2-2025
Fachzeitschrift für Medizintechnik-Produktion, Entwicklung, Distribution und Qualitätsmanagement
Fachzeitschrift für Medizintechnik-Produktion, Entwicklung, Distribution und Qualitätsmanagement
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FACHZEITSCHRIFT
FÜR MEDIZIN-TECHNIK
November MÄRZ/APRIL 2/2025 November-Dezemb8r JG. 17 1/2008
meditronicjournal
Aktivkühler in der Medizintechnik:
Effiziente Wärmeabfuhr
für Beatmungsgeräte
SEPA Europe, S. 6
MEHR ALS EINE MESSE
Information, Inspiration und Networking rund um die Entwicklung
und Herstellung von Medizintechnik
18.-19.2.2025
MedtecLIVE Innovation Expo
at MedtecSUMMIT 2025, Nürnberg,
Germany
24.- 27.6.2025
MedtecLIVE Healthtech Pavilion
at automatica/LASER World of
PHOTONICS 2025, München, Germany
5.-7.5.2026
Stuttgart, Germany 2026
ZENTRALE LEITMESSE IN EUROPA
FÜR DIE ENTWICKLUNG UND HER-
STELLUNG VON MEDIZINTECHNIK
365 Tage im
Jahr
MedtecLIVE Community
Führende Community-Plattform für die
europäische Healthtech- und Medtech-
Branche
BE PART OF IT!
Editorial
Lutz Schüle,
Geschäftsbereichsleiter Healthcare
ITK Engineering GmbH
www.itk-engineering.de
Fortschritt
mit Verantwortung
gestalten
Stellen Sie sich vor, Sie betreten einen OP-Saal. Anstelle von hektischem
Treiben und piependen Monitoren empfängt Sie eine ruhige, fast meditative
Atmosphäre. Der Chirurg steht vor einem hochmodernen robotischen
System und greift nach der Konsole. Sofort aktiviert sich das haptische
Feedback – eine Technologie, die ihm das Gefühl vermittelt, als würde
er direkt mit seinen Händen operieren. Dabei liegt sein Patient hunderte
Kilometer entfernt in einem vernetzten Hybrid-OP, ausgestattet mit einem
Präzisionsroboter, der über ein 5G-Netzwerk in Echtzeit gesteuert wird.
Die Vitalwerte des Patienten werden kontinuierlich in Echtzeit überwacht,
während eine KI jede Abweichung analysiert.
Das ist längst keine Science-Fiction mehr, sondern Realität. Vernetzte Medizingeräte sind
heute integraler Bestandteil eines digitalen Ökosystems. Dieses reicht von der Echtzeit-
Überwachung von Vitalparametern über die Fernwartung von Geräten bis hin zur Automatisierung
klinischer Prozesse und dem Einsatz künstlicher Intelligenz in der Datenanalyse.
All diese Innovationen setzen eine sichere Datenverarbeitung voraus. Die Einhaltung
strenger Normen, wie ISO 81001-5-1 oder ISO 14971, ist unerlässlich, um den Schutz sensibler
Gesundheits- und Gerätedaten zu gewährleisten. Gleichzeitig müssen Hersteller sicherstellen,
dass ihre Geräte den steigenden Anforderungen an Cyber Security entsprechen, da vernetzte
Systeme potenziell anfälliger für Angriffe sind. Hier geht es nicht nur darum, Regeln zu befolgen.
Wichtig ist, Cyber Security proaktiv in den gesamten Entwicklungsprozess zu integrieren – von
der Bedrohungs- und Risikoanalyse und Security by Design über Schwachstellenmanagement
bis hin zu unabhängigen Penetration Tests. Durch systematische Ansätze und praxisnahe
Methoden können Sicherheitsrisiken effektiv identifiziert und mitigiert werden. Es ist bereits
absehbar, wie zunehmende Migration in die Cloud sowie KI-basierte Systeme die Anforderungen
an Cyber Security weiterwachsen lassen. In Europa steigen zudem die regulatorischen Hürden
durch Einführung des Cyber Resilience Act und des AI Act. Um diesen Herausforderungen
zu begegnen, ist die kontinuierliche Anpassung von Cyber Security-Strategien unerlässlich.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Wahl der richtigen Infrastruktur: Sollten Daten in einer
Public Cloud gespeichert werden oder ist eine Hybridlösung sinnvoller? Während öffentliche
Clouds oft kostengünstiger und skalierbarer sind, bieten private oder hybride Modelle zusätzliche
Sicherheit für sensible Daten. Die optimale Lösung hängt vom individuellen Anwendungsfall
ab – entscheidend ist, eine Architektur zu wählen, die Skalierbarkeit und Datenschutz
gleichermaßen gewährleistet. Sicherheitstechnisch entscheidend ist u. a. die konsequente
Verschlüsselung sensibler Daten – sowohl bei der Übertragung als auch bei der Speicherung.
Zusätzlich sollten moderne Autorisierungskonzepte wie Role-Based Access Control und Zero-
Trust-Architekturen berücksichtigt werden, die zunehmend mehr Anwendungsfälle auch in
der Public Cloud erlauben.
Die Vernetzung von Medizingeräten ist zweifellos ein Meilenstein auf dem Weg zur digitalen
Medizin. Sie bietet nicht nur technologischen Fortschritt, sondern auch einen echten Mehrwert
für Patienten, Anwender und Hersteller. Jetzt gilt es, diesen Fortschritt verantwortungsvoll
mitzugestalten – mit innovativen Technologien, wie Cloud Computing, und einem klaren
Fokus auf Cyber Security. Denn nur wenn Sicherheit von Anfang an mitgedacht wird, kann
moderne Medizintechnik ihr volles Potenzial entfalten.
Ihr Lutz Schüle
meditronic-journal 2/2025
3
Inhalt 2-2025
3 Editorial
4 Inhalt/Impressum
6 Titelstory
8 Aktuelles
9 Produktion
19 Lasertechnik
22 Qualitätssicherung
27 Software
30 Dienstleistung
32 Digitalisierung
34 Bedienen & Visualisieren
39 Sensoren
42 Messtechnik
44 Bildverarbeitung
46 EMV
48 Komponenten
53 Medical-PCs/SBC/Zubehör
56 Künstliche Intelligenz
60 Stromversorgung
November MÄRZ/APRIL 2/2025 November-Dezemb8r JG. 17 1/2008
FACHZEITSCHRIFT
FÜR MEDIZIN-TECHNIK
Aktivkühler in der Medizintechnik:
meditronicjournal
Effiziente Wärmeabfuhr
für Beatmungsgeräte
SEPA Europe, S. 6
Titelstory:
Aktivkühler in der
Medizintechnik:
Effiziente Wärmeabfuhr
für Beatmungsgeräte
In der modernen Medizintechnik sind
Beatmungsgeräte unverzichtbar, insbesondere
für Patienten mit Atemwegserkrankungen oder
in kritischen Versorgungs situationen. 6
Fachzeitschrift für
Medizin-Technik
meditronicjournal
■ Herausgeber und Verlag:
beam-Verlag
Krummbogen 14, 35039 Marburg
www.beam-verlag.de
06421/9614-0 06421/9614-23
■ Redaktion:
Dipl.-Ing. Christiane Erdmann
redaktion@beam-verlag.de
■ Anzeigen:
Myrjam Weide, 06421/9614-16
m.weide@beam-verlag.de
Sabine Tzschentke, 06421/9614-11
sabine.tzschentke@beam-verlag.de
Tanja Meß, 06421/9614-18
tanja.mess@beam-verlag.de
■ Erscheinungsweise:
5 Hefte jährlich
■ Satz und Reproduktionen:
beam-Verlag
■ Druck & Auslieferung:
Bonifatius GmbH, Paderborn
www.bonifatius.de
KI auf dem Vormarsch in der
medizinischen Bildgebung
Es gibt zu wenige Fachkräfte, um alle
relevanten Bildgebungsdaten auszuwerten.
KI kann hier unterstützen. 58
Von Daten zu nachhaltiger
Wertschöpfung
Strenge Regularien wie die Medical
Device Regulation (MDR) und
die EU-weiten Vorgaben zur
Nachhaltigkeitsberichterstattung
wie die Corporate Sustainability
Reporting Directive (CSRD) verlangen
eine lückenlose Dokumentation und
kontinuierliche Überwachung von
Medizinprodukten. 56
Der beam-Verlag übernimmt trotz sorgsamer Prüfung
der Texte durch die Redaktion keine Haftung für deren
inhaltliche Richtigkeit. Alle Angaben im Einkaufsführer
beruhen auf Kundenangaben!
Handels- und Gebrauchsnamen, sowie Warenbezeichnungen
und dergleichen werden in der Zeitschrift
ohne Kennzeichnungen verwendet. Dies berechtigt
nicht zu der Annahme, dass diese Namen im Sinne
der Warenzeichen- und Markenschutz gesetzgebung
als frei zu betrachten sind und von jedermann ohne
Kennzeichnung verwendet werden dürfen.
EMS für nahtlose Überführung -
ohne Stolpersteine in die Fertigung
Ein gutes Design allein macht noch kein gutes Produkt. Vor allem nicht, wenn
auf dem Weg in die Serien produktion Schwachstellen und Kostenfallen nicht
frühzeitig erkannt und ausgebessert werden. 30
4
meditronic-journal 2/2025
Fügetechnologien in der Medizintechnik:
Schweißen, Kleben oder Schrauben?
Welche Verbindungstechnik erfüllt die hohen Anforderungen
der Branche? 12
Prüfungen jenseits des Stands der Technik
Was tun, wenn das Gesetz etwas fordert, für das es keine
Standard-Prüfung gibt? 22
Präzision und Toleranzen neu definiert -
3D-Drucker für die Mikroproduktion
Die additive Fertigung entwickelt sich von einer Methode
zur schnellen Herstellung von Prototypen zur zuverlässigen
Alternative traditioneller Fertigungsmethoden. 14
Medizingeräte-Software:
Weniger Risiko, mehr Cybersicherheit
Warum an TARA kein Unternehmen vorbei kommt. 28
Elektromagnetische
Verträglichkeit (EMV)
in der Medizintechnik
Die Norm EN/IEC 60601-1-2 ist
ein internationaler Standard, der
allgemeine Anforderungen an die
elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)
von Medizinprodukten festlegt. 46
Von Digitalen Zwillingen
und Maschinellem Lernen
Der digitale Wandel erfasst das
Gesundheitswesen mit voller Wucht und
verspricht eine grundlegende Veränderung
der Art und Weise, wie wir Patienten
behandeln. 32
Recycling in der
Medizintechnik - bereit für
eine Kreislaufwirtschaft?
Derzeit werden Kunststoffe aus dem
medizinischen Bereich größtenteils verbrannt.
Dabei ist mit gängigen Technologien auch für
medizinische Kunststoffe ein Closed-Loop-
Recycling möglich. 10
meditronic-journal 2/2025 5
Titelstory
Aktivkühler in der Medizintechnik:
Effiziente Wärmeabfuhr für Beatmungsgeräte
© Visual Aurora/AdobeStock
In der modernen Medizintechnik
sind Beatmungsgeräte unverzichtbar,
insbesondere für Patienten mit
Atemwegserkrankungen oder in kritischen
Versorgungs situationen.
Diese Geräte basieren auf hochentwickelter
Elektronik, die eine präzise
Steuerung und Über wachung
der Beatmung ermöglicht. Eine der
größten Herausforderungen bei
der Entwicklung solcher Geräte
ist die entstehende Wärme durch
die fort laufende Nutzung leistungsstarker
Chips und Sensoren.
Eine unzureichende Wärmeabfuhr
kann die Funktionsfähigkeit
und Zuverlässigkeit des Geräts
gefährden – mit potenziell schwerwiegenden
Folgen für den Patienten.
SEPA EUROPE GmbH
www.sepa-europe.com
Anforderungen des Kunden
Ein führender Hersteller von
Beatmungs geräten stand genau vor
diesem Problem: Die Hitzeentwicklung
innerhalb der kompakten Bauweise
konnte nicht effektiv abgeführt
werden. Ohne eine leistungsfähige
Kühlung bestand die Gefahr,
dass sich die empfindlichen elektronischen
Bauteile überhitzen und
die Funktionalität des Geräts beeinträchtigt
wird.
Der Kunde hatte mit der Herausforderung
zu kämpfen, die elektronische
Wärme aus seinem Gerät
abzuleiten, ohne dass dies zu einer
Beeinträchtigung der Leistung oder
Zuverlässigkeit führt. Zu den betroffenen
Komponenten gehörten insbesondere
leistungsstarke Chips
und Sensoren, die eine präzise
und schnelle Analyse ermöglichen,
aber auch viel Wärme produzieren.
Aufgrund der kompakten Bauweise
des Geräts war es nicht möglich,
auf herkömmliche Kühlmethoden
wie Lüfter oder große Kühlkörper
zurückzugreifen. Eine passive Kühlung
war aufgrund der hohen Wärmeentwicklung
der elektronischen
Bauteile und des begrenzten Raums
nicht ausreichend. Der Kunde benötigte
daher eine aktive Kühlung, die
effizient genug war, um die Temperatur
zu regulieren, ohne dabei
wertvollen Platz im Gerät zu verschwenden.
Maßgeschneiderte Kühllösung
An diesem Punkt wandte sich
der Hersteller an Sepa Europe,
einen Spezialisten für maßgeschneiderte
Kühllösungen.
Dank langjähriger Erfahrung in
der Elektronikkühlung konnte
Sepa Europe die Herausforderung
gezielt analysieren und eine innovative
Lösung entwickeln.
Die Antwort auf das Problem:
der neu entwickelte Aktivkühler
HZ30B. Diese hocheffiziente
Lüfter-/Kühl körper kombination
wurde exakt auf die Anforderungen
des Beatmungsgeräts abgestimmt
und gewähr leistet eine
optimale Wärmeabfuhr bei minimalem
Platzbedarf.
Gesamtperformance
verbessern
Durch die enge Zusammenarbeit
mit dem Kunden gelang es Sepa
Europe eine Lösung zu schaffen,
die nicht nur das Überhitzungsproblem
eliminiert, sondern auch die
Gesamtperformance des Geräts
verbessert.
6 meditronic-journal 2/2025
Titelstory
Der HZ30B sorgt für eine konstante
Betriebstemperatur der sensiblen
Elektronik und trägt so maßgeblich
zur Sicherheit und Zuverlässigkeit
des Beatmungsgeräts
bei. Diese Erfolgsgeschichte zeigt
eindrucksvoll, wie gezielte Entwicklung
und individuelle Anpassung zu
einer nachhaltigen Optimierung in
der Medizintechnik führen können.
Die Herausforderung:
Effiziente Kühlung auf
kleinstem Raum
Der Kunde, ein Hersteller von
Beatmungs geräten, hatte mit der
Herausforderung zu kämpfen, die
elektronische Wärme aus seinem
Gerät abzuleiten, ohne dass dies
zu einer Beeinträchtigung der Leistung
oder Zuverlässigkeit führt.
Zu den betroffenen Komponenten
gehörten insbesondere leistungsstarke
Chips und Sensoren, die
eine präzise und schnelle Analyse
ermög lichen, aber auch viel
Wärme produzieren. Aufgrund der
kompakten Bauweise des Geräts
war es nicht möglich, auf herkömmliche
Kühl methoden wie Lüfter oder
große Kühlkörper zurückzugreifen.
Eine passive Kühlung war aufgrund
der hohen Wärmeentwicklung der
elektronischen Bauteile und des
begrenzten Raums nicht ausreichend.
Der Kunde benötigte daher
eine aktive Kühlung, die effizient
genug war, um die Temperatur zu
regulieren, ohne dabei wertvollen
Platz im Gerät zu verschwenden.
Die Lösung: Aktivkühlung
Als Experten für Elektronikkühlung
war den Entwicklern von
Sepa Europe sofort klar, dass eine
Lüfter-/Kühlkörperkombination, ein
so genannter Chipkühler, die ideale
Lösung für dieses Problem darstellt.
Der verwendete Aktivkühler
HZ30B nutzt die Wärme leitfähigkeit
von Materialien wie Aluminium oder
Kupfer zusammen mit einem geeigneten
Lüfter, um die Hitze von den
Bauteilen wegzuleiten und in die
Umgebung abzugeben.
Kühlung neu gedacht:
Kombination aus Lüfter
und Kühlkörper
Anders als herkömmliche Kühllösungen
kombiniert der HZ30B
zwei zentrale Kühltechnologien
in einer kompakten Einheit: einen
leistungsstarken Axiallüfter und
einen exakt abgestimmten Kühlkörper.
Der Axiallüfter ist bündig in
den Kühlkörper eingelassen und bildet
so eine perfekt integrierte Einheit.
Diese Bauweise bietet gleich
mehrere Vorteile gegenüber der
separaten Verwendung von Lüfter
und Kühlkörper. Während ein einfacher
Kühlkörper ausschließlich auf
passive Wärmeabfuhr durch Konvektion
setzt, erhöht ein Lüfter die
Luft bewegung und damit die Kühlleistung
deutlich. Genau hier setzt
die Konstruktion des HZ30B an:
Der Lüfter ist so integriert, dass der
Luftstrom gezielt durch die Kühlpins
geführt wird. Dadurch entsteht eine
maximale Wärmeübertragung bei
minimalem Platzbedarf.
Technische Details
der Lösung
Die von Sepa Europe entwickelte
Lüfter-/Kühlkörperkombination war
speziell auf die Anforderungen des
Beatmungsgerätes zugeschnitten.
Der Kühlkörper besteht aus hochwertigem
Aluminium, das eine
schnelle und effektive Wärmeleitung
gewährleistet. Seine Form
wurde so optimiert, dass er eine
große Oberfläche bietet, um die
Wärme optimal an die Luft abzugeben.
Da der Hochleistungslüfter
im Kühlkörper eingelassen wurde,
ergibt sich ein kompakter Aktivkühler,
der trotz seiner Maße von
nur 30x30x8 mm und seinem geringen
Gewicht eine beeindruckende
Kühlleistung zeigt.
Über Sepa Europe
Bei der Lüfter-/Kühlkörperkombination
wird auf langlebige Komponenten
sowie geräuscharmen
Betrieb gesetzt, denn der integrierte
Lüfter ist mit einer robusten Mag-
Fix-Lagerung ausgestattet. Das
bedeutet, dass der Chipkühler eine
Lebensdauer von bis zu 210.000 h
MTBF (bei 40 °C Umgebungstemperatur)
hat. Neben der Langlebigkeit
spielt in der Medizintechnik auch
das Thema Geräuschentwicklung
eine zentrale Rolle, da die Geräte
meist in unmittelbarer Nähe vom
Patienten eingesetzt werden.
Der Aktivkühler HZ30B wurde
deshalb gezielt auf einen geräuscharmen
Betrieb hin ent wickelt.
Die intelligente Lagertechnologie
minimiert Reibung und Vibration
und sorgt so für einen besonders
leisen Lauf.
Durch die durchdachte Bauweise
des Aktivkühlers werden
Strömungsgeräusche minimiert,
da der Luftstrom gezielt durch die
Pins geführt wird und keine Verwirbelungen
entstehen. Diese
optimierte Luftführung senkt den
Schalldruckpegel nochmals deutlich
und verhindert unangenehme
Pfeif- oder Surrgeräusche, wie sie
bei schlecht abgestimmten Lüfter-
Kühlkörper-Kombinationen auftreten
können.
Vorteile der Lösung
Die angebotene Lüfter-/Kühlkörperkombination
bietet eine Vielzahl von
Vorteilen, die sie zur idealen Lösung
Sepa Europe entwickelt individuelle Kühllösungen für die
Elektronik branche und steht seit 35 Jahren für Qualität, Innovation
und Kundennähe. Ob in der Automatisierungstechnik, der Automobilindustrie
oder der Medizintechnik, Lüfter von Sepa Europe
kommen überall dort zum Einsatz, wo elektronische Komponenten
überhitzen. Das breite Sortiment an Lüftern und Zubehör ermöglicht
es, passgenaue Produkte mit kurzen Lieferzeiten bereitzustellen.
für die Kühlung von Beatmungsgeräten
macht:
1. Platzsparend und kompakt:
Durch die Bündelung von Lüfter
und Kühlkörper in einer Einheit
konnte der begrenzte Raum im
Gerät optimal genutzt werden,
ohne die Größe des Beatmungsgeräts
zu vergrößern.
2. Effiziente Kühlung:
Der Hochleistungslüfter sorgt für
eine konstante Luft zirkulation, die
die Wärmeabfuhr verstärkt und
somit eine zuverlässige Kühlung
der elektronischen Bauteile
gewährleistet.
3. Hohe Zuverlässigkeit:
Die Lösung minimiert das Risiko
von Überhitzung und möglichen
Ausfällen durch eine effektive
Wärme abfuhr, was die Lebensdauer
der elektronischen Komponenten
verlängert, und die Leistung
des Geräts optimiert.
4. Geringer Geräuschpegel:
Der integrierte Lüfter arbeitet
leise und trägt somit nicht zu einer
störenden Geräuschkulisse bei,
was in der medizinischen Umgebung
besonders wichtig ist.
5. Energieeffizienz:
Die Lösung ist energieeffizient
und trägt dazu bei, den Stromverbrauch
des Beatmungs geräts zu
optimieren, was sowohl öko logisch
als auch ökonomisch vorteilhaft ist.
6. Einfache Integration:
Die Lösung ist modular und lässt
sich problemlos in das Beatmungsgerät
integrieren, ohne den Fertigungsprozess
oder das Design
erheblich zu verändern.
Fazit
Die effiziente Kühlung von
elektronischen Komponenten in
Beatmungs geräten ist von entscheidender
Bedeutung, um deren
Leistung und Zuverlässigkeit zu
gewährleisten. Mit dem speziell entwickelten
Aktivkühler konnte Sepa
Europe dem Kunden eine Lösung
bieten, die den begrenzten Raum
im Gerät optimal nutzt und gleichzeitig
eine leistungsstarke Kühlung
sicherstellt. Diese Lösung
trägt zur Erhöhung der Zuverlässigkeit,
Lebensdauer und Effizienz
der Beatmungsgeräte bei und
erfüllt die hohen Anforderungen der
Medizintechnik.◄
meditronic-journal 2/2025
7
Aktuelles
Neue Studie identifiziert Medizintechnik
als eine der chancenreichsten Branchen bis 2040
Technologische Entwicklungen
und Marktchancen
Spectaris
Deutscher Industrieverband für Optik,
Photonik, Analysen- und Medizintechnik e. V.
www.spectaris.de
Die Medizintechnik gehört zu den zehn wichtigsten
Zukunftsbranchen Deutschlands. Dies
zeigt eine aktuelle Studie der FutureManagement-
Group, die in Kooperation mit dem Deutschen
Industrieverband SPECTARIS entstanden ist.
Die Untersuchung bewertete 25 Industriezweige
hinsichtlich zentraler Zukunftstrends bis 2040.
Die übergreifende Branche Analysen-, Laborund
Medizintechnik, zu der die Medizin technik
zählt, belegte dabei Platz 4 im Ranking der
Zukunftsindustrien.
Kooperationskongress Medizintechnik 2025
mit begleitender Ausstellung
senetics healthcare group
GmbH & Co. KG
https://senetics.de/
Die senetics healthcare group GmbH & Co. KG veranstaltet
am 23. und 24. September 2025 den Kooperationskongress
Medizintechnik 2025.
Nehmen Sie teil an Fachvorträgen herausragender Referenten
und genießen Sie die Einblicke unserer begleitenden
Ausstellung zahlreicher Firmen und Forschungseinrichtungen
die Ihnen die neuesten Themen und Entwicklungen der Medizintechnik
näherbringen.
Knüpfen Sie neue Kontakte und pflegen Sie einen interdisziplinären
Austausch mit Entwickler, Zulieferer, Einkäufer
und Anwender der Medizintechnik und benachbarter Branchen.
Nur durch eine intensive Zusammenarbeit und gezielte Vernetzung
von Unternehmen und Forschungseinrichtungen können
innovative Produkte realisiert werden und die Position im
Medizin technikmarkt gestärkt werden.
Der Kooperationskongress Medizintechnik 2025 wird unterstützt
von vielen Partnern und in Zusammenarbeit mit dem
Netzwerk für innovative Zulieferer in der Medizintechnik
(NeZuMed) umgesetzt.
Wir freuen uns auf Ihre Anmeldung und Teilnahme!
Weitere Informationen unter:
https://kooperationskongress-medizintechnik.de/ ◄
Zahlreiche Innovationen werden die Branche
in den kommenden Jahren prägen:
• Telemedizin und digitale Plattformen
verbessern die Patientenversorgung
unabhängig von Standort und Zeit.
• KI-gestützte Diagnostik ermöglicht
schnellere und präzisere medizinische
Entscheidungen.
• Wearables und smarte Gesundheitslösungen
unterstützen Prävention und
Monitoring.
• Robotikgestützte OP-Systeme und
Assistenzsysteme steigern Qualität und
Effizienz.
• Kreislaufwirtschaft und nachhaltige
Produktionsprozesse gewinnen an
Bedeutung.
Herausforderungen:
Regulierung, Technologieanpassung
und Marktdynamik
Neben großen Chancen sieht die Studie auch
Herausforderungen für die Branche:
• Regulatorische Hürden wie die MDR
(Medical Device Regulation) könnten
Innovationsprozesse verlangsamen.
• Wachsende Abhängigkeit von globalen
Technologieplattformen birgt Risiken für die
digitale Souveränität.
• Fachkräftemangel und hohe Anforderungen
an IT-Kompetenzen erschweren den
Wandel.
• Internationale Wettbewerbsfähigkeit muss
durch gezielte Förderung gestärkt werden.
Fazit: Medizintechnik als Treiber für
Wirtschaft und Gesundheitsversorgung
„Unsere Studie zeigt, dass insbesondere
technologiegetriebene Industrien ein enormes
Potenzial besitzen. Sie können die Chancen
großer transformativer Veränderungen nutzen
– vorausgesetzt, sie investieren mit einem guten
Maß an Risikobereitschaft und Zukunftsfreude,“
erklärt Prof. Dr. Pero Mićić, CEO der Future
ManagementGroup AG.
Die vollständigen Studienergebnisse und ein
Video, in dem diese erläutert werden, stehen
hier bereit:
https://www.futuremanagementgroup.com/
zukunftsbranchen-2025-2040
https://www.spectaris.de/verband/themen/
zukunftsbranchen ◄
8 meditronic-journal 2/2025
Produktion
LED-Optik
für deutlich höhere Intensität
Die 3D-Drucker von
BMF erreichen Auflösungen
von 2 bis 10 µm
bei Toleranzen von +/-
10 bis 25 µm mit vielen
Polymer- und Keramikmaterialen
für Serienteile oder
Prototypen.
Interessiert?
Muster, Versuchsteile
oder unverbindliche
Beratung gibt es hier:
BMF3D.DE
Mikro-
produktion
in .ȯchster
Pr .ȧzision h
Die Dr. Hönle AG hat eine neuartige
Optik für ihre UV-Aushärtegeräte-Serie
bluepoint LED entwickelt,
die das Licht zu einer linienförmigen
Bestrahlung bündelt und
somit Klebstoffe mit einer wesentlich
höheren Intensität aushärten
kann. Die hohe Intensität ist meist
bei Anwendungen, bei denen in
einen Spalt bestrahlt werden muss,
gefordert, wie beispielsweise dem
Active Alignment.
Die neue Optik kann einfach auf
die LED-Köpfe der bluepoint-LEDund
bluepoint-LED-eco-Geräte von
Hönle aufgeschraubt werden. Die
Anschaffung neuer LED-Geräte ist
nicht erforderlich. Die neue Optik ist
für Wellenlängen von 365/385/405
nm geeignet.
Dr. Hönle AG
www.hoenle.de
Das fokussierte Licht liefert eine
Bestrahlungsfläche von 10 x 1 mm
und kann Intensitäten von bis zu
7000 mW/cm 2 erreichen. Durch die
spezielle Form der Linse wird das
Licht absolut homogen über das
Bestrahlungsfeld verteilt. Die Optik
eignet sich besonders für kleinflächige
Anwendungen, bei denen
eine besonders hohe Intensität
auf kleinem Raum erforderlich ist.
Dies ist zum Beispiel bei der
Aushärtung in Spalten notwendig.
Klebstoffe, die in Ringspalten aufgetragen
werden, können schnell
und zuverlässig durch eine kreisförmige
Anordnung mehrerer LED-
Köpfe um den Umfang ausgehärtet
werden. Die optimierte Aushärtung
und die hohe Intensität ermöglichen
kürzeste Aushärtungszyklen.
Die UV-Punktstrahlerserie bluepoint
LED von Hönle ist speziell
für die Aushärtung von UV-härtenden
Klebstoffen in industriellen
Montageprozessen geeignet.
Die kompakten Maße des LED-
Kopfes der bluepoint-Serie erlauben
selbst bei beengten Platzverhältnissen
eine Integration in die
Maschine. Die LED-Köpfe werden
passiv gekühlt und benötigen
weder Luft- noch Wasserkühlung.
Da LEDs keine IR-Energie emittieren,
erfolgt die Aushärtung bei
geringen Temperaturen. Dadurch
sind LED-Geräte ideal für den Einsatz
bei temperaturempfindlichen
Substraten geeignet.
Typische Anwendungen für die
bluepoint-Geräte mit der neuen
Optik sind das Active Alignment,
Stablinsen- oder Linsenverklebungen
in der Optik oder in der Medizintechnik,
als auch Underfills oder
das Sichern von SMDs auf Leiterplatten
im Bereich der Elektronik.
Für alle diese Anwendungen sind
zudem speziell auf die Wellenlängen
der bluepoint LED angepasste
UV-Klebstoffe der Vitralit-
Serie von Panacol erhältlich. ◄
meditronic-journal 2/2025 9
Produktion
Recycling in der Medizintechnik
Bereit für eine Kreislaufwirtschaft?
Recyclingfähige Kunststoffe in Medical Grade Qualität von BIOVOX,
alle Bilder © BIOVOX
Autorin:
Carmen Rommel,
Supply Chain & Sustainability,
BIOVOX
https://www.biovox.systems
Derzeit werden Kunststoffe aus
dem medizinischen Bereich größtenteils
verbrannt. Dabei ist mit gängigen
Technologien auch für medizinische
Kunststoffe ein Closed-
Loop-Recycling möglich. Es lohnt
sich also den Status Quo weiter zu
denken - und das müssen wir sogar:
Mit Maßnahmen wie der Packaging
and Packaging Waste Regulation
fordert die EU alle Branchen
zur Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft
auf - auch die Gesundheitsbranche.
Es stellen sich u. a.
folgende Fragen:
• Welche Recyclingmethoden
gibt es?
• Können auch Biokunststoffe
recycelt werden?
• Erfüllen Rezyklate die hohen
Qualitätsanforderungen der Medizinindustrie?
Kreislaufwirtschaft
im Gesundheitswesen
Die Idee einer Kreislaufwirtschaft
basiert auf dem Prinzip, dass Ressourcen
kontinuierlich wiederverwertet,
also recycelt oder aufgearbeitet
werden. Ziel ist es, die ökologischen
Auswirkungen der Branche
zu minimieren und gleichzeitig eine
effiziente ressourcenunabhängige
Versorgung (vor allem die Unabhängigkeit
zu fossilen Ressourcen
sei hier erwähnt) zu gewährleisten.
Um eine Kreislaufwirtschaft im
Gesundheitswesen zu etablieren,
muss ein Umdenken an verschiedenen
Stellen passieren: Die Vorgaben
zum Umgang mit medizinischen
Abfällen müssen neu gestaltet werden
und die Weiterverarbeitung –
unter Berücksichtigung rechtlicher
und regulatorischer Rahmenbedingungen
– ermöglicht werden.
Die technologischen Grundlagen
dafür existieren bereits: In speziellen
Dekontaminationsanlagen [1] können
medizinische Abfälle so behandelt
werden, dass sie anschließend
sicher getrennt und weiterverarbeitet
werden könnten. Zweitens müssen
in Medizinprodukten und Verpackungen
recyclingfähige Materialien
eingesetzt werden. Und zu guter
Letzt erfordert es ein Um denken
und eine umfassende Zusammenarbeit
zwischen Gesundheitseinrichtungen,
Recyclern, Herstellern
und Politik.
Closed Loop ist möglich
Fest steht: Ein „Closed Loop“, d. h.
die Wiederverwendung von recycelten
Kunststoffabfällen auf gleichem
Niveau, ist auch für medizinische
Anwendungen möglich, denn
die Qualität und Rückverfolgbarkeit
können durch die Wahl des richtigen
Recyclingverfahrens sichergestellt
werden.
Recyclingmethoden
Recycling kann mittels unterschiedlicher
Recyclingverfahren
erfolgen, die recycelten Produkte
werden an unterschiedlichen Stufen
der Wertschöpfungskette eingespeist
(Bild 1). Verschiedene Kunststofftypen
eignen sich für unterschiedliche
Recyclingverfahren
besonders gut: Polyester, wie PLA,
sind ideal für geschlossene Stoffkreisläufe
und chemisches Recycling,
während sich Polyolefine wie
(Bio-)PE sehr gut für mechanischen
Recycling zur Weiterverwendung
in Märkten mit hoher Materialaufnahme
eignen.
Für die meisten Recyclingverfahren
werden die Kunststoffabfälle
zunächst in Polymerfraktionen
getrennt, zerkleinert und gewaschen.
Häufig geschieht die Sortierung
in mehreren Schritten, um
eine möglichst sortenreine Trennung
zu erreichen, z. B. per Schwimm-/
Sink-Verfahren oder Nahinfrarotspektroskopie.
Mechanisches Recycling
Im mechanischen Recycling
werden die Kunststoffabfälle
anschließend aufgeschmolzen
und recompoundiert. Dies benötigt
im Vergleich zu den meisten chemischen
Recyclingverfahren nur
sehr wenig Energie. Die erzeugten
Rezyklate können gut in Anwendungen
eingesetzt werden, die
geringere Anforderungen an die
Reinheit der verwendeten Materialien
stellen. Die Rückverfolgbarkeit
und eine hohe Reinheit für
einen Einsatz in regulierte Anwendungen
sind in großem Maßstab
aktuell nicht möglich.
Chemisches Recycling
Beim chemischen Recycling werden
die Polymerketten in kleinere
Bausteine zerlegt, die als Ersatz
für virgin-Rohstoffe wieder in der
Polymerherstellung eingesetzt
werden können. Kunststoffe aus
chemischem Recycling sind gleichwertig
mit Neuware und ermöglichen
daher im Gegensatz zum mechanischen
Recycling den Erhalt einer
medizinischen Qualität. Chemisches
Recycling, auch Advanced Recycling
genannt, umfasst verschiedene
Verfahren, die für unterschiedliche
Polymer klassen geeignet sind.
Monomer-
Recyclingverfahren
Für Polyester wie z. B. PET und
PLA eignen sich Monomer-Recyclingverfahren
sehr gut. Das für
diese Polymere am weitesten verbreitete
Verfahren ist die Hydrolyse.
Dabei werden die Polymere unter
Zuhilfenahme von Lösemitteln (in
diesem Fall Wasser) und Katalysatoren
in ihre Grundbausteine,
die Monomere, aufgespalten. Hohe
Monomer-Ausbeuten von 90 - 95 %
sind möglich, während durch niedrige
Prozesstemperaturen der
Energie einsatz niedrig bleibt.
10 meditronic-journal 2/2025
Produktion
Bild 1: Kreislaufwirtschaft vs. Linearwirtschaft, vereinfachte Darstellung
Feedstock-Recycling
Für Polyolefine sind nur die energieintensiveren
Verfahren des rohstofflichen
Recyclings, auch Feedstock-Recycling
genannt, möglich.
Das geschieht in der Regel via Pyrolyse:
Die Polymerketten werden
dazu unter Ausschluss von Sauerstoff
und Einwirkung thermischer
Energie (Temperaturen ca. 300 -
800 °C) in kürzere Kohlenwasserstoffketten-
und Bruchstücke aufgespalten.
Die Produkte sind ein
Pyrolyseöl (Naphta-Ersatz), Gasgemisch
und Feststoffe. Durch die
hohen Temperaturen entspricht das
resultierende Rezyklat je nach Bilanzierungsmethode
in etwa dem CO 2 -
Fußabdruck von Neuware. Auch die
Ausbeute ist mit ca. 50 % geringer.
Das Rohstoffliche Recycling eignet
sich also vor allem zum Anheben
der Qualität von degradierten Reststoffströmen.
Kurzgesagt
Mechanisches Recycling von
Medizinprodukten führt Stand heute
i.d.R. zu einem Downcycling, während
ein chemisches Recycling den
Erhalt von medizinischer Qualität
ermöglichen kann. Letzteres ist vor
allem für Polyester, wie z. B. PE, als
Monomer-Recycling interessant.
meditronic-journal 2/2025
PLA recyceln?
Ein hartnäckiger Recycling-
Mythos rund um PLA – Wahr
oder längst überholt?
Es kursiert der Mythos, dass
PLA nicht recycelt werden kann.
Doch das ist ein weit verbreiteter
Irrtum: PLA ist ohne Probleme
recycelbar – sogar mit etablierten
mechanischen Verfahren.
Für den Post-Consumer Abfallstrom
sind derzeit die Mengen
noch gering, weshalb die Verwertung
i.d.R. noch nicht industriell
umgesetzt ist. Dies wird sich
mit zunehmender PLA-Nutzung
schon aus rein wirtschaftlichen
Gründen ändern.
Post-Industrial wird PLA
bereits heute mechanisch recycelt.
Und: dank biobasierter Rohstoffe
schließt PLA auch heute
selbst bei der Verbrennung den
CO 2 -Kreislauf. Auch kursiert der
Mythos PLA störe Recyclingströme.
Dabei kann PLA mit den
heute genutzten Sortiertechnologien
einfach und zuverlässig
erkannt und separiert werden.
Spuren von anderen Polymeren
findet man in praktisch
jeder Recyclingfraktion, PLA ist
da nicht kritischer als andere
Polymere.
Sind biobasierte Kunststoffe
recycelbar?
Biobasierte Kunststoffe sind
ebenso wie fossile Kunststoffe für
das Recycling geeignet. Entscheidend
ist allein die chemische Struktur.
Ob ein Kunststoff aus fossilen
Rohstoffen oder pflanzlichen Quellen
stammt, hat keinen Einfluss auf
seine Recyclingfähigkeit. Wie gut sich
ein Kunststoff fürs Recycling eignet,
hängt neben anderen Faktoren auch
von der Formulierung ab. Allgemein
gilt: Je weniger Additive und Füllstoffe,
desto leichter das Recycling.
Unter den Biokunststoffen eignet
sich beispielsweise PLA aufgrund
seiner chemischen Struktur
sehr gut für ein Monomer-Recycling
mit anschließendem Einsatz
des Rezyklats als Medical Grade-
Qualität und Bio-PE sehr gut für
ein mechanisches Recycling mit
anschließender Verwendung in
nicht-medizinischen Produkte.
Degradierte PE-Recylingströme
können z. B. über Pyrolyse aufgefrischt
werden. Vereinfacht gilt, je
höher die chemische Stabilität des
Kunststoffs, desto energieintensiver
ist das chemische Recycling.
Fazit
Eine Kreislaufwirtschaft im
Gesundheitswesen ist nicht nur
möglich, sondern auch sinnvoll
und ein Gewinn für Wirtschaft und
Gesundheit. Damit legen wir den
Grundstein für eine nachhaltige
Gesundheitsversorgung, die auch
in Zukunft funktionieren kann. Die
EU legt mit aktueller und kommender
Regulatorik die Grundlage dazu
und macht Recycling zu einem
wichtigen Thema. Recyclingfähige
Kunststoffe, als auch passende
Recyclingmethoden und
Sortierverfahren gibt es bereits
am Markt. Gefragt ist nun also ein
Umdenken und eine Zusammenarbeit
aller Akteure: Politik, Kliniken,
Entsorger, Materialhersteller
und Produzenten von Medizinprodukten,
Arzneimitteln und Labortechnik.
Referenz
[1] Siehe z. B. die Dekontaminationsanlage
von REMONDIS
Medison ◄
Bild 2: MedEco IGH: PLA-basierter Biokunststoff von BIOVOX, Recyclingfähig
mittels mechanischen und chemischen Recyclings
11
Produktion
Fügetechnologien in der Medizintechnik:
Schweißen, Kleben oder Schrauben?
Welche Verbindungstechnik erfüllt die hohen Anforderungen der Branche?
Die Verbindungstechnologie
spielt eine entscheidende Rolle in
der Entwicklung von Medizinprodukten
und elektromechanischen
Systemen. Hohe Anforderungen an
Biokompatibilität, Hygiene, Miniaturisierung
und mechanische Belastbarkeit
erfordern durchdachte Fügelösungen.
Moderne Verfahren wie
das Laserschweißen oder der Einsatz
hochfester Strukturklebstoffe
ermöglichen es, den strengen regulatorischen
Vorgaben gerecht zu
werden, ohne dabei Funktionalität
oder Design zu kompromittieren.
Autor:
Maximilian Schober
Leiter Vertrieb & Marketing
POLYRACK TECH-GROUP
www.polyrack.com
Zusätzlich führen Trends wie
Digitalisierung, Nachhaltigkeit und
der verstärkte Einsatz innovativer
Materialien zu neuen Herausforderungen
und Chancen in der Medizintechnik.
Besonders die Prozesssicherheit,
die Rückverfolgbarkeit
von Produktionsschritten und
die Sterilisierbarkeit von Bauteilen
rücken in den Fokus. Regulatorische
Anforderungen wie die MDR (Medical
Device Regulation) der EU oder
die FDA-Vorschriften in den USA
setzen hohe Maßstäbe an verwendete
Materialien, Fügetechniken und
Ober flächenqualitäten.
Schweißen, Kleben
und Schrauben im Vergleich
Vor diesem Hintergrund beleuchtet
dieser Artikel die Stärken und
Schwächen der drei zentralen
Fügetechniken – Schweißen, Kleben
und Schrauben – und zeigt auf,
welche Verfahren sich für die spezifischen
Anforderungen der Medizintechnik
eignen.
Regulatorische
Unterschiede zwischen
Europa und den USA
Die Wahl der Fügetechnik wird
nicht nur von technischen Anforderungen
bestimmt, sondern auch
durch regulatorische Vorgaben
beeinflusst, die je nach Markt unterschiedlich
ausfallen. In Europa unterliegt
die Medizintechnik der Medical
Device Regulation (MDR), die
hohe Anforderungen an die Dokumentation
und Validierung von Fertigungsprozessen
stellt. Besonders
bei Fügeverfahren wie Schweißen
und Kleben müssen Unternehmen
nachweisen, dass die verwendeten
Materialien biokompatibel sind und
keine negativen Auswirkungen auf
die Patientensicherheit haben.
In den USA ist die Food and
Drug Administration (FDA) für die
Zulassung von Medizinprodukten
zuständig. Die FDA verlangt beispielsweise
für Klebeverbindungen
umfangreiche Tests zur Beständigkeit
gegen Sterilisationsverfahren
sowie Langzeitstabilitätsprüfungen.
Während europäische Hersteller
nach ISO 10993 zertifizierte Klebstoffe
nutzen, kann die FDA zusätzliche
toxikologische Prüfungen verlangen,
um sicherzustellen, dass
keine schädlichen Stoffe austreten.
Anforderungen
für Schweißverbindungen
Für Schweißverbindungen gelten
ebenfalls strenge Anforderungen: In
Europa müssen Hersteller gemäß
ISO 13485 nachweisen, dass ihre
Prozesse validiert und rückverfolgbar
sind. In den USA müssen
Schweißprozesse unter FDA 21
CFR Part 820 dokumentiert werden,
was eine lückenlose Prozesskontrolle
und Qualitätsprüfung erfordert.
Diese Unterschiede erfordern
eine sorgfältige Planung, insbesondere
wenn ein Produkt auf beiden
Märkten zugelassen werden soll.
Schweißen:
Molekulare Präzision
für höchste Belastbarkeit
Das Schweißen ist eine zentrale
Fügetechnik für metallische
und zunehmend auch für thermoplastische
Bauteile. Durch den molekularen
Verbund entstehen mechanisch
extrem belastbare und dauerhafte
Verbindungen – ein entscheidender
Vorteil für medizintechnische
Anwendungen, die Sterilisationsprozesse
(z. B. Autoklavierung) durchlaufen
müssen oder hohen mechanischen
Belastungen ausgesetzt sind.
Laserschweißen
Höchste Stabilität und Präzision,
insbesondere durch Laserschweißen,
ermöglichen partikelarme
Verbindungen, die keine nachträgliche
Reinigung erfordern. Dies
ist besonders relevant für medizinische
Geräte, die in Reinräumen
gefertigt werden. Zudem müssen
geschweißte Komponenten den
Vorgaben der ISO 13485 entsprechen,
die unter anderem die Materialrückverfolgbarkeit
und Prozessvalidierung
regelt.
12 meditronic-journal 2/2025
Produktion
Besonderheiten
Allerdings können beim Schweißen
nur artgleiche oder metallisch
kompatible Materialien verbunden
werden, und die Verbindungen
sind nicht reversibel, was für einige
Anwendungen eine Herausforderung
darstellen kann.
Kleben: Vielseitigkeit
und Materialkombinationen
Die Klebetechnologie bietet
besonders in der Medizintechnik
eine attraktive Alternative zum
Schweißen. Fortschrittliche Klebstoffe
ermöglichen die Verbindung
unterschiedlichster Materialien,
darunter Kunststoffe, Keramik und
Metalle. Dies ist besonders relevant
für die Herstellung von Diagnosegeräten,
Wearables oder sterilen
Einwegprodukten.
Moderne biokompatible Klebstoffe
müssen strenge regulatorische Prüfungen
bestehen, darunter die Zertifizierung
nach ISO 10993 zur biologischen
Bewertung von Medizinprodukten.
Zudem unterliegen sie
der FDA-Zulassung für Anwendungen
in direktem Körperkontakt.
Während Klebeverbindungen eine
hohe Designfreiheit bieten, erfordern
sie präzise Prozesskontrollen, um
die vollständige Aushärtung und
Langzeitstabilität sicherzustellen.
Ein Nachteil des Klebens sind die
oft längeren Aushärtezeiten sowie
die Notwendigkeit einer sorgfältigen
Oberflächenvorbereitung.
Schrauben:
Flexibel und demontierbar
Schraubverbindungen kommen
vor allem dort zum Einsatz, wo Bauteile
regelmäßig gewartet, ersetzt
oder nachjustiert werden müssen.
In der Medizintechnik betrifft dies
unter anderem Gerätegehäuse.
Die Möglichkeit der Demontage
bietet Flexibilität, setzt jedoch eine
hohe Präzision in der Fertigung
voraus. Schraubverbindungen müssen
oft mit zusätzlichen Dichtungen
versehen werden, um die hohen
hygienischen Standards der Medizintechnik
zu erfüllen. Hierbei spielen
regulatorische Vorgaben wie die
FDA-21-CFR-Part-820-Norm eine
entscheidende Rolle, da sie Anforderungen
an Produktdesign und
Materialbeständigkeit vorschreibt.
Nachteil
Ein Nachteil von Schraubverbindungen
ist, dass sie sichtbare
Befestigungselemente erfordern
und in einigen Fällen zusätzliche
Dichtungen notwendig sind, um
Keimfreiheit und Dichtigkeit zu
gewährleisten.
Schweißen eignet sich für Bauteile, die mechanisch belastet werden und sterilisiert werden sollen.
Schrauben eignet sich für Wartungen und bei Modularität
Technologische Innovationen
in der Fügetechnik
Die Medizintechnik profitiert
zunehmend von technologischen
Fortschritten in der Fertigung. Zwei
zentrale Entwicklungen revolutionieren
derzeit die Fügetechnik:
1. KI-gestützte Qualitätskontrolle:
Moderne KI-Algorithmen analysieren
in Echtzeit Daten aus
Schweiß-, Klebe- oder Schraubprozessen
und erkennen kleinste
Abweichungen von den Sollwerten.
Dies ermöglicht eine
sofortige Korrektur, reduziert
Ausschuss und erhöht die Produktionssicherheit.
Besonders
in der Medizintechnik, wo
höchste Präzision gefragt ist,
trägt KI dazu bei, Fehlerquoten
zu minimieren und die Einhaltung
regulatorischer Vorgaben
sicherzustellen.
2. Robotergestützte
Fügeverfahren:
Automatisierte Schweiß- und
Klebe systeme verbessern die
Wiederholgenauigkeit und sorgen
für gleichbleibend hohe
Quali tät. Roboter mit präzisen
Sensortechnologien ermöglichen
Fügeverfahren mit minimalen
Toleranzen und reduzieren
menschliche Fehler. Dies
ist insbesondere bei der Miniaturisierung
von Medizin geräten
von Vorteil.
Fazit: Die optimale Fügetechnik
für die Medizintechnik
Die Wahl der richtigen Verbindungstechnik
hängt von den spezifischen
Anforderungen des Medizinprodukts
ab. Schweißen eignet
sich besonders für mechanisch
belastbare, sterilisierbare Bauteile
mit hohen Hygieneanforderungen.
Kleben ist die beste Wahl für Materialkombinationen,
empfindliche
Bauteile oder partikelarme Anwendungen.
Schrauben bieten maximale
Flexibilität, wenn Wartung
oder Modularität gefragt sind. ◄
meditronic-journal 2/2025
13
Produktion
Präzision und Toleranzen neu definiert
3D-Drucker für die Mikroproduktion
Mikrofertigung im 3D-Druck setzt sich in vielen Bereichen durch –
hier ein 3D-gedruckter Stent.
Die additive Fertigung entwickelt
sich von einer Methode zur schnellen
Herstellung von Prototypen zur
zuverlässigen Alternative traditioneller
Fertigungsmethoden. Neuestes
Beispiel: Der Hybriddrucker
microArch D1025 von Boston Micro
Fabrication (BMF) kombiniert verschiedene
Auflösungen in einem
Druckvorgang und erzeugt damit
Mikroteile in serientauglicher Qualität
und Effizienz.
Akkurate Mikrobauteile
Im Spannungsfeld von Biowissenschaften,
Medizintechnik und
Elektronik sind präzise und akkurate
Mikrobauteile für viele innovative
Anwendungen unerlässlich.
Miniaturisierung, Individualisierung
und eine Produktentwicklung mit kürzeren
Innovationszyklen verlangen
nach 3D-Druck: Wer schnell komplexe
Prototypen und Endprodukte
fertigen kann, gewinnt das Rennen
im Wettbewerb.
Aber nicht alle 3D-Drucktechnologien
eignen sich für Anwendungen,
die hohe Genauigkeit und Präzision
in Verbindung mit den spezifischen
Anforderungen der Medizintechnik
erfüllen. Die von BMF entwickelte
Projektionsmikro-Stereolithografie
(PµSL) erreicht als einzige Technologie
Toleranzen, die das mikropräzise
Spritzgießen liefert.
Die Technologie arbeitet mit ultrahoher
Auflösung, spezieller Software,
präzisen Schrittmotoren und besonderen
Materialien, um schnell Teile
innerhalb der geforderten engen
Toleranzen zu produzieren.
CAD-Modelle
mit PµSL realisieren
Die Effektivität der Produktentwicklung
hängt vom Ablauf der einzelnen
Entwicklungsschleifen ab.
Mit der PµSL-Technologie lassen
sich einzelne Teile oder Chargen
produzieren, die durchgängig Toleranzen
von bis zu ±10 µm einhalten.
Gerade in der Mikro fertigung
bedeutet diese Präzision, dass
Bauteile oder Features perfekt
in andere Komponenten passen
und nicht aufwändig nachgearbeitet
werden müssen. Dies erspart
Verzögerungen im Zeitablauf und
höhere Kosten in der Qualitätssicherung.
Konsistent enge Toleranzen,
hohe Auflösung, Genauigkeit und
Präzision sind entscheidende Faktoren
additiver Fertigungslösungen,
die Innovationen zur Marktführerschaft
bringen.
Mikropräzision
in der Medizintechnik
Besonders in der Medizintechnik
ist Miniaturisierung ein wichtiger
Trend. Doch in dieser stark
regulierten Branche sind hohe
Präzision und Genauigkeit besonders
wichtig. Von innovativen Verabreichungsmethoden
für Medikamente
wie Mikronadelpflaster, bis
hin zu mikrochirurgischen Geräten
für die minimalinvasive Chirurgie,
wird der Mikro-3D-Druck in einer
Vielzahl von medizintechnischen
und medizinischen Anwendungen
eingesetzt.
Vor kurzer Zeit benötigte ein
Unternehmen aus der Medizintechnik
ein Teil mit einem wichtigen
Merkmal mit einer Größe von
-0/+0,0005 Zoll, an dem die meisten
additiven Fertigungstechnologien
scheitern. Lange Zeit wurden
große Mengen dieser Teile nach
dem Prinzip „Versuch und Irrtum“
beschafft. Selbst wenn die Konstrukteure
Zeichnungen mit Spezifikationen
der kritischen Merkmale
vorlegten, erfüllten die Teile
die Anforderungen nicht zuverlässig.
Meist entsprachen die Teile
nicht den Toleranzanforderungen.
Manche wurden aufwendig nachgearbeitet,
andere Teile mussten
verschrottet werden. Das Unternehmen
verschwendete Zeit, Geld
und Material.
Mit der PµSL-Technologie von
BMF wurde dieses Teil mit den
kritischen Merkmalen jedes Mal
nach den genauen Spezifikationen
gedruckt. Bei BMF durchläuft jeder
Auftrag und jedes produzierte Teil
einen Qualitätssicherungsprozess
und wird von Experten geprüft, um
sicherzustellen, dass es den Anforderungen
des Kunden entspricht.
Dieser Prozess ist ein integraler
Bestandteil der Zusammenarbeit
und im Gesundheitswesen unerlässlich.
Herstellung
einer Endoskopspitze
Das Team von Medizintechnik-
Ingenieuren eines anderen Kunden
benötigte eine drei Millimeter lange
distale Spitze für ein neuartiges Einweg-Endoskop
für die Endouro logie,
das minimalinvasive urologische
Eingriffe ermöglicht. Diese Spitze
enthält Schlüsselkomponenten wie
einen Kamerachip, eine Lichtquelle
und Irrigationswege und weist eine
komplexe 3D-Geometrie auf. Das
Unternehmen wechselte von der
Mikroformung zum 3D-Druck mit
BMF. Dadurch wurden lange Wartezeiten
vermieden, die innovative
Entwicklung und Skalierbarkeit bisher
behindert hatten.
Boston Micro Fabrication
info@bmf3d.com
www.bmf3d.com
Bild 2a: Die Mikronadel-Duo (M-Duo)-Technologie von
IMcoMET enthält 3D-gedruckte Komponenten, insbesondere
die Kappen und den Deckel, der die Nadeln fixiert.
Bild 2b: Schemazeichnung der Mikronadel-Duo-
Technologie
14 meditronic-journal 2/2025
Produktion
Bild 3: Die Spitze eines Endoskops
für die Endourologie muss
verschiedene Komponenten
unterbringen.
Höchste Präzision
für Elektronikbauteile
Auch Steckverbinder für Elektronikbauteile
erfordern 3D-Druck
in höchster Präzision. Ein Beispiel
dafür ist die Z-Axis Connector Company,
die sich auf die Herstellung von
Steckverbindern spezialisiert hat.
Die innovativen und wettbewerbsfähigen
Steckverbinder werden auf
die unterschiedlichsten Anforderungen
zugeschnitten, von Konsumentenanwendungen
in hohen Stückzahlen
bis hin zu Mikro-Miniatursteckverbindern.
Z-Axis ist darauf spezialisiert,
Lösungen für Kunden zu finden,
wenn verfügbare Optionen nicht den
Anforderungen der Anwendung entsprechen,
etwa wenn extrem hohe
Präzision und hohe Hitzebeständigkeit
erforderlich sind. Die Drucker
von BMF waren in der Lage, deutlich
engere Toleranzen als andere
Drucker mit Materialien zu erreichen,
die für extrem hohe Temperaturen
ausgelegt sind. Damit eröffnen
sich neue Möglichkeiten für
kompakte, leistungsstarke Steckverbinder
und Lösungen weit über
den Branchenstandards.
Offen für viele Materialien
Speziell abgestimmte Materialien
sind äußerst wichtig, wenn man trotz
enger Toleranzen und Mikromerkmale
Komponenten und Produkte mit
bester Qualität und Leistung erreichen
will. In der Medizintechnik ist
die Biokompatibilität wichtig. In der
Mikroelektronik müssen die Materialien
verschiedene Anforderungen
der Endanwendung erfüllen. Zum
Beispiel, wenn die Produkte typischerweise
hohen Temperaturen
ausgesetzt sind oder elektrostatisch
ableitende (ESD) Eigenschaften
erfordern, V0-Werte oder niedrige
Dielektrizität aufweisen müssen.
Die Drucksysteme von BMF sind
offen zur Anwendung verschiedener,
eigener und fremder Materialien
mit den Eigenschaften, die
der Kunde benötigt.
UV-härtbare Materialen
Zu den UV-härtbaren Materialen
gehören zahlreiche Kunststoffharze,
die steif, zäh, hoch temperaturbeständig,
biokompatibel, flexibel oder
auch transparent sind. Zusätzlich zu
zahlreichen technischen und biomedizinischen
Kunststoffen unterstützt
die PµSL-Technologie eine
Verwendung von Hydrogelen und
Verbundharzen, die Keramik- oder
Metall partikel enthalten.
• BIO ist ein biokompatibler Kunststoff,
der für nicht-implantierbare
medizinische Anwendungen
geeignet ist. BIO kann sterilisiert
werden und hat zahlreiche ISO-
Biokompatibilitätstests bestanden.
• AL-Keramik (Aluminiumoxid)
eignet sich perfekt für Anwendungen
in den Bereichen Werkzeuge,
Gehäuse und medizinische
Geräte, da sie hohen Temperaturen
standhält und eine hohe
Festigkeit und chemische Beständigkeit
aufweist.
• BMF MED powered by 3D Systems
ist ein steifes, bernsteinfarbenes
Material für Anwendungen,
die Biokompatibilität, Transluzenz
und/oder Wärmebeständigkeit
erfordern. Es liefert Teile
mit scharfen Details, die sterilisiert
und bei hohen Temperaturen
(über 100 °C) getestet werden
können.
• RG aus der Ultracur3D-Photopolymer-Produktlinie
von Forward
AM ist ein haltbares technisches
Material, das für den Druck von
funktionalen Endverbrauchsteilen
verwendet werden kann.
Es ist nicht nur biokompatibel,
sondern nimmt auch kein Wasser
auf und eignet sich für eine
breite Palette von Anwendungen
wie Elektrogehäuse, medizinische
Geräte, Schnapper und funktionale
Prototypen.
Mit dualer Auflösung
zur Serienfertigung
Vor kurzem konnte BMF darüber
hinaus ein Drucksystem mit zwei
Auflösungen ankündigen die sich
im hybrid-modus kombinieren lassen.
Winzige Bauteile und komplexe
Merkmale werden bei 10 µm
Auflösung exakt reproduziert, während
der 25µm-Modus bei kleinen
Teilen, die keine ultrahohe Auflösung
erfordern, höhere Druckgeschwindigkeiten
zulässt. Sensationell
ist jedoch, dass der microArch
D1025 beide Auflösungen in einer
Druckschicht miteinander verbinden
kann. Der microArch D1025
erkennt im Hybrid-Modus selbsttätig
Bereiche, die 10 µm Auflösung
erfordern und stellt sich
darauf ein. So werden winzige
Features exakt wiedergegeben,
während der Aufbau insgesamt
schneller abläuft.
Serienfertigung
dank hoher Effizienz
An vielen weiteren Stellen wurde
die Geschwindigkeit und Effizienz
des Mikrodruckers mit einem Bauraum
von 100 x 100 x 50 Millimetern
verbessert. So richtet ein automatisches
Kalibrierungssystem die
Plattform, Walze und Membran aus
und verringert damit die Umrüstzeiten.
Die Druckeinstellungen für
die Walzenfrequenz und die Verzögerungszeiten
können automatisch
Bild 5: Der neue 3D-Drucker microArch 1025 von BMF
© BMF
Bild 4: Ein Steckverbinder von Z-Axis
auf einer Leiterplatte, der die hohen
Temperaturen in einem Lötofen
überstanden hat
an Druckfläche und Materialviskosität
angepasst werden. Auch das
Niveau des Harzbades wird automatisch
exakt eingestellt. Spachtel
und Walze eliminieren Luftblasen
und verkürzen die Nivellierungszeit.
Die Membran muss zwischen
den Aufbauten nicht entfernt oder
neu installiert werden. Dies bedeutet
höhere Verfügbarkeit und mehr
Betriebszeit. Schließlich wird die
Druckplattform magnetisch fixiert,
um die Entnahme zu erleichtern.
Industrieunternehmen und Forschungseinrichtungen
erreichen
mit dem microArch D1025 höhere
Geschwindigkeit und Effizienz
ohne Einbußen an Präzision und
Genauigkeit. ◄
meditronic-journal 2/2025
15
Produktion
Neustart in der Produktentwicklung und
Werkzeugkonstruktion für nachhaltige
Kunststoffbauteile dringend erforderlich
IsoForm-Werkzeug: energieeffizientes Formwerkzeug für die Reduktion des
Energieverbrauchs für das Aufheizen und das Abkühlen sowie Temperierung
ohne Schwankungen für bessere Bauteilqualität
Die Entwicklung nachhaltiger Produkte
erfordert ein grundlegendes
Umdenken in der Produktgestaltung
und Fertigung. Jahrzehntelang
war die Maxime „Geiz ist geil“
in unserer Wegwerfgesellschaft vorherrschend.
Doch angesichts der
zunehmenden klimatischen Herausforderungen
und der sich verschärfenden
gesetzlichen Vorgaben ist
ein Wandel unumgänglich. Besonders
in der Kunststoffverarbeitung
bietet sich ein enormes Potenzial
für nachhaltige Lösungen. Unternehmen,
die ihre Fertigungsprozesse
nicht rechtzeitig anpassen,
setzen sich erheblichen wirtschaftlichen
Risiken aus.
Autor:
Rudolf Hein
Geschäftsführer
Konstruktionsbüro Hein GmbH
www.KB-Hein.de
Herausforderungen
in der Spritzgussfertigung
Die industrielle Fertigung in Europa
steht vor multiplen Herausforderungen.
Neben dem Fachkräftemangel
bleibt die Bereitschaft zur
umfassenden Automatisierung
sowohl in der Herstellung von
Spritzgießwerkzeugen als auch in
der Spritzgussproduktion auf einem
niedrigen Niveau. Viele Unternehmen
setzen weiterhin auf billige Produktionsstandorte
im Ausland, was
jedoch in Zeiten unterbrochener Lieferketten,
Handelszöllen, und steigender
Nachhaltigkeitsanforderungen
ein zunehmend problematischer
Ansatz ist.
Chancen
Der Wandel beginnt mit der Neuausrichtung
der Produktentwicklung.
Die Zukunft der Spritzgussfertigung
liegt in der konsequenten Automatisierung:
Robotergerüstete formgebende
Elemente, maschinelles
Anfahren ohne Bedienpersonal
und eine selbstoptimierende Fertigung
mittels DOE (Design of Experiments).
Eine durchdachte Produktgestaltung
verhindert Entformungsprobleme
und stellt sicher, dass die
gesamte Produktion nahtlos automatisiert
abläuft.
Bedeutung
der Produktentwicklung
und Werkzeugkonstruktion
Die Grundlage für nachhaltige
Kunststoffprodukte beginnt in der
Phase der Produktentwicklung
und Werkzeugkonstruktion. Schon
bei der Bauteilkonstruktion muss
berücksichtigt werden, wie sich ein
Kunststoffprodukt u. a. effizient fertigen,
entformen und recyceln lässt.
Werkzeugkonzepte spielen hierbei
eine entscheidende Rolle: Moderne
Spritzgießwerkzeuge müssen so
konzipiert werden, dass die Werkzeugeinsätze
sich weitgehend automatisiert
wechseln / rüsten lassen.
Beispielsweise ermöglichen innenisolierte
Werkzeuge eine energieeffiziente
Fertigung, indem sie die
Wärme gezielt im Werkzeug halten
und so den Energieaufwand
für das Aufheizen auf Betriebstemperatur
und Abkühlen reduzieren.
Ebenso sind modulare Werkzeugkonzepte
gefragt, die eine flexible
Produktion mit schnellen Umrüstzeiten
und geringen Stillstandskosten
erlauben.
Geeignete Kunststoffe
Ein weiterer Fokus liegt auf der
Auswahl geeigneter Kunststoffe.
Um eine effiziente Recyclingfähigkeit
zu gewährleisten, sollten sortenreine
Materialien bevorzugt werden.
Mehrkomponententechnologien,
wie 2K- oder Mehr-K-Spritzguss,
sind zunehmend kritisch zu
hinterfragen, da sie die Trennung
der Materialien und damit das Recycling
erschweren.
IsoForm als Schlüssel
für nachhaltige
Kunststoffproduktion
In der aktuellen Diskussion über
nachhaltige Produktentwicklung und
umweltfreundliche Fertigungstechnologien
kommt dem Einsatz innovativer
Werkzeugtechnologien eine
zentrale Rolle zu. Besonders hervorzuheben
ist hierbei das Iso-
Form-Konzept, das durch speziell
isolierte formgebende Bereiche in
Spritzgusswerkzeugen eine signifikante
Verbesserung der Energieeffizienz
und Prozesssicherheit bietet.
IsoForm hebt sich von konventionellen
Werkzeugen ab, da die
präzise Temperierung im konturgebenden
Bereich konstant gehalten
wird, unabhängig von äußeren
Einflüssen.
Geringerer Energiebedarf
Diese gleichmäßige Temperaturverteilung
reduziert nicht nur den
Energiebedarf während des Aufheizens
und Abkühlens, sondern trägt
auch zur Verbesserung der Produktqualität
und der Prozessstabilität
bei. Durch den geringeren Energieverbrauch
beim Temperieren, können
auch kleinere Temperiergeräte
gewählt werden, welche auch direkt
im Maschinenbett platziert werden
können. Dies ist besonders vorteilhaft
im Reinraumbereich, wo jeder
Quadratmeter Platz sehr teuer ist.
CO 2 -Reduktion
Ein weiterer Vorteil des IsoForm-
Systems liegt in der deutlichen
Reduktion des CO 2 -Ausstoßes.
Durch die effiziente Nutzung der
Energie wird der ökologische Fußabdruck
der Produktion minimiert –
ein wichtiger Schritt im Hinblick auf
die zunehmend strengeren Nachhaltigkeitsanforderungen
und die EU-
Ökodesignverordnung. In Zeiten,
in denen Unternehmen verstärkt
Innenisoliert-IsoForm:
Energieeinsparung durch Isolierung
des konturgebenden Bereiches gegen
das Stammwerkzeug
16 meditronic-journal 2/2025
Produktion
Kennzeichnung: Zukünftig wird nicht nur der Energieverbrauch im Einsatz
des Bauteils relevant sein, sondern auch seine Herstellung.
auf den Klimaschutz und Ressourcenschonung
achten müssen, bietet
IsoForm eine praxisorientierte
Lösung zur Optimierung von Fertigungsprozessen.
Hohe Flexibilität
Die Flexibilität dieses Ansatzes ist
ebenfalls ein entscheidender Faktor
für eine zukunftsfähige Produktion.
Durch die Möglichkeit, Wechseleinsätze
zu nutzen, lassen sich
unterschiedliche Produktionsanforderungen
schnell und effizient
umsetzen, wodurch sowohl Rüstzeiten
als auch Betriebskosten
gesenkt werden. Diese Flexibilität
wird durch die Integration von
Automatisierungspotenzialen weiter
gestärkt, was angesichts des
Fachkräftemangels und der steigenden
Anforderungen an die Produktionseffizienz
einen klaren Wettbewerbsvorteil
verschafft.
VorKon
VorKon ist der Schlüssel zu
mehr Prozesssicherheit und einem
schnelleren time-to-market. Es ist
ein innovatives Tool, das frühzeitig
in der Produktentwicklung eingesetzt
wird, um die Herstellbarkeit
von Bauteilen zu analysieren
und potenzielle Probleme wie Verzug
oder Bindenähte bereits in der
Design phase zu identifizieren. Dies
ermöglicht Unternehmen, die Machbarkeit
eines Projekts vor der detaillierten
3D-Produktentwicklung zu
prüfen und ungeeignete Konzepte
frühzeitig zu erkennen.
Mit VorKon können Unternehmen
die Herstellbarkeit eines Produkts
schon in der ersten Designphase
beurteilen. Dies hilft, Alternativen zu
finden und unnötige Kosten durch
spätere Korrekturen oder Neuproduktionen
zu vermeiden. Die frühzeitige
Identifikation von Problemen
meditronic-journal 2/2025
reduziert Folgekosten und verkürzt
das Time-to-Market.
Informationen für die
Entscheidungsfindung
Dieses Vorgehen in der Produktentwicklung
liefert fundierte
Informationen, die die Entscheidungsfindung
hinsichtlich Design,
Produktionsprozess und Materialwahl
erleichtern. Durch die schnelle
Bereitstellung von Ergebnissen
– innerhalb von nur drei Tagen –
können Unternehmen schnell und
ressourcenschonend die besten
Lösungen auswählen und sich so
einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.
Dies trägt zur Steigerung der
Produktqualität bei, da potenzielle
Herstellungsprobleme frühzeitig
erkannt und behoben werden.
Dies erhöht die Kundenzufriedenheit
und stärkt langfristige Kundenbeziehungen,
verhindert unnötigen
Ausschuss und Energieverschwendung.
VorKon ist somit eine wertvolle
Vorstufe für die detaillierte Simulation
und Werkzeugplanung. Es hilft
Unternehmen, Risiken zu minimieren,
Kosten zu senken, die Effizienz
in der Produktentwicklung zu steigern
und ressourcenschonender
zu arbeiten.
Nachhaltigkeit als
strategische Notwendigkeit
Nachhaltigkeit ist längst keine
optionale Unternehmensstrategie
mehr, sondern eine zwingende
Temperierung für hohe Oberflächenqualität
Notwendigkeit. Die Umsetzung
der EU-Ökodesignverordnung, des
Lieferkettengesetzes und des EU-
Recyclinggesetzes ist unausweichlich.
Viele Unternehmen ignorieren
jedoch weiterhin die damit verbundenen
technischen Anforderungen
und riskieren, dass ihre Produkte in
Zukunft durch verbesserte digitale
Verbraucherprüfungen aus dem
Markt ausgeschlossen werden.
Kunststoffprodukte müssen so
entwickelt werden, dass sie recyclingfreundlich
und langlebig sind.
Die bisherige Praxis, zahlreiche
Funktionen in ein einzelnes Spritzgussteil
zu integrieren, ist nicht mehr
zeitgemäß. Stattdessen sind robuste
Designs gefragt, die den Anforderungen
an Nachhaltigkeit und Automatisierung
gerecht werden.
Materialzusammensetzung
Ein weiteres Problem stellt die
Materialzusammensetzung dar. Hart-
Weich-Verbindungen aus 2K- oder
Mehrkomponentenspritzguss sind
nur noch in wenigen Anwendungen
sinnvoll, da sie kein sortenreines
Recycling ermöglichen. Besonders
im medizinischen Bereich, wo Einwegprodukte
oft noch verbrannt
werden, gibt es bereits erste Bestrebungen,
alternative, nachhaltigere
Lösungen zu entwickeln.
Verantwortung
der Unternehmen
Der Wandel zu nachhaltiger
Kunststoffverarbeitung erfordert
nicht nur technologische Anpassungen,
sondern auch eine unternehmerische
Verantwortung. Unternehmen
müssen ihre Kunden aktiv
auf die Notwendigkeit nachhaltiger
Produktentwicklungen hinweisen.
Eine mangelhafte Nachhaltigkeitsstrategie
kann zu wirtschaftlichen
Nachteilen führen, wenn Verbraucher
durch digitale Anwendungen
Nachhaltigkeitsdaten abfragen und
nicht-nachhaltige Produkte bewusst
meiden.
Gleichzeitig leiden die Kunststoffindustrie
und verwandte Berufe unter
einer Nachwuchskrise. Junge Menschen
meiden diesen Sektor aufgrund
der negativen Berichterstattung
über Kunststoffabfälle. Dabei
bietet der Werkstoff Kunststoff vielfältige
Möglichkeiten, die Nachhaltigkeit
zu fördern. Thermoplaste lassen
sich mit geringem Energieaufwand
recyceln und tragen durch
ihre Leichtbauweise zur Ressourcenschonung
bei. Ein nachhaltiger
Umgang mit Kunststoff erfordert
jedoch eine vorausschauende Produktgestaltung
und effiziente Recyclingprozesse.
Fazit: Jetzt handeln,
bevor es zu spät ist
Die technologische Grundlage
für nachhaltige und automatisierte
Spritzgussfertigung ist bereits vorhanden.
Unternehmen, die weiterhin
an veralteten Produktionsmethoden
festhalten, riskieren Marktverluste
und regulatorische Konsequenzen.
Die Verantwortung liegt nicht nur bei
der Industrie, sondern auch bei den
Kunden, die nachhaltige Lösungen
fordern und durch ihre Kaufentscheidungen
mitgestalten.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen,
um durch nachhaltige Produktgestaltung
und konsequente Automatisierung
einen Wettbewerbsvorteil
zu sichern. Wer diesen Wandel
ignoriert, wird nicht nur wirtschaftlich,
sondern auch gesellschaftlich
abgehängt.
Wer schreibt:
Das Konstruktionsbüro Hein ist
Dienstleister für Produktentwicklung,
Spitzguss-Simulation, Bauteilanalyse
/-optimierung und Werkzeugkonstruktion.
Hein kann auf viele
erfolgreiche Projekte im Bereich der
Produktentwicklung und Werkzeugkonstruktion
für die Medizintechnik
und Sicherheitstechnik-Branche
zurückblicken. ◄
17
Produktion
Hartmetallwerkzeuge höchster Qualität
und Leistung
Mikron Tool bewältigt mit seiner Schweizer Hochpräzisionstechnologie die komplexesten Herausforderungen
bei schwer zerspanbaren Materialien wie Edelstahl, Titan und Superlegierungen.
Mikron Switzerland AG
Tool Division
www.mikrontool.com
Nach sorgfältiger Beobachtung der häufigsten
Kundenprobleme hat Mikron Tool drei neue Premium-Werkzeuge
entwickelt, um die Grenzen
der mechanischen Bearbeitung erneut zu verschieben.
Der CrazyMill Cool CF (ChatterFree) ist ein
Vollhartmetallfräser, der zur Beseitigung von
Vibrationen entwickelt wurde. Die außergewöhnliche
Oberflächengüte (gleich oder besser als Ra
0,5 μm) ermöglicht in vielen Fällen, die Anzahl
der für die Anwendung erforderlichen Werkzeuge
und damit auch Lieferzeiten und Bearbeitungskosten
zu reduzieren.
Der CrazyMill Cool SF (Superfinish): ein Vollhartmetallfräser
für die Superfinish-Bearbeitung,
der eine Oberflächenqualität (mit einer Rauheit
von gleich oder besser als Ra 0,3 μm) erreicht
und eine Nachbearbeitung wie Schleifen und
Polieren reduziert, was zu erheblichen Kostenund
Zeiteinsparungen führt.
Und schließlich der CrazyDrill Titanium TK /
TN: ein Mikrobohrer, der speziell für reines und
legiertes Titan für Bohrungen mit Durchmessern
zwischen 0,2 und 2,0 mm entwickelt wurde. Er
setzt neue Maßstäbe in Bezug auf Bohrungspräzision
und -qualität, Produktivität und Werkzeuglebensdauer.
CrazyMill Cool CF
ist die neueste Generation von Fräsern von
Mikron Tool. Sie erzeugt einen minimalen seitlichen
Fräsdruck und arbeitet völlig vibrationsfrei.
Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche
Oberflächengüte (Ra 0,5 µm oder besser). Dies
wird durch eine innovative Spannutgeometrie mit
unregelmäßiger Schneidenaufteilung und einem
variablen Spiralwinkel ermöglicht. Der Fräser
erweist sich als besonders effektiv bei dünnwandigen
und empfindlichen Werkstücken, die zum
Vibrieren neigen oder bei instabiler Spannung.
Hochdynamischer Fräsprozess
Auch ist er bestens für hochdynamischeFräsprozesse
geeignet, um Taschen und Nuten hocheffizient,
präzise und äußerst schonend zu bearbeiten.
Dies gilt für alle Materialien, einschließlich
schwierigen Materialien wie Edelstahl, Titan
und seinen Legierungen, Superlegierungen
usw. Der CrazyMill Cool CF ist in zwei Versionen
erhältlich: mit vier Zähnen (bis Ø 2,5 mm)
und fünf Zähnen (ab Ø 3 mm) in Durchmessern
von 1,0 – 8,0 mm (.039“ – .315“, Zwischenabmessungen
in Zoll verfügbar) und mit zwei verschiedenen
Schnittlängen von 3 x d und 4 x d.
CrazyMill Cool SF
Die weitere Fräs-Innovation von Mikron Tool,
der CrazyMill Cool SF, ein Hochleistungsfräser
für die Superfinish-Bearbeitung, setzt erneut
Maßstäbe in Bezug auf die Oberflächengüte:
Er fräst Oberflächen in Schleifqualität und
reduziert Nachbearbeitungen wie Schleifen
und Polieren!
Dies wird durch die perfekte Balance eines
völlig neuen Fräskonzepts ermöglicht, wie z. B.
ein kundenspezifisches Hartmetallsubstrat auf
Basis von ultrafeinem Korn, ein hochleistungsfähiges
und hocheffizientes integriertes Kühlmittelzufuhrkonzept
und eine speziell für die
Superfinish-Bearbeitung entwickelte Schneidkantenkonditionierung.
Hinzu kommt eine neue
Schneidengeometrie mit variablem Spiralwinkel
und unregelmäßiger Zahnteilung.
Zwei Fräserversionen
Es stehen zwei Fräserversionen mit fünf Zähnen
(bis Ø 2,5 mm) und sechs Zähnen (ab Ø 3
mm) in Durchmessern von 1,0 – 8,0 mm (.039“
– .315“, Zwischenabmessungen in Zoll verfügbar)
zur Verfügung. Version M für Schnittlängen
bis 3 x d und Version N für 4 x d.
Neuheiten im Bereich Bohren
Im Bereich des Bohrens erfordert der Trend
zur Miniaturisierung immer kleinere und leistungsfähigere
Werkzeuge, die zuverlässige
Prozesse und höchste Präzision gewährleisten.
Dies gilt auch für die Titanbearbeitung.
Titan ist ein schwer zerspanbares Material.
Seine hohe Zähigkeit und Festigkeit sowie die
geringe Wärmeleitfähigkeit sind nur einige der
Gründe für sein unberechenbares Verhalten
bei der Bearbeitung.
CrazyDrill Titanium TN / TK
Mit dem CrazyDrill Titanium TN / TK präsentiert
Mikron Tool einen brandneuen, perfekt ausbalancierten
Mikrobohrer für die Bearbeitung von
Reintitan und Titanlegierungen, der sowohl mit
Niederdruck-Innenkühlmittelzufuhr als auch mit
Außenkühlung zuverlässig eingesetzt werden
kann. Dieses Produkt ist in Durchmessern von
0,2 bis 2 mm (0,008“ bis 0,078“, Zwischenabmessungen
in Zoll verfügbar) für Bohrtiefen von
3 x d und 6 x d und in zwei Versionen erhältlich:
CrazyDrill Titanium TK mit integrierter Kühlung
(min. 15 bar oder 220 psi) und CrazyDrill Titanium
TN für die Bearbeitung mit externer Kühlmittelzufuhr.
◄
18 meditronic-journal 2/2025
Montage medizinischer Schläuche automatisieren
und mit Prozessinformationen absichern
Mechanisch optimiert für die Handhabung und Montage biegeschlaffer Teile.
Lasertechnik
die in der laufenden Produktion, zur
Qualitätssicherung und Dokumentation
notwendig sind“, sagt Simon
Fey, Leiter Software & Controls bei
Knoll Feinmechanik.
MedtecLIVE Healthtech Pavilion
Stand A4.218
Ernst Knoll Feinmechanik GmbH
www.knoll-feinmechanik.de
Mit dem selbst entwickelten Handling-Head
setzt Knoll Feinmechanik
eine ausgereifte Greifertechnologie
in seinen Automatisierungslösungen
ein. Dabei entstehende
Prozessdaten lassen sich nutzen,
um die automatisierten Vorgänge
zu überwachen. Das ist auch deshalb
notwendig, da auf den modularen
Anlagen meist medizintechnische
Produkte gefertigt werden.
Diese Prozessinformationen können
auch für die Validierung oder
bei der Systemüber wachung von
Nutzen sein.
Der Handling-Head ist in verschiedenen
Ausführungen erhältlich
und verwendet bis zu drei Servomotoren,
die unterschiedliche
Bewegungen im Prozess steuern.
Bei einem Fügevorgang wird beispielsweise
das Ende eines biegeschlaffen
medizinischen Schlauchs
über eine starre Hülse geschoben.
Das dauert nur Bruchteile einer
Sekunde. Die Stromaufnahme der
Servomotoren wird während des
Fügens im Millisekunden-Bereich
aufgezeichnet, sodass anschließend
Messwert-Verlaufskurven zur
Verfügung stehen.
Fügeprozess überwachen
und dokumentieren
Sind genügend Kurven des fehlerfrei
abgelaufenen Prozesses aufgezeichnet,
lassen sich mittels KI
oder statistischer Analyse Abweichungen
erkennen. Zusammen
mit den Bildern der in den Anlagen
installierten Kameras, lässt
sich so jeder einzelne Fügeprozess
überwachen und dokumentieren.
„Damit stellen wir unseren Anwendern
wichtige Daten zur Verfügung,
Sicherheit aus der
Kombination von Daten
Aus den Prozessinformationen
lässt sich so einiges herauslesen,
was von Mehrwert ist. Bei einem
Fügevorgang kann beispielsweise
mittels des Drehmomentverlaufs
und der Bilddokumentation die
Einsteck- bzw. Montagetiefe überwacht
werden. Ob alle notwendigen
Komponenten zur Verfügung
standen, wird auf dieselbe Art und
Weise überwacht. So trivial letzteres
klingt, so wichtig ist diese
Information. Doch Sicherheit entsteht
erst durch die Kombination
der gesammelten Daten.
Mit dem Drehmoment-Verlauf und
dem Bild zusammen sind alle Informationen
verfügbar, um während
der Produktion IO und NIO voneinander
zu unterscheiden. „Darüber
hinaus können diese Daten schon
im Vorfeld bei der Prozessvalidierung
gemäß MDR unterstützen
oder auch nach dem Inverkehrbringen
zu Dokumentations- und Nachweiszwecken“,
sagt Fey. „Wir verstehen
uns in diesem Zusammenhang
nicht nur als Anlagenbauer,
sondern unterstützen und begleiten
unsere Kunden gern auch in
der Validierungsphase.“ ◄
meditronic-journal 2/2025
19
Lasertechnik
Evosys EvoWeld Mini
Laser-Kunststoffschweißen für Jedermann
Das Verbinden zweier Kunststoffteile
mittels Laser ist aufgrund seiner
weitreichenden Vorzüge mittlerweile
ein etabliertes Verfahren zur Herstellung
komplexer Baugruppen in
verschiedenen Anwendungsbereichen.
Das notwendige Equipment
war bisher nur für Produktionsumgebungen
und höhere Automation
vorgesehen, was auch einen relativ
hohen Invest erforderte.
Hochmoderne
und saubere Technik
Die Evosys Laser GmbH hat
mit der Evosys EvoWeld Mini nun
ein System entwickelt und auf den
Markt gebracht um den Zugang
zu der hochmodernen und sauberen
Technik des Laser-Kunststoffschweißens
spürbar zu erleichtern.
Autor:
Dipl.-Ing. FH Kreshnik Ahmeti
Product Manager
Evosys Laser GmbH
info@evosys-laser.de
www.evosys-group.com
Mit diesem System wurden die
Investkosten auf einen Bruchteil
eines hochautomatisierten Systems
reduziert. Gleichzeitig bietet die Evo-
Weld Mini alle Vorteile des Laserschweißens,
sodass es jederzeit
möglich ist, neue Anwendungen
oder Materialtests in kürzester
Zeit auf dem System einzurichten
und Teile zu produzieren. So können
erste Muster zur Ansicht oder
für Tests hergestellt werden, um in
einem sehr frühen Produktentwicklungsstadium
schon das Ergebnis
bewerten und die Baugruppe sehr
effizient bis zur Perfektion optimieren
zu können.
Weitere Vorteile
Aber auch für den weiteren Verlauf
bieten sich Kostenvorteile.
Bereits im Zuge der Entwicklungsphase
werden wertvolle Erkenntnisse
über das Produkt selbst und
das Produktionsverfahren gesammelt.
Dadurch profitiert der gesamte
weitere Entwicklungsprozess einer
Baugruppe und es können gezielte
Fragestellungen sehr schnell und
nachhaltig geprüft, optimiert und
beantwortet werden, lange bevor
z.B. ein Design-Freeze erfolgt.
Ganz nebenbei lassen sich die
so produzierten Teile auch zeigen,
präsentieren und anfassen – das
ist sicher ein deutlich stärkeres
Verkaufsargument als ein rein im
CAD oder in Präsentationen dargestelltes
Teil.
Die Evosys EvoWeld Mini schafft
damit also den Einstieg in das Laser-
Kunststoff-Schweißen für alle, die
bisher nicht die Möglichkeit hatten
diese fortschrittliche Technologie
selbst einzusetzen.
Quasi-Simultanschweißen
leicht gemacht
Eines der grundlegenden Ziele bei
der Entwicklung der EvoWeld Mini
war es, möglichst alle Verfahrensvarianten
und vor allem das sogenannte
Quasi-Simultanschweißverfahren
in diesem System zu
ermöglichen.
Beim Quasi-Simultanschweißen
fährt der Laserstrahl mit einer
Vorschubgeschwindigkeit von bis
zu mehreren tausend Millimetern
pro Sekunde die vorgegebene
Schweißkontur mehrfach ab. So
wird ein gezielter und gleichmäßiger
Energieeintrag in die Fügepartner
sichergestellt und die Fügezone
bis zum schmelzflüssigen Temperaturbereich
erwärmt. Gleichzeitig
wird eine konstante Kraft auf die
Fügebaugruppe ausgeübt um die
Wärme leitung zwischen den zwei
Fügepartnern sicher zu stellen.
Bei der Kombination der Fügekraft
und des Laserstrahls, der die Kontur
mehrfach mit hoher Geschwindigkeit
abfährt, kommt es zu einer relativen
Setzbewegung zwischen den
zwei Fügepartnern, die mit einem
integrierten Wegmesssystem sehr
genau erfasst wird. Üblicherweise
wird der Schweißprozess so eingestellt,
dass ein Setzweg entsteht
der größer ist als die Ebenheitstoleranz
der zwei Fügepartner. So wird
sichergestellt, dass eine dichte und
dauerhaft feste Schweißverbindung
entsteht.
Dieses Wegmesssystem ist damit
eine integrierte und taktzeitneutrale
Prozessüberwachung während des
Schweißprozesses, die sehr effizient
arbeitet. In der Praxis erweist
sich diese Methode bzw. Verfahrensvariante
als sehr robust und
wird in der Industrie nicht nur sehr
gerne genutzt, sondern praktisch
vorausgesetzt um eine gleichbleibend
hohe Qualität der geschweißten
Baugruppe sicherzustellen.
Daher ist das Quasi-Simultanschweißen
bei den aller meisten
Anwendungen und wo immer es
möglich ist als Verfahrensvariante
gesetzt und hält jeder Hinterfragung
stand. Andere Varianten sind
z.B. das Kontur- oder Radialschweißen,
haben jedoch i.d.R. kein messbares
Setzverhalten während des
Schweißprozesses, so dass Ebenheitstoleranzen
nur bedingt ausgeglichen
werden können. Beim Simultanschweißen
wiederum entsteht
ebenso wie beim Quasi-Simultanschweißen
eine messbare Setzbewegung
zwischen den Fügepartnern.
Allerdings ist der Invest
für einen Simultanschweißaufbau
i.d.R. deutlich höher und die Größe
der Fügepartner und Komplexität
der Schweißnaht ist weit eingeschränkter.
Gemeinsamkeiten
Allen Verfahrensvarianten gemein
ist, dass neben dem Laser und
20 meditronic-journal 2/2025
Lasertechnik
EvoWeld Mini mit intuitiver touchfähiger Bedienoberfläche
inklusive Kurvendarstellung
einem optischen Aufbau, auch
eine speziell für das Laserschweißen
abgestimmte Steuerung und
Software zum Einsatz kommt. Die
Steuerung entspricht industriellen
Zwecken und Vorgaben und beinhaltet
zudem z.B. sicherheitsrelevante
Komponenten. Die Software
wiederum enthält die Ablaufsteuerung
für den maschinellen Betrieb
und auch die Steuerung der Laserkomponenten,
hier im Speziellen für
die Verfahrensvarianten des Laser-
Kunststoffschweißens.
Das Zusammenspiel aller dieser
Komponenten so aufzubauen und
zu konfigurieren dass alle gesetzlichen
und kundenspezifischen Vorgaben
am Ende eine serienproduktionstaugliche
Maschine ergeben,
ist mit einem vergleichsweise hohen
Aufwand und Invest verbunden. An
dieser Stelle hat die Evosys Laser
GmbH ihre jahrzehntelange Erfahrung
im Laser-Kunststoff-Schweißen
gesammelt und in der Evo-
Weld Mini in eine kostengünstige
Maschine für Jedermann gepackt.
meditronic-journal 2/2025
Aufbau und Spezifikationen
Einer der Hauptaspekte bei Entstehung
der Evosys EvoWeld Mini
war die Überlegung, die ganze
hochkomplexe Technik in einem
möglichst kompakten Gehäuse in
einem Tisch-System unterzubringen.
Das ist den Ingenieuren bei
Evosys mit Bravur gelungen, wie
anhand der Abmessungen von nur
ca. 320 mm Breite, ca. 530 mm Höhe
und ca. 660 Tiefe ersichtlich wird.
Dabei finden alle benötigten Komponenten
innerhalb dieses Gehäuses
ausreichend Platz, und es können
Teile bis zu einer Größe von ca.
100 x 100 mm geschweißt werden.
Spannmodule stehen in verschiedenen
vordefinierten Kraftbereichen
zur Verfügung, oder können vom
Kunden selbst beigesteuert werden.
Der Einsatzbereich der Mini ist
sicher auch das Testen neuer Materialien
und Materialkombinationen.
Da kann es bei ersten Tests schon
mal zu Überhitzungen des Materials
kommen, so dass mitunter
schädliche Ausgasungen entstehen
können. Auch das haben die
erfahrenen Ingenieure von Evosys
bedacht und ein Absaugrohr
in der Maschine bereits vorgesehen.
Am Gehäusedach kann so
ganz leicht eine externe Absaugung
angeschlossen werden, die
innerhalb der Maschine bis zum
Schweißbereich durchgeschleust
wird und dort effektiv die entstandenen
Gase absaugen kann sodass
für den Bediener vor der Maschine
keine Risiken bestehen.
Im unteren Bereich an der Frontseite
findet sich für alle Fälle eine
Not-Aus-Taste. Ebenso ist eine
Leuchte für den Betriebszustand
angebracht und ein Schalter zum
Spannen oder Entspannen der eingelegten
Baugruppe. Zugang zum
Schweißbereich erhält der Bediener
über die manuell zu öffnende
Haube, die sich nach oben öffnet
und mit geringstem Kraftaufwand
wieder geschlossen werden kann
um den lasersicheren Betriebszustand
zu gewährleisten.
Der hintere, abgedeckte Bereich
der Maschine beinhaltet alle für den
Betrieb benötigten Komponenten,
einschließlich der luft gekühlten
Laserquelle und der Ablenkeinheit
um den Laserstrahl flexibel
positionieren und hochdynamisch
verfahren zu können. Rückseitig
befindet sich der Hauptschalter
der Maschine, die Stromversorgung,
ein USB-Anschluss und
Anschlüsse für ein pneumatisches
Spannsystem, welches innerhalb
der Maschine bereits komplett verlegt
und bis zum Schweißbereich
durchgeführt ist.
Programmierung
Die Parametrierung der Maschine
erfolgt über die hauseigene Software
Evosys EvoLaP. Dieser Name
zeugt bereits von der viel zitierten
Innovationskraft der Evosys-Gruppe:
Evolutionary Laser Path.
In EvoLap wird die Schweißkontur
eingestellt und die Schweißparameter
definiert. Für Prozessvarianten
mit Setzweg wird sogar der
Weg-Zeit-Verlauf graphisch dargestellt,
was beim Einrichten und
Optimieren einer Schweißanwendung
sehr hilfreich ist. Selbstredend
sind die Schweißparameter natürlich
anwendungsspezifisch einstellbar;
Flexibilität war für dieses System
ebenso eine natürliche Grundvoraussetzung,
wobei diese Anforderung
keine große Hürde war da sich
alle Evosys-Maschinen durch Flexibilität
innerhalb der Systemgrenzen
auszeichnen.
Das System sollte manuell bedienbar,
aber dennoch kompatibel
mit den höher automatisierten
Maschinen aus dem Evosys-Produktportfolio
bleiben. Schließlich
ist einer der Anwendungsfälle, ein
neues Produkt mit der EvoWeld
Mini zu entwickeln sowie die ersten
Muster zu schweißen um dann
später genau diesen Schweißprozess
von der EvoWeld Mini z.B. auf
eine vollautomatisierte Maschine
übertragen zu können. Nur so kann
sichergestellt werden, dass das
gesamte Know-how aus der Entwicklungsphase
zu einem maximalen
Anteil auch in die Serienproduktion
gelangt und dort genutzt wird.
Anwendungsbeispiele für die
EvoWeld Mini sind zahlreich und
finden sich in vielen verschiedenen
Branchen wieder. Ob Anwendungen
aus dem Medizinbereich, wie z.B.
Spritzendüsen oder Insulin spender,
Tracker zum Aufspüren von Haustieren
im Consumerbereich oder
etliche klassische Baugruppen
aus der Automotive- Branche wie
z.B. Rückfahrkameras samt zugehörigen
Antriebseinheiten, Steller,
Fahrzeugschlüssel und viele weitere
Anwendungen finden auf der
EvoWeld Mini Platz. Oftmals werden
neben den allerersten Tests
dann auch etliche hundert oder tausende
Musterteile auf der Evosys
EvoWeld Mini produziert, um Kundenmuster
zu erstellen, Teile für
Tests und Validierungen aufzubauen
oder schlicht um dem eigenen
Vertrieb Anschauungsmuster
mitzugeben um neue Kundenkreise
zu akquirieren.
Rundum gelungenes
Produkt
Damit ist die Evosys EvoWeld Mini
ein rundum gelungenes Paket und
eröffnet auch die Welt des Quasi-
Simultanschweißens von Kunststoff-Bauteilen.
Die Evosys Ingenieure
sprechen gerne auch kundenspezifische
Aufgabenstellungen
kurzfristig gemeinsam durch
um die optimale Konfiguration der
EvoWeld Mini zu erstellen. Die Evosys
Gruppe hat ihren Stammsitz in
Erlangen und ist weltweit an vielen
Standorten vertreten um auch
lokal schnell und effizient zu unterstützen.
◄
Sensor, der die Intensität von Sonnenstrahlen messen kann
21
Qualitätssicherung
Prüfungen jenseits des Stands der Technik
Was tun, wenn das Gesetz etwas fordert, für das es keine Standard-Prüfung gibt?
Jenseits des state-of-the-art
Doch aus eigener Erfahrung als Dienstleistungsunternehmen
fällt auf: Hin und wieder gibt
es für genau jene Fragestellung keine Norm
mit passender Prüfmethodik. Oder falls doch,
bezieht sie sich auf eine diametral andere Produktart
(z. B. auf Flüssigkeiten statt auf Festkörper,
oder ähnliches). In dieser Situation wird es
spannend, denn nun ist Kreativität bei der Entwicklung
eines „eigenen“ Prüfverfahren zum
Nachweis der GSLA notwendig.
Dass die europäische Medizinprodukte-Verordnung
2017/745 ihre Schwächen hat und teils
hohe Anforderungen stellt, ist seit langem in aller
Munde und damit gewiss nichts neues mehr. Wer
sein Produkt jedoch erfolgreich in den Markt bringen
möchte, kommt dennoch nicht umhin, sich
mit den generisch formulierten Grundlegenden
Sicherheits- und Leistungsanforderungen (GSLA)
nach Annex I auseinander setzen zu müssen. Und
spätestens bei Produkten mit gewisser Innovationshöhe
kann dies durchaus interessant werden:
Wie weißt man „jetzt“ spezifische Sicherheitsfeatures
nach, die die Alterung von Produkten
voraussetzen? Wie stellt man sicher, dass
eine Aufschrift im „normalen Gebrauch“ lesbar
bleibt? Wie stelle ich sicher, dass das Produkt
durch viele Reinigungsschritte während seiner
Lebensdauer nicht „zerbröselt“?
Der Rasen der Nachbarn
ist manchmal grüner
Spätestens bei den obigen Fragen wird offensichtlich,
man muss eine Norm finden, die einen
Test(-ablauf) zum Nachweis der Sicherheitsund
Leistungsfeatures definiert. Schließlich gilt
hier der Ansatz zum „Stand der Technik“ oder
salopp ausgedrückt „man muss nehmen, was
es gibt“. Wer regulatorisch fit ist, wird dann also
den Blick zu den jeweiligen harmonisierten Standards
schweifen lassen, um eventuell mit Schrecken
festzustellen, dass es keine solche Norm
gibt. Was nun?
Blick über den Tellerrand
Hier eignet sich zunächst der Blick über den
Tellerrand zu Nachbarbranchen, auch wenn
man selbst ein Medizinprodukt entwickelt hat.
Womöglich gibt es ja vielleicht in der Pharma-
Industrie Test-Standards, die ungefähr in die
richtige Richtung gehen. Wie sieht es bei Kosmetikprodukten
aus? Oder vielleicht doch nochmal
bei den Bioziden schauen?
Besser aber noch zu recherchieren, was für
Vorschläge andere Gesetzgeber bringen; schließlich
gibt es ja auch in den USA oder anderen
Ländern Medizinprodukte.
Glücklich, wer hier schnell fündig wird. Schließlich
kann ein ASTM Standard durchaus wertvoll
für den individuellen Kontext sein, nicht zuletzt
deswegen, referenzieren ISO Normen gerne
auch solche Testverfahren.
Entwicklung eines Prüfsystems/-Geräts
Abseits der Produktrealisierung wird auf einmal
nämlich das Testverfahren selbst zum Gegenstand
der Entwicklung, Verifizierung und Validierung:
Soll heißen, man muss sich selbstredend
die Frage stellen, ob ein Testverfahren
bzw. eine Prüfmethodik überhaupt geeignet ist,
die jeweiligen gewünschten Aussagen und Analysen
zu treffen.
Im Grunde erreicht man hier also eine Art
Metaebene, die ein komplexes Zusammenspiel
aus technischer Entwicklung eines Prüfsystems/-
Geräts mit grundlegenden Fragen der inhärenten
Eigenschaften der Natur und Randbedingungen
vereint.
Beispiel Desinfektion
Was hier beinahe philosophisch pathetisch
klingt, soll an einem Beispiel aus eigener Erfahrung
näher beleuchtet werden. Wir gehen davon
aus, dass ein Gehäuseteil im klinischen Kontext
nach jeder Behandlung desinfiziert werden soll.
Der Hersteller gibt hierfür in der Gebrauchsanweisung
die Vorgabe, dies sei durch Wischdesinfektion
mit einem alkoholhaltigen Desinfektionsmittel
durchzuführen. Gleichzeitig wird eine
Produktlebensdauer von 15 Jahren angegeben.
MDR, Anhang I Kapitel I Punkt 6
Betrachten wir in diesem Kontext die Forderung
der MDR im Anhang I Kapitel I Punkt 6:
„Die Merkmale und die Leistung des Produkts
dürfen nicht soweit beeinträchtigt werden, dass
die Gesundheit oder die Sicherheit des Patienten
oder Anwenders oder gegebenenfalls
Dritter während der Lebensdauer des Produkts
gefährdet wird, wenn das Produkt Belastungen
Autor:
Philip Eschenbacher, M.Sc.
Leiter Forschung, Entwicklung,
Fertigung, TechLabs
senetics healthcare group
GmbH & Co. KG
www.senetics.de
Schritte der Prüfmethodenentwicklung
22 meditronic-journal 2/2025
Qualitätssicherung
Regulatorischer Dschungel
ausgesetzt wird, wie sie unter normalen Verwendungsbedingungen
auftreten können, und
es ordnungsgemäß entsprechend den Anweisungen
des Herstellers instand gehalten wurde.“
Berechnungen
Der Hersteller muss also nachweisen, dass
das Produkt über die Lebensdauer hinweg, bei
korrekter Desinfektion nach jeder Behandlung, in
puncto Leistung und Sicherheit nicht beeinträchtigt
wird. Nun könnte man sicherlich einen Testingenieur
bitten, das Produkt viele Male per Hand
abzuwischen. Gehen wir aber von beispielsweise
acht Behandlungen pro Arbeitstag, bei einer Fünftagewoche
über 15 Jahre aus, ergibt dies über
30.000 Wischzyklen. Bei geschätzt einer Minute
je Wischung inkl. Trockenzeit wäre der Mitarbeiter
allein knapp 63 Tage beschäftigt. Aus Gründen der
Betriebswirtschaftlichkeit (und der Menschlichkeit)
liegt also auf der Hand, ein automatisiertes Testverfahren
anzuwenden, das im besten Fall „24-7“
durcharbeiten kann.
Gibt es geeignete Verfahren?
Recherchiert man nun nach geeigneten Verfahren,
wird man Standards z. B. aus der Textilbranche
oder der Möbelindustrie finden, aber
eben nichts im direkten medizintechnischen
Kontext. Im obigen Beispiel fiel daher die Wahl,
sich zwar an diesen Normen zu orientieren, aber
eben spezifisch für besagte Wischdesinfektionsprüfungen
zu modifizieren.
Es stellen sich folglich Fragen nach der Reibfläche,
dem Trocknungsverhalten sowie der
Kraft auf die Oberfläche. Daraus folgen physikalische
Betrachtungen der Reibarbeit unter
Berücksichtigung von Gleit- bzw. Haftreibung
usw. Diese müssen gepaart sein mit einer
umfassenden Fehlerrechnung und ggf. Fehlerfortpflanzung
hinsichtlich Robustheit des Systems,
Reproduzierbarkeit der Ergebnisse, Einfluss
von Mensch und Maschine, und so weiter.
Hinzukommen gerätespezifische Entwicklungsschritte
hinsichtlich Mechanik sowie der Firmware,
die selbst auch hinreichend verifiziert und
validiert werden sein wollen.
Methodenvalidierung
All diese Überlegungen und Messungen im
Rahmen der Qualifizierung fließen dann letztendlich
in die Methodenvalidierung mit ein, um die
Brücke zwischen Konzept, technischer Umsetzung
und Aussagekraft der Prüfung zu schließen.
Der Grat zwischen Müssen und Wollen
Man sieht also: Wer versucht, im regulatorischen
Dschungel den Durchblick zu behalten,
gerät schnell in ein weiteres Geflecht aus
technisch-wissenschaftlichen Hürden, die es zu
überwinden gilt. Sicherlich ist dies im Kern faszinierend
und in der Regel alles machbar, setzt
aber unterm Strich ein hohes Maß an individueller
Expertise und interdisziplinärer Zusammenarbeit
der Beteiligten voraus. Der bekannte
Kritikpunkt „MDR als Innovationsbremse“ ist
damit auf Produktebene sicherlich berechtigt,
gleichzeitig forciert sie durch ihre Forderungen
aber auch Innovationen bei den Prüfmethoden.
Gleichzeitig gelten hier ja auch wiederum regulatorische
Vorgaben, z. B. im Rahmen des Qualitätsmanagements
wie der ISO 13485 oder der
ISO/IEC 17025.
Die goldene Mitte
Wie man es auch dreht und wendet: Aus Patientensicht
verstehen wir alle den Wunsch nach
einem sicheren und leistungsfähigen Medizinprodukt
- aus Sicht der Hersteller verstehen wir
das Seufzen bei der Zulassung. Und wie bei so
vielem wird auch hier gesunder Menschenverstand
den Weg zur ‚goldenen Mitte‘ aufzeigen. ◄
Faserlösungen – optimal für schwer zugängliche Messstellen
und anspruchsvolle Anwendungen
Wenn es um die präzise Erfassung
von Schwingungen an schwer
zugänglichen oder filigranen Messpunkten
geht, sind Faserlösungen
unschlagbar. VibroFlex ist das
modulare Laser-Doppler-Vibrometer-Konzept
von Polytec zur
berührungsfreien, hochpräzisen
Schwingungsmessung, welches
unterschiedliche Lösungen mit
fasergebundenen kleinen Messköpfen
umfasst. Mit VibroFlex
Fiber können zuverlässig richtungsweisende
Fragestellungen
in Forschung, Produktentwicklung
und Qualitätskontrolle gelöst
werden. Ob enge Arbeitsräume,
kurze Mess abstände oder Mikrostrukturen
– sie erfüllen die komplexen
Anforderungen moderner
Forschung, Produktentwicklung
und Qualitätskontrolle zuverlässig.
Mit Polytecs Faserobjektiv -
lösungen und deren kleinen Messköpfen,
profitieren Anwender immer
von einer Kombination aus herausragender
Genauigkeit und vielseitiger
Einsetzbarkeit:
• Messungen an schwer
zugänglichen Stellen: Durch
das Faserobjektiv können selbst
komplexe Geometrien oder
verborgene Bauteile präzise
vermessen werden. Dies macht
es ideal für Anwendungen in
der Medizintechnik, Mikroelektronik,
Automobilindustrie und
Luftfahrttechnik.
• µm-kleiner Laserfleck für feinste
Strukturen: Der mikroskopisch
kleine Messfleck ermöglicht
die Analyse von Mikrostrukturen,
wie sie beispielsweise
in der Halbleiterfertigung oder
Medizintechnik vorkommen.
• Kurzdistanzmessungen: Auch
bei extrem kurzen Arbeitsabständen
liefern die Systeme zuverlässige
Ergebnisse, wodurch es
für Messaufgaben an kompakten
Baugruppen und feingliedrigen
Bauteilen prädestiniert ist.
• Relativbewegungen erfassen:
Die differenzielle Zweifaserlösung
VibroFlex Fiber misst
Relativbewegungen zwischen
zwei Messpunkten mit höchster
Präzision, ein entscheidender
Vorteil bei der dynamischen
Analyse mechanischer Bauteile.
Polytec GmbH
www.polytec.de
meditronic-journal 2/2025
23
Qualitätssicherung
Service für Piezo-Kraftsensoren
und Messketten erweitert
Rückführbare Kalibrierung: akkreditierter Kalibrierservice von Kistler jetzt auch für kleine Kräfte
Kistler hat seinen Kalibrierservice erweitert und bietet nun auch
rückführbare Kalibrierungen für Piezo-Kraftsensoren zur Messung kleiner
Kräfte (1 bis 50 N) an. Bilder © Kistler Gruppe
Kistler führt rückführbare Kalibrierungen
jetzt auch für Piezo-
Kraftsensoren und Messketten für
kleine Kräfte (1 bis 50 N) durch.
Damit stehen nun auch im Lowforce-Bereich
akkreditierte Kalibrierungen
nach ISO 17025 zur Verfügung
– zunehmend unverzichtbar
für die Qualitätssicherung in
Branchen wie Medizin technik und
Halbleiterfertigung.
Kistler Group
info@kistler.com
www.kistler.com
Verlässliche Messresultate
Nur mit regelmäßigen Kalibrierungen
können Präzision und Stabilität
von eingesetzten Messgeräten
zuverlässig überwacht und damit
kontrollierte Prozesse in der Fertigung
sichergestellt werden. Sie
schaffen damit die Basis für verlässliche
Messresultate. Rückführbare
Kalibrierungen – also Kalibrierungen,
die auf ein nationales oder
internationales Normal in einem
Staatsinstitut zurückführbar sind
– werden in immer mehr Branchen
und Anwendungen zum Standard.
Akkreditierter Kalibrierservice
für kleine Kräfte
Angesichts der steigenden Anforderungen
bietet die Kistler Gruppe
jetzt einen neuen akkreditierten Kalibrierservice
für Piezo-Kraft sensoren
und -Messketten im Bereich kleiner
Kräfte. Diese neue Dienstleistung
liefert rückführbare Kalibrierungen
im Bereich von 1 bis
50 N durch ein nach ISO 17025
akkreditiertes Kalibrierlabor von
Kistler. Das angewandte kontinuierliche
Kalibrierverfahren wurde
speziell für Piezo-Kraftsensoren und
-Mess ketten ausgelegt und erreicht
kleinste Messunsicherheiten. Es
ist geeignet, auch höchste Anforderungen
in den entsprechenden
Branchen zu erfüllen.
Rückführbare Kalibrierung
Rückführbare Kalibrierungen
sind in vielen Industrien von entscheidender
Bedeutung und nicht
selten ausdrücklich vorgeschrieben,
insbesondere in der Medizintechnik
und Automobilindustrie. Um
die hohe Qualität und Sicherheit
von Produkten zu gewährleisten,
fordert bereits die internationale
Qualitätsnorm ISO 9001 rückführbare
Kalibrierungen bei allen qualitätsrelevanten
Prozessen. Für die
Medizintechnik schließt sich die ISO
13485 den Vorgaben der ISO 9001
nahezu wortgleich an. Besonders
streng sind die Anforderungen in der
Automobilindustrie, denn die IATF
16949 mit ihren fortlaufend aktualisierten
„Sanktionierten Interpretationen“
besteht auf ausschließlich
rückführbare Kalibrierungen.
Auch in der Halbleiterfertigung,
der Konsumgüterbranche sowie
der Luft- und Raumfahrt gibt
es vergleichbare Vorgaben und
Anforderungen. Anerkannt werden
oft nur rückführbare Kalibrierungen
– das heißt solche, die in
einem Kalibrierlabor durchgeführt
wurden, das von der jeweiligen nationalen
Akkreditierungsstelle akkreditiert
wurde. In Deutschland ist das
die Deutsche Akkreditierungsstelle
(DAkkS), in der Schweiz die Schweizerische
Akkreditierungsstelle (SAS).
Kistler erfüllt hohen Standard
Kistler kann diesen hohen Standard
nun nicht nur für piezoelektrische
Kraftsensoren und Kraftmessketten
bis 300 kN, sondern
auch im Low-force-Bereich von 1
bis 50 N erfüllen. Der SAS-akkreditierte
Kalibrierservice bietet eine
erzielbare Messunsicherheit von bis
zu 0,75 Prozent (±5 mN). Christian
Streili, Field Service Development
Manager bei Kistler, erklärt:
„Mit dieser Service-Erweiterung
unterstreicht Kistler sein Engagement
für Innovation und den hohen
Anspruch an Qualität in der Messtechnik.
Rückführbare Kalibrierungen
im Bereich kleiner Kräfte
schließen eine wichtige Lücke im
Serviceportfolio und ermöglichen
es, unsere Kunden noch besser
zu unterstützen.“ ◄
Akkreditierter Kalibrierservice: Dank der kontinuierlichen Kalibrierung
von Kistler werden für Piezo-Kraftsensoren (low force) geringe
Messunsicherheiten von 0,75 Prozent ±5 mN erzielt.
24 meditronic-journal 2/2025
Integrierte automatische Magnetfeld-
Inspektionssysteme
Qualitätssicherung
Magcam integriert automatische Magnetfeld-Inspektionssysteme für Ringmagnete und Rundmagnete
in magnetgekuppelten Medizin-Pumpen.
Batch-Kontrolle mittels Magcam Portal Scanner
Magcam NV
www.magcam.com
Magcam hat kürzlich automatische
Inspektionssysteme für Ringmagnete
und Rundmagnete in magnetgekuppelte
Medizin-Pumpen integriert.
Diese Innovation zielt darauf ab, die
Qualität von Herz- und Lungenpumpen
zu verbessern, indem Pumpengeräusche,
Taumeln und Vibrationen
reduziert werden. Das Hauptziel dieser
Messmethode besteht darin, gute
und schlechte (Ausschuss-) Magnete
anhand ihrer magnetischen Eigenschaften
zu identifizieren.
Messmethode
als präventive Maßnahme
Für Hersteller ist es entscheidend,
den Ausschuss von Ringmagneten
sowohl beim Wareneingang
als auch nach der Rotorherstellung
zu minimieren. Die Integration
dieser Messmethode in die Produktion
stellt eine präventive Maßnahme
dar. Darüber hinaus ermöglicht
die Magcam-Technologie die
Festlegung neuer Spezifikationen
und Toleranzen, wodurch eine
nachvollziehbare Qualität gewährleistet
wird.
Portal-Scanner
Mit dem Portal-Scanner von Magcam
kann die Qualität der Magnete
nach definierten Kriterien identifiziert
werden. Die verwalteten Informationen
und Daten müssen den behördlichen
Richtlinien und Gesetzen für
Medizintechnikunternehmen entsprechen,
wobei eine Validierung
die Grundlage bildet. Untersucht
werden Eigenschaften wie Polteilungen,
die Winkelabweichung des
Magnetisierungsvektors von der geometrischen
Magnetisierungsachse,
Abweichungen von einem perfekten
theoretischen Magneten sowie
lokale Materialfehler im Magnetmaterial
und in der Magnetisierung.
Diese Anforderungen werden in der
Produktion durch die Messung der
Magnete und Integration von Lochplatten
mit Aussparungen realisiert.
MagScope-
Softwareprogramm
Die Darstellung erfolgt in einer
vereinfachten Oberfläche des
Magcam MagScope-Softwareprogramms
mit Feldern für die Benennung
von Lochplattennummer/
Magnetnummer, Benutzername,
Datum, Uhrzeit, Ausdrucken und
einer Liste von Gut/Schlecht-Bewertungen
als X (Schlecht) und (Gut).
Ein optischer Triangulations-Laserdistanzsensor
zur Messung der
Abmessungen und Magnetanordnungen
sowie zur Abstandsmessung,
um genau die Position von
Magneten zu erkennen, ist in der
Magcam-Anlage integriert. Reinraumgeeignete
Gehäuse sind erhältlich,
optional mit einer zusätzlichen
Abluftanschlussmöglichkeit. ◄
www.beam-verlag.de
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meditronic-journal 2/2025
25
Qualitätssicherung
Schnellere Laser-Schwingungsmessung
für Forschung und Industrie
VibroScan mit revolutionärer QTec-Technologie
Aus 3 mach 1: VibroScan QTec in der 3D-Konfiguration ermöglicht synchronisierte Triax-Schwingungsmessungen
für Modalanalyse, Dehnungsmessung und NDT.
Die Polytec GmbH setzt mit ihrem
neuen optischen Schwingungsmesssystem
VibroScan QTec Maßstäbe
in der Schwingungsanalyse.
Herzstück des Systems ist die innovative
QTec- Technologie, die ein
völlig neues Niveau in der Genauigkeit
und Effizienz der Messungen
erreicht. QTec basiert auf einem
Mehrkanal-Interferometer mit Empfangsdiversität,
das Messdaten aus
mehreren Perspektiven bündelt
und das Signal-Rausch-Verhältnis
erheblich verbessert. Dadurch können
selbst auf rauen Oberflächen
präzise Ergebnisse erzielt werden
– ohne zeitaufwändige Mittelungen
oder Oberflächenvorbereitung.
Messungen sind bis zu zehnmal
schneller und ermög lichen damit
eine deutliche Zeit- und Kostenersparnis.
Polytec GmbH
www.polytec.de
Flächenhafte,
berührungslose Analyse
Das VibroScan QTec-System
erlaubt die flächenhafte, berührungslose
Analyse von Schwingungen
unterschiedlichster Objekte, von
großen Fahrzeugkarosserien bis hin
zu Mikrobauteilen wie MEMS. Es
liefert unverfälschte Messdaten, da
das Messobjekt nicht durch Berührung
beeinflusst wird.
Vielseitig einsetzbar
Anwendungen reichen von der
Produktentwicklung über die Qualitätssicherung
bis hin zur Fertigungskontrolle.
Ein Highlight ist
die vielseitige Einsetzbarkeit des
Systems: Erstmals ist es gelungen,
die QTec-Technologie vom infraroten
SWIR-Laser auch auf den sichtbaren
Helium-Neon-Laser zu übertragen,
der durch seinen µm-großen
Messfleck und seine hohe Auflösung
viele Vorteile mit sich bringt. Mit dem
speziell abgestimmten HeNe-Laser
können nun auch Messungen an sehr
kleinen Objekten und in Medien wie
Wasser präzise durchgeführt werden
– ein entscheidender Vorteil für
Anwendungen in der Medizintechnik,
etwa bei der Analyse von Hydrophonen
oder Ultraschallkomponenten.
Automatisierung
ist ein weiterer Meilenstein des
VibroScan QTec-Systems. Mit Robo-
Vib und RotoVib bietet Polytec Lösungen
für eine vollautomatische experimentelle
Modalanalyse. RoboVib
kombiniert das VibroScan QTec mit
einem Roboterarm, der das System
über das Messobjekt führt, während
RotoVib das Objekt auf einem Drehteller
automatisch in Position bringt.
Diese Technologien verkürzen Prüfzeiten
selbst bei komplexen 3D-Bauteilen
von Tagen auf Stunden.
Extrem kompakt
Das VibroScan ist zudem besonders
kompakt – rund 50 % kleiner
als Vorgängermodelle – und ideal
für den mobilen Einsatz. Mithilfe der
zugehörigen PSV-Software mit KI-
Funktionen wird die Benutzerfreundlichkeit
weiter erhöht. Automatische
Objekterkennung und 3D-Abgleich
reduzieren die Einrichtungszeit und
vereinfachen den Schulungsaufwand
für Anwender.
Fazit
Mit dem VibroScan und der QTec-
Technologie bietet Polytec eine
zukunftsweisende Lösung für die
präzise, schnelle und vielseitige
Schwingungsanalyse – ein Gewinn
für Forschung, Entwicklung und Produktion.
◄
VibroScan QTec ist immer dabei und kann einfach als Gepäck aufgegeben werden.
26 meditronic-journal 2/2025
Software
Taschenmesser-Lösung
für statistische Versuchsplanung
Cornerstone 8.1: die Kraft der intelligenten Datenanalyse entdecken
und die Fertigungsprozesse optimieren - auch ohne Programmierkenntnisse
In einer Welt, die von künstlicher
Intelligenz (KI) dominiert
wird, mag die klassische statistische
Versuchsplanung auf den
ersten Blick antiquiert erscheinen,
auch wenn sie heute zu KI
zählt. Doch für innovative Entwicklungsprojekte
in der Medizintechnik
ist sie unverzichtbar.
Cornerstone, die bewährte Softwarelösung
für technische Statistik
von camLine, bietet Entwicklungsingenieuren
und Prozesstechnikern
ein leistungsstarkes
Werkzeug, um neue Erkenntnisse
zu gewinnen und Fertigungsprozesse
zu optimieren - ganz ohne
Programmierkenntnisse.
Intuitive grafische
Benutzerführung
Das Herzstück von Cornerstone
ist die intuitive grafische Benutzerführung,
die den Benutzer Schritt
für Schritt durch die Analyseprozesse
leitet. Erfahrene Statistiker
haben ihre Expertise in diese
Lösung einfließen lassen, um
camLine GmbH
www.camline.com
meditronic-journal 2/2025
sicherzustellen, dass man stets
die richtigen Methoden anwendet
und aussagekräftige Ergebnisse
erhält. Mit Cornerstone können
die Anzahl der durchzuführenden
Experimente auf ein Minimum
reduziert werden, ohne Kompromisse
bei der statistischen Aussagekraft
einzugehen. Das spart
Zeit, Kosten und Ressourcen in
der Entwicklung.
Echte Innovationen
Im Gegensatz zu KI-basierten
Ansätzen, die auf vorhandenen
Trainingsdaten aufbauen, ermöglicht
die statistische Versuchsplanung
mit Cornerstone echte Innovationen.
Anwender erlangen tiefe
Einblicke in ihre Prozesse und entdecken
bisher unbekannte Zusammenhänge.
Durch die systematische
Variation der Einflussgrößen
und die Analyse der Ergebnisse
mit den leistungsstarken statistischen
Werkzeugen von Cornerstone
werden die Prozesse zielgerichtet
und nachhaltig optimiert.
Fit für die Zukunft
Cornerstone 8.1 ist das Ergebnis
von Jahrzehnten kontinuierlicher
Weiterentwicklung und
Praxiserfahrung. Mit der neuesten
Version wurde die Software fit
für die Zukunft gemacht: Cornerstone
8.1 meistert mühelos die Verarbeitung
riesiger Datenmengen,
wie sie in modernen Fertigungsumgebungen
anfallen. Damit sind
die Anwender bestens gerüstet,
um auch komplexeste Analysen
durchzuführen und von der wachsenden
Datenfülle zu profitieren.
Überzeugende
Leistungsfähigkeit
Die Software ist auf die speziellen
Anforderungen von mittelständischen
Unternehmen zugeschnitten
und bietet eine kostengünstige
Alternative zur Beschäftigung
eines eigenen Statistikers.
Anwender profitieren von der
Expertise der camLine-Experten,
die mit Schulungen und Beratung
zur Seite stehen, damit das volle
Potenzial von Cornerstone ausgeschöpft
werden kann. Je früher
man mit Cornerstone 8.1 in
eine neue Ära der datengestützten
Entscheidungsfindung startet,
desto größer ist der Wettbewerbsvorsprung
in der Medizintechnik.
Die Leistungsfähigkeit dieser Softwarelösung
überzeugt. ◄
Mein
Testament
für unsere
Natur
Können wir Menschen
auf die Hilfe der Bienen
verzichten?
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Tierarten und Lebensräume
unserer Heimat auch für
nachfolgende Generationen
zu schützen und den Verlust
der Artenvielfalt zu stoppen.
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27
Software
Medizingeräte-Software:
Weniger Risiko, mehr Cybersicherheit
Warum an TARA kein Unternehmen vorbei kommt
Die Bedrohungsanalyse und
Risiko bewertung (Threat Analysis
and Risk Assessment / TARA) ist
entscheidend für die Entwicklung und
Bereitstellung von sicherer Software.
TARA identifiziert und schließt kostspielige
Lücken in der Cybersicherheit.
Daher sollten TARA-Methoden
effektiv und in den Software Development
Life Cycle (SDLC) und das
eigene Entwicklungsökosystem integrierbar
sein. Die Auswahl der richtigen
Tools zur TARA-Ergänzung ist
maßgeblich für die Bereitstellung
sicherer Softwaresysteme.
TARA
zeigt Schwachstellen auf
Einfach ausgedrückt ist TARA ein
Prozess zur Identifizierung potenzieller
Risikofaktoren, Schwachstellen
und nicht konformer Elemente
in Software. Es hilft Entwicklungsteams,
unsichere Stellen im Code
oder Konformitätsprobleme zu identifizieren.
Dadurch können Abhilfemaßnahmen
und Sicherheitsimplementierungen
früher im SDLC
erfolgen. Ein Beispiel ist die Konformität
mit ISO 62443, die auch für
medizinische Software relevant ist.
TARA zeigt Schwachstellen auf
und gibt Hinweise zur Integration
von Sicherheitsmaßnahmen in die
Entwicklungsarbeit. Im schlimmsten
Fall verhindert TARA die Markteinführung
eines Produkts oder einer
Dienstleistung und spart so Entwicklungszeit
und Geld. TARA ist wie ein
jährlicher Gesundheitscheck: eine
kleine Unannehmlichkeit, die vor
echten Problemen schützen kann.
Vier Schritte
zu mehr Sicherheit
Bild 1 zeigt den Ablauf bei einer
TARA-Methode.
Projektdefinition
Hier wird festgelegt, was aufgebaut
werden soll – von grundlegenden
Funktionen bis hin zu
hochkomplexen Eigenschaften -
und sichergestellt, dass alle beteiligten
Ressourcen wie u. a. Netzwerkkomponenten,
Anwendungen,
berücksichtigt werden.
Bedrohungserkennung
und Risikobewertung
Es ist nicht zielführend, eine Risikostrategie
zu entwickeln, ohne
die wichtigsten Bedrohungen zu
kennen. Das eigene Projekt muss
gründlich auf Problempotenzial
untersucht werden. Kenntnis aller
potenziellen Bedrohungen ist entscheidend
für die Entwicklung einer
TARA-Strategie.
Abwehr der Bedrohung
Als nächstes müssen mögliche
Bedrohungen und Risikovektoren
entschärft werden, z. B. durch die
Integration von SEI CERT, einer
Sicherheitscode-Analyse, in die
CI/CD-Pipeline. Weitere Testmethoden
sind API-Sicherheitstests
und Tests nach eigenen Sicherheitsanforderungen.
Vorteilhaft ist
hier der Einsatz einer modernen
Lösung automatisiert Unit-Tests,
Integrationstests, Systemtests und
Code Coverage und gewährleistet
so die Vollständigkeit der Tests.
Die automatische Generierung von
Testfällen reduziert Aufwand und
.Kosten und liefert durch automatisierte
Reports und Analysen verwertbares
Feedback.
Umsetzung und Validierung
In dieser Phase wird sichergestellt,
dass die identifizierten Bedrohungen
das akzeptable Risikoniveau
nicht überschreiten und die verbleibenden
Risiken ebenfalls innerhalb
akzeptabler Parameter liegen.
Risikomatrizen
und andere Messtechniken
Da nicht für jedes Projekt die gleiche
Risikobewertung geeignet ist,
gibt es verschiedene Methoden, um
die Wahrscheinlichkeiten und Auswirkungen
von Schwachstellen zu
messen. Eine der gebräuchlichsten
Optionen ist eine Bedrohungsmatrix
(3×3-, 4×4- oder 5×5). Es gibt
jedoch auch andere Möglichkeiten:
• Entscheidungsbaum: Diese
Vorlage kann verwendet werden,
um verschiedene Ergebnisse und
ihre Wahrscheinlichkeit zu visualisieren
und den potenziellen
Wert des Projekts, der Dienstleistung
oder des Produkts zu
berechnen (Bild 2).
• Bowtie-Modell: Dieser Ansatz
zeigt kausale Zusammenhänge
zwischen Bedrohungsquellen und
möglichen Folgen auf (Bild 3).
Autor:
Ricardo Camacho
Director of
Safety & Security Compliance
Parasoft
https://de.parasoft.com/
Bild 1: Der Ablauf einer TARA-Methode besteht aus mehreren Schritten. Alle Bilder © Parasoft
28 meditronic-journal 2/2025
Software
Bild 2: Innerhalb einer TARA ist ein Entscheidungsbaum eine Option zur
Risikobewertung für ein Softwareprojekt.
Bild 4: Viele Unternehmen setzen heute die CI/CD-Pipeline zur
Rationalisierung ihrer Softwareentwicklung ein.
• Failure Mode an Effects Analysis
(FMEA): Diese Analyse
wurde erstmals in den 1940er
Jahren beim US-Militär eingesetzt.
Sie eignet sich am besten
für die Angebots- oder Entwurfsphase
eines Projekts.
Herausforderungen
für TARA
Die Vielzahl an Ansätzen und
Rahmenwerken zur Bewertung von
Cybersicherheitsrisiken, erschwert
die Durchführung von Bedrohungsanalysen
und Risikobewertungen.
Eine große Herausforderung ist die
Identifizierung aller potenziellen
Bedrohungen und Risikovektoren.
Die Integration von Sicherheitsprozessen
in die Entwicklung kann für
manche Teams eine große Hürde
darstellen, wenn sie den darin liegenden
Wert oder die Vorteile oder
den Aufwand nicht erkennen.
Vernetzte Technologien haben
längst Einzug in die Medizintechnik
gehalten. Dies erhöht die Wichtigkeit
der Implementierung und
Verfeinerung von Sicherheitsstrategien.
Die TARA-Methoden und
-Tools unterscheiden sich in ihren
Ansätzen und Vorteilen, um die verschiedenen
Branchen und Arbeitsabläufe
zu unterstützen.
Viele Bedrohungsmatrizen erfassen
potenzielle Bedrohungen und
die zu implementierenden Funktionen
oder Schutzmaßnahmen. Dies
entspricht anerkannten Sicherheitsanforderungen
und den anzuwendenden
Verifikations- und Validierungsmethoden
(V&V). Voraussetzung
dafür ist ein solides Anforderungsmanagement-Tool
wie Polarion,
Jama oder Codebeamer.
Umfangreiche automatisierte SASTund
DAST-Lösungen verifizieren
und validieren diese Anforderungen.
Unternehmen wie itemis bieten
auch Tools für das Management
von Sicherheitsbedrohungen und
-risiken an.
Sicherheitslücke schließen
Die Implementierung von QA
(Quality Assurance) in die eigene
CI/CD-Pipeline (Bild 4) ist eine
Sache – die Gewährleistung von
Sicherheit in jedem Schritt der Automatisierung
kann jedoch noch entscheidender
sein. Wenn es etwa um
die Konformität mit ISO 61508 geht,
berücksichtigen statische Sicherheitstests
(SAST) Standards wie
CERT, CWE, OWASP und auch
andere wie MISRA [1] und ISO
62443, die Sicherheitsrichtlinien
enthalten. Die statische Analyse mit
hochentwickelten Tools zusammen
mit Unit-Tests, Compliance Reporting,
Datenflussanalyse und anderen
Funktionen ermöglicht es der
CI/CD-Pipeline, auch Tests zu automatisieren.
Damit kann das Entwicklungsteam
seinen Softwareentwicklungszyklus
erweitern.
Eigener TARA-Bedarf
Auch in der Medizintechnik ist
die Sicherstellung der Konformität
und Funktionalität sicherheitskritischer
Elemente ein zentraler
Aspekt der Entwicklung. So wie
eine CI/CD-Pipeline Prozesse automatisiert,
die Markteinführung verkürzt,
genauere Testergebnisse liefert
und Budgets effizienter nutzt,
kann TARA Sicherheitsfehler und
-bedrohungen reduzieren, Probleme
entschärfen und nicht konforme
Assets identifizieren.
Während Tests wie die statische
Analyse die Einhaltung von Sicherheitsstandards
unterstützen, bieten
moderne Tools eine einheitliche
Lösung für die Automatisierung
von Softwaretests und die
Erreichung von FuSa (Functional
Safety)-Industriestandards umfasst.
Sie sollten in keiner TARA fehlen.
Referenz
[1] “MISRA”, “MISRA C” und das
triangle Logo sind eingetragene
Marken von The MISRA Consortium
Limited. ©The MISRA Consortium
Limited, 2021. Alle Rechte
vorbehalten. ◄
Bild 3: Das Bowtie-Modell ist eine beliebte Variante zum Einschätzen von Risiken bei der Software-Entwicklung.
meditronic-journal 2/2025
29
Dienstleistung
EMS für nahtlose Überführung
Ohne Stolpersteine in die Fertigung
Probleme lösen
Eine Rückkehr zum Reißbrett ist
oft keine Option. Ignorieren lassen
sich Unstimmigkeiten im Design
jedoch auch nicht, vor allem wenn
dadurch Herstellungskosten steigen
und Qualitäts- und Sicherheitsprobleme
entstehen. Folgen dem
ursprünglichen Produktdesign weitere
Modelle und Weiterentwicklungen,
kann es sein, dass die einmal
getroffenen Designentscheidungen
über Jahre „mitgeschleppt“ werden
– und zu immer komplexeren und
teureren Problemen führen.
Fertigung © Plexus
© Gábor Szabados
Autor:
Gábor Szabados
Senior Director
Healthcare/Life Sciences
Plexus
www.plexus.com
Ein gutes Design allein macht noch
kein gutes Produkt. Vor allem nicht,
wenn auf dem Weg in die Serienproduktion
Schwachstellen und
Kostenfallen nicht frühzeitig erkannt
und ausgebessert werden. Die Partnerschaft
mit einem EMS-Anbieter
kann ein Vorteil sein. Aber nur, wenn
die Hersteller sich mit den kritischen
Erfolgsfaktoren auseinandersetzen.
Outsourcing
Es gibt viele Gründe für das
Outsourcing. Die Fertigung ist dafür
ein gutes Beispiel. Viele MedTech-
Hersteller haben die Produktion in
externe Hände gegeben, um Kosten
zu sparen und sich stärker auf ihre
Kernkompetenzen wie die Entwicklung
fokussieren zu können. Doch
EMS-Dienstleister sind heute weit
mehr als reine Auftragsfertiger und
unterstützen Unternehmen über den
ganzen Produktlebenszyklus hinweg.
Fehlen den Unternehmen beispielsweise
Ressourcen und Kapazitäten,
um eine resiliente Supply
Chain aufzubauen, neue Compliance-Anforderungen
zu erfüllen
oder die wachsenden Aufgaben
im Aftermarket zu erfüllen (Stichwort:
Nachhaltigkeit), springt der
externe Partner ein. In anderen Fällen
brauchen Hersteller den Zugang
zu branchenfremdem Expertenwissen
und neuen Technologien, um in
neue Märkte zu expandieren oder
wettbewerbsfähig zu bleiben. Entsprechend
kann das Outsourcing
an unterschiedlichen Wegpunkten
beginnen.
Unterstützung bei
New Product Introduction
Ein wichtiger Grund für die
Zusammenarbeit mit einem EMS-
Experten ist die Einführung eines
neuen Produkts (New Product
Introduction, NPI). Die Erfahrungswerte
sind hier oft begrenzt. Zudem
garantiert das Design allein noch
längst keine kosteneffektive und
fristgerechte Produktion. Ob sich
ein Produkt tatsächlich realisieren,
d. h. in die Produktion überführen
lässt, oder hinsichtlich des Designs,
der Supply Chain oder der Fertigungsanlagen
weitere Anpassungen
benötigt, ist insbesondere bei
medizinischen Geräten zentral. Ein
typischer Designzyklus von medizinischen
High-Tech-Geräten kann
gut zwei bis fünf Jahre in Anspruch
nehmen. Bevor das Produkt in die
Produktion geht, sind viele Entwürfe
bereits bei den entsprechenden
Stellen eingereicht und vollständig
zertifiziert worden.
Mind the Gap:
Transition Management
Beim Outsourcing nimmt der Austausch
zwischen dem internen Entwicklerteam
und den externen Fertigungsexperten
eine zentrale Rolle
ein. Wichtige Informationen können
verloren gehen und Feedback-Loops
fehlen. Natürlich kennt der Kunde
die Kernfunktionalität seines Produkts
am besten. Geht es jedoch
an die Produktrealisierung, bringt
ein EMS-Dienstleister oft nicht nur
Prozess-Know-how und die nötigen
Fertigungskapazitäten mit, sondern
auch branchenübergreifende Erfahrung
im Projektmanagement. Das
vereinfacht die Zusammenarbeit auf
Augenhöhe und öffnet die Tür für
innovative Ideen und Einsparungsmöglichkeiten.
Brücke schlagen
Transition Manager bzw. Programmmanager
schlagen eine
Brücke zwischen Entwicklung und
Fertigung und folgen einem strukturierten,
methodischen Ansatz,
um ein Produkt von der Entwicklung
in die Serienfertigung zu bringen.
Idealerweise wird der Projektpartner
dabei so früh wie möglich
eingebunden, um potenzielle Probleme,
Schwachstellen und Risiken
frühzeitig aufzudecken.
Erfolgsfaktoren: Die Vier Ms
Ein methodischer Ansatz, um solche
Stolpersteine auf dem Weg in
die Fertigung zu analysieren, bietet
das Ursache-Wirkungs-Diagramm
(Fischgrätendiagramm).
30 meditronic-journal 2/2025
Dienstleistung
Es konzentriert sich auf vier
Kategorien:
#1 Mensch
In der Fertigung umfasst die
Kategorie Mensch alle Faktoren,
die mit den Fähigkeiten, dem Verhalten
und der Sorgfalt der Mitarbeitenden
zusammenhängen.
Dazu gehören branchenspezifisches
Know-how, Erfahrung sowie
die Einhaltung von Qualitäts- und
Sicherheitsvorschriften – und zwar
nicht nur des eigenen Teams, sondern
auch des Teams des externen
Partners.
Die erfolgreiche Zusammenarbeit
basiert auf einem offenen Austausch
und kontinuierlicher Kommunikation.
Beide Teams müssen
einen Weg finden, intrinsisches
Wissen im Rahmen des Projekts
weiterzugeben und Best Practices/
Lessons Learned zu teilen, um das
Produkt sowie Prozesse zu optimieren
und die Qualität sicherzustellen.
Die Implementierung von
Feedback-Loops fördert den Dialog.
Transition Manager können hier
eine wichtige Funktion übernehmen
und die Zusammenarbeit zwischen
allen Parteien koordinieren.
#2 Maschine
Mit IIoT, KI, Machine Learning
und Robotik bekommt die Automatisierung
in der Fertigung kräftig
Auftrieb. Doch nicht jedes Produktdesign
ist auch darauf ausgelegt,
in einer Smart Factory gefertigt
zu werden. Gibt es besondere
Anforderungen in Bezug auf Automatisierung,
Robotik, KI etc.? Erkennen
die Kamerasysteme zum Beispiel
die Teile zuverlässig oder
braucht es visuelle Marker? Läuft
der automatische Montageprozess
im Clean Room fehlerfrei ab oder
ist eine zusätzliche manuelle Validierung
nötig?
Skalierung
Hier stellt sich auch die Frage
nach der Skalierung. Eine auf Prototypen
bzw. sehr kleine Stückzahlen
ausgerichtete Produktion
stellt andere Anforderungen als die
Serien fertigung. Lässt sich das Produktionsvolumen
hochfahren? Oder
ist die Fertigung in hoher Stückzahl
nur nach einem zusätzlichen Re-
Design möglich? Lässt sich das
nötige Equipment termingerecht
überführen?
Fertigungsprozesse
testen und optimieren
Um Skalierbarkeit sicherzustellen,
sollten Unternehmen bereits in der
Vorserie Fertigungsprozesse testen
und optimieren. Jede Komponente
muss einem Belastungstest unterzogen
werden, um sicherzustellen,
dass sie den Anforderungen der
Massenproduktion standhält. Skalierbare
Fertigungslinien, automatisierte
Testanlagen und eine belastbare
Lieferkette spielen dabei eine
entscheidende Rolle. Ein EMS-Partner
kann frühzeitig abschätzen, welche
Maßnahmen erforderlich sind,
um eine effiziente Skalierung zu
gewährleisten.
#3 Material
Die Supply Chain wird in der
Design phase noch immer stiefmütterlich
behandelt – und kann sich
später umso mehr rächen. Vor allem
da Komponenten in der Medizintechnik
über mehrere Jahre sicher verfügbar
bleiben und zugleich hohe
Anforderungen erfüllen müssen. Die
Lieferkette ist größtenteils fix definiert
und lässt wenig bis gar keinen
Spielraum. Viele Bauteile stammen
zudem nur von einer Quelle. Kommt
es dann zu Engpässen, kann die
Obsoleszenz eines ein Cent-Artikels
(z. B. Widerstand) die Produktion
eines millionenteuren CT-Scanners
lahmlegen.
Breites und tiefes
Lieferantennetzwerk
EMS-Partner verfügen in der
Regel über ein breites und tiefes
Lieferantennetzwerk und können
diese Fragen ganzheitlicher beantworten.
Sie definieren gemeinsam
mit dem Kunden CTQ (Critical-to-
Quality)-Anforderungen und führen
PFMAs (Process Failure Mode Analysis)
durch, um Risiken wie Bauteilschwankungen
oder Lieferverzögerungen
zu minimieren.
So lassen sich zentrale Fragen
gemeinsam beantworten. Ist
ein Materialwechsel sinnvoll? Wie
hoch ist das Risiko von Engpässen?
Lohnt es sich, auf regionale
Zulieferer zu setzen? Liegen Bauteile
auf Lager, die an den Produktionsort
des Partners verlegt werden
Schlüsselaufgabe im Projekt Management: Die Koordination von
Supply Chain, Design, Fertigung und Compliance, © Plexus
müssen? Verändert sich die Lieferkette
bei einem Umzug der Fertigung?
Welche Bauteile erfordern
neue Verhandlungen?
#4 Methode
Nicht alles, was in der Theorie
funktioniert, lässt sich in der Fertigungspraxis
problemlos umsetzen.
Ein Beispiel ist die Leiterplattenbestückung.
Gilt es laut Produktdesign,
20 Pins auf einer dicht
bestückten Platine unterzubringen,
müssen die Pins in exakt definiertem
Abstand zueinander liegen, um
in der Fertigung richtig verarbeitet
werden zu können.
• Wie sieht der
Herstellungsprozess aus?
• Wo lassen sich durch
iterative Mapping-Prozesse
Schwachstellen aufdecken
und Abläufe kontinuierlich
optimieren?
• Wie lässt sich eine Null-Fehler-
Strategie realisieren?
Tooling
Ein weiteres Beispiel ist das Tooling.
Wer früh plant, welche Softoder
Hard-Tools für die Fertigung
erforderlich sind, kann Verzögerungen
vermeiden und langfristig
Kosten senken. Auch Aspekte
wie Bauteilhandling, automatische
Bestückung oder Testbarkeit sollten
frühzeitig in die Entwicklung
einfließen – das spart Zeit, Geld
und reduziert spätere Anpassungen.
Fazit
In komplexen Produktentwicklungsprozessen,
insbesondere bei
High-Tech-Medizinprodukten, sind
Abweichungen vom ursprünglichen
Plan unvermeidlich. Der Vorteil bei
einer Zusammenarbeit mit EMS-
Dienstleistern ist, dass Hersteller
nicht im Alleingang nach Lösungen
suchen müssen. Dabei koordiniert
das Projektmanagement die
Schlüsselbereiche Supply Chain,
Design, Fertigung und Compliance
und sorgt für eine nahtlose Abstimmung.
Im Verbund gelingt ein nahtloses
Outsourcing – ohne Kompromisse
bei Qualität, Kosten und
Time-to-Market.
Wer schreibt:
Gábor Szabados ist Senior Director
für Healthcare/Life Sciences bei
Plexus. Er ist für Business Development,
Key-Account-Strategie und
Performance im Bereich Medizinelektronik
und Life Science in EMEA
verantwortlich. Szabados ist seit
2012 als EMEA Customer Manager
bei Plexus und übernahm 2015
die Rolle des Customer Director. In
dieser Funktion verantwortete er
die Entwicklung der Kundenstrategie
und -leistung für verschiedene
regionale und globale Kunden. ◄
meditronic-journal 2/2025
31
Digitalisierung
Von Digitalen Zwillingen und Maschinellem Lernen
Die Zukunft des Gesundheitswesens
Das wird erreicht durch:
1. Präzise Messung
physio logischer Parameter:
Simulationen ermöglichen es,
medizinische Wearables perfekt
auf unterschiedliche Patientengruppen
und Einsatzbedingungen
abzustimmen.
2. Optimierung
des Gerätedesigns:
Durch simulierte Tests können
kleinere, energieeffizientere und
leistungsstärkere Geräte entwickelt
werden.
3. Sicherheit durch
elektro magnetische Tests:
Virtuelle Tests gewährleisten,
dass Geräte, besonders im
Zusammenspiel mit bildgebenden
Verfahren wie der MRT,
keine Gefährdung darstellen.
Die Simulation verschiedener Anwendungsszenarien hilft die Leistungsfähigkeit und Funktionalität der Geräte zu
verbessern, um die medizinische Versorgung effizienter und sicherer zu gestalten.
Autor:
Marc Horner
Distinguished Engineer
Ansys
www.ansys.com
Der digitale Wandel erfasst das
Gesundheitswesen mit voller Wucht
und verspricht eine grundlegende
Veränderung der Art und Weise, wie
wir Patienten behandeln.
Der traditionelle One-size-fits-all-
Ansatz stößt zunehmend an seine
Grenzen. Dafür treten jetzt wegweisende
Technologien wie personalisierte
Medizin, Simulationen und
digitale Zwillinge in den Vordergrund
– und bieten mehr als nur eine effizientere
Patientenversorgung. Sie
eröffnen ein neues Zeitalter der
Behandlung, das die Lebensqualität
steigert und zugleich die Gesundheitskosten
spürbar senkt.
Der Weg
zur personalisierten Medizin
Einer der wesentlichen technologischen
Fortschritte im Gesundheitswesen
ist der Einsatz von Computermodellierung
und -simulation,
die eine maßgeschneiderte Behandlung
ermöglichen.
Ärzte können durch sie auf virtuelle
Patientenmodelle zurückgreifen,
um individuelle Behandlungsstrategien
zu entwickeln. Diese
Modelle helfen, den Krankheitsverlauf
und das Ansprechen auf eine
bestimmte Behandlung für jeden
Patienten zu simulieren - durch
Anpassung des Modells an die spezifischen
Daten des einzelnen Patienten.
Was früher Tage für die Entwicklung
und Planung in Anspruch
nahm, kann heute dank der Fortschritte
bei den Solverfähigkeiten
und der Rechenleistung in Minuten
oder sogar Sekunden visualisiert
werden.
Entwicklung
medizinischer Geräte
Doch nicht nur in der Therapie
selbst zeigt sich der Wert von Simulation
– auch die Entwicklung medizinischer
Geräte profitiert massiv
von dieser Technologie. Virtuelle
Tests identifizieren Schwachstellen
im Design, noch bevor ein
Gerät getestet wird oder die Produktionshallen
betritt. Das spart
nicht nur Geld, sondern erhöht
die Sicherheit und Effizienz von
medizinischen Instrumenten und
Wearables, die uns immer mehr
im Alltag begleiten.
4. Patientensicherheit und
regulatorische Standards:
Simulationen bieten eine wertvolle
Grundlage, um alle gesetzlichen
Anforderungen und Sicherheitsstandards
zu erfüllen.
5. Intuitive Software
und benutzerfreundliche
Interfaces:
Die virtuelle Modellierung sorgt
dafür, dass Software fehlerfrei
und benutzerfreundlich ist.
6. Verbindung von Hightech
und Gesundheitswesen:
Die enge Zusammenarbeit mit
der Tech-Industrie beschleunigt
Innovationen und ermöglicht
personalisierte Lösungen,
die den Bedürfnissen der Patienten
gerecht werden.
Künstliche Intelligenz
und maschinelles Lernen
Ein weiterer Sprung in der medizinischen
Versorgung ist die Integration
von Künstlicher Intelligenz
(KI), Maschinellem Lernen (ML) und
Deep Learning (DL). Diese Technologien
ermöglichen es, enorme
Datenmengen zu analysieren
und Muster zu erkennen, die uns
32 meditronic-journal 2/2025
Digitalisierung
Menschen verborgen bleiben. Ärzte
profitieren von präzisen, datenbasierten
Erkenntnissen, die ihre
Diagnosen revolutionieren.
KI-Algorithmen
verbessern sich ständig
Je mehr Daten sie verarbeiten,
desto genauer und schneller werden
ihre Prognosen. Besonders in
Bereichen wie der Bildverarbeitung
und der Krankheitsanalyse kommt
KI zum Einsatz und ermöglicht eine
schnellere und treffsichere Diagnostik.
Das Deep Learning, das
vor allem unstrukturierte Daten wie
medizinische Bildaufnahmen verarbeitet,
hat hierbei enorme Fortschritte
gemacht.
Die Kombination von KI mit anderen
Technologien, wie etwa Simulationen
und digitalen Zwillingen, eröffnet
völlig neue Möglichkeiten. Digitale
Zwillinge - virtuelle Bilder von
realen Patienten oder Organen in
Verbindung mit anderen Informationen
über die Physiologie und
den Krankheitszustand des Patienten
- ermöglichen die Überwachung
von Krankheiten in Echtzeit
und die Überprüfung der Wirksamkeit
von Behandlungen. Diese
Präzision führt zu individuelleren
Therapieansätzen, die den Gesundheitszustand
des Patienten noch
genauer berücksichtigen.
Gesundheit:
Ein interdisziplinäres Thema
Die erfolgreiche Umsetzung digitaler
Gesundheitslösungen eröffnet
neue Möglichkeiten für eine bessere
Patientenversorgung. Entscheidend
dafür ist die enge Zusammenarbeit
von Ärzten, Ingenieuren, Forschern
und anderen Experten. Durch diese
interdisziplinäre Zusammenarbeit
entstehen Innovationen, die sich
an den tatsächlichen Bedürfnissen
der Patienten orientieren.
Gleichzeitig gilt es, sichere und
datenschutzkonforme Systeme zu
entwickeln und zu implementieren
- eine Herausforderung, die
mit dem Ausbau der digitalen Infrastruktur
einhergeht. Nur wenn beide
Aspekte berücksichtigt und gemeinsam
vorangetrieben werden, kann
eine zukunftsfähige digitale Gesundheitsversorgung
entstehen.
Fortbildung
Auch die kontinuierliche Fortbildung
von Fachkräften im sicheren
und effektiven Umgang mit neuen
Technologien ist ein Schlüssel zum
Der innovative Einsatz von Simulationen und digitalen Zwillingen in
der Gesundheitsfürsorge und Forschung wird die Zukunft des Sektors
entscheidend prägen.
Erfolg. So können die Potenziale der
digitalen Transformation voll ausgeschöpft
werden - für eine moderne,
vernetzte und patientenzentrierte
Gesundheitsversorgung.
Virtuelle Modelle von Patienten können erstellt werden, sodass verschiedene Behandlungsstrategien vorab getestet
werden können.
Eine neue Ära
der Gesundheitsversorgung
Die Zukunft der Gesundheitsversorgung
wird durch ein starkes
Zusammenspiel von personalisierter
Medizin, hochentwickelten Simulationstechnologien
und künstlicher
Intelligenz geprägt sein. Diese Technologien
versprechen nicht nur eine
präzisere und individuellere Behandlung
der Patienten, sondern auch
mehr Effizienz und Sicherheit im
gesamten Gesundheitswesen.
Der Einsatz von Simulationen,
digitalen Zwillingen und künstlicher
Intelligenz öffnet die Tür zu
einer personalisierten und prädiktiven
Medizin, die die Lebensqualität
aller Patienten verbessert und dazu
beiträgt, die Gesundheits kosten
zu senken. Der digitale Wandel ist
längst in vollem Gange – und wir
stehen erst am Anfang einer aufregenden
Zukunft, in der die Technologie
im Dienste der Patienten steht.
Wer schreibt:
Marc ist Distinguished Engineer
bei Ansys. Er unterstützt die
Geschäfts- und Technologieentwicklung
für den Gesundheits sektor.
Dabei konzentriert er sich auf die
Anwendung der Modellierung für
regulatorische Zwecke, auf klinische
Anwendungen und auf die digitale
Transformation. ◄
meditronic-journal 2/2025
33
Bedienen & Visualisieren
Smarte Display-Lösungen für die Medizintechnik
Displays in der Medizintechnik: Präzision ist der Schlüssel © Shutterstock
Entwicklungen wie die aktuelle
Einführung der elektronischen
Patientenakte, Remote Consulting
während der Corona-Epidemie, KI
oder - ganz allgemein – Megatrends
wie Digitalisierung, Visualisierung
und Touch-Technologie rücken die
Bedeutung von Displays im Medizinbereich
mehr in den Vordergrund.
Schon bisher spielten Displays
eine große Rolle im medizinischen
Markt, da sie eine Vielzahl
von Anwendungen unterstützen, die
sowohl der Patientenversorgung
(Diagnose und Therapie) als auch
der Effizienz in den Abläufen des
Gesundheitswesens dienen.
Autorin:
Dr. Jasmin Wagner
CMO
VIA optronics
info@via-optronics.com
www.via-optronics.com
Ihr technischer Fortschritt forciert
umgekehrt aber auch die Möglichkeiten
der Medizintechnik, da ihre
zunehmende Qualität sowohl die
diagnostische Genauigkeit als auch
die klarere, detailliertere Wiedergabe
von Scans positiv beeinflusst.
Zudem wachsen ihre Einsatzmöglichkeiten
in einem innovationsgetriebenen
Markt beständig.
Radiologie
So sind in der Radiologie bzw. in
verschiedenen bildgebenden Verfahren
wie MRT-, CT- und Röntgenaufnahmen
leistungsfähige Displays
zwingend notwendig - hochauflösende
Monitore, die Farbgenauigkeit
und Kontrastverhältnisse optimieren,
um feine Details in den Bildern
darzustellen, da Diagnosen und
Eingriffe auf hochpräzisen Bildern mit
fehlerfreier Inhaltswiedergabe basieren
müssen. Auch in medizinischen
Geräten für Vitalzeichen und in Ultraschallgeräten
sind sie unverzichtbar.
Sie ermöglichen Ärzten und Pflegepersonal,
wichtige Informationen in
Echtzeit zu visualisieren, was eine
schnelle und genaue Erkennung
und Entscheidungsfindung ermöglicht
und verbessert.
Chirurgie
In der Chirurgie werden ebenfalls
hochauflösende Displays verwendet,
um während der Eingriffe hochpräzise
Bilder von Organen und Geweben
anzuzeigen. 3D-Displays und
Augmented Reality (AR) können
Operateuren helfen, komplexe Eingriffe
besser zu planen und effizienter
durchzuführen, indem sie
zusätzliche Informationen über die
Anatomie des Patienten liefern, die
ohne hochauflösende Displaytechnologie
nur schwer erkennbar wären.
Intensivstationen
Auf Intensivstationen sind Monitore
mit großen Displays unerlässlich,
um Vitalzeichen wie Herzfrequenz,
Blutdruck und Sauerstoffsättigung
kontinuierlich anzuzeigen.
Diese Monitore sind oft mit
Alarmfunktionen ausgestattet, die
das medizinische Personal sofort
benachrichtigen, wenn kritische
Werte erreicht werden.
Visualisierung
großer Datenmengen
Für die Visualisierung großer
Datenmengen, die in der Gesundheitsversorgung
generiert werden,
sind Displays ebenfalls wesentlich.
Durch Dashboards und grafische
Darstellungen können medizinische
Fachkräfte Trends in Patientendaten
erkennen, was die Entscheidungsfindung
und die Qualität
der Versorgung positiv beeinflusst.
Mit dem Aufkommen von KI-gestützten
Anwendungen in der Medizin
werden Displays außerdem zunehmend
relevanter, da sie zwingender
Baustein sind, um KI-Analysen und
-Empfehlungen zu visualisieren.
Fernüberwachung
von Patienten
Displays können auch zur Fernüberwachung
von Patienten eingesetzt
werden, was in Zeiten einer
wachsenden Anzahl von Applikationen
in der Telemedizin und digitalen
Gesundheitslösungen immer
wichtiger wird. Gerade die Entwicklung
von flexiblen und tragbaren Displays
birgt das Potenzial, die Art und
Weise zu revolutionieren, wie medizinische
Informationen bereitgestellt
werden. So können sie in tragbaren
Geräten zur Überwachung von Vitalfunktion
integriert werden, die Patienten
in ihrem Alltag begleiten und
Daten in Echtzeit an Ärzte transferieren.
Bei Bedarf können diese
sofort Maßnahmen ergreifen, weshalb
Displays nicht selten bewirken,
dass lebensrettende Maßnahmen
schneller ergriffen werden können.
Virtuelle Konsultationen
In Zeiten von COVID-19 und
darüber hinaus haben sich zudem
virtuelle Konsultationen etabliert,
so dass sich Displays auch in der
Patientenkommunikation bewährt
haben. Displays ermöglichen es
Ärzten, über Videoanrufe mit Patienten
zu kommunizieren, was den
Zugang zur Gesundheitsversorgung
verbessert, insbesondere in
ländlichen oder unterversorgten
Gebieten.
Interaktive Bildschirme
in Wartezimmern oder Patientenzimmern
können Informationen
über Behandlungen, Gesundheitsaufklärung
und sogar Unterhaltung
bieten, was zur Verbesserung des
Patientenerlebnisses beiträgt. Viele
Gesundheitseinrichtungen nutzen
Displays in Form von interaktiven
Kiosken oder Tablets, die Patienten
Informationen über ihre Therapien,
Medikamente und Nachsorgetermine
bereitstellen. Diese Portale
fördern die Patientenbeteiligung
und helfen, das Verständnis für
den eigenen Gesundheitszustand
34 meditronic-journal 2/2025
Bedienen & Visualisieren
Die Bedienbarkeit mit Handschuhen ist häufig Voraussetzung.
© Shutterstock / VIA optronics
zu verbessern. Displays diversifizieren
die Art der Wiedergabe und
können zur Aufklärung von Patienten
über ihre Erkrankungen und
Behandlungen eingesetzt werden.
Interaktive Videos oder Animationen
machen komplexe medizinische
Informationen verständlicher und
erhöhen das Vertrauen der Betroffenen
in die Behandlung.
Physiotherapie
und Rehabilitation
In der Physiotherapie oder Rehabilitation
können Displays verwendet
werden, um Patienten in Echtzeit
Feedback zu ihren Übungen
zu geben. Dies kann durch visuelle
Anleitungen oder Fortschrittsanzeigen
geschehen, die die Patienten
motivieren und ihren Einsatz
verbessern. Displays können auch
so gestaltet werden, dass sie barrierefrei
sind, um Menschen mit Behinderungen
zu unterstützen. Interactive
Touchscreens, Sprachsteuerung
oder visuellem Feedbackoptionen
können dazu beitragen, dass
Patienten auch mit körperlichen Einschränkungen
schnell und uneingeschränkt
Zugang zu wichtigen
Informationen haben.
Elektronische
Gesundheitsakte
Ein weiterer wichtiger Aspekt mit
hohem Aktualitätsbezug ist, wie
oben bereits erwähnt, die Verwendung
von Displays im Kontext der
elektronischen Gesundheitsakten
(EHR). Sie dienen als benutzerfreundliche
Schnittstelle für medizinisches
Personal, um auf Patientendaten
zuzugreifen, diese zu
aktualisieren und zu analysieren.
meditronic-journal 2/2025
Dies trägt zur Effizienzsteigerung
von Prozessen und zur Fehlerreduzierung
bzw. gar -vermeidung bei.
Schulungsund
Simulationssysteme
Nicht zuletzt spielen Displays
eine wichtige Rolle für Schulungsund
Simulationssysteme, weshalb
sie auch in der medizinischen Ausbildung
eingesetzt werden. Simulationssysteme,
die auf Displays
wiedergegeben werden können,
ermöglichen es Medizinstudenten
und Fachkräften, verschiedene Szenarien
ohne den Einsatz von Patienten
zu üben. Die Applikationen
können realistische Patientensimulationen
liefern, die auf interaktiven
Displays dargestellt werden.
Zusammengefasst
In all diesen Technologien spielen
Displays eine unverzichtbare Rolle
und können Ärzten helfen, Diagnosen
zu stellen, Behandlungspläne
und Therapien zu optimieren und
insgesamt die Abläufe zu vereinfachen
und effizienter zu gestalten.
In einem strikt zertifizierten
Umfeld wie der Medizintechnik und
als essenzieller Bestandteil einer
medizinischen Anwendung müssen
Displays jedoch – ebenso wie
andere Komponenten - strengen
Sicherheitskriterien und allen relevanten
Normen genügen und Charakteristika
aufweisen, die je nach
Betriebsfeld verschieden akzentuiert
sind.
Notwendige Eigenschaften
Die Displays müssen in einem
breiten Temperaturbereich funktionsfähig
und gleichzeitig robust
sowie resistent gegen Schock,
Vibration und Kontamination sein.
Ein hoher Kontrast, exzellente Helligkeit,
gleichmäßige Farbgebung
und gute Lesbarkeit bei wechselnden
Lichtverhältnissen, insbesondere
bei direkter Sonneneinstrahlung,
sind ebenfalls unerlässlich.
Absolute Reinheit und Asepsis sind
grundlegende Anforderungen, weshalb
die Displays unempfindlich gegenüber
starken Reinigungs- und
Desinfektionsmitteln sein müssen.
Und schließlich sind Langlebigkeit
bei uneingeschränkt guter Qualität
in der Medizin mindestens so wichtig
wie in anderen Industriebereichen.
Hohe Sensitivität
Auch der Einsatzbereich spielt
eine entscheidende Rolle: In Umgebungen,
in denen Handschuhe getragen
werden, müssen die interaktiven
Displays entsprechend sensitiv
auf die Bedienung mit Handschuhen
reagieren. Echtzeitdatenverarbeitung
finden häufig Anwendung
in der OP-Überwachung und
benötigen hierbei große Displaydiagonalen,
was eine weitere Eigenschaft
ist, die hochwertige medizintechnische
Displays mit sich bringen
müssen. Der Bildschirminhalt
muss auch noch aus einem weiten
Winkel gut sichtbar sein. Konträr
dazu sind bei tragbaren Lösungen
geringes Gewicht, schlankes Design
und Energieeffizienz von entscheidender
Bedeutung.
Einzigartiger Technologiemix
für interaktive Displays
Um diese unerlässlichen, facettenreichen
Eigenschaften zu bieten,
ist die Kombination innovativer
Technologien erforderlich. Der einzigartige
Technologiemix für interaktive
Displays von VIA optronics
deckt alle wichtigen Faktoren ab, die
für eine zuverlässige Performance
nötig sind: So setzt das Unternehmen
Metal Mesh Touch-Sensoren
ein, deren leitfähige Schicht aus
Kupfer besteht und die in einem
ultradünnen Gitter aus feinen Metalldrähten
auf Folie auf den Displays
aufgebracht werden, um ein kapazitives
Feld zu erzeugen, das Eingaben
über Berührung ermöglicht.
Durch den geringen Oberflächenwiderstand
und die deutlich höhere
Leitfähigkeit erreicht das Kupfer
Metal Mesh deutlich bessere technische
Eigenschaften und Flexibilität
im Vergleich zu anderen Touch-
Sensoren. Es ist flexibel, langlebig
und besonders energieeffizient, weshalb
es sich nicht nur für großformatige
Displays, sondern auch sehr
gut für tragbare Geräte eignet und
darauf basierende Displays sehr gut
mit Handschuhen und Stift bedient
werden können. Für Echtzeit-Verarbeitung
und KI verfügt eine spezielle
Touch Controller-Technologie
außerdem über eine hohe Übertragungsgeschwindigkeit.
Optimale Lesbarkeit
Mithilfe von Optical Bonding, einer
Technologie zur Verklebung unterschiedlicher
Komponenten in einem
interaktiven Display wird erreicht,
dass interne Reflektionen eliminiert
und somit die Gesamt-Reflektivität
deutlich reduziert wird. Somit sind
bessere Lesbarkeit bei Sonnenlicht,
hohe Kontraste sowie besonders
robuste und stabile Aufbauten
möglich. Darüber hinaus vergilbt
das verwendete Material nicht,
schrumpft nicht, ist elastisch und
beständig über eine hohe Temperaturspanne
hinweg und recyclingfähig.
Sind Displays Kontamination
oder aggressiven Reinigungsmitteln
ausgesetzt, ist auch ein spezielles
Coating des Deckglases möglich.
Fazit
Zusammenfassend lässt sich
sagen, dass Displays im medizinischen
Markt eine zentrale Rolle
spielen, indem sie die Kommunikation,
Diagnostik und Patientenversorgung
entscheidend unterstützen.
Die genannten Aspekte verdeutlichen,
wie vielfältig ihre Bedeutung
und wie dynamisch ihre Entwicklung
ist. Ihre zuverlässige und
exakte Funktionsfähigkeit und kontinuierliche
Weiterentwicklung werden
auch in Zukunft entscheidend
sein, um die Patientenversorgung
weiter zu verbessern und den steigenden
Anforderungen im Gesundheitswesen
gerecht zu werden. ◄
Via optronics Touchsensorik auf
Kupferbasis © VIA optronics
35
Bedienen & Visualisieren
Revolutionierung der digitalen Beschilderung
mit stromsparenden, hochauflösenden Displays
Advantech präsentiert Spectra 6, das farbige ePaper der nächsten Generation
für ein intelligentes Gesundheitswesen
Advantech, ein führender Anbieter
von Industrielösungen, kündigt
die Veröffentlichung seiner neuesten
Innovation an: das farbige ePaper-Display
Spectra 6. Diese neue
Lösung wurde entwickelt, um Digital-Signage-Anwendungen,
insbesondere
im iHealthcare-Bereich, zu
verbessern. Sie bietet eine hervorragende
Farbleistung, einen extrem
niedrigen Stromverbrauch und eine
nahtlose Integration in bestehende
Krankenhaus- und Einzelhandelssysteme.
Advantech
https://www.advantech.com/en-eu/
Fortschrittliches Color
Imaging für intelligentere
Anwendungen
Spectra 6 wurde von E Ink entwickelt
und ist die nächste Generation
der vollfarbigen ePaper-Technologie.
Es bietet ein erweitertes Farbspektrum,
eine höhere Auflösung
und schnellere Bildwiederholraten
und ist damit ideal für eine Vielzahl
von Anwendungen, einschließlich
Digital Signage, iHealthcare, iRetail
und Hospitality-Lösungen.
Advantech stellt zwei neue großformatige
ePaper-Displays in den
Größen 13,3“ und 28,6“ vor. Dank
der bi-stabilen Technologie behalten
die Displays ihre Bilder auch
ohne kontinuierliche Stromversorgung,
was den Energieverbrauch
drastisch reduziert. Mit integrierter
Wi-Fi-, USB- und Ethernet-
Konnektivität bieten sie außergewöhnliche
Vielseitigkeit und werden
mit einem umfassenden Softwarepaket
für optimiertes Backend-
Management, Datenüberwachung
und Geräte betrieb geliefert.
Die wichtigsten Vorteile:
• Keine Hintergrundbeleuchtung
erforderlich: Schont die
Augen und verringert den Stromverbrauch.
• Extrem niedriger Stromverbrauch:
Unterstützt umweltfreundliche
und nachhaltige
Initiativen.
• Große Betrachtungswinkel und
hoher Kontrast: Verbessern die
Lesbarkeit und das Benutzererlebnis.
• Nahtlose drahtlose Bereitstellung:
Funktioniert ohne zusätzliche
Netzwerkinfrastruktur.
• Dauerhafte Anzeige: Der Inhalt
bleibt erhalten, auch wenn das
Gerät ausgeschaltet ist.
Effizienzsteigerung
in Gesundheitsumgebungen
Das 13,3“ Spectra 6 ePaper-Display
verbessert die Arbeitsabläufe
in Krankenhäusern, indem es die
Effizienz des Personals steigert
und die Patientenversorgung verbessert.
Mit digitalen Krankenbettkarten
können Krankenhäuser Verwaltungsaufgaben
auf ein Minimum
reduzieren, sodass medizinisches
Fachpersonal Patienten mehr Zeit
widmen kann.
Diese ePaper-Krankenbettkarten
unterstützen eine Reihe von
Anwendungen, darunter digitale
Aufzeichnungen, Identitätsüberprüfung
und Patientenstatusaktualisierungen
in Echtzeit. Im Gegensatz
zu herkömmlichen hintergrundbeleuchteten
Bildschirmen bietet
die ePaper-Technologie ein blendfreies
Seh erlebnis und minimiert
störendes Licht für ruhende Patienten.
Die Echtzeit-Datensynchronisierung
stellt sicher, dass Ärzte und
Pflegekräfte direkt auf präzise Patienteninformationen
zugreifen können,
was die Effizienz und Genauigkeit
der medizinischen Versorgung
verbessert.
Die wichtigsten Funktionen:
• 13,3“ Spectra 6-Farben- ePaper-
Display
• Unterstützung für Wi-Fi – kompatibel
mit IEEE 802.11b/g/n
• Stromversorgungsoptionen –
Unterstützt 5 V Gleichstromeingang
oder 8233 mAh Li-Ion-Akku
• Mobile-App-Integration – WLAN-
Einstellungen (SSID/Passwort)
konfigurieren und über DeviceOn/
ePaper verwalten
• Nahtlose Kompatibilität – Vollständige
Integration mit der DeviceOn/
ePaper-Lösung von Advantech
Transformation
des Krankenhaus-
Informationsmanagements
Das 28,6“ Spectra 6 ePaper-Display
ist eine innovative
Lösung für das krankenhausweite
Informationsmanagement.
36 meditronic-journal 2/2025
Bedienen & Visualisieren
Die ePaper- Technologie von
Advantech ermöglicht es Gesundheitseinrichtungen,
kritische Kommunikationsmaßnahmen
zu digitalisieren
und herkömmliche papierbasierte
Beschilderungen an Pflegestationen
und in Untersuchungsräumen
durch digitale Echtzeit-Dashboards
zu ersetzen.
Durch automatisierte Aktualisierungen
und Reduzierung des
Papierabfalls können Krankenhäuser
ihre Betriebseffizienz steigern
und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsziele
vorantreiben. Diese ePaper-Displays
bieten klare Patienteninformationen
in Echtzeit, sodass
das medizinische Personal die
Arbeitsabläufe optimieren und die
Gesamterfahrung im Krankenhaus
verbessern kann.
Die wichtigsten Funktionen:
• 28,6“ Spectra 6-FarbenePaper-Display
• Hohe Auflösung –
3.060 × 2.160 Pixel
• Open-Frame-Systemdesign –
Beinhaltet eine Metallhalterung
für einfache Integration
• Konnektivität – Unterstützt WLAN
(IEEE 802.11b/g/n) und Ethernet
(LAN/WAN)
• Unterstützung für USB-Karussell
– Ermöglicht eine flexible Inhaltsverwaltung
• Vollständig integriert – Funktioniert
nahtlos mit der DeviceOn/
ePaper-Plattform von Advantech
Wiederverwenden,
Reduzieren, Ersetzen
Die ePaper-Lösungen von
Advantech unterstützen die ESG-
Ziele (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung),
indem sie traditionelle
Druckmaterialien durch
energieeffiziente digitale Displays
ersetzen. Diese Lösungen eignen
sich ideal für Anwendungen in den
Bereichen Gesundheitswesen, Einzelhandel,
Gastgewerbe, Lagerverwaltung,
Produktionsverfolgung und
Beschilderung von Besprechungsräumen.
Durch die Minimierung
des Papierabfalls und des Stromverbrauchs
tragen sie erheblich
zur Verringerung des CO 2 -Fußabdrucks
bei.
Die bi-stabile Technologie von
ePaper sorgt dafür, dass die Bilder
auch ohne kontinuierliche Stromversorgung
sichtbar bleiben. Das
macht ePaper zu einer umweltfreundlichen
Alternative, die die
weltweiten Bemühungen um Nachhaltigkeit
unterstützt. ◄
Spezial-Monitore unterstützen Klinik-Personal
DT-Research 22- und 24-Zöller digitalisieren Visitenwagen mit autarker Stromversorgung
und helfen so, massiv Kosten zu sparen und Fehler in der Patientenakte zu vermeiden.
der beiden Monitore Drittgeräte
mit 12, 15 und 19 V Spannung
direkt am Visitenwagen und überall
unabhängig vom Stromnetz
versorgt werden, beispielsweise
bestehende Thin Clients, Barcode-
Scanner, Label-Drucker und Vitaldatengeräte.
Mit drei Akkus kommen
die Monitore auf ein Gewicht
von rund neun Kilo.
Deutsche Krankenhäuser stehen
unter massivem Kostendruck.
Die Modernisierung bestehender
Visitenwagen ist daher häufig eine
echte Alternative zum Kauf einer
neuen Flotte. Wenn elektronische
Geräte dabei mehrere Funktionen
abdecken können, ist das ein großer
Mehrwert. Genau das kann die
DT72x-Serie an medizinischen
Monitoren von dem amerikanischen
Branchenprimus DT Research.
Concept International GmbH
www.concept.biz
Medizinische
Zertifizierungen und
robuster Gehäuseschutz
Die Serie besteht aus zwei
Geräten: eines mit einem 22 Zoll
großen Display und eines mit
einem 24-Zoll-Bildschirm. Beide
Monitore sind kapazitiv touchfähig
und erlauben mittels Full-HD-
Auflösung von 1920 x 1080 Pixel
auch kleinteilige Darstellungen.
Die DT72x-Serie ist nach den
für Krankenhäuser und Einrichtungen
wichtigen medizinischen
Standards IEC 60601-1 und 60601-
1-2 zertifiziert. Das Gehäuse der
Bildschirme ist antimikrobiell
beschichtet und abwischbar.
Letzteres garantieren eine IP65-
Zertifizierung für das Display und
eine IPX2-Zertifizierung für das
Chassis. Diese Eigenschaften
prädestinieren die DT72x-Serie
für den Einsatz in medizinischen
Einrichtungen.
Mobile Energieversorgung
für Visitenwagen
Ein weiteres nützliches Detail
sind die drei an der Rückseite
eingesteckten und im laufenden
Betrieb wechselbaren Akkus mit je
90 Wh Akku-Kapazität. So können
über das DC-Output- Management
Sichere Authentifizierung
und Leselicht
Zu den weiteren Features gehören
integriertes WiFi, zahlreiche
Schnittstellen wie drei USB 3.0,
HDMI und USB-B-Input, sowie
eine optionale Frontkamera, die
beispielsweise eine sichere Nutzer-
Authentifizierung ermöglicht und
durch einen NFC-Leser ergänzt
wird. Wichtig und sehr nützlich ist
außerdem ein integriertes LED-
Leselicht an der Unterkante des
Bildschirms, das es den Pflegekräften
ermöglicht, nachts beispielsweise
die richtige Medikamentenschachtel
zu öffnen, ohne
eine störende Lichtquelle anzuschalten.
◄
meditronic-journal 2/2025
37
Bedienen & Visualisieren
Wheel-on-Display: Innovative Kombination
aus Touchscreen und Encoder
Data Modul erweitert sein Touchscreen-Portfolio um die Eingabelösung Wheel-on-Display (WoD).
Diese Technologie kombiniert die Vorteile eines Encoders mit der Flexibilität moderner Touch-Technologie.
Besonders in Bereichen, in denen
eine ablenkungsfreie Bedienung
erforderlich ist, sorgt das haptische
Feedback für mehr Sicherheit und
eine komfortable Nutzerführung.
Flexibles Design
für vielfältige Anwendungen
Ein besonderes Highlight ist das
variable Design des Wheel-on-Display.
Auf der embedded world 2025
wurden erste unterschiedliche Varianten
präsentiert – als klassisches
Wheel sowie in einer Donut-Version.
Viele weitere Designs werden
bald folgen.
Breites
Anwendungsspektrum
Durch die Kombination aus Touchscreen
und Encoder eröffnet das
Wheel-on-Display eine Vielzahl an
neuen Anwendungspotenzialen, beispielsweise
für:
• Medizintechnik – Präzise Steuerung
mit haptischer Rückmeldung
• Industrie & Maschinensteuerung
– Zuverlässige Bedienung
in herausfordernden Umgebungen
mit Handschuhen oder vibrationsbedingten
Einflüssen
DATA MODUL AG
www.data-modul.com
Intuitive Steuerung mit haptischem
Feedback: Das Wheel-on-
Display dient als zentrales Bedienelement
und ermöglicht eine intuitive
Steuerung aller Hauptfunktionen.
Die individuell anpassbare Benutzeroberfläche
kann flexibel konfiguriert
werden, um eine optimale
Nutzererfahrung zu bieten. In Kombination
mit den bewährten Vorteilen
eines PCAP-Touchscreens entsteht
eine innovative Steuerungs lösung,
die sowohl taktile Rückmeldung als
auch vielseitige Interaktionsmöglichkeiten
bietet.
Einfache Integration
und verbesserte
Nutzererfahrung
Die Wheel-on-Display-Einheit
kann nahtlos in bestehende Endanwendungen
integriert werden, ohne
das Gerätedesign grundlegend zu
verändern oder gar das Coverglas
durchbrechen zu müssen. Modernste
Touchcontroller-Technologie ermöglicht
die perfekte Verbindung
von Touch- und Drehsteuerung,
wodurch sich neue Gestaltungsmöglichkeiten
im GUI-Design für
den Kunden ergeben.
• Automotive & E-Mobilität –
Intuitive und sichere Interaktion,
ideal für moderne Fahrzeug-HMIs
• Gaming & Entertainment –
Erweiterte Steuerungsmöglichkeiten
für immersive Nutzererlebnisse
• Smart Building & Home Automation
– Komfortable und intuitive
Bedienung für moderne und
stylische Steuerungssysteme im
Wohn- und Gebäudemanagement
◄
Hygienetastatur mit praktischem Magnetsystem
tastaturen.com stellt mit der Very Cool Flat
MagFix eine neue Tastatur aus der Cool-Serie
vor: Die Hygienetastatur punktet mit integrierten
Magneten, die auf feuchten, magnetisch affinen
Oberflächen ein Verrutschen des Gerätes
vermeiden. Sowohl die Tastatur als auch der
Schutzbezug sind abwaschbar und widerstehen
den meisten gängigen Desinfektionsmitteln.
Der Schutzbezug kann im Autoklav oder
Thermodesinfektor für maximale Hygieneanforderungen
sterilisiert werden. Er hat ein
leichtes Relief, sodass sich die Finger auf der
Oberfläche schnell zurecht finden. Für einen
frischen und sauberen Look und zum einfachen
Erkennen von Verunreinigungen wird
die Very Cool Flat in einer hygienisch weißen
Ausführung geliefert. Die USB-Tastatur eignet
sich ideal für den Einsatz in hygienesensiblen
Bereichen, wie Klinik, Krankenhaus, Apotheke,
Arztpraxis oder anderen sterilen Umgebungen.
Sauber!
Um dem Reinigungsprotokoll zu entsprechen,
können sowohl die Tastatur als auch
der Bezug eingetaucht, abgespült, besprüht,
mit Wasser und Seife abgewischt und auch
mit zugelassenen Reinigungsmitteln gereinigt
werden. Der passende Schutzbezug verhindert
das Eindringen von Bakterien zwischen
den Tasten.
Praktische Verkabelung
Die Tastatur lässt sich einfach installieren:
Neben einem 45 cm langen USB-Kabel, das
in vier Richtungen geführt werden kann, wird
ein 150 cm langes Verlängerungskabel mitgeliefert.
Das Kabel verfügt über doppelte
Kabelzugentlastung und sorgt so für maximale
Nachhaltigkeit. Gut geeignet für den Einsatz in
Bereichen mit maximalen Anforderungen an
sterile Umgebungen.
GeBE Computer & Peripherie GmbH
www.tastaturen.com
38 meditronic-journal 2/2025
Sensoren
Flexibler Kraftsensor –
Präzision trifft Innovation
abj-sensorik.de
Robotik. Matrix. Joystick. HMI. - Das Kraftsensorsystem
der Delfa Systems GmbH kombiniert innovative
Materialien mit intelligenter Elektronik und bietet
vielseitige Einsatzmöglichkeiten für moderne Anwendungen.
Die einzigartigen Eigenschaften des Kraftsensorsystems
von Delfa Systems machen den Sensor
zu einer idealen Lösung für zahlreiche Branchen
und Anwendungen.
Hauptmerkmale und Vorteile:
• Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Die gummiartige
Struktur ermöglicht die Befestigung auf
Oberflächen beliebiger Form – ob gerade, gebogen
oder unregelmäßig. Selbst die Montage an
Gelenken und Scharnieren eines Greifers ist problemlos
möglich.
• Schutz empfindlicher Objekte: Die weiche
Beschaffenheit des Sensors schützt zerbrechliche
oder empfindliche Objekte, was ihn ideal
für Anwendungen in der Robotik und Automatisierung
macht.
Halle 1, Stand 1-221
DELFA Systems GmbH
info@delfasys.de
www.delfasys.de
• Geringes Gewicht und kompaktes Design: Der
Sensor ist ultraleicht und kompakt, was die Integration
in bestehende Systeme erleichtert und
ihn besonders für mobile Anwendungen geeignet
macht.
• Intelligente Elektronik: Ausgestattet mit digitalen
IOs, analogem Ausgang und/oder digitaler
Kommunikation, bietet der Sensor maximale Flexibilität
bei der Integration in verschiedene Steuerungssysteme.
• Kein zusätzlicher Messverstärker erforderlich:
Die integrierte Elektronik spart Platz und reduziert
den Installationsaufwand.
Erweiterte Anwendungsbereiche:
Neben den bereits genannten Einsatzmöglichkeiten
gibt es weitere spannende Anwendungen, die durch
die Eigenschaften des Sensors ermöglicht werden:
• Matrixsensorik: Dank seiner Flexibilität und gummiartigen
Struktur eignet sich der Sensor hervorragend
für den Aufbau von Matrixsensoren, die
großflächige Kraftmessungen ermöglichen. Dies
ist besonders in der Robotik oder bei der Überwachung
von Druckverteilungen relevant.
• Joysticks und Eingabegeräte: Die weiche und
flexible Sensorik kann in Joysticks oder anderen
Eingabegeräten integriert werden, um präzise und
intuitive Steuerungen zu ermöglichen. Dies eröffnet
neue Möglichkeiten für Anwendungen in der Medizintechnik,
Gaming oder industriellen Steuerung.
• Medizintechnik und Wearables: Die Anpassungsfähigkeit
des Sensors macht ihn ideal für
tragbare Geräte, die Druck- oder Kraftmessungen
am menschlichen Körper durchführen, z. B. in
der Rehabilitation oder Überwachung von Vitalparametern.
Zusätzliche Vorteile: abjoedden.de
• Kosteneffizienz: Die innovative Technologie basiert
auf dielektrischen Elastomeren, die im Vergleich
zu herkömmlichen Systemen erhebliche Kosteneinsparungen
ermöglichen.
• Zukunftssicherheit: Der Sensor ist Teil der Delfa-
Plattformtechnologie, die auf die Entwicklung intelligenter
und innovativer Sensor lösungen ausgerichtet
ist. ◄
SM34
WEGAUFNEHMER
Autoklavierbar
10 mm dick,
Messweg bis 20 mm
Variable Betriebsspannung,
variable Ausgänge
Kundenspezifische Fertigung
auch in kleinen Stückzahlen
Fragen?
Anfrage@abj-sensorik.de
meditronic-journal 2/2025 39
Sensoren
Individuelle Sensorlösungen
oft günstiger als Umbauten
Extrem flacher Sensor zur Erfassung kleinster Kräfte für Messungen
des Augeninnendrucks, alle Bilder © burster
Was nicht passt,
wird passend gemacht
Im Sondermaschinenbau oder
bei der Um-, Auf- und Nachrüstung
bestehender Maschinen und Anlagen
passen handelsübliche Sensoren
oft nicht an der vorgesehenen
Stelle. Abhilfe schafft ein Service
des Sensorspezialisten burster: In
der Abteilung MySensor können
alle Kraft-, Drehmoment-, Weg- und
Drucksensoren aus dem Portfolio
nach Vorgaben der Anwender einsatzgerecht
angepasst oder kundenindividuell
neu konstruiert werden.
Klingt aufwändig, ist aber meist
günstiger, als die Anlagen selbst für
den Einsatz von Standardsensoren
umzubauen.
burster präzisionsmesstechnik
gmbh & co kg
info@burster.de
www.burster.de
Optimale Messwerte
Zudem spart das Vorgehen Zeit
und garantiert optimale Messwerte.
Der Umbau beginnt mit einer Machbarkeitsanalyse,
bei der CAD-Daten
ausgewertet werden. Per Video
begutachten die Sensorexperten
gegebenenfalls das Gerät, um die
bestmögliche Stelle für eine Kraftoder
Drehmomentmessung zu finden
und stimmen dann die Vorgehensweise
ab. Nach der Analyse
wird ein Prototyp gefertigt, vom
Anwender getestet, evaluiert und
dann in Serie gefertigt.
Werkstoffe
Als Werkstoffe stehen Aluminium
oder Edelstahl zur Verfügung. Sie
decken eine Vielzahl von Einsatzanforderungen
ab und eignen sich
für besondere Anforderungen beispielsweise
in Hygienebereichen
oder der Medizintechnik. Bei Bedarf
können Dehnungsmessstreifen zur
Aufnahme von Kräften auch direkt
in Kundenteile integriert werden.
Sonderbauform preiswerter
– wie geht das?
Spezialanfertigungen sind kostenintensiv
und daher unerwünscht.
Oft genügt jedoch eine Anpassung
des Sensordesigns, um einen
mechanischen Umbau der Maschine
zu vermeiden. Das spart Zeit und
Geld. Die Bandbreite der Möglichkeiten
ist dabei groß: Gehäusevariationen
mit verändertem Innenoder
Außendurchmesser, Absätze
oder Flansche bzw. Einstiche am
Gehäuse, geänderte (Durchgangs-)
Bohrungen für versenkte Schraubenköpfe
reichen in einigen Anwendungen
aus, damit der Sensor passt.
Manchmal sind vollvergossene Sensorkörper
gefragt, um das Eindringen
von Fremdpartikeln beim Spritzguss
zu vermeiden.
Beispiele Kraftfahrzeug
und Kranausleger-LKW
Ein Beispiel findet sich im Kraftfahrzeug,
wo für die Kraftmessung
am Bedienpedal ein Sensor mit
besonders flacher Bauform benötigt
wird. Aber auch kompliziertere
Anwendungen können mit MySensor
schnell umgesetzt werden. Die
Bestimmung des Schwerpunktes
eines Kranausleger-LKW erfordert
Unempfindlichkeit gegen Vibration
und Stoß sowie eine integrierte Low-
Vollvergossener Sensorkörper zur
Vermeidung des Eindringens von
Fremdpartikeln beim Spritzguss
Verschiedene projektspezifische Sensoren, beispielsweise
zur Messung von Kräften und Drehmomenten
Power-Elektronik und höchste Zuverlässigkeit
durch eine vollvergossene,
lasergeschweißte Ausführung. Die
Unempfindlichkeit gegenüber Seitenlasten
wird durch acht Dehnungsmessstreifen
sichergestellt.
Messung
des Augeninnendrucks
Ein weiteres komplexes Applikationsbeispiel
findet sich bei der
Messung des Augeninnendrucks.
Hier müssen kleine Kräfte bei geringer
Temperaturdrift gemessen werden),
was durch die Entkopplung des
Sensorkörpers des „Kontaktglas-
Dynamo meters“ gelang. ◄
40 meditronic-journal 2/2025
Sensoren
Präzision in sechs Dimensionen:
6D Kraft-Momenten-Sensoren
für Robotik & Medizintechnik
Lösung zur simultanen Erfassung von Kräften
und Momenten in allen sechs Freiheitsgraden.
Diese hochentwickelten Sensoren ermöglichen
eine exakte Kraft- und Drehmomentmessung
und eröffnen damit neue Möglichkeiten
für anspruchsvolle Anwendungen in der
Industrie und im medizinischen Bereich.
• Höchste Präzision:
Genaue Messung aller sechs Kraft- und
Momentenkomponenten.
• Kompakte Bauweise:
Optimiert für den Einsatz in platzkritischen
Anwendungen.
• Hohe Zuverlässigkeit:
Robuste Bauweise für den dauerhaften
Einsatz in anspruchsvollen Umgebungen.
• Individuelle Anpassung:
Maßgeschneiderte Lösungen für
spezifische Kundenanforderungen.
In der modernen Robotik und Medizin technik
spielen präzise Messsysteme eine zentrale
Rolle. Die 6D-Kraft-Momenten-Sensoren von
ME-Meßsysteme bieten eine zuverlässige
Halle 1, Stand 1-331
ME-Meßsysteme GmbH
info@me-systeme.de
www.me-systeme.de
Induktiv Encoder-Chip
Posics Induktiv Encoder Chip
ID4506L ist die richtige Lösung,
wenn ein robuster Encoder auf
kleinstem Raum integriert werden
soll.
Posic erweitert seine Produkt-
Palette mit einem induktiven
Encoder-Chip in einem winzigen
SMD-Gehäuse von nur 5 x 6 mm.
Der ID4506 hat eine 2x höhere
Geschwindigkeit und einen geringeren
Jitter als sein Vorgänger.
POSIC SA
info@posic.com
www.posic.com
Die Auflösung ist bis 0,02 µm
programmierbar, die Maximalgeschwindigkeit
bis 64 m/s.
Encoder und Maßstab haben
eine Gesamtbauhöhe unter 2 mm
und sind beide unempfindlich gegenüber
starken Störmagnetfeldern.
Damit ist dieser Lineargeber
hervorragend geeignet für
Anwendungen mit engen Einbau-
Verhältnissen, so wie Linearantriebe,
XY-Tische, Nanostages,
Bestückungsautomaten, Elektrowerkzeuge
und viele weitere
Anwendungen in der Automatîsierung,
Robotik, Medizintechnik
und Elektro mobilität. Der ID4506
Induktiv Encoder Chip, Maßstäbe
und Evaluationskit sind über die
POSIC-Website erhältlich. ◄
meditronic-journal 2/2025
41
Messtechnik
Testen und Evaluieren funkbasierter Kommunikation
in medizinischen Einrichtungen und Anwendungen
Bild 1: 2,4-GHz-Kanalkonfiguration und Kanalbandbreite
In medizinischen Einrichtungen
müssen große Datenmengen – von
Bildern bis hin zu Text – verwaltet
werden, was zu einer erhöhten
Nachfrage nach effizienter Datenverwaltung,
schnellerer Weitergabe
und Koordination medizinischer
Informationen sowie verbesserter
Kommunikation zwischen medizinischen
Fachkräften innerhalb und
außerhalb dieser Einrichtungen führt.
Um diesen Anforderungen
gerecht zu werden, digitalisieren
medizinische Einrichtungen ihre
Verwaltung und Daten und führen
funkbasierte Kommunikation über
Wireless LAN (WLAN) und Bluetooth
ein.
• Bluetooth eignet sich mit seinen
Energiesparfunktionen für Geräte,
die von Patienten getragen werden,
und für medizinische Geräte, die
kleine Datenmengen senden und
empfangen. Beispiele sind Pulsoximeter,
Blutdruckmess geräte,
Thermometer, Elektrokardiographen
(EKG) und Elektroenzephalographen
(EEG).
Autor
Kazuichi Ichikawa
Assistant Manager
Anritsu
www.anritsu.com
• WLAN bietet schnelle Datenkommunikation
zur Übertragung von
Bildern und Videos, ideal für Endoskope
und Röntgengeräte.
• Wireless Medical Telemetry
System: Eine weitere Technik,
die in medizinischen Einrichtungen
eingesetzt wird, ist
das Wireless Medical Telemetry
System (WMTS). Es verwendet
dedizierte Frequenzbänder, um
Funkstörungen zu minimieren.
Das System überwacht wichtige
Patientendaten wie Herzfrequenz
(EKG), Atemfrequenz, Körpertemperatur
und Blutsauerstoffgehalt
von Krankenhauspatienten
auf einem zentralen Monitor in
der Krankenpflegerstation. Die
Geräte senden Funksignale an
ein Antennen system im Patientenzimmer,
das die Daten dann zur
Anzeige an den zentralen Monitor
weiterleitet.
Probleme
bei der Kommunikation
Medizintechnischer Geräte
Die funkbasierte Kommunikation
ist ideal für Patienten, die Sensoren
zur Erfassung biometrischer Daten
tragen. Die Verkabelung für die Datenübertragung
erübrigt sich, und
das Einrichten, Hinzufügen oder Verlegen
von Geräten wird erleichtert.
Es können jedoch Probleme wie
Kommunikationsausfälle und langsame
Geschwindigkeiten auftreten.
• Überschneidung von Funkkanälen:
Ein Problem bei WLAN
ist die Überschneidung von Funkkanälen,
die von mehreren Geräten
genutzt werden. Von den für
WLAN verwendeten Frequenzbändern
wird das 2,4-GHz-Band
von den meisten Geräten unterstützt
(Bild 1). 13 Kanäle werden
in 5-MHz-Intervallen von 2.412
bis 2.472 MHz festgelegt. Da die
Kanalbandbreite 20 MHz beträgt,
können nur drei Kanäle in 5-Kanal-
Intervallen verwendet werden, um
Störungen durch benachbarte
Kanäle zu vermeiden, z. B. 1-, 6-
und 11-Kanal. Darüber hinaus können
in einer medizinischen Einrichtung
Störungen auch durch Geräte
in den darüber und darunter liegenden
Stockwerken auftreten.
• Anzahl der Geräte steigt: Ein
weiterer Punkt ist die zunehmende
Anzahl von Geräten, die auf WLAN
angewiesen sind. In medizinischen
Einrichtungen gibt es eine große
Anzahl von WLAN-Geräten, einschließlich
der von Ärzten und Mitarbeitern
verwendeten PCs und
Tablets. Patienten bringen ebenfalls
Geräte wie Smartphones und
tragbare Spielekonsolen mit, die
Funkstörungen verursachen oder
das Netzwerk überlasten können.
Zu viele Geräte im Netzwerk führen
zu Schwierigkeiten beim Aufbau
einer Funkverbindung und zu
langsamen Kommunikationsgeschwindigkeiten.
• Zu schwaches Funksignal: Das
häufigste Problem bei WMTS ist,
dass keine Funkverbindung hergestellt
werden kann, weil das
Funksignal zu schwach ist. Ursachen
sind eine niedrige Batteriespannung
im Sender, eine
falsche Antennenposition, Störungen
durch andere funkbasierte
Geräte oder Rauschquellen und
eine Dämpfung des Signals aufgrund
von Anbauten und Änderungen
der Anordnung usw.
Probleme
bei der funkbasierten
Kommunikation erkennen
Kommunikationsprobleme treten
in medizinischen Einrichtungen
hauptsächlich aufgrund von Interferenzen
und Dämpfung auf, die zu
Fehlfunktionen oder Kommunikationsunterbrechungen
bei medizintechnischen
Geräten führen können.
Da dies die Sicherheit der
Patienten gefährden kann, ist es
wichtig, die Ursachen solcher Probleme
zu ermitteln und zu beheben.
Funkbasierte Kommunikation wird
durch die Einhaltung bestimmter
Prozesse zum Erfolg:
• Überprüfen Sie mit einer einfachen
Messung die Stärke der
Funkwelle. In einem WLAN wird
auch die Anzahl der Zugangspunkte
überprüft, die die Daten
empfangen können.
• Bei Funksignalen, die nicht stark
genug sind, kann die Signalstärke
durch eine Neuanordnung der
Funkausrüstung oder eine Positionsänderung
von Objekten, die
als Hindernisse für die Funkausbreitung
wirken könnten, verbessert
werden.
• Bestehen die Probleme trotz ausreichender
Signalstärke weiterhin,
liegt vermutlich eine Störung vor.
Mit einem Spektrumanalysator
lassen sich potenzielle Störungen
identifizieren und nach deren
Quelle suchen.
• Nachdem die Störungsquelle identifiziert
wurde, sollte überlegt werden,
wie sich das Problem beheben
lässt.
Einfache Messmethode
Ein Beispiel für eine einfache
Messmethode, die auf kostenloser
Software zur Überprüfung der WLAN-
Signalstärke basiert, ist in Bild 2
dargestellt. Jede Wellenform ist mit
einem Netzwerknamen (SSID) und
einem Funkkanal verknüpft.
Für WMTS-Anwendungen ist
der zentrale Monitor des WMTS
mit einer einfachen Spektrumanalysator-Funktion
ausgestattet, die
die Messung der Stärke empfangener
Funksignale ermöglicht.
Wird die Funksignalstärke in
einem WLAN oder WMTS nach den
Ergebnissen einfacher Messungen
als ausreichend befunden, aber
es bestehen weiterhin Kommunikationsprobleme,
ist davon auszugehen,
dass die Ursache in
Störungen durch Funkwellen liegt,
die von anderen Geräten ausgestrahlt
werden.
42 meditronic-journal 2/2025
Messtechnik
1
2
Bild 2: Beispiel für die Messung der
Funkwellenumgebung eines WLANs
mithilfe kostenloser Software. Die
Höhe der Wellenform repräsentiert die
Signalstärke (1). Die Überschneidungen
zeigen, dass mehrere WLAN-Signale die
gleichen/naheliegende Kanäle nutzen
(2). Eine geringe Signalstärke oder sich
überlappende Signale können zu einer
verminderten Kommunikationsqualität
führen.
Störungen und ihre Quellen
identifizieren
Durch die Kombination eines
Spektrumanalysators mit Antennen,
die für das zu messende Funkfrequenzband
ausgelegt sind, können
zusätzlich zu WMTS- und WLAN-
Signalen auch Funksignale erkannt
und visualisiert werden, die Störungen
im gleichen Frequenzband
verursachen.
Ist die Funkstärke ausreichend,
die Kommunikation jedoch beeinträchtigt,
wird ein Echtzeit-Spektrumanalysator
(RTSA) verwendet,
um vorübergehende und sofortige
Funkfrequenzänderungen an
dem Ort zu erfassen, an dem das
Funkproblem aufgetreten ist. Das
Gerät überprüft die Signalstärke
als auch die Störungen. Mehrere
Messungen zu unterschiedlichen
Zeiten sind erforderlich, da die
Funkausbreitungsbedingungen je
nach Wochentag, Tageszeit und
ob Türen geöffnet oder geschlossen
sind, variieren.
Im Beispiel in Bild 3 werden
Signale auf den Kanälen 1, 3, 6 und
8 des WLAN beobachtet, aber drei
dieser Kanäle werden von anderen
stärkeren Funkwellen überlagert.
Steile Spitzen aufgrund von Bluetooth-Geräten
und Funksignalen
unbekannter Herkunft im höheren
Frequenzbereich sind vorhanden.
Diese anderen Funksignale können
als problematisch angesehen
werden, insbesondere wenn die
WLAN-Ausrüstung an einen anderen
Ort gebracht werden kann, wo
diese anderen Funksignale verschwinden
oder abgeschwächt
werden und sich die Kommunikation
verbessert.
Störbereich eingrenzen
Sobald das Vorhandensein von
Störwellen bestätigt ist, kann ein
Rollwagen mit einem batteriebetriebenen
Spektrumanalysator und
einer auf die Frequenz der zu messenden
Funksignale abgestimmten
Antenne verwendet werden, um den
Bereich einzugrenzen, in dem die
Störung auftritt. Ein Laptop wird zur
Steuerung der Messsequenz und
zur Aufzeichnung der Ergebnisse
verwendet. Der Rollwagen wird entsprechend
dem Grundriss der Station
bewegt, um die Störungsstärke
an mehreren Punkten zu messen.
Da sich die Quelle möglicherweise
nicht auf derselben Etage befindet,
werden Messungen auf den darüber-
und darunterliegenden Etagen
sowie in angrenzenden Gebäuden
durchgeführt.
Bild 3: Beispiel für Funksignalbedingungen, die mit einem RTSA gemessen wurden.
Störquelle identifizieren
Die Störquelle lässt sich durch
Ausrichten einer stark gerichteten
Antenne in verschiedene Richtungen
identifizieren. Einige Spektrumanalysatoren
verfügen über eine
Funktion, die die Stärke des empfangenen
Funksignals durch Ton
(Tonhöhe und Lautstärke) anzeigt,
sodass eine effiziente Suche nach
der Quelle ohne Bildschirm oder
Daten möglich ist. Die Störquelle
kann validiert werden, indem sie
ausgeschaltet oder mit einer leitfähigen
Folie abgedeckt wird, um zu
sehen, ob die Störung verschwindet.
Zukunftsaussichten
für die funkbasierte
Gesundheitsversorgung
Die Standards für Funkverbindungen
werden ständig weiterentwickelt,
um höhere Geschwindigkeiten
und Kapazitäten zu ermöglichen.
So werden Geräte, die Wi-Fi
6E und Wi-Fi 7 entsprechen, kürzere
Übertragungszeiten für medizinische
Daten und die Echtzeitüberwachung
hochpräziser Bilder
ermöglichen. Schnelles 5G mit niedriger
Latenzzeit in Kombination mit
schnellerem WLAN wird die Entfernungsbeschränkungen
überwinden,
mit denen medizinische Geräte und
Dienste konfrontiert sind.
Ausbau der Telemedizin
Die Kombination von 5G-Mobilfunk
mit kabelgebundener Glas faser
ermöglicht den Austausch hochauflösender
Bilder (4K/8K) in Echtzeit
und trägt so zum Ausbau der Telemedizin
bei. Mit dieser Technik lassen
sich dann auch Videos von Patienten
während eines Nottransports
austauschen, was eine bessere medizinische
Versorgung in abgelegenen
Gebieten ermöglicht. Es wurden auch
Bild 4: Echtzeit-
Spektrumanalysatoren von Anritsu
Demotests für Fernoperationen mit
Robotern begonnen, die den eigentlichen
Eingriff durchführen.
VR, AR, MR
Mit schnellerer Funkkommunikation
werden auch virtuelle, erweiterte
und gemischte Realität (VR,
AR, MR) häufiger eingesetzt. Diese
Techniken, die zusammen als XR
bezeichnet werden, können für medizinische
Untersuchungen, Ausbildung,
chirurgische Unterstützung
und Rehabilitation eingesetzt werden.
So kann AR/XR die Positionen
tatsächlicher Organe und Blutgefäße
von Patienten bestätigen, die
durch CT und andere diagnostische
Bildgebungsgeräte ermittelt wurden,
um die Effizienz chirurgischer Eingriffe
und Ausbildungsmaßnahmen
zu verbessern.
Fazit
Störungen sind ein großes Problem,
das bei der Entwicklung von
funkbasierter Netzwerke für medizinische
Anwendungen berücksichtigt
werden muss. Mit dem Fortschritt
der Funktechnik und der zunehmenden
Überlastung des Spektrums
werden Interferenzprobleme immer
schwerwiegender und müssen durch
umfangreiche Tests und sorgfältige
Planung gemildert werden.
Als wesentlicher Bestandteil der
IT-Infrastruktur einer medizinischen
Einrichtung wird die Funkkommunikation
in Zukunft die Einführung
von Technik erfordern, die schnelle,
zuverlässige und stabile Verbindungen
über kurze und lange Distanzen,
geringe Latenzzeiten, umfassende
Sicherheit, hohe Datenraten
und Echtzeit-Video ermöglicht.◄
meditronic-journal 2/2025
43
Bildverarbeitung
Autarke Diagnostikbrille –
dank MIPI Kameras und Embedded Vision
Die Diagnostik-Brille Merlin von Zeisberg ermöglicht weltweit erstmals
kabellose Video-Kopf-Impulstests, unabhängig von einem externen PC.
Bilder © Zeisberg / Vision Components
Autor:
Jan-Erik Schmitt
Vice President of Sales
Vision Components
info@vision-components.de
www.vision-components.de
Das nach eigenen Angaben weltweit
erste kabellose kombinierte
Video-Kopfimpuls und Video-Okulografie-System
„Merlin“ der Zeisberg
GmbH verbessert die Gleichgewichtsdiagnostik
für Arztpraxen,
Kliniken und Forschungseinrichtungen.
Möglich machen das VC
MIPI Kameras und die Datenverarbeitung
direkt auf der Brille.
Das Zusammenspiel
von Gleichgewichtsorgan
und Augen messen
Das menschliche Gleichgewicht
basiert auf einem komplexen
Zusammenspiel mehrerer Sinne und
Organe, gesteuert vom Gleichgewichtsorgan.
Dieses Vestibularisorgan
sitzt im Innenohr und besteht
unter anderem aus drei Bogengängen,
die im 90°-Winkel zueinander
stehen. Sie erkennen zum Beispiel
eine schnelle Drehbewegung des
Kopfes und leiten die Information
an das Gehirn weiter. Der Körper
reagiert auf die rotatorischen Reize
unter Anderem mit schnellen Augenbewegungen
und ermöglicht so stabile
Bilder auch in der Bewegung.
Video-Okulografie-Systeme werden
von Ärzten, Kliniken und in der
Forschung eingesetzt, um dieses
Zusammenspiel von Kopfbewegung
und Augenreaktion zu messen.
Ein klassisches Verfahren ist
dabei der Video-Kopf-Impulstest, bei
dem der Untersucher den Kopf des
Patienten fixiert und dreht. Kameras
zeichnen dabei die Augenbewegung
auf. Die Schnelligkeit der
Augenreaktion und Sprünge in der
Nachstellbewegung – die sogenannten
Sakkaden – geben Aufschluss
über Beeinträchtigungen und die
betroffenen Bogengänge.
Extrem kurze und schnelle
Sakkaden aufzeichnen
Es gilt 10 Millisekunden schnelle
Augenbewegungen mit 500 Bildern
pro Sekunde zu erfassen. Eine
Herausforderung ist es dabei, die
mit 10 - 20 Millisekunden Dauer
extrem kurzen und schnellen Sakkaden
aufzuzeichnen. Herkömmliche
Testverfahren arbeiten mit
einer Framerate von 100 bis 200 fps.
Selbst bei 200 fps liegen dabei fünf
Millisekunden zwischen zwei Bildern.
Sakkaden können hier leicht
übersehen werden und die geringe
Auflösung ermöglicht nur eine ungenaue
Diagnostik.
Diagnostikbrille Merlin
Mit der neuen Diagnostikbrille
Merlin hat die Zeisberg GmbH ein
System entwickelt, das mit einer
Framerate von 500 Bildern pro
Sekunde eine bis zu fünf mal höhere
Auflösung bietet. Es verbessert die
Messergebnisse und macht zudem
die Durchführung des Video-Kopf-
Impulstests einfacher und sicherer.
Das Unternehmen aus Metzingen
ist auf die Entwicklung und Herstellung
von Geräten für die Hör- und
Gleichgewichtsdiagnostik spezialisiert
und bereits in zweiter Generation
an der Entwicklung von Geräten
für HNOs und Gleichgewichtstechnik
beteiligt.
Die Anforderung:
Unabhängig
von PC und Labor
Generell gibt es Video-Okulografie-Systeme
bereits seit über
30 Jahren. Dabei arbeiten die etablierten
Systeme jedoch kabelgebunden:
Sie sind nur im Labor und
an einen externen PC angeschlossen
einsetzbar. Das erschwert die
Durchführung des Tests. Hinzu
kommt, dass zwar eine Messung
der Kopfbewegung über Gyroskope
und Beschleunigungsdaten
erfolgt, Angaben zur Kopfstellung
und -bewegung im Raum jedoch
Mit einer Bildaufnahme-Geschwindigkeit von 500 fps macht
die Diagnostikbrille auch extrem kurze und schnelle Augen- und
Kopfbewegungen mit hoher Genauigkeit sichtbar.
44 meditronic-journal 2/2025
Bildverarbeitung
Ein Embedded Vision System mit Raspberry Pi Compute Module 4 und
VC MIPI Kameras hat die Entwicklung der Medizintechnik-Brille in nur
15 Monaten ermöglicht.
fehlen. Das ist für einige Testverfahren
problematisch und kann die
Testergebnisse verfälschen.
Fusion der Sensordaten
Um diese zusätzlichen Daten
bereitstellen zu können, arbeitet
die Merlin-Brille mit einem neuartigen
und komplexen Verfahren
zur Fusion der Sensordaten. Die
dabei entstehenden 4-dimensionalen
Vektor- Informationen geben
Aufschluss über die Stellung der
Chips – und damit der Brille – im
Raum. „Wir wollten eine Diagnostikbrille
entwickeln, die ohne Kabel
auskommt und unabhängig eingesetzt
werden kann. Das vereinfacht
die Testverfahren enorm
und erlaubt den Einsatz außerhalb
eines Labors“, sagt Sven Zeisberg,
der das Gerät gemeinsam mit Vera
Spöttl-Zeisberg entwickelt. „Merlin
ermöglicht außerdem erstmals ein
Head- und Eye-Tracking in einem
Medizinprodukt. Damit erhält der
Untersucher eine nie dagewesene
Unterstützung bei der Durchführung
der Tests und ein direktes
Feedback.“
MIPI-Kameras mit 500 fps
und Global Shutter
Neben der autarken Einsetzbarkeit
war eine verbesserte Aufnahmegeschwindigkeit
und Bildqualität
wichtig für die Entwicklung
der Merlin-Brille. „Wir haben
uns für VC MIPI IMX273 Kameras
entschieden, weil die eine extrem
schnelle Framerate von 500 fps
sowie mit ihrem Global-Shutter-
Verschluss eine Bildaufnahme
ohne Artefakte durch die Bewegung
meditronic-journal 2/2025
ermöglichen“, so Sven Zeisberg.
„Wichtig waren uns außerdem
die MIPI CSI-2-Schnittstelle zum
Anschluss an das Raspberry Pi Prozessorboard
sowie die hohe Qualität
und Langzeitverfügbarkeit. Bei
all diesen Punkten haben uns die
Kameras von Vision Components
überzeugt – ebenso wie die Unterstützung
des Teams bei der Integration.“
Hinzu kommt, dass die
ultra-kompakten VC MIPI-Kameras
ohne weitere Anpassungen in
das Gehäuse der Brille integriert
werden konnten. Der Einsatz von
Standardkomponenten spart Aufwand
und reduziert die Kosten für
das Serienprodukt.
Nur 15 Monate
Entwicklungszeit
Neben den Kameras war auch
das Gesamtsystem für die Erfassung
und Verarbeitung der Bilddaten
ausschlaggebend, um die
kompakte, leichte und energieeffiziente
Diagnostikbrille bauen zu können.
Dabei war das Raspberry Pi
Compute Module 4 als Prozessorboard
gesetzt, weil dessen Entwicklungsumgebung
und die zur Verfügung
stehenden Tools und Programme
eine schnelle Implementierung
der Anwendung ermöglichten.
Insgesamt dauerte die Entwicklung
vom Konzept bis zum ersten Prototyp
der Diagnostikbrille lediglich
15 Monate.
Sven Zeisberg: „Vision Components
passte die Treiber für die
MIPI-Kameras an, sodass wir beide
Kameras simultan verwenden können
und ein externer Trigger unterstützt
wird, der die Bildaufzeichnung
mit den Daten der verbauten
Gyroskope synchronisiert. Das perfekte
Zusammenspiel der Kameras
mit dem Rasperry Pi und die zur Verfügung
gestellten Treiber haben die
schnelle Entwicklung zur Serienreife
möglich gemacht.“ Auch beim
Gehäuse setzt Zeisberg auf innovative
Verfahren: Hier kommt ein spezielles,
3D-gedrucktes Gehäuse zum
Einsatz, das dank einer speziellen
Oberflächenbeschichtung von der
FDA für die Verwendung in Medizintechnik-Produkten
freigegeben ist.
Neue Möglichkeiten für die
Gleichgewichts-Diagnostik
Die Merlin-Diagnostikbrille ist völlig
autark einsetzbar. Dabei erfolgt
die Interpretation der Daten über
Video4Linux und direkt im Betriebssystem
des Raspberry Pi. Dieser
überträgt die Ergebnisse zur Visualisierung
des Befunds, Speicherung
und Auswertung per WLAN
an einen PC oder ein Mobilgerät.
Dort erfolgt auch die Verwaltung
der Patientendaten. Gleichzeitig
können die Messergebnisse
per MQTT auch in Echtzeit übertragen
und z. B. in Matlab importiert
werden. Das ermöglicht umfassende
Auswertungen und die Entwicklung
eigener, weiterführender
Applikationen.
Keine Fixierung
Eine weitere Besonderheit des
Video-Okulografie-Systems ist,
dass die Optik nicht mechanisch
an den Patienten angepasst werden
muss und der Kopf des Patienten
nicht mittels Kinn- oder Stirnauflage
fixiert wird. Stattdessen werden
Kopf- und Augenposition sowie
Kamerafokus mittels Mausklick auf
der kabellos verbundenen Steuersoftware
auf einem beliebigen PC
oder mobilen Endgerät adjustiert.
Einsatz in der Praxis
Aktuell ist die Zeisberg Merlin
Diagnostikbrille bei den ersten Kunden
in Arztpraxen und Kliniken im
Einsatz. Die CE-Kennzeichnung
als Medizinprodukt der Klasse I ist
bereits erfolgt und die FDA-Zulassung
für den US-Markt in Vorbereitung.
Hier wird eine Freigabe Anfang
2025 erwartet. Als Diagnostikverfahren
sind derzeit der weltweit erste
kabellose Video-Kopf-Impulstest
sowie die Aufzeichnung des Spontan-Nystagmus,
unkontrollierbarer
Augenbewegungen ohne äußere
Reize, implementiert.
Embedded Vision macht
Medizintechnik unabhängig
Die kabellose, autarke und mobile
Einsetzbarkeit der Merlin-Diagnostikbrille
eröffnet darüber hinaus weitere
neue Anwendungsmöglichkeiten,
die derzeit noch entwickelt
und erprobt werden.
Gleichzeitig lässt sich die Technologie
ebenso einfach und schnell
wie bei der Entwicklung der Merlin-
Brille auf weitere Medizin- und
Laborgeräte sowie in andere Branchen
und Industrien übertragen:
Embedded Vision Systeme auf
Basis von MIPI-Kameramodulen
und kompatiblen embedded Prozessorboards
ermöglichen es,
äußerst kompakte, energieeffiziente
und dank onboard-Datenverarbeitung
von externen PCs unabhängige
Geräte zu entwickeln.
Diese können direkt am Point-of-
Care und mobil eingesetzt werden
und ermöglichen umfassende Bildverarbeitungs-Anwendungen,
vom
Screening von Haut- und Gewebeproben
über die Bestimmung von
Laborwerten und die Erkennung
von Keimen bis hin zur Unterstützung
bildgebender Diagnoseverfahren
mit künstlicher Intelligenz. ◄
Für die hochauflösende, schnelle und verzerrungsfreie Bildaufnahme
kommen je nach Version der Brille ein oder zwei VC MIPI IMX273
Kameramodule mit Global Shutter zum Einsatz.
45
EMV
Richtlinie EN/IEC 60601-1-2 Edition 4.1
Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)
in der Medizintechnik
Medizinprodukte müssen diese Prüfungen
bestehen, um sicherzustellen, dass sie nicht
durch elektromagnetische Störungen beeinträchtigt
werden und keine schädlichen Interferenzen
verursachen. Dies ist besonders wichtig
in Krankenhäusern und klinischen Umgebungen,
wo verschiedene elektronische Geräte in enger
räumlicher Nähe betrieben werden.
Änderungen und Aktualisierungen
Die aktuelle Version des Standards, die
Edition 4.1, wurde entwickelt, um auf die sich
ändernden Anforderungen in der Medizintechnik
und neue technologische Entwicklungen zu
reagieren. Diese Edition baut auf den Anforderungen
der vorhergehenden Edition 4.0 auf,
bringt jedoch mehrere wichtige Klarstellungen
und Anpassungen mit sich.
Die Norm EN/IEC 60601-1-2 ist ein internationaler
Standard, der allgemeine Anforderungen
an die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)
von Medizinprodukten festlegt. EMV bezieht sich
auf die Fähigkeit eines Geräts, innerhalb einer
elektromagnetischen Umgebung ordnungsgemäß
zu funktionieren, ohne andere Geräte zu
stören (Störaussendung) oder selbst durch elektromagnetische
Störungen beeinträchtigt zu werden
(Störfestigkeit). Der Standard gehört zur
übergeordneten Normenreihe EN/IEC 60601,
welche die grundlegenden Sicherheits- und
Leistungsanforderungen an elektrische Medizinprodukte
regelt.
cetecom advanced GmbH
www.cetecomadvanced.com
Messgrößen und Testparameter
des EN/IEC 60601-1-2
Die EN/IEC 60601-1-2 beschreibt spezifische
Testmethoden zur Messung der elektromagnetischen
Verträglichkeit (EMV) und legt Grenzwerte
fest, um sicherzustellen, dass medizinische
Geräte zuverlässig funktionieren und
keine gefährlichen Interferenzen mit anderen
Geräten, wie etwa Kommunikationssystemen
oder lebenswichtigen Geräten, verursachen.
Zu den wichtigsten Messgrößen und Testparametern
gehören:
• Störfestigkeit gegenüber elektromagnetischen
Feldern: Es wird gemessen, wie
resistent ein Gerät gegen externe elektromagnetische
Felder ist, die von anderen Quellen
in der Umgebung erzeugt werden können.
• Abstrahlung elektromagnetischer Felder:
Hier wird geprüft, wie viel elektromagnetische
Strahlung das Gerät selbst erzeugt und ob
es die zulässigen Grenzwerte überschreitet.
• Entladungen durch elektrostatische Aufladungen
(ESD): Der Standard prüft, wie
gut ein Gerät elektrostatischen Entladungen
widersteht, die durch die Umgebung oder den
Nutzer verursacht werden können.
• Spannungseinbrüche und Unterbrechungen:
Diese Tests messen, wie das
Gerät auf Schwankungen in der Stromversorgung
reagiert, wie sie in realen Anwendungen
auftreten können.
Unterschiede zwischen
EN/IEC 60601-1-2 Edition 4.0
und Edition 4.1
Die wichtigste Neuerung in der Edition 4.1
besteht in der Klarstellung und Präzisierung
von Anforderungen, um die Implementierung
und Einhaltung des Standards zu erleichtern.
Im Vergleich zur Edition 4.0 sind keine grundlegend
neuen Anforderungen hinzugekommen,
jedoch wurden bestehende Punkte weiter detailliert.
Dazu zählen unter anderem:
• Die Prüfungen der leitungsgebundenen
Störaussendung sind bei der maximalen und
minimalen Bemessungs-Spannung des Prüflings
durchzuführen.
• Die leitungsgebundene HF-Einkopplung gem.
EN 61000-4-6 muss auf bestimmte Signalleitungen
(SIP/SOP) mit Leitungslängen > 1 m
angewendet werden. Zuvor galt das nur für
Leitungslängen > 3 m.
• Es wurden zusätzliche Anforderungen für
die Prüfung der Störfestigkeit gegenüber
Magnetfeldern im Nahbereich (IEC 61000-
4-39) ergänzt.
Fazit
Die Norm EN/IEC 60601-1-2, insbesondere
in ihrer aktuellen Edition 4.1, spielt eine zentrale
Rolle bei der Sicherstellung der elektromagnetischen
Verträglichkeit von Medizinprodukten.
Die Änderungen und Klarstellungen
in der neuen Edition tragen dazu bei, dass die
46 meditronic-journal 2/2025
EMV
EMV- Anforderungen besser verstanden, angewendet
werden und in geänderten Situationen im
medizinischen Umfeld störungsfrei funktionieren
können. Durch die Aktualisierung auf Edition 4.1
erhalten Hersteller klarere Leitlinien und eine
verbesserte Grundlage für die Bewertung der
EMV ihrer Produkte – ein wesentlicher Schritt,
um die Sicherheit und Zuverlässigkeit moderner
Medizintechnik in verschiedenen Einsatzumgebungen
sicherzustellen. Die Anpassungen der
Edition 4.1 gegenüber der 4.0 zielen vor allem
auf eine genauere Definition und Interpretation
bestehender Anforderungen ab, ohne jedoch völlig
neue Anforderungen einzuführen. Dies bietet
den Herstellern die Möglichkeit, ihre Produkte
weiterhin auf Basis der bestehenden Grundlagen
zu entwickeln, jedoch mit klareren Leitlinien
für die Einhaltung des Standards.
Wer schreibt:
cetecom advanced ist ein global agierender
Test- und Zertifizierungsdienstleister sowie Teil
der RWTÜV-Gruppe. Er ist eine staatlich anerkannte
Prüfstelle, deren Labore weltweit für verschiedenste
Prüfungen akkreditiert sind. Mit
Prüfleistungen nach internationalen Regularien
hilft cetecom advanced dabei, elektrische/
elektronische Produkte international sicher auf
den Markt zu bringen.
Zudem übernehmen wir Produktzulassungen
in über 180 Ländern. Renommierte Marken aller
Branchen vertrauen seit 1993 auf unsere Kompetenzen.
◄
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meditronic-journal 2/2025
47
Komponenten
Mikroprozessoren in SiP-/SoC-Ausführung
mit fortschrittlicher Grafik und Datenanbindung
SAMA7D65-MPU von Microchip mit 1-GHz-Arm-Cortex-A7-Core und MIPI-DSI, LVDS-Display-Schnittstellen
und 2D-GPU für HMI-Anwendungen
Entwickler von Embedded-
Systemen stehen vor der Herausforderung,
Systeme zu entwerfen,
die kompakte Bauweise, Energieeffizienz
und hohe Leistungsfähigkeit
kombinieren. Da Anwendungen
immer anspruchsvoller werden und
eine fortschrittliche Grafik sowie
schnelle Datenanbindung erfordern,
vereinfacht und beschleunigt das
Angebot mehrerer Lösungen, die
von SoCs (System-on-Chip) bis hin
zu SiPs (System-in-Package) und
SOMs (System-on-Module) reichen,
die Entwicklungszeiten.
MPUs SAMA7D65
Microchip Technology stellt dafür
die MPUs SAMA7D65 bereit, die auf
einem Arm-Cortex-A7-Core basieren,
mit bis zu 1 GHz Taktfrequenz
betrieben werden und in einem SiP
mit 2-GB-DDR3L und einem SoC
angeboten werden. Die MPUs sind
mit ihren fortschrittlichen Grafikfunktionen
auf Mensch-Maschine-
Schnittstellen (HMIs) und Datenanbindung
ausgerichtet.
Microchip Technology Inc.
www.microchip.com
Grafikfunktionen
Zu den Grafikfunktionen des
SAMA7D65 gehören LVDS, MIPI-
DSI-Schnittstellen und 2D-GPU. Die
MPUs ermöglichen die Übertragung
und Verarbeitung von mehr Daten
für effiziente Grafikleistung und sind
daher eine geeignete Lösung für
HMI-Anwendungen in den Bereichen
Industrie, Medizintechnik und
Transportwesen.
Genaue Synchronisierung
SAMA7D65-MPUs sind mit fortschrittlichen
Audio- und Datenanbindungsfunktionen
ausgestattet und
verfügen über Dual-Gigabit-Ethernet
mit TSN-Unterstützung (Time Sensitive
Networking). Dies gewährleistet
genaue Synchronisierung und
niedrige Latenz, was für Echtzeitsysteme
entscheidend ist. Die Funktionen
zielen auf HMI-Anwendungen
in der Industrie- und Gebäudeautomation
ab, bei denen ein nahtloser
Datenaustausch und deterministische
Netzwerke für reaktionsschnelle
und zuver lässige Benutzerschnittstellen
gefordert sind.
Vereinfachter Speicherzugriff
Das SAMA7D65D2G SiP verfügt
über 2 GB DDR3L-Speicher
für schnellen, synchronen, dynamischen
Direktzugriff, während sein
Low-Voltage-Design den Stromverbrauch
senkt und die Energieeffizienz
verbessert. SiPs sind so
konzipiert, dass sie den Designprozess
und die Markteinführung
beschleunigen, indem sie Überlegungen
zum Design schneller Speicherschnittstellen
vorab lösen und
den Speicher zugriff vereinfachen.
Neue Maßstäbe
für HMI-Anwendungen
Rod Drake, Corporate Vice President
der High-Performance MCU
and MPU Business Units bei Microchip:
„SAMA7D65 setzt neue Maßstäbe
für HMI-Anwendungen und
kombiniert fortschrittliche Grafik,
geringe Latenz und Datenanbindung
mit optimiertem Stromverbrauch
für ein energie effizientes
Design. Die DDR3L-SiP-Variante
SAMA7D65D2G rationalisiert den
F&E-Aufwand und minimiert den
Logistikaufwand hinsichtlich der
Beschaffung. Unsere Kunden erhalten
so einen nahtlosen und effizienten
Weg vom Design bis zur
Fertigung.“
Anwendungen
mit interaktiven
Touchscreen-Displays
SAMA7D65 zielt auf Anwendungen
mit interaktiven Touchscreen-
Displays ab und ergänzt die
be stehende 1-GHz-Arm-Cortex-
A7-basierte MPU SAMA7G54 von
Microchip. Entwickler von Embedded-Systemen,
die MPUs von Microchip
verwenden, können die Microchip
Graphics Suite nutzen. Mit dieser
Plattform lassen sich anspruchsvolle
grafische Benutzerober flächen
(GUIs) und andere Grafikanwendungen
innerhalb der Softwareplattformen
MPLAB Harmony v3
und Linux erstellen. Diese umfassende
Lösung für GUI-Schnittstellen
und andere Grafikanwendungen hilft
Entwicklern, die Wiederverwendbarkeit
über Projekte hinweg zu verbessern
und die Design komplexität zu
vereinfachen.
Leistungsstarke,
flexible Lösungen
Das Angebot von Microchip an 32-
und 64-Bit-Arm- und RISC-V-basierten
MPUs bietet leistungsstarke,
flexible Lösungen für Anwendungen,
die vom Consumer-Bereich
bis hin zu Weltraummissionen reichen.
Zusätzlich zu seinen Singleund
Multi-Core-SOM- und SiP-
MPUs bietet Microchip weitere wichtige
Bauelemente für diese Anwendungen,
u. a. für Datenanbindung,
Sicherheit, Power Management,
Timing und Speicher. Weitere Informationen
über die SAMA7D65-
MPUs finden sich auf der Website.
Entwicklungstools
SAMA7D65-MPUs werden von
der Microchip Graphics Suite (MGS)
sowie von anderen Grafiktools von
Drittanbietern unterstützt. Für Kunden,
die Echtzeitbetriebssysteme/
RTOS oder Bare-Metal-Systeme
entwickeln, werden die MPUs in
MPLAB Harmony v3 unterstützt.
Linux-Unterstützung wird in der
Mainline-Linux-Distribution von
Microchip bereitgestellt. Zur Evaluierung
der SAMA7D65-Serie
steht außerdem das SAMA7D65-
Curiosity- Entwicklungsboard zur
Verfügung. ◄
48 meditronic-journal 2/2025
Komponenten
Kompakter intelligenter
linearer Schrittmotoraktuator
Dynetics präsentiert den
MMBR0602-94B1 von KSS, einen
All-in-One-Schrittservomotor mit
gerollter Kugelumlaufspindel.
Der Schrittmotor ist mit einer
Größe von 28 mm sehr kompakt.
Der Schrittservomotor wird direkt
auf das Wellenende einer gerollten
Kugelumlaufspindel der Klasse Ct7
montiert, was einen platzsparenden
und schnellen Betrieb ohne Schrittfehler
ermöglicht. Treiber und Encoder
sind bereits integriert.
Die Leitspindellänge und das
Endzapfenprofil der Leitspindel
können angepasst werden (z. B.
ein Zapfen mit Sprengringnut oder
nur ein Zapfen).
Im NEMA11-Motorgehäuse des
24 V/DC Standard-MMB-Aktuators
befinden sich ein Standard-1,8°-
Schrittmotor, ein Encoder mit
4096ppr, und ein geeigneter Elektroniktreiber-/Controller.
Es sind zwei
Modelle verfügbar (siehe Tabelle).
Die Reproduzierbarkeit beträgt
ca. 0,01 mm.
Der Treiber basiert auf einem DSP
(Digital Signal Controller). Die Konfiguration
wird auf einem integrierten
Flasch-Speicher gespeichert.
Die Auflösung der Schritte wird
über die Software eingestellt und
kann im Bereich von 200 bis 51.200
Schritte/Umdrehung in 2 Schritten
pro Umdrehung ausgewählt werden.
Über einen externen PC können
Parameter, Steuerprogramme
und die Servosteuerung mit Hilfe
einer speziellen Software eingegeben
werden. Die Verbindung zum
PC erfolgt über eine RS422/485-
MODbus Schnittstelle.
Die gesamte Verdrahtung befindet
sich im Inneren des Aktuators,
was Material und Platz spart. Außerdem
erhält der Kunde eine komplett
getestete Einheit.
Einsatzbereiche
Diese intelligenten Aktuatoren
sind sehr leicht beweglich und vibrationsarm.
Sie eignen sich für Positionieranwendungen,
bei denen
es auf eine sehr hohe Präzision
ankommt. Das sind beispielsweise
Anwendungen in der Medizintechnik
sowie in der Analytik. Hier werden
die Motoren bereits erfolgreich
eingesetzt. ◄
Dynetics GmbH
info@dynetics.eu
www.dynetics.eu
Modell
Wellendurchmesser
(mm)
Führung
(mm)
Verfahrweg
(mm)
Hub / Puls
Kraft
(N)
Gewicht
(g)
MMBR0602-94B1 6 2 62 0,1 65 162
MMBR0602-94B2 6 2 62 0,1 104 205
Schnelle Befestigung
für mobile Anwendungen
Odenwälder Kunststoffwerke
Gehäusesysteme GmbH
www.okw.com
Gerade bei mobilen Anwendungen ist eine
sichere Befestigung kleiner Elektronikgeräte
oft sehr wichtig - insbesondere, wenn Bewegung
im Spiel ist. Da solche Verbindungen
aber oft und schnell auch wieder gelöst werden
müssen, ist eine Druckknopfbefestigung
der Geräte eine Möglichkeit, die Sicherheit
und Komfort vereint.
OKWs Service Center bearbeitet die Gehäuse
auf Anfrage so, dass Druckknöpfe (male oder
female) eingebracht bzw. eingepresst werden
können. Diese kundenspezifische Anpassung
gewährleistet, dass die Geräte sicher befestigt
und bei Bedarf mühelos wieder zu lösen sind.
Empfehlenswert ist die Modifikation besonders
für OKW-Kleingehäuse, wie z. B. BODY-
CASE, MINITEC, CONNECT, SOFT-CASE
und MINI-DATA-BOX. Diese Gehäuse eignen
sich sehr gut für die Integration von
Druckknopfverschlüssen und somit werden
deren Funktionalität und Tragemöglichkeiten
für entsprechende Anwendungsfälle
noch erweitert.
Zum Einsatz können diese Wearables
z. B. im Bereich Biofeedback, für die Messung
und Aufzeichnung von Trainings-/Leistungsdaten,
zur Überwachung von Vitalfunktionen
und vielem mehr kommen. ◄
meditronic-journal 2/2025
49
Komponenten
Automobilgerechte
Metalldünnschicht-Widerstände
Schukat electronic
Vertriebs GmbH
info@schukat.com
www.schukat.com
Die SMD-Dünnschicht-Widerstände
der ARM-Serie des taiwanesischen
Herstellers Viking
Tech sind beim Distributor Schukat
ab Lager erhältlich. Die ARM03-
Typen bieten eine hochentwickelte
Dünnschichttechnologie mit engen
Widerstands toleranzen von bis
zu ±0,1 % (ARM03B) und bis zu
±0,05 % (ARM03A). Ihr extrem niedriger
Temperatur- Koeffizient (TCR)
reicht hinunter bis zu ±10 ppm/°C.
Dazu bieten sie einen großen Widerstandsbereich
von 47 Ohm bis zu
300 kOhm.
Diese Widerstände in Bauform
0603 (1,55 x 0,8 x 0,45 mm) bieten
eine Leistung von 0,1 W bei einer
max. Betriebsspannung von 100 V.
Sie sind für eine Betriebstemperatur
von -55 °C bis zu 155 °C spezifiziert,
mit linearer Lastminderung (abfallend)
zwischen 85 °C bis 155 °C.
Die ARM05-Typen mit 0,125 W Leistung
kommen in der Gehäusegröße
0805 (2 x 1,25 x 1,1 mm), bieten eine
Widerstandstoleranz von 0,1 % und
einen Temperaturkoeffizienten (TC)
von ±10 ppm/°C.
Beide Produktvarianten sind
RoHS-konform und schwefelbeständig
nach ASM B809. Mit Konformität
nach AEC-Q200 eigenen sie
sich für Automobil- und Telekommunikation-Anwendungen,
medizinische
und industrielle Ausrüstung,
industrielle Messgeräte, Industriemaschinen,
verschiedene Sensoren
sowie medizinische Elektronik
(Serie ARM03). ◄
Magnetische Steckverbinder für vielseitige Anwendungen
Mill-Max erweitert das Sortiment seiner
Maxnetic-Steckverbinderreihe. Diese neuen
magnetischen Steckverbinder bieten eine
Vielzahl von Anschlussmöglichkeiten, darunter
Oberflächenmontage (SMD), Durchsteckmontage
und Lötkelche für Drahtanschlüsse.
Sie sind ideal für Anwendungen, die schnelle
und einfache Verbindungen erfordern, wie
z. B. Ladesysteme für Kommunikationsgeräte,
medizinische Geräte, Sicherheits- und
Robotik-Ausrüstungen sowie alle Umgebungen,
in denen wiederholtes Verbinden und Trennen
von Kabeln und Geräten erforderlich ist.
Die neuen Maxnetic-Steckverbinder zeichnen
sich durch selbstjustierende, selbstlokalisierende
und kraftfreie Verbindung aus. Sie
verfügen über Federkontakte und Zielkontakte,
die die elektrische Verbindung herstellen,
sobald die magnetische Kraft die Steckverbinder
zusammenzieht und hält. Es sind keine
Ausrichtungs- oder Befestigungselemente erforderlich,
um die Steckverbinder zu verbinden.
Mill-Max bietet nun mehr Optionen für Verbindungen
und Anschlüsse, einschließlich
Board-to-Board-, Kabel-zu-Board- und Kabelzu-Kabel-Verbindungen.
Es gibt vier neue
federbelastete und drei neue Zielsteckverbinder,
die beliebig kombiniert werden können,
um das gewünschte Verbindungsframework
zu erstellen. Alle Komponenten sind vergoldet,
um höchste Leitfähigkeit und Korrosionsbeständigkeit
zu gewähr leisten.
WDI AG
www.wdi.ag
50 meditronic-journal 2/2025
Optische Mid-Board-Transceiver
der nächsten Generation
Komponenten
Optische Midboard-Transceiver von Samtec eignen sich ideal für eingebettete und robuste Anwendungen,
darunter Phased-Array-Radar, ASIC-Emulation, medizinische Bildgebung und Embedded Computing.
Der neue optische Transceiver
Halo von Samtec bietet hohe Genauigkeit
und hohe Datengeschwindigkeiten
für die nächste Generation
von Embedded-Anwendungen. Er
ermöglicht eine niedrige Fehlerrate
bei hoher Geschwindigkeit. Die
speziell für Mid-Board-Anwendungen
konzipierten Halo-Trans ceiver
sind als Halo optische Systeme und
Halo Cu Kupfer systeme erhältlich.
Dadurch können die embedded
Systeme vielseitiger eingesetzt
werden.
Samtec, Inc.
www.samtec.com
Erweiterung der Grenzen
der optischen Innovation
Mid-Board-Konnektivität adressiert
die Probleme der Signalintegrität
in den heutigen Hochleistungscomputer
anwendungen. Übertragungsleitungen
auf herkömmlichen
Leiterplatten leiden bei hohen Datengeschwindigkeiten
unter einer erheblichen
Signaldämpfung. Eine Verlagerung
des Signals weg von der
Leiterplatte verbessert die Übertragung
und die Leistung. Als Lösung
bietet Samtec mehrere Produktfamilien
von optischen Mid-Board-
Transceivern an.
Der Samtec Halo Mid-Board-
Transceiver wurde für Embedded-
Anwendungen der nächsten Generation
entwickelt, die eine PAM4-
Leistung von 56 und 112 Gbit/s in
flachen und robusten Formfaktoren
erfordern. Er unterstützt sowohl
optische als auch Kupfersysteme,
die untereinander austauschbar
sind, und verwendet denselben
hochleistungsfähigen oberflächenmontierbaren
Stecker, was das PCB-
Design erheblich vereinfacht.
Das Halo-System liefert Bitratenfehler
(BER) von nur e -12 bei
56 Gbit/s PAM4. Die kleine Grundfläche
von Halo und der geringe
Stromverbrauch pro Modul ermöglichen
eine Platzierung in der
Nähe des ICs, was zu erheblichen
Stromeinsparungen im Gesamtsystem
führt. Die Halo-Transceiver
sind speziell dafür ausgelegt, starken
Erschütterungen und Vibrationen
standzuhalten. Sie können
mit einer Vielzahl von Kühlkörperoptionen
ausgestattet werden, um
die thermische Kontrolle in rauen
Umgebungen und über weite Temperaturbereiche
zu gewährleisten.
Hauptmerkmale:
• Zukunftsfähig: Entwickelt für
Embedded-Anwendungen der
nächsten Generation
• Niedrige Bauhöhe: Mit weniger
als 6,5 mm Gesamtbauhöhe spart
das Modul Platz; robustes zweiteiliges
Kontaktsystem
• Widerstandsfähig: Entwickelt,
um starken Stößen und Vibrationen
standzuhalten; niedriger
Schwerpunkt für eine stabile Verbindung
mit dem Board
• Hohe Geschwindigkeit: Bis zu
112G PAM-4 pro Lane; bis zu
16 Kanäle (x8 bidirektional)
• Vielseitig: Optisch steckbar für
einfachen Austausch vor Ort; protokollunabhängig
Samtec
Mid-Board-Lösungen
Die optischen Mid-Board-Transceiver-Lösungen
von Samtec basieren
auf einem geringen Stromverbrauch,
kleinen Formfaktoren, sind
leistungsstark und bieten vielseitige
Einsatzmöglichkeiten. Die kupferbasierten
Verbindungen von Samtec
für embedded Anwendungen
bieten eine unglaubliche Flexibilität
mit einer extremen Dichte von
bis zu 224 Gbit/s PAM4-Leistung.
Diese Innovationen werden durch
ein integriertes Wärmemanagement
ergänzt, das einen optimalen
Betrieb in anspruchsvollen Umgebungen
garantiert. Dies gewährleistet
eine zuverlässige Leistung in
Industrie-, Militär- und Raumfahrtumgebungen.
Optics Mid-Board
Transceiver Solutions Guide
Samtec hat den Optics Mid-
Board Transceiver Solutions Guide
erstellt, um Kunden beim Einsatz
der umfassenden Familie der Mid-
Board-Lösungen zu unterstützen.
Diese umfassende Informationssammlung
bietet einen vollständigen
Überblick über Samtecs hochmoderne
optische Lösungen, fundierten
technischen Support und benutzerfreundliche
Design-Tools. Samtecs
renommierter Sudden Service
bietet schnelle technische Unterstützung,
fortschrittliche Simulationswerkzeuge,
Evaluierungs- und Entwicklungskits
sowie auf die Bedürfnisse
der jeweiligen Anwendung
zugeschnittene Anpassungsdienste.
Muster und Downloads
Weitere Informationen über die
Halo-Familie finden Sie unter www.
samtec.com/halo. Muster sind ab
sofort verfügbar. Der Optics Mid-
Board Transceiver Solutions Guide
steht zum sofortigen Download
bereit. ◄
meditronic-journal 2/2025
51
Komponenten
Rundsteckverbinder-Portfolio erweitert
binder passt den Easy Locking Connector auf Industrieanforderungen an.
Die Kabelsteckverbinder der Serie 570 sind jetzt auch in Schwarz verfügbar.
Franz Binder GmbH & Co.
Elektrische Bauelemente KG
www.binder-connector.de
binder, Anbieter industrieller
Rundsteckverbinder, erweitert sein
Port folio: Der ursprünglich für den
Homecare-Bereich entwickelte
und bereits in vielen medizinischen
Applikationen bewährte Easy Locking
Connector (ELC) der Serie 70
ist nun auch in Schwarz erhältlich.
Die neue Farbvariante resultiert aus
einer verstärkten Nachfrage aus der
Industrie. Den stoß- und vibrationsfesten
ELC gibt es wie gehabt als
12-polige Variante.
Schwarz ist in
„Die Entscheidung für die Einführung
einer schwarzen Variante
basiert auf Anfragen aus der Industrie.
Während im Homecare-Bereich,
wo der Ursprung dieses Produktes
liegt, häufig Grauweiß genutzt wird,
ist in industriellen Umgebungen eher
Schwarz gefragt. Denn hier ist es
nicht zwingend erforderlich, Verschmutzungen
sofort zu erkennen“,
erklärt Jana Wagner, Produktmanagerin
bei binder.
Einsatz in Industrie
und medizinischen
Applikationen
Der Easy Locking Connector
der Serie 570 ist sowohl für den
Einsatz in medizinischen Applikationen
als auch für Industrieanforderungen
geeignet. Der Kabelsteckverbinder
mit Snap-in-Verriegelung
und asymmetrischer Sechskant-Kontur
im Steckbereich bietet
durch diese Eigenschaften eine
hohe Sicherheit in der Bedienung
und eine lange Lebensdauer. Das
ergonomisch geformte Gehäuse
besteht aus dem widerstandsfähigen
Kunststoff PA66.
Der Easy Locking Connector ist
mit seinen über 5.000 Steckzyklen
für Anwendungen geeignet, die intuitive
und häufige Steck- und Trennverbindungen
erfordern. Durch
die Snap-In-Verriegelung und die
asymmetrische Sechskant-Kontur
im Steckbereich ist ein Fehlstecken
ausgeschlossen, was die
Handhabung besonders einfach
macht. Zusätzlich gewährleistet
die Konstruktion des Kabelsteckverbinders,
dass ein unbeabsichtigtes
Öffnen durch Unbefugte sowie
ein versehentliches Berühren der
Kabel enden effektiv verhindert wird.
Muss der Kabelsteckverbinder nach
der Konfektion nochmals geöffnet
werden, steht ein entsprechendes
Lösewerkzeug zur Ver fügung. Die
Flanschdose ist selbst im ungesteckten
Zustand gemäß IP54 gegen
Staub und allseitiges Spritzwasser
geschützt. Dies macht eine zusätzliche
Schutzkappe überflüssig und
spart dem Endkunden sowohl Zeit
als auch Kosten.
Beispiel: Display-Anbindung
Jana Wagner erklärt: „Ein prädestiniertes
Anwendungsbeispiel aus
dem industriellen Umfeld ist die Display-Anbindung,
um Maschinenzustände
einfach abrufen zu können.
Hier sind eine hohe Steckzyklenzahl,
IP-Schutzart und eine intuitive
Bedienung entscheidende Faktoren.“
Flexible Montage
Für den Geräteeinbau stehen verschiedene
Dichtungsoptionen zur
Verfügung, die eine flexible Montage
ermöglichen. Neben einem
O-Ring kann alternativ eine Flachdichtung
genutzt werden, sodass
eine Vertiefung im Gehäuse nicht
erforderlich ist. ◄
Erweitertes TCXO-Portfolio
Aker Technology stellte die
neuen temperaturkompensierten
Quarzoszillatoren (TCXO) TX21
und TX22 vor. Mit einem Frequenzbereich
von 10 bis 52 MHz und
einer Stabilität von bis zu ±2 ppm
bieten die Oszillatoren hohe Präzision
bei geringem Stromverbrauch.
Die TX21 (2 x 1,6 x 0,8 mm)
und TX22 (2,5 x 2 x 0,95 mm) sind
in robusten, kompakten Keramikgehäusen
untergebracht und für
einen weiten Temperaturbereich
von -40 bis +105 °C sowie alternativ
für einen Standardtemperaturbereich
von -30 bis +85 °C
ausgelegt.
Die Oszillatoren unterstützen
mehrere Spannungsoptionen
(1,8, 2,5, 3,3 und 1,68...3,63
V) und zeichnen sich durch einen
maximalen Stromverbrauch von
nur 3 mA aus.
„Unsere TCXOs sind äußerst
vielseitig. Sowohl der TX21 als
auch der TX22 können in Sicherheitssystemen,
ADAS, Navigationssystemen,
tragbaren medizinischen
Geräten, Smartphones
und Tablets sowie in Breitbandkommunikationsgeräten
und Satellitennetzwerken
eingesetzt werden“,
sagt Eric Greenberg, Vertriebsleiter
von Aker Technology
Nordamerika.
WDI AG
www.wdi.ag
52 meditronic-journal 2/2025
Neue Maßstäbe hinsichtlich Performance
und Ausbaufähigkeit
Kontron ergänzt die robuste KISS Rackmount-PC Familie mit dem KISS 4U V4 RPL.
Medical-PCs/SBC/Zubehör
Vielfältige
Einsatzbereiche
Insbesondere für die Märkte
Industrial Automation, Videoüberwachung
und in der Medizin-Technik
sind nun Systeme verfügbar, die mit
ihren vier DisplayPort-Schnittstellen
eine neue Dimension bei Grafikanwendungen
eröffnen.
Auch für AI- und Machine Learning-Anwendungen
stehen leistungsfähige
Netzteile zur Verfügung,
die den Einbau von High-End
GPU-Karten, wie z. B. der NVIDIA
A1000, erlauben.
Ebenso unterstützen die neuen
KISS 4U V4 RPL Systeme höchste
Sicherheitsstandards und erlauben
durch TSN-Features Echtzeitanwendungen
für Steuerungsaufgaben
im Schaltschrank oder
Datenkonsolidierung in der lokalen
Cloud.
Die KISS-Produktfamilie erfüllt
hohe Anforderungen in extremen
Umgebungen: Das Rackmount-
System verträgt dank des effektiven
Kühlkonzepts Umgebungstemperaturen
von 0 °C bis +50 °C
während des 24/7-Dauerbetriebs.
Auch die hohe Schock- und Vibrationsresistenz
prädestiniert die KISS
V4-Serie für robuste Industrieanwendungen.
◄
Kontron präsentierte auf der embedded
world mit dem KISS 4U
V4 RPL Rackmount-PC das leistungsfähigste
und zugleich flexibelste
Mitglied der Kontron KISS
Familie. Basierend auf einem von
Kontron in Deutschland entwickelten
und gefertigten Motherboard
mit Intel Core Prozessoren der
14. Generation warten die Industrie-PCs
im Rackmount Format
mit einer hohen Leistungs fähigkeit
und Ausfallsicherheit sowie einer
ausgezeichneten Energieeffizienz
auf. Dank ihrer Widerstandsfähigkeit
gegenüber hohen Temperaturen
sowie Schock und Vibration und
den umfangreichen Speichermöglichkeiten
eignen sich die KISS 4U
V4 RPL Systeme ideal für den Einsatz
in anspruchsvollen industriellen
Umgebungen und rechenintensiven
Applikationen.
Kontron Europe GmbH
www.kontron.de
Beeindruckende
Rechenleistung
Die leistungsfähigen KISS 4U
V4 RPL Systeme basieren auf
Kontron-Motherboards mit aktuellsten
Intel Core i9/i7/i5/i3 Prozessoren
der 14. Generation mit
bis zu 24 Cores (8-Performance
Cores und 16-Efficient Cores), die
auf der Intel Performance-Hybridarchitektur
basieren. Diese Prozessoren
zeichnen sich durch eine
beeindruckende Rechenleistung aus
und bilden somit die Grundlage für
anspruchsvolle Echtzeitanwendungen,
maschinelles Lernen oder die
Verarbeitung großer Datenmengen.
Drei GbE-Ports, davon zwei mit
bis zu 2,5 Gb/s und acht externe
USB-Ports inklusive USB-C sorgen
für hohen Datendurchsatz und
Konnektivität. Vier DIMM-Sockel mit
bis zu 128 GB und optional ECC-
Speicher sorgen für ausreichend
Arbeitsspeicher. Durch die Ausstattung
mit DDR5 UDIMM 5600 Speichern
wird zudem für den KISS 4U
V4 RPL eine deutliche Leistungssteigerung
gegenüber dem Vorgänger
erreicht. Eine Vielzahl von internen
und per Hot Swap zugänglichen
externen Speicher medien ermöglicht
maßgeschneiderte Systeme
für jegliche Anwendung.
LÖSUNGEN FÜR DIE MEDIZINTECHNIK
Advantech, ein führender Anbieter für innovative Produkte
und Lösungen rund um die Welt des Embedded
A-IoT, verfügt auch über umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten
(Design-in- Services) für Medizintechnik-OEMs.
Das Unternehmen bringt bereits mehr als 40 Jahre
Erfahrung im Bereich der Medizintechnik mit. Viele der
50 größten Hersteller medizinischer Geräte setzten
bereits Lösungen wie modernste Computertechnik,
schnelle Daten anbindung, GPU-beschleunigte Plattformen
sowie KI-gestützte Präzisionsverarbeitung ein.
Advantech Europe B.V.
00800 2426 8081
EloT.Medical@advantech.eu
www.advantech.eu
meditronic-journal 2/2025
53
Medical-PCs/SBC/Zubehör
Leistungsstarker Edge-AI-PC
und medizinischer Touch-Monitor
Öffnungen an Front- und Seitenwänden
sorgt für sehr leisen Betrieb
– entscheidend für sensible Umgebungen
wie OP-Säle. Zudem ist der
Box-PC alkoholresistent, leicht zu
reinigen und ideal für sterile Einsatzbereiche.
Die ASUS EndoAim KI-Software
unterstützt medizinisches Fachpersonal
bei der Endos kopie. Sie
analysiert Videodaten in Echtzeit mit
60 Bildern pro Sekunde, erkennt,
markiert und klassifiziert bis zu
50 Polypen oder Anomalien in Echtzeit
– auch sehr kleine (ab 0,3 mm)
oder schwer sichtbare.
Der MDS-M700 von ASUS ist
ein kompakter, leistungsstarker
und extrem geräuscharmer medizinischer
Box-PC.
FORTEC Integrated GmbH
info@fortec-integrated.de
www.fortec-integrated.de
In Kombination mit dem neuesten
High-End-Monitor von Fortec Integrated
entsteht eine hocheffiziente
Lösung, die beispielsweise in der
Krebsdiagnostik durch KI-gestützte
Software präzisere, schnellere und
sicherere Ergebnisse liefert.
Speziell für den Einsatz im
Gesundheitswesen entwickelt, eignet
sich der MDS-M700 ideal für
die Verarbeitung hochauflösender
4K-UHD-KI-Bilder. Der Medizin-
Monitor von Fortec ergänzt das
System perfekt: Er kann individuell
in Größe, Form und Funktion
angepasst werden und garantiert so
maximale Flexibilität für die unterschiedlichen
Anforderungen verschiedener
medizinischer Anwendungsbereiche.
Angetrieben von einem Intel
Core Prozessor der 13. Generation
und einer leistungsstarken
NVIDIA RTX A5000 GPU bietet der
MDS-M700 herausragende Rechenleistung
bei gleichzeitig niedriger
Geräuschentwicklung. Sein innovatives
thermisches Design ohne
Wichtige Produktmerkmale:
• Intel Core i der 13./12. Generation
• Unterstützt NVIDIA RTX
A5000/A4000/A2000/T1000
GPUs
• Verarbeitung
von 4K UHD KI-Bildern
• Präzise, KI-gestützte
Bilderkennung in Echtzeit
• 4x DisplayPorts,
3x Ethernet-Ports
• Konform mit CE, FCC, EN
60601-1, UL-60601-1, CCC ◄
Mechanische Wellen und ionisierende Strahlung
Neu erschienen im Hanser Fachverlag
ist der erste Band eines vierteiligen
Standardwerks zur Medizintechnik:
Medizintechnik 1
Mechanische Wellen und ionisierende
Strahlung
Das Buch richtet sich an Ingenieure,
Naturwissenschaftler und Techniker, die medizintechnische
Anwendungen entwickeln, und
vereint auf einzigartige Weise technisches
Know-how mit medizinischem Fachwissen.
Ausgangspunkt ist die Funktionsweise des
menschlichen Körpers – daraus entwickelt
sich ein interdisziplinärer Blick auf Verfahren,
Geräte und Systeme, die heute in der
Medizintechnik unverzichtbar sind.
Themenübersicht:
Teil I (Mechanische Wellen)
• Diagnostische Anwendungen:
Bildgebung inkl. Kontrastmittel,
Dopplersonografie, Tissue Harmonic
Imaging, Elastografie
• Therapeutische Anwendungen:
Extrakorporale Stoßwellenlithotripsie,
HIFU, LIPUS
• Weitere Anwendungen
und neue Technologien:
Knochendichtebestimmung, Sonikation,
Targeted Drug Delivery, Super-
Resolution-Bildgebung
• Ultraschallsicherheit
Gunther O. Hofmann (Hrsg.)
480 Seiten, fester Einband, komplett in Farbe
199,99 € ( Einführungspreis
gültig bis 10.07.2025, danach 249,99 €)
ISBN (print): 978-3-446-46149-9
ISBN (PDF): 978-3-446-46732-3
Carl Hanser Verlag, München
54 meditronic-journal 2/2025
Medical-PCs/SBC/Zubehör
Gründung neuer Tochtergesellschaft
Ausgliederung zur Stärkung des Modulgeschäfts: Kontron belebt Traditionsmarke JUMPtec
Kontron gibt die Gründung der
neuen Tochtergesellschaft JUMPtec
GmbH bekannt. Mit dem Relaunch
der Traditionsmarke JUMPtec wird
das Modulgeschäft unter einem
eigenständigen Markendach gebündelt,
um die steigende Nachfrage
nach modularen Lösungen zu
bedienen.
Kontron Europe GmbH
www.kontron.de
Teil II (Ionisierende Strahlung)
• Diagnostische Anwendungen: Röntgenuntersuchung
inkl. Kontrastmittel, Projektionsradiografie,
Computertomografie, Cone-Beam
CT, DVT, Nuklearmedizin (SPECT, PET),
Hybridbildgebung
• Therapeutische Anwendungen: Teletherapie,
Brachytherapie, Radionuklidtherapie
• Strahlenschutz
Das Buch ist der Auftakt eines inhaltlich auf einander
abgestimmten Kompendiums, das Medizintechnik in
ihrer gesamten Breite abbildet – mit zahlreichen Querverweisen
auf die Folgebände sowie das ergänzende
Grund lagenwerk Medizin für Ingenieure (Hanser, 2021).
Das Kompendium wird um drei Bücher ergänzt:
• Medizintechnik 2: Elektromagnetisches Spektrum
– nicht ionisierende Strahlung. Elektrische Ströme
Die JUMPtec GmbH ist eine
hundertprozentige Tochtergesellschaft
der Kontron Europe GmbH
und hat ihren Hauptsitz – wie die
ehemalige JUMPtec AG – im bayerischen
Deggendorf. Geschäftsführer
sind Friedrich Krauss und Peter
Müller, die über langjährige Managementerfahrung
in der Branche verfügen.
„Durch die Wiederbelebung von
JUMPtec schaffen wir eine starke
Plattform, die unseren Kunden
Zugang zu innovativen und skalierbaren
Embed ded-Computing-
Lösungen bietet und gleichzeitig
ihre Entwicklungsprozesse verkürzt“,
erklärt Friedrich Krauss, Geschäftsführer
der JUMPtec GmbH. „So stellen
wir sicher, dass wir noch gezielter
auf die Bedürfnisse unserer Kunden
eingehen und deren Time-to-
Market verkürzen.“
Maßgeschneiderte Lösungen
für vertikale Märkte
Das Portfolio der JUMPtec GmbH
umfasst standardisierte und kundenspezifische
Computer-on-Modules
• Medizintechnik 3: Endoskopie, Intervention
und Mikrotechnik. Organ unterstützung und
-ersatz
• Medizintechnik 4: Werkstoffe und Implantate.
Bildfusion, Augmented Reality, Navigation
und Robotik. IT-Unterstützung medizinischer
Prozesse
Darüber hinaus liefert das Buch »Medizin für
Ingenieure« alle medizinischen Grundlagen für die
Entwicklung medizintechnischer Geräte.
Das vorliegende Kompendium ist ein in sich geschlossenes
Werk, enthält jedoch zahlreiche Querverweise
auf die genannten Bücher. Dadurch entsteht ein in
seiner Informationstiefe und -breite unvergleichliches
Gesamtwerk der Medizintechnik.
Über den Herausgeber:
Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Gunther O. Hofmann ist
Direktor der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
und Lehrstuhlinhaber für das Fach Unfallchirurgie
an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.◄
(CoMs) nach den Standards COM
Express, COM-HPC, SMARC und
Qseven. Kunden profitieren von
modularen, vorvalidierten Lösungen,
die sofort einsatz bereit sind oder als
Basis für spezifische Anpassungen
dienen. Zusätzlich werden spezialisierte
Dienstleistungen wie Baseboard-Design,
Testunterstützung
sowie umfassende Produktionsund
Montage dienstleistungen
angeboten. „Unsere Lösungen helfen
OEMs, komplexe Fertigungsschritte
auszulagern und innovative
Produkte schneller auf den Markt
zu bringen. Risiken werden durch
End-to-End-Support und lange
Lebenszyklen minimiert“, ergänzt
Peter Müller, Geschäfts führer der
JUMPtec GmbH.
Einsatzbereiche
Durch die globale Reichweite und
das Vertriebsnetzwerk von Kontron
verbindet JUMPtec die Vorteile
einer eigenständigen Marke
mit der Leistungsfähigkeit eines etablierten
Marktführers. Die Technologien
und Services von JUMPtec
kommen in unterschiedlichen Branchen
wie Industrieautomation, Luftund
Raumfahrt, Medizin, Kommunikation,
Infotainment und Transportation
zum Einsatz. Der eigenständige
Markenauftritt knüpft an
die Vorreiterrolle bei der Entwicklung
des CoM-Standards an und unterstreicht
die Position von JUMPtec
als Anbieter innovativer und skalierbarer
Lösungen. ◄
Kabelfertigung, Bestückung,
Gerätebau, Gravuren, …
ISO 9001 & EN ISO 13485
Eichenweg 1a | CH-4410 Liestal
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meditronic-journal 2/2025
55
Künstliche Intelligenz
Industrial AI in der Medizintechnik:
Von Daten zu nachhaltiger Wertschöpfung
den wachsenden Herausforderungen
in den Bereichen Nachhaltigkeit und
Compliance stellen muss.
Die Medizintechnikbranche steht
vor großen Herausforderungen:
Strenge Regularien wie die Medical
Device Regulation (MDR) [1] und
die EU-weiten Vorgaben zur Nachhaltigkeitsberichterstattung
wie die
Corporate Sustainability Reporting
Directive (CSRD) [2] verlangen eine
lückenlose Dokumentation und kontinuierliche
Überwachung von Medizinprodukten.
Gleichzeitig steigen
die Anforderungen an kürzere Entwicklungszyklen,
maßgeschneiderte
Patientenlösungen und eine effiziente
Ressourcennutzung.
Autor:
Christoph Kull
President Business Applications
Proalpha
www.proalpha.com/de
Hinzu kommt der wachsende
Druck, die Innovationskraft zu steigern
und dabei den steigenden
Kostendruck zu bewältigen. Hier
kann Artificial Intelligence (AI) – insbesondere
Industrial AI, also der Einsatz
von KI zur Optimierung industrieller
Prozesse – wertvolle Unterstützung
bieten.
Daten als Treiber
von Innovation
Die erfolgreiche Integration von
Industrial AI in der Medizintechnik
basiert maßgeblich auf der systematischen
Datennutzung und -analyse
sowie deren intelligenter Vernetzung.
Diese wertvollen Datenschätze
sind häufig nicht in zentralen
Datenbanken zu finden, sondern
verbergen sich in den täglichen
Arbeitsabläufen der verschiedenen
Fachabteilungen. Der Schlüssel zum
AI-Erfolg liegt dabei im tiefgreifenden
Expertenwissen der Mitarbeitenden
über Produktionsprozesse,
Qualitätsanforderungen und betriebliche
Workflows. Nur durch die
strategische Erfassung, Verknüpfung
und Analyse dieser Informationen
können Unternehmen das
volle Potenzial von AI erschließen.
Transformation
des Mindsets
Für die Branche der Medizintechnik
ist es nun essenziell, eine
Transformation der Denkweise einzuleiten
und einen ganzheitlichen,
datenbasierten Ansatz zu verfolgen,
der über die eigenen Produktionsabläufe
hinausreicht. Die Entwicklung
innovativer Geschäftsmodelle
mit klarem Fokus auf den Kundennutzen
steht dabei im Mittelpunkt.
Zukunftsweisende Konzepte wie
Pay-per-Part-Modelle, Industrie-
Apps oder AI-gestützte Self-Services
– etwa zur Optimierung von
Wartungszyklen und Geräteüberwachung
– können Unternehmen
einen entscheidenden Wettbewerbsvorsprung
verschaffen. Unternehmen,
die auf AI-basierte Business-
Apps setzen, profitieren von optimierten
Prozessen und gesteigerter
Reaktionsfähigkeit bei Marktveränderungen.
Innovation
und Marktdifferenzierung
Durch den kontinuierlichen Ausbau
ihrer Datenstrategie und die durchdachte
Integration von Industrial AI
können Unternehmen nicht nur ihre
Produktionsabläufe optimieren, sondern
ihre Marktposition nachhaltig
festigen. Sie erweist sich damit als
weit mehr als ein reines Effizienzwerkzeug
– sie fungiert als strategischer
Katalysator für Innovation
und Marktdifferenzierung. Das gilt
insbesondere auch für die Medizintechnikbranche,
die sich zunehmend
Schrittweiser Einstieg in die
Industrial-AI-Integration
Unternehmen sollten den Einsatz
von Industrial AI strategisch und zielorientiert
planen. Anstatt sie wahllos
nach dem „Gießkannenprinzip“ einzuführen,
empfiehlt sich ein schrittweises
Vorgehen. Dabei sollte Industrial
AI gezielt in einzelnen Prozessen
oder Geschäftsbereichen implementiert
werden – idealerweise mit
sofort einsetzbaren (ready-to-use)
Lösungen. Hierbei ist es sinnvoll, die
relevanten Datenquellen bereits im
Vorfeld miteinander zu verknüpfen,
um so praxisnahe Anwendungen zu
schaffen, die nahtlos in die bestehende
Business-Software der Mitarbeitenden
integriert werden können.
Nur wenn Industrial AI einen
klaren Mehrwert bietet, wird sie auf
Akzeptanz stoßen und langfristige
Veränderungen anstoßen.
Umfassende
Zusammenarbeit
Die Unterstützung durch die
Unternehmensleitung ist dabei entscheidend
für den erfolgreichen Einsatz
von Industrial AI. Technologie
und Innovation sollten als strategische
Prioritäten festgelegt werden,
während die Umsetzung durch
einen ganzheitlichen Ansatz erfolgt.
Dieser kombiniert eine Top-down-
Initiative mit einer systematischen
Bottom-up-Integration.
Nachdem die Fachabteilungen
erste Erfahrungen mit Industrial
AI gesammelt haben, sollten die
gewonnenen Erkenntnisse an die
Führungsebene zurückgespielt werden.
Dadurch entstehen fundierte,
datenbasierte Entscheidungen, die
den Weg für die nächsten Schritte
in der AI-Strategie ebnen.
Konkrete Einsatzszenarien
in der Praxis
Industrial AI-Lösungen sind
bereits vorpaketierte und sofort einsatzbereite
Apps und bieten vielfältige
Anwendungsmöglichkeiten
entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
56 meditronic-journal 2/2025
Künstliche Intelligenz
Bestandsoptimierung
und Materialplanung
Mithilfe der Analyse historischer
Verbrauchsdaten und prognostizierter
Trends erstellen AI-gestützte
Systeme präzise Bedarfsprognosen.
Dadurch lassen sich Bestellmengen,
Sicherheitsbestände und
Wiederbeschaffungszyklen flexibel
anpassen, was die Reduzierung
von Überbeständen, die Vermeidung
von Engpässen und eine
effektivere Berücksichtigung saisonaler
Schwankungen ermöglicht.
Besonders in der Medizintechnik,
wo eine hohe Versorgungs sicherheit
und strenge Qualitätsanforderungen
entscheidend sind, bieten solche
Lösungen enorme Vorteile. Beispielsweise
können kritische Komponenten
und Medizinprodukte gezielt
geplant und rechtzeitig nachbestellt
werden, um Engpässe zu vermeiden.
Und das direkt vom Anwender
selbst, beispielsweise im ERP-
System. Das Ergebnis sind niedrigere
Lager kosten, eine verbesserte
Liquidität und eine erhöhte
Versorgungssicherheit – besonders
wertvoll in Märkten mit dynamischer
Nachfrage.
Produktionsoptimierung
und Durchlaufzeiten
In der Medizintechnik, wo Präzision
und Qualität entscheidend
sind, können Engpässe in der Fertigung
mit Hilfe von Industrial AI
frühzeitig identifiziert werden, was
Liegezeiten erheblich reduziert.
Das führt zu verkürzten Durchlaufzeiten,
einer effizienteren Ressourcennutzung
und einer verbesserten
Produktqualität. Ergänzend dazu bieten
AI-gestützte Dashboards eine
transparente Übersicht, indem sie
Daten aus verschiedenen Quellen
konsolidieren und visualisieren. So
können Mitarbeitende fundierte Entscheidungen
schneller und präziser
treffen, was die Effizienz und
Sicherheit in der Medizintechnikproduktion
weiter steigert.
Berechnung
des CO 2 -Fußabdrucks
Die Berechnung des CO 2 -Fußabdrucks
eines Produkts hilft Unternehmen,
den ökologischen Einfluss
ihrer Produktionsprozesse und Lieferketten
zu erfassen und gezielte
Maßnahmen zur Emissionsreduktion
zu ergreifen. AI-gestützte Lösungen
ermöglichen es, präzise CO 2 -Daten
zu sammeln und Schwachstellen im
Produktionsablauf zu identifizieren.
In der Medizintechnik, wo höchste
Qualitätsstandards erforderlich sind,
kann Industrial AI dazu beitragen, die
Ressourcennutzung zu verbessern
und den Energieverbrauch zu minimieren.
Sie überwacht den gesamten
Lebenszyklus eines Produkts
und deckt ineffiziente Prozesse
auf, die zu unnötigen CO 2 -Emissionen
führen. Besonders bei komplexen
Produktionsprozessen ermöglicht
Industrial AI eine präzise
Steuerung von Energieverbrauch
und Materialeinsatz, um nachhaltigere
Entscheidungen zu treffen.
Zusätzlich hilft die AI-Analyse, größere
Energieverbraucher und Störungen
in den Abläufen zu erkennen.
Dadurch können Unternehmen
ihre Produktionsprozesse optimieren,
die Energie effizienz steigern
und CO 2 -Emissionen signifikant
reduzieren und jedoch gleichzeitig
gesetzliche Umweltvorgaben erfüllen
sowie die Markenwahrnehmung
verbessern.
Fazit
Der gezielte Einsatz von Industrial
AI in der Medizintechnik markiert
einen Wendepunkt in der Branche.
Es geht nicht mehr um die
Frage „ob“, sondern „wie“ AI strategisch
und effektiv implementiert
werden kann, um den Anforderungen
der Branche gerecht zu werden.
Die Technologie ist ausgereift
und wirtschaftlich sinnvoll. Erfolgreich
wird Industrial AI, wenn sie in
den Fachabteilungen ansetzt, die
für die Kernprozesse wie Produktion,
Qualitätskontrolle oder Wartung
verantwortlich sind. Nur so lassen
sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile
und hohe Sicherheitsstandards
erreichen.
Referenzen
[1] https://www.bfarm.de/DE/Medizinprodukte/_FAQ/Klinische-Pruefungen-Leistungsstudien/MDR-
MPDG/faq-liste.html
[2] https://www.csr-in-deutsch-
land.de/DE/CSR-Allgemein/CSR-
Politik/CSR-in-der-EU/Corporate-
Sustainability-Reporting-Directive/
corporate-sustainability-reportingdirective-art.html
[3] https://www.mittelstand-digital.de/MD/Redaktion/DE/Themenhub/2024-01/Artikel/hub-2024-
01-06-ki-akzeptanz.html?utm_
source=chatgpt.com ◄
meditronic-journal 2/2025
57
Künstliche Intelligenz
KI auf dem Vormarsch
in der medizinischen Bildgebung
Es gibt zu wenige Fachkräfte, um alle relevanten Bildgebungsdaten auszuwerten. KI kann hier unterstützen.
Bild 1: Professor Frederick Klauschen, Direktor des Pathologischen Instituts
der LMU (im Bild), entwickelte gemeinsam mit Forschern der TU Berlin und der
Charité einen neuartigen Ansatz, um seltene Erkrankungen zu erkennen. © LMU
Der Einsatz Künstlicher Intelligenz
in der medizinischen Bildgebung entwickelt
sich rasant: Was lange Zeit
hauptsächlich in der wissenschaftlichen
Forschung verankert war, findet
nun zunehmend Anwendung im
Alltag – sowohl in Krankenhäusern
als auch vermehrt bei niedergelassenen
Radiologen. Angesichts der
weltweit steigenden Lebenserwartung
ist dies eine positive Entwicklung:
Bei der Diagnose und Behandlung
von Krankheiten wie Krebs
spielt die Bildgebung schließlich
eine entscheidende Rolle.
Vorhandene Daten
auswerten
Laut Statistik wurden 2021 in
Deutschland 125 Millionen Röntgenuntersuchungen
sowie jeweils
rund 13,5 Millionen CT- und MRT-
Scans durchgeführt. Nach Erkenntnissen
der OECD gibt es jedoch
viel zu wenige Fachkräfte, um alle
dabei produzierten Daten auszuwerten.
NürnbergMesse GmbH
MedtecLIVE
www.medteclive.com/de/events/
healthtech-pavilion
Beim Versuch, das medizinische
Personal zu entlasten, kann Künstliche
Intelligenz wertvolle Dienste
leisten: „Die meisten medizinischen
Bilder sind extrem datenintensiv
und es ist sehr zeitaufwendig, alle
Bereiche eines Bildes manuell zu
überprüfen. Einem Menschen kann
es auch leicht passieren, Informationen
eines Bildes zu übersehen.
Die KI hilft, die Analysezeit zu verkürzen
und unterstützt den Arzt
dabei, sich auf die wichtigsten Teile
eines Bildes zu konzentrieren“, sagt
Dr. Katherine Fitch vom Fraunhofer-
Institut für Kognitive Systeme IKS
in München. Zusammen mit ihrem
Team entwickelt die Abteilungsleiterin
Trustworthy Digital Health
erklärbare, robuste und unvoreingenommene
KI-Modelle für das
Gesundheitswesen.
Höhere Genauigkeit
durch KI
Aber es geht nicht allein um das
Vermeiden von Fehlern. Unbestritten
ist, dass KI die Qualität der Untersuchungsergebnisse
auf ein neues
Niveau heben kann. Fitch: „KI kann
bei Aufgaben, die die Charakterisierung
eines Bildes beinhalten, eine
höhere Genauigkeit erzielen, zum
Beispiel bei der Frage, wie groß
der linke Vorhof des Herzens ist.
Dies ist sehr wichtig für genauere
Diagnosen und Behandlungsentscheidungen.“
Effizienz
und hohe Genauigkeit
Begünstigt durch die exponentiell
steigende Rechenleistung von
Computern sind Forscher wie Fitch
an vielen Orten dabei, herauszufinden,
wie KI für die Bildgebung
nutzbar gemacht werden kann.
Fortschrittliche Algorithmen und
neuronale Netze, entwickelt und
trainiert nach den Methoden des
Deep Learning und unter Verwendung
einer großen Zahl von medizinischen
Bilddaten, analysieren mit
einer Genauigkeit, die das menschliche
Auge übertrifft. Es gibt inzwischen
eine Vielzahl von Projekten
im klinischen Bereich, die große
Hoffnungen geweckt haben.
Neues KI-Tool
Aus einer Zusammenarbeit von
Ludwig-Maximilians-Universität
München, TU Berlin und Charité
entstand etwa 2024 ein neues
KI-Tool, das auch weniger häufige
Krankheiten im Magen-Darm-
Trakt erkennen kann, ohne dass
es für diese selteneren Fälle spezifisch
trainiert werden muss (Bild 1).
Forschenden der TU Graz (Bild 2)
gelang es letztes Jahr mithilfe raffiniert
trainierter neuronaler Netze,
aus nur wenigen MRT-Messdaten
präzise Echtzeitbilder des schlagenden
Herzens zu erzeugen. Das
Verfahren kann auch andere MRT-
Anwendungen beschleunigen.
Dennoch verlief der Fortschritt
im klinischen Alltag von Krankenhäusern
und Praxen durch KI bisher
vergleichsweise stockend, was
nicht zuletzt an der Verfügbarkeit
von Patientendaten zu Trainingszwecken
liegt. Da diese hochsensibel
und besonders schützenswert
sind, ist der Zugriff auf sie eingeschränkt
und nur unter strikten Auflagen
möglich.
„Meilenstein“
beim Reimbursement
Doch was lange auf Forschungsprojekte
beschränkt war, ist jetzt auf
dem besten Weg zu einem breiten
Einsatz im Gesundheitswesen und
damit auch in den radiologischen
Praxen in Deutschland. Eine wichtige
Voraussetzung dafür ist, dass
die Erkenntnisse, die mithilfe von
KI generiert werden, auch entsprechend
honoriert werden, die zusätzliche
Leistung also entweder von
den Krankenkassen erstattet wird
(„Reimbursement“) oder den Patienten
als „individuelle Gesundheitsleitung“
(IGeL) angeboten werden
kann.
Die erste Voraussetzung scheint
nun geschaffen zu werden: Erst
Ende November 2024 gab die IKK
Südwest bekannt, einen „Meilenstein“
bei der Integration von KI-
Technologie in die Gesundheitssysteme
zu setzen. Sie schloss
Bild 2: Martin Uecker (stehend) und Moritz Blumenthal vom Institute of
Biomedical Imaging der TU Graz im MRI-Lab Graz. © Lunghammer/TU Graz
58 meditronic-journal 2/2025
Künstliche Intelligenz
mit dem Start-up Contextflow eine
Erstattungsvereinbarung. Das
Wiener Unternehmen hat eine KIbasierte
Software entwickelt, die es
Radiologen ermöglichen soll, Lungenkrebs
bis zu einem Jahr früher
und mit deutlich höherer Genauigkeit
zu erkennen.
Vorbeugung
gegen Knochenverlust
Eine andere „Volkskrankheit“,
die wegen der bestehenden diagnostischen
Lücke hohe Kosten
im Gesundheitssystem verursacht,
ist die Osteoporose. Dieses Problem
adressiert Bonescreen. Das
Münchner Start-up hat eine KIbasierte
Technologie zur Unterstützung
von Radiologen und Klinikern
bei der Bewertung der Knochengesundheit
entwickelt (Bild 3).
„Unser Produkt nutzt künstliche Intelligenz,
um bestehende CT-Scans,
die in der klinischen Routine ohnehin
gemacht werden, vollautomatisch
zur Bewertung der Knochengesundheit
zu verwenden und damit
ressourcenschonend Informationen
zu extrahieren, ohne die Infrastruktur
oder die Arbeitsabläufe zu verändern,
um damit Knochenverlust
in der Bevölkerung vorzubeugen“,
erklärt Dr. Sebastian Rühling, Mitgründer
und Chief Medical Officer
von Bonescreen.
Noch im Frühjahr 2025 erwartet
Rühling die CE-Zertifizierung.
Danach soll das Verfahren, das
bisher vor allem in klinischen Forschungsgruppen
genutzt wird, im
Markt ausgerollt werden – insbesondere
in den Praxen niedergelassener
Radiologen, zunächst als IGeL, mittelfristig
wird ein Reimbursement
durch die Kassen angestrebt.
meditronic-journal 2/2025
Contextflow und Bonescreen sind
nicht die einzigen Unternehmen,
die jetzt an den Start gehen. Weitere
Start-ups, die aus dem universitären
Umfeld heraus entstanden
sind, schicken sich an, den Radiologiemarkt
zu erobern.
Zwei Minuten
für ein Knie-MRT
Dort bereits zuhause sind die
Hersteller der bildgebenden Geräte.
Auch sie setzen auf Künstliche Intelligenz
und statten ihre Scanner damit
aus. „Im Bereich der MR-Bildgebung
ist es uns gelungen, Untersuchungszeiten
durch KI-gestützte Bildrekonstruktion
um fast 80 Prozent zu
beschleunigen. Eine Knieuntersuchung,
die auf einem 3-Tesla-Gerät
vorher 10 Minuten gedauert hat, ist
so nun in zwei Minuten möglich.
Das ist angenehmer für die Patienten
und bedeutet auch, dass mehr
Untersuchungen in der bestehenden
Zeit durchgeführt werden können,
betont Tobias Heimann, Head
of Artificial Intelligence Germany bei
Siemens Healthineers.
Miniaturisierung
Ein weiterer Trend in der Bildgebung
ist die Miniaturisierung der
Hardware. Kompakte CT-Geräte
werden für den Einsatz in speziellen
Krankenwagen, sogenannten
Mobilen Schlaganfalleinheiten, entwickelt
(Bild 4).
Die Verbesserung der Arbeitsabläufe
in Kliniken und Praxen ist
ein weiteres Ziel des Einsatzes von
Künstlicher Intelligenz, das in den
kommenden Jahren große Bedeutung
erlangen kann. Wenn KI bei
der optimierten Nutzung der knappen
Ressourcen unterstützt, kann
Bild 3: KI-basierte Technologie zur Unterstützung von Radiologen und
Klinikern bei der Bewertung der Knochengesundheit. © Bonescreen
Bild 4: Kompakte CT-Geräte ermöglichen eine genaue Diagnose noch im
Krankenwagen. © Siemens Healthineers
die Akzeptanz beim medizinischen
Personal weiter erhöht werden.
„Foundation Modelle“
im Vormarsch
Ebenso könnten Weiterentwicklungen
von Sprachmodellen (LLM)
eine Rolle in der Radiologie spielen.
In Richtung generative KI wird offenbar
auch bei Healthineers gedacht.
Als mögliche Anwendungsbereiche
von Large Language Models und der
ihnen zugrundeliegenden Technologie,
der sogenannten „Foundation
Modelle“, sieht man dort die
Datenaufbereitung, die Scan-Optimierung,
die Befundunterstützung
und eine bessere Patientenkommunikation.
Heimann: „Bisher auf
dem Markt erhältliche KI-Lösungen
sind im Allgemeinen auf klar definierte
Aufgaben ausgerichtet, etwa
die automatische Erkennung einer
bestimmten anatomischen Struktur
oder Pathologie, und wurden auch
speziell dafür erstellt. Dies erfordert
eine große Menge an Trainingsdaten,
die sorgfältig von Hand
vorbereitet werden müssen. Foundation
Modelle können ohne diese
aufwändigen manuellen Annotationen
trainiert werden und dann als
Grundlage für eine große Menge von
unterschiedlichen Aufgaben dienen.
Das ist einer der großen technologischen
Trends, gerade auch dann,
wenn multi-modale Daten wie Bilder
und Text gemeinsam zum Einsatz
kommen.“
Entscheidungen verstehen
Dabei wird es allerdings darauf
ankommen, sie so sicher wie möglich
auszugestalten: „In einer sensiblen
Anwendung wie dem Gesundheitswesen
ist es sehr wichtig, dass
wir den Entscheidungsprozess eines
Modells verstehen können. Entscheidungen
sollten auf der Grundlage
wichtiger Merkmale und nicht zufälliger
Korrelationen getroffen werden.
Nur so kann ein Arzt die KI-
Empfehlungen effektiv auswerten,
um den Patienten die bestmögliche
Behandlung zukommen zu lassen“,
gibt Katherine Fitch zu bedenken.
MedtecLIVE
als Plattform für Innovation
Die Fortschritte in der Bildgebungstechnologie,
möglich gemacht
durch KI, bedeuten eine Transformation
der Diagnostik. Ihnen gibt
die MedtecLIVE, die europäische
Leitmesse für die Entwicklung und
Herstellung von Medizintechnik im
Mai 2026 in Stuttgart, eine Bühne.
Zuletzt brachte das Messe-Team
mit einem neuen Format unter
dem Dach der Marke MedtecLIVE
die Medizintechnik-Community in
Nürnberg zusammen, wie Silke
Ludwig, Deputy Director Medtec-
LIVE berichtet: „In einer sich stetig
weiterentwickelnden Welt ist es
von entscheidender Bedeutung,
dass wir die neuesten Fortschritte
beleuchten. Die jüngste Gelegenheit,
um Innovationen, Produkte
und Dienstleistungen zu zeigen,
wertvolle Impulse zu erhalten und
Kooperationen anzubahnen, bot
unsere Fachausstellung Innovation
Expo, die im Februar zusammen
mit dem MedtecSUMMIT in
Nürnberg stattfand.“
Ausblick: MedtecLIVE
auf der automatica
Die MedtecLIVE bringt die
Akteure der Branche auf mehreren
Plattformen an den Standorten
Stuttgart, Nürnberg und München
zusammen, so auch beim
MedtecLIVE Healthtech Pavilion
vom 24. bis 27. Juni 2025 im Rahmen
der automatica in München.
Der Gemeinschaftsstand auf dem
renommierten Messe-Duo automatica
und Laser World of Photonics
bietet ein Branchen-Vertical
für die Medizintechnik – Entwickler
und Zulieferer treffen hier auf
eine Zielgruppe, die sich auf Automatisierung,
Robotik und Photonik
konzentriert. ◄
59
Stromversorgung
Notstromversorgung mit LiFePO 4 -Hochleistungsbatteriepack
24V DC-USV-Lösung für Industrie,
Medizin und smarte Infrastruktur
Bicker Elektronik, Donauwörth,
stellt eine modular integrierbare
DC-USV-Lösung für sicherheitskritische
Systeme in der Industrie,
Medizintechnik und smarter Infrastruktur
vor. Die 24-VDC-Notstromversorgung
mit CE-zertifiziertem
LiFePO 4 -Batteriepack gewährleistet
bei Stromausfall, Spannungseinbruch
oder Flicker den ausfallsicheren
Betrieb und vermeidet somit
Systemausfälle und Datenverlust.
Qualität und Sicherheit
„Made in Germany“
Bei der Entwicklung der unterbrechungsfreien
Stromversorgung
„Made in Germany“ standen Sicherheit,
Robustheit und Langlebigkeit
im Mittelpunkt.
Direktlink zu
DC-USV UPSI-2406:
https://www.bicker.de/upsi-2406
Direktlink zu
Batteriepack BP-LFP-1375S:
https://www.bicker.de/bp-lfp-1375s
Bicker Elektronik GmbH
info@bicker.de
www.bicker.de
Die DC-USV-Lösung besteht aus
der Lade- und Steuereinheit
BICKER UPSI-2406 sowie dem
leistungsstarken LiFePO 4 - Batteriepack
BICKER BP-LFP-1375S (99 Wh).
Diese gewährleistet den zuverlässigen
Schutz von Embedded
IPCs, Mess-, Regel- und Steuerungstechnik,
Sensoren, Aktoren,
Kameras, Sicherheitstechnik und
vielen weiteren kritischen Applikationen.
Die USV-Management-
Software „UPScom“ mit benutzerfreundlicher
Oberfläche für intuitive
Konfiguration und Monitoring
steht kostenlos zum Download zur
Verfügung.
Hochleistungs-Batteriepack
mit Sicherheitszertifizierung
Der leistungsstarke und CE-zertifizierte
BP-LFP-1375S (99 Wh)
überzeugt mit einer besonders
stabilen Batteriechemie, einer langen
Lebensdauer von mindestens
zehn Jahren und bis zu 6.000 Vollzyklen.
Bicker Elektronik setzt für
die in Donauwörth entwickelten
und produzierten Energiespeicher
bewusst auf die besonders sichere
Lithium-Eisenphosphat-Technologie.
Diese Technologie minimiert das
Risiko eines thermischen Durchgehens
(Thermal Runaway) nahezu
vollständig. Der BP-LFP-1375S bietet
mit einem Arbeitstemperaturbereich
von -20 bis +55 °C eine zuverlässige
Energiequelle, auch unter
anspruchsvollen Umgebungsbedingungen.
Der 10-Jahres-Batteriepack
verfügt sowohl über Sicherheitszertifizierung
IEC 62133-2 als
auch über das UN 38.3 Transport-
Zertifikat.
Batterie-Management-
System für Sicherheit
und Effizienz
Das Batterie-Management-
System (BMS) sorgt für die Überwachung
und Steuerung des Ladeund
Entladeprozesses jeder einzelnen
Zelle und optimiert so die
Lebensdauer und Sicherheit des
Batteriepacks. Zudem gewährleistet
die Cell-Balancing-Funktion eine
gleichmäßige Verteilung der Ladeenergie
auf alle Zellen, um die volle
Kapazität des Packs konstant verfügbar
zu halten. Dank der implementierten
System-Present-Funktion
bleibt der Ausgang des Batteriepacks
(BAT-PWR) so lange
deaktiviert (Ausgangsspannung =
0 V) bis dieser mit der DC-USV-
Steuer einheit über den Kommunikationsstecker
(BAT-DATA) verbunden
und freigeschaltet wird. Diese
Sicherheits- und Stromsparfunktion
Vorteile auf einen Blick:
erhöht die Lagerfähigkeit des (geladenen)
Batteriepacks.
Intelligente Steuerung
und Monitoring
Die UPSI-2406 Lade- und Steuereinheit
ermöglicht eine flexible Integration
der DC-USV-Lösung in
bestehende Systeme. Über eine
I 2 C- Schnittstelle werden kontinuierlich
alle relevanten Betriebsdaten
des Batteriepacks überwacht
und gesteuert. Eine intelligente
PowerSharing-Funktion sorgt dafür,
viso compdass die verfügbare Eingangsleistung
je nach Lastanforderung
und Ladezustand des Batteriepacks
dynamisch verteilt wird. Bei
Stromausfällen oder Spannungseinbrüchen
übernimmt die UPSI-2406
innerhalb von Mikrosekunden die
unterbrechungsfreie Versorgung
der Last aus dem Energiespeicher.
Darüber hinaus überwacht die Mindestlast-Erkennung,
ob die Last am
Ausgang im Batteriebetrieb einen
definierten Grenzwert überschreitet.
Wird dieser unterschritten, trennt
die UPSI-2406 den Energiespeicher
automatisch von der Ladeeinheit,
um eine unnötige Entladung zu vermeiden.
Neben USB- und RS232-
Schnittstellen zur Datenkommunikation
verfügt die UPSI-2406 auch
über einen Relaiskontakt.
• 24 V DC-USV-Lösung „Made in Germany“
• Flexible integrierbare Notstromversorgung
• Sicherer 10-Jahres-Batteriepack LiFePO 4 (99 Wh)
• Bis zu 6000 volle Lade- und Entladezyklen
• Ideal für lange Überbrückungszeiten:
ca. 460 Minuten (12 W)
ca. 80 Minuten (70 W)
ca. 40 Minuten (150 W)
• USB & RS232 Schnittstelle und Relaiskontakt
• USV-Management-Software inklusive
• Shutdown & Reboot-Funktion für IPC
• Erweiterter Temperaturbereich -20 bis +55 °C
• IEC 62133-2 Sicherheitszulassung
• UN 38.3 Transport-Zertifikat
• Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
• Ab Lager sofort verfügbar
60 meditronic-journal 2/2025
Stromversorgung
„UPScom“
für umfassendes
USV-Management
Die neue USV-Management-Software
„UPScom“ ermöglicht es Nutzern,
alle relevanten Systemparameter
der DC-USV-Lösung bequem zu
überwachen und anzupassen. Die
Software ist kostenlos für Windows
und Linux verfügbar und erlaubt
die einfache Einrichtung sowie das
Echtzeit-Monitoring des gesamten
DC-USV-Systems. Zu den Funktionen
gehören unter anderem die
Konfiguration der Ladeparameter,
die Überwachung der Restkapazität
sowie die Möglichkeit, bei einem
Stromausfall die angeschlossenen
Geräte kontrolliert herunterzufahren.
Das responsive Web-UI ermöglicht
den Zugriff auf das System über
moderne Web-Browser und unterstützt
sowohl x86- als auch ARM-
64-basierte Systeme.
„Shutdown &
Reboot“-Funktion
Im Falle eines Stromausfalls bietet
die UPSI-2406 mit integriertem
USB- oder RS232-Interface die
Möglichkeit, den Ausfall der Stromversorgung
zu signalisieren und
einen kontrollierten Shutdown des
angeschlossenen IPC-Systems
einzuleiten. So können wertvolle
Daten gesichert werden, bevor das
System herunterfährt. Die „Shutdown
& Reboot“-Funktion ermöglicht
zudem einen automatisierten
Neustart des Systems, sobald
die Stromversorgung wiederhergestellt
ist – ideal für autonome
Embed ded-Computersysteme an
schwer zugänglichen Standorten.
Niedrigere
Gesamtbetriebskosten
Obwohl Blei-Säure-, Gel- oder
AGM-Akkumulatoren anfänglich
günstiger erscheinen, bieten hochwertige
Lithium-Eisenphosphat-Zellen
eine vielfach längere Lebensdauer
und Zyklenfestigkeit. Blei-
Säure-Batterien sind in Bezug auf
Entladetiefe und Zyklenzahl deutlich
eingeschränkt. Betrachtet man
die gesamten Betriebskosten (TCO)
über einen Zeitraum von mindestens
10 Jahren, zeigt sich ein klarer
Kostenvorteil der LiFePO 4 -Technologie.
Zudem entfällt über diesen
Zeitraum hinweg der Wartungsaufwand
für den Austausch
der Batterie packs. ◄
Ultra-kompakte Kraftpakete
Die neue, ultraflache Magic Power Enhanced MPE-F Netzteilfamilie
TRS-STAR GmbH
info@trs-star.com
www.trs-star.com
Mit den beiden neuen Mitgliedern
der Ultra-Slim AC-DC Stromversorgungsfamilie
MPE-F100 und
MPE-F065 von Magic Power bietet
TRS-STAR zwei ultra-kompakte
50,8 x 101,6 mm Kraftpakete mit
einer Bauhöhe von lediglich max.
25,4 mm an. Die Class I/Class II
Netzteile haben eine Nominalleistung
von 60 W bzw. 100 W
(konvektionsgekühlt) und können
kurzzeitige Spitzenleistungen
von 120 W bzw. 150 W abdecken.
Durch diese „Peak Power Capability“
kann sich die Stromversorgung
näher an der Nennlast des
Gesamtsystems orientieren und
muss nicht auf mög liche Spitzenlastbedingungen
ausgelegt werden.
Neben der größeren Designfreiheit
in der Applikation ergeben
sich dadurch signifikante Vorteile
hinsichtlich Gewicht, dem
Platzbedarf und den Kosten.
Die Netzteile haben einen Betriebstemperaturbereich
von -20 °C
- +80 °C (mit Derating) und einen
weiten Betriebsspannungsbereich
von 90 – 264 VAC mit Single-Ausgangsspannungen
von 12 V, 24 V
oder 48 VDC. Den sicheren Betrieb
gewährleisten ein Überspannungs-
und Kurzschlussschutz.
Mit einem Wirkungsgrad > 90 %
und einer Leistungsaufnahme
< 0,1 W im Leerlauf werden die
Markt anforderungen an die Energieeffizienz
von zukunftssicheren
Stromversorgungslösungen
sicher erfüllt.
Die niedrige Bauhöhe von maximal
einem Zoll und die Grundfläche
von 2 x 4 Zoll machen die
Netzteile besonders für konvektionsgekühlte
Anwendungen in
platzkritischen Umgebungen mit
hohen Temperaturanforderungen
im 24/7 Betrieb geeignet, wie z. B.
Embedded- Systeme, Displayanwendungen
und Kiosksysteme
in Industrie, Medizin und Haushalt.
Die Netzteile sind gemäß
EN62368-1 zertifiziert und entsprechen
den Normen der IEC
62368-1 und IEC 60335-1.
Kundenspezifische Anpassungen
sind möglich. ◄
meditronic-journal 2/2025
61
Stromversorgung
Medizinische USV-Anlagen
Höchste Sicherheit für medizinische Geräte
mit den ERGON MED USV-Systemen als Towerversion
Thiele KG
www.thiele-kg.de
Die Thiele KG ist ab sofort autorisierter
Händler für die hochwertigen
USV-Anlagen von Enersine. Diese
Systeme stehen für maximale Zuverlässigkeit
und Sicherheit – speziell
für den medizinischen Bereich.
Enersine ist ein führender Hersteller
für medizinische USV-Anlagen
und bekannt für seine fortschrittliche
Technologie sowie höchste
Qualitätsstandards. Die Systeme
sind speziell für den Einsatz in
Kranken häusern, Operationssälen,
Diagnose labors und Intensivstationen
ent wickelt und sorgen für
eine konstante Stromversorgung,
selbst in kritischen Situationen.
Maximaler Schutz
Die USV-Systeme von Enersine
erfüllen die Norm IEC60601-1, die
speziell für die elektrische Sicherheit
medizinischer Geräte entwickelt
wurde. Das bedeutet: maximaler
Schutz für Patienten, Personal
und medizinische Anwendungen.
ERGON MED USV- Systeme
bieten eine Leistungsspanne von
400 W bis 6300 W und können in
verschiedenen Größen und Designs
gebaut werden, um spezifische
Kundenanforderungen zu erfüllen.
Unterschiedliche Überbrückungszeiten
können je nach Bedarf angepasst
werden.
Die Vorteile von
medizinischen USV-Anlagen
• Normenkonformität: Erfüllung
der Standards IEC60601-1 und
IEC60601-1-2
• Höchste Effizienz: Reduzierter
Energieverbrauch durch modernste
Technologien
• Zukunftssicher: Skalierbare und
flexible Lösungen, die mit Ihren
Anforderungen wachsen
• Umfassender Schutz: Absicherung
sensibler medizinischer
Geräte vor Spannungsschwankungen
und Stromausfällen
Mit dieser Partnerschaft erweitert
die Thiele KG ihr Portfolio um
innovative, normgerechte und zuverlässige
Lösungen für den Gesundheitssektor.
◄
Die ERGON MED WALL MOUNT-Serie ist eine kompakte medizinische USV,
die sich platzsparend an der Wand montieren lässt.
Die ERGON MED 19“-Serie umfasst leistungsstarke medizinische
Rackmount-USV-Systeme mit bis zu 3000 W Leistung.
62 meditronic-journal 2/2025
SPECIAL
Individuelle Anpassung und
Entwicklung
Maximale Effizienz und Zuverlässigkeit
Partnerschaftliche Entwicklung
und schnelle Umsetzung
www.binder-connector.de
Grayhill is a market leader in the
design, manufacture and marketing
of high-performance HMI technology.
Focusing on applications in medical devices, Grayhill
offers various standard and customised products
and solutions.
INTERVENTIONAL X-RAY CONTROL MODULE
67B Hall Effect Joystick
Allows precise cursor control for use in e.g.
test and measurement equipment or medical
electronics
Provides high effectiveness in low-voltage
applications, featuring a sleep mode to
conserve power
Chosen for sealed user interface with no
cracks or crevasses
Supports stringent backlight and haptics
performance
Uses CANbus communication protocol
Meets IEC 60601 4th edition requirements
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