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Oberbergische Impulse IV / 2007 - und TechnologieCentrum ...

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OBERBERGISCHE

Das Wirtschaftsmagazin 2. Jahrgang Nr. 4/2007

OBERBERGISCHE

impulse

impulse

Perspektiven

Unternehmen

registrieren

Standortvorteile

Regionale 2010

Wegweisende

Projekte

in Oberberg

Reichshof

Vom „Haferspanien“

zum innovativen

Wirtschaftsstandort

PWM GmbH &Co.KG

Zuhause an den

Straßen der Welt

1


2

„Wir sind AggerEnergie“ .

Bergneustadt...Engelskirchen...Gummersbach...Marienheide...Morsbach...Nümbrecht...Overath...Reichshof... ...Waldbröl...Wiehl

Für die Zukunft planen, in allen Fragen der Ener-

gieanwendung kompetent beraten, gezielt öko-

logische und soziale Projekte hier bei uns fördern.

Das bietet nur ein starker Energieversorger aus

unserer Region.

Wir sind AggerEnergie.

Erdgas, Strom und Wasser für unsere Region.

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OBERBERGISCHE

impulse


Bei arcus in Hückeswagen, Opitz Consulting in Gummersbach und GIRA in Radevormwald - überall gute Perspektiven

Oberbergische Perspektiven:

Konjunktur gut – bessere

Infrastruktur soll Standortqualitäten

optimieren

Oberbergs Unternehmen sind sich durchweg einig. Die Auftragslage ist gut,

die Aussichten ebenso. Neue Geschäftsfelder werden angepackt, es herrscht

Aufbruchsstimmung. Nach Ansicht der Unternehmerinnen und Unternehmer

könnten die Infrastruktur und die weichen Standortfaktoren verbessert werden.

Oberbergische Impulse hat Unternehmerinnen

und Unternehmer der Region

befragt. Dr. Wolfgang Lichius, Mitglied

der Geschäftsleitung der Kienbaum

Consultants International GmbH,

spricht durchaus stellvertretend für die

meisten der angesprochenen Unternehmen:

„Die positive konjunkturelle

Entwicklung ist sehr deutlich zu spüren.

Wir glauben, dass diese positive konjunkturelle

Entwicklung nicht nur eine

kurzfristige ist.“ Andere Unternehmen

sehen dies zwar je nach Branche unterschiedlich,

stimmen aber grundsätz-

Barlog plastics GmbH: Kunststoffspezialist aus Engelskirchen

4

Von Peter Schmidt

lich zu. So betont Bernhard Opitz, Mitinhaber

der Gummersbacher Opitz Consulting

GmbH: „Der Aufschwung betrifft

zurzeit alle Branchen. Lediglich die Behörden

halten sich weiterhin zurück.“

Generell geht Opitz davon aus, dass der

Aufschwung bis 2009 oder 2010 weiterhin

anhält.

Die möglichen Wachstumspotenziale

können viele Unternehmen aber nicht

realisieren. So benötigt Dienstleister

Opitz Consulting entsprechend mehr

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die

Foto: Barlog plastics GmbH

lassen sich nicht so schnell in den Betrieb

integrieren wie es die Wachstums-

Möglichkeiten erlauben würden. Das

gilt nicht nur für die High-Tech- und IT-

Branchen. Mahi Degenring Couture

produziert in Nümbrecht Mode, die in

den Metropolen Deutschlands verkauft

wird. Chefin Mahi Degenring weiß: „Die

Möglichkeiten, qualifizierte Fachkräfte

einzustellen, werden immer geringer.“

Personalprobleme plagen also heute

schon Produktionsunternehmen und

Dienstleister.

Ländliche Region bietet Vorteile

Bei der Personalsuche hat der Standort

Oberberg durchaus positive Argumente.

Das funktioniert zumindest bei

Opitz Consulting, bestätigt Bernhard

Opitz: „Der ländliche Standort in Verbindung

mit der Nähe zu Köln wird von

vielen jungen Mitarbeitern positiv aufgenommen.

Während Singles und Paare

die Nähe der Großstadt suchen, siedeln

sich junge Familien gerne in der

Region an, wo sie das ländliche Ambiente

und den großzügigeren und bezahlbaren

Wohnraum schätzen. Mit

arbeiterinnen und Mitarbeiter, die so

sesshaft geworden sind, bleiben unserem

Hause länger treu.“ Und auch Kienbaum-Mitgeschäftsführer

Dr. Wolfgang

Lichius ergänzt: „Positiv ist sicherlich,

dass die oberbergischen Unternehmen

angesichts der Nähe zu Köln auf ein

größeres Reservoir an gut qualifizierten

Arbeitskräfen zugreifen können.“

Dies gilt nicht nur für die Kreismitte,

bestätigt Dirk Giersiepen, Geschäftsführer

der Radevormwalder Gira Giersiepen

GmbH & Co. KG: „Die Nähe zu

den größeren Städten wie Wuppertal,

Dortmund und dem Kölner Raum bietet

ein gutes Potenzial, unseren Bedarf

an sehr qualifizierten Mitarbeitern zu

decken. Wir sind überzeugt, dass wir

am Standort Radevormwald unsere

Leistungen auch in Zukunft mit star-

OBERBERGISCHE

impulse

Fotos: arcus, Opitz Consulting und GIRA


Werner Barlog:

„Die oftmals restriktive Verhaltensweise

der Banken gehört zu den zentralen

Faktoren, die das mögliche Wachstum

der Unternehmen hemmen.“

ken und loyalen Mitarbeitern auf Champions-league-Niveau

erbringen können.“

Positiv entwickelt sich auch die verstärkte

Vernetzung der hiesigen Schwerpunkt-Branchen,

so Werner Barlog,

Inhaber der Engelskirchener Barlog

plastics GmbH: „Der Standort hätte

das Potenzial für eine Kunststoff-Clusterbildung

und jede Menge Kooperationen.

Wir arbeiten optimistisch mit.“

Konkrete Ideen, wie der Standort Oberberg

weiter zu verbessern ist, haben

einige Unternehmerinnen und Unterneh-

OBERBERGISCHE

impulse

Mahi Degenring:

„Der Standort Oberberg ist aus unserer

Sicht ein reiner Produktionsstandort.

Aus dieser Perspektive sind seine

Stärken die geringen Mieten und Lebenshaltungskosten.“

mer. So belastet weiterhin die aus ihrer

Sicht unzureichende Verkehrsanbindung.

Rüdiger Krumreihn, Mitinhaber

des Radevormwalder Treppenherstellers

arcus Holztreppen GmbH, sehnt

besonders auf dem Gebiet der Nachbarstadt

Remscheid bessere Verkehrsanbindungen

herbei. Denn die Zufahrt

zur Bundesautobahn A 1 wird durch

zwei Nadelöhre an der Trecknase und

in Bergisch Born zur Tortur für seine

Monteure. „Wir liefern Treppen in ganz

NRW aus – da müssen unsere Monteure

täglich durch den Stau.“ Unternehmer

Bernhard Opitz beklagt die feh-

T I T E L T H E M A

Rüdiger Krumreihn:

Wir stellen uns auf einen veränderten

Markt ein und stärken unsere Aktivitäten

im Bereich der Altbausanierung.

lende familienfreundliche Infrastruktur.

Auf dem Land fehlen den Eltern die Bürgersteige,

„in Kindergärten und Schulen

ist das Betreuungsangebot über

Mittag oder auch am Nachmittag nicht

so ausgeprägt.“

Doch das Positive überwiegt. So zählt

Opitz den Verbleib der Fachhochschule

Köln, Campus Gummersbach auf dem

Steinmüllergelände zu den wichtigsten

Impulsen für die Region. Werner Barlog

freut das Engagement regionaler

Wirtschaftsförderungen. Sollten ihm

auch in Engelskirchen keine flächenmä-

5


Dirk Giersiepen:

„Der sichtbare konjunkturelle Aufschwung

gilt für das Inland und auch –

bis auf ganz wenige Ausnahmen für

praktisch alle Auslandsmärkte. Das

deutliche Wachstum setzt sich auch in

diesem Jahr fort.“

ßigen Wachstumsmöglichkeiten geboten

werden können, so wird er doch in

der Re-gion bleiben. Rüdiger Krumreihn

lobt die ausgesprochen schnelle und effektive

Betreuung der Hückeswagener

Wirtschaftsförderung, die ihm nach einem

Brand im Jahr 2005 den schnellen

Wiederaufbau ermöglichte.

6

Dr. Wolfgang Lichius:

„ Wir glauben, dass diese positive konjunkturelle

Entwicklung nicht nur eine

kurzfristige ist, weil die überwiegende

Mehrheit der deutschen Unternehmen

zu Investitionen auch in Personal bereit

ist.“

So setzen sich viele der hier ansässigen

Unternehmen neue Ziele: Treppenhersteller

arcus packt neue Märkte an,

indem die Renovierung im Altbau intensiviert

wird. Ebenso setzt Gira auf die

Modernsisierung der technischen Ausstattung

im Altbau und auf neue Perspektiven

in der Medizintechnik. Degenring

Couture eröffnete neue Verkaufs-

T I T E L T H E M A

Bernhard Opitz:

„Zu den wichtigen positiven Entwicklungen

am Standort Oberberg zählen

auf jeden Fall der Verbleib der Fachhochschule

Köln, Campus Gummersbach

in Gummersbach und die Entwicklung

des Steinmüllergeländes zu einem

wichtigen wirtschaftlichen Zentrum.“

stellen in Düsseldorf und Berlin und

kann durch die Produktion im marktnahen

Nümbrecht statt im fernen Asien

rasch auf neue Trends reagieren.

Schnell, flexibel, offensiv – Oberbergs

Wirtschaft profitiert von der Aktivität

der hiesigen, mittelständischen Unternehmen.

OBERBERGISCHE

impulse


OBERBERGISCHE

impulse

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Arbeitsplätze bei bedeutenden Unternehmen wie BPW (links) und eine angenehme Wohnumgebung

Reichshof:

Den Wandel geschafft –

Top-Unternehmen im ehemals

armen „Haferspanien“

Der Standort macht´s: 1995 zog der

Fahrradreifen-Hersteller Ralf Bohle

GmbH aus dem zu eng gewordenen

Standort in Bergneustadt hinauf auf

den Berg, gleich an die Autobahn A 4

in das Industriegebiet Wehnrath. Die

Vorteile weiß Firmenchef Frank Bohle

zu schätzen: „Wir liegen hier zentral,

erreichen schnell alle Ballungsgebiete

im Umfeld, den Norden, Süden und

Osten Deutschlands.“ Staufrei zum

Kunden – mit diesem schlagkräftigen

Argument konnte Reichshof seit Ende

der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts

seine neuen Gewerbeflächen in

Wehnrath vermarkten.

Dies war erfolgreich, mittlerweile ist

der vierte Bauabschnitt entstanden.

Insgesamt breiten sich die Unternehmen

nahe der A 4 auf fast 30 Hektar

aus. Noch existieren einige Reserveflächen,

doch schon jetzt macht sich

Reichshof daran, das nächste Flächen

zu erschließen. Dieses Mal wird mit der

Stadt Bergneustadt ein gemeinsames

– interkommunales – Gewerbegebiet

erschlossen, auf dem ab 2008 die ersten

Betriebe angesiedelt werden können.

Dieses verfügt dann über weitere

28 Hektar und ist damit etwa genauso

groß wie die vier Bauabschnitte in

Wehnrath. Dieses Gebiet wird zwar für

einige Jahre reichen, doch „dass wir

8

Von Peter Schmidt

Direkt an der Bundesautobahn A 4 liegt das bedeutendste Gewerbegebiet der

Gemeinde Reichshof. Die Kommune hat vom Bau der Autobahn in den 70er

Jahren profitiert, ihre Chance ergriffen und aus der grünen Gemeinde für

Sommerfrischler einen attraktiven Wirtschaftsstandort entwickelt. Heute bietet

die zweitgrößte Flächenkommune des Oberbergischen beides: attraktive Tourismusangebote

und Arbeitsplätze in Gewerbe und Industrie.

genügend Investoren finden, daran habe

ich keinen Zweifel“, betont Reichshofs

Bürgermeister Gregor Rolland.

Die verkehrsgünstige Lage ist eben ein

überzeugendes Argument.

Das war nicht immer so. Lange Zeit

litt die Reichshofer Entwicklung unter

der Abgeschiedenheit. Sie zählte, wie

das Homburger Ländchen, zu „Haferspanien“

– der armen Region Oberbergs.

Seit dem Mittelalter wurden Erze

gefördert, Erzbergwerke entstanden

und wurden bis ins 19. Jahrhundert

hinein betrieben. Doch dann rechnete

sich der Abbau nicht mehr, die Werke

wurden stillgelegt, die industrielle Entwicklung

war unterbrochen. Auch die

Steinbrüche des Reichshofes lieferten

nicht so hochwertige Grauwackesteine,

verglichen beispielsweise mit

den Pflastersteinen aus den Lindlarer

Brüchen.

Es blieb den Menschen nichts anderes

übrig, als der Arbeit hinterher zu reisen.

Die Männer verließen im Frühjahr

das Haus, zogen in anstrengenden Tagesmärschen

nach Norden in die Bergischen

Städte und verdingten sich

im Straßenbau. Eine harte Zeit, die bis

weit ins vergangene Jahrhundert hinein

dauerte.

Tourismus hat Tradition

Besserung brachten die ersten Sommerfrischler,

die um 1900 besonders

den Ort Eckenhagen als Erholungsziel

entdeckten. Der touristische Anfang

war gemacht – der zweite Weltkrieg

und die harte Zeit danach beendeten

zunächst den Aufschwung im Gastgewerbe.

Mit dem in den 70er Jahren

vom Land Nordrhein-Westfalen verabschiedeten

Landesentwicklungsplan

kam wieder Schwung in die Entwicklung.

Reichshof sollte Schwerpunkt

für die Naherholung der Städter werden.

Eckenhagen wurde Luftkurort und

1991 dann Heilklimatischer Kurort.

Heute zählt Reichshof neben Nümbrecht

und Lindlar zu den touristischen

Top-Anschriften des Kreises. 400 Menschen

arbeiten derzeit für den Tourismus.

Die Chancen stehen gut, dass es

künftig immer mehr werden. „Unsere

Übernachtungszahlen steigen weiter

an“, freut sich Michael Hebel, Leiter

der Kurverwaltung. Das Engagement

zahlt sich aus. So ist der Schwalbe

Fahrradpark für Radtouristen mittlerweile

ein attraktives Tourenziel gewor-

Arbeiten in modernen Unternehmen und in attraktiven Industriegebieten

Foto: Wessel

Foto: Gem. Reichshof

OBERBERGISCHE

impulse

Fotos: BPW / Gemeinde Reichshof


den. Das Nordic Walking Zentrum des

Deutschen Skiverbandes spricht die

sportlichen Gäste an, die Heilklima-

Wanderwege die Kurgäste. Regelmäßig

präsentiert sich das Ferienland

Reichshof in den Städten des Ruhrgebietes

und des Rheinlandes. 2008 wird

eine weitere Lücke in der touristischen

Infrastruktur geschlossen. Dann gibt es

in Reichshof einen Fahrradverleih.

Publikumsmagnet Affen- und Vogelpark

Der Tourismus konzentriert sich eindeutig

auf den Kurort Eckenhagen, der mit

seiner reichhaltigen Gastronomie, dem

Affen- und Vogelpark, dem monte mare-

Freizeitbad und den zahlreichen Wanderwegen

wie auch den skitouristischen

Angeboten rund um das Blockhaus

schon seit Jahrzehnten touristisch

bekannt ist. Im Dreiklang der

Reichshofer Hauptorte Eckenhagen,

Denklingen und Wildbergerhütte ist

Denklingen mit dem Rathaus das Verwaltungszentrum,

Wildbergerhütte der

Einkaufsort der Gemeinde. „Hier finden

sich Einzelhändler aller Branchen. Wildbergerhütte

wird von den Menschen

auch aus den Nachbarkommunen als

Einkaufsort gerne genutzt“, so Markus

Hippel, Wirtschaftsförderer der Gemeinde

Reichshof.

Eine auf die heutige Gesamtgemeinde

abgestimmte Gebietsentwicklung gibt

es erst seit 1969. Damals wurde die

Gemeinde Reichshof in ihrer heutigen

Form durch die Zusammenlegung der

Kommunen Eckenhagen und Denklingen

geschaffen. Dadurch „war es ein

hervorragendes Ziel, die Entwicklung

der Traditionsunternehmen in den verschiedensten

Ortsteilen zu sichern“, berichtet

Hippel. So konnte Unternehmen

wie die Wessel Werk GmbH aus Wildbergerhütte

(s. Marktführerportät in

Heft 2/2007) oder die Meyer-Hosen-

AG aus Denklingen an ihren angestammten

Standorten nahe der Ortskerne

Entwicklungssicherheit gegeben

werden. Dazu zählen auch die zwei

OBERBERGISCHE

impulse

Foto: Gemeinde Reichshof

W I R T S C H A F T S S T A N D O R T E

Produktionsstandorte von Oberbergs

größtem Familienunternehmen, der

Wiehler BPW Bergische Achsen KG.

In Brüchermühle und Hunsheim arbeiten

340 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Damit zählt BPW auch in Reichshof

zu den wichtigsten Arbeitgebern.

Mit der Elektrisola Dr. Gerd Schildbach

GmbH & Co. KG hat in Reichshof-Ecken-

Elektrisola: Platz im engen Tal gefunden

Foto: Elektrisola

hagen der weltgrößte Hersteller dünner

Kupferlackdrähte für die Elektroindustrie

ihren Sitz. 30.000 verschiedene

Produkte bietet der Marktführer auf

dem Weltmarkt an. Werke in Deutschland,

Italien, Schweiz, USA, Malaysia,

China und Mexiko sichern die Marktposition

auf allen Märkten. Insgesamt

beschäftigt das Unternehmen rund

2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

etwa 300 sind es in Reichshof.

Viele Marktführer in Reichshof

Nahe der Wiehltalsperre hat mit der

Hans Berg GmbH & Co. KG ein weiteres

Unternehmen der Metallbranche

und einer der wichtigsten Arbeitgeber

im Reichshof seinen Sitz. 270 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter produzieren

bei Brüchermühle Präzisionskomponenten

für die Heizkörper- und Automobil-Industrie.

Seit 50 Jahren hat sich

die Hans Berg GmbH & Co. KG besonders

im Bereich der Anschlüsse für

Heizplatten, Radiator-Heizkörpern und

Konvektor-Heizkörpern die europäische

Marktführerschaft erarbeitet – doch

auch im Bereich der Automobil-Industrie

setzt sich die Qualität aus dem

Reichshof durch.

Auch mit kleiner Belegschaft wird von

Reichshof aus der Weltmarkt bedient.

Seit 1995 produzieren in Reichshof-

Wehnrath die acht Mitarbeiterinnen

Fotos: psch

Die Firmenzentrale der Hans Berg GmbH

& Co. KG am Fuß der Wiehltalsperre

und Mitarbeiter der Beckdorin Kollagenfolien

GmbH Folien für die Lebensmittelindustrie.

Aus hauchdünnem Rinderspalt-Material

- den untersten Schichten

des Rindsleders - entstehen essbare

Folien. In die werden Kochschinken,

Rollbraten und Würste eingepackt,

die dann in der Lebensmittelindustrie

beispielsweise vorgebraten oder angeräuchert

werden. So beliefert das Unternehmen

die großen Lebensmittel-

Konzerne in Europa, Russland und den

Vereinigten Staaten von Amerika.

Beckdorin: Essbare Folien für den Weltmarkt

In Wehnrath haben sich zahlreiche weltweit

agierende Unternehmen angesiedelt.

So die Becker System GmbH, für

die im weissrussischen Gomel Fenster

und Türen nach westdeutschem Standard

und mit hiesigen Beschlägen gefertigt

werden. Oder Sokymat Automotive

GmbH, die heute zur Schweizer

Swatch Group gehört. Sokymat errichtete

1997 in Wehnrath eine der modernsten

Transponder-Produktionen

Deutschlands und beliefert von hier

aus unter anderem weltweit 26 Automobilhersteller.

Die Transponder kontrollieren

Klimaanlagen, Reifendruck

und Wegfahrsperren, die drahtlose

Kommunikation über die Radiowellen

macht es möglich. Gleich in der Nachbarschaft

bietet die scemtec Sensor

Technology GmbH als Teil der scemtec-

9


Gruppe ebenfalls Lösungen der Transponder-Technologie

an. Per Radiowellen

können damit beispielsweise Messdaten

kontaktlos vom Messpunkt zur

Kontrollstation übertragen werden.

Scemtec startete 1988 mit zwei Mitarbeitern.

Heute beschäftigt Firmengründer

Rudolf Schmitz in den drei Unternehmen

der Gruppe rund 55 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter.

Vielseitiges Wehnrath

So ist Wehnrath heute eine der oberbergischen

Anschriften für Top-Unternehmen.

Dazu zählt auch die DIMAB

Spezialschweißarbeiten GmbH & Co.

KG, ein mittelständische Unternehmen,

das schwierigste Schweißaufträge entweder

in der heimischen Fabrikhalle

oder gleich beim Kunden vor Ort übernimmt.

Dienstleister der Extraklasse

wie die Coach Service GmbH fanden

ihren Platz nahe der Bundesautobahn

10

Foto: DImab

A4. In den Nobelbussen des Unternehmens

lassen sich Künstler, Musikbands

und deren Crews durch Europa chauffieren

– bequem, sicher und luxeriös.

Stark sind auch die Bauunternehmungen

aus Reichshof. Mit der Schürholz

Schäfer Baugesellschaft mbH hat sich

in Wehnrath ein Spezialist angesiedelt,

der mit seinen Fachkenntnissen manch

bekanntes Bauwerk restauriert hat.

Im 15 Hektar großen Hunsheimer Gewerbegebiet

haben sich neben der Firma

BPW Bergische Achsen KG weitere

leistungsstarke Unternehmen aus

der Region angesiedelt. Unter anderem

die STEWE Dienstleistungs GmbH als

Spezialist im Gesamtbereich der infrastrukturellen

Dienstleistung, sowie Entsorgerprofi

AVEA GmbH & Co. KG, die

dort eine IT- und Elektroschrott-Sortierund

Recyclinganlage betreibt. Mehrere

Handwerksbetriebe, ein Hersteller

für Spielplatzgeräte, Bau- und Transportunternehmen

komplettieren das

dortige Angebot.

W I R T S C H A F T S S T A N D O R T E

Mit einer so vielseitigen Unternehmens-

Struktur ist das ehemals ärmliche

Reichshof zukunftssicher aufgestellt.

Die Wirtschaftsförderung der Gemeinde

unterstützt dies auf höchster Ebene

– Wirtschaftsförderung ist hier Chefsache.

Bürgermeister Gregor Rolland

sucht den direkten Kontakt zu den Un-

Reichshof in Zahlen:

Einwohner: 20.014

Fläche: 114,67 Quadratkilometer

Einwohnerdichte: 174,5 Einwohner/Quadratkilometer

Schulen: vier Grundschulen, eine Gesamtschule, eine Förderschule für emotionale

und soziale Entwickling, eine private Realschule und ein privates Berufskolleg

Sozialversichungspflichtig Beschäftigte: 4.616

Erreichbarkeit: Autobahn A 4 (Anschlussstellen Reichshof/Bergneustadt

und Eckenhagen)

Steuersätze:

● Grundsteuer A: 295 %

● Grundsteuer B: 391 %

● Gewerbesteuer: 430 %

ternehmen, „mein Team sorgt für die

schnelle Klärung von Fragen und ermöglicht

eine effektive Betreuung zuziehender

und heimischer Unternehmen.“

Kundenorientierung ist selbstverständlich

bei Wirtschaftsförderung

und Kurverwaltung. So wird die Kurverwaltung

ihre Öffnungszeiten auf das

Wochenende ausdehnen. Wirtschaftsförderer

Markus Hippel ist für seine

Kunden jederzeit erreichbar, damit der

Aufschwung nicht gebremst wird.

Kontakt:

Gemeinde Reichshof

Markus Hippel

Hauptstr. 12

51580 Reichshof

T: 02296 801-102

E: markus.hippel@reichshof.de

I: www.reichshof.de

Freie Gewerbeflächen: 3 Hektar im Gewerbegebiet Wehnrath, 28 Hektar

im interkommunalen Gewerbegebiet (ab 2008); rund 55 Hektar eines ehemaligen

Munitionsdepots sollen teilweise als Gewerbe- und Industriefläche

entwickelt werden.

Geschichte: Mit der kommunalen Neugliederung 1969 entstand die Gemeinde

Reichshof als Zusammenschluss der Gemeinden Denklingen und Eckenhagen.

Um keine der beiden Urgemeinden zu benachteiligen, sollte ein neuer Name

gefunden werden. Der orientiert sich an mittelalterlichen Begebenheiten: Der

Erzbischof von Köln erhielt den Reichshof 1167 von Kaiser Barbarossa für

die Verdienste, die er sich im Kampf gegen die Italiener erworben hatte.

Damals wurden seine vergleichsweise reichen Silber- und Bleivorkommen

geschätzt – mit ihnen soll ein Teil des Dombaus zu Köln finanziert worden

sein. Später übernahmen die Grafen von Berg den Reichshof. Land- und forstwirtschaftlich

geprägt war die Region, der karge Boden aber brachte nicht

genügend Erträge für eine gewinnbringende Landwirtschaft. Den industriellen

und gewerblichen Aufschwung brachte der Bau der Bundesautobahn A 4

in den 70er Jahren. Heutige industrielle Kernbranchen sind Metallverarbeitung,

Kunststoffindustrie und Nachrichtentechnik.

OBERBERGISCHE

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OBERBERGISCHE

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Foto: Rothstein

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GreenCamp:

Klettern am

Werbebanner

Europas höchster mobiler Kletterturm kommt aus

Oberberg. Jungunternehmer Jeremias Groß hat sich

ein pfiffiges Vermarktungskonzept ausgedacht: Zwei

der vier Turmwände können für Firmen-Veranstaltungen

als Werbeflächen gestaltet werden. Das

macht den Turm zum Blickfang. „Mit diesen Werbemöglichkeiten

haben wir uns ein weiteres Alleinstellungsmerkmal

auf dem Markt geschaffen.“

Noch hängt Jeremias Groß meist selbst

am Seil. Als Industriekletterer reinigt

er kaum zugängliche Fensterfronten an

Hochhäusern, platziert große Werbebanner

an Außenfassaden oder übernimmt

beispielsweise Wartungsarbeiten

an den Decken von Werkshallen.

„Da sind wir Industriekletterer allemal

günstiger als Unternehmen, die noch

Gerüste aufstellen müssen oder große

Hubbühnen installieren.“ So kann die

Wartung der Rauchmelder in der Produktionshalle

bei laufendem Betrieb

übernommen werden. Er hangelt sich

ohne Gerüst mit modernster Klettertechnik

und -ausrüstung an der Decke

entlang. Andere Wartungsunternehmen

blockieren die Produktion und verursachen

so zusätzliche Kosten.

Eigentlich wäre der Gründer mit seinem

Job als Industriekletterer gut ausgelastet.

Die in Deutschland noch junge

Branche boomt, durch die verkehrsgünstige

Lage Gummersbachs erreicht

er schnell seine Einsatzorte im Bergischen,

im Rheinland, im Ruhrgebiet

und im Frankfurter Raum. Doch er

wollte mehr sein als nur Industriekletterer:

„Seit 2001 tüftelte ich am Kletterturm“,

so Groß. Der größte Europas

12

sollte es sein. „Damit will ich künftig

den Hauptumsatz erzielen.“

Seit Juli ist der komplett eigenständig

entwickelte Kletterturm im Einsatz. Der

Technische Überwachungsverein Rheinland-Berlin-Brandenburg

e.V. (TÜV) gab

seinen Segen, der Turm erfüllt alle

Sicherheitsvorschriften für „fliegende

Bauten“. Bis zur Windstärke fünf (bis

zu 38 Kilometern pro Stunde) darf an

ihm geklettert werden. So stabil konstruierte

Groß die Kletteranlage.

Weiterer Kletterturm in Planung

Derzeit übersteigt die Nachfrage nach

seinem mobilen Kletterturm zeitweise

seine Möglichkeiten. Bieten kann er aktuell

entweder zwei sechs Meter hohe

Klettertürme oder einen Zwölf-Meter-

Turm. Er plant im kommenden Jahr den

zweiten Zwölf-Meter-Turm einzusetzen.

Angefragt wird er von Schulen und Vereinen;

aber auch von Unternehmen, die

den Kletterturm während ihrer Firmenveranstaltungen

einsetzen. Das können

Großveranstaltungen sein wie „Rock

am Ring“ in Köln, aber auch Mitarbeiterfeste

oder Messepräsenzen direkt

am Unternehmensstandort oder in den

großen Messehallen. Da ist der Kletterturm

dann ein echter Hingucker.

Besonders für Werbeeinsätze ist der

Turm konzipiert. Verschiedene Möglichkeiten

bietet Jungunternehmer Groß

seinen Kunden: Es können ein oder zwei

Seiten des Kletterturm mit einer 2,5

Meter breiten und sechs oder zwölf Meter

hohen Werbeplane bespannt werden.

Die Bühne wird für Moderationen

eingesetzt, der Audio-Service beinhaltet

auch eine professionelle Lautspre-

E X I S T E N Z G R Ü N D U N G

cher-Anlage. Die Kletterinnen und Kletterer

können mit einer Helmkamera

ausgestattet werden und liefern so

spannende Bilder von der Klettertour

und dem Rundumblick aus zwölf Meter

Höhe. Groß: „So können auch die am

Erlebnis teilhaben, die nicht selber klettern

wollen.“ Das ist gerade für stolze

oder besorgte Eltern attraktiv.

Für den Nachteinsatz bietet Greencamp

auch spezielle Werbefolien an,

die durch die mögliche Beleuchtung aus

dem Innern des Turm spannende Lichteffekte

erzielen. Da zahlt sich die jahrelange

Tüftelei des Unternehmers aus.

Das Gerüst ist so konzipiert, dass keine

Gerüststange die Werbung beschattet.

„Mit diesem Konzept sind wir derzeit

konkurrenzlos“, freut sich Jeremias

Groß. Er weiß aber auch: Jetzt, in den

ersten Jahren, gilt es, Kunden zu überzeugen

und Marktanteile zu sichern.

Denn die Konkurrenz schläft nicht.

psch

Besonderheiten:

Mobile Klettertürme (sechs und

zwölf Meter hoch) werden als reine

Kletteranlage oder mit verschiedenenWerbe-Service-Paketen

vermietet.

Kosten: ab 789 Euro pro Tag

Kontakt:

GreenCamp

Jeremias Groß

Kaiserstraße 8

51643 Gummersbach

T: 02261 609630

F: 02261 701266

H: 0178 2742344

I: www.mygreencamp.de

Fotos: GreenCamp

OBERBERGISCHE

impulse


Regionale 2010:

Vernetzen, Neues schaffen –

und von einander lernen

Die Regionale 2010 bringt Impulse in den Oberbergischen Kreis. Wir stellen

Ihnen die Projekte vor, die hier bei uns vorangetrieben werden. Doch die Regionale

2010 ist weit mehr als ein Impulsgeber für Oberberg – ihre Aufgaben und

Funktionen sind vielfältig sowie für die Region Köln/Bonn nach innen und nach

außen gewinnbringend.

Die Regionale 2010 ist ein Strukturprogramm

des Landes Nordrhein-

Westfalen, das alle zwei Jahre einer

Region die Chance zur aktiven Zukunftsgestaltung

bietet. Den Anfang machte

im Jahr 2000 die Expo Initiative Ost-

WestfalenLippe, es folgten zahlreiche

weitere Regionen im Land. Grundsätzlich

geht es darum, Fördergelder des

Landes Nordrhein-Westfalen gezielt

einzusetzen, um so nachhaltige Entwicklungen

zu unterstützen. Federführend

in unserer Region ist die Regionale

2010-Agentur mit Sitz in Köln.

Sie betreut ein Gebiet, das die Städte

Köln, Bonn und Leverkusen sowie die

angrenzenden Landkreise – den Rhein-

Sieg-Kreis, den Rhein-Erft-Kreis, den

Rheinisch-Bergischen Kreis und ganz

im Osten den Oberbergischen Kreis –

umfasst. „Das Strukturprogramm ist

eine echte Chance für den Kreis“, unterstreicht

Hagen Jobi, Landrat des

Oberbergischen Kreises: „Die Regionale

2010 bietet die Möglichkeit, strukturrelevante

Projekte voranzutreiben.

Dabei ergibt sich nicht nur für die einzelnen

Akteure ein Mehrwert. Es ist

vielmehr die gesamte

Region,

die von erfolgreichenProjekten,

aber insbesondere

von einer

neuen Herangehensweise

und Kommunikationprofitiert.“

Mit seinen Regionale-Projekten

rückt der

Oberbergische

Kreis verstärkt

in das Bewusstsein

der Men-

OBERBERGISCHE

impulse

schen im Umland. Der Kreis kann zeigen,

was in ihm steckt. Dr. Reimar Molitor,

Geschäftsführer der Regionale

2010-Agentur, schätzt den Wert der

hiesigen Projekte. Er hebt hervor: „Allein

die Revitalisierung des Steinmüller-

Geländes in Gummersbach findet

mittlerweile bundesweit Beachtung.“

Sechs Schwerpunktbereiche

Die Aktivitäten im Herzen der Stadt

Gummersbach sind nur ein Beispiel. Bis

2010 sollen Prozesse in Gang gesetzt

werden, die in die Zukunft wirken. Dabei

legt das Team der Regionale 2010-

Agentur Wert darauf, dass qualitativ

hochwertige und innovative Projekte

entstehen. Deren Entwicklung erfolgt

entlang verschiedener Arbeitsbereiche.

Hier einige Beispiele aus Oberberg und

anderen Städten und Gemeinden:

● Im Arbeitsbereich :stadt werden

neben dem „Stadtimpuls“ in Gummersbach

(Steinmüller-Gelände) Projekte

wie die „Neue Bahn Stadt Opladen“

oder die Neugestaltung des Drachenfelsplateaus

vorangetrieben.

r e g i o n a l e 2 0 1 0

● Im Arbeitsbereich :grün ist Oberberg

mit dem „Wasserquintett“ und der

„Lebensader Bröl“ vertreten – rund um

Köln entwickeln sich zudem im Projekt

„RegioGrün“ die historischen Grüngürtel

weiter, das „Grüne C“ vernetzt

Freiräume nördlich von Bonn. All dies

erfolgt im Rahmen eines regionalen

„Masterplan :grün“.

● Der Arbeitsbereich :rhein umfasst

Projekte, die vor allem die Kommunikation

entlang des Flusses unterstützen.

Ein Beispiel ist die jährlich stattfindende

„Rheinkonferenz“, punktuell werden

Projekte am Flussufer unterstützt.

● Im Arbeitsbereich :kulturelles Erbe

geht es neben der Entwicklung von

Schloss Homburg unter anderem um

das Fischereimuseum in Bergheim/

Sieg und die Klosterlandschaften Heisterbach

und Altenberg.

● Der oberbergische Beitrag zum Arbeitsbereich

:gärten der technik heißt

„:metabolon“ – er schafft eine Perspektive

für die Leppedeponie. Darüber

hinaus werden beispielsweise Energielandschaften

für die Zukunft gerüstet

und Teile des Deutschen Luft- und

Raumfahrtzentrum (DLR) der Öffentlichkeit

zugänglich gemacht.

● Unter dem Titel :standortimpulse

sind Projekte aus den Bereichen Nachwuchs,

Mobilität, Wissenschaft und

Standort zusammengefasst. Sie dienen

vor allem einer stärkeren Vernetzung

der Region. Ein Beispiel sind die „Regio

Guides“, bei denen Oberberg 2004 den

Anfang machte.

„ Wir wollen, dass die Menschen neugierig

werden auf ihre Heimatregion.

Sie sollen sich umschauen – die Oberberger

zum Beispiel in Köln. Die Kölner

hingegen sollen den Wert der Wasserquintett-Region

schätzen lernen“, so

Molitor. Ein Ziel, auf das die Regionale

Schritt für Schritt hinarbeitet. Dabei

schärft sie bestehende Profile, wertet

Strukturen auf und unterstützt wichtige

Veränderungsprozesse. Selbst die

Gesamtschau der Projekte im Jahr

2010 wird erst ein Zwischenstand

sein. Denn erfolgreiche Projekte sind

langfristig zukunftsfähig. Sie geben der

Region Charakter und unterstützen sie

dabei, im Wettkampf der Regionen global

wettbewerbsfähig zu sein. psch

13


Stadtimpuls Gummersbach:

Neues Leben

auf Steinmüller

Die Abrissbagger sind angerollt, seit August fallen die alten Hallen. Es wird

Platz gemacht auf dem Steinmüllergelände in Gummersbach, Platz für eine

neue Zukunft auf der Industriebrache des ehemals wichtigsten Unternehmens

der Stadt.

Frank Helmenstein, Bürgermeister der

Stadt Gummersbach, ist manches Mal

erstaunt, wenn er die vergangenen Monate

und Jahre Revue passieren lässt.

„ Wenn man mir bei Amtsantritt gesagt

hätte, wie sich die Dinge entwickeln –

ich hätte es kaum zu hoffen gewagt.“

Das Gelände ist vom Problemfall zum

Hoffnungsträger geworden. Die Entwicklung

des 18 Hektar großen Areals

zu einem neuen und attraktiven Teil der

Innenstadt findet mittlerweile bundesweit

Beachtung. Das Land NRW unterstützt

das Projekt mit großem Engagement,

was sich in einer finanziellen

Förderung auszahlt. Für die Stadt

Gummersbach und den Oberbergischen

Kreis zeigt der Entwicklungsprozess,

dass man auch schwierige Situationen

erfolgreich meistern kann. Helmenstein:

„Steinmüller ist ein Symbol

für die aufstrebende Kreisstadt Gummersbach

und ihr Innovationspotenzial.“

Ein Blick zurück: Im Jahr 2002 schien

die Zukunft trist. Der Kesselbauer

L. & C. Steinmüller GmbH, damals eines

der wichtigsten Unternehmen der

Branche, war schon 1999 von der Konkurrenz

Babcock Borsig AG aufgekauft

worden. Babcock aber kam in wirtschaftliche

Schwierigkeiten, Steinmüller

wurde dicht gemacht. Da, wo in besten

Zeiten rund 3.000 Menschen arbeiteten,

wurde nun abgewickelt.

Spatenstich am Steinmüllergelände

14

Die Stadt Gummersbach ergriff die Initiative,

kaufte die Fläche und nutzte die

Chance, auf dem Gelände einen Neuanfang

zu starten. Ein Meilenstein waren

die Aktivitäten des Oberbergischen Kreises

im Rahmen der Regionale 2010.

„Alle Vertreter der Kreise und Städte

konnten überzeugt werden, dass dies

ein bedeutendes Projekt für die gesamte

Region ist“, erinnert sich Landrat

Hagen Jobi. Das war eine Grundvoraussetzung

dafür, dass das Projekt

„stadt :impuls gummersbach“ als städtebauliches

Schwerpunktprojekt des

Oberbergischen Kreises benannt wurde.

Aufgrund der kontinuierlichen Projektqualifikation

– unter anderem mit

einer breit angelegten Kampagne zur

Öffentlichkeitsbeteiligung, einem europaweiten

freiraumplanerischen Wettbewerbverfahren

und der Entwicklung

eines qualifizierten Rahmenplanes –

wurde das Projekt früh mit dem begehrten

A-Stempel der Regionale 2010

ausgezeichnet. Auf dieser Grundlage

begannen die nächsten Schritte der

Umgestaltung.

Zuerst die FH - dann Unternehmen

Seit 2007 geht es kontinuierlich voran:

Es entstand der Neubau der Fachhochschule

(FH) Köln, Campus Gummersbach.

Auf der gegenüberliegenden Seite

wird das Nordtor aufgewertet und

so ein repräsentatives Entree geschaffen.

Eine neue Brücke verbindet den

Bahnhof mit dem Gelände und verbessert

dessen verkehrstechnische Anbindung.

Auf dem Gelände selbst fallen

die ersten Hallen, es entsteht Platz für

Neues.

Für die Wirtschaft ist das Gelände zur

attraktiven Adresse geworden. Mit

Ferchau hat sich eines der wichtigsten

Unternehmen Gummersbachs für den

Standort entschieden. Somit platziert

r e g i o n a l e 2 0 1 0

sich nach der FH der zweite Zugang

am südlichen Eingang des Areals. „Wir

als technologieorientiertes Unternehmen

werden von der FH-Nähe profitieren“,

so Firmenchef Frank Ferchau. Er

plant für seine neue Firmenzentrale ein

anspruchsvolles Gebäude. Die architektonisch

durchdachte Idee sieht einen

großzügigen Innenhof in der Mitte des

Gebäudes vor. Dieses Atrium im ersten

Stock trägt einen wichtigen Teil zur

Klimatisierung bei und verhilft allen Büros

zu einem Außenfenster.

Fotos: Regionale 2010-Agentur

Zukunft des Steinmüllergeländes

Die entstandenen Neubauten werden

dem Anspruch als hochwertiger Technologiestandort

voll gerecht. Das gilt

sowohl für die architektonischen Lösungen

als auch für die Verwendung innovativer

Technologien: Die Fachhochschule

hat ein Holzhackschnitzel-Heizwerk

integriert, das Ferchau-Gebäude

muss auf Grund seiner Konstruktion

gar nicht mehr beheizt werden. Eine

Entwicklung, die Gummersbachs Technischer

Beigeordneter Ulrich Stücker

zufrieden verfolgt. Er betont: „Wir wollen

Qualität und Innovation schaffen.“

Apropos Innovationen: Sie sollen auch

von dem künftigen Einkaufszentrum

ausgehen, das auf dem Gelände entstehen

wird. Für den Zugang wird die

Querung der Schienenstrecke dabei auf

ganz neue Art und Weise gelöst: Der

Zug wird durch eine gläserne Halle fahren.

Unter ihm passieren die Menschen

auf ihrem Einkaufsbummel dann dies

deutschlandweit einzigartige Gebäude.

psch

Mehr Infos:

www.campusgummersbach.de

OBERBERGISCHE

impulse


FH-Neubau:

Initialzündung für

das Steinmüller-Gelände

Das neue Fachhochschulgebäude, architektonisch anspruchsvoll und auf dem

technologisch modernsten Stand, ist eine beeindruckende Visitenkarte für den

Hochschulstandort Gummersbach. Vom grünen Stadtrand ist der Campus

Gummersbach der Fachhochschule Köln ins Zentrum gerückt. Was seiner Bedeutung

auch entspricht.

Die ersten Studierenden sind bereits

eingezogen. Mit dem Wintersemester

2007/2008 nimmt der Lehrbetrieb

am neuen Standort seinen Betrieb auf.

Der Umzug bietet echte Vorteile, Studieren

an der Fachhochschule in Gummersbach

ist jetzt mit neuesten Technologien

möglich. Telefoniert wird über

das Internet, das Gebäude ist drahtlos

vernetzt (W-LAN), Schiefertafel und

moderne Präsentationstechniken ergänzen

sich. So kann das eingesetzt

werden, was gerade benötigt wird.

Forschen im Labor

Die Raumaufteilung entspricht modernsten

Studienanforderungen. So ist

die Raumanordnung geschickt geplant,

die Fläche von Fluren und Hallen wurde

verringert. Das spart Kosten beim

Bau und bei der Unterhaltung. Durch

die neue Konzeption konnten bislang

vorhandene Raumdefizite ausgeglichen

werden. Im Mensa-Gebäude beispielsweise

steht ein Vorlesungsraum zur

Verfügung, der bis zu 520 Menschen

Platz bietet. Die Labore und Lehrräume

sind fachspezifisch zugeordnet, lange

Wege für Lehrpersonal und Studierende

sind nicht mehr notwendig. Zahlreiche

kleinere Räume erleichtern die

heute vielfach geforderten Gruppenarbeiten.

„Insgesamt ist alles kompakter

und praktischer“, so Campus-Sprecher

Hans Rühmann über die fachspezifisch

zugeordneten Institute, Labore

und Lehrräume.

OBERBERGISCHE

impulse

Der Umzug: Gute Koordinationsarbeit

Diese inneren Werte steckte das

Dortmunder Architekturbüro Gerber

Architekten in eine qualitativ hochwertige

Hülle. Große Glasflächen signalisieren

bauliche Qualität, Transparenz

und Innovation. Die 19 Meter hohe Eingangshalle

wirkt imposant und ist ein

Signal dafür, dass sich der Gummersbacher

Campus der Fachhochschule

nicht verstecken muss. Schließlich

ist der Bau einer der modernsten

im Lande, was auch in punkto Energie

gilt. So wird das Hochschulgebäude

über ein eigenes Holzhackschnitzel-

Heizwerk mit Wärme versorgt. Mit der

Heizanlage zeigt die Fachhochschule,

dass nicht nur Innovation gelehrt, sondern

auch Innovation praktiziert wird.

Mit dem Neubau startet der Campus

Gummersbach der Fachhochschule

Köln in eine neue Zukunft. Der alte

Standort auf dem Sandberg war PCBbelastet

und nur noch vorübergehend

nutzbar. Eine grundlegende Sanierung

wäre notwendig gewesen – diese wiederum

hätte mehr Kosten verursacht

als der Neubau, für den das Land immerhin

35 Millionen Euro investierte.

Mit dem Standort auf dem Steinmüller-

Gelände hat die Fachhochschule nun

einen Platz gefunden, der ihrer Bedeutung

entspricht und der ein echtes

Vernetzungspotenzial mit den hier künf-

r e g i o n a l e 2 0 1 0

Meilenstein Richtfest

tig anzusiedelnden Unternehmen verspricht.

Denn diese können aus dem

Hochschulgebäude immer wieder neue,

innovative Lösungen erwarten. So plant

die FH-Leitung, hier künftig den bundesweit

einmaligen Master-Studiengang

„Produktdesign und Prozessentwicklung“

einzurichten. „Die Zusammenarbeit

dieser beiden Expertengruppen

wird immer wichtiger“, weiß Campussprecher

Rühmann, der für die Zukunft

eine Vielzahl weiterer Neuerungen vorsieht.

So steht das architektonisch

moderne Gebäude für kontinuierliche

Innovation im Innern der gläsernen

Hülle. psch

Neu und modern: Der FH-Vorplatz

Offiziell eröffnet wird die FH am

2. November 2007. Nach den

Grußworten ist für den Nachmittag

ein „Unternehmerforum“ geplant,

das die Unternehmerinnen

und Unternehmer über die vielfältigenKooperationsmöglichkeiten

informiert. Am Samstag,

3. November, zeigt die FH im Rahmen

eines Tages der offenen Tür

allen Interessierten, was in ihr

steckt.

Mehr Infos zur FH, ihren Studiengängen

und den Kooperationsmöglichkeiten:

www.gm.fh-koeln.de

Fotos: FH

15


Lebensader Bröl /

Leben im Homburger Ländchen:

Perspektiven für eine

wertvolle Kulturlandschaft

Kulturlandschaft braucht Pflege – im Homburger Ländchen ist dies eine ganz

bedeutende Zukunftsaufgabe. Diese kleinstrukturierte, fast parkähnliche Kulturlandschaft

ist einzigartig in der Region, so dass im Rahmen der Regionale

2010 hier Projekte zur Kulturlandschaftsentwicklung gestartet werden.

Das Besondere ist das harmonische

Landschaftsbild mit einem ausgewogenen

Verhältnis von Wald und Offenland.

Geprägt wird es durch zahlreiche naturnahe

Fließgewässer sowie eine Vielzahl

kleinerer Landschaftselemente und

Strukturen wie Hutebäume, Hohlwege,

Stufenraine und Wegetrassen. Hervorzuheben

sind die naturnahen Gewässer

des Bachsystems der Homburger

Bröl. Die Bröl und ihre Nebengewässer

haben aufgrund ursprünglicher Gewässerstrukturen

mit Steilufern, Sandund

Kiesbänken sowie kleinen Inseln im

Flussbett einen großen ökologischen

Wert.

Hier leben heute noch Fische wie das

Neunauge oder die Groppe. Dies sind

kleine Fische, die besonders sauberes

Wasser zum Überleben benötigen. Das

Gewässersystem der Bröl ist sogar

geeignet, um Aalen und Lachsen eine

Heimat zu bieten. In den Brölauen verschaffen

lichte Buchenwälder durch die

dort wachsenden Waldmeisterkräuter

den Gästen und Einwohnern regelmäßig

im Mai ein ganz besonderes Geruchserlebnis

nach frischer Maibowle

mitten im Wald. Ganz nebenbei lässt

sich im Homburger Ländchen noch Geschichte

live erleben: Alte Furten führen

über die Bäche, traditionelle Fach-

Weidenutzung erhält Kulturlandschaft

16

werkhäuser bereichern das Dorfbild,

allein stehende Bäume dienten als Wegmarken,

Holwege sind noch erkennbar.

Sie alle sind Zeugen der Geschichte.

Andernorts wurden sie vielleicht schon

lange aus dem Wege geräumt, im

Homburger Ländchen aber blieben die

historischen Zeugnisse.

Landwirtschaft braucht Chancen

Doch die Zukunft dieser Kulturlandschaft

ist bedroht. Denn die Schönheiten

schaffen den land- und forstwirtschaftlichen

Betrieben Wettbewerbsnachteile.

Kleine Flächen sind

gut für die vielfältige Kulturlandschaft,

lassen sich aber nur unter höherem

Aufwand und somit zu höheren Kosten

bewirtschaften. Im europaweiten und

weltweiten Wettbewerb jedoch müssen

die hiesigen Landwirte mithalten

mit denen vom Niederrhein, aus dem

Osten Deutschlands und auch aus Osteuropa.

Die produzieren auf besten Böden

und auf großen Flächen wesentlich

rationeller. So erhofft sich Nümbrechts

Bürgermeister Bernd Hombach

durch das Regionale-Projekt die

Erarbeitung von beispielhaften „langfristigen

und attraktiven Perspektiven.“

Im Rahmen des Regionale-Projektes

„Lebensader Bröl / Leben im Homburger

Ländchen“ wird darum auf verschiedensten

Wegen die Kulturlandschaft

im Bereich der Bröl langfristig entwickelt.

Dies geschieht in drei Handlungsfeldern:

● Im Handlungsfeld „Lebensader Bröl“

wird die Qualität des Gewässersystems

rund um die Bröl gemeinsam mit allen

Beteiligten verbessert. Am konkreten

r e g i o n a l e 2 0 1 0

Schloss Homburg im Ländchen

Beispiel des Heddinghauser Baches

wird gezeigt, wie durch eine breite Beteiligung

von Privatpersonen, Unternehmen,

Bevölkerung und Experten

Konflikte um den Gewässerschutz bewältigt

werden. Ebenso gilt es, die Landwirtschaft

und das kulturelle Erbe zu

sichern.

● Im Handlungsfeld „Land-Wirtschafts-

Initiative 2020“ geht es um die Perspektiven

für die Land- und Forstwirtschaft.

Um Strategien erarbeiten zu

können, wird gemeinsam mit den Landwirten

der typischen Betriebe – Milchproduktion,

Pferdehaltung, Fleischproduktion,

Voll- und Nebenerwerbsbetriebe

– eine Situationsanalyse durchgeführt,

um dann Projekte, neue Dienstleistungen

und Einnahmequellen zu erarbeiten.

● Die Verknüpfung aller Aktivitäten leistet

das Handlungsfeld „Homburger

Landschaftshaus“ – eine Einrichtung,

die bundesweit einmalig ist. Hier können

das „Schaufenster“ des Homburger

Ländchens entstehen, ein Stück

Regional-Marketing betrieben und

immer neue Projekte entwickelt werden.

Wichtig ist auch die Funktion des

Landschaftshauses als Katalysator,

der dazu beiträgt, die Interessen aller

Beteiligten zu bündeln, Konflikte zu lösen

und so die Entwicklung dieser besonderen

Kulturlandschaft zu fördern.

Kontakt:

Oberbergischer Kreis

Rainer Ludwigs

T. 02261 88-6120

Fotos: Regionale 2010-Agentur

psch

OBERBERGISCHE

impulse


Wasserquintett:

Vernetzung der

Talsperrenlandschaft

Bislang unter Wert verkauft hat sich die oberbergische Talsperrenregion. So

haben sich Marienheide, Hückeswagen, Radevormwald und Wipperfürth jetzt

zusammengeschlossen, um gemeinsam die Region „Wasserquintett“ zu gründen.

Der Name leitet sich von den fünf Talsperren auf dem Gebiet der Kommunen

ab. In Zusammenarbeit mit dem Wupperverband und dem Oberbergischen

Kreise wollen die Akteure Maßnahmen einleiten, um die einmalige Kulturlandschaft

im Norden des Kreises zu entwickeln und die Attraktivität der Region

zu erhöhen.

Das ist einmalig in Deutschland: Die Region

des Wasserquintetts bringt es auf

die höchste Talsperrendichte in der Republik.

Diese einzigartige Landschaft

soll jetzt durch die Zusammenarbeit der

vier Nordkommunen entwickelt werden.

Kernthema ist „Wasser“, denn

das Wasser prägt die Region seit Jahrhunderten.

Vor dem Bau der Talsperren

war die Kraft der Bäche und Flüsse

die Basis für die frühe Industrialisierung,

heute ist der Wasserreichtum

Garant für Lebensqualität und eine touristische

Besonderheit.

Gemeinsam mit den Menschen soll der

regionale Entwicklungsprozess gelingen.

Darum startete im Mai 2006 das

„Integrierte Ländliche Entwicklungskonzept“

(ILEK). So fanden sich engagierte

Bürger aus Vereinen, der Gastronomie

und der Landwirtschaft, aus

Naturschutz und Verwaltungen, die sich

Gedanken über die Zukunft der Region

machten. Sie erarbeiteten Projekte und

Entwicklungsziele.

Wuppertalsperre: Eine von fünf im Wasserquintett

OBERBERGISCHE

impulse

In den drei Handlungsfeldern „Wasser

und Gewässer“, „Mensch und Region“

sowie „Tourismus & Kulturlandschaft“

werden künftig Projekte realisiert. Das

können zum Beispiel Infrastrukturmaßnahmen

wie ein neuer Radrundweg an

den Talsperren oder entlang der Wupper/Wipper

sein. Um die Kulturlandschaft

langfristig zu sichern, sollen

beispielsweise der Biotop-Verbund gestärkt

und die Wald- und Wiesentäler

durch landwirtschaftliche Nutzung offen

gehalten werden. Außerdem gilt es,

das Kultur- und Naturerbe der Region

zu vermitteln sowie das Marketing für

die Region zu optimieren.

Auf dem Weg zur Vorbildregion

Dies alles aber funktioniert nur, wenn

die Projekte finanziert werden können.

Darum haben die Kommunen die Kooperation

intensiviert. Gemeinsam mit

dem Oberbergischen Kreis und mit dem

Wupperverband haben sie den Antrag

gestellt, LEADER-Region zu werden.

LEADER ist eine Abkürzung der Europäischen

Union für ein Förderprogramm.

Ländliche Regionen, die an diesem

Programm teilnehmen, wollen vorbildliche

Aktivitäten zur Stärkung ihres

Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraumes

entwickeln. Regionale Netzwerke

aus privaten und öffentlichen Institutionen

und Personen sollen aufgebaut

werden. Deren Projekte werden aus

Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds

für die Entwicklung im

ländlichen Raum gefördert. Zehn bis

zwölf solcher LEADER-Regionen wird es

in NRW geben, rund zwanzig bewerben

sich.

Ende des Jahres wird sich entscheiden,

ob die Wasserquintett-Region den Zuschlag

erhält. Das Rennen um die Fördergelder

ist heute noch völlig offen.

„ Wir rechnen uns gute Chancen aus“,

so Matthias Hattwig, Mitglied des

Wasserquintett-Lenkungskreises. Unabhängig

vom Entscheid wird der Entwicklungsprozess

auf jeden Fall weitergehen.

Im Rahmen der Regionale 2010

sind bereits Projekte gestartet, weitere

werden folgen. Die LEADER-Förderung

kann die Aktivitäten im Rahmen

der Regionale ergänzen. Derzeit wird

mit dem renommierten Landschaftsarchitektenbüro

WGF Nürnberg eine

planerische Gesamtperspektive für den

Raum erarbeitet. Die Ergebnisse sollen

im kommenden Frühjahr präsentiert

werden.

Doch schon mit den vorhandenen Möglichkeiten

wird einiges bewegt. Mit

der Themenroute „Wasserquintett“

entsteht ein neues, attraktives radtouristisches

Angebot. Eine moderne Heimatkunde

wird entwickelt, alte Handelsstraßen

wieder erlebbar gemacht.

Bereits realisiert wurden beispielsweise

die „Wasserquintett-Entdeckerwoche

2007“ für Kinder und Jugendliche und

„FluGGS“ – das FlussGebietsGeoInformationssystem.

psch

Infos:

www.wasserquintett.de

Foto: Wupperverband r e g i o n a l e 2 0 1 0

17


Schloss Homburg:

Forum öffnet neue Dimension

Die spannende Geschichte von Schloss Homburg wird fortgeführt: Bis 2010

soll das Museum des Oberbergischen Kreises Erweiterungsbauten mitsamt

einer Neugestaltung der Außenanlagen und einer besseren Einbindung des

Schlossareals in die umliegende Kulturlandschaft erhalten. Das in die A-Kategorie

eingestufte und damit förderfähige Projekt der „Regionale 2010“ trägt

den Titel „Forum Schloss Homburg“ und markiert nicht nur äußerliche Veränderungen

– mit Hilfe der Regionale und weiterer Sponsoren wird das Schloss

zum Begegnungszentrum für Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur entwickelt.

Bis zum Ende des Jahrzehnts erhält die

Anlage ein neues Gesicht – allerdings

auf zurückhaltende Art und Weise.

Schließlich geht es der Regionale mit

ihrer Projektfamilie „Sicherung und

Entwicklung des kulturellen Erbes“ in

erster Linie darum, den Bestand zu erhalten

und Entwicklungsperspektiven

aufzuzeigen. „Das Konzept umfasst

nicht nur die bauliche Erweiterung des

Museums, auch seine Zukunftssicherung“,

betont Hagen Jobi, Landrat des

Oberbergischen Kreises. Und dazu gehört

demnächst nicht mehr nur der reine

Museumsbetrieb. „Um langfristig

attraktiv bleiben zu können, benötigen

wir ein zweites Standbein“, erläutert

Jobi: „Daher wird es in den neuen Räumen

nicht nur Kulturereignisse geben,

sondern auch Möglichkeiten, Kongresse,

Tagungen und private Veranstaltungen

durchzuführen.“

Zwei lichtdurchflutete Pavillons werden

das Herz des „Forums Schloss Homburg“

bilden. Der kleinere der beiden

prägt den neuen Eingangsbereich auf

gleicher Höhe mit dem gelb gestrichen,

markanten Saynschen Haus, Hauptgebäude

des Schlosses. Der größere

18

zweigeschossige Ausstellungs- und

Veranstaltungspavillon schließt sich

daran an und entsteht auf der Ebene

des Barockgartens an der Stelle der

jetzigen Orangerie. Unter Berücksichtigung

des Geländeversprungs werden

beide Pavillons von einer filigranen

Dachmembran auf gleicher Höhe abgeschlossen.

Glas prägt die Fassaden,

durchzogen von Rundstützen aus Edelstahl,

die das Dach tragen.

A-Stempel für Millionenprojekt

Die Entwürfe des Kölner Architekturbüros

Thomas van den Valentyn fanden

nicht nur die Zustimmung von

Preisjury, politischen Gremien und Bevölkerung.

Auch der Regionale-Ausschuss

würdigte das Projekt Mitte Juni

2007 mit dem begehrten A-Stempel.

Insgesamt 6,5 Millionen Euro stehen

für das Erweiterungsvorhaben bereit;

5,2 Millionen kommen – wie der Bauund

Planungsdezernent Volker Dürr betont

– vom Land NRW, die übrigen Mittel

sponsern die Kreissparkasse Köln

und der Förderverein Schloss Homburg.

Die Pläne sehen auch einen großzügigen

Anbau ans „Rote Haus“ vor

sowie die Neugestaltung der Außenanlagen.

„So erhalten wir nicht nur Raum

für Ausstellungen, Depots und Werkstätten,

sondern machen auch einen

Quantensprung in Sachen Kundenorientierung“,

unterstreicht Museumsdirektorin

Dr. Gudrun Sievers-Flägel – allem

voran durch Gastronomie, museumspädagogische

Räume und Museumsshop.

Damit wird das Museum erstmals auch

ganzjährig geöffnet sein können.

Begehrter Tagungsort

Schon einmal erhielt das Schloss eine

Neugestaltung, nachdem der Kreis es

im Jahr 1970 gekauft hatte, anschließend

die Orangerie baute und den Barockgarten

anlegte. „Das Regionale-

Projekt besitzt eine ganz neue Dimension“,

beurteilt der Kreiskulturdezernent

Werner Krüger das aktuelle Vorhaben,

dessen Realisierung er mit

Spannung entgegensieht. Und Museumsdirektorin

Sievers-Flägel ergänzt:

„Uns erreichen schon jetzt zahlreiche

Anfragen nicht nur regionaler Unternehmen,

die das Schloss als Tagungsort

nutzen möchten“. Dabei geht es

dem Oberbergischen Kreis nicht darum,

Schloss Homburg neu zu erfinden,

sondern mit dem Forum zusätzliche

Attraktivität zu gewinnen und neue Einnahmequellen

zu erschließen. „Wir wollen

unsere Stärken stärken“, so Sievers-

Flägel. Der Weg ist bereitet: Wenn alle

Gremien zustimmen, kann ab Sommer

2008 gebaut werden. vd

Infos:

www.obk.de

Impressum:

Spezial „Regionale 2010“ der Zeitschrift

Oberbergische Impulse

Herausgeber:

Regionale 2010 Agentur in Kooperation

mit der Kreisverwaltung des

Oberbergischen Kreises

Kontakt:

Regionale 2010 Agentur,

Ottoplatz 1, 50679 Köln

Annette Göddertz,

T: 0221 925477-45,

F: 0221 925477-99,

E: goeddertz@regionale2010.de

V.i.S.d.P.:

Susanne Roll

Redaktion:

Peter Schmidt (Leitung), Volker Dick

Visualisierung: van den Valentyn r e g i o n a l e 2 0 1 0

OBERBERGISCHE

impulse


Metabolon:

Wertschöpfung

mit Wertstoffen

Es ist noch gar nicht lange her, da war klar: Auf der Leppe-Deponie ist 2009

Schluss. Dank der Regionale 2010 erhält das Entsorgungszentrum eine Zukunft,

von der die ganze Region profitiert. Arbeiten, Lernen und Freizeit – das

wird nach 2009 am Standort möglich sein. So übersetzt sich der Begriff

:metabolon nicht nur mit „Stoffumwandlung“ und klassischer Technik, sondern

auch mit der (Um)Wandlung der Deponie für die Zukunft.

„Die Regionale hat uns wichtige Impulse

gebracht“, bestätigt Monika Lichtinghagen-Wirths.

Die Geschäftsführerin

des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes

(BAV) organisiert mit ihrem

Team eine Zukunftsstrategie. Nach

dem Ende der Deponierung im Jahr

2010 reicht es dem BAV und dem

Oberbergischen Kreis nicht, einfach

Gras über zehn Millionen Kubikmeter

Müll wachsen zu lassen. Den mit moderner

Technologie ausgestatteten

Standort wirtschaftlich zu nutzen und

der Bevölkerung ein Stück Heimat zurückzugeben,

das ist das Ziel. So entstehen

im Rahmen der Nachnutzung

ein Innovationsstandort für Stoffumwandlung

und Umwelttechnologie mit

Gewerbeflächen, Lern- und Forschungsstationen

für Schüler und Studenten sowie

attraktive Freizeitangebote.

Erste Ideen sind entwickelt. Im Rahmen

eines studentischen Workshops im Mai

2006 zeigten Studierende aus Aachen,

Bochum und Wien, welches Potenzial

sie für die Leppe entdecken. „Dieser

Workshop hat uns die Augen geöffnet

für die Vielfalt der Möglichkeiten, die

uns auf dem Gelände offen stehen“, so

die Chefin des Bergischen Abfallwirtschaftsverbandes

(BAV). Die Studierenden

entwarfen einen großen Kegel,

OBERBERGISCHE

impulse

Foto: Regionale 2010-Agentur

Rasante Cross-Strecken sind eine Möglichkeit

der Freizeitnutzung

der den Blick auf den Kölner Dom ermöglicht,

große Solarfelder, Raum für

Kunstwerke und Felder für nachwachsende

Rohstoffe.

Mittlerweile sind professionelle Planer

am Werk. Am 18. August 2007 wurden

25 Büros beim Einführungskolloquium

in einen städtebaulichen Wettbewerb

mit den Anforderungen konfrontiert,

die sie bis 9. November in Entwürfe

umsetzen müssen. „Der Wettbewerb

ist ein wichtiger Meilenstein für

das Regionale-Projekt :metabolon, weil

jetzt ein räumliches Gesamtkonzept

für die Nutzung der Deponie nach 2010

erstellt wird“, sagt BAV-Verbandsvorsteher

Landrat Hagen Jobi.

Wissenschaft fördert Gewerbe

Mehr Vorarbeit braucht es, um die

Leppe als thematisches Gewerbegebiet

und Lernort für Stoffumwandlung und

Umwelttechnologie zu präsentieren. Ein

attraktiver außerhochschulischer Lernort

soll Lücken in der regionalen Wissenslandschaft

schließen. Der BAV will

zu Sommer-Akademien Lehrende und

ihre Studierenden einladen, um interdisziplinär

zu forschen. Interesse signalisieren

bedeutende Lehrstühle

aus dem In- und Ausland.

Zukunft auf der Leppe nach Ende der

Deponierung 2009

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Auf dem Gipfel: Alle politischen Ebenen

unterstützen :metabolon

Von dieser Forschungs-Kompetenz wird

der Gewerbestandort profitieren. Hochtechnologie-Unternehmen

der Umweltund

Energietechnik können durch die

Nähe wichtige Synergieeffekte nutzen

und Marktvorteile genießen.

Offene Tage für das Publikum

Bei der gesamten :metabolon-Entwicklung

kommt es darauf an, dass hohe

Qualität bei gleichzeitiger Akzeptanz der

Bevölkerung erreicht wird. Die Qualität

des Verfahrens wird beispielsweise

durch eine gemeinsam mit allen Beteiligten

entwickelte Aufgabenstellung sowie

durch ein hochkarätig besetztes

Preisgericht mit Experten wie Professor

Rudolf Scheuvens aus Dortmund

oder dem Hannoveraner Landschaftsarchitekt

Professor Dr. Udo Weilacher

gesichert. Zusätzlich steuern Fachleute

aus den Gemeinden, dem Oberbergischen

Kreis und der Bezirksregierung

Köln die Entwicklung mit.

Akzeptanz für das Projekt wird durch

die Information und Beteiligung der

Menschen aus der Region hergestellt.

Beispielsweise wird die Leppe regelmäßig

während der Projekttage für Besucherinnen

und Besucher geöffnet. In

einem ungewöhnlich zügigen Verfahren

haben die Landesregierung, die Bezirksregierung,

die Kreisverwaltung und die

Kommunen signalisiert, dass sie dieses

Projekt unterstützen wollen. Fast

gleichzeitig werden Gebietsentwicklungs-,

Flächennutzungs- und Bebauungsplan

geändert. Bis 2010 sollen

bereits erste Ergebnisse sichtbar sein.

Dafür legen sich alle Beteiligten kräftig

ins Zeug. psch

Mehr Infos:

www.bavweb.de

Foto: psch

19


Impulsprojekte:

Nachhaltig

für die Region

Die Impulsprojekte der Regionale

2010 sollen ein Anstoß sein. Ein Nadelstich

in die Entwicklung der Region,

der vor Ort eine eigene Dynamik

in Gang setzt. Ein Beispiel dafür

ist die Ausbildung von „Regio Guides“:

Jugendliche, die speziell für junge

Menschen Ausflüge und Abenteuer-

Touren in die Region anbieten und

gleichzeitig ihr Wissen über Natur und

Kultur vermitteln. Die ersten wurden

2004 ausgebildet – Oberberg machte

hier den Anfang. Es folgten zahlreiche

weitere Impulsprojekte mit Beteiligung

des Kreises.

Die Idee der Regio Guides ist neu . Sie

umfasst ein mehrtägiges Projektcamp,

in dem die Jugendlichen einen regionalen

Kulturlandschaftsführerschein erwerben

können, der sie befähigt, ihr

Wissen an andere weiter zu vermitteln.

Das Camp machte allen Beteiligten

Spaß, es kann aber nur ein Anfang sein.

In seinem Rahmen gab es kompakte

Information zu Geschichte, Kultur und

Landschaft. Zudem erarbeitete die

Gruppe Anregungen, wie man diese Informationen

zeitgemäß dem jungen

Publikum nahe bringen kann.

„ Wichtig ist, dass wir mit den Jugendlichen

weiter in Kontakt bleiben und ihnen

Möglichkeiten bieten, ihr Wissen

auch anzuwenden“, betont Theo Boxberg,

Geschäftsführer des Zweckverbandes

Naturpark Bergisches Land.

Erfahren, lernen, vermitteln

20

Fotos: Regionale 2010-Agentur

Regio-Guides - ein voller Erfolg

Darum plant er gemeinsam mit Mathias

Derlin, Geschäftführer der Tourismusgesellschaft

„Naturarena Bergisches

Land GmbH“, eine Kooperation

in Sachen Tourismusnachwuchs. Die

„Regio Guides“ sollen spezielle Angebote

für junge Menschen entwickeln

und auch durchführen können – beispielsweise

Abenteuer-Touren durchs

Bergische Land oder Geocaching-Angebote,

eine Art moderne Schatzsuche

mit digitalen Navigationssystemen.

Wissen vernetzen

Ebenfalls an junge Menschen richtet

sich das Projekt „Zukunft in der Tasche

– Wissenslandschaft Rheinland“. Ca.

100.000 Schülerinnen und Schüler der

9. und 10. Klasse im Regionale-Gebiet

erhielten im Januar 2007 im Rahmen

des Unterrichts eine CD-ROM. Darauf

befindet sich eine Datenbank, die eine

Art interaktive Eintrittskarte für die

Wissenslandschaft Rheinland ist. Den

Jugendlichen bietet sie die Chance, sich

noch besser über die Bildungschancen

zu informieren. Das steigert die Qualifizierungschancen

und bringt vielleicht

sogar manchen aus der Rheinschiene

ins Oberbergische, wenn deutlich wird,

welche hochwertigen Lernangebote

im Osten des Regionale-Gebietes existieren.

Das Projekt vernetzt Informationen des

gesamten Regionale-Gebietes. Es unterstützt

so den Ansatz, die Heimatregion

besser kennen zu lernen und

über Gemeindegrenzen hinweg seine

Chancen zu suchen und zu finden: Ob

im Oberbergischen Kreis, in Köln, Bonn

oder im Rhein-Erft-Kreis. Weitere Impulsprojekte

– beispielsweise im Bereich

Mobilität – verfolgen ähnliche Ziele. So

r e g i o n a l e 2 0 1 0

bündelt der „Freizeitplaner 2010“ verschiedene

Freizeit-Angebote in der Region.

Aktiv mit dabei: die Naturparke

Bergisches Land, Siebengebirge und

Rheinland. Ziel des Freizeitplaners ist

es, die starken touristischen Seiten des

Regionale-Gebietes auf einen Blick aufzuzeigen.

Der Information über die regionale Verkehrssituation

dient die Internetplattform

„mobil im Rheinland“, die ebenfalls

zu den Impulsprojekten mit oberbergischer

Beteiligung zählt. Hier werden

online alle notwendigen Mobilitäts-Informationen

zur Verfügung gestellt – von

den Stauhinweisen über Routenplaner,

Fahrplänen des Öffentlichen Personennahverkehrs

und Radtourentipps bis hin

zum Wetterhinweis. So ermöglicht es

das Projekt, die Stärken der regionalen

Verkehrsträger optimal zu erkennen

und zu nutzen.

Wissenslandschaft kompakt

Zunächst mit der Themenfahrradroute

„ Wasserquintett“ wird sich Oberberg

am Impulsprojekt „Rad-Region-Rheinland“

beteiligen. Dieses Projekt soll zur

regional übergreifenden Entwicklung

des Fahrradtourismus beitragen und

die damit verbundenen Entwicklungsschritte

forcieren. Immer gilt: Der Impuls

ist nur der Anfang. Neue Ideen

bringen das jeweilige Projekt Schritt

für Schritt weiter voran. Solche Ideen

kommen auch aus Oberberg.

psch

Weitere Infos:

www.regionale2010.de

Regio-Guides:

www.bergischesland.de

Mobilitätsprojekt:

www.mobil-im-rheinland.de

Freizeitplaner:

www.freizeitplaner2010.de

OBERBERGISCHE

impulse


Kaufkraft:

Mehr Geld für Konsum

Der Aufschwung kommt in den Haushaltskassen

an. Oberbergs Konsumentinnen

und Konsumenten haben mehr

Geld zur Verfügung als in den Vorjahren.

Der Blick auf die Zahlen der Städte

und Gemeinden zeigt, dass die Unterschiede

innerhalb des Oberbergischen

Kreises groß sind. Die Kommunen

mit der stärksten Kaufkraft sind

wie in den Jahren zuvor Wiehl, Engels-

Remscheid:

Schon wieder

Schließungen

Im August entschieden sich gleich zwei

Unternehmen, ihre Werke in Remscheid

zu schließen. Supfina Grieshaber GmbH

& Co. KG beschäftigt derzeit rund 100

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der

Hersteller von Oberflächenbearbeitungsmaschinen

und Bearbeitungssystemen

für Schleifprozesse will bis Ende 2008

den Standort im Bergischen auflösen.

Teilweise soll die Produktion nach Wolfach

im Schwarzwald verlegt werden,

die in Remscheid entwickelte Technologie

wird so vom Schwarzwald aus die

Weltmarktführerschaft des Spezialunternehmens

sichern. Ebenfalls verlagert

wird die Faivelay Remscheid

GmbH. Faivelay produziert in Remscheid

Brems- und Kupplungssysteme

für Schienenfahrzeuge. Künftig soll

dies in Witten geschehen, 230 der

280 Remscheider Beschäftigten bietet

Faivelay den Umzug nach Witten an.

Bis Anfang 2008 soll der Umzug abgeschlossen

sein. Dann ist wahrscheinlich

endgültig Schluss mit der Produkti-

OBERBERGISCHE

impulse

F A K T E N A U S D E M U M L A N D

kirchen, Radevormwald und Wipperfürth.

Weiterhin liegen die Kommunen

mit der schwächsten Kaufkraft im Süden

des Kreises. Dass sich in Oberberg

einiges nach oben bewegt, zeigt

das Beispiel Marienheide. In der Oberberg-Rangliste

ist Marienheide nah an

die Kreisstadt Gummersbach herangerückt

und liegt oberhalb des oberbergischen

Kaufkraft-Durchschnittes.

Die Oberbergische Kaufkraft-Tabelle:

2007 2006

Wiehl: 19.179 Euro 18.874 Euro

Engelskirchen: 18.837 Euro 18.451 Euro

Radevormwald: 18.730 Euro 18.418 Euro

Wipperfürth: 18.642 Euro 18.312 Euro

Durchschnitt NRW: 18.442 Euro 18.110 Euro

Hückeswagen: 18.401 Euro 18.106 Euro

Lindlar: 18.372 Euro 18.104 Euro

Gummersbach: 18.078 Euro 17.943 Euro

Durchschnitt Deutschland: 18.055 Euro 17.631 Euro

Marienheide: 18.005 Euro 17.542 Euro

Durchschnitt Oberbergischer Kreis: 17.946 Euro 17.623 Euro

Reichshof: 17.237 Euro 16.702 Euro

Nümbrecht: 17.148 Euro 16.663 Euro

Bergneustadt: 16.647 Euro 16.371 Euro

Morsbach: 16.349 Euro 15.958 Euro

Waldbröl:

Daten-Quelle: GfK GeoMarketing GmbH

16.006 Euro 15.564 Euro

on in den alten Hallen der Bergischen

Stahl-Industrie KG (BSI). Teile der Gebäude

der BSI – ehemals eines der

wichtigsten Stahlwerke der Region –

sind bereits abgerissen, andere werden

vom Nachfolgeunternehmen Thyssen-Krupp

Real Estate GmbH verwaltet.

Hier könnte künftig ein neuer Gewerbepark

entstehen. psch

Remscheid-Lennep:

Schub für

das Stadtmarketing

Nach dem Vorbild zahlreicher Stadtmarketing-Vereine

hat sich jetzt auch

in Lennep „Lennep offensiv“ gegründet.

Geschäftsleute, Handwerks- und Gastronomiebetriebe

sollen sich hier um

die Zukunft von Remscheids Vorzeige-

Stadtteil kümmern. Das Themenspektrum,

das die Gründungstruppe um Versicherungsmakler

Stefan Freund anpacken

will, sei „riesengroß“. Ganz oben

auf der Liste stehen die Bereiche Ordnung,

Sauberkeit und Parken. psch

Wuppertal:

Zu wenig Geld

für Schwebebahn-Denkmal

Foto: psch

Noch ist die Wuppertaler Schwebebahn

nicht nur das Wahrzeichen der Stadt,

sondern auch eines der bedeutenden

Technik-Denkmäler der Region. Damit

könnte in etwa vier Jahren Schluss sein,

denn die Bahn wird modernisiert. Es

fehlt allerdings am finanziellen Budget,

um zumindest einige Haltestellen als

Denkmal zu erhalten. 14 Millionen Euro

Mehraufwand wären nach Schätzungen

der Wuppertaler Stadtwerke GmbH

notwendig. Diese Summe fehlt, also

wird nur noch historisierend nachgebaut.

So wird aus dem Denkmal ein nostalgisch

anmutendes Objekt, die Anforderungen

der Denkmalbehörde werden

nicht erfüllt. Die Schwebebahn bleibt

allerdings als zuverlässiges und staufreies

Verkehrsmittel erhalten. psch

Bergisch Gladbach

Wachstum mit

Schokolade

Die Bergisch Gladbacher Unternehmensgruppe

Krüger GmbH & Co. KG

wächst weiter. Jetzt kaufte die ebenfalls

in Bergisch Gladbach beheimatete Ludwig

Schokolade GmbH & Co. KG, ein

Tochterunternehmen der Krügergruppe

und einer der größten Hersteller für

preiswerte Schokoladen in Polen einen

weiteren Schokoproduzenten auf. Im

südpolnischen Skoczów wurden von

Inda Polska Sp.z.o.o. immerhin 6.000

Tonnen Schokoartikel, meist Tafelschokoladen

und Saisonartikel produziert.

Mit dem Zukauf von Inda Polska verfügt

die Krüger-Gruppe in Polen über

vier Produktionsstätten. Das neue Unternehmen

im Krüger-Süßwarenimperium

heißt dann Inda Czekolada Sp.z.o.o..

21


I M P R E S S U M

Herausgeber:

Gründer- u. TechnologieCentrum

Gummersbach GmbH (GTC) und

Oberbergischer Kreis - Der Landrat

Kontakt-Anschrift:

Bunsenstr. 5, 51647 Gummersbach

Anzeigenleitung:

GTC GmbH,

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F: 02261 814900,

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Chefredaktion: Peter Schmidt (psch)

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Oberbergische Impulse

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E: redaktion@oberbergische-impulse.de

Layout & Satz:

CE Grafik-Design

Zum Würmel 6, 51643 Gummersbach

T: 02261 29966

I: www.ce-grafik-design.de

Druck:

Gronenberg GmbH & Co. KG, Wiehl

Druckauflage/Erscheinungszeitraum:

11.000 Exemplare/4 x pro Jahr

Abo: 4 Ausgaben für 20 Euro - Infos:

www.oberbergische-impulse.de

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Bergisches

Energiehaus:

Energieservice

für Hausbesitzer

Mit der 52 Seiten starken Broschüre

„Bergisches Energiehaus“ leistet das

Zentrum für biogene Energie Oberberg

(ZebiO) e.V. einen Beitrag zum Klimaschutz

und zur Stärkung heimischer

Unternehmen. Die Broschüre richtet

sich an Hausbesitzer im Kreis. Der

„ Wegweiser zur Energieberatung und

Gebäudemodernisierung im Oberbergischen

Kreis“ listet alle Beratungsund

Förderprogramme auf und gibt so

einen Überblick über mögliche Subventionen

und zinsgünstige Kredite.

Davon profitieren unter anderem die

spezialisierten Handwerksbetriebe der

Region. Die Liste der Energieberater

und Fachbetriebe, die in ZebiO organisiert

sind, hilft bei der Suche nach den

kompetenten Ansprechpartnern. Auf

den ersten Blick ist erkennbar, welche

Betriebe beispielsweise moderne Hei-

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Wärmebild: ZebiO

zungstechnik anbieten, photovoltaische

Lösungen, spezialisierte Dienstleistungen

oder auch baulichen Wärmeschutz.

Lust aufs Energiesparen machen

die beschriebenen Praxisbeispiele,

sei es das Fachwerkhaus mit

drei Wohneinheiten in Bergneustadt,

das Einfamilienwohnhaus in Nümbrecht

oder auch ein Mehrfamilienhaus in

Gummersbach. psch

Bezug:

Postversand über

ZebiO, Bunsenstr. 5,

51647 Gummersbach

(einen mit Ihrer Anschrift versehenen

und mit 1,45 Euro frankierten

A4-Rückumschlag beilegen)

www.zebio.de

OBERBERGISCHE

impulse


Landwirtschaft:

Feldversuch zur Seuchenbekämpfung

zugesagt

Oberbergs Landwirtschaft plagt die Blauzungenkrankheit. Hier

und in den Nachbarkreisen ist Deutschlands Seuchenschwerpunkt

2007. Das aus Afrika eingeschleppte Blauzungenvirus

verursacht große Schäden besonders bei den schafhaltenden

Betrieben. Während eines Informationsbesuches auf dem landwirtschaftlichen

Betrieb von Thomas Schumacher und Julia

Dewenter in Wiehl versprach NRW-Landwirtschaftsminister

Eckhard Uhlenberg, dass in Oberberg der Feldversuch für den

neuen Impfstoff starten soll.

Für dieses Jahr allerdings ist es zu

spät. Der Impfstoff gegen das erst im

Vorjahr erstmalig aufgetretene Virus

wird noch entwickelt. Im Frühjahr 2008

soll er verfügbar sein. „Dann wird zuerst

im Oberbergischen geimpft“, so

Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg.

Das ist auch die letzte Chance

für die Schafhaltung in Oberberg,

bestätigt Thomas Schumacher: „Ein

weiteres Seuchenjahr halten wir hier

in Oberberg nicht mehr aus. Wird nicht

geimpft, ist bei vielen Betrieben mit der

Gewerbeflächenbörse:

Online suchen und finden

Transparenz schafft Chancen – darum hat die Wirtschaftsförderung

des Oberbergischen Kreises Mitte September

die Online-Gewerbeflächen-Börse eingerichtet. Gemeinsam

mit zunächst elf Kommunen können Gewerbeflächen-Anbieter

ihre Miet- oder Verkaufsangebote präsentieren.

Durch die Darstellung im Internet steht den suchenden Unternehmen

das übersichtlich dargestellte Angebot rund

um die Uhr und kreisweit zur Verfügung. Wer nicht in der eigenen

Gemeinde oder Stadt fündig wird, entdeckt vielleicht in

der Nachbarkommune ein passendes Objekt. „So stärken wir

den Standort Oberberg, denn wichtig ist, dass die Unternehmen

hier in der Region ihre Wachstums- und Gründungschancen

realisieren“, sagt Kreiswirtschaftsdezernent Jochen

Hagt. Auch für Inserenten ist die Handhabung einfach: Die Registrierung

erfolgt über die Ansprechpartner der Kommunalverwaltungen.

Anschließend kann kreisweit publiziert werden.

Eingestellt werden die Angebote unter www.wirtschaftsstandort-oberberg.de.

Interessenten finden die Angebote auf

den Internetseiten der elf beteiligten Kommunen, auf der Seite

des Oberbergischen Kreises und auf der Seite der Oberbergischen

Wirtschaftsförderung.

Info:

www.wirtschaftsstandort-oberberg.de

(mit Liste der Ansprechpartner in den Kommunen)

OBERBERGISCHE

impulse

+ + + W I R T S C H A F T S F A K T E N

Schafhaltung Ende des kommenden

Jahres Schluss.“

Das wäre ein echter Verlust für die

Region. „Gerade die große Vielfalt an

Schafrassen ist eine Besonderheit des

Oberbergischen Kreises“, weiß Landrat

Hagen Jobi um die Bedeutung der

Schafhaltung im Kreis. Den Schäferinnen

uns Schäfern sagte er wo immer

möglich schnelle Unterstützung zu.

Für die Betriebe sind die wirtschaftlichen

Schäden enorm: Bis zu 50 Pro-

Thomas Schumacher (li.) informierte über die Blauzungenkrankheit.

Mit dabei: Minister Eckhard Uhlenberg, Landrat

Hagen Jobi, Landtagsabgeordneter Bodo Löttgen

zent der Tiere verenden, bei hochtragenden

Mutterschafen und bei Lämmern

liegt die Quote wesentlich höher.

Einkommensausfälle in diesem und im

nächsten Jahr sind vorprogrammiert.

Der aktuelle Lämmerjahrgang ist gefährdet,

im nächsten Jahr fehlen zahlreiche

Mutterschafe, die künftig keine

Lämmer mehr bringen. Dazu kommt

für die Schafhalterinnen und -halter die

psychische Belastung: Sie müssen hilflos

zusehen, wie ihre Tiere in den Ställen

und auf den Weiden verenden. psch

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Foto: OBK

23


PWM GmbH & Co. KG:

Zuhause an den

Straßen dieser Welt

Die Tankstelle ist neu, modern und gut besucht. Leuchtend strahlen die Benzinpreise

– darüber ein Werbefeld. Die Laufschrift signalisiert den kleinen Frühstücks-Snack.

Preisanzeigen an modernen Tankstellen sind innovativ – und

stammen aus Bergneustadt. Die PWM GmbH & Co. KG ist Marktführer für

elektronische Preisanzeigen an Tankstellen in Deutschland und auf vielen anderen

Ländern.

Von Peter Schmidt

„In Deutschland haben wir einen Marktanteil

von 90 Prozent“, schätzt Firmenchef

Max-Ferdinand Krawinkel. Auch in

den benachbarten Staaten dominieren

die elektronischen Preisanzeigen aus

Bergneustadt. „Überall, wo keine staatlich

geregelten Preise existieren, da entstehen

für uns interessante Märkte.“

So bleibt es in der arabischen Welt uninteressant

für die Bergneustädter.

Dort steigt einmal im Monat der Tankstellenbetreiber

auf die Leiter und ändert

in Handarbeit die Zahlen, Osteuropa

und die USA allerdings sind interessante

Wachstumsmärkte.

24

Fotos: psch

In Deutschland ist die Zeit lange vorbei,

in der die Pächter hin und wieder mal

die Leiter an die Preisanzeige anlehnten,

mit Kreide neue Preise notierten

oder einfach ein paar neue Täfelchen

an die Haken hingen. Seit der Ölkrise

1974 geht es mit dem Benzinpreis

zwar tendenziell immer nach oben,

doch es ist ein stetes Auf und Ab. Dies

lässt sich per Hand nicht bewältigen.

Seit Mitte der 70er Jahre konnte PWM

höchst erfolgreich die elektronischen

Preisanzeigen etablieren. Auf die Idee

kam Karl-Adolf Krawinkel, heute Senior-Firmenchef,

während einer USA-

Reise. Dort entdeckte er Anzeigen an

Fotos: PWM

den Straßen, die Temperatur und Uhrzeit

zeigten. Zurück im Bergischen entwickelte

sich aus der Beobachtung eine

Idee: In Zeiten immer schneller wechselnder

Preise ist es für die Tankstellenpächter

praktisch, eine leicht variierbare

Preisanzeige zu haben. Das passte

auch den Mineralölkonzernen gut ins

Konzept. Mit dem herkömmlichen Verfahren

verzögerte sich die Preisanpassung

zu lange. Die Faxe blieben unbearbeitet

liegen, weil noch die Waschstraße

zu bedienen war, ein Ölwechsel

dringender und überhaupt die Preisänderei

einfach nur als eine lästige Angelegenheit

erschien. Während die

Pächter über den Umsatz sicher bezahlt

wurden, reduzierte sich der Gewinn

für die Benzinmarke, weil zu lange

zum billigeren Preis verkauft wurde.

„Da war es unsere Aufgabe, eine

Schnittstelle zwischen Kassensystem

und Preisanzeige zu schaffen“, schildert

Max-Ferdinand Krawinkel die erste Herausforderung,

die den Pächtern den

Gang auf die Leiter ersparte.

Tankstelle für Tankstelle erobert

Die wurde gemeistert und mit Texaco

der erste Kunde gewonnen. Hieraus

entwickelte sich das Geschäft Schritt

für Schritt. Nach Texaco entdeckten

auch die anderen Unternehmen, wie

praktisch und wirkungsvoll solche Preisanzeigen

waren. Zuerst wurden die

umsatzstarken Tankstellen umgerüstet,

später dann auch die kleineren.

Heute ist PWM in ganz Europa aktiv.

Nach Österreich, Schweiz und den

Benelux-Staaten wurden zunächst die

südeuropäischen und später auch die

osteuropäischen Märkte bearbeitet.

„Überall, wo wir aktiv sind, da sind wir

auch schnell zum Marktführer gewor-

M A R K T F Ü H R E R

den“, so Max-Ferdinand Krawinkel. Nur

in den Vereinigten Staaten von Amerika

dauert es etwas länger. Der Markt

ist riesig. Zum Vergleich: Während es

in Deutschland insgesamt rund 15.000

Tankstellen gibt, werden in den USA jedes

Jahr 40.000 Pächterwechsel registriert.

Ein riesiger Markt, den PWM

jetzt seit zehn Jahren mit wachsendem

Erfolg betreut.

Der Verkaufsschlager heute sind Preisanzeigen

mit LED-Technik. Die leuchten

auch in der Nacht gut, bieten eine gute

Werbewirkung und haben sich binnen

der vergangenen sechs Jahre am

Markt durchgesetzt. Heute sind rund

60 Prozent der verkauften Preisanzeigen

mit LED-Technik ausgerüstet.

Die Entwicklung geht weiter. Für die

Tankstellen wird das Geschäft in den

Shops immer wichtiger. Benzin und Diesel

ernähren die Pächter nicht so gut

wie der Verkauf von Gummibärchen und

Brötchen. Also muss geworben werden.

Moderne Preisanzeigen werben

mit dem Profiboard – der LED-Werbung

über den Benzinpreisen – für Knabbereien

und Ölwechsel.

Hier zeigt sich wieder, dass der Bergneustädter

Marktführer ein Gespür für

die Wünsche seiner Kunden hat. Weil

viele Pächter einfach nicht die Zeit

haben, regelmäßig den Werbespruch

zu wechseln, bietet PWM jetzt den

Marketing-Service an. Grundlage sind

Marktforschung und die Bildung von

Tankstellen-Kategorien. Tankanlagen in

der Nähe von Bundesliga-Stadien beispielsweise

können eine speziell auf den

Spielplan abgestimmte Werbung erhalten.

Außerdem hat PWM auch analysiert,

welche Produkte wann und wo

zu bewerben sind. Die Botschaft muss

OBERBERGISCHE

impulse


sitzen. Fünf Sekunden Zeit bleiben, um

die heranfahrenden Autofahrer zu erreichen.

„So erreichen wir ganz gezielt

die Impulskäufer – besser, als dies die

Pächter mit der Handeingabe können.“

Weiterentwicklung

sichert Marktanteile

Schon heute arbeiten zehn der 70

PWM-Mitarbeiter für diesen Bereich.

Produziert werden die Anzeigen komplett

in Bergneustadt. Dank immer

neuer Märkte in neuen Staaten, in denen

der Benzinpreis für die Preisgestaltung

frei gegeben wird, dank des

Wachstumsmarktes USA und auch

dank regelmäßiger Tankstellen-Modernisierungen

rechnet PWM-Chef

Krawinkel mit einem kontrollierten

Wachstum. Doch klar ist, auch ein

Marktführer muss sich mit innovativen

Lösungen von der Konkurrenz abheben.

Denn „es versucht immer mal wieder

ein Anbieter, in unsere Märkte einzubrechen“.

Die Marktposition zu halten,

das gelingt PWM mittels kontinuierlicher

Weiterentwicklung, hochwertiger

Produktion in Bergneustadt und deutlicher

Kunden-Orientierung.

OBERBERGISCHE

impulse

PWM GmbH & Co. KG

Gegründet: 1961

Betriebsform: Familienunternehmen als GmbH & Co. KG

Standort: Bergneustadt

Mitarbeiter: 70 (Holding: 120)

Umsatz 2006: 20 Mio. Euro (Holding: 40 Mio. Euro)

Verkauf: weltweit bislang über 22.500 elektronische Preisanzeigen für

alle internationalen Mineralölkonzerne und viele freie Anbieter

Rückblick

Anfangs produzierte die PWM übliche Werbeleuchten, wie sie ehemals

als Bierwerbung beispielsweise über Theken und als Außenwerbung eingesetzt

wurden. Diese bestanden aus gefärbtem Acrylglas. Seit Mitte der

70er Jahre hat sich PWM auf elektronische Preisanzeigen für Tankstellen

spezialisiert und ist in vielen Ländern marktführend.

Dachgesellschaft der PWM ist die 1971 gegründete Leopold Krawinkel

GmbH & Co. KG. Diese Holding betreut vier unterschiedliche Geschäftsbereiche:

● die PWM als industrielles Unternehmen der Holding

● das Autohaus der Ford-Weil-Gruppe

● die Immobilien-Verwaltung für Gebäude an den alten Textil-Standorten

● der Forstbetrieb bearbeitet an den alten Standorten des ehemaligen

Textilunternehmens Krawinkel in Gummersbach-Vollmerhausen und

Bergneustadt rund 400 Hektar Wald

Dabei trägt die PWM mit 60 Prozent den größten Anteil zum Holding-

Umsatz bei, die Ford-Weil-Gruppe bringt es immerhin noch auf etwa ein

Drittel des Holding-Umsatz, den Rest teilen sich Forstbetrieb und Immobilienverwaltung.

Übrigens: Die Krawinkel-Strickerei stellte erst 1976 ihren

Betrieb in Bergneustadt ein und war damit eine der Textilfirmen, die

vergleichsweise lange produzierten.

25


GmbH-Gründung:

Künftig weniger

Aufwand für den Start

Die Unternehmensform der „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ hatte in

den vergangenen Jahren Konkurrenz bekommen. Immer mehr Gründerinnen

und Gründer sparten sich die verlangten 25.000 Euro Startkapital und gründeten

eine „Limited“ nach britischem Recht. Jetzt hat das Bundeskabinett reagiert

und die GmbH-Reform beschlossen.

Bundeswirtschaftsminister Michael

Glos erhofft sich eine neue Attraktivität

für die betagte Unternehmensform:

„Die GmbH-Reform kommt dem zentralen

Bedürfnis vieler Jungunternehmen

nach, auch mit geringem Kapital eine

GmbH gründen zu können.“

Im Mai beschloss das Bundeskabinett

den Regierungsentwurf des „Gesetzes

zur Modernisierung des GmbH-Rechtes

und zur Bekämpfung von Missbräuchen“.

Geplant ist, dass die Novelle in

der ersten Hälfte des kommenden Jahres

in Kraft treten soll.

26

Für alle, die sich aktuell mit der Gründung

eines Unternehmens beschäftigen,

ist überlegenswert, ob sich das

Warten auf das neue Gesetz lohnt.

Dann wird „die Unternehmensgründung

erleichtert, Kapitaleinsatz und

Gründungsaufwand können reduziert

werden“, so Oberbergs Gründungslotse

und Koordinator des Gründungsnetzwerkes

GO MIT, Jens Birkholz.

Die wesentlichen Eckpunkte der GmbH-

Reform, wie sie die Bundesregierung

beschloss und in Bundesrat und Bundestag

behandelt wird, sind:

● Das Mindeststammkapital für eine

GmbH wird von 25.000 Euro auf

10.000 Euro reduziert. Davon werden

besonders die Unternehmen profitieren,

die in wenig kapitalintensiven Branchen

gründen. Ein Dienstleistungsunternehmen

muss nicht unbedingt mit

25.000 Euro Startkapital starten;

● Für kapitalschwache Gründungen

wird die Möglichkeit bestehen, mit nur

einem Euro Stammkapital zu gründen.

Allerdings darf eine solche GmbH seine

Gewinne nicht komplett ausschütten.

Mit den Erträgen soll peu à peu

das Stammkapital angespart werden.

Diese „haftungsbeschränkte Unternehmergesellschaft“

wird allerdings zur

Einhaltung besonderer Buchführungsvorschriften

verpflichtet;

● Fexibler wird auch die Gestaltung der

Geschäftsanteile gehandhabt. Bislang

musste jede Stammeinlage mindestens

100 Euro betragen und durch 50

teilbar sein, demnächst sind alle Werte

möglich;

OBERBERGISCHE

impulse

Foto: psch


● Künftig kann auch eine „verdeckte

Sacheinlage“ als Stammkapital gewertet

werden. Dies können Patente genauso

sein wie Lizenzen und Urheberrechte;

● Erleichtert wird das neue Verfahren

auch durch einen Mustergesellschaftsvertrag.

Wer eine Gesellschaft ohne

großes Schnick-Schnack und mit maximal

drei Gesellschaftern gründen will,

der spart mit dem Mustervertrag Zeit

und Geld. Ein Notariat muss für die

Beurkundung nicht mehr beauftragt

werden, allein die Unterschriften der

Gesellschafter müssen beglaubigt werden.

Ziel der Bundesregierung ist es, die

GmbH-Reform bis Ende des Jahres als

rechtskräftiges Gesetz präsentieren zu

können. Die Chancen dafür stehen gut,

entspricht die Gesetzesnovelle doch

den Vereinbarungen, die die beiden Regierungsparteien

im Koalitionsvertrag

beschlossen haben. Dann werden auch

zahlreiche weitere Neuerungen in Kraft

treten, die noch weitere Veränderungen

bringen, die nicht nur für Gründerinnen

und Gründer interessant sind. So

OBERBERGISCHE

impulse

● Vorsorgeanalyse

● Kosteneinsparungen

● Finanzoptimierung

erlaubt das neue

GmbH-Gesetz auch

die Verlegung ins

Ausland. Damit wird

die deutsche GmbH

eine echte Konkurrenz

für die britische

Unternehmensform

der Limited und erleichtert

hiesigen

Unternehmen das

internationale Geschäft,

da sie sich

nicht mit verschiedenenUnternehmensformen

beschäftigen

müssen. Auch wurden

Maßnahmen zu

mehr Transparenz und gegen die Möglichkeiten

der Geldwäsche beschlossen.

Insgesamt bietet die GmbH-Reform den

Unternehmen manche Erleichterung.

Gründende profitieren ganz besonders,

wird ihnen der Start doch wesentlich

erleichtert. „Doch eine Gründung mit

nur einem Euro sollte die absolute Ausnahme

bleiben – mehr Kapital bedeutet

auch mehr Sicherheit“, betont Jens

Birkholz. Basis für eine erfolgreiche

Finanz-Versicherungs-Makler

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soviel Finanzreserven, um die Startphase

zu überstehen. psch

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Foto: ce


Frank Ferchau:

Mut zum Gestalten

Die entscheidende Frage kam bei einem

Wochenendausflug nach Wien

Anfang der 90er-Jahre: Zum ersten

Mal wollte Heinz Ferchau von seinem

Sohn wissen, ob er sich vorstellen könne,

ins Unternehmen einzusteigen.

„Mein Vater hat meiner Schwester und

mir immer freie Hand gelassen und

nie dynastische Gedanken geäußert“,

erinnert sich Frank Ferchau. Die Situation

war damals nicht gerade rosig –

Heinz Ferchau war gesundheitlich angeschlagen,

die Firma mit seinerzeit

rund 550 Mitarbeitern steckte in der

Rezession.

28

Von Volker Dick

Mancher mag glauben, dass Frank Ferchau schon als Kind den Satz zu hören

bekommen hat: „Du sollst ja mal die Firma leiten.“ Doch sein Einstieg ins Familienunternehmen

stand erst relativ spät zur Debatte – mit fast 30 Jahren.

Seit September 2005 sitzt er der Geschäftsführung der Ferchau Engineering

GmbH in Gummersbach vor, dem deutschen Marktführer für Ingenieur-Dienstleistungen.

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e-Mail: info@vhs.oberberg.de

Internet: www.vhs-oberberg.de

„Für mich kam die Frage dennoch überraschend“,

erzählt Frank Ferchau. Er

studierte gerade Betriebswirtschaft an

der Uni in Marburg und wollte danach

seine berufliche Laufbahn als Wirtschaftsprüfer

starten. Ein Studium der

Elektrotechnik/Automatisierungstechnik

hatte er bereits erfolgreich abgeschlossen.

Doch dann entschied er sich

fürs Familienunternehmen und startete

im August 1994 als stellvertretender

Leiter in der Münchener Ferchau-

Niederlassung, die damals 19 Mitarbeiter

hatte. „Das war ein Sprung ins eiskalte

Wasser“, blickt der 43-Jährige

zurück, „ich habe damals kein Fettnäpfchen

ausgelassen.“

Große Gestaltungsfreiheit

Nach einer Station als Niederlassungsleiter

in Ulm kam er 1997 in seine Geburtsstadt

Gummersbach zurück, wo

er bis 2001 mehrere leitende Funktionen

ausübte, ehe er gemeinsam mit

seinem Vater die Geschäftsführung

übernahm. Natürlich war der Weg an

die Unternehmensspitze nicht immer

leicht. „Mein Vater hat mir aber immer

ein unglaublich hohes Maß an Gestaltungsfreiheit

gewährt“, berichtet Frank

Ferchau und ihn darin unterstützt, persönliche

Kontakte zu den Beschäftigten

zu pflegen. „Das gehört zu einem

Familienunternehmen einfach dazu“.

Zwei Tage pro Woche ist er meistens in

den Niederlassungen unterwegs.

Die liegen über ganz Deutschland verteilt,

was die Kommunikation natürlich

erschwert. Um die Bindung möglichst

eng zu halten, nutzt Ferchau intensiv

das Medium Intranet. Aber auch Aktionen

wie kürzlich der „Ferchau Soccer

Cup“ mit internen Fußballturnieren dienen

dem Betriebsklima. Der Ferchaueigene

Haustarifvertrag sorgt zudem

dafür, dass auch die tariflichen Leistun-

P O R T R Ä T

Foto: Ferchau

gen über den in der Branche üblichen

Standards liegen.

Nachwuchs fördern

Besonders am Herzen liegt Frank Ferchau

die Förderung des Ingenieur-Nachwuchses.

So unterstützt das Unternehmen

Schülerinnen und Schüler bei „Jugend

forscht“, zeichnet mit dem „Ferchau-Förderpreis“

die besten Hochschulabsolventinnen

und -absolventen

im Bereich Technik aus und gibt mit

dem „Ferchau-Innovationspreis“ Impulse

für technische Neuentwicklungen.

Den Mangel an Ingenieurinnen und Ingenieuren

lässt sich so nicht kurzfristig

beheben, aber, so der geschäftsführende

Gesellschafter: „Wichtig ist,

dass man die Situation nicht einfach

hinnimmt, sondern etwas tut.“

Er selbst ist fünf Wochentage im Einsatz.

Die Wochenenden gehören der

Familie mit Ehefrau Anne, den Töchtern

Janne (fast 2 Jahre) und Paula (7 Monate).

Sein dreijähriger Sohn Finn

nimmt sich manchmal den Spielzeugkoffer,

behauptet, er würde jetzt ins

Büro gehen und erst sehr spät wiederkommen.

Vielleicht entwickelt sich doch

noch eine Ferchau-Dynastie.

Info:

Die Ferchau Engineering GmbH beschäftigt

3.600 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in mehr als 40 Niederlassungen

deutschlandweit. Der

Umsatz stieg von 102 Millionen

Euro im Jahr 2000 auf 210 Millionen

2006.

OBERBERGISCHE

impulse


OBERBERGISCHE

impulse

Café Restaurant Uelfetal:

Speisen am See

Ganz im Norden des oberbergischen Kreises, etwas unterhalb des Stadtzentrums von Radevormwald im Uelfetal, liegt

das gleichnamige Restaurant mit Seeblick. Vom Parkplatz am Seeufer sind es nur ein paar Meter bis zum hellgelb

gestrichenen Haus, das Horst Schmitz seit 1991 prägt. Das Restaurant findet nur deshalb einen Platz zwischen See

und Waldrand, weil es sich ganz lang streckt und dabei ganz schmal macht. Als der damals 27-jährige das Traditionshaus

von der Stadt als Pächter übernahm, steckte er erst einmal „einige 100.000 Mark“ in das Gebäude.

„Ich wollte keine bergische Stube haben,

davon gab es schon genug“, erinnert

sich Horst Schmitz an die Anfänge.

Deshalb hat er das Restaurant statt

mit viel Holz mit hellen Bodenfliesen und

recht modernem Mobiliar ausgestattet.

Beruflich war es für ihn ein Neustart,

aber kein Anfang. Nach seiner Ausbildung

habe er sich schnell zum Küchenchef

in großen Häusern qualifiziert. In

seinem eigenen Betrieb sei er im Laufe

der vergangenen Jahre sozusagen

zum „kochenden Kellner mit Putzfunktion“

avanciert. Im Restaurant Uelfetal

kommt auf den Tisch, was die Jahreszeit

bietet. So entstanden auch die beliebten

abendlichen Themenbuffets: Im

Frühjahr lockt das Restaurant mit einem

Spargelbuffet, im Spätherbst bietet

es das bei Gästen beliebte Gänsebuffet.

„Bis zu 600 Gänse verarbeiten

wir pro Saison in unserer Küche zur

Martinsgans“, rechnet Horst Schmitz.

Das einzige, was den Winter etwas trübe,

sei, dass der Gast nicht draußen

am Seeufer sitzen könne, bedauert

Schmitz. Mit zwei Restaurantfachleuten,

zwei Köchen und drei Auszubildenden

in der Küche sorgt er trotzdem

auch an schlechten Tagen für gute

Stimmung. Ein halbes Jahr im Voraus

sollte man das Restaurant buchen,

wenn man Hochzeiten, Geburtstage,

Betriebsfeiern und Seminare plane.

Buffets liefert Schmitz auf Wunsch

auch außer Haus. Das Restaurant verfügt

zwar über keine spezielle Tagungstechnik,

wie Beamer und Overheadprojektor,

doch auf das Internet können

Seminarteilnehmer jederzeit zugreifen

und natürlich auch ihren E-Mailverkehr

regeln.

An der „kleinsten Talsperre Deutschlands“,

wie Schmitz das Uelfebad gerne

nennt, können Restaurantgäste direkt

vor der Haustür spazieren gehen.

Durch den Sauerländische Gebirgsverein

(SGV) sind die Wege gut gekennzeichnet.

Das Uelfebad lädt seit 80 Jahren zur

Sommerfrische ein. 1927 wurde es als

städtische Badeanstalt eröffnet. Auf

den vergilbten, historischen Fotos sieht

man, dass das große Schwimmbecken

an schönen Tagen etliche Gäste anzog.

Seit vielen Jahren schon ist der Badebetrieb

eingestellt. Doch Enten ziehen

regelmäßig hier ihre Runden im eiskalten

See und Modellbootbauer lassen

am Wochenende ihre Schätze zu Wasser.

Heute gehört das Ensemble von See

und Restaurant-Café zum beliebten

Naherholungsgebiet in Radevormwald.

Ruhebänke und ein Spielplatz ergänzen

das Angebot, zu dem eigentlich auch

ein Spaziergang rund um „Deutschlands

kleinste Talsperre“ gehört. Damit

muss der Gast noch bis zum kommenden

Jahr warten. Dann erst soll die marode

Holzbrücke auf dem Seerundweg

saniert werden.

Susanne Lang-Hardt

Kontakt:

Café Restaurant Uelfetal

Im Hagen

42477 Radevormwald

T: 02195 1210

F: 02195 68188

E: info@uelfebad.de

I: www.uelfebad.de

29

Fotos: Restaurant Uelfetal


Reitregion Oberberg:

Traben auf

allen Wegen

Oberberg ist eines der letzten Paradiese für Pferdefreundinnen

und -freunde. Während vielerorts nur auf Reitwegen

ausgeritten werden darf, gilt in Oberberg die Wegefreiheit:

Auf fast allen Straßen, Wegen und Pfaden ist das

Reiten erlaubt.

Bunte Herbstwälder, der gleichmäßige

Rhythmus des Pferdeschrittes, ein kurzes

Schnauben und eine ausgiebige

Pause – das Oberbergische Land auf

dem Rücken der Pferde zu erleben ist

ein besonderes Erlebnis. Dank der Wegefreiheit

können sich Wanderreiterinnen

und Wanderreiter die schönsten

Wege aussuchen, die weiten Ausblicke

genießen. Wichtig ist nur, dass das Tier

mit der Reitplakette, quasi einem Nummernschild,

ausgestattet ist und dass

es auf den Wegen bleibt. Ein immer

dichter werdendes Netz von Wanderreitstationen

bietet Nachtquartier.

Das Oberbergische hat gute Chancen,

sich als bedeutende Wanderreit-Region

zu etablieren. Denn die Ballungsgebiete

sind nah, die Pferdetransporte

bleiben somit kurz. Ein- oder Mehrta-

Richtigstellung:

Ein Golfplatz mehr

Oberberg ist attraktiver für Golfer, als

in der vergangenen Ausgabe berichte-

30

ges-Ritte sind möglich, das dichte Netz

von Feld- und Wanderwegen oder auch

von kleinen Straßen bietet eine reiche

Streckenauswahl.

Für Pferdefreunde bietet das Oberbergische

eine attraktive Infrastruktur. Ein

Klassiker sind die Planwagenfahrten,

gerne gebucht auch für Betriebsausflüge.

Für Freizeitreiterinnen und -reiter

interessanter sind die Möglichkeiten,

auf Pferdehöfen Urlaub zu machen und

gleichzeitig Übungsstunden zu nehmen.

Reiterferien für Jung und Alt gehören

zum oberbergischen Standard.

Für Pferdeflüsterer und Allergiker

Immer mehr Pferdehöfe bieten in komfortablen

Hallen das anspruchsvolle

te. Denn es gibt zwei 18-Loch-Golfplätze.

Hier ist die komplette Übersicht:

Golfplatz Dreibäumen (18 Loch)

Stoote 1, 42499 Hückeswagen

I: www.gcdreibaeumen.de

Greenfee: 40 Euro (Wochenende und Feiertage: 50 Euro)

Golfanlage Gimborner Land (9 Loch)

Kreuzstraße 10, 51647 Gummersbach-Berghausen

I: www.gimborner-land.de, E: info@gimborner-land.de

Greenfee: 30 Euro (Freitag: 35 Euro, Wochenende und Feiertage: 40 Euro)

Golf-Club Reichshof (9 Loch)

Hasseler Straße 2a, 51580 Reichshof

I: www.gcreichshof.de, E: info@gcreichshof.de

Greenfee: 30 Euro (Freitag ab 12 Uhr und Wochenende: 40 Euro)

Golfclub Schloss Georghausen e.V. (18 Loch)

Georghausen 8,51789 Lindlar- Hommerich

I: golfclub-schloss-georghausen.de

Greenfee: 40 Euro (Freitag, Samstag, Sonntag: 50 Euro)

Sport-Park Nümbrecht (9 Loch Kurzplatz)

Höhenstraße 40, 51588 Nümbrecht

I: www.nuembrecht.com, E: sportpark@nuembrecht.com

Tagesgreenfee: 18 Euro (Wochenende und Feiertage: 21 Euro)

A K T I V

Erlebnis auf dem Pferderücken in wettergeschützter

Umgebung. Hier im

Oberbergischen lässt sich Western-

Reiten genauso lernen wie die englische

Dressur. Immer mehr Ausbilder orientieren

sich nach dem Vorbild des Pferdeflüsterers

Monty Roberts an den Regeln

der Pferdesprache.

Dies alles geschieht in der Region meist

auf familiären Bauernhöfen. Große Gestüte

gibt es auch, sind aber die Ausnahme.

Viele Bauernhöfe bieten Pensionspferdehaltung

und haben Ferienwohnungen

eingerichtet. So können die

Familienbetriebe ihre Landwirtschaft

erhalten und ergänzen gleichzeitig die

touristische Infrastruktur. Wer genau

hinschaut, findet darunter auch die

ganz besonderen, im Umkreis sogar

einmaligen Angebote. Die Architektin

Daniela Söhnchen aus Hückeswagen

beispielsweise hat eine Herde mit

amerikanischen Curly Horses – gelockten

Pferden – aufgebaut. Das Besondere:

Hier können auch Menschen reiten,

die sonst auf Pferde allergisch reagieren.

Damit erfüllt sich mancher den

Traum von Reiten, der oftmals schon

fast aufgegeben wurde. Menschen aus

ganz NRW kommen deshalb nach

Hückeswagen, manche nur für ein oder

zwei Tage, andere für eine ganze Woche.

Im Oberbergischen erfüllen sich

auch für Allergiker Pferdeträume.

psch

Infos:

Wanderreitstationen unter:

www.bergisches-land-zu-pferd.de

Reiterhöfe mit Internet-Präsenz

(Auswahl):

www.hotel-ponyhof-knotte.de

www.hoeller-hof.de

www.leckebusch.com

www.gut.nagelsgaul.beep.de

www.curly-horses-germany.de

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Foto: Söhnchen


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