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"Babyklappen" retten Leben

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LEBE

Ausgabe 170 – Mai 2025

In caso di mancato recapito si restituisca al mittente che si impegna a pagare la relativa tassa Poste Italiane S.p.A. - Spedizione in abbonamento postale - D.L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 n. 46) art. 1, comma 2 e 3 - DCB Bolzano

„Babyklappen“ retten Leben

Paradigmenwechsel

durch „Babyklappen“

und Anonyme Geburt S. 4

„Mutter“ – was war

das noch gleich?

S. 12

Neue Wege durch neue

Herausforderungen

S. 20

Die erste Frage lautete:

„Möchten Sie die Schwangerschaft

fortsetzen?“ S. 30


Inhalt

3 Leitartikel

4 Paradigmenwechsel

durch „Babyklappen“

und Anonyme Geburt

7 Geschichtlicher Überblick

bezüglich „Babyklappen“

9 „Wir wollen Leben retten“

D

11 Muttertag

12 „Mutter“ –

was war das noch gleich?

15 „Samen säen“

16 Nachruf Bischof Andreas Laun

18 Veranstaltungskalender

19 Kalenderbilder und Verstärkung

für unser Team gesucht

20 Neue Wege durch neue

Herausforderungen

22 Beratungsstelle proFrau

24 Pressesplitter

25 Dank und Spendenaufruf /

Buchempfehlung

26 Stimmen des Lebens

28 Marsch für das Leben 2025

in Innsbruck

30 Die erste Frage lautete:

„Möchten Sie die

Schwangerschaft fortsetzen?“

IMPRESSUM

Herausgeber:

BEWEGUNG FÜ̈R DAS LEBEN SÜDTIROL VFG

Eintragung beim Landesgericht Bozen,

N. 25/92 R. ST. vom 9.9.92

Presserechtlich verantwortlich: Dr. Franz Pahl

Für den Inhalt verantwortlich: Hildegard Tscholl

Für die Redaktion verantw.: Martha Zöggeler

Redaktionsteam: Rosa Asam, Gustavo Brinholi,

Tobias Degasperi, Hildegard Tscholl,

Martha Zöggeler

Layout: Christian Bremer, Martha Zöggeler

Korrektur: Rosa Asam

Druck: Lanarepro GmbH

Auflage: 9.300 Stück

Für Textabdrucke bitten wir um Rücksprache

mit der Redaktion. Foto Titelseite: Shutterstock

Anschrift der Redaktion:

BEWEGUNG FÜR DAS LEBEN SÜDTIROL VFG,

Gampenstraße 49, I-39012 Meran

Tel. (+39) 0473 237338

info@bewegungfuerdasleben.com

lebe@bewegungfuerdasleben.com

www.bewegungfuerdasleben.com

Steuer-Nr.: 94027310211

IBAN: IT84 W060 4558 5910 0000 2711 000

SWIFT/BIC: CRBZIT2BO21

Bewegung für das Leben Südtirol VFG

Gampenstraße 49, I-39012 Meran

Tel. +39 0473 237338

WhatsApp: +39 351 7774669

www.bewegungfuerdasleben.com

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2

LEBE 170/2025


Liebe Freunde

für das Leben,

W

er von uns kennt eigentlich die „Babyklappe“ und ihre Bedeutung für die menschliche

Gesellschaft? Dem historischen Exkurs über das Aussetzen von Säuglingen, geschrieben

von Tobias Degasperi, können wir durchaus aufschlussreiche Erkenntnisse abgewinnen, um

in der Gegenwart Veränderungen herbeizuführen. Der traurige Fall des toten Babys in der

„Babyklappe“ von Bari hat einen positiven Aspekt ausgelöst. Wir berichten darüber und wollen

darüber hinaus zum öffentlichen Diskurs und zu direktem Handeln anregen. Neben der

Unterzeichnung der Petition „culla per la vita“ kann man Anfragen an Politiker und

Gesundheitsdirektoren richten, Leserbriefe schreiben, Filme und kurze Videos machen, diskutieren

und vieles mehr. Um eine Lawine ins Rollen zu bringen, genügen oft kleine Steine, um eine Wende

von der gegenwärtigen Kultur des Todes hin zu einer lebensfreundlichen Kultur zu bewirken, sind

es auch die Stimmen Einzelner, die diese Wende einfordern.

Bleiben wir beim Bild der kleinen Steine oder Samenkörner: Lesen Sie dazu auch den Beitrag von

Andrea de Beyer. Durch ihr Engagement auf den Straßen der Dörfer und Städte Südtirols wird das

Thema Abtreibung aus der Versenkung des Schweigens geholt und die Angesprochenen ändern

nicht selten ihre Meinung zu diesem Thema. Vielleicht können auch Sie sich vorstellen, sich in diesen

Dienst zu stellen. Wer weiß, vielleicht entdecken Sie dabei ein verborgenes Talent.

Ein großes Herzensanliegen ist die Verbreitung des Buches „Abtreibungsüberlebende“ des Ärzteund

Forscherehepaares Philipp und Marie Ney. Mit ihren in jahrzehntelanger Forschungs- und

Therapiearbeit gewonnenen Erkenntnissen stießen sie von Anfang an auf Widerstand und taube

Ohren. Aber die Wahrheit setzt sich Kraft ihrer selbst durch. Es liegt an uns, dieser Wahrheit mit

wachem Verstand ins Auge zu sehen und mutig die notwendigen Schritte zu tun. Jede Ideologie

kommt einmal zu Fall, und wie wir aus der Geschichte lernen können, führt die Rückbesinnung auf

die christlichen Wurzeln und die sittlichen Naturgesetze am schnellsten und nachhaltigsten zurück

zum Ziel.

Es grüßt Sie herzlich

Hildegard Tscholl

Vorsitzende der Bewegung für das Leben Südtirol

ADRESSEN LÖSCHEN ODER ÄNDERN

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Wir bekommen nach jedem Versand immer wieder Retoursendungen mit dem Vermerk

„Empfänger verzogen, unbekannt oder verstorben“.

Es ist schade, wenn die Zeitschriften im Müll landen, denn mit den aufgeklebten

Adressetiketten können wir sie nicht mehr weiter verwenden.

LEBE 170/2025 3


TITELTHEMA

Paradigmenwechsel durch

„Babyklappen“ und Anonyme Geburt

Am 2. Januar dieses Jahres wurde in der Kirche San Giovanni Battista

in Bari ein knapp vier Wochen altes Baby tot in einer „Babyklappe“

aufgefunden. Aufgrund eines vermuteten technischen Fehlers soll sich

die Klappe der Wiege nicht geschlossen haben, so dass das

Handy des zuständigen Pfarrers kein Warnsignal erhielt und das Baby

laut Medienberichten aufgrund der herrschenden Kälte erfror.

Von Hildegard

Tscholl

N

ormalerweise schaltet

sich die Heizung ein, sobald

das Baby in der Wiege

liegt und die Klappe geschlossen

wird. Nach einigen

Minuten wird das Warnsignal

an das angeschlossene Telefon

weitergeleitet, damit sich die

Person, die das Baby abgibt, unerkannt entfernen

kann. In dieser „culla per la vita“ („Wiege für

das Leben“) in Bari wurden in den letzten Jahren

bereits zwei Babys abgegeben, die nun über

ein geschütztes Adoptionsverfahren in einer

intakten Familie leben können. Dieser Vorfall

könnte die „culle per la vita“, welche größtenteils

durch das Engagement von Lebensschutzorganisationen

in kirchlichen und privaten Einrichtungen

entstanden sind, in Misskredit bringen.

Sie werden von mutigen und engagierten Menschen

betreut. Unterstützt durch gesetzliche

Kontrollmechanismen können sie jedoch weiterhin

gute und wertvolle Dienste leisten.

Unterschriftenkampagne

Nach dem tragischen Vorfall in Bari wurde die

Unterschriftskampagne „culla per la vita“ ins

Leben gerufen. Die Initiatoren fordern von der

italienischen Regierung die Schaffung eines

Rahmengesetzes, das vier spezifische Punkte

vorsieht:

• die „Babyklappe“ muss als humanitäre Hilfe

der „Anonymen Geburt“ gleichstellt werden;

• für jede Geburtenstation eine „Babyklappe“;

• für jede Geburtenstation ein multidisziplinäres

Team, welches den Müttern und Familien

professionell zur Seite steht;

• Staat, Regionen und Gemeinden sollten die

Öffentlichkeit darüber informieren.

„Wenn der Kultur des Lebens der Weg nicht bereitet

wird und den Menschen keine Alternativen

zur Abtreibung vorgestellt werden, kann sich die

Hoffnung nicht ausbreiten und Abtreibung und

Kindstötung werden zunehmen. Lassen wir das

nicht zu, eine Änderung ist möglich“, schreiben

die Initiatoren in einer Mitteilung.

Die Geburt eines Kindes wird von Müttern und

Vätern in den meisten Fällen als ein freudiges

und außergewöhnliches Ereignis erlebt. Es gibt

aber auch Familien, meist sind es jedoch alleinstehende

Frauen, für die aufgrund ihrer prekären

Lebenssituation ein Kind eine unüberwindbare

Herausforderung darstellt und die sich

schämen, sich zu erkennen zu geben. Ihnen gilt

es, Respekt und Mitgefühl entgegenzubringen.

„Babyklappen“ oder besser „Wiegen fürs Leben“

sind Lebensretter und ein Anker der Hoffnung

und Liebe gerade für diese Mütter und

ihre Kinder.

„Anonyme Geburt“

Die „Anonyme Geburt“ hingegen gibt der Mutter

die Möglichkeit, ihr Kind in einem geschützten

Rahmen in einer Geburtsklinik zur Welt zu

bringen. Der Weg bis hin zur „Anonymen Geburt“

ist im Idealfall professionell geplant und

begleitet. Es gibt aber auch Situationen, in denen

eine Mutter spontan aufgenommen werden

muss, um ihr Kind zu entbinden und es anschließend

zur Adoption freizugeben. Gerade in solchen

Ausnahmefällen ist es wichtig, dass ein

professionelles Team vor Ort ist, um sensibel zu

interagieren.

In der öffentlichen Wahrnehmung gilt die Mutter,

die ihr Kind „weggibt“, leider immer noch

als Rabenmutter. In Wirklichkeit ist aber gerade

diese Frau eine Heldin, weil sie, nachdem sie ihr

Kind neun Monate in sich getragen hat, den

großen Schmerz der Trennung durchlebt, um

ihrem Kind vom ersten Augenblick an ein Leben

bei Eltern zu ermöglichen, denen der sehnlichste

Wunsch nach einem eigenen Kind verwehrt

bleibt. Es ist daher dringend notwendig, die

Bevölkerung durch Aufklärungskampagnen dafür

zu sensibilisieren, wie wichtig und heilsam

es ist, auch in schwierigen und aussichtslos

scheinenden Situationen einem Kind das Leben

4

LEBE 170/2025


Foto: Shutterstock

In welchen Regionen Italiens gibt es wie viele „Babyklappen“?

Abruzzen 1 in Pescara

Aostatal 1 in Aosta

Apulien 3 in Bari, Faggiano und Monopoli

Basilikata 1 in Potenza

Emiglia Romagna 4 in Bologna, Parma, Piacenza und Ravenna

Kalabrien 1 in Cosenza

Kampanien 2 in Neapel und Salerno

Latium 3 in Cassino, Civitavecchia und Rom

Ligurien 5 in Albenga, Ceriale, Sestri Levante und 2 in Genua

Lombardei 11 in Abbiategrasso, Bergamo, Brescia, Crema, Cremona,

Marcallo con Casone, Melegnano, Mailand, San Giuliano Milanese,

Varese, Vigevano

Marken 3 in Ancona, Fabriano und Senigallia

Piemont 5 in Asti, Biella, Casale Monferrato, Giaveno und Turin

Sizilien 9 in Bagheria, Caltanissetta, Giarre, Messina, Trapani,

Vittoria/Ragusa und 3 in Palermo

Toskana 4 in Empoli, Massa und 2 in Florenz

Umbrien 3 in Città di Castello, Perugia und Terni

Veneto 5 in Camposanpiero, Padua, Schiavonia-Monselice,

Venedig/Mestre und Vicenza

Keine „Babyklappen“ gibt es bisher in folgenden Regionen:

Friaul Julisch Venetien, Trentino-Südtirol, Molise, Sardinien.

www.culleperlavita.it

LEBE 170/2025 5


A

m 27. November 2019 wurde ein Beschlussantrag

der Partei „Die Freiheitlichen“ zur

Einführung von „Babyklappen“ in Südtirol

vom Landtag mit einer breiten Mehrheit von 28

Ja-Stimmen genehmigt. Darin forderte der

Landtag die Landesregierung auf, eine Analyse

zu machen, inwieweit bestehende „Babyklappen“

in Deutschland und Österreich in ihrer

Funktion und Zielsetzung den Bedarf erfüllen

sowie die rechtliche Situation in Italien zu

prüfen.

Dreieinhalb Jahre später, am 9. Mai 2023, brachte

die heutige Landesrätin Ulli Mair von den

Freiheitlichen bei einer aktuellen Fragestunde

des Südtiroler Landtages das Thema erneut zur

Sprache. Wenige Wochen zuvor hatte das Thema

hohe Wellen geschlagen, nachdem der Fall

des kleinen Enea bekannt wurde, welcher in der

„Babyklappe“ einer Mailänder Klinik aufgefunden

wurde. Dazu ersuchte die Abgeordnete die

Landesregierung um die Beantwortung folgender

Fragen: Wurde die Analyse hinsichtlich einer

möglichen Einführung von „Babyklappen“ durchgeführt?

Wenn ja, mit welchem Ergebnis? Wenn

Keine „Babyklappe“ für Südtirol

nein, aus welchen Gründen nicht? Wie schätzt

derzeit die Landesregierung die Möglichkeit zur

Einführung von „Babyklappen“ in Südtirol ein,

zumal bereits „Babyklappen“ in Italien seit etlichen

Jahren existieren? Welche weiteren Schritte

zur Umsetzung des angeführten Beschlussantrages

sind derzeit geplant?

Landeshauptmann Arno Kompatscher, zu dieser

Zeit auch Landesrat für das Sanitätswesen,

schickte voraus, dass jede Initiative, durch welche

Tragödien verhindert werden könnten, begrüßenswert

sei. Die Analyse, die der Sanitätsbetrieb

vorgenommen habe, habe ergeben:

Es gebe keine Daten, dass Neonatizide oder

Schwangerschaftsabbrüche vermieden oder

verringert würden. „Babyklappen“ verhinderten

keine Tötungen von Kindern, diese stünden mit

anderen Gründen in Zusammenhang. Das Konzept

der „Babyklappen“ könne missbraucht werden.

Derzeit sei aufgrund dieser Analyse keine

Umsetzung geplant. Das Thema sei keines, das

sich für schwarz-weiß-Antworten hergebe. Er

halte die anonyme Geburt für ein gutes Konzept

- was nicht bedeute, dass das Eine das Andere

ausschließe.

zu schenken. Mütter, die diesen heroischen

Schritt wagen, verdienen Lob und Anerkennung.

Die flächendeckende Einrichtung und Förderung

von „Babyklappen“ in allen Krankenhäusern

mit Entbindungsstationen ist ebenso, wie

die „Anonyme Geburt“ eine Bringschuld des

Staates in der heutigen Zeit. Sie müssen eine

sinnvolle Ergänzung zur Unterstützung durch

die Beratungsstellen und durch das Sozialsystem

sein. Es stellt tatsächlich einen Paradigmenwechsel

und Hoffnung zugleich für das neugeborene

Leben dar. Wie schnell würde sich die

Einstellung zur Abtreibung ändern! Wie schnell

würden Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit und Engagement

wieder Einzug in unsere Gesellschaft

halten. Bis dahin mag es noch ein weiter Weg

sein, aber der erste Schritt muss immer getan

werden. Stellen wir uns die verrückte Idee vor,

am Eingang eines jeden Krankenhauses steht

in großen Lettern: „Wir haben eine ,Babyklappe‘!

Gib Deinem Kind eine Chance!“ Oder

besser: „Wir beherbergen eine ,Wiege für das

Leben!‘ “, ergänzt durch Aufklärungsbroschüren

und andere öffentlichkeitswirksame

Maßnahmen!

Lombardei Spitzenreiter

Mit elf registrierten „culle per la vita“ liegt die

Lombardei an der Spitze der italienischen Provinzen.

Südtirol hingegen gehört zu den wenigen

Provinzen, die über keine „Babyklappe“

verfügen. Die Südtiroler Landesregierung sieht

keine Veranlassung, diesen Mangel zu beheben.

Dies wurde in der Plenarsitzung des Südtiroler

Landtags vom 9. Mai 2023 den Abgeordneten

bekannt gegeben. In Südtirol gibt es auch kaum

Anonyme Geburten.

Eine Regierung, die alles tut, um jedes Kind zu

retten, wird in ihrem Land ein starkes Volk hervorbringen;

ein Volk, das auf einem gesunden

und festen Wertefundament steht; ein Volk, das

seine Schwächsten, die Kinder, Alten und Kranken,

zu schätzen und zu schützen weiß; ein Volk,

das die Mütter und Väter ehrt und die Familien

fördert. Langfristig wird das Land, in dem jedes

Kind willkommen ist, in Frieden und Wohlstand

leben können.

6

LEBE 170/2025


Foto: Shutterstock

Kurze Geschichte der „Babyklappen“

„Babyklappe“ - ein modernes Wort für eine antike soziale Hilfeleistung!

Das unbarmherzige Phänomen der Aussetzung von Kindern ist uns

Europäern nicht mehr vertraut - bis ins 20. Jahrhundert hinein trat es

jedoch massenhaft auf und ist in vielen Ländern auf der Erde,

beispielsweise sei Indien genannt, weiterhin ein Problem.

TITELTHEMA

Von Tobias

Degasperi

D

ass Mütter bzw. Familien

ihre Kinder aussetzen, hat

sehr unterschiedliche

Gründe; das Anliegen jener,

die „Babyklappen“ einrichten,

ist jedoch durch die Zeiten

gleichgeblieben: es geht um

die Rettung des Kindes. In unseren

Tagen will man das Kind hauptsächlich

vor der Abtreibung bewahren, in den früheren

Zeiten ging es hingegen eher um die Rettung

vor der tödlich endenden Aussetzung nach der

Geburt. Ein Neugeborenes sich selbst zu überlassen,

bedeutete den sicheren Tod. Nun war es

bereits in der Antike üblich, dass Kinder ausgesetzt

und oftmals auch glücklicherweise von

Fremden aufgenommen wurden - sie wurden

dann Findelkinder genannt. Das berühmteste

Beispiel ist wohl jenes der Gründersage Roms,

die von den beiden Findelkindern Romulus und

Remus erzählt, die von einer Wölfin aufgezogen

werden. Im biblischen Bereich ist uns die Geschichte

rund um Mose wohlbekannt, der von

der ägyptischen Prinzessin angenommen wird.

Neugeborene Kinder waren im antiken Griechenland

und besonders dann in Rom der Willkür

des “pater familias”, des Hausvaters,

ausgesetzt. Dieser entschied über Leben oder

Tod des Kindes. Wenn das Kind nicht getötet,

sondern ausgesetzt wurde, so geschah dies

meist an öffentlichen Plätzen, wo die Chance,

gefunden zu werden, am größten war. Diese

grausame Handhabe mit vielen Kindern galt in

der Antike nicht als Unrecht. Dies änderte sich

erst mit dem Aufkommen des Christentums.

Jedes menschliche Wesen hatte nun eine göttlich

geschenkte Würde und sollte geschützt

bzw. im christlichen Interesse auch getauft werden.

So wie sich die ersten Christen bereits

gegen die bei den Römern übliche Praxis der

Abtreibung wehrten, ergriffen sie auch Partei für

die ausgesetzten Kinder. Bereits 374 n.Chr. wurde

die Kindstötung - noch unter dem römischen

Kaisertum - als illegal bezeichnet, ab dem 6.

Jahrhundert wurden Findelkinder unter den

besonderen Schutz der weltlichen oder geistlichen

Obrigkeit gestellt. In jenem Jahrhundert

wurde erstmals eine Art Vorläufer der „Babyklappe“

in Kirchen installiert: an den Eingängen

positionierte man Marmorbecken, in denen gefundene

Kinder hineingelegt werden konnten,

damit sie in sichere Obhut kamen. Die Kirche

selbst übernahm teilweise die Versorgung

durch Pflegeeltern und baute diese im Laufe

LEBE 170/2025 7


Das erste Baby wurde 2006 in Rom in eine „Babyklappe“ gelegt

I

n Italien wurden seit Beginn im Jahr 2006

14 Kinder in „Babyklappen“ abgegeben: Das

erste war ein kleiner Junge, abgelegt in der

Poliklinik Casilino in Rom. In dieselbe „Babyklappe“

wurde jeweils 2019 und 2020 ein Baby

gelegt. Drei Kinder wurden in der Mangiagalli-

Klinik in Mailand gerettet, eines 2016 in Abbiategrasso/Mailand,

zwei in Florenz, ein kleines

Mädchen 2021 und ein Mädchen 2024 in Bergamo.

In Bari konnten zwei Kinder gerettet werden,

in derselben „Babyklappe“, die sich in der

Pfarrei San Giovanni befindet, wurde Anfang

2025 ein kleiner Junge abgelegt, welcher aber

am 2. Januar 2025 durch Unterkühlung tot aufgefunden

wurde.

der folgenden Jahrhunderte aus. Erste Findelund

Waisenhäuser wurden errichtet und schließlich

im 12. Jahrhundert ein eigener Orden, der

Heilig-Geist-Orden, mit diesen spezifischen Aufgaben

betraut. Nachdem Papst Innozenz III. einen

Fischer beobachtet hatte, der drei Kinderleichen

aus dem Tiber gefischt hatte, holte er

den Gründer des Heilig-Geist-Ordens, Guy de

Montpellier, nach Rom und beauftragte ihn mit

der Gründung der Findlingshospitäler Santo

Spirito und Santa Maria in Sassia. Ebendort wurden

Drehklappen bzw. Drehladen („torna ruota“)

eingerichtet, in deren mittig angebrachten Mulde

die Findelkinder hineingelegt und nach innen

gedreht werden konnten,

sodass die aussetzende

Person anonym blieb. Bis ins

15. Jahrhundert verbreitete

sich dieser Orden und seine

Praxis der Drehklappen, vornehmlich

im heutigen Italien.

Allmählich übernahmen

jedoch auch bürgerliche Institutionen

die Sorge und

Pflege von Findelkindern,

sodass es in jeder größeren

Stadt Findelhäuser gab. Mit

der allgemeinen Bevölkerungszunahme

ab dem 18.

Jahrhundert stieg auch die Zahl der Kindsaussetzungen

und parallel dazu die Gründung von

Einrichtungen, die sich ihrer annahmen. Entscheidend

für die Anzahl der Findelkinder war

meistens, wie niedrig die Aufnahmeschwelle

dafür war: Dort, wo Findelhäuser mit Drehläden

waren, wurden besonders viele Kinder abgegeben.

In Italien etwa gab es in der Mitte des

19. Jahrhunderts an die 1200 Drehklappen.

1865 jedoch wurden sie verboten, da die Zahl

der ausgesetzten Kinder ungeahnte Dimensionen

erreicht hatte und die Schuld daran der

Existenz von niederschwelligen Angeboten wie

den Drehklappen zugeschoben wurde. Erst im

fernen Jahr 1992 wurde das Konzept dieser Einrichtungen

wieder aufgenommen und konkret

auf Vorschlag des “movimento per la vita” zunächst

in Casale Monferrato reaktiviert, um Frauen

auch die Möglichkeit der anonymen Geburt

zu geben und Kinder gleichzeitig vor der Aussetzung

oder der Abtreibung zu schützen. Ab

1995 verbreitete sich diese Idee auch in anderen

italienischen Städten und führte zur Aktivierung

zahlreicher „Babyklappen“ („culle per la vita”),

meist angeschlossen an religiöse Institute oder

staatlich gesundheitliche Einrichtungen. In

Deutschland kam es ab 1999 zur Gründung

zahlreicher „Babyklappen“: Pioniere waren der

Sozialdienst Katholischer

Frauen in Amberg und das

Die Einrichtung von niederschwelligen

Angeboten,

wie es die „Babyklappe“

darstellt, ist ein

Akt des sozialen Gewissens

und der konkreten

Hilfe in Schwangerschaftskonflikten.

„Projekt Findelbaby” in

Hamburg. In Italien bieten

diesen Dienst auch teils öffentliche

Krankenhäuser

an, beginnend ab 2006 mit

dem Polyklinikum Casilino

in Rom. Mittlerweile hat

sich auch die Technik dazugesellt

und moderne „Babyklappen“

sind sogar mit

einer Art Heizung ausgestattet,

damit das Baby

nicht erfriert.

Kindesaussetzung ist kein Problem vergangener

Jahrhunderte, sondern auch für unsere Gesellschaft

eine Herausforderung und Prüfstein unserer

Humanität. Noch immer sehen sich zahlreiche

Frauen und Familien dazu genötigt, ihre

Neugeborenen abzugeben, weil finanzielle, soziale

oder persönliche Gründe sie dazu drängen.

Die Einrichtung von niederschwelligen Angeboten,

wie es die „Babyklappe“ darstellt, ist ein Akt

des sozialen Gewissens und der konkreten Hilfe

in Schwangerschaftskonflikten. Mögen aus der

Geschichte die richtigen Lehren gezogen werden,

damit auch heute viele Kinder angenommen

und ins Leben geführt werden können. ◻

8

LEBE 170/2025


Foto: Shutterstock

„Wir wollen Leben retten“

TITELTHEMA

25 Jahre „Babyklappen“ in Deutschland

Eine Klappe, hinter der ein geheiztes Kinderbett steht. Seit 25 Jahren

können Mütter in vielen Städten dort ihre Babys anonym ablegen.

Seriöse Zahlen dazu, wie oft das passiert, gibt es nicht.

Aber: Der von Kritikern befürchtete Andrang blieb aus.

E

ine Eisentreppe an der Rückseite des

St. Vinzenz-Krankenhauses in Hanau führt

einige Stufen nach oben. Dort, in einer

kaum einsehbaren Nische, steht in roten Buchstaben

das Wort „Babyklappe“. Sie öffnet sich,

wenn jemand den Knopf links daneben drückt.

Hinter der Klappe steht ein Wärmebett, die Decke

hat einen Bärchenaufdruck. „Meist werden

die Kinder in ein Tuch gewickelt auf der Decke

abgelegt“, sagt Schwester Annette Biecker vom

Seelsorgeteam des Krankenhauses dem Evangelischen

Pressedienst (epd). Zehn Minuten

nachdem die Klappe geschlossen wurde, ertönt

in der Ambulanz ein Signal. Das Baby wird

geholt und untersucht, die Suche nach Adoptiveltern

beginnt.

Vor 25 Jahren, am 8. April 2000, hat der Verein

„SterniPark“ in Hamburg die erste „Babyklappe“

in Deutschland eröffnet, und zwar an einer Kita.

Anlass war damals der Fund einer Babyleiche

in einer Hamburger Recyclinganlage. Die Idee

fand viele Nachahmer, rund 100 gibt es Schätzungen

zufolge mittlerweile in Deutschland, genaue

Zahlen fehlen. Seit Eröffnung der „Babyklappe“

haben wir 56 Leben gerettet, teilt

„SterniPark“ auf seiner Internetseite mit.

Die erste „Babyklappe“ in einem Krankenhaus

geht auf die Initiative von Gabriele Stangl zurück.

LEBE 170/2025 9


Die Pastorin und Seelsorgerin am Berliner Krankenhaus

Waldfriede hatte mit einer alten Frau

gesprochen, die ihr berichtete, gegen Ende des

Zweiten Weltkrieges ihr Baby im Wald abgelegt

zu haben. Sie war vergewaltigt worden, hatte

zwei Kinder und ihr Mann war in Gefangenschaft.

„Sie konnte sich niemals verzeihen, was

sie getan hat“, erinnert sich Stangl.

Erste „Babyklappe“ in einer Klinik

Wenig später habe ein Diakon mit einer schwangeren

Prostituierten vor ihr gestanden. Sie war

verzweifelt, weil sie Angst hatte, dass ihr Zuhälter

das Kind verkauft, sagt Stangl. Die Pastorin wollte

helfen, eventuell mit der Vermittlung einer anonymen

Geburt. Das ist illegal, habe ihr ein Arzt

gesagt und Hilfe abgelehnt. Stangl hatte die

Schicksale der alten Frau und der Prostituierten

im Hinterkopf, als sie von der „Babyklappe“ in

Hamburg hörte. „Ich wollte nie wieder so verzweifelte

Menschen wegschicken“, sagt sie. Das

verbiete ihr auch ihr Glaube.

Nach Überzeugungsarbeit der Seelsorgerin

eröffnete die „Babyklappe“ im Haus Waldfriede

im September 2000. Entgegen der Annahme

von Kritikern, dass man es den Müttern zu leicht

mache und die Frauen bald Bauch an Bauch

stehen würden, um ihre Kinder abzugeben, waren

es bis zu ihrem Abschied im Jahr 2017 insgesamt

26 Kinder, sagt Stangl.

Schlimm war, als 2002 ein ermordetes Baby in

der Klappe lag. Gabriele Stangl ist noch heute

überzeugt, dass nicht die Mutter die Täterin war.

Die Presseberichte über das Daniel Simson genannte

Kind gingen um die Welt.

Mit großer Freude hingegen erinnert sich Stangl

an einen Jungen, der im selben Jahr abgegeben

worden war. Drei Tage später stand ein junges

Paar vor ihr, sie 17 Jahre alt, er 18. Sie beteuerten

weinend, die Eltern zu sein. Nachdem die Mutterschaft

festgestellt worden war, nahmen sie

das Kind mit. Das Jugendamt wurde zur Unterstützung

eingeschaltet und die Großeltern

packten mit an.

Sie habe oft erlebt, dass Mütter sich das Leben

mit dem Kind zutrauen, wenn sie in ihrer Not

gehört werden und Hilfe bekommen, sagt

Stangl. Sie habe auch viele Frauen betreut, die

später zu anonymen Geburten ins Krankenhaus

gekommen seien. Ein Drittel von ihnen habe das

Kind am Ende behalten, die anderen haben es

zur Adoption freigegeben. „Aber die Geburt

war sicher und das Kind wurde betreut“, betont

Stangl.

Die Pastorin im Ruhestand hat noch heute Kontakt

zu einigen Kindern. „Sie sollen wissen, was passiert

ist“, sagt sie und unterscheidet zwischen der

Bauch-Mama und der Herz-Mama: „Das Kind ist

bei beiden gewachsen, das kann man erklären.“

Manchmal kommt die

leibliche Mutter zurück

„Es ist Teil ihrer Identität“, sagt auch Florian Hillenbrand

von der Adoptionsvermittlung des Sozialdienstes

katholischer Frauen in Fulda, der

die Kinder aus der „Babyklappe“ in Hanau vermittelt.

Die „Babyklappe“ sei Teil der Herkunftsgeschichte

eines Kindes. Wissen ist für die Kinder

besser einzuordnen als eine Ahnung oder

gar die Fantasie. Manche Menschen könnten

damit in ihrem weiteren Leben sehr gut umgehen,

für andere sei es eine große Verletzung.

Der Sozialdienst katholischer Frauen betreibt

auch zwei „Babyklappen“ in Fulda und Kassel.

Dort sowie in Hanau seien seit 2001 insgesamt

49 Kinder abgegeben worden. 42 wurden später

adoptiert, sieben Kinder kamen zurück zu

den leiblichen Müttern.

Das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung

ist ein Grundrecht, darauf verweisen Kritiker

der „Babyklappen“. Denn für die Kinder

aus einer „Babyklappe“ ist das in den allermeisten

Fällen nicht einzulösen. Anders ist es bei

einer gesetzlich geregelten vertraulichen Geburt,

bei der Frauen seit 2014 medizinisch sicher

und zunächst anonym entbinden können: Die

Daten der Mutter werden hinterlegt und das

Kind kann ab dem Alter von 16 Jahren eine

Auskunft verlangen.

Wie groß die Belastung sein kann, nichts über

die eigene Herkunft zu wissen, gar keinen Bezug

dazu haben, weiß auch Marion Meister vom Sozialdienst

katholischer Frauen, die an der Einrichtung

der „Babyklappe“ in Hanau mitgewirkt hat.

Im Wärmebett im St. Vinzenz-Krankenhaus liegt

deshalb ein Brief an die Mutter in mehreren Sprachen.

Darin stehen Hinweise, wo sie Hilfe für sich

finden kann und die Bitte, dem Kind etwas mitzugeben:

einen Gruß, eine Nachricht, ein Schmusetier.

„Wir wollen Leben retten“, betont Meister.

Gleichzeitig freuten sich alle, wenn das Kind etwas

von der leiblichen Mutter bekomme. ◻

Quelle: Livenet - www.livenet.ch

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Foto: Shutterstock

MUTTERLIEBE

ist die stärkste,

schönste und

selbstloseste

Liebe der Welt

Wir wünschen

allen Müttern

von Herzen

alles Gute zum

MUTTERTAG!

LEBE 170/2025 11


„Mutter“ – was war das noch gleich?

Wenn jungen Müttern ihr Instinkt und ihre Kompetenz

abgesprochen wird, wird die ganze Gesellschaft kälter.

Ein persönliches Plädoyer für Mut zu mehr Mütterlichkeit.

W

irft man einen Blick in Zeitschriften oder

die Onlineausgaben von Zeitungen, in

denen Frauen sich vor ihrem eigenem

Erfolg mit erhobener Nase posieren und Arme

verschränkend sowie selbst-, ja fast siegesbewusst

und mit kaltem Blick den Betrachter anvisieren,

so fragt man sich, wo denn die Mütter

geblieben sind: jene Frauen, die mit beiden

Füßen auf dem Boden stehen und mit Lächeln

und Hingabe für den Erhalt der Menschheit

stehen und dafür sorgen, dass es in dieser Welt

etwas liebevoller und wärmer zugeht. Das tun

sie ebenfalls mit hochgekrempelten Ärmeln

und einem gewissen Stolz, aber nicht aus Hochmut,

sondern mit einem Heldenmut, der aus

Tatkraft und einem echten

Selbstbewusstsein resultiert;

jenem Bewusstsein

über die Stärke der eigenen

Weiblichkeit.

Weiblichkeit scheint heutzutage

eher ein Fremd-, wenn

nicht gar Schimpfwort geworden

zu sein. Mal ganz

abgesehen davon, dass die

Welt kaum noch zu wissen

scheint, was „weiblich“ oder

was „Frau“ ist. Hinzu kommt,

dass der Frau politisch gern

alles abgenommen wird,

was ihr zutiefst eingeschrieben ist: Mutter zu

sein, Kindern das ABC in Sachen Manieren und

Sprache beizubringen, ihnen Liebe, Geborgenheit

und Zuversicht mit auf den Lebensweg zu

geben.

Gesellschaftliche Meinung versus

weibliche Intuition

Die Mutter von heute soll — so empfinden es

nicht wenige Mütter — in aller Öffentlichkeit

Strenge zelebrieren, dem Kind bitte auch ja

nichts durchgehen lassen und den Willen vor

aller Augen brechen: Gut gemacht, Frau. Aber

ist das wirklich gut? Muss einem eine gesellschaftliche

Meinung vorschreiben, wie Mutter

zu sein hat? Spüren Frauen nicht selber, was

richtig wäre?

Von Dorothea Schmidt

Mütter haben einen

ihnen zutiefst

innewohnenden

mütterlichen Instinkt

und vor allem eine

Liebe zum Kind, den

kein Erzieher sich

antrainieren kann.“

Fragen, über die sich Mütter in Mutter-Kind-

Gruppen austauschen, die es hierzulande immerhin

noch gibt — in den Niederlanden oder

auch Frankreich sucht man sie wie die Nadel im

Heuhaufen. Im Austausch hört man Mütter immer

wieder sagen, dass, wenn man nicht auf das

eigene Innere hört, man leicht in diese „Strenge-

Falle“ der Ausläufer der schwarzen Pädagogik

tappt, wie sie in der zweiten Hälfte des letzten

Jahrhunderts propagiert wurde: Strenge, Demütigung,

Einschüchterung, ja sogar Gewalt.

Den Begriff prägte übrigens eine Frau: die Publizistin

Katharina Rutschky. Aber ist nicht vielmehr

wahr, was Friedrich Fröbel sagte: „Erziehung

ist: Beispiel. Und Liebe. Sonst nichts“?

Dabei impliziert Liebe

durchaus auch mal Strenge,

aber eben keine Härte.

Auf Beziehungsebene

setzen

Zum Glück gibt es auch

Pädagogen wie Jesper

Juul, die auf die Beziehungsebene

setzen und

dem Kind erlauben, ein

menschliches Gegenüber

mit Bedürfnissen und Wünschen

zu sein. Er prägte

auch den Satz: „Kinder können

nicht verwöhnt werden, indem sie zu viel

bekommen, was sie wirklich brauchen.“ Gut

auch, dass die Wissenschaft weiß, wie wichtig

die Mutter-Kind-Beziehung in den ersten Lebensjahren

ist.

Schade nur, dass dieses allseits bekannte Faktum

scheinbar doch nicht so bekannt ist, oder

vielleicht schlichtweg unter den Teppich gekehrt

wird. In den Niederlanden beispielsweise gilt es

als klug, wenn man das Kind so früh wie möglich

in die Krippe gibt — dann tue es sich leichter mit

der Trennung, heißt es.

Ganz wie die Erzieherin!

Aber dann sind es auch die Erzieher, die den

ersten Schritt des Kindes miterleben, dessen

erstes Wort hören (das dann freilich nicht das

Wort „Mama“ ist, (welches alle Mütterherzen vor

12

LEBE 170/2025


Foto: Shutterstock

Liebe überfließen lässt). Da Kinder außerdem

durch Imitation lernen und Emotionen, Verhalten

und Strategien anderer Personen in das eigene

Erleben und Verhalten integrieren, könnte

es sein, dass es nicht die elterlichen nonverbalen

Eigenheiten übernimmt, sondern die der Erzieher.

Dann heißt es nicht: Ganz die Mama/der

Papa, sondern: Ganz die Erzieherin. Ist es das,

was wir wollen?

Wollen wir auch nicht mitbekommen, wenn

schreiende Babys in mancher Krippe im Maxi

Cosi nach draußen gesetzt werden bis sie aufgehört

haben zu schreien? Begrüßen wir, dass

Ecken in Kita-Räumen dazu missbraucht werden,

weinende Kinder sich selbst zu überlassen?

Bekommt man das als Mama mit, und bricht es

einem das Herz, so dass man das Kind in die

Arme schließen möchte, wird man zurückgepfiffen:

„Halt, der soll sich gewöhnen, dass seine

Eltern nicht da sind.“ Und Gefühle gilt es sowieso

zu verdrängen.

„Alles eine Frage der Gewöhnung“?

Dies hat sich in den Niederlanden zugetragen,

aber ähnliche Geschichten hört man auch aus

Deutschland. Selbiges Kind wurde mit Wucht

auf die Couch gesetzt, nachdem er auch nach

Stunden noch „plärrte“ und die Nerven der Erzieherin

sichtlich strapazierte. Es war am ersten

Tag im Kindergarten. Seine Eltern hatten es abgegeben

und ihm auf dessen Schreien den Rücken

gekehrt, um in aller Seelenruhe heimzugehen.

„Alles eine Frage der Gewöhnung“, sagten

sie. Aber ist nicht wahrscheinlicher, dass es eine

Frage der Zeit ist, bis es resigniert?

Interessant ist, dass in unserem Nachbarland

von Frau zu Frau folgender Satz weitergegeben

wird — quasi das Mini-Credo für Mütter: „Da

mussten wir alle durch. Beim zweiten Kind ist

das schon viel leichter.“ Das Gute daran: Es zeigt,

dass Mütter noch mütterliche Gefühle haben.

Das Schlechte: Sie verdrängen sie. Wer aus der

Reihe tanzt und das Kind im Kindergarten eingewöhnen

will, bekommt nach spätestens drei

Tagen den Sozialarbeiter auf den Hals gehetzt.

Ob es sein könnte, dass man nicht loslassen

wolle und zu sehr glucken würde.

Zum Schweigen gebracht

Fremderziehung wird hochgehalten, Müttern

erzieherische Kompetenzen abgesprochen,

auch hierzulande. Sicher haben die meisten

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Foto: Privat ®

Mütter nicht Pädagogik und die einzelnen Entwicklungsschritte

im Leben eines Kindes studiert.

Aber denkt jede Erzieherin darüber nach,

warum ein Kind sich gerade so und nicht anders

verhält, was das mit dem Alter zu tun hat und

was man jetzt aus der Maßnahmenkiste ziehen

muss, damit alles gut wird?

Mütter haben einen ihnen zutiefst innewohnenden

mütterlichen Instinkt und vor allem eine

Liebe zum Kind, den kein Erzieher sich antrainieren

kann. Mütter kennen ihre Kinder besser

als jeder noch so ausgebildete Erzieher. Aber

werden sie ernstgenommen? Nein, manche

Erzieher fühlen sich vielmehr gekränkt, wagt

eine Mutter einmal der Erzieherin ihre Sorgen

mitzuteilen, berichten Frauen (was nicht bedeutet,

dass es nicht auch Erzieher mit Verstand und

Herz gibt!). Und mit harschen Worten werden

Mütter dann zum Schweigen gebracht.

Wirrwarr aus Müttern, Vätern und

(Halb-)Geschwistern

In Holland sprechen immerhin einige klardenkende

und analysierende Köpfe davon, dass

dieses Kinder-wegbring-System die Gesellschaft

kaputt und beziehungsunfähig mache. Wechselnde

Erzieher in der Kindheit korrelieren später

mit wechselnden Partnern. Der Halt einer

intakten Familie weicht einem

Wirrwarr aus Müttern, Vätern und

(Halb-)Geschwistern.

Patchwork gilt quasi schon als

Norm, bloß nicht hinterfragen

oder anders machen — das eckt

an. Beispiel: Eine Frau zieht mit

Kind im Tragesack um, schleppt

Kisten ins neue Haus, bis ein

Nachbar zu ihr herübergeschossen

kommt, ob sie denn den Kleinen

nicht für paar Stunden im

Maxi-Cosi stehen und heulen lassen

könne.

Was um alles in der Welt stört ihn

denn daran, wenn eine Frau ihren

Sohn tragen möchte? In Afrika ist

das Standard. Gilt es bei uns darum

als hinterwäldlerisch? „Kinder

lenken nicht von der wichtigen

Arbeit ab. Kinder sind die wichtigste

Arbeit“, sagte mal ein unbekannter

Autor. Es scheint, dass dieses Bewusstsein

einer Stell-das-Kind-ruhig-und-befreidich-von-ihm-Kultur

gewichen ist. Wenn man

schon nicht auf Kinder verzichtet — sie stören ja

die Karriere —, dann parkt man sie eben so

schnell wie möglich in einer Kita.

Absage an die Weiblichkeit?

Der Feminismus hat der Frau viel gebracht. Aber

ist der Kampf um Gleichheit und die Suche nach

Anerkennung der Frau als Frau nicht mutiert zu

einer Absage an die Weiblichkeit? Das ist so

normal geworden, dass sich viele Frauen dessen

nicht einmal mehr bewusst zu sein scheinen.

Sind viele Frauen nicht zu anderen Männern

geworden? Die Frau hat viel erreicht. Sie kann

und darf alles, was der Mann auch darf. Nur

eines hat sie verloren: ihre Mütterlichkeit.

Und vielleicht wäre es an der Zeit, sich klarzumachen,

welche Folgen es für das eigene Kind,

aber auch für die Gesellschaft hat, wenn Frauen

sich selbst fremd werden. Und vielleicht können

Sätze wie der folgende helfen zu begreifen, dass

Mütterlichkeit keine Schwäche ist, sondern eine

Kraft mit dem Potenzial, eine ganze Gesellschaft

zum Blühen zu bringen: „Das Mitgefühl für Lebewesen

in ungleicher Gestalt ist vielleicht die

höchste Form von emotionaler Intelligenz.“ ◻

Quelle: Die Tagespost www.die-tagespost.de

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STRASSENEINSÄTZE

„Samen säen“

W

ie bereits berichtet, wurden die Straßeneinsätze

„Samen säen“ nach einer Schulung

durch Manuela Steiner, Vize-Präsidentin

von Pro-Life Europe, auch in Südtirol

eingeführt. Hierbei machen Lebensschützer sich

zur Aufgabe, das Thema Abtreibung ins Gespräch

zu bringen, bzw. in das Bewusstsein der

Menschen zu rücken. Auf den Straßen unserer

Städte und Dörfer werden ganz gezielt Menschen

angesprochen und nach der Meinung

zum Thema Abtreibung befragt. Es wird aufgeklärt,

zugehört, Informationen ausgetauscht.

Hier ein Erfahrungsbericht

von Andrea De Beyer:

Es ist 15 Uhr, ich mache mich auf den Weg in

die Stadt. Nach einem kurzen Gebet beginne

ich um 15.30 Uhr meinen ca. eineinhalbstündigen

Einsatz, bei dem ich erfahrungsgemäß 10

bis 12 Gespräche - längere und kürzere - haben

werde. Etwas mulmig ist mir zumute, nicht deshalb,

weil mich wahrscheinlich wieder einige

Leute abwinkend und kopfschüttelnd stehen

lassen werden, nein, daran habe ich mich längst

gewöhnt. Es ist für mich vielmehr jedes Mal der

erste Schritt auf eine fremde Person zu, der ein

gewisses Unbehagen verursacht. Tatsächlich

lassen sich zur Zeit ca. 80 % der angesprochenen

Leute auf ein Gespräch ein. Die meisten

befürworten Abtreibung, zumindest in sogenannten

Ausnahmefällen wie Vergewaltigung,

Behinderung, finanzielle Überforderung, oder

wenn die Schwangere zu jung ist. Immer versuche

ich, im ruhigen Gespräch mit Gegenargumenten

die Sichtweise von einer anderen, d. h.

lebensbejahenden Seite zu beleuchten. Manchmal

ändern Leute daraufhin tatsächlich ihre

Meinung. Andere bedanken sich für das Gespräch,

wieder andere geben mir neue Informationen.

So z. B. eine Frau, die erzählte, dass bei

ihr in jungen Jahren verklebte Eierstöcke diagnostiziert

wurden. Eine Hormonbehandlung

lehnte sie ab, sie entschied sich für eine osteopathische

Behandlung, woraufhin sich die Eierstöcke

regenerierten. Sie bekam zwei Kinder.

Eine Gynäkologin sagte mir, sie gebrauche nie

das Wort „Abtreibung“, da es für sie zu grausam

klinge. Sie spreche immer nur von „Schwangerschaftsabbruch“.

Manchmal hört man die Meinung,

ein ungeborenes Kind sei noch kein

Mensch, oder die Seele wird sich nach einer

Abtreibung eine neue Mutter suchen.

Erschütternd war der Ausspruch einer Frau: „Das

soll ein Fachmann machen.“ (Mit anderen Worten:

„Ein Fachmann soll mein Kind umbringen“.)

Ältere Leute lassen sich oft nur dann auf ein

Gespräch ein, wenn man zu ihnen von der ehrwürdigen

Bedeutung der Großelternschaft

spricht. Zudem sind es gerade die Älteren, die

Verhütungsmittel als „Befreiung“ empfinden

bzw. empfunden haben. Sie sind in der Regel

sprachlos, wenn sie von der frühabtreibenden

Wirkung vieler Verhütungsmittel erfahren.

Eine Frau mittleren Alters erzählte mir, dass sie

mit 16 Jahren das erste Kind bekommen hat.

Ihre Mutter hielt zu ihr, von anderen erfuhr sie

nur Ablehnung. Sie sei bei dem ersten Mann

geblieben und sie bekamen noch zwei weitere

Kinder, sagte sie freudestrahlend mit der Bitte,

ich möge ihre Geschichte weitererzählen.

Männer erlebe ich oft verunsichert oder desinteressiert

aufgrund des Selbstbewusstseins der

Frauen: sie wollen allein der Frau die Entscheidung

überlassen.

Die jungen Leute liegen mir besonders am Herzen.

Die meisten haben bereits in der Schule

über das Thema „Abtreibung“ gesprochen.

Scheinbar sind viele Lehrpersonen auf der Seite

von „Pro choice“ und die Schülerinnen und

Schüler übernehmen diese Haltung, ohne sie

kritisch zu hinterfragen. Sie sind aber durchweg

bereit und interessiert, mit mir zu sprechen und

im Grunde zutiefst berührt von den lebensbejahenden

Aussagen, wie z. B. „Im Augenblick der

Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt

menschliches Leben“ oder „Neun Monate lang

bietet der Körper der Frau dem heranwachsenden

Kind eine schützende, nährende Umgebung“.

Ein Mal erzählte mir eine Schülerin freudestrahlend,

dass nach Abschluss der besagten

Unterrichtseinheit auf Einladung der Lehrerin

der Bischof kam und sagte: „Auch das ungeborene

Kind hat eine Würde.“

Abschließend möchte ich sagen, dass wohl jedes

Gespräch eine Bereicherung ist, besonders

dann, wenn auch Abtreibungsbefürworter sich

darauf einlassen. Ganz im Sinne Jesu, der von

sich sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit

und das Leben“ (Joh. 14, 6) machen wir weiter.

Ich kann nur jeden ermutigen, sich bei Straßeneinsätzen

einzubringen, die einzige Voraussetzung

ist: Lebensschützer zu sein und letztendlich

Gott wirken zu lassen.

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NACHRUF

Am 31. Dezember 2024 verstarb

Dr. Andreas Laun, Weihbischof von

Salzburg. Er war öfters und gerne auf

Einladung der Bewegung für das Leben

zu Gast in Südtirol und bekam für sein

unerschrockenes und mutiges Eintreten

für die Ungeborenen im Mai 2016 den

„Preis des Lebens“ überreicht.

Er freute sich sichtlich über diese Auszeichnung,

allerdings war das auch sein

letzter Besuch bei uns.

Bei seinem Requiem am 13. Januar im

Dom von Salzburg war auch eine kleine

Gruppe aus Südtirol anwesend, um

diesem humorvollen Kirchenmann die

letzte Ehre zu erweisen.

Bischof Andreas Laun,

ein unerschrockener Kämpfer

für das Leben

In Erinnerung an seine kompromisslose Haltung zum Thema Lebensschutz

bringen wir hier einige Auszüge aus seiner Rede im Mai 2016

im Haus des Lebens in Meran anlässlich seiner Preisverleihung.

L

iebe Südtiroler Freunde, es ist für mich eine

ganz große Freude, einmal mehr bei Euch

sein zu dürfen! Ich komme von einem österreichischen

Wahlkampf um das Präsidentenamt.

Ich widersprach der kath. Frauenorganisation,

die für jenen Kandidaten Werbung machte, der

auch Abtreibung, Gender u.a. Übel im Zeitgeist

für gut hält. Er gewann dennoch, was zeigt: Die

Katholiken haben den Sinn für die eigene Identität

verloren und sind im Lauf der Jahre ins Lager

der Sozialisten abgewandert, jener Partei,

die uns die Fristenlösung eingebrockt hat. Zur

Neuevangelisierung gehört u.a. auch ganz besonders

die Rückgewinnung des Sinnes für die

Heiligkeit und Unantastbarkeit des menschlichen

Lebens!

Um drei „Einfallstore“ des Bösen wird man in

Zukunft streiten, weil auch viele Katholiken sie

als „annehmbar“ offengehalten sehen möchten!

Daher die moraltheologische Stellungnahme zu

diesen Pforten des Bösen:

Abtreibung nach Vergewaltigung

Sollte Abtreibung nach einer Vergewaltigung

nicht erlaubt sein? Nein, denn auch ein durch

Vergewaltigung gezeugtes Kind ist ein Kind und

dieses ist von den drei beteiligten Personen der

einzige Mensch, der ganz sicher nicht irgendwie

mitschuldig ist an dem Schrecklichen, das geschehen

ist! Man lese im Internet dazu die Geschichte

von Ruth Kissling: Ihre Mutter wurde

vergewaltigt. Wenn ihr jemand sagt, Abtreibung

nach Vergewaltigung wäre in Ordnung, hält sie

dagegen: „Sie meinen also, man darf mich töten?

Nein? Aber genau das haben Sie eben gesagt!“

Kind mit Behinderung

Abtreibung sollte erlaubt sein, wenn das Kind

behindert ist oder „ohnehin bald sterben wird?“

Nein, denn auch ein behinderter Mensch ist ein

Mensch mit demselben Lebensrecht wie alle

anderen Menschen. Und auch wenn das Kind

16

LEBE 170/2025


v.l.n.r.: Anni Winkler (damals Vizepräsidentin),

Weihbischof Andreas Laun, Martha Zöggeler)

Die Südtiroler Gruppe beim Requiem für Bischof Laun

im Salzburger Dom.

bald oder sogar sofort sterben wird, dann lasst

es in Frieden in die Ewigkeit gehen und vergesst

dabei nicht: wir alle werden sterben und niemand

weiß die Zeit und die Stunde. In der Ewigkeit

werden auch diese früh Verstorbenen uns

lebendig entgegenkommen!

Frauen und Ärzte

für Abtreibung bestrafen?

Ja, weil Abtreibung ein Verbrechen ist, sagt

das 2. Vatikanische Konzil! Auch der KKK

(Katechismus der katholischen Kirche) sagt ein

klares Ja (2273). „Wollen Sie Frauen bestrafen“

Ein genialer linker Werbegag für straflose Abtreibung!

Genial insofern, weil er an das moralisch

Gute im Hörer appelliert, ihn so manipuliert

und ihn geradezu verblödet: Als ob man

Frauen, die abtreiben, dann wegen ihres Geschlechtes

bestrafen würde! Das Strafrecht gilt

niemals dem Geschlecht eines Menschen,

nicht seiner Hautfarbe, nicht seiner Bildung

oder dem sozialen Stand eines Menschen.

Bestraft wird immer nur der Täter unabhängig

von seinem Geschlecht. Die Strafe gilt der Tat

und der verantwortlichen Mitwirkung an ihr!

Absichtliche Tötung eines unschuldigen Menschen

verlangt nach Strafe! Das heißt: Abtreibung

sollte in jedem Land bestraft werden und

für solche Strafe gelten die der Situation und

den Umständen entsprechenden Regeln des

Strafrechts.

Alle Gutmenschen Europas sollten sich von

dem großen Rechtswissenschaftler Wolfgang

Waldstein, Freund von Papst Benedikt XVI.,

sagen lassen: „Ein Staat, ob demokratisch oder

anders strukturiert, der Abtreibung gesetzlich

freigibt, hört auf, im Vollsinn des Wortes ein

Rechtsstaat zu sein!“

Sicher wird der Tag kommen, an dem sich die

Menschen bestürzt fragen werden, wie dieser

Abtreibungs-Holocaust möglich und so lange

verteidigt werden konnte! Gott sei Dank, dass

es dann auch möglich sein wird, viele Namen

zu nennen, die prophetisch Nein gesagt haben

und dass zudem nachweislich unzählige Menschen

dieses Nein mitgetragen haben: Sie haben

dem Zeitgeist des Bösen einen Zeitgeist

Gottes entgegengesetzt! Erinnern wird man sich

aber auch der vielen tapferen Frauen, die auch

unter schwierigen Bedingungen und gegen allen

Druck einer gottlosen Umwelt ihre Kinder

angenommen und geliebt haben! Noch mehr

wird man jene nennen, die wie die hl. Gianna

Molla, ihr Leben gegeben haben, um ihrem Kind

das Leben zu schenken! Sie gehören zum Ruhm

unserer Zeit, auch wenn sie nicht heiliggesprochen

wurden oder „nicht einmal“ Christen waren!

Sie haben nicht nur ihren Kindern das Leben

weitgegeben, sondern auch uns alle

gestärkt durch ihr Zeugnis für das Leben, für die

mütterliche Liebe und für die Liebe in der Ehe!

Liebe Freunde, später wird man nicht sagen

können: „Alle waren stumm!“ Nein, nicht alle,

wir nicht, ihr nicht, ich nicht! Der Herr wird uns

sagen: „Kommt ihr Gesegneten, ich war ein ungeborenes

Kind und ihr habt mich geliebt, geschützt

soweit es ging, kommt zu meinem Hochzeitsmahl,

zusammen auch mit denen, die ihr

retten konntet und mit denen, die zwar starben,

aber ich mit meiner Gnade erlöst habe!“ ◻

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GEBET FÜR

DAS LEBEN

VERANSTALTUNGSKALENDER

Auf unserer Facebookseite, Instagram oder WhatsAppkanal

informieren wir über unsere aktuellen Veranstaltungen.

Sa, 17.05. um 16 Uhr

in Meran mit

anschließender

Gebetsnacht

Sa, 21.06. in Bozen

Sa, 19.07. in Meran

Sa, 16.08. in Bozen

Sa, 20.09. in Meran

Bozen – Gries: 14.30 Uhr

Hl. Messe in der Dreiheiligenkirche,

Duca D’Aostaallee,

anschließend Rosenkranz und

gestaltete Anbetung

in der Kirche

Meran: 14.30 Uhr

Hl. Messe in der Kapelle bei

den Barmherzigen

Schwestern in Gratsch,

anschließend Rosenkranz und

gestaltete Anbetung in der

Kapelle

FILMABEND „24 WOCHEN“

Mittwoch, 21. Mai 2025 mit Beginn um 20.00 Uhr

24 Wochen alt ist das Kind bereits, das im Bauch von

Astrid heranwächst. Doch ein Routine-Arztbesuch

bringt das Familienglück ins Wanken. Das Paar erfährt,

dass das Baby nicht nur unter dem Downsyndrom

leidet, sondern auch noch einen schweren Herzfehler

hat. Sie müssen sich nun entscheiden, ob sie das

Kind behalten wollen oder sich doch zu einer Spätabtreibung

entschließen.

Eintritt frei – empfohlen ab 12 Jahren

Im Vereinssitz der Bewegung für das Leben, Gampenstr. 49, Meran

LEBENSZEUGNIS „ICH WURDE ABGETRIEBEN“

GIANNA JESSEN kommt voraussichtlich

Ende September 2025 nach Bozen

Gianna Jessen überlebte 1977 ihre eigene Spätabtreibung

mit schweren körperlichen Schäden.

Ihre damals 17jährige Mutter ließ in der 30. Schwangerschaftswoche

eine Abtreibung mit Salzlösung

vornehmen. Entgegen aller Erwartungen kam Gianna

lebend zur Welt. Ihre Eltern gaben sie kurz danach

zur Adoption frei. Trotz der ärztlichen Prognosen, niemals alleine gehen

zu können, wurde Gianna so gesund, dass sie 2005 sogar an einem

Marathonlauf teilnahm.

Gianna Jessen sprach bereits vor dem US-Amerikanischen Kongress,

sowie dem britischen Unterhaus zum Thema Abtreibung.

GEBET FÜR DAS LEBEN

MIT GEBETSNACHT

am Samstag, den 17. Mai 2025

in Meran

Foto: www.sacrum.com

Um 16.00 Uhr - Hl. Messe in der Kapelle bei

den Barmherzigen Schwestern in Meran –

Gratsch, im Anschluss daran gibt es für alle

Teilnehmer einen kleinen Umtrunk.

Um 19 Uhr – Beginn der Sühne-Gebetsnacht

mit gestalteten Anbetungsstunden in der

Eucharistinerkirche, Winkelweg 10, Meran.

Wer als Einzelperson oder Gebetsgruppe

eine Stunde gestalten möchte, kann sich bitte

unter der Telefonnummer 333 9679189 melden.

Am Sonntag um 7 Uhr endet die Gebetsnacht mit

der Sonntagsmesse in der Eucharistinerkirche.

18

LEBE 170/2025


AUFRUF KALENDERBILDER

Wir suchen für den Kalender 2026

schöne Kinderfotos

Unser Kalender ist deshalb so beliebt,

weil er aufgrund der eingesandten Fotos

authentisch und einzigartig ist. Hier ein

paar Richtlinien für die Fotos:

⬥ Bitte immer die beste Qualität

der Fotos mailen.

⬥ Es ist besser mehrere Fotos einzusenden

als ein Einziges, da wir dann die

Möglichkeit der Auswahl haben.

Wir hoffen natürlich, wieder genügend

Fotos für den Kalender 2026 zu bekommen

und bedanken uns schon im Voraus für

Eure Einsendungen! Fotos bitte senden an:

lebe@bewegungfuerdasleben.com

Einsendeschluss: 31. August 2025

Wir suchen als Verstärkung

für unser Team:

Übersetzer vom Italienischen

ins Deutsche

Da wir öfters italienische Texte für unsere Zeitschrift

LEBE verwenden, suchen wir Jemanden,

der/die die Übersetzungen übernehmen

könnte. Falls Sie Interesse haben, freuen wir uns

über eine Nachricht mit Angaben zu Ihren Verfügbarkeit.

Die ehrenamtliche Tätigkeit bietet

die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung unserer

Zeitschrift mitzuwirken.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme und

stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung:

Email info@bewegungfuerdasleben.com oder

WhatsApp 0039 351 7774669

Unterstützung im Büro:

Für die Organisation unseres Büros suchen wir

für ein paar Stunden in der Woche eine Mithilfe

mit Buchhaltungs- und Computerkenntnissen.

Zu den Aufgaben gehören unter anderem:

• Unterstützung bei allgemeinen

Verwaltungsaufgaben

• Mithilfe bei der strukturierten Organisation

des Büroalltags

Wir suchen eine engagierte Person, die Freude

daran hat, unser Team mit ihrem Know-how zu

unterstützen. Grundkenntnisse in gängigen

Computerprogrammen (z.B. Word, Excel) sind

wünschenswert. Die Arbeitszeiten sind nach

Absprache gestaltbar.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen, freuen wir

uns über Ihre Kontaktaufnahme: Email info@bewegungfuerdasleben.com

oder WhatsApp

0039 351 7774669

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Neue Wege durch neue

Herausforderungen

Eine große Herausforderung in der heutigen Zeit ist es,

Menschen für den Lebensschutz zu sensibilisieren.

Von Martha

Zöggeler

E

s genügt nicht mehr, Presseaussendungen

an alle

möglichen Printmedien zu

verschicken, denn diese werden

grundsätzlich kaum veröffentlicht.

Und die jüngere Generation

kann mit dem

gedruckten Wort ohnehin immer

weniger anfangen und liest keine Zeitungen

mehr, sodass man sie auf diesem Wege kaum

noch erreicht.

Deshalb müssen wir da präsent sein und versuchen

die Menschen da anzusprechen, wo sie

unterwegs sind: auf den Straßen unserer Städte

und Dörfer, in den Sozialen Medien und im

Internet.

Das bedeutet für uns aber auch, unsere finanziellen

Mittel, Ihre/Eure Spenden, vermehrt in

diese Richtung einzusetzen. Wir brauchen vermehrt

Flyer, die wir auf den Straßen verteilen,

wir schalten Werbeanzeigen in den Sozialen

Medien zu Lebensschutzthemen und um auf

unsere Beratungsstelle aufmerksam zu machen

und Frauen eine Hilfestellung anbieten zu können

und wir müssen unsere Internetauftritte

moderner und aktueller gestalten. Aber der

Reihe nach:

Soziale Medien

Die Sozialen Medien spielen ein wichtige Rolle

im Leben der meisten von uns. Und Hand aufs

Herz: wer von uns ist nicht mindestens auf einer

der gängigen Plattformen Facebook, Instagram

oder WhatsApp unterwegs, um nur einige zu

nennen. Oder wer konsumiert nicht Online-

Nachrichtenportale oder googelt im Internet,

wenn man irgendwelche Informationen

braucht?

Auch wir bedienen uns seit längerem dieser

Dienste, wir haben neben unserer Webseite

noch einen WhatsApp-Kanal, sowie einen Facebook-

und Instagram Account. Auf denen posten

wir aktuelle Informationen zum Lebensschutz,

Familie und gesellschaftspolitischen

Themen. Und darüber hinaus schalten wir auch

Werbeanzeigen, mit denen wir das ganze Land

erreichen können.

Seit Februar bereichert nun Lena aus Reischach

unseren Facebook- und Instagram-Account mit

regelmäßigen Posts. Sie hat einen Onlinekurs

über Social Media absolviert und möchte sich

auf diesem Gebiet eine berufliche Zukunft aufbauen.

Wir freuen uns, dass sie mit ihrem Wissen

und ihrer positiven Einstellung zum Lebensschutz

unser Team bereichert.


Webseite

Unsere Webseite www.bewegungfuerdasleben.com

wurde vor Jahren angelegt, zwischenzeitlich

etwas überarbeitet, aber nie wirklich

professionell erneuert. Es ging uns in erster

Linie darum, unsere Zeitschrift LEBE einer größeren

Leserschaft zugänglich zu machen und

unsere Veranstaltungen bekannt zu geben. Das

hat sich jetzt grundlegend geändert. Jonas, ein

junger Student aus Meran, hat unsere Webseite

komplett neu aufgebaut und gestaltet. Sie

besticht nun durch ein modernes und übersichtliches

Layout in den Farben des Lebensschutzes:

grün.

Plakatkampagne

Wir setzen vielfältige Maßnahmen ein, um unsere

Beratungsstelle ins Blickfeld zu rücken und

Frauen in Schwangerschaftskonflikten auf unser

Hilfsangebot aufmerksam zu machen. So führten

wir im Februar beispielsweise

eine einwöchige

Plakatkampagne an den

öffentlichen Bushaltestellen

Südtirols durch. Obwohl

diese Aktion kostspielig

war, ermöglicht sie es

uns, Menschen aus unterschiedlichsten

Lebensbereichen

im ganzen Land zu

erreichen.

Unser Einsatz kann manchmal

frustrierend sein, da der

unmittelbare Erfolg solcher

Aktionen meist ausbleibt.

Wir wissen nicht, ob und

wieviele Kinder dadurch

gerettet werden. Dennoch

vertrauen wir darauf, dass

sich betroffene Frauen im

richtigen Moment daran

erinnern und sich an uns

wenden.

„Samen säen“

Seit etwa eineinhalb Jahren sind engagierte

Mitarbeiterinnen in verschiedenen Dörfern und

Städten unseres Landes unterwegs. Auf den

Straßen suchen sie das Gespräch mit Passanten,

indem sie zunächst die Frage stellen: „Was

denken Sie über Abtreibung?“ Erstaunlich ist,

wie viele Menschen stehen bleiben und sich

auf ein Gespräch einlassen. Dabei zeigt sich

häufig, dass viele zum Thema Abtreibung unzureichend

informiert sind oder lediglich Ansichten

vertreten, die sie in den Medien und

ihrem Umfeld vernommen haben. Werden sie

dann mit konkreten Fragen konfrontiert, überdenken

nicht wenige ihre bisherige Meinung

und gehen nachdenklich weiter. Natürlich gibt

es auch kritische Stimmen oder Menschen, die

einfach weitergehen. Bei diesen Begegnungen

können wir auch gezielt unseren Flyer „Wunder

des Lebens“ verbreiten, den wir wieder aktualisiert

haben und neu

drucken ließen.

Dass wir das alles verwirklichen

konnten und

können, dazu haben Sie

mit Ihrer Spende und

Unterstützung beigetragen.

Dafür möchten wir

uns von ganzem Herzen

bedanken! Wir gehen

diesen Weg weiter in der

Hoffnung, dank Ihrer

Großherzigkeit immer

die nötigen finanziellen

Mittel zur Verfügung zu

haben.

Wenn Sie unsere Arbeit

mit einer Spende unterstützen

möchten, finden

Sie die Bankdaten auf

S. 2. ◻

LEBE 170/2025 21


Foto: Shutterstock

ABTREIADF

proFrau

S ü d t i r o l

D

Hotline für Südtirol

täglich von 8 bis 22 Uhr

(auch an Sonn- und Feiertagen)

+39 0473 1920006

Direkten Kontakt mit unserer

Beratungsstelle gibt es über die

Website und E-Mail-Adresse:

www.profrausuedtirol.com

info@profrausuedtirol.com

Tel. und WhatsApp:

+39 351 7676376

Darf das Kind nun leben oder nicht?

Ein Erfahrungsbericht aus der Beratungstätigkeit

„Es gibt Alternativen“

Laura darf auf natürlichem Weg das Licht

der Welt erblicken. Ihre Mama Evelyn und

die Großeltern sind überglücklich. Laura

ist der Sonnenschein in der Familie.

Der Weg zur natürlichen Geburt war alles andere

als leicht, immer wieder stand eine Abtreibung

im Raum. Evelyn meldet sich zu Beginn der 14.

Schwangerschaftswoche. Sie ist außer sich, denn

der Kindsvater drängt massiv zur Abtreibung

und will plötzlich nichts mehr von ihr wissen,

auch nicht von seinem Versprechen, sich von

seiner Frau zu trennen. Evelyn wird an eine Beratungsstelle

verwiesen. Dort spricht sie nur von

Abtreibung und dass sie dafür ins Ausland

fliegen will. Durch intensive Betreuung kann sie

von diesem Vorhaben abgehalten werden. Evelyn

braucht keine finanzielle Hilfe und ist auch

nicht allein, denn ihre Familie würde sich über

das Kind freuen. Ihr großes Problem ist die Kälte

des Kindsvaters. Die sehr hübsche junge Mutter

kann sich nicht von diesem Mann lösen, der sie

offensichtlich nur für seine Zwecke benutzt.

Die Beraterinnen, zu denen Evelyn großes Vertrauen

hat, wechseln sich in der Betreuung ab,

denn oft geht es an die Grenzen der Belastbarkeit.

Obwohl sie sich eigentlich auf ihr Baby

freut, ist sie ständig hin- und hergerissen zwischen

Annahme und Ablehnung des Kindes.

22

LEBE 170/2025


BERATUNGSSTELLE

Eine intensive psychologische Betreuung will

Evelyn nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie

nach ihrer Abtreibung vor 5 Jahren gute Erfahrung

mit psychologischer Hilfe gemacht hat.

Noch kurz vor der Geburt will sie sogar ins Ausland

fliegen, um sich das Kind wegnehmen zu

lassen. Im großen Gebetsnetz um die junge

Evelyn und ihr Kind wird das Gebet intensiviert.

Nach der glücklichen Geburt von Laura kehrt

zunächst Ruhe ein. Jetzt ist es die Großmutter

der kleinen Laura, die die Hilfe der Beratungsstelle

benötigt, da sie mit dem Verhalten ihrer

Tochter nicht klarkommt und innerhalb der Familie

viele Schwierigkeiten zu bewältigen sind.

Klein-Laura aber strahlt nach allen Seiten ihr

charmantes Lächeln aus und macht alle froh.

Vielleicht gelingt es der Großmutter, dadurch

die eigene Abtreibung aufzuarbeiten. ◻

Bitte helfen Sie uns unbürokratisch zu helfen!

Das 4. Kind kommt unangemeldet

Das vierte Kind meldet sich zu einem Zeitpunkt

an, zu dem Familie H. nicht mehr mit Familienzuwachs

rechnet und sich außerdem in einer

sehr schwierigen finanziellen Situation befindet.

Die Mutter muss Medikamente einnehmen, um

eine chronische Krankheit in den Griff zu bekommen.

Die Therapie wird bis zur Geburt unterbrochen.

Das Baby wird trotzdem willkommen geheißen,

aber die Schulden machen große

Sorgen und man weiß noch nicht, wie es weitergehen

soll. Die Familie wendet sich an uns. Wir

sichern der Familie für die Dauer eines Jahres

finanzielle Hilfe zu. Danach besprechen wir die

Situation noch einmal. Das Ehepaar ist sehr

dankbar. Außerdem findet die Mama bei uns

einen gut erhaltenen Kinderwagen und verschiedene

Babykleider, da sie die Sachen ihrer

größeren Kinder längst weggegeben hat.

Fast pünktlich zu Weihnachten erblickt das

kleine kerngesunde Baby das Licht der Welt.

Wir freuen uns mit der Familie.

Heimtückische Krankheit

erschwert das Familienleben

Über den „Movimento per la vita Bozen“ werden

wir um Unterstützung für eine Familie gebeten.

Die Mutter ist in Südtirol geboren und mit ca.

20 Jahren nach Bosnien gezogen, hat dort geheiratet

und zwei Kindern das Leben geschenkt.

Beim zweiten Kind wurde eine lebensbedrohliche

Erbkrankheit diagnostiziert. In Bosnien sind

die Krankenhäuser mit dieser Problematik überfordert,

im KH Padua ist medizinische Hilfe möglich.

Der Vater gibt seinen Beruf auf und zieht

mit der Familie nach Südtirol, wo über den

„Movimento per la vita“ eine vorübergehende

Unterkunft bei Bekannten gefunden wird. Beim

dritten Kind, das in Südtirol geboren wird, wird

die gleiche Erbkrankheit festgestellt. Inzwischen

hat die Familie eine Wohnung in Meran gefunden.

Im Krankenhaus von Meran werden die

Kinder regelmäßig medizinisch versorgt. Für

Operationen und Spezialbehandlungen müssen

sie nach Bozen oder Piacenza fahren. Wir unterstützen

die Familie für ein halbes Jahr mit Einkaufsgutscheinen.

Bis dahin sollten alle bürokratischen

Hürden überwunden sein, der Vater

eine geregelte Arbeit haben und auch die Sozialhilfe

von Land und Staat greifen. Die Familie

wird lernen müssen, mit akuten Krisen umzugehen,

denn die beiden Kinder können plötzlich

in Lebensgefahr geraten und brauchen dann

sofortige Hilfe. Wir hoffen, dass die medizinischen

Behandlungen so weit voranschreiten,

dass ein einigermaßen normaler Alltag einkehren

kann.

Hilfe bei Wohnungskosten

Anna hat mit Unterstützung unserer Beratungsstelle

zwei Kindern das Leben geschenkt. Sie,

liebe Spender, haben es damals bei der ersten

Schwangerschaft möglich gemacht, dass wir

unter dem Spendenaufruf „Patrick“ dieser Teenager-Mutter

schnell helfen konnten. Da sie mit

den beiden kleinen Kindern noch keiner geregelten

Arbeit nachgehen kann und die Zuschüsse

vom Land nicht ausreichen, haben wir ihr für

das Jahr 2025 eine monatliche Spende zugesprochen,

um die Wohnungsnebenkosten zu

decken.

Es würde uns freuen, wenn Sie uns, liebe Leser,

bei der Hilfe für diese Familien unterstützen

könnten. Spenden können auf das Konto der

Beratungsstelle proFrau Südtirol überwiesen

werden :

IT76 Z060 4558 5910 0000 2710 002 ◻

LEBE 170/2025 23


PRESSE-SPLITTER

Viel Lob für familienfreundliche Dankesrede von Kieran Culkin

bei der Oscar-Verleihung

Der Schauspieler hat bei der 97. Oscar-Verleihung die begehrte Auszeichnung für den besten

Nebendarsteller für seine Rolle in dem Film „A Real Pain“ erhalten. In seiner Dankesrede erzählte

er von einer Wette, die er und seine Frau abgeschlossen hatten. Culkins Frau Jazz Charton hatte

versprochen, ihm ein viertes Kind zu schenken, falls er einen Oscar gewinnen würde.

Vor einem Jahr sei er auf einer ähnlichen Bühne gestanden und habe „dummerweise“ öffentlich

gesagt, er wolle ein drittes Kind von ihr, weil sie das damals versprochen hatte, sollte er eine Auszeichnung erhalten.

Es habe sich herausgestellt, dass sie das Versprechen gegeben hatte, weil sie nicht damit gerechnet hatte, dass er

gewinnen würde. Doch dann seien viele Menschen auf sie zugekommen und hätten sie daran erinnert.

D

Charton habe dann zu ihm gesagt: „Ich schulde Dir ein ◻drittes Kind.“ Er habe darauf geantwortet: „Eigentlich möchte

ich vier.“ Sie habe damals, also vor einem Jahr, gesagt: „Ich schenke Dir vier, wenn Du einen Oscar gewinnst.“ Er habe

seine Hand ausgestreckt, sie habe sie geschüttelt und damit die Wette besiegelt, erzählte Culkin. Er wandte sich dann

direkt an seine Frau, die er als „Liebe meines Lebens“ bezeichnete. Es gebe keinen Druck und es tue ihm „leid“, dass

er wieder gewonnen habe. Dann schlug er vor, die Wette umzusetzen und noch ein Kind zu bekommen. „Ich liebe

Dich“, sagte er abschließend.

Charlie Kirk, ein konservativer Kommentator und eher kritisch gegenüber den Oscar-Verleihungen eingestellt, schrieb,

dies sei die „familienfreundichste Dankesrede, die man aus Hollywood hören kann“.

www.kath.net

Foto: Von Bryan Berlin - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia

Studie zeigt Zusammenhang zwischen Abtreibung und

Selbstmordversuchen bei Frauen

In einer neuen Blindstudie wurden 2.829 Frauen in den USA im Alter von

41 bis 45 Jahren auf ihre reproduktive Gesundheit und Suizidversuche

untersucht. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Journal of Psychosomatic

Obstetrics & Gynecology veröffentlicht. Die Studie kommt

zu dem Ergebnis, dass Frauen, die abgetrieben oder Fehlgeburten

erlitten haben, zweimal so oft Versuche unternommen haben, sich das

Leben zu nehmen.

Unter den Frauen, die Abtreibungen hinter sich hatten, hatten 35 Prozent

Selbstmordversuche unternommen. Frauen, die keine Abtreibungen

hatten, aber ihre Babys durch Fehlgeburten oder Schwangerschaftskomplikationen

verloren hatten, hatten einen Anteil von 30

Prozent, die einen Selbstmordversuch unternommen hatten. Frauen, die

zu einer Abtreibung gedrängt worden waren, hatten mit 46 Prozent den

höchsten Anteil an Selbstmordversuchen.

Nur 13 Prozent der Frauen, die Kinder geboren, aber keine Abtreibungen

und Fehlgeburten erlebt haben, haben Selbstmordversuche

unternommen. Das ist der niedrigste Anteil unter den untersuchten

Frauen.

www.kath.net

Trauriger Rekord: Fast

10.000 Euthanasietote in den

Niederlanden im Jahr 2024

Der Euthanasiebericht der Niederlande

für das Jahr 2024 ist vor kurzem veröffentlicht

worden. Sie zeigt einen Anstieg

der Euthanasietoten um zehn Prozent im

Vergleich zum Jahr davor. 2023 kamen

9.068 Personen durch Euthanasie ums

Leben, 2024 waren es 9.958.

Noch stärker fiel der Anstieg bei den

Euthanasiefällen aus psychiatrischen

Gründen aus. 2023 waren es 138

Personen, im Jahr 2024 waren es schon

219. Das ist ein Anstieg um fast 60

Prozent. 2020 waren es erst 88 Personen.

Von den 219 Personen des Jahres 2024

waren 30 jünger als 30 Jahre. 2020 waren

es erst fünf.

www.kath.net

STERBEHILFE

Toskana genehmigt Gesetz zur Beihilfe zur Selbsttötung

Der Regionalrat der Toskana hat als erste Region Italiens ein Gesetz verabschiedet, das die Sterbehilfe regelt. Das Gesetz

sieht vor, dass alle Patienten, die sich an die lokalen Gesundheitsbehörden in der Toskana wenden, gleich behandelt

werden müssen, wenn sie Zugang zum Verfahren der ärztlich assistierten Selbsttötung beantragen. Und es legt die

Zeiten und Zuständigkeiten dafür fest: Der Antrag auf ärztlich assistierte Selbsttötung wird beim Direktor der örtlichen

Sanitätseinheit eingereicht. Eine Kommission aus Medizinern und Ethikern hat dann höchstens einen Monat Zeit, um

die Begründung des Antrags zu prüfen und im Falle einer Genehmigung einen Arzt und ein Medikament ausfindig zu

machen. Sieben Tage nach einer positiven Entscheidung der Kommission folgt die Umsetzung. Die gesamte Prozedur

dauert nicht mehr als 37 Tage. Das gesamte Verfahren ist gebührenfrei. Damit ein ärztlich assistierter Suizid genehmigt

werden kann, muss eine Person in vollem Umfang freie und bewusste Entscheidungen treffen können. Sie muss durch

eine lebenserhaltende Behandlung am Leben erhalten werden und an einer irreversiblen Krankheit leiden, die

körperliche oder psychische Leiden verursacht, die sie als unerträglich empfindet.

www.rai.news

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LEBE 170/2025


PRESSE-SPLITTER

„Herzlichen Dank für Ihre Spende“

Liebe Leser, liebe Unterstützer!

Jeder Euro zählt im Kampf um das Leben der ungeborenen Kinder.

Wir konnten Dank Ihrer Spende in den letzten Monaten aktiv

für die Ungeborenen und ihre Mütter, sowie Familien tätig sein:

• Durch Ihre Hilfe war es uns möglich, seit Januar

wieder 2 mal LEBE, die Sie gerade in den

Händen halten, an ca. 9.000 Adressen zu

schicken.

• Mit Ihrer Spende ermöglichten Sie es, dass

wir mehrere Familien über unsere Beratungsstelle

unterstützen konnten und weiterhin

können: Bei Familie H. meldet sich überraschend

das 4. Kind an. Die Familie befindet

sich aufgrund von Schulden und einer chronischen

Krankheit der Mutter in einer schwierigen

finanziellen Situation.

Wir helfen einer Familie aus Bosnien mit

Essensgutscheinen, von deren drei Kindern

zwei mit einer lebensbedrohlichen Krankheit

behaftet sind und nur in unseren Krankenhäusern

eine gute medizinische Versorgung

bekommen.

Eine junge Mutter, die wir schon beim ersten

Kind unterstützt haben, bekommt auch nach

der Geburt ihres zweiten Kindes monatlich

einen Beitrag von uns, um die Wohnungsnebenkosten

zu decken.

• Dank Ihrer Unterstützung konnten die Beraterinnen

unserer Beratungsstelle proFrau

Südtirol an wichtigen Fort- und Weiterbildungen

im Ausland, sowie regelmäßig an Online-

Fortbildungen teilnehmen.

• Wir konnten die Rechnungen für die lebensrettende

Telefon-Hotline „Es gibt Alternativen“

bezahlen, wodurch Schwangere in Not

täglich von 8 bis 22 Uhr Hilfe erfahren.

• Es war uns dank Ihrer Hilfe wieder möglich,

die Miete für unsere Büroräume, die Stromund

Telefonrechnungen zu bezahlen.

• Dank Ihrer Hilfe war es uns möglich, mehrmals

auf den sozialen Medien Facebook und Instagram

Werbungen für unsere Beratungsstelle

proFrau zu schalten, um Frauen auf unser

Angebot aufmerksam zu machen.

• Auch konnten wir eine landesweite Plakataktion

an Bushaltestellen für unsere Beratungsstelle

proFrau Südtirol durchführen.

• Wir konnten den Flyer „Wunder des Lebens“

neu drucken und verteilen.

Danke! Danke! Danke! Ihre Spende ist von der Steuer absetzbar!

Aus dem Ausland: Bitte Ihre Spenden direkt auf das Konto in Meran überweisen.

Unser Spendenkonto der Sparkasse Meran

IBAN: IT84 W060 4558 5910 0000 2711 000

BUCHEMPFEHLUNG

ABTREIBUNGSÜBERLEBENDE

Was geht in Kindern vor, die in einer Familie

aufwachsen, in der es zu einer oder mehreren

Abtreibungen gekommen ist?

Das Ärztepaar Ney ist in langjähriger

Forschungsarbeit dieser Frage nachgegangen.

Die Ergebnisse sind bestürzend und

augenöffnend zugleich. Abtreibungsüberlebende

– so nennen die Neys die Opfer – sind zutiefst

verletzt. Die Wunde, die sie mit sich herumtragen,

geht bis ins Mark: Wie soll ein Abtreibungsüberlebender

dem Leben vertrauen

oder gar glücklich über das eigene Leben sein,

wenn er weiß, dass sein Geschwisterchen

unerwünscht war und darum nicht überlebte, und

also das eigene Leben offenbar am seidenen

Faden des Erwünschtseins hängt?

„Die Wahrheit war noch nie populär“, so die Neys.

Doch es ist höchst an der Zeit, die Wahrheit zu

hören, denn nur so geschieht Heilung.

Wir empfehlen jedem, der sich ehrlich und kritisch

mit dem Weltgeschehen der letzten Jahrzehnte

bis heute auseinandersetzt, dieses Buch. Es

enthüllt eine bittere Seite der

gegenwärtigen Kultur des

Todes. Bestellen Sie das Buch

oder holen Sie es bei uns ab.

Gerne senden wir Ihnen auch

mehrere Exemplare zu, damit

Sie es an Interessierte

weitergeben können.

Immaculata Verlag

ISBN-13: 978-3-9503846-0-4

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LEBENSSCHÜTZER

Stimmen des Lebens

Von Katharina Zöggeler

Dr. Mildred Jefferson: Ärztin, Pionierin und

leidenschaftliche Lebensschützerin

Dr. Mildred Fay Jefferson wurde am 6. April 1927

in Pittsburg, Texas, geboren und wuchs als Einzelkind

im Süden der USA auf. Schon früh zeigte

sie Interesse an der Medizin, inspiriert durch den

örtlichen Arzt, den sie auf seinen Hausbesuchen

begleitete. Nach einem

herausragenden akademischen

Aufstieg

schrieb sie 1951 Geschichte

als erste afroamerikanische

Frau, die

ihren Abschluss an der

Harvard Medical School

machte, sowie als erste

Chirurgin am Boston

University Medical Center,

wo sie auch als Assistenzprofessorin

für

Chirurgie lehrte.

Anfang der 1970er Jahre,

als die Amerikanische

Ärztevereinigung

beschloss, dass Ärzte in

Staaten mit legaler Abtreibung

solche Eingriffe

ethisch durchführen

dürfen, erhob Dr. Jefferson

ihre Stimme. Sie sah dies als direkten Widerspruch

zum hippokratischen Eid und zu ihren

jüdisch-christlichen Werten. 1970 half sie bei der

Gründung der „Massachusetts Citizens for Life“

(Bürger von Massachusetts für das Leben) und

„Ich wurde Ärztin, um Leben zu retten.

Ich bin zugleich Ärztin, Bürgerin und Frau

und bin nicht bereit, beiseitezustehen und

zuzulassen, dass das Konzept von entbehrlichem

menschlichem Leben dieses

großartige Land von uns in ein weiteres

exklusives Reservat verwandelt, in dem

nur die Perfekten, die Privilegierten und

die Geplanten das Recht haben zu leben.“

(Dr. Mildred Fay Jefferson )

war Mitbegründerin sowie Präsidentin des NRLC

„National Right to Life Committee“ (Nationales

Komitee für das Recht auf Leben), der größten

und ältesten Pro-Life-Bewegung Amerikas.

Dr. Jeffersons eloquente Reden und ihr unermüdliches

Engagement

machten sie zu einer

führenden Persönlichkeit

der Lebensrechtsbewegung.

Ihr Einsatz

beeinflusste auch politische

Persönlichkeiten;

so schrieb der damalige

Gouverneur von

Kalifornien, Ronald Reagan,

nach einem ihrer

Fernsehauftritte in einem

Brief an sie: "Sie

haben unbestreitbar

klar gemacht, dass eine

Abtreibung die Tötung

menschlichen Lebens

ist. Ich bin Ihnen

dankbar."

Während ihrer Karriere

erhielt Dr. Jefferson 28

Ehrendoktortitel und

engagierte sich in über 30 Organisationen, die

sich gegen Abtreibung, Euthanasie und embryonale

Stammzellforschung einsetzten. Dr. Jefferson

verstarb am 15. Oktober 2010 in Cambridge,

Massachusetts, im Alter von 83 Jahren. ◻

Ryan Bomberger: Vom adoptierten Kind zum

engagierten Lebensrechtsaktivisten

Ryan Bomberger kam unter äußerst schwierigen

Umständen zur Welt: Seine biologische

Mutter wurde Opfer einer Vergewaltigung, entschied

sich jedoch trotzdem dafür, ihrem Kind

das Leben zu schenken und es zur Adoption

freizugeben. Gemeinsam mit neun weiteren adoptierten

Geschwistern wuchs Ryan in einer

multikulturellen, christlich geprägten

15-köpfigen Familie auf. Diese bunte und liebevolle

Umgebung prägte Ryans Überzeugung,

dass jedes menschliche Leben einzigartig und

wertvoll ist – unabhängig von Herkunft, Umständen

oder Hautfarbe.

Als Erwachsener entwickelte sich Ryan zu einem

herausragenden Kreativprofi, der mit einem Emmy®

Award (renommierter US-Fernsehpreis)

26

LEBE 170/2025


ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit seiner

Frau Bethany gründete er die gemeinnützige

Organisation „The Radiance Foundation“ (übersetzt:

„Die Stiftung Strahlkraft“).

Die Stiftung verfolgt das Ziel, die

Würde und Gleichwertigkeit aller

Menschen hervorzuheben und

durch kreative Medienkampagnen

auf wichtige gesellschaftliche

Themen wie Adoption, Abtreibung,

Familie, Vaterlosigkeit

und Rassismus aufmerksam zu

machen.

Eine der bekanntesten Kampagnen

der Radiance Foundation

trägt den Titel „TooManyAborted.

com“ (übersetzt: „Zu viele Abgetriebene“).

Mit Plakaten, Videos,

Artikeln und Social-Media-Beiträgen macht die

Kampagne auf das Problem aufmerksam, dass

„Ich wurde vielleicht

durch Vergewaltigung

gezeugt, aber ich wurde

in Liebe adoptiert.“

(Ryan Bomberger)

Afroamerikaner überdurchschnittlich oft von

Abtreibungen betroffen sind und dass Abtreibungskliniken

häufig bewusst in Gebieten mit

überwiegend afroamerikanischer

Bevölkerung platziert würden –

eine Realität, die Bomberger als

eine Form von systematischem

Rassismus betrachtet.

Bombergers Engagement sowie

seine kreative und berührende

Art, komplexe gesellschaftliche

Themen anzusprechen, lassen ihn

regelmäßig an renommierten Universitäten

wie Harvard sowie auf

internationalen Konferenzen und

Veranstaltungen sprechen.

Ryans Arbeit und seine persönliche

Geschichte wurden in internationalen

Medien wie CNN, Fox News, der New

York Times und vielen anderen aufgegriffen. ◻

Joyce Ann McCauley-Benner: Aus Krisen wachsen

Joyce Ann McCauley-Benner erlebte während

ihrer College-Zeit ein Ereignis, das ihr Leben für

immer verändern sollte: Sie wurde von einem

Arbeitskollegen vergewaltigt. Wenige Wochen

nach diesem traumatischen Vorfall stellte sie

fest, dass sie schwanger war. Die Unsicherheit,

ob das Kind von ihrem damaligen

Freund oder vom Täter

stammte, belastete sie enorm.

Doch trotz dieser schwierigen

Umstände entschied sich

Joyce bewusst gegen eine

Abtreibung. Rückblickend erklärt

sie ihre Entscheidung mit

entschlossenen Worten: „Ich

dachte bei mir: Ich weiß vielleicht

nicht, wer der Vater ist,

aber ich weiß genau, wer die

Mutter ist – und diese Mutter

bin ich.“ Sie brachte ihren

Sohn schließlich zur Welt und

gab ihm bewusst ihren eigenen Nachnamen,

um ihre Verbundenheit und Verantwortlichkeit

für das Kind klar zum Ausdruck zu bringen.

Heute engagiert sich Joyce Ann McCauley-Benner

aktiv für Frauen, die in ähnlich schwierigen

Situationen sind. Als Director of Public Education

(„Direktorin für öffentliche Bildung“) bei Feminists

for Life of America („Feministinnen für das

Leben Amerikas“) setzt sie sich insbesondere

dafür ein, jene gesellschaftlichen und sozialen

Ursachen zu bekämpfen, die Frauen zu einer

Abtreibung drängen können. Dazu gehören vor

„Ich fand eine Stärke in mir

selbst, von der ich nicht

wusste, dass sie existiert.“

(Joyce Ann McCauley-Benner)

allem fehlende finanzielle, emotionale oder

praktische Unterstützungsangebote für schwangere

Frauen, insbesondere Studentinnen. Feminists

for Life betont dabei ausdrücklich, dass

Frauen Besseres verdienen als Abtreibung und

dass echte Wahlfreiheit nur möglich ist, wenn

Frauen umfassend und nachhaltig

unterstützt werden.

Neben ihrem Engagement

gegen Abtreibung engagiert

sich Joyce auch intensiv gegen

sexuellen Missbrauch und

Menschenhandel. Sie setzt

sich für Opfer ein und fordert

einen multifaktoriellen Ansatz,

der Prävention, Bildung, Strafverfolgung

und Opferschutz

umfasst. In Vorträgen und

Workshops an Universitäten,

auf Konferenzen und öffentlichen

Veranstaltungen spricht

Joyce offen über ihre eigenen Erfahrungen, um

Betroffenen Mut zu machen, auf gesellschaftliche

Missstände hinzuweisen und die Notwendigkeit

umfassender Hilfen zu unterstreichen.

Joyce Ann McCauley-Benner ist heute eine authentische

und kraftvolle Stimme für das Leben.

Durch die Weitergabe ihrer persönlichen Geschichte

vermittelt sie anderen Frauen, dass es

selbst nach traumatischen Erlebnissen möglich

ist, innere Stärke zu entdecken und sich aktiv für

das Leben einzusetzen.

LEBE 170/2025 27


LEBENSSCHUTZ

Marsch für das Leben 2025 in Innsbruck

Der Marsch für das Leben in Innsbruck am 8. März stand heuer

im Zeichen des internationalen Weltfrauentages.

Seitens der österreichischen Lebensschutzszene war er in erster Linie

eine Chance, Solidarität mit allen Müttern in Konfliktschwangerschaften

und mit unter Abtreibung leidenden Frauen zu zeigen.

Von Lucia Bardini, ProLife Europe

M

ittags versammelten sich Lebensschützer

jeden Alters vor dem Innsbrucker Rathaus,

um soviele Menschen wie möglich

mit der Botschaft des Lebens zu erreichen. Auch

meine Kollegin Manuela von ProLife Europe

und ich haben uns an diesem ereignisvollen

Tag entschlossen, gemeinsam mit der ProLife

Gruppe aus Innsbruck für das ungeborene Leben

auf die Straße zu gehen. Rund um den

Marsch für das Leben wurde ein ganzes Programm

geplant, weshalb wir uns schon um 9

Uhr in der Innenstadt zum Frühstück trafen. Ein

guter Zeitpunkt, um uns besser kennenzulernen

und über aktuelle Probleme der Lebensschutzszene

auszutauschen.

Über hohe Zahl an Abtreibungen und

Methoden entrüstet

Nach einer Stunde führten wir durch unsere

Straßengespräche mehrere Studenten und Touristen

an das Thema Abtreibung heran, um ihre

Meinung dazu zu erfahren und einen konstruktiven

Dialog mit ihnen zu führen. Es ist immer

wieder erstaunlich, dass viele junge Menschen

uns ein offenes Ohr schenken und – auch wenn

sie oft bei ihrer Meinung bleiben – über die hohe

Zahl an Abtreibungen und die Methoden entrüstet

sind. Daran merkt man, dass wir viele „Samen

des Lebens“ säen können, die mit der Zeit

hoffentlich zu Pflänzchen heranwachsen und

unsere Gesprächspartner umstimmen. Eine

Stunde vor dem Marsch trafen wir uns mit den

Mitgliedern von Jugend für das Leben Österreich,

um unsere beiden Stände vor der Annasäule

aufzubauen. Die verschiedenen Flyer, Pullis

und Tragetaschen, die wir unter anderem auf

unseren orangefarbenen Infotisch (orange ist

die Farbe unseres Vereins) ausgelegt hatten,

zogen sofort mehrere junge und ältere Leute

an. Vor allem junge Studierende kamen interessiert

auf uns zu, um über das Thema Abtreibung

und Lebensschutz zu sprechen. Besonders ein

Gespräch mit einem Studenten, dessen Freundin

eine Abtreibung hatte, empfanden wir als sehr

bereichernd: Er war zwar für das „Recht“ auf

Abtreibung, suchte aber einen Dialog mit uns

und hörte aufrichtig zu. Hier wird nochmals

Lucia Bardini (links) und Manuela Steiner (rechts)

hinter dem Infostand von ProLife Europe

bewusst, wie „durstig“ junge Menschen nach

dem Wert und der Schönheit des Lebens sind,

ohne dass es ihnen bewusst ist. Um 12 Uhr begann

der Marsch mit zwei Redebeiträgen über

die Notwendigkeit, Frauen vor den verheerenden

Folgen von Abtreibung zu warnen – direkt

gegenüber dem Innsbrucker Rathaus.

Fruchtbare Sitzblockade

Obwohl die Route nicht allzu lang war, verzögerte

sich der Marsch aufgrund mehrerer Sitzblockaden

von Seiten der Antifa und anderer Pro-

Choice-Studenten, die nicht sofort von der Polizei

entfernt wurden. Doch auch eine lange Sitzblockade

unter der Sonne erwies sich als fruchtbar:

Ich wurde in ein Gespräch mit zwei jungen

Frauen verwickelt, die beide aufgrund schwieriger

Beziehungen mit ihren Ex-Partnern eine

Abtreibung durchgeführt hatten. Als Eisbrecher

überreichte ich ihnen zwei weiße Blumen, da

man sehen konnte, dass sie mir mit Misstrauen

begegneten. Es entwickelte sich ein spannender

Dialog, wobei diese behaupteten, wir Lebensschützer

wollten sie aufgrund ihrer Entscheidung

kritisieren. Nachdem ihnen jedoch klar

wurde, dass wir Demonstranten nicht marschierten,

um sie für ihre schwerwiegende Entscheidung

schlecht fühlen zu lassen, sondern um

ihnen Heilung und Hoffnung zu schenken,

gingen sie gerührt nach Hause.

28

LEBE 170/2025


Neun wichtige Lebensschutzmaßnahmen

von Präsident Donald Trump

Mit diesen Schritten leitet die neue US-Regierung eine Abkehr

von der Pro-Abtreibungspolitik der Demokraten ein:

1. Er hat die von der Regierung Biden eingerichtete

Internetseite über „reproduktive Rechte“,

in der für Abtreibung geworben wurde, abschalten

lassen.

2. In einer Verordnung zum Schutz von Frauen

vor extremer Gender-Ideologie hat er festgestellt,

dass das Leben des Menschen mit der

Empfängnis beginnt.

3. Er hat 23 Lebensschützer begnadigt, die wegen

Protesten gegen die Abtreibung verurteilt

worden waren.

4. In einer weiteren Verordnung hat er die „Mexico-City-Regelungen“

wieder in Kraft gesetzt,

welche Subventionen aus Steuermitteln

für Organisationen wie International Planned

Parenthood verbieten, die Abtreibungen außerhalb

der USA fördern und durchführen.

5. Trump hat den „Hyde-Zusatz“ wieder in Kraft

gesetzt. Diese Bestimmung verbietet die Finanzierung

von Abtreibung auf Verlangen

aus Steuermitteln in den USA.

6. Am 24. Januar hat er am jährlichen Marsch

für das Leben in der Bundeshauptstadt

Washington D.C. mit einer aufgezeichneten

Videobotschaft teilgenommen. Bei der Veranstaltung

hat J. D. Vance seine erste öffentliche

Rede als Vizepräsident gehalten.

7. Die Regierung Trump hat bekannt gegeben,

dass sie den FACE (Freedom of Access to

Clinic Entrances) nur mehr eingeschränkt

anwenden wird. Dieses Gesetz, das den Zugang

zu Einrichtungen für reproduktive Gesundheit

sicherstellen soll, wurde von der

Regierung Biden einseitig gegen Lebensschützer

angewendet, die vor Abtreibungskliniken

demonstriert haben.

8. In einer Stellungnahme hat Präsident Trump

einen Gesetzesentwurf gutgeheißen, der

Babys, die ihre Abtreibung überleben, medizinische

Versorgung garantieren soll.

9. Die USA sind der „Geneva Consensus Declaration“

wieder beigetreten, die sie bereits

2020 unterzeichnet haben. Diese Erklärung

stellt unter anderem fest, dass es kein Recht

auf Abtreibung gibt.

www.kath.net

Offene und zuvorkommende

Haltung wichtig

In solchen Situationen wird uns immer wieder

bewusst, wie ausschlaggebend es ist, eine offene

und zuvorkommende Haltung gegenüber

Allen zu zeigen. Verletzende Kritik von Seiten

weniger Lebensschützer verstärkt Schuldgefühle

all derer, die auf irgendeine Weise mit einer

Abtreibung zu tun hatten und verhindert Heilung

sowie einen Neuanfang.

Besonders eine kämpferische und erbarmungslose

Haltung von vereinzelten Gruppierungen

in unserem Marsch gegenüber den Gegendemonstranten

erzeugte Unverständnis und Misstrauen.

Wir empfanden es als sehr schade, denn

dadurch konnten teilweise keine Brücken zwischen

uns und unseren Mitmenschen gebaut

werden. Immerhin war dies nicht das Anliegen

von ProLife Europe beziehungsweise von Jugend

für das Leben.

Dieses zeigte sich vor allem während einer

Schweigeminute für alle Frauen, die sowohl psychisch

als auch physisch an den Folgen der

Abtreibung leiden. Alle Demonstranten gingen

dabei vor der Polizei und der Gegendemo auf

die Knie. Der Marsch endete mit zwei Zeugnissen,

eines davon von einer Frau (Susanne), die

mehrere Abtreibungen durchgeführt hatte. Die

Zuschauer hatten besonders am Ende ein offenes

Ohr und man konnte an ihren Gesichtsausdrücken

erkennen, dass ihre Herzen von unserer

Botschaft berührt wurden. Auch wenn der

Marsch für das Leben 2025 in Innsbruck aufgrund

des starken Gegenwinds etwas herausfordernd

war, hat es sich gelohnt, unseren Mitmenschen

neue Hoffnung zu schenken und für

sie ein Licht in der Dunkelheit zu sein.

Vielleicht haben wir mit diesem Artikel Ihr Interesse

an der Arbeit der Aktionsgruppe ProLife

Europe geweckt? Da Lucia aus Südtirol ist,

möchte sie vor allem Südtiroler, die in Innsbruck

studieren, ansprechen. Sie können gerne mit

Lucia über Email in Kontakt treten:

lucia.bardini@prolifeeurope.org

LEBE 170/2025 29


Die erste Frage lautete: „Möchten Sie

die Schwangerschaft fortsetzen?“

Während der Schwangerschaft wird bei dem kleinen Felix eine mögliche

Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte diagnostiziert. Obwohl die Fehlbildung gut

behandelbar ist, fragen die Ärzte die Mutter, ob sie abtreiben wolle. Warum?

D

ass Felix im Dezember zur Welt gekommen

ist, war keine Selbstverständlichkeit. Und

irgendwie auch doch. Keine Selbstverständlichkeit

war es, weil die Geschichte seines

noch jungen Lebens auch hätte ganz anders

ausgehen können. Und geradezu eine Banalität

war es deshalb, weil die Eltern ihren Bub behalten

hätten, komme, was wolle.

Es war der 12. Juli 2024. Christina Widmann

erinnert sich noch genau an dieses Datum, weil

ihr an diesem Tag etwas passiert ist, von dem

sie nie geglaubt hätte, dass es so etwas überhaupt

geben könnte.

Widmann, damals in der 20. Woche schwanger

und in Spanien lebend, hat eine Routineuntersuchung

bei ihrer Frauenärztin. Diese stellt beim

Ultraschall eine Auffälligkeit fest, Verdacht auf

Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Die Ärztin ist sich

unsicher, weil der Kleine im Bauch seine Händchen

vor das Gesicht hält, fast so, als wüsste er,

was ihm drohen könnte.

Die Ärztin ruft Kollegen zu sich, erst einen, dann

zwei, dann noch eine Arzthelferin. Schließlich

glauben zwei, was zu sehen, zwei nicht. Statt die

29-jährige Patientin für den Fall der Fälle über

Lösungsmöglichkeiten aufzuklären und Hilfsoptionen

zu erläutern, lautet die anschließende

Frage an sie: „Möchten Sie die Schwangerschaft

fortsetzen?“

„An eine Abtreibung auch nur zu denken,

ist meinem Mann und mir gar nicht

eingefallen“

Christina Widmann stockt zunächst das Herz.

Nicht wegen der Diagnose, sondern wegen der

Frage. Zur Sicherheit fährt Widmann, die bereits

zwei Kinder hat, zu einem Gynäkologen in der

bayerischen Heimat. Dieser ist sich sicher: Der

kleine Felix hat mindestens eine Lippenspalte.

„An eine Abtreibung auch nur zu denken, ist

meinem Mann und mir gar nicht eingefallen.

Stattdessen fragten wir uns, ob unser Sohn ganz

normal gestillt werden kann oder ob er eine

spezielle Trinkflasche braucht, wie die Kerbe

behandelt wird“, erzählt die junge Frau, die für

die spanische konservative Stiftung CitizenGO

arbeitet. Doch auf diese Fragen hätten die Ärzte

keine Antwort gehabt, sondern das Ehepaar an

Kollegen verwiesen.

Ein Dreivierteljahr ist das jetzt her. Heute trinkt

Felix ganz normal Milch, erzählt Christina mit

urigem bayerischem Zungenschlag. „Er wächst,

dass es nur so eine Freude ist, ihm zuzuschauen.“

Und auch die älteren Geschwister können sich

ihren Bruder nicht mehr wegdenken. In Kürze

steht die Operation an, bei der die Oberlippe

verschlossen wird.

„Ich kriege das Kind, egal was passiert“

Die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte ist eine der

am häufigsten auftretenden Fehlbildungen

beim Menschen. Bei einem von 500 bis 600

Kindern wird eine solche festgestellt. Je nachdem,

wie ausgeprägt sie ist, sind nur Lippe und

Kiefer, mitunter aber auch der Gaumen betroffen.

Beim inzwischen bald vier Monate alten Felix

ist die linke Seite der Oberlippe betroffen,

die Kerbe ist rund sechs Millimeter tief. Wenn

Christina davon erzählt, ist sie noch immer sichtlich

erregt. „Ich war sprachlos. Ich habe zu den

Ärzten gesagt: ‘Ich kriege das Kind, egal was

passiert.’“ Auch habe sie die ihr sofort angebotenen

Genuntersuchungen sowie Pränataltests

abgelehnt.

„Ich hatte große Angst, ob ich

mein Kind schön finden kann“

Dass eine solche Diagnose auch für gestandene,

lebensbejahende Mütter nicht einfach ist, das

zeigt der Fall von Martina Graf. Die Bayerin hatte

bereits sieben Kinder, als sie mit dem achten

schwanger war. „Ich hab das auf dem Ultraschallbild

gesehen, dass da eine Kerbe ist“, erzählt

sie. „Da rutscht einem schon mal das Herz

einen Stock tiefer. Mein Mann und ich sind sehr

froh, dass wir einen festen Glauben haben.“

Martina Graf versucht Freunden, Verwandten,

Bekannten und alle, die sie darauf ansprechen,

die Angst zu nehmen, die auftreten kann, wenn

eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Kerbe im Raum

steht. „Ich hatte große Angst, ob ich mein Kind

schön finden kann, oder ob ich nach der Geburt

erschrecke. Jetzt im Nachhinein klingt das natürlich

absurd. Aber damals fand ich diese

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Vorstellung ganz

schlimm als Mutter.“

Ihr habe es

sehr geholfen, mit

einer anderen

Mutter eines betroffenen

Kindes

zu sprechen.

Inzwischen hat sie

noch zwei weitere

Kinder bekommen,

eines davon mit einer Kerbe. Sie weiß also,

wovon sie spricht. Welche Worte möchte die

Mutter anderen auf den Weg geben? „Natürlich

wünscht man sich das nicht, aber bei den Kindern

handelt es sich um völlig selbständige und

wunderschöne Kinder.“ Auch sie kann die euphemistisch

formulierte Frage nach der Abtreibung

eines solchen Kindes nicht verstehen.

Experte Sader: „Es gibt keinen Grund, an

eine Abtreibung zu denken“

Was sagt die andere Seite? Was sagen Ärzte?

Eine Koryphäe auf dem Gebiet ist Robert

Sader, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und

Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum

Frankfurt. Er erklärt, bei einer Lippen-

Kiefer-Gaumen-Spalte handele es sich um alles

andere als eine lebensbedrohliche Fehlbildung.

„Sie gehört behandelt, man kann sie auch sehr

gut behandeln, und bei einer unkomplizierten

Spaltbildung gibt es keine weiteren Fehlbildungen,

weder physisch noch geistig.“

Sader, dem für seine Arbeit vor zwei Jahren

sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde,

berät laut eigenen Angaben ein- bis zweimal

wöchentlich Schwangere, bei deren Kind intrauterin,

also innerhalb der Gebärmutter, mit

Ultraschall eine Spaltbildung festgestellt wurde.

Er stellt klar: „Es gibt keinen Grund, an eine

Abtreibung zu denken.“

Bei einem Drittel der vor der Geburt diagnostizierten

Kinder sei lediglich der vordere

Teil, sprich Lippe und Kiefer betroffen. Hier träten

keine spezifischen Komplikationen auf, die

Kinder könnten gestillt und die Spaltbildung im

ersten Lebenshalbjahr operativ verschlossen

werden. Doch auch im Falle einer kompletten

Spaltbildung gäbe es sehr wirksame Hilfsmittel

für die Ernährung, bis die Fehlbildung

durch eine Operation korrigiert werde.

Heute seien die Verfahren schonend und es

reiche meist ein Eingriff.

Bis zur Operation

könne man mithilfe

eines 3-D-Fotos

im Mund eine

Ku n s t s t o ff p l atte

herstellen und

einsetzen, die den

Gaumen provisorisch

verschließt.

Zusätzlich

hülfen auch

Stillhütchen oder Spezialfläschchen, mit denen

das Kind dann nahezu normal gefüttert

werden könne, manchmal dauert das Füttern

oder Stillen nur länger als sonst üblich.

„Es fehlt eine ‘Willkommenskultur’ für

Kinder mit Auffälligkeiten“

Der Gynäkologe Michael Kiworr weist auf eine

traurige Entwicklung hin: „Es gibt immer wieder

Klagen von Eltern gegen Gynäkologen, falls

beim Kind etwas nicht erkannt wurde, die dann

sagen, sie hätten es abtreiben lassen, wenn sie

von der Auffälligkeit gewusst hätten. Man spricht

dann bizarrerweise vom ‘Kind als Schaden’. Auf

der einen Seite spricht daraus die Überforderung

der Eltern, manchmal auch der Wunsch

nach finanziellen Hilfen oder Unterstützung,

vereinzelt soll aber auch einfach ein vermeintlich

Schuldiger gefunden werden.“

Was in der heutigen Gesellschaft fehlte, sei eine

echte Unterstützung für Betroffene: Eine „Willkommenskultur“

für Kinder mit Auffälligkeiten

und Besonderheiten, seien es kleine oder große,

eine konsequente Unterstützung der Eltern, die

dann in keinem Fall allein gelassen werden

dürften.

„Es braucht ein gesellschaftliches Klima, in dem

Menschen mit Erkrankungen und deren Eltern

Unterstützung statt Ablehnung erfahren. Mit

jedem Kind erleben Eltern Ambivalenzen, Wunderschönes

wie Herausforderndes, sowohl tiefe

Freude und Glück, aber auch Erkrankungen und

Belastungen bleiben nicht aus und können vor,

bei und nach der Geburt auftreten. Die entscheidende

Frage ist: Wie gehen wir damit um?“

Wie viele Kinder jährlich aufgrund einer Lippen-

Kiefer-Gaumen-Spalte nicht zur Welt kommen

dürfen, darüber werden keine Statistiken erhoben.

Christina Widmann gibt dieses nun bald

abgeschlossene Kapitel jedenfalls nur noch

mehr Motivation, sich für das Lebensrecht ungeborener

Kinder einzusetzen.

© Privat / Corrigenda-Montage

Quelle: Onlinemagazin CORRIGENDA, www.corrigenda.online

Dieser Artikel wurde am 6.3.2025 erstmals veröffentlicht

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D

Unsere Zielsetzungen:

Als Pro-Life-Bewegung setzen wir uns mit Leidenschaft und

Überzeugung für den Schutz des Lebens in all seinen Phasen ein –

vom Augenblick der Zeugung bis zum natürlichen Tod. Es ist uns

ein tiefes Anliegen, das Leben ungeborener Kinder, von Menschen

mit Behinderungen, sowie älteren Mitbürgern zu schützen und ihre

Rechte zu wahren.

Unser Engagement konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:

Aufklärung über das Lebensrecht der Ungeborenen

Beratung und Unterstützung von Frauen in

Schwangerschaftskonflikten

Hilfe bei der Bewältigung der Folgen nach einer

Abtreibung, insbesondere des Post-Abortion-Syndroms (PAS)

Einsatz für ein würdevolles, natürliches Lebensende

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