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asphalt 03/25

Die Fachzeitschrift asphalt vertritt als offizielles Organ des Deutschen Asphaltverbandes (DAV) e.V. sowie des Deutschen Asphaltinstitutes (DAI) e.V. die Interessen der Asphalt produzierenden und verarbeitenden Industrie. Thematische Schwerpunkte sind Fachartikel, Berichte und Reportagen aus den Bereichen Wirtschaft und Politik mit Auswirkungen auf die Asphaltbranche sowie Entwicklungen und Tendenzen in der Verkehrspolitik, Neue Einbauverfahren, Neuerungen in der Maschinentechnik, Wiederverwendung, Lärmreduzierung, interessante Bauvorhaben, neue Regelwerke für die Asphaltbranche, aus dem Asphaltmischwerk, Neues aus dem Prüflabor und Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

Die Fachzeitschrift asphalt vertritt als offizielles Organ des Deutschen Asphaltverbandes (DAV) e.V. sowie des Deutschen Asphaltinstitutes (DAI) e.V. die Interessen der Asphalt produzierenden und verarbeitenden Industrie. Thematische Schwerpunkte sind Fachartikel, Berichte und Reportagen aus den Bereichen Wirtschaft und Politik mit Auswirkungen auf die Asphaltbranche sowie Entwicklungen und Tendenzen in der Verkehrspolitik, Neue Einbauverfahren, Neuerungen in der Maschinentechnik, Wiederverwendung, Lärmreduzierung, interessante Bauvorhaben, neue Regelwerke für die Asphaltbranche, aus dem Asphaltmischwerk, Neues aus dem Prüflabor und Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz.

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60. Jahrgang

3|2025

M a i

Fachzeitschrift für Herstellung und Einbau von Asphalt

Tarmapro – die neue Generation Antihaftmittel für Asphalt

www.ecoratio.com

Asphaltseminar 2025

Austausch mit Weitblick

Antriebstechnik

Der Mix macht‘s

Ladung

Hauptsache sicher

Umweltfreundlich | Beste Trennwirkung |

Einfache Handhabung | Keine Dämpfe beim Aufsprühen


PRAXISNAH.

LEISTUNGSSTARK.

UNGESCHMINKT.

Tel. + 49 7229 606-29 | info@geoplangmbh.de

www.steinexpo.de

2.–5.

September 2026

Homberg/Nieder-Ofleiden


Meinung

3

Zukunft beginnt im Jetzt

Foto: intern

Kaum ein Bereich des Bauens steht derzeit so stark im Spannungsfeld zwischen Innovation

und Verantwortung wie der Asphaltstraßenbau. Die Anforderungen steigen: Klimaschutz,

Kreislaufwirtschaft, neue Regelwerke, digitale Technologien – und gleichzeitig muss auf

der Baustelle jeden Tag geliefert werden. Genau deshalb lohnt sich ein Blick nach vorn –

und ein Besuch in Baden-Baden.

Denn hier treffen sich vom 20. bis 22. Mai 2025 die Köpfe und Macherinnen und Macher

der Branche – und das gleich doppelt: Am 20. Mai laden der Deutsche Asphaltverband

(DAV) und das Deutsche Asphaltinstitut (DAI) zu ihren Mitgliederversammlungen mit

einem hochkarätigen Festvortrag ins Kongresshaus Baden-Baden. Unter dem Titel „KI,

Moritz und die Neuerfindung der Arbeitswelt“ gibt der KI-Experte und Gründer Dominic

von Proeck spannende Einblicke in den Einfluss Künstlicher Intelligenz auf unsere Arbeitswelt

– eine Thematik, die auch im Bauwesen immer mehr an Relevanz gewinnt. Am Abend

laden beide Verbände zur traditionelle Abendveranstaltung im Gasthaus Löwenbräu.

Nahtlos daran öffnet am 21. und 22. Mai die Asphaltstraßentagung

der FGSV ihre Türen. Und selten war die Veranstaltung

relevanter als in diesem Jahr: Temperaturabgesenkter Asphalt,

„Wenn wir den Weg in die

neue Arbeitsplatzgrenzwerte, technische Fortschritte bei der Zukunft asphaltieren wollen,

Wiederverwendung, praxisnahe Forschung zur „Straße von braucht es gemeinsame Schritte.“.

morgen“ – das Programm greift zentrale Themen auf, die unsere

Branche heute bewegen und morgen verändern werden.

Was die Tagung dabei besonders macht, ist ihr Dreiklang aus Praxisnähe, Fachkompetenz

und Dialog. Hier treffen sich Ingenieurinnen und Ingenieure, Unternehmerinnen und Unternehmer,

Behörden, Wissenschaft und Politik – nicht nur zum Zuhören, sondern zum Mitdenken,

Diskutieren und Vernetzen. In einer Zeit, in der Lösungen interdisziplinär entstehen,

ist dieser Austausch mehr als wertvoll – er ist notwendig.

Denn wenn wir den Weg in die Zukunft asphaltieren wollen, braucht es gemeinsame

Schritte. Lassen Sie uns die nächsten gehen – bei der DAV/DAI-Mitgliederversammlung und

auf der Asphaltstraßentagung 2025.

3|2025


4

Inhalt

ZUM TITELBILD

Bild: © Ecoratio

Tarmapro – die ultimative Lösung

gegen haftenden Asphalt und

Bitumen

Ecoratio präsentiert Tarmapro – ein leistungsstarkes,

biologisch abbaubares Antihaftmittel,

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reduziert. Dank seiner regenbeständigen

Formel bleibt die Effizienz erhalten,

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16

Asphaltseminar 2025

Vom 17. bis 19. März 2025 luden DAV

und DAI zum verbandsinternen Asphaltseminar

nach Willingen ein. Wir

blicken zurück und zeigen, warum sich

ein Besuch gelohnt hat.

Fachzeitschrift für Herstellung

und Einbau von Asphalt

Organ von:

6

Der Mix macht‘s

Wie werden Baumaschinen

in Zukunft möglichst

effizient und umweltschonend

angetrieben?

Wir haben bei Fachkräften

nachgefragt.

www.asphalt.de

Nachrichten der European

Asphalt Pavement

Association (E.A.P.A.)

www.EAPA.org

Quelle: Zeppelin

3|2025


Inhalt

5

3|2025

24

Quelle: DAV/hin

Quelle: Leon Ströter | Photographer

Rotorschleuderbrecher

Der Beitrag widmet sich

der Asphaltmischgutkonzeption

und großtechnischen

Asphaltproduktion,

der Vorstellung

der Ergebnisse der

Asphalteigenschaften

und des Einbaus von

einem Asphaltmischgut,

dessen Erzeugung aus

den großtechnisch hergestellten

Asphaltgranulaten

erfolgte.

Editorial

Zukunft beginnt im Jetzt 3

Aktuell

Der Mix macht‘s. Von Hendrik Stellmach 6

Zukunft gestalten – mit Innovation,

Nachhaltigkeit und Praxisnähe 8

Neuer Leiter in der Straßenbauabteilung 10

Kurzmeldungen 11

Temperaturabgesenkter Asphalt im Fokus 12

Neue Abteilungsleiterin in der BASt 13

Siegfried Gagstatter gestorben 14

Der richtige Umgang mit Kündigungen.

Von Gaby Doll und Jörg Kraft 14

Intern

Asphaltseminar 2025: Erfolgreiche Vernetzung

und praxisorientierte Impulse 16

Der DAV im Zukunftspodcast über die Straße

von morgen 22

Termine

Kalender 23

Rotorschleuderbrecher

Aufbereitung von Asphaltgranulat mittels Rotorschleuderbrecher

– Teil 3b 24

Technik

Ladung: Hauptsache sicher. Von Martin Themann 32

Breites Elektro-Portfolio 34

Alles gut am Kieler Dreiecksplatz 35

Klein und aufeinander abgestimmt 36

Voll auf Elektro. Von Hubert Lücking 38

Kooperation von Dynapac und Leica Geosystems 39

Reparaturmörtel sichert Fläche für Tricks und Stunts 40

Mehr Überblick, weniger Aufwand 42

Messen, Ausstellungen &

Veranstaltungen

„Die Politik weiß nicht, welche

Rahmenbedingungen wir benötigen“ 44

Starkes Signal in bewegten Zeiten 47

Einkaufsführer

Wer bietet was? 48

Zu guter Letzt

Inserentenverzeichnis, Vorschau, Impressum 50

3|2025


6

Aktuell

Antriebstechnik

Der Mix macht‘s

Wie werden Baumaschinen in Zukunft möglichst effizient

und umweltschonend angetrieben? Staale Hansen

(Zeppelin/Cat), Bernd Eschenhagen (Komatsu)

und Olivier Rasmont (Kobelco) geben Antworten.

Von Hendrik Stellmach

: Welche Antriebsformen sehen Sie in Zukunft für Baumaschinen

– und welche Kriterien entscheiden über die Wahl des

Antriebs heute und in Zukunft?

Staale Hansen: Wir, Zeppelin und Caterpillar, sind in der Frage technologieoffen,

da wir davon ausgehen, dass es nicht „die“ eine Antriebsform

für Baumaschinen geben wird. Es werden aus unserer Sicht künftig unterschiedliche

Antriebsformen – Diesel, dieselelektrisch, batterieelektrisch

sowie Wasserstoff mit und ohne Brennstoffzelle – nebeneinander existieren.

Entscheidend für die gewählte Antriebsart wird sowohl die Energieintensität

der zu erledigenden Aufgabe sein als auch die Lade- und

Infrastruktur auf der Baustelle.

Dabei werden sich alternative Antriebsformen wie die Batterietechnologie

stetig weiterentwickeln und bergen großes Potenzial. Grundsätzlich

gilt es allerdings sicherzustellen, dass genügend „grüne Energie“

vorhanden ist. So kann es nicht sinnvoll sein, batterieelektrische Baumaschinen

mit Strom aus fossilen Brennstoffen zu speisen. Das würde das

Problem nur verlagern und an anderer Stelle die Umwelt belasten.

Gleichzeitig gibt es im Dieselbetrieb weiterhin erhebliche Optimierungspotenziale,

die durch innovative Technologien und digitale Lösungen

erschlossen werden können. Insbesondere der Einsatz moderner

Flottenmanagement-Systeme sowie fortschrittlicher Maschinensteuerung

eröffnet Möglichkeiten, den Kraftstoffverbrauch zu reduzieren, den

Ressourceneinsatz zu optimieren und somit die Umweltbelastung zu

minimieren. Diese Maßnahmen können bereits heute dazu beitragen, die

Effizienz bestehender Prozesse zu steigern und einen wichtigen Beitrag

zur Reduzierung der CO₂-Emissionen im Bauwesen zu leisten.

Olivier Rasmont: Leider gibt es nicht die eine umweltfreundliche Technologie

zum Antrieb unserer Maschinen. Kobelco arbeitet an mehreren

Technologien, je nach Maschinengröße, Anwendung und erwarteter

Verfügbarkeit vor Ort (Betriebsstunden pro Tag). Die Technologien sind:

• Batteriebetriebene Elektromaschinen

• Elektromaschinen mit Wasserstoff-Brennstoffzellen

• Synthetischer Kraftstoff/mit Wasserstoff behandeltes Pflanzenöl

(HVO) für Dieselmotoren

Bernd Eschenhagen: Als Komatsu verfolgen wir – auch aufgrund der

globalen Unwägbarkeiten – einen offenen Ansatz hinsichtlich der möglichen

Antriebsarten und ziehen alle infrage kommenden Technologien –

interne Verbrennermaschinen (fossiler Diesel, synthetische Kraftstoffe,

batterielektrische Antriebe, Wasserstoff-Brennzelle) in Betracht bzw. haben

diese entweder bereits für einige Produkte verfügbar bzw. in der Erprobung.

Staale Hansen ist Bereichsleiter Technologie und Elektrifizierung bei Zeppelin

Baumaschinen. (Quelle: Zeppelin)

: Wie lange bleibt der Baubranche noch der Diesel erhalten?

Staale Hansen: Da können wir kein Datum nennen. Kurz- bis mittelfristig

wird Diesel bei bestimmten Einsätzen schwer zu ersetzen sein.

Wesentlich wird, wie bereits erwähnt, die Lade- und Infrastruktur für

Wasserstoff und Strom sein. Schon heute können wir allerdings alle

unsere Maschinen mit HVO-Kraftstoff betanken und somit nahezu

CO₂-neutral und sehr umweltfreundlich betreiben.

Olivier Rasmont: Ein Enddatum gibt es nicht, der Dieselmotor wird noch

mindestens 10 Jahre im Einsatz sein, und es gibt derzeit keine Pläne, ihn

darüber hinaus abzuschaffen.

Bernd Eschenhagen: Der Einsatz alternativer Antriebe ist derzeit immer

mit einer Kostensteigerung (im Falle von mittelgroßen Baumaschinen

mit batterieelektrischen Antrieben muss zum Beispiel auch über die Kosten

einer netzunabhängigen Stromversorgung zum Beispiel über Stromspeicher

nachgedacht werden) und Unwägbarkeiten (Restwerte müssen

anders betrachtet werden als bei Verbrennermaschinen) verbunden.

Wie wir in den Niederlanden und in Norwegen sehen können, werden

unsere Kunden effektiv nur dann auf teurere (und in der Anwendung

aufwendigere) Antriebe umsteigen, wenn entsprechend Aufträge – also

Ausschreibungen der öffentlichen Hand – den Einsatz von Null-Emissions-Maschinen

vorschreiben bzw. der Diesel-Verbrenner vom Wettbewerb

um einen Auftrag ausgeschlossen ist. Insofern hängt die Antwort

auf diese Frage vor allem von dem politischen Willen ab, einen Umstieg

auf Null-Emissionen in der Baubranche durch entsprechende Auftragsvergaben

zu unterstützen.

: Welche Chancen geben Sie dem Wasserstoffantrieb?

Staale Hansen: Wir glauben an Wasserstoff als Energiespeicher. Im Rahmen

unserer Pilotprojekte haben wir jedoch festgestellt, dass es eine

3|2025


Aktuell

7

erhebliche Herausforderung darstellt, eine Brennstoffzelle in einer Baumaschine

dauerhaft und effizient zu betreiben.

Größere Potenziale sehen wir im Einsatz von Wasserstoffstromaggregaten

mit Brennstoffzellen auf Baustellen, um unter anderem batterieelektrische

Maschinen zu laden. Auch in diesem Szenario bleibt jedoch

sicherzustellen, dass ausreichend „grüner“ Wasserstoff verfügbar ist, um

die Nachhaltigkeit der Lösung zu gewährleisten.

Trotz der derzeitigen Herausforderungen im Betrieb von Brennstoffzellen

und der Nutzung von Wasserstoff in Baumaschinen forschen und

testen wir weiterhin aktiv an diesen Technologien. Unsere laufenden

Projekte umfassen sowohl die direkte Verbrennung von Wasserstoff als

auch den Einsatz von Brennstoffzellen. Insgesamt bleibt das Thema spannend,

und wir sind überzeugt, dass weitere technologische Fortschritte

neue Möglichkeiten eröffnen werden.

müssen wir davon ausgehen, dass grüner H2 zunächst primär in jenen

Sektoren zum Einsatz kommen wird, denen es noch schwerer als dem

Fahrzeugsektor fällt, ihre Prozesse zu dekarbonisieren.

Olivier Rasmont: Wasserstoff ist definitiv eine Technologie, die wir in

Betracht ziehen. Wasserstoff kann entweder in einer Brennstoffzelle

(HFC) verwendet werden, um eine elektrisch betriebene Maschine mit

Strom zu versorgen, oder Wasserstoff kann auch in einem Verbrennungsmotor

(ICE) verwendet werden, einer modifizierten Version des

herkömmlichen benzinbetriebenen Verbrennungsmotors. Das Wichtigste

ist, Zugang zu grünem Wasserstoff zu bekommen. Die Herstellung

von Wasserstoff durch Elektrolyse erfordert eine beträchtliche Menge

an Strom, und dieser Strom sollte natürlich grün sein.

Bernd Eschenhagen: Die Einführung von Wasserstoffantrieben – in

Form von Brennstoffzellen als auch in H2-Verbrennermotoren – wird vor

allem von der Verfügbarkeit grünen Wasserstoffes abhängen. Generell

Olivier Rasmont, Bereichsleiter Produktentwicklung und -marketing bei

Kobelco Construction Machinery Europe B.V. (Quelle: Kobelco)

Der Cat 906 ist der erste Elektro-Radlader im Programm von Zeppelin Baumaschinen. Für größere Baumaschinen scheint eher Wasserstoff eine Option, und auch

der Dieselmotor ist noch längst nicht abgeschrieben. (Quelle: Zeppelin)

3|2025


8

Aktuell

Asphaltstraßentagung 2025

Zukunft gestalten – mit Innovation,

Nachhaltigkeit und Praxisnähe

Am 21. und 22. Mai 2025 lädt die

Forschungsgesellschaft für Straßen-

und Verkehrswesen (FGSV)

zur Asphaltstraßentagung nach

Baden-Baden ein. Mit einem klaren

Fokus auf nachhaltige Bauweisen,

technische Weiterentwicklungen

und zukunftsweisende Regelwerke

wird die Veranstaltung zu einem

zentralen Branchentreffpunkt für

Expertinnen und Experten aus Industrie,

Verwaltung, Wissenschaft

und Politik.

Der Asphaltstraßenbau steht vor großen

Herausforderungen – und ebenso großen

Chancen. Mit der Einführung Temperaturabgesenkter

Asphalte, dem steigenden

Druck zur CO₂-Reduktion sowie der dringenden

Notwendigkeit zur ressourcenschonenden

Bauweise rücken neue Anforderungen ins Zentrum

der Fachdebatte. Die FGSV schafft mit der

Tagung eine Plattform für den interdisziplinären

Austausch, in der nicht nur technisches

Wissen vermittelt, sondern auch politische und

wirtschaftliche Rahmenbedingungen diskutiert

werden.

Im Fokus steht dabei nicht nur die Umsetzung

regulatorischer Anforderungen, sondern auch

die Frage, wie technologische Innovation und

ökologische Verantwortung gemeinsam gedacht

und in die Praxis überführt werden können.

Programm mit thematischer Tiefe

Der Mittwoch beginnt mit der offiziellen Eröffnung

sowie einem Grußwort von Ministerialdirektor

Berthold Frieß vom Verkehrsministerium

Baden-Württemberg. Im Anschluss folgt

eine Session zur „Zeitenwende im Regelwerk“,

die sich unter anderem mit neuen Arbeitsplatzgrenzwerten

sowie den überarbeiteten

Technischen Lieferbedingungen und Zusätzlichen

Technischen Vertragsbedingungen für

den Asphaltstraßenbau (TL/ZTV Asphalt-StB)

beschäftigt. Am Nachmittag steht die Praxis

Im Mai lädt die FGSV zur Asphaltstraßentagung ins Kongresshaus nach Baden-Baden ein.

(Quelle: Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH)

im Mittelpunkt: Die Herstellung und der Einbau

von Temperaturabgesenktem Asphalt

(TA-Asphalt) werden in mehreren Vorträgen

beleuchtet. Auch Fortschritte bei der Wiederverwendung

von Asphalt und deren Verankerung

in Regelwerken wie M WA und TL AG

finden hier ihren Platz.

Den Donnerstag eröffnet der Block „Rechnen,

Reduzieren, Recyceln“ mit einem Vortrag

zur Berechnung von Nachhaltigkeit. Es

folgen Beiträge zu PCR-Nachweisen, zum

Umgang mit teer-/pechhaltigem Straßenaufbruch

sowie zur Ressourcenschonung im

Asphaltbau. In der zweiten Hälfte des Tages

steht unter dem Titel „Forschung, Formeln,

Fortschritt“ die Entwicklung neuer Prüfmethoden

und Materialkennwerte im Mittelpunkt.

Dazu gehören unter anderem Beiträge

zum Ersatz des Erweichungspunkts, zur

Bewertung des Verformungswiderstands

sowie zu innovativen Ansätzen für die „Straße

von morgen“.

Vernetzung, Weiterbildung und Austausch

auf hohem Niveau

Neben dem Vortragsprogramm bietet die

Asphaltstraßentagung eine begleitende Firmenausstellung,

die Einblicke in aktuelle Entwicklungen

der Branche und neue technische Lösungen

gibt. Die Veranstaltung wird zudem zur Anerkennung

als Fortbildung bei der Ingenieur- und

Architektenkammer NRW angemeldet. Sie eignet

sich daher nicht nur zur fachlichen Weiterbildung,

sondern auch zur Qualifikation im Rahmen

berufsständischer Anforderungen. •

INFO

Detaillierte Informationen

und das

Programm zur

Asphaltstraßentagung

2025 finden

Sie hier:

3|2025



10

Aktuell

Baden-Württemberg

Neuer Leiter in der Straßenbauabteilung

Stefan Heß nahm im April seine

Tätigkeit als neuer Leiter der Abteilung

für Straßenverkehr und Straßeninfrastruktur

im Ministerium für

Verkehr Baden-Württemberg auf. Er

folgt damit auf Andreas Hollatz, der

nach fast sieben Jahren an der Abteilungsspitze

von Verkehrsminister

Winfried Hermann in den Ruhestand

verabschiedet wurde.

Verkehrsminister Winfried Hermann

sagte dazu: „Herr Hollatz hat den modernen

Straßenbau in Baden-Württemberg von

Grund auf miterlebt und selbst an vielen Stellen

und verschiedenen Ebenen geprägt. Er

hat sein gesamtes Berufsleben dem Bau und

vor allem dem Erhalt von Straßen gewidmet.

Beispielsweise hat er dafür gesorgt, dass ab

2011 die Sanierung und der Erhalt in

Baden-Württemberg prioritär und erfolgreich

umgesetzt wurden.“ Andreas Hollatz war 37

Jahre in der Straßenbauverwaltung tätig –

vom Referendar bis zum Ministerialdirigenten.

Während seiner Zeit als Abteilungsleiter

und davor schon als Referatsleiter hat er

umfangreiche Sanierungsprogramme entwickelt

und umgesetzt. Zudem hat er maßgeblichen

Anteil daran, dass Baden- Württemberg

bundesweit führend in vielen innovativen

Themen des Straßenbaus wie Maximalrecycling,

BIM (Building Information Modeling), PV

an Straßen und Tunneln, Radschnellwegeund

Radwegprogrammen ist.

Auch sein Nachfolger Stefan Heß bringt

langjährige Erfahrung aus verschiedenen Stationen

in der Straßenbauverwaltung mit. Heß

war über viele Jahre in leitender Position in

den Regierungspräsidien Stuttgart und

Tübingen tätig, zuletzt in Stuttgart als Abteilungspräsident

für Mobilität, Verkehr und

Straßen mit rund 400 Beschäftigten.

Infrastruktur weiterentwickeln

Heß‘ Augenmerk liegt auf nachhaltigen Verkehrslösungen.

Mit diesem Schwerpunkt will

er die Infrastruktur des Landes weiterentwickeln

und sich vor allem um den Werterhalt

bestehender Straßen kümmern. Der Übergang

von Hollatz auf Heß erfolgt nahtlos.

„Für sein großes Engagement und seine

hohe Verlässlichkeit danke ich Herrn Hollatz

von Herzen. Er und auch sein Nachfolger stehen

beide für zukunftsorientierte Lösungen,

damit unsere Straßen sicher, funktional und

umweltverträglich erhalten, modernisiert

und gegebenenfalls ausgebaut werden. Es ist

eine gute Nachricht für den Straßenbau im

Land, dass wir mit Herrn Heß einen versierten

Nachfolger mit großer Erfahrung gewonnen

haben. Herr Hollatz hat mit einem jungen,

junggebliebenen und leistungsfähigen Team

ein solides Fundament gelegt. Herr Heß

bringt alle Voraussetzungen mit, um darauf

erfolgreich aufzubauen“, so Hermann.

Abteilung für Straßenverkehr und

Straßeninfrastruktur

Stefan Heß nahm im April seine Tätigkeit als neuer Leiter der Abteilung für Straßenverkehr und

Straßeninfrastruktur im Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg auf. (Quelle: ChatGPT)

Die Abteilung für Straßenverkehr und Straßeninfrastruktur

plant und steuert den Ausbau

und den Erhalt des baden-württembergischen

Straßennetzes und im Auftrag des

Bundes auch des Bundesstraßennetzes. In

der Abteilung im Ministerium arbeiten rund

116 Personen. Für die Umsetzung sind rund

1.005 Beschäftigte in den vier Regierungspräsidien

zuständig. Die Zuständigkeit erstreckt

sich über rund 10.000 Kilometer Landesstraßen,

4.200 Kilometer Bundesstraßen und

rund 7.000 Brücken an all diesen Straßen. •

3|2025


Aktuell

11

http://webkiosk.stein-verlaggmbh.de/

Top 5

der online meistgelesenen Artikel

der letzten Ausgabe: asphalt 2/25

1. Seite 28

Aufbereitung von Asphaltgranulat

mittels Rotorschleuderbrecher

– Teil 3a

2. Seite 10

Zero to Hero

Im Gespräch – Horst Erdlen

3. Seite 12

Neues Logo für den

Deutschen Asphaltverband

4. Seite 22

Rütteln und Stampfen

unter Strom

5. Seite 36

bauma – Impulsgeber

für die Branche

KURZMELDUNGEN

Wacker Neuson Group:

Geschäftszahlen 2024

Der Konzernumsatz der Wacker Neuson

Group erreichte 2024 2.234,9 Mio. Euro (2023:

2.654,9 Mio. Euro). Um der rückläufigen

Umsatz- und Ergebnisentwicklung in 2024

entgegenzuwirken, hatte der Konzern frühzeitig

das Maßnahmenpaket „Fit for 2025“

eingeleitet und damit gezielt den Vertrieb

gestärkt, Kosten nachhaltig gesenkt, Personal

abgebaut, Produktionskapazitäten optimiert

und erfolgreich Vorräte abgebaut. „Das

Jahr 2024 stand im Zeichen voller Händlerläger

und eines zunehmend schwächeren Auftragseingangs

und Umsatzes. Die Ausläufer

werden auch im ersten Quartal 2025 noch zu

spüren sein. Vor dem Hintergrund der ersten

positiven Indikatoren haben wir bereits die

Weichen für eine nachhaltige Trendwende

im Jahresverlauf 2025 gestellt“, erläutert Dr.

Karl Tragl, Vorstandsvorsitzender der Wacker

Neuson Group.

Die Wacker Neuson Group blickt auf ein schwieriges

2024 zurück. (Quelle: Wacker Neuson)

Fliegl und werwie:

Kooperation

Die Kooperation zwischen werwie und Fliegl

Bau- und Kommunaltechnik ist auf den Weg

gebracht. Ab sofort übernimmt werwie die

Vermietung sowie den internationalen

Gebrauchthandel der Thermoabschiebemulden

von Fliegl. Für werwie bedeutet diese

wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Fliegl

eine horizontale Erweiterung des Portfolios

sowie eine Weiterentwicklung auf dem deutschen

und internationalen Markt. Im Mietparkportfolio

finden Kunden ab sofort ein

Angebot an Thermoabschiebemulden, die

ausschließlich über werwie angemietet werden

können. Die Hauptverwaltung von werwie

in Konz sowie die Niederlassungen in Bad

Hersfeld und Neckarsulm dienen Fliegl als

Servicestandorte, an denen Reparaturen und

Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Die

Partnerschaft umfasst auch den weltweiten

Gebrauchthandel.

(v. l. n. r.): Josef Fliegl (Verkäufer BauKom, Fliegl),

Daniel Hoffmann (Leiter Vertrieb, werwie GmbH),

Thorsten Huber (Leiter Vermietung, werwie

GmbH), Martin Fliegl (Head of Research and

Development, Fliegl). (Quelle: werwie GmbH)

Neues Mitglied

Die Deutsche Studiengesellschaft für Straßenmarkierungen

(DSGS) ist neues Mitglied

bei Pro Mobilität. Die DSGS ist der Fachverband

für Straßenmarkierungen in Deutschland

und repräsentiert über 90 Mitgliedsunternehmen

aus allen Fachgebieten der Fahrbahnmarkierung.

Sie verfügt zudem über

eine eigene von der Bundesanstalt für Straßen-

und Verkehrswesen anerkannte Prüfstelle

für Fahrbahnmarkierungen. Die

Bedeutung von Fahrbahnmarkierungen als

unverzichtbares Element für die Sicherheit

und Leichtigkeit des fließenden und ruhenden

Verkehrs wird nach wie vor vielfach

unterschätzt. Fahrbahnmarkierungen sollen

den Verkehr regeln und lenken und – insbesondere

nachts – den weiteren Straßenverlauf

verdeutlichen. Daher müssen Fahrbahnmarkierungen

am Tag und in der Nacht eindeutig

und unzweifelhaft erkennbar sein.

Baukonjunktur 2024 in NRW

Für die Bauwirtschaft in NRW war das Jahr

2024 herausfordernd: Die amtlichen Konjunkturdaten

zeigen, dass der Auftragseingang

im Bauhauptgewerbe nominal um 5,3

Prozent im Vergleich zum Vorjahr sank, während

der Umsatz mit einem leichten Plus von

0,2 Prozent nominal stabil blieb. Besonders

alarmierend ist die Lage im Straßenbau: Hier

sank der reale Auftragseingang um 12,9 Prozent

– der stärkste Rückgang aller Bundesländer.

Auch der Wohnungsbau leidet mit einem

realen Rückgang um 5,1 Prozent, während

der allgemeine Hochbau um 9,4 Prozent

unter den Erwartungen blieb. „Dass NRW

beim Straßenbau im Vergleich mit allen

anderen Bundesländern mittlerweile die rote

Laterne trägt, ist in Anbetracht der großen

Herausforderungen bei unserer Verkehrsinfrastruktur

unerträglich. NRW braucht belastbare

Brücken und Straßen und darf sich dem

Neubau von Ortsumgehungen und

Anschluss von Gewerbegebieten nicht verschließen!“,

so Prof. Beate Wiemann, Hauptgeschäftsführerin

des Bauindustrieverbands

NRW. Dafür brauche es deutlich steigende

Investitionen von Land und Bund.

3|2025


12

Aktuell

Save the Date

Vom 10. bis 14.

September 2025,

9–17 Uhr,

Messegelände

Holstenhallen

NordBau 2025

Temperaturabgesenkter

Asphalt im Fokus

Ab voraussichtlich 2026 darf in Deutschland nur noch

Temperaturabgesenkter Asphalt eingebaut werden

– eine Maßnahme die notwendig wurde, um den Arbeitsplatzgrenzwert

einhalten zu können. Doch die

Umstellung bringt auch technische und organisatorische

Herausforderungen mit sich. Eine Sonderschau

auf der NordBau liefert Orientierung, Praxisbeispiele

und Antworten für alle Akteure im Straßenbau.

Die Einsparung von CO₂ und Energie spielt nicht nur im Gebäudesektor

und bei der Wärmewende eine entscheidende Rolle,

sondern auch im Straßenbau. Dadurch, dass die Temperatur bei der

Asphaltherstellung um etwa 30 bis 40 Grad niedriger ist, lassen sich

Brennstoffe einsparen und somit letztendlich auch die Emissionen

verringern. Die Neuerung hat aber auch Herausforderungen für alle

am Prozess Beteiligten. Welche Umstellung muss bei den Geräten

vorgenommen werden? Unter welchen Außentemperaturen und

in welchem zeitlichen Rahmen kann der neue Asphalt eingebaut

werden? Und welche Additve müssen nun beigemischt werden, um

die Temperaturabsenkung überhaupt zu erreichen?

Die Sonderschau, die auf der NordBau mit Branchenexperten

erarbeitet und präsentiert wird, soll Antworten geben und bereits

erfolgreiche Beispiele dieser neuen Asphaltvariante zeigen. Bauunternehmen,

Kommunen und ausschreibende Verwaltungen, Landesbetriebe

und Landesämter Straßenbau und Verkehr, Kämmerer,

Logistiker, Ingenieurbüros und weitere Interessierte können sich in

Halle 6 zu dem Thema umfassend informieren und sich untereinander

austauschen, um nach der Übergangsfrist die neuen Vorgaben

einhalten zu können. Partner dieses Sonderthemas sind u. a.

der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, das

Landesamt für Straßenbau und Verkehr Mecklenburg-Vorpommern,

der Deutsche Asphaltverband, B_I MEDIEN, Labore und die

Industrie.

INFO

Neumünster. Auf rund 69.000 Quadratmetern Freigelände und

über 20.000 Quadratmetern Hallenfläche gilt die NordBau als

wichtigste Kompaktbaumesse im nördlichen Europa und dem

gesamten Ostseeraum. Jährlich ca. 700 Aussteller aus 15 Ländern

treffen auf rund 50.000 Besucher. Über 50 Seminare und

Veranstaltungen verzeichnen ca. 4.000 Tagungsteilnehmer,

wobei die Hälfte der Tagungen von der Architekten- und Ingenieurkammer

SH als offizielle Fortbildungsveranstaltung anerkannt

ist. Seit 1956 nutzen Aussteller die NordBau, um sowohl

die zahlreichen Fachbesucher als auch Endkunden zu erreichen

(öffentliche wie private Bauherren). Die NordBau verfügt über

eine hohe Akzeptanz und Anziehungskraft für alle Bauinteressierten

und für die in der Bauwirtschaft tätigen Personen.

Zudem ist die NordBau nun bereits seit 50 Jahren mit dem Partnerland

Dänemark eng verbunden, welches die Fachmesse als

Basis für den deutschen und europäischen Markt sieht.

www.nordbau.de

3|2025


Aktuell

13

Ende 2001 promovierte Stöckert mit ihrer Arbeit zum Thema „Ein Beitrag

zur Festlegung von Grenzwerten für den Schichtenverbund im

Asphaltstraßenbau“.

2003 begann Dr. Ulrike Stöckert ihre Tätigkeit bei der BASt als wissenschaftliche

Mitarbeiterin im Referat „Straßenbeanspruchung, Straßenbemessung“.

2006 wechselte sie ins Referat „Betonbauweisen,

Lärmmindernde Texturen“ und übernahm dort im Jahr 2011 die Leitung.

2013 wurde ihr die Leitung des Referates „Oberflächeneigenschaften,

Bewertung und Erhaltung von Straßen“ übertragen. Zu den

Aufgaben des Referates gehört die Bereitstellung qualitätsgeprüfter

Straßenzustandsdaten im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums.

2020 folgte Stöckert dem Ruf als Professorin an die Fachhochschule

Aachen für das Lehrgebiet Straßenplanung und Straßenbau. Während

dieser Zeit leitete sie auch als Direktorin die Abteilung Bau und Kultur

im Promotionskolleg für angewandte Forschung in NRW.

Seit Juni 2021 ist Stöckert zudem im Auftrag des Bundes Mitglied

des Aufsichtsrates der DEGES Deutsche Einheit Fernstraßenplanungsund

-bau GmbH. Dr. Ulrike Stöckert ist seit vielen Jahren in verschiedenen

Gremien der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen

(FGSV) aktiv. Seit Oktober 2013 leitet sie den Arbeitsausschuss

4.3 „Oberflächeneigenschaften“ mit mehreren Arbeitskreisen. Im

November letzten Jahres hat sie die Leitung der Arbeitsgruppe 4 „Infrastrukturmanagement“

übernommen.

https://www.bast.de/DE/Home/home_node.html

Dr. Ulrike Stöckert ist seit dem 1. Februar neue Leiterin der BASt-Abteilung

Straßenbautechnik, sie löst Dr. Ulf Zander ab, der Ende 2024 in Ruhestand ging.

(Quelle: BASt)

Personalie

Neue Abteilungsleiterin

in der

BASt

Dr. Ulrike Stöckert ist seit Februar 2025 neue Leiterin der

Abteilung Straßenbautechnik der Bundesanstalt für Straßen-

und Verkehrswesen (BASt) in Bergisch Gladbach.

Ulrike Stöckert (Jahrgang 1971) ist Bauingenieurin. Nach dem Studienabschluss

an der Bauhaus-Universität Weimar nahm sie 1996

die Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fachgebiet Straßenwesen

der Technischen Universität Darmstadt auf. Während dieser Zeit

arbeitete sie im Straßenbaulabor der Versuchsanstalt für Straßenwesen

und war unter anderem zuständig für die Organisation und Durchführung

der Qualitätsüberwachung sowie die Erstellung amtlicher Prüfzeugnisse

für Asphalt, Gesteinskörnungen und Recyclingbaustoffe.


14

Aktuell

NACHRUF

Siegfried Gagstatter gestorben

Die Unternehmensgruppe Storz trauert um ihren langjährigen

geschäftsführenden Gesellschafter und Senior-Chef Siegfried

Gagstatter, der im Alter von 98 Jahren verstorben ist. Gagstatter war

eine herausragende Unternehmerpersönlichkeit mit außergewöhnlicher

Tatkraft, visionärem Denken und großer Menschlichkeit. Über

mehr als fünf Jahrzehnte hinweg prägte er die Entwicklung und den

Erfolg des Familienunternehmens Storz maßgeblich. Nach seinem

Einstieg 1951 als Diplom-Ingenieur gestaltete er in enger Zusammenarbeit

mit dem Firmengründer Jakob Friedrich Storz den Auf- und

Ausbau der Unternehmensgruppe. Von 1972 an leitete er Storz über

drei Jahrzehnte hinweg als geschäftsführender Gesellschafter in

Gesamtverantwortung.

Unter seiner Führung entwickelte sich Storz zu einem führenden

Unternehmen im süddeutschen Straßen- und Tiefbau. Viele bedeutende

Infrastrukturprojekte im Südwesten Deutschlands tragen

seine Handschrift. Auch über seine unternehmerische Tätigkeit

hinaus engagierte sich Gagstatter in zahlreichen Gremien und Verbänden

und war aufgrund seiner Fachkenntnis und seines Weitblicks

ein geschätzter Gesprächspartner. Sein feiner Humor, seine

geistige Wachheit und seine Verbundenheit zu Kultur und Natur,

insbesondere zum Gesang und den Bergen, bleiben in besonderer

Erinnerung.

Siegfried Gagstatter – Der Storz-Senior-Chef ist im März 2025 im Alter von

98 Jahren in Tuttlingen gestorben. (Quelle: STORZ/Eckert)

Mitarbeiterführung

Der richtige Umgang mit

Kündigungen

Die Bauwirtschaft sieht sich sinkender Nachfrage, Fachkräftemangel

und notwendigen Umstrukturierungen gegenüber. Professionelles

Trennungsmanagement wird für Bauunternehmen essenziell,

um Kündigungen fair zu gestalten und die Arbeitgebermarke

zu schützen. Warum wertschätzende Kommunikation und gute

Vorbereitung entscheidend sind

Gaby Doll und Jörg Kraft

Die Bauwirtschaft steht auch in diesem

Jahr vor erheblichen Herausforderungen.

Laut dem Zentralverband Deutsches Baugewerbe

(ZDB) bleibt die Nachfrage nach Bauleistungen

hinter dem Investitionsbedarf

zurück. Eine schwache Auftragslage präge das

Geschäftsklima, und 2025 könnte das fünfte

Jahr in Folge mit realen Umsatzverlusten werden.

Viele Bauunternehmen sehen sich

gezwungen, vermehrt Kündigungen auszusprechen,

um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Alternativ müssen sie personelle Umstrukturierungen

vornehmen, da neue Kompetenzanforderungen

entstehen. Beispielsweise werden

vermehrt Fachkräfte für digitale Bauplanung

(BIM) oder nachhaltiges Bauen gesucht,

während klassische Aufgabenbereiche an

Bedeutung verlieren.

Personelle Umstrukturierung:

Ein Balanceakt für Verantwortliche

Für die Verantwortlichen bedeutet dieser Wandel

ein schwieriges Unterfangen: Einerseits

3|2025


Aktuell

15

müssen sie Mitarbeiter freisetzen, andererseits

stehen sie unter Druck, Fachkräfte mit zukunftsorientierten

Qualifikationen zu gewinnen.

Zugleich gilt es, die verbleibenden Mitarbeiter

nicht zu verunsichern und als Arbeitgeber

attraktiv zu bleiben. Professionelles Trennungsmanagement

wird hier zum Schlüssel.

Faire und wertschätzende

Kommunikation

Eine Kündigung sollte fair und respektvoll

erfolgen, um die Arbeitgebermarke, den

Employer Brand, nicht zu beschädigen. Auch

wenn der Anlass selbst nicht schön ist: Wird die

Trennung dem Mitarbeiter gegenüber professionell

kommuniziert, gelingt es im besten

Sinne, ehemalige Mitarbeiter zu Unternehmensbotschaftern

zu machen. Im Idealfall

erhält er Unterstützung bei der beruflichen

Neuorientierung durch eine professionelle

Outplacementberatung gemäß der Botschaft

„Du hast uns mit deiner Kraft unterstützt, deshalb

unterstützen wir dich bei deiner beruflichen

Neuorientierung“ – eine solche Haltung

kann dazu beitragen, den Trennungsprozess

positiv zu gestalten.

Bedeutung von Bewertungsportalen

und Social Media

In Zeiten von Bewertungsportalen wie kununu.

de und Social Media, die viele Bewerber nutzen,

um sich über ihren potenziellen Arbeitgeber zu

informieren, wird ein professioneller Umgang

mit Kündigungen immer wichtiger. Wer ist als

Fürsprecher für ein Unternehmen schließlich

glaubwürdiger als ein ehemaliger Mitarbeiter,

dem zudem noch gekündigt wurde? Das

Gegenteil – negative Erfahrungen – kann hingegen

erheblichen Schaden anrichten.

Führungskräfte oft unzureichend

geschult

In der Baubranche liegt der Fokus von Führungskräften

bzw. HR-Verantwortlichen

meist auf dem Anfang des Employee Lifecycles.

Sie sind gut darin geschult, Einstellungsgespräche

mit Talenten professionell zu führen.

Jedoch schließt sich dieser Lifecycle mit

der Trennung voneinander. Werden hier Fehler

gemacht, bedeutet dies für beide Seiten

mehr Aufwand und Unmut. Und trotzdem

gibt es für Führungskräfte in der Regel leider

kaum Unterstützung darin, wie der Trennungsprozess,

insbesondere das Kündigungsgespräch,

professionell und wertschätzend

zu führen ist. Dabei ist dies nicht nur für

die Betroffenen wichtig. Das korrekte Verhalten

der Führungskraft hat auch großen Einfluss

auf die Unternehmenskultur, das Unternehmensimage

und ganz besonders auf die

Motivation und Loyalität der verbleibenden

Mitarbeiter.

Detaillierte Vorbereitung des

Gesprächs

Bevor die Führungskraft den Mitarbeiter einlädt,

sollte sie das Gespräch detailliert vorbereiten.

Man darf sich nichts vormachen: Es geht

hier um ein emotionales Thema – für beide

Seiten. Umso wichtiger ist es, sich vorher

Gedanken darüber zu machen, wie das

Gespräch aufgebaut werden soll. Welche Botschaften

sollen gesendet werden, was kann

dem Mitarbeiter angeboten werden? Es macht

einen großen Unterschied, wie und mit welchen

Worten eine Kündigung überbracht wird.

Von dieser professionellen Vorbereitung

und von der Persönlichkeit des Betroffenen

ist es abhängig, welche Reaktionen entstehen.

Es macht absolut Sinn, weitere Informationen

aus dem persönlichen Umfeld des

Mitarbeiters zu sammeln, die der Führungskraft

gegebenenfalls nicht bekannt sind.

Kann der Mitarbeiter auf Unterstützung beispielsweise

durch seine Familie zählen? Oder

lebt er allein? So lässt sich besser abschätzen,

wie das Gespräch ablaufen könnte.

Kündigung persönlich und vor Ort

Ist der Mitarbeiter auf einer internationalen

Baustelle im Einsatz und eine physische Begegnung

ist für das Trennungsgespräch nicht möglich,

ist eine sehr gute Vorbereitung auf das

Gespräch noch viel wichtiger, da die emotionalen

Reaktionen des Betroffenen nicht so intensiv

wahrnehmbar sein könnten. Aber: Es sollte

wirklich alles versucht werden, ein so entscheidendes

Gespräch wertschätzend und persönlich

mit dem Mitarbeiter vor Ort zu führen. Der

möglicherweise entstehende Mehraufwand

zahlt sich langfristig aus.

Angesichts des angespannten Arbeitsmarktes

und der Wettbewerbssituation kann sich

kein Bauunternehmen Fehlverhalten leisten.

Ein wertschätzender Umgang mit Mitarbeitern

– auch bei Kündigungen – ist nicht nur essenziell

für die Unternehmenskultur, sondern auch

ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Arbeitgebermarke

insbesondere bei den jüngeren

Generationen und damit für das langfristige

Bestehen des Unternehmens.

Über die Autoren

Ein wertschätzender Umgang mit Mitarbeitern – auch bei Kündigungen – ist ein Erfolgsfaktor für die

Arbeitgebermarke. (Quelle: unsplash)

Gaby Doll und Jörg Kraft sind Partner, Outplacementberater

und Karrierecoaches bei der Unternehmensberatung

Liebich & Partner AG aus

Baden-Baden, die sich auf Management und

Personalberatung spezialisiert hat. •

3|2025


16

Intern

DAV/DAI-Asphaltseminar

Asphaltseminar 2025: Erfolgreiche

Vernetzung und praxisorientierte Impulse

01

Vom 17. bis 19. März 2025 fand das Asphaltseminar

im Sauerland Stern Hotel in Willingen statt – eine bedeutende

Veranstaltung für Fachleute und Entscheidungsträger

der Asphaltbranche. In diesem Jahr setzte

das Seminar neue Maßstäbe in der Vernetzung und

der praxisorientierten Wissensvermittlung.

INFO

Alle Vorträge und weiterführende Informationen

sind im Mitgliederbereich der

DAV-Homepage verfügbar und bieten

einen wertvollen Wissenspool für alle, die

tiefer in die Themen einsteigen möchten.

Asphaltseminar 2025 – Austausch mit Weitblick,

Netzwerk mit Zukunft

Schon am frühen Montagmorgen füllte sich die Lobby des Sauerland

Stern Hotels mit Stimmengewirr, Fachgesprächen und einem spürbaren

Erwartungsgefühl. Namensschilder wurden verteilt, Hände geschüttelt,

erste Gespräche geführt – das Asphaltseminar 2025 war eröffnet. Drei

Tage lang verwandelte sich Willingen in das Zentrum der deutschen

Asphaltbranche: mit rund 500 Teilnehmenden, rund 40 Ausstellern und

einer Fachveranstaltung, die auch in diesem Jahr durch praxisnahe

Inhalte sowie aktuelle Themen wie nachhaltiger Straßenbau, das überarbeitete

technische Regelwerk, digitale Entwicklungen und den Einsatz

neuer Technologien und KI-Systeme überzeugte. Doch nicht nur fachlich

setzte das Seminar Akzente – auch das Kommunikations- und Networking-Konzept

wurde grundlegend weiterentwickelt.

Netzwerken neu gedacht

Ein Highlight war das neue Format für persönliche Begegnungen und

fachlichen Austausch. Statt klassischem Rahmenprogramm rückte das

Miteinander stärker in den Mittelpunkt: Gemeinsame Mittag- und

Abendessen direkt in der Fachausstellung, gezielt eingerichtete Begegnungspunkte

und die DAV-Kommunikations-Lounge machten den Austausch

zum festen Bestandteil des Seminars. Vor allem die fachlichen

Gespräche zwischen den Programmpunkten wurden als besonders

wertvoll wahrgenommen – sie förderten den Dialog auf Augenhöhe und

stärkten die Vernetzung innerhalb der Branche.

Unterstützt durch eine durchdachte Organisation und die Asphaltseminar-App,

die stets aktuelle Informationen rund um das Programm

bereitstellte, erwies sich das Asphaltseminar auch in logistischer Hinsicht

als professionell und nutzerfreundlich.

Innovation und Nachhaltigkeit im Fokus

Die Vortragsreihe behandelte zentrale Themen wie nachhaltigen Straßenbau,

Niedrigtemperaturasphalt und Asphaltperformance. Experten

aus der Industrie, von der Auftraggeberseite sowie aus Forschung und

Wissenschaft teilten wertvolle Einblicke in innovative Verfahren und die

aktuellen Herausforderungen der Branche. Ein Schwerpunktthema

waren die neuen ZTV Asphalt-StB, die künftig für alle relevanten Bauvorhaben

gelten. Diese wurden von führenden Fachleuten erläutert,

ebenso wie Fortschritte in der Wiederverwendung von Asphalt und den

damit verbundenen Herausforderungen. In den verschiedenen Sessions

wurden zudem ökologische Trennmittel, Dekarbonisierungs-Optionen

und digitale sowie KI-gestützte Innovationen im Straßenbau vorgestellt.

Eine interessante Diskussion drehte sich auch um die Prüfmethoden und

3|2025


Intern

17

02

Bild 01

Bild 02

Bild 03

Bild 04

Ein herzliches Willkommen

zu drei Tagen Fachseminar,

Abendveranstaltung und

Ausstellermesse in Willingen.

(Quelle: Leon Ströter | Photographer)

Drei Tage, 500 Teilnehmende,

40 Aussteller – das Asphaltseminar

2025 hat sich erneut

als zentraler Branchentreff

mit Weitblick und Praxisnähe

etabliert. (Quelle: DAV)

Walk of Fame: Ein roter Teppich

führte die Teilnehmer von

der Fachausstellung in den

großen Seminar-Saal. (Quelle:

DAV)

Anschauliche Demonstration

innovativer und KI-gesteuerter

Technologien am Stand von

Smart Site Solutions. (Quelle:

DAV)

03 04

Prüfungen nach den neuen Standards sowie die Chancen und Herausforderungen

der Branche.

Starke Worte zum Auftakt

In seiner Eröffnungsrede begrüßte Geschäftsführer André Täube die

zahlreichen Gäste und zeigte sich erfreut über die erneut hohe Beteiligung:

Mit rund 500 Teilnehmenden und fast 40 Ausstellern sei das Interesse

in diesem Jahr so groß wie nie zuvor – ein starkes Zeichen für die

Relevanz des Seminars innerhalb der Branche. Besonders unterstrich er

das neue Veranstaltungskonzept, bei dem die Fachausstellung nicht nur

eine begleitende Rolle spielt, sondern aktiv in den Ablauf integriert ist.

Im Anschluss führte er persönlich durch den ersten Themenblock mit

dem Titel „Sicht der Auftraggeber“ und eröffnete damit zwei Seminartage,

die mit ihrer thematischen Vielfalt, Aktualität und der hochkarätigen

Besetzung der Referierenden Maßstäbe setzen sollten.

3|2025


05

06

07

Dipl.-Ing. Heiko Durth, Präsident von Hessen Mobil berichtete von 14

umgesetzten Maßnahmen mit Temperaturabgesenktem Asphalt (TA-Asphalt),

die bisher mit FT-Wachs und Zeolith realisiert wurden. Seit 2024

werden auch chemische Additive und

Schaumbitumen getestet, für 2025 sind sechs

„Die Vorträge waren thematisch

relevant und fachlich sehr gut

ausgesucht.“ Kerstin Gärtner, Mitglied

des DAV-Präsidiums (TPA

Gesellschaft für Qualitätssicherung

und Innovation GmbH).

weitere Strecken geplant. Mit der Einführung

der neuen ZTV-Asphalt-StB wird TA-Asphalt

zur Regelbauweise, was eine Herausforderung

insbesondere für die Mischgutherstellung

und den Einbau von Asphaltmischgut

darstellt. Die Erfahrung zeigt: Erste Expositionsmessungen

verzeichnen vereinzelt Grenzwertüberschreitungen,

vor allem bei Bohlenbedienern.

Bautechnisch schneidet TA-Asphalt

gut ab: Hohlräume, Verdichtung und Schichtenverbund entsprechen

konventionellen Bauweisen, Auffälligkeiten wurden keine festgestellt.

Ein weiterer Vortrag von Dipl.-Ing. Stefan Ehlert (Die Autobahn

GmbH des Bundes) rückte den Aspekt der Nutzungsdauer in den Mittelpunkt

nachhaltigen Straßenbaus. Ressourcenschonung, CO₂-Bilanz

und Kreislaufwirtschaft seien wichtige Ziele – doch entscheidend sei

die langfristige Performance des Asphalts. Denn: Nur langlebige Straßenkonstruktionen

sind wirklich nachhaltig.

Die Randbedingungen haben sich

verändert – etwa durch zunehmende

Lkw-Belastung und häufigere Hitzeperioden.

Der Fokus lag auf Walzasphaltdeckund

-binderschichten als Teilschritt in der

Optimierung. Kritisch wurde die derzeitige

Definition des Anwendungsfalls

Bk100 betrachtet: Eine untere Grenze von

32 Mio. 10-t-Achsübergängen existiert,

nach oben ist alles offen – Hotspots mit bis

zu 300 Mio. Übergängen sind keine Seltenheit. Das Fazit: Der Baustoff

Asphalt muss gezielt und zukunftsorientiert weiterentwickelt werden

– mit dem Ziel, durch eine noch längere Nutzungsdauer die Nachhaltigkeit

zu verbessern.

3|2025


Intern

19

Nachhaltigkeit, Anforderungen – und ein Blick ins neue

Regelwerk

Der zweite Themenblock „Das neue Regelwerk“ beleuchtete die zentralen

Entwicklungen, die seit 2021 zunehmend in den Fokus rücken. Neben

CO₂-Reduktion an Mischanlagen und beim Einbau, Ressourcenschonung

durch Wiederverwendung von Materialien und Nachhaltigkeit rückte

auch der Gesundheitsschutz in den Mittelpunkt – etwa durch die Einhaltung

des Arbeitsplatzgrenzwertes für Dämpfe und Aerosole aus Bitumen.

Dipl.-Ing. Nina Flottmann vom Landesbetrieb Straßenbau NRW betonte

in ihrem Vortrag, dass das technische Regelwerk für die Praxis zeitnah

zur Verfügung stehen müsse, und forderte dazu auf, die aktuellen Entwicklungen

aufmerksam zu verfolgen. Nur so lasse sich gewährleisten,

dass die Branche weiterhin zukunftsfähig, qualitätsorientiert und regelkonform

arbeiten könne.

Dipl.-Ing. Vedat Özipek von der Johann Bunte Bauunternehmung

SE & Co. KG benannte das große Potenzial der Wiederverwendung von

Asphalt im Sinne der Nachhaltigkeit. Ressourcenschonung, CO₂-Einsparung

und Kreislaufwirtschaft sind zentrale Ziele – doch gleichzeitig muss

auch die Dauerhaftigkeit der Strecke gewährleistet bleiben. Der Referent

machte deutlich, dass Regelwerke einen verlässlichen Rahmen setzen

sollten, der Fokus dabei aber stets auf dem Ergebnis liegen müsse: dem

Asphaltmischgut als fertigem Bauprodukt. Realistische und praxisnahe

Vorgaben schaffen nachvollziehbare Prozesse, so die klare Botschaft –

und Transparenz wiederum schafft Vertrauen. Ein leidenschaftliches

Plädoyer für den Einsatz von Asphaltgranulat schloss den Vortrag ab: „Ja,

zum Asphaltgranulat-Einsatz – ohne Vorbehalte!“

Der zweite Veranstaltungstag startete mit dem Themenblock „Nachhaltigkeit

und Wirtschaftlichkeit – kein Widerspruch“. Referent Dipl.-Ing.

Sven Gohl von der Makadamlabor Schwaben GmbH betonte, dass auf

lange Sicht ein einheitliches System für Deutschland entstehen muss, das

klare und praktikable Vorgaben für die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien

in der Vergabe schafft. Dabei sei es entscheidend, dass keine

„weichen“ Kriterien eingeführt werden, die zwar bürokratisch sind, jedoch

keinen echten Anreiz bieten. Zwar entsteht durch die Integration von

ökologischen Kriterien ein deutlicher Mehraufwand in der Ausschreibung

08 09

Bild 05

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Bild 07

Bild 08

Bild 09

Jennifer Breedveld stellte sich als neue Leiterin

der Öffentlichkeitsarbeit vor und sprach über Kommunikation

im Wandel. (Quelle: DAV)

Die integrierte Fachausstellung mit rund 40 Ausstellern

war Ort für Begegnung und Austausch.

(Quelle: Leon Ströter | Photographer)

Stefan Ehlert (Die Autobahn GmbH des Bundes)

sprach in seinem Vortrag über Asphaltperformance

und Optimierung der Gebrauchseigenschaften.

(Quelle: DAV)

Thomas Reschke (DAV) führte durch den Themenblock

„Bitumen und Baustoffprüfung“. (Quelle: DAV)

André Täube (Geschäftsführer DAV) eröffnete das

Asphaltseminar und moderierte den ersten Themenblock.

(Quelle: DAV)

und Bauabwicklung, doch muss der Fokus stets auf der Qualität des Bauwerks

liegen. „Langfristig wird sich die ökologische Nachhaltigkeit als

fester Bestandteil der Vergabepraxis etablieren“, so Gohl.

DAV-Geschäftsführer Marco Bokies beleuchtete in seinem Vortrag die

aktuellen Entwicklungen im Bereich der Umweltproduktdeklarationen

(EPD) für Asphalt und die Nutzung von PCRs (Product Category Rules).

Dabei ging er auf die zunehmende Bedeutung von transparenten und

nachvollziehbaren Umweltbilanzierungen in der Asphaltproduktion ein.

Er erläuterte, wie EPDs helfen können, die ökologischen Auswirkungen

von Asphaltmischungen zu dokumentieren und mit klaren, standardisierten

Kriterien eine nachhaltigere Bauweise zu fördern. Zudem gab er

einen Ausblick auf die zukünftigen Anforderungen und Herausforderungen,

die sich im Bereich der CO₂-Bilanzierung und Ressourcenschonung

ergeben werden. Als Unterstützung für die Mitglieder stellte der Verband

eine c-PCR zur Verfügung, die eine wertvolle Hilfestellung bei der Erstellung

von EPDs bietet.

Unter dem Leitmotiv „Chancen und Herausforderungen unserer Branche“

warf Johannes Pacholsky von Dr. Jung und Partner Software &

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20

Intern

Consulting GmbH die rhetorische Frage auf: „Eignungsnachweis und

Kontrollprüfungsdaten – bald digital?!“ Im Rahmen der Digitalisierung

im Straßenbau ermöglicht das OKST-

RA-Format den standardisierten Austausch

von Eignungsnachweisen und

Kontrollprüfungen. Prüfstellen und Auftragnehmer

erstellen künftig strukturierte

XML-Daten sowie ergänzende

PDF/A-Dokumente, die gemeinsam als

zipdatei übermittelt werden. Ziel ist eine

einheitliche digitale Datenbasis für Bau,

Prüfung und spätere Maßnahmen – integriert

in das zukünftige IT-System Equbar.

Das Ziel: Einen einheitlichen, standardisierten Datenaustausch zwischen

verschiedenen IT-Systemen im Bereich Straßenplanung, -bau, -betrieb

und -unterhaltung zu ermöglichen.

Kommunikation im Fokus

Der dritte Veranstaltungstag schloss mit dem Themenblock „Kommunikation“.

Hier nutzte die neue Leiterin Öffentlichkeitsarbeit beim DAV

„Unser Ziel war es, Wissen praxisnah zu

vermitteln und echte Begegnungen zu

ermöglichen. Dass das so gut angenommen

wurde, zeigt uns, wie wichtig

solche Formate gerade in Zeiten des Wandels

sind“ André Täube, Geschäftsführer DAV

Jennifer Breedveld die Bühne, um sich persönlich vorzustellen und das

überarbeitete Kommunikationskonzept des Verbandes zu erläutern. Sie

stellte das neue DAV- Logo vor und gab

einen klaren Ausblick auf die Ziele und

Maßnahmen für die kommenden Jahre:

moderner auftreten, gezielter informieren

und die Sichtbarkeit des Verbandes

weiter stärken. Lars Grochla von der Bremer

Medienagentur Aheads zeigte

anschließend eindrucksvoll, wie Künstliche

Intelligenz bereits heute kreative

Prozesse unterstützt – etwa bei der

Erstellung von Bildern und Videos – und

welche Chancen sich daraus auch für die Verbandskommunikation der

Zukunft ergeben.

Ein Branchentreffen mit Substanz

Das Asphaltseminar 2025 zeigte eindrucksvoll, wie ein moderner Branchentreff

heute aussehen kann. Die Veranstalter hatten ein vielseitiges

Programm auf die Beine gestellt, das aktuelle Herausforderungen

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3|2025


14 15

ebenso in den Blick nahm wie zukunftsweisende Entwicklungen. Neue

Qualität der Vernetzung war deutlich spürbar und wurde von vielen

Gästen besonders hervorgehoben.

Ein weiteres Highlight war der Eröffnungsabend, der direkt in der Fachausstellung

stattfand. In entspannter Atmosphäre konnten die Teilnehmer

ihre Gespräche fortsetzen und neue Kontakte knüpfen. Der Eventabend

„Italo Disco“ sorgte am zweiten Abend für eine lockere Atmosphäre,

die den Austausch unter den Fachleuten der Branche weiter förderte.

Für das gesamte DAV-Team vor Ort war der persönliche Austausch mit

den Mitgliedern und Teilnehmern besonders wertvoll und inspirierend.

Das Asphaltseminar 2025 hat gezeigt: Die Branche steht vor großen Aufgaben

– begegnet ihnen aber mit Innovationskraft, Offenheit und einem

klaren Willen zur Zusammenarbeit.

INFO

Ausblick auf das 2026

Im nächsten Jahr findet das Asphaltseminar zum 40. Mal im Sauerlandstern

in Willingen statt – ein Jubiläum, das der DAV und das

DAI gemeinsam mit seinen Mitgliedern feiern möchten!

Termin bitte vormerken: 24.03. – 26.03.2026

Bild 10

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Bild 16

Kaffee-Pause und fachlicher Austausch am

Stand von pirlo. (Quelle: DAV)

Die Funktionalität der Additiv-Dosierung

mit Zellfelder Pumpen wurde anhand

einer Longdrink-Herstellung anschaulich

demonstriert.

Fachaustausch am Stand von ecoratio,

Neumitglied beim DAV und mit Messestand

und Fachvortrag zu ökologischen Trennmitteln

vertreten.

LASTRADA war mit einem Messestand

vertreten, Johannes Pacholsky referierte

zudem zum digitalen Eignungsnachweis.

Viele der Teilnehmende konnten für ein

Video-Statement gewonnen werden.

Die Geschäftsführer des DAV begrüßten die

Neumitglieder des Verbands, die in Willingen

vor Ort sein konnten, persönlich. (v. l.

n. r. :) Jürgen Ballandies (Evonik), Markus

Roos (Evonik), Marco Bokies (DAV), Robin

Strohäker (Pave+), Moritz Wübbelsmann

(AsphaltPartner), Claas Buse (AsphaltPartner),

Michael Hollenbenders (ecoratio),

André Täube (DAV)

Andreas Stahl (DAV) im Gespräch mit Kevin

van den Brand (Kübler Workwear).

Optimierung & Schutz des Schichtenverbunds

Geeignet für temperaturabgesenkte Asphalte

Nadler Straßentechnik GmbH | Fraunhoferstr. 3 | 85301 Schweitenkirchen

08444 - 92 400 - 15 mail @ strassentechnik.de

16

STRASSENTECHNIK.DE

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22

Intern

„Zukunft.Bauen.“

Der DAV im

Zukunftspodcast

über die Straße

von morgen

DAV goes Podcast: In Episode #082

des Branchenformats „#Zukunft.

Bauen. – Der Zukunftspodcast für

die Bauindustrie“ standen Asphalt

und Infrastruktur im Mittelpunkt.

Gastgeber Christian H. D. Haak

und Prof. Martin Ferger sprachen

mit dem Präsidenten und der Geschäftsführung

des Deutschen Asphaltverbandes

– Präsident Oliver

Nohse sowie den Geschäftsführern

Marco Bokies und André Täube –

über die Gegenwart und Zukunft

des Baustoffs Asphalt.

Die Folge beleuchtet zentrale Herausforderungen

und Chancen, denen sich die

Asphaltbranche in Deutschland gegenübersieht.

Im Fokus: Nachhaltigkeit, Digitalisierung,

Bürokratieabbau und Investitionen in die Infrastruktur.

Die Gesprächspartner diskutieren,

warum Asphalt nicht nur ein bewährter, sondern

auch ein hochinnovativer und nachhaltiger

Baustoff ist – und wie er zur Lösung gesellschaftlicher

Zukunftsfragen beitragen kann.

Ein zentrales Thema der Folge ist die hohe

Wiederverwendbarkeit von Asphalt. Die drei

Vertreter des Verbandes haben die damit einhergehenden

Umweltvorteile noch einmal klar

herausgestellt und den Baustoff als ökologische

Lösung im Verkehrsflächenbau positioniert.

Doch damit nicht genug: Die Branche

arbeitet intensiv an weiteren Innovationen,

etwa dem Einsatz klimaneutraler Brennstoffe,

intelligenter Bauprozesse und digitaler Technologien

wie BIM. „All dies macht Asphalt zu

einem entscheidenden Baustein für eine

moderne, resiliente und umweltfreundliche

Verkehrsinfrastruktur“, so Täube im Podcast.

Einen besonderen Akzent setzt die Diskussion

auf die „Straße der Zukunft“: Sie soll nicht

nur Mobilität ermöglichen, sondern auch nachhaltig,

robust und flexibel sein – eine Lebensader

für Gesellschaft und Wirtschaft. Dafür

Der DAV im Podcast „#Zukunft. Bauen. – Der Zukunftspodcast für die Bauindustrie“. (Quelle: Zukunft.Bauen)

braucht es gezielte Investitionen, politische

Unterstützung und den Mut, bürokratische

Hürden zu hinterfragen.

Auch die Asphalttage in Berchtesgaden

werden im Podcast thematisiert. Die Veranstaltung

bot spannende Einblicke in aktuelle Entwicklungen

der Branche – von technischen

Innovationen bis hin zur politischen Positionierung.

Die dort formulierten Appelle an die Politik

– insbesondere zu Investitionen und zum

Bürokratieabbau – wurden im Podcast erneut

bekräftigt.

Die Themen im Überblick:

• Rolle und Aufgaben des Deutschen

Asphaltverbands

• Rückblick auf die Asphalttage in

Berchtesgaden

• Nachhaltigkeit und Wiederverwendung in

der Asphaltproduktion

• Herausforderungen bei der Umsetzung

innovativer Konzepte

• Chancen durch Digitalisierung und

klimaneutrale Technologien

• Vision der „Straße der Zukunft“

• Appell an die Politik: Mut zu Investitionen

und Entlastung von Regularien

Die Episode zeigt eindrucksvoll: Asphalt ist

mehr als nur ein Baustoff. Er ist ein Schlüssel zur

zukunftsfähigen Gestaltung unserer Infrastruktur

– und damit auch unserer Gesellschaft. •

INFO

Jetzt reinhören

Direktlink zum

DAV-Podcast,

Link direkt

einscannen.

3|2025


Termine

Messen, Ausstellungen & Veranstaltungen

23

Mai

20.05. Baden-Baden

DAV/DAI-Mitgliederversammlung

www.asphalt.de

21.05. Berlin

Tag der Bauindustrie

www.bauindustrie.de

21.–22.05. Baden-Baden

FGSV-Asphaltstraßentagung

www.fgsv-verlag.de/veranstaltungen

Juni

13.06. Webinar

Aufbereitung und Lagerung von

Ausbauasphalt

Juli

www.ausbauasphalt.de/aktuelles

02.07. Ludwigsburg

DAV-Regionalversammlung

Baden-Württemberg

www.asphalt.de

03.–04.07. Regensburg

DAV-Regionalversammlung Bayern

www.asphalt.de

September

18.–19.09. Weiskirchen

DAV-Regionalversammlung West

www.asphalt.de

22.–23.09. Dresden

DAV-Regionalversammlung Mitte

www.asphalt.de

Oktober

09.–11.10. Karlsruhe

TiefbauLIVE

November

www.ratl-messe.com

07.11. Webinar

Aufbereitung und Lagerung von

Ausbauasphalt

www.ausbauasphalt.de/aktuelles

14.11. Rostock-Warnemünde

DAV-Regionalversammlung Nord

www.asphalt.de

Vorschau 2026

13.–15.01. Essen

InfraTech 2026

www.infratech.de

25.–27.02. Berchtesgaden

23. Deutsche Asphalttage

www.asphalt.de

24.–26.03. Willingen

DAV/DAI-Asphaltseminar

in Willingen

www.asphalt.de

24.–26.03. Ort noch unbekannt

Messe Digitalbau 2026

www.digital-bau.com

Vorschau 2028

03.–09.04. München

bauma 2028

www.bauma.de

3|2025


24

Rotorschleuderbrecher

Wiederverwendung

Aufbereitung von

Asphaltgranulat mittels

Rotorschleuderbrecher

– Teil 3b

(Quelle: BMWK)

Bild 1: Mischwerk Dresden-Heller der AMSS GmbH & Co. KG

3|2025


Rotorschleuderbrecher

25

Im Teil 3a „Wiederverwendung von Asphaltgranulat

durch Aufbereitung mittels Rotorschleuderbrecher –

Aktuelle Erkenntnisse aus dem Forschungsvorhaben“

[1] erfolgte die Beschreibung der Erkenntnisse aus der

großtechnischen Aufbereitung von Fräsgut in einem

Vertikalbrecher, welcher zu der Gruppe der Rotorbrecher

gehört, im Vergleich zur konventionellen

Aufbereitung. Der folgende Beitrag 3b widmet sich

der Beschreibung der Asphaltmischgutkonzeption und

großtechnischen Asphaltproduktion, der Vorstellung

der Ergebnisse der Asphalteigenschaften und des Einbaus

von einem Asphaltmischgut, dessen Herstellung

aus den großtechnisch hergestellten Asphaltgranulaten

aus dem Teil 3a erfolgte.

Von Prof. Dr.-Ing. Ines Dragon, Dipl.-Ing. (FH) Konrad Schmöckel, Univ.-Prof. Dr.-Ing. Pahirangan Sivapatham und

M. Sc. Panujan Naguleswaran

Kennwert Einheit EP BHS 30 M.-% RA5-1

Erstprüfung

Tabelle 1: Gegenüberstellung Ergebnisse Erstprüfung und Kontrollprüfung des AC 16 B S SG

Das Asphaltmischgut für den AC 16 B S SG

wurde vom Mischwerk Dresden-Heller der

AMSS GmbH & Co. KG, Asphaltmischwerke Sächsische

Schweiz (siehe Bild 1), geliefert. Dazu

erfolgte der Transport des am Mischwerk Salzenforst

aufbereiteten RA5-1, RA5-2-1 und RA5-2-2

[1] an das Mischwerk Dresden-Heller in der für

die Bauvorhaben jeweils erforderlichen Menge.

Bei der Herstellung des Asphaltmischguts wurden

die Asphaltgranulate RA5-1 und RA 5-2-1

direkt in den Mischer gegeben und das Asphaltgranulat

RA5-2-2 über die Trockentrommel

zusammen mit den Gesteinskörnungen dosiert.

Asphaltmischgutkonzeption und

-produktion

Die Erstprüfung für das Asphaltmischgut

wurde vom Labor der BHS Bau- und Handelsgruppe

GmbH & Co. KG konzipiert, durch welches

ebenso die labortechnische Betreuung

des Mischwerkes bei der Asphaltproduktion

erfolgte. Für das im Projekt verwendete

Asphaltmischgut AC 16 B S SG mit PmB 25/55-

55 A wurde bei der Referenzstrecke das

A51 HTW AMW

Kontrollprüfung

EP BHS 40 M.-% RA5-2

Erstprüfung

Zugabe Asphaltgranulat [M.-%] 30. M.-% RA5-1 (16 RA 0/11)

30. M.-% RA5-2-1 (16 RA 0/11)

10. M.-% RA5-2-2 (16 RA8/16)

Bindemittel aus Asphaltgranulat [M.-%] 1,83 1,85

Anteil Frischbitumen [M.-%] 3,17 3,16

A52 HTW AMW

Kontrollprüfung

Toleranz gemäß ZTV

Asphalt-StB neu

untere obere

Bindemittelgehalt [M.-%] 5,00 5,1 5,00 5,2 4,6 5,4

res. EP Ring und Kugel [°C] 61,7 66,2 63,0 65,2 53 71

T BTSV, 15kPa [°C] 62,3 64,4 48 70

Anteil < 0,063 mm [M.-%] 7,1 6,4 7,1 6,5 4,1 10,1

Anteil < 0,125 mm [M.-%] 9,3 7,7 9,3 8,0 6,3 12,3

Anteil 0,063 mm bis 0,125 mm [M.-%] 26,2 23,7 26,2 25,6 18,2 34,2

Anteil > 2,0 mm [M.-%] 66,7 69,9 66,7 67,9 58,7 74,7

Grobkornanteil [M.-%] 20,5 24,2 20,5 20,0 11,5 29,5

Hohlraumgehalt MPK [Vol.-%] 3,8 2,7 3,7 2,8 1,0 5,0

Asphaltgranulat RA5-1 in einem Anteil von

30 M.-% und bei der RSB-Strecke das Asphaltgranulat

RA5-2-1 in einem Anteil von 30 M.-%

sowie das Asphaltgranulat RA5-2-2 in einem

Anteil von 10 M.-% zugegeben. Tabelle 1 zeigt

in der Spalte „EP BHS 30 M.-% RA5-1“ die Ergebnisse

der Erstprüfung für die Referenzstrecke

und in der Spalte „EP BHS 40 M.-% RA5-2“ die

Ergebnisse der Erstprüfung für die RSB-Strecke.

Es ist erkennbar, dass das Labor der BHS bei der

Konzeption der beiden Asphaltvarianten die

gleiche Korngrößenverteilung, den gleichen

Bindemittelgehalt und Hohlraumgehalt angestrebt

und erreicht hat. Lediglich der berechnete

Erweichungspunkt Ring und Kugel unterscheidet

sich geringfügig.

Die Produktion des Asphaltmischgutes für

die Referenzstrecke erfolgte am 27.03.2024.

Insgesamt wurden vom Asphaltmischgut AC 16

B S SG mit 30 M.-% RA5-1 148 t hergestellt. Am

Produktionstag wurden für weitere Laboruntersuchungen

Proben des Asphaltmischguts

durch einen Mitarbeiter des Labors der Forschungseinrichtung

1 am Mischwerk entnommen.

Gleichzeitig entnahm das Anlagenpersonal

des Mischwerks Proben des verwendeten

Bitumens. Bei der Probennahme wies das

Asphaltmischgut eine Temperatur von 166 °C

auf. Im Folgenden werden die Ergebnisse der

Untersuchungen am Asphaltmischgut der

Referenzstrecke mit A51, des am Mischwerk

entnommenen Bitumens mit B7f und des aus

dem Mischgut zurückgewonnenen Bindemittels

mit B-A51 bezeichnet.

Das Asphaltmischgut für die RSB-Strecke

wurde am 20.03.2024 hergestellt. Die Gesamttonnage

des Asphaltmischgut AC 16 B S SG mit

30 M.-% RA5-2-1 und 10 M.-% RA5-2-2 betrug

329 t. Auch von diesem Asphaltmischgut wurden

am Mischwerk Proben für weitere Laboruntersuchungen

von den Mitarbeitern der Forschungseinrichtung

1 und 2 entnommen. Die

Asphaltmischguttemperatur lag bei Probenahme

bei 188 °C. Da eine Woche zwischen der

Asphaltmischgutproduktion für die Referenzstrecke

und der für die RSB-Strecke lag, wurde

vermutet, dass die Eigenschaften des jeweils

zum Einsatz kommenden Bitumens Unterschiede

aufweisen könnten, die eventuell auch

Einfluss auf die Asphaltgebrauchseigenschaf-

3|2025


26

Rotorschleuderbrecher

Asphalt- und Bitumenuntersuchungen

Bild 2: Korngrößenverteilungen der A51(Referenz)-Variante und der A52(RSB)-Variante und Gegenüberstellung

zur Korngrößenverteilung der Erstprüfung.

Bild 3: Ermüdungsfunktion der A51(Referenz)-Variante und der A52(RSB)-Variante.

ten verursachen. Demnach erfolgte ebenso

eine Probenahme des verwendeten PmB

25/55-55 A. Folgende Bezeichnungen werden

für die anschließenden Betrachtungen

gewählt: Asphaltmischgut der RSB-Strecke –

A51, am Mischwerk entnommenes Bitumen –

B7f und aus dem Mischgut zurückgewonnenes

Bindemittel – B-A52.

Die Untersuchungsergebnisse der Asphaltmischgutzusammensetzung

der am

Mischwerk entnommenen Proben ist Tabelle

1 aus der Spalte „A51 HTW AMW Kontrollprüfung“

sowie „A52 HTW AMW Kontrollprüfung“

zu entnehmen. In Bild 2 sind außerdem die

Korngrößenverteilungen dieser Proben den

Korngrößenverteilungen der Erstprüfungen

gegenübergestellt. Die Untersuchungen zeigten

bei beiden Varianten sowohl eine gute

Übereinstimmung untereinander, aber auch

zu den Sollwerten der Erstprüfung, wobei der

Hohlraumgehalt beider Varianten um ca.

1,0 Vol.-% kleiner ist als der in der Erstprüfung

angegebene. Außerdem scheint durch die

Zugabe des RA5-2-1 und 5-2-2 die Korngrößenverteilung

der Erstprüfung gezielter

erreichbar zu sein.

Die Ermüdungsfunktionen und die Steifigkeitsmodul-Temperaturfunktionen

der untersuchten

AC 16 B S SG-Varianten sind in Bild 3

und Bild 4 dargestellt. Die ermittelten Ermüdungsfunktionen

der beiden Varianten zeigen

im relevanten Dehnungsbereich unter

0,1 ‰ nahezu gleich große Lastwechselzahlen.

Die Steifigkeitsmodul-Temperaturfunktionen

für 10 Hz weisen signifikante Unterschiede

auf. Trotz nahezu identischer Zusammensetzung

besitzt die A52-Variante über

den gesamten dargestellten Temperaturbereich

einen höheren Steifigkeitsmodul. Damit

würden sich unter gleichen Belastungsbedingungen

kleinere elastische Dehnungen und

damit höhere ertragbare Lastwechselzahlen

für die A52-Variante im Vergleich zur A51-Variante

ergeben.

In Bild 5 sind die Verläufe der kryogenen

Zugspannungen in Abhängigkeit von der Probekörpertemperatur

σ cry (T), die Verläufe der

Zugfestigkeit in Abhängigkeit von der

Prüftemperatur β t (T) für T = 20 °C, 5 °C, -10 °C

und -25 °C sowie die zugehörigen berechneten

Zugfestigkeitsreserven Δβ(T) der beiden

Varianten abgebildet. Die Bruchspannungen

bei Versagen der Asphalt-Probekörper σ cry,F

sowie die zugehörigen Bruchtemperaturen T F ,

Variante

Bruchtemperatur

T F

Bruchspannung

δ cry,F

Zugfestigkeit

bei 20 °C

Zugfestigkeit

bei 5 °C

Zugfestigkeit

bei -10 °C

Zugfestigkeit

bei -25 °C

Tabelle 2: Ergebnisse der Einaxialen Zugversuche und Abkühlversuche für die A51(Referenz)-Variante und der A52(RSB)-Variante.

Zugfestigkeitsreserve

Δß t,max

Temperatur

T Δß,max

[°C] [MPa] [MPa] [MPa] [MPa] [MPa] [MPa] [°C]

A51 (AC 16 B S SG mit 30 M.-% RA5-1) -24,0 4,866 1,192 3,770 5,689 4,419 4,401 -5,0

A52 (AC 16 B S SG mit 40 M.-% RA5-2) -18,0 4,340 1,859 5,141 5,967 4,305 4,910 0,4

3|2025


Bauen und erhalten

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Bild 4: Steifigkeitsmodul-Temperaturfunktion der A51(Referenz)-Variante und der A52(RSB)-Variante.

die Zugfestigkeiten in Abhängigkeit von der

Prüftemperatur β t (T) für T = 20 °C, 5 °C, -10 °C

und -25 °C sowie die maximalen Zugfestigkeitsreserven

Δβ t,max und die zugehörigen

Temperaturen T Δβt,max und können der

Tabelle 2 entnommen werden.

Wie aus Bild 5 und Tabelle 2 zu entnehmen

ist, unterscheiden sich die beiden Varianten

A51 und A52 hinsichtlich ihrer Kälteeigenschaften.

Dabei weist die A51-Variante mit

-24,0 °C nicht nur eine um 6,0 K geringere

Bruchtemperatur auf, sondern auch eine um

5,4 K niedrigere Temperatur der maximalen

Zugfestigkeitsreserve (A51 - T Δβt,max = -5,0 °C

und A52 - T Δβt,max = 0,4 °C). Aufgrund der

Ergebnisse wird die A51-Variante hinsichtlich

ihrer Kälteeigenschaften im Vergleich zur Variante

A52 als besser beurteilt.

Da sowohl Korngrößenverteilung, Bindemittelgehalt

und Hohlraumgehalt beider am

Mischwerk hergestellten Asphaltmischgutvarianten

nahezu gleich sind, wurde vermutet,

dass die Unterschiede in den Asphaltgebrauchseigenschaften

in eventuell vorhandenen

Unterschieden der Bindemitteleigenschaften

zu suchen sind. Bild 6 zeigt die komplexen

Schubmoduln in Abhängigkeit vom

Phasenwinkel der mittels Temperatur-Sweep

im Dynamischen Scherrheometer (Black-Diagramm)

geprüften Frischbitumen B7f und B8f

Cargill ® Anova ® Rejuvenatoren

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Erhaltung besserer Straßen

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100 % Asphaltgranulat (RAP).

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Materialien und der Anpassung

der Dosierung bis hin zu

Unterstützung vor Ort und

maßgeschneiderten Lösungen.

Bild 5: Grafische Darstellung der Ergebnisse der Einaxialen Zugversuche und Abkühlversuche für die A51(Referenz)-Variante

und der A52(RSB)-Variante.

anova-asphalt@cargill.com

cargill.com/anova


28

Rotorschleuderbrecher

Bild 6: Black-Diagramm der Frischbitumen B8f (Einsatz in Referenzstrecke) und B7f (Einsatz in RSB-Strecke)

sowie der zurückgewonnenen Bindemittel B-A51 aus der A51-Variante (Einsatz in Referenzstrecke) und

B-A52 aus der A52-Variante (Einsatz in RSB-Strecke)

Der Vergleich der Graphen B-A51 und B-A52

zeigt einen höheren komplexen Schubmodul

G* über den gesamten untersuchten Temperaturbereich

für das aus dem A52-Mischgut

zurückgewonnene Bindemittel als für das Bindemittel

aus dem A51-Mischgut. Damit kann

der höhere E-Modul des A52-Mischgutes im

Vergleich zum A51-Mischgut begründet werden.

Die Unterschiede in den Schubmoduln der

resultierenden beiden Bindemittel scheinen

auf die Unterschiede der Schubmoduln der

verwendeten Frischbitumen zurückzuführen

zu sein, da diese die gleiche Reihung aufweisen

(B7f für A52-Mischgut höheres G* als B8f für

A51-Mischgut). Genauso spiegeln sich die besseren

Kälteeigenschaften des im A51-Mischgut

verwendeten Frischbitumens B8f (T S300 = -23,6 °C

und T m0,300 = -22,3 °C) im Vergleich zum im

A52-Mischgut verwendeten Frischbitumen B7f

(T S300 = -17,8 °C und T m0,300 = -16,4 °C) in den

Asphaltkälteeigenschaften wider (A51-Mischgut

besser als A52-Mischgut).

Asphalteinbau

Bild 7: Biegekriechsteifigkeit Sm(t) und der m-Wert der verwendeten Frischbindemittel

(beides PmB 25/55-55 A), welche zur großtechnischen

Herstellung der beiden Asphaltbindervarianten

A51 und A52 verwendet

wurden. Außerdem sind in Bild 6 die Graphen

der geprüften aus den beiden Mischgutvarianten

zurückgewonnenen Bindemittel B-A51

und B-A52 dargestellt. Von den zum Einsatz

kommenden Frischbindemitteln wurden

ebenso die Biegekriechsteifigkeit S m (t) und

der m-Wert mit dem Bending-Beam-Rheometer

bestimmt. Die Ergebnisse sind Bild 7 zu

entnehmen.

Der Einbau der Asphaltbinderschicht erfolgte

auf der Referenzstrecke am 27.03.2024 und

auf der RSB-Strecke am 20.03.2024 durch die

BISTRA Bau GmbH & Co. KG. Zu Beginn der

Arbeiten der Referenzstrecke am Morgen

betrug die Lufttemperatur ca. 10 °C. Es war

leicht windig und bedeckt. Im Laufe des Einbaus

stiegen die Temperaturen auf ca. 15 °C

an und es klarte auf. Am Tag des Asphaltbindereinbaus

auf der RSB-Strecke lag die

Lufttemperatur bei ca. 10 °C zu Beginn. Es war

den ganzen Tag heiter und windstill. Somit

konnten die klimatischen Einbaubedingungen

als günstig für den Asphalteinbau eingeschätzt

werden. Bild 8 und Bild 9 zeigen den

Einbau auf beiden Strecken.

Folgende Einbautechnik kam zum Einsatz:

Referenzstrecke

Asphaltfertiger: • Dynapac SD2500WS

• Svedala Demag DF 135 P

(nur für Ergänzung für

Kreuzungsbereiche)

Walzen:

• 1x BOMAG BW 154 AP

• 1x BOMAG BW 154 ACP

• 1x BOMAG BW 138 AD

Kennwert Einheit A51 Referenzstrecke

St. 0+460

A52 RSB-Strecke

St. 0+100 St. 0+250

Toleranz gemäß ZTV

Asphalt-StB neu

untere obere

Hohlraumgehalt [Vol.-%] 4,9 5,1 5,2 1,0 5,5

Verdichtungsgrad [%] 98,9 98,2 98,4 98,0 -

Tabelle 3: Eigenschaften der eingebauten Schichten

RSB-Strecke

Asphaltfertiger:

Walzen:

• Dynapac SD2500CS

• Svedala Demag DF 135 P

• 1x BOMAG BW 154 AP

• 1x BOMAG BW 154 ACP

• 1x BOMAG BW 120 AD

3|2025


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Rotorschleuderbrecher 29

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Ausgabe 7 | 2024

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3|2025


30

Rotorschleuderbrecher

Bild 8: Einbau des AC 16 B S SG mit RA5-1 auf der Referenzstrecke

Eigenschaften der eingebauten

Schicht

Im Rahmen der Kontrollprüfungen wurden die

Eigenschaften der eingebauten Schicht

bestimmt. In Tabelle 3 sind die Ergebnisse des

Hohlraumgehaltes und des Verdichtungsgrades

dargestellt. Die Ergebnisse zeigen, dass

auch unter Verwendung des im Vertikalbrecher

aufbereiteten Asphaltgranulates die geforderten

Schichteigenschaften erzielt wurden.

Einfluss der Aufbereitung auf die

Wirtschaftlichkeit bei der Herstellung

von Asphaltmischgut

Von Interesse für die Hersteller von Asphaltmischgut

ist, ob durch den Einsatz der Aufbereitungstechnologie

von Ausbauasphalt und

damit einhergehender Erhöhung des Anteils an

Asphaltgranulat im Asphaltmischgut das

Asphaltmischgut wirtschaftlicher hergestellt

werden kann. Aufgrund der Einhaltung aller kartellrechtlichen

Vorschriften, ist es an dieser

Stelle natürlich nicht möglich, über Preise zu

sprechen. Im abschließenden Schlussbericht

zum Forschungsvorhaben wird es aber voraussichtlich

eine kartellrechtlich abgesicherte vergleichende

Darstellung zu den Materialkosten

geben. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden,

dass der Einsatz des Baustoff-Recyclingsiebs

SBR 2 nicht erforderlich gewesen wäre,

wenn bei der Wahl des Brechers die richtige

Größe des Einfülltrichters berücksichtigt worden

wäre. Außerdem liegt der Durchsatz mit 600 t

Ausbauasphalt (entspricht 75 t/h bei einem

Arbeitstag von 8 h) unterhalb der vom Hersteller

angegebenen Spanne von 80 t/h bis 160 t/h. Die

Ursache liegt in den oben bereits beschriebenen

Problemen. Wenn die beobachteten Probleme

behoben werden, ist eine Steigerung des

Durchsatzes und somit eine Verringerung der

Herstellkosten des Asphaltgranulates möglich.

Zusammenfassung,

Schlussfolgerungen und Ausblick

Bei der Herstellung des AC 16 B S SG unter Verwendung

des im Mag-Impact PTM 2100-2 aufbereiteten

Asphaltgranulats kamen 10 M.-%

mehr Asphaltgranulat als unter Verwendung

des konventionell aufbereiteten Asphaltgranulats

zum Einsatz. Die Dosierung und Erwärmung

dieses bindemittelarmen Anteils

geschah zusammen mit den Gesteinskörnungen

in der Trockentrommel. Die Untersuchungen

der beiden produzierten Asphalte ergaben

vergleichbare Korngrößenverteilungen,

Bindemittelgehalte und Hohlraumgehalte.

Dennoch wies das Asphaltmischgut mit dem

Asphaltgranulat aus dem Vertikalbrecher ein

besseres Steifigkeitsverhalten, ähnliches

Ermüdungsverhalten, jedoch ungünstigeres

Tieftemperaturverhalten als das Asphaltmischgut

mit dem Asphaltgranulat aus der konventionellen

Aufbereitung auf. Ursachen der

Unterschiede scheinen jedoch nicht am Aufbereitungsverfahren

der Ausbauasphalte, sondern

eher am verwendeten Zugabebitumen zu

liegen, wobei auch die höhere Zugabemenge

und die Bindemitteleigenschaften des im Vertikalbrecher

aufbereiteten Asphaltgranulats

ursächlich sein können. Die Betrachtungen zur

Wirtschaftlichkeit der Aufbereitung des

Asphaltgranulates zeigten, dass eine Steige-

3|2025


Rotorschleuderbrecher

31

rung des Materialdurchsatzes im Vertikalbrecher

für die Wirtschaftlichkeit des innovativen

Aufbereitungsverfahrens essenziell ist.

Danksagung

Die Realisierung der großtechnischen Herstellung

und des Einbaus von Asphaltmischgut aus

im Vertikalbrecher aufbereiteten Ausbauasphalts

in einer Erprobungsstrecke konnte dank

der Initiative folgender Akteure stattfinden:

• Landeshauptstadt Dresden, Straßen- und

Tiefbauamt

• BHS Bau- und Handelsgruppe GmbH & Co.

KG

• AMOS Asphalt GmbH und AMSS GmbH &

Co. KG

• BISTRA Bau GmbH & Co. KG

Den beteiligten Akteuren gilt unser besonderer

Dank für die Möglichkeit der Realisierung, der

guten Zusammenarbeit und für die finanziellen

Aufwendungen.

Bild 9 (oben): Einbau des AC 16 B S SG mit RA5-2 auf der RSB-Strecke

LITERATUR

[1] Dragon, I.; Sivapatham, P.; Schmöckel, K. &

Naguleswaran; P.: Aufbereitung von

Asphaltgranulat mittels Rotorschleuderbrecher

– Teil 3a, Zeitschrift asphalt 02/2025,

Deutscher Asphaltverband (DAV) e.V., Bonn

AUTOREN

Prof. Dr.-Ing. Ines Dragon und

Dipl.-Ing. (FH) Konrad Schmöckel

Zentrum für angewandte Forschung und Technologie

an der HTW Dresden

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Pahirangan Sivapatham und

Panujan Naguleswaran, M. Sc.

Bergische Universität Wuppertal, Fakultät für Architektur

und Bauingenieurwesen, LuF Straßenbau &

Straßen erhaltung


32

Technik

DEULA-Expertentipp

Ladung: Hauptsache sicher

Die ordnungsgemäße Sicherung

von Ladung ist für Betriebe des

Straßenbaus unerlässlich. Unzureichend

gesicherte Güter, die verrutschen,

sind eine Gefahr für die übrigen

Verkehrsteilnehmer. Deswegen

gilt es, die Ladung fachgerecht

zu sichern und zu verstauen.

Ob Lkw, Sattelschlepper oder Kleintransporter:

Sie gehören zu den gängigen Verkehrsteilnehmern

auf den hiesigen Straßen

und Autobahnen. Doch obwohl die wirtschaftliche

Bedeutung dieser Kraftfahrzeuge hoch

ist, stoßen sie nur selten auf Zustimmung bei

den übrigen Verkehrsteilnehmern. Ein Grund

dafür ist die unzureichende Ladungssicherung.

Viele der Güter, die diese Kraftfahrzeuge transportieren,

sind allzu oft schlecht verstaut und

verzurrt. Nicht selten gerät die Ladung dadurch

ins Rutschen und Wanken mit der Folge, dass

schlimme Unfälle passieren.

Die unzureichende Ladungssicherung gilt

als Unfallursache Nummer drei. Darüber hinaus

schätzt der Gesamtverband der Deutschen

Versicherungswirtschaft, dass bis zu 40 Prozent

der Ladungen auf Lkw und Transportern so

mangelhaft gesichert sind, dass andere Verkehrsteilnehmer

gefährdet werden. Allerdings

ist nicht jeder, der sichern muss, gesetzlich zur

Fortbildung zur korrekten Ladungssicherung

verpflichtet. Fakt ist: Eine Entlassung aus der

Verantwortung gibt es nicht.

Formschlüssige Ladungssicherung

Zugegeben: Die Ladungssicherung eines Kleintransporters

gestaltet sich anders als die eines

Stückguttransports. Dennoch ist das Prinzip

das Gleiche – die formschlüssige Ladungssicherung,

die einfachste Form der Sicherung.

Schüttgüter wie zum Beispiel Abfälle in Säcken

werden in der Regel mit dieser Methode gesichert.

Wichtig ist, dass die Ladung sich an den

Bordwänden abstützen kann. Die formschlüssige

Ladungssicherung ist dann erreicht,

sobald die Ladung an allen Seiten mit dem

Fahrzeug oder mit den Zurrpunkten auf der

Ladefläche verbunden ist. So steht sie beim

Transport fest und kann nicht verrutschen. In

Unzureichend gesicherte Güter, die verrutschen, sind eine Gefahr für die übrigen Verkehrsteilnehmer.

(Quelle: ChatGPT)

der Regel erreicht man eine formschlüssige

Sicherung durch Direktzurren. Voraussetzung

ist dabei, dass sich geeignete Zurrpunkte am

Fahrzeug befinden. Über diese Punkte werden

das Fahrzeug sowie die Ladung mithilfe von

Zurrmitteln miteinander verbunden. Schrägund

Diagonalzurren sind die gängigsten

Methoden des Direktzurrens. Darüber hinaus

erreicht man die formschlüssige Ladungssicherung

durch das sogenannte „Kopflashing“ –

einer Methode, um die Ladung nach hinten

und vorne zu sichern.

Kraftschlüssige Sicherung

Wenn die Ladung fest auf die Ladefläche

gepresst wird, sodass sie nicht verrutschen

kann, handelt es sich um die kraftschlüssige

Ladungssicherung. Das Niederzurren steht im

Mittelpunkt bei der kraftschlüssigen Ladungssicherung.

Dadurch wird die Reibungskraft der

Ladung mit der Ladefläche erhöht. Unter Zuhilfenahme

von Zurrmitteln, wie beispielsweise

einer Ratsche, wird die Ladung auf die Ladefläche

gepresst.

Der Einsatz des Niederzurrens erfolgt in der

Praxis häufig ohne Kenntnis der tatsächlichen

Bedingungen. Demzufolge steigt das Risiko,

dass die Ladung nicht fachgerecht gesichert ist

und zu Unfällen auf der Straße führen kann.

Wenn die Ladung ein hohes Gewicht hat und

der Reibewert gering ist, muss die Anzahl der

Zurrmittel erhöht werden. Dies ist aber oft

nicht der Fall.

Zurrnetze als Sicherungssystem

Mit Zurrgurten wird eine Ladung in manchen

Fällen nicht ausreichend gesichert. Ladungssicherungsnetze,

auch Zurrnetze genannt, sind

3|2025


Technik

33

dafür eine Alternative. Die Netze können

sowohl im vorderen als auch im mittleren und

hinteren Bereich des Fahrzeugs eingesetzt werden.

Darüber hinaus kann man die Zurrnetze an

die Ladehöhe anpassen. Zudem eignen sich die

Netze zur Bildung von Ladeeinheiten sowie zur

Sicherung von Stückgewichten, die der tatsächlichen

Nutzlast des Fahrzeugs entsprechen.

Checkliste zur Ladungssicherung

1. Ausstattung des Transporters

Sie spielt eine große Rolle bei der Ladungssicherung.

Verfügen die Fahrzeuge über Aufbauten,

die eine sichere Ladung garantieren?

Bei der Anschaffung der Fahrzeuge sollen Sie

darauf achten.

2. Tragkraft

Sind bei den Transportern Angaben zur

geprüften Tragkraft vorhanden? Wenn nicht,

sollten Sie sich diese Information im Vorfeld

der Ladungssicherung einholen.

3. TÜV

Erkundigen Sie sich, ob Transportboxen oder

Lastenträger eine Abnahme durch den TÜV

haben. Sollten Unsicherheiten bestehen, fragen

Sie beim TÜV nach.

4. Hilfsmittel

Haben Sie zur Ladungssicherung alle erforderlichen

Hilfsmittel? Dazu gehören unter

anderem Zurrgurte und –netze sowie Transportboxen.

5. Vorschriften

Stellen Sie sicher, dass Sie oder Ihre Fahrer alle

gesetzlichen Vorschriften zur Ladungssicherung

kennen. Sollte dies nicht der Fall sein,

holen Sie dies im Rahmen einer Unterweisung

nach oder informieren Sie sich an den entsprechenden

Stellen (StVO und VDI).

DEULA-Expertentipp

Insgesamt wirken vier Kräfte auf die Ladung

ein. Neben der Gewichts- und Massenkraft sind

das die Reibungs- und die Sicherungskraft.

Zudem spielt § 22 StVO bei der Ladungssicherung

eine Rolle. Der Paragraf dreht sich um das

Thema Ladung. Gemäß § 22 Abs. 1 muss die

Ladung so verstaut und gesichert sein, dass sie

bei einer Vollbremsung oder bei einem Ausweichmanöver

nicht verrutschen oder hin- und

herrollen kann. Darüber hinaus liefert die

VDI-Richtlinie 2700 (VDI 2700) wichtige

Anhaltspunkte zur ordnungsgemäßen

INFO

Angaben zur Zurrkraft

sind wichtig

Fahrer und Ladepersonal müssen

Kenntnisse darüber haben, mit welchen

Zurrkräften die Zurrpunkte der

Ladefläche belastbar sind. Bei manchen

Fahrzeugtypen sind Hinweisschilder

angebracht. Sollten diese nicht

vorhanden sein, lohnt sich der Blick in

die Bedienungsanleitung.

Ladungssicherung. Themenschwerpunkte der

VDI 2700 sind unter anderem „Hilfsmittel zur

Ladungssicherung“, „Zusammenladung von

Stückgütern“ sowie „Ladungssicherung auf

Fahrzeugtransportern“.

Gemäß der VDI 2700 wird davon ausgegangen,

dass

• bei einer Vollbremsung eine Kraft von der

Ladung nach vorn wirkt, die rund 80 Prozent

des Ladungsgewichts entspricht.

• bei Ausweichmanövern sowie beim Befahren

von Kurven eine Kraft zur Seite wirkt, die

rund 50 Prozent des Ladegewichts ausmacht.

• nach hinten Kräfte beim Anfahren und

Beschleunigen wirken, die etwa 50 Prozent der

Ladungsmasse entsprechen. Diese Kräfte wirken

ebenfalls bei einer Vollbremsung und bei

einer Rückwärtsfahrt.

Ladungssicherung anschaulich

erklärt

Verschiedene Schaubilder und praxisnahe Beispiele

dienen oft als Unterstützung für das Personal,

das die Ladung richtig sichern soll. Wichtig:

Auch, wenn Zuständigkeiten zur Ladungssicherung

delegiert werden, befreit dies nicht

von der Verantwortung und Haftung bei einem

Unfall.

Ordnungsgemäße Sicherung

Das Beispiel einer Gitterbox mit einem Gesamtgewicht

von 750 kg dient als Beispiel. Für die

ordnungsgemäße Sicherung dieser Box wird

diagonal gezurrt. Die beim Transport wirkenden

Kräfte werden in Dekanewton (daN) angegeben.

1 daN entspricht der Gewichtskraft von

1 kg. Bei einer Vollbremsung beim Transport

mit der Gitterbox ergibt sich die stärkste Kraft

von 600 daN. Die Wirkung der Gleitreibung

kann zusätzlich abgezogen werden. Die Gleitreibung

wird mit µ angegeben und der VDI

2700 entnommen. Bei µ 0,3 werden 30 Prozent

abgezogen. Demzufolge verbleibt eine Kraft

von 375 daN, die an den Seiten und rückwärtig

abgesichert werden muss.

Darüber hinaus spielt der Neigungswinkel

α bei der Sicherung der Ladung eine Rolle. Er

sollte innerhalb des Toleranzbereichs zwischen

30˚ und 60˚ liegen. Zudem gibt es bei dieser

Sicherung einen weiteren Toleranzbereich –

der Winkel, den das Zurrmittel vom Anschlag

Ladefläche zum Anschlag Ladegut von der

Längsrichtung abweicht. Dieser sollte zwischen

20˚ und 45˚ liegen. Zurrgurte reichen bei dem

Beispiel mit der Gitterbox aus. Die Kraft verteilt

sich dabei auf die gegenüberliegenden Gurte.

Zusätzlich erhöhen Anti-Rutsch-Matten den

Reibewert, sodass die Ladung ordnungsgemäß

gesichert ist. Mit Anti-Rutsch-Matten erreicht

man Gleitreibewerte von µ = 0,6 (60 Prozent

des Gewichts).

INFO

Wichtige Information

zum Niederzurren

Die im Vorfeld ermittelten Vorspannkräfte

dürfen nicht mit den zulässigen

Zugkräften gleichgesetzt werden. Die

Vorspannkraft des Gurtes ist durch die

zu erreichende Vorspannkraft der

jeweiligen Ratsche begrenzt. Die Vorspannkraft

drückt dabei die Ladung

mithilfe einer Ratsche in einen Zurrgurt.

Durch die Vorspannkraft wird die Reibung

zwischen dem Transportgut und

der Ladefläche erhöht.

AUTOR

Martin Themann, technischer Ausbilder in der

DEULA Westerstede

3|2025


34

Technik

E-Maschinen

Breites Elektro-Portfolio

LiuGong zeigte sich auf der bauma

2025 als Pionier nachhaltiger Lösungen.

Im Fokus stehen neueste

Entwicklungen im Bereich batteriebetriebener

Baumaschinen, aber

auch die Premiere der neuen Radlader

der T-Baureihe.

LiuGong bezeichnet sich als Weltmarktführer

in der Produktion von Radladern und

nutzt die bauma als Startschuss für seine neue

Radlader-Produktreihe: Die T-Baureihe wurde

von Grund auf neu entwickelt und bietet dem

Fahrer ein neues Level an Übersicht, Komfort

und Bedienung. Sie umfasst zunächst sieben

Maschinen: die Radlader 820T HST, 838T, 842T,

848T, 856T, 870T und 890T.

Harry Mellor, Produktdirektor für Europa,

ist überzeugt: „Wir haben unsere weltweite

Erfahrung in der Produktion von Radladern

mit dem einzigartigen Wissen unserer europäischen

Kunden kombiniert. Die T-Baureihe

beweist, dass wir unseren Kunden zuhören

und Maschinen entwickeln, die ihre Erwartungen

übertreffen. Die Maschinen wurden von

Grund auf neu konzipiert und stellen den Fahrer

in den Fokus. Ich bin überzeugt, dass die

Zulässiges Gesamtgewicht 85 Tonnen: Der batterieelektrische LiuGong-Muldenkipper DR50CE hat sich im

Elektro-Vorzeigeland Norwegen schon im Tunnelbau und Steinbruch bewährt.

Mit der Erfahrung des nach eigenen Angaben weltgrößten Radlader-Produzenten stellt LiuGong auf der

bauma 2025 seine neue Modellgeneration vor. Im Bild: der 856T. (Quelle: LiuGong)

T-Baureihe bei den Radladern einen Paradigmenwechsel

darstellt.“

Steinbruch und Mining waren die Hauptthemen

auf dem LiuGong-Stand, auf dem neben

dem neuen 9-Tonnen-Radlader 890T und dem

75-Tonnen-Bagger 975F auch ein elektrischer

Starrrahmen-Muldenkipper und ein batteriebetriebener

Motorgrader gezeigt werden. In

den letzten Jahren hat LiuGong seine Kapazitäten

im Bereich elektrisch angetriebener Baumaschinen

schnell ausgebaut und gleichzeitig

seine Marktpräsenz in Europa – unter anderem

durch neue Niederlassungen in Italien, Frankreich

und Deutschland – verstärkt.

Ein Highlight am LiuGong-Messestand war

der vollelektrische Muldenkipper DR50CE, der

die Leistungsfähigkeit von Elektro-Technologien

eindrucksvoll demonstriert. Mit einem

zulässigen Gesamtgewicht von 85 Tonnen hat

sich das selbst aufladende Monster im

anspruchsvollen norwegischen Tunnelbau

und Steinbruch bewährt.

Kim Massey, Zero Emission Manager beim

norwegischen Baumaschinenhändler Rental

Group, sagt: „Ursprünglich hatten wir uns ein

Testgerät ausgeliehen, um seine Leistung zu

beurteilen. Wir waren anfangs skeptisch, ob es

sich bei Bergabfahrten vollständig selbst aufladen

würde. Ich muss sagen, wir waren überrascht,

wie leistungsfähig und effizient er ist.

Er arbeitet in einem der anspruchsvollsten

Einsatzgebiete, und trotzdem scheint er

mühelos zu funktionieren. Wir dachten, wir

wüssten alles über BEVs (batterie-elektrische

Fahrzeuge; d. Red.), aber der DR50CE hat uns

neue Möglichkeiten gezeigt.“

3|2025


Ecoflakes-Pilotprojekt

Alles gut am Kieler

Dreiecksplatz

Im Juni 2021 wurde das erste Pilotprojekt

von Ecopals in Kiel realisiert.

(Quelle: B_I MEDIEN/hin)

Im Juni 2021 wurde das erste Pilotprojekt von Ecopals in Kiel realisiert. Am Dreiecksplatz, einem stark frequentierten

Verkehrsknotenpunkt mit hoher Belastung durch schwere E-Busse, wurde ein Teil des herkömmlichen

Bindemittels im Asphalt durch recycelte Kunststoffe von Ecopals ersetzt. Das eingesetzte Produkt, Ecoflakes,

besteht aus hochwertigen Recyclingkunststoffen, die in herkömmlichen Wiederverwertungsprozessen häufig

ungenutzt bleiben.

Durch die Substitution eines Anteils von Bitumen sowie konventionell

hergestellten Polymeren trägt Ecoflakes zur Optimierung

der Asphalteigenschaften bei. Die Beimischung erhöht die Widerstandsfähigkeit

des Asphalts und verbessert gleichzeitig die Umweltbilanz,

da der Bedarf an erdölbasierten Rohstoffen reduziert wird, so

das Start-up. Darüber hinaus können die Herstellungskosten in vielen

Fällen gesenkt werden.

Kiel erkennt im Einsatz recycelter Kunststoffe im Straßenbau weder

ein kurzlebiges Experiment noch ein Risiko. „Das Tiefbauamt der Landeshauptstadt

Kiel hat die neue Asphaltmischgutrezeptur mit der Beimengung

der Ecoflakes getestet und ist mit den Ergebnissen sehr

zufrieden“, so André Schümann, Leiter der Arbeitsgruppe Verkehrswegebetrieb

im Tiefbauamt der Landeshauptstadt Kiel. „Auch nach drei

Jahren haben sich trotz starker Beanspruchung durch den Busverkehr

keine Verformungen (Spurrillen) gebildet. Deshalb hat sich die Straßenbauunterhaltung

der Landeshauptstadt dazu entschieden, das Produkt

von Ecopals Schritt für Schritt weiter in stark beanspruchten Fahrbahnbereichen

einzusetzen.“

Der Erfolg am Dreiecksplatz veranlasste die Stadt Kiel, Ecoflakes auch

in weiteren Infrastrukturprojekten einzusetzen – insbesondere an Bushaltestellen,

die durch den Betrieb schwerer E-Busse hohen Belastungen ausgesetzt

sind. In Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Asphaltunternehmen

SAW testete die Stadt das Verfahren unter verschiedenen Verkehrsbedingungen

– mit durchweg positiven Ergebnissen: Es traten weder Schäden

noch auffällige Verformungen auf, heißt es bei dem Unternehmen.

„Wir sind sehr dankbar, dass die Stadt Kiel diesen Weg mit uns geht

und dass wir beim ausführenden Asphalthersteller auf so große Offenheit

für Innovation stoßen“, betont Jonas Varga, Managing-Partner von

Ecopals. „Durch die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte die

Technologie reibungslos in die Praxis gebracht werden.“ Kiel zeige,

dass recycelte Kunststoffe im Asphalt den Herausforderungen des Alltags

standhalten und gleichzeitig wirtschaftliche Vorteile böten. Die

Stadt übernnehme damit eine Pionierrolle, von der viele Kommunen

bundesweit profitieren könnten.

Spurrinnen?

Nicht mit uns.

sp-reinforcement.de

©2025 Simpson Strong Tie


36

Technik

01

Kompakte Baumaschinen

Klein und aufeinander abgestimmt

Kleine Baustellen, ganz gleich, ob wenig Fläche bearbeitet werden muss

oder lediglich Reparaturen einzelner Stellen anfallen: Die Arbeiten müssen

mit hohen Qualitätsansprüchen umgesetzt werden. Die Wirtgen Group

bietet dazu gleich mehrere Maschinen aus ihrem Portfolio, die anwendungsspezifisch

zusammenarbeiten. Dazu zählen neben den Kleinfräsen

von Wirtgen die Kleinfertiger von Vögele und Kompaktwalzen von Hamm.

Unter die klassischen Anwendungen fallen

vor allem Reparaturen von Kleinflächen

im Straßenbau. Demarkierungsarbeiten, Straßeneinbauten,

das Fräsen von Wasserrinnen

und Schlitzen sind hier genauso vertreten wie

Instandsetzungsarbeiten bei fließendem Verkehr,

der Bau von Rad-, Fußgänger- und Wirtschaftswegen

sowie Park- und Sportplätzen.

Die kleinen Maschinen befüllen Kanalgräben,

bauen den Belag in Hallen oder Tiefgaragen ein

und kommen im Garten- sowie Landschaftsbau

zum Einsatz. Die kompakten Maschinen sind

besonders gut für Instandsetzungsmaßnahmen,

die schnell umgesetzt werden und über

einen langen Zeitraum in hoher Qualität baulich

erhalten bleiben.

Klein und flexibel

Von der kleinsten Fräse W 35 Ri über die Halbmeterfräse

W 50 Ri bis zu den Ein-Meter-Fräsen

reicht die Produktpalette bei den Kleinfräsen

von Wirtgen. Trotz ihrer kompakten Abmessungen

sind die Tagesleistungen enorm. Das

beweisen sie beim Abtragen von Asphaltdeckschichten

oder gleich mehrerer Schichten.

Selbst beim Ausbau kompletter Asphaltpakete

bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern und auf

einer maximalen Breite von 1,2 Metern punkten

die kompakten Hecklader wie die W 120 Ri.

Die zügige Baustellenabwicklung erfolgt bei

den Kleinfräsen durch die Ein-Mann-Bedienung

und die Fahrgeschwindigkeit von bis zu

12 km/h. Ein weiterer Pluspunkt ist laut Hersteller

das Fräswalzen-Schnellwechselsystem FCS.

Unterschiedliche Arbeitsbreiten und Linienabstände

können schnell umgerüstet werden. So

seien neben Standardfräsanwendungen auch

Feinfräsarbeiten möglich. Die gegebene Wendigkeit

ermöglicht beim Freifräsen von Kanaldeckeln

minimale Fräsradien.

Klein und ohne Handarbeit

Ganz gleich, ob eng, niedrig oder schmal – auf

Baustellen mit stark eingegrenzten Platzverhältnissen

oder geringen Einbaubreiten sind

die kleinsten Vögele-Fertiger Mini 500 und

Mini 502 oder die kompakten Kleinfertiger

Super 700i und Super 800i die richtige Wahl.

02

Sie können Einbaubreiten von nur 0,25 bis

3,5 Meter realisieren und machen damit

manuelle Arbeiten überflüssig. Betreiber können

mit den Mini-Class-Fertigern selbst

kleinste Maßnahmen maschinell und damit

effizienter, komfortabler und qualitativ hochwertiger

umsetzen. Für kleinere bis mittelgroße

Baumaßnahmen eignen sich die Compact-Class-Fertiger

von Vögele: Je nach

Modell bieten der Super 1000i, Super 1003i,

Super 1300-3i und Super 1303-3i Einbaubreiten

von 0,75 bis maximal fünf Meter.

Klein und mit viel Verdichtung

Die knickgelenkten Tandemwalzen HD 8 – HD

14(i) mit Einsatzgewichten zwischen 1,5 und

3|2025


Technik

37

03 04

4,5 Tonnen sind wahre Alleskönner im Straßen-,

Wege- und GaLaBau. Schotter-, Frostschutz-

und Tragschichten, aber auch wassergebundene

Wegedecken und Asphaltschichten

lassen sich mit den Tandemwalzen der

Serie HD Compactline verdichten. Abhängig

davon, welcher Baustoff wie tief verdichtet

wird, erzielt man mit Vibrations-, Oszillationsoder

Kombiwalzen die besten Ergebnisse. Mit

acht Elektro-Walzen bietet Hamm zudem

Lösungen für lokal emissionsfreie Verdichtung.

Die Modelle HD 10e / HD 12e (Bandagenbreite:

oder 1,20 Meter, Einsatzgewicht: 2,5 oder 2,7

Tonnen) weisen die gleiche Verdichtungsleistung

auf wie ihre Schwestermodelle mit Verbrennungsmotor.

Die Bedienung der E-Walzen

ist nahezu identisch mit den anderen Modellen

der Serie HD Compactline.

Anwendungsbeispiel Farbasphalt

Der Einsatz von Farbasphalt ist eine hervorragende

Möglichkeit für Städteplaner, Landschaftsarchitekten

und Bauunternehmen,

Akzente zu setzen. Die Herstellung erfolgt unter

anderem mittels „farblosen Bitumens“, eines

synthetischen Bindemittels auf Mineralölbasis,

das mit Pigmenten eingefärbt wird. Von der

Signalfunktion in Kreuzungsbereichen über die

Lenkung von Verkehrsströmen bis hin zu attraktiven

Gestaltungselementen im GaLaBau zeigen

die Baustellen besondere Akzente, die sich

mit vor allem den kleinen Maschinen schnell

und einfach setzen lassen.

Behördliche Ausschreibungsvorgaben speziell

im urbanen Umfeld werden immer strenger.

Zudem knüpfen potenzielle Investoren das

Bereitstellen von Geldern immer häufiger an

eine nachhaltige Projektrealisierung und auch

die Bauunternehmen selbst verfolgen vermehrt

ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele. Mit dem

modularen Konzept der Wirtgen Group verfügen

Maschinennutzer in Zukunft erstmalig über

ein umfassendes Produktions-System, heißt es

beim Konzern, das einen lokal emissionsfreien

Straßenbau ermögliche.

Das Produktions-System basiert auf einem

batterieelektrischen Antriebskonzept und ist

modular erweiterbar. Bei den Straßenbau-Maschinen

handelt es sich um das Technologie-Projekt

der Wirtgen-Kaltfräse W 50 Re, des

Vögele-Straßenfertigers Super 1300-5e und der

Hamm-Tandemwalze HX 70e. Mit den elektrisch

angetriebenen Maschinen sind Straßensanierungsmaßnahmen

lokal emissionsfrei möglich.

Das Produktions-System ist zudem erweiterbar:

Mit dem Benninghoven Multi Jet Brenner

ist die Asphaltherstellung erstmals zu 100 Prozent

mit grünem Wasserstoff und damit CO₂-frei

möglich. Für die nachhaltige Aufbereitung des

Fräsmaterials, das in der Asphaltmischanlage

zur Herstellung des neuen Asphalts wiederverwendet

wird, sorgt der mobile Kleemann-Prallbrecher

MR 100i NEOe. Dank der Möglichkeit

der externen Stromeinspeisung kann er vollelektrisch

betrieben werden und bei unzureichender

Stromversorgung vor Ort auch diesel-elektrisch

mit dem alternativen Kraftstoff

HVO100 CO₂-reduziert arbeiten.

www.wirtgen-group.com/de

Bild 01

Bild 02

Bild 03

Bild 04

Die Herausforderungen einer

Kleinbaustelle meistern kompakte

Maschinen – auch lokal

emissionsfrei.

Die Wirtgen-Kleinfräse W 35 Ri

trägt zügig die Asphaltdeckschicht

oder gleich mehrere

Schichten ab.

Dank kompakter Abmessungen,

variabler Einbaubreite

und großem Leistungsvermögen

eignet sich der Super 700i

besonders für den Bau von

Rad- und Fußgängerwegen.

Batterie-elektrisch angetriebene

Tandemwalze HD 12e VO

mit Vibrations- und Oszillationsbandage.

(Quelle: Wirtgen

Group)

3|2025


DEULA-Expertentipp

Voll auf Elektro

Die Zukunft der Arbeitsmaschinen auf Bauhöfen und im Baugewerbe ist

elektrisch. Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten. Im Gegenteil:

Sie schreitet stets voran.

Von Hubert Lücking, Bundesverband DEULA

Vor allem in Wohngebieten

bietet die Elektrifizierung

von Baumaschinen Vorteile.

(Quelle: Adobe Stock/Roel)

Die Stromer werden im Baugewerbe immer

häufiger eingesetzt. Längst spricht die

Fachwelt von einem Trend. Zu den Stromern

gehören zum Beispiel Radlager und Bagger

unterschiedlicher Größen.

Die Baumaschinenhersteller, die E-Modelle in

ihre Angebotspalette aufgenommen haben,

konzentrierten sich in der Vergangenheit oft auf

die Produktion kleiner und kompakter Maschinen

mit einem Gewicht von bis zu 4,5 Tonnen. In

der Regel kommen diese Maschinen auf Bauhöfen,

bei Straßenmeistereien und bei Garten- und

Landschaftsbauern zum Einsatz. Bislang gibt es

keine gesicherten Zahlen zum Einsatz der Stromer

auf den Baustellen. Fakt ist jedoch, dass die

Anzahl an E-Ladern und E-Baggern hierzulande

noch recht überschaubar ist. Ein Grund dafür

könnte sein, dass Betriebsinhaber abwarten,

wohin sich die Akku-Technologie entwickeln

wird. Zudem werden große Maschinen wegen

der Lebensdauer und des Anschaffungspreises

seltener angeschafft als Handgeräte.

Tatsache ist auch, dass die Hersteller kontinuierlich

leistungsstärkere und ressourcenschonendere

Akkumulatoren entwickeln, die

den Fahrantrieb sowie die Arbeitshydraulik mit

Strom versorgen. Auch in puncto Betriebsdauer

entwickeln die Hersteller ihre jeweiligen

Angebote stets weiter. Die heutigen Akkus halten

oft bis zu einem ganzen Arbeitstag. Es

kommt natürlich auf den Einsatz der jeweiligen

Maschine an. Wenn sie für harte Dauereinsätze

gebraucht wird, verringert sich die Betriebsdauer

des Akkus. Außerdem spielen die Temperaturen

eine gewisse Rolle. Diese beeinträchtigen

die Betriebsdauer der Akkus ebenfalls.

Wenn die jeweiligen Maschinen mit einem

On-Board-Ladegerät ausgestattet sind, können

sie an einer normalen 230-Volt-Steckdose

über Nacht wieder aufgeladen werden. Schneller

geht es mit einem Drehstromanschluss mit

400 Volt und einer Ladeleistung von 22 kW.

Damit ist die Batterie einer Elektromaschine mit

50 kW innerhalb von fünf Stunden wieder voll

geladen. Unter einer Stunde ist die Schnellladung

mit Gleichstrom (DC) möglich. Die Hersteller

gehen aber davon aus, dass sich in der

Ladetechnik künftig eine ganze Menge tun

wird – allein wegen der aktuellen Entwicklungen

im Automobilsektor.

Alternative aus Leistungs- und

Wirtschaftssicht

Dass die Stromer eine gute Alternative zu den

benzin- und dieselangetriebenen Maschinen

sind, lässt sich nicht leugnen. Wirkungsgrade

von mehr als 90 Prozent sorgen dafür, dass der

Elektroantrieb eine wirtschaftliche Alternative

zu den Maschinen mit Verbrennungsmotoren

ist. Diese Motoren setzen dagegen rund 60 Prozent

der eingesetzten Energie vor allem in

Wärme um. Ein weiteres Plus für die E-Werkzeuge:

die geringen Wartungs- und Instandhaltungskosten

sowie die Betriebskosten, die sich

auf einem Low-Level befinden. Den zahlreichen

Erfahrungsberichten der vergangenen

Jahre konnte man entnehmen, dass sich

Gesamtkosten beim Elektroantrieb gegenüber

dem Verbrennungsmotor nahezu halbierten.

Welch hohe Bedeutung die E-Bagger und

E-Lader bereits jetzt haben und erst recht in

naher Zukunft, erfahren die Auszubildenden in

den DEULA-Bildungszentren. Hier lernen sie

Grundlagen der Fahrzeugtechnik. Schwerpunkte

stellen der Einsatz von Baumaschinen

sowie Geräten für die Bodenverdichtung, die

Bedienung und Wartung von Verbrennungsmotoren

sowie der Gesundheitsschutz dar.

In der überbetrieblichen Ausbildung in den

DEULA-Bildungszentren lernen die Auszubildenden

praxisnah den Umgang mit moderner,

umweltfreundlicher Technik, wobei verstärkt

elektrisch betriebene Baumaschinen zum Einsatz

kommen. Der Fokus in den Kursen liegt auf

der Vermittlung von Grundlagen in der Fahrzeugtechnik,

dem praktischen Einsatz der

unterschiedlichen Baumaschinen, deren Wartung

und Pflege sowie der Arbeitssicherheit.

Damit bereits während der Ausbildung

zukunftsweisende technische Entwicklungen

vermittelt werden können, spielen regelmäßige

Weiterbildungen der DEULA-Ausbilder

eine entscheidende Rolle.

DEULA-Fazit

Emissionsfreie und geräuscharme Baumaschinen

sind die Zukunft. Hier ist viel Bewegung.

So wie Einsatzszenarien sehr verschieden sein

können, sind es auch die Entwicklungen der

Hersteller. Nehmen wir einen hybridangetriebenen

Bagger als Beispiel. Er kann einen Dieselmotor

besitzen und gleichzeitig auf eine

externe Hydraulikanlage umgestellt werden,

die wiederum ein Akkupaket als Stromquelle

hat und/oder auf verfügbaren Netzstrom am

Einsatzort zurückgreifen kann. Ein anderer Bagger

dagegen könnte in Gänze auf eine externe

Hydraulikanlage oder Stromquelle setzen.

Natürlich kann der Akku auch auf dem Fahrzeug

verbaut sein, wie wir es von der Elektromobilität

kennen.

INFO

Weitere Informationen

zu den DEULA-Bildungszentren

und zu

deren für Sie interessanten

Seminaren finden

Sie unter folgender

Adresse:

www.deula.de

3|2025


www.cff.de

Digitalisierung

Kooperation von Dynapac und Leica

Geosystems

Leica Geosystems und Dynapac geben die Kompatibilität der Funktionen

„Auto-Steering“ und „Screed Edge Control“ auf Dynapac-Asphaltfertigern

mit Leica I-Con Pave für Asphaltanwendungen bekannt. Die gemeinsame

Lösung wird für die neue Generation von Straßenfertigern der Serie Dynapac

SD25 und XD25 Highway verfügbar sein, die auf der bauma erstmals

vorgestellt wurde.

Die Partnerschaft zielt darauf ab, mit

Asphaltfertigern von Dynapac und

Maschinensteuerung von Leica Geosystems

die Präzision und Effizienz des Asphalteinbaus

zu verbessern. Durch die Integration der

neuen Funktionen für automatische Lenkung

und Bohlensteuerung könne der Straßenfertiger

dem Entwurf des Leitdrahtmodells millimetergenau

folgen, heißt es von den Unternehmen.

Der Einsatz herkömmlicher Methoden

mit Richtschnur und Stift entfalle, was zu

einer Kostenreduzierung bei gleichzeitiger

Produktivitätssteigerung führen soll.

„Unsere Zusammenarbeit mit Leica Geosystems

ist ein wichtiger Meilenstein für die

technische Weiterentwicklung moderner

Asphaltfertigung – mit dem Ergebnis noch

höherer Funktionalität für unsere Kunden“,

sagt Soenke Demuth, Head of Global Product

Management Paving bei Dynapac.

Die Maschinensteuerung Leica I-Con Pave

soll die automatische Spurführung sowie präzise

Einstellung der Bohlenbreite auf Grundlage

eines digitalen Leitdrahtentwurfes garantieren.

So könne der Materialeinsatz optimiert

werden, aber auch eine genauere Materialschätzung

während des gesamten Einbauprozesses

erfolgen. Die Arbeitssicherheit verbessert

sich, da Risiken bedingt durch physischen

Einsatz von Leitdrähten, Richtschnüren und

C

Stiften entfallen.

M

„Infrastrukturprojekte und damit auch die

Einhaltung hoher Baustandards gewinnen Y

weltweit an Bedeutung. Dies erfordert eine

CM

noch höhere Präzision und Effizienz beim

MY

Asphalteinbau“, erläutert Neil Williams, President

of the Machine Control Division bei

CY

Leica Geosystems. „Einen Fertiger manuell CMY zu

lenken und gleichzeitig die optimale und

K

konsistente Bohlenbreite sicherzustellen,

bedarf ständiger Anpassungen an die jeweiligen

Gegebenheiten vor Ort. Durch die automatische

Lenkung und Bohlensteuerung

wird der Maschinenführer deutlich entlastet

und erzielt hervorragende und zuverlässige

Einbauresultate.“

»TOP im Rennen

mit Upcycling«

TOPCEL ®

TOP Asphalt

TOP Zuverlässigkeit

TOP Service

Unsere CFF-Faserprodukte

schonen Ressourcen und

erfüllen auch anspruchsvolle

technische Anforderungen!

Dynapac XD25 110C model. (Quelle: Dynapac)

MEET US

FGSV

Asphaltstraßentagung

21. / 22. Mai 2025

Baden-Baden

CFF GmbH & Co. KG

TOPCEL@cff.de


40

Technik

01

Skatepark

Reparaturmörtel sichert Fläche für

Tricks und Stunts

Rampen, Rails und andere Hindernisse: Der Skatepark am Voltaplatz in

Krefeld ist ein beliebter Treffpunkt für Skateboarder, BMX-Fahrer und

Inline-Skater. Die frequentierte Nutzung hatte jedoch mit der Zeit Spuren

hinterlassen. Die Reparaturen erfolgten mit einem Produkt des Mindener

Flüssigkunststoffspezialisten Triflex: Asphalt Repro 3K. Hierbei handelt

es sich um einen 3-komponentigen, bitumenfreien Reparaturmörtel, mit

dem Schadstellen auf Straßen, Wegen und in Parks mit kleinem Aufwand

langfristig behoben werden können.

Bereits seit den 90er-Jahren dient der

Skatepark als sozialer Knotenpunkt für

Begegnungen und Austausch innerhalb der

Skate-Community bzw. sogar darüber hinaus.

Die intensive Nutzung hatte jedoch über die

Jahre hinweg deutliche Verschleißspuren hinterlassen

– teilweise bis in die Asphaltbindeschicht.

Zusätzlich stellte die besondere

Struktur des Parks mit Rampen und Übergängen

zwischen verschiedenen Materialien wie

Asphalt und Metall eine technische Herausforderung

für die Verarbeitung dar.

Schnellreaktiver Reparaturmörtel

Die Instandsetzung der beschädigten Flächen

wurde in den Herbstferien im laufenden

Betrieb durchgeführt, um die Beeinträchtigung

der Nutzer auf ein Minimum zu reduzieren.

Gemeinsam mit der Krefelder Firma Kox

Abdichtungstechnik, die das Produktsystem

erstmals einsetzte, konnten auch die teils

anspruchsvollen Reparaturen an Übergangsbereichen

zwischen Asphalt und Metall ausgeführt

werden. Eingesetzt wurde das System

Triflex Asphalt Repro 3K. Es bietet eine

Bearbeitung, ohne dass schwere Geräte notwendig

sind. Das Material auf PMMA-Basis ist

schnell reaktiv und nach nur 45 Minuten wie-

3|2025


Technik

41

der überfahrbar. Die schnelle Aushärtung des

Materials stellte laut Hersteller sicher, dass die

frisch sanierten Bereiche zügig wieder

genutzt werden konnten.

Zügige Verarbeitung für schnelle

Ergebnisse

Für die Reparatur der Schäden musste

zunächst der Untergrund gründlich vorbereitet

werden. Die beschädigten Stellen im

Asphalt wurden ausgestemmt und anschließend

gereinigt. Nach der Reinigung grundierten

die Verarbeiter die Bereiche mit Triflex

Cryl Primer 222, um eine Verbindung

zwischen Untergrund und Reparaturmörtel

sicherzustellen. Nach der Aushärtung der

Grundierung wurde der Reparaturmörtel Triflex

Asphalt Repro 3K aufgebracht. Das Produkt

wird in wenigen Schritten verarbeitet:

Direkt aus dem Eimer kalt appliziert und mit

der Kelle verteilt, ist dabei keinerlei Spezialgerät

erforderlich. Das Produkt geht einen

vollflächigen Haftverbund mit dem vorhandenen

Asphaltuntergrund ein.

Dauerhaft funktionstüchtige Fläche

Das im Reparaturmörtel verwendete PMMA-

Harz ist schnell reaktiv und härtet entsprechend

zügig aus. Laut Mitteilung von Triflex

können die Sperrzeiten somit reduziert werden.

Im Vergleich zu herkömmlichem Gussasphalt

sei die Reparatur mit einem PMMA-basierten

Produkt schneller, wirtschaftlicher

und ginge mit weniger Geruchsbelästigung

02

einher. Neben der Verarbeitbarkeit und Qualität

führe die sehr gute Zusammenarbeit

aller Beteiligten zu einem erstklassigen

Ergebnis.

Bild 01

Bild 02

Der Skatepark in Krefeld. (Quelle: Triflex)

Triflex Asphalt Repro 3K geht einen

vollflächigen Haftverbund mit dem

vorhandenen Asphaltuntergrund ein.

Der Staubbefeuchtungsmischer

DUSTFIX

www.mapgmbh.com

Die einfache Aufbereitung und

Entsorgung von Staub

Für Asphaltfüller, Gesteinsstaub und

andere Industriestäube von 2-80 m³/h

Rückstandsfrei und verschleißfest


42

Technik

Asphalt- und Schotterausbau bei der Sanierung der Ortsdurchfahrt

in Loßburg: Sämtliche im ERP-System angelegten Baumaschinen

sind nun über bau-mobil mit dem Telematiksystem verbunden

Digitalisierung

Mehr Überblick, weniger Aufwand

Die Rath GmbH & Co. KG mit Sitz in Haiterbach forciert den Einsatz digitaler

Systeme im Unternehmen und auf ihren Baustellen. Im Zentrum steht

dabei die Software „bau-mobil“ von Connect2Mobile, die dem Straßenund

Tiefbauunternehmen viele wirtschaftliche Vorteile bringt. Besonders

die neue Mitarbeiter-App kommt beim Baustellen-Team gut an.

Vor rund zehn Jahren hat das Schwarzwälder

Straßen- und Tiefbauunternehmen

Rath die Software „bau-mobil“ von Connect-

2Mobile eingeführt. Bis heute arbeiten etwa

50 der insgesamt 110 Mitarbeiter des Mittelständlers

mit dem IT-System, am PC-Arbeitsplatz

im Büro sowie am Tablet oder am Mobiltelefon

auf der Baustelle. Um die Implementierung

neuer Funktionalitäten kümmert sich

Paul Reiss, der im Bereich Personal sowie Einsatzplanung

und Lohnabrechnung tätig ist.

Mit seinen Hochschulabschlüssen in Betriebswirtschaftslehre

und im Bauingenieurwesen

ist er für diese Aufgabe prädestiniert, denn das

Ziel ist zum einen, die Transparenz und die

Arbeitsprozesse mithilfe des digitalen Systems

zu verbessern. Zum anderen soll die Software

mithilfe der gesammelten Daten das Unternehmen

dabei unterstützen, wirtschaftlicher

zu arbeiten.

Ticketsystem für Werkstattaufträge

bringt wirtschaftliche Vorteile

Im Jahr 2020 wurde die Software, die bei Rath

Bau schon seit rund zehn Jahren im Einsatz ist,

um ein Ticketsystem für Werkstattaufträge

erweitert. Schon zuvor war „bau-mobil“ etabliertes

Arbeitsmittel in verschiedenen Bereichen:

Von der Planung und Zeiterfassung bei

Polieren und Bauleitern über Fotodokumentation

bis hin zur Gerätedatenerfassung ist die

Software bei vielen Aufgaben im Unternehmen

inzwischen nicht mehr wegzudenken.

Das neue Ticketsystem schafft jetzt zusätzliche

Mehrwerte für Mitarbeiter und Unternehmen:

Stellen Lkw-Fahrer oder Poliere Schäden

an Baumaschinen oder -geräten fest, so fotografieren

sie diese mit ihren Mobilgeräten und

dokumentieren den Schaden in wenigen Worten.

Werkstattleiter Michael Hammann erhält

anschließend auf digitalem Wege ein Ticket mit

der jeweiligen Reparaturanfrage. Je nach

Maschine und Schaden hat er die Möglichkeit,

Reparaturarbeiten entsprechend zu priorisieren

und damit sinnvoll zu planen. Für den Werkstattleiter

bedeutet das zunächst mal ein entspannteres

Arbeiten.

Für das Bauunternehmen ergeben sich daraus

wirtschaftlichen Vorteile. „In bau-mobil

sehen wir auf einen Blick nicht nur die Arbeitsstunden

unserer Baumaschinen, sondern

bekommen zusätzlich mit nur wenigen Klicks

Informationen über Reparaturkosten jedes

Baugeräts. Das hilft uns, die Wirtschaftlichkeit

3|2025


Technik

43

einer Maschine exakt zu ermitteln“, erklärt der

Werkstattleiter. Zusätzlich kann Michael Hammann

alle Ersatzteile, die er für die Reparaturen

gekauft hat, in das System aufnehmen und so

langfristig von Erfahrungswerten profitieren.

jetzt transparent vorliegen, sparen wir Zeit und

außerdem Geld, denn Betriebsstoffe, wie Öle

für solche Geräte, sind für gewöhnlich sehr

teuer“, resümiert der Experte.

Beide Neuerungen waren konkrete Wünsche

des Bauunternehmens, und die Firma

Connect2Mobile hat diese zeitnah umgesetzt.

Inzwischen arbeiten mehrere Unternehmen

mit einem ähnlichen Ticketsystem für die Werkstatt.

Und auch die Rosenberger-Anbindung ist

bei weiteren Firmen auf Interesse gestoßen.

Werkstattleiter Michael Hammann: „In bau-mobil

sehen wir auf einen Blick nicht nur die Arbeitsstunden

unserer Baumaschinen, sondern bekommen

zusätzlich Informationen über Reparaturkosten

jedes Baugeräts.“

Telematik-Anbindung: Kundendienst-Intervalle

besser planen

Mit dem Ziel, Baumaschinen nicht nur schneller

und leichter aufzufinden, sondern auch den

Kundendienst für Fahrzeuge und vor allem größere

Arbeitsgerätschaften sinnvoll zu planen,

hat das Unternehmen im vergangenen Jahr

eine weitere wichtige Neuerung mit „bau-mobil“

umgesetzt: Das Telematiksystem der

Rosenberger Telematics GmbH wurde integriert.

Sämtliche im ERP-System des Bauunternehmens

angelegten Gerätschaften sind nun

über „bau-mobil“ mit dem Telematiksystem

verbunden. „Durch diese Verzahnung erhalten

wir gezielte Informationen aus Rosenberger

Telematics über Standorte und Betriebszeiten“,

berichtet Reiss. „Nach 500 Betriebsstunden

steht in unserem Hause für jede Maschine ein

Kundendienst an. Da uns die Stunden der

Geräte und Maschinen vorliegen, kommt der

Kundendienst jetzt nicht mehr überraschend,

sondern ist planbar.“ Und das ist nur einer von

zwei Vorteilen. Zuvor führte das Unternehmen

Kundendienste bei sämtlichen Baugeräten und

Fahrzeugen im jährlichen Turnus durch. „Die

genauen Betriebsstunden haben wir vorab

nicht geprüft“, verrät Reiss. „Dabei arbeiten wir

mit vielen Spezialgeräten, die in einem Jahr

eigentlich nie auf diese hohe Anzahl an

Betriebsstunden kommen. Da uns diese Daten

Mitarbeiter-App: Das gesamte

Baustellenpersonal wird digital

Aktuell führt Rath Bau die Mitarbeiter-App ein.

Eine serverbasierte Anwendung, die auf den

privaten Endgeräten des übrigen Baustellenpersonals

laufen soll. Das soll vor allem die Planung

erleichtern und die derzeit noch recht

hohe Anzahl an Nachfragen beim Disponenten

reduzieren. „Wir haben einige feste Kolonnen,

aber auch solche, deren Besetzung variiert“,

berichtet Paul Reiss. „In solchen Fällen wissen

die Mitarbeiter oft nicht, für welche Baustelle

sie eingeteilt sind, und stehen bei mir im Büro

regelrecht Schlange. Diese Informationen

möchten wir ihnen jetzt direkt über die Mitarbeiter-App

bereitstellen, sodass sie unmittelbar

über ihren Arbeitsort und ihre Kolonne

informiert sind.“ Mit der neuen App sollen die

Mitarbeiter auch die von den Polieren für sie

erfassten Stunden am Monatsende einsehen

und außerdem Urlaubsanträge und Krankmeldungen

einreichen können.

Mitarbeiter-App gefällt: So einfach

wie ein Handy-Kalender

Straßenbauer Jakob Ziefle: „Wir können Stunden

abrufen und auf den Baustellen fotografieren.

Obwohl wir die App von Connect2Mobile erst seit

kurzer Zeit im Einsatz haben, sind erste Mehrwerte

schon ersichtlich.“

Straßenbauer Leon Pfeifle gefällt insbesondere

die Usability der Mitarbeiter-App: „Jeder, der

schon einmal mit einem Handy-Kalender gearbeitet

hat, sollte sich auch schnell mit der baumobil-App

zurechtfinden. Wir bekommen alle

wichtigen Informationen – von den Baustellen,

für die wir eingeteilt sind, bis hin zu unseren

Stunden – digital auf unser Handy und brauchen

kaum noch nachzufragen“, freut er sich.

Auch Henry Kilgus, Auszubildender zum Baugeräteführer,

findet die App sehr praktisch und

vorteilhaft: „Am Monatsende haben wir immer

sofort einen Überblick über alle geleisteten

Arbeitsstunden“, konstatiert er. Baugeräteführer

Simon Strobel fügt hinzu: „Wir sehen nicht

nur unsere Stunden, sondern auch das, was der

Polier schreibt. Das Handling der App ist dabei

sehr einfach.“ Straßenbauer Jakob Ziefle lobt

nicht zuletzt die Möglichkeit, den Baufortschritt

mit dem Handy zu dokumentieren und

die Bilder dem Team über „bau-mobil“ zur Verfügung

zu stellen: „Wir können Stunden abrufen

und auf den Baustellen fotografieren.

Obwohl wir die App erst seit kurzer Zeit im

Einsatz haben, sind erste Mehrwerte bereits

ersichtlich“, staunt er.

„bau-mobil hat sich im Unternehmen durchweg

bewährt. Schon beim Onboarding neuer

Kollegen machen sich die Vorteile direkt

Straßenbauer Leon Pfeifle: „Jeder, der schon

einmal mit einem Handy-Kalender gearbeitet hat,

sollte sich auch schnell mit der bau-mobil-App

zurechtfinden.“ (Quelle: Rath GmbH & Co. KG)

bemerkbar. Denn alle Mitarbeiter, auch diejenigen,

die weniger IT-affin sind, haben die

Arbeit mit der intuitiv zu bedienenden App in

der Regel schnell verstanden“, sagt Paul Reiss.

„Für mich mit einer der größten Vorteile des

IT-Systems.“

https://rath-bau.de

3|2025


44

Veranstaltungen

VDBUM-Großseminar

„Die Politik weiß nicht,

welche Rahmenbedingungen

wir benötigen“

Wohin steuert die Baubranche? Beim

Lounge-Talk zur Seminareröffnung nahmen

(v. r. n. l.) Moderatorin Alexandra von

Lingen, Axel Fischer, Angela Papenburg,

Holger Schulz, Peter Guttenberger und

Dirk Bennje auf Baumaschinen-Simulatoren

Platz. (Quelle: VDBUM)

Die Branche verfügt über viele Tools, um sich zukunftsfähig aufzustellen.

Woran es noch mangelt, der Wille mancher Akteure, die Verlässlichkeit

der Politik, die Unterstützung von Behörden und vor allem die

Fachkräfte. So lautet das Fazit des 53. Großseminars des Verbands der

Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) im Februar in

Willingen.

Gleich emotionale Momente gab es zu

Beginn des VDBUM-Großseminars im Kongresszentrum

Sauerland Stern Hotel: Moderatorin

Alexandra von Lingen blickte

gemeinsam mit Peter Guttenberger auf 24

Jahre zurück, in denen er an der Spitze des

VDBUM gestanden, dem Verband ein Gesicht

gegeben und – gemeinsam mit seinen

Vorstandskollegen und den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern des VDBUM – viele

Prozesse anstoßen hat und im Sinne der

Mitgliedschaft beeinflussen konnte. Wenige

Stunden zuvor war Guttenberger bei der

Mitgliederversammlung zum VDBUM-Ehrenpräsidenten

ernannt worden und der

bisherige Vizepräsident Dirk Bennje, Spartenleiter

Technical Division der Hamburg

Port Authority, ohne Gegenstimmen zu seinem

Nachfolger gewählt worden. Er werde

den Verband in Guttenbergers Sinne weiterführen,

sagte der neue Präsident, auch

wenn sich die Herausforderungen gegenüber

denen des letzten Generationswechsels

zu Beginn der 2000er-Jahre geändert

haben. Heute stehen die Einführung von

KI-Systemen in Unternehmen, Robotern

auf Baustellen und nachhaltige Prozesse

bei Herstellung und Antrieb von Baumaschinen

auf der Agenda. Die Richtung hat

der VDBUM längst in seinem Strategieplan

2030 definiert.

Digitale und ökologische Transformation

der Bauindustrie

Den Lounge-Talk des VDBUM in der Upland-

Arena komplettierten Angela Papenburg, Vorstandsmitglied

der GP Günter Papenburg AG,

Axel Fischer, Geschäftsführer von Wacker Neuson

Deutschland, und Holger Schulz, Vorsitzender

der Geschäftsführung der Zeppelin Baumaschinen

GmbH, als Vertreter der drei Schwerpunktpartner

des Großseminars. Branchenflair

versprühten Baumaschinensimulatoren, auf

denen die zwei Damen und vier Herren Platz

nahmen. Die Talkrunde bot einen perfekten

Einstieg in die 51 Vorträge des Seminarprogramms.

Die Schwerpunktpartner waren

jeweils mit mehreren Themen und Referenten

am Start. „Nachhaltigkeit ist teuer, aber alternativlos“,

sagte Axel Fischer.

Wacker Neuson setzt konsequent auf „zero

emission“ und verfolgt bei der Digitalisierung

die Strategie einer offenen Plattform. Die neue

Kabine ist mit MiC-4.0-Technik ausgestattet.

„Standardisierung ist für Anwender äußerst

wichtig“, bekräftigte Angela Papenburg und

beklagte, dass „die Politik überhaupt nicht

weiß, welche Rahmenbedingungen wir benötigen“.

Holger Schulz berichtete, dass Zeppelin

viel Geld in die Hand nehme, um die Niederlassungen

klimaneutral aufzustellen. Über das

Baumaschinen-Fernsteuersystem Cat Command,

das Bedienern ermöglicht, abseits der

Maschine und außerhalb des Gefahrenbereichs

zu arbeiten, sagte Schulz: „Wir befinden uns auf

einer Reise. Wir haben ein zertifiziertes Produkt

und lernen gemeinsam mit den Kunden.“

Wie abhängig auch die Bauindustrie von

den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen

Rahmenbedingungen ist, legte Christoph

Heusgen als scheidender Chef der Münchener

Sicherheitskonferenz in seinem Vortrag

dar. Sein „kurzer Ritt durch die Weltpolitik“

inklusive eines Rückblicks auf die Amtszeit

von Angela Merkel, deren außen- und sicherheitspolitischer

Berater er bis 2021 war, fesselte

die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

des Großseminars. „Aus meiner Sicht hat nun

die Stunde Europas geschlagen“, fasste er

zusammen.

Bauindustrie muss nachhaltiger

werden

Das Vortragsprogramm im VDBUM-Seminar

startete mit der Podiumsdiskussion. Wie sich

die Transformation der Baubranche mit Blick

auf die Themen Digitalisierung, Fachkräftemangel

und Nachhaltigkeit gestalten lässt,

diskutierte Moderatorin Alexandra von Lingen

mit Martin Friewald, Sonderbeauftragter der

Geschäftsführung „Die Autobahn GmbH des

Bundes“ und Aufbaugeschäftsführer der Autobahn

GmbH, Martin Zappe, Programmleitung

Salcos, Salzgitter Flachstahl, Ralf Lüddemann,

Mitglied des Vorstands der Strabag, Walter Nussel

MdL, Beauftragter für Bürokratieabbau der

bayerischen Staatsregierung, sowie

VDBUM-Präsident Dirk Bennje.

3|2025


Veranstaltungen

45

„Wir sind verantwortlich für 1 Prozent des

deutschen CO₂-Ausstoßes“, erläuterte Martin

Zappe. Mit dem Projekt Salcos will die Salzgitter

AG die klimafreundliche Stahlproduktion

durch den Einsatz von Wasserstoff erreichen.

So lange dieser noch nicht verfügbar ist, laute

das Ziel CO₂-reduzierte Stahlproduktion. Zappe

erklärte, dass CO₂-neutraler Stahl irgendwann

Standard sein werde. Da die Kosten für den

Ausstoß weiter erheblich steigen werden, sei

dies alternativlos. Die Schlacke, die im Zuge des

Salcos-Programms produziert wird, „ist ein hervorragendes

Material für den Straßenbau und

kann so in die Kreislaufwirtschaft eingebracht

werden“, so Zappe.

„Ich versuche, Ihnen wieder mehr Beinfreiheit

zu geben“, richtete sich der bayerische Bürokratieabbau-Beauftragte

Walter Nussel an die

Branchenvertreter. 2018 hatte er den „Praxischeck

Bürokratie“ angestoßen und berichtete

von Erfolgen. Wichtig sei, ministeriumsübergreifend

zu arbeiten. Der „wahnsinnige Kontrollwahn“

müsse aufhören und das Personal

effizienter eingesetzt werden.

„Es ist Luft nach oben“, sagte Martin Friewald

über die bisherigen Erfolge der Autobahn

GmbH. Sie ist noch immer damit beschäftigt,

die teils sehr unterschiedlichen Verordnungen

der 16 Bundesländer zusammenzuführen.

Aktuell fahre man von 1.250 auf 150 Anwendungen

herunter. „Die BIM-Pilotprojekte stehen

in den Startlöchern“, sagte er. In zwei bis

drei Jahren solle dies standardmäßig umgesetzt

werden. Der digitale Zwilling käme bei

jeder neuen Brücke.

Ralf Lüddemann beklagte, dass das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz

das Tagesgeschäft

enorm hemme. „Wir müssen uns vernetzen,

damit die digitale Baustelle läuft. Alle

Akteure am Bau müssen zusammenspielen“,

erklärte er. Die Strabag sei Ende 2025 BIM-ready

auf rund 100 Baustellen. An Friewald gerichtet,

zeigte er sich verärgert darüber, dass der Bau

einer Brücke zehneinhalb Jahre dauert – drei

Jahre Bau, siebeneinhalb Jahre Planung. „Das

muss schneller werden.“ Er sei empört darüber,

dass in Deutschland, wie in Dresden geschehen,

eine Brücke einstürzen kann.

„Ich finde Bürokratie gut – zumindest in

einem gewissen Maß“, erklärte Bennje. Dies

höre allerdings auf in einem Land, in dem es 16

verschiedene Bauverordnungen gebe. Der Verband

sehe sich als Mittler zwischen Herstellern

und Anwendern und wolle der Branche als

Berater zur Verfügung stehen. „Wir möchten im

Vorfeld neuer Verordnungen mit am Tisch sitzen

und darauf achten, dass die Dinge umsetzbar

sind.“ Er berichtete, dass der VDBUM sich

Digitalisierung und Bürokratieabbau

in der Bauindustrie

Hart, aber fair: Bei der Podiumsdiskussion zu Beginn des VDBUM-Großseminars sprachen die Diskutanten

Klartext – Dirk Bennje, Walter Nussel, Ralf Lüddemann, Martin Zappe und Martin Friewald mit Moderatorin

Alexandra von Lingen (v. l. n. r.). (Quelle: B_I MEDIEN/Stellmach)

3|2025


46

Veranstaltungen

Glückliche Gewinner: Die drei Erstplatzierten des VDBUM-Förderpreises und Geehrten des Azubi-Sonderpreises

mit VDBUM-Präsident Dirk Bennje (4. v. l.), seinem Stellvertreter Marco Fecke (l.) und Vorstand

Prof. Jan Scholten (r.). Der neue VDBUM-Vorstand Dirk Jank (3. v. l.) nahm den Preis anstelle der verhinderten

Hochtief-Vertreter an. (Quelle: VDBUM)

für das Thema digitale Transformation gerade

mit dem Experten Dr. Christian Kreyenschmidt

verstärkt hat, „denn dieses Thema kann man

nicht nebenbei machen“. Dem angegriffenen

Freiwald sprang Bennje zur Seite: Dass nun

4.000 Brücken als direkt gefährdet gelten, läge

auch daran, dass es neue Bewertungen gibt.

Fachkräftemangel beschäftigt die

Baubranche

Beim Thema Fachkräftemangel gingen die

Meinungen weniger auseinander. Die eigene

Ausbildung sei ein absolutes Fokus-Thema bei

Salzgitter Flachstahl und Strabag. Friewald

berichtete, dass jeder, der sich bei der Autobahn

GmbH ausbilden lässt, eine Übernahmegarantie

erhält. Lüddemann erklärte, dass man

auch in Afrika nach neuen Mitarbeitern suche:

„Ich wünsche mir endlich eine gute Migrationsdebatte,

die sich nicht nur mit kriminellen

Menschen beschäftigt, sondern mit denen,

die wir in Lohn und Brot führen wollen.“ Der

VDBUM werde weiter Anstrengungen unternehmen,

„um qualifizierte Leute für diese

coole Branche zu finden, und wir arbeiten

Nachwuchsförderung: Der VDBUM und seine fünf Partner ermöglichten 22 Studierenden und Meisterschüler*innen

die Teilnahme am diesjährigen Großseminar. (Quelle: VDBUM)

daran, diese Branche weiter zu promoten“,

versprach Bennje. Sein Fazit der Podiumsdiskussion

lautete: „Wir konnten bei vielen Fragen

den Finger in die Wunde legen und so

auch optimistische Dinge mitnehmen. Der

Wandel ist in vollem Fluss.“

Den Fachkräftemangel lindern helfen soll

das VDBUM-Patenschaftsprogramm: Mit seinen

Partnern GP Günter Papenburg, Lectura,

Topcon, Strabag und TWF ermöglichte der

VDBUM 22 Studierenden und Meisterschüler*innen

die kostenlose Teilnahme am Großseminar.

„Wir hatten diesmal sogar Wiederholungstäter

dabei“, wusste VDBUM-Vorstand

Jan Scholten. Gemeint waren damit Studierende,

die zu Beginn ihres Studiums Gelegenheit

hatten, Branchenluft zu schnuppern und

nun zum Studienende Kontakte ausbauen

und erste Karriereschritte angehen wollen.

VDBUM-Arbeitskreise und

Mitgliederversammlung

Eine starke Beteiligung konnte der Tag der

Arbeitskreise am Freitag verbuchen. Das Format

wurde 2024 erstmals veranstaltet. Zu

Beginn der diesjährigen Ausgabe zogen sich

die fünf Arbeitskreise „Elektrotechnik“, „Turmdrehkrane“,

„Werkstatt 4.0“, „Baulogistik“ und

„Wasserstoff im Schienenverkehr“ zu Gesprächen

zurück und versammelten sich schließlich

wieder in großer Runde. Die Sprecher

berichteten von sehr guten Diskussionen und

auch davon, dass konkrete Ziele festgelegt

worden sind. Exemplarisch sei hier der AK

Werkstatt 4.0 beschrieben. Hier sollen als

Testballon für Hersteller und Baufirmen drei

modellhafte Baumaschinen digital zusammengetragen

und von den Mitgliedern des

AK geprüft werden. Das Ziel ist zu ergründen,

was sich medienbruchfrei liefern lässt. Alle

Arbeitskreise haben bereits weiterführende

Gespräche vereinbart.

Auf der VDBUM-Mitgliederversammlung

war nicht nur der neue Präsident gewählt worden.

Marco Fecke, Vorstandsmitglied seit

2022, ist neuer Vizepräsident, Dirk Jank wurde

zum neuen Vorstandsmitglied gewählt. Karl

Mitter, ehemaliges Vorstandsmitglied, wurde

eine besondere Ehre zuteil. Er war vor Ort und

wurde ausgezeichnet für seine 50-jährige

VDBUM-Mitgliedschaft.

Die nächste Gelegenheit, beim

VDBUM-Großseminar dabei zu sein und nichts

Wichtiges zu verpassen, besteht vom 10. bis 13.

Februar 2026 in Willingen.

3|2025


bauma 2025: Besucher aus mehr als

200 Ländern sowie 3.601 Aussteller

aus 57 Nationen. (Quelle: B_I MEDIEN/hin)

bauma 2025

Starkes Signal in bewegten Zeiten

Mit eindrucksvollen Besucherzahlen,

hoher Internationalität und

zukunftsweisenden Impulsen hat

die bauma 2025 erneut ihre Rolle

als weltweit wichtigste Messe der

Bau-, Baustoff- und Maschinenbranche

unter Beweis gestellt. Inmitten

wirtschaftlicher und politischer Unsicherheiten

sendete die Veranstaltung

ein kraftvolles Zeichen der Zuversicht

– für die Industrie, für den

internationalen Handel und für die

Transformation der Branche. Persönliche

Begegnungen, technologische

Innovationen und strategische Weichenstellungen

rückten in München

eine Woche lang in den Mittelpunkt.

in München geht ein starkes Signal der Zuversicht

für die gesamte Branche aus.“

Für den DAV war Geschäftsführer André

Täube auf der bauma unterwegs. Zwischen

imposanten Maschinen, bekannten Gesichtern

und engagierten Vertretern der vielen

Mitgliedsfirmen, die sich als Aussteller in München

präsentierten, nutzte er die Gelegenheit,

sich über aktuelle Entwicklungen und

Zukunftstrends der Branche zu informieren.

Die Hersteller von Mischanlagen zeigten innovative

Lösungen, mit denen die Anforderungen

an einen zukunftsfähigen, nachhaltigen

Straßenbau erfüllt werden können. Die Fertigerhersteller

präsentierten Absaugvorrichtungen

der Generation 2.0, um den Arbeitsplatzgrenzwert

einzuhalten und den Arbeitsschutz

weiter zu verbessern. Unterm Strich

hatten alle DAV-Mitglieder auf ihren Messeständen

klare Antworten auf die Frage: Wie

sieht moderner, nachhaltiger Straßenbau aus?

Der VDMA Baumaschinen und Baustoffanlagen

setzte als ideeller Träger der bauma wichtige

inhaltliche Akzente und organisierte zahlreiche

Veranstaltungen während der Messe.

Die Nachwuchsinitiative THINK BIG! verzeichnete

mit rund 15.000 Schülerinnen und Schülern

großen Zulauf, die beteiligten Unternehmen

zeigten sich sehr zufrieden.

Deutliche Besucherzuwächse verzeichnete

die bauma hierbei insbesondere aus Brasilien,

Portugal, Rumänien, den Niederlanden, der

Türkei und Spanien. Auch China konnte nochmals

gegenüber dem Top-Ergebnis der bauma

2019 zulegen.

Die nächste bauma findet vom 3. bis 9.

April 2028 auf dem Messegelände in München

statt.

Mit rund 600.000 Besucherinnen und

Besuchern aus mehr als 200 Ländern

sowie 3.601 Ausstellern aus 57 Nationen zeigte

sich die bauma 2025 als stabiles Fundament

und zukunftsweisende Plattform in unruhigen

Zeiten. Damit erreichte sie fast die Besucherzahlen

der „Vor-Corona-Messe“ 2019, die mit

rund 630.000 Besuchern bisher die meisten

Besucher verzeichnen konnte.

Stefan Rummel, Geschäftsführer der Messe

München, freut sich: „Die bauma ist der Herzschlag

der Branche und hat erneut gezeigt,

wie entscheidend die persönlichen Begegnungen

und der Austausch für Fortschritt und

den globalen Handel sind. Vom Messegelände

Mit rund 600.000 Besuchern zeigte sich die bauma 2025 als stabiles Fundament und zukunftsweisende

Plattform in unruhigen Zeiten.

3|2025


48 Einkaufsführer – Wer bietet was?

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49

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Wir informieren über wesentliche Änderungen

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für Straßenbaubitumen und gebrauchsfertige

Polymermodifizierte Bitumen (TL

Bitumen-StB 25) sowie über die neuen

Technischen Prüfvorschriften für Bitumen

(TP Bitumen-StB) und deren Berechnungsvorlagen.

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Asphaltstraßentagung

Am 21. und 22. Mai 2025 ludt die FGSV zur

Asphaltstraßentagung nach Baden-Baden

ein. Mit einem klaren Fokus auf nachhaltige

Bauweisen. Wir blicken zurück auf die

Veranstaltung.

(Quelle: ChatGPT)

IMPRESSUM

Redaktion

Bernd Hinrichs

B_I MEDIEN GmbH

Faluner Weg 33

24109 Kiel

Tel.: +49 431 53592 50

hinrichs@asphalt.de

www.bi-medien.de

Technische Redaktion

Andreas Stahl

Herausgeber

Deutscher Asphaltverband (DAV) e.V.

Ennemoserstraße 10

53119 Bonn

Tel.: +49 228 97965-0

dav@asphalt.de

www.asphalt.de

Verlagsanschrift

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Geschäftsleitung

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2 (März), 3 (Mai), 4 (Juni), 5 (Juli),

6 (August), 7 (September), 8 (Dezember)

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Beiträge sind nicht unbedingt die

Meinung der Re daktion. Die Redaktion

über nimmt keine Haftung für unverlangt

eingesandte Manuskripte. Sie

behält sich die redaktionelle

Bearbeitung eingesandter Manuskripte

und Leserbriefe ausdrücklich vor. Nachdruck,

auch aus zugsweise, nur mit

Genehmigung des Verlages.

Alle Rechte © Stein-Verlag

Baden-Baden GmbH, Iffezheim

2025 (60. Jahrgang)

ISSN 0945-6228

www.asphalt.de

Nachrichten der

European Asphalt Pavement Association (E.A.P.A.)

www.EAPA.org

3|2025


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