bbr Bänder Bleche Rohre - 2/2025
bbr Bänder Bleche Rohre - 2/2025
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66. Jahrgang<br />
Heft 2 | <strong>2025</strong><br />
<strong>bbr</strong>.news<br />
Marcin Ejma,<br />
Eagle Lasers:<br />
»FlowIn trennt Teile vom Abfall,<br />
ohne Geschwindigkeit oder<br />
Effizienz zu verlieren.« 72<br />
Dr. Kurt Schmalz,<br />
J. Schmalz:<br />
»Unsere Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter sind unser<br />
wertvollstes Gut.« 92<br />
Vernetzt Messen<br />
ZEISS mit seiner Industriellen Messtechnik sorgt standort -<br />
übergreifend für fehlerfreie Produkte in der Automotive-Industrie.<br />
Organ des IBU Industrieverband Blechumformung<br />
FOKUS<br />
Der der Laser stehe<br />
noch am Anfang seiner<br />
Möglichkeiten,<br />
sagt man. Die <strong>bbr</strong> ist<br />
von Beginn an dabei.<br />
Seite 68
W<br />
I N N E R<br />
O F<br />
ENTDECKEN SIE DIE NEUE<br />
AIDA DSF-NE2 SERVO PRESSE<br />
AWARD<br />
202 2<br />
AIDA freut sich, die neue Serie der Monoblock Servopressen<br />
mit der Flexibilität der frei programmierbaren Servobewegung der<br />
AIDA DSF ® -Technologie kombiniert. Jede Komponente des Rahmens<br />
wird mittels FEM-Analyse entworfen, überprüft<br />
und mit der entsprechenden Präzision gefertigt um<br />
die Durchbiegung unter Belastung auf weniger als<br />
0,1 mm/m zu reduzieren. Diese Serie von Pressen,<br />
die eine Geschwindigkeit von 120 Hüben pro Minute<br />
erreichen kann, steht für absolute Spitzenleistungen.<br />
Die DSF-NE2-Serie wurde bei den EuroBLECH Awards<br />
2022 in Hannover als Produkt des Jahres in der<br />
Kategorie „Stanz- und Umformtechnik“ ausgezeichnet.<br />
ENTDECKEN<br />
SIE MEHR<br />
ERLEBEN SIE DIE VORTEILE<br />
DER NEUEN AIDA TRANSFERS<br />
AET (AIDA Electronic Transfer) ist eine<br />
von AIDA entwickelte Aftermarket-Lösung,<br />
die das Handling von Platinen und Teilen<br />
vernetzten Pressen ermöglicht. Das<br />
AET lässt sich leicht in alle Arten von<br />
mechanischen und Servopressen jedes<br />
Herstellers integrieren und eignet sich<br />
perfekt für die Nachrüstung bestehender<br />
Maschinen.<br />
• Via Brescia, 26 - 25020 Pavone Mella (BS) - ITALY • Tel.: +39 030 9590111 • info@aida-europe.com - www.aida-europe.com
EDITORIAL<br />
Hans Georg Hartmann Schätzl<br />
»Ausländer rein!«<br />
»Fremdenfeindlichkeit<br />
ist ein erheblicher<br />
Standortnachteil für<br />
eine Volkswirtschaft,<br />
die auf Fachkräfte<br />
aus anderen Ländern<br />
angewiesen ist.«<br />
„W<br />
assollnurdasAuslandvonunsdenken?“Unzählige<br />
Male hörte ich als Kind diesen Satz in<br />
den späten 50er- und frühen 60er-Jahren. Schon<br />
damalsverstandichnicht,dassdasAnseheneiner<br />
UntatschlimmerseinkonntealsdieUntatselbst.Ichverstehedas<br />
auchheutenochnicht–außerineinembestimmtenZusammenhang.Dochdavongleich.<br />
Wechseln wir kurz das Thema: zu den Migranten und ihren angeblich<br />
alltäglichen Untaten. Fast zwei Millionen Menschen sind<br />
2023 nach Deutschland eingewandert. Etwa 14 Millionen Menschen,diekeinedeutscheStaatsbürgerschafthaben,lebenhierzulande.<br />
Fast 400 gerieten 2023 in Verdacht, jemanden getötet zu<br />
haben.Dassindwenigerals0,003Prozent.AufeinMenschenalter<br />
hochgerechnet sind es immerhin 0,23 Prozent. Das ist nicht wenig,<br />
aber kein Grund, Immigranten pauschal für Mörder zu halten.DennochgibtesMenschenundMedien,diediesenEindruck<br />
erwecken wollen und mit „Grenzen dicht!“ und „Remigration!“<br />
eine Scheinlösung aller Probleme anbieten. Die Stimmung in<br />
Deutschland gegen „Ausländer“ ist schlecht und wird immer<br />
schlechter.Tja,wassolldanurdasAuslandvonunsdenken?<br />
„Ausländer“ gibt es ganz unterschiedliche: Je nach Definition haben25bis30ProzentderinDeutschlandlebendenMenscheneinen<br />
„Migrationshintergrund“. Viele sind hier geboren, viele sind<br />
zwar selbst zugewandert, haben aber längst die deutsche Staatsbürgerschaft.Bleibendieerwähnten14MillionenAusländer.<br />
Auch ganz unterschiedliche Immigranten leben hier. Da wären<br />
zumeinenanerkannteAsylbewerber,dieesimmernochgibt,obwohl<br />
das Grundrecht auf Asyl in den letzten vier Jahrzehnten<br />
stark eingeschränkt wurde und künftig praktisch ausgesetzt werden<br />
soll – es sei denn, wer Hals über Kopf aus einem totalitären<br />
Staatflüchtenmuss,konntezuvornochVisafürDeutschlandbesorgenundmöglichstmitdemFallschirmabspringen;immerhin<br />
dürfensiesichsofortnachAnerkennungArbeitsuchen.<br />
DanngäbeesdieabgelehntenAsylbewerber,dieeigentlichinihre<br />
Herkunftsländerzurückmüssten,selbstwennsiedortrealVerfolgungen<br />
ausgesetzt wären, wie Jesidinnen im Irak undSyrien, die<br />
dort von Terroristen verschleppt und versklavt werden könnten.<br />
Terroristen sind keine staatlichen Organe, also auch kein Asylgrund.<br />
Die Abgelehnten müssen eigentlich zurück, doch aus gutem<br />
Grund gibt es für solche Fälle einen vorübergehenden Duldungsstatus.MenschenmitDuldungsstatusdürfennachdreiMonatenmitErlaubnisderBundesagenturfürArbeiteineBeschäfti-<br />
gung annehmen. Diese Menschen werden im Volksmund oft<br />
„Wirtschaftsflüchtlinge“ genannt und für Sozialstaatschmarotzer<br />
gehalten – was sich aber widerspricht, denn Wirtschaftsflüchtlingesindgekommen,ummöglichstschnellGeldzuverdienen–legal.<br />
Dazu brauchen sie Arbeit. Viele Unternehmer wären froh,<br />
wennsiesoeinenWirtschaftsflüchtlingeinstellendürften,weilsie<br />
offeneStellennichtmitEinheimischenbesetzenkönnen.<br />
Große Teile unserer Bevölkerung sehen das anders: Sie mögen<br />
prinzipiell keine Ausländer, schon gar nicht, wenn deren Teint<br />
deutlichdunkleristalsdereigene.DasBraunesollnichtzusehen<br />
sein. Leider ist es immer häufiger zu hören. Noch leiderer bleibt<br />
es nicht bei verbalen Übergriffen. Wer erkennbar von einem anderenKontinentoderauchnurausGegendensüdlichderPyrenäen,AlpenoderKarpatenstammt,kannsichineinigenGegenden<br />
DeutschlandsnachtsnichtmehraufdieStraßewagen.KeinWunder,dasssolcheMenschenlieberuntersichbleibenundsich„zusammenrotten“<br />
– was wiederum viele Einheimische als bedrohlichempfinden.FüreinigeistdaseinGrund,zur„Selbsthilfe“zu<br />
greifen. Die hiesigen Medien nehmen von solchen Alltäglichkeiten<br />
kaum noch Notiz, und die Aktenlage ist dürftig, die Dunkelziffer<br />
hoch, weil Migranten in der Regel nicht zur Polizei gehen.<br />
Laut ZDF registrierte diese 2023 nicht ganz 2400 politisch motivierteStraftatengegenMigranten,darunterüber300Gewaltdelikte.Dazukommen180StraftatengegenFlüchtlingsunterkünfte.<br />
ImAuslandsprichtsichsoetwas,wieauchfremdenfeindlicheÄußerungen<br />
von Politikern, schnell herum, auch in den Herkunftsländern<br />
von erwünschten Immigranten. Und damit sind wir bei<br />
der dritten Gruppe, den Fachkräften, die nach Deutschland gelocktwerdensollen,weilsiedringendgebrauchtwerden,auchin<br />
der Industrie. Warum sollten hoch qualifizierte Menschen aus<br />
Asien oder Afrika nach Deutschland kommen, wo nicht nur die<br />
Witterungsokühlist?WarumnichtnachGroßbritannienoderIrland,<br />
warum nicht nach Nordamerika, wo sie in der Regel die<br />
Landessprache gut verstehen und ohnehin schon ein interkulturellesKlimaherrscht–zumindesteinoffeneresalsbeiuns?Selbst<br />
FrankreichhatdaerheblicheStandortvorteile.<br />
Fremdenfreundlichkeit ist nicht nur für unsere Gesellschaft, sondernfürjedeOrganisation,fürjedesUnternehmeneinevordringliche,möglicherweiseüberlebenswichtigeAufgabe.<br />
Hans Georg Hartmann Schätzl<br />
Diskutieren Sie mit: redaktion@<strong>bbr</strong>.news<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
3
INHALT Mai <strong>2025</strong><br />
Literatur<br />
MARKETING<br />
11 Ein Praxisleitfaden mit weltweiter<br />
Resonanz<br />
„Content Marketing for Engineers“ richtet<br />
sich keineswegs nur an Ingenieure.<br />
Technik<br />
TITEL<br />
14 Automotive: standortübergreifende<br />
Qualitätssicherung<br />
und Echtzeitanalysen<br />
Vernetzte Messtechnik<br />
14_Hochpräzise Messungen sind fürZeiss selbstverständlich. Auch die weltweite Datenverfügbarkeit<br />
ist nicht neu. Doch jetzt installieren Kunden die Messsysteme in allen Werken per plug-and play.<br />
QUALITÄTSSICHERUNG<br />
18 Das Unsichtbare sichtbar machen<br />
Thermografie ist keine Nischentechnologie<br />
22 Erste vollautomatisierte Maschine<br />
für Blechumformprüfungen<br />
Komplettlösung für den industriellen Einsatz<br />
40_Dem Roboter macht das Menschen<br />
so unangenehme Verputzen nichts aus.<br />
44_Mit Spezialwerkzeug zum Ent -<br />
graten kommt man auch an schwierige Stellen.<br />
30_30 Prozent mehr Energieeffizient<br />
durch den servohydraulischen Pressenantrieb<br />
42_Abwasserfrei musste die Innenreinigung<br />
der Leitungen erfolgen. Lösung; Trockeneis.<br />
47_Seifenfreie Emulsion verhindert<br />
Metallseifen-Anhaftungen und Metallschlamm<br />
106_Für große Anlagen sind große<br />
Blechteile zu schneiden – schnell und präzise.<br />
23 Inline-Messtechnik neu definiert<br />
Vollautomatische Kontrolle ohne Prozessunterbrechung<br />
BANDANLAGEN UND PRESSEN<br />
24 Eine lohnende Verbindung<br />
Inline-Bandverbindungsmaschine<br />
28 Flexibles und effektives Presshärten<br />
großer und komplexer Bauteile<br />
Neue Anforderungen der Automobilindustrie<br />
29 MLF – Multi-Layer Furnace für<br />
hochfesten Stahl<br />
Festigkeit im Bereich von 1800 bis 2000 MPa<br />
30 Effizienz-Booster für Tiefzieh -<br />
pressen<br />
30 Prozent Einsparung durch Rekuperation<br />
RICHTEN<br />
32 Indischer Job-Shopper setzt auf<br />
Teilerichtmaschine<br />
Professionelle Entspannung vermeidet<br />
Konflikte in der Nacharbeit.<br />
FLÄCHEN UND KANTEN<br />
34 Gratfreie Blechteile …<br />
Saubere Kanten nach dem Laserschneiden<br />
37 Maximale Vielseitigkeit und noch<br />
mehr Komfort<br />
Einfacher Entgraten mit biegsamen Wellen<br />
38 Oberflächenbearbeitung kleiner<br />
Teile<br />
Ausgezeichnet mit dem Euroblech Award<br />
40 Vollautomatisches Verputzen<br />
Geschnittenes entschlackt und entgratet<br />
42 Grenzwert 400 μm trocken erreicht<br />
Innenreinigung einer Öldruckleitung<br />
4 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
44 Rückwärtsentgraten und Fasen an<br />
schwer zugänglichen Stellen<br />
Kein Problem mit Spezialwerkzeug<br />
47 Walzfluid für Aluminium<br />
Laut Anbieter überlegene Sauberkeit, minimale<br />
Wartung und hohe Oberflächengüte<br />
SICHERHEIT, ERGONOMIE,<br />
UMWELT<br />
48 Kreislaufwirtschaft für<br />
Produktions linien<br />
EU-Projekt Alicia soll Kreislaufwirtschaft<br />
für Produktionsmittel schaffen<br />
51 Nachhaltige Abwärmenutzung<br />
für eine bessere CO 2 -Bilanz<br />
Zusammenarbeit zwischen Industrie und<br />
Versorgern<br />
SOFTWARE<br />
56 „Gewinn an Produktivität und<br />
Effizienz“<br />
MES steuert Produktion<br />
60 Rückfederungen wettbewerbsrelevant<br />
kompensiert<br />
Simulationstool sichert Werkzeugbau ab.<br />
63 Erhebliche Zeitersparnis und<br />
weitere Verbesserungen<br />
Verbesserte Rollformsimulation<br />
64 Simulation reduziert teure<br />
Werkstattversuche<br />
Ausloten der Machbarkeitsgrenzen<br />
AUTOMATION<br />
83 Schwenkbiegen mit neuer<br />
Software und Robotik<br />
Automationslösung<br />
84 Erfolgreicher Auftritt<br />
Plug&Play für das automatisierte Schneiden<br />
85 Antriebslösungen für FTS und AMR<br />
Neues von der Logimat<br />
SMART FACTORY<br />
90 Maschinendiagnose reduziert<br />
Ausfallzeiten in der Produktion<br />
Unterstützung durch Experten<br />
91 Mehr Effizienz<br />
Erweiterte Digitalisierungsplattform<br />
94 „Ein Wendepunkt in der Werkzeugmaschinenautomatisierung“<br />
Roboter wechselt Werkzeuge.<br />
96 Roboterzelle überzeugt in der<br />
Großserienproduktion<br />
Wenn es schnell gehen muss<br />
FÜGEN UND TRENNEN<br />
99 Präzise, benutzerfreundlich und<br />
zuverlässig<br />
Neue Schweißsteuerung<br />
56_Rest-Blechtafeln vermeiden, Teile automatisch<br />
sortieren und zuordnen: mit der Lantek-Software kein Problem.<br />
100 Gewindefurchen schont<br />
die Umwelt<br />
Was ein Millimeter bewirken kann<br />
104 Elektromagnetische<br />
Hochgeschwindigkeitsstanzpresse<br />
Tempo statt Druck<br />
106 Eine Schneidlösung für alle<br />
Anwendungen<br />
Anlage für den Umweltschutz<br />
109 Effizientes Schweißen mit<br />
niederaktiven Schutzgasen<br />
Spritzerarm und silikatfrei<br />
114 Mit Präzision und Innovation in die<br />
Zukunft<br />
Was sich immer wieder bewährt …<br />
116 Produktivität neu definiert<br />
Anlage gegen den Fachkräftemangel<br />
117 Optimierte Sägetechnik<br />
Vorkonfektionierung ist nicht zu unterschätzen<br />
BLECHBEARBEITUNG<br />
113 5 von 8 gewonnen<br />
Amada verdient sich mehrere Preise<br />
110_Christina Kleinpaß,<br />
Projektleiterin der Schweissen & Schneiden<br />
(mit Igor Mikulina [links], IFF, und<br />
Jens Jerzembeck, DVS:<br />
»Wir haben den<br />
IF Digital Award<br />
bewusst als<br />
Publikumspreis<br />
konzipiert.«<br />
Christine Kleinpaß<br />
FOKUS<br />
Der Laser, kaum jünger<br />
als die <strong>bbr</strong>, erreicht nach<br />
menschlichen Maßstäben<br />
bald das Rentenalter. An<br />
seinen technischen Möglichkeiten<br />
gemessen ist er wohl<br />
noch ein Säugling. Einiges<br />
Neue im Fokus dieser <strong>bbr</strong>.<br />
Veranstaltungen<br />
Seite 68<br />
20 Themenfokussiert, international<br />
und zukunftsgerichtet<br />
Control <strong>2025</strong> vom 6. bis 9. Mai<br />
46 Zwei Messetage für Entgraten,<br />
Bauteilreinigung und Finish<br />
Parts Finishing Mitte November in Karlsruhe<br />
52 Innovationsmotor und Branchenfest<br />
<strong>Bleche</strong>xpo vom 21. bis 24. Oktober <strong>2025</strong><br />
86 Innovation Days in Reutlingen<br />
Sehr viel Neues von Wafios<br />
Unternehmen<br />
54 Wicam: Pionier der Technologie<br />
und Innovation<br />
Vorkämpfer einer andauernden Revolution<br />
66 August-Thyssen-Hütte: Meilenstein<br />
für die nachhaltige Stahlindustrie<br />
Es hat sich viel getan.<br />
118 Raiser: 50 Jahre Pionier und<br />
Trendsetter<br />
Reibschweißen hat sich bewährt.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
5
INHALT<br />
Fokus Laser<br />
68 Effizientere und brillantere Dioden -<br />
laser<br />
Reduktion der Komplexität von Faserlasern<br />
70 Blaue Diodenlaser für Kupfer<br />
445 nm werden gut absorbiert.<br />
71 Flexible OCT-Kantenverfolgung für<br />
Remote-Laserschweißen erweitert<br />
Flexible, individuelle Schweißprozesse<br />
72 Laserschneiden plus Teiletrennung<br />
plus Abfallmanagement<br />
Sortieren so schnell wie Schneiden<br />
74 Verbesserte Kanten mit KI<br />
KI ermittelt Parameter selbständig<br />
75 Sparsamer Maschinenkühler<br />
50 Prozent weniger Energiebedarf<br />
76 Laserschweißmaschine<br />
sichert Wettbewerbsposition<br />
Auch gut für die Kunden und die Mitarbeiter<br />
78 Wettbewerbsfähigkeit gesichert<br />
Rohrlaser und -biegemaschinen aus einer Hand<br />
82 Neue Generation Laserschweißzellen<br />
Flexibel dank Modularität<br />
Interview<br />
92 Mit Innovationen der Krise trotzen<br />
Schmalz ist gut aufgestellt.<br />
110 „Wir müssen die Herausforderung<br />
der Digitalisierung annehmen.“<br />
Der IF Digital Award auf der Schweissen &<br />
Schneiden<br />
Köpfe,Fakten,<br />
ERWEITERTE GESCHÄFTSFÜHRUNG<br />
LASERLINE, Entwickler und Hersteller von<br />
Diodenlasern für die Materialbearbeitung,<br />
erweiterte die Führungsspitze: Dritter Geschäftsführer<br />
neben den Unternehmensgründern<br />
Dr. Christoph Ullmann und<br />
Volker Krause ist seit dem 01. Januar <strong>2025</strong><br />
Dr. Claus Narr (Mitte). Er promovierte an der<br />
RWTH Aachen im Maschinenbau und war<br />
während seiner Tätigkeit am Werkzeugmaschinenlabor<br />
Gruppenleiter für Produktionslogistik<br />
und Geschäftsführer des RWTH-<br />
Startups MyOpenFactory. Seit 2011 ist Dr. Claus Narr bei Laserline tätig, zunächst<br />
als Assistent der Geschäftsleitung zur Unterstützung der Geschäftsführung bei der<br />
Niederlassungsgründung in Shanghai sowie beim Ausbau der Produktions- und<br />
Verwaltungskapazitäten am Hauptsitz in Mülheim-Kärlich. Dann übernahm er die<br />
Produktionsleitung im Bereich kompakter Diodenlaser, später die Leitung von Qualitätsmanagement<br />
und Service. Zuletzt war er in der Bereichsleitung Produktion<br />
und Service tätig. 2021 erfolgte die Bestellung zum Geschäftsführer der neuen<br />
Tochtergesellschaft Backes Electronic.<br />
www.laserline.com<br />
© Laserline<br />
STRATEGISCHE PARTNERSCHAFT<br />
HYPERTHERM Associates und die BLM Group gingen eine strategische Partnerschaft<br />
ein, mit der beide Unternehmen die Marktreichweite für ihre Lösungen<br />
verbessern wollen. Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit werden beide gemeinsam<br />
Lösungen auf Basis der Schneid-, Biege- und Umformtechnik der BLM Group<br />
sowie der Schneidanlagen, der Komponenten für die Schneidtechnologie sowie<br />
der Software-Lösungen für das Plasma- und das Wasserstrahlschneiden von<br />
Hypertherm Associates anbieten. Die Partnerschaft<br />
enthält eine Minderheitsbeteiligung von<br />
Hypertherm Associates an der BLM Group und<br />
eine Vereinbarung, in Nordamerika und Europa<br />
die Nachfrage unter anderem nach den Laserschneide-<br />
und Biegemaschinen für <strong>Rohre</strong>, den<br />
Flachbettlasern sowie den mit Robotern aus -<br />
gestatteten 3D-Laserschneidesystemen der<br />
BLM Group zu stärken. www.blmgroup.it<br />
© a© BLM Group<br />
Rubriken<br />
3 EDITORIAL<br />
6 KÖPFE, FAKTEN, ERFOLGE<br />
122 SCIENCE<br />
128 PRODUKTE<br />
129 FINDEX<br />
129 IMPRESSUM<br />
130 UND WAS PLANEN SIE?<br />
126_Quantenrechner werden eines Tages<br />
ebenfalls kommunizieren – über Quantenknoten.<br />
AUSZEICHNUNG FÜR DR.-ING. CAREN DRIPKE<br />
DR.-ING. CAREN DRIPKE, Leiterin der Entwicklungsabteilung<br />
Robotik bei Lorch<br />
Schweißtechnik, wurde gemeinsam mit<br />
neun weiteren Frauen vom Weltroboterverband<br />
International Federation of Robotics<br />
(IFR) mit dem Award „IFR’s 10 Women<br />
Shaping the Future of Robotics in <strong>2025</strong>“<br />
ausgezeichnet. Verliehen wird die Auszeichnung<br />
vom IFR mit dem Ziel, Frauen<br />
mit ihrer Leistung in der Robotikbranche<br />
hervorzuheben und ihnen mehr Sichtbarkeit<br />
zu verleihen. Fasziniert von Technik<br />
und Produktionsabläufen war Dr. Caren<br />
Dripke von Kindesbeinen an. Geprägt durch handwerkliche Vorbilder im familiären<br />
Umfeld studierte sie nach ihrem Abitur zunächst technische Kybernetik, absolvierte<br />
ihren Master in Mechatronik und schloss 2021 ihre Promotion in den Ingenieurswissenschaften<br />
mit summa cum laude ab. Seit 2021 ist sie Abteilungsleiterin<br />
für die Entwicklung Robotik, Industrierobotik- und Cobotlösungen bei der<br />
Lorch Schweißtechnik GmbH und seit 2024 Mitglied der Geschäftsleitung.<br />
www.lorch.eu<br />
© Lorch<br />
6 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
Erfolge Menschen,<br />
Chancen und Impulse<br />
NEUE MESSE FÜR DIE SCHWEISS- UND SCHNEID -<br />
INDUSTRIE<br />
MIT DER „The Ultimate World of Cutting and Welding – Urban<br />
Steel Expo,“ kurz USE, hat die Messe Düsseldorf ein neuartiges<br />
Konzept speziell auf die Bedürfnisse der Schweiß- und<br />
Schneidindustrie zugeschnitten – eine Plattform, die eine neue<br />
Art des Austauschs und Networkings schafft und Technologie,<br />
Business sowie Eventkultur nahtlos verbindet. Vom 20. bis 23.<br />
April 2027 wird die USE Premiere feiern und das Düsseldorfer<br />
Messegelände künftig im 4-Jahres-Rhythmus zur internationalen<br />
Drehscheibe für Unternehmen aus den Bereichen Schweißen,<br />
Schneiden sowie verwandte Verfahren und Technologien<br />
machen. Daniel Ryfisch, Director USE/Wire & Tube und Flow<br />
Technologies bei der Messe Düsseldorf: „Die frühzeitige Zusage<br />
führender Unternehmen bestätigt das Vertrauen in unser Konzept. Gemeinsam treiben<br />
wir die Zukunft der Schweiß- und Schneidtechnik voran und machen die Innovationskraft<br />
der Branche sichtbar.“<br />
www.messe-duesseldorf.de<br />
© Salzgitter AG © Messe Düsseldorf/ctillmann<br />
FÜR DIE PRODUKTION „GRÜNEN“ WASSERSTOFFS<br />
MITTE FEBRUAR erfolgte die Grundsteinlegung<br />
für eine der europaweit<br />
größten Produktionsanlagen für grünen<br />
Wasserstoff. Ab 2026 wird die Anlage<br />
rund 9.000 Tonnen grünen Wasserstoff<br />
pro Jahr erzeugen, der für die Produk -<br />
tion CO 2 -reduzierten Stahls genutzt<br />
wird. Dies wird der Beginn der industriellen<br />
Nutzung von Wasserstoff im Rahmen<br />
von Salcos – Salzgitter Low CO 2<br />
Steelmaking – sein. Salcos zielt auf eine<br />
nahezu CO 2 -freie Stahlproduktion ab.<br />
Das internationale Technologieunternehmen Andritz wird die 100-MW-Elektrolyseanlage<br />
auf EPC-Basis liefern und dabei die Druck-Alkali-Elektrolyse-Technologie von Hydrogen-<br />
Pro einsetzen. Salcos wird schrittweise realisiert und besteht aus einer Direktreduktionsanlage,<br />
einem Elektrolichtbogenofen und der 100-MW-Elektrolyseanlage zur Wasserstoffherstellung.<br />
Bereits 2026 wird die Salzgitter Flachstahl GmbH mit Produkten von der neuen<br />
Route am Markt sein. Im Jahr 2033 soll die Umstellung auf eine nahezu CO 2 -freie Stahlproduktion<br />
am Standort Salzgitter abgeschlossen sein.<br />
www.salzgitter-ag.com<br />
ENTGRATEN, BAUTEILREINIGUNG UND<br />
OBERFLÄCHENFINISH<br />
© Messe Essen<br />
VOM 6. BIS 8. MAI <strong>2025</strong> verwandelt sich die Messe<br />
Essen erneut in das Zentrum der Schneidtechnologie,<br />
wenn die Cutting World eine Bühne für<br />
den Austausch zwischen Branchenexperten und<br />
Unternehmen bietet. Im modernen Glasfoyer des<br />
Messehauses Ost präsentieren renommierte Hersteller<br />
ihre neuesten Entwicklungen in den Bereichen<br />
Industrie 4.0, KI und nachhaltige Schneidlösungen.<br />
Parallel dazu findet der Deutsche<br />
Schneidkongress statt, der in diesem Jahr unter<br />
dem Motto „Im Schnitt am Besten“ steht. Eine Besonderheit<br />
der Cutting World <strong>2025</strong>: Der Eintritt ist<br />
frei. Interessierte Fachbesucher können sich vorab<br />
online registrieren, um Zugang zur Messe und zum<br />
Deutschen Schneidkongress zu erhalten.<br />
www.cuttingworld.de
Köpfe,Fakten,Erfolge<br />
NEUES MANAGEMENT BEI BLACKBIRD<br />
MIT BEGINN Februar <strong>2025</strong> wurde<br />
Dr. Rüdiger Brockmann (l.) in<br />
die Geschäftsführung der Blackbird<br />
Robotersysteme GmbH, einem<br />
führenden Anbieter von<br />
Systemlösungen für robotergestütztes<br />
Laserschweißen,<br />
berufen und übernimmt die<br />
Geschäfte von Karl Christian<br />
Messer, der das Unternehmen<br />
bisher erfolgreich leitete. Seit<br />
2017 hat Karl Christian Messer das internationale Wachstum des Unternehmens und<br />
die technologische Weiterentwicklung der Produkte vorangetrieben. Dr. Rüdiger<br />
Brockmann bringt über 30 Jahre Erfahrung in der Industrie und Laserbranche mit.<br />
Er war in verschiedenen leitenden Management-Positionen tätig, sowohl in großen<br />
Konzernen als auch im Mittelstand. Als einer der Pioniere des Laser-Remote-<br />
Schweißens in der Automobilindustrie hat der Physik- und Maschinenbauingenieur,<br />
der über Mikroschweißen promoviert hat, eine umfangreiche Expertise und ein tiefes<br />
Verständnis für die Technologie.<br />
www.blackbird-robotics.de<br />
© Blackbird Robotersysteme<br />
„IF DIGITAL AWARD“<br />
FEIERT PREMIERE<br />
SO DIGITAL ist die Füge-, Trenn- und Beschichtungsbranche:<br />
Mit dem ersten IF Digital<br />
Award powered by Schweissen & Schneiden<br />
stehen die digitalen Lösungen im Rampenlicht<br />
der internationalen Messebühne in Essen. Vom<br />
15. bis 19. September <strong>2025</strong> können die Besucher<br />
ihren digitalen Liebling auswählen und<br />
dabei selbst attraktive Preise gewinnen. Ab<br />
© Messe Essen<br />
STAHL FÜR 36 WINDTÜRME<br />
DIE ILSENBURGER GROBBLECH<br />
GmbH, eine Tochtergesellschaft der<br />
Salzgitter AG, und der Windkraftanlagenhersteller<br />
Siemens Gamesa haben<br />
die Lieferung von rund 25.000 Tonnen<br />
Grobblech für den Bau von 36 Windtürmen<br />
vereinbart. Es handelt sich um<br />
sogenannten „Siemens Gamesa<br />
GreenerTower“. Das Besondere daran ist<br />
sein CO 2 eq-Ausstoß unter als 700 kg/t<br />
Stahl. Dies ist ein bedeutender Schritt<br />
für die Branche, da allein die Produktion<br />
von Windtürmen mehr als zwei Drittel<br />
aller CO 2 eq-Emissionen von Windkraftanlagen verursacht. Der CO 2 eq-reduzierte<br />
Turm gehört seit 2024 zum Produktportfolio von Siemens Gamesa und kann als<br />
Option für alle zukünftigen Onshore- und Offshore-Windkraftanlagen eingesetzt<br />
werden. Erster Einsatzort nun der OffshoreWindpark „Thor“ in der dänischen<br />
Nordsee an der Westküste Jütlands, der bis Ende 2027 fertiggestellt werden soll<br />
und über mehr als 1.000 MW geplante Leistung liefert. Damit wird „Thor“ mit insgesamt<br />
72 Windtürmen der bisher größte Offshore-Windpark Dänemarks und<br />
mehr als eine Million dänische Haushalte versorgen. www.salzgitter-ag.com<br />
© Salzgitter AG<br />
sofort haben die ausstellenden Unternehmen<br />
die Möglichkeit, sich mit ihren innovativen Produkten<br />
rund um das Megathema Digitalisierung<br />
für den ersten IF Digital Award zu bewerben.<br />
Der IF Digital Award ist ein reiner Publikumspreis.<br />
Die Fachbesucher bilden die Jury<br />
und geben über die Messe-App ihre Stimme<br />
ab. Wer votet, hat die Chance, hochwertige<br />
Sachpreise wie etwa ein E-Bike, Tablet oder<br />
VIP-Paket für die Schweissen & Schneiden<br />
2029 zu gewinnen.<br />
Die Bewerbung erfolgt bequem online über<br />
den geschlossenen Ausstellerbereich. Jeder<br />
Aussteller, der für die Schweissen & Schneiden<br />
<strong>2025</strong> einen Stand gebucht hat, erhält dafür<br />
Zugangsdaten und damit die Möglichkeit, sich<br />
um den IF Digital Award zu bewerben.<br />
Die offizielle Preisübergabe findet am letzten<br />
Messetag in einer Feierstunde am Stand der<br />
IFF statt.<br />
Alle Informationen auf einen Blick:<br />
www.schweissen-schneiden.com/aussteller/<br />
if-digital-award/<br />
UNTERNEHMENSFÜHRUNG NEU BESETZT<br />
Ilse Henne Dennis Grimm Dr.-Ing. Marie Jaroni<br />
DIE THYSSENKRUPP STEEL EUROPE AG hat im Rahmen einer außerordentlichen<br />
Aufsichtsratssitzung wesentliche Personalentscheidungen zur<br />
Neuaufstellung des Unternehmens getroffen. Zur neuen Aufsichtsrats -<br />
vorsitzenden wurde Ilse Henne, Mitglied des Vorstands der Thyssenkrupp<br />
AG und CEO des Business Segments Materials Services, berufen. Für die<br />
Arbeitnehmerseite wurde Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen,<br />
in den Aufsichtsrat der Thyssenkrupp Steel Europe AG<br />
entsandt und zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die weiteren<br />
vakanten Positionen auf Anteilseignerseite werden durch Detlef Schotten,<br />
Andreas Zinke und Sonja Püskens nachbesetzt. Auf der Arbeitnehmerseite folgt Ali Güzel, Betriebsratsvorsitzender Standort Duisburg-<br />
Hamborn. Darüber hinaus hat der Aufsichtsrat der Thyssenkrupp Steel Europe AG Dennis Grimm als Sprecher des Vorstands bestätigt.<br />
Zum 1. Oktober 2024 neu in den Vorstand berufen wurde Dr.-Ing. Marie Jaroni, bislang Executive Vice President Steel bei der Thyssenkrupp<br />
AG.<br />
www.thyssenkrupp-steel.com<br />
© Thyssenkrupp Steel<br />
© Thyssenkrupp Steel<br />
© Thyssenkrupp Steel<br />
8 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
Menschen, Chancen und Impulse<br />
ITALIEN: RASANT WACHSENDER<br />
INLANDSMARKT<br />
IM VIERTEN QUARTAL 2024 verzeichnete der von Ucimu-<br />
Sistemi per produrre erarbeitete Auftragsindex für Werkzeugmaschinen<br />
eine Steigerung von 11,4 Prozent gegenüber Oktober-Dezember<br />
2023. Der absolute Indexwert hat sich bei 78,7<br />
(Basis 100 im Jahre 2021) eingependelt. Auf dem Inlandsmarkt<br />
verzeichneten die gesammelten Aufträge im Vergleich zum<br />
vierten Quartal 2023 einen Anstieg von 33,3 Prozent bei einem<br />
absoluten Wert von 58. Allerdings sind die im Ausland eingegangenen<br />
Aufträge gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum<br />
um 6,5 Prozent gesunken. Der absolute Indexwert liegt<br />
bei 83,6. Auf Jahresbasis bleibt der Auftragsindex im Inland<br />
negativ mit einem Rückgang von 5,6 Prozent im Vergleich zu<br />
2023 bei einem absoluten Wert von 65,5; Rückgang bei den<br />
Inlandsaufträgen 3 Prozent (absoluter Wert 39,6); Rückgang<br />
bei den Auslandsaufträgen 7,5 Prozent, mit einem absoluten<br />
Wert von 84,3. Riccardo Rosa, Präsident von Ucimu, bedauerte:<br />
„Das Gesamtergebnis der Auftragserfassung für 2024 ist<br />
eines der enttäuschendsten in den letzten Jahren: Wir hatten<br />
uns nur 2020 schlechter geschlagen; hier hat die Auslandstätigkeit,<br />
die über einen großen Teil des Jahres ausreichend florierte,<br />
dazu beigetragen, den Rückgang einzudämmen.“<br />
www.ucimu.it<br />
© Ucimu<br />
START DER INBETRIEBNAHME<br />
EINE VON SMS GROUP gelieferte und Anfang des Jahres in<br />
Betrieb gegangene Elektroband-Behandlungs-Anlage ermöglicht<br />
Thyssenkrupp Steel Europe die Produktion von hochwertigem<br />
NGO-Stahl (nicht kornorientiertes Elektroband). Dieser zeichnet<br />
sich durch besondere magnetische Eigenschaften und geringe<br />
Kernverluste aus, die für energie-effiziente Motoren, Generatoren<br />
und Anwendungen in der Elektromobilität entscheidend sind. Die<br />
Glüh- und Isolierlinie ist für eine Jahreskapazität von 200.000<br />
Tonnen ausgelegt und verarbeitet Elektroband mit Breiten bis<br />
1.350 Millimeter und Dicken von 0,20 bis 1,00 Millimeter bei einer<br />
Prozessgeschwindigkeit bis 150 Meter pro Minute.Ein wesentlicher<br />
Bestandteil zur Produktion von Elektroband ist die in die Anlage<br />
integrierte, moderne Beschichtungstechnologie zum Auftrag einer<br />
Isolierlackschicht. System (A.C.T.) ausgestattet. Dieses innovative<br />
System nutzt eine fahrerlose Transporttechnologie, um das Coil-<br />
Handling zu optimieren und zu einem effizienteren Produktionsprozess<br />
beizutragen.<br />
www.sms-group.com<br />
© SMS<br />
GENERATIONSWECHSEL<br />
DRI-ANLAGE BEAUFTRAGT<br />
© SMS<br />
NACH 25 JAHREN in der Geschäftsführung verabschiedet<br />
sich Reiner Kirschner (links) aus der Zecha Hartmetall-Werkzeugfabrikation<br />
GmbH. Reiner Kirschner trug mit seiner technischen<br />
Expertise maßgeblich zum Wachstum und der Erfolgsgeschichte<br />
von Zecha bei. Seine Anteile übergibt er an<br />
Yannik Zecha, den Sohn von Stefan Zecha. Seit April <strong>2025</strong><br />
leiten Vater und Sohn gemeinsam die Unternehmensgruppe.<br />
Mit der Erfahrung und Kompetenz aus mittlerweile über 60<br />
Jahren Geschichte ist das Unternehmen aus Königsbach-<br />
Stein Partner und Problemlöser bei Präzisionswerkzeugen für<br />
die Mikrobearbeitung sowie in der Stanz- und Umformtechnik.<br />
www.zecha.de<br />
© Zecha<br />
LIBYEN plant, sich als führender Lieferant direktreduzierten Eisens<br />
(DRI) im Mittelmeerraum und darüber hinaus zu etablieren und<br />
kündigt den Bau einer DRI-Anlage auf Basis der Midrex-Flex-Technologie<br />
in der Region Bengasi an. Tosyali Sulb Steel Industries, ein<br />
Zusammenschluss von Tosyali und der Libya United Steel Company<br />
for Iron & Steel Industry (Sulb), hat sich zum Ziel gesetzt, die Eisen-<br />
und Stahlindustrie in Libyen maßgeblich zu stärken. Der Bau<br />
einer CDRI-Anlage unter Mitwirkung von SMS mit einer Kapazität<br />
von 2,5 Millionen Tonnen markiert den Start der ersten Projektphase.<br />
Die Midrex-Technologie ist bereits in den beiden DRI-Anlagen<br />
von Tosyali Algerie im algerischen Bethioua, Oran, erfolgreich im<br />
Einsatz. Mit Midrex Flex können die Anlagen zunächst mit Erdgas<br />
betrieben und dann auf Wasserstoff umgestellt werden, sobald<br />
dieser zur Verfügung steht. Damit leisten sie einen entscheidenden<br />
Beitrag zur Produktion von „grünem“ Stahl. www.sms-group.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
9
IBUaktuell Tatsachen<br />
+ Meinungen<br />
„ES MUSS WAS PASSIEREN –<br />
OHNE ZÖGERN, ZAUDERN UND ZIELLOSIGKEIT“<br />
70 Prozent der Blechumformer verlieren Umsatz, 56 Prozent leiden unter ihrer schlechten oder gar sehr schlechten<br />
Geschäftslage. Auch die Erwartungen sind mager, in fast allen Bereichen bewerten 50 bis 60 Prozent der Zulieferer<br />
ihre Perspektiven negativ. Größte Herausforderung ist für nahezu jedes der meist mittelständischen Unternehmen<br />
die anhaltend schwache Konjunktur. Dazu kommen handelspolitische Spannungen und Regulatorik.<br />
ÜberraschendsinddieErgebnissederMitgliederumfragedesIndustrieverbandesBlechumformung<br />
(IBU) nicht, sie unterstreichen aber die Dringlichkeit der Wirtschaftswende. Immerhinrund45ProzentderBlechumformerwollentrotzalleminvestieren,brauchenaber<br />
Planungssicherheit.<br />
„Neue Koalition muss grundlegende strukturelle Änderungen<br />
angehen“<br />
„Es muss etwas passieren – ohne Zögern, Zaudern, Ziellosigkeit. Die Lage unserer Mitglieder<br />
erfordert schnellstens grundlegende strukturelle Änderungen am Standort“, fordert<br />
IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs. „Die immensen Gelder des Schuldenpaketes gehören<br />
dorthin, wo sie Wirkung entfalten – in die Wirtschaft. Nur sie kann den Wohlstand allerimLandsichern.“<br />
© IBU<br />
»Die Lage unserer<br />
Mitglieder erfordert<br />
schnellstens grundlegende<br />
strukturelle<br />
Änderungen am<br />
Standort.«<br />
IBU-Geschäftsführer Bernhard Jacobs<br />
Bei 70 Prozent der Blechumformer sinkt Umsatz – Stellenabbau<br />
und Kurzarbeit<br />
DieserWohlstandhängtvielerortsvonmittelständischenStahl-undMetallverarbeiternwie<br />
denBlechumformernab.Beimehrals70ProzentvonihnensankderUmsatz2024–um1<br />
bis über 15 Prozent, nur jeder Vierte legte zu. Und die Auftragslage stimmt wenig optimistisch,<br />
Order aus Maschinenbau, Automobil-, Elektro-, Bauindustrie etc. bleiben aus. „Bei<br />
fast 60 Prozent der Befragten sind Stellenabbau, bei über 40 Prozent Kurzarbeit die Folge“,<br />
unterstreichtJacobs,„sodarfesnichtweitergehen.“<br />
Investitionen abhängig von Auftragslage –<br />
politische Versprechen noch zu unsicher<br />
Trotz allem sind immerhin noch 45 Prozent der Blechumformer bereit zu investieren.<br />
Größtenteils in Deutschland, bei gut 30 Prozent fließen die Mittel aber aus dem Land heraus.<br />
Fast 12 Prozent investieren an neuen Standorten im Ausland. Ihren Einsatz machen<br />
nahezualleBefragtenvonderAuftragslageabhängig.<br />
„PolitischeVersprechenmotivierenkaum“,weißBernhardJacobs.„DiekünftigeRegierung<br />
musssichdasVertrauenerarbeitenundUnternehmerndurchklareZieleundwirkungsvolleMaßnahmenZuversichtundPlanungssicherheitzurückgeben.“<br />
GanzobenaufderTo-do-ListesolltennachMeinungderBlechumformerBürokratieabbau<br />
und niedrigere Stromkosten stehen, danach folgen Steuersenkungen und infrastrukturelle<br />
Investitionen.<br />
www.industrieverband-blechumformung.de<br />
KURZPROFIL: INDUSTRIEVERBAND<br />
BLECHUMFORMUNG E.V. (IBU)<br />
DER IBU in Hagen vertritt als Bundesverband zirka 240 Mitgliedsunternehmen<br />
der blechumformenden Industrie und deren Zulieferer. Diese überwiegend aus<br />
mittelständischen Familienunternehmen bestehende Branche wird durch eine<br />
industrielle Fertigung für marktmächtige Kunden geprägt. Das Umsatzvolumen<br />
der Branche betrug im Jahre 2021 rund 19,75 Milliarden Euro. Die Verbandsmitglieder<br />
sind mehrheitlich Zulieferer der Automobil- und Elektronik -<br />
industrie, des Maschinen- und Anlagenbaus, der Möbel- und Bauindustrie<br />
sowie der Medizintechnik.<br />
10 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
HYBRID<br />
LICHTBLICKE IN SCHWIERIGEN<br />
ZEITEN: „ZUSAMMENARBEIT IST VON<br />
HÖCHSTEM NUTZEN“<br />
Leipzig war im März für zwei Tage Dreh- und Angelpunkt der<br />
deutschen Blechumformer. Rund 100 Branchenvertreter reisten<br />
zu den IBU Mitgliedertagen nach Sachsen. Ihnen allen brennt die<br />
Frage auf den Nägeln: „Wie kommen wir wieder nach vorn, wie<br />
machen wir unsere Unternehmen zukunftsfit?“<br />
© IBU<br />
Rund 100 Blechum -<br />
former reisten zu den<br />
IBU-Mitgliedertagen<br />
nach Sachsen.<br />
Antworten, Einschätzungen und Motivation lieferten Referenten, Themengruppen<br />
und Unternehmensbesuche bei Porsche, BMW und dem Flughafen<br />
Leipzig-Halle. Und natürlich der Dialog mit anderen Branchenvertretern.<br />
„ZusammenarbeitistvonhöchstemNutzen“,unterstrichenvieleTeilnehmer.<br />
Wie stellen sich Unternehmen auf ständig<br />
wechselnde Marktbedingungen ein?<br />
„Unsere meist mittelständischen Mitglieder spüren die aktuellen Belastungen<br />
in nie gekanntem Ausmaß. Kostendruck bestimmt ihren Alltag“, weiß IBU-<br />
Geschäftsführer Bernhard Jacobs. „Sie sind aber auch stark, zukunftsorientiert,<br />
kooperationsbereit. Und ergreifen Chancen, die Perspektiven bieten.“<br />
Das unterstreicht auch IBU-Präsident Ulrich Flatken. In der Themengruppe<br />
„Zukunft der blechumformenden Industrie“ erarbeiteten die Teilnehmer Zukunftsstrategien.<br />
Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie sich UnternehmenaufsichstetigänderndenMarktbedingungeneinstellenkönnen.Und<br />
obdieBranchemehrinternationaleAufstellungbraucht.<br />
Modul mit Bandschleifen<br />
Entgraten und Kantenrundung<br />
Entfernt Laserspritzer<br />
Kaltes, kalibrierendes Schleifen<br />
Podiumsdiskussion: Von der fehlenden Nachfrage<br />
bis zum Mindestlohn<br />
Drängende Fragen bestimmten auch die Podiumsdiskussion, unter anderem<br />
ging es darum, wie mittelständische Unternehmen die schwache Nachfrage<br />
amHeimatmarktkompensierenkönnen.Kopfschmerzenbereitetvielenauch<br />
die Anhebung des Mindestlohns beziehungsweise der Abstand zum Tariflohn.<br />
Zu erwarten ist, dass andere Mitarbeiter ebenfalls Erhöhungen fordern<br />
– das würde die angespannte Lage für Unternehmen weiter verschärfen.<br />
„Viel wichtiger wäre eine Senkung der Abgaben, damit beim Mitarbeiter<br />
mehrNettovomBruttobleibt“,kritisiertUlrichFlatken.<br />
Gedankenfutter zur Zukunftsfähigkeit<br />
ReferentJakobLedermann,SeniorConsultantbeiPhiloneos,motivierteseineZuhörermitdemImpulsvortrag„GedankenfutterzurZukunftsfähigkeit“,daseigene<br />
Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen: „Welche Faktoren könnten uns in<br />
dennächstenfünfJahrengefährden?WiewürdenwirselbstunserGeschäftsmodellzerstören,wennwirunsereigenerdisruptiverWettbewerberwären?“<br />
Großen Zuspruch fand auch der Impulsvortrag „Entwicklungstendenzen im<br />
Automobilbau“ von Matthias Kratzsch. Er ist seit 2024 CEO der Hirschvogel<br />
Holding und war zuvor lange in der Automobilentwicklung aktiv. Viele<br />
BlechumformersindAutomotive-Zulieferer–entsprechendgroßistihrInteresseandenTrendsderKundenseite.<br />
www.industrieverband-blechumformung.de<br />
Testen Sie die Maschine<br />
auf Ihren Werkstücken.<br />
Fladder Danmark A/S<br />
Tel: +45 75297133 E-mail: fladder@fladder.dk<br />
www.fladder.com
ÜBRIGENS ...<br />
Prof. Dr.-Ing. Wolfram Volk, utg der TU München<br />
Neue Ideen<br />
braucht das Land!<br />
© utg<br />
»Ich bin der festen Überzeugung,<br />
dass erfolgreiche Innovationen<br />
nicht fest planbar, aber eben auch<br />
kein Zufall sind. Die große Aufgabe<br />
ist es, den notwendigen Freiraum<br />
für unsere kreativen Köpfe zu<br />
schaffen.«<br />
Liebe Leser,<br />
nach dem ersten großen Duell vor der Bundestagswahl habe ich mir die Frage<br />
gestellt, was sich daraus für meine Kolumne mitnehmen kann. Ich weiß nicht,<br />
wie es Ihnen ging, falls Sie dem „Duell“ gefolgt sind, aber für mich war es irgendwie<br />
so, wie es zu erwarten war: Aus meiner Sicht wenig neue Fakten,<br />
sondern ein Austausch von Argumenten, die man bei etwas politischen Interesse<br />
bereits aus den Medien hat entnehmen können. Also wenig Neues und<br />
Überraschendes. Allerdings habe ich mir dann auch die Frage gestellt, wenn<br />
viele Millionen Menschen zuschauen, wie viel Risiko will ich dann eingehen.<br />
Denn neue Wege bedeuten auch, dass ich nicht weiß, was rauskommt und<br />
wie es beim Publikum ankommt.<br />
Aus meiner Zeit in der Automobilindustrie kann ich mich auch noch gut erinnern,<br />
wie wir als Belegschaft mit großer Spannung die ersten Verkaufszahlen<br />
und Berichte aus der Presse abgewartet haben, inwieweit neue Design -<br />
linien, die wir mit viel Schweiß und Aufwand realisiert haben, dann auch auf<br />
entsprechende Akzeptanz gestoßen sind. Natürlich gab es Höhen und Tiefen,<br />
aber ohne neue Ideen geht es definitiv nicht.<br />
Ich glaube zwar fest, dass unseren Spitzenpolitikern ein bisschen mehr Humor<br />
und überraschende Beiträge sehr gut getan hätten, aber wahrscheinlich<br />
sind die beiden Protagonisten des Abends dazu nicht die richtigen Personen.<br />
Wie schön haben wir es da an den Universitäten, dass wir praktisch alles ausprobieren<br />
können. Natürlich brauchen wir jemanden, der es uns finanziert,<br />
aber ich hoffe sagen zu können, dass es sich vielleicht manchmal nach Unsinn<br />
und etwas unrealistisch anhört, wenn wir unsere Ideen mit Industriepartnern<br />
diskutieren, aber in vielen Fällen regt es aus meiner Überzeugung zum Nachdenken<br />
an.<br />
Das bedeutet aber für mich, dass erfolgreiche Innovationen kein abruptes Ereignis,<br />
sondern Ergebnisse eines gestaltbaren Prozesses sind. Die Herausforderung<br />
sehe ich im Wesentlichen darin, dass wir uns auch in sehr schwierigen<br />
Phasen und einem herausfordernden Umfeld die Zeit nehmen, auch über Innovationen<br />
und technischen Fortschritt reden zu können. Zudem brauchen<br />
wir für gute Ideen häufig nur einen kleinen Impuls. Dies kann beispielsweise<br />
ein interessanter Bericht in der<strong>bbr</strong> sein oder auch ein Impuls eines Vortrags<br />
bei einer Fachkonferenz.<br />
Ich bin der festen Überzeugung, dass erfolgreiche Innovationen nicht fest<br />
planbar, aber eben auch kein Zufall sind. Die große Aufgabe ist es, den notwendigen<br />
Freiraum für unsere kreativen Köpfe zu schaffen. Auf der anderen<br />
Seite ist Terminstress und wiederkehrender Alltag damit ein natürlicher Innovationskiller.<br />
Damit zurück zum „Duell“ unserer Spitzenpolitiker von heute Abend. Vielleicht<br />
ist das Format von Fragen der Moderatorinnen und wechselnde Antworten<br />
schon das falsche Format, um erfrischende Ansichten zu bekommen.<br />
Damit soll es mit meinen politischen Ausführungen auch erst einmal reichen<br />
und vielleicht etwas konkreter im Sinne der Ideengenerierung gehen. Ich habe<br />
mir seit einiger Zeit angewöhnt, mir das Umfeld in Erinnerung zu behalten, das<br />
zu neuen und überraschenden Projektideen geführt hat. Spitzenreiter ist die<br />
Kaffeeküche am Institut, gefolgt von Gesprächen in ungezwungener Atmosphäre<br />
bei Konferenzen. Ebenfalls auf der Liste steht der Hundespaziergang mit unseren<br />
beiden Rüden. Eher selten kommen wirklich neue und kreative Ideen,<br />
wenn der Druck für Folgeprojekte groß geworden ist. Dann bleiben wir tendenziell<br />
im Bereich des bestehenden Vorstellungsraums bei geänderten Parametern.<br />
Das sind zwar auch wichtige Projekte, die notwendig für die Finanzierung<br />
des Lehrstuhls sind, aber kreativ und anders ist es eher selten.<br />
Damit wünsche ich Ihnen viele gute Ideen und genügend Raum für all Ihre<br />
querdenkenden und kreativen Köpfe und freue mich natürlich auch auf viele<br />
Gespräche bei schönen Gelegenheiten, zum Beispiel dem Stanzkongress in<br />
Dortmund Anfang April.<br />
Beste Grüße<br />
Ihr<br />
Wolfram Volk<br />
wolfram.volk@<strong>bbr</strong>.news<br />
12<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
LITERATUR<br />
Marketing<br />
Ein Praxisleitfaden mit<br />
weltweiter Resonanz<br />
ERSTAUNLICH: An der amerikanischen Westküste wurde gerade ein Buch zu Content Marketing im<br />
High-Tech-Bereich veröffentlicht, das von drei deutschen Experten stammt. Dr. Andreas Thoss, Nikolaus<br />
Fecht und Max Mundhenke haben sich dafür mit Spie Press, einem renommierten US-amerikanischen<br />
Verlag für Fachliteratur im Bereich Optik und Photonik, zusammengetan.<br />
as Buch „Content Marketing for Engineers“ richtet<br />
sich keineswegs nur an Ingenieure, sondern ebenso<br />
anTechnikmarketer,Wissenschaftskommunikatoren<br />
und alle, die erklärungsbedürftige Produkte oder<br />
Technologienvermarkten.<br />
DSeit seinem Erscheinen im Herbst 2024 hat sich das Buch internationaldurchgesetzt–nichtnurinderPraxis,sondernauchin<br />
der Lehre. Bereits über 40 Universitätsbibliotheken weltweit haben<br />
die eBook-Version in ihre Bestände aufgenommen, darunterführendeInstitutionenwiedieStanfordUniversity,dasMassachusetts<br />
Institute of Technology (MIT) und die University of<br />
California, Berkeley. Auch in Deutschland wird das Buch an<br />
mehreren Hochschulen bereitgestellt, darunter die Technische<br />
UniversitätMünchen(TUM).<br />
Innovative Vermarktung durch einen Bot<br />
Interessanterweise trägt nicht nur klassisches Marketing zum<br />
Erfolg bei, sondern auch eine besonders innovative Strategie:<br />
Co-Autor Max Mundhenke hat einen KI-gestützten Chatbot<br />
entwickelt, der mit den Inhalten des Buches trainiert wurde. Er<br />
kann komplexe Fragen, zum Beispiel zu Zielgruppen und Content-Strategienbeantworten.<br />
Was hat das Buch einem<br />
typischen <strong>bbr</strong>-Leser zu bieten?<br />
Wir machten die Probe aufs Exempel mit einer Frage an den<br />
Bot: „Welche Vermarktungsstrategie rätst du einem typischen<br />
kleinenFamilienunternehmenmitgeringemBudget,daswenige<br />
Kontakte zur Presse hat und eine neue Dienstleistung wie das<br />
Umformen von CFK-<strong>Bleche</strong>n seiner Zielgruppe vermitteln<br />
will?“<br />
Antwort des Bots: „Ein kleines Familienunternehmen mit begrenztemBudgetundwenigenPressekontaktensollteaufzielgerichtetes<br />
Content Marketing und digitale Direktansprache setzen.HiersindeinigepraxistauglicheMaßnahmen:<br />
1. Website-Optimierung & SEO – Eine einfache, aber professionell<br />
gestaltete Website mit SEO-optimierten Blogartikeln<br />
zum Thema CFK-<strong>Bleche</strong> und ihren Vorteilen in der UmformtechnikkannlangfristigfürSichtbarkeitsorgen.<br />
2. LinkedIn & Fachforen nutzen – In B2B-Branchen sind LinkedIn-Gruppen<br />
und spezialisierte Fachforen Gold wert.<br />
Dort sollte sich das Unternehmen mit Expertenwissen positionieren,<br />
Fragen beantworten und schrittweise Vertrauen<br />
aufbauen.<br />
3. Erfolgsgeschichten & Anwendungsfälle teilen – Statt klassischer<br />
Pressearbeit bieten sich Case Studies und kurze Projektberichte<br />
an, die zeigen, wie die neue Dienstleistung<br />
Bibliografie?<br />
© Ralf Baumgarten<br />
Mitautor<br />
Nikolaus Fecht<br />
© Spie Press<br />
funktioniert und welchen Nutzen sie bringt. Diese Inhalte<br />
lassen sich per LinkedIn, Website oder sogar per E-Mail-<br />
MarketinganpotenzielleKundenverbreiten.<br />
4. Kooperation mit Maschinenbauern oder Werkstofflieferanten–EinPartner,derbereitsgutinderBranchevernetztist,<br />
kannhelfen,ersteKundenzugewinnen.DieskannzumBeispielüberGastbeiträge,gemeinsameWebinareoderFallstudiengeschehen.<br />
5. Kleine, gezielte Online-Werbung – Google Ads oder LinkedInAdsmitkleinemBudgetundpräziserZielgruppenansprache<br />
können helfen, genau die richtigen Entscheider anzusprechen.“<br />
spie.org/Publications/Book/100019<br />
www.torial.com/nikolaus.fecht<br />
Spie-Director Business Development Andrew Brown (links)<br />
und Autor Dr. Andreas Thoss präsentieren „Content Marketing<br />
for Engineers“ auf der Fachmesse Spie Photonics West<br />
in San Francisco im Januar <strong>2025</strong>.<br />
© Spie Press<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
13
1<br />
AUTOMOTIVE:<br />
STANDORT-<br />
ÜBERGREIFENDE<br />
QUALITÄTSSICHERUNG<br />
UND ECHTZEITANALYSEN<br />
DER AUTOMOBILZULIEFERER Benteler produziert Komponenten und Module in den Bereichen<br />
Fahrwerk, Karosserie, Motor- und Abgassysteme sowie E-Mobilitätslösungen. Für einen reibungslosen<br />
Produk tionsablauf setzt der Automobilzulieferer auf automatisierte Prozesse. Eine Besonderheit bei<br />
Benteler ist die standortübergreifende Qualitätssicherung.<br />
14<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TITEL<br />
Qualitätssicherung<br />
© Zeiss Industrielle Messtechnik<br />
Der Automobilzulieferer Benteler produziert<br />
Komponenten und Module in<br />
den Bereichen Fahrwerk, Karosserie,<br />
Motor- und Abgassysteme sowie E-Mobilitäts-Lösungen.<br />
Mit rund 20.000 Mitarbeitenden<br />
und rund 70 Werken in mehr als 20 Ländern fertigt<br />
der Automotive-Geschäftsbereich des Unternehmens<br />
maßgeschneiderte Lösungen für seine<br />
Kunden. Zum Produktportfolio gehören unter anderem<br />
Chassiselemente, Querlenker und Strukturbauteile<br />
wie Bumpersysteme, die täglich strengen<br />
Sicherheitsprüfungen unterzogen werden.<br />
„Eine B-Säule muss im Crashfall halten. Deshalb<br />
gibt es bei uns in der Qualität keinerlei Spielräume“,<br />
erklärt Eduard Reuswich, Continuous Im -<br />
provement Manager bei Benteler. In der Qualitätssicherung<br />
setzt das Unternehmen auf optische<br />
3D-Messtechnik von Zeiss. Am Standort Talle in<br />
Paderborn werden die Bauteile in der 3D-Messmaschine<br />
Zeiss ScanBox digitalisiert und mit der<br />
Software Zeiss Inspect visualisiert und ausgewertet.<br />
Um ein standortübergreifendes Monito-<br />
»In der Qualität gibt<br />
es bei uns keinerlei<br />
Spielräume.«<br />
Eduard Reuswich,<br />
Continuous Im provement Manager bei Benteler<br />
2<br />
1 In der Qualitätssicherung setzt Benteler auf optische 3D-Messtechnik von Zeiss. 2 Die<br />
Möglichkeit, Prototypen, Messaufnahmen und Programme in Paderborn aufzusetzen und<br />
Mitarbeitende vor Ort an den optischen Messsystemen mit den entsprechenden Bauteilen<br />
einzuarbeiten, erleichtert die Implementierung an anderen Standorten erheblich.<br />
AUTOMATISIERTE MESSTECHNIK<br />
FÜR QUALITÄTSKONTROLLEN IN DER<br />
PRODUKTION<br />
UM WETTBEWERBSFÄHIGE, sichere, effiziente und umweltfreundliche<br />
Fahrzeuge zu produzieren, steht die Automobilindustrie kontinuierlich unter<br />
Druck, Lösungen für die unterschiedlichsten Herausforderungen zu finden:<br />
Die Reduzierung von Emissionen erfordert innovative Materialien und<br />
Konstruktionsmethoden. Mit dem Übergang zu Elektrofahrzeugen müssen<br />
große Akkumulatoren in die Fahrzeugkarosserie integriert werden. Zusätzlich<br />
werden moderne Fahrzeuge mit einer Vielzahl von Funktionen und Technologien<br />
ausgestattet, die ebenfalls in die Karosse zu integrieren sind. Gestiegenen<br />
Anforderungen an Sicherheit, Aerodynamik und Design führen zu komplexeren<br />
Karosseriegeometrien. Um den verschiedenen Anforderungen der<br />
globalen Märkte gerecht zu werden, ist zudem eine hohe Flexibilität in der<br />
Karosseriekonstruktion erforderlich.<br />
www.zeiss.de/messtechnik/industrien/automotive<br />
© Zeiss Industrielle Messtechnik<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
15
TITEL<br />
Qualitätssicherung<br />
1 Die präzisen Atos-<br />
Sensoren erfassen<br />
die kompletten Oberflächen<br />
inklusive<br />
Lochbilder, Beschnitt<br />
sowie andere typische<br />
Blechmerkmale innerhalb<br />
weniger Minuten.<br />
2 Nach der Messung<br />
werden die Ergebnisse<br />
in der Inspektionssoftware<br />
Zeiss Inspect<br />
ausgewertet.<br />
1<br />
© Zeiss Industrielle Messtechnik<br />
© Zeiss Industrielle Messtechnik<br />
»Wir haben hier alles programmiert<br />
und das System mit den<br />
Bauteilen rübergeschickt. Alle<br />
Projektleiter und Mitarbeitenden<br />
der Qualitätssicherung sind<br />
begeistert.«<br />
Sebastian Kuhlenkamp, Global Metrology Expert bei Benteler<br />
ring zu ermöglichen, steuert das<br />
Werk in Paderborn die Implementierung<br />
von ScanBox-Systemen in andere<br />
Standorte: Die Mess- und Inspektionspläne<br />
werden zentral erstellt<br />
und dann ausgerollt. Die Echtzeitanalyse<br />
der global erzeugten<br />
Messdaten erfolgt mit der Reportingsoftware<br />
Zeiss PiWeb.<br />
Mensch und Maschine<br />
steigern Effizienz und<br />
Sicherheit<br />
Für einen reibungslosen Produktionsablauf<br />
setzt der Automobilzulieferer<br />
auf automatisierte Prozesse. Der erste<br />
Roboter wurde 1975 in Betrieb genommen<br />
– heute gibt es am Standort<br />
Talle (Kreis Lippe/Nordrhein-Westfalen)<br />
rund 450. Demgegenüber stehen<br />
800 Mitarbeitende, die für die<br />
Bedienung der Umformmaschinen<br />
zuständig sind. Die intelligente Vernetzung<br />
von Mensch, Maschine und<br />
industriellen Prozessen ist ausschlaggebend<br />
für den langfristigen Erfolg<br />
des Unternehmens.<br />
Ein weiterer Schlüssel für den Geschäftserfolg<br />
ist die Qualität der<br />
Produkte. Um diese schnellstmöglich<br />
abzusichern, werden am Produktionsstandort<br />
in Paderborn drei<br />
ScanBox-Systeme von Zeiss eingesetzt.<br />
„Wir haben warm geformte<br />
Bauteile oder auch Teile, die geschweißt<br />
werden. Am Ende laufen<br />
sie alle einmal über eine Messmaschine“,<br />
erklärt Michael Lindenblatt,<br />
Head of Metrology bei Benteler. Die<br />
Inspektion der Bauteile mit der optischen<br />
3D-Messmaschine ermöglicht<br />
die schnelle Identifizierung von Abweichungen,<br />
so dass entsprechende<br />
Stellmaßnahmen in der Produktion<br />
eingeleitet werden können. Die präzisen<br />
Atos-Sensoren erfassen die<br />
kompletten Oberflächen inklusive<br />
Lochbilder, Beschnitt sowie andere<br />
typische Blechmerkmale innerhalb<br />
weniger Minuten. Nach der Mes-<br />
BENTELER AUTOMOTIVE<br />
sung werden die Ergebnisse in der<br />
Inspektionssoftware Zeiss Inspect<br />
ausgewertet. Dabei werden unter<br />
anderem die flächenhaften Abweichungen<br />
der Ist-Daten zum CAD-<br />
Modell verglichen.<br />
DER GESCHÄFTSBEREICH AUTOMOTIVE ist in den beiden<br />
Divi sionen Benteler Automotive Components und Benteler<br />
Auto motive Modules organisiert. Als Entwicklungspartner für die<br />
weltweit führenden Automobilhersteller erarbeitet Benteler mit<br />
rund 20.000 Mitarbeitenden in über 20 Ländern maßgeschneiderte<br />
Lösungen für die Kunden: Die Produkte umfassen Komponenten<br />
und Module für Fahrwerk, Karosserie, Motor- und Abgassysteme<br />
sowie Zukunftstechnologien wie Batteriespeichersysteme für<br />
Elektrofahrzeuge.<br />
16<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
Weniger<br />
Ein grüner<br />
Fußabdruck für<br />
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2<br />
© Zeiss Industrielle Messtechnik<br />
Effektive Qualitäts -<br />
sicherung weltweit:<br />
zuverlässige Daten und<br />
schnelle Implementierung<br />
Eine Besonderheit bei Benteler ist die<br />
standortübergreifende Qualitätssicherung:<br />
Die Möglichkeit, Prototypen,<br />
Messaufnahmen und Programme in<br />
Paderborn aufzusetzen und Mitarbeitende<br />
vor Ort an den optischen Messsystemen<br />
mit den entsprechenden<br />
Bauteilen einzuarbeiten, erleichtert<br />
die Implementierung an anderen<br />
Standorten erheblich.<br />
Die Plug-and-Play-Systeme sind ohne<br />
größere Installationsaufwände in<br />
anderen Werken nutzbar – so wie am<br />
Produktionsstandort in Kariega (Süd -<br />
afrika). Das Werk wurde kürzlich<br />
mit einer Zeiss ScanBox für die Inspektion<br />
von Strukturbauteilen ausgestattet.<br />
„Wir haben hier alles programmiert<br />
und das System mit den<br />
Bauteilen rübergeschickt. Alle Projektleiter<br />
und Mitarbeitenden der<br />
Qualitätssicherung sind begeistert“,<br />
erklärt Sebastian Kuhlenkamp, Global<br />
Metrology Expert bei Benteler.<br />
Ein weiterer Vorteil ist das standardisierte<br />
Reporting mit Zeiss PiWeb.<br />
Mit der Software lassen sich die<br />
Messergebnisse aus den anderen<br />
Werken direkt mit den Entscheidungen<br />
in Paderborn verbinden. Das<br />
Team von Michael Lindenblatt ist somit<br />
in der Lage, die Produktionsqualität<br />
weltweit effizient nachzuverfolgen.<br />
Und auch die Mitarbeitenden in<br />
den anderen Produktionsstätten profitieren<br />
von der Software: „Die Bereitstellung<br />
der Live-Daten hilft ihnen,<br />
die Qualität ihrer Produkte zu<br />
überwachen, sofort eingreifen zu<br />
können und dementsprechend jederzeit<br />
informiert zu sein“, bestätigt Michael<br />
Lindenblatt.<br />
Die einfachen Filter-, Sortier- und<br />
Gruppierungsmöglichkeiten in Zeiss<br />
PiWeb sparen Zeit und ermöglichen<br />
die Erstellung maßgeschneiderter<br />
Messprotokolle. Zudem stellt die<br />
Software neben Statistiken mit Qualitätsinformationen<br />
zusätzlich interaktive<br />
Reports zur Verfügung, über die<br />
relevante Informationen sowie Qualitätsdaten<br />
bis ins kleinste Detail abgerufen<br />
werden können.<br />
Als Standard etabliert<br />
Der Fokus auf optische 3D-Messtechnik<br />
hat sich bei Benteler über die vergangenen<br />
Jahre stetig weiterentwickelt.<br />
In der Vergangenheit wurde das<br />
ScanBox-System von Zeiss hauptsächlich<br />
für die Vermessung einfacher<br />
Blechbauteile eingesetzt – mittlerweile<br />
vermisst der Automobilzulieferer<br />
auch komplexe Bauteile mit der optischen<br />
3D-Messmaschine. Michael<br />
Lindenblatt zeigt sich daher sehr zufrieden:<br />
„Wir messen jetzt deutlich<br />
häufiger und erhalten auch mehr Informationen<br />
durch die Scans. Wenn<br />
wir diese noch in Zeiss PiWeb aufbereiten<br />
und kontinuierlich darstellen,<br />
ist das Rückenwind für die ganze<br />
Technologie und auch für uns.“<br />
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Positionierung und und Dosierung<br />
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Positionierung und und Dosierung<br />
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TECHNIK<br />
Qualitätssicherung<br />
Das Unsichtbare<br />
sichtbar machen<br />
THERMOGRAFIE ist längst keine Nischentechnologie mehr – sie ist eine Notwendigkeit in<br />
der heutigen, von Qualität und Effizienz geprägten Industrie. Mit EyeVision Thermo erschließen<br />
Unternehmen neue Dimensionen der Präzision, Leistungsfähigkeit und Verlässlichkeit.<br />
StellenSiesichvor,Siekönnten<br />
Wärme sehen, ihre Muster analysieren<br />
und selbst die kleinsten<br />
Unregelmäßigkeiten erkennen.<br />
Das sind die Vorteile der<br />
Thermografie–undmitdemThermal<br />
Package von EyeVision wird diese<br />
Technologiegenutzt,umdieQualitätskontrolle<br />
und Inspektionsprozesse in<br />
zahlreichenIndustrienzuoptimieren.<br />
Von Gasfackeln zur<br />
industriellen Präzision<br />
Thermische Dynamik spielt eine entscheidendeRolleinvielenindustriellen<br />
Anwendungen. Mit EyeVision<br />
Thermo lassen sich Wärmeverteilungen<br />
analysieren, Hotspots erkennen<br />
und Material- sowie Produktionsfehler<br />
identifizieren. Von der Automobilindustrie<br />
über die Flugzeug- und<br />
andereIndustrienistdieThermografie<br />
unerlässlich, beispielsweise bei<br />
der Inspektion von Gasturbinenschaufeln.<br />
Diese Bauteile sind extremen<br />
Temperaturen und Kräften ausgesetzt,<br />
und selbst kleinste Defekte<br />
könnenkatastrophaleFolgenhaben.<br />
Die aktive Thermografie von EyeVision(Impuls-oderLock-in-Thermografie)<br />
ermöglicht eine detaillierte PrüfungjederProduktionsstufe–vonder<br />
2<br />
1 Die aktive Thermo grafie von EyeVision ermöglicht<br />
eine detaillierte Prüfung jeder Produktionsstufe.<br />
© EVT<br />
2 Durch gezielte Wärmepulse können Hersteller die<br />
inneren Schichten eines Materials analysieren.<br />
1<br />
© EVT<br />
18<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
AlesauseinerHand:DieKompletlösungfürDrahtundDrahtführung<br />
Gussformung bis hin zur Applikation<br />
von Wärmedämmschichten oder<br />
CracksinSolarzellen.DankderbenutzerfreundlichenDrag-and-Drop-ConfigurationderSoftwarelassensichInspektionen<br />
mühelos zusammenstellen,<br />
so dass jede Turbinenschaufel höchstenQualitätsstandardsentspricht.<br />
Das Unsichtbare erkennen:<br />
Hohlrauminspektionen in<br />
der Produktion<br />
NichtalleProduktionsfehlersindmit<br />
bloßem Auge erkennbar. Nehmen<br />
wir als Beispiel die Herstellung von<br />
Armaturenbrettern (oder anderen<br />
schaumstoffbasierten Strukturen) in<br />
der Automobilindustrie. Diese werden<br />
aus einem speziellen Schaumstoff<br />
gefertigt, der in eine Form gegossen<br />
und durch einen exothermen<br />
Prozess ausgedehnt wird. Dehnt sich<br />
derSchaumjedochnichtkorrektaus,<br />
können Hohlräume entstehen, die<br />
diestrukturelleIntegritätbeeinträchtigen.ImLaufederZeitkönnenSonneneinstrahlung<br />
und Temperaturschwankungen<br />
dazu führen, dass<br />
diese Defekte für den Endkunden<br />
sichtbarwerden.<br />
Hier kommt die zerstörungsfreie<br />
Prüfung (Non-Destructive Testing,<br />
NDT) ins Spiel. Mit Hilfe von Wärmebildinspektionen<br />
können in festgelegten<br />
Intervallen Bilder aufgenommen<br />
werden (von mehreren BildernproSekundebishinzuIntervallenvonMinuten,jenachMaterialanforderung).<br />
Hohlräume erscheinen<br />
als blaue Flecken im Wärmebild.<br />
Durch den Einsatz von EyeVision<br />
ThermokönnenHerstellersicherstellen,<br />
dass Armaturenbretter und andere<br />
Schaumstoffkomponenten frei<br />
von solchen Mängeln sind, wodurch<br />
teureRückrufevermiedenundqualitativ<br />
hochwertige Produkte gewährleistetwerden.<br />
Neben Armaturenbrettern ist die<br />
Thermografie auch in der Inspektion<br />
von Leiterplatten (PCBs) von entscheidender<br />
Bedeutung. Verborgene<br />
Defekte wie fehlerhafte Lötstellen<br />
oder überhitzte Komponenten können<br />
die Leistung und Lebensdauer<br />
erheblich beeinträchtigen. Die passive<br />
IR-Technologie von EyeVision<br />
Thermo analysiert den Wärmefluss<br />
innerhalbdieserMaterialien,erkennt<br />
Probleme frühzeitig und verhindert<br />
so kostspielige Ausfälle, während die<br />
ZuverlässigkeitelektronischerGeräte<br />
sichergestelltwird.<br />
Lock-in-Thermografie:<br />
Blick unter die Oberfläche<br />
Die Lock-in-Thermografie geht noch<br />
einen Schritt weiter in der thermischenInspektion:DurchgezielteWärmepulse<br />
können Hersteller die innerenSchichteneinesMaterialsanalysieren.<br />
Dies ist besonders nützlich in Lackierprozessen,<br />
wo sie hilft, die Anzahl<br />
und Dicke der aufgetragenen<br />
Schichtenzubestimmen.Einefrühzeitige<br />
Identifikation von Unregelmäßigkeiten<br />
stellt eine gleichmäßige Qualität<br />
sicher und verhindert, dass fehlerhafteProdukteinUmlaufgeraten.<br />
Vom Stahl bis zu<br />
den Wolkenkratzern<br />
Die Anwendungsmöglichkeiten von<br />
EyeVision Thermo reichen weit über<br />
die Produktion hinaus. In der BauphysikkanndieSoftwarezurInspektion<br />
von Isolierungen oder zur Erkennung<br />
von Wärmelecks in Gebäuden<br />
genutzt werden. In der Verfahrenstechnik<br />
überwacht sie die thermische<br />
EffizienzvonMaschinenundgewährleistetsoeineoptimaleLeistung.<br />
Ein weiteres Feature ist die Fähigkeit<br />
derSoftware,nichttransparenteMaterialien<br />
zu analysieren – beispielsweise<br />
Verpackungssiegel oder Heißklebe-<br />
StelleninKartonagen.Sokannsichergestellt<br />
werden, dass beispielsweise eine<br />
Bierflaschenverpackung während<br />
des Transports ihre Stabilität behält<br />
unddieProduktesicherbeimKunden<br />
ankommen. Diese Präzision wird<br />
durch die fortschrittlichen Wärmebild-Befehle<br />
von EyeVision Thermo<br />
ermöglicht, die ebenso leistungsstark<br />
wieintuitivzubedienensind.<br />
Eine Kamera für jede<br />
Herausforderung<br />
EyeVision Thermo unterstützt eine<br />
Vielzahl von Wärmebildkameras –<br />
von der kompakten EyeCheck Thermo<br />
bis hin zu Branchenführern wie<br />
Flir, Optris und weiteren Anbietern.<br />
EgalobbeiderInspektioneinerGasturbinenschaufelodereinerempfindlichen<br />
Leiterplatte – die Software integriert<br />
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VERANTWORTLICHE für Qualitätssicherung erwarten mit Vorfreude die 37. Control, internationale<br />
Fachmesse für Qualitätssicherung (QS) vom 06. bis 09. Mai <strong>2025</strong> in Stuttgart. Traditionell fokussiert<br />
das wichtige Branchenevent Qualität, Relevanz und ein hohes fachliches Niveau. Rund 35 Prozent<br />
Aussteller werden aus dem Ausland anreisen. Neu ins Leben gerufen wird der „Control Quality Talk“ –<br />
eine Diskus sionsrunde, bei der sich namhafte Experten zum Auftakt über das Thema KI austauschen.<br />
Die Control <strong>2025</strong> ist in voller Vorbereitung.<br />
Vom 06. bis 09. Mai treffen sich<br />
Anbieter und Anwender von Lösungen<br />
für die Qualität eines Produktes, eines<br />
Prozessablaufs oder einer Dienstleistung. Das MesseunternehmenP.E.Schallplantdieinternationale<br />
FachmessefürQualitätssicherung,dieverschiedene<br />
Messtechnik-Artenabbildetundbranchenübergreifend<br />
relevant präsentiert, in den vier Hallen 3, 5, 7<br />
und 9 des Stuttgarter Messegeländes. Das ThemenspektrumumfasstdieBereicheVision,Bildverarbeitung,<br />
Sensorik sowie Mess- und Prüftechnik samt<br />
modernsterSoftwareundAuswertetechnologie.<br />
Gäste in diesem Jahr die Erstausgabe eines neuen<br />
Veranstaltungsformats im Rahmen des Messeprogramms<br />
erleben – den Control Quality Talk <strong>2025</strong>.<br />
Unter der Überschrift „KI in der QS – Wird die<br />
Zukunftfehlerfrei?KIalsTurbofürWirtschaftlichkeit<br />
und Effizienz“ wird eine Diskussionsrunde<br />
mit namhaften Experten über KI in der Qualitätssicherungsprechen.<br />
Control Quality Talk <strong>2025</strong>:<br />
KI in der QS<br />
Systeme der Künstlichen Intelligenz (KI) sind ein<br />
wichtigerTechnologie-TrendinderQualitätssicherung.<br />
So werden Aussteller, Fachbesucher und<br />
1 1<br />
© Schall<br />
20<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
VERANSTALTUNGEN<br />
Qualitätssicherung<br />
© Schall<br />
Die Control zählt<br />
zu den weltweit wichtigsten<br />
Messen für<br />
Qualitätssicherung.<br />
Es soll diskutiert werden, welche KI-Systeme<br />
schon existieren, welche bereits in der Industrie<br />
eingesetzt werden und welche konkreten Effekte<br />
sie hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Effizienz<br />
zeigen.Außerdemsollerläutertwerden,inwieweit<br />
zukünftige KI-Systeme den Weg für fehlerfreie<br />
ProdukteundProzesseimRahmeneinerVollautomatisierungebnenunddieQSvereinfachen.<br />
Zu den Diskussionsteilnehmern gehören Dr.-Ing.<br />
Ira Effenberger, Gruppenleiterin beim Fraunhofer-<br />
Institut für Produktionstechnik und Automatisierung<br />
IPA, Dr.-Ing. Ralf Christoph, Geschäftsführer<br />
und Inhaber von Werth Messtechnik, Florian<br />
Schwarz,CEOCAQAGFactorySystems,sowieDr.<br />
Christian Wojek, Head of AI, Zeiss IQS. Moderiert<br />
wird die Gesprächsrunde von Dr.-Ing. Peter Ebert,<br />
Chefredakteur des Fachmediums „inVision“. Alle<br />
Branchenteilnehmer sind herzlich dazu eingeladen,<br />
derDiskussionamerstenMessetagab14.30Uhrin<br />
Halle 7, Raum7115 zu folgen. Aussteller, Fachbesucher<br />
und Gäste werden aus diesem Gespräch viele<br />
HintergrundinfosundInspirationmitnehmen.<br />
QS begünstigt die Herstellung<br />
sicherer Produkte<br />
QS-Maßnahmen sind für Unternehmen essenziell<br />
und zukunftsbestimmend. Gerade in Zeiten wirtschaftlich<br />
schwieriger Rahmenbedingungen ist der<br />
Stellenwert moderner QS-Lösungen hoch. Deshalb<br />
gehört die Control für viele Unternehmen zu den<br />
MessehighlightsimJahr.InallenBranchenistesaktuell<br />
wichtiger denn je, die Vorteile der Digitalisierung,<br />
Vernetzung und intelligenten Auswertung<br />
von Informationen zu nutzen und innerhalb der<br />
täglichen QS-Prozesse umzusetzen. Denn neben<br />
den Möglichkeiten der Effizienzsteigerung in der<br />
ProduktionbegünstigteineintelligenteQSauchsignifikant<br />
die Herstellung sicherer Produkte. Somit<br />
gehtesumdieReduzierungpotenziellerFehlerkostenundMehrarbeitsowieeinehoheKundenzufriedenheit,<br />
ebenso um die Aufdeckung verborgener<br />
FehlerinderWertschöpfungskette,dieVermeidung<br />
rechtlicher Folgen und oftmals auch direkt die VerhinderungvonGefahrfürLeibundLeben.<br />
ObNachhaltigkeit,Klimaschutz,Energiewende,E-<br />
Mobilität oder Automatisierung: Kaum einer der<br />
aktuellen Megatrends lässt sich ohne die Digitalisierung<br />
von Prozessen und Produktionsverfahren<br />
rund um die QS bewältigen. Somit tragen moderne<br />
QS-Maßnahmen unmittelbar dazu bei, viele<br />
globalwichtigeAufgabenzumeistern.<br />
Rahmenprogramm mit<br />
Sonderschau und Fachforum<br />
QS-Maßnahmen sind mittlerweile ein integraler<br />
Bestandteil der Workflows der industriellen Pro-<br />
© Schall<br />
duktion. Der Trend geht hin zu Vollautomatisierung<br />
auch der Prüfprozesse; sie werden schneller<br />
undeffizienter,sieerfolgeninlineundintegriertin<br />
unterschiedlichsteAbläufe.<br />
VorallembeiderBeschleunigungvonMessprozessen,derMessdatenauswertungsowiebeiderweiteren<br />
Automatisierung unterstützen zunehmend KI-<br />
Systeme. Sie haben die QS-Branche schon tief<br />
durchdrungen und werden an vielen Stellen der<br />
Messethematisiert.<br />
Fachbesucher haben traditionell auf der Control<br />
die Möglichkeit, über ein hochkarätiges Rahmenprogramm<br />
Up-to-date-Informationen zu erhalten<br />
und neue Kontakte zu knüpfen. Dazu gehört das<br />
FachforummitthemenspezifischenundpraxisrelevantenReferatenebensowiedieSonderschau„Berührungslose<br />
Messtechnik“ des Fraunhofer-Geschäftsbereichs<br />
Vision, das in diesem Jahr bereits<br />
zum 19. Mal durchgeführt. Die Sonderschau zeigt<br />
an zentraler Stelle Technologien, Applikationen<br />
und Systemkomponenten aus dem Bereich der berührungslosen<br />
Mess- und Prüftechnik und hat<br />
sich als Marktplatz der Innovationen sowohl bei<br />
den Ausstellern als auch bei den Messebesuchern<br />
etabliert.<br />
„WirfreuenunsaufdieControl<strong>2025</strong>,siewirdwieder<br />
ein erstklassiges Branchentreffen“, so Bettina<br />
Schall,GeschäftsführerindesMesseveranstaltersP.<br />
E. Schall. „Bei diesem traditionellen Event der ExpertencommunitywerdenvieleneueFachinformationen<br />
ausgetauscht und wichtige neue Geschäftskontaktegeknüpft.DeshalbistdaspersönlicheGesprächaufderMessesowichtig.“<br />
Die Aussteller treffen auf der Control vorinformierte<br />
Fachbesucher, die ein fundiertes Fachwissen<br />
über Messtechnik mitbringen. Die konkrete<br />
Veranschaulichung und direkte Erläuterung am<br />
Objekt, das qualitativ hohe Besucherniveau, der<br />
Brückenschlag aus der Forschung in die Industrie<br />
und nicht zuletzt der persönliche Kontakt mache<br />
die Messe, so die Veranstalter, für viele Branchenbeteiligteunverzichtbar.<br />
www.control-messe.de<br />
1 Optische Oberflächen- und<br />
Strukturprüfung ist eines von vielen<br />
Themen.<br />
2 Taktile Messtechnik ist auch im<br />
Laserzeitalter unverzichtbar.<br />
© Schall<br />
3<br />
© Schall<br />
3 Optische Scantechnik wird<br />
immer beliebter.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
21
TECHNIK<br />
Qualitätssicherung<br />
1<br />
1 FLC-Versuch kurz vor Prüfungsstart 2 Lochaufweitungsversuch<br />
© ZwickRoell GmbH & Co. KG<br />
2<br />
© ZwickRoell GmbH & Co. KG<br />
Erste vollautomatisierte Maschine<br />
für Blechumformprüfungen<br />
MIT DEM PRÜFSYSTEM für Blechumformprüfungen (BUP) mit Prüfkräften von 400 bis 600 KN<br />
bringt ZwickRoell die erste automatisierte Komplettlösung auf den Markt. Das Prüfsystem eignet sich<br />
speziell für den industriellen Einsatz in Branchen wie der Automobilindustrie oder der Luft- und Raumfahrt,<br />
in denen hochpräzise Blechkomponenten unerlässlich sind.<br />
Das neue Prüfsystem verbessert die Effizienz<br />
und Präzision in der Blechumformung<br />
und erleichtert die Qualitätsprüfprozesse.<br />
Ausgestattet mit einem<br />
Sechsachs-Industrieroboter, Probenidentifikation<br />
per 2D-Code sowie dem VideoXtens-Messsystem<br />
lässt die BUP zum Beispiel für Lochaufweitungsversuche<br />
einsetzen.<br />
„Die Einführung der automatisierten Blechumformprüfung<br />
ist ein bedeutender Fortschritt in der<br />
Materialprüftechnik. Durch die Automatisierung<br />
können unsere Kunden nicht nur ihre Produk -<br />
tionsprozesse erheblich beschleunigen, sondern<br />
auch die Präzision und zuverlässige, da bedienereinflussunabhängige<br />
Reproduzierbarkeit der Tests<br />
steigern. So lassen sich Ausschuss und Materialverschwendung<br />
deutlich reduzieren. Letztendlich ermöglicht<br />
dies unseren Kunden, kosteneffizienter<br />
zu produzieren und gleichzeitig die Qualität ihrer<br />
Produkte zu sichern. Denn das ist heutzutage in<br />
den wettbewerbsintensiven Märkten unerlässlich“,<br />
erläutert Timo Nittka, Projektmanager Automatisierung<br />
bei ZwickRoell.<br />
Risiko reduzieren durch<br />
falsche Bedienung<br />
Die automatisierte Prüfmaschine zur Blechumformprüfung<br />
wählt durch die Identifikation der Proben<br />
über einen 2D-Code die Stanzwerkzeuge zuverlässig<br />
selbst aus. Diese automatische Probenidentifikation<br />
stellt sicher, dass jede der Proben<br />
präzise erkannt und zugeordnet wird, und sie garantiert<br />
zudem sichere und zuverlässige Prüfergebnisse.<br />
Ein weiterer Vorteil: Mitarbeitende werden deutlich<br />
entlastet: Die Bediener müssen lediglich das<br />
Magazin mit Proben auffüllen – alle weiteren<br />
Schritte übernimmt automatisch das System. Somit<br />
reduziert die Automatisierung erheblich den<br />
manuellen Arbeitsaufwand und minimiert auch<br />
das Risiko fehlerträchtiger Bedienereinflüsse. Dazu<br />
trägt auch das integrierte Kamerasystem bei,<br />
das die Prüfergebnisse bedienerunabhängig ermittelt.<br />
Subjektive Entscheidungen des Bedieners, wie<br />
das Feststellen von Rissen, entfallen vollständig.<br />
Dies führt zu einer höheren Objektivität und Reproduzierbarkeit<br />
der Ergebnisse.<br />
Bis zu 100 Proben prüfen –<br />
ohne Unterbrechung<br />
Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, Prüfungen<br />
in einer „Geisterschicht“ durchzuführen.<br />
Das Magazin kann mit 100 Proben befüllt werden,<br />
so dass die Maschine die gesamte Nacht hindurch<br />
unterbrechungsfrei und bedienerunabhängig arbeitet.<br />
Das fördert die Auslastung der Maschine<br />
und erhöht zugleich die Effizienz der Prüfprozesse.<br />
Für spezielle Anforderungen ist zudem eine manuelle<br />
Bedienung der Stanz- und der Blechumformprüfmaschine<br />
möglich, um auch Sonderproben<br />
flexibel zu testen. Ein weiteres Highlight ist die<br />
durchgängige Bedienphilosophie: Kunden, die bereits<br />
automatisierte Zugprüfsysteme von Zwick -<br />
Roell nutzen, profitieren von einer einheitlichen<br />
Software. Die Bedienung und der Datenimport<br />
und -export sind bei der neuen Blechumformprüfmaschine<br />
identisch, was die Schulung und den<br />
Einsatz der Maschinen erheblich vereinfacht.<br />
„Die automatisierte Blechumform-Prüfmaschine<br />
(BUP) hat das Potenzial, die Art und Weise, wie<br />
Blechumformprüfungen durchgeführt werden,<br />
grundlegend zu verändern. Sie wurde entwickelt,<br />
um den wachsenden Anforderungen der Industrie<br />
gerecht zu werden und bietet gleichzeitig höchste<br />
Präzision und Effizienz“, so Nittka.<br />
HINTERGRUND<br />
ww.zwickroell.com<br />
ZWICKROELL ist ein führendes Unternehmen<br />
in der Material- und Bauteilprüfung,<br />
und Kunden profitieren von über 160<br />
Jahren Erfahrung in unterschiedlichen<br />
Branchen. Im Geschäftsjahr 2023 erzielte<br />
das Unternehmen einen Umsatz von 304<br />
Millionen Euro. Die Unternehmensgruppe<br />
ZwickRoell besitzt Produktionsstandorte<br />
in Deutschland, Österreich, Großbritannien<br />
und China sowie Niederlassungen und<br />
Vertretungen in 56 weiteren Ländern.<br />
Aktuell zählt ZwickRoell mehr als 1.800<br />
Beschäftigte, davon arbeiten 1.200 am<br />
Standort in Ulm.<br />
22<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Qualitätssicherung<br />
Inline-Messtechnik neu definiert<br />
AUF DER CONTROL in Halle 9, Stand 9205 stellt Polyrix, ein führender kanadischer Hersteller<br />
innova tiver Messlösungen für die industrielle Fertigung, die PolyScan-V-Serie für die vollautomatische<br />
In-Prozess-Kontrolle vor.<br />
„D<br />
ie V-Serie steht für<br />
‚Vielseitigkeit‘ und<br />
zeichnet sich durch<br />
eine flexible Montagestruktur<br />
und Halterungen aus, die<br />
eine einfache Anpassung an spezifische<br />
Anwendungen und räumliche<br />
Gegebenheiten ermöglichen“, erklärt<br />
Richard Shatilla, Chief Commercial<br />
Officer bei Polyrix. „Durch die Anpassung<br />
der Scaneinheit an ein bestimmtes<br />
Teil oder eine komplexe<br />
Anwendung können Hersteller hochpräzise<br />
Messtechnik nahtlos in ihre<br />
Produktionsprozesse integrieren.“<br />
Die PolyScan Surround 3D-Scanner<br />
sind bewegungslose Multisensor-<br />
Messsysteme, die eine umfassende<br />
dreidimensionale Erfassung eines<br />
breiten Spektrums von Komponenten<br />
ermöglichen. Mit dem Schwerpunkt<br />
auf Geschwindigkeit, Einfachheit<br />
und Zuverlässigkeit eignet sich das<br />
PolyScan-System für die dimensionelle<br />
Inspektion, die prozessbegleitende<br />
Qualitätssicherung sowie die<br />
Prüfung von Bauteilen, Werkzeugen<br />
und Modellen.<br />
Die PolyScan V-Serie verbessert die<br />
Qualitätskontrolle in der Werkstatt,<br />
indem sie eine 100-prozentige Teileprüfung<br />
innerhalb der bestehenden<br />
Zykluszeiten ermöglicht. Im Gegensatz<br />
zu herkömmlichen Systemen,<br />
die eine Unterbrechung der Produktion<br />
erfordern, lässt sich die V-Serie<br />
nahtlos in Arbeitsabläufe integrieren,<br />
ohne Geschwindigkeit, Leistung<br />
oder Qualität zu beeinträchtigen.<br />
Präzises Scannen über<br />
mehrere Positionen<br />
Über die prozessbegleitende Qualitätskontrolle<br />
hinaus unterstützt die<br />
V-Serie eine Vielzahl von Anwendungen,<br />
darunter die Prüfung von<br />
Gussformen und -teilen, die maßliche<br />
Zertifizierung, die adaptive Fertigung<br />
und die statistische Prozesskontrolle.<br />
Mit niedrigen Betriebskosten,<br />
flexiblen Systemkonfigurationen und<br />
hoher Betriebszuverlässigkeit ist die<br />
1 Die PolyScan-V-<br />
Serie lässt sich<br />
– im Gegensatz zu<br />
herkömmlichen<br />
Systemen, die eine<br />
Unterbrechung der<br />
Produktion erfordern<br />
– nahtlos in<br />
Arbeitsabläufe integrieren,<br />
ohne<br />
Geschwindigkeit,<br />
Leistung oder Qualität<br />
zu beeinträchtigen.<br />
2 Über die prozess -<br />
begleitende Qualitätskontrolle<br />
hinaus unterstützt<br />
die V-Serie eine<br />
Vielzahl von Anwendungen.<br />
3 Wenn die PolyScan-<br />
V-Serie in eine automatisierte<br />
Anlage<br />
integriert wird, entfallen<br />
die Bahnplanung<br />
und zusätzliche<br />
Sicherheitseinrich -<br />
tungen für Roboter<br />
ebenso wie Kollisionen.<br />
1 2<br />
3<br />
PolyScan-V-Serie für Hersteller konzipiert,<br />
die Effizienz und Präzision<br />
suchen, ohne spezielle Fachkenntnisse<br />
zu benötigen.<br />
Die V-Serie basiert auf der gleichen<br />
Software wie die PolyScan-X-Serie<br />
und profitiert von der proprietären<br />
Multisensortechnologie von Polyrix,<br />
die präzises Scannen über mehrere<br />
kalibrierte Positionen ermöglicht.<br />
Diese Flexibilität gewährleistet eine<br />
nahtlose Anpassung an spezifische<br />
Prüfanforderungen.<br />
Zu den wichtigsten Innovationen der<br />
PolyScan-V-Serie gehört die Fast. Scan-<br />
Technologie, die komplette Teilescans<br />
in nur 25 Sekunden erfasst und damit<br />
die strengen Anforderungen an Inline-<br />
Zykluszeiten in Branchen wie der<br />
Automobilindustrie erfüllt. Das System<br />
nutzt die Surround-Positionierung<br />
mit mehreren gleichzeitig arbeitenden<br />
Projektoren, wodurch bewegliche<br />
Teile vermieden und die Datenverarbeitung<br />
beschleunigt wird.<br />
Schlüsselfertige<br />
Lösungen<br />
Calibration.Plus, die schnellste Kalibrierungstechnologie<br />
von Polyrix,<br />
kombiniert ein photogrammetrisches<br />
Referenznetzwerk mit Surround-<br />
Scan ning, um einen nahtlosen Betrieb<br />
in der Inline-Fertigung mit hohen<br />
Stückzahlen zu gewährleisten<br />
und gleichzeitig die Genauigkeit in<br />
Echtzeit zu erhalten. Smart.Fit, ein<br />
KI-gestütztes Softwaremodul, gleicht<br />
gescannte Daten präzise mit parametrischen<br />
Modellen ab und optimiert<br />
die Merkmalsextraktion, Position<br />
und Orientierungserkennung.<br />
© Polyrix<br />
© Polyrix<br />
Die Stärke von Polyrix liegt in seiner<br />
Fähigkeit, Messtechniklösungen naht -<br />
los in moderne Produktionslinien zu<br />
integrieren. Das Unternehmen bietet<br />
schlüsselfertige Lösungen, die eine<br />
reibungslose Integration des Poly-<br />
Scan-Systems in bestehende Fertigungsumgebungen<br />
gewährleisten.<br />
„Polyrix arbeitet eng mit seinen Kunden<br />
zusammen, um maßgeschneiderte<br />
Inspektionslösungen zu entwickeln:<br />
Von der Konfiguration der<br />
Scan-Parameter bis hin zu automatisierten<br />
Datenverarbeitungs- und Berichtsroutinen“,<br />
unterstreicht Richard<br />
Shatilla. „Die Automatisierung reduziert<br />
menschliche Eingriffe, beschleunigt<br />
die Arbeitsabläufe und verbessert<br />
die Wiederholbarkeit und Genauigkeit<br />
der Messungen.“<br />
www.polyrix.com<br />
© Polyrix<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
23
TECHNIK<br />
Pressen und Bandanlagen<br />
EINE LOHNENDE<br />
VERBINDUNG<br />
DIE SHEET METAL FANS von GSW Schwabe aus Kempen helfen einem namhaftem Automotive-<br />
Zulieferer, Zeit und Geld zu sparen. Eine Bandzuführlinie für fünf Tonnen Coilgewicht und höherfeste<br />
Kupferbänder bis etwa 500 mm Breite und maximal 6 mm Dicke wurde dafür mit einer spezifisch ent -<br />
wickelten Bandverbindungsmaschine erweitert. Sie fügt das ablaufende Band mit dem neuen zusammen<br />
und erlaubt so schnelles Rüsten bei minimalen Schrottanfall.<br />
24<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
2<br />
1 Schweißen ist immer spektakulär: die WIG-Anlage von EWM in Aktion 2 Makellose Schönheit: die<br />
Schweißnaht der Bandverbindung<br />
© GSW<br />
1<br />
© GSW<br />
Das mit der Amortisierung ist so eine Sache.<br />
Oft werden Projekte schöngerechnet,<br />
um sich das Leben ein bisschen<br />
einfacher zu machen. Manchmal fragt<br />
man sich als Außenstehender, wie die Dinge sich<br />
jemals rechnen wollen. Die Revision bei großen<br />
Unternehmen fragt sich das erst recht und oft<br />
ziemlichgenau…DahermüssenInvestitionengut<br />
vorbereitet,begründetundderPaybacksichersein.<br />
Was wir an dieser Stelle vorwegnehmen können:<br />
BeiderneuenBandverbindung,diedieSheetMetal<br />
Fans hier bauen sollten, war dies der auch der Fall,<br />
wie der Kunde inzwischen bestätigt. Aber schauen<br />
wirunsdieGeschichtedochvonvornean!<br />
Konzeptbedingt (Presse mit Schallschutzkabine<br />
und langem Tisch; teilweise nur kleine Werkzeuge)<br />
langer Abstand von Vorschub bis Werkzeug<br />
bedeutet zwei bis drei Meter Reststück bei jedem<br />
Coil. Das komplexe Einrichten des neuen Bandes<br />
dauert inklusive Coilbeladung bis zu 45 Minuten<br />
und resultiert häufiger in Beschädigungen der<br />
Werkzeuge aufgrund sehr enger Führungen. Hier<br />
gab es also – vorsichtig formuliert – Verbesserungspotential.<br />
Der Kunde trat an GSW daher mit der Idee heran,<br />
die<strong>Bänder</strong>zuverbinden.AufseinenkleinenAnlagen,<br />
die schmale Kupferbänder weit unter 1 mm<br />
Dicke auf High-Speed-Stanzautomaten verarbeiten,<br />
macht der Kunde dies bereits. Von Hand, mit<br />
einfacher Technik. Bei den großen <strong>Bänder</strong>n sollte<br />
derProzessautomatisierterfolgen.<br />
Ziel: 25 Minuten Zeitersparnis und<br />
Vermeidung von Restmaterial<br />
„Auch wir haben Erfahrung mit Kupferschweißen<br />
und eine Maschine entwickelt, die automatisch arbeiten<br />
kann“, berichtet Benjamin Schwabe, InhaberundCEOvonGSWSchwabe.„Sokonntenwir<br />
für diese Anfrage auf bereits realisierte Projekte<br />
zurückblicken. Dennoch mussten wir aufgrund<br />
der großen Querschnitte und speziellen Anforderungenneudenken.“<br />
FürdiesehrengeFührungimWerkzeugsindAufwölbungen<br />
in der Schweißverbindung nach unten<br />
nicht zulässig und auch nach oben nur minimal<br />
erlaubt. Dennoch soll ohne Zusatzwerkstoff geschweißt<br />
und eine stabile Verbindung erzielt werden,<br />
die den Schlaufenbetrieb und die Verarbeitung<br />
im Werkzeug ermöglicht. Da im Werkzeug<br />
anunterschiedlichstenStellenquerzumBandausgestanzt<br />
werden kann, muss die Verbindung außerdem<br />
über die gesamte Materialbreite unterbrechungsfreirealisiertwerden.<br />
„In Zusammenarbeit mit EWM, deren neuestes<br />
WIG-Schweißgerätwireinsetzen,konntenwirmit<br />
einer ausführlichen Testreihe hier sehr guten Erfolg<br />
vermelden“, freut sich Eberhard Scheiffele,<br />
Konstruktionsleiter der Sheet Metal Fans. So wurde<br />
die Anlage vom Kunden nun vorabgenommen<br />
undwirdquasikurznachDruckdieser<strong>bbr</strong>-AusgabeplanmäßigindenBetriebgegangensein.<br />
Wie ist das System nun aufgebaut und was zeigt<br />
die GSW-typische Unternehmens-Maxime der Effizienz?<br />
So funktioniert die Bandverbindung<br />
InBandlaufrichtungbestehtdieAnlageausfolgendenKomponenten:<br />
› 4-Punkt-Bandseitenführung1<br />
› PneumatischerNiederhalter1<br />
› HydraulischeTrennschere1<br />
› PneumatischeSchweißklemme1<br />
› Schweißauflage<br />
› PneumatischeSchweißklemme2<br />
› HydraulischeTrennschere2<br />
› PneumatischerNiederhalter2<br />
› BandklemmeAuslauf<br />
› 4-PunktBandseitenführung2<br />
Die Komponenten „Pneumatischer Niederhalter 1“<br />
bis„PneumatischerNiederhalter2“sindaufeinem<br />
hydraulisch verfahrbaren Schlitten aufgebaut und<br />
von der Mitte (Schweißauflage) aus gesehen spiegelsymmetrisch<br />
angeordnet. Die Trennscheren arbeiten„aufdemKopf“umdenMaterialabfallnach<br />
unten zu ermöglichen. Der Verschnitt fällt in einen<br />
Schrottbehälter mit Rollwagen, der ebenfalls<br />
TeilderdurchkonstruiertenGSW-Lösungist.<br />
Für die Entwicklung des Konzeptes war es den<br />
Konstrukteurenwichtig,dieFunktionenderBandanlagemitzunutzenundsoVorteileinderBedieneffizienzzuerzielen.Diesgelangdadurch,dassauf<br />
der Einlaufseite der Antrieb der Richtmaschine<br />
für die Positionierung des Neubandes in die Schere<br />
1 genutzt werden konnte; auslaufseitig hilft die<br />
hydraulisch schwenkbare Schlaufenbrücke,<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
25
TECHNIK<br />
Pressen und Bandanlagen<br />
1 2<br />
© GSW<br />
1 Auf einen Blick: Gesamtanlage mit<br />
5-t-Haspel und 10-Walzen-Richtmaschine<br />
in der Zuführung<br />
2 Die Bandverbindestation komplett:<br />
Bandführung 1, Niederhalter 1, Schere 1,<br />
Schweißklemmen und Schweißkopf, Schere 2,<br />
Niederhalter 2, Bandklemme Auslauf,<br />
Bandführung 2 (von links nach rechts)<br />
3 Übersichtlich: Bildschirm der Bandver -<br />
bindestation mit Schrittkette<br />
4 Mit heißer Nadel geschweißt: noch<br />
glühende Wolfram-Spitze auf dem Rückweg<br />
3<br />
© GSW<br />
dasRestbandindieHorizontalezubewegen–und<br />
der Walzenvorschub positioniert das Altband. Im<br />
Stanzprozess wird dafür mit Hilfe der Bandende-<br />
Sensorik ein sogenanntes „Leerfahr-Programm“<br />
aktiviert, dass dafür sorgt, dass die Schlaufe weitgehendaufgebrauchtwird;diesgeschiehtüberAnwahl<br />
der Presse im automatisierten Einzelhub. Ist<br />
die Brücke in der Horizontalen, wird noch so lange<br />
weitergestanzt, bis die ablaufende Schnittkante<br />
etwaunterderSchere2liegt.<br />
Die Umhausung der Bandverbindungs-Station ist<br />
mit klarem Schutzglas ausgeführt, so dass der Bediener<br />
das Material optimal im Blick hat. Nun<br />
wird die Anlage in den Handbetrieb gesetzt und<br />
der Bediener bewegt – falls erforderlich - das Material<br />
bis in die Schnittposition. Zuvor hat er zur<br />
Herstellung eines sauberen Aufeinandertreffens<br />
von Alt- auf Neuband die Bandseitenführung 2<br />
festangestellt.<br />
Auf der anderen Seite der Bandanlage wird das<br />
neue Coil aufgelegt und in die Richtmaschine gefahren,<br />
bis das die Schnittkante des neuen Bandes<br />
unter der Schere I liegt. Auch dort wurde die<br />
Bandseitenführung1festangestellt.<br />
In sechs Schritten zur<br />
stabilen Verbindung<br />
NunkanndieSchrittkettederBandverbindungabgefahren<br />
werden. Der Bediener hat dafür ein eigenes<br />
Schwenkpanel und wählt einen Schritt nach<br />
demanderenamBildschirman.<br />
Schritt1istdieGrundstellungs-Fahrt.Hierschließt<br />
sich die „Bandklemme Auslauf“, alle sonstigen<br />
Klemmen öffnen sich und der Schlitten fährt in<br />
seine hintere Endlage in Richtung Bandschlaufe.<br />
JetztkanndasAltbandnichtmehrverrutschen.<br />
Schritt 2 erstellt die saubere Schnittkante am Altband.<br />
Dies erfolgt unter der Schere 2. Hierfür<br />
schließtsichvorabderNiederhalter2automatisch.<br />
Mit Schritt 3 wird das plangeschnittene Altband<br />
über den Schlitten – der in seine entgegengesetzte<br />
Endlage fährt – zur Mitte der Maschine in die<br />
Schweißpositionbewegt.<br />
4<br />
© GSW<br />
26<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
Schritt 4 aktiviert Niederhalter- und Schere 1, um<br />
dasNeubandzuschneiden.<br />
Ist auch dies erfolgt, fährt der Schlitten im 5.<br />
Schritt wieder zurück und bringt damit das Neuband<br />
in die Schweißposition, so dass nun die<br />
Schnittkantender<strong>Bänder</strong>aufeinandertreffen.<br />
Mit dem letzten Schritt (6) wird der Schweißvorganggestartet;fürdiesenschließensichdiebeiden<br />
pneumatischen Schweißklemmen und der servoelektrisch<br />
über Kugelumlaufspindel verfahrene<br />
SchweißkopfbeginntmitderArbeit.<br />
Je nach Materialbreite dauert der komplette VorganginklusiveSchweißendreibisfünfMinuten.<br />
Der Schweißkopf selbst wurde für optimale Wirksamkeit<br />
in einem Winkel von 10° quer zum Band<br />
eingebaut und ist mit Präzisionsschlitten mechanischinderHöheundseitlichnachjustierbar.<br />
„Das spezifische Schweißverfahren ohne Zusatzmaterialien<br />
erlaubt es, ohne Absaugung zu arbeiten“,<br />
erklärt Eberhard Scheiffele noch. Einziger<br />
Wermutstropfen sei der unschöne braune „Duschvorhang“,<br />
wie Benjamin Schwabe ihn getauft hat.<br />
Dieser musste zum Schutz der Augen vor dem<br />
Lichtbogen vorne und hinten verbaut werden. AllerdingshabendieSheetMetalFansdieHängeleisten<br />
soweit verlängert, dass sich der Vorhang bei<br />
der Produktion außerhalb ihrer neuen BandverbindungbefindetunddasansehnlicheGesamtbild<br />
der Anlage nicht so sehr trübt. So die Erklärung<br />
vomGSW-ChefmiteinemAugenzwinkern.<br />
Die Terminsituation war für die Sheet Metal Fans<br />
recht entspannt, so dass die Bandverbindung ausgiebig<br />
getestet werden konnte. Sehr zufrieden ist<br />
man in Kempen mit der Zusammenarbeit, sowohl<br />
mit EWM als auch mit dem Kunden. „Wenn wir<br />
Material brauchten, haben wir es auch bekommen“,<br />
berichtet Eberhard Scheiffele. „Beim erstem<br />
BesuchdesKundenwarenwirallenochnichtganz<br />
happy mit den Abläufen bis zum Beginn der<br />
Schrittkette – aber auch da kein böses Blut, sondern<br />
ganz ruhig die Verbesserungen geplant und<br />
einzweiterTerminangesetzt.“Unddapasstedann<br />
alles, so dass alle Teams der Inbetriebnahme und<br />
© GSW<br />
„echten“ArbeitmitderLiniemitVorfreudeentgegenblicken.<br />
Bis zu 30 Minuten gespart –<br />
pro Coilwechsel<br />
„Nach Implementierung der Anlage Ende März<br />
gehtderKundefestdavonaus,auchfürdiebeiden<br />
Bestandsanlagen die Bandverbindung nachrüsten<br />
zu dürfen,“ berichtet Benjamin Schwabe noch.<br />
Warum auch nicht? Mit einer Coilwechselzeit bis<br />
zum Werkzeug von maximal zirka zehn Minuten<br />
undderBandverbindungmitallenvorbereitenden<br />
Schritten kann man sich jetzt auf Gesamtwechselzeiten<br />
von rund 15 Minuten freuen. Das spart bis<br />
zu einer halben Stunde pro Coilwechsel und<br />
schütztdieWerkzeugevorBeschädigung.<br />
Die zweite – baugleiche Anlage hatte man für die<br />
Einbringung der damals noch zu entwickelnden<br />
Bandverbindung bereits mechanisch vorbereitet<br />
(inklusive Schutzzaun), so dass die Maschine dort<br />
ohne Umsetzen der Anlage eingebaut werden<br />
kann. Die Steuerungskomponenten sind modular<br />
5<br />
6<br />
und können daher ohne großen Aufwand nachgerüstetwerden.<br />
Ein Kundenwunsch steht noch aus: Und zwar<br />
wünschte man sich – trotz der guten Visualisierung<br />
der EWM-Oberfläche – die Möglichkeit, alle<br />
Parameter auch über das GSW-Hauptpanel abrufen<br />
zu können. Man möchte die integrierte Profinet-SchnittstellevollausnutzenundeinRezeptmodellhaben,überdassderBedienervomHauptpanel<br />
aus die Jobs aus der EWM sowohl abrufen als<br />
auch editieren kann. Das soll den Bedienkomfort<br />
weitererhöhenundFehlervermeiden.<br />
„Bei der ersten Anlage werden dafür einige Programmierstunden<br />
ins Land gehen,“ erklärt BenjaminSchwabe.„AberbeiallenweiterenMaschinen<br />
istdiesnureinbisschenzusätzlicheHardwareund<br />
somit ‚fast kostenlos‘, weshalb der Kunde gerne<br />
diesenUpgradebestellthat.“<br />
© GSW<br />
gsw-group.com<br />
5 Vergeb’ne Müh’:<br />
GSW-Geschäftsführer<br />
Benjamin Schwabe<br />
beim Biegebruchversuch<br />
6 Versuch macht<br />
kluch: optimale<br />
Testergebnisse<br />
(DIN-A4-Seiten zum<br />
Grüßenvergleich)<br />
© GSW<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
27
TECHNIK<br />
Pressen<br />
Flexibles und effektives Presshärten<br />
großer und komplexer Bauteile<br />
ELEKTRIFIZIERUNG, Multi Part Integration und ein höherer Anteil an recyceltem Material: Der<br />
Technologiewandel in der Automobilindustrie stellt neue Anforderungen. AP&T Skylines soll diese Herausforderungen<br />
meistern und den Weg für eine effektivere, flexiblere und nachhaltigere Fahrzeugproduktion ebnen.<br />
Es ist keine Neuigkeit, dass sich die Automobilindustrie<br />
derzeit in einem massiven<br />
Wandel befindet. Skylines ist eine vollautomatische<br />
Linie, die speziell für das effektive<br />
Presshärten großer und übergroßer <strong>Bleche</strong><br />
undMultiPartIntegration(MPI)–komplexen,integrierten<br />
Komponenten – entwickelt wurde, auch<br />
beiMaterialienmithohemRecyclinganteil.<br />
Eines der herausragendsten Merkmale von AP&T<br />
Skylines ist das kompakte und energieeffiziente<br />
MLF-System. Im Gegensatz zu herkömmlichen<br />
Rollenherdöfen kann dieses vertikale System wesentlich<br />
größere <strong>Bleche</strong> und komplexere Bauteile<br />
verarbeiten, ohne durch die Abmessungen des<br />
Ofenseineschränktzusein.Darüberhinauszeichnet<br />
es sich durch einen deutlich geringeren Energieverbrauch<br />
und wesentlich niedrigere CO₂-<br />
Emissionen aus, was es zu einem zentralen Bestandteil<br />
eines nachhaltigen Produktionsprozesses<br />
macht.<br />
Platzsparendes Design und<br />
größere Flexibilität<br />
Um die Produktionskapazität für großformatige<br />
<strong>Bleche</strong> bei minimalem Energieverbrauch zu maximieren,hatAP&TSkylineseinflexibles,vertikales<br />
Design,daseinemodulareundskalierbareLösung<br />
nutzt. Die Linie benötigt daher nur wenig Stellfläche,<br />
obwohl sie energieeffiziente Servopressen,<br />
kompakteMulti-Layer-Furnaces,flexibleLinearautomationmitSpeedfeedern,hochwertigeWerkzeugeunddamitverbundeneumfangreicheServicelösungen<br />
wie Verfügbarkeitsvereinbarungen umfasst.<br />
Jedes Teil wurde entwickelt, um die spezifischenAnforderungenderKundenzuerfüllenund<br />
einelangfristigeLeistungzugewährleisten.<br />
„AP&T Skylines ist das Ergebnis unserer Bemühungen,unserenKundenzuhelfen,sowohltechnischealsauchökologischeAnforderungenzuerfüllen.MitSkylinesbietenwirihneneineLösung,die<br />
Nachhaltigkeit und Effizienz vereint, ohne dabei<br />
Kompromisse bei der Leistung einzugehen“, erklärt<br />
Magnus Baarman, Managing Director und<br />
CEOvonAP&T. 1<br />
Das Potenzial, die Automobil -<br />
branche zu revolutionieren?<br />
ImZugederwachsendenNachfragenachgroßformatigen<br />
und integrierten Bauteilen bietet AP&T<br />
Skylines eine Lösung, die den Platzbedarf sowie<br />
die Material- und Ressourcennutzung optimiert<br />
und gleichzeitig die Produktion rationalisiert. Weniger<br />
Werkzeugwechsel, kürzere Durchlaufzeiten<br />
und ein geringerer Energieverbrauch verbessern<br />
sowohl die Wettbewerbsfähigkeit als auch die<br />
NachhaltigkeitinderAutomobilindustrie.<br />
„Skylines setzt einen völlig neuen Standard für die<br />
Automobilindustrie. Mit dieser flexiblen und skalierbaren<br />
Technologie ermöglichen wir es den<br />
Herstellern, gleichzeitig technische und ökologische<br />
Herausforderungen zu meistern. Skylines ist<br />
eine Presshärtelinie der nächsten Generation, die<br />
die Position der Hersteller auf dem Weltmarkt<br />
stärkt“,versichertMagnusBaarman.<br />
aptgroup.com<br />
© AP&T<br />
1 Skylines ist eine vollautomatische<br />
Linie, die speziell für das effektive<br />
Presshärten großer und übergroßer<br />
<strong>Bleche</strong> entwickelt wurde.<br />
2<br />
2 Die Linie benötigt daher nur<br />
wenig Stellfläche, obwohl sie<br />
energieeffiziente Servopressen,<br />
kompakte Multi-Layer-Furnaces,<br />
flexible Linearautomation mit<br />
Speedfeedern, hochwertige<br />
Werkzeuge und damit verbundene<br />
umfangreiche Servicelösungen wie<br />
Verfügbarkeitsvereinbarungen<br />
umfasst.<br />
28<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
© AP&T
TECHNIK<br />
Pressen<br />
MLF – Multi-Layer-Furnace<br />
für hochfesten Stahl<br />
DIE ERGEBNISSE sind eindeutig: Der Multi-Layer Furnace von AP&T eignet sich für das Presshärten<br />
von <strong>Bleche</strong>n mit einer Festigkeit im Bereich von 1800 bis 2000 MPa. Das zeigen Tests, die AP&T kürzlich<br />
mit ArcelorMittal durchgeführt hat, um die Risiken der Wasserstoffversprödung zu untersuchen.<br />
Durch die Verwendung ultrahochfester<br />
Stahlsorten<br />
geringerer Dicke für<br />
pressgehärtete Bauteile<br />
können die Fahrzeughersteller das<br />
Gewicht der Fahrzeuge – und damit<br />
den Energieverbrauch – weiter senken<br />
und gleichzeitig die Sicherheit<br />
beibehalten oder sogar erhöhen.<br />
Stahl mit einer Zugfestigkeit bis 2000<br />
MPa stellt aber auch höhere Anforderungen<br />
an die Prozesssteuerung und<br />
-überwachung, um das Risiko der so<br />
genannten Wasserstoffversprödung<br />
zu verringern. Dieses Phänomen tritt<br />
auf, wenn beim Erhitzen Wasserstoff<br />
aus der Umgebungsluft in das Blech<br />
eindringt, wodurch es spröder und<br />
rissanfälliger wird.<br />
Wasserstoffversprödung ist besonders<br />
in der Automobilindustrie ein Problem,<br />
vor allem in heißen und feuchten<br />
Ländern, in denen pressgehärtete<br />
Stahlbauteile hergestellt werden. Um<br />
dieses Risiko zu minimieren, ist es<br />
wichtig, den Taupunkt der Ofenluft<br />
zu regeln, das heißt die Temperatur,<br />
bei der die Luft mit Feuchtigkeit gesättigt<br />
ist und Wasserdampf zu flüs sigem<br />
Wasser zu kondensieren beginnt.<br />
Wie sensibel ist der Prozess? Gemeinsam<br />
mit dem Stahlhersteller ArcelorMittal<br />
testete AP&T kürzlich<br />
pressgehärtete Bauteile, die mit dem<br />
ultrahochfesten Al-Si-beschichteten<br />
Werkstoff Usibor 2000 AS hergestellt<br />
wurden, in einem Multi-Layer-Furnace<br />
in feuchter Umgebung. Ziel war<br />
es herauszufinden, ob die Taupunktregelung<br />
des Ofens durch Einblasen<br />
trockener Luft effizient genug ist, um<br />
Wasserstoffversprödung selbst unter<br />
ungünstigsten Bedingungen zu vermeiden.<br />
In der Entwicklungsabteilung von<br />
AP&T im schwedischen Ulricehamn<br />
wurde eine Klimakammer um den<br />
für die Tests verwendeten Ofen herum<br />
gebaut. Es herrschten eine relative<br />
Luftfeuchtigkeit von 70 Prozent<br />
und eine Temperatur von 30 °C.<br />
Wenn die Ofentür geöffnet und das<br />
Material eingelegt wird, tritt Luft aus<br />
der Umgebung ein. Um die Luftfeuchtigkeit<br />
zu senken und damit<br />
den Taupunkt zu regulieren, wird<br />
trockene Luft in die Kammer eingeblasen.<br />
Es wurde eine Reihe von<br />
Tests durchgeführt, bei denen sowohl<br />
große als auch kleine Mengen<br />
trockener Luft bei steigenden Ofentemperaturen<br />
zugeführt wurden.<br />
Wenn die Blechplatinen aus dem<br />
Ofen genommen werden, haben sie<br />
eine Temperatur von etwa 900 Grad.<br />
Im nächsten Schritt werden sie gepresst<br />
und in einem Werkzeug auf etwa<br />
80 Grad abgeschreckt.<br />
Innerhalb von zwei Tagen nach Abschluss<br />
der Tests wurden die Proben<br />
in Trockeneis gelagert und zur Analyse<br />
bei ArcelorMittal nach Frankreich<br />
transportiert. Und das Ergebnis?<br />
Die Ergebnisse zeigten, dass der Wasserstoffgehalt<br />
in Usibor 2000 AS mit<br />
etwa 0,1 ppm niedrig blieb, unabhängig<br />
davon, ob große oder kleine<br />
Mengen trockener Luft in den Prozess<br />
eingeblasen wurden. Schlussfolgerung:<br />
Das Taupunktregelungssystem<br />
der Multi-Layer-Furnaces von<br />
AP&T mit Trockenlufteinblasung ist<br />
effizient, um die Wasserstoffaufnahme<br />
bei aluminierten Presshärtestählen<br />
zu minimieren, und eignet sich<br />
daher sehr gut für die sichere Produktion<br />
von Teilen aus aluminierten<br />
Presshärtestählen mit Festigkeiten<br />
bis 2000 MPa.<br />
aptgroup.com<br />
1<br />
2<br />
1 Wenn die Platinen aus dem Ofengenommen werden, haben sie etwa<br />
900 °C.<br />
2 Nach dem Erhitzen werden die Platinen gepresst und im Werkzeug auf<br />
etwa 80° abgeschreckt.<br />
© AP&T<br />
© AP&T<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
29
TECHNIK<br />
Bandanlagen und Pressen<br />
Effiziente Blechum for mung:<br />
Die servo hydrau lische<br />
Antriebslösung von<br />
Bosch Rexroth erhöht die<br />
Energie effizienz von<br />
Tiefziehpressen.<br />
© Bosch Rexroth<br />
Effizienz-Booster<br />
für Tiefziehpressen<br />
MIT SEINER SERVOHYDRAULISCHEN Antriebslösung erhöht Bosch Rexroth die Effizienz in der<br />
Blechumformung. Durch Rekuperation kann die Energieeffizienz von Tiefziehpressen um 30 Prozent<br />
gesteigert werden. Das modulare Design vereinfacht das Engineering und die Installation für den Maschinenhersteller.<br />
Endkunden profitieren zudem von reduziertem Ölvolumen und verringertem Bauraum.<br />
Moderne Tiefziehpressen sollen <strong>Bleche</strong><br />
in konstant hoher Qualität und<br />
Produktivität umformen und möglichst<br />
wenig Energie verbrauchen.<br />
Gleichzeitig benötigen Maschinenhersteller standardisierte<br />
Antriebskonzepte, um verschiedenste<br />
Anwendungen wirtschaftlich realisieren zu können.<br />
Dabei sollen insbesondere die EngineeringundInstallationsaufwändereduziertwerden.<br />
Die servohydraulische Antriebslösung von Bosch<br />
Rexroth bietet hier viele Vorteile. Die Module aus<br />
servohydraulischer Pumpeneinheit und SteuerblocklassensichjenachAnforderungzurbedarfsgerechten<br />
Versorgung von Ziehkissen und Oberkolben<br />
einsetzen. Werden beide servohydraulischen<br />
Lösungen mit einem gemeinsamen elektrischen<br />
Antriebssystem betrieben, erzielt eine solche<br />
Tiefziehpresse im Vergleich zur konventionellen<br />
Hydraulikpresse mit Ventilsteuerung eine<br />
Energieersparnisbis30Prozent.<br />
Energierückgewinnung und<br />
präzise Leistungsbereitstellung<br />
Die deutliche Steigerung der Energieeffizienz ermöglicht<br />
zum einen die drehzahlgeregelten Servomotor-Pumpen-Einheit<br />
für den Oberkolben, die<br />
zu jedem Zeitpunkt des Pressenzyklus die exakt<br />
30<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
enötigte Leistung bereitstellt. Zum anderen kann<br />
beim Tiefziehen ein Teil der Prozessenergie über<br />
die Servomotor-Pumpen-Einheit im Ziehkissen<br />
zurückgewonnenwerden,diebeiEinsatzdersonst<br />
üblichen Ventilsteuerung zur Regelung der Ziehkissenkraft<br />
verlorengehen würde. Die zurückgewonnene<br />
elektrische Energie kann dem Oberkolben<br />
über den gemeinsamen Zwischenkreis zur<br />
Verfügung gestellt oder ins Netz zurückgespeist<br />
werden. Dadurch reduziert sich der Energieverbrauch<br />
der Maschine direkt während des Ziehvorgangs.<br />
Darüber hinaus erschließt die servohydraulische<br />
Antriebslösung zusätzliche Einsparpotenziale<br />
durch einen minimierten Kühlbedarf des Hydraulikaggregats.GrundhierfüristderhoheWirkungsgradbzw.diedrastischeReduktionderDrosselverluste,waszueinergeringerenErwärmungdesHydrauliköls<br />
führt. Dadurch kann das Aggregat kleinerausgelegtundteilweisekomplettaufeineKühlung<br />
verzichtet werden, was die Investitions- und<br />
Betriebskostenweitersenkt.<br />
ZAHLEN & FAKTEN<br />
BOSCH REXROTH sorgt als ein weltweit führender Anbieter von Antriebs- und Steuerungstechnologien<br />
für effiziente, leistungsstarke und sichere Bewegung in Maschinen und<br />
Anlagen jeder Art und Größenordnung. Das Unternehmen bündelt weltweite Anwendungserfahrungen<br />
in den Marktsegmenten Mobile und Industrie-Anwendungen sowie<br />
Fabrikautomation. Mit intelligenten Komponenten, maßgeschneiderten Systemlösungen,<br />
Engineering sowie Dienstleistungen schafft Bosch Rexroth die Voraussetzungen für<br />
vollständig vernetzbare Anwendungen. Bosch Rexroth (Hauptsitz: Lohr am Main – Unterfranken)<br />
bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik,<br />
Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik einschließlich Software und Schnittstellen<br />
ins Internet der Dinge. Mit einer Präsenz in mehr als 80 Ländern erwirtschafteten<br />
rund 33.800 Mitarbeitende 2023 einen Umsatz von 7,6 Milliarden Euro.<br />
Die Bosch-Gruppe ist ein international führendes Technologie- und Dienstleistungs -<br />
unternehmen mit weltweit rund 429.000 Mitarbeitenden (Stand: 31. Dezember2023).<br />
Sie erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2023 einen Umsatz von 91,6 Milliarden Euro. Die<br />
Aktivitäten gliedern sich in die vier Unternehmensbereiche Mobility, Industrial Technology,<br />
Consumer Goods sowie Energy and Building Technology. Mit seiner Geschäftstätigkeit will<br />
das Unternehmen übergreifende Trends wie Automatisierung, Elektrifizierung, Digitalisierung,<br />
Vernetzung sowie die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit technologisch mitgestalten.<br />
Die breite Aufstellung über Branchen und Regionen hinweg stärkt die Innovationskraft und<br />
Robustheit von Bosch. Mit seiner Kompetenz bei Sensorik, Software und Services ist das<br />
Unternehmen in der Lage, domänenübergreifende Lösungen aus einer Hand anzubieten.<br />
Zudem setzt Bosch sein Know-how in den Bereichen Vernetzung und künstliche Intelligenz<br />
ein, um intelligente, nutzerfreundliche und nachhaltige Produkte zu entwickeln.<br />
Die Bosch-Gruppe umfasst die Robert Bosch GmbH sowie ihre rund 470 Tochter- und<br />
Regionalgesellschaften in mehr als 60 Ländern. Inklusive Handels- und Dienstleistungspartnern<br />
erstreckt sich der weltweite Fertigungs-, Entwicklungs- und Vertriebsverbund<br />
von Bosch über fast alle Länder der Welt. Basis für künftiges Wachstum ist die Innova -<br />
tionskraft des Unternehmens. Bosch beschäftigt weltweit rund 90.000 Mitarbeitende in<br />
Forschung und Entwicklung an 136 Standorten, davon etwa 48.000 Software-Entwick -<br />
lerinnen und -Entwickler.<br />
Die servohydraulische<br />
Tiefziehpresse<br />
kann eine Energie -<br />
ersparnis bis<br />
30 Prozent erzielen.<br />
Mehr Produktivität, Qualität<br />
und Transparenz<br />
DiedigitaleSteuerungdesservohydraulischenAntriebs<br />
wirkt sich positiv auf die Prozessqualität<br />
und -transparenz sowie die Produktivität aus. Da<br />
sich die einzelnen Drücke, Positionen, Geschwindigkeiten<br />
und Kräfte sehr präzise regeln lassen,<br />
können Blechteile wiederholgenau mit höherer<br />
Qualität produziert werden. So kann zum Beispiel<br />
der Oberkolbenantrieb auch mit sehr niedrigen<br />
Motordrehzahlen von wenigen Umdrehungen pro<br />
Minute arbeiten. Gleichzeitig ermöglichen die reaktionsschnellenServomotorenkürzereZykluszeiten<br />
und eine höhere Ausbringung. Verschiedene<br />
Pumpenoptionen mit Zweipunkt- oder proportionalem<br />
Verstellsystem bis hin zur MehrquantensteuerungerweiterndenGestaltungsspielraumzusätzlich,<br />
wodurch das energiesparende Antriebskonzept<br />
noch für viele weitere Anwendungen attraktivwird.<br />
Der servohydraulische Antrieb ermöglicht zudem<br />
datenbasierendeAnalysenzurProzessoptimierung<br />
und ein Condition Monitoring zur Minimierung<br />
vonStillstandszeiten.<br />
www.boschrexroth.de<br />
WWW.GSW-GROUP.COM<br />
SYSTEME<br />
MASCHINEN<br />
SERVICE<br />
ZUBEHÖR<br />
„In unseren<br />
Systemen<br />
ist Ihr Blech<br />
gut angelegt.“<br />
Benjamin Schwabe<br />
Geschäftsführer<br />
GSW Längsteil-Technologie<br />
mit servogestützter<br />
Schneidmesser-Einstellung
1<br />
© Kohler<br />
Indischer Job-<br />
Shopper setzt auf<br />
Teilerichtmaschine<br />
OB LASERSCHNEIDEN, Entgraten, Abkanten, Schweißen oder Montieren – in allen Bereichen der<br />
Blechverarbeitung spielen Ebenheit sowie Spannungen im Blech eine entscheidende Rolle. Professionell<br />
gerichtete <strong>Bleche</strong> sind spannungsarm, weisen die erforderliche Ebenheit auf und lassen sich daher optimal<br />
weiterverarbeiten.<br />
70<br />
bis über 300 Tonnen Material pro<br />
Monat werden bei dem indischen<br />
Job-Shopper von den 45 Mitarbeitern<br />
verarbeitet. Gorasia Industries<br />
wurde 1985 von Gorashiya Murji Harji mit<br />
dem Ziel gegründet, hochpräzise Blechartikel<br />
schnell zu wirtschaftlich attraktiven Preisen zu liefern.<br />
Die 2.500 m² große Produktionsstätte von<br />
Gorasia glänzt heute durch einen modernen Maschinenpark:<br />
eine Laserschneidanlage von Salvagnini,<br />
drei Abkantpressen von Bystronic, Amada<br />
und Accurpress sowie eine Entgratanlage von<br />
Time savers und diverse Handschweißgeräte. Zur<br />
Steigerung der Qualität und zuverlässigen Verkürzung<br />
der Durchlaufzeiten wurde die Produktion<br />
jüngst um eine Teilerichtmaschine Peak Performer<br />
30P.1300 der Kohler Maschinenbau GmbH erweitert.<br />
32<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Richten<br />
2 3<br />
1 Der Maschinenpark bei Gorasia wurde nun um eine Teilerichtmaschine Peak Performer 30P.1300 ergänzt.<br />
2 Die Teilerichtmaschine konnte in Indien erfolgreich in Betrieb genommen werden.<br />
3 Auf der 30P.1300 können auch perforierte Bauteile wie Lautsprecherabdeckungen oder Loch- und Fassadenbauteile optimal gerichtet werden.<br />
© Kohler<br />
© Kohler<br />
Das Unternehmen mit Sitz im Bundesstaat Gujarat<br />
im Westen Indiens bietet – je nach Auftragsvolumen<br />
und Kundenanforderungen – ein flexibles<br />
Schichtsystem von 1 bis 3 Schichten. Die Hauptprodukte<br />
umfassen geschnittene Teile bis hin zu<br />
kompletten Maschinengehäusen, wobei der Fokus<br />
auf Stahl (70 Prozent), Edelstahl (20 Prozent) und<br />
Aluminium (10 Prozent) liegt.<br />
Ebene <strong>Bleche</strong> ermöglichen Prozessoptimierung<br />
auf entspannte Weise<br />
Dass die gestanzten und lasergeschnittenen <strong>Bleche</strong><br />
vor der Weiterverarbeitung gerichtet werden müssen,<br />
weiß der indische Job Shopper nur zu gut. Je<br />
ebener und spannungsärmer die Teile ausfallen,<br />
desto besser lassen sie sich abkanten, biegen,<br />
schweißen und letztendlich montieren. Vor der<br />
Anschaffung der Teilerichtmaschine wurden die<br />
hohen Ebenheitsanforderungen der Kunden manuell<br />
von erfahrenen Mitarbeitern mühsam mit<br />
dem Hammer gerichtet. Dieser Prozess war zeitaufwändig<br />
und nicht immer präzise. Zudem stellte<br />
der Ausfall eines erfahrenen Mitarbeiters ein erhebliches<br />
Problem dar.<br />
„Durch das manuelle Richten konnten wir auf<br />
Dauer keine optimalen Ergebnisse erzielen. Da<br />
von unseren Kunden aber zunehmend enge Ebenheitstoleranzen<br />
von teilweise bis 0,1 mm/m am<br />
Endprodukt gefordert werden, fiel uns die Entscheidung,<br />
in eine Teilerichtmaschine zu investieren,<br />
nicht schwer“, erklärt Rupesh Gorashiya, Geschäftsführer<br />
bei Gorasia. „Wir sind über die<br />
GVK Metalforms auf die Teilerichtmaschine von<br />
Kohler gestoßen. GVK, als enger Vertriebspartner<br />
von Kohler, konnte uns direkt eine passgenaue<br />
Maschine vermitteln. Die Kohler Teilerichtmaschine<br />
hat sich als äußerst vorteilhaft erwiesen. Sie ermöglicht<br />
eine schnellere und flexiblere Produktion<br />
mit weniger Nacharbeit und Reklamationen.“<br />
Damit sei es nicht genug: „Die einfache Bedienbarkeit<br />
und Wartung der Maschine sowie das erweiterte<br />
Reinigungssystem, das uns beim Wechsel von<br />
Baustahl auf Edelstahl oder Aluminium hilft, tragen<br />
zur Effizienz und Langlebigkeit der Maschine<br />
bei. Bereits unmittelbar nach der Inbetriebnahme<br />
konnten wir bei den ersten gerichteten Teilen sehen,<br />
dass diese Maschine für uns eine große Zeitersparnis<br />
bringen wird und wir die Kundenanforderungen<br />
schneller sowie präziser erreichen werden.<br />
Ferner können wir auch perforierte Bauteile<br />
wie Lautsprecherabdeckungen oder Loch- und<br />
Fassadenbauteile, die als hochwertige Designelemente<br />
vorgesehen sind, auf dem Kohler Peak Performer<br />
optimal richten.“<br />
Richten: Qualität von Anfang an<br />
Die Vorteile gerichteter Bauteile liegen in der höheren<br />
Wiederholgenauigkeit des Biegewinkels<br />
beim Abkanten und in der Passgenauigkeit der<br />
»… eine schnellere<br />
und flexiblere Produktion<br />
mit weniger<br />
Nacharbeit und<br />
Reklamationen.«<br />
Rupesh Gorashiya, Geschäftsführer bei Gorasia<br />
Teile beim Schweißen, da die Spannungen im<br />
Blech auf ein Minimum reduziert werden können<br />
und die Teile weniger Verzug aufweisen. Die nachgelagerten<br />
Arbeiten werden infolgedessen prozesssicher<br />
und effizienter, da aufwendige Nacharbeiten<br />
entfallen.<br />
Die regelmäßige Reinigung der Richtwalzen und<br />
Stützrollen von Schmutzpartikeln ist nicht zu vernachlässigen<br />
– insbesondere, wenn ein Mix aus<br />
Stahl und Edelstahl verarbeitet wird. Es wird somit<br />
verhindert, dass Abrieb auf dem Richtmaterial<br />
abgelagert wird und Verschmutzungen oder gar<br />
Kratzer das Richtgut beeinträchtigen.<br />
Durch die vollständig ausfahrbare Richtkassette<br />
lassen sich die Walzen und Rollen mühelos von<br />
nur einer Person zwischen zwei Richtaufträgen reinigen.<br />
Dieses zusätzliche Feature verbessert nicht<br />
nur die Richtergebnisse, indem Verunreinigungen<br />
vermieden werden, sondern reduziert auch unerwünschten<br />
Ausschuss.<br />
Entspannt in die Zukunft<br />
Diese Erfolgsgeschichte zeigt, wie eine Investition<br />
in die moderne Richttechnologie von Kohler Produktionsprozesse<br />
optimiert und Unternehmen für<br />
zukünftige Herausforderungen rüstet. Gorasia Industries<br />
Pvt. Ltd. plant darüber hinaus eine Expansion<br />
und hat bereits ein großes Grundstück erworben.<br />
Obwohl aktuell noch keine Bebauung vorgesehen<br />
ist, kann diese flexibel innerhalb von sechs<br />
Monaten gestartet werden. Gorasia beabsichtigt,<br />
größere und dickere Bauteile herzustellen und<br />
wird demzufolge eine größere Teilerichtmaschine<br />
benötigen.<br />
www.kohler-germany.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
33
TECHNIK<br />
Flächen und Kanten<br />
Gratfreie Blechteile<br />
für Kassenautomaten<br />
und Signaltechnikkomponenten<br />
GERADE DER FIBERLASER erfordert aufgrund der beim Schneiden entstehenden Grate eine<br />
nachgeschaltete leistungsstarke Entgrattechnik. Ein weltweit agierendes Unternehmen aus Nordrhein-<br />
Westfalen investierte mehrfach in diese Techniken und entwickelte dabei parallel eine optimierte<br />
Produktionslogistik und einen durchgängigen Material-Flow.<br />
© Lissmac/Riedinger<br />
Welches Produktions-Know-how in<br />
den Dingen steckt, die uns täglich<br />
begegnen, ist oft auf den ersten Blick<br />
nicht erkennbar, beispielsweise in<br />
Park- oder Signallösungen. Das Mönchengladbacher<br />
Familienunternehmen Scheidt & Bachmann<br />
gehört zu den führenden Anbietern von Systemlösungen<br />
für ein mobiles Leben. So stellt Scheidt &<br />
Bachmann unter anderem Kassenautomaten und<br />
Terminals für Parkhäuser oder Busse her, Signal-<br />
technikkomponenten und Schrankenanlagen, beispielsweise<br />
für die Deutsche Bahn, oder Managementsysteme<br />
für Tankstellen und Ladesäulen. Im<br />
Jahre 1872 gegründet, entwickelte sich das Unternehmen<br />
vom Maschinenbauer zum global agierenden<br />
Systemanbieter mit insgesamt etwa 3.500 Mitarbeitern<br />
weltweit. Seit jeher zeichnet Scheidt &<br />
Bachmann eine hohe Fertigungstiefe aus – nahezu<br />
alle Komponenten und Bauteile aus Metall werden<br />
inhouse gefertigt.<br />
1 Mit der Schleif- und Entgratmaschine SMD 345 S-Edition kann ein definiertes<br />
Ober flächenfinish erzeugt werden. Dadurch ist eine höhere Flexibilität möglich<br />
und es können Kosten im Einkauf gespart werden.<br />
1<br />
Die Vorfertigung von Scheidt & Bachmann ist in<br />
Mönchengladbach angesiedelt, Montagelinien stehen<br />
in der Slowakei und in den USA. Scheidt &<br />
Bachmann stellt zu 90 Prozent Edelstahlteile her sowie<br />
einige Teile aus Aluminium und Stahl.<br />
Im Bereich Blechverarbeitung wird in Mönchengladbach<br />
mit 90 Mitarbeitern ein breites Portfolio<br />
an Blechfertigungsartikeln hergestellt. Die Ansprüche<br />
an die Bearbeitungsergebnisse und auch an die<br />
Bearbeitungstechnologien sind dabei in den letzten<br />
Jahren kontinuierlich gestiegen. Vor 2006 wurden<br />
Laserzuschnitte nach dem Zuschnitt auf Paletten<br />
abgelegt, gestapelt und dann einzeln entnommen.<br />
Im Anschluss wurden diese manuell sowie mit einfacher<br />
Technik geschliffen. Dies war recht aufwendig<br />
und erforderte einen hohen manuellen Aufwand<br />
und mitunter auch mehrfachen Durchlauf.<br />
Durchlaufzeiten, Logistik und Kosten waren ebenfalls<br />
nicht optimal.<br />
Mit den Thema Kantenverrundung wurde dann im<br />
Jahre 2006 die erste Lissmac-Anlage angeschafft: eine<br />
SBM S 1000 für die Bearbeitung von Blech- und<br />
Laserteilen. Das beidseitige Kantenverrunden von<br />
Innen- und Außenkonturen in nur einem Arbeitsgang<br />
sorgt seitdem für deutlich mehr Prozesseffizienz<br />
und für Zeitersparnis. Was zu diesem Zeitpunkt<br />
noch fehlte, war eine strukturierte, angepasste Produktionslogistik.<br />
Fiberlaser wurde durch leistungsstarke<br />
Entgrattechnik ergänzt<br />
Als 2019 in einem nächsten Schritt modernisiert<br />
und in neue Anlagentechnik investiert werden<br />
sollte, standen mehrere Kriterien auf dem Plan:<br />
Durch die Anschaffung eines Lasers von Trumpf<br />
34<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
2<br />
© Lissmac/Riedinger<br />
2 Die Anschaffung von zwei vollautomatisierten<br />
Trumpf-Fiberlaser-Schneidmaschinen mit<br />
angeschlossenem Stopa-Lager erforderte<br />
nachgeschaltete leistungsstarke Entgrattechnik.<br />
Scheidt & Bachmann nutzt hier zwei universelle<br />
Lissmac-Schleif- und Entgratmaschinen SMD<br />
345 S-Edition mit Rotationsbürstentechnike<br />
zum Entgraten und Kantenverrunden in einer<br />
einstellbaren Qualität und Tiefe.<br />
mit Fibertechnologie setzten die Entscheider von<br />
Scheidt & Bachmann auf die Technologievorteile<br />
des Verfahrens. Die Anschaffung der neuen<br />
Schneidtechnik erforderte also auch leistungsfähige<br />
Entgrattechnik. Mit Blick auf die Beschäftigten<br />
sollten zudem ergonomische Verbesserungen für<br />
die Werker erreicht werden. Also wurden zwei Anlagenhersteller<br />
kontaktiert und Referenzteile zur<br />
Probenbearbeitung geschickt. Die Entscheidung<br />
fiel schließlich auf eine SBML 1500 von Lissmac,<br />
die zum Entgraten und beidseitigen Kantenverrunden<br />
eingesetzt wird.<br />
„Mit einem Schleifdurchgang erfolgt mit dieser Anlage<br />
eine beidseitige Bearbeitung. Und diese ist auch<br />
so gut, dass tatsächlich ein Durchgang genügt, um<br />
ein qualitativ hochwertiges Schleifergebnis zu erreichen“,<br />
beschreibt Jörg Würker, Leiter Mechanische<br />
Fertigung und Leiter Blechverarbeitung bei der<br />
Scheidt & Bachmann GmbH. Aufwendige Nachbearbeitungen<br />
sind nicht mehr nötig. Und er nennt einen<br />
weiteren wichtigen Aspekt: die Arbeitssicherheit<br />
für Monteure, die ja dann in den USA greift.<br />
„Wenn ein scharfkantiger Artikel in einer Montagelinie<br />
ist, kann sich der Monteur verletzen – und dadurch<br />
schnell ein rechtliches Problem auftreten“, so<br />
Würker.<br />
Dass mit allen Testteilen auch die technischen Parameter<br />
übergeben wurden, sei zudem gerade in der<br />
Startphase mit der neuen Anlage sehr hilfreich gewesen.<br />
„Davon haben wir sehr profitiert“, so Würker.<br />
Auch Dirk Schürstedt, Gebietsverkaufsleiter Metal<br />
Processing bei der Lissmac Maschinenbau GmbH,<br />
der Scheidt & Bachmann seit 2019 betreut, erinnert<br />
sich an den Erstkontakt und an einen pragmatischen<br />
und konstruktiven Entscheidungsprozess. Er ergänzt:<br />
„Alle Bearbeitungen der Proben werden bei Lissmac<br />
grundsätzlich exakt und umfassend dokumentiert<br />
und dem Kunden zur Verfügung gestellt. Also welche<br />
Maschine wurde für die Bearbeitung verwendet,<br />
welches Werkzeug, welche Geschwindigkeiten, welche<br />
Drehzahlen und so weiter.“ Der Kunde könne<br />
damit von Beginn an gute Bearbeitungsergebnisse erzielen.<br />
Im Laufe der Zeit und basierend auf den Erfahrungen<br />
der Produktion erfolge dann in der Regel<br />
noch ein Feintuning der Anlage, das immer besser<br />
auf die Prozesse abgestimmt werden kann.<br />
Für die Werker war das Handling mit der Technik<br />
erst einmal neu, so dass eine zielgerichtete Schulung<br />
durchgeführt wurde. Insgesamt konnte das Projekt<br />
zügig und konstruktiv umgesetzt werden. Heute<br />
werden auf der Anlage <strong>Bleche</strong> mit Dicken von 0,8<br />
bis 10 mm bearbeitet. Die Größe der jeweiligen<br />
Blechzuschnitte reicht dabei von der Handy- bis zur<br />
Tischgröße. Die Anlage wurde 2023 zudem mit einer<br />
Nassabsaugung nachgerüstet, um auch Aluminium<br />
bearbeiten zu können und eine Mate -<br />
rialtrennung zu gewährleisten.<br />
Mit der Anschaffung der SBM L 1500 im Jahre 2019<br />
wurde bereits deutlich, dass die Produktionslogistik<br />
optimiert werden muss. Als 2021 dann zwei vollautomatisierte<br />
Trumpf-Fiberlaser-Schneid maschinen<br />
mit angeschlossenem Stopa-Lager angeschafft wurden,<br />
stand das Thema wieder im Raum und sollte<br />
nun zu Ende gedacht werden. „Wenn der Mitarbeiter<br />
das Teil aus der Laseranlage herausnimmt, sollte<br />
er es auch direkt auf der Schleifmaschine able-
TECHNIK<br />
Flächen und Kanten<br />
1 Die 2019 gekaufte SBML 1500<br />
von Lissmac wird für das<br />
Entgraten und beidseitige<br />
Kantenverrunden in nur einem<br />
Arbeitsgang eingesetzt. Von<br />
Beginn an konnten damit sehr<br />
gute Bearbeitungsergebnisse<br />
erzielt werden.<br />
© Lissmac/Riedinger<br />
1 2<br />
© Lissmac/Riedinger<br />
2 Vorarbeiter Pascal Rocktäschel,<br />
Jörg Würker, Leiter<br />
mechanische Fertigung und<br />
Blechfertigung (beide Scheidt &<br />
Bachmann) und Lissmac-<br />
Gebietsverkaufsleiter Dirk<br />
Schürstedt, links) prüfen die<br />
Bearbeitungsergebnisse<br />
(v. l. n. r.).<br />
3<br />
© Lissmac/Riedinger<br />
© Lissmac/Riedinger<br />
4<br />
1 Die 2019 gekaufte SBML 1500 von Lissmac<br />
wird für das Entgraten und beidseitige<br />
Kantenverrunden in nur einem Arbeitsgang<br />
eingesetzt. Von Beginn an konnten damit sehr<br />
gute Bearbeitungsergebnisse erzielt werden.<br />
© Lissmac/Riedinger<br />
»Wir setzen auf stabile und<br />
funktionierende Beziehungen.<br />
Deshalb haben wir uns wieder für<br />
Lissmac-Technik entschieden.«<br />
Jörg Würker (links, mit Dirk Schürstedt),<br />
Leiter mechanische Fertigung und Blechfertigung bei Scheidt & Bachmann<br />
2 Vorarbeiter Pascal Rocktäschel, Jörg Würker,<br />
Leiter mechanische Fertigung und Blechfertigung<br />
(beide Scheidt & Bachmann) und Lissmac-<br />
Gebietsverkaufsleiter Dirk Schürstedt, links)<br />
prüfen die Bearbeitungsergebnisse<br />
(v. l. n. r.).<br />
gen. Der durchgängige Material-Flow war uns wichtig<br />
und sollte umgesetzt werden“, erklärt Würker.<br />
Auch um manuelle Arbeiten und hohe Durchlaufzeiten<br />
zu vermeiden. Dementsprechend wurden<br />
2022 zwei weitere Anlagen angeschafft, mit denen<br />
dieser nahtlose Prozess realisiert werden konnte.<br />
„Wir setzen auf stabile und funktionierende Beziehungen.<br />
Deshalb haben wir uns wieder für Lissmac-<br />
Technologie entschieden – diesmal für zwei Anlagen<br />
mit Rotationsbürstentechnologie, mit denen<br />
wir Entgraten und zudem Kantenverrunden können<br />
in einer einstellbaren Qualität und Tiefe“, so<br />
der Leiter Blechverarbeitung.<br />
„Gekauft wurden zwei universelle Schleif- und Entgratmaschinen<br />
SMD 345 S-Edition. Beide Anlagen<br />
arbeiten diesmal im einseitigen Betrieb. Mit ihnen<br />
kann man jedoch ein definiertes Oberflächenfinish,<br />
wie den klassischen Bürstschliff, erzeugen. Dadurch<br />
ist eine höhere Flexibilität möglich und es können<br />
Kosten im Einkauf gespart werden“, ergänzt Lissmac-Spezialist<br />
Schürstedt. Mit Blick auf das Thema<br />
Flexibilität wurden auch diese beiden Anlagen mit<br />
einer Nassabsaugung ausgerüstet.<br />
Technologiesupport ist wichtig<br />
Fest steht: Bei Scheidt & Bachmann ist man mit den<br />
Bearbeitungsergebnissen der Lissmac-Anlagen sehr<br />
zufrieden. „Seit die neuen Anlagen im Einsatz sind,<br />
erzielen wir verlässlich sehr gute Entgratergebnisse“,<br />
so Jörg Würker. Dazu kommen ein zielgerichteter<br />
Technologiesupport und ein verlässlicher Service.<br />
Für Dirk Schürstedt ist es wichtig, mit passgenauer<br />
Technik auf die individuellen Produktionsgegebenheiten<br />
und Anforderungen des Kunden reagieren<br />
zu können. „Es macht Spaß, die Bedürfnisse des<br />
Kunden über Jahre begleiten zu können. Auch wir<br />
als Maschinenbauer entwickeln die Anlagen stetig<br />
weiter. Dafür ist die Rückmeldung des Kunden<br />
wichtig“, versichert er. Momentan liegt ein Fokus<br />
auf der Bedienbarkeit der Anlagen. Diese sollen<br />
möglichst einfach und selbsterklärend zu handhaben<br />
sein, um dem Werker die Arbeit zu erleichtern.<br />
Annedore Bose-Munde<br />
www.lissmac.com<br />
36 <strong>bbr</strong>.news März <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Antriebe<br />
Maximale<br />
Vielseitigkeit<br />
und noch<br />
mehr Komfort<br />
1<br />
SEIN PRODUKT SORTIMENT an<br />
Antrieben für biegsame Wellen hat Biax, ein<br />
führender Lösungsanbieter für industrielle<br />
Entgratung und Nachbearbeitung, erheblich<br />
erweitert.<br />
Mit der Einführung der MB 10 G präsentiert Biax eine<br />
Maschine im Einstiegssegment für leichte Entgratungs-undSchleifarbeitenmit4-mm-Wellen.DieMB<br />
10Gbietet400WLeistungbeibiszu20.000Umdrehungen,<br />
kann an einem Hängegalgen befestigt und optional mit<br />
TischreglerundFußpedalbetriebenwerden.<br />
Im mittelstarken Segment wartet die MB 40 G mit einer Leistung<br />
von1,0KWauf,wahlweiseals230-V-oder400-V-Variante.Dieses<br />
ModellwurdespeziellfürdasBearbeitenundPolierenvonMetallen<br />
sowie für Fräsarbeiten im Werkzeug- und Formenbau<br />
konzipiert. Dank der stufenlos einstellbaren<br />
Geschwindigkeit von 1.000 bis 20.000 U/<br />
min und ihrer beeindruckenden Durchzugskraft<br />
im niedrigen Drehzahlbereich<br />
setztdieMB40GneueMaßstäbe.Ihrkompakter<br />
Motor ermöglicht zudem einen einfachen<br />
Transport,ohnedabeiKompromissebeiderLeistungeinzugehen.<br />
Noch kraftvoller präsentiert sich die MB 45 G mit 2,0 KW, die ausschließlich<br />
als 400-V-Ausführung erhältlich ist. Es können Fächerschleifer<br />
und Polierscheiben bis 160 mm Durchmesser von 1.000<br />
bis 15.000 U/min eingesetzt werden. Beide Modelle, MB 40 G und<br />
MB45G,sindoptionalmitTischreglerund/oderFußpedalerhältlich.<br />
Sie können hängend oder auf einem Tisch- oder Fahrständer<br />
betriebenwerden.<br />
2<br />
© Biax<br />
© Biax<br />
„Biegsame Achsen“ seit über 100 Jahren<br />
Nach oben hin wird das Biax-Sortiment durch die beeindruckende<br />
MB60G(400V)abgerundet.DieseMaschinewurdefürdiehärtesten<br />
und anspruchsvollsten industriellen Anwendungen entwickelt<br />
und bietet mit 3,7 kW bei Drehzahlen von 1.500 bis 12.000 U/min<br />
LeistungimÜberfluss.<br />
Sämtliche Antriebe aus dem Biax-Sortiment sind mit einem M10-<br />
Gewindeanschluss für die Biax-Wellen ausgestattet, die sich durch<br />
ihrehöchsteQualitätundZuverlässigkeitauszeichnen.<br />
Übrigens: die Marke Biax gibt es schon seit 104 Jahren. Der MarkennamewirdabgeleitetvonderBezeichnung„biegsameAchse“.<br />
www.biax.de<br />
© Biax<br />
1 MB 10 G<br />
2 MB 40 G<br />
3 MB 45 G<br />
3<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
37
TECHNIK<br />
Flächen und Kanten<br />
Oberflächenbearbeitung kleiner Teile<br />
DIE NEUE F250 von Q-Fin soll nach dem Wunsch ihrer Entwickler der neue Maßstab für das<br />
Finishing kleiner Blechteile werden. Auf der Euroblech wurde die F250 mit dem Euroblech Award<br />
in der Kategorie Oberflächentechnologie ausgezeichnet.<br />
»Wir haben gut<br />
auf unsere Kunden<br />
gehört.«<br />
Joost Kouwenbergh, Brand Manager bei Q-Fin<br />
dient werden, was dem Benutzer die vollständige<br />
Kontrolleermöglicht.<br />
© Q-Fin<br />
Die F250 ist die Nachfolgerin der F200 und übersetzt<br />
die Technologie der größeren Q-Fin-Maschinen<br />
in ein kompaktes und vielseitiges Format<br />
speziell für das Entgraten, Verrunden und<br />
FinishingkleinerMetallteile.DiesesKonzepthabendieJury<br />
und das Publikum durch die weitreichende Automatisierung<br />
und das hohe Maß an Benutzerfreundlichkeit überzeugt.IneineröffentlichenAbstimmungwurdedieF250in<br />
der Kategorie Oberflächentechnologie aus über 70 EinreichungenalsSiegergewählt.<br />
Die F250 wurde mit Blick auf den Anwender entwickelt.<br />
Mit 250 mm Bandbreite und maximal 100 mm ProdukthöhebietetdieMaschineumfassendeMöglichkeitenzumEntgraten,AbrundenundFinishingkleinerBlechteile.JedeBearbeitungsstation<br />
kann vollständig softwaregesteuert be-<br />
© Q-Fin<br />
Mit 250 mm Bandbreite und 100 mm<br />
Produkthöhe bietet die F250<br />
umfassende Möglichkeiten zum<br />
Entgraten, Abrunden und Finishing<br />
kleiner Blechteile.<br />
Kraft, Präzision und Kontrolle<br />
in einem kompakten Format<br />
Das Vakuumsystem sorgt dafür, dass selbst die<br />
kleinsten Teile ab 20 x 20 mm sicher an ihrem<br />
Platz bleiben, während das Magnetsystem eine sichere<br />
Bearbeitung von Produkten ab 10 x 10 mm<br />
gewährleistet.EinefesteTischhöheundeinbeweglicherInnenrahmentragenzusätzlichzurStabilität<br />
beiunderleichterndieIntegrationderF250inAutomatisierungslösungen.<br />
Dank der Software Qonnect+ kann die F250 an<br />
ERP-Systeme zur umfassenden Prozessüberwachung<br />
angeschlossen werden. Darüber hinaus optimiert<br />
die automatische Höheneinstellung des<br />
SchleifbandesdenProzess,indemverhindertwird,<br />
dass Kratzer auf den Produkten entstehen, wenn<br />
die Maschine im Leerlauf ist, und die elektronische<br />
Bürstenkompensation verlängert die Lebensdauer<br />
der Maschine, indem die Bürsten nicht auf<br />
das Band drücken. Ein modernes 10-Zoll-Touchscreen<br />
sorgt für eine intuitive und übersichtliche<br />
Bedienung.<br />
Ein neuer Standard für<br />
die Oberflächenbearbeitung<br />
„Die F250 beweist, dass eine kompakte Maschine<br />
auf allen Ebenen überzeugen kann“, versichert<br />
Joost Kouwenbergh, Brand Manager bei Q-Fin.<br />
„Wir haben gut auf unsere Kunden gehört, und<br />
dieseMaschineerfülltnahtlosihreAnforderungen<br />
an eine vielseitige, sehr schnelle und benutzerfreundlicheLösungfürkleinereBlechteile.“<br />
www.q-fin.nl<br />
38<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
INTELLIGENTE LÖSUNG<br />
FÜR DIE AUTOMATISCHE<br />
PRODUKTVERARBEITUNG<br />
In der sich ständig weiterentwickelnden Metallindustrie ist der<br />
Bedarf an fortschrittlichen Automatisierungslösungen größer<br />
denn je. Q-Fin stellte jetzt das Eye-Q-Prinzip vor. Es kombiniert<br />
3D-Vision, Automatisierung, Greifertechnik und Intelligenz, um<br />
hohe Genauigkeit und Effizienz in der automatisierten Produktverarbeitung<br />
zu bieten.<br />
Eye-Q repräsentiert Q-Fins Vision der automatischen Produkterkennung<br />
und -handhabung. Ein fortschrittliches Kamerasystem<br />
identifiziert Produkte schnell und präzise. Anschließend werden sie<br />
von einem Roboter oder Cobot mit höchster Präzision aufgenommen.<br />
Das System erfordert keine vorherige Programmierung; Produkte<br />
werden in Echtzeit gescannt und direkt durch die Vision-<br />
Technologie erkannt. Das Ergebnis ist ein flexibles und einfaches<br />
Produktionsverfahren, bei dem jedes Produkt automatisch, fehlerfrei<br />
und schnell verarbeitet wird.<br />
Merkmale von Eye-Q<br />
› Vision-Technologie: Das „Auge“ von Q-Fin – die 3D-Kamera –<br />
spielt eine entscheidende Rolle für die Erkennung und Verarbeitung<br />
jedes Produkts. Dank dieser intelligenten Technologie kann<br />
Eye-Q selbst die kleinsten Details erkennen und analysieren, was<br />
zu einer fehlerfreien Produktverarbeitung führt.<br />
› Intelligenz (IQ)**: Neben der Vision-Technologie steht EYE-Q<br />
auch für die Expertise und das Know-how von Q-Fin. Die jahrelange<br />
Erfahrung und das Wissen ermöglichen es, Systeme zu entwickeln,<br />
die genau auf die individuellen Kundenanforderungen abgestimmt<br />
sind.<br />
Bei Q-Fin geht es nicht nur um technische Details, sondern um das<br />
Gesamtbild: ein zuverlässiges System, das immer funktioniert.<br />
Vorteile von Eye-Q<br />
› Effizienz: Durch die Kombination von Vision-Technologie, Greifer<br />
und Cobot oder Roboter mittels fortschrittlicher Software werden<br />
Produkte schneller und präziser verarbeitet, was zu einer höheren<br />
Produktivität führt.<br />
› Flexibilität: Das System<br />
passt sich mühelos an<br />
verschiedene Produktgrößen<br />
und -formen an,<br />
ohne eine Neuprogrammierung<br />
zu erfordern.<br />
› Zuverlässigkeit: Eye-Q<br />
minimiert das Risiko<br />
menschlicher Fehler, was<br />
zu einer konstant hohen<br />
Produktqualität und einem<br />
reibungslosen Produktionsablauf<br />
führt.<br />
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© Q-Fin<br />
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39<br />
www.<strong>bbr</strong>.de<br />
<strong>bbr</strong>.news<br />
März<br />
Mai<br />
2020<br />
<strong>2025</strong> 29
TECHNIK<br />
Flächen und Kanten<br />
© Teqram<br />
Teqram-EasyGrinder-Schleifroboter zum Verputzen von Autogen- und Plasmateilen<br />
Vollautomatisches<br />
Verputzen<br />
AUTOGEN- UND PLASMAGESCHNITTENE WERKSTÜCKE im Stahlbau erfordern sehr häufig<br />
einen großen Vorbereitungsaufwand. Die Entfernung von Schlacke und Grat ist hier noch die geringste<br />
Herausforderung. Ab Vorbereitungsgrad P3 müssen die Schmalseiten geschliffen und alle Ecken mit R2<br />
gerundet werden. Das ist manuell nur sehr schwer zu erreichen – von der Belastung der Mitarbeiter ganz<br />
zu schweigen.<br />
Der geforderte Vorbereitungsgrad der<br />
Oberfläche nach DIN EN ISO 8501-3<br />
ergibt sich aus der gewünschten<br />
Schutzdauer des Korrosionsschutzes<br />
nach DIN EN ISO 1090-2 in Verbindung mit dem<br />
EinsatzineinerbestimmtenKorrosivitätskategorie<br />
nachDINENISO12944-2.<br />
LösungfürautomatisiertesVerputzen<br />
Das niederländische Unternehmen Teqram hat<br />
mit dem EasyGrinder eine Lösung entwickelt, die<br />
das Verputzen thermisch geschnittener Werkstücke<br />
vollständig automatisiert. Dank moderner<br />
TechnologienwirddergesamteProzesspräzise,effizient<br />
und ohne jegliche Programmierung durchgeführt.<br />
Dies macht den EasyGrinder interessant<br />
für den Einsatz in Stahlbauunternehmen, die häufigEinzelstückeoderKleinserienbearbeiten.<br />
Flexibler Werkzeugeinsatz<br />
für jede Geometrie<br />
Der EasyGrinder setzt eine Vielzahl unterschiedlicher<br />
Werkzeuge ein, um auf die spezifischen AnforderungenderWerkstückeeinzugehen.Schlacke<br />
wird beispielsweise mit einem Meißel entfernt,<br />
KantenjenachGeometriemiteinerFächerscheibe<br />
oder einer Stiftfräse verrundet, und Schmalseiten<br />
der Außenkonturen werden in der Regel mit einem<br />
Winkelschleifer bearbeitet. Für Bohrungen<br />
setzt man Senkwerkzeuge ein, und selbst Anschnittfahnen,<br />
die sogenannten Brennnasen, können<br />
durch passende Werkzeuge entfernt werden.<br />
Diese Flexibilität garantiert Präzision, unabhängig<br />
vonderKomplexitätderBauteile.<br />
Keine Programmierung dank<br />
3D-Vision-Technologie<br />
EinherausragendesMerkmaldesEasyGrindersist,<br />
dasserkeineProgrammierungoderGeometrieda-<br />
40<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
ten benötigt. Mittels modernster 3D-Vision-Technologie<br />
erkennt das System die Geometrie der<br />
Werkstücke selbstständig und plant die Bearbeitungsschritte<br />
automatisch. So wird beispielsweise<br />
an einer geraden Außenkontur ein Radius von<br />
zwei Millimetern in drei präzisen Schritten mit einer<br />
Fächerscheibe erzeugt, ganz im Einklang mit<br />
denVorgabenausTeil4derZTV-INGzurUmsetzung<br />
der DIN EN 1090-2. Für den Bediener beschränkt<br />
sich die Aufgabe darauf, die Werkstücke<br />
auf Europaletten in die Roboterzelle zu legen und<br />
die gewünschte Bearbeitungsqualität aus vorgefertigtenRezeptenauszuwählen.<br />
1 Werkzeug zum<br />
Erzeugen großer<br />
Radien und zum<br />
Abschleifen der<br />
Aufhärtung<br />
2 Werkzeug zum<br />
Ansenken von<br />
Bohrungen<br />
3 Werkzeug zum<br />
Entfernen von<br />
anhaftender Brennschlacke<br />
1<br />
© Teqram<br />
Automatisiertes Handling<br />
für mehr Effizienz<br />
Neben der Bearbeitung übernimmt der EasyGrinder<br />
auch das Handling der Werkstücke. Die Bauteile<br />
werden auf Europaletten gestapelt und bereitgestellt,wobeiunterschiedlicheGeometrienaufeiner<br />
Palette problemlos möglich sind. Das System<br />
wähltautomatischdenpassendenGreifer,hebtdie<br />
Werkstücke – standardmäßig bis 200 Kilogramm,<br />
optional auch schwerer – und plaziert sie auf dem<br />
Arbeitstisch. Nach der Bearbeitung der ersten Seite<br />
erfolgt der Wendevorgang vollautomatisch, bevor<br />
die zweite Seite bearbeitet und danach das fertig<br />
bearbeitete Werkstück wieder auf der Palette<br />
abgestapeltwird.<br />
2<br />
© Teqram<br />
Integration von Strahltechnik<br />
für hohe Effizienz<br />
DerEasyGrinderkannnahtlosmitautomatisierten<br />
Strahlanlagen kombiniert werden. Nach dem VerputzenplatziertderRoboterdieWerkstückedirekt<br />
auf den Tisch einer Rundtischstrahlmaschine.<br />
Über eine OPC-UA-Schnittstelle kommunizieren<br />
beide Systeme effizient miteinander. Während des<br />
Strahlvorgangs werden die Werkstücke beidseitig<br />
bearbeitet, und ein automatischer Wendevorgang<br />
sorgt dafür, dass keine manuellen Eingriffe erforderlich<br />
sind. Diese Kombination bietet zahlreiche<br />
Vorteile: Der Personaleinsatz wird reduziert, die<br />
Strahlqualität durch doppelt gestrahlte Kanten erhöhtunddieEntstehungvonStrahlschattenausge-<br />
schlossen. Zudem ermöglicht der Einsatz von<br />
Rundtischstrahlmaschinen erhebliche Energieeinsparungen,<br />
da sie deutlich effizienter arbeiten als<br />
klassischeRollenbahnstrahlanlagen.<br />
Eine Lösung für den<br />
Fachkräftemangel<br />
InvielenUnternehmen,nichtnurdesdeutschsprachigen<br />
Raums, stellt der Fachkräftemangel eine<br />
große Herausforderung dar. Tätigkeiten wie das<br />
3<br />
Stahlbauteile mit<br />
Vorbereitungsgrad P3<br />
durch den Roboter<br />
geschliffen<br />
Verputzen und Strahlen, die gefährlich, unbeliebt<br />
und ineffizient sind, sich aber automatisieren lassen,<br />
sollten nicht länger manuell ausgeführt werden.DerEasyGrindervonTeqrambieteteinewegweisende<br />
Lösung, indem er diese anspruchsvollen<br />
Aufgaben automatisiert, die Bearbeitungsqualität<br />
verbessert und gleichzeitig hochqualifizierte MitarbeiterfürmehrwertschöpfendeTätigkeitenfreisetzt.<br />
Fazit: Qualität, Effizienz<br />
und Mitarbeiterentlastung<br />
MitdemEasyGrinderpräsentiertTeqrameinefortschrittliche<br />
Automatisierungslösung, die den Stahlbau<br />
revolutioniert. Die Kombination aus Präzision,<br />
Flexibilität und Benutzerfreundlichkeit sorgt für einesignifikanteQualitätssteigerung,währendgleichzeitig<br />
Kosten gesenkt und wertvolle Personalressourcen<br />
geschont werden. Unternehmen, die ihre<br />
EffizienzsteigernunddenFachkräftemangelbewältigenmöchten,findenimEasyGrindereineinteressanteLösung.<br />
© Teqram<br />
© Teqram<br />
www.teqram.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
41
1<br />
© Witzenmann<br />
Grenzwert 400 μm<br />
trocken erreicht<br />
FÜR DIE INNENREINIGUNG einer Öldruckleitung, in die eine mit einem Metallgeflecht ummantelte<br />
Komponente aus Elastomer integriert ist, wurde eine adäquate Lösung gesucht. Entscheidend für die trockene<br />
QuattroClean-Schneestrahltechnologie war die prozesssichere Einhaltung der Sauberkeitsvorgabe von „kein<br />
Partikel größer 400 Mikrometer“ sowie, dass bei der trockenen Reinigung kein Abwasser anfällt.<br />
Es war 1885, als der Pforzheimer Schmuckfabrikant<br />
Heinrich Witzenmann gemeinsam<br />
mit dem französischen Ingenieur<br />
Eugène Levavasseur den ersten Metallschlauch<br />
erfand. Vorbild für dieses ebenso robuste<br />
wie flexible Produkt war die Gänsgurgelkette. Witzenmann<br />
entwickelte anschließend alle nennenswerten<br />
Profile für die Schlauchherstellung, die bis<br />
heute technische Gültigkeit haben. Es folgten weitere<br />
Entwicklungen wie der mechanisch gewellte Metallschlauch,<br />
Bälge und Kompensatoren.<br />
Das Familienunternehmen ist heute ein weltweit<br />
führender Hersteller dieser flexiblen metallischen<br />
Elemente für das sichere Leiten von Medien und<br />
Energie für Mobilität und Industrie. Sie dienen der<br />
Bewegungsaufnahme und Entkopplung von<br />
Schwingungen und finden im Fahrzeugbau ebenso<br />
Einsatz wie in der Industrie, der technischen Gebäudeausrüstung<br />
sowie der Luft- und Raumfahrt.<br />
Als Entwicklungspartner seiner Kunden arbeitet<br />
Witzenmann an innovativen Lösungen für die verschiedensten<br />
Anwendungen und Märkte. Hierzu<br />
zählen Produkte im Bereich der New Mobility sowie<br />
für Wasserstoffanwendungen in der Industrie<br />
und dem Energiesektor oder der hochreinen Bauteile<br />
für die Mikroelektronik- und Halbleiterfertigung.<br />
Hohe Sauberkeitsgrenzwerte<br />
erfordern neue Reinigungslösung<br />
In Öl-, Benzin- oder Kühlkreisläufen sind die Vorteile<br />
flexibler metallischer Leitungen absolute Gasund<br />
Diffusionsdichtheit, Langlebigkeit und Temperaturbeständigkeit.<br />
Ein wesentliches Kriterium,<br />
besonders wenn diese nah am Krümmer, Turbolader<br />
oder der Abgasanlage verbaut werden. „Darüber<br />
hinaus müssen die Produkte meist eine sehr<br />
hohe partikuläre Sauberkeit aufweisen“, ergänzt<br />
Andrea Krause, Expertin für technische Sauberkeit<br />
bei Witzenmann. So auch eine Öldruckleitung, bei<br />
der die Vorgabe des Fahrzeugherstellers „kein Partikel<br />
größer 400 µm“ lautete. Eigentlich keine Herausforderung<br />
für das Unternehmen, wenn in diese<br />
3<br />
© ACP Systems<br />
42<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Flächen und Kanten<br />
2<br />
Leitung nicht eine rund 100 mm lange Komponente<br />
aus Elastomer mit einem Innendurchmesser<br />
von 8 mm integriert wäre, die zur Druckstabilisierung<br />
mit einem Metallgewebe umflochten ist. Bei<br />
dessen Montage entstehen Partikel, die in das Bauteil<br />
gelangen können. „Die Leitung muss deshalb<br />
endgereinigt werden“, erklärt die Sauberkeitsexpertin.<br />
„Diese 400 µm prozesssicher zu erreichen,<br />
stellt eine gewisse Herausforderung dar, zumal die<br />
Teile innen zu reinigen sind. Für diese Anwendung<br />
waren keine passenden Anlagen an den Fertigungsstandorten<br />
vorhanden, so dass wir in neue<br />
Reinigungslösungen investieren mussten.“<br />
Trockene Schneestrahl- setzt<br />
sich gegen Nassreinigung durch<br />
Als Lösungsalternativen kamen Nassreinigungsanlagen<br />
mit verschiedenen, in engen Kapillaren wirkenden<br />
Verfahrenstechniken sowie die trockene QuattroClean-Schneestrahltechnologie<br />
der ACP Systems<br />
© Witzenmann<br />
1 Als Entwicklungspartner<br />
von OEM und<br />
Tier 1 entwickelt<br />
Witzenmann medienführende<br />
Leitungssysteme<br />
für die Mobilität.<br />
2 Um eine einwandfreie<br />
Funktion sicherzustellen,<br />
müssen<br />
die Bauteile genau<br />
spezifizierte Vorgaben<br />
an die partikuläre<br />
Sauberkeit erfüllen.<br />
AG in Betracht. Ausschlaggebend bei der Entscheidung<br />
für die trockene Reinigungslösung war, dass<br />
damit mehrere Probleme gelöst werden konnten.<br />
„Einerseits erspart es uns, die Teile komplett nasszumachen,<br />
zu durchspülen und wieder zu trocknen.<br />
Andererseits entsteht bei diesem Reinigungsprozess<br />
kein Abwasser, das wir an einem der beiden<br />
Fertigungsstandorte aus umwelttechnischen<br />
Gründen nicht hätten entsorgen können“, konkretisiert<br />
Andrea Krause.<br />
Die Schneestrahltechnologie nutzt flüssiges, recyceltes<br />
Kohlendioxid als Reinigungsmedium, das<br />
durch eine verschleißfreie Zweistoff-Ringdüse geleitet<br />
wird. Das Kohlendioxid entspannt beim Austritt<br />
aus der Düse zu feinem CO 2 -Schnee, der von<br />
einem separaten, ringförmigen Druckluft-Mantelstrahl<br />
gebündelt und auf Überschallgeschwindigkeit<br />
beschleunigt wird. Beim Auftreffen auf die zu<br />
reinigende Oberfläche entwickelt der Schnee-<br />
Druckluftstrahl eine Kombination aus thermischem,<br />
mechanischem, Lösemittel- und Sublima -<br />
tionseffekt. Durch das Zusammenspiel dieser vier<br />
Wirkmechanismen werden partikuläre Verunreinigungen<br />
bis in den Submikrometerbereich und filmische<br />
Kontaminationen prozesssicher und reproduzierbar<br />
entfernt. Da das kristalline Kohlendioxid<br />
während des Prozesses vollständig sublimiert, sind<br />
die gereinigten Flächen rückstandfrei trocken.<br />
Abgestimmtes<br />
Anlagenkonzept gewährleistet<br />
hohe Prozesssicherheit<br />
Der Entscheidung vorausgegangen waren sehr umfangreiche<br />
Reinigungsversuche im Technikum des<br />
Anlagenherstellers. Es wurde damit einerseits<br />
nachgewiesen, dass die geforderte Sauberkeit prozessstabil<br />
erreicht wird. Andererseits arbeitete<br />
APC basierend auf den Ergebnissen das Anlagenkonzept<br />
für die Innenreinigung der Bauteile aus.<br />
„Die Zusammenarbeit mit ACP war ausgesprochen<br />
angenehm und gestaltete sich nicht zuletzt durch<br />
die räumliche Nähe sehr einfach“, erinnert sich<br />
Andrea Krause.<br />
Die Reinigungsanlage besteht aus einer Standardzelle,<br />
in die eine linear verfahrbare Kapillare mit<br />
angepasster Düsentechnik integriert ist. Für die<br />
Reinigung wird das untere offene Ende des Bauteils<br />
in der Prozesskammer fixiert, dann fährt die<br />
Kapillare mit genau festgelegter Geschwindigkeit<br />
in das Rohr ein, wobei mit Kohlendioxid und<br />
Druckluft gestrahlt wird. Dabei werden die Geschwindigkeit<br />
und der Druck beider Medien sensorisch<br />
überwacht. Dadurch lässt sich nachweisen,<br />
dass jedes Bauteil mit den definierten Parametern<br />
gereinigt wird. Auf dem „Rückweg“ strahlt die Düse<br />
mit angewärmter Druckluft, um einer Kondensation<br />
auf der Außenseite entgegenzuwirken.<br />
Abgelöste Partikel entfernt eine über dem oberen<br />
Ende des Bauteils plazierte Absaugung, so dass<br />
Rekontaminationen zuverlässig vermieden werden.<br />
„Beim Monitoring der gereinigten Teile haben<br />
wir festgestellt, dass bei 90 Prozent sogar eine<br />
Partikelgröße von 300 µm erreicht wird. Ich denke,<br />
das Verfahren hat auch Potential bei der Reinigung<br />
von Bauteilen für die New Mobility. Vor allem,<br />
wenn neben metallischen auch sonstige Partikel<br />
zuverlässig entfernt werden“, merkt die Sauberkeitsexpertin<br />
abschließend an.<br />
Doris Schulz, Korntal<br />
www.acp-systems.com<br />
3 Die trockene Lösungen für die<br />
Endreinigung der Öldruckleitung<br />
wurde in eine Standardzelle integriert.<br />
Sie bietet unter anderem den Vorteil,<br />
dass kein Abwasser anfällt, das entsorgt<br />
werden muss.<br />
© ACP Systems<br />
4<br />
4 Für die Innenreinigung der Leitung<br />
wurde eine Kapillare mit entsprechender<br />
Düsentechnik entwickelt, die in<br />
das fixierte Bauteil einfährt.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
43
TECHNIK<br />
Flächen und Kanten<br />
1<br />
© Lukas-Erzett<br />
Rückwärtsentgraten<br />
und Fasen an schwer<br />
zugänglichen Stellen<br />
BEIM FASEN an schwer zugänglichen Stellen etwa im Stahl-, Behälter- und Apparatebau sowie in der<br />
Flugzeugindustrie ist das Rückwärtsentgraten wichtig, bei dem die Innenkante von Bohrungen oder komplexe<br />
Geometrien präzise zu bearbeiten und Maßhaltigkeit sowie eine hohe Oberflächenqualität sicherzustellen sind.<br />
Fasen und Rückwärtsentgraten sind unverzichtbare<br />
Arbeitsschritte, denn das präzise<br />
Anbringen einer abgeschrägten Kante an<br />
Werkstücken entfernt scharfe Kanten, schafft<br />
einesaubere,gleichmäßigeOberflächeundbereitet<br />
Bauteile für nachfolgende Arbeitsschritte wie<br />
Schweißen,MontageoderLackierenvor.Gleichzeitig<br />
wird die Bauteilsicherheit erhöht, da Verletzungen<br />
oder Beschädigungen durch scharfe Kanten<br />
verhindertwerden.MitanderenWorten:DieQualität<br />
der bearbeiteten Werkstücke wird durch glatte<br />
Übergänge und exakte Kanten deutlich verbessert.<br />
DiessorgtetwabeiAluminium-Felgenfüreineeinwandfreie<br />
Optik und trägt auch zum Beispiel bei<br />
<strong>Rohre</strong>n, Behältern, Formen in der Glasherstellung<br />
zuLanglebigkeitundoptimalerFunktionbei.<br />
Darüber hinaus steigert das Rückwärtsentgraten<br />
die Effizienz und Produktivität in der Fertigung.<br />
DenndurchdiezeitgleicheEntfernungvonGraten<br />
und das Anbringen präziser Fasen mit hochwertigen<br />
Zerspanungswerkzeugen und Sonderlösungen,<br />
wie Lukas-Erzett sie für verschiedenste Branchen<br />
anbietet, entfallen aufwändige Nachbearbeitungen.DasschaffteinenspürbarenMehrwert.<br />
Gerade in schwer zugänglichen Bereichen, wie<br />
den Innenkanten von Bohrungen, von Behältern<br />
oder an komplexen Geometrien, spielt das Rückwärtsentgraten<br />
eine entscheidende Rolle. Denn es<br />
ermöglicht ein präzises, effizientes Fasen und<br />
RückwärtsentgratenvonWerkstücken,diemitherkömmlichen<br />
Methoden nur schwer bearbeitbar<br />
sind. Kurz: Rückwärtsentgraten spart nicht nur<br />
Zeit, sondern trägt auch zu einer hohen Qualität<br />
undmehrEffizienzbei.<br />
Werkzeuge für mehr<br />
Effizienz und Produktivität<br />
Wie bei allen anderen Bearbeitungsschritten gilt<br />
auch beim Fasen und Rückwärtsentgraten, dass<br />
die Qualität der eingesetzten Werkzeuge wesentlichzurEffizienzundProduktivitätbeiträgt.Mehr<br />
noch: Sie tragen zur Optimierung des gesamten<br />
Bearbeitungsprozesses bei und sorgen für erstklassigeArbeitsergebnisse.<br />
Hochwertige, präzise Zerspanungswerkzeuge wie<br />
die Rückwärtsentgrater von Lukas-Erzett ermöglichen<br />
exakt definierte Fasen an schwer erreichbaren<br />
Stellen in <strong>Rohre</strong>n, Gehäusen oder Behältern.<br />
44<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
2<br />
© Lukas-Erzett<br />
1 Rückwärtsentgraten<br />
einer Aluminiumfelge<br />
2 Fasen an einer<br />
Rohrinnenseite<br />
SIE KÖNNEN ES<br />
DREHEN UND WENDEN<br />
WIE SIE WOLLEN –<br />
BEIDSEITIG IN EINEM<br />
ARBEITSGANG<br />
KOMMT VON UNS<br />
Dabei sorgen die Schneiden ohne UnterbrechungenfürvielAbtragundbesteOberflächenergebnisse<br />
in optimaler Zeit. Bei den unterschiedlichsten<br />
Materialien. Ein weiteres Beispiel sind die Mini-<br />
FächerschleifervonLukas-Erzett,diezumBeispiel<br />
bei der Bearbeitung von Aluminium-Felgen, der<br />
HerstellungvonFormeninderGlasindustrieoder<br />
derBearbeitungvonBohrungenfürPräzisionund<br />
Effizienz sorgen. Zudem verfügen hochwertige<br />
Werkzeuge über längere Standzeiten. Das trägt zu<br />
reduzierten Werkzeugwechseln und somit zu weniger<br />
Zeitverlust und niedrigen Kosten im gesamtenProduktionsprozessbei.<br />
Kurz gesagt: Die Nutzung qualitativ hochwertiger<br />
Werkzeuge wie Lukas-Rückwärtsentgrater und Lukas-Mini-Fächerschleifer<br />
lohnt sich in mehrfacher<br />
Hinsicht,dennsieoptimierendieProzesssicherheit,<br />
reduzieren Bearbeitungszeiten und erhöhen somit<br />
die Produktivität – natürlich ohne Kompromisse<br />
beiderQualitätderWerkstückeeinzugehen.<br />
Zerspanungswerkzeuge für<br />
schwer zugängliche Stellen<br />
Hochwertige Werkzeuge zum Fräsen, Schleifen,<br />
Polieren, Trennen, Bohren und Reinigen sind die<br />
Kernkompetenz der Lukas-Erzett GmbH & Co.<br />
KG, die ihren Kunden aus unterschiedlichsten<br />
Branchen durch die Entwicklung und Produktion<br />
innovativer Lösungen und Sonderlösungen seit<br />
mehr als 85 Jahren mit Rat und Tat zur Seite steht.<br />
Gleichbleibend hohe Präzision, Qualität und Prozesssicherheit<br />
sowie niedrige Werkzeugkosten stehen<br />
für Lukas-Erzett auch beim Fasen und RückwärtsentgratenanersterStelle.<br />
Ganz gleich ob zum Beispiel im Stahl- Behälterund<br />
Apparatebau, im Formenbau der Glasindustrie<br />
oder in der Automobil- und Flugzeugindustrie<br />
– mit innovativen, hochwertigen Zerspanungswerkzeugen<br />
wie den Lukas-Rückwärtsentgratern<br />
und den Lukas-Mini-Fächerschleifern bietet das<br />
Unternehmen Lösungen, die im täglichen Einsatz<br />
fürEffizienz,PräzisionundeinehoheQualitätsorgen.<br />
So lassen sich zum Beispiel mit dem speziell für<br />
das Rückwärtsentgraten entwickelten Lukas-FräserHFTmühelosundzeitsparendexaktdefinierte<br />
45°-Fasen an schwer erreichbaren Stellen in <strong>Rohre</strong>n,<br />
Gehäusen oder Behältern erzeugen. Die langen<br />
Schneiden des Rückwärtsentgraters kommen<br />
C<br />
ohne Unterbrechungen aus und bieten mit ihrer<br />
M<br />
kosteneffizienten Einfachverzahnung bei der Bearbeitung<br />
von Stahlguss, gehärteten und ungehärte-<br />
Y<br />
ten Stählen mit hoher Festigkeit sowie Edelstahl CM<br />
besteOberflächenergebnisse.<br />
MY<br />
Die Lukas-Mini-Fächerschleifer aus Schleifleinen<br />
CY<br />
ermöglichen selbst das Schleifen kleinster Stellen<br />
CMY<br />
am Werkstück, so stellt zum Beispiel die Bearbeitung<br />
von Aluminium-Felgen kein Problem dar<br />
K<br />
–<br />
und auch die Bearbeitung sehr kleiner Bohrungsund<br />
Rohrinnendurchmesser ist möglich. Die Lukas-Mini-Fächerschleifer<br />
erzeugen eine perfekte<br />
Die Nutzung hochwertiger<br />
Werkzeuge<br />
lohnt sich in<br />
mehr facher Hinsicht.<br />
Verrundung der Bohrungskanten. Das optimiert<br />
die Strömungseigenschaften des Bauteils oder verhindertdieBeschädigungvonKabelnoderLeitungen,<br />
die durch die Öffnung verlegt werden. Dabei<br />
besticht das verwendete Normalkorund mit guten<br />
Standzeiten auf vielen Werkstoffen und erlaubt<br />
kosteneffizientes Arbeiten. Alles in allem: Mit Lösungen<br />
wie den in unterschiedlichen Durchmessern<br />
erhältlichen, langlebigen Lukas-Rückwärtsentgratern<br />
und den Lukas-Mini-Fächerschleifern<br />
ermöglichtLukas-ErzettseinenKunden,dasFasen<br />
und Rückwärtsentgraten an schwer zugänglichen<br />
Stellenweiterzuoptimieren.<br />
www.lukas-erzett.de<br />
· Entgratung<br />
· Kantenverrundung<br />
· Finishing<br />
· Schlackeentfernung<br />
· Oxidschichtentfernung<br />
· Kleinteilebearbeitung<br />
LISSMAC Maschinenbau GmbH<br />
www.lissmac.com
VERANSTALTUNGEN<br />
Flächen und Kanten<br />
Zwei Messetage für Entgraten,<br />
Bauteilreinigung und Finish<br />
MIT EINEM INNOVATIVEN KONZEPT geht die neue Fachmesse Parts Finishing Mitte November an<br />
den Start. Angepasst an die veränderten Anforderungen der Industrie präsentiert sie Lösungen für Entgraten,<br />
Bauteilreinigung und Oberflächenendbearbeitung unter einem Dach auf dem Messegelände Karlsruhe.<br />
Ziel der Aussteller einer Fachmesse ist,<br />
mit potentiellen Geschäftspartnern persönlich<br />
ins Gespräch zu kommen, aktuelleKundenbeziehungenzupflegenund<br />
zuintensivierensowiedasNetworkingundMarktmonitoring.<br />
„Das Konzept der neuen Fachmesse<br />
Parts Finishing ist darauf ausgelegt, dass ausstellendeUnternehmendiesesZielmitgeringstmöglichem<br />
finanziellen und personellen Aufwand erreichen“,<br />
berichtet Nicolas Herdin, der seit Januar<br />
<strong>2025</strong> die Leitung des privaten Messeveranstalters<br />
fairXpertsGmbH&Co.KGinnehat.<br />
Dies beginnt damit, dass die Fachmesse Lösungen<br />
für das Entgraten, die Bauteilreinigung und die<br />
Oberflächenendbearbeitung unter einem Dach<br />
bündelt.DasAusstellungsspektrumdecktdabeivon<br />
Anlagen,Verfahren,WerkzeugenundMedienüber<br />
die Qualitätssicherung bis zu Dienstleistungen die<br />
Bereiche ganzheitlich ab – und das vom Stand-alone-Prozess<br />
bis zur verketteten Fertigungslinie.<br />
„DurchdasZusammenführendiesersichergänzenden<br />
Fertigungsschritte können Anbieter ihr gesamtes<br />
Produktportfolio in einem idealen interdisziplinärenKontextpräsentieren.Darüberhinausvereinfacht<br />
es den Aufbau strategischer Partnerschaften<br />
zwischenAusstellern“,erklärtNicolasHerdin.<br />
Andererseits können sich Besucher aus der Fertigungsleitung,<br />
-planung und -steuerung, Produktund<br />
Verfahrensentwicklung, Konstruktion sowie<br />
Qualitätssicherung mit einem Messebesuch einen<br />
umfassenden Überblick über den Stand der Technik,<br />
aktuelle Entwicklungen und Trends für die<br />
unternehmensspezifische Optimierung von drei,<br />
in jeder Teilefertigung erforderlichen Prozessschrittensehreffektivbeschaffen.<br />
Hohe Kosteneffizienz<br />
In einem wirtschaftlich herausfordernden Umfeld<br />
ist es für fertigende Unternehmen wichtig, potenziellen<br />
und bestehenden Geschäftspartner ihre<br />
Leistungsfähigkeit zu präsentieren. Gleichzeitig<br />
»Das Messekonzept der Parts Finishing<br />
ist darauf ausgelegt, eine erfolgreiche<br />
Messeteilnahme mit geringstmöglichem<br />
finanziellen und personellen Aufwand<br />
zu ermöglichen«,<br />
erklärt Nicolas Herdin, Geschäftsführer des privaten Messeveranstalters<br />
fairXperts GmbH & Co. KG.<br />
heißt es, Kosten zu sparen und vorhandene Budgets<br />
so effizient wie möglich einzusetzen. Dabei<br />
unterstütztdiePartsFinishingebenfalls:<br />
› Zum einen durch die Messedauer von nur zwei<br />
Tagen, die Leerlaufzeiten bei der Kontaktanbahnung<br />
und -pflege auf ein Minimum reduziert.<br />
Und damit auch die anfallenden Kosten für PersonalundHotel.<br />
› Zum anderen reduzieren schlüsselfertige, individualisierbare<br />
Standpakete ab einer Ausstellungsfläche<br />
von zwölf Quadratmetern den Aufwand<br />
vorundwährendderMesse.BereitsdieBasisausführung<br />
zum Festpreis enthält neben der Flächenmiete,<br />
unter anderem einen hochwertigen<br />
Standbau inklusive Grundmöblierung, Druck<br />
© FairXperts GmbH & Co. KG<br />
© FairXperts GmbH & Co. KG<br />
Die Parts Finishing<br />
führt die sich ergänzenden<br />
Fertigungsschritte<br />
Entgraten, Bauteil -<br />
reinigung und Ober -<br />
flächenendbearbeitung<br />
an zwei Tagen unter<br />
einem Dach zusammen.<br />
der vom Aussteller bereitgestellten Wandgestaltung,<br />
Elektroanschluss und Stromverbrauch sowieDienstleistungen,diebeianderenMessenseparatinRechnunggestelltwerden.<br />
„Die Kosten für die Messeteilnahme wird dadurch<br />
für die Aussteller genau kalkulierbar“, ergänzt der<br />
Geschäftsführer.<br />
Mehrwert Wissenstransfer<br />
Ergänzt werden die Ausstellerpräsentationen<br />
durch den Wissenstransfer des zweisprachigen<br />
Parts-Finishing-Fachforums,dasanbeidenMessetagen<br />
durchgeführt wird. Im Mittelpunkt der simultan<br />
(Deutsch Englisch) übersetzten Vorträge<br />
stehen Lösungen für konkrete Anwendungsfälle,<br />
aktuelle Entwicklungen und Trends aus allen<br />
dreiAusstellungsbereichen.<br />
www.parts-finishing.de<br />
46<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Flächen und Kanten<br />
© Pavel Losevsky / Adobe Stock<br />
QH Everoll A 5000 soll<br />
für mehr Sauberkeit in<br />
Aluminium-Walzwerken<br />
sorgen.<br />
Die Markteinführung von QH Everoll<br />
A 5000 zeigt das anhaltende Engagement<br />
von Quaker Houghton gegenüber<br />
Kunden in der Walzaluminiumbranche<br />
nach dem durch die Fusion<br />
von Quaker Chemical und Houghton<br />
International erforderlichen Verkauf<br />
des Altgeschäfts von Houghton International<br />
im Bereich Nichteisenwarmwalzen<br />
in Europa und Nordamerika<br />
im Jahre 2019. Das damit verbundene<br />
Wettbewerbsverbot endete im August<br />
2024.<br />
Peter De Bruyne führt weiter aus:<br />
„Die Aluminiumindustrie durchlebt<br />
dynamische Zeiten, mit Netto-Null-<br />
Verpflichtungen, die sowohl betriebliche<br />
Verbesserungen erfordern als<br />
auch die Nachfrage ankurbeln. Unsere<br />
Aufgabe ist es, unseren Kunden<br />
neue Marktchancen zu eröffnen.<br />
Durch innovative Flüssigkeitstechnologien<br />
wie QH Everoll A 5000 und unsere<br />
Prozesskompetenz tragen wir dazu<br />
bei, eine langfristige, wettbewerbsfähige<br />
Produktion im Einklang mit<br />
den Nachhaltigkeits- und Betriebszielen<br />
unserer Kunden zu gewährleisten.“<br />
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Walzfluid für Aluminium<br />
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EINER DER MARKTFÜHRER im Bereich industrielle Prozessflüssigkeiten,<br />
Quaker Houghton, hat ein neues Aluminium-Warmwalzfluid auf den Markt<br />
gebracht, das überlegene Walzwerk-Sauberkeit, minimale Flüssigkeitswartung<br />
und ausgezeichnete Oberflächengüte bieten soll.<br />
Die neuen seifenfreien<br />
Emul sionen der Reihe<br />
QH Everoll A 5000 verhindern<br />
sowohl Metallseifen-Anhaftungen<br />
als auch Metallschlammbildung,<br />
die bei der Verwendung<br />
herkömmlicher seifenbasierender<br />
und seifenfreier Emulsionschemien<br />
in Walzwerken auftreten<br />
können. Grundlage ihrer Eigenschaften<br />
ist die Fähigkeit, den Aluminiumabrieb<br />
in der Flüssigkeit dispergiert<br />
zu halten, wodurch eine einfache Filtration<br />
ermöglicht und Ablagerungen<br />
und Schlammbildung verhindert<br />
werden.<br />
Die neue Produktserie eignet sich für<br />
das gesamte Spektrum der in der<br />
Aluminiumbandproduktion verwendeten<br />
Legierungen.<br />
Bei der Entwicklung des QH Everoll<br />
A 5000 wurde ein strukturierter Ansatz<br />
verfolgt, um die Risiken bei der<br />
Umstellung auf ein neues Walzfluid<br />
für Kunden zu reduzieren. Der Prozess<br />
umfasste auch Tests im Pilot-<br />
Walzwerk von Quaker Houghton. Peter<br />
De Bruyne, Global Business Director<br />
für Nichteisen bei Quaker<br />
Houghton, erklärt: „Laborprüfmethoden<br />
allein können kein vollständiges<br />
Bild der Schmierstoffleistung geben.<br />
Durch die Skalierung der Produktentwicklung<br />
im Pilot-Walzwerk können<br />
wir das Verhalten des Walzfluids<br />
unter realen Bedingungen bewerten.<br />
Dieser Ansatz hat sich bei dem ersten<br />
industriellen Einsatz des QH Everoll<br />
A 5000 beim Kunden bestätigt.<br />
Durch die Entwicklung von Warmwalzprotokollen,<br />
die den Walzbedingungen<br />
des Kunden nachempfunden<br />
sind, konnten wir unser Produkt<br />
feinjustieren, bevor es das Walzwerk<br />
des Kunden erreichte.“<br />
Neue Marktchancen<br />
für die Kunden<br />
„Dies führte zu einer reibungslosen<br />
Produkteinführung beim Kunden:<br />
Neben einer einzigen Esterzugabe in<br />
den sehr frühen Phasen der Produkteinführung<br />
waren während der ersten<br />
fünf Monate des Vollbetriebs keine<br />
zusätzlichen tankseitigen Zusätze<br />
erforderlich. Der Kunde konnte eine<br />
Reduzierung des Ölverbrauchs um<br />
30 Prozent verzeichnen und bestätigt<br />
eine einzigartige Anlagensauberkeit,<br />
die durch die Produkteigenschaften<br />
von QH Everoll A 5000 begünstigt<br />
wird“, fährt De Bruyne fort.<br />
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<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
47
TECHNIK<br />
Sicherheit, Ergonomie, Umwelt<br />
Kreislaufwirtschaft<br />
für Produktionslinien<br />
KREISLAUFWIRTSCHAFT trifft Industrie 4.0: Digitale Tools gestalten die Zukunft nachhaltiger<br />
Produktion. Das EU-Projekt Alicia soll eine Kreislaufwirtschaft für Produktionsmittel schaffen, um eine<br />
frühzeitige Verschrottung von Maschinen und Maschinenteilen auf ein Minimum zu reduzieren. Mit der<br />
Entwicklung fünf digitaler Tools werden Industriebetriebe und der Gebrauchtmaschinenmarkt wirtschaftlich<br />
miteinander verbunden, wodurch Assets bis zu 100 Prozent wiederverwendet werden.<br />
Der Großteil der Maschinenteile<br />
in der Produktion<br />
– wie Roboterarme<br />
oder Förderbänder – erreichen<br />
nicht ihre maximale Lebensdauer<br />
und werden vorzeitig aussortiert.<br />
Schätzungen zufolge werden in<br />
der Automobilindustrie bis zu 70<br />
Prozent der Produktionsbetriebsmittel<br />
vorzeitig außer Betrieb genommen,<br />
verschrottet oder bestenfalls als Ersatzteile<br />
verkauft. Das ist nicht nur<br />
unwirtschaftlich, sondern auch nicht<br />
nachhaltig. Ein Punkt an dem im Zuge<br />
des europäischen Green Deals mit<br />
dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu<br />
sein, angesetzt werden muss<br />
Denn gäbe es eine Kreislaufwirtschaft<br />
für Produktionsmittel, ein so genanntes<br />
Circular Manufacturing Ecosystem<br />
(CME), können Geld und<br />
Ressourcen gespart werden. Bisher<br />
gibt es jedoch keine effiziente Verbindung<br />
einerseits zwischen den Industriebetrieben<br />
untereinander und anderseits<br />
dieser Betriebe zum Gebrauchtmaschinenmarkt,<br />
damit Abgeber und<br />
Abnehmer mit Maschinen und Maschinenteilen<br />
handeln können.<br />
EU-Projekt Alicia schafft<br />
Kreislaufwirtschaft für<br />
Produktionslinien<br />
Das wird nun im EU-Projekt Alicia<br />
geändert. Alicia steht für Assembly<br />
Lines in Circulation, also Montagelinien<br />
im Umlauf. Zwölf Partner aus<br />
Forschung und Industrie entwickeln<br />
innerhalb von drei Jahren verschiedene<br />
smarte, digitale Tools für eine<br />
nachhaltige Nutzung von Produk -<br />
tionsressourcen. Koordiniert wird<br />
das Projekt von der Technischen<br />
Universität München (TUM).<br />
Fünf smarte, digitale Tools schaffen eine nachhaltige, effiziente und widerstandsfähige<br />
Kreislaufwirtschaft von Produktionsmaschinen, indem sie Betriebe<br />
mit dem Gebrauchtmaschinenmarkt effizient miteinander verbinden.<br />
© Alicia Circular Manufacturing Ecosystem<br />
ÜBER DAS PROJEKT<br />
ALICIA wird von der Europäischen Union mit knapp 5,86 Millionen<br />
Euro im Rahmen des Horizon-Programms unter der Projektnummer<br />
101091577 gefördert. Das Projekt begann im Januar 2023 und<br />
hat eine Laufzeit von drei Jahren. Die zwölf Projektpartner sind:<br />
› Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften<br />
(IBW) an der TU München (Projektkoordinator)<br />
› Comau, Grugliasco (Italien)<br />
› Conti Temic Microelectronic GmbH, Ingolstadt<br />
› DIN Deutsches Institut für Normung e. V., Berlin<br />
› ECI-Mechatronics GmbH, Schwaz (Österreich)<br />
› Intrasoft International S.A. (Luxemburg)<br />
› Institut Mines-Télécom (IMT), Palaiseau (Frankreich)<br />
› Laboratory for Manufacturing Systems & Automation (LMS) an<br />
der Patras University (Griechenland)<br />
› MTS Consulting & Engineering, Fürstenbeck (Deutschland)<br />
› Surplex Iberica, Barcelona (Spanien)<br />
› Institut für Maschinenbau- und Betriebsinformatik (MBI) an der<br />
Technische Universität Graz (Österreich)<br />
› Yaghma, Delft (Niederlande)<br />
Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich<br />
die der Autoren und spiegeln nicht notwendigerweise die der<br />
Europäischen Union oder der European Health and Digital Execu -<br />
tive Agency (HaDEA) wider. Weder die EU noch die Bewilligungsbehörde<br />
können für sie verantwortlich gemacht werden.<br />
48<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
© Alicia Circular Manufacturing Ecosystem<br />
schinen und Ersatzteile, so lange unter<br />
den einzelnen Fabriken in Europa<br />
gehandelt und wiederverwendet, bis<br />
ihre Lebensdauer maximal ausgeschöpft<br />
wird. Ziel der Alicia-Online-<br />
Plattform ist es, Käufer von Produktionsmitteln<br />
mit Anbietern zusammenzubringen.<br />
Darüber hinaus werden<br />
Dienstleister integriert, wie<br />
KMU, die Wiederaufbereitungsdienste<br />
anbieten, oder Recyclingunternehmen,<br />
die ihre Dienste Fabrikbesitzern<br />
anbieten können. Die Plattform wird<br />
durch eine Reihe innovativer digitaler<br />
Werkzeuge unterstützt, die den<br />
Prozess der Identifizierung und Auswahl<br />
geeigneter gebrauchter Montageanlagen<br />
für neue Produktionslinien<br />
vereinfachen und die Integration dieser<br />
gebrauchten Anlagen in moderne<br />
Montagesysteme ermöglichen.<br />
Fünf digitale Tools<br />
schließen das CME<br />
Ein Fabrikbesitzer oder Betriebsleiter<br />
braucht eine neue Produktionsanlage.<br />
Mithilfe einer maschinenlesbaren<br />
Ontologie werden seine Anforderungen<br />
an eine Second-Hand-Anlage digital<br />
abgebildet. Dabei werden neben<br />
produktionstechnischen Faktoren<br />
Durch die Entwicklung innovativer<br />
digitaler Werkzeuge zielt das Projekt<br />
darauf ab, effiziente wirtschaftliche<br />
Verbindungen zwischen industriellen<br />
Akteuren und dem Gebrauchtmaschinenmarkt<br />
herzustellen. Diese strategische<br />
Verknüpfung ermöglicht eine<br />
100-prozentige Wiederverwendung<br />
von Vermögenswerten und fördert<br />
somit Nachhaltigkeit und Ressourcenoptimierung.<br />
Diese digitalen<br />
Werkzeuge schaffen eine neue Art<br />
der Kreislaufwirtschaft – das CME.<br />
Das Ziel: In fünf bis zehn Jahren werden<br />
Produktionsressourcen, wie ganze<br />
Produktionslinien, einzelne Maauch<br />
soziale, wirtschaftliche und<br />
Umweltaspekte beachtet. Denn wenn<br />
die Mitarbeiter mit der angeschafften<br />
Maschine nicht arbeiten können<br />
oder deren verbleibende Lebensdauer<br />
nicht wirtschaftlich ist, macht ein<br />
Second-Hand-Kauf wenig Sinn.<br />
Durch einen auf den Menschen ausgerichteten<br />
Ansatz soll das Projekt<br />
die Umschulung und Fortbildung<br />
von Arbeitnehmern ermöglichen.<br />
Darüber hinaus soll die maschinenlesbare<br />
Ontologie dafür sorgen, dass<br />
Frauen die gleichen Chancen haben,<br />
sich am Modell der Kreislaufwirtschaft<br />
zu beteiligen und davon zu<br />
profitieren.<br />
Der Online Marketplace verbindet<br />
die Akteure des Second-Hand-Geschäfts.<br />
Darunter fallen nicht nur<br />
Käufer und Verkäufer sowie Gebrauchtmaschinenhändler,<br />
sondern<br />
auch Dienstleister im Bereich der<br />
Wiederaufbereitung oder des Recyclings.<br />
Der Marketplace findet im<br />
CME sowohl Anwendung, um eine<br />
für den Kunden passende Maschine<br />
zu finden, als auch um seine abgeschriebenen<br />
Anlagen wiederum anderen<br />
Fabriken anzubieten.<br />
Ein bereits bestehender Online-<br />
Marktplatz, der Market 4.0, wird im<br />
Laufe des Projektes unter anderem<br />
mit den realen Daten des Industrieauktionshauses<br />
für Gebrauchtmaschinen<br />
Surplex erweitert. Surplex wird<br />
als Drehscheibe fungieren und den<br />
Vermittlungsprozess zwischen bestehenden<br />
und gebrauchten Fabrikanlagen<br />
erleichtern. Neben einer eigenen<br />
Datenbank für Gebrauchtanlagen<br />
wird Surplex das Know-how für eine<br />
ähnliche Plattform für den Verkauf<br />
von Gebrauchtanlagen einschließlich<br />
der internen Datenstrukturen und<br />
Prozesse zur Verfügung stellen.<br />
Eine AI Matchmaking Engine vergleicht<br />
das Angebot auf dem Marketplace<br />
von verfügbaren fabrikinternen<br />
Produktionsmaschinen, anderen Second-Hand-Anlagen<br />
und Maschinen-<br />
und von potentiellen Neumaschinen<br />
(um die Lücken im Design<br />
der Montagelinie zu schließen, die<br />
nicht durch Second-Hand-Maschinen<br />
abgedeckt werden können) mit<br />
den Anforderungen des Kunden in<br />
der maschinenlesbaren Ontologie.<br />
Sie wählt die beste Kombination von<br />
Ressourcen für die gewünschte Montagelinie<br />
aus.<br />
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Platte in einem Arbeitsschritt
TECHNIK<br />
Sicherheit, Ergonomie, Umwelt<br />
Um den Fabrikbesitzer er zu überzeugen, wird ein<br />
Digitaler Shadow (DS) der für ihn gematchten<br />
Produktionsanlage erstellt. Der DS ist ein Modell<br />
einer zukünftigen Second-Hand-Linie. Alicia wird<br />
die Grenzen des Stands der Technik erweitern, indem<br />
es einen „halbautomatischen“ DS entwickelt,<br />
der Daten über verfügbare Produktionsressourcen,<br />
die automatisch vom Marketplace eingespeist werden,<br />
mit manuell eingegebenen CAD-Modelldaten<br />
kombiniert. Dieses digitale Abbild der potenziellen<br />
Second-Hand-Linie simuliert die Produktionsleistung,<br />
indem es die Daten der einzelnen Maschinen<br />
miteinander kombiniert. Sobald die reale Second-<br />
Hand-Linie gebaut wurde, wird der Digital Shadow<br />
zu einem Digital Twin (DT) weiterentwickelt.<br />
Der DT wird in Echtzeit mit Produktionsdaten<br />
Gäbe es eine Kreislaufwirtschaft für<br />
Produktionsmittel, können Geld und<br />
Ressourcen gespart werden.<br />
von den Maschinensensoren und anderen Quellen<br />
gespeist. Der DT ist also das virtuelle Abbild eines<br />
realen Systems, zum Beispiel der Produktionslinie.<br />
Für den reibungslosen Aufbau und die unverzügliche<br />
Inbetriebnahme der Second-Hand-Linie wird<br />
eine Plug & Produce Middleware eingesetzt. Plugand-Produce-Konzepte<br />
beruhen auf der Idee, dass<br />
jedes Gerät mit einer Verwaltungsschale (administration<br />
shell) ausgestattet ist. Diese enthält alle Maschinendaten<br />
wie deren Eigenschaften, Parameter<br />
und Schnittstellen.<br />
In der Industrie 4.0 müssen alle Produktionskomponenten<br />
untereinander störungsfrei miteinander<br />
kommunizieren können. Dafür bildet die automatisiert<br />
lesbare Dokumentation auf der Verwaltungsschale<br />
die Grundlage. Da der Fertigungsbetrieb<br />
nun aus einer Mischung aus neuen und gebrauchten<br />
Maschinen verschiedener Hersteller besteht,<br />
wird durch die Plug-&-Produce-Middleware<br />
maximale Interoperabilität geschaffen.<br />
Zum Schutz der Nutzerdaten wird Alicia sowohl<br />
cloud-basierende als auch On-Premise-Lösungen<br />
anbieten, die den Nutzern die vollständige Kontrolle<br />
über die Nutzung ihrer Daten ermöglichen.<br />
Die Lösungen können bei Bedarf lokal installiert<br />
und betrieben werden.<br />
Das Alicia-Team während des Kick-offs<br />
© Alicia Circular Manufacturing Ecosystem<br />
Was bedeutet Alicia die<br />
europäische Industrie?<br />
Produktionsverantwortliche können bis zu 40 Prozent<br />
schneller und mindestens um die Hälfte günstiger<br />
eine gebrauchte Produktionslinie erwerben,<br />
als sie eine neue gebaute installiert bekommen.<br />
Durch die maximale Ausnutzung der Maschinenlebensdauer<br />
kann der Material- und Energieverbrauch<br />
um bis zu 80 Prozent im Vergleich zur<br />
Neumaschine reduziert werden. Mit dem geschlossenen<br />
Alicia-Kreislauf können Assets bis zu 100<br />
Prozent wiederverwendet werden.<br />
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das EU-<br />
Projekt Alicia an vorderster Front der nachhaltigen<br />
Produktion steht und digitale Innovationen nutzt,<br />
um einen effizienteren und umweltfreundlicheren<br />
Ansatz für die Nutzung von Produktionsressourcen<br />
zu schaffen. Durch seine strategischen Initiativen<br />
und kollaborativen Bemühungen ebnet Alicia<br />
den Weg für eine Zukunft, in der die Prinzipien<br />
der Kreislaufwirtschaft die Entwicklung der verarbeitenden<br />
Industrie hin zu mehr Nachhaltigkeit<br />
und Ressourceneffizienz vorantreiben. Damit trägt<br />
Alicia zu einer Erhöhung der Widerstandsfähigkeit<br />
der EU gegen Störungen in globalen Lieferketten<br />
bei und leistet einen wesentlichen Beitrag zur<br />
Schaffung einer Kreislaufwirtschaft.<br />
Alicia-cme.eu<br />
50 <strong>bbr</strong>.news März <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Sicherheit, Ergonomie, Umwelt<br />
Nachhaltige Abwärmenutzung<br />
für eine bessere CO 2 -Bilanz<br />
PARTNERSCHAFT ZUR ABWÄRMENUTZUNG: Der Fernwärmeverbund Niederrhein (FVN)<br />
und Thyssenkrupp Steel intensivieren ihre Zusammenarbeit, um ungenutzte industrielle Abwärme für das<br />
Fernwärmenetz des FVN zu nutzen und die Energieversorgung der Region nachhaltiger zu gestalten.<br />
Thyssenkrupp Steel will ungenutzte Abwärmepotenziale erschließen.<br />
Der<br />
Fernwärmeverbund<br />
Niederrhein (FVN) und<br />
Thyssenkrupp Steel haben<br />
eine Absichtserklärung<br />
unterzeichnet, um ihre langjährige<br />
Partnerschaft zur Nutzung industrieller<br />
Abwärme weiter auszubauen.<br />
Ziel ist es, ungenutzte Abwärmepotenziale<br />
von Thyssenkrupp Steel<br />
für das Fernwärmenetz des FVN<br />
zu erschließen und somit einen<br />
wichtigen Beitrag zur nachhaltigen<br />
Energieversorgung der Region zu<br />
leisten. Damit können dann bis zu<br />
7.000 Haushalte zusätzlich klimaneutral<br />
mit Fernwärme versorgt werden.<br />
Fernwärme- und<br />
Fernkälteerzeugung<br />
Im Rahmen der Absichtserklärung<br />
werden mehrere Anlagen, wie die<br />
Hubbalkenöfen des Warmbandwerks<br />
2, die Weiterverarbeitungsanlagen in<br />
Beeckerwerth und die Wasserwirtschaft<br />
Beeckerwerth, auf eine mögliche<br />
Nutzung überschüssiger unvermeidbarer<br />
Abwärme für die Fernwärmeversorgung<br />
überprüft. Im Detail<br />
sollen die technischen und wirtschaftlichen<br />
Realisierungschancen<br />
geprüft werden. Zusätzlich wird die<br />
Integration von speziellen Kältemaschinen<br />
zur Kälteerzeugung im Sommer<br />
untersucht. Diese Maschinen<br />
sollen überschüssige Wärme nutzen,<br />
um Fernkälte zu erzeugen, die dann<br />
in das Fernkältenetz von Thyssenkrupp<br />
Steel in Beeckerwerth eingespeist<br />
wird.<br />
© Thyssenkrupp Steel<br />
Vorteile für beide Partner<br />
Die Nutzung industrieller Abwärme<br />
bietet erhebliche Vorteile für beide<br />
Partner. Durch die Integration ungenutzter<br />
Abwärmequellen und die effiziente<br />
Nutzung vorhandener Ressourcen<br />
kann der Einsatz fossiler<br />
Brennstoffe und damit der CO 2 -Ausstoß<br />
reduziert werden. Insgesamt<br />
können die Partner dann bis zu<br />
40.000 Haushalte am Niederrhein<br />
mit klimafreundlicher Fernwärme<br />
versorgen.<br />
Peter Petri, Leiter Energie- und Me -<br />
dienmanagement von Thyssenkrupp<br />
Steel, erklärt: „Durch die Nutzung<br />
unserer Abwärme können wir nicht<br />
nur unsere Energiekosten senken,<br />
sondern auch einen bedeutenden<br />
Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten.<br />
Diese Partnerschaft zeigt, wie Industrie<br />
und Energieversorgung Hand in<br />
Hand für eine grünere Zukunft arbeiten<br />
können.“<br />
Josef Kremer, Geschäftsführer des<br />
Fernwärmeverbund Niederrhein<br />
Duisburg/Dinslaken: „Die Nutzung<br />
unvermeidbarer Abwärme ist für die<br />
Fernwärmeversorger am Niederrhein,<br />
die von der FVN beliefert werden,<br />
ein wesentlicher Baustein im<br />
Rahmen der Transformation der<br />
Wärmeversorgung, die bis 2045 komplett<br />
klimaneutral aufgestellt werden<br />
muss. Nur mit klimaneutralen Wärmequellen<br />
ist die Zukunftsfähigkeit<br />
der Fernwärmesysteme langfristig<br />
gesichert. Zudem stärkt die langjährige<br />
vertrauensvolle Partnerschaft mit<br />
Thyssenkrupp Steel unsere Position<br />
als führender Anbieter nachhaltiger<br />
Wärmeversorgung in der Re gion.“<br />
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ANZEIGENSCHLUSS<br />
der September <strong>2025</strong> am 8.8.<strong>2025</strong><br />
THEMEN: <strong>Rohre</strong>, Profile, Draht –<br />
Flächen, Kanten – Smart Factory, Automation –<br />
Sicherheit, Ergonomie und Umwelt<br />
<strong>bbr</strong> FOKUS: Trennen und Fügen<br />
Messe-Special: Schweißen &<br />
Schneiden<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
51
VERANSTALTUNGEN<br />
Blech und Blechbearbeitung<br />
Innovationsmotor<br />
und Branchenfest<br />
VOM 21. BIS 24. OKTOBER <strong>2025</strong> trifft sich die Branche zur 17. <strong>Bleche</strong>xpo und zur 10. Schweisstec in<br />
Stuttgart. Karriere, Kategoriesieger, KI, Kongress – Messeveranstalter und Aussteller gestalten einmal mehr<br />
eine hochkarätige Fachmesse mit hoher Internationalität, die weltweit Aufmerksamkeit erzielt.<br />
In neun vollen Hallen des Stuttgarter Messegeländes<br />
dreht sich vom 21. bis 24. Oktober<br />
<strong>2025</strong> vier Tage lang alles um Gegenwart und<br />
Zukunft der Blechbearbeitung. Die Themen<br />
reichen von der thermischen und mechanischen<br />
Blechbe- und -verarbeitung samt Anlagenperipherie<br />
mit Steuerungen und Software über Lösungen<br />
für Handling und Zuführung bis zur Qualitätssicherung.Die<strong>Bleche</strong>xpo/Schweisstecisteinehochanerkannte<br />
Fachveranstaltung, auf der sich Anbieter<br />
und Anwender über aktuelle Entwicklungen<br />
informieren und im direkten Expertengespräch<br />
austauschen.<br />
Die Hallenstruktur sorgt für Übersicht und einen<br />
effizienten Messebesuch: In den Hallen 1, 3, 5 und<br />
7 ist Blech-, Rohr- und Profilbearbeitung untergebracht.DieHallen4und6habendieStanztechnologien<br />
zum Thema. In der Halle 9 finden Trenn-,<br />
Füge- und Verbindungstechnologien ihren Platz.<br />
Die Halle 8 fokussiert Pressen- und Umformtechnologien.<br />
Und die Halle 10 schließlich behandelt<br />
Stahl-,MetallserviceundOberflächentechnik.Das<br />
Messe-DuovereintzweizentraleTechnologiender<br />
Produktionstechnik; mit der klaren Themenstruktur<br />
können alle Messebesucher neue Systeme und<br />
Lösungen über gesamte Wertschöpfungsketten<br />
hinweganeinemOrtentdecken.<br />
„Best-Award <strong>2025</strong>“ zeigt heraus -<br />
ragende technische Lösungen<br />
Der „Best-Award“, veranstaltet von der Fachzeitschrift<br />
„Maschinenmarkt“, geht in den fünf Wett-<br />
© Schall<br />
bewerbs-Kategorien Blech-, Rohr- und Profilbearbeitung,PressenundUmformtechnologien,Stanztechnologien,Trenn-,Füge-undVerbindungstechnologien<br />
sowie Stahl-, Metallservice und Oberflächentechnik<br />
in eine neue Runde. Dieser Wettbewerb<br />
gehört mittlerweile traditionell zum Rahmenprogramm<br />
der <strong>Bleche</strong>xpo/Schweisstec. Die<br />
Bewerbungistkostenlos.EineausgewählteFachjury<br />
wählt zum Ende der Einreichungsfrist die Gewinner<br />
der jeweiligen Kategorien. Zum Ausklang<br />
des ersten Messetags am 21. Oktober <strong>2025</strong> um 16<br />
UhrnehmendieglücklichenGewinnerihrenAward<br />
feierlichentgegen.<br />
„Innovation ist der Schlüssel, um den aktuellen<br />
Wandel im industriellen Umfeld erfolgreich zu<br />
meistern“, sagt Jurymitglied Robin Kurth, Gruppenleiter<br />
Umformmaschinen und Projektmanager<br />
amFraunhoferIWU.„DerFacettenreichtuminnovativer<br />
Lösungen im Bereich der Metallbearbeitung<br />
ist enorm. Die passende innovative Lösung<br />
füreinindividuellesProblemzufindenundumzusetzen,<br />
gestaltet sich oft als herausfordernd. Der<br />
„Best Award <strong>2025</strong>“ macht herausragende Innovationen<br />
aus verschiedenen Bereichen der Blechbear-<br />
1 Branchenführer wie<br />
Trumpf werden ganz<br />
selbstverständlich<br />
dabei sein.<br />
2 Von Bischofswiesen<br />
im Berchtesgadener<br />
Land um die halbe<br />
Welt: <strong>Bleche</strong>xpo-<br />
Besucher kommen<br />
von überall her.<br />
3 Auf den Ständen<br />
der Rohstofferzeuger<br />
dürfte die „grüne“<br />
Produktion Haupt -<br />
thema sein.<br />
1 2<br />
© Schall<br />
52<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
© Schall<br />
Von der Regional -<br />
messe zu einem der<br />
wichtigsten Branchenereignisse<br />
Europas<br />
und darüber hinaus:<br />
Die Doppelmesse<br />
<strong>Bleche</strong>xpo/Schweiss -<br />
tec hat sich enorm<br />
entwickelt.<br />
beitung und Schweißtechnik für interessierte Unternehmensichtbar.ErfördertdenAustauschund<br />
denTransferdieserInnovationenindiepraktische<br />
Anwendung“,soRobinKurth.Nebenihmgehören<br />
AnnedoreBose-Munde,FachredakteurinfürWirtschaft<br />
und Technik, Heinz Wöllmer, TechnologieplanerimSiemensGerätewerkAmberg,ErichUtz,<br />
ebenfallsvomSiemensGerätewerkinAmberg,sowieFraukeFinus,leitendeRedakteurinder„Blechnet“<br />
sowie Redakteurin des „MM Maschinenmarkt“,zurFachjury.<br />
Spannende Zukunftsperspektiven<br />
am Karriere-Freitag<br />
Ebenfalls zu den Messehighlights der <strong>Bleche</strong>xpo/<br />
Schweisstec <strong>2025</strong> wird der „Karriere-Freitag“ gehören,<br />
den der Messeveranstalter zusammen mit<br />
Ausstellern unter dem Motto „Shape your dreams,<br />
metal your future“ ins Leben ruft. „Mit dieser<br />
Kampagne wollen wir es aktiv unterstützen, jungenLeutenEinblickeindenArbeitsalltagzugeben<br />
und konkrete Kontakte zu Unternehmen zu knüpfen“,<br />
betont Bettina Schall, Geschäftsführerin des<br />
Messeunternehmens P. E. Schall. „Die <strong>Bleche</strong>xpo/<br />
Schweisstec ist eine hoch anerkannten Businessplattform,<br />
auf der sich die Branchenplayer präsentieren.<br />
Das ist für Schüler, Studenten, Lehrer,<br />
Hochschulvertreter und Berufseinsteiger eine einmalige<br />
Gelegenheit, Informationen aus erster<br />
Hand über konkrete Berufsbilder und Karrieremöglichkeitenzuerhalten.DeshalbsindalleInteressiertensehrherzlichdazueingeladen,dievielfältigenTechnologienundZukunftsmöglichkeitenin<br />
derBlechverarbeitungsbranchezuentdecken.“<br />
Am Freitag, dem 24.10.<strong>2025</strong>, geben Aussteller in<br />
allen Messehallen Auskunft und Einblicke an ihrenMesseständen;beigeführtenTourenum10.00<br />
Uhrundum13.00UhrkönnenalleTeilnehmerdirektmitBranchenexperteninKontakttreten,individuelle<br />
Fragen stellen, Technik erleben und möglicheKarrierewegeausloten.<br />
Attraktives und praxisorientiertes Rahmenprogramm<br />
an allen Messetagen<br />
Zur<strong>Bleche</strong>xpo/SchweissteckommendieBestPlayer<br />
der Blechbearbeitung und Fügetechnologie aus<br />
der ganzen Welt zusammen. Rund 45 Prozent der<br />
Aussteller kommen aus dem Ausland. Georg<br />
Knauer, Projektleiter beim Messeveranstalter P. E.<br />
Schall, erwartet volle neun Messehallen und einen<br />
lebendigen Austausch. Er verweist schon jetzt,<br />
rund sieben Monate vor der Messe, auf das hochkarätigeRahmenprogrammanallenMessetagen.<br />
Neben der Preisverleihung zum Best Award am<br />
ersten Messetag, der Karriere-Kampagne am Freitag<br />
und dem täglichen Vortragsforum wird auch<br />
der „Best Congress“ mit Stahl-Kommunikation<br />
(www.stahl-kommunikation.de) ein Magnet für<br />
das Fachpublikum werden. Er bringt am zweiten<br />
Messetag,dem22.Oktober<strong>2025</strong>,internationalanerkannte<br />
Experten zusammen, um das Thema<br />
„Künstliche Intelligenz und die Zukunft der Blechbearbeitung/Fügetechnologie“praxisnahzudiskutieren.<br />
Die Teilnehmer werden zukunftsweisende<br />
Anwendungen von KI-Technologien und ihre Potenziale<br />
in der Fertigung kennenlernen, sich über<br />
Best-Practices austauschen und praxisorientierte<br />
Lösungen für die Herausforderungen der Branche<br />
erleben.<br />
www.blechexpo-messe.de<br />
© Schall<br />
3<br />
© Schall<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
53
UNTERNEHMEN<br />
Wicam<br />
Pionier der<br />
Technologie und<br />
Innovation<br />
IN DER HEUTIGEN ZEIT nimmt die Technologie eine zentrale Rolle in der Weiterentwicklung der<br />
Gesellschaft ein, und Unternehmen wie Wicam stehen an vorderster Front dieser andauernden Revolution.<br />
Die jüngste Dokumentation der Wicam<br />
Stiftung, verfügbar auf Youtube, bietet<br />
einen tiefen Einblick in das Leben des-<br />
Gründers Harald Wilkesmann, und wie<br />
er den deutschen Maschinenbau mit seiner Software<br />
geprägt hat. Die Dokumentation im Internet<br />
zeigt nicht nur das Leben von Harald Wilkesmann<br />
und den Aufbau seines Softwareunternehmens<br />
Wicam, sondern beschreibt auch die dahinterstehende<br />
Stiftung, die diese Entwicklungen maßgeblichweiterfördert.<br />
Die jüngste Dokumentation über Harald Wilkesmann,<br />
im Auftrag der Wicam Stiftung produziert,<br />
beleuchtet den enormen Einfluss, den seine CAD-<br />
CAM-Software auf den Maschinenbau hat. Dieses<br />
Erfindertum in den frühen 80er Jahren ermöglicht<br />
es bis heute, dass Ingenieure und Maschinenbauer<br />
präzise Modelle von Blechteilen zu programmieren<br />
und diese direkt in den Produktionsprozess zu<br />
überführen, ohne physische Prototypen zu erfor-<br />
Beispiele für Nesting<br />
Wicam-Gründer Harald Wilkesmann hatte enormen<br />
Einfluss auf den deutschen Maschinenbau.<br />
dern.DiesspartnichtnurZeit,sondernauchMate-<br />
rialundsomiterheblicheKosten.<br />
Eine der Besonderheiten von Harald Wilkesmanns<br />
Ansatzinden1980erJahrenwar,dasserdenFokus<br />
nicht auf die reine Programmierung legte, sondern<br />
© Wicam Stiftung<br />
© Wicam Stiftung<br />
Jury Maier, Leiter Softwareentwicklung bei<br />
Wicam: „… Produktion effizienter gestalten.“<br />
aufeinedurchgängigeAutomatisierung.Zielwares,<br />
ein Programmiersystem zu entwickeln, das nicht<br />
nur mit allen Herstellern kompatibel ist, sondern<br />
die Programmierung auch automatisiert ablaufen<br />
lässt. Deshalb gestaltete er die Software so, dass die<br />
Bauteile automatisch über Schnittstellen aus ERPund<br />
PPS-Systemen importiert werden konnten –<br />
dergrößteAnbieterindiesemBereichistSAP.<br />
„Herr Wilkesmann stand einst als Student selbst an<br />
einer Bearbeitungsmaschine und erlebte, wie mühsam<br />
die Programmierung Schritt für Schritt war.<br />
Aus dieser Erfahrung entstand die Idee: Warum<br />
nicht die Daten aus dem ERP-System nutzen, um<br />
die Prozesse zu automatisieren? So legte er den<br />
Grundstein für eine innovative Vision, die Produktioneffizienterzugestaltenundvoranzutreiben“,erinnert<br />
sich Jury Maier, Leiter Softwareentwicklung<br />
bei Wicam. Und Timo Eigenblut, Geschäftsführer<br />
der Wicam GmbH, bestätigt: „Schon bei meinem<br />
Vorstellungsgesprächinden90erJahrenwurdemir<br />
sofort klar, wie viel Herzblut Herr Wilkesmann in<br />
die Entwicklung der Software PN4000 gesteckt hatte.<br />
Seine Begeisterung war so ansteckend, dass ich<br />
mich schnell entschied, an der Entwicklung dieses<br />
außergewöhnlichenProduktsmitzuwirken.“<br />
© Wicam<br />
54<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
und trägt so zur Effizienzsteigerung und OptimierungdergesamtenProduktionskettebei.<br />
Guido Herz, Gründer der HerzRobotics GmbH:<br />
„… Entwicklerteam zusammengestellt, das herausragende<br />
Produkte auf den Markt brachte.“<br />
AufstrebendeUnternehmenwieSiemens,Dethleffs,<br />
Liebherr und viele andere, die heute globale Konzernesind,konntendankdieserSoftwaredirektaus<br />
ihrem ERP-System, meist SAP, die Daten an die<br />
Maschinen senden. Die Software PN4000 von<br />
Wicam übernahm dabei die gesamte Programmierung<br />
und leitete die fertigen Dateien als NC-Code<br />
direkt an die Maschinen weiter. Dies ermöglichte<br />
erstmals standortübergreifende Produktion: KonzernekonntenweltweitWerkeeröffnenundgleichzeitigdasKnow-howzentralaneinemOrtbündeln.<br />
DieseTechnologieverschafftederdeutschenIndustrieeinenenormenInnovationsschub.<br />
Daten- und datenbankgetrieben<br />
„Schon damals wurde klar, warum Herr Wilkesmann<br />
mit seiner Software PN4000 so viele Unternehmen<br />
als Kunden gewinnen konnte. Er hatte die<br />
visionäre Idee, datenbank- und datengetriebene<br />
NC-ProgrammierungindenFokuszustellen,während<br />
andere noch auf Geometrie- und Konturprogrammierungsetzten.Gleichzeitigschaffteeres,ein<br />
Entwicklerteam zusammenzustellen, das herausragende<br />
Produkte auf den Markt brachte“, erklärt<br />
Guido Herz, Gründer der HerzRobotics GmbH,<br />
denUnterschied.<br />
EsgibtzahlreicheBeispieleausderAutomobil-und<br />
Luftfahrtindustrie, wo die Software zur Herstellung<br />
von Präzisionsteilen eingesetzt wird. Besonders beeindruckend<br />
ist, wie die Technologie die gesamte<br />
Wertschöpfungskette von der Konzeption bis zur<br />
Endfertigung beeinflusst. Moderne CAD-Systeme<br />
erlauben die schnelle Anpassung von Designs und<br />
ermöglichen es, in kürzester Zeit Prototypen zu erstellen,dieanschließendmitCAM-Technologienin<br />
dieProduktionübergehen.<br />
Modulares Nesting-System<br />
Wicam bietet mit seinem CAD-CAM-Nesting-System<br />
PN4000 eine umfassende Lösung für die 2Dund3D-VerarbeitunginderBlechbearbeitung.Das<br />
Unternehmen,dasbereitsseit1986besteht,setztdazuaufeineVielzahlleistungsstarkerModule,diegemeinsameineoptimaleMaterialausnutzungundeffizienteFertigungsprozessesicherstellen.Einwichtiger<br />
Baustein ist das Power-Nesting-Modul, das<br />
© HerzRobotics<br />
Timo Eigenblut, Geschäftsführer der Wicam<br />
GmbH: „ … mit viel Herzblut in der Software-<br />
Entwicklung … ansteckende Begeisterung …“<br />
durchhocheffizienteNesting-AlgorithmendenMaterialverschnitt<br />
minimiert. Doch auch andere Module<br />
tragen wesentlich zur Prozessoptimierung bei,<br />
wie etwa die PNBend-Biegesimulation, die präzise<br />
3D-Biegeprozesse unterstützt und in den Fertigungsablaufintegriert.<br />
Ein wesentlicher Vorteil von Wicam ist die herstellerunabhängige<br />
Programmierung namhafter Maschinenhersteller<br />
wie Trumpf, Amada, HGTech,<br />
Bodor, Bystronic, LVD, Microstep, Mazak und vielenweiteren–unddasGanze,wenngewünscht,direktausdemERP-Systemheraus.<br />
„GeradebeiProgrammiersystemenistheuteFlexibilitätentscheidend.FrüherwarmanandieSoftwaresysteme<br />
der Maschinenhersteller gebunden und<br />
vertraute darauf. Wicam ging hier einen anderen<br />
Weg: Unabhängig von Herstellern können Maschinen<br />
verschiedener Anbieter eingebunden werden.<br />
Das hat neue Perspektiven eröffnet und das Wachstum<br />
von WiCAM maßgeblich gefördert“, begründet<br />
Harald Kunz, Geschäftsführer der Xteg GmbH,<br />
denErfolg.<br />
Das System unterstützt alle gängigen FertigungstechnologienwieLasern,Stanzen,Plasma-,Wasserstrahl-<br />
und Frässchneiden sowie Biegen. PN4000<br />
arbeitetherstellerunabhängigundbietetSchnittstellen<br />
zu allen gängigen ERP- und PPS-Systemen wie<br />
SAP. Dadurch lässt sich PN4000 nahtlos in bestehende<br />
IT- und Fertigungslandschaften integrieren<br />
© Xteg<br />
Harald Kunz, Geschäftsführer<br />
der Xteg GmbH: „… maschinen -<br />
herstellerunabhängig.“<br />
© Wicam<br />
Maximilian Herz, Geschäfts -<br />
führer der HerzRobotics GmbH:<br />
„ … Förderung und Forschung.“<br />
Die Zukunft des Maschinenbaus<br />
Die Dokumentation wirft auch einen Blick in die<br />
Zukunft des Maschinenbaus. Ein Trend, der besonders<br />
hervorgehoben wird, ist die zunehmende Vernetzung<br />
und Automatisierung durch Industrie 4.0.<br />
Hier spielen CAD-CAM-Systeme eine Schlüsselrolle,<br />
da sie die Grundlage für die Automatisierung<br />
ganzerProduktionsprozessebilden.DurchdenEinsatz<br />
künstlicher Intelligenz und maschinellen LernenskönnendieseSystemeinEchtzeitaufVeränderungen<br />
in der Produktion reagieren und entsprechende<br />
Anpassungen vornehmen. Die Fähigkeit,<br />
Produktionsprozesse vollständig zu digitalisieren<br />
und zu automatisieren, wird als entscheidender<br />
Wettbewerbsvorteil für deutsche Unternehmen angesehen.<br />
© HerzRobotics<br />
Ralf Deininger, Vorstands -<br />
mitglied der Wicam Stiftung:<br />
„Bildung ist das wichtigste Gut.“<br />
DieDokumentationselbstbietetnichtnureinentiefen<br />
Einblick in das Unternehmen und seine Geschäftsmodelle,<br />
sondern stellt auch die Werte und<br />
die Grundsätze in den Vordergrund, die Wicam<br />
unddieWicamStiftungantreiben.<br />
MaximilianHerz,GeschäftsführerderHerzRobotics<br />
GmbH,siehtdasso:„DieWicamStiftunglegtihren<br />
Schwerpunkt auf die Förderung und Forschung im<br />
Maschinenbau. Wesentlicher Teil ist die Unterstützung<br />
der renommiertesten Universitäten Deutschlands,<br />
um innovative Entwicklungen und zukunftsweisendeTechnologienvoranzutreiben.“<br />
Ralf Deininger, Vorstandsmitglied der Wicam Stiftung,fasstderenZielesozusammen:„Bildungistdas<br />
wichtigste Gut, das wir heute in Deutschland haben.<br />
Alle wichtigen Rohstoffe kommen aus China oder<br />
anderenTeilenderErde.DeshalbmüssenwirinBildungunddamitdieZukunftunsererKinderinvestieren.<br />
Heute sprechen alle über KI & Industrie 4.0 –<br />
unsere Vision ist es, hierbei durch die Wicam Stiftungzuunterstützen,dasswirnichthintenanstehen,<br />
sondernehersogareinenSchrittvoraussind.“<br />
© Wicam Stiftung<br />
Maximilian Herz<br />
wicam-stiftung.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
55
TECHNIK<br />
Software<br />
„GEWINN AN<br />
PRODUKTIVITÄT<br />
UND EFFIZIENZ“<br />
DIGITALISIERUNG als Zukunftssicherung: Arpogaus steuert die Blechfertigung jetzt mit der MES-Software<br />
von Lantek: In der Fertigung komplexe Baugruppen – mehrheitlich Einzelteile, maximal Kleinserien;<br />
in der Arbeitsvorbereitung: langjährige, erfahrene Mitarbeiter, deren Pensionierung in Sicht ist – und<br />
das in einem Unternehmen, das in vier Jahren seinen Umsatz verdreifacht hat. „Zukunftssicherung“ nennt<br />
Geschäftsführer Tobias Grimmig den Weg der Digitalisierung, den Arpogaus Stahlbau angetreten hat.<br />
© Lantek
2<br />
© Lantek<br />
1<br />
1 Riesengroße und<br />
kleine Bauteile – auch<br />
verschiedener Auf -<br />
träge – werden bei<br />
Arpogaus zusammen<br />
geschnitten, damit<br />
von der Platte nichts<br />
übrig bleibt. Mit der<br />
Software Lantek MES<br />
Manager findet jedes<br />
Teil seinen Weg.<br />
2 Lantek-Vertriebsmitarbeiter<br />
Jens<br />
Schamberger (links)<br />
erklärt Peter Gast,<br />
Leiter der Arbeits -<br />
vorbereitung und Fertigung<br />
bei Arpogaus,<br />
die Software Lantek<br />
MES Manager.<br />
Schon die Dimensionen der Produkte sind enorm: Arpogaus fertigt bis zu 20 Tonnen<br />
schwere und bis zu 20 Meter lange Schweißkonstruktionen für die Baumaschinenindustrie<br />
unddenGroß-undSondermaschinenbau.70MitarbeiterstellenimkleinenOrtWiggensbach<br />
im Oberallgäu auf 7.000 Quadratmetern Produktionsfläche rund 600 Prototypen<br />
undKleinserienteileproJahrher–vomZuschnittmitsehrkompliziertenFasenzurSchweißnahtvorbereitung<br />
über das Schweißen, Fräsen und Bohren bis zur Endmontage und Lackierung. Sie<br />
erledigen das in kürzesten Lieferzeiten: „Fünf Wochen nach Bestelleingang liefern wir aus“, versprichtGeschäftsführerTobiasGrimmig.2018haterdasUnternehmenvonPeterArpogausübernommen,<br />
der den 1959 gegründeten Betrieb in zweiter Generation führte. Dabei zählte Liebherr<br />
vonAnfanganzudenHauptkundenvonArpogaus.<br />
„Bei uns gibt es keine Blechreste“<br />
Der Zuschnitt in der Blechfertigung von Arpogaus ist eine Herausforderung, denn, so Grimmig:<br />
„Bei uns gibt es keine Rest-Blechtafeln. Wir schneiden immer komplette Tafeln, sonst sind wir<br />
nichteffizientgenug.“DasbedeuteteineauftragsübergreifendeArbeitsweise,beidermitunteraus<br />
einem Blech Teile für 60 verschiedene Aufträge geschnitten werden. Wer soll sich da zurechtfinden,<br />
wenn zudem für einen Auftrag 30 Blechtafeln verschiedener Dicken und Güten erforderlich<br />
sind? Das erledigen Elke Gast, Mitarbeiterin in der Arbeitsvorbereitung, und Peter Gast, Leiter<br />
der Arbeitsvorbereitung. Mit einer über die Jahre aufgebauten Systematik und riesigen Excel-Tabellen<br />
auf einem großen Tisch in der Arbeitsvorbereitung behielten sie bis vor einigen Monaten<br />
denÜberblick.<br />
„ElkeGastistzuverlässig,penibelundgenau.TrotzihrerHundertenvonZettelnundListenistnie<br />
etwasschiefgelaufen“,lobtderChefbewundernd.Dochermussauchweiterdenken–andieZeit,<br />
wenn seine langjährigen Mitarbeiter in Pension und mit ihnen wertvolles Expertenwissen verlorengehen.<br />
„Das sind Fähigkeiten, die man nicht mehr so leicht am Markt findet. Zudem haben<br />
wir in den vergangenen vier Jahren unseren Umsatz verdreifacht – daraus ist eine Komplexität<br />
entstanden, die mit dieser Vorgehensweise nur noch schwer zu handhaben war. Irgendwann war<br />
esganzoffensichtlich,dassunserWeginRichtungDigitalisierungdieserProzesseführenmusste.“<br />
Seit Jahren nutzt Arpogaus die CAD-CAM-Software Lantek Expert zur Steuerung seiner Plasmaund<br />
Autogen-Maschinen des Herstellers Zinser. Bei Zinser arbeitete Jens Schamberger als Vertriebsmitarbeiter,bevorerzuLantekkam.EineglücklicheFügung,findetGrimmig,derArpogaus<br />
„Extremnutzer der Software“ nennt. Über Schamberger sagt er: „Wir kennen uns inzwischen<br />
schonseitmehralszehnJahrenundkämpfengemeinsamfürdieSache.WodieSoftwarefürunsere<br />
Bedürfnisse nicht praktikabel ist, schlägt er mit seiner Praxiserfahrung die Brücke zu den Programmierern.“<br />
DaherkonnteSchambergerArpogausgenausagen,wasdasUnternehmenzurEntlastungderAr-<br />
beitsvorbereitungundfürdennächstenSchrittaufdemWegderAutomatisierungseinerPro-<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
57
TECHNIK<br />
Software<br />
© Arpogaus<br />
Grimmig ist vor allem eine Sorge genommen:<br />
„Vorher konnte niemand die Arbeit von Elke Gast<br />
machen – künftig kann ich fast jeden davorsetzen,<br />
weil das Programm selbst sortiert und zuordnet.“<br />
Bis es aber wirklich soweit ist, bleibt noch viel zu<br />
tun. „Wir haben rund 1.000 verschiedene aktive<br />
Baugruppenaus20bis30verschiedenenExcel-Tabellen.DiemüssenallenochindenManagerübernommen<br />
werden“, so Grimmig. Ein Großteil davon<br />
konnte mit Hilfe eines Import-Makros eingespieltwerden,dasSchambergervonLantek-Experten<br />
entwickeln ließ. „Der Rest sind historisch gewachsene,<br />
sehr individuelle Tabellen, die keinem<br />
Schemafolgenundnochmanuelleingegebenwerden.“<br />
»Dauerte eine Planerstellung früher 30<br />
Minuten, sind es heute nur noch fünf.«<br />
Tobias Grimmig, Geschäftsführer von Arpogaus Stahlbau<br />
zessebrauchte:dieSoftwareLantekMESManager.<br />
„Vor der Einführung unserer Software zur Fertigungssteuerung<br />
hat Arpogaus ganze Bestellungen<br />
als Baugruppen in Lantek Expert erfasst – das waren<br />
mitunter bis zu 6.000 Teile. Das System wurde<br />
dadurch sehr langsam und seine eigentliche Arbeit<br />
– Erstellung von Schachtelplänen – kostete<br />
vielZeit“,berichtetSchamberger.<br />
Enorme Zeitersparnis<br />
Was früher 20 Minuten dauerte, ist heute in fünf<br />
Minuten erledigt „Mit unserem MES ist die Arbeitsvorbereitungvieleinfacher.Diedorterfassten<br />
BestellungenwerdeninBaugruppenmitUnterjobs<br />
angelegt und alle Teile individuell durch die Fertigung<br />
geschickt. Dauerte es früher 30 Minuten, bis<br />
der Schachtelplan für eine Platte erstellt war und<br />
dafür aus allen Excel-Tabellen die passenden Teile<br />
zusammengesuchtwaren,istdasheuteinfünfMinuten<br />
erledigt, denn das System zieht aus allen aktivenAufträgendiepassendenTeilezusammen.“<br />
DieFertigungsleitungkannzudemmitLantekManager<br />
jederzeit nachvollziehen, wo jedes Teil aktuell<br />
ist: was schon fertig geschnitten und bearbeitet<br />
istundwasnochnicht.SiehataußerdemmitBlick<br />
auf Lieferfristen die Möglichkeit, festzulegen,<br />
wann was geschnitten werden muss. Das System<br />
gibtihrjederzeitRückmeldung,welcheBaugruppe<br />
voneinerBestellungfertigistundwelchenochgefertigtwerdenmuss.<br />
Der Manager zeigt an, aus welchem Auftrag Teile<br />
auf den Plattenrest passen. Bei der Implementierung<br />
des neuen MES-Systems gingen Lantek und<br />
Arpogaus Schritt für Schritt vor. Zunächst wurde<br />
die Software auf ein Testsystem installiert, mit<br />
dem Jens Schamberger die zuständigen Mitarbeiter<br />
schulte. „Elke Gast war bei der Implementierung<br />
des Lantek Managers sehr aktiv“, erinnert<br />
sichihrChef,aberauchanihreBedenken.„Wenn<br />
jetzt etwas schief geht, steht der ganze Betrieb“,<br />
habe sie immer wieder gesagt. Es ging aber nichts<br />
schief – und der Betrieb lief nach der Implementierung<br />
besser als zuvor. Grimmig: „Wenn auf einer<br />
Platte noch Platz ist, zeigt uns der Lantek Manager,welcheTeileauswelchenAufträgenvonder<br />
GüteundDickeihresMaterialbedarfdazupassen.“<br />
Dadurch könne Arpogaus auch heute schon<br />
schneiden,waserstineinpaarMonatengebraucht<br />
wird.<br />
„Das System hilft uns außerdem zu erkennen, welche<br />
Tafel geschnitten werden muss, um den als<br />
nächstes fälligen Auftrag rechtzeitig fertig zu bekommen.<br />
Die Software brachte uns einen immensen<br />
Gewinn an Produktivität und Effizienz.“ Und<br />
HINTERGRUND<br />
Anregung der Kunden zur<br />
Weiterentwicklung der Software<br />
Kunden wie Arpogaus mit ihren besonderen Anforderungen<br />
sind Lantek für die Weiterentwicklung<br />
der Software sehr willkommen. „Die Anregungen,<br />
dass Schweißnähte für linke und rechte<br />
Bauteile gespiegelt werden können, oder der Import<br />
von 3D-Fasen wurden von unseren Entwicklern<br />
in Spanien gerne aufgenommen und werden<br />
Teil des Software-Updates sein“, berichtet Schamberger.<br />
Auch Wünsche zur Report-Anpassung hat<br />
erandieEntwicklungweitergegeben.<br />
Und wie geht der Weg der Digitalisierung bei Arpogaus<br />
weiter? Damit Auftragsdaten nicht mehr<br />
manuell eingegeben werden müssen, ist mittelfristig<br />
die Anbindung der Lantek-Software an das<br />
ERP-System von Arpogaus geplant. „Aber damit<br />
lassen wir uns noch etwas Zeit, bis die Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter mit den aktuellen neuen<br />
Softwarelösungen vertraut sind“, so Grimmig.<br />
„Dennwirmöchtensienichtüberfordernundvielmehr<br />
auf unserem Weg der Digitalisierung mitnehmen.“<br />
www.lantek.com/de<br />
LANTEK ist ein multinationales Unternehmen, das in der digitalen Transformation von<br />
Unternehmen der Blech- und Metallindustrie zu den führenden Anbietern gehört. Mit<br />
seiner patentierten intelligenten Fertigungssoftware ermöglicht es die Vernetzung von<br />
Produk tionsstätten und macht sie zu Smart Factorys. Das Dienstleistungsangebot wird<br />
abgerundet durch CAD/CAM/MES/ERP-Softwarelösungen für Hersteller von Blechteilen,<br />
<strong>Rohre</strong>n und Profilen mit unterschiedlichen Schneid- (Laser, Plasma, Autogen, Wasserstrahl,<br />
Scheren) und Stanzverfahren.<br />
Gegründet 1986 im Baskenland, einem der wichtigsten europäischen Zentren für die<br />
Entwicklung von Werkzeugmaschinen, ermöglicht das Unternehmen die Integra tion von<br />
Blech- und Metallbearbeitungstechnologien mit modernster Software für das<br />
Produktionsmanagement. Lantek ist aktuell Marktführer in der Branche, dank seiner<br />
Innovationskompetenz und konsequenten Internationalisierungsstrategie. Mit mehr als<br />
32.000 Kunden in über 100 Ländern und 21 eigenen Büros in 15 Ländern verfügt das<br />
Unternehmen über ein umfangreiches Netz an Distributoren mit weltweiter Präsenz.<br />
58<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Software<br />
Software-Update<br />
AUF DER EUROBLECH stellte Lantek sein Software-Update Lantek V44 vor.<br />
Mit dem Ansatz „Connected, Live, Smart“ soll es die Produktionseffizienz „neu definieren“.<br />
V44 stellt laut Lantek einen bedeutenden<br />
Entwicklungssprung in der Technologie<br />
der intelligenten Fabrik dar. Das Software-<br />
Update verbessert dank moderner Tools die<br />
Konnektivität in der Fabrik, den Datenfluss und<br />
die Entscheidungsfindung. Die umfassende Suite<br />
von Lantek bietet jetzt einen Einblick in Echtzeit<br />
und wird die Arbeitsweise in der Blechfertigung<br />
verändern.<br />
„Die Euroblech ist die richtige Plattform zur Vorstellung<br />
von Lantek V44, unserer bislang fortschrittlichsten<br />
Software-Suite“, versichert Christoph<br />
Lenhard, Verkaufsleiter bei Lantek Deutschland.<br />
„Durch die nahtlose Integration von Konnektivität,<br />
Echtzeit-Einblicken und intelligenten<br />
Tools zur Entscheidungsfindung wird dieses Update<br />
Fabriken in die Lage versetzen, völlig neue<br />
Dimensionen der Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit<br />
zu erreichen.“<br />
Neue Technologie:<br />
Machine Connectivity<br />
Machine Connectivity ist ein Fortschritt in der<br />
Blechbearbeitung, denn die Technologie verbindet<br />
die Signale der Fertigungsmaschinen direkt mit<br />
dem System zur Fertigungssteuerung (MES). Das<br />
ermöglicht eine Echtzeit-Kommunikation mit Systemen<br />
für das Shopfloor-Management und bietet<br />
eine präzise Kontrolle über 2D- und 3D-Vorgänge.<br />
Im Kern ist diese Technologie in das Opentalk-<br />
Modul von MES WOS integriert und schafft für<br />
die automatische Validierung von Arbeitsgängen<br />
eine Schnittstelle zu Maschinensteuerungen. Arbeitsabläufe<br />
werden rationalisiert, manuelle Eingriffe<br />
reduziert und die Genauigkeit der Produk -<br />
tionsdaten wird gewährleistet. Managern bietet<br />
Machine Connectivity Echtzeiteinblicke in die Maschinenleistung<br />
und hilft ihnen, Engpässe zu erkennen<br />
und die Planung zu optimieren.<br />
Modul Control Panel:<br />
Web-Dashboard auf Cloud-Basis<br />
Das Modul Control Panel macht die Leistungen<br />
von Machine Connectivity sichtbar: Als Web-<br />
Dashboard auf Cloud-Basis ermöglicht es die<br />
Überwachung des Maschinenstatus, die Diagnose<br />
von Wartungsproblemen und Einblicke in die tägliche<br />
Leistung der Fertigung. Durch die Verbindung<br />
von MES- sowie CAD-CAM-Systemen und<br />
Maschinensteuerungen steigert die Machine Connectivity<br />
die Effizienz, Genauigkeit und Kontrolle<br />
des gesamten Produktionsprozesses.<br />
Christoph Lenhard (4. v. l.), Verkaufsleiter bei Lantek Deutschland, und das Lantek-Team<br />
stellten auf der Euroblech 2024 das Software-Update Lantek V44 unter dem Motto „Connected,<br />
Live, Smart“ und viele Innovationen vor.<br />
Automatische Erkennung<br />
der Konstruktionssstruktur<br />
Der 3D-Importer Assembly to Nesting (A2N) ist<br />
eine weitere wichtige Innovation in der neuen Version<br />
Lantek V44, mit der die Anwender 3D-CAD-<br />
Dateiformate für die Angebotserstellung und Fertigung<br />
importieren und abwickeln können. Das Modul<br />
erkennt automatisch die Konstruktionsstruktur,<br />
ganz gleich, ob es sich um Blech- oder Rohrteile,<br />
Profile oder Zulieferer-Elemente handelt.<br />
Assembly to Nesting erkennt sogar die Struktur<br />
kompletter Baugruppen. Seine laut Lantek überaus<br />
benutzerfreundliche Oberfläche bietet eine doppelte<br />
Vorschau der Komponenten sowohl in 2D als<br />
auch in 3D und zeigt dem Nutzer die entfaltete<br />
Form in Echtzeit an.<br />
Darüber hinaus unterstützt der 3D-Importer Assembly<br />
to Nesting die Erkennung von Standard -<br />
fasen und weist automatisch die entsprechende<br />
Technologie zu, wenn nach der Angebotsannahme<br />
die Daten der Teile zur Fertigung an Lantek Expert<br />
übertragen werden.<br />
„Mit der Vereinfachung des Importprozesses und<br />
sofortigen Datenvisualisierung unterstützt Assembly<br />
to Nesting Blechbearbeiter, die Effizienz der<br />
Angebotserstellung und Fertigung zu maximieren,<br />
und gewährleistet gleichzeitig einen nahtlosen<br />
Workflow zwischen Konstruktion und Fertigung“,<br />
so Lenhard.<br />
Weitere Key-Features<br />
Lantek Expert V44, die Verbesserung der 2D-<br />
CAD-CAM-Software von Lantek, führt eine neue<br />
erweiterte Verschachtelungsstrategie ein, die auf<br />
Parametern des Produktionsablaufs wie Kundendaten,<br />
Fertigungsrouting und Lieferterminen basiert.<br />
Der neue Import-Assistent bietet eine intelligentere<br />
DXF/DWG-Geometriebereinigung und<br />
Layer-Verwaltung, was den Datenimport rationalisiert<br />
und die Effizienz steigert.<br />
Lantek Flex3D V44, die Weiterentwicklung der<br />
3D-CAD-CAM-Software von Lantek, optimiert<br />
das Schneiden von <strong>Rohre</strong>n und Profilen mit einem<br />
verbesserten Treiber, der die Geschwindigkeit,<br />
Präzision und Flexibilität steigert. Als Reaktion<br />
auf die neue und stetig steigende Nachfrage nach<br />
Dienstleistungen für Schneidtechnologie zur Fertigung<br />
von Strukturprofilen wurden zahlreiche Eigenschaften<br />
von Lantek Flex3D verbessert, inklu -<br />
sive der Steuerung fortschrittlicher Roboter-<br />
Schneidköpfe.<br />
Mit der neuen Anwendung MES Intralogistik verbessert<br />
Lantek die Verwaltung und das Verfolgen<br />
der Rohmaterialversorgung vom Lager bis zu den<br />
Schneidarbeitsplätzen.<br />
© Lantek<br />
www.lantek.com/de<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
59
TECHNIK<br />
Software<br />
RÜCKFEDERUNGEN<br />
WETTBEWERBS-<br />
RELEVANT<br />
KOMPENSIERT<br />
DER WERKZEUG- UND SONDERMASCHINENBAUER Wesoba sichert den Werkzeugbau bis zum<br />
Tryout systematisch mit Simulationstools von AutoForm ab. Damit kommt das Unternehmen aus dem<br />
erzgebirgischen Schwarzenberg schneller zum ersten Bauteil und agiert planungssicher sowie kosteneffizient.<br />
Im Werkzeugbau konzentrieren wir uns auf<br />
Transfer- und Linienwerkzeuge für Stahl-,<br />
Edelstahl- und Aluminiumbauteile. Schwerpunkt<br />
ist das gezogene Teil mit komplexer<br />
Geometrie – hier entwickeln wir uns konsequent<br />
zum größeren Werkzeug weiter“, erklärt Geschäftsführer<br />
Georg Pfaff. Zunehmend geschieht<br />
dies auch für Teile aus hochfesten Stählen – extreme<br />
Toleranzen und hohe Oberflächenansprüche<br />
sind ohnehin zu erfüllen: „Diese Kombination erklärt,<br />
warum wir simulieren müssen. Erfahrungswissen<br />
und händisches Arbeiten reichen einfach<br />
nicht mehr aus.“ Daher baut Wesoba die ZusammenarbeitmitAutoFormkonsequentaus,umModell<br />
und Werkzeug immer besser übereinzubringen:„WirsindjetztdieerstenSchritteinRichtung<br />
Oberfläche gegangen. In langfristigen Kooperationen<br />
werden wir diesen Weg mit unseren Kunden<br />
fortsetzen, sodass diese selbst einschätzen können,<br />
welcherSchrittalsnächstermöglichist.“<br />
AutoForm nimmt in dieser Konstellation mittlerweile<br />
eine besondere Rolle ein: Die Zusammenarbeit<br />
hatte zwar schon im Jahre 2008 begonnen,<br />
richtig intensiv wurde sie jedoch vor etwa zwei<br />
Jahren. AutoForm stellt für Wesoba die Lösung<br />
dar,dieHerstellbarkeitderBauteilezugarantieren<br />
und den Kunden mit Gewissheit sagen zu können,<br />
‚dasfunktioniert‘.SoerhältmaninSchwarzenberg<br />
frühzeitigimFertigungsprozessdieentscheidende<br />
UnterstützungaufdemWegzummaßhaltigenTeil.<br />
Zudem verschafft AutoForm einen Zeitsprung in<br />
derEntwicklung.<br />
Speziell mit dem AutoForm-Compensator bekommt<br />
Wesoba eher die fertige Kompensation:<br />
WasfrühermehrerehändischeKorrekturschleifen<br />
samt Konstruktionsänderung, Umprogrammie-<br />
1 Aus diesem<br />
Gussrohling wird das<br />
Werkzeug für ein<br />
Radhaus hergestellt,<br />
für das Wesoba die<br />
Rückfederung mit<br />
dem AutoForm-<br />
Compensator kompensiert<br />
hat.<br />
2 Beim WerkzeugundSondermaschinenbau<br />
greifen die<br />
Schwarzenberger<br />
auf eine große Fertigungstiefe<br />
zurück –<br />
für die mechanische<br />
Bearbeitung unter<br />
anderem auf diese<br />
Portalfräsmaschine.<br />
1<br />
2<br />
© Wesoba/AutoForm<br />
© Wesoba/AutoForm<br />
60<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
3<br />
3 Im Rahmen einer Schulung zu AutoForm Forming, die AutoForm auf Class-A-Flächen ausgerichtet hat, konnte das Werkzeug für ein Grauzonenteil im<br />
ersten Schuss simuliert und gefertigt werden.<br />
© Wesoba/AutoForm<br />
4<br />
© Wesoba/AutoForm<br />
Bauteil wurden geklärt worden. Schließlich war<br />
die Lösung gefunden und das Bauteil konnte produziertwerden.DieSchulung,derServiceunddie<br />
Anwendung liefen sehr gut ab – mittlerweile wird<br />
ohne AutoForm-Compensator kein Teil mehr in<br />
Schwarzenberggefertigt.<br />
DerAutoForm-Compensatorordnetsicheinineine<br />
Reihe von AutoForm-Tools, die Wesoba heute<br />
prozessbegleitend einsetzt. Zuerst wird dabei das<br />
Design eines Bauteils – mitunter schon vor Angebotslegung<br />
– auf Herstellbarkeit geprüft. Nach<br />
Rücksprache mit dem Kunden erfolgt anschließend<br />
die Simulation der Methode in AutoForm.<br />
Steht diese, wird das Werkzeug konstruiert und<br />
erstmals kompensiert, um etwaige Probleme der<br />
Herstellbarkeitherauszuarbeiten.<br />
Sind die Bauteile im Guss – ist das Werkzeug fertig<br />
– startet eine weitere Kompensation. Im nächsten<br />
Schritt liegt dann ein fertiges Ziehteil vor, von<br />
dem die Experten die Flächen scannen. Um diese<br />
Flächen zu bewerten, wird erneut der AutoForm-<br />
Compensator genutzt. Schließlich werden die<br />
Fräsflächen für die Beschneidwerkzeuge umgesetzt.AufdieseArterfolgenprozessbegleitendimmer<br />
wieder Vergleiche von Simulation und Werkzeug–bisdasersteTeilvorliegt.<br />
rung, Schweißen, mechanischer Bearbeitung und<br />
Tryout erforderte, macht mittlerweile das Programm–undzwarschnellerundgenauer.<br />
Begonnen hat die intensivierte Zusammenarbeit<br />
mitSchulungenzuAutoFormForming,dieaufdie<br />
Erstellung von Class-A-Flächen ausgerichtet waren.<br />
Bei einem Grauzonenteil, an dem geschult<br />
wurde,musstedennauchkeineeinzigeSchleifegefahrenwerden:97ProzentallerMesspunktewaren<br />
sofortinOrdnung.<br />
Im Anschluss wurde mit einem Radhaus für Mercedes-Benz<br />
gleich ein erstes Projekt umgesetzt<br />
und die Kompensation Schritt für Schritt gemeinsam<br />
aufgebaut. Beim Radeinbau gab es dann zunächst<br />
eine Abweichung zwischen Simulation und<br />
Praxis. In mehreren Runden wurde zusammen<br />
nach der Ursache geforscht, woher diese Abweichung<br />
stamme. Auch Fragen zur Auswertung am<br />
4 Bei einer Schulung<br />
zur Rückfederungskompensation<br />
mit<br />
dem AutoForm-Compensator<br />
wurde gleich<br />
ein erstes Projekt<br />
umgesetzt und Schritt<br />
für Schritt die Kompensation<br />
für ein<br />
Radhaus realisiert.<br />
5 Leonard Krauss,<br />
Georg Pfaff und Christian<br />
Pfaff (von links)<br />
arbeiten gemeinsam<br />
an einem Prozess,<br />
bei dem – künftig<br />
auch mit weiteren<br />
AutoForm-Tools –<br />
Modell und Praxis<br />
immer genauer übereinanderlegt<br />
werden.<br />
5<br />
© Wesoba/AutoForm<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
61
TECHNIK<br />
Software<br />
Wesoba zieht aus der Arbeit mit dem AutoForm-<br />
Compensator im Wesentlichen drei Haupteffekte:<br />
Erst einmal nähert man sich damit immer mehr<br />
der Praxis an. Zudem werden Zeit und Kosten gespart,<br />
weil weniger Korrekturschleifen anfallen<br />
und schneller Ergebnisse vorliegen. In der reinen<br />
Kompensationsarbeit sind das pro Teil locker drei<br />
Wochen Arbeit. Drittens sind die Ergebnisse genauer<br />
als beim händischen Arbeiten. Dabei kann<br />
neben der Rückfederung in Werkzeuglage heute<br />
auch die in Fahrzeuglage bestimmt und auf diese<br />
ArtdieSchwerkraftberücksichtigtwerden.<br />
Auch deswegen fällt das Fazit im Erzgebirge sehr<br />
positivaus:„OhneToolswiedenAutoForm-Compensator<br />
würden wir uns die immer größeren,<br />
komplexeren Teile ebenso wenig zutrauen wie die<br />
»Ohne AutoForm-<br />
Compensator ...<br />
weder komplexere<br />
noch Sichtteile ...«<br />
Christian Pfaff, Geschäftsführer bei Wesoba<br />
Sichtteile“, unterstreicht Christian Pfaff, der zusammenmitseinemBruderdasUnternehmenleitet.<br />
„AutoForm schafft aber auch Vertrauen –<br />
nicht nur, weil dem Kunden klar wird, was alles<br />
bei der Simulation zu beachten ist oder wie ausgewertet<br />
werden muss, sondern auch, weil Auto-<br />
FormeinfachStandardimAutomobilbauist.“<br />
Das aktuelle Ziel von Wesoba ist übrigens, WerkzeugundSimulationsmodellimmergenauerübereinanderzulegen,<br />
zum Beispiel bei höchstfesten<br />
Stahlsorten. Auch die tribologischen Werte aus<br />
demTriboFormPlug-Inkönntenkünftigdazubeitragen,kompliziertereTeilenochrealitätsnäherzu<br />
simulieren.<br />
Gleichzeitig sollen die Simulationen vermehrt<br />
Stellgrößen aufzeigen, mit denen sich Problembereiche<br />
beeinflussen lassen. Nicht zuletzt wird<br />
Wesoba zukünftig die CAD-Arbeit mit dem Auto-<br />
Form-ProcessDesignerfor CATIA beginnen, um<br />
auchbeiderKonstruktionZeitzusparen.<br />
www.autoform.com<br />
VerbesserteMachbarkeitsanalyseund<br />
ValidierungvonBlechumformprozessen<br />
SEINE NEUESTE SOFTWAREVERSION Forming R12 stellte AutoForm vor. Diese Version bietet<br />
neue Möglichkeiten und Erweiterungen für die Prozesskette der Blechumformung, insbesondere für die<br />
Machbarkeits- und Validierungsphase.<br />
AutoForm Forming R12 bietet Weiterentwicklungen und neue Optionen,<br />
die in der Machbarkeitsphase der Prozessauslegung zum Tragen<br />
kommen. Eine aktualisierte Netzverfeinerungsstrategie erlaubt eine<br />
realistischere Vorhersage der Ernsthaftigkeit, Größe und Anzahl<br />
derFaltenwährendundamEndedesUmformprozesses.DieSoftwareermöglicht<br />
es den Anwendern zudem, nicht nur die maximalen Presskräfte, son-<br />
AutoForm Forming R12 bietet neue Möglichkeiten und<br />
Erweiterungen für die Prozesskette der Blechumformung.<br />
© AutoForm<br />
dern auch deren Verteilung zu berücksichtigen. Sie können nun besser feststellen,<br />
ob die Presse in der Lage ist, die Werkzeuge richtig zu schließen und<br />
damiteinereibungsloseTeileproduktionzugewährleisten.<br />
Darüber hinaus bietet AutoForm Forming R12 verschiedene Verbesserungen<br />
am Solver, wie die Möglichkeit der parallelen Ausführung auf 16 Kernen für<br />
eine schnellere Simulation und eine erhöhte maximale Anzahl von Elementen,diebesondersbeigrößerenBlechteilenundTeilenmitsehrfeinengeometrischenStrukturenhilfreichist.DieSoftwarebietetauchverschiedeneTribo-<br />
Form-Verbesserungen,einschließlicherweiterterBibliotheken,diebesonders<br />
fürdieTryout-Phasewichtigsind.AutoFormFormingR12ermöglichtesalso<br />
den Anwendern, die Machbarkeit von Prozessen schnell und einfach zu bewerten.<br />
AutoForm Forming R12 bietet auch neue Funktionen, die für die ValidierungsphasederProzessauslegungwichtigsind.DieRückfederungskompensation<br />
wird nun durch eine verbesserte Glättungsoption erleichtert, die es dem<br />
Anwender ermöglicht, die Glättungsfaktoren gezielt anzupassen, um die gewünschteOberflächenqualitätzuerreichen.<br />
Die Erweiterungen in AutoForm-DieDesignerPlus sind auch für die Prozessvalidierung<br />
wichtig, da sie die Erzeugung und Kompensation hochwertiger<br />
Oberflächen innerhalb der AutoForm-Umgebung erheblich erleichtern. Die<br />
neuesteVersionbietetzudemVerbesserungenderWerkzeugbombierung,die<br />
zur Kompensation der elastischen Werkzeugdurchbiegung angewendet wird.<br />
Damit lassen sich die Anzahlt der Tryout-Schleifen, der Ausschuss und PressenstillständeinderProduktionnochstärkerreduzieren.<br />
Dr. Markus Thomma, CMO der AutoForm-Gruppe, erklärt: „Mit AutoForm<br />
Forming R12 bieten wir unseren Anwendern eine Reihe von neuen Möglichkeiten<br />
und Erweiterungen, die für die Prozesskette der Blechumformung<br />
wichtig sind. Durch den Einsatz von AutoForm Forming R12 können Prozessingenieure<br />
ein besseres Produktdesign, eine verbesserte und schnellere<br />
Prozessauslegung und damit eine verlässliche Langzeitperformance erreichen.“<br />
62<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Software<br />
Erhebliche Zeitersparnis<br />
und weitere Verbesserungen<br />
DAS BAYERISCHE UNTERNEHMEN Data M stellte auf der Euroblech die neue Version von Copra RF<br />
vor. Zu den Highlights zählen bedeutende Verbesserungen des Formänderungstechnologie-Moduls (FTM)<br />
und die Integration mit Bricscad als weiteres CAD-System neben Autocad.<br />
Das Copra RF FTM (Formänderungs-Technologie-Modul)<br />
ermittelt maximal auftretende<br />
Werte der Längs -<br />
dehnung. Projekte können so schnell<br />
und ohne detaillierte Werkzeugauslegung<br />
und FEA-Simulation auf ihre<br />
Umsetzbarkeit geprüft werden.<br />
Die Version <strong>2025</strong> von Copra RF bietet<br />
zahlreiche signifikante Verbesserungen<br />
des Moduls: Die neue Funk -<br />
tion zur Echtzeit-Überwachung der<br />
Längsdehnungen ermöglicht es Kon -<br />
strukteuren, die Auswirkungen direkt<br />
in einem separaten Fenster oder<br />
auf einem zweiten Monitor zu verfolgen.<br />
Änderungen an der Umformblume<br />
erfordern kein erneutes Aufrufen<br />
des Berechnungsmoduls und der Arbeitsablauf<br />
wird nicht unterbrochen.<br />
Auch Änderungen der Abwicklung<br />
im Copra-Spreadsheet-Projekt werden<br />
in Echtzeit im FTM-Fenster angezeigt.<br />
Das verbessert den Arbeitsablauf<br />
erheblich.<br />
Dank der intuitiven Benutzeroberfläche<br />
kann der Anwender zudem problemlos<br />
zwischen verschiedenen Ansichten<br />
und Diagrammtypen wechseln,<br />
Umformparameter wie Bandkantendehnung<br />
oder Dehnungsverlauf<br />
analysieren und gezielt Stationen<br />
oder Stiche auswählen, die in den<br />
FTM-Diagrammen oder in Copra<br />
angezeigt werden sollen. Auch lässt<br />
sich die 3D-Ansicht der ausgewählten<br />
Stationen im FTM-Fenster drehen,<br />
und die FTM-Ergebnisse werden<br />
sofort aktualisiert, während an<br />
der Profilblume gearbeitet wird.<br />
Jetzt mit weiterer<br />
CAD-Unterstützung<br />
Seit nunmehr fast 40 Jahren bietet<br />
Data M seine Konstruktions-Software<br />
Copra RF für das Rollformen<br />
an und setzte für eine benutzerfreundliche<br />
Oberfläche von Anfang<br />
an auf die marktführende CAD-Software<br />
Autocad von Autodesk.<br />
Mit dem neuen Release von Copra<br />
RF gibt es jetzt eine Alternativlösung:<br />
Copra RF <strong>2025</strong> unterstützt neben<br />
Autocad <strong>2025</strong> mit Bricscad 24 erstmals<br />
ein weiteres CAD-System. Bei<br />
Bricscad handelt es sich um eine von<br />
HINTERGRUND<br />
DATA M SHEET METAL SOLUTIONS GmbH, 1987 gegründet, ist<br />
spezialisiert auf Softwarelösungen und Dienstleistungen für<br />
Walzprofilierer. Die Programme Copra RF sowie Copra FEA RF<br />
für Konstruktion und Simulation gelten als weltweit marktführend.<br />
Seit einigen Jahren bietet Data M auch die optischen Messsysteme<br />
Copra ProfileScan Desktop sowie Copra RollScanner zur effizienten<br />
Qualitätskontrolle von Produkten und Rollenwerkzeugen an.<br />
Schließlich ist Data M als Dienstleister für Konstruktion, Simulation<br />
und Analyse im Walzprofilierbereich tätig – das Unternehmen<br />
greift dazu auf ein internationales Partnernetz zurück und unterhält<br />
weltweit Niederlassungen.<br />
der belgischen Bricsys NV (Teil von<br />
Hexagon AB) entwickelte CAD-Software.<br />
Als Alternative zu Autocad bietet<br />
sie ähnliche Funktionen für das<br />
Erstellen und Bearbeiten von 2D-<br />
Zeichnungen und 3D-Modellen und<br />
unterstützt zudem das DWG-Dateiformat<br />
– das native Format von Autocad.<br />
Dies ermöglicht eine nahtlose<br />
Zusammenarbeit zwischen Nutzern<br />
beider Systeme.<br />
Geschäftsführer Maximilian Sedlmaier<br />
betont: „Copra RF <strong>2025</strong> bietet den<br />
volle Funktionsumfang sowohl mit<br />
Autocad als auch mit Bricscad ohne<br />
Einschränkungen gegenüber der bewährten<br />
Autocad-Integration. Damit<br />
bieten wir noch mehr Flexibilität in<br />
der Softwarewahl.“<br />
www.datam.de<br />
1 2<br />
© Data M<br />
© Data M<br />
1 Copra FTM: Bedeutende Verbesserungen durch Echtzeit-Überwachung und optimierte Benutzeroberfläche<br />
sorgen für erhebliche Zeitersparnis. 2 Copra RF <strong>2025</strong> unterstützt neben Autocad <strong>2025</strong> mit Bricscad 24 erstmals ein weiteres CAD-System.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
63
TECHNIK<br />
Software<br />
1 2<br />
© Kramski<br />
Simulation<br />
reduziert teure<br />
Werkstattversuche<br />
BEI DER ENTWICKLUNG hochpräziser Stanz- und Umformwerkzeuge die Grenzen des Machbaren<br />
auszuloten und gleichzeitig die Effizienz in der Produktion zu steigern, ist eine Herausforderung. Metallische<br />
Werkstoffe in die gewünschte Form zu bringen erfordert eine exakte Planung und Auslegung der Werkzeuge.<br />
Simulation spielt da eine wichtige Rolle, da sie aufwendige Vorversuche reduzieren kann.<br />
Auf der Branchenmesse Stanztec<br />
weckte die Umformsimulation<br />
Stampack das Interesse<br />
der Kramski GmbH<br />
aus Pforzheim. Der weltweit tätige<br />
Anbieter technologisch anspruchsvoller<br />
Stanz- und Spritzgusstechnik entschied<br />
sich im Frühjahr 2023 für eine<br />
kostenlose Testphase. Mit dem Ergebnis,<br />
dass Stampack sehr gut für<br />
die Anforderungen des Unternehmens<br />
geeignet ist.<br />
Zwei Mitarbeiter aus der Konstruk -<br />
tionsabteilung arbeiteten intensiv<br />
mit der Software und setzten sie ein,<br />
um typische Biege-, Zieh- und Prägeprozesse<br />
zu simulieren. Insbesondere<br />
die Möglichkeit von Volumen- und<br />
Schalensimulation erwies sich als<br />
entscheidend für den zukünftigen<br />
Einsatz der Umformsimulation im<br />
Unternehmen. „Stampack erlaubt eine<br />
präzise Simulation der Umformprozesse<br />
und eine sehr zuverlässige<br />
Vorhersage des Werkstückverhaltens“,<br />
erläutert Martin Gall, Bereichsleiter<br />
Projektplanung und Design bei<br />
Kramski. „Ein zusätzlicher Faktor<br />
war die einfache und intuitive Bedienbarkeit<br />
der Software.“<br />
Deutliche Reduktion<br />
der Korrekturschleifen<br />
Die Schulung der Mitarbeiter verlief<br />
zügig und reibungslos. Besonders<br />
positiv bewertet wurde die kontinu-<br />
ierliche Betreuung: So standen Experten<br />
jederzeit zur Verfügung, um<br />
spezifische Fragen zu beantworten<br />
und individuelle Lösungsvorschläge<br />
zu erarbeiten. Die Testphase zeigte<br />
eine deutliche Reduktion der benötigten<br />
Korrekturschleifen bei der<br />
Werkzeugentwicklung, was wiederum<br />
die Entwicklungszeiten und Kosten<br />
dauerhaft senkt.<br />
Die entgültige Entscheidung für die<br />
Anschaffung von Stampack fiel nach<br />
64<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
1 Stampack Xpress ermittelt die<br />
Beschnittkontur rechnerisch und<br />
zeigt am Konstruktionsarbeitsplatz<br />
durch Soll-Ist-Vergleich das<br />
Rückfederungsverhalten farblich<br />
abgestuft an.<br />
© Kramski<br />
Abschluss der erfolgreichen Testphase<br />
im Sommer 2023. Maßgeblich dafür<br />
war die intuitive Systemnutzung<br />
in Kombination mit den erwarteten<br />
Effizienzgewinnen bei Zeit und Kosten.<br />
2 Mehrteiliger Steckverbinder,<br />
der im Rahmen einer einstufigen<br />
Fertigung abgebildet werden kann.<br />
Hierzu werden selektiv galvani -<br />
sierte Stanzbänder mit üblichen<br />
Blechstärken von 0,2 mm bis<br />
0,4 mm verarbeitet.<br />
Machbarkeitsprüfung<br />
bereits in der<br />
Angebotsphase<br />
Seit dem offiziellen Einsatz der Software<br />
im Juli 2023 hat sie sich fest in<br />
den Arbeitsalltag der Konstruktionsabteilung<br />
integriert. Stampack wird<br />
bei Kramski vor allem für die Simulation<br />
von Biege-, Zieh- und Prägeprozessen<br />
genutzt. Diese Simulationsfälle<br />
sind wesentlich für die Auslegung<br />
und Optimierung der Stanzwerk -<br />
zeuge.<br />
Dank der Umformsimulation können<br />
Konstrukteure bereits in der Angebotsphase<br />
eine Machbarkeitsprüfung<br />
vornehmen und somit aufwendige<br />
Vorversuche vermeiden.<br />
Durch die Möglichkeit, Änderungen<br />
und Optimierungen direkt in der Simulationsumgebung<br />
vorzunehmen,<br />
minimiert sich der Bedarf an Rekursionsschleifen.<br />
Zudem wird die Stampack-Software<br />
auch zur Berechnung der Rückfederung<br />
bei Biegungen eingesetzt, was<br />
eine präzise Vorhersage des Materialverhaltens<br />
erlaubt und den Aufwand<br />
für spätere Anpassungen erheblich<br />
reduziert.<br />
»Stampack erlaubt eine<br />
präzise Simulation der<br />
Umformprozesse und eine<br />
sehr zuverlässige Vorhersage<br />
des Werkstückverhaltens.«<br />
Martin Gall, Bereichsleiter Projektplanung und Design bei Kramski<br />
Internationale Bedeutung<br />
Auch international spielt Stampack<br />
eine wichtige Rolle, da die zentralisierte<br />
Steuerung der Softwareanwendung<br />
über den Hauptsitz in Pforzheim<br />
eine effiziente Koordination<br />
der verschiedenen Standorte ermöglicht.<br />
Besonders in Bezug auf die Verkürzung<br />
des ‚Time-to-Market‘ leistet<br />
die Umformsimulation einen entscheidenden<br />
Beitrag. Auch deswegen<br />
erweist sich die Entscheidung für<br />
den Einsatz von Stampack als wertvolle<br />
Investition für Kramski.<br />
Die Software ermöglicht eine schnellere<br />
und kostengünstigere Entwicklung<br />
und Optimierung von Stanzwerkzeugen,<br />
was sich positiv auf die Gesamtwirtschaftlichkeit<br />
der Projekte auswirkt.<br />
„Dank der präzisen Simulationen können<br />
potenzielle ‚Probleme‘ bereits in<br />
der Planungsphase erkannt und durch<br />
gezielte Anpassungen vermieden werden.<br />
Dadurch reduzieren sich sowohl<br />
Kosten als auch Zeit“, unterstreicht<br />
Martin Gall. „Auch vor dem Hintergrund<br />
des Fachkräftemangels, immer<br />
größeren Anforderungen an den ‚Time-to-Market‘<br />
und den internationalen<br />
Kostendruck ist die Simulationssoftware<br />
aus unserem Alltag heute nicht<br />
mehr wegzudenken. Der Einsatz von<br />
Stampack hat sich bei uns in der Konstruktion<br />
– auch im internationalen<br />
Umfeld – als voller Erfolg erwiesen.“<br />
ww.stampack.com
UNTERNEHMEN<br />
Thyssenkrupp Steel<br />
Ein Meilenstein<br />
für die nachhaltige<br />
Stahlindustrie<br />
VOR 50 JAHREN: Die August-Thyssen-Hütte AG bestellt den ersten Beauftragten<br />
für den Umweltschutz. Seitdem hat sich sehr viel getan.<br />
Dr.<br />
Jürgen Philipp, der als erster Umweltschutzbeauftragter<br />
von Thyssenkrupp<br />
tätig war, hatte zuvor<br />
in Japan für das Unternehmen<br />
gearbeitet und war später auch Professor an<br />
der Technischen Universität in Clausthal-Zellerfeld.<br />
Die Stelle des Umweltschutzbeauftragten<br />
wurde nach einer dreijährigen Vorbereitungszeit<br />
geschaffen, die Rolle war zuerst im Bereich der<br />
Chemischen Laboratorien angesiedelt.<br />
1974 wurde die Position dann weiter ausgebaut<br />
und Dr. Jürgen Philipp als hauptamtlicher Umweltbeauftragter<br />
eingesetzt. Die Position wurde direkt<br />
dem Technischen Vorstand unterstellt und<br />
sollte die Umsetzung von Umweltschutzmaßnahmen,<br />
damals vor allem Emissionsminderungen,<br />
kontrollieren und koordinieren. Zu Beginn der<br />
Amtszeit von Dr. Philipp bestand das Team aus lediglich<br />
drei Mitarbeitern. Heute sind es rund 50<br />
engagierte Fachkräfte, die sich den Herausforderungen<br />
des Umweltschutzes widmen.<br />
Duisburg Bruckhausen in der guten, alten Zeit (1960)<br />
© Thyssenkrupp Steel<br />
Neues Umweltbewusstsein<br />
seit den 1960er Jahren<br />
Vor allem im Ruhrgebiet als Industriemetropole<br />
mit starker Luftverschmutzung durch ungefilterte<br />
Abgase entwickelte sich seit den 1960er Jahren ein<br />
stärkeres Bewusstsein für Umweltschutz und Luftreinhaltung.<br />
Die vielzitierte Forderung Willy<br />
Brandts „Der Himmel über der Ruhr muss wieder<br />
blau werden!“ aus dem Jahre 1961 oder auch die<br />
„Smog-Krise“ von 1962 führten zu einer Reihe<br />
neuer Gesetze, die Umweltbelastungen reduzieren<br />
sollten. 1974 trat schließlich das Bundesimmis -<br />
sionsschutzgesetz in Kraft, das einheitliche Vorgaben<br />
für den Umweltschutz festlegte.<br />
Auch die damalige August-Thyssen-Hütte stellte<br />
sich ihrer Verantwortung, die Luftqualität in der<br />
Region zu verbessern. Neben der Bestellung des<br />
Umweltbeauftragten zählten dazu in den folgenden<br />
Jahren und Jahrzehnten große Investitionen<br />
in Technologien zur Prozessgasreinigung sowie in<br />
moderne Sinter- und Tuchfilteranlagen.<br />
Auch beim Neubau des Hochofens 1, der bereits<br />
1973 in Betrieb ging, wurde ein besonderes Augenmerk<br />
auf Umweltschutzaspekte gelegt. Der<br />
„Schwarze Riese“ ist bis heute in Betrieb und wurde<br />
2021 noch einmal nachgerüstet, so dass er aktuell<br />
noch immer nicht nur als einer der größten,<br />
sondern auch als einer der modernsten Hochöfen<br />
in Europa gilt.<br />
Thyssenkrupp Steel auf dem Weg<br />
in ein neues Zeitalter der<br />
klimafreundlichen Stahlherstellung<br />
Die Ansprüche an Umweltschutzmaßnahmen haben<br />
seit den 1970er Jahren weiter massiv zugenommen.<br />
Schon in den 1980er Jahren war das Unternehmen<br />
Vorreiter in der Entstaubung von<br />
Stahlwerken. Seitdem wurden immer wieder erhebliche<br />
Mittel für die Verbesserung des Umweltschutzes<br />
ausgegeben.<br />
Um den immer anspruchsvolleren Anforderungen<br />
gerecht zu werden, wendet Thyssenkrupp Steel<br />
heute jährlich etwa 350 Millionen Euro für Umweltschutzmaßnahmen<br />
auf, davon rund 140 Millionen<br />
Euro in die Luftreinhaltung und weitere 140<br />
Millionen Euro in den Lärmschutz. Nicht nur die<br />
Ansprüche haben sich verändert, auch der Fokus<br />
hat sich verschoben.<br />
„Vermeidung geht heute vor Beseitigung von Umweltschäden“,<br />
so Dr. Wolfgang Volkhausen, Leiter<br />
Umweltschutz bei Thyssenkrupp Steel Europe.<br />
„Nicht erst mit dem European Green Deal oder<br />
der neuen Industrial Emission Directive (IED),<br />
die im Juni 2024 in Kraft trat, hat sich der Blick-<br />
66<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
© Thyssenkrupp Steel<br />
Sinteranlagen-Entstaubung<br />
© Thyssenkrupp Steel<br />
Dr. Jürgen Philipp wurde<br />
1974 als hauptamtlicher<br />
Umwelt beauftragter eingesetzt.<br />
Die Position wurde direkt dem<br />
Technischen Vorstand unterstellt.<br />
winkel verändert. Wir wollen auch in den kommenden<br />
Jahren eine führende Rolle im Umweltschutz<br />
der europäischen Stahlindustrie einnehmen<br />
und uns den Herausforderungen des Klimawandels<br />
stellen.“<br />
Zentrales Element dieser Strategie ist das Transformationsprojekt<br />
TkH2Steel, das die Stahlherstellung<br />
mit der Umstellung von kohle- auf wasserstoffbasierende<br />
Technologie bis spätestens 2045 klimaneutral<br />
machen will. Langfristig werden die kohlebasierenden<br />
Hochöfen, wie auch der „Schwarze<br />
Riese“, im Rahmen der Transformation zur klimaneutralen<br />
Stahlherstellung damit durch wasserstoffbetriebene<br />
Direktreduktionsanlagen oder alternative<br />
Technologien abgelöst.<br />
Industrieller Umweltschutz<br />
ist mehr als CO 2 -Reduzierung<br />
Doch auch über die grüne Transformation der<br />
Stahlproduktion hinaus stellt Thyssenkrupp Steel<br />
Umwelt- und Naturschutz in den Fokus: In der<br />
Abfallwirtschaft beispielsweise sollen so viele Nebenprodukte<br />
der Roheisenerzeugung wie möglich<br />
wiederverwertet werden. Ein Beispiel hierfür ist<br />
die Hochofenschlacke, die zu 100 Prozent als Sekundärrohstoff<br />
vermarktet wird.<br />
Auch Gewässerschutz spielt eine wichtige Rolle,<br />
denn der enorme Bedarf an Wasser entspricht etwa<br />
dem jährlichen Verbrauch der Bundesländer<br />
Bayern und Baden-Württemberg zusammen.<br />
Doch nur drei Prozent werden als Frischwasser bezogen:<br />
97 Prozent des genutzten Wassers ist Kreislaufwasser,<br />
das dank effektiver Aufbereitung bis zu<br />
40-mal genutzt werden kann, bevor es entweder<br />
verdunstet oder als gereinigtes Abwasser abgeleitet<br />
wird.<br />
Und auch der Bodenschutz wird sowohl bei der<br />
Planung neuer Produktionsanlagen als auch bei<br />
Stilllegungen mitgedacht. Die langfristigen und<br />
strategischen Bemühungen um den Umweltschutz<br />
zahlen sich aus und sind längst Teil eines ganzheitlichen<br />
Umweltmanagements im Unternehmen. So<br />
hat Thyssenkrupp Steel seine Klimaziele auf Basis<br />
der wissenschaftlich fundierten Leitlinien der<br />
„Science Based Targets initiative“ (SBTi) validieren<br />
lassen.<br />
Das Unternehmen ist damit einer der ersten Stahlhersteller,<br />
dessen Klimaziele auf wissenschaftlicher<br />
Basis überprüft und als im Einklang mit dem 1,5<br />
Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens bewertet<br />
wurden – sowohl was das kurzfristige Ziel 2032 als<br />
auch das Net-Zero-Target 2045 nach SBTi betrifft.<br />
Die SBTi ist eine globale Initiative, die Unternehmen<br />
dabei unterstützt, wissenschaftsbasierende<br />
Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen<br />
zu setzen, die im Einklang mit den neuesten<br />
Erkenntnissen der Klimawissenschaft stehen.<br />
Außerdem hat sich Thyssenkrupp Steel der weltweit<br />
gültigen Nachhaltigkeitsinitiative Respon -<br />
sibleSteel angeschlossen, einer Non-Profit-Organisation,<br />
die durch ein globales Standardund Zertifizierungsprogramm<br />
sicherstellt, dass der verwendete<br />
Stahl in jeder Phase verantwortungsbewusst bezogen<br />
und hergestellt wurde.<br />
Thyssenkrupp Steel sieht im Bekenntnis zum Re -<br />
sponsibleSteel-Standard einen weiteren wichtigen<br />
Baustein im Rahmen seines nachhaltigen Transformationsprozesses.<br />
www.thyssenkrupp-steel.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
67
1<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen / Volker Lannert<br />
EFFIZIENTERE<br />
UND BRILLANTERE<br />
DIODENLASER<br />
OB MEDIZINTECHNIK, TELEKOMMUNIKATION ODER LUFT- UND RAUMFAHRT: In vielen<br />
Industriebranchen steigt die Nachfrage nach Hochleistungslasern. Das ILT hat nun bedeutende Fortschritte<br />
bei der Entwicklung effizienter und stabiler Hochleistungsdiodenlasern erzielt. Dr. Sarah Klein hat das<br />
Verfahren im Rahmen ihrer Promotion entwickelt.<br />
Durch Faser-Bragg-Gittern (FBG) lässt<br />
sich die Komplexität von Faserlasersystemen<br />
enorm reduzieren. Werden die<br />
optischen Gitter direkt in die Faser eingeschrieben,<br />
können sie externe Resonator-Spiegel<br />
ersetzen. Dadurch entfällt die aufwändige Spiegeljustage.<br />
Während Systemkomplexität, Störanfälligkeit<br />
und Kosten durch die direkte Faserintegration<br />
sinken, steigt die Brillanz der emittierten Laserstrahlung.<br />
Konzept zur Faserintegration<br />
Das für Singlemode-Fasern etablierte Verfahren<br />
zum Einbringen von FBG ins Innere optischer Fasern<br />
mit sechs Mikrometern Kerndurchmesser<br />
wurde unter maßgeblicher Mitwirkung des Fraunhofer<br />
ILT schon 2019 im BMBF-Förderprojekt<br />
Ekolas weiterentwickelt. Koordiniert von Laserline<br />
gelang es dem Konsortium, die Faser-Bragg-Gitter<br />
mit Hilfe von UKP-Lasern auch in Quarzfasern<br />
mit einem Kerndurchmesser von 100 Mikrometern<br />
zu schreiben: Das Material schmilzt unter<br />
dem Einfluss der ultrakurzen Laserpulse kurz auf,<br />
erkaltet sehr schnell wieder und verändert in den<br />
so bearbeiteten Volumina seine optischen Eigenschaften.<br />
Die eingebrachte Struktur basiert auf einem<br />
hierfür ausgelegten Interferenzmuster überlagerter<br />
Lichtwellen.<br />
Ein einziges FBG von 100 Mikrometern Durchmesser<br />
genügt, um die zuvor externen Resonatorspiegel<br />
in die Faser zu verlegen und Multimode-<br />
68 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
FOKUS<br />
Laser<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen / Ralf Baumgarten<br />
Faserlaser in vielfacher Hinsicht zu optimieren.<br />
Dieses von Dr. Sarah Klein weiterentwickelte Verfahren<br />
hat die Fraunhofer-Forscherin im Rahmen<br />
ihrer Promotionsarbeit auch auf fasergekoppelte<br />
Diodenlaser übertragen und wurde für ihre Forschungsarbeit<br />
am 19. Februar <strong>2025</strong> mit dem 3.<br />
Platz des renommierten Hugo-Geiger-Preises ausgezeichnet,<br />
den das Land Bayern und die Fraunhofer-Gesellschaft<br />
jährlich vergeben.<br />
Gleiches Konzept – neues Ziel<br />
In ihrer Arbeit befasste sich Dr. Klein neben Multimode-Faserlasern<br />
auch mit der Optimierung von<br />
Diodenlasern, die zum Pumpen von Festkörperlasern<br />
benötigt werden. Das verändert die Zielrichtung,<br />
denn anders als bei Faserlasern dienen die<br />
FBG in dieser Anwendung dazu, die spektralen Eigenschaften<br />
der Diodenlaserstrahlung zu verbessern.<br />
Hintergrund: Um beim optischen Pumpen<br />
das Energieniveau des laseraktiven Mediums zu<br />
heben, wird dieses mit einer spezifischen Wellenlänge<br />
angeregt. Denn nur dann kann das Medium<br />
diese Strahlung optimal absorbieren.<br />
Doch Diodenlaser strahlen breitbandig. Die Forscherin<br />
erarbeitete darum ein Konzept, um die<br />
Bandbreite gezielt reduzieren und die Wellenlänge<br />
der Laserstrahlung stabilisieren zu können. Zentral<br />
für diesen Ansatz ist erneut ein direkt eingeschriebenes<br />
Faser-Bragg-Gitter. Es sorgt dafür,<br />
dass die eingesetzten Hochleistungsdiodenlaser<br />
nur noch die gewünschte Wellenlänge emittieren.<br />
Diese Steigerung der Brillanz macht den Energieeintrag<br />
in den Festkörperlaser um ein Vielfaches<br />
effizienter und damit kostengünstiger. Ein enormer<br />
Vorteil für industrielle Anwendungen, in denen<br />
die Wirtschaftlichkeit und die Energieeffizienz<br />
eine immer wichtigere Rolle spielen.<br />
Komplexe Integration<br />
Die Entwicklung des Verfahrens hat Dr. Klein im<br />
Zuge eines Eigenprojekts der Fraunhofer Gesellschaft<br />
vorangetrieben. Auch hier galt es, wie im<br />
Projekt Ekolas, die optischen Gitter in Multimode-<br />
Fasern einzuschreiben, die als Wellenleiter für<br />
Dr. Sarah Klein wurde am 19.2.<strong>2025</strong> in München<br />
für ihre Promotionsarbeit am Fraunhofer ILT<br />
mit dem 3. Platz des Hugo-Geiger Preises<br />
ausgezeichnet.<br />
1 Belichtungsprozess: ein UKP Laser schreibt ein Faser-Bragg-Gitter in eine Faser mit 100 Mikrometern<br />
Kerndurchmesser. 2 Dr. Sarah Klein beim Einspannen der Faser für den Belichtungsprozess.<br />
Diodenlaser genutzt werden. »Normalerweise geht<br />
es in der Lasertechnik um Miniaturisierung. In<br />
meiner Forschungsarbeit war es genau umgekehrt«,<br />
erklärt sie. Von sechs Mikrometern Kerndurchmesser<br />
musste sie den UKP-Prozess auf bis<br />
zu 100 Mikrometer übertragen.<br />
Die Tücke lag im Detail: So war das lückenlose und<br />
passgenaue Aneinanderreihen der FBG-Segmente<br />
äußerst kompliziert umzusetzen. Auch das Energiemanagement<br />
war sehr schwierig. Um die vielen Gitter<br />
in die wesentlich größeren Multimode-Fasern in<br />
einem Schritt einzuschreiben, hätte sie theoretisch<br />
den Energieeintrag vervielfachen müssen. Doch<br />
diese Variante schied von vornherein aus.<br />
Dr. Klein meisterte die Probleme, indem sie über<br />
ein Dutzend der nur sechs Mikrometer kleinen<br />
FBG in mehreren Belichtungsprozessen aneinanderreihte,<br />
und zwar nahtlos. »Das Schreibverfahren<br />
wäre bei einer eckigen Kerngeometrie wesentlich<br />
einfacher gewesen«, berichtet sie. Das Einschreiben<br />
der FBG bis an die Ränder sei in der erforderlichen<br />
Präzision enorm kompliziert gewesen.<br />
Doch im Sinne maximaler Reflektivität des<br />
Gitters für einen effizienten Resonatoraufbau des<br />
Faserlasers war diese lückenlose Präzision nötig.<br />
Beim Übertragen dieses Konzeptes für die Frequenzstabilisierung<br />
von Diodenlasern stand im<br />
Vordergrund, die FBG-Eigenschaften so zu gestalten,<br />
dass der Diodenlaser nur noch eine gewünschte<br />
Wellenlänge emittiert. Dabei verfolgte<br />
Dr. Sarah Klein nicht mehr das Ziel, die FBG-Reflektivität<br />
zu maximieren. Vielmehr hat sie gezielt<br />
die FBG-Eigenschaften angepasst, um die spektralen<br />
Eigenschaften der Diodenlaserstrahlung beispielsweise<br />
für Pumpanwendungen zu optimieren.<br />
Auszeichnung mit dem<br />
Hugo-Geiger-Preis<br />
Für Multimode-Laser waren die optische Auslegung<br />
von FBG sowie deren direktes Einschreiben im<br />
UKP-Laserprozess bislang kaum erforscht. Das hat<br />
die frisch gebackene Hugo-Geiger-Preisträgerin mit<br />
ihrer Dissertation »Faser-Bragg-Gitter für die Frequenzstabilisierung<br />
multimodiger Hochleistungslaserdioden<br />
und -faserlaser« ein für alle Mal geändert.<br />
»Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung! Sie<br />
zeigt mir, dass ich mit meiner Idee richtig lag, das<br />
für Singlemode-Faserlaser etablierte Konzept auf<br />
weitere Laserstrahlquellen zu übertragen«, erklärt<br />
Dr. Sarah Klein. Neben dieser Bestätigung durch<br />
den renommierten Preis findet sie auch an ihrem<br />
Institut volle Anerkennung für ihre Forschungen.<br />
»Wir gratulieren Dr. Sarah Klein zu diesem Preis,<br />
der die hohe wissenschaftliche Qualität Ihrer Arbeit<br />
unterstreicht. Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse<br />
können künftig bei multimodigen Dio -<br />
denlasern externe optische Elemente entfallen,<br />
wodurch Systemkomplexität, Montageaufwände,<br />
Störanfälligkeit und Kosten sinken. Zugleich erweitert<br />
die neue Möglichkeit zur spektralen Stabilisierung<br />
dieser Strahlquellen deren Anwendungspotenzial<br />
– ob als hocheffiziente Pumpquellen<br />
oder als Strahlquellen für die Kommunikationstechnik,<br />
Sensorik und die direkte Lasermaterialbearbeitung<br />
in der industriellen Produktion«, so<br />
Dr. Jochen Stollenwerk, kommissarischer Leiter<br />
des Fraunhofer ILT.<br />
VERTIEFENDE<br />
INFORMATIONEN<br />
www.ilt.fraunhofer.de<br />
MEHR ÜBER DIE NEUESTEN Entwicklungen<br />
von Hochleistungsdiodelasern können<br />
Interessierte auf dem World of Photonics<br />
Congress vom 22. bis 27. Juni <strong>2025</strong> in<br />
München erfahren. Dort moderiert Dr. Klein<br />
am26.Juniab15Uhr das Application Panel<br />
»High-Power Diode Lasers – new mile -<br />
stones in power, spectrum and efficiency«.<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen / Volker Lannert<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
69
FOKUS<br />
Laser<br />
Blaue Diodenlaser<br />
für Kupfer<br />
KONTAKTIERUNG von Kupferdrahtwicklungen in Elektromotoren, additive Fertigung von Elektronikbauteilen,<br />
recyclingorientierte Trennung von Lötverbindungen: Laserlösungen für diese und angrenzende<br />
Herausforderungen im Bereich der Kupfermaterialbearbeitung präsentiert Diodenlaserspezialist Laserline<br />
auf der Coiltech <strong>2025</strong> (26. und 27. März) in Augsburg.<br />
Additive Fertigung kupferbasierter<br />
Elektronikbauteile<br />
Als weitere Fertigungsoption für Elektronikbauteile<br />
kamen am Messestand die neuen blauen hochbrillanten<br />
Laser mit WBC-Technologie zur Sprache.<br />
Mit einer Strahlqualität von ≤ 4 mm∙mrad<br />
und Ausgangsleistungen von 400 oder 800 Watt ermöglichen<br />
die Diodenlaser LDFblue 400-wbc und<br />
LDFblue 800-wbc die additive Fertigung Elektronikbauteile<br />
auf Kupferbasis durch Laser Powder<br />
Bed Fusion in robusten und spritzerfreien Prozessen.<br />
Sie kombinieren außergewöhnliche Strahlqualität<br />
mit einer robusten und industriell erprobten<br />
Systemarchitektur.<br />
Die hervorragende Absorption blauer Laserstrahlung (445 nm) in Kupfer ermöglicht eine effektive<br />
und materialschonende Bearbeitung auch von Drähten.<br />
Laserlösungen für Herstellung und Recycling<br />
von Elektronikkomponenten auf Kupferbasis –<br />
in diesem Zeichen stand der Auftritt von<br />
Laserline auf der Coiltech Deutschland<br />
<strong>2025</strong> in Augsburg. Schwerpunktthemen waren die<br />
Kontaktierung von Kupferdrahtwicklungen in Elektromotoren,<br />
die additive Fertigung von Elektronikbauteilen<br />
und die recyclingorientierte Trennung<br />
von Lötverbindungen. Darüber hinaus informierte<br />
der Industrielaserspezialist über die vielfältigen<br />
Möglichkeiten der Kupfermaterialbearbeitung mit<br />
Hilfe blauer Diodenlaser.<br />
Abisolieren und Kontaktschweißen<br />
von Kupferdrahtwicklungen<br />
Für die elektrische Kontaktierung – beispielsweise<br />
von Spulen von E-Motoren – stellte Laserline Systemlösungen<br />
für das vorbereitende Abisolieren im<br />
Fügebereich (Wire Stripping) sowie das anschließende<br />
Laserschweißen der Kontakte (Wire/Poles<br />
Connection) vor. Beide Lösungen basieren auf blauen<br />
Diodenlasern mit etwa 445 nm Wellenlänge und<br />
werden durch hochpräzise Strahlformungsoptiken<br />
unterstützt. Die hervorragende Absorption blauer<br />
Laserstrahlung in Kupfer ermöglicht in diesen Systemkonfigurationen<br />
eine effektive und materialschonende<br />
Bearbeitung auch sehr feiner Drähte.<br />
Die Strahlquellen agieren je nach Anwendung mit<br />
Leistungen zwischen 400 W und 6000 W, bei<br />
Strahlqualitäten von ≤4 bis 60 mm∙mrad. Strahlformungsseitig<br />
werden für das Abisolieren Laserscanner,<br />
für das Schweißen ebenfalls Scanner oder Festoptiken<br />
(OTS-5) mit Rundspot eingesetzt.<br />
© Laserline<br />
Recylingorientierte Trennung<br />
von Lötverbindungen<br />
Mit blauen Diodenlasern in Verbindung mit flexibel<br />
einstellbaren OTZ-Zoomoptiken zeigte Laser -<br />
line darüber hinaus Systemkonfigurationen für die<br />
Trennung gelöteter Kupferverbindungen durch<br />
Wärmezufuhr, wie sie für das Recycling von Kupfer-Stromschienen<br />
oder anderen Elektronikbauteilen<br />
auf Kupferbasis genutzt werden können. Die<br />
Systemlösungen lassen sich für die Trennung von<br />
Löt- wie auch Hartlöt-Verbindungen einsetzen<br />
(De-Soldering beziehungsweise De-Brazing); die<br />
zugehörigen Zoomoptiken ermöglichen großflächige,<br />
individuell anpassbare Spots mit homogenem<br />
Intensitätsprofil (Top-Hat), die sich sehr gut<br />
für die gleichmäßige Erwärmung der Fügezonen<br />
eignen.<br />
Vortrag über blaue Diodenlaser<br />
als Multitool der Kupfermaterial -<br />
bearbeitung<br />
Abgerundet wurde der Messeauftritt durch einen<br />
Vortrag mit dem Titel „Blue Diode Lasers: A Multitool<br />
for Processing of Copper“. Dr.-Ing. Luisa-<br />
Marie Schäfer-Heine, Produktexpertin für die<br />
blauen Diodenlaser bei Laserline, informierte darin<br />
über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten blauer<br />
Diodenlaser in der industriellen Kupfermaterialbearbeitung.<br />
www.laserline.com<br />
70 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
FOKUS<br />
Laser<br />
Flexible OCT-Kantenverfolgung für<br />
das Remote-Laserschweißen erweitert<br />
IM RAHMEN eines neuen Software-Releases für die Kantenverfolgung mittels optischer Kohärenztomo -<br />
graphie (OCT) präsentiert Blackbird eine Funktionserweiterung speziell für die komplexen Anforderungen<br />
moderner Schweißanwendungen. Das Update unterstützt flexible und maßgeschneiderte Schweißprozesse.<br />
Die Anforderungen an die<br />
Kantenverfolgung mit<br />
OCT haben sich dynamisch<br />
weiterentwickelt.<br />
Ursprünglich in Kooperation mit<br />
OEM als Lösung für die Kantenverfolgung<br />
bei Kehlnähten an Überlappstößen<br />
im Body-in-White-Bereich konzipiert,<br />
sah sich Blackbird mit den<br />
wachsenden Herausforderungen neuer<br />
Stoß-Geometrien konfrontiert.<br />
Diese entstanden vor allem durch spezifische<br />
Anforderungen neuer Anwendungsfelder,<br />
wie etwa dem Landund<br />
Baumaschinenbereich.<br />
Die OCT-Technologie, die durch die<br />
zunehmende Marktdurchdringung<br />
des Remote-Laserschweißens vor zunehmend<br />
komplexere Anforderungen<br />
gestellt wird, überzeugt durch ihre<br />
fortlaufende Anpassungsfähigkeit, um<br />
spezifische Anwendungsfälle optimal<br />
zu unterstützen.<br />
Der Funktionsumfang der Blackbird<br />
OCT-Lösung wird durch das neue Re -<br />
lease maßgeblich erweitert und bieten<br />
optimierte Kantentracking-Möglichkeiten<br />
für eine Vielzahl von Stoßtypen,<br />
die in modernen Schweißanwendungen<br />
gefragt sind. Neben der bewährten<br />
Kantenverfolgung bei Kehlnähten<br />
am Überlappstoß unterstützt<br />
das System nun auch die präzise Kantenverfolgung<br />
bei T-Stößen, Eckstößen,<br />
Kantenstößen und Stumpfstößen.<br />
Somit können zukünftig verschiedenste<br />
Bauteile mit einer einzigen<br />
Lösung zuverlässig geschweißt<br />
werden. Anwender können ihre Bauteile<br />
unabhängig von bestimmten<br />
Stoß-Geometrien designen und müssen<br />
keine Abstriche bei der Präzision<br />
und Robustheit des Prozesses machen.<br />
Fehler erkennen,<br />
bevor sie passieren<br />
Ein weitere Möglichkeit des Releases<br />
ist das integrierte Qualitätsfeedback<br />
parallel zur Kantenverfolgung. Abhängig<br />
von der detektierten Spaltgröße<br />
kann das System fallabhängig auf<br />
‚unpassende‘ Schweißbedingungen<br />
reagieren. So deaktiviert die neue<br />
Funktion automatisch die Laserleistung<br />
oder stoppt intern das Schweißprogramm,<br />
wenn definierte Randbedingungen<br />
verletzt werden. Diese<br />
vordefinierten Reaktionen erhöhen<br />
nicht nur die Sicherheit und Qualität<br />
des Schweißvorgangs, sondern ermöglichen<br />
auch eine reibungslose Integration<br />
in automatisierte Fertigungslinien<br />
und die Umsetzung gezielter<br />
Reparaturstrategien.<br />
Die neuen Funktionen sind ab der<br />
RSU-Software-Version 8.20.0 implementiert<br />
und ermöglichen dem Anwender<br />
eine effiziente und exakte Bearbeitung<br />
verschiedenster Bauteile<br />
auf einer Produktionslinie.<br />
© Blackbird<br />
www.blackbird-robotics.de<br />
HINTERGRUND<br />
DIE BLACKBIRD ROBOTERSYSTEME GmbH fertigt<br />
Systemlösungen für Remote-Laserschweißen mit Scan-<br />
Köpfen. Die auf Spiegel basierenden Strahlablenkeinheiten<br />
können nahtlos in industrielle Fertigungsanlagen, insbesondere<br />
Roboterzellen, integriert werden. Kernkompetenz<br />
ist die Entwicklung leistungsfähiger Steuerungstechnik,<br />
intuitiver Anwendersoftware und ergänzender Prozessüberwachungslösungen.<br />
In Kombination mit 2D- und 3D-<br />
Scan-Systemen der Schwestergesellschaft Scanlab bietet<br />
Blackbird Maschinen- und Anlagenbauern weltweit ein<br />
breites Spektrum an hocheffizienten, vorintegrierten<br />
Lösungen für die Serienfertigung im Automobilbau, in<br />
der Elektromobilität und in zahlreichen anderen Industriezweigen.<br />
Das Software-Release<br />
erlaubt ein flexibleres<br />
Produkt-Design und<br />
bietet Online-Feedback.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
71
FOKUS<br />
Laser<br />
Laserschneiden plus<br />
Teiletrennung plus<br />
Abfallmanagement<br />
DIE PREMIERE des FlowIn-Systems auf der Euroblech stieß auf enormes Interesse bei Branchenführern<br />
und unterstreicht das transformative Potenzial dieser Innovation. Das System kann Teile mit der gleichen<br />
Geschwindigkeit sortieren, wie es schneidet.<br />
Marcin Ejma, CEO und<br />
Gründer von Eagle Lasers,<br />
bringt die Bedeutung<br />
dieser EntwicklungaufdenPunkt:„FlowInistnicht<br />
nur eine Weiterentwicklung – es ist<br />
einvölligneuesKonzept,dasSchneiden<br />
und Sortieren nahtlos miteinanderverbindet.“<br />
© Eagle Lasers<br />
»FlowIn schneidet und trennt<br />
gleichzeitig Teile vom Abfall, ohne<br />
Geschwindigkeit oder Effizienz zu<br />
beeinträchtigen.«<br />
Marcin Ejma, CEO und Gründer von Eagle Lasers<br />
Ein Paradigmenwechsel<br />
im Laserschneiden<br />
Die Innovation von FlowIn beruht<br />
auf einem radikalen Wandel im AnsatzdesSchneidens,deresvonanderen<br />
Systemen unterscheidet. „Wir<br />
habenbeschlossen,dieSortierungzu<br />
lösen, indem wir die Art und Weise<br />
ändern, wie wir schneiden“, sagt<br />
Ejma.„AnstattunsaufdasSchneiden<br />
der Teile zu konzentrieren, schneiden<br />
wir den Abfall um sie herum,<br />
um die Teile vom umliegenden Skelett<br />
zu befreien. Dadurch wird die<br />
Sortierung zu einer einfachen Pickand-place-Aufgabe,<br />
und das schwierigste<br />
Problem – das Trennen von<br />
TeilenundAbfall–entfällt.“<br />
Durch den Ersatz des Palettenwechslers<br />
und des traditionellen Kamm-<br />
Tisches durch einen Bürstentisch<br />
vermeidetdasSystemsohäufigeProbleme<br />
wie Schlackeansammlungen,<br />
Kratzer auf den Teilen und die Zeit,<br />
die für die Reinigung oder den Austausch<br />
der Kämme aufgewendet<br />
wird. Es wird außerdem sichergestellt,<br />
dass keine Teile umkippen<br />
Gamechanger: Auf den<br />
FlowIn-Laserschneidmaschinen<br />
von Eagle Lasers ist die Teile -<br />
sortierung kein Engpass mehr.<br />
© Eagle Lasers<br />
72 <strong>bbr</strong>.news März <strong>2025</strong>
können oder mit den Kämmen verschweißt<br />
werden, und der Bedarf an<br />
Mikro-oderNanojointsentfällt.<br />
ImGegensatzzuherkömmlichenLaserschneidsystemen<br />
schneidet und<br />
verwaltet FlowIn Abfall, indem er<br />
ihn in kleine Abschnitte teilt und in<br />
vorgesehene Behälter entsorgt – und<br />
dasallesimselbenZyklus.Dieseroptimierte<br />
Prozess beschleunigt nicht<br />
nur die Produktion, sondern reduziert<br />
auch unnötiges Handling, so<br />
dass das System ohne UnterbrechungenmitmaximalerEffizienzarbeiten<br />
kann.<br />
„Obwohl das Konzept einfach erscheinenmag,nutzenwirbestehende<br />
Technologien auf neue Weise“, fügt<br />
Ejma hinzu. „Wir haben mit der Lösung<br />
begonnen und rückwärts gearbeitet.DieserumgekehrteAnsatzhat<br />
uns geholfen, eine einzigartige Perspektive<br />
und ein neues Konzept zu<br />
entwickeln.“<br />
Sortieren ohne<br />
Kompromisse bei<br />
der Effizienz<br />
Bestehende Sortierlösungen beeinträchtigen<br />
oft die Produktivität in<br />
mehrfacher Hinsicht. Sortiersysteme<br />
können oft nicht mit der Schneidgeschwindigkeit<br />
mithalten, haben Begrenzungen<br />
hinsichtlich Materialdicke<br />
und -form oder erfordern größere<br />
Abstände zwischen den Teilen,<br />
waseffizienteVerschachtelungsmuster<br />
behindert. Dadurch werden MaschineneffizienzundMaterialausnutzung<br />
beeinträchtigt.<br />
„BeiStandardmaschinenverlangsamt<br />
das Hinzufügen von Sortierfunktionen<br />
den Prozess. Sortierung an sich<br />
schafft keinen Wert; der Laser muss<br />
weiter schneiden, um profitabel zu<br />
sein“, erklärt Ejma. „FlowIn schneidet<br />
und trennt gleichzeitig Teile vom<br />
Abfall, ohne Geschwindigkeit oder<br />
Effizienzzubeeinträchtigen.“<br />
DasneueSystemvonEagleliefertabfallfreie<br />
Teile, die für die manuelle<br />
oder automatische Sortierung bereit<br />
sind, unabhängig von ihrer Form<br />
oder Dicke, und unterstützt vollständig<br />
materialeffizienzgetriebene Verschachtelungsmuster.<br />
FlowIn bewältigt<br />
bis zu 40 kW Laserleistung und<br />
verfügt über eine Coil-Schneidversion<br />
namens FlowInCo. Zudem lässt<br />
essichnahtlosmitAutomatisierungslösungen<br />
wie Eagles FlowMaster<br />
oder anderen fortschrittlichen Materialhandlingsystemen<br />
integrieren<br />
und bietet vollständige KompatibilitätmithochmodernenProduktionslinien.<br />
Ein Game-Changer<br />
für die Industrie<br />
FlowInbautaufderjahrzehntelangen<br />
Innovations- und Effizienztradition<br />
von Eagle auf. Im Kern bleibt es eine<br />
Laserschneidmaschine von Eagle,<br />
ausgestattet mit den charakteristischen<br />
Komponenten des Unternehmens<br />
wie dem patentierten eVa-<br />
Schneidkopf,derEagle-Eye-Fehlererkennungstechnik,vonEaglegefertigtenLinearmotorenundeinemKohlefasertraverse.<br />
„Jeder Vorteil unserer iNspire-Serie<br />
ist auch in FlowIn enthalten“, betont<br />
Ejma.„VonhochdynamischenBewegungen<br />
bis hin zu unvergleichlicher<br />
Zuverlässigkeit – wir haben 18 Jahre<br />
Erfahrung in dieses neue Konzept<br />
eingebracht.“<br />
Die Anpassungsfähigkeit von FlowIn<br />
macht es zu einem Game-Changer<br />
für Branchen von der Automobilindustrie<br />
bis hin zum Bauwesen. Seine<br />
Fähigkeit, sich in bestehende Lagersysteme,<br />
Abwickler und Abkantpressen<br />
zu integrieren, stellt sicher, dass<br />
HerstellerdasSystemaufihrespezifischen<br />
Anforderungen zuschneiden<br />
können.<br />
Während Eagle Lasers weiterhin die<br />
Grenzen des Machbaren erweitert,<br />
stehtFlowInalsBeweisfürdasEngagement<br />
des Unternehmens für Innovation.<br />
Mit einem durchdachten Materialfluss<br />
von einer Seite zur anderen,<br />
ohne Hin- und Herbewegungen<br />
eines Palettenwechslers, und einer<br />
deutlichhöherenMaterialausnutzung<br />
imVergleichzuklassischenLasermaschinen<br />
leitet es eine neue Ära der<br />
Produktionseffizienzein.<br />
„FlowIn ist nicht nur die Zukunft; es<br />
ist eine Lösung für heute“, schließt<br />
Ejma. „Ich bin fest davon überzeugt,<br />
dass Systeme, die nicht mindestens<br />
halbautonom sind, früher oder später<br />
obsolet werden. FlowIn ist das<br />
erste Konzept seiner Art, das dieses<br />
Versprecheneinlöstundeinenneuen<br />
StandardfürdieBranchesetzt.“<br />
www.eaglelasers.com<br />
2. Fall (Genitiv) 3. Fall (Dativ) 4. Fall (Akkusativ)<br />
abzüglich ab an<br />
angesichts an auf<br />
anhand auf durch<br />
anlässlich aus für<br />
anstatt außer gegen<br />
anstelle bei hinter<br />
aufgrund bis in<br />
außerhalb entgegen kontra<br />
bar entsprechend neben<br />
behufs gegenüber nebst<br />
betreffs gemäß ohne<br />
bezüglich gleich über<br />
binnen hinter um<br />
dank in unter<br />
diesseits mit via<br />
eingedenk mitsamt vor<br />
einschließlich nächst wider<br />
entlang nach<br />
exklusive neben<br />
fern nebst<br />
fernab seit<br />
gemäß über<br />
hinsichtlich unter<br />
infolge von<br />
inklusive vor<br />
inmitten zu<br />
innerhalb<br />
jenseits<br />
kraft<br />
längs<br />
längsseits<br />
laut<br />
links<br />
mangels<br />
mittels<br />
nahe<br />
ob<br />
oberhalb<br />
rechts<br />
seitens<br />
seitwärts<br />
statt<br />
trotz<br />
unbeschadet<br />
unfern<br />
ungeachtet<br />
unterhalb<br />
unweit<br />
vermittels<br />
vermöge<br />
vorbehaltlich<br />
während<br />
wegen<br />
zeit<br />
zugunsten<br />
zulasten<br />
zuseiten<br />
zuzüglich<br />
zwecks<br />
zwischen<br />
»Achten Sie des<br />
Genitivs, vor<br />
allem, wenn Sie<br />
›irgend etwas<br />
mit Medien‹<br />
machen!«<br />
Benedict Clugsch<br />
WER REGIERT WEN – ODER WAS?<br />
DIE VERHÄLTNISWÖRTER (Präpositionen) und ihre Fälle (Genera).<br />
Eine Tabelle nicht nur für Redakteurinnen, Redakteure,<br />
Moderatorinnen, Moderatoren, Sprecherinnen und Sprecher des<br />
Bayerischen Rundfunks und angeschlossener Anstalten. Wenn<br />
etwas fehlt, bitte der Redaktion melden!<br />
Sieh an: Des Genitivs Anhänger<br />
sind zahlreicher als die vom Dativ<br />
und die für den Akkusativ zusammen.<br />
Wer hätte das gedacht?<br />
<strong>bbr</strong>.news März <strong>2025</strong><br />
73
FOKUS<br />
Laser<br />
Verbesserte<br />
Kanten mit KI<br />
DER NEUE „CUTTING ASSISTANT“ für alle TruLaser-Serien ab 6 kW ermittelt Parameter fürs<br />
Laserschneiden dank Künstlicher Intelligenz selbstständig. Die Anwender sparen dadurch Zeit und wirken<br />
dem Fachkräftemangel entgegen.<br />
Mit dem „Cutting Assistant“<br />
zeigte Trumpf<br />
auf seiner Hausmesse<br />
Intech eine Lösung,<br />
die mittels Künstlicher Intelligenz<br />
(KI) die Qualität der Schnittkanten<br />
beim Laserschneiden verbessert. Dafür<br />
nimmt der Produktionsmitarbeiter<br />
im ersten Schritt mit einem<br />
Handscanner ein Bild von der<br />
Schnittkante seines Bauteils auf. Anschließend<br />
bewertet die Lösung die<br />
Kantenqualität anhand objektiver<br />
KriterienwieGratbildung.<br />
MitdiesenInformationenschlägtder<br />
Optimierungsalgorithmus des Cutting<br />
Assistant verbesserte Parameter<br />
für den Schneidprozess vor. Danach<br />
schneidet die Maschine das Blech erneut.<br />
Entspricht die Qualität immer<br />
noch nicht den Erwartungen, kann<br />
der Anwender den Vorgang wiederholen.<br />
Erfahrung beim Laserschneidenistdafürnichterforderlich.<br />
1 Mit dem Cutting<br />
Assistant erhalten<br />
Anwender beim<br />
Laserschneiden die<br />
optimalen Parameter<br />
für ihr Material. Dafür<br />
müssen sie lediglich<br />
mit einem Hand -<br />
scanner ein Foto<br />
der Schnittkante<br />
aufnehmen. Den Rest<br />
übernimmt die KI.<br />
2 Nach rund fünf<br />
Durchläufen ermöglicht<br />
die Lösung<br />
perfekt geschnittene<br />
Bauteilkanten – ohne<br />
Erfahrung und<br />
Programmieren.<br />
„Mit dem Cutting Assistant zeigt<br />
Trumpf einmal mehr, dass wir beim<br />
Einsatz von KI in der industriellen<br />
Fertigung Vorreiter sind. Anwender<br />
lösen nicht nur den Fachkräftemangel,<br />
sondern sparen auch Zeit und<br />
Kosten.DasverschafftihnenProduktivitäts-<br />
und Wettbewerbsvorteile“,<br />
verspricht Produktmanagerin Louisa<br />
PetersbeiTrumpf.<br />
Das Hochtechnologieunternehmen<br />
bietet seinen Kunden die Lösung für<br />
alle TruLaser-Serien ab einer Leistung<br />
von 6 kW an. Wer bereits eine<br />
Maschine von Trumpf besitzt, kann<br />
1<br />
2<br />
den Cutting Assistant in der Regel<br />
einfachnachrüsten.<br />
KI bewertet Kantenqualität<br />
und macht Optimierungsvorschläge<br />
Beim Laserschneiden haben Anwender<br />
oft Schwierigkeiten, die richtigen<br />
Parameter für ihre Materialgüten zu<br />
ermitteln. Bei Materialien, die nicht<br />
für das Laserschneiden optimiert<br />
sind, weicht die Qualität der SchnittkanteoftabundderProduktionsmitarbeiter<br />
muss die Technologieparameter<br />
verändern. Für die optimale<br />
© Trumpf<br />
© Trumpf<br />
Einstellung benötigt er viel Zeit und<br />
Erfahrung, da er jeden einzelnen Parameternacheinanderanpassenmuss.<br />
Das stellt viele Betriebe vor Herausforderungen<br />
– vor allem, wenn sie<br />
unerfahreneArbeitskräfteinderFertigungbeschäftigen.<br />
Der Cutting Assistant ist in der Software<br />
der Maschine integriert. Daher<br />
lassen sich die optimierten ParameternahtlosundohneProgrammieren<br />
indieSoftwareübertragen.Dasspart<br />
ZeitundverhindertFehler.<br />
Weitere Verbesserungen<br />
zusammen mit den<br />
Anwendern<br />
Die Trumpf-Experten haben tausende<br />
Teile geschnitten und ihre jahrelangeFachexpertiseeinfließenlassen,<br />
um den Cutting Assistant zu entwickeln.<br />
Mit diesem Wissen haben sie<br />
den Algorithmus trainiert. Für<br />
Trumpf geht die Arbeit am Cutting<br />
Assistant weiter. So fließen künftig<br />
auch die Daten aus der Anwendung<br />
im Feld in die Lösung ein. Dieses<br />
Vorgehenermöglichtnochschnellere<br />
und zuverlässigere Ergebnisse, weil<br />
sichdasselbstlernendeSystemkontinuierlich<br />
verbessert. Trumpf stellt dabei<br />
sicher, dass der Algorithmus die<br />
Expertise des Anwenders nicht verbreitet.<br />
„Von diesem neuartigen EntwicklungsansatzprofitierenHersteller<br />
und Anwender gleichermaßen. Dabei<br />
hat das Thema Datensicherheit für<br />
Trumpf höchste Priorität“, versichert<br />
LouisaPeters.FürdieAnwenderstellt<br />
Trumpf regelmäßig Online-Updates<br />
zur Verfügung, die sie sich auf ihre<br />
Maschineladenkönnen.<br />
www.trumpf.com<br />
74 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
FOKUS<br />
Laser<br />
1 2<br />
© Trumpf<br />
© Trumpf<br />
1 Mit dem energieeffizienten Kühlaggregat treibt Trumpf das Thema Nachhaltigkeit in der industriellen Fertigung weiter voran. Anwender sparen nicht<br />
nur Strom und damit auch CO 2 , sondern auch Energiekosten. 2 Dank geregelten Komponenten bringt die Lösung nur so viel Energie zur Kühlung auf,<br />
wie es der Laser erfordert.<br />
Sparsamer<br />
Maschinenkühler<br />
AUF SEINER HAUSMESSE INTECH zeigte Trumpf auch einen neuen Kühler für seine Laserschneid -<br />
maschinen, der gegenüber herkömmlichen Lösungen bis zu 50 Prozent Energie beim Kühlvorgang einspart.<br />
Anders als bei konventionellen Kühlern sind<br />
dabei die Hauptkomponenten, etwa Pumpen,<br />
Lüfter und Verdichter, mit einem<br />
Drehzahlregler ausgestattet. Dadurch<br />
bringt die Lösung nur so viel Energie auf, wie tatsächlich<br />
zur Kühlung des Lasers erforderlich ist.<br />
Insbesondere beim Schneiden im Dünnblech oder<br />
bei geplanten Pausen während der Bearbeitung<br />
lässt sich so viel Energie einsparen.<br />
„Mit dem energieeffizienten Kühlaggregat treibt<br />
Trumpf das Thema Nachhaltigkeit in der indus -<br />
t riellen Fertigung weiter voran. Anwender sparen<br />
nicht nur Strom und damit auch CO 2 , sondern auch<br />
Energiekosten. Dadurch leisten Unternehmen einen<br />
Beitrag zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit“, verspricht<br />
Produktmanager Fabian Staib bei Trumpf. Aufgrund<br />
der hohen Energieersparnis rechnet sich das<br />
energieeffiziente Kühlaggregat für Unternehmen<br />
schon nach weniger als vier Jahren. Mit einer Fläche<br />
von nur einem Quadratmeter passt der Kühler<br />
problemlos in jede Fertigung. Trumpf bietet die Lösung<br />
für seine Laserschneidmaschinen mit 24 kW<br />
Laserleistung an. Perspektivisch will das Hochtechnologieunternehmen<br />
den Kühler auch für weitere<br />
Laserleistungen auf den Markt bringen.<br />
HINTERGRUND<br />
Lösung setzt auf umwelt -<br />
verträgliches Kältemittel<br />
Mit dem neuen Kühler unterstützt Trumpf Unternehmen<br />
aus der Blechbearbeitung, ihren Verbrauch<br />
an Kältemitteln im Sinne der Kigali-Vereinbarung<br />
zu reduzieren. Das Abkommen aus<br />
dem Jahre 2016 regelt weltweit die schrittweise Reduktion<br />
umweltschädlicher Kältemittel. Das verwendete<br />
Kältemittel R513a hat ein deutlich geringeres<br />
Treibhauspotential und erfüllt damit die verschärften<br />
Vorgaben des Kigali-Abkommens.<br />
www.trumpf.com<br />
TRUMPF bietet Fertigungslösungen in den Bereichen Werkzeugmaschinen und Lasertechnik.<br />
Die digitale Vernetzung der produzierenden Industrie treibt das Unternehmen durch<br />
Beratung, Plattform- und Softwareangebote voran. Trumpf ist einer der Technologie- und<br />
Marktführer bei Werkzeugmaschinen für die flexible Blechbearbeitung und bei industriellen<br />
Lasern.<br />
2023/2024 erwirtschaftete das Unternehmen mit 19.018 Mitarbeitern einen Umsatz von<br />
5,2 Milliarden Euro. Mit rund 90 Gesellschaften ist die Gruppe in fast allen europäischen<br />
Ländern, in Nord- und Südamerika sowie in Asien vertreten. Produktionsstandorte befinden<br />
sich in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Österreich und der Schweiz,<br />
in Polen, Tschechien, den USA, Mexiko und China.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
75
FOKUS<br />
Laser<br />
Laserschweißmaschine<br />
sichert Wettbewerbspo<br />
EINER DER FÜHRENDEN HERSTELLER längsnahtgeschweißter und gezogener Edelstahlrohre in<br />
Europa hat nach rund zweijähriger Planung und Vorbereitung die Installation einer der größten und<br />
modernsten Laserschweißanlagen der Branche abgeschlossen. Sie ist die größte Einzelinvestition in der<br />
Unternehmensgeschichte und unterstreicht Schoellers Engagement zur Stärkung der Wettbewerbsposition.<br />
Das Laser-Schweißverfahren ist die maßgebliche<br />
Zukunftstechnologie in der<br />
stahl- und edelstahlverarbeitenden Industrie.<br />
Im Rahmen der laufenden<br />
Standortentwicklung hat das Unternehmen entschieden,<br />
die vorhandene Lasertechnologie zu<br />
bündelnundzueinemKompetenzzentrumweiterzuentwickeln.<br />
Dabei stand die Standardisierung<br />
und Automatisierung des Maschinenparks sowie<br />
die Anschaffung einer Großrohr-Laserschweißanlage(„LaserXL+“)imMittelpunkt.<br />
Diese neue Anlage mit beeindruckenden Abmessungenvon96x11,5MeternistdaskünftigeHerzstück<br />
des Laserkompetenzzentrums in Hellenthal.<br />
Die Laserschweißmaschine der Kategorie XL+ ist<br />
auf die Produktion längsnahtgeschweißter Edelstahlrohre<br />
in einem Abmessungsbereich von 65<br />
mm bis 127 mm und einer Wandstärke von 0,7<br />
mm bis 3,5 mm spezialisiert und in ihrer KonfigurationeinmaliginderBranche.<br />
Das technische Projektmanagement von Schoeller<br />
hat mit den Vorbereitungen für die Installation<br />
unddieInbetriebnahmederAnlagevorrundzwei<br />
Jahren begonnen. Seither hat die Projektleitung<br />
sämtliche organisatorischen und technischen VorsetzungenfüreinegeordneteÜbergabeandieProduktion<br />
geschaffen. Hierzu waren eine Koordinierung<br />
und Abstimmung mit nahezu allen BereichenundTeamsimUnternehmennotwendig.Die<br />
internen Schnittstellen zwischen den Bereichen,<br />
kombiniert mit der Vielzahl externer Dienstleister<br />
und den Überschneidungen mit anderen Projekten,<br />
erhöhten die Komplexität des Vorhabens erheblich.<br />
Manuelle Arbeiten durch<br />
Automation deutlich reduziert<br />
Zeitweise waren sieben verschiedene Unternehmen<br />
mit rund 30 Personen auf einer Baustelle aktiv,<br />
die es gleichzeitig zu koordinieren galt. Bis<br />
zum Start der Serienfertigung findet in den verbleibendenWochendesJahresdieInbetriebnahme<br />
und die Parametrierung zur Einstellung der Ma-<br />
Die Projektleiter Meike Hoß und Michael Schöneborn<br />
schine statt. Die Anlage besitzt einen hohen Automatisierungsgrad<br />
und reduziert so die bisher notwendigen<br />
manuellen Arbeiten, unter anderem<br />
durch einen vollautomatisierten Coilwechselprozess(automatischeCoilbestückungundAnschweißen<br />
der Bandenden), eine neue Rohr-Reinigungstechnik,<br />
eine vollautomatisierte Qualitätskontrolle,<br />
eine nochmals verbesserte <strong>Rohre</strong>ndbearbeitung<br />
und eine automatisierte Verpackung der produzierten<br />
<strong>Rohre</strong>. Die Anlage kann austenitische, ferritischeundDuplex-Stähleverarbeiten.<br />
Mit dem Laser XL+ baut Schoeller seine Kompetenz<br />
und seinen Qualitätsvorsprung in den Bereichen<br />
Bandkantenverarbeitung und Nahtqualität<br />
weiterausunderschließtneueMarktpotenzialeim<br />
Bereich größerer Rohrdimensionen, sowohl im<br />
Bestandskundengeschäft als auch in Branchen mit<br />
großemWachstumspotential,wiederHeiztechnik,<br />
Wärmetauscher, Wasserstoffanwendung oder der<br />
Solartechnik. Zusätzliche Potentiale ergeben sich<br />
in den Kundensegmenten Chemie, Pharma, der<br />
Lebensmittel-undderAutomobilindustrie.<br />
Auch ein Bekenntnis zum Standort<br />
„Mit unserem Investment in die Lasertechnik wollenwirnichtnurunseretechnologischeFührungsrolle<br />
und unsere Produktionskapazitäten im europäischen<br />
Markt für geschweißte und gezogene<br />
Edelstahlrohre ausbauen. Die Anlage ist auch ein<br />
klares Bekenntnis zum Standort Hellenthal und<br />
unserer Produktion in der Eifel. Vor allem bietet<br />
der Laser XL+ den Mitarbeitenden ein zukunftsorientiertes<br />
und technologisch anspruchsvolles<br />
Arbeitsumfeld mit der Möglichkeit, neue Kompetenzfelder<br />
zu entwickeln. Das macht uns als ArbeitgeberfürqualifizierteFachkräftenochattraktiver“,erläutertAlexanderMertens,Geschäftsführer<br />
vonSchoeller,dieweiterenMotivedesProjektes.<br />
© Schoeller Werk GmbH & Co. KG<br />
76 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
sition<br />
1<br />
© Schoeller Werk GmbH & Co. KG<br />
Ein wesentlicher Bestandteil des Leistungsangebotes<br />
von Schoeller liegt in der lösungsorientierten<br />
Beratung, die das Unternehmen regelmäßig in<br />
kundenzentrierte Entwicklungsprojekte (Co-Creation)<br />
einbringt. Das Unternehmen wird deswegen<br />
dasPotentialderneuenAnlagegezieltseinenKunden<br />
zur Verfügung stellen. Diese können auf der<br />
Maschine Projekte mit hohen Anforderungen an<br />
Materialität und Fertigungstechnologie testen und<br />
bis zur Serienfertigung gemeinsam mit Schoeller<br />
entwickeln. Schoeller bringt dazu sein gesamtes<br />
Know-how bei der Umsetzung ein, um die beste<br />
Lösung zu erzielen und maßgeblich zum Erfolg<br />
derKundenbeizutragen.<br />
www.schoellerwerk.de<br />
1 Transport des<br />
Einform-Gestells in<br />
Hellenthal<br />
2 Die Schweißma -<br />
schine Laser XL+<br />
im Aufbau beim<br />
Schoeller Werk in<br />
Hellenthal<br />
2<br />
© Schoeller Werk GmbH & Co. KG<br />
Präzision aus Tradition. Seit 1945.<br />
• Bevorratung gängiger Werkzeugstähle<br />
für eine schnelle Produktion<br />
• Permanente Qualitätskontrolle<br />
für überzeugende Ergebnisse<br />
• Seit 1945 am Markt - traditionell gut<br />
Hussmann Profilrollen | Fröndenberg | Germany | +49 (0 ) 23 73 / 39 64 3 - 0<br />
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<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
77
1<br />
WETTBEWERBSFÄH<br />
GESICHERT<br />
MIT UMFASSENDEN INVESTITIONEN in innovative Technik hat das auf Absperrtechnik und Bau -<br />
geräte/Verkehrssicherung spezialisierte Unternehmen Schake seine Rohrverarbeitung in den vergangenen<br />
Jahren auf ein neues Niveau gehoben. Das Rückgrat dieses Produktionsprozesses bilden heute drei Rohr -<br />
laser LT7 und zwei Elect-Rohrbiegemaschinen der BLM Group.<br />
„W<br />
ir wollen in unserem Markt ein<br />
führenderHerstellerbleiben.Deshalb<br />
schöpfen wir die Möglichkeiten<br />
neuer Technik konsequent aus“,<br />
erklärt Gerald Schake, Geschäftsführender Gesellschafter<br />
der Schake GmbH. Das vor mehr als 110<br />
Jahren gegründete Unternehmen ist in weiten Teilen<br />
der Welt als starker Partner rund um das The-<br />
ma Sicherheit auf Baustellen und im Verkehr bekannt.<br />
Europa ist aber nach wie vor der Kernmarkt.<br />
Elementare Veränderungen<br />
„Die Technik des Rohrlaserschneidens gibt uns<br />
vielfältige Möglichkeiten an die Hand, die KonstruktionenunsererProduktezuverbessern.Gleich-<br />
zeitig erreichen wir mit ihr in unserem SchneidprozessundindernachfolgendenMontagesignifikant<br />
höhere Effizienz, Produktivität und Qualität.<br />
Dabei ist ein wichtiger Aspekt, dass wir in den<br />
Rohrlasern in einem Durchlauf mehrere Arbeitsprozesseausführenkönnen,fürdiewirinderVergangenheit<br />
verschiedene Maschinen benötigten.<br />
Das alles hilft uns, auf dem Markt hochwertigste<br />
78 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
FOKUS<br />
Laser<br />
2<br />
1 Mit der Elect40 biegt Schake <strong>Rohre</strong> mit Durchmessern bis 40 mm.<br />
© BLM Group<br />
2 Sowohl die Elect40 als auch die Elect80 werden mit der CAD-CAM-Software<br />
VGPNext der BLM Group programmiert. Diese bietet die Möglichkeit, den<br />
Biegeprozess auf der Bedienkonsole der Rohrbiegemaschinen vor Produk -<br />
tionsbeginn zu simulieren.<br />
IGKEIT<br />
© BLM Group<br />
einenzweitenProduktionsstandortinderVolmarsteiner<br />
Straße. Neben den drei LT7-Rohrlasern<br />
sind hier eine Rohrbiegemaschine Elect80 und eineElect40imEinsatz.<br />
„Aus unserer Sicht ist die BLM Group mit ihrer<br />
Technik für das Rohrlaserschneiden dem Markt<br />
ein gutes Stück voraus“, erklärt Schake, warum er<br />
sich vor etwa sieben Jahren für die Partnerschaft<br />
mit der italienischen Unternehmensgruppe entschied.<br />
Seinerzeit installierte das Unternehmen<br />
mit einer LT Fiber seinen ersten Rohrlaser. Dieser<br />
wurde Anfang 2022 gegen die erste LT7 mit 3D-<br />
Laserschneidkopf Tube Cutter ersetzt. Die beiden<br />
anderen, gleich ausgestatteten Rohrlaser folgten<br />
sukzessive.<br />
stellung von Prototypen so schnell und flexibel<br />
wieniezuvor.<br />
HinsichtlichderBe-undEntladungistdieLT7flexibel<br />
konfigurierbar. Schake kann mit seinen Maschinen<br />
Stangen mit Längen bis 8,5 m und WerkstückemitLängenbis4,5mentladen.<br />
Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten“,<br />
fasst Schake die grundlegenden Vorteile der<br />
neuen Technik für das Metall und Kunststoff verarbeitendeUnternehmenzusammen.<br />
So sind bei ihm mit dem Einstieg in das LaserschneidenverschiedeneMaschinenobsoletgeworden.<br />
Unter anderem Standbohrmaschinen, Stanzen<br />
und Pressen. Und da die Rohrlaser gratfrei arbeiten,sindbeispielsweisebei<strong>Rohre</strong>nmitBohrungen<br />
keine Nachbearbeitungen mit Schleifmaschinen<br />
mehr erforderlich. Die mit den Rohrlasern<br />
produzierten Teile sind fertig – damit auch die innerbetrieblichenTransporteminimiert.<br />
An seinem Hauptsitz in Hagen verfügt Schake nebendemStammwerkinderEckeseyerStraßeüber<br />
Prädestiniert für diesen Prozess<br />
Als flexibles Arbeitstier ist die LT7 bei Stangengewichten<br />
bis 23 kg/m nach wie vor die marktweit<br />
schnellste Laserschneidemaschine für <strong>Rohre</strong> und<br />
Profile. Dabei deckt sie ein Durchmesserspektrum<br />
von12bis152,4mmab.„InallerRegelverarbeiten<br />
wir <strong>Rohre</strong> mit Durchmessern von 20 bis 150 mm“,<br />
unterstreicht Schake, dass sich die LT7 perfekt in<br />
denProzessdesUnternehmenseingefügthat.<br />
Bei Auftragswechseln stellt dieser Rohrlaser unter<br />
anderem seine Spindel, Lünette und seine Zwischenstützen<br />
automatisch für die nächste Produktion<br />
ein. Das heißt, der manuelle Arbeitsaufwand<br />
fürdieBedieneristminimiert.Diedarausresultierenden<br />
kurzen Umrüstzeiten erlauben Schake die<br />
rentable Herstellung sowohl größerer Serien von<br />
mehreren hundert Teilen als auch kleiner Stückzahlen.<br />
Mit den LT7-Rohrlasern ist das innovationsfreudige<br />
Unternehmen aber auch in der Her-<br />
3<br />
3 Geschäftsführer Gerald Schake (links im Bild)<br />
und Giuseppe Caruso, Gebietsvertriebsleiter der<br />
BLM Group Deutschland GmbH, vor einem der<br />
LT7-Rohrlaser der BLM Group.<br />
© BLM Group<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
79
FOKUS<br />
Laser<br />
1<br />
© BLM Group<br />
1 Schake verfügt über insgesamt drei LT7-Rohrlaser der BLM Group.<br />
Optimierte Konstruktionen<br />
und Qualität<br />
„Unsere Kunden kaufen mehr und mehr mit dem<br />
Auge. Die LT7 schneidet <strong>Rohre</strong> und Profile dank<br />
des Messsystems Active Scan mit einer Genauigkeit,wiemansiefrühernichtkannte.Dasgibtuns<br />
in der Konstruktion erheblich mehr Gestaltungsfreiheit.<br />
Wir haben völlig neue Möglichkeiten an<br />
die Hand bekommen, für unsere Kunden Qualität<br />
zu produzieren – gerade auch bei Steckverbindungen“,<br />
stellt Gerald Schake fest. Sie zeichnen sich<br />
durchbislangnichtgekannteMaßhaltigkeitaus.<br />
Als Beispiel nennt der Geschäftsführer so genannte<br />
Trenn-Biege-Schnitte, mit denen zum Beispiel<br />
die Herstellung von Rahmen in der parametrischen<br />
Umgebung der ArTube-Software stark vereinfacht<br />
wird. Sie können mit dieser Funktion aus<br />
jeweils einem Rohr produziert werden, indem die<br />
Laser an den zu biegenden Stellen Zwickel ausschneiden.<br />
Anschließend müssen die <strong>Rohre</strong> hier<br />
nur noch gebogen werden, womit die Winkel der<br />
Rahmenentstehen.DerSchweißaufwandwirdminimiert.Jenachdemfälltersogarganzweg.<br />
Auch die Active Tools für die Optimierung der<br />
Produktion mit den Rohrlasern der BLM Group<br />
unterstützen die hohe Qualität und Produktivität.<br />
So garantiert Active Scan hier ohne Zeitverluste<br />
selbstbeiunförmigen<strong>Rohre</strong>nundProfilenperfekte<br />
Geometrien der Laserschnitte. Darüber hinaus<br />
nutzt Schake die Active Weld-Option – zum Beispiel<br />
in der Verarbeitung von Rundrohren. Active<br />
Weld richtet die Schweißnähte der <strong>Rohre</strong> so aus,<br />
dass sie zuverlässig an den gewünschten Positionensitzen.EinwichtigesDetail,wenndiese<strong>Rohre</strong><br />
imnachfolgendenProzessgebogenwerden.<br />
Active Tilt wiederum optimiert automatisch die<br />
Prozesszeiten und beschleunigt so die Produktion.<br />
Beispiele sind <strong>Rohre</strong> mit vielen, eng angeordneten<br />
Bohrungen, Markierungen oder Beschriftungen.<br />
Dank Active Tilt kann die LT7 hier ihre hohe Geschwindigkeitvollausspielen.<br />
Der Prozess wird vorab simuliert<br />
ProgrammiertwerdendieRohrlasermitderparametrischen<br />
CAD-CAM-Software ArTube. Die BLM<br />
Group hat sie speziell für die Rohrverarbeitung entwickelt.NachdemImportderCAD-Datengeneriert<br />
ArTubeausdenKonstruktionsdatenautomatischdie<br />
Produktionsprogramme für die Rohrlaser. Bei Rahmen<br />
und Baugruppen erkennt die Software die einzelnen<br />
Komponenten und stellt sie in Form dreidimensionalerGrafikendar.Sofernerforderlich,lassen<br />
sich die Geometrien und Strukturen aller Elemente<br />
inArTubemitwenigenKlicksflexibelanpassen.Sonderprofile<br />
behandelt die Software so, als wären sie<br />
Standardprofile – was ihre Verarbeitung vereinfacht.<br />
SchakeschneidetvieleoffeneProfile.Soistauchdas<br />
einVorteilfürdasUnternehmen.<br />
Vor Beginn der Produktion mit den Rohrlasern<br />
kann es den gesamten Prozess in dreidimensionalenDarstellungenrealitätsgetreusimulierenundje<br />
nachdem manuell Anpassungen vornehmen oder<br />
die Reihenfolge der Schnitte ändern. Das erhöht<br />
noch einmal die ohnehin schon hohe Stabilität<br />
undZuverlässigkeitdesProzesses.<br />
Auch im Rohrbiegen<br />
ein neues Niveau<br />
Mit der Inbetriebnahme der beiden vollelektrischen<br />
CNC-Rohrbiegemaschinen der BLM Group<br />
ist Schake auch in der Modernisierung seiner<br />
Rohrverarbeitung den nächsten Schritt gegangen.<br />
Die Elect40 biegt <strong>Rohre</strong> mit Durchmessern bis 40<br />
mm. Die Elect80 deckt ein Durchmesserspektrum<br />
bis 80 mm ab. Beide Maschinen werden mit der<br />
CAD-CAM-Software VGPNext programmiert.<br />
Diese bietet auch die Möglichkeit, den Biegeprozess<br />
vorab zu simulieren. Zum Beispiel, um schon<br />
vordemProduktionsbeginneventuelleKollisionen<br />
auszuschließen.<br />
„Mit den neuen Maschinen können wir <strong>Rohre</strong> in<br />
einem Arbeitsgang nacheinander mit unterschiedlichen<br />
Radien biegen. Damit haben wir die QualitätverschiedenerProdukteweiterverbessertsowie<br />
ihren Herstellprozess vereinfacht und beschleunigt.<br />
Vor allem aber müssen wir hier keine Teile<br />
mehrzukaufen“,zähltJörgUlrich,beiSchakeProduktionsmanager<br />
Baugeräte, wichtige Vorteile auf,<br />
diedieElect-Maschinenmitsichgebrachthaben.<br />
Attraktivere Arbeitsplätze<br />
Die Bediener sind von der neuen Biegetechnik begeistert.<br />
Vor allem auch deshalb, weil sie sowohl<br />
die Elect40 als auch die Elect80 schnell und einfach<br />
umrüsten können. Zum Beispiel die Elect80<br />
ist mit je einem Biegewerkzeug für 60er- und für<br />
76er-<strong>Rohre</strong> bestückt. Ein drittes für 48er-<strong>Rohre</strong><br />
sollnochhinzukommen.ImVergleichzudenhier<br />
zuvor eingesetzten hydraulischen Maschinen hat<br />
das für die Bediener vor allem zwei Verbesserungen<br />
mit sich gebracht: Sie müssen bei Auftragswechseln<br />
nur noch die Dornstange austauschen –<br />
stattbislangdiegesamtenWerkzeuge.WoProduktionswechsel<br />
in der Vergangenheit drei bis fünf<br />
StundenZeitbeanspruchten,sindsieheutebinnen<br />
80 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
2<br />
© BLM Group<br />
pensieren. So können diese auf Anhieb einwandfreie<br />
Produkte herstellen, was die Produktivität<br />
weiter verbessert. Zum Beispiel, wenn in Rahmen<br />
Querrohre eingesetzt und mit ihnen verschweißt<br />
werden. Die Bohrungen müssen dafür exakt an<br />
denvorgesehenenPositionensitzen.<br />
Verbesserte Nachhaltigkeit<br />
AuchdieUmweltprofitiertvonderneuenTechnik.<br />
Sowohl im Rohrlaserschneiden als auch im RohrbiegenhatsiedenAusschussunddenAbfallsignifikant<br />
reduziert. Darüber hinaus zeichnen sich die<br />
neuen Prozesse gegenüber der konventionellen<br />
Technik durch ihre deutlich höhere Energieeffizienz<br />
aus. Im Ergebnis sind die Ökobilanzen der<br />
ProdukteundihrerHerstellprozesseverbessert.<br />
www.blmgroup.de<br />
Minutenausgeführt.ZudemistdiekörperlicheBelastungderBedienerdeutlichreduziert.<br />
ZudemlassensichindenSteuerungenderMaschinen<br />
Auftragsdaten speichern und bei Wiederholaufträgen<br />
per Knopfdruck abrufen. Anschließend<br />
stellen sich die Maschinen automatisch ein. Bei<br />
ungleichmäßigenMaterialienkönnendieBediener<br />
die Toleranzen sowohl über die Gleitschiene als<br />
auchüberdenFaltenglätterfeineinstellen.<br />
Hinzu kommen weitere neue Möglichkeiten im<br />
Biegeprozess. Zum Beispiel bei der Ausrichtung<br />
derSchweißnähte:SokönnendieBedienerbeider<br />
Elect80 <strong>Rohre</strong> mit den nach oben ausgerichteten<br />
Schweißnähteneinziehenundsieanschließendim<br />
Biegeprozess um 1800 drehen lassen. Im Ergebnis<br />
sitzen die Schweißnähte innen in den Biegungen<br />
der Teile. Auch hier ist die Programmierung in<br />
VGPNextfürsieausgesprocheneinfach.<br />
Ganz davon abgesehen arbeiten die Elect40 und<br />
die Elect80 erheblich leiser als die ausrangierten<br />
hydraulischen Maschinen. Ein weiterer Aspekt,<br />
weshalbdieArbeitfürdieMaschinenführerattraktiver<br />
geworden ist. „Die Biegemaschinen helfen<br />
uns,bessereQualitätzuproduzieren.Undauchsie<br />
tragen dazu bei, dass wir in unserer Konstruktion<br />
freier denken können“, fasst Schake die Vorteile<br />
zusammen.<br />
Eine nahtlose Integration der Rohrlaser mit den<br />
Biegemaschinen über die All-in-One-Technologie<br />
derBLMGroupistfürdasUnternehmeneineweitere<br />
Option, die Effizienz und Produktivität seiner<br />
Rohrverarbeitung noch zu verbessern – ermöglichtdieseinnovativeTechnologiedocheineKommunikation<br />
zwischen den Maschinen, um DehnungenundRückfederungenautomatischzukom-<br />
2 Ein Maschinenführer<br />
von Schake (rechts im<br />
Bild) mit Giuseppe<br />
Caruso, Gebiets -<br />
vertriebsleiter der<br />
BLM Group Deutschland<br />
GmbH, vor der<br />
Rohrbiegemaschine<br />
Elect80.<br />
3 a+b In aller Regel<br />
verarbeitet Schake<br />
<strong>Rohre</strong> mit Durch -<br />
messern von 20 bis<br />
150 mm. Mit seinem<br />
Durchmesserspektrum<br />
von 12 bis 152,4 mm<br />
hat sich der Rohrlaser<br />
LT7 der BLM Group<br />
perfekt in den Prozess<br />
des Unternehmens<br />
eingefügt.<br />
3a<br />
3b<br />
© BLM Group © BLM Group<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
81
FOKUS<br />
Laser<br />
Neue Generation<br />
Laserschweißzellen<br />
DIE NÄCHSTE GENERATION der Laserschweißzellen stellt Siegmund vor: die Siegmund-Laserschweißzelle<br />
modular. Sie kombiniert hohe Sicherheitsstandards mit schneller Inbetriebnahme und einer modularen<br />
Bauweise, die große Flexibilität bietet.<br />
ie Siegmund-Laserschweißzelle schützt laut Hersteller zuverlässig vor<br />
Streustrahlung und Reflexionen, die beim Laserschweißen entstehen<br />
können. Dank der vormontierten Seitenwände ist die Zelle schnell einsatzbereit.<br />
Sie eignet sich für das Handlaserschweißen und Laserreinigen<br />
imWellenlängenbereichvon940bis1090nmundbietetfolgendenEigenschaften:<br />
D›MaximaleSicherheitdurchzuverlässigenSchutzvorStreustrahlungundReflexionen<br />
1<br />
2<br />
© Bernd Siegmund GmbH<br />
© Bernd Siegmund GmbH<br />
›SchnelleInbetriebnahmedankvormontierterSeitenwände<br />
›GeeignetfüreinemaximaleLaserleistungvon3kW<br />
›GroßzügigerArbeitsbereichmitextrabreiterDoppeltür(2370x2240mm)<br />
›CE-konform(Sicherheitsbauteil)undzertifiziertnachDINEN60825-4<br />
Das Laserhandschweißen hat sich als essenzielles Verfahren in der Schweißtechnik<br />
etabliert.Bereits2023führteSiegmundeineLaserschweißzellealsSchutzumhausung<br />
ein.NunsetztdasUnternehmenmitderneuenmodularenGenerationneueMaßstäbeinSicherheitundFlexibilität.<br />
DieLaserschweißzelleausdemRaumAugsburgzeichnetsichdurcheineVielzahlan<br />
Konfigurationsmöglichkeiten aus und kann durch zusätzliche Wandelemente erweitert<br />
werden. So lässt sich jede Zelle individuell anpassen. Zudem erfüllt sie höchste<br />
Sicherheitsstandards und ist sowohl CE-konform als auch nach DIN EN 60825-4<br />
zertifiziert.<br />
Die Vorteile der Siegmund-Laserschweißzelle:<br />
›Zertifiziertundsicher ›HochwertigeEinzelbauteile<br />
›FreipositionierbareTür ›Jederzeiterweiterbar<br />
›Individuellkonfigurierbar ›SonderlösungenaufAnfrage<br />
3<br />
1 Laserhandschweißzelle mit Schweißtisch<br />
2 Die Lasderschweißzelle eignet sich für das Handlaserschweißen<br />
und Laserreinigen im Wellenlängenbereich von 940 bis 1090 nm<br />
3 Laserschweißzelle mit Werkbank<br />
© Bernd Siegmund GmbH<br />
PassendzurneuenLaserschweißzellebietetSiegmundpräziseSchweiß-undSpanntische,<br />
die für Qualität, Belastbarkeit und Präzision stehen. Die exklusiven Schweißtische<br />
aus Werkzeugstahl X8.7 und X8.8 überzeugen durch außergewöhnliche Härte,<br />
hoheSchlagfestigkeitundlangeLebensdauer.VorteilederSiegmundSchweißtische:<br />
›VerschleißarmeundlanglebigeOberflächendankPlasmanitrierung<br />
› SicheresHaltenvonWerkstückenwährendderBearbeitung<br />
›KeinSchweißverzug<br />
›HohePräzisionundWiederholgenauigkeit<br />
›VielseitigeSpannmöglichkeitendurchBohrungen<br />
Die Siegmund-Werkbank kombiniert die Stabilität einer klassischen Werkbank mit<br />
den Vorteilen der Schweißtische. Plasmanitrierte, hochpräzise Stahlplatten sorgen<br />
für Langlebigkeit, Belastbarkeit und eine kratzfeste, korrosionsbeständige Oberfläche.EigenschaftenderSiegmundWerkbank:<br />
›StabilesGestellausAluminiumprofilenimexklusivenSiegmundWave-Design<br />
›VerschleißarmeundlanglebigeOberflächen<br />
›FlexibilitätdurchBohrungsraster<br />
›Individuellerweiterbar<br />
www.siegmund.com/lasercell-info<br />
82 <strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Automation<br />
Schwenkbiegen mit<br />
neuer Software und Robotik<br />
AUF DER EUROBLECH stellte die RAS Reinhardt Maschinenbau GmbH das MiniBendCenter 2 vor,<br />
eine vollautomatisierte Lösung für die präzise Einzel- und Serienfertigung von Biegeteilen.<br />
Das MiniBendCenter 2 ist laut RAS das<br />
weltweit einzige Schwenkbiegezentrum,<br />
das speziell für Kleinteile entwickelt<br />
wurde. Die neue MiniBend-Office-Software<br />
und der integrierte Roboter für das<br />
vollautomatische Be- und Entladen eignen das<br />
System fürden24/7-Betrieb.DasZielist,höchste<br />
FlexibilitätundEffizienzzuerreichen.<br />
„Neue Maßstäbe“ mit<br />
Minibend-Office-Software<br />
Das MiniBendCenter 2 ist mit der neuen Mini-<br />
Bend-Office-Software ausgestattet, die eine eigenständigeLösungdarstelltunddiebisherverwendeteCAM-SoftwaresowieSolidWorksersetzt.Durch<br />
die Partnerschaft mit dem Softwarepartner Euclid<br />
wird die Flexibilität der Software deutlich gesteigertundeinevollintegrierteSteuerungrealisiert.<br />
Dank der MiniBend-Office-Software ist nur noch<br />
eine einzige Software erforderlich, die sowohl die<br />
Programmierung als auch die Simulation übernimmt<br />
und damit den gesamten Prozess in einer<br />
Plattform vereint. Dies reduziert Komplexität, erhöhtdieEffizienzundvereinfachtdieBedienung.<br />
Intelligente Robotik für<br />
Be- und Entladen<br />
Das Robotersystem des MiniBendCenter 2 übernimmt<br />
sowohl das Be- als auch das Entladen der<br />
Werkstücke. Mit der hochpräzisen Servoelektrik<br />
setze das System, so RAS, „neue Maßstäbe in<br />
punctoEffizienzundPräzision“.<br />
Der Vakuumsauger verfügt über vier individuell<br />
ansteuerbare Sauger, die eine effiziente Handhabung<br />
von Teilen aus Stapeln oder Schüttgut ermöglichen.<br />
Die fertig gebogenen Teile werden<br />
platzsparend sowie stabil palettiert und der Palettenwechsel<br />
kann während des laufenden Betriebs<br />
sicher und reibungslos erfolgen. Dank der nahtlosenIntegrationdesRobotersindieSoftwareistein<br />
zusätzlichesTeachennichterforderlich.<br />
Automatisierte Prozesse<br />
für den Dauerbetrieb<br />
Das MiniBendCenter 2 ermöglicht die Bearbeitungvon<strong>Bleche</strong>nbis600x600mmundeinerMaterialdicke<br />
bis 3 mm Stahl. Aufgrund der automatischen<br />
Biegetechnik in beide Richtungen ist kein<br />
Wenden der Teile erforderlich, wodurch unnötige<br />
Bewegungen vermieden und die Bearbeitungszeit<br />
erheblich verkürzt wird. In Kombination mit dem<br />
automatischen Rüsten der Werkzeuge ist eine<br />
durchgehende 24/7-Produktion seitens der Maschine<br />
in sogenannten „Geisterschichten“ – sowohl<br />
mit Serienteilen als auch mit Einzelteilen<br />
möglich.<br />
„Das MiniBendCenter 2 setzt neue Maßstäbe in<br />
derBlechbearbeitung.EskombiniertGeschwindigkeit,<br />
Effizienz und Präzision in einem kompakten<br />
Design“, verspricht Thomas Berger, Project Manager<br />
Automation bei RAS. Dadurch eignet sich das<br />
SystemidealfüreineVielzahlvonAnwendungen.<br />
HINTERGRUND<br />
www.ras-online.de<br />
RAS REINHARDT MASCHINENBAU GmbH<br />
zählt zu den weltweit führenden Anbietern<br />
innovativer Maschinen für die Blechbearbeitung.<br />
Mit seinem Sitz in Sindelfingen<br />
steht das Unternehmen seit über 85 Jahren<br />
für höchste Qualität und Präzision made in<br />
Germany. Das breite Portfolio umfasst<br />
Schwenkbiegemaschinen, Schwingschnittscheren,<br />
Umformmaschinen sowie automatisierte<br />
und maßgeschneiderte Fertigungslösungen<br />
für unterschiedlichste Industrien<br />
weltweit.<br />
Einfaches Be- und<br />
Entladen dank<br />
fortschrittlicher<br />
Robotik<br />
© RAS Reinhardt Maschinenbau<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
83
TECHNIK<br />
Automation<br />
Erfolgreicher<br />
Auftritt<br />
MIT SEINEN PLUG&PLAY-LÖSUNGEN für das automatisierte Schneiden setzt das Wiesbadener<br />
Systemhaus Impulse in puncto Effizienz, Prozessstabilität, Maschinensicherheit und Bedienkomfort. Die<br />
thematischen Highlights: E°SLC 89 Safety und E°Cut.<br />
Eckelmann setzt auf Effizienz, Prozessstabilität und Maschinensicherheit.<br />
Automatisierung und Digitalisierung sind<br />
insbesondere in Zeiten des Fachkräftemangels<br />
und herausfordernder Rahmenbedingungen<br />
der Schlüssel zu einer besseren<br />
Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit. Entsprechend<br />
hoch war das Interesse der Fachbesucher<br />
und auch das Niveau der Gespräche auf dem<br />
Eckelmann-Stand.<br />
„Im teils sehr intensiv geführten Austausch konnten<br />
wir die technische Exzellenz, hohe Flexibilität<br />
und auch die Zuverlässigkeit unserer Lösungen,<br />
die speziell für moderne industrielle Bearbeitungsprozesse<br />
entwickelt wurden, optimal herausarbeiten“,<br />
freut sich Oliver Elias Sebastian, Senior Sales<br />
Manager Automation Products bei Eckelmann.<br />
Safety-Steuerung<br />
Mit dem Safety-Portfolio von Eckelmann können<br />
alle sicherheitsrelevanten Anwendungen von Maschinen<br />
und Anlagen bedient werden. Speziell im<br />
Fokus der Euroblech stand die Safety-Steuerungsplattform<br />
E°SLC 89, ein nach SIL3 und PL e zertifizierter<br />
Sicherheits-Master für Schneidmaschinen.<br />
Dank der engen Verzahnung von Safety-SPS und<br />
CNC lassen sich auch komplexe und fein-granulare<br />
Sicherheitslogiken in der SPS abbilden. Die sichere<br />
Kommunikation zur Antriebsebene und allen<br />
sicheren IO-Modulen erfolgt dabei per FSoE<br />
(FailSafe over EtherCAT). Weitere Vorteile bietet<br />
die einheitliche Steuerungsplattform mit Blick auf<br />
Beschaffung, Lagerhaltung, Schulung und Service.<br />
Automatisierungspakete<br />
Die E°Cut-Automatisierungspakete von Eckelmann<br />
decken alle Arten von Blechschneidemaschinen<br />
und Anwendungsszenarien ab. Sie wurden<br />
aus der Praxis heraus entwickelt und basieren auf<br />
mehr als 40-jähriger Expertise: vom Light-Industrial-Segment<br />
angefangen bis hin zu High-Endund<br />
Kombinationsmaschinen, vom Plasma- über<br />
© Eckelmann<br />
Laser- und Autogen- bis zum Wasserstrahlschneiden.<br />
„Bei der Wahl der Schneidausrüstung sind<br />
wir technologieoffen, so dass Kunden die freie<br />
Wahl unter den handelsüblichen Schneidtechnologieanbietern<br />
haben“, unterstreicht Dr. Marco<br />
Münchhof, einer der drei Vorstände der Eckelmann<br />
Group, der ebenfalls vor Ort in Hannover<br />
war. Die Anwendungen werden von Eckelmann<br />
dabei so angepasst und fortlaufend ergänzt, dass<br />
sie sich in das Maschinenkonzept und das Look &<br />
Feel des Maschinenbauers harmonisch einfügen.<br />
Konkret stellte Eckelmann mit der nur 60 cm x 50<br />
cm x 25 cm großen „E°Cut Elements Box“ die<br />
jüngste Ergänzung seines Produktportfolios vor:<br />
Die steckerfertige Box bietet mit Steuerung, Servoreglern,<br />
Kabeln und Motoren einen schnellen und<br />
simplen Weg, um E°Cut Light Industrial-Maschinen<br />
zu automatisieren. Im Standardumfang ist die<br />
E°Cut-Elements-Software enthalten, als Ergänzung<br />
ist die CAD-CAM-Software verfügbar.<br />
Aufgrund der freien Konfigurierbarkeit des CNC-<br />
Kerns unterstützt die E°Cut-Lösung zudem die unterschiedlichsten<br />
Kinematiken für das 3D-Zukunftsthema<br />
Fasenschneiden. Diverse Korrekturfunktionen<br />
sind dabei ein Garant zur Optimierung<br />
der Schnittqualität.<br />
Intuitive Bedienoberfläche<br />
Die intuitive Bedienoberfläche E°Cut HMI ist für<br />
den OEM ein leistungsstarkes Instrument zur Konfiguration<br />
und Inbetriebnahme der Maschine und<br />
zugleich auch Service-Tool während des gesamten<br />
Lebenszyklus der Maschine. Im täglichen Produk -<br />
tionsprozess bietet sie den Vorteil, dass die Maschine<br />
selbst bei nur kurzer Einweisung sicher und<br />
komfortabel vom jeweiligen Anwender gesteuert<br />
werden kann. Aktuelle Dokumentationen werden<br />
dabei auf der Eckelmann-Plattform E°EDP bereitgestellt.<br />
„Die Fachbesucher zeigten sich insbesondere<br />
von dem hohem Bedienkomfort und der Übersichtlichkeit<br />
der abrufbaren Informationen begeistert“,<br />
resümiert Oliver Elias Sebastian.<br />
www.eckelmann.de<br />
84<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Automation<br />
Antriebslösungen<br />
für FTS und AMR<br />
AUF DER LOGIMAT in Stuttgart zeigte Wittenstein seine Umsetzung des Themas „Smarte Antriebs -<br />
lösungen für FTS und AMR“. Im Mittelpunkt stand das kompakte FTS-Antriebssystem Cyber Itas System 2.<br />
Das kompakte Servoantriebssystem<br />
Cyber Itas System 2 von Wittenstein<br />
besteht aus einem sicherheitszertifizierten<br />
Servoregler der<br />
Baureihe Cyber Simco Drive 2 sowie einem<br />
kompaktenundlautHerstellertraglaststarken<br />
Radaktuator Cyber Tas Actuator 2. Der Differenzialantrieb<br />
soll mit einem durchgängig industriegerechtenDesignüberzeugen,dasEntwicklung,<br />
Konstruktion und Bau sowie Betrieb<br />
und Service der Fahrzeuge signifikant<br />
undnachhaltigvereinfacht.<br />
Next Level Safety Architecture:<br />
„Smart, schlank, sicher“<br />
Gleichzeitig vereint das Cyber Itas System 2<br />
eine schlanke und integrationsfreundliche Sicherheitsarchitektur.<br />
Sie zeichnet sich dadurch<br />
aus, dass sie mit weniger Kabeln und<br />
Steckern, weniger Schnittstellen, weniger Bauteilen<br />
und Modulen sowie weniger MontageundDokumentationsaufwandauskommt.<br />
Die Anforderungen an den sicheren Betrieb<br />
von AGV, AMR und anderen mobilen Plattformen<br />
nach SIL 2 und PL d, wie sie Fahr-<br />
zeughersteller und Betreiber vorgeben, werdenzuverlässigerfüllt.<br />
Gelungene Vorstellung<br />
Die jährlich stattfindende Logimat ist als internationale<br />
Fachmesse für Intralogistik-Lösungen<br />
und Prozessmanagement die größte<br />
Veranstaltung ihrer Art in Europa. Sie ist zugleich<br />
die anerkannte Plattform für logistiknaheInnovationen–unddamitdaspassende<br />
Umfeld für Wittenstein. Auch die weiteren<br />
Themen-Highlights auf dem Logimat-Messestandstandenfür„bewegendeLösungen“der<br />
Wittenstein-Gruppe:<br />
› gehäuselose Motoren für den Einsatz bei<br />
lenkbaren FTS Fahrantrieben sowie zur<br />
Eigenentwicklung von Aktuatoren für FTS<br />
undAMR<br />
› KleinservoantriebssystemefürHilfsachsen<br />
› digitaleTechnologienfürdieAnomalie-Erkennung<br />
und das Condition Monitoring<br />
für FTS, AMR und andere mobile Plattformen<br />
www.wittenstein.de<br />
ZAHLEN & FAKTEN<br />
MIT WELTWEIT rund 2.800 Mitarbeitern und<br />
einem Umsatz von 498 Millionen Euro im Geschäftsjahr<br />
2023/2024 steht die Wittenstein<br />
SE national und international für Innovation,<br />
Präzision und Exzellenz in der Welt der cybertronischen<br />
Bewegung. Die Unternehmensgruppe<br />
besitzt eine hohe Kompetenz zur Beherrschung<br />
und Weiterentwicklung der relevanten<br />
Technologien der mechatronischen<br />
Antriebstechnik und umfasst sechs innovative<br />
Geschäftseinheiten. Entwickelt, produziert und<br />
vertrieben werden unter anderem Servoantriebe<br />
und Linearsysteme, Servosysteme und<br />
-motoren sowie cybertronische Antriebssysteme,<br />
unter anderem für den Maschinen- und<br />
Anlagenbau, die Luft- und Raumfahrt oder die<br />
Öl- und Gas-Exploration. Nanotechnologie<br />
und Softwarekomponenten ergänzen das<br />
Portfolio. Die Wittenstein-Gruppe ist an 25<br />
Standorten und in mehr als 45 Ländern in allen<br />
wichtigen Technologie- und Absatzmärkten<br />
vertreten.<br />
1 Das FTS-Antriebssystem Cyber Itas System 2 vereint eine schlanke<br />
und integrationsfreund liche Sicherheitsarchitektur mit hoher<br />
Leistungsdichte, die den Fahrzeugen einen entscheidenden Zugewinn<br />
an Performance und damit Produktivität ermöglicht.<br />
2 Mit Cyber Itas System 2 können schon bei Unterfahrhöhen ab<br />
180 mm, Fahrzeugbreiten ab 460 mm und Fahrzeugmassen zwischen<br />
einer und drei Tonnen leistungsfähige Differen zialantriebe realisiert<br />
werden.<br />
1<br />
© Wittenstein<br />
2<br />
© Wittenstein<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
85
VERANSTALTUNGEN<br />
<strong>Rohre</strong>, Profile und Draht<br />
INNOVATION DAYS<br />
IN REUTLINGEN<br />
DIE NEUESTEN MASCHINEN, spannender Austausch und ein buntes Rahmenprogramm: Die<br />
Innovation Days bei Wafios am Reutlinger Stammsitz gehen <strong>2025</strong> in die vierte Runde. Startschuss ist<br />
am 7. Mai <strong>2025</strong>.<br />
Rund 24 Ausstellungsmaschinen aus dem<br />
umfangreichen Produktspektrum zeigen<br />
im Live-Betrieb neue Entwicklungen und<br />
Best-Practices für die draht- und rohrverarbeitende<br />
Industrie. Auch zahlreiche Mitaussteller<br />
präsentieren ihre Lösungen für die Branche.<br />
Besucherinnen und Besucher der Innovation Days<br />
haben die Möglichkeit, die aktuellsten Innovationen<br />
live vor Ort zu erleben und in den direkten<br />
Austausch zu treten. Ein Rahmenprogramm mit<br />
Vorträgen zu Möglichkeiten und Technik rundet<br />
die Wafios Innovation Days ab.<br />
Modulare und hochflexible<br />
Federnherstellung<br />
Die neue Multi-FMU 32 ist eine modulare Maschine<br />
für die Herstellung von Zugfedern mit Stiel -<br />
ösen. Die Multi-FMU 32 folgt dem modularen<br />
System der BQ 10, der Transfer-Biegemaschine<br />
»Die Parallelisierung<br />
der Produk tion führt<br />
zu einer hohen<br />
Ausbringung.«<br />
Jörg Eisele, Vorstand bei Wafios<br />
für Drahtbiegeteile. Nach dem Herstellen des Federkörpers<br />
wahlweise im Winde- oder Wickelverfahren,<br />
folgen weitere Biegestationen zur Herstellung<br />
der Ösen. Diese lassen sich je nach Federgeometrie<br />
und Kundenwunsch flexibel anordnen.<br />
Ein Transfersystem bringt die Federn von Station<br />
zu Station. Auf den Innovation Days zeigt die Multi-FMU<br />
32 die Produktion von Stielösen. Dabei<br />
wird der Zugfederkörper über den Dorn gewickelt.<br />
Ein Vorteil des modularen Aufbaus ist die große<br />
Flexibilität der Maschine. Die Anzahl und Funk -<br />
tion der Arbeitsstationen ist frei konfigurierbar<br />
und lässt sich je nach Anforderung anpassen. Neben<br />
Zugfedern mit Stiel- und Hakenösen lassen<br />
sich auch Federn mit deutschen und englischen<br />
Ösen auf der Maschine fertigen.<br />
„Die FMU hat sich über die letzten 20 Jahren als<br />
Standard für die flexible Fertigung von Schenkelfedern<br />
etabliert. Die Multi-FMU verbindet die hohe<br />
Flexibilität und einfache Programmierung der<br />
FMU mit der hohen Produktionsleistung klassischer<br />
mechanischer Mehrstationen-Maschinen,<br />
wie beispielsweise der bekannten FSO 3 oder ASF/<br />
BSF. Zukünftig wird eine weitere Variante als<br />
Nachfolge der ZO 4, ZO 41 und ZO 42 sowie der<br />
ZOS 3 und 4 und der ASF 4 und BSF 4-S folgen“,<br />
so Dr. Uwe-Peter Weigmann, Sprecher des Vorstands<br />
bei Wafios.<br />
Die Transfer-Biegemaschine BQ 10<br />
86<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
Hohe Stückzahlen bei der<br />
Herstellung von Biegeteilen<br />
aus Draht und Rohr<br />
Als weitere modulare Maschine ist die BQ 10 zu<br />
sehen. Sie ist eine CNC-Transferbiegemaschine<br />
für Drahtdurchmesser von 3 bis 10 mm. Die Maschine<br />
kann Rund- und Profildraht verarbeiten.<br />
Die ausgestellte Maschine bietet auf vier Stationen<br />
Module zum Biegen, Umformen, Plätten und Stanzen.<br />
Zusätzlich kann eine Gewindewalze zwischen<br />
dem Einzugsmodul und der Wand integriert werden.<br />
Perfekt für die Produktion einer ganzen Familie<br />
von Bauteilen. „Mit Hilfe der unterschiedlichen<br />
Stationen laufen mehrere Arbeitsschritte<br />
gleichzeitig ab. Die Parallelisierung der Produk -<br />
tion führt zu einer hohen Ausbringungsleistung“,<br />
so Jörg Eisele, Vorstand bei Wafios. Das modular<br />
aufgebaute, frei programmierbare Transportsystem<br />
ist zum Patent angemeldet und wird auf den Innovation<br />
Days mit fünf CNC-Einzeltransfermodulen<br />
gezeigt. Diese lassen sich jeweils individuell und<br />
unabhängig voneinander programmieren. Die Stationen<br />
können mit Versatz zur ursprünglichen Position<br />
angebracht werden. Das Einzeltransfersystem<br />
ermöglicht dank der programmierbaren<br />
CNC-Achsen eine schnelle Anpassung der neuen<br />
Position auch in bestehenden Programmen.<br />
Fertigung von Federn mit<br />
deutschen und englischen Ösen<br />
Während auf der Multi-FMU 32 die Herstellung<br />
von Zugfedern mit Stielösen demonstriert wird,<br />
zeigen die beiden FMU-Maschinen die Herstellung<br />
von Federn mit deutschen und englischen<br />
Ösen. Auf den Innovation Days wird die Anwendung<br />
des ModularLoopConcept, einem flexiblen<br />
© Wafios<br />
Die FUL 76 mit Speed-Mode<br />
Werkzeugkonzept zur Herstellung von Ösen, auf<br />
zwei Maschinengrößen, der FMU 20+ und der<br />
FMU 50+, gezeigt.<br />
Intelligente Sortiereinrichtung<br />
Die neue Sortiereinrichtung zeigt an der FUL-Baureihe,<br />
was eine moderne 3-Kanal-Sortiereinrichtung<br />
leisten kann. Die Sortiereinrichtung ist motorisch<br />
angetrieben und elektrisch gesteuert. Durch<br />
die Positionsüberwachung der Klappen wird eine<br />
maximale Zuverlässigkeit des Sortierprozesses erreicht.<br />
Während des korrekten Sortierprozesses<br />
wird das Fallverhalten der Federn durch Sensoren<br />
überwacht. Dadurch wird die Produktionssicherheit<br />
erhöht, indem das Einklemmen von Federn<br />
oder eine falsch positionierte Klappe verhindert<br />
wird. Die automatische Einstellung der Verzögerungszeit<br />
in Abhängigkeit von der Fallzeit, sorgt<br />
zudem für einen komfortablen und zuverlässigen<br />
Rüstvorgang.<br />
Speed-Mode für Druckfedern<br />
Die FUL 76 kann die Achsparameter je nach Federspezifikation<br />
automatisch anpassen. Hierbei<br />
optimiert die Federwindemaschine selbständig die<br />
Vorschubgeschwindigkeit basierend auf Drahtdurchmesser,<br />
Wickelverhältnis und Zugfestigkeit,<br />
je nachdem ob mehr Einzugsgeschwindigkeit beispielsweise<br />
bei kleinen Drahtdurchmessern oder<br />
maximale Kraft bei großen Drahtdurchmessern<br />
benötigt wird. Im Ergebnis können bei kleinen Federaußendurchmessern<br />
oder großen Windeverhältnissen<br />
die Ausbringungsleistung durch dynamische<br />
Achsparameter bis zu 13 Prozent erhöht<br />
werden. Die Maschine schaltet sozusagen in den<br />
„Speed-Mode“.<br />
Einfach neue Teile einrichten<br />
Auf der Wire 2024 hat Wafios erstmal die assistierten<br />
Maschinen, wie die assistierte Drahtbiegemaschine<br />
BM 36 HS, vorgestellt. „Wir haben sehr positives<br />
Feedback vom Markt erhalten. Das hat uns<br />
gezeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, erinnert<br />
sich Dr. Weigmann.<br />
Eine neue Anforderung ist das Hinterlegen von<br />
kundenindividuellen Assistenzabläufen. Das Ergebnis<br />
ist der neue Wafios Assistant, der Weltpremiere<br />
auf den Innovation Days feiert. Der Wafios Assistant<br />
führt den Bediener durch die Einrichtung<br />
neuer Teile und hilft unerfahrenen Nutzern mit<br />
Hinweisen, Bildern und Videos. So wird auch das<br />
Einrichten komplexer Teile deutlich vereinfacht.<br />
Neben den von Wafios bereitgestellten Einrichtabläufen<br />
haben Bediener nun die Möglichkeit, eigene,<br />
individuelle Assistenzabläufe anzulegen und<br />
damit das einheitliche Einrichten der Maschinen<br />
im Unternehmen zu unterstützen. Internes Knowhow<br />
lässt sich mit dem Wafios Assistant einfach<br />
multiplizieren. Einheitliche Abläufe bei der Programmierung<br />
sind damit sichergestellt. Dies verbessert<br />
die Qualität und Produktionssicherheit,<br />
zugleich ist sichergestellt, dass unternehmensinternes<br />
Know-how nicht das Haus verlässt. Die individuellen<br />
Assistenzabläufe bleiben im Unternehmen.<br />
„Damit erfüllen wir eine lange bestehende Anforderung<br />
des Know-how-Schutzes unserer Kunden,<br />
zugleich kann Wissen im Unternehmen leichter<br />
geteilt werden“, so Dr. Weigmann.<br />
© Wafios<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
87
TECHNIK<br />
<strong>Rohre</strong>, Profile und Draht<br />
© Wafios<br />
Hohe Dynamik mit der FUL 26+ 4speed<br />
Kontinuierliche Qualitäts -<br />
verbesserung beim Richten<br />
Auf den Innovation Days wird bei der R 36 die<br />
neue Option Stablageerkennung in Verbindung<br />
mit Endenbearbeitung EBF präsentiert. Insbesondere<br />
bei Stäben mit angefasten Enden sind Längenabweichungen<br />
direkt am Produkt erkennbar.<br />
Die Endenbearbeitung EBF ist mit Sensoren ausgestattet,<br />
die an beiden Endenbearbeitungseinheiten<br />
angebracht sind und die Position der Stabenden<br />
beim Spannen optisch erfassen. Basierend auf diesen<br />
Positionen berechnet die Steuereinheit die erforderlichen<br />
Vorschubwerte für die gewünschten<br />
Fasen und überträgt diese an die entsprechenden<br />
Vorschubgeschwindigkeiten der Anfasspindeln.<br />
Dadurch werden Längenunterschiede durch Temperatur<br />
oder Schnitttoleranzen ausgeglichen und<br />
es entstehen kontinuierliche Fasen. Dies führt zu<br />
einer kontinuierlichen Qualitätsverbesserung, prozesssicherem<br />
Anfasen, kürzeren Rüstzeiten und<br />
weniger Ausschuss.<br />
Große Variantenvielfalt in der<br />
Produktion von Stromschienen<br />
Egal, ob im reinen Elektro- oder Hybridfahrzeug,<br />
Stromschienen sind heutzutage eine Schlüsseltechnologie<br />
in der Elektromobilität. Die Anforderungen<br />
unterscheiden sich hierbei enorm. Ein kleiner<br />
wendiger PKW mit wenig Platz oder Stromschienen<br />
für einen LKW mit großen Leiterquerschnitten<br />
– Wafios-Maschinen können eine große Va -<br />
riantenvielfalt abdecken. Auf den Innovation Days<br />
werden drei verschiedene Maschinenkonzepte vorgestellt,<br />
die an die Bedürfnisse der Hersteller angepasst<br />
sind.<br />
»Wir haben sehr<br />
positives Feedback<br />
erhalten.«<br />
Dr. Uwe-Peter Weigmann, Sprecher des<br />
Vorstands bei Wafios<br />
ternative zum CO 2 -Laser und hilft, Zykluszeiten um<br />
40 Prozent oder mehr zu verringern.<br />
Für lange, dreidimensionale Stromschienen mit<br />
asymmetrischen Geometrien stellt Wafios erstmals<br />
die neue BTF 90, ein wegweisendes Maschinenkonzept,<br />
als Prototyp vor. Sie vereint die bekannte<br />
Technik der Doppelkopf-Drahtbiegemaschine der<br />
Baureihe BT mit der BMF 90. Die BTF erweitert<br />
die Möglichkeiten der BMF-Technologie von kleineren<br />
und mittleren auf lange Stromschienen für<br />
Querschnitte bis 200 mm². Zudem bietet die BTF<br />
die Möglichkeit der Verarbeitung von vorkonfek -<br />
tioniertem Material aus einem Magazin. Sie lässt<br />
sich je Anforderung anpassen und reicht von der<br />
Produktion von Prototypen bis hin zur Serienfertigung.<br />
Ein Highlight, so Wafios, sei das neue Trans-<br />
Die Stromschienenmaschine BMF 90 kann, abhängig<br />
von der Materialspezifikation und dem Querschnittsverhältnis,<br />
Material bis maximal 200 mm²<br />
verarbeiten. Das speziell konzipierte und patentierte<br />
Biegewerkzeug erlaubt kleinste Biegeradien mit minimalen<br />
Biegeabständen und bewahrt dabei stets<br />
höchste Qualität. An der BMF 90 kann zudem das<br />
mechanische Abisolieren integriert werden. Das<br />
mechanische Abisolieren ist eine kostengünstige Alportsystem<br />
mit Zangeneinzug, das zum ersten Mal<br />
auf den Innovation Days präsentiert wird.<br />
Der Twister² bringt neue Möglichkeiten in die Produktion<br />
langer Stromschienen mit großen Leiterquerschnitten<br />
bis 400 mm². Die Werkzeuge aus<br />
dem Rohrbereich verhindern Oberflächenverformungen<br />
und stellen gleichzeitig ausreichend Biegemoment<br />
zur Verfügung, um Stromschienen sowohl<br />
über die lange als auch über die kurze Profilseite<br />
zu biegen. Das große Portfolio an Maschinen<br />
für die Herstellung von Stromschienen erlaubt<br />
Wafios, kundenspezifische Anforderungen, wie<br />
kurze Biegeabstände, große Längen, unterschiedliche<br />
Querschnitte, hohe Stückleistungen, verschiedene<br />
Abisolierverfahren sowie die Integration weiterer<br />
Prozessschritte, zu erfüllen.<br />
Neues Beladekonzept und Unterstützung<br />
beim Werkzeugwechsel<br />
Auch im klassischen Rohrbiegebereich werden<br />
zahlreiche Neuheiten vorgestellt. Unter anderem<br />
die TopBend 35, eine vollwertige Rechts- Links-<br />
Rohrbiegemaschine für den marktorientierten<br />
Einstieg. Sie bietet eine sehr hohe Arbeitsgeschwindigkeit<br />
durch eine leistungsoptimierte Konstruk -<br />
tion, höchste Energieeffizienz dank modernster<br />
Antriebstechnologie und ein modulares Maschinenkonzept.<br />
Als kostengünstige Variante ist die TopBend auch<br />
mit nur einer Biegerichtung als Eco-Version erhältlich.<br />
Die zweite Biegerichtung kann jederzeit<br />
nachgerüstet werden. Die Maschine wird erstmals<br />
auf den Wafios Innovation Days mit dem neuem<br />
Schrägmagazin mit CNC-Beladeeinrichtung vorgestellt.<br />
88<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
© Wafios<br />
Die BMF 90 erlaubt kleinste Biegeradien mit minimalen Biegeabständen.<br />
Das neu entwickelte Beladekonzept besteht aus einem<br />
Schrägmagazin und einem zusätzlichen<br />
CNC-Ladearmsystem, das zwischen dem Magazin<br />
und der Biegemaschine angeordnet ist. Ein Vorteil<br />
des Systems: Die Abholposition im hinteren oder<br />
vorderen Bereich ist frei wählbar. Da das Rohrmaterial<br />
der Biegemaschine schon innerhalb der Nebenzeit<br />
bereitgestellt wird, ergeben sich außerdem<br />
optimierte Taktzeiten.<br />
Für große Rohrdurchmesser wurde die TopBend<br />
100 entwickelt. Sie ist eine Rohrbiegemaschine für<br />
Rohrdurchmesser bis zu 100 x 4 mm und kann flexibel<br />
konfiguriert werden. Auf der Messe wird die<br />
flexible Konfiguration mit einem neuen digitalen<br />
Konzept visualisiert.<br />
Die Wafios-Programmiersoftware WPS 3.2 Easy-<br />
Way entwickelt sich stetig weiter. Ein neues Softwarefeature<br />
ist die automatische Kompensation<br />
von Radiusabweichungen. Die Software berechnet<br />
die beim Biegen auftretenden Radiusvergrößerungen<br />
auf Basis der Materialdaten und passt die Geometrie<br />
des Bauteils an. Somit kommt der Bediener<br />
schneller zu einem lehrenhaltigen Gut-Teil.<br />
www.wafios.com/innovation-days<br />
HINTERGRUND<br />
WAFIOS entwickelt, konstruiert und fertigt anspruchsvolle Spezialmaschinen für die<br />
draht- und rohrverarbeitende Industrie sowie für die Kaltmassivumformung. Das Unternehmen<br />
zählt zu den führenden Anbietern in diesem Bereich. Über 130 Jahre Erfahrung<br />
sprechen für Qualität und Innovation. Das Sortiment umfasst mehr als 130 Maschinentypen.<br />
Ausgestattet mit modernster Software, Künstlicher Intelligenz und IoT, optimieren<br />
Wafios-Maschinen Stückleistung sowie Qualität und verbessern den Einrichtprozess.<br />
60 Prozent der Kunden stammen aus der Automobil- und Zuliefererindustrie, mit einem<br />
wachsenden Anteil in der E-Mobilität. Weitere wichtige Branchen sind Bergbau, Bauindustrie,<br />
Elektrotechnik, Medizintechnik, Haushaltsgeräte, Landwirtschaft und Möbelindustrie.<br />
Der Exportanteil liegt über 60 Prozent.<br />
Heute ist Wafios eine Unternehmensgruppe mit der Wafios AG in Reutlingen als Muttergesellschaft<br />
und mehreren Standorten in Deutschland (Reutlingen, Marktredwitz, Wuppertal,<br />
Berlin, Simonswald), in Frankreich (Ecuelles), in Portugal (Maia), in Amerika (Branford/<br />
USA, Mokena/USA, Querétaro/Mexiko, São Paulo/Brasilien) und in Asien (Shanghai/China,<br />
Zhangjiagang/China) zur Unterstützung der Kunden vor Ort. Unter der Marke Connectavo<br />
erweitert Wafios das Kerngeschäft und entwickelt branchenübergreifende Softwarelösungen<br />
für die Instandhaltung beispielsweise von Maschinen, Gebäudetechnik, Fuhrpark und<br />
anderen technischen Einrichtungen.
TECHNIK<br />
Smart Factory<br />
© Trumpf<br />
Mit der Maschinendiagnose<br />
von Trumpf sehen Kunden<br />
auf einen Blick, in welchem<br />
Zustand sich ihre Maschine<br />
befindet.<br />
Maschinendiagnose reduziert<br />
Ausfallzeiten in der Produktion<br />
EIN PROBLEM an der Maschine beheben, bevor es sich auf die Produktion auswirkt – mit der<br />
Trumpf-Maschinendiagnose ist das möglich. Dafür überwachen Serviceexperten von Trumpf aus<br />
der Ferne den Zustand der Maschine (Condition Monitoring).<br />
Mit der neuen Maschinendiagnose<br />
könnenwirtiefergehendeMaschinenmessdaten<br />
erfassen, zum Beispiel<br />
Motorströme oder Sensorsignale,<br />
die bislang nicht messbar waren. Einfach gesagt:<br />
Bislang konnten wir bei der Maschine Fieber messen,<br />
jetzt erhalten wir ein komplettes Blutbild“, erklärt<br />
Martin Schober, leitender Entwickler der<br />
MaschinendiagnosebeiTrumpf.Mitdemdigitalen<br />
Service Condition Monitoring konnten die Servicetechniker<br />
bereits Zustandsdaten der Maschine<br />
einsehen, zum Beispiel den Füllstand von<br />
Schmierflüssigkeiten. Mit der Erweiterung um die<br />
Maschinendiagnose kann Trumpf den Zustand<br />
der Maschine noch zuverlässiger und vor allem<br />
auchremoteanalysieren.<br />
Tief in die Maschine blicken<br />
Bei der Maschinendiagnose führt die Maschine<br />
selbstständig und regelmäßig Messungen durch.<br />
Diese Daten überprüfen Serviceexperten von<br />
Trumpf auf spezielle Fehlermuster, die auf ein ungewöhnliches<br />
Verhalten der Maschine hinweisen.<br />
Dafür gleichen sie die Daten mithilfe automatischer<br />
Suchalgorithmen mit festgelegten IndikatorenundGrenzwertenab.<br />
„Wenn sich zum Beispiel Komponenten an der<br />
Achse der Maschine durch Schmutz oder Belastung<br />
abnutzen, hat das auf Dauer einen negativen<br />
Einfluss auf das Produktionsergebnis“, erläutert<br />
Trumpf-Produktmanagerin Stefanie Rieker. „Mit<br />
der Maschinendiagnose sind wir nun in der Lage,<br />
solche Fälle zu vermeiden, weil wir jetzt die entsprechenden<br />
Daten erfassen und vor allem auch<br />
interpretieren können. Bei Auffälligkeiten reagieren<br />
wir sofort und kontaktieren den Kunden mit<br />
entsprechendenHandlungsempfehlungen“,soRiekerweiter.<br />
Gesteigerte Produktivität<br />
bei geringeren Servicekosten<br />
Der Vorteil für die Kunden: Sie wissen jederzeit<br />
über den Zustand ihrer Maschine Bescheid und<br />
erfahrenimVorausvonsichanbahnendenProblemen.<br />
Auf diese Weise können sie etwa die Einstellungen<br />
prüfen oder rechtzeitig den Wechsel eines<br />
Bauteils planen. So verhindern die Nutzer Folgeschäden<br />
oder Ausfälle der Maschine, vermeiden<br />
unvorhergesehene Serviceeinsätze und senken die<br />
Kosten. Gleichzeitig steigt durch die kontinuierliche<br />
Verfügbarkeit der Maschine die Produktivität<br />
derFertigung.<br />
Über 80 Prozent aller Servicefälle können durch<br />
digitales Condition Monitoring vorhergesagt und<br />
geplant werden. Durch die damit verbunden deutlich<br />
präzisere Fehlerdiagnose kann der Servicetechniker<br />
den Kunden auch aus der Ferne über<br />
möglicheHandlungsschritteinformieren.<br />
Schnelle Problemlösung –<br />
auch ohne Serviceeinsatz<br />
Überwiegend endet das Problem dann sogar ganz<br />
ohne Serviceeinsatz, was Zeit und Geld spart. BereitsheuteistTrumpfdamitsoweit,dassderKunde<br />
das Problem in drei von vier Fällen selbständig<br />
lösen kann, unter anderem durch Schritt-für-<br />
Schritt Anleitungen, sogenannten Technical Guides,<br />
oder im Remote-Kontakt persönlich mit einem<br />
Trumpf-Servicetechniker. Voraussetzung ist<br />
die Online-Anbindung der Maschine ans Trumpf-<br />
Netz, bei dem das Unternehmen großen Wert auf<br />
maximaleInformationssicherheitundDatenschutz<br />
legt.AufdieseWeisestelltTrumpfsicher,dasskeineunerwünschtenZugriffeUnberechtigteraufdie<br />
Datenerfolgen.<br />
www.trumpf.com<br />
90<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Smart Factory<br />
Mehr Effizienz<br />
MIT DEM NEUEN C-Gate Operation Module will Cloos einen „weiteren Meilenstein in der digitalen<br />
Transformation der Schweißfertigung“ setzen. Die Erweiterung der Digitalisierungsplattform C-Gate<br />
bietet eine verbesserte Lösung für die Programm- und Benutzerverwaltung und sorgt für mehr Effizienz<br />
und Sicherheit in der Produktion.<br />
Die Programmverwaltung<br />
ist ein zentraler Bestandteil<br />
der Erweiterung und<br />
ermöglicht eine präzise<br />
Verwaltung von Programmversionen.DurchdieSpeicherungvonProgrammversionen<br />
werden alle Änderungendokumentiertundsindjederzeit<br />
nachvollziehbar. Sollte es notwendig<br />
sein, eine ältere Version wiederherzustellen,<br />
lässt sich dies mit<br />
nurwenigenKlicksrealisieren.<br />
Automatisierte Prozesse, wie das Laden<br />
und Speichern von Programmen,<br />
erleichtern die Handhabung.<br />
Mit dem C-Gate Operation Modul<br />
gehen keine Daten verloren, an jedem<br />
Arbeitsplatz steht immer das<br />
aktuelle Programm zur Verfügung<br />
und es sind immer lauffähige ProgrammeimEinsatz.<br />
Für die Benutzerverwaltung bietet<br />
das Modul eine flexible und sichere<br />
Lösung. Durch frei konfigurierbare<br />
Rollen für Soft- und Hardware können<br />
maßgeschneiderte Anpassungen<br />
an die spezifischen Anforderungen<br />
des Unternehmens erstellt werden.<br />
Die Rechtevergabe orientiert sich an<br />
denFähigkeitendereinzelnenMitarbeitenden.<br />
Mit der Anmeldung über<br />
den PAK-Key wird ein zusätzlicher<br />
Sicherheitsfaktor geschaffen, um unbefugten<br />
Zugriff zu verhindern und<br />
dieIntegritätdesSystemszuwahren.<br />
Ein weiteres Highlight ist die Carola-<br />
Edi-Netzwerkanbindung, die Cloos-<br />
Offline-Programmiertools direkt mit<br />
der C-Gate-Plattform verbindet.<br />
Durch diese zukunftssichere Technologie<br />
ist es möglich, von jedem Arbeitsplatz<br />
im Unternehmen auf alle<br />
relevantenDatenzuzugreifen.<br />
Das neue Operation Modul bietet eine optimierte Programm- und Benutzerverwaltung.<br />
ROBOTER- UND SCHWEISSTECHNOLOGIE<br />
AUS EINER HAND<br />
SEIT 1919 gehört die Carl Cloos Schweißtechnik GmbH zu den führenden Unternehmen<br />
der Schweißtechnik. Mit rund 1.000 Mitarbeitenden weltweit werden Fertigungslösungen in<br />
der Schweiß- und Robotertechnik für Branchen wie Baumaschinen, Schienenfahrzeuge,<br />
Energie-, Automobil- und Agrarindustrie realisiert. Die modernen Cloos-Schweißstromquellen<br />
Qineo gibt es für eine Vielzahl an Schweißverfahren. Mit den Qirox-Robotern, mit Positionierern<br />
und Vorrichtungen entwickelt und fertigt Cloos kundenspezifische, automatisierte<br />
Schweißanlagen. Dabei liegt die besondere Stärke von Cloos in der breit angelegten Kompetenz.<br />
Denn – angefangen von der Schweißtechnik über die Robotermechanik und -steuerung<br />
bis hin zu Positionierern, Software und Sensorik – bei Cloos kommt alles aus einer Hand.<br />
© Cloos Group<br />
www.cloos.de<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
91
INTERVIEW<br />
Dr. Kurt Schmalz<br />
MIT<br />
INNOVATIONEN<br />
DER KRISE<br />
TROTZEN<br />
DIE ZEITEN sind unruhig und die Marktbedingungen herausfordernd.<br />
Wie Dr. Kurt Schmalz, geschäftsführender Gesellschafter der J. Schmalz GmbH, sein<br />
Unternehmen sicher zu dauerhaftem Wachstum führen will, verrät er im Interview.<br />
Der Jahresumsatz der Schmalz Gruppe lag 2023 bei<br />
284 Millionen Euro. Wie hat sich das Jahr 2024 trotz der aktuell<br />
sehr herausfor dernden Marktbedingungen für Sie entwickelt?<br />
Wir werden mit dem Gruppenumsatz im Jahre 2024 auf dem Niveau vom<br />
Vorjahrbleiben.DievergangenenJahreverliefenfürunsgemischt,inSumme<br />
aber positiv. Die Erholung nach der Corona-Pandemie bescherte uns 2022<br />
und in der ersten Hälfte 2023 ein stetiges Wachstum. In der darauffolgenden<br />
JahreshälfteentwickeltensichzuerstdieMärkteinEuropaundinAsienweniger<br />
stark als prognostiziert, ab Herbst 2023 dann auch unser Geschäft in<br />
Deutschland.<br />
2024stagniertediewirtschaftlicheSituation.DieUrsachendieserEntwicklungensindinderglobalisiertenWeltvielfältig.SobleibtdieTransformationder<br />
Automobilindustrie für deutsche Hersteller eine Herausforderung, die um<br />
neue Wettbewerber aus China ergänzt wird. Asiatische Mitbewerber fordern<br />
uns auch direkt, wenn beispielsweise Schutzrechte auf dortigen Märkten wenigAnwendungfinden.DazukommteinverstärkterPreis-undKostendruck<br />
durch steigende Einkaufspreise, sinkende Verkaufspreise und gestiegene<br />
Lohnkosten.DieMärkteinEuropaundAsienentwickelnsichdurchwachsen.<br />
DieUSAsehenwirfürunsereUnternehmensfamiliedagegenalsWachstumsmotor.<br />
»Mit guten Produkten allein<br />
könnenwirden Wettbewerbnicht<br />
gewinnen. Unsere Mitarbeiter<br />
und Mitarbeiterinnen sind unser<br />
wertvollstes Gut.«<br />
Dr. Kurt Schmalz<br />
Einen Schwerpunkt legen Sie auf die internationale Expansion —<br />
ein wichtiger Schritt, um sich in den weltweiten Märkten<br />
etablieren und ganze Regionen abdecken zu können. Wie<br />
wählen Sie die Standorte aus?<br />
Das stimmt. Unsere Unternehmensfamilie wächst international weiter. Dazu<br />
gehörtseitSeptember2023unsereGesellschaftinSlowenien.DasLandisteine<br />
aufstrebende Wirtschaftsnation. Mit unserem Team vor Ort unterstützen<br />
wir Kundinnen und Kunden aus Serbien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina,<br />
demKosovo,MontenegroundNordmazedonienbeiallenFragenzuunserem<br />
komplettenProduktportfolio.<br />
Seit August sind wir auch in Vietnam vertreten. Das Land gehört zu den am<br />
stärksten expandierenden Volkswirtschaften im asiatischen Raum und bietet<br />
uns einen breiten Kundenstamm in der Region Südostasien. Zahlreiche Unternehmen<br />
gründen dort Fabriken, um ihre Aktivitäten und ihr Netzwerk in<br />
Asien auszubauen. Unsere neueste Niederlassung öffnet uns den Markt zur<br />
gesamtenRegionSüdostasien.<br />
Zusätzlich ergibt sich mit der Schmalz Flexible Gripping in Boston seit August<br />
unser zweiter Standort in den USA. Dort entwickeln und fertigen wir<br />
den Fingergreifer mGrip. In diesem Sommer haben wir diese Produktfamilie<br />
des US-amerikanischen Unternehmens Soft Robotics (SRI) übernommen.<br />
DaswarfürunseinstrategischerVorstoßindieLebensmittelbranche.<br />
Bereits seit Oktober 2022 sind wir in Tschechien und bauen in Polen neben<br />
der etablierten Vertriebsniederlassung zusätzlich Produktionskapazitäten auf.<br />
DortsehenwirvielPotenzialfürWachstum.MitdenneuenStandortenschaffenwirbessereZugängezudenlokalenMärktenundkönnenunsereKunden<br />
direktvorOrtmitunserenAutomationslösungenunterstützen.<br />
Wie nehmen Sie in diesen herausfordernden Zeiten<br />
Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit?<br />
MitgutenProduktenalleinkönnenwirdenWettbewerbnichtgewinnen.Und<br />
unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unser wertvollstes Gut. Des-<br />
92<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
© J. Schmalz GmbH<br />
Dr. Kurt Schmalz,<br />
geschäftsführender<br />
Gesellschafter der<br />
J. Schmalz GmbH<br />
»Wir haben auf viele Fragen<br />
die passenden Antworten.«<br />
Dr. Kurt Schmalz<br />
halb stärken wir unsere Unternehmenskultur. Denn genau diese macht uns<br />
seit Jahrzehnten so erfolgreich. Wir haben in diesem Jahr unseren „Schmalz<br />
Kompass“ erarbeitet und ausgerollt. Mit konkreten Inhalten dient er als Rahmenwerk<br />
für unser tägliches Handeln. Damit herrscht bei allen Mitarbeitenden<br />
weltweit Einigkeit darüber, was bei Schmalz wichtig ist. Eine gemeinsame,starkeundgelebteUnternehmenskulturverbindetunsundsporntunsan.<br />
Unser Ziel ist es, in der elektrischen Vakuum-Erzeugung Vorreiter zu sein<br />
und unseren Kunden einen Mehrwert etwa durch Energieeffizienz zu bieten.<br />
Ab2026wollenwireinPositiv-Energie-Unternehmensein,alleinjetztnutzen<br />
wir schon über sechs Millionen Kilowattstunden im Jahr aus eigener regenerativer<br />
Energieerzeugung. Wir unterstützen lokale Vereine und fördern die<br />
Bildung am Campus Schwarzwald. Dazu bieten wir ein umfassendes LeistungsangebotfürunsereMitarbeitenden.<br />
Wie schafft es Schmalz, auch in diesen schwierigen Zeiten<br />
weiter zu wachsen?<br />
Mittelfristig haben wir uns trotz der herausfordernden Lage ambitionierte<br />
globaleWachstumszielegesetzt.DasbetrifftinsbesonderedieUSA,aberauch<br />
in Deutschland erwarten wir einen leichten Umsatzzuwachs. Nach wie vor<br />
sind wir Marktführer in der Automatisierung mit Vakuum sowie für ergonomische<br />
Handhabungssysteme. Damit das so bleibt und wir dauerhaftes<br />
Wachstumgenerierenkönnen,setzenwiraufDiversifikation,Innovation,ExpansionundAkquisition.<br />
MiteinemdiversifiziertenAngebotwollenwirneueBranchenundMärkteerschließen<br />
und zum Beispiel ins Batterie-Handling oder die Pharma- und Lebensmittel-Industrie<br />
einsteigen. Mittel- und langfristiges Wachstum ist ohne<br />
Innovationnichtmöglich.AufunsererAgendastehenHigh-Performance-LösungenfürdieRobotikundintelligentesGreifen.Diesergänzenwirdurchflexible<br />
Systemlösungen, wobei die Abstimmung verschiedene Komponenten<br />
optimiertwird.<br />
Im digitalen Bereich kommen Services wie das C-Teile Management in der<br />
„Schmalz Connect Suite“ hinzu. Dazu kommt: Für ein diversifiziertes AngebotbedarfesgezielterpunktuellerAkquisitionen.Dasermöglichtunsschnelle<br />
Markteintritte und Technologiezugänge — zum Beispiel mit dem FingergreifermGripindieLebensmittelbranche.<br />
Wie sehen Sie die Entwicklung für das kommende Jahr?<br />
Hält das konjunkturelle Tief weiter an oder wird der Trend wieder<br />
nach oben zeigen?<br />
WirrechnenauchimkommendenJahrmiteinerschwachenKonjunkturund<br />
einemschwierigenStartzumindestindererstenJahreshälfte.DieseEinschätzungdecktsichauchmitdiversenPrognosen.<br />
Trotzdemsindwiroptimistischgestimmtundrechnenwiedermitspürbarem<br />
Umsatzzuwachs. Im Export liefern einzelne Wachstumsmärkte in Europa ein<br />
deutlichesWachstum,währenddieUSAabsolutgesehendominiert.Selbstin<br />
Deutschland gehen wir von leichtem Umsatzwachstum aus. Dazu tragen unsere<br />
zukunftsweisenden Lösungen bei, die in Deutschland wie auch weltweit<br />
einenwichtigenUmsatzbeitragleistenwerden—insbesondereauchdieGreiferdermGrip-Produktfamilie.<br />
Wir haben auf viele Fragen die passenden Antworten, investieren weiter in<br />
unsereStandorte,inunsereMitarbeitendenundindieNachhaltigkeit.<br />
www.schmalz.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
93
TECHNIK<br />
Smart Factory<br />
© Tezmaksan<br />
Die Digitalisierung ist eines der Kernprinzipien, auf denen „Industrie 5.0“ beruht.<br />
„Ein Wendepunkt in der<br />
Werkzeugmaschinenautomatisierung“<br />
WETTBEWERBSFÄHIGKEIT erzielen ist eine Priorität für Hersteller und Anwender von Werkzeug -<br />
maschinen. Dieses Ziel geht Hand in Hand mit der Digitalisierung und der Umsetzung von „Industrie 5.0“.<br />
Dabei spielen automatische Werkzeugwechsler eine wichtige Rolle. Dank Robotik können sie OEMs unterstützen,<br />
wettbewerbsfähige Werkzeugmaschinen zu entwickeln, die die Anforderungen von Endnutzern erfüllen.<br />
Um wettbewerbsfähiger zu werden,<br />
müssen Werkzeugmaschinen die Anforderungen<br />
von Endnutzern nach Effizienz,<br />
Produktivität und Genauigkeit erfüllen.<br />
Hier kann die Rationalisierung arbeitsintensiver<br />
Vorgänge, wie der Maschinenbedienung,<br />
durch Automatisierung einen entscheidenden<br />
Schritt darstellen.<br />
Maximierung der Wettbewerbs -<br />
fähigkeit durch einfach zu<br />
implementierender Robotik<br />
Routinemäßige Bedienungsvorgänge wie das Beund<br />
Entladen von CNC-Maschinen bleiben in vielen<br />
Fertigungsanwendungen überwiegend manuell.<br />
Dieser veraltete Ansatz kann Produktivität und<br />
Effizienz beeinträchtigen und gleichzeitig zu hohen<br />
Arbeitskosten führen. Manuelle Arbeitsschritte<br />
können auch zu menschlichen Fehlern wie falscher<br />
Werkzeugplazierung oder Beschädigungen<br />
führen, die sich auf die Qualität der Teile auswirken<br />
und unnötigen Abfall verursachen. Das Ergebnis<br />
ist eine verringerte Wettbewerbsfähigkeit.<br />
Die fortschrittlichsten Automatic-Tool-Changer-<br />
Systeme (ATC) implementieren Robotik in bestehende<br />
Werkzeugmaschinen und betonen dabei die<br />
Intuitivität. Visuelle Elemente, Drag-and-drop-<br />
Funktionen und vordefinierte Vorlagen ermöglichen<br />
es auch Mitarbeitern ohne Programmierkenntnisse<br />
und mit minimaler Schulung, Roboter<br />
so zu programmieren, dass sie routinemäßige<br />
CNC-Operationen ausführen.<br />
Moderne ATCs wie das CubeBox Tool-Pro-System<br />
von Tezmaksan ermöglichen den nahtlosen Betrieb<br />
mehrerer Maschinen ohne Unterbrechungen<br />
durch manuelles Be- und Entladen. Dieser ununterbrochene<br />
Workflow führt zu einer Verbesserung<br />
der Nachtschichteffizienz um bis zu 50 Prozent<br />
im Vergleich zur manuellen CNC-Maschinenbedienung,<br />
wie Tests von Tezmaksan belegen. Mit<br />
dieser Technologie können OEMs Werkzeugmaschinen<br />
entwickeln, mit denen Endnutzer eine höhere<br />
Produktivität und kürzere Lieferzeiten erzielen<br />
können.<br />
Das Prinzip der Automatisierung zu befürworten<br />
ist einfach. In der Praxis ist sie für viele europäische<br />
Werkzeugmaschinenhersteller und Endnutzer<br />
jedoch oft nicht in Reichweite. Für kleine und mittelständische<br />
Unternehmen (KMU) mit begrenzten<br />
finanziellen Ressourcen ist die Implementierung<br />
komplexer Automatisierungssysteme mit erheblichen<br />
Gemeinkosten verbunden.<br />
Nachrüstung ist der Schlüssel<br />
zur Wettbewerbsfähigkeit<br />
Eine Lösung für dieses Problem ist die Nachrüstung<br />
bestehender Maschinen mit intelligenten<br />
Funktionen dank hardwareunabhängiger ATC-Lösungen.<br />
Werkzeugmaschinenhersteller können die Fähigkeiten<br />
ihrer bestehenden Produktlinien erweitern,<br />
ohne sie neu gestalten zu müssen. Endnutzer können<br />
Legacy-Maschinen intelligent bedienen, ihre<br />
Funktionsdauer verlängern und kostspielige Austauschprozesse<br />
verzögern.<br />
ATC-Systeme wie CubeBox Tool-Pro maximieren<br />
die Flexibilität, da sie mit allen CNC-Maschinen<br />
und Steuereinheiten kompatibel sind und an alle<br />
Robotermarken angepasst werden können. Darü-<br />
94<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
er hinaus ist das System aufgrund seiner Plugand-Play-Funktionalität<br />
um etwa 20 Prozent günstiger<br />
als anbieterspezifische Roboterintegrations -<br />
systeme.<br />
Maximieren der<br />
Wettbewerbs fähigkeit auf dem<br />
Weg zu „Industrie 5.0“<br />
Die Digitalisierung ist eines der Kernprinzipien,<br />
auf denen „Industrie 5.0“ beruht. Schon früh hat<br />
das deutsche Bundesministerium für Bildung und<br />
Forschung (BMBF) die Forschung der Kommunikationsnetze<br />
der Zukunft gefördert. Ziel dieser<br />
Forschung ist es, innovative Anwendungen für Industrie<br />
und Gesellschaft zu ermöglichen. Die Echtzeitüberwachung<br />
spielt hierbei durchaus eine entscheidende<br />
Rolle beim Erreichen dieses Ziels.<br />
Durch die Integration von IoT-fähigen ATCs in eine<br />
intelligente Fabrikumgebung können Benutzer<br />
den Betrieb von Werkzeugmaschinen in Echtzeit<br />
überwachen. So ermöglicht beispielsweise die<br />
Überwachung des Energieverbrauchs mehrerer<br />
Komponenten innerhalb des Systems den Bedienern,<br />
Korrekturmaßnahmen zur Optimierung der<br />
Energieeffizienz zu ergreifen.<br />
Eine weitere Kernanwendung der Digitalisierung<br />
ist die Instandhaltung. Moderne automatische<br />
Werkzeugwechsler-Systeme ermöglichen Bedienern<br />
bereits heute, vorausschauende Wartungsarbeiten<br />
durchzuführen. Die Fortschritte in der KI<br />
eröffnen jedoch enorme Möglichkeiten für noch<br />
ausgefeiltere vorausschauende Wartung im Werkzeugmaschinensektor.<br />
Digitale Zwillinge sind ein<br />
geläufiges Beispiel dafür.<br />
Durch das Einrichten eines digitalen Zwillings für<br />
ein ATC-System können Wartungstechniker kritische<br />
vorausschauende Wartungsarbeiten von remoten<br />
Standorten aus durchführen und gleichzeitig<br />
eine Reihe von Kundendienstleistungen anbieten,<br />
von der Fehlersuche bis hin zur Ersatzteilverwaltung<br />
und der Onlineüberwachung.<br />
Win-win-Situation für Werkzeug -<br />
maschinen-Hersteller und -Nutzer<br />
Durch die Fähigkeit, die meisten Fehler zu vermeiden<br />
und entstehende Probleme sofort zu beheben,<br />
werden Ausfallzeiten von Werkzeugmaschinen<br />
drastisch reduziert. Dies ist eine Win-Win-Situa -<br />
tion für Werkzeugmaschinen-Hersteller und -Nutzer.<br />
Erstere können durch bessere Maschinenprodukte,<br />
die die Anforderungen ihrer Kunden erfüllen,<br />
Wettbewerbsvorteile erzielen. Letztere können<br />
Effizienz und Produktivität maximieren, Kosten<br />
senken und echte Fortschritte in Richtung auf<br />
„Industrie 5.0“ machen.<br />
Serhat Volkan Yilmaz,<br />
General Manager für Robotertechnologien<br />
bei Tezmaksan Robot Technologies<br />
www.tezmaksan.com<br />
HINTERGRUND<br />
TEZMAKSAN ist ein europäisches Unternehmen<br />
für Robotik, Werkzeugmaschinen<br />
und Industrieanlagen, das 1981 gegründet<br />
wurde. Tezmaksan stellt seine Produkte wie<br />
CNC-Maschinen, Bearbeitungssysteme,<br />
Drehmaschinen, Fräsmaschinen und mehr<br />
unternehmensintern in Europa her. Der<br />
Hauptsitz von Tezmaksan befindet sich in<br />
Istanbul und das Unternehmen ist auf dem<br />
europäischen Markt stark vertreten.<br />
DRUM PRÜFE, WER SICH EWIG BINDET, …<br />
… OB SICH DAS HERZ ZUM HERZEN FINDET! WAS DACHTEN SIE DENN?<br />
Jaja, ich weiß: Das Thema hatten wir schon einmal. Also nicht das Thema Paarberatung,<br />
sondern das Thema Bindestrich. Hat aber nichts oder nicht viel geholfen. Bindestrich-<br />
Fehler sind die häufigsten Fehler in deutschen Texten.<br />
Warum wohl heißt ein Bindestrich Binde-Strich und nicht Trenn-Strich (oder Gedanken-<br />
Strich)? Richtig: Weil er bindet. Er bindet Teile eines zusammengesetzten Wortes, das<br />
man aus bestimmten Gründen nicht einfach zusammenschreiben kann oder darf. Man<br />
beachte bitte den Unterschied zwischen „zusammenschreiben“ und „zusammen schreiben“,<br />
aber das nur nebenbei! Zusammenschreiben bindet zwar enger als ein Bindestrich,<br />
aber Auseinanderschreiben bindet überhaupt nicht. Wer sich diesen Grundsatz merkt,<br />
kann kaum noch etwas falsch machen.<br />
Wer sich diesen Grundsatz merkt, wird nie wieder „Saure Gurkenzeit“ schreiben, denn<br />
nicht die Zeit ist sauer, sondern die Gurken sind es; die Bindung zwischen „saure“ und<br />
„Gurken“ ist also enger als die zwischen „Gurken“ und „Zeit“. Da aber „Zeit“ als übergeordneter<br />
Wortteil hinten steht, muss der ganze Begriff „Saure-Gurken-Zeit“ mit Bindestrichen<br />
gebunden werden. Anderes Beispiel: „18 Zoll-Räder“ würden 18 Fahrräder einer<br />
Grenzbehörde bezeichnen. Gemeint sind aber Räder mit 18 Zoll Felgendurchmesser, also<br />
18-Zoll-Räder (oder „Achtzehnzollräder“(!), siehe das Duden-Beispiel „Dreikaiserjahr“).<br />
Was am „Formel 1-Fahrer“ falsch ist, muss jetzt wohl nicht mehr erklärt werden. Wohl aber<br />
die Grundregel, denn die hatten wir noch gar nicht:<br />
Der Bindestrich muss gesetzt werden, wenn es sich um mehrteilige Wortgruppen handelt<br />
(vor allem, wenn der übergeordnete Wortteil hinten steht) und wenn Zahlen in Ziffern,<br />
Abkürzungen oder Eigennamen darin enthalten sind. Mit letzterem haben die meisten<br />
Unternehmen Probleme, weil sie ihre schönen Marken nicht durch einen Bindestrich verunzieren<br />
lassen wollen. Dennoch heißt es Dr.-Oetker-Pudding und Opel-Kadett-Motor.<br />
Straßennamen werden übrigens nach den gleichen Regeln gebildet, doch dazu ein andermal<br />
ein eigenes Kapitel. Der Bindestrich soll – an sinnvoller Stelle – in vier- oder mehrteiligen<br />
Wörtern gesetzt werden, um deren Lesbarkeit zu erleichtern.<br />
Und dann gibt es noch den Ergänzungs-Bindestrich. Dazu nur ein Beispiel (frei nach dem<br />
Rechtschreib-Duden: Blechgroß- und -einzelhandel.<br />
»Ein Bindestrich<br />
heißt Binde-Strich,<br />
weil er bindet.<br />
Warum sonst?«<br />
Benedict Clugsch<br />
<strong>bbr</strong>.news März Mai <strong>2025</strong><br />
95
TECHNIK<br />
Smart Factory<br />
Roboterzelle<br />
überzeugt in der<br />
Großserienproduktion<br />
ES MUSSTE SCHNELL GEHEN bei der schwäbischen Gebr. Binder GmbH Metallwarenfabrik.<br />
Ein Großauftrag zur Produktion von rund einer halben Million Blechteile jährlich verlangte nach einer<br />
produktionstechnischen Lösung der Extraklasse. Gemeinsam mit Yaskawa Europe machte man sich an<br />
die Realisierung einer Fertigungszelle.<br />
1 Roland Hermann (links), Yaskawa, und Thomas Pflüger, Gebr. Binder, freuen sich über das gemeinschaftlich erfolgreich abgeschlossene Projekt.<br />
96<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
Der schwäbische Automobilzulieferer<br />
Gebr. Binder genießt in der Branche<br />
einen ausgezeichneten Ruf. Das Familienunternehmen<br />
mit Sitz in Neenstetten<br />
gilt als zuverlässig, kundennah, innovativ und<br />
beliefert OEM in aller Welt. Mit seinen rund 800<br />
Beschäftigten hat es sich der Umformtechnik und<br />
der Blechbearbeitung verschrieben. Dass sich ein<br />
großer deutscher Automobilhersteller mit einem<br />
AuftragzurSerienproduktioneinerBlechkonstruktion<br />
zur Aufnahme der Bordbatterien bestimmter<br />
Fahrzeugbaureihen an das in der Vergangenheit<br />
starkexpandierendeUnternehmenwandte,spricht<br />
für den Ruf und die Leistungsfähigkeit des Unternehmens.<br />
Thomas Pflüger, Maschinenbauingenieur und Abteilungsleiter<br />
Verbindungstechnik bei Binder:<br />
„UmeinenAuftragindieserGrößenordnung–die<br />
maximaleProduktionsleistungliegtbeirundeiner<br />
halben Million Batterierahmen jährlich – abwickelnzukönnen,warklar:OhnedieInvestitionin<br />
eine komplett neue, hoch automatisierte Anlage,<br />
die die nötigen Prozesse Punktschweißen, Prüfen,<br />
Signieren und Handhaben integriert, würde es<br />
nichtgehen.“<br />
Ein Bediener, zwei Roboter,<br />
drei Stationen<br />
Sogleich machten sich die Binder-Ingenieure an<br />
einen ersten Grobentwurf, der die wesentlichen<br />
Stationen der neuen Roboterzelle konzeptionell<br />
skizzierte. Dieses Konzept bildete die Grundlage<br />
für Yaskawa Europe, deren Spezialisten mit der<br />
FeinplanungundRealisierungder<br />
Komplettanlagebetrautwurden.<br />
Roland Hermann, Senior Key Account Manager<br />
bei Yaskawa, erinnert sich: „Uns allen war klar,<br />
dass wir die Taktzeitvorgaben bei diesem GroßserienteilnurmitdemEinsatzvonzweiSechsachsrobotern,<br />
einem für das Punktweißen und einem<br />
weiteren für die komplette Handhabung werden<br />
erreichen können. Zudem empfahl sich eine Drei-<br />
Stationen-Lösung,dieeserlaubt,alleProzesseparallel<br />
und somit taktzeitneutral umzusetzen. Während<br />
an der ersten Station manuell eingelegt wird,<br />
kann an Station zwei geschweißt und an Station<br />
dreigeprüftundentnommenwerden.“<br />
Durchdachte Lösung<br />
mit überzeugenden Details<br />
Betrachtet man die kürzlich in Betrieb genommene<br />
Anlage, überzeugt sie mit jeder Menge durchdachter<br />
Details, aber auch mit einem sehr knapp<br />
bemessenen Platzbedarf. Natürlich wurde jede<br />
KomponenteunterdemAspektmaximalerPerformance<br />
und größtmöglicher Zuverlässigkeit ausgewählt.<br />
Das fängt bei den Robotern an: Das PunktschweißenübernimmteinschlankerMotomanSechsachser<br />
der leistungsstarken SP-Serie, während ein<br />
schneller und ebenso präziser GP88 für die<br />
2 Der Punktschweiß -<br />
roboter der SP-Serie<br />
geht mit seiner<br />
Leicht bau-Servozange<br />
dynamisch und<br />
hochpräzise ans Werk.<br />
3 Die Schweißpunkte<br />
sind teilweise schwer<br />
zugänglich, aber die<br />
Programmierer haben<br />
ganze Arbeit geleistet.<br />
4 Der Yaskawa GP88<br />
ist für die Handhabungs<br />
aufgaben mit<br />
einem komplexen<br />
Doppelgreifer ausgestattet.<br />
2<br />
3<br />
4<br />
© Yaskawa Europe GmbH © Yaskawa Europe GmbH<br />
© Yaskawa Europe GmbH<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
97
TECHNIK<br />
Automation<br />
1<br />
2<br />
Handhabungsprozessezuständigist.DazuThomas<br />
Pflüger: „Bei der Auswahl der Roboter gab es bei<br />
uns keinen großen Diskussionsbedarf. Wir haben<br />
bereits mehrere Roboter von Yaskawa im Einsatz<br />
und wissen, dass die ‚Motomänner‘ unseren Anforderungen<br />
hundertprozentig gerecht werden. Es<br />
sind hochzuverlässige Dauerläufer, die jeden ProduktionsmarathonmitBravourmeistern.“<br />
© Yaskawa Europe GmbH<br />
© Yaskawa Europe GmbH<br />
1 Blick in die Zelle:<br />
rechts der Punktschweißroboter,<br />
im<br />
Vordergrund die<br />
Lasersignierstation<br />
und links der GP88<br />
Sechsachser für die<br />
Handhabung.<br />
2 Komplexe Sache:<br />
der GP88 mit zwei<br />
Bauteilen im Greifer<br />
beim Lasersignieren.<br />
»Die ›Motomänner‹<br />
sind zuverlässige<br />
Dauerläufer.«<br />
Thomas Pflüger, Gebr. Binder<br />
Getrimmt auf maximale<br />
Verfügbarkeit<br />
AlleweiterenKomponentensollendankihrerQualitätebenfallsdieVerfügbarkeithochhalten.ImEinsatzsindunteranderemeineServoschweißzangein<br />
Leichtbauausführung, eine automatische Reinigungs-<br />
und Wechselstation für die Elektrodenkappen,<br />
ein 2D-Kamerasystem von Cognex für die<br />
Qualitätssicherung, ein Klasse-1-Signierlaser von<br />
Trumpf,eineSiemensSPSundnatürlicheinehochmoderneSchweißsteuerungvonBoschRexrothmit<br />
permanenter Überwachung der Schweißparameter.<br />
EinHighlightderAnlageistder3-Stationen-Vertikalpositionierer,dermitzweiVorrichtungsnestern<br />
pro Station, also für die parallele Bearbeitung von<br />
sechsBatterierahmen,ausgestattetist.RolandHermann:<br />
„Die Besonderheit dabei: Diese Lösung basiert<br />
auf einem Yaskawa-Standardprodukt, dem<br />
PositioniererR-1000,derübereinevertikaleDrehachse<br />
verfügt. Diesen modularen Grundantrieb<br />
haben wir mit einer auf die automatischen Vorrichtungen<br />
ausgelegten Grundplatte versehen und<br />
darauf die Drei-Stationen-Lösung realisiert. Die<br />
für die Applikation nötige 120-Grad-Drehung wird<br />
im Betrieb rein softwaretechnisch umgesetzt. Die<br />
Positioniererachse ist als vollwertige Roboterachse<br />
indieMaster-SteuerungderRoboterintegriert.“<br />
Kurz skizziert: der<br />
Workflow in der Zelle<br />
Die zu schweißende Stahlblechkonstruktion, die<br />
aus der hauseigenen Umformtechnik kommt, bestehtauszweiEinzelteilen,demgrößerenBatterierahmen<br />
und einem kleineren Halteblech. Ein Bediener<br />
legt die beiden Teile in das erste VorrichtungsnesteinundwiederholtdiesenVorgangbeim<br />
zweiten Nest. Hat der Werker den Sicherheitsbereich<br />
verlassen, fixiert die Spannvorrichtung die<br />
Teile automatisch und taktet den Tisch weiter zu<br />
Stationzwei.<br />
HiersetztderMotoman-Punktschweißroboterder<br />
SP-Serie insgesamt acht Schweißpunkte pro Bauteil,<br />
fünf um den Rahmen zu fixieren und drei um<br />
das Halteblech anzubringen. „Es ist beeindruckend,<br />
zu verfolgen, mit welcher Präzision und<br />
Dynamik der Schweißroboter zu Werke geht und<br />
wie durchdacht die Programmierung sein muss,<br />
ummitdergroßenServozangedieSchweißpunkte<br />
innerhalb der engen Stahlblechkonstruktion anfahren<br />
zu können. Das ist hier echt Millimeterarbeit“,soThomasPflüger.<br />
Taktzeitbestimmend: Reinigung und<br />
Wechsel der Elektrodenkappen<br />
Der Zustand der Elektrodenkappen ist natürlich<br />
maßgebend für den Prozess. Das regelmäßige Reinigen<br />
der Kappen durch Abfräsen der entstehenden<br />
Zinkschicht sowie der nach einer bestimmten<br />
Anzahl an Fräsvorgängen anstehende Wechsel erfolgen<br />
an der Station vollautomatisch ohne Zutun<br />
des Bedieners. Da dieser Vorgang zu den taktzeitbestimmenden<br />
Prozessen zählt, wurde bei der Positionierung<br />
der Reinigungs- und Wechselstation<br />
aufkürzesteVerfahrwegedesRobotersgeachtet.<br />
Ist das Punktschweißen abgeschlossen, taktet der<br />
Positionierer abermals um 120 Grad zu Station<br />
dreiweiter.Hierwird–nochinderVorrichtung–<br />
kamerabasierend das Vorhandensein sowie der<br />
korrekteSitzvonGewindestiftenundeinerMutter<br />
überprüft. Nach erfolgreicher QS-Prüfung entnimmt<br />
der schlanke Motoman GP88 mit seinem<br />
pneumatischenDoppelgreiferzeitgleichdiebeiden<br />
Bauteile und fährt zur Laser-Signierstation, an der<br />
dieBauteileeinenZahlen-Buchstaben-Codeerhalten,derderIdentifikationundTeilerückverfolgbarkeitdient.<br />
AufspeziellezusätzlicherLaserschutzvorrichtungen<br />
konntebeiderUmsetzungderSignierungverzichtet<br />
werden, da die Bauteile durch den Handhabungsroboter<br />
lasersicher an den Signierkopf herangeführtwerden.Dieserfolgtübereinemvordefinierten<br />
Druck des Roboters an die Dichtelemente<br />
desSignierkopfesundsetztsomitdieAnforderungen<br />
an die Lasersicherheit um. Im letzten Schritt<br />
legt der Sechsachser die I.O.-Teile auf einem Förderband<br />
ab, das manuell entladen wird. Bauteile,<br />
die entweder von der Kamera oder der Schweißsteuerung<br />
als nicht in Ordnung deklariert werden,<br />
legt der Handlingroboter in eine stückzahlüberwachteseparateBoxab.<br />
Die komplette Steuerung der Anlage läuft über eine<br />
übergeordnete Siemens-S7-SPS mit Visualisierung,<br />
an die die beiden Robotersteuerungen<br />
Yaskawa YRC 1000 über Profinet angebunden<br />
sind.Sowohlsoftware-wiehardwareseitigläuftdie<br />
AnlageseitihrerInbetriebnahmestörungsfrei.Die<br />
Entscheidung pro Yaskawa hat man deshalb bei<br />
Binderniebereut.<br />
www.yaskawa.de<br />
98<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Schweißen<br />
1<br />
© EWM<br />
2<br />
1 Die neue Steuerung Expert 3.0 von EWM ermöglicht präzise<br />
Einstellungen und eine optimale Anpassung an spezifische<br />
Schweißaufgaben. 2 Bedienkomfort im Fokus: Über das 7-Zoll-<br />
Grafikdisplay hat der Nutzer alle Informationen stets im Blick.<br />
Die Menüführung ist intuitiv und dank Click-Wheel auch mit<br />
Schweißerhandschuhen möglich.<br />
© EWM<br />
Präzise, benutzerfreundlich<br />
und zuverlässig<br />
QUALITÄT gepaart mit Effizienz und Flexibilität – die Steuerung Expert 3.0 von EWM ermöglicht präzise<br />
Einstellungen und eine genaue Anpassung an spezifische Schweißaufgaben. Die Steuerung zeichnet sich<br />
durch einen hohen Benutzerkomfort aus. So sorgt die intuitive Menüführung für eine einfache Bedienung.<br />
Wichtige Funktionen im direkten<br />
Zugriff und alle Parameter im<br />
Blick – die neue Steuerung Expert<br />
3.0 bietet eine wirksame Unterstützung<br />
bei zahlreichen Schweißaufgaben. Sie ist<br />
kompatibelmitallenXQ-StromquellenimFlexFit-<br />
Gehäuse (Titan XQ, Phoenix XQ und Taurus XQ)<br />
und den modularen, dekompakten Stromquellen<br />
PhoenixXQundTaurusXQ.DieSteuerungpunktet<br />
durch ihre Benutzerfreundlichkeit. Dazu gehörtdasgroßeDisplaymitFarbbildundGrafikunterstützung<br />
zur Anzeige wichtiger Parameter und<br />
Schweißabläufe. Die Parameter sind dabei stufenlos<br />
über ein Click-Wheel einstellbar. Somit kann<br />
die Steuerung selbst mit Schweißerhandschuhen<br />
bedientwerden.MitHilfederfünfFavoritentasten<br />
lassensichwiederkehrendeAnwendungskombinationen<br />
einfach abspeichern. Die Farbcodierung<br />
zeigtdabeidenjeweiligenStatusan.<br />
Viele Funktionen für<br />
gutes Schweißergebnis<br />
PräziseEinstell-undAnpassungsmöglichkeitenan<br />
spezifischeSchweißaufgabenführenzueinemperfekten<br />
Schweißergebnis. Der Job-Finder hilft bei<br />
der richtigen Auswahl des Schweiß-Jobs und ermöglicht<br />
die schnelle Einstellung der Parameter<br />
über eine definierte Auswahlliste. Die Individualisierung<br />
der Bedienung ist mit Hilfe der der Hotkey-Funktionmöglich.DurchdieDoppelbelegung<br />
der Schnellwahltasten lassen sich so einzelne<br />
Funktionen hinterlegen. Die Bedienung erfolgt<br />
über Drucktasten. Der integrierte Xbutton sichert<br />
die Nutzung über zugeteilte Zugriffsrechte und erhöhtdamitdieSicherheitimProzess.<br />
HINTERGRUND<br />
Im Ergebnis sorgt die Expert 3.0 mit der präzisen<br />
Steuerung der Schweißparameter für einen gleichmäßigenundqualitativhochwertigenSchweißprozess.<br />
Die Steuerung ist robust und somit für den<br />
EinsatzunteranspruchsvollenBedingungenausgelegt.<br />
www.ewm-group.com<br />
WE ARE WELDING – seit mehr als 65 Jahren lebt EWM dieses Motto und entwickelt<br />
innovative Lichtbogen-Schweißtechnik made in Germany. Das 1957 gegründete Familienunternehmen<br />
aus Mündersbach im Westerwald ist heute ein Hidden Champion und mit<br />
weltweit über 400 Vertriebs- und Servicestützpunkten auch international einer der<br />
wichtigsten Anbieter für Schweißtechnologie. In der Produktpalette von EWM finden sich<br />
nachhaltige Komplettlösungen und modernste Technologien für jeden Schweißer – sowohl<br />
für Industriekunden als auch kleine und mittelständische Handwerksbetriebe. Neben<br />
hochwertigen und smarten Geräten stellt EWM alle erforderlichen Komponenten wie<br />
Schweißbrenner für manuelle und automatisierte Anwendungen in Eigenentwicklung her.<br />
Einfache Bedienung, hochwertige Schweißergebnisse, Automation und Industrie 4.0 –<br />
EWM stellt den Anwender in den Mittelpunkt seiner Entwicklungen und der stetigen<br />
Produktoptimierung. Viele der Schweißprozesse von EWM sind patentiert und reduzieren<br />
den Verbrauch von Energie, Materialien und Zeit. Sie verringern zudem das Aufkommen<br />
von Schweißrauchemissionen um bis zu 75 Prozent und schaffen Nachhaltigkeit beim<br />
Schweißen. Dieses Ziel ergänzt EWM mit einem umfassenden, zielgerichteten und<br />
kundenorientierten Service- und Beratungsangebot.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
99
TECHNIK<br />
Schrauben<br />
© Arnold Umformtechnik<br />
GEWINDEFU<br />
1<br />
SCHONT DIE<br />
BAURAUM ist bei vielen Anwendungen im Automobilbereich<br />
knapp. Und so steht auch für die Schraubenverbindungen<br />
zunehmend weniger Bauraum zur Verfügung. Gleichzeitig<br />
steigen jedoch die Anforderungen an Vorspannkräfte und die<br />
Zuverlässigkeit der Verbindungen. Und auch möglichst niedrige<br />
Gesamtverbindungskosten sind wichtig. Genau für diese Herausforderungen<br />
wurde eine neue gewindefurchende Schraube zur<br />
Metalldirektverschraubung entwickelt.<br />
Bei Leichtmetallverschraubungen stehen die Bauraumoptimierung sowie die Leistungsverdichtung<br />
und Kostenoptimierung im Fokus. Ein ganz wichtiger Punkt ist vor diesem<br />
Hintergrund die Tragfähigkeitsoptimierung der Verbindung. Mit Blick auf gewindefurchende<br />
Metallverschraubungen, vor allem Leichtmetallverschraubungen,<br />
heißt das: Es muss eine bessere Ausnutzung des Mutternwerkstoffes durch eine höhere Gewindeüberdeckung<br />
der Gewindeflanken von Schrauben- und gefurchtem Mutterngewinde erreicht<br />
werden.<br />
Genau für diese Einsatzfälle hat die Arnold Umformtechnik GmbH & Co. KG die Powertite<br />
entwickelt. „Die gewindefurchende Powertite zeichnet sich gegenüber marktüblichen Vergleichsprodukten<br />
durch eine höhere Tragfähigkeit der Schraube an sich aus. Durch einen<br />
leicht erhöhten Spannungsquerschnitt, der dem Niveau des normierten Spannungsquerschnittes<br />
einer metrischen Schraube entspricht, kann die Powertite so höhere Zugbruchkräfte aufnehmen“,<br />
versichert Thomas Jakob, Application Sales Engineer bei Arnold Umformtechnik.<br />
Durch die spezielle Geometrie des Verbindungselementes können so in Verbindung mit angepassten<br />
Oberflächensystemen relativ hohe Montagevorspannkräfte während der Schraubenmontage<br />
erreicht werden. Diese liegen in der Regel auf dem Niveau von metrischen Schrauben<br />
sowohl bei elastischer als auch bei überelastischer Montage.<br />
1 Die gewindefurchende<br />
Powertite zeichnet sich<br />
gegenüber marktüblichen<br />
Vergleichsprodukten durch<br />
eine höhere Tragfähigkeit der<br />
Schraube aus. Durch einen<br />
leicht erhöhten Spannungsquerschnitt,<br />
der dem Niveau<br />
des normierten Spannungsquerschnittes<br />
einer metrischen<br />
Schraube entspricht,<br />
kann sie so höhere Zugbruchkräfte<br />
generieren.<br />
2 Bei Leichtmetallverschraubungen<br />
stehen die Bauraumoptimierung<br />
sowie die<br />
Leistungsverdichtung und<br />
Kostenoptimierung im Fokus.<br />
2<br />
100<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
RCHEN<br />
UMWELT<br />
© Arnold Umformtechnik<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
101
TECHNIK<br />
Schrauben<br />
© Arnold Umformtechnik<br />
Die Powertite-Schraube ist eine<br />
runde gewindefurchende Schraube<br />
mit einer polygonalen Furchspitze<br />
und einer Trilobular-Furchzone.<br />
Der runde Tragquerschnitt hat ein<br />
definiertes Übermaß.<br />
Geometrie spielt für Funktion des<br />
Verbindungselementes entscheidende Rolle<br />
Die Powertite-Schraube ist eine runde gewindefurchende<br />
Schraube mit einer Trilobular-Furchzone. Das heißt: Dort wo<br />
die Umformarbeit geleistet wird, hat die Schraube einen leicht<br />
dreieckigen Querschnitt (mit abgerundeten Ecken) zur Reduk -<br />
tion der Furchmomente. Die Furchzonenlänge ist mit einer Länge<br />
von 3 x p bauraumoptimiert (p = Gewindesteigung) und ermöglicht<br />
eine Verteilung der Umformarbeit beim Gewindefurchprozess<br />
auf mehrere Gewindegänge sowie ein optimales Ansetzen<br />
und Zentrieren der Schraube. Der runde Tragquerschnitt<br />
hat ein definiertes Übermaß; der Außendurchmesser der<br />
Schraube ist immer größer als das nominelle Nennmaß. Dadurch<br />
wird eine höhere Überdeckung der Gewindeflanken von<br />
Schraube und gefurchtem Mutterngewinde gewährleistet.<br />
Grundsätzlich sorgt diese spezielle Geometrie dafür, dass die<br />
Schraube einen erhöhten Spannungsquerschnitt und somit auch<br />
etwas höhere Zugbruchkräfte erreicht als konventionelle metrische<br />
Schrauben. Durch die Kombination von Trilobularquerschnitt<br />
in der Furchzone und Rundquerschnitt im Tragbereich<br />
wird eine signifikante Optimierung gewindefurchender Schraubenverbindungen<br />
erreicht, weil einerseits die Furchmomente<br />
niedrig sind und andererseits die Überdrehmomente und die<br />
Tragfähigkeit des gefurchten Mutterngewindes erheblich gesteigert<br />
werden.<br />
»Die furchende Powertite<br />
zeichnet sich durch eine<br />
höhere Tragfähigkeit der<br />
Schraube an sich aus.«<br />
Thomas Jakob, Application Sales Engineer<br />
bei Arnold Umformtechnik<br />
Anwendungsbereiche für<br />
gewindefurchende Schrauben<br />
Mit der Powertite möchte Arnold Umformtechnik eine Antwort<br />
auf die neuen Marktanforderungen geben: höhere Montagevorspannkräfte<br />
bei weniger Bauraum übertragen. Es gibt zahlreiche<br />
Beispiele für den Einsatz der gewindefurchenden Powertite.<br />
Dies sind beispielsweise Anwendungen, bei denen höchste Vorspannkräfte<br />
durch überelastische Montage realisiert werden<br />
müssen. Auch für Baugruppen, bei denen nur wenig Einschraubtiefe<br />
realisiert werden kann und hohe Lochtoleranzen<br />
erforderlich sind, eignet sie sich. Zudem kann in vielen Fällen<br />
eine Gewichtsreduzierung durch die Reduzierung der Schraubenlängen<br />
und gewichtsoptimierte Schraubenköpfe erreicht<br />
werden.<br />
Im Vergleich zu anderen gewindefurchenden Schrauben, ist Powertite<br />
eine tragfähigkeitsoptierte Furchschraube. Während bei<br />
Taptite der komplette Trag- und Furchbereich trilobular ist, ist<br />
Powertite im Tragbereich rund mit Übermaß und lediglich im<br />
Furchbereich trilobular. Dadurch wurde das Vorspannkraftniveau<br />
metrischer Schrauben auch bei überelastischer Montage<br />
erreicht sowie auch eine Bauraumoptimierung möglich. Eine<br />
rechnerische Vorauslegung für den konkreten Anwendungsfall<br />
ist in beiden Fällen mit dem Tool Fast Designer Metals möglich.<br />
Voraus geht dem immer eine Empfehlung von Arnold Umformtechnik<br />
für eine geeignete Kernlochauslegung.<br />
Vielfältiges Optimierungsund<br />
Einsparpotenzial<br />
Im Fokus der Powertite-Anwendungen steht insbesondere die<br />
Elektromobilität. Angefangen vom Batteriebereich über den<br />
Motor und Achslenkungsbereich sowie das Getriebe bietet sie<br />
großes Potenzial. Dies gilt insbesondere für Leichtmetallverschraubungen<br />
aber auch bei der Kombination mit Gussbauteilen.<br />
Thomas Jakob kennt genau diese Themen durch seine Tätigkeit<br />
in verschiedenen Aufgabenbereichen seit vielen Jahren. Marktnähe<br />
ist ihm dabei sehr wichtig: die Schnittstelle zum Kunden<br />
kennen, mit Blick auf den konkreten Anwendungsfall beraten<br />
102<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
und die Produktentwicklung gemeinsam mit dem<br />
Kunden vorantreiben. Er nennt drei Beispiele, bei<br />
denen durch zielgerichtete Beratung sowie umfangreiche<br />
Berechnungen und Untersuchungen<br />
Baugruppen durch den Einsatz der Powertite optimiert<br />
werden konnten: „Bei einer Getriebegehäuseverschraubung<br />
wurde eine gewindefurchende<br />
Schraube M8, die ursprünglich elastisch montiert<br />
wurde, durch eine Powertite M7, die überelastisch<br />
montiert wird, ersetzt. Dadurch konnte ein deutliches<br />
Downsizing erreicht werden. Bei einer Anwendung<br />
im Hochvoltbatteriebereich konnte<br />
durch den Einsatz der Powertite M8 x 33 bei der<br />
Bracketverschraubung in Guss- und Bohrloch-Bereichen<br />
eine deutliche Kosteneinsparung zu den<br />
vorher eingesetzten metrischen Schrauben erzielt<br />
werden. Auch eine Aktuatorverschraubung in der<br />
Lenksäule wurde durch den Einsatz einer Powertite<br />
M6 x 20 kostengünstiger. Bisher wurde eine metrische<br />
Schraube in eine Einpressmutter eingedreht.<br />
Durch das Entfallen der Einpressmutter fallen<br />
nun auch keine Kosten für das Element und<br />
den Setzprozess an.“<br />
Berechnung der Gewichtsund<br />
CO 2 -Einsparungen<br />
Die gewindefurchende Powertite ist eine grundsätzliche<br />
Weiterentwicklung der Gewindefurchtechnologie.<br />
Durch die Substitution von konventionellen<br />
gewindefurchenden Schrauben der Dimension<br />
M8x40 (Nenndurchmesser x Länge) mit<br />
M7x40-Schrauben der Serie Powertite können<br />
deutliche CO 2 -Einsparpotenziale realisiert werden.<br />
Das belegen zwei konkrete Beispiele.<br />
So wird in einem Lastverteilergetriebe, das derzeit<br />
noch in Verbindung mit einem Verbrennungsmotor<br />
eingesetzt wird, seit Juni 2022 die Powertite<br />
M7x40 eingesetzt. Pro Getriebe kann allein dadurch<br />
eine Gewichtseinsparung von zirka 42 g erreicht<br />
werden und somit eine CO 2 -Einsparung<br />
von zirka 72 g pro Getriebe. Bei 13 Schrauben pro<br />
Getriebe und einem Bedarf von zirka 6 Millionen<br />
Schrauben pro Jahr ergibt sich allein für dieses Getriebe<br />
eine Gewichtsersparnis von zirka 19.400 kg<br />
beziehungsweise eine CO 2 -Reduktion von 33,1 t<br />
pro Jahr.<br />
Noch deutlicher ist die Einsparung bei einer E-<br />
Motor-Getriebeeinheit, in der 33 Schrauben pro<br />
Getriebeeinheit verwendet werden. Von den<br />
50.000 geplanten Fahrzeugen pro Jahr werden voraussichtlich<br />
30.000 mit jeweils zwei E-Motor-Getriebeeinheiten<br />
pro Auto ausgestattet. In diesem<br />
Fall beträgt die Gewichtseinsparung durch den<br />
Einsatz der Powertite pro Fahrzeug zirka 213 g, die<br />
CO 2 -Einsparung etwa 364 g. Hochgerechnet auf<br />
alle 50.000 Fahrzeuge und die nötigen 80.000 Getriebe<br />
ergibt sich ein Gesamtbedarf von zirka. 2,64<br />
Millionen Schrauben im Jahr. Allein durch den<br />
Einsatz der Powertite kann dann eine Gewichtsersparnis<br />
von zirka 8.519 kg und eine CO 2 -Reduk -<br />
tion von 33,1 t pro Jahr bei der Herstellung dieser<br />
»Wir haben die Entwicklungszeit<br />
genutzt, alle Hinweise unserer<br />
Kunden aufgegriffen und diese<br />
bestmöglich in der Powertite<br />
umgesetzt.«<br />
Thomas Jakob, Application Sales Engineer bei Arnold Umformtechnik.<br />
Fahrzeuge erreicht werden. Pro Fahrzeug bedeutet<br />
das eine CO 2 -Ersparnis der durch die Powertite ersetzten<br />
Verbindungselemente von 17 Prozent.<br />
Technische und<br />
kaufmännische Vorteile<br />
Mit der gewindefurchenden Powertite wird eine<br />
Tragfähigkeitserhöhung des gefurchten Mutterngewindes<br />
von mehr als 20 Prozent gegenüber marktüblichen<br />
trilobularen Schrauben erreicht. Das bedeutet<br />
eine Reihe technischer Vorteile. Dies sind:<br />
normkonforme Furchmomente, eine überelastische<br />
Montage auch in konisch gegossenen Kernlöchern<br />
in GD-Al, ein Vorspannkraftniveau analog<br />
metrischer Schraubenverbindungen und die Möglichkeit<br />
größerer Kernlochtoleranzen zur Optimierung<br />
von Gießprozessen von Leichtmetallen. Dazu<br />
kommen eine hohe Montagesicherheit und die<br />
Anwendbarkeit in Stahl sowie Aluminium und<br />
sonstigen Leichtmetallen. Außerdem sind Wiederhohlverschraubungen<br />
möglich und im Servicefall<br />
ein Ersatz durch metrische Schrauben.<br />
Neben den technischen Vorteilen bieten Powertite-Schrauben<br />
eine Vielzahl kaufmännischer Vorteile:<br />
die Reduzierung der Gesamtverbindungskosten<br />
bis um 85 Prozent, die Möglichkeit zum<br />
Downsizing, eine Bauraum- und Gewichtsoptimierung<br />
sowie schlankere vorgelagerte Prozesse bei<br />
der Fertigung von Leichtmetall- oder Stahlkomponenten.<br />
Intensive Entwicklung vor der<br />
Markteinführung<br />
Mehr als drei Jahre hat sich Arnold Umformtechnik<br />
in einem intensiven Entwicklungsprozess mit<br />
der Auslegung, Optimierung und anforderungsgerechten<br />
Anpassung der Powertite beschäftigt immer<br />
mit dem Blick auf konkrete Anwendungsfälle.<br />
Erstmals öffentlich vorgestellt wurde sie Ende Juni<br />
beim Workshop Industrielle Schraubmontage in<br />
Dresden.<br />
„Wir haben die Entwicklungszeit genutzt, alle Hinweise<br />
unserer Kunden aufgegriffen und diese bestmöglich<br />
umgesetzt“, berichtet Thomas Jakob.<br />
Potenzielle Kunden können in gewohnter Weise<br />
auf das komplexe Produktwissen des Forchtenberger<br />
Verbindungselemente-Herstellers zurückgreifen,<br />
ebenso auf ein umfassendes Verständnis<br />
zur Performance des Produktes in den verschiedenen<br />
Anwendungen und Anwendungsbereichen.<br />
Ergänzt wird dies durch die entsprechenden Berechnungstools<br />
sowie weitreichendes fertigungstechnisches<br />
Knowhow. Eigens für die Powertite<br />
hat Arnold Umformtechnik im Dialog mit Entwicklungspartnern<br />
aus dem Bereich der Werkzeugherstellung<br />
ein komplett neues Fertigungsverfahren<br />
entwickelt.<br />
© Arnold Umformtechnik<br />
Annedore Bose-Munde<br />
www.arnold-fastening.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
103
TECHNIK<br />
Stanzen<br />
1 2<br />
© LMC Europe<br />
Elektromagnetische<br />
Hochgeschwindigkeitsstanzpresse<br />
AUF DER COILTECH in Augsburg stellte LMC Europe die elektromagnetische<br />
Hochgeschwindigkeits stanzpresse WinSet in den Mittelpunkt des Messeauftritts.<br />
„I<br />
hre patentierte elektromagnetische<br />
Hochgeschwindigkeitstechnologie<br />
nutzt die<br />
Kraft der Geschwindigkeit<br />
anstelle des Drucks. Durch die Kombination<br />
der hohen Leistung eines<br />
Präzisionssäulengestells mit einer<br />
Stempelgeschwindigkeit von 5 m/s<br />
ist die WinSet-Stanzpresse die ultimative<br />
Maschinenpresse für viele<br />
Anwendungen“, verspricht Dr. Peter<br />
Sterionow, Präsident & CEO von<br />
WinSet Technologies. „Gerade für die<br />
Elektromobilität ist das effiziente<br />
Schneiden von Elektroblech von großer<br />
Bedeutung. Deshalb zeigt unsere<br />
deutsche Mutter LMC Europe auf der<br />
Coiltech die Pressen live in Aktion.“<br />
Herkömmlicher Druck verformt normalerweise<br />
Stempel, Matrize sowie<br />
Werkstück und lässt das Werkzeug<br />
schnell verschleißen. Diese Abnutzung<br />
tritt aufgrund der Wärmeausbreitung<br />
von der Schneidzone in die<br />
umliegenden Bereiche auf.<br />
Die WinSet-Stanzpresse benötigt<br />
vom Beginn bis zum Ende des<br />
Schneidvorgangs nur etwa eine Millisekunde.<br />
In dieser kurzen Zeit bildet<br />
sich die Schneidzone als schmales<br />
Band, während die darin erzeugte<br />
Wärme keine Chance hat, sich in die<br />
umliegenden Bereiche auszubreiten.<br />
Dies wird auch als adiabatischer Prozess<br />
bezeichnet. Darüber hinaus bietet<br />
das Hochgeschwindigkeitsschneiden<br />
diverse Vorteile:<br />
› Geringere Bearbeitungskräfte: Die<br />
plastische Verformung des Mate -<br />
rials erfolgt in einer eng begrenzten<br />
Zone, wodurch die erforderlichen<br />
Bearbeitungskräfte im Vergleich zu<br />
traditionellen Pressen geringer sind.<br />
› Reduzierter Werkzeugverschleiß:<br />
Durch die fokussierte Wärmeentwicklung<br />
in einer sehr kleinen Zone<br />
erfolgt die Trennung des Materials<br />
bereits nach geringem Eintauchen<br />
des Stempels, wodurch<br />
die Lebensdauer des Werkzeugs<br />
verlängert wird.<br />
› Verbesserte Oberflächenqualität:<br />
Die entstehende Wärme sorgt dafür,<br />
dass der Werkstoff lokal erweicht,<br />
was zu glatteren Schnittflächen<br />
führt.<br />
› Höhere Effizienz: Da weniger<br />
Energie für das Schneiden benötigt<br />
wird, erhöht sich die Bearbeitungsgeschwindigkeit<br />
und steigert<br />
somit die Produktivität.<br />
› Weniger Gratbildung: Durch die<br />
gezielte Verformung wird die<br />
Gratbildung am Werkstück minimiert,<br />
was die Nachbearbeitung<br />
vereinfacht.<br />
› Geeignet für schwer schneidbare<br />
Materialien: Adiabatisches Trennen<br />
ermöglicht die effiziente Bear-<br />
beitung von Materialien, die mit<br />
herkömmlichen Methoden nur<br />
schwierig oder uneffektiv erfolgen<br />
kann.<br />
Das elektromagnetische Design der<br />
WinSet-Stanzpresse ist mit keinem<br />
anderen Pressensystem auf dem<br />
Markt vergleichbar. Dank der extrem<br />
hohen Stempelgeschwindigkeit (Geschwindigkeit<br />
statt Kraft) erzeugt die<br />
Hochgeschwindigkeitspresse die laut<br />
WinSet bestmögliche Kantenqualität<br />
– mit sauberen, gratfreien Kanten<br />
– bei praktisch jedem Material.<br />
Viele dieser Systeme werden in Reinraumumgebungen<br />
zur Herstellung<br />
von Computerkomponenten sowie<br />
medizinischen und chirurgischen<br />
Produkten eingesetzt.<br />
Die hohe Werkzeuggeschwindigkeit<br />
sorgt für eine längere Standzeit und<br />
ermöglicht längere Werkzeugnutzungszeiten.<br />
Da es nur ein bewegli-<br />
104<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
© LMC Europe<br />
1 Dr. Peter Sterionow,<br />
Präsident & CEO von<br />
WinSet Technologies:<br />
„Durch die Kombination<br />
der hohen Leistung<br />
eines Präzisionssäulengestells<br />
mit einer<br />
Stempelgeschwindigkeit<br />
von 5 m/s ist die<br />
WinSet-Stanzpresse<br />
die ultimative Maschinenpresse<br />
für viele<br />
Anwendungen.“<br />
2 Die patentierte<br />
elektromagnetische<br />
Hochgeschwindigkeitstechnologie<br />
der<br />
Stanzpresse WinSet<br />
nutzt die Kraft der<br />
Geschwindigkeit anstelle<br />
des Druckes.<br />
ches Teil gibt, sind die Pressensysteme<br />
von WinSet nach eigenen Angaben<br />
praktisch wartungsfrei.<br />
„Zu den weiteren Vorteilen unserer<br />
Stanzpressen zählen ihre kompakte<br />
Maße“, ergänzt Dr. Peter Sterionow.<br />
„In den USA werden Hochgeschwindigkeitspressen<br />
übrigens seit 50 Jahren<br />
in der Fertigung genutzt und sie<br />
schneiden nicht nur metallische<br />
HINTERGRUND<br />
Werkstoffe, sondern auch Kunststoffe<br />
und sogar Gewebe. So sind heute bereits<br />
über 1.000 dieser Pressen in den<br />
Staaten im Einsatz. Mit LMC Europe<br />
wollen wir jetzt auch verstärkt den<br />
europäischen Markt in den Fokus<br />
nehmen und eine neue Ära in der<br />
Fertigungstechnik einleiten.“<br />
www.winset.net<br />
WINSET TECHNOLOGIES mit Sitz auf Long Island in den USA<br />
spezialisiert sich auf die Konstruktion, Entwicklung und Herstellung<br />
von elektromagnetischen Hochgeschwindigkeitsstanzpressen.<br />
Ursprünglich als Lourdes Systems bekannt, kann WinSet auf eine<br />
bis 1954 zurückreichende Geschichte blicken. Heute gilt WinSet als<br />
Marktführer unter den Anbietern von Hochgeschwindigkeitspressen<br />
und zählt renommierte Unternehmen wie General Motors, GE<br />
Aircraft Engines oder DuPont zu seinem Kundenkreis. LMC Europe<br />
verfolgt das Ziel, die Vorteile des Hochgeschwindigkeitsschneidens<br />
auch in Europa bekannt zu machen.<br />
THE BEST LINE-UP FOR LASER CUTTING:<br />
PERFORMANCE & SAFETY<br />
Live-Cutting<br />
Die FIBERBLADE GU ist die leistungsstarke und hochpräzise<br />
Laserschneidmaschine für Standard-Blechformate.<br />
Ob einfache Schnitte in dicken Materialien oder filigrane<br />
Konturenschnitte in dünnen <strong>Bleche</strong>n - die FIBERBLADE liefert<br />
stets perfekte Ergebnisse. Dank der optimal aufeinander<br />
abgestimmten Komponenten bietet die Maschine eine<br />
kosteneffiziente Lösung mit herausragender Performance.<br />
Messer Cutting Systems GmbH, Otto-Hahn-Straße 2-4, 64823 Groß-Umstadt<br />
Tel.: +49 6078 787 0, Mail: info@messer-cutting.com
© MicroStep Europa GmbH<br />
1<br />
2<br />
EINE<br />
SCHNEIDLÖSUNG<br />
FÜR ALLE<br />
ANWENDUNGEN<br />
FÜR DAS KUNSTSTOFFRECYCLING werden große Automationssysteme eingesetzt. Trennen,<br />
Zerkleinern, Sortieren sind wesentliche Arbeitsschritte. Große Lösungen für die ganze Welt kommen<br />
aus einer kleinen Ortschaft westlich von Passau. Denn hier produziert STF zum einen Kunststoff -<br />
recycling-Anlagen, zum anderen auch Sondermaschinen in außerordentlichen Dimensionen.<br />
Ersuchen Kunden die STF Maschinen- und<br />
Anlagenbau GmbH nahe des niederbayerischen<br />
Passau um Hilfe, geht es meist um<br />
schwere, großformatige und komplexe<br />
Aufgaben. Die Produkte sind fast ausschließlich<br />
Maßanfertigungen und bringen zwischen 5 und 40<br />
Tonnen auf die Waage. Denn das Unternehmen<br />
hat zwei Kernaufgaben, und in beiden Bereichen<br />
wird am Ende aus einer durchdachten Idee ein<br />
großes Ergebnis, das weltweit im Einsatz ist.<br />
„Unser Hauptgebiet ist das Entwickeln und Fertigen<br />
von Kunststoffrecyclinganlagen. Unser zweites<br />
Standbein ist der Schwermaschinenbau, wo wir<br />
für große Kunden Sondermaschinen bauen mit<br />
hohen Qualitätsansprüchen. Das sind keine Serienprodukte,<br />
sondern eigentlich Einzelmaschinen“,<br />
erklärt Reinhard Friedl, der Technische Betriebsleiter.<br />
„Unsere Kunden wissen: Wir sind flexibel,<br />
wir reagieren schnell. Wir gehen auf ihre<br />
Wünsche ein und hören zu.“<br />
Nach intensiver Arbeit der 80 Mitarbeitenden verlassen<br />
die Erzeugnisse das Werk in Aicha vorm<br />
Wald, verkehrsgünstig nahe der A 3 gelegen, und<br />
werden rund um den Globus montiert und in Betrieb<br />
genommen. Dabei handelt es sich um Kunststoffrecyclingmaschinen<br />
beispielsweise für PET-<br />
Flaschen, aber auch um Hafenanlagen, Kräne, Panzer-Hubschrauber-Prüfstände<br />
oder Grundrahmen<br />
und Gehäuse für Gasturbinen und Wasserpumpen<br />
auf Bohrinseln.<br />
Alles geschieht in Eigenregie: Zuschneiden, Kanten,<br />
Zusammenbauen, Schweißen, mechanisch bearbeiten,<br />
Lackieren, Endmontage, Probelauf und<br />
Lieferung. Dabei wachsen die Herausforderungen.<br />
Wo einst eine Tonne pro Stunde verarbeitet wurden,<br />
sind es heute drei Tonnen.<br />
Deutlich mehr Optionen gesucht<br />
Wo einst die Ansprüche an Qualität und Toleranzen<br />
der Halbzeuge und Produkte manuell zu erfüllen<br />
waren, sind heute höchste Standards vor allem<br />
bei den Kunststoffrecyclinganlagen einzuhalten.<br />
„Die Anlagen werden immer schneller, immer größer,<br />
der Durchsatz muss immer weiterwachsen.<br />
Das ist eine Herausforderung für Konstruktion,<br />
Programmierung, Produktion und Montage“, beschreibt<br />
Christian Kühberger, zuständig für die<br />
Arbeitsvorbereitung, den Trend.<br />
106<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Schneiden<br />
3<br />
1 Die STF Maschinen- und Anlagen -<br />
bau GmbH fertigt für internationale<br />
Kunden zum einen Kunststoffre -<br />
cycling-Anlagen und zum anderen<br />
Sondermaschinen auch in Über -<br />
größe. Die individuellen Produkte<br />
sind zwischen 5 und 40 Tonnen<br />
schwer. Hier eine Sortierlinie.<br />
2 STF investierte in eine flexible<br />
3D-Plasma-Autogenschneidanlage<br />
von MicroStep, mit der <strong>Bleche</strong>,<br />
<strong>Rohre</strong> und Träger automatisiert<br />
bearbeitet werden können. Für das<br />
Unternehmen aus Niederbayern ein<br />
Riesensprung für die Bewältigung<br />
großformatiger Aufgaben.<br />
3 Nach drei Jahren im Einsatz sind Reinhard Friedl (rechts) und Christian Kühberger<br />
hochzufrieden mit der Investitionsentscheidung. „Die Maschine läuft gut. Es ist uns<br />
nichts versprochen worden, was nicht funktioniert. Wir können unser gesamtes<br />
Spektrum selbst abdecken und sogar noch erweitern“, lobt Betriebsleiter Friedl.<br />
Kühberger ergänzt: „Und das Beste ist, wir haben immer noch Luft nach oben.“<br />
© MicroStep Europa GmbH<br />
© MicroStep Europa GmbH<br />
Ein Riesensprung bei der automatisierten Produktion<br />
im Betrieb. Doch der Weg zum Multifunk -<br />
tionssystem war weit.<br />
Vielzahl an Möglichkeiten und<br />
Prozesssicherheit überzeugt<br />
Der erste Impuls war eine neue und lediglich längere<br />
3D-Plasmaschneidanlage zu kaufen. Erst im<br />
Zuge der Recherche und den späteren Beratungsgesprächen<br />
kristallisierte sich der Wunsch nach einer<br />
Maschine für mehr als nur Flachmaterial heraus.<br />
„Wir haben mehrere Hersteller angefragt und<br />
geschaut: was können die Maschinen eigentlich,<br />
wo ist die Range. Zwei Hersteller blieben übrig, bei<br />
denen wir auch Vorführungen hatten“, erinnert<br />
sich Kühberger. Eine Analyse der zu bearbeitenden<br />
Teile im Unternehmen brachte die Gewissheit:<br />
„MicroStep war der Hersteller, der das beste Gesamtpaket<br />
hatte. Wir haben gesehen: Wir können<br />
<strong>Rohre</strong> bearbeiten, wir können Träger bearbeiten,<br />
wir können an großen Blechstärken Fasen anarbeiten,<br />
wir können auch nachträgliche Fasen anarbeiten<br />
– auch dafür haben wir viele Anwendungen.<br />
Die MicroStep-Maschine hatte die größten Möglichkeiten“,<br />
so der für den Zuschnitt zuständige<br />
Arbeitsvorbereiter.<br />
Automatisierung statt Zeit<br />
raubender manueller Bearbeitung<br />
Und diese werden immer weiter ausgeschöpft. STF<br />
verarbeitet <strong>Bleche</strong> von 3 bis 180 mm (hauptsächlich<br />
Baustahle von S235 bis S690), Träger von HEB 200<br />
bis HEB 1000 und <strong>Rohre</strong> von 50 mm bis 700 mm<br />
Durchmesser mit Wanddicken von 3 bis 50 mm.<br />
Wo früher <strong>Rohre</strong> und Träger manuell zuge-<br />
Zu dem Know-how, das sich STF im Laufe der<br />
Jahre erarbeitet hat, benötigt es entsprechend maschinelle<br />
Unterstützung. Und wie in vielen Betrieben<br />
üblich macht der Zuschnitt den Anfang – mit<br />
den wachsenden Maschinen wuchsen auch hier<br />
die Probleme. Die genutzte 3D-Plasmaschneidanlage<br />
wurde älter, die Tischlänge reichte nicht mehr<br />
für alle Aufgaben aus. Entsprechend wurde immer<br />
mehr zusätzlich zugekauft.<br />
„Für unsere Bauteile mit zwölf Metern und mehr<br />
hatten wir sehr lange Wartezeiten und sehr hohe<br />
Preise“, blickt Reinhard Friedl zurück. Diese Thematik<br />
gehört seit längerem der Vergangenheit an.<br />
Denn seit Mitte 2019 setzt STF beim Zuschnitt auf<br />
ein Schneidcenter mit einem enormen Maß an<br />
Multifunktionalität. Nach längerer Beratung investierte<br />
das Unternehmen in eine DRM von MicroStep,<br />
die mittels Plasmarotator neben Flachmaterial<br />
auch <strong>Rohre</strong> und Träger in größeren Dimensionen<br />
schneiden kann. Ein Autogenbrenner für dickere<br />
<strong>Bleche</strong> ist integriert, ein Laserscanner kommt bei<br />
<strong>Bleche</strong>n, <strong>Rohre</strong>n und Trägern zum Einsatz und<br />
bietet eine Fülle an Vorteilen.<br />
HINTERGRUND<br />
DIE MICROSTEP Europa GmbH wurde 1999 im bayerisch-schwäbischen Bad Wörishofen<br />
gegründet und versorgt Produktionsbetriebe – von kleinen Werkstätten bis hin zu Großkonzernen<br />
– im DACH-Raum mit Technologie zur Metallbearbeitung. Spezialisiert ist das<br />
Unternehmen im Kern auf den Vertrieb und Service von CNC-Schneidsystemen für den<br />
2D- und 3D-Zuschnitt von <strong>Bleche</strong>n, <strong>Rohre</strong>n, Profilen und Behälterböden mittels Laser-,<br />
Plasma-, Autogen- und Wasserstrahltechnologie. Darüber hinaus bietet das Unternehmen<br />
Abkanttechnik für nahezu jeden Anwendungsbereich. Gepaart mit einem engagierten<br />
Service und Support sowie dem Angebot weiterer innovativer Produkte zur Metallbearbeitung<br />
(Oberflächenbearbeitung, Materialhandling et cetera) und Digitalisierungslösungen<br />
gewinnt das Unternehmen einen wachsenden Kundenkreis.<br />
In Bad Wörishofen betreibt MicroStep Europa das Technologie- und Logistikzentrum<br />
CompetenceCenter Süd, an der Niederlassung in Dorsten (NRW) das Schulungs- und<br />
Vorführzentrum CompetenceCenter Nord. Ständig stehen in den beiden Showrooms<br />
aktuellte Schneidlösungen und weitere Technologien zur Metallbearbeitung für Vorführzwecke<br />
bereit.<br />
Darüber hinaus unterhält MicroStep Europa noch weitere Stützpunkte: in Deutschland<br />
in Berlin, in Österreich bei Wien (in Bratislava, Slowakei) und in der Schweiz bei Bern.<br />
Die MicroStep Europa GmbH ist Teil der international tätigen MicroStep Gruppe, einem<br />
der weltweit führenden Hersteller von CNC-Schneidsystemen mit mehr als 30-jähriger<br />
Expertise am Markt.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
107
TECHNIK<br />
Schneiden<br />
© MicroStep Europa GmbH<br />
1<br />
2<br />
© MicroStep Europa GmbH<br />
3<br />
© MicroStep Europa GmbH<br />
1 Durch das endlosdrehende Fasenaggregat ist eine erweiterte<br />
3D-Bearbeitung an <strong>Bleche</strong>n, <strong>Rohre</strong>n und Profilen möglich. Für die<br />
Bearbeitung von Flachmaterial steht eine Arbeitsfläche von<br />
21.000 x 3.500 mm zur Verfügung.<br />
2 Mittels des 120°-Rotators können in einer separaten Zone an einem<br />
Ende der Anlage präzise und automatisiert H-, U- und L-Profile bis<br />
HEB 1000 zugeschnitten und ausgeklinkt werden. Durch den Einsatz eines<br />
Laserscanners und spezieller MicroStep-Technologie wird beim Träger -<br />
zuschnitt eine außerordentliche Bauteilgenauigkeit erreicht.<br />
3 Anstatt wie vormals händisch <strong>Rohre</strong> zuzuschneiden und Fasen<br />
ein zubringen ist dank MicroSteps DRM der Prozess automatisiert und<br />
laut STF fünfmal so schnell geworden. In der Rohrzone können<br />
Werk stücke von 50 bis 700 mm Durchmesser mit Wanddicken von<br />
3 bis 50 mm und Längen bis 10.000 mm bearbeitet werden.<br />
DIE PLASMA-AUTOGENSCHNEIDANLAGE DRM<br />
IM ÜBERBLICK<br />
STF entschied sich wegen der Kombination aus Vielseitigkeit und Robustheit für Micro-<br />
Steps starken Spezialisten, die Baureihe DRM. Integriert wurde anstatt des standardisierten<br />
CNC-Brennschneidtisches ein Tecloga-Schwingfördertisch des Typs Oxytrac 35205<br />
1050 HD. Der Vibrationstisch mit Schwingfördereinrichtung ermöglicht den Austrag von<br />
Kleinteilen und Schlacke in ein vorgesehenes Auffangbehältnis. Zur 3D-Blechbearbeitung<br />
ist eine Arbeitsfläche von 21.000 x 3.500 mm verfügbar.<br />
Mit dem integrierten Plasmarotator „Pantograph“ können Neigungswinkel bis 90° (einseitig<br />
bis 120°) erzielt werden. Durch das endlos drehende Fasenaggregat ist eine erweiterte<br />
3D-Bearbeitung an <strong>Bleche</strong>n, <strong>Rohre</strong>n und Profilen möglich. Als Plasmastromquelle ist eine<br />
leistungsstarke Kjellberg HiFocus 440i neo angeschlossen.<br />
Bis zu 180 mm dicke <strong>Bleche</strong> müssen bei STF beim Schwermaschinenbau zugeschnitten<br />
werden. Für die höheren Materialstärken wurden in die DRM zwei vollautomatische Autogenbrenner<br />
integriert, um schnell und effizient auch im Parallelschneidbetrieb zuschneiden<br />
zu können.<br />
Für den Bau der Schwermaschinen sind oftmals Träger als Rahmenkonstruktion oder als<br />
Podest gefragt. Mittels des 120°-Rotators können in einer separaten Zone an einem Ende<br />
der Anlage präzise und automatisiert H-, U- und L-Profile bis HEB 1000 zugeschnitten und<br />
ausgeklinkt werden. Die Rohrschneidvorrichtung dreht das Profil in Position, ein am Portal<br />
installierter Laserscanner erfasst die Oberflächengeometrie im Schneidbereich des Werkstücks.<br />
Die 3D-Software mCam kompensiert die produktionsbedingten Abweichungen zur<br />
Idealkontur, korrigiert die Parameter anhand des 3D-Scans und setzt dementsprechend<br />
die Schneidpfade. „Durch die Kombination aus Brenner und Laserscanner haben wir eine<br />
höhere Bauteilgenauigkeit und eine immense Zeitersparnis“, erklärt Christian Kühberger.<br />
<strong>Rohre</strong> von 50 bis 700 Millimeter Durchmesser mit Wanddicken von 3 bis 50 Millimeter<br />
und Längen bis 10.000 Millimeter: Die Integration einer Zone zur automatisierten Rohr -<br />
bearbeitung wird bei STF regelmäßig genutzt und führte zu enormen Vorteilen in der<br />
Produktion. Wo einstmals mit Behelfsmitteln händisch zugeschnitten und Aussparungen<br />
mit und ohne Fase angebracht wurden, wird dies nun von der DRM effizient vollzogen.<br />
Das Ergebnis: Mit der neuen Lösung ist das Unternehmen jetzt fünfmal so schnell beim<br />
Zuschnitt von <strong>Rohre</strong>n.<br />
schnitten und ausgeklinkt wurden, ist STF heute<br />
um ein Vielfaches schneller und genauer. Auch die<br />
große Anzahl an automatisierten Schweißnahtvorbereitungen<br />
bringen eine enorme Zeitersparnis. Lagerhaltung<br />
gibt es nur in geringfügigem Maße bei<br />
<strong>Bleche</strong>n, der größte Teil wird auftragsbezogen bestellt<br />
und just-in-time verarbeitet.<br />
„Ein positiver Effekt, der sich durch<br />
das ganze Unternehmen zieht“<br />
„Wir sind sehr zufrieden. Die Maschine läuft gut.<br />
Es ist uns nichts versprochen worden, was nicht<br />
funktioniert. Wir können unser gesamtes Spektrum<br />
selbst abdecken und sogar noch erweitern“,<br />
betont Reinhard Friedl. „Das ist ein Meilenstein<br />
von der alten auf die neue Maschine. Wir versuchen<br />
die Maschine bis ins letzte Detail auszureizen.“<br />
Christian Kühberger ergänzt: „Und das Beste ist,<br />
wir haben immer noch Luft nach oben. Uns fällt<br />
immer noch mehr Blödsinn ein, was wir mit der<br />
Maschine anstellen können.“ Der Markt werde immer<br />
enger, die Preise müssten immer härter kalkuliert<br />
werden. Für Kühberger eine Schneidlösung,<br />
die sich auf vielen Ebenen bezahlt gemacht hat.<br />
„Logisch, weil wir jetzt ganz am Anfang viel automatisiert<br />
machen können, sparen wir uns sehr viel<br />
Zeit und haben anschließend mehr Manpower für<br />
den Zusammenbau, das Schweißen und weitere<br />
Nacharbeiten. Zudem haben wir eine viel höhere<br />
Bauteilgenauigkeit. Das sind lauter positive Effekte,<br />
die sich durch das ganze Unternehmen ziehen.“<br />
www.microstep.com<br />
108<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Betriebsstoffe<br />
Effizientes Schweißen<br />
mit niederaktiven Schutzgasen<br />
DIE SCHWEISSTECHNIK steht vor stetig wachsenden Anforderungen. Prozesse müssen effizienter, sicherer<br />
und umweltfreundlicher gestaltet werden, während gleichzeitig höchste Qualitätsstandards einzuhalten sind.<br />
Besonders spritzerarmes und silikatfreies<br />
Schweißen ist ein entscheidender Faktor,<br />
um Zeit und Kosten zu sparen sowie die<br />
Produktivität zu steigern. Niederaktive<br />
SchutzgasewieArcal14,Teral24-7undArcalM24<br />
von Air Liquide bieten hier maßgeschneiderte Lösungen<br />
für die Industrie. „Eine präzise SchweißnahtohneSpritzerundSilikateistheutederSchlüssel<br />
zu höherer Produktivität und Kosteneffizienz“,<br />
erklärt Norbert Semsch, Experte für Gase zum<br />
SchweißenundSchneidenbeiAirLiquide.<br />
Warum spritzerarmes und<br />
silikatfreies Schweißen essenziell ist<br />
FehlerfreieSchweißnähtemitminimalemNachbearbeitungsaufwand<br />
sind das Ziel jeder schweißtechnischen<br />
Anwendung. Spritzer, die beim Kontakt<br />
von geschmolzenem Metall mit der Schweißoberfläche<br />
entstehen, und Silikate, die als glasartige<br />
Schlacken auf der Nahtoberfläche auftreten,<br />
verursachenzusätzlicheArbeitsschrittewieSchleifenoderReinigen.DieseProzessesindzeitaufwändig<br />
und kostenintensiv. Darüber hinaus ist die Reduktion<br />
von Schweißrauch ein wachsendes Anliegen.DieentstehendenPartikelundGasebeeinflussen<br />
die Gesundheit der Schweißer und die Umwelt.<br />
„Unsere niederaktiven Gase minimieren diese<br />
unerwünschten Nebenprodukte erheblich und<br />
tragen so zu einem sichereren Arbeitsumfeld bei“,<br />
betontSemsch.<br />
1<br />
Niederaktive Schutzgase<br />
optimieren die Schweißtechnik<br />
Niederaktive Schutzgase kombinieren Argon als<br />
Basisgas mit präzise abgestimmten Anteilen von<br />
Sauerstoff und Kohlendioxid. Diese Mischung<br />
wirkt sich positiv auf den ganzen Schweißprozess<br />
aus:<br />
› Argon stabilisiert den Lichtbogen und schützt<br />
dieSchweißnahtvorOxidation.<br />
› Sauerstoff verbessert die Fließfähigkeit des<br />
Schmelzbades, reduziert die OberflächenspannungundminimiertSpritzerbildung.<br />
› Kohlendioxid sorgt für einen tiefen Einbrand<br />
undstabilisiertdenLichtbogen.<br />
Die gezielte Zusammensetzung dieser Gase bietet<br />
eineoptimaleBalancezwischenEinbrand,ProzessstabilitätundNahtqualität.„MitunserenSchutzgasen<br />
ermöglichen wir saubere, glatte Nähte und<br />
gleichzeitigeineeffizienteFertigung“,soSemsch.<br />
© Air Liquide<br />
2<br />
© Air Liquide<br />
1 Steigende Anfor -<br />
derungen in der<br />
Schweißindustrie<br />
erfordern moderne,<br />
prozessoptimierte<br />
Schweißgase<br />
2 Gase wie Teral 24-7<br />
schützen Schweißnaht,<br />
stabilisieren<br />
den Lichtbogen<br />
und beeinflussen die<br />
Reduzierung von<br />
Schweißspritzern<br />
und Schweißrauchemissionen.<br />
Ein Blick in die Zukunft<br />
Die Anforderungen an Schweißnähte steigen stetig,vorallemdurchmoderneBeschichtungenund<br />
hochpräzise Anwendungen. Niederaktive Gase wie<br />
Arcal 14, Teral 24-7 und Arcal M24 bieten Lösungen,<br />
die nicht nur die Qualität und Effizienz verbessern,sondernauchdieArbeitsumgebungsicherer<br />
machen. „Unsere Gase sind mehr als nur technische<br />
Hilfsmittel. Sie sind ein wesentlicher BestandteilmodernerFertigungsprozesseundtragen<br />
entscheidend dazu bei, dass Unternehmen wettbewerbsfähig<br />
bleiben“, schließt Semsch. Mit Schutzgaslösungen<br />
wie der Arcal-Linie will Air Liquide<br />
neueMaßstäbeinderSchweißtechniksetzen–für<br />
effiziente,sichereundnachhaltigeProzesse.<br />
www.airliquide.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
109
INTERVIEW<br />
IF Digital Award<br />
„Wir müssen die<br />
Herausforderung<br />
der Digitalisierung<br />
annehmen.“<br />
DIGITALISIERUNG UND KOMMUNIKATION sind die großen Themen der Schweissen & Schneiden<br />
(15. bis 19. September <strong>2025</strong> in Essen). Ein Höhepunkt wird die erstmalige Verleihung des IF Digital Award<br />
sein, den die IndustryFusion Foundation (IFF), die Messe Essen und der DVS gemeinsam ausloben.<br />
Christina Kleinpaß, Projektleiterin der Schweissen & Schneiden,<br />
IgorMikulina,PräsidentdesIFF-Stiftungsrates,undJensJerzembeck,Abteilungsleiter<br />
Forschung und Technik im DVS, berichten über einenPreiszurrechtenZeit,neueAkzentederWeltleitmesse–und<br />
wiederMittelstanddiedigitaleTransformationbewältigenkann.<br />
Frau Kleinpaß, warum jetzt<br />
dieser Preis, und warum lohnt<br />
sich die Teilnahme?<br />
Kleinpaß: Einen Preis wollten wir<br />
zur Schweissen & Schneiden schon<br />
lange ausloben, und die Digitalisierung<br />
war natürlich auch vor zwei<br />
Jahren auf der Messe ein Megathema,<br />
dem wir uns in Form einer Rallye<br />
gewidmet haben. Der Vorteil des<br />
AwardsausTeilnehmersichtliegtnatürlich<br />
in der medialen Unterstützung<br />
auf allen Kanälen. Wir haben<br />
ein eigenes Logo entwickelt, das die<br />
Besucher sowohl auf der Messe als<br />
auch auf unseren digitalen Kanälen<br />
gezielt zu den Teilnehmern lenkt. Die Abstimmung erfolgt ebenfalls digital.<br />
Erhöht wird der Wert der Auszeichnung noch dadurch, dass wir den IF Digital<br />
Award bewusst als Publikumspreis konzipiert haben. Denn wer könnte<br />
besser als die Besucher der Schweissen & Schneiden beurteilen, ob eine LösungwirklichinderPraxisNutzenstiftet?<br />
1 Die drei Preisträger des IF Digital Awards bestimmen die Messebesucher.<br />
Herr Jerzembeck, warum engagiert sich der DVS für den<br />
IF Digital Award?<br />
Jerzembeck: Die Frage, wie unsere Branche Digitalisierung nutzt, beschäftigtunsimDVSschonlänger.Worumesdabeieigentlichgeht,ist,alldieNetze,<br />
Daten und Datenflüsse, die mit der spezifischen Prozesskette der Fügetechnik<br />
verbunden sind, zu nutzen – sei es zur Prozesssteuerung, zur Qualitätsbewertung,<br />
zur Dokumentation oder der Teilebestellung und vielem<br />
mehr.UnserGefühlist,dassdieBrancheeinbisschenkonservativandasThemaDigitalisierungherangeht.AbertrotzallerUmfragenundVernetzungsformate<br />
können wir die Frage, wer konkret was macht, noch nicht vollumfänglich<br />
beantworten. Geht es um Insellösungen von Unternehmen? Werden<br />
komplette Fertigungsketten dargestellt?<br />
Der IF Digital Award ist<br />
für uns ein wertvoller Indikator,<br />
um Innovationspfade noch besser<br />
zu verstehen und die Bereiche<br />
zu identifizieren, in denen<br />
wir als Verband unterstützen<br />
können.<br />
Herr Mikulina, die von Ihnen<br />
ins Leben gerufene Indus -<br />
tryFusion Foundation (IFF)<br />
darf in dieser Hinsicht wohl<br />
als Leuchtturmprojekt gelten.<br />
Woher kam die Idee<br />
und wie passt sie in die<br />
Zeit?<br />
Mikulina: Wir sehen uns aktuell drei großen Herausforderungen gegenüber.<br />
DassinddieEnergiepreise,dassinddiefehlendenAufträgeunddasistvorallemdieDigitalisierung.WirbrauchenneueTechnologienunddieSchweissen<br />
& Schneiden hat uns diesbezüglich immer schon den Weg gezeigt. Zugleich<br />
haben wir im vergangenen Jahrzehnt leider auch beobachtet, dass jeder<br />
Marktteilnehmer versucht hat, jeweils seine proprietären Lösungen umzusetzen.Wasunsfehlte,wareineweltweitverfügbareundvonallenUnternehmen<br />
einsetzbare Infrastruktur, um eine intelligent vernetzte Produktion wirklich<br />
darzustellen – hoch sicher, dezentral und so gestaltet, dass sie der Branche<br />
Mehrwertverschafft.DieswilldieIFFleisten.<br />
Wie weit sind Sie in der Umsetzung?<br />
©<br />
110<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
© Messe Essen<br />
2 Igor Mikulina (links), Christina Kleinpaß und Jens Jerzembeck beleuchten den Stand der Digitalisierung in der Fügetechnik und stellen den<br />
IF Digital Award vor.<br />
Mikulina: Einen Meilenstein haben wir dadurch erreicht, dass wir große<br />
Player aus der IT-Branche vom Potenzial der Zusammenarbeit überzeugen<br />
konnten. Vertreter von prominenten IT-Unternehmen wie Intel, Dell oder<br />
Ionos haben die Schweissen & Schneiden 2023 besucht und waren beeindrucktvomPotenzial.Nunstehenwirkurzdavor,mitHilfedieserundweiterer<br />
IT-Unternehmen die Plattform IndustryFusion-X zu realisieren, bei der<br />
die Datenhoheit in jedem teilnehmenden Unternehmen verbleibt, die per<br />
PlugandProduceimplementiertwerdenkannundsoeinfachzubedienenist,<br />
dasssieauchMittelständlernohneausgewieseneIT-ExpertisezurVerfügung<br />
gestellt werden kann. Das Problem von im Grunde genialen Ansätzen wie<br />
Gaia-X oder Manufacturing-X besteht darin, dass es sich der Mittelstand oftmals<br />
nicht leisten kann, diese Technologie einzuführen. Und genau darum<br />
geht es uns: die Infrastruktur nicht nur aufzubauen, sondern diese gemeinsamindiePraxiszubringen.<br />
Können denn Mitgliedsunternehmen des DVS auch<br />
ohne Mitgliedschaft in der IFF davon profitieren?<br />
Mikulina:Ja,unbedingt.ZumBeispielsindwirjetztinderLage,mitHilfeeiner<br />
Blockchain-Technologie ein Bauteil über den gesamten Lebenszyklus<br />
auch ohne Chip eindeutig zu identifizieren. Für diesen Digital Product Passport<br />
bieten wir gemeinsam mit dem DVS seinen Mitgliedsunternehmen eine<br />
TestphasefüreineNon-Profit-PlattformnamensIndustryFusionRegisterfor<br />
Identification(IFRIC)an.DasPrinzipistvergleichbarmitdem,wasIcannfür<br />
URL-Adressengeleistethat.Klingtzunächstvielleichtabstrakt,tatsächlichist<br />
IFRIC aber ein wichtiges Werkzeug zur Bekämpfung von Produktpiraterie.<br />
Der nächste Schritt, den wir im Rahmen des Open Source Summit auf der<br />
Schweissen & Schneiden vorstellen werden, ist IndustryFusion-X: ein Data<br />
Space 4.0, der es uns auch ermöglicht, große Businessmodelle umzusetzen.<br />
UndmitseinerRechenpowererlaubtdiesesauchdieAnwendungvonKI-Modellen<br />
– ein Riesendurchbruch! Ich nenne hier nur die Schlagworte EquipmentasaServiceoderSharedProduction.<br />
Herr Jerzembeck, ist ein solcher Ansatz geeignet, die Hürden<br />
zu beseitigen, die die Mitgliedsunternehmen des DVS in Sachen<br />
Digitalisierung derzeit noch hemmen?<br />
Jerzembeck:Ichdenkeja.DennworinbestehendieHemmnisse?Fürunsereüber17.000Mitgliedsunternehmen,diezugroßenTeilenKMUsind,bestehenHerausforderungenfürdenEinstieginDigitalisierungslösungenimKern<br />
darin, dass der Erfolg solcher Umsetzungen oftmals nicht sofort messbar ist,<br />
man also zunächst in IT und Mitarbeiter mit entsprechendem Know-how investierenmuss,ohnezuwissen,wiesichdieserSchrittmonetärundimWettbewerb<br />
auszahlen wird. Hinzu kommt die Sorge unserer Hidden Champions<br />
– und davon gibt es sehr viele – Daten von womöglich exklusivem Prozess-<br />
oder Produkt-Know-how zu teilen. Teilweise kann ein Unternehmen<br />
sich dadurch auch selbst in der Entwicklung hemmen, etwa weil es aus Unkenntnis<br />
neue Geschäftsmodelle für eigenes Know-how nicht erschließt. All<br />
dieseHemmnissekanneineOpenSource-LösungwiediederIndustryFusion<br />
Foundation ausräumen. Fest steht jedenfalls: Wir müssen die Herausforderung<br />
der Digitalisierung annehmen, weil unsere Unternehmen sonst internationalnichtmehrwettbewerbsfähigsind.<br />
Kleinpaß: Dem Thema Wettbewerbsfähigkeit müssen wir uns genauso messeseitig<br />
stellen. Die Schweissen & Schneiden ist die Weltleitmesse, die wollen<br />
wiraberauchbleiben!DazumüssenwirunsmitderBranchebewegen,zumal<br />
wir beobachten, dass der einstige Charakter der Messe als Orderplattform<br />
sich zunehmend in Richtung Innovation und Kommunikation bewegt. Dass<br />
der Open Source Summit der IndustryFusion Foundation erstmals im Rahmen<br />
der Messe stattfindet, unterstreicht diese Akzentsetzung. Gleich am ersten<br />
Messetag werden alle Informationen zum Thema Digitalisierung in die<br />
Welt gegeben, verbunden mit der Option, sich in den folgenden Tagen bei<br />
denUnternehmenandenMesseständenimDetailnochgenauerzuinformieren–dasbietetfürBesuchereinenechtenMehrwert.<br />
Worauf freuen Sie sich noch im Programm der<br />
Schweissen & Schneiden?<br />
Kleinpaß: Ich persönlich freue mich besonders auf den Future Hub. Das ist<br />
eine neue Kommunikationsfläche mitten im Messegeschehen mit den unterschiedlichstenFormaten:vonPanel-DiskussionenüberMeet&Greetsbis<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
111
INTERVIEW<br />
IF Digital Award<br />
»Die Schweissen<br />
& Schneiden<br />
<strong>2025</strong> steht ja<br />
auch unter dem<br />
Slogan ›Join the<br />
Future‹.«<br />
Christina Kleinpaß<br />
© Messe Essen<br />
© Messe Essen<br />
»Nach unserem Gefühl geht die<br />
Branche zu konservativ an das<br />
Thema Digitalisierung heran.«<br />
© Messe Essen<br />
Jens Jerzembeck<br />
»Wir sehen uns drei<br />
Herausforderungen<br />
gegenüber: die<br />
Energiepreise, fehlende<br />
Aufträge und<br />
die Digitalisierung.«<br />
Igor Mikulina<br />
hin zu Speaker Slots für Aussteller. WirhabenContentCreatorswieIgorWelderundandereInfluencerzuGast,planeneineTalkrundemitweiblichenFührungspersönlichkeiten,<br />
es geht um CO 2 -Reduktion und Cyber Security – also<br />
wirklicheinumfassenderBlickaufvieleThemen,diedieBranchebewegen.<br />
Jerzembeck: Fachlich interessieren mich vor allem zwei Themen besonders:<br />
Zum einen haben wir bei den Forschungsprojekten, die wir über die<br />
DVS Forschung fördern, in jüngster Vergangenheit einen Schwerpunkt auf<br />
derValidierungvonVerfahrenzurPrüfungvonSchweißnähtengesehen.Diese<br />
direkt an den Schweißprozess adaptierten Qualitätsbewertungen erfolgen<br />
in Echtzeit automatisiert, online oder inline. Dies ist übrigens auch ein Thema,<br />
das direkt mit der Digitalisierung und dem Einsatz von KI zusammenhängt.<br />
Interessant wird sein, welche Produkte aus diesen Projekten entstandensind.DaszweiteThemabetrifftregulatorischeVorgaben,diewegweisend<br />
für die Branche sein werden. Wann auch immer der EU-weite Grenzwert für<br />
Schweißrauch genau in Kraft treten wird: Er wird kommen und es herrscht<br />
akuterHandlungsbedarf.Ichbinsehrgespannt,welcheLösungenwirinRichtung<br />
Schweißrauchminimierung sehen werden. Ein Schlüssel zum Erfolg<br />
wird dabei auch die Prozessführung mit der jeweiligen Dokumentation sein.<br />
UnddamitwärenwirwiederbeimThemaDigitalisierung.<br />
Mikulina: Ich glaube, dass wir die Verknüpfung von Maschinenbau und IT<br />
auf dem diesjährigen Open Source Summit noch viel besser darstellen können<br />
als bei der Premiere. Und auch wenn viele Konzepte digital sind – die<br />
persönlichePräsentationunddieKommunikationisthierfüreinfachvieleffizienteralsdasSelbststudiumimInternet.<br />
Kleinpaß: Genau deshalb steht die Schweissen & Schneiden <strong>2025</strong> ja auch<br />
unterdemSlogan„JointheFuture“.<br />
www.messe-essen.de<br />
112<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
TECHNIK<br />
Blechbearbeitung<br />
5 von 8 gewonnen<br />
DIE „MF TECHNOLOGY AWARDS“ zeichnen Unternehmen aus, die „umfassende Fertigungs -<br />
kompetenz“ bewiesen haben. Der Preis würdigt Maschinenhersteller und produzierendes Gewerbe, die<br />
in ihrer Branche Spitzenleistungen erbracht haben.<br />
1 Die EGB-e unterstützt<br />
Maschinen -<br />
bediener, die Genauigkeit<br />
im Biegeprozess<br />
zu sichern und<br />
dabei die Umwelt zu<br />
schützen.<br />
2 Der weltweite<br />
Fachkräftemangel ist<br />
einer der Hauptgründe<br />
für die Verleihung<br />
des „New Technology<br />
Product Award“, an<br />
die Faserlaser-Schweiß -<br />
zelle FLW-Ensis-e mit<br />
AI-TAS.<br />
1<br />
Gewinner des „New Technology Environment<br />
Award“ war die Amada-EGB-e-<br />
Abkantpressenserie. Prämiert wur de<br />
die Entwicklung eines speziellen Servomotors,<br />
der für Abkantpressen optimiert ist, sowie<br />
die Eliminierung des Ölverbrauchs durch den Ersatz<br />
hybrider Servo- und Hydrauliksysteme durch<br />
ein Servo-elektrisches Antriebssystem.<br />
Ausgestattet mit neuester Technologie unterstützt<br />
die EGB-e Maschinenbediener, die Genauigkeit im<br />
Biegeprozess zu sichern und dabei die Umwelt zu<br />
schützen. Neben dem Servoantriebssystem umfasst<br />
die Baureihe eine elektrische, asymmetrische Bombierung,<br />
einen neuen Drei-Finger-Hinteranschlag<br />
mit Augmented-Reality-Camera-Technologie, erstmals<br />
eine Sprachsteuerung und eine Weiterentwicklung<br />
der aktiven Amada-Winkelmesstechnologie.<br />
Die EGB-e-Serie ist eine direkte Antwort von Amada<br />
auf die Marktnachfrage nach Innovation, hoher<br />
Produktivität und vor allem Bedienerfreundlichkeit.<br />
Dies soll helfen, das Problem von Unternehmen zu<br />
entschärfen, qualifizierte Bediener zu finden.<br />
Der weltweite Fachkräftemangel ist einer der Hauptgründe<br />
für die Verleihung des „New Technology<br />
Product Award“ an die Faserlaser-Schweißzelle<br />
FLW-Ensis-e mit AI-TAS. Schweißen ist eine alte<br />
Kunst, die von qualifizierten Fachkräften ausgeführt<br />
wird, doch die traditionelle Arbeitsweise geht mit<br />
schlechten Arbeitsbedingungen und aufwendigen<br />
Nachbearbeitungsprozessen einher, was die Gewinnung<br />
neuer Mitarbeiter und die Sicherung der Produktivität<br />
erschwert. Angesichts der Schwierigkeit,<br />
qualifizierte Schweißfachkräfte zu finden und auszubilden<br />
unterstützt AI-TAS mittels künstlicher Intelligenz<br />
den Bediener aktiv, indem es den Schweißverlauf<br />
anhand der Vorgaben überprüft, gegebenenfalls<br />
korrigiert und somit eine qualitativ hochwertige<br />
und genaue Schweißnaht sicherstellt. Darüber hinaus<br />
macht die Qualität der Schweißnaht Sekundärprozesse<br />
nahezu überflüssig, was die Arbeitsbedingungen<br />
spürbar verbessert. Durch die Reduzierung<br />
der Nacharbeit wird die Produktivität auf fast das<br />
Sechsfache gesteigert.<br />
Weitere drei Technologiepreise wurden in den Kategorien<br />
Pressen vergeben, darunter die höchste Auszeichnung,<br />
der „MF Technology Grand Prize“. Dieser<br />
Hauptpreis wurde in Zusammenarbeit mit Sanyo<br />
Seisakusho Co Ltd gewonnen. Gemeinsam ist es<br />
gelungen, eine servo-elektrische Presse mit drei hydraulischen<br />
Achsen zu kombinieren, die gemeinsam<br />
den Kaltformgebungsprozess (cold split-flow<br />
forging) revoluzionieren. Diese Lösung führt zu<br />
enormen Kosteneinsparungen; so wird die benötigte<br />
Presskraft von 3.000 kN auf 2.000 kN reduziert,<br />
die Lebensdauer der Werkzeuge verlängert und die<br />
damit verbundenen Kosten erheblich reduziert.<br />
„Wir fühlen uns sehr geehrt, gemeinsam mit Sanyo<br />
Manufacturing ein hochanspruchsvolles Verfahren<br />
etabliert und diesen renommierten MF Technology<br />
Award erhalten zu haben“, so Kazuyuki Yamauchi<br />
vom Amada Executive Office.<br />
www.amada.de<br />
© Amada<br />
HINTERGRUND<br />
DER AMADA-KONZERN ist einer der<br />
weltweit führenden Hersteller von Blech -<br />
bearbeitungsmaschinen. Die Amada GmbH<br />
bietet ein umfassendes Programm an<br />
Schneid-, Biege-, Schweiß-, Stanz- und<br />
Lasertechnologien. Modulare Automationskomponenten,<br />
Software-Anwendungen<br />
und eine große Werkzeugpalette runden<br />
dieses Angebot ab. Darüber hinaus bietet<br />
Amada seinen Kunden vielfältige Serviceleistungen<br />
an. Der Amada-Konzern wurde<br />
von Isamu Amada im Jahre 1946 in Japan<br />
gegründet. Seit 1972 gibt es das deutsche<br />
Tochterunternehmen Amada GmbH.<br />
2<br />
© Amada<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
113
TECHNIK<br />
Schneiden<br />
1<br />
© Messer Cutting Systems<br />
2<br />
Mit Präzision und<br />
Innovation in die Zukunft<br />
NACHDEM die Element-Brennschneidmaschine von Messer Cutting Systems sowohl bei den Kunden als<br />
auch Mitarbeitern für Begeisterung von Alfred Wagner Stahl-Technik & Zuschnitt gesorgt hatte, entschied<br />
man sich, den Maschinenpark weiter zu modernisieren – diesmal mit einer besonders robusten OmniMat.<br />
Im Zuge ihrer Zukunftsstrategie setzt die Alfred<br />
Wagner Stahl-Technik & Zuschnitt GmbH,<br />
westlich von Linz an der Donau ansässig, erneut<br />
auf die technologische Partnerschaft mit<br />
Messer Cutting Systems Österreich, um eine bestehende<br />
Anlage durch modernste Schneidtechnologie<br />
zu ersetzen. Dieses Projekt markiert den nächsten<br />
wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des<br />
Unternehmens und zeigt, wie Technologie und<br />
Kompetenz Hand in Hand gehen können.<br />
Die Herausforderung:<br />
Neue Maßstäbe setzen<br />
„Zum einen war unsere bestehende Anlage in die<br />
Jahre gekommen. Und zum anderen wollten wir<br />
unsere Prozesse vereinfachen sowie die Produktivität<br />
mit einem zusätzlichen Bohraggregat steigern“,<br />
erklärt Christian Aufreiter, Betriebs- und Projektleiter<br />
bei Alfred Wagner Stahl-Technik & Zuschnitt.<br />
Neben der Integration des Bohraggregats galt es<br />
weitere ambitionierte Ziele mit dem neuen Projekt<br />
zu erreichen: Der Austausch der bestehenden Anlage<br />
sollte mit minimalem Produktionsausfall erfolgen.<br />
Der bestehende Schneidtisch und die Absaugung<br />
sollten weiter genutzt werden. Maximale<br />
Ausfallsicherheit bei erstklassiger Schneidqualität<br />
mit der neuen Anlage sowie die einfache Bedienbarkeit<br />
und eine kurze Schulungszeit für die Mitarbeiter<br />
standen ebenfalls ganz oben im Pflichtenheft.<br />
Nach sorgfältiger Evaluierung der Marktangebote<br />
entschied sich Wagner für die OmniMat von Messer<br />
Cutting Systems. Die hochbelastbare CNC-<br />
Schneidmaschine kombiniert moderne Technologie,<br />
intuitive Bedienung und hohe Präzision. Für<br />
Wagner wurde die Maschine mit einem Bohraggregat,<br />
einem Dreifachwechsler sowie vier Alfa-<br />
Brennern ausgestattet, die Schnitte bis zu 300 mm<br />
ermöglichen.<br />
Die OmniMat wurde speziell für anspruchsvolle<br />
Anwendungen in der Metallverarbeitung konzipiert.<br />
Sie bietet Arbeitsbreiten bis 13.000 mm und<br />
ist für verschiedene Schneidprozesse wie Autogen-,<br />
Unterwasser- oder Trockenplasmaschneiden<br />
sowie für Prozesse wie Markieren und Bohren geeignet.<br />
Dank ihrer robusten Portalkonstruktion<br />
und präzisen Führungsprofile gewährleistet sie hohe<br />
Schneidgenauigkeit und Konturtreue, selbst unter<br />
härtesten Produktionsbedingungen. Die offene<br />
Schnittstelle OPC UA auf der Global Control Steuerung<br />
ermöglicht eine einfache Anbindung an moderne<br />
Industrie-4.0-Umgebungen und eine effiziente<br />
Überwachung und Steuerung der Maschinenprozesse.<br />
Mit vielen durchdachten Features und Möglichkeiten<br />
hebt der Alfa-Brenner das autogene Brennschneiden<br />
auf ein neues Niveau. Die Brennerdüse<br />
wird ohne Werkzeug gewechselt, was die Rüstzeiten<br />
drastisch reduziert. Der Brenner schneidet ef-<br />
114<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
© Messer Cutting Systems<br />
1 Die OmniMat bei<br />
Wagner Stahl-Technik<br />
& Zuschnitt ist mit vier<br />
Alfa-Autogenbrennern<br />
und einem Bohr -<br />
aggregat inklusive<br />
Dreifachwechsler<br />
ausgestattet.<br />
2 Mit dem Bohr -<br />
aggregat können jetzt<br />
Startlöcher problemlos<br />
vorgebohrt und<br />
kleinste Konturen auch<br />
in dickes Material<br />
geschnitten werden.<br />
fektiv bis zum Rand der Platte und sorgt dadurch<br />
für eine bessere Materialausnutzung. Zudem ist<br />
die Höhenabtastung unempfindlich gegenüber<br />
Schlacke, Zunder und Feuchtigkeit, da sie magnetisch<br />
und vollständig im Brenner integriert ist. Das<br />
Bohraggregat wird eingesetzt, wenn eine größere<br />
Genauigkeit der Bohrungen erforderlich ist, der<br />
Bohrdurchmesser weniger als die Materialdicke<br />
beträgt oder die Anzahl des thermischen Lochstechens<br />
reduziert werden soll.<br />
„Die OmniMat war für uns die logische Wahl. Wir<br />
haben bereits sehr gute Erfahrungen mit der ersten<br />
Maschine von Messer Cutting Systems, der<br />
Element, gemacht. Die Qualität und der Service<br />
haben uns überzeugt“, erläutert Christine Wagner,<br />
Geschäftsführerin der Alfred Wagner Stahl-Technik<br />
& Zuschnitt GmbH.<br />
gut durchdacht das System ist“, betont Christine<br />
Wagner.<br />
Neben der höheren Produktivität spart die neue<br />
Anlage Kosten und verlängert die Lebensdauer der<br />
gesamten Anlage. „Das moderne Bohraggregat<br />
schont die Maschine und reduziert die Wartungsintervalle.<br />
Das ist ein großer Vorteil in unserem<br />
täglichen Betrieb“, bestätigt Christian Aufreiter.<br />
Ein Projekt wie aus dem Lehrbuch<br />
Der Projektverlauf war ein Paradebeispiel für professionelle<br />
Zusammenarbeit. Von der Anlieferung<br />
bis zur Montage lief alles nach Plan. „Die Montage<br />
verlief reibungslos, und die zeitliche Abwicklung<br />
war perfekt abgestimmt“, lobt Christian Aufreiter.<br />
Gerade auch die Zusammenarbeit mit Gerhard<br />
Wimmer, Leiter von Messer Cutting Systems Österreich,<br />
wurde von Wagner besonders hervorgehoben:<br />
„Herr Wimmer und sein Team waren jederzeit<br />
für uns da. Sie haben uns nicht nur während<br />
der Installation, sondern auch bei der Schulung<br />
und dem Start der neuen Maschine hervorragend<br />
unterstützt.“<br />
Gerhard Wimmer freut sich ebenfalls über die<br />
Partnerschaft: „Es ist immer eine Freude, mit Unternehmen<br />
wie der Alfred Wagner Stahl-Technik<br />
& Zuschnitt zusammenzuarbeiten. Ihr Engagement<br />
für Qualität und Innovation passt perfekt zu<br />
unseren Werten bei Messer Cutting Systems.“<br />
Das Team bei Wagner Stahl-Technik & Zuschnitt<br />
ist überzeugt, dass die Investition in moderne<br />
Technologien der Schlüssel zu langfristigem Erfolg<br />
ist. Gleichzeitig gibt es noch Raum für Verbesserungen.<br />
So zeigt sich das Unternehmen optimistisch,<br />
was die zukünftige Entwicklung angeht.<br />
„Die Anforderungen an Flexibilität, Schnelligkeit<br />
und Präzision steigen kontinuierlich. Mit der neuen<br />
Anlage sind wir bestens aufgestellt, um diese<br />
Herausforderungen zu meistern“, schließt Christine<br />
Wagner.<br />
Ein Gewinn auf ganzer Linie:<br />
Innovation und Zusammenarbeit<br />
zahlen sich aus<br />
Das Projekt der Alfred Wagner Stahl-Technik &<br />
Zuschnitt GmbH mit Messer Cutting Systems<br />
Österreich ist beispielhaft für eine erfolgreiche<br />
Partnerschaft zwischen Unternehmen und Technologieanbietern.<br />
Mit der OmniMat konnte das Un-<br />
»Die Investition hat<br />
sich für uns in jeder<br />
Hinsicht gelohnt.«<br />
Christine Wagner, Geschäftsführerin<br />
ternehmen seine Prozesse nicht nur effizienter gestalten,<br />
sondern auch einen wichtigen Schritt in<br />
Richtung Zukunft gehen. „Wir sind mit der Leistung<br />
der neuen Maschine und der Zusammen -<br />
arbeit mit Messer Cutting Systems äußerst zufrieden.<br />
Diese Investition hat sich für uns in jeder<br />
Hinsicht gelohnt“, resümiert Christine Wagner.<br />
www.messer-cutting.com<br />
Der Unterschied: Effizienz, Wirtschaftlichkeit<br />
und Nachhaltigkeit<br />
Mit der neuen Anlage konnten zahlreiche Arbeitsprozesse<br />
optimiert werden. Das Bohraggregat hat<br />
die Produktivität erheblich gesteigert. „Früher<br />
mussten wir Startlöcher für Autogenschneidvorgänge<br />
bis 200 mm mit dem Brenner stechen oder<br />
manuell bohren. Das war zeitaufwändig und belastete<br />
die Maschine. Jetzt können wir Startlöcher ab<br />
80 mm Materialdicke problemlos vorbohren und<br />
kleinste Konturen auch in dicke Materialien<br />
schneiden“, beschreibt Christian Aufreiter die Verbesserungen.<br />
Ein weiterer Vorteil: Durch die intuitive Bedienbarkeit<br />
der Global Control konnten die Maschinenbediener<br />
die neue Anlage ohne Probleme übernehmen.<br />
„Das zeigt, wie benutzerfreundlich und<br />
3 Dank der intuitiven Bedienbarkeit der Global Control konnten die Mitarbeiter die Maschine<br />
problemlos übernehmen.<br />
© Messer Cutting Systems<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
115
TECHNIK<br />
Schneiden<br />
Produktivität neu definiert<br />
MIT BLICK auf den zunehmenden Fachkräftemangel sind automatisierte Prozesse unverzichtbar.<br />
Die bewährte Lasermaschine Element 400 L von Messer Cutting Systems (MCS) punktet mit einer<br />
hohen Dynamik und neuester Lasertechnologie.<br />
permanenter Datenaustausch und<br />
-abgleich über den gesamten Workflow<br />
im Fokus“, so Jörg Mosser, CEO<br />
MesserCuttingSystemsEuropa.<br />
Arbeitsbreiten zwischen 1.600 mm<br />
und5.100mmsowieeineArbeitslänge<br />
bis 25.000 mm sind möglich. Sie<br />
schneidet <strong>Bleche</strong> aus Baustahl, Edelstahl<br />
und Aluminium bis zu einer<br />
Dicke von 40 mm. Dabei ist sie mit<br />
Positioniergeschwindigkeiten bis 140<br />
m/min und einer hohen Beschleunigung<br />
(Kombination X-/Y-Achse)<br />
sehr schnell und besitzt dank der LinearführungeninderX-undY-AchseeinehohePositioniergenauigkeit.<br />
Unabhängige, servogetriebene WerkzeugebietenvielseitigeBearbeitungsmöglichkeiten.<br />
Die CNC wurde entinklusive<br />
automatischem Brennerabstand<br />
und programmierbarer Brennerauswahl.<br />
Dabei kann der Anwender<br />
neuste Lasertechnologie (maximal<br />
zwei Stationen) auch mit fortschrittlicher<br />
Plasmaschneidtechnik<br />
kombinieren.<br />
Möglich sind Fasen im Werkstück<br />
zwischen–50°und+50°sowieunterschiedliche<br />
Kantenformen für einen<br />
anschließendenSchweißprozess.Der<br />
FasenwinkelwirdwährenddesLaserschneidprozesses<br />
stufenlos eingestellt.<br />
Ein magnetischer Kollisionsschutz<br />
für den Schneidkopf gehört<br />
genauso mit zum Design des Bevel-<br />
U wie ein Handbedienpult für alle<br />
Antriebe,umdirektanderMaschine<br />
Einstellarbeitendurchzuführen.<br />
Die Element 400 L punktet mit einer bemerkenswert hohen Dynamik, neuester Laser-technologie und der<br />
Fähigkeit, XXL-<strong>Bleche</strong> wirtschaftlich zu bearbeiten.<br />
Mit der Maschinenplattform<br />
Element erhalten<br />
metallverarbeitende Unternehmen<br />
laut MCS<br />
„eine noch nie dagewesene Flexibilität“,<br />
ihre Anlage ganz genau nach ihren<br />
individuellen Anforderungen zu<br />
konfigurieren. „Die Lasermaschine<br />
Element 400 L sorgt für einen Leistungssprung<br />
in der Lasertechnologie<br />
undvereintgleichmäßigesEinstechen<br />
und schnellere Schnitte beim Laser-<br />
Präzisionsschneiden in sich. Sie<br />
schneidet Baustahl, Edelstahl und<br />
AluminiummitO 2 undN 2 sowieoptionaler<br />
automatischer Gasmischeinheit.<br />
Bei der Entwicklung standen zudem<br />
automatisiertes Düsenmanagement<br />
sowie Materialzu- und -abfuhr und<br />
www.messer-cutting.com<br />
wickelt, um die Effizienz deutlich zu<br />
verbessern, überflüssige Informationen<br />
zu eliminieren und mehr Klarheit<br />
in den Produktionsabläufen zu<br />
bieten. Die Rüstzeit lässt sich durch<br />
automatisches Positionieren mehrerer<br />
Werkzeuge über das Teileprogramm<br />
oder die Steuerung (optional)<br />
reduzieren. „Dank der besonderenFeaturesvonMesserCuttingSystems<br />
ist die Element 400 L genau auf<br />
ihre Anforderungen anpassbar“, ergänztIngoStaudinger,ProduktmanagerLaserundMaterialHandling.ß<br />
Plasma und Laser<br />
kombiniert<br />
In die Element 400 L lassen sich<br />
sechs Brennerstationen integrieren –<br />
Digitalisierung<br />
in der Produktion<br />
Die Software-Lösungen von Messer<br />
Cutting Systems sorgen für die<br />
Transparenz der Betriebsabläufe,<br />
Produktionsplanung und -steuerung.<br />
Um den Weg zu einer stetigen Vernetzung<br />
weiter zu ebnen, kann die<br />
GlobalConnectProduktionsaufträge<br />
direkt abwickeln und insbesondere<br />
im Zusammenspiel mit den Produkten<br />
der OmniFab-Familie maximale<br />
Produktivität erreichen. Dass die Benutzeroberfläche<br />
dabei klar und einfach<br />
strukturiert bleibt, hilft dem<br />
Nutzer, sämtliche Features problemlosabzurufenundzubedienen.<br />
i<br />
www.messer-cutting.com<br />
HINTERGRUND<br />
MESSERCUTTINGSYSTEMSist<br />
einglobalerAnbieterfürdie<br />
Metallindustriemitüber900<br />
Mitarbeiterninüber50Ländern.<br />
116<br />
<strong>bbr</strong>.news März 2023
TECHNIK<br />
Sägen<br />
Optimierte<br />
Sägetechnik<br />
DIE BEDEUTUNG der Vorkonfektionierung, etwa durch Sägen,<br />
wird oft unterschätzt, obwohl hier direkt und indirekt Kosten gespart<br />
werden können. Nach den Steeldays von Behringer (13. bis 15. Mai<br />
in Kirchardt) wird man es besser wissen. Dort kann man effiziente<br />
Sägetechnik und vernetzte Fertigungsprozesse live erleben.<br />
Mit der neuen Generation ihrer Maschinensteuerung<br />
will die Behringer-<br />
Gruppe nicht weniger als neue Maßstäbe<br />
in der Bedienung von Bandund<br />
Kreissägen setzen. Die innovativen Systeme<br />
BehrCtrl10 und Auto-Feed-Control (AFC Pro)<br />
vereinfachen den Sägevorgang erheblich und bieten<br />
Lösungen für den zunehmenden FachkräftemangelinderMetallverarbeitung.<br />
Intuitive Bedienung<br />
und mehr Effizienz<br />
Die neue Steuerung ermöglicht eine intuitive<br />
Handhabung der Maschinen. Dank automatischer<br />
Ermittlung optimaler Sägeparameter kann die Anlage<br />
auch von Mitarbeitern ohne tiefgehende Vorkenntnisse<br />
sicher und effizient bedient werden.<br />
Die AFC-Technologie sorgt für einen dynamischen<br />
und vorausschauenden Sägeprozess, wodurch<br />
sich die Schnittleistung insbesondere bei<br />
Rundmaterial und <strong>Rohre</strong>n signifikant erhöht.<br />
Gleichzeitig werden Werkzeugstandzeiten verlängertundderMaterialdurchsatzoptimiert.<br />
Durch die Wahl verschiedener Performance-Modi<br />
lässtsichderBetriebflexibelanProduktionsanforderungen<br />
anpassen – von ressourcenschonendem<br />
Arbeiten bis hin zu maximalem Durchsatz und<br />
höchster Produktivität. In allen Modi bleiben die<br />
Schnittpräzision und die Qualität der SchnittoberflächekonstantaufhohemNiveau.<br />
Neue Hochleistungs-Bandsägen<br />
für Aluminium<br />
Für Anwendungen in der Aluminium- und NE-<br />
Metallverarbeitung präsentiert Behringer die neue<br />
Hochleistungs-Aluminiumbandsäge HBM400Alu-<br />
Z. Mit extrem kurzen Schnittzeiten – beispielsweise<br />
nur zehn Sekunden für einen Durchmesser von<br />
300 mm – und minimalen Nebenzeiten eignet sie<br />
sichfürdenEinsatzinderAluminium-Erzeugung,<br />
-Schmieden und -Extrusion, insbesondere vor<br />
Schmiedepressen.<br />
Verkettete Produktion im<br />
Stahlbau und Profilstahlhandel<br />
Besonders die Verarbeitung von Profilstahl erfordertdurchgängigeundeffizienteProzesse.Behringer<br />
stellt auf den SteelDays <strong>2025</strong> kombinierte Produktionslösungen<br />
vor, die Sägen mit weiteren Bearbeitungsschritten<br />
wie Bohren, Fräsen, Strahlen<br />
und Konservieren verknüpfen. Dadurch lassen<br />
sich komplette Prozessketten automatisieren und<br />
dieEffizienzinderAnarbeitungsteigern.<br />
Umfangreiches Rahmenprogramm<br />
mit Vorträgen und Führungen<br />
Vom13.bis15.Mai<strong>2025</strong>lädtBehringerzurHausausstellung<br />
„Steeldays“ an den Hauptsitz in Kirchardtein.ZusätzlichzudenausgestelltenMaschinenkönnensichBesucheraufspannendeFachvorträge,<br />
exklusive Führungen durch die hochmoderne<br />
Eisengießerei sowie gesellige Networking-<br />
Abendefreuen.<br />
www.behringer.net<br />
Die neue entwickelte HBM400Alu-Z beim Sägen von Aluminium-Billets<br />
HINTERGRUND<br />
DIE BEHRINGER-GRUPPE zählt<br />
heute zu den wenigen, weltweit<br />
führenden Komplettanbietern<br />
leistungsstarker Band- und<br />
Kreissägentechnologien, Blechund<br />
Profilbearbeitungsmaschinen<br />
sowie dazu passender<br />
Transportanlagen. Zweites<br />
Standbein der Behringer GmbH<br />
ist die eigene Eisengießerei.<br />
Zum Teil die eigene Maschinenproduktion,<br />
aber hauptsächlich<br />
Kunden aus dem deutschen<br />
Maschinenbau, werden von der<br />
hauseigenen Gießerei beliefert.<br />
Behringer war 1919 von<br />
August Behringer als Schlosserei<br />
gegründet worden.<br />
© Behringer<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
117
UNTERNEHMEN<br />
Raiser<br />
50 JAHRE<br />
PIONIER UND<br />
TRENDSETTER<br />
REIBUNG UND DRUCK – das Prinzip des Reibschweißens ist einfach und genial und hat sich in den<br />
vergangenen Jahrzehnten aufgrund seiner vielfältigen Möglichkeiten und beeindruckenden Vorteile zu<br />
einem der sichersten und wirtschaftlichen Fügeverfahren der modernen Fertigungstechnik auch in der<br />
Massenproduktion entwickelt. Großen Anteil daran hat die Klaus Raiser GmbH & Co. KG aus Eberdingen.<br />
Seit 50 Jahren treibt das Unternehmen als Pionier und Trendsetter die Entwicklung der Reibschweißtechnologie<br />
stetig voran.<br />
Das Reibschweißen ist ein Schweißverfahren aus der Gruppe des<br />
Pressschweißens, wurde in den 1950er Jahren entwickelt und für industrielle<br />
Anwendungen nutzbar gemacht – das Prinzip: Die beiden<br />
zu verbindenden Werkstücke werden aufeinander zubewegt.<br />
Dabei rotiert das eine Fügeteil extrem schnell um die eigene Achse (Rotationsreibschweißen)<br />
oder schwingt hin und her (Linearreibschweißen), während das<br />
andere stillsteht. Treffen die beiden Werkstücke zusammen, erzeugt die Reibung<br />
enorme Hitze, und an den Kontaktflächen bilden sich chemische Brü-<br />
cken. Sobald diese ihre höchstmögliche Dichte erreicht haben, wird die Bewegung<br />
angehalten und gleichzeitig der Pressdruck deutlich erhöht. Danach sind<br />
die Teile verschweißt. Der charakteristische Materialwulst an der Kontaktstelle<br />
kann durch anschließendes Abdrehen schnell und problemlos entfernt werden.<br />
Heute ist Reibschweißen eines der sichersten Verbindungsverfahren für die<br />
moderne Massenfertigung. Es nimmt in vielen industriellen Fertigungsbereichen<br />
einen festen Platz ein, und Reibschweißverbindungen gewährleisten einen<br />
hohen und leicht reproduzierbaren Qualitätsstandard.<br />
1<br />
118<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
2<br />
© Klaus Raiser GmbH & Co. KG<br />
Ein besonderer Vorteil: Reibschweißen ermöglicht das Fügen unterschiedlichster<br />
Werkstoffe, da sich die Verbindung nicht über die schmelzflüssige<br />
Phase bildet. Noch interessanter als die Möglichkeiten zum Verbinden verschiedener<br />
Stahlwerkstoffe ist die Kombination verschiedener Nichteisenwerkstoffe<br />
untereinander oder mit Stahl. Beispielhaft aus einer nahezu unbegrenzten<br />
Applikationsliste sind Stahl-Kupfer- und Aluminium-Kupfer-Verbindungen<br />
für Druckgusskolben und die Elektronikindustrie zu nennen. Dabei<br />
hat Reibschweißen viele Vorteile: Taktzeiten von wenigen Sekunden sowie<br />
sehr hohe Qualität der Schweißnähte. So hat die Verbindungsnaht bei diesem<br />
Schmiedegefüge durch die Vollverschweißung meist eine höhere Festigkeit<br />
als das Grundmaterial selbst. Dabei ist das Verfahren so sicher und reproduzierbar,<br />
dass so gut wie kein Ausschuss entsteht.<br />
1 Mittels Reibschweißen lassen sich die unterschiedlichsten Bauteile auch<br />
mit kleinsten Durchmessern verbinden.<br />
2 Ein Beispiel für innovativen Raiser Maschinenbau ist die Reibschweiß -<br />
maschine HFR 1000. Mit ihr bietet Raiser eine universelle Lösung für<br />
Bauteile mit einer Reibfläche von bis zu 8.000 mm² bei einer Stauchkraft<br />
von 1.000 KN.<br />
Pionier und Trendsetter beim<br />
Lohnschweißen und Maschinenbau<br />
1969 gründete Klaus Raiser seinen Betrieb als Zulieferer für Schweißkon -<br />
struktionen in Eberdingen im Landkreis Ludwigsburg. Danach fand der<br />
Gründer schnell zu dem bis dahin eher unbekannten Reibschweißen und erkannte<br />
die vielen Vorteile und Möglichkeiten. Seit 1974 ist die Reibschweißtechnologie<br />
in ihren vielen Facetten Kerngeschäft des Unternehmens und ebnet<br />
Raiser bis heute den Weg vom Handwerksbetrieb zu einem weltweit gefragten<br />
Technologieunternehmen, das dieses leistungsfähige Verfahren stetig<br />
weiterentwickelt und vorantreibt. Zu den Kunden zählen unter anderem Maschinen-<br />
und Anlagenbauer sowie zahlreiche Automobilhersteller und -zulieferer<br />
jeder Größenordnung.<br />
Mit stetem Erfolg wuchs das Unternehmen solide. So erweiterte Raiser 2007<br />
zum Beispiel seine Produktionsfläche mit dem Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes<br />
und einer neuen Produktionshalle im nahegelegenen Hochdorf um<br />
3.700 m². Die Prozesse Reibschweißen, mechanische Bearbeitung, Schweißkonstruktionen,<br />
Roboterschweißen, Glühen und Maschinenbau laufen somit<br />
wieder am selben Ort ab.<br />
© Klaus Raiser GmbH & Co. KG<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
119
TECHNIK<br />
Unternehmen<br />
© Klaus Raiser GmbH & Co. KG<br />
»In 50 Jahren sind wir solide gewachsen und haben uns zu<br />
einem der Technologieführer im Bereich Reibschweißen<br />
entwickelt. Mit unserem tollen Team, unserer Innovationskraft<br />
und unternehmerischem Weitblick entwickeln wir uns ständig<br />
weiter und finden immer wieder neue Wege, um die Herausforderungen<br />
unserer Kunden noch besser zu meistern.«<br />
Dr. Elmar Raiser, Geschäftsführer der Klaus Raiser GmbH & Co. KG<br />
Heute gehört Raiser mit fünf Reibschweißanlagen und einer Kapazität von
Das Raiser-Team<br />
© Klaus Raiser GmbH & Co. KG<br />
1 Durch Reibung und Druck<br />
werden beim Reibschweißen 366<br />
die Bauteile vollflächig verschweißt.<br />
2 Mit dem Reibschweiß-Verfahren<br />
können problemlos unterschied -<br />
liche Materialien zusammengefügt<br />
werden. Beispiele sind Verbin -<br />
dungen aus ferritischem und<br />
austenitischem Stahl, Stahlguss<br />
sowie Verbindungen aus Stahl und<br />
Nichteisenmetallen wie Stahl-<br />
Kupfer-Verbindungen für Druckgusskolben<br />
oder Keramik-Metall-<br />
Verbindungen.<br />
2<br />
© Klaus Raiser GmbH & Co. KG<br />
Neben Automatisierungskonzepten bei der Teilezu- und -abführung sowie<br />
der reinen Prozesstechnik stehen bei den Maschinenlayouts stets Bedienkomfort,<br />
Service- und Wartungsfreundlichkeit sowie schnelle Umrüstmöglichkeiten<br />
im Vordergrund. Einen großen Schwerpunkt setzt Raiser auch auf die<br />
Entfernung der beim Reibschweißen entstehenden Schweißwulst. Hier stehen<br />
die unterschiedlichsten Entfernungsverfahren wie Drehen, Fräsen und Stanzen<br />
sowohl für den Außen- als auch gegebenenfalls entstehenden Innenwulst<br />
zur Verfügung. Moderne CNC-Dreh- und Fräseinheiten ermöglichen die<br />
präzise Vor- und Nachbearbeitung der Teile unmittelbar vor oder nach dem<br />
Reibschweißprozess.<br />
Nachhaltige Produktion dank<br />
innovativem Maschinenbau<br />
„Das Besondere an unseren Reibschweißmaschinen ist, dass die Spindel (Rotor)<br />
im Gegensatz zu den Reibschweißmaschinen der meisten Marktbegleiter,<br />
in axialer Richtung die Stauchkraft aufbringt. Das sorgt für mehr Platz und<br />
ermöglicht eine größere Variantenvielfalt der montierbaren Spanntechnik“,<br />
erklärt Elmar Raiser. „Zudem erzeugen wir die Vorschubkraft über einen servo-elektrischen<br />
Antrieb. Das bringt weitere Vorteile mit sich, wie eine geringere<br />
Lärmemission und eine bessere Energieeffizienz. Im besten Fall fällt so<br />
das Hydraulikaggregat weg oder kann kleiner ausgelegt werden, da nur noch<br />
die Spannbewegungen hydraulisch angesteuert werden.“<br />
Ein Beispiel für innovativen Raiser Maschinenbau ist die Reibschweißmaschine<br />
HFR 1.000. Mit ihr bietet Raiser eine universelle Lösung für Bauteile mit<br />
einer Reibfläche von bis zu 8.000 mm² bei einer Stauchkraft von 1.000 KN.<br />
Aufgrund des Baukastensystems kann die HRF 1.000 zu einer HRF1.500 in<br />
einer höheren Ausbaustufe werden. Durch die modulare Bauweise wird zudem<br />
ein vielfältiges Bauteilspektrum abgedeckt, das selbst Spezialmaschinen<br />
ersetzen kann. Mit der Stauchkraft und dem hohen Drehmoment der HRF<br />
1000 lassen sich neue Märkte für Bauteile erschließen, für die das Reibschweißverfahren<br />
bisher nicht geeignet schien. Das Maschinenkonzept bietet<br />
verschiedene Ausbaustufen: Es gibt die Möglichkeiten zwischen einer Standalone-Maschine<br />
mit manueller Beladung; einer geschlossenen Fertigungszelle<br />
mit unterschiedlichen Automationslösungen oder einer vollautomatisierten<br />
Anlage, die in die Produktionskette integriert werden kann.<br />
Besonderen Wert legt Raiser auch auf bauteilfokussierte Spannsysteme. Denn<br />
auf der Statorseite müssen oft sehr komplexe und auch mitunter empfindliche<br />
Komponenten eingespannt werden. Bei Raiser erhalten Anwender deswegen<br />
auf Wunsch auch die Entwicklung und Konstruktion einer bauteilabgestimmten<br />
Werkstückspannung. Darüber hinaus schützt Prozessautomatisierung zuverlässig<br />
Mensch, Maschine und die Umwelt.<br />
Elmar Raiser: „Ein Grundstein des Erfolges sind unsere 70 motivierten Mitarbeitenden.<br />
Mit ihnen entwickeln wir uns ständig weiter und finden immer<br />
wieder neue Wege, um die Herausforderungen unserer Kunden noch besser<br />
zu meistern. Die Lösung einer Aufgabe bei speziellen Werkstoffverbindungen<br />
besteht für uns nicht nur darin, gute Reibschweißtechnologie zu liefern. Sie<br />
beginnt bei der Analyse und der Beratung des Kunden und endet mit der<br />
kundenindividuellen Reibschweißlösung – im Lohnbereich wie auch im Anlagenbau.<br />
Unterm Strich erfüllen unsere Reibschweißmaschinen sowohl aktuelle<br />
als auch zukünftige Anforderungen an Qualität, Performance, Wirtschaftlichkeit<br />
und Flexibilität.“<br />
www.raiser.de<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
121
SCIENCE<br />
Wasserstoff<br />
Kosteneffiziente<br />
und beschleunigte<br />
Produktion von<br />
Brennstoffzellen<br />
AUF DER INTERNATIONALEN MESSE und Konferenz Hy-fcell zeigte das Fraunhofer-Institut<br />
für Lasertechnik ILT, wie fortschrittliche Lasertechnologien dazu beitragen, den Weg für den Durchbruch<br />
der Wasserstofftechnologie zu ebnen. Zu sehen war, welche Innovationen die steigende Nachfrage nach<br />
Wasserstofftechnologie bedienen können sollen und wie Lasertechnologie die Effizienz erhöhen, die Kosten<br />
senken und die Nachhaltigkeit der Brennstoffzellenproduktion verbessern könnte.<br />
Der Wasserstofftechnologie als Schlüssel für die Energiewende fehlt<br />
noch ein entscheidender Schritt: ihre breite Anwendung. Vor allem<br />
die hohen Kosten durch teure Materialien und aufwändige<br />
Fertigungsverfahren von Brennstoffzellen und Elektrolyseuren<br />
bremsen den ersehnten Durchbruch. Das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik<br />
ILT nimmt sich der Herausforderungen an und arbeitet intensiv daran,<br />
kosteneffiziente und skalierbare Lösungen zu entwickeln.<br />
Mit der wachsenden Nachfrage nach Brennstoffzellen wird es immer wichtiger,<br />
die Produktionsprozesse effizienter zu gestalten. Die Trocknung der nass<br />
applizierten Elektrodenschichten für die Membran-Elektroden-Einheit<br />
(MEA) in der PolymerElektrolyt-Membran (PEM)-Brennstoffzelle bleibt dabei<br />
eine zentrale Herausforderung. Konventionell wird dieser Prozess in großen<br />
Konvektionsöfen durchgeführt, die viel Energie verbrauchen und beträchtlichen<br />
Platz in der Produktionshalle beanspruchen.<br />
Trocknung von Elektroden per Laser:<br />
Energieeffizienz, Geschwindigkeit und Platzersparnis<br />
in der Brennstoffzellenproduktion<br />
Das Fraunhofer ILT hat eine lasergestützte Trocknungstechnologie entwickelt,<br />
die diese Probleme adressiert. Der Einsatz von Lasern, die die Elektroden de-<br />
1 2<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen<br />
1 Laserbearbeitete Bipolarplatten: Präzise Technologie für verbesserte Korrosionsbeständigkeit und Effizienz in der Brennstoffzellenproduktion<br />
2 Doppelstrahlschweißen einer Bipolarplatte: Das Verfahren ermöglicht eine schnellere und effizientere Produktion von PEM-Brennstoffzellen durch den<br />
Einsatz zwei simultaner Laserstrahlen.<br />
122<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
3 4<br />
3 Sathishkumar Natarajan und Manuella Guirgues bei der Arbeit an der lasergestützten Trocknung von Elektroden: Die Technologie reduziert die<br />
Trocknungszeit erheblich und steigert die Effizienz der Brennstoffzellenproduktion.<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen<br />
4 Das Hydrogen Lab des Fraunhofer ILT: Eine hochmoderne Forschungsumgebung, die die gesamte Prozesskette der BPP-Produktion abbildet.<br />
Unternehmen arbeiten hier gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern an zukunftsweisenden Lösungen – von der Optimierung<br />
einzelner Prozesse bis zur Entwicklung neuer Technologien.<br />
finiert belichten, verkürzt die Trocknungszeit von mehreren Minuten auf wenige<br />
Sekunden. Diese drastische Reduktion der Trocknungszeit ermöglicht eine<br />
deutliche Steigerung der Produktionsgeschwindigkeit, insbesondere im<br />
Rolle-zu-Rolle-Verfahren.<br />
Darüber hinaus reduziert das Verfahren auf Laserbasis den Energiebedarf im<br />
Vergleich zu herkömmlichen gasbetriebenen Durchlauföfen. Zusätzlich benötigt<br />
das Lasersystem wesentlich weniger Platz, was eine kompaktere und flexiblere<br />
Produktionslinie ermöglicht.<br />
»Die Entwicklung eines laserbasierenden Rolle-zu-Rolle-Verfahrens für die<br />
Produktion von Membran-Elektroden-Einheiten ist ein wichtiger Schritt, um<br />
die Herstellungsprozesse von Brennstoffzellen effizienter zu gestalten. Mit unserer<br />
lasergestützten Trocknungstechnologie setzen wir einen neuen Standard,<br />
der nicht nur die Produktionsgeschwindigkeit erhöht, sondern auch die<br />
Energieeffizienz und die Platznutzung optimiert«, erklärt Manuella Guirgues<br />
von der Forschungsgruppe Dünnschichtverfahren am Fraunhofer ILT.<br />
Korrosionsschutzschichten für Bipolarplatten:<br />
Effizienzsteigerung und Kostensenkung<br />
Insbesondere bei PEM-Brennstoffzellen stellen die aggressiven chemischen<br />
Bedingungen innerhalb der Brennstoffzelle die Produktion vor neue Herausforderungen.<br />
Der Schutz der metallischen Bipolarplatten (BPP) vor Korro -<br />
sion ist nicht nur essenziell für die Lebensdauer der Zelle, sondern auch für<br />
die Effizienz des gesamten Brennstoffzellen Stacks. Die Beschichtung der BPP<br />
mittels chemischer oder physikalischer Gasphasenabscheidung in Vakuumanlagen<br />
verursacht hohe Kosten und verlangsamt die Produktion.<br />
Das Fraunhofer ILT arbeitet an einem Verfahren, das eine Sprühbeschichtung<br />
mit einer Laserstrahlbearbeitung kombiniert, um eine elektrisch leitfähige<br />
und korrosionsbeständige Veredelung der metallischen Bipolarplatten zu erhalten<br />
– und das ohne energieintensives Vakuumverfahren. Dieser Ansatz ermöglicht<br />
nicht nur eine erhebliche Senkung der Produktionskosten durch<br />
den Einsatz kostengünstiger Materialien, sondern auch eine bessere Integra -<br />
tion in kontinuierliche Fertigungsprozesse.<br />
Die hohe Skalierbarkeit des Verfahrens trägt dazu bei, den wachsenden Markt<br />
für PEM-Brennstoffzellen effizient zu bedienen. Julius Funke von der Forschungsgruppe<br />
Hochtemperatur Funktionalisierung betont: »Unsere auf Lasertechnik<br />
basierende Methode zur Herstellung von Korrosionsschutzschichten<br />
bietet eine effiziente und kostengünstige Alternative zu traditionellen Vakuumverfahren.<br />
Sie ermöglicht eine schnellere Produktion und eine verbesserte<br />
Skalierbarkeit, was entscheidend ist, um der steigenden Nachfrage nach<br />
PEM-Brennstoffzellen gerecht zu werden.«<br />
Optimierung der Brennstoffzellenproduktion<br />
durch Doppelstrahlschweißen und Reparatur<br />
von Umformwerkzeugen<br />
Ein anderer Ansatz, den Produktionsprozess an anderer Stelle zu beschleunigen,<br />
bietet das Doppelstrahlschweißen. Dieses Verfahren nutzt zwei Laserstrahlen<br />
simultan, um die metallischen Bipolarplatten zu verschweißen, was<br />
die Taktzeit um fast 50 Prozent reduziert, ohne die Nahtqualität zu beeinträchtigen.<br />
Durch das Schweißen mit zwei Strahlen an einer Stelle kann die Schmelzbaddynamik<br />
gezielt beeinflusst werden, wodurch größere Schweißgeschwindigkeiten<br />
erreicht und typische Fehler wie Humping vermieden werden. Dies ermöglicht<br />
eine schnellere und effizientere Produktion, die den steigenden Anforderungen<br />
der Wasserstofftechnologie gerecht wird.<br />
Ein weiterer Aspekt in der Herstellung von metallischen BPP sind die Standzeiten<br />
der verwendeten Werkzeugstähle. Die Werkzeuge sind aufgrund ihrer<br />
hohen mechanischen Belastungen anfällig für Verschleiß. Ansatz ist, kostenintensiven<br />
Werkzeugstahl durch Baustahl zu ersetzen und diesen mit dem sogenannten<br />
Extremen Hochgeschwindigkeits-Laserauftragschweißen (EHLA)<br />
mit hochwertigen Verschleißschutzschichten zu versehen. Die beschichteten<br />
Werkstücke zeigen gegenüber konventionellen Werkzeugstählen eine mehr<br />
als zehnfache Gleitreibverschleißfestigkeit.<br />
Das EHLA-Verfahren erlaubt darüber hinaus, geschädigte Bereiche der Werkzeuge<br />
zu reparieren, was eine Anpassung und Wiederverwendung der Werkzeuge<br />
ermöglicht. Durch diese Technik wird die Lebensdauer der Werkzeuge<br />
signifikant verlängert, was wiederum die Produktionskosten senkt und die<br />
Nachhaltigkeit in der Fertigung steigert.<br />
Das Fraunhofer ILT entwickelt einige Verfahren, um die Prozesskette zur<br />
Herstellung von Brennstoffzellkomponenten effizienter zu gestalten. Dazu gehört<br />
das Hochgeschwindigkeitsschneiden, mit dem die BPP präzise besäumt<br />
und Medienzufuhrlöcher direkt geschnitten werden. Ein innovativer Ansatz<br />
ist das Einbringen von Mikrostrukturen in die metallischen BPP per Laser,<br />
die den elektrischen Kontaktwiderstand senken und das Wasser während des<br />
Betriebs der Brennstoffzelle aus der Kontaktzone verdrängen.<br />
Auch das Strukturieren und Schweißen von Compound-BPP und MEAs untersuchen<br />
die Aachener intensiv, um die Fertigung von Brennstoffzellen weiter<br />
zu automatisieren und produktiver zu gestalten.<br />
www.ilt.fraunhofer.de<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
123
SCIENCE<br />
Datenübertragung<br />
1<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen / Ralf Baumgarten<br />
Knoten für das<br />
Quanten-Internet<br />
PÜNKTLICH zum Start des Internationalen Jahres der Quantenwissenschaft und -technologie <strong>2025</strong> der<br />
Unesco richtet Nordrhein-Westfalen einen ersten Knoten für das Quanten-Internet ein. Ein Team des Fraunhofer-Institut<br />
für Lasertechnik ILT hat das bei TNO in Delft (NL) entwickelte System Mitte Januar nach<br />
Aachen geholt, um es hier zu erproben, weiterzuentwickeln und erste regionale Verbindungen aufzubauen.<br />
Auf absehbare Zeit werden Quantencomputer<br />
herkömmliche PC nicht ersetzen. Dafür ist<br />
der Betrieb heutiger Plattformen zu aufwendig.<br />
Um dennoch vielen AnwendernausderIndustrieundWissenschaftZugriffauf<br />
die leistungsfähigen Rechner zu verschaffen, unterschiedliche<br />
Quantencomputer-Plattformen miteinander<br />
verbinden zu können oder verschränkte<br />
Qubits zur sicheren Verschlüsselung sensibler Daten<br />
nutzbar zu machen, treibt ein internationales<br />
Team unter Leitung des QuTech im niederländischen<br />
Delft die Entwicklung so genannter »MetropolitanScaleQuantumNetworks«voran.Dieseaus<br />
technischenGründenbishernurlokaloderregional<br />
umsetzbaren Netzwerke gelten als Keimzellen des<br />
Quanten-InternetsderZukunft.<br />
FürLangstreckenverbindungenfehlenRepeater,die<br />
die von Einzelphotonen übertragenen Signale verstärken,<br />
ohne die Quantenverschränkung zu lösen.<br />
Simples Klonen der Photonen wie im herkömmlichen<br />
Übertragungsnetzen scheidet aufgrund der<br />
GesetzmäßigkeitenderQuantenphysikaus.<br />
Spitzenforschung auf dem<br />
Weg in die Anwendung<br />
Dennoch konnte das Forschungsteam um Ronald<br />
Hanson vom QuTech – hinter dem die TU Delft<br />
unddieForschungsgesellschaftTNOstehen–kürzlich<br />
einen Durchbruch melden. Es hat zwei QuantencomputerinDelftundDenHaagmit25kmunterirdischer<br />
Glasfaser verbunden und konnte darüber<br />
reproduzierbar den Zustand so genannter<br />
Quantenverschränkungerzeugen.<br />
Hintergrund:VerschränkteQuantennehmeneinen<br />
gemeinsamen Quantenzustand ein und halten diesen<br />
auch über räumliche Trennungen hinweg aufrecht.AlbertEinsteinspracheinstvoneiner»spukhaftenFernwirkung«.<br />
InDelftwirddieseVerschränkungmitEinzelphotonenerzeugt,dievonQubitsindenNetzwerkknoten<br />
emittiertwerden.BeidenQubits–sogenannteDiamant-Spin-Qubits<br />
– handelt es sich um den im<br />
Kristallgitter künstlicher Diamanten eingefangenen<br />
Spin einzelner Elektronen. Präziser: Er wird in gezielteingebrachtenStickstoff-Fehlstellen(NV-Zentren)<br />
gefangen, dort mit Mikrowellensignalen und<br />
Magnetfeldern kontrolliert und lässt sich per Laser<br />
auslesen.DasAuslesenresultiertinderEmissioneinesPhotonsmit637nmWellenlänge,dasdieInformation<br />
über den Zustand des Qubits trägt und<br />
transportierenkann.<br />
Eine der zentralen Aufgaben ist es, die in alle Richtungen<br />
und jenseits üblicher Telekomwellenlängen<br />
emittierten Photonen effizient und rauscharm in<br />
dieGlasfaserzuleiten.Hierzunutztmaneinespezifischgeformte,direktindenDiamantchipintegrierte<br />
Optik und einen nahezu rauschfreien Quantenfrequenzkonverter,dendasILTentwickelthat.<br />
Doch es gab viele weitere Herausforderungen, so<br />
die Stabilität der Verbindung, die über die 25 km<br />
124<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
lange Glasfaser Genauigkeiten in Größenordnung<br />
einer Wellenlänge der Photonen einhalten muss;<br />
das ist mit der Aufgabe vergleichbar, den Abstand<br />
zwischenderErdeunddemMondaufwenigeMillimetergenaukonstantzuhalten.<br />
Lösbar war all das nur im Zusammenspiel von Forschung<br />
und angewandter Technik. Neben QuTech<br />
unddemFraunhoferILTwarenderniederländische<br />
Timing-Hardware-Spezialist OPNT, Element6 als<br />
Anbieter synthetischer Diamanten und Qubit-Chip-<br />
SubstratensowiedieTopticaPhotonicsalsSpezialist<br />
fürhochstabileLaserandemProjektbeteiligt.<br />
Erster deutscher Quanteninternetknoten<br />
entsteht in Aachen<br />
DieKooperationhatnebenderVerbindungzwischen<br />
Den Haag und Delft mittlerweile mit Mitteln aus<br />
dem nordrhein-westfälischen Förderprojekt N-Quik<br />
einenweiteren,aufBasisdergesammeltenErfahrungenoptimiertenQuanteninternetknotenrealisiert.<br />
Das TNO und das ILT haben das Design so überarbeitet,<br />
dass nun einzelne Komponenten im Testbetrieb<br />
leichter austauschbar sind. Zudem hat das ILT<br />
optischeBaugruppenbeigesteuert.NachderMontageundeinerTestbetriebsphaseinklusiveseinerCharakterisierungbeiTNOhatderKnotenMitteJanuar<br />
denWegnachAachengefunden.<br />
SchonwährenddesAufbausundderTestphasewaren<br />
Forschende des Fraunhofer ILT aktiv beteiligt<br />
und wurden im Rahmen des niederländisch-deutschen<br />
Technologietransfers von ihren TNO-KollegenfürdenBetriebdesSystemsgeschult.Demontage<br />
und Aufbau werden das gewonnene Know-how<br />
vertiefen.AufdieserBasiswerdensiedenNetzknoten<br />
in Aachen betreiben, systematisch weiterentwickeln<br />
und photonische Komponenten optimieren<br />
sowie nach und nach erste ›Metropolitan Scale<br />
QuantumNetworks‹inNRWetablieren.<br />
Dr. Bernd Jungbluth leitet das strategische Programm<br />
Quantentechnologien am Fraunhofer ILT.<br />
Zugleich ist er Koordinator der Quanten-Roadmap<br />
3<br />
NRW, die dem Aufbau von Quantennetzen hohe<br />
strategische Bedeutung beimisst. Deren Potenzial<br />
geht laut Dr. Jungbluth über die Verschlüsselung<br />
per Quantum Key Distribution (QKD) hinaus: »In<br />
unserer Vision werden Metropolitan Scale Quantum<br />
Networks sehr leistungsfähige, sichere Verbindungen<br />
zwischen Quantencomputern sowie zwischenQuantensensorenermöglichen.«<br />
Anwendungen wie das Distributed Quantum Computingseiendenkbar,dasmehrereRechnerzueinem<br />
Quantensystemverschaltet,umderenKapazitätund<br />
Performance schnell zu skalieren. Auch in Hinblick<br />
auf sichere Remote-Zugriffe auf die anfangs nur begrenzt<br />
verfügbaren Quantencomputer seien Quantennetzwerke<br />
wichtig. Beides könnte demnächst in<br />
FormeinerVerbindungvomAachenerKnotenzum<br />
Helmholtz Quantum Center auf dem Quantencampus<br />
Jülich konkret werden. Auch die Anbindung an<br />
das Backbone eines zentralen deutschen TestnetzwerksinBonnistlautJungbluthangedacht.<br />
3 Im NRW-Förderprojekt N-QUIK haben das TNO und des Fraunhofer ILT ihre<br />
enge Zusammenarbeit vertieft. Ihr optimierter Netzwerkknoten für das Quanteninternet<br />
der Zukunft wird in Aachen als Testfeld und Knotenpunkt für erste<br />
»Metropolitan Scale Quantum Networks« dienen.<br />
2<br />
1 Herzstück des Quanteninternetknotens ist ein Zuchtdiamant mit gezielt eingebrachten<br />
StickstoffFehlstellen (NV-Zentren). Er emittiert Einzelphotonen, die die<br />
Information über den Zustand des Qubits tragen und transportieren können.<br />
2 Für die gemeinsame Demontage des Knotens in Delft brauchten die Teams von<br />
TNO und Fraunhofer ILT detaillierte Systemkenntnis – und Fingerspitzengefühl.<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen / Ralf Baumgarten<br />
NachundnachkönntensoweitereForschungs-und<br />
Industriestandorte in der Region, ganz NRW und<br />
mit zunehmender technologischer Reife bundesweit<br />
angebundenwerden.Dafürgiltes,diedurchdas»No<br />
Cloning Theorem« begründete Repeater-Problematik<br />
zu lösen. Sie steht einem weitläufigen grenzüberschreitendenQuanteninternetderZukunftentgegen.<br />
»Wir möchten diese Zukunftstechnologie in NRW<br />
vorantreiben und dabei unsere Standortvorteile nutzen:EsgibtimLandeinehervorragendeFach-CommunityausderWissenschaftundIndustrie,einebreiteBasisanpotenziellenAnwendernsowiekurzeWege<br />
in den Metropolregionen – und nicht zu vergessen:unserezentraleLageinEuropa.DasQuanteninternet<br />
kann von hier aus in alle Richtungen wachsen«,erklärtJungbluth.<br />
DiesistaucheinederKernbotschafteneinesaktuellenPositionspapiers,dasrund200FachleuteimZugedesNRW-Roadmapping-Prozesseserarbeitethaben.<br />
In zahlreichen Workshops und Diskussionen<br />
nahmensieimLaufedesJahres2024einePositionsbestimmung<br />
vor, die unmittelbar auf der wissenschaftlichenundindustriellenPraxisgründet–und<br />
derPolitikrealisierbareVisionenfüreinenAufbruch<br />
ins»QuantentechnologielandNRW«liefert.<br />
Koordinator Jungbluth zieht ein optimistisches Fazit:»Wirsindunseinig,dassesgemeinschaftlichgenutzter<br />
Infrastrukturen und Testfelder bedarf, damit<br />
Akteure aus der Industrie und Forschung die<br />
Entwicklung,ErprobungundkonkreteAnwendung<br />
quantentechnologischerHardundSoftwaregemeinsam<br />
vorantreiben können. Dank seiner zentralen<br />
LageinEuropaundderdichtbesiedeltenMetropolregionenmitkurzenWegenhältNRWalleTrümpfe<br />
in der Hand«, erklärt er. Mit der Einrichtung des<br />
Quanteninternetknotens in Aachen sei bereits ein<br />
erster Meilenstein der skizzierten Roadmap erreicht.<br />
© Fraunhofer ILT, Aachen / Ralf Baumgarten<br />
www.ilt.fraunhofer.de<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
125
SCIENCE<br />
Steuerungen<br />
Maschinelles<br />
Lernen per<br />
Quantenrechner<br />
DAS IM DEZEMBER 2024 ausgelaufene Verbundforschungsprojekt AutoQML des<br />
BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) bringt MachineLearning (ML)<br />
und Quantumcomputing (QC) zusammen. In diesem Rahmen wollte Trumpf die<br />
Blechbearbeitung durch eine Laserschneidmaschine optimieren.<br />
DieimRahmendesFörderprojektsentwi-<br />
ckelten QML-Algorithmen (quantum<br />
based machine learning) sollen diese<br />
Automatisierung ermöglichen, damit<br />
Entwickler ohne spezifisches Fachwissen optimale<br />
ML-Modelle erstellen können. Neben dem Fraunhofer-IAO<br />
beteiligten sich die Unternehmen GFT<br />
Integrated Systems, USU Software, IAV, KEB Automation,<br />
Trumpf Werkzeugmaschinen und ZeppelinamProjekt.<br />
Ziel von Trumpf war es, die Blechbearbeitung<br />
durch eine Laserschneidmaschine zu optimieren:<br />
Eine Blechplatine liegt auf den Stützstangen einer<br />
Palette; hat der Laser den Schnitt umrundet, kann<br />
je nachdem, wie das ausgeschnittene Teil auf den<br />
darunterliegenden Stangen liegt, der Prozessgasdruck<br />
das Teil zum Kippen bringen, was den<br />
Schneidkopfbeschädigenkann.ObdieseTeilekippen,hängtvonderPositionderAuflagestangenab.<br />
Um das automatisch zu prüfen, muss eine Kamera<br />
mittelsKI(KünstlicheIntelligenz)dieStangenund<br />
derenLageerkennen.<br />
Um Größenordnungen schnelller<br />
Das Erstellen von Machine Learning (ML)-Anwendungen<br />
ist komplex, und die Entwicklung erfolgtineinemiterativenProzess.Bisherführendie<br />
ExperteneinenGroßteildieserArbeitmanuellaus,<br />
was entsprechend zeit- und kostenintensiv ist.<br />
BeimQuantencomputing(QC)erfolgtdasEntwerfenundAnpassenvonQuantenalgorithmensowie<br />
das Testen verschiedener Parametrisierungen normalerweiseebenfallsiterativdurchhochqualifizierte<br />
Experten. Aber im Bereich von QML verspricht<br />
die Quanteninformatik, bestimmte Probleme um<br />
Größenordnungenschnellerzulösenalsklassische<br />
Computer.<br />
Das Einführen von ML-Lösungen ist für UnternehmennochmithohemArbeitsaufwandverbun-<br />
den.DasProjektAutoQMLunterstütztEntwickeln-<br />
de ohne tiefgehende ML-Expertise dabei, die gängigen<br />
Probleme mit dynamischen ML-Methoden<br />
zulösen.InsbesonderedieAuswahlderkonkreten<br />
ML-Algorithmenwirdautomatisiert.Darüberhinaus<br />
bietet Quantencomputing die für AutoML<br />
häufigbenötigteRechenleistungundSchnelligkeit.<br />
1 Je nach Lage des<br />
ausgeschnittenen Teils<br />
auf den darunterliegenden<br />
Rosten kann der<br />
Prozessgasdruck das Teil<br />
zum Kippen bringen, was<br />
den Schneidkopf beschädigen<br />
kann. Simulation<br />
mit Quantenrechnern<br />
kann das rechtzeitig<br />
erkennen und verhindern.<br />
2 Der Vorbereitungsaufwand<br />
für QML ist enorm<br />
und für KMU nicht zu<br />
leisten. Die im Verbundprojekt<br />
AutoQML ent -<br />
wickelten automatisierten<br />
Tools werden daher als<br />
kostenlose Open-Source-<br />
Lösungen angeboten.<br />
1<br />
Schätzungsweise zehn Jahre<br />
von ML über QML bis AutoQML<br />
Das Hauptziel im Projekt ist die Erstellung eines<br />
Softwarepakets in Form einer Toolbox in der Programmiersprache<br />
Python, um aus einem gegebenen<br />
Anwenderproblem die Erstellung von SchaltungenunddereneffizienteÜbertragungaufnoch<br />
zu spezifizierende Quantencomputer zu erleichtern.<br />
Die robuste Softwarebibliothek soll die<br />
SchaltkreisefürmaschinellesQuantenlernenautomatisch<br />
übertragen und die Qubits jeder Schaltung<br />
einem geeigneten Quanten-Backend zuordnen.<br />
DieForschersindsichsicher,dassQuantencomputing<br />
in Zukunft neue und bessere Lösungen für<br />
diese und viele weitere Probleme im industriellen<br />
Kontext ermöglichen. „Bis zum vollen Einsatz von<br />
ML hat es gut 20 Jahre gebraucht, und kein Jahr<br />
war verschwendet. Jetzt ist man am nächsten<br />
Schritt,vonMLüberQMLzuAutoQMLzugehen,<br />
und das wird nach Meinung der Fachleute auch<br />
gute zehn Jahre dauern, denn es fehlt noch an der<br />
optimalen Hardware und Software. Aber im Verbundforschungsprojekt<br />
AutoQM sollen jetzt die<br />
Voraussetzungen geschaffen werden, dass sich<br />
auch Leute ohne tiefes Fachwissen aus den Modulen<br />
einer Framework-Bibliothek ihre Werkzeuge<br />
zusammensetzen können, für ein sicheres schnel-<br />
© Trumpf<br />
126<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
Stoppt derzeit eine<br />
Laserschneidanlage<br />
noch für eine wenige<br />
Sekunden dauernde<br />
Prüfung, reichen QML<br />
Hundertstelsekunden.<br />
© Trumpf<br />
les ML, das in Echtzeit agiert“, so Dr. Florian<br />
Knäble vom Bereich Quantencomputing des<br />
FraunhoferIAO.<br />
WegendesfundamentalenUnterschiedsderInformationvonBitsundQubitsmüssenhierdieDaten<br />
aus einem klassischen System in ein Quantensystem<br />
überführt und nach der Berechnung zurück<br />
transformiert werden, was Zeit kostet. Aber durch<br />
die Superposition von Qubits kann ein Quantencomputer<br />
alle potenziellen Lösungen parallel untersuchen,<br />
was die Rechenzeit gegenüber einer<br />
klassischenBerechnungdeutlichbeschleunigt.<br />
Momentan umfassen Quantencomputer nur wenige<br />
Qubits und sind anfällig für Fehler. Um trotzdemRechnungendurchzuführen,setztmanklassischeComputerundQuantencomputergemeinsam<br />
ein.Dabeinutztmanaus,dasskomplexeGegebenheiten<br />
sich oft nicht direkt berechnen lassen, aber<br />
2<br />
über Simulationen lösbar sind. Die Idee ist daher,<br />
auf einem Quantencomputer zu simulieren und<br />
anschließend mit einem klassischen Verfahren die<br />
QualitätderSimulationzubeurteilen.<br />
Heute ist QML so gut wie ML und es wird noch<br />
Jahre dauern, bis QML deutlich besser ist als ML.<br />
Aber das Warten lohnt sich. Deshalb werden bis<br />
Trumpf die Ergebnisse aus dem gegenwärtigen<br />
Projektnutzenkann,wohlnocheinigeJahrevergehen.„AbermanhatjetztdenBeweis,dassesfunktioniert“,<br />
freut sich Dr. Florian Knäble. Generell<br />
gilt,dasssichQCgutentwickeltunddieLösungen<br />
immerschnellerwerden.<br />
Tools als Open-Source-Lösung<br />
Die hier entwickelten automatisierten Tools werden<br />
als kostenlose Open-Source-Lösung angeboten<br />
und bieten auch kleinen Unternehmen einen<br />
© Fraunhofer IAO<br />
einfachen Zugang zum QC. Die hier entwickelten<br />
automatisierten Tools werden als kostenlose<br />
Open-Source-Lösung angeboten und bieten auch<br />
kleinen Unternehmen einen einfachen Zugang<br />
zumQC.<br />
„So will AutoQML die Lücke zwischen QML-Forschung<br />
und industrieller Anwendung schließen,<br />
indemesdenEinsatzmodernsterQML-Methoden<br />
automatisiert. AutoQML nutzt die Grundlage einerkonventionellenAutoML-Bibliothekundkann<br />
sowohl QML als auch traditionelle ML nahtlos integrieren.<br />
Folglich gehen wir davon aus, dass sich<br />
QML mit zunehmender technologischer Reife als<br />
die bevorzugte Wahl für bestimmte Anwendungsfälle<br />
herausstellen wird. Dies gilt selbst dann,<br />
wenn die traditionelle ML die meisten der bestehenden<br />
QML-Alternativen heute übertrifft“, erwartetDr.FlorianKnäble.<br />
Schneiden ohne „Denkpause“<br />
Momentan stoppt die Laserschneidanlage für eine<br />
wenige Sekunden dauernde Prüfung, QML reichen<br />
Hundertstelsekunden zur Prüfung. Aber<br />
TrumpfstrebthierEchtzeitan.<br />
„AutoQMLerlaubtuns,dieInteressenfelderQuantencomputing<br />
und KI zu verbinden und auf beidenGebietenneueErfahrungenundErkenntnisse<br />
zugewinnen.InsbesondereliefertdasProjekteine<br />
Bewertung,wasnachaktuellemStandderTechnik<br />
mit QML-Methoden und heutiger Quantenhardware<br />
möglich ist und wo zukünftig relevante Anwendungsbeispiele<br />
für Trumpf liegen könnten.<br />
NichtzuletztbietetdasProjektdenperfektenRahmen<br />
zum Austausch mit führenden Forschungseinrichtungen<br />
und Unternehmen“, freut sich Dr.<br />
DanielBasilewitsch,ProjektleiterbeiTrumpf.<br />
www.trumpf.com<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
127
Produkte Innovationen<br />
und Trends<br />
© Zeltwanger<br />
© Wenglor<br />
ADAPTIVE BEÖLUNG FÜR WELLRIPPENWALZMASCHINEN<br />
LAMELLENWÄRMETAUSCHER werden unter anderem in Gebäudeheizungen,<br />
Klimaanlagen oder in den Produktionsanlagen<br />
vieler Industrien eingesetzt. Auf Wellrippenwalzmaschinen erzeugen<br />
besondere Walzwerkzeuge die typische wellenartige<br />
Kontur. Für eine lange Lebensdauer der Walzen ist Schmieröl<br />
aufzutragen. Zeltwanger hat dazu eine eigene Maschine entwickelt:<br />
Zwei einstellbare Zerstäuberdüsen besprühen das Band<br />
von beiden Seiten. Die Tübinger Experten stellen die Düsen auf<br />
das vorhandene Öl (Viskosität, Dichte) präzise ein. Der Anwender<br />
bekommt also eine justierte Anlage an die Hand. Zudem<br />
passt die Beölungseinheit Sprühbreite und Ölmenge automatisch<br />
an die gespeicherte Bandbreite und die aktuelle Geschwindigkeit<br />
an, um eine gleichmäßige Beschichtung zu gewährleisten.<br />
www.zeltwanger.de<br />
NEUE NETZWERK- UND FELDBUSKOMPONENTEN<br />
MIT NEUEN IO-Link-Mastern, IO-Link-Hubs und einem IO-Link-<br />
Konverter hat Wenglor aus Tettnang das Portfolio im Bereich<br />
Anschluss- und Netzwerktechnik erweitert. Die angebotene,<br />
umfassende IO-Link-Systemlösung bietet individuell zugeschnittene<br />
Industrial Communication für Sensoren mit IO-Link.<br />
Dies ermöglicht eine direkte und störungsfreie Kommunikation<br />
zwischen Maschinen und Steuerungssystemen, wodurch Prozessdaten<br />
überwacht und optimiert werden können. Mit IO-Link<br />
werden laut Wenglor schnelle Datenübertragung, flexible Anpassung<br />
und einfache Integration in bestehende Netzwerke<br />
garantiert. Der in drei Varianten verfügbare IO-Link-Master ist<br />
durch die Cloud-Anbindung IIoT-ready und ermöglicht eine<br />
ortsunabhängige Systemüberwachung.<br />
www.wenglor.com<br />
INLINE-ÜBERWACHUNGS- UND -SCHWEISSSYSTEM<br />
FÜR HOCHGESCHWINDIGKEITS-STANZMASCHINEN<br />
PLATZSPARENDE LINIE ZUM FORMHÄRTEN GROSSER<br />
BAUTEILE<br />
EINE LÄNGE bis 45 Meter erreichen konventionelle Rollenherdöfen,<br />
damit sich große Bauteile wie Seitenwände oder Bodengruppen<br />
mittels Warmumformung wirtschaftlich herstellen lassen.<br />
BSN Thermprozesstechnik und Schuler haben nun einen<br />
kompakten Rotationsofen entwickelt, der sowohl Platz als auch<br />
Energie einspart, einfach zu warten ist und für eine wiederholgenaue<br />
Temperatur der erwärmten Teile sorgt. Jede Temperaturabweichung<br />
könnte zu Ungenauigkeiten und damit zu Problemen<br />
bei der Montage führen. Mit 14 Metern Länge inklusive<br />
Beladeeinheit und Zentrierung, 6 Metern Breite inklusive Heizung<br />
und Antriebe sowie 7 Metern Höhe benötigt der kompakte<br />
Rotationsofen von Schuler und BSN nur rund ein Viertel des<br />
Platzes gegenüber einem herkömmlichen Rollenherdofen. Die<br />
minimale Zykluszeit pro Teil beträgt zwölf Sekunden. Pro Jahr<br />
kann der Ofen, der sowohl elektrisch als auch mit Gas läuft,<br />
rund 1200 Megawattstunden an Energie einsparen.<br />
www.schulergroup.com<br />
© Schuler<br />
IN GRAFENAU im Bayerischen Wald ist Nidec SYS Deutschland<br />
angesiedelt. Das Unterenehmen bietet umfassende, schlüsselfertige<br />
Lösungen auf den Gebieten Hochgeschwindigkeits-Servovorschübe,<br />
Spindelpressen, Automatisierung, integrierte<br />
Steuerungen mit Produktionsmanagement- und Überwachungssoftware<br />
auf dem neuesten Stand sowie die Wiederaufbereitung<br />
von Hochgeschwindigkeitspressen an.<br />
Auf der Euroblech 2024 in Hannover stellte Nidec SYS das neue<br />
„In-line Vision and Weld System“ vor. Dieses kompakte, eigenständige<br />
Qualitätskontrollsystem wird zwischen die Stanzpresse<br />
und den Coilaufwickler gereiht. Die Zelle erkennt während der<br />
Produktion Fehlkontakte und fügt das Trägerband unterbrechungsfrei<br />
zusammen, ohne die Presse zu stoppen. Der<br />
Schweißprozess wird<br />
durch eine Schlaufe<br />
außerhalb der Zelle<br />
vom Hubtakt entkoppelt<br />
und durch einen<br />
Laser-Abstandssensor<br />
überwacht.<br />
Diese Anlage wurde<br />
auf der Micronora-<br />
Messe im burgundischen<br />
Besançon im<br />
Jahre 2024 mit dem<br />
Micron d’Argent ausgezeichnet.<br />
www.nidecpa.com<br />
© Nidec<br />
128<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
FINDEX<br />
Menschen, Unternehmen, Inserenten<br />
IMPRESSUM<br />
MENSCHEN<br />
Amada, Isamu 105<br />
Aprogaus, Peter 57<br />
Aufreiter, Christian 114<br />
Baarman, Magnus 28<br />
Basilewitsch, Dr. Daniel 127<br />
Behringer, August 117<br />
Berger, Thomas 83<br />
Bose-Munde, Annedore 53<br />
Brandt, Willy 66<br />
Brockmann, Dr. Rüdiger 8<br />
Brown, Andrew 13<br />
Caruso, Giuseppe 79<br />
Christoph, Dr. Ralf 21<br />
Clugsch, Benedikt 73, 77, 95<br />
De Bruyne, Peter 47<br />
Deininger, Ralf 55<br />
Dripke, Dr. Caren 8<br />
Ebert, Dr. Peter 21<br />
Effenberger, Dr. Ira 21<br />
Eigenblut, Timo 55<br />
Eisele, Jörg 87<br />
Ejma, Marcin 72<br />
Fecht, Nikoaus 13<br />
Finus, Frauke 53<br />
Flatken, Ulrich 11<br />
Friedl, Reinhard 106<br />
Funke, Julius 123<br />
Gall, Martin 64<br />
Gast, Elke 57<br />
Gast, Peter 57<br />
Giesler, Knut 6<br />
Grimm, Dennis 6<br />
Grimmig, Tobias 56<br />
Guirgues, Manuella 123<br />
Gorashiya, Murji Harji 32<br />
Gorashiya, Rupesh 33<br />
Güzel, Ali 6<br />
Hannig, Werner 130<br />
Hanson, Ronald 124<br />
Henne, Ilse 6<br />
Herdin, Nicolas 46<br />
Hermann, Roland 96<br />
Herz, Guido 55<br />
Herz, Maximilian 55<br />
Hoß, Meike 76<br />
Jacobs, Bernhard 10<br />
Jakob, Thomas 100<br />
Jaroni, Dr.-Ing. Marie 6<br />
Jerzembeck, Jens 110<br />
Jungbluth, Dr. Bernd 125<br />
Kirschner, Reiner 9<br />
Klein, Dr. Sarah 68<br />
Kleinpaß, Christina 110<br />
Knäble, Dr. Florian 127<br />
Knauer, Georg 53<br />
Kouwenbergh, Joost 38<br />
Kratzsch, Matthias 11<br />
Krauss, Leonard 61<br />
Krause, Andrea 42<br />
Krause, Volker 6<br />
Kremer, Josef 51<br />
Kühberger, Christian 106<br />
Kuhlenkamp, Sebastian 16<br />
Kunz, Harald 55<br />
Kurth,Robin 52<br />
Ledermann, Jakob 11<br />
Lenhard, Chrisoph 59<br />
Levavasseur, Eugène 42<br />
Lindenblatt, Michael 16<br />
Maier, Juri 54<br />
Mertens,Alexander 77<br />
Messer, Karl Christian 8<br />
Mikulina, Igor 110<br />
Mosser, Jörg 116<br />
Münchhof, Dr. Marco 84<br />
Mundhenke, Max 13<br />
Narr, Dr. Claus 6<br />
Natarajan, Sathishkumar 123<br />
Nittka, Timo 22<br />
Peters, Louisa 74<br />
Petri, Peter 51<br />
Pfaff, Christian 61<br />
Pfaff, Georg 60<br />
Pflüger, Thomas 96<br />
Philipp, Dr. Jürgen 66<br />
Püskens, Sonja 6<br />
Raiser, Dr. Elmar 118<br />
Raiser, Klaus 119<br />
Reuswich, Eduard 15<br />
Rieker, Stefanie 90<br />
Rocktäschel, Pascal 36<br />
Rosa, Riccardo 9<br />
Ryfisch, Daniel 7<br />
Schake, Gerald 78<br />
Schall, Bettina 21, 53<br />
Schamberger, Jens 57<br />
Scheiffele, Eberhard 25<br />
Schmalz, Dr. Kurt 92<br />
Schober, Martin 90<br />
Schöneborn, Michael 76<br />
Schotten, Detlef 6<br />
Schürstedt, Dirk 35<br />
Schwabe, Benjamin 25<br />
Schwarz, Florian 21<br />
Sebastian, Oliver Elias 84<br />
Sedlmaier, Maximilian 63<br />
Semsch, Norbert 109<br />
Shatilla, Richard 23<br />
Staib, Fabian 75<br />
Staudinger, Ingo 116<br />
Sterionow, Dr. Peter 104<br />
Stollenwerk, Dr. Jochen 69<br />
Thomma, Dr. Markus 62<br />
Thoss, Dr. Andreas 13<br />
Ullmann, Dr. Christoph 6<br />
Ulrich, Jörg 80<br />
Utz, Erich 53<br />
Vietmeyer, Christian 11<br />
Volk, Prof. Dr.-Ing. Wolfram 12<br />
Volkhausen, Dr. Wolfgang 66<br />
Wagner, Christine 115<br />
Weigmann, Dr. Uwe-Peter 86<br />
Wilkesmann, Harald 54<br />
Wimmer, Gerhard 115<br />
Witzenmann, Heinrich 42<br />
Wöllmer, Heinz 53<br />
Wojek, Dr. Christian 21<br />
Würker, Jörg 35<br />
Yamauchi, Kazuyuki 113<br />
Yilmaz, Serhat Volkan 95<br />
Zecha, Stefan 9<br />
Zecha, Yannik 9<br />
Zinke, Andreas 6<br />
UNTERNEHMEN<br />
Accurpress 32<br />
ACP 42<br />
Air Liquide 109<br />
Alfred Wagner 114<br />
Amada 32, 113<br />
Andritz 8, 67<br />
AP&T 28<br />
ArcelorMittal 29<br />
Arnold Umformtechnik 100<br />
Arpogaus 56<br />
August-Thyssen-Hütte 66<br />
AutoForm 42<br />
Behringer 117<br />
Benteler 14<br />
Biax 15<br />
Bihler 67<br />
Binder 56<br />
Blackbird 8, 71<br />
BLM 6, 78<br />
BMW 11<br />
Bosch Rexroth 30, 58<br />
Bruderer 67<br />
BSN 128<br />
Bystronic 32<br />
Craemer 67<br />
Cognex 58<br />
Comau 48<br />
Conti Temic Microelectronic 48<br />
Data M 63<br />
Dell 111<br />
DIN Deutsches Inst. f. Normung 48<br />
DVS 64<br />
Eagle Lasers 72<br />
ECI-Mechatronics 48<br />
Eckelmann 48<br />
Element6 125<br />
EVT 18<br />
EWM 25, 99<br />
FairXperts 7, 46<br />
Flughafen Leipzig-Halle 11<br />
FVN 51<br />
Gerber 67<br />
Gorasia Industries 32<br />
Grobblech 6<br />
GVK 29<br />
Helmholtz Quantum Center 73<br />
Hirschvogel 11<br />
HydrogenPro 8<br />
Hypertherm 7<br />
IAO 126<br />
IBU 8<br />
ILT 68, 122, 124<br />
Intel 111<br />
Intrasoft International 48<br />
Institut Mines-Télécom 48<br />
Ionos 111<br />
IWU 52<br />
Kohler 32<br />
Kramski 64<br />
Lantek 56<br />
Laserline 6, 70<br />
Libya United Steel 9<br />
Lissmac 34<br />
LMC 104<br />
LMS 48<br />
Lukas-Erzett 44<br />
MBI 48<br />
Messe Düsseldorf 7<br />
Messe Essen 7, 8, 110<br />
Messer Cutting Systems 114<br />
Microstep 106<br />
MTS 48<br />
Nidec 128<br />
OPNT 125<br />
Philoneos 11<br />
Polyrix 23<br />
Porsche 11<br />
Q-Fin 38<br />
Quaker 47<br />
Raiser 118<br />
RAS 83<br />
RWTH Aachen 6<br />
Salvagnini 32<br />
Salzgitter 7, 8<br />
Sanyo Seisakusho 113<br />
SAP 54<br />
SBTi 67<br />
Scanlab 71<br />
Schake 78<br />
Schall 20, 52<br />
Scheidt & Bachmann 34<br />
Schmalz 92<br />
Schoeller 76, 130<br />
Schuler 128<br />
Siegmund 82<br />
Siemens 6, 98<br />
SMS 7, 9<br />
Spie Photonics 13<br />
Stampack 64<br />
STF 106<br />
Stopa 35<br />
Surplex 48<br />
Tekmaksan 94<br />
Teqram 40<br />
Thyssenkrupp Steel 8, 9, 51, 66<br />
Timesavers 32<br />
TNO 124<br />
Toptica Photonics 125<br />
Tosyali Sulb Steel 9<br />
Trumpf 7, 34, 52, 74, 75, 90, 126<br />
TU Delft 124<br />
TU München 12, 48<br />
Ucimu 9<br />
Wafios 86<br />
Wenglor 128<br />
Wesoba 60<br />
Wicam 54<br />
Winset 104<br />
Witzenmann 42<br />
WSM 9<br />
Yaghma 48<br />
Yaskawa 96<br />
Zeiss 14<br />
Zeltwanger 128<br />
Zinser 57<br />
ZwickRoell 22<br />
INSERENTEN<br />
Aida 2<br />
Autoform 7<br />
Behringer 49<br />
Daetwyler 89<br />
Eligius Publishing 49, 132<br />
Fladder 11<br />
Fuchs 47<br />
Göcke 39<br />
GSW Schwabe 31<br />
Hussmann 77<br />
Kaysser 35<br />
Lissmac 45<br />
Lukas Erzett 19<br />
Messer Cutting Systems 105<br />
Migal.Co 19<br />
Schages 17<br />
Werucon 17<br />
Wicam 65<br />
Zeiss 1<br />
Zwick 17<br />
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Tel.: +39 02 4158056<br />
Schweiz<br />
Rico Dormann, Media Consultant Marketing<br />
Moosstr. 7. 8803 Rüschlikon<br />
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Spanien<br />
Consulting Eckart May, SL Mediamarketing<br />
Pza De Dugue De Midinaceli, 2-3° 1a<br />
08002 Barcelona<br />
Tel.: +34 934 126292<br />
Grafik<br />
Saskia Burghardt, Reinhard Reviol<br />
www.burghardt-grafik.de<br />
Herstellungsleitung<br />
Lutz Roloff<br />
Druck<br />
F&W Druck- und Mediencenter GmbH,<br />
Holzhauser Feld 2, 83361 Kienberg<br />
Abo-Service und Vertrieb<br />
ELIGIUS PUBLISHING<br />
Lutz Roloff<br />
Tel.: +49 172 7207957<br />
lutz.roloff@<strong>bbr</strong>.news<br />
Erscheinungsweise: 4 Ausgaben jährlich<br />
Druckauflage: 12.500<br />
Bezugspreis/Jahresabonnement:<br />
Inland € 66,– (inkl. MwSt, zzgl. Versandgebühren)<br />
Ausland € 66,– (zzgl. Versandgebühren)<br />
Einzelheft € 22,–<br />
Für Mitglieder im Industrieverband<br />
Blechumformung (IBU) sind die Bezugsgebühren<br />
2023 im Jahresbeitrag inbegriffen.<br />
Angeschlossen der Informations -<br />
gemeinschaft zur Feststellung der<br />
Verbreitung von Werbeträgern (IVW)<br />
tvAe Qu. I/2022: 12.131<br />
Nachdruck nur mit Genehmigung des<br />
Verlages unter ausführlicher Quellenangabe gestattet.<br />
Gezeichnete Artikel geben nicht unbedingt die<br />
Meinung der Redaktion wieder. Für unverlangt<br />
eingesandte Manuskripte haftet der Verlag nicht.<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong><br />
129
Undwas planenSie?<br />
„Wasserstoffversprödung<br />
in Edelstahl: Normen und Standards<br />
sind entscheidend.“<br />
DER EINSATZ VON WASSERSTOFF erfordert Messmethoden und Bewertungskriterien für Materia -<br />
lien sowie internationale Normen und Standards. Das bestehende technische Regelwerk muss dafür teilweise<br />
überarbeitet und ergänzt werden. Was das für die Stahl- und stahlverarbeitende Industrie bedeutet, fasst<br />
Werner Hannig in einem Interview zusammen.<br />
Wie bewerten Sie den Status Quo bei der<br />
H 2 -Normung?<br />
Beim industriellen Hochlauf von H 2 -Technologien<br />
befinden wir uns noch im Projektstatus. Das betrifft<br />
insbesondere die Normung. Diese ist für uns wichtig,<br />
denn unsere Produkte werden in allen mobilen,<br />
stationären und industriellen H 2 -Anwendungen<br />
eingesetzt. Ohne Standards funktioniert das Zusammenspiel<br />
in der Liefer- und Wertschöpfungskette<br />
nicht reibungslos und alle Beteiligten bewegen sich<br />
in einem Graubereich, vor allem hinsichtlich Kompatibilität,<br />
Werkstoffqualität und Haftung.<br />
Warum benötigt man für den<br />
Wasserstoffeinsatz neue Vorgaben?<br />
Als kleinstes Atom kann sich Wasserstoff in den<br />
Zwischengitterplätzen der Kristallstruktur von Stahl<br />
bewegen. Stahl besteht typischerweise aus einem<br />
ku bisch-raumzentrierten (Ferrit) oder kubisch-flächenzentrierten<br />
(Austenit) Gitter. Deren Hohl räu -<br />
me ermöglichen den H 2 -Molekülen, sich durch den<br />
Stahl zu bewegen. In der Folge kommt es zu Wasserstoffeinlagerungen<br />
im Gitter oder in Gefügefehl -<br />
stellen, zur bekannten „Wasserstoffversprödung“,<br />
die die mechanischen Eigenschaften des Metalls<br />
verändern und eine Reduzierung der Duktilität, also<br />
der Zähigkeit, verursachen kann. Hieraus resultieren<br />
Schädigungen wie Blasen- oder Porenbildung<br />
sowie Bauteilversagen durch Risse oder Brüche bei<br />
statischen oder dynamischen Belastungen. Man bedenke,<br />
dass der Standarddruck in Wasserstofftanks<br />
von Brennstoffzellenautos 700 bar beträgt!<br />
Welche Arten von Edelstahl reagieren wie<br />
auf Versprödung?<br />
Delta-Ferrit und α’-Martensit nehmen Wasserstoff<br />
auf. Der reichert sich im Gefüge an, führt zu einer<br />
Reduzierung der Duktilität und bei Belastung zu<br />
vorzeitigem Versagen. Ferritische NR-Stähle, etwa<br />
1.4510, 1.4512 und 1.4521, bestehen zu 100 Prozent<br />
aus einer Ferrit-Phase, über die sehr schnell Wasserstoff-Atome<br />
aufgenommen werden. Das führt zu einer<br />
ausgeprägten Sprödbruchneigung unter statischer<br />
oder dynamischer Belastung. Gleiches gilt für<br />
© XXX<br />
ZUR PERSON<br />
WERNER HANNIG ist Leiter Qualität &<br />
Entwicklung von Schoeller, einem europaweit<br />
führenden Hersteller geschweißter<br />
und gezogener Edelstahlrohre (ungefähr<br />
70.000 km/a). www.schoellerwerk.de<br />
martensitische NR-Stähle und etwas abgeschwächt<br />
auch für NR-Stähle mit Duplex-Gefüge.<br />
Höherlegierte, austenitische NR-Stähle wie 1.4401,<br />
1.4404 oder 1.4435 haben dagegen einen sehr niedrigen<br />
Delta-Ferrit-Gehalt und zeigen deswegen eine<br />
geringe Wasserstoffaufnahme und somit eine nur<br />
geringfügig reduzierte Duktilität. Durch Kaltumformung<br />
entsteht aber auch bei austenitischen NR-<br />
Stählen eine verspannte Gitterstruktur, die Martensit<br />
genannt wird. Dieser Gittertyp zeigt eine verstärkte<br />
Wasserstoffaufnahme, die ebenfalls zur Reduzierung<br />
der Zähigkeit führt.<br />
Welche Rolle spielen Legierungen<br />
bei der Wasserstoffversprödung?<br />
Grundsätzlich beeinflussen Legierungselemente die<br />
Diffusion und damit die Versprödung, indem sie<br />
die Gitterstruktur verändern oder Wasserstofffallen<br />
erzeugen: Austenit stabilisierende Legierungsbestandteile<br />
wie Ni reduzieren den Delta-Ferrit-Anteil,<br />
somit die Wasserstoffaufnahme und damit die<br />
Versprödungsanfälligkeit. Ferrit stabilisierende Bestandteile<br />
wie Cr, Mo oder Ti erhöhen hingegen die<br />
Anfälligkeit gegenüber einer Wasserstoffaufnahme.<br />
Die „Normungs-Roadmap“ erwähnt<br />
mehrere zu überarbeitende Regelwerke<br />
Gibt es Beispiele, an denen sich Ihre Branche<br />
übergangsweise orientieren kann?<br />
In dem für uns relevanten Bereich der Edelstahlverarbeitung<br />
gibt es derzeit nur eine US-Norm aus<br />
dem Bereich Mobilität, die zwei Kriterien beim Einsatz<br />
von Edelstahl klar definiert und Vorgaben zu<br />
den benötigten Gefügestrukturen macht. Bei dem<br />
Standard (SAE J2579) handelt sich um ein Regelwerk,<br />
das durch die globale Vereinigung Society of<br />
Automotive Engineers aufgesetzt wurde und sich<br />
auf den „Standard for Systems in Fuel Cell and<br />
other Hydrogen Vehicels“ konzentriert. Maßgebliche<br />
Kriterien sind spezifische Gefügestrukturen<br />
(Delta-Ferrit und α’-Martensit), die in austenitischen<br />
NR-Stählen auftreten können.<br />
Besitzt Schoeller mit seinem Know-how<br />
in der Stahlverarbeitung beim Thema<br />
Wasserstoff einen „USP“?<br />
Ja. Unser USP sind unser langjährig aufgebautes Expertenwissen<br />
sowie die in den letzten Jahren getätigten<br />
Investitionen in unsere Fertigungs- und Prüftechnologie.<br />
Wir verfügen über eine Auswahl geeigneter<br />
Prozesse und Technologien zur Herstellung<br />
wasserstoffgeeigneter Halbzeuge. Wir können je<br />
nach Produktapplikation nicht nur auf die Schmelzschweißtechnologien<br />
WIG und Laser zurückgreifen,<br />
sondern sind durch Nutzung unterschiedlicher<br />
Wärmebehandlungsverfahren auch in der Lage,<br />
über anwendungsspezifische Temperaturführung<br />
sowie Haltezeitenanpassung ausgewählte Gefügestrukturen<br />
einzustellen.<br />
130<br />
<strong>bbr</strong>.news Mai <strong>2025</strong>
THEMENVORSCHAU<br />
MESSEN AKTUELL<br />
SCHWEISSEN & SCHNEIDEN<br />
15. bis 19. September <strong>2025</strong><br />
EMO<br />
22. bis 27. September <strong>2025</strong><br />
Die Themen der September-Ausgabe <strong>2025</strong>!<br />
Flächen und Kanten<br />
– Abtragen, Entgraten<br />
– Reinigen, Beschichten, Veredeln<br />
– Schmieren, Beölen<br />
– Markieren, Beschriften<br />
Smart Factory, Automation<br />
– Industrie 4.0<br />
– Maschinen- und<br />
Anlagensteuerungen<br />
– Vernetzung, KI Planung<br />
– CAx, Simulation<br />
– Intralogistik<br />
– Roboter, Feeder<br />
– FTS, RBG<br />
– Handhabung<br />
Sicherheit, Ergonomie und Umwelt<br />
– Steuer- und Sicherheitstechnik<br />
– Arbeitsplatzgestaltung<br />
– Luftreinhaltung<br />
– Wiederverwertung, Entsorgung<br />
<strong>bbr</strong> FOKUS<br />
<strong>Rohre</strong>, Profile, Draht<br />
– Herstellung<br />
– Bearbeitungsmöglichkeiten<br />
– Veredelung<br />
– Werkzeuge<br />
Messe-Special Schweissen & Schneiden<br />
– Stanzen<br />
– Sägen<br />
– Wasserstrahlschneiden<br />
– Laserschweißen und -schneiden<br />
– Plasma- und Brennschneiden<br />
– Schweißen, Löten<br />
– Mechanisches Fügen<br />
– Kleben<br />
Harald Wilkesmann,<br />
Gründer von Wicam, hatte<br />
mit seiner Software enormen<br />
Einfluss auf den deutschen<br />
Maschinenbau. 36<br />
Dr. Jürgen Philipp<br />
wurde 1974 von der August-<br />
Thyssen-Hütte, heute Thyssenkrupp<br />
Steel, als erster Umweltbeauftragter<br />
eingesetzt. 68<br />
Standortvorteil<br />
ROBOTER übernehmen nicht nur monotone und ungesunde Tätigkeiten,<br />
sondern springen auch dort ein, wo menschliche Arbeitskraft rar und teuer ist.<br />
65. Jahrgang<br />
Heft 1 | <strong>2025</strong><br />
<strong>bbr</strong>.news<br />
DIE WICHTIGEN TERMINE!<br />
KONTAKT!<br />
FOKUS<br />
Redaktionsschluss: 01.08.<strong>2025</strong><br />
Anzeigenschluss: 08.08.<strong>2025</strong><br />
Erscheinungstermin: 08.09.<strong>2025</strong><br />
Lutz Roloff<br />
+49 711 2560015<br />
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Organ des IBU Industrieverband Blechumformung<br />
Wettbewerbsfähig in<br />
den Hochlohnländern<br />
Europas – flexible<br />
Automation macht<br />
es möglich. Ab<br />
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