfang stand

ein Hilfeschrei: Am Hauptbahnhof in Novi Sad war

eine Überdachung eingestürzt; die Ver antwortlichen

sollten zur Rechenschaft gezogen werden. Inzwischen

ist daraus eine starke, apolitische Bewegung

gewachsen. Die Überdachung, die am 1. November

2024 einstürzte und 15 Menschenleben kostete,

brachte die Gesellschaft zum Kippen. Die Regierung

um Aleksandar Vučić versucht auf jede mögliche

Weise, die Proteste zu diskreditieren – umsonst. Es

ist eine Volksbewegung.

Wenn Studenten

aufbegehren,

dann weißt du, dass

etwas schiefläuft

Zum ersten Mal seit Jahren verbinde ich die

serbische Flagge nicht mit einer patriotischen Bewegung,

die falsche Werte verbreitet, sondern mit

mutigen jungen Leuten, die für ihr Land kämpfen

wollen, statt wegzuziehen und ihr

Glück – so wie ich – tausende Kilometer

entfernt zu versuchen. Die

Video anrufe ermöglichen es mir,

mich zumindest ein bisschen an den

Protesten zu beteiligen. Es füllt mein

Herz mit Liebe, wenn ich sehe, wie

viele Menschen bereit sind, für ein

freies Serbien zu kämpfen. Die Videos

und Bilder aus Belgrad und anderen

Städten lösen Emotionen in mir aus, von denen ich

nicht dachte, dass ich dazu fähig bin. Tränen schießen

mir in die Augen. Zum ersten Mal seit dem Aufstand

gegen das Milosevic-Regime im Jahr 2000 sind

so viele Menschen auf den Straßen. „Wenn Studenten

aufbegehren, dann weißt du, dass etwas schiefläuft“,

habe ich noch die Worte einer älteren Dame

aus einer Straßenumfrage im Ohr. Sie hat recht. Es

birgt Hoffnung. Doch genau aus diesem Grund sind

die Menschen Serbiens auf Hilfe angewiesen. Statt

lediglich eine vorübergehende Nachricht in den westlichen

Medien zu bleiben – ein Protest von vielen – ,

sollte der Wunsch nach einer besseren Zukunft

gehört werden.

Politik

& Gesellschaft

von

PETRA MILOSAVLJEVIĆ

42


IMPRESSUM: NEOS – DAS NEUE ÖSTERREICH, LANDESGRUPPE WIEN. AM HEUMARKT 7/1/14, 1030 WIEN

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WIR MACHEN

POLITIK

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LEUTE.

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43


WENN DIE FÜSSE ENTSCHEIDEN,

WER DIE RICHTIGE IST

Es war auf der Hochzeitsparty

seiner Schwester,

auf Besuch bei seiner

Familie im Iran, erzählt

Esmail, 25, von der Begegnung

mit seiner Frau:

„Ich habe sie gesehen

und meine Beine sind

von alleine auf sie zugegangen.

Wir haben die

ganze Nacht geredet und

geredet, und ich habe mir

gedacht: ‚Das ist die Richtige

für mich.‘“

Also war es Liebe auf den

ersten Blick? „Jein“, sagt Esmail

etwas verlegen. Natürlich habe

es auch familiären Druck gegeben.

Schon als er in der Hauptschule war,

hätten seine Eltern ihn gedrängt, endlich

zu heiraten. 2018 habe er deswegen

einen großen Streit mit seinem Vater gehabt,

erzählt Esmail. Er habe seinem Vater sogar gedroht,

er würde den Kontakt abbrechen, wenn er

noch einmal davon anfängt. Und auch jetzt habe er

nicht vorgehabt, zu heiraten. Aber manchmal passiere

so etwas eben.

Nachdem ihn seine Beine zu seiner Frau geführt hatten,

brauchte Esmail nur vier Tage: Gleich am nächsten Morgen

sprach er mit seinen Eltern. Sie waren hocherfreut: „Super! Passt,

gemma!“ Noch am selben Tag handelten sie mit der Familie der Braut

alles aus. Zwei Tage später gab es eine kleine Feier – nur 100 Leute. Esmail

kommt verheiratet nach Österreich zurück.

Magazin

von

HARALD SCHAFFER

44


Warum Migranten

sehr oft in ihrer

eigenen Community

heiraten und

warum es so

schwierig wird,

wenn sie es

nicht tun.

Hätte sich Esmail auch vorstellen

können, eine Österreicherin zu heiraten?

Schließlich wohnt er seit zwölf Jahren hier

und spricht fließend Deutsch, eine gute

Stelle als Elektrotechniker bei den Wiener

Linien hat er auch. „Nein“, sagt er dennoch.

„Eine Ehe ist schon ohne kulturelle Barrieren

schwierig. Es ist besser, wenn ich eine

Frau aus meiner Kultur heirate.“ Außerdem:

Wie solle er eine Österreicherin finden? Er

habe kaum österreichische Freunde. „Die

Leute hier sind so unnahbar“, meint Esmail.

„Am Anfang habe ich geglaubt, sie haben Angst

vor mir. Aber inzwischen weiß ich, das stimmt

nicht. So sind sie aufgewachsen.“

Esmail ist Afghane, und einer von vielen Migranten,

die innerhalb ihrer eigenen ethnischen

Community heiraten. Und das sind beileibe nicht

nur schlecht integrierte Migranten. Das würde zu

kurz greifen. Die Gründe für Community- interne

Ehen sind unterschiedlich und manche davon naheliegend:

Menschen mögen Menschen, die ihnen ähnlich

sind, der familiäre Druck zum Heiraten ist in manchen

Kulturen höher, manche heiraten den Partner im

Heimatland auch, um ihn oder sie legal nach Europa zu

holen. Außerdem genießen Migranten, die den Sprung in

den Westen geschafft haben, in ihren Heimatländern einen

hohe sozialen Status, und haben dadurch gute Chancen am

dortigen Heiratsmarkt.

Manchmal sind die Gründe aber auch düster: Wenn patriarchale

Rollenbilder innerhalb einer Kultur sehr verbreitet sind, können

Männer aus dieser Kultur dieses Rollenbild eher aufrechterhalten,

wenn ihre Frau ebenfalls damit aufgewachsen ist.

45

Magazin


NIGERIA WAR IMMER DAS WICHTIGSTE

Jemand, der es gewagt hat, sich auf eine multikulturelle

Ehe einzulassen, ist Martina. Sie war zwölf Jahre lang

mit einem Nigerianer verheiratet. Sie habe die Herausforderungen

einer solchen Beziehung völlig unterschätzt,

sagt Martina. Eines der größten Konfliktfelder

sei die Umkehr des patriarchalen Rollenbildes gewesen.

Als sie mit ihm zusammenlebte, hatte ihr Mann außer

gelegentlichen Jobs in der Gastronomie kein eigenes

Einkommen. Er konnte seine Familie in Nigeria nicht so

unterstützen, wie das von ihm erwartet wurde. Das sei

für ihren Mann ein großes Problem gewesen, sagt Martina.

Das Ansehen in seinem Heimatland sei ihm mindestens

so wichtig gewesen wie das Leben mit ihr in Österreich.

„Das zu akzeptieren, ist für eine europäische Frau

schwer. Nigeria war für ihn immer das Wichtigste.“

Ihr Mann wusste, dass er ihr keine Vorschriften

machen konnte. „Das hätte mit mir nicht funktioniert“,

sagt Martina selbstbewusst. Aber vor allem im Streit

fiel er in alte Muster zurück, mit denen er aufgewachsen

ist. „Dann war er der Mann und ich die Frau – und wir

waren nicht mehr gleichwertig“, erzählt Martina „Und

so kann man nicht streiten. Noch dazu auf Englisch, was

ja für uns beide nicht die Muttersprache war.“

Martinas Mann reiste oft nach Nigeria, um angeblich

Vielversprechendes aufzubauen. Mit der Zeit

wurden diese Aufenthalte immer länger. Als er nach

neun Jahren Ehe ein ganzes Jahr wegblieb und Martina

mit den drei Töchtern in Österreich alleine ließ, wurde

ihr klar, dass sie so nicht weitermachen möchte. Erst

Jahre später fand sie heraus: Ihr Mann hatte inzwischen

in Nigeria ein zweite Familie gegründet und mit seiner

nigerianischen Frau zu diesem Zeitpunkt bereits zwei

Söhne.

„Ich habe ihm nur drei Töchter geboren“, erklärt

Martina sein Verhalten. „Und wenn es darauf ankommt,

zählte seine Sozialisierung: Er brauchte einen Sohn. Ich

wusste, dass Polygamie in Nigeria trotz Christianisierung

immer noch üblich ist, aber ich habe ihm vertraut,

dass er so etwas nie tun würde.“

Nach seiner Rückkehr drängte Martina ihren

Mann immer stärker zur Scheidung. Während seiner

Zeit in Nigeria hatte sie bereits gemerkt, dass sie es mit

den Kindern auch alleine schafft. Die Einsamkeit in der

Beziehung sei schlimmer gewesen als das Alleinsein,

sagt sie.

Kann eine multikulturelle Ehe auch funktionieren?

Es sei jedenfalls sehr schwierig, meint Martina. In

ihrem Umfeld hätten sich beinahe alle Paare früher oder

später getrennt. Gehalten habe es nur, wenn die Frau bereit

war, sich weitgehend unterzuordnen. „Aber das kam

für mich nicht in Frage“, erklärt Martina. „Ich wollte

keine Sugar Mommy sein.“

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WARUM IST DIE AK WICHTIG?

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Deshalb achten wir darauf, dass die Anliegen

der Beschäftigten nicht zu kurz kommen.

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47


WART IHR DIE

BESSEREN

AUSLÄNDER,

EMILIAN?

Emilian N. kommt ursprünglich

aus Međimurje,

einer Region Kroatiens an

der Grenze zu Slowenien

und Ungarn. Warum er

sich nicht angesprochen

fühlt, wenn es heißt „Ausländer

raus“, ob es „die

besseren Ausländer“ gibt

und andere Dinge, über

die man beim Sonntagsessen

mit der Schwiegertochter

normalerweise

nicht spricht.

„Ich hätte einfach zuhause bleiben können.“ Von den

Wänden im grün gestrichenen Wohnzimmer lachen

Heiligenfiguren und kroatische Wappen. Ich gebe die

unzähligen Tupperware-Dosen zurück, die ich regelmäßig

von meinen Schwiegereltern erhalte, gefüllt

mit Lungiči, Mlinci oder Trganci. Emilian macht sich

noch einen Espresso und nimmt Platz.

Er ist eben nicht zuhause geblieben. Ein Sonntag

war es, als er nach Österreich kam. Ein Bekannter

hat ihn im Auto mitgenommen und in der Nähe einer

Straßenbahnhaltestelle ausgesetzt. Den Schlüssel

für eine Wohnung hatte der heute über 60-jährige

Emilian zwar in der Tasche – aber nicht den für das

Haustor. Er lacht, wenn er an seine erste Begegnung

mit dem Hausbesitzer denkt, den er damals um Mitternacht

aus dem Bett klingeln musste.

BACK TO THE 90S – EINE VÖLLIG ANDERE ZEIT?

Das war in den 90ern. 90er, Kroatien – Jugoslawienkrieg

also? Rund 13 000 Kroatinnen und Kroaten

flohen laut Zahlen des ORF damals nach Österreich.

Doch bei Emilian ist der Hintergrund ein anderer:

Den Job, den er damals haben wollte, gab es in Kroatien

nicht, sehr wohl aber in Wien. Bis heute begleiten

ihn die Worte seines Vaters: „Du hast sehr viele

Möglichkeiten dort, aber du musst schauen, dass du

nicht scheiterst.“

Doch Migration heute? Viele Migrantinnen und

Migranten heute kommen aus völlig anderen Kulturkreisen,

für sie ist es ein richtiger „Kulturschock“,

findet Emilian. Schon allein deshalb sei es nicht fair,

die Situation zu vergleichen. Teil des „mitteleuropäischen

Geistes“, wie er ihn nennt, sei die Selbstverständlichkeit,

arbeiten zu wollen. Auch an der

eigenen Integration. Dieses Bewusstsein sei heute

oft weniger verbreitet, sagt Emilian. Aber woran liegt

das? An den Migrantinnen und Migranten selbst

oder an einer Gesellschaft, die es ihnen schwerer

macht als früher?

Magazin

von

SARAH NEURURER

48


ES GEHT JA GAR NICHT UMS ASSIMILIEREN,

SONDERN UMS INTEGRIEREN

Woran es fehlt, sei der gemeinsame Nenner, glaubt

Emilian. Er holt aus: Sei es in der Gesprächs- und

Diskussionskultur oder in der Parteipolitik – das

Prinzip von Geben und Nehmen sei abhandengekommen.

„Warum sollten Herr und Frau Österreicher für

Menschen eine ganze Menge Geld investieren, die

Unruhe stiften?“ Menschen, die in Österreich aufgenommen

werden, hätten sehr wohl Rechte, aber auch

Pflichten, mahnt Emilian. Auch die Politik habe da

sehr viel „verschlafen“. Parteien seien oft nicht „fähig,

die Stimme des Volkes zu hören“. Sie würden

das Problem vermeiden – was zu einer noch extremeren

Abschottung migrantischer Gruppen führe, so

Emilians These – und das sowohl von innen als auch

von außen.

AUSLÄNDER? WELCHE AUSLÄNDER?

Die Wahlplakate der FPÖ kümmern Emilian wenig.

Auch nicht, dass diese damit bei der letzten Nationalratswahl

2024 das beste Ergebnis der Parteigeschichte

eingefahren hat. Von „Ausländer raus“-

Rufen fühlt er sich nicht angesprochen. „Heißt

‚Ausländer‘ die Menschen, die aus dem ehemaligen

Jugoslawien kommen? Die so und so nicht mehr Ausländer

sind?“ Auch diese Menschen, die hier leben,

würden sich überfordert fühlen. Auch sie würden

kein „extremes Ausmaß“ an „Ausländern“ wollen.

Emilian sieht sich nicht als den „besseren Ausländer“,

sondern als gar keinen.

GEMEINSAMKEITEN, UNTERSCHIEDE UND VORURTEILE

Er lehnt sich ein wenig zurück. „Schau, ich stell dir

eine Frage: Von wem haben die sogenannten Ausländer

gelernt, wie man das AMS ausnutzt? Richtig,

von den Österreichern. Die haben es auch zu sehr in

Anspruch genommen, da heißt es dann aber gleich:

‚Schau die bösen Ausländer.‘ Mensch, du hast ihnen

beigebracht, wie man ein System ausnutzt!“ Eine

ironische Form der Integration.

Emilians Verhältnis ist zwiespältig. Er betont

im Gespräch, es gebe nicht nur Schwarz und Weiß,

er selbst sei das beste Beispiel dafür. Er mahnt und

prangert an, nimmt aber auch in Schutz. Er fühlt

sich von Ausländerhetze nicht bedroht, sagt über die

eigene Herkunft aber auch: „Ein Teil von mir ist immer

dort.“

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49 MAGAZIN


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Steward Redqueen, 2023: Studie – Sozioökonomischer Einfluss des Coca-Cola Systems in Österreich


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Vielen Menschen unserer

täglichen Umgebung

schenken wir zu wenig

Beachtung. Einige davon

haben wir getroffen und sie

zu ihrem Beruf und ihren

Träumen befragt.

Der

Zeitungsmann

„Später bezahlen ist doch ein

gutes Verkaufsargument.“

Hossen, 58, stammt aus Bangladesch. Er lebt seit 33 Jahren

in Österreich und fast genau so lange steht er auch

an einer befahrenen und belebten Ecke mitten im Dritten.

Hossen weiß genau, was wer wann liest. Manchmal

springt er in die „Bim“, um Stammkunden ihr Lieblingsblatt

in die Hand zu drücken. Viele Menschen, die täglich

an ihm vorbeirauschen, kennt er seit Jahren. Bei Hossen

gibt’s auch Kredit. Er sagt: „Später bezahlen ist ein gutes

Verkaufsargument.“

Als Kind wollte er „etwas mit Autos“ machen. Alle

zwei Jahre besucht er seine große Familie in Bangladesch.

Dort hat er eine Tankstelle.

Es gibt viele Menschen in dieser Stadt, die Wien am

Laufen halten. Da ist die Straßenbahnerin Claudia. Sie

bringt uns sicher von A nach B. Oder Natalija. Die gebürtige

Lettin unterrichtet Deutsch als Fremdsprache.

Der Somalier Ali und der Mexikaner Lopez wiederum

kümmern sich um unser Essen. Die beiden Freunde haben

ein gutes Gefühl, wenn die Gäste zufrieden sind. Der Zeitungsverkäufer

Hossen aus Bangladesch steht seit 30

Jahren an derselben Ecke. Eigentlich ist er ja ein Marketing-Genie.

Brit, die Physiotherapeutin, hilft Menschen,

ihren Alltag zu bewältigen. So wie die stellvertretende

Stationsleiterin Leonie, die sich auf der Pulmologie im

Krankenhaus Floridsdorf um Tumorpatienten kümmert.

Magazin

von

MARKO LOCATIN

52


Die

stellvertretende

Stationsleiterin

„Gute Planung ist alles!“

Leonie, 25, ist 2018 von Krems nach Wien gezogen, um ihr

Bachelorstudium Gesundheits- und Krankenpflege zu

absolvieren. Seit 2021 arbeitet sie in der Klinik Floridsdorf

des Wiener Gesundheitsverbunds als diplomierte

Gesundheits- und Krankenpflegerin. „Ich war ja erst 22,

als man mir den Job als stellvertretende Stationsleiterin

angeboten hat. Eine große Verantwortung, aber ich bin

schon stolz.“ Die Hälfte ihrer Arbeitszeit nimmt die Leitungsfunktion

in Anspruch, die andere Hälfte ist sie „am

Bett“. Den rührenden Brief einer Patientin, dem eine Rose

beigelegt war, hat sie sich aufgehoben.

Als kleines Mädchen wollte Leonie Tierärztin werden.

Sie reist gerne, war in ihrem normalen Jahresurlaub in 14

Ländern und sagt: „Gute Planung ist alles! Im Job und in

der Freizeit.“

Leonie macht gerade den Praxisleiterkurs sowie den

Master im Gesundheitsmanagement.

Der

Sous-Chef

„Die Freude der Gäste ist

auch meine Freude.

Deshalb mach ich diese

Arbeit sehr gerne“

Lopez, 34, stammt aus Mexiko. Er lebt seit 15 Jahren in

Österreich und hat hier erfolgreich eine Lehre absolviert.

Seit fünf Jahren befeuert er den Herd im Magdas.

Als Sous-Chef kümmert er sich auch um die Einschulung

neuer Mitarbeiter. Kochen gelernt hat er bereits als kleiner

Junge. „Früher war es ja nur Spaß, jetzt ist es ernst“,

erzählt Lopez und lächelt. Er freut sich über zufriedene

Gäste, die ihm oft direkt Feedback geben. Glücklich ist

Lopez, wenn alle Teller leer zurückkommen. „Die Freude

der Gäste ist eigentlich, warum ich das mach’.“

Er wollte Pilot werden, seit Kindesbeinen begeistert

ihn die Luftfahrt. „Ich mag die Technik“, sagt er.

53 Magazin


Die

Deutschlehrerin

„Ich möchte meine

Schülerinnen und Schüler

beim Einstieg ins Berufsleben

unterstützen.“

Natalija, 53, kam vor 30 Jahren nach Wien. In der lettischen

Hauptstadt absolvierte sie ein Polytechnikum.

In Wien studierte sie Deutsch und Russisch auf Lehramt.

Seit sieben Jahren unterrichtet Natalija Deutsch

als Fremdsprache für Menschen mit Migrationshintergrund

auf unterschiedlichen Niveaus. „Es ist keine einfache

Arbeit“, meint sie, denn „manche haben noch nie

eine Schule besucht.“ Sie versucht, ihre Schüler, die aus

verschiedensten Kulturkreisen stammen, mit kreativen

Lehrmethoden zu erreichen.

Als Kind liebte Natalija Mathematik. Sie spielt

gerne Dame und träumt von ihrem eigenen Garten.

Der

Barmann

„Ich möchte die Leute so

betreuen, wie ich selbst

betreut werden möchte.“

Ali, 20, ist vor sieben Jahren aus Somalia nach Österreich

gekommen. Im Hotel „Magdas“ in der Ungargasse absolviert

der Lehrling seit zwei Jahren eine Ausbildung. Den

Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, das ist

sein Antrieb. Am Magdas schätzt er die gute Stimmung

und die Arbeit im Team, wo er auch Freunde gefunden

hat (zum Beispiel Sous-Chef Lopez). Irgendwann möchte

Ali aber sein eigenes Business starten. Vielleicht auch

im Ausland, meint er. „Die Bürokratie hier ist einfach zu

viel. Es ist schwer, etwas eigenes zu machen.“

Alis anderer Traum ist es, als professioneller Musiker

zu leben. Im fernen Somalia hat er Gitarre und andere

Instrumente ausprobiert, die ihm hier fehlen. „Vielleicht

fange ich aber noch einmal an, Gitarre zu lernen“, meint

er zum Abschluss.

Magazin

54


Die

Straßenbahnlenkerin

„Straßenbahnfahren ist

für mich mehr als ein Beruf.

Es ist meine Berufung!“

Claudia, 40, ist vor 20 Jahren von Rumänien nach Österreich

gekommen. Seit zehn Jahren lenkt sie Straßenbahnen

für die Wiener Linien. Was ihr an ihrer Arbeit besonders

gefällt: „Bei uns ist jeder Tag ein Erlebnis, weil kein

Tag wie der andere ist: Jeden Tag fährt man meist eine andere

Straßenbahnlinie, trifft viele unterschiedliche Menschen

und entdeckt Wien immer wieder neu. Bei welchem

anderen Job sieht man so viel von der Stadt? Einer meiner

schönsten Momente ist, wenn ich mit der 11er-Straßenbahn

dem Sonnenaufgang entgegenfahre.“

Als Kind „wollte ich etwas ganz anderes machen“.

Damals war Anwältin ihr Traumjob.

Die

Physiotherapeutin

„Bewegung ist Leben –

Leben ist Bewegung!“

Brit, aus Österreich, absolvierte eine Ausbildung zur

Physiotherapeutin. Sie ist in ihrem Beruf seit 19 Jahren

selbstständig. „Es ist anstrengend, oft eine Herausforderung.

Aber: Es gibt viele schöne Erlebnisse. Das Schönste

ist, wenn man Patienten jahrelang begleiten darf.“ Dass

man immer wieder neue Menschen kennenlernt und ihnen

dabei helfen kann, wieder gut im Alltag zurecht zu

kommen, findet sie spannend und sinnvoll.

In der Schule träumte Brit vom Himmel und den Gestirnen.

„Ja, ich wollte Astronomin werden!“, lächelt sie.

55

Magazin


DIE VERHÄNGNISVOLLE

TRENN

Im Gegensatz zu psychischen Krankheiten wurden

körperliche Krankheiten weit früher anerkannt und erforscht.

Bereits in der Antike erkannte die Medizin an,

dass der einzelne Mensch nichts für eine körperliche Erkrankung

kann. Psychische Krankheiten hingegen galten

als göttliche Strafe oder persönliche Schwäche. Betroffene

trugen somit selbst die Schuld für ihr Leid. Sie

wurden isoliert, gefoltert oder getötet. Im europäischen

Mittelalter waren Dämonen und Hexerei die beliebteste

Erklärung für psychische Krankheiten. Besonders Frauen

wurden als Hexen gefoltert oder verbrannt. Exorzismen

sollten böse Geister oder den Teufel austreiben. In

der Neuzeit entwickelte die Medizin nach und nach Impfungen

gegen Infektionskrankheiten und Medikamente

für zuvor unheilbare Leiden. Bei psychischen Erkrankungen

blieb

der Fortschritt aus: Betroffene

wurden in sogenannten „Tollhäusern“

isoliert; die Behandlungen

glichen häufig reiner

Folter. Die Verbrechen des NS-

Regimes, darunter Euthanasie-Programme

und Zwangssterilisationen,

verstärkten die

Diskriminierung psychisch kranker Menschen weiter

und schlossen Betroffene systematisch aus der Gesellschaft

aus.

Heute sollten wir es besser wissen. Dennoch erhalten

wir die künstliche Trennung zwischen Körper

und Psyche aufrecht. Psychische Störungen sind in Österreich

nach wie vor ein Tabu. Arbeitnehmer*innen,

die aufgrund psychischer Probleme ausfallen, erfahren

weniger Verständnis und Akzeptanz als solche mit körperlichen

Erkrankungen. Viele wagen erst gar

nicht den Schritt in Richtung Therapie.

Wer sich doch traut, muss oft zahlen:

Nur rund 30 % der Menschen mit einer

psychischen Erkrankung erhalten einen

kassenfinanzierten Psychotherapieplatz.

Ein erheblicher Teil der Betroffenen

muss auf private Angebote ausweichen.

Wer sich die Therapie nicht leisten

Meinung

von

CECILIA VON LUDWIG

56


FSW | Foto: GettyImages/Vidi_Studio

Die Trennung zwischen psychischer und

UNG VON

körper licher Gesundheit hat eine lange Geschichte.

Sie war immer schon falsch.

kann, bleibt ohne professionelle Hilfe. Laut dem Berufsverband

Österreichischer Psycholog*innen (BÖP) können

sich zwei von drei Menschen in Österreich keine

Psychotherapie leisten.

Die dogmatische Grenze zwischen Körper und

Geist hindert uns in unserem Fortschritt. Wenn wir

psychische Leiden unzureichend behandeln, werden die

Betroffenen irgendwann auch körperlich krank. Spä-

testens dann fallen sie im Job aus. Das kostet der Wirtschaft,

dem Staat und uns allen viel Geld, Zeit und vor

allem Ressourcen. Wir dürfen psychische und körperliche

Gesundheit nicht länger getrennt denken. Eine

gute Gesundheitsversorgung muss beiden Aspekten gerecht

werden – mit einem integrativen Ansatz und einem

niederschwelligen, kostenfreien Zugang zu Psychotherapie.

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Mehr zur Ausbildung unter:

www.bildungszentrum-wien.at

57

Das FSW Bildungszentrum ist eine eingetragene Marke der AWZ Soziales Wien GmbH. Die AWZ Soziales Wien GmbH ist ein

Tochterunternehmen des Fonds Soziales Wien (FSW). Gesellschafter sind der FSW, das Kuratorium Wiener Pensionisten-

Wohnhäuser (KWP) und die Stadt Wien, vertreten durch die Magistratsabteilung 17 – Integration und Diversität sowie

den Wiener Gesundheitsverbund (WIGEV).


FRIEDEN –

MEHR ALS WOHNEN:

GEMEINSAM ZUKUNFT

GESTALTEN

Seit 1947:

Wohnen mit sozialem Anspruch

Die Baugenossenschaft (BG) FRIEDEN steht für

kostengünstigen Wohnraum und eine Lebensweise,

in der Nachbarschaft, Nachhaltigkeit und soziale

Ver antwortung eine zentrale Rolle spielen –

mit Blick in die Zukunft.

Aktuellstes Beispiel dafür in Wien ist das

BG FRIEDEN-Projekt GARTENWERK.

Im Stadtteil „Neues Landgut“ nahe dem Hauptbahnhof

gelegen wird das GARTENWERK Wohnen mit Nachhaltigkeit

verbunden: Schrebergärten, ein Konzept-

Greissler, eine Konditorei, die den Inklusionsgedanken

realisiert, sowie ein Community Center fördern soziale

Begegnungen. Bis 2027 entstehen rund 300 neue geförderte

Wohneinheiten, zehn davon für alleinerziehende

Eltern mit sozialer Betreuung.

Neues Landgut: Das Projekt

GARTEN WERK bietet ungewöhnliche

Aus- & Einblicke

in das neue Stadt viertel

„Neues Landgut“ in Wien

Foto: Schreiner Kastler, Goya

Entgeltliche Einschaltung

58

ADVERTORIAL FRIEDEN 58


So wirkt die Idee der BG FRIEDEN

Die BG FRIEDEN blickt nicht nur auf eine lange Tradition

im gemeinnützigen Wohnbau zurück. In Wien

befinden sich 675 geförderte Wohnungen in Bau oder in

Bauvorbereitung.

Wohnen der Zukunft muss qualitativ auf der Höhe

der Zeit, kostengünstig und in gut integrierter Nachbarschaft

möglich sein. Gemeinsam mit anderen Bauträgern

arbeitet die BG FRIEDEN an der Realisierung

dieser Idee, nimmt bewusst Risiken auf sich und geht in

Vorlage, um Grundstücke in geeigneten Stadtentwicklungsräumen

auch ohne entsprechende Widmung zu

erwerben und für modernen Wohnbau – wie im Fall der

„Neue Gärtner-Siedlung“ – vorzubereiten.

„Heute entwickelt

die BG FRIEDEN eine

Vision davon, wie ein

Zuhause in Wien 2035

aussehen kann.“

Dir. Christoph Scharinger

Zahlen und Fakten

Fotos: Gregor Nesvadba

UNTER EINEM DACH:

GENERATIONENWOHNHAUS

Mehrgenerationen-Bauprojekte fördern das

gemeinschaftliche Zusammenleben und

den Zusammenhalt in guter Nachbarschaft.

Seit 1947 verfolgt FRIEDEN

eine Wohnbauphilosophie

mit sozialem Engagement

in Wien, NÖ und Tirol

19 000

errichtete Wohnungen

40 000

verwaltete Wohneinheiten

153

Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter

Generationenwohnhaus

in Niederösterreich seit 2014

Das vor einem Jahrzehnt von der FRIE-

DEN-Tochtergesellschaft NÖ FRIE DENS-

WERK gestartete Wohnprojekt in Ulmerfeld-Hausmening

bringt Jung und Alt zusammen.

Gemeinde, Grundeigentümer

und 30 Ehrenamtliche unterstützen das

Projekt.

Seit fast 80 Jahren setzt die Gemeinnützige Bau- und

Siedlungsgenossenschaft FRIEDEN auf durchdachte

Wohnkonzepte, die über das Bauen hinausgehen.

Gemeinschaft, Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit

stehen im Fokus.

Mehr über aktuelle Projekte auf

frieden.at

59 FRIEDEN

Advertorial


War es ein Fehler, hierher zu kommen?

In meinen ersten Wochen in Wien ließ mich diese

Frage nicht los. Nach dem organisierten Chaos von

Kairo, der lebendigen Energie Berlins und dem hektischen

Tempo New Yorks fühlte sich Wien … ruhig an.

Zu ruhig. Auffällig, fast schon beunruhigend ruhig,

als ich an einem Winterabend durch die Straßen von

Wieden spazierte. Aus Städten kommend, die niemals

schlafen, hielt ich diese Ruhe zunächst für Langeweile.

Doch da wusste ich noch nicht, dass sie der

Beginn einer Lektion über Balance, Harmonie und

die Kunst der Entschleunigung sein würde.

Als ich mit einem Freund aus Berlin durch Wien

spazierte, bemerkte er: „Die Leute hier gehen langsamer,

oder?“ Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich darauf

noch nie geachtet. Als wir später vor dem Parlament

standen, hörten wir Billy Joels Ballade Vienna.

„Slow down, you crazy child. (...) When will you realize,

Vienna waits for you?“ Der Rhythmus des Songs

passte zur Stadt. In dem Moment veränderte sich

etwas Grundlegendes in mir. Was, wenn ich mein gewohntes

Tempo verlangsamte? Was, wenn ich mich

der Gemächlichkeit dieser Stadt öffnete? Von da an

begann ich, Wien zu schätzen.

Am meisten faszinierten mich die Harmonie der

Architektur und das Gleichgewicht zwischen Entspannung

und Aktivität. Ein Buch im Park an einem

Sommertag, eine durchgetanzte Nacht im Club am

Wochenende. Lange Tage am Wasser, Spaziergänge

und Radtouren auf der Donauinsel – mitten in der Natur

und doch in der Stadt. Die weltbekannten Museen,

Kunsträume und Cafés, wo zwar immer „Gewurle“

herrscht und wo ich doch stundenlang ungestört

sitzen oder schlendern kann. Es ist dieses Gefühl

von Balance und Harmonie, das mich berührt, das in

mich eindringt, das mir inneren Frieden schenkt.

WHATʼS THE H

Doch eine Stadt kann noch so viel Charme haben –

wer ankommen und gut leben will, muss seinen Platz

darin finden. Viele Ausländer berichten, wie schwer

es sein kann, hier Freunde zu finden oder generell mit

Österreichern in Kontakt zu kommen. Meine Erfahrung

war eine andere – vielleicht aus Glück, wegen

meiner Herangehensweise oder beidem. Ich war geduldig.

Freundschaften brauchen ihre Zeit. Nach und

nach, in diesem gemächlichen Wiener Tempo, konnte

ich Verbindungen aufbauen – zu Einheimischen, aber

auch zu „Zuagrasten“.

Ich hatte Glück mit meiner neuen Freundesgruppe.

Obwohl sich einige bereits seit ihrer Kindheit

kennen, haben sie mich schnell in ihren Kreis und

ihre Aktivitäten eingebunden. Ich durfte zu einem

Junggesellenabschied, der eigentlich engsten

Freunden vorbehalten war, und letztes Jahr

zu einer Hochzeit in Tirol. Ich verbrachte

das Wochenende bei einem Freund und die

Gastfreundschaft seiner Mutter erinnerte mich

stark an meine eigene. Sie behandelte mich mit der

gleichen Wärme und Herzlichkeit, die meine Mutter

an den Tag legte, wenn sie meine ausländischen

Freunde in Ägypten bewirtete. Die Freundlichkeit,

das unglaublich gute Essen (es gab Schlipfkrapfen)

und die aufmerksamen Gesten – der Kaffee stand am

Tisch, bevor man danach fragen konnte – fühlten sich

so vertraut an. Gastfreundschaft kennt keine Herkunft.

Meine Freunde haben mich auch großartig beim

Deutschlernen unterstützt – auch wenn ich immer

noch daran arbeite. Sie sagen, ich hätte schneller

Deutsch gelernt als viele andere und vergessen dabei,

dass ich das vor allem ihnen, und einigen anderen besonderen

Menschen, verdanke.

Meinung

von

ESLAM BADAWY MOSTAFA

60


Ein

Ausländer

lernt Wien

lieben.

Eslam Badawy Mostafa ist Content Creator,

Lehrer und Journalist mit einem Hintergrund in

interkultureller Kommunikation. Er hat in Ägypten,

den USA und Europa gewohnt. Derzeit lebt

er in Wien, wo er sich mit den Themen Integration,

Kultur und persönlichem Wachstum auseinandersetzt.

URRY A B O U T ?

Natürlich ist kein Ort perfekt und auch Wien

hat Aspekte, die ich kritisch sehe. Die Bürokratie

kann frustrierend sein und erste Interaktionen mit

Einheimischen fühlen sich manchmal kalt oder distanziert

an. Manche von ihnen sehen ihr Wissen

oder ihre Erfahrung als überlegen an, und das kann

abschreckend wirken. Ich kenne viele Ausländer, die

sich hier immer noch nicht zu Hause fühlen und ich

verstehe diese Frustration – denn auch für mich ist

Wien nicht immer einladend.

Aber ich bleibe. Das war nicht mein Plan;

eigentlich war ich einfach auf der Suche nach einer

neuen Erfahrung. Ich bleibe trotzdem, weil ich hier

ein Zuhause gefunden habe. Eines, für das man sich

Zeit nehmen muss, wie für eine Wiener Melange. Ich

glaube, Billy Joel hat recht: In Wien wartet ein Zuhause

auf jeden, der sich nur die Zeit nimmt, es langsam,

Schritt für Schritt zu entdecken.

61

Meinung


FRESH

Mit den Fresh Faces holen wir junge

Menschen vor den Vorhang, die sich in

bestimmten Kategorien ausgezeichnet

haben und dadurch auch die nahe

Zukunft wesentlich prägen werden –

mit Vorbildwirkung, Gestaltungslust,

Vertrauenswürdigkeit, gesellschaftlichem

Engagement, Empathie, Vielfalt und

oft auch Migrationshintergrund.

Die Jury

Wir haben Menschen, die sich für Vielfalt, Erfolg und Chancengleichheit

einsetzen, gefragt, welchen auf strebenden Talenten

sie eine Bühne bieten wollen.

Die Biber-Redaktion hat aus allen Nominierungen fünf Personen

pro Kategorie ausgewählt, deren Engagement und Vorbild wirkung

besonders inspirieren.

Eser Akbaba Journalistin und Moderatorin

Stefan Baumgartner Chefredakteur CTS Eventim Austria/oeticket

Cornelia Blum Leiterin Kommunikation Universität Wien

Kaitlyn Chang Impact Architect ASG, Accenture Song

Pat Domingo & Joy Domingo-Nikodem Nikodem

Robert Gulla Gründer und Obmann „Springboard“

Florian Gschwandtner Unternehmer und Investor

Hyung-ki Joo Pianist und Komponist

Dejan Jovicevic Gründer brutkasten

Judith Kohlenberger Migrationsforscherin WU Wien

Aida Loos Kabarettistin und Schauspielerin

Ursula Ressl Kommunikationsexpertin, Gründerin Female Forward

Marco Simoner CEO The Guardians of Social Media

FACES

62


Yannick Shetty, 29

FOTOS Jasmina Malkoč: © Markus Sibrawa, Yannick Shetty: © Julius Hirtzberger, Barbara Neßler: © Peter Koren, Mahdis Gharaei: © Florentina Olareanu

POLITIK

Ibrahim Kaniza, 31

Lehrer, Bezirksrat und Vor sitzender

der Jungen Generation der SPÖ Meidling.

Ibrahim gestaltet Bildung, Umwelt und

In tegration aktiv mit und setzt sich für

ein vereintes Europa ein.

WIRT-

Rewan Babayigit, 30

Ob Streetfood oder Stadtentwicklung –

Rewan denkt Unternehmertum neu, baut

Brücken zwischen Gastro, Immobilien und

Visionen mit urbanem Spirit.

Mit 24 Jahren jüngster Abgeordneter,

jetzt Nachfolger von Beate Meinl-Reisinger

als Klubobmann im Nationalrat. Yannick steht

für Chancengleichheit, Mut zur Veränderung

und eine offene, gerechte Gesellschaft.

Mit „Heizma“ treibt Michael klimaneutrales

Heizen voran, bringt Gründerinnen und

Gründer zusammen und steht für Impact,

Innovation und unternehmerischen Drive.

SCHAFT

63 Feature

Emira Abidi

Leon Wassiq, 36

Als Bezirksparteiobmann und Bezirksrat kämpft der

Spitzenkandidat der ÖVP Floridsdorf für Sicherheit,

Integration und eine ideologiefreie Verkehrspolitik –

mit klarer Haltung und konsequenter Linie.

Als Diversity-Beauftragte der „Vienna

Business Agency“ stärkt Emira Start-ups,

Mahdis Gharaei, 35

Jasmina Malkoč, 32

Feministin, Kämpferin, Vorbild. Als Frauen sprecherin

der Jungen Ge neration der SPÖ Wien setzt sich die

Sozial- und Wirtschafts wissenschaftlerin für ein selbstbestimmtes

und gutes Leben für alle Menschen ein.

Als CEO und Mitgründerin von „the female

factor“ vernetzt Mahdis weltweit Frauen,

stärkt ihre Leadership-Power und zeigt, wie

Empathie die Führung der Zukunft prägt.

Barbara Neßler, 34

Als Grüne Sprecherin für Kinder, Jugend, Fa milie, Elementarpädagogik

& Tourismus steht die Abgeordnete zum Nationalrat

für Zusammen halt statt Spaltung – und für eine

Politik, die Freiheit, Demokratie und Miteinander stärkt.

Michael Kowatschew, 26

Shirin James, 33

fördert Gleich berechtigung und vernetzt

die Wiener Gründerszene.Als Managing Partner bei „papabogner“

entwickelt Shirin kreative Markenstrategien

mit Haltung und gestaltet

Kommunikation für eine neue Generation.

WIRTSCHAFT POLITIK


KULTUR START UPS

Nana Janashia, 34

START

UPS

Mit „TechWorld with Nana“ macht Nana

komplexe DevOps-Themen verständlich,

stärkt Tech-Karrieren weltweit und

bringt frischen Wind in die IT-Bildung.

Aktuell sucht sie motivierte Talente fürs

Team und baut das B2B-Angebot aus, um

Unternehmen weltweit bei der Weiterbildung

ihrer Ingenieure zu unterstützen.

Vada Prosquill, 30

Mit „Leaders in Heels“ und der LeadHERship-

Konferenz stärkt Vada weibliche Führung,

baut Netzwerke auf und kämpft für Gleichberechtigung

im Business.

KULTUR

Elif begeistert mit Worten, die treffen.

Als Poetry-Slam-Meisterin gibt sie

der jungen Generation eine Stimme,

die ehrlich, stark und poetisch ist.

Miloš Stosiek, 19

Elif Duygu, 26

Mit 19 Jahren zählt Miloš zu den span -

nendsten Cellotalenten Österreichs –

preisgekrönt, international gefragt und

voller Hingabe für Musik mit Tiefgang.

Ilja gründete TrueYou und FOLLOW

Austria, kombiniert Kreativität mit

Unternehmertum und inspiriert als

Speaker mit Know-how zu Social

Media und Markenaufbau.

Mit 19 Jahren gegründet, macht Viktoria mit

„Advanced Sales Technologies“ B2B-Vertrieb

effizienter. Sie setzte früh auf Automatisierung

und prägt die Tech-Szene mit Innovationsgeist.

Die Violonistin vereint Virtuosität mit Pioniergeist.

Als Gründerin und Mitglied des „Kandinsky

Quartett“ befasst sie sich unter anderem mit

der Reflexion von Kriegen durch Kunst.

Aleksandar tanzt seit Jahren auf den großen Bühnen

Wiens – mit Präzision, Ausdruck und der Kraft, Ballett in

Bewegung und Emotion zu verwandeln. Im Mai 2025 wird

er zudem auf der World Expo in Osaka, Japan, auftreten.

Banan Sakbani, 21

Emir Selimović, 30

Die Musikerin, Autorin und Schauspielerin nutzt ihre

Stimme für Veränderung. Nach dem Jus-Studium will

sie in Wien als Richterin oder Staatsanwältin wirken

und sich in Syrien am Wiederaufbau beteiligen.

Ilja Jay Lawal, 32

Mit „Dotbite“ zeigt Emir, wie stark österreichische

Tech-Dienstleister sein können –

und gibt als Mentor seine Erfahrung an

die nächste Gründergeneration weiter.

Viktoria Izdebska, 22

Aleksandar Orlić, 24

Hannah Kandinsky, 29

FOTOS Ilja Jay Lawal: © Chiara Milo, Viktoria Izdebska: © CLukas Ilgner, Elif Duygu: © Daniel Müllner, Aleksandar Orlić: © Andreas Jakwerth, Banan Sakbani: © ÖIF-Olha Soldatenko

Feature

64


FOTOS Michaela Kotásková © FRB Media, Aldijana Mašinović: © SK Rapid | Widner, Jing Chen: © Daniël Siegersma, Khalifa Dampha: © Stefan Joham

Michaela Kotásková, 33

SPORT

WBF-Weltmeisterin 2024, „Boxerin des

Jahres 2024“ und voller Kampfgeist. Michaela

will ihren Titel verteidigen, international weiter

aufsteigen und in einem weiteren Verband

um eine Welt meister schaft boxen.

Mit 22 Toren führt sie die Torschützinnenliste

der Wiener Frauen Landesliga an. Sie will mit

den SK Rapid Frauen die Meisterschaft holen.

ESSEN &

TRINKEN

Mit „Bros Pizza“ setzt Serge neue Maßstäbe.

65

Aldijana Mašinović, 26

Serge Bensa, 39

Popkultur trifft Sauerteig, Stammgäste

lieben’s und sogar Top-Chefs nennen es „das

Lokal mit der besten Pizza der Stadt“.

Khalifa Dampha, 35

Khalifa fusioniert gambische und spanische Küche

mit Kreativität und Seele. „Dampha Kitchen“

ist Ausdruck seiner Wurzeln und seiner Leidenschaft

für kulinarische Innovation.

Gleb Sergejewitsch Bakschi, 29

Amateurweltmeister und Olympia-Bronze-

Athlet in Tokio. Seit 2024 trainiert er in

Österreich. Gleb ist mittler weile im Profilager

und bleibt im Ring unbesiegt.

Verena Volkmer, 29

Verena führt bei Austria Wien mit Haltung

und Herz – ihre Ansprachen bewegen, ihre

Einstellung inspiriert und ihre Führungsstärke

macht sie zum Vorbild für viele.

Jing Chen, 29

Jing prägt mit fünf Lokalen die Wiener

Gastro-Szene und macht asiatische Küche

erlebbar. 2025 folgen ein weiteres Lokal

und sein erstes Kochbuch.

Serhat Güler, 28

Mit „Berliner Babo“ bringt Serhat gemeinsam

mit seiner Familie Streetfood,

Herz und Berliner Lifestyle auf den Teller –

mittlerweile an drei Standorten in Wien.

Kenan Koç, 39

Nico Langmann, 28

Nico begeistert als Sportler, Autor und

Speaker. Mit seiner „Nico Langmann Foundation“

schafft der Rollstuhltennis spieler

für mobilitätseingeschränkte Kinder neue

Chancen, am Sport teilzuhaben.

Der Unternehmer macht mit seiner Gastro-

Kette gesunde Ernährung alltagstauglich:

„Kenny’s“ steht für frisches, gesundes Fast

Food und einen modernen Lifestyle-Anspruch.

Feature

ESSEN & TRINKEN SPORT


WISSENSCHAFT & FORSCHUNG BEAUTY & FASHION

BEAUTY &

Fırat Dağ, 32

Mit „Dagy’s Barbershop“ steht Firat für

Eleganz, Präzision und Stil – und gibt

FASHION

sein Wissen über seine Academy an die

nächste Barber-Generation weiter.

Die Migrationsforscherin und Sozio login

forscht an der Columbia University, wo

sie die Migration aus der Türkei nach

WISSENSCHAFT

& FORSCHUNG

Feature

Faime Alpagu

MOAZ, 32

Moulham Obid, 33

INHALE entstand mit dem Ziel, eine Parfummarke

mit starker Wien-Ver bindung zu schaffen.

Heute ist MOAZ mit INHALE weltweit

mit sieben Filialen vertreten.

Nach Erfolgen bei der Vienna Fashion

Week steht Moulhams neue Kollektion in

den Startlöchern – fair produziert und

bald weltweit in Boutiquen erhältlich.

Österreich und den USA vergleicht. Ihre

vielfach ausgezeichnete Arbeit bricht mit

Klischees und erzählt Geschichten neu.

Stefan Janković, 27

Stefan erforscht als Chemical Engineer an

der TU Wien, wie Digitalisierung und Simu lation

grüne Technologien wie CO₂-Abscheidung effi -

zienter und leistbarer machen können.

Slaven Stekovic

Zhu Liu

@storyofzhu ist Wiens erfolgreichster Life -

style-Account. Zhu zeigt das Leben als Expat

und vernetzt mit @expatsinvienna die

internationale Community.

Pouran Parvizi, 35

Ausgezeichnet mit der „sub auspiciis“-Ehrung für

exzellente Leistungen forscht Nicolai am Institut

für Statistik und Operations Research der Universität

Wien an der Risikoanalyse von Algorithmen –

mit Relevanz für Wirtschaft und Wissenschaft.

Slaven macht Wissenschaft verständlich.

Mit Best sellern über Langlebigkeit, Auto -

phagie und Fasten zählt der Molekularbiologe

zu den gefragtesten Longevity-Experten.

Pouran entwirft Mode, die Normen hinter -

fragt. Politisch, persönlich und poetisch

schafft sie Kleidung als Medium für Selbstentfaltung

und gesellschaftliche Reflexion.

Nicolai Amann, 33

Titanilla Komenda-Haring, 36

Wegweisende Pionierin in der KI-gestützten

Prozessoptimierung und Automatisierungstechnik.Die

Robotikexpertin setzt durch

technologische Innovation neue Maßstäbe

im Dienstleistungssektor.

66

FOTOS Moulham Obid: © Michèle Yves Pauty , Nicolai Amann: © Alexander Bachmayer / Universität Wien, Slaven Stekovic: © MATPHOTO, Titanilla Komenda-Haring: © Fraunhofer Austria / Interfoto


FOTO Çağla Bulut: © Çağla Bulut

MEDIEN &

Satans Bratan, 26

Der Influencer und Comedian erreicht mit

MEINUNG

seinen humorvollen Parodien ein Millionenpublikum.

Allein auf TikTok und Instagram

folgen ihm über 600 000 Menschen.

Kassandra Steiner, 23

Kassandra prägt seit 2022 als Teil des Social-

Media-Teams des ORF Wien auf Instagram und

TikTok die News für eine junge Zielgruppe –

kreativ, nahbar und immer am Puls der Stadt.

UNSICHTBARE

Isabella Chen, 32

HELDEN

Im Tageszentrum Obdach Ester begleitet

Isabella als Leiterin wohnungslose Frauen

mit Würde und Perspektive – sie setzt sich

für Frauenrecht, solidarische und antirassistische

Anliegen ein.

Bogdan Osmokrovic, 31

Bogdan lebt seit 2013 in Wien, macht seine Facharztausbildung

in Traumatologie und Orthopädie, engagiert

sich in der serbischen Community und war Mitorganisator

des renommierten St. Sava Balls in Wien.

Çağla Bulut, 31

Die Journalistin, Filmemacherin, Modera -

torin und Trainerin setzt sich für Frauen -

rechte, Vielfalt und interkulturellen Dialog

ein – mit Stimme, Kamera und Haltung.

Pierce Lange, 26

Vom Fußballplatz ins Studio: Pierce bringt Sport -

kompetenz und Moderation zu sammen und verstärkt

seit 2024 das Sport-Team des ORF.

Elena Del Duca, 27

Als Hebamme in der Klinik Ottakring begleitet

Elena Frauen mit Herz, Hingabe

und nonverbaler Stärke durch Schwangerschaft

und Geburt – als Vertraute, Beschützerin

und sichere Konstante.

Seline Papenheim, 28

Seline begleitet geflüchtete Jugendliche

auf dem Weg zur Matura. Sie coacht im

„UniClub“ der Universität Wien junge Frauen

und Männer, bietet Beratung und begleitet

zu Prüfungen und Präsentationen.

Jamil Demba Sy, 26

Stefana Madjarov, 30

Von der krone.tv-Academy zur Top-Journalistin

und Moderatorin auf krone.tv: Blitzschnell

ist sie bei krone.tv zu einer unverzichtbaren

redaktionellen Kraft geworden.

Jamil gründete 2023 den Fußballverein

„Hernalser Spartans“ mit drei Teams und

rund 75 Mitgliedern. Er baut Gemeinschaft

über Sport, Vielfalt und Teamgeist auf.

UNSICHTBARE HELDEN MEDIEN & MEINUNG

67

Feature


KULTUR

IN WIEN

MEINUNG

Kulturland Österreich.

Ein Titel, den wir eigentlich nicht mehr verdienen, auch wenn

sehr gerne damit Wahlkampf gemacht wird. Denn unsere Kultur

(nein, ich rede nicht vom Wiener Schnitzel) hat einen Großteil

unserer Gesellschaft vernachlässigt. Dabei ist Kultur so ein absurder

und abstrakter Begriff: Heimatkultur, Traditionen, Bräuche,

Essen, Architektur, Religion, Kleidung … oder, ganz klassisch,

Theater, Oper, Musik, Kunst und Literatur. Seit Jahrhunderten

wird darüber gestritten, was eigentlich Hoch- oder Popkultur

ist, und ich habe viel zu viele wissenschaftliche Arbeiten darüber

gelesen. Aber eine Sache ist klar: Kultur ist für alle da. Geht in

eine beliebige Galerie und quatscht mit den Leuten dort. Stellt

jede Frage, die euch einfällt. Kauft euch spontan Restplätze für

€ 15,– in der Oper und geht in der Pause wieder heim, wenn es

euch nicht gefällt. Lasst die Alten reden und nehmt den Platz ein,

der euch im „Kulturland Österreich“ gehört.

Manon Soukup,

Kulturjournalistin &

Gründerin

kultur*knistern

kultur*knistern

kultur*knistern ist ein neues Onlinemedium,

bei dem das „Kulturland Österreich“ wieder

auf den Boden zurückgeholt wird. Wir

machen Kulturjournalismus auf Augenhöhe,

verständlich und ohne viel „Blabla“ – online

und auf Social Media. Denn Kultur ist für

alle da!

BIBER SERIEN

68


GIRL MEETS MANGA

Eine Mangabiografie aus

Tokio

02.04. bis 17.08.

MAK

dotdotdot Open Air

Kurzfilmfestival

27.07. bis 26.08.

House of Strauss

Casino Zögernitz

Wakita-Elis, Kuratorin der MAK Sammlung

Asien, konnte dank Mangas in den

80er und 90er Jahren in gesellschaftspolitische

Themen wie Feminismus, Konsum

und Globalisierung eintauchen. Auch

heute haben Mangas eine

große Wirkung auf das

moderne Leben von Wienerinnen

– all das gibt’s

im MAK zu sehen.

Hier werden Kurzfilme ins Rampenlicht

gerückt: Online können mehr als 600

Kurzfilme kostenlos gestreamt werden,

das Festival selbst spielt 100 internationale

Kurzfilme und Filmgespräche an 15

Abenden im 8. Bezirk.

Das Beste? Freie Platzwahl.

Come as you are &

pay as you can.

Siluhrama Festival –

20 Jahre Siluh Records

13.06. bis 14.06.

WUK

Zu seiner Zeit war Johann Strauss ein

Popstar – und angeblich ein ziemlicher

Hottie. Zu seinen Ehren werden rund 60

Produktionen in über 50 Locations in

Wien veranstaltet: von Raves bis hin zu

Konzerten und Ausstellungen. Im multimedialen

Museum „House of Strauss“

könnt ihr selbst dirigieren,

in einer Operette

mitspielen oder einfach

die Zeitreise im Casino

Zögernitz genießen.

Vienna City

Gallery Walk 2025

14.05. bis 17.05.

Der runde Geburtstag von SILUH RECORDS wird mit einem zweitägigen

Festival gebührend gefeiert. Von Laundromat Chicks, Sinem,

Christiane Rösinger, Anadol, Topsy Turvy und Bulbul bis zu Langkamer,

Gardens, Kate NV und Drehli Robnik: zwei Tage im WUK voller Indie, Rock

und Spaß für Groß und Klein.

„Kunst ist die Basis unserer Existenz.“ Unter

diesem Motto schließen sich auch dieses

Jahr wieder Galerien aus ganz Wien

zusammen, um einen City Gallery Walk zu

veranstalten. Ein Wochenende lang neue

Orte entdecken, Performances

anschauen und

neue Musik, Bücher und

Geschichten entdecken?

Yes, please!

69

in Kooperation mit

KULTUR*KNISTERN

Kultur & Events


LuziWuzi – ich bin die Kaiserin

30.04. bis 18.06.

Rabenhof Theater

Erzherzog Ludwig Viktor alias LuziWuzi

ist in der österreichischen Geschichtsschreibung

als schrägster Habsburger

bekannt. Er war verschrien als bösartiges

Lästermaul und für seine „speziellen Neigungen“.

Ruth Brauer-Kvam denkt die Geschichte

jetzt neu und entwirft gemeinsam

mit einem Ensemble

unter Tom Neuwirth aka

Conchita einen Theaterabend

mit Musik, Glamour

und Drama.

Juni ist wieder Pride Month!

Von 31. Mai bis 15. Juni finden

im Rahmen der 29. Pride

Parade Ausstellungen,

Konzerte, Lesungen und

Diskussionen statt –

Highlight ist natürlich die

Pride Parade am 14. Juni.

Wir haben eine Auswahl

an Events für euch, die ein

bisschen abseits der

be kannten Szene

passieren.

Club Couleur

27.03. bis 21.06.

Vindobona

Comedy, Lipsync, Tanz, Burlesque und Drag: Das Vindobona verwandelt

sich bis Ende Juni regelmäßig zu einem Raum voller Staunen, Lachen und

vor allem vieler Farben. Performance- und Fashion-Queen Metamorkid

und Comedy Queen Grazia Patricia aka Kleinkunstprinzessin veranstalten

gemeinsam mit diversen Gästen eine Revue mit großer Vielfalt.

PRIDE MONTH

VERANSTALTUNGSTIPPS

Kultur & Events

in Kooperation mit

KULTUR*KNISTERN

70


QueerPassion

07.06.

Konzerthaus

V is for loVe!

Eine bunte Performance mit dem Ensemble ĀRT HOUSE 17,

fünf klassischen Opernstars und dem queeren Regenbogenchor

aus Graz. Statt Jesus‘ Leidensgeschichte geht es

um die Erfahrungen diskriminierter und ermordeter

LGBTQIA+ Menschen mit echten

Geschichten aus Archivdokumenten und

Zeitungsberichten. Klassik einmal anders.

Pride Parade Wien

14.06.

Ringstraße

Zum 29. Mal zieht die Regenbogenparade „andersrum“ –

entgegen der Fahrtrichtung – um die Wiener Ringstraße. Es

ist eine wichtige politische Demonstration für die Rechte

von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, intergeschlechtlichen

und queeren Menschen. Um 15:00 Uhr hält

die Parade an – für einen Moment des Gedenkens an jene

Menschen, die nicht mehr dabei sein können.

Begleitet wird der Demonstrationszug

vom Pride Village am Rathausplatz und diversen

Afterparties in ganz Wien.

Gestaltung: SIRENE Studio / © Anna Breit

71


Unser

Antrieb. Eure

Stadt.

Die Wiener Stadtwerke-Gruppe gestaltet eure Zukunft

und sichert mehr Lebensqualität für Wien.

Mit rund 18.000 engagierten Mitarbeiter*innen sorgen wir dafür, dass

eure Stadt Tag für Tag reibungslos funktioniert. Vom öffentlichen

Verkehr bis hin zu nachhaltiger Energie – wir schaffen die Grundlagen

für ein lebenswertes Wien, in dem 2 Millionen Menschen sicher,

komfortabel und unbeschwert leben können.

72


BIBER LIEST

Ein Blick ins Bücherregal

der kultur*knistern­ Redaktion

mit Aleksandar Pavičić &

Celeste Ilkanaev.

GLORIA!

Arad Dabiri

Mitte 20, auf Identitätssuche und immer

auf der Jagd nach dem nächsten Kick –

wer kennt's nicht? Arad Dabiris Roman

„GLORIA!“ taucht in die Drogen- und Kulturszene

Wiens ein – kritisch, ironisch,

erschreckend authentisch. Der Ich-Erzähler

Homayoun sucht nach Exzess und

Erfüllung, während Dialoge und Szenen

in Theaterform über die Seiten wirbeln.

Ein Roman für die Wiener Gen Z, der sich

zwischen Selbstzweifel, Größenwahn und

dem Verlangen nach mehr bewegt.

eure stimmen eure sprachen

Lorena Pircher

Schon einmal bemerkt, wie Sprachen sich

vermischen oder einfach verschwinden?

Zwischen den Bergen Südtirols und der

italienischen Kulinarik verwebt Lorena

Pircher in ihrem Lyrikband deutsche und

italienische Worte zu einem poetischen

Fluss. Der Verlust des Heimatortes, die

Entfernung zu den Großeltern und die

Ankunft in einem kalten Land mit einer

neuen Sprache zwingen die Protagonistin

in eine Suche nach Zugehörigkeit. Ein

Buch für alle, die zwischen Sprachen aufgewachsen

sind und sich in poetischen

Erinnerungen wiederfinden wollen.

UND ALLE SO STILL

Marlene Fallwickl

Was passiert, wenn sich plötzlich alle

Frauen auf den Boden legen und aufhören,

zu tun, was sie sonst immer tun?

Chaos bricht aus. Aber dieser weibliche

Stillstand zeigt auch, dass unser gemeinsames

Leben bereits von Gewalt, Kontrolle,

Macht und Hass geprägt ist und wie

heilend es für uns ist, wenn wir uns mit

mehr Mitgefühl, Zuneigung, Hilfsbereitschaft

und Gleichstellung begegnen. Ein

Buch, das uns dazu auffordert, nach mehr

Gleichstellung, wertschätzender Zuneigung

und Selbstermächtigung zu streben.

Content

Elias Hirschl

Kommt dir dein tägliches Schaffen sinnlos

vor? Siehst du keine Zukunft für die

Menschheit? Dann geht’s dir wie der

Hauptperson in „Content“. Social Media

Content wird von Menschen vorgekaut,

aber am Ende von einer KI komplett neu

überarbeitet und verändert. Das Buch

zeigt, auf welche absurde Zukunft wir uns

zubewegen, wenn wir unser alltägliches

Verhalten und unsere Systeme beibehalten.

Wer die Serie „Black Mirror“ liebt,

wird auch „Content“ lieben.

Aleksandar Pavičić

Kultur bedeutet für Aleksandar,

die Welt auf einzigartige Weise

zu erfahren, in Kontakt mit anderen

zu treten und sich selbst als Mensch zu

erleben – fernab von Leistungsdruck und Erwartungen.

Wenn er nicht gerade über Literatur,

Theater, Film und Popkultur schreibt und

spricht, widmet er sich Wissenschaftssendungen

und Reportagen auf YouTube oder dem Erstellen

ästhetischer Pinterest-Boards.

Celeste-Sarah Ilkanaev

Sie ist freie Journalistin für die

Chefredaktion, das Moment

Magazin, derACHTE, Jüdisches

Echo und profil. Celeste-Sarah

schreibt über Themen rund um soziale Gerechtigkeit.

Dabei taucht sie in verschiedene

Communities und Lebensrealitäten ein und versucht

dadurch, Ungleichheiten aufzudecken. Sie

verbringt ihre Freizeit gerne in der Kunst- und

Kulturszene und verbindet das mit Kulturjournalismus.

73

in Kooperation mit

KULTUR*KNISTERN

Kultur & Events


Wien hat bestimmt Hunderte Dönerbuden und -restaurants. Belastbare Zahlen hat

wahrscheinlich nicht einmal der Bürgermeister. Zugegeben, wir haben nicht nachgefragt,

sondern einfach fünf ausgewählt und getestet. Ganz subjektiv.

Zur Unterstützung waren Dennis & Luca von wearewienoida (158 000 Follower auf Instagram)

mit dabei. Bestellt haben wir den Döner-Kebab „mit Scharf, mit Alles“.

Fun

von

MARKO LOCATIN

74


1. Station: DER NEUE

Im Februar 2025 eröffnete der „Dönermeister“ am Gürtel.

Hinter dem Franchise stehen die Gastro-Profis vom „Kent“.

PLUS

MINUS

Super Brötchen mit Biss. Saftiges vom Lamm.

Frische Beilagen.

Mit Cocktailsauce.

„Mit Alles“ ist der Döner zu würzig.

Saftiger Döner mit dem

besten Brot im Test.

„Super saftiger Döner, guter Auftakt.“

Dennis & Luca

DÖNERMEISTER HERNALSERGÜRTEL 43, 1170 WIEN

2. Station: DER WELTMEISTER

Am Kutschkermarkt dreht der „Weltmeister-Kebab“ am Spieß.

Wir nehmen Huhn (Steiermark, Bio), denn Lamm „gibt es hier nur

am Samstag“.

PLUS

MINUS

Kompakt

Das Brötchen ist sehr Pannini. Huhn weder

geschmacklich noch optisch wahrnehmbar.

Überwürzter Döner.

Wenig Fleisch. Keine Empfehlung.

Dennis reicht Luca schweigend einen Zahnstocher.

WELTMEISTER-KEBAB KUTSCHKERMARKT, 1180 WIEN

3. Station: DIE BUDE AM MARKT

Mittags bei Ugis am Karmelitermarkt in einer kleine Schlange.

Innen und außen einige kleine Tische. Nette Leute, relaxte Vibes.

PLUS

MINUS

Dünnes, gutes Brötchen vom Prindl.

Saftiges Lamm, frische Beilagen.

Die Currysauce ist zwar ok,

„mit Alles“ aber too much.

6,50 €

5,50 €

7,50 €

(Huhn)

Guter Döner für Curry-Liebhaber

„Super Döner, aber:

nächstes Mal nehmen wir eine andere Sauce.“

Dennis & Luca

4. Station: DER KULT

Bei Ferhart ist alles groß. Die Spieße, die Messer, die Schlange.

Jede Portion Fleisch wird gewogen. Für manche der beste Döner

überhaupt. Sagen wir so: In Österreich top.

PLUS

MINUS

Beste österreichische Fleischqualität mit

Herkunftsgarantie. Frische Beilagen, gute Sauce.

Das (selbstgemachte) Brötchen ist auf der

laschen Seite.

Purer Döner mit besten Zutaten.

Reiner Geschmack, ohne

Ver stärker. Das Brötchen ist

nicht jedermanns Sache.

„Für uns der beste Döner.“

Dennis & Luca

(Sie ordern einen Krug hausgemachtes Ayran).

FERHAT DÖNER FAVORITENSTRASSE 94, 1100 WIEN

DER NACHSCHLAG

Letzte Station: Beim „Berliner Döner Wien“ – oft ausgezeichnet

(Falter: „Der beste Döner der Stadt“; Falstaff: „Best of Streetfood“)

– ist immer was los.

PLUS

Brötchen mit bisschen Biss. Huhn und Lamm saftig.

Extra-frische Beilagen. Pure Sauce.

5,90 €

MINUS Keines.

4,90 €

Super Gesamtpaket.

Bester Döner im Test. Wo das

Fleisch herkommt, weiß man nicht

genau.

Dennis & Luca waren nicht mehr dabei.

BERLINER DÖNER WIEN ZIEGLERGASSE 33A, 1070 WIEN

UGIS KARMELITERMARKT 64, 1020 WIEN

75

Fun


Alexander Ackerl, du tourst gerade durch

Wien und promotest die „Döner-Preis

Bremse“, was passiert da?

Jeden Freitag im April – immer

an verschiedenen Locationskriegen

hungrige Wiener:innen

ihren Döner um 3 €!

Die Teuerung hat die Wiener

Jugend im besonderen Maß

getroffen, vor allem anhand der

Lebensmittelpreise und der steigenden

Mieten war das spürbar.

Das Meme von der Rückkehr

des 3 € Döners gab uns dann

die Idee, über die Dönerpreisbremse

mit Jungen zum Thema

Teuerung ins Gespräch zu

kommen – und mit ihnen über

die Zukunft unserer Stadt zu

sprechen!

Was macht für dich einen perfekten Döner

aus?

Der perfekte Döner (ich mag

Huhn) hat meiner Meinung

nach nicht zu viel Fleisch, ordentlich

Gemüse und Salat

und das wichtigste – der Dönermeister

muss ihn mit Liebe zube

rei tet haben. Das schmeckt

man!

Was haben Politik und Döner gemeinsam?

Gute Döner und gute Politik benötigen

beide eine Menge verschiedener

Zutaten, die am

Schluss zu einem schmackhaften

Gesamtergebnis führen

sollen!

Dein Geheimtipp für den besten Döner der

Stadt?

Für mich District Kebap im 1.

Bezirk ;)

ALEXANDER ACKERL

Vorsitzender der

Jungen Generation Wien

HOMEMADE

ICED TEA +

CREAM CHEESE

BAGEL

76


WERUNS

NICHTGUT

FINDET:

Ottakringer Platz 1,

1160 Wien

77


10 JAHRE SPRINGBOARD

Chancen für junge Menschen

Seit zehn Jahren setzt sich der kari tative

Verein SPRINGBOARD dafür ein, Menschen

aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten

Verhältnissen neue Perspektiven zu

eröffnen. Mit der Vision, Barrieren abzubauen,

ermöglicht der Ve rein ins besondere

Kindern und Jugendlichen den Zugang zu

Sport, Kultur und digitaler Bildung sowie

Unter stützung beim Berufs einstieg.

2025 feiert SPRINGBOARD sein zehn -

jähriges Bestehen mit einer Benefizauktion

im Herbst. Versteigert werden

signierte Sportartikel bekannter Persönlichkeiten

– Unikate mit besonderem Wert.

Der gesamte Erlös fließt in die Projekte

des Vereins und schafft neue Chancen für

junge Menschen.

„Sport verbindet, inspiriert und schenkt

Hoffnung“, betont Gründer Robert Gulla.

Jedes ersteigerte Stück bedeutet

eine neue Möglichkeit für jemanden,

der sie dringend braucht.

Die Auktion dient nicht nur der finanziellen

Unterstützung, sondern soll auch

das Bewusstsein für Chancengleichheit

schärfen. Ein Sporteventticket, ein Laptop

oder Hilfe beim Berufseinstieg kann mehr

sein als eine kurzfristige Unterstützung –

es kann Motivation und eine neue Perspektive

bieten.

Mehr Informationen gibt es unter

springboard.wien

Gruppe von Interface Wien GmbH bei einem Fußballspiel

Foto: ©Interface Wien GmbH

Advertorial

SPRINGBOARD

78


WISSEN, DAS ICH KEINEM

KIND WÜNSCHEN WÜRDE

Dmytros Schulfreunde in Odessa erkennen Bomben und Raketen inzwischen am Geräusch.

Er bringt ihnen Bücher aus Grafenwörth.

Odessa ist ein sehr schöner Ort auf diesem Planeten. Es

liegt am Schwarzen Meer. Von meinem Zimmer aus konnte

ich das Meer sehen. Auch mein Fußballtraining fand

direkt am Meer statt. Odessa bedeutet frische Luft und

schöne Architektur; das Opernhaus in Odessa beispielsweise

wurde von denselben Architekten gebaut, die auch

in Wien tätig waren.

Mein Name ist Dmytro und ich bin 14 Jahre alt. Am 16.

März 2022 verließ meine Familie die Stadt. Ich hatte nur

einen Rucksack mit einem Pullover, ein paar T-Shirts und

einem Buch bei mir: Tom Sawyer. Zu dieser Zeit sprach

ich Ukrainisch und Englisch, aber kein Deutsch. Ich begann

daher, Deutsch zu lernen, und las viele Zeitungen.

Das waren die ersten Texte, die ich auf Deutsch las. Ich las

viele Artikel zu verschiedenen Themen und merkte, dass

ich eines Tages selbst so einen Artikel schreiben möchte.

Für mich war es außerdem sehr wichtig, dass es in meiner

Schule und im Ort nur Österreicher gab. Somit war es notwendig,

auf Deutsch zu kommunizieren, um Probleme zu

lösen.

Nach einem Jahr in Österreich besuchten wir meinen

Vater. Das war eine schwierige Entscheidung. Ich wollte

meine neu erworbenen Deutschkenntnisse nicht verlieren

und ging daher in die Bibliothek meiner alten Schule,

um Bücher auf Deutsch auszuleihen. Ich fand dort allerdings

nur ein einziges Buch – ein sehr altes mit 15 Seiten,

ein Kindermärchen. Also beschloss ich, Bücher aus Österreich

in meine alte Bibliothek zu

bringen. Unsere Stadtbibliothek

in Grafenwörth hat mich dabei

unterstützt. Inzwischen habe

ich mehr als 40 deutsche Bücher

nach Odessa gebracht – einige

davon in meinem Koffer, was

die Mitarbeiter an der Zollgrenze

überraschte. Sie überprüften

jedes Buch und schüttelten die

Seiten aus. Außerdem hat mir

auch ein Paketbote geholfen.

Trotz unserer Flucht bleibt meine alte ukrainische

Schule ein wichtiger Teil meines Lebens. Immer wenn das

Militär über mögliche Massenangriffe auf Odessa informiert,

wechselt die Schule für eine Weile in den Onlineunterricht.

Dann lerne ich den Stoff meiner alten Klasse

mit. Wenn im Unterricht die Luftschutzsirene aufheult,

wird in den Keller evakuiert. Nach dem Ende eines russischen

Angriffs gehen die Kinder organisiert in ihre Klassen

zurück. Dies geschieht so oft, dass es als alltäglich

wahrgenommen wird – ohne Panik; jeder weiß, was zu tun

ist. Jede Klasse hat ihren eigenen Platz im Luftschutzbunker.

Die Schule arbeitet dabei in zwei Schichten, um

Platz im Luftschutzkeller zu schaffen. Trotz nächtlicher

Bombardierungen und Schlafmangels setzen die Lehrer

und Schüler ihren Unterricht fort. Ich bin stolz, auf ihren

Mut und ihre Unerschütterlichkeit.

Einige Kinder arbeiten in ihrer Freizeit ehrenamtlich

– sie stellen Kerzen her oder weben Netze. Sie versuchen

außerdem, den Sport nicht aufzugeben, obwohl sie

durch Stress und Schlafmangel wenig Kraft haben. Wenn

beispielsweise während des Schwimmtrainings ein Angriff

stattfindet, gehen sie in ihrer nassen Badehose, nur

in ein Handtuch gewickelt, in den Luftschutzkeller. Sie

hoffen, dass der Angriff kurz ist und sie bald zum Training

zurückkehren können. Wenn mehr als eine halbe

Stunde vergeht, wechseln sie die Kleidung und warten

auf das Ende des Angriffs – alle trocken, aber mit nassen

Haaren.

Alle sind viel reifer geworden

und haben Wissen erlangt,

das ich keinem Kind der Welt

wünschen würde: wie man sich

versteckt, um sein Leben zu

schützen, wo es sicher ist, welche

Bomben, Raketen oder Drohnen

mit welcher Geschwindigkeit

und mit welchem Geräusch

fliegen. Um ihr Leben oder das

ihrer Liebsten zu retten, ist dieses

Wissen jetzt notwendig.

Du möchtest einen Beitrag zur Leserredaktion einreichen? Schicke ihn uns an redaktion@dasbiber.at!

79

von

DMYTRO MULIAR

Leserredaktion


GREIBICH INSTALLATIONS GMBH

Vertrauen seit mehr als 100 Jahren

Die Greibich Installations GmbH ist ein traditionsreiches Familienunternehmen mit Sitz

in Amstetten, Österreich. Seit der Gründung im Jahr 1905 hat sich das Unternehmen

als verlässlicher Partner in den Bereichen Haustechnik und Brunnenbau etabliert. Heute

wird die Firma in der vierten Generation von Robert Greibich geführt, der mit Stolz

die Werte und Traditionen seiner Familie weiterführt.

VERTRAUEN WIRD GROSSGESCHRIEBEN

Mit über 100 Jahren Erfahrung bietet die Greibich Installations

GmbH umfassende Lösungen in der Haustechnik

und im Brunnenbau, stets mit Fokus

auf Innovation und Kundenzufriedenheit.

„Ein erfolgreiches Projekt beginnt

mit einer transparenten Be ratung

und endet erst dann, wenn unsere

Kunden vollkommen zufrieden sind“,

erklärt Greibich. Qualität und Zuverlässigkeit

stehen im Mittelpunkt:

Von der Planung bis zur fertigen Anlage

begleitet das Unternehmen seine

Kunden.

EIN STARKES TEAM MIT

ZUKUNFTSPERSPEKTIVE

Greibich beschäftigt rund 30 Mitarbeitende,

darunter mehrere Lehrlinge.

Besonders stolz ist das Unternehmen

auf seine Ausbildungsprogramme, die jungen Talenten

eine fundierte Fachausbildung und echte Zukunftsperspektiven

bieten.

Lehrlinge profitieren von Weiterbildungen, Prämien

für Berufsschulerfolge und Anerkennungen für herausragende

Leistungen. Neben der fachlichen Ausbildung

wird auf Teamgeist und gemeinsame Erlebnisse gesetzt.

Robert Greibich betont: „Unsere Lehrlinge sind die

Fachkräfte von morgen. Sie erhalten eine erstklassige

Ausbildung und lernen, Verantwortung zu übernehmen.

So leisten wir aktiv einen Beitrag zur Zukunft unseres

Handwerks.“

Robert Greibich

VIELFALT ALS

ERFOLGSFAKTOR

Respekt, Wertschätzung

und Chancengleichheit prägen die Unternehmens kultur.

Vielfalt und Diversität werden aktiv gefördert und als

Stärke betrachtet. Unterschiedliche Denkweisen tragen

dazu bei, innovative Lösungen zu

finden.

Robert Greibich fördert eine offene

Unternehmenskultur, in der sich

jeder willkommen fühlt. „Durch die

Förderung dieser Werte schaffen wir

eine Umgebung, in der sich unsere

Mitarbeitenden entfalten können und

gleichzeitig die Basis für wirtschaftlichen

Erfolg und soziale Verantwortung

gelegt wird“, so Greibich.

TRADITION TRIFFT

INNOVATION

Die Kombination aus langjähriger

Erfahrung und moderner Technologie

macht die Greibich Installations

GmbH zu einem unverzichtbaren Partner

in der Region. Ob private Haushalte, Gewerbebetriebe

oder öffentliche Institutionen – das Unternehmen bietet

maßgeschneiderte Lösungen.

Robert Greibich fasst es treffend zusammen:„Unsere

Arbeit ist nicht nur ein Handwerk, sondern ein Beitrag

zur Lebensqualität unserer Kunden. Indem wir Tradition

und Innovation vereinen, schaffen wir Werte, die über Generationen

hinweg Bestand haben.“

Mit einer klaren Vision, einem engagierten Team

und einer tief verwurzelten Unternehmenskultur blickt

die Greibich Installations GmbH optimistisch in die Zukunft.

Vertrauen, Qualität und Innovation – dafür

steht der Name Greibich seit mehr als 100 Jahren.

Advertorial

GREIBICH INSTALLATIONS GMBH

80


Umfassende Leistungen für

höchste Ansprüche

Entgeltliche Einschaltung

Die Greibich Installations GmbH

bietet ein breites Spektrum an Dienstleistungen

in den Bereichen Haustechnik

und Brunnenbau:

I.

HEIZUNG

Planung und Installation energieeffizienter

Heizsysteme wie Wärmepumpen,

Pelletsheizungen und thermische

Solaranlagen. Nachhaltigkeit

steht im Mittelpunkt.

II.

SANITÄR

Von Sanitärinstallationen bis zur

individuellen Badgestaltung –

funktionale und ästhetische Lösungen

für höchsten Komfort.

III.

LUFT & KLIMA

Wohnraumlüftungen und

Klimaanlagen für optimales Raumklima

mit Energie effizienz.

IV.

BRUNNENBAU

Spezialist für Bohrbrunnen und

Erdwärmebohrungen zur unab hängigen

Wasserversorgung und Nutzung

erneuerbarer Energien.

mehr unter

greibich.at

81


BER IN

Die Internationalen Filmfestspiele

in Berlin fanden im Februar bereits

zum 75. Mal statt.

Auch Österreich war vor Ort

vertreten – und der internationale

Fotograf Pat Domingo hat unsere

Stars in Szene gesetzt.

Die österreichische Schauspielerin

Valerie Huber

am 15. Februar in Berlin, kurz vor der

ARMANI Beauty x Berlinale Party.

Sie hat aktuell auch ein Buch

(„FOMO Sapiens“) veröffentlicht.

MIT

Pat Domingo ist ein internationaler

People- und Lifestyle-Fotograf

aus Wien. Er arbeitet hautnah mit

Persönlichkeiten, Prominenten und

internationalen Marken wie Leica

oder Breitling, LV, BVLGARI und macht

mit seinem Hintergrund als Fotojournalist aus jeder

Situation das beste Bild. Unterstützt wird er von

seiner Schwester Joy im Management.

Die beiden sind ein eingeschworenes

Team: Joy kümmert sich um alles Organisatorische

und hält Pat den Rücken

frei, damit er seine Kreativität voll entfalten

kann.

Ebenfalls mit beim

Golden Globes x BVLGARI

Event: die deutsche

Florence Kasumba

bekannt aus den Marvel-Filmen

Black Panther.

PAT

Die österreichische Schauspielerin

Andrea Guo war in Berlin

ebenfalls mit dabei, hier beim

Louis Vuitton Dinner. Sie ist aktuell

in der deutschen Prime-Fernsehserie

„Maxton Hall – Die Welt zwischen uns“

zu sehen.

Fotostrecke

82


LIN

PAT’s TIPPS für

ein Wochenende in Berlin

Die österreichische Schauspielerin

Verena Altenberger

und ihre Schwester beim

Getting Ready für ein Berlinale-Event

am 13. Februar. Verena Altenberger

hat in Berlin ihren Kinofilm

„KEIN TIER. SO WILD.“ präsentiert.

VOO STORE BERLIN

Super Concept Store mit

großartiger Auswahl.

FOTOGRAFISKA BERLIN

Tolle Ausstellungen.

TRANSIT RESTAURANT

ROSENTHALERPLATZ

Asian Food im Sharing Style.

Super für Get-togethers.

KITTY CHENG BAR

Super Drinks und tolle kreative

Leute für einen Austausch.

Der Schauspieler & Musiker

Emilio Sakkara

(„Rheingold“, „Die Rettung

der uns bekannten Welt“).

DOMINGO

Auch den mehrfachen ROMY-Gewinner

Philipp Hochmaier

(u. a. „Die Wannseekonferenz“)

hat Pat Domingo in Berlin getroffen.

Fotos Pat & Joy: Pius Martin. Alle anderen Fotos: Pat Domingo.

83


WIEN DURCH DIE

AUGEN VON FLORENTINA

OLAREANU

Was hat dich nach Wien geführt?

Es war Liebe beim ersten „Oida“. Außerdem

hatte ich Angst, denselben Weg wie meine Mutter

gehen zu müssen: Sie wollte, dass ich ihre

Praxis übernehme, aber ich wollte keine Zahnärztin

sein. Und an meinem Geburtsort habe ich

mich nie richtig zuhause gefühlt.

Was bewunderst du an Wien?

Das wäre eine sehr lange Liste, aber ich nenne

einmal zwei Punkte: Als grantiger Mensch gefällt

mir, dass es hier gesellschaftlich akzep-

Florentina Olareanu kam mit 18 Jahren aus

Westrumänien auf Wienbesuch, verliebte

tiert ist, einfach so zu sein, wie ich bin. Ich mag

sich auf den ersten Blick und zog kurzerhand

hierher. Zunächst arbeitete sie als

auch, dass es eine Stadt der Kontraste ist – in

manchen Aspekten sehr modern, in anderen

Zugbegleiterin – ihr Herz aber gehörte immer

der Fotografie und seit 2019 ist sie er-

sehr traditionell.

Was vermisst du in Wien?

folgreiche selbständige Fotografin in Wien.

Ich beneide Menschen, die einfach bei ihren

Sie spezialisiert sich auf Porträts, Werbefotografie

und Fotojournalismus und arbeitet

Eltern vorbeischauen können, auf eine selbstgekochte

Mahlzeit. Das ist etwas, über das ich

u. a. mit der New York Times und Lobmeyr

wahrscheinlich nie ganz hinwegkommen werde.

zusammen. Sie lebt mit ihrem Partner und

Für alles, was mir sonst fehlt, bietet Wien mehr

ihren zwei Katzen in Margareten.

als genug Ersatz.

Mehr Infos: goldenhour.pictures

Was könnte sich Österreich von Rumänien abschauen?

Ein bisschen Spontaneität, das wäre leiwand.

OPER

Vor etwa elf Jahren saß ich mit

meinem Partner im Auto, genoss

diesen Anblick und dachte: „Was

für ein Glück haben die Wiener,

an so einem Ort zu leben.“ Diese

Aussicht und jener Moment haben

mein Leben für immer verändert.

Keine Woche später suchten

wir nach Wohnungen hier.

Fotostrecke

Interview von

DAMITA PRESSL 84


MARGARETENHOF

Wahrscheinlich mein liebster

Ort in Margareten. Ich

liebe den Margaretenhof und

die lebendige Mischung der

umliegenden Geschäfte.


WEINBERGE

Ich liebe das pulsierende Großstadtleben, aber ebenso schätze ich Auszeiten in der Natur.

Den Zugang zu beidem zu haben, ist einfach unbezahlbar.

PALMENHAUS

Mein Lieblingsplatz im

1. Bezirk: Ich liebe das

Gewächshaus und dass

sich die Terrasse augenblicklich

mit Leben füllt,

sobald die Sonne auftaucht.

Fotostrecke

86


FILM CASINO

Das Film Casino ist für mich wie eine Zeitkapsel –

ein lebendiger Beweis dafür, dass Dinge ewig halten

können, wenn man sich gut um sie kümmert.

87


CAFÉ SAVOY

Ein wunderschönes Wiener Café, wo auch die

Kellner nett sind?! Das gibt’s tatsächlich! Am

meisten liebe ich aber, dass man hier die ganze

Vielfalt der Stadt an einem Tisch sitzen sieht.

LUKOIL Schmierstoffe aus der Wiener Lobau.

Erhältlich bei Klein Autoteile in 1220 Wien.

SCHMIERSTOFF

RATGEBER

88

FOTOSTRECKE


Was zeichnet die Österreichische Post als

diverse Arbeitgeberin aus?

Foto: Österreichische Post AG

EIN GESPRÄCH VON URSULA RESSL MIT

STEFANIE WUNSCH, HEAD OF RECRUITING,

ÖSTERREICHISCHE POST AG

Bunt steht für Vielfalt und Diversität, was bedeutet

das im Falle der Österreichischen Post?

Für uns als Österreichische Post ist Diversität

ein zentraler Bestandteil unserer

Unternehmensstrategie. Wir vereinen

unter einem Dach Menschen mit

einer Vielfalt an Geschlechtern, Religionen

und Weltanschauungen, Altersgruppen

und psychischen wie physischen Fähigkeiten, ethnischen

und sozialen Herkünften und Kulturkreisen.

Die gezielte Förderung dieser Bandbreite schafft

nicht nur eine wertschätzende Unternehmenskultur,

sondern auch ein besseres Verständnis für die

Bedürfnisse unserer Kund*innen. Außerdem sind

wir vom Potenzial divers zusammengesetzter Teams

überzeugt und sehen Vielfalt als einen entscheidenden

Wettbewerbsvorteil für unseren geschäftlichen

Erfolg: Vielfalt stärkt unsere Innovationskraft nachhaltig,

fördert die Kreativität und macht ein Unternehmen

erfolgreicher. Daher hat sich die Post zum

Ziel gesetzt, Diversität auch weiterhin im Unternehmen

zu fördern, denn der Unterschied macht den

Unterschied.

Vom Lehrling zum Vorstand – wie sehen die Karriere- und Weiterbildungschancen

bei euch aus?

Wir bieten vielfältige Karrierewege und legen großen

Wert auf die interne Entwicklung unserer Mitarbeiter*innen.

Es gibt zahlreiche Aus- und Weiterbildungsprogramme,

die individuelle Karrierepfade

unterstützen – vom Einstieg als Lehrling bis hin zu

Führungspositionen. Diese Programme zielen darauf

ab, Talente zu fördern und langfristige Perspektiven

innerhalb des Unternehmens zu schaffen.

Unser Alltag ist auf den großen Säulen

Freude, Leistung und Sinn aufgebaut, die

sich durch alle Arbeitsbereiche ziehen. Freude

drückt sich durch Begeisterung an der

Arbeit und Spaß mit den Kolleg*innen aus,

auch wenn es einmal stressiger wird. Außerdem

ist unser Arbeitsumfeld geprägt von

Offenheit, Wertschätzung und Humor: die

Führungs kräfte unterstützen Freude durch eine pro -

aktive und wertschätzende Feedbackkultur.

Welche Berufsbilder bietet ein:e Arbeitgeber:in wie die Österreichische

Post?

Die Österreichische Post ist eine attraktive Arbeitgeberin,

die eine breite Palette an interessanten Berufen

an Standorten in ganz Österreich bietet. Zu

entdecken gibt es vielfältige Bereiche in der Zustellung,

im Filialnetz oder in den Logistikzentren.

Wir bieten vielfältige Jobs in jedem Bereich an

und haben somit für jede Qualifikation und jedes

persönliche Interesse ein Jobangebot, wie zum Beispiel:

LOGISTIK: z. B. LKW-Fahrer*in, Disponent*in

FILIALE: z. B. Kundenberater*in

ZENTRALE: z. B. IT-Spezialist*in, Marketing-

Expert*in, Finanz-Expert*innen

DISTRIBUTION: Zusteller*in, Standortleiter*in

Diese Vielfalt an Berufsfeldern ermöglicht es,

unterschiedlichste Talente und Fähigkeiten im Unternehmen

einzubringen und weiterzuentwickeln.

Welche Skills braucht es für die Zukunft, um erfolgreich als Arbeitgeber:in

und Arbeitnehmer:in bestehen zu können?

Wir erkennen die Bedeutung von Diversität

und Nachhaltigkeit als zentrale Erfolgsfaktoren für

die Zukunft. Ein gemeinsames Verständnis für diese

Werte verbindet unsere Mitarbeiter*innen und

fördert eine Kultur des lebenslangen Lernens und

der Anpassungsfähigkeit. Unsere Führungskräfte

spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie

das „Warum und Wie“ klar kommunizieren und so

den Sinn der eigenen Tätigkeit für alle verständlich

machen.

Diese Herangehensweise ermöglicht es uns,

sowohl als Arbeitgeberin als auch als Unternehmen

erfolgreich in die Zukunft zu gehen.

89 ÖSTERREICHISCHE POST

Advertorial


JETZT BEWERBEN: DER BIBER IMPACT

AWARD 2025!

Vielfalt, Erfolg und gesellschaft licher Wandel

verdienen An erkennung – genau dafür steht der

Biber Impact Award.

Der Award würdigt außergewöhnliche

Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen,

die mit Vielfalt und Leistung beeindrucken.

Vielfalt ist ein Erfolgsfaktor – für Unternehmen,

Karrieren und Talente. Der Biber

Impact Award setzt genau hier an und rückt

inspirierende Persönlichkeiten und Organisationen

ins Rampenlicht. Gesucht werden

Vorbilder, die Vielfalt nicht nur leben, sondern

aktiv gestalten. Die Gewinner:innen

werden im Rahmen der Heftpräsentation

der nächsten Biber-Ausgabe im September

ausgezeichnet.

Bewerben können sich sowohl Einzel personen

als auch Unter nehmen und Institutionen!

Sei dabei und reiche deine Bewerbung ein!

Advertorial

IMPACT AWARD

90


Drei Kategorien für

herausragende Leistungen

I.

UNTERNEHMEN &

INSTITUTIONEN

Welche Unternehmen oder

Institutionen fördern aktiv Vielfalt?

Ob durch internationale Teams, globale

Geschäftstätigkeit oder besondere

Initiativen – diese Kategorie zeichnet

Organisationen aus, die Diversität

vorbildlich umsetzen.

II.

KARRIERE

Wer hat es mit Ehrgeiz, harter Arbeit

und einer beeindruckenden Erfolgsgeschichte

an die Spitze geschafft?

Gesucht werden inspirierende Persönlichkeiten,

die zeigen, dass Herkunft

keine Grenzen setzt.

in Kooperation mit

Jetzt mitmachen – so geht’s!

Bist du oder dein Unternehmen

ein Vorbild für Vielfalt, Chancengleichheit

und Erfolg? Dann bewirb

dich und schreib uns unter

office@biber.at, warum gerade du /

Im Oktober werden die Preisträger

im Rahmen eines Events im

Trompeten saal der Österreichischen

Post ausgezeichnet. Wir freuen uns

auf inspirierende Einreichungen!

dein Unternehmen es verdient

hast / hat, vor den Vorhang geholt zu

werden.

Reiche deine Bewerbung bis spätestens

31. Mai 2025 ein.

III.

TALENTE

Wer gestaltet die Zukunft

Österreichs? Diese Kategorie ehrt

junge Talente, die mit ihrem

Können, Engagement und Weitblick

neue Maßstäbe setzen.

UNTERSTÜTZEN SIE DEN

IMPACT AWARD ALS PARTNER!

Werden sie mit ihrem Unternehmen Partner

des Biber Impact Awards. Unser Team

berät sie gerne über Möglichkeiten!

KONTAKT

Daniela Steinklammer

steinklammer@biber.at

91 IMPACT AWARD

Advertorial


92


„Ich setze

mich dafür ein,

Hintergründe

zu beleuchten.“

Juan, Lichtmeister

Ein Mitarbeiter des ORF, der wie all seine Kolleginnen und Kollegen den Auftrag hat, mit einem

ausgewogenen Programm zu einer funktionierenden Gemeinschaft in Österreich beizutragen.

xciii


Sorg für morgen.

Unsere Zukunftsvorsorge.

Auf wienerstaedtische.at, telefonisch

und natürlich auch persönlich.

#einesorgeweniger

Ihre Sorgen möchten wir haben.

xciv

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