RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 5/2025
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Mai 2025
Nr. 05
rundschau.de
info@rundschau.de
24
ROUND TABLE
MOPRO
Experten-Talk im
Main Tower: Wie
gelingt der Branche
die Transformation?
40
SWEETIE GEWINNER
Die besten
Süßwaren- und
Snackprodukte
der Branche.
BESSER
VERKAUFEN
VON A BIS Z: WELCHE
MOVES JETZT NOCH MEHR
ERFOLG AM POS BRINGEN.
AUCH IN DIESER AUSGABE: CM-LÖSUNGEN FÜRS
KÜHLREGAL · SB-KASSEN IM BLICK · WEIN & SEKT
ENERGIEVOLL
Edeka-Kaufmann und
BVLH-Präsident Björn
Fromm über seine
Strategien und Ziele.
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RUNDSCHAU 05/25
Editorial
Vorteil durch
Kompetenz
In Zeiten von Online-Handel und Selbstbedienung wird Beratung und
Persönlichkeit zum echten Verkaufsargument. Seit über 95 Jahren liefert
die RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel Ihren Lesern Fachwissen,
Trends, Marktanalysen, Schulungsmaterial und PoS-Tipps – alles, was
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Handel benötigen, um informierter,
überzeugender und erfolgreicher zu sein. Wer Produkte kennt,
deren Geschichten erzählen kann und auf Kundenwünsche eingeht,
verkauft nicht nur einmal – sondern baut langfristige Beziehungen
auf. Auch das ist "besser verkaufen". Denn: Wer informiert ist, verkauft
mit Vorsprung. Das beginnt übrigens schon beim Nachwuchs, für den
wir seit Jahrzehnten die renommierten "Markentrainer" bereitstellen.
Verkaufen mit Fachwissen, mit Begeisterung für das Produkt und
mit Fokus auf den Kundennutzen – das ist das zentrale Versprechen
und der Leitgedanke der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel.
Auch in dieser Ausgabe haben wir wieder spannende und nutzwertige
Themen für Sie recherchiert, zum Beispiel über das Category
Management im Kühlregal, wo der Platz bekanntermaßen begrenzt
ist. Expertentipps für effiziente Platzierung gibt es für Sie ab Seite 30.
Ein besonderes Highlight ist das Interview mit Björn Fromm, Kaufmann
und BVLH-Präsident, und der Store-Check seines Marktes im
Wedding. Diese spannende Strecke lesen Sie ab Seite 16.
#Wetttbewerb
Gemeinsam mit Fairtrade
Deutschland lädt fitfortrade erneut
zur Platzierungschallenge
ein. Mitmachen und Preise
gewinnen! Mehr auf Seite 14.
#SWEETIE
Der Award zählt zu den
renommiertesten Branchenauszeichungen
für Süßwaren und
Salzige Snacks. Die Gewinner
2025 finden Sie ab Seite 40.
#Alkoholfrei
Immer mehr Menschen entscheiden
sich bei Sekt und
Wein für alkoholfreien Genuss.
Expertin Natalie Lumpp erklärt
die Details ab Seite 54.
Wir wünschen Ihnen eine gewinnbringende Lektüre,
Ihre RUNDSCHAU-Redaktion
Sie wollen wissen, was die Branche bewegt,
und keine wichtigen News verpassen?
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Auf Insta entgeht Ihnen nichts – ob Top-
Branchenevents, spannende Firmen-Insights
oder glamouröse Awards.
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03
RUNDSCHAU Mai 2025
Inhalt
www.rundschau.de
Mehr News, Fotos und
Hintergründe stehen
online für Sie bereit.
www.rundschau.de/wettbewerbe/
fitfortrade
Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,
Lernmaterial und vieles mehr.
Die Titelstory
Bei der täglichen Arbeit am PoS geht es immer um die Fragen: Wie
können Mehrwerte geschaffen, Kunden optimal abgeholt werden?
Wir unterstützen die Profis im LEH mit praxisbezogenem Know-how.
Themen, die bewegen, lesen Sie in dieser RUNDSCHAU-Ausgabe.
Branche
Award
06 Ein Kaffee mit ...
Constantinos Calios, Chief People Officer beim
Snackhersteller KoRo.
40 SWEETIE Preisverleihung
42 SWEETIE Jury
20
Umsatz-Hotspot in Berlin
14 Nachwuchsförderung
Die Anmeldephase läuft: Faire Vielfalt zeigen und
bei der Platzierungschallenge dabei sein!
16 Interview
Mit Björn Fromm, Präsident des Bundesverbandes
des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH).
44 SWEETIE Gewinner
Sortiment
Hochfrequenzmarkt am Wedding: Mitten in
Berlin zeigt Björn Fromm, wie man täglich mit
über 4.000 Kunden Umsatz macht.
20 Store-Check: Edeka Fromm
In Berlins Mitte geht was: Der Markt von Björn
Fromm ist ein Kundenmagnet mit Atmosphäre.
54 Wein & Sekt
Alkoholfreier Genuss im Test: Die Insights aus
dem Exklusiv-Workshop der RUNDSCHAU.
24 Round Table: Molkereiprodukte
Transformation als Aufgabe: Die Expertenrunde
diskutiert über die Zukunft der Branche.
58 Tiernahrung
Aus Liebe zum Tier: Emotionale Inszenierungen
wecken zusätzliche Kaufanreize.
Fotos: stock.adobe.com/Autorenname, Michael Gregonowts; Stefan Zeitz
40
Impulsstarke Sieger
Innovative Süßwaren & Salzige Snacks im Fokus:
Die Gewinner des SWEETIE 2025 sind gekürt – und
bereit, neue Akzente in den Regalen zu setzen.
30 Category Management
Spagat zwischen Wirtschaftlichkeit und Vielfalt:
So wird im Kühlregal erfolgreich platziert.
34 Kassenzone
Potenzial für mehr Wertschöpfung: SB-Kassen
mit cleveren Category-Management-Ansätzen.
Rubriken
08 Newsticker
13 Shopper-Insights: Convenience
38 Verbandsinfo
62 Neue Produkte/Impressum
66 ForscherAuftritt: Stephan Grünewald
04 Inhalt • RUNDSCHAU 05/25
Lecker Fisch.
Ohne Haken.
100 % frei von Zusätzen.
ist für alle da
Ein Kaffee mit …
Constantinos Calios
Text: Sibylle Menzel
Foto: Stefan Zeitz
TRANSPARENT AUF
WACHSTUMSKURS
Nüsse und Co. in eher unschöner Großpackung – was soll das?
Es ist die Art von KoRo, neue Wege in der Lebensmittelbranche zu gehen,
erklärt „Kosta“ Calios. Mit passender Strategie ein Erfolgskonzept.
Die Anfänge waren holprig: Kaum
standen Nüsse, Snacks und Co.
im LEH in den Regalen, waren
sie auch schon ausgelistet.
Lieferschwierigkeiten, falsche
Labels ... – das Jahr 2018 hatte es für den
ursprünglich reinen Online-Anbieter
KoRo in sich. Bilanz heute: Über 10.000
Einzelhandelsgeschäfte in ganz Europa
führen die Produkte, zwei Millionen
Kunden kaufen online und stationär, das
Jahr 2024 schließt mit 175 Millionen Euro
Umsatz, Wachstum: rund 50 Prozent.
Groß denken, transparent handeln
Ob Wachstum oder Turbulenzen: Constantinos
Calios, intern und extern Kosta
genannt, ist als Mitgründer des Berliner
Start-ups in 2014 bis heute live dabei. In
verschiedensten Positionen hat er dafür
gesorgt, dass für jeden unternehmerischen
Wandel die entsprechenden Strukturen
und Prozesse geschaffen sind. Als heutiger
Chief People Officer versteht er sich
als nahbarer Teamchef, zuständig für
den kulturellen Zusammenhalt in einem
Unternehmen, das bei allen Veränderungen
konstant seiner Grundidee treu bleibt:
„Wir überspringen etliche Handelsstufen,
indem wir nahezu jedes Produkt individuell
betrachten und so direkt wie möglich
über einen Lieferanten beziehen, zu
dem wir eine stabile Beziehung aufbauen.
Wir verkaufen haltbare Lebensmittel in
Großpackungen und sparen damit weitere
Produktionsschritte und vor allem Verpackungsmüll
ein – im Schnitt 40 Prozent
auf ein Kilo Produkt. Außerdem ist uns
Transparenz extrem wichtig; wir informieren
sehr klar über Produktherkunft
oder Inhaltsstoffe und auch sehr realistisch
über uns als Handelsunternehmen.“ Die
selbstbewusst formulierte Zusammenfassung
lautet als Slogan: „Besser. Anders.“
Nachhaltiges Wachstum
Für den LEH steht ein angepasstes Sortiment
zur Verfügung: „Was online funktioniert,
passt nicht zwangsläufig für den
LEH – zumindest was die Packungsgröße
angeht. Zum Testen von Produkten ist
der Onlineshop aber ideal. Was dort gut
läuft, wird höchstwahrscheinlich auch
im Einzelhandel gern gekauft.“ Grundlegend
dafür ist eine genaue Auswahl an
LEH-fähigen Produkten, zu denen beispielsweise
die zu Bestsellern avancierten
gefriergetrockneten Erdbeerscheiben
gehören, Proteinriegel oder Muse. Insgesamt
umfasst das Sortiment mittler-
06 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Ein Kaffee mit ...
Noch mehr interessante Menschen
aus der Branche bei einer Tasse
Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.
weile weit über 1.000 Produkte an Nüssen,
Trockenfrüchten, Nussmusen, Snacks;
eigene Produktentwicklungen, Clean-
Label-Snacks, Functional Food setzen
neue Akzente. Weiterer Aspekt des nachhaltigen
Denkens: Das Sortiment umfasst
zu 99 Prozent vegetarische, zu 80 Prozent
vegane Artikel und einen Bio-Produktanteil
von fast 50 Prozent, Tendenz steigend.
Zum Testen von
Produkten ist der
Onlineshop ideal.
Was dort gut läuft,
wird höchstwahrscheinlich
auch im
Einzelhandel gern
gekauft.
Eigentlich hatte Calios als Jurastudent eine
Richterkarriere vor Augen, bevor er sich
gemeinsam mit einem Freund dazu entschloss,
über direkte Lieferantenkontakte,
fair und nachhaltig „Handel neu zu denken“.
Ungewöhnlich geriet der Markteintritt,
ein Paradebeispiel für erfolgreiches
Omnichannel: Der Start gelang KoRo mit
dem Aufbau einer Online-Community über
Influencer-Marketing; die LEH-Präsenz,
begleitet von TV-Werbung und Co. – ganz
ohne Rabattschlachten: „Darin sehen
wir kein nachhaltiges Modell“, ist man
sich im mittlerweile vierköpfigen
Managementteam einig. Nachhaltig
sehen hingegen die Pläne aus: Mit
frischem Kapital, 35 Millionen
Euro aus überzeichneter Serie-
C-Finanzierungsrunde, soll
die Omnichannel-Präsenz
weiter ausgebaut, sollen
vor allem Frankreich und
Italien als neue Kernmärkte
aufgebaut werden. ☐
CONSTANTINOS
CALIOS
studierte Jura, bevor er
2014 als Mitgründer das
Berliner Start-up KoRo
aufbaute. Heute ist der
37-Jährige in der Position
des Chief People Officers.
www.rundschau.de
07
Branche
Newsticker
Rewe-Kaufleute treiben Umsatz
GESCHÄFTSZAHLEN Der Gesamtaußenumsatz
der Rewe Group hat sich im abgelaufenen Geschäftsjahr
um 4,6 Prozent auf 96,1 Milliarden
Euro erhöht. Das operative Ergebnis EBITA stieg
um 8,9 Prozent auf zwei Milliarden Euro, der
Konzern-Jahresüberschuss um 37,2 Prozent auf
eine Milliarde Euro – in dieser Größenordnung
vor allem bedingt durch den Einmaleffekt einer
Steuerrückerstattung und geringere Abwertungen
auf at equity bilanzierte Unternehmen. Der
Umsatz des Geschäftsfelds Handel Deutschland
(Rewe und Penny) stieg um 3,2 Prozent
auf 41,6 Milliarden Euro. Im Segment Handel
International, mit Vollsortiment Österreich
(BILLA, BIPA, ADEG), Vollsortiment CEE (BILLA,
IKI) und Penny International, wuchsen die Erlöse
um 4,6 Prozent (währungskursbereinigt:
+ 5,9 %) auf 20,1 Milliarden Euro. Das Vollsortiment
National (Rewe) legte um 3,4 Prozent
auf einen Umsatz von 31,6 Milliarden Euro zu,
während Vollsortiment International (Voll-
sortiment Österreich und Vollsortiment CEE)
mit 12,0 Milliarden Euro ein Umsatzplus von
3,8 Prozent erzielte. Die 1.573 Rewe-Kaufleute
steigerten die Umsätze um 7,0 Prozent auf
19,0 Milliarden Euro. Penny Deutschland
erreichte beim Umsatz einen Zuwachs um
3,0 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro.
Bis 2028 wird die Rewe Group 16 Milliarden
Euro investieren, vor allem in den Bereichen
Digitalisierung, Ausbau und Modernisierung
von Märkten und Infrastruktur (IT/Logistik)
sowie Immobilien-Eigenobjekten. „Während
andere Wirtschaftszweige Investitionen zurückfahren
oder gar Standorte aufgeben, stärken
wir mit unseren Investitionen, die auch im
Branchenvergleich sehr hoch sind, die Wirtschaftsstandorte
Deutschland und Europa. Wir
fördern nationale Wertschöpfung und bleiben
auch in schwierigen Zeiten ein starker, verlässlicher
Wirtschaftsmotor“, so Rewe Group-
Vorstandsvorsitzender Lionel Souque.
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2024
CRAFT
DISTILLERY
of the year
Arla Foods und DMK
wollen fusionieren
ZUSAMMENSCHLUSS Die DMK Group und Arla
Foods beabsichtigen eine Fusion und wollen
so die leistungsstärkste Molkereigenossenschaft
Europas schaffen. Dabei wird der Zusammenschluss
mehr als 12.000 Landwirte
zusammenbringen. Ziel ist es, eine gemeinsame
Genossenschaft zu bilden, deren Pro-forma-
Umsatz bei 19 Milliarden Euro liegt. Den Angaben
zufolge werde der Schritt die Zukunft
der Milchwirtschaft weiter voranbringen, eine
hochwertige Milchproduktion fördern, Innovationen
vorantreiben und gleichzeitig einen
starken Milchpreis für die landwirtschaftlichen
Eigentümer sichern. Die Fusion bedarf der
Zustimmung der Vertreterversammlung der
Genossenschaften sowie der Genehmigung
durch die Behörden.
Fotos: Rewe
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08 Branche • RUNDSCHAU 05/25
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0,33L DOSE
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WACHSTUMSSORTE LAGER: +7%
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NielsenIQ (2025); LEH+GAM, Absatzveränderung in %; 2024 vs. VJ
Branche
Newsticker
Täglich neu: www.rundschau.de
News und Infos aus der Branche und über ihre
Entscheider finden Sie täglich aktuell auf
Instagram, LinkedIn und www.rundschau.de
Edeka-Verbund wächst um 6,5 Prozent
GESCHÄFTSZAHLEN Der genossenschaftliche
Edeka-Verbund hat seinen Umsatz im
Geschäftsjahr 2024 um 6,5 Prozent auf den
neuen Rekordwert von 75,3 Milliarden Euro
gesteigert. Die rund 3.200 selbstständigen
Edeka-Kaufleute erwirtschafteten einen Umsatz
von 40,8 Milliarden Euro – ein Plus von
3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Erlöse
bei Netto Marken-Discount nahmen um 2,7 Prozent
auf 17,6 Milliarden Euro zu. „In Zeiten konjunktureller
Stagnation haben wir es geschafft,
uns in einem schwierigen Marktumfeld mehr
als zu behaupten und die führende Position
im deutschen Lebensmittelhandel erneut zu
bekräftigen. Dies ist besonders der Kreativität
und unternehmerischen Leidenschaft unserer
selbstständigen Kaufleute zu verdanken. In
unseren Lebensmittelmärkten überzeugen
wir bundesweit täglich 13 Millionen Kundinnen
und Kunden mit unseren Sortimenten und Ser-
vices“, so Markus Mosa, Vorstandsvorsitzender
der Edeka Zentrale Stiftung & Co. KG. Um den
Anspruch auf Leistungsführerschaft zu erfüllen,
baute der Verbund auch sein Investitionsvolu-
men aus: „Wir haben im vergangenen Jahr eine
Rekordsumme von 2,9 Milliarden Euro in Infrastruktur,
Digitalisierung und Nachhaltigkeit und
damit in den Wirtschaftsstandort Deutschland
investiert“, so Markus Mosa weiter. „Über die
vergangenen zehn Jahre hinweg beläuft sich
die Summe auf rund 20 Milliarden Euro. Diesen
Kurs werden wir auch weiterhin fortsetzen.“
Im Edeka Zentrale Konzern (Edeka-Zentrale
mit Netto Marken-Discount) erhöhte sich das
operative Ergebnis (EBIT) um 13,9 Prozent auf
616 Millionen Euro.
Das Vertriebsnetz umfasste zum Jahresende
2024 bundesweit 10.859 Lebensmittelmärkte.
Im Jahresverlauf wurden 238 Lebensmittelmärkte
im Verbund neu eröffnet. Abzüglich der
Schließungen stieg die Gesamtverkaufsfläche
damit auf 12,3 Millionen Quadratmeter. Insgesamt
beschäftigt Edeka 413.000 Mitarbeiter
und über 19.200 Auszubildende.
Anmeldephase läuft: Deutschlands
beste Presseregale werden gesucht!
Erdbeer
trifft
Die fruchtige
Liaison
von Mai bis
September.
PRESSE-AWARD Zeitungen, Magazine &
Co. – sie sind aus dem LEH und den Tankstellen
nicht wegzudenken und haben nach
wie vor einen hohen Stellenwert. Mit dem
Award „Deutschlands bestes Presseregal“
würdigt die RUNDSCHAU ausgezeichnete
Sortimentsleistungen. Dabei hält der große
Zuspruch aus dem Lebensmitteleinzelhandel
und von Tankstellenbetreibern an dem
renomierten Preis unvermindert an: Der
Rekordwert von 141 Bewerbungen im vergangenen
Jahr unterstreicht einmal mehr
seine Bedeutung. „Der Award ist ein echter
Bestseller mit hoher Strahlkraft. Es ist
beeindruckend zu sehen, mit welchem
Engagement, welcher Kompetenz und
Kreativität unsere Partner im Presseeinzelhandel
die Vermarktung hochwertiger
Printmarken vorantreiben“, kommentierte
dazu Kai-Christian Albrecht,
Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands
Pressegroßhandel (GVPG). Die Entwicklung
zeigt zugleich, dass das Interesse an Magazinen,
Zeitschriften und Zeitungen weiterhin
ungebrochen ist. Auch 2025 werden wieder
herausragende Leistungen und kreative
Ansätze in der Regalpflege und -gestaltung
gesucht. Die Anmeldephase hat bereits
begonnen und endet am 1. Juli 2025. Über
den QR-Code gehtʼs direkt zur Anmeldung!
Fotos: Edeka-Zentrale
10 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Branche
Newsticker
Unmittelbar vor dem Markt
steht bei Rewe Stoll in der
Ringstraße in Langenselbold
der Kräuter- und Salat-
Container.
Salat und Kräuter aus dem Container vor der Tür
GROWING-CONTAINER Sein Traum ist es,
auch Erdbeeren für seine Kunden anzubauen,
am besten im März, wenn die Ware sonst aus
Spanien eingeflogen wird: Für Edeka-Kaufmann
Alfred Stoll sind neue Wege zur Nachhaltigkeit
ein wichtiges Thema. Deswegen hat er neben
seinem Markt in Langenselbold nordöstlich
von Hanau in der Nähe von Frankfurt einen
Growing-Container aufgestellt. Dort gedeihen
Kräuter und Salate, die er als „Selbolder
Kräuter“ direkt nebenan vermarktet. „Im begehbaren
Container wachsen die Kräuter in
Steinwolle statt Erde, mit wenig Wasser, ohne
Pestizide, auf wenig Raum – und alles komplett
unabhängig von Klima, Wetter und Jahreszeit“,
erklärt Stoll. Weil im Container auf den Einsatz
von Erde verzichtet wird, sei auch die Bewässerung
um etwa 80 Prozent effizienter. Das Wasser
werde nur gebraucht, um die Wurzeln feucht
zu halten und fließe in einem Kreislauf, werde
also wiederverwertet. „Auch der Strombedarf
ist gering, er kann über Solarmodule auf dem
Containerdach gedeckt werden und wird über
eine automatische Beleuchtungseinstellung im
Pflanzcontainer geregelt“, freut sich der Kaufmann.
Angesichts der Tatsache, dass durch die
Klimaveränderung immer mehr Gemüse unter
Glas gezogen werden müsse, sei das Grün aus
der Indoorfarm, das nebenan verkauft wird,
„unser Beitrag für eine bessere Zukunft“.
▽ Im Markt wird die frische Ware aufmerksamkeitsstark
präsentiert.
▽ Gefragte Kräuter wie
Petersilie sowie Salat
wachsen gut.
Fotos: Afred Stoll; PUR GmbH
△ Alfred Stoll möchte am
liebsten auch Erdbeeren
im Container anbauen.
www.rundschau.de
11
Branche
Newsticker
2
1
3
4
5
6
Deutschlands beste
Getränkehändler geehrt
PREISVERLEIHUNG Zum 25. Mal wurde am
24. März in München/Unterschleißheim der
renommierte Award „Deutschlands beste
Getränkehändler“ von der RUNDSCHAU für
den Lebensmittelhandel verliehen. Zur Jubiläumsveranstaltung
bot das Branchenevent
„GETRÄNKE. GROSS. HANDELN. 2025“ des
Bundesverbands des Deutschen Getränkefachgroßhandels
(BV GFGH) den würdigen
Rahmen. Die diesjährigen Preisträger waren
das Frische Center Gerdes in Moers (Weinwelt),
der Anderl-Getränkemarkt in Waldkraiburg
(Bester Getränkefachmarkt) sowie die
Logo-Getränkefachmärkte der Firma Heurich
(Filialkonzept GFM). Die RUNDSCHAU kürt den
Award gemeinsam mit ihren Medienpartnern,
darunter die Fachzeitschriften Wein+Markt
und Getränkefachgroßhandel, sowie dem
BV GFGH. Als Sponsoren fungieren Coca-Cola
und die Weinheimat Württemberg.
1 Das Team von Anderl nahm den Preis in der
Kategorie Bester Getränkefachmarkt entgegen.
2
3
Dirk Reinsberg (BV GFGH) hielt die Laudatio
für die Logo-Märkte der Firma Heurich, die mit
ihrem Filialkonzept überzeugt haben.
Das Frische Center Gerdes wurde für seine
eindrucksvolle Weinwelt ausgezeichnet.
4 Durch die Veranstaltung führte Mirko Jeschke,
Chef vom Dienst bei der RUNDSCHAU.
5
6
Zum Gruppenfoto versammelten sich am Ende
alle Gewinner und Laudatoren auf der Bühne.
Heiß begehrt: die Awards für die diesjährige
Jubiläumsausgabe des Branchenwettbewerbs.
Fotos: Jan Düfelsiek
12 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Fotos: stock.adobe.com/losmostachos, supamas, tabitazn
Mintel Spotlight – der Marktforschungs-Blog mit
erfrischenden Perspektiven, neuen Daten und bahnbrechenden
Analysen der Märkte, die wirklich zählen.
Im Fokus: Convenience
Keine Frage: Das ewige Jonglieren zwischen Job und
Familie ist stressig. Viele suchen daher nach Optionen,
um Stressfaktoren im Alltag zu verringern. Convenience-
Food kommt hier vielen Verbrauchern zugute. Denn die
Produkte sind meist vorgekocht, vorgefertigt oder werden
in einer Form angeboten, die wenig Aufwand
bei der Zubereitung erfordert.
Die Bandbreite reicht von Tiefkühlgerichten
über Fertigsuppen bis hin
zu Snacks und Fertigbeilagen. Mintel
wirft einen Blick auf die wichtigsten
Trends in Deutschland.
Die Qual der Wahl
Mehr Angebote für Singles
Einzelhaushalte verwenden überdurchschnittlich oft
Convenience-Lebensmittel und -Getränke, um Zeit zu
sparen. Darüber hinaus nutzen 53 Prozent der Single-
Haushalte, die jene Produkte verwenden, diese, um
die Zubereitung von Lebensmitteln zu vereinfachen,
gegenüber 44 Prozent aller Nutzer dieser Kategorie. Dies
deutet darauf hin, dass Verbraucher, die für sich selbst
kochen, durchaus bereit sind, kulinarische Abkürzungen
zu nehmen. Hersteller können diese Einstellung unterstützen,
indem sie den Mahlzeiten von Singles etwas
Pepp verleihen oder sogar das Kochen mit Fertigprodukten
als eine Form der Selbstfürsorge fördern. 43 Prozent
der Deutschen stimmen zu, dass Marken mehr Angebote
speziell für Singles anbieten sollten.
_
ZAHLEN
TICKER
Frozen Food
46 PROZENT
der Verbraucher halten
tiefgefrorene Produkte
für bequemer verwendbar
als Frischwaren.
Konsum
70 %
der deutschen Convenience-
Verbraucher verzehren
einmal pro Woche oder
häufiger entsprechende
Produkte. 19 % tun dies
mindestens einmal am Tag.
Vielfalt
41 PROZENT
der Umfrageteilnehmer
finden, es sollte mehr
Convenience-Produkte
geben, die auf bestimmte
Ernährungsbedürfnisse
zugeschnitten sind.
Branche
Zahlen & Fakten
Auf einen Blick
Sicht der Konsumenten
78 % 26 %
kaufen Produkte, die
der Deutschen greifen
für den Verzehr für
auf Convenience-Lebensmittel
und -Getränke
unterwegs entwickelt
sind.
zurück.
64 %
der Convenience-
Konsumenten greifen
auf Produkte mit
praktischer Verpackung
zurück.
Lagerstabilität
Kühl- und Tiefkühlwaren
Die Mehrheit der Convenience-Produkteinführungen
in Deutschland sind haltbare
Produkte, was auf die Bequemlichkeit
hinweist, jederzeit Nahrung zur Verfügung
haben zu wollen. In Deutschland stieg der
Anteil der haltbaren Produkte bei Convenience-Produktneueinführungen
von
57 Prozent im Jahr 2020 auf 68 Prozent in
2024. Kühlpflichtige und tiefgefrorene Produkteinführungen
sind
dagegen rückläufig,
was möglicherweise
die gestiegene Nachfrage
nach Produkten
für unterwegs widerspiegelt.
Eltern mit Kindern
im Alter von
18 Jahren und
jünger verwenden
Convenience-Produkte
häufiger (91 %) als Eltern mit
älteren Kindern (68 %) oder
kinderlose Deutsche (78 %).
Adam Millward, Research Analyst bei Mintel
Motivation
60 PROZENT
der Verbraucher, die Convenience-Produkte
verwenden,
tun dies, um Zeit zu
sparen. 44 Prozent wollen
dadurch die Zubereitung
von Gerichten vereinfachen.
Besonders
oft genannt wurde der
Faktor Zeitersparnis bei
Einzelhaushalten (69 %).
Augenmerk auf die Extras
Nährwerte im Fokus
Auch wenn Personalisierung in der Ernährungsindustrie
eine kleine Nische bleiben
mag, können Smart-Nutrition-Angebote im
Einzelhandel einfache Gesundheitsindikatoren
in einem Produkt hervorheben, wie
beispielsweise den Gehalt an Vitaminen,
Proteinen und Ballaststoffen. Innovationspotenzial
sieht Mintel insbesondere bei
Convenience-Lebensmitteln/-Getränken mit
Vermerk auf Vitaminen und Mineralien.
Advertorial
Branche Nachwuchsförderung
△ Ob Kaffee, Früchte, Blumen, Saft, Schokolade oder Honig: Die Vielfalt des Fairtrade-Sortiments ist groß. Die „Faire Woche“ ist eine gute Gelegenheit, sie zu zeigen.
Platzierungschallenge: Faire
Gemeinsam mit Fairtrade
Deutschland lädt fitfortrade
Nachwuchskräfte im Drogerieoder
Lebensmitteleinzelhandel zur
diesjährigen Platzierungschallenge
ein. Jetzt anmelden, Starterkit
sichern und coole Preise gewinnen!
Vielfalt zeigen!
Beim Einkauf im Supermarkt hat es wohl
jeder schon gesehen: das blaugrüne Fairtrade-Siegel.
Über 92 Prozent der deutschen
Verbraucher*innen kennen es bereits!
Fairtrade steht für den Schutz von Mensch und
Umwelt – die Fairtrade-Standards verbieten
ausbeuterische Kinderarbeit, Diskriminierung
und den Einsatz hochgiftiger Pestizide.
Fairtrade-Produzent*innen erhalten feste
Mindestpreise für Rohstoffe wie Kakao, Zucker
oder Kaffee und eine zusätzliche Prämie als
Unterstützung für Gemeinschaftsprojekte.
Viele Aktionen für mehr Fairness
Dass wir mit jedem Einkauf ein Zeichen für
mehr Klimafairness und soziale Gerechtig-
mit Unterstützung von:
Fotos: Fairtrade Deutschland I Sparked
14
fitfortrade • RUNDSCHAU 05/25
Markentrainer Fairer Handel
Fairtrade: Nachhaltig für Mensch, Natur und Klima.
Alle Infos zum fairen Handel in all seinen Facetten
gibt es im aktuellen Markentrainer.
keit setzen können, zeigt Fairtrade in seinen
Kampagnen und Aktionen wie beispielsweise
der bundesweiten Kampagne „Faire Woche“.
Auch 2025 ruft Fairtrade dazu auf, den Einkaufswagen
mit fairen Produkten zu füllen
– und hier kommt ihr ins Spiel.
Auszubildende, macht euch bereit!
Die Fairtrade-Platzierungschallenge geht
in die nächste Runde. Mit kreativen Zweitplatzierungen
können Nachwuchskräfte im
Drogerie- oder Lebensmitteleinzelhandel
sich für fairen Handel einsetzen. Der beliebte
Azubi-Wettbewerb findet in diesem Jahr
erneut anlässlich der „Fairen Woche“ statt.
Die Anmeldung läuft vom 1. Juni bis zum
25. Juli (Link zur Anmeldung und weitere Infos
in der Grafik unten). Die Gewinner*innen
werden dann am 15. Oktober beim großen
fitfortrade-Finale im E-Werk in Köln gekürt
und können sich über tolle Gewinne freuen.
Im Jahr 2024 überzeugte das Team des Kauf-
So sehen verdiente
Sieger aus: Bei der
Platzierungschallenge
2024
setzte sich das
Azubi-Team
des Kauflands
in Ravensburg,
Baden-Württemberg,
durch.
lands in Ravensburg die Jury. „Es erfüllt uns
mit Stolz und macht uns glücklich, dass wir
als Team so gut zusammengearbeitet und
gewonnen haben. Die Aktion, die Reise nach
Köln und der Sieg haben uns richtig zusammengeschweißt.
Der Pokal steht jetzt bei uns
an der Information, sodass ihn jeder sehen
kann und wir uns immer wieder aufs Neue
freuen können, wenn wir daran vorbeilaufen!“,
so das Gewinnerteam von 2024 stolz. ☐
IN NUR 3 SCHRITTEN BIST DU DABEI
Anmeldung
ab 1. Juni
möglich
Melde dich bis zum 25. Juli
zur Teilnahme am Platzierungswettbewerb
an.
Im August erhältst du ein
Starterset für deine Platzierung
von uns. Damit
kannst du faire Produkte in
einer kreativen Zweitplatzierung
in deinemMarkt in
Szene setzen.
Mache Fotos und Videos von
deiner Platzierung im Markt
und lade sie bis zum 30. September
auf unserer Webseite
hoch. Gerne kannst du dir
auch Unterstützung holen
und mit einem Team von bis
zu fünf Personen mitmachen.
www.fairtrade.net/de-de/mach-mit/Aktionen-und-Kampagnen/platzierungschallenge.html
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15
Branche
Interview
Text: Martina Kausch
Foto: Stefan Zeitz
Gemeinsam
energievoll
wachsam
Eine Arbeitsmarktreform,
Bürokratieabbau und Wertschätzung
für Jobs im Handel ähnlich wie in der
Pflegebranche – für diese Ziele steht
Björn Fromm als BVLH-Präsident. Im
RUNDSCHAU-Interview berichtet er
über seine Strategie und einen großen
Erfolg: Die Verbände-Allianz mit der
Landwirtschaft.
Täglich neue Herausforderungen: Seit Björn Fromm
2023 als Präsident den Bundesverband des Deutschen
Lebensmittelhandels (BVLH) führt, hat die
Dynamik der Themen und Entscheidungen zugenommen.
Mit Energie, Fokus und verbindlicher Freundlichkeit
setzt sich der 40-jährige Edeka-Kaufmann aus
Berlin dafür ein, die Leistungen des LEH als zuverlässiger
Versorger der 80 Millionen Menschen in Deutschland sichtbarer
zu machen. Aber auch die nahezu überall steigenden
Preise, die Landwirtschaftspolitik, das Lieferkettengesetz
und die Verhandlungskultur zwischen Industrie und
Handel sind seine zentralen Themen. „Wir brauchen das
große Ziel als Vorgabe, mehr Marktwirtschaft, wenige,
aber klare Regeln und einen Rückbau dieser unnötigen
Berichtspflichten“, ist Björn Fromm überzeugt.
16 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Das komplette Interview
mit Björn Fromm lesen Sie nach dem Scannen
des QR-Codes ausführlich auf der täglich
aktuellen Homepage der RUNDSCHAU.
+
ZUR
PERSON
Björn Fromm
Der Handel ist wachsam, wenn Markenhersteller
überzogene Preiserhöhungen
fordern, die nicht durch Rohstoffkosten
begründbar sind.
Björn Fromm
Präsident BVLH
Björn Fromm ist gebürtiger Berliner
und seit 2012 selbstständiger
Edeka-Kaufmann mit aktuell drei
Märkten in Berlin.
Der Fachmann für Change-Management
und Wirtschaftspsychologe
war als Software-Entwickler und IT-
Berater tätig und führte als
Geschäftsführender Gesellschafter
ein Orthopädiehaus und ein
Unternehmen für Werbetechnik.
Die hohen Verbraucherpreise sind aktuell
ein großes Thema. Wie stehen Sie zu den
steigenden Preisen?
Der Handel ist auch nicht glücklich mit steigenden
Preisen. Wenn Vorlieferanten ihre
Abgabepreise erhöhen, dann setzt sich das am
Ende entlang der Kette fort. In Deutschland
haben wir auch nach den Preissteigerungen
der vergangenen Jahre im europäischen Vergleich
immer noch sehr wettbewerbsfähige
Lebensmittelpreise. Das ist Zeichen einer
grundsätzlich funktionierenden Lebensmittelwirtschaft
mit Effizienzen auf allen Stufen
der Kette. Doch der Handel ist sehr wachsam,
wenn Markenhersteller überzogene
Preiserhöhungen fordern, die nicht durch
Rohstoffkosten begründbar sind. Dort geht
der Lebensmittelhandel immer wieder in die
Auseinandersetzung, um die größtmögliche
Verbraucherwohlfahrt zu erzielen.
Trotzdem ist die Teuerung bei Lebensmitteln
höher als bei anderen Produkten.
Dass Lebensmittel insgesamt teurer wurden,
muss man bei all dem, was politisch und geopolitisch
gewollt oder ungewollt passiert ist,
leider hinnehmen. Die Rohstoffpreise sind
seit Jahren steigend, aber auch volatil. Die
Personal- und Energiekosten stiegen an wie
noch nie, Zinsenkosten sind zurück und die
Baukosten explodieren.
Welchen Stellenwert hat das Thema
Digitalisierung auf Ihrer Agenda?
Wissen Sie, schon vor mehr als zehn Jahren
haben bereits kluge Menschen in der Öffentlichkeit
gesagt, dass in zehn Jahren – also
heute – Omnibusse und Taxen autonom fahren
und massiv Arbeitsplätze vernichtet würden.
Heute sind wir davon noch weit entfernt. Vor
zehn Jahren dachte man, es gebe zukünftig
ein Problem, den Menschen überhaupt noch
genug Arbeit anbieten zu können. Das Gegenteil
ist heute der Fall – wir haben auf allen
Stufen Schwierigkeiten, Menschen für Arbeit
zu begeistern und Stellen zu besetzen.
Das bedeutet?
Digitalisierung ist wichtig und auch ein Teil
der Lösung. Aber wir brauchen insgesamt
starke Reformen in Deutschland und dürfen
nicht allein an Digitalisierung als Heilmittel
festhalten. Damit lenken wir nur von den
wirklichen Problemen ab. Wir brauchen eine
Arbeitsmarktreform, damit arbeitslose Menschen
wieder Anreize für die Arbeitswelt verspüren
und in den Arbeitsmarkt gelangen. Das
ist aus meiner Sicht dringender als die Frage,
wie man noch besser digitalisieren kann. Am
Ende braucht es natürlich beides.
Die Arbeitsmarktreform ist für Sie
wichtiger als die Digitalisierung?
Ja. Wenn wir jetzt einen grundlegenden Ruck
und einen Aufschwung wollen, dann ist es
eine Reform von Arbeit und Sozialleistungen,
die Menschen wieder in Arbeit bringt. Arbeit
muss sich lohnen. Und wir müssen Arbeit auch
wieder als etwas Sinnstiftendes anerkennen.
Wie können Sie die interessanten Jobs, die der
LEH ja durchaus bietet, in der Gesellschaft
Fromm hat einige Verbandspositionen
inne und ist seit 2023 als
Präsident des Bundesverbandes des
Deutschen Lebensmittelhandels
(BVLH) Nachfolger von Friedhelm
Dornseifer. Er ist Aufsichtsratsmitglied
der Edeka Minden-Hannover
und hat außerdem einen Aufsichtsratssitz
bei der Signal Iduna
Krankenversicherung.
sichtbarer machen? Es sind Jobs für
die Ernährung der Menschen im Land.
Das ist eine große Aufgabe. Und da hilft nicht
die eine Social-Media-Kampagne und da helfen
auch nicht bunte Werbebanner auf Plakatwänden.
Da gilt es einmal in Richtung Politik
und Öffentlichkeit aufzuzeigen, was der
Lebensmitteleinzelhandel wirklich leistet,
jeden Tag Deutschland zu versorgen. Diese
Leistung müssen wir sichtbar machen, um
Wertschätzung für alle Jobs in diesem Sektor
– ähnlich wie bei Handwerkern und Pflegeberufen
– wachsen zu lassen. Und zum anderen
müssen wir vor Ort zeigen, wie interessant
und lebensnah unsere Berufe sind, wie viele
Chancen und Karrieremöglichkeiten bestehen.
Welche Themen haben Sie seit ihrer
Wahl zum BVLH-Präsidenten 2023 gut
www.rundschau.de
17
Branche
Interview
auf den Weg bringen können? Welche
Schwerpunkte setzen Sie?
Zunächst habe ich zugehört: Was bewegt
die Mitgliedschaft, was bewegt die Politik,
und was bewegen auch andere Player in der
Branche? Ich durfte gleich zu Beginn in der
von der Bundesregierung eingesetzten Zukunftskommission
Landwirtschaft (ZKL) mitarbeiten.
Im neuen Abschlussbericht finden
sich jetzt viele konsensuale Lösungsansätze
für die großen Leitlinien der Agrar- und Ernährungspolitik.
Diesen Impuls des zweiten ZKL-
Abschlussberichts haben wir im Januar 2025
verstärkt und wichtige Kernelemente für die
Landwirtschaft und Nutztierhaltung zwischen
dem Deutschen Bauernverband, dem
Deutschen Raiffeisenverband und uns, dem
BVLH, als Verbände-Allianz geeint und an
die Politik übergeben. Beispielsweise unterstützen
wir eine klare Kennzeichnung von
in Deutschland erzeugten Produkten. Erste
richtige Ansätze finden sich nun auch im
neuen Koalitionsvertrag wieder.
Ich habe noch eine letzte Frage, noch einmal
zum Thema Verhandlungen mit der Industrie,
Ich höre immer wieder, man müsse bei den
Verhandlungen das Gemeinsame stärker in
den Blick nehmen – ist das möglich oder naiv?
Man muss sich eins vor Augen führen: Der
deutsche Lebensmitteleinzelhandel, der sehr
unterschiedlich aufgestellt ist mit seinen un-
Die Verbände-
Allianz aus Bauern,
dem Raiffeisenverband
und dem
BVLH unterstützt
die Kennzeichnung
von deutschen
Produkten.
terschiedlichen Formaten und Einkaufsmöglichkeiten,
von mittelständisch geprägten Genossenschaften
und großen Filialbetrieben ...
... trifft auf ...
… trifft auf große, weltweit agierende Industrieunternehmen.
Er trifft auf Konzerne.
Ja. Und weder ist ein Industriekonzern etwas
Böses, noch ist ein großes Handelsunternehmen
schlecht. Das ist nur erst mal die
Realitätsbeschreibung.
Und wenn nun einer der deutschen Lebensmittelhändler
mit so einem großen Player
verhandelt, dann gilt doch Marktwirtschaft
und Vertragsfreiheit. Diese Verhandlungen
spürt manchmal auch der Kunde in den Regalen
– die Ware von einigen Marken fehlt
dann zeitweise. Manchmal wird die Belieferung
eingestellt und manchmal bleiben die
◁ „Zunächst habe
ich zugehört“, sagt
Björn Fromm über
seine ersten Wochen
als Präsident
des BVLH. Eines
der ersten wichtigen
Themen war
dann die Landwirtschaftspolitik.
Bestellungen aus. Beide Seiten verhandeln
miteinander.
Mit durchaus harten Bandagen.
Der starke Wettbewerb im LEH ist doch
Garant dafür, dass wir im europäischen Vergleich
relativ geringe Haushaltsausgaben für
Lebensmittel haben. Und das zum Wohle
des Verbrauchers. Da ist es wichtig, dass die
Politik auch diese Wertschöpfung und Verbraucherwohlfahrt
erkennt, den Sinn der
freien Marktwirtschaft versteht und diese
unterstützt. Denn weder muss noch soll die
Lebensmittelindustrie vor dem Handel oder
auch andersrum geschützt werden.
Welche Folgen hat diese Situation für den
Handel und die Endverbraucher?
Jede Regulierung bedeutet einen Einschnitt
in die Wettbewerbsfähigkeit und Effizienz
der Wertschöpfungskette. Leider hat die bisherige
UTP-Regulierung (EU-Richtlinie über
unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen
zwischen Unternehmen in der
Agrar- und Lebensmittelversorgungskette,
Anm. d. Red.) genau dazu geführt, dass beispielsweise
internationale Großmolkereien
einseitig vor dem Handel geschützt sind,
um ihre Erträge zu maximieren. Und das
auf Kosten der Verbraucher – das kann es
nicht sein. Weiterhin ist bekannt, dass einige
multinationale Hersteller im Bereich der
schnelldrehenden Konsumgüter territoriale
Lieferbeschränkungen festgelegt haben, um
Einzel- und Großhändler daran zu hindern,
ihre Produkte dort zu beziehen, wo sie es
innerhalb des Europäischen Binnenmarktes
wünschen. Auch hier auf Kosten der Verbraucherinnen
und Verbraucher.
☐
18 Branche • RUNDSCHAU 05/25
NEU
mehr frucht. mehr power.
Die neuen Energy Dinks von Valensina punkten
durch einen Fruchtsaftgehalt von mind. 5 %
und überzeugen durch ihren unverwechselbar
fruchtigen Geschmack.
www.valensina.de
47
Meter
Kühlregale prägen das Gesicht
des Edeka-Fromm-Markts in zentraler Lage in
Berlin direkt neben U- und S-Bahn am Wedding.
4.000
Kunden
mindestens besuchen täglich
den Markt in der Berliner Müllerstraße 12. Es gibt
in der Straße auch einen zweiten Fromm-Markt.
Höchste Frequenz
mitten im Kiez
Wer mitten in der Hauptstadt und unmittelbar an einem S- und U-Bahnhof
einen Markt betreibt, muss das Konzept auf Schnelldreher und To-go-
Produkte legen. Wie das funktioniert, zeigt Björn Fromm in Berlin-Wedding.
Allein die Zahlen beeindrucken: 4.000 Kunden
täglich, 13 Kassen, 47 Meter Kühl- und Gefrierschränke
sowie -truhen. Und wie groß ist die
Verkaufsfläche? 1.040 Quadratmeter. So etwas gibt
es nur in Berlin, genauer gesagt am Wedding. Eine Minute
zu Fuß vom S- und U-Bahnhof Wedding, zwölf Minuten
zu Fuß nach Mitte betreibt Björn Fromm den ältesten
(und 2021 umgebauten) seiner drei Berliner Märkte, einen
Hochfrequenzmarkt.
Hochfrequenzmarkt, das kann man wohl sagen: Schon
morgens um kurz nach neun Uhr brummt der Laden, in
der Mittagszeit ist es noch einmal voller, den
(frühen) Abend kann man sich vorstellen.
Von 7 bis 22 Uhr ist hier täglich außer sonntags
geöffnet, rund 60 Mitarbeitende wuppen
den Markt, in dem wegen der Parkplatzsituation
und baulichen Gegebenheiten auch die
Logistik vor Herausforderungen steht.
Strategie ist alles
Besser als Björn Fromm kann man Märkte
auf Standorte wohl nicht abstimmen – und
besser kann man diesen Markt auf diesen
Standort nicht abstimmen. Die Security vor
dem Eingang ist unauffällig, der Empfang ist
auch dank des Blumenangebots als Eyecatcher
optisch freundlich gestaltet. Nach dem Eingangsbereich
startet der Kundenlauf mit einer
umfangreichen Obst- und Gemüseabteilung.
Die Abteilung ist gediegen um eine Präsentationsinsel
herum gebaut und bietet eine
top-frische Auswahl auf zwei Regaletagen.
Doppelplatzierungen zeigen, dass man sich
auf eine hohe Kundenfrequenz eingestellt
hat. Ein besonderes Detail sind die schönen
Deckenlampen mit Walddruck auf den grünen
20 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Store-Check spezial
Edeka Fromm, Berlin
Text: Martina Kausch
◁ Prächtiger Empfang: Mit Obst und Gemüse
in zwei Etagen startet der Kundenlauf.
Schirmen, die die Ware gut beleuchten und
eine angenehme, fast exklusive Atmosphäre
schaffen. Man spürt, hier will jemand nicht
nur viel Umsatz machen – es soll möglichst
mit Ambiente geschehen.
Für flotte Kunden
Gleich im Anschluss an die O&G-Abteilung
haben die Innenstadt-Kunden viele Gelegenheiten,
sich für die schnelle Verpflegung
einzudecken, denn Heiße Theke mit einsehbarem
Vorbereitungsbereich, Salatbar und
das Sushi-Angebot von Eat Happy sind nur
wenige Schritte entfernt. Convenience-Küh-
lung und Marktbäckerei vervollständigen das
Angebot für flotte Käufer. Auch hier herrscht
klarer Fokus auf die Kundenwünsche: Von
himmelblauen Donuts bis zu Bio-Broten, von
Franzbrötchen bis zu Berliner Schrippen und
türkischen Simit liegt alles ansprechend im
Regal. Bio-Backwaren bezieht Björn Fromm
von einem lokalen Berliner Bäcker. Thema
Bio-Sortiment: Das ist im Markt in den jeweiligen
Sortimenten „zusortiert“, wie der Edeka-
Kaufmann sagt, es gibt also keinen separaten
Bereich mit dem Bio-Sortiment. Trotzdem
oder deswegen gehört der Markt laut Fromm
zu den Top Drei der umsatzstärksten Märkten
in ganz Berlin, was Bio betrifft. Vegane Waren
sind dagegen getrennt im Extraregal platziert.
Nach diesem ersten Marktbereich eröffnet
sich die Fläche in den hinteren
△ TK in großem Stil: 47 Meter Kühl- und Gefrierschränke
bzw. -truhen prägen den Markt.
natürlich
ausgezeichnet
Unsere Snacks sind weniger süß, aber
auch weniger salzig und das mit Erfolg.
Beste Qualität und feines Röstaroma
überzeugen unsere Kunden natürlich
ebenso wie die Jury beim Sweetie 2025.
Store-Check spezial
Edeka Fromm, Berlin
Wichtiges Thema Nachhaltigkeit:
Wärmerückgewinnende Kühlregale
gehören bei Edeka Fromm
zum Marktkonzept.
Gebäudeteil und damit zu all dem, was ein
Vollsortimenter bietet – und im Bereich TK
und dem gekühlten Sortiment deutlich mehr.
Mit 47 Metern Kühl- und Gefrierregalen bzw.
-truhen bietet der Markt rund ein Drittel mehr
Angebot aus dieser Warengruppe. Tiefkühlware
wird in schier unglaublicher Auswahl
sowohl liegend als auch stehend angeboten.
Interessant statt eng
Insgesamt wirkt der Markt trotz des riesigen
Sortiments nicht überladen, und man hat
trotz schmalerer Gänge und enger Warenstellung
nirgends das Gefühl von unangenehmer
Masse. Die Ware ist so gestellt, dass eher das
Interesse geweckt als der Eindruck von belanglosem
Einheitsbrei im Sortiment hervorgerufen
wird. Die Auswahl beispielsweise von
schönen Grußkarten bei Papierwaren geht
weit über das Übliche hinaus.
Edeka-Kaufmann Björn Fromm betreibt
in Berlin drei Märkte, zwei allein in der langen
Müllerstraße, der am Wedding ist das
Flaggschiff des Unternehmens. Neben der
zentralen Lage spielt für den Umsatz natürlich
eine Rolle, dass Wettbewerber in nächster
Umgebung fehlen. Als Nachteil schlägt zu
Buche, dass die Sicherheitsvorkehrungen
im Markt erheblich sein müssen – und der
Warenschwund trotzdem deutlich höher ist
als in Märkten andernorts.
Gut platziert:
ein Sortiment
aus Küchenutensilien
neben den
umfangreichen
Gewürzregalen.
Mittlerweile werden im Markt
in der Müllerstraße 12 über
50 Prozent des Umsatzes über
die Selfscan-Kassen generiert.
Björn Fromm
Edeka-Kaufmann
Fokus auf Bauökologie
2021 wurde der Markt modernisiert, und dabei
legte man laut Björn Fromm Wert auf
Nachhaltigkeit. Das nicht nur bei den großen
Entscheidungen wie LED-Beleuchtung und
Kühltechnik mit Wärmerückgewinnung, sondern
auch bei kleinen Details. Vom Fliesen-
Fotos: Stefan Zeitz; RUNDSCHAU/ Kausch
22 Branche • RUNDSCHAU 05/25
D
www.rundschau.de/service/store-check
Schauen Sie rein. Hier finden Sie weitere Bilder vom
Edeka-Markt Fromm und andere aktuelle Store-Checks.
_
MARKT
DATEN
◁ An alles gedacht:
Ein ausgewähltes
Nonfood-
Sortiment, hier
Partyzubehör,
lockert die Essigund
Öl-Regale auf.
Edeka Fromm,
Berlin Wedding
> Adresse: Müllerstraße 12,
13353 Berlin
> Öffnungszeiten: Montag bis
Samstag 7 bis 22 Uhr
> Verkaufsfläche: 1.040 m2
> Zahl der Produkte: rund 14.000
> Zahl der Bio-Produkte: 1.704
> Zahl der Mitarbeitenden: 60
> Besonderheiten: 47 Meter Kühlund
Tiefkühlschränke sowie
-truhen, breites Convenience- und
Bio-Sortiment, 13 Kassen, davon
zehn Selfscan-Kassen.
kleber und den Wandfarben auf Wasserbasis
bis zu den unlackierten Holz-Dekoelementen
sowie den Beschriftungen aus Holz für die
Orientierung im Markt – viele Ideen aus dem
ökologischen Bauen wurden realisiert.
Durchdachte Kassenzone
In der Kassenzone geht es um modernste
Technik. 80 Prozent der Bezahlvorgänge werden
über Kartenzahlung abgewickelt, zehn
Selfscan-Kassen und drei Sitzkassen stehen
dafür zur Verfügung. Die Selfscan-Kassen sind
aus dem Markt in Citylage nicht mehr wegzudenken,
„über 50 Prozent des Umsatzes werden
über diese Systeme generiert“, so Fromm.
Zwei Mitarbeitende sind im Kassenbereich
eingesetzt, um den Überblick zu bewahren
und Kunden zu unterstützen. Dass man sich
wirklich um jedes Detail im Markt Gedanken
gemacht hat, zeigt das abwechslungsreiche
Sortiment für Impulskäufe neben den Kassen
an der Wand. Nicht zufällig wurde diese
Gestaltung mit einem RUNDSCHAU-Preis
für Deutschlands beste Kassenzone bedacht.
Abstimmung mit den Füßen
Die Kunden stimmen mit den Füßen ab – in
der Müllerstraße 12 bildet die Abstimmung
den täglichen Run. Und bei der Distanz von
drei Kilometern zum Reichstag und dem sich
positiv entwickelnden Wedding kommt auch
so mancher aus dem politischen Berlin zum
Einkaufen vorbei.
☐
Branche
Round Table Molkereiprodukte
Text: Martina Kausch Fotos: Heiko Rhode
Endverbraucher
fest im Blick
Dichte und Vielfalt im Mopro-Regal sind Risiko und Chance –
sagen die Teilnehmer des RUNDSCHAU-Round-Table
im Main Tower in Fankfurt. Der klare Fokus auf die Kunden
und ihre Wünsche hält Hersteller und Händler
angesichts der Transformationen auf der Erfolgsspur.
THESE 1:
PROTEINHYPE
OHNE ENDE
Produkte müssen Zusatznutzen haben:
Protein ist im Mopro-Regal ein Dauerrenner.
Petra Engels: Warengruppenübergreifend liegt
das Thema Protein nach wie vor im Trend, und
alles, was gelöffelt werden kann, wächst im
Sortiment Mopro besonders stark: Proteinjoghurt,
-pudding, -skyr, -quark.
Andreas Schneider: Schwarzwaldmilch ist
ja Marktführer im Bereich Proteinmilch in
Deutschland, und wir haben hundertprozentige
Zuwächse pro Jahr. Gigantisch. Ich muss
24 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Schnittkäse in aller Munde
Ob Theke oder SB – mit Schnittkäse punkten Sie
bei den Shoppern. Mehr dazu lesen Sie nach dem
Scannen des QR-Codes in unserem Markentrainer.
sagen, ich habe das Thema Protein vor fünf,
sechs Jahren als Mode gesehen und mich damit
schwer getan. Dann konnte man erkennen,
das ist ein Trend, und wir sind eingestiegen,
mit Milch, Quark, Milchmischgetränken – und
mit klaren Proteinisierungsvorgaben in einem
Baukastensystem, das sind beispielsweise
75 Gramm bei einem Liter H-Milch.
Michael Krause: Rücker produziert auch Grillkäse;
bislang mit drei Sorten. 2024 haben wir
als vierte Sorte den High-Protein-Grillkäse auf
den Markt gebracht, und liefern nun gerade
mit Honey BBQ die fünfte Sorte der Grillkäse-
Range aus. Grillkäse ist ein Thema mit Potenzial;
wir glauben, es wird weiter wachsen.
THESE 2:
FLAVOUR MACHT
DEN UNTERSCHIED
Nur wenn es dem Konsumenten schmeckt,
hat ein Produkt im LEH Zukunft.
Petra Engels: Produkte sollen zunehmend
convenient, also bequem zu benutzen sein,
aber Geschmack hat klar Priorität. Lediglich
Verganer sind beim Thema Geschmack
toleranter. Wenn ein Konsument sagt, ich
Wie findet man in einem
enger werdenden Markt
seine Verwender? Indem
man Einzigartigkeit
stärker entwickelt.
Andreas Schneider
Schwarzwaldmilch
möchte mich vegan ernähren, ist er eher
bereit, Geschmackseinbußen hinzunehmen.
Schon Flexitarier möchten bei Ersatzprodukten
genau den gleichen Geschmack wie das
Original, sonst sind sie nicht kaufbereit.
Claus Christmann: Wir haben unser komplettes
Käsesegment auf vegetarisch umgestellt,
denn wir verwenden ausschließlich mikrobielles
Lab. Das wurde nicht explizit kommuniziert,
wir haben festgestellt, bei der extrem
langen Reifezeit beim Old Amsterdam von
rund acht Monaten schmeckt man wirklich
keinen Unterschied zum Vorgängerprodukt.
Michael Krause: Würzige Käse gibt es nicht
so viele. Sorten wie „Alter Schwede“ und „Alt
Mecklenburger“ stammen im Prinzip
noch aus DDR-Zeiten, und die Verwender-
?
ROUND TABLE
ZUKUNFT IN DER
MOPRO-BRANCHE
› Claus Christmann
National Key Account Manager,
Westland Kaasspecialiteiten B.V.
› Petra Engels
Senior Manager,
Shopper Experience GS1 Germany
› Michael Krause
Mitglied des Aufsichtsrats,
Molkerei Rücker
› Andreas Schneider
Geschäftsführer,
Schwarzwaldmilch
› Martina Kausch
Redaktion RUNDSCHAU
› Sanela Svjetlanovic
Media & Sales RUNDSCHAU
△ Michael Krause hält das Thema Ethnische
Produkte für ein Zukunftsthema: „Bei uns
beflügelt Weißkäse die gesamte Kategorie.“
△ „Die Bedeutung von Milchprodukten wird
abnehmen“, sagt Andreas Schneider. Man
müsse die Transformation aktiv gestalten.
△ „Wenn der Endverbraucher ein Produkt
als Innovation ansieht, ist es eine Innovation“,
ist für Claus Christmann klar.
www.rundschau.de
25
Branche
Round Table Molkereiprodukte
schaft, neudeutsch Community, ist gerade
bei diesen Marken im Osten sehr hoch.
In den alten Bundesländern begeistern sich
mittlerweile auch viele Kunden für diese Produkte;
die Grenze verläuft von Norddeutschland
ungefähr bis ins Rhein-Main-Gebiet. Die
Verwender sind übrigens eher Ü 50.
THESE 3:
ANSPRACHE
MACHT ARBEIT
Weil Zielgruppen so unterschiedlich sind,
muss die Kommunikation passgenau sein.
Claus Christmann: Bei Old Amsterdam haben
wir auch gedacht, es sind eher die älteren
Kunden, die uns kaufen. Aber nein, überhaupt
nicht! Old Amsterdam hat eine Käuferschicht
die von Jung bis Alt alle Käufer abdeckt. Auch
verbindet der Kunde automatisch in positiver
Weise Old Amsterdam mit leckerem Käse, er
assoziiert Amsterdam mit Holland und Holland
mit Käse, auch wenn er ihn noch nicht
probiert haben sollte.
Andreas Schneider: Die Zielgruppenansprache
muss für jedes Segment, auch wenn Schwarzwaldmilch
draufsteht, unterschiedlich sein
in Ansprache, Tonalität, Bildwelt und Mediawahl.
Man muss die Medien wählen, die von
der Zielgruppe genutzt werden. Wir arbeiten
beispielsweise auch mit Influencern, gleichzeitig
gibt es weiterhin Linien und Produkte,
die eine Printanzeige in der Publikumspresse
im Sponsoring-Bereich rechtfertigen.
Michael Krause: Zum Start von Vega Lecker
haben wir mit Mikro-Influencern zusammengearbeitet,
die vegane Rezepte kreiert haben,
adressiert an Endverbraucher. Generell gilt für
unser Unternehmen und unsere Marken: Wir
gehen nicht auf die Plattform TikTok. Das ist
eine unternehmenspolitische Entscheidung
und Haltung.
Claus Christmann: Wir machen mittlerweile
kleine Spots auf YouTube und zeigen: Was
kann man mit dem Produkt machen? Zum
Beispiel auch mit Resten – das Motto ist hier:
Kleine Gerichte aus Lebensmitteln, die übrig
sind, mit unserem Produkt aufwerten – und
das Ganze in 20 bis 30 Sekunden, das kommt
sehr gut an und spielt indirekt und dadurch
direkt auf die Themen Food Waste und Nachhaltigkeit
an.
THESE 4:
ETHNISCHES WIRD
UNTERSCHÄTZT
Grillkäse, Feta aus Kuhmilch und andere
Ethno-Produkte bieten viel Potenzial.
Michael Krause: Ein Thema, das wir hier beim
Round-Table noch gar nicht so im Blick haben,
ist das Thema Migration in der Bevölkerung
und Ethno-Produkte. Die Molkerei Rücker hat
Bei Old Amsterdam haben
wir gedacht, es sind die
älteren Kunden, die uns
kaufen – aber nein,
überhaupt nicht!
Claus Christmann
Westland Kaasspecialiteiten
seit Jahren mit Oba eine Ethno-Marke. Bei
uns beflügelt Weißkäse das Segment und die
gesamte Kategorie, Stichwort „Feta aus Kuhmilch“,
Hirtenkäse. Hirtenkäse hat sich vom
klassischen Saisonartikel zum Ganzjahresartikel
entwickelt, sozusagen zur Allzweckwaffe.
Bei Grillkäse sehe ich gerade im Blick auf junge
Zielgruppen sehr, sehr viel Potenzial. Siehe
eben der High-Protein-Grillkäse.
Petra Engels: Die zweite und dritte Generation
der Zugewanderten, also die Generation, die
hier aufgewachsen ist, kauft diese Produkte
mittlerweile gerne im deutschen LEH.
△ Petra Engels, GS1 Germany, erläutert aktuelle Marktzahlen: Immer noch steht auf nahezu jedem
Kassenbon ein Molkereiprodukt; bei rund drei Prozent der Einkäufe entscheidet sich der Shopper vor Ort
im Geschäft innerhalb der Warengruppe um. Die Zahl der Veganer liegt aktuell bei rund vier Prozent.
Andreas Schneider: Das ist die Erwartungshaltung,
und das kann man hier in
26 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Umsatz High mit Dubai Style!
Iced Coffee Dubai Style
1. Eiskaffee mit Dubai
Schokoladengeschmack
NEU!
Ab Mai 2025!
Knallige, grüne Sorte für
echte Regalimpulse
Als
limitierte
Edition
nur kurzzeitig
erhältlich
Mövenpick Iced Coffee
mit starkem
Käuferreichweitenausbau
Pistazien-Geschmack
im Mopro-Regal beliebt wie nie!
Entwicklung Kühlprodukte mit
Pistazien-Geschmack 2
Ideale Voraussetzungen
für Mövenpick Iced Coffee
Dubai Style
+32,2 %
+40,3 %
+18,7 %
94 %
Wachstum in 2024 1
Absatz 2024 vs. 2023
Umsatz 2024 vs. 2023
der dt. Bevölkerung kennen
Dubai-Schokolade 3
Quelle: 1 YouGov Haushaltspanel, MAT Dezember 2024; 2 Circana, 2024 vs. 2023, Absatz in t, Umsatz in €; 3 Online-Omnibus-Umfrage, Bilendi, im Auftrag von Opinion Market Research & Consulting, 12/2024
Mehrwertkonzepte aus Milch und Mehr.
Vertrieb durch: Privatmolkerei Bauer GmbH & Co. KG,
83512 Wasserburg/Inn, www.bauer-natur.de
Branche
Round Table Molkereiprodukte
Frankfurt gut beobachten: An bestimmten
Standorten ist das Ethno-Sortiment schon
sehr ausgeprägt. Es ist eine Frage des geografischen
Raums. Schwarzwaldmilch stellt bereits
seit vielen Jahren Produkte für namhafte Marken
her, die vor allem die deutsch-türkischen
sowie die deutsch-russischen Endverbraucher
ansprechen.
THESE 5:
HARTKÄSE OHNE
ALTERNATIVE
Hartkäse-Ersatzprodukte werden in einigen
Jahren aus den Niederlanden kommen.
Petra Engels: Statistisch sehen wir, dass Milchersatzprodukte
stark wachsen, im Joghurt- und
Käsebereich ist das nicht der Fall …
Claus Christmann: … was, wie ich denke, auch
wieder am Thema Geschmack liegt. Im Bereich
Hartkäse ist kein vernünftiges Produkt auf
Anteil der
Befragten
50 %
40 %
30 %
20 %
10 %
@
ZAHLEN
Welche der folgenden Produkte haben Sie
bei High-Protein-Molkereiprodukten gekauft?
Die Renner: Joghurt, Desserts & Co.
0 %
41,7 %
Proteinjoghurt
37 %
35,6 %
desserts/
Protein-
Proteinreicher
quark
Proteinpudding
Skyr
Quelle: GS1 Germany/ Statista, Umfrage 2022
31,4 %
dem Markt und auch nicht in Sicht, was ich
beobachte. Es wird noch Jahre dauern, bis
etwas auf den Markt kommt, was sich hier
mit Käse vergleichen lässt. Denn Käsefreunde
möchten eben auch die Geschmacksnuancen
des Hartkäsespektrums. Ich glaube, die Alternativen
werden dann aus den Niederlanden,
aus Holland kommen. Denn wenn man an
Proteinverarbeitung denkt, sind die Niederländer
in der Entwicklung schätzungsweise
mindestens ein Jahr voraus.
Michael Krause: Im Bereich der würzigen
Käse, wie Rücker sie ja produziert, ist es
genau das gleiche Thema. Wir haben vor
drei Jahren Vega Lecker als vegane Käsealternative
auf den Markt gebracht, und
zwar nicht aus Hafer oder Soja, sondern
aus Hanf. Mozzalina ist die vegetarische
Art des Mozarella und kommt klassisch
in Schlauchbeutel und Lake in die Regale.
Was ich allerdings sehe, ist, dass bei der wachsenden
Zahl älterer Konsumenten in unserer
Gesellschaft würzige Käse stärker nachgefragt
werden – vielleicht liegt es an den im Alter
oft atrophierenden Geschmacksrezeptoren …
Butterkäse ist da eher weniger geschmacklich
gefragt.
Claus Christmann: Westland Kaas hat als Startup
zusammen mit anderen Profis Wildwest-
Land für vegane Produkte gegründet. Die
Produktion geht aber auch eher in Richtung
Frischkäse und Cremes.
THESE 6:
TRANSFORMATION
GESTALTEN
Angesichts sinkender Mopro-Nachfrage
müssen sich Unternehmen breit aufstellen.
Andreas Schneider: Wir haben Transformationsprozesse,
aber solange es Menschen gibt,
wird es Tiere geben und wir werden tierische
Produkte haben. Allerdings: Die Bedeutung
wird abnehmen. Wir werden weniger Milch
haben, weil viele Landwirte oder deren Kinder
in Millionen Euro
60
50
40
30
20
10
@
ZAHLEN
Umsatzprognose: Milchprodukte
sind in Deutschland in Zukunft attraktiv
0
43,26
47,89
Quelle: Statista Market Insights
45,56
49,87
2026 2027 2028 2029
Andere Milchprodukte & Eier
Eier
Joghurt
Joghurt-Ersatzprodukte
Käse
Käse-Ersatzprodukte
Milch
Milch-Ersatzprodukte
künftig die Höfe nicht weiter bewirtschaften
werden.
Claus Christmann: Auch in den Niederlanden
geht die Zahl der Kühe zurück, aufgrund von
staatlichen Auflagen. Es wurden vor Jahren
die Bestände um zehn Prozent reduziert, jetzt
werden sie um weitere 20 Prozent reduziert.
Andreas Schneider: Die Frage ist: Wie findet
man in dem enger werdenden Markt seine Verwender,
wie lange sichert man die Zukunftsund
Enkelfähigkeit? Aus meiner Sicht, indem
man Einzigartigkeit weiterentwickelt und sich
im Bewusstsein des Endverbrauchers stärker
verankert als andere. Und sich – ich spreche
jetzt für Schwarzwaldmilch – als Unternehmen
breit aufstellt. Aber in erster Linie ist
der emotionale Mehrwert entscheidend, der
sich im preislichen Mehrwert final ausdrückt.
Claus Christmann: Wie heißt der markentechnische
Begriff von Innovation? Wenn der Endverbraucher
ein Produkt als Innovation sieht,
ist es eine Innovation. Und nicht, wenn das
Marketing sagt, es ist eine Innovation. Der
Kunde muss für sich sagen, ich sehe den Mehrwert
und entscheide mich, ich kaufe. ☐
28 Branche • RUNDSCHAU 05/25
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Branche
Category Management
Text: Silke Detlefsen
Unverzichtbare Analysen
Eine besondere Herausforderung für das Category Management im Kühlregal ist sicher der begrenzte Platz.
Wie lassen sich unter diesen Voraussetzungen die richtigen Produkte auswählen? Und wie kann man sie effizient
platzieren? Tipps und Erfahrungen für mehr Umsatz und zufriedenere Kunden.
Am PoS ist die Regalfläche in der Pluskühlung
zweifellos limitiert und
lässt sich nicht mal eben erweitern.
Das macht Category-Management-
Entscheidungen alles andere als trivial. „Denn
die Warengruppen, die im Kühlregal platziert
werden, sind äußerst vielfältig und zeichnen
sich durch eine hohe Breite und oft auch Tiefe
des Sortiments aus. Saisonale Produkte sorgen
für viel Bewegung in den bestehenden Kategorien“,
erläutert Hendrik Dippel, Leiter Sales
Activation Homann Feinkost. Hinzu kommt
der Ausbau neuer Sortimente wie Vegan/
Vegetarisch, High Protein und Convenience:
„Dies führt zu einem permanenten Druck auf
die Flächenanteile der Kategorien in der Küh-
lung.“ Es gilt also stets, den Spagat zwischen
Wirtschaftlichkeit und Vielfalt zu schaffen.
Schließlich wünscht sich der Shopper eine
breite Auswahl, die alle seine Bedürfnissse
abdeckt. Andererseits möchte der Handel die
Fläche zugunsten seines Umsatzpotenzials so
effektiv wie möglich bespielen.
Alles an passender Stelle
„Zudem ist es wichtig, die richtigen Artikel
an der richtigen Stelle am PoS zu platzieren“,
ergänzt Mathias Schlüter, Geschäftsführer
Vertrieb der Rügenwalder Mühle. Mit seinem
Wissen über Shopper, Kaufentscheidungen
und Konsumentenbedürfnisse sowie einer
umfangreichen Datenbasis möchte das Unternehmen
den Handel dabei unterstützen,
bestmögliche Entscheidungen zu treffen. 2023
etwa wurde eine groß angelegte PoS- und
Shopper-Studie durchgeführt. Deren Ergebnisse
beispielsweise: „Der Shopper wünscht sich
grundsätzlich ein übergeordnetes Regal für
vegetarische und vegane Produkte insgesamt,
sodass alle relevanten kühlpflichtigen veganen
und vegetarischen Produkte gemeinsam
platziert und so von den Shoppern leichter
gefunden werden können.“ Innerhalb dieses
Regals sollten die einzelnen Warengruppen
demnach aber wiederum sinnvoll voneinander
getrennt werden. „Unsere Empfehlung ist,
die veganen und vegetarischen Fleisch- und
Wurstalternativen als Profilierungskategorie
Fotos: stock.adobe.com/Arnada, pressmaster
30 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Markentrainer Warenpräsentation
Aufgrund der hohen Flächenproduktivität können Kühlregale
schnell abgegriffen und unordentlich wirken.
Praktische Tipps gibt’s im fitfortrade Markentrainer.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Warenpräsentation
Vorschubsysteme helfen, den Warendruck
aufrechtzuerhalten, und sorgen für
ein stets einladendes Regalbild.
Matthias Dammann
Key Account Manager Retail bei POS Tuning
die bewusste Veggie-Zielgruppe, die gezielt im
veganen Regal sucht – und die Stammkunden,
die unsere Produkte im gewohnten Bereich
erwarten. Leider fehlt hierfür in den meisten
Märkten die nötige Kühlfläche, sodass diese
Lösung selten umgesetzt werden kann.“
mit hoher Kauffrequenz an erster Stelle zu
positionieren.“ Bekannte und erfolgreiche
Marken sind hierbei ein Anker und können
Orientierung für die Shopper bieten, sodass
diese ebenfalls gut sichtbar angeordnet werden
sollten.
Dass die Platzierung veganer und vegetarischer
Produkte im Handel aktuell sehr
unterschiedlich gelöst wird, sieht man bei
Bürger als durchaus herausfordernd. Wird auf
eigene vegane Regale oder Themenbereiche im
Kühlregal gesetzt, schaffe das zwar Klarheit
im Sortiment, führe aber gleichzeitig zu Unsicherheiten
bei den Verbrauchern: „Suchen
sie unsere veganen Produkte nun im veganen
Regal – oder bei den klassischen Bürger-
Produkten?“, hinterfragt Boris Bauer, Leitung
Marketing und Vertrieb beim Unternehmen.
„Ideal wäre aus unserer Sicht eine Doppelplatzierung,
um beide Käufertypen abzuholen:
Die Neugierde wecken
Da limitierte oder Aktionsprodukte generell
von der Sichtbarkeit leben, empfiehlt Bauer
aufmerksamkeitsstarke Zweit- oder Sonderplatzierungen,
die Impulse schaffen, neugierig
machen und die Kaufbereitschaft spürbar
steigern. Gerade bei zeitlich begrenzten Highlights
sei die Platzierung im Standardregal
oft nicht ausreichend, um die gewünschte
Beachtung zu erzielen: „Eine gut geplante
Sonderplatzierung im Aktionsumfeld oder
Die Weltneuheit:
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9
INTERVIEW
Sebastian
Gadea-Graf
Category
Manager, Ornua
Deutschland
Was ist beim Category Management
(CM) im Kühlregal essenziell?
Es ist immer wichtig, dass man eine
umfangreiche Datengrundlage hat, auf
deren Basis man Entscheidungen trifft.
Auch Händler sollten bereit dazu sein,
Daten zu teilen, damit man CM-Projekte
messbar macht und nicht aufgrund von
gefühlten Einschätzungen handelt. Das
macht es auch später für jeden nachvollziehbar.
Zudem sollten nicht nur
reine Fakten einbezogen werden, also
etwa Scannerdaten, sondern im besten
Fall auch Marktforschungen: damit man
den Konsumenten nicht außen vor lässt.
Was macht die Situation
im Kühlregal so besonders?
Durch den begrenzten Platz sollte man
sich auf die Marken und Produkte konzentrieren,
die eine hohe Käuferreichweite
haben. Die MHDs sind deutlich
kürzer als bei Trockenware. Auch deshalb
muss man anders agieren. Durch
die aktuelle Bauart der Kühlmöbel, gibt
es oft Türen. Das bedeutet begrenzte
Sichtfelder und auch vorgegebene Sichtachsen.
Das kann vor Ort eine Herausforderung
sein. Selbst wenn man alles
schön am PC plant, kann es nachher im
Regal im Markt vorkommen, dass man
z. B. die Ankermarke oder Premiumprodukte
nicht gut sieht, weil eine Säule
davor ist, oder dass man nicht bequem
an diese Ware herankommt.
Gibt es Fehler, die sich
einfach vermeiden lassen?
CM ist ein kontinuierlicher Prozess.
Es ist nicht damit getan, diesen einmal
durchlaufen zu haben und dann
zu denken, dass man jetzt ein perfektes
Regal hat. Es gibt ja z. B. auch immer
Entwicklungen, die zu berücksichtigen
sind. Vegetarisch, Vegan oder Protein,
das sind Trends, die in vergangener Zeit
in den Kühlregalen angekommen sind.
Darauf ist zu reagieren. Und wer weiß,
wie die Trends in den nächsten ein oder
zwei Jahren aussehen?
Wenn CM-Projekte zudem nur mit Zentralen
ausgearbeitet werden und diejenigen,
die die Pläne am Ende realisieren
sollen, nicht abgeholt werden, dann ist
die Umsetzung im Markt schwierig.
Denn jeder Standort hat andere Gegebenheiten.
Wenn da einfach nur ein
Planogramm an die Filiale geschickt
wird, ohne zusätzliche Erklärungen,
halte ich das für nicht sehr praktikabel.
Es gehört dazu, die Fachberater und
das Team vor Ort mitzunehmen und
zu schulen.
Welche neue Technologien und Tools
können helfen, den CM-Erfolg weiter
zu optimieren?
Bei künstlicher Intelligenz, KI, gibt es
mittlerweile extrem gute Fortschritte.
Verfügbar ist auch Software, die beispielsweise
Kühlregale auswertet und
dann Empfehlungen zur Verteilung
der einzelnen Produkte geben kann.
Dennoch ist Marktforschung weiterhin
sehr wichtig. Denn wir bewegen uns in
einem Bereich, in dem keine riesigen,
öffentlich zugänglichen Datenmengen
verfügbar sind, mit denen man die KI
füttern kann. Und die KI kann ja nur
vernünftig arbeiten, wenn es eine entsprechende
Grundlage dafür gibt. Also
werden auch weiterhin der gesunde Menschenverstand
und Erfahrungswerte benötigt.
Es gibt so viele unterschiedliche
Ausgangspunkte, sei es der Standort,
seien es die Konsumenten, die dort einkaufen,
oder das Sortiment, das sich die
Shopper im jeweiligen Markt wünschen.
Man kann KI sicher als Unterstützung
nutzen. Aber vor allem auch dafür, in
Zeiten von Personalmangel im Handel
wieder mehr Zeit für andere Dinge auf
der Fläche zu haben.
in einem separaten Promotionbereich im
Kühlregal wäre daher ideal.“
Grundsätzlich gilt, dass sich Verbraucher
in einem gut strukturierten Kühlregal besser
orientieren können und es weniger Kaufabbrüche
gibt, wie Anja Mügge, Category Manager
DMK Deutsches Milchkontor, betont. Ein- und
Auslistungen sollten daher in die richtigen
Segmente einsortiert werden, sodass die Struktur
erhalten bleibt. Auf Basis von Shopper-
Studien hat das Unternehmen eine detaillierte
Shelf Vision für die Kühlung entwickelt, die
regelmäßig überprüft und angepasst wird.
Zudem sei es zu empfehlen, die Flächenverteilung
in regelmäßigen Abständen daraufhin
zu überprüfen, welche Kategorien wachsen
und mehr Platz brauchen: „Hintergrund für
diese Empfehlung ist die Tatsache, dass die
Pluskühlungen neben dem TK-Bereich teure
Regalflächen im LEH sind.“
Jan Dehning, Category Manager bei Bergader,
sagt klar, dass im Käseregal der erste
Eindruck zählt und Sauberkeit und Hygiene
Standard sein sollten. Eigentlich ein Basic,
aber in Anbetracht aktueller Fernsehberichte
durchaus erwähnenswert. „Da beim Käsekauf
viel auf Vorrat gekauft wird, spielt auch
die Produktverfügbarkeit eine besonders
große Rolle.“ Dehnig rät dazu, eine „echte
Käsewelt“ zu schaffen, die die klassischen
SB-Produkte ansprechend präsentiert und
auch die Prepack-Produkte in unmittelbarer
Nähe mit einbezieht. „Wenn die Anordnung
der Produkte stimmt, können Shopper intuitiv
geführt werden.“ Die wesentlichen Kriterien
für Shopper seien eine klare Kategorisierung
mit einem Hinweisschild „Käse“ über dem
Regal sowie eine klare Regal-Verständlichkeit,
damit sich Shopper schnell orientieren können:
„Inklusive Beschriftungen über oder neben
dem Regal mit Trennschildern oder Flaggen
für die einzelnen Subkategorien – wie etwa
Weichkäse, Scheibenkäse oder Frischkäse.“
Gut bevorraten, wenig verschwenden
Da Produkte aus dem Kühlregal meist ein
sehr kurzes oder kurzes MHD von wenigen
Tagen oder Wochen haben, kommt es auch auf
eine optimale Regalplanung mit der richtigen
Anzahl Facings pro SKU an. Das ist nicht nur
32 Branche • RUNDSCHAU 05/25
9
3 FRAGEN
◁ Das Verkaufsteam
ist mit seinem
Know-how ein
nicht zu vernachlässigender
Erfolgsfaktor: nah
dran am Kunden –
und Umsetzer der
Konzepte im Alltag.
Ismet Musliu
Marktmanager
Rewe
Heidestraße,
Frankfurt a. M.
Wie entscheiden Sie sich für neue
Produkte im Kühlregal?
Im Einklang mit dem Außendienst, mit
der zuständigen Fachkraft, das ist bei
uns Nadine Jurock, und natürlich abhängig
vom Kundenstamm – den Bedürfnissen
der Kunden. Wir haben in der
Vergangenheit viele Kundenbefragungen
gemacht: Welche Produkte, welche
Auswahl wünschen sich die Shopper
noch? Darauf sind wir eingegangen,
um das Bestmögliche herauszuholen.
wichtig, damit die Shopper ihre Produkte
finden, „sondern auch, um Food Waste und
Out-of-Stocks zu vermeiden“, so Alexander
Schmolling, Marketingleiter bei Popp. Klar,
dass man größere und schwere Produkte in
der Wanne/in der Bückzone platziert und
kleinere Produkte weiter oben. „Auch die
Anbindung sollte sinnvoll gewählt werden,
diese ist für Feinkostsalate z. B. nach der
Gelben Linie und vor SB-Wurst im Kundenlauf
sinnvoll.“ Schmolling verweist darauf, dass
diverse Shopper-Studien bezüglich veganer/
vegetarischer Produkte keinen eindeutigen
Platzierungswunsch zeigen. Die Platzierung
in einem veganen Block mache es Veganern
und dem Einkäufer für vegane Produkte zwar
leichter. Aber: „Der Vorteil an der Platzierung
neben den konventionellen Produkten ist,
der immer größer werdenden Gruppe der
Flexitarier und der gesundheitsbewussten
Shopper eine Alternative aufzuzeigen.“ Bei
einer Platzierung in der jeweiligen Kategorie
sei eine Kennzeichnung am Regal, etwa durch
Regalwobbler, empfehlenswert. In Bezug auf
Artikel, die nur im Winter oder in der Sommer-/Grillsaison
nachgefragt werden, lohne
sich eine tiefere Analyse: „Um den Shoppern
ausreichend saisonale Produkte anzubieten
und so auch Impulse durch Abwechslung zu
schaffen. Limited Editions haben meist ein
so auffälliges Design, dass der Shopper sie
auch im Standardregal findet und ausprobiert.
Alternativ kann man sie im Aktionsbereich
berücksichtigen.“ Schmolling sieht auch gute
hausinterne Business-Intelligence-Lösungen
als hilfreich, um Kunden über Marktforschungszahlen
hinaus zum optimalen Sortiment
zu beraten.
Keine Einheitslösungen
Keinesfalls zu vernachlässigen ist selbstverständlich
auch, dass sich die Käufergruppen
und deren Einkaufsverhalten je nach Standort
erheblich unterscheiden. „Deshalb gibt
es nicht das eine Planogramm, das überall
gleichermaßen funktioniert”, so Matthias
Dammann, Key Account Manager Retail bei
POS Tuning. Vielmehr sei es notwendig, standortspezifisch
zu analysieren, welche Produkte,
an welcher Stelle und in welcher Menge platziert
werden sollten, um den Kundenbedürfnissen
gerecht zu werden.
Unverzichtbar dürfte es wohl auch weiterhin
sein, seine Kunden im Markt nach ihren
Wünschen zu befragen und mit ihnen im
direkten Austausch zu bleiben. Dazu gehört,
aufmerksam zu beobachten, gut zuzuhören
und miteinander zu sprechen.
☐
Haben Sie Tipps für Kollegen?
Die Ware muss nicht nur gut sichtbar,
sondern auch gut zugänglich für die
Kunden sein. Man sollte z. B. auch auf
ältere Menschen achten. Hier lohnt es
sich, das ein oder andere Produkt, das
vom Konzept her eigentlich weiter oben
platziert werden sollte, nach unten zu
setzen. Wir haben hier bei uns viele
kleinere Damen und auch Herren, die
nur schwer in die Höhe des Regals kommen.
Also haben wir darauf reagiert.
Das sind Erfahrungswerte.
Was ist Ihre besondere Stärke?
Dass wir mit den Trends mitgehen und
alles Aktuelle sofort aufgreifen – sei es
Vegan, Bio oder Protein. Derzeit läuft
Skyr, isländischer Joghurt, etwa extrem
gut. Also gilt es, das im Kühlregal in den
Vordergrund zu rücken. Dann spiegelt
sich das auch im Umsatz wider.
www.rundschau.de
33
Branche
Kassenzone
Text: Mirko Jeschke
Self-Checkout auf
dem Vormarsch
Aufgrund der steigenden Nachfrage stehen im LEH immer mehr
SB-Kassen zur Verfügung. Mit cleveren Category-Management-Ansätzen
bieten sie jede Menge Potenzial für zusätzliche Wertschöpfung.
Nach einer Marktanalyse des EHI Retail Institute
aus dem Jahr 2023 haben sich Self-Checkout-Systeme
in Deutschland zuletzt stark verbreitet. So hat
sich die Zahl der Geschäfte mit entsprechenden
Angeboten von 2021 auf 2023 auf gut 5.000 Geschäfte mehr
als verdoppelt. Im Vergleich zu anderen Branchen liegt
der LEH mit einem Anteil von 61 Prozent mit deutlichem
Abstand an der Spitze. Zum Vergleich: Im Drogeriebereich
halten lediglich 15 Prozent der Geschäfte
SB-Kassen vor. Dabei wird das eigene Scannen
der Artikel – stationär an der Kasse oder mobil
am Regal – als zusätzlicher Kundenservice
verstanden, um vor allem Wartezeiten zu
verkürzen oder lästiges Umpacken an der
Kasse zu vermeiden.
Rasantes Wachstum
An den stationären Self-Checkout-Systemen
in 4.270 Märkten sind laut EHI etwas mehr
als 16.000 SB-Kassen im Einsatz, davon allein
9.600 im Lebensmitteleinzelhandel. Die meisten
Kassen stehen den Kunden in Rewe- und
Edeka-Märkten zur Verfügung.
Setzt man die im LEH im Einsatz befindlichen
rund 9.600 SCO-Kassen in Relation zu
den circa 230.000 herkömmlichen Kassen, wird
deutlich, dass SB-Kassen mittlerweile durch
das Wachstum eine ansprechende Marktbedeutung
in Deutschland erlangt haben.
Hinzu kommt, dass sie weiterhin ein großes
Marktpotenzial besitzen, da viele Lebens-
34 Branche • RUNDSCHAU 05/25
_
INFO
Bargeldzahlung rückläufig
mitteleinzelhändler bei Umbauten oder Neueröffnungen
Installationen planen und davon
auszugehen ist, dass auch im Discountbereich
ein weiteres Wachstum stattfinden wird. Den
Beleg für letztere Prognose liefert Lidl. Im Zuge
der Weiterentwicklung seines Filialnetzes in
Berlin bietet der Discounter seinen Kunden
mit den im Dezember 2024 eröffneten Filialen
in zwei Galeria-Standorten nach eigenen
Angaben moderne Einkaufsmöglichkeiten
in attraktiver Innenstadtlage. Neben dem
Fokus auf dem Frischesortiment bzw. dem
pflanzlichen Sortiment bieten die beiden
Märkte – zusätzlich zu den herkömmlichen
Kassen – mehrere Self-Checkout-Kassen, um
den Kunden „einen schnellen und flexiblen
Kassiervorgang“ zu ermöglichen.
Wie aus der EHI Markterhebung 2023 hervorgeht,
gibt es im klassischen Lebensmitteleinzelhandel
mittlerweile mehr als 2.600
Märkte mit durchschnittlich 3,7 SB-Kassen
pro Markt. Damit erreichen die Märkte mit
SB-Kassen einen Marktanteil im LEH von
rund 7,5 Prozent.
Verschiedene Varianten
Betrachtet man die Möglichkeiten des Self-
Checkout genauer, kristallisieren sich fünf
Varianten heraus. Beim stationären Self-
Checkout (1) dient die SB-Kasse als Packstation
für eine oder mehrere Einkaufstüten.
Dabei ist eine Kontrolle über eine integrierte
Waage möglich. Ein integriertes Payment-
Modul ermöglicht die Bezahlung mit oder ohne
Bargeld. Diese Variante wird vorzugsweise für
kleinere Einkäufe genutzt.
Beim mobilen Self-Scanning per Handheld
oder Smartphone (2) scannt der
Im Zuge veränderter Zahlungsgewohnheiten
hin zu mehr bargeldlosen
Zahlungen hat sich auch das
Zahlungsmittelangebot am Self-
Checkout verändert. Auch im LEH
verzichten immer mehr Händler auf
Barzahlungsmodule, obwohl kleine
Einkäufe nach wie vor häufig bar
bezahlt werden. Laut EHI kommen
immerhin noch rund 45 Prozent der
Lebensmittel- und Baumärkte dem
Kundenwunsch nach und bieten
SB-Kassen mit Barzahlungsmodul
an, obwohl dies höhere Investitionskosten
erfordert. Hinzu kommt eine
deutlich höhere Wartungsintensität
als bei reinen Kartenzahlungssystemen,
da Cash-Systeme etwas störungs-
und wartungsanfälliger sind.
Zeit, du selbst zu sein
NOTHING
TO ADD
Branche
Kassenzone
Kunde über ein Handgerät (Industriescanner
oder eigenes Smartphone) die Artikel
während des Einkaufs ein. Bezahlung an einer
stationären Kasse, am Bezahlterminal oder
in der App. Dies ist vor allem bei größeren
Einkäufen vorteilhaft.
Daneben gibt es das mobile Self-Scanning
am Einkaufswagen (3). Bei dieser Variante mit
dem „Smart Trolley“ ist der Scanner entweder
am Einkaufswagen fixiert oder über ein Kabel
mit einem fest montierten Mikrocomputer verbunden.
Die Kontrolle erfolgt über Kameras
und Wiegesensoren.
Bei den vollautonomen Grab & Go Stores (4)
registrieren KI-Technologie, Computer-Vision
und Gewichtssensoren jede Artikelentnahme
aus den Regalen. Shopper verlassen den Markt
ohne aktiven Bezahlvorgang.
Schließlich erfassen beim Automatic Scanning
(5) Barcode-Leser und Sensoren für die
optische Bilderkennung die Artikel auf dem
Kassenlaufband vollautomatisch im „Tunnelscanner“.
Vereinzelte Testinstallationen
im Handel blieben bislang allerdings ohne
durchschlagenden Erfolg.
Umsatzpotenziale schöpfen
Um die Wertschöpfungspotenziale im Bereich
der Selfscanning-Kassen optimal zu nutzen,
hat Torsten Sydow, Sales Director bei Mars
Wrigley, vier konkrete Empfehlungen:
(1) Jede Kasse abdecken, denn auch jede ungenutzte
Selfscanning-Kasse ist verlorenes
Umsatzpotenzial.
(2) Platzierung von Impulswaren in der Self-
Checkout-Vorkassenzone oder direkt an den
Self-Checkout-Terminals. Die größte Impulskraft
ist gegeben, wenn die Shopper noch nicht
mit dem Bezahlvorgang beschäftigt sind.
(3) Shopper-Bedürfnisse „Belohnen“ und
„Erfrischen“ in den Mittelpunkt stellen und
Produkte mit der höchsten Impulsivität wie
Kaugummi oder Schokoladenriegel anbieten.
(4) Emotionale Ansprache beispielsweise durch
Nutzung von LED-Beleuchtung. Bis zu 13 Prozent
Umsatzsteigerung sind möglich.
Shopper mit weniger als durchschnittlich
6,5 Produkten wählen eher die SB-Kasse als die
gewohnte Laufbandkasse (Quelle: US Videomining
Large Store analysis, 2021). Das hat
Auswirkungen auf das Kaufverhalten. Denn
wenn Shopper den Bezahlvorgang schneller
Wir empfehlen, Produkte mit der
höchsten Impulsivität wie Kaugummi
oder Schokoladenriegel anzubieten.
Torsten Sydow
Sales Director, Mars Wrigley
abwickeln oder am Selfscanning-Terminal
beschäftigt sind, bleibt ihnen weniger Zeit
für Impulskäufe. Dabei besteht nach wie vor
ein Bedürfnis nach „Belohnung“ oder „Erfrischung“
als Abschluss des Einkaufs. Rund
80 Prozent der Kaufakte erfolgen spontan,
was für signifikante Zusatzumsätze sorgt.
Eine in der EHI-Kassenstudie erstellte Modellrechnung
macht deutlich, dass selbst mit
kleinstmöglichen Modulen direkt an den
Selfscanning-Kassen eine Steigerung von
Süßwarenumsatz und -ertrag möglich ist. Ein
Test von Mars Wrigley im Markt bestätigte
die Ergebnisse. Ein höheres Potenzial bieten
vorgeschaltete Impulsmodule für die Selfscanning-Kassen,
beispielsweise direkt am
Eingang des Selfscanning-Bereichs platziert.
Die Zugriffsraten sind hier deutlich größer – so
lässt sich die Impulskraft der Laufbandkasse
zum großen Teil auf Selfscanning-Kassen
übertragen.
▽ An der klassischen Laufbandkasse verbringen Kunden mehr Zeit und
können daher eine Vielzahl an Impulsartikeln erfassen.
▽ In SB-Bereichen empfiehlt sich ein Fokus auf Produkte mit hoher
Impulsivität. LED-Technik hilft bei der emotionalen Kundenansprache.
Fotos: Thomas Schreiber, Mars Wrigley, POS Tuning
36 Branche • RUNDSCHAU 05/25
Mit der Frage, welche Maßnahmen Kunden
zu mehr Impulskäufen animieren, beschäftigt
sich auch POS Tuning, ein Spezialist für
Warenpräsentation am Point of Sale.
Impuls braucht Animation
Nach Überzeugung des Unternehmens sind
Händler und Hersteller gemeinsam gefragt,
im Rahmen des Category Managements Konzepte
zu entwickeln und zu testen, wie der
Self-Checkout der Zukunft aussehen kann.
„Um Shopper zu Impulskäufen zu animieren,
muss die Art der Platzierung neu
überdacht werden. Es reicht kaum aus, einen
Korb mit Ware aufzustellen, der dann nicht
wahrgenommen wird. Neue Technologien,
wie digitalisierte Einspieler direkt am Self-
Checkout-Bereich müssen Produkte attraktiv
anteasern und diese sollten dann auch in
erreichbarer Nähe zur Checkout-Zone platziert
sein“, erklärt Matthias Damman, als
Key Account Manager Retail bei POS Tuning
verantwortlich für die Ausarbeitung und Umsetzung
von kundenspezifischen Projekten aus
den Bereichen Kunststoff, Verkaufsförderung
und Produktplatzierung.
Des Weiteren bleibt das Thema Diebstahl eine
große Herausforderung, besonders im Bereich
der Kassen beziehungsweise Self-Checkout-
Zonen. „Diebstahlgefährdete Produkte, wie
beispielsweise Zigaretten hinter – optisch
wenig ansprechende – Gitter zu sperren, ist
eine unglückliche Lösung, denn diese ist zwar
im ersten Moment sicher, aber auch wenig
attraktiv. Hier gibt es geeignete Lösungen,
wie etwa den POS-T Udo Safe. Dieses System
ermöglicht eine optimale Sichtbarkeit der
△ Flexibles Vorschubsystem für vielerlei Getränkegebinde:
der SuperVario von POS Tuning.
Produkte, während der Zugriff kontrolliert
bleibt: Per Touch-Sensor wählt der Kunde das
gewünschte Produkt aus, das anschließend
vollautomatisch ausgegeben wird. Solche
Systeme eignen sich auch ideal für andere
diebstahlgefährdete Artikel wie Rasierklingen“,
so Matthias Damman.
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HDE
HDE-Prognose: Zahl der Geschäfte
sinkt 2025 weiter
KONSUM Angesichts der anhaltend schwachen Konsumstimmung
ist die Lage der Innenstädte in Deutschland
weiterhin schwierig. Laut Prognose des Handelsverbandes
Deutschland (HDE) werden im Jahr 2025 im Einzelhandel
4.500 Geschäfte ihre Türen für immer schließen.
Keine Entwarnung bei
Ladendiebstahl
STATISTIK Die polizeiliche Kriminalstatistik für 2024
weist einen Rückgang der angezeigten Ladendiebstähle
aus. „Der Rückgang der angezeigten Ladendiebstähle ist
kein Grund zur Entwarnung“, so HDE-Hauptgeschäftsführer
Stefan Genth. Tatsächlich bewegen sich die Zahlen im Zehn-
Jahresvergleich weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.
www.einzelhandel.de
KI im Handel
KÜNSTLICHE INTELLIGENZ Immer mehr Handelsunternehmen in
Deutschland erkennen das strategische Potenzial von künstlicher
Intelligenz (KI) und setzen die Technologie ein. Gleichzeitig bleibt die
unternehmensweite Umsetzung für viele eine Herausforderung. Das
zeigt die aktuelle KI-Studie 2025, die der Handelsverband Deutschland
(HDE) durchgeführt hat. Befragt wurden dabei 175 kleine, mittlere und
große Handelsunternehmen zu ihrem KI-Reifegrad, zu den Einsatzfeldern
sowie zu den Hürden bei der Umsetzung. Die aktuelle KI-Studie
2025 setzt die Erhebungen aus den Jahren 2020, 2021 und 2023 fort.
Download der Studie: www.einzelhandel.de/ki-studie
HDE reicht Beschwerde gegen Temu ein
KARTELLBESCHWERDE Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat beim Bundeskartellamt eine
Beschwerde gegen die chinesische Plattform Temu wegen kartellrechtswidrigen Verhaltens eingereicht.
Die Vorwürfe gründen darauf, dass Temu den Geschäftspartnern, die Waren über die Plattform
verkaufen, die Preissetzungshoheit entzieht. Denn Temu legt nicht nur fest, dass die Preise der
einzelnen Händler bei maximal 85 Prozent des Preises liegen dürfen, den die Händler für ein vergleichbares
Produkt auf anderen Verkaufsplattformen verlangen. Vielmehr behält sich Temu gegenüber
den Verkäufern zugleich auch vor, selbst über die Höhe der finalen Verkaufspreise zu entscheiden.
www.einzelhandel.de
Konsumbarometer
Das ist der Trend im April:
KONSUM Auch im April bleibt eine größere Verbesserung
der Konsumstimmung aus. Zwar steigt das HDE-
Konsumbarometer ein wenig an, der Wert bleibt damit aber
auf niedrigem Niveau. Die Beschlüsse der Bundespolitik zu
großen Investitionspaketen in Infrastruktur und Verteidigung
lösen somit bisher keine Aufbruchsstimmung bei den Verbrauchern
aus. Eine spürbare Erholung des Konsums wird
es aller Voraussicht nach bis auf Weiteres nicht geben.
www.einzelhandel.de/konsumbarometer
96,35
97,51 98,86 97,76 97,70 96,93 97,25 97,54
95,62 96,09
96,13
94,99 95,31 95,36 96,02
93,57 93,72
12/23 01/24 02/24 03/24 04/24 05/24 06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25 03/25 04/25
Quelle: HDE
Fotos: stock.adobe.com/Andrey Popov, KSCHiLI
38 RUNDSCHAU 05/25
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Text: Sibylle Menzel
Fotos: Michael Gregonowits
Maria Akhavan, RUNDSCHAU, und Lisa
Kaiser (r.), Importhaus Wilms für Darbo.
Vanessa Dieck, Importhaus Wilms, mit dem Award
für Pingvin und Laudator Gunnar Brune.
Ein Hoch auf die Sieger des SWEETIE 2025 in schönster Kulisse: Jubelnde Preisträger und ihre
Laudatoren nach der Award-Verleihung im glanzvollen Kurhaus in Baden-Baden.
Elvis und Drazen Bogicevic (v.l.), Elvis
Eis, erhalten den Sonderpreis der Jury.
Sabrina Grasse (r.), LIMITD, nimmt die
Preise für Emyio und Robʼs entgegen.
Sansal Alemdag und Vivian Montag (v.l.), Peter Kölln, nehmen von Juror und
Laudator Oliver Numrich den SWEETIE Award entgegen.
In Siegerlaune: Meike Heitker,
Ritter Sport.
Süße Sause
Time for Party, Time for SWEETIE: Im wunderschönen Ambiente des Baden-Badener
Kurhauses haben die Preisträger 2025 ihre Trophäen erhalten – damit jährte sich die
Vergabe des Awards an innovationsstarke Süßwaren & Salzige Snacks zum 20. Mal.
40 Award • RUNDSCHAU 05/25
Sponsor:
Torsten Pollex (r.) empfängt den
Preis für Manner.
Gewinner-Duo: Bilal Aslam und
Nicole Tran, Trolli.
Robert Morgunov von
Quarkwerk.
Manuel Brake und Florian Kurth (v.l.), Conrad Schulte,
gewinnen in der Kategorie Kekse.
Verena Claus und Nadine Thürling (v.l.) von
Viba Sweets und Viba Sweets/Heilemann.
Stefan Roßkopf und Hubert Bayer
freuen sich für Gottfried Wicklein.
Constantin Franke, Importhaus
Wilms, für Bio-Zentrale.
Sandra Ronken und Kirsten Wiesenhütter (v.l.), Ritter
Sport, mit Laudatorin Isabel Trinkert, Markant.
Anette Kaluza (l.), Kreyenhop & Kluge, nimmt den Award für
Flying Goose in der Kategorie Chips entgegen.
Vjosa Murselji (l.), Loacker, und
Sanela Svjetlanovic, RUNDSCHAU.
Popcorn at itʼs best: Benjamin Böhle
und Stefan Dürr (v.l.), KLS Vertrieb.
Bilal Aslam und Florian Bauer,
Treetopia für Nature Gummies.
Stephanie K. Schuth mit der Trophäe
für Treets/Piasten.
Über die Jahre hat sich der SWEETIE
Award der RUNDSCHAU seinen
Ruf erworben; heute zählt er zu
den renommiertesten Branchenauszeichnungen
für Süßwaren
und Salzige Snacks. Bei der diesjährigen
Preisverleihung des SWEETIE im Kurhaus
Baden-Baden, von Moderator Markus Brock
charmant begleitet, zeigte sich erneut: Ideen,
Mut und die Hingabe, akribisch ein Produkt
zur Perfektion zu bringen, all das geht nie
aus. Der SWEETIE 2025 erbringt den Beweis,
wie sich eine Branche mit überraschenden
Kreationen innovationsstark immer wieder
neu ausrichtet – auch wenn sie mit enormen
Herausforderungen, wie Kostensteigerungen
oder Rohstoffbeschaffung, konfrontiert ist.
Impuls- und umsatzstark
Treiber für Veränderungen, hält Oliver Numrich
vom BVE in seiner Keynote während der
Preisvergabe fest, sind neue Technologien,
der Handel mit neuen Rohstoffen, Zutaten
und Aromen, aber auch Veränderungen in
der Gesellschaft und der Verbraucheransprüche.
Alle Aspekte fließen bei etlichen
der Gewinnerprodukte gekonnt mit ein; ab
Seite 48 stellen wir die siegreichen Innovationen
2025 ausführlich vor.
Zuvor der Blick hinter die Kulissen: Wie
urteilt die Jury bei der Verkostung der über
80 Einreichungen für den SWEETIE Award?
Fest steht: Dem Bewertungsverfahren halten
nur die Besten stand – Innovationen voller
Genuss und Kreativität, mit großem Potenzial
für einen umsatzstarken Auftritt am PoS. ☐
www.rundschau.de 41
Award
SWEETIE Gewinner
Text: Sibylle Menzel
Fotos: Sascha Kreklau
Jurymitglieder 2025
› Andreas Bertram,
ZDS Zentralfachschule der
Deutschen Süßwarenwirtschaft
› Gunnar Brune, Tricolore Marketing
› Tilo Lehmann, Scheck-In
› Sanela Svjetlanovic, RUNDSCHAU
für den Lebensmittelhandel
› Sonja Meise, FM Foodnews Media
› Oliver Numrich, BVE;
naschkater.com
› Sabine Schommer, Koelnmesse
› Jennifer Schorr,
Felix Koch Offenbach
› Markus Schüttler, Okle
› Isabel Trinkert, Markant
› Christian Walbrodt,
Edeka Minden-Hannover
› Christian Wilke, AWK
△ Gut gelaunte Expertenrunde und das RUNDSCHAU-Team mit Edith Villwock, Leiterin Veranstaltungen (l.),
Verlagsleiterin Maria Akhavan (r., sitzend) und Sanela Svjetlanovic, Leiterin Media & Sales (r.).
SWEETIE 2025: „Süßware ist
mehr als nur Genuss“
Geschmack, Konsistenz oder
Darreichung: Für eine Jury kann
es gar nichts Schöneres geben,
als bei der Verkostung überrascht
zu werden. Das haben in diesem
Jahr etliche SWEETIE Anwärter
geschafft. Ein Blick auf die
Innovationen und kreative Vielfalt.
Süßware war nie, ist nie und wird
nie langweilig“, sagt Juror Christian
Walbrodt von Edeka Minden-
Hannover. Seit zwei Jahrzehnten
kürt der Award nun schon Süßwaren
und Salzige Snacks, die nicht älter als
ein halbes Jahr sind oder erst in den nächsten
Monaten ins Regal kommen. Die diesjährigen
Gewinner haben dem strengen Kriterienkatalog
der Jury standgehalten und in jeder
Hinsicht überzeugt – ob geschmacklich, sensorisch,
in ihrer Darreichung, Trendaffinität oder
Innovationskraft. Ganz klar: Die Kategorie
ist dabei in stetigem Wandel, eine der entscheidendsten
Entwicklungen fasst Christian
Waldbrodt zusammen: „Mittlerweile liefert
die Süßware mehr als nur Genuss, sondern
vereint Genuss und neue Werte.“
Von Verantwortung bis Lifestyle
Viele Hersteller, so die Beobachtung von
Sabine Schommer, Koelnmesse, befassen sich
mit dem Thema Nachhaltigkeit auf unterschiedlichste
Weise. Zunächst hinsichtlich
der Verpackung mit dem Einsatz recycelbarer
Materialien, aber auch in Bezug auf Inhaltsstoffe.
Dazu gehört zum Beispiel Kakao aus
zertifiziertem Anbau oder auch regionale
Zutaten, die aufgrund kurzer Transportwege
bevorzugt werden. Außerdem stehen
42 Award • RUNDSCHAU 05/25
Sponsor:
△ Die Jury startet mit dem Geschmackstest – hier nehmen Sabine Schommer,
Koelnmesse, und Andreas Bertram, ZDS, einen Anwärter unter die Lupe.
△ Mit Freude bei der Sache: Jennifer Schorr, Felix Koch, ist als Sensorikexpertin
langjähriges Jurymitglied bei der Auswahl der SWEETIE Gewinner.
Natürlichkeit und der Verzicht auf künstliche
Aromen und Farbstoffe auf der Agenda
vieler Produktentwicklungen. „Ein weiterer
wichtiger Trend ist Gesundheit: Hier ist es den
Herstellern beispielsweise gelungen, Produkte
zu entwickeln, die deutlich weniger Zucker
enthalten, ohne dass die Jury eine geschmackliche
Einbuße hätte feststellen können“, so
Schommer. Daneben hat sich Snacking, das
Teilen mit Freunden, herauskristallisiert; dazu
hält Andreas Bertram, ZDS, fest: „Gemeinsame
Genussmomente sind für viele junge Menschen
Bestandteil eines modernen Lifestyles. Diese
Entwicklung wird zunehmend bereits im Produktdesign
und den Verpackungskonzepten
von Süßwaren berücksichtigt.“
Überraschende Neuheiten
„Die Einreichungen waren am Puls der Zeit
und haben gezeigt“, hält Sonja Meise, FM Foodnews
Media, fest, „dass aktuelle Trends kreativ
und mutig umgesetzt werden.“ Dazu zählt,
soweit war es zu erwarten, das Trendaroma
Pistazie: „Pistazie alias Dubai-Schokolade
fand sich gleich in drei Eissorten und einer
Schokolade – diese beiden Kategorien greifen
Trends immer besonders schnell auf“, so
Oliver Numrich vom BVE. Aber auch in Nussmischungen
oder Gebäck etabliert sich Pistazie.
Gerade beim Speiseeis, traditionell die
erste Produktkategorie, die von den SWEETIE
Juroren verkostet wird, zeigten sich aber
auch bereits die ersten unerwarteten Neuheiten,
wie Eis im TK-beständigen Glas oder in
Kugelform. Weitere Highlights: Der Einsatz
von geröstetem Mais – innovativ und superknusprig,
so das Urteil von Sonja Meise. Ebenfalls
auf bestem Weg ganz neue Akzente in den
Regalen zu setzen: Nougat in Kombination
mit Frucht, süß-herbe Schokolade mit Lakritz
oder Chips in einer neuen, säuerlichen Geschmacksvariante.
Isabel Trinkert, Markant,
fasst weitere Jurybeobachtungen zusammen:
„Zu den sehr überzeugenden Einreichungen
zählen auch Popcorn in guter Sortenvielfalt,
mit Brause gefüllte Kaubonbons bis hin zu
Saisongebäck, das selbst mit weniger Zucker
das volle Geschmackserlebnis bietet.“
Topseller: 20 Jahre SWEETIE
Für Christian Wilke, awk, ist der renomierte
RUNDSCHAU-Award längst zu einer Institution
geworden: „Der SWEETIE hat in den
letzten 20 Jahren eine bedeutende Rolle in der
Branche gespielt, indem er Innovation und
Qualität fördert.“ Für die Hersteller, so der
Juror, ist er nicht nur eine wertvolle Gelegenheit,
ihre Produkte sichtbar zu machen, auch
für Verbraucher ist er ein Zeichen für Qualität
und Kreativität im LEH. Voraussetzung dafür
ist und bleibt die intensive, kritische Auseinandersetzung
des hochkarätigen Jurygremiums
mit der Produktvielfalt. Der langjähriger Juror
Gunnar Brune, Trikolore Marketing, sagt dazu:
„Wer einmal bei der Jurysitzung des SWEETIE
dabei war, weiß: Beim SWEETIE ist mehr als
Zuckerguss wichtig. Hier werden auch bittere
Wahrheiten ausgesprochen.“ Denn nur was
an Sensorik, Innovation in Produktion und
Produktdesign, Aspekte der Vermarktung
und Konsumtrends den Nerv trifft, hat das
Potenzial zum Sieg: „Am Ende steht die Jury
geschlossen hinter den Gewinnern, denn seit
20 Jahren sind sie, egal ob süß oder salzig, der
genussvolle Beweis, dass sich Qualität und
Innovation durchsetzen.“
☐
www.rundschau.de 43
Award
SWEETIE Gewinner
KATEGORIE WAFFELN
Loacker Deutschland: Chocolaterie Milk Chocolate
DAS PRODUKT: Waffelschichten,
mit feiner Creme
gefüllt, ummantelt von
Vollmilchschokolade. Ohne
Zusatz u. a. von Aromen
oder gehärteten Fetten.
„Extra cremig, extra edel, extra nachhaltig: Das
ist Waffelgenuss auf höchstem Qualitätsniveau“,
lobt die Jury den Neuzugang in der Chocolaterie-
Produktreihe. Die Vollmilchschokoladen-Variante
aus 100 Prozent Alpenmilch ist mit Edelkakao
aus dem Loacker-Nachhaltigkeitsprojekt „Cocoa
Farming Programm“ in Ecuador veredelt.
KATEGORIE BONBONS
Soldan: Em-eukal Vitamin Shot sauer gefüllt zuckerfrei
DAS PRODUKT: Die Bonbons
enthalten Limettenöl
und Fruchtsaftkonzentrat
aus Zitronen. Kombiniert
mit 10 Vitaminen und
zuckerfrei.
Zusatznutzen und eine zuckerfreie Rezeptur: Die
Vitamin-Shot-Bonbons treffen den Verbrauchernerv.
Überzeugend auch die Geschmackskombi
aus saurer Füllung und fruchtigem Bonbon-Mantel.
„Frisch, säuerlich, zuckerfrei: Mit Vitaminen
angereichert ein stimmiges Trendprodukt für
gesundheitsbewusste Genießer“, urteilt die Jury.
KATEGORIE SAISONARTIKEL
Gottfried Wicklein: Meisterstücke Elisen-Lebkuchen Weniger Zucker
DAS PRODUKT: Elisen-
Lebkuchen mit 30 %
weniger Zucker. Die Zartbitterschokolade
besteht
aus 100 % Fairtrade-zertifiziertem
Kakao.
Die traditionelle Gebäckspezialität Elisen-Lebkuchen
präsentiert sich mit besonders viel Nüssen
und Mandeln – und enthält stolze 30 Prozent weniger
Zucker. Für die Jury ein sensorisches Erlebnis:
„Riecht und schmeckt köstlich - und enthält dabei
30 Prozent weniger Zucker: So geht voller Genuss
ohne Abstriche bei vollem Geschmack.“
KATEGORIE SNACKING
Josef Manner: Manner Wafer Crunchies Mix
DAS PRODUKT: Zum Snacken,
Teilen, auch für unterwegs:
Waffel-Würfel in zwei
Varianten. Im praktischen
Standbodenbeutel mit
130 g Waffelspaß.
Erstmals auf dem deutschen Markt und hier von
der Jury sehr begrüßt: „Fancy verpackt, clever gemixt
und innovativ im deutschen Markt: Perfektes
Snacking-Happening für Waffel-Fans.“ Das Sieger-
Mix-Match besteht aus Schokolade-Waffel-Würfeln,
umhüllt von dunkler Schokolade, gemixt mit Haselnuss-Waffel-Würfeln
mit Milchschokolade umhüllt.
44 Award • RUNDSCHAU 05/25
Sponsor:
Kraft. Disziplin. Vertrauen.
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Award
SWEETIE Gewinner
KATEGORIE KAUBONBON
Haribo: Kracher Brause Pause
DAS PRODUKT: Eine buntknallige
Hommage an die
Kracher-Produkte mit einer
Extraportion prickelnder
Brause in drei Geschmacksvarianten.
Die Kombination aus einer knackigen Dragéehülle,
fruchtiger Kaumasse und prickelnder Brausefüllung
ist der Jury ein Extralob wert: „Es rieselt die
Brause: Meisterlich hergestellt bringen die Kracher
extra prickelnden Spaß in beliebten Geschmacksnoten.“
Diese sind übrigens von den Kiosk-Klassikern
Himbeere, Zitrone und Waldmeister inspiriert.
KATEGORIE SCHAUMWAREN
Trolli: Range Flavorbomb Strawberry/Mango/Cherry Cola
DAS PRODUKT: Schaumware
mit flüssigem Kern
mit Mango- und Erdbeer
geschmack sowie Cola-
Kirsch (zweifarbig). Glutenund
laktosefrei.
„Vom Mundgefühl her sehr überraschend“, so weit
der erste Eindruck von Juror Markus Schüttler.
Den aufmerksamkeitsstarken, fluffigen Schaumkugeln
und ihrem flüssigen, fruchtig schmeckenden
Inneren kann man sich nicht entziehen: „Witzig,
exciting, toll inszeniert: Mit flüssigem Kern und
aromaintensiv sensorisch ein Erlebnis“, so die Jury.
KATEGORIE LAKRITZ
Importhaus Wilms/Impuls & Toms: Range Pingvin Premium Lakritz
DAS PRODUKT: Die Range
umfasst vier Produkte, die
Lakritzeextrakt in unterschiedlichen
Intensitäten
und Texturen kombinieren.
Ohne künstliche Farbstoffe.
„Lakritz von süß-mild bis intensiv-salzig: Die Range
überrascht auch mit Texturenmix und gekonntem
Design“, urteilt die Jury. Hergestellt in Dänemark,
spricht die Range Lakritzliebhaber und auch jüngere
Zielgruppen an: Die weiche Konsistenz sorgt
für das Kauerlebnis, knusprige Elemente und eine
extra Salzglasur setzen zusätzliche Akzente.
KATEGORIE SALZIGE SNACKS
LIMITD/Rob’s Originals: Crunchy Puffs Dill & Pickles
DAS PRODUKT: Neu in der
Crunchy Puffs-Maissnack-
Linie: Geschmacksrichtung
Essiggurke. Vegane
Rezeptur, ohne künstliche
Aromen.
Das einhellige Jury-Urteil: „Thatʼs wild! Die geschmackliche
Umsetzung ist nicht nur neu, sondern
auch hervorragend gelungen.“ Frische Dillnote und
leichte Säure in Balance: Auf diese Weise bringen
die knursprigen Crunchy Puffs diesmal mit der
Geschmacksrichtung Essiggurke einen ganz neuen
Schwung in das Maissegment.
46 Award • RUNDSCHAU 05/25
Sponsor:
Award
SWEETIE Gewinner
KATEGORIE MARZIPAN/NOUGAT
Viba sweets: Viba Erdbeer-Nougat
DAS PRODUKT: Heller
Haselnussnougat mit fein
gemahlenem, gefriergetrocknetem
Erdbeerpulver.
Nougat-Erdbeer-Happen (à
10 g) im 100-g-Beutel.
Gefriergetrocknetes Erdbeerpulver trifft auf
den hellen, zartschmelzenden Haselnussnougat.
Schon die rosa Farbgebung macht Lust auf die neue
Nougat-Experience von Viba. Oder kurz gesagt in
den Worten der Jury: „Neuer Pepp für die Nougat-
Kategorie: Die frische Note überzeugt Jung und Alt
und passt in jede Jahreszeit.“
KATEGORIE FRUCHTGUMMI
Haribo: Pico-Balla Sauer
DAS PRODUKT: Fruchtgummi
mit Konfektfüllung:
Pico-Balla Sauer ist zusätzlich
sauer kandiert, vegan
und differenziert sich durch
die orangene Beutelfarbe.
Eine Line Extension, die Freude macht: Die kleinen
Pico-Balla-Produktstücke gibt es jetzt mit einer
sauer-spritzigen Kandierung umhüllt. Außerdem
mit einer veganen Rezeptur. Auch die Jury ist begeistert:
„Optik und Geschmackskombis wie gewohnt
- und doch anders: Sauer und vegan ergibt
ein neues, spritziges Trend-Match.“
SWEETIE
HIGHLIGHT
NÜSSE
Mehr Aroma, ohne Salz – geröstete Pistazien und Macadamias von Kluth
Advertorial
DAS PRODUKT: Die
Pistazien und Macadamias,
jeweils geröstet und ungesalzen,
sorgen auch ganz
ohne Salz für einen vollmundigen
Snackgenuss.
Immer mehr Verbraucher möchten sich gesünder
ernähren und deshalb weniger Salz essen.
Schließlich sollten bei Erwachsenen laut Weltgesundheitsorganisation
WHO täglich nur etwa fünf
Gramm Salz auf dem Speiseplan stehen. Für diese
ernährungsbewusste Zielgruppe kommen die gerösteten
ungesalzenen Pistazien und Macadamias
von Kluth genau richtig.
Von hervorragendem Geschmack
„Das Thema Gesundheit gehört aktuell zu den wichtigsten
Treibern im Snacksegment. Die Nachfrage
für naturbelassene und ungesalzene Snackprodukte
wird aus unserer Sicht noch weiter steigen“, sagt
Micha Kohn, Leiter Markenvertrieb bei Kluth. Und
die Jury findet: „Die schonende Röstung bringt die
hohe Qualität der Macadamias und Pistazien voll
zur Geltung.“ Und deren leckeren Geschmack!
△ Die Nüsse passen zur Käseplatte
ebenso wie zur Nachmittagspause.
www.rundschau.de 47
Award
SWEETIE Gewinner
KATEGORIE CEREALIEN
Peter Kölln: Kölln Cereals Cinna Snax
DAS PRODUKT: Superfood
Hafer als Basis: Cerealien
mit 71 % Vollkorn in der
Trendgeschmacksnote
Zimt. Ballaststoffreich,
ohne Aromen und Palmöl.
„Runder Zimtgeschmack, knuspert fein, Superfood
on top: Cinna Snax mundet auch ohne Milch ausgezeichnet!“
Für die Jury ist die Cerealien-Kreation aus
dem Hause Kölln ein Volltreffer. Das ballaststoffreiche
Produkt mit hohem Hafer-Vollkorn-Gehalt
peppt in modern gestalteter Verpackung die Regale
auf – und schmeckt natürlich auch mit Milch!
KATEGORIE KINDERPRODUKTE
Bio-Zentrale: BioKids Knusperecken Vollmilch / dunkle Schokolade
DAS PRODUKT: Snack aus
70 % Bio-Mais in den Sorten
Vollmilch und dunkle
Schokolade; letztere Sorte
ist vegan. Glutenfrei und
frei von Palmöl.
Die Knusperecken aus der Bio-Kids-Range kommen
in handlicher Größe daher und sind mit feinen Schokoladenstreifen
verziert – eine Sorte mit Vollmilchschoki,
eine mit dunkler Schokolade. Der Snack
besteht aus Bio-Mais. Dazu die Jury: „Geschmacklich
top und knusperzart: Die hübsche Form der
Bio-Ecken gefällt nicht nur Kinderhänden.“
KATEGORIE BIO
Treetopia: Nature Gummies
DAS PRODUKT: Bio-
Fruchtgummi aus 100 %
Bio-Fruchtsaft. Mit unterschiedlichen
Konsistenzen
in drei Varianten; die saure
Variante ist vegan.
„Abwechslungsreiche Konsistenzen, volle Fruchtaromen,
schön im Design: Fruchtgummi in Bio-
Qualität at itʼs best“, sagt die Jury zu den drei
Varianten: Favorite Fruit vereint Sorten wie Apfel,
Birne, Zitrone, Brombeere und Co. Simply Super
bietet Fruchtmixe wie Goji-Erdbeere, die Happy-
Sour-Variante ist außerdem vegan.
KATEGORIE LIMITED EDITION
Alfred Ritter: Ritter Sport Nuss-Klasse Pistazie
DAS PRODUKT: Limited in
der „Nuss-Klasse“-Range
platziert: Sorte Pistazie mit
10 % geröstetem gesalzenen
Pistazienanteil und
Milchschokolade.
Trends im Quadrat: Süße Milchschokolade und
der hohe Anteil (10 %) an gesalzenen gerösteten
Pistazien ist in der Kombi ein Gewinnerprodukt:
„Süß-salzig über den Dubai-Hype hinaus: Die
üppigen gerösteten Pistazienstücke sind große
(Nuss-)Klasse.“ Der Kakao ist aus zertifiziert nachhaltigem
Kakaobezug.
48 Award • RUNDSCHAU 05/25
Sponsor:
SWEETIE
HIGHLIGHT
Advertorial
LUTSCHER
Durstlöscher, das beliebte Getränk im kultigen Trinkpäckchen, überzeugt
auch in seiner innovativen und überraschenden Form: als Lutscher!
DAS PRODUKT: Für die
kleine süße Belohnung
zwischendurch kommen
die Durstlutscher der
Lekkerland-Eigenmarke
MʼCandy genau richtig. Mit
ihnen ist das Kultgetränk
Durstlöscher nun auch in
einem neuen Format zu
haben: am Stiel, in Form
eines leckeren Lollis.
Das Misch-Display enthält
100 Lutscher in den vier
beliebten Sorten Orange,
Pfirsicheistee, Wassermelone
und Sauerkirsch-
Zitrone. Es verfügt über
eine praktische Schütte
und zieht im kultigen Durstlöscher-Trinkkarton-Design
sofort die Aufmerksamkeit
auf sich.
Der Durstlöscher hat sich längst einen Namen
unter den Erfrischungsgetränken gemacht.
Es gibt ihn seit mehr als 35 Jahren – und
entsprechend groß ist seine Fan-Basis bei
Jung und Alt. Umso schöner, dass sich die
Anhänger des beliebten Kultgetränks, das
in vielen verschiedenen fruchtigen und erfrischenden
Geschmacksrichtungen überzeugt
hat, mittlerweile an einer neuen Form
des Erfrischungsgetränks erfreuen dürfen:
den Durstlutschern. Diese Lollis sind in den
vier beliebten Sorten Orange, Pfirsicheistee,
Wassermelone und Sauerkirsch-Zitrone erhältlich
und eignen sich ideal für eine süße
Belohnung zwischendurch: egal ob zu Hause,
im Büro oder unterwegs.
Aufmerksamkeitsstarke Präsentation
Die Durstlutscher der Lekkerland-Eigenmarke
MʼCandy gibt es zu 100 Stück im Misch-Display,
das sich im markanten Durstlöscher-
Trinkkarton-Design präsentiert und über eine
praktische Schütte verfügt: ein Blickfang, der
garantiert Aufmerksamkeit auf sich zieht und
sich für jede Verkaufsfläche eignet.
Und wie ist die Produktidee entstanden? „Im
Eigenmarkenteam von Lekkerland arbeiten
wir ständig daran, unser derzeitiges Sortiment
zu verbessern und bei Bedarf auszubauen“,
erläutert Louisa Determann, Consultant Buying
& Category Management Eigenmarken im
Unternehmen: „Der Absatz von Lutschern am
Markt hat sich in den vergangenen Jahren
positiv entwickelt. Und bei einem internen
Brainstorming kamen wir auf die Idee des
Durstlutschers.“
Tolle Kategorie-Erweiterung
Die Sweetie-Jury ist zweifellos vom Konzept
überzeugt: „Von Durstlöscher zu Durstlutscher:
Die tolle Category-Extension zahlt sehr
gelungen auf die Marke ein“, lautet ihr Urteil.
Bei Lekkerland freut man sich über die Auszeichnung.
„Der Gewinn dieses renommierten
Awards ist ein bedeutender Meilenstein für
uns und eine wunderbare Bestätigung unserer
Sortimentsstrategie. Ich bin stolz auf die
Leistung unseres gesamten Teams, das diesen
Erfolg durch harte Arbeit und viel Engagement
ermöglicht hat“, so Lukas Ziegler, Director
Buying & Category Management Eigenmarken:
„Wir sehen den Gewinn als Ansporn, weiterhin
innovative und qualitativ hochwertige
Eigenmarkenprodukte zu entwickeln, die den
Bedürfnissen unserer Kunden entsprechen.“
△ Mit ihrem farbenfrohen Look wecken die Lollis
die Lust der Shopper, spontan zuzugreifen.
△ Die Durstlutscher-Sorten: Orange, Pfirsicheistee,
Wassermelone und Sauerkirsch-Zitrone.
www.rundschau.de
49
Award
SWEETIE Gewinner
KATEGORIE VEGGIE/VEGAN
Alfred Ritter: Ritter Sport Vegan Double Crunch
DAS PRODUKT: Vegane
Schokolade mit zweifachem
Crunch-Effekt über
Cornflakes und gerösteten
Maiskörnern, den sogenannten
Kikos.
„Süß-salziger Knusper: Kikos sind hierzulande
neu, die Kombi mit Cornflakes rockt im veganen
Schoki-Segment.“ Der Knuspermais-Snack
(Kikos) mit knusprigen Cornflakes in milder veganer
Schokolade, verfeinert mit Mandelmehl – für die
Jury eine Gewinnerkombi. Auch die Optik mit dem
grünen V als Key Visual für vegan ist gelungen.
KATEGORIE SÜSSE AUFSTRICHE
Importhaus Wilms/Impuls: Darbo Zuckerreduziert passiert, zwei Sorten
DAS PRODUKT: Sorten
Erdbeere und Marille, fein
passiert mit 80 % Fruchtanteil
und einem Drittel weniger
Zucker im Vergleich zu
Konfitüre im 250-g-Glas.
Erdbeer und Marille zählen zu den beliebtesten
Sorten auf dem Frühstückstisch. Darbo präsentiert
sie mit einem Drittel weniger Zucker im Vergleich
zu Konfitüren, einem 80-prozentigen Fruchtanteil
und in der Variante auch erstmals fein passiert:
„Geschmacklich unübertroffen gut“, urteilt die
Jury über die beiden Siegerprodukte.
KATEGORIE TAFELSCHOKOLADE
Viba Sweets/Confiserie Heilemann: Masked Chocolates
DAS PRODUKT: Fünf
Sorten, von scharf-herb
über exotisch oder crunchy
bis mild-süß, als 37-g-
Täfelchen mit tierischen
Protagonisten designt.
Schon optisch ein Genuss: Von clever-verspielt bis
exotisch-wild spiegeln die Tafelschokoladen einen
eigenen „Charakter“ – wie Typ „Mutig & Explosiv“
mit Sorte Dark Chili, die scharfe Chili mit dunkler
Edelbitterschokolade kombiniert. „Exzellente Qualität
trifft auf tolles Design und neue Grammatur:
Auch als Geschenk eine schöne Option.“
KATEGORIE PRALINEN
Lindt & Sprüngli: Nuxor Beutel Weiß
DAS PRODUKT: Pralinenwürfel
aus weißer, cremiger
Schokolade, gefüllt mit
gerösteten, ganzen
Haselnüssen im 103-g-
Klotzbodenbeutel.
Das Verpackungsmotiv verspricht nicht zu viel: Die
kleinen, einzeln verpackten Würfel aus weißer,
cremiger Schokolade beherbergen reichhaltig das,
was man im Anschnitt sieht – ganze geröstete Haselnüsse.
Dazu die Jury: „Knackige Nüsse, cremige
Schoki: Das Spiel der Texturen in aparter Optik
bringt die Pralinenkategorie auf ein neues Level.“
50 Award • RUNDSCHAU 05/25
Sponsor:
Award
SWEETIE Gewinner
KATEGORIE SCHOKOLADENWAREN
Treets/Piasten: Treets Vegan Crunchy Corn
DAS PRODUKT: Der
Neuzugang in der Treets-
Vegan-Range basiert auf
Roasted Corn und veganer
ChoViva-Schokolade.
Zuerst kam der Sieg des Consumer Award der ISM
2025, jetzt kommt der SWEETIE 2025 für diese
überzeugende Innovation hinzu: Treets Crunchy
Corn besteht aus gerösteten Maiskörnern, umhüllt
von veganer ChoViva, hergestellt auf Basis von
Sonnenblumenkernen, mit crunchy Zuckerdecke.
KATEGORIE KUCHEN
Dr. August Oetker: Fertige Rührkuchen „Unsere Sorte des Jahres“ Zimt
DAS PRODUKT: Kleine
fertige Rührkuchen mit der
Trendnote Zimt im 4er-
Pack. Ohne Palmöl und
ohne Konservierungsstoffe.
Zimt ist trendy, Zimt ist lecker, frohlockt die Jury
über die fertigen kleinen, hellen Rührkuchen, abgerundet
durch eine zartschmelzende Verzierung
mit belgischer weißer Schokolade.
KATEGORIE KEKSE
Conrad Schulte: Schulte Bio Serie in drei Varianten
DAS PRODUKT: Innovativer,
praktischer Keks-
Snack in Bio-Qualität.
In drei verschiedenen
Geschmacksrichtungen.
„Kuchen, Taler, Plätzchen als überraschendes Keks-
Erlebnis“, die Jury ist von der Bio-Serie begeistert.
Die Bio Apfelstreuselschnitten bringen das klassische
Kuchenerlebnis in mundgerechte Happen.
Das neue Produktkonzept ist ist auch bei den Bio
Kokostalern mit Hafer und den Bio Butterherzen
sehr stimmig und handwerklich top!
Limitierte
Schulstart Aktionspromotion
Praktische KOALA Snack-Box
mit leckeren Knusperkeksen
und lustigem Kartenspiel.
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Award
SWEETIE Gewinner
SONDERPREIS DER JURY
Elvis Eis/Elvis Bogicevic: Elvis Eis im Glas Dubai Chocolate Style
Gewinner des
Sonderpreises
der Jury
DAS PRODUKT: Eis im
TK-fähigen Glas. Milch,
Glas, Deckel und Etiketten
für Eis Dubai Chocolate
Style stammen aus
regionaler Herkunft.
Dieses Konzept ist der Jury einen Sonderpreis
wert: „Die Zutaten auf Highlevel, nachhaltig
und sehr lecker: Eis im Glas ist eine Innovation,
die den Zeitgeist trifft.“ Das Gewinnerprodukt
ist ein Trendsetter: Dubai Chocolate
Style mit Schokoladeneis, Pistaziencreme und
karamellisierten Pistazien.
KATEGORIE CHIPS
Kreyenhop & Kluge: Flying Goose Ribble Chips mit Sriracha
DAS PRODUKT: Vom
Saucen- ins Chipsregal:
Chips mit original Flying-
Goose-Würze und Sriracha-
Schärfe. Schonend in
Sonnenblumenöl frittiert.
Die Flying Goose Ribble Chips mit Sriracha Chili
Flavour sind von der thailändischen Saucenmarke
inspiriert. Die Kombination aus der original Flying-Goose-Würze
und Sriracha-Schärfe hat überzeugt:
„Klar erkennbares Brand-Design in neuer
Kategorie – nicht nur für Fans von Flying Goose ein
scharf-knuspriger Volltreffer.“ Die Flying-Goose-
Gewürzmischung ist geheim, die Sriracha-Schärfe
aber unverwechselbar.
KATEGORIE POPCORN
KLS Vertrieb: Range Krusty Krunch Popcorn
DAS PRODUKT: Karamell-
Popcorn, luftgepoppt, mit
sechs intensiven Coatings.
In der 30-g- und 140-g-
Packung. Handgefertigt in
Mainz.
„Eyecatcher im Regal, Knaller im Mund: Jede Sorte
mit Coating bietet ein intensives Geschmackserlebnis“,
sagt die Jury in ihrer Bewertung. Das
Karamell-Popcorn gibt es in den Geschmacksrichtungen
Classic Caramel, Krispy Peanut, Apfel-
Zimt, weiße Schokolade-Kokos, Erdbeer-Schokolade
und Vollmilch-Kakao.
52 Award • RUNDSCHAU 05/25
Sponsor:
Award
SWEETIE Gewinner
KATEGORIE RIEGEL
Quarkwerk: Quark Riegel Karamell
DAS PRODUKT: Der Riegel
besteht aus 51 % frischem
Vanillequark und ist
von einer Karamellglasur
überzogen.
Ein gelungenes Lifestyle- und Convenience-Produkt
aus dem Kühlregal: Den Riegel mit frischem
Vanillequark und cremiger „cheesecake“-Textur
gibt es jetzt neu mit Karamellglasur – innen weich
und außen schön knackig: Für die Jury ist klar:
„Der eiweißreiche Quarkriegel setzt damit Trendakzente
im Kühlregal.“
KATEGORIE EIS
The Verse Beverages/LIMITD: EMYO Ice Balls Mermaid Fantasy
DAS PRODUKT: Ice Balls
in den Aromen der Emyo-
Limonade aus Fruchtsaft.
Vegan, glutenfrei, ohne
künstliche Farbstoffe.
Ihr Alleinstellungsmerkmal im deutschen Markt ist
den Ice Balls sicher: „Originell und neu im Format:
Ein Eis-Snack der modernen Art mit intensivem
Fruchtgeschmack à la Emyo-Limo“, stellt die Jury
den Gewinner in der Kategorie Eis vor. Die convenienten
„Eis-Bälle“, perfekt zum Snacken und
Teilen, sind aus echtem Fruchtsaft hergestellt.
HABE DIE BEERE.
Gefriergetrocknete
Himbeeren, Erdbeeren
und Blaubeeren. 100 %
Frucht, null Zusätze
und voller Geschmack.
Sortiment
Wein & Sekt
Text: Jenny Rommel
Alkoholfreier Genuss im Test
Immer mehr Menschen entscheiden sich für den Genuss ohne Alkohol, sei es aus Gründen der Gesundheit oder
einer bewussten Lebensweise. Alkoholfreier Wein und Sekt bieten dabei eine verlockende Alternative für all jene, die
nicht auf den edlen Geschmack von Trauben, fruchtigen Aromen und sprudelnden Bläschen verzichten möchten.
Was zeichnet alkoholfreien Wein
und Schaumwein aus? Wie werden
die Varianten ohne Umdrehungen
eigentlich hergestellt,
wie sieht das Angebot aktuell aus, und wie
trifft man die richtige Kaufentscheidung? All
diese Fragen beantwortete die prominente
Weinexpertin Natalie Lumpp, die in einem
exklusiven Workshop für die RUNDSCHAU
für den Lebensmittelhandel interessante
Einblicke in dieses Trendthema gab.
Veranstaltet wurde der Workshop für Teilnehmer
aus dem Handel auf der Eurovino,
die vom 9. bis 10. März in Karlsruhe stattfand
und über 4.000 Teilnehmende begrüßte. Der
perfekte Rahmen also, um über diese Produkte
zu sprechen, die in den letzten Monaten zunehmend
an Popularität gewonnen haben. Die diesjährige
Eurovino widmete diesem Thema eine
eigene Verkostungszone: die Wine Experience –
Alkoholfrei, mit 130 alkoholfreien Weinen und
Schaumweinen von 58 Ausstellenden.
Beachtliche Entwicklung
Für Natalie Lumpp eine erstaunliche Entwicklung:
„Das fand ich schon viel. Man merkt, es
ist gerade ein wichtiges Thema. Es gibt eine
Firma aus Kalifornien, die die wichtigsten
Hersteller weltweit zum Thema Alkoholfrei
befragt hat. Diese haben vorhergesagt, dass
sich der Markt der alkoholfreien Produkte
bis 2031 verdoppeln wird. Im Moment macht
der alkoholfreie Wein einen Umsatz von
1,25 Milliarden Euro. Vom Markt macht dies
zwei Prozent aus. Und von diesen zwei Prozent
entfallen 68 Prozent auf alkoholfreie Schaumweine
– da sich die großen Sektmarken diesem
Thema schon länger widmen. Der größte Markt
für Alkoholfrei ist aktuell Deutschland. In
Zukunft wird Nordamerika ein stark wachsender
Markt sein.“ Noch immer gibt es viele
Fotos: Messe Karlsruhe/Jürgen Rösner; Unternehmen
54 Sortiment • RUNDSCHAU 05/25
_
INFO
Natalie Lumpp
Vorurteile in Bezug auf diese Getränkekategorie.
Da sich die Herstellung der Produkte
in den letzten Jahren jedoch stark weiterentwickelt
hat, kommen Qualität und Geschmack
für viele Konsumenten immer näher an die
traditionellen Varianten heran. So gibt es
unterschiedliche Verfahren, um dem Wein
den Alkohol zu entziehen.
Verschiedene Prozesse
Die bekanntesten sind wohl die Vakuumdestillation
bei geringen Temperaturen sowie
die Umkehrosmose. Bei der Vakuumdestillation
wird der Wein erhitzt und verdampft
bereits bei rund 27 Grad Celsius, anstatt bei
etwa 78 Grad Celsius. Der Prozess ermöglicht
es, den Alkohol schonend zu entfernen, sodass
die Aromen des Weines weitgehend erhalten
bleiben. Bei der Umkehrosmose fließt Wein
mehrere Stunden lang durch einen sehr feinen
Filter, der die Alkoholmoleküle von denen
der übrigen Flüssigkeit trennt. Anschließend
werden diese wieder mit den gewünschten
Aromen vermischt. Aber Achung: Der Zusatz
„alkoholfrei“ bedeutet nicht, dass das Getränk
gar keinen Alkohol mehr enthält. Als
„alkoholfrei“ gelten Lebensmittel auch mit
einem Gehalt von unter 0,5 Volumenprozent.
Komplett ohne Alkohol sind die Getränke nur
mit der Kennzeichnung 0,0 Volumenprozent.
Zu beachten ist: „Bei der Entalkoholisierung
hat man einen Verlust von bis zu 20 Prozent.
△ Jeder Tropfen wurde auf Geschmack, Aroma
und Qualität geprüft.
Es entstehen Kosten von zwei bis drei Euro
mehr. Das heißt, wenn der Wein entalkoholisiert
ist, dann muss er automatisch mehr
kosten – und das muss man den Verbrauchern
noch vermitteln“, so die gebürtige Freiburgerin
Natalie Lumpp.
Verkostet wurden beim Weinworkshop
beide Varianten. Doch wie testet man Wein
eigentlich fachlich richtig? „Zuerst schaut
man nach der Farbe. Dafür hält man das
Glas schräg – am besten vor einem weißen
Hintergrund. Dann riecht man am Wein und
schwenkt anschließend das Glas. So bricht die
Oberfläche auf, und es kommen noch mehr
Aromen zum Vorschein“, erklärte die Expertin
und ergänzte: „Beim Trinken fällt auf, dass die
Weine, die entalkoholisiert wurden, immer
ein bisschen von der Säure geprägt sind.
Bei der Entalkoholisierung wird vieles
Die gebürtige Freiburgerin
Natalie Lumpp ist geprüfte
Wein-Sommelière und als freiberufliche
Weinberaterin tätig.
Nebenbei verfasst sie Kolumnen für
Fachzeitschriften. Im Jahr 2021
erhielt sie die Auszeichnung
„Genussbotschafterin
Baden-Württemberg“.
Ihr Fazit zum Weinworkshop und
den getesteten Produkten:
„Im Handel sind entalkoholisierte
Weine derzeit so gefragt, dass man
kaum darum herumkommt, sich
mit ihnen zu befassen. Mittlerweile
gibt es einige, die sogar in einer
Blind-verkostung bestehen können –
insbesondere Schaumweine.
Große Sektkellereien, wie Schloss
Wachenheim, Henkell Freixenet,
Rotkäppchen Mumm haben schon
vor vielen Jahren damit begonnen,
was ihnen heute sicherlich zugutekommt.
Überrascht hat mich, dass
es bereits unter zehn Euro überzeugende
Qualitäten gibt, wie etwa den
Brut Dargent Chardonnay Free von
Les Grands Chais de France oder den
Blanc de Blancs von Carl Jung.“
VIER JAHRESZEITEN
ZERONIMO
P.J. VALCKENBERG
LAUFFENER
Der alkoholfreie Sauvignon Blanc besitzt
eine harmonische Balance zwischen
Fruchtsüße und erfrischender Säure.
Er eignet sich als gute Basis für eine
alkoholfreie Weinschorle.
Das Fundament des entalkoholisierten
Premium-Rotweins Leonis Blend bildet
die vielfach prämierte Cuvée In Signo
Leonis. Die Trauben stammen
aus über 70 Jahre alten Rebanlagen.
Beim It‘s not a Sin in der Variante
Ingwer & Bitterorangenschale handelt
es sich um einen entalkoholisierten,
feinfruchtigen Riesling.
Feinperlig, Inhalt: 0,75 Liter.
Der Riesling Rivaner wurde langsam
und schonend unter Vakuum vom
Alkohol befreit. Feinherb, fruchtbetonter
Geschmack mit Anklängen von
tropischen Früchten.
www.rundschau.de
55
_
INFO
Eurovino
Am 9. und 10. März 2025 fand in der
Messe Karlsruhe zum zweiten Mal
die Eurovino statt. Ihr Debut feierte
sie im vergangenen Jahr.
Gelegen im Zentrum der vier größten
deutschen Weinanbaugebiete Baden
und Württemberg, Rheinhessen
sowie der Pfalz richtet sich die Eurovino
an Weinerzeugende, -vermarktende
sowie -abnehmende. Der Fokus
liegt hier auf dem deutschsprachigen
und europäischen Absatzmarkt.
△ Nach dem Tasting ausgewählter Produkte folgte ein Rundgang über die Eurovino. Hier konnten sich die
Workshop-Teilnehmer von weiteren alkoholfreien Qualitätsprodukten überzeugen.
In diesem Jahr nutzten 432 Ausstellende
die Plattform, um vorhandene
Geschäftsbeziehungen zu stärken und
neue aufzubauen.
verstärkt, somit kann die Säure um zwei
Prozent höher gehen. Sie ist damit oft im
Vordergrund. Daher braucht man ein bisschen
Restsüße, um das Ganze aufzufangen.“
Insgesamt wurden beim Workshop 14 alkoholfreie
Weine und Schaumweine verkostet
– darunter Riesling, Rivaner, Muskateller,
Sauvignon Blanc sowie Spätburgunder –, die
den Teilnehmenden aus dem Handel einen
groben Überblick über das aktuelle Angebot
gaben. Denn noch sind die Regale zu diesem
Thema in vielen Märkten überschaubar.
Schaut man sich die aktuellen Entwicklungen
und Prognosen jedoch an, könnte sich dies
bald grundlegend ändern. Schließlich trinken
49 Prozent der GenZ laut einer YouGov-
Studie von 2022 gar keinen Alkohol – Tendenz
49 %
der GenZ in Deutschland
trinkt keinen Alkohol.
Quelle: YouGov Global Profiles, 2022
steigend. Somit sieht die Zukunft von alkoholfreiem
Wein und Schaumwein durch das
wachsende Gesundheitsbewusstsein der Verbraucher
vielversprechend aus.
Nach der Verkostung und ausführlichen
Erläuterungen zu Herkunft, Herstellern und
DR. THANISCH
BIBO RUNGE
DIVIN
LEINER
Alkoholfreier Riesling, frisch und harmonisch
mit Aromen von reifen Äpfeln,
Birnen, Holunderblüten, Quitten und Pfirsichen.
Nach schonender Pressung wurde
der Wein im Edelstahltank vergoren.
Dem Deserteur Riesling Zero wurde
sanft der Alkohol entzogen, danach
wurde er mit einer geringen Bibo-
Runge-Riesling-Dosage versehen.
Alkoholgehalt <0,5 Vol.-%.
Der Chenin Blanc mit 0,0 Vol.-% stammt
aus Frankreich. Der Geschmack: Aromen
von gelben Früchten, Birne und goldenem
Apfel. Passt zu Fischgerichten
oder frischen Salaten.
Beim Fusion Mediterran alkoholfrei vom
Weingut Leiner handelt sich um einen
Traubensaft, der mit Rosmarin-Tee
cuvetiert und im Anschluss verperlt
wurde. Inhalt: 0,75 Liter.
56 Sortiment • RUNDSCHAU 05/25
Markentrainer: Champagner
Mehr zu Champagner, die Faszination für den
edlen Schaumwein sowie die strengen Regularien
erfahren Sie im aktuellen Markentrainer.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Champagner
9
INTERVIEW
Geschmack ging es für alle Workshopteilnehmer
schließlich zu einem gemeinsamen
Rundgang über die Karlsruher Fachmesse
Eurovino. Dort gab es die Möglichkeit, weitere
Produkte – natürlich auch solche mit Alkohol –
zu testen und mit den Aus- oder Herstellenden
ins Gespräch zu kommen.
Zuversichtlicher Ausblick
Am Ende des Tages stand fest: Viele der verkosteten
Produkte überzeugten – trotz möglicher
Vorbehalte – sowohl die Fachkräfte aus
dem Handel als auch die Expertin mit ihrer
Qualität. Viele der Anwesenden wagten sogar
übereinstimmend die These, dass das eine
oder andere Produkt bei einer Blindverkostung
kaum von den Produkten mit Umdrehungen
zu unterscheiden gewesen sei.
Insgesamt sehe ich die größte
Zukunft der entalkoholisierten
Weine bei den Rotweinen.
Natalie Lumpp
Sommelière und Kolumnistin
Das Fazit von Sommelière Natalie Lumpp in
Bezug auf alkoholfreie Weine und Schaumweine
fällt daher hoffnungsvoll aus. Denn sie
sieht in diesem Getränkesegment durchaus
vielversprechendes (Wachstums-)Potenzial:
„Im Handel sind entalkoholisierte Weine derzeit
so gefragt, dass man kaum darum herumkommt,
sich mit ihnen zu befassen. Insgesamt
sehe ich die größte Zukunft der entalkoholisierten
Weine bei den Rotweinen. In letzter
Zeit konnte ich einige Merlots probieren, die
im Duft bereits das Gefühl eines warmen,
kraftvollen Rotweins vermitteln. Dank der
Tannine tritt die Süße in den Hintergrund,
und beim Trinken wirkt es sogar angenehm,
dass der Wein nicht ganz so schwer ist. Da
kommen in nächster Zeit ganz sicher noch
einige spannende Produkte auf uns zu!“ ☐
Steffen
Ueltzhöfer
Inhaber Edeka
Ueltzhöfer
Welche Rolle spielen alkoholfreie
Weine und Schaumweine aktuell im
Lebensmitteleinzelhandel?
„Alkoholfreie Weine beziehungsweise
Schaumweine gewinnen deutlich an
Bedeutung. Wir haben mittlerweile separate
Platzierungen in den größeren
Märkten, um dem Rechnung zu tragen.
Auch, weil es nicht nur Preiseinstieg,
sondern mittlerweile auch immer mehr
qualitativ hochwertige Produkte gibt.“
OHNE KATER
Entalkoholisierter Wein mit einer
fruchtigen Frische und dem intensiven
Bukett der Muskatellertraube.
Geschmack: lebendig und ausgewogen,
mit einer feinen Süße.
STRAUCH
Die Basis des fruchtigen Rosé Pur alkoholfrei
bilden rote Trauben. Der Grundweinausbau
erfolgte im Edelstahltank
und im Holzfass, anschließend wurde der
Wein entalkoholisiert und verperlt.
MAYBACH
Die erfolgreiche deutsche Weinmarke
glänzt mit einer Vielfalt an Rebsorten
in allen Geschmacksrichtungen. Auch
alkoholfrei überzeugt die Top-Marke.
Mit animierender Frische und fruchtigen
Noten von hellen Früchten avancierte
Maybach Alkoholfrei Weiss 2024
zum Liebling der Konsumenten und
wurde von der Weinwirtschaft zum
„Produkt des Jahres 2024“ in
der Kategorie Alkoholfrei gekürt.
www.rundschau.de
57
Sortiment
Tiernahrung
Text: Inka R. Stonjek
Am PoS: Emotionen
erlebbar machen
Der Markt für Tiernahrung wird immer mehr von den
Essenstrends seiner Halter geprägt. Genauso emotional sollten
die Produkte verkauft werden, denn das Auge kauft mit.
Heimtiere machen happy“, sagte Selina Schlierenkamp vom
Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe anlässlich des
Liebe-dein-Haustier-Tages. Das ist sogar wissenschaftlich
belegt: Menschen mit Haustier sind demnach aktiver, haben
mehr soziale Kontakte und bauen bei gemeinsamen Aktivitäten Stress
ab. Und so lebt in fast jedem zweiten Haushalt in Deutschland mindestens
ein Heimtier. Im Jahr 2023 waren das mehr als 15 Millionen
Katzen, mehr als zehn Millionen Hunde und mehr als vier Millionen
Kleintiere. Hinzu kamen zahlreiche Ziervögel, Zierfische und Terrarientiere.
Das ist das Ergebnis einer haushaltsrepräsentativen Erhebung, die
das Marktforschungsinstitut Skopos für den Industrieverband Heimtierbedarf
(IVH) und den Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe
(ZZF) durchgeführt hat. Daten für 2024 liegen Stand Mitte April nicht
vor, laut IVH/ZZF zeichnen sich keine großen Veränderungen ab.
Human-Trends schwappen über
Vor allem Hunde und Katzen sind wichtige Bezugspersonen.
Bei ihnen setzen Tierhalter sehr oft andere Maßstäbe an als
bei anderen Arten. Teilweise werden sie so geliebt, dass
sie vermenschlicht werden; sie bekommen Spielzeug,
Kleidung und besonderes Futter: „Tierhalter übertragen
ihre eigenen Ernährungsgewohnheiten zunehmend auf
ihre Haustiere“, sagt Petra Scholl, Director Market Development
Nestlé Purina PetCare. Das hat die Tiernahrung bereits
verändert und setzt sich weiter fort, sagt auch Daniela Stolte,
Marketingleiterin bei Gimborn: „Wir sehen in den letzten Jahren
eine zunehmende Übernahme der Entwicklungen aus dem Foodin
den Petfood-Bereich.“
Die Trends reichen von Natürlichkeit, Premium, Nachhaltigkeit,
Ernährung in allen Lebenslagen bis hin zu Alternativen für den Fleischkonsum,
also alternativen Proteinquellen bis hin zu kultiviertem Fleisch.
Dabei wird nicht aufs Geld geschaut: Während beim eigenen Essen
58 Sortiment • RUNDSCHAU 05/25
Verkaufstipps
9 %
bis zu
Umsatzzuwachs
verspricht Purina den Kleinflächen,
wenn sie das Katzennahrungsregal
nach hauseigener Platzierungsempfehlung
umbauen.
„Eine emotionale Ansprache
und aufmerksamkeitsstarke
Platzierung aktueller Trends
ist besonders wichtig. So
sollten Snacks und Produkte,
die Verwöhnanlässe und neue
Verzehrmomente schaffen,
auf Augenhöhe zu finden sein.
In diesem Regalbereich sorgen
Impulskäufe am häufigsten
für zusätzlichen Umsatz.“
Petra Scholl, Director Market
Development bei Nestlé
Purina PetCare
oft gespart wird, greifen viele Tierbesitzer für
hochwertiges Nassfutter, spezielle Diäten oder
sogar individuell zusammengestellte Menüs
tief in die Tasche.
Premium-Futter mit Superfoods
Gefragt ist beispielsweise hochwertiges Futter,
das sich durch besondere Zutaten auszeichnet.
„Im Bereich Premium sind Sorten mit Superfoods
gefragt, wie wir sie unter anderem mit
unserer Marke Cesar anbieten“, sagt Heike
Lommatzsch, Market Strategy & Deployment
Director bei Mars Pet Nutrition. So enthalten
die beiden neuen Fresh Bowls von Cesar neben
Fleisch als Hauptzutat einmal roten Reis,
Karotten und violette Kartoffeln beziehungsweise
Karotten, grüne Bohnen und Kürbis.
Gleichzeitig verzichten sie auf künstliche Aromen,
Konservierungsstoffe und zugesetzten
Zucker. Nicht zuletzt spielt die Nachhaltigkeit
eines Produktes eine zunehmend wichtige
Rolle – gerade bei der jüngeren Zielgruppe.
„Wir investieren Millionen, um die Recyclingfähigkeit
unserer Verpackungen zu verbessern
und den Einsatz von neuem Kunststoff zu
reduzieren“, sagt Heike Lommatzsch.
Artgerecht nah an der Beute
Einen etwas anderen kommunikativen
Ansatz verfolgen Produkte, deren Konzept
„Am PoS setzen wir auf aufmerksamkeitsstarke
Displays.
So wird es zur Markteinführung
der neuen Varianten
High-Protein-Pudding und
Pudding mit Käse ein Display
geben, dass die Originalprodukte
nachahmt. Für
unsere Pasten haben wir neue
Theken-/Regal-Displays sowie
Probiergrößen in Petto.“
Anja Klein, Vertriebsleiterin
bei Gimborn
WHISKAS
DREAMIES
GIMCAT
DOKAS
Die Aromatic Selection ist die neue
Nassfutter-Subrange im Portionsbeutel.
In der Geflügel-Auswahl mit Huhn, Ente,
Truthahn und Wild (Abb.) und der Gemischten
Auswahl mit Fleisch und Fisch.
Käse (Abb.) und Katzenminze weiten als
neue Sorten die Range um die Dreamis-
Creamy-Snacks mit weichem Kern aus.
Mit Taurin, ohne Zuckerzusatz und ohne
künstliche Aromastoffe.
Im vierten Quartal kommt die Near-
Nature-Range auf den Markt. Die sechs
Sorten sind von der Rezeptur her der
natürlichen Beute von Katzen in der
Natur angepasst. Mit 70 Prozent Fleisch.
Die Range 100 % pflanzenbasierter,
proteinreicher Premium-Snacks gibt es
als Sticks (Abb.) und Stückchen. Zu den
Nährstofflieferanten zählen u. a. Spirulina,
Kichererbsen und Kelpalgen.
www.rundschau.de
59
Sortiment
Tiernahrung
das Attribut „Natürlichkeit“ transportiert.
Für eine Trendschau lohnt ein Blick in
den Fachhandel. Dort hat Mars Pet Nutrition
Anfang des Jahres erst die britische Marke
James Wellbeloved eingeführt. Mit hypoallergenen
und von der Natur inspirierten
Rezepturen bietet die Marke Hunden eine
ausgewogene, gesunde Ernährung – vom
Welpen bis zum Senior. Dazu verzichten die
Produkte auf häufig vorkommende potenzielle
Allergene wie Rind, Schwein, Soja, Eier,
Milchprodukte und Weizen. Außerdem ist pro
Trockenfutterrezeptur nur eine tierische Proteinquelle
enthalten. Gimborn bringt gerade
ein ähnliches Konzept in den LEH: Gimcat
„Near Nature“, das die USPs „artgerecht“ und
„beutenah“ transportiert. Die Range aus sechs
Sorten im Standbeutel besteht zu 70 Prozent
aus Fleisch, nämlich Huhn, Huhn und Ente,
Huhn und Fasan, Huhn und Forelle, Rind
sowie Rind und Ente.
Alternative Proteine von Insekten
Im Bereich der Inhaltsstoffe lotsen die Unternehmen
neue Optionen aus. Ein Thema sind
nachhaltige Proteinquellen. „Unter anderem
untersuchen wir alternative Proteinquellen
und haben mit dem Katzenfutter ‚Lovebugʻ
in UK schon ein entsprechendes Produkt
auf den Markt gebracht“, erklärt Heike Lommatzsch.
Pro Kilo Protein benötigt die Zucht
der im Futter enthaltenen Käfer 80 Prozent
weniger Landfläche als Rindfleisch. Die Käfer
werden außerdem ausschließlich mit überschüssigem
Gemüse und Pflanzen gefüttert,
was die Verschwendung von Lebensmitteln
reduziert. Auch Gimborn hat im vergangenen
Jahr einen Snack für Katzen auf Basis von
Insektenprotein eingeführt.
Zuletzt ist immer noch Futter, das auf die
gesundheitlichen Bedürfnisse von Tieren in
allen Lebenslagen angepasst ist, ein wichtiges
Kaufargument, zum Beispiel von Mars Pet
Nutrition. Auch Gimborn stellt bei seinen
Produkten die Gesundheit und das Wohlbefinden
der Tiere in den Fokus, zum Beispiel
bei der Malt-Soft-Paste zur Reduzierung von
Haarballen bei Katzen. „Themen, die die Katzengesundheit
betreffen, sind ein relevanter
Aspekt bei der Produktentwicklung und finden
sich in zahlreichen unserer Produkte wieder.
So decken unsere Expert-Line-Pasten die
Lebensphasen vom Kitten bis zum Senior ab
und sind auf spezielle Gesundheitsbedürfnisse
wie Harnsteine, Gastro-Intestinal-Trakt und
Stress angepasst“, sagt Daniela Stolte. Zudem
betont die Marketingleiterin den Stellenwert
einer kommunikationsstarken Verpackung,
die den Produktnutzen und die Funktionalität
klar herausstellt. „Deshalb führen wir in
diesem Jahr unter unserer Dachmarke Gimcat
_
INFO
Veganes fürs Tier
„Hunde brauchen Protein, kein
Fleisch“ – so argumentieren die Hersteller
von pflanzlicher Tiernahrung
und treffen damit den Nerv vieler
Tierhalter. Noch haben die Produkte
zwar einen eher kleinen Marktanteil,
aber mit wachsender Tendenz.
Anstelle von Fleisch kommen dann
die Proteine aus Hülsenfrüchten,
Soja und Quinoa in den Napf. Studien
deuten darauf hin, dass eine vegane
Ernährung für Hunde sogar gesundheitliche
Vorteile haben kann, wie
eine verbesserte Verdauung und ein
gesünderes Fell.
Tierhalter übertragen ihre
eigenen Ernährungsgewohnheiten
zunehmend
auf ihre Haustiere.
Petra Scholl
Nestlé Purina PetCare
CESAR
Die Fresh Bowls sind in zwei Sorten
erhältlich: Ente in Sauce mit rotem Reis,
Karotten und violetten Kartoffeln sowie
Huhn in Sauce mit Karotten, grünen
Bohnen und Kürbis (Abb.).
PURINA
Die Gourmet Revelations sind fein
gewürfelte Häppchen in Gelée. In Form
eines Pyramidenstumpfes gleitet das
Feuchtfutter leicht aus der Verpackung.
In den Sorten Huhn (Abb.) oder Lachs.
GIMCAT
Für den High Protein Pudding verwendet
Gimcat 90 Prozent laktosereduzierte
Vollmilch, die leichter verdaulich sein soll.
Mit einer Extraportion Protein ein Boost
für Energie und das Immunsystem.
VITAKRAFT
Vita Hearts sind funktionale Snacks für
Katzen in den Sorten: Digestion Huhn
zur Unterstützen der Verdauung, des Immunsystems
mit Immunity Rind und für
Haut und Fell Skin & Coat Lachs (Abb.).
Fotos: stock.adobe.com/fotowebbox; Unternehmen
60 Sortiment • RUNDSCHAU 05/25
@
ZAHLEN
ein neues Produktdesign mit Verwendung von
gelernten kategoriespezifischen Farbtönen
aus dem Humanbereich ein.“
Tiernahrung braucht Kaufanreize
Trotz der starken emotionalen Bindung vieler
Tierhalter fristet Tiernahrung in Supermärkten
oft ein stiefmütterliches Dasein – abgelegene
Abteilungen, kühle Lagerhallenatmosphäre,
wenig Charme. Statt spontaner Käufe
bleibt es meist bei reinen Bedarfskäufen.
Eine verpasste Chance, denn Mars Pet Nutrition
zufolge liegt in der Positionierung der
Tiernahrung im Markt ein großes, oft nicht
optimal genutztes Potenzial. „Studien zeigen,
dass eine Verlagerung von weniger frequentierten
in stark frequentierte Regalzonen
ein Umsatzwachstum von bis zu 17 Prozent
bewirken kann“, sagt Heike Lommatzsch und
empfiehlt, das Regal idealerweise direkt nach
den Lebensmittel-Warengruppen und vor
den Drogerieartikeln wie WPR und Personal
Care zu platzieren. Im Regal seien die Trendprodukte
am besten in der „Diamantzone“
aufgehoben – also im natürlichen Blickfeld
des Shoppers.
Ein wichtiger Impulsgeber ist der Gondelkopf
an der Hauptkundenlaufzone, um die
Frequenz der gesamten Kategorie zu steigern.
Zuletzt empfiehlt die Marketingexpertin
Aktionen mit Preisvorteil wie Vermarktungen
mit größeren Packungen. Zusätzliche
Kaufanreize kreieren Zweitplatzierungen mit
aufmerksamkeitsstarken Aufbauten, etwa am
Check-in oder Check-out, um den Warenkorb
pro Einkaufsakt zu steigern.
☐
Die monatlichen Kosten für Haustiere
variieren deutlich, doch 60 Euro
sind für 60 Prozent der Haustierbesitzer
eine Grenze. Nur 40 Prozent
geben mehr aus. Mehr als 200 Euro
monatlich leisten sich lediglich
rund vier Prozent der befragten
Haustierbesitzer.
Quelle: Appinio
Der Umsatz mit Fertignahrung setzt
sein positives Wachstum fort:
4,5 Millionen Euro haben die Produkte
dem stationären Fach- und Lebensmitteleinzelhandel
2023 eingebracht
– nach 4,0 Millionen Euro in 2022,
3,7 Millionen Euro in 2021 und
3,5 Millionen Euro in 2020.
Quelle: Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e. V. und
Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe (ZZF) e. V.
NACHHALTIG, PFLANZLICH UND LECKER!
Der perfekte Snack für den Alltag – 100 % Plant Power
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Lieblingssnacks für Lieblingstiere
Neue Produkte
Mai 2025
Three Sixty
Three Sixty Vodka sorgt mit der neuen
Ready-to-Drink-Sorte Vodka & Açai für
frische Impulse im Regal: Hier trifft
milder, diamantfiltrierter Wodka auf
den fruchtig-süßen Geschmack der
Açai-Beere . UVP: 2,69 Euro
Ostmann
Ostmann greift mit „Let’s Do Like Meat“ den
Trend der pflanzenbasierten Ernährung auf
und bringt vier pflanzliche Würzmischungen
– Like Bacon, Like Beef, Like Chicken, Like
Hack – auf den Markt, die für authentischen
Fleischgeschmack sorgen sollen.
Bad Reichenhaller
Pikanter Genuss aus der Manufaktur: das
Bio-Gewürzsalz Chili Fleur de Sel der Alpen.
Bad Reichenhaller gewinnt sein Fleur de Sel
der Alpen aus reiner Natursole. Anschließend
werden die geschöpften Salzkristalle mit Bio-
Chiliflocken verfeinert. UVP: 4,29 Euro
Eilles
Das hanseatische Familienunternehmen
J.J. Darboven
erweitert seine Eilles Kaffee
Röstmeister-Range ab Mai um
die Variante Multitalent
1000 Gramm ganze Bohne.
Parallel erhalten die Sorten
Espresso und Caffè Crema ein
modernes Facelift – bei
gleichbleibender Rezeptur.
Hella
Ab sofort gibt es die leichte Limo von Hella
auch in der Geschmacksrichtung Pink
Grapefruit. Zusätzlich launcht die Mineralwassermarke
ein Feelgood-Sortiment
in den Sorten Awake (Pfirsich-Limette),
Refresh (Gurke, Zitrone, Limette) und
Defence (Schwarze Johannisbeere-Minze).
UVP: 0,95 Euro/1,29 Euro
Alpro
Die neue Soja-Joghurtalternative
mit Blaubeer-
Muffin-Geschmack
vereint das Aroma eines
Muffins mit der fruchtigen
Süße von Blaubeeren.
400 Gramm, UVP: 1,99 Euro
Dr. Oetker
Ab Mai zaubert das bunte Party Konfetti aus Esspapier
in fünf verschiedenen Farben leuchtende
Farbtupfer auf Kuchen und Gebäck. Kinderleichte
Verwendung und Spaß für Groß und Klein durch
einfaches Aufstreuen oder Legen. UVP: 2,49 Euro
Red Bull
Die Summer-Edition White Peach bietet einen
neuen Geschmack von weißem Pfirsich, abgerundet
mit einem Hauch von Zitrusschale und
blumigen Noten. Sowohl die zuckerhaltige als
auch die zuckerfreie Variante sind in 250-ml-
Dosen in leuchtendem Magenta erhältlich.
62
RUNDSCHAU 05/25
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Infos und Bildmaterial zu Ihren Neuprodukten
schicken Sie gerne an: produkte@rundschau.de
KoRo
Das vegane Bio-Mandelmus
mit Zimt- und Vanillenote im
500-Gramm-Glas wurde
relaunched und ist nun in
Bio-Qualität verfügbar. Pur,
als Topping oder zum Backen.
UVP: 14,50 Euro
Nicht nur zur Grillsaison:
Die Tindle Gourmet Premiumlinie
Ein Meilenstein im veganen Regal – die neue Premiumlinie
“Gourmet” überrascht mit zwei Bestsellern auf
neuem, höchsten Niveau.
BESCHREIBUNG Gourmet Typ Hähnchensteak Provencial und
Piri-Picante sowie Gourmet Grobe Bratwurst Rustico und Toskana-Art
– ein köstlicher, veganer Genuss für die ganze Familie mit ausgewählten
Zutaten ohne Zusatz von Geschmacksverstärkern, künstlichen
Aromen und Konservierungsstoffen. Nichts kommt derzeit so nah ans
Original!
Hipp
Hipp erweitert sein Sortiment um zwei Gläschen-Variationen
mit den Sorten „Pflaume in
Apfel mit Vollkorn und Melisse“ sowie „Apfel
Birne mit Dinkel und Fenchel“. Mit Bio-
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IMPRESSUM
Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:
Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.
(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;
Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);
Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)
Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände
wieder. Die Redaktion ist nicht für die
Inhalte verantwortlich.
Neue Produkte
Mai 2025
Gegründet: 1929
Verlag: medialog GmbH & Co. KG
Medienplatz 1, 76571 Gaggenau, Deutschland
Tel. 07225 60646-00
E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de
Geschäftsführer: Carsten Augsburger
Verlagsleiterin: Maria Akhavan (V.i.S.d.P.)
Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke
Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel, Jenny
Rommel
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen, Inka Stonjek
Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design
Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic
Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna
Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock
Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark
Anzeigendisposition: dispo@medialog.de
Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025
Abonnenten-Betreuung:
E-Mail: service@medialog.de
Titel: stock.adobe.com/PeopleVideos; Stefan Zeitz
Produktfotos: © Gustavo Gusto, Hersteller
Like
Like Thai Chicken sind neue
Chunks mit pikant würzigen
asiatischen Aromen. 100 Prozent
pflanzlich, ballaststoffreich,
leicht und vielfältig
zuzubereiten. UVP: 3,29 Euro
Deli
Deli Reform Das Original mit neuer palmölfreier
Rezeptur ist ab Mai 2025 im Handel
erhältlich. Anstelle Palmöl werden pflanzliche
Öle wie Sonnenblumenöl eingesetzt, der
Fettgehalt bleibt bei 70 %. UVP: 1,99 Euro
Develey
Internationale Geschmackserlebnisse:
Die Range
#Food Trip umfasst Döner-
Kebab-, Sweet-Chili- sowie
Sesam-Sauce und Sriracha-
MYO. In der 300-ml-Kopfsteherflasche.
UVP: 2,39 Euro
Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209
Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement
Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.
Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist
der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:
Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband
Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband
Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen
Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband
Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden
e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,
Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände
des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband
Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel
Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und
Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des
Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden
e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel
Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement
verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat
vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.
Druck: westermann DRUCK | pva
Georg-Westermann-Allee 66
38104 Braunschweig
Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe oder sonstige
Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch
nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung
des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht
für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.
Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material
wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene
und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte
liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.
Seeberger
Die gefriergetrockneten Erdbeeren,
Himbeeren und Blaubeeren
bestehen aus 100 Prozent Frucht,
ohne Zusätze. Als fruchtiger
Snack für zwischendurch oder
als crunchy Topping für Porridge,
Müsli und Bowls. UVP: 2,19 Euro
DeBeukelaer
Fruchtige Premiere
für die Prinzen
Rolle Cremys in der
Geschmacksrichtung
Erdbeer-Joghurt.
Ebenfalls als Limited
Edition: Prinzen Rolle
Strawberry-Cheesecake-Style.
UVP: k. A.
IVW IV/2024
Druckauflage:
60.267 Exemplare,
tatsächlich verbreitete
Auflage: 59.826 Exemplare
Verkaufsförderung
Mai 2025
Valensina
Valensina erweitert sein Eistee-Sortiment
um die beiden
Sorten Zitrone zero und Apfel.
Erhältlich im 0,5-Liter-Gebinde
für unterwegs sowie in der
1-Liter-Flasche für zu Hause.
UVP: 0,99 Euro/1,39 Euro
Bürger
Bürger präsentiert eine neue,
farbenfrohe Variante: Mini-
Gnocchi mit Kürbis. Ab sofort
erhältlich, überzeugen sie mit
einer aromatischen Kürbisnote
und leuchtend orangefarbener
Optik. UVP: 2,59 Euro
Eleplant
Bei der Onpack-Aktion von
Eleplant gibt es wöchentlich
die Chance auf einen
von zehn Einkaufsgutscheinen
im Wert von je
100 Euro. Kunden können
teilnehmen, indem sie
ein Aktionsprodukt kaufen
und anschließend
ihren Kassenbon online
hochladen.
Iglo
Iglo erweitert seine Fertiggerichte-
Range um diese fünf Produkte:
Hühner-Frikassee, Fleischbällchen in
fruchtiger Tomatensauce, Kartoffel
Hähnchenpfanne, Pasta Carbonara
sowie die Spätzle Hähnchenpfanne.
UVP: 3,99 Euro
Lorenz
Im Aktionszeitraum vom
23.06. – 27.07.2025 können
Verbraucher beim
Kauf von zwei Produkten
einen Inseltrip für bis zu
14 Personen gewinnen.
Zusätzlich erhalten alle
Teilnehmer garantiert
einen 25-Euro-Gutschein.
von Urlaubsguru.
Coral
Das Coral Magic Wash wurde für
den Einsatz in Kurzwaschprogrammen
ab 15 Minuten entwickelt. Erhältlich
in den Varianten Universal
Clean, Color Protection und Sports
& Synthetics. Erhältlich in der
840-ml-Flasche (21 Waschladungen)
und 2.160-ml-Flasche (54 Waschladungen).
UVP: 6,49 Euro / 14,99 Euro
Jules Mumm
Pünktlich zur Musikfestival-
Saison präsentiert Jules Mumm eine
Limited Design Edition unter dem
Motto „Enjoy your wildlife“: Die drei
Sorten Medium Dry, Dry und Rosé
Dry erstrahlen für kurze Zeit im Leo-
Look. Unterstützt wird der Launch
durch ein Gewinnspiel, das sowohl
Sofortgewinne als auch die Chance
auf Festival-Gewinne bietet.
www.rundschau.de
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FORSCHERAUFTRITT
Stephan Grünewald
>
Stephan
Grünewald
Der Psychologe und Autor leitet das Rheingold Institut. Hier
wechselt er sich mit David Bosshart, Martin Fassnacht und
Florian Klaus ab. www.stephangruenewald.de
Text: Mirko Jeschke
Überleben oder schöner leben?
Die multiplen Dauerkrisen hinterlassen bei den Konsumenten deutliche Spuren. Stephan Grünewald beleuchtet in
einer aktuellen Studie deren Krisenstrategien und zeigt, was der Einkaufswagen über die Stimmung im Land verrät.
Herr Grünewald, tatsächlich begleiten uns
mehrere großen Krisen wie Kriege, Klimawandel
oder Migrationsbewegungen
schon seit vielen Jahren. In einer umfassenden
Studie mit Unilever hat
das Rheingold Institut nun untersucht,
welche Folgen dies auf das
Einkaufsverhalten hat …
Die Menschen verfolgen ganz unterschiedliche
Strategien, um mit diesen
belastenden Situationen umzugehen.
Die Hauptkrisenstrategie ist
der Rückzug ins private Schneckenhaus.
93 Prozent der Befragten stimmten
in unserer Studie der Aussage zu,
aktuell sehr auf sich bezogen zu sein.
Welche weiteren Strategien gibt es?
Die zweithäufigste Methode beim Umgang mit
Krisen ist das Ausblenden derselben durch den
Fokus auf Hobbys und Freizeitaktivitäten, worin
sich ein gewisser Eskapismus ausdrückt. Weitere
Strategien sind Ordnungsversuche im Kleinen, bei
denen man sich z. B. ehrenamtlich betätigt und so
einen Beitrag zu einer besseren Welt leisten will, oder eine besinnungslose
Betriebsamkeit, bei der man sich vollends in die Arbeit
oder Projekte stürzt, um sich nicht mit den großen Problemen auseinandersetzen
zu müssen. Daneben gibt es Personen, die mit einer
medialen Vorwärtsbewegung ständig am Puls der Zeit bleiben und
von Krisen nicht kalt erwischt werden möchten. Zu guter Letzt haben
wir eine Gruppe identifiziert, die jederzeit für den aus ihrer Sicht
kurz bevorstehenden Untergang gewappnet sein will, dazu zählen
auch die sogenannten Prepper.
Daran kann man gut erkennen, wie unterschiedlich Menschen
auf Krisen reagieren. Wie manifestieren sich solche Verhaltensweisen
beim Einkauf im Supermarkt?
Einkauf ist gerade in Krisenzeiten eine Art beruhigendes Selbstvergewisserungsritual.
Durch die breite Auswahl der Produkte im Supermarkt
bekommen Konsumenten die Chance, aktiv Selbstfürsorge zu
Stephan Grünewald
Geschäftsführer, Rheingold Institut
betreiben. Zudem stellen die vollen, aufgeräumten
und bunten Regale ein deutliches Kontrastbild
her zu der maroden Infrastruktur in vielen
Teilen der Republik. Wir unterscheiden
im Verbraucherverhalten zwei Modi:
Im „Überlebensmodus“ verspüren die
Leute das starke Gefühl, Geld sparen
zu müssen. Dabei greifen sie auf
Sonderangebote und Eigenmarken
zurück und kaufen zudem große
Mengen ein. Im Gegensatz dazu bevorzugen
die Menschen im „Schöner-Leben-Modus“
hochpreisige bzw.
Premiumprodukte, um sich etwas zu
gönnen und sich etwas Gutes zu tun.
Welche Wellbeing-Produkte nehmen
die Konsumenten bewusst ins Visier?
Bei der Selbststabilisierung in der Krise hilft
nach den Erkenntnissen unserer Studie allen voran
das Trostprodukt Eis. Es kühlt die Verbraucher
nicht nur ab, sondern gibt ihnen gewissermaßen
das Gefühl, Probleme „wegschmelzen“ zu können.
Gleichzeitig schwingen beim Eisessen häufig schöne
Kindheitserinnerungen mit, die den Verzehrmoment zusätzlich
positiv aufladen. Stark gefragt sind aber auch Fix- bzw. Convenience-
Produkte. Sie bieten ein schnelles, wohlschmeckendes Gericht mit
Gelinggarantie, wodurch auch negative Alltagserfahrungen ein Stück
weit kompensiert werden. Wir beobachten sogar eine Art „Faszination
Brühwürfel“, d. h. die Menschen sind begeistert über die zauberhafte
Verwandlung, die durch die Auflösung dieses kleinen quadratischen
Produkts ausgelöst wird.
… und im Bereich Nonfood?
Hier ist insbesondere der Bereich Beauty und Pflege zu nennen, wobei
es nicht mehr vorrangig um Schönheitsideale geht, sondern darum, sich
ein dickes Fell anzucremen und sensible Problemzonen zu schützen.
Es heißt nicht umsonst: „Krisen gehen unter die Haut.“ Eine ähnliche
Aufgabe erfüllen Deodorants. Sie bilden eine Art Duftkokon, der Verwender
wie Außenstehende gleichermaßen schützt.
☐
Foto: Unternehmen
66 FORSCHERAUFTRITT • RUNDSCHAU 05/25
fitfortrade
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