27.05.2025 Aufrufe

begegnen 2/25

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

Indigene Frauen in

Peru: Lernerfolge

stärken das Selbstbewusstsein

Seite 9

Gestrichene USAID-

Unterstützung:

Was das für die

kamerunische

Bevölkerung bedeutet

Seite 4

Nr. 2, Juni 2025


Inhalt

Vorwort des Direktors 3

Fokus: USAID-Kürzungen 4

Auswirkungen am Beispiel Kamerun 4

Interview mit Dr. George Assam 7

Impressum

begegnen Nr. 2

Juni 2025

Herausgeberin:

Mission 21,

Missionsstrasse 21,

4009 Basel

Tel. 061 260 21 20

«begegnen» erhalten

Gönnerinnen und Gönner

von Mission 21 viermal

jährlich ab einem Beitrag

von CHF 25.– im Jahr.

Auflage: 9 500 Ex.

Redaktion: Emilie Buri

Layout: Emilie Buri und

bombasel.ch

Gedruckt in der Schweiz:

Gremper AG, Basel

ISSN: 2673-8635

Titelbild: Im Labor des Spitals

Manyemen, Kamerun.

Foto: Tanja Giannone

Die in diesem Heft vorgestellten

Programme und

Projekte werden von der

DEZA (EDA) mitfinanziert.

Projekt aktuell 9

Peru: Indigene Frauen bilden sich weiter 10

Lebenswelten: Drei Stimmen aus drei Kontinenten 12

Kurz gesagt 14

Internationale Lerngemeinschaft 15

Eine PEP!lerin erzählt von ihrem Einsatz 15

Was Legate bewirken 16

Ein stilles Zeichen mit grosser Wirkung 16

Engagiert: Hebammen werben für Hebammen 17

Ein Bild, eine Geschichte 18

Agenda 19

Fotos: Copyright

Mission 21, wenn nicht

anders angegeben.

Angaben zum Datenschutz:

m-21.org/datenschutz

Spendenkonto Schweiz:

IBAN: CH58 0900 0000 4072 6233 2

Spendenkonto Deutschland:

IBAN: DE39 6835 0048 0001 0323 33 BIC SKLODE66XXX 53229-2411-1003

2 begegnen 2 | 2025


Vorwort des Direktors

Liebe Leserin, lieber Leser

Es ist in unserem Basler Büro Tradition, von den Dienstreisen einen ortstypischen Snack für

die Teeküche mitzubringen. So melden wir uns zurück und offerieren den Daheimgebliebenen

ein Geschmackserlebnis aus den Ländern unserer Partner.

Es waren frische Erdnüsse, die unsere Kollegin Angelika Weber diesen Frühling aus Kamerun

mitgebracht hat. Sie waren in alte Petflaschen abgepackt, sodass man sich die Nüsse direkt

auf die Hand rieseln lassen konnte – ein cleveres Beispiel von Upcycling!

Angelika Weber brachte aber vor allem einen Rucksack an Geschichten und Eindrücken mit

– darunter auch Erlebnisse, die uns besorgen. Der radikale Rückzug der US-amerikanischen

Entwicklungsbehörde USAID bedeutet für die Menschen in Kamerun, dass der Zugang zu

lebenswichtigen Medikamenten gegen weit verbreitete Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria

oder HIV wegbricht – mit gravierenden Folgen für die Betroffenen, für ihre Familien und für

das ganze Land.

Das gilt auch für viele andere Orte weltweit, etwa für den Südsudan. Auch hier fehlen Medikamente

und andere Hilfsgüter. In diesem Land, wo die Menschen mit Hunger, Gewalt, Krankheiten

sowie mit der Herausforderung, hunderttausende Geflüchteten aus dem Sudan zu

versorgen, konfrontiert sind, schwelt zudem ein Konflikt, der zu einem erneuten Bürgerkrieg

auszubrechen droht. Mission 21 versucht, gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen vor Ort

dazu beizutragen, die angespannte Situation zu beruhigen und leistet humanitäre Hilfe.

Ihre Unterstützung wird dringender benötigt denn je. Danke, dass Sie für Gesundheit und

Frieden spenden.

Herzliche Grüsse

Pfarrer Jochen Kirsch

Direktor Mission 21

Wir kommen zu Ihnen!

Sie unterstützen ein Projekt und möchten wissen, wie Ihr Geld

eingesetzt wird? Sie sind interessiert an Berichten aus einem

spezifischen Land oder einem unserer Wirkungsbereiche?

Wir geben Ihnen gerne Auskunft! Unsere Fachpersonen stehen

für Informationsveranstaltungen, Gottesdienste, Unterrichtsstunden

oder Dankesanlässe für Freiwillige zur Verfügung.

Kontakt: monika.dipietrantonio@mission-21.org

Informationen: mission-21.org/fachpersonen

begegnen 2 | 2025

3


Fokus: Kürzungen USAID-Gelder

USAID-Wegfall:

Auswirkungen am

Beispiel Kamerun

Der radikale Rückzug der Entwicklungsbehörde USAID aus

mehreren tausend Projekten hat dieses Frühjahr weltweit für

Schlagzeilen gesorgt. Die Auswirkungen vor Ort sind deutlich

spürbar, die Unruhe wächst – auch in Kamerun, einem Land,

das besonders in der Bekämpfung von HIV und Tuberkulose

auf breite Unterstützung angewiesen wäre.

Text: Angelika Weber, Mission 21

Tanja Giannone

Im abgelegenen Spital

Manyemen werden akut

und chronisch kranke

Patient*innen – etwa mit

Tuberkulose oder dem HI-

Virus – behandelt.

Keine Organisation arbeitet in Isolation. Wenn

ein grosser Akteur aus einem Netzwerk ausscheidet,

sind alle anderen Mitglieder betroffen.

So sieht es auch beim Wegfall der USAID-

Unterstützung aus: Zwar hat bisher keine der

kamerunischen Partnerorganisationen von

Mission 21 direkte Finanzmittel von der USamerikanischen

Entwicklungsbehörde erhalten,

aber die USAID hatte einen Beitrag an

Gesundheitszentren und Behandlungen geleistet,

die von der kamerunischen Regierung

verwaltet und unter anderem von unseren

Partnerorganisationen durchgeführt

werden. Insofern sind

die Auswirkungen auch konkret

bei unserer Arbeit spürbar.

Eines der Hauptprobleme

des plötzlichen Rückzugs von

USAID ist die Verfügbarkeit

von und der Zugang zu Medikamenten.

Infektionskrankheiten

wie HIV und Tuberkulose

sind ein grosses Problem

in Kamerun. Die US-amerikanische

Entwicklungsbehörde

war bisher eine der Haupt-

Martin Witmer

liefe rantinnen von Medikamenten gegen HIV,

Malaria und Tuberkulose. Bereits im März

2025 gab es in ländlichen Krankenhäusern wie

Manyemen Engpässe bei den Medikamenten.

Sollten die Mittel bald ganz ausbleiben, fehlen

damit antiretrovirale Medikamente sowie auch

HIV-Tests. Dadurch wird die Zahl der Infektionen

unweigerlich steigen, werden Menschen

sterben, Kinder verwaisen, Resistenzen gegen

die vorhandenen Medikamente zunehmen und

der Gesundheitszustand in Kamerun läuft Gefahr,

wieder so sein wie zu Beginn der 2000er-

Jahre.

Sterblichkeitsrate steigt

Dazu kommt der Abbau des Personals. Die Belegschaft

der USAID-Büros in Kamerun wurde

sofort nach Bekanntgabe der Kürzungen entlassen,

die Büros mussten geschlossen werden.

Auch von USAID entlöhnte Angestellte in

Gesundheitszentren verloren ihre Stelle. Dadurch

ist es für die Einrichtungen nun deutlich

schwieriger, sich um alle Patient*innen

und die Einhaltung der Vorschriften zu kümmern.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit und die

Gesundheitsförderung sind beeinträchtigt.

4 begegnen 2 | 2025


Riki Muldiana Husen

Die wirtschaftlichen, psychologischen und

sozialen Folgen für die Patient*innen und das

Personal sind enorm. Auch im Zusammenhang

mit den Personalkürzungen muss festgehalten

werden, dass durch diesen Entscheid die

Sterblichkeitsrate in Kamerun steigen wird.

Geschwächte Gesellschaft

Dorothy Tanwani arbeitet in der von Mission 21

unterstützten Frauengruppe «Aid International

- Christian Women of Vision» in der Stadt

Bamenda. Sie erklärt: «Die Entscheidung, die

Mittel aus lebenswichtigen Programmen zu

streichen, die unsere Gemeinschaften unterstützen

und unsere Werte wahren, untergräbt den

Fortschritt, den wir erzielt haben.» Das Wohlergehen

unzähliger Menschen, die auf diese Ressourcen

angewiesen sind, sei damit in Gefahr.

«Wir glauben an die Bedeutung von Investitionen

in Bildung, Gesundheitsversorgung und

soziale Dienste, die unsere Gemeinschaften

stärken», sagt sie. Die Kürzung dieser Mittel

Medikamentenabgabe im

Spital Manyemen, Kamerun:

Bereits im März 2025 gab

es Engpässe.

USAID: Einbruch einer Mega-Behörde

Die USAID (United States Agency for International Development) war bisher die weltweit grösste Behörde für

Entwicklungszusammenarbeit. Sie verfügte über 40 Milliarden US-Dollar pro Jahr und finanzierte fast die Hälfte der humanitären

Massnahmen auf der ganzen Welt. Am 20. Januar 2025 veranlasste US-Präsident Donald Trump ein dreimonatiges

Moratorium für die Auszahlung von Geldern durch USAID. Kurz darauf wurden die Stelle der meisten Angestellten der USAID

gestrichen. Von den Kürzungen sind 120 Millionen Menschen in 130 Ländern betroffen. Dass die USAID ihren Betrieb im bisherigen

Umfang wieder aufnehmen kann, scheint im Moment unwahrscheinlich.

Während zahlreiche Stimmen ihre Entrüstung über die Kürzungen zum Ausdruck bringen, positionieren sich andere vorsichtig

optimistisch: Es sei der Moment für afrikanische Länder, ihre Gesundheitsvorsorge selbst in die Hand zu nehmen. Einig sind

sich allerdings alle, dass die Kürzungen viel zu schnell, radikal und unerwartet umgesetzt wurden. Unterdessen wurden in den

USA mehrere Klagen gegen das Vorgehen eingereicht. Es ist unklar, ob diese tatsächlich eine Wirkung haben werden.

begegnen 2 | 2025

5


Fokus: Kürzungen USAID-Gelder

Tanja Giannone

treffe nicht nur die Bedürftigen, sondern schwäche

auch das Gefüge der Gesellschaft. «Wir

sollten dem Wohlergehen aller Menschen Vorrang

einräumen, damit jede einzelne Person die

Möglichkeit hat, sich zu entfalten», so Dorothy

Tanwani.

Gesamte Weltgemeinschaft betroffen

Winnie Byanyima, Exekutivdirektorin des gemeinsamen

HIV/Aids-Programms der Vereinten

Nationen, betonte am 24. März 2025 auf einer

Pressekonferenz in Genf eindringlich, dass

aufgrund der Kürzungen Tausende von HIV-infizierten

Menschen nicht die notwendigen Medikamente

erhalten und dass das bedeute, dass

sich das Virus ausbreiten könne. Sie rechnete

vor: Es sei zu befürchten, dass sich dadurch in

den kommenden vier Jahren 8,7 Millionen Menschen

infizieren und 6,3 Millionen an Aids sterben

werden. Das sind zehnmal mehr als allein

im Jahr 2023. Winnie Byanyima appellierte in

ihrer Rede an die USA, die Entscheidung über

den Rückzug noch einmal zu überdenken, und

betonte, dass die gesamte Weltgemeinschaft

von der Rückkehr der Aids-Pandemie betroffen

sein werde.

Die kamerunische Regierung versucht unterdessen,

eine neue Strategie zu entwickeln, um

die nun fehlende Deckung der Kosten zu übernehmen.

Das kamerunische Gesundheitsministerium

liess verlauten, dass die Behandlung

durch die kamerunische Regierung sichergestellt

sei. Da es keine Vorbereitungszeit gab, ist

dies allerdings ein äusserst schwieriges Unterfangen.

Wenn bisheriges Personal abgezogen

wird, die Arbeit neu organisiert werden muss, es

Lücken bei der Nachbereitung und Verwaltung

der Datensysteme, bei der Arbeit vor Ort und bei

der Überwachung gibt, wird das eine grosse Herausforderung

sein.

Wir brauchen dringend Ihre

Unterstützung

«Gesundheitsversorgung und HIV-Prävention in Kamerun»

Spenden: IBAN CH58 0900 0000 4072 6233 2

Vermerk 134.1029 oder online: www.mission-21.org/spenden

Flickr / Cancillería del Ecuador

Oben:

Im Labor des Spitals

Manyemen, Kamerun.

Links:

Warnt vor drastischen

Folgen für die Gesundheitssituation

weltweit: Die

Uganderin Winnie Byanyima

ist Exekutivdirektorin des

Gemeinsamen Programmes

der Vereinten Nationen für

HIV/Aids.

6 begegnen 2 | 2025


«Der Fortschritt ist gefährdet»

Der kamerunische Arzt George Assam behandelt armutsbetroffene Menschen,

die ihn für die Nachsorge von HIV/Aids aufsuchen. Sein Gesundheitszentrum ist

auch von den USAID-Kürzungen betroffen.

Interview: Emilie Buri, Mission 21

zVg

George Assam gründete

ein Spital für die unterversorgte

Bevölkerung

Doualas.

Wie sieht Ihr Berufsalltag aus?

Ich arbeite in einem gemeinnützigen Dienstleistungsnetz,

das ich 1994 gegründet habe.

Wir versuchen Menschen zu versorgen, die in

Douala in Armut leben. Deren Anteil macht

über 50 Prozent der Stadtbevölkerung aus.

Viele Menschen leben sehr dicht beieinander,

bei schlechter Wohnqualität. Wir befinden

uns in einem Gebiet, in dem Malaria, Tuberkulose

und durch Wasser übertragene Krankheiten

wie Salmonellen sehr häufig sind.

Wie wirkt sich der Entscheid der US-Regierung

auf Ihren Alltag aus?

Die Entwicklungsbehörde USAID finanzierte

seit dem Jahr 2000 durch den «U.S. President's

Emergency Plan for AIDS Relief» (PEPFAR)

eine globale Gesundheitsinitiative mit HIV-

Prävention, Behandlungen und Pflegeunterstützung

in etwa 55 Ländern weltweit. Damit

Zur Person

Dr. George Troster Assam ist Arzt und

Berater für diagnostische medizinische

Bild gebung. Er arbeitet im Gesundheitszentrum

der «Help Medical Foundation»,

wo Allgemeinmedizin, Bildgebung und

Labortests angeboten werden.

Assam ist Mitglied der von Mission 21

unterstützten Presbyterianischen Kirche in

Kamerun (PCC). Dort war er Teil des medizinischen

Beirats und arbeitete kurzzeitig

im Spital in Manyemen und in Nyasoso.

begegnen 2 | 2025

7


Fokus Kürzungen USAID-Gelder

Angelika Weber

Nicht nur Kamerun, sondern auch zahlreiche andere Länder sind von den Kürzungen der USAID-Gelder betroffen.

Im Bild: Der Mount Cameroon liegt im Übergang zwischen West- und Zentralafrika.

wurden etwa 26 Millionen Menschen erreicht

und über 20 Millionen Menschen konnten von

antiretroviralen Medikamenten profitieren,

darunter über 560'000 Kinder.

Bei uns in Kamerun war USAID massgeblich

daran beteiligt, das Gesundheitssystem zu verbessern,

insbesondere bei der Bekämpfung von

Krankheiten wie HIV/Aids, Malaria sowie Tuberkulose

und auch in der Überwachung von

Ebola. Die Entwicklungsbehörde war auch im

Impfprogramm involviert.

Durch den Entscheid der US-Politik, diese

Unterstützung zurückzuziehen, sind die enormen

Fortschritte gefährdet, zum Beispiel im

Zugang zu Wissen oder in der Prävention der

HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind.

Die Hauptfolgen wären ein Wiederanstieg der

HIV/Aids-bedingten Sterblichkeitsraten, da

die meisten afrikanischen Länder in hohem

Masse von externen Mitteln für die nationalen

Behandlungsprogramme abhängig sind.

Wo schöpfen Sie Hoffnung?

Kürzlich informierte der Minister für öffentliche

Gesundheit die kamerunische Bevölkerung,

dass die Regierung alles tun werde, um

die kontinuierliche Versorgung von Schwangeren

und Kindern mit retroviralen Medikamenten,

Tuberkulose- und Malariaprophylaxe zu

gewährleisten. Es gab unterdessen immerhin

eine landesweite Impfkampagne gegen Kinderlähmung

und Masern. Wir hoffen nur, dass

dies fortgesetzt wird und keine politische Show

innerhalb des Wahljahres ist. Auf externe Unterstützung

sind wir nach wie vor angewiesen.

Schweiz ebenfalls auf Sparkurs

Die Kürzungen der USAID fallen in eine Zeit, in der auch viele

Länder in Europa beschlossen haben, ihre Gelder für die internationale

Zusammenarbeit zu reduzieren - darunter auch die

Schweiz: Im Budget für die internationale Zusammenarbeit 2025

wurden 110 Millionen Franken gestrichen und im Finanzplan für

die Jahre 2026 bis 2028 sind weitere Kürzungen von 321 Millionen

Franken vorgesehen.

Da die Schweizer DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit)

auch Mission 21 unterstützt, werden diese Kürzungen

bei uns ebenfalls spürbar sein.

Unterstützen Sie uns jetzt!

Spenden: IBAN CH58 0900 0000 4072 6233 2,

oder online: www.mission-21.org/spenden

8

begegnen 2 | 2025


Projekt aktuell

Waldivia Mario Yana Apaza

Peru

Indigene Frauen und Jugendliche: Stärkung

politischer Teilhabe und Umweltschutz

In den peruanischen Anden mangelt es rund

einem Viertel aller Frauen an einem Bildungsabschluss.

Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen

unterstützen wir Frauen und

Jugendliche mit Kursen für Grundkompetenzen im

Lesen, Schreiben und Rechnen. Wir stärken sie

zudem mit beruflicher Weiterbildung sowie zu

Umweltthemen und politischer Teilhabe –

dringend nötige Themen in dieser Region, die

stark durch Klimawandel und Gewässerverschmutzung

betroffen ist.

begegnen 2 | 2025

9


Projekt aktuell

«Ich hätte nie gedacht, dass

ich das alles schaffe»

Bildung ist für indigene Frauen im andinen Hochland ein schwer erhältliches Gut.

Mission 21 ermöglicht Frauen und Jugendlichen, sich auf verschiedenen Ebenen

weiterzubilden, um Armut hinter sich zu lassen und um für die Herausforderungen

durch Klimawandel und Verschmutzung in ihrer Region gewappnet zu sein.

Text: Christoph Rácz, Mission 21

Karen Dayana Cuentas Quea

Teilnehmerinnen

eines Projektes von

IDECA stellen ihr

Kunsthandwerk aus.

«Meine grösste Hoffnung ist es, mich in meiner

Persönlichkeit weiterzuentwickeln – und dass

die Frauen in meiner Gemeinschaft ihre Ideen

zum Ausdruck bringen können.» Das sagt Sonia

Yolanda Choquecota Poma auf die Frage, was

sie sich für die Zukunft wünscht.

Eine solche Aussage hätte sie früher nicht gemacht,

ergänzt die 51-jährige Kleinbäuerin aus

der peruanischen Region Puno. Sonia Choquecota

sei es gewohnt gewesen, dass ihre Meinung

wenig zählte und dass Frauen untergeordnet

seien. Zudem erlebte sie als indigene Aymara-

Frau auch die Gleichgültigkeit staatlicher Stellen

gegenüber den Interessen ihrer Gemeinschaft.

Entsprechend traurig sei ihre Situation

im Rückblick gewesen, auch wirtschaftlich: Wie

ihr Mann arbeitete sie auf dem gemeinsamen

kleinen Hof, konnte aber kein eigenes Einkommen

erwirtschaften. Dann entschloss sie sich,

an einem Bildungsprojekt von IDECA teilzunehmen.

Führungskompetenz und Einsatz für sauberes

Wasser

Das peruanische Institut für das Studium

der andinen Kulturen ist seit 2010 Part nerorganisation

von Mission 21. IDECA ist der

Ökumene verpflichtet, fördert die kritische

Reflexion und setzt sich für interkulturellen

Dialog ein. Ziel ist die Förderung der indigenen

Bevölkerung und vor allem die Stärkung indigener

Frauen. Die meisten Mitarbeitenden von

IDECA sind indigener Herkunft und leben beispielhaft

vor, wie wirksam es sein kann, Wissen

zu schaffen und gemeinsam Interessen zu verfolgen.

Bei IDECA fand Sonia Choquecota ein ermutigendes

Umfeld vor und fühlte sich als Frau

ernstgenommen.

10 begegnen 2 | 2025


Jesus Rony Ramos Mamani

In den Ausbildungen

können die Teilnehmerinnen

ihre Erfahrungen

reflektieren

und ihre persönlichen

Beziehungen stärken.

IDECA führt ein mehrjähriges Ausbildungsprogramm

für Frauen aus indigenen Frauenorganisationen

durch. An diesem nahm auch

Sonia Choquecota teil. Sie hat sich in handwerklichen

Techniken weitergebildet und

lernte, sich mit anderen Frauen zu organisieren,

um Produktion und Absatz ihrer Erzeugnisse

zu steigern. Dies bringt Sonia Choquecota

wirtschaftliche Unabhängigkeit. Sie trägt zum

Familieneinkommen bei und hat dank des erworbenen

Wissens auch ihr Selbstbewusstsein

gesteigert: «Ich hätte nie gedacht, dass ich das

alles schaffe. Aber jetzt weiss ich, dass ich das

kann und dass ich nicht allein bin.»

Wir brauchen Ihre Unterstützung

«Indigene Frauen und Jugendliche: Stärkung politischer

Teilhabe und Umweltschutz in Peru».

Spenden: IBAN CH58 0900 0000 4072 6233 2,

Vermerk 476.1020 oder online: www.mission-21.org/spenden

Selbstbewusstsein stärken,

Umwelt schützen

In der Region Puno ist der Anteil von Menschen

indigener Herkunft aus den Ethnien der

Quechua und Ayamara besonders gross. Ihre

Rechte werden vom Staat zwar anerkannt –

doch umgesetzt wird dies in der Praxis nur

mangelhaft. Von Rassismus, Diskriminierung

und Machismus sind vor allem die indigenen

Frauen betroffen.

In den ländlichen Hochanden verfügt rund

ein Viertel der Frauen über keinen Schulabschluss.

Mission 21 unterstützt darum neben

IDECA auch die Partnerorganisation Alfalit, die

betroffenen Frauen in zweisprachigen Kursen

auf Spanisch und Quechua Grundkompetenzen

im Lesen, Schreiben und Rechnen vermittelt.

Dank der Lernerfolge stärken die Frauen auch

ihr Selbstbewusstsein.

Alfalit, Ideca und Emaús, eine weitere Partnerorgani

sa tion, sind zudem tätig in der Umweltbildung

an Schulen, bei Eltern, Lehrpersonen

und auch bei Behördenvertreter*innen. Denn

die Verschmutzung des existenziell bedeutsamen

Titicacasees wird immer grösser und das

Einstehen für sauberes Trinkwasser immer

dringender.

begegnen 2 | 2025

11


Lebenswelten

Fünf Fragen, drei Stimmen

aus drei Kontinenten

Wie sieht das Leben der Menschen in anderen Kulturen aus?

Drei Menschen aus drei Kontinenten erzählen über ihre

Traditionen rund um die Namensgebung.

zVg

«Mein Name und meine Persönlichkeit

stimmen überein.»

Rafiqah, 46, arbeitet bei einer Nichtregierungsorganisation

und lebt in Banjarmasin City, Indonesien.

Was bedeutet Ihr Name?

Mein Name – es ist übrigens mein einziger, ich habe keinen Vor- und

Nachnamen – kommt aus dem Arabischen und bedeutet Freundschaft

oder treue Gefährtin.

Wie häufig ist Ihr Name in Ihrem Land?

Viele heissen so in Indonesien. Allerdings haben die meisten noch

weitere Namen davor oder danach. Meine Eltern wollten für mich und

meine Schwestern kurze Namen, die leicht zu merken und zu rufen

sind. Selbst mein Name wird noch abgekürzt, zum Beispiel in Fikah.

Können Sie sich mit Ihrem Namen identifizieren?

Ein bekanntes Sprichwort lautet: «Ein Name ist ein Gebet». Im Islam

glaubt man, dass der Name den Charakter und das Verhalten des Kindes

im täglichen Leben beeinflusst. Ich habe das Gefühl, dass mein

Name und meine Persönlichkeit übereinstimmen.

Welche Traditionen gibt es in Ihrer Kultur rund um die Namensgebung?

In Südkalimantan führen wir am siebten Tag der Geburt oder an einem

bestimmten Tag nach dem islamischen Mondkalender eine Zeremonie

durch, um die Ankunft eines Babys zu feiern und ihm offiziell einen

Namen zu geben.

Sind die Traditionen bei der Namensgebung für Mädchen und für Buben

unterschiedlich?

Nicht zur Namensgebung, aber zur Geburt: Der Islam empfiehlt, zur

Ankunft eines Kindes ein Tier zu schlachten: für einen Jungen zwei

Ziegen, für ein Mädchen nur eine Ziege. Mit dem Wandel der Zeit wird

aber auch oft ganz darauf verzichtet.

12 begegnen 2 | 2025


Ovandino Mamani Quispe, 27, arbeitet als Agrartechniker

in Copacabana, Bolivien.

zVg

Was bedeutet Ihr Vorname?

Ich weiss es nicht genau. Mein Vater hatte einen Ausbilder. dessen

Nachname Ovando war, und es gab in Bolivien einen Präsidenten

namens Alfredo Ovando Candia. Deshalb wollte mein Vater, dass ich

diesen Namen trage, wenn auch in abgewandelter Form.

Wie häufig ist Ihr Vorname in Ihrem Land?

Ich kenne niemanden mit meinem Vornamen und ich habe noch nie

gehört, dass jemand so heisst wie ich.

Können Sie sich mit Ihrem Vornamen identifizieren?

Ja. Die Leute sprechen ihn zwar manchmal falsch aus, aber er ist einzigartig.

Welchen anderen Vornamen könnten Sie sich für sich vorstellen?

Keinen. Als ich noch jünger war, schlug man mir vor, mich in Osvaldo

umzubenennen, weil das einfacher sei. Aber ich habe das nicht ernstgenommen.

Ich bin Ovandino, das habe ich immer allen gesagt.

Welche Traditionen gibt es in Ihrer Kultur rund um die Namensgebung?

Eltern schlagen manchmal in Almanachen nach, in denen Namen nach

Datum und Bibelbezug aufgelistet sind. Aber die meisten wählen einfach

einen Namen, der ihnen gefällt, zum Beispiel den einer öffentlichen

Persönlichkeit.

Werden die Kinder getauft, schneiden die Verwandten dem Täufling

eine Haarsträhne ab, nehmen sie mit und hinterlassen dem Kind dafür

Geld für seine Zukunft.

«Ich kenne

niemanden,

der so heisst

wie ich.»

Naanbam Ibrahim Da’an, 35, Reinigungskraft und Mutter

einer erwachsenen Tochter, aus Jos im Bundesstaat Plateau,

Nigeria.

zVg

Was bedeutet Ihr Name?

Naanbam bedeutet «Gottes Hilfe» auf Mwagavul.

Wie häufig ist Ihr Name in Ihrem Land?

Der Name ist sehr gebräuchlich für eine Frau der Mwagavul-Ethnie im

Bundesstaat Plateau.

Können Sie sich mit Ihrem Vornamen identifizieren?

Ja. Er ist aussagekräftig, ich bin stolz darauf.

«Der Name prägt

die Zukunft eines

Menschen.»

Welchen anderen Vornamen könnten Sie sich für sich vorstellen?

Als Zusatz zu meinem traditionellen Namen heisse ich mit christlichem

Namen «Favour». Er steht er für Gnade, Segen und Freundlichkeit.

Welche Traditionen gibt es in Ihrer Kultur rund um die Namensgebung?

In meiner Kultur werden Namen auf der Grundlage der Herkunft, des

Glaubens und der Bedeutung gewählt. In manchen Familien findet

eine Namensgebungszeremonie statt, bei der Älteste und Angehörige

zusammenkommen, um das neugeborene Kind zu segnen. Namen sind

in meiner Tradition wichtig, weil sie immer eine tiefe Bedeutung haben

und die Identität und Zukunft eines Menschen prägen.

begegnen 2 | 2025

13


Kurz gesagt

Youth Summit 2025 – Engagiert

gegen Plastikabfälle

Wie können wir gegen die Flut an Plastikabfällen angehen?

Mit dieser Frage setzte sich unser diesjähriger

Online-Youth Summit am 5. April auseinander.

Mehr als 50 junge Erwachsene aus rund 30 Ländern

gewannen Einblicke in die Problematik aus verschiedenen

Perspektiven und diskutierten Lösungen für

eine Reduktion von Plastikmüll.

Fünf Referent*innen aus Bolivien, Ghana, Indonesien

und der Schweiz hielten Inputreferate und machten

auch die Dimension der weltweiten Bedrohung durch

Plastikabfälle sichtbar. Trotz der riesigen Herausforderung

tauschten die engagierten Teilnehmenden zuversichtlich

Ideen für Lösungen aus. Sie diskutierten,

wie weitere Menschen für das Problem sensibilisiert

und Verhaltensänderungen erzielt werden können.

Der zweieinhalbstündige Youth Summit vernetzte

junge Erwachsene, die sich aktiv und motiviert zur

Eindämmung des Plastikabfalls und zum Schutz

der Umwelt einsetzen und zeigte auf, wie unterschiedliche

lokale Ideen zur Lösung eines globalen

Problems beitragen können. Organisiert wurde der

Youth Summit vom Team young@mission21.

Lee Hunsam zu Besuch bei

Mission 21

Im Februar besuchte Lee Hunsam, der neu gewählte

Generalsekretär der Presbyterianischen Kirche der

Republik Korea (PROK), Mission 21 und berichtete über

die politische Staatskrise in seinem Land. Nach einem

Putschversuch des damaligen Präsidenten Yoon Sukyeol

forderte die PROK zusammen mit anderen religiösen

Gruppen und Millionen von Bürger*innen auf

friedliche Weise die Amtsenthebung und Verhaftung

von Yoon Suk-yeol, um die Demokratie des Landes zu

schützen. Mittlerweile wurde er vom Dienst suspendiert.

Die PROK ist die gemeinsame Partnerkirche von

Mission 21 und der Evangelischen Mission in Solidarität

(EMS) in Stuttgart.

Mission 21 im Einsatz für

Gendergerechtigkeit

Am 14. Juni finden schweizweit Protestaktionen zum

feministischen Streik statt. Mission 21 setzt sich

dafür ein, dass die Rechte der Frauen auch weltweit

gestärkt werden. Dieses Jahr unterstützen wir

gezielt Pilotprojekte, welche die Prävention von geschlechtsspezifischer

Gewalt in die Förderung von

Ernährungssouveränität integrieren. Denn sexualisierte

und geschlechtsspezifische Gewalt (SGBV) und

Ernährungsunsicherheit sind zwei zentrale Themen,

die Frauen und marginalisierte Gruppen überproportional

betreffen.

Ziel ist es, dass Mission 21 und ihre Partner*innen

die Zusammenhänge zwischen Klimawandel und Geschlechtergerechtigkeit

berücksichtigen. Und dass

dies zu einem selbstverständlichen Aspekt des Einsatzes

für mehr Gendergerechtigkeit wird.

Aktuelle Lage Südsudan

Im jüngsten Land der Welt droht erneut ein

blutiger Konflikt auszubrechen. Gewaltsame

Auseinandersetzungen und Bombenangriffe in

verschiedenen Städten des Südsudans wurden

gemeldet, Dutzende Menschen wurden bei den

Kämpfen getötet. Seit Februar sind mindestens

180'000 Menschen aus der betroffenen Region

geflohen. Präsident Salva Kiir und Vizepräsident

Riek Machar werfen sich gegenseitig vor,

den Konflikt anzuheizen.

Besonders betroffen ist die Nuer-Gemeinschaft.

Der Zugang zu Nahrungsmitteln, sauberem

Trinkwasser und medizinischer Versorgung

bleibt für viele Menschen unzureichend,

während der anhaltende Cholera-Ausbruch die

gesundheitliche Krise weiter verschlimmert.

Der Südsudan mit rund elf Millionen Einwohner*innen

erlebte nach seiner Unabhängigkeit

vom nördlichen Nachbarland Sudan einen

schweren Bürgerkrieg. Präsident Salva Kiir

Mayardit und Riek Machar bildeten 2020 eine

gemeinsame Übergangsregierung, die nun zu

scheitern droht.

In dieser kritischen Situation sind Massnahmen

dringend erforderlich, um die betroffenen Menschen

mit lebensnotwendiger Hilfe zu versorgen,

ihre Sicherheit zu gewährleisten und langfristige

Resilienzmassnahmen zu fördern.

Mission 21 ist seit Jahren präsent im Südsudan

und gemeinsam mit der Partnerkirche PCOSS,

dem Südsudanesischen Kirchenbund SSCC

und weiteren Organisationen in verschiedenen

Projekten tätig, unter anderem in

der Friedensförderung. Zusammen mit den

Partnerorganisationen hat Mission 21 bereits

den ersten Einsatz von humanitärer Hilfe

durchgeführt.

Spenden Sie hier für die

humanitäre Hilfe im Südsudan:

https://m-21.org/sdsudan

Frauen auf einem

Markt in Juba County

(Archivbild). Die

südsudanesische Bevölkerung

musste bereits

einen Bürgerkrieg

erleben. Nun droht der

Konflikt erneut auszubrechen.

Silvano Yokwe

14 begegnen 2 | 2025


Internationale Lerngemeinschaft – PEP!

Im Einsatz in Costa Rica

Im PEP!-Programm arbeiten junge Fachleute aus der Schweiz in Projekten von

Mission 21 mit. Nina Rusch unterstützte das Team unserer Partnerorganisation

DEI im Bereich Kommunikation. Hier erzählt sie von ihrer Arbeit.

Text: Nina Rusch, PEP!lerin Mission 21

Unterwegs mit

young@mission21

Unser Netzwerk für junge Erwachsene engagiert

sich für den kulturellen Austausch unter jungen

Menschen aus der ganzen Welt, die sich gemeinsam

für mehr Gerechtigkeit einsetzen. Im PEP!-

Programm (Professionals Exposure Program)

arbeiten junge Fachkräfte in Projekten mit, im

Jugendbotschaftsprogramm steht der Austausch

in einer international gemischten Gruppe zu

aktuellen Themen im Vordergrund. Mit diesen und

weiteren Angeboten ermöglicht young@mission21

neue Erfahrungen und Begegnungen.

Nina Rusch (vorne Mitte) mit dem

Team von DEI.

zVg

Jetzt informieren unter

www.mission-21.org/young

Beworben für einen PEP!-Einsatz in Costa Rica

hatte ich mich, weil ich in Zukunft in Lateinamerika

arbeiten möchte und dies eine gute

Gelegenheit war, den Kontext und die Kulturen

näher kennenzulernen. Zudem wollte ich meine

Spanischkenntnisse erweitern und meine beruflichen

Fähigkeiten in einem anderen, neuen

Umfeld anwenden.

Von September 2024 bis Mai 2025 arbeitete

ich darum im Bereich der Kommunikation im

DEI (Departamento Ecuménico de Investigaciones)

in San José, Costa Rica. Ich unterstützte

das Team mit der Erstellung von Publikationen,

Katalogen und Materialien für Seminare sowie

Workshops und begleitete Angebote vor Ort mit

der Kamera.

Rundum unterstützt

Der Anfang war eine Herausforderung, besonders

die Kommunikation auf Spanisch. Es war

anstrengend, sich ausschliesslich in einer neuen

Sprache auszudrücken, doch von Anfang

an fühlte ich mich in meinem Arbeitsumfeld

und auch in der Freizeit sehr gut begleitet. Ich

wurde rundum unterstützt und fühlte mich

schnell zu Hause. Nach einigen Monaten fühlte

ich mich deutlich sicherer im Umgang mit der

Sprache und genoss die Zeit immer mehr.

Am meisten schätzte ich die kleinen, aber

wertvollen Momente: Die Gespräche beim Mittagessen

mit den Kolleg*innen, die wöchentlichen

Marktbesuche oder Ausflüge, um das

Land kennenzulernen. Diese Austausche und

Begegnungen machten mein Leben in Costa

Rica besonders und bereicherten meine Zeit.

Bereichernder Austausch

Insgesamt war mein PEP!-Einsatz in Costa Rica

eine wertvolle Erfahrung. Ich habe nicht nur

beruflich und sprachlich viel dazugelernt, sondern

auch die Kultur und Lebensweise der Menschen

kennengelernt. Die Zeit, die ich in diesem

wunderschönen Land verbracht habe, hat mir

einmal mehr gezeigt, wie bereichernd der Austausch

zwischen verschiedenen Kulturen sein

kann. Ich habe wunderbare Menschen getroffen

und Freundschaften geschlossen. Costa

Rica, das DEI und alle, die ich kennenlernen

durfte, werden immer einen besonderen Platz

in meinem Herzen haben.

begegnen 2 | 2025

15


Was Legate bewirken

Ein stilles Zeichen

mit grosser Wirkung

Viele Menschen tragen den Wunsch in sich, etwas Bleibendes zu hinterlassen.

Ein Legat ist eine Möglichkeit, dieses Anliegen Wirklichkeit werden zu lassen: Indem

etwa Regionen unterstützt werden, die stark von Krisen und Armut betroffen sind.

Stefanie Schaad, Mission 21

Peace Mathew

Unterstützen Sie uns

- zum Beispiel in Tansania.

Hier pflanzen und

bewirtschaften Frauen

aus den Massai- und

Sukuma-Gemeinden

Moringabäume, die sich

positiv auf Landwirtschaft

und Ernährung

auswirken.

Hinter jedem Legat und hinter jeder Erbschaft

steht eine Lebensgeschichte mit Werten und

Überzeugungen. Viele Menschen, die Mission 21

in ihrem Testament berücksichtigen, sind uns

seit Jahren verbunden. Manche begleiten unsere

Arbeit ihr Leben lang, andere stossen durch

persönliche Erlebnisse oder Begegnungen darauf.

Wir sehen jedes Vermächtnis als einen

letzten Vertrauensbeweis und gehen damit

sorgsam und verantwortungsvoll um.

Was Legate bewirken

Dank Legaten und Erbschaften können wir Projekte

in Regionen unterstützen, die besonders

stark von Krisen und Armut betroffen sind.

Diese Zuwendungen ermöglichen uns, langfristige

Veränderungen zu schaffen und das Leben

vieler Menschen nachhaltig zu verbessern. Konkrete

Beispiele sind:

• Im Südsudan erhalten Kinder trotz gewaltsamer

Auseinandersetzungen im Land eine

Ausbildung in einem sicheren Umfeld. Gerade

angesichts der aktuellen Situation ist diese Unterstützung

wichtiger denn je.

• In Nigeria werden Frauen, insbesondere solche,

die sich in einer schutzbedürftigen Situation

befinden, gestärkt: Sie erhalten Zugang zu

Bildung, Einkommen und friedensfördernden

Netzwerken.

• In Lateinamerika unterstützen wir kleinbäuerliche

und indigene Familien dabei, ihre Ernährung

und Lebensgrundlage nachhaltig zu sichern,

indem sie sich agrarökologisches Wissen

aneignen.

Beiträge unserer Gönnerinnen und Gönner

machen Mut – nicht nur den Menschen vor Ort,

sondern auch uns. Sie zeigen: Veränderung ist

möglich. Und sie beginnt mit einem Akt der Verbundenheit.

Jetzt bestellen: Unsere aktualisierten Erbrechtsbroschüren

Neuauflage unserer Erbrechtsbroschüren: Das Heft «Ihr Vermächtnis an die Zukunft» gibt Antwort auf die wichtigsten erbrechtlichen

Fragen. «Meine letzten Wünsche» liefert praktische Hinweise für Sie und Ihre Angehörigen. Die Broschüren können kostenlos bezogen

werden. Bestellungen: www.mission-21.org/legate, per Mail an stefanie.schaad@mission-21.org, per Post an Mission 21, Postfach, 4009

Basel oder via Talon in der Heftmitte. Selbstverständlich unterstützen wir Sie auch persönlich bei Fragen zur Testamentserstellung.

Ihre Ansprechperson bei Mission 21:

Stefanie Schaad

Telefon: 061 260 22 28

stefanie.schaad@mission-21.org

16 begegnen 2 | 2025


Engagiert

Hebammen unterstützen Hebammen

Die Reformierte Kirchgemeinde Worb unterstützt die Hebammenschule

im Südsudan. Am Basar letzten Winter machten

Kirchenmitglieder mit einem attraktiven Stand auf die Arbeit

der Schule aufmerksam. Mit dabei: zwei Schweizer Hebammen.

Melissa Solothurnmann

Text: Melissa Solothurnmann, Mission 21

Im Kirchgemeindehaus in Worb ist viel los an

diesem Mittwoch im November 2024: An den

Ständen des Basars wird gestöbert, geplaudert

und entdeckt – von Handarbeiten bis zu selbstgemachten

Spezialitäten. Wer mag, setzt sich im

grossen Saal zu einem Zmittag hin oder geniesst

einen Kaffee mit Kuchen. Kinder basteln, lassen

sich schminken – und freuen sich über den Zauberer

«Mägic Hene».

Gleich beim Eingang steht ein farbenfroh gestalteter

Informationsstand zum Projekt der

Hebammenschule im Südsudan: Auf grossformatigen

Postern wird der Studien- und Berufsalltag

der Hebammenschülerinnen im Südsudan präsentiert.

Gebaut wurde der Stand in Freiwilligenarbeit

von Kirchgemeinderatspräsident Theo

Schmid in dessen eigener Zimmerei. Anita Vogt,

Mitglied der Basargruppe, hat den Stand passend

zur Berufskleidung der Hebammenschülerinnen

ganz in Blau gestaltet.

Sichere Geburtshilfe

Auch zwei Hebammen aus der Region, Melina

Lehmann und Bettina Nydegger, engagieren sich

hier. Bettina Nydegger findet es interessant, zu

erfahren, wie Hebammen in anderen Regionen

der Welt ihren Beruf ausüben. «Ich denke, dass

im Südsudan anders mit dem Thema Leben und

Tod umgegangen wird – das zeigt sich auch in der

Hebammenschule», sagt sie.

Melina Lehmann erzählt:

«Für mich ist es ein Privileg in

einem Land zu leben, in dem

ich eine gute Ausbildung erhalten

konnte. Ich bin in der Lage,

eine Geburtshilfe auszuüben,

bei der es an nichts mangelt.

Es ist nicht selbstverständlich,

dass werdende Mütter von einer

sicheren Geburtshilfe profitieren

können.»

Guter Einstieg ins Leben

Der Südsudan gehört zu den Ländern mit der

höchsten Kinder- und Müttersterblichkeit weltweit.

Umso drängender ist der Bedarf nach gut

ausgebildeten Fachpersonen. Die von Mission 21

unterstützte Schule in Juba bildet junge Frauen

zu Hebammen aus, die ihr Wissen in die Gemeinden

tragen und so Menschenleben retten.

Projekte wie diese sind nur durch die Unterstützung

engagierter Menschen möglich. So trägt

der Basar in Worb dazu bei, dass Säuglingen im

Südsudan ein guter Einstieg ins Leben ermöglicht

wird. Ein herzliches Dankeschön an alle, die diesen

Basar organisieren, mittragen und ermöglichen!

Kampagne 2025: Stehen Sie mit uns für

eine friedliche Gesellschaft ein!

«In der Schweiz haben

wir grosse Ressourcen,

die hygienischen

Verhältnisse sind

ausgezeichnet und die

Geburtsorte gut ausgerüstet

- das ist nicht

selbstverständlich»,

sagt Hebamme Melina

Lehmann (rechts). Zusammen

mit Hebamme

Bettina Nydegger

engagierte sie sich

am Basar in Worb im

Kanton Bern.

Unterstützen Sie unsere interreligiöse und transkulturelle

Friedensförderung im Südsudan, in Nigeria und in

Indonesien. Die Kampagne startet am 7. September und

dauert bis zum Missionssonntag am 1. Advent. Mit einer

Spende helfen sie mit, Menschen zu befähigen, friedliche

und gleichberechtige Beziehungen über Religionsgrenzen

hinweg aufzubauen. Kirchgemeinden laden wir ein, sich

aktiv an der Kampagne mit diversen Aktionsmöglichkeiten

zu beteiligen und inspirieren sie mit Ideen für die Gottesdienst-

und Unterrichtsgestaltung.

Alles zur Kampagne unter

www.mission-21.org/kampagne

begegnen 2 | 2025

17


Ein Bild, eine Geschichte

Foto aus dem Archiv von Mission 21, BMA QD-30.036.0007

ausserordentlich erfolgreich und wurde in viele

Länder exportiert, vor allem rund um den Indischen

Ozean.

Die erste Ziegelei wurde 1865 in Jeppo bei

Mangalore erbaut. Die indischen Angestellten

produzierten zu Beginn 300 handgefertigte

Ziegel pro Tag. Schon bald entwickelte sich eine

industrielle Produktion. Nach fünf Jahren fabrizierten

60 Angestellte schon 209'000 Ziegel pro

Jahr. Mit der Zeit wurden neben Ziegeln auch

weitere Produkte aus Ton wie Zierelemente und

Bodenplatten hergestellt.

Vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs arbeiteten

in den sieben Ziegeleien knapp über 2000

Personen. Die Nachfrage nach Arbeitskräften

war so gross, dass neben Christ*innen auch zu

etwa 40 Prozent Hindus eingestellt wurden.

Die Ziegelei in Ferok, Kerala: Die Basler Mission erbaute sie als letzte im Jahr 1905. In

diesem Hochleistungsbetrieb produzierten Arbeiter*innen sieben Millionen Ziegel pro Jahr.

Ziegel um Ziegel

Da sie zum Christentum konvertierten, standen die

Inder*innen im 19. Jahrhundert in den Gemeinden der Basler

Mission ohne Arbeit da. Ziegeleien verschafften vielen ein

neues Einkommen und zeugen zum Teil noch heute von der

Industrialisierung Südindiens.

Text: Andrea Rhyn, Mission 21

Schon in den 1840er-Jahren schrieben Missionare

aus Indien nach Basel, dass zum Christentum

übergetretene Inder*innen dringend

Arbeitsmöglichkeiten bräuchten. Die Konvertierten

wurden aus dem Kastensystem ausgeschlossen

und durften ihren bisherigen Beruf

nicht mehr ausüben. Um dem abzuhelfen, experimentierte

die Basler Mission mit verschiedenen

Erwerbszweigen.

Als erfolgreich stellten sich vor allem die

Ziegeleien heraus. Besonders das schwäbische

Spitzdach aus «Basel Mission Tiles» war

Vom Abriss bedroht

1916 beschlagnahmten die britischen Behörden

die Fabriken und gaben sie trotz langer Verhandlungen

nie mehr in Basler Hände zurück.

Zwei Ziegeleien existieren heute noch, in Jeppo

und Ferok, die bis heute vom britischen «Commonwealth

Trust» geführt werden. Doch auch

diese Fabriken sind vom Abriss bedroht.

Heute hat es sich ein indisches Architektenehepaar

zur Aufgabe gemacht, die zwei noch

verbliebenen Ziegeleien zu dokumentieren. Asha

Sumra und Arijit Chatterjee verbrachten mehrere

Wochen im historischen Forschungsarchiv

von Mission 21, um anhand von Fotografien und

weiteren Dokumenten exakte Baupläne und Beschreibungen

der Ziegeleien zu erstellen. Asha

Sumra: «Durch den Besuch des Archivs verstand

ich, wie die Ziegeleien entstanden sind. Ich zeichnete

Pläne und konnte dadurch etwas festhalten,

das verlorengehen könnte. Das Archiv ermöglicht

uns, zwischen dem historischen und dem

zeitgenössischen Verständnis der Ziegeleien zu

vermitteln.»

Durch eine Publikation hoffen die beiden

Forschenden, auch die indische Bevölkerung

vor Ort für die Wichtigkeit der Gebäude zu sensibilisieren.

Es ist höchste Zeit, denn die Fabrik

in Jeppo hat im Februar ihren Betrieb definitiv

eingestellt.

Kulturgut bewahren

Das historische Forschungsarchiv von Mission 21 dokumentiert mehr als 200 Jahre Missionsund

Weltgeschichte. Menschen aus der ganzen Welt nutzen jedes Jahr unsere Bestände für

ihre vielfältigen Forschungsfragen.

Helfen Sie mit Ihrem Förderbeitrag, das Kulturgut dieses einzigartigen Archivs

für die Nachwelt zu bewahren.

https://www.mission-21.org/forschungsarchiv

18 begegnen 2 | 2025


Agenda

Bitte informieren Sie sich vor Ihrem Veranstaltungsbesuch

auf unserer Website: www.mission-21.org/agenda

EMIK-Freundes-Treffen

15. Juni, 14:00 bis ca. 16:00 Uhr, Basel

Evangelische Stadtmission, Vogesenstrasse 28

Einladung der Evangelischen Mission im Kwango,

einem der Trägervereine von Mission 21. Informationsanlass

mit anschliessender Verpflegung.

Anmeldung: Christine Sédano, Tel. +41 61 681 99 59

oder per E-Mail: c.sedano@outlook.com

«World Arts» im Café

2. Juli, 13:45 bis 16:00 Uhr

Reformierte Kirche Rebbuck, Effretikon (ZH)

Lesungen aus zeitgenössischer Literatur von

Autorinnen des afrikanischen Kontinents durch

Pfarrerin Alexandra Flury-Schölch, Studienleiterin

bei Mission 21, und der lyrische Gesang der

togolesischen Sängerin Afi Sika Kuzeawu machen

vielfältige äussere und innere Welten hörbar. Bei

einem Kaffee im «Bistro Rebbuck. Gesellig. Musikalisch.

Herzhaft». Weiteres unter www.refilef.ch/

angebote/bistro-rebbuck

Get-together

26. Juli, 14:00 Uhr, online

Das «Get-together» ermöglicht den regelmässigen

Austausch zwischen jungen Erwachsenen weltweit.

Das Format ist eng mit dem Podcast «Young

Voices» von young@mission21 verknüpft und bietet

informellen Raum für Austausch, Diskussion und

Fragen rund um die im Podcast behandelten Themen.

Sei auch Du mit dabei!

m-21.org/gettogether

Stimmen, die zum weltweiten Christentum und

zur Kirche beitragen, bei uns sicht- und hörbar

gemacht werden? Wie können wir Theologie

dekolonisieren? Veranstaltung auf Englisch und

Deutsch.

Anmeldung: www.mission-21.org/agenda

Ausblick: Begegnungsreise nach Bolivien und Peru

14. April bis 2. Mai 2026

Im Herzen der Anden engagiert sich Mission 21

in Bolivien und Peru für Menschen, die durch

Klimawandel und Umweltverschmutzung in ihrer

Existenz bedroht sind und für Frauen und Mädchen,

die sich für Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit

einsetzen.

Mission 21 unterstützt Partnerorganisationen,

die durch zielgerichtete Projekte den betroffenen

Menschen ein Leben in Würde ermöglichen. Die

Reise bietet neben touristischen Highlights Begegnungen

mit Partnerorganisationen, engagierten

Aktivist*innen und Projektteilnehmenden und vermittelt

so Einblicke in das Leben der Menschen vor

Ort, zusätzlich zu den faszinierenden Eindrücken

der beiden Länder.

Die Begegnungsreise wird durchgeführt durch das

Reformierte Pfarramt für weltweite Kirche Baselland/Basel-Stadt

in Kooperation mit Mission 21

und der Basler Mission.

Anmeldung: www.mission-21.org/agenda

Webinar «Theologie dekolonisieren! Decolonising

Theology!»

3. September 18:30 bis 20:00 Uhr, online

Die christliche Theologie wird zunehmend dafür

kritisiert, dass sie eurozentrisches Gedankengut

und Vorstellungen von Weiss-Sein privilegiert und

so Machtungleichgewichte zementiert, die aus der

Kolonialzeit stammen. Wie können die diversen

Das bietet Ihnen unsere internationale Lerngemeinschaft

• Sie können bei Veranstaltungen an verschiedenen Orten der Schweiz oder online

Neues erfahren, mitreden, Kontakte zu Menschen auf vier Kontinenten knüpfen.

• Sie können bei einer Studienreise eine Partnerkirche von Mission 21 kennenlernen.

• Sie können mit Ihrer Gruppe einen thematischen Workshop oder Rundgang buchen:

Sie wählen den Termin und kommen nach Basel oder wir kommen zu Ihnen.

• Kirchgemeinden können uns für ihre Kirchenpflege-Retraite, ihren Konf-Tag oder ihren

Gemeinde-Ausflug buchen: Wir gestalten das Programm in Absprache mit Ihnen.

• Junge Erwachsene können zum Beispiel als Jugendbotschafter*in internationalen

Austausch pflegen oder im PEP!-Programm einen Einsatz in einem Projekt leisten.

Weitere Informationen: www.mission-21.org/kurse

begegnen 2 | 2025

19


Waldivia Mario Yana Apaza

Stiften Sie Frieden!

Teilen Sie Ihr Glück!

Gehören Sie zu den Menschen, die eigentlich schon alles haben?

Vielleicht möchten Sie beim nächsten Geburtstag, Jubiläum oder

Feiertag Ihre Liebsten um eine Spende als Geschenk bitten?

Eine erfüllende Art, Freude weiterzugeben.

Sinnvoll und nachhaltig: Geschenkspenden

Spendenkonto:

IBAN: CH58 0900 0000 4072 6233 2

Ihre Spende unterstützt die gesamte Arbeit von Mission 21 für ein Leben in Würde weltweit.

So wird nachhaltige Veränderung möglich. Gerne beraten wir Sie bei Ihrer Geschenkspende!

Mission 21, Missionsstrasse 21,

CH-4009 Basel

www.mission-21.org

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!