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ZKZ 4937
www.moebelkultur.de
NEWS. INSIGHTS. TRENDS.
4 | 2025
GROSSES
KÜCHEN-
SPECIAL
EXKLUSIV-INTERVIEW
Wie die MHK Group mit Ycon
neue Märkte erobern will,
verrät CEO Volker Klodwig
OPTIMISMUS
VON EXPANSION BIS KONSOLIDIERUNG – WIE BRANCHENPLAYER JETZT AGIEREN
WESTWING
Auf Wachstumskurs in
ganz Europa
MAILAND
Innovationen und Impulse
für Handel und Industrie
BEGA-GRUPPE
Agiles Management
als Erfolgsfaktor
INHALT
TOP THEMA
GESUND
RICHTUNG
ZUKUNFT
Foto: möbel kultur
20
AGILES MANAGEMENT
Die Geschäftsführer Thorsten Hilpert (l.) und Niko Johns
verraten im Exklusiv-Interview, wie sie Bega auch in Zeiten
starker Veränderungen auf Kurs halten.
Top Thema
AGILES MANAGEMENT IN LÜGDE 20
Erfolgsstrategien für große Umbrüche
Foto: Kare
24
MESSE MIT STATEMENT
Trotz weltweiter Unsicherheiten behauptet der Salone del Mobile
seine Rolle als Gradmesser und Impulsgeber der Branche.
26
MODERNES
IN MAILAND
Gutes Design transformiert
Wohn- und
Arbeitswelten: Ein
Blick auf die Trends
des 63. Salone.
Foto: Monica Spezia/Salone del Mobile
Industrie
MÖBEL, MÄRKTE, MÖGLICHKEITEN24
Highlights des Salone del Mobile
FUNKTIONALITÄT TRIFFT KUNST 26
Möbel-Trendscouting in Mailand
ETABLIERTE FRÜHJAHRSEDITION 30
Möbelmeile gewinnt an Aufmerksamkeit
DIE ZUKUNFT GESTALTEN 35
Die GPK-Branchentagung in Mannheim
TREFFPUNKT BAD SALZUFLEN 36
Partnertage Ostwestfalen wachsen weiter
„RETHINKING RESOURCES“ 40
Ausblick auf die Interzum 2025
Verbände
IDEEN FÜR NEUE ZIELGRUPPEN 42
MHK Group: Exklusiv-Interview
TRANSFORMATIONS-PLATTFORM46
VME Digitale.25 versprüht Optimismus
BÜROKRATIE RUNTER, MUT RAUF 50
Berichtspflichten am Wendepunkt?
TITELMOTIV
Ycon: das neue
Küchenkonzept der
MHK Group. Es ist ein
Symbol für Aufbruch
und strategische
Veränderungen in der
Branche.
4/2025
Foto: Westwing
19
EUROPAWEITE
MARKTPRÄSENZ
Westwing expandiert:
Dominik Bartsch, Vice
President Strategy & Expansion,
verrät, wie das
Unternehmen Chancen in
Europa nutzt und warum
skalierbare Strukturen der
Schlüssel zum Erfolg sind.
GRÜNER KREISLAUF
Auf der Interzum 2025 dreht sich
viel um die Frage, ob biobasierte
Stoffe von Jute bis Algenschaum in
Serie gehen könnten.
40
Foto: Interzum
SO FRISCH,
SO NEU, SO
NORDSTIL.
42
Foto: MHK Group
26. – 28. 7. 2025
HAMBURG
Ein Sommer voller
frischer Ideen – holen
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NEUES DENKEN FÜR NEUE ZIELGRUPPEN
Die MHK Group präsentiert „Ycon“. CEO Volker Klodwig spricht im Exklusiv-Interview
über Strategien und das neue Geschäftsmodell.
INHALT
56
REVOLUTION
MIT MUSEUMS-
CHARAKTER
Ana Relvão lenkt die
Küche von morgen in
neue Bahnen – unter
anderem mit dem
Konzept J*Gast.
58
WER WAGT,
GEWINNT
Als Teil der Miele-
Geschäftsführung
schultert Rebecca
Steinhage viel Verantwortung
– inklusive
Vorbildfunktion.
53
RAUF AUF DER
KARRIERELEITER
Frauen in Führungspositionen
sind in der Küchenbranche bislang
wenig sichtbar. Wie lässt
sich das ändern?
Foto: Miele Foto: Susanne Maerzke Foto: Anna Sullivan
Küche Spezial
FRAUEN AUF DER POLE POSITION 53
Mehr Gleichberechtigung wagen
„ICH WILL GERN GEWINNEN“ 55
Yvonne Zahn siegt beim HDE-Award
DIE KÜCHE VON MORGEN 56
Ana Relvão über J*Gast und Ligre
LUXUS, DER LÄUFT 57
Nadine Pollex ist erfolgreich mit OCQ
RAUS AUS DER SCHUBLADE 58
Rebecca Steinhage zu Quote und Mut
GIPFELSTÜRMER IM SÜDEN 60
Blick auf die „Küchenwohntrends 2025“
ERFOLGREICHE ROADSHOW 62
Die High Event Product Tour 2025
BLUMEN FÜR DIE BRANCHE 65
AMK-Versammlung in Heidelberg
„STEINREICHE“ VISIONEN 66
Ein Händlerporträt aus Grünwald
VON MEILEN- UND MAHLSTEINEN 70
BSH gibt Einblicke für Indien und China
Outdoor
MÖBEL-TRENDS83
Outdoor-Living generiert Zusatzumsätze
NEUE MÖGLICHKEITEN AM GRILL 88
Kochen unter freiem Himmel
Advertorials
Neuer Musterring-Showroom28
Set One by Musterring 32
WK zur Kunst des Wohnens 34
Voglauer präsentiert „V/Lacera“ 35
Creditplus Bank AG: Auf Augenhöhe 38
Aktivbank mit Zentralregulierung 2.0 48
Naber und die smarte Lichtplanung 64
Sauter + Held: KI für Kundenservice 73
Hettich und die Stauraum-Revolution 74
Neue Recycling-Serie von Rösle 75
Bis zu 5x länger frisch mit Liebherr 75
Blanco: 100 Jahre am Wasserplatz 76
SHD: Zukunft der Küchenplanung 78
Nolte mit Matrix800 als Meilenstein 79
In jedem Heft
Foto des Monats8
Aktuell10
Leute16
Im Gespräch: Westwing 19
Karriere90
Möfa92
Impressum97
Inspiration98
6
4/2025
66
LUXURIÖS EINRICHTEN
Inspiration in Stein gemeißelt: Im Süden
von München eröffnet ein Händler ein
eindrucksvolles Küchenquartier.
KÜCHEN-SPECIAL
Von Macher:innen der Branche bis zum Blick über den
Tellerrand: Diese Spezialausgabe der „möbel kultur Küche“
beschäftigt sich mit Menschen, Messen und Meilensteinen
von Deutschland bis Indien. Wir blicken auf raffinierte
Geschäftsideen im Küchenfachhandel, frische Outdoor-
Trends am Grill und Events die einmal mehr beweisen:
Zusammen ist man weniger allein – auch in der Krise.
Foto: Susanne Maerzke
5000
Teilnehmer
250+
Speaker
Fotos: BSH
200+
Partner & Aussteller
70
WER ZUERST KOMMT,
MAHLT ZUERST
Absatzplus in Indien trifft auf
Stagnation in China: Die BSH
gibt spannende Einblicke in
ihr weltweites Geschäft.
50+
Masterclasses
Foto: WMF
83
GLÜHEND HEISSE AUSSICHTEN
Die Traditionsmarke WMF will mit
einem neuen Outdoorküchen- Sortiment
passionierte Hobbyköch:innen an den
Freiluftherd locken.
FOTO DES MONATS
8
Foto: Gabriele Mühlen für möbel kultur
DAFT ABOUT DRAFT
FASZINIERENDE
INSTALLATION
„Pointillisme“ war der Name der Installation, mit der die
japanische Marke Daft about Draft beim Salone del Mobile
in Mailand die Aufmerksamkeit unzähliger Besucher:innen
auf sich zog. Etwa 13.000 transparente und in gleichen
Abständen angeordnete Kugeln – eingebettet in Lichtund
Soundeffekte – lenkten den Blick in die Tiefe und
boten die spektakuläre Kulisse für 16 Möbelstücke
von Designer und Architekt Taiju Yamashita.
Sein Ziel? Mehr Spiel statt Kommerz.
9
TOP THEMA BEGA GRUPPE
THORSTEN HILPERT UND NIKO JOHNS IM INTERVIEW
AGILES
MANAGEMENT
IN LÜGDE
Die alte Möbelwelt ist nicht mehr. Bega, als einer
der Kern lieferanten der Branche, ist sich der großen
Umbrüche bewusst und hinterfragt sich ständig neu, um
der Führungsrolle weiterhin gerecht zu werden, wie die
beiden Geschäftsführer Thorsten Hilpert und Niko Johns
im Exklusiv-Interview verraten.
MK Wie ist aktuell die Bega-Perspektive
auf den Markt?
THORSTEN HILPERT (TH) Der Markt ist stark
in Bewegung – sowohl auf Handelsseite
als auch in der Industrie. Die Konzentration
nimmt weiter zu. Der Markt muss
sich daran gewöhnen, dass einige Player
immer größer werden und zunehmend
vertikal arbeiten. Das ist eine Entwicklung,
die in anderen Branchen schon längst stattgefunden
hat.
NIKO JOHNS (NJ) Wir erleben aktuell
grundlegende Veränderungen, die in dieser
Dimension neu für die Möbelbranche
sind. Alle Unternehmen müssen sich neu
erfinden, denn die Rezepte, mit denen sie
groß geworden sind, funktionieren heute
nicht mehr so wie bisher. Konzentration,
Medienwandel, Digitalisierung, verändertes
Konsumverhalten, zunehmende
Regulierung, neue Einkaufsprozesse – all
das wirkt sich auf das Möbel-Business
aus. Und last not least, verändern sich
auch die Sortimente. Die junge Generation
braucht keine Wohnwände mehr
und informiert sich online, wenn es um
das Thema Wohnen geht. Das sind ganz
schön dicke Bretter, die wir als Branche
zu bohren haben.
Und dann macht die lahmende
Konjunktur die Reaktion auf diese
Veränderungen nicht einfacher.
Gilt das auch für Polen?
TH Absolut. Das trifft auch die polnischen
Lieferanten hart, denn der Markt ist so
preisaggressiv wie lange nicht mehr.
Die gesamte Wertschöpfungskette wird
so geschwächt, zumal die Margen in
der Industrie ohnehin nicht hoch sind.
Viele polnische Produzenten jonglieren
mit ihrem Personal – im Sommer wird
abgebaut, im Herbst und Winter wieder
aufgebaut. Das führt phasenweise zu
Engpässen. Aber kaum ein Lieferant traut
„Wir erleben aktuell
grundlegende Veränderungen,
die in dieser Dimension neu
für die Möbelbranche sind.“
Niko Johns
Auf 14.000 qm Ausstellungsfläche zeigt
die Bega Gruppe am Standort Lügde
sein Sortiment. Thorsten Hilpert (l.)
und Niko Johns (r.). leiten das Unternehmen
als Zweierteam.
sich derzeit, eine dritte Schicht zu fahren.
Deshalb sprechen wir mit unseren Kernlieferanten
intensiv darüber, wie wir gemeinsam
die Produktivität steigern können.
20
4/2025
Foto: Bega Gruppe
nochmal eine andere Größenordnung. Ich
denke, im Laufe des Jahres wird mehr Klarheit
entstehen – über Sortiment, Standorte
und Markenstrategie. Auch das Kartellamt
hat ja noch nicht final entschieden.
In Bezug auf Ihre Lieferanten –
in welchen Regionen kann Bega
noch aktiv werden?
TH Wir sind bereits seit Längerem in der
Ukraine aktiv und schauen uns dort weiter
um. Mit unseren ehemaligen weißrussischen
Lieferanten, mit denen wir sehr
gut zusammengearbeitet haben, stehen wir
weiterhin in Kontakt – aber die Sanktionen
sind klar: Keine Möbel aus Belarus.
Sollte sich die Lage eines Tages wieder entspannen,
werden wir diese Verbindungen
sicher reaktivieren.
NJ Unsere Schwerpunkte liegen ganz
klar in Polen und dann in der Ukraine.
Natürlich immer im Rahmen der geltenden
Bestimmungen.
Am Firmenstandort in Lügde werden
mittlerweile 11 Vertriebs- und 3 Servicegesellschaften
verwaltet.
„Wir sprechen mit unseren Kernlieferanten
intensiv darüber, wie wir gemeinsam die
Produktivität steigern können.“
Thorsten Hilpert
Das führt bis hin zu Insolvenzen
in Polen.
NJ Das ist leider so. Auch wir waren bereits
gezwungen, Ausfälle – wie im Fall von FM
Bravo – aufzufangen. Das hat in den vergangenen
Monaten sicherlich auch an der
ein oder anderen Stelle zu Lieferverzögerungen
geführt. Insgesamt konsolidieren
wir aktuell eher – natürlich nur so weit,
dass wir weiterhin flexibel bleiben und auf
Marktentwicklungen reagieren können.
TH Die Probleme vieler polnischer Hersteller
lassen sich auf die Pandemiezeit
zurückführen. Damals wurde zwar viel
verkauft, aber gleichzeitig sind auch die
Kosten massiv gestiegen – für Logistik,
Gehälter, Maschinen. Viele Produzenten
haben das bis heute nicht verdaut, und
nun trifft sie auch noch die schwache
Konjunktur.
Black Red White ist jetzt eine
hundertprozentige Lutz-Tochter.
Was ändert das für Bega?
NJ Wir beobachten die Situation sehr genau.
Wenn es weiterhin wirtschaftlich sinnvoll ist,
Ware von BRW zu beziehen, machen wir das.
Wenn ein Handelspartner das nicht mehr
möchte, berücksichtigen wir das natürlich.
Fakt ist aber: BRW war und ist in bestimmten
Bereichen ein sehr leistungsfähiger Lieferant.
Das lässt sich nicht bei jedem Möbelstück
einfach ersetzen. Insgesamt ändert
sich für uns durch die Übernahme nicht
viel – ob Lutz nun zu 50 Prozent beteiligt
war oder BRW nun ganz übernimmt, macht
für unsere Zusammenarbeit vorerst keinen
fundamentalen Unterschied.
Auch im Handel expandieren die
Österreicher. Wie schnell wird Ihrer
Einschätzung nach die Porta-Lutz-
Integration ablaufen?
TH Lutz hat in solchen Prozessen inzwischen
viel Erfahrung, aber das Porta- Netzwerk ist
Stichwort zunehmende
Vertikalisierung – was bedeutet
das für Sie konkret?
TH Immer mehr Händler versuchen, direkt
mit ausländischen Lieferanten zusammenzuarbeiten
– insbesondere in Polen. Das
ist nachvollziehbar. Der „wilde Osten“ ist
vorbei – die Infrastruktur dort ist hochmodern.
Man sieht das auch an der Meble
Polska, die sich zu einer der wichtigsten
Möbelmessen entwickelt hat.
Wo liegt dann noch der USP
von Bega?
TH Wir sind der One-Stop-Shop für den
Handel. Wir bündeln leistungsfähige Lieferanten,
mit denen wir seit Jahren auf
Augenhöhe zusammenarbeiten. Das sind
keine reinen Zulieferer, sondern enge Partner.
Wir arbeiten strategisch zusammen,
lösen gemeinsam Probleme. Das war unser
Erfolgsrezept in den letzten 25 Jahren –
und das bleibt es auch. So schaffen wir
es, zweimal jährlich mit unserer eigenen
Design-Expertise Trendprodukte in den
Mainstream zu bringen. Darauf kann sich
der Handel verlassen – und das in allen
Sortimentsgruppen.
NJ Diese Flexibilität hat sonst keiner
– schon gar nicht, wenn eigene Werke
betrieben werden. Was funktioniert, setzen
wir schnell um. Was nicht funktioniert,
stellen wir sofort ein. Und wir bieten
eine unschlagbare Logistik: Kein anderer
schafft es, jedes Möbelhaus in Europa
21
VERBÄNDE
„Weniger Auswahl
bedeutet nicht
weniger Qualität,
sondern mehr
Orientierung.“
Angeregter Austausch: CEO Volker Klodwig
im Gespräch mit Gabriele Mühlen über die
strategische Neuausrichtung der MHK Group.
EXKLUSIV-INTERVIEW MIT VOLKER KLODWIG, CEO DER MHK GROUP
NEUES DENKEN FÜR
NEUE ZIELGRUPPEN
Mit Ycon bringt die MHK Group ein neues Küchenkonzept an den Start, das urbane Zielgruppen
schneller, effizienter und digitaler erreichen soll. CEO Volker Klodwig spricht im Interview mit
möbel kultur über die Philosophie hinter Ycon, die Lehren aus vergangenen Projekten und die
Strategie, mit der die MHK auch in Zukunft wachsen will.
MK Herr Klodwig, mit Ycon wagt die
MHK Group einen bemerkenswerten
Schritt. Warum gerade jetzt?
VOLKER KLODWIG Unsere feste Überzeugung
ist: In anspruchsvollen Rahmenbedingungen
wird derjenige sich entsprechend
besser entwickeln können, der
42
einfach probiert, neue Themenfelder zu
adressieren, neue Erlösmodelle zu finden,
neue Geschäftskonzepte zu entwickeln –
und sich gegen den Trend der schweren
Marktbedingungen stemmt. Ich kann ein
Unternehmen repräsentieren, das von
der Substanz und von der Struktur her in
der Lage ist, das zu tun. Es ist Aufgabe der
MHK, den Mitgliedern Themenfelder aufzuzeigen,
mit denen sie besser aufgestellt
sind als der Markt und auch der ein oder
andere Wettbewerber. Wir haben unsere
Strategie „Peak 2030“ schon vor zwei Jahren
formuliert. Sie basiert auf dem klaren
Gedanken: Wer in schwierigen Märkten
wachsen will, muss sich bewegen, neue
Geschäftsfelder erschließen und gezielt
auf verändertes Konsumentenverhalten
reagieren. Ycon ist ein zentraler Bestandteil
4/2025
dieser Strategie – gemeinsam mit der
Expansion nach Frankreich, neuen Franchisekonzepten
wie Bad & Body, der Weiterentwicklung
von Musterhaus Küchen als
starke Kooperationsmarke und Prozessen
bei Interdomus, die die Komplexität des
Bestellens vereinfachen. Es geht darum,
unseren Partnern neue Wege aufzuzeigen
und das Netzwerk fit für die Zukunft zu
machen. Diese Themen haben alle einen
unternehmerisch so hohen Anspruch,
dass wir in den nächsten zwei, drei Jahren
wenig anderes mehr zeigen werden.
STRATEGIEFELDER
DER MHK GROUP –
FOKUS BIS 2030
Im Rahmen der Initiative „Peak
2030“ setzt die MHK Group auf
fünf zentrale Entwicklungsachsen,
um nachhaltig zu wachsen
und ihre Position zu stärken.
1. INTERNATIONALE
EXPANSION
Erschließung neuer Märkte in
Europa, z. B. Frankreich.
Ziel: mehr regionale Vielfalt und
neue Umsatzpotenziale.
2. ENTWICKLUNG NEUER
FRANCHISESYSTEME
Aufbau eigenständiger Marken wie
Bad & Body und Ycon mit klarer
Markenführung und zentraler
Steuerung.
Welche Entwicklungen im Markt
haben Sie motiviert, ein neues Format
speziell für urbane Zielgruppen zu
entwickeln?
Wir haben uns den Status Quo angesehen,
Studien der GfK und andere zugrunde
gelegt und auch beobachtet, was Wettbewerber
ankündigen – das betrifft die
Marktentwicklung und deren Veränderung.
Das andere ist das Konsumentenverhalten.
Wir beobachten, dass gerade in Städten
Entscheidungsprozesse viel kürzer werden.
Urbane Zielgruppen treffen oft beim Kauf
einer Küche keine Lebensentscheidung
mehr und wollen eine andere Abwicklung
haben, zum Beispiel mit einem digitalen
Küchenkonfigurator. Und hier ziehen wir
teilweise mit dem Wettbewerb gleich, teilweise
haben wir hier schon einen Wettbewerbsvorteil
durch bestehende Systeme.
Junge Menschen sind bereit, schnell und
digital Entscheidungen zu treffen – aber
sie erwarten dabei Qualität, Transparenz
und Planbarkeit. Lange Beratungsgespräche,
monatelange Lieferzeiten oder
ausufernde Auswahlprozesse passen da
nicht mehr ins Bild. Ycon bietet hier eine
konkrete Antwort: Einfachheit, Schnelligkeit,
Markenqualität – und das alles in
einem klar definierten Rahmen.
Wie differenziert sich Ycon von
anderen Anbietern?
Zum einen setzen wir auf vormontierte
Küchen, die 30 bis 35 Prozent schneller
montiert werden können. Zum anderen
reduzieren wir gezielt die Komplexität –
für den Endkunden und unsere Partner.
Es gibt kein Überangebot. Jüngere, urbane
Konsumentinnen wollen sich heute nicht
mehr durch hundert Varianten kämpfen. Sie
wollen wissen: Welche Lösung passt zu mir?
Welche Wahlmöglichkeiten habe ich? Und
wann kann ich mein Produkt bekommen?
Deshalb setzen wir auf ein bewusst fokussiertes
Sortiment. Und wir haben hierfür
marktführende Unternehmen wie Nobilia
und Bosch an Bord. Ich habe zum Start
bei Nobilia einfach gesagt: ,Gebt mir eure
zehn erfolgreichsten Küchenmodelle.‘ Das
war die Grundlage für unsere Kollektion.
Gleiches gilt für Bosch als Gerätemarke.
Alles ist zentral gesteuert, keine Individualverhandlungen,
kein Wildwuchs.
„Wenn das eingeschwungen ist, werden
wir 80 Prozent der Aufträge in 14 Tagen
abwickeln können – weil das Sortiment
so fokussiert ist.“
3. STÄRKUNG BESTEHEN
DER MARKEN
Kontinuierliche Weiterentwicklung
von Erfolgsmarken wie Musterhaus
Küchen, abgestimmt auf neue
Konsumentenbedürfnisse.
4. DIGITALISIERUNG DER
CUSTOMER JOURNEY
Vernetzung aller Kontaktpunkte
– von Online-Planung über digitale
Buchungen bis zum stationären
Erlebnis.
5. OPERATIVE EXZELLENZ
UND PROZESS
OPTIMIERUNG
Straffung von Sortimenten,
Optimierung der Logistik,
Standardisierung von Prozessen
für mehr Effizienz und
Geschwindigkeit.
Statement am POS: Kuratierte
Angebote und starke Markenbotschaften
sollen Kunden in
urbanen Lagen überzeugen.
43
VERBÄNDE GASTBEITRAG
Foto: Peter Himsel/www.himsel.de
BERICHTSPFLICHTEN AM WENDEPUNKT?
BÜROKRATIE RUNTER –
MUT RAUF!
Politik ist komplex – keine Frage. Und gerade die Europapolitik
muss eine Vielzahl an unterschiedlichen Stakeholdern,
Interessen und Ebenen einbinden ...
Geht es dann noch um ehrgeizige
Projekte, wird es zusätzlich
kompliziert. So ergibt sich eine
politische Taktik, die uns an vielen Stellen
begegnet: Die Gesetzgebung konzentriert
sich darauf, große Probleme durch möglichst
umfängliche Kontrolle zu verhindern.
Echte Lösungen? Müssen woanders
gefunden werden. Hauptsache, der Katalog
an neuen Berichtspflichten ist möglichst
dick. Frei nach dem Motto: Wenn man die
Vergangenheit nur gut genug dokumentiert,
wird es schon irgendwie gelingen,
die Zukunft zu gestalten.
50
Dr. Henning
Bergmann,
Hauptgeschäftsführer
Der Mittelstandsverbund
- ZGV
GAST
BEITRAG
OMNIBUS-
PAKET
ALS POSITIVES
SIGNAL
Auch wenn ich hier etwas überspitze:
Die Art und Weise, wie EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen das
„Omnibus-Paket“ zur ESG-Regulierung
angekündigte, lässt aufhorchen. Denn
ihre Aussage im November des vergangenen
Jahres war ganz untypisch nüchtern:
„Was wir beschlossen haben, ist zu viel“.
„Zu viel“ meint die Pflichten und
Anforderungen rund um Nachhaltigkeitsberichterstattung,
Sorgfalt in der
Lieferkette und Taxonomie. Sie zeigen das
oben beschriebene Problem überdeutlich:
Während die Ziele zweifellos richtig sind,
werden in der Praxis aufgrund der schieren
Masse an Berichtspflichten vor allem
die Kapazitäts- und Schmerzgrenzen von
mittelständischen Unternehmerinnen und
Unternehmern erreicht – oder gar gerissen.
Und die beschlossenen KMU-Ausnahmen
sind wegen des „Trickle-Down-
Effekts“ nicht mehr als Makulatur: Es sind
vor allem Mittelständler, die den eigentlich
berichtspflichtigen Unternehmen Rede
und Antwort stehen und so die entsprechenden
Daten rund um die Nachhaltigkeit
von Produkten und Dienstleistungen
zuliefern. Tun sie dies nicht, können sie
oft kein Geschäftspartner bleiben.
Mit dem Omnibus-Vorschlag setzt jetzt
ein Umdenken ein, das die Rolle des Mittelstands
endlich anerkennt. Damit hört
die Kommission auf die Stimmen aus der
Wirtschaft, schnürt Vorhaben wieder auf,
die sie erst kurz zuvor verabschiedet hat.
Und korrigiert sich so selbst.
Die Verschiebung der Berichtspflichten
um zwei Jahre ist mittlerweile beschlossen.
Jetzt müssen die inhaltlichen Änderungen
folgen: Erst dann haben Unternehmen
Klarheit, auf welche Pflichten sie sich
vorbereiten müssen – und damit einen
rechtssicheren Rahmen, um ihr Nachhaltigkeitsengagement
voranzutreiben. Dafür
müssen die Berichtspflichten genauso wie
die Anzahl der berichtspflichtigen Unternehmen
spürbar eingeschränkt werden.
Auch der Umfang der Informationen,
den betroffene Unternehmen von KMU-
Geschäftspartnern abfragen dürfen, muss
auf ein machbares Maß beschränkt werden.
Nur dann wird der Trickle-Down-
Effekt wirksam eingedämmt.
Für uns als Mittelstandsverbund ist
außerdem klar, dass das Paket auf die EU-
Entwaldungsvorordnung (EUDR) ausgeweitet
werden muss. Auch hier gilt: Der
beschlossene Aufschub allein macht die
Verordnung noch nicht praxistauglicher. Es
muss darum gehen, den Handel insgesamt
von den Pflichten der EUDR zu befreien.
Denn hier liegt der Schlüssel zur Komplexitätsreduktion:
in der Praxistauglichkeit
– nicht in Problemvermeidung oder
Populismus. Die EU-Kommission rückt
mit dem Omnibus-Paket nicht nur ein
ganzes Stück näher an die Lebens- und
Unternehmensrealität. Sondern zeigt einen
Ansatz, den wir genauso in der nationalen
Wirtschaftspolitik brauchen: Sie denkt
vom Mittelstand her und stellt so sicher,
dass ihre Vorhaben auch wirklich für die
Mehrheit der Wirtschaft funktionieren.
Das baut nicht nur Bürokratie und Frust
ab – sondern auch Vertrauen und Mut auf.
DR. HENNING BERGMANN
www.mittelstandsverbund.de
4/2025
ZKZ 4937
KÜCHE
4 | 2025
Foto: Blanco
POLE POSITION
FRAUEN IN DER KÜCHENBRANCHE: 4 PORTRÄTS
Branchentreff in Salzburg
Die Messe-Highlights der
Küchenwohntrends 2025
Die BSH in Indien
Vom Mixer bis zur
Miniwaschmaschine
Visionen aus Stein
Neues Premium-Studio in
München-Grünwald
KÜCHE SPECIAL
Fotos li., re. unten, re. Kreis: BSH
Markenshowroom von Bosch in Indien:
Es gilt, sich an die kulturellen Gepflogenheiten
anzupassen.
DER GERÄTEMARKT IN ASIEN
WER ZUERST
KOMMT,
MAHLT ZUERST
Die BSH gibt einen spannenden Einblick in ihr globales
Geschäft: Während der indische Markt zulegt, stagnierte der
Absatz in China zuletzt. Das Geschäft soll durch Markenshowrooms,
aber auch länderspezifische Produkte angekurbelt
werden – vom Mixer bis zur Mini-Waschmaschine.
70
Ein Blick auf die Bilanz beweist es:
2025 ist das Jahr, in dem Schwellenländer
hinsichtlich ihres Mitwirkens
am Konzernumsatz in
der Hausgerätebranche nicht länger
als, pardon, „Treppenwitz“ betrachtet
werden können. Um beim Sprachbild zu
bleiben: Sie machen vielmehr die entscheidende
„Abstufung“ zwischen Erfolg und
Misserfolg aus.
Bestes Beispiel dafür ist der aktuelle
Jahresabschluss der BSH. So vermeldete
die Bosch-Siemens-Hausgeräte GmbH
für 2024 ein Umsatzwachstum von drei
Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das lässt
sich in diesem Fall weder Europa noch
Nordamerika zuschreiben, wobei die
Vereinigten Staaten mit knapp drei Prozent
Zuwachs und frischen Marktanteilen
immerhin positive Signale aussenden.
Deutlich mehr Strecke machten jedoch
die sogenannten „Emerging Markets“
(EMEA), also Afrika, der Mittlere Osten
und Osteuropa. Sie steuerten mit vierzehn
Prozent Zuwachs einen soliden Teil zum
Konzernergebnis bei. Zwar ist das Preisniveau
in diesen Nischenmärkten anders
gelagert und die Marktanteile überschaubar.
Dennoch dürfte künftig, nicht nur
seitens der BSH, mehr Augenmerk auf
Länder wie Indien, Ägypten und der Türkei
liegen. Deren Märkte versprechen schließlich
viel Potenzial, hohe Absatzzahlen und
steigenden Wohlstand. Das leistet Haushaltsgeräten
„made in Germany“ Vorschub.
EINSTIEG IN INDIEN
Bislang ist über die Wirtschafts- und
Geschäftsdynamik in EMEA-Ländern
aus deutscher Sicht allerdings wenig zu
hören. Das hat, trotz vermeintlich guter
4/2025
Foto: Stock / Elle
Um in den indischen Markt vorzustoßen,
brauche es länderspezifische Produktangebot,
sagt Rudolf Klötscher (re.) von der BSH.
Aussichten, seine Gründe. Dazu gehört
unweigerlich die Erkenntnis, dass aller
Anfang schwer ist. Aber eben auch, dass
die Skepsis hoch, der Wettbewerb stark
und die durchschnittlichen Einkommen
niedrig sind. Wer sich dauerhaft in einem
anderen Kulturkreis etablieren möchte,
muss seine Marke mit Einsteigerprodukten
schmackhaft machen.
Platz für Wachstum: Erst 13 Prozent
aller indischen Haushalte sind mit einer
Waschmaschine ausgestattet.
In Indien ist das beispielsweise ein
simpler „Mixer Grinder“ von Bosch, der –
angelehnt an die traditionelle Küche – den
Vorgang des Mahlens und Mörserns von
Gewürzen abbildet. Die eindimensionale
Funktionalität ist recht unbrauchbar für den
europäischen Markt, aber in Indien beliebt
zur Herstellung von Chutneys und Currys.
Kurzum: Es braucht ein länderspezifisches
Foto: Nachweis
Produktangebot – und darüber hinaus viel
Geduld, um auf den wenig erschlossenen
Märkten Fuß zu fassen.
VIER STATT ZEHN PROZENT
Denn derzeit, erklärt Rudolf Klötscher,
Chief Sales & Service Officer der BSH,
seien gerade einmal rund 35 Prozent aller
Haushalte in Indien mit einem Kühlgerät
ausgestattet. Das ist oftmals sogar nur
ein „Single Door“-Produkt – also ein
sehr simpler Kühlschrank. Verschwindend
gering ist auch die Ausstattung mit
Waschmaschinen (rd. 13 %) und Geschirrspülern
(rd. 0,3%). Mit mühsamen, aber
beständigen Schritten hat sich die BSH
dort mittlerweile einen Marktanteil von
etwa vier Prozent erarbeitet. 2011 gestartet,
hatte sich der Konzern unter der Leitung
des damaligen, indischen Geschäftsführers
Gunjan Srivastava ursprünglich zum Ziel
gesetzt, bis 2025 auf ein Volumen von 10
Prozent anzuwachsen. Rund 100 Markenstores,
davon 85 Bosch- und 15 Siemens-
Schauräume, hat das Unternehmen dafür
in den vergangenen Jahren vor allem im
südlicheren Teil Indiens angesiedelt.
Die Marktmacht teilen sich bis heute
allerdings die asiatischen Mitbewerber
untereinander auf. So halten die süd-
71
exzellenter Einkauf
herausragende Vermarktung
bessere Wertschöpfung
Viele brauchen’s
Zum Faktencheck
Der Einrichtungspartnerring bietet neben dem professionellen Einkauf
exklusive Handelsmarken wie Interliving und eine Rundum-Vermarktung.
Mit unserer Zukunftsorientierung entwickeln wir aus dem mittelständischen
Möbelhandel eine starke Händler-Gemeinschaft.
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