möbel kultur 3/2025
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ZKZ 4937
www.moebelkultur.de
NEWS. INSIGHTS. TRENDS.
3 | 2025
KI UND
AUTOMATISIERUNG
DIENSTLEISTER-
SPECIAL
MTM IN DRESDEN
Branchentreff im besonderen
Ambiente: Die Möbel-
Trend-Messe MTM lädt vom
4. bis 6. Juni nach Dresden ein
Foto: Adobe Stock (#274087353)
QUALITÄT
EXKLUSIVE UMFRAGE ZEIGT CHANCEN FÜR DEN HANDEL
INTERVIEW
Paidi-CEO Großweischede
zur neuen Markenstrategie
PREMIERE
Frische Impulse auf den
Munich Design Days
NACHWUCHS
Ausbildungskonzepte gegen
den Fachkräftemangel
FOTO DES MONATS
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H.O.M.E. HAUS 2025
VISIONÄR
SCHWEBEN
Wohnen wie auf Wolke 7 – zu schön, um wahr zu sein?
Das Architektenteam von COOP Himmelb(l)au hat aus
dieser Vision das „H.O.M.E. Haus 2025“ kreiert und lotet
auf faszinierende Weise die Grenzen von Form, Material und
Bau-Physik aus. Im Mittelpunkt des Konzepts: die Feedback-
Architektur – ein Zuhause, das Räume flexibel verschieben
und an die Bedürfnisse der Bewohner:innen anpassen
kann. Die Außenhülle besteht aus einer mit Stickstoff
gefüllten, zweilagigen ETFE-Folie mit aufgedruckter
Photovoltaik-Technologie. Dies ermöglicht eine
nachhaltige Energiegewinnung und kreiert ein
schwebendes Raumgefühl, bei dem die
Grenzen zwischen außen und
innen verschwimmen.
Foto: COOP HIMMELB(L)AU für H.O.M.E. Haus 2025
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TOP THEMA
EXKLUSIVE UMFRAGE ZUM E-COMMERCE
MANGELNDE QUALITÄT
SCHRECKT AB
Asiatische Billiganbieter wie Shein und Temu verändern den E-Commerce. Die Kritik an den
Plattformen wächst. Aber wie stehen die Verbraucher:innen diesen Angeboten wirklich gegenüber
und wie attraktiv ist für sie der Onlinekauf von Möbeln? Bonial hat für uns nachgefragt.
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3/2025
Die Aufregung um chinesische
Onlineshops wie Temu
und Shein ist aktuell groß.
Erst kürzlich mahnte beispielsweise
der Fachverband
Matratzen-Industrie faire Regeln für diese
Plattformen an. In einem Offenen Brief
an das Wirtschaftsministerium betonte
Geschäftsführer Martin Auerbach, dass
die derzeitige Situation „zu erheblichen
Wettbewerbsnachteilen für deutsche
Unternehmen“ führe. Während hiesige
Firmen strenge Sicherheits- und Qualitätsstandards
einhalten müssen, können
Anbieter auf diesen Plattformen Produkte
zu Dumpingpreisen anbieten, die oft nicht
Foto: Image by Freepik, KI generated
den europäischen Sicherheitsvorschriften
entsprechen. „Dies stellt nicht nur einen
Verstoß gegen deutsches und europäisches
Recht dar, sondern gefährdet auch die
Gesundheit der Verbraucher“, so der Verband.
Deshalb stellte er einen Forderungskatalog
auf, der die Maßnahmen auflistet,
die nach Meinung des Verbandes nötig
sind, um diesen Missständen entgegenzuwirken
(siehe S. 26).
Ohne Kund:innen, die solche Billigwaren
kaufen, wären Temu und Co. allerdings
gar keine Gefahr für europäische
Anbieter. Doch wie beliebt sind diese
Plattformen tatsächlich hierzulande?
Und spielen sie beim E-Commerce von
Möbeln und Einrichtungsgegenständen
überhaupt eine große Rolle? Das wollten
wir genauer wissen – deshalb hat Bonial
exklusiv für „möbel kultur“ nachgefragt.
Der Marktführer im Bereich der digitalen
Angebotskommunikation verfügt mit den
Portalen „kaufDA“ und „MeinProspekt“
über mehr als 14 Mio. Nutzer: innen
monatlich. In Bezug auf den allgemeinen
Möbel-E-Commerce wurden den
User:innen die gleichen Fragen wie vor
zwölf Monaten gestellt, sodass sich ein
differenziertes Bild über die aktuelle Entwicklung
ergibt. An der Befragung, die im
März 2025 durchgeführt wurde, haben sich
rund 1.000 Personen beteiligt.
MÖBELKAUF WEITER STATIONÄR
Während es für Kund:innen in vielen
Bereichen inzwischen selbstverständlich
ist, online zu kaufen, gilt dies im Möbelsegment
offensichtlich nicht uneingeschränkt.
Denn lediglich 18 Prozent der Umfrage-
Teilnehmer:innen sind „auf jeden Fall“
dafür offen, Möbel und Einrichtungsgegenstände
per Webshop zu erwerben. Die Zahl
hat sich im Vergleich zum vergangenen Jahr
kaum verändert: 2024 galt dies für 17 Prozent.
41 Prozent ziehen es nur teilweise
in Betracht (2024: 47 %) und 41 Prozent
wollen „absolut nicht“ online kaufen. Diese
Zahl hat sich interessanterweise in den
vergangenen Monaten sogar erhöht. 2024
hatten nur 35 Prozent eine solch ablehnende
Haltung vertreten – immerhin sechs
Prozentpunkte weniger als jetzt.
Dementsprechend gibt es viele Befragte,
die noch nie einen Einrichtungsgegenstand
online gekauft haben. In der jetzigen
Umfrage traf dies auf fast die Hälfte der
Teilnehmer:innen zu (49 %). 19 Prozent
haben bereits einmal per E-Commerce
Möbel gekauft und 33 Prozent mehrmals.
EUROPÄISCHE KOMMISSION
GEBÜHR FÜR PAKETE
Die europäischen Verbraucherschutzbehörden
gehen wegen sich
häufender Beschwerden verschärft
gegen den Online-Händler Shein
vor. Die Europäische Kommission
kündigte Anfang Februar 2025
ein gemeinsames Verfahren der
Behörden in den 27 EU-Staaten
an. „Wir müssen dafür sorgen,
dass Waren, die auf unseren Markt
gelangen, sicher sind“, erklärte
EU-Verbraucherschutzkommissar
Michael McGrath.
Darüber hinaus will Brüssel eine
Bearbeitungsgebühr für Pakete
von Onlinehändlern einführen.
Damit würde die bisherige Zollbefreiung
für Sendungen im Wert
von bis zu 150 Euro wegfallen. Ziel
sei es, die Kosten für Zollbehörden
auszu gleichen, die durch die
enorme Menge solcher Sendungen
ent stehen. Laut EU-Kommission
wurden im vergangenen Jahr
rund 4,6 Mrd. Pakete mit einem
Warenwert unter 22 Euro in die
EU importiert – rund 90 Prozent
davon aus China.
https://european-union.
europa.eu
Dieser Prozentsatz hat sich im Vergleich
zu 2024 auch leicht erhöht: um drei
Prozentpunkte.
BELIEBTE PRODUKTSEGMENTE
Die Befragten, die grundsätzlich offen für
den Möbel-E-Commerce sind, bevorzugen
mehrheitlich einen Online-Händler, der
auch über stationäre Filialen verfügt. Insgesamt
44 Prozent der Umfrage-Teilnehmer:innen
lassen sich auf jeden Fall davon
beeinflussen. Bei 29 Prozent gilt dies zum
Teil. Unerheblich für die Entscheidung ist
dies für 27 Prozent (2024: 25 %).
Dass insgesamt bei Möbeln noch immer
das stationäre Geschäft gewinnt, zeigen
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Foto: Image by macrovector on Freepik
KÜCHE NACHWUCHS
AUSBILDUNG IM KÜCHENFACHHANDEL
„GUTE VERKÄUFER SIND
NACH WIE VOR RAR“
Der Küchenbranche mangelt es an Personal – vor allem im lokalen Fachhandel. Weiterbildungen
und Quereinstiege könnten Abhilfe schaffen. Dafür muss der Küchensektor aber nicht nur
sichtbarer werden. Sondern auch attraktiver, sagen Expert:innen, die aus- und weiterbilden.
Foto: Stock / Oscar Helgstrand
üchen-
:in
annter
oblem
ildungsen.
Eigentlich weiß man gar nicht,
wo man anfangen soll. Der Fachkräftemangel
im lokalen Küchenbetrieb,
das ist so etwas wie ein
Zahnschmerz, der sich zunächst
nur punktuell bemerkbar macht. Ein unangenehmes
Ziepen, das sich umgehen lässt,
indem man für eine Weile eben erstmal auf
der anderen Seite kaut. Auf die Küchenbranche
bezogen, bedeutete das noch vor
einigen Jahren, mehr Einzelhandelskaufleute
in puncto Küchenverkauf zu schulen,
möglicherweise sogar vom Möbel- in
den Küchenhandel herüberzuziehen. Mehr
Schreiner:innen als Montagekräfte einzusetzen.
Oder aber noch stärker die Werbetrommel
für die „Möfa“ zu rühren, die
renommierte Möbelfachschule in Köln, die
in ihrer jetzigen Form seit knapp 70 Jahren
besteht und sich in ihrem Studienangebot
dennoch immer wieder neu erfindet.
Längst reichen all diese Maßnahmen
aber nicht mehr aus: In der Branche fehlt
es an geschulten Fachkräften, die Küchen
zeichnen, planen oder verkaufen können;
ebenso wie an Expert:innen für Holzmechanik,
Betriebstechnik oder Maschinen-
und Anlagebau in den landesweiten
Produktionshallen deutscher Küchenhersteller.
Selbst in der Montage werden
noch immer Engpässe vom Küchenhandel
gemeldet, obwohl sich da die Lage seit
dem Abebben der Kaufnachfrage deutlich
verbessert hat.
SCHNELLTRAININGSLAGER
Bleibt die Frage, ob das – bei anhaltend
schwacher Konjunktur – nicht allmählich
für alle Bereiche der Branche gilt? Wie sehr
schmerzen unbesetzte Arbeitsstellen, wenn
der Küchensektor eine Flaute erlebt, die
mit Kurzarbeit und Personalanpassungen
einhergeht? „Gute Verkäufer sind nach
wie vor rar gesät“, sagt Andreas Sebald,
der mit dem Vertriebskonzept „Die Küche
Direkt“ acht Standorte in Deutschland
und Österreich betreibt und parallel mit
dem Beratungsnetzwerk Netcon Holding
eine Ausbildungsplattform für angehende
Küchenfachberater:innen hochgezogen
hat. Er sagt, der größte Malus der Branche
sei, dass Küchenberatung und -verkauf kein
staatlich anerkannter Ausbildungsberuf sei,
obschon man dafür „viel können und viel
leisten“ müsse. Allzu oft würden Personen
aus dem Schreiner- oder Großhandel
auf die Möbelfläche gekippt, denen die
fachliche Basis für gute Verkaufsgespräche
oder kreative Planungen fehlten.
Foto: Stock / Jason Goodman
Die Qualifizierung zum Planen und Verkaufen
von Küchen dauert eigentlich nicht lang.
Die Wenigsten wissen allerdings davon.
Vor rund sieben Jahren haben Sebald
und sein Geschäftspartner Christian
Schmautz daher „Nc Solution“ gegründet:
Eine Art Schnelltrainingslager für den
Küchen- und Einrichtungsbereich, das
junge Menschen und Quereinsteiger:innen
in nur 20 Tagen selbstbezahlt zum
Küchenfachberater (m/w/d) ausbildet
oder – kostendeckend initiiert von einer
Firma – in drei Monaten parallel zur Arbeit
im Küchenstudio schult.
Wer sich heute auf der Website bis zum
Reiter „Termine“ durchklickt, stellt fest,
dass Sebald und Schmautz ihre Arbeit Ende
2024 auf Eis gelegt haben. Andreas Sebald
sagt, „NC Solution“ sei AZAV-zertifiziert
gewesen, ein sperriges Akronym für die
„Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung
Arbeitsförderung“. Wer für das
Programm der Bundesagentur für Arbeit
zugelassen ist, fungiert als Bildungsträger
und erhält somit Geld für öffentlich
geförderte Weiterbildungen. Parallel dazu
werden die Kosten für Teilnehmer:innen
an solchen Programmen anteilig mit sogenannten
„Gutscheinen“ getragen.
HOHE BÜROKRATISCHE HÜRDEN
Allerdings, und dieser Einwand kommt
wenig überraschend, seien am Ende
die bürokratischen Hürden schlichtweg
zu hoch gewesen, um das Ausbildungsprogramm
noch effizient aussteuern zu
können, erzählt Sebald. Hohe Auflagen,
jährliche Audits und eine Überreglementierung
bis hin zu uferloser Papierarbeit
hätten das Geschäftsführer-Duo schlussendlich
dazu bewogen, diesen Bereich
bis auf weiteres auszusetzen. Zusätzlich
sei die Kursauslastung mit Menschen, die
ihren Weg über „arbeitsmarktpolitische
Maßnahmen“ dorthin gefunden haben,
schlichtweg zu gering gewesen.
Mit anderen Worten: Nicht nur die
deutsche Bürokratie arbeitet zulasten
einer effektiven Arbeits- und Ausbildungsvermittlung
im Küchensegment. Auch die
Branche selbst gilt nach wie vor als so
angestaubt, dass sich zu wenig Freiwillige
finden, die im Beruf des Küchenplaners
einen Traumjob sehen. Das könnte mitunter
an der – häufig provisionsabhängigen
– Bezahlung liegen. Während gelernte
Schreiner:innen in der Montage noch ein
Vielfaches von dem verdienen, was ihnen
in einer Werkstatt geboten wird, ist das
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DIENSTLEISTER
SUPPLY-CHAIN-HERAUSFORDERUNGEN FÜR DIE BRANCHE
SO WERDEN LIEFERKETTEN
WIDERSTANDSFÄHIG
Zuverlässige Lieferketten sind für den unternehmerischen Erfolg essenziell. Dabei steht gerade die
Möbel- und Einrichtungsbranche durch ihre individuellen Anforderungen vor besonderen Herausforderungen.
Worauf Hersteller und Händler achten sollten, erläutert Henning Goldmann,
CEO von der zur Otto Group gehörenden SupplyX GmbH, im Interview mit „möbel kultur“.
MK Herr Goldmann, besonders
in herausfordernden Zeiten wie
diesen sind funktionierende Lieferketten
von enormer Bedeutung.
Welche Hürden müssen dabei aktuell
überwunden werden?
HENNING GOLDMANN Zuverlässigkeit
besitzt im Wesentlichen zwei Dimensionen:
Einerseits die Verlässlichkeit des
Transports, sobald die Waren unterwegs
sind, andererseits die Fähigkeit der Lieferkette,
den Marktbedarf zu decken. Im
ersten Bereich stellen derzeit die Verfügbarkeit
von Transportraum – etwa Schiffe
auf bestimmten Routen – sowie die Einhaltung
regulatorischer Vorschriften wie
Zolltarife beim Export und Import die
größten Herausforderungen dar. Ebenso
entscheidend ist die Stabilität und Leistungsfähigkeit
der Infrastruktur, etwa im
Funktionierende
Lieferketten sind in
der Möbelbranche von
enormer Bedeutung.
Suezkanal oder den Hinterlandanbindungen
deutscher Häfen. Erfreulicherweise
hat sich die Zusammenarbeit zwischen
Importeuren, Logistik- und Transportunternehmen
in den vergangenen Monaten
erheblich verbessert, was die Resilienz der
Lieferketten maßgeblich gestärkt hat.
Im zweiten Bereich besteht die Herausforderung
seit langem in der nahtlosen
Integration aller Beteiligten. Technologische
Prozesse und Arbeitsabläufe müssen fortlaufend
angepasst und aufeinander abgestimmt
werden. Die enorme Komplexität
sowie der zeitliche Versatz zwischen
Bedarfsanalyse, Produktion und Verfügbarkeit
am Markt führen dazu, dass nicht
immer alle Produkte in ausreichender
Menge vorhanden sind, um die Nachfrage
optimal zu bedienen. Dies bindet
erhebliches Kapital und Ressourcen und
erfordert kontinuierliche Investitionen in
die Optimierung der Abläufe.
Damit steigt dann ja auch die Komplexität
des Logistikmanagements. Vor
welchen neuen Herausforderungen
stehen die Unternehmen dabei?
Seit einiger Zeit beobachten wir, dass sich
die Nachfrage in bestimmten Produktsegmenten
stärker lokalisiert und zugleich
schnelleren Zyklen unterliegt. Dies erhöht
die Anforderungen an das Lieferkettenmanagement
deutlich: Mehr Agilität und
eine höhere Reaktionsgeschwindigkeit
sind essenziell. Besonders gefragt sind
Lösungen, die auch während der laufenden
Lieferkette Anpassungen und Änderungen
ermöglichen. Dies stellt sowohl für Kunden
als auch für Logistikunternehmen
erhebliche Herausforderungen dar.
Unternehmen, die frühzeitig in moderne,
vollständig digitale Technologien
investiert haben, profitieren nun von
einem klaren Wettbewerbsvorteil. Entscheidend
für nachhaltigen Erfolg ist vor
allem die nahtlose Integration aller Beteiligten
– einschließlich externer Datenquellen,
die nicht unmittelbar mit der
Lieferkette verknüpft sind, aber wertvolle
Einblicke liefern können.
Bezogen auf die Logistik der Möbelund
Einrichtungsbranche ist diese
durch den Transport von sperrigen
Produkten und individuellen Anforderungen
besonders anspruchsvoll.
Was sind dabei die größten
Fallstricke?
Die Widerstandsfähigkeit der Lieferkette
gegenüber verschiedenen Einflüssen ist
möglicherweise der wesentlichste Faktor
für den Erfolg der Möbel- und Einrichtungsbranche.
Diese Einflüsse können
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3/2025
sowohl interner Natur sein – etwa durch
veränderte Anforderungen an Lieferanten –
als auch externer, beispielsweise durch
Unterbrechungen von Transportwegen. Da
die Produktverfügbarkeit maßgeblich von
der Stabilität der Lieferkette abhängt, ist
es essenziell, mit Partnern zusammenzuarbeiten,
die die spezifischen Anforderungen
dieser Branche genau verstehen und
über langjährige Erfahrung verfügen. Nur
so lässt sich sicherstellen, dass die besonderen
logistischen Herausforderungen
jederzeit berücksichtigt werden, während
gleichzeitig eine verlässliche Marktabdeckung
gewährleistet bleibt.
Wie unterstützen Sie Ihre Kunden,
diese Stolpersteine zu umgehen?
Dank unserer langjährigen Erfahrung mit
der Otto Group insbesondere im Möbelund
Einrichtungssegment haben wir uns
eine tiefgehende Expertise in der Branche
erarbeitet. Unser Leistungsportfolio reicht
von der vollständigen Übernahme der Supply
Chain – inklusive einer individuellen
Preisgestaltung pro Möbelstück – bis hin
zu reinen Transportlösungen, bei denen
die Steuerung der Lieferkette beim Kunden
verbleibt. Durch unseren breit aufgestellten
Kundenstamm sind wir zudem in der
Lage, aktuelle Trends und Entwicklungen
frühzeitig zu erkennen und proaktiv an
unsere Kunden in der Möbel- und Einrichtungsbranche
weiterzugeben.
Das Thema der Digitalisierung spielt
bei zuverlässigen Lieferketten eine
große Rolle. Warum scheuen sich
manche Unternehmen, diese mit
Nachdruck voranzutreiben?
Über viele Jahre hinweg haben Unternehmen
kontinuierlich in Technologie investiert,
wobei der Fokus stets auf dem hohen
Investitions- und Entwicklungsaufwand
lag. Mit zunehmender Komplexität und
immer stärker vernetzten Systemlandschaften
steigen jedoch die Wartungskosten
überproportional – sowohl in
finanzieller Hinsicht als auch im Hinblick
auf die begrenzten Ressourcen für parallel
laufende Projekte.
Gerade in Zeiten rasanter technologischer
Fortschritte, wie wir sie aktuell erleben,
fehlt vielen Unternehmen die nötige
Kapazität, um diesen Wandel mitzugehen.
Die bestehenden, bereits umfangreich ausgebauten
IT-Umgebungen erschweren die
Einführung neuer Systeme erheblich. Dies
betrifft Logistikdienstleister und Kunden
in der Möbel- und Einrichtungsbranche
„Mehr Agilität und
eine höhere Reak tionsgeschwindigkeit
sind
essenziell. “
Henning Goldmann, SupplyX
Henning Goldmann, CEO von
SupplyX, kennt die Notwendigkeit
zuverlässiger Lieferketten und die
Hürden, die es zu überwinden gilt.
gleichermaßen, wo dieser Effekt noch
stärker ausgeprägt ist, da die Lieferkette
oft nicht zum Kernbereich der Wertschöpfung
gehört.
SupplyX hat in der Zeit nach Corona
den Mut bewiesen, seine Technologie
vollständig auf modernste digitale Lösungen
umzustellen. Big Data Solutions mit
Algorithmen – bekannt als AI – bilden bei
uns den Kern unseres technologischen
Ansatzes. Dadurch ermöglichen wir Wertschöpfungspotenziale,
die mit herkömmlichen
Lösungen nicht realisierbar wären.
Sie entwickeln für Ihre Kunden
Supply-Chain-Management-Lösungen.
Wie genau sehen diese aus?
Wir bieten zwei zentrale Supply-Chain-
Management-Lösungen an, die das gesamte
Bedarfsspektrum unserer Kunden abdecken:
Die erste Lösung, „Supply Chain
Accountability“, kurz „SCA“, umfasst,
dass wir die vollständige Verantwortung
für die gesamte Lieferkette übernehmen –
inklusive Preisfestlegung für jedes Produkt.
Dies ermöglicht eine stabile Kalkulationsgrundlage
für den Verkauf der Produkte
in den Märkten. Gleichzeitig gewährleistet
„SCA“ die Verfügbarkeit der Produkte zu
den gewünschten Zeitpunkten. So kann
sich der Kunde voll und ganz auf sein
Kerngeschäft konzentrieren.
Zum anderen unterstützt SupplyX
Unternehmen dabei, ihre Lieferkette effizient
zu steuern, während die übergeordnete
Kontrolle weiter beim Möbel- und
Einrichtungsunternehmen bleibt. Der
Mehrwert von SupplyX liegt in der transparenten
Aufbereitung und Darstellung
der Lieferkette auf dem vom Kunden
gewünschten Detaillierungsgrad. Ein
entscheidender Faktor ist der Einsatz
moderner Big-Data-Technologien, die
eine flexible und dynamische Verarbeitung
verschiedenster Datenquellen ermöglicht.
Im Gegensatz zu starren, vorab definierten
Strukturen können Informationen in Echtzeit
zusammengeführt und angepasst werden
– eine Grundvoraussetzung für eine
widerstandsfähige Lieferkette.
Beide Lösungen sind bewusst flexibel
gestaltet, denn unsere Erfahrung mit der
Otto Group hat gezeigt, dass ein statisches
Set-up langfristig den Erfolg behindert.
Wie muss man sich das vorstellen,
dass „SCA“ die komplette Verantwortung
der Lieferkette übernimmt?
„SCA“ basiert auf den neuesten verfügbaren
digitalen Technologien. SupplyX
agiert wie eine interne Supply-Chain-
Abteilung und integriert sich direkt in die
Produktionsplanung und -steuerung des
Kunden, vernetzt alle Partner der Lieferkette
und ergänzt diese Daten dynamisch
um relevante externe Informationen. Im
Planungsprozess wird nicht nur festgelegt,
welche Produkte wann und wo gefertigt
werden, sondern auch, an welchen
Fotos: SupplyX, vectorjuice on Freepik
57
INDUSTRIE
Farb- und Mustermix at it‘s best:
Christian Lacroix für Designers
Guild. Gute Laune garantiert!
IN MÜNCHEN TRAF SICH DIE ARCHITEKTUR- UND DESIGNWELT
VORHANG AUF FÜR DIE
NEUEN STOFF-TRENDS
Neue Kollektionen, aktuelle Interior-Trends und extravagante Designs soweit das Auge reicht:
Der Münchner Stoff Frühling war wieder ein Highlight im Messe-Kalender und zog zahlreiche
Besucher:innen aus dem In- und Ausland an. Die außergewöhnlichen Showrooms taten ihr Übriges.
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Streifen oder Tiere?
Beides! Zimmer
+ Rohde steht für
markantes Design
und lässige Eleganz.
Marcel Wanders hat für Fischbacher 1819 die
Kollektion „Ancient Memories“ designt.
Nya Nordiska setzt auf
nachhaltige, recycelbare
Materialien und
dezente Farbtöne.
Wind, Regen, Graupelschauer,
teils eisige
Temperaturen –
während das Wetter
beim diesjährigen
Münchner Stoff Frühling eher winterlich
anmutete, kam man drinnen in den
wunderschönen Showrooms sofort in
Frühjahrs- und Sommerstimmung: florale
Designs, Farbexplosionen von Pastell bis
hin zu ganz kräftigen Tönen und luftigleichte
Stoffe standen im Fokus.
Dabei war die Bandbreite groß. Über
50 Aussteller aus dem In- und Ausland
präsentierten an zahlreichen – im ganzen
Stadtgebiet verteilten – Showrooms
und Pop-up-Locations ihre aktuellen
Kollektionen an Stoffen, Teppichen und
Tapeten. Zeitgleich feierte auch das Messeformat
Munich Design Days (S. 84) auf der
Praterinsel Premiere.
KUNSTVOLLE TRANSPARENZ
Auffallend oft vertreten waren durchsichtige
Stoffe, die an ein Netz erinnern – zum Beispiel
bei Fischbacher 1819. Der Schweizer
Hersteller hat in Zusammenarbeit mit dem
renommierten niederländischen Designer
Marcel Wanders die Textil kollektion
„Ancient Memories“ entworfen, zu der
unter anderem „Nature‘s Dialogue“ gehört
– eine exklusive Luftspitze, die in feiner
Handarbeit gefertigt wird.
Filigrane Handwerkskunst spiegelt
auch „Edra“ von Création Baumann
FACTS & FIGURES
• Über 50 Aussteller
• Ort: In Showrooms im ganzen
Münchner Stadtgebiet
• Synergieeffekte: Erstmals
fanden zeitgleich die
„Munich Design Days“
auf der Praterinsel statt
• Nächste Ausgabe:
12. bis 15. März 2026
www.stoff-fruehling.de
wider. Ein transparenter Vorhangstoff
gestickt aus einem Leinen-Jutegarn, der
eine spannende Balance zwischen klaren
Linien und organischen Formen schafft.
NATÜRLICHKEIT IM MITTELPUNKT
Selbstverständlich trugen die Aussteller
des Münchner Stofffrühlings mit ihren
Kollektionen und Designs auch dem Megathema
„Nachhaltigkeit“ Rechnung. Stoffe
aus nachwachsenden Naturmaterialien
wie Wolle, Baumwolle und Leinen spielen
bei allen Ausstellern die Hauptrolle und
machen mittlerweile einen Großteil der
Kollektion aus.
Aber auch Wiederaufbereitung und
Wiederverwendbarkeit wird groß geschrieben.
So bauen beispielsweise Hersteller
wie Nya Nordiska den Anteil der Stoffe aus
recycelten Materialien wie PET-Flaschen
und Wolle kontinuierlich aus.
FARBENFROHE OPULENZ
Blumendesigns in allen Farben und Größen
stellten einen großen Trend dar. Dabei war
von kleinen zarten Exemplaren bis hin zu
großformatigem Blütenmeer alles dabei.
Klar wurde in München auch: Kombinieren
kann man aktuell fast alles.
Extravagante Blumenmuster treffen auf
zarte Streifen, Animal-Prints auf wilde, fast
psychedelisch anmutende Muster, Retro-
Designs auf Schwarz-Weiß-Stoffe.
Richtig extravagant wurde es unter
anderem bei der Sanderson Design Group:
Die Künstlerin Emma Shipley entführt
mit der Kollektion „Mythica“ in fantastische
Welten. Inspiration dafür war unter
anderem der Regenwald in Costa Rica mit
seiner farbenprächtigen Flora und Fauna,
die Emma Shipley in einer skurrilen und
surrealen Art und Weise auf strukturierte
Tapeten, edlen Samt und hochwertige
Baumwollstoffe gebracht hat.
Wer im nächsten Jahr auch dabei sein
möchte, der sollte sich schon jetzt den
12. bis 15. März 2026 im Kalender dick
anstreichen – denn dann findet die nächste
Ausgabe des Münchner Stoff Frühlings
statt. Und auch die Design Days sind
wieder geplant.
STEFANIE WOLF
Farbexplosion bei Rubelli. Das Unternehmen
aus Venedig war nach zweijähriger
Pause wieder dabei.
Softe Farben und florale Designs
gab es im Showroom von Saum &
Viebahn zu sehen.
Der Mix aus verschiedenen
Designs in soften Tönen sorgt bei
Rohleder für ein stimmiges Bild.
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BE
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