fliegermagazin_5_20250404
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fliegermagazin.de
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BENELUX 15,20 €
Nr. 5 Mai 2025
USA
DIE GROSSE
FREIHEIT IM
LAND DER
FLIEGEREI
ALTIPORTS
Schräge Pisten auf
den Alpengipfeln
UL IM LUFTRAUM C
Was die Vorschriften
möglich machen
NEUES FIS-VERFAHREN
Squawk-Code
für Zuhörer
Junkers A50 Heritage
Ultimativ
Retro !
EDITORIAL
KARTE: DFS DEUTSCHE FLUGSICHERUNG
Neue VFR-Meldepunkte in Hamburg Von Süden ist das Tango-Routing neu, im Westen heißen
die bestehende VFR-Pflichtmeldepunkte nun Papa 1 und 2 sowie Hotel
FOTO: C.SCHEUNEMANN
Thomas Borchert
Chefredakteur
Nichts bleibt, wie es ist
rst vor wenigen Monaten habe ich mich an dieser Stelle über die vielen
E
Luftraumverletzungen in Berlin geärgert, nachdem sich dort die Luftraumstruktur
geändert hat. Nun trifft es den Redaktionsstandort Hamburg:
Zum AIRAC-Zyklus am 20. März, zu dem auch die neuen ICAO-Karten veröffentlicht
wurden, haben sich die VFR-Pflichtmeldepunkte und Anflugrouten für die
Kontrollzone Hamburg (EDDH) umfassend geändert (siehe Seite 8). Wer seine Flüge nach
dem Motto »Ich flieg hier seit Jahren, ich kenn mich aus« vorbereitet, wird von solchen
Änderungen nichts mitbekommen – und prompt in die Falle tappen. Wie schon in Berlin
wird nun mancher Hamburger Pilot lernen müssen: Es genügt nicht, sich irgendwann
mal eine Anflugkarte auszudrucken und die dann monate- oder gar jahrelang
zu verwenden. Anpassungen von Lufträumen, Frequenzen, Navigationsanlagen, Meldepunkten
und mehr nimmt die Flugsicherung alle 28 Tage vor – das ist der schon genannte
AIRAC-Zyklus. Ob es eine Region oder einen Platz trifft, wo man selbst unterwegs
ist, lässt sich nur durch Nutzung aktueller Unterlagen herausfinden. Schon bei der
ICAO-Karte ist größte Vorsicht angebracht: Sie erscheint nur einmal im Jahr, kann also
im Laufe der Zeit veralten. Größtmögliche Aktualität bringen die Daten und Karten digitaler
Apps – und auch das nur, wenn man sie regelmäßig per Download auf dem Laufenden
hält. Ebenso ist ein Studium der NOTAMs vor einem Flug unverzichtbar, so nervig
das aufgrund der vielen irrelevanten Meldungen auch sein mag.
Was sagen Sie zu diesem Thema?
Schreiben Sie mir bitte an thomas.borchert@fliegermagazin.de oder per Brief.
Herzlichst
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
3
INHALT
68 a
In die Berge Eine
Breezer-Crew entdeckt
alpine
Altiports in Frankreich
und Italien
Mai 2025
10 d
Auf Zeitreise Mit Sternmotor
hat die Junkers
A50 nun noch mehr
historischen Charme
FOTO & TITELFOTO: SAMY KRAMER
FOTO: DANIEL FREY
FOTO: RALF PLECHINGER
MENSCH & MASCHINE
AKTUELL
REISE & ERLEBNIS
10
Junkers A50 Heritage
Das ultraleichte Wellblech-Flugzeug
gibt es jetzt auch mit Sternmotor
8 News
Meldepunkte in Hamburg • Apus insolvent
• PC-12 PRO mit G3000 Prime
34
Fliegen in den USA
Tipps für das Land der
großen Fliegerfreiheit
26
Serie Teil 6: Jodel-Restaurierung
Das Cockpit nimmt Form an
20 Kommentar der AOPA
Gebühren an Regionalflugplätzen
42
Touch & Go Kołobrzeg, Polen
Piste direkt am Ostsee-Strand
78 Der Flug des Phönix
Die Dreharbeiten zum berühmten
Film endeten tragisch
24
26
Neues FIS-Verfahren im Test
Alles über Frequency Monitoring Codes
Isabella lernt fliegen – Mai
Püfungsanmeldung • Soloplatzrunden
an fremden Plätzen
PRAXIS
48
Know-how VFR-Wetterprobleme
Schauer, Nebel oder Gewitter
stellen Piloten auf die Probe
52
Technik Sauerstoffanlagen
Worauf beim Fliegen in großer
Höhe zu achten ist
4 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
42 d
Badeausflug Dicht hinter
der Grenze liegt der polnische
Flugplatz Kołobrzeg
direkt am Ostsee-Strand
f 34
Fliegen in den USA Unser
Autor erkundet das Land
regelmäßig und gibt Tipps.
Einer davon ist das Monument
Valley (Bild)
FOTO: GERNOT KRÄMER
55
56
Praxistipp des Monats
Warum Transponder
die »falsche« Höhe zeigen
Fliegen ULs in Luftraum C
Was Piloten im Luftraum Charlie
erlaubt ist
58 Recht
Zollvorgaben bei Auslandsflügen
60
62
Unfallakte Unnötige Umkehr
Eine Motorklappe springt auf –
und der Pilot reagiert falsch
Daraus habe ich gelernt
Gefangen über den Wolken
63
Quiz Fragen für Piloten
Testen Sie Ihr Wissen!
ULTRALEICHT
68
Altiport-Runde in den Alpen
Mit einer Breezer fliegt die Crew
abenteuerliche Pisten an
RUBRIKEN
3 Editorial
6 Foto des Monats
22 Termine im Mai
77 Leserbriefe
77 Impressum
81 Unterhaltung
82 Vorschau
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www.fliegermagazin.de 5 • 2025
5
Foto des Monats
Tiefflug über Urlaubern
Mit dem Tragschrauber war Fotograf Robert Sentef über den Stränden
Portugals unterwegs. Der Blick direkt von oben eröffnet eine
besondere Perspektive auf das Treiben im Sand, die so nur Piloten
haben. Deutlich erkennbar ist auch: So richtig strahlend war das
Wetter an diesem Tag nicht.
6
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
7
NEWS
NEUER SAFETY TALK
IN DER PODCAST-SERIE ZUM THEMA SI-
CHERHEIT BERICHTET EIN PILOT VON EINER
GEFÄHRLICHEN SITUATION BEIM F-SCHLEPP.
WWW.FLIEGERMAGAZIN.DE/PODCAST
FOTO: PILATUS AIRCRAFT
Pilatus PC-12 PRO mit
Garmin G3000 Prime
Der Schweizer Flugzeughersteller Pilatus Aircraft
hat die neueste Version seines Erfolgsmodells
vorgestellt: die PC-12 PRO. In der Turboprop-Einmot
ist nun das Advanced Cockpit Environment
(ACE) basierend auf dem Glascockpit Garmin
G3000 Prime verbaut: Drei hochauflösende und
berührungsempfindliche Primary Flight/Multi
Function Displays mit 14 Zoll Diagonale sowie
zwei 7-Zoll-Touchscreen-Controller bieten Piloten
eine intuitive Steuerung. Ergänzt wird das
System durch ein von Pilatus entwickeltes Cursor
Control Device (CCD). Damit wechselt Pilatus die
Avionik vom bisher verwendeten Honeywell-System
auf die neueste Avionik von Garmin. Die
PC-12 ist das erste Flugzueg, in dem das G3000
Prime zum Einsatz kommt. Die Steuerhörner
ähneln jetzt denen des Businessjets PC-24. Die
PC-12 PRO ist bereits zertifiziert. Die ersten
Auslieferungen werden im vierten Quartal 2025
beginnen.
Hamburg. Neue VFR-Pflichtmeldepunkte
Die DFS Deutsche Flugsicherung
hat die VFR-Pflichtmeldepunkte
für Flüge in der
Kontrollzone von Hamburg
(EDDH) schon am 20. März erheblich
geändert. Die größte
Neuerung betrifft An- und
Abflüge von und nach Süden.
Die Anflug-Route über SIER-
RA 1 (Autobahnkreuz) und
SIERRA 2 (Köhlbrandbrücke)
entfällt und wird durch
eine TANGO-Route weiter im
Osten ersetzt. Von TANGO 1
(B75-Brücke über die Eisenbahn)
geht es entlang der
Eisenbahnstrecke von Lüneburg nach Hamburg zu TANGO 2, der
Gleisharfe des Rangierbahnhofs Veddel am Spreehafen. Die Route
vom Yachthafen Wedel (früher WHISKEY 1, jetzt HOTEL) entfällt
komplett, weil sie nur selten genutzt wurde. Im Nordosten heißen
die Meldepunkte entlang der A24 nun PAPA 1 und 2 statt bisher
CHARLIE und WHISKEY 2. Im Osten der Stadt bleibt es bei DELTA. im
Norden besteht weiterhin das Routing über NOVEMBER 1 und 2.
GE Catalyst. FAA-Zertifizierung geschafft
Nach rund neun Jahren Entwicklungszeit hat GE Aerospace jetzt
die FAA-Zertifizierung für das neue Turboprop-Triebwerk GE Catalyst
erhalten. Es soll den Turboprop-Platzhirsch Pratt & Whitney
Canada (PWC) angreifen, dessen PT6 diesen Markt seit Jahrzehnten
dominiert. Der neue Motor soll dank eines Druckverhältnisses von
16 : 1 weniger Treibstoff verbrauchen als die Konkurrenz im Segment
zwischen 1200 und 1400 Wellen-PS. Das Catalyst-Triebwerk
soll zuerst in der einmotorigen Turboprop Beechcraft Denali von
Textron zum Einsatz kommen, die mit der Pilatus PC-12 konkurriert.
FOTO: NORKIN KARTE: DFS DEUTSCHE FLUGSICHERUNG
8 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
BOSCAROL/PIPISTREL
2 Argus-V8-Motor
Flugzeuge sind beim fliegermagazin (Stand A5-325) auf
der AERO Friedrichshafen zu sehen: eine Me 108 mit
und die Bristell XL8 mit Turbotech-Turbine
Premiere. Erster Elektroflugverein
Am City Airport Mannheim
(EDFM) startet ein visionäres
Projekt. Der Elektroflug e.V. ist
Deutschlands erster Flugverein,
der ausschließlich auf elektrische
Flugzeuge setzt. Mit der
Pipistrel Velis Electro betreibt
der Verein ein klimafreundliches
Fluggerät. Der zweisitzige Hochdecker wird von einem 78 PS
starken Elektromotor angetrieben und schafft eine Reisegeschwindigkeit
von 98 Knoten. Die maximale Flugzeit beträgt 50 Minuten.
Der Verein bietet auch Unterschiedsschulungen für E-Motoren an
und will bald weitere Elektroflugzeuge anschaffen. Interessenten
können sich per Mail unter vorstand@elektroflug.club melden.
Borkenberge. UL-Meisterschaften 2025
Vom 11. bis 14. September 2025
finden am Verkehrslandeplatz
Borkenberge die Deutschen
UL-Meisterschaften statt. Wer
vorher bereits vor Ort trainieren
will, kann ab dem 8. September
anreisen. Mitmachen können
Piloten mit einer Mindestflugerfahrung
von 40 Stunden nach Lizenzerhalt. Zu den Aufgaben zählen
Navigationsflüge ohne elektronische Hilfsmittel und Präzisionsfliegen
wie Ziellandung, Kurzstart, exaktes Kreisen und Flug von Figuren.
Detaillierte Informationen über die Teilnahme und den Ablauf
lesen Sie in der nächsten Ausgabe #6.2025 des fliegermagazins.
FOTO: ROBERT SENTEF
FOTO: DIRK M. OBERLÄNDER
Insolvent. Flugzeughersteller Apus
Der Flugzeugentwickler Apus Zero
Emission aus Strausberg bei Berlin
hat Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen
entwickelt unter anderem
das zweimotorige Wasserstoffflugzeug
Apus i-2. Offensichtlich mangelt
es nun an Kapital. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde
Rechtsanwalt und Steuerberater Sebastian Laboga bestellt. Der
Geschäftsbetrieb soll vorerst weitergeführt werden, es wird auf
eine Restrukturierung gehofft. Die Gehälter der 68 Mitarbeiter sind
für die kommenden drei Monate durch Insolvenzgeld gesichert.
Diamond Aircraft. Volocopter gerettet
Der Flugzeughersteller Diamond Aircraft übernimmt den insolventen
eVTOL-Entwickler Volocopter in Bruchsal. eVTOLs sind elektrische
Senkrechtstarter, die als Lufttaxis fliegen sollen. Der VoloCity
wird von einem Piloten gesteuert und bietet nur einem Passagier
Platz. Die Zulassung steht noch
aus. Diamond arbeitet an der
elektrischen eDA40. Die Österreicher
sind seit 2017 im Besitz
des chinesischen Automobil-
Zulieferers Wanfeng, der eine
eigene Luftfahrtsparte hat. Auch
dort wird an eVTOLs gearbeitet.
FOTO: VOLOCOPTER
DE-BRIEFING NEU GEDACHT:
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MENSCH & MASCHINE
Junkers A50 Heritage
Klassik
in der Luft
Seit Junkers Aircraft die historische A50 als
Retro-UL neu aufgelegt hat, erweckt das Wellblech-
Flugzeug viel Begeisterung. Dank eines
Sternmotors kommt die neue Variante A50 Heritage
dem Original nun noch viel näher
TEXT DIRK M. OBERLÄNDER
FOTOS SAMY KRAMER
10 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Historisches Flair Die Junkers A50 Heritage
wird von einem Siebenzylinder-Sternmotor
angetrieben. Die Testflüge erfolgen einsitzig,
das UL-Flugzeug wird aber zweisitzig zugelassen.
Vor der Burg Hohenzollern macht sich
das Retro-UL besonders gut
FOTO:
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
11
MENSCH & MASCHINE
Liebevolle Details Die Speichenräder des Fahrwerks sind verkleidet, moderne Bauteile wie Fahrwerksdämpfer und Scheibenbremsen geschickt integriert
Platz nehmen
Die Ledersitze sind
bequem, hinter der
Sitzlehne befindet
sich ein Gepäckfach,
für das es
auch einen passenden
Rimowa-Koffer
gibt
Zeigerlandschaft Die Heritage wird mit einem klassischen »Uhrenladen«
angeboten
Markante Optik Gerillte Alubleche sorgen für
Stabilität, die Fahrwerksdämpfer sind verkleidet,
gebremst wird mit Beringer-Scheibenbremsen
12 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
er Druck auf den Starterknopf löst ein
D
mittleres Beben aus. Leicht unwillig und
mit viel Sprotzen erwacht der Motor zum
Leben – typisch Sternmotor. Langsam gebe
ich Gas, bis rund 700 Umdrehungen anliegen. Der
Motorlauf wirkt trotz ausreichend Öldruck noch unrund.
Ganz langsam lasse ich den Choke los und erhöhe
die Drehzahl. Bei 1000 Umdrehungen scheint sich
der Verner mittelprächtig wohlzufühlen. Beim Gasgeben
vergehen zwei bis drei Sekunden, bevor sich die
Drehzahl erhöht. Bei Temperaturen knapp über null
Grad benötigt der Motor gut zwölf Minuten, bevor
die Öltemperatur im grünen Bereich ist. Und dann
kommt es: Das typisch wuchtige Bollern eines Sternmotors.
Der satte Sound entlohnt für jede Wartezeit.
Es war wohl die Kritik, die Junkers am häufigsten
gehört hat, seit vor einigen Jahren die UL-Version der
im Original 1929 von Hugo Junkers gebauten A50 präsentiert
wurde: Vorne arbeitet ein Rotax 912 iS – ein
Boxermotor, das passt doch nicht zu so einem klassischen
Flugzeug! Doch die Entscheidung von Firmeninhaber
Dieter Morszeck war ganz bewusst: Der Rotax
bringt Alltagstauglichkeit für ganz normale Piloten.
Aus der Halle ziehen, die üblichen Checks machen,
Schlüssel drehen – läuft!
Inzwischen ist die A50 Junior mit Rotax-Motorisierung
im Markt der 600-Kilogramm-ULs angekommen.
Nun folgt also der zweite Schritt: die A50 Heritage
mit einem Sternmotor vom Typ Verner Scarlet 7U
ist mitten in der Flugerprobung. Und tatsächlich: Vor
Moderne Technik
für die Ikone des
Flugzeug-Designs
meinem Druck auf den Starterknopf und nach dem
Abstellen ist viel mehr zu beachten als bei einem Rotax.
Testpilot Patrick Hauser zeigt es mir.
Das Triebwerk aus Tschechien hat üppige 4,7 Liter
Hubraum und liefert 124 PS Startleistung, bei nur
83 Kilogramm Gewicht. Hinter dem Brandschott ist
das Flugzeug baugleich mit der Rotax-Version. Vor
dem Anlassen hatten wir die Auspuffabdeckungen
entfernt und das Drain-Ventil am unteren Zylinder
geöffnet, um Ölreste abzulassen. Anschließend wird
der Propeller zehnmal gedreht und auf leichten Lauf
der Zylinder geachtet. Bei erhöhtem Widerstand muss
der Drain-Vorgang im Ölkreislauf wiederholt werden.
Das ist ein typisches Problem bei geparkten Sternmotoren:
Öl läuft in die unteren Zylinder. Wer dann
einfach anlässt, beschädigt die Kolben, weil sich die
Flüssigkeit – anders als Benzin-Luft-Gemisch – nicht
komprimieren lässt.
Jetzt beginnt der spannende Teil. Ich klettere ins
Cockpit. Hoffentlich habe ich mir den Anlassvorgang
korrekt gemerkt. Zu allem Überfluss ist es ein Kaltstart.
Also Füße in die Bremsen, Gashebel auf a
FLIEGEN MIT
SPORNRAD
In der Echo-Klasse ist
beim Umstieg vom
Bugradfahrwerk eine
Unterschiedsschulung
vorgeschrieben. Diese
wird im Flugbuch
dokumentiert. UL-Piloten
benötigen diese rein
rechtlich nicht, sinnvoll
ist sie dennoch.
In Abstellposition
Erprobungspilot
Patrick Hauser beim
Outside Check. Nach
dem Abstellen soll
der Prop immer so
gedreht werden, dass
der Kolben im unteren
Zylinder am unteren
Totpunkt steht
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
13
MENSCH & MASCHINE
Unter Geschwistern
Hinten im Bild
der Rumpf der neuen
A60 mit Side-by-Side-Cockpit,
dahinter
die A50 mit hintereinander
sitzender Crew
Viel Erfahrung Zwar
kommen Formen zum
Einsatz, die Schränkung
der Bleche
passgenau zu formen,
erfordert aber nach
wie vor viel manuelles
Geschick
Präzision und Geduld Abgesehen vom Zuschnitt und Pressen
der Bleche sind alle weiteren Arbeitsschritte Handarbeit. Die
Montage einer A50 benötigt rund 2500 Arbeitsstunden
Junges Team Junkers
Aircraft bildet viele seiner
Fachkräfte selbst
aus – noch gibt es keine
Nachwuchssorgen
Volle Kontrolle Im Warenlager werden alle Teile erfasst und
exakt dokumentiert, in welchem Flugzeug sie verbaut werden
14 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Frisch grundiert Alle Bauteile werden in der hauseigenen
Lackiererei grundiert und lackiert
Standgas und den Choke voll gezogen halten. Dann
an der Schalterleiste beide Zündkreisläufe, Batterie,
Alternator und Benzinpumpe aktiviert. Prop clear!
Und das Beben beginnt …
Das Abschalten erfolgt einfach im Standgas, wobei
Öl- und Zylinderkopftemperatur unbedingt im grünen
Bereich sein müssen. Und weiter geht’s mit den
Besonderheiten eines Sternmotors: Eine Markierung
auf der Propellernabe zeigt den unteren Totpunkt
des untersten Zylinders. Nach dem Abstellen soll der
Prop in exakt diese Top-Down-Position gebracht werden.
Dann sammelt sich möglichst wenig Öl im unteren
Zylinder. Rund sieben Liter Schmierstoff befinden
sich im Ölkreislauf. Auch bei der Wartung benötigt
der Verner-Sternmotor mehr Aufmerksamkeit
als das unkomplizierte Rotax-Aggregat
aus Österreich. Alle 25 Stunden
steht eine Ventilkontrolle an, alle 50 Stunden
muss das Anzugmoment am Propellerflansch
geprüft werden. Außerdem verlangt
der Motor im Winter und Sommer
nach Öl mit unterschiedlicher Viskosität.
Die TBO gibt Verner mit 1000 Stunden an.
Eiskalte Erfahrung
Ursprünglich war natürlich ein Testflug
geplant. Doch die bislang einzige A50 Heritage
befindet sich noch in der Flugerprobung
mit vorläufiger Verkehrszulassung.
Und sie ist als Einsitzer konfiguriert, die
vordere Sitzluke des Tandemsitzers ist mit
einem Blech abgedeckt. Optional wird die
Heritage auch für zwei Insassen angeboten.
Ich frage Testpilot Patrick Hauser nach
den Flugleistungen: Im Reiseflug bei 1900
Umdrehungen beträgt die Geschwindigkeit
je nach Propellermodell zwischen 140
bis 155 km/h. Noch sind die Handbuchwer-
Für den US-Markt
entsteht ein Werk
in Michigan
te nicht final erflogen. Nach Patricks Einschätzung
liegt die Performance etwas über der des Rotax 912 iS.
Also fliegen wir mit der A50 Junior mit dem Rotax
912 iS. Was Masse Gewicht und Schwerpunkt angeht,
liegen beide Motoren eng zusammen. Dick eingepackt
sitze ich vorne im Cockpit. Der Ausblick ist grandios.
Wir rollen am Flugplatz Donaueschingen-Villingen
(EDTD) zur Piste 18. Ohne große Spornraderfahrung
tue ich mich zunächst schwer, eine saubere Linie zu
rollen. Man benötigt ein gewisses Tempo, um mit
dem Seitenruder lenken zu können. Zu viel Bremseingriff
bringt dagegen Unruhe ins Fahrwerk. Nach
dem Rollhaltcheck erweist sich der Start als unkompliziert.
Drücken am Knüppel lässt das Spornrad abheben,
noch bevor 40 km/h auf dem Fahrtmesser stehen.
Sekunden später rotieren wir und steigen mit 100
km/h. Es geht in östliche Richtung. Die kleine Frontscheibe
leitet den Fahrtwind effektiv um den Kopf herum.
Trotzdem spürt man die Elemente. Bei rund 150
km/h und einem Spritdurchfluss von 15 Litern pro
Stunde fühlt sich der Metallflieger richtig wohl. Die
Ruder sind gut abgestimmt und reagieren früh, ohne
nervös zu sein. Das Kurvenverhalten ist auch mit großen
Querneigungen anfängertauglich – was durchaus
positiv gemeint ist.
Beim Erfliegen der Stallgrenze gibt es eine kleine
Besonderheit. Wenn der Fahrtmesser um die 110
km/h anzeigt, scheint die Strömung an der Flächenwurzel
turbulent zu werden, reißt aber nicht ab. Erst
bei etwa 85 km/h beginnt sich die Nase gutmü- a
Zur Messe fertig
Die Junkers A60 ist
ein Side-by-Side
Flugzeug. Sie wird
auf der AERO 2025
ausgestellt
JUNKERS USA
In Battle Creek, Michigan,
wird jetzt ein
Werk zur Fertigung von
Junkers-Flugzeugen
gebaut – am Standort
der Waco Aircraft Corporation,
die bis heute
Doppeldecker herstellt.
Auch Waco gehört zur
Dimor Group von Dieter
Morszeck.
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
15
MENSCH & MASCHINE
Satter Sound Der Sternmotor des tschechischen Herstellers Verner
hat dank 4,7 Liter Hubraum und niedriger Drehzahl einen bassigen
Sound. Für die Testflüge wurde das vordere Cockpit abgedeckt
Position fürs Parken Wenn die rote Markierung am Prop oben
steht, ist der untere Zylinder am unteren Totpunkt
Gut versteckt Am
unteren Zylinder befindet
sich hinter dem
linken Kerzenstecker
ein Drain-Ventil zum
Ölablassen vor dem
Motorstart
Spornradtraining
Um die (Nicht-)fliegbarkeit von Spornrad-Flugzeugen
ranken sich Lagerfeuergeschichten. Fakt ist: Spornradflugzeuge
eigenen sich besonders für Landungen
auf unbefestigten Pisten. Gewöhnungsbedürftig
für Bugrad-Piloten ist die Neigung zum Ausbrechen
beim Rollen am Boden sowie bei der Landung und im
Startlauf, bis das Spornrad den Boden verlässt. Beim
Landen gilt es, die Techniken Radlandung (Aufsetzen
zuerst auf dem Hauptfahrwerk, dann das Spornrad
sinken lassen) und Dreipunktlandung (Haupträder und
Spornrad setzen praktisch zeitgleich auf) zu erlernen.
Beide Techniken müssen auch bei Seitenwind weiter
gefestigt werden. Hier ist besonderes Geschick gefragt.
Aber natürlich ist auch Spornradfliegen beherrschbar.
Wendet fast auf der
Stelle Das gelenkte
Spornrad lässt sich
per Seitenruderimpuls
aushängen und verfügt
über einen Dämpfer,
der sich fast unsichtbar
in der Fahrwerksaufnahme
verbirgt
16 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
tig zu sinken. Grund der Verwirbelungen ist der nicht
vorhandene Rumpf-Flügel-Übergang. Auf das Handling
der Maschine hat der Effekt aber keinen Einfluss.
Langsam kriecht die Kälte auch unter den Overall.
Also geht es zurück zum Platz. Der Queranflug folgt
praktischerweise der Autobahn A864 unter uns. Da
die A50 Junior keine Landeklappen hat, wird der Sinkflug
nur über Pitch und Power gesteuert. Nach kurzem
Abfangen und Gas rausnehmen bis in den Leerlauf
setzt die A50 Junior sanft auf den Haupträdern
auf. Das Spornrad folgt. Es geht zurück zum Hangar,
wobei mir das Rollen schon etwas besser gelingt.
Dank der Spornradentriegelung lässt sich die Maschine
vor der Halle fast auf der Stelle drehen. Offen fliegen
in so einem Retro-Flugzeug – ein tolles Gefühl!
Zurück zu den Wurzeln
Um die wechselhafte Geschichte von Junkers zu verstehen,
müssen wir kurz in die Vergangenheit eintauchen.
1895 wird das Unternehmen in Dessau gegründet
und fertigt überwiegend Heiztechnik. Im Ersten
Weltkrieg entwickelt Firmengründer Hugo Junkers
das Ganzmetallflugzeug J1, das als Militärflugzeug
vom Heer genutzt wird. Später folgen mit den Mustern
A20, F 13 und Ju 52 Flugzeuge für die Zivilluftfahrt.
Junkers gründet auch eine eigene Fluglinie.
Um 1925 werden rund 40 Prozent des weltweiten Linienverkehrs
von Junkers-Flugzeugen bedient. In der
Weltwirtschaftskrise Anfang der dreißiger Jahre gerät
das Unternehmen dann in finanzielle Schwierigkeiten.
Nach dem Tod von Hugo Junkers verstaatlichen
die Nationalsozialisten 1935 die Firma und bauen sie
zum Rüstungskonzern um.
2015 wird in der Schweiz die Junkers Flugzeugwerke
neu gegründet (siehe Randnotiz oben rechts).
Als erstes Flugzeug entsteht der Nachbau der klassischen
F 13. Doch das Unternehmen konzentriert sich
danach auf die Produktion von Ultraleichtflugzeugen.
Die entstehen wie ihre Vorgänger in Handarbeit
NEUGRÜNDUNG
Der Unternehmer und
Flug-Enthusiast Dieter
Morszeck gründete
mit Genehmigung der
Junkers-Erben 2015 die
Junkers Flugzugwerke
im Schweizer Dübendorf.
Etwa zeitgleich
trennte er sich von
seiner Kofferfirma
Rimowa.
Technische Daten d
Junkers A50 Heritage
Spannweite
8,84 m
Flügelfläche 13,39 m 2
Länge
7,13 m
Höhe
2,89 m
Leermasse
ab 377 kg
MTOM
600 kg
Tankinhalt
105 l
Motor / Leistung Verner Scarlet 7U,
124 PS
Propeller
Aerobat/MT/Wollner,
Holz, fest
Verbrauch Reise (75 %, 5000 ft) 25 l/h
V Reise (75 %, 5000 ft)
140–155 km/h
V ne
208 km/h
V no
155 km/h
V s0
83 km/h
V x
noch nicht ermittelt
V y
105 km/h
Hersteller
Junkers Aircraft
Wittumsgrund 4
78727 Oberndorf-
Hochmössingen
Internet
www.junkersaircraft.com
und Ganzmetallbauweise – inzwischen in Deutschland:
Oberndorf-Hochmössingen im Schwarzwald
ist Standort der Junkers Aircraft. Das Werk liegt landschaftlich
schön rund eine Autostunde südwestlich
von Stuttgart. Kleine Hügel und kurvige Landstraßen
lassen das Herz von Wanderfans und Motorradfreunden
höherschlagen. Rund 100 Menschen arbeiten
beim Flugzeugbauer, davon 70 Prozent in der Produktion.
Der Hersteller selbst bezeichnet seine Fabrik als
Manufaktur. Was in diesem Fall kein Marketingattribut
ist. Der Anteil an Handarbeit ist hoch. Rund 2500
Arbeitsstunden, 1000 Einzelteile und 10 000 a
GEFÄHRLICHEN
VERKEHR
SICHER
VERMEIDEN
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MENSCH & MASCHINE
Direkter Vergleich Hier die Junkers A50 mit dem
Rotax 912 iS-Einspritzmotor unter der Cowling und
Verstellpropeller unter dem Spinner
Immer an der Frischluft Die sieben Zylinder des Sternmotors und der starre Holzpropeller
unterstreichen die klassischen Gene des Metalltiefdeckers
handgeschlagene Niete stecken in einer A50 Junior.
Pro Monat verlässt derzeit eine Maschine die Hallen.
Langfristig will Junkers die Produktionszahl verdoppeln.
Parallel zum Standort in Baden-Württemberg
entsteht im US-Bundestaat Michigan in Battle Creek
ein neues Werk, das im Spätsommer die Produktion
aufnehmen soll.
Doch wir bleiben bei den einheimischen Flugzeugbauern
und -bauerinnen. Beim Blick in die Hallen fallen
mir zwei Dinge sofort auf: Die Crew ist für einen
Handwerksbetrieb sehr jung, was auch an den zahlreichen
Abzubildenden liegt. Zur Belegschaft zählen viele
Frauen. »Wir haben Glück und derzeit keine Nachwuchssorgen.
Die jungen Menschen bewerben sich
bei uns. Auch weil wir aktiv in die Schulen gehen«, berichtet
Produktionsleiter Rolf Würsch.
Nebeneinander sitzen in der A60
Neben Junior und Heritage steht die A60 in der Produktionshalle.
Sie hat viel mit der A50 gemein, doch
im neu entwickelten Rumpf sitzt die Crew nebeneinander.
Außerdem hat die A60 für den Winterbetrieb
eine Haube, die das Cockpit vollständig umschließt.
Die A60 steht auf einem Dreibeinfahrwerk, das als feste
oder einziehbare Variante lieferbar ist.
Beim Material setzt Junkers vor allem auf Aluminium
und Titan. Letzteres wird unter anderem fürs
Brandschott verwendet. Einige wenige CFK-Formteile
finden sich an Flächenspitzen, bei der Abdeckung des
Rettungsgeräts und als Verkleidungen am Einziehfahrwerk
der neuen A60.
Die Wertschöpfung erfolgt zu über 98 Prozent vor
Ort. Zunächst werden die Bleche heiß gepresst und
wandern dazu in den 493 Grad Celsius heißen Ofen.
Nach dem Abschrecken im Wasserbad bleiben nur 25
bis 40 Minuten zum Formen – es sei denn, man friert
die Bleche ein. Dann bleibt die Elastizität erhalten.
Tiefgefrorene Bleche dürfen bis zu zehn Tage später
noch verformt werden. Auch das Entfetten, Grundieren
und Lackieren erfolgt in Eigenregie. Dann geht
es an die Montage. Bei der Biegung und Schränkung
der Bleche ist Erfahrung gefragt. An den Stoßkanten
von Blechen wird eigens Korrosionsschutz aufgetragen.
Was mich erstaunt: Das Anzeichnen und Bohren
der Nietlöcher sowie das Einschlagen der Niete erfolgen
in reiner Handarbeit ohne Roboterhilfe. Bei allen
Arbeiten ist der Laptop permanenter Begleiter. Auch
wenn ULs nicht als zertifizierte Flugzeuge gelten, dokumentiert
der Hersteller genau, welche Einzelteile
von wem in welches Luftfahrzeug verbaut werden.
Beim Thema Avionik trifft Tradition auf Moderne.
Die meisten ausgelieferten Kundenmaschinen haben
das Glascockpit Garmin G3X Touch an Bord. Der vermeintliche
Widerspruch lässt sich logisch erklären:
Wer möchte schon im offenen Cockpit mit Papierkar-
18 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
te und Stift hantieren? Im Übrigen übernimmt die
Elektronik auch gleich die Motorüberwachung für die
Rotax-Einspritzmotoren.
Gibt es eigentlich einen »typischen Junkers-Käufer«?
Bei der Frage muss Marketingleiter Dominique
Boesch etwas grinsen. Denn neben Berufs- und Hobbypiloten
kaufen durchaus auch design-affine Menschen
das klassisch aussehende Wellblechflugzeug,
obwohl sie gar keine Lizenz haben. Viele, aber nicht
alle dieser Kunden starten sogar erst danach ihre
UL-Ausbildung. Beim Umstieg aufs Spornrad-Fliegen
unterstützt Junkers seine Kunden auf Wunsch mit einem
eigenen Flugtraining.
Mein Fazit: Die A50 ist ein gutmütiger Tiefdecker
zum lustvollen Luftwandern. Dabei passt der Rotax-Einspritzmotor
mit weichem Lauf und schnellem
Ansprechverhalten gut zum unkomplizierten Charakter
des ULs. Der Verner-Sternmotor ist für Fans
klassischer Flugzeuge dennoch eine sicher ersehnte
Alternative. Sie nehmen den erhöhten Aufwand für
das klassische Fluggefühl gerne in Kauf. Hubraum,
Sound und der feste Holzpropeller bringen noch ein
Stück mehr historische Technik und auch Optik ins
Flugzeug. Was das kostet? Bei 299 000 Euro brutto
geht es los.
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AKTUELL KOMMENTAR
DR. MICHAEL ERB
GESCHÄFTSFÜHRER DER AOPA-GERMANY
FOTO: AOPA-GERMANY
GROSSE VORSCHRIFTEN, HOHE GEBÜHREN
Flugsicherungskosten Neben den Landeentgelten sind für VFR-Flüge immer wieder
Flugsicherungsgebühren ein Thema, das jetzt gerade hochkocht
ie AOPA-Germany war überrascht, als die
D
NfL 2025-1-3390 bis -3400 vom 21. Februar
erschien. Bis dahin wurde an Regionalflughäfen
mit DFS-Flugsicherung auf
die Erhebung der Flugsicherungsgebühren in geringer
Höhe verzichtet. Das hob diese NfL nun auf. Sollte
das Fliegen dort nun teurer werden?
Normalerweise werden solche Entscheidungen
vorab vom Bundesverkehrsministerium angekündigt
und mit den Verbänden diskutiert. Bislang hat
man die Flugsicherungsgebühren bei An- und Abflügen
gemäß der »Verordnung über die Erhebung von
Kosten für die Inanspruchnahme von Diensten und
Einrichtungen der Flugsicherung beim An- und Abflug
(FSAAKV)« an diesen elf Flugplätzen bei Flugzeugen
unter zwei Tonnen MTOM aus guten Gründen
nicht erhoben. Betroffen von den Änderungen waren
die Flugplätze Paderborn, Braunschweig, Magdeburg/
Cochstedt, Dortmund, Emden, Friedrichshafen, Karlsruhe,
Memmingen, Lahr, Mönchengladbach und Niederrhein.
Um die Größenordnung zu verstehen: Diese
Gebühren betragen für eine Cessna 172 genau 31,71 Euro
und für ULs mit 600 Kilogramm MTOM 22,66 Euro.
An größeren Flughäfen werden sie sehr wohl erhoben.
Wir waren dann abermals überrascht, als die gerade
verkündeten Änderungen schon vier Tage nach
der Veröffentlichung und noch vor dem geplanten Inkrafttreten
am 1. März mit der NfL 2025-1-3401 als Folge
scharfer Proteste wieder aufgehoben wurden.
Das Grundproblem ist, dass die DFS nach der Corona-Pandemie
einfach nicht mehr genug Geld verdient.
Ihr fehlen Einnahmen in Millionenhöhe, weil
der kommerzielle Flugverkehr in Deutschland nicht
mehr das Vor-Covid-Niveau erreicht.
In der Folge werden die Gebühren erhöht: 2025 sind
Überflüge für Airlines um 27 Prozent teurer geworden,
für Starts und Landungen wurden die Gebühren
sogar um 40 Prozent gesteigert. Wer an dem Defizit
der DFS sicherlich keine Schuld trägt, ist die Allgemeine
Luftfahrt, die weiter kontinuierlich fliegt. Klar ist
auch, dass speziell die an diesen Flugplätzen beheimateten
Flugschulen und Vereine die Belastungen
nicht tragen können. Erfreulich ist zumindest, dass
Vernetzt
Die deutsche AOPA
ist Mitglied im International
Council of
Aircraft Owners and
Pilots Associations
(IAOPA), dem Zusammenschluss
der
vielen nationalen
AOPAs weltweit
sehr schnell reagiert wurde, indem man die NfL wieder
aufgehoben hat. Mittelfristig muss die neue Bundesregierung
aber eine politische Lösung mit der DFS,
dem BAF und den Flugplätzen finden, wie diese Regionalflughäfen
dauerhaft finanziert werden sollen.
Trotz der Aufhebung der Flugsicherungsgebühren
droht weiter Ungemach. Denn für die deutschen Regionalflugplätze
soll es ab Ende
2025 keine Förderung mehr geben.
Am 13. März platzte in einer
Online-Konferenz des Bundesministeriums
für Digitales und
Verkehr (BMDV) die »Bombe«, als
den Teilnehmern verkündet wurde,
dass das Finanzierungsmodell
für alle Flugplätze des sogenannten 2. Gebührenkreises
der FSAAKV mit Jahresende 2025 auslaufen wird.
Betroffen sind alle DFS-Regionalflugplätze mit Kontrollzone
oder Aerodrome Flight Information Service
(AFIS). Insgesamt geht um einen Betrag von 30 Millionen
Euro pro Jahr. Wie diese Flugplätze sich zukünftig
finanzieren sollen, ist noch völlig unklar.
Nur die wenigsten dieser Flugplätze sehen sich in
der Lage, angesichts des in Deutschland hohen Kostenniveaus
von Regionalflugplätzen mit Kontrollzone
oder AFIS kostendeckend zu wirtschaften. Und
über deutlich erhöhte Nutzergebühren wird man die
Defizite auch nicht vermeiden können.
Hätten wir Bestimmungen wie unsere europäischen
Nachbarn, könnten deutsche Regionalflugplätze
mit Kontrollzone zumeist auch mit dem viel
kostengünstigeren AFIS operieren. An kleinen Flugplätzen
mit wenig Flugbewegungen könnte gelegentlicher
IFR-Verkehr eigentlich auch gänzlich ohne AFIS
oder Betriebsleiter stattfinden – das erlebt man etwa
in Frankreich. Bislang haben sich die deutschen Behörden
aber immer gegen diese Low-Cost-Lösungen
gestemmt. Auf jeden Fall muss man baldmöglichst eine
politische Lösung finden. Vor allem gilt es zu verhindern,
dass Deutschlands Regionalflugplätze unter
IFR nicht mehr angeflogen werden können. Und zum
Thema Bürokratieabbau passt eine Vereinfachung der
Vorschriften ohnehin bestens.
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AKTUELL
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Entlastet die Frequenz Im FIS-Bereich westlich von Frankfurt wird Frequency Monitoring jetzt erprobt
Frequency Monitoring Code
Rasten statt
Funken
Westlich von Frankfurt testet FIS Langen ein neues Verfahren
für passives Mithören beim Fluginformationsdienst
TEXT THOMAS BORCHERT/DIRK M. OBERLÄNDER
ei CAVOK-Wetter ist nicht
B
nur der Luftraum voll. Auch
die FIS-Frequenz ist oft stark
frequentiert. Nicht selten
warten Pilotinnen und Piloten minutenlang,
bis sich eine Pause zur An- beziehungsweise
Abmeldung auftut. Bei vielen
VFR-Flügen bleibt es bei genau diesen beiden
Funksprüchen, wenn von der Crew im
Streckenflug keine weiteren Informationen
benötigt werden.
Um die Arbeitsbelastung zu senken,
testet FIS Langen seit 20. März noch bis 26.
Oktober im Luftraum westlich von Frankfurt
ein neues Verfahren. Die etwas sperrige,
aber sinnvolle Bezeichnung dafür
lautet Frequency Monitoring Code (FMC).
Durch Einstellen des speziellen Transpondercodes
3701 können Piloten FIS signalisieren,
dass sie den Funkverkehr auf der
Frequenz aktiv mitverfolgen – es gibt also
einen Code fürs Frequenz-Monitoring.
Das Verfahren gestaltet sich simpel:
Der Pilot stellt am Funk wie gewohnt die
Frequenz von FIS Langen in diesem Bereich
ein: 123.525 MHz. Anschließend wird
beim Transponder der Squawk 3701 gerastet.
Beim Verlassen der FIS-Frequenz schaltet
der Pilot den Transpondercode wieder
auf 7000 (VFR). Die An- und Abmelderufe
entfallen.
Nur ein paar Dinge gibt es zu beachten:
Das Verfahren gilt ausschließlich tagsüber
von 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30
Minuten nach Sonnenuntergang und im
Zeitraum zwischen 6 und 22 Uhr Ortszeit.
Vorerst gibt es den Frequency Monitoring
Code nur im Testgebiet westlich von
Frankfurt. Er gilt nicht im militärischen
Zuständigkeitsbereich (AoR) der dortigen
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FOTO: DFS
Flugplätze in Nörvenich, Büchel, Spangdahlem
und Ramstein.
Durch das Rasten des Frequency Monitoring
Codes sehen die FIS-Lotsen, welche
Luftfahrzeuge die FIS-Frequenz aktiv
abhören und können bei Bedarf ihrerseits
Kontakt aufnehmen. Die Kennung wird
per Mode S übertragen. Eine optionale
Kontaktaufnahme erfolgt bei Flugzeugen
mit D-Kennung in deutscher, ansonsten
in englischer Sprache. Die DFS bittet die
Piloten, das FMC-Verfahren im Testgebiet
möglichst häufig anzuwenden. Feedback
können Piloten per E-Mail unter vfr@dfs.
de geben.
Das FMC-Verfahren wird in etlichen
europäischen Ländern bereits angewendet.
So sind zum Beispiel in Italien FMC
Areas ausgewiesen. In Großbritannien
wird die Bezeichnung »Listening Squawk«
verwendet. Wichtig ist der Unterschied
zum Ablauf in den deutschen Transponder
Mandatory Zones (TMZ): Dort ist es
verpflichtend vorgeschrieben, die angegebene
Frequenz abzuhören und den zugehörigen
Transpondercode zu rasten. In
einem FMC-Gebiet dagegen ist das Verfahren
freiwillig.
Ob mit oder ohne Sprechfunkkontakt:
Für Piloten ist es wichtig, sich stets der
Grenzen von FIS bewusst zu sein: FIS staffelt
Verkehr nicht. Der Lotse kann Hinweise
zu anderem Verkehr, Lufträumen oder
Wetterphänomenen geben, er muss dies
aber nicht tun. Der Umfang der Hinweise
hängt auch von der Arbeitsbelastung
der Lotsen ab. Klar muss aber sein: Sowohl
nach Anmeldung bei FIS als auch beim Abhören
der Frequenz mit FMC-Code bleibt
die Verantwortung für die Kollisionsvermeidung,
den Einflug in freigabepflichtige
Lufträume und die gesamte Flugdurchführung
stets beim Piloten.
Und noch etwas sollten sich Piloten bewusst
machen: Ein wesentlicher Grund
für die Überlastung der FIS-Frequenzen
sind unnötig lange und komplizierte
Funksprüche. Notizen auf dem Kniebrett
oder iPad vor der Kontaktaufnahme können
Funksprüche beschleunigen. Ein wiederkehrendes
Phänomen sind nicht zurückgelesene
Informationen wie Squawk,
QNH-Wert oder Funkfrequenzen beim
Wechsel von Sektoren. Auch das lässt sich
vermeiden. Oft tauchen auch Fragen nach
Frequenzen von Plätzen oder der Aktivität
restriktiver Lufträume auf. Viele solcher
Informationen sind eigentlich Teil
der Flugvorbereitung.
Genau wie bei der Luftraumstruktur
gibt es auch bei den Sprechgruppen immer
mal wieder Änderungen und Neuheiten.
Ein jährliches persönliches Update
ist ratsam. Als Nachrichten für Luftfahrer
(NfL) gibt es das Dokument »Bekanntmachung
über die Sprechfunkverfahren«.
In dieser Publikation fasst die DFS wichtige
nationale und internationale Vorgaben
kompakt zusammen. Dazu gehören
auch für Deutschland neue Verfahren wie
Sprechgruppen an Plätzen ohne Betriebsleiter.
Die aktuelle Version (2024-1-3266) ist
auf der Webseite der DFS im Bereich Medien
Unterpunkt IFR-/VFR-Informationen
abrufbar.
Alternativ sind die aktuellen Sprechfunkverfahren
natürlich auch in der deutschen
AIP zu finden – im Abschnitt GEN
3-11. Die komplette AIP ist kostenfrei abrufbar
unter https://aip.dfs.de/basicAIP/.
Eine gute Lektüre bei miesem Wetter.
FLIEGEN OHNE
BETRIEBSLEITER
Fast kein Thema wird
von unseren Lesern
kontroverser diskutiert.
Chefredakteur Thomas
Borchert gibt online
Tipps für den reibungslosen
Flugfunk ohne
»Türmer«. Online unter:
https://bit.ly/
ohne-turm-funken
Hier ist der Code Pflicht
Vorm Einflug in eine Transponder
Mandatory Zone (TMZ) muss der
Pilot den zugeordneten Squawk
rasten und im Funk Hörbereitschaft
herstellen. In einem FMC-Bereich ist
das optional, nicht verpflichtend
AKTUELL ISABELLA LERNT FLIEGEN
Das Endergebnis Liegt die praktische Prüfung
hinter einem, dauert es nicht mehr lange bis
man die Lizenz in den Händen hält
FOTO : CHRISTINA SCHEUNEMANN
Prüfungsanmeldung
Wichtiger
Papierkram
Bald wartet die praktische Prüfung zur Privat-
pilotenlizenz. Welche Dokumente benötigt man
für die Anmeldung?
TEXT ISABELLA SAUER
och liegen ein paar Flugstunden vor mir,
N
doch der Gedanke an die Anmeldung zur
PPL-Prüfung rückt so langsam näher.
Und da ich und Papierkram nicht die besten
Freunde sind – wir erinnern uns an meine BZF-Anmeldung
– möchte ich mich dieses Mal frühzeitig darüber
informieren. Das hilft möglicherweise auch dem
einen oder anderen Flugschüler, und Piloten erinnern
sich vielleicht an ihren Gefühlszustand, als sie diese
Dokumente ausgefüllt haben.
Zum Glück scheint die Anmeldung kein Hexenwerk
zu sein. Zuständig ist in meinem Fall die Luftfahrtbehörde
Hamburg. Auf deren Website findet
man alle nötigen Formulare, darunter auch den Antrag
für die praktische Prüfung. Hier werden zunächst
allgemeine Daten abgefragt: Angaben zum Bewerber
wie Name, Adresse und Aktenzeichen des Zuverlässigkeitsbescheids.
Danach folgt ein längerer Selbsterklärungsteil.
Es geht unter anderem darum, dass ich bestätige,
nicht rechtskräftig verurteilt worden zu sein,
keine sonstigen Ermittlungs- oder Strafverfahren in
den letzten fünf Jahren gegen mich anhängig waren
oder gegen mich anhängig sind, und kein regelmäßiger
Missbrauch von Alkohol, Rauschmitteln oder Medikamenten
vorliegt.
Sollte man eine der geforderten Erklärungen oder
Nachweise nicht sofort beilegen können, müssen
entsprechende Belege beigefügt werden (siehe Abschnitt
E im Formular). Außerdem wird in dem Antrag
die Eintragung von Sprachkenntnissen beantragt
– beispielsweise Deutsch als Muttersprache auf Expertenniveau
(Level 6)
durch eine einfache
Bestätigung. Weitere
Sprachkenntnisse und
Funkrechte (BZF I, BZF
II, BZF E oder AZF) können
ebenfalls angegeben
werden.
Wichtig: Die Erlaubnis kann beschränkt oder widerrufen
werden, falls sie durch falsche Angaben oder
gefälschte Nachweise erschlichen wurde. Mit der Unterschrift
erklärt man sich auch damit einverstanden,
die Gebühren für die Prüferzuweisung, die Lizenz sowie
die Reisekosten zu übernehmen. Hierfür sollten
etwa 250 Euro eingeplant werden.
In Abschnitt C werden Angaben zur Ausbildungseinrichtung
abgefragt, wie zum Beispiel das Luft-
26 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Wichtige Dokumente
rechtzeitig
zusammensuchen
fahrzeugmuster für die Prüfung. Weiter geht es für
mich mit dem Punkt »Erstausbildung oder Ausbildung
ohne Anrechnung«. Relevant sind hier unter
anderem das Datum des Beginns der Ausbildung, die
eingesetzten Luftfahrzeugmuster, die Gesamtflugunterrichtsstunden,
Stundenanzahl überwachter
Alleinflüge (mindestes zehn Stunden) sowie Allein-Überlandflug
von mindestens 150 NM, wobei
zwei Landungen auf zwei anderen Flugplätzen als
dem Startflugplatz durchgeführt wurden. Die in diesem
Abschnitt abgefragten Daten werden von der
Flugschule ausgefüllt, sie bescheinigt die sogenannte
Prüfungsreife. Zuletzt müssen weitere Unterlagen
teils in Kopie abgegeben werden:
• Ausbildungsnachweis (das Flugbuch reicht nicht –
es braucht die offizielle Bestätigung der Flugschule
über die abgeschlossene Ausbildung)
• Nachweis über die bestandene
theoretische Prüfung
• Kopie des Personalausweises
• Kopie des Tauglichkeitszeugnisses
• Kopie eines gültigen Zuverlässigkeitsbescheids
(ZÜP), sofern dieser der Luftfahrtbehörde noch nicht
vorliegt
• Kopie der Auskunft aus dem Fahreignungsregister –
nicht älter als sechs Monate
• Dokumentation des Allein-Überlandflugs
• Nachweis über das BZF (Sprechfunkzeugnis)
• Zahlungsnachweis für die Prüfungsgebühr
Ich habe mir den Antrag schon einmal ausgedruckt
und alles in Ruhe durchgelesen. Bald werde ich mich
dazu auch mit meiner Flugschule zusammensetzen,
um sicherzustellen, dass alles vollständig ist. Das wird
nicht nur helfen, kleine Flüchtigkeitsfehler zu vermeiden,
sondern sicher auch mental den »Endspurt« der
Ausbildung markieren.
Der Antrag wird dann per Post oder E-Mail an die
Luftfahrtbehörde geschickt. Von dort aus geht es an
den Prüfer, der sich anschließend bei einem meldet,
um den Termin für die praktische Prüfung abzustimmen.
In der Regel läuft das unkompliziert und dauert
nur wenige Tage. Mein persönlicher Tipp: Frühzeitig
alles zusammensuchen und checken. Es gibt
nichts Nervigeres, als kurz vor Schluss festzustellen,
dass ein Dokument fehlt oder eine Unterschrift vergessen
wurde. Außerdem: Keine Scheu, bei Unsicherheiten
die Flugschule zu fragen.
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Das Projekt »Isabella lernt fliegen« wird über die Dauer der gesamten Flugausbildung
von fünf Hauptsponsoren aus der Luftfahrt unterstützt. Sie stehen
der erfahrenen Journalistin und nun frischgebackenen Flugschülerin unter
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recherchierte journalistische Inhalte für Flugschüler, aber auch als Refresher
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»FREMDE FLUGPLÄTZE SIND EINE
SPANNENDE HERAUSFORDERUNG«
Während ich Anfang des Jahres
auf besseres Wetter gewartet
hatte, und wenn ich
mal fliegen gehen konnte, dann leider
keine gute Leistung ablieferte,
hatte ich im Februar und März endlich
wieder einige Lichtblicke in Bezug
auf meine PPL-Ausbildung. Davon
möchte ich Ihnen unbedingt
erzählen!
Gemeinsam mit meinem
Fluglehrer Björn und meinem Lieblingsschulflugzeug
D-ELOT flogen
wir nach Kiel-Holtenau (EDHK). Für
mich das erste Mal, Kiel hatte ich
bisher nur vom Boden aus gesehen.
Meine Flugvorbereitung hatte
ich vorbildlich in Form eines
Papier-Flugdurchführungsplans erledigt,
Wetter mit der DWD-Flugwetter-App
gecheckt, ebenso NOTAMs,
Weight & Balance. Alles im grünen
Bereich. Das Wetter: wenig Bewölkung
und Sonnenschein.
Ich hatte die Anflugkarte vorab
studiert und mir wichtige Punkte
markiert: Bei Anflügen spätestens
fünf Minuten vor Erreichen des Platzes
Sprechfunkverbindung aufnehmen.
In meinem Plan entsprach das
ungefähr der Höhe des Westensees,
wir kamen ja aus Südwesten. Björn
und ich flogen zunächst gemeinsam
drei Platzrunden, ich fand es einen
unglaublich schönen Anflug auf
die Piste 26 – direkt über die Kieler
Förde, ein Traum! Zwei Dinge fand
ich in Kiel sehr interessant und für
mich auf jeden Fall neu: Zum einen
gab es keine festgelegte Platzrunde
und zum anderen wurde mir in jedem
Teil der Platzrunde mitgeteilt,
wie stark und aus welcher Richtung
der Wind weht – ein sogenannter
Wunderschön! Der Flugplatz Kiel liegt direkt an der Förde (unten). Flugschülerin
Isabella hat in einer Cessna 140 Platz genommen (oben)
»Wind-Check« hieß es im Funk seitens
des Manns am Boden. Soll ich
den Wind zurücklesen oder nicht?
Ich muss zugeben, dass mich das
zuerst ein wenig irritiert hatte. So
hatte ich doch im Sprechfunkunterricht
bei fluglehrerteam.de gelernt,
dass ich den Wind nicht zurücklesen
muss. Aber während ich meine
Solo-Platzrunden drehte, fragte ich
mich, ob ich den Wind nicht doch
nennen sollte. Schließlich wurde
er mir eben ständig gesagt. Ich war
ein wenig verunsichert. Letztlich
las ich den Wind manchmal zurück,
manchmal nicht. Mein Fokus lag auf
den für mich perfekten Landungen
und dem tollen Anflug übers Wasser.
Großartig!
Nur kurz über die Elbe
Aber auch nach meiner Flugstunde
wunderte ich mich immer noch darüber,
dass mir der Mann im »Turm«
tatsächlich noch so konkrete Windangaben
gegeben hatte. Laut der
neuen NfL 2024-1-3106 und 2024-
1-3240 war dies doch nicht mehr
die Aufgabe des Betriebsleiters.
Später erfuhr ich dann aber den
Grund: Hier war kein Betriebsleiter
am Werk, sondern ein Aerodrome
Flight Information Service Officer –
kurz AFISO. Die leisten ihren Dienst
an verkehrsreicheren unkontrollierten
Flugplätzen, meist solche, die
ein Instrumentenanflugverfahren
haben. Im Gegensatz zum Betriebsleiter
sind AFISOs lizensiertes Personal
des Flughafen-Informationsdienstes,
sie haben eine zertifizierte
Ausbildung erhalten und sie erbringen
Flugverkehrsdienste. Verkehr
führen, also Flüge leiten – das dürfen
aber auch AFISOs nicht. Wieder
was gelernt!
Ein weiteres Highlight war mein
Flug zum Flugplatz Stade. Wer sich
hier im Norden auskennt, der weiß,
es ist von Uetersen aus sprichwörtlich
ein Katzensprung – einmal über
die Elbe rüber, Flugzeit etwa zehn
Minuten. Mit dem Auto braucht man
eine Stunde. Für mich war es trotzdem
ein Erfolgserlebnis, da mein
Fluglehrer Jan-Ole und ich am besagten
Sonntag mehrfach telefonierten
und uns darüber austausch-
Gut gelaunt Fluglehrer Jan-Ole,
Flugschülerin Isabella und Betriebsleiter
Stephan am Flugplatz Stade
ten, ob wir aufgrund des Wetters
überhaupt Überland fliegen gehen
könnten oder nicht. Gegen 13 Uhr
dann das Go! Ab ins Auto, hin zum
Flugplatz. Ich wollte endlich meine
Solo-Flugzeit an fremden Flugplätzen
abhaken, um meiner PPL-Prüfung
immer näher zu kommen.
Am Flugplatz Stade gilt von November
bis Ende März PPR, ich hatte
den Vorteil, dass ich genau einen
Tag zuvor am Flugplatz war, um
dort für ein Oldtimer-Porträt im Magazin
eine Cessna 140 anzuschauen.
Somit hatte ich gute Kontakte und
konnte sehr spontan vorbeikommen.
Als Jan-Ole nach drei Platzrunden
ausstieg, versammelte sich
eine kleine Traube an Menschen,
um mir bei meinen Solo-Platzrunde
zuzuschauen. Zum Glück erfuhr
ich davon erst später … Der Wind
blies mit etwa zehn Knoten, die
Wolken waren mit etwa 1300 Fuß
tief, aber es reichte für die Platzrundenhöhe
von 1000 Fuß. Ich flog von
der Piste 29 und dreht meine Platzrunden,
dabei war es für mich sehr
ungewohnt, im Endanflug in etwa
500 Fuß über eine befahrene Straße
zu fliegen und dann auf einer asphaltierten,
für mich mit 650 Metern
eher kurzen Bahn zu landen.
Aber es klappte an diesem Tag alles
wie am Schnürchen – super Landungen,
sodass selbst ich zufrieden
war. Die Vorfreude, schon bald immer
alleine fliegen zu dürfen, steigt
und steigt. Und vor allem wird das
Wetter jetzt wieder besser!
FOTOS: ISABELLA SAUER, STEPHAN CHRISTIANSEN, AVA UND ROLF STÜNKEL
28 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Wegweisende Entwicklungen
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29
MENSCH & MASCHINE
Das Jodel Pärchen – Teil 6: Das Cockpit nimmt Form an
Schritt für Schritt Das Cockpit-Innere
ist zum zweiten Mal
grundiert. Nun entstauben Teresa
und Christian gründlich, bevor
anschließend lackiert wird
Zwischen Glasfaser
und Gartenhütte
Mit jedem Arbeitsschritt wird die Jodel D-113 »Baguette« von Teresa und Christian
mehr zum Einzelstück — diesmal stehen der Haubenrahmen, Glasfaserarbeiten und
eine herausfordernde Lackierung im Fokus
TEXT & FOTOS TERESA STAUDINGER
30 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
as als einfache Idee begann, wurde
W
schnell komplex: Die Jodel hatte ursprünglich
eine große seitliche Tür, die
sowohl den Zugang zum Cockpit als auch
zur Rückbank ermöglichte. Die Konstruktion ist simpel
– Stahlrohre und Plexiglas. Wir haben diese Tür
nun zweiteilig gestaltet und mit Gasdruckdämpfern
ausgestattet. Das ist ein wahrer Gamechanger! Wir
mussten dafür aber alles neu vermessen, die Stahlrohre
durchtrennen und wieder korrekt zusammenschweißen.
Dabei hatte Chris so viele Schweißnähte
zu machen, dass er fast eine neue Karriere als
Schweißer in Erwägung gezogen hätte. Zu meinem
Glück sind die Zeiten, in denen mir die Tür beim Aussteigen
auf den Kopf fällt, nun aber vorbei.
Alten Lack vorsichtig abschleifen
Mit dem angepassten Haubenrahmen ging es an den
nächsten großen Schritt: den alten Lack abtragen und
die Rahmen neu lackieren. Zuvor mussten die Haubenrahmen
jedoch sorgfältig vorbereitet werden. Da
unsere Strahlkabine nicht groß genug ist, schliffen
wir den alten Lack vorsichtig mit einem Drahtbürsten-Aufsatz
auf der Flex ab. Und bevor wir mit der
Grundierung und dem Lackieren beginnen konnten,
Platzprobleme:
Wohin mit all den
Flugzeugteilen?
schrubbten wir die Teile sauber und reinigten sie mit
Silikonentferner. Was für eine anstrengende Arbeit!
Unser akutes Problem ist momentan der fehlende
Platz für all unsere Flugteile. So langsam wird es
knapp. Der Motor lagert im Hauswirtschaftsraum, die
Haube und der Motorträger sind ins Schlafzimmer gewandert
und der Propeller steht in der Ankleide. Meine
Eltern haben uns netterweise ihre Gartenhütte als
Lagerplatz für die Haubenrahmen zur Verfügung gestellt.
Um sicherzustellen, dass die Haube am Ende perfekt
abschließt und sicher hält, haben wir eine Glasfaser-Verkleidung
laminiert. Für mich war es das erste
Mal, dass ich mit Glasfaser gearbeitet habe – und überraschenderweise
war es viel unkomplizierter als ich
dachte. Zunächst haben wir die Oberfläche des Flugzeugs
sorgfältig abgedeckt. Die Struktur muss dabei
möglichst eben sein – je glatter, desto besser. An- a
AERODUX
Aerodux ist ein hoch
Resorzin-haltiger
Holzleim. Er eignet
sich besonders für
Neubauten, Reparaturen
und Überholungen
von Luftfahrzeugen
in Holzbauweise und
zeichnet sich durch
eine besonders starke
Haftung und hohe
Beständigkeit aus.
MENSCH & MASCHINE
Aufgehängt! Lackierte
Haubenrahmen in
der Gartenhütte von
Teresas Eltern – der
Platz wird immer
knapper
schließend trugen wir Trennwachs auf die abgedeckten
Bereiche auf, um das spätere Entfernen zu erleichtern.
Das Glasfasermaterial haben wir gut mit Harz
getränkt und in Streifen zugeschnitten. Die Schichten
lassen sich so viel besser schneiden, als man meinen
könnte! Die Streifen müssen nur noch auf die gewünschte
Stelle am Flugzeug angebracht und nach
Wunsch geformt werden. Die letzte Schicht bildet das
so genannte »Abreißgewebe«, um die Oberfläche optimal
für die Weiterverarbeitung vorzubereiten. Das
Ergebnis spricht für sich: glatt, stabil und wie für Baguette
gemacht.
Geduld wird auf die Probe gestellt
Der wahre Kraftakt dieser Restauration? Das Cockpit
von innen lackieren! Zunächst ging es daran, den
alten Lack mühsam abzuschleifen – ein wahrer Geduldstest.
Dann standen die vielen Details an: alte
Aerodux-Rückstände entfernen, Unebenheiten ausgleichen
und jedes winzige Loch sorgfältig füllen
und glätten. Als die Oberfläche schließlich vorbereitet
war, kam die erste Schicht Grundierung drauf. Damit
war der Prozess aber noch lange nicht abgeschlossen:
Die Grundierung wurde mit 320er-Schleifpapier
bearbeitet, kleinere Stellen gespachtelt und das Cockpit
ein weiteres Mal grundiert. Danach hieß es erneut
schleifen, entstauben, mit Silikonentferner reinigen
und schließlich die ersehnte Lackierung auftragen.
Jetzt haben wir noch zwei Wochen bis zur Fahrt
zu Lanitz Aviation nach Leipzig und stecken mitten
in den Arbeiten. Während der Rumpf endlich lackiert
ist, bleibt ein Teil des Projekts weiter in der Schwebe:
die Cowling. Im Spätsommer haben wir in England eine
neue Motorhaube gekauft — aber der Versand ist
bis heute unlösbar. Die Cowling ist noch nicht angekommen,
und es sieht so aus, als würde sie bis zur
AERO nicht mehr kommen.
Trotzdem: Mit angepasster Tür, neuem Haubenrahmen
und frisch lackiertem Cockpit kommen wir
unserem Ziel Schritt für Schritt näher. Wer das Ergebnis
sehen möchte, sollte sich die AERO 2025 nicht entgehen
lassen — Halle B1 am Stand der Lanitz-Prena Folien
Factory. Wir freuen uns auf euch!
Anstrengende Arbeit
Chris ist fleißig und
schweißt am Haubenrahmen
der Jodel
Das Ergebnis lässt
sich sehen Die ausgehärtete
Glasfaser-Verkleidung.
Noch ist das
Abreißgewebe dran
Ein wenig wie Tapezieren Chris
tränkt das Glasfasergewebe mit
Harz – anschließend wird es zugeschnitten
32 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
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33
REISE & ERLEBNIS
Fliegen in den USA
Ein tolles
Fliegerland
Unser Autor hat sich so sehr in die fliegerische Freiheit in den USA verliebt,
dass er sich dort eine eigene Bonanza gekauft hat. Die besucht er zwei- bis viermal
im Jahr. Er erzählt seine Geschichte und gibt Tipps für Ausflüge in den USA
TEXT & FOTOS DANIEL FREY
34 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
In der Mitte von
Nirgendwo La Veta
in Colorado hat 862
Einwohner. Aber auf
dem Flugplatz ist die
Bonanza von Daniel
Frey willkommen
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
35
REISE & ERLEBNIS
Fliegerromantik
Scottsbluff, Nebraska,
ist so sehr Wilder
Westen, wie es heutzutage
noch geht
Geduldiger Lehrer
Phillip Sizemore
(r.) hat Autor Daniel
Frey die Feinheiten
seiner Bonanza
nahegebracht. Er
fliegt die Maschine
einmal im Monat,
wenn ihr Besitzer
zu Hause in der
Schweiz ist
Imposant Der hölzerne Hangar des Flugplatzes am Bryce Canyon ist riesig, die Schrift auf
dem Dach unübersehbar. Die Platzhöhe beträgt 7590 Fuß, die Bahn ist 2254 Meter lang
Traumhaft Der kleine Bryce Canyon ist der wohl
schönste der USA. Im Nationalpark gibt es ein
traditionsreiches Hotel direkt an den Felsen
36 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
chon während meiner Ausbildung zum
S
Privatpiloten in den Jahren 2016 und
2017 war für mich klar, dass ich künftig
meine Leidenschaft am Fliegen mit der
ebenso großen Freude des Reisens kombinieren werde.
Zeitgleich mit meinen ersten kurzen Flugreisen
in der Schweiz, wo ich lebe, validierte ich also meine
noch frische Fluglizenz für die USA. Von St. Petersburg
(KSPG) an der Westküste Floridas aus absolvierte
ich im Januar 2019 meine ersten Auslandsflüge
in einer gecharterten Cessna 172P. Die Eindrücke vom
Nordwesten Floridas bis hinunter in den Süden auf
Key West waren für mich als Pilot mit wenigen Flugstunden
überwältigend. Ebenso faszinierte mich der
pragmatische «way of flight» in den USA. Die Fliegerei
dort ist so unglaublich unkompliziert!
So war es nicht verwunderlich, dass ich ein Jahr
später schon wieder in die USA reiste. Diesmal war
meine Basis im Westen: in Scottsdale (KSDL) nahe
Phoenix, Arizona. Im Vorfeld hatte ich drei mögliche
Flugreisen grob vorbereitet, sodass ich dann vor Ort
aufgrund der aktuellen Wetterlage kurzfristig entscheiden
konnte. Santa Fe, Monument Valley und der
Grand Canyon waren einige der Highlights, die ich
wiederum in einer Cessna 172 erflog.
Damals wurde mir klar, dass ich künftig öfter in
den USA fliegen wollte, jedoch mit ein wenig mehr
Reichweite und Leistung unter der Cowling. Das Projekt
Flugzeugkauf war geboren. Ich suchte ein Reiseflugzeug
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37
REISE & ERLEBNIS
Die Anfänge In
Florida gehört ein
Flug entlang der
Keys genannten
Inselkette bis Key
West zum Pflichtprogramm
Einbahn-Flugplatz
Die Piste
im Monument
valley endet vor
einer Felskante.
Auf sie zu
wird gelandet,
andersherum
gestartet
Validierung
Wer im USA-Urlaub ein N-registriertes Flugzeug fliegen
will, benötigt ein gültiges amerikanisches Pilot Certificate.
Mit der Validierung einer nicht-amerikanischen
Lizenz lassen sich die Rechte eines US-Piloten auf Basis
einer EASA-Lizenz ausüben. LAPL oder UL-Schein sind
davon allerdings ausgenommen. Die Anerkennung durch
die US-Luftfahrtbehörde FAA muss spätestens 45 Tage
vor der Reise online beantragt werden – besser früher.
Man beantragt zuerst die Verification of Authenticity
of Foreign License online. Die FAA lässt sich von der
ausstellenden Behörde zum Beispiel in Deutschland
die Gültigkeit von Pilotenlizenz und medizinischem
Tauglichkeitszeugnis bestätigen. Erst danach lässt
sich das FAA-Certificate bei einem Regionalbüro der
Behörde (Flight Standards District Office, FSDO) in den
USA oder einem vom FSDO bevollmächtigten Prüfer
erwerben. Der US-Schein lässt sich so lange nutzen, wie
die EASA-Lizenz gültig ist, auf der er basiert. Um legal
in die Luft zu kommen, braucht man in den zwei Jahren
entsprechend der US-Regeln davor einen Übungsflug
mit einem US-Fluglehrer (Flight Review) und zum
Flugzeug passende Logbucheinträge (Endorsements).
Bei John Wayne zu
Besuch Unzählige
Westernfilme spielen
im Monument Valley.
Für den Überflug gibt
es keine Höhenbeschränkung
38 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
nügend Nutzlast für Reisegepäck. Ich begann mit
intensiven Forschungen auf den Online-Plattformen
und nahm mit vielen Anbietern Kontakt auf.
Schließlich fand ich ein stimmiges Flugzeug: eine
Beechcraft Bonanza K35 von 1959. Das ist die V-Leitwerks-Variante
noch mit kurzem Rumpf, aber schon
mit IO-470-Einspritzer. Ein eigenes Flugzeug nur zum
Fliegen in den USA zu kaufen – und dann noch aus
der Ferne: Das ist sicherlich ein extremer Ansatz. Für
mich hat er sich gelohnt: Ich bin etwa zwei- bis viermal
im Jahr zum Fliegen in den USA, sechs Wochen
jährlich. Dabei kommen 50 Flugstunden zusammen –
80 Prozent meiner gesamten Jahresflugzeit.
Zum Kauf engagierten wir Scott Perdue, einen ausgewiesenen
Kenner der Beechcraft-Szene in den USA,
um die Pre-Purchase Inspection vorzunehmen. Die
fiel positiv aus, nur leider war es aufgrund der Covid-Restriktionen
nun nicht mehr möglich, in die
USA zu reisen. Konkret hieß das: Entweder das Projekt
Flugzeugkauf bis nach Covid auf Eis legen oder die
Beech ungesehen kaufen. Da klar war, dass bei der ersten
Variante das Flugzeug auf dem US-Markt weggehen
werden würde, entschied ich mich für den Kauf.
Dass es dann eineinhalb Jahre dauern würde, bis ich
mein Flugzeug das erste Mal sah und flog – das hatte
ich damals nicht erwartet.
Projekt Flugzeugkauf
in den USA: Es
wird eine Bonanza!
Die Kaufabwicklung mit der US-Luftfahrtbehörde
FAA und dem Vorbesitzer verlief absolut problemlos.
Nun ging es darum, einen Hangarplatz zu finden,
in einer vernünftigen Distanz zu einem internationalen
Flughafen, aber wegen der salzhaltigen und damit
rostfördernden Luft nicht in Küstennähe. In Cleburne,
einer kleinen Stadt 55 Meilen südwestlich von Dallas
in Texas wurden wir fündig.
Viel schwieriger war es, für das Flugzeug eine Versicherung
zu finden. Eine Maschine mit Verstellprop
und Einziehfahrwerk sowie mehr als 200 PS verlangt
in den USA gleich zwei Unterschiedsschulungen, die
ich nicht hatte. Und eine Flugerfahrung von nur 180
Stunden ist für US-Versicherungen sehr mager. Dank
der Hilfe des Hangarbesitzers, den ich zu diesem Zeitpunkt
nur via Mail und Telefon kannte, konnte die
Beech dann aber doch noch versichert werden. a
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in den USA« von
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REISE & ERLEBNIS
Heiße Quellen Der
Yellowstone-Nationalpark
ist fliegerisch
schwierig: Er liegt
mitten in den Rocky
Mountains
Im Januar 2022 war es dann endlich so weit, und
ich reiste via Dallas nach Cleburne (KCPT). Im Herzen
von Texas war Covid kein Thema mehr, ich konnte
mich zehn Tage lang voll und ganz dem Fliegen widmen.
Phillip Sizemore, hauptberuflich Pastor, aber die
meiste Zeit als Fluglehrer in der Luft, führte mich in
die Eigenheiten der Bonanza ein. An die höheren Geschwindigkeiten
und das Einziehfahrwerk musste ich
mich zuerst gewöhnen.
Phil und der Hangarvermieter Luiz sind auch die
beiden, die das Flugzeug einmal im Monat bewegen,
wenn ich nicht da bin. Ein Wartungsunternehmen
gibt es am Platz.
Inzwischen durfte ich mit der Bonanza K35 über
150 Stunden die USA fliegerisch entdecken. Manchmal
bin ich allein unterwegs, oft kommt meine Frau
mit und auch unsere Tochter ist mal dabei. Das grobe
Heading gibt stets das Wetter vor. Das bedingt eine
gewisse Flexibilität, die Flugroute muss jeden Morgen
neu geprüft werden. Es kann auch mal vorkommen,
dass man einen Tag nicht in die Luft kommt, weil die
Wolken tief hängen oder die Beech einen neuen Anlasser
benötigt. Diese Spontaneität wird aber immer
wieder mit unerwarteten größeren und kleineren Sehenswürdigkeiten
und unzähligen Begegnungen mit
interessanten Menschen belohnt.
Courtesy Cars machen mobil
Tipps zum Chartern
Winterfliegen in
Idaho landet die Bonanza
auf Schnee
In den für Flugreisen auch wegen des Wetters beliebten Sightseeing-Regionen,
also Florida oder Kalifornien sowie dem Südwesten der USA, gibt
es an etlichen Flugplätzen Vercharterer. Viele haben keine Erfahrung mit
ausländischen Piloten. Wenn auf eine E-Mail-Anfrage keine Antwort kommt,
hilft oft ein Anruf (Zeitunterschied berücksichtigen!) und danach eine
E-Mail. Den ohnehin nach der Validierung (siehe Seite 38) erforderlichen
Flight Review mit Lehrer sollte man für eine gründliche Einweisung in
US-amerikanische Verfahren nutzen. Wer mehrere Tage chartern will, muss
meist eine Mindestabnahme von Stunden garantieren.
Die meisten deutschen Piloten haben anfangs erhebliche Schwierigkeiten
mit dem Sprechfunk. Auf www.liveatc.net lässt sich der Sprechfunk auch
an kleineren Plätzen online mithören – so kann man schon zu Hause ein
Gefühl für die Abläufe bekommen. Dabei machen auch regionale Akzente
der Lotsen einen Unterschied. Wer also einen Urlaub in Florida plant, sollte
die Plätze dort abhören, wer anderswo fliegen will, hört dort zu. Auch hier
ist die Zeitdifferenz zu berücksichtigen.
Texas hat sich dabei als optimale Basis für unsere Reisen
erwiesen: Je nach Wetter geht es eher südöstlich
Richtung Florida, Richtung Norden in die großen Ebenen,
über die Rocky Mountains oder Richtung Westen
nach New Mexiko und Arizona.
Da wir kleine und mittlere Flugplätze bevorzugen,
logieren wir auch mal in 500-Seelen-Dörfern. Die USA
besteht nicht nur aus New York, Washington und Los
Angeles. An kleinen Plätzen gibt es oft ein Courtesy
Car, ein kostenloses, meist altes Auto, mit dem man
ins Dorf fahren kann. Oder es findet sich eine Mitfahrgelegenheit.
Wenn nicht, packen wir den kleinen
Rucksack und marschieren in den Ort. Wenn gar
nichts passt: Weiterfliegen! Der nächste Flugplatz ist
nie weit.
Die bekannten Sehenswürdigkeiten haben auch einen
Flugplatz in der Nähe. Vom Bryce Canyon Airport
aus zum Beispiel geht es bequem mit dem Shuttle ins
nahegelegene Hotel; von dort aus mit dem halbstündlich
fahrenden Bus in den wohl schönsten Canyon der
USA. Das Faszinierende am Fliegen in den USA ist die
Vielfältigkeit: die verschneiten Rocky Mountains, das
Monument Valley in unzähligen Ockerfarbtönen, die
Wüsten Arizonas und die riesigen Flächen von Texas
– und dies alles ohne einen einzigen Grenzüberflug.
Den ein oder anderen mag die aktuelle politische
Lage stören, aber ich bin überzeugt: Die USA bleiben
ein tolles Fliegerland.
40 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
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REISE & ERLEBNIS
Früher Luftwaffenstützpunkt
Der Flugplatz Kołobrzeg-Bagicz liegt
direkt am polnischen Ostseestrand.
Eine Rechtsplatzrunde führt vom
Wasser zur Piste 25
42 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Touch & Go Kołobrzeg
Fünf Minuten
zum Strand
Für ein Wochenende am Meer bietet sich die polnische Ostseeküste an:
Am Flugplatz Bagicz überquert man vorsichtig die Piste, geht durch ein
kleines Wäldchen und steht schon am wenig besuchten Strand
TEXT & FOTOS GERNOT KRÄMER
ugegeben, Kołobrzeg (Kolberg)
Z
ist nicht unbedingt die schönste
Stadt und als meistbesuchtes
polnisches Ostseebad nicht
frei von Touristenrummel. Aber der scheinbare
Nachteil hat auch einen Vorteil: Mitten
in der Hochsaison im August wollen wir
das fantastische Wetter nutzen und spontan
ein Wochenende am Meer verbringen.
Kein Problem! Ohne lang zu suchen, finden
wir in Kolberg erschwingliche Hotelzimmer,
einfach weil es genug davon gibt.
An der deutschen Ostseeküste wäre das fast
ein Ding der Unmöglichkeit.
Der Flugplatz Bagicz – einst als Fliegerhorst
der deutschen Luftwaffe angelegt –
befindet sich einige Kilometer östlich der
Stadt in unmittelbarer Strandnähe. Berichten
aus der Piloten-Community zufolge war
er in den letzten Jahren etwas vernachlässigt
worden, hatte kaum mehr Infrastruktur
und immer unzufriedenere fliegende
Besucher. Das hat sich eindeutig zum Besseren
gewendet, wir fanden einen sehr lebendigen
Flugplatz mit engagierten und
freundlichen Betreibern vor.
Trotz Verkürzung ist die Piste mit fast
900 Metern noch auskömmlich lang. Wir
bezahlen die Landegebühr von 100 Polnischen
Złoty (etwa 24 Euro) und stellen die
Frage, die vermutlich alle erstmal stellen:
Wo geht’s denn hier zum Strand? Nun, man
überquert die Piste – Flugbetrieb im Blick
behalten! –, läuft auf der anderen Seite ein
Stück nach rechts und gelangt dann durch
die Dünen und ein kleines Wäldchen in nur
fünf Minuten an einen
wunderschönen
und wenig besuchten
Sandstrand.
Wer Lust und
auch genügend Zeit
hat, könnte von
hier in die Stadt laufen,
immer am Wasser
entlang, entweder
im Sand oder auf
dem Fußgänger- und
Radweg. Wir haben
Gepäck und lassen nach dem Baden lieber
ein Taxi zum Flugplatz kommen. Unser Hotel
New Skanpol ist wie viele hier vom Typ
Bettenburg, aber das Zimmer ist geräumig
und bequem. Zum Hafen geht es, wie der
Name schon verrät, über die Portowa (Hafenstraße)
oder eine Allee mit dem schönen
Namen Spacerowa (Spazierstraße).
Eine Runde Riesenrad fahren
Wir kommen am Riesenrad raus und fahren
gleich erstmal eine Runde. Am Hafen
herrscht Hochbetrieb, ein Ausflugsdampfer
nach dem anderen legt ab, um den Gästen
eine stimmungsvolle Fahrt in die untergehende
Sonne oder die Dämmerung zu bieten.
Die meisten Besucher folgen allerdings
der Mole, die an der Mündung des Flusses
Parsęta (Persante) einen weiten Bogen
spannt. Wir machen es genauso und zählen
schließlich zu den Hunderten, die beim Molenfeuer
an der Spitze stehen und ihre a
Viel Betrieb am Platz
Sightseeing-Flüge
werden am Flugplatz
Kołobrzeg-Bagicz
angeboten, auch kleine
Erfrischungen sind
zu haben
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
43
REISE & ERLEBNIS
Aus der Luft am schönsten Kołobrzeg (Kolberg) mit Hafen
und westlicher Stadthälfte
Ostseeidyll
Gleich neben dem
Flugplatz beginnt
ein wenig besuchter
Traumstrand
Perfekter Sonnenuntergang
Aus dem Riesenrad wurde die Mündung
des Flusses Persante fotografiert
Handys oder Kameras auf das Sonnenuntergangsspektakel
richten.
Die ganze dem Meer zugewandte Seite
der Stadt wird von einem Wäldchen und
einem Sandstrand gesäumt, der allerdings
viel belebter als derjenige am Flugplatz
ist. Es gibt eine Promenade, Strandkörbe,
Bars, eine Seebrücke mit Café, und für diejenigen,
die sich gar nicht mehr vom Fleck
bewegen wollen, kommt ab und zu der Eisverkäufer
vorbei.
Lückenschluss der Türme
Die Innenstadt ist ein Sammelsurium
hauptsächlich von Nachkriegs- und ganz
modernen Bauten. Zu den erhaltenen
oder vielmehr wiedererstandenen Gebäuden
zählen ein spätmittelalterliches Patrizierhaus,
das zinnengeschmückte Rathaus
und der Dom, dessen Fassade so unglaublich
wuchtig ist, weil man im 15. Jahrhundert
die Lücke zwischen den zwei Türmen
einfach zugemauert hat. Etwas seltsam
Künstliches geht von dieser Mischung aus,
das Ergebnis völliger Zerstörung im Zweiten
Weltkrieg.
Doch warum hat es gerade Kolberg so
schlimm erwischt, wo es doch keine Industriestadt
und auch strategisch eher unbedeutend
war? Das ist ein gutes Beispiel
dafür, dass Symbole im Krieg oft wichtiger
sind als Tatsachen: Am Anfang steht
das patriotische Theaterstück »Colberg«,
in dem der Schriftsteller Paul Heyse –
Literaturnobelpreis 1910 und trotzdem
längst vergessen – die erfolgreiche Verteidigung
der damals preußischen Stadt gegen
Napoleons Truppen zum Heldenmythos
stilisierte. Das Stück war an preußischen
Gymnasien Pflichtlektüre und erreichte
bis zum Ersten Weltkrieg sagenhafte
180 Druckauflagen.
Soldaten als Statisten
Auf Basis dieses Stücks entstand der teuerste
Film der NS-Zeit. Propagandaminister
Goebbels beauftragte den Regisseur,
»am Beispiel der Stadt, die dem Film
den Titel gibt, zu zeigen, dass ein in Heimat
und Front geeintes Volk jeden Gegner
überwindet«. Gedreht wurde von Oktober
1943 bis August 1944, zigtausende
Soldaten wurden als Statisten abgestellt
und nahezu unbegrenzte Mittel standen
zur Verfügung, weil der Film im Dienste
der »geistigen Kriegführung« (O-Ton Goebbels)
stand. Besonders aufwendig war
die Pyrotechnik, mit der die Beschießung
Kolbergs sowie der Brand der Stadt dargestellt
wurden.
Doch der ganze Aufwand war umsonst
– wegen der inzwischen alltäglich gewordenen
Bombardierungen deutscher Städte
ließ Goebbels die Szenen aus dem fertigen
Film wieder herausschneiden. Die
Ähnlichkeit mit der unheroischen Wirklichkeit
war zu groß geworden. Als die Rote
Armee Ostpommern im Frühjahr 1945
vom verbliebenen Reichsgebiet abschnitt,
verbot Hitler, Kolberg aufzugeben. Es
durfte auch nicht evakuiert werden. So
kam es zum Untergang der Altstadt, die zu
90 Prozent zerstört wurde. Goebbels un-
44 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Der Flugplatz d
Weißer Sand Am Kolberger Stadtstrand gibt es Bars und Liegen
Kołobrzeg-Bagicz
Kennung
Frequenz
Höhe
Lage
Koordinaten
Pisten
Treibstoff
Betriebszeiten
EPKG
118.300 MHz (Bagicz Radio)
20 ft
4 NM ostnordöstlich Kołobrzeg
N 54° 12' 01'', E 015° 41' 03''
07/25, 892 x 40 m Beton
Avgas 100LL, Mogas (auf Anfrage)
Mai bis September: 8–18 Uhr UTC,
Oktober bis April: 9-14.30 UTC,
OT PPR
AFS Aeroprzystań
Betreiber
Adresse Ul. Jana Matejki 5
PL-78-100 Kołobrzeg
Polen
Telefon 0048 (571) 857000,
PPR 0048 (502) 356716
Internet
epkgbagicz@gmail.com
www.aeroprzystan.kolobrzeg.pl
(auch auf Deutsch)
PPR mindestens eine Stunde vor Ankunft per Telefon
oder E-Mail ist auch während der Betriebszeiten
erforderlich. Platzrunde südlich der Bahn.
Pack die Badehose ein Der Strand am
Flugplatz Kołobrzeg-Bagicz
Die Altstadt
wurde zu
90 Prozent
zerstört
tersagte zudem, den Verlust der Stadt im
Wehrmachtbericht zu erwähnen. Wenige
Monate nach der Premiere des Films, der
ihre Zerstörung in Trickaufnahmen simuliert
hatte, lag sie leider wirklich in Trümmern.
Bagicz ist beliebt bei Deutschen
Vor dem Hintergrund dieser düsteren Vergangenheit
ist es fast ein Wunder, dass Kolberg
oder Kołobrzeg wieder die Ferienmetropole
werden konnte, die es schon mal
war. Auch Kuren und Heilbehandlungen
sind aufgrund der einzigartigen Solequellen
äußerst beliebt. Viele Gäste kommen
Klobig Die wuchtige Westfassade
des Kolberger Doms entstand,
als im 15. Jahrhundert die Lücke
zwischen beiden Türmen
zugemauert wurde
W
N
S
O
Usedom
0 10 km
Deutschland
Swinemünde
Stettin
Kołobrzeg (EPKG)
Kolberg
Polen
aus Deutschland – auch mit dem Flugzeug,
wie an den zahlreichen D-Kennzeichen in
Bagicz zu erkennen ist.
Polen ist bislang bei seiner Währung
Złoty geblieben, aber Geld zu tauschen,
lohnt sich in der Regel nur, wenn man längere
Zeit im Land bleibt. Fast überall kann
mit EC- oder Kreditkarte bezahlt werden,
notfalls werden meist auch Euro genommen.
Apropos Geld: Die Öffnungszeiten
des Flugplatzes sind an sich nicht knapp
bemessen (siehe Kasten). Falls es dennoch
nicht passt: Für eine angemeldete Landung
außerhalb der Öffnungszeiten wird
eine kleine zusätzliche Gebühr von 50
Złoty, rund 12 Euro, erhoben. Selbst wer
es versäumt hat, mindestens eine Stunde
im Voraus eine PPR-Anfrage zu stellen,
kommt mit 150 Złoty davon. Diese Infos
finden sich auf der Website des Platzes.
Also alles entspannt. Hinter dem Fluglatz
EPKG steht der Aeroklub Aeroprzystań,
was so viel wie Lufthafen bedeutet. Nur
Aeroplaża hätte wegen der traumhaften
Lage noch besser gepasst: Das bedeutet
Luftstrand.
KARTE: DEINZER GRAFIK
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Technik
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PRAXIS KNOW-HOW
VFR-Wetterphänomene
Starten oder
Warten?
VFR-Wetter ist nicht nur sonnig und wolkenarm.
Mit guter Vorbereitung sind
auch komplexere Wetterlagen fliegbar
TEXT MARTIN SCHENKEMEYER
ZEICHNUNGEN HELMUT MAUCH
ILLUSTRATIONEN ERIC KUTSCHKE
ie Sonne scheint, es herrscht
D
windstilles CAVOK-Wetter.
Bei solchen Bedingungen
braucht man nicht lange
überlegen, ob ein Flug unter Sichtflugbedingungen
(VFR) möglich ist. Doch leider
gibt es oft »knifflige« Wetterlagen. Wie
trifft man dann gute Entscheidungen?
Grundsätzlich sollte jeder Flug meteorologisch
in drei Phasen vorbereitet werden.
Einige Tage vor dem Flug betrachtet
man die Großwetterlage. Das kann zum einen
mit Hilfe von »Fußgänger-Wetterberichten«
oder aber mit flugwetterspezifischen
Diensten erfolgen (siehe Randnotiz
Seite 49). Zieht etwa ein Tiefdruckgebiet
heran, so gibt dies einen ersten Hinweis
auf die Durchführbarkeit eines Flugs.
Konkreter wird es dann am Vorabend
eines Flugvorhabens. Hier sollten die Vorhersagedaten
so präzise sein, dass sich
die Wetterbedingungen mit hoher Wahrscheinlichkeit
abschätzen lassen. Den-
Keine Experimente Gewitterzellen in Flugplatznähe verursachen unter Umständen nicht
sichtbare Microbursts. Die Fallwinde haben meist eine räumliche Ausdehnung von ein bis zwei
Nautischen Meilen und erreichen am Boden bis zu 45 Knoten Windgeschwindigkeit
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Geschlossene Nebeldecke
Wenn das »Loch vom Dienst«
am Ziel Pause hat, hilft nur
ein Ausweichplatz. Im Zweifel
lieber die Hilfe von FIS- oder
Radar-Losten nutzen, als in
die Wolken einzufliegen
WEIT VORAUS
Drei Tipps für Zehn-
Tage-Wettervorhersagen:
kostenlos
für »Fußgänger« bei
Wetteronline.de, gegen
Gebühr mit Wolkenuntergrenzen
bei
Windy.com und flugspezifisch
in der Navigations-App
ForeFlight.
noch ist ein weiterer Check am Flugtag erforderlich.
Statt Vorhersagen besitzen nun
Wettermeldungen die größte Relevanz.
Dazu zählen neben Radar- und Satellitenbildern
sowie Meteorological Aerodrome
Reports (METAR) von Verkehrsflughäfen
auch Webcams entlang der Flugstrecke.
Der General Aviation Forecast (GAFOR)
ist ein ebenfalls ein gern genutztes Vorhersage-Tool.
Doch Vorsicht: GAFOR gibt
Auskunft über die Wetterbedingungen
im größten Teil des jeweiligen Vorhersagegebiets.
Das bedeutet nicht, dass es nicht
auch Gegenden innerhalb eines GAFOR-
Gebiets gibt, in denen das Wetter besser
oder schlechter ist als angekündigt. Navigations-Apps
wie ForeFlight bieten außerdem
Funktionen, mit denen zum Beispiel
das Bild des Niederschlagradars oder
die GAFOR-Prognose direkt in der Moving
Map angezeigt werden können. Bleiben
Zweifel, kann ein kostenpflichtiges Telefonat
mit der Flugwetterberatung des DWD
diese häufig ausräumen.
Vorsicht bei Gewitter
Selbstverständlich gibt es auch Wetterlagen,
bei denen sich Taktieren von vornherein
erübrigt. Sind die erforderlichen
Sichtflugbedingungen nicht gegeben, ist
ein Start tabu. Herrscht beispielsweise
dichter, hartnäckiger Nebel am Start- oder
Zielflugplatz, ist man gut beraten, nicht zu
starten. Gleiches gilt, wenn die erforderlichen
Minima zwar gegeben sind, aber Wetterextreme
wie verbreitete Gewitter oder
hohe Windstärken herrschen, die das Limit
von Pilot oder Maschine übersteigen.
Während man isolierte Gewitterzellen
entlang der Strecke gegebenenfalls umfliegen
kann, dürfen sowohl am Start- als
auch am Zielflugplatz keine aktiven Gewitter
stehen. Zu groß ist die Gefahr, in die
Böenwalze und die damit verbundenen
schweren Turbulenzen zu geraten. Starke
Abwindfelder über einem Flughafen, sogenannte
Microbursts, können Flugzeuge
nach dem Abheben oder kurz vor der Landung
ohne Weiteres an den Boden drücken.
Plötzlich einsetzender Starkregen
kann die Sicht massiv beeinträchtigen.
Auch Hagel kann zu schweren Schäden am
Luftfahrzeug führen.
Auf Strecke sind linienartig oder als
Front angeordnete Gewitter ein Problem.
Es bleibt nur Umkehr oder Sicherheitslandung.
Zu Gewittern sollte ein Abstand
von mindestens 20 Kilometern eingehalten
werden. Denn auch im wolkenfreien
Raum rund um Gewitter können die genannten
Gefahren auftreten.
Ist man in der Luft und gerät trotz sorgfältiger
Flugplanung in eine knifflige Situation,
ist FIS-Kontakt sinnvoll. Die Lotsen
vom Fluginformationsdienst können Wettermeldungen
von umliegenden Flugplätzen
einholen und Steuerkurse zu einem
geeigneten Landeplatz empfehlen.
Noch ein Wort zum Nebel: Tückisch
kann Bodennebel sein, der sich zum Beispiel
in sommerlichen Abendstunden bildet,
wenn es abkühlt. Die dünne Nebelschicht
fällt beim Blick von oben kaum auf
– aber ausgerechnet beim Ausschweben
kurz vor dem Aufsetzen sinkt man dann
in die Nebelschicht und die Sicht ist weg.
Nullgradgrenze beachten
Neben Gewittern und schlechter Sicht
ist Vereisung der dritte große Feind eines
Flugzeugs. Vereisung tritt vorwiegend
im Temperaturbereich zwischen 0 und
–40 Grad auf. Am stärksten ist sie im Bereich
zwischen 0 und –20 Grad. Für Piloten
gilt: Eisansatz am Flugzeug ist, bis auf
exotische Ausnahmen, nur bei sichtbarer
Feuchtigkeit möglich. Das gilt vor allem
für IFR-Piloten, die in Wolken unterwegs
sind. Aber auch VFR-Piloten können
Vereisung erleben: Wenn sie zum Beispiel
bei passenden Temperaturen in sehr a
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
49
PRAXIS KNOW-HOW
Gelände beachten Wenn sich aus Quellwolken langsam eine Front bildet, frischt der Wind
stark auf. Dabei gilt es, auch die lokalen Gegebenheiten am Start- und Landeplatz zu beachten.
Im Lee von Waldkanten oder Hangars lauern oft Verwirbelungen
feuchtem Dunst mit geringen Sichtweiten,
in Niesel oder Regen unterwegs sind,
besteht Gefahr. Das Problem ist übrigens
selten das Gewicht des angesetzten Eises,
sondern vielmehr die Störung des auftriebserzeugenden
Luftstroms.
Ein Einflug in solche Gebiete ist mit
Flugzeugen ohne Enteisungsanlage tabu.
Der Deutsche Wetterdienst bietet mit AD-
WICE (Advanced Diagnosis and Warning
System for Aircraft Icing Environments)
eine Vorhersage für Vereisungsbedingungen.
Besondere Vorsicht ist bei gefrierendem
Niederschlag oder Nebel geboten.
In diesen Niederschlagsformen kann in
kürzester Zeit Eisansatz entstehen, der so
stark ist, dass das Flugzeug nicht mehr in
der Luft gehalten werden kann.
Regen kann harmlos sein
Limits beachten Starker Seitenwind ist eine Herausforderung für Flugzeug und Pilot, besonders
beim Landen auf unbekannten Plätzen. Im Zweifelsfall lieber einen Ausweichplatz wählen
Ohne Eis, Nebel und Gewitter sind VFR-Flüge
meist möglich. Aber was macht man,
wenn plötzlich ein Regengebiet oder auch
nur ein Schauer »im Weg steht«? Grundsätzlich
gilt, dass die gesetzlich vorgegebenen
Werte für Sichtweite, Wolkenabstand
und Sicherheitsmindesthöhe eingehalten
werden müssen. Kann man durch einen
50 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Schauer hindurch die andere Seite sehen,
wird auch im Regen die Sicht ausreichen.
Aber Vorsicht: Die 1,5 Kilometer Mindestsicht
des Luftraums G sind schon sehr,
sehr wenig. Piloten, die nicht trainiert und
lizenziert sind, nach Instrumenten zu fliegen,
können aufgrund von Turbulenz oder
räumlicher Desorientierung schnell in
unkontrollierte Fluglagen geraten.
Entscheidet man sich bei nicht ganz
eindeutigen Wetterverhältnissen ins Flugzeug
zu steigen, ist es sinnvoll, so viel Sprit
zu tanken, dass der Treibstoffvorrat auch
dann noch ausreicht, wenn Umwege geflogen
werden müssen. Auch das Einplanen
von Ausweichflugplätzen entlang der Strecke,
auf denen gemäß Wettermeldungen
und -vorhersagen gute Bedingungen herrschen,
kann einem den Tag und manchmal
vielleicht das Leben retten. Aber
grundsätzlich sollte man sich angewöhnen,
nicht nur bei allerschönstem Wetter
zu starten. Mit der nötigen Vorsicht macht
Übung auch beim Umgang mit schwierigerem
VFR-Wetter den Meister.
Tückischer Bodennebel Aus der Luft ist er nur schwer zu erkennen –
aber genau im falschen Moment ist beim Landen die Sicht weg
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PRAXIS TECHNIK
FOTO: CHRISTINA SCHEUNEMANN
Standardausrüstung
Bis 18 000 Fuß sind
Kanülen (rechts) ausreichend
und relativ
bequem. Die gezeigte
Oximyzer-Kanüle spart
Sauerstoff, weil sie
beim Ausatmen Luft im
schnurrbartförmigen
Reservoir speichert
und beim Einatmen
wieder abgibt. Eine
Maske (links) ist spätestens
ab 18 000 Fuß
vorgeschrieben. Sie ist
beim Tragen sehr unbequem.
Die gezeigte
Version mit eingebautem
Mikrofon ist recht
teuer, günstiger sind
Masken ohne Mikro
Höhensauerstoff
Wenn die Luft
knapp wird
Fliegen in größerer Höhe bringt einige Vorteile. Doch
die Gefahren eines Sauerstoffmangels müssen ernst
genommen werden. Die richtige Ausrüstung hilft
TEXT HELMUTH LAGE
er Sommer kommt und mit
D
ihm die Cumulusbewölkung,
die wir Piloten immer etwas
ambivalent betrachten. Einerseits
wissen wir sie als Schönwetterboten
zu schätzen, andererseits bringen sie
mit ihren thermischen Aufwinden immer
eine gewisse Unruhe in unsere Flüge. Be-
sonders mit Gästen an Bord sucht man daher
auf längeren Strecken gern ruhigeres
Fahrwasser über den Wolken auf.
Eine weitere Veranlassung zum Steigflug
könnte die mit der Höhe steigende
wahre Eigengeschwindigkeit (True
airspeed/TAS) sein. Zwar lässt auch die Motorleistung
eines Saugmotors nach – beides
hängt zusammen mit der Luftdichte,
die mit der Höhe abnimmt. Das Optimum
zwischen Speed und Leistungsverlust liegt
meist zwischen 6000 und 8000 Fuß. Wer
einen Antrieb mit Turbolader hat, profitiert
von noch größeren Flughöhen. Doch
was Einfluss auf die Performance des Flugzeugs
nimmt, wirkt sich auch auf menschliche
Leistungsfähigkeit aus.
Was geht da in unserem Körper vor? Zuerst:
Der Sauerstoffanteil der Umgebungsluft
bleibt immer gleich bei ungefähr 21
Prozent. Doch bei geringerer Luftdichte
sind pro eingeatmetem Volumen eben
weniger vom Körper nutzbare Moleküle
drin. Bei 18 000 Fuß haben wir nur noch
einen Luftdruck von 500 Hektopascal –
die Hälfte des Angebots auf Meeresspiegelhöhe
und entsprechend nur noch eine
halbierte Menge an Sauerstoff. Durch
die resultierende Unterversorgung unserer
Organe nimmt die Leistungsfähigkeit
ab. Während unsere Muskulatur in gewissem
Maße Sauerstoff (O 2 ) speichern kann,
geht diese Fähigkeit besonders unserem
Gehirn und auch den Augen ab.
Glücklicherweise ist unser Körper in
der Lage, auftretende Defizite zu einem
gewissen Maß zu kompensieren. Bei Kaffeerundenflügen
unter 5000 Fuß sind
52 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
FOTO: MOUNTAIN HIGH
Alles komplett Der US-Hersteller bietet portable Sauerstoffanlagen für zwei oder mehr
Personen mit Flasche, Tragetasche und On-Demand-System an. Wichtig: Die Anschlüsse für
die Flaschenbefüllung in den USA und in Europa sind unterschiedlich
normalerweise keinerlei Einschränkungen
zu befürchten, sofern man über normale
Lungenkapazitäten und -funktionen
verfügt. Auch die roten Blutkörperchen
(Hämoglobin), die für den Sauerstofftransport
im Blut zuständig sind, sollten
in ausreichender Anzahl vorhanden sein.
Nicht umsonst wird dieser Hb-Wert vom
Fliegerarzt geprüft.
Eindeutige Vorschriften
Weiter oben ist eine ausreichende Sättigung
des Bluts nicht mehr gewährleistet.
Die EASA schreibt daher für den nicht
kommerziellen Verkehr in NCO.OP.190
vor: Ist die Crew länger als 30 Minuten zwischen
10 000 und 13 000 Fuß unterwegs,
muss sie mit Sauerstoff versorgt werden.
Über 13 000 Fuß müssen alle Personen
an Bord von der ersten Minute an Sauerstoff
bekommen. Wer oberhalb von FL100
im Luftraum C fliegen will (siehe Seite 56),
braucht also nach 30 Minuten Sauerstoff.
Aber auch unter diesen Höhenvorgaben
kann es physiologische Einschränkungen
geben. Deswegen sieht der erste
Teil der zitierten EASA-Vorschrift auch vor,
dass der Pilot jederzeit selbst entscheiden
kann und muss, dass er eine Versorgung
der Crew für notwendig hält.
Erste Auswirkungen bei zunehmender
Flughöhe sind bei Nachtflügen zu erwar-
ten, weil der Aufbau des Sehpurpurs im
Dunkeln Sauerstoff benötigt. Wer bei einem
längeren Nachtflug in normalerweise
unverdächtigen 5000 Fuß Gelegenheit
hat, eine kurze Sauerstoffdusche zu nehmen,
wird erstaunt sein, am Boden plötzlich
viel mehr Lichter zu sehen als zuvor.
Bei Tageslicht und normalen Körperfunktionen
wird der Luftraum unter 10
000 Fuß als Zone der vollständigen Kompensation
bezeichnet, wobei schon ab
8000 Fuß eine Einschränkung der kognitiven
Fähigkeiten auftreten kann. Das ist
übrigens auch individuell völlig unterschiedlich.
Raucher sind grundsätzlich
früher von Symptomen betroffen. Entscheidend
ist natürlich immer die Dauer.
Wer viele Stunden unterwegs ist, sollte
auch unter der Flugfläche 100 die Mitnahme
von portablem Sauerstoff in Erwägung
ziehen, besonders bei Nacht.
Soll es höher hinausgehen, was vor allem
bei Flugzeugen mit Turboladern gern
angestrebt wird, so gelangt man in Zonen
mit unvollständiger Kompensation mit
gravierendem Leistungsabfall bis über die
kritische Schwelle von 22 000 Fuß hinaus
in den potenziell tödlichen Bereich. Man
sollte vor allem dort oben mit den möglichen
Folgen eines Verlusts an Sauerstoff
vertraut sein, weil eine beginnende Unterversorgung
nicht unbedingt als eine
solche erkannt wird.
FOTO: THOMAS BORCHERT
Konzentrator Das
Gerät von Aithre
verdichtet die Umgebungsluft
und entzieht
ihr den Sauerstoff. Das
braucht relativ viel
Bordstrom, ermöglicht
aber einen unbegrenzten
Vorrat an Sauerstoff
für zwei Personen
bis 18 000 Fuß
Die Annahme, man könne Sauerstoffmangel
(Hypoxie) an Atemnot erkennen,
ist ein weit verbreiteter Irrtum. Atemnot,
wie man sie vom Tauchen kennt, entsteht
durch einen Überschuss an Kohlendioxid,
das ein Bestandteil der ausgeatmeten Luft
ist. Die ersten Anzeichen von Mangel an
O 2 können leicht falsch interpretiert werden,
weil sie den Symptomen auftretender
Ermüdung und manchmal sogar der Trunkenheit
ähneln.
Außer dem bereits erwähnten eingeschränkten
Nachtsehen können mit zunehmender
Hypoxie weitere Symptome
auftreten wie Kopfschmerzen, Hitze- oder
Kältegefühl, Kribbeln in Fingern und Zehen,
Flimmern in den Augen und Schwindelgefühle
und Sprachstörungen. Bei fortschreitender
Dauer kann neben einer
Blaufärbung der Haut (Zyanose) eine ganz
besonders gefährliche Erscheinung auftreten:
Euphorie, ein scheinbares Wohlgefühl
mit abnehmender Kritikfähigkeit. Die
Symptome sind individuell unterschiedlich
und lassen sich in Testkammern erfahren.
Beim EAA AirVenture in Oshkosh
gibt zum Beispiel die US-Luftfahrtbehörde
FAA Besuchern diese Möglichkeit.
Zeit zur Selbstrettung
Experten sprechen bei Ausfall der Sauerstoffversorgung
in großer Höhe von einer
Selbstrettungszeit (Time of useful conciousness
– TUC). Danach geht die eigene
Handlungsfähigkeit verloren und a
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53
PRAXIS TECHNIK
FOTO: MOUNTAIN HIGH
FOTO: SINA SCHUNK
Nur beim Einatmen Das On-Demand-System O2D2 von
Mountain High versorgt zwei Personen. Es spart Sauerstoff,
indem es eine Dosis als Puls im Moment des Einatmens abgibt
95 Prozent Die Pilotenuhren von
Garmin können den Sauerstoffgehalt
im Blut am Handgelenk messen
FOTO: FRANK HERZOG
FOTO: CHRISTINA SCHEUNEMANN
Durchflussmenge Per Drehrad wird
das Ventil auf die zur Höhe passende
Sauerstoffmenge eingestellt
man kann nur noch von einer anderen
Person im Flugzeug gerettet werden.
Geht in der Dienstgipfelhöhe einer Cirrus
SR22T von 25 000 Fuß der Sauerstoff
aus, so kann das aus den genannten Gründen
zunächst unbemerkt bleiben. In dieser
Höhe hat man jedoch nur eine TUC von
drei bis fünf 5 Minuten. In diesem speziellen
Muster profitiert man allerdings, wie
auch in vielen anderen Flugzeugen mit
moderner Garmin-Avionik, von einem
besonderen Sicherheitsfeature: Wird über
einen höhenabhängigen Zeitraum kein
Knopf am Panel gedrückt, fordert die Avionik
lautstark dazu auf. Gelingt das nicht,
leitet die Avionik per Autopilot einen Notabstieg
auf 12 000 Fuß ein und schlägt weiterhin
Alarm.
Auch wenn die TUC bei einer Höhe von
18 000 Fuß bereits bei einer halben Stunde
liegt, beginnen die genannten Leistungseinschränkungen
schon sehr viel tiefer
– in Höhen, wie sie von jedem Kolbenflugzeug
ohne Turbolader locker erreicht
werden. Auch wenn es in manchen Pilotenkreisen
als »Heldentum« gefeiert wird:
Das Ausreizen der eigenen Leistungsfähigkeit
ohne Sauerstoffversorgung kann fatal
enden. Sauerstoff mitzunehmen und bei
Bedarf auch anzuwenden, ist keineswegs
ein Anzeichen von Schwäche, sondern ein
Beweis einer sicherheitsbewussten professionellen
Einstellung.
Versorgung aus der Flasche
Welche Möglichkeiten stehen da zur Verfügung?
Die beste Lösung ist natürlich eine
fest installierte Sauerstoffanlage, die
sich aber nur lohnt, wenn sie häufiger genutzt
wird. Abgesehen von Einbau- und
Wartungskosten bringt sie Gewicht mit,
das man vielleicht lieber als zusätzlichen
Sprit mitnehmen würde.
Zur Verbesserung der Fitness kann
bei längeren Flügen unter Flugfläche 100
Fingerzeig Puls und
Sauerstoffgehalt lassen
sich preisgünstig
am Zeigefinger messen
oder bei Nacht schon eine Dusche aus einer
portablen Einwegflasche mit Sauerstoff
von Nutzen sein, wie sie auch von
Bergsteigern genutzt und zum Beispiel als
Boost Oxygen im Flugzeugbedarfshandel
für unter 20 Euro angeboten wird.
Portable Sauerstoffsysteme mit einem
Anschluss für eine Person liegen je nach
Größe zwischen 200 und 300 Euro. Damit
sie bei Turbulenzen nicht im Cockpit herumfliegen,
gibt es dafür Taschen mit Befestigungsbändern
am Sitz.
Sparsamer Schnurrbart
Geliefert werden diese Systeme mit Masken
und Nasenkanülen. Letztere sind bis
in Höhen von 18 000 Fuß ausreichend. Sie
sind sehr viel angenehmer zu tragen als
Masken, die Mund und Nase umschließen.
Auch stören Kanülen nicht bei der
Nahrungsaufnahme oder der Nutzung des
Mikrofons am Headset. Masken mit integriertem
Mikrofon sind sehr teuer.
Üblich sind sogenannte Oximyzer-Kanülen
mit einer kleinen Vorratskammer
unter der Nase, die beim Tragen an einen
Schnurrbart erinnern (Foto auf Seite 52).
Beim Ausatmen wird in der Kammer Luft
gefangen, die beim anschließenden Einatmen
zusätzlich Sauerstoff liefert. Mit
einem Ventil stellt der Träger den Sauerstofffluss
höhenabhängig ein.
Wer sparsam und gezielt mit dem kostbaren
Gut umgehen möchte, egal ob bei
fest eingebauter oder portabler Anlage,
kann einen On-Demand-Regler nutzen.
Beim Hersteller Mountain High kostet so
ein Gerät zur Versorgung von zwei Personen
1000 bis 1500 Euro. Dabei werden einfache
und bequemere Kanülen getragen.
Hier wird in druckhöhenabhängiger Dosis
Sauerstoff »on demand« abgegeben, also
nur bei aktivem Einatmen und nicht ununterbrochen
im »continuous flow«. Das
spart erheblich beim Sauerstoffverbrauch
und ist angenehmer, weil der trockene
Sauerstoff im Dauerstrom die Schleimhäute
austrocknet.
Wer unabhängig bleiben möchte von
mitgebrachtem Sauerstoff an Bord, kann
auf Sauerstoffkonzentratoren zurückgreifen.
Beim Gerät der Firma Aithre wird die
Umgebungsluft in der Kabine komprimiert
und durch Siebbetten geleitet, die
den Stickstoff in der Luft zurückhalten.
Der so erzeugte, zu mindestens 93 Prozent
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reine Sauerstoff ist jederzeit verfügbar, allerdings
ist das Gerät mit über 3000 Euro
nicht ganz billig. Um auch bei Stromausfall
noch sicher versorgt zu sein, wird die
Mitnahme einer Sauerstoffflasche
als Backup empfohlen.
Da man, wie beschrieben,
anfängliche Einschränkungen
der eigenen Leistungsfähigkeit
durch beginnende Hypoxie
oft nicht bewusst wahrnimmt,
sollte man bei längeren Flügen
die Sauerstoffkonzentration
im Blut im Blick behalten. Dafür
gibt es Messgeräte wie das
Finger-Oximeter, das auf die
Fingerkuppe gesteckt die aktuelle
Sauerstoffsättigung im
Blut anzeigt. Die liegt normalerweise auf
Meeresspiegelhöhe bei 95 bis 98 Prozent.
Werte unter 90 Prozent erzeugen Handlungsbedarf.
Finger-Oximeter sind ab etwa 40 Euro
erhältlich. Piloten-Smartwatches von Garmin
messen den Sauerstoffgehalt im Flug
regelmäßig und automatisch am Handgelenk,
sie schlagen gegebenenfalls Alarm.
Auch manche Smartwatches von Apple
haben so eine Funktion.
Fliegen in größeren Höhen kann viele
Vorteile bringen, besonders bei Strecken
über die Alpen oder über große Wasserflächen.
Dann ist zusätzlicher Sauerstoff
an Bord eine unbedingte Notwendigkeit.
Man darf aber nicht vergessen, dass Sauerstoff
außerordentlich feuergefährlich
ist und daher im Versand sogar als Gefahrengut
deklariert werden muss. Vorsicht
ist also geboten. Wer einen längeren Flug
unter einer Maske plant, sollte Nase und
Lippen möglichst fettfrei halten, um Reizungen
durch den reinen Sauerstoff zu
vermeiden.
Das Optimum an Komfort hat man
natürlich in einem Flugzeug mit Druckkabine
wie der Piper PA-46 Malibu oder
der Cessna 210 Centurion, die in der Turboversion
bis auf Flugfläche 270 klettern
kann. Aber auch Maschinen mit Druckkabine
müssen für den Fall eines plötzlichen
Druckverlusts Notfallsauerstoff an Bord
mitführen.
Unsere Flugzeuge bringen uns in die
Lage, in Bereiche außerhalb unserer natürlichen
Lebensbedingungen aufzusteigen.
Aber nur mit zusätzlichem Sauerstoff
bleiben wir dort oben fit for flight.
Die Smartwatch
schlägt
Alarm bei
Sauerstoffmangel
NICHT MISCHEN
Verschiedene Hersteller,
etwa Mountain High
oder Precise Flight,
bieten On-Demand-Systeme
an. Deren
Komponenten sind
nicht untereinander
austauschbar.
Praxis-Tipp des Monats d
HÖHENANZEIGE AM TRANSPONDER
Moderne Mode-S-Transponder zeigen auf ihrem Display
oft nicht nur den eingestellten Code ein, sondern
auch die Höheninformation, die an den Fluglotsen
ausgesendet wird. Beim Blick auf diese Anzeige hat
sich schon so mancher PIlot erschrocken und gefragt:
Warum zeigt mein Transponder eine ganz andere
Höhe an als mein Höhenmesser? Die Nachfrage beim
Lotsen, was denn der Transponder dort anzeige,
macht’s noch schlimmer: Der wird in der Regel den
Wert am Höhenmesser bestätigen. Was ist da los?
Die Lösung des Rätsels ist ganz einfach: Damit ein
Höhenmesser die korrekte Höhe anzeigt, muss er
bekanntlich auf den tagesaktuellen, regionalen
Luftdruck korrigert werden. Der heißt in der Luftfahrt
kurz QNH, er wird bei uns in Hektopascal (hPa) sowie
in den USA als inch Hg angegeben und am Altimeter
eingedreht. Dann zeigt der Höhenmesser die »richtige«
Höhe«, auch wenn andere Einflüsse vernachlässigt
werden. Allerdings: Der Transponder bekommt
von dieser QNH-Einstellung nichts mit. Er zeigt die
Höhe stets mit Bezug auf den Standard-Luftdruck
von 1013 hPa.
Diese Einstellung kennt natürlich auch jeder Pilot:
Oberhalb der Übergangshöhe (Transition Altitude),
in Deutschland liegt sie bei 5000 Fuß, wird der
Höhenmesser auf 1013 hPa eingestellt. Dann zeigt er
die Druckhöhe des Flugzeugs an, auch als Flugfläche
(Flight Level) bezeichnet.
Der Transponder zeigt also stets Flugflächen an. Das
kann, je nach eingestelltem QNH, zu erheblichen
Differenzen mit dem Höhenmesser führen. Die
barometrische Höhenstufe beträgt etwa 27 Fuß pro
Hektopascal. Wenn ein Pilot also an einem schönen
Sommertag mit einem QNH von 1026 Hektopascal in
2500 Fuß fliegt, wird der Transponder, wie oben im
Bild, Flugfläche 021 anzeigen.
Warum liest der Fluglotse auf seinem Radargerät dennoch
eine Höhe von 2500 Fuß ab? An den Konsolen
der Flugsicherung wird der örtliche Luftdruck jeweils
eingegeben, die Anzeige korrigiert die vom Transponder
empfangene Flugfläche dann entsprechend
auf eine Höhe. (Danke an Michael Frost von f.u.n.k.e.
Avionics für den Themenvorschlag)
FOTO: F.U.N.K.E. AVIONICS
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55
PRAXIS FLIEGEN
Luftraum C
Mit dem UL
in Charlie
Ultraleichtflugzeuge bieten inzwischen hohe Flugleistungen
und haben oft umfangreiche Avionik an Bord. Dürfen
die Luftsportgeräte auch den Luftraum Charlie nutzen?
TEXT INGO-JULIAN RÖSCH
oderne UL-Flugzeuge speziell
mit Turbomotoren sind
M für hohe Flughöhen gut geeignet
– zumal, wenn eine
portable Sauerstoffanlage mitgenommen
wird (siehe Seite 52). Vermutlich wird frü-
her oder später auch der Einbau eines Autopiloten
im UL legal werden. Wer längere
Strecken oder sehr hoch fliegt, kommt
aber nicht umhin, sich mit freigabepflichtigen
Lufträumen zu befassen, insbesondere
mit dem Luftraum Charlie.
Um dort mit einem Luftsportgerät zu
fliegen, müssen Pilot und Flugzeug aber
verschiedene Anforderungen erfüllen.
Der Betrieb von Luftsportgeräten ist größtenteils
im nationalen Recht geregelt, also
zum Teil in jedem Land anders. Wir beschreiben
in diesem Artikel die Rechtslage
in Deutschland. Am Ende kommt es teils
auf nationale und teils auf europäische
Vorschriften an.
Die für alle Fluggeräte gleichermaßen
geltenden, allgemeinen Lufträume
sind einheitlich vom europäischen Verordnungsgeber
in SERA.6001 definiert.
Dort finden sich keine Einschränkungen,
was UL-Flugzeuge angeht. Lediglich in
Luftraum Alpha ist Sichtflug für alle Luftfahrzeuge
untersagt.
In Deutschland sind für Höhenflieger
zwei Arten von Luftraum C interessant:
Oberhalb Flugfläche 100 (in den Alpen etwas
höher) ist Deutschland überall von
Luftraum C bedeckt. Und um die großen
Flughäfen gibt es größere Bereiche mit
Luftraum C auch in geringeren Höhen.
Ab Luftraum Delta, also auch für die
Lufträume Charlie und Bravo, ist bei
FOTO: DFS, H.-J. KOCH
Kontrollcenter der DFS Hier sitzen die Radarlotsen der Deutschen Flugsicherung, die im Luftraum Charlie den VFR- und IFR-Verkehr kontrollieren
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VFR-Flügen immer eine Freigabe nebst
Sprechverbindung zum Lotsen erforderlich.
Voraussetzung für den Einflug ist daher
ein funktechnisch zugelassenes Funkgerät
mit 8.33-kHz-Rastung.
Der deutsche Gesetzgeber verlangt aber
darüber hinaus in der Betriebsordnung
für Luftfahrtgeräte (LuftBO), verschiedenen
Durchführungsverordnungen (DV
LuftBO) und auch in der Verordnung über
die Flugsicherungsausrüstung der Luftfahrzeuge
(FSAV) zusätzliche Ausstattung.
Manche Paragrafen sind aber hoffnungslos
veraltet: Gemäß § 6 der 3. DV
LuftBO sind etwa für »kontrollierte Flüge
nach Sichtflugregeln« zwingend Kurskreisel,
Variometer, Wendezeiger oder
Kreiselhorizont und eine Scheinlotanzeige
erforderlich. Sogenannte »kontrollierte
Flüge nach Sichtflugregeln«, früher
einmal CVFR genannt, gibt es heute aber
nicht mehr. Es handelte sich um eine Art
Zwischenstufe zwischen VFR und IFR, ausschließlich
in Deutschland bekannt, die
eine gesonderte Berechtigung erforderte.
Heutzutage dürfte die Vorschrift des § 6
der 3. DV LuftBO daher irrelevant sein.
Unabhängig davon fordert § 4 Abs.
6 FSAV im Luftraum Charlie aber auch
für Ultraleichtflugzeuge entweder einen
VOR-Navigationsempfänger mit einer
nach gültigem internationalen Standard
geforderte Störfestigkeit gegenüber
UKW-Rundfunksendern oder alternativ
ein Flächennavigationsgerät. Letzteres
ist der Schlüssel zum Erfolg: Das bekannteste
Flächennavigationsgerät ist ein
GPS-Empfänger. Die Ausrüstungsverordnung
hängt dabei an er Registrierung und
würde bei in Deutschland zugelassenen
UL daher auch im Ausland gelten. Eine Zulassung
der verbauten Geräte fordert der
Gesetzgeber nach dem Wortlaut der Norm
nur für ein VOR-Gerät und auch nur im
Hinblick auf die Störfestigkeit. Schon diese
sprachliche Unterscheidung legt nahe,
dass im UL auch ein nicht-zugelassenes
GPS ausreichend sein sollte. Die europäischen
Regelungen sehen eine solche Ausrüstungspflicht
gar nicht vor. Dank der
CS-STAN-Bauvorschrift wäre der Einbau
von nicht-zertifizierten Geräten selbst
in zertifizierten Flugzeugen mittlerweile
denkbar. Sogar ein portables Gerät könnte
eigentlich den Vorschriften genügen.
Der Luftraum Delta und der in
Deutschland nicht genutzte Luftraum
FOTO: PETER WOLTER
Bravo dürften dabei nach dem Wortlaut
der deutschen Regelungen auch ohne eine
derartige Ausrüstung genutzt werden.
Auf jeden Fall ist ein Transponder für
Flüge im Luftraum C erforderlich. Gemäß
SERA.13001 muss ein vorhandener
Transponder übrigens immer eingeschaltet
werden. Oberhalb einer Flughöhe von
3500 Fuß über Grund oder 5000 Fuß über
MSL muss in jedem Luftraum ein Transponder
vorhanden sein. Darunter ist ein
Transponder gemäß SERA nur in einer
Transponder Mandatory Zone (TMZ) erforderlich.
Allerdings: Nach der nationalen
Regelung des § 4 Abs. 5 FSAV ist im
Luftraum Charlie und Delta (soweit keine
Kontrollzone) ein Transponder zwingend.
Funksprechzeugnis ist Pflicht
Aber kann der deutsche Gesetzgeber
überhaupt weitergehende Ausrüstungspflichten
vorschreiben? Abschließend
beantworten lässt sich diese EU-rechtliche
Frage auch für zertifizierte Flugzeuge
nicht. UL-Flugzeuge unterliegen zudem
überwiegend nationalem Recht. Daher ist
die nationale Regelungskompetenz sehr
umfassend, was schon die unterschiedlichen
Bauartvorschriften beispielsweise in
Frankreich und Spanien zeigen.
Aktuell können daher nationale Ausrüstungsvorschriften,
die für zertifizierte
Flugzeuge möglicherweise wegen europäischem
Recht nicht mehr verbindlich
sind, bei UL-Flugzeugen weiter anwendbar
sein. Manche Ausrüstung ist aber ohnehin
rein praktisch erforderlich. Beispielsweise
wird ohne einen Transponder in der Regel
ein Einflug in Luftraum C gar nicht freigegeben
werden.
JMB VL3 Der
schnelle Tiefdecker
aus Faserverbundwerkstoffen
bietet
sich mit Rotax-Turbomotor,
Transponder
und GPS für
Flüge im Luftraum
C über FL 100 an
Neben dem Luftfahrzeug muss aber
auch der Pilot die notwendigen Voraussetzungen
erfüllen, um im jeweiligen
Luftraum zu fliegen. Für den Einflug in
Luftraum C ist mindestens ein Beschränkt
gültiges Sprechfunkzeugnis (BZF II) erforderlich.
Die Regelungen zu Funksprechzeugnissen
unterliegen dabei bisher rein
nationalen Regelungen, auch wenn die
Funkzeugnisse selbst international anerkannt
sind. Eine einfache Berechtigung,
am Flugfunkverkehr teilzunehmen, wie
sie automatisch mit dem Luftsportgeräteführerschein
erlangt wird, reicht nicht
aus. Dies folgt aus § 1 Abs. 2 Nr. 1 FlugfunkV.
Diese nationale Regelung gestattet
den Piloten von Luftsportgeräten zwar
die Teilnahme am Flugfunk auch ohne
Funksprechzeugnis, aber nur außerhalb
der Lufträume B, C und D.
Unabhängig von der Nutzung dieser
Lufträume stellt sich die Frage, ob mit einem
UL-Flugzeug auf jedem Flugplatz oder
Flughafen gelandet werden darf. Letztendlich
entscheidet dies der jeweilige Betreiber
unter Berücksichtigung der Betriebsgenehmigung.
Informationen dazu finden
sich in der AIP oder können oftmals auch
telefonisch am Platz erfragt werden.
Letztendlich hängt die Frage, ob ein Pilot
mit seinem UL im Luftraum C eine Freigabe
erhält, nicht nur von der Auslastung
des Luftraums, sondern unter Umständen
auch von der Professionalität im Funk sowie
dem genauen Halten von Kurs und Höhe
bei der Annäherung an den Luftraum
ab. Wer schon mit solchen einfachen Aufgaben
Probleme hat, dem wird ein Lotse
möglicherweise nicht auf der gleichen
Frequenz und im gleichen Luftraum haben
wollen wie einen Airliner.
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
57
PRAXIS RECHT
INGO-JULIAN RÖSCH
RECHTSANWALT UND PILOT
FOTO: INGO-JULIAN RÖSCH
NICHT MIT DEM ZOLL STREITEN
Zollabfertigung Wann und wo muss der Zoll kommen, wenn Piloten vom
Nicht-EU-Raum kommen oder dorthin fliegen? Leider ist die Lage undurchsichtig
?
EIN LESER FRAGT
Unser Flugplatz besteht
darauf, dass wir
eine teure Zollabfertigung
beantragen,
wenn wir aus Nicht-
EU-Ländern wie der
Schweiz, Großbritannien
oder Norwegen
kommen oder dorthin
starten wollen. Dabei
ist diese Vorschrift
doch entfallen, oder
doch nicht?
HABEN SIE
JURISTISCHE
FRAGEN ZUR
LUFTFAHRT?
Schreiben Sie bitte an:
JAHR MEDIA,
Redaktion
fliegermagazin,
Jürgen-Töpfer-Str. 48,
22763 Hamburg, oder
per E-Mail an:
redaktion@
fliegermagazin.de
atsächlich wurde 2022 die EU-Verordnung
2015/2446 geändert. Sie besagt im
T Prinzip, dass für ein nur vorübergehend
in die EU eingeführtes Flugzeug keine
Zollabfertigung mehr erforderlich ist. Befinden sich
außerdem keine zu verzollenden Waren an Bord, soll
daher die Zollanmeldung insgesamt entfallen. Die
wenigsten Privatpiloten werden anmeldepflichtige
Mengen an Waren transportieren.
Mehrere deutsche Zollämter hatten daraufhin bestätigt,
dass Privatpiloten ohne anmeldepflichtige
Waren ohne Zollabfertigung von beliebigen Flugplätzen
ins Nicht-EU-Ausland starten und von dort kommend
landen dürften. Dies entspräche dem Gang
durch »die grüne Tür« am Flughafen. Doch es gibt einige
Fallstricke.
Zollrechtlich wird unterschieden zwischen einem
Zollflugplatz, einem besonders zugelassenen Landeplatz
oder einem sonstigen Landeplatz. Die Eingruppierung
kann auf der Internetseite des Zolls nachgesehen
werden.
An einem Zollflugplatz, wo dauerhaft Zollbeamte
stationiert sind, ist eine zollrechtliche Anmeldung
während der Öffnungszeiten meist durchgehend
möglich. Es braucht daher im Zweifel keine vorherige
Ankündigung beim Zoll. Aber: Dort ist weiterhin eine
Zollabfertigung erforderlich – die eben beim simplen
Passieren der Zollstelle durch den grünen Ausgang
erledigt ist.
Bei der Landung auf einem sonstigen Landeplatz
erübrigt sich wie beschrieben ohne anmeldepflichtige
Waren jede weitere zollrechtliche Bearbeitung und
es muss auch kein Antrag auf Zollabfertigung mehr
gestellt werden. Man kann einfach an- und abfliegen.
Für Piloten ist dies die bequemste Lösung.
Besonders zugelassene Flugplätze sind solche, bei
denen der Zoll kostenpflichtig nach Vorab-Anmeldung
durch den Piloten zur Abfertigung vor Ort anreist.
Ob auch nach 2022 weiterhin eine solche gesonderte
und kostenpflichtige Zoll-Anforderung erfolgen
muss, ist unklar. In manchen Regionen vertreten die
Zollbehörden die Rechtsmeinung, dass beim Anfliegen
eines besonders zugelassenen Flugplatzes nach
wie vor das dortige Zoll-Verfahren vollständig zu befolgen
ist. Es muss also eine fristgemäße Anmeldung
der Landung nebst Anforderung der Zollabwicklung
erfolgen, selbst wenn nichts zu verzollen ist. Eine
Nicht-Anmeldung kann zu Bußgeldern und teuren
Nachzahlungen führen. Andere Zollämter bewerten
das anders und verzichten auf die Abfertigung. Für sie
enthält die Nicht-Anforderung der Zollabwicklung die
Erklärung, dass es »nichts zu verzollen« gibt.
Mit dem Zoll zu streiten, kann aber schnell teuer
werden. Daher ist zu empfehlen, die Frage einer Anmeldepflicht
bei besonders zugelassenen Flugplätzen
vorher zu klären. Meist verlangen schon die Betreiber
der Flugplätze eine solche Anmeldung. Dies dürfte
dem Umstand geschuldet sein, dass wiederum die
Zollbehörden eine solche Anmeldung beim Platzbetreiber
einfordern.
Ohnehin halten sich auch nicht alle EU-Staaten an
die neuen Regelungen des Zoll-Kodex. Frankreich verlangt
offenbar weiterhin, dass aus dem Nicht-EU-Ausland
ein Zollflugplatz angeflogen wird. In jedem Land
– erst recht auch außerhalb der EU – können andere
Regelungen gelten. In der Schweiz zum Beispiel ist die
Zollabfertigung nach wie vor Pflicht.
Im Rahmen der Petition 0820/2023 hat die zuständige
Kommission der EU am 17. Januar jetzt nochmals
bestätigt, dass für das Flugzeug die zollrechtlichen
Erleichterungen der 2022 geänderten EU 2015/2446
gelten. Insassen und Gepäck können aber von den
Ländern individuell überprüft werden. Solche Hintertüren
nutzen Länder und Behörden, um mit Spitzfindigkeiten
weiter Pflichten zur Zollkontrolle einzufordern.
Schon die Reisetasche an Bord kann dann zur
Zollanmeldungspflicht führen, selbst wenn diese für
das Flugzeug nicht besteht. Dem Piloten bleibt daher
nur, zu recherchieren und nachzufragen.
Zu beachten ist, dass die grenzpolizeiliche Abfertigung,
also die Passkontrolle, rechtlich etwas anderes
ist, als die Zollkontrolle, auch wenn in einigen
Ländern Zoll und Passkontrolle einheitlich von einer
Behörde abgewickelt werden, etwa in Frankreich. Bei
uns ist die Bundespolizei zuständig. Bei einer Einreise
von außerhalb des Schengen-Raums wird daher immer
auch ein Flugplatz mit Grenzkontrolle anzufliegen
sein.
58 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
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www.fliegermagazin.de 5 • 2025
59
PRAXIS UNFALLAKTE
FOTO: PICTURE ALLIANCE/TILO WALLRODT/NONSTOPNEWS/DPA
Falsche Prioritäten
Unnötige
Umkehr
Beim Start öffnet sich eine Triebwerksverkleidung. Die sofort
eingeleitete Umkehrkurve endet für den Piloten tödlich
TEXT MARTIN SCHENKEMEYER
Untersuchungsbericht BFU20-0600-3X
assiert beim Fliegen etwas
P
Unerwartetes, gilt seit jeher
der Grundsatz »Aviate, Navigate,
Communicate«. Egal,
was geschieht: Die sichere Führung des
Flugzeugs hat Priorität. Erst wenn die gewährleistet
ist, darf sich der Pilot um Navigation,
Kommunikation und auch die
Problemlösung kümmern. Obwohl dieser
Grundsatz so alt ist wie die Fliegerei, wird
er immer wieder verletzt – oft mit tödlichen
Folgen. So auch beim Absturz einer
Pilatus P-2 im August 2020 auf Usedom.
Der 57-jährige Pilot ist Gründer und
Eigentümer der historischen Flugzeugsammlung
»Hangar 10« auf Usedom. Am
Flughafen Heringsdorf (EDAH) plant er einige
Platzrunden mit seinem zweisitzigen
Spornradflugzeug. Begleitet wird er von
einem Mitarbeiter seiner Firma, der ebenfalls
eine Pilotenlizenz besitzt und ihn bereits
öfters als Safety Pilot untertsützt hat.
Nachdem der Pilot die Vorflugkontrolle
beendet und seinem Passagier noch ein
kleines Ölleck am Triebwerk gezeigt hat,
steigen beide ein und starten kurze Zeit
später den Motor.
Das Wetter ist für das Fliegen von Platzrunden
bestens geeignet: Die Sicht beträgt
mehr als zehn Kilometer, der Wind
weht aus Richtung 130 Grad mit acht Knoten,die
Wolkenuntergrenze liegt bei 4000
Fuß. Am Rollhalt angekommen, teilt der
Turm der Besatzung mit, dass sie sich die
Richtung der Platzrunde aussuchen könne.
Der Pilot antwortet, dass er Rechtsplatzrunden
fliegen möchte und startet
auf der Piste 10.
Abb. In der 5: Umkehrkurve Unfallstelle abgekippt Die Pilatus P-2 prallte rund 2700 Meter vor Quelle: der Piste Polizei, 28 des Bearbeitung BFU
Flughafens Heringsdorf auf den Boden. Die Unfalluntersucher fanden die rechte Abdeckklappe
des Triebwerks unverriegelt vor, die Maschine wies keine technischen Defekte auf
60 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Die rechte Abdeckklappe des Triebwerkes wurde geöffnet vorgefunden. Das Spurenbild
am verunfallten Flugzeug zeigte, dass sie beim Aufprall auf dem Boden nicht verriegelt
gewesen war (Abb. 6).
FOTO:
FOTO: POLIZEI
Cowling öffnet sich beim Start
Kurz nach dem Abheben setzt der Luftfahrzeugführer
folgenden Funkspruch ab:
»Also die […], wir haben ein mittelschweres
Problem, uns ist ’ne Klappe hochgegangen,
[…] ahhh, wir kommen auf zwo acht
runter«. Der Turm teilt ihm daraufhin
mit, dass er nach eigenem Ermessen wieder
landen könne.
Plötzlich dreht die Pilatus in einer Höhe
von zirka 100 Metern über Grund nach
links. Dabei vergrößert sich die Schräglage
stetig. Schließlich prallt der Tiefdecker
2700 Meter nordöstlich der verlängerten
Pistenachse auf den Boden. Der vorne sitzende
Pilot stirbt an den Folgen des Unfalls.
Der Passagier hat Glück im Unglück
FOTO: BOMBERPILOT, CC BY-SA 2.0
Unfallstelle und Feststellungen am Luftfahrzeug
Die Unfallstelle befand sich ca. 2 700 m nordöstlich der Schwelle der Piste 10 auf einer
Wiese außerhalb des Flughafenzauns und neben einem befestigten Rad-/Fußweg der
von der Ortschaft Kamminke nach Garz führt (Abb. 4 und Abb. 5).
FOTO: BFU
Militärtrainer Die Pilatus P-2 diente ab 1947 als Trainings- und
Kampfflugzeug bei der Schweizer Armee – hier ein baugleiches
Muster. Im Bild ist die linke Motorraumklappe geöffnet
Abb. 4: Flugweg basierend auf den Radardaten und Unfallstelle am Flughafen Heringsdorf
Rekonstruktion des Flugwegs Beim Versuch einer Umkehrkurve in niedriger Höhe
prallte das Flugzeug in einem Winkel von 30 Grad auf
Quelle:
den
Bundeswehr,
Boden einer
©
Wiese
GoogleEarth
außerhalb TM , Bearbeitung
des
BFU
Flughafengeländes. Das Fahrwerk und die Landeklappen waren noch ausgefahren
und überlebt den Aufprall, wenn auch
schwer verletzt.
Zu langsam in die Kurve
Die Beschädigungen am Flugzeug belegen einen Aufprall in einem flachen Winkel von
Die Aussagen des Überlebenden trugen
bei der Untersuchung des Unglücks durch
die Bundesstelle der Flugunfalluntersuchung
(BFU) maßgeblich zur Aufklärung
bei. Dieser berichtete, dass der Pilot in etwa
50 Fuß Höhe bei einer Geschwindigkeit
von 140 bis 150 km/h gesagt habe, dass eine
Klappe aufgesprungen sei. Der Begleiter
erkannte, dass sich die rechte Triebwerksverkleidung
geöffnet hatte und
nach oben geklappt war. Daraufhin sagte
er zu seinem Chef: »Naja, dann fliegen wir
diese Platzrunde eben herum und kümmern
uns dann um die Klappe«. Nachdem
der Pilot zunächst in die Rechtsplatzrunde
drehte, leitete er laut Aussage des Passagiers
auf dem hinteren Sitz plötzlich eine
steile Linkskurve ein.
Die BFU verweist in ihrem Untersuchungsbericht
darauf, dass eine solche
Umkehrkurve auch mit noch vorhandener
Motorleistung nicht unterhalb einer
Höhe von 1000 Fuß über Grund geflogen
werden sollte. Zu groß ist die Gefahr
eines Strömungsabrisses oder eines unbeabsichtigten
Sinkflugs, wenn in Bodennähe
unter Stress eine Kurve mit entsprechend
hoher Querneigung geflogen
werden muss.
So gehen die Unfalluntersucher davon
aus, dass die Pilatus bei der Linkskurve sowohl
noch die Landeklappen in Startstel-
etwa 30°. Der vordere Teil des Luftfahrzeuges wurde dabei bis zur Flügelvorderkante
lung als auch das Fahrwerk ausgefahren dings die Flieg- und Steuerbarkeit des Flugzeugs
in keiner Weise.
eingedrückt und der Motor abgeknickt.
hatte. Infolge des dadurch erzeugten Widerstands
Ein sowie Propellerblatt des anfänglichen war der Steigflugs
Wurzel abgerissen Die BFU-Mitarbeiter und lag zerbrochen analysierten in der auch Aufschlag-
mit hohem stelle. Der Anstellwinkel, linke Tragflügel ist es war laut an die der menschlichen Vorderkante beschädigt. Faktoren, Die die Landeklappe zu dem am
Einschätzung linken der Flügel Unfallermittler war in Stellung denkbar,
dass der kritische Anstellwinkel in der ne Umkehrkurve zu fliegen. So analysier-
1 ausgefahren
Entschluss
und
geführt
im Cockpit
haben
befand
könnten,
sich der
ei-
Bedienhebel
ebenfalls in dieser Stellung. Der rechte Tragflügel war zur Hälfte abgerissen und in
Kurve überschritten wurde und es zu einem
Strömungsabriss kam.
ve Aufmerksamkeit, dass sich der Pilot,
ten sie anhand eines Modells für situati-
Kleinteile zerlegt worden. Rechtes Querruder und rechte Tragflächenspitze lagen südlich
des befestigten Rad-/Fußweges. Die vordere Cockpithaube war vom Rumpf abgetrennt
Berechnungen der BFU basierend auf statt Fahrwerk und Auftriebshilfen ein-
des Wracks und lag sowie ca. 10 des m letzten nordöstlich zufahren, des Rumpfes. vermutlich Der hintere stark auf Teil die des geöff-
Rumpfes ein-
der Position
Radarpunkts schließlich unterstützen der Haube diese des These. hinteren Sie nete Cockpits Cowling blieb konzentrierte. intakt. Der Rumpf Die lag niedrige auf den beiden
ergaben, dass eingedrückten der Pilot die und fatale ausgefahrenen Linkskurve
Flughöhe Hauptfahrwerken sowie die und geringe war Richtung Geschwindig-
Südosten aus-
mit einer gerichtet Querneigung (Abb. 5). von 40 Grad bei keit und den Hinweis seines Begleiters ig-
einer Geschwindigkeit von nur 110 km/h norierte er daraufhin bei seiner Entscheidungsfindung.
geflogen ist, was der Überziehgeschwindigkeit
Er kam so mutmaßlich zu
im Geradeausflug mit ausgefahrenen
dem Ergebnis, dass eine sofortige Umkehr
Klappen und Fahrwerk entspricht. nötig und möglich sei und fokussierte sich
Diese erhöht sich bekanntlich im Kurvenflug
nur darauf, diese sicherzustellen. Die BFU
mit zunehmender Querneigung, so-
dem Piloten ein »mangelndes Situations-
dass es im Kurvenverlauf mutmaßlich bewusstsein - 9 - für die Gesamtsituation«.
zu einem Unterschreiten der Überziehgeschwindigkeit
Er habe die Gefahr der geöffneten Klap-
kam.
pe als zu hoch und die Möglichkeit einer
Eine alternative Erklärung für den Umkehrkurve fälschlicherweise als sicher
Flugverlauf ist laut BFU, dass es in Folge einer
eingeschätzt.
unsauber geflogenen Kurve mit Schie-
Und so zeigt dieser Vorfall abermals,
ben nach außen zu einem unbeabsichtigten
wie wichtig es ist, das Steuern des Flug-
Sinkflug in Bodennähe kam, den der zeugs in außergewöhnlichen Situationen
Pilot nicht mehr zu beenden vermochte. über alles andere zu stellen. Gewiss ist jedoch
auch, dass dies leichter gesagt als
getan ist, und kein Pilot weiß, wie er reagiert,
wenn es denn tatsächlich zu einer
Situationsbewusstsein fehlte
Technische Mängel konnten die Ermittler
kritischen Situation kommt. Wie immer
bei der Untersuchung des Wracks nicht ist für einen solchen Fall Vorbereitung
feststellen. Die rechte Klappe des Motors alles: Es gilt, sich das eingangs erwähnte
wurde an der Unfallstelle entsprechend Prinzip stets zu verinnerlichen und auch
den Angaben des Safety Piloten geöffnet bei Checkflügen mit einem Fluglehrer zu
vorgefunden. Dies beeinträchtige aller-
üben.
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
61
PRAXIS DARAUS HABE ICH GELERNT
SINKFLUG DURCH DIE WOLKEN
VFR in IMC Bei gutem Sommerwetter startet eine Crew zu einem Streckenflug on top. Doch auf dem
Rückweg zieht sich die Wolkendecke zu. Am Landeplatz sucht der Pilot vergeblich das »Loch vom Dienst«
ZEICHNUNG
HELMUT MAUCH
WORAUS HABEN
SIE GELERNT?
Schreiben Sie uns Ihre
Geschichte!
Jede Veröffentlichung
wird mit 80 Euro
und dem Original
von Helmut Mauchs
Zeichnung honoriert.
Ihre Anonymität stellen
wir sicher – es sei
denn, Sie wünschen
eine Veröffentlichung
unter Ihrem Namen.
Zuschriften an: Redaktion
fliegermagazin,
Jürgen-Töpfer-Straße
48, 22763 Hamburg,
oder an: redaktion@
fliegermagazin.de
ein Freund und ich planen einen Flug
M
nach Straßburg an einem leicht bewölkten
Tag. Die Flugzeit beträgt etwa 30 Minuten.
Schon auf dem Hinflug sehen wir
einige Wolken über dem Schwarzwald. Kein Problem –
wir steigen einfach drüber. Über der Rheinebene klart
es dann vollständig auf, und wir genießen strahlenden
Sonnenschein.
Nach einer Stadtbesichtigung und einem köstlichen
Flammkuchen machen wir uns auf den Rückweg
zum Flugplatz Straßburg-Neuhof. Die Sonne scheint
noch immer und wir bereiten alles für den Start vor.
Am Nachmittag heben wir ab und steigen auf etwa
4000 Fuß, um über den Schwarzwald zu gelangen.
Doch bald erkennen wir das Problem: Die Wolken sind
deutlich dichter geworden als zuvor. Also entscheiden
wir uns erneut, darüber zu steigen. Das Panorama ist
atemberaubend: Durch kleine Wolkenlücken ist immer
wieder der Boden zu sehen.
Je näher wir unserem Ziel kommen, desto geschlossener
wird die Wolkendecke. Langsam beginne
ich, an meiner Entscheidung zu zweifeln. Obwohl die
Wolkendecke in unserer Umgebung fast geschlossen
ist, entdecke ich eine kleine Öffnung vor uns und nutze
die Gelegenheit. Geschwindigkeit reduzieren, Klap-
pen setzen – über den Wolken peile ich die verlängerte
Landebahn an. Am Flugplatz gibt es keinen gemeldeten
Verkehr und somit keine anderen Maschinen in
der Nähe.
Ich gehe davon aus, dass die Wolkenschicht nicht
allzu dick ist und nehme in Kauf, kurz hindurchzufliegen.
Kaum eingetaucht, wende ich an, was ich aus
der IFR-Theorie gelernt habe: Nicht auf das »Hosenbodengefühl«
verlassen, sondern ausschließlich den Instrumenten
vertrauen. Gut, dass das Flugzeug einen
Künstlichen Horizont hat. Die Richtung zu halten, ist
anspruchsvoll, und die Wolkendecke erweist sich als
dicker als gedacht.
Ich setze mir also ein persönliches Minimum:
Wenn ich in Platzrundenhöhe noch immer keine Bodensicht
habe, breche ich den Landevorgang ab. Dann
heißt es Vollgas geben und steigen. Danach vermutlich
FIS kontaktieren oder auf einem alternativen
Flugplatz in der Rheinebene ausweichen.
Doch kurz bevor ich diese Grenze erreiche, brechen
die Wolken auf – ich habe Bodensicht!
Ich setzte den Anflug fort, direkt im Endanflug auf
die Landebahn. Die Landung verläuft reibungslos. Im
Nachhinein wird mir aber klar, dass ich nicht mehr so
leichtfertig durch Wolken fliegen werde. Diese Erfahrung
lehrt mich eine wichtige Lektion: Niemals sollte
man sich zu sehr auf eine optimistische Einschätzung
verlassen, besonders nicht beim Fliegen. Die IFR-Regeln
existieren nicht ohne Grund, und auch wenn
ich das theoretische Wissen hatte, wurde mir in der
Praxis klar, wie schnell sich eine Situation zuspitzen
kann.
Mein Fazit:
a Fliegen on top birgt hohe Risiken. Dass es ein
Loch zum Abstieg gibt, ist oft nicht sicher.
a Auf keinen Fall durch Wolken fliegen.
a Wenn es nicht anders geht, den Instrumenten
vertrauen und sich nicht vom eigenen
Körpergefühl täuschen lassen.
a Wetterlage genau prüfen, selbst wenn
scheinbar stabiles CAVOK-Wetter herrscht.
62 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
PRAXIS QUIZ
FRAGEN FÜR PILOTEN
Checken Sie Ihre Kompetenz Die folgenden Fragen sind gegliedert nach Themen
für Sichtflieger sowie für Piloten mit IFR-Berechtigung. Lösungen auf Seite 64
1
12 Punkte
Die Vereinsmaschine ist wegen schlechten
Wetters am Nachbarplatz gestrandet. Dusel
erklärt sich trotz Erkältung mit verstopfter
Nase bereit, den Rückflug zu übernehmen.
Er zieht die Cessna 172 knapp vors Hallentor,
das er für andere offen lässt. Beim
Anlassen heult der Motor auf, denn der
Gasgriff war noch halb gezogen. Hoppla! Am
Heimatplatz ist eine langsame Cessna 140
für Touch & Gos vor Dusel in der Platzrunde.
Er kommt der Maschine immer näher. Im
Endteil entschließt sich Dusel zum Durchstarten.
Leider ist der Funk belegt. Also
wartet er mit seinem Manöver, bis er seine
Absicht kommunizieren kann. Dusel gibt
Gas, fährt die Klappen stufenweise ein und
bleibt über der Piste. Dann dreht er nach
rechts, während links unter ihm die 140 zu
sehen ist. Mit einer verkürzten Platzrunde
landet Dusel noch vor dem anderen Flugzeug.
Hat Dusel etwas falsch gemacht?
2 IFR 5 Punkte
Wann beginnt man bei einer Steigrate von
1000 ft/min mit dem Ausleveln?
a) 50 Fuß b) 100 Fuß c) 200 Fuß vorher.
3 IFR 5 Punkte
Was gilt seit Kurzem bei Sichtabflügen nach
Instrumentenflugregeln?
a) Sichtabflüge nach IFR sind an allen deutschen
Verkehrsflughäfen erlaubt.
b) Sichtabflüge nach IFR sind an deutschen
Verkehrsflughäfen nicht erlaubt.
c) Auch bei signifikantem Wetter kann ein
Sichtabflug nach IFR an einem Verkehrsflughafen
durchgeführt werden.
4 VFR 5 Punkte
Darf ein UL in Luftraum C einfliegen?
a) Ja, aber nur mit Sauerstoff.
b) Ja, wenn das UL über eine bestimmte
Ausrüstung verfügt und der Fluglotse
den Einflug genehmigt.
c) Grundsätzlich nicht in Deutschland.
5 VFR 5 Punkte
Der Begriff Privatpilot bezeichnet einen Piloten,
der mit der Fluglizenz gegen Entgelt
a) generell fliegen darf.
b) nur bei Prüfungsflügen fliegen darf.
c) ausschließlich zu Ausbildungs- und Prüfungszwecken
fliegen darf.
6 VFR 5 Punkte
Der Betriebsleiter am Flugplatz vertritt
a) den Platzhalter.
b) die Landesluftfahrtbehörde.
c) die DFS Deutsche Flugsicherung.
7 VFR 5 Punkte
FIR Langen testet ein neues Verfahren. Wie
funktioniert Frequency Monitoring Code?
a) jeder Pilot muss den Code 3701 in seinem
Transponder rasten.
b) nur Flugzeuge mit dem Transpondercode
3701 erhalten Verkehrsinformationen.
c) der Pilot zeigt über das Rasten des Codes
3701 an, dass er Hörbereitschaft auf der
FIS-Frequenz Langen hält.
8 VFR 5 Punkte
Die zusätzliche Ziffer bei der GAFOR-
Einstufung DELTA und MIKE
a) gibt die Zeit in Stunden an, in der mit der
Verschlechterung zu rechnen ist.
b) gibt an, ob die Einstufung wegen der
Sichtweite oder der Wolkenuntergrenze
über Grund vorgenommen wurde.
c) gibt an, ob die Einstufung wegen der
Sichtweite oder Wolkenuntergrenze über
der jeweiligen Bezugshöhe oder wegen
beider Kriterien vorgenommen wurde.
9 VFR 5 Punkte
Welche Bewölkung und Niederschlagsart
kennzeichnen eine sommerliche Kaltfront?
a) Stratuswolken und Sprühregen.
b) Cumulus, Towering Cumulus und Cumulonimbus
sowie Schauer und Gewitter.
c) Cirrus, Altostratus und Nimbostratus mit
Dauerniederschlag.
10 VFR 5 Punkte
Was muss bei einem Flug von Deutschland
nach Polen berücksichtigt werden?
a) Grenzkontrolle und Zoll sind auf beiden
Seiten erforderlich.
b) Flugplanpflicht für die Grenzüberschreitung
und Airport of Entry.
c) Nur bei Flügen mit Flugverkehrskontrolle
muss ein Flugplan aufgegeben werden.
11 VFR 5 Punkte
Was schreibt die britische Luftfahrtbehörde
auch für ausländische Flugzeuge vor?
a) Mitnahme eines CO-Detektors, wenn
Passagiere transportiert werden.
b) Das Flugzeug muss mit einem Mode-S-
Transponder ausgestattet sein.
c) Zusätzlich zum Beacon sind immer die
Strobe Lights anzuschalten.
12 VFR 5 Punkte
Beeinflußt die Beladung die Landestrecke?
a) Nein, die Landestrecke hängt von Dichtehöhe,
Wind und Bodenbeschaffenheit ab.
b) Ja, es lässt sich aber nicht berechnen.
c) Ja, die Landedistanz verändert sich proportional
zur Gewichtsänderung, wenn
die Geschwindigkeiten proportional zur
Quadratwurzel
der Gewichtsänderung
angepasst
werden.
13 VFR 5 Punkte
Das UL Junkers A50
Heritage hat folgenden
Motor:
a) Rotax 912 iS
b) Rotax 916 iS
c) Verner 7-Zylinder-Sternmotor.
FOTO: SAMY KRAMER
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
63
PRAXIS QUIZ
AUFLÖSUNG
VERÄNDERTE
LUFTRÄUME
Jeden März veröffentlicht
die DFS Änderungen
in der deutschen
Luftraumstruktur. Mehr
dazu online unter:
https://bit.ly/
luftraum2025
1 Dusel war durch seine Erkrankung nicht flugtauglich
(erster Fehler). Er hat beim Anlassen Luft in den offenen
Hangar geblasen (zweiter Fehler), das hätte große
Schäden verursachen können. Dusel hat die Checkliste
nicht genutzt, sonst wäre der Gashebel nicht halb offen
gewesen (dritter Fehler). Beim Durchstarten hat das
Manöver Vorrang vor dem Funken, denn die gefährliche
Annäherung muss schnell beendet werden. Nach dem
Durchstarten muss rechts parallel zur Bahn geflogen
werden. Nur so ist erkennbar, wohin sich die zweite
Maschine bewegt (vierter Fehler).
(Drei Punkte für jeden gefundenen Fehler)
2 b) Im Normalfall wird die Steigrate durch 10 geteilt,
um zu bestimmen, wann der Steigflug ausgeleitet wird.
3 a) Die im November letzten Jahres erschienene NfL
erweitert das Abflugverfahren genau um diesen Passus.
Es wird dadurch flexibler und überträgt gleichzeitig
mehr Verantwortung an den Piloten, der die Hindernisfreiheit
im Abflug sicherstellen muss.
4 b) Zusätzlich zu der eher langen Liste der gesetzlich
für den Einflug in Luftraum Charlie vorgeschriebenen
Geräte muss der Pilot mindestens über ein BZF II verfügen.
5 c) Für kommerzielle Flüge, also das Transportieren
von Personen oder Fracht gegen Entgelt, ist mindestens
eine CPL (Commercial Pilot Licence) erforderlich –
und in der Regel eine AOC-Lizenz des Flugbetriebs.
6 a) Der Betriebsleiter nimmt das Hausrecht des Platzhalters
wahr und kümmert sich in der Regel um die Verwaltung,
den Service und das Rettungswesen. Er hat
weder behördliche noch verkehrstechnische Aufgaben.
7 c) Der von der DFS erbrachte Fluginformationsdienst
für Sichtflüge soll entlastet werden. Piloten, die ein
Situationsbewusstsein über das Geschehen auf der Frequenz
bekommen möchten, während sie gleichzeitig
für FIS erreichbar sind, melden sich nicht aktiv auf der
Frequenz an, sondern teilen ihre dauernde Hörbereitschaft
mittels der Schaltung eines Frequency Monitoring
Codes (FMC) mit. Der Test ist auf ein enges FIS-Gebiet
westlich von Frankfurt beschränkt (siehe Seite 24).
8 c) Bei GAFOR ist für jedes Gebiet eine individuelle Bezugshöhe
definiert, die für den überwiegenden Teil des
Gebietes repräsentativ ist. Die vorhergesagte Wolkenuntergrenze
bezieht sich auf diese Bezugshöhe. Es kann
daher vorkommen, dass einzelne Höhenzüge oberhalb
der Referenzhöhe liegen.
9 b) Bei einer Kaltfront ist die gut ausgeprägte Linienform
der Bewölkung mit hoch reichenden Cumulonimben
und Starkniederschlägen in jedem Wetterradar-
und Satellitenbild leicht zu erkennen. Nach dem
Durchzug der Front hören die Niederschläge schlagartig
auf und die Bewölkung reißt auf.
10 c) Zur Einreise nach Polen von Deutschland benötigt
der Pilot weder Grenzkontrolle, Zoll, noch einen
Airport of Entry und auch keinen Flugplan, solange der
Flug nicht in eine Kontrollzone führt.
11 a) Die in der Safety Directive SD-2024/001V2 festgelegte
neue Maßnahme schreibt die Verwendung funktionssicherer
Kohlenmonoxid-Melder vor, siehe
www.caa.co.uk/publication/download/22825.
12 c) Wenn die MTOM beispielsweise 900 anstatt 1000
Kilogramm beträgt, dann ist der Faktor 900/1000=0,9.
Die Landestrecke beträgt somit 0,9 mal der im Handbuch
für 1000 Kilogramm ausgewiesenen Distanz und
die Anfluggeschwindigkeit wird mit Ѵ0,9=0,95 mal der
im POH angegebenen
Geschwindigkeit für
1000 Kilogramm errechnet.
13 c) Der tschechische
Motor vom Typ Scarlett
7U ist 124 PS stark.
Zusammen mit einem
Holzpropeller und analogen
Instrumenten erinnert
die A50 Heritage
an das Sportflugzeug
von 1929.
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67
REISE & ERLEBNIS
Altiport-Runde mit der Breezer
Auf zum
Mont Blanc
Perfektes Flugwetter im Alpenraum ermöglicht zwei Piloten binnen
weniger Tage den Besuch gleich mehrerer Altiports. Voraussetzung für
den Besuch der abenteuerlichen Pisten ist ein Mountain Rating
TEXT & FOTOS
RALF PLECHINGER
68 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Schwierig Die Piste im italienischen
Chamois fällt von der Parkfläche steil ab und
ist beim Anrollen nicht einsehbar
REISE & ERLEBNIS
Spannung im Endanflug Nur 270 Meter ist
die Grasbahn in Chamois lang – aber es geht
mit 16 Prozent bergauf
Altiport Chamois
Der Platz liegt
unterhalb des
Matterhorns
Der vielleicht bekannteste Alpenberg
Das Matterhorn im Abendlicht
Einsame Seen,
hohe Berge,
Schnee und
Gletscher
Gebirgsflugplatz am Aosta-Tal Im
Überflug ist die Neigung der Piste in
Chamois schwer einzuschätzen. Die
geringe Länge dagegen wird sofort klar
70 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
as Wetter könnte nicht besser sein.
D
Strahlender Sonnenschein im gesamten
Alpenraum, und kaum Wind. Um 10.25
Uhr starte ich mit einem UL des deutschen
Herstellers Breezer in Kufstein (LOIK). Mit an
Bord ist Klaus. Er ist Fluglehrer und hat die PPL sowie
das Mountain Rating der EASA. Das brauchen wir
für unsere Tour, denn wir wollen Altiports anfliegen
(siehe Kasten Seite 74). Zunächst fliegen wir das Inntal
entlang bis Innsbruck. Kurzer Windcheck am Patscherkofel:
zwei Knoten. Das passt. Dann folgen wir
dem Brenner bis Sterzing und schlagen Kurs nach Meran
ein. Knapp südlich davon biegen wir nach Westen
ab, was uns an der Adamello-Gruppe vorbeiführt. Das
sind die ersten Schnee- und Eisberge, die wir sehen.
Nach 1:37 Stunden landen wir in Sondrio (LILO) in Italien.
Da der Platz unter der Woche PPR ist, hatte ich am
Vortag per WhatsApp angefragt. So werden wir gleich
vom Flugleiter begrüßt und zur Tankstelle geführt.
Wir tanken genau auf 60 Liter. Es soll bis zu unserem
übernächsten Ziel reichen, aber wegen des Gewichts
wollen wir nicht randvoll sein. Denn unser nächster
Stopp wird der Altiport Chamois sein.
Die Alpenkulisse der umgebenden Berge in
Sondrio beeindruckt. Wir machen 45 Minuten Pause.
Dann starten wir wieder, weiter Kurs Westen.
Nicht weit entfernt überfliegen wir den Lago di Como.
Es ist zwar leicht diesig, aber die Landschaft mit
den hohen umgebenden Bergen beeindruckt uns
sehr. Bereits über dem Lago di Como sehen wir den
nächsten See, den wir kurz danach überfliegen: der
Luganersee. Zum Glück haben wir das Schweiz-Ticket
gezogen: ULs dürfen seit August 2021 nur nach vorangegangener
Sonderbewilligung einfliegen. Die kostet
stolze 260 Schweizer Franken (271 Euro) und ist
auch für den Ein- und Überflug des schweizerischen
Luftraums ohne Landung erforderlich. Aber nun können
wir ganz bequem den kleinen Zipfel der Schweiz
über Lugano überfliegen. Als nächstes genießen wir
wunderbare Aussichten auf den Lago Maggiore.
Matterhorn in Sicht
Zu unserem Ziel könnten wir auch geradeaus weiterfliegen,
doch vor uns befinden sich Berge, die unsere
Flughöhe überragen. Wir wollen gerne auf 7100
Fuß bleiben. So folgen wir dem Alpenrand ein Stück
nach Südwesten. Hier haben sich ein paar Quellwolken
über einigen Berggipfeln gebildet. Auf Höhe des
Flusses Dora Baltea folgen wir diesem nach Norden.
Er führt uns wieder in die Berge hinein ins Aosta-Tal.
Im Norden ist bereits das Matterhorn gleich hinter der
Grenze zur Schweiz sichtbar. Darunter liegt auf italienischer
Seite der Altiport Chamois.
Auf den Karten erkennt man die extrem exponierte
Lage des Platzes nicht richtig. Doch nun, im Endanflug,
flößt einem der unmittelbar vor der Piste um
650 Meter steil abfallende Abgrund ordentlich Respekt
ein. Ich bin maximal angespannt. Auch wenn
ich über 1800 Stunden Erfahrung auf der Breezer a
UL IM AUSLAND
Die Schweiz verlangt
grundsätzlich eine
teure Einfluggenehmigung
(siehe Text
links). In Frankreich gilt
diese für ULs mit bis zu
525 Kilogramm MTOM
als generell erteilt –
darüber wird ebenfalls
eine gebührenpflichtige
Genehmigung verlangt.
Frostig Blick auf Eiger,
Jungfrau, Mönch vom
Grimselpass aus
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
71
REISE & ERLEBNIS
Extrem hoch, extrem schön
Eine Herausforderung ist derAnflug auf
die Altisurface La Tovière
Tückisch: Ab einem gewissen Punkt ist ein
Abdrehen oder Durchstarten nicht möglich
Grandios Blick auf La Tovière
mit dem See Lac du Chevril. Hinten
rechts erhebt sich der Mont Blanc
72 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
Altisurface La Tovière Hier muss man nur leicht oberhalb der
Schwelle anfliegen, da die Bahn ansteigt
habe: So einen Altiport kann man nicht auf die leichte
Schulter nehmen. Durchstarten und Abdrehen ist
ab einem gewissen Punkt nicht mehr möglich. Hinter
der Piste steigt das Gelände stark an und neben ihr
sind hohe Bäume im Weg. Zwar ist die Grasbahn mit
nur 270 Meter Länge knackig kurz, aber eine durchschnittliche
Steigung von 16 Prozent relativiert das.
Im kurzen Endanflug geraten wir etwas zu tief. Ich
muss fast Vollgas geben, um wieder auf die gewünschte
Höhe zu kommen. Dann ist die Bahn auch schon
unter mir. Alles geht nun schnell: Gas etwas zurück
und beherzt am Stick ziehen. Die Räder setzen auf, wir
springen wegen einer Bodenwelle dreimal leicht nach
oben. Aber die Steigung beendet das Springen ziemlich
schnell. Am Schluss haben wir kurz vor dem Plateau
am Bahnende Rollgeschwindigkeit und ich muss
fast Vollgas geben, um den Hang hinauf zu kommen.
Die Bergflugberechtigung ist Pflicht
Neben der Holzhütte des Altiports parken wir. Chamois
wurde im Jahr 1967 als erster Gebirgsflugplatz
Italiens gebaut. Landen dürfen hier nur Piloten, die eine
Mountain Flying Qualification haben, und UL-Piloten,
die einen Bergflugkurs absolviert haben (siehe
Kasten Seite 74). Der Platz ist strikt PPR, man braucht
die Genehmigung des Platzbesitzers Luca.
Klaus und ich genießen das herbstliche Bergpanorama.
Sehr gerne hätten wir hier im Bergdorf
Chamois übernachtet, doch wir hatten kein freies
Zimmer gefunden. Also müssen wir uns mit Aosta
unten im Tal zufriedengeben. Nach eineinhalb Stunden
Pause starten wir wieder. Um genügend Reserve
zu haben, schieben wir den Breezer bis zum Beginn
der Startbahn auf den letzten Meter zurück.
Die Schwierigkeit beim Start besteht darin, dass man
den Rest der Bahn erst erkennt, wenn man vom flachen
Plateau über die Kuppe nach unten rollt. Viele
Piloten kommen dabei zu weit nach links. Wir haben
uns vor dem Start alles ganz genau angeschaut. Die
Bahn ist ziemlich holprig, doch nach etwa zwei Dritteln
sind die Räder in der Luft. Nur wenige Augenblicke
später sind wir über der Schlucht. Ein Start wie
auf einem Flugzeugträger. Vor der Landung in Aosta
wollen wir uns noch das Matterhorn und den Gletscher
Monte Rosa im schönen Abendlicht anschauen.
Doch dazu müssen wir uns erst einmal von 5700 Fuß
auf über 11 000 Fuß nach oben schrauben. Das dauert
etwas, trotz Verstellpropellers. Eigentlich wollten
wir das Matterhorn umrunden, doch die umgebenden
Berge des über 14 000 Fuß hohen Gipfels sind für
unsere Flughöhe zu hoch. Auch von unserer aktuellen
Höhe aus ist der Blick auf den berühmtesten Berg der
Schweiz und den Gletscher Monte Rosa umwerfend.
Es ist Zeit für den Sinkflug ins Aosta-Tal. Die Sonne
verschwindet schon hinter den hohen Bergen, die bereits
viel Schatten auf den Talboden werfen. Ich frage
den Tower nach der Landebahnbefeuerung. Erfreulicherweise
wird sie für unsere Landung aktiviert.
Am nächsten Morgen: Kein Nebel im Aosta-Tal und
auch keine Wolken in den französischen Bergen, wo
wir hinfliegen wollen. Perfekt! Bereits zum Sonnenaufgang
um 6.30 Uhr sind wir am Flughafen und bereiten
die Breezer vor. Um 7.40 Uhr starten wir auf der
1499 Meter langen Piste 27. Gleich danach schrauben
wir uns über dem Wegpunkt MWE1 östlich des Flughafens
nach oben. Für den Überflug der Berge nach
Frankreich brauchen wir mindestens 8000 Fuß.
Dann geht es zum mächtigen Mont Blanc. Wir passieren
ihn in nur acht Meilen Abstand. Mit 15 781 Fuß
oder 4810 Metern ist er der höchste Berg Europas.
Dann wird es spannend. Das heutige Highlight steht
bevor: die Altisurface La Tovière in Frankreich. Kurz
bevor der Platz in Sicht kommt, fliegen wir am 3778
Meter hohen Mont Pourri mit seinen drei Gletscherzungen
vorbei. Doch mehr als einen kurzen Blick können
wir leider nicht darauf werfen, denn wir brauchen
nun volle Konzentration.
Schon von weitem ist der schöne Stausee Lac du
Chevril zu sehen. Direkt südlich liegt La Tovière. Wir
sinken auf 7600 Fuß. Das ist die Höhe, in welcher der
Platz überflogen werden soll. Nahe an den Berghängen
und der Seilbahn fliegen wir den Gegenanflug
ab. Über dem großen, einsam gelegenen Restaurant
La Folie Douce drehen wir in den Queranflug ein. Er
muss genau auf Höhe der Oberkante der Felswand, auf
die man zufliegt, erfolgen. Eigentlich ist es für unsere
Breezer eine 180-Grad-Umkehrkurve, direkt in den
Endanflug auf Piste 30. Auch hier muss man nur leicht
oberhalb der Schwelle anfliegen, da die Bahn ansteigt.
Die ersten 180 Meter der insgesamt 330 Meter langen
Piste steigen mit 9 Prozent an, die übrigen 150 Meter
mit zunächst 16 und dann 18 Prozent.
Die mittlere Höhe der Altisurface beträgt stolze
7350 Fuß. Als Dichtehöhe habe ich für heute 7742
Fuß errechnet. Da muss man sehr mit der Motorleistung
aufpassen. Der Rotax-Vergaser hat hier nur a
EINFLUG IN
DIE SCHWEIZ
Die Schweiz ist Schengen-Unterzeichner,
eine
grenzpolizeiliche Abfertigung
ist also nicht
erforderlich. Sie gehört
aber nicht zur EU, also
sind am Abflug- und
Landeort die zollrechtlichen
Vorschriften zu
erfüllen.
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
73
REISE & ERLEBNIS
Altiport Valloire Bonnenuit in Frankreich Der Endanflug auf
Piste 18 führt durchs enge Tal am Fluss entlang
Herbststimmung Die Färbung der Bäume verleiht dem Ausflug
mit der Breezer eine besondere Atmosphäre
Beklemmend Auch erfahrene Piloten müssen sich daran
gewöhnen, dass man an Altiports wegen des Geländes oft nicht
durchstarten oder abdrehen kann
Sehr zu empfehlen Die
Erkundung aus großer
Höhe wie hier beim Altiport
Valloire verschafft einen
Überblick vor der Landung
Mountain Rating
Bis vor einigen Jahren war die Bergflugberechtigung
eine nationale Angelegenheit für französische Altiports.
Nun ist es aber eine EASA-Berechtigung gemäß FCL.815.
Zum Erwerb ist an einer Flugschule Theorieunterricht
und Flugausbildung mit einem entsprechend
qualifizierten Lehrer erforderlich. Darauf folgt eine
mündliche Theorieprüfung und ein Prüfungsflug. Dabei
will der Examiner sechs Landungen auf mindestens
zwei verschiedenen Altiports sehen. Das Mountain
Rating (Kürzel MOU) gilt für 24 Monate. Zur Verlängerung
müssen in dieser Zeit mindestens sechs Berglandungen
absolviert werden. Alternativ ist eine Befähigungsüberprüfung
möglich.
74 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
noch etwa 80 Prozent seiner Leistung auf Meereshöhe.
Doch die Breezer ist sehr gutmütig, wir müssen
nur etwas mehr Gas geben als sonst. Durch die anfänglich
moderate Steigung und die großzügige Pistenbreite
von 40 Metern gestaltet sich die Landung als
relativ einfach. Typisch für so eine hochalpine Bahn
sind ein paar Steine und mehrere Löcher und Senken.
Um unseren Flugplan zu schließen, rufe ich bei
der französischen Flugsicherung an. Seit der italienischen
Grenze hatten wir keinen Funkkontakt mehr.
Die Aussicht in La Tovière ist atemberaubend. Das Plateau,
auf dem geparkt wird, liegt sogar auf 7400 Fuß.
Auch der Mont Blanc mit seiner weißen Schneekuppe
ist in der Ferne zu sehen. Man kommt sich vor wie auf
einem anderen Planeten. Es gibt eine kleine Holzhütte
des Aéro-Club Méribel. Sonst finden wir nur Wanderwege
vor. Eine gute Stunde genießen wir die Aussicht
im schönsten Morgenlicht.
Weiter geht es ohne Flugplan. Nachdem wir kurz
vor dem Start noch bis zur Kuppe der Startbahn vorgerollt
sind, um uns zu vergewissern, dass keine Kuh
oder ein Wanderer auf die Bahn gelaufen ist, schiebe
ich um 9.38 Uhr den Gashebel auf Vollgas. Bis man bei
der Kuppe angelangt ist, sieht man nicht allzu viel.
Gut, dass ich die Piste vorher zu Fuß abgegangen bin
und mir Löcher und Senken gemerkt habe. So weiß
ich genau, wo ich am besten rollen kann. Nach etwa
der Hälfte der Bahn lösen sich die Räder vom Boden.
Bewusst halte ich die Maschine ganz flach über
der Piste und später über dem anschließenden Gelände,
um keinen Strömungsabriss zu provozieren.
Als nächstes fliegen wir den Altiport Valloire Bonnenuit
an. Er liegt etwas südlich von La Tovière. Allerdings
können wir ihn nicht direkt anfliegen, da ein
hohes Bergmassiv den Weg versperrt. Wir müssen einen
Bogen nach Norden und Westen fliegen. Dabei
sehen wir unterwegs auch die Landebahn des weltberühmten
Altiports Courchevel. Dort bin ich vor genau
zehn Jahren mit der Breezer gelandet.
Valloire liegt wenige Kilometer südlich der gleichnamigen
Stadt in einem engen Tal auf 5600 Fuß. Hinter
dem Altiport schließt sich das Tal. Wir überfliegen
den Platz und checken die Lage. Über dem Altiport ist
das Tal gerade breit genug, um wieder umzudrehen.
Am Boden gibt es lediglich einen Hangar. Straßen
und Häuser sind nicht weit vom Platz entfernt. Für eine
halbe Stunde genießen wir das herbstliche Panorama.
Dann legen wir wieder los. Auch hier rollen wir
kurz bis zur Kuppe vor und prüfen die Piste.
Als nächstes steht der Altiport Megève (LHFM) an.
Die Flugzeit dorthin beträgt knapp 30 Minuten. Megève
ist so etwas wie ein Einsteiger-Altiport. Hier auf
4832 Fuß gibt es eine großzügige 625 Meter lange Asphaltbahn,
moderat mit bis zu neun Prozent ansteigend.
In Megève gibt es ein genau vorgeschriebenes
Anflugverfahren, das genau einzuhalten ist. Zuerst
nähert man sich vom Wegpunkt November kom-
Megève (LHFM)
Saanen (LSGK),
Frankreich
Mont
Blanc
La Tovière
Valloire Bonnenuit
Schweiz
Eiger/Mönch/Jungfrau
Matterhorn
Chamois
Aosta (LIMW)
Lugano
Deutschland
Lago di Como
Mailand
0 100 km
Sondrio (LILO)
Kufstein (LOIK)
Italien
mend auf 5300 Fuß der Piste 15 etwas westlich davon,
dreht dann über dem Altiport knapp 180 Grad zurück
nach Norden, um dort einen Gegen-, Quer- und Endanflug
auf die »15« zu vollführen. Heute ist der Tower
nicht besetzt, das heißt, die Landung kostet nichts. So
besagt es die Regelung.
Da wir nun in die Schweiz fliegen, brauchen wir eine
Zollkontrolle. Die habe ich am Vortag (Minimum 24
Stunden vorher) beim französischen Zoll in Lyon per
E-Mail angemeldet. Allerdings war mir klar, dass nicht
wirklich ein Beamter für eine Kontrolle zum Flugplatz
kommen würde. Wir haben jedoch alles Formelle erledigt
und können starten. Mit einem kurzen Telefonanruf
bei AIS lasse ich unseren Flugplan öffnen, denn
ich bin mir nicht sicher, ob wir zeitnah Funkkontakt
zur Flugsicherung bekommen werden. Da in Megève
Flugbetrieb ist, heißt es, genau auf den Funk zu hören
und präzise Meldungen auf Französisch abzusetzen.
Um 11.47 Uhr sind wir wieder in der Luft. Nun passieren
wir den Mont Blanc auf seiner nördlichen Seite.
Gewaltige Gletscherlandschaften bestimmen hier
das Bild. Dann sind wir in der Schweiz. Dort wollen wir
den Flugplatz Saanen (LSGK) anfliegen. Aus Wes- a
W
Meran
N
S
Sterzing
O
Österreich
Innsbruck (LOWI)
ALTIPORTS MIT UL
In Frankreich sind
Piloten von ULs mit
einer MTOM bis 525
Kilogramm von der
Verpflichtung ausgenommen,
ein Mountain
Rating (siehe Kasten
Seite 74) zu haben. Ein
entsprechendes Training
ist aber dringend
zu empfehlen.
Malerisch Endanflug
auf Piste 26 in Saanen,
dem Flugplatz beim
bekannten Skiort
Gstaad im Schweizer
Kanton Bern
KARTE: DEINZER GRAFIK
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75
REISE & ERLEBNIS
Im Endanflug Der Altiport
Megève gilt in Frankreich
als Einsteiger-Altiport. Er
liegt nahe dem Skigebiet
Megève im Département
Haute-Savoie auf einer
Höhe von 1472 Metern
ten nähern wir uns dem Platz. Da es ein unkontrollierter Flugplatz
ist, bekommen wir lediglich Basisinfos und müssen selbst
auf Verkehr achten. Das Anflugverfahren in Saanen verspricht einen
schönen Panoramaanflug. Zunächst fliegt man knapp südlich
an der in einem engen Tal gelegenen Bahn in 5000 Fuß vorbei
und dreht dann nahe an den Bergen nach Süden ins offene Gelände
um die Stadt Gstaad, wo dann in den Gegen-, Quer- und Endanflug
zur Piste 26 eingekurvt wird.
Nach der Landung auf der 1400 Meter langen Asphaltbahn in
3307 Fuß Höhe lassen wir uns den Flugplan bei der schweizerischen
Flugsicherung Skyguide telefonisch schließen und tanken
anschließend voll. Bei einem Literpreis von 3,20 Euro für Avgas
tut das richtig weh. Aber wir brauchen den Sprit für unser nächstes
Leg. Auch die sonstigen Preise haben schweizerische Dimensionen:
50 Euro für den Einflug aus Frankreich, 50 Euro für den
Altiport Megève Etwas
leichter anzufliegen, aber auch
traumhaft schön gelegen
Ausflug nach Österreich. Die eigentliche Landegebühr ist mit 40
Euro moderat. Um 13.11 Uhr starten wir wieder. Aufpassen muss
man in Saanen mit Begräbnissen: In der unmittelbaren Umgebung
des Flugplatzes befindet sich der Friedhof. Auf der Webseite
des Flugplatzes werden die Uhrzeiten der Beerdigungen angekündigt.
Zu diesen Zeiten darf nicht gestartet oder gelandet
werden.
Fast neun Stunden Flugzeit in den Bergen
Nach dem Take-off auf der »26« steigen die Berge relativ schnell
steil an. Wir weichen daher etwas nach rechts aus. Für den Überflug
der Gipfel im Norden, wo sich der Gegenanflug zur Piste
08 befindet, müssen wir einen Vollkreis fliegen, um Höhe aufzubauen.
Geneva Information öffnet unseren Flugplan. Vorbei
am bekannten Eiger-Mönch-Jungfrau-Massiv geht es
auf 11 000 Fuß zum Grimselpass. Der gesamte Alpenraum
ist wolkenfrei. Von unserer Flughöhe aus hat
man einen beeindruckenden Überblick über die gesamte
Schweiz und deren Berge. Wir passieren den
Segnas-Pass, wo im August 2018 eine Schweizer Ju-52
abstürzte. Dann fliegen wir über den Julierpass und
vorbei am Piz Bernina. Hinter St. Moritz/Samedan
sind die Berge nicht mehr ganz so hoch. Und als wir
bei der Zugspitze ankommen, müssen wir fast schon
lachen: Nach den ganzen hochalpinen Highlights der
letzten Tage kommen uns die österreichischen und
deutschen Berge nun richtig langweilig und klein vor.
Den letzten Zwischenstopp machen wir in Innsbruck,
einerseits um den Sprit zu checken und um
nachzutanken, und andererseits, um die Zollformalitäten
wegen der Einreise aus der Schweiz zu erledigen.
Doch auch hier möchte uns niemand kontrollieren.
Also gleich weiter nach Kufstein. Dort landen wir
um 16.12 Uhr nach insgesamt 8:50 Stunden Airtime
und beenden unsere Tour. Wir sind begeistert, dass es
so unverhofft noch dieses Jahr geklappt hat.
76 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
fliegermagazin erscheint monatlich in der
JAHR MEDIA GMBH & CO. KG
Jürgen-Töpfer-Str. 48, 22763 Hamburg
LESERBRIEFE
Einfach unwirtschaftlich
Auf fliegermagazin.de meldeten
wir die Übernahme des
insolventen Flugtaxi-Herstellers
Volocopter durch Diamond
Aircraft (siehe Seite 8).
Die Idee des Volocopters war interessant und für Luftfahrtbegeisterte
erfrischend. Mehr aber auch nicht.
Strenggenommen von vornherein ein tot geborenes
Kind. Für den Freizeitmarkt (als spannende Weiterentwicklung
der Tragschrauber) zu teuer und für gewerbliche
Zwecke aufgrund seiner begrenzten Leistungsdaten
zu ineffizient.
Friedhelm Sohn, per E-Mail
Die im Artikel genannte Skepsis hinsichtlich der kommerziellen
Umsetzungsfähigkeit manntragender Senkrechtstarter
teile ich voll. Die Energiedichte, sowohl
gravimetrisch wie auch volumetrisch, von derzeit verfügbaren
Akkus liegt um den Faktor 100 unter denen von
Kerosin, Dieselöl und Benzin. Daran wird sich auch zukünftig
wenig ändern. Optimierungen der Lithium-Batterietechnik
mögen im Bereich von 20 bis 30 Prozent
liegen. Sie sind aber durch den theoretisch maximalen
Wirkungsgrad, falls wirklich jedes Metallatom sein Elektron
einzubringen imstande ist, begrenzt. Zusätzlich wird
bei Volocopter der Auftrieb ausschließlich durch die Rotoren
erzeugt. Dafür ist ein wesentlich höherer Energieaufwand
notwendig als beim aerodynamischen Auftrieb
mittels Tragflächen. Investitionen in Start-ups auf diesem
Gebiet sollte man sich meiner Ansicht nach sehr gut
überlegen!
Dr. Joachim Genz, per E-Mail
Diese Entwicklung ist ebenso deprimierend wie absehbar.
Sie folgt dem gleichen Prinzip wie in vielen anderen
wirtschaftlichen Bereichen unseres Landes, ob es sich
um die Automobilindustrie oder die Energieversorgung
handelt: Ideologie und Wunschdenken werden höher
gewertet als gesunder Menschenverstand und physikalische
Gesetze. Am Ende gewinnt jedoch immer die Realität.
Es bleibt zu hoffen, dass es in absehbarer Zeit zu einem
Umdenken kommt.
Jan Oelkers, per E-Mail
FOTO: NIKOLAY KAZAKOV
IMPRESSUM
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Alexandra Jahr
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MENSCH & MASCHINE
Die tödliche Tallmantz P-1
Der Flug
des Phönix
Bis heute gilt der Film »The Flight of the Phoenix«, gedreht
1965, als Gemeinschaftsleistung eines großartigen Teams
vor und hinter der Kamera. Einer der Hauptdarsteller ist der
monströse »Phoenix« selbst, ein nahezu unbeherrschbares
Fluggerät, das offiziell Tallmantz P-1 hieß
TEXT
STEFAN BARTMANN
er Plot dieses Films ist so faszinierend
wie simpel und
D dürfte als hinreichend bekannt
vorausgesetzt werden
– zumindest in Fliegerkreisen, wo »Der
Flug des Phönix« kultische Verehrung genießt.
Piloten weltweit lieben diese wüste
Story über eine Handvoll vergessener
Männer, die mitten in der Wüste verzweifelt
um ihr Leben schrauben. Buchstäblich.
Im Kern dreht es sich um die irrwitzige
Idee, aus dem Wrack einer doppelrümpfigen
Zweimot eine Behelfs-Einmot zu basteln
– eine Art »fliegendes Rettungsfloß«.
Hollywood liebt solche Überlebensfabeln,
plausibel oder nicht.
Die Romanvorlage ist das wohl bekannteste
Werk des britischen Vielschreibers Elleston
Trevor. Hollywoods Story-Scouts erkannten
sofort das »Phoenix«-Potenzial.
Der Spannungs-Spezialist Robert Aldrich
agiert als Regisseur und Produzent. Das
Drehbuch stammt von Lukas Heller, der
den Text gestrafft und das Personal inter-
FOTO: BILDSAMMLUNG BARTMANN
Ein aufregendes Foto Der Start des »Phoenix« zu seinem ersten und einzigen Flug. Kein Computer half 1965 den Filmemachern
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FOTO: BILDSAMMLUNG BARTMANN
FOTO: BILDSAMMLUNG BARTMANN
Hinter den
Kulissen Nicht
alles klappt nach
Drehbuch. Ein
rollendes Gestell
bringt den lahmen
»Phoenix« in Fahrt,
der sich auf Sand
kaum bewegen
lässt
Stark Eine Elite internationaler Stars tragen die reißerische
Story. Im Bild sind Richard Attenborough, James Stewart und
Hardy Krüger (von links) zu sehen
FOTO: BILDSAMMLUNG BARTMANN
Die Ausgangslage
Gleich drei
Fairchild C-82
werden für den
Film verschlissen,
in der Luft sieht
man nur eine.
Für den Bau des
Phoenix wird
die Zweimot
kannibalisiert
nationalisiert hat. Interessant: Aus dem
Briten Mr. Stringer wird im Film der Deutsche
Heinrich Dorfmann, was die Nachkriegs-Konfliktlage
unter der glühenden
Sonne beträchtlich steigert.
Am 26. April 1965 beginnen die Dreharbeiten
auf dem Gelände der 20th Century
Fox, wo man eine ausgemusterte Fairchild
C-82 als Film-Set arrangiert hat. Der verzweifelte
Bau des Phoenix wird von dramatischen
Zwischenfällen und persönlichen
Animositäten unterbrochen – und
endet im aufregend abgefilmten Start aus
der Wüstenhölle. Dieser echte Phoenix,
der im Film aus dem Wrack entsteht, kann
bei Vollgas bestenfalls im Schritttempo
durch den Sand pflügen.
Für die Flug-Szenen ist er ohnehin nicht
vorgesehen. Die Profis von Tallmantz Aviation
– eine Gründung der Stunt-Piloten
Frank Tallman und Paul Mantz im kalifornischen
Orange County – sind mit dem
Bau einer flugfähigen Version beauftragt
worden. Diese fliegende Tallmantz P-1 ist
eine echte Filmkulisse, ein Einzelstück,
das die FAA im Juni 1965 als Experimental
zulässt. Die P-1 ist um ein Viertel kleiner
als die C-82-Komponenten: flugfähig ja,
aber nie flugtüchtig, trotz aller hektischen
Bemühungen der Tallmantz-Mechaniker.
Statt des doppelreihigen R-2800 Double
Wasp einer C-82 muss sich die kleine P-1
mit dem grundüberholten R-1340-Neunzylinder
aus einer Harvard T-6 begnügen.
Die ausgemusterten Flächen einer
Beechcraft C-45 (die Militärversion der
Beech 18) hat man billig eingekauft. Der
Rumpf ist ein gewagtes Gefüge aus Stahlrohr
und Sperrholz. Auch das Leitwerk ist
eine Holzkonstruktion, die dank Lackierung
nach Metall aussieht. Die Spannseile
für die Flügel haben keine statische Aufgabe.
Überhastete Produktion
Nur wenige Monate bleiben für den Bau
und das Einfliegen dieser Spezialanfertigung.
Im Mai 1965 sind die Dreharbeiten
bereits in vollem Gange und schon am
19. Juni muss das Fluggerät bereit für die
Kameras sein. Unter diesem ungesunden
Hochdruck entsteht ein wirklich miserables
Flugzeug. Und dann hat Frank Tallman,
eigentlich als Pilot vorgesehen, noch
einen häuslichen Unfall. Jetzt übernimmt
sein Partner den kniffligen Job.
Paul Mantz ist eine Pilotenlegende, inzwischen
62 Jahre alt, ein Vollprofi mit etlichen
tausend Flugstunden. Die Aufträge
aus Hollywood seit den dreißiger Jahren
haben ihn reich gemacht. »Flight of the
Phoenix« fügt sich gut in eine lange Reihe
anspruchsvoller Arbeiten für die Traumfabrik,
die von Flugzeugen und ihren Grenzen
oft herzlich wenig Ahnung hat.
Am 14. Juni wird die P-1 aus dem Tallmantz-Hangar
in Orange County geschoben.
Mantz, im improvisierten Cockpit,
kommt über ein paar Rollversuche nicht
hinaus. Schon bei wenig Leistung hebt sich
das Leitwerk, ein Überschlag droht. Das
ungefederte Fahrwerk überträgt kleinste
Unebenheiten, ein Reifen platzt. Mantz
verlangt Nachbesserungen, aber in der
Kürze der Zeit ist nur das Nötigste zu machen.
Das wartende Filmteam in Yuma ist
schon sauer über die Verspätung. Dort
im Buttercup Valley – im Grenzgebiet von
Arizona und Kalifornien – soll der dramatische
Start des Phoenix gedreht werden.
Mantz muss die weitere Erprobung vor
Ort durchziehen. So wird am 25. Juni der
bislang ungeflogene Eindecker in Einzelteilen
zum Flughafen von Yuma transportiert.
Nach zwei weiteren Rolltests lässt
Mantz das Leitwerk neu justieren und Ballast
ins Rumpfende packen. So gelingt ihm
am 29. Juni ein erster Flug, bei dem sich die
P-1 nur mit viel Mühe durch die Platzrunde
zittert. Vor der lauernden Presse spielt
Mantz die Probleme herunter. Nach a
www.fliegermagazin.de 5 • 2025
79
MENSCH & MASCHINE
FOTO: BILDSAMMLUNG BARTMANN
Konflikte An der Seite von James Stewart (r.)
läuft Eberhard »Hardy« Krüger, damals 37 Jahre
alt, in der Rolle des kühlen Rechenschiebers
Heinrich Dorfmann zur Hochform auf
FOTO: BILDSAMMLUNG BARTMANN
Abflugbereit Tatsächlich ist mit dem echten Phoenix nicht viel anzufangen. Immerhin läuft der Motor.
Für die Flugszenen hat man die P-1 bauen lassen – mit tragischem Ausgang
einem zweiten Flug am 1. Juli vertraut er seinen Mitarbeitern
an, die P-1 fordere die gesamte Erfahrung seiner
38 Fliegerjahre.
Ein nächstes Problem stellt sich ein. »Dummies«
auf der Tragfläche simulieren die fünf Passagiere,
doch damit ist die P-1 nicht mehr in die Luft zu zwingen!
Die Puppen – die später durch dünne Silhouetten
aus Sperrholz ersetzt werden – wirken wie ausgefahrene
Bremsklappen.
Erst als sie wieder abmontiert
sind, gelingt
ein weiterer Testflug.
An diesem 2. Juli endet
der dritte Flug der P-1
mit einer harten Landung,
bei der das Fahrwerk
ramponiert wird.
Später wird vermutet, auch der Rumpf sei dabei beschädigt
worden – unbemerkt. Um das unzumutbare
Handling zu verbessern, werden nochmals 25 Kilo
Ballast im Heck verstaut.
Jetzt muss Mantz den Filmleuten klarmachen,
dass ein wichtiger Teil des Drehbuchs nicht fliegbar
ist: nämlich Start und Landung auf Sand. Da helfen
auch die kleinen Räder nichts, die man unauffällig in
den Schlittenkufen verbaut hat. Tiefe Überflüge und
Go-Arounds sollen reichen. Mantz muss also für jeden
»Take« neunzehn Meilen weit mit dem zickigen
Vogel anfliegen.
Aldrich und sein Team haben sich bereits ins Studio
zurückgezogen, um die nächtlichen Szenen zu
drehen. Im Buttercup Valley wartet schon Oscar Rudolph,
Chef des »second unit«. Am 7. Juli, ganz früh
morgens (um den gequälten Motor zu schonen), gelingen
brauchbare Aufnahmen. Tags darauf soll die Szene
wiederholt werden, die Kameras werden neu posi-
Der vierte Flug vor
laufenden Kameras
endete tödlich
tioniert. Was an jenem 8. Juli 1965 geschieht, wird ein
Fall für das »Civil Aeronautics Board« (CAB), der Vorgänger-Behörde
der heutigen NTSB.
Beim zweiten Anflug trifft Mantz den Boden mit
allzu hoher Sinkrate. Die Maschine macht einen
Sprung, während das angesetzte Rumpfheck glatt
durchbricht. Die P-1 geht unhaltbar über Kopf, rammt
in den Wüstensand und überschlägt sich. Stuntman
Robert Rose (das Double für Hardy »Dorfmann« Krüger)
wird herausgeschleudert; er überlebt wie durch
ein Wunder den Horrorcrash. Paul Mantz hat keine
Chance. Es ist 6.51 Uhr.
Das ganze Land nimmt Anteil am Ende von Amerikas
berühmtestem Stunt-Piloten. Ein anderes Problem
hat nun Regisseur Aldrich, dem wichtige Sequenzen
seines Films fehlen. Für die glückliche Landung
wird in aller Eile eine pummelige North American
O-47 zum »Phoenix« umgemodelt. Keine überzeugende
Lösung. Nie sieht man die Maschine landen. Sie
verschwindet einfach hinter den Dünen ...
Original Dieses Abenteuer verheißende Filmplakat
von 20th Century Fox warb für »The Flight of the
Phoenix«, wie der Film im Original hieß
FOTO: 20TH CENTURY FOX
80 www.fliegermagazin.de 5 • 2025
UNTERHALTUNG
Erkennen Sie den Flieger?
Leider wird diese Turboprop nicht mehr
gebaut, aber für Altiports (siehe Seite 68)
ist sie bestens geeignet – bei ihrer Herkunft
kein Wunder. Und ihre gerade modernisierte
Schwester findet sich auch in diesem Heft
(Auflösung unten).
Vor 25 Jahren
Auf einigen Alpenseen konnten die Kollegen
das Flugboot Grumman Widgeon erproben –
schon die Fotos machen viel Lust auf eine Art
der Fliegerei, die in Europa leider oft schwierig
ist. In einem Pilot Report wurde die Zulassung
der A22 gefeiert, die von Aeroprakt in
der Ukraine gebaut wurde und wird. Kriegsbedingt
wurde die Flugerprobung nach Polen
verlegt. Vor 25 Jahren ebenfalls News: Der Flugplatz Husum (EDXJ)
an der Nordsee wurde von der militärischen auf zivile Nutzung umgewidmet.
Inzwischen ist er längst als Ziel für die Allgemeine Luftfahrt
etabliert.
Rodscher
ATC: D-EABC, wind calm, no reported traffic,
runway 14 or 32, your choice.
Pilot: D-EABC, which runway is longer?
ATC: Sierra Echo, Ihre Position?
Pilot: Äh … Ich bin hinter der Maschine, die vor
mir fliegt.
ATC: Airline XYZ, wir haben einen Vorfall mit
einem Laser gemeldet bekommen, in Ihrer Richtung,
grüner Laser.
Pilot: Roger, wir werden ... äh ... nicht hinsehen.
ATC: Piper 1234, das Wetter sieht ja nicht so gut
aus. Fliegen Sie VFR oder IFR?
Pilot: Äh … UFR. Mit U für Unentschlossen.
(Quelle: www.avweb.com)
Fotoflug
Fernab jedes Flugplatzes
war der alte Militärtransporter
vom Typ Nord Noratlas
wohl mal ein Blickfang für
die Kneipe »Zur Noratlas«
in Schwelm bei Düsseldorf.
Doch als Jürgen Grobbin
jetzt das Foto schoss, war
sowohl die Kneipe als auch
der Blumenladen nebenan
verwaist; das Flugzeug
verfällt. Haben auch Sie kuriose
oder interessante Bilder aus der Luftfahrt? Bei
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81
VORSCHAU
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Abgestrebte Metallhochdecker – was seit Jahrzehnten die dominierende
Familie von Kolben-Einmots ist, hat seinen Ursprung in der
Cessna 140. Wir stellen ein besonders schönes Exemplar vor.
#6.2025
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am 9. Mai
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ALLES ÜBER PROPELLER
WAS PILOTEN ÜBER DEN »QUIRL« WISSEN SOLLTEN,
HAT UNSER AUTOR ZUSAMMENGESTELLT.
Ostwärts ins Baltikum
Der Ort Kuressaare auf der estnischen Insel Saaremaa mag entlegen
erscheinen. Aber auf einer Baltikumrunde mit dem eigenen
Flugzeug ist der Besuch ganz einfach – und lohnt unbedingt.
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ANGEKÜNDIGTE BEITRÄGE KÖNNEN AUS AKTUELLEM ANLASS VERSCHOBEN WERDEN.
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bei Halle A1 liegt
Die AERO 2025 im Überblick
Alle Hallen voll
Bewährtes und einige neue Konzepte kennzeichnen die diesjährige Messe.
Das fliegermagazin ist mit der gesamten Redaktion vor Ort und berichtet ausführlich
TEXT THOMAS BORCHERT
ie müssen sich in diesem
S
Jahr bei Ihrem AERO-Besuch
etwas beeilen: Täglich
schließt die wichtigste
Messe der Allgemeinen Luftfahrt in
diesem Jahr eine Stunde früher – also
schon um 17 Uhr, am Samstag sogar
um 16 Uhr. Auch sonst gibt es 2025 einige
Besonderheiten in Friedrichshafen.
Aber zuerst die Rahmendaten: Zwischen
dem 9. und dem 12. April sind
auf der AERO 2025 alle Hallen belegt.
Einen Ausblick auf die Highlights der
Show geben wir Ihnen in diesem Special.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise
finden Sie im Kasten auf Seite 6.
Schon im Freigelände wird eine Änderung
auf den ersten Blick erkennbar:
Die Business Aviation ist ein neuer,
deutlich größerer Schwerpunkt geworden.
Business Aviation Show Hub, kurz
BASH, nennen die Veranstalter das. Die
Straße zwischen Flughafen- und Messegelände
ist nun gesperrt und gehört
zum Static Display. Vor der Halle A1 ist
der BizAv Dome errichtet worden, eine
Art transparentes Hangarzelt mit
Ausstellern und einer Bühne zum Thema.
Wie bisher findet sich die Business
Aviation im Static Dsiplay und in Halle
A3, neu aber auch in der Halle A2. Mehr
zum Thema lesen Sie auf Seite 16.
Und es gibt noch mehr Beachtenswertes:
In der Halle A1 sind wie schon
im Vorjahr die Segelflieger zu Gast, die
eigentlich nur alle zwei Jahre kommen.
Drohnen (früher A2) und Indoor Camping
(früher A1) sind in die Halle B4 gewandert.
Das im vergangenen Jahr eingeführte
Programm GA Academy mit
Vorträgen, Seminaren und Podiumsdiskussionen
wurde noch weiter ausgebaut
(siehe Seite 8).
Sie erinnern sich: Im vergangenen
Jahr feierte der Veranstalter die 30.
AERO-Messe mit einer Airshow – bei
grenzwertigem Wetter. In diesem Jahr
gibt es sogar zwei Flugschauen: Am
4
HALLENPLAN d
Halle A1
Halle A2
Halle A3
Halle A4
Halle A5
Halle A6
Halle A7
Halle
B1, B2
Halle B4
Halle B4
Halle B5
Static
Display
Foyer West
Foyer Ost
Übergang
Ost
AERO Gliding Expo
Business Aviation,
Allgemeine Luftfahrt
Business Aviation,
Allgemeine Luftfahrt,
Dienstleistungen, Zubehör
Allgemeine Luftfahrt,
Dienstleistungen, Zubehör
Allgemeine Luftfahrt, Engine
Area, Wartung, Antriebssysteme,
Pilotenausrüstung,
AOPA, VdP
Avionics Avenue,
Cockpit- und Bordsysteme,
Flight Simulator Area
e-flight-expo, eVTOL,
Allgemeine Luftfahrt,
e-connect area
Ultraleichtflugzeuge, Very
Light Aircraft (VLA), Light
Sport Airplanes (LSA)
Ultraleichtflugzeuge,
Very Light Aircraft (VLA),
Light Sport Airplanes (LSA),
DAeC, DULV
Drohnen (nur Dienstag bis
Freitag), Indoor Camping
Area
Helicopter Hangar,
Heli-Forum
Business Aviation,
BizAv Dome
Konferenzzentrum,
Be a Pilot, MRO Area,
Forum Bühne West
Konferenzzentrum,
Forum Bühne Ost
AERO Careeer Days
(nur Freitag und Samstag)
FOTO: FELIX KÄSTLE/MESSE FRIEDRICHSHAFEN
FOTO: LUCAS BÖCKLER
BASH Business Aviation Show Hub heißt ein neuer Messe-Schwerpunkt
Besuchen Sie uns
in Halle A5,
Stand A5-325!
Online dabei Per Video-Livestream auf Instagram, Facebook
und Youtube berichtet das fliegermagazin-Team über die News
ÜBERNACHTUNG
Zwei Optionen sind
besonders preisgünstig:
In Halle B4 kann man
in der Indoor Camping
Area im eigenen oder
dort aufgebauten Zelt
schlafen (20/40 Euro).
Und auf dem Parkplatz
Ost 2 kostet ein Wohnmobil-Stellplatz
25 Euro
pro Nacht. Mehr unter
www.aero-expo.de/
besuchen/unterkunft
Donnerstag fliegen ab 12.30 Uhr vier Elektroflugzeuge
vor dem Gelände, am Samstag
folgt dann ab 11.45 Uhr eine zweistündige
Show mit Kunstflug zum Beispiel
von den Niebergalls, Walter Extra oder
den Flying-Bulls-Blaniks. Wir wünschen
von Herzen Wetterglück!
Wir freuen uns aufs Gespräch
Wie in früheren Jahren finden Sie die Redaktionsteams
von fliegermagazin und
AERO INTERNATIONAL auf der Engine
Area powered by fliegermagazin in der
Halle A5, Stand A5-325. Dort zeigen wir Ihnen
die neuesten Motoren und Antriebstechnologien
(siehe Seite 26).
Auch die inzwischen Tradition gewordene
Caps-Aktion ist wieder da. Zu- a
Messe-News vom fliegermagazin
Sie können selbst nicht zur AERO 2025 kommen oder möchten einfach
keine News von der Messe in Friedrichshafen verpassen? Dann folgen Sie
dem fliegermagazin auf verschiedenen Kanälen. Wir verschaffen Ihnen das
Gefühl, als wären Sie live vor Ort! Unter www.fliegermagazin.de/aero lesen
Sie spannende News-Meldungen und Hintergrundberichte. Eine andere
Möglichkeit ist, dass Sie unseren täglichen Messe-Newsletter abonnieren.
Per E-Mail erhalten Sie dann alle wichtigen Neuigkeiten im Überblick.
Registrieren Sie sich jetzt unter www.fliegermagazin.de/newsletter!
Doch damit nicht genug: Wer Ton und Bild bevorzugt, sollte unbedingt
unseren Youtube-Kanal fliegermagazinTV abonnieren. Hier, auf der
Facebook-Seite des fliegermagazins und auf Instagram unter @
fliegermagazin senden wir während der Messe um 11 und 16.30 Uhr einen
Livestream, bei dem jeweils ein Thema im Zentrum steht. Sie können online
Ihre Fragen stellen. Die Aufzeichnungen der Streams stehen Ihnen nach
der Ausstrahlung jederzeit zum Ansehen zur Verfügung. Auch auf unseren
Instagram- und Facebook-Kanälen nehmen wir Sie mit auf die Messe. Hier
sorgen kurze Videoclips und viele Fotos für ein richtiges AERO-Gefühl.
5
SPECIAL AERO 2025
FOTO: FELIX KÄSTLE/AERO FRIEDRICHSHAFEN
Airshow! Am
Samstag gibt es ab
11.45 Uhr Kunstflug
von den Niebergalls
(Bild) und anderen.
Am Donnerstag sind
von 12.30 Uhr an die
Elektroflugzeuge in
der Luft zu sehen
sammen mit dem Kraftstoffhersteller
TotalEnergies, der AERO und anderen
Partnern bieten wir an unserem Stand
erneut ein großes Gewinnspiel mit
Preisen im Wert von 14 000 Euro an.
Wir verteilen tägliche hunderte kostenlose
Caps mit einem einzigartigen
Design, die zugleich Ihre Gewinnchance
auf wertvolle Preise sind; Details lesen
Sie auf Seite 30.
Messe-Feeling auch online
Motoren & mehr
Auf der Engine Area
powered by fliegermagazin
finden Sie
die Redaktions-Crew
Und natürlich freuen wir uns auch in
diesem Jahr besonders auf Ihren Besuch
an unserem Stand, auf Fragen,
Wünsche und Kritik. Dabei gibt es
für uns zwei große Themen: Zum einen
berichten wir ausführlich auch
online auf allen unseren Kanälen von
der Messe, unter anderem im Live-Videostream
(siehe Kasten auf Seite 5).
Damit möchten wir die Messe allen nahebringen,
die diesmal nicht persönlich
zur AERO kommen können.
Zum anderen ist unsere Online-Chefredakteurin
Isabella Sauer
vor Ort. Viele kennen sie inzwischen
aus ihrem Projekt »Isabella lernt fliegen«.
Sie berichtet im fliegermagazin
und unter www.fliegermagazin.de/
pilotwerden/ppl ausführlich und sehr
persönlich über ihren Weg zur PPL. Isabella
Sauer freut sich vor Ort auf den
Austausch mit anderen Fluganfängern
oder Ratschläge erfahrener Piloten.
Auf der großen Bühne im Foyer Ost
und in den umliegenden Konferenzräumen
finden Vorträge, Seminare
und Diskussionen statt. Das fliegermagazin
ist an Diskussionsrunden beteiligt
und veranstaltet drei eigene zu
wichtigen Themen (siehe Seite 8).
Aktuelle Informationen über das
Messeprogramm und ein Verzeichnis
aller Aussteller finden Sie unter www.
aero-expo.de auf der offiziellen Website
der Messe.
BASISDATEN Q
9. bis 12. April 2025
Öffnungszeiten
Mittwoch bis Freitag 9 bis 17 Uhr,
Samstag 9 bis 16 Uhr
Eintrittspreise
Genannt sind die Online-Preise. An der
Tageskasse sind alle Tickets jeweils 10 oder 15
Euro teurer. Der Eintritt für anfliegende Piloten
ist in der Lande-/Parkgebühr enthalten.
Tageskarte
36 Euro
Tageskarte ermäßigt*
29 Euro
Studierende
16 Euro
Nachwuchs (6–17 Jahre)
5 Euro
Kinder (bis einschl. 5 Jahre)
frei
Zwei-Tageskarte
67 Euro
Drei-Tageskarte
83 Euro
Vier-Tageskarte
112 Euro
Besucherparkplatzfrei
*für Rentner, Menschen mit Behinderung
FOTO: LUCAS BÖCKLER
6
SPECIAL AERO 2025
AERO General Aviation Academy
FOTO: LUCAS BÖCKLER
Fortbildung
in der Sitzpause
Heiß diskutiert Die Podiumsgespräche
des fliegermagazins sind
bei den Besuchern beliebt
Eine Fülle von Seminaren, Vorträgen und Diskussionen zu Themen wie Motor- oder
Instrumentenflug, Wetterkunde und Luftrecht lohnen den Besuch
TEXT
THOMAS BORCHERT
um zweiten Mal werden auf der AERO Friedrichshafen
Seminare, Vorträge und Events, die
Z sich mit der Aus- und Fortbildung von Piloten
beschäftigen, als AERO General Aviation Academy
zusammengefasst. Federführend steht der bekannte
Flugsicherungsexperte Herwart Goldbach als Organisator
dahinter. Das fliegermagazin ist exklusiver Medienpartner
des Programms. Doch was können Besucher genau erwarten?
Das Tagesprogramm findet sich unter https://www.aero-expo.de/conferences/tagesprogramm
– die Auswahl
ist riesig. Unser Tipp: Suchen Sie sich vorab für Sie interessante
Themen aus und planen Sie die Teilnahme als Sitzpause
zwischen Ihrem Rundgang durch die Messehallen.
Es steht auch ein breites Spektrum an Vorträgen und Seminaren
zur Auswahl, die von Herstellern und Dienstleistern
gehalten werden. Sie bringen den zuhörenden Piloten
einen Lerneffekt für ihre fliegerische Praxis. Ein weiteres
spannendes Thema ist Human Factors. Bei diesem Vortrag
wird der Blick in das Innere des Menschen in Bezug auf seine
Handlungen und Reaktionen vorgestellt. Ebenso geht es
um Lufträume, Flugplanung, Wettervorhersagen und vieles
mehr. Wer richtig einsteigen will, kann schon vor der Messe
eine Auffrischungsschulung für Lehrberechtigte absolvieren
oder BZF- sowie AZF-Prüfungen und Verlängerungen
des ICAO-Sprachnachweises ablegen.
Und nicht zuletzt wird bei der AERO General Aviation
Academy auch der Blick auf die Flugausbildung gerichtet
– für Anfänger ebenso wie für Fortgeschrittene. So diskutieren
Experten am Donnerstag und am Samstag um
11 Uhr auf der Konferenzbühne Ost, ob noch die richtigen
Schwerpunkte in der Pilotenausbildung gesetzt werden.
Schließlich hat sich Fliegen massiv verändert, nicht nur in
Bezug auf die technische Entwicklung der Luftfahrzeuge,
sondern auch auf Lufträume und gesetzliche Bedingungen.
Bei dieser Diskussionsrunde werden die Inhalte der
Pilotenausbildung beleuchtet und mögliche Anpassungen
diskutiert. Mit dabei ist auch fliegermagazin-Chefredakteur
Thomas Borchert.
Noch ein Tipp in eigener Sache: Isabella Sauer, Online-Chefredakteurin
des fliegermagazins und Flugschülerin,
berichtet am Freitag der Messe von 11 Uhr an auf
der Konferenzbühne Ost mit Fluglehrerinnen und anderen
Teilnehmern über ihre Erfahrungen bei der laufenden
PPL-Ausbildung.
Sollten Sie es doch nicht zur Messe schaffen: Aufzeichnungen
der Diskussionen mit fliegermagazin-Beteiligung
veröffentlichen wir in den Wochen und Monaten nach der
Messe als kostenlosen fliegermagazin Podcast unter www.
fliegermagazin.de/podcast und überall dort, wo Sie Podcasts
hören.
Brandaktuell
Im Rahmen der General Aviation Academy veranstaltet das
fliegermagazin drei Podiumsdiskussionen mit Experten.
Sie finden auf der großen Konferenzbühne im Foyer Ost
statt und drehen sich um wichtige und aktuelle Themen der
Allgemeinen Luftfahrt.
Am Mittwoch um 14.15 Uhr und am Freitag um 15 Uhr
reden wir darüber, was uns zum Saisonstart rund um die
neuen Verfahren an unkontrollierten Plätzen mit und
ohne Betriebsleiter erwartet – von Flugvorbereitung bis
Sprechfunk. Auf Ihre Fragen und Kommentare freuen wir
uns dabei besonders.
Am Donnerstag um 14 Uhr wollen wir mit Lehrern und
Experten besprechen, wie man den Umgang mit einem
neuen Flugzeugmuster oder neuer Avionik sicher und
vernünftig erlernen kann und welche Tricks es dabei gibt.
8
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Anflugverfahren
Selber hinfliegen!
Rund 30000 Besucher zählt die AERO. Da führt kein Weg an der Erkenntnis vorbei:
Wer mit dem eigenen Flugzeug kommt, ist klar in der Minderheit. Trotz komplizierter
Verfahren ist das Erlebnis dennoch alle Mühen wert
TEXT THOMAS BORCHERT
Ideale Lage
Das Messegelände (r.)
befindet sich direkt neben
EDNY – eigentlich perfekt
für den Besuch mit dem
eigenen Flugzeug
er jetzt anfängt, einen Messebesuch
W
mit dem eigenen Flugzeug zu planen,
der braucht vor allem Glück:
Es gilt, noch einen freien Slot zu ergattern.
Der ist von Dienstag bis Samstag sowohl
bei An- als auch bei Abflug von Friedrichshafen
(EDNY) nach VFR oder IFR Pflicht. Es gibt nicht
viele, allerdings werden oft Slots zurückgegeben.
So herrschte 2024 aufgrund von recht schlechtem
Wetter keinerlei Mangel an kurzfristigen
Anflugmöglichkeiten. Außerdem empfiehlt die
Messe inzwischen sechs alternative Plätze in der
Umgebung (siehe Kasten).
Alle aktuellen Informationen rund um den
Besuch mit dem eigenen Flugzeug in EDNY und
auf den übrigen Plätzen finden sich online unter
https://bit.ly/3uyNMCU. Dort sind auch die AIP
Supplements für die Verfahren in Friedrichshafen
verlinkt. Sie müssen selbstverständlich genau
beachtet werden!
Es sei nochmals gesagt: Viele Piloten geben
ihre Slots zurück. Die Registrierung gemäß des
online beschriebenen Verfahrens lohnt sich also
immer noch. Seit Mitte Februar konnten sich
Piloten unter https://aero-slot.de registrieren.
Die eigentliche Vergabe samt Bezahlung erfolgte
dann ab Anfang März.
Die Reservierung eines Slots kostet 42 Euro
und ist nicht erstattbar – anders als die Kosten
für das Servicepaket für Landen und Parken, das
es bei Stornierungen bis drei Tage vor Abflug zurück
gibt. Anders als früher wird die Slotgebühr
nicht mehr auf den Preis des Servicepakets angerechnet.
Er beträgt zum Beispiel für Flugzeuge bis
10
Ohne Voranmeldung Sechs Ausweichplätze ohne verpflichtenden
Slot eignen sich für den Anflug zur AERO. Informationen über alle
Details, auch Transfers, gibt es unter https://bit.ly/3uyNMCU
zwei Tonnen MTOM 91 Euro inklusive Messeeintritt
für den Piloten für einen Tag. Happig sind auch die
Parkgebühren: 37 Euro pro Tag werden nach den ersten
24 Stunden fällig.
Die Slotgebühr soll das massenhafte Reservieren
von Slots »auf Vorrat« verhindern, das in der Vergangenheit
oft vorkam. Zugleich soll dies eine vertretbare
Lösung für Piloten sein, die wegen schlechten
Wetters oder aus anderen Gründen nicht zur Messe
kommen können. In jedem Fall sollten Piloten aus
Fairnessgründen Slots freigeben, die sie nicht nutzen
– so stehen sie anderen zur Verfügung.
Wer ohne gebuchten Slot anfliegt, dem können
die Fluglotsen eine Landung verweigern; der Flughafen
behält sich vor, nach Einzelfallprüfung eine
Strafgebühr von 400 Euro zu erheben. Nochmals:
Anflugrouten und Verfahren sowie die Angaben zu
verkürzten Meldungen im Funk sind genau zu befolgen,
weil diese auch bei hohem Verkehrsaufkommen
die Frequenz möglichst wenig belasten – immer
wieder geben manche Piloten hier leider ein
denkbar schlechtes Bild ab.
Ganz wichtig: Es sind jeweils die Namen aller
Flugzeuginsassen bereits bei der Slot-Reservierung
anzugeben. Diese lassen sich online nachträglich
ändern, wenn sich die Planung ändert. Die vereinfachten
Sicherheitskontrollen bei der Rückkehr aufs
Vorfeld basieren auf einer Prüfung des Personalausweises.
Deshalb ist es wichtig, dass sich am Kontrollpunkt
tatsächlich die angegebenen Personen einfinden.
Die Sicherheitsverfahren am Flugplatz erlauben
eine Rückkehr zum Flugzeug nur per Bus, nicht zu
Fuß. Übrigens, Sprit gibt es während der AERO per
Tankfahrzeug, bezahlt wird dort in bar, per Kreditkarte
oder mit der kostenlosen Air bp-Tankkarte. Am
besten erledigt man das gleich bei Ankunft.
Alternativen
ohne Slot
Markdorf Nur ULs können auf dem
Segelfluggelände landen, keine E-Klasse-
Maschinen oder Motorsegler. Der Anflug
ist nur mit PPR möglich, Anmeldung unter
https://sfg-markdorf.de/intern/aero/. Dort
finden sich auch Infos zum Anflugverfahren.
Die Landegebühr beträgt 30 Euro inklusive
Messe-Shuttle im Halbstundentakt. Kein
Sprit verfügbar. Öffnungszeiten: 8 bis 19
Uhr Ortszeit.
Mengen (EDTM) Der Platz mit seiner
1566-Meter-Piste ist von 8 Uhr bis SS+30
geöffnet, PPR-Betrieb ist davor und danach
möglich. Das 10-Euro-Shuttle zur Messe
startet um 9 und 11.30 Uhr am Platz und um
15 und 17.30 Uhr an der Messe. Ansonsten
stehen kostenpflichtige Taxis oder
Mietwagen zur Verfügung, Sprit ist auch
vorhanden.
Leutkirch (EDNL) Die 958 Meter lange Betonbahn
ist von 9 bis 20 Uhr geöffnet, liegt
66 Kilometer von der Messe entfernt und
wird mit einem Shuttle-Bus angebunden.
Preis und Zeiten wie in Mengen. Alternative
sind Taxis. Das PPR-Verfahren zur Messe
wird per NOTAM veröffentlicht.Treibstoff ist
verfügbar.
Konstanz (EDTZ) Der Platz ist von 7 Uhr
bis SS geöffnet. Wegen möglicher Nässe
auf der 760
Meter langen
Grasbahn
lohnt vorab
ein Anruf. Ein
Shuttle-Bus
fährt zum
Hafen, von
dort geht
es per Katamaran
in
50 Minuten
nach Friedrichshafen,
dort warten Shuttles.
Die Busse kosten pro
Fahrt fünf Euro, für
Fähre und Messe gibt es
Kombitickets.
Nur für UL, nur mit
PPR Markdorf hat
sich zum beliebten
Ausweichplatz für die
Messe entwickelt
Neuhausen ob Eck (EDSN) PPR am Vortag
ist für die 1248 Meter lange Asphaltbahn
empfohlen. Sie ist von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
Die Flugleitung informiert über Transfermöglichkeiten.
Es gibt keinen Sprit. Die
Fahrt zur Messe dauert etwa eine Stunde.
Biberach (EDMB) Der Platz mit 980 Meter
langer Asphaltbahn ist von 9 Uhr bis SS+30
geöffnet. Der Transfer zur Messe kann
auf der Straße oder über den Bahnhof
Biberach und dann per Bahn erfolgen. Die
Einrichtung eines Shuttles zum Bahnhof
wird überlegt. Treibstoffe sind verfügbar.
FOTOS: MICHAEL HÄFNER/MESSE FRIEDRICHSHAFEN, SEGELFLIEGERGRUPPE MARKDORF
11
SPECIAL AERO 2025
FOTO: AURA AERO
Aura Aero Integral R
E-Klasse, Zweimots & Turboprops
Es geht aufwärts
Das ist ein gutes Zeichen: Gleich zwei Hersteller, die eigentlich nur alle zwei Jahre
zur AERO kommen, sind in diesem »außer der Reihe« vertreten. Zeitlich passend zur
Messe wird auch eine positive Avgas-Entscheidung der EU erwartet
TEXT THOMAS BORCHERT
etzt wird es wirklich knapp: Ab Mai
J
verbieten EU-Gesetze, das bleihaltige
Avgas-Additiv Tetraehtyl Lead
(TEL) in der EU zu verarbeiten. Über
die Anträge dreier Avgas-Produzenten für eine
Ausnahmegenehmigung hat zwar die zuständige
Fachbehörde positiv entschieden: Eine Nutzungserlaubnis
bis 2032 soll die Avgas-Versorgung
sicherstellen. Doch bei Redaktionsschluss
fehlte noch die endgültige Zustimmung der
übergeordneten EU-Gremien. Sollte die – wie allgemein
erwartet – kommen, dann wäre die vielleicht
wichtigste gute Nachricht für alle auf der
Messe: Bis 2032 ist Zeit, eine bleifreie Avgas-Alternative
zu entwickeln und in den Markt zu bringen
– und das sollte reichen.
Aura Aero
Im Dezember hat das kunstflugtaugliche
Schulflugzeug Integral R der Franzosen aus Toulouse
die EASA-Zulassung erhalten. Der Spornrad-Zweisitzer
in Kunststoffbauweise basiert auf
dem Klassiker Mudry CAP10, der damals aus Holz
gebaut wurde. In der Entwicklung sind die Integral
S mit Bugrad und die elektrische Integral E
(siehe Seite 18). A7-301
Cirrus Aircraft
Die Touchscreen-Avionik in der vor einem Jahr
vorgestellten Generation 7 der Kolbeneinmots
SR20, SR22 und SR22T wird erneut viel Interes-
12
FOTO: CHRISTINA SCHEUNEMANN
FOTO: CIRRUS
Cirrus Aircraft SR Series G7 & SF50 Vision Jet
se finden. Im Panel findet sich nun die Avionik
Garmin Perspective Touch+, deren zwei große
Displays über die beiden Touchscreen-Controller
über der Mittelkonsole gesteuert werden. Was
Cirrus in diesem Jahr besonders in den Vordergrund
stellt, ist die Option, mit dem Flugzeug im
Hangar online Daten auszutauschen. A3-400
Diamond Aircraft
Diamond Aircraft DA62
Eigentlich wäre dies eines der Jahre, in denen die
Österreicher gar nicht auf der AERO ausstellen.
Sie kommen mit einem kleineren Stand, auf dem
eine einmotorige DA50 und eine DA62-Zweimot
zu sehen sind – beide mit Dieselmotoren. A4-120
MOSAIC
Das Kürzel für
»Modernization of
Special Airworthiness
Certificates« wird auf
der Messe zu hören
sein. Die US-Luftfahrtbehörde
FAA will die
Regeln für Light Sport
Aircraft (LSA) erweitern.
Dann wären etwa auch
Viersitzer viel einfacher
zertifizierbar. Die FAA
steht hierbei in engem
Kontakt zur EASA.
THE LEADING SHOW
FOR GENERAL AVIATION
April 9 – 12, 2025
Friedrichshafen | Germany
aero-expo.com
SPECIAL AERO 2025
FOTO: MARTIN TROTZ
Tecnam P2006T NG
FOTO: CHRISTINA SCHEUNEMANN
Pipistrel Panthera
Piper Aircraft
Erneut bringt Piper ein Exemplar der Turboprop-Einmot
M700 Fury an den Bodensee. Nach
der Vorstellung vor einem Jahr ist das neue Spitzenmodell
sehr gut in den Markt gestartet. Seine
Garmin-Touchscreen-Avionik G3000 wird ergänzt
um das Autoland-System des Herstellers,
das bei Piper HALO heißt. Damit können Passagiere
bei Ausfall des Piloten per Knopfdruck dafür
sorgen, dass die Maschine automatisch auf
einem geeigneten Flugplatz landet. Außerdem
zeigt Piper eine Archer DLX mit Continentals Dieselmotor
CD-155. A3-402
Tecnam
Ende des vergangenen Jahres kam die überraschende
Nachricht: Der langjährige deutsche
Tecnam-Händler Intelisano Aviation gibt auf! Inzwischen
hat der italienische Hersteller einen Ersatz
gefunden: Der etablierte Wartungsbetrieb
GM Aviation mit Sitz am Flugplatz Koblenz-Winningen
hat Vertrieb und Support übernommen.
Das soll natürlich auch die Besucherschaft der
AERO erfahren: GM Aviation kommt gleich mit
vier Flugzeugen zur Messe – auf dem angestammten
Tecnam-Platz. Der wäre in diesem Jahr eigentlich
frei geblieben, denn die Italiener setzen traditionell
jedes zweite Jahr aus. So kommt es, dass
Tecnam auch nicht im Ausstellerverzeichnis zu
finden ist. GM Aviation bringt eine P2006T NG,
eine P2010 Gran Lusso, eine P-Mentor und eine
P92 MkII mit. A4-319
Textron Aviation/Pipistrel
Schon 2022 hat das US-Unternehmen Textron,
zu dem auch die Marken Cessna und Beechcraft
sowie der Motorenhersteller Lycoming gehören,
den slowenischen Flugzeughersteller Pipistrel
übernommen. So wundert es nicht, dass nun
Cessna und Pipistrel gemeinsam auf dem Textron-Stand
zu finden sind. Von Cessna sind 182
und 206 zu sehen. Pipistrel zeigt den EASA-zertifizierten
Zweisitzer Explorer, dessen UL-Pendant
Virus SW und die Velis Electro (siehe Seite 18). Und
auch ein echter Dauerbrenner ist mit dabei: die
Pipistrel Panthera. Bei seiner Vorstellung auf der
AERO 2012 (!) hatte der schnittige Viersitzer viel
Aufsehen erregt. Seitdem heißt es Jahr um Jahr,
die Zulassung stehe bevor. Mal sehen …A2-130
14
SPECIAL AERO 2025
GRAFIK: FAIRNAMIC
Business Aviation
BizAv Dome Der transparente Bau ergänzt das Static Display
Viel größer
Der Bereich Geschäftsluftfahrt wird auf dieser AERO massiv ausgebaut.
Die ausgestellten Jets wachsen mit: Großes Gerät ist zu sehen
TEXT THOMAS BORCHERT
m Anfang steht ein neuer Name: AERO
A
Business Aviation Show Hub, kurz AERO
BASH, nennt die Messe den neuen Schwerpunkt.
Dazu gehören drei große Änderungen:
Zum einen wird die Ausstellung von Flugzeugen
im Freigelände, das Static Display, deutlich vergrößerte.
Auch die nun gesperrte Straße zwischen Messeund
Flughafengelände zählt jetzt dazu. Zum zweiten
wird im Freigelände vor der Halle A1 der transparente
BizAv Dome errichtet – mit einer eigenen Showbühne
und Ausstellern. Schließlich wird dem Thema auch in
den Hallen mehr Platz eingeräumt: Schon immer fanden
sich Aussteller der Business Aviation in Halle A2,
nun sind sie auch in der A2 zusammen mit Anbietern
der Allgemeinen Luftfahrt präsent.
Für den Ausbau des Themas Business Aviation – übrigens
erklärtermaßen keineswegs auf Kosten der privaten
Fliegerei – lassen sich Gründe vermuten: Viele
Jahre lang war die EBACE in Genf Ende Mai die wichtigste
europäische Messe der Business Aviation. Doch
nun hat sich der US-Branchenverbrand NBAA aus der
EBACE zurückgezogen. Viele Aussteller klagen seit Jahren
über das sehr hohe Preisniveau in Genf. Der jetzige
Veranstalter hat entschieden, auf die Ausstellung
von Flugzeugen ganz zu verzichten. Vor diesem Hintergrund
sieht die AERO nun wohl eine Chance …
Übrigens sind auch Helikopter im Static Display
vertreten, die wir hier nicht vorstellen. Airbus zeigt
sich erstmals mit Hubschraubern auf der AERO.
Bombardier
Gleich vier Flugzeuge des kanadischen Herstellers
sind zu sehen. Bombardier selbst zeigt eine Challenger
3500, die Bundeswehr bringt eine Global 6000 der
Flugbereitschaft mit. Und Avionmar sowie FAI Aviation
Group kommen mit Challenger 300 und 604.
SD-55, SD-50, SD-01, SD-07
Cirrus
Zwar ist der einstrahlige SF50 Vision Jet als einziger
Personal Jet der kleinste Strahltriebler auf der Messe.
Aber in Sachen Stückzahl führt er den Markt an.
Auf der Freifläche steht ein Exemplar, in Halle A3 am
Hauptstand wartet ein Mock-up der Kabine mit bis zu
sieben Plätzen auf Besucher. SD-44, A3-400
Daher/HondaJet
Der deutsche Vertreter Rheinland Air Service (RAS)
stellt die Flugzeuge dieser beiden Hersteller wie
16
schon seit Jahren in der Halle A3 aus. Zu sehen
ist von Daher sowohl das aktuelle Topmodell der
Reise-Turboprop TBM 960 als auch der robuste
Hochdecker Kodiak 100 Series II. Der US-amerikanische
Hersteller der Kodiak-Turboprop wurde
ja vor einiger Zeit von Daher gekauft. Die größere
Kodiak 900 war bislang leider noch nicht
auf der AERO zu sehen. Mit der HondaJet Elite II
ist das aktuelle Modell des Businessjets aus Japan
zu sehen, der durch seine auf Pylonen über
den Tragflächen angeordneten Triebwerke auffällt.
A3-305
Dassault Aviation
Der französische Hersteller kommt zum ersten
Mal auf die AERO. Er bringt die Falcon 2000LXS
mit. Die verkleinerte Variante der dreistrahligen
Falcon 900 kommt mit zwei Triebwerken aus.
Bis zu zehn Passagiere haben in dem Businessjet
Platz. Er kann bis zu 4000 Nautische Meilen
weit fliegen und damit transkontinental betrieben
werden.
SD-16
Dassault Falcon 2000LXS
Embraer
Die Brasilianer sind selbst nicht auf der AERO vertreten.
Doch der deutsche Vercharterer DAS Private
Jets zeigt eine Embraer Phenom 300E. Der
kleine Jet ist im Markt äußerst beliebt. SD-06
Gulfstream
Die Langstrecken-Spezialisten aus Savannah
im US-Bundesstaat Georgia bringen eine G600
mit. Bei enger Bestuhlung – die wohl kein Kunde
wählt – passen sogar 19 Passagiere in den Zweistrahler,
der eine Reichweite von bis zu 6200 NM
hat.
SD-02
Pilatus
Pilatus PC-24
Gulfstream G600
Mit seiner einmotorigen Turboprop PC-12 und
dem auch für unbefestigte Pisten zugelassenen
Zweistrahler PC-24 feiert der Schweizer Hersteller
große Erfolge. Beide Muster sind auf der AERO
zu sehen: beim deutschen Händer Air Alliance je
ein Exemplar, dazu eine PC-12 von Jetfly Aviation
und eine PC-24 des Hamburger Charteranbieters
Platoon Aviation .
SD-12, A3-119, SD-04
Textron Aviation
Die Amerikaner haben eine breite Palette von Jets
und Turboprops zu bieten. Alles, was für die Geschäftsluftfahrt
interessant ist, steht draußen.
Zu sehen sind aus der Citation-Familie Latitude,
CJ3 Gen2, M2 Gen2, King Air 260 und Caravan EX.
Der Vercharterer Airstream bringt ebenfalls eine
King Air mit; Augsburg Air Service eine Citation
CJ1. RTX, Mutterkonzern von Collins Aerospace,
hat eine Citation XLS angemeldet.
SD-08, SD-46, SD-20, SD-53
Textron Citation Latitude
FOTOS: JAVI SANCHEZ/AIRTEAMIMAGES, DHERSTELLER (3)
SPECIAL AERO 2025
Elektroflugzeuge
Rhyxeon RX4E
Voll geladen
Elektroflugzeuge, hybride Antriebe und Wasserstoffkonzepte machen
große Fortschritte. Allerdings: Zulassungen und fertige Produkte sind rar
TEXT THOMAS BORCHERT
ie schon seit Jahren beeindruckt das
W
Spektrum an Innovationen und Projekten,
das in der e-flight-expo in Halle A7
sowie auf der gesamten Messe zu sehen
ist. In der Allgemeinen Luftfahrt ist die Entwicklung
von nachhaltigen Antrieben fest verankert. Nach wie
vor ist allerdings die Zahl der tatsächlich erhältlichen
Produkte mit Luftfahrtzulassung klein: Es bleibt bei
der Pipistrel Velis Electro in der E-Klasse und der ultraleichten
Elektra Solar Elektra Trainer, dazu noch einigen
120-Kilo-ULs.
Angesichts dieser geringen Zahl muss auch ein
Blick auf die Hersteller sein, die in diesem Jahr auf der
AERO dabei sind. Gerade hat die Strausberger Apus Insolvenz
in Eigenverwaltung angemeldet, die Hoffnungen
auf eine erfolgreiche Restrukturierung sind groß.
Apus entwickelt die Wasserstoff-Hybrid-Zweimot i-2.
Bristell hat mit dem Schweizer Elektroantriebs-Hersteller
H55 die Energic entwickelt und früher auch
schon auf der AERO gezeigt. In diesem Jahr ist die Maschine
auf einer großen Amerika-Tour, die in Oshkosh
enden soll. Eine Zulassung steht noch aus.
Gerade hat der französische Hersteller Safran die
Zertifizierung seines Elektro-Flugmotos ENGINeUS gefeiert.
Er ist leider nicht auf der AERO zu sehen. Auch
die mit diesem Motor bestückte eDA40 von Diamond
kommt nicht nach Friedrichshafen, obwohl der Hersteller
an sich mit anderen Flugzeugen seines Portfolios
vor Ort ist (siehe Seite 12).
Aura Aero
Das im französischen Toulouse ansässige Start-up
Aura Aero entwickelt derzeit die Integral E, einen elektrisch
angetriebener Zweisitzer. Im Dezember ist der
Prototyp zum ersten Mal geflogen. Die elektrische Version
der Integral ist auf der Messe zusammen mit den
konventionell angetriebenen Mustern der Schulflugzeug-Familie
(siehe Seite 12) zu sehen. Das Antriebssystem
der Integral E soll auch in einem Regionalflugzeug
namens ERA genutzt werden. A7-301
Cellsius
Der Schweizer Verein Cellsius fördert Studierende der
ETH Zürich bei der Entwicklung nachhaltiger Flugzeuge.
Auf Basis des Bausatzes einer viersitzigen Sling
TSi wurde ein batteriegestützter Elektroantrieb entwickelt.
Derzeit beschäftigt sich das Project H2 mit
dem Bau eines Brennstoffzellensystems. So soll ein
Wasserstoffantriebsstrang in eine Sling High Wing
integriert werden. A7-321
18
FOTOS: SAMY KRAMER, HERSTELLER (5)
Kasaero DS-2C/HY
Smartflyer SF-1
Aura Aero Integral E
Cellsius e-Sling
Elektra Solar
Der Tiefdecker Elektra Trainer mit Sidy-by-side-Cockpit
hat eine deutsche UL-Zulassung. Er
wird von zwei in Reihe angebrachten Elektromotoren
des Typs HPD50 von Geiger angetrieben.
Die Reisegeschwindigkeit liegt bei 120 km/h, ein
größerer Akku sorgt für eine Flugzeit von bis zu
3,5 Stunden. A7-304
Kasaero
Mit dem amphibischen Prototypen DS-2C/HY erprobt
Kasaero den Antriebsstrang Hyfly H167. Er
verwendet eine Wasserstoff-Brennstoffzelle, die
Strom erzeugt, kombiniert mit einer Pufferbatterie
und einem Elektromotor. Der 70 kW starke
Motor kann mit dem Tank für sieben Kilogramm
Wasserstoff vergleichbare Flugzeiten wie benzingetriebene
Flugzeuge errreichen. A7-221
Pipistrel
Nach wie vor ist die Velis Electro das einzige EASAzugelassene
Elektroflugzeug. Trotz seiner geringen
Flugdauer von etwa einer Stunde findet es immer
mehr Flugschulkunden, die damit vor allem
in der Platzrunde trainieren. So hatte jetzt TFC
Käufer in Essen-Mülheim angehende Condor-Piloten
auf der Velis Electro ausgebildet. A2-130
Rhyxeon
Der chinesische Hersteller Rhyxeon, eine Tocher
der Liaoning General Aviation Academy, war im
vergangenen Jahr erstmals mit einem Zweisitzer
auf der AERO. Nun wird der elektrische Viersitzer
RX4E ausgestellt und im Flug vorgeführt. Er ist
in China bereits zugelassen – als erstes Flugzeug
weltweit auch für kommerziellen Betrieb. Die
RX4E kommt mit Akkus, die in zehn Minuten getauscht
werden können, etwa 160 Nautische Meilen
weit und ist 120 Knoten schnell. A7-124
Smartflyer
Die viersitzige SF-1 aus der Schweiz soll noch in
diesem Jahr fliegen. Auffällig ist der am Heckleitwerk
angebrachte Elektromotor samt Propeller.
Smart: In der Nase kann ein Akku-Pack untergebracht
werden, aber auch ein Verbrennungsmotor,
der Strom erzeugt und so die Reichweite verlängert
– oder eine Brennstoffzelle. A7-101
Universität Stuttgart
Das Institut für Flugzeugbau bringt den e-Genius
mit. Der elektrisch angetriebene Reisemotorsegler
verwendet Teile des Pipistrel Taurus. Es werden
verschiedene Range-Extender-Varianten mit
Verbrennungsmotoren erprobt. A7-323
Elektra Solar
Elektra Trainer
ELEKTRO-AIRSHOW
Erstmals ist für dieses
Jahr eine eigene Elektro-Flugschau
geplant:
Am Donnerstag werden
ab 12.30 Uhr vier
Maschinen im Flug zu
bewundern sein: der
e-Genius im F-Schlepp,
das Wasserstoffprojekt
DS-2C/HY, der Elektra
Trainer und die viersitzige
RX4E aus China.
SPECIAL AERO 2025
Ultraleichtflugzeuge
Nach dem Boom
Im Jahr 2024 sanken die UL-Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahr um rund 25 Prozent.
Dafür entschieden sich die meisten Käufer für Luftsportgeräte im oberen Preissegment
TEXT DIRK M. OBERLÄNDER
FOTO: HERSTELLER
Aerospool
WT9 Dynamic
twas trübe sieht mit nur 164 Neuzulassungen
im Jahr 2024 der UL-
E Markt in Deutschland aus. Doch das
schmälert die Innovationsfreude
der Hersteller nicht. Derzeit dominieren schnelle
Tiefdecker aus Metall oder Faserverbundwerkstoffen
den Markt. Die Zeit der Rohr-Tuch-ULs ist
vorbei. Bei der Avionik ersetzen Glascockpits den
»Uhrenladen«, während Einspritzmotoren langsam
den Vergaser verdrängen. Außerdem lässt
sich ein kleiner Retro-Trend zu offenen Flugzeugen
ausmachen. Der UL-Markt bleibt bunt!
Aerospool
Der slowakische Hersteller zeigt seinen Tiefdecker
WT9 Dynamic in zwei Varianten mit dem
Einspritzmotor Rotax 912 iS und Duc-Tiger-Propeller
sowie dem Turbomotor Rotax 916 iS in
Kombination mit einer E-Prop-Luftschraube. Beide
Versionen sind beim DULV zugelassen. Eine
neu gestaltete Cowling verbessert die Speed und
optimiert die Kühlluftzufuhr. Außerdem gibt es
Neuheiten beim Interieur. B3-202
Blackwing
Im März erhielten die Schweden vom DULV die
Zulassung für die neue BW 650 mit Fest- und Einziehfahrwerk
sowie Rotax 916 iS. Genau dieses
Muster steht auch auf dem Messestand. Ausgestattet
ist es mit feinen Features wie Flybox-Constant
Speed-Controller für den E-Props-Verstellpropeller,
GHA-15-Funkhöhenmesser von Garmin
und Sauerstoffanlage von Aithre. Dank Positionslichtern
von Aveo Lights ist der Demonstrator im
Ausland auch für Sichtflüge bei Nacht (NVFR) zugelassen.
Der CFK-Tiefdecker hat eine Top Speed
von 320 km/h IAS. B2-402
BRM Aero
Der diesjährige Marktführer in Deutschland (22
Neuzulassungen im Jahr 2024) zeigt die Bristell
20
Blackwing BW 650
BRM Aero
Bristell Classic
FOTO: HERSTELLER
FOTO: HERSTELLER
FOTO: HERSTELLER
FOTO: HERSTELLER
Direct Fly Alto NG
FOTO: HERSTELLER
Ellipse Aero
Das schnelle Carbon-Flugzeug Ellipse Hype erhält
ein Motorupgrade auf den Rotax 916 iS. Die Zulassung
beim DULV läuft bereits. Bei der Avionik haben
Kunden die Wahl zwischen Glascockpits von
Dynon, Garmin und Kanardia. Außerdem stellt
das tschechische Unternehmen eine neue Laminierungstechnik
vor. B3-404
Ellipse Aero
Hype
Classic mit Turbopower aus dem Rotax 916 iS.
Der Metalltiefdecker aus Tschechien ist mit einer
Schleppvorrichtung für Segelflugzeuge ausgerüstet;
entsprechend ist der Stand in der Segelflughalle
A1 zu finden. Das bis zu 260 km/h
schnelle UL ist vom DAeC zugelassen. A1-303
Direct Fly
Flight Design F2
Der tschechische Hersteller bietet sein Ganzmetallflugzeug
Alto NG als Bausatz und ready-to-fly.
Zu sehen gibt es das Muster mit einem EP915E-
Ci-Motor von Edge Performance mit 120 PS. Die
Maschine soll auch für den Segelflugzeugschlepp
zugelassen werden. Außerdem demonstriert der
Hersteller die Rudermontage an einem Bausatz.
Diese sind übrigens so ausgelegt, dass Selbstbauer
keine Löcher bohren müssen. B1-206
Flight Design
Nach finanziellen Schwierigkeiten ist der deutsche
Hersteller restrukturiert wieder am Start.
Gezeigt wird der Carbon-Hochdecker F2 mit
Rotax 912 iS – das Muster ist als UL oder mit
Echo-Klasse-Zulassung erhältlich und hat zum
Schutz bei Unfällen Airbags an Bord. Außerdem
steht die bekannte CTLS am Stand, die ebenfalls
von einem Rotax 912 iS angetrieben wird. B1-201
JMB Aircraft
Die Belgier zeigen das Faserverbund-Flugzeug
VL3 mit Einziehfahrwerk und Turbomotor Rotax
916 iS sowie mit der TurboTech-Turbine TP-R90.
Die Turbinenversion befindet sich in der Zulassung
(siehe fliegermagazin #4.2025). Außerdem
steht der UL-Motorsegler Phoenix mit Festfahrwerk
und Rotax 912 ULS am Stand. Der rund
180 km/h schnelle CFK-Tiefdecker soll auch für
den Segelflugzeugschlepp zugelassen werden.
Auch für Freunde des langsamen Luftwanderns
gibt es etwas zu sehen: JMB ist beim Herstel- a
AUTOPILOT IM UL
Bislang ist der Betrieb
von Autopiloten in
Luftsportgeräten
hierzulande tabu. Doch
die Verbände arbeiten
derzeit an einer Änderung
der Zulassungsvorschriften.
21
SPECIAL AERO 2025
FOTO: MARTIN TROTZ
JMB Aircraft
VL3 Turbine
Junkers Aircraft A50 Heritage
FOTO: HERSTELLER FOTO: SAMY KRAMER
ler der Stampe SV4-RS mit 50 Prozent Beteiligung
eingestiegen. Der ultraleichte 1 : 1-Nachbau des
historischen Doppeldeckers hat eine Oratex-Bespannung
und den Rotax-912 ULS-Motor. B2-101
Junkers Aircraft
Markant gewellte Bleche sind das Erkennungszeichen
aller Junkers-Flugzeuge. Neben dem Tandemsitzer
A50 Junior mit Rotax 912 iS ist die neue
Version A50 Heritage mit 124 PS starkem Siebenzylinder-Sternmotor
von Verner (siehe fliegermagazin
#5.2025) zu sehen; dazu die A60, in der Pilot
und Passagier nebeneinander sitzen. Dort stehen
nun Rotax 912 iS oder Edge Performance EP916E-
Ci mit 130 PS zur Wahl. Kunden können zwischen
Fest- und Einziehfahrwerk entscheiden. B1-202
Magnus Aircraft
Der ungarische Produzent zeigt den Carbon-Tiefdecker
Fusion 212 mit Rotax 912 ULS und DULV-Zulassung.
Weitere Motoroptionen sind der Rotax
915 iS sowie die ULPower-Einspritzer UL260iSA
(107 PS) und UL350iSA (130 PS). B3-401
Orličan
Magnus Aircraft Fusion 212
Für viele etwas überraschend, zählt der abgestrebte
Karbonhochdecker M-8 Eagle mit fünf zu-
22
www.eisenschmidt.aero
Shark Aero 600
FOTOS: HERSTELLER
Orličan M-8 Eagle
FOTO: HERSTELLER
FOTO: HERSTELLER
Tarragon Aircraft
gelassenen Exemplaren zu den Top Ten der bestverkauften
ULs in Deutschland. Das tschechische
Luftfahrzeug ist mit den Rotax-Motoren 912 ULS,
912 iS und dem Turbomotor 914 UL erhältlich. Auf
Wunsch ist ein Glascockpit Kanardia Nesis III an
Bord, auch eine Autopilot-Option hat der Hersteller
bereits im Angebot. B3-301
Shark Aero
Das schnelle Carbon-UL 600 mit hintereinander
sitzender Crew bekommt mit dem Rotax 912 iS eine
neue, sparsame Motorisierung als Alternative
zum bislang genutzten Edge Performance EP14Ti
mit 130 Turbo-PS. Dazu zeigen die Tschechen das
Turbulenz-Reduktionssystem »Steady Eddy«, das
in Zusammenarbeit mit Turbulence Solutions
entstand. Für Halter mit Hallensorgen gibt es eine
mobile Hangarlösung. B2-301
Tarragon Aircraft
Auf Speed ist auch das lettische Muster Tarragon.
Hier sitzen Pilot und Passagier ebenfalls hintereinander
und werden von den Turbomotoren Rotax
916 iS, Edge Performance EP918Ti (185 PS) oder
der TurboTech-Turbine TP-R90 (140 PS) auf bis zu
370 km/h Reisegeschwindigkeit beschleunigt.
Die Zulassung dieser Motorisierungsvarianten
beim DAeC läuft derzeit. B2-202
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SPECIAL AERO 2025
UL-Drehflügler
In der Nische
Der Markt für Hub- und Tragschrauber ist in Deutschland überschaubar. Dennoch ist
das Angebot der Hersteller äußerst vielfältig. Das gilt auch für die Motorisierung, denn
neben Kolbentriebwerken mit Turboaufladung kommen auch Turbinen zum Einsatz
TEXT TONI GANZMANN
Manufactura
Lotnicza
Argon AH 2.2
ur 14 Hub- und Tragschrauber wurden
2024 in der Klasse der ultra-
N leichten Luftsportgeräte zugelassen.
Dazu sank der Bestand von 582
(2023) auf 531 Geräte. Trotz der geringen Verbreitung
gab es aber Pilotenzuwachs: 44 neue Lizenzen
stellten DULV und DAeC für Hubipiloten aus.
Hungarocopter
Der in Ungarn entwickelte Hubschrauber HC-02
ist ein eleganter UL-Doppelsitzer mit einem
Zweiblattrotor, dessen ungewöhnliches Design
Autorotationen besonders leicht gelingen lassen
sollen. Wenn man sich näher mit diesem Gerät
befasst, findet man eine ganze Reihe technischer
Besonderheiten, die das Fliegen sicherer machen.
Für Bequemlichkeit sorgen Flügeltüren und eine
126 Zentimeter breite Kabine. Standardmotorisierung
ist der 141 PS starke Rotax 915 iS. Der HC-
02 fliegt derzeit mit einer Vorläufigen Verkehrszulassung
des DULV. Stand noch nicht bekannt
Konner Helicopters
Wie in den Vorjahren ist der Hubschrauber- und
Turbinenhersteller aus Oberitalien stark vertreten.
Neben dem bereits in Deutschland zugelassenen
Konner K1-S19 dürfte auch der K3 Amphibie
ein Hingucker sein. Seine besondere Fähigkeit:
FOTO: TONI GANZMANN
Er kann ohne aufgeblasene Luftkissen auf Wasser
landen und auch wieder starten. Dazu erhielt
die untere Kabinenwand eine Art Schwimmgürtel
mit ausfahrbaren Stabilisatorenflügeln. Zum
Manövrieren auf dem Wasser setzt der K3 elektrische
schwenkbare Propeller ein, die von einem
gesonderten Akku mit Strom versorgt werden.
Die Bedienung erfolgt drahtlos über eine Fernsteuerung.
Herzstück aller Konner-Hubschrauber
ist die TK-250, eine Gasturbine aus eigenem
Haus, die elektronisch auf die gewünschte Leistung
gedrosselt werden kann. B5-103
Manufactura Lotnicza
Seit zehn Jahren baut Krzysztof Wronowski mit
seinem Luftfahrtbetrieb in der Nähe von Warschau
Tragschrauber und Hubschrauber. Ausgestellt
werden drei Geräte der Argon-Baureihe. Die
geschlossenen Tragschrauber setzten beim Platzangebot
neue Maßstäbe. Außerhalb Europas ist
auch ein dreisitziger Betrieb zulässig. Motorisiert
sind die Drehflügler mit den Rotax-Turbomotoren
915 iS und 916 iS. Der Argon GTL hat eine deutsche
Musterzulassung. Dazu präsentiert die Firma
das Muster Argo AH 2.2, einen zweisitzigen
geschlossenen Hubschrauber in der ultraleichten
600-Kilogramm-Klasse mit einem Leergewicht
von 320 Kilogramm. Er verfügt über ein Dreiblatt-Rotorsystem
aus Verbundwerkstoff, dessen
Blattdesign besondere Autorotationseigenschaften
bietet und ist mit einem 150 PS starken
ULPower-Motor ausgestattet. B5-105
Rupp Aircraft
Die Allgäuer zeigen mit dem Phönix FR 200 einen
geschlossenen Zweiblattheli mit Turbinenantrieb,
der seit 2023 in Deutschland zugelassen
ist. Leistungslieferant ist die 150 PS starke
Einwellenturbine Solar T62-32-FR130, die an den
Hubschrauber angepasst worden ist. Zu sehen ist
auch die neue Turbine NEO200 High-Performance,
mit deren Entwicklung der Firmenchef Franz
Rupp 2020 begonnen hat. Sie liefert 200 Wellen-PS
und ist mit Dieselkraftstoff oder Jet A1 betreibbar.
Dieser Antrieb soll zukünftig die in die
Jahre gekommene Solar-Turbine ablösen. B3-405
24
SPECIAL AERO 2025
PRODUKTE
AIRMEN GIN
DER LUFTFAHRT-GIN ZWEIER PILOTEN AUS
FRANKFURT PRÄSENTIERT SEINEN AKTUALISIER-
TEN MARKENAUFTRITT MIT NEUEM FLASCHEN-
DESIGN – VERKAUF INKLUSIVE. A6-220
Air bp
Der Treibstoff-Experte aus Großbritannien hat sich mit Unterstützung des
fliegermagazins eine ganz besondere Aktion ausgedacht: Wer am Stand auf
dem Sterling-Card-Touchscreen ein Formular ausfüllt, kommt automatisch in
die Verlosung von zehn fliegermagazin-Jahresabonnements und erhält noch
auf dem Stand ein Geschenk. Der Besuch auf dem Stand ist die Gelegenheit,
die kostenlose Tankkarte von Air bp zu beantragen, die Sterling Card. Dabei
stehen die Air bp-Mitarbeiter zur Beantwortung aller Fragen bereit. Die Karte
ermöglicht das bargeldlose und sehr schnelle Bezahlen von Flugkraftstoffen an
Automaten sowie bei Tankwarten in ganz Europa. Wer schon Sterling-Card-
Kunde ist, wird am 10. und 11. April zum Frühstück eingeladen. A5-305
Garmin
Der Avionik-Gigant zeigt
das neue Spitzenmodell
seiner Glascockpits, das
G3000 Prime. Es ist eher für
Einsatz in größeren Flugzeugen
der Allgemeinen
Luftfahrt gedacht – eine
erste Anwendung wird die
neue Version der Schweizer
Turboprop-Einmot Pilatus
PC-12 sein. Das G3000 Prime
bricht mit dem Bedienkonzept
bisheriger Garmin-Displays:
Das System lässt sich
nicht nur über die kleineren
7-Zoll-Touchscreen-Controller
steuern – auch die
großen 14-Zoll-Displays sind
berührungsempfindlich. Am
Garmin-Stand kann man das
ausprobieren. Wie jedes Jahr
bietet Garmin im eigenen
Seminarraum am Stand eine
Fülle von lehrreichen Vorträgen
und Workshops an. Besonders
interessant: Auf der
Messe kann man sich über
die Datenbanken informieren,
die Garmin inzwischen
im Wettbewerb zu anderen
Anbietern aus eigenem Haus
offeriert. Sie können auch vor
Ort erworben werden. A6-304
f.u.n.k.e. Avionics
Zusammen mit KAPI electronics stellt
f.u.n.k.e. Avionics die neuesten Funktionen
des »Flight Assistance System«
(FAS) vor. Das FAS gibt Piloten rund
um die Uhr automatisiert Informationen
bei Start oder Landung. Zentrales
Feature ist die synthetische Sprachausgabe,
die auf Funkanrufe reagiert und
automatisch Informationen übermittelt.
Das System ist modular aufgebaut und
kann um weitere Funktionen ergänzt
werden. Über einen Webzugang oder
eine App können Betriebsleiter das
System steuern und Piloten Flugplatzinformationen
abrufen. FAS kann
per Sprechfunk Wettterinformationen
weitergeben und sogar eine Landerichtung
empfehlen. Es funkt in deutscher,
englischer oder französischer Sprache.
Weitere Informationen unter
www.fas-online.com B2-102
Beringer Aero
Wer die charakteristischen roten
Felgen an einem Flugzeug sieht,
der weiß schon: Das bremst gut!
Beringer Aero, der französische Spezialist
für Räder und Bremsen, ist an
immer mehr Flugzeugen zu sehen.
Das Familienunternehmen mit Sitz
am Flugplatz Gap-Tallard feiert auf
dieser Messe sein 40-jähriges Jubiläum
–wir gratulieren herzlich! Früher
waren die Bremsen vor allem an ULs
zu finden, heute bringen sie auch
größere Flugzeuge von Cirrus und
anderen zum Stehen. B2-304
FOTOS: HERSTELLER (3), CHRISTINA SCHEUNEMANN
25
SPECIAL AERO 2025
FOTO: PATRICK HÖRNLE
Immer noch aktuell 1934 flog die Messerschmitt Bf 108 Taifun zum ersten Mal.
Sieht man vom Spornrad ab, hatte sie damals schon alles, was bis heute viersitzige
Reiseflugzeuge ausmacht. Besonders ist der Motor vom Typ Argus As 10 mit
acht hängend und V-förmig angeordneten Zylindern
Das fliegermagazin präsentiert die AERO-
Sonderschau, in der sich alles um Motoren drehtut
TEXT THOMAS BORCHERT
inmal in die Runde schauen und vergleichen:
Was gibt es Neues? Was ist
E altbewährt und doch spannend? Die
Engine Area des fliegermagazins auf
Stand A5-325 in Halle A5 beantwortet diese Frage:
Da gibt es innovative Elektromotoren neben
Avgas-Boliden. Und es gibt in diesem Jahr gleich
zwei Flugzeuge mit interessanter Motorisierung
am Stand! Wer sich für eines der Triebwerke im
Detail interessiert, sucht anschließend den Stand
des Herstellers auf.
1934, der seiner Zeit weit voraus war. Verbaut ist
ein Argus As 10 mit acht Zylindern, die in V-Formhängend
angeordnet sind. A5-325
BRM Aero/Turbotech/Aerotrophy
Bristell XL8 mit TP-R90-Turbine
Die kleine Turbine TP-R90 von Turbotech aus
Frankreich verhilft ULs zum Turboprop-Antrieb.
Auf der Engine Area ist das Triebwerk im Prototypen
von Bristell zu sehen. B2-302, A1-303
Messerschmitt Bf 108 Taifun
Die D-EHAf ist ein prächtig und praxistauglich
restauriertes Exemplar des Reise-Viersitzers von
Kawasaki
Nicht auf der Engine Area, aber am Stand A2-100
steht vermutlich die Motorensensation dieser
26
BRP-Rotax
916 iS
Kawasaki
Inline 6
AERO: Kawasaki adaptiert seine Motorrad-Motoren
für die Luftfahrt! Geplant ist bis 2030 die Zertifizierung
von flüssiggekühlten Reihenmotoren
mit vier und sechs Zylindern mit und ohne Turbolader.
Der Betrieb soll vollelektronisch gesteuert
und mit normalem, unverbleitem Autobenzin
möglich sein. Die Leistung liegt bei 117, 200,
240 und 375 PS – bei 8500 Motorumdrehungen!
Ein Untersetzungsgetriebe ist bei den Sechszylindern
integriert. Der kleinste Motor soll nur 75 Kilogramm
wiegen, der stärkste 127. Das sind aufregende
Leistungsdaten, über die auf der AEO mehr
zu erfahren sein wird. Nach 2030 sollen die Motoren
auch mit Wasserstoff als Treibstoff zugelassen
werden. A2-100
BRP-Rotax
916 iS
BRP-Rotax
916 iS
BRP-Rotax
Die Österreicher wollen auf der AERO ein neues
Kooperationsprojekt rund um ihre erfolgreiche
912er-Motorenfamilie ankündigen, die zum
Standard im UL-Bereich geworden ist. A3-205
Continental Aerospace Technologies
Ihre Spezialisten für
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FOTOS: HERSTELLER
Den 120. Geburtstag feiert der Motorenbauer
aus Mobile im US-Bundesstaat Alabama dieses
Jahr. Dort werden Luftfahrt-Benziner gefertigt,
in Deutschland entstehen luftfahrtzertifizierte
Dieselmotoren. Aus beiden Quellen kommt je
ein Motor zur Engine Area. Die Dieselsparte vertritt
der CD-155: Der Vierzylinder kommt zum
Beispiel in den französischen Robin-Flugzeugen
zum Einsatz und ist besonders als Nachrüstsatz
auch bei Piper und Cessna interessant. Aus Alabama
kommt ein IO-360 dazu. A3-303
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Lycoming, deren Bestandteilen (Zylinder, Starter-Adapter,
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Geiger Engineering
HPD50D
Lycoming IO-360
aus einer Cessna 175 haben ein Untersetzungsgetriebe.
Continentals hochgezüchteter TSIOL-550
treibt die Extra 400 an. A3-100
Geiger Engineering
Die kompakten Elektromotoren aus Deutschland
sind bei Konstrukteuren von Elektroflugzeugen
sehr beliebt. Von Geiger selbst entwickelt wurde
der Duplex-Antrieb, der zwei Motoren redundant
auf einer Welle kombiniert. Das Prinzip kommt
zum Beispiel beim Elektra Trainer von Elektra
Solar zur Anwendung. In der Engine Area ist der
HPD50D zu sehen. A7-305
Loma-Air
Dachsel Continental GO-300
Dachsel Continental TSIOL-550
Seit 1979 überholen die belgischen Experten Flugmotoren,
sie sind Vertragspartner der großen
Hersteller. Zwei Teststände ermöglichen Standläufe
der Motoren. Auf der Engine Area zeigt
Lycoming
Der US-amerikanische Hersteller zeigt auf der
Engine Area ein Mitglied der IO-360-Familie. Der
Vierzylinder mit Benzineinspritzung ist weit verbreitet,
er treibt zum Beispiel die aktuelle Cirrus
SR20 an. A2-211
Raikhlin Aircraft
Engine Developments
Kurz als RED bekannt, hat der deutsche Hersteller
einen V12-Motor für die Luftfahrt entwickelt und
zertifiziert. Er wird mit Diesel oder Kerosin auch
in nachhaltiger Variante (SAF) betrieben. Der Motor
leistet 550 PS und wiegt 363 Kilogramm. Ein
Untersetzungsgetriebe reduziert die Drehzahl,
falls erforderlich. Der Einsatz ist zum Beispiel als
Nachrüstung in Flugzeugen wie der Beaver oder
dem Agrarflugzeug AirTractor möglich. Entwickler
von Hybrid-Antrieben wollen das Aggregat als
Stromerzeuger nutzen. A5-325
Van Der Lee Turbo Systems
Aus den Niederlanden stammen die Experten
für Abgas-Turbolader. Sie bauen nicht nur für
die Luftfahrt, sondern sind auch im Motorsport
oder in der Schiffahrt aktiv. Auf der AERO zeigt
der Hersteller seine Systeme, die durch heiße Abgase
extrem hohen Belastungen ausgesetzt sind.
A3-110
Loma-Air Die Motorenexperten
kommen aus Belgien
Van Der Lee
Turbo Systems
Raikhlin Aircraft
Engine Developments
RED A03-005
FOTOS: HERSTELLER
28
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ANR-Headset von Bose
mit bestem Tragekomfort
ist 1440 Euro wert – und
am Freitag einer der
Hauptpreise
AVIATION
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Einzulösen nur an Flugplätzen
mit TotalEnergies-Agenturen.
Pro Betankungsvorgang und Flugzeug ist nur ein Gutschein
einlösbar. Der Wert des Gutscheins
kann nicht bar ausgezahlt werden und ist nur
an Agenturflugplätzen von TotalEngergies gültig.
Einzulösen bis 31.12.2024.
Eisenschmidt – Pilots First Headset Bravo mit Tasche, Buch »VFR
Sprechfunk«, ICAO-Kartensatz Deutschland 2025 mit Rhein-Ruhr
und Rhein-Main, Map Bag mit ICAO-Blatt Stuttgart Der Pilotenshop
mit Sitz am Flugplatz Egelsbach stiftet vier unterschiedliche Preise für je
einen Tag. Das Headset ist am Samstag ein Hauptpreis
Airmen Gin
Der Gin mit
Luftfahrtbezug,
entwickelt von
Piloten aus
Deutschland,
präsentiert sich
auf der AERO mit
neuem Branding.
Jeden Tag gibt es
eine Flasche im
Wert von 40 Euro
AOPA-Mitgliedschaft Die AOPA-
Germany sponsert am Donnerstag
die Mitgliedschaft für ein Jahr im
Wert von 130 Euro – ein Hauptpreis
Rundflug im Zeppelin 45 Minuten lang
wird der Gewinner des Hauptpreises, den
die AERO für den Mittwoch stiftet, von
Friedrichshafen aus in die Luft gehen
39 Preise
im Gesamtwert von
rund 14 000 Euro
zu gewinnen!
4 x ForeFlight Europe Performance
Plus Das Jahres-Abo
für die höchste Lizenzstufe
der Navigations-App mit allen
Funktionen ist an jedem
Messetag einmal zu gewinnen
– als einer der Hauptpreise
Fortis – Flieger F41 Liberty Blue mit Lederarmband
Hauptpreis am Samstag ist die edle
Pilotenuhr Fortis Flieger F41 mit blauem Zifferblatt
und Lederarmband. Der Klassiker im Wert
von 2250 Euro hat ein Automatik-Kaliber mit 38
Stunden Gangreserve und Datumsanzeige sowie
eine beidseitig drehbare Zwölf-Stunden-Lünette
am 41 Millimeter durchmessenden Gehäuse
Tankgutschein
100 Liter AVGAS
TotalEnergies – Wochenende
in Berlin, je 4 x 25-,50-
und 100-Liter-Avgas-Gutschein
TotalEnergies hat seine
Firmenzentrale in Berlin. So stiftet
TotalEnergies am Donnerstag als
Hauptpreis ein Wochenende für zwei
Personen in Berlin mit Anreise per Zug
(1. Klasse) oder Economy-Flug, zwei
Übernachtungen im hochklassigen
Hotel, Sightseeing-Tour und Abendessen.
Außerdem von TotalEnergies: an jedem Tag
je einen TotalEnergies-Avgas-Tankgutschein
für 25, 50 und 100 Liter
Hauptgewinn
sponsored by TotalEnergies
Ein Wochenende
in Berlin für 2 Personen
Die Anreise erfolgt per Zug in der 1. Klasse oder mit einem Economy-Flug aus Ihrer Wahlheimat.
In Berlin angekommen, steht Ihnen ein exklusives Wochenende für zwei Personen mit zwei Übernachtungen.
Stadtbesichtigung und Dinner bevor.
Sky Fox – 4 x RAM Mounts X-Grip Saugfuß-Halterung,
4 x FlightGear iPad Bag Der Berliner Pilotenshop Sky Fox
bringt jeden Tag zwei wertvolle Produkte in die Verlosung:
eine Universal-Handyhalterung von RAM Mounts im Wert
von 110 Euro und eine Pilotentasche im Wert von 80 Euro
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CESSNA PISTONS
WHEN THE
HORIZON
ISN’T ENOUGH
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