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LEBE
Ausgabe 170 – Mai 2025
In caso di mancato recapito si restituisca al mittente che si impegna a pagare la relativa tassa Poste Italiane S.p.A. - Spedizione in abbonamento postale - D.L. 353/2003 (conv. in L. 27/02/2004 n. 46) art. 1, comma 2 e 3 - DCB Bolzano
„Babyklappen“ retten Leben
Paradigmenwechsel
durch „Babyklappen“
und Anonyme Geburt S. 4
„Mutter“ – was war
das noch gleich?
S. 12
Neue Wege durch neue
Herausforderungen
S. 20
Die erste Frage lautete:
„Möchten Sie die Schwangerschaft
fortsetzen?“ S. 30
Inhalt
3 Leitartikel
4 Paradigmenwechsel
durch „Babyklappen“
und Anonyme Geburt
7 Geschichtlicher Überblick
bezüglich „Babyklappen“
9 „Wir wollen Leben retten“
D
11 Muttertag
12 „Mutter“ –
was war das noch gleich?
15 „Samen säen“
16 Nachruf Bischof Andreas Laun
18 Veranstaltungskalender
19 Kalenderbilder und Verstärkung
für unser Team gesucht
20 Neue Wege durch neue
Herausforderungen
22 Beratungsstelle proFrau
24 Pressesplitter
25 Dank und Spendenaufruf /
Buchempfehlung
26 Stimmen des Lebens
28 Marsch für das Leben 2025
in Innsbruck
30 Die erste Frage lautete:
„Möchten Sie die
Schwangerschaft fortsetzen?“
IMPRESSUM
Herausgeber:
BEWEGUNG FÜ̈R DAS LEBEN SÜDTIROL VFG
Eintragung beim Landesgericht Bozen,
N. 25/92 R. ST. vom 9.9.92
Presserechtlich verantwortlich: Dr. Franz Pahl
Für den Inhalt verantwortlich: Hildegard Tscholl
Für die Redaktion verantw.: Martha Zöggeler
Redaktionsteam: Rosa Asam, Gustavo Brinholi,
Tobias Degasperi, Hildegard Tscholl,
Martha Zöggeler
Layout: Christian Bremer, Martha Zöggeler
Korrektur: Rosa Asam
Druck: Lanarepro GmbH
Auflage: 9.300 Stück
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mit der Redaktion. Foto Titelseite: Shutterstock
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◻
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2
LEBE 170/2025
Liebe Freunde
für das Leben,
W
er von uns kennt eigentlich die „Babyklappe“ und ihre Bedeutung für die menschliche
Gesellschaft? Dem historischen Exkurs über das Aussetzen von Säuglingen, geschrieben
von Tobias Degasperi, können wir durchaus aufschlussreiche Erkenntnisse abgewinnen, um
in der Gegenwart Veränderungen herbeizuführen. Der traurige Fall des toten Babys in der
„Babyklappe“ von Bari hat einen positiven Aspekt ausgelöst. Wir berichten darüber und wollen
darüber hinaus zum öffentlichen Diskurs und zu direktem Handeln anregen. Neben der
Unterzeichnung der Petition „culla per la vita“ kann man Anfragen an Politiker und
Gesundheitsdirektoren richten, Leserbriefe schreiben, Filme und kurze Videos machen, diskutieren
und vieles mehr. Um eine Lawine ins Rollen zu bringen, genügen oft kleine Steine, um eine Wende
von der gegenwärtigen Kultur des Todes hin zu einer lebensfreundlichen Kultur zu bewirken, sind
es auch die Stimmen Einzelner, die diese Wende einfordern.
Bleiben wir beim Bild der kleinen Steine oder Samenkörner: Lesen Sie dazu auch den Beitrag von
Andrea de Beyer. Durch ihr Engagement auf den Straßen der Dörfer und Städte Südtirols wird das
Thema Abtreibung aus der Versenkung des Schweigens geholt und die Angesprochenen ändern
nicht selten ihre Meinung zu diesem Thema. Vielleicht können auch Sie sich vorstellen, sich in diesen
Dienst zu stellen. Wer weiß, vielleicht entdecken Sie dabei ein verborgenes Talent.
Ein großes Herzensanliegen ist die Verbreitung des Buches „Abtreibungsüberlebende“ des Ärzteund
Forscherehepaares Philipp und Marie Ney. Mit ihren in jahrzehntelanger Forschungs- und
Therapiearbeit gewonnenen Erkenntnissen stießen sie von Anfang an auf Widerstand und taube
Ohren. Aber die Wahrheit setzt sich Kraft ihrer selbst durch. Es liegt an uns, dieser Wahrheit mit
wachem Verstand ins Auge zu sehen und mutig die notwendigen Schritte zu tun. Jede Ideologie
kommt einmal zu Fall, und wie wir aus der Geschichte lernen können, führt die Rückbesinnung auf
die christlichen Wurzeln und die sittlichen Naturgesetze am schnellsten und nachhaltigsten zurück
zum Ziel.
Es grüßt Sie herzlich
Hildegard Tscholl
Vorsitzende der Bewegung für das Leben Südtirol
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Wir bekommen nach jedem Versand immer wieder Retoursendungen mit dem Vermerk
„Empfänger verzogen, unbekannt oder verstorben“.
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Adressetiketten können wir sie nicht mehr weiter verwenden.
LEBE 170/2025 3
TITELTHEMA
Paradigmenwechsel durch
„Babyklappen“ und Anonyme Geburt
Am 2. Januar dieses Jahres wurde in der Kirche San Giovanni Battista
in Bari ein knapp vier Wochen altes Baby tot in einer „Babyklappe“
aufgefunden. Aufgrund eines vermuteten technischen Fehlers soll sich
die Klappe der Wiege nicht geschlossen haben, so dass das
Handy des zuständigen Pfarrers kein Warnsignal erhielt und das Baby
laut Medienberichten aufgrund der herrschenden Kälte erfror.
Von Hildegard
Tscholl
N
ormalerweise schaltet
sich die Heizung ein, sobald
das Baby in der Wiege
liegt und die Klappe geschlossen
wird. Nach einigen
Minuten wird das Warnsignal
an das angeschlossene Telefon
weitergeleitet, damit sich die
Person, die das Baby abgibt, unerkannt entfernen
kann. In dieser „culla per la vita“ („Wiege für
das Leben“) in Bari wurden in den letzten Jahren
bereits zwei Babys abgegeben, die nun über
ein geschütztes Adoptionsverfahren in einer
intakten Familie leben können. Dieser Vorfall
könnte die „culle per la vita“, welche größtenteils
durch das Engagement von Lebensschutzorganisationen
in kirchlichen und privaten Einrichtungen
entstanden sind, in Misskredit bringen.
Sie werden von mutigen und engagierten Menschen
betreut. Unterstützt durch gesetzliche
Kontrollmechanismen können sie jedoch weiterhin
gute und wertvolle Dienste leisten.
Unterschriftenkampagne
Nach dem tragischen Vorfall in Bari wurde die
Unterschriftskampagne „culla per la vita“ ins
Leben gerufen. Die Initiatoren fordern von der
italienischen Regierung die Schaffung eines
Rahmengesetzes, das vier spezifische Punkte
vorsieht:
• die „Babyklappe“ muss als humanitäre Hilfe
der „Anonymen Geburt“ gleichstellt werden;
• für jede Geburtenstation eine „Babyklappe“;
• für jede Geburtenstation ein multidisziplinäres
Team, welches den Müttern und Familien
professionell zur Seite steht;
• Staat, Regionen und Gemeinden sollten die
Öffentlichkeit darüber informieren.
„Wenn der Kultur des Lebens der Weg nicht bereitet
wird und den Menschen keine Alternativen
zur Abtreibung vorgestellt werden, kann sich die
Hoffnung nicht ausbreiten und Abtreibung und
Kindstötung werden zunehmen. Lassen wir das
nicht zu, eine Änderung ist möglich“, schreiben
die Initiatoren in einer Mitteilung.
Die Geburt eines Kindes wird von Müttern und
Vätern in den meisten Fällen als ein freudiges
und außergewöhnliches Ereignis erlebt. Es gibt
aber auch Familien, meist sind es jedoch alleinstehende
Frauen, für die aufgrund ihrer prekären
Lebenssituation ein Kind eine unüberwindbare
Herausforderung darstellt und die sich
schämen, sich zu erkennen zu geben. Ihnen gilt
es, Respekt und Mitgefühl entgegenzubringen.
„Babyklappen“ oder besser „Wiegen fürs Leben“
sind Lebensretter und ein Anker der Hoffnung
und Liebe gerade für diese Mütter und
ihre Kinder.
„Anonyme Geburt“
Die „Anonyme Geburt“ hingegen gibt der Mutter
die Möglichkeit, ihr Kind in einem geschützten
Rahmen in einer Geburtsklinik zur Welt zu
bringen. Der Weg bis hin zur „Anonymen Geburt“
ist im Idealfall professionell geplant und
begleitet. Es gibt aber auch Situationen, in denen
eine Mutter spontan aufgenommen werden
muss, um ihr Kind zu entbinden und es anschließend
zur Adoption freizugeben. Gerade in solchen
Ausnahmefällen ist es wichtig, dass ein
professionelles Team vor Ort ist, um sensibel zu
interagieren.
In der öffentlichen Wahrnehmung gilt die Mutter,
die ihr Kind „weggibt“, leider immer noch
als Rabenmutter. In Wirklichkeit ist aber gerade
diese Frau eine Heldin, weil sie, nachdem sie ihr
Kind neun Monate in sich getragen hat, den
großen Schmerz der Trennung durchlebt, um
ihrem Kind vom ersten Augenblick an ein Leben
bei Eltern zu ermöglichen, denen der sehnlichste
Wunsch nach einem eigenen Kind verwehrt
bleibt. Es ist daher dringend notwendig, die
Bevölkerung durch Aufklärungskampagnen dafür
zu sensibilisieren, wie wichtig und heilsam
es ist, auch in schwierigen und aussichtslos
scheinenden Situationen einem Kind das Leben
4
LEBE 170/2025
Foto: Shutterstock
In welchen Regionen Italiens gibt es wie viele „Babyklappen“?
Abruzzen 1 in Pescara
Aostatal 1 in Aosta
Apulien 3 in Bari, Faggiano und Monopoli
Basilikata 1 in Potenza
Emiglia Romagna 4 in Bologna, Parma, Piacenza und Ravenna
Kalabrien 1 in Cosenza
Kampanien 2 in Neapel und Salerno
Latium 3 in Cassino, Civitavecchia und Rom
Ligurien 5 in Albenga, Ceriale, Sestri Levante und 2 in Genua
Lombardei 11 in Abbiategrasso, Bergamo, Brescia, Crema, Cremona,
Marcallo con Casone, Melegnano, Mailand, San Giuliano Milanese,
Varese, Vigevano
Marken 3 in Ancona, Fabriano und Senigallia
Piemont 5 in Asti, Biella, Casale Monferrato, Giaveno und Turin
Sizilien 9 in Bagheria, Caltanissetta, Giarre, Messina, Trapani,
Vittoria/Ragusa und 3 in Palermo
Toskana 4 in Empoli, Massa und 2 in Florenz
Umbrien 3 in Città di Castello, Perugia und Terni
Veneto 5 in Camposanpiero, Padua, Schiavonia-Monselice,
Venedig/Mestre und Vicenza
Keine „Babyklappen“ gibt es bisher in folgenden Regionen:
Friaul Julisch Venetien, Trentino-Südtirol, Molise, Sardinien.
www.culleperlavita.it
LEBE 170/2025 5
A
m 27. November 2019 wurde ein Beschlussantrag
der Partei „Die Freiheitlichen“ zur
Einführung von „Babyklappen“ in Südtirol
vom Landtag mit einer breiten Mehrheit von 28
Ja-Stimmen genehmigt. Darin forderte der
Landtag die Landesregierung auf, eine Analyse
zu machen, inwieweit bestehende „Babyklappen“
in Deutschland und Österreich in ihrer
Funktion und Zielsetzung den Bedarf erfüllen
sowie die rechtliche Situation in Italien zu
prüfen.
Dreieinhalb Jahre später, am 9. Mai 2023, brachte
die heutige Landesrätin Ulli Mair von den
Freiheitlichen bei einer aktuellen Fragestunde
des Südtiroler Landtages das Thema erneut zur
Sprache. Wenige Wochen zuvor hatte das Thema
hohe Wellen geschlagen, nachdem der Fall
des kleinen Enea bekannt wurde, welcher in der
„Babyklappe“ einer Mailänder Klinik aufgefunden
wurde. Dazu ersuchte die Abgeordnete die
Landesregierung um die Beantwortung folgender
Fragen: Wurde die Analyse hinsichtlich einer
möglichen Einführung von „Babyklappen“ durchgeführt?
Wenn ja, mit welchem Ergebnis? Wenn
Keine „Babyklappe“ für Südtirol
nein, aus welchen Gründen nicht? Wie schätzt
derzeit die Landesregierung die Möglichkeit zur
Einführung von „Babyklappen“ in Südtirol ein,
zumal bereits „Babyklappen“ in Italien seit etlichen
Jahren existieren? Welche weiteren Schritte
zur Umsetzung des angeführten Beschlussantrages
sind derzeit geplant?
Landeshauptmann Arno Kompatscher, zu dieser
Zeit auch Landesrat für das Sanitätswesen,
schickte voraus, dass jede Initiative, durch welche
Tragödien verhindert werden könnten, begrüßenswert
sei. Die Analyse, die der Sanitätsbetrieb
vorgenommen habe, habe ergeben:
Es gebe keine Daten, dass Neonatizide oder
Schwangerschaftsabbrüche vermieden oder
verringert würden. „Babyklappen“ verhinderten
keine Tötungen von Kindern, diese stünden mit
anderen Gründen in Zusammenhang. Das Konzept
der „Babyklappen“ könne missbraucht werden.
Derzeit sei aufgrund dieser Analyse keine
Umsetzung geplant. Das Thema sei keines, das
sich für schwarz-weiß-Antworten hergebe. Er
halte die anonyme Geburt für ein gutes Konzept
- was nicht bedeute, dass das Eine das Andere
ausschließe.
zu schenken. Mütter, die diesen heroischen
Schritt wagen, verdienen Lob und Anerkennung.
Die flächendeckende Einrichtung und Förderung
von „Babyklappen“ in allen Krankenhäusern
mit Entbindungsstationen ist ebenso, wie
die „Anonyme Geburt“ eine Bringschuld des
Staates in der heutigen Zeit. Sie müssen eine
sinnvolle Ergänzung zur Unterstützung durch
die Beratungsstellen und durch das Sozialsystem
sein. Es stellt tatsächlich einen Paradigmenwechsel
und Hoffnung zugleich für das neugeborene
Leben dar. Wie schnell würde sich die
Einstellung zur Abtreibung ändern! Wie schnell
würden Hilfsbereitschaft, Herzlichkeit und Engagement
wieder Einzug in unsere Gesellschaft
halten. Bis dahin mag es noch ein weiter Weg
sein, aber der erste Schritt muss immer getan
werden. Stellen wir uns die verrückte Idee vor,
am Eingang eines jeden Krankenhauses steht
in großen Lettern: „Wir haben eine ,Babyklappe‘!
Gib Deinem Kind eine Chance!“ Oder
besser: „Wir beherbergen eine ,Wiege für das
Leben!‘ “, ergänzt durch Aufklärungsbroschüren
und andere öffentlichkeitswirksame
Maßnahmen!
Lombardei Spitzenreiter
Mit elf registrierten „culle per la vita“ liegt die
Lombardei an der Spitze der italienischen Provinzen.
Südtirol hingegen gehört zu den wenigen
Provinzen, die über keine „Babyklappe“
verfügen. Die Südtiroler Landesregierung sieht
keine Veranlassung, diesen Mangel zu beheben.
Dies wurde in der Plenarsitzung des Südtiroler
Landtags vom 9. Mai 2023 den Abgeordneten
bekannt gegeben. In Südtirol gibt es auch kaum
Anonyme Geburten.
Eine Regierung, die alles tut, um jedes Kind zu
retten, wird in ihrem Land ein starkes Volk hervorbringen;
ein Volk, das auf einem gesunden
und festen Wertefundament steht; ein Volk, das
seine Schwächsten, die Kinder, Alten und Kranken,
zu schätzen und zu schützen weiß; ein Volk,
das die Mütter und Väter ehrt und die Familien
fördert. Langfristig wird das Land, in dem jedes
Kind willkommen ist, in Frieden und Wohlstand
leben können.
◻
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LEBE 170/2025
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Kurze Geschichte der „Babyklappen“
„Babyklappe“ - ein modernes Wort für eine antike soziale Hilfeleistung!
Das unbarmherzige Phänomen der Aussetzung von Kindern ist uns
Europäern nicht mehr vertraut - bis ins 20. Jahrhundert hinein trat es
jedoch massenhaft auf und ist in vielen Ländern auf der Erde,
beispielsweise sei Indien genannt, weiterhin ein Problem.
TITELTHEMA
Von Tobias
Degasperi
D
ass Mütter bzw. Familien
ihre Kinder aussetzen, hat
sehr unterschiedliche
Gründe; das Anliegen jener,
die „Babyklappen“ einrichten,
ist jedoch durch die Zeiten
gleichgeblieben: es geht um
die Rettung des Kindes. In unseren
Tagen will man das Kind hauptsächlich
vor der Abtreibung bewahren, in den früheren
Zeiten ging es hingegen eher um die Rettung
vor der tödlich endenden Aussetzung nach der
Geburt. Ein Neugeborenes sich selbst zu überlassen,
bedeutete den sicheren Tod. Nun war es
bereits in der Antike üblich, dass Kinder ausgesetzt
und oftmals auch glücklicherweise von
Fremden aufgenommen wurden - sie wurden
dann Findelkinder genannt. Das berühmteste
Beispiel ist wohl jenes der Gründersage Roms,
die von den beiden Findelkindern Romulus und
Remus erzählt, die von einer Wölfin aufgezogen
werden. Im biblischen Bereich ist uns die Geschichte
rund um Mose wohlbekannt, der von
der ägyptischen Prinzessin angenommen wird.
Neugeborene Kinder waren im antiken Griechenland
und besonders dann in Rom der Willkür
des “pater familias”, des Hausvaters,
ausgesetzt. Dieser entschied über Leben oder
Tod des Kindes. Wenn das Kind nicht getötet,
sondern ausgesetzt wurde, so geschah dies
meist an öffentlichen Plätzen, wo die Chance,
gefunden zu werden, am größten war. Diese
grausame Handhabe mit vielen Kindern galt in
der Antike nicht als Unrecht. Dies änderte sich
erst mit dem Aufkommen des Christentums.
Jedes menschliche Wesen hatte nun eine göttlich
geschenkte Würde und sollte geschützt
bzw. im christlichen Interesse auch getauft werden.
So wie sich die ersten Christen bereits
gegen die bei den Römern übliche Praxis der
Abtreibung wehrten, ergriffen sie auch Partei für
die ausgesetzten Kinder. Bereits 374 n.Chr. wurde
die Kindstötung - noch unter dem römischen
Kaisertum - als illegal bezeichnet, ab dem 6.
Jahrhundert wurden Findelkinder unter den
besonderen Schutz der weltlichen oder geistlichen
Obrigkeit gestellt. In jenem Jahrhundert
wurde erstmals eine Art Vorläufer der „Babyklappe“
in Kirchen installiert: an den Eingängen
positionierte man Marmorbecken, in denen gefundene
Kinder hineingelegt werden konnten,
damit sie in sichere Obhut kamen. Die Kirche
selbst übernahm teilweise die Versorgung
durch Pflegeeltern und baute diese im Laufe
LEBE 170/2025 7
Das erste Baby wurde 2006 in Rom in eine „Babyklappe“ gelegt
I
n Italien wurden seit Beginn im Jahr 2006
14 Kinder in „Babyklappen“ abgegeben: Das
erste war ein kleiner Junge, abgelegt in der
Poliklinik Casilino in Rom. In dieselbe „Babyklappe“
wurde jeweils 2019 und 2020 ein Baby
gelegt. Drei Kinder wurden in der Mangiagalli-
Klinik in Mailand gerettet, eines 2016 in Abbiategrasso/Mailand,
zwei in Florenz, ein kleines
Mädchen 2021 und ein Mädchen 2024 in Bergamo.
In Bari konnten zwei Kinder gerettet werden,
in derselben „Babyklappe“, die sich in der
Pfarrei San Giovanni befindet, wurde Anfang
2025 ein kleiner Junge abgelegt, welcher aber
am 2. Januar 2025 durch Unterkühlung tot aufgefunden
wurde.
der folgenden Jahrhunderte aus. Erste Findelund
Waisenhäuser wurden errichtet und schließlich
im 12. Jahrhundert ein eigener Orden, der
Heilig-Geist-Orden, mit diesen spezifischen Aufgaben
betraut. Nachdem Papst Innozenz III. einen
Fischer beobachtet hatte, der drei Kinderleichen
aus dem Tiber gefischt hatte, holte er
den Gründer des Heilig-Geist-Ordens, Guy de
Montpellier, nach Rom und beauftragte ihn mit
der Gründung der Findlingshospitäler Santo
Spirito und Santa Maria in Sassia. Ebendort wurden
Drehklappen bzw. Drehladen („torna ruota“)
eingerichtet, in deren mittig angebrachten Mulde
die Findelkinder hineingelegt und nach innen
gedreht werden konnten,
sodass die aussetzende
Person anonym blieb. Bis ins
15. Jahrhundert verbreitete
sich dieser Orden und seine
Praxis der Drehklappen, vornehmlich
im heutigen Italien.
Allmählich übernahmen
jedoch auch bürgerliche Institutionen
die Sorge und
Pflege von Findelkindern,
sodass es in jeder größeren
Stadt Findelhäuser gab. Mit
der allgemeinen Bevölkerungszunahme
ab dem 18.
Jahrhundert stieg auch die Zahl der Kindsaussetzungen
und parallel dazu die Gründung von
Einrichtungen, die sich ihrer annahmen. Entscheidend
für die Anzahl der Findelkinder war
meistens, wie niedrig die Aufnahmeschwelle
dafür war: Dort, wo Findelhäuser mit Drehläden
waren, wurden besonders viele Kinder abgegeben.
In Italien etwa gab es in der Mitte des
19. Jahrhunderts an die 1200 Drehklappen.
1865 jedoch wurden sie verboten, da die Zahl
der ausgesetzten Kinder ungeahnte Dimensionen
erreicht hatte und die Schuld daran der
Existenz von niederschwelligen Angeboten wie
den Drehklappen zugeschoben wurde. Erst im
fernen Jahr 1992 wurde das Konzept dieser Einrichtungen
wieder aufgenommen und konkret
auf Vorschlag des “movimento per la vita” zunächst
in Casale Monferrato reaktiviert, um Frauen
auch die Möglichkeit der anonymen Geburt
zu geben und Kinder gleichzeitig vor der Aussetzung
oder der Abtreibung zu schützen. Ab
1995 verbreitete sich diese Idee auch in anderen
italienischen Städten und führte zur Aktivierung
zahlreicher „Babyklappen“ („culle per la vita”),
meist angeschlossen an religiöse Institute oder
staatlich gesundheitliche Einrichtungen. In
Deutschland kam es ab 1999 zur Gründung
zahlreicher „Babyklappen“: Pioniere waren der
Sozialdienst Katholischer
Frauen in Amberg und das
Die Einrichtung von niederschwelligen
Angeboten,
wie es die „Babyklappe“
darstellt, ist ein
Akt des sozialen Gewissens
und der konkreten
Hilfe in Schwangerschaftskonflikten.
“
„Projekt Findelbaby” in
Hamburg. In Italien bieten
diesen Dienst auch teils öffentliche
Krankenhäuser
an, beginnend ab 2006 mit
dem Polyklinikum Casilino
in Rom. Mittlerweile hat
sich auch die Technik dazugesellt
und moderne „Babyklappen“
sind sogar mit
einer Art Heizung ausgestattet,
damit das Baby
nicht erfriert.
Kindesaussetzung ist kein Problem vergangener
Jahrhunderte, sondern auch für unsere Gesellschaft
eine Herausforderung und Prüfstein unserer
Humanität. Noch immer sehen sich zahlreiche
Frauen und Familien dazu genötigt, ihre
Neugeborenen abzugeben, weil finanzielle, soziale
oder persönliche Gründe sie dazu drängen.
Die Einrichtung von niederschwelligen Angeboten,
wie es die „Babyklappe“ darstellt, ist ein Akt
des sozialen Gewissens und der konkreten Hilfe
in Schwangerschaftskonflikten. Mögen aus der
Geschichte die richtigen Lehren gezogen werden,
damit auch heute viele Kinder angenommen
und ins Leben geführt werden können. ◻
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LEBE 170/2025
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„Wir wollen Leben retten“
TITELTHEMA
25 Jahre „Babyklappen“ in Deutschland
Eine Klappe, hinter der ein geheiztes Kinderbett steht. Seit 25 Jahren
können Mütter in vielen Städten dort ihre Babys anonym ablegen.
Seriöse Zahlen dazu, wie oft das passiert, gibt es nicht.
Aber: Der von Kritikern befürchtete Andrang blieb aus.
E
ine Eisentreppe an der Rückseite des
St. Vinzenz-Krankenhauses in Hanau führt
einige Stufen nach oben. Dort, in einer
kaum einsehbaren Nische, steht in roten Buchstaben
das Wort „Babyklappe“. Sie öffnet sich,
wenn jemand den Knopf links daneben drückt.
Hinter der Klappe steht ein Wärmebett, die Decke
hat einen Bärchenaufdruck. „Meist werden
die Kinder in ein Tuch gewickelt auf der Decke
abgelegt“, sagt Schwester Annette Biecker vom
Seelsorgeteam des Krankenhauses dem Evangelischen
Pressedienst (epd). Zehn Minuten
nachdem die Klappe geschlossen wurde, ertönt
in der Ambulanz ein Signal. Das Baby wird
geholt und untersucht, die Suche nach Adoptiveltern
beginnt.
Vor 25 Jahren, am 8. April 2000, hat der Verein
„SterniPark“ in Hamburg die erste „Babyklappe“
in Deutschland eröffnet, und zwar an einer Kita.
Anlass war damals der Fund einer Babyleiche
in einer Hamburger Recyclinganlage. Die Idee
fand viele Nachahmer, rund 100 gibt es Schätzungen
zufolge mittlerweile in Deutschland, genaue
Zahlen fehlen. Seit Eröffnung der „Babyklappe“
haben wir 56 Leben gerettet, teilt
„SterniPark“ auf seiner Internetseite mit.
Die erste „Babyklappe“ in einem Krankenhaus
geht auf die Initiative von Gabriele Stangl zurück.
LEBE 170/2025 9
Die Pastorin und Seelsorgerin am Berliner Krankenhaus
Waldfriede hatte mit einer alten Frau
gesprochen, die ihr berichtete, gegen Ende des
Zweiten Weltkrieges ihr Baby im Wald abgelegt
zu haben. Sie war vergewaltigt worden, hatte
zwei Kinder und ihr Mann war in Gefangenschaft.
„Sie konnte sich niemals verzeihen, was
sie getan hat“, erinnert sich Stangl.
Erste „Babyklappe“ in einer Klinik
Wenig später habe ein Diakon mit einer schwangeren
Prostituierten vor ihr gestanden. Sie war
verzweifelt, weil sie Angst hatte, dass ihr Zuhälter
das Kind verkauft, sagt Stangl. Die Pastorin wollte
helfen, eventuell mit der Vermittlung einer anonymen
Geburt. Das ist illegal, habe ihr ein Arzt
gesagt und Hilfe abgelehnt. Stangl hatte die
Schicksale der alten Frau und der Prostituierten
im Hinterkopf, als sie von der „Babyklappe“ in
Hamburg hörte. „Ich wollte nie wieder so verzweifelte
Menschen wegschicken“, sagt sie. Das
verbiete ihr auch ihr Glaube.
Nach Überzeugungsarbeit der Seelsorgerin
eröffnete die „Babyklappe“ im Haus Waldfriede
im September 2000. Entgegen der Annahme
von Kritikern, dass man es den Müttern zu leicht
mache und die Frauen bald Bauch an Bauch
stehen würden, um ihre Kinder abzugeben, waren
es bis zu ihrem Abschied im Jahr 2017 insgesamt
26 Kinder, sagt Stangl.
Schlimm war, als 2002 ein ermordetes Baby in
der Klappe lag. Gabriele Stangl ist noch heute
überzeugt, dass nicht die Mutter die Täterin war.
Die Presseberichte über das Daniel Simson genannte
Kind gingen um die Welt.
Mit großer Freude hingegen erinnert sich Stangl
an einen Jungen, der im selben Jahr abgegeben
worden war. Drei Tage später stand ein junges
Paar vor ihr, sie 17 Jahre alt, er 18. Sie beteuerten
weinend, die Eltern zu sein. Nachdem die Mutterschaft
festgestellt worden war, nahmen sie
das Kind mit. Das Jugendamt wurde zur Unterstützung
eingeschaltet und die Großeltern
packten mit an.
Sie habe oft erlebt, dass Mütter sich das Leben
mit dem Kind zutrauen, wenn sie in ihrer Not
gehört werden und Hilfe bekommen, sagt
Stangl. Sie habe auch viele Frauen betreut, die
später zu anonymen Geburten ins Krankenhaus
gekommen seien. Ein Drittel von ihnen habe das
Kind am Ende behalten, die anderen haben es
zur Adoption freigegeben. „Aber die Geburt
war sicher und das Kind wurde betreut“, betont
Stangl.
Die Pastorin im Ruhestand hat noch heute Kontakt
zu einigen Kindern. „Sie sollen wissen, was passiert
ist“, sagt sie und unterscheidet zwischen der
Bauch-Mama und der Herz-Mama: „Das Kind ist
bei beiden gewachsen, das kann man erklären.“
Manchmal kommt die
leibliche Mutter zurück
„Es ist Teil ihrer Identität“, sagt auch Florian Hillenbrand
von der Adoptionsvermittlung des Sozialdienstes
katholischer Frauen in Fulda, der
die Kinder aus der „Babyklappe“ in Hanau vermittelt.
Die „Babyklappe“ sei Teil der Herkunftsgeschichte
eines Kindes. Wissen ist für die Kinder
besser einzuordnen als eine Ahnung oder
gar die Fantasie. Manche Menschen könnten
damit in ihrem weiteren Leben sehr gut umgehen,
für andere sei es eine große Verletzung.
Der Sozialdienst katholischer Frauen betreibt
auch zwei „Babyklappen“ in Fulda und Kassel.
Dort sowie in Hanau seien seit 2001 insgesamt
49 Kinder abgegeben worden. 42 wurden später
adoptiert, sieben Kinder kamen zurück zu
den leiblichen Müttern.
Das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung
ist ein Grundrecht, darauf verweisen Kritiker
der „Babyklappen“. Denn für die Kinder
aus einer „Babyklappe“ ist das in den allermeisten
Fällen nicht einzulösen. Anders ist es bei
einer gesetzlich geregelten vertraulichen Geburt,
bei der Frauen seit 2014 medizinisch sicher
und zunächst anonym entbinden können: Die
Daten der Mutter werden hinterlegt und das
Kind kann ab dem Alter von 16 Jahren eine
Auskunft verlangen.
Wie groß die Belastung sein kann, nichts über
die eigene Herkunft zu wissen, gar keinen Bezug
dazu haben, weiß auch Marion Meister vom Sozialdienst
katholischer Frauen, die an der Einrichtung
der „Babyklappe“ in Hanau mitgewirkt hat.
Im Wärmebett im St. Vinzenz-Krankenhaus liegt
deshalb ein Brief an die Mutter in mehreren Sprachen.
Darin stehen Hinweise, wo sie Hilfe für sich
finden kann und die Bitte, dem Kind etwas mitzugeben:
einen Gruß, eine Nachricht, ein Schmusetier.
„Wir wollen Leben retten“, betont Meister.
Gleichzeitig freuten sich alle, wenn das Kind etwas
von der leiblichen Mutter bekomme. ◻
Quelle: Livenet - www.livenet.ch
10
LEBE 170/2025
Foto: Shutterstock
MUTTERLIEBE
ist die stärkste,
schönste und
selbstloseste
Liebe der Welt
Wir wünschen
allen Müttern
von Herzen
alles Gute zum
MUTTERTAG!
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„Mutter“ – was war das noch gleich?
Wenn jungen Müttern ihr Instinkt und ihre Kompetenz
abgesprochen wird, wird die ganze Gesellschaft kälter.
Ein persönliches Plädoyer für Mut zu mehr Mütterlichkeit.
W
irft man einen Blick in Zeitschriften oder
die Onlineausgaben von Zeitungen, in
denen Frauen sich vor ihrem eigenem
Erfolg mit erhobener Nase posieren und Arme
verschränkend sowie selbst-, ja fast siegesbewusst
und mit kaltem Blick den Betrachter anvisieren,
so fragt man sich, wo denn die Mütter
geblieben sind: jene Frauen, die mit beiden
Füßen auf dem Boden stehen und mit Lächeln
und Hingabe für den Erhalt der Menschheit
stehen und dafür sorgen, dass es in dieser Welt
etwas liebevoller und wärmer zugeht. Das tun
sie ebenfalls mit hochgekrempelten Ärmeln
und einem gewissen Stolz, aber nicht aus Hochmut,
sondern mit einem Heldenmut, der aus
Tatkraft und einem echten
Selbstbewusstsein resultiert;
jenem Bewusstsein
über die Stärke der eigenen
Weiblichkeit.
Weiblichkeit scheint heutzutage
eher ein Fremd-, wenn
nicht gar Schimpfwort geworden
zu sein. Mal ganz
abgesehen davon, dass die
Welt kaum noch zu wissen
scheint, was „weiblich“ oder
was „Frau“ ist. Hinzu kommt,
dass der Frau politisch gern
alles abgenommen wird,
was ihr zutiefst eingeschrieben ist: Mutter zu
sein, Kindern das ABC in Sachen Manieren und
Sprache beizubringen, ihnen Liebe, Geborgenheit
und Zuversicht mit auf den Lebensweg zu
geben.
Gesellschaftliche Meinung versus
weibliche Intuition
Die Mutter von heute soll — so empfinden es
nicht wenige Mütter — in aller Öffentlichkeit
Strenge zelebrieren, dem Kind bitte auch ja
nichts durchgehen lassen und den Willen vor
aller Augen brechen: Gut gemacht, Frau. Aber
ist das wirklich gut? Muss einem eine gesellschaftliche
Meinung vorschreiben, wie Mutter
zu sein hat? Spüren Frauen nicht selber, was
richtig wäre?
Von Dorothea Schmidt
Mütter haben einen
ihnen zutiefst
innewohnenden
mütterlichen Instinkt
und vor allem eine
Liebe zum Kind, den
kein Erzieher sich
antrainieren kann.“
Fragen, über die sich Mütter in Mutter-Kind-
Gruppen austauschen, die es hierzulande immerhin
noch gibt — in den Niederlanden oder
auch Frankreich sucht man sie wie die Nadel im
Heuhaufen. Im Austausch hört man Mütter immer
wieder sagen, dass, wenn man nicht auf das
eigene Innere hört, man leicht in diese „Strenge-
Falle“ der Ausläufer der schwarzen Pädagogik
tappt, wie sie in der zweiten Hälfte des letzten
Jahrhunderts propagiert wurde: Strenge, Demütigung,
Einschüchterung, ja sogar Gewalt.
Den Begriff prägte übrigens eine Frau: die Publizistin
Katharina Rutschky. Aber ist nicht vielmehr
wahr, was Friedrich Fröbel sagte: „Erziehung
ist: Beispiel. Und Liebe. Sonst nichts“?
Dabei impliziert Liebe
durchaus auch mal Strenge,
aber eben keine Härte.
Auf Beziehungsebene
setzen
Zum Glück gibt es auch
Pädagogen wie Jesper
Juul, die auf die Beziehungsebene
setzen und
dem Kind erlauben, ein
menschliches Gegenüber
mit Bedürfnissen und Wünschen
zu sein. Er prägte
auch den Satz: „Kinder können
nicht verwöhnt werden, indem sie zu viel
bekommen, was sie wirklich brauchen.“ Gut
auch, dass die Wissenschaft weiß, wie wichtig
die Mutter-Kind-Beziehung in den ersten Lebensjahren
ist.
Schade nur, dass dieses allseits bekannte Faktum
scheinbar doch nicht so bekannt ist, oder
vielleicht schlichtweg unter den Teppich gekehrt
wird. In den Niederlanden beispielsweise gilt es
als klug, wenn man das Kind so früh wie möglich
in die Krippe gibt — dann tue es sich leichter mit
der Trennung, heißt es.
Ganz wie die Erzieherin!
Aber dann sind es auch die Erzieher, die den
ersten Schritt des Kindes miterleben, dessen
erstes Wort hören (das dann freilich nicht das
Wort „Mama“ ist, (welches alle Mütterherzen vor
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Foto: Shutterstock
Liebe überfließen lässt). Da Kinder außerdem
durch Imitation lernen und Emotionen, Verhalten
und Strategien anderer Personen in das eigene
Erleben und Verhalten integrieren, könnte
es sein, dass es nicht die elterlichen nonverbalen
Eigenheiten übernimmt, sondern die der Erzieher.
Dann heißt es nicht: Ganz die Mama/der
Papa, sondern: Ganz die Erzieherin. Ist es das,
was wir wollen?
Wollen wir auch nicht mitbekommen, wenn
schreiende Babys in mancher Krippe im Maxi
Cosi nach draußen gesetzt werden bis sie aufgehört
haben zu schreien? Begrüßen wir, dass
Ecken in Kita-Räumen dazu missbraucht werden,
weinende Kinder sich selbst zu überlassen?
Bekommt man das als Mama mit, und bricht es
einem das Herz, so dass man das Kind in die
Arme schließen möchte, wird man zurückgepfiffen:
„Halt, der soll sich gewöhnen, dass seine
Eltern nicht da sind.“ Und Gefühle gilt es sowieso
zu verdrängen.
„Alles eine Frage der Gewöhnung“?
Dies hat sich in den Niederlanden zugetragen,
aber ähnliche Geschichten hört man auch aus
Deutschland. Selbiges Kind wurde mit Wucht
auf die Couch gesetzt, nachdem er auch nach
Stunden noch „plärrte“ und die Nerven der Erzieherin
sichtlich strapazierte. Es war am ersten
Tag im Kindergarten. Seine Eltern hatten es abgegeben
und ihm auf dessen Schreien den Rücken
gekehrt, um in aller Seelenruhe heimzugehen.
„Alles eine Frage der Gewöhnung“, sagten
sie. Aber ist nicht wahrscheinlicher, dass es eine
Frage der Zeit ist, bis es resigniert?
Interessant ist, dass in unserem Nachbarland
von Frau zu Frau folgender Satz weitergegeben
wird — quasi das Mini-Credo für Mütter: „Da
mussten wir alle durch. Beim zweiten Kind ist
das schon viel leichter.“ Das Gute daran: Es zeigt,
dass Mütter noch mütterliche Gefühle haben.
Das Schlechte: Sie verdrängen sie. Wer aus der
Reihe tanzt und das Kind im Kindergarten eingewöhnen
will, bekommt nach spätestens drei
Tagen den Sozialarbeiter auf den Hals gehetzt.
Ob es sein könnte, dass man nicht loslassen
wolle und zu sehr glucken würde.
Zum Schweigen gebracht
Fremderziehung wird hochgehalten, Müttern
erzieherische Kompetenzen abgesprochen,
auch hierzulande. Sicher haben die meisten
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Foto: Privat ®
Mütter nicht Pädagogik und die einzelnen Entwicklungsschritte
im Leben eines Kindes studiert.
Aber denkt jede Erzieherin darüber nach,
warum ein Kind sich gerade so und nicht anders
verhält, was das mit dem Alter zu tun hat und
was man jetzt aus der Maßnahmenkiste ziehen
muss, damit alles gut wird?
Mütter haben einen ihnen zutiefst innewohnenden
mütterlichen Instinkt und vor allem eine
Liebe zum Kind, den kein Erzieher sich antrainieren
kann. Mütter kennen ihre Kinder besser
als jeder noch so ausgebildete Erzieher. Aber
werden sie ernstgenommen? Nein, manche
Erzieher fühlen sich vielmehr gekränkt, wagt
eine Mutter einmal der Erzieherin ihre Sorgen
mitzuteilen, berichten Frauen (was nicht bedeutet,
dass es nicht auch Erzieher mit Verstand und
Herz gibt!). Und mit harschen Worten werden
Mütter dann zum Schweigen gebracht.
Wirrwarr aus Müttern, Vätern und
(Halb-)Geschwistern
In Holland sprechen immerhin einige klardenkende
und analysierende Köpfe davon, dass
dieses Kinder-wegbring-System die Gesellschaft
kaputt und beziehungsunfähig mache. Wechselnde
Erzieher in der Kindheit korrelieren später
mit wechselnden Partnern. Der Halt einer
intakten Familie weicht einem
Wirrwarr aus Müttern, Vätern und
(Halb-)Geschwistern.
Patchwork gilt quasi schon als
Norm, bloß nicht hinterfragen
oder anders machen — das eckt
an. Beispiel: Eine Frau zieht mit
Kind im Tragesack um, schleppt
Kisten ins neue Haus, bis ein
Nachbar zu ihr herübergeschossen
kommt, ob sie denn den Kleinen
nicht für paar Stunden im
Maxi-Cosi stehen und heulen lassen
könne.
Was um alles in der Welt stört ihn
denn daran, wenn eine Frau ihren
Sohn tragen möchte? In Afrika ist
das Standard. Gilt es bei uns darum
als hinterwäldlerisch? „Kinder
lenken nicht von der wichtigen
Arbeit ab. Kinder sind die wichtigste
Arbeit“, sagte mal ein unbekannter
Autor. Es scheint, dass dieses Bewusstsein
einer Stell-das-Kind-ruhig-und-befreidich-von-ihm-Kultur
gewichen ist. Wenn man
schon nicht auf Kinder verzichtet — sie stören ja
die Karriere —, dann parkt man sie eben so
schnell wie möglich in einer Kita.
Absage an die Weiblichkeit?
Der Feminismus hat der Frau viel gebracht. Aber
ist der Kampf um Gleichheit und die Suche nach
Anerkennung der Frau als Frau nicht mutiert zu
einer Absage an die Weiblichkeit? Das ist so
normal geworden, dass sich viele Frauen dessen
nicht einmal mehr bewusst zu sein scheinen.
Sind viele Frauen nicht zu anderen Männern
geworden? Die Frau hat viel erreicht. Sie kann
und darf alles, was der Mann auch darf. Nur
eines hat sie verloren: ihre Mütterlichkeit.
Und vielleicht wäre es an der Zeit, sich klarzumachen,
welche Folgen es für das eigene Kind,
aber auch für die Gesellschaft hat, wenn Frauen
sich selbst fremd werden. Und vielleicht können
Sätze wie der folgende helfen zu begreifen, dass
Mütterlichkeit keine Schwäche ist, sondern eine
Kraft mit dem Potenzial, eine ganze Gesellschaft
zum Blühen zu bringen: „Das Mitgefühl für Lebewesen
in ungleicher Gestalt ist vielleicht die
höchste Form von emotionaler Intelligenz.“ ◻
Quelle: Die Tagespost www.die-tagespost.de
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STRASSENEINSÄTZE
„Samen säen“
W
ie bereits berichtet, wurden die Straßeneinsätze
„Samen säen“ nach einer Schulung
durch Manuela Steiner, Vize-Präsidentin
von Pro-Life Europe, auch in Südtirol
eingeführt. Hierbei machen Lebensschützer sich
zur Aufgabe, das Thema Abtreibung ins Gespräch
zu bringen, bzw. in das Bewusstsein der
Menschen zu rücken. Auf den Straßen unserer
Städte und Dörfer werden ganz gezielt Menschen
angesprochen und nach der Meinung
zum Thema Abtreibung befragt. Es wird aufgeklärt,
zugehört, Informationen ausgetauscht.
Hier ein Erfahrungsbericht
von Andrea De Beyer:
Es ist 15 Uhr, ich mache mich auf den Weg in
die Stadt. Nach einem kurzen Gebet beginne
ich um 15.30 Uhr meinen ca. eineinhalbstündigen
Einsatz, bei dem ich erfahrungsgemäß 10
bis 12 Gespräche - längere und kürzere - haben
werde. Etwas mulmig ist mir zumute, nicht deshalb,
weil mich wahrscheinlich wieder einige
Leute abwinkend und kopfschüttelnd stehen
lassen werden, nein, daran habe ich mich längst
gewöhnt. Es ist für mich vielmehr jedes Mal der
erste Schritt auf eine fremde Person zu, der ein
gewisses Unbehagen verursacht. Tatsächlich
lassen sich zur Zeit ca. 80 % der angesprochenen
Leute auf ein Gespräch ein. Die meisten
befürworten Abtreibung, zumindest in sogenannten
Ausnahmefällen wie Vergewaltigung,
Behinderung, finanzielle Überforderung, oder
wenn die Schwangere zu jung ist. Immer versuche
ich, im ruhigen Gespräch mit Gegenargumenten
die Sichtweise von einer anderen, d. h.
lebensbejahenden Seite zu beleuchten. Manchmal
ändern Leute daraufhin tatsächlich ihre
Meinung. Andere bedanken sich für das Gespräch,
wieder andere geben mir neue Informationen.
So z. B. eine Frau, die erzählte, dass bei
ihr in jungen Jahren verklebte Eierstöcke diagnostiziert
wurden. Eine Hormonbehandlung
lehnte sie ab, sie entschied sich für eine osteopathische
Behandlung, woraufhin sich die Eierstöcke
regenerierten. Sie bekam zwei Kinder.
Eine Gynäkologin sagte mir, sie gebrauche nie
das Wort „Abtreibung“, da es für sie zu grausam
klinge. Sie spreche immer nur von „Schwangerschaftsabbruch“.
Manchmal hört man die Meinung,
ein ungeborenes Kind sei noch kein
Mensch, oder die Seele wird sich nach einer
Abtreibung eine neue Mutter suchen.
Erschütternd war der Ausspruch einer Frau: „Das
soll ein Fachmann machen.“ (Mit anderen Worten:
„Ein Fachmann soll mein Kind umbringen“.)
Ältere Leute lassen sich oft nur dann auf ein
Gespräch ein, wenn man zu ihnen von der ehrwürdigen
Bedeutung der Großelternschaft
spricht. Zudem sind es gerade die Älteren, die
Verhütungsmittel als „Befreiung“ empfinden
bzw. empfunden haben. Sie sind in der Regel
sprachlos, wenn sie von der frühabtreibenden
Wirkung vieler Verhütungsmittel erfahren.
Eine Frau mittleren Alters erzählte mir, dass sie
mit 16 Jahren das erste Kind bekommen hat.
Ihre Mutter hielt zu ihr, von anderen erfuhr sie
nur Ablehnung. Sie sei bei dem ersten Mann
geblieben und sie bekamen noch zwei weitere
Kinder, sagte sie freudestrahlend mit der Bitte,
ich möge ihre Geschichte weitererzählen.
Männer erlebe ich oft verunsichert oder desinteressiert
aufgrund des Selbstbewusstseins der
Frauen: sie wollen allein der Frau die Entscheidung
überlassen.
Die jungen Leute liegen mir besonders am Herzen.
Die meisten haben bereits in der Schule
über das Thema „Abtreibung“ gesprochen.
Scheinbar sind viele Lehrpersonen auf der Seite
von „Pro choice“ und die Schülerinnen und
Schüler übernehmen diese Haltung, ohne sie
kritisch zu hinterfragen. Sie sind aber durchweg
bereit und interessiert, mit mir zu sprechen und
im Grunde zutiefst berührt von den lebensbejahenden
Aussagen, wie z. B. „Im Augenblick der
Verschmelzung von Ei- und Samenzelle beginnt
menschliches Leben“ oder „Neun Monate lang
bietet der Körper der Frau dem heranwachsenden
Kind eine schützende, nährende Umgebung“.
Ein Mal erzählte mir eine Schülerin freudestrahlend,
dass nach Abschluss der besagten
Unterrichtseinheit auf Einladung der Lehrerin
der Bischof kam und sagte: „Auch das ungeborene
Kind hat eine Würde.“
Abschließend möchte ich sagen, dass wohl jedes
Gespräch eine Bereicherung ist, besonders
dann, wenn auch Abtreibungsbefürworter sich
darauf einlassen. Ganz im Sinne Jesu, der von
sich sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit
und das Leben“ (Joh. 14, 6) machen wir weiter.
Ich kann nur jeden ermutigen, sich bei Straßeneinsätzen
einzubringen, die einzige Voraussetzung
ist: Lebensschützer zu sein und letztendlich
Gott wirken zu lassen.
◻
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NACHRUF
Am 31. Dezember 2024 verstarb
Dr. Andreas Laun, Weihbischof von
Salzburg. Er war öfters und gerne auf
Einladung der Bewegung für das Leben
zu Gast in Südtirol und bekam für sein
unerschrockenes und mutiges Eintreten
für die Ungeborenen im Mai 2016 den
„Preis des Lebens“ überreicht.
Er freute sich sichtlich über diese Auszeichnung,
allerdings war das auch sein
letzter Besuch bei uns.
Bei seinem Requiem am 13. Januar im
Dom von Salzburg war auch eine kleine
Gruppe aus Südtirol anwesend, um
diesem humorvollen Kirchenmann die
letzte Ehre zu erweisen.
Bischof Andreas Laun,
ein unerschrockener Kämpfer
für das Leben
In Erinnerung an seine kompromisslose Haltung zum Thema Lebensschutz
bringen wir hier einige Auszüge aus seiner Rede im Mai 2016
im Haus des Lebens in Meran anlässlich seiner Preisverleihung.
L
iebe Südtiroler Freunde, es ist für mich eine
ganz große Freude, einmal mehr bei Euch
sein zu dürfen! Ich komme von einem österreichischen
Wahlkampf um das Präsidentenamt.
Ich widersprach der kath. Frauenorganisation,
die für jenen Kandidaten Werbung machte, der
auch Abtreibung, Gender u.a. Übel im Zeitgeist
für gut hält. Er gewann dennoch, was zeigt: Die
Katholiken haben den Sinn für die eigene Identität
verloren und sind im Lauf der Jahre ins Lager
der Sozialisten abgewandert, jener Partei,
die uns die Fristenlösung eingebrockt hat. Zur
Neuevangelisierung gehört u.a. auch ganz besonders
die Rückgewinnung des Sinnes für die
Heiligkeit und Unantastbarkeit des menschlichen
Lebens!
Um drei „Einfallstore“ des Bösen wird man in
Zukunft streiten, weil auch viele Katholiken sie
als „annehmbar“ offengehalten sehen möchten!
Daher die moraltheologische Stellungnahme zu
diesen Pforten des Bösen:
Abtreibung nach Vergewaltigung
Sollte Abtreibung nach einer Vergewaltigung
nicht erlaubt sein? Nein, denn auch ein durch
Vergewaltigung gezeugtes Kind ist ein Kind und
dieses ist von den drei beteiligten Personen der
einzige Mensch, der ganz sicher nicht irgendwie
mitschuldig ist an dem Schrecklichen, das geschehen
ist! Man lese im Internet dazu die Geschichte
von Ruth Kissling: Ihre Mutter wurde
vergewaltigt. Wenn ihr jemand sagt, Abtreibung
nach Vergewaltigung wäre in Ordnung, hält sie
dagegen: „Sie meinen also, man darf mich töten?
Nein? Aber genau das haben Sie eben gesagt!“
Kind mit Behinderung
Abtreibung sollte erlaubt sein, wenn das Kind
behindert ist oder „ohnehin bald sterben wird?“
Nein, denn auch ein behinderter Mensch ist ein
Mensch mit demselben Lebensrecht wie alle
anderen Menschen. Und auch wenn das Kind
16
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v.l.n.r.: Anni Winkler (damals Vizepräsidentin),
Weihbischof Andreas Laun, Martha Zöggeler)
Die Südtiroler Gruppe beim Requiem für Bischof Laun
im Salzburger Dom.
bald oder sogar sofort sterben wird, dann lasst
es in Frieden in die Ewigkeit gehen und vergesst
dabei nicht: wir alle werden sterben und niemand
weiß die Zeit und die Stunde. In der Ewigkeit
werden auch diese früh Verstorbenen uns
lebendig entgegenkommen!
Frauen und Ärzte
für Abtreibung bestrafen?
Ja, weil Abtreibung ein Verbrechen ist, sagt
das 2. Vatikanische Konzil! Auch der KKK
(Katechismus der katholischen Kirche) sagt ein
klares Ja (2273). „Wollen Sie Frauen bestrafen“
Ein genialer linker Werbegag für straflose Abtreibung!
Genial insofern, weil er an das moralisch
Gute im Hörer appelliert, ihn so manipuliert
und ihn geradezu verblödet: Als ob man
Frauen, die abtreiben, dann wegen ihres Geschlechtes
bestrafen würde! Das Strafrecht gilt
niemals dem Geschlecht eines Menschen,
nicht seiner Hautfarbe, nicht seiner Bildung
oder dem sozialen Stand eines Menschen.
Bestraft wird immer nur der Täter unabhängig
von seinem Geschlecht. Die Strafe gilt der Tat
und der verantwortlichen Mitwirkung an ihr!
Absichtliche Tötung eines unschuldigen Menschen
verlangt nach Strafe! Das heißt: Abtreibung
sollte in jedem Land bestraft werden und
für solche Strafe gelten die der Situation und
den Umständen entsprechenden Regeln des
Strafrechts.
Alle Gutmenschen Europas sollten sich von
dem großen Rechtswissenschaftler Wolfgang
Waldstein, Freund von Papst Benedikt XVI.,
sagen lassen: „Ein Staat, ob demokratisch oder
anders strukturiert, der Abtreibung gesetzlich
freigibt, hört auf, im Vollsinn des Wortes ein
Rechtsstaat zu sein!“
Sicher wird der Tag kommen, an dem sich die
Menschen bestürzt fragen werden, wie dieser
Abtreibungs-Holocaust möglich und so lange
verteidigt werden konnte! Gott sei Dank, dass
es dann auch möglich sein wird, viele Namen
zu nennen, die prophetisch Nein gesagt haben
und dass zudem nachweislich unzählige Menschen
dieses Nein mitgetragen haben: Sie haben
dem Zeitgeist des Bösen einen Zeitgeist
Gottes entgegengesetzt! Erinnern wird man sich
aber auch der vielen tapferen Frauen, die auch
unter schwierigen Bedingungen und gegen allen
Druck einer gottlosen Umwelt ihre Kinder
angenommen und geliebt haben! Noch mehr
wird man jene nennen, die wie die hl. Gianna
Molla, ihr Leben gegeben haben, um ihrem Kind
das Leben zu schenken! Sie gehören zum Ruhm
unserer Zeit, auch wenn sie nicht heiliggesprochen
wurden oder „nicht einmal“ Christen waren!
Sie haben nicht nur ihren Kindern das Leben
weitgegeben, sondern auch uns alle
gestärkt durch ihr Zeugnis für das Leben, für die
mütterliche Liebe und für die Liebe in der Ehe!
Liebe Freunde, später wird man nicht sagen
können: „Alle waren stumm!“ Nein, nicht alle,
wir nicht, ihr nicht, ich nicht! Der Herr wird uns
sagen: „Kommt ihr Gesegneten, ich war ein ungeborenes
Kind und ihr habt mich geliebt, geschützt
soweit es ging, kommt zu meinem Hochzeitsmahl,
zusammen auch mit denen, die ihr
retten konntet und mit denen, die zwar starben,
aber ich mit meiner Gnade erlöst habe!“ ◻
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GEBET FÜR
DAS LEBEN
VERANSTALTUNGSKALENDER
Auf unserer Facebookseite, Instagram oder WhatsAppkanal
informieren wir über unsere aktuellen Veranstaltungen.
Sa, 17.05. um 16 Uhr
in Meran mit
anschließender
Gebetsnacht
Sa, 21.06. in Bozen
Sa, 19.07. in Meran
Sa, 16.08. in Bozen
Sa, 20.09. in Meran
Bozen – Gries: 14.30 Uhr
Hl. Messe in der Dreiheiligenkirche,
Duca D’Aostaallee,
anschließend Rosenkranz und
gestaltete Anbetung
in der Kirche
Meran: 14.30 Uhr
Hl. Messe in der Kapelle bei
den Barmherzigen
Schwestern in Gratsch,
anschließend Rosenkranz und
gestaltete Anbetung in der
Kapelle
FILMABEND „24 WOCHEN“
Mittwoch, 21. Mai 2025 mit Beginn um 20.00 Uhr
24 Wochen alt ist das Kind bereits, das im Bauch von
Astrid heranwächst. Doch ein Routine-Arztbesuch
bringt das Familienglück ins Wanken. Das Paar erfährt,
dass das Baby nicht nur unter dem Downsyndrom
leidet, sondern auch noch einen schweren Herzfehler
hat. Sie müssen sich nun entscheiden, ob sie das
Kind behalten wollen oder sich doch zu einer Spätabtreibung
entschließen.
Eintritt frei – empfohlen ab 12 Jahren
Im Vereinssitz der Bewegung für das Leben, Gampenstr. 49, Meran
LEBENSZEUGNIS „ICH WURDE ABGETRIEBEN“
GIANNA JESSEN kommt voraussichtlich
Ende September 2025 nach Bozen
Gianna Jessen überlebte 1977 ihre eigene Spätabtreibung
mit schweren körperlichen Schäden.
Ihre damals 17jährige Mutter ließ in der 30. Schwangerschaftswoche
eine Abtreibung mit Salzlösung
vornehmen. Entgegen aller Erwartungen kam Gianna
lebend zur Welt. Ihre Eltern gaben sie kurz danach
zur Adoption frei. Trotz der ärztlichen Prognosen, niemals alleine gehen
zu können, wurde Gianna so gesund, dass sie 2005 sogar an einem
Marathonlauf teilnahm.
Gianna Jessen sprach bereits vor dem US-Amerikanischen Kongress,
sowie dem britischen Unterhaus zum Thema Abtreibung.
GEBET FÜR DAS LEBEN
MIT GEBETSNACHT
am Samstag, den 17. Mai 2025
in Meran
Foto: www.sacrum.com
Um 16.00 Uhr - Hl. Messe in der Kapelle bei
den Barmherzigen Schwestern in Meran –
Gratsch, im Anschluss daran gibt es für alle
Teilnehmer einen kleinen Umtrunk.
Um 19 Uhr – Beginn der Sühne-Gebetsnacht
mit gestalteten Anbetungsstunden in der
Eucharistinerkirche, Winkelweg 10, Meran.
Wer als Einzelperson oder Gebetsgruppe
eine Stunde gestalten möchte, kann sich bitte
unter der Telefonnummer 333 9679189 melden.
Am Sonntag um 7 Uhr endet die Gebetsnacht mit
der Sonntagsmesse in der Eucharistinerkirche.
18
LEBE 170/2025
AUFRUF KALENDERBILDER
Wir suchen für den Kalender 2026
schöne Kinderfotos
Unser Kalender ist deshalb so beliebt,
weil er aufgrund der eingesandten Fotos
authentisch und einzigartig ist. Hier ein
paar Richtlinien für die Fotos:
⬥ Bitte immer die beste Qualität
der Fotos mailen.
⬥ Es ist besser mehrere Fotos einzusenden
als ein Einziges, da wir dann die
Möglichkeit der Auswahl haben.
Wir hoffen natürlich, wieder genügend
Fotos für den Kalender 2026 zu bekommen
und bedanken uns schon im Voraus für
Eure Einsendungen! Fotos bitte senden an:
lebe@bewegungfuerdasleben.com
Einsendeschluss: 31. August 2025
Wir suchen als Verstärkung
für unser Team:
Übersetzer vom Italienischen
ins Deutsche
Da wir öfters italienische Texte für unsere Zeitschrift
LEBE verwenden, suchen wir Jemanden,
der/die die Übersetzungen übernehmen
könnte. Falls Sie Interesse haben, freuen wir uns
über eine Nachricht mit Angaben zu Ihren Verfügbarkeit.
Die ehrenamtliche Tätigkeit bietet
die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung unserer
Zeitschrift mitzuwirken.
Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme und
stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung:
Email info@bewegungfuerdasleben.com oder
WhatsApp 0039 351 7774669
Unterstützung im Büro:
Für die Organisation unseres Büros suchen wir
für ein paar Stunden in der Woche eine Mithilfe
mit Buchhaltungs- und Computerkenntnissen.
Zu den Aufgaben gehören unter anderem:
• Unterstützung bei allgemeinen
Verwaltungsaufgaben
• Mithilfe bei der strukturierten Organisation
des Büroalltags
Wir suchen eine engagierte Person, die Freude
daran hat, unser Team mit ihrem Know-how zu
unterstützen. Grundkenntnisse in gängigen
Computerprogrammen (z.B. Word, Excel) sind
wünschenswert. Die Arbeitszeiten sind nach
Absprache gestaltbar.
Wenn Sie sich angesprochen fühlen, freuen wir
uns über Ihre Kontaktaufnahme: Email info@bewegungfuerdasleben.com
oder WhatsApp
0039 351 7774669
LEBE 170/2025 19
Neue Wege durch neue
Herausforderungen
Eine große Herausforderung in der heutigen Zeit ist es,
Menschen für den Lebensschutz zu sensibilisieren.
Von Martha
Zöggeler
E
s genügt nicht mehr, Presseaussendungen
an alle
möglichen Printmedien zu
verschicken, denn diese werden
grundsätzlich kaum veröffentlicht.
Und die jüngere Generation
kann mit dem
gedruckten Wort ohnehin immer
weniger anfangen und liest keine Zeitungen
mehr, sodass man sie auf diesem Wege kaum
noch erreicht.
Deshalb müssen wir da präsent sein und versuchen
die Menschen da anzusprechen, wo sie
unterwegs sind: auf den Straßen unserer Städte
und Dörfer, in den Sozialen Medien und im
Internet.
Das bedeutet für uns aber auch, unsere finanziellen
Mittel, Ihre/Eure Spenden, vermehrt in
diese Richtung einzusetzen. Wir brauchen vermehrt
Flyer, die wir auf den Straßen verteilen,
wir schalten Werbeanzeigen in den Sozialen
Medien zu Lebensschutzthemen und um auf
unsere Beratungsstelle aufmerksam zu machen
und Frauen eine Hilfestellung anbieten zu können
und wir müssen unsere Internetauftritte
moderner und aktueller gestalten. Aber der
Reihe nach:
Soziale Medien
Die Sozialen Medien spielen ein wichtige Rolle
im Leben der meisten von uns. Und Hand aufs
Herz: wer von uns ist nicht mindestens auf einer
der gängigen Plattformen Facebook, Instagram
oder WhatsApp unterwegs, um nur einige zu
nennen. Oder wer konsumiert nicht Online-
Nachrichtenportale oder googelt im Internet,
wenn man irgendwelche Informationen
braucht?
Auch wir bedienen uns seit längerem dieser
Dienste, wir haben neben unserer Webseite
noch einen WhatsApp-Kanal, sowie einen Facebook-
und Instagram Account. Auf denen posten
wir aktuelle Informationen zum Lebensschutz,
Familie und gesellschaftspolitischen
Themen. Und darüber hinaus schalten wir auch
Werbeanzeigen, mit denen wir das ganze Land
erreichen können.
Seit Februar bereichert nun Lena aus Reischach
unseren Facebook- und Instagram-Account mit
regelmäßigen Posts. Sie hat einen Onlinekurs
über Social Media absolviert und möchte sich
auf diesem Gebiet eine berufliche Zukunft aufbauen.
Wir freuen uns, dass sie mit ihrem Wissen
und ihrer positiven Einstellung zum Lebensschutz
unser Team bereichert.
Webseite
Unsere Webseite www.bewegungfuerdasleben.com
wurde vor Jahren angelegt, zwischenzeitlich
etwas überarbeitet, aber nie wirklich
professionell erneuert. Es ging uns in erster
Linie darum, unsere Zeitschrift LEBE einer größeren
Leserschaft zugänglich zu machen und
unsere Veranstaltungen bekannt zu geben. Das
hat sich jetzt grundlegend geändert. Jonas, ein
junger Student aus Meran, hat unsere Webseite
komplett neu aufgebaut und gestaltet. Sie
besticht nun durch ein modernes und übersichtliches
Layout in den Farben des Lebensschutzes:
grün.
Plakatkampagne
Wir setzen vielfältige Maßnahmen ein, um unsere
Beratungsstelle ins Blickfeld zu rücken und
Frauen in Schwangerschaftskonflikten auf unser
Hilfsangebot aufmerksam zu machen. So führten
wir im Februar beispielsweise
eine einwöchige
Plakatkampagne an den
öffentlichen Bushaltestellen
Südtirols durch. Obwohl
diese Aktion kostspielig
war, ermöglicht sie es
uns, Menschen aus unterschiedlichsten
Lebensbereichen
im ganzen Land zu
erreichen.
Unser Einsatz kann manchmal
frustrierend sein, da der
unmittelbare Erfolg solcher
Aktionen meist ausbleibt.
Wir wissen nicht, ob und
wieviele Kinder dadurch
gerettet werden. Dennoch
vertrauen wir darauf, dass
sich betroffene Frauen im
richtigen Moment daran
erinnern und sich an uns
wenden.
„Samen säen“
Seit etwa eineinhalb Jahren sind engagierte
Mitarbeiterinnen in verschiedenen Dörfern und
Städten unseres Landes unterwegs. Auf den
Straßen suchen sie das Gespräch mit Passanten,
indem sie zunächst die Frage stellen: „Was
denken Sie über Abtreibung?“ Erstaunlich ist,
wie viele Menschen stehen bleiben und sich
auf ein Gespräch einlassen. Dabei zeigt sich
häufig, dass viele zum Thema Abtreibung unzureichend
informiert sind oder lediglich Ansichten
vertreten, die sie in den Medien und
ihrem Umfeld vernommen haben. Werden sie
dann mit konkreten Fragen konfrontiert, überdenken
nicht wenige ihre bisherige Meinung
und gehen nachdenklich weiter. Natürlich gibt
es auch kritische Stimmen oder Menschen, die
einfach weitergehen. Bei diesen Begegnungen
können wir auch gezielt unseren Flyer „Wunder
des Lebens“ verbreiten, den wir wieder aktualisiert
haben und neu
drucken ließen.
Dass wir das alles verwirklichen
konnten und
können, dazu haben Sie
mit Ihrer Spende und
Unterstützung beigetragen.
Dafür möchten wir
uns von ganzem Herzen
bedanken! Wir gehen
diesen Weg weiter in der
Hoffnung, dank Ihrer
Großherzigkeit immer
die nötigen finanziellen
Mittel zur Verfügung zu
haben.
Wenn Sie unsere Arbeit
mit einer Spende unterstützen
möchten, finden
Sie die Bankdaten auf
S. 2. ◻
LEBE 170/2025 21
Foto: Shutterstock
ABTREIADF
proFrau
S ü d t i r o l
D
◻
Hotline für Südtirol
täglich von 8 bis 22 Uhr
(auch an Sonn- und Feiertagen)
+39 0473 1920006
Direkten Kontakt mit unserer
Beratungsstelle gibt es über die
Website und E-Mail-Adresse:
www.profrausuedtirol.com
info@profrausuedtirol.com
Tel. und WhatsApp:
+39 351 7676376
Darf das Kind nun leben oder nicht?
Ein Erfahrungsbericht aus der Beratungstätigkeit
„Es gibt Alternativen“
Laura darf auf natürlichem Weg das Licht
der Welt erblicken. Ihre Mama Evelyn und
die Großeltern sind überglücklich. Laura
ist der Sonnenschein in der Familie.
Der Weg zur natürlichen Geburt war alles andere
als leicht, immer wieder stand eine Abtreibung
im Raum. Evelyn meldet sich zu Beginn der 14.
Schwangerschaftswoche. Sie ist außer sich, denn
der Kindsvater drängt massiv zur Abtreibung
und will plötzlich nichts mehr von ihr wissen,
auch nicht von seinem Versprechen, sich von
seiner Frau zu trennen. Evelyn wird an eine Beratungsstelle
verwiesen. Dort spricht sie nur von
Abtreibung und dass sie dafür ins Ausland
fliegen will. Durch intensive Betreuung kann sie
von diesem Vorhaben abgehalten werden. Evelyn
braucht keine finanzielle Hilfe und ist auch
nicht allein, denn ihre Familie würde sich über
das Kind freuen. Ihr großes Problem ist die Kälte
des Kindsvaters. Die sehr hübsche junge Mutter
kann sich nicht von diesem Mann lösen, der sie
offensichtlich nur für seine Zwecke benutzt.
Die Beraterinnen, zu denen Evelyn großes Vertrauen
hat, wechseln sich in der Betreuung ab,
denn oft geht es an die Grenzen der Belastbarkeit.
Obwohl sie sich eigentlich auf ihr Baby
freut, ist sie ständig hin- und hergerissen zwischen
Annahme und Ablehnung des Kindes.
22
LEBE 170/2025
BERATUNGSSTELLE
Eine intensive psychologische Betreuung will
Evelyn nicht in Anspruch nehmen, obwohl sie
nach ihrer Abtreibung vor 5 Jahren gute Erfahrung
mit psychologischer Hilfe gemacht hat.
Noch kurz vor der Geburt will sie sogar ins Ausland
fliegen, um sich das Kind wegnehmen zu
lassen. Im großen Gebetsnetz um die junge
Evelyn und ihr Kind wird das Gebet intensiviert.
Nach der glücklichen Geburt von Laura kehrt
zunächst Ruhe ein. Jetzt ist es die Großmutter
der kleinen Laura, die die Hilfe der Beratungsstelle
benötigt, da sie mit dem Verhalten ihrer
Tochter nicht klarkommt und innerhalb der Familie
viele Schwierigkeiten zu bewältigen sind.
Klein-Laura aber strahlt nach allen Seiten ihr
charmantes Lächeln aus und macht alle froh.
Vielleicht gelingt es der Großmutter, dadurch
die eigene Abtreibung aufzuarbeiten. ◻
Bitte helfen Sie uns unbürokratisch zu helfen!
Das 4. Kind kommt unangemeldet
Das vierte Kind meldet sich zu einem Zeitpunkt
an, zu dem Familie H. nicht mehr mit Familienzuwachs
rechnet und sich außerdem in einer
sehr schwierigen finanziellen Situation befindet.
Die Mutter muss Medikamente einnehmen, um
eine chronische Krankheit in den Griff zu bekommen.
Die Therapie wird bis zur Geburt unterbrochen.
Das Baby wird trotzdem willkommen geheißen,
aber die Schulden machen große
Sorgen und man weiß noch nicht, wie es weitergehen
soll. Die Familie wendet sich an uns. Wir
sichern der Familie für die Dauer eines Jahres
finanzielle Hilfe zu. Danach besprechen wir die
Situation noch einmal. Das Ehepaar ist sehr
dankbar. Außerdem findet die Mama bei uns
einen gut erhaltenen Kinderwagen und verschiedene
Babykleider, da sie die Sachen ihrer
größeren Kinder längst weggegeben hat.
Fast pünktlich zu Weihnachten erblickt das
kleine kerngesunde Baby das Licht der Welt.
Wir freuen uns mit der Familie.
Heimtückische Krankheit
erschwert das Familienleben
Über den „Movimento per la vita Bozen“ werden
wir um Unterstützung für eine Familie gebeten.
Die Mutter ist in Südtirol geboren und mit ca.
20 Jahren nach Bosnien gezogen, hat dort geheiratet
und zwei Kindern das Leben geschenkt.
Beim zweiten Kind wurde eine lebensbedrohliche
Erbkrankheit diagnostiziert. In Bosnien sind
die Krankenhäuser mit dieser Problematik überfordert,
im KH Padua ist medizinische Hilfe möglich.
Der Vater gibt seinen Beruf auf und zieht
mit der Familie nach Südtirol, wo über den
„Movimento per la vita“ eine vorübergehende
Unterkunft bei Bekannten gefunden wird. Beim
dritten Kind, das in Südtirol geboren wird, wird
die gleiche Erbkrankheit festgestellt. Inzwischen
hat die Familie eine Wohnung in Meran gefunden.
Im Krankenhaus von Meran werden die
Kinder regelmäßig medizinisch versorgt. Für
Operationen und Spezialbehandlungen müssen
sie nach Bozen oder Piacenza fahren. Wir unterstützen
die Familie für ein halbes Jahr mit Einkaufsgutscheinen.
Bis dahin sollten alle bürokratischen
Hürden überwunden sein, der Vater
eine geregelte Arbeit haben und auch die Sozialhilfe
von Land und Staat greifen. Die Familie
wird lernen müssen, mit akuten Krisen umzugehen,
denn die beiden Kinder können plötzlich
in Lebensgefahr geraten und brauchen dann
sofortige Hilfe. Wir hoffen, dass die medizinischen
Behandlungen so weit voranschreiten,
dass ein einigermaßen normaler Alltag einkehren
kann.
Hilfe bei Wohnungskosten
Anna hat mit Unterstützung unserer Beratungsstelle
zwei Kindern das Leben geschenkt. Sie,
liebe Spender, haben es damals bei der ersten
Schwangerschaft möglich gemacht, dass wir
unter dem Spendenaufruf „Patrick“ dieser Teenager-Mutter
schnell helfen konnten. Da sie mit
den beiden kleinen Kindern noch keiner geregelten
Arbeit nachgehen kann und die Zuschüsse
vom Land nicht ausreichen, haben wir ihr für
das Jahr 2025 eine monatliche Spende zugesprochen,
um die Wohnungsnebenkosten zu
decken.
Es würde uns freuen, wenn Sie uns, liebe Leser,
bei der Hilfe für diese Familien unterstützen
könnten. Spenden können auf das Konto der
Beratungsstelle proFrau Südtirol überwiesen
werden :
IT76 Z060 4558 5910 0000 2710 002 ◻
LEBE 170/2025 23
PRESSE-SPLITTER
Viel Lob für familienfreundliche Dankesrede von Kieran Culkin
bei der Oscar-Verleihung
Der Schauspieler hat bei der 97. Oscar-Verleihung die begehrte Auszeichnung für den besten
Nebendarsteller für seine Rolle in dem Film „A Real Pain“ erhalten. In seiner Dankesrede erzählte
er von einer Wette, die er und seine Frau abgeschlossen hatten. Culkins Frau Jazz Charton hatte
versprochen, ihm ein viertes Kind zu schenken, falls er einen Oscar gewinnen würde.
Vor einem Jahr sei er auf einer ähnlichen Bühne gestanden und habe „dummerweise“ öffentlich
gesagt, er wolle ein drittes Kind von ihr, weil sie das damals versprochen hatte, sollte er eine Auszeichnung erhalten.
Es habe sich herausgestellt, dass sie das Versprechen gegeben hatte, weil sie nicht damit gerechnet hatte, dass er
gewinnen würde. Doch dann seien viele Menschen auf sie zugekommen und hätten sie daran erinnert.
D
Charton habe dann zu ihm gesagt: „Ich schulde Dir ein ◻drittes Kind.“ Er habe darauf geantwortet: „Eigentlich möchte
ich vier.“ Sie habe damals, also vor einem Jahr, gesagt: „Ich schenke Dir vier, wenn Du einen Oscar gewinnst.“ Er habe
seine Hand ausgestreckt, sie habe sie geschüttelt und damit die Wette besiegelt, erzählte Culkin. Er wandte sich dann
direkt an seine Frau, die er als „Liebe meines Lebens“ bezeichnete. Es gebe keinen Druck und es tue ihm „leid“, dass
er wieder gewonnen habe. Dann schlug er vor, die Wette umzusetzen und noch ein Kind zu bekommen. „Ich liebe
Dich“, sagte er abschließend.
Charlie Kirk, ein konservativer Kommentator und eher kritisch gegenüber den Oscar-Verleihungen eingestellt, schrieb,
dies sei die „familienfreundichste Dankesrede, die man aus Hollywood hören kann“.
www.kath.net
Foto: Von Bryan Berlin - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, Wikimedia
Studie zeigt Zusammenhang zwischen Abtreibung und
Selbstmordversuchen bei Frauen
In einer neuen Blindstudie wurden 2.829 Frauen in den USA im Alter von
41 bis 45 Jahren auf ihre reproduktive Gesundheit und Suizidversuche
untersucht. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Journal of Psychosomatic
Obstetrics & Gynecology veröffentlicht. Die Studie kommt
zu dem Ergebnis, dass Frauen, die abgetrieben oder Fehlgeburten
erlitten haben, zweimal so oft Versuche unternommen haben, sich das
Leben zu nehmen.
Unter den Frauen, die Abtreibungen hinter sich hatten, hatten 35 Prozent
Selbstmordversuche unternommen. Frauen, die keine Abtreibungen
hatten, aber ihre Babys durch Fehlgeburten oder Schwangerschaftskomplikationen
verloren hatten, hatten einen Anteil von 30
Prozent, die einen Selbstmordversuch unternommen hatten. Frauen, die
zu einer Abtreibung gedrängt worden waren, hatten mit 46 Prozent den
höchsten Anteil an Selbstmordversuchen.
Nur 13 Prozent der Frauen, die Kinder geboren, aber keine Abtreibungen
und Fehlgeburten erlebt haben, haben Selbstmordversuche
unternommen. Das ist der niedrigste Anteil unter den untersuchten
Frauen.
www.kath.net
Trauriger Rekord: Fast
10.000 Euthanasietote in den
Niederlanden im Jahr 2024
Der Euthanasiebericht der Niederlande
für das Jahr 2024 ist vor kurzem veröffentlicht
worden. Sie zeigt einen Anstieg
der Euthanasietoten um zehn Prozent im
Vergleich zum Jahr davor. 2023 kamen
9.068 Personen durch Euthanasie ums
Leben, 2024 waren es 9.958.
Noch stärker fiel der Anstieg bei den
Euthanasiefällen aus psychiatrischen
Gründen aus. 2023 waren es 138
Personen, im Jahr 2024 waren es schon
219. Das ist ein Anstieg um fast 60
Prozent. 2020 waren es erst 88 Personen.
Von den 219 Personen des Jahres 2024
waren 30 jünger als 30 Jahre. 2020 waren
es erst fünf.
www.kath.net
STERBEHILFE
Toskana genehmigt Gesetz zur Beihilfe zur Selbsttötung
Der Regionalrat der Toskana hat als erste Region Italiens ein Gesetz verabschiedet, das die Sterbehilfe regelt. Das Gesetz
sieht vor, dass alle Patienten, die sich an die lokalen Gesundheitsbehörden in der Toskana wenden, gleich behandelt
werden müssen, wenn sie Zugang zum Verfahren der ärztlich assistierten Selbsttötung beantragen. Und es legt die
Zeiten und Zuständigkeiten dafür fest: Der Antrag auf ärztlich assistierte Selbsttötung wird beim Direktor der örtlichen
Sanitätseinheit eingereicht. Eine Kommission aus Medizinern und Ethikern hat dann höchstens einen Monat Zeit, um
die Begründung des Antrags zu prüfen und im Falle einer Genehmigung einen Arzt und ein Medikament ausfindig zu
machen. Sieben Tage nach einer positiven Entscheidung der Kommission folgt die Umsetzung. Die gesamte Prozedur
dauert nicht mehr als 37 Tage. Das gesamte Verfahren ist gebührenfrei. Damit ein ärztlich assistierter Suizid genehmigt
werden kann, muss eine Person in vollem Umfang freie und bewusste Entscheidungen treffen können. Sie muss durch
eine lebenserhaltende Behandlung am Leben erhalten werden und an einer irreversiblen Krankheit leiden, die
körperliche oder psychische Leiden verursacht, die sie als unerträglich empfindet.
www.rai.news
24
LEBE 170/2025
PRESSE-SPLITTER
„Herzlichen Dank für Ihre Spende“
Liebe Leser, liebe Unterstützer!
Jeder Euro zählt im Kampf um das Leben der ungeborenen Kinder.
Wir konnten Dank Ihrer Spende in den letzten Monaten aktiv
für die Ungeborenen und ihre Mütter, sowie Familien tätig sein:
• Durch Ihre Hilfe war es uns möglich, seit Januar
wieder 2 mal LEBE, die Sie gerade in den
Händen halten, an ca. 9.000 Adressen zu
schicken.
• Mit Ihrer Spende ermöglichten Sie es, dass
wir mehrere Familien über unsere Beratungsstelle
unterstützen konnten und weiterhin
können: Bei Familie H. meldet sich überraschend
das 4. Kind an. Die Familie befindet
sich aufgrund von Schulden und einer chronischen
Krankheit der Mutter in einer schwierigen
finanziellen Situation.
Wir helfen einer Familie aus Bosnien mit
Essensgutscheinen, von deren drei Kindern
zwei mit einer lebensbedrohlichen Krankheit
behaftet sind und nur in unseren Krankenhäusern
eine gute medizinische Versorgung
bekommen.
Eine junge Mutter, die wir schon beim ersten
Kind unterstützt haben, bekommt auch nach
der Geburt ihres zweiten Kindes monatlich
einen Beitrag von uns, um die Wohnungsnebenkosten
zu decken.
• Dank Ihrer Unterstützung konnten die Beraterinnen
unserer Beratungsstelle proFrau
Südtirol an wichtigen Fort- und Weiterbildungen
im Ausland, sowie regelmäßig an Online-
Fortbildungen teilnehmen.
• Wir konnten die Rechnungen für die lebensrettende
Telefon-Hotline „Es gibt Alternativen“
bezahlen, wodurch Schwangere in Not
täglich von 8 bis 22 Uhr Hilfe erfahren.
• Es war uns dank Ihrer Hilfe wieder möglich,
die Miete für unsere Büroräume, die Stromund
Telefonrechnungen zu bezahlen.
• Dank Ihrer Hilfe war es uns möglich, mehrmals
auf den sozialen Medien Facebook und Instagram
Werbungen für unsere Beratungsstelle
proFrau zu schalten, um Frauen auf unser
Angebot aufmerksam zu machen.
• Auch konnten wir eine landesweite Plakataktion
an Bushaltestellen für unsere Beratungsstelle
proFrau Südtirol durchführen.
• Wir konnten den Flyer „Wunder des Lebens“
neu drucken und verteilen.
Danke! Danke! Danke! Ihre Spende ist von der Steuer absetzbar!
Aus dem Ausland: Bitte Ihre Spenden direkt auf das Konto in Meran überweisen.
Unser Spendenkonto der Sparkasse Meran
IBAN: IT84 W060 4558 5910 0000 2711 000
BUCHEMPFEHLUNG
ABTREIBUNGSÜBERLEBENDE
Was geht in Kindern vor, die in einer Familie
aufwachsen, in der es zu einer oder mehreren
Abtreibungen gekommen ist?
Das Ärztepaar Ney ist in langjähriger
Forschungsarbeit dieser Frage nachgegangen.
Die Ergebnisse sind bestürzend und
augenöffnend zugleich. Abtreibungsüberlebende
– so nennen die Neys die Opfer – sind zutiefst
verletzt. Die Wunde, die sie mit sich herumtragen,
geht bis ins Mark: Wie soll ein Abtreibungsüberlebender
dem Leben vertrauen
oder gar glücklich über das eigene Leben sein,
wenn er weiß, dass sein Geschwisterchen
unerwünscht war und darum nicht überlebte, und
also das eigene Leben offenbar am seidenen
Faden des Erwünschtseins hängt?
„Die Wahrheit war noch nie populär“, so die Neys.
Doch es ist höchst an der Zeit, die Wahrheit zu
hören, denn nur so geschieht Heilung.
Wir empfehlen jedem, der sich ehrlich und kritisch
mit dem Weltgeschehen der letzten Jahrzehnte
bis heute auseinandersetzt, dieses Buch. Es
enthüllt eine bittere Seite der
gegenwärtigen Kultur des
Todes. Bestellen Sie das Buch
oder holen Sie es bei uns ab.
Gerne senden wir Ihnen auch
mehrere Exemplare zu, damit
Sie es an Interessierte
weitergeben können.
Immaculata Verlag
ISBN-13: 978-3-9503846-0-4
LEBE 170/2025 25
LEBENSSCHÜTZER
Stimmen des Lebens
Von Katharina Zöggeler
Dr. Mildred Jefferson: Ärztin, Pionierin und
leidenschaftliche Lebensschützerin
Dr. Mildred Fay Jefferson wurde am 6. April 1927
in Pittsburg, Texas, geboren und wuchs als Einzelkind
im Süden der USA auf. Schon früh zeigte
sie Interesse an der Medizin, inspiriert durch den
örtlichen Arzt, den sie auf seinen Hausbesuchen
begleitete. Nach einem
herausragenden akademischen
Aufstieg
schrieb sie 1951 Geschichte
als erste afroamerikanische
Frau, die
ihren Abschluss an der
Harvard Medical School
machte, sowie als erste
Chirurgin am Boston
University Medical Center,
wo sie auch als Assistenzprofessorin
für
Chirurgie lehrte.
Anfang der 1970er Jahre,
als die Amerikanische
Ärztevereinigung
beschloss, dass Ärzte in
Staaten mit legaler Abtreibung
solche Eingriffe
ethisch durchführen
dürfen, erhob Dr. Jefferson
ihre Stimme. Sie sah dies als direkten Widerspruch
zum hippokratischen Eid und zu ihren
jüdisch-christlichen Werten. 1970 half sie bei der
Gründung der „Massachusetts Citizens for Life“
(Bürger von Massachusetts für das Leben) und
„Ich wurde Ärztin, um Leben zu retten.
Ich bin zugleich Ärztin, Bürgerin und Frau
und bin nicht bereit, beiseitezustehen und
zuzulassen, dass das Konzept von entbehrlichem
menschlichem Leben dieses
großartige Land von uns in ein weiteres
exklusives Reservat verwandelt, in dem
nur die Perfekten, die Privilegierten und
die Geplanten das Recht haben zu leben.“
(Dr. Mildred Fay Jefferson )
war Mitbegründerin sowie Präsidentin des NRLC
„National Right to Life Committee“ (Nationales
Komitee für das Recht auf Leben), der größten
und ältesten Pro-Life-Bewegung Amerikas.
Dr. Jeffersons eloquente Reden und ihr unermüdliches
Engagement
machten sie zu einer
führenden Persönlichkeit
der Lebensrechtsbewegung.
Ihr Einsatz
beeinflusste auch politische
Persönlichkeiten;
so schrieb der damalige
Gouverneur von
Kalifornien, Ronald Reagan,
nach einem ihrer
Fernsehauftritte in einem
Brief an sie: "Sie
haben unbestreitbar
klar gemacht, dass eine
Abtreibung die Tötung
menschlichen Lebens
ist. Ich bin Ihnen
dankbar."
Während ihrer Karriere
erhielt Dr. Jefferson 28
Ehrendoktortitel und
engagierte sich in über 30 Organisationen, die
sich gegen Abtreibung, Euthanasie und embryonale
Stammzellforschung einsetzten. Dr. Jefferson
verstarb am 15. Oktober 2010 in Cambridge,
Massachusetts, im Alter von 83 Jahren. ◻
Ryan Bomberger: Vom adoptierten Kind zum
engagierten Lebensrechtsaktivisten
Ryan Bomberger kam unter äußerst schwierigen
Umständen zur Welt: Seine biologische
Mutter wurde Opfer einer Vergewaltigung, entschied
sich jedoch trotzdem dafür, ihrem Kind
das Leben zu schenken und es zur Adoption
freizugeben. Gemeinsam mit neun weiteren adoptierten
Geschwistern wuchs Ryan in einer
multikulturellen, christlich geprägten
15-köpfigen Familie auf. Diese bunte und liebevolle
Umgebung prägte Ryans Überzeugung,
dass jedes menschliche Leben einzigartig und
wertvoll ist – unabhängig von Herkunft, Umständen
oder Hautfarbe.
Als Erwachsener entwickelte sich Ryan zu einem
herausragenden Kreativprofi, der mit einem Emmy®
Award (renommierter US-Fernsehpreis)
26
LEBE 170/2025
ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit seiner
Frau Bethany gründete er die gemeinnützige
Organisation „The Radiance Foundation“ (übersetzt:
„Die Stiftung Strahlkraft“).
Die Stiftung verfolgt das Ziel, die
Würde und Gleichwertigkeit aller
Menschen hervorzuheben und
durch kreative Medienkampagnen
auf wichtige gesellschaftliche
Themen wie Adoption, Abtreibung,
Familie, Vaterlosigkeit
und Rassismus aufmerksam zu
machen.
Eine der bekanntesten Kampagnen
der Radiance Foundation
trägt den Titel „TooManyAborted.
com“ (übersetzt: „Zu viele Abgetriebene“).
Mit Plakaten, Videos,
Artikeln und Social-Media-Beiträgen macht die
Kampagne auf das Problem aufmerksam, dass
„Ich wurde vielleicht
durch Vergewaltigung
gezeugt, aber ich wurde
in Liebe adoptiert.“
(Ryan Bomberger)
Afroamerikaner überdurchschnittlich oft von
Abtreibungen betroffen sind und dass Abtreibungskliniken
häufig bewusst in Gebieten mit
überwiegend afroamerikanischer
Bevölkerung platziert würden –
eine Realität, die Bomberger als
eine Form von systematischem
Rassismus betrachtet.
Bombergers Engagement sowie
seine kreative und berührende
Art, komplexe gesellschaftliche
Themen anzusprechen, lassen ihn
regelmäßig an renommierten Universitäten
wie Harvard sowie auf
internationalen Konferenzen und
Veranstaltungen sprechen.
Ryans Arbeit und seine persönliche
Geschichte wurden in internationalen
Medien wie CNN, Fox News, der New
York Times und vielen anderen aufgegriffen. ◻
Joyce Ann McCauley-Benner: Aus Krisen wachsen
Joyce Ann McCauley-Benner erlebte während
ihrer College-Zeit ein Ereignis, das ihr Leben für
immer verändern sollte: Sie wurde von einem
Arbeitskollegen vergewaltigt. Wenige Wochen
nach diesem traumatischen Vorfall stellte sie
fest, dass sie schwanger war. Die Unsicherheit,
ob das Kind von ihrem damaligen
Freund oder vom Täter
stammte, belastete sie enorm.
Doch trotz dieser schwierigen
Umstände entschied sich
Joyce bewusst gegen eine
Abtreibung. Rückblickend erklärt
sie ihre Entscheidung mit
entschlossenen Worten: „Ich
dachte bei mir: Ich weiß vielleicht
nicht, wer der Vater ist,
aber ich weiß genau, wer die
Mutter ist – und diese Mutter
bin ich.“ Sie brachte ihren
Sohn schließlich zur Welt und
gab ihm bewusst ihren eigenen Nachnamen,
um ihre Verbundenheit und Verantwortlichkeit
für das Kind klar zum Ausdruck zu bringen.
Heute engagiert sich Joyce Ann McCauley-Benner
aktiv für Frauen, die in ähnlich schwierigen
Situationen sind. Als Director of Public Education
(„Direktorin für öffentliche Bildung“) bei Feminists
for Life of America („Feministinnen für das
Leben Amerikas“) setzt sie sich insbesondere
dafür ein, jene gesellschaftlichen und sozialen
Ursachen zu bekämpfen, die Frauen zu einer
Abtreibung drängen können. Dazu gehören vor
„Ich fand eine Stärke in mir
selbst, von der ich nicht
wusste, dass sie existiert.“
(Joyce Ann McCauley-Benner)
allem fehlende finanzielle, emotionale oder
praktische Unterstützungsangebote für schwangere
Frauen, insbesondere Studentinnen. Feminists
for Life betont dabei ausdrücklich, dass
Frauen Besseres verdienen als Abtreibung und
dass echte Wahlfreiheit nur möglich ist, wenn
Frauen umfassend und nachhaltig
unterstützt werden.
Neben ihrem Engagement
gegen Abtreibung engagiert
sich Joyce auch intensiv gegen
sexuellen Missbrauch und
Menschenhandel. Sie setzt
sich für Opfer ein und fordert
einen multifaktoriellen Ansatz,
der Prävention, Bildung, Strafverfolgung
und Opferschutz
umfasst. In Vorträgen und
Workshops an Universitäten,
auf Konferenzen und öffentlichen
Veranstaltungen spricht
Joyce offen über ihre eigenen Erfahrungen, um
Betroffenen Mut zu machen, auf gesellschaftliche
Missstände hinzuweisen und die Notwendigkeit
umfassender Hilfen zu unterstreichen.
Joyce Ann McCauley-Benner ist heute eine authentische
und kraftvolle Stimme für das Leben.
Durch die Weitergabe ihrer persönlichen Geschichte
vermittelt sie anderen Frauen, dass es
selbst nach traumatischen Erlebnissen möglich
ist, innere Stärke zu entdecken und sich aktiv für
das Leben einzusetzen.
◻
LEBE 170/2025 27
LEBENSSCHUTZ
Marsch für das Leben 2025 in Innsbruck
Der Marsch für das Leben in Innsbruck am 8. März stand heuer
im Zeichen des internationalen Weltfrauentages.
Seitens der österreichischen Lebensschutzszene war er in erster Linie
eine Chance, Solidarität mit allen Müttern in Konfliktschwangerschaften
und mit unter Abtreibung leidenden Frauen zu zeigen.
Von Lucia Bardini, ProLife Europe
M
ittags versammelten sich Lebensschützer
jeden Alters vor dem Innsbrucker Rathaus,
um soviele Menschen wie möglich
mit der Botschaft des Lebens zu erreichen. Auch
meine Kollegin Manuela von ProLife Europe
und ich haben uns an diesem ereignisvollen
Tag entschlossen, gemeinsam mit der ProLife
Gruppe aus Innsbruck für das ungeborene Leben
auf die Straße zu gehen. Rund um den
Marsch für das Leben wurde ein ganzes Programm
geplant, weshalb wir uns schon um 9
Uhr in der Innenstadt zum Frühstück trafen. Ein
guter Zeitpunkt, um uns besser kennenzulernen
und über aktuelle Probleme der Lebensschutzszene
auszutauschen.
Über hohe Zahl an Abtreibungen und
Methoden entrüstet
Nach einer Stunde führten wir durch unsere
Straßengespräche mehrere Studenten und Touristen
an das Thema Abtreibung heran, um ihre
Meinung dazu zu erfahren und einen konstruktiven
Dialog mit ihnen zu führen. Es ist immer
wieder erstaunlich, dass viele junge Menschen
uns ein offenes Ohr schenken und – auch wenn
sie oft bei ihrer Meinung bleiben – über die hohe
Zahl an Abtreibungen und die Methoden entrüstet
sind. Daran merkt man, dass wir viele „Samen
des Lebens“ säen können, die mit der Zeit
hoffentlich zu Pflänzchen heranwachsen und
unsere Gesprächspartner umstimmen. Eine
Stunde vor dem Marsch trafen wir uns mit den
Mitgliedern von Jugend für das Leben Österreich,
um unsere beiden Stände vor der Annasäule
aufzubauen. Die verschiedenen Flyer, Pullis
und Tragetaschen, die wir unter anderem auf
unseren orangefarbenen Infotisch (orange ist
die Farbe unseres Vereins) ausgelegt hatten,
zogen sofort mehrere junge und ältere Leute
an. Vor allem junge Studierende kamen interessiert
auf uns zu, um über das Thema Abtreibung
und Lebensschutz zu sprechen. Besonders ein
Gespräch mit einem Studenten, dessen Freundin
eine Abtreibung hatte, empfanden wir als sehr
bereichernd: Er war zwar für das „Recht“ auf
Abtreibung, suchte aber einen Dialog mit uns
und hörte aufrichtig zu. Hier wird nochmals
Lucia Bardini (links) und Manuela Steiner (rechts)
hinter dem Infostand von ProLife Europe
bewusst, wie „durstig“ junge Menschen nach
dem Wert und der Schönheit des Lebens sind,
ohne dass es ihnen bewusst ist. Um 12 Uhr begann
der Marsch mit zwei Redebeiträgen über
die Notwendigkeit, Frauen vor den verheerenden
Folgen von Abtreibung zu warnen – direkt
gegenüber dem Innsbrucker Rathaus.
Fruchtbare Sitzblockade
Obwohl die Route nicht allzu lang war, verzögerte
sich der Marsch aufgrund mehrerer Sitzblockaden
von Seiten der Antifa und anderer Pro-
Choice-Studenten, die nicht sofort von der Polizei
entfernt wurden. Doch auch eine lange Sitzblockade
unter der Sonne erwies sich als fruchtbar:
Ich wurde in ein Gespräch mit zwei jungen
Frauen verwickelt, die beide aufgrund schwieriger
Beziehungen mit ihren Ex-Partnern eine
Abtreibung durchgeführt hatten. Als Eisbrecher
überreichte ich ihnen zwei weiße Blumen, da
man sehen konnte, dass sie mir mit Misstrauen
begegneten. Es entwickelte sich ein spannender
Dialog, wobei diese behaupteten, wir Lebensschützer
wollten sie aufgrund ihrer Entscheidung
kritisieren. Nachdem ihnen jedoch klar
wurde, dass wir Demonstranten nicht marschierten,
um sie für ihre schwerwiegende Entscheidung
schlecht fühlen zu lassen, sondern um
ihnen Heilung und Hoffnung zu schenken,
gingen sie gerührt nach Hause.
28
LEBE 170/2025
Neun wichtige Lebensschutzmaßnahmen
von Präsident Donald Trump
Mit diesen Schritten leitet die neue US-Regierung eine Abkehr
von der Pro-Abtreibungspolitik der Demokraten ein:
1. Er hat die von der Regierung Biden eingerichtete
Internetseite über „reproduktive Rechte“,
in der für Abtreibung geworben wurde, abschalten
lassen.
2. In einer Verordnung zum Schutz von Frauen
vor extremer Gender-Ideologie hat er festgestellt,
dass das Leben des Menschen mit der
Empfängnis beginnt.
3. Er hat 23 Lebensschützer begnadigt, die wegen
Protesten gegen die Abtreibung verurteilt
worden waren.
4. In einer weiteren Verordnung hat er die „Mexico-City-Regelungen“
wieder in Kraft gesetzt,
welche Subventionen aus Steuermitteln
für Organisationen wie International Planned
Parenthood verbieten, die Abtreibungen außerhalb
der USA fördern und durchführen.
5. Trump hat den „Hyde-Zusatz“ wieder in Kraft
gesetzt. Diese Bestimmung verbietet die Finanzierung
von Abtreibung auf Verlangen
aus Steuermitteln in den USA.
6. Am 24. Januar hat er am jährlichen Marsch
für das Leben in der Bundeshauptstadt
Washington D.C. mit einer aufgezeichneten
Videobotschaft teilgenommen. Bei der Veranstaltung
hat J. D. Vance seine erste öffentliche
Rede als Vizepräsident gehalten.
7. Die Regierung Trump hat bekannt gegeben,
dass sie den FACE (Freedom of Access to
Clinic Entrances) nur mehr eingeschränkt
anwenden wird. Dieses Gesetz, das den Zugang
zu Einrichtungen für reproduktive Gesundheit
sicherstellen soll, wurde von der
Regierung Biden einseitig gegen Lebensschützer
angewendet, die vor Abtreibungskliniken
demonstriert haben.
8. In einer Stellungnahme hat Präsident Trump
einen Gesetzesentwurf gutgeheißen, der
Babys, die ihre Abtreibung überleben, medizinische
Versorgung garantieren soll.
9. Die USA sind der „Geneva Consensus Declaration“
wieder beigetreten, die sie bereits
2020 unterzeichnet haben. Diese Erklärung
stellt unter anderem fest, dass es kein Recht
auf Abtreibung gibt.
◻
www.kath.net
Offene und zuvorkommende
Haltung wichtig
In solchen Situationen wird uns immer wieder
bewusst, wie ausschlaggebend es ist, eine offene
und zuvorkommende Haltung gegenüber
Allen zu zeigen. Verletzende Kritik von Seiten
weniger Lebensschützer verstärkt Schuldgefühle
all derer, die auf irgendeine Weise mit einer
Abtreibung zu tun hatten und verhindert Heilung
sowie einen Neuanfang.
Besonders eine kämpferische und erbarmungslose
Haltung von vereinzelten Gruppierungen
in unserem Marsch gegenüber den Gegendemonstranten
erzeugte Unverständnis und Misstrauen.
Wir empfanden es als sehr schade, denn
dadurch konnten teilweise keine Brücken zwischen
uns und unseren Mitmenschen gebaut
werden. Immerhin war dies nicht das Anliegen
von ProLife Europe beziehungsweise von Jugend
für das Leben.
Dieses zeigte sich vor allem während einer
Schweigeminute für alle Frauen, die sowohl psychisch
als auch physisch an den Folgen der
Abtreibung leiden. Alle Demonstranten gingen
dabei vor der Polizei und der Gegendemo auf
die Knie. Der Marsch endete mit zwei Zeugnissen,
eines davon von einer Frau (Susanne), die
mehrere Abtreibungen durchgeführt hatte. Die
Zuschauer hatten besonders am Ende ein offenes
Ohr und man konnte an ihren Gesichtsausdrücken
erkennen, dass ihre Herzen von unserer
Botschaft berührt wurden. Auch wenn der
Marsch für das Leben 2025 in Innsbruck aufgrund
des starken Gegenwinds etwas herausfordernd
war, hat es sich gelohnt, unseren Mitmenschen
neue Hoffnung zu schenken und für
sie ein Licht in der Dunkelheit zu sein.
Vielleicht haben wir mit diesem Artikel Ihr Interesse
an der Arbeit der Aktionsgruppe ProLife
Europe geweckt? Da Lucia aus Südtirol ist,
möchte sie vor allem Südtiroler, die in Innsbruck
studieren, ansprechen. Sie können gerne mit
Lucia über Email in Kontakt treten:
lucia.bardini@prolifeeurope.org
◻
LEBE 170/2025 29
Die erste Frage lautete: „Möchten Sie
die Schwangerschaft fortsetzen?“
Während der Schwangerschaft wird bei dem kleinen Felix eine mögliche
Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte diagnostiziert. Obwohl die Fehlbildung gut
behandelbar ist, fragen die Ärzte die Mutter, ob sie abtreiben wolle. Warum?
D
ass Felix im Dezember zur Welt gekommen
ist, war keine Selbstverständlichkeit. Und
irgendwie auch doch. Keine Selbstverständlichkeit
war es, weil die Geschichte seines
noch jungen Lebens auch hätte ganz anders
ausgehen können. Und geradezu eine Banalität
war es deshalb, weil die Eltern ihren Bub behalten
hätten, komme, was wolle.
Es war der 12. Juli 2024. Christina Widmann
erinnert sich noch genau an dieses Datum, weil
ihr an diesem Tag etwas passiert ist, von dem
sie nie geglaubt hätte, dass es so etwas überhaupt
geben könnte.
Widmann, damals in der 20. Woche schwanger
und in Spanien lebend, hat eine Routineuntersuchung
bei ihrer Frauenärztin. Diese stellt beim
Ultraschall eine Auffälligkeit fest, Verdacht auf
Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte. Die Ärztin ist sich
unsicher, weil der Kleine im Bauch seine Händchen
vor das Gesicht hält, fast so, als wüsste er,
was ihm drohen könnte.
Die Ärztin ruft Kollegen zu sich, erst einen, dann
zwei, dann noch eine Arzthelferin. Schließlich
glauben zwei, was zu sehen, zwei nicht. Statt die
29-jährige Patientin für den Fall der Fälle über
Lösungsmöglichkeiten aufzuklären und Hilfsoptionen
zu erläutern, lautet die anschließende
Frage an sie: „Möchten Sie die Schwangerschaft
fortsetzen?“
„An eine Abtreibung auch nur zu denken,
ist meinem Mann und mir gar nicht
eingefallen“
Christina Widmann stockt zunächst das Herz.
Nicht wegen der Diagnose, sondern wegen der
Frage. Zur Sicherheit fährt Widmann, die bereits
zwei Kinder hat, zu einem Gynäkologen in der
bayerischen Heimat. Dieser ist sich sicher: Der
kleine Felix hat mindestens eine Lippenspalte.
„An eine Abtreibung auch nur zu denken, ist
meinem Mann und mir gar nicht eingefallen.
Stattdessen fragten wir uns, ob unser Sohn ganz
normal gestillt werden kann oder ob er eine
spezielle Trinkflasche braucht, wie die Kerbe
behandelt wird“, erzählt die junge Frau, die für
die spanische konservative Stiftung CitizenGO
arbeitet. Doch auf diese Fragen hätten die Ärzte
keine Antwort gehabt, sondern das Ehepaar an
Kollegen verwiesen.
Ein Dreivierteljahr ist das jetzt her. Heute trinkt
Felix ganz normal Milch, erzählt Christina mit
urigem bayerischem Zungenschlag. „Er wächst,
dass es nur so eine Freude ist, ihm zuzuschauen.“
Und auch die älteren Geschwister können sich
ihren Bruder nicht mehr wegdenken. In Kürze
steht die Operation an, bei der die Oberlippe
verschlossen wird.
„Ich kriege das Kind, egal was passiert“
Die Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte ist eine der
am häufigsten auftretenden Fehlbildungen
beim Menschen. Bei einem von 500 bis 600
Kindern wird eine solche festgestellt. Je nachdem,
wie ausgeprägt sie ist, sind nur Lippe und
Kiefer, mitunter aber auch der Gaumen betroffen.
Beim inzwischen bald vier Monate alten Felix
ist die linke Seite der Oberlippe betroffen,
die Kerbe ist rund sechs Millimeter tief. Wenn
Christina davon erzählt, ist sie noch immer sichtlich
erregt. „Ich war sprachlos. Ich habe zu den
Ärzten gesagt: ‘Ich kriege das Kind, egal was
passiert.’“ Auch habe sie die ihr sofort angebotenen
Genuntersuchungen sowie Pränataltests
abgelehnt.
„Ich hatte große Angst, ob ich
mein Kind schön finden kann“
Dass eine solche Diagnose auch für gestandene,
lebensbejahende Mütter nicht einfach ist, das
zeigt der Fall von Martina Graf. Die Bayerin hatte
bereits sieben Kinder, als sie mit dem achten
schwanger war. „Ich hab das auf dem Ultraschallbild
gesehen, dass da eine Kerbe ist“, erzählt
sie. „Da rutscht einem schon mal das Herz
einen Stock tiefer. Mein Mann und ich sind sehr
froh, dass wir einen festen Glauben haben.“
Martina Graf versucht Freunden, Verwandten,
Bekannten und alle, die sie darauf ansprechen,
die Angst zu nehmen, die auftreten kann, wenn
eine Lippen-Kiefer-Gaumen-Kerbe im Raum
steht. „Ich hatte große Angst, ob ich mein Kind
schön finden kann, oder ob ich nach der Geburt
erschrecke. Jetzt im Nachhinein klingt das natürlich
absurd. Aber damals fand ich diese
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Vorstellung ganz
schlimm als Mutter.“
Ihr habe es
sehr geholfen, mit
einer anderen
Mutter eines betroffenen
Kindes
zu sprechen.
Inzwischen hat sie
noch zwei weitere
Kinder bekommen,
eines davon mit einer Kerbe. Sie weiß also,
wovon sie spricht. Welche Worte möchte die
Mutter anderen auf den Weg geben? „Natürlich
wünscht man sich das nicht, aber bei den Kindern
handelt es sich um völlig selbständige und
wunderschöne Kinder.“ Auch sie kann die euphemistisch
formulierte Frage nach der Abtreibung
eines solchen Kindes nicht verstehen.
Experte Sader: „Es gibt keinen Grund, an
eine Abtreibung zu denken“
Was sagt die andere Seite? Was sagen Ärzte?
Eine Koryphäe auf dem Gebiet ist Robert
Sader, Direktor der Klinik für Mund-, Kiefer- und
Plastische Gesichtschirurgie am Universitätsklinikum
Frankfurt. Er erklärt, bei einer Lippen-
Kiefer-Gaumen-Spalte handele es sich um alles
andere als eine lebensbedrohliche Fehlbildung.
„Sie gehört behandelt, man kann sie auch sehr
gut behandeln, und bei einer unkomplizierten
Spaltbildung gibt es keine weiteren Fehlbildungen,
weder physisch noch geistig.“
Sader, dem für seine Arbeit vor zwei Jahren
sogar das Bundesverdienstkreuz verliehen wurde,
berät laut eigenen Angaben ein- bis zweimal
wöchentlich Schwangere, bei deren Kind intrauterin,
also innerhalb der Gebärmutter, mit
Ultraschall eine Spaltbildung festgestellt wurde.
Er stellt klar: „Es gibt keinen Grund, an eine
Abtreibung zu denken.“
Bei einem Drittel der vor der Geburt diagnostizierten
Kinder sei lediglich der vordere
Teil, sprich Lippe und Kiefer betroffen. Hier träten
keine spezifischen Komplikationen auf, die
Kinder könnten gestillt und die Spaltbildung im
ersten Lebenshalbjahr operativ verschlossen
werden. Doch auch im Falle einer kompletten
Spaltbildung gäbe es sehr wirksame Hilfsmittel
für die Ernährung, bis die Fehlbildung
durch eine Operation korrigiert werde.
Heute seien die Verfahren schonend und es
reiche meist ein Eingriff.
Bis zur Operation
könne man mithilfe
eines 3-D-Fotos
im Mund eine
Ku n s t s t o ff p l atte
herstellen und
einsetzen, die den
Gaumen provisorisch
verschließt.
Zusätzlich
hülfen auch
Stillhütchen oder Spezialfläschchen, mit denen
das Kind dann nahezu normal gefüttert
werden könne, manchmal dauert das Füttern
oder Stillen nur länger als sonst üblich.
„Es fehlt eine ‘Willkommenskultur’ für
Kinder mit Auffälligkeiten“
Der Gynäkologe Michael Kiworr weist auf eine
traurige Entwicklung hin: „Es gibt immer wieder
Klagen von Eltern gegen Gynäkologen, falls
beim Kind etwas nicht erkannt wurde, die dann
sagen, sie hätten es abtreiben lassen, wenn sie
von der Auffälligkeit gewusst hätten. Man spricht
dann bizarrerweise vom ‘Kind als Schaden’. Auf
der einen Seite spricht daraus die Überforderung
der Eltern, manchmal auch der Wunsch
nach finanziellen Hilfen oder Unterstützung,
vereinzelt soll aber auch einfach ein vermeintlich
Schuldiger gefunden werden.“
Was in der heutigen Gesellschaft fehlte, sei eine
echte Unterstützung für Betroffene: Eine „Willkommenskultur“
für Kinder mit Auffälligkeiten
und Besonderheiten, seien es kleine oder große,
eine konsequente Unterstützung der Eltern, die
dann in keinem Fall allein gelassen werden
dürften.
„Es braucht ein gesellschaftliches Klima, in dem
Menschen mit Erkrankungen und deren Eltern
Unterstützung statt Ablehnung erfahren. Mit
jedem Kind erleben Eltern Ambivalenzen, Wunderschönes
wie Herausforderndes, sowohl tiefe
Freude und Glück, aber auch Erkrankungen und
Belastungen bleiben nicht aus und können vor,
bei und nach der Geburt auftreten. Die entscheidende
Frage ist: Wie gehen wir damit um?“
Wie viele Kinder jährlich aufgrund einer Lippen-
Kiefer-Gaumen-Spalte nicht zur Welt kommen
dürfen, darüber werden keine Statistiken erhoben.
Christina Widmann gibt dieses nun bald
abgeschlossene Kapitel jedenfalls nur noch
mehr Motivation, sich für das Lebensrecht ungeborener
Kinder einzusetzen.
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© Privat / Corrigenda-Montage
Quelle: Onlinemagazin CORRIGENDA, www.corrigenda.online
Dieser Artikel wurde am 6.3.2025 erstmals veröffentlicht
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Unsere Zielsetzungen:
Als Pro-Life-Bewegung setzen wir uns mit Leidenschaft und
Überzeugung für den Schutz des Lebens in all seinen Phasen ein –
vom Augenblick der Zeugung bis zum natürlichen Tod. Es ist uns
ein tiefes Anliegen, das Leben ungeborener Kinder, von Menschen
mit Behinderungen, sowie älteren Mitbürgern zu schützen und ihre
Rechte zu wahren.
Unser Engagement konzentriert sich auf folgende Schwerpunkte:
Aufklärung über das Lebensrecht der Ungeborenen
Beratung und Unterstützung von Frauen in
Schwangerschaftskonflikten
Hilfe bei der Bewältigung der Folgen nach einer
Abtreibung, insbesondere des Post-Abortion-Syndroms (PAS)
Einsatz für ein würdevolles, natürliches Lebensende
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