GRILLZEIT 2025 - Grillen, BBQ & Outdoor-Lifestyle
Besser grillen. Besser leben.
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50
08
20
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72
20 Jahre GRILLZEIT
07 Der Urknall des Grillbooms
08 Grill Evolution
16 Fleisch-Karrieren
18 Leadership
20 Damenwahl
24 Wir sind Weltmeister!
26 AMA-Grillclub
best of 20
50 Pulled Pork steirisch
54 Sommerpanettone
56 Presa mit Oktopus
58 Tomahawk Steak
60 Dirty Grilling
62 Date mit Patty
66 Die Texaskrücke
68 Gans langsam
72 Bis die Schwarten krachen
news & stories
36 Grillen lesen
38 Snow & Beef 2025
40 Der Abend ist gerettet
46 Der Affineur
88 Meat News
88
10
besser grillen
78 Outdoorküchen
94 Im Praxistest
122 Produktfeatures
126 Neue Produkte
GRILLZEIT 3
editorial
100
Digital analog
Statistisch betrachtet gibt es immer weniger
Österreicher, die ein Druckwerk in der Hand dem
schnellen Videoclip sozialer Flachwasserzonen
vorziehen. Aber wir können uns da eigentlich
nicht beklagen. Ganz im Gegenteil: Die Reichweite
der digitalen Version unseres Printmagazins
GRILLZEIT (ePaper.grillzeit.at genannt)
schwoll mit der letzten Ausgabe auf über elf
Millionen Views. Obwohl (oder eher weil) es der
Printausgabe wie ein Ei dem anderen gleicht, also
ebenso informationstief, optisch ansprechend
und detailreich angelegt ist.
46
Also surfen offensichtlich auch im Web immer
mehr Leseratten, die es ganz genau wissen
wollen, wenn es um die Passion Grillen und die
Qualitätskriterien von Lebensmitteln geht. Und
diesbezüglich haben wir in den letzten 20 Jahren
GRILLZEIT einiges an Knowhow eingesammelt,
handverlesen, gehortet und weitergegeben.
Denn der Unterschied, den gutes Grillgerät und
die richtige Temperaturführung machen, bringt
die Ergebnisse am Teller nun einmal in eine
andere Liga. Fast noch mehr gilt das für nur
scheinbar nebensächliche Detailinformationen
über Lebensmittel und hier insbesondere jene
über Fleisch. GRILLZEIT-Leser wissen um die Bedeutung
von Kriterien wie Fleischkategorien, Rassen,
Fütterung und vor allem auch der richtigen
Reifung von Fleisch. Und da hat sich gottlob in
den letzten Jahrzehnten viel geändert. „Früher
war ein argentinisches Steak mit Sauerkrautgeschmack
geil!“, bringt es Mario Lehenbauer,
Gastronom und Fleischexperte, auf den Punkt.
„Heute wissen wir einfach mehr!“
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Wir wünschen Ihnen daher auch weiterhin viel
Neugier und einen ausnehmend schönen Grillsommer!
Die Redaktion der GRILLZEIT
94
Impressum
Medieninhaber & Produktion: produktiv pr+produktion GmbH
Herausgeber: Michael Schubert
Alle: 2102 Bisamberg, Hagenbrunner Str. 16
Tel.: +43 2262 20400, Email: redaktion@grillzeit.at
Druck: SANDLER Gesellschaft m.b.H. & Co. KG., Marbach a.d. Donau
Gestaltung: Daniela Pfeiffer
Redaktionelle Abbildungen und Fotos: Adobe Stock,
Johannes Brunnbauer, GRILLZEIT, GustaF, Stefan Hobel,
Michael Schubert, AMA-Marketing, Gerald Toifl.
4 GRILLZEIT
HERKUNFT. QUALITÄT. KONTROLLE.
DAS HAT EINEN WERT.
amainfo.at haltung.at
20 Jahre GRILLZEIT
Grillboom-Jubiläum. Die GRILLZEIT wird heuer vom Teen zum Twen. Denn vor genau 20 Jahren – im Frühjahr
2005 – erschien die erste Ausgabe der GRILLZEIT. Mitten hinein in den damals erst so richtig beginnenden
Grillboom, den wir begleiten und mitgestalten konnten.
In diesen beiden Jahrzehnten hat sich der Grill allmählich eine Hauptrolle bei der Freizeitgestaltung der Österreicher
erobert, die damals noch nicht absehbar war. Denn die Grilltechnik hat sich ebenso dynamisch weiterentwickelt
wie das Angebot an Grillgut und vor allem der Wissensstand der österreichischen Grill-Community – auf
den wir auch ein bisschen stolz sein dürfen.
Grund genug jedenfalls, um mit diesem Heft gemeinsam auf diese spannende Entwicklung zurückzublicken und
einige der besten Rezepte und Bilder der letzten 20 Jahre Revue passieren zu lassen. Und natürlich haben wir
auch wieder die neusten Trends und Geräte für unsere Grill-Zukunft mit an Bord.
6 GRILLZEIT
20 Jahre GRILLZEIT
Der Urknall
des Grillbooms
Bereits Charles Darwin bezeichnete die Fähigkeit, Feuer zu
machen, als die wohl größte Errungenschaft des frühen Menschen.
Gemeinsam mit der Entwicklung der Sprache übrigens,
die parallel erfolgt sein dürfte. Was für uns den Schluss nahelegt,
dass Grillen und soziale Intelligenz schon immer irgendwie
zusammengehörten.
Wie aktuelle Forschungsergebnisse aus Südafrika
belegen, garte unser Urahn Homo erectus vermutlich
bereits vor über einer Million Jahren
seine Jagdbeute über einer Feuerstelle inmitten
seiner gemütlichen Wohnhöhle. Die Spuren seiner Outdoorküchen
blieben hingegen der Witterung wegen nicht
erhalten.
In unserer Gegend war es dann deutlich später der ebenfalls
aus Afrika immigrierte Homo sapiens, der im altsteinzeitlichen
Österreich – ergo vor rund 30.000 bis 40.000 Jahren
– den Archäologen erstmals verkohlte Belege seiner Kochkünste
hinterließ.
Auf und mit offenem Feuer gekocht wurde bei uns also
schon immer – und dann irgendwann fast nimmer. Denn
als in den Wirtschaftswunderjahren des 20. Jahrhunderts
in Österreich die Regina-Küche mit Tiefkühltruhe und
vierflammigem E-Herd zum Statussymbol des urbanen
Mittelschicht-Haushalts avancierte, verdrängten diese Errungenschaften
allmählich in den Städten und dann bald
auch am Land großflächig Rauchküchen und Holzöfen. Lediglich
traditionelle Nischenprodukte wie Brotbacköfen und
dekorative Kachelöfen überlebten das Massensterben der
Feuerküchen in den eigenen vier Wänden. Heute kochen in
Deutschland jedenfalls nur noch 4,7 Prozent der Haushalte
mit Kohle oder Holz – bei uns wird das wohl nicht viel anders
sein.
Feuerküche außer Haus. In der Alpenrepublik überdauerte
die Feuerküche an der frischen Luft jedoch als Basis
geselligen kulinarischen Brauchtums relativ unbeschadet die
modernen Zeiten – in der Gestalt von Kistensau, Spanferkel
und Hendlbratereien. Und während Holz und Kohle allmäh-
lich aus den Küchen verschwanden, wuchsen bei uns in den
70ern und 80ern immer öfter gemauerte Griller mit und
ohne Kamine aus den Terrassen und Rasenflächen der Vorstadtgärten,
wo wieder mit festen Brennstoffen nachgelegt
wurde.
Wer sich das nicht leisten wollte oder schlichtweg keinen
Platz dafür hatte, grillte seine Würstchen und Koteletts
meist auf jenen Gusseisen- oder Blechgrills mit klapprigen
Beinen, an die sich zumindest jeder Babyboomer noch gut
erinnern wird. Ganze Großfamilien wurden so oft am Wochenende
mit angekokeltem Grillgut versorgt. Das grilltechnische
Repertoire all dieser Gerätschaften war allerdings
schon bauartbedingt meist ebenso eingeschränkt wie das der
Lebensmittel, die auf dem Rost landeten.
Natürlich gab es schon damals auch in Österreich solitäre
Grillathleten, die leere Ölfässer zu Barrel-Grills oder Offset-
Smokern umbauten oder ein Dampflok-ähnliches Exemplar
für den Garten erstanden, um die Nachbarschaft und die
Familie zu beeindrucken. Hier gab es im Idealfall dann auch
bald BBQ-Expertise durch das Fernstudium meist englischsprachiger
Fachliteratur.
Doch die Normalbürgerschaft verstand unter Grillen sehr
lange das beschriebene Wenden von Grillgut über offener
Glut, bis die Farbe des Fleisches nur mehr schwer von jener
der Kohle zu unterscheiden war.
Als dann aber schon vor der Jahrtausendwende auch immer
mehr Kugelgrills und bald darauf große Gasgrills mit mehreren
starken Brennern über den großen Teich nach Europa
fanden, setzten auch ein massiver Knowhow-Transfer sowie
eine technische Weiterentwicklung der Gerätschaften ein,
die bis heute andauert.
GRILLZEIT 7
20 Jahre GRILLZEIT
Die Grill
Evolution
8 GRILLZEIT
20 Jahre GRILLZEIT
Das gelobte Land der unbegrenzten Grillmöglichkeiten
war im 20. Jahrhundert unbestritten
Nordamerika. Aus den USA importierten wir im
Laufe der Zeit nicht nur das Wissen um eine Vielzahl
von neuen BBQ-Cuts und Steaks, sondern
auch Grillen als Volkssport. Und vor allem jene
fortschrittlichen Grillgeräte und Grilltechniken,
die den phänomenalen Boom dieses Themas nach
der Jahrtausendwende erst ermöglichten. Die
wichtigsten Meilensteine dieser grilltechnischen
Evolution haben wir uns ins Gedächtnis geholt.
Die Nr. 1 unter den erfolgreichsten technischen US-
Importen des alten Kontinents war der Kugelgrill,
gerne auch „Kettle“ genannt. Diese Konstruktion,
die der Ingenieur George Stephen bereits 1952 für
seinen Arbeitgeber Weber Metal Works in Chicago auf Basis
einer geteilten Hafenboje ersann, ermöglichte es erstmals, zur
Strahlungshitze eines herkömmlichen Grills auch die Konvektionshitze
eines Ofens zu addieren. Später kam dann auch noch
die verbesserte Kontakthitze durch besser wärmeleitende Roste
hinzu. Dieses Prinzip des Kugelgrills wurde im Laufe der Jahre
und Jahrzehnte weiter verbessert und um Zubehör ergänzt,
ist aber bis heute und nicht ohne Grund eine der beliebtesten
Grilltechniken – und von den Verkaufszahlen her unerreicht.
Runde Sache. Vor allem der runde Deckel und ein unter dem
Rost platzierter Kohlerost machte grilltechnisch nämlich fortan
den Unterschied zu herkömmlichen Kohlegrills. Durch die Einrichtung
von Glutzonen konnten nun große Bratenstücke auch
„indirekt“ bei mäßiger Temperatur von 140-180°C unter der
Haube gegrillt werden, während Steaks bei 220°C und mehr
„direkt“ über der Glut gebrutzelt wurden. Zur Beobachtung
des Geschehens unter dem geschlossenen Deckel bürgerte
sich als Novität der Deckelthermometer ein. Die Regelung der
Temperatur erfolgt bis heute über verstellbare Lüftungsschlitze
im Deckel und unter dem Grill, womit eine erstaunlich präzise
Steuerung möglich ist.
„Der Deckel war der Durchbruch!“, erinnert sich Hans-Jürgen
Herr, der langjährige Europachef von Weber an die frühen
Tage des Grillbooms in Österreich. „Damit hat das Thema
Grillen enorm an Vielfalt und Lifestyle dazugewonnen!“
Grillweltmeister Adi Matzek, Gründer und Inhaber der ersten
österreichischen Grillschule, weiß aber noch sehr gut, wie viel
gutes Zureden manche Schützlinge brauchten, bis der Deckel-
Groschen fiel.
Brennstoff. Auch die Wahl der Grillkohle spielt beim neuen
Grillen eine wichtige Rolle. Klassische Holzkohle erreicht Temperaturen
von bis zu 800 Grad, brennt aber relativ schnell ab.
Grillbriketts dagegen werden nicht ganz so heiß, halten die
Hitze dafür aber stundenlang relativ konstant – ideal für das indirekte
Grillen und auch lange BBQ-Jobs. Daneben gibt es auch
Presslinge aus Kokoskohle und ähnlichem, die hohe Temperaturen
mit Ausdauer verbinden.
GRILLZEIT 9
20 Jahre GRILLZEIT
Um möglichst schnell eine gleichmäßige Glut zu erreichen, hat
sich der sogenannte Anzündkamin eingebürgert. Mit diesem
praktischen Hilfsmittel wird das Kohlefeuer nicht nur gleichmäßiger
und völlig gefahrfrei gezündet, sondern auch die Wartezeit
bis zum Grillstart erheblich verkürzt.
Glüht die Kohle dann so, wie sie soll, wird sie meist in Kohlekörbe
auf dem Kohlerost geschüttet, die mit der Grillzange nach Bedarf
verschoben werden können, um Temperaturzonen zu steuern.
Und damit das Nachfüllen dieser Kohlekörbe vereinfacht wird,
wurden die klappbaren Grillroste erfunden.
Gasgrill Companys. Als Erfinder des Gasgrills gilt der US-
Amerikaner Louis McGlaughlin. Seine 1932 gegründete „Chicago
Combustion Company“ brachte zur Weltausstellung in New York
1939 den „Broilburger“ auf den Markt. Doch auf Touren kamen
die Gasgrills erst durch die Verwendung von Propangas in den
50ern, noch in den 70ern hatte der Grill-Marktführer Weber allerdings
auch dafür hauptsächlich Kugelgrills im Sortiment. Der
erste eckige „Genesis“-Gasgrill kam 1985 auf den Markt und ist
der Urahn des gesamten, umfangreichen Gasgrillsortiments, das
die Marke heute anbietet. 1995 folgte auf dem Gasgrillsektor als
Neuerung das Modell „Weber Spirit“, 1999 der „Summit“ und
2006 der „Weber Q“.
Die Ursprünge von Napoleon-Grills reichen bis ins Jahr 1976 zurück,
als der Pforzheimer Wolfgang Schroeter in Ontario, Kanada,
mit der Herstellung von Stahlgeländern begann. Ab 1981 konzentrierte
sich das Unternehmen auf die Herstellung hochwertiger
Holzöfen und Kamineinsätze, die Marke Napoleon wurde 1995
gegründet, nachdem das Unternehmen Barbecue-Grills in seine
Produktlinie aufgenommen hatte. 2010 eröffnete Napoleon
eine eigene Niederlassung in Österreich und brachte mit dem
„Napoleon Prestige“ seinen ersten Premium-Gasgrill auf den heimischen
Markt.
Die Marke Outdoorchef ging mit ihrem speziellen Gas-Kugelgrill
und dem typischen Trichtersystem technisch damals einen ganz
eigenen Weg. Mike Lingwood, der Erfinder, gründete 1994 das
Unternehmen „Outdoor Chef Ltd.“ in England. Im Jahr 2004 startete
eine Vertriebsgesellschaft in Österreich, die unter anderem
den legendären „Outdoorchef Ascona“ am Markt platzierte, der
heute noch sehr viele Fans hat.
Inzwischen hat die Marke längst ihren Hauptsitz in Zürich, ist
international tätig und hat ein sehr umfangreiches Produktportfolio.
Size matters. Es geht weniger um Status oder darum, den
Nachbarn zu ärgern. Aber eines der gewichtigsten Argumente für
die großen Boliden unter den Gasgrills war und ist natürlich das
Thema Platz – in allen Dimensionen. Mehr Grillfläche ermöglicht
die Verwendung von mehreren Brennern, diese ermöglichen das
Arbeiten mit mehr Temperaturzonen, diese ermöglichen bessere
Grillergebnisse. Eine Kettenreaktion im besten Sinne. Die üppige
Höhe des Deckels wiederum schafft Platz für einen soliden Drehspieß
und für große Ablageroste, die jeder Kenner der Materie
auch als zusätzliche Grillroste schätzt.
Rostmaterialien. Einer der bestimmenden Faktoren für die optisch
und geschmacklich reizvolle Karamellisierung der Oberflächen
von Fleisch und Gemüse – also das sogenannte „Branding“
– ist die Wärmeleitfähigkeit des Metalls, aus dem der Grillrost
hergestellt wurde. Während ein dünner, verchromter Roststab
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20 Jahre GRILLZEIT
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Mit gleichmäßiger Hitze auf der ganzen Grillfläche
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Morgen, genieße frische Meeresfrüchte zum Lunch
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GRILLZEIT 11
20 Jahre GRILLZEIT
kaum mehr Röststoffe erzeugt als die Strahlungshitze im Grill
selbst, hinterlässt ein massiver, gut aufgeheizter Gusseisenrost
jene Markierungen, auf die speziell Steakfreunde so erpicht sind.
Und zwar weitgehend unabhängig von der Art der Hitzequelle.
Daher setzten sich in den letzten Jahren sowohl bei Holzkohleals
auch bei Gasgrills immer öfter Zubehörteile wie Gusseinsätze
durch, mit denen auch edelstählerne oder verchromte Roste zur
Steakmaschine umgerüstet werden können.
Des Pudels Kern. Die großflächige Entdeckung der Kerntemperaturen
als unbestechlicher Indikator für dessen Garzustand
und auch die Entwicklung der digitalen Funkthermometer waren
für viele Feuerköche Schlüsselerlebnisse zum Erfolg am Grill und
beim BBQ. Aus der Mitte unserer Braten signalisierten die Thermofühler
das Erreichen gesteckter Temperaturziele mit zunehmender
Präzision. Anfangs noch ungenau und/oder teuer, aktuell
sind gute digitale Stichthermometer aber bereits um € 20,- zu
haben. Smarte Hub-Systeme mit WLAN, mehreren Fühlern und
softwareunterstützten Garprogrammen dagegen werden oft dreistellig
gehandelt.
Am wichtigsten ist es jedoch, die richtige Kerntemperatur für unsere
Cuts zu wählen, und da ist eine valide Tabelle sehr sinnvoll.
Etwa jene, die der AMA-Grillclub aktuell als Kühlschrankmagnet
offeriert (links). Hält natürlich auch auf jedem Stahlblech.
Die Maillard-Reaktion
Der Chemiker Louis Camille Maillard (1878-1936) entdeckte,
wie Aminosäuren ab etwa 140°C mit Zucker zu
komplexen Röststoffen reagieren, und gab diesem kochtechnischen
Effekt damit seinen Namen. Seitdem wissen
wir genauer, was uns schon immer so geschmeckt hat:
Aminosäuren sind wie Perlen einer Kette, die Protein genannt
wird. Die Reihenfolge und die Art der Aminosäuren
definieren dabei das entstehende Protein. Fleisch kommt
mit rund 20 Aminosäuren aus, bekannt sind jedoch über
250. Und neben den Proteinen gibt es im Fleisch ja auch
noch Fette und jene Zuckermoleküle, die für die Maillard-
Reaktion vonnöten sind. Bei dieser Reaktion entstehen
unter Hitzeeinwirkung hochreaktive Verbindungen, deren
Endprodukte als Melanoide bezeichnet werden. Sie sorgen
für die Farbe sowie das wunderbare Aroma von geröstetem
Kaffee, knusprigen Brotkrumen, aber eben auch
für die delikate Kruste eines Steaks vom Grill. Je höher die
Temperatur ist, der Aminosäuren und Zucker ausgesetzt
sind, umso schneller und stärker wird die Maillard-Reaktion
auftreten.
Die Plancha. Eine Sonderform des Grills ist die immer beliebter
werdende „Plancha“, die bereits im 18. Jahrhundert vom Mittelmeerraum
aus als „Teppan“ auch Asien eroberte. Auf der heißen
Grillplatte herrscht aber allerorts das verbindende Element der
schmackhaften Karamellisierung von Fleisch, Fisch, Gemüse
und Früchten sowie die gemeinsame Intensivierung der Aromen
durch die schnelle Verdampfung von Säften und Flüssigkeiten.
Es ist tatsächlich so etwas wie ein „Plancha-Umami“, was dort
entsteht und der Kombination unterschiedlicher Zutaten ausgesprochen
förderlich ist.
Die Herausforderungen bei der kollektiven Zubereitung unterschiedlichster
Produkte auf der Grillplatte sind aber das richtige
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20 Jahre GRILLZEIT
Timing, die Wahl der optimalen Temperaturen sowie das punktgenaue
Treffen des perfekten Gargrades. Was wiederum voraussetzt, warenkundlich
über seine Zutaten Bescheid zu wissen und diese entsprechend
vorzubereiten.
Raucherabteil. Smoker gibt es in den Staaten schon viel länger als
Grills. Bereits im 18. und 19. Jahrhundert wurden Fleischstücke von
Schwein, Rind und Lamm mit hohem Fett- und Bindegewebsanteil
– früher eher Suppen- oder Schmorfleisch – von meist afroamerikanischen
Pitmasters „low & slow“ in Gruben oder später Barrel-Smokern
mit schwelendem Holz in einer „Firebox“ zubereitet. Dieses Heißräuchern,
Barbecue bzw. BBQ genannt, war dort also anfangs eine Sache
für ärmere Schichten und entwickelte sich erst mit den erfolgreichen
BBQ-Restaurants und Wettbewerben in der zweiten Hälfte des vorigen
Jahrhunderts zum nationalen Kult.
Bekannt sind die sogenannten Offset- und Reversesmoker im Lokomotiven-Look,
aber auch Drum Smoker (Räuchertonnen) und deren
Weiterentwicklung, der Watersmoker, eignen sich hervorragend für
ein vielstündiges BBQ, an dessen Ende butterweiche Briskets, Ribs und
Boston Butts aus dem Garraum kommen. Die aktuell immer beliebter
werdenden Pelletsmoker sind eine Weiterentwicklung der Offsetsmoker
und bieten statt dessen Holzscheite-Romantik einen hohen Conveniencegrad
bei der Bedienung und eine extrem präzise Steuerung von
Temperatur und Rauch, womit geschmackliche Fehlnoten weitgehend
ausgeschlossen sind.
Elektro Grills. Über viele Jahre und wahrscheinlich lange sogar zu
Recht wurden Elektrogrills von der Grillszene nicht für ganz voll genommen.
Zu wenig Power, keine Röststoffe, kein Rauchgeschmack.
Erst eine neue, elektrische Generation der Q-Serie von Weber pumpte
so viel Strom in die Brenner unter dem Gussrost, dass auch die Hitze
aus dem Kabel für kräftige Grillaromen sorgte. Und als 2018 der Weber
„Pulse“ auf den Markt kam, konvertierten speziell im urbanen Raum
noch mehr Grillfans vom Gas zur Steckdose. Nicht nur der Vermieter
und Nachbarn wegen, sondern weil der Pulse mit einer völlig neuen
Technik ausgestattet wurde, die es erlaubte, die Heizstäbe stärker und
gleichmäßiger mit Energie zu versorgen. Damit waren auch über 300
Grad und mehr am Deckelthermometer zu erreichen und der Pulse erwarb
seinen legendären Ruf als Top-Steakgrill.
Back to the roots. Feuerstellen sind Dauerbrenner im wahrsten
Sinne des Wortes. Denn das offene Holzfeuer ist trotz aller Errungenschaften
moderner Grilltechnik nie aus der Mode gekommen. Zwar
ist ein knisterndes Lagerfeuer bei weitem nicht so energieeffizient wie
ein Gasgrill oder gar ein moderner Elektrogrill, doch in Sachen Nachhaltigkeit
kann das Buchenscheit gegenüber fossilen Brennstoffen voll
punkten. Hier wächst ja nach, was verbrennt, die CO2-Weste bleibt
blütenweiß. Und wenn die Trocknung des Holzes stimmt, klappt’s auch
mit den Nachbarn. Denn dann hält sich die Rauch- und Rußbelastung
sehr in Grenzen, was bleibt, ist die sozialisierende Kraft des offenen
Feuers. Wie schon bei unseren Vorfahren. Brennholz sollte übrigens
nicht mehr als 20% Restfeuchte enthalten. Am allerbesten sogar nur
zwischen 10 und 13%.
Gegrillt wird am Holzfeuer besser nicht über der offenen Flamme des
brennenden Scheites, sondern über der Glut des verkohlten Holzes.
Dann ist es gerade richtig, um als Glutbett unter den Rost oder Spieß
geschoben zu werden. Die Temperatur wird dabei durch die Menge der
glühenden Kohle sowie den Abstand des Grillgutes zur Glut gesteuert.
Beim Asado oder Spießgrillen hingegen hängt das Fleisch nicht über,
sondern neben dem Feuer. So kann sich herabtropfendes Fett nicht
entzünden und der Braten wird schonend durch die Strahlungshitze der
Flammen knusprig gebrutzelt.
GRILLZEIT 13
20 Jahre GRILLZEIT
ZURÜCK
in die
Grillzukunft
Zum anderen hatte Herr aber auch einige neue Ideen, mit
denen er den Grillmarkt völlig neu dachte. Allen voran die
famosen „Weber Grill Academys“ mit professionellen Köchen,
die bereits 2004 starteten und das kulinarische Niveau
der zahlreichen Teilnehmer der angebotenen Grillkurse
sprunghaft verbesserten. Und damit automatisch deren
Grillfrequenz und letztlich auch die Umsätze der Stores. Über
drei Millionen Absolventen hat diese „größte Kochschule der
Welt“ inzwischen hervorgebracht,150.000 Teilnehmer sind
es pro Jahr, die in den Weber Grill Academys Europas ihre
höheren Weihen bekommen.
Anfang der 2000er-Jahre grillten Deutsche und
Österreicher seltener als irgendjemand sonst in
Europa. Auch die Durchschnittspreise für Grillgeräte
waren mit die niedrigsten in der EU. Doch das änderte
sich in den letzten 20 Jahren dramatisch – und heute
sind wir sogar die Topscorer der europäischen Grillszene.
Als der süddeutsche Manager Hans-Jürgen Herr im Jahr
2004 von der Inhaberfamilie des US-Marktführers Weber
angeworben wurde, um das Grillgeschäft in der Alten Welt
anzukurbeln, lag der jährliche Umsatz der Weltmarke in Europa
bereits in knapp zweistelliger Millionenhöhe. 18 Jahre
später verließ Hans Herr das inzwischen börsennotierte Unternehmen
mit einem Europaumsatz von über 700 Millionen
Dollar. Das war fast die Hälfte des gesamten Sales-Volumen
der Brand aus Illinois.
Diese Erfolgskurve war jedenfalls noch viel steiler als jene
des ohnehin phänomenalen Grillbooms in Österreich, den
auch die GRILLZEIT in den letzten 20 Jahren als Berichterstatter
begleitete. Hans Herr führt diese Zahlen zum einen
auf sein handverlesenes Team zurück, das in vielen Ländern
ausgezeichnete Arbeit leistete – hier lag Österreich übrigens
immer mit ganz vorne –, und auch auf den konsequenten
Schulterschluss mit dem Fachhandel.
2012 wurde in Berlin der erste „Weber Original Store“ mit
eigener Grill Academy als Flaggschiff einer neuen Generation
an Weber Stores eröffnet, der eine noch nie da gewesene
Markenpräsenz und Sortimentstiefe ermöglichte. Diese Kombination
aus Event-Store und Grillschule unterstützt die Verkäufe
bis heute sehr stark und war weltweit beispielgebend.
Weitere Schlüsselfaktoren für den Erfolg waren aber auch
die ausgezeichneten Bücher von Weber. Die Weber Grillbibel
des Autors Jamie Purviance beispielsweise, die 2010 im GU
Verlag erschien, ist mit mehr als zwei Millionen Exemplaren
weltweit tatsächlich das meistverkaufte Sachbuch. Mit entsprechenden
Rückkoppelungen auf die Weber Gerätschaft.
Seit 2023 sitzt Hans-Jürgen Herr als Aufsichtsratvorsitzender
der Petromax-Gruppe wieder direkt am Feuer, wie schon in
Jugendtagen. „Back to Nature“ ist das Credo der deutschen
Marke, die alle Bedürfnisse des Freizeit-Abenteurers „wilderness
proofed“ in gehobener Qualität bedient. Von der
Feuerstelle bis zur Kühlbox, von der Camping-Leuchte bis
zum Kartoffelbräter. Bei Petromax fühlt man sich outdoor
wirklich zuhause.
Das hat auch viel mit der näheren Zukunft des Grillens zu
tun, denn Hans Herr ortet die Sehnsucht nach der Natur als
einen der nachhaltigen Megatrends der Branche, weil hier die
sozialisierende Kraft des Lagerfeuers im Mittelpunkt steht.
Und das gemeinsame Grillen an sich: „Die Menschen wollen
sich mehr selbst einbringen, das Eventgrillen wird vom Solo
des Gastgebers zum kreativen Miteinander.“
Aber auch das Thema Elektrogrills für Heavy User hat für
Hans Herr noch viel Luft nach oben, so wie ausgerechnet das
Luxussegment: „Die Branche hat nach Corona das Premiumpublikum
etwas verpasst!“
14 GRILLZEIT
20 Jahre GRILLZEIT
Cowboy-Coffee
Der Edelstahl-Perkomax ist ein Perkolator aus Edelstahl
mit Glasknauf zur Zubereitung von Tee- und Kaffeespezialitäten
über offenem Feuer – aber auch am heimischen Herd.
Die Funktionsweise des Perkolators ist einfach, aber überzeugend:
In der Kanne befindet sich eine Vorrichtung mit
Röhrchen und Siebbehälter für Kaffee- oder Teepulver. Das
kochende Wasser steigt im Röhrchen hoch und läuft durch
den durchlässigen Deckel in das Getränkepulver, nimmt Aromastoffe
auf und vermischt sich mit dem verbliebenen Wasser.
Somit wird der Geschmack immer intensiver, je länger
das Wasser im Perkolator zirkuliert: Das Prinzip setzt auch die
feinsten Geschmacksnuancen aus Tee und Kaffee frei. Durch
den Glasknauf im Deckel kann man den gesamten Vorgang
beobachten.
Diese vielseitige Kanne mit dem stabilen Henkel gibt es in zwei
Größen: Die kleine Variante fasst etwa 1,5 Liter (€ 69,90) und
die große ca. 3 Liter (€ 89,90).
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GRILLZEIT 15
20 Jahre GRILLZEIT
Fleisch-Karrieren
In den 80ern und auch noch 90ern des vorigen Jahrhunderts galt ein möglichst mageres Karree
vom Schwein als Inbegriff des Zuchterfolges. Und Rindfleisch wurde geduldig im Suppen- oder
Schmortopf zu Tafelspitz, Gulasch und Konsorten weich gegart. Inzwischen aber ist bei Fleischliebhabern
die Grilltauglichkeit eines Teilstückes dessen allerhöchste Tugend und auch Steakhäuser
gibt es inzwischen deutlich mehr als klassische Rindfleischtempel.
Dafür, dass sich das Angebot in den Fleischtheken des
Lebensmittelhandels und auf den Speisekarten der
Gastronomie seit der Jahrtausendwende so massiv
verändert hat, ist tatsächlich auch der anhaltende
Grill-Boom im letzten Vierteljahrhundert verantwortlich – an
dem ja auch die GRILLZEIT seit 20 Jahren fleißig mitwirkt.
Denn durch all die neuen, massiv verbesserten Grilltechniken
sowie die steile Lernkurve einer engagierten Grillcommunity
stiegen direkt proportional auch deren Ansprüche an das Grillgut.
Und damit entwickelte sich auch das Angebot im Lebensmittelhandel
sehr dynamisch.
Österreichisches Schweinefleisch darf und soll heute wieder
Fetteinlagerungen haben, am liebsten intramuskulär. Ähnliches
gilt für die beliebtesten Steaks vom Rind, wie das Rib
Eye oder der Denver Cut, mehr natürlich noch für Luxus-Qualitäten
wie Kobe-Beef.
Am österreichischen Rindfleischsektor war dieser Karrieresprung
in den letzten beiden Dekaden sicher am signifikantesten.
Vom einstigen „Winterartikel“ avancierte Rindfleisch
– nicht zuletzt auch durch redaktionelle US-Importe wie neue
Steak-Cuts, Burger und BBQ stimuliert – im Sortiment des
Lebensmittelhandels zum Star des Grillsommers. Ein Turbo
der Veränderungen im Topsegment der Warengruppe Fleisch
war sicher auch die Entwicklung der Skin-Verpackungen. Diese
erhöhten die Haltbarkeit und Produktsicherheit und machten
es dem LEH möglich, seinen Kunden spezielle Cuts im
SB-Schrank anzubieten. Aktuell, wo die Verkaufsflächen für
Fleisch aus Gründen der Personalknappheit und Flächenproduktivität
immer geringer werden, gewinnt dieses Angebot
noch mehr an Bedeutung.
Begriffe wie Short Ribs, Picanha, Tri Tip und Hanging Tender
zählen heute nicht nur zum Repertoire jedes Foodbloggers
und Steakhouses, sondern selbst Traditions-Restaurants
haben längst nicht nur ihr Schulterscherzel, sondern auch das
anatomisch an sich baugleiche Flat Iron Steak auf der Karte.
Rind & Rind. Vor 25 Jahren war das Thema Rindfleisch-
Kategorie in Österreich noch kaum eines, Rindfleisch für die
meisten Verbraucher eben Rindfleisch. Manche Meinl-Filialen
hatten jedoch bereits Kalbinnen-Fleisch im Sortiment, und
2004 kam auch Spar auf den Geschmack.
Ochsenfleisch war im LEH landesweit eine rare Sache und
über Kuhfleisch rümpfte man nördlich des Brenners überhaupt
noch die Nase. Dass Jungrind und Jungstier zwei verschiedene
Paar Schuhe sind, in die auch keine Färse passt, war ebenfalls
nur Kennern ein Begriff. Das Gros dieser gehobenen Rindfleisch-Qualitäten
verließ daher das Land in Richtung Süden,
wo der Preis deutlich besser war, ebenso wie das Wetter. Das
hat sich inzwischen gründlich geändert. Auch meteorologisch.
16 GRILLZEIT
20 Jahre GRILLZEIT
Marmorierung. Während die sogenannte Marmorierung in
der offiziellen Rindfleischklassifizierung der EU und somit auch
Österreichs leider (noch) keine Rolle spielt, sondern nur die
Fettabdeckung, ist der IMF-Wert (intramuskulärer Fettgehalt)
international und bei Kennern inzwischen der wertbestimmende
Faktor schlechthin. Das gilt für Kobe-Beef ebenso wie
für die Bewertungsskala der US-Beef-Klassifizierung: Je fetter,
desto netter. Denn die feinen Fettstrukturen im Muskel stehen
für Zartheit, Geschmack und Saftigkeit des Fleisches.
Natürlich ist „Marbling“ daher auch am österreichischen
Fleischmarkt längst ein Megathema, muss mangels offizieller
Klassifizierung von der Branche aber in Eigenregie bewertet
werden. Das geht hin bis zum Einsatz von KI am Schlachthof,
wo per Scan eine Schnittfläche im sogenannten „Englischen“,
also dem Rückenstrang, erfasst und beurteilt wird.
Reifung. Die Fleischreifung war bei Fachleuten zwar immer
schon ein Thema, das hippe „Dry Aging“ unserer Tage nannte
sich einst schlicht „Abhängen“ und war beim Metzger ganz
normal. Mit dem Siegeszug der Vakuumpackung im Lebensmittelhandel,
die das Risiko für Verkeimungen und Verluste
erheblich reduziert, setzte sich jedoch die Nassreifung „Wet
Aging“ immer stärker durch und wurde – auch aus Kostengründen
– zum Standard der Branche, die Trockenreife zur
Ausnahme.
Die Steak- und Grillcommunity entdeckte die Vorzüge dieser
Reifungsmethode jedoch im neuen Jahrtausend flächendeckend
wieder und der Begriff „Dry Aging“ wurde zum viel
ge- und manchmal auch missbrauchten Marketing-Tool. Tatsächlich
hat die anaerobe Nassreife (unter Ausschluss von
Sauerstoff) den Nachteil, dass sich bei längerer Reifedauer
durch Milchsäurebakterien „krautige“ Geschmackstöne bilden.
Deshalb hat sich bei Edelteilen auch international eine Kombination
aus beiden Methoden bewährt – beispielsweise zwei
Wochen Trockenreife am Knochen und danach noch ein bis
zwei Wochen Nassreifung. Bei entsprechender Hygiene und
den richtigen Parametern für Luftfeuchte und Temperatur
im Reiferaum lassen sich aber auch 100 Tage und mehr „Dry
Aging“ realisieren, das den Geschmack des Rindfleischs durch
die Abtrocknung gehörig intensiviert.
Die Cuts. Der sogenannte „Englische“ und die Hüfte galten
schon immer als Kurzbratteile, die im Zuge der Steak-
Begeisterung lediglich neue Zuschnitte und neue Namen
bekamen. Der Rostbraten wurde zum Rib Eye, die Hüfte zum
Sirloin Steak etc. Die neuen österreichischen Topqualitäten
am Rindfleischmarkt ermöglichten aber auch die Erschließung
der sogenannten „Second Cuts“ für die kurzen Garzeiten am
Grillrost. Etwa Hanging Tender (Nierenzapfen), Denver Cut
(Kruspelspitz), Flat Iron (Schulterscherzel) und Flank Steak
(Kleine Bavette). Aber selbst bei Burger-Patties ist es längst
nicht mehr egal, woher das Faschierte stammt und wie hoch
sein Fettgehalt ist.
Und auch bei Schweinefleisch werden Special Cuts inzwischen
immer beliebter, „Presa“, „Cuscino“ (aus dem Schopfbraten)
und „Pecho“ (aus der Schulter) haben sich bei Eingeweihten
schon einen Namen gemacht. Die anatomische Suche nach
dem zartesten Stück Fleisch geht aber unverdrossen weiter,
wie auch in diesem Heft wieder nachzulesen ist.
GRILLZEIT 17
20 Jahre GRILLZEIT
Leadership
in der Fleischbranche
Einen wesentlichen Anteil an der Aufbruchsstimmung im
Fleischsortiment nach der Jahrtausendwende hatten Qualitätsfleischprogramme
wie jene der ARGE Rind und der EZG
Gut Streitdorf, die für die steigenden Ansprüche der Kundschaft
in Handel und Gastronomie hinsichtlich Differenzierung und
Regionalität entwickelt wurden.
Im Februar 2004 bereits wurde „Rindfleisch à la carte“ – das erste
Kalbinnenprogramm des Landes – als Wort-/Bildmarke beim Patentamt
eingetragen. Und von da an launchten die Fleischvermarkter bis
dato nicht weniger als 14 weitere Labels, von denen vier sogar den
begehrten Branchenpreis „Goldener Lukullus“ der Agrarmarkt Austria
verliehen bekamen.
Initialzündungen für die neuen Marken waren also einerseits die verstärkte
Nachfrage nach erkennbar regionalen Produkten, andererseits
aber auch jene nach verlässlich guter, jedoch zugleich auch leistbarer
Fleischqualität.
Derzeit liegen die Preise am Markt allerdings tatsächlich bis zu 20%
über dem Vorjahr, diese Steigerung beruht aber hauptsächlich auf der
Preisentwicklung im europäischen Raum, nachdem in den letzten 5-6
Jahren die Produktion europaweit um ca. 5% rückläufig war. Wobei
der Fleischkonsum selbst etwa in Österreich trotzdem kaum rückläufig
ist, jedoch dem tristen Wirtschaftsklima Rechnung trägt. Aktuell ist
der Anteil der Bioproduktion zwar auf niedrigem Niveau relativ stabil
(Rind 5%, Schwein 2,2%), das Tierwohl-Segment hat im LEH einen
Marktanteil von ca. 10% – während der Diskontsektor aber zweistellig
wächst.
Auch in Österreich ist die Anzahl der Rinderbauern weiterhin rückläufig.
Besonders im Bereich der Mast geben immer mehr Betriebe ihre
Produktion auf, die Gründe dafür sind vielfältig. Zum einen fehlt es
vielen Betrieben an den notwendigen finanziellen Mitteln für Investitionen,
zum anderen spielt auch der Generationenwechsel eine Rolle.
Der derzeitige Arbeitnehmermarkt bietet alternative Lebens- und Arbeitsmodelle
– die nachfolgende Generation ist oft nicht mehr bereit,
sieben Tage die Woche rund um die Uhr zur Verfügung zu stehen.
Zukunftsmusik
Werner Habermann, Geschäftsführer der national
agierenden ARGE Rind wie auch der
niederösterreichischen EZG Gut Streitdorf, zur
Zukunft der österreichischen Fleischbranche:
„Die heimischen Produzenten werden künftig
höhere Preise brauchen, um die steigenden Ansprüche
hinsichtlich Tierwohl zu erfüllen. Die
Kosten für Futter, Energie sowie für bauliche
Investitionen steigen massiv – ein Stall kostet
z.B. das Doppelte als vor zehn Jahren. Dadurch
wird die Einkommenssituation der bäuerlichen
Betriebe immer angespannter.
Gibt es keine fairen Rahmenbedingungen für
die Bauern, bricht die Produktion weg, und
damit ist auch die Eigenversorgung gefährdet.
Entweder es gibt eine ausreichende Wertschöpfung
für österreichische Betriebe oder
jemand anderer wird das andernorts machen.
Künftig wird auch das Thema Transparenz
noch wichtiger werden. Viele Menschen wollen
mehr über Produktion, Haltung und Herkunft
von Fleisch wissen. Wir fordern und fördern
seit Jahren eine allgemeine verpflichtende Herkunftskennzeichnung,
brauchen diese jedoch
dringend auch in der Gastronomie!“
Launch- und Registrierungstermine
der wichtigsten Qualitätsfleischprogramme
Rindfleisch à la carte 16.02.2004
premium Rind 07.12.2004
premium Schwein 28.07.2005
premium Lamm 16.12.2005
tullnerfelder Schwein 08.04.2009
donauland Rind 08.04.2009
donauland Schwein 09.07.2009
donauland Lamm 04.11.2009
premium Kalb 17.02.2010
alpenvorland Rind 02.06.2010
Cult Beef 12.10.2011
donauland Kalb 16.04.2012
Natürlich NÖ Duroc 13.08.2014
Kalb rosé Austria Start im Jahr 2020
donauland Kalb rosé 14.10.2022
18 GRILLZEIT
von der Kalbin
14 TAGE REIFEGARANTIE
AMA-Gütesiegel Rindfleisch von der Kalbin, das ist
„Rindfleisch à la carte“. Die 14-tägige Reifegarantie
sowie die gentechnikfreie Fütterung sorgen für
ausgezeichnete Qualität und gutes Gelingen bei der
Zubereitung ihrer Lieblingsrezepte. In der Küche
gleichermaßen wie am Grill.
www.rindfleisch-alacarte.at
20 Jahre GRILLZEIT
Dann doch lieber
Damenwahl!
Wichtige Qualitätsparameter für Rindfleisch am Grill sind die Beschaffenheit des Bindegewebes,
der Fleischfasern und vor allem der Marmorierung – Kriterien also, die viel mit
dem Alter und Geschlecht der Tiere zu tun haben. Es gibt daher sehr gute Gründe, bei der
Auswahl von Steaklieferanten den Damen den Vortritt zu lassen.
Die Bezeichnung Rindfleisch ist in Wahrheit ein
Überbegriff für recht unterschiedliche Qualitäten.
Kenner teilen diese in sogenannte Kategorien ein –
also etwa Fleisch vom Jungstier, vom Jungrind, vom
Ochsen, von der Kuh und von der Kalbin. Allesamt haben unterschiedliche
Eigenschaften am Grill und am Teller. Wenn Sie
bei Ihrem Einkauf daher das Glück haben, Steaks von der „Kalbin“
zu begegnen, handelt es sich dabei nicht um das Fleisch
eines weiblichen Kalbes, wie viele nach wie vor meinen, sondern
um eine der besten Rindfleischkategorien.
Als Kalbin wird im österreichischen Fachjargon nämlich ein
junges weibliches Rind bezeichnet, das noch kein Kalb geworfen
hat, also quasi noch jungfräulich ist. In Deutschland nennt
man das „Färse“ und in der Zentralschweiz drollig „Guschti“.
Vom „Jungstier“ (alias „Jungbulle“) hingegen stammt das
meiste, was gemeinhin in der Supermarkttheke an Rindfleisch
angeboten wird – das Fleisch von jungen männlichen Rindern
nämlich, die bei der Mast am schnellsten zulegen, aber auch
muskulösere (= festere) Fleischpartien liefern. Wird der Jungstier
hingegen kastriert, macht ihn das zum Ochsen. Diese
Rindfleischkategorie ist für Kenner dann wieder besonders
interessant – weil meist zarter und fetter als die Testosteron-Fraktion.
Der Begriff „Jungrind“ hingegen macht keinen
geschlechtsspezifischen Unterschied, sondern bezeichnet
lediglich Tiere mit einem Alter von mehr als acht und nicht
mehr als zwölf Monaten.
Das Fleisch jüngerer Tiere ist logischerweise zarter als jenes
älterer Tiere. Eine der Ursachen ist die Veränderung des Gewebes,
da die Anteile an löslichem Bindegewebe mit zunehmendem
Alter geringer werden. Liegen sie bei einem Rind mit
14 Monaten noch bei 20 Prozent, so sind sie mit 24 Monaten
bereits auf 11 Prozent abgesunken. Allerdings überlagern Marmorierungen,
also intramuskuläre Fettgehalte, den Einfluss der
Bindegewebsanteile auf die Zartheit. Mit zunehmendem Alter
steigt auch der Anteil des Blutfarbstoffs Myoglobin, sodass
die Fleischfarbe ein intensiveres und dunkleres Rot annimmt.
Gender & tender. Im Unterschied zum gleichaltrigen Jungstier
wächst die Kalbin bei vergleichbarer Fütterung deutlich
langsamer und neigt dazu, im Muskel mehr Fett anzusetzen.
Dadurch ist ihr Fleisch meist besser marmoriert und wird bei
der schnellen Zubereitung von Edelteilen am Grill als feinfasriger,
zarter und saftiger als das des Jungstieres wahrgenommen.
Auch unsere südlichen Nachbarn wissen österreichisches Kalbinnenfleisch
seit langem zu schätzen – und kauften es uns
seit Jahrzehnten im Großhandel vor der Nase weg. Bis dann
vor 23 Jahren der heimische Konsument auch im Supermarkt
flächendeckend einschlägige Angebote vorfand und seitdem
immer mehr Appetit auf diese Premium-Kategorie bekommt.
Klein, aber fein. Optisch unterscheidet sich das Fleisch der
Kalbin von dem des Jungstiers schon alleine durchs Format.
Bei gleichem Alter sind die Teilstücke nämlich deutlich kleiner
als jene des männlichen Tieres. Und der Ochse schließlich
ist dann aufgrund der längeren Mastdauer meist noch einmal
eine Nummer größer als der Jungstier. Aber natürlich hängt
das auch von der Rasse ab. Fleischrassen wie „Angus“ oder
„Wagyu“, aber auch etliche alpine Rinderrassen sind deutlich
kleiner gebaut als das „großrahmige“ Fleckvieh, das den Löwenanteil
des heimischen Angebotes stellt.
Ein weiteres Indiz, um Kalbinnenfleisch in der Theke zu identifizieren,
ist dessen Farbe. Während das frische Muskelfleisch
des Jungstiers eine fast leuchtend rote Farbe hat, tendiert das
der Kalbin eher in ein dunkles Rosa. Mit zunehmender Reifung
und der damit einhergehenden Verfärbung der Fleischoberfläche
verwischen sich diese Unterschiede allerdings dann
wieder. Und den Status dieser fachgerechten Reifung überprüft
man am SB-Regal mit der Fingerdruckprobe: Bleibt nach
sanftem Druck eine Mulde im Fleisch, ist es gut abgelegen und
verspricht die Kaumuskeln zu schonen.
Markencheck. Wer sich nicht auf sein Glück verlassen
möchte, um sicher an österreichisches Kalbinnenfleisch zu
20 GRILLZEIT
20 Jahre GRILLZEIT
kommen, kann es sich entweder mit dem Metzger gutstellen
oder aber nach jenen Qualitätsmarken Ausschau halten, die
im Handel, Großhandel und in der Gastronomie für Kalbinnenfleisch
oder andere Premiumkategorien heimischen Ursprungs
stehen – oft sogar, ohne die Kategorie dezidiert auszuloben.
So setzt die führende Bio-Marke auf Rindfleisch der Kategorie
„Jungrind“, ohne dies an die große Glocke zu hängen, und
unter „Almo“ wird heute sowohl Ochsen- als auch Kalbinnenfleisch
vermarktet. Aber die wichtigsten Markenprogramme
haben sich ganz klar auf heimisches Kalbinnenfleisch und ganz
bestimmte Kriterien festgelegt, um eine möglichst konstante
Qualität gewährleisten zu können.
Wobei nicht alle so ohne Weiteres im Supermarkt ums Eck zu
finden sind. Während Kalbinnenfleisch der Marke „Rindfleisch
à la carte“ vor allem in Spar-Gourmet-Märkten, bei Spar, Interspar
und Eurospar Wien, Niederösterreich und nördliches
Burgenland erhältlich ist, ist „Cult Beef“ in der Gastronomie
sehr etabliert, aber auch für unsereiner im Onlineshop von
wiesbauer-gourmet.at zu finden. Und die regionale Kalbinnen-
Selektion „alpenvorland Rind“ ist den Kunden auf Bestellung
bei Eurogast, Metro, Trünkel und einigen mehr vorbehalten,
also vor allem Gastronomen und ambitionierten Amateurköchen.
Diese Projekte waren allesamt Meilensteine in der Zusammenarbeit
zwischen Landwirtschaft und Handel. Den Bauern
wird durch diese Partnerschaft nämlich ein konstanter Markt
geboten, der sich unabhängig von der eher rückläufigen Entwicklung
am Rindfleischsektor gut entwickelt, und der Mehraufwand
des Qualitätsprogrammes wird auch durch bessere
Preise für die Landwirte gelohnt. Dass dann auch der Endverbraucher-Preis
etwas höher liegt als jener der Standardware,
ist ganz offensichtlich kein Problem. Denn der Mehrwert am
Teller ist ungleich höher als die Preisdifferenz.
GRILLZEIT 21
essen & trinken
Die wichtigsten Qualitätsmarken
für Kalbinnen-Fleisch
Rindfleisch à la carte. 2003 bereits startete die Handelskette Spar
gemeinsam mit der niederösterreichischen Erzeugergemeinschaft „Gut
Streitdorf“ diese erste Kalbinnen-Linie im österreichischen Lebensmittelhandel.
Heute liefern mehr als 180 niederösterreichische Vertragsbauern
über dieses Qualitätsfleischprogramm an die Tann St. Pölten, das niederösterreichische
Fleischwerk der Spar-Gruppe, wo die Karkassen fachgerecht
gereift und anschließend feinzerlegt werden.
Und „Rindfleisch à la carte“ ist tatsächlich anders. Nicht nur, weil es
von der AMA-Gütesiegel-Kalbin stammt (ausgezeichnet mit dem Zusatzmodul
„Regionale Herkunft“ sowie zertifiziert gentechnikfrei gefüttert)
und die Tiere ausschließlich in Österreich geboren und für „Rindfleisch
à la carte“ ausschließlich in Niederösterreich gemästet und geschlachtet
werden müssen. Hinter dem Qualitätsfleischprogramm stecken
auch noch viele weitere wertbestimmende Parameter, wie zum Beispiel
ein genau definiertes Schlachtalter von unter 22 Monaten, exakte pH-
Wert-Messungen, fachgerechte Zuschnitte sowie mindestens 14 Tage
Fleischreifung – sowohl bei den Edelteilen als auch bei weiteren ausgesuchten
Teilstücken.
Cult Beef. Die Marke „Cult Beef“ steht für selektiertes österreichisches
Kalbinnenfleisch in Spitzenqualität. Also für die Auslese einer an sich
bereits sehr hochwertigen Rindfleischkategorie. Während die Basis der
Qualitätsproduktion auch bei Cult Beef natürlich die Richtlinien des
AMA-Gütesiegels sind, legt man für Cult Beef da noch einiges drauf. So
wählen die Experten noch am Schlachthof ausschließlich Karkassen der
sogenannten Fettklassen 3 und 4 aus, denn die intramuskuläre Fetteinlagerung
ist eines der wichtigsten Kriterien für die Qualität. Dazu kommen
noch ein paar weitere Parameter – am Schluss bleiben bei dieser
„Goldwäsche“ ganz ähnlich wie bei der Klassifizierung in den USA nur
wenige Prozent des Angebotes, die in die Cult Beef-Reifung dürfen. Ein
weiteres Kriterium von Cult Beef ist die fachgerechte Reifung des Fleisches
bei kontrollierten Temperaturbedingungen über mindestens drei
Wochen. Erst durch die dabei stattfindenden enzymatischen Prozesse
werden die Fleischfasern entspannt und zart, das Rindfleischaroma kann
sich entfalten.
Dieses Top-Sortiment, das man früher nur als Gastronom erwerben
konnte, kann man seit einiger Zeit jedoch auch als Normalsterblicher in
Onlineshops (z.B. wiesbauer-gourmet.at) kaufen. Und hier gibt es neben
den bekannten Edelteilen und BBQ-Teilstücken auch Steakspezialitäten,
die man nicht alle Tage auf den Rost bekommt.
Das „alpenvorland Rind“ mit dem AMA-Gütesiegel stammt ausschließlich
von Kalbinnen der Region und ist ein Qualitätsfleischprogramm
der Erzeugergemeinschaft Gut Streitdorf mit 14 Tagen
Reifegarantie auf ausgewählte Teilstücke. Gemeinsam mit Experten als
Topsegment für die Anforderungen der modernen Gastronomie entwickelt,
wurden Qualitätsparameter und Selektion laufend verbessert.
„alpenvorland Rind“ ist demnach Frischfleisch von Kalbinnen im Alter
von unter 22 Monaten. Die Tiere dürfen ausschließlich in Österreich geboren
sein und werden in der geografisch genau festgelegten Region
(also im Alpenvorland) aufgezogen und geschlachtet. Das garantiert eine
möglichst artgerechte Haltung und sehr kurze Transportwege.
22 GRILLZEIT
essen & trinken
GRILLZEIT 23
20 Jahre GRILLZEIT
Wir sind
Weltmeister!
In der Grillsportwelt ist es ein wenig wie beim Boxsport.
Nur weniger schmerzhaft. Es gibt unterschiedliche Verbände
und bei jedem Bewerb unterschiedliche Disziplinen
bzw. Gerichte sowie jeweils einen Gesamtsieger „aller
Klassen“. Und da hier immer in Teams um die Trophäen gekämpft
wird, darf sich jedes Mitglied des Staats-, Europa- und
Weltmeisterteams mit Fug und Recht auch selbst als Champion
bezeichnen. Auch wenn er „nur“ bei den Nachspeisen
gewonnen hat. Daraus resultiert natürlich eine gewisse Sieger-
Dichte in der Oberliga der Grillsportszene, was der Sache aber
keinen Abbruch tut. Denn zufällig gewinnt kein Team bei den
nationalen und internationalen Meisterschaften, die immer
gut besetzt sind.
Ganz prinzipiell wird im Profilager zwischen den klassischen
Grillmeisterschaften und jenen nach den KCBS-Kriterien
unterschieden. Letztere sind eigentlich ausschließlich reine
BBQ-Bewerbe, da die Statuten der 1985 in Missouri gegründeten
„Kansas City Barbeque Society“ den Wettkampf auf
vier Hauptkategorien einschränken: Huhn, Schweinerippen,
Schweineschulter und Rinderbrust. Also etwa Low&Slow-Klassiker
wie Chicken Wings, Spareribs, Pulled Pork und Brisket.
Derlei wird bei Grillbewerben der WBQA (World Barbecue Association)
bzw. ABA (Austrian Barbecue Association) natürlich
auch zubereitet, aber sowohl von der Gerätschaft und den
Grillmethoden als auch vom Warenkorb her sind diese populären
Bewerbe wesentlich umfassender aufgestellt.
Angefangen hat das alles vor über 34 Jahren, als Hans Stabauer
– der Doyen der österreichischen Grillszene – die
„Avantgarde der Fleischer“ ins Leben rief, die dann 1995 am
ersten Grillbewerb auf europäischem Boden teilnahm. Initiator
dieses Pilotprojektes war der Schweizer Metzger Rolf Zubler,
der 1996 auch die WBQA gründete, und noch im selben
Jahr wurde auch die ABA gegründet sowie die erste Österreichische
Grillmeisterschaft in Wels organisiert, danach die
erste Europameisterschaft in der Schweiz. Auf beiden Events
wurde damals übrigens noch ausschließlich auf den Kugeln
von Weber-Stephen gegrillt, während die österreichischen Bewerbe
aktuell zum Großteil vom kanadischen Grillhersteller
Napoleon unterstützt werden.
Grillen macht Schule. 1999 errang der Waldviertler Fleischermeister
Adi Matzek bei der ersten Weltmeisterschaft in
Wil (wieder Schweiz) einen zweiten Platz und wurde 2005
Weltmeister in den Einzelkategorien Rind und Fisch bei der
WM in Ungarn. 2009 übernahm er die Präsidentschaft der
ABA, die er 2020 an Bernhard Steinhauer weitergab.
Mit der Gründung seiner „1. Österreichischen Grillschule“ in
Horn 2003 hat Adi auch bei der Ausbildung Pionierarbeit geleistet
– diese war nicht nur in Österreich die erste ihrer Art,
sondern in ganz Europa. Und er startete damit nicht nur einen
Megatrend, sondern kümmert sich seit 2006 und bis heute
gemeinsam mit Hans Stabauer und dem Tiroler Grillprofi Markus
Mair als „Trainer der Trainer“ um die fachgerechte Ausbildung
der inzwischen über 300 von der AMA zertifizierten
Grilltrainer.
AMA-Grillclub. Vorangegangen war dem 2004 die Gründung
des AMA-Grillclubs durch Dr. Rudolf Stückler vom AMA-
Marketing, der 2005 mit der ersten Ausgabe des Fachmagazins
GRILLZEIT auch eine Plattform erhielt, um kräftig am immer
expansiveren Grillboom mitzuwirken. In Kooperation mit der
AMA und dem österreichischen Lebensmittelhandel brachten
wir anfangs jährlich noch drei Ausgaben mit riesigen Printauflagen
von mehreren hunderttausend Exemplaren auf den
Markt, die vor allem in den Geschäften des LEH verteilt wurden
und die auch jedes AMA-Grillclub-Mitglied per Post frei
Haus zugestellt bekam.
2021 wurde die Printauflage der GRILLZEIT aus Umweltschutz-
und Kostengründen reduziert, die digitale Version
forciert. Die AMA-Grillclub-Mitglieder erhalten das Magazin
heute ebenso als ePaper, wie ein Großteil unserer Leser im
deutschen Sprachraum. Denn mit fast 12 Millionen Views
stellte das ePaper letzte Ausgabe der GRILLZEIT wieder einen
neuen Reichweiten-Rekord auf.
Haubengriller. Ein weiterer Booster des Grilltrends war
sicher auch die Entdeckung der Materie durch die Gastronomie.
Steakhäuser und BBQ-Tempel sprossen wie Pilze aus
dem Substrat der Grillbegeisterung und sorgten für weitere
Verbreitung. Aber besonders relevant für die Entwicklung der
Grilltechniken und der Grillkulinarik war auch die Immigration
etlicher Haubenköche in die Szene. Erfolgreiche Topköche wie
Adi Bittermann und sein Sous-Chef Patrick Bayer, Leo Gradl,
Franz Größing und Christoph Golenz entdeckten nicht nur den
Grill als bevorzugte Kochstelle für sich, sondern kippten voll
in das Thema hinein. Mit dem Resultat mehrerer weiterer gewonnener
Weltmeistertitel und hervorragender Grillschulen,
in denen diese Könner ihr Wissen heute weitergeben.
24 GRILLZEIT
20 Jahre GRILLZEIT
Hans Stabauer
Patrick Bayer
Leo Gradl
Markus Mair
Adi Bittermann
Adi Martzek
Franz Größing
Rudi Stückler
GRILLZEIT 25
AMA-Grillclub
30 Jahre AMA-Gütesiegel
das hat einen Wert
Im Jänner 1995 trat Österreich nach einem klaren
Volksentscheid der Europäischen Gemeinschaft bei.
In die allgemeine Freude über offene Grenzen und
freie Märkte mischten sich aber bald auch berechtigte
Sorgen um den Erhalt der Identität und die Qualität
regionaler Lebensmittel sowie um die Wettbewerbsfähigkeit
der vergleichsweise kleinstrukturierten österreichischen
Landwirtschaft bei. Die Agrarmarkt Austria
wurde als Körperschaft öffentlichen Rechts am 1.1.1993
gegründet, die AMA-Marketing GesmbH am 1.7.1995 als
100%-Tochter.
Da sich eine bloße Herkunftsangabe „aus regionaler
Landwirtschaft“ langfristig nicht als tragfähiges Verkaufsargument
erwies, wurde zunehmend der Ruf
nach einem staatlich geprüften Gütesiegel laut – sowohl
vonseiten der Konsumentinnen und Konsumenten, des
Handels als auch von den Bäuerinnen und Bauern selbst.
Gefordert wurde ein transparentes Zeichen mit unabhängiger
Kontrolle, das Vertrauen schafft und Qualität
sichtbar macht.
1996 erschien als Basis für das AMA-Gütesiegel die
„AMA-Gütesiegel-Richtlinie“ zum Thema Frischfleisch.
Diese Richtlinie wird laufend weiterentwickelt und regelt
seitdem die Herstellung von Frischfleisch, garantiert die
Nachvollziehbarkeit der Herkunft sowie einen hohen
Qualitäts- und Hygienestandard.
Inzwischen kennzeichnet das AMA-Gütesiegel aber viele
Nahrungsmittel besonderer Güte. AMA-Richtlinien gibt
es aktuell für Fleisch und Fleischerzeugnisse, Geflügelfleisch,
Milch und Milchprodukte, Frischeier, Obst,
Gemüse und Speiseerdäpfel, Agrarhandel und Mühlen,
Backerzeugnisse, Fisch und Fischprodukte, Be- und
Verarbeitungsprodukte sowie für Blumen und Zierpflanzen.
Die Qualitätsanforderungen für Produkte mit dem
AMA-Gütesiegel gehen dabei über die gesetzlichen Bestimmungen
hinaus und werden durch Kontrollen und
Produktanalysen abgesichert. Das dreistufige Kontrollsystem
erstreckt sich dabei über die gesamte Wertschöpfungskette.
Die Länderfarben in Verbindung mit der Herkunftsbezeichnung
belegen beim AMA-Gütesiegel den Ursprung
der Rohstoffe. Rot-weiß-rot steht also für die Herkunft
aus Österreich.
26 GRILLZEIT
AMA-Grillclub
Vier Gütesiegel
Die AMA-Marketing vergibt insgesamt vier Gütesiegel: AMA-Gütesiegel, AMA-Biosiegel,
AMA-Gütesiegel für Blumen und Zierpflanzen und Gütesiegel AMA GENUSS RE-
GION. Alle AMA-Marketing-Siegel sind staatlich anerkannt und darüber hinaus von den zuständigen Behörden der EU
notifiziert. Alle vier Gütesiegel geben verlässlich Auskunft über nachvollziehbare Herkunft, geprüfte Qualität und darüber,
dass die damit ausgezeichneten Lebensmittel unabhängig kontrolliert wurden. Konsumentinnen und Konsumenten
können auf diese Kriterien vertrauen, wenn sie beim Grillen Produkte mit dem AMA-Gütesiegel kaufen.
AMA-Gütesiegel
Das staatlich anerkannte rot-weiß-rote AMA-
Gütesiegel garantiert seit mehr als 30 Jahren
geprüfte Qualität, nachvollziehbare Herkunft
und unabhängige Kontrollen von Lebensmitteln.
Die Qualitätsstandards sind meist höher
als die gesetzlichen Vorgaben und die Kontrollen
finden auf jeder Stufe – vom Stall und Feld
bis ins Regal – statt.
Das AMA-Gütesiegel hilft Konsumentinnen
und Konsumenten dabei, sich beim Einkauf
von Lebensmitteln besser zurechtzufinden.
Tragen Fleischprodukte das AMA-Gütesiegel,
ist garantiert, dass die Tiere in Österreich geboren,
gefüttert, geschlachtet und zerlegt wurden.
AMA-Biosiegel
Das AMA-Biosiegel ist neben dem EU-Bio-
Logo das einzige behördliche Siegel für Bio-Lebensmittel
in Österreich. Seine Anforderungen
gehen dabei über jene der EU-Bio-Verordnung
hinaus. Das rot-weiße AMA-Biosiegel mit
der Herkunftsangabe AUSTRIA garantiert
Österreich als Herkunftsort der landwirtschaftlichen
Rohstoffe sowie als Ort der Be- und
Verarbeitung. Fleisch und Fleischerzeugnisse
dürfen ebenfalls nur dann mit dem rot-weißen
AMA-Biosiegel ausgezeichnet werden, wenn
die Tiere in Österreich geboren, gemästet, geschlachtet
und zerlegt wurden.
Gütesiegel
AMA GENUSS REGION
Das Gütesiegel AMA GENUSS REGION zertifiziert
bäuerliche Direktvermarkter, Lebensmittelmanufakturen
und Gastronomiebetriebe für
hohe Produkt- und Verarbeitungsqualität, regionale
Produktherkunft, traditionelles Handwerk
und kulinarischen Genuss. Betriebe mit
der Auszeichnung AMA GENUSS REGION
bieten ausschließlich Fleisch aus regionaler
Herkunft an und tragen so zur Stärkung der
regionalen Landwirtschaft bei.
AMA-Gütesiegel
für Blumen & Zierpflanzen
Das AMA-Gütesiegel für Blumen und Zierpflanzen
kennzeichnet Pflanzen von besonderer
Qualität. Dazu zählen neben Blumen und
Zierpflanzen auch Beet- und Balkonblumen,
Topf- und Zimmerpflanzen, Stauden und Gehölze,
Gemüsejungpflanzen sowie Topfkräuter.
Unabhängige Kontrollen garantieren regionale
Herkunft sowie ressourcenschonende Produktion
vom Gärtner bis zum Blumenhändler.
GRILLZEIT 27
AMA-Grillclub
Weitere Meilensteine
des AMA-Gütesiegels
1998: Start der Rindfleisch-Kennzeichnung „bos“
Das „bos“-Zeichen bestätigt die unabhängige Absicherung
und Richtigkeit der Angaben zu bestimmten
Merkmalen oder Bedingungen der Erzeugung auf den
Produkten der Programmteilnehmerinnen und Programmteilnehmer.
Fleisch vom Alpenvorlandrind darf
beispielsweise ausschließlich aus dem Alpenvorland
kommen. Die Angaben der mittlerweile rund 100 Teilnehmerinnen
und Teilnehmer werden von der AMA
regelmäßig überprüft.
2001: Verbot von Legebatterien
Im AMA-Gütesiegel-Programm „Frischeier“ wurde die
Käfighaltung von Legehennen verboten. Seither gibt es
Eier mit dem AMA-Gütesiegel nur noch aus Boden-,
Freiland- oder Biohaltung.
2002: AMA-Biozeichen
Die AMA-Richtlinie für biologisch erzeugte Lebensmittel
trat in Kraft.
2006: AMA-Futtermittelrichtlinie pastus+
Die Qualitätskriterien für Mischfuttermittel wurden
definiert, diese Kriterien werden auch regelmäßig kontrolliert.
2008: Ei-Stempelung
Der gestempelte Code auf dem Ei, der bereits am
Legehennen-Betrieb aufgebracht werden muss, wurde
eingeführt. AT steht für Österreich, die Haltungsform ist
ebenfalls Teil des Codes: 2 steht für Bodenhaltung, 1 für
Freilandhaltung, 0 für Biohaltung. Neben der Haltungsform
findet sich auch die Betriebsnummer.
2010: Verbot von Stärke in AMA-Fleischerzeugnissen
Die Überarbeitung der AMA-Gütesiegel-Richtlinien
für Fleischerzeugnisse führt zur Einführung vieler
neuer Qualitätskriterien. Eines davon ist das Verbot des
Einsatzes von Stärke (Mehl) und ähnlich wirkenden
Stoffen in Wurstprodukten. Ausgenommen: gebackener
Leberkäse – dort ist es erlaubt! Die preislich günstigen
Rohstoffe können Wurstprodukte verfälschen, da weniger
wertvolles Muskeleiweiß zur Herstellung eingesetzt
werden muss.
2011: Start der Schweinefleisch-Kennzeichnung „sus“
Analog zum „bos“-Programm bestätigt das „sus“-Zeichen
die unabhängige Absicherung der freiwilligen Angaben
zu bestimmten Merkmalen oder Bedingungen der
Erzeugung von Schweinefleisch. Es garantiert die Richtigkeit
der Angaben auf den Produkten der mittlerweile
rund 100 Programmteilnehmerinnen und Programmteilnehmer,
die von der AMA regelmäßig überprüft werden.
2012: Start 5 Punkte „Tierwohl“-Programm im
Schweinebereich
1. Schmerzmitteleinsatz bei der Kastration
2. Krankenbuchten für die Tiere
3. stressstabile Genetik in der Zucht
4. organisches Beschäftigungsmaterial (z.B. Holz)
5. bessere Hygiene
Zusätzlich wurde die Kontrollfrequenz erhöht.
2015: 100% Milch ohne Gentechnik
Für AMA-Gütesiegel-Milchprodukte darf nur mehr
Milch verwendet werden, die ohne den Einsatz von
gentechnisch veränderten Futtermitteln zur Fütterung
der Milchkühe produziert wird. 99 Prozent der Milch
liefernden Landwirtinnen und Landwirte nehmen am
AMA-Gütesiegel-Programm teil.
2017: AMA-Gütesiegel-Modul „Mehr Tierwohl“
Das AMA-Gütesiegel-Zusatzmodul „Mehr Tierwohl“ garantiert
Schweinen mehr Platz und eingestreute Liegeflä-
28 GRILLZEIT
AMA-Grillclub
Prozent mehr Platz. Darüber hinaus wurden zwei Tierwohl-Stufen
eingeführt. (siehe Kasten)
2024: Verbot der dauernden Anbindehaltung
von Rindern
In allen AMA-Richtlinien wird die dauernde Anbindehaltung
von Rindern ab 2024 verboten. In der Kombinationshaltung
müssen Rindern mindestens 90 Tage pro
Jahr Auslauf oder andere Bewegungsmöglichkeiten im
Auslauf, im Stall oder auf der Weide gewährt werden.
chen. Im März 2022 wurde das Modul in die zwei Stufen
„Gut“ und „Sehr gut“ unterteilt. Wichtige Parameter, wie
ein verbessertes Platzangebot und eingestreute Liegeflächen
(in beiden Stufen), Auslauf und gentechnikfreies
Futter aus Europa, Kupier-Verbot von Schwänzen und
Kastration nur unter Narkose, werden auf der Stufe
„sehr gut“ umgesetzt.
2017: Neue Kontrollsysteme zur Sicherstellung des
Tierwohls
Seit 2017 erfolgt eine nachhaltige Verbesserung des Tierwohls
durch eine engmaschige Kontrollsystematik bei
Verfehlungen im Bereich der Tierhaltung bei Milchviehbetrieben.
2020: AMA GENUSS REGION
Richtlinien für die Qualitäts- und Herkunftssicherung
von Produkten für Gastronomie, Lebensmittelmanufakturen
und Direktvermarkter (z.B. Hofläden) werden
eingeführt. Die mittlerweile rund 3.000 teilnehmenden
Betriebe dürfen ihre Produkte mit dem Gütesiegel „AMA
GENUSS REGION“ auszeichnen.
2020: AMA-Gütesiegel Kalb rosé
Am 22. September 2020 beschloss das Fachgremium, die
Vermarktung von Fleisch der Initiative „Kalb rosé“ in
das AMA-Gütesiegel-Programm aufzunehmen und Mindestkriterien
zu definieren. Durch diese Initiative konnte
bereits im ersten Jahr das Fleisch von ca. 3.000 Kälbern
als Kalb rosé vermarktet werden. Damit wurde ein wichtiger
Beitrag zur Vermeidung von Lebendkälberexporten
geleistet. Gleichzeitig sank dadurch der Importbedarf
von Kalbfleisch.
2030: Masterplan Schwein
Bis 2030 soll mindestens die Hälfte der in AMA-Programmen
produzierten Schweine aus Bio- oder „Mehr
Tierwohl“-Haltung stammen.
Es geht um die Wurst
Beim Grillen von Wurst- und Fleischprodukten
mit dem AMA-Gütesiegel geht man auch qualitativ
auf Nummer sicher:
• 100 Prozent regionales Fleisch von Tieren
aus AMA-Gütesiegel-Betrieben, die in Österreich
geboren, gefüttert, geschlachtet und
zerlegt wurden
• reduzierter Kollagenwert – weniger Bindegewebe,
mehr hochwertiges Muskelfleisch
• kein Separatorenfleisch (mechanisch vom
Knochen gelöste Fleischreste)
• keine Geschmacksverstärker
• kein Palmöl
• keine künstlichen Phosphate und Konservierungsmittel
• kein Mehl, keine Stärke sowie ähnlich technologisch
wirkende Stoffe wie Johannisbrotkernmehl,
Carrageen oder Guarkernmehl
• keine Lebensmittelimitate wie Klebeschinken
und Analogkäse
2022: AMA-Gütesiegel Schweinehaltung
Die Schweinehaltung im AMA-Gütesiegel-Programm
wurde wieder weiterentwickelt. In den Basisanforderungen
des AMA-Gütesiegels haben Schweine nun 10
AMA-Grillclub
Das Identitätskennzeichen (Genusstauglichkeitskennzeichen)
Das AMA-Gütesiegel wird oft mit dem Identitäts- bzw. dem Genusstauglichkeitskennzeichen
verwechselt. Diese Zeichen befinden sich auf Schlachtkörpern und Produkten
tierischer Herkunft, die innerhalb der Europäischen Gemeinschaft in einem zugelassenen
Betrieb erzeugt wurden. Es ist also so etwas wie eine „amtliche Betriebsnummer“,
welche national vergeben wird und EU-weit eindeutig ist. Mit dieser Nummer weiß
man als Konsumentin oder Konsument jederzeit, wo das Lebensmittel zuletzt verarbeitet
und verpackt wurde.
Wenn das Lebensmittel beispielsweise verdorben ist, kann man aufgrund dieser Nummer
sofort herausfinden, welcher Betrieb für den letzten Schritt und somit auch für die
Kontrollen verantwortlich war.
Das Siegel sagt jedoch nichts über die Herkunft oder den Ursprung des Produktes aus.
Wenn z. B. Holländischer Gouda in Österreich abgepackt wurde, erfolgt die Identitätskennzeichnung
mit AT-Nummer des Verarbeitungsbetriebes.
Am Beispiel Schweinefleisch
Das AMA-Gütesiegel garantiert ...
Mehr Platz. Schweine haben im AMA-Gütesiegel-
Programm 10 Prozent mehr Platz im Stall als gesetzlich
vorgeschrieben. Laut „Masterplan Schwein“ soll
das Platzangebot im Jahr 2025 auf 15 Prozent und bis
ins Jahr 2033 auf 20 Prozent angehoben werden.
Liegebereiche. Bei Stall-Neubauten darf der Liegebereich
nicht weniger als ein Drittel der Mindestfläche
einer Bucht betragen. Der Perforationsanteil des
Bodens darf dort nicht mehr als 10 Prozent betragen.
Das gilt ab Ende 2032 für alle Betriebe.
Futtermittel. Zugekaufte Futtermittel müssen aus
dem Qualitätssicherungssystem pastus+ stammen.
Der Großteil der Futtermittel wird in den Betrieben
jedoch selbst hergestellt.
Tiergesundheit. AMA-Schweinemastbetriebe müssen
am Tiergesundheitsdienst teilnehmen, der eine
regelmäßige Betreuung durch Tierärztinnen und
Tierärzte vorsieht. Sollte ein Tier erkranken, hat die
Behandlung durch Tierärztinnen bzw. Tierärzte des
Tiergesundheitsdienstes zu erfolgen. Zur anschließenden
Erholung sind weiche Liegeflächen in der
Krankenbucht zur Verfügung zu stellen.
Außerdem müssen die Betriebe am Antibiotika-Monitoring
teilnehmen.
Eigenkontrollen. Die Bauern müssen die Tiere
zweimal täglich kontrollieren. Dabei sind auch die
technischen Einrichtungen für Lüftung, Wasser- und
Futterversorgung zu überprüfen.
Mehr Tierwohl. Im Rahmen der freiwilligen Zusatzmodule
des AMA-Gütesiegel-Programmes gibt es
hinsichtlich verbesserter Tierhaltung bzw. Tierwohl
zwei Stufen. Im Zusatzmodul Mehr Tierwohl - gut
haben die Schweine um 60 Prozent mehr Platz, als es
die Gesetzgebung vorschreibt, und außerdem ist die
Haltung auf Vollspaltenböden verboten. Den Tieren
muss eine planbefestigte Fläche, die oftmals auch eingestreut
ist, angeboten werden.
Bei der Haltungsstufe Mehr Tierwohl – sehr gut
wird den Schweinen doppelt so viel Platz angeboten
als bei Betrieben, die nur die gesetzlichen Anforderungen
erfüllen, und die Buchten sind in drei Funktionsbereiche
strukturiert: in einen eingestreuten
planbefestigten Liegebereich, einen Fressbereich
sowie einen Außenklimabereich bzw. Auslaufbereich,
den sie ständig aufsuchen können.
30 GRILLZEIT
AMA-Grillclub
Das AMA-Biosiegel
garantiert darüber hinaus ...
Noch mehr Platz. Pro Hektar Betriebsfläche dürfen
maximal 14 Schweine auf einem „Freiland-Hof“ gehalten
werden.
Auslauf. Die Tiere dürfen ausschließlich in einem
eingestreuten Stall mit ständigem Auslauf oder in
einem Freilandgehege gehalten werden.
Einen Außenbereich. Werden Bio-Schweine nicht in
einem Freilandgehege gehalten, muss der Stall eingestreut
sein und einen Außenbereich haben. Diese
Auslaufmöglichkeit hat den Tieren bei „Bio” uneingeschränkt
zur Verfügung zu stehen. Die Freiflächen
sollen nach Möglichkeit unbefestigt sein und den Tieren
Möglichkeiten bieten, sich zu suhlen.
Zertifizierte Bio-Futtermittel. Dabei ist es egal, ob
diese selbst produziert oder zugekauft sind.
Wie erkennt man regionale
Bio-Lebensmittel beim Einkaufen?
Eine wahre Flut unterschiedlicher Logos,
Zeichen, Marken, Verbandszeichen
und Siegel sorgt für Verwirrung.
Dabei ist die Bio-Kennzeichnung
ganz einfach. Wer auf Regionalität
und besonders hohe Produktqualität Wert legt,
der kann sich am staatlich genehmigten und unabhängigen
AMA-Biosiegel orientieren. 2024 feierte das AMA-
Biosiegel sein 30-jähriges Jubiläum.
Die AMA-Marketing hat für das AMA-Biosiegel Kriterien
definiert, die über die Standards der EU-Bio-Verordnung
hinausgehen.
Laut EU-Bio-Verordnung dürfen ausgewählte
Zusatzstoffe und Verarbeitungshilfsstoffe eingesetzt
werden, wenn ihre Verwendung technologisch
unvermeidbar ist oder besonderen
Ernährungszwecken dient. Bei zusammengesetzten
Lebensmitteln ist der Einsatz von ausgewählten
nicht-biologischen Zutaten im Ausmaß von
maximal fünf Gewichtsprozent zulässig.
Das AMA-Biosiegel ist hier strenger und schränkt die
Anzahl der erlaubten Zusatz- und Hilfsstoffe nochmals
ein. Im AMA-Biosiegel-Programm sind die landwirtschaftlichen
Rohstoffe zu 100 Prozent biologisch, beispielsweise
GRILLZEIT 31
AMA-Grillclub
auch Gelatine. Der Einsatz von Bio-Palmöl bzw. Bio-
Palmkernöl ist im AMA-Biosiegel-Programm ebenfalls
nicht erlaubt.
Im AMA-Biosiegel-Programm gehen auch etliche mikrobiologische
und chemisch-physikalische Kriterien über
die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Dazu zählt beispielsweise,
dass Milchprodukte bei Erreichen des Mindesthaltbarkeitsdatums
immer noch Güteklasse 1 sein
müssen. Bei Brotaufstrichen etwa legt das AMA-Biosiegel
genaue Kriterien für mikrobiologische Grenzwerte fest,
die über das Gesetz hinausgehen.
Regelmäßige Betriebskontrollen, bei denen Mengen und
Rückverfolgbarkeit kontrolliert werden, stellen sicher,
dass alle Anforderungen eingehalten werden. Dem
AMA-Biosiegel liegt dabei (analog zum AMA-Gütesiegel)
ein stufenübergreifendes Qualitätssicherungs- und
Kontrollsystem zugrunde. In Schlachtbetrieben müssen
beispielsweise Tierschutz- und Hygienevorgaben eingehalten
werden, die über die gesetzlichen Vorgaben
hinausgehen.
Chlorhaltiges Verpackungsmaterial (z.B. PVC) darf nicht
verwendet werden, wenn es mit dem Bio-Lebensmittel in
Kontakt kommen könnte. Die Herkunft und Beschaffenheit
von Rohstoffen und Betriebsmitteln muss lückenlos
dokumentiert und somit nachvollziehbar sein.
Fleisch und Fleischerzeugnisse dürfen nur dann das
rot-weiße AMA-Biosiegel tragen, wenn die Tiere in
Österreich geboren, gemästet, geschlachtet und zerlegt
wurden.
Eine vergleichbar umfassende Herkunftsregelung gilt
auch für Milch und Milchprodukte wie Käse oder Joghurt
mit dem rot-weißen AMA-Biosiegel. Auch hier
müssen die Tiere auf österreichischen Bauernhöfen leben
und dort gemolken werden. Die Verarbeitung muss in
einer regionalen Molkerei erfolgen.
Für Eier mit dem rot-weißen AMA-Biosiegel gilt: Sie
werden auf einem österreichischen Bauernhof gelegt,
hier sortiert und verpackt. Obst, Gemüse und Erdäpfel
werden ausschließlich auf österreichischen Feldern, in
Obstgärten und Glashäusern gezogen.
Auch bei Lebensmitteln mit dem rot-weißen AMA-Biosiegel,
die aus mehr als einer Zutat bestehen, stammen
alle wertbestimmenden landwirtschaftlichen Rohstoffe
ausschließlich aus Österreich. Nur ausnahmsweise dürfen
bei solchen Lebensmitteln Zutaten aus einem anderen
Land stammen – etwa, wenn eine Zutat in Österreich
nicht oder nicht in marktrelevanten Mengen erzeugt
wird. Klassische Beispiele sind Bio-Bananen im Bio-
Fruchtjoghurt oder Bio-Pfeffer in der Bio-Wurst.
Bei Lebensmitteln, die das schwarz-weiße AMA-Biosiegel
ohne Herkunftsangabe führen, ist die Herkunft der
Rohstoffe sowie die Be- und Verarbeitung hingegen nicht
eingeschränkt.
32 GRILLZEIT
ama grillclub
VOM KENNER ZUM
KÖNNER
PRAKTISCHE INFOS & TIPPS
ANLEITUNGSVIDEOS & REZEPTE
AMA-GRILLTRAINER-VERZEICHNIS
GRILLKURSE & WEBINARE
ONLINE-ABO GRILLZEIT-MAGAZIN
Machen Sie mit und
nutzen Sie die Vorteile
des AMA-Grillclubs.
/ AMAGRILLCLUB.AT
GRILLZEIT 33
DIE LIGA DER
AUSSERGEWÖHNLICHEN
GRILL-COACHES
Bald nach der Gründung des AMA-Grillclubs und dem Erscheinen der
ersten Ausgabe der GRILLZEIT vor genau 20 Jahren wurde auch die Idee
geboren, das Know-how einiger international sehr erfolgreicher Grill-
Champions zur Ausbildung einer eigenen Liga kompetenter Grilltrainer
zu nutzen, die als Qualitätsprädikat die Bezeichnung „AMA-Grilltrainer“
tragen dürfen.
34 GRILLZEIT
Die AMA-Marketing entwickelte gemeinsam
mit ausgewiesenen Expertinnen und Experten
– darunter Johann Stabauer und Grillweltmeister
Adi Matzek – ein anspruchsvolles
Ausbildungsprogramm, das sowohl warenkundliche
als auch grilltechnische Inhalte vereint. Im Mittelpunkt
stand dabei eine fundierte Schulung rund um das
Thema Fleisch – ein Aspekt, der bis heute ganz oben
auf der Interessenliste der zahlreichen Teilnehmerinnen
und Teilnehmer steht, die seither an den über tausend
Grillkursen teilgenommen haben. In den vergangenen
Jahren hat sich das Angebot zudem stetig erweitert:
Auch vegetarisches und flexitarisches Grillen wird zunehmend
als wertvolle Ergänzung nachgefragt.
Die Verantwortung für die Ausbildung der Grilltrainerinnen
und -trainer liegt bis heute in den erfahrenen
Händen von Stabauer und Matzek. Verstärkt wird das
Team seit einigen Jahren durch den Tiroler Doppel-
Grillstaatsmeister Markus Mair. Gemeinsam haben
diese drei Experten – als „Trainer der Trainer“ – bereits
über 300 Grillprofis ausgebildet. Mehr als 100 davon
sind derzeit aktiv im Einsatz, 19 von ihnen leiten sogar
eine offiziell zertifizierte „AMA-Grillschule“.
Das Motto der Trainerinnen und Trainer sowie der
zertifizierten Grillschulen im AMA-Grillclub lautet bis
heute mit gutem Grund: „Vom Kenner zum Könner.“
Für viele Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer war
der direkte Austausch mit den „Meistern ihres Fachs“
ein echtes Schlüsselerlebnis – ein Moment, der den eigenen
Zugang zum Grillen nachhaltig verändert hat.
Einige dieser professionellen AMA-Grilltrainerinnen
und -trainer sind weit über die Szene hinaus bekannt
– etwa durch Auftritte bei Grill-Events, im Fernsehen
oder in der Zeitschrift GRILLZEIT. Viele andere wiederum
stehen weniger im Rampenlicht, bieten aber ebenso
hochwertige Kurse und Veranstaltungen an.
Dem will der AMA-Grillclub Abhilfe verschaffen und
hat auf seiner Website www.amagrillclub.at daher einen
eigenen Bereich eingerichtet, wo jede und jeder einfach
und übersichtlich sämtliche aktuelle Kursangebote in
der Nähe findet. Und in den meisten Fällen gibt es zu
den Kontaktdaten dann auch noch einige Bilder und
Quickfacts zu den einzelnen Coaches.
Wer selbst Interesse an einer Ausbildung zum
AMA-Grilltrainer hat, kann sich gerne per E-Mail
unter grillclub@amainfo.at melden.
GRILLZEIT 35
buchtipps
GRILLEN
LESEN
Und wieder haben wir uns auf dem Buchmarkt
zum Thema Outdoorküche umgesehen.
Wir stellen Ihnen die besten Titel vor.
Heiße Luft
50% der britischen Haushalte
besitzen bereits
einen Air Fryer – für
den englischen Starkoch
Jamie Oliver ein guter
Grund, sich ebenfalls genauer
mit diesen Geräten
auseinanderzusetzen und
zu experimentieren. Das
Ergebnis ist dieser Band,
der in der Hauptsache
aus einer Rezeptsammlung
auf über 200 Seiten
besteht, wobei die einzelnen
Ideen weit über Pommes und Brathendl hinausgehen.
Jamie bäckt nämlich auch im Air Fryer, röstet
Blumenkohl und gefüllten Kürbis, fabriziert darin
Chicken Wings und knusprige Bauchfleischscheiben,
kocht Brokkolisuppe und Linsen. Wenn die Heißluftfritteuse
also mehr sein soll als eine Bratkartoffelmaschine,
bietet diese Neuerscheinung von Jamie
Oliver um € 25,- viele Anregungen.
Unterwegs
Noch im letzten Winter platzierten Weber und
der renommierte Kochbuchautor Manuel Weyer
dieses kompakte Hardcover für die Camping-
Saison. Auf 144 Seiten bietet die Neuerscheinung
eine ausgesuchte Sammlung von über 60
Rezepten für die mobile Outdoorküche – von
guten Frühstücksideen wie „Roasted Cereal
Bowl“ und schnellen Snacks wie den „Stockbroten
à la Dutch“
bis hin zu kompletten
Abendessen
wie etwa dem „Philly
Steak“ mit gegrillten
Paprika und veganen
Kreationen wie der
„Overloaded Cucumber“,
gefüllt mit
Avocado und Seidentofu.
Ergänzt mit
praktischen Ratschlägen
und reichlich
Inspiration. Der Preis
liegt bei € 23,90.
Reiseführerin
Dieses kürzlich im Südwestverlag um € 24,70 erschienene Buch ist natürlich kein
Leitfaden der Post, sondern ein kulinarischer Reiseführer durch die Küche Portugals
nördlichster Hauptstadt Porto. Deren sehr handfeste Mischung aus Land- und
Seafood-Küche eignet sich sehr gut zur Umsetzung auf bzw. in einem Grill mit
Deckel, denn sie ist schlicht, aber kraftvoll und mag die Aromen von Holz und
Feuer.
Die 192 Seiten des Hardcovers wurden von Sylvie Da Silva mit zahlreichen handverlesenen
Rezepten gefüllt, die gut strukturiert und nachvollziehbar sind. Lokaltipps
und Hintergrundinfos über Land und Leute zeugen von der Ortskenntnis der
Autorin. Für die appetitliche und zeitgemäße Fotografie zeichnet Aimery Chemin
verantwortlich.
36 GRILLZEIT
buchtipps
Sommer im Glas
Die Traditionsmarke Weck beschäftigt sich seit fast 125 Jahren mit dem
Thema Einkochen. Kompetent, leidenschaftlich – und immer in jenem typischen
Glas, das längst als Synonym für diese Produktgattung steht. Dieses
Knowhow aus vier Generationen Firmengeschichte in Baden-Württemberg
hat das Weck-Team in einen neuen, 256 Seiten starken Band zusammengefasst,
der sehr übersichtlich strukturierte Informationen, Tipps und Rezepte
zum „Einwecken“ liefert. Von den Grundlagen über Klassiker wie eingelegtes
Obst und Gemüse, Fermentieren und Backen im Glas bis hin zu selbstgemachten
Fleisch- und Wurstkonserven. Tarif für das Nachschlagewerk: € 35,-
Spezialeinheit
Dieser spezialisierte
Band komplettierte
die Grill-Bibliothek
des Marktführers
bereits im Oktober
2023, fand aber
bisher noch nicht
in unsere Leseecke.
Was ein Fehler war,
denn das im GU
Verlag erschienene
Hardcover informiert
auf 192 Seiten
wirklich sehr gut
über die Grundlagen
der Grillmethoden
Plancha und Dutch Oven – logischerweise
am Weber Gerätepark orientiert, was aber
dem Inhalt keinen Abbruch tut. Die Rezeptideen
des Autors Manuel Weyer gehen
ebenfalls weit über das übliche Repertoire
hinaus, inszeniert, fotografiert und gelayoutet
sind sie ohnehin top. Wer sich also einen
Dutch Oven oder eine Plancha für seinen
Grill zugelegt hat, profitiert auch als Fortgeschrittener
von der Lektüre dieses Buches.
Umfassbar
Dieses umfassende und prächtig produzierte
Rezept-Kompendium brachte Weber bereits
zu Weihnachten im GU Verlag als Geschenkidee
um ansehnliche € 39,90 auf den Markt,
ist aber jeden Cent wert. Das neue Standardwerk
zum Nachschlagen der beliebtesten
BBQ-Rezepte und Klassiker wird mit vielen
spannenden Neukreationen ergänzt. Rund
200 handverlesene Rezepte des Kochbuchautors
Manuel Weyer finden sich in diesem
Hardcover mit 360 Seiten, die Spannweite
reicht dabei von „Hirschrücken-Zimtspieße
mit Apfel-Sellerie-Gemüse“ über „Double
Planked Picanha“ oder „Portobello-Gyros mit
Zaziki“ und „Gegrilltes Erbsenkotelett“ bis zu
„Tiroler Schneenockerl“.
Jedes einzelne Rezept
ist wieder einmal perfekt
aufbereitet – mit
präzisen, gut nachvollziehbaren
Angaben
und einer appetitanregenden
Aufbereitung.
Layout, Fotografie und
das sensationelle Foodstyling
des Teams um
Manuel Weyer setzen
derzeit die Benchmarks
am Grillbuch-Markt.
GRILLZEIT 37
essen & trinken
Snow
& Beef
2025
Der Kulinarik-Event „Snow & Beef“, mit dem die
österreichische ARGE Rind seit dem Winter 2014
Verkostungen von heimischem Top-Rindfleisch in
die besten Skigebiete Österreichs brachte, zog im
Frühjahr eine erfreuliche Zwischenbilanz.
D
as erfolgreiche Konzept von „Snow & Beef“ ist die
Verbindung von zwei der beliebtesten Volkssportarten
der Österreicher – dem Grillen und dem Schifahren
– direkt vor Ort beim Wintersport. Genauer
gesagt in 20 Wintersportregionen, wo in den letzten 11 Jahren
insgesamt 70 Aktionswochen durch prominent besetzte
Wintergrill-Kick-off-Events an den Pisten für viel Zulauf und
Aufmerksamkeit sorgten.
Dabei wurden knapp drei Tonnen österreichisches Rindfleisch
von Grillprofis, wie den Grillweltmeistern Adi Matzek, Adi
Bittermann und anderen Größen des Grillsports, persönlich
in Form von kleinen Kostproben an die zahlreichen Besucher
ausgegeben. Das ergibt etwa 150.000 einzelne Kostproben!
Dazu kommen unzählige Portionen an Rindfleischgerichten
der regionalen Gastronomie, die im Rahmen des Aktions-
Themas ihre Speisekarten entsprechend mit AMA-Gütesiegelbzw.
Bio-Rindfleisch aufstockten.
Mit sehr positiven Auswirkungen auf den Absatz von heimischem
Rindfleisch mit ausgezeichneter Qualität sowie
auch auf die Sensibilisierung von Konsumenten und Gastronomie
für die Themen Qualität, Herkunft, Kontrolle, Fleischteilstücke,
Verwendungsmöglichkeiten und Zubereitung von
Rindfleisch. Denn verbunden mit den Verkostungen erfolgte
auch viel Wissensvermittlung durch die Grillprofis und in den
aufgelegten Broschüren und Magazinen.
38 GRILLZEIT
01 25
essen & trinken
GRILL
ZEIT
NEWS
Knowhow
aus dem
BBQ-Kanal
grillvideo.at
W
er im Suchfeld seines Browsers „grillvideo.at“ eingibt,
landet punktgenau in einer Playlist des Videoportals You-
Tube, die mit Grill- und BBQ-Tipps bestückt ist, die extra
für diesen Zweck gedreht wurden.
Hauptdarsteller dieser Serie, die in seiner eigenen Grillschule im niederösterreichischen
Burgerwiesen produziert wurde, ist Grillweltmeister
Adi Matzek, der gemeinsam mit Foodstylistin und Buchautorin Elke
Hübner in jeder Episode ein spezielles Thema aufgreift. Und der populäre
„Analog-Influenzer“ (Eigendefinition des Grillpioniers) kann auch
komplexe Vorgänge unter der Haube seiner Grills sehr verständlich und
nachvollziehbar erklären.
Die Länge der Clips im neuen BBQ-Kanal variiert von kurzen Tipps von
knapp zwei Minuten Länge bis hin zu ausführlichen Instruktionsvideos
von einer guten Viertelstunde. Die bieten dann Details und eine Informationstiefe,
die auch Laien einen barrierefreien Einstieg in die Grillküche
ermöglichen.
Das beginnt beim richtigen Zuschnitt der Fleischteilstücke bis zur Wahl
der richtigen Methoden, Temperaturen und Garzeiten.
Produzent und Auftraggeber sind mit der ARGE Rind und der Erzeugergemeinschaft
Gut Streitdorf zwei der größten Vermarktungsorganisationen
für österreichisches Qualitätsfleisch mit dem entsprechenden
Knowhow in Sachen Rind- und Schweinefleisch.
Zum Start gibt es einfache, aber genial schmeckende Gerichte, wie
etwa die völlig stressfrei zuzubereitende Schweineschulter im Dutch
Oven. Und für ambitioniertere Grillfans empfiehlt sich beispielsweise
das Video zum Flat Iron Steak, in dem Adi sehr anschaulich zeigt, wie
man ein Schulterscherzel in zwei flache, zarte Steaks zuschneidet.
Und auch zur „Porchetta“ am Drehspieß von Adi und seinem „Cuscino“
vom Grill, das Sie in dieser Ausgabe finden, gibt es für alle jene, die es
genauer wissen wollen, auf grillvideo.at die passenden Videoclips.
Noch ein Tipp dazu: Die Zutatenliste steht am Schluss jedes Beitrages
– aber noch einfacher ist es, im grauen Balken des Startfensters auf
den Link „mehr ansehen“ zu klicken. Dort gibts dann schriftlich nicht
nur die Zutaten, sondern auch das ganze Rezept zum Kopieren oder
Drucken.
GRILLZEIT 39
essen & trinken
Der Abend
ist gerettet!
Früher war mehr Lametta. Auch in der Gastronomie.
Inzwischen aber ist es gar nicht so leicht,
richtig gut essen zu gehen. Denn nach Corona
haben Energiekosten, Personalmangel und Inflation
viele Wirte zu abenteuerlichen Schließzeiten und
Preisgestaltungen motiviert. Die wirklich guten Lokale
sind sowieso hoffnungslos überbucht, jene in lediglich
guter Lage infolge des grassierenden Übertourismus oft
ebenso. Haben wir nach aufwendigen Reservierungsriten
einen Platz gefunden, droht uns im Vergleich von Preis
und Leistung nach Rechnungserhalt oft mehr Frust als
Lust. Oder wie es ein Kenner der Materie so treffend
ausdrückt: Die Preise in der Gastronomie galoppieren
der Qualität gehörig davon.
Das ist sicher mit ein Grund, warum Grillkurse und
Kochworkshops bereits seit einigen Jahren so boomen.
Denn dort hat man sehr große Chancen, unter fachkundiger
Anleitung wirklich erstklassige Lebensmittel
zu sehr überschaubaren Kosten zu verarbeiten und anschließend
zu verzehren. Knowhow-Transfer auf Wunsch
inklusive. Sowie mit passender und wohlfeiler Getränke-
begleitung, versteht sich, und automatisch immer in
Gesellschaft von Gleichgesinnten.
Ein weiterer Megatrend der Grillszene sind aber aktuell
jene Events, die kulinarische Highlights vom Grill oder
Smoker im Rahmen eines Programmes mit weiteren
Attraktionen verbinden, die gemeinsam einen noch
gelungeneren Abend garantieren. Egal ob man mit Familie
und Freunden unterwegs ist oder auch alleine. Die
Spannweite des extra zu Speis und Trank Gebotenen
reicht dabei von Kabarett bis Livemusik, von Whisky-
Tastings bis zu Zigarrenclubs, von Food-Pairings bis zu
Jazz-Clubbings oder Krimi-Dinners. Sogar eine eigene
Grill-Yachting-Reise in der istrischen Inselwelt bietet
beispielsweise die Weber Grill Academy in Graz-Seiersberg
im Sommer an.
Um Ihnen die Qual der Wahl zwischen den Highlights
dieser neuen Event-Spezies zu erleichtern, haben wir
einige der wichtigsten Termine der nächsten Monate in
einer Tabelle chronologisch zusammengefasst.
40 GRILLZEIT
essen & trinken
Datum Start LOCATION EVENT INFO
04.06.25 17:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Steak Tasting grillschule.at
06.06.25 17:00 WOS Wien Süd Weber’s Taste - Die exklusive Steak-Verkostung grillco.at
11.06.25 18:00 WOS Wien Süd Malt & Meat - Grill & Whiskeyseminar grillco.at
11.06.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Soulfood-Ripperl-BBQ grillschule.at
11.06.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Krimi & Dinner grillco.at
12.06.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Krimi & Dinner grillco.at
13.06.25 16:00 WOS Graz-Seiersberg Weber’s Taste - Die exklusive Steak-Verkostung grillco.at
14.06.25 17:00 Leo’s Grillschule Pizza, Pasta, Fisch im Stillen Tal leos-grillschule.at
14.06.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Cigar-Tasting grillschule.at
20.06.25 12:30 WOS Marchtrenk Steak Special Cuts grillco.at
20.06.25 17:00 WOS Wien Süd Steak Master Class grillco.at
27.06.25 13:00 Jenny Gruber / Pöchlarn Focaccia, Pizza und Co. natuerlich-jenny.at
27.06.25 16:00 WOS Graz-Seiersberg Malt & Meat - Grill & Whiskeyseminar grillco.at
27.06.25 17:30 WOS Marchtrenk Steak Special Cuts grillco.at
28.06.25 12:00 Adi Bittermann / Göttlesbrunn Edelfleisch & Edelbrand adi-bittermann.at
28.06.25 09:30 WOS Marchtrenk Asiatisches BBQ grillco.at
28.06.25 16:00 WOS Graz-Seiersberg Rum & BBQ Seminar grillco.at
03.07.25 17:00 WOS Wien Süd Asiatisches BBQ grillco.at
04.07.25 16:00 WOS Marchtrenk The Art of Smoke/Grill-, Zigarren- & Rumtasting grillco.at
09.07.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Spanischer Abend mit Tanz & Musik grillco.at
09.07.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Soulfood - Steak BBQ grillschule.at
10.07.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Spanischer Abend mit Tanz & Musik grillco.at
11.07.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Spanischer Abend mit Tanz & Musik grillco.at
12.07.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Spanischer Abend mit Tanz & Musik grillco.at
18.07.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Soulfood Rum-Karibik-BBQ grillschule.at
20.07.25 17:00 WOS Wien Süd Steak Master Class grillco.at
23.07.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Rum-Tasting Summer Ltd grillschule.at
24.07.25 18:00 WOS Wien Süd Wein & Grill: Ciao Bella Italia grillco.at
26.07.25 10:00 WOS Wien Süd Summer BBQ Brunch - 8-Gänge grillco.at
26.07.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Falco-Spirit goes Adi’s BBQ grillschule.at
30.07.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Italienischer Abend mit Live-Musik grillco.at
30.07.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Feuerzauber-BBQ grillschule.at
31.07.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Italienischer Abend mit Live-Musik grillco.at
31.07.25 16:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Grill- und Rum-Seminar grillschule.at
02.08.25 10:00 Leo’s Grillschule Asado Sommer Special im Stillen Tal leos-grillschule.at
02.08.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Italienischer Abend mit Live-Musik grillco.at
02.08.25 19:00 WOS Wien Süd All American - Bourbon & Whiskey Tasting grillco.at
03.08.25 10:00 Leo’s Grillschule Asado Frühschoppen im Stillen Tal leos-grillschule.at
05.08.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Griechischer Abend mit Caroline Athanasiadis grillco.at
06.08.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Soulfood - Wagyu-Safari-BBQ grillschule.at
06.08.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Griechischer Abend mit Caroline Athanasiadis grillco.at
07.08.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Griechischer Abend mit Caroline Athanasiadis grillco.at
GRILLZEIT 41
essen & trinken
Datum Start LOCATION EVENT INFO
08.08.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Griechischer Abend mit Caroline Athanasiadis grillco.at
13.08.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg See, Wald, Wiese - Salzkammergut Grillkurs grillco.at
14.08.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Soulfood - Gin-Sax-BBQ grillschule.at
18.08.25 12:00 WOS Graz-Seiersberg Yachting Croatia - Weber Grillreise grillco.at
21.08.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Feuerzauber-BBQ grillschule.at
27.08.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Cigar-Tasting grillschule.at
29.08.25 16:00 WOS Graz-Seiersberg Steak Master Class grillco.at
29.08.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Steak-Tasting grillschule.at
10.09.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Magic Dinner grillco.at
17.09.25 16:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Soulfood - Steak BBQ grillschule.at
17.09.25 16:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Soulfood - Bier Music-BBQ grillschule.at
01.10.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Krimi & Dinner grillco.at
02.10.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Krimi & Dinner grillco.at
04.10.25 10:00 Adi Bittermann / Göttlesbrunn Asado „Herbst“ adi-bittermann.at
04.10.25 09:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Men’s Day grillschule.at
04.10.25 12:00 Grillschule Markus Mair / Kommentiertes Steak Tasting
gourmetgrillen.at
Innsbruck
08.10.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Feuerzauber-BBQ grillschule.at
11.10.25 10:00 Adi Bittermann / Göttlesbrunn Wild Master Class adi-bittermann.at
11.10.25 15:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Falco-Spirit goes Adi’s BBQ grillschule.at
11.10.25 17:00 WOS Wien Süd Weber’s Sturm-Heuriger BBQ Night grillco.at
11.10.25 12:00 Grillschule Markus Mair / Kommentiertes Steak-Tasting
gourmetgrillen.at
Innsbruck
15.10.25 18:00 WOS Wien Süd Wein & Grill: Steak Special Cut grillco.at
15.10.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Steak-Tasting grillschule.at
15.10.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Magic Dinner grillco.at
18.10.25 16:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Erlebnis-Zerlege-Seminar 1/2 Schwein grillschule.at
18.10.25 12:00 Grillschule Markus Mair / Kommentiertes Steak Tasting
gourmetgrillen.at
Innsbruck
22.10.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Wildspezialitäten vom Weber-Grill mit Live-Musik grillco.at
23.10.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Wildspezialitäten vom Weber-Grill mit Live-Musik grillco.at
24.10.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Wildspezialitäten vom Weber-Grill mit Live-Musik grillco.at
25.10.25 10:00 Adi Bittermann / Göttlesbrunn Gams & Niederwild „Masterclass“ adi-bittermann.at
25.10.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Wildspezialitäten vom Weber-Grill mit Live-Musik grillco.at
05.11.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Adi’s Soulfood-Ripperl-BBQ grillschule.at
12.11.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Magic Dinner grillco.at
19.11.25 14:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Zerlege-Seminar 1/2 Rind mit Beef Kulinarium grillschule.at
21.11.25 18:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Rum-Tasting grillschule.at
03.12.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Krimi & Dinner grillco.at
04.12.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Krimi & Dinner grillco.at
06.12.25 16:00 Adi Matzek / Burgerwiesen Feuer-Advent grillschule.at
12.12.25 18:00 WOS Graz-Seiersberg Magic Dinner grillco.at
42 GRILLZEIT
essen & trinken
Die BBQ-Akademiker
An den „Weber Original Store“-Standorten von Grill
& Co. tut sich schon lange weitaus mehr als der kompetente
Verkauf von guter Grillgerätschaft und Zubehör.
Über 200 Grillkurse pro Standort und Jahr sowie
mehr als 30 Menüs, die dort im Rahmen der Workshops
zubereitet und verzehrt werden, haben die
angeschlossenen „Weber Grill Academys“ nicht nur
zu den größten Grill-Ausbildungsstätten des Landes
gemacht, sondern in letzter Zeit auch immer öfter zu
Locations für Feste und vor allem für eine neue Form
der Event-Gastronomie.
Matthias Fuchs, Geschäftsführer des WOS Wien
Süd: „Nachdem wir über viele Jahre hinweg etliche
Grillkurse sowie jede Menge Grillcaterings umgesetzt
haben, hat sich gezeigt, dass unter den Weber-Fans
darüber hinaus großes Interesse an Grill-Rahmenevents
herrscht. Daraus sind insbesondere an den
Standorten Graz-Seiersberg und auch Wien Süd viele
Special Events entstanden. Auch das Grillrestaurant
in Graz-Seiersberg gewinnt ständig an Beliebtheit, die
sich durch steigende Umsätze, mittlerweile ausgeweitete
Öffnungszeiten und hervorragendes Kundenfeedback
bestätigt!“
Infos: www.grillco.at
Adi Matzeks Grillevents
Der Waldviertler Fleischermeister und Grillweltmeister
Adi Matzek leistete Pionierarbeit in Sachen Grillschulen
– vor genau 20 Jahren eröffnete er die erste
ihrer Art gleich neben dem Fleischergeschäft der Familie
in seiner Heimatstadt Horn. 2021 übersiedelte
Österreichs erste Grillschule nach einem fünfjährigen
Intermezzo in Maria Dreieichen ins malerische Burgerwiesen,
wo die Familie ein Gehöft zur zünftigen
Event- und Kurslocation ausgebaut hat.
In Sachen Event-Kulinarik bietet Adi hier ein umfangreiches
Tasting-Programm an, das vom „BBQ-
Mittwoch“ mit den Klassikern Ripperln und Steaks
über „Pairing Events“, wie beispielsweise sein „Gin-
Sax-BBQ“, bis zu den Special Events wie dem „Feuer-
Advent“ reicht.
Infos: www.grillschule.at
GRILLZEIT 43
essen & trinken
Verrückt nach feuer
Unter dem Namen „Crazyflames“ haben sich Thomas
Wieser und Karin Hösele sowohl als erfolgreiche Grillwettkämpfer
wie auch als Grillcoaches und Caterer einen
Namen gemacht. Waren die 15 Grillgeräte am eigenen
Fischteich anfangs noch Passion und Übungsgelände,
entstanden im heimatlichen Asten jedoch recht bald
professionelle Strukturen – wie eine Grillschule sowie ein
Schauraum, wo Edelgerät von Napoleon, Petromax, Draeger
und Flare zu besichtigen und zu erwerben ist.
Denn seit 2014 ist der Grill inzwischen bereits Hauptberuf
des gelernten Elektrikers, und mit der Begeisterung
für Grill und BBQ stiegen auch die Kapazitäten. Heute
versorgen die Crazyflames bei Bedarf alleine mit dem
1,3-Tonnen-Smoker „Brutus“ bis zu 2.000 Gäste und halten
als Catering-Rekord bisher 3.000 Portionen für einen
Kongress.
Allerdings eher nicht in Asten, sondern meistens sozusagen
„on the road“. Denn die beiden Grillprofis sind sowohl
als AMA-Grilltrainer wie auch als Caterer viel unterwegs.
In 40 bis 50 Grillkursen pro Jahre bei Napoleon-Händlern
schulen sie Einsteiger und Fortgeschrittene im richtigen
Umgang mit der Gerätschaft, informieren aber auch über
die besten Cuts und deren richtige Temperaturführung.
Buchbar sind die Crazyflames jederzeit als kulinarischer
Höhepunkt jeglicher Festivitäten ab rund 50 Personen in
Oberösterreich, der Steiermark und sogar in Bayern.
INFO UND KONTAKT:
Thomas Wieser und Karin Hösele
Eichenstraße 1, 4481 Asten
www.crazyflames.at
44 GRILLZEIT
essen & trinken
Grill & Kraut
Marlene und Markus Fehringer sind beide AMA-zertifizierte
Grilltrainer – aber in der „Ersten Mostviertler Grill- und Kräuterschule“
(im Web zu finden unter www.grillundkraut.at) in St.
Peter in der Au gibt es nicht nur Grillworkshops zu unterschiedlichen
Themengebieten von „Geil auf Wild“ bis hin zur „Gartenparty
im Trikot“, sondern auch viel botanisches Knowhow,
da Marlene auch noch diplomierte Kräuterpädagogin ist. Und
Vegetarierin obendrein, also wird auch die fleischlose Seite des
Grillens sehr gut ausgeleuchtet.
Für beide steht Qualität an erster Stelle und vor allem beim
Fleisch werden hier keine Abstriche gemacht – beste Qualität
aus Österreich und wenn möglich aus der Region wird bei ihren
Kursen verarbeitet. Und es wird viel Wert auf die regionale und
heimische Vielfalt gelegt.
Seit mehreren Jahren führen „Grill & Kraut“ auch unterschiedlichste
Grilldemos und Grillkurse für Napoleon Grills Austria
durch und kommen so im gesamten Land herum. Von Kufstein,
Wörgl über Salzburg und Waidhofen an der Thaya, Wien bis
Wolfsberg, Eisenstadt und Oberpullendorf sind die beiden in
Sachen Grillen unterwegs.
Mit dem gesamten Team – also Sabine und Thomas Vogel,
Edith und Eduard Gassner – sind Marlene und Markus übrigens
auch mehrfacher Grill-Staatsmeister in unterschiedlichen Einzelkategorien
und wurden 2024 auch Gesamtsieger.
v.l.n.r. Marlene Fehringer, Sabine Vogel, Eduard
Gassner, Thomas Vogel, Edith Gassner, Markus
Fehringer
www.grillundkraut.at
GRILLZEIT 45
essen & trinken
Der Affineur
Richard Walkners stylishe „Meat Boutique“ in der Salzburger Gemeinde
Faistenau trägt den Künstlernamen „GustaF“ – mit „F“ wie
Fleisch. Aber der Ex-Banker und Marketingexperte ist gar kein Metzger,
sondern bezeichnet sich eher als Fleisch-Affineur, der ausgesuchte
regionale Basisqualitäten durch perfekte Reifung und optimale Cuts
nochmals verbessern will.
E
s sind vor allem hervorragende „Englische“,
die der qualitätsbesessene Quereinsteiger und
Diplom-Fleischsommelier Richard Walkner
in der Region für seine Reifekammer sucht,
also die Rückenstränge vom Rind, aus denen er nach
der „Matura“ des Fleisches die meisten seiner Steaks
schneidet: Filet, Rib Eye, Strip Loin, Tomahawk, T-Bone,
Club Steak und Porterhouse ... Dazu kommen die immer
populärer werdenden Second Cuts vom Rind, wie Flank,
Skirt, Teres Major, Tri Tip, Hanging Tender, Brisket, Beefhammer,
Beefribs etc.
Aber auch Schweinefleisch in Topqualität profitiert gehörig
von einer gekonnten und ausreichenden Reifung.
Pork Belly, Chops und Porkribs (Baby Back, St. Louis Cut)
zählen schon lange zu den Favoriten der Verkostungen,
die Richie W. in seiner Meat Boutique anbietet.
Animal Wellfare. An erster Stelle der Kriterien, die er
beim Einkauf seiner Rohstoffe anlegt, steht für ihn der
Respekt vor dem Lebewesen und dessen Wertschätzung
– also das viel zitierte Tierwohl von der Aufzucht bis zur
Schlachtung. Aus ethischen wie auch aus qualitativen
Gründen. Denn er weiß um die großen Auswirkungen von
Stress, Angst und Schmerzen auf die Beschaffenheit des
Fleisches. Und er hat auch persönlich ein Problem mit
industriellen Maßstäben am Schlachthof: „Die letzten Minuten
des Tieres sind mir wichtig. Deshalb kennen wir unsere
Bauern sowie den Metzger in der Regel persönlich!“
46 GRILLZEIT
essen & trinken
Natürlich sind auch Haltung und Fütterung der Tiere
sowie die genetische Basis entscheidend für Qualität
und Typizität des Fleisches. Pinzgauer, Simmentaler,
Angus, Wagyu, Hochland, Galloway, Limousin und
Charolais – jede Rasse bringt ihr ganz eigenes Fleischaroma
mit. Bei den Schweinen sind es Iberico, Duroc,
Mangalitza und Landschwein, die im gläsernen Kühlschrank
von GustaF zu finden sind.
Ebenso wie Grill- und Bratwürstel, Salami, Rohschinken,
Speck und Jausenwürstel von Metzgern und Bauern
aus der Region, die für höchste Qualität stehen.
Passion Aging. Die Qualität des Fleisches wird
maßgeblich von Rasse, Haltung, Fütterung und
Schlachtung geprägt. Entscheidend für das perfekte
Geschmackserlebnis ist aber schließlich die richtige
Reifung. Und das ist die Passion des Salzburgers, der
in seine große, gläserne Schaureifung viel Zeit, Mühe
und Geld investiert hat. Denn nur wenn die Parameter
Temperatur und Luftfeuchtigkeit überall im Reiferaum
stimmen und auch die Hygiene perfekt passt, sind
jene langen Reifezeiten möglich, die Richard Walkner
manchen Teilstücken und Steaks vergönnt.
Basis ist immer die Trockenreifung (alias Dry Aging)
der Schlachthälften, später kommt die Grobzerlegung
und weitere Reifung und zuletzt die Portionierung
und Vakuumreife (Wet Aging). Wobei Walkner auch
gerne mit außergewöhnlichen Reifemethoden experimentiert:
in Alpenkräuter-Butter oder Wagyu-Fett, in
Rotwein oder Almheu, in Pergament, Asche oder Bienenwachs.
Jede Veredelung bringt andere, einzigartige
Geschmackserlebnisse.
Klientel. Zu den Abnehmern der gereiften Cuts
zählt die Topgastronomie der Region, aber auch viele
private Feinschmecker, die gerne mit ihrer Kühlbox in
Faistenau anreisen. Bevorzugt gegen Voranmeldung,
denn Richie Walkner nimmt sich gerne Zeit für seine
Kunden, um ihnen die aktuellen Highlights im Sortiment
zu zeigen und zu erklären. Bei Bedarf auch virtuell,
denn diese Führungen durch sein Reifungsreich
macht Richie Walkner auch gerne per Facetime und
Handy. Um anschließend die gewählte Ware per Post
zu den Kunden zu schicken. Und ab Herbst gibt es dann
auch einen eigenen Onlineshop auf www.gustaf.at.
Eine weitere gute Gelegenheit, die Produkte aus dem
Reifeschrank kennenzulernen, sind Degustationen, bei
denen Geschmack, Qualität und Wissen im Mittelpunkt
stehen. GustaF bietet für private Gruppen von 12 bis 18
Personen exklusive Verkostungen an, wer lieber in kleiner
Runde genießen möchte, kann sich bei den „Open.
Meat.Tables“ einen Platz sichern – perfekt für Einzelpersonen,
Paare oder kleine Gruppen, je nach Verfügbarkeit.
Der nächste Open.Meat.Table findet am 18.06.2025
statt. Preis pro Person Euro 160,- exkl. Getränke.
Und wer gerne wissen möchte, wie dieses besonders
gereifte Fleisch schmeckt, wenn es auch noch von einem
Könner auf dem Feuertisch gegrillt wird, kann einen der
„Grill.Erlebnis“-Termine in Faistenau buchen, bei denen
waschechte Grillweltmeister erklären, worauf es dabei
ankommt.
Grill.Erlebnis-Termine 2025
01.06.25 – Grillweltmeister Adi Bittermann
20.09.25 – Grillweltmeister Leo Gradl
25.10.25 – Grillweltmeister Walter Herskovits
INFOS & BUCHUNGEN
GustaF Meat Boutique
Richard Walkner
Ramsaustr. 1
5324 Faistenau
Telefonisch unter +43 676 6647707
E-Mail: genuss@gustaf.at
www.gustaf.at
Öffnungszeiten:
Donnerstag 13-18 Uhr
Freitag 10-18 Uhr
Samstag 10-16 Uhr
sonst nach Vereinbarung
GRILLZEIT 47
essen & trinken
Full
Steak
House
Das „BBQ 1952“-Restaurant in Graz öffnete im Oktober
2021 zum ersten Mal seine Pforten. Angeschlossen an
den Weber Original Store Graz-Seiersberg ist das Restaurant
das erste seiner Art. Zuvor gab es in Europa kein
anderes Lokal, das direkt an eine Weber Grill Academy
angebunden ist. Mit dem 150m 2 großen Lokal wurde das
Erlebniskonzept des gesamten Weber Original Stores
auf das nächste Level gehoben und der Wunsch vieler
Kunden erfüllt.
Das BBQ 1952 in Graz setzt auf Topqualität der Lebensmittel.
Eine eigene Fleischreifung steht für die Steak-
Kompetenz des Hauses, wo das Konzept des American
BBQ mit österreichischem Know-how gepaart wird.
Verantwortlich für die Kulinarik im BBQ 1952 ist der
internationale Küchenmeister und Weber Grillmeister
Robert Reichmayr mit seinem Team: Daniel Bönhold und
Florian Wölfler. Gemeinsam entwerfen die Grillmeister
das Menü, das in den Weber Grillschulen testgegrillt
wird. Die Karte wird alle vier Monate saisonal angepasst.
Der 36-jährige Küchenchef Robert Reichmayr ist bekannt
für seinen Bezug zu heimischen Lebensmitteln und
Nachhaltigkeit. Im Alter von 18 Jahren erkochte er die
Silbermedaille bei der Staatsmeisterschaft. Danach war
er zunächst als Küchenchef, später als Küchendirektor
in unterschiedlichen kulinarischen Destinationen tätig,
unter anderem in Zürich, Kitzbühel sowie Velden am
Wörthersee. Seit Anfang 2024 ist er Küchenmeister im
BBQ 1952.
Und was steht konkret auf der Speisekarte? Von Dry
Aged Steak über Wagyu-Burger bis hin zu Smoked Spareribs
ist alles dabei. Besonders beliebt sind auch Gerichte
wie der Klassiker „Surf and Turf“, die „BBQ Ribs“
und der Signature Dish „Schokobanane vom Grill“. Auch
Spezialitäten wie Brisket, also geschmorte Rinderbrust,
stehen auf dem Menü.
Ein eigenes, sehr erfolgreiches Thema sind die zahlreichen
Events im BBQ 1952, die gastronomische Erlebnisse
mit kulturellen verbinden oder aber mit Tastings
und der dazugehörigen Expertise den Horizont der Gäste
erweitern. Tischreservierungen für das BBQ 1952 werden
telefonisch entgegengenommen oder sind direkt auf
www.grillcenter-graz.at buchbar.
Der Name des BBQ 1952 ehrt die Entstehungsgeschichte
des BBQ-Weltmarktführers Weber. Im
Jahr 1952 veränderte Gründer George Stephen
von Chicago aus die globale Grillkultur, indem er
eine Schiffsboje zu einem Grill mit Deckel umfunktionierte.
48 GRILLZEIT
essen & trinken
Die NÖ
Landesmeister
Die NÖ Grill-Open 2025 am 29. März in Wieselburg
waren klimatisch sehr herausfordernd, aber grilltechnisch
ein voller Erfolg. Denn trotz sintflutartigen
Regenfällen und schlammigem Untergrund zogen die
Teilnehmer das volle Programm durch und brachten
hervorragende Grillgerichte auf die Jury-Teller.
Und diese sehr sportliche Landesmeisterschaft geht
heuer eindeutig ins Marchfeld – denn die „Bratsewa
BBQ Hawara“ aus Breitensee räumten in zwei Kategorien
Gold und in einer Bronze ab. Damit wurde
das Team um Harald „Harry“ Vlk, Patricia „Pirzi“ Prohaska,
Daniel „Hubi“ Hubek und Martin „Smu“ Smutek
ganz klar die Nr. 1 unter den 12 Teilnehmerteams,
die den besonderen Wetterverhältnissen erfolgreich
widerstanden.
Den Pokal nach Breitensee „Bratsee“ geholt haben
die fünf durchtrainierten Grillsportler mit folgenden
Gerichten: Gold in der Kategorie Schwein (Steak
vom Schopf, rosa gegrillt), Gold in der Kategorie Rind
(Roastbeef vom Hüferscherzel), Bronze in der Kategorie
Dessert (Palatschinken). In den Nebenbewerben
„Chicken Wings“ und „Ripperl“ belegten sie den 7.
und 6. Platz.
Ergibt im Ganzen den Niederösterreichischen Landesgrillmeister!
Natürlich wurde das ausgiebig gefeiert,
„die letzten gingen zu Bett, da stehen andere auf!“
GRILLZEIT 49
best of 20
Die besten
Rezepte und
schönsten
Bilder aus
20 Jahren
GRILLZEIT.
50 GRILLZEIT
best of 20
Pulled Pork
steirisch
Pulled Pork, das fachgerecht gezupfte Schweinefleisch,
ist eine Ikone der BBQ-Szene, die sich dafür mitunter
ganze Nächte um die Ohren schlägt. Einen ganzen Tag
Vorfreude sollte man aber auch bei unserer Variante auf
jeden Fall einplanen.
GRILLZEIT 51
best of 20
Wir Mitteleuropäer haben zumeist einen anderen BBQ-Gusto als
Nordamerikaner, die das Fleisch gerne intensiv im Smoker mit dem
kräftigen Rauch von Mesquite, Hickory und Eiche beschichten und
mitunter noch mit „Liquid Smoke“ boosten. Und daher auch bei den
Rubs besonders viel Bums mögen, um die Papillen noch zu erreichen.
Bei unsereiner hingegen soll am Ende eines langen BBQ-Tages immer
noch das Fleisch selbst die Hauptrolle spielen. Daher ist unser idealer
Rauch für Schweinefleisch vorzugsweise mild, mit den fruchtigen Aromen
heimischer Obsthölzer. Und auch die selbst gemachte, steirische
BBQ-Sauce für das gegenständliche Rezept ist eine regionale Alternative
zu den speckig-rauchigen BBQ-Saucen, mit denen das fertig
gezupfte Schweinefleisch in den USA gerne ertränkt wird.
Das Fleisch. Der klassische Rohstoff für ein Pulled Pork ist ja der
„Boston Butt“ – ein Zuschnitt, der in normalen Metzgereien meist
nur auf Bestellung erhältlich ist. Gemeint ist ein etwa 6 bis 8 kg
schweres Teilstück, das aus dem Schopfbraten sowie einem Teil der
Schweinsschulter besteht. Die anliegende Schwarte wird beim Boston
Butt abgezogen, nicht aber die massive Fettabdeckung, die das Fleisch
bei langen BBQ-Sessions von 12 Stunden und mehr garantiert saftig
hält. Nach den Regeln der Pitmaster-Kunst und der KCBS (Kansas
City Barbecue Society) muss für Meisterschaften zudem ein Zuschnitt
verwendet werden, der den Schulterknochen und das Schulterblatt
beinhaltet. Diese sorgen außerdem beim langsamen Garprozess auch
für viel Geschmack.
Zutaten:
1 Schweinsschulter
3 Handvoll Rub nach Wahl
Salz nach Bedarf
Für die Apfel-Kernöl-BBQ-Sauce:
½ säuerlicher Apfel
5 EL geriebener Kren
150 ml naturtrüber Apfelsaft
8 EL Kürbiskernöl
4 EL Apfelessig
3 Knoblauchzehen
2 TL Gelbzucker oder Rohrzucker
1 TL Salz
1 TL gemahlener Pfeffer
Den Apfel schälen, entkernen und
würfelig schneiden, dann mit sämtlichen
anderen Zutaten mit einem
Stabmixer pürieren. Mit Salz und
Pfeffer abschmecken und mit Apfelsaft
auf die gewünschte Konsistenz
bringen.
52 GRILLZEIT
best of 20
Das ist nämlich genau der Zeitpunkt, wo das Bindegewebe
verflüssigt wird, wodurch eine vermeintliche Kühlung
auftritt – also überhaupt kein Grund, irgendetwas
an den Gartemperaturen zu ändern.
Viele BBQ-Fans nehmen für ein Pulled Pork aber auch
gerne nur den Schopfbraten, der wesentlich leichter zu
beschaffen ist als eine ganze Schulter mit Knochen, der
kürzere Garzeiten erlaubt und dessen massive Fetteinlagerungen
Fehler in der Temperaturführung noch besser
verzeihen. Wir haben diesmal zwar eine Schulter vom
„Natürlich Niederösterreich Duroc“ für unser Rezept
verwendet, die sämtliche Voraussetzungen für ein optimales
Pulled Pork mitbringt, sind aber auch mit dem
durchwachsenen Schopf immer gut gefahren.
Der Rub dient sowohl zur Marinade als auch zur Würzung.
Das Fleisch wird damit großzügig eingerieben und
dann in Lebensmittelfolie gewickelt. So verbringt es
mindestens eine Nacht (besser zwei) im Kühlschrank,
wo die Gewürzmischung gut in die oberen Schichten
eindringen kann. Man kann das Fleisch vor dem Rubben
auch mit Olivenöl oder sogar mit Senf einreiben, das
bringt eine pikante Note und der Rub hält besser darauf.
Der Smoker. So ein Pulled Pork kann man auf einem
Kugelgrill räuchern, in einem Pelletsgrill oder einem
klassischen Offsetsmoker. Wir finden hier aber auch
den Watersmoker für besonders geeignet, denn seine
gut gefüllte Wasserschale puffert etwaige Temperaturspitzen
gut ab und hält mehr Feuchtigkeit im Fleisch als
viele andere Geräte. Und er kostet relativ wenig Platz
und Geld, nur ein wenig Zeit und Aufmerksamkeit.
Die Kunst beim BBQ ist es ja, die Temperatur möglichst
konstant auf einem niedrigen Niveau zu halten, damit
die sogenannte „Denaturierung“ der Proteine langsamer
als der Abbau des Kollagens vonstattengeht.
Wir haben uns daher für 110°C als Richttemperatur im
Garraum entschieden und peilten eine finale Kerntemperatur
von rund 90 Grad an. Das hört sich viel an und
wäre am Grill eine Katastrophe, ist aber beim sehr, sehr
langsamen Garprozess des BBQ goldrichtig. Das Fleisch
bleibt nämlich trotz der verschwundenen Kollagene saftig.
Oder gerade deswegen, denn die Sehnen haben sich
am Ende in Gelatine verwandelt.
Je nach Größe des Teilstücks dauert dieser Prozess zwischen
10 und 20 Stunden, wer will, kann anfangs auch
noch tiefer mit der Temperatur gehen (ab etwa 80°C)
und entsprechend länger smoken.
Apropos: Auch Vollprofis kommen hier nicht ohne
einen guten Thermofühler aus, der permanent mitten
im Fleisch steckt und sie immer über den Garzustand
auf dem Laufenden hält. Beispielsweise über die sogenannte
„Plateauphase“ nach etlichen Stunden, wo die
Kerntemperatur oft irgendwo bei 70 Grad stehen bleibt,
um manchmal erst wieder nach einigen Stunden weiter
nach oben zu klettern.
Der Rauch. Brennstoff im Watersmoker ist ja Kohle
bzw. Kohlebriketts, den Rauch hingegen produzieren wir
dort am liebsten mit sogenannten Woodchunks – also
größeren Holzstücken, die direkt auf die Glut gelegt
werden können und dort lange Rauch abgeben, bevor
sie selbst zu Holzkohle verglosen.
Natürlich kann man auch gut eingeweichte Wood
Chips verwenden, die besonders viel Rauch produzieren,
dafür muss man da öfters nachlegen. Besonders wichtig
ist beim Warmräuchern die erste Phase der Garzeit,
denn das frische, kalte Fleisch nimmt die Raucharomen
am allerbesten an.
Als Holzsorte drängt sich bei unserem Projekt natürlich
Apfel auf, aber auch mit Zwetschke, Kirsche und Erle ist
man hier gut bedient. Wichtig ist es, gut getrocknetes
Holz zu verwenden, mit fertig gekauften Chunks kann
man hier aber gar nichts falsch machen, wenn man sie
nicht im Regen stehen lässt.
Der Mopp
Mit 70-75°C Kerntemperatur hat die Schulter schon
einiges an Volumen verloren und es wird Zeit für den
Mopp. Zwar trocknet das Fleisch im Watersmoker nicht
so stark aus als andernorts, aber während des stundenlangen
Aufenthaltes auf dem Rost sollte es doch
dann und wann gemoppt – sprich mit einer Moppsauce
bestrichen werden. Das kann etwas Dickflüssigeres im
Sinn einer Glasur sein, oder aber besser eine fruchtigwürzige
Marinade. Wir sind dem Thema treu geblieben
und moppen stündlich mit einer Mischung aus Apfelsaft
mit einem kräftigen Schuss Apfelessig, abgeschmeckt
mit Salz und etwas Sojasauce (fürs Umami).
Das Moppen sollte jeweils so schnell wie möglich
gehen, um Wärmeverluste durch den geöffneten Deckel
zu vermeiden.
Das Finale
Wenn die gewünschte Kerntemperatur erreicht ist –
ist noch lange nicht Schluss. Dann wird das Fleisch
nämlich erst fest in Butcher Paper eingewickelt, um an
einem warmen Ort noch mindestens eine Stunde zu
ruhen.
Danach erst steht das Zupfen an. Hat man das Fleisch
mit Knochen zubereitet, wird man diesen vorab einfach
aus dem Fleisch herausziehen. Gezupft werden die
immer noch sehr heißen Fleischfasern entweder mit
hitzefesten Gummihandschuhen oder mit sogenannten
„Bärenkrallen“ wie auf unserem Bild.
Am Schluss wird das gezupfte Fleisch dann mit einer
Sauce vermischt – Rezeptur und Menge sind wie gesagt
persönliche Geschmackssache. Und wenn man unsere
steirisch inspirierte Variante nimmt, sollte man auch
noch eine Handvoll frisch angerösteter Kürbiskerne
darüberstreuen und etwas frischen Thymian daruntermischen.
GRILLZEIT 53
best of 20
Sommerpanettone
Eigentlich gehört er ja mit Sauerteig gemacht. Und eigentlich
ist der Panettone ja ein Weihnachtskuchen. Aber
wir mögen den fluffigen italienischen Kuchen gerade im
Sommer besonders gerne, und am besten schmeckt er
selbstgebacken vom Grill.
Für all jene, die drei, vier Tage Zeit für die Zubereitung eines Kuchens
haben, erzählen wir gerne weiter unten, wie das geht. Aber
für uns Normalsterbliche tut‘s auch die Germ (alias Hefe), um einen
schönen Panettone zu backen. Und zwar im Grill, wie wir das für Sie
wieder einmal getestet haben.
Tatsächlich eignen sich als Backform konventionelle Blumentöpfe
aus Ton mit 6 bis 14 Zentimeter oberem Durchmesser aufgrund
ihrer Fasson ganz hervorragend für den italienischen „Panettone“,
den man aber natürlich auch in einer Gugelhupf- oder Auflaufform
machen kann. Besser wird er jedoch im konischen Blumentopf, aus
dem der Teig beim Backen appetitlich quillt. Die Größe des Topfes
ist dabei natürlich entscheidend für die Backdauer. Sehr hübsch
macht es sich, wenn Sie für jeden Gast einen eigenen kleinen Topf
servieren. Und natürlich kommen nur neue Tontöpfe in Frage, die
Sie gründlich waschen und dann für ein, zwei Stunden wässern
sollten. Tun Sie das nicht, kann der Topf beim Backen springen,
sonst aber ist er sehr hitzeresistent.
Kleiden Sie den Topf mit Backpapier aus, wobei Sie für den Boden
(schon um das Loch abzudecken) eine eigene, kleine Rundschablone
ausschneiden sollten. Wenn Sie es ganz akkurat mögen, können Sie
das Papier am Topfrand abschneiden, aber wir fanden die flotte Papierfahne
an unseren Panettones eigentlich sehr dekorativ. Ergänzt
um eine hübsche Bauchbinde aus Bast ist der Topf so ausgesprochen
salonfähig.
54 GRILLZEIT
best of 20
Zutaten:
ca. 1 dl lauwarme H-Milch
30 g frische Germ
700 g Weizenmehl Typ 400
140 g Kristallzucker
1 Teelöffel Salz
2 Eier
150 g Butter
Abgerieben Schale einer
halben, unbehandelten Zitrone
150 g Aranzini
120 g Rosinen
Zubereitung:
Aus der warmen H-Milch, der Germ (Backhefe) und
einer Handvoll Mehl ein sogenanntes „Dampfl“ zubereiten.
Dazu werden diese Zutaten in einer Schüssel
mit dem Schneebesen gut glattgerührt, leicht mit
etwas Mehl bestaubt und mit einem Tuch abgedeckt.
An einem warmen Ort aufgehen lassen, bis das Volumen
etwa doppelt so groß ist wie vorher. Doch Vorsicht:
Temperaturen über 36 Grad „killen“ die Germ.
Den Vorteig anschließend mit allen Zutaten vermischen
und die Teigmasse gut kneten (am besten mit
der Küchenmaschine), bis sich der Teig von der Schüssel
löst. Dann braucht der Teig wieder mindestens eine
halbe Stunde „Warmpause“ bevor er in die Förmchen
bzw. Blumentöpfe kommt.
Befüllen Sie nun die Töpfe mit dem Teig zu zwei Drittel.
Dieser wird beim Backen so stark aufgehen, dass
er auch dann noch einen hübschen Panettone-Gupf
machen wird. Füllen Sie jedoch zu viel ein, geht der
Kuchen über.
Und dann kann´s im vorgeheizten Grill auch schon
losgehen. Indirekt und mit Deckel natürlich - egal ob
Sie einen Kohle-, Gas- oder Elektrogrill verwenden.
Die Temperatur im Garraum sollte um die 150 bis 180
Grad betragen, wobei vermutlich auch bei etwas größerer
Hitze noch brauchbare Ergebnisse zu erwarten
sind. Die Backdauer liegt – je nach Größe der Formen
– zwischen 20 und 45 Minuten. Fertig ist der Panettone
dann, wenn er gut gequollen ist, schön Farbe
genommen hat und die Nadelprobe besteht. Dafür
stechen Sie den Kuchen mit einem dünnen Holzspieß
tief an und ziehen ihn wieder heraus. Wenn keinerlei
Teig mehr daran kleben geblieben ist, ist der Panettone
fertig.
Beim Kohlegrill sollten Sie der Brenndauer wegen besser
Holzkohlebriketts verwenden, allerdings nicht zu
viele. Stellen Sie die richtige Temperatur durch Zugabe
und Entnahme der vorgeglühten Holzkohle ein, bevor
Sie die Kuchenformen auf den Grill geben. So gibt es
keine unliebsamen Überraschungen.
Alternative für Sauerteig-Puristen. Ein bis zwei Löffel
Natursauerteig (z.B. vom Bäcker Ihres Vertrauens) mit
lauwarmem Wasser und einer Handvoll Weizenmehl
anrühren und zwölf Stunden stehen lassen. Danach erneut
lauwarmes Wasser und Weißmehl hinzufügen bis
etwa die Hälfte des Mehls, das Sie verarbeiten wollen,
im Sauerteig ist. Nach weiteren zwölf Stunden kann
mit dem eigentlichen Teigkneten begonnen und der
Teig in die Förmchen gefüllt werden. Den Teig danach
bei warmer Zimmertemperatur für mindestens 16
Stunden ruhig stellen.
In dieser Zeit wird der Teig bis um das Dreifache aufgehen
und kann danach endlich gebacken werden.
GRILLZEIT 55
best of 20
Presa mit Oktopus
Kürbispüree, Bratpfefferoni,
Granatapfelsauce und Minze
Der fleischige Oktopus und die saftige Presa vom Duroc-
Schwein sind geniale Partner für ein ganz besonderes
Surf ‚n‘ Turf. Auch der Aufwand für dieses schlichte,
aber attraktive Gericht hält sich in Grenzen, obwohl hier
mehrere Gartechniken eingesetzt werden: Denn der
Oktopus wird erst weich gekocht und dann auf der
Plancha zusammen mit den Pfefferoni finalisiert. Die
Presa wird auf dem Grill geröstet und zieht bei relativ
niedrigen Temperaturen im Ofen oder Grill auf die gewünschte
Kerntemperatur nach. Der Kürbis wird zwischendurch
zu einem aromatischen Püree verarbeitet.
Teilstück: Die „Presa“ ist ein spanischer Special Cut vom
Schwein, der in etwa dem „Denver Cut“ vom Rind entspricht.
Sie ist ein Teil des Schopfbratens, also jenes saftige, stark mit
intermuskulärem Fett durchzogene Teilstück zwischen Hals und
Karree, das sich als perfekter Braten und Steaklieferant empfiehlt.
Die Presa ist sehr gut marmoriert, das Fett schmilzt jedoch
großteils bei der Zubereitung und hinterlässt so besonders
viel Saft und Aroma.
Zum Auslösen der Presa, die an jenem Teil des Schopfbratens
liegt, der zur Schulter zeigt, wird der Muskel entlang des Bindebzw.
Fettgewebes abgelöst und zugeputzt, das fertige Teilstück
ergibt einen Braten von etwa 500 Gramm. Löst man die Presa
fachgerecht aus, bleibt vom Schopf immer noch ein längliches
Teilstück, das man sehr gut für Pulled Pork oder kleine Steaks
verwenden kann.
Den Oktopus erhält man hierzulande meist tiefgekühlt oder
aufgetaut. Das ist kein Fehler, denn durch das Frosten werden
die Fleischfasern des Kraken gelockert. Auf jeden Fall sind größere
Exemplare zu bevorzugen, da sie fleischiger sind.
56 GRILLZEIT
best of 20
Zutaten für 6 Personen:
1 Presa vom Duroc-Schwein
1 EL Rapsöl
Salz und Pfeffer aus der
Mühle
1 mittelgroßer Oktopus
1 Suppengemüse
2 Knoblauchzehen
2 Lorbeerblätter
8 Pfefferkörner
Olivenöl
Saft einer halben Zitrone
1 kleiner Hokkaido-Kürbis
(oder 2-3 Süßkartoffel)
Schale einer halben unbehandelten
Zitrone
1 EL Butter
1/2 kg Bratpfefferoni
1/2 Bund frische Minze
1 Granatapfel
2 EL Grenadinesirup
1 EL Balsamico, rot
2 EL Sweet Chili Sauce
Zubereitung:
Den Oktopus in Salzwasser mit dem gewürfelten Suppengemüse,
den geschälten Knoblauchzehen, Lorbeerblättern und Pfefferkörnern
zustellen und langsam weich kochen. Damit sollte man es
jedoch nicht übertreiben, da der Kopffüßler auf der Plancha später
noch nachgart. Dann überkühlen lassen, in Stücke schneiden,
mit etwas Olivenöl beträufeln und beiseitestellen.
Hokkaido waschen und halbieren, die Strünke wegschneiden (er
muss nicht geschält werden), die Kerne entfernen. In Spalten
schneiden und salzen, am Grill oder im Ofen auf Backpapier
weich rösten.
Den Granatapfel aufbrechen und die Kerne in eine Schüssel lösen.
Mit dem Grenadinesirup, dem Balsamico sowie der Sweet Chili
Sauce verrühren und mit einer Prise Salz abschmecken.
Den Grillrost gut vorheizen und die Presa rundum mit dem
Rapsöl einreiben. Dann kräftig mit Salz bestreuen und das Fleisch
auf dem Rost bei geschlossenem Deckel auf beiden Seiten gut
Farbe nehmen lassen.
Herausnehmen, mit frisch gemahlenem Pfeffer würzen und einen
Temperaturfühler mit der Spitze in der Mitte des Fleisches platzieren.
Die Presa jetzt im vorgeheizten Backrohr oder Grill bei
etwa 120°C langsam auf eine Kerntemperatur von ca. 58°C weitergaren
lassen. Dann herausnehmen und 10 Minuten auf einem
Brett ruhen lassen. Im Endeffekt sollte das Fleisch im Anschnitt
noch rosa sein.
Inzwischen den geschmorten Kürbis in grobe Stücke teilen, mit
geriebener Zitronenschale und Salz würzen und zusammen mit
der Butter zu einem Püree verarbeiten. Dann noch mit etwas
Pfeffer abschmecken und warm stellen.
Die Plancha auf mittlere Hitze kommen lassen, dann darauf mit
der Spachtel Olivenöl verteilen und dieses etwas salzen. Die
Bratpfefferoni im Ganzen darauf anschmoren und dann erst die
vorbereiteten Oktopusstücke dazugeben. Unter ständigem Wenden
mit der Spachtel gut bräunen lassen und schließlich mit dem
Zitronensaft ablöschen.
Die Presa dünn aufschneiden und zusammen mit dem gegrillten
Oktopus, dem Kürbispüree und den Minzblättern, den gebratenen
Pfefferoni sowie der pikanten Granatapfelsauce servieren.
GRILLZEIT 57
best of 20
Tomahawk Steak
vom Duroc Schwein
58 GRILLZEIT
Zubereitung:
So ein richtig dick geschnittenes Tomahawk-Steak
vom Duroc Schwein ist mit gut 500 Gramm und mehr
ist ein 2-Personen-Stück und passt in keine Pfanne -
aber perfekt auf den Gusseisenrost eines ordentlichen
Gas- oder Elektrogrills. Dieser sollte bei starker Hitze
vorgeheizt werden (20 Minuten sind nicht zu viel) und
auch besser gut geölt, bevor das Steak aufgelegt wird.
Dort verbleibt es erst einmal, ohne verschoben zu
werden, bis sich durch die Karamellisierung auf dem
heißen Metall die sogenannten „Brandings“ gebildet
haben und das Fleisch leicht abgelöst und umgedreht
werden kann. Nach dem Wenden wird auch die Fettseite
extra angebraten, bis die Röststoffe nicht mehr
zu übersehen sind.
Dann wird der Grill abgedreht, ein Thermofühler im
Fleisch platziert und der Deckel des Gerätes geschlosbest
of 20
Anatomisch gesehen ist der Rückenstrang des
Schweines tatsächlich ähnlich dem sogenannten
„Englischen“ vom Rind. Und aus dem
stammen bekanntlich begehrte Steak-Cuts
wie Ribeye, Rumpsteak oder auch das Tomahawk.
Also dicke Tranchen mit oder ohne Knochen, die auch
ein wenig „englisch“ zubereitet werden wollen – ergo
außen knusprig und niemals ganz durch. Denn hohe
Kerntemperaturen jenseits der 70°C und mehr sind
zwar bei Schweinsbraten, Pulled Pork und Ragouts
durchaus wünschenswert, aber schon beim Naturschnitzel
führt eine Übergarung zu massiven Qualitätsverlusten.
Und selbst ein zartes Filet wird gern
ein hartes Filet, wenn man es allzu lange brutzelt. Auf
jeden Fall aber geschmacklich mausetot.
Übrigens: Bei Schweinefleisch hält sich immer noch
hartnäckig die Ansicht, dass es aus hygienischen Gründen
völlig durchgegart werden muss, um sich ja keine
Parasiten einzuhandeln. Strenge veterinärmedizinische
Kontrollen schließen die einst gefürchtete Trichinose
bei heimischer Ware aber inzwischen längst völlig aus,
und am Grill haben auch Oberflächenbakterien keine
Chance.
Das richtige Steak-Potential findet man beim Schweinernen
natürlich nur bei entsprechender Fleischqualität.
Neben einer guten genetischen Basis (z.B. Duroc)
sind daher eine überdurchschnittliche inter- und intramuskuläre
Fettausstattung, sowie eine ausreichende
Fleischreifung die Voraussetzung für eine gehobene
Karree-Karriere. Hiebei handelt es sich vor allem die
sogenannte Nassreife im Vakuum, die schon nach
zwei Wochen unter kontrollierten Bedingungen für
eine wesentlich weichere Struktur und ein ein volleres
Aroma des Fleisches sorgen. Immer öfter findet man
im Premium-Segment aber auch bei Schweinesteaks
trockengereifte Qualitäten. Dieses „Dry Aging“ dauert
meist noch wesentlich länger, als das „Wet Aging“ und
sorgt aufgrund des Feuchtigkeitsverlustes für ein besonders
dichtes und nussiges Aroma.
sen. In der verbleibenden Hitze des Grills steigt die
Kerntemperatur des Fleisches sachte an. Bei 58 - 60°C
sollte damit Schluss sein und das Fleisch kommt zu
einer letzten Rastphase auf ein Brett. Dann ist die Garstufe
„medium“ und perfekt für ein delikates Tomahawk
vom Duroc Schwein.
Tipp: Ob das Fleisch vor oder nach dem Grillen gesalzen
wird, ist Geschmackssache - wir bevorzugen eine
Salzung schon mindestens eine Stunde vor der Zubereitung.
Das fördert nicht nur den Fleischgeschmack,
sondern hält auch den Saft besser im Steak. Gewürzt
wird hingen in jedem Fall erst vor dem Servieren mit
grob gemahlenem schwarzen Pfeffer.
GRILLZEIT 59
best of 20
Dirty Grilling
Das Grillen in der Asche ist uns Pfadfindern ja geläufig,
aktuell jedoch wieder ganz besonders in Mode. Sogar
dicke Steaks werden heute beim „Dirty Grilling“ – mancherorts
auch „Clinching“ genannt – direkt auf die Glut
gelegt. Und zwar bevorzugt auf jene von Holz oder sehr
hochwertiger Holzkohle.
60 GRILLZEIT
best of 20
Diese Methode funktioniert daher nur
auf einem Holzkohlegrill oder einem
Räucherofen bzw. auf einer offenen
Feuerstelle – und will daher auch stets
überwacht werden. Wir haben uns für eine Feuerschale
entschieden, denn wir wollten einerseits
die Pracht der Flammen sehen und andererseits
lieber eine praktische Aschelade als ein Loch in der
Wiese. Und auch die Windrichtung muss beachtet
werden, denn ein gewisser Asche- und Funkenflug
sind auch beim kontrolliertesten Dirty Grilling unvermeidlich.
Der Brennstoff. Prinzipiell grillt man beim Clinching
immer auf Holzkohle, denn selbst wenn man
Buchenscheite nimmt, müssen die ja erst einmal
verkohlen, bis man eine brauchbare Glut hat.
Die Qualität der Glut hängt daher von jener
des verwendeten Holzes ab. Dry aged Wood
ist top – maximal 10% Restfeuchte sollte
dieses haben und eher aus dem Laubwald
stammen. Denn Weichholz wie
Fichte, Tanne etc. eignet sich zwar
gut zum Entzünden des Feuers, verbrennt
jedoch sehr schnell und die
Harze können zu unangenehmen
Geschmacksnoten führen. Besser ist es
also, Hartholz wie Buche oder Eiche zu
verwenden, wobei der Rindenanteil so gering
wie möglich sein sollte.
Nimmt man allerdings lieber gleich Holzkohle,
muss diese hart, unbehandelt und großstückig sein
– also sogenannte „Steakkohle“. Denn diese brennt
am besten, sowie am saubersten und hat auch
einen sehr geringeren Ascheflug. Auf flüssige Grillanzünder
wird natürlich gänzlich verzichtet, denn
bei Holz reichen ja schon ein wenig Papier und
Holzspäne, um ein schönes Feuer zu entzünden.
Das dann aber eine Zeitlang gepflegt sein möchte,
bevor man jenes gleichmäßige Glutbett erhält, das
zum Garen unserer Lebensmittel geeignet ist.
Die Knollen. Wir wollen nämlich nicht nur
Fleisch aus dem Feuer holen, sondern auch Gemüse
wie Erdäpfel, verschiedene Rüben, Paprikaschoten,
Zwiebeln, Süßkartoffeln, Sellerie und
sogar Quitten. Alles, was eine Außenschale und
ein gewisses Volumen hat, eignet sich für das
Braten in der Glut. Also hat man es hier auch mit
sehr unterschiedlichen Garzeiten zu tun, und Sie
brauchen daher unbedingt einen Plan: Sortieren Sie
Ihr Gemüse in Kategorien bzw. einer Reihenfolge,
die es Ihnen ermöglichen, dass am Ende alles etwa
gleichzeitig fertig ist.
Gestartet wird daher mit den harten, großen
Knollen und Rüben, später kommen die Erdäpfel
und Kernobst in die Glut, noch später weicheres
Gemüse wie Zwiebeln, Melanzani und Knoblauch.
Paprikaschoten und Chilis kommen überhaupt erst
knapp vor dem Fleisch auf die Kohle. Und verwenden
Sie dafür eine Grillzange mit langem Griff,
wenn Sie die Kartoffeln für andere aus dem Feuer
holen. Die Hitze ist bei diesem Grillen nämlich
intensiver als die gezähmten Temperaturen eines
Kugelgrills.
Den Garzustand können Sie übrigens zwischendurch
am besten mit einem langen Holzspießchen
überprüfen, das sie in das Gemüse stechen, vom
Aussehen her ist nämlich bald alles gleich – nämlich
kohlrabenschwarz. Spüren sie ernsthaften
Widerstand, ist das Gemüse noch nicht gar. Wenn
Sie Gemüse oder Obst in der Glut grillen, opfern
Sie nämlich die Außenseite. Diese lässt sich am
Schluss leicht entfernen, die geplante Verkohlung
verleiht dem Inneren aber eine unvergleichliche
Geschmacksintensität.
Das Fleisch. Bereiten Sie das Steak vor, indem
Sie es beizeiten aus dem Kühlschrank nehmen und
salzen. Kurz vor dem Grillen wird der ausgetretene
Saft mit Küchenkrepp abgetupft – sonst gar nichts.
Die übliche Empfehlung, das Fleisch mit Öl zu bepinseln,
ist Nonsens, denn das führt nur zu unangenehmem
Brandgeschmack.
Wenn die Holzkohle fürs Fleisch bereit ist, pusten
Sie die sichtbare Asche an jener Stelle etwas weg,
wo das Steak brutzeln soll, und legen Sie es direkt
auf die glühende Kohle. Die Kontakthitze sorgt für
eine blitzschnelle Maillard-Reaktion der Fleischoberfläche
und produziert in Minuten eine knusprige
Kruste. Dann wird gewendet und die andere
Seite des Steaks ebenfalls gekrustet. Schließlich
kommt das Steak vom Feuer auf ein Brett, wo
es noch etwas rastet, damit sich die durch die
brutale Hitze kontrahierten Fleischfasern wieder
entspannen können, was der Safthaltigkeit zugute
kommt. Entfernen Sie dann etwaige Kohlen- oder
Aschereste und würzen Sie das Steak mit dem Saft
einer halben Zitrone, frischem Pfeffer und etwas
Meersalz.
GRILLZEIT 61
best of 20
Date
mit Patty
Weltbürger Burger. Längst sind die Nachkommen des Seefahrer-Snacks
aus Hamburg von der Systemgastronomie in
alle Erdteile verschleppt worden, selten jedoch in ernstzunehmender
Qualität. Aber immerhin ist dies jenes Popularitäts-
Substrat, auf dem nicht nur das Fastfood, sondern auch ein
neues Burger-Bewusstsein gastronomischer und privater
Kenner gediehen ist.
Wir rufen in Erinnerung: Das Beef-Laberl im Burger hört in den USA auf
den Namen Patty, die süße Semmel mit oder ohne Sesam wird dort Bun
genannt. Der Anteil des Faschierten am Rindfleischverbrauch ist in den
USA überwältigend, wird aber auch hierzulanden immer größer.
War es erst die Systemgastronomie, die seit der Eröffnung der ersten
McDonals-Filiale im Jahr 1977 inzwischen bereits fast zwei Generationen
an das HACCP-zertifizierte US-Laberl gewöhnt hat, sind es inzwischen
anspruchsvollere Burger-Fans, die dem Markt stetige Wachstumsimpulse
geben.
Faschiertes für Burger wird unter Kennern bereits nach Rinderrasse, Teilstück
und Fettstufe unterschieden, die perfekte Garstufe des Patty ist
längst nicht mehr „well done“ sondern entweder „medium“ oder sogar
„medium rare“.
Und wer nur einmal einen wirklich guten Burger genossen hat, verliert
bald die Freude am HACCP-Laberl aus dem Drive-in. Es ist dann nur
mehr eine Frage der Zeit, bis man der Burger-Pubertät entwächst. Aber
auch mit den Patties für Erwachsene ist es so wie im richtigen Leben:
Es gibt solche und solche. Und das ist nicht einmal böse gemeint, denn
Gusto und Ohrfeigen sind eben grundverschieden.
Burger brotlos. Wer den American Way of Burger zumindest vorübergehend
satt hat, kann den Hauptdarsteller ganz einfach veredeln, in dem
er das Brötchen weglässt, bzw. durch dezentere Kohlehydratquellen substituiert.
Ohne den Hefe-Bun als Deckel wird das Patty zum Solisten und
als saftiges Hack-Steak zum Zentrum eines schönen Tellergerichtes, dem
man endlich auch wieder mit Messer und Gabel zu Leibe rücken kann.
Wie bei unseren drei Vorschlägen auf diesen Seiten.
Wenn sich das Fleisch jedoch nicht mehr unter einer dicken Schicht
Käse und Ketchup verstecken kann, wird natürlich dessen Garstufe und
Fleischqualität umso sicht- und kostbarer. Also ist hier Topqualität gefragt,
die maximal „medium“ gegart werden sollte.
62 GRILLZEIT
Patty
mit überbackener
Zitronenpolenta,
gerösteten Pimentos
und Tomatenmarmelade
Zutaten für 2 Personen:
2 Rindfleisch-Patties à 160 g
6 Pimentos bzw. milde Pfefferoni
Schwarzer Pfeffer, grob gestoßen
Schwarze Oliven
1 Glas Tomatenmarmelade
100 g Polentagrieß
400 ml Wasser
Zesten einer unbehandelten Zitrone
1 Scheibe Raclette-Käse
Salz
best of 20
Zubereitung:
Den Polenta-Grieß in das heiße Wasser rühren, mit
einer kräftigen Prise Salz würzen und 10 Minuten
auf kleiner Flamme köcheln lassen, dabei immer
wieder umrühren. Dann die Zesten der Zitrone unterrühren
und die Masse entweder auf Backpapier
in einen Bräter, oder (wie wir) in gefettete Muffin-
Förmchen gießen. Dort erkalten und fest werden
lassen.
Danach die Polenta-Küchlein stürzen, mit Butter
bestreichen und mit Raclette-Käse oder geriebenem
Parmesan bestreuen und im Grill oder Ofen überbacken.
Alternativ kann man die Polenta natürlich
auch sehr gut grillen.
Die Pimentos auf einer heißen Grillplatte mit Olivenöl
und einer Prise Salz rundum rösten.
Die Patties salzen und auf der Plancha bei mittlerer
Hitze unter mehrmaligem Wenden bis zum
gewünschten Gargrad grillen. Danach mit grobem
Pfeffer bestreuen und noch 2 Minuten rasten lassen.
Mit der Polenta, den Pimentos, schwarzen Oliven
und der Tomatenmarmelade servieren.
Patty
Texmex
mit Tortilla, Chili
und Käse
Zutaten für 2 Personen:
2 Rindfleisch-Patties à 160 g
4 Scheiben Cheddar-Käse
4 Tortillas
1 Dose Kidney-Bohnen
4 EL eingelegter Zuckermais
2 EL Tomatenmark
2 EL Barbecue-Sauce
Salz
Worcestershiresauce
6 getrocknete Tomaten
1 Stange Staudensellerie
1 Avocado
1 Chili
Zitronensaft
1/2 Bund Koriander
Schwarzer Pfeffer
Zubereitung:
Den Staudensellerie in Scheiben schneiden und mit
dem Tomatenmark in einer Kasserolle anschwitzen.
Die Bohnen mit etwas Flüssigkeit aus der Dose und
auch den Mais dazugeben, einem Spritzer Worcestershiresauce
und einer rauchigen BBQ Sauce
verrühren. Die Chili entkernen und in feine Ringe
schneiden, ebenfalls in das Chili rühren. Etwas
köcheln lassen und mit einer kräftigen Prise Salz
abschmecken. Die Konsistenz mit dem Bohnensud
bzw. etwas Wasser einstellen.
Die getrockneten Tomaten in etwas warmem Wasser
mit einem Schuss Zitronensaft quellen lassen,
die Avocado schälen, in Spalten schneiden und auch
mit etwas Zitronensaft beträufeln.
Die Patties salzen und auf dem Grill oder der Plancha
bei mittlerer Hitze unter mehrmaligem Wenden
fast bis zum gewünschten Gargrad grillen. Dann den
Käse darauf legen und schmelzen lassen.
Währenddessen die Tortillas auf der Plancha - ohne
Fett - bei kräftiger Hitze von beiden Seiten kurz
aufbacken.
Mit den Bohnen, den abgetropften Tomaten, den
Avocados und viel frischem Koriander füllen. Mit
etwas grob gemahlenem Pfeffer würzen.
GRILLZEIT 63
best of 20
Patty auf
Kohlrabi-
Carpaccio
mit Erdapfel-Zucchini-Rösti
Zutaten für 2 Personen:
2 Rindfleisch-Patties à 160 g
1 Kohlrabi
2 EL Balsamico, weiß
5 EL Wasser
1 gestrichener TL Zucker
2 EL Senfkaviar oder Hausmachersenf
2 große Erdäpfel
1 Zucchini
Salz, frisch gemahlener Pfeffer
Frischer Thymian
Zubereitung:
Den Kohlrabi gründlich schälen und auf der Schneidmaschine
in sehr feine Scheiben schneiden. Den Balsamico
mit dem Wasser, dem Zucker und einer Prise
Salz verrühren, die Kohlrabischeiben darin 1-2 Stunden
marinieren.
Die Erdäpfel schälen und mit einer groben Reibe in
lange Streifen hobeln. Die Zucchini werden ungeschält
gehobelt, verwendet werden vorzugsweise die grünen
Streifen.
Erdäpfel und Zucchini kräftig salzen und eine Viertelstunde
ziehen lassen. Dann gut durchmischen und
fest auspressen. Auf eine Grillplatte oder Eisenpfanne
kleine Häufchen der Masse setzen und mit dem Bratenwender
fest andrücken. Auf beiden Seiten knusprig
braten und beiseite stellen.
Auf der Plancha nun die gewürzten Rindfleisch-
Laibchen wie beschrieben bei mittlerer Hitze unter
mehrmaligem Wenden bis zum gewünschten Gargrad
grillen. Danach noch 2 Minuten rasten lassen.
Die marinierten Kohlrabischeiben auf einen Teller drapieren,
darauf das Rösti und das gegrillte Patty setzen.
Den Senfkaviar bzw. den Hausmachersenf mit der
verbliebenen Marinade verrühren und auf das Kohlrabi-Carpaccio
träufeln. Mit etwas frischem Thymian
bestreuen und servieren.
64 GRILLZEIT
best of 20
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Kein anderes Fleischsortiment ist so vielfältig wie jenes vom Rind. Parameter
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Qualität, sondern auch die Eignung für den jeweiligen Verwendungszweck.
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best of 20
Die Texaskrücke
Wer beim BBQ nicht 18 Stunden auf seine fachgerecht gesmokten Briskets, Ribs oder sein Pulled
Pork warten möchte, bedient sich gerne eines beliebten Profi-Tricks: der Texaskrücke, im Amerikanischen
„Texas Crutch“ bzw. „Stall“ genannt. Mit dieser Methode geht’s rund doppelt so schnell.
BBQ ist sowieso nichts für Eilige. „Low &
slow“ ist die Devise, denn die Gartemperaturen
im Smoker werden mit voller Absicht
in einem Bereich gehalten, in dem der
Kollagenabbau schneller vonstattengeht als
die Denaturierung des Eiweißes, also der eigentliche
Garprozess. Auf diese Weise werden auch zähere
Fleischteile butterzart, ohne jedoch Saft und Aroma
zu verlieren. Ganz im Gegenteil. Das abgebaute Bindegewebe
wird zu delikater Gelatine, die BBQ-gegartem
Fleisch eine besondere Würze und Saftigkeit verleiht.
Lästige Plateauphase
Die Kerntemperatur des Fleisches sollte am Ende
eines BBQs, je nach Qualität und Teilstück, bei rund
90°C liegen. Was bei einer Gartemperatur, die vielleicht
nur etwa 10-20°C darüber liegt, natürlich seine
Zeit braucht. Bei Pulled Pork und Brisket sind das bei
den Profis oft 18 Stunden und mehr, wenn sie vorhaben,
damit einen Grillbewerb zu gewinnen.
Schuld daran trägt unter anderem die sogenannte
Plateauphase. Denn während die Kerntemperatur im
Fleisch in den ersten vier Stunden langsam, aber sicher
auf 65 bis 75°C klettert – zur Überwachung hat
man natürlich eine Temperatursonde darin stecken
–, tut sich danach für einige Zeit gar nix. Stunde um
Stunde vergeht, und man beginnt bereits an der Funktion
des Thermometers zu zweifeln, bevor es nach
einer gefühlten Ewigkeit allmählich wieder im Schneckentempo
bergauf geht. Grund für diesen Effekt,
der meist bei einer Temperatur zwischen 70 und 80
Grad auftritt, ist einerseits die bewusste Umwandlung
von Kollagen in Gelatine, vor allem aber die Verdunstungskälte
auf der Fleischoberfläche in trockener
Luft. Die Intensität und Dauer dieser Plateauphase
wird also primär von der Luftfeuchtigkeit im Grill oder
Smoker beeinflusst. Und mit der Texaskrücke – einem
eng gewickelten Schutzmantel um das Fleisch – wird
diese Verdunstung fast vollständig unterbunden, das
Fleisch außerdem schneller weich gegart.
Wer jedoch ohne Texaskrücke arbeiten will, sollte
in seinen Smoker oder Grill auf jeden Fall immer
eine Schale Wasser stellen. Sand oder Kies in der
Wasserschale des Watersmokers, die manche Profis
gerne verwenden, kompensiert zwar gut Tempe-
raturschwankungen, verlängert allerdings auch die
Plateauphase. Diese ist übrigens vor allem bei großen
Teilstücken wie Beef Brisket oder einer Schweinsschulter
für Pulled Pork ein Thema. Aber auch Ribs
profitieren gehörig von der Texaskrücke. Sie garen
schneller zart und werden ungemein saftig.
Daher haben wir uns für unser fotografisches Exempel
dreierlei Ribs vom Schwein vorgenommen: Baby
Back Ribs vom Karree (die gemeinhin als Spare Ribs
gehandelt werden), Spare Ribs St. Louis Cut (geschälte
Bauchrippen) sowie Spare Ribs im Gentlemen Cut,
wie ihn viele Profis bevorzugen – mit extra viel Fleisch
an den Rippen.
Der Start. Am Anfang ist alles noch wie immer. Das
Fleisch wird gewürzt bzw. mit einem Rub eingerieben
und bis zum Smoken in den Kühlschrank gelegt, vielleicht
sogar über Nacht. Denn kaltes Fleisch nimmt
den Rauch besser an als zimmerwarmes. Der Grill
bzw. Smoker wird fürs BBQ vorgeheizt – der Deckelthermometer
sollte 110° bis 120°C zeigen – und die
Räucherspäne werden eingeweicht. Bei Chunks (Holzbrocken)
kann das Wässern entfallen.
Ist die richtige BBQ-Temperatur erreicht, kommt das
Fleisch auf den Rost, der Temperaturfühler hinein und
das abgetropfte Räucherholz in die Glut. Bei geschlossenem
Deckel wird nun so lange gegart, bis die Kerntemperatur
50 bis 60°C erreicht hat. Dann schlägt die
Stunde der Texaskrücke, in die das Fleisch nun fest
eingepackt wird.
Die richtige Krücke. Profis verwenden für die Texaskrücke
gerne „Butcher Paper“ von der Rolle – meist
doppellagig. Wir finden ein gutes Backpapier wie das
Strukturpapier von Toppits mindestens dafür genauso
geeignet, und zwar einlagig. Um den Isolationseffekt
zu verstärken, kommt bei uns dann noch eine spezielle
Alufolie darüber, die den Dampf gut im Paket hält.
Den direkten Kontakt des Fleisches mit der Alufolie
wollen wir allerdings – anders als früher üblich – eher
vermeiden, denn durch Hitze, Säuren und Salze können
so Alumoleküle ins Essen gelangen. In Kombination
mit Backpapier gibt Aluminium jedoch einen
idealen Werkstoff für eine dichte Texaskrücke, in die
66 GRILLZEIT
best of 20
auch Kräuter, Gemüse oder sogar ein Schluck Saft
als Aromaspender mitgepackt werden können. Zu
unseren Rippchen beispielsweise geben ein paar
Rosmarinzweige einen großartigen mediterranen
Kick.
Verschlossen wird das Paket schließlich durch das
Umschlagen der Kanten, die dann mit Zahnstochern
oder besser noch Rouladennadeln fixiert
werden. Bei Ribs ist das mit dem dichten Verschließen
übrigens nicht wirklich wichtig, da hier die
Plateauphase kaum eine Rolle spielt.
Und am Schluss wird natürlich in jedem Fall auch
wieder der Temperaturfühler seitlich im Fleisch
platziert, um stets über die aktuelle Kerntemperatur
informiert zu bleiben. Dann kommt das gute
Stück wieder auf den Grill und die Grilltemperatur
wird auf circa 140-150°C erhöht.
So gart das Fleisch, bis seine Kerntemperatur fast
die angepeilte Marke erreicht hat. Dann wird es
wieder vom Grill genommen und die Texaskrücke
vorsichtig über einer Schüssel geöffnet. Den Bratensaft
heben wir nämlich auf, um ihn später mit
etwas Butter aufzupeppen. Am Schluss kommt das
Fleisch nochmals für eine halbe Stunde nackt auf
den Grill, um wieder zu einer Kruste zu kommen.
Denn der Nachteil dieser Methode ist nun einmal,
dass eine eventuell bereits vorhandene Kruste in
der Texas Crutch wieder aufweicht.
Kein Fastfood. So geht es zwar schneller, aber
immer noch nicht schnell. Auch mit Texaskrücke
braucht der Pitmaster letztendlich ausreichend Zeit
und Planung. Denn auf diese Art und Weise gart
ein Pulled Pork zwar „nur mehr“ 10 Stunden und
perfekte Ribs sind sogar in 3 bis 4 Stunden fertig.
Aber das ist immer noch ein ganzer Nachmittag,
dafür jedoch kein Vergleich mit den handelsüblichen,
vormarinierten und weichgewalkten Ripperln,
die auf dem Grill fälschlicherweise meist so
kurz wie ein Kotelett gebraten werden. Zwischen
diesen Rib-Kategorien liegen ganze Welten und für
die schnelle Küche eignen sich nun einmal andere
Teilstücke und Grillmethoden deutlich besser.
GRILLZEIT 67
best of 20
Gans
langsam
Eine Weidegans unterscheidet sich von der Mastgans
unter anderem auch dadurch, dass sie beim Braten
deutlich weniger Fett verliert – aber immer noch eine
ganze Menge. Also kommt für uns eigentlich nur eine
Grillmethode in Frage, bei der unter dem großen Vogel
eine große Schale Platz findet, um dieses Fett aufzufangen. Und
das nicht nur, um einen Fettbrand im Grillgerät zu vermeiden,
sondern vor allem deswegen, weil Gänseschmalz mit fein gehackter
Gänseleber einen unglaublich delikaten Brotaufstrich ergibt,
auf den wir uns schon den ganzen Sommer gefreut haben.
Also kommt die ganze Gans bei uns in einen Bräter – und dieser
dann in einen geräumigen Grill und nicht in den Ofen. Denn zum
einen hält uns das die Wohnung geruchsfrei und zum anderen ist
der Geschmack von Feuer-Gegartem nun einmal anders als aus
dem elektrischen Backrohr. Und das gilt – warum auch immer
– genauso gut für den Gasgrill, für den wir uns aus praktischen
Gründen entschieden haben. Denn weil wir uns eine große Weidegans
mit fast 6 Kilogramm vorgenommen haben und so ein
Freilandtier reichlich Gelegenheit hatte, Muskeln zu entwickeln,
wollen wir sie den Großteil der (langen) Garzeit bei nur rund
100°C garen und erst im Finale dann die Röststoffe forcieren.
Natürlich kommt dafür auch ein Smoker in Frage und die Rauchtöne
stünden der Gans auch recht gut – aber wir wollten es diesmal
ganz einfach holzfrei.
Als Beilagen haben wir diesmal ein Knödel-Soufflé mit Cranberries
und Geflügelleber (die Ganslleber ist ja bereits für unseren
Aufstrich reserviert), einen warmen Rotkraut-Salat mit Walnüssen,
in Ganslschmalz gebratenen Grünkohl, ein Quittenkompott
sowie ein Pesto aus dem Grün der Karotten, auf die wir die Gans
im Bräter betteten.
68 GRILLZEIT
best of 20
GRILLZEIT 69
best of 20
Langsame
Gans
Zutaten:
1 Weidegans 5-6 kg
Salz
Schwarzer Pfeffer
Abrieb einer Zitrone und einer Orange
4 frische Rosmarinzweige
1 Bund Karotten
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
½ Liter Geflügelsuppe oder Wasser
Zubereitung:
Gans säubern, Fett und Rückenblut entfernen, auswaschen und mit
Küchenkrepp gut abtrocknen. Den Hals und die Flügel bis zum ersten
Gelenk entfernen.
Die Haut der Gans kann man schon am Vortag fest mit Salz einreiben
und so im Kühlschrank über eine Nacht (oder auch zwei) in einem Beutel
„pökeln“. Die Gans verliert dabei etwas Wasser, das man abgießt und vor
dem Grillen wird sie dann außen noch einmal gesalzen.
Innen auch, aber dort kommt auch noch der Orangen- und Zitronenabrieb
sowie frisch gemahlener Pfeffer dazu. In die Bauchhöhle stecken
wir dann noch zwei der Rosmarinzweige. Die Bauch- und Halsöffnung
werden schließlich einfach mit Rouladennadeln verschlossen.
Das vielfache Pieksen der Gänsehaut mit einer Nadel ist jetzt durchaus
anzuraten, denn dann kann sich das Fett anschließend viel besser ausbraten.
Der Nachteil daran: aus den kleinen Löchern tritt oft auch etwas
Fleischsaft aus, der den Teint der knusprigen Gans optisch ein wenig
durch dunkle Flecken beeinträchtigt. Aus unserer Sicht das geringere
Übel als schlecht ausgebratenes, subkutanes Fett.
Dann kommen ganze, geputzte Karotten (oder auch anderes Wurzelwerk)
sowie die geschälten und geviertelten Zwiebel und Knoblauchzehen
in den Bräter, darauf die vorbereitete Gans mit der Brustseite nach
oben. Mit einem Teil der Suppe aufgießen und den Bräter in den auf
100°C vorgeheizten Grill stellen. Wichtig ist, dass der Bräter nicht direkt
über einem heißen Brenner platziert wird, sondern indirekt – also daneben.
Und hier verbringt die Gans nun geschlagene vier Stunden, während
denen man lediglich bei Bedarf etwas Suppe bzw. Wasser nachgießt und
das Fett immer wieder abschöpft. Dann den Grill auf etwa 160°-180°C
am Deckelthermometer einstellen und die Gans knusprig braten, dabei
immer wieder mit etwas eigenem Fett begießen. Auch das kann noch
gut zwei Stunden dauern. Gegen Ende der Garzeit werden noch einmal
frische Rosmarinzweige in die Bauchhöhle gesteckt und die Gans auf den
Rost umgebettet, damit man sich um den Bratensaft kümmern kann.
Dafür wird dieser grob entfettet und dann in einer Kasserole reduziert.
Wer´s sämig mag, kann vorher in diesem Topf einen Löffel Mehl in
Ganslschmalz anrösten und dann erst mit dem Bratensaft aufgießen und
gut verkochen lassen.
Jetzt bei Bedarf noch einmal die Temperatur im Grill erhöhen, bis die
Gans so knusprig ist, wie man das von ihr nur erwarten kann. Dieses Rezept
eignet sich übrigens nicht für eine gefüllte Gans, denn dafür ist die
Gartemperatur zu gering!
Karottenpesto
Zutaten:
1 Karottengrün
5 EL Condimento Bianco
3 EL Olivenöl
2 Knoblauchzehen
1 TL eingelegte Kapern
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Das Grün der jungen Karotten waschen
und grob hacken, dann mit dem Essig,
dem Olivenöl, den geschälten Knoblauchzehen,
den Kapern und etwas
Wasser zur Creme pürieren. Mit Salz
und Pfeffer abschmecken und gegebenenfalls
mit Wasser auf die gewünschte
Konsistenz bringen.
70 GRILLZEIT
best of 20
Knödel-Soufflé
Zutaten:
200 g Toastbrot
1 kleine Zwiebel
50 g Butter
50 g Geflügelleber
100 ml Milch
4 Eier
20 g getrocknete Cranberries
3 EL gehackte Petersilie
Salz, Pfeffer
Muskat
Zubereitung:
Das Toastbrot würfeln, in warmer Milch
einweichen. Die Eier in Dotter und
Eiweiß trennen, die Leber feinwürfelig
schneiden, ebenso die kleine Zwiebel.
Diese in der Butter anschwitzen, die
Petersilie und Toastbrotwürfeln dazugeben.
Eigelb, Leber und Cranberries
daruntermischen, mit Salz, Pfeffer
und Muskat würzen. Das Eiweiß steif
schlagen und unter die Masse heben.
In gefettete Förmchen füllen (nicht zu
hoch – der Teig geht noch auf) und
20 Minuten bei 180°C indirekt im geschlossenen
Grill backen.
Grünkohl
in Ganslschmalz gebraten
Zutaten:
1 Kohlkopf
2 EL Ganslschmalz
2 Knoblauchzehen
Salz
Warmer Rotkrautsalat
mit Walnüssen
Zutaten:
½ Kopf Rotkraut
2 Handvoll ausgelöster
Walnüsse
2 EL Olivenöl
3 EL Condimento
Bianco
1 EL Rohrzucker
1/8 l Apfelsaft
1 TL Kümmel gestoßen
Salz, Pfeffer
Zubereitung:
Die äußeren Teile des Kohlkopfs entfernen,
dann die restlichen Blätter ablösen und waschen.
Die Strünke aus den Blättern schneiden,
dann mit einem Geschirrtuch trocken
tupfen. Den Knoblauch schälen und etwas
zerdrücken.
Das Ganslschmalz in einem Wok erhitzen
und die Kohlblätter darin unter ständigem
Schwenken und Rühren flott anrösten
lassen. Dabei zwischendurch mit einer
kräftigen Prise Salz würzen. Den Knoblauch
dazugeben und mitrösten lassen.
Zubereitung:
Das Rotkraut in zwei Viertel schneiden, den
Strunk großzügig entfernen. Jetzt in feine
Streifen hobeln, dann kräftig salzen, durchmischen
und ziehen lassen. Die Hälfte der
Walnüsse grob hacken. In einem Topf (oder
besser Wok) das Olivenöl erhitzen und das
Rotkraut mit den gehackten Nüssen darin
schwenken, bis es leicht angegart ist – dann
vom Feuer nehmen.
Den Rohrzucker mit dem Essig und dem Apfelsaft
verrühren und ins Rotkraut mischen,
mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen und
mit den restlichen Walnüssen bestreuen.
GRILLZEIT 71
best of 20
Bis die
Schwarten
krachen
Das Duell der
Spanferkelrücken
Um einen Spanferkelrücken so richtig knusprig
hinzubekommen, gibt es zwei Grundmethoden,
deren Verfechter jeweils Stein und Bein darauf
schwören, im Besitz der alleinigen Wahrheit zu
sein. Wir wollten das ein für alle Male klären und
haben daher einfach beides ausprobiert.
Ausgangsmaterial war in beiden Fällen ein etwa 3 kg schwerer,
wunderschöner Spanferkelrücken von Wiesbauer Gourmet,
wobei wir einen wie gewachsen – also mitsamt den
Knochen - zubereiteten, den anderen ausgelöst und rund in
Form gebunden.
Um den Vergleich nicht hinken zu lassen und auch weil wir
den puren Fleischgeschmack schätzen, haben wir die Würzung
für beide Methoden auf schlichtes Meersalz beschränkt.
Gewürze wie Pfeffer und Paprika sind in Wahrheit ja ohnehin
ungeeignet für so einen Braten, weil sie bei den hohen Temperaturen,
die eine knusprige Schwarte erfordert, gerne verbrennen
und geschmacklich wie optisch eher nachteilig sind.
So unterschiedlich die Methoden auch sind - die Kerntemperatur
für das fertige Spanferkel darf man in beiden Fällen
schon deutlich höher wählen, als bei den meisten anderen
Braten. Sie liegt in der Regel zwischen 80 und 85 Grad, wenn
die Schwarte endlich knusprig, aber noch nicht verkohlt ist.
Da dieses Ziel das Hauptkriterium ist, kann man sich die Verwendung
eines Stichthermometers eigentlich weitgehend
sparen. Je nach Temperaturverlauf und Größe des Bratens
hat man mit etwa 2,5 bis 3 Stunden Gardauer zu rechnen.
Methode extra dry. Die Fraktion der Trockenmethode
ist wasserscheu. Denn der Spanferkelrücken wird hier nur
saubergetupft und dann im Kühlschrank über Stunden –
oder besser noch über Nacht – ohne jegliche Abdeckung
getrocknet. Sinn der Sache ist es, der Schwarte möglichst
viel Feuchtigkeit zu entziehen, damit sie im Grill oder Ofen
besonders knusprig wird. Aus diesem Grund wird der Span-
ferkelrücken mindestens zwei, drei Stunden vor dem Grillen
auch noch mit reichlich grobem Salz eingerieben, um die
Haut noch weiter auszutrocknen. Manche machen dies auch
bereits am Vortag.
Gegrillt wird dann indirekt auf dem Rost meist bei anfänglich
starker Hitze (so um die 220-230°C auf dem Deckelthermometer),
die nach dem Anbraten auf 160-180°C zurückgenommen
wird.
Methode Dampfbad. Völlig in eine andere Richtung führt
dieser Weg zur reschen Kruste – nämlich über ein flaches
Bad aus Salzwasser, in dem die Schwarte (nicht aber das
Fleisch!) gut 15 Minuten auf kleiner Flamme geköchelt wird.
Dadurch quillt die Haut auf und soll auf dem Grill besonders
knusprig geraten.
Vor dem Würzen wird die vorgekochte Schwarte mit einem
sehr scharfen Messer (wir nehmen da gerne ein Stanley) im
Abstand von etwa 1 cm eingeritzt. Das geht hier deutlich
leichter als bei Methode 1, weil die Haut durch das Kochen
weicher geworden ist. Dann wird der Braten gerollt und mit
Küchengarn mehrfach gebunden. So wandert der Rundrücken
auf einem Bratenkorb in den Grill, wo er bei relativ
niedriger Temperatur (140-160°C) etwa 2 Stunden indirekt
gegart wird, anfangs mit der Schwarte nach unten, dann
bleibt sie oben. Am Schluss wird noch einmal Gas gegeben
– oder auch Kohle nachgelegt – und bei etwa 220°C die
Schwarte zur Bläschenbildung animiert.
Klarer Sieg. Mit Abstand besser ist uns der Spanferkelrücken
nach Methode 2 gelungen. Nicht nur dass die Schwarte
perfekt resch und knusprig gelang, ohne dass sie im mindesten
hart wurde, war auch das Fleisch besonders zart und saftig.
Mit das Beste, was wir je an Krustenbraten auf den Teller
bekommen haben. Und der am Knochen gebratene Rücken
war nun wirklich nicht schlecht, aber das Bessere ist nun einmal
der Feind des Guten. Basta.
Tipp:
Geben Sie in das Kochwasser für die Schwarte neben Salz
auch noch ein paar kleingeschnittene Knoblauchzehen und
eventuell auch noch einen Esslöffel ganzen Kümmel.
72 GRILLZEIT
best of 20
GRILLZEIT 73
essen & trinken
Halloumi
Klassiker aus Zypern
Grillkäse liegen voll im Trend. Der mit Abstand beliebteste von Ihnen heißt Halloumi
und stammt garantiert aus Zypern. Denn nur der halbfeste Käse von der schönen
Mittelmeerinsel mit seinen ganz besonderen Eigenschaften darf diesen Namen tragen.
74 GRILLZEIT
essen & trinken
Halloumi ist in Österreich ungemein
populär. Über 42.000 Tonnen Halloumi
im Wert von mehr als 324
Millionen Euro exportierte Zypern 2024 in 53 Länder
weltweit, wobei Österreich mit 928 Tonnen Import
(Wertmässig: 7,45 Millionen Euro) immerhin schon
den zehnten Platz einnimmt. 2023 waren das noch
692 Tonnen im Wert von 5,75 Mio. Euro gewesen,
also war die Steigerung mit über 34% exorbitant.
Käse mit Charakter. Halloumi enthält mindestens
43 Prozent Fett in der Trockenmasse und ist
anders als die meisten Käsesorten. Er behält seine
Form und Festigkeit wenn er kräftig erhitzt wird. Das
Geheimnis dieser besonderen Standfestigkeit liegt
einerseits in der Rezeptur seiner Zutaten – Halloumi
besteht aus Schaf- und Ziegenmilch (manchmal
auch Kuhmilch) sowie Lab, Salz und Wasser – sowie
andererseits an der Temperierung bei der Herstellung,
die viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung
benötigt.
Halloumi am Grill. Eine Besonderheit des zypriotischen
Nationalkäses ist, dass er sogar bei größter
Hitze am Grillrost ohne zu schmelzen seine Form
behält. Das macht ihn einzigartig unter den verschiedenen
Käsesorten und hervorragend für den Grill geeignet.
Außerdem verleiht der feine Minzgeschmack
dem rohen Halloumi eine Frische, die man sehr gut
in Salaten, Sandwiches oder ganz traditionell in Begleitung
mit Wassermelone und Feigen schmeckt.
Traditionelle Herstellung
Milch und Obers werden erwärmt, dann Lab und
Salz hinzugegeben. Die entstandene Käseschicht
wird zerteilt und alles noch einmal kurz erwärmt.
Danach wird die Käsemasse kraftvoll ausgedrückt
und in fingerdicke Quadrate geformt. Schließlich
wird der Käse für etwa zehn Minuten in der Molke
gekocht, herausgenommen, von einer Seite mit
Salz und oft noch mit Minze bestreut sowie gefaltet
und zusammengedrückt. Durch diese Prozedur
erhält er auch seine typische Form. Die Käsemasse
wird bei der Herstellung relativ hoch erhitzt, und
dieser starken Temperierung verdankt der Halloumi
schließlich seine spezielle, halbfeste Konsistenz und
seine besonderen Eigenschaften am Rost.
Die Minze sorgt übrigens nicht nur für den speziellen
Geschmack des Halloumi, sondern spielte einst
aufgrund ihrer antibakteriellen ätherischen Öle
auch eine wichtige Rolle für die lange Haltbarkeit.
Denn Halloumi ist im Kühlschrank mindestens drei
Monate haltbar, im Gefrierfach sogar über ein Jahr
lang. Eine längere Reifezeit bekommt dem Halloumi
dabei sogar sehr gut, denn dadurch entfaltet er
seinen würzigeren Geschmack besonders intensiv.
Reifer Halloumi wird in Zypern daher gerne – ähnlich
wie in Italien der Parmesan – über verschiedenste
Nudelgerichte gerieben.
Echter Halloumi wird übrigens bis heute ohne jegliche
künstlichen Zusätze hergestellt und verfügt
über einen hohen Anteil an Kalzium sowie über
einen relativ geringen Cholesterinanteil.
Geschützte Ursprungsbezeichnung.
„Halloumi“ ist seit 1999 in der EU und im Vereinigten Königreich als Gemeinschaftskollektivmarke
und weltweit als Markenzeichen registriert. Am 12. April 2021 hat die Europäische Kommission
„Χαλλούμι/ Halloumi/ Hellim“ als geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.) eingetragen,
sodass der wertvolle Name seit 1. Oktober 2021 vor Nachahmung und Missbrauch in der EU
geschützt ist. Nur „Χαλλούμι“ (Halloumi)/ „Hellim“, der von zertifizierten Erzeugern auf der
Insel Zypern und nach dem traditionellen Rezept hergestellt wird, darf nun in der EU unter diesen
Namen vermarktet werden.
GRILLZEIT 75
essen & trinken
Mit Halloumi
gefüllte Feigen
Vorspeise oder Nachtisch
Zutaten für 2 Pertionen:
6 reife, festere Feigen
250 g Halloumi
4 Thymianzweige
4 EL flüssiger Honig
Salz
Zubereitung
Die Feigen werden im oberen Drittel
quer durchgeschnitten und der
untere Teil der Früchte mit einem
kleinen Löffel etwas ausgehöhlt.
Den Halloumi kleinwürfelig schneiden
und mit einer Prise Salz, sowie
gezupften Thymianblättern und
etwas Honig vermengen. Diese
Masse in die Feigen füllen und dann
den Oberteil der Früchte wieder
daraufsetzen.
Die gefüllten Feigen auf eine Keramikschale
platzieren und auf dem
oberen Rost eines Grills mit Deckel
bei indirekter Hitze (ca. 140°C) überbacken.
Mit noch etwas Honig und
einem Thymianzweig servieren.
76 GRILLZEIT
essen & trinken
Gegrillter Halloumi
auf Sommersalat
Ein leichtes Sommergericht
Zutaten für 2 Portionen:
250 g Halloumi
6 Cocktailtomaten
½ Salatgurke
Schwarze Oliven
2 Stangen Staudensellerie samt
Blattgrün
Zitronensaft
4 EL Olivenöl, kalt gepresst
1 Scheibe Wassermelone
Meersalz
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Zubereitung
Für den Salat die Cocktailtomaten
halbieren und die Salatgurke geschält
in grobe Würfel schneiden.
Die zarten Teile der Selleriestangen
in Scheiben schneiden, das Blattgrün
hacken. Die Wassermelone
würfelig schneiden, und alles mit
den Oliven vermischen. Mit Zitronensaft,
Olivenöl, einer Prise Salz
und schwarzem Pfeffer marinieren.
Den Halloumi in ca. 1 cm starke
Scheiben schneiden und entlang
seiner „Sollbruchstelle“ noch
einmal in kleinere Streifen teilen.
Trocken tupfen und auf einem gut
geölten Grill bei mittlerer Hitze goldgelb
braten. Auf dem marinierten
Salat anrichten und noch etwas
schwarzen Pfeffer darüber mahlen.
GRILLZEIT 77
Outdoorküchen
6 gute Gründe
für die
Outdoorküche
78 GRILLZEIT
Outdoorküchen
Zum Grillen sind wir ja ohnehin außer Haus.
Aber dafür, die ganze Küche ins Freie zu verlegen,
spricht ebenfalls einiges. Zumindest im Sommerhalbjahr
und bei olfaktorischen Härtefällen. Nicht
nur der frischen Luft und des Vogelgezwitschers
wegen, sondern vor allem aus sechs handfesten
und gartechnischen Gründen.
Outdoorküchen sind nicht nur attraktive Symbole einer
fortgeschrittenen BBQ-Karriere und/oder des gesellschaftlichen
Aufstiegs seiner Eigentümer. Sie sind vor
allem die Erweiterung des Wohnraumes, gesellige Treffpunkte
und ungemein praktisch. Vor allem aber sind sie draußen.
Das erst ermöglicht Garmethoden und Techniken, für die
nicht einmal große, heiße Gastroküchen mit ihren mächtigen
(und lauten) Absaugungen ausgelegt sind. Das erspart
uns unter anderem schmierige Öldunstfilme an den Mobilien,
hartnäckige Geruchs-Souvenirs in den Gardinen sowie Ärger
mit dem Vermieter oder gar dem Familienvorstand. Und die
meisten Varianten der Feuerküche sind in geschlossenen Räumen
ohnehin verboten. Nicht ohne Grund.
Planung. Schon ein guter Grill mit Deckel und Seitenkocher,
ergänzt mit Arbeitsflächen und zusätzlichem Stauraum,
ist eigentlich bereits eine kleine Outdoorküche und erspart
viele Wege zwischen Küche und Terrasse. Nach oben aber
sind keine Grenzen gesetzt, denn wer budgetär und vor allem
platzmäßig kann, wird sich Wasser in seine Außenküche holen
(der Knackpunkt ist hier meist das Abwasser!), einen sommertauglichen
Kühlschrank, noch eine Plancha zum Grill usw., usf.
Das ist kein Luxus mehr, denn selbst hochwertige Markenprodukte
sind inzwischen wirklich leistbar geworden. Beständige
Materialien und Beschichtungen, Arbeitsplatten
aus Granit oder High-Tech-Keramik und natürlich die Top-
Geräte der Premium-Liga machen der Einbauküche im Haus
punkto Preis-Leistungs-Verhältnis gehörige Konkurrenz. Und
wer dann noch eine luftdurchlässige Überdachung oder einen
überdachten Patio mit einplanen kann, ist auch noch unabhängig
vom Wetter.
1Die offene Flamme. Wer mit Holz, Kohle oder Gas grillen
möchte, muss raus. Denn in geschlossenen Räumen reichert
sich beim Grillen schnell Kohlenmonoxid in der Luft
an – völlig unsichtbar und geruchslos. Dieses Gas ist ein Gemisch
aus Kohlenstoff und Sauerstoff und hochgradig giftig.
Das gilt übrigens auch für kleine, raucharme Tischgrills, die
gerne als Indoorgrills bezeichnet werden. Das ist aber grober
Unfug, lediglich Elektrogrills bilden hier eine Ausnahme. Sich
auf die Dunstabzugshaube zu verlassen und den Grill darunterzustellen,
ist ebenfalls riskant, denn es reichen schon geringe
Mengen an CO, um sich zu vergiften.
Außerdem überfordern die Dunstschwaden, die beim Grillen
freigesetzt werden, ohnehin jede handelsübliche Absaugung
und machen geruchstechnisch die gesamte Küche zum Garraum.
2
Der Rauch. Egal ob Warm- oder Kalträuchern, BBQ
oder schlicht die Aromatisierung eines Gerichtes mit
einer Smoking Gun. Auch wenn der Rauch elektrisch
gezündet entsteht, ist das für Innenräume ein No-Go. Nicht
nur, weil der Brandmelder verlässlich anspringen wird, sondern
weil auch geringe Rauchmengen nur sehr schwer aus allen
Ecken der Wohnstatt herauszulüften sind.
Wer seinem BBQ aus klimatischen Gründen nur ungern im
Freien zusehen möchte, sollte sich für einen modernen Pelletoder
Bisquette-Grill entscheiden. Der macht fast alles selbst
und nichts falsch, informiert über Garzustand, Verbrauch etc.
über eine Handy-App.
GRILLZEIT 79
Outdoorküchen
3
Frittieren. Das mehr oder weniger schwimmende
Ausbacken von Lebensmitteln idealerweise
bei 170 bis 175°C – oft auch in einen Teig
oder Paniermantel gehüllt – wird gemeinhin als Frittieren
bezeichnet und findet aus küchenhygienischen
Gründen im Haushalt meist in Fritteusen statt. Aktuell
besonders gerne in sogenannten Heißluftfritteusen,
die zwar etwas lärmen, aber wenig Fett brauchen und
ganz brauchbare Ergebnisse liefern.
So zu frittieren, wie es eigentlich am allerbesten für
die Produkte ist, nämlich in einer sehr tiefen, offenen
Pfanne, die überschüssige Feuchtigkeit möglichst
schnell verdampfen lässt, bedeutet hingegen für die
nähere Küchenumgebung jedes Mal einen dicken Fettfilm
als Souvenir.
Nicht umsonst also bäckt ganz Asien gerne im Freien.
Meist über offenem Feuer in tiefen, eisernen Woks,
deren Blechwände jegliche Temperaturänderung sehr
direkt an ihren öligen Inhalt weitergeben. Die runde
Form dieses praktischen Kochgeschirrs ist auch ideal
für unsere Fritteria im Garten – sei es als Aufsatz am
Grill, am Seitenkocher oder auf einem eigenen Kohlekübel
im Asia-Style.
Frittierfette. Wegen der genannten Temperaturen
sind kaltgepresste Öle fürs Frittieren schon tabu, am
besten eignen sich hochwertige raffinierte Fette mit
möglichst hohem „Rauchpunkt“ – das ist jene Temperatur,
ab der das Fett in der Pfanne zu qualmen beginnt.
200 Grad sollte das Öl mindestens standhalten
und auch eine gewisse Geschmacksneutralität ist von
Vorteil. Das gilt zwar auch und besonders für Traubenkernöl
und Konsorten, jedoch sind diese teuren Öle
für die Fritteuse zu schade und es gibt auch sehr gut
geeignete, günstige Kandidaten.
4
Rotisserie. Für Drehspieße, aber auch andere
Varianten des grilltechnischen Spießbürgertums
wie Kebab, Schaschlik und Churrasco sind
geschlossene Backöfen oder Küchengrills bestenfalls
zweitbeste Wahl. Nicht nur deswegen, weil diese Gerätschaften
dabei gründlich verschmutzt werden, sondern
weil die Art der Hitze einfach weniger bullig ist
als jene des Feuers oder auch eines Infrarot-Brenners.
Kein Huhn aus dem Rohr wird es hinsichtlich Knusprigkeit
je mit einem Grillhendl vom Spieß aufnehmen,
analog gilt das auch für anderes Geflügel und Braten.
Weihnachtsgans, Spanferkel, Porchetta und Baumkuchen
finden im weiten Temperaturspektrum des
Grills von 150 bis 350°C ihr perfektes Arbeitsfenster,
erforderliche Änderungen der Temperatur können sehr
schnell vorgenommen werden. So bringt man Schweineschwarten
verlässlich zum Aufpoppen.
80 GRILLZEIT
6
Outdoorküchen
Plancha. Auch wenn der japanische Haubenkoch
seine Künste an der Plancha (alias Teppan) in der
offenen Küche zelebriert, heißt das noch lange
nicht, dass dieser Gerätetyp wirklich für Indoorgrillen
geeignet ist. Denn zum einen werden die stärksten
Planchas mit Gasbrennern beheizt und zum anderen
ist die Dampf- und Rauchentwicklung über der großen,
heißen Bratfläche enorm. Also ist auch das Habitat der
Plancha der Garten bzw. die Terrasse.
Grundausrüstung an der Plancha ist neben Spachteln
und Glosche immer auch zweierlei: ein hochwertiges,
hitzebeständiges und geschmacksneutrales Pflanzenöl
für den dünnen Bratfilm auf der heißen Eisenplatte
sowie eine Flüssigkeit zum Angießen, Dämpfen oder
Aromatisieren. Das Spektrum reicht hier von Weißwein
über Obstsäfte bis hin zu Leitungswasser. Letzteres
sollte ohnehin immer bereitstehen, falls die Plancha
zwischendurch einmal gereinigt werden soll.
Glockenspiele. Die ins Küchendeutsch assimilierte
Glosche – „Cloche“ steht französisch für Glocke – ist
eigentlich ein Relikt der aristokratischen Küchen und
diente einst dem Warmhalten der Speisen auf ihren
langen Wegen durch endlose Flure. Inzwischen aber
haben sich längst kreative Feuerköche der praktischen
Metallhauben bemächtigt, die sie als Werkzeug für
punktgenaue indirekte Garprozesse auf der Grillplatte
einsetzen.
5
Wok. Nicht nur zum Frittieren, sondern für die
asiatische Küche ganz im Allgemeinen steht
der Wok im Zentrum des Geschehens. Er ist so
konstruiert, dass er sehr schnell eine hohe Oberflächentemperatur
erreicht und diese Hitze über seine
gewölbte Fläche gleichmäßig auf seinen Inhalt verteilt.
So werden die Zutaten sehr schnell und schonend
gegart – wenn er denn wirklich heiß genug
wird.
Denn die brüllende Hitze, die asiatische Köche auf
ihren groß dimensionierten Wokbrennern erreichen,
und ihre dünnblechigen Kohlenstoffstahl-Woks mit
ihrer aggressiven Wärmeleitung haben wenig mit
den Wokpfannen für europäische Kochfelder zu tun.
Diese spontane und unmittelbare Hitze erreicht man
allerdings mit den genannten chinesischen Woks
sehr wohl über einem lodernden Holz- oder Kohlefeuer
– also nur im Freien. Als Ofen bzw. Feuerstelle
bieten sich jene Wok-Eimer an, die auch bei fast
jedem asiatischen Streetfood zum Einsatz kommen:
blecherne Kübel, in denen ein Keramikeinsatz steckt,
der so geformt ist, dass der Wok weitgehend unabhängig
von seiner Größe gut darauf Halt findet.
Gezündet und genährt wird das Feuer ganz einfach
von oben.
GRILLZEIT 81
Outdoorküchen
News von der
BBQ Kitchen
2024 stieg Weber mit der „BBQ Kitchen“ – dem in den Jahren davor entwickelten, innovativen Produkt
eines jungen, österreichischen Unternehmerteams – erstmals selbst in den Outdoorküchen-Bereich ein.
Mit dem speziell für das Weber-Universum konzipierten, modularen System können bestehende oder
neue Grillgeräte von Weber einfach und zu einem sehr fairen Preis in eine beliebig erweiterbare, perfekt
durchdachte Küche für den Außenbereich integriert werden. Und jedes Jahr kommen neue Features und
Module dazu.
Zu den Qualitätsfeatures der BBQ Kitchen zählen unter
anderem ein solider, vollverzinkter und pulverbeschichteter
Unterbau, Blum-Beschläge mit Soft-
Close-Dämpfung, stufenlos einstellbare Stellfüße, eine
schwenkbare Armatur für die Edelstahlspüle sowie die Arbeitsplatte
und Griffe aus gebürstetem Edelstahl.
Man darf sich aber auch eine Arbeitsplatte aus hochwiderstandsfähigem
Dekton wünschen, der nicht einmal ein scharfes
Messer Kratzspuren zufügen kann. Dieses extra in Spanien
für die BBQ Kitchen produzierte, attraktive Hightech-Material
mit 20mm Stärke gibt es in zehn verschiedenen Farbtönen
und kann auch durchgehend über die Module verlegt werden.
Als einzige Outdoorküche in der EU ist die BBQ Kitchen für
Weber Grills zertifiziert und kompatibel bis ins kleinste Detail.
Das hochwertige System, das großteils in Deutschland für das
österreichische Start-up hergestellt wird, besteht aus unterschiedlichen
Blöcken und Einrichtungsvarianten, die man sich
ganz individuell zusammenstellen kann. Auch dieser Online-
Konfigurator wird laufend um die Weber- und BBQ-Kitchen-
Neuheiten erweitert.
Die Anbaukits gibt es bereits für die Gasgrillserien Spirit, Genesis
und Summit von Weber, man kann aber auch einen
Holzkohle-Kugelgrill (den Performer) einbauen. Und Weber
Gadgets, wie Weber Connect oder Weber iGrill, können ebenfalls
perfekt integriert werden, ebenso die Seitenbrenner, auf
Wunsch sogar mit Abdeckhaube.
82 GRILLZEIT
Outdoorküchen
Neue Module. Das Premium-Standard-Sortiment (bislang Seitenkocher-, Laden-, Türund
Eckmodul), das bei allen Weber World Premium-Partnern und Weber Original Stores
erhältlich ist, wurde um das Kühlschrankmodul und das Spülmodul erweitert.
Ganz besonders viel Neues gibt es aber im „Customized BBQ Kitchen“-Sortiment, das
exklusiv in den Weber Original Stores verfügbar ist. Die Vielzahl bereits bestehender Produkte
wurde hier mit einem Eckmodul mit Auszug, einem hohen Ladenmodul sowie einem
niedrigen Modul für Pflanzen, Grills oder Dekoration ergänzt. Das hohe Modul ist perfekt
für hohe Einsätze, Gasflaschen, ein Mistkübelsystem oder das neue Weber Crafted System.
Bei den „Customized BBQ Kitchen“-Lösungen steigt bei den Oberflächen die Nachfrage
nach hochwertigem Dekton. Um auch in diesem Bereich noch mehr Lösungen anzubieten
und die Lieferzeit zu verkürzen, werden die Dektonplatten aus Spanien seit Beginn dieses
Jahres direkt bei Grill&Co in Marchtrenk zugeschnitten und veredelt. Die Anschaffung
dieses Steinbearbeitungszentrums gibt dem BBQ-Kitchen-Team in Zukunft noch mehr
Möglichkeiten und verspricht jetzt schon viele außergewöhnliche Produktneuheiten.
Um jedem Interessenten bestmöglich Service und Beratung bieten zu können, bieten die
Weber Stores auch immer stärker eigene Beratungstermine an, die vorab online, per E-Mail
oder telefonisch vereinbart werden können. Informationen: bbq-kitchen.com
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GRILLZEIT 83
Advertorial
Outdoorchef HEAT
Die Küche
muss raus!
Die Ansprüche an eine moderne Outdoorküche sind hoch: langlebige Materialien, die sich
leicht reinigen lassen, viel Stauraum in Schränken und Schubladen sowie ein hochwertiger
Gasgrill. All das idealerweise auf wenigen Quadratmetern. Die professionelle Küchenserie
„Heat“ der Outdoorchef-Grillexperten aus der Schweiz liefert genau das. In Premiumqualität,
technisch ausgefeilt – und erstaunlich erschwinglich.
Das Besondere an den Heat-Outdoorküchen
ist ihr modularer Aufbau, der unzählige Kombinationsmöglichkeiten
bietet. So kann man
entweder auf vorkonfigurierte Varianten zurückgreifen
oder einfach einzelne Module beliebig miteinander
kombinieren - ganz individuell. Ein praktisches
Tool für die Planung ist hier der Konfigurator auf der
Website outdoorchef.com, wo man sich seine Wunsch-
küche mit einigen Klicks zusammenstellen kann und
auch sofort sieht, ob sie ins Budget passt. Seit diesem
Frühjahr sind hier auch ein Eck- und ein Kühlschranksowie
ein Spülbeckenmodul erhältlich.
Kernelement dieser modularen Außenküchen ist immer
eines der „Outdoorchef Heat“-Gasgrillmodule, wahlweise
mit vier oder fünf Brennern, mit dem enormen
84 GRILLZEIT
Advertorial
Gartemperaturspektrum von 80 bis 900 Grad. Ein Praxistest
der eigenständigen Grillstation aus der HEAT-
Serie ab Seite 102 dieses Heftes beschreibt detailliert
die Möglichkeiten und Features der neuen Grillgeräte-
Generation, die in Zürich entwickelt und designt wurde.
Um nur einige der technischen Innovationen zu nennen:
» Das „Cooking und Blazing Zone“-Modul vereint zwei
leistungsstarke Zonen: Die „XL Blazing Zone“ verfügt
über einen großformatigen Infrarot-Keramikbrenner
mit einem beeindruckenden Temperaturspektrum
von bis zu 900°C – ideal zum scharfen Anbraten. Das
speziell entwickelte, hitzebeständige „Blazinglas®“
schützt den Brenner zuverlässig vor Fett und Flüssigkeiten,
ohne die Hitzeentwicklung zu beeinträchtigen.
Die „Cooking Zone“ bietet ein variables Temperaturspektrum
von 60 bis 300°C. Der höhenverstellbare
Topfständer ermöglicht sogar die Nutzung großer
Töpfe, Pfannen und Woks. Außerdem ist der Einsatz
einer großen Plancha möglich.
» Der „HEAT Regulator“ für Low&slow-Gerichte
schafft die Möglichkeit, die Garraumtemperatur im
Niedrigtemperaturbereich (80 bis 120°C) noch feiner
zu justieren. Perfekt für das langsame Garen von Ribs,
Pulled Pork oder Brisket.
» Mit einem „Zone Divider“ kann die Grillfläche gleichzeitig
mit verschiedenen Temperaturzonen genutzt
werden. Leistungsstarke Twin-Burner aus Edelstahl
garantieren eine gleichmäßige Hitzeverteilung über
die gesamte Grillfläche. Durch robuste Edelstahl-
Protector-Bars ist dabei jeder Brenner optimal vor
herabtropfenden Flüssigkeiten und Fett geschützt.
» Durch den versetzten Drehpunkt lässt sich der massive
doppelwandige Rolldeckel einfach öffnen und
schließen, während der benötigte Platz minimiert
wird.
» Die Bedienelemente sind mit einer Ambientebeleuchtung
versehen, die in vier verschiedenen Farben
geschaltet werden kann. Sämtliche Beleuchtungen,
Zündungen und sogar der optionale Drehspieß werden
von einer aufladbaren Powerbank mit Strom versorgt.
GRILLZEIT 85
Advertorial
Hochwertige Materialien
und durchdachte Ausstattung
Für den Korpus des Grills und der Küchenmodule
verwendet Outdoorchef stets Bleche aus bestem
430er Edelstahl, die zusätzlich eine schwarze Pulverbeschichtung
erhalten. Das ergibt eine besondere
Robustheit, Wetterfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit.
Außerdem sind diese Korpusbleche auch für
die Montage von Magneten geeignet, um Grillzubehör
daran einfach befestigen zu können.
Sämtliche Türen und Schwerlast-Schubladen schließen
sanft mit „Soft Close“-Beschlägen, der Stauraum
in den Schränken wird mit dem ausziehbaren Heat-
Organizer-System optimal genutzt.
Jedes Modul ist mit massiven, höhenverstellbaren
Standfüßen und Schwerlastrollen ausgestattet, die
auf gepflasterten Terrassen ein einfaches Manövrieren
ermöglichen.
Die wetterfesten Arbeitsplatten für die Heat-Küchen
stehen in drei Varianten zur Auswahl: HPL-Holzdekor,
Granit oder Edelstahl.
86 GRILLZEIT
Outdoorkitchen
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GRILLZEIT 87
essen & trinken
Breaking Meat News
In den 20 Jahren, die wir nun bereits viel GRILL-
ZEIT haben, konnten wir schon etliche spezielle
Fleischqualitäten, Teilstücke und Cuts entdecken,
grillen und verkosten. Aber trotzdem lernt man
auch auf diesem Sektor erfreulicherweise nie ganz
aus.
In Adi Bittermanns Genusswelt in Göttlesbrunn hatten wir
dieser Tage die Gelegenheit, einige Teilstücke und Zubereitungsmethoden
kennenzulernen, die wir bisher noch
nicht auf unserer Bucket List für den Grill hatten. Und das
zu versäumen, wäre doch wirklich schade gewesen.
Pork on the fork. Immer mehr Top-Gastronomen, aber
auch Kenner der Materie entdecken derzeit Schweinefleisch
neu. Denn gehobene Qualitäten, wie etwa moderne Rassekreuzungen
mit Duroc-Genetik, gemästet mit hochwertigem
Futter und ausreichend gereift, können auch sensorisch jederzeit
mit Steaks vom Rind und Lamm mithalten. Umso mehr
heute Special Cuts vom Schwein am Markt sind, die man bis
vor wenigen Jahren noch gar nicht kannte – weil es sie schlicht
nicht gab. Denn erst eine engagierte Butcher-Generation kitzelte
die neuen Cuts aus der Anatomie, einige weitere Teilstücke
und Zuschnitte fanden aus dem Mittelmeerraum und
Lateinamerika zu uns.
Von diesen neuen, angesagten Pork Cuts hatten wir bei Adi
erstmals „Flank Steaks“ und „Flap Meat“ vom Duroc-Schwein
auf dem Grill. Zuschnitte also, die viele Steakliebhaber bisher
bestenfalls vom Rind kennen und das oft nur namentlich.
Denn es gibt bisher auch nur ganz wenige Metzger, die diese
Teilstücke aus den Bauchpartien des Schweines schnitzen können,
die sonst eher für Bacon und Hamburger Speck Verwendung
finden.
Zubereitung. Bei der Zubereitung sind diese sehr flachen
Muskeln vom Schwein ähnlich zu behandeln wie jene vom
Rind. Sie kommen also im Ganzen und vorgewürzt auf den
Grill bzw. die Grillplatte und werden dort bei lebhafter Hitze
mit Röststoffen versorgt. Danach ziehen sie bei mäßiger Hitze
noch auf die gewünschte Kerntemperatur nach. Beim Schwein
liegt diese etwas höher als beim Rind, aber immer noch sollte
der Anschnitt dann rosa sein – nur so bleibt das Fleisch zart,
saftig und aromatisch. Also sind hier maximal 58-62°C anzupeilen.
Unbedingt ist hier übrigens ein Thermofühler zu
empfehlen, denn wird das Fleisch grau, ist der Spaß vorbei.
Die Fasern werden bissfest und trocken, der Geschmack fade.
88 GRILLZEIT
essen & trinken
Neue Lamm Cuts. Das „donauland Lamm“ ist
Frischfleisch von besonders jungen Lämmern im
Alter von maximal sechs Monaten, die ausschließlich
in Niederösterreich geboren, aufgezogen und
geschlachtet werden. Diese Qualität unterscheidet
sich signifikant von tiefgekühlten Lammfleisch-Importen,
entsprechend zart und klein sind die Kaliber
der Teilstücke.
Deshalb waren wir sehr erfreut, erstmals auch die
Teilstücke „Hüferscherzel“ und „Schopfbraten“ vom
donauland Lamm zu Gesicht und auf den Grill zu
bekommen. Natürlich hat der Schopf vom Lamm
gemessen am Schweinernen nur einen Bruchteil
der Größe, taugt aber immer noch mindestens als
Doppelportion. Ähnlich groß ist auch die rare Steakhüfte
vom Lamm.
Beide werden ebenfalls am besten im Ganzen gebraten
und dann erst nach einer Ruhephase in Tranchen
geschnitten. Das Fleisch des Schopfbratens ist
etwas stärker marmoriert, aber beide Teilstücke
sind echte Empfehlungen für den Grill, sehr saftig,
würzig und zart. Die ideale Kerntemperatur liegt bei
beiden Kandidaten übrigens etwa bei 58°C, wobei
man hier auch noch die Rastphase einrechnen
muss, in der die Temperatur noch um einige Grad
ansteigt – je heißer gebraten wurde, desto höher.
Also sollte das Fleisch spätestens mit 54°C Kerntemperatur
vom Grill.
GRILLZEIT 89
essen & trinken
90 GRILLZEIT
essen & trinken
Die Rinderüberraschung.
Das „Hintere Ausgelöste“, gerne auch kurz die „Gab“
genannt, ist ein Teilstück vom Rind, das aus mehreren
Muskelpartien besteht, die gut mit Fett und Bindegewebe
durchzogen sind. Dieses Fleisch eignet sich im Ganzen
hervorragend für einen saftigen Rinderbraten, fürs BBQ
und zum Schmoren, gut abgelegene Qualitäten lassen
sich aber mit Geschick auch zu Steaks und Kurzbratstücken
teilen. Der Rest dieser Zerlegung ergibt dann den
Rohstoff für besonders saftige Burger.
Eine besonders innovative Widmung für eine besonders
schöne Rindergab vom „donauland Rind“ hat sich Haubenkoch
und Grillweltmeister Adi Bittermann einfallen
lassen, der sie dafür in drei Fraktionen zerlegt: die Rose
für Steaks, das Magerfleisch für Schnitzel und der Rest
für Faschiertes. Während die Steaks zur anderweitigen
Verwendung im Kühlschrank geparkt werden, macht Adi
mit den anderen beiden Partien gekonnt ein Grillgericht
der Extraklasse.
GRILLZEIT 91
essen & trinken
Adis Gab-Döner.
Basis dieses Rezeptes ist eine ganze Rindergab, die Adi wie
beschrieben in drei Teile zerlegt.
Die etwas fetteren Abschnitte fürs Brät werden in grobe
Stück zerteilt und im Fleischwolf mit der mittleren Scheibe
faschiert. Nun wird die Masse mit Salz und Pfeffer gewürzt
und anschließend länger und gründlich durchgeknetet. Der
Sinn dieser Prozedur ist der sogenannte Eiweißaufschluss,
also die Bindung des faschierten Fleisches, das damit eine
Art „Brät“ wird, das die Schnitzel wie bei einem Dönerspieß
gut zusammenhält.
Für die Schnitzel wird das Fleisch in nicht zu dicke Scheiben
geschnitten, flach plattiert (oder geklopft) und
ebenfalls mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dann wird eine
Auflaufform mit Lebensmittelfolie ausgekleidet und nun
erst eine Lage Schnitzel hineingeschichtet. Darauf kommt
eine Lage Faschiertes, darauf wieder Schnitzel. Zum Abschluss
gibt es wieder eine Lebensmittelfolie und darauf
ein Brett oder eine zweite Auflaufform, die auch noch mit
einem Ziegelstein beschwert wird, um unsere Beef-Lasagne
gut miteinander zu verbinden. So geht es über Nacht
in den Kühlschrank.
Anderntags wird die Lebensmittelfolie entfernt und das
geschichtete Fleisch mit einem scharfen Messer in gleichmäßige
Würfel geschnitten. Diese kann man nun sehr einfach
auf Holzspieße ziehen und auf einer Grillplatte mit
etwas Bratfett auf allen vier Kanten gut bräunen.
92 GRILLZEIT
essen & trinken
Der Feuertisch. Gegrillt wurden die neuen Cuts
von Adi Bittermann auf dem nagelneuen Feuertisch
einer Grillbühne von „Stahlheart“ aus Salzburg, die
in Adi Bittermanns Grillschule mit 800 Kilogramm
künftig eine gewichtige Rolle spielen wird und auch
optisch mit ihren sechs Metern Gesamtlänge einiges
hermacht.
Der Feuertisch selbst besteht aus zwei Feuerschalen
mit je 1,2 Meter Durchmesser und einer herausnehmbaren
Grillplatte mit 1 Meter Durchmesser, ergänzt
durch einen Schwenkgrill und ein Asado-Rad.
In der 8cm starken Arbeitsplatte der Grillbühne, die
aus einem 240 Jahre alten Eichenstamm gefertigt
wurde, ist auch ein drehbarer Keramikgrill integriert
sowie herausnehmbare Gastrobehälter GN1/3.
Dank eines speziellen Verfahrens ist das gesamte Stahlmaterial rostfrei und kann somit ganzjährig draußen stehen,
ohne dabei eine Abdeckung zu benötigen. Schwenkgrill und Feuertisch werden vorzugsweise mit Hartholzscheiten
beheizt, die mit einem Schürhaken an die gewünschte Stelle geschoben werden, sobald das Holz brennt bzw. glüht.
Auf diese Weise kann man mit etwas Übung die Temperaturen der Grillfläche des Tisches sehr gut steuern.
Informationen: stahlheart.at
GRILLZEIT 93
im praxistest
Spirit EP-435R Stealth Edition
Geist an
der Flasche
94 GRILLZEIT
im praxistest
P
reislich mit € 499,- bis € 999,- spürbar unterhalb
der Serien „Summit“ und „Genesis“ positioniert,
rückt die völlig neu überarbeitete Spirit-Linie von
Weber technisch und qualitativ schon sehr nahe an
seine großen Brüder heran. So haben die Konstrukteure
jedem neuen Spirit einen zusätzlichen Brenner
gegönnt, was naturgemäß für eine höhere Brennerdichte
und damit eine stärkere und gleichmäßigere
Hitze auf der Grillfläche sorgt. Highlights sind die innovativen
Boost-Brenner, die bis zu 40% mehr Leistung
als vergleichbare Standardbrenner und eine großzügige
„Sear Zone“ liefern. Insgesamt wurde die Spirit-Range
heuer von 24 verschiedenen Modellen im Vorjahr auf
10 eingedampft, bietet aber immer noch die genüssliche
Qual der Wahl beim Grillerkauf. Jedes Modell ist
mit einer bis zu 10-jährigen Garantie ausgestattet und
in den Farben Schwarz und Edelstahl erhältlich, einige
Premiummodelle auch in der Sonderedition „Stealth“.
Unser Testgerät war das Topgerät der Serie – ein
„Spirit EP-435R“ aus der mattschwarzen „Stealth
Edition“ mit vier Brennern und einer Grillfläche von
61x45 cm. Dieses Modell ist um € 999,- exklusiv in
den Weber-Stores erhältlich. Mit an Bord sind hier
ein Drehspieß, ein zusätzlicher Seitenbrenner, ein
porzellanemaillierter Gusseisenrost, der auch für das
„Weber Crafted“-Zubehör ausgelegt ist, die neue
„Snap-Jet“-Zündung, ein digitales Thermometer,
integrierte Grifflichter sowie große, robuste
Schwerlastrollen und robuste Seitentische. Die
Grillwanne besteht aus Aluminiumdruckguss, und
hinter der Schranktür findet eine Gasflasche mit
bis zu 11 kg Inhalt Platz.
Getestet haben wir dieses Gerät gemeinsam mit
Grillweltmeister Patrick Bayer im April auf der
Terrasse seiner Grillakademie im WOS Wien Süd,
wo der erste „Stealth Spirit“ in Österreich sicher
gelandet war.
Rost und Zündung. Per „Snap-Jet“-Zündung
lassen sich die einzelnen Brenner durch einfaches
Drücken und Drehen des Knebels einhändig
zünden. Mit 40% mehr Leistung gegenüber der
normalen „High“-Einstellung der Regler schaffen
die neuen Boost-Brenner damit eine eigene „Sear
Zone“ am Grillrost, die bei Bedarf tatsächlich eine
Oberflächentemperatur von gut 400°C erreicht.
Perfekt für die typische Grillmarkierung am Steak.
Die neue Brennertechnologie ermöglicht zudem
eine gleichmäßige Hitzeverteilung und -steuerung,
ein Übriges macht der schwere Gussrost
mit seiner guten Wärmeleitung. Unser Toasttest
GRILLZEIT 95
im praxistest
Spirit EP-435R Stealth Edition
(siehe Bild) zeigt eine überdurchschnittlich gleichmäßige
Bräunung, nachdem wir den Rost erst voll vorgeheizt
und dann die Temperatur auf rund die Hälfte der
Leistung heruntergepegelt hatten. Und im Garraum
erreicht der Spirit satte 360°C, wenn man das möchte.
Die Premium-Modelle verfügen über ein digitales Thermometer
mit einer selbst bei Nacht leicht ablesbaren
Anzeige.
Zubehör und Einsätze
Webers „Crafted Gourmet BBQ“-Einsätze wie Sear
Grate, Wok, Dutch Oven, Pizzastein oder Pfanneneinsatz
können im Rost eingesetzt werden, außerdem lässt sich
eine Seite des Grillrostes ganz herausnehmen und dafür
eine porzellanemaillierte Plancha passgenau einsetzen.
Am besten direkt über dem starken Boost-Brenner,
wenn man wie der Spanier mit hohen Temperaturen
auf der Platte rösten möchte. Der Seitentisch rechts am
Grill ist extragroß angelegt und kompatibel mit dem
praktischen Weber-Works-System – einer Zubehör-Serie
aus Getränkehalterungen, Schneidebrettern, Aufbewahrungsboxen
für Grillbesteck etc., das damit direkt am
Grill seinen Platz findet.
Alle Weber Spirit-Grills sind übrigens mit dem neuen
„Weber Works Snap-On-System“ kompatibel: Eigens
konzipierte Besteckhaken, Grilllichter und Flaschenhalter
aus schwarzem Kunststoff sind durch spezielle Schienen
anklemmbar und machen den Grill zu einer echten
Workstation.
Detail. Neu am Spirit sind auch einige praxisrelevante,
interessante Details. So ist der Temperaturfühler für den
Innenraum nicht oben am Deckel, sondern hinten knapp
über dem Rost angebracht. Das ergibt natürlich andere
Werte auf der praktischen Digitalanzeige rechts am Seitentisch
als beim klassischen Deckelthermometer.
Die Aufnahme für die Gasflasche ist vertieft, so dass bei
Bedarf auch eine 10-kg-Composite-Kunststoffflasche
darin Platz findet. Uns persönlich reichte die 7,5-kg-
Flasche für viele lange Grillsessions.
Die Fettauffangschale ist denkbar einfach von hinten
entnehmbar – aber auch von vorne, wenn man die Türe
des Unterbaus öffnet.
96 GRILLZEIT
im praxistest
Der Praxistest in zwei Gerichten
Gleich nach dem gelungenen Toasttest haben wir mit
Patrick erst einmal den rechten Teil des Rostes gegen
die massive, porzellanemaillierte Plancha getauscht,
die als Zubehör des neuen Spirit aus unserer Sicht sehr
viel Sinn macht. Denn man kann sie durch die symmetrische
Aufteilung der vier Brenner so wie wir im
Test über der Sear Zone als wirklich heiße Grillplatte
einsetzen. Oder aber links als Rastplatz mit ganz wenig
Feuer darunter. Soll es richtig heiß hergehen, empfiehlt
es sich, die Plancha eine Viertelstunde vorzuheizen,
damit sich das Gusseisen energetisch gut aufladen
kann.
Auf dieser Grillplatte hat Patrick dann saftige Patties
aus frisch faschiertem Schweinefleisch gegrillt, dazu
in einem Burgerring erst einen Sockel aus Bärlauchnu-
deln, danach noch ein Spiegelei. Ein Pork Burger der
Sonderklasse.
Für den Grillrost und den passenden Grillpfanneneinsatz
hatten wir als Testkandidaten ein schönes Filet
vom Kalb rosé Austria nominiert, dieses in Steaks
geschnitten und in Form gebunden. Diese Testanordnung
erlaubte uns, die Steaks auf der Sear-Zone-Seite
rechts bei Vollgas anzugrillen, bis das Branding passte,
und sie dann links in der nur mäßig heißen Pfanne mit
ein paar frischen Salbeiblättern nachziehen zu lassen
und schließlich ausgiebig mit einem kräftigen Schuss
weißem Rum aus der Karibik zu flambieren. Auch dieses
Gericht gelang Patrick und dem neuen Spirit sehr
überzeugend.
GRILLZEIT 97
im praxistest
WEBER SEARWOOD
DRESSCODE
SMOKING
B
eide Gerätetypen im klassisch schwarzen Smoker-
Outfit sind jeweils in zwei verschiedenen Größen
zu haben. Der kompaktere „Smoque“ eignet sich
speziell zum Smoken und Garen bei niedrigen Temperaturen
zwischen 80 und 135°C – erreicht aber bei
Bedarf auch bis zu 260°C.
Der größere „Searwood“ hingegen bietet zusätzlich
zum Räuchern auch eine klassische Grillfunktion, erreicht
innerhalb von nur 15 Minuten beachtliche 315°C
am Thermometer.
Beide Pellet-Smoker wurden aber nicht nur hinsichtlich
ihrer Performance, sondern auch in Sachen Verbrauch
stark optimiert. 20% weniger als der Smokefire
braucht der brandneue Smoker Searwood, obwohl er
mit seiner hohen Garraumtemperatur sogar als Steakmaschine
taugt. Nochmals 20% weniger braucht dann
der „low & slow“ konzeptionierte neue Smoque. Steuerbar
sind beide Pelletgrills auch weiterhin smart, also
per Smartphone-App.
98 GRILLZEIT
im praxistest
Der neue „Weber Searwood“-Pelletgrill im Detail
Wir hatten Gelegenheit, mit Grillprofi Patrick Bayer den „Searwood
XL“ zu testen – also den größeren der beiden Searwoods,
der mit einer Hauptgrillfläche von über 4.000 cm 2 und einem
Warmhalterost von weiteren 2.200 cm 2 so richtig viel Fläche
bietet. Trotzdem bleibt er mit einer Breite von 128 cm und einer
Tiefe von 72 cm noch relativ bescheiden im Platzbedarf. Robuste
Materialien wie wetterfester Aluminiumdruckguss und ein porzellanemaillierter,
doppelwandiger Deckel mit Hitzereflektor
sorgen für Langlebigkeit.
An Gewicht bringt der Searwood XL dadurch immerhin 71,5 kg
auf die Waage, die zu manövrieren aufgrund der beiden großen
Räder jedoch kein Problem ist. In der Originalversion hat er dafür
auch den passenden Griff an der Seite, wir haben uns für den
Test jedoch das praktische Set an Ablagetischen gewünscht, das
man als Extra ordern kann. Diese Erweiterung ist auch mit dem
neuen Weber-Works-System kompatibel, das in dem seitlichen
Ablagetisch Platz findet.
Der seitliche Pelletbehälter erleichtert das Einfüllen von Holzpellets
und ist beim Searwood mit 9 kg Volumen auch größer
als noch beim Smokefire, der Pelletfluss verläuft gleichmäßiger
und kontinuierlicher – das sorgt für sorgenfreies, ferngesteuertes
Grillen. Die Fettauffangschale kann sehr einfach nach vorne entnommen
werden.
Ein technisches Highlight der neuen Weber-Smoker ist das innovative
„Rapid React PID“: Diese Technologie sorgt für extrem
schnelle Aufheizzeiten, der Grill erreicht innerhalb von weniger
als 15 Minuten sein Temperaturmaximum. Mit seinem großen
Temperaturbereich von 80 bis 315°C deckt der Searwood vom
BBQ bis zum Searing viele Ansprüche ab. Er regelt die Temperatur
dabei immer kontinuierlich, auch bei geöffnetem Deckel.
Die sogenannte „DirectFlame-Technologie“ sorgt für ein kräftiges
Branding und bietet zudem eine durchgehende „Sear Zone“
für die heißen Jobs. Uns gefällt zudem, dass der neue technische
Aufbau des Smokers viel weniger Luftbewegung unter der Haube
verursacht und der Ascheflug minimiert wurde, der bei Pelletgrills
im Hochtemperaturbereich oft ein Problem darstellt. Und
unter der hohen Haube des Smokers ist nun auch Platz für einen
Drehspieß, der separat erhältlich ist.
Sehr gut lesbar ist das Display am Pelletbehälter, die Gerätesteuerung
intuitiv einfach. Mit der Weber-Connect-App mit
wahlweise WLAN- oder Bluetooth-Konnektivität kann man den
Searwood aber auch aus der Ferne steuern. Temperatur, Garzeit
und Live-Diagramme des Grillvorgangs lassen sich direkt auf
dem Smartphone überwachen.
Fürs „Low & slow“-BBQ wiederum gibt es als natürlichen
Geschmacksverstärker auf Knopfdruck die sogenannte
„Smokeboost“-Funktion, die für ein zusätzliches Raucharoma
sorgt. Und unterhalb des Displays finden sich die beiden Anschlüsse
für die Thermofühler, deren Temperaturdaten ebenfalls
von der integrierten Steuerung angezeigt werden.
Das clever durchdachte Fett- und Ascheauffangsystem zum
frontseitigen Herausziehen trägt den Namen „Pull and Clean“
und ist leicht zu reinigen. Mit der Brennstoffanzeige behält man
den Füllstand der Holzpellets im Blick. Als Garantie offeriert
Weber für den Searwood 5 Jahre für Kessel und Deckel, für alle
anderen Teile 3 Jahre.
GRILLZEIT 99
im praxistest
Testaufgabe Pulled Pork
Als Testaufgabe haben wir Patrick und seinem
Searwood XL eine der Ikonen der BBQ-Szene
zugedacht, um die Niedertemperaturfähigkeiten
des Searwood auszuloten. Ein original Pulled
Pork, fabriziert aus einem 7,5 kg schweren „Boston
Butt“ vom Duroc-Schwein mit mächtiger
Fettabdeckung, ganz so wie sich das gehört.
Dieses Teilstück bekam von Patrick bereits am
Vortag unseres Tests eine kräftige Abreibung
– nämlich mehrere Handvoll des hauseigenen
Rubs, mit dem er die Oberfläche des mächtigen
Teilstücks panierte.
Dann ging es für volle 12 Stunden auf die obere
Grillrost-Etage des auf 100°C Gartemperatur
eingepegelten Searwood. Mit einer Temperatursonde
im Fleisch und einer weiteren im Gerät
konnte Patrick die Temperaturkurven stets
beobachten: Jene des Garraums war erfreulich
flach, da die Steuerung des Searwood ungemein
präzise ist. Und der Anstieg der Kerntemperatur
im Boston Butt verlief entsprechend wunschgemäß
– zwischendurch gab es die obligate „Plateauphase“,
aber nach Ablauf der geplanten Zeit
hatte das Fleisch im innersten Kern etwa 80°C.
Boston Butt
Nun war der Zeitpunkt gekommen, es kreuzweise
gut in eingefettetes Butcher Paper einzuschlagen
und erneut im Smoker bis zu einer
Kerntemperatur von 92°C weiterzugaren. Auf
diese Art wird der Saft forciert und dem Kollagen
endgültig der Garaus gemacht. Nach dieser
zweiten Garphase ließ sich das butterweich gegarte,
hocharomatische, heiße Schweinefleisch
mit den Fingern zerpflücken und die Schulterknochen
ganz leicht herausziehen. Weltklasse.
Der Boston Butt gehört zu den populärsten
amerikanischen BBQ-Cuts
beim Schweinefleisch und ist in
Europa vor allem durch Grillmeisterschaften
verbreitet worden. Dieses
Teilstück wiegt ungefähr 6,5-8 kg und
wird aus der Schweineschulter zusammen
mit einem Teil des Schopfbratens
geschnitten. Dank der feinen
Fetteinlagerungen dieser Fleischpartien
und seiner Fettabdeckung, die
beim Smoken allmählich schmelzen,
bleibt das Fleisch auch bei sehr langen
Garprozessen wunderbar saftig.
Nach den Regeln der KCBS muss man
bei Meisterschaften einen Zuschnitt
verwenden, der den Schulterknochen
beinhaltet.
100 GRILLZEIT
im praxistest
GRILLZEIT 101
im praxistest
Outdoorchef Grillstation Heat X-445 RB
VON LOW & SLOW
BIS FEUERBALL
M
it einem Temperaturspektrum von 80 bis 900°C
deckt die von ihren Schweizer Konstrukteuren
ganz auf Premium getrimmte Grillstation „Outdoorchef
Heat X-445 RB“ alle erdenklichen Zubereitungsmethoden
ab und ist auch sonst mit etlichen
Extras der Oberliga ausgestattet.
Die vier U-förmigen Doppelbrenner aus Edelstahl in
der massiven Aluguss-Brennerwanne sowie ihre „Protection
Bars“ aus Niro verteilen die Hitze im Garraum
sehr gleichmäßig. Dazu kommt ein extra „Rear-Brenner“
zwischen drittem und viertem Hauptbrenner, der
auf Wunsch für zusätzliche Hitze sorgt. Ein ebenfalls
edelstählerner Heckbrenner für die Rotisserie-Jobs ist
zur optimalen Ausnutzung der Grillfläche etwas seitlich
positioniert.
Im linken Seitentisch ist ein Infrarot-Keramikbrenner
untergerbacht, der mit seinem Format von 23x16 cm
und einem Temperaturbereich von 600 bis 900°C
seinen Künstlernamen „XL Blazing Zone“ wirklich
verdient. Der ebenfalls angenehm großzügig dimensionierte
Seitenkocher im rechten Seitentisch ist von 60
bis 250°C stufenlos regulierbar und verfügt über einen
mehrfach höhenverstellbaren Topfständer aus Gusseisen
für Töpfe, Pfannen und Woks.
Am Chassis des Heat X-445 sind uns die hochwertige
Verarbeitung aus extrem witterungsbeständigem,
pulverbeschichtetem Edelstahl sowie die „Soft Close“-
Mechanik der Türen aufgefallen. Innen geht es dann
– optional – mit pfiffigen Extras weiter. Etwa einer
ausziehbaren Trennwand oder einem Zubehörhalter
102 GRILLZEIT
im praxistest
etc. In der etwas vertieften Gasflaschenhalterung können
auch 11-kg-Gasflaschen kommod untergebracht
werden. Dieser Unterschrank steht auf hochwertigen,
robusten Edelstahl-Rollen für einfaches Manövrieren.
Auffällig ist auch die Haube, in der zwei Deckelthermometer
untergebracht sind. Hintergrund dieser Doublette
ist der sogenannte „Zone Divider“, mit dem man
den Garraum in unterschiedliche Temperaturzonen
teilen kann. Praktisch etwa, wenn man eine Zone nur
zum Warmhalten einsetzen möchte, die anderen aber
zum direkten Grillen. An der Rückseite des Gerätes ist
unter der Haube der „Heat Regulator“ untergebracht
– das ist ein manuell zu bedienender Lüftungsschieber,
mit dem die Temperatur bei Bedarf feinjustiert werden
kann.
Die Fettwanne und der Fettauffangbehälter sind bei
geöffneten Türen nach vorne entnehmbar, für letztere
bietet Outdoorchef als Füllmaterial sogar ein eigenes
„Grill Powder“ an, das abtropfendes Fett bindet und
dann im Biomüll entsorgt werden kann.
Die vier Gussroste sind einfach zu entnehmen und
beispielsweise durch eine Gusseisen-Grillplatte für
den Heat zu ersetzen. Diese Roste würden wir trotz
ihres praktischen Formates aber lieber nicht in den
Geschirrspüler geben, da sie dadurch die wertvolle Patina
verlieren, die Guss im Laufe der Zeit entwickelt.
Vom Material her ist Gusseisen ja ganz unser Fall – es
erreicht hohe Grilltemperaturen fürs Branding und
speichert die Hitze.
Die Ambientebeleuchtung der Drehregler sowie die
Zündung werden über eine aufladbare Powerbank mit
Strom versorgt – es sind also keine Batterien notwendig.
Wer lieber permanent an der Steckdose hängt,
kann sich für das optionale Netzkabel entscheiden.
GRILLZEIT 103
im praxistest
Die Heat Grillstation
im Praxistest
Die Niedertemperatur-Fähigkeiten des Outdoorchef
Heat haben wir nicht nur technisch per Thermometer,
sondern auch mit einem prächtigen Schopfbraten vom
Duroc-Schwein getestet. Das famose „Blazinglas“ von
Outdoorchef hatten wir auch im Test, ebenso den
Pizzastein mit der Temperaturanzeige.
Langsamer Schopf. Das 3,2 kg schwere Teilstück
verbrachte als Testkandidat etliche Stunden im Grill.
Erst auf einem Rost, den wir auf den Bräter mit Wasser
gestellt hatten, um rundum bei lebhafter Hitze
gut Farbe zu nehmen und später sehr langsam bei
120°C weiterzugaren. Um „indirekt“ zu grillen, waren
hauptsächlich die beiden äußeren Brenner beschäftigt,
die beiden inneren brachten nur anfangs auf kleinster
Stufe etwas mehr Hitze in den Garraum.
Wir haben die „Very low“-Einstellung mit dem offenen
Heat-Regulator natürlich zwischendurch auch ausprobiert
und damit tatsächlich nahezu 80°C Niedertemperatur
erreicht. Für den Schopf war uns das dann
aber doch zu wenig, derlei heben wir uns lieber für eine
Brisket oder Spare Ribs auf.
Interessantes Zubehör
Der Zone Divider Heat (€ 49,90) ist der am Foto gezeigte
praktische Einsatz aus hochwertigem Edelstahl zum Teilen des
Garraums in zwei separate Temperaturzonen.
Die massive Grillplatte aus Gusseisen (€ 49,90) mit glatter
und gerippter Grillfläche ist wendbar und hat eine Fettablauf-
Öffnung.
Das passende Drehspieß-Set aus massivem Edelstahl mit zwei
Forken und leistungsstarkem Motor kostet € 139,-. Dieser
Motor kann mit einem 230-Volt-Netzstecker oder aber mit
der integrierten Powerbank betrieben werden. Optional gibt es
dazu auch einen Drehspießkorb.
Das Outdoorchef Blazinglas (€ 129,-) passt auf die Infrarotzone
aller Heat-Gasgrills, aber aufgrund des verstellbaren
Rahmens auch für viele andere Fabrikate. Es erweitert die
Zubereitungsmöglichkeiten über der Infrarotzone signifikant,
denn damit kann auch fettiges oder mariniertes Grillgut über
dem Hochtemperaturbrenner zubereitet werden, ohne dass
Fettbrand und Flammen entstehen.
104 GRILLZEIT
im praxistest
Blazinglas. Dieses innovative, hoch hitzefeste,
in Zusammenarbeit mit Schott entwickelte
Glas, macht aus dem Infrarotbrenner eine
Hochtemperatur-Zone, wobei man zwischen
einer glatten und einer geriffelten Seite wählen
kann. Wir haben uns für zweitere entschieden,
da wir es auf ein Grillmuster für unsere Hüftsteaks
abgesehen hatten.
Nach zehn Minuten Aufheizzeit hatte das Blazinglas
schon knapp 400 Grad Oberflächentemperatur
– mehr als genug für unsere Steaks,
die wir etwas eingeölt hatten, bevor sie auf die
heiße Glasplatte kamen. Die Karamellisierung
der Fleischoberfläche ging erwartungsgemäß
auf beiden Seiten sehr flott, danach kamen die
Steaks noch ein paar Minuten zum Nachgaren
bei 120°C unter den Deckel des Heat.
Und gleich nach dem Abdrehen des Infrarotbrenners
expedierten wir das heiße Blazinglas
mit der Grillzange in einen Kübel mit eiskaltem
Wasser. Denn der Temperaturschock löst die
Bratrückstände sofort und das Glas kann sehr
einfach gereinigt werden, ohne irgendeinen
Schaden zu nehmen. Ein Trick, den uns Helmut
Hengst von Outdoorchef gezeigt hat – wir
hätten sonst wohl nicht den Mut besessen, das
wertvolle Glas so zu schockieren.
Den neuen Pizzastein von Outdoorchef testeten wir
mit einer klassischen Pizza Margherita auf Basis eines Bio-
Pizzateig aus dem Supermarkt, San-Marzano-Tomaten aus
der Dose, Mozzarella und Oregano. Obendrauf gabs nach
dem Backen noch frischen Basilikum und würzige Thymianblüten.
Die besten Ergebnisse erzielten wir hier nach ein paar Versuchen
mit „Vollgas“ aller Brenner und einer Viertelstunde
Aufheizzeit. Der oktogonale Pizzastein war so nach zehn
Minuten auf 240°C und damit auf der Anzeige in seiner
Mitte im grünen Bereich. Wir warteten noch etwas zu, bis
die Oberflächentemperatur des Steines auf 290°C kletterte,
dann wurde die Pizza von einem bemehlten Brett
direkt auf den Stein geschoben und ein paar Minuten gebacken.
Die Temperaturanzeige des Deckelthermometers
zeigte zu diesem Zeitpunkt etwas übertriebene 370°C, was
aber sicher mit der Platzierung des Fühlers im Garraum zu
tun hat. Ein Rotieren der Pizza war übrigens nicht notwendig,
da die Hitzeverteilung unter der Haube so gut ist, dass
auch die Bräunung der Pizza sehr gleichmäßig erfolgte.
Fazit: Der Outdoorchef Heat ist ein echter Allrounder
mit einigen sehr speziellen Extras, die man sonst kaum wo
findet. Sein enormes Temperaturspektrum etwa oder auch
die cleveren Details in Garraum und Unterschrank sowie
das neuartige „Blazinglas“ für den Infrarotbrenner. Dass er
bei den Anzeigen und Bedienelementen angenehm analog
bleibt, stört keineswegs. Denn einen Bluetooth-Thermofühler
von Outdoorchef gibts ja extra.
GRILLZEIT 105
im praxistest
Napoleon Prestige 500 Connected RSIB
BLACK IS BACK
D
ie mattschwarze Phantom-Serie von Napoleon
vereint vier Premiumgrills des kanadischen Herstellers
unter dieser Designlinie: den „Phantom
Travel QTM PRO285X“, den „Phantom Rogue PRO-S
425“, den „Phantom Freestyle 425“ und last, but not
least den „Phantom Prestige 500“. Dieses Flaggschiff
der Phantom-Armada hatten wir Gelegenheit, im detaillierten
Praxistest unter die Lupe zu nehmen.
Fachkundig unterstützt von Grillweltmeister Adi
Matzek, der die Marke nicht nur als Testimonial unterstützt,
sondern jeden Napoleon-Grill auch in seiner
Grillschule einsetzt und daher zwangsläufig kennt wie
seine Schürzentasche.
Einige Features des dunklen Boliden: Die Maße
des Gerätes mit einer langlebigen Grillkammer aus
Aluguss und Roll-Top-Deckel sind 168x67x127 cm,
das Gewicht liegt bei 94 kg. Mit den vier fixierbaren,
angenehm groß dimensionierten Schwerlasträdern ist
der Prestige 500 bei Bedarf dennoch recht leichtfüßig
zu bewegen. Der Deckel dieses Modells ist mit einer
glatten, mattschwarzen Oberfläche versehen, die eine
besonders einfache Reinigung ermöglicht.
Bis zu 25,7 kW mit sechs Brennern, davon vier
Edelstahl-Hauptbrenner, ein vergrößerter „Sizzle
Zone“-Infrarot-Seitenbrenner sowie ein vergrößerter
Infrarot-Heckbrenner aus Edelstahl bürgen für jede
Menge Leistung.
106 GRILLZEIT
Die batteriefreie Zündung, genannt „Jetfire 2.0“,
sorgt mit einem Flammenstrahl für ein schnelles und
sicheres Zünden jedes Brenners. Beleuchtete LED-
Kontrollknöpfe bieten nicht nur eine Leuchtfunktion
für die nächtliche Orientierung am Gerät, sondern
leuchten außerdem rot, wenn die Brenner eingeschaltet
sind. Das dient der Sicherheit.
Die Hauptgrillfläche bietet mit einem Maß von
71x46 cm viel Platz auf dem massiven „Wave“-Gussrost
aus pflegeleichtem Edelstahl. Ein Novum bei
Napoleon, und auch die Sizzle Zone – also der Infrarotbrenner
im Seitentisch – ist jetzt mit so einem schweren
Premium-Grillrost bestückt und hat zudem einen
praktischen Windschutz. Der Innentemperaturfühler
ist übrigens direkt unter den Grillrosten angebracht
und informiert über die Temperaturen im Garraum auf
einem 5-zölligen LCD-Bildschirm rechts am Bedienfeld.
Darunter sind auch die drei Sondenanschlüsse
für die Thermofühler platziert. Im Deckel des Prestige
steckt aber nach wie vor auch der bewährte „Accu-
Probe“-Thermometer für die schnelle analoge Temperaturkontrolle
des Garraums.
Das Connected-Steuerungssystem kann per WLAN
oder Bluetooth mit dem Handy verbunden werden
und überwacht über die Napoleon-Home-App nicht
nur Temperatur und Garfortschritt, sondern informiert
mittels integrierter Gasflaschenwaage auf Wunsch
sogar über den Stand des Energievorrats. Die Aufnahme
für die Gasflasche ist so tief platziert, dass hier
auch große Kaliber locker Platz finden.
GRILLZEIT 107
im praxistest
Die Aufnahme für den optionalen Drehspieß ist so
hoch platziert, dass der Rost ruhig im Grill bleiben
kann, wenn das Hendl am Spieß rotiert – und eine Abtropfschale
passt auch noch darunter.
Die Rotisserie ist auch eine der Hauptaufgaben für den
Infrarot-Heckbrenner.
Plancharia. Für den Prestige gibt es auch eine ausgesprochen
solide und passgenaue Edelstahlgrillplatte,
die den Grill in eine vollwertige Plancha verwandelt.
10,6 kg bringt dieses Zubehör auf die Waage und das
ist sehr gut so. Denn diese schiere Masse dicken Edelstahls
bürgt – gut vorgeheizt – für Temperaturstabilität
beim Grillen. Der Ablauf der Plancha führt über zwei
große Löcher an der Hinterseite direkt in die große
Fettauffangwanne des Grills. Diese ist ganz einfach
nach vorne ausziehbar und ebenso leicht zu reinigen
wie die Fettschale selbst.
Eine Besonderheit dieses Prestige-Modells ist auch der
sogenannte Warmhalterost, der nicht nur erfreulich
großflächig ist, sondern mit unterschiedlichen Ausnehmungen
für den multifunktionalen Einsatz ausgelegt
ist. Uns sind da gleich einmal Chicken Drums eingefallen,
die sicher perfekt in die Vorderkante einzuhängen
sind.
Der Test. Ausprobiert haben wir den Prestige 500
gemeinsam mit Adi Matzek gleich mit vier unterschiedlichen
Grillgerichten. Den Drehspieß mit einer
„Porchetta“ vom Bauchfleisch, den Rost mit ein paar
„Cuscinos“ vom Duroc-Schwein und Hüftsteaks vom
Rind, den Ablagerost mit einem Roastbeef von der
Kalbin und schließlich die Plancha mit würzigen Patties
von der Schweinsleber. Aber der Reihe nach.
Für die Porchetta hatte Adi das Bauchfleisch schon am
Vortag zugeschnitten, gewürzt, gefüllt und gebunden,
danach kühl gestellt. Auch am Spieß fand die Porchetta
einen perfekten Platz direkt vor dem Infrarot-
Heckbrenner des Grills. Denn eigentlich wollten wir
den Rollbraten ausschließlich mit der Heckbrenner-
Hitze brutzeln. Aber wie sich herausstellte, war die
damit erreichbare Garraumtemperatur von 160 bis
170°C auf dem Deckelthermometer zu wenig, um
Röststoffe auf das Fleisch zu bekommen. Nach einer
dreiviertel Stunde schalteten wir deswegen auch die
zwei äußeren Brenner auf kleinster Stufe dazu, womit
die Anzeige auf 260°C kletterte. Ein Wert, der allerdings
offensichtlich nicht ganz wörtlich zu nehmen ist,
denn bei dieser nur scheinbar sehr hohen Temperatur
briet die Porchetta mustergültig. Nach genau 2 Stunden
und 55 Minuten war die Kruste wunderbar aufgepoppt,
das Fleisch hatte eine Kerntemperatur von
85°C und war butterweich.
108 GRILLZEIT
im praxistest
Porchetta
Bauchrollbraten
auf Italienisch
Zutaten für 4 Personen:
1,5 kg Bauchfleisch vom AMA-Gütesiegel
Schwein, ausgelöst und ohne Schwarte
0,5 kg Wurstbrätmasse von Grillbratwürsten, roh
50 g toskanische Kräutermischung
(Thymian, Rosmarin, Lorbeer, Lavendel, Bergbohnenkraut,
Oregano und Salbei)
Salz
schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
Zubereitung:
Das Bauchfleisch in der Mitte der Länge nach
zu doppelter Fläche aufschneiden. Der Schnitt
muss auf der geraden Seite erfolgen, dort wo der
Bauch vom Karree getrennt wurde.
Einen kleinen Teil der Wurstbrätmasse auf der
Fläche gut verteilen und einmassieren. Die restliche
Wurstbrätmasse auftragen, wenn sich das
Fett des Bräts und das Bauchfleisch leicht verbunden
haben.
Die Wurstbrätmasse und das Fleisch zusammenrollen.
Dabei auf der mageren Seite beginnen,
sodass die Fleischrolle innen mager und außen
fettig ist und gut gegrillt werden kann.
Die Rolle außen mit den Kräutern würzen, salzen
und pfeffern. Nun mit einem Wurstspagat knüpfen.
Am besten in der Mitte beginnen und dann
links und rechts je einmal abknüpfen. Danach jeweils
in der Mitte zwischen den Knoten abknüpfen.
So entsteht ein gleichmäßiges Knüpfmuster.
Die Kräuterrolle vorsichtig mittig auf den Spieß
schieben und mit den Spießklammern von jeder
Seite fixieren. Bei 160-180°C indirekt über einer
untergestellten Tropftasse etwa 2,5 Stunden
grillen. Die Kerntemperatur des Bratens sollte
mindestens 78-80°C betragen.
Dieses Rezept gibt es auch als Video auf der
YouTube-Plattform „grillvideo.at“. Direkt zum
Clip mit Adi Matzek kommt man mit diesem
QR-Code:
GRILLZEIT 109
im praxistest
Special Steak Cuts. Um die schönen Roste aus
Edelstahl zu testen, hatten wir zwei Kandidaten vorbereitet.
Ein paar „Cuscinos“ (Kissen auf Italienisch) vom
Schwein sowie Hüftsteaks einer Kalbin aus dem Qualitätsfleischprogramm
„Rindfleisch à la carte“.
Das Cuscino ist ein kompakter Muskel von der
Schweinsschulter, der direkt am Schulterblatt anliegt
und den Adi sehr gerne für seine Tastings zurechtschneidet.
Denn das Fleisch des Cuscino ist sehr saftig
und weich, wenn man es nicht übergart. Eine Kerntemperatur
von 62-64°C ist hier gerade goldrichtig, und
man sollte da unbedingt ein Stichthermometer einsetzen,
um den besten Garmoment nicht zu verpassen.
Das etwa 2,3 Kilogramm schwere Hüferscherzel
stammte von einer Kalbin und wurde von dem Fleischermeister
Adi Matzek sehr präzise in ihre drei
Partien zerlegt: das Zungenstück, ein kleiner, zarter
Muskel, den man im Ganzen brät, die Steakhüfte, aus
dem wir Steaks schnitten, die in Form gebunden einem
Filet zum Verwechseln ähneln, sowie dem einen Tick
gröberen Hüferscherzel, das anschließend noch als
Roastbeef auf den Grill kam.
Resümee zum neuen Edelstahlrost: Ist fast genauso
gut wärmeleitend wie ein Gusseisenrost und produziert
sehr schöne Grillmarkierungen. Und die Brenner
110 GRILLZEIT
im praxistest
darunter sind ohnehin über jeden Zweifel
erhaben. Will man es noch heißer, kann
man ja auf jenen über der Sizzle Zone
wechseln. Und der ist beim Prestige 500
tatsächlich auch aus Edelstahl. Das ist
nicht nur stylish, sondern auch spülmaschinenfest.
Während die Hüftsteaks nach ein paar
Minuten auf dem sehr heißen Grillrost mit
einer Kerntemperatur von 53°C gerade
richtig waren, sollte es das Hüferscherzel
deutlich langsamer angehen, um ein
schönes Roastbeef zu werden. Nach dem
Anbraten blieb es nicht direkt auf dem unteren
Rost, sondern kam auf den Ablagerost
im ersten Stock unter der Grillhaube
und garte dort bei einer eher mäßigen
Gartemperatur von ca. 140°C. Bei Erreichen
einer Kerntemperatur von 48°C ging
es dann runter vom Grill und abgedeckt in
die Raststation. Dort zog die Kerntemperatur
in einer sehr langen Rastphase noch
auf 57°C nach, bevor der Braten dann
langsam abkühlte.
Die Edelstahl-Plancha kam für unsere
Leber-Burger zum Einsatz. Durch die große
Fläche und die verschiedenen Temperaturzonen,
die man mit den Brennern darunter
einrichten kann, war sie für alle Phasen
der Röststoffproduktion optimal einzustellen,
der linke Brenner blieb sogar ganz
abgeschaltet, um eine Ruhezone für die
fertigen Zwiebelringe und Apfelscheiben
zu erhalten.
Mit genügend Fett auf dem eher heißen
Eisen war die Tendenz der Patties zum
Ankleben gar kein Problem, obwohl neue
Planchas sonst gerne haften. Und mit der
Patina nach ein paar Grillsessions hat sich
das dann sowieso erledigt.
Genauso gut wie die Temperatursteuerung
und die Karamellisierung des Grillgutes
funktioniert auch die Reinigung der Grillplatte.
Ein kräftiger Schuss kaltes Wasser
(Profis nehmen sogar Eiswürfel) auf die
heiße Platte lösen Bratrückstände fast
selbstständig – sie müssen lediglich mit
der Spachtel in die Öffnungen zur Fettwanne
geschaufelt werden.
GRILLZEIT 111
im praxistest
Schweinsleber-Burger
mit apfel
Dieses Grillgericht steht etwas in der Tradition der
gebratenen bayerischen Leberknödel, ist aber in der
Würze für den Burger optimiert. Die Masse hatten
wir bereits am Vortag vorbereitet, als Buns haben wir
kleine Laugenbrötchen aufgebacken, die geschmacklich
ausgezeichnet zu den pikanten Leber-Patties passen.
Zutaten für 8 Patties:
400 g Schweinsleber, enthäutet und mittelfein
faschiert
1 gelbe Zwiebel
1 EL Butter
200 g Semmeln vom Vortag
2 Eier
1 Handvoll Bärlauch, fein gehackt
Abrieb einer halben Bio-Zitrone
1 EL süßer Senf
1 TL Majoran
1 TL Salz
1/2 TL schwarzer Pfeffer, frisch gemahlen
1 kräftige Prise Muskatnuss, frisch gerieben
2 Handvoll Semmelbrösel – je nach Bedarf
Für Topping & Buns:
1 Zwiebel
1 Apfel
1 EL Rapsöl
Rucola
BBQ-Sauce
8 Laugensemmeln
Zubereitung:
Die Schweinsleber enthäuten und mittelfein faschieren.
Es empfiehlt sich, die Semmeln gleich mit der
Leber zu faschieren und zu vermengen.
Die Zwiebel feinwürfelig schneiden, in der Butter glasig
anschwitzen und überkühlen lassen.
Mit den restlichen Zutaten für die Pattiemasse (bis auf
die Semmelbrösel) vermengen und mindestens eine
Stunde bei Zimmertemperatur ziehen lassen. Jetzt
erst so viele Brösel unterrühren, bis die Masse eine
zähe, gut formbare Konsistenz hat. Mit nassen Händen
mittelgroße Knödel formen und diese auf einem Teller
etwas rasten lassen.
Die Zwiebel in Ringe schneiden, den Apfel in Scheiben,
das Kerngehäuse bleibt dabei drinnen. Auf der Plancha
erst bei mittlerer Hitze mit etwas Öl die Zwiebel rösten,
dann die Apfelscheiben – danach beiseitestellen.
Die Pattieknödel mit einer breiten Grillspachtel auf
die gut gefettete Plancha drücken. Es lohnt sich, dafür
auch die Spachtel etwas einzufetten, damit sich die
Masse besser davon löst und dafür bzw. zum Wenden
auch eine zweite Spachtel zu benutzen. Die Gartemperatur
sollte nicht zu hoch sein und die Patties nicht zu
dick, damit die Leber gut durchgebraten wird.
Die Laugensemmeln an den Schnittflächen anrösten,
mit BBQ-Sauce beträufeln und die Leberpatties mit
dem Rucola, den Apfelscheiben und Zwiebelringen
darauf schichten.
112 GRILLZEIT
THE
SIZZLE ZONE
Die Grillzone für saftige Steaks und ein perfektes Finish.
Mit Hochtemperaturen von bis zu 800 °C.
www.napoleon.com
GRILLZEIT 113
im praxistest
Leistung satt. Stark wie ein Gasgrill, mit Platz unter
der kantigen Haube wie in einem Gasgrill, aber nicht
an der Flasche, sondern am Kabel. Der brandneue
„Rogue EQ 365“ von Napoleon ist kein üblicher Elektrogrill,
sondern ein Starkstromer – braucht also einen
Anschluss, der eine deutlich höhere Effizienz und
Leistung bietet als herkömmlicher Einphasenwechselstrom.
Für den Anschluss dieses Grills ist daher
eine CEE-Steckdose mit einer Größe von 50 Ampere
erforderlich, wie man sie unter anderem im Hause
hat, wenn man ohnehin ein E-Auto aufzuladen hat.
Oder aber man lässt sich vom Elektriker zwei normale
230-V-Stromkreise mit 16 Ampere zu einem Anschluss
bündeln.
Napoleon Rogue EQ 365
STARKE
ANSAGE
Dann hat man ein Grillgerät mit beeindruckenden
Leistungsdaten: Zwei getrennt regelbare Edelstahl-
Heizspiralen liefern mit 4.500 Watt bei Bedarf
Infrarothitze von bis zu 400 Grad, unter dem doppelwandigen
hohen Deckel wartet der zweiteilige
WAVE-Grillrost aus Gusseisen mit einer Grillfläche
von 51x45 cm auf den Marschbefehl. Nach 25 Minuten
Vorheizzeit ist er dann zum Hochtemperatur-
Grillen bereit.
Die angenehm großen Drehknöpfe sind intuitiv zu
bedienen und der breite Bildschirm (17,8 cm) sehr gut
lesbar. Die Temperaturen der Brenner werden durch
zwei Regler mit jeweils zehn Heizstufen eingestellt –
oder auch über das Touch-Display. Schaltet man nur
eine Spirale ein, grillt man quasi indirekt.
Wählbar ist aber auch ein eigener Räuchermodus. Die
mitgelieferte Räucherbox wird dazu mit geeigneten
Räucherchips oder -pellets bestückt und direkt auf die
rechte Heizspirale gelegt. Mit dem linken Drehregler
wählt man nun die gewünschte Räuchertemperatur
(zwischen 100 und 140°C) und mit dem rechten Regler
die Rauchintensität. Wenn der Rauchgrad eingestellt
ist, werden die beiden Brenner für sechs Minuten
bei voller Leistung erhitzt, damit die Chips in der Räucherbox
zu glimmen beginnen.
Wer den EQ 365 per Handy steuern möchte, kann
dies mit der Napoleon-Home-App. Durch das integrierte
Bluetooth-/WLAN-Modul kann man direkt auf
Funktionen wie das Einstellen der Temperatur, das
Überwachen der Temperaturfühler und einen Timer
zugreifen. Drei Temperatursonden sind übrigens inklusive.
114 GRILLZEIT
im praxistest
Steaktest. Ausprobiert haben wir den EQ natürlich
als Steakmaschine. Ein dickes Tomahawk sowie zwei
T-Bone-Steaks vom Kalb rosé kamen auf den gut
vorgeheizten Gusseisenrost, als das Display uns über
270°C im Garraum anzeigte. Am Rost selbst war es zu
diesem Zeitpunkt sicher noch um einiges heißer, denn
das Searing des Steak-Trios funktionierte genauso
flott wie bei einem Gasgrill dieser Größenordnung.
Zum Nachgaren wurde der Grill einfach abgedreht
und die Steaks wanderten auf den Ablagerost, bis die
Kerntemperatur bei 55°C angelangt war. Ein idealer
Garpunkt für Fleisch vom Kalb rosé.
Fazit. Der Rogue EQ 365 ist kein Halbstarker, sondern
eine echte Alternative zum Gasgrill, wenn man
diesen nicht verwenden darf oder mag, aber trotzdem
ein klassisches Design sucht. Die Maße des Kompaktboliden
sind mit 121x64x121 cm (mit beidseitig
klappbaren Seitenablagen) ebenso überschaubar wie
seine 60 kg Kampfgewicht. Ein Wermutstropfen für
Familie Putz: Reinigen lässt sich das Innere des Grills
unterhalb der Heizspiralen eigentlich nur gründlich,
wenn man diese demontiert – was einen gewissen
Aufwand bedeutet.
Der Preis des Elektrikers liegt bei € 1.999,- UVP, den
optionalen Drehspieß gibts um € 169,- als Zubehör,
das man bequem im Wagen des Grills verstauen
kann.
GRILLZEIT 115
im praxistest
Petromax Grill
NICHTS
WIE RAUS
Die Marke Petromax ist unsereiner mit hochwertigen
Produkten aus Gusseisen ein Begriff. Sie hat auch einige
interessante, edelstählerne Feuerstellen im umfangreichen
Sortiment, die sich im Garten genauso
gut machen wie im Wald. Zwei davon – die Feuertonne
„Pyron“ und den praktischen „Atago“ – haben wir uns gemeinsam
mit Grillweltmeister Leo Gradl genauer angesehen.
Seine urige Grillarena im Mühlviertler Stillen Tal war
das ideale Terrain für so einen Test.
Petromax kann aber nicht nur heiß, sondern auch kalt.
Sogar besonders gut. Deshalb haben wir uns bei dieser
Gelegenheit auch gleich die formidablen neuen Kühlbehälter
der deutschen Marke vorgenommen. Mit Langzeittest
natürlich, denn der Rekord der 50-Liter-Box liegt bisher
bei 12 Tagen voller Coolness! Wir waren bisher froh, wenn
unser Proviant im Hochsommer 12 Stunden überlebt hat.
Seit 115 Jahren steht Petromax für hochwertiges
Outdoor-Equipment. Am Anfang
standen im Jahre 1910 die legendären
Petroleum-Starklichtlampen, heute gibt es
auch ein modernes Pendant mit LED, 500
Lumen und Powerbank. Inzwischen umfasst
das Petromax-Portfolio allerdings noch
weit mehr an Ausrüstungsgegenständen für
Abenteurer, Naturburschen, Camper, Jäger,
Fischer und andere...
Feuertonne Pyron. Irgendwie hat uns die 10,7 kg leichte
Feuertonne „Pyron“ von Petromax schon beim Anheizen
sehr an die geniale Effizienz eines Anzündkamines erinnert.
Ein Feuer kann darin sehr einfach entzündet werden, Holz
und Kohle brennen schon nach wenigen Minuten lichterloh
– und noch dazu auffallend raucharm. Dafür sorgt eine
doppelwandige Konstruktion und die sogenannte Sekundärverbrennung.
Diese wird dadurch erreicht, dass durch
die zahlreichen Öffnungen des Systems zusätzliche Luft in
die Brennkammer geleitet wird. Dort brennt erst das Holz,
dann werden auch die Rauchgase entzündet. Dadurch bleiben
die Emissionen von Rußpartikeln und unverbrannten
Gasen minimal.
Die Feuertonne selbst ist aus stabilem Edelstahl und kostet
€ 299,-. Mit einer 6 mm starken Grillplatte aus Stahl im Set
mit dem integrierten Kochaufsatz (zusammen um € 200,-)
wird die Tonne sehr einfach zu einem kleinen, soliden
Feuertisch mit 57 cm Durchmesser umgebaut. Ihre drei
hohen Beine sorgen für einen festen Stand und auch für
die rasenschonende Distanz zum Boden. Tatsächlich wurde
dieser bei unserem Test auch direkt unter der Feuertonne
nie wirklich heiß.
116 GRILLZEIT
im praxistest
Eingeheizt und nachgelegt wird beim Pyron übrigens
immer von oben, ganz kommod durch das Loch in
der Mitte der Grillplatte. Lediglich den optionalen
Kochaufsatz muss man dafür kurz beiseitestellen –
eine gute Grillzange und hitzefeste Grillhandschuhe
sind also Pflicht. Die gibts übrigens auch von Petromax
in sehr praxistauglicher Qualität.
Der richtige Zeitpunkt, um mit dem Grillen zu starten,
ist wie immer jener, wenn das Holz nicht mehr
lichterloh brennt, sondern allmählich zu glühender
Kohle verglost. Die Intensität der Hitze wird dann
ganz einfach durch das Verschieben der glühenden
Holzscheite gesteuert, was uns ermöglichte, auf der
Grillplatte verschiedene Bereiche einzurichten. Von
300°C heißen Arealen zum scharfen Anbraten bis zu
mäßig heißen zum sanften Nachgaren, wie uns auch
das Infrarotthermometer bestätigte.
Diese unterschiedlichen Temperaturzonen der
Grillplatte haben wir mit dicken Koteletts vom
Duroc-Schwein getestet, auf den Kocheinsatz haben
wir gleichzeitig den „Kazan“ von Petromax gestellt –
einen bauchigen Gusseisentopf, in dem man rühren
kann wie in einem großen Wok. In unserem Fall röstete
darin klein geschnittenes Gemüse als Beilage zu
den Koteletts, die eine Etage tiefer brutzelten.
Dieses Plancha-Grillen funktioniert mit dem Pyron
wirklich sehr gut und intuitiv, zu den Röststoffen
gesellen sich am Fleisch auch dezente Holzraucharomen.
Heißer Tipp: Genügend kleine Brennholzscheite
und Späne bereithalten, um das Feuer gleichmäßig
bei Laune zu halten.
GRILLZEIT 117
im praxistest
Born to be wild. Ein Outdoor-Mulitalent ist der „Petromax
Atago“ (UVP € 249,-), der Grill, Ofen, Herd und
Feuerschale in einem kompakten, sehr mobilen Gerät
vereint. Mit einer Transporthöhe von nur 14 cm im eingeklappten
Zustand lässt er sich extrem platzsparend in einer
passenden Transporttasche (€ 19,99) verstauen und findet
sogar als Handgepäck Platz in jedem Transportmittel. Mit
nur einem Handgriff ist der Atago dank der intelligenten
Klappkonstruktion bei Bedarf in Sekunden startklar und
lässt sich ebenso schnell wieder zusammenklappen.
Die raucharme Verbrennung und Hitzeverteilung funktioniert
analog zum Pyron durch die optimale Luftzufuhr der
doppelwandigen Konstruktion. Nur ist diese beim Atago
zusätzlich noch stufenlos einstellbar, was eine perfekte Kontrolle
über die Hitze ermöglicht, während der Kamineffekt
ein schnelles Anheizen von Holz oder Kohle gewährleistet.
Für den Atago gibt es umfangreiches Zubehör, wie einen
Pizzastein, eine Grillplatte auf einem dreiarmigen Steck-
Gestell oder einen Dutch Oven, bis hin zu Waffeleisen und
Lagerfeuerspießen und so weiter. Perfekt passt auf den
Atago übrigens der Feuertopf Nr. 6 mit 5,5 Liter Inhalt (um
€ 89,90), den wir gleich einmal in unserem Test ausprobiert
118 GRILLZEIT
im praxistest
haben. Mit einem klassischen Rahmherz, das in diesem
dickwandigen Gusseisentopf aufgrund der guten Wärmeleitung
optimal schmoren konnte.
Will man den Feuertopf für lange Garvorgänge etwas
mehr von der Hitze entkoppeln, empfiehlt es sich,
diesen nicht direkt ins Feuer, sondern auf den mitgelieferten
Edelstahlrost zu stellen. Oder man legt sich eine
Grillplatte samt Kochaufsatz zu. Mit dem wird auch
die Aussparung in der Mitte geschützt und Spiegelei,
Würstchen und Co. bleiben durch den erhöhten Innenrand
sicher auf der Grillplatte. Kochgeschirr kann auf
dem Kochaufsatz sicher positioniert werden.
Der umgedrehte Deckel des FT6 kam bei unserem Praxistest
übrigens als Pfanne zum Einsatz, die passgenau
direkt über die Öffnung des Atago platziert wurde.
Dort brutzelten wir Spiegeleier mit Speck für unser
zweites Frühstück an diesem langen Testtag.
Rosteria. Der im Set enthaltene, stabile Edelstahl-
Grillrost bietet mit seinem doppelten Rand auch
auf unebenen Untergründen sicheren Halt für das
Grillgut, das nicht herunterrutschen kann – und eine
ordentliche Grillfläche mit 34 Zentimetern Durchmesser.
Ausprobiert haben wir diesen Rost auf dem
vorgeheizten Atago mit ausgesprochen dicken Rinder-
Steaks, die wir zuvor aus der Rose einer Gab (Hinteres
Ausgelöstes) geschnitten hatten. Um das mürbe
Fleisch dieses Cuts in Form zu halten und leichter
wenden zu können, fädelte Leo die Steaks zu zweit
auf Sate-Spieße, bevor er sie kräftig mit Salz würzte.
Durch die Nähe zur Glut karamellisierte die Oberfläche
der Steaks dann beidseitig recht flott, zum Nachziehen
auf die angepeilte Garstufe kamen sie in eine abgedeckte
Gusspfanne, bis das Stichthermometer eine
Kerntemperatur von 50°C anzeigte.
GRILLZEIT 119
im praxistest
Petromax Kühlboxen
COOL STUFF
Tagelang kühlen ohne Strom – die große, doppelwandige
und hohlraumisolierte KX50 von
Petromax bietet mit 50 Litern Stauraum enorm
viel Platz, selbst für eine Kiste Bier oder den
großen Fang. Sie ist zudem leise und taugt aufgrund
ihrer Stabilität auch als Sitzgelegenheit. Ihr Ultra-
Passivkühlsystem wird allein mit handelsüblichem Eis
oder Kühlakkus betrieben – ganz ohne Kompressor
oder Absorber soll die Kühlbox laut Hersteller bis zu 12
Tage gekühlt halten!
Allerdings sicher unter Optimalbedingungen – also
prall gefüllt mit Eis und an einem schattigen Platz bei
moderater Außentemperatur. Dem feschen Rucksack
traut Petromax solcherart bis zu 8 Tage Kühlung ohne
Strom zu, der praktischen Kühltasche mit Tragnetz immerhin
noch 6 Tage.
Wir aber wollten wissen, wie das dann im richtigen
Leben ist, und haben Box, Rucksack und Kühltasche
unter normalen – also ausgesucht suboptimalen – Bedingungen
getestet. Denn unsereiner braucht es deppensicher.
Test-Start für die Petromax Kühlbox KX 50 war am
Montag, den 14. April, mit drei 40 Zentimeter großen
Lachsforellen und zwei Eimern Crushed Ice von der
Metro, die knapp die Hälfte der Box füllten. Gemeinsam
übernachteten die Testkandidaten in der gut
verschlossenen Box bei Raumtemperatur. Am Dienstag
ging es dann im sonnenwarmen Auto zum Fotoshooting
ins Freie. Und dort stand die Box samt Inhalt eine
gute Stunde offen im Halbschatten von Leo Gradls
Wildgarten, bis die Motive endlich im Kasten waren.
Danach geschlossen und unbeachtet wieder viele
Stunden im warmen Kofferraum, bis sie am späten
Abend wieder in die Redaktion durfte.
Was Fisch und Eis wenig beeindruckte, denn derlei sind
sie ja vom Fischmarkt gewohnt. Aber dennoch waren
das natürlich nicht die optimalen Bedingungen für
einen Rekord. Jedoch ausgesprochen praxisnah, denn
der Angler, der seinen Fang in dieser Kühlbox einen
ganzen Hochsommer-Tag im Boot spazieren führt,
kennt auch keine Gnade für das Eis darin. Denn für
jeden neuen Fang wird natürlich der Deckel geliftet
und für jedes Bier sowieso. Und wenn der Petrijünger
seine Lachse in Norwegen gefangen hat, bleiben noch
ein paar Tage auf der Autobahn liegen, bevor der Fisch
daheim in einen Kühlschrank darf.
Bei uns sorgten die Lachsforellen, die wir nach und
nach in den nächsten Tagen entnahmen, für periodische
Unterbrechungen der Kühlkette, erst am Karfreitag
bereiteten wir die letzte davon zu. Frisch wie
am ersten Tag, völlig geruchsfrei und festfleischig.
Auch sonst waren wir natürlich zwischendurch neugierig
gewesen und hatten immer wieder nachgesehen,
am vierten Tag schließlich auch das bis dahin geschmolzene
Wasser über das integrierte Ablassventil
der Box abgelassen. Aber auch noch am Tag 7, als die
Fische längst gegessen waren, schwammen immer
noch große Klumpen des Crushed Ice in seinem
Schmelzwasser und die Temperaturen in der Box lagen
rund um null Grad.
120 GRILLZEIT
im praxistest
hier lag uns vor allem an Realitätsnähe. Zwischen
Akkus und Lebensmitteln haben wir den Thermofühler
platziert, dessen Draht zum Display in den Reißverschluss
geklemmt wurde. Ein winziges Leck also im
sonst dicken Isolationsmantel der Tasche. Ansonsten
blieb diese eisern verschlossen und stand bei Raumtemperatur
in der Küche herum.
Fazit: Um wirklich 12 Tage stromlose Kühldauer zu
erreichen, hätten wir die Box sicher randvoll mit Eis
befüllen müssen – und das wohl besser mit Eiswürfeln
als nur mit Crushed Ice, das schneller schmilzt. Auch
wäre es für ein Kältemaximum sicher sinnvoll, jeden
Tag das Schmelzwasser abzulassen. Trotzdem waren
wir positiv überrascht von der ausdauernden Isolationsfähigkeit
der großen Petromax Box bei unseren
Realbedingungen, die alles um Längen schlägt, was wir
bisher im Kofferraum hatten.
Die Trag-Bar
Für den Einsatz im unwegsamen Gelände und wenn
man die Hände beim Transport der Vorräte frei
braucht, ist der dick isolierte Kühlrucksack von Petromax
eine willkommene Innovation. Es gibt ihn in
zwei Größen – 17 und 27 Liter – jeweils mit Rückenpolsterung
und verstellbaren Gurten, zahlreichen
praktischen Außentaschen und wasserdichtem Reißverschluss.
An den Laschen kann man Zubehör an
Karabinerhaken transportieren, weitere Gegenstände
mit den Spanngummis an der Front befestigen. Das
wasserabweisende Nylongewebe ist sehr hochwertig
und sauber verarbeitet.
Der Petromax Kühlrucksack mit 27 Litern Volumen
verspricht, Speisen und Getränke bis zu 8 Tage eisgekühlt
zu halten. Beispielsweise 13 Liter-Flaschen, die
stehend in den Rucksack passen.
Der Dauertest: Start war Freitag morgens um 9
Uhr mit vier Kühlakkus und genau 0°C am Display
unseres Thermofühlers. Am zweiten Tag zeigte das
Display um 10:30 weiterhin genau 0°C. Am Tag 3
um 9 Uhr war die Temperatur dann langsam auf 2°C
geklettert, um 17 Uhr auf 3°C. Also immer noch weit
unter Kühlschrankniveau. Am Tag 4 jedoch war das
Tascheninnere mit 7°C um 9 Uhr exakt so kalt wie das
unseres Kühlschranks, um 18 Uhr aber bereits bei 12°C
eher „kellerkühl“. Und ab dann stieg die Anzeige jede
Stunde um 1°C, bis sie sich der Raumtemperatur angenähert
hatte.
Fazit: Eiskalte Getränke hätte uns die Tasche mit
stinknormalen Kühlakkus bei Bedarf 3 bis 4 Tage spendiert
– je nachdem wie oft wir sie deswegen geöffnet
hätten. Aber das ist mehr, als wir erwartet haben, und
reicht für ein ganzes Wochenende in der Natur.
Networking. Sehr praktisch finden wir auch den
500g leichten, tragbaren Netzeinsatz mit 22 Liter
Volumen (UVP € 24,90), der sowohl in die 22-l-Kühltasche
als auch den großen Rucksack passt. Geeignet
ist dieser Netzeinsatz zum Einkaufen von gefrosteten
oder gekühlten Produkten, die dann samt dem Netz
in die Tasche gepackt werden und so auch mehrtägige
Einkaufstouren schadlos überstehen können.
Oder aber als Abtropfsieb für Lebensmittel, die auf Eis
transportiert werden – wie beispielsweise Muscheln
oder Fische. Am Bestimmungsort kann das Netz einfach
aus der Tasche gehoben werden, das abtropfende
Schmelzwasser wird entsorgt und der Behälter gereinigt.
Die Petromax Kühltaschen gibt es in drei Farben und
zwei Größen, jeweils mit Schultergurt, vier praktischen
Außentaschen und solidem Tragegriff. Mittels Ösen
für Karabiner kann man die Tasche im Boot oder Auto
sicher befestigen. Die große Kühltasche mit 22 Liter
Volumen (UVP € 199,-) lässt sich mit bis zu 10 kg Eiswürfeln
füllen, die dann dank der dicken, hochwertigen
Isolierschicht bis zu sechs Tage in Form bleiben sollten.
Wir haben sie allerdings nur mit vier klassischen, im
Froster vorgekühlten Kühlakkus und unseren Vorräten
aus dem Kühlschrank gefüllt und getestet, denn auch
121
features
Haubengrill
Noch mehr Q
Vor rund 20 Jahren launchte Weber den innovativen Design-
Grill „Q“ und schuf damit die neue Kategorie kompakter,
mobiler, hochwertiger und trotzdem erschwinglicher Gasgrills.
Jetzt startet das beliebte Modell komplett überarbeitet mit
spannenden Verbesserungen und neuen Modellen in die neue
Grillsaison.
Bis zu 18% mehr Power als bisher liefert beispielsweise der neue
„Q 3200N+“ mit zwei Brennern und ermöglicht damit bis zu
370°C Garraumtemperatur – ein absoluter Topwert. Der exklusive
„Plus“-Brenner (bei ausgewählten Modellen) bietet Hochtemperatur
fürs Searing, aber auch maximale Kontrolle und sanfte 120°C
für langsames Garen. Trotz kompaktem Format bieten die Qs nun
aber auch eine noch größere Grillfläche als schon bisher (+ 6%)
und mehr Volumen unter dem etwas runder gewordenen Deckel.
Neu ist auch die Halterung für das Weber Connect Smart Grilling
Hub, das den Designklassiker App-tauglich macht.
Die Preise der neuen Modelle reichen von € 299,- für den Q1100N
bis zu € 599,- für den Q3200N, wahlweise sind auch Ständer oder
Rollwagen mit Unterschrank verfügbar. Und bis zu 5 Jahre Garantie
gibts obendrein.
Weber Lumin Smart
Aufgeappt
Bereits 2023 brachte BBQ-Weltmarktführer Weber mit dem Elektrogrill
„Lumin“ einen sehr attraktiven, aber auch erstaunlich potenten, mobilen
und vielseitigen urbanen Grill auf den Markt. Mit seiner sehr kräftigen
Hitze (315°C!) unter der flachen Haube gelingen Grillmarkierungen wie im
Steakhouse und mit seiner kulinarischen 5-in-1-Funktionalität bietet er Grillen,
Räuchern, Dämpfen, Auftauen und Warmhalten in einem kompakten,
Balkon-tauglichen Gerät.
Nun wird dieses mit der integrierten Weber-Connect-Technologie auch als
smarte Variante angeboten. Damit kann der Grill jetzt wahlweise per Wi-Fi
oder Bluetooth mit dem Smartphone verbunden werden, mit digitaler Präzision,
smarter Unterstützung und Schritt-für-Schritt-Anleitungen per App
läuft alles wie am Schnürchen. Die gibt sogar Bescheid, wann es Zeit zum
Wenden des Steaks ist. Auch Grill-Einsteiger erzielen so perfekte Ergebnisse.
Der Elektro-Outdoorgrill verfügt über zwei Weber-Connect-Anschlüsse und
einen Temperaturfühler. Die praktischen Räucher- und Wasserschalen sind
ebenfalls im Lieferumfang enthalten.
Verfügbar ist der smarte Lumin in der klassischen Größe sowie als Compact-
Variante, außerdem ist ein geeigneter Stand als Zubehör verfügbar. Für den
Lumin Smart gibt es 5 Jahre Garantie, Preis: je nach Ausführung ab € 499,-.
122 GRILLZEIT
features
Petromax Kartoffelbräter
Reine Formsache
Der Clou dieses U-Boot-förmigen Kartoffelbräters aus Gusseisen
von Petromax ist die optimale Wärmeverteilung durch das
schwere Material und die runde Bauform sowie ein cleverer Mechanismus.
Ein eigens konstruierter Kippverschluss verbindet beide
Hälften der Form fest miteinander, sobald man sie mit einem Deckelheber anhebt. Hakt man den Deckelheber
am unteren Ende des Kippriegels ein, so öffnet sich der Bräterdeckel wieder ganz einfach. Für volle Temperaturkontrolle
sorgt der auf dem Deckel verlaufende Rand, denn darauf kann man Holzglut oder Kohlen ablegen und
damit die Oberhitze beim Garen bestimmen. Dabei steht der Kartoffelbräter aus Gusseisen immer fest auf dem
Untergrund, denn der unterseitig verlaufende Steg schafft eine gerade Standfläche. Dadurch steht der Bräter sicher
in der Feuerstelle und kann auch problemlos im Backofen zu Hause eingesetzt werden. Und natürlich kann
man ihn auch an ein Dreibein hängen. Der Kartoffelbräter produziert perfekte Baked Potatoes oder überbackene
Süßkartoffelspalten und sehr gut auch Gemüsegerichte wie gefüllte Paprika oder Auberginen, die beim Garen in
der Glut von einem typischen Röstaroma profitieren.
Weber Smoque
Low and Slow
ehr als nur Rauch: Der neue „Weber Smoque“
Holzpellet-Smoker ist ein präzises und einfach
M zu bedienendes Gerät für echtes BBQ. Das kompakte,
robuste Gerät mit porzellanemaillierten Oberflächen
ist in zwei Größen erhältlich und wurde speziell
für langsames „Low & Slow“-Garen im Temperaturbereich
von 80 bis 135°C entwickelt. Mit einer Maximaltemperatur
von 260°C bietet es aber durchaus auch
Optionen zum Rösten und Backen. Aufgeheizt und
einsatzbereit ist der Smoque innerhalb von 15 Minuten
durch den „Rapid React PID“-Temperaturregler, der die
Garraumtemperatur auch nach dem Aufklappen des
Deckels flott wiederherstellt.
Ein großer Pellettank für 9 kg sorgt für ausgedehnte
Grill-Sessions ohne Nachfüllen, mit mehr als 3.800
Quadratzentimetern Grillfläche bietet der größere
Smoque auch Grillkapazität. Der klassisch gestaltete
Smoque ist auch „Weber Works & Crafted“-kompatibel,
also flexibel erweiterbar mit Seitentischen,
Grillrosten und passendem Zubehör. Das sogenannte
SmoqueVent-System, das den Rauch um das Grillgut
zirkulieren lässt, sorgt für gleichmäßige Bräunung und
perfekte Aromen. Ein weiteres praktisches Feature ist
der Smokeboost-Modus, der den Rauchgeschmack auf
Knopfdruck noch intensiviert.
Das benutzerfreundliche digitale Kontrollpanel zeigt
die Grill- und Grillguttemperaturen, zu steuern ist der
Smoque aber auch bequem per Smartphone mit der
Weber-Connect-App, auf der sich auch der Garfortschritt
live überwachen lässt. Dazu gibt es dort auf
Wunsch auch Rezepte und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
Zwei integrierte Anschlüsse mit zwei Grillgut-Temperaturfühlern
sind inklusive. Ein integriertes Fett- und
Aschemanagementsystem hält den Smoker sauber,
robuste Räder sind obligat.
Grillrost: 56x45 cm Preis: € 799,-
Grillrost: 86x45 cm Preis: € 999,-
Wer zusätzlich auch eine klassische Grillfunktion integriert
haben möchte, greift aber vielleicht noch lieber
zum ebenfalls neuen Searwood Holzpellet-Grill: Der
überzeugt mit der patentierten DirectFlame-Hitzeverteilung,
die kontinuierliches Smoken und zusätzlich
punktgenaues Grillen bei Temperaturen von bis zu
315°C ermöglicht.
GRILLZEIT 123
features
Der neue Weber „GENESIS“
Weber Genesis
Upgrade
er Weber Genesis ist ein echter Premiumgasgrill made in USA.
Hinsichtlich Grillfläche, Ausstattung und Leistung eher schon beim
D „Summit“ als dem günstigeren „Spirit“ positioniert, bietet auch die
aktuelle Generation vielen aktiven Grillfans genau das, was sie suchen.
Denn er gilt aufgrund der hochwertigen Materialien und Verarbeitung
als besonders langlebig und zuverlässig – deswegen bietet Weber für
den Genesis auch 12 Jahre eingeschränkte Garantie.
Mit dem aktuellen Update haben heuer die neuen Modelle EP-335W,
SP-335W, EP-435W und SP-435W aber noch einige interessante Features
dazubekommen, die den Genesis für viele wohl noch interessanter
machen:
Ein zusätzlicher Sear-Zone-Brenner zwischen den beiden rechten Brennern
bringt bis zu 50% mehr Leistung unter dem Rost und schafft die
größte Hochtemperaturzone ihrer Klasse – perfekt für Thunfischsteaks,
Fladenbrot oder Lammkoteletts mit markanten Brandings.
In den extragroßen Seitentisch aus Edelstahl rechts passt jetzt das
praktische neue Weber Works-System – eine Zubehör-Serie aus Getränkehalterungen,
Aufbewahrungsboxen für Grillbesteck und vielem
mehr, die den Grill zu einer kompakten Außenküche machen. Im
großen Seitentisch links ist der integrierte Seitenkocher untergebracht.
Das neue digitale Thermometer an der Seitentischfront zeigt die Hitze
im Grill präzise an und ist auch von weitem gut lesbar. Integrierte
Grifflichter leuchten die Grillfläche des Genesis nun auch zu später
Stunde vollständig aus.
Der porzellanemaillierte, gusseiserne Grillrost ist nun mit dem Weber
Crafted-Zubehör kompatibel, wie etwa den Gourmet-BBQ-Einsätzen
Dutch Oven, Pizzastein oder Pfanneneinsatz. Außerdem kann man die
eine Seite des Grillrostes ganz herausnehmen und durch eine großflächige,
gusseiserne Plancha ersetzen.
Preis: Die neuen Genesis-Modelle in den Farben Schwarz, Edelstahl
sowie in der Sonderedition „Stealth“ sind ab € 1.699,- in den Weber
Original Stores und im Fachhandel erhältlich.
124 GRILLZEIT
Napoleon Plancha x 2
Napoleon
à la Plancha
mmer mehr Grillfreunde wissen die Vorzüge einer
wirklich großen, wirklich heißen und wirklich temperaturstabilen
Plancha zu schätzen. Als mediterra-
I
ner Hauptdarsteller auf der Grillterrasse, gerne aber
auch als Zweitgerät zum bestehenden Grill – entweder
als Alternative oder auch als kongenialer Partner
des bestehenden Rostes für komplexere Aufgaben
und Menüfolgen.
Für diese wachsende Community der angehenden
Plattenbosse hat Napoleon Grills heuer zwei recht
unterschiedlich positionierte Geräte mit Gas-Power
auf dem Markt:
Die Napoleon Freestyle Plancha bietet mit drei
Brennern, 7,65 kW Leistung und einer 3,5 mm
starken Grillfläche aus beschichtetem Stahl (Maße:
132x105x60 cm) eine sehr gute Wärmespeicherung
für gleichmäßiges Garen. Die Beschichtung hat Antihaft-Eigenschaften
und schützt die Grillfläche vor
Kratzern, sodass man bedenkenlos Metallwerkzeuge
verwenden kann.
Die klappbaren Seitenregale mit integrierten Werkzeughaken
bieten bequeme Aufbewahrungsmöglichkeiten,
die Fettauffangschale mit ergonomischem
Auffanganschluss ist von vorne zugänglich. Zu den
weiteren Features gehören ein Deckel mit zwei
Scharnieren zum Schutz des Grillfelds und ein integrierter
Flaschenöffner. Der UVP ist € 599,-, der Hersteller
gibt 10 Jahre eingeschränkte Garantie.
Die mattschwarze Plancha Napoleon Rogue Pro Phantom
30 (Maße: 152x105x60 cm) verfügt über eine rostfreie,
große Grillplatte aus 430er Edelstahl mit einer
Fläche von 70x44 cm. Vier Hochleistungsbrenner mit
einer Leistung von 10,8 kW sorgen für eine gleichmäßige
Wärmeverteilung von einem Rand bis zum andern.
Die integrierte Seitenablage mit abnehmbarer Box
und Deckel für die Vorbereitungsstation sorgt für
Ordnung bei Ihren Werkzeugen und Zutaten, während
die klappbaren Ablagen mit integrierten Haken
zusätzlichen Stauraum bieten. Weitere Features: ein
Doppelscharnierdeckel zum Schutz des Grillfelds,
eine ergonomische, von vorn zugängliche Fettauffangschale
mit einem Liter Fassungsvermögen, weiß
beleuchtete Knöpfe, vier fixierbare Lenkrollen, einstellbare
Nivellierschrauben und ein praktischer Flaschenöffner.
Der UVP ist € 849,-, der Hersteller gibt
15 Jahre eingeschränkte Garantie.
Als praktisches Zubehör für die Planchas von Napoleon
gibt es ein zwei- oder dreiteiliges Plancha Tool
Set sowie eine Edelstahl-Garhaube (alias „Gloche“).
GRILLZEIT 125
neue produkte
Die besten Tipps und
interessantesten Neuheiten
Outdoorchef Easy Check
WIRELESS CARELESS
Dieses kabellose Bluetooth-Grillthermometer mit extragroßer
Reichweite von bis zu 200 Meter ist entweder mit
Smartphone-App nutzbar oder „stand-alone“. Dann wird die
Temperatur einfach am Display im Multifunktions-Dock abgelesen.
Die Reichweite zwischen Fühlern und Dock beträgt
hier bis zu 50 Meter. Geladen werden die Fühler ebenfalls mit
dem Dock.
Das Set beinhaltet zwei nur 5 mm dicke Temperaturfühler
mit jeweils zwei integrierten Messfühlern für Kerntemperatur
und Garraumtemperatur, die Akkuleistung von über 30
Stunden erlaubt auch extralange BBQ-Sessions. Die hochpräzisen
Temperaturfühler besitzen einen Messbereich von
-10 bis 100°C für die Kerntemperatur und bis zu 300°C für
die Garraumtemperatur, sind also temperaturbeständig und
spülmaschinenfest. UVP: € 119,-
Outdoorchef Smoke
AUF RAUCHSTATION
Dieser praktische elektrische Rauchgenerator taugt – unabhängig
vom Grillmodell – für alles, was geräuchert werden möchte, und
sogar für die die Aromatisierung von Drinks. Er wird einfach mit
Räucherspänen nach Gusto gefüllt, entzündet und per Knopfdruck
aktiviert. Die mittels Drehregler stufenlos verstellbare Rauchmenge
und die Wahl der Räucherchips, die es in fünf verschiedenen Sorten
gibt, sind ausschlaggebend für die individuelle Geschmacksintensität.
Ein hitzebeständiger Silikonschlauch von 1,5 Metern Länge leitet
den aromatischen Rauch direkt zum Grillgut in den Garraum.
Temperaturunabhängig – somit eignet sich das Gerät sowohl zum
Kalträuchern als auch zum Heißräuchern! Es benötigt auch keine
Steckdose, da er über einen integrierten Akku für bis zu acht Stunden
Räucherdauer verfügt. Aufgeladen wird der Akku einfach über
den USB-C-Anschluss.
Ausgestattet ist der Outdoorchef Smoke mit einem Edelstahlrohr,
das 120 g Räucherchips für 90 Minuten Räucherdauer fasst. Der
Griff des Gerätes ist für eine sichere Handhabung hitzeisoliert.
UVP: € 199,-
126 GRILLZEIT
NEU AM MARKT
neue produkte
WEBER WORKS SERVIER-SET
DUETT IM SET
Für sein überaus praktisches „Works System“, mit
dem viele der neuen Grills der amerikanischen Marke
ausgestattet sind, offeriert Weber als Neuheit ein
cleveres „Vorbereitungs- und Servier-Set“, das zwei
Vorratsbehälter aus Edelstahl mit luftdichten Deckeln
(1,8 Liter Kapazität pro Behälter) und zwei geteilte Serviertabletts
enthält, die perfekt zusammenpassen – und natürlich
genau in die Aussparung des Weber Works Seitentisches. Mit diesen
Behältern transportiert man alle Lebensmittel unfallfrei von der Küche
zum Grill oder mariniert darin, hält die Saucen frisch, die Mashed Potatoes warm und so weiter.
Zur Reinigung kommen die Niro-Schalen dann einfach samt Deckel in die Spülmaschine.
Wiberg Tropical BBQ Sauce
EXOTISCHE FRÜCHTE
Die „Tropical BBQ Sauce“ des österreichischen Gewürzspezialisten Wiberg in der 750-ml-Squeeze-
Flasche basiert auf Mangopüree, Ananassaft und Rohrzucker, abgerundet durch eine dezente
Curry-Ingwer-Note. Diese fruchtig-pikante Sauce eignet sich perfekt zum Dippen, Marinieren und
Verfeinern von Bowls, Fischgerichten oder exotischen Grillkreationen. Für eine besonders aromatische
Salsa kann man die Tropical BBQ Sauce einfach mit fein gehackten roten Zwiebeln und frischen
Mangowürfeln kombinieren.
Compadre Grill & Ofen
BETON-STATEMENT
Der Beton-Kamado „Compadre“ ist made in Germany und hat
heuer bereits zwei renommierte Design-Preise gewonnen. Inspiriert
von den markanten Werkstoffen der modernen Architektur,
ist der Compadre der erste mobile Grillofen aus Sichtbeton und
Stahl. Sowohl durch diese außergewöhnliche Materialwahl als
auch seine Formgebung hebt sich der Compadre recht deutlich
von herkömmlichen Grill-Designs ab.
Technisch ist der Compadre als Hochleistungs-Holzkohlegrill
und mobiler Backofen in einem konzipiert. Der Einsatz von
Thermo-Sichtbeton gewährleistet auch eine außergewöhnliche
Hitzebeständigkeit und Wärmespeicherung. Jeder Compadre wird
auf Bestellung in der Manufaktur gefertigt, nummeriert und auf
Wunsch individuell graviert. Der Preis liegt bei 5.000 Euro, zu bestellen
ist er über www.compadregrills.com.
GRILLZEIT 127
neue produkte
Die besten Tipps und
interessantesten Neuheiten
OPUS-Powergrill
SENKRECHTSTARTER
Der OPUS-Powergrill nutzt fortschrittliche
Technologien zum vertikalen Grillen von Steaks,
das gegenüber Oberhitzegrills einige Vorteile
bietet. Durch die beiden getrennt regelbaren
Hochtemperatur-Quarzglas-Infrarotstrahler des
3.000-Watt-Gerätes entsteht auf der Fleischoberfläche
in Minutenschnelle beidseitig eine
perfekt karamellisierte Kruste, während ein präzises
Kerntemperatur-Thermometer dafür sorgt,
dass das im Grillrahmen eingespannte Steak
genau den gewünschten Gargrad erreicht, während
das Fett nach unten ablaufen kann. Keine
Fettspritzer, kein Fettbrand, leichte Reinigung.
Infos: opus-powergrill.de
Peugeot
SALZSPARER
Peugeot hat in jahrelanger Entwicklung ein Salzmahlwerk
entwickelt, mit dem sich der Salzkonsum verringern lässt,
ohne das Geschmackserlebnis zu beeinträchtigen. Das
neue „Zirlion“-Mahlwerk kann Salz erstmals auch puderfein
mahlen – diese ultrafeine Körnung sorgt dafür, dass
sich das Salz optimal auf der Zunge verteilt und schneller
von den Geschmacksknospen wahrgenommen wird. Das
Ergebnis: Es kann weniger Salz verwendet werden. Nach
und nach stattet Peugeot alle seine Salzmühlen mit dem
neuen Zirlion-Mahlwerk aus. Bereits jetzt ist es in allen
Modellen mit dem u’Select-Mahlgrad-System integriert
– darunter auch in der ikonischen Paris Mühle. Sie ist in
verschiedenen Größen von 12 bis 110 Zentimetern erhältlich,
ab einem Preis von € 33,90 (UVP).
Weber Pizza-Zubehör
BACKFRISCH
Neue Gerätschaft für den Pizzaiolo hat Weber im aktuellen Zubehörprogramm.
Beispielsweise einen glasierten Pizzastein für das praktische Weber Crafted
System, den man anstatt des rechten Grillrostes in seinen Weber Genesis oder
SmokeFire einsetzen kann. Die glasierte Oberfläche verhindert ein Anhaften des
Grillguts und erleichtert die Reinigung. Neu sind auch der Pizzaheber (€ 39,99)
und der Pizzaschneider (€ 29,99) mit ergonomisch geformten, rutschfesten
Griffen aus schwarzem Gummi. Der des Pizzahebers ist auch platzsparend nach
innen zu drehen – so passt er in jede Küchenlade. Der robuste Pizzaheber ist aus
Edelstahl gefertigt, hält damit auch dem Gewicht einer dick belegten Pizza stand
und ist sogar als Schneidunterlage geeignet. Der Pizzaschneider ist mit einem
extragroßen Rad ausgestattet, das mühelos durch dicke und dünne Pizzaböden
schneidet.
128 GRILLZEIT
NEU AM MARKT
Napoleon Oasis Compact 105
BLACK BEAUTY
Diese kompakte Outdoor-Küchenzeile von
Napoleon in stylishem Mattschwarz ist auf
einer Breite von 2,25 Metern vollgepackt mit
Top-Features, wie dem 4-Brenner-Premium-
Einbaugrill „Napoleon 700-Series BIG32“ mit
16 kW inklusive 5,5 kW-Edelstahl-Infrarot-
Heckbrenner und massiven Edelstahl-
Grillrosten mit 9,5 mm starken Streben im
typischen Napoleon Wave-Design. Drehspieß
und Innenbeleuchtung sowie eine separate
Sizzle Zone der 700er Serie mit 3 kW sind
ebenfalls mit an Bord. Die Bedienelemente an
Einbaugrill und Sizzle Zone sind mit „Safety
Glow“ ausgestattet, die hochwertigen und
langlebigen Module aus 304 Edelstahl in Mattschwarz pulverbeschichtet und verzinkt. Die zwei Zentimeter dicke Arbeitsplatte
aus italienischem Feinsteinzeug (Marazzi) bietet viel Ablage- und Arbeitsflächen, die geräumigen Schränke sind perfekt
organisiert. Unterschrank, zwei geräumige Schubladen, Gasflaschenschrank, Küchenrollen- und Mülleimerfach bieten viel
Platz für griffbereites Zubehör in einer aufgeräumten und übersichtlichen Umgebung. Inklusive Gasanschluss-Set.
Le Creuset BBQ Outdoor Collection
AUS EINEM GUSS
Speziell fürs Kochen auf offener Flamme konzipiert ist diese
neue Kochgeschirrserie des französischen Premiumlabels Le
Creuset. Die „BBQ Outdoor Collection“ aus Gusseisen mit
mattschwarz emailliertem Korpus und der mattschwarzen
Innenemaille zeichnet sich durch eine herausragende Wärmeverteilung
und -speicherung aus und garantiert ein gleichmäßiges
Garen der Speisen, verleiht den Produkten aber auch
eine extreme Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit – mit
30 Jahren Garantie.
Die BBQ-Outdoor-Serie kann auf nicht regulierbaren Wärmequellen
verwendet werden, wie zum Beispiel Grills,
Holzbacköfen und Pizzaöfen – bei einer Temperatur bis
300°C beim Bräter und 450°C bei den anderen Produkten.
Das Outdoor-Kochgeschirr ist „ready to use“, also sofort
ohne Einbrennen einsatzbereit. Zum Sortiment gehören eine
runde Grillpfanne, ein quadratischer Grillkorb, eine runde
Pizzapfanne, eine rechteckige Grillplatte, eine quadratische
Grillpfanne mit Rillen sowie ein runder Bräter mit Deckel.
GRILLZEIT 129
Advertorial
Gesteckt am Teich, gestellt am Pool
Neues
vom zaun
Natürlich macht man sich Gedanken. Pool,
Teich, Enkel, Kinder von Freunden oder
Nachbarn, Tiere ... Ein Bretterzaun soll es
gerade nicht sein, ein Maschendrahtzaun
kommt gar nicht Frage. Und schon gar
keine Bohrlöcher in der Terrasse, die beim
zweiten Frost die Steine springen lassen.
Ein Steckzaun hat hier eine Menge Vorteile: Die
Montage geht auch ohne großes handwerkliches
Geschick, ohne spezielles Werkzeug und
ohne besondere Kraftanstrengung. Man/Frau
muss ja auch nicht alles an einem Tag machen, das geht
neben der Gartenarbeit.
Dabei sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Der
Steckzaun macht praktisch jede Steigung und jede
Kurve mit, er fügt sich harmonisch um Büsche oder
Bäume. Die Variante aus rohem Eisen bekommt nach
kurzer Zeit eine würdige Patina, die verzinkte Version
lässt sich beliebig streichen. Man kann die Elemente
sogar immer wieder neu stecken, ohne dass die Qualität
darunter leidet.
Apropos Qualität: Gleich nach der Bronze wurde das
Eisen erfunden, die geplante Obsoleszenz kam erst
ein paar Tausend Jahre später. Ein eherner Steckzaun
ist unverwüstlich und hält so ziemlich ewig. Trotz des
fragilen Aussehens ist die Stabilität nicht zu unter-
schätzen. Die Stangen biegen sich unter Zug, aber sie
verbiegen sich nicht und schon gar nicht geben sie
nach. Auch ein Überklettern ist für Kinder kaum möglich,
weil es keine Steighilfen gibt.
Flexibler Poolzaun. Wo nicht gesteckt werden
kann oder wo schnelles, flexibles Auf- und Wegstellen
gefragt ist, helfen vorgefertigte Elemente mit Standbeinen.
Diese werden nach Bedarf zusammengehängt
und bieten so eine sichere Sperre. Die Standfüße sind
bei Bedarf schnell zu entfernen, wodurch der Zaun
platzsparend untergebracht werden kann. Und da das
Material sehr robust ist, ist auch die Lagerung unkompliziert.
Weitere Informationen, Produktvarianten und zahlreiche
Bilder finden Sie online unter www.steckzaunshop.at.
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