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Gesundheit am Freitag


Gesundheit

Freitag, 16. Mai 2025

Kleine Zeitung

Freitag, 16. Mai 2025 Gesundheit |33

Die

Herzschwäche

im Griff

Herzschwäche bringt Betroffene besonders

oft ins Krankenhaus. Um das zu verhindern,

wurde „Herzmobil“ ins Leben gerufen.

Von Sonja Krause

Es war Ende Juli im Jahr

2024 als sich das Leben

von Mathilde Reiterer dramatisch

veränderte: Wie jeden

Tag stand sie in der Früh auf,

wollte ins Badezimmer gehen,

doch plötzlich bemerkte sie: „Ich

bekomme keine Luft.“ Trotz der

Atemnot wartete die 77-Jährige

noch drei Tage zu, bevor sie ins

LKH Südweststeiermark, Standort

Wagna fuhr. „Ich habe gehofft,

dass es wieder besser

wird, aber beim Gehen habe ich

gemerkt, dass mit der Luft etwas

nicht stimmt.“ Im Krankenhaus

wurde sie durchgecheckt

und erhielt die Diagnose Herzinsuffizienz.

Das Leiden, das landläufig

als Herzschwäche bekannt

ist, betrifft bis zu 300.000

Menschen in Österreich und ist

damit eine der meistverbreiteten

Erkrankungen.

Die chronische Erkrankung

führt oft zu langen und wiederholten

Spitalsaufenthalten,

gleichzeitig haben Herzschwäche-Patienten

laut Studien eine

geringe Therapietreue: Nur 50

Prozent nehmen die Medikamente

wie verschrieben ein. Um

das zu verändern, wurde das

Projekt „Herzmobil“ ins Leben

gerufen. Dabei werden Herzinsuffizienz-Patienten

im Umgang

mit ihrer Erkrankung geschult

und für bis zu sechs Monate

via Telemedizin begleitet.

Auch Mathilde Reiterer nahm

an diesem Behandlungsprogramm

teil und sagt heute: „Das

war die beste Entscheidung.“

Welche Folgen eine nicht ausreichend

behandelte Herzschwäche

haben kann, erklärt Stefan

Pötz, ärztlicher Gesamtkoordinator

von „Herzmobil“ in der

Steiermark: „Leider müssen

Herzinsuffizienz-Patienten sehr

häufig ins Spital – und mit jedem

Akutereignis verkürzt sich

die Lebenserwartung.“ Daten

zeigen, dass 25 Prozent der Patienten

bereits nach einem Monat

wieder stationär ins Spital

kommen, 50 Prozent nach sechs

Monaten. „Genau das wollen wir

verhindern und Patienten frühzeitig

vor einer Verschlechterung

abfangen“, erklärt Pötz das

Ziel des Projekts. Das gelingt

über die modernen Hilfsmittel

der Telemedizin: Über ein

Smartphone und eine App, eine

elektronische Waage und ein

Blutdruckmessgerät werden die

Patientinnen und Patienten genau

überwacht. Wie das im Alltag

aussieht, erklärt Patientin

Reiterer so: „Jeden Tag in der

Früh habe ich Blutdruck gemessen,

mich gewogen und meine

Medikamente eingenommen.

Das ist wirklich keine Hexerei“,

sagt die Südsteirerin. Über das

Smartphone wurden alle Werte

der Patientin an ihre betreuende

Pflegerin weitergeleitet – in

Wagna ist das die Diplomkrankenpflegerin

Barbara Narrath,

die eine spezielle Ausbildung

absolviert hat.

„Als das Projekt bei uns vorgestellt

wurde, wollte ich sofort

mitmachen“, erinnert sich Narrath:

Sie war begeistert von der

Idee, in der Vorsorge arbeiten zu

und wenn sich was verändert,

weiß ich, dass ich reagieren

muss“, sagt Reiterer. Ihren Alltag

kann die 77-Jährige heute

wieder gut meistern: Sie hat ihre

Ernährung umgestellt, isst

mehr Gemüse und kaum noch

Fleisch. „Ich habe auch mit dem

Radfahren angefangen“, erzählt

Reiterer, dass sie mit ihrem E-

Bike in den südsteirischen

Weinbergen unterwegs ist.

Erstmals erprobt wurde diese

Betreuung von Herzinsuffizienz-Patienten

in Tirol, die Steiermark

sprang als zweites Bundesland

2019 auf den Zug auf,

seit 2022 läuft das Projekt auch

in Kärnten. Den Nutzen eines

solchen Betreuungsprogramms

zeigte eine aktuelle Studie aus

Tirol: Sowohl die Sterblichkeit

als auch die Häufigkeit von Spitalaufenthalten

konnte reduziert

werden, die Lebensqualität

verbesserte sich. Das schönste

Feedback für Diplompflegerin

Narrath ist: „Wenn uns Patienten

sagen, sie sind so glücklich,

dass sie nun wieder am täglichen

Leben teilnehmen können.“

Diplompflegerin

Barbara

Narrath und

Patientin

Mathilde Reiterer

NICOLAS

GALANI (2)

2Prozent der

Erwachsenen

sind von Herzschwäche

betroffen.

können und damit zu verhindern,

dass Patienten wegen einer

akuten Verschlechterung

ins Spital müssen. Nach einer

Einschulung bekommen die Patientinnen

und Patienten die

Geräte mit nachhause und werden

für drei Monate von „ihren“

Pflegekräften überwacht: „Ich

schaue mir jeden Tag die Messwerte

meiner Patienten an,

wenn ich sehe, das Gewicht geht

rauf oder der Blutdruck passt

nicht, rufe ich direkt an“, berichtet

Narrath. Braucht es eine Anpassung

der Medikamentendosis

oder einen Termin beim Arzt?

Narrath kann dann auch Kontakt

mit den Netzwerkärzten

aufnehmen: Das sind Internisten

in der Region, die die Betreuung

der Herzmobil-Patienten

übernehmen.

Für Betroffene wie Mathilde Reiterer

bedeutet das Programm

vor allem: „Ich wusste, wen ich

anrufen kann, wenn ich Fragen

habe und habe mich sehr gut

aufgehoben gefühlt.“ Die drei

Monate des Projekts – bei Bedarf

kann auf sechs Monate verlängert

werden – dienen nicht nur

dazu, die Erkrankung zu stabilisieren,

Betroffene werden in der

Zeit auch zu Experten für ihre

Erkrankung. Denn es gibt eine

Zeit nach „Herzmobil“, in der ist

auch Patientin Reiterer angekommen:

„Ich messe weiterhin

den Blutdruck, nutze die Waage

Das Team

„Herzmobil“:

Stefan Pötz,

ärztlicher

Gesamtkoordinator,

Bernadette

Taucher,

Netzwerkkoordinatorin,

Pflegerin Narrath,

Daniel

Liebmann und

Franziska

Stulnig, ärztl.

Koordination

Wagna

URSACHEN

Wie kommt es zu Herzinsuffizienz?

Die Erkrankung Herzinsuffizienz

kann viele verschiedene

Ursachen haben: Mögliche

Auslöser sind Verkalkungen

der Herzkranzgefäße, Bluthochdruck

oder Entzündungen

am Herzmuskel. Auch ein

Herzinfarkt, eine defekte

Herzklappe oder Bluthochdruck.

Ein ungesunder Lebensstil

mit Rauchen, Übergewicht

oder zu wenig Bewegung

erhöht das Risiko für

Herzinsuffizienz weiter.

THERAPIE

Medikamente und Lebensstil

Die Therapie baut auf vier Medikamentenklassen

(die „fantastischen

Vier“ genannt), die

den Blutdruck, die Herzfrequenz

und den Wasserhaushalt

des Körpers regulieren. Auch

eine Gerätetherapie kann notwendig

werden, z. B. in Form

eines speziellen Herzschrittmachers.

Der Lebensstil muss

ebenso angepasst werden, mit

einer gesunden Ernährung,

Ausdauertraining und Rauchstopp.

PROJEKT HERZMOBIL

150 Patienten in neun steirischen Zentren

150 Patienten werden derzeit

in der Steiermark im Rahmen

des Programms „Herzmobil“

betreut, im ganzen letzten

Jahr waren es mehr als 500.

63 Prozent der Patienten werden

von 26 niedergelassenen

Netzwerkärztinnen und -ärzten

betreut, 37 Prozent von

Spitalsärzten. Das Programm

wurde 2019 gestartet, heute

gibt es neun Herzmobil-Zentren

in den steirischen LKHs.

Das Programm wird vom Gesundheitsfonds

Steiermark

und den Sozialversicherungen

finanziert und von der Steiermärkischen

Krankenanstaltengesellschaft

(Kages) umgesetzt.

Weitere Infos unter

www.herzmobil-steiermark.at

SYMPTOME

Dicke Knöchel

Typische Beschwerden der

Herzinsuffizienz sind: Kurzatmigkeit,

nächtliche Atemnot

im Liegen, eingeschränkte

Leistungsfähigkeit, Schwellungen

der Knöchel an beiden

Beinen.



34 |Gesundheit

Kleine Zeitung

Freitag, 16. Mai 2025

Kleine Zeitung

Freitag, 16. Mai 2025 Gesundheit |35

1,5

Gramm Salz: Das ist der Maximalgehalt,

den ein Produkt pro

hundert Gramm enthalten sollte.

Bei Zucker sollte die Menge fünf

Gramm pro hundert Gramm.

Es müssen nicht

immer die gekauften

Chips sein …

1

ADOBESTOCK (2)

Je länger die Zutatenliste ist,

umso höher verarbeitet

ist das Produkt.

Elisabeth Pail,

Diätologin

Von Martina Marx

Zu viel Energie,

zu wenig

Nährwert

FRAGE & ANTWORT. Sie schmecken, sind aber

ungesund: hochverarbeitete Lebensmittel. Doch

man kann die schädlichen Effekte minimieren.

Was sind hochverarbeitete

Lebensmittel?

ANTWORT: Zu den hochverarbeiteten

Lebensmitteln

bzw. den Ultra-Processed

Foods (UPF) zählen zum

Beispiel Burger, Tiefkühlpizza,

Chips. Sie alle haben

gemein, dass sie industriell

hergestellt sind. „Das sind

Produkte mit sehr vielen

Zutaten, die man in der

eigenen Küche nicht verwenden

würde“, sagt Elisabeth

Pail, Leiterin des Instituts

für Diätologie der FH

Joanneum. Zusatzstoffe,

Emulgatoren sowie Farbstoffe

werden bei der Herstellung

eingesetzt. „Oft

sind diese Produkte sehr

energiehaltig, sie enthalten

überdurchschnittlich viel

Salz, Fett, Zucker.“ Grundsätzlich

werden Lebensmittel

anhand der Nova-

Klassifikation eingeteilt. In

Stufe drei fallen verarbeitete

Lebensmittel, wie eingelegte

oder fermentierte

Lebensmittel, die nur wenige

Zutaten enthalten – etwa

Dosentomaten oder Brot.

Hochverarbeitete Lebensmittel

sind der Stufe vier

zugeordnet, hier sind Tiefkühlpizza,

Chips zu verorten.

„Auch Softdrinks,

Gummibärchen oder Cornflakes

fallen hinein.“

2

Was macht hochverarbeitete

Lebensmittel

so schädlich?

ANTWORT: Einerseits sind

die Inhaltsstoffe das Problem

– diese Lebensmittel

sind sehr energiereich und

gleichzeitig nährstoffarm.

Es fehlen praktisch alle

wichtigen Vitamine bzw.

Mikronährstoffe. „Eine Leberkäsesemmel

alle paar

Monate ist kein Problem,

wenn ich mich ansonsten

ausgewogen ernähre“, erklärt

Pail. Aber: Die Menge

spielt eine entscheidende

Rolle. Je mehr Chips, Fertigpizza

und Co. man zu sich

nimmt, umso weniger Platz

haben gesunde Lebensmittel

im Speiseplan. „Ernähre

ich mich hauptsächlich

von diesen Lebensmitteln,

nehme ich diese

ungünstigen Stoffe zu mir,

verwehre mir aber die günstigen.“

3

Welche gesundheitlichen

Folgen kann

eine Diät, die hauptsächlich

aus hochverarbeiteten

Lebensmitteln

besteht, haben?

ANTWORT: Hochverarbeitete

Lebensmittel fördern Übergewicht,

Adipositas sowie

die damit verbundenen

Folgeerkrankungen. Speziell

eine erhöhte Aufnahme von

Salz kann Bluthochdruck

begünstigen. Als Folge des

erhöhten Blutdrucks steigt

die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

wie

Schlaganfall oder Herzinfarkt.

Auch bestimmte

Krebsarten werden mit

diesen Lebensmitteln in

Verbindung gebracht.

4

Wie häufig

„dürfen“

hochverarbeitete

Lebensmittel

auf dem Speiseplan

stehen?

ANTWORT: „Je

weniger, umso

besser“, sagt Pail.

„Aber ich würde

nicht von Verboten sprechen,

weil in unserem Alltag

geht es hin und wieder

einfach nicht ohne diese

Produkte, weil etwa die Zeit

fehlt.“ Aber man kann hochverarbeitete

Lebensmittel

aufwerten. Eine Fertigpizza

kann man zusätzlich mit

frischen Zucchini oder

Champignons belegen, nach

dem Backen kann man noch

Rucola hinzufügen oder

einen Salat dazuessen. Auch

Fertigsuppen kann man mit

Gemüse oder Hülsenfrüchten

anreichern. „So nimmt

man nicht nur die reinen

... Chips kann

man auch selbst

herstellen. UNSPLASH

Diätologin

Elisabeth Pail

Kalorien zu sich,

sondern hat auch

hochwertigere Nährstoffe

zur Mahlzeit

hinzugefügt.“

5

Welche gesunden

Alternativen

gibt es?

ANTWORT: Kartoffelchips

kann man selbst im

Backrohr oder im Airfryer

herstellen, rät Pail. „Da benötigen

Sie kaum Salz und

fast kein Öl.“ Auch Popcorn

kann man selbst im Topf

zubereiten. Eine andere

Variante, vielleicht als Jause

in Schule oder Büro: Statt

des Müsliriegels zu Nüssen

greifen. „Mit Milchprodukten

kann man schnelle

Desserts zubereiten, zum

Beispiel ein Joghurt mit

frischen Früchten.“

FH JOANNEUM

6

Lebensmittel-Klassen

Die NOVA-Klassifikation teilt Lebensmittel

je nach Verarbeitungsgrad ein:

Stufe 1 (grün): Unverarbeitete und

minimal verarbeitete Lebensmittel,

wie Obst, Gemüse, Fleisch oder Milch.

Stufe 2 (gelb): Verarbeitete Zutaten,

die aus natürlichen Lebensmitteln

gewonnen und für die Zubereitung

von Speisen verwendet werden, zum

Beispiel Öl, Salz oder Zucker.

Stufe 3 (orange): Verarbeitete Lebensmittel,

wie konservierte, eingelegte

oder fermentierte Lebensmittel, die

nur wenige Zutaten enthalten, zum

Beispiel geräucherter Fisch, saure

Gurken oder Dosentomaten.

Stufe 4 (rot): Hochverarbeitete Lebensmittel,

die viele Verarbeitungsschritte

durchlaufen haben und viele

Zutaten und Zusatzstoffe enthalten,

etwa Chips, Tiefkühlpizza, Softdrinks.

Ist vegetarische

oder vegane Ernährung

automatisch

gesünder?

ANTWORT: Auch bei fleischlosen

Ernährungsformen

kommt es auf die Zusammensetzung

der Lebensmittel

an, Fleischalternativen

können ebenso hochverarbeitet

sein. „Je länger die

Zutatenliste ist, umso höher

verarbeitet ist das Produkt“,

sagt Pail. Oft enthalten

diese Produkte viele gesättigte

Fettsäuren, auch auf

Zucker- und Salzgehalt

sollte man achten. „Ein

Produkt sollte nicht mehr

als 1,5 Gramm Salz und fünf

Gramm Zucker pro hundert

Gramm haben.“ Für vegane

Lebensmittel gilt: Je weniger

verarbeitet, umso besser.

Mittlerweile gibt es auch

regionale Produkte, die vom

Nährstoffgehalt in Ordnung

sind, etwa Würste aus Austernpilzen.

Wichtig: ein

Blick auf die Zutatenliste.



Gesundheit

Freitag,

9. Mai 2025

Kleine Zeitung

Freitag, 9. Mai 2025 Gesundheit |41

1

Mama werden:

Was Frauen

wissen müssen

FRAGE & ANTWORT. Am Sonntag ist

Muttertag: Der Weg zum Muttersein kann

aber schwierig sein. Die Expertin klärt auf.

Von Sonja Krause

Welche Voraussetzungen

müssen für eine

Schwangerschaft gegeben

sein?

ANTWORT: „Eine Frau muss

einen Eisprung haben, damit es

zur Schwangerschaft kommen

kann“, sagt Martina Kollmann,

Gynäkologin und Leiterin des

Kinderwunsch-Zentrums am

LKH-Universitätsklinikum

Graz. Manche Frauen bemerken

den Eisprung an einem Ziehen

im Bauch, sonst gibt der Zyklus

Aufschluss: Haben Frauen

einen regelmäßigen Zyklus, der

rund um die 28 Tage dauert,

können sie davon ausgehen,

dass ein Eisprung stattfindet.

Ist der Zyklus allerdings sehr

kurz (nur 20 Tage) oder sehr

lang (35 Tage oder länger),

können Zyklen ohne Eisprung

dabei sein. Manche Frauen, die

zum Beispiel am PCO-Syndrom

leiden, haben gar keine Regelblutung

und damit auch keinen

Eisprung. „Auch die Eileiter

müssen durchgängig sein,

20

Prozent: So hoch ist die Wahrscheinlichkeit

pro Zyklus bei

einem gesunden Paar schwanger

zu werden. Ab Mitte 30 sinkt die

Chance auf eine Schwangerschaft,

mit 40 Jahren beträgt sie

nur noch fünf bis zehn Prozent

pro Zyklus.

damit es zur Schwangerschaft

kommt“, sagt Kollmann. Eine

Infektion mit Chlamydien, die

sehr häufig ist, kann zu Verklebungen

und Funktionsverlust

der Eileiter führen. Zu

einem Baby gehören zwei: Die

Samenzellen des Manns müssen

fit genug sein, um zur

Eizelle zu gelangen.

2

Wann und wie oft

sollte ein Paar mit

Kinderwunsch Sex haben?

ANTWORT: „Die Eizelle der Frau

ist für 24 Stunden befruchtungsfähig“,

sagt Kollmann –

dieses Zeitfenster rund um den

Eisprung muss man also erwischen.

Kollmann rät Paaren, in

den fruchtbaren Tagen alle

zwei Tage Geschlechtsverkehr

zu haben, um die besten Chancen

zu haben. Bei einem regelmäßigen

Zyklus von 28 Tagen

findet der Eisprung etwa 14

Tage nach Beginn der Regelblutung

statt. Ovulationstests

oder auch Smartwatches können

helfen, die fruchtbaren

Tage zu berechnen.

3

Wann sollten Paare

ärztliche Hilfe suchen?

ANTWORT: Generell gilt: Wenn

sich nach einem Jahr ohne

Verhütung und mit regelmäßigem

Geschlechtsverkehr keine

Schwangerschaft einstellt,

sollte das Paar sich bei der

Ärztin, dem Arzt durchchecken

lassen. Allerdings hängt der

Zeitraum auch vom Alter des

Paares ab: „Ist die Frau 35 Jahre

oder älter, sollte man schon

nach einem halben Jahr des

erfolglosen Versuchens ärztlichen

Rat einholen“, sagt Kollmann.

Ab 35 fällt die Fruchtbarkeit

der Frau signifikant ab,

daher sollte man keine unnötige

Zeit verlieren. Und: „Auch für

die finanzielle Unterstützung

durch den IVF-Fonds gibt es

eine Altersgrenze von 40 Jahren

bei der Frau“, zeigt Kollmann

auf (siehe Infobox).

4

Was sind die häufigsten

Ursachen für den

unerfüllten Kinderwunsch?

ANTWORT: Die gesundheitlichen

Ursachen für ungewollte

Kinderlosigkeit verteilen sich

wie folgt: Bei circa 40 Prozent

der Paare liegt das Problem bei

der Frau, bei circa 40 Prozent

beim Mann und in rund 20

Prozent der Fälle bei beiden. In

Österreich hat jedes vierte Paar

Schwierigkeiten bei der Fruchtbarkeit,

jedes sechste bis siebente

Paar ist ungewollt kinderlos.

„Bei Frauen sind Probleme

mit der Follikelreifung,

sodass gar keine Eizelle reif

wird, Eileiter-Störungen oder

auch Endometriose am häufigsten“,

sagt Kollmann. Beim

Mann machen Probleme im

Spermiogramm (zu wenige oder

zu wenig fitte bzw. bewegliche

Spermien) die Hauptursache

aus. Je nachdem, welche Probleme

vorliegen, könne die

Kinderwunschbehandlung

unterstützen. So könne bei

Frauen mit PCO-Syndrom zum

Beispiel über Medikamente ein

Eisprung ausgelöst werden.

5

Mama werden:

Was Frauen

(und Männer)

wissen müssen

YAROSLAV

ASTAKHOV

68

Prozent der Frauen in Österreich

hatten immer schon einen Kinderwunsch:

Das ergab die Umfrage

des Kinderwunschinstituts

an der Wien zum diesjährigen

Muttertag.

Kann ich meinen Körper

„dopen“, um möglichst

rasch schwanger zu

werden?

ANTWORT: Besteht ein Kinderwunsch,

können auch Lebensstil-Veränderungen

dabei helfen,

schwanger zu werden. Auf

Alkohol, Zigaretten, Drogen

und andere schädliche Substanzen

sollten Paare mit Kinderwunsch

verzichten! Frauen

sollten möglichst Normalgewicht

anstreben, also weder

über- noch untergewichtig sein.

Eine gesunde Ernährung und

ausreichend körperliche Bewegung

tragen ebenso zur Fruchtbarkeit

bei wie der Ausgleich

von Mangelzuständen: „Gerade

Frauen mit einer starken Regelblutung

haben oft einen

Eisenmangel, der die Fruchtbarkeit

stören kann“, sagt Kollmann.

Auch ein Vitamin-D-

Mangel oder eine Schilddrüsen-

Fehlfunktion sollten ausgeglichen

werden. Auch Folsäure

sollte bereits vor einer Schwangerschaft

eingenommen werden.

6

Was sollten Paare mit

Kinderwunsch noch

bedenken?

ANTWORT: Frauen mit Kinderwunsch

sollten vor der

Schwangerschaft ihren Impfstatus

überprüfen: Manche

Infektionskrankheiten können

fatale Folgen für das ungeborene

Kind haben und zu Fehlbildungen

führen. Besonders

wichtig ist zu wissen, ob man

gegen Masern, Mumps, Röteln

sowie Varizellen (Schafblattern)

immun ist. „Das zeigt der

Impfpass oder eine Titerbestimmung“,

sagt Kollmann.

Gerade Frauen mit einer starken Regelblutung

haben oft einen Eisenmangel,

der die Fruchtbarkeit stören kann.

Martina Kollmann,

Gynäkologin

IVF-Fonds: Finanzielle Unterstützung

Durch den IVF-Fonds besteht

für Paare die Möglichkeit zur

finanziellen Unterstützung

bei Kinderwunsch: Für maximal

vier Versuche mit In-

Vitro-Fertilisation werden

vom Fonds 70 Prozent der

Kosten übernommen. Dafür

müssen gewisse Voraussetzungen

erfüllt werden, z.B.

darf die Frau nicht älter als 40

Jahre sein. Informationen

dazu auf: www.sozialministerium.gv.at

Was ist das PCO-Syndrom?

Es betrifft rund 20 Prozent

aller Frauen und hat Auswirkungen

auf den gesamten

Stoffwechsel – trotzdem ist

das polyzystische Ovarialsyndrom,

kurz PCOS, noch immer

wenig bekannt. Für eine

PCOS-Diagnose müssen zwei

dieser drei Kriterien erfüllt

sein: Störungen des Zyklus,

erhöhte Werte von männlichen

Hormonen und kleine Zysten

an den Eierstöcken, von denen

sich der Name des Syndroms

ableitet. Ein Übermaß an

männlichen Hormonen kann

zu Zyklusstörungen führen.

Daher ist das PCO-Syndrom

eine wichtige Ursache für

einen unerfüllten Kinderwunsch.

4Jedes vierte Paar hat Schwierigkeiten

mit der Fruchtbarkeit,

jedes sechste bis siebente Paar

ist ungewollt kinderlos.



42 |Gesundheit

Kleine Zeitung

Freitag, 9. Mai 2025

Kleine Zeitung

Freitag, 9. Mai 2025 Gesundheit |43

Wie geht es mir

eigentlich

gerade?

Im Alltag kann zwischen all den Terminen

und familiären Verpflichtungen die mentale

Balance ins Wanken geraten. Wie man auf

sich selbst achten und die mentale Gesundheit

aller Familienmitglieder stärken kann.

Von Martina Marx

Das eine Kind muss zum

Zahnarzt, das andere

braucht Hilfe beim Mathe-

Lernen, das Abendessen soll gekocht

werden und dann wäre da

auch noch eine wichtige Besprechung

in der Arbeit am späten

Nachmittag. So oder so ähnlich

sieht bei vielen Eltern der ganz

normale Alltag aus. Die Belastungen

können phasenweise

extrem sein – was dazu führen

kann, dass sie enorm herausgefordert

sind. Halten diese Überlastungen

über einen langen

Zeitraum an, kommen noch andere

Ereignisse hinzu, kann das

die mentale Balance aus dem

Gleichgewicht bringen. Doch

was dann? Denn, das „Familien-

Werkl“ muss dennoch am Laufen

gehalten werden.

Elternsein ist ein Vollzeitjob, der

mit gesellschaftlichen Erwartungen

ebenso einhergeht wie

mit Druck, den man sich selbst

auferlegt. „Wir sind es als Mamas

und Papas gewohnt, darauf

zu achten, dass es allen anderen

gut geht. Dabei vergessen wir

häufig, auf uns selbst zu schauen“,

sagt Kerstin Schuller, Psychologin

bei der Online-Beratungsplattform

Instahelp. Aber

wie schaut man auf sich selbst?

Es gehe darum, so die Expertin,

einige Fragen für sich selbst zu

beantworten: Wie geht es mir?

Was ist mir gerade wichtig? Was

brauche ich, damit ich mich

wohlfühle? „Also ein ganz ein

einfacher Blick auf mich selbst.

Das klingt so leicht, ist im Alltag

mit Kindern, finde ich, gar

nicht so leicht umzusetzen“,

sagt Schuller.

Hilfreich könne dabei sein,

aus der Mutter- bzw. Vaterrolle

von Zeit zu Zeit herauszuschlüpfen,

etwas zu unternehmen, das

man vielleicht vor den Kindern

gern gemacht hat. Denn, damit

man den Bezug zu sich selbst

herstellen kann, sollte man physisch

aus der Mutter- bzw. Vaterrolle

heraustreten. Das muss

kein Wellness-Wochenende

sein, das sich die meisten Eltern

zeitlich ohnehin kaum einrichten

können. „Das kann auch ein

Spaziergang oder eine Laufrunde

am Abend sein“, sagt Schuller.

Dass man sich phasenweise

überlastet fühle, sei normal –

auch für Menschen ohne Kinder.

Diese Phasen seien Teil des Lebens.

Dauern diese Phasen aber

über drei, vier Wochen an, und

bemerke ich an mir selbst, dass

ich mich zurückziehe, dass ich

gereizter, ruhiger, freudloser bin,

eventuell auch Schlafstörungen

habe, dann könnten das erste

Anzeichen dafür sein, dass man

professionelle psychologische

Hilfe in Anspruch nehmen sollte.

Gerade in solchen belasteten

Phasen ist der Geduldsfaden ein

kurzer. Und er kann noch um einiges

kürzer werden, wenn man

zum zwanzigsten Mal bittet,

dass jetzt doch mal die Zähne

geputzt werden sollten. In der

Familie kann man solche Situationen

entschärfen, indem man

Kindern gegenüber ehrlich ist –

ansonsten könnten Kinder

glauben, sie treffe Schuld. „Ich

finde es wichtig, Kindern ganz

offen zu sagen, was in mir vorgeht.

Natürlich angepasst an

das Alter und die Entwicklung

Ich finde es wichtig, Kindern ganz

offen zu sagen, was in mir vorgeht.

Natürlich angepasst an das Alter und

die Entwicklung des Kindes.

Kerstin Schuller,

Klinische- und Gesundheitspsychologin, Instahelp

des Kindes“, rät Schuller. Zum einen

können Kinder so einordnen,

was gerade vor sich geht

und man signalisiert: „Das ist

nicht deine Verantwortung“.

Andererseits lebt man Kindern

so auch vor, dass es in Ordnung

ist, wenn es uns mal nicht so gut

geht, man aber darüber spricht

und Wege sucht, um die Situation

zu verbessern. „So gehen wir

als gutes Vorbild voran und zeigen

dem Kind: Auch du musst

nicht immer perfekt drauf sein.

Manchmal, da dürfen wir grantig

sein und weinen und das ist

voll okay.“

Man gibt mit diesem offenen

Verhalten Kindern also schon

Werkzeuge mit, um zu resilienten

Erwachsenen heranzuwachsen.

Um Kinder in ihrer Entwicklung

zu unterstützen, kann man

versuchen, den Alltag mit deren

Augen zu sehen. Das Wichtigste

aber sei, Zeit gemeinsam zu verbringen,

sagt Schuller: „Zeit, in

der wir einfach ungestört und in

Ruhe zuhören können.“ Resilienz

bei Kindern könne man

stärken, indem man weniger auf

die Schwächen fokussiert, zum

Beispiel in der Schule, als vielmehr

auf die Stärken. „Fragen

Sie sich und das Kind: Was

kannst du? Wo bist du richtig

stark?“

Einander

zuhören,

füreinander

dasein: zwei

wichtige

Punkte, um

die mentale

Gesundheit

aller Familienmitglieder

in Balance

zu

halten

ADOBESTOCK

Podcast

Die neue Episode

unseres

Podcasts „Ist

das gesund?“

mit Kerstin

Schuller können

Sie hören,

wenn Sie den

QR-Code scannen.

Wo es Unterstützung und Hilfe gibt

PsyNot Steiermark, kostenfreie 24h-Hotline: 0800 /

44 99 33

Psychiatrischen Not- und Krisendienst

Kärnten West 0664 3009003

Kärnten Ost 0664 3007007

Rat auf Draht

Unter der Telefonnummer 147 ist ein Notruf für

Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen

eingerichtet: kostenlos, rund um die Uhr, ohne

Vorwahl, anonym.

Gregory Wüthrich

samt

Nachwuchskicker

SK

STURM/SEBASTIAN

ATZLER

INITIATIVE

Mentale

Stärke

trainieren

Videos, die helfen, die

Psyche zu stärken.

Mama, Papa, schau auf

dich“ ist eine Initiative,

die sich dem zunehmenden

Leistungsdruck

bei

Kindern, vor

allem aber auch

den oft übersehenen

Belastungen der

Eltern im Alltag annimmt.

Gestartet wurde

diese von Instahelp, einer

Online-Plattform für psychologische

Beratung. Im Mittelpunkt

steht die Botschaft,

die mentale Gesundheit

aktiv zu stärken.

Der aktive „Ankick“ zur

Initiative erfolgte am Ostersonntag

in der Merkur Arena.

100 Kinder traten gegen

drei Profis bzw. Legenden

des SK Sturm an: Mario

Haas, Martin Ehrenreich und

Gregory Wüthrich. Emotionale

Stunden mit Bewegung

und Spaß – am Ende

gingen die Kinder als Sieger

vom Platz.

Um die mentale Gesundheit

zu trainieren, gibt es

auf der Website von Instahelp

kostenlose Ressourcen,

etwa Videos für Kinder

im Umgang mit Leistungsdruck

oder mit Tipps, wie sie

ruhig und gelassen bleiben

können. Ebenso sind digitale

Informationsangebote und

Webinare für Eltern verfügbar,

diese geben Auskunft

über den Umgang mit

Mental Load, Überlastung

und zeigen, wie sich Emotionen

zu stärken. Ziel der Initiative

sei es, Eltern zu stärken.

„Weil starke Eltern die

Basis für starke Kinder sind“,

sagt Bernadette Frech, CEO

von Instahelp.

Mehr Infos unter: instahelp.me/de/schauaufdich/



Gesundheit

Freitag,

2. Mai 2025

Kleine Zeitung

Freitag, 2. Mai 2025 Gesundheit |27

Positiver Trend:

Alkohol spielt bei

jüngeren einer

weniger wichtige

Rolle DANIEL -

Der Trend

zum

Verzicht

STOCK.ADOBE.COM

Österreich ist

beim Alkohol

noch immer ein

Hochkonsumland,

doch bei Jugendlichen

zeigt sich

der Trend zum

Verzicht. Welche

Altersgruppe am

meisten trinkt

und wann das

Trinken problematisch

wird.

Von Sonja Krause

Zwölf Liter pro Kopf und

Jahr: Mit dieser Menge

Reinalkohol, die hierzulande

konsumiert wird, zählt Österreich

nach wie vor zu den Hochkonsumländern.

Weltweit werden

im Durchschnitt fünf Liter

Alkohol pro Kopf und Jahr getrunken

– da zählen allerdings

auch Länder dazu, in denen zum

Beispiel aus religiösen Gründen

gar nicht konsumiert wird. Außerdem

haben in Österreich

nach wie vor eine Million

Menschen (rund 15

Prozent der Bevölkerung)

ein problematisches

Trinkverhalten:

Sie trinken Alkohol in

einem Ausmaß, das ihr

Risiko für eine Alkoholsucht

stark erhöht

und ihre Gesundheit

Suchtexpertin

Claudia Kahr

(Vivid) VIVID

beeinträchtigt. Rund

fünf Prozent davon gelten

als alkoholabhängig – das

sind rund 370.000 Betroffene.

Aber: „Wir sehen, dass bei den

Jugendlichen der Alkoholkonsum

rückläufig ist“, sagt Claudia

Kahr von Vivid, der steirischen

Fachstelle für Suchtprävention:

Vor allem in der Gruppe der 14-

bis 17-Jährigen zeige sich der

Trend weg vom Alkohol. So habe

sich die Zahl jener Jugendlichen,

die gar keinen Alkohol trinken,

seit 2007 vervierfacht und ist

von vier auf 18 Prozent angestiegen.

Und auch die Zahl derer, die

in Umfragen angaben, in den

letzten 30 Tagen keinen Alkohol

getrunken zu haben, hat

sich seit 2007 verdoppelt. „Wir

sehen, dass es bei Jugendlichen

eine Normveränderung gibt, das

ist eine positive Entwicklung.“

Erklären lasse sich das durch

ein verändertes Wertebild: „Junge

Menschen haben heute ein

großes Gesundheitsbewusstsein

und auch einen Drang zur

Selbstoptimierung“, sagt Kahr.

Sie möchten einen gesunden,

fitten Körper haben, diesen auch

herzeigen, vor allem in den sozialen

Netzwerken. Auch begegnen

sich Jugendliche heute häufig

in virtuellen Welten, sehr

viel Austausch findet über digitale

Wege statt – Alkohol als

„soziales Schmiermittel“ spiele

dabei keine Rolle mehr.

Nun könnte man mutmaßen,

dass stattdessen

vermehrt andere

Suchtmittel konsumiert

werden – das zeige

sich in den Daten allerdings

nicht, sagt Kahr.

Eine Rolle beim Trend

hin zum Alkoholverzicht

spiele auch, dass

es mittlerweile ein viel breiteres

Angebot an alkoholfreien Getränken

gebe: Es gibt nicht nur

Je mehr Alkohol man trinkt, umso höher ist das Gesundheitsrisiko

mind. zwei

alkoholfreie

Tage pro Woche

gesunde Männer

pro Tag

gesunde Frauen

pro Tag

Geringeres

oder

oder

Gesundheitsrisiko bis 1 großes Bier bis 1 Viertel Wein bis 1 kleines Bier bis 1 Viertel Wein

0,6 Liter 0,3 Liter

0,4 Liter 0,2 Liter

Erhebliches

Gesundheitsrisiko

Quelle: Dialogwoche Alkohol; Grafik: Fatima Al Masodi

oder

bis 3 große Bier bis 3 Viertel Wein

1,5 Liter 0,75 Liter

2Tage pro Woche

sollten

mindestens

alkoholfrei

sein! Außerdem

sollten Sie

mehrmals im

Jahr mindestens

zwei Wochen

Alkoholpause

machen.

alkoholfreies Bier, sondern

auch Wein, Sekt,

Cocktails, etc. sind in

alkoholfreien Varianten

verfügbar und werden

in Bars ausgeschenkt.

„Da kommt

eine Generation nach,

die anders mit Alkohol

umgeht“, sagt Claudia

Kahr – das spiegle sich

in Aktionen wie dem

„Dry January“ wider,

wobei gezielt auf Alkohol

verzichtet wird.

Während sich in der

jungen Generation eine (kleine)

Normveränderung anzeigt, sind

es die 50- bis 59-Jährigen, die in

Österreich am meisten trinken,

diese Altersgruppe konsumiert

durchschnittlich 16 Liter pro

Kopf und Jahr. Dabei sei es wichtig

zu betonen: Alkohol ist ein

Zellgift, es gibt keine sichere

Menge Alkohol! „Je mehr ich

trinke, desto größer ist mein Risiko

für Krankheit und Sucht“,

unterstreicht Kahr. Das gesundheitliche

Risiko steigt bei gesunden

Männern,

wenn sie mehr als ein

großes Bier oder ein

Viertel Wein pro Tag

trinken; gesunde

Frauen sollten nicht

mehr als ein kleines

Bier oder ein Viertel

Wein pro Tag trinken

(siehe Infografik).

Von einem problematischen

Alkoholkonsum

spricht man,

wenn Gesunde täglich

mehr als drei große

Bier (Männer) oder zwei große

Bier (Frauen) trinken. Außerdem

liegt ein deutlich erhöhtes

Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen

vor. Für diese Gruppe

gilt besonders: Den eigenen

Alkoholkonsum kritisch hinterfragen

und reduzieren! Kahr rät

dazu, für einige Wochen ein

Trinktagebuch zu führen, um

einmal zu sehen, wie viel und

wie oft man tatsächlich trinkt.

„Die meisten sind überrascht,

wie viel es eigentlich ist.“

oder

bis 2 große Bier bis 2 Viertel Wein

1,0 Liter 0,5 Liter

Trinke ich zu viel?

Von 5. bis 11. Mai findet die

österreichische Dialogwoche

Alkohol statt: Bei Veranstaltungen

und online wird über die

Risiken von Alkoholkonsum

aufgeklärt.

Die Website der Dialogwoche

bietet einen Selbstcheck zur

Einschätzung des eigenen

Trinkens an: www.dialogwochealkohol.at/selbsttest.

Wer seinen Alkoholkonsum

einschränken möchte, kann

Um das Suchtrisiko abzuschätzen,

müsse man sich die

Frage stellen: Warum trinke ich?

Welche Funktion erfüllt der Alkohol

für mich? Kann ich ohne

ein Glas Bier oder Wein am

Abend nicht einschlafen oder

nicht herunterkommen, sind

das Warnsignale. Auch wenn

ein starker Zwang besteht, Alkohol

zu trinken, und wenn abstinente

Tage nicht mehr möglich

sind, sind das Anzeichen für

ein Alkoholproblem.

Frauen und Alkohol

Alkohol wirkt bei Frauen anders

als bei Männern: Durch

einen höheren Körperfettanteil

ist die Konzentration

von Alkohol im Blut von Frauen

höher. Außerdem haben

Frauen weniger von einem

bestimmten Enzym in der

Leber, weshalb sie Alkohol

langsamer abbauen. Alkohol

bringt auch den Östrogenstoffwechsel

durcheinander:

Das kann typische Wechselbeschwerden

verschlimmern

und erhöht das Risiko für

Osteoporose und Brustkrebs.

sich Unterstützung holen: entweder

durch das anonyme

Online-Programm unter alkcoach.at

oder in einer Beratungsstelle

(siehe www.dialogwochealkohol.at

> Beratungsstellen)

Weitere Anlaufstellen:

b.a.s. [betrifft abhängigkeit und

sucht]: www.bas.at oder Tel.

(0316) 82 11 99

Drogenberatung des Landes

Steiermark: erreichbar unter

Tel. (0316) 32 60 44

Jedes Glas weniger ist besser

für die Gesundheit – und die positiven

Effekte des Verzichts

machen sich schnell bemerkbar:

„Wenn ich weniger trinke, schlafe

ich sofort besser“, weiß Kahr.

Der Blutdruck sinkt, was wiederum

das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

reduziert.

Ebenso sinkt das Risiko für verschiedene

Krebsarten und psychische

Erkrankungen wie Depression

oder etwa die Alkoholsucht.

TIPP: SODA KLUB

Nüchtern feiern

Beim „Soda Klub“, veranstaltet von der Caritas

und dem Gesundheitsfonds Steiermark, wird

am 8. Mai mit 0 Promille ausgelassen gefeiert,

die Musik kommt im Club Circle Thalia

Graz von DJ Mama Feelgood. Eintritt frei,

Anmeldung unter www.club-circle.at

AUS DER APOTHEKE

Lutein – das Vitamin für die Augen

Lutein zählt zur Gruppe der

Carotinoide, es filtert jenen

Anteil des sichtbaren Lichtes,

das zu Schäden der Sehzellen

führen kann. Empfohlen wird

Lutein für Personen mit blauer,

grauer oder grüner Augenfarbe.

Es ist kein Ersatz für eine Sonnenbrille,

kann jedoch vor der

altersbedingten Makuladegeneration.

Kornelia

Baumgartner, Apothekerin

SMARTWATCHES

Ungenaue Messungen

Viele Sportler vertrauen auf Smartwatches,

die Messungen weichen

beim Laufen, Radfahren und Schwimmen

teils erheblich von den tatsächlichen

Werten ab, ergab eine Studie

der Hochschule Magdeburg-Stendal.

COVID-IMPFUNG

Der richtige Arm für den Booster

Corona-Auffrischungsimpfungen

zeigen eine bessere Wirkung,

wenn die Impfdosen in

den gleichen Arm verabreicht

werden. Das ist das Ergebnis

einer im Fachblatt „Cell“ veröffentlichten

Studie von der

Universität New South Wales

in Sydney. B-Gedächtniszellen,

die Krankheitserregern

erkennen, können so besser

aktiviert werden.



28|Gesundheit

Kleine Zeitung

Freitag, 2. Mai 2025

Kleine Zeitung

Freitag, 2. Mai 2025

Gesundheit|29

Wie man ein

Tattoo wieder

los wird

Via Laser können Tätowierungen wieder entfernt

werden, allerdings braucht man einiges

an Geduld – und vor allem Geld.

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Von Martina Marx

Jeder vierte Mensch in Österreich

hat eine Tätowierung.

Das zeigen Daten des Meinungsforschungsinstituts

IMAS. Tattoos sind also im

Mainstream angekommen.

Doch so manch einer dürfte

nicht bedenken, dass diese Bilder

die Haut das gesamte Leben

lang zieren. Die Folge: Sie möchten

das „Peckerl“ loswerden.

Die Nachfrage für Tattoo-Entfernungen

nehme zu, sagt der

Grazer Dermatologe Bernd Leinweber.

„Einfach, weil so viele

Menschen ein Tattoo haben“. Die

Gründe sind oft ähnlich. Geschmäcker

ändern sich, ebenso

Lebenseinstellungen und -umstände.

„Aktuell sind Tätowierungen

ein Mega-Hype, und mir

gefällt etwas, das kann aber in

zehn Jahren ganz anders sein“,

erzählt Leinweber.

Er rät, sich

Nicht jede Farbe lässt

sich gleich gut entfernen.

Ein helles

Gelb oder auch Violett

ist eher schwierig.

Bernd Leinweber

Dermatologe, Graz

eher kleinere

Motive stechen

zu lassen. Denn

diese könne

man leichter

überdecken bzw.

entfernen, als

großflächige.

Denn: eine Tätowierung

ist

um ein Vielfaches

schneller gestochen, als sie

entfernt ist. Theoretisch kann

man jedes Tattoo entfernen,

praktisch ist es komplexer, denn

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„nicht jede Farbe lässt sich

gleich gut entfernen. Ein helles

Gelb oder auch Violett sind eher

schwierig“, sagt Leinweber. Daisy

Kopera, an der

Universitätsklinik

für Dermatologie

und Venerologie

Graz tätig,

erklärt: „Bei bunten

Tätowierungen

wird es

schwierig, da uns

die entsprechenden

Wellenlängen

von den Lasergeräten

nicht

zur Verfügung stehen.“ Die Farbintensität

ist ein weiterer Faktor,

je dunkler ein Motiv und

großflächiger es ist, umso eher

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bleibt ein Schatten zurück. Auch der

eigene Hautton spielt eine Rolle.

Das gilt übrigens auch für Permanent

Make-up, denn auch dieses ist

eine Tätowierung.

Es ist durchaus schmerzhaft,

jeder Laserimpuls

fühlt sich an, als würde

man mit einem festen

Gummiband auf die

Haut schnalzen.

Daisy Kopera

Universitätsklinik für

Dermatologie und Venerologie

Graz

4Mindestens jeder vierte Österreicher,

jede vierte Österreicherin

hat wenigstens eine Tätowierung.

Wie funktioniert eine solche Tattoo-

Entfernung? Eingesetzt werden,

wie erwähnt, Laser. „Ein Laserimpuls

dauert Bruchteile einer Sekunde,

trifft er auf der Haut auf, wird er

von den Farbpigmenten der Tätowierung

absorbiert, wandelt sich in

Hitze um. Das passiert mit derart

viel Energie, dass diese Pigmentkörnchen

‚explodieren‘“, erklärt Kopera.

Diese Körnchen sind in Folge

so klein, dass sie von Fresszellen abtransportiert

werden können. Das

heißt, nach und nach verblasst das

Tattoo, wissen die beiden Hautärzte

Leinweber und Kopera aus Erfahrung

in der täglichen Praxis.

Zwar sieht man schon nach

der ersten Behandlung einen

Unterschied, mit einer einzelnen

Sitzung ist es aber nicht getan.

Je nach Intensität und Größe

sind mehrere notwendig. Zwischen

diesen muss eine Pause

eingehalten werden, damit sich

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Entfernt werden Tattoos mithilfe

eines Lasers

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die Haut erholen kann. Denn

Verkrustungen wie auch Blasenbildungen

können in Folge

einer Sitzung auftreten. Mindestens

vier Wochen sollten zwischen

zwei Behandlungen liegen,

„wir machen meist zwei Monate

Pause“, sagt Leinweber. Das

bedeutet, dass in den meisten

Fällen, die Tattoo-Entfernung

Für das Immunsystem, für Vitalität & Leistungskraft

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zumindest

mehrere Monate

in Anspruch

nimmt.

Hinzu kommen

die Kosten,

die von der

Kasse nicht

übernommen Dermatologin

werden, sie Daisy Kopera

richten sich MEDUNI GRAZ/KANIZAJ

nach der Größe

des Tattoos sowie nach der

Farbintensität und der Menge

an benötigten Behandlungen.

Bei kleinen Motiven, könne man

mit weniger als hundert Euro

pro Sitzung rechnen, so Leinweber,

bei größeren können mehrere

hundert Euro pro Behandlung

anfallen.

Denkt man darüber nach, sich

von seinem Tattoo zu trennen,

muss man mit Schmerzen rechnen,

sagt Kopera: „Es ist durchaus

schmerzhaft, jeder einzelne

Laserimpuls fühlt sich an, als

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Für die Darmflora ist eine intakte

Darmschleimhaut essenziell.

Denn eine dichte, intakte Darmschleimhaut

ist die Lebensgrundlage

für die nützlichen

Bakterien der Darmflora und

verhindert als Schutzschicht,

dass Fremdstoffe in den Körper

gelangen. Ist die Schleimbildung

durch Genussgifte, bestimmte

Medikamente oder andere

äußere Einflüsse beeinträchtigt,

kann die Barriere funktion

ab nehmen und Fremdstoffe

können leichter in den Körper

eindringen.

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MucT®

Dermatologe

Bernd Leinweber

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würde man

mit einem festen

Gummiband

auf die

Haut schnalzen.“

Leinweber

greift, außer

bei ganz

kleinen Tattoos,

deswegen

auf lokale

Betäubung zurück.

Kopera rät, wenn man mit

dem Gedanken spielt, ein Tattoo

stechen zu lassen, sich ernsthaft

mit der Frage auseinanderzusetzen:

„Will ich das ewig haben?“

Testen könne man mit

temporären Tattoos. Oft würden

Menschen falsche Vorstellungen

von einer Tattoo-Entfernung

haben: „Manche glauben,

es ist wie mit einem Radiergummi.

Man fährt einmal drüber,

und dann ist es wieder weg. Aber

so einfach ist das nicht.“

ProBio-Cult® AKK1

Info:

akkermansia-probiocult.at

Nahrungsergänzungsmittel. Nicht für

Schwangere, Stillende sowie Kinder

und Jugendliche geeignet.

1 Riboflavin trägt zur Erhaltung normaler

Schleimhäute bei, damit auch

der Darmschleimhaut.

2 Folat hat eine Funktion bei der

Zellteilung wie dem Wachstum von

Darmschleimhautzellen.


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