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immobilien investment 02/2025

Das Standortmagazin für die Immobilienwirtschaft

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DAS STANDORTMAGAZIN FÜR DIE IMMOBILIENWIRTSCHAFT

Österreichische Post AG PZ 222042801 P

DMV - della lucia medien & verlag GmbH

Franzensbrückenstr. 5 / 7. OG, 1020 Wien

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April / Mai / Juni

02/2025

€ 2,90

WOHNEN MIT MEHRWERT: LEBEN MIT DEM GEWISSEN EXTRA

Menschen & Märkte: Das war die MIPIM 2025

Parkraum: Wie Digitalisierung den Verkehr beruhigen kann

Hotelmarkt: Neue Marken entern Österreich

Wir leben Investment.

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EDITORIAL

3

Stephan Huger

NICHT JAMMERN,

PARTNER SUCHEN!

Ja, die Zeiten sind schwierig. Aber vom Jammern wird auch

nichts besser. Nutzen wir den Wandel lieber als Chance!

Man mag den Fernseher gar nicht mehr aufdrehen. Jeden Tag trudeln Horrormeldungen

ein, sei es wegen US-Präsident Donald Trumps seltsamer

Politik und deren Folgen oder dem noch tobenden Krieg in der Ukraine wie

auch dem Nahen Osten. Wirtschaftlich war die Lage für die Immobilienwirtschaft

auch schon mal besser. Ja, die Zeiten sind schwierig geworden, keine Frage. Aber vom

Jammern wird es nicht besser. Reden wir lieber miteinander, und setzen wir auf die

bewährte Partnerschaft. Halten wir zusammen.

Wenn wir zusammenhalten, dann können wir alles gut durchtauchen. Ein perfektes

Beispiel ist die im Oktober stattfindende EXPO REAL: Die Vorbereitungen für den

Europa-Mitte-Stand sind voll am Laufen, erstklassige Mitaussteller sind schon an

Bord – manche quasi als „Stammgäste“, andere wiederum sind neu dazugekommen.

Das ist ein Zeichen dafür, dass der Markt nach Kontakten sucht, um Business zu

machen. Kontakte sind das Öl im Immobiliengetriebe.

Hier gehts zum immobilien

investment Kongress

Außerdem arbeiten wir emsig an der 3. Auflage des Internationalen immobilien

investment Kongresses (kongress.immobilien-investment.at), der diesmal unter

dem Titel „Using change as an opportunity – Wandel als Chance nutzen“ am 22. Oktober

im Palais Berg in Wien über die Bühne gehen wird. Das Programm steht, einige

hochdekorierte Speaker konnten bereits gewonnen werden, weitere folgen in den

kommenden Wochen. Ich bin überzeugt davon, dass wir mit unseren Themen u.a. –

Geopolitik, Investmentstrategien in turbulenten Zeiten, Restrukturierung, Stadtentwicklung

aber auch Rechenzentren – den Puls der Zeit treffen. Und was noch besser ist: Der

Kongress ist eine weitere gute Gelegenheit, neue Kontakte zu knüpfen. Nehmen Sie

diese Chance wahr! Wir freuen uns sehr Sie dort begrüßen zu dürfen!

Ihre

Elisabeth Della Lucia

Herausgeberin „immobilien investment“

immobilien investment 02/2025


4 EDITORIAL

IT’S GONNA BE A

ROUGH RIDE

Seit dem Jahreswechsel geht es auf der Welt recht turbulent zu.

Planbarkeit ist schwierig geworden.

Richard Tanzer

Zölle hin, Zölle her, plötzlich hohe Zölle, dann wieder keine: Für Journalisten,

die von internationalen Messen wie der MIPIM oder über Markttrends generell

berichten, ist das ein Horror. Kaum ist eine Geschichte fertig, muss sie erneut

aufgerissen werden. Online ist das ziemlich egal. Aber in einem Printprodukt, das,

weil gedruckt, ein langfristiges Medium ist, wird es schon schwieriger, vor allem,

wenn man den Anspruch auf Aktualität bei Erscheinung wahren will. Kurzum:

Planbarkeit ist wegen der Achterbahnfahrt der Zölle vielleicht einfach ein Ding der

Unmöglichkeit. Wobei Journalisten da auf hohem Niveau jammern können. Unternehmen,

die exportieren oder importieren oder hüben wie drüben im Kapitalmarkt

investiert sind, treibt das wesentlich mehr Schweißperlen ins Gesicht.

KEINE PANIK

In Zeiten sich nahezu täglich ändernder globaler Rahmenbedingungen ist Panik

ein schlechter Ratgeber. Diese Panik ist ja das, was impulsive Machthaber erzeugen

wollen. Nur hat Panik einen Nebeneffekt: Man verliert den Blick auf das Wesentliche,

neigt zu Fluchtreaktionen, hat keinen Überblick – und das sind nun mal schlechte

Voraussetzungen für grundlegende Entscheidungen. Nicht auf jeden Schritt muss

sofort reagiert werden. Tief durchatmen hilft, wäre ein – rein selbstreferenzieller

– Tipp. Denn solche Turbulenzen können genauso gut Chancen beinhalten. Was

derzeit für die US-Börsen ein Drama ist, entpuppt sich für jene in Europa als gar

nicht mal so schlecht. Nicht ohne Grund hat der DMV della lucia Medienverlag für

den nunmehr 3. Internationalen immobilien investment Kongress, der diesmal am

22. Oktober im Palais Berg stattfindet, das Motto „Using changes as opportunities –

Wandel als Chance nutzen“ gewählt.

Es gibt schließlich auch positive Signale, zumindest für die Immobilienwirtschaft:

Die Zinsen sinken nach wie vor, somit wird auch der Neubau wieder zunehmend

attraktiv. Das ist für den Wohnbau ebenso dringend notwendig wie für die Infrastruktur,

will sich Europa auf die mögliche Scheidung von den Vereinigten Staaten

vorbereiten, etwa in Form von Logistikimmobilien oder Datacentern. Dazu ein schönes

italienisches Sprichwort, vor allem zum Thema Panik: Chi va piano va sano e va

lontano: Wer langsam geht, schreitet stetig voran und kommt dabei weit.

Ergreifen wir also die Chance, schreiten wir stetig voran – und kommen wir weit!

Ihr

Charles Steiner

Chefredakteur „immobilien investment“

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02/2025

Jeden Donnerstag mit aktuellen News!

immobilien investment


INHALT

5

22

MENSCHEN & MÄRKTE

Das waren die Trends auf der MIPIM 2025

26

WOHNEN MIT MEHRWERT

Zukunftsfähige Wohnkonzepte

32

HOTELMARKT

Neue Marken betreten Österreich

6 News Österreich

10 News Deutschland

12 News International

14 News Finanzen

16 News Personal

18 Kolumne ÖGNI

20 News Events

22 Die MIPIM im Spannungsfeld

der Geopolitik

Nachbericht

26 Mehr als „nur“ wohnen

30 Durchhaltevermögen ist

gefragt

Interview mit Thomas Auböck

(KIBB-Immobilien)

31 Klarer Wettbewerbsvorteil

Interview mit Norbert Kettner

(WienTourismus)

32 Bewegung im Hotelmarkt

Neue Ketten entern Österreich

36 Digitalisierung

Gastbeitrag von Florian Huber

38 Parkraumbewirtschaftung

Digital schneller ans Ziel

44 Grüne Immobilien

Gastbeitrag

46 Wandel als Chance nutzen

3. internationaler immobilien

investment kongress

IMPRESSUM

Medieninhaber:

DMV – della lucia medien & verlags GmbH

Franzensbrückenstraße 5 / 7.OG, 1020 Wien

Tel. +43 (0)1 997 43 16-0,

Fax +43 (0)1 997 43 16-99

Mail: office@dmv-medien.at

www.immobilien-investment.at

Herausgeberin:

Elisabeth Della Lucia

Chefredakteur:

Charles Steiner

Redaktion: Harald Kolerus,

Carolin Rosmann, Florian

Huber, Ronald Goigitzer

Produktion/CvD: Sabrina Seidl

Foto Titel: www.oln.at

Anzeigenverkauf:

Elisabeth Della Lucia, Gerhard Meisriemer

Druck:

Print Alliance

HAV Produktions GmbH

Druckhausstraße 1, 2540 Bad Vöslau

Grafik + Layout: Simon Jappel

Für unverlangt eingesandte Manuskripte,

Fotos und Datenträger kann keine Haftung

übernommen werden und es entfallen sämtliche

Honoraransprüche.

Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge

und Abbildungen sind urheberrechtlich

geschützt. Jede Verwertung außerhalb der

engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes

ist ohne Zustimmung der DMV – della lucia

medien & verlags GmbH unzulässig und

strafbar. Dies gilt besonders für Vervielfältigungen,

Übersetzungen, Mikroverfilmungen

und die Einspeicherung und Verarbeitung in

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immobilien investment 02/2025


6 NEWS ÖSTERREICH

6B47-KONKURS: FORDERUNGEN IN HÖHE VON

72 MILLIONEN ANGEMELDET

Prüfungstagsatzung am Handelsgericht: Bislang wurden 53 Millionen Euro anerkannt. Mangels

liquider Mittel wurde das Unternehmen insolvenzgerichtlich geschlossen.

MW-Architekturfotografie

Im Zuge der ersten Prüfungstagsatzung der Anfang

des Jahres in den Konkurs gerutschten 6B47

Real Estate Investors AG sind 72 Millionen Euro

an Forderungen angemeldet worden – ursprünglich

wurde der Wert Anfang Februar („immobilien

investment“ berichtete) mit 44 Millionen Euro angegeben.

Laut dem Kreditschützer KSV1870 habe

die Masseverwalterin Romana Weber-Wilfert von

den angemeldeten Forderungen 53 Millionen Euro

anerkannt, eingebracht von bislang 97 Gläubigern.

Darunter befinden sich auch nachrangige Forderungen.

Besonders relevant ist eine Anleihe über

20 Millionen Euro, für die – laut KSV1870-Repräsentantin

Tanja Schartel – im Rahmen einer Restrukturierung

im Jahr 2023 von einem kleinen Kreis

an Gläubigern eine qualifizierte Nachrangigkeitserklärung

unterzeichnet wurde. Überdies seien im

Rahmen der Restrukturierungsvereinbarung mit

den Finanzgläubigern vom Dezember 2023 sämtliche

wesentlichen Forderungen und Beteiligungen

der Gesellschaft verpfändet worden. Nicht verpfändet

oder abgetreten sind Forderungen in Höhe von

rund 2,9 Millionen Euro, die damit zur freien Insolvenzmasse

zählen dürften. Mangels liquider

Mittel wurde das Unternehmen mit Wirkung vom

27. Februar 2025 insolvenzgerichtlich geschlossen.

Flughafen Wien AG

pixabay.com

SIGNA

TUI VERLEGT UNTERNEH-

MENSZENTRALE AN DEN

FLUGHAFEN WIEN

Der Reiseveranstalter TUI Österreich

hat seine Unternehmenszentrale an

den Flughafen Wien verlegt. Die neuen

Büroflächen befinden sich im Office

Park 4 der AirportCity. Rund 120 Mitarbeiter

arbeiten ab sofort auf einer

Fläche von etwa 1.600 Quadratmetern.

Gottfried Math, Geschäftsführer von

TUI Österreich: „Die Nähe zu unserem

Kerngeschäft, die exzellente Anbindung

und die moderne Infrastruktur

des Office Park 4 bieten die besten

Voraussetzungen für eine erfolgreiche

Zukunft.“

VERMIETUNGSLEISTUNG

RÜCKLÄUFIG, LEERSTAND

BLEIBT NIEDRIG

Der Wiener Büromarkt verzeichnete im

ersten Quartal 2025 eine rückläufige Vermietungsleistung.

Laut dem aktuellen

Bericht des Vienna Research Forum wurden

34.062 Quadratmeter an modernen

Büroflächen neu- oder vorvermietet – ein

Rückgang von 12,43 Prozent im Vergleich

zum Vorquartal. Trotz dieser Entwicklung

blieb der Leerstand mit 3,77 Prozent weiterhin

auf niedrigem Niveau. Von den

gemeldeten Abschlüssen entfielen 75,87

Prozent (25.843 Quadratmeter) auf Neuvermietungen

und 24,13 Prozent (8.220

Quadratmeter) auf Vorvermietungen.

VIRIDIS REAL ESTATE

KAUFT GRUNDSTÜCK IM

QUARTIER MUTHGASSE

Die britische Viridis Real Estate hat ein

Grundstück im Quartier Muthgasse von

der in Abwicklung befindlichen SIGNA

Development erworben. Das berichtet EHL

Investment Consulting, das diese Transaktion

vermittelt hat. Das rund 3.200 Quadratmeter

große Grundstück befindet sich

in Nähe zur U-Bahn-Station Heiligenstadt

– Viridis plant dort 270 Serviced Apartments

mit einer Bruttogeschoßfläche von

rund 12.700 Quadratmetern. Die Apartments

sollen unter der unternehmenseigenen

Marke „Lumis“ betrieben und

langfristig im Bestand gehalten werden.


NEWS ÖSTERREICH 7

INVESTMENTMARKT: UNSICHERHEITEN DÄMPFEN

RISIKOBEREITSCHAFT ERHEBLICH

Das Investmentvolumen lag mit 270 Millionen Euro deutlich unter dem Wert von 2024. Investoren

würden zwar sondieren, bei konkreten Abschlüssen zeigen sie sich aber zurückhaltend.

Die nach wie vor unsichere geopolitische Lage

– nun zusätzlich verstärkt durch die unberechenbare

Zollpolitik von US-Präsident Donald

Trump – hat der Investitionsbereitschaft im Sektor

Immobilien einen weiteren Dämpfer verpasst,

wobei sich die Investoren ohnehin schon mit restriktiven

Kreditvergaben seitens der Banken und

der angespannten wirtschaftlichen Lage in Europa

herumschlagen müssen. Das lässt sich auch aus

den Transaktionszahlen für das erste Quartal herauslesen,

die trotz verstärkten Interesses unter den

Erwartungen geblieben sind. Laut einem Marktupdate

zum Immobilieninvestmentmarkt von EHL Investment

Consulting für das erste Quartal sind gerade

einmal 270 Millionen Euro in österreichische

Immobilien investiert worden – im Vergleichszeitraum

des Vorjahres waren es noch 504 Millionen

Euro gewesen. Zusätzlich belasten ein restriktiver

Sparkurs in Österreich sowie Unsicherheiten rund

um das deutsche Konjunkturpaket die Investitionsbereitschaft.

Viele Investoren würden den Markt intensiv

sondieren, zeigten aber Zurückhaltung bei

konkreten Abschlüssen, heißt es im Marktupdate.

Ebenso dürfte auch die Insolvenzwelle unter Projektentwicklern

nach Einschätzung der Branche bis

in den Herbst anhalten.

pixabay.com

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7. Mai 2025

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immobilien investment 02/2025

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8

NEWS ÖSTERREICH

CBRE: EINZELHANDEL LEICHT GEWACHSEN,

HERAUSFORDERUNGEN BLEIBEN

Retailmarktbericht 2025: stabilisierte Rahmenbedingungen, ESG-Kriterien gewinnen an

Bedeutung – Wien bleibt internationale Einkaufsmetropole.

BCE Beyond Carbon Energy CBRE

REALE FRAUENSACHE

Zwar verzeichnete der österreichische Einzelhandel

im Jahr 2024 ein inflationsbereinigtes

Umsatzplus von 0,5 Prozent, doch das Marktumfeld

bleibt laut dem aktuellen Retailmarktbericht

2025 des Immobiliendienstleisters CBRE herausfordernd.

Hohe Lohnkosten, gedämpfte Nachfrage

und wachsender Wettbewerbsdruck führten zu

steigenden Insolvenzen und sinkender Beschäftigung

– insbesondere im Sport- und Möbelhandel.

„Zentrale Themen bleiben die Rentabilität und

damit der Kostendruck“, erklärt Walter Wölfler,

Head of Agency & Sector Retail Austria bei CBRE.

Dennoch hätten 18 neue Marken den österreichischen

Markt betreten, darunter fünf im Luxussegment

wie Van Cleef & Arpels, Stone Island und

Plein Sport. Zu den Wachstumstreibern zählten

2024 die Gastronomie, Dienstleistungen sowie

der Lebensmitteleinzelhandel. Die Gastronomie

40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent

der CO 2 -Emissionen in Europa entfallen

auf Gebäude. Und dennoch nehmen Kapitalgeber

Abschläge für Brown Assets in Kauf – obwohl eine

zukunftsfähige Sanierung oft weitaus günstiger

wäre als der Wertverlust der Immobilie. Warum?

Weil sich Verantwortung nicht rechnet? Oder weil

der Blick für Potenziale fehlt?

Nachhaltiges Bauen heißt: Wärme und Kälte

neu zu denken. Regenerativ. Lokal. Emissionsfrei.

Und mit Blick nach vorn – künftig werden

wuchs erneut deutlich um 4,3 Prozent. Auch die

Supermärkte legten mit 1,7 Prozent zu. Diskonter

profitierten weiterhin vom Konsumverhalten in

wirtschaftlich unsicheren Zeiten – sowohl im

Food- als auch im Non-Food-Bereich. Gleichzeitig

gerieten kleinere Anbieter wie Nah&Frisch,

MPREIS oder UNIMARKT unter Druck. Der wachsende

Einfluss asiatischer Onlinehändler wie

Temu, Shein oder Alibaba verändere zudem die

Marktlandschaft nachhaltig. Die EU-Kommission

arbeitet laut dem Bericht bereits an regulatorischen

Maßnahmen. Die Bundeshauptstadt Wien

behauptete 2024 ihre Position als wichtigste Einkaufsdestination

Österreichs. Die Spitzenmieten

zogen angesichts hoher Nachfrage leicht um 2,8

Prozent auf 370 Euro pro Quadratmeter und Monat

an. Kleinere Einheiten erzielten vereinzelt

höhere Werte.

WERTFRAGE IMMOBILIEN:

WENN HALTUNG ZUM RENDITEFAKTOR WIRD

Dekarbonisierung ist kein Extra. Sie ist Pflicht: regulatorisch, ökonomisch – und eine Frage der

Haltung. Doch Prinzipien reichen nicht, wenn Kapital weiter in alte Strukturen fließt. Wer Klimaziele

ernst meint, muss Vermögenswerte neu bewerten: Der Wert von Immobilien wird künftig

maßgeblich über ihre Emissionen definiert.

VALERIE

HILLEBRAND

Corporate Communications,

Marketing &

Akquise, BCE Beyond

Carbon Energy

Holding GmbH sowie

SALON-REAL-Mitglied

wir mehr kühlen als heizen. Saisonale Energiespeicher

stabilisieren Energieflüsse über Monate.

Der Markt reagiert: Wer jetzt klug investiert,

kann Zukunftswerte heben – statt Abschläge zu

verwalten.

Transformation braucht Technik. Mut zur Entscheidung.

Und eine gemeinsame Sprache, die Herzen

wieder dort abholt, wo sie gerade sind. Vielleicht

ist es Zeit, unsere traditionellen Erzählungen

über Wert und Wachstum zu hinterfragen. Denn

eine Wirtschaft, die Natur und Geld versöhnen will,

wird sich nicht mehr über Expansion definieren,

sondern über Substanz und Qualität. Gerade in der

Immobilienwirtschaft. Die Zukunft fragt nämlich

nicht, ob wir bereit sind – nur, wer sie trägt.

PROMOTION

02/2025

immobilien investment


NEWS ÖSTERREICH 9

Süba

SÜBA-INSOLVENZ:

226 MILLIONEN EURO

SCHULDEN

Über das Vermögen der SÜBA AG wurde ein

Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung

beim Handelsgericht Wien eröffnet. Rund 100

Gläubiger sind betroffen.

Mit der Insolvenz der SÜBA ist eine weitere Millionenpleite

im Immobiliensektor zu beklagen. Wie der Kreditschützer

Creditreform mitteilt, ist ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung

beim Handelsgericht Wien eröffnet worden. Den

Aktiva von 8,66 Millionen Euro stehen Passiva von 226 Millionen

Euro gegenüber, betroffen sind rund 100 Gläubiger und zehn

Mitarbeiter. Die SÜBA will die – gesetzlich vorgesehene –Sanierungsquote

von 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren anbieten.

Zum Insolvenzverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt

Patrick Gensbichler bestellt, die Sanierungstagsatzung ist für

den 10. Juli angesetzt. Der Bauträger führte mehrere Faktoren

für die wirtschaftlichen Schieflage ins Treffen, darunter die angespannte

Lage in der Bau- und Immobilienbranche, steigende

Zinsen sowie die anhaltende Inflation. Die letzte veröffentlichte

Bilanz (Stichtag: 31. Dezember 2023) wies ein Aktivvermögen

von 118 Millionen Euro sowie einen Jahresfehlbetrag von 23,4

Millionen Euro aus. Der Alpenländische Kreditorenverband

(AKV) berichtet, dass die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der

1985 gegründeten SÜBA unter anderem auf die Verpflichtungen

aus einer Patronatserklärung gegenüber ihrer insolventen

Tochtergesellschaft zurückzuführen sind. Bereits im Dezember

2024 wurde über die SÜBA Bau und Projekterrichtungs GmbH,

der operativen Tochtergesellschaft der SÜBA AG, ein Insolvenzverfahren

eröffnet. Der Insolvenzantrag der SÜBA AG folgte nur

wenige Tage nach der Ankündigung des 100-Prozent-Eigentümers,

der Hallmann Holding um Klemens Hallmann, dem

Neubausegment den Rücken kehren zu wollen. Damals ließ

die Hallmann Holding auf „immobilien investment“-Nachfrage

schriftlich verlauten, dass Klemens Hallmann über dessen Holding

als Aktionär der SÜBA AG nicht in die Projektentwicklungen

und laufenden Geschäftsaktivitäten der SÜBA AG involviert

sei. Zudem heißt es, dass die Hallmann Holding als Aktionärin

auch nicht in das Einbringen des Insolvenzantrags für die SÜ-

BA-Tochtergesellschaft eingebunden gewesen sei.

BIG-KONZERN INVESTIERT KRÄFTIG

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat im Geschäftsjahr

2024 erstmals die Marke von einer Milliarde

Euro bei ihren Investitionen überschritten. Insgesamt

wurden 1,079 Milliarden Euro in den Neubau,

die Sanierung und die Instandhaltung österreichischer

Liegenschaften investiert. Die Umsatzerlöse stiegen

auf 1,533 Milliarden Euro (2023: 1,422 Milliarden Euro),

das operative Ergebnis (EBITDA) erhöhte sich auf 880,5

Millionen Euro (2023: 834,5 Millionen Euro). Der Wert

des Immobilienportfolios wuchs auf 18,2 Milliarden

Euro. Trotz der insgesamt positiven Entwicklung fiel

der Gewinn der Periode 2024 mit 884,5 Millionen Euro

niedriger aus als im Jahr davor.

CPI EUROPE STEIGERT

OPERATIVEN CASHFLOW

Die CPI Europe AG wies im Geschäftsjahr 2024 eine

deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung

auf. So verzeichnete das Immobilienunternehmen

Zuwächse bei allen wesentlichen Kennzahlen.

Die Mieterlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr um

10,4 Prozent auf 589,2 Millionen Euro. Das Ergebnis aus

dem Assetmanagement erhöhte sich um 17,0 Prozent

auf 489,6 Millionen Euro. Das operative Ergebnis konnte

um 43,3 Prozent auf 408,7 Millionen Euro gesteigert

werden. Der operative Cashflow (FFO 1 nach Steuern)

stieg um 20,2 Prozent auf 274,5 Millionen Euro.

CA IMMO WÄCHST OPERATIV

Die CA Immo hat 2024 ihre operativen Kennzahlen in

einem herausfordernden Marktumfeld verbessert. Der

operative Cashflow (FFO I) stieg um fünf Prozent auf

120,0 Millionen Euro und übertraf damit das selbst gesteckte

Jahresziel von über 105 Millionen Euro deutlich.

Trotz des schwierigen Marktumfelds konnte die

CA Immo die Vermietungsquote signifikant auf 93,1

Prozent steigern. Das EBITDA belief sich auf 174,8 Millionen

Euro und lag damit 46 Prozent unter dem Vorjahreswert.

UBM: KEINE DIVIDENDE FÜR 2024

Die UBM Development AG hat das Geschäftsjahr 2024

zwar solide abgeschlossen, Dividende gibt es aber keine.

Der Verzicht wird als vorsorgliche Maßnahme in

Anbetracht der Branchenlage sowie als Zeichen der

Solidarität mit allen Stakeholdern begründet. Wie aus

dem aktuellen Geschäftsbericht hervorgeht, verfügte

das Unternehmen zum Jahresende über liquide Mittel

in Höhe von 199,5 Millionen Euro und eine Eigenkapitalquote

von 29,1 Prozent. Trotz eines herausfordernden

Marktumfelds im Immobiliensektor konnte das

Ergebnis vor Steuern auf minus 23,2 Millionen Euro

reduziert werden – ein Rückgang des Verlusts um mehr

als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

immobilien investment 02/2025


10

NEWS DEUTSCHLAND

POCKET HOUSE GOES

BERLIN

International Campus

STARTSCHUSS FÜR THE FIZZ

IN LUDWIGSHAFEN

Die International Campus Group

(IC) hat die Bauarbeiten für das

Studierendenwohnhaus im neuen, gemischt

genutzten Ludwigs-Quartier in

Ludwigshafen abgeschlossen. Das nach

hohen Nachhaltigkeitsstandards errichtete

Gebäude, das 337 voll ausgestattete

Apartments sowie 135 Pkw- und 380

Fahrrad-Stellplätzen beherbergt und

zahlreiche Gemeinschaftsflächen bietet,

wird nun unter der Marke „The Fizz“

sukzessive in den Betrieb überführt. Die

Anmietung ist ab dem 1. Juli 2025 möglich,

die vollständige Eröffnung erfolgt

im August. Die monatlichen Mietpreise

beginnen bei 765 Euro all in.

Paul Bauer

Das österreichische Proptech-Unternehmen

Pocket House expandiert

nach Berlin und bietet damit nun

seine innovativen Produkte auch

dem deutschen Immobilienmarkt

an. Mit der Eröffnung des Berliner

Büros hat sich Pocket House Esther

Schwedler, eine gelernte Stadtplanerin

mit Expertise an der Schnittstelle

zwischen Standortaufbau,

Objekt, Betriebskonzeption und

Verwertung, geholt. Gemeinsam

mit der Geschäftsführerin Simone

Rongitsch wird sie die Projekte und

Kunden in Deutschland betreuen.

GRÜNE SANIERUNGEN

IN HAMBURG

Deutsche Logistik Holding

NEUER MIETER IM GEWERBECAMPUS

IN DELMENHORST

Die Deutsche Logistik Holding (DLH)

konnte das Großhandelsunternehmen

JMV Möbelhandel Altinboga

als neuen Mieter für den Gewerbecampus

in Delmenhorst gewinnen.

Mit den modernen Lager- und Büroflächen

von 1.400 Quadratmetern findet

das Unternehmen, das eine breite

Palette an hochwertigen Polstermöbeln

offeriert, optimale Bedingungen vor,

um seine Geschäftsaktivitäten erfolgreich

auszubauen. Dadurch soll auch

die wirtschaftliche Entwicklung der

Region gestärkt werden. Der Gewerbecampus

Delmenhorst, der direkt an

der Autobahn A28 gelegen und rund 14

Kilometer von Bremen entfernt ist, verfügt

über eine moderne Infrastruktur

und steht für eine nachhaltige und zukunftsorientierte

Entwicklung.

Die Deutsche Logistik Holding (DLH)

konnte das Großhandelsunternehmen

JMV Möbelhandel Altinboga

als neuen Mieter für den Gewerbecampus

in Delmenhorst gewinnen.

Mit den modernen Lager- und Büroflächen

von 1.400 Quadratmetern

findet das Unternehmen, das eine

breite Palette an hochwertigen Polstermöbeln

offeriert, optimale Bedingungen

vor, um seine Geschäftsaktivitäten

erfolgreich auszubauen.

Dadurch soll auch die wirtschaftliche

Entwicklung der Region gestärkt

werden. Der Gewerbecampus

Delmenhorst, der direkt an der

Autobahn A28 gelegen und rund 14

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und zukunftsorientierte

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02/2025

immobilien investment


NEWS DEUTSCHLAND 11

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immobilien investment 02/2025

GRAFENEGG


12 NEWS INTERNATIONAL

CPI EUROPE:

VERKÄUFE IN WIEN

UND PRAG

Idealab Hotel Ramada Prague CZ

CPI Europe hat im Rahmen seiner

strategischen Portfoliooptimierung

Immobilienverkäufe in Wien und

Prag erfolgreich abgeschlossen. In

Wien wurden zwei Büroimmobilien

veräußert, in Prag das Hotel Ramada

sowie der Bürokomplex myhive

Pankrac House. Der Transaktionswert

betrug insgesamt rund 115

Millionen Euro und lag damit nahe

an der letzten Bewertung der Immobilien.

Der Nettoverkaufserlös belief

sich auf rund 48 Millionen Euro. CPI

Europe wird auch in Zukunft gezielte

Verkäufe von Non-Core-Assets

durchführen.

UBM ÜBERNIMMT

TSCHECHISCHES

WOHNPROJEKT

KOMPLETT

Die UBM-Tochter UBM Development

Czechia hat ihre Beteiligung am

Wohnprojekt „Rezidence Na Plzence“

in Prag von 50 auf 100 Prozent

aufgestockt. Das Projekt „Rezidence

Na Plzence“ befindet sich im Prager

Stadtteil Smichov und umfasst

160 Wohnungen mit einer Bruttogeschoßfläche

von rund 12.000

Quadratmetern sowie 122 Tiefgaragenplätze.

Das 3.850 Quadratmeter

große Grundstück ist durch eine nahegelegene

Metro-Station und eine

Tram-Haltestelle gut an die städtische

Infrastruktur angebunden. Die

Bauarbeiten sowie der Vorvertrieb

haben begonnen, die Fertigstellung

ist für das zweite Quartal 2027 geplant.

TREI VERKAUFT DRITTES

MULTI-FAMILY-PROJEKT IN DEN USA

Trei Real Estate (Trei), ein internationaler

Projektentwickler und Assetmanager,

hat das Multi-Family-Projekt

„Queens Wedgewood Houston“ (Bild) in

Nashville, Tennessee, an einen US-Investor

veräußert und damit sein drittes

Multi-Family-Projekt in den Vereinigten

Staaten erfolgreich verkauft. Mit einem

Gesamtinvestitionsvolumen von rund

58 Millionen Euro umfasst das Objekt

220 Mietwohnungen. Zwischen Mai

Die CA Immo hat den Verkauf des Bürogebäudes

Bitwy Warszawskiej in

Warschau abgeschlossen. Das Gebäude

verfügt über eine Bruttomietfläche von

etwa 20.000 Quadratmetern und wurde

vor mehr als 20 Jahren errichtet. Bei

der Transaktion wurde die CA Immo

von CBRE und Greenberg Traurig, LLP

beraten. Über den Käufer gab es keine

Angaben. Laut Unternehmensangaben

2024 und Jänner 2025 hat Trei insgesamt

vier Multi-Family-Projekte in den

USA fertiggestellt. Parallel dazu starteten

im Juni 2024 die Bauarbeiten für

das neue Wohnprojekt „Chamberlain

House“ in Nashville. Das Projekt umfasst

345 Mietwohnungen und soll bis

2026 abgeschlossen sein. Das Gesamtinvestitionsvolumen

für diese fünf Projekte

beläuft sich auf ca. 406 Millionen

Euro.

CA IMMO VERKAUFT WARSCHAUER

BÜROGEBÄUDE

stehe die Veräußerung im Einklang

mit der langfristigen Investitionsstrategie

der CA Immo, im Rahmen derer

Liegenschaften veräußert werden, die

hinsichtlich Assetklasse, Lage, Gebäudequalität,

Alter oder Wertschöpfungspotenzial

nicht dem Kerngeschäft entsprechen.

Stattdessen fokussiere man

sich auf große, moderne Class-A-Büroimmobilien

in innerstädtischen Lagen.

CA IMMO Trei Real Estate

02/2025

immobilien investment


NEWS Bezugsfertig! ÖSTERREICH 13

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14 NEWS FINANZEN

pixabay

European Union

GOLD:

VERWIRRENDER

RÜCKSETZER

Auch hartgesottene Börsianer

staunten nicht schlecht: Der

von Trump eröffnete Zoll- und Handelskrieg

schickte nicht nur Aktien

in den Keller – auch der Goldpreis

wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Das ist verwunderlich, weil das

Edelmetall als Krisenwährung gilt

und von einem Börsencrash profitieren

sollte. Erklärungen für die

Schwäche liegen in einer schlichten

Panikreaktion und „erzwungenen Liquidationen“.

Letzteres soll heißen:

Einige Investoren machten bei Gold

Kasse, um Verluste aus dem Aktiengeschäft

auszugleichen, sie brauchten

einfach Cash.

Daniela Sabin Hathorn, Senior

Analyst bei Capital.com, blickt

jedenfalls zuversichtlich in die Zukunft:

„Trotz des Ausverkaufs bleiben

die Fundamentaldaten für Gold

intakt. Geopolitische Spannungen,

ein schwaches Wachstum und Zinssenkungserwartungen

könnten die

Nachfrage mittelfristig wieder ankurbeln.

Tatsächlich hat sich Gold

schon stärker erholt als Aktien. Die

Deutsche Bank hat ihre Goldpreisprognose

für 2025 und 2026 auf

3.139 US-Dollar bzw. 3.700 US-Dollar

pro Feinunze angehoben. Die vorhergehende

Einschätzung fiel mit

2.725 und 2.900 US-Dollar deutlich

dürftiger aus.

EUROPA VS. USA

Bereits seit Monaten raten Finanzexperten

dazu, von US-amerikanischen

in europäische Aktien umzuschichten.

Hauptargument sind die

deutlich höheren Bewertungen jenseits

des großen Teichs und die (leichte) Renaissance

der EU-Wirtschaft. Tatsächlich

haben die europäischen Börsen

ihre US-Pendants seit Jahresbeginn

outperformt. Das könnte sich aber bald

ändern, meint Bruno Lamoral, Portfoliomanager

bei DPAM: „Die angekündigten

Erhöhungen der öffentlichen Ausgaben

in Europa ließen die langfristigen Zinsen

stark ansteigen. Das wiederum dämpft

BÖRSEN:

„TRUMP-HAMMER“

SAUST NIEDER

Der sogenannte Liberation Day

nahm alle Börsen in Geiselhaft –

ein rabenschwarzer Tag für die Kapitalmärkte.

Der „Zoll-Hammer“ schlug noch

heftiger zu als befürchtet und ließ die

Indizes rund um den Globus nach unten

purzeln. Inklusive der Wall Street. Das

und die heftigen Gegenreaktionen Europas

sowie Chinas könnten Trump zum

Einlenken bewegen, tatsächlich hat er

die Zölle nun aufgeschoben. Das führte

zu einer leichten Stabilisierung der Aktienkurse.

Wie geht es, auch angesichts

der Unberechenbarkeit des Enfant terrible

im Weißen Haus, weiter?

Monica Defend, Leiterin des Amundi

Investment Institute, analysiert: „Die

die zukünftigen Ausgaben des Privatsektors.

In der Regel wirken sich diese

verschärften finanziellen Bedingungen

innerhalb von zwei bis drei Monaten negativ

auf die Konjunktur aus. Möglicherweise

das Ende der Outperformance

europäischer Aktien.“

Für Investoren, die in folgender

Hinsicht keine moralischen Bedenken

haben, gibt es einen Sonderweg: Europäische

Rüstungsaktien befinden sich

– abgesehen vom April – im Aufwärtstrend.

So wird es wohl bleiben: Laut

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von

der Leyen soll das Projekt „ReArm Europe“

bis zu 800 Milliarden Euro in den

EU-Verteidigungssektor spülen.

Marktschwankungen dürften in den

nächsten Wochen hoch bleiben. Eine

deutliche Verlangsamung des Gewinnwachstums

ist jetzt wahrscheinlich,

weil die Kosten steigen könnten. Da die

Wahrscheinlichkeit zunimmt, dass sich

die Finanzsysteme in Richtung Abwärtsrisiken

bewegen, haben wir die Aktienquote

reduziert.“ Börsianer können jetzt

nur sagen: Danke, Donald!

pixabay

02/2025

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NEWS ÖSTERREICH 15

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16 NEWS PERSONAL

Sima Prodinger

MARIJA MARJANOVIC

GOES COLOURFISH

Die Wiener Investment- und Immobilienberatung

Colourfish hat Marija

Marjanovic als neues Teammitglied

an Bord geholt. Marjanovic bringt 15

Erfahrung in der Immobilienbranche

mit und wird sich auf Investmentobjekte

konzentrieren, insbesondere

auf Zinshäuser. Marjanovic

startete ihre Karriere im Bereich Finanzierung

von Großprojekten und

war in weiterer Folge in der Vermittlung

tätig, wobei sie auch zahlreiche

Führungspositionen innehatte.

VÖPE WÄCHST UM WEITERE

MITGLIEDER

Im Rahmen der jüngsten ordentlichen Mitgliederversammlung ist

das Präsidium der Vereinigung der Österreichischen Projektentwickler

(VÖPE) um zwei weitere Mitglieder gewachsen.

Im Zuge einer Ergänzungswahl wurden

Philipp Resl (P&R Verwaltungs GmbH, Tirol)

und Hans-Peter Weiss (Soravia, Wien)

in das bis 2027 gewählte Präsidium aufgenommen.

Das Gremium besteht nun

aus insgesamt neun Mitgliedern. „Die Erfahrung

von fünf Jahren VÖPE zeigt, wie

wichtig es ist, sich umfassend aufzustellen,

um auch der Arbeit in den Bundesländern

möglichst viel Raum und eine im

Präsidium verankerte Stimme zu geben“,

erklärte Präsident Andreas Köttl. Auch die

Entwicklung der Mitgliederzahlen spiegle

die Relevanz der Vereinigung wider, so

Geschäftsführer Alexander Pawkowicz:

„Die VÖPE wächst seit 2020 stetig und

besteht mittlerweile bereits aus 87 Mitgliedsunternehmen

– ein neuer Rekord.

Diese positive Entwicklung zeigt, wie

wichtig eine gemeinsame, starke Stimme

für unsere Branche ist. Die Stärksten unserer

Branche sind in der VÖPE vereint.“

beigestellt

beigestellt

GARBE Industrial Real Estate

ALBA Communications

HORST BLASBICHLER

VERSTÄRKT ASSET-MANAGE-

MENT-TEAM BEI EHL

NEUER GESCHÄFTSFÜHRER

FÜR IMMOSCOUT24

ÖSTERREICH

GARBE ERWEITERT

MANAGEMENT

Die EHL Gewerbeimmobilien GmbH erweitert

ihr Asset-Management-Team

mit Horst Blasbichler. Der 40-jährige

Immobilienexperte absolvierte ein Studium

der Unternehmensführung an der

FH Wien und bringt vielseitige Erfahrung

aus verschiedenen Bereichen der

Immobilienwirtschaft mit. Nach beruflichen

Stationen in der Hausverwaltung

und in der Vermarktung von Einzelhandels-

und Wohnimmobilien wechselte er

in die EHL Immobilien Gruppe. Dort war

er unter anderem im Center-Management

tätig und hat Qualifikationen als

Immobilienmakler, Immobilienverwalter

und Bauträger erworben.

Joseph Obiegbu übernimmt mit sofortiger

Wirkung eine Geschäftsführungsrolle

bei ImmoScout24 Österreich. Er

bildet künftig gemeinsam mit Markus

Dejmek die Doppelspitze der Online-Immobilienplattform,

berichtete Immo-

Scout24. Obiegbu folgt auf Ralf Weitz,

der sich in Zukunft auf seine Funktion

als Vorstandsvorsitzender der Scout24

SE konzentriert. In seiner neuen Rolle

soll Obiegbu die Verantwortung für die

Bereiche Finanzen, Personal, Marketing

und Customer Care übernehmen.

ImmoScout24 ist Teil der deutschen

Scout24-Gruppe und seit 2012 auf dem

österreichischen Immobilienmarkt aktiv.

Die GARBE Industrial Real Estate GmbH

erweitert ihre Führungsstruktur: Per sofort

übernimmt Peter Bartholomäus die

Position des Chief Investment Officers

(CIO), während Nicolai Soltau ab April

2025 als Head of Portfolio Management

in das Unternehmen einsteigt. Beide berichten

direkt an den Geschäftsführer

Jan Philipp Daun, so Logistikentwickler.

Daun: „Das Wachstum von GARBE

Industrial basiert auf einer klaren Strategie

und erfahrenen Mitarbeitern. Mit

Bartholomäus und Soltau setzen wir auf

zwei Experten, die unsere strategischen

Ziele optimal begleiten und vorantreiben

werden.“

02/2025

immobilien investment


immobilien investment 02/2025

NEWS ÖSTERREICH 17


18 KOLUMNE

NACH(HALTIG) GEDACHT

SUFFIZIENZ

Was brauchen wir wirklich? Das ist eine philosophische Frage, die je nach Blickwinkel anders

beantwortet werden kann. Die Sichtweise der ÖGNI basiert auf dem Erhalt unserer Lebensqualität,

unserer bebauten und unbebauten Umwelt. Es gibt auch andere Sichtweisen.

Value One

PETER ENGERT

ÖGNI-Geschäftsführer

Suffizienz – Effizienz – Nachhaltigkeit: Begriffe,

die zusammenhängen sollten, aber nicht

immer ganzheitlich betrachtet werden. Wir

können mit übermäßigem Materialeinsatz sehr effizient

sein, beschädigen damit aber den Gedanken

der Suffizienz. Wir können bei einem Gebäude unheimlich

viel einsparen, werden dann aber möglicherweise

nichts Nachhaltiges oder qualitativ

Hochwertiges schaffen. Nur wenn es gelingt, eine

Balance der drei Gedankenwelten in der Realisierung

herzustellen, haben wir ein Optimum erreicht.

Bei der ÖGNI arbeiten wir mit Experten und einem

scharfen Blick auf Suffizienz an der Durchforstung

unseres Zertifizierungssystems. Wir wollen mit

unserer Zertifizierung die Sanierung und Errichtung

nachhaltiger Gebäude unterstützen, wir analysieren

die Kosten anhand unserer Lebenszyklusanalyse, bewerten

Flexibilität und Wartbarkeit in Hinblick auf

Effizienz und lange Nutzungsfähigkeit. Ist all das, was

wir bewerten, auch wirklich nötig? Sind die Ziele auch

mit weniger Materialeinsatz erreichbar? Gibt es Bonuspunkte

für Investitionen, die gar nicht nötig sind?

Die Entscheidung darüber, was investiert wird, liegt

beim Zertifikatswerber, und wir maßen uns nicht an,

hier Obergrenzen vorzugeben. Mehr Investitionen

bedeuten aber nicht automatisch mehr Nachhaltigkeit

– Bonuspunkte sollten somit nur dann vergeben

werden, wenn über das notwendige Maß hinaus ein

erkennbarer Mehrwert geschaffen wird.

GEMEINSAME VERANTWORTUNG

Wir alle leben in einer sehr komfortablen Zone

und sind erschüttert, dass die Kombination aus

hohen Baukosten, hohen Grundstückspreisen und

mangelnder Investitionsfreude bzw. -fähigkeit den

Wohnbau – vor allem den leistbaren – fast zum

Erliegen gebracht hat. Die Mietpreisbremse der

neuen Regierung war dann nur mehr das Tüpfelchen

auf dem i. Es wäre an der Zeit, über Suffizienz

nachzudenken. Was brauchen wir wirklich? Muss

jeder Wohnbau im Kerngebiet einer Großstadt

Stell- oder Garagenplätze anbieten? Wo absehbar

ist, dass wir in ein paar Jahrzehnten nur mehr

einen Bruchteil davon wirklich brauchen werden?

Wer prüft alle Auflagen der Genehmigungsverfahren

auf Suffizienz? Durchforsten wir die neun

Bauordnungen Österreichs regelmäßig auf Unnötiges

oder Überholtes und überhaupt: Braucht ein

Neun-Millionen-Menschen-Staat tatsächlich neun

Bauordnungen? Wenn wir über die Kosten des Bauens

sprechen, sollte unser erster Ansatz sein, über

Suffizienz nachzudenken, denn sie hat viel mit

Wirtschaftlichkeit zu tun. Bitte nicht nach staatlichen

Interventionen rufen. Denn die sind mittelfristig

meistens schiefgegangen.

Was nie passieren darf, ist, die Qualität auf dem

Altar der Suffizienz zu opfern. Denn anders als in

den Jahrzehnten nach 1945 haben wir keine kriegsbedingte

Mangelwirtschaft, die Qualitätsgedanken

gar nicht ermöglicht hat. Wir brauchen nicht über

Verzicht zu sprechen, sondern sollten darüber diskutieren,

wie es uns effizient, suffizient und nachhaltig

gelingen kann, unseren Lebensstandard zu

erhalten, zu finanzieren und gleichzeitig Menschen

und Umwelt zu schützen. Das ist unsere gemeinsame

Verantwortung.

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02/2025

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NEWS ÖSTERREICH 19

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immobilien investment 02/2025


20 NEWS EVENTS

SUPER-TUESDAY:

RECHENZENTREN ALS

GLOBALER MEGATREND

Beim vergangenen Super-Tuesday der

Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft

drehte sich alles um das

Zukunftsthema Rechenzentren und

digitale Infrastruktur. Unter dem Titel

„Rechenzentren – Ein globaler Megatrend

streift Österreich“ diskutierten

Vertreter aus Immobilienwirtschaft

und IT-Branche über die internationale

Dynamik rund um Datacenter und die

zögerliche Entwicklung hierzulande.

Moderiert von Monika Rosen, Vizepräsidentin

der ÖAG diskutierten Markus

Colle (Styr-Group), Klemens Eiter (Porr

AG), Florian Slezak (Microsoft Österreich),

Ina Werner (Siemens Österreich)

und Alexander Windbichler (Anexia/

CISPE).

Charles Steiner

ÖAG

SMINO AFTERWORK

ZUM FLUGHAFEN WIEN

Der Flughafen Wien war diesmal Thema

des VBG smino After-Work-Event vergangene

Woche. Dieser bot den Teilnehmerinnen

und Teilnehmern eine spannende

Perspektive auf den Flughafen

Wien als eigenständige „kleine Stadt“.

Zentrales Thema der Event war die Rolle

digitaler Planungswerkzeuge wie BIM

(Building Information Modeling) und GIS

(Geoinformationssysteme) bei der Optimierung

des Flughafenbetriebs. Neben

den technischen Aspekten wurden auch

die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen

beleuchtet, die für den reibungslosen

Ablauf an einem internationalen

Drehkreuz essenziell sind.

Mila Zytka

02/2025

immobilien investment


NEWS EVENTS

21

EHL-BENEFIZKONZERT

BRACHTE ÜBER 110.000

EURO

helmut-photographie helmut-photographie

Ein restlos ausverkaufter Großer Saal im

Wiener Konzerthaus, ein musikalisches

Programm auf höchstem Niveau und

ein beeindruckendes Spendenergebnis:

Das EHL-Benefizkonzert 2025 brachte

insgesamt 111.050 Euro zugunsten des

CS Hospiz Wien ein. Unter der Leitung

von Emmanuel Tjeknavorian begeisterte

das Matrix Orchestra über 1.850

Gäste mit Werken von Beethoven und

Tschaikowsky. Gäste aus der Immobilienbranche,

Kultur, Wirtschaft und Politik

sorgten für ein hochkarätig besetztes

Publikum.

IMMOSCOUT24

WUZZEL-TURNIER

BRINGT IMMO-BRANCHE

ZUSAMMEN

Kürzlich fand das ImmoScout24 Wuzzel-Turnier

im Stadion Hohe Warte in

Wien statt. 32 Teams aus der Immobilienbranche

traten gegeneinander an,

um den Titel des Wuzzel-Champions

auszuspielen. Der Hauptpreis, eine Reise

für vier Personen zu einem Heimspiel

von Udinese in der italienischen

Serie A, wurde von fussballreisen.com

und ImmoScout24 bereitgestellt und

ging an das Team PR Strikers FG Immo

WKNÖ. Weitere Platzierungen erreichten

die Teams Volksbank-Aufwind 1,

Attensam-Wenn’s einer kann, Vienna,

Kiesling Lucky Shot, FORE, First Vienna

3SI Strikers und Pusta.

immobilien investment 02/2025


DIE MIPIM IM SPANNUNGSFELD

DER GEOPOLITIK

Eigentlich ist die MIPIM im Palais des Festivals in Cannes mehr ein Marktplatz für Projekte und die

Länder, die sie präsentieren. Doch die aktuellen geopolitischen Umbrüche überschatteten die

Messe, wenngleich die Branche versucht, das Beste daraus zu machen.

Von der Ausgelassenheit vergangener Jahre

war an der Croisette in Cannes dieses

Jahr wenig zu spüren. Nicht nur, dass das

Wetter einen gehörigen Strich durch die Rechnung

gemacht hat – zarte Anwandlungen von Sonnenstrahlen

wurden abrupt von mächtigen Regenwolken

durchbrochen, auch das eine oder andere Gewitter

rauschte während der MIPIM über das Palais

des Festivals. Das widrige Wetter hat zumindest

exakt die Stimmung auf der Messe untermalt. Ernüchtert

wegen des Regens, zarter Optimismus,

der sich in den wenigen Sonnenstrahlen auszudrücken

scheint. Optimistischer Realismus quasi. Der

auch angebracht schien, denn kaum prasselte der

Regen auf die Messeteilnehmer hernieder, tauchten

schon an allen Ecken und Enden in Cannes

Schirmverkäufer auf. Die machten wohl ein gutes

Geschäft.

SELBSTFINDUNG

Die Stimmung dämpfte auch, dass die geopolitischen

Spannungen seit Anfang dieses Jahres deutlich

zugenommen haben – die daraus resultierenden

wirtschaftlichen Schlagwellen waren bei der

35. Auflage der MIPIM allgegenwärtig. Der Annäherungsversuch

der USA unter Schon-wieder-Präsident

Donald Trump an russische Positionen hat

schmerzlich vor Augen geführt, dass die seit 80

Jahren währende Partnerschaft zwischen Europa

und den USA auseinandergeht. Und was auf der

MIPIM bereits absehbar war – Stichwort Strafzölle

–, ist nun mit Anfang April Realität geworden. Euro-

S. d‘HALLOY / E. MEGRET / IMAGE&CO

02/2025

immobilien investment


pa muss sich also selbst finden, sich quasi einen

Schutzschirm aufbauen. Was mit den jüngsten Ankündigungen

der EU, Abermilliarden in Rüstung zu

investieren, wohl auch passieren wird. Das kann

zwar die europäische Konjunktur antreiben – aber

eben auch die Inflation. In diesem Spannungsverhältnis

muss die Immobilienwirtschaft also

manövrieren, was auch Opportunitäten bringen

kann. Jedenfalls ist die Besucherschar auf der MI-

PIM etwas kleiner geworden, der Messeveranstalter

RX registrierte etwas mehr als 21.000 Besucher und

knapp 2.300 ausstellende Unternehmen, verteilt

auf etwas mehr als 300 Stände.

TURBULENTE ZEITEN FÜR

DIE IMMOBILIENWIRTSCHAFT

Keine Frage: Für die Immobilienwirtschaft, die zuvor

schon durch den rasanten Zinsanstieg ab Sommer

2022 gedrückt wurde, der nicht nur Neufinanzierungen

erheblich verteuert hat, sondern auch die Zinsen

für bestehende Verbindlichkeiten anschwellen ließ,

sind die Herausforderungen immens – auch vor dem

Hintergrund, dass die Nachfrage nach Immobilieninvestments

deutlich gesunken ist. Mit den Strafzöllen

durch Trump 2.0 kommen nun auch Konjunktursorgen

hinzu – denn Import und Export werden

damit schlagartig teurer, was möglicherweise die

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immobilien investment 02/2025

EIN UNTERNEHMEN DER WIENER STADTWERKE GRUPPE.


24 GASTKOMMENTAR

S. d‘HALLOY / E. MEGRET / IMAGE&CO Charles Steiner

Das Wetter auf

der MIPIM war

wechselhaft – so

wie die Stimmung.

Die Sonne kam nur

kurz hervor, Regen

war allgegenwärtig.

MIPIM 2025 IN ZAHLEN

Teilnehmer: 21.327

davon Aussteller: 9.506

Top drei Business

Investoren: 2.818

Developer: 1.999

Real Estate Services & Suppliers: 1.650

Inflation wieder anheizt, sich aber auch negativ auf

die Performance von Gewerbeimmobilien auswirken

kann. Das verringert die Risikofreude. Von größeren

Deals im Rahmen der MIPIM war nichts zu bemerken.

Auch gab es die Meinung, dass die schrittweise

Senkung der Leitzinsen durch die EZB in der jetzigen

Situation ein jähes Ende finden könnte. Ohnehin

drohen mittlerweile die Refinanzierungsschwierigkeiten

von Developern, die in den letzten zweieinhalb

Jahren massiv Federn lassen mussten, auf die

Bestandshalter überzuschwappen. Denn Banken finanzieren

nur, wenn Nachhaltigkeitskriterien erfüllt

werden – und das kostet eben Geld. Und das ist oft

Top drei Länder/Regionen:

Europa:

3.325 (davon 11 % CEE)

Nordamerika: 416

Naher Osten: 391

bereits für die Bedienung von Zinsen draufgegangen.

Doch diese Investitionen müssen getätigt werden.

Denn, so der Eröffnungsredner Mario Draghi, ehemaliger

EZB-Präsident und früherer Ministerpräsident

Italiens: Die Dekarbonisierung sei für Europas

Zukunft entscheidend.

CHANCEN DURCH DIE GEOPOLITISCHE

KRISE?

Die gibt es durchaus, war der einhellige Standpunkt

auf der MIPIM. Denn die billionenschweren Infrastrukturmaßnahmen,

die von der EU-Kommission

getroffen werden, sowie die immer wahrscheinlich

werdende Abkoppelung von den USA machen bestimmte

Anlageklassen derzeit besonders interessant,

namentlich Rechenzentren und Logistikimmobilien.

Erstere gewinnen allein deshalb deutlich

an Fahrt, weil sich das Bewusstsein, wo und wie

man die exponentiell steigenden Datenmengen

verarbeitet und gespeichert wissen will, gewandelt

hat. Das Misstrauen gegenüber dem sogenannten

großen Bruder jenseits des großen Teichs veranlasst

viele, Daten – und diese sind nun mal sensibel

– lieber lokal zu speichern, anstatt sie den USA

anzuvertrauen. Das markiert die große Stunde der

Datencenter. Und die Logistik gewinnt, da – sofern

sich die europäische Sicherheitslage deutlich verschlechtert

(was derzeit leider anzunehmen ist) –

entsprechende Lieferketten vorhanden sein müssen.

Obwohl die Industrie derzeit alles andere als

geschmiert läuft, wollen nicht wenige Logistikentwickler

und Bestandshalter deshalb ihr Portfolio

ausbauen.

WAS WIRD MIT WOHNEN?

Zwar hat die Immobilienwirtschaft derzeit mit

vielen Schwierigkeiten zu kämpfen, was wiederum

die Möglichkeiten, neue Wohnprojekte zu errichten,

einschränkt, doch ist der Zuzug ungebrochen.

Nur wenige sind in der Lage oder willens,

in dieser Situation das Developmentrisiko auf

sich zu nehmen. Deutlich zu bemerken ist allerdings,

dass sich Investoren auf Wohnportfolios im

Bestand stürzen. Das schafft zwar keine neuen

Wohnungen, Anleger können aber von der Knappheit

an Wohnungen profitieren, nämlich durch

Renditen. Es bedarf wohl einer gemeinsamen

Kraftanstrengung von europäischer Politik und

Immobilienwirtschaft, diesen gordischen Knoten

zu lösen und mehr Wohnraum auf die Beine zu

stellen. Die MIPIM selbst widmete sich dem Thema

im Pre-Opening „Housing Matters!“, um dort die

Ausgangssituation, Zukunftsszenarien und mögliche

Lösungsvorschläge zu skizzieren. Als Ehrengast

hatte man den Londoner Bürgermeister Sadiq

Khan auf das Podium geholt, der seinerseits um

Investoren für die britische Hauptstadt warb.

CHARLES STEINER

02/2025

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MEHR ALS „NUR“ WOHNEN

Gemeinschaftsräume, Fitnessangebote, digitale Lösungen und ein Fokus auf Nachhaltigkeit –

diese und andere Extras machen Wohnprojekte in Österreich nicht nur lebenswerter, sondern

auch zukunftsfähig.

Die vom Künstler

André Heller gestalteten

Gartenund

Freiräume im

S+B-Wohnprojekt

„Am schönen Platz“

in Wien-Favoriten

laden mit Naschgärten,

Spielbereichen

und exklusiven

Glashäusern

zum Verweilen ein.

In den letzten Jahren hat sich das Wohnkonzept

in Österreich grundlegend gewandelt. Immer

mehr Menschen suchen nicht nur nach einem

Dach über dem Kopf, sondern auch nach einem Lebensraum,

der zusätzliche Extras bietet. Der Trend

zu sogenannten „Wohnen mit Mehrwert“-Projekten

ist unübersehbar und spiegelt sich nicht nur in der

Architektur, sondern auch in der Ausstattung und

den gemeinschaftlichen Angeboten wider.

GEMEINSCHAFTSRÄUME

ALS HERZSTÜCK DES WOHNENS

Eines der markantesten Merkmale moderner

Wohnprojekte sind die Gemeinschaftsräume. Diese

multifunktionalen Bereiche fördern den sozialen

Austausch und schaffen ein Gefühl der Zugehörigkeit.

Ob gemeinschaftliche Küchen, Loungebereiche

oder Hobbyräume – die Möglichkeiten sind

vielfältig. Besonders in urbanen Räumen, wo der

Platz oft begrenzt ist, bieten solche Gemeinschaftsflächen

den Bewohnern die Chance, miteinander

in Kontakt zu treten und ihre Freizeit aktiv zu gestalten.

Dachterrassen mit Blick über die Stadt sind

besonders beliebt und bieten den Bewohnern nicht

nur Erholung, sondern auch den kleinen Luxus, den

sich viele Menschen wünschen.

Ein gelungenes Beispiel für diese Trends sind

die Wiener Village-im-Dritten-Wohnprojekte „View

Homes“ und „Park Homes“ (ARE Austrian Real Estate

und UBM Development). Diese Projekte, die kürzlich

ihre Dachgleiche gefeiert haben, bieten 147

und 135 Eigentumswohnungen. Hier stehen den

Bewohnern Gemeinschaftsräume, Co-Working-

Spaces, hauseigene Fitnesscenter sowie Kinder-

und Jugendspielplätze zur Verfügung. In den „View

Homes“ laden zwei üppig begrünte Dachterrassen

und ein mit Bäumen, Blumenwiese und Sträuchern

bepflanzter Innenhof zur Erholung ein.

INNOVATIVE WOHNKONZEPTE FÜR

DIE ZUKUNFT

Das Projekt „Das Lee“ in Wien-Donaustadt, das bis

Anfang 2027 fertiggestellt werden soll, zeigt, wie

moderne Wohnkonzepte Familien ansprechen

können. Mit knapp 100 frei finanzierten Mietwohnungen

mit Kaufoption und einer großzügigen

Dachterrasse, die als Ort der Begegnung, zum gemeinsamen

Gärtnern und für Freizeitaktivitäten

www.oln.at

02/2025

immobilien investment


WOHNEN

27

dient, wird hier ein Lebensraum geschaffen, der

besonders für Lebensgemeinschaften mit Kindern

attraktiv ist. Ein autofreier Anger sorgt für eine

sichere Umgebung, während Spielplätze und ein

Kindergarten die Lebensqualität erhöhen. Geplant

sind darüber hinaus noch unter anderem eine Apotheke,

ein Café sowie zahlreiche Geschäfte für den

täglichen Bedarf, Gastronomiebetriebe sowie Bildungs-

und Betreuungseinrichtungen.

Im unmittelbaren Umfeld des Wiener Hauptbahnhofs

realisierte wiederum die BUWOG das

Projekt „DECK ZEHN“ mit 229 Wohneinheiten. Hier

zeichnen sich die Wohnungen durch großzügige

Balkonbänder aus, die einen privaten Freibereich

bieten. Vom kleinen Ein-Zimmer-Apartment bis zur

großen Maisonette-Wohnung gibt es unterschiedliche

Wohnungstypen für vielfältige Bedürfnisse. Der

gemeinschaftliche Workspace schafft die Möglichkeit,

komfortabel von zu Hause aus zu arbeiten,

während er gleichzeitig eine klare Trennung vom

privaten Wohnbereich bietet. So wird das Konzept

des Homeoffice neu interpretiert. Der begrünte

Dachgarten fördert nicht nur soziale Interaktionen,

sondern offeriert auch Rückzugsorte zur Entspannung.

Abgerundet wird das Angebot durch die

hauseigene Sauna und Bewegungsflächen auf dem

Dach, was „DECK ZEHN“ zu einem Paradebeispiel

für modernes Wohnen macht. „Wir sind sehr stolz

darauf, mit ‚DECK ZEHN‘ ein Projekt in einer der

aufstrebendsten Gegenden Wiens fertiggestellt zu

haben. ‚DECK ZEHN‘ bietet attraktiven, modernen

Wohnraum, der optimal sowohl auf die privaten als

auch auf die gemeinschaftlichen Bedürfnisse der

Bewohnerinnen und Bewohner eingeht. Hier wird

durch zahlreiche Features tatsächlich das soziale

Leben unterstützt und eine Basis für die Hausgemeinschaft

geschaffen“, so BUWOG-Geschäftsführer

Andreas Holler.

Ein weiteres Beispiel für innovative Wohnkonzepte

ist das Projekt „Am schönen Platz“, speziell

Neben den individuellen

Wohnmöglichkeiten

gibt

es im ÖSW-Projekt

„Das Lee“ im 22.

Wiener Gemeindebezirk

zahlreiche

Gemeinschaftsangebote,

die das

Leben im Quartier

bereichern, etwa

eine große Dachterrasse.

Schreiner Kastler

Visualisierung: Patricia Bagienski-Grandits

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Mit den View

Homes entstehen

künftig nachhaltige

Eigentumswohnungen

im

neuen Stadtquartier

Village im Dritten.

Mit Extras wie

einem hauseigenen

Fitnesscenter oder

Gemeinschaftsräumen

sind sie für

künftiger Bewohner

besonders attraktiv.

Zusatzleistungen

wie etwa Gemeinschaftsräume

oder

Fitnessräumlichkeiten

(im Bild das

WINEGG-Projekt

„Fahrbachgasse

6-8“) gewinnen

bei der Selektion

von Wohnungen

zunehmend an

Bedeutung.

Bauteil 10, auch bekannt als Haus H „Am Kräutergarten“.

In Wien-Favoriten entstehen bis Mitte 2025

acht exklusive Wohneinheiten, deren Wohnflächen

zwischen 80 und 120 Quadratmetern bieten. Zwei

der Wohnungen verfügen sogar über ein privates

Schwimmbad, was den Bewohnern ein unvergleichliches

Wohngefühl bietet. Die architektonische Gestaltung

überzeugt durch lichtdurchflutete Räume

mit raumhohen Fenstern und großen Glaselementen,

die nicht nur spektakuläre Ausblicke bieten,

sondern auch die Natur ins Innere bringen. Ein

moderner Lift mit einer Video-LED-Decke sorgt für

einen eleganten Zugang zu den oberen Etagen und

ermöglicht es den Bewohnern, das begehbare Dach

zu erreichen, das mit üppigen Bäumen begrünt ist

und einen Rückzugsort im Freien bietet. Die Garten-

und Freiraumgestaltung zwischen den Gebäuden

wird durch den renommierten Universalkünstler

André Heller geprägt und umfasst Naschgärten,

Spielbereiche und exklusive Glashäuser für private

Feiern. Ein besonderes Highlight ist die Statue „Gruß

aus Marokko“, die auf einem kunstvoll gestalteten

„Fliesenteppich“ thront und dem Ensemble eine

einzigartige künstlerische Note verleiht.

DIGITALISIERUNG ALS SCHLÜSSEL

ZUM KOMFORT

Die Digitalisierung hat auch im Wohnbereich Einzug

gehalten. Immer mehr Immobilienentwickler setzen

auf digitale Apps, die das Wohnen komfortabler

und effizienter gestalten. Diese Anwendungen ermöglichen

die Buchung von Gemeinschaftsräumen

wie auch die Verwaltung von Paketzustellungen

und Wartungsanfragen. Smart-Home-Technologien

bieten den Bewohnern eine zentrale Steuerung

ihrer Geräte und tragen zur Effizienz des Wohnmanagements

bei. Bewohner können beispielsweise

über eine App Benachrichtigungen zu Paketlieferungen

erhalten oder den Gemeinschaftsraum für

private Feiern reservieren.

Das WINEGG-Projekt „Fahrbachgasse 6-8“

wurde Anfang 2025 fertiggestellt und kombiniert

hochwertige Eigentumswohnungen mit smarten

Technologien. Eine digitale Hausverwaltung

und eine Video-Gegensprechanlage, die über das

Smartphone bedient werden, sorgen für zusätzlichen

Komfort. Gemeinschaftsräume und ein Outdoor-Kinderspielplatz

fördern die Nachbarschaftsbildung

und bieten Raum für soziale Interaktionen.

NACHHALTIGKEIT IM FOKUS

Ein immer wichtigerer Aspekt moderner Wohnprojekte

ist die Nachhaltigkeit. Immer mehr Bauvorhaben

setzen auf energieeffiziente Lösungen und

umweltfreundliche Materialien. Projekte wie das

STRABAG-Real-Estate-Wohnprojekt „Soley“ in der

Leystraße in Wien-Brigittenau, das 53 Eigentumswohnungen

umfasst und im Juni 2025 fertiggestellt

wird, setzen auf „grüne“ Maßnahmen. „Das ‚Soley‘

versorgt sich teilweise über eine Photovoltaikanlage

mit Strom und ist dank Grundwasserpumpe

in puncto Heizung von Fernwärme oder fossilen

Brennstoffen unabhängig“, berichtet Lukasz Kujawa,

Bereichsleiter Wohnbau von STRABAG Real

Estate Österreich. „Das grüne Konzept wird durch

den Einsatz von CO 2 -reduziertem Beton abgerundet.

Darüber hinaus bietet das Projekt auch einen

Gemeinschaftsraum mit Büro- und Besprechungsboxen

sowie einen Fitnessraum.“

02/2025

immobilien investment


WOHNEN

29

Ein weiteres Beispiel ist das Projekt „ein viertel

grün“ in Wiener Neustadt, das bis 2027 finalisiert

werden soll. Hier wird nicht nur – etwa mit Photovoltaikanlagen

– auf eine energieeffiziente Bauweise

geachtet, sondern auch auf eine Grünflächenplanung

(inklusive geplanten begrünten Dächern),

die den Bewohnern Erholungsräume bietet und zur

Biodiversität beiträgt. Das neue Viertel entsteht

auf dem ehemaligen Stadionareal und soll künftig

rund 500 hochwertige Wohnungen für ca. 1.200

Menschen beherbergen, die allesamt von einer

guten Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz

und einer Topinfrastruktur mit sehr nahe gelegenen

Einkaufsmöglichkeiten profitieren.

Der gemeinnützige Bauträger Heimat Österreich

errichtet auf den Baufeldern 3 und 4 geförderte

Eigentumswohnungen sowie auf Baufeld 5

geförderte Mietwohnungen. Bereits im September

2025 werden die ersten Wohnungen übergeben. Geschäftsführerin

Sandra Bauernfeind unterstreicht

die Bedeutung des Projekts: „Heimat Österreich

setzt mit ‚ein viertel grün‘ einmal mehr ein Zeichen

für nachhaltigen und leistbaren Wohnraum. Unser

Ziel ist es, nicht nur hochwertigen Wohnraum zu

schaffen, sondern auch eine Umgebung, die langfristig

Lebensqualität sichert.“ Ergänzt wird das

Angebot durch weitere geförderte und frei finanzierte

Miet- und Eigentumswohnungen, für welche

die Bauträger Alpenland und EGW verantwortlich

zeichnen.

FAZIT

Wohnen mit Mehrwert bedeutet mehr als nur eine

Wohnung zu besitzen. Es geht darum, Lebensräume

zu schaffen, die den Bedürfnissen der Menschen

gerecht werden, und gleichzeitig soziale Interaktionen

zu fördern. Die Projekte, die in Öster reich

realisiert werden, setzen Maßstäbe für ein modernes,

nachhaltiges und gemeinschaftliches Wohnkonzept.

CAROLIN ROSMANN

Gemeinschaftsflächen,

der Co-Working-Space

und

die hauseigene

Sauna runden das

BUWOG-Wohnprojekt

„DECK ZEHN“

wertvoll ab.

Stephan Huger

3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS

22.10.2025 // PALAIS BERG // WIEN

USING CHANGE AS AN OPPORTUNITY – WANDEL ALS CHANCE NUTZEN

Der 3. Internationale immobilien investment Kongress, der am 22.10.2025 im Palais Berg stattfindet, soll eine Plattform

bieten, um nationale und internationale Immobilienprofis miteinander zu vernetzen und gleichzeitig wertvolle Einblicke in die

weitere Entwicklung der Immobilienbranche geben.

TOP-SPEAKER VON 2024 MEINEN

„Beeindruckendes Format im

wunderschönen Wien! Es war

super spannend, sich mit hochkarätigen

Branchenkollegen zu Themen, die die

Immobilienwirtschaft bewegt, auszutauschen!

LISA BENNEWITZ

Geschäftsführerin

Round Hill Capital Deutschland

„Der Kongress war eine überzeugende

Veranstaltung mit sehr interessanten

Panels mit unterschiedlichen Perspektiven

auf die Immobilieninvestments und deren

Umfeld. Ich freue mich auf die Veranstaltung im

kommenden Jahr!

THOMAS SCHOBER

Geschäftsführer

LHI Kapitalverwaltungsgesellschaft

„Mir hat der 2. Internationale Immobilien

Investment Kongress in Wien sehr gut

gefallen. Das Programm war vielseitig, die

Teilnehmer hochkarätig und es gab ausreichend

Raum für Networking. Ich möchte außerdem

insbesondere die professionelle Organisation

hervorheben.

FRANCESCO FEDELE

CEO, BF.direkt AG

immobilien investment 02/2025

kongress.immobilien-investment.at


30 INTERVIEW

DURCHHALTEVERMÖGEN IST GEFRAGT

Mit der Anlage „YOU2“ im Wiener Projektareal Oberes Hausfeld entstehen bis Ende 2026

attraktive Wohnungen, die den künftigen Bewohnern das gewisse Extra bieten. Welche das sind

und welche Trends sich am heimischen Markt bemerkbar machen, erläutert KIBB-Immobilien-

Geschäftsführer Thomas Auböck.

wohl mit einem Anstieg der Baukosten zu rechnen.

Für die Preisentwicklung von Neubauimmobilien

bedeutet das, dass das Niveau nach Jahren der Stagnation

wieder zu steigen beginnen wird.

Wie hat sich die Strategie von KIBB Immobilien in

den letzten Jahren entwickelt? Welche Ziele verfolgen

Sie aktuell?

Wir haben Ende 2024 mit dem Bau unseres

neuen Projekts „YOU2“ im Stadtentwicklungsgebiet

Hausfeld begonnen. Es handelt sich für uns um den

ersten Baustart nach rund drei Jahren, in denen wir

sehr zurückhaltend agiert haben. Wir haben weitere

Projekte in der Pipeline und beobachten derzeit

sehr genau, wie sich die Marktlage verändert und

ob die Zeit schon reif für weitere Baubeginne ist.

Das angesprochene Projekt „YOU2“ wird im Sommer

2026 fertiggestellt. Was macht das Projekt besonders,

und was bringt den Bewohnern einen

„Mehrwert“?

Thomas Auböck

KIBB-Immobilien

Geschäftsführer

Wie beurteilen Sie die aktuelle Entwicklung des

österreichischen Wohnungsmarkts?

THOMAS AUBÖCK: Die Lage am österreichischen

Wohnungsmarkt bleibt auch im Jahr 2025

angespannt, sowohl für Bauträger als auch für

potenzielle Wohnungskäufer und Mieter. Zwar hat

sich das allgemeine Stimmungsbild in der Immobilienbranche

im abgelaufenen Jahr verbessert, und

viele blicken wieder positiver in die Zukunft als zuvor,

doch die Neubautätigkeit bewegt sich ebenso

wie die Anzahl der Wohnungsverkäufe weiterhin

auf einem niedrigen Niveau. In einer solchen Situation

ist Durchhaltevermögen gefragt, und es zeigt

sich, welche Bauträger in der Vergangenheit seriös

kalkuliert und ihre finanziellen Möglichkeiten richtig

eingeschätzt haben. Die Marktbereinigung wird

sicher noch bis in das kommende Jahr hinein andauern.

Wie schätzen Sie die Preisentwicklung ein?

Hinsichtlich der Preisentwicklung sehe ich,

dass sich die Baukosten auf einem stagnierenden

Niveau bewegen. Mit einer markanten Reduktion

der Baukosten in der Zukunft rechne ich nicht, zumal

die Lohnkosten rund 50 Prozent der Baukosten

ausmachen und diese inflationsabhängig auch in

den nächsten Jahren weiter steigen werden. Im Gegenteil:

Sobald die Bautätigkeit wieder anzieht, ist

Im Oberen Hausfeld entsteht direkt an der Linie

U2 in den nächsten Jahren ein neues Stadtentwicklungsgebiet

für insgesamt ca. 9.000 Bewohner.

Allein die Bauphase eins, in der auch das Projekt

„YOU2“ liegt, umfasst 1.500 Wohnungen. Dementsprechend

wird auch ein breites Angebot an Infrastruktur

entstehen. So stehen wir derzeit kurz vor

Abschluss eines Mietvertrags mit einer großen Supermarktkette,

die in unserem Gebäude eine Filiale

eröffnen wird. Daneben wird es weitere Geschäfte,

Gastronomie, Kindergärten, einen Schulcampus

und Einrichtungen des täglichen Bedarfs geben. Die

Highlights sind aber sicherlich der neu entstehende

Albert-Schultz-Park, der für einen unverbaubaren

Ausblick aus unseren Wohnungen sorgt, sowie die

nur drei Gehminuten entfernte U-Bahn-Station

„An den alten Schanzen“, die gleichzeitig mit der

Fertigstellung der Wohnbauten im Hausfeld in Betrieb

genommen wird. Bei der Projektierung von

„YOU2“ setzen wir auf die gewohnten Qualitätsund

Ausstattungsstandards. Das Projekt wird nach

höchsten ökologischen Standards errichtet und

mit klimaaktiv Gold zertifiziert. Außerdem steht

den Bewohnern ein breites Angebot an Gemeinschaftsflächen

zur Verfügung, das von Gemeinschaftsräumen

über einen großen Wellness- und

Fitness bereich bis zu einer sehr großen Allgemeinterrasse

reicht. CAROLIN ROSMANN

Manfred Burger

02/2025

immobilien investment


INTERVIEW

31

KLARER WETTBEWERBSVORTEIL

Mit kreativen Konzepten und hohen Qualitätsansprüchen hält der Aufwind am Wiener

Hotelimmobilienmarkt an, meint Norbert Kettner, CEO WienTourismus.

Wie würden Sie die aktuelle Entwicklung des Hotelimmobilienmarkts

in der Bundeshauptstadt

beschreiben?

NORBERT KETTNER: Nach kurzfristigen Einbrüchen

während der Pandemie und damit einhergehenden

Neueröffnungen kam es zu einem beeindruckenden

Re-Start des Städtetourismus mit einem

deutlichen Qualitätsschub in der Wiener Hotellerie.

Insbesondere die Entwicklungen im Luxusbereich

sind für den Wiener Hotelmarkt erfreulich, die

Stadt verfügt aktuell über 25 Hotels im Fünf-Sterne-Bereich.

Außerdem sind knapp 60 Prozent der

Wiener Hotelbetten den oberen Kategorien (vier und

fünf Sterne) zuzuordnen. Das bedeutet gerade für

die zielgruppengerechte Ansprache der Luxusgäste

einen enormen Push und ist sehr wichtig für Wien

als hochrangige Kulturmetropole und Meeting-Destination.

Mit Stand Ende 2024 verfügt Wien über ein

WienTourismus / Peter Rigaud

Fünftel mehr Bettenkapazität als noch vor der Pandemie

2019. Darüber hinaus weist Wiens Städtetourismus

im Ganzjahresvergleich die höchste Zimmerauslastung

Österreichs auf, zwei Drittel (69 Prozent)

der Städtenächtigungen entfielen 2024 auf Wien. In

Summe verfügt die Stadt über circa 81.900 Betten in

rund 40.900 Zimmern von 433 Hotelbetrieben.

Wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit für Investoren

im Hotelimmobiliensektor?

Nachhaltigkeit ist nicht nur in ökologischer

Hinsicht und in Zeiten des Klimawandels wesentlich,

sondern auch in ökonomischer und sozialer

Hinsicht. Bei der Mitarbeiter-Akquise spielt soziale

Nachhaltigkeit eine tragende Rolle, denn faire

Arbeitsangebote und nachhaltige Qualitätsversprechen

bringen qualifizierte Mitarbeiter, die langfristig

in den Betrieben beschäftigt sind. Auch der

Klimaschutz wird klarerweise immer wichtiger. Die

Nachfrage nach ressourcenschonendem Reisen

nimmt stark zu, immer mehr Betriebe stellen deshalb

die ökologische Nachhaltigkeit in den Fokus.

2024 waren bereits 192 touristische Betriebe in Wien

umweltzertifiziert: von Hotels bis zu Institutionen

wie Museen und Gastronomiebetrieben. Sie tragen

entweder das Österreichische Umweltzeichen oder

ein international beglaubigtes Umweltzertifikat.

Welche Risiken sehen Sie im aktuellen Marktumfeld,

und wo sehen Sie die größten Chancen für

Investoren?

Investments sind unter dem Blickwinkel der

geopolitischen Lage und der europaweit herausfordernden

gesamtwirtschaftlichen Situation

zu betrachten, da sich deren Auswirkungen sehr

unmittelbar im Tourismus zeigen können. Wiens

internationaler Gäste-Mix sowie das durch die

Pandemie hindurch gehaltene und auch danach

voll erfüllte und darüber hinaus noch gesteigerte

Qualitätsversprechen bedeuten in Kombination

mit kaufkräftigen Zielgruppen einen klaren Wettbewerbsvorteil.

Welche innovativen Hotelkonzepte oder -modelle

haben Sie in letzter Zeit beobachtet, die das Potenzial

haben, den Markt zu revolutionieren?

Wien verfügt über differenzierte Hotelkonzepte,

der Trend geht eindeutig zu CO 2 -Neutralität,

mehr Individualisierung im Angebot sowie zur Steigerung

der wirtschaftlichen Resilienz. Die Größe

eines durchschnittlichen Hotelbetriebs hat sich in

den vergangenen Jahren erhöht: Im Jahr 2015 hatte

das durchschnittliche Hotel 149 Betten, 2024 sind es

schon 189 Betten.

Auch die Revitalisierung von Leerständen in der

Erdgeschoßzone wird für Beherbergungsbetriebe

immer bedeutender: Daraus entstehen etwa kleine

Einheiten zur Übernachtung mit Serviceleistungen

aus Gastronomie und Wirtschaft in der Umgebung.

Eine gänzlich neue Organisationsform ist das Arbeiten

und Wohnen unter einem Dach samt Pension als

Teil einer Hausgemeinschaft. CAROLIN ROSMANN

Norbert Kettner

CEO

WienTourismus

immobilien investment 02/2025


32 HOTEL

BEWEGUNG IM HOTELMARKT

Die Nächtigungszahlen erreichen wieder Vor-Pandemie-Niveau, und neue Hotelmarken entern

Österreich. Der wachsende Tourismus hat für eine spürbare Erholung am Hotelmarkt gesorgt.

Loisium

Neue Marken

entern den

österreichischen

Hotelmarkt. Das

Hotel Rathauspark

von Verkehrsbuero

Hospitality wird

künftig unter der

Accor-Marke

„Handwritten

Collection“

betrieben.

Die Marke Loisium

soll nun durch

Mehrheitseigentümer

Limestone

europaweit ausgerollt

werden.

Fünf Jahre ist es her, dass die Coronapandemie

nicht nur dem Leben draußen, sondern

vor allem auch dem Tourismus den Garaus

gemacht hat. Davon ist heute nichts mehr zu bemerken.

Die Touristen strömen wieder massiv nach

Österreich – und das tut vor allem dem Hotelmarkt,

der massiv unter den Coronaeinbußen zu leiden

hatte, gut. Im Vorjahr sind österreichweit rund 150

Millionen Nächtigungen verzeichnet worden, allein

in Wien waren es 18,9 Millionen Übernachtungen.

Entsprechend gibt es am Hotelmarkt auch wieder

mehr Dynamik.

NEUE MARKEN

Vor allem traten neue Marken in den österreichischen

Hotelmarkt ein, andere wiederum expandierten.

Die globale Hospitality-Gruppe Accor

Verkehrsbuero Hospitality

etwa will ihre Präsenz in Österreich um drei weitere

Häuser erweitern, Verträge zwischen dieser

und der Verkehrsbuero Hospitality seien bereits

unterzeichnet worden, wobei einer das Hotel Rathauspark

in Wien betrifft. Damit sind die Markeneintritte

„Tribe“ und „Handwritten Collection“ in

Wien auf Schiene, in Salzburg wird erstmals ein

Novotel-Standort eröffnet. Neu nach Österreich

gekommen ist die Marke „Clarion“, die im myhive

am Wienerberg den Betrieb des Hotel Vienna South

von CPI Europe übernommen hat. Auch der deutsche

Betreiber Atomis hat erstmals in Österreich

Fuß gefasst und den Betrieb des Wiener Hotels

Kaffeemühle übernommen, das im Eigentum der

Familienstiftung des verstorbenen Bau- und Societylöwen

Richard Lugner steht. Aufsehen hat auch

die Mehrheitsübernahme an Loisium Wine & Spa

durch Limestone Capital erregt. Diese plant nun,

die Marke gemeinsam mit Soravia auf ganz Europa

auszurollen, innerhalb der nächsten zwölf Monate

sollen vier neue Hotels in Italien und Frankreich

eröffnet werden. Dafür ist eine Investition von über

100 Millionen Euro vorgesehen.

Weiters hat es im Hotelsegment einige spannende

Transaktionen gegeben. Zu den größten

Transaktionen zählte der Verkauf des Austria Trend

Hotel Ananas in Wien mit 539 Zimmern. Weitere

erwähnenswerte Verkäufe betrafen Hotels in Wien

– darunter das Courtyard by Marriott Messe Prater

und das NH Wien City – sowie Häuser in Feldkirch,

Schladming und der Region Serfaus-Fiss-Ladis.

Oder das roomz Wien Gasometer und das roomz

Graz, das von der steirischen Ärztekammer an die

PLAZA Hotelgroup gegangen ist. Ebenso das Meininger

in Salzburg mit rund 7.000 Quadratmetern,

das an einen Wiener Privatinvestor verkauft worden

ist.

WACHSTUM AB ZWEITEM HALBJAHR

ERWARTET

Dennoch war der Transaktionsmarkt insgesamt

verhalten, wenngleich die Dynamik aufgrund der

nachlassenden Zinsbelastung zugenommen hat.

Für das heurige Jahr ist mrp hotels vorsichtig optimistisch,

man rechnet damit, dass die Transaktionen

ab dem zweiten Halbjahr wieder zunehmen

werden. Im Vorjahr waren bereits Tendenzen zu

erkennen, laut EHL Investment Consulting ist das

Volumen von Hotelimmobilien am Gesamtinvestmentgeschehen

auf acht Prozent gestiegen. Christie

& Co. beziffert den Gesamtbetrag mit 350 Millionen

Euro – zwar eine Steigerung gegenüber 2023,

02/2025

immobilien investment


HOTEL

33

CPI Europe

EHL

Die Marke Clarion ist heuer erstmals in den österreichischen

Markt eingetreten.

Das Park Hyatt in Vienna steht zum Verkauf.

dennoch rund ein Viertel unter dem langjährigen

Durchschnitt. Ob sich der Wert heuer erhöhen

könnte? Durchaus möglich, aktuell steht nämlich

das Park Hyatt am Hof in Wien aus der Signa-Prime-Konkursmasse

zum Verkauf.

LUXUS UND LIFESTYLE IN

Besonders aktiv zeigten sich im vergangenen Jahr

Hotelbetreiber, Entwickler und opportunistische

Investoren. Der Markt blieb trotz der Konzentration

auf Wien auch in anderen Bundesländern wie

Vorarlberg und der Steiermark in Bewegung. Der

Fokus der Investoren liege auf Luxus und Lifestyle.

Allerdings gibt es nach wie vor Herausforderungen:

Steigende Personal-, Wareneinsatz- und Energiekosten

drückten 2024 oftmals die Profitabilität.

Die hohe Mitarbeiterfluktuation und das oftmalige

Fehlen von Mitarbeitern verschärften strukturelle

Probleme. Auch habe es laut mrp für neue Projekte

hohe Pachtforderungen gegeben, bei denen sich die

Frage gestellt hat, ob die hohen Pachten, die derzeit

aufgrund erheblicher Finanzierungskosten erforderlich

sind, langfristig verdient werden können.

CHARLES STEINER

3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS

22.10.2025 // PALAIS BERG // WIEN

USING CHANGE AS AN OPPORTUNITY – WANDEL ALS CHANCE NUTZEN

AUSZUG AUS DEN THEMEN

GEOPOLITISCHE KRISENHERDE

Risikobetrachtung und -management in einer

turbulenten Welt

IMMOBILIEN IM UMFELD VON

REZESSION

Globale Investmentstrategien für stürmische Zeiten

FIT FÜR DIE ZUKUNFT

Neustrukturierung von Immo-Unternehmen für

mehr Agilität

POLARISIERUNG DER HANDELSWELT

Der Einzelhandel im Spannungsverhältnis zwischen

Discount und Luxus

INVESTMENTS IN HOTELIMMOBILIEN

Zwischen All-Time High bei Gästeübernachtungen,

hohen Zinsen und EBITDA Verlust

STADTENTWICKLUNG

Die nachhaltige Zukunft des Lebens und Arbeitens aus der

Gegenwart denken

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immobilien investment 02/2025

kongress.immobilien-investment.at


WELLNESS BEGINNT IM BAD

Wie Spitzenhotels mit durchdachter Badgestaltung und Geberit-Ausstattung neue Maßstäbe beim

Wohlfühlerlebnis setzen – und was wir uns für zuhause abschauen können.

PROMOTION

Wer an Luxus im Hotel denkt, hat oft Bilder

von imposanten Spa-Landschaften,

Infinity-Pools oder Saunen mit Bergblick

im Kopf. Dabei liegt das wahre Wellnesserlebnis

oft nur ein paar Schritte entfernt – im Gästebadezimmer.

Genau hier setzt ein Trend an, den immer

mehr Spitzenhotels verfolgen: Sie statten ihre Zimmer

mit hochmodernen Dusch-WCs aus, etwa aus

der AquaClean-Serie von Geberit.

Nicht ohne Grund: Das Bad ist der erste und

der letzte Raum, den Hotelgäste am Tag betreten.

Es ist der stille Begleiter des Wohlfühlfaktors – oft

unterschätzt, aber entscheidend für den Gesamteindruck.

„Ein gelungenes Hotelerlebnis geht noch

einen Schritt weiter“, bringt es Gabriele Lenikus,

Creative Director der LENIKUS Hotel Collection,

auf den Punkt. Ihr exklusives Wiener Haus The Leo

Grand setzt daher auf 76 AquaClean Sela-Modelle,

um Gästen ein Höchstmaß an Komfort im Bad zu

bieten – freistehende Badewanne und Panoramablick

inklusive.

Luxus in ländlicher Idylle zeigt sich im Refugium

Lunz am See. Hier trifft liebevoll restaurierte

Substanz auf designorientierte Badgestaltung, bei

der das Dusch-WC ebenso wenig fehlt wie die Liebe

zum Detail. Das Hotel Edelweiss in Großarl wiederum

bringt mit seinem fünfstöckigen Mountain

Spa und der Ausstattung verschiedener Zimmerkategorien

mit den Geberit-Modellen Tuma, Sela

und Mera modernes Wellnessgefühl in den alpinen

Raum. Und im Naturhotel Forsthofgut in Leogang,

dessen mehrfach ausgezeichnetes WaldSPA

Designliebhaber begeistert, sorgen neben Dusch-

WCs auch Geberit-Duschrinnen für Komfort auf

höchstem Niveau.

Diese Häuser eint ein Qualitätsanspruch, der

sich nicht nur in Architektur und Lage zeigt, sondern

auch in der Sorgfalt bei der Ausstattung jedes

einzelnen Zimmers. Gerade in der Stadthotellerie

– wo oft kein eigener Spa-Bereich Platz findet – wird

das Bad zum Herzstück des Entspannens. Die Wahl

hochwertiger Sanitärausstattung ist hier kein Zufall,

sondern Teil eines durchdachten Gesamterlebnisses.

Geberit, europäischer Marktführer für Sanitärprodukte,

hat diesen Wandel früh erkannt. Die

Dusch-WCs der AquaClean-Serie verbinden Design,

Hygiene und Komfort und sind längst Standard

in der internationalen Tophotellerie. „Unsere

Erfahrung zeigt: Wer sich zu Hause an das Dusch-

WC gewöhnt hat, möchte auch im Hotel nicht mehr

darauf verzichten“, Reinhard Riedl, Leiter Marketing

bei Geberit Österreich.

Dass der Markt für Wellnesstourismus wächst,

ist kein Geheimnis: 2022 lag das globale Marktvolumen

bereits bei rund 440 Milliarden Euro – bis

2030 wird eine Verdopplung erwartet. Für Hotels

bedeutet das: Wer zukunftsorientiert investieren

Geberit / Werner Streitfelder, Gregor Hofbauer, Hotel Edelweiss

02/2025

immobilien investment


DIENSTLEISTUNGEN

35

will, beginnt im Kleinen – im Gästebad. Und dort

zählen durchdachte Produkte, die Komfort bieten,

zum Beispiel von Geberit.

HOTEL TRIFFT EIGENHEIM

Gerade im Urlaub nehmen wir Eindrücke mit, die

uns auch daheim bereichern können. Viele Designideen

aus der gehobenen Hotellerie lassen sich ins

private Bad übertragen: bodenebene Duschen mit

eleganten CleanLine-Rinnen, zeitlose Waschtische

wie VariForm oder individuell kombinierbare Möbel

aus dem Mix&Match-Konzept von Geberit machen

das Bad zum Rückzugsort – ganz ohne Kompromisse.

Auch das Dusch-WC findet zunehmend Einzug

in heimische Bäder. „Wir bekommen überwiegend

begeisterte Rückmeldungen“, bestätigt Peter Hettegger

vom Hotel Edelweiss. Wer das Frischegefühl

auch zu Hause erleben will, findet bei Geberit das

passende Modell – von funktional bis luxuriös.

Und der Installationsaufwand? Überschaubar, sagt

Reinhard Riedl von Geberit Österreich: „alles, was

man braucht, ist ein Wasser- und Stromanschluss

– beides ist meist schon vorhanden.“ So wird aus

der Inspiration im Hotelbad im besten Fall auch

ein alltäglicher Wohlfühlmoment im eigenen Bad.

Riedl: „Wir können unser Badezimmer so gestalten,

dass wir es als Rückzugsort wahrnehmen, der uns

zum Abschalten einlädt – ein Mini-Urlaub, wenn

Sie so wollen.“

KURZINTERVIEW REINHARD RIEDL,

BEREICHSLEITER MARKETING & PRODUKT-

MANAGEMENT GEBERIT ÖSTERREICH

Top-Hotels investieren vermehrt in eine hochwertige Ausstattung

im Bad. Warum ist das so?

Das Badezimmer ist oft das Erste, das die Gäste beim Betreten des

Zimmers in Augenschein nehmen. Vor allem in der gehobenen Hotellerie

erwarten Gäste heute ein innovatives, komfortables und außergewöhnliches

Baddesign. Um diese Erwartungen zu erfüllen, legen

Hoteliers immer mehr Wert auf die Ausstattung der Bäder.

Wie reagieren Hotelgäste auf Innovationen, wie bpsw. ein Dusch-

WC im Zimmer?

Die Resonanz der Hotelgäste ist durchwegs positiv, berichten uns

die Hoteliers. Ein Dusch-WC wird von vielen Gästen als Highlight im

Zimmer wahrgenommen und die Gäste äußern oft den Wunsch, auch

zuhause ein solches Produkt zu installieren.

immobilien investment 02/2025


BLOCKCHAIN ODER KI –

DAS IST HIER DIE FRAGE

Digitalisierung betrifft uns alle. Im Jahr 2018 – mit der Gründung der Foundation for International

Blockchain and Real Estate Expertise (FIBREE) – wurde ich erstmalig gebeten, einen

Gastkommentar zu verfassen und darüber zu berichten, wie sich unsere Branche unter Einsatz

einer vielversprechenden neuen Technologie denn möglicherweise verändern würde.

Michael Paukner

fibree.org

MARCO

NEUMAYER

FIBREE – Regional

Chair/Wien

FLORIAN HUBER

FIBREE – Regional

Chair/Wien

Nun ja, rückblickend auf zehn Gastkommentare

in Kooperation mit Co-Autoren

aus dem FIBREE-Netzwerk habe ich mir im

Selbstversuch erlaubt, ein bisschen künstliche Intelligenz

beizumischen. Über einen uns bekannten

Service habe ich gebeten, aus allen Artikeln eine

Zusammenfassung zu erstellen und einen Ausblick

zu geben, wie es denn jetzt so aussieht im Immobilienuniversum.

Eh voilà!

BLOCKCHAIN UND IMMOBILIEN:

VOM HYPE ZUR REALITÄT

Möge die Macht der Blockchain mit dir sein – oder

ist die Euphorie längst abgeflacht? Noch vor wenigen

Jahren wurde die Technologie als revolutionärer

Gamechanger gefeiert, der die Immobilienbranche

grundlegend umkrempeln würde. Und heute?

Hat sich Blockchain in der Praxis bewährt, oder war

es doch nur ein kurzfristiger Hype? Eines steht fest:

Die Technologie ist nicht verschwunden, sondern

reift – und mit ihr die Anwendungen, die sie für die

Immobilienwelt bereithält.

Entwicklung hat viele Marktteilnehmer zum Umdenken

gezwungen. Weltweit sind mittlerweile

hunderte Start-ups aktiv, die Blockchain-Lösungen

für Immobilien entwickeln – insbesondere in

innovationsfreundlichen Märkten wie den USA

oder Großbritannien. Und auch in der EU wird die

Technologie immer präsenter. Dennoch bleibt eine

Frage offen: Nutzen wir die Chancen, oder schauen

wir nur zu?

TOKENISIERUNG:

DER DIGITALE GOLDRAUSCH?

„Wo Token draufsteht, kann auch Immobilie drin

sein“ – zumindest in der Theorie. Die Tokenisierung

von Immobilien verspricht eine Demokratisierung

des Markts: Anteile einer Immobilie könnten digital

verbrieft und leichter gehandelt werden. In

Ländern wie Deutschland und Liechtenstein wurden

dafür bereits rechtliche Rahmenbedingungen

geschaffen. Doch in Österreich? Da hält man

sich noch zurück. Die Frage bleibt: Warten wir, bis

andere vorpreschen, oder springen wir auf den

fahrenden Blockchain-Zug auf?

MEHR ALS NUR EIN TREND – BLOCK-

CHAIN IN DER IMMOBILIENWIRTSCHAFT

Die Immobilienbranche galt lange als digitales

Schneckenhaus. Doch die rasante technologische

ZWISCHEN REGULIERUNGSDSCHUNGEL

UND DIGITALISIERUNGSBREMSE

So viel Potenzial, so viele offene Fragen. Gerade

uneinheitliche regulatorische Vorgaben hemmen

vielerorts die flächendeckende Anwendung der

Adobe Stock

02/2025

immobilien investment


GASTKOMMENTAR

37

KI UND BLOCKCHAIN:

DREAMTEAM ODER KONKURRENZ?

Der aktuelle KI-Hype überstrahlt Blockchain –

doch die beiden Technologien könnten sich perfekt

ergänzen. Während KI riesige Datenmengen

analysiert, kann Blockchain als unverfälschbare

Datenquelle dienen. Gerade in Zeiten steigender

regulatorischer Anforderungen, wie durch das europäische

KI-Gesetz, könnte Blockchain für Transparenz

und Nachvollziehbarkeit sorgen. Wer also

denkt, Blockchain sei bereits Geschichte, sollte lieber

nochmal nachdenken!

JO BRONCKERS

FIBREE – Präsident

privat

Blockchain-Technologie. Zudem steht die Immobilienbranche

digitalen Innovationen oft skeptisch

gegenüber – vielleicht aus Gewohnheit, vielleicht

aus Angst vor zu viel Transparenz. Und als wäre das

nicht genug, hat sich der Fokus vieler Unternehmen

von Blockchain hin zur künstlichen Intelligenz

(KI) verschoben. Ist Blockchain also das One-Hit-

Wonder der Digitalisierung?

FAZIT: BLOCKCHAIN BLEIBT –

DIE FRAGE IST NUR, WIE!

Die Immobilienbranche steht an einem Wendepunkt.

Blockchain ist kein kurzlebiger Trend, sondern

eine Technologie, die sich stetig weiterentwickelt.

Zwar ist die große Welle der Begeisterung

abgeebbt, doch erfolgreiche Anwendungen und

wachsende Investitionen zeigen, dass die Disruption

längst begonnen hat. Die wahre Herausforderung

ist nicht mehr, ob Blockchain die Branche

verändert – sondern wer sich traut, die neuen Möglichkeiten

zu nutzen. Denn eines ist sicher: Der digitale

Wandel hält sich nicht an alte Spielregeln.

Verlässlichkeit in der Immo-Analyse

immo datenforum ist die österreichische Homebase für die verlässliche

Analyse und Bewertung von Immobilien. Mit mehr als 2,5 Mio.

Datensätzen, 50.000 Kennzahlen und 30 Jahren Erfahrung bieten

die Online-Produkte aus dem Hause immo datenforum nicht nur

den größten Überblick über den heimischen Markt, sondern auch

die Werte-Sicherheit, auf die die Branche bauen kann.

immobilien investment 02/2025

Schönaugasse 7/II | 8010 Graz

T: +43 316 822 899 | office@zt.co.at

zt.co.at


MIT DIGITALISIERUNG

PLATZ SCHAFFEN

Platz ist in den Städten Mangelware – das gilt für Parkplätze ganz besonders. Moderne

Parkraumbewirtschaftung geht über das Angebot reiner Stellplätze hinaus und kann nicht nur die

Bequemlichkeit für Autofahrer, sondern auch die Lebensqualität der Städte steigern.

Autos sind in Österreich sehr beliebt. Laut

Statistik Austria waren im Vorjahr über 5,2

Millionen PKW zugelassen. Bei 9,1 Millionen

Einwohnern in der Alpenrepublik kommt da

ein hoher Mobilisierungsgrad zusammen. 569 PKW

kommen da auf 1.000 Einwohner. Oder anders gerechnet:

Knapp jeder zweite Österreicher hat ein

Auto. Das Problem: Autos benötigen Platz – und der

ist vor allem in Ballungszentren mehr als knapp.

Die Folge: quälende Parkplatzsuche, blanke Nerven,

mehr CO 2 -Ausstoß und natürlich Zeitverlust. Auf

der anderen Seite: weniger Platz für Grünes oder

Fußgänger, Stress und der Verlust von Lebensqualität

für die Anrainer. Kein Wunder also, dass viele

Städte dazu übergegangen sind, für Stellplätze eine

Gebühr einzuheben. Dadurch wird zwar Geld in die

belasteten Stadtkassen gespült wird, aber das Problem

bleibt, dass es zu wenig Platz gibt. Und er wird

noch knapper, denn die österreichische Bundesregierung

geht dazu über, die Verkehrsberuhigung in

den Innenstädten weiter zu forcieren.

» Suchverkehr macht bis zu 30 Prozent

des städtischen Verkehrs aus. Dabei ist man

unkonzentriert, blockiert Straßen und bläst

unnötig CO2 in die Luft.

MARKUS HEINGÄRTNER, GESCHÄFTSFÜHRER VON EASYPARK ÖSTERREICH

HERAUSFORDERUNG FÜR STÄDTE

Die effiziente Nutzung von Parkraum wird in Städten

zunehmend zur Herausforderung – sowohl für

Kommunen als auch für private Betreiber. Markus

Heingärtner, Geschäftsführer von EasyPark Österreich,

ein Unternehmen, das digitale Parkbezahllösungen

für Kommunen und auch für private

Betreiber anbietet, sieht das so: „Parken ist in jedem

Ballungsraum ein Thema, weil es viel Platz

einnimmt und die Parkplatzsuche häufig mühsam

ist.“ Das habe nicht nur Auswirkungen auf den

Verkehr, sondern auch auf die Umwelt und die

Sicherheit im Straßenraum: „Suchverkehr macht

bis zu 30 Prozent des städtischen Verkehrs aus. Dabei

ist man unkonzentriert, blockiert Straßen und

bläst unnötig CO 2 in die Luft. Parken beeinflusst

so die Lebensqualität für alle Verkehrsteilnehmer.

Autofahrer sollten sich lieber auf den Fließverkehr

konzentrieren können, anstatt durch die Parkplatzsuche

abgelenkt zu werden.“

Als zentralen Vorteil digitaler Systeme nennt

Heingärtner die Datengenerierung. Diese hilft

Städten, den Parkraum besser zu steuern. „Mit den

Daten, die wir sammeln oder zur Verfügung gestellt

bekommen, unterstützen wir Städte dabei, den Verkehr

zu optimieren. Eine Auslastung von rund 85

Prozent gilt dabei als ideal – so werden Einnahmen

für die Stadt generiert, und es gibt gleichzeitig

noch ausreichend freie Parkplätze“, erklärt Hein-

APCOA

02/2025

immobilien investment


DIENSTLEISTUNGEN

39

gärtner. Neben Preismodellen kämen dabei auch

Maßnahmen wie Zufahrtsbeschränkungen oder

Anwohnerregelungen zum Einsatz. Voraussetzung

für eine smarte Steuerung sei jedoch die digitale

Erfassung und Verwaltung des Parkraums. „Das

ist unser Beitrag – sowohl für Städte als auch für

Autofahrer“, so Heingärtner. EasyPark biete auch

spezielle Lösungen für Unternehmen an.

Mittlerweile verweist EasyPark auf 130 Städte,

die auf die Lösungen des Unternehmens setzen.

„In so gut wie jeder Stadt kann man mit einer einzigen

App parken“, sagt Heingärtner. Die Nutzung

der App steige stark an. „In Österreich bezahlen

aktuell rund 25 Prozent der Nutzer digital, 75 Prozent

noch am Parkscheinautomaten. Die Tendenz

geht aber klar in Richtung App.“ In Wien sei man

bereits weiter: „Hier bezahlen 60 bis 70 Prozent der

Nutzer via App oder SMS, da es überhaupt keine

Automaten mehr gibt.“

Ein weiterer Trend sei die wachsende Bedeutung

von Parkraumbewirtschaftung in Tourismusregionen.

„Mobilität nimmt zu – auch in

touristischen Gebieten. Immer mehr Gemeinden

und auch Institutionen wie die Bundesforste beginnen,

Parkraum kostenpflichtig zu organisieren“,

berichtet Heingärtner. „Das sorgt nicht nur

für mehr Ordnung, sondern hilft auch dabei, die

entstehenden Kosten zu decken.“ Auch im Bereich

der Garagen stehe eine digitale Transformation

bevor. „Wir stehen hier noch am Anfang, können

aber auch dort eine vollautomatische Lösung

über die App anbieten – inklusive Ticketlosigkeit

und automatischem Zugang. Ich rechne mit einer

flächendeckenden Abdeckung in drei bis vier Jahren“,

so Heingärtner.

Über die Digitalisierung

soll das zeitraubende

Anstellen

vor dem Eingangsschranken

obsolet

werden.

immobilien investment 02/2025


40 DIENSTLEISTUNGEN

Über das Handy schnell und einfach zum Parkplatz

zu gelangen, ohne sich auf eine langwierige

Suche begeben zu müssen. Das kann mitunter den

CO 2 -Ausstoß deutlich minimieren.

Die E-Mobilität

verändert die

Anforderungen

an Parkgaragen.

Lademöglichkeiten

sind längst

kein Nice to Have

mehr, sondern

eine notwendige

Anforderung.

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ FÜR

KOMFORTABILITÄT

Im Zuge der Digitalisierung städtischer Infrastrukturen

gewinnt das Thema Smart Parking

zunehmend an Bedeutung. Das Salzburger Technologieunternehmen

SKIDATA setzt ebenfalls auf

künstliche Intelligenz und hat Anfang des Vorjahres

eine Kooperation mit dem Leipziger Start-up

Kopernikus Automotive gestartet, um gemeinsam

an intelligenten Parklösungen zu arbeiten. Ziel der

Zusammenarbeit ist es, mithilfe künstlicher Intelligenz

(KI) neue technologische Möglichkeiten im

Parkraummanagement zu erschließen und so das

Parken komfortabler, effizienter und nachhaltiger

zu gestalten. Neben dem sogenannten Automated

Valet Parking – also dem automatisierten Einparken

ohne Fahrer – sollen noch weitere KI-basierte

Lösungen zur Anwendung kommen. Dazu zählen

» In Österreich bezahlen aktuell rund 25

Prozent der Nutzer digital, 75 Prozent noch

am Parkscheinautomaten. Die Tendenz geht

aber klar in Richtung App.

MARKUS HEINGÄRTNER, GESCHÄFTSFÜHRER VON EASYPARK ÖSTERREICH

unter anderem Systeme zur Objekterkennung, Ertragsoptimierung

und Flächenanalyse sowie zur

Vermeidung von Fehlverwendung oder Missbrauch.

Diese Technologien sollen sowohl den Betrieb als

auch das Nutzererlebnis verbessern.

Auch für die Endnutzer seien die Vorteile absehbar.

Durch automatisierte Prozesse wie die präzisere

Erkennung von Kennzeichen sollen Ein- und

Ausfahrt zügiger ablaufen. Gleichzeitig könnten

neue Funktionen – etwa eine digitale Fahrzeugsuchhilfe

– das Parkerlebnis verbessern. Ein weiteres

Ziel ist die Reduktion von Suchverkehr, was

neben weniger Abgasen auch zu einem ruhigeren

Verkehrsfluss in Innenstädten beitragen soll.

PARKHÄUSER ALS MOBILITÄTSHUB

Doch wie gehen Betreiber von Parkgaragen und

Parkhäusern mit den veränderten Rahmenbedingungen

um, nämlich damit, dass Kommunen das

Auto lieber aus dem Stadtbild verbannen wollen,

während gleichzeitig der Individualverkehr zunehmend

elektrisch wird? Bei APCOA, einem der

größten Betreiber von Parkgaragen und -häusern,

ist die Nachfrage nach Stellplätzen jedenfalls

hoch. Hinsichtlich E-Mobilität sei man bestrebt,

mit der Infrastruktur – in Form von E-Ladesäulen

oder Superchargern – entsprechend nachzuziehen,

falls nicht vorhanden. Derzeit betreibt APCOA europaweit

rund 4.000 Ladepunkte, davon etwa 3.000

allein seit Anfang 2023. Bis 2035 sollen 100.000

Ladepunkte installiert werden. Kooperationen bestehen

unter anderem mit Tesla, BP, IONITY und

Mer. 2023 habe man die Strategie von APCOA angepasst,

so Merkle, man gliedere das Geschäft nun

in vier Bereiche: Parken, Laden, Technologie und

städtische Lösungen („Urban Solutions“).

Was den innerstädtischen Bereich betrifft,

gebe es auch die Möglichkeit zu Umnutzungen

nicht mehr benötigter Flächen, nämlich in Richtung

Last-Mile-Logistik, wie Sebastian Merkle,

Sprecher von APCOA, sagt. Im Rahmen dessen

möchte APCOA seine Parkhäuser für weitere Funktionen

öffnen. Dazu zählen Paketstationen, urbane

Logistik flächen oder Mobilitätsangebote wie Carsharing.

Nach Unternehmensangaben existieren

bereits 30 solcher urbanen Logistikzentren und

über 200 Mobilitätsstandorte – weitere sind in

Planung.

CHARLES STEINER

APCOA, EasyPark

02/2025

immobilien investment


ZINSHAUS

41

STABILES ZIEGELGOLD

Nach einem dramatischen Einbruch am Wiener Zinshausmarkt ab 2022 ging es im Vorjahr wieder

leicht bergauf. Gerne gekauft wird Qualität, die Schnelldreher sind Geschichte.

AMH Photography by Albin Melez

Die Zinsachterbahnfahrt der vergangenen

zweieinhalb Jahre hat den Wiener Zinshausmarkt

deutlich umgekrempelt. Das

Resultat: 2023 war der Totaleinbruch, Player wie

Schnelldreher verschwanden vom Markt. Übrig

blieben Privatinvestoren – und die haben in der

Regel die schönsten Häuser gekauft – zu einem attraktiveren

Preisniveau. Die sind auch geblieben,

denn im Vorjahr sind die Transaktionszahlen laut

dem Ersten Zinshausmarktbericht von Otto Immobilien

nicht weiter gesunken, sondern – leicht

gestiegen! Rund 872 Millionen Euro flossen ins Wiener

Ziegelgold, auch gab es mit 279 auch mehr Abschlüsse.

Die im Vorjahr eingeleiteten Zinsschritte

wieder nach unten hatten ab dem zweiten Halbjahr

deutlich Wirkung gezeigt. Die steigende Transaktionsanzahl

ist ein Signal dafür, dass Investoren ihr

Vertrauen zurückgewinnen und auf eine nachhaltige

Stabilisierung des Zinshausmarktes setzen“,

sagt Philipp Maisel, Leiter des Zinshaus-Teams bei

Otto Immobilien.“

CASH-BUYER DOMINIEREN

Einen deutlichen Wandel führte Otto Immobilien

bei den Käufer/Verkäuferschichten ins Treffen:

Eugen Otto, Geschäftsführer bei Otto Immobilien,

sagt, dass neben traditionellen Investoren vermehrt

eigenkapitalstarke Familienunternehmen,

Stiftungen und so genannte „Cash-Buyer“ auftreten,

letztere sogar ohne jeglichen Anteil an Fremdfinanzierung.

Viele dieser Käufer würden über Erfahrungen

aus anderen Branchen verfügen und

bevorzugen diskrete, gut strukturierte Verkaufsprozesse

bevorzugen: „Es hat sich etwas verändert:

Früher mussten die Käufer vor den Verkäufern tanzen,

heute ist es oft umgekehrt“, so Otto, „Käufer

wollen auf Augenhöhe verhandeln – insbesonders

wenn es um Investments im zweistelligen Millionenbereich

geht.“

Auf der anderen Seite hatte sich auf der Verkäuferseite

ein differenzierterer Blick gezeigt:

Händler und kurzfristig orientierte Investoren, im

Fachjargon nennt man sie „Schnelldreher“, stehen

unter Druck und müssen teilweise rasch liquidieren.

Institutionelle Investoren und große Immobiliengesellschaften

wollen Gründerzeitobjekte

entweder zugunsten ESG-konformer Neubauten

veräußern oder schichten auf Anlagealternativen

um. Zudem nutzen viele private Eigentümerinnen

und Eigentümer das aktuelle Marktumfeld für einen

geordneten Ausstieg. Allerdings gebe es auch

Marktteilnehmer, die die Altlasten der Hochjahre

vor der Wende noch nicht verdaut haben und aktuell

Schwierigkeiten hätten, die Kredite, respektive

Zinsen zu bedienen.

Gute Häuser in nachgefragten Bezirken sind

gerne gekauft worden, so verzeichneten die Bezirke

1, 4, 8, 9. und 18 die stärksten Zuwächse, auch

im ersten Bezirk – dort, wo 2023 gar nichts gekauft

wurde, gab es wieder Aktivitäten. Während das

durchschnittliche Zinshaus mit entsprechender

Lage und Qualität mittlerweile bei einem Durchschnittspreis

von rund 3.290 rangiert, wurden in

der Wiener City sogar Preise über 10.500 Euro pro

Quadratmeter registriert. Allerdings – je schlechter

die Lage und Qualität, desto höher auch die Abschläge.

CHARLES STEINER

immobilien investment 02/2025


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02/2025

immobilien investment


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immobilien investment 02/2025


INTELLIGENTE ENERGIEVERSORGUNG

DANK POWERPROFIT

In der Immobilienwirtschaft rückt die Energieversorgung zunehmend in den Fokus strategischer

Entscheidungen. Die Gründe dafür sind vielfältig: steigende Strompreise, verschärfte

regulatorische Vorgaben im Rahmen von ESG-Strategien sowie ein wachsendes Bewusstsein für

Klimaschutz und Energieeffizienz bei Nutzern und Investoren.

Vor diesem Hintergrund hat grueneimmobilien.com

ein innovatives Gesamtkonzept

entwickelt, das ökologische Verantwortung

mit wirtschaftlicher Vernunft verbindet. Das System

trägt den Namen PowerProfit und versteht sich als

nachhaltige, intelligente Lösung für eine dezentrale

Energieversorgung im Wohn- und Gewerbebau.

TECHNOLOGIE, DIE DENKT

PowerProfit ist als modulares System konzipiert,

das verschiedene Komponenten technologisch aufeinander

abstimmt. Zentrale Elemente sind ein

leistungsfähiger Stromspeicher, eine KI-gestützte

Steuerungseinheit, ein dynamischer Stromtarif auf

Basis des täglichen Handels an der europäischen

Strombörse sowie eine digitale Benutzeroberfläche,

die über App oder Webbrowser zugänglich ist. Ziel

dieses Systems ist es, Strom immer dann zu nutzen,

wenn er am günstigsten zur Verfügung steht – entweder

aus eigener Erzeugung, aus dem Speicher oder

direkt vom Markt. Die Auswahl erfolgt automatisiert

durch eine smarte Steuerung, die auf Echtzeitdaten,

Algorithmen und lernfähiger Software basiert.

Im technischen Kern arbeitet das System mit

einem Lithium-Eisenphosphat-Speicher mit einer

Kapazität von fünf Kilowattstunden, der hohe Zyklenzahlen

bei gleichzeitig hoher Effizienz bietet. Die

Steuerungseinheit, der sogenannte SolarHero, ist in

der Lage, sämtliche Stromflüsse innerhalb einer Immobilie

zu analysieren. Dabei erkennt sie nicht nur

den Gesamtverbrauch, sondern kann durch künstliche

Intelligenz auch einzelne Stromverbraucher

identifizieren und bewerten. Das ermöglicht eine

gezielte Optimierung des Energieeinsatzes im Alltag,

ohne dass zusätzliche Messgeräte installiert

werden müssen. Das System ist offen für die Integration

weiterer elektrischer Komponenten wie

PV-Wechselrichter, Wallboxen oder Wärmepumpen

und lässt sich unabhängig vom Herstellerumfeld in

bestehende oder neue Infrastrukturen einbinden.

BAUKOSTEN SENKEN, ESG-BILANZ

STÄRKEN

Für Projektentwickler eröffnet PowerProfit vor allem

im Neubau neue Spielräume. So lassen sich durch den

gezielten Einsatz von Infrarotheizungen beispielsweise

aufwendige Fußbodenheizungssysteme vermeiden,

was eine spürbare Reduktion der Baukosten mit sich

bringt. Gleichzeitig erlaubt die dezentrale Speicherinstallation

eine Vereinfachung von Genehmigungsverfahren,

was Planungsprozesse beschleunigt. Die intelligente

Steuerung der Stromflüsse sorgt zudem dafür,

dass eigene PV-Anlagen wirtschaftlich optimal genutzt

werden können. Nicht zuletzt trägt das System dazu

bei, bereits in der Errichtung eine positive CO 2 -Bilanz

zu erzielen – ein Aspekt, der in der Bewertung von Bauprojekten

und der Beantragung von Fördermitteln zunehmend

an Bedeutung gewinnt.

Adobe Stock

02/2025

immobilien investment


GASTKOMMENTAR

45

EFFIZIENZSTEIGERUNG

UND ESG-KONFORMITÄT IM BESTAND

Auch im laufenden Betrieb von Bestandsimmobilien

bringt PowerProfit konkrete Vorteile. Hausverwaltungen

und Assetmanager können das System

als White-Label-Lösung in ihre Bestandsstrategie

integrieren und so zusätzliche Ertragspotenziale

erschließen. Durch die präzise Verbrauchssteuerung

und die automatische Analyse der Energieflüsse

lassen sich Betriebskosten spürbar senken.

Gleichzeitig ermöglicht die messbare Reduktion

des CO 2 -Ausstoßes eine ESG-konforme Ausrichtung

der Immobilien, was sowohl für institutionelle

Investoren als auch im Rahmen gesetzlicher

Berichtspflichten eine entscheidende Rolle spielt.

Gerade im Zinshausbereich erweist sich Power-

Profit als besonders kosteneffiziente Möglichkeit,

ESG-Kriterien umzusetzen, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit

aus den Augen zu verlieren.

Auch für Endnutzer bietet PowerProfit eine Vielzahl

an Vorteilen. Haushalte profitieren von signifikanten

Einsparungen bei den Stromkosten, die – abhängig

vom Verbrauchsverhalten – zwischen 20 und

60 Prozent betragen können. Die Nutzung von 100 Prozent

Ökostrom sowie die Möglichkeit, bei kurzfristigen

Stromausfällen autark zu bleiben, stärken das Gefühl

von Unabhängigkeit und Kontrolle. Dank der intuitiv

bedienbaren App behalten Nutzer jederzeit den Überblick

über ihren Stromverbrauch und können individuelle

Einsparpotenziale gezielt ausschöpfen. Die

Installation erfolgt durch zertifizierte Fachbetriebe,

ist genehmigungsfrei und kann auch in bestehenden

Immobilien problemlos umgesetzt werden.

BÖRSENSTROMTARIF:

FLEXIBILITÄT UND PREISTRANSPARENZ

Ein weiterer Vorteil liegt in der Integration eines

dynamischen Börsentarifs, der sich an den

Preisen der EPEX SPOT orientiert. Nutzer zahlen

somit täglich den jeweils günstigsten Marktpreis,

was in Zeiten volatiler Energiemärkte ein

zusätzliches Einsparpotenzial bedeutet. Der Tarif

basiert vollständig auf Ökostrom, ist transparent

in der Preisbildung und kommt ohne

Mindestvertragslaufzeiten aus, was Flexibilität

und Nachvollziehbarkeit für den Verbraucher

gewährleistet.

PowerProfit ist mehr als nur eine technische

Lösung. Es ist ein strategisches Instrument zur Gestaltung

einer nachhaltigen, wirtschaftlich tragfähigen

und zukunftsorientierten Energieversorgung

im Immobilienbereich. Indem es ökologische und

ökonomische Interessen miteinander verbindet,

trägt es dazu bei, Immobilien langfristig wettbewerbsfähig,

regulatorisch konform und energetisch

effizient zu machen. Die Einbindung erfahrener

Partner wie Watt Analytics und E-Werk Sigl garantiert

dabei ein hohes Maß an technischer Zuverlässigkeit

und Marktnähe.

Im Ergebnis zeigt PowerProfit, dass intelligente

Energieversorgung nicht nur eine ökologische

Notwendigkeit, sondern auch ein ökonomischer

Vorteil sein kann. Für Projektentwickler, Verwalter

und Endnutzer gleichermaßen eröffnet sich damit

die Möglichkeit, Energie neu zu denken – als Ressource,

die nicht nur versorgt, sondern auch Werte

schafft.

RONALD

GOIGITZER

Initiator „Grüne

Immobilien“

PRÄDIKTIVE WARTUNG UND MODERNISIERUNG:

EFFIZIENT, NACHHALTIG, ZUKUNFTSSICHER

PROMOTION

Dank Sensorik lassen sich Aufzüge aus der Ferne

überwachen und vorausschauend warten.

Das reduziert Ausfälle, senkt Kosten und schont

das Klima. Bei Aufzügen mit prädiktiver Wartung

verzeichnet KONE bereits ein Drittel weniger Störungseinsätze.

Mit Aufzügen ist es wie mit Menschen:

Gehen sie erst zum Arzt, wenn der Körper

nicht mehr mitmacht, ist es oft zu spät. Moderne

Aufzüge senden kontinuierlich Signale – eine rechtzeitige

Analyse ermöglicht gezielte Eingriffe, bevor

es zu Ausfällen kommt.

Prädiktive Wartung ist bei neuen und modernisierten

Aufzügen heute Standard. Selbstlernende

Algorithmen maximieren Sicherheit und Verfügbarkeit.

Ist eine Wartung nicht mehr wirtschaftlich,

bietet eine Modernisierung Vorteile: höhere Energieeffizienz,

geringere Kosten, mehr Fahrkomfort.

KONE bietet smarte Lösungen – von intelligenten

Wartungspaketen bis zur umfassenden Modernisierung

– individuell abgestimmt auf Ihre Anforderungen.

www.kone.at

immobilien investment 02/2025


WANDEL ALS CHANCE NUTZEN

Am 22. Oktober findet die nunmehr dritte Auflage des internationalen immobilien investment

Kongress im Palais Berg in Wien statt. Das diesjährige Motto: „Using change as an opportunity“.

Die Herausforderungen am Immobilienmarkt

sind gewaltig: Hohe Zinsen, regulatorischer

Druck, geopolitische Unsicherheiten

und der strukturelle Wandel in nahezu

allen Assetklassen stellen Investoren, Entwickler

und Berater vor Fragen, auf die es keine einfachen

Antworten mehr gibt. Was gestern noch als sicher

galt, ist heute fragil – die Spielregeln haben sich geändert.

Doch eines bleibt: Wer informiert ist, bleibt

handlungsfähig. Wer vernetzt ist, kann gestalten.

Am 22. Oktober 2025 wird der 3. Immobilien

Investment Kongress im Palais Berg in Wien erneut

zur Plattform für fundierte Analysen, kontroverse

Debatten und realistische Zukunftsszenarien.

Hochkarätige Expertinnen und Experten aus

Wirtschaft, Finanzwelt, Recht, Politik und Projektentwicklung

diskutieren die drängendsten Fragen

unserer Zeit. Wie verändert sich der Kapital markt

– und was bedeutet das für Investments in Immobilien?

Welche Assetklassen bieten noch Chancen

– und unter welchen Bedingungen? Welche Antworten

geben ESG, Digitalisierung und neue Finanzierungsmodelle

auf die aktuellen Unsicherheiten?

Wie lässt sich in volatilen Zeiten nachhaltige

Wertschöpfung erzielen? Und wie gehen wir mit

Datensicherheit um?

INTENSIVE EINBLICKE VON PROFIS

Der Kongress liefert dabei intensive Einblicke,

klare Worte und vor allem: praktischen Mehrwert.

Neben spannenden Keynotes und Paneldiskussionen

bietet das Event auch Raum für persönliche

Gespräche und strategischen Austausch mit führenden

Köpfen der Branche. Miteinander sprechen,

neue Chancen ergreifen, Netzwerke erweitern –

das sind die Bausteine, mit der wir gemeinsam die

Zukunft gestalten können.

In einer Zeit des Wandels braucht es keine

Durchhalteparolen – sondern Orientierung, Kompetenz

und Dialog. Der internationale immobilien

investment Kongress 2025 will genau das bieten:

Inspiration, fundiertes Wissen und den Mut,

gemeinsam neue Wege zu beschreiten.

CHARLES STEINER

3. IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS

22. Oktober 2025, Palais Berg, Wien.

BEREITS BESTÄTIGTE SPEAKER

Torsten Hollstein, CR Investment Management

Markus Colle, Styr Group

Patrick Brinker, Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank

Martin Winkler, Verkehrsbuero

Andrea Bastel, GBI

Hans Volkert Volckens, Blacklake Management Partners

02/2025

immobilien investment


BEI JEDEM

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3.IMMOBILIEN INVESTMENT KONGRESS

22.10.2025 PALAIS BERG WIEN

USING CHANGE AS AN OPPORTUNITY

WANDEL ALS CHANCE NUTZEN

FINANZEN

RESTRUKTURIERUNG

INTERNATIONALE

MÄRKTE

GEOPOLITIK

kongress.immobilien-investment.at

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