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SOLiNZ 2 2025

SOLiNZ - solidarisches Linz - ist die Online-Zeitung der Solidarwerkstatt-Kommunalgruppe Linz.

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SOLiNZ

Die Nachbarschaftszeitung lesen - hören - schauen und aktiv werden! Ausgabe 2/2025

Aus dem Inhalt:

> Wer Straßen sät, ... 6

> Autobahnauf- und -abfahrt

Rudolfstraße 7

> Radweg Nibelungenbrücke 8

> Vertreibungspolitik und

grauer Beton 12

> Podiumsdiskussion

Froschberg 2.0 13

> Pachmayrstraße, ein

ökologisches Desaster? 14

> Tiefgarage Pöstlingberg 16

> Mühlkreisbahn schützen! 17

> Flaksiedlung vor Abriss? 18

> WIST-Heim: Preissteigerung

und Baustellenchaos 20

> Mehr für Care! 21

> Beschwerde gegen

Umfahrung Haid 22

> Permakultur neu gedacht 24

> Best practice I: Paris 26

> Best parctice II: Kopenhagen 27

> „No Pasaran“ 29

> Alle Kinder sind gleich

viel wert 30

> Aktive Neutralität

statt EU-Hochrüstugswahn 31

> Vortrag Automobilismus 32

> Stopp dem Rückwärtsgang

bei der Verkehrswende! 33

> Nein zum EU-Mercosur-Pakt! 34

Kommt zur Kundgebung! (Mehr auf den Seiten 2 bis 5)

Do, 5. Juni, 13 Uhr, Hauptplatz 5, 4020 Linz

DEMOKRATIE VERTEIDIGEN!

VOLKSBEFRAGUNG ZULASSEN!


DO, 5. JUNI, 13 UHR, HAUPTPLATZ 5, 4020 LINZ

Demokratie verteidigen!

Volksbefragung zulassen!

Über 7.000 Unterschriften haben engagierte BürgerInnen gesammelt, damit die Linzer

Bevölkerung ein Mitspracherecht bekommt, wenn ihre ureigenen Interessen betroffen

sind: der Schutz des Grüngürtels, insbesondere wenn es darum geht, dass dieser

durch Autobahnbau zerstört wird. Das Geld soll statt für Zuzahlungen zu Autobahnprojekten

in den Öffentlichen Verkehr investiert werden. Auf den Seiten 3 bis 5 findet sich

die Pressekonferenz des breiten Bündnisses „JA! zum Grüngürtel“.

Zwei Wochen nach Übergabe der Unterschriften an Bürgermeister Prammer kam ein Bescheid

seitens des Magistrat Linz: Eine Volksbefragung werde nicht zugelassen, weil „die

beantragte Fragestellung den Anforderungen an die Klarheit der Fragestellung nicht gerecht

wird“. So wird moniert, dass man nicht genau wisse, was „der Grüngürtel/die Naherholungsgebiete“

von Linz sind; folglich könne man auch nicht sagen, ob die Stadt Linz überhaupt

dafür zuständig sei; auch sei nicht eindeutig, was der „Öffentliche Verkehr“ sei, und

ob die Zuzahlungen für Autobahnprojekte dafür überhaupt umgewidmet werden könnten.

Der Bürgermeister stellt sich also blöd. Und weil er die Fragestellung nicht versteht,

kann sie auch die Bevölkerung in einer Volksbefragung nicht zugemutet werden. Mit den

Mitteln des Winkeladvokatentums will man sich also der Mitsprache der Bevölkerung

über eine politische Frage entledigen. Diese Fragestellung ist natürlich kein detaillierter

juristischer Text, sondern die Einladung zu einer breiten demokratischen Diskussion über

die Grundrichtung, in die sich Linz entwickeln soll und wie Linz seine politischen Spielräume

dafür nutzen soll. Das Ergebnis der Volksbefragung ist nicht verbindlich, aber es

hat eine hohe politische Signalwirkung. Das weiß Prammer natürlich, deshalb will er die

Volksbefragung verhindern: Er will diese Debatte nicht, er fürchtet sie.

Diese Feigheit vor den Bürger:innen teilt er mit seinem Vorgänger Klaus Luger. Dieser

unterband eine ähnliche Volksbefragung, die von 10.000 BürgerInnen eingereicht wurde,

ebenfalls mit hanebüchenem Winkeladvokatentum.„Bürgermeister Prammer schlägt mit

dieser Vorgehensweise über 7.000 Linzer:innen – auch vielen sozialdemokratischen Wähler:innen

– ins Gesicht, denn so viele Menschen wollen eine Volksbefragung zum Schutz des

Grüngürtels in Linz“, so Christian Leckschmidt, Sprecher der Initiative Grüngürtel. Die Auseinandersetzung

ist mit diesem Bescheid nicht beendet, sondern geht in die nächste Runde.

Die nächste startet schon am Do, 5. Juni. Vor der Sitzung des Gemeinderats rufen die

Bürgerinitiativen zu der Kundgebung auf: „DEMOKRATIE VERTEIDIGEN! VOLKSBE-

FRAGUNG ZULASSEN!“, 13 Uhr, Hauptplatz 5, 4020 Linz. Kommt hin!

Über 7.000 Unterschriften für Volksbefragung

„Ja! zum Grüngürtel“ eingereicht

Am 29. April 2025 überreichte das Bündnis „Ja! zum Grüngürtel“ über 7.000 Unterschriften

an den Linzer Bürgermeister Dietmar Prammer. Durch mehr als die erforderlichen

6.100 Unterschriften von wahlberechtigten Linzer:innen muss nun eine

Volksbefragung eingeleitet werden. Diese wird noch heuer stattfinden. Damit haben

zum ersten Mal alle Linzer Bürger:innen die Chance, über eine raumordnerische

Weichenstellung direkt mitzuentscheiden.

Zum Video der Pressekonferenz

Es scheint für die Linzer Stadtregierung wichtigere Dinge zu geben als unsere Bedürfnisse

für weitere hohe Lebensqualität, Klimaanpassung und funktionierende Mobilität. Diese

Dinge gilt es hiermit nachhaltig für meine und die folgenden Generationen zu realisieren.

Deswegen haben wir von so vielen Linzer:innen Unterschriften für die Volksbefragung „Ja!

zum Grüngürtel“ erhalten!“, freut sich Lenard Zipko als einer der Initiatoren.

Mit der Einreichung der Unterschriften fordern diese über 7.000 Linzer:innen – die zudem

von einem breiten Bündnis aus über 20 Bürger:innen-Initiativen unterstützt werden – vom

Gemeinderat der Stadt Linz die Durchführung einer Volksbefragung mit folgender Frage

und Forderungen:

„Soll die Stadt Linz die Verbauung unseres Grüngürtels/unserer Naherholungsgebiete

unterbinden – sowie Zuzahlungen zu allen Autobahnprojekten einstellen und

dieses Geld stattdessen für öffentlichen Verkehr einsetzen?“

2

3



Die Bürgerinitiative sieht daher

einen klaren Zusammenhang zur

überregionalen Verkehrsplanung,

denn

• die in der Planung befindlichen

Phasen zwei und drei der A26

Westring-Autobahn in den Bereichen

Frein- & Froschberg sowie

die mögliche, auf Landesebene

immer noch präferierte Ostumfahrung

durch die Traun-Auen verursachen eine erhebliche Mehrbelastung in den Bereichen

Klimaneutralität (durch CO2-Rucksack), Bodenversiegelung, Hitze/Luftqualität/Lebensqualität

entlang versiegelten Grünflächen/Straßen mit erhöhten Verkehrsaufkommen

und Stadtbudget (steigende Baukosten, Instandhaltung),

• eine zukunftsfähige Stadt verträgt nicht noch mehr versiegelte Flächen für den KFZ-Verkehr.

Die Finanzierung von flächeneffizienten öffentlichen Verkehrsmitteln statt Autobahnprojekten

ermöglicht Bevölkerungswachstum sowie wirtschaftliches Wachstum,

alles in Einklang mit dem Schutz des Grüngürtels.

„Wir sehen immer wieder, wie Stück für Stück des Grüngürtels munter zubetoniert wird.

Dabei ist der Grünraumschutz vor allem als Kaltluftschneise und für die Artenvielfalt so

wichtig, deswegen braucht es eine Volksbefragung!“,

ist Roswitha Hölzl als weitere Initiatorin

der Volksbefragung überzeugt.

Zuzahlungen zu A26 einstellen!

Die Stadt Linz soll daher den Grüngürtel

wirklich unter Schutz stellen, wie das beispielsweise

in Wien schon passiert ist. Autobahnprojekte

stehen einer nachhaltigen Stadtentwicklung

diametral entgegen. Die Stadt Linz soll

daher aus den Zuzahlungsverträgen der A26

aufgrund der überbordenden Kostenüberschreitung

aussteigen und mit diesen Mitteln

den Ausbau des öffentlichen Verkehrs finanzieren.

Mit der Attraktivierung des öffentlichen

Verkehrs ist eine Raumplanung im Sinne der

„Stadt der kurzen Wege“ möglich. Nebenbei

ist öffentlicher Verkehr auch sozialer, weil er

günstiger ist und von nahezu allen Bevölkerungsgruppen

benützt werden kann.

Weitere Informationen:

www.volksbefragung-linz.at

4 5



Donautalbrücke belegt:

Wer Straßen sät, erntet Autoverkehr!

Mitte November wurde die neue Donautalbrücke für den Verkehr freigegeben. Sie eröffnet

eine kürzere Möglichkeit, um über die Donau und weiter (zumeist) in die Linzer

Innenstadt zu kommen. Wer nun meint, dass sich der Verkehr einfach 1:1 verlagert hätte

– von der Nibelungen- auf die Donautalbrücke - irrt. Die zusätzliche Brücke hat in Summe

mehr Verkehr angezogen. Das zeigen die Zahlen an der Zählstelle Puchenau auf der B127

auf: War im September und Oktober die Zahl der Autos noch mehr oder weniger gleich mit

den Zahlen, die im Vergleichszeitraum der Vorjahres gezählt wurden, so steigt mit November

(ab 16. November wurde die Donautalbrücke geöffnet) der Verkehr sprunghaft an und

wächst in den Folgemonate zwischen 5,6 und 9,4 Prozent im Vergleich zu den Monaten des

Vorjahres an.

Die Steigerung belegt erneut eindrucksvoll eine Erkenntnis der Verkehrswissenschaften:

Wer Straßen sät, wird Autoverkehr ernten. Wobei die Verkehrszunahme durch die zusätzliche

Brücke nur ein zartes Lüfterl im Vergleich zum Sturm ist, der mit dem geplanten A26-Autobahntunnel

durch den Freinberg droht. Die ASFINAG hat für den Endausbau der A26

eine Zunahme des Verkehrs um rund 30.000 Fahrzeuge – einem Plus von 64% - prognostiziert,

die dann gemeinsam über die Nibelungen- und Donautalbrücke fließen (bzw. stauen)

werden.

Christian Leckschmidt, Aktivist der Initiative Verkehrswende jetzt!: „Noch ist es nicht zu

spät, daraus die Lehren zu ziehen. Geben wir das Geld für die Attraktivierung des öffentlichen

Verkehrs aus, damit der Autoverkehr abnimmt, statt eine Milliarde für ein Autobahnprojekt

zu verschleudern, das uns noch mehr Verkehr bringt! Es wird Zeit, dass die Politik

endlich diese Lernkurve kriegt.“

Rudolfstraße als zukünftige

Autobahnauf- und abfahrt?

Mit der Eröffnung der Donautalbrücke kann der Kfz-Verkehr aus dem oberen Mühlviertel

auf das südliche Donauufer verlagert werden. Das entlastet die Rudolfstraße und die

Nibelungenbrücke schafft aber neuen Verkehr für die Bewohner an der Oberen Donaulände.

Wenn der Autobahntunnel durch den Freinberg errichtet werden sollte, ändert sich

dieses Bild schlagartig. Dann könnten die Autos aus dem westlichen Urfahr auf schnellem

Weg über die Rudolfstraße zur A26 fahren, um dann zum Bahnhof bzw. auch nach Linz Süd

und weiter. Das Gleiche natürlich in der Gegenrichtung.

Genau diese Verkehrsströme sind auch in der Bewilligung für die A26 festgehalten. So

fahren laut Belastungsplan der ASFINAG nach Fertigstellung der gesamten A26 ca.50 % (!)

der Fahrzeuge, die von Süden über die Donautalbrücke fahren, in Urfahr rechts in Richtung

Rudolfstraße (!) und die anderen 50 % in Richtung Oberes Mühlviertel. Davon hat in den

letzten 20 Jahren noch nie jemand geredet. Die Politik und die ASFINAG verschweigen

diese neuen Wegmöglichkeiten beharrlich und reden seit Jahrzehnten nur von der Entlastung

der Rudolfstraße. Die der Bewilligung dieses Monsterprojektes zugrundeliegenden

Zahlen sagen aber, dass der größere Teil der Rudolfstraße (westlich der Hagenstraße) nicht

entlastet wird und dass die Rudolfstraße 15.000 Kfz pro Tag zusätzlich als „Geschenk“ von

der A26 erhält.

Gemäß den Zahlen der ASFINAG fahren 50 % der vom Pöstlingberg kommenden Fahrzeuge

bei der Rudolfstraße rechts zur A26. Und es könnte natürlich noch mehr werden,

wenn die Urfahraner entdecken, dass sie dann nicht mehr durch die Stadt fahren müssen,

um ans andere Ende der Stadt zu gelangen. Vom Hinsenkampplatz über die Rudolfstraße

sind es dann 1,4 km bis zur A26, über die Nibelungenbrücke und die Obere Donaulände

2,2 km und eine Ampel mehr.

Warum sollte hier die Rudolfstraße gemieden werden?

Die BewohnerInnen der Rudolfstraße sollen sich nicht länger von der Politik foppen lassen.

Noch nie hat es eine Entlastung vom Autoverkehr gegeben, wenn das Angebot an Straßen

zunimmt. Das Einzige, das diese Degradierung der Rudolfstraße zur neuen Autobahnaufund

abfahrt verhindern kann, ist, den Weiterbau der A26 zu stoppen und den Freinbergtunnel

nicht mehr zu errichten und stattdessen endlich die Mühlkreisbahn zu attraktivieren.

6 7



Über 5.000 BürgerInnen unterstützt Petition

Über 5.000 BürgerInnen unterstützten innerhalb weniger Tage eine Petition der Radlobby,

in der der Erhalt der neuen sicheren Radwege auf beiden Seiten der Nibelungenbrücke

und eine verlängerte Testphase bis 2026 gefordert wird. Hunderte RadlerInnen

demonstrierten am 23. April auf der Nibelungenbrücke für diese Forderungen. Doch am

nächsten Tag wurde bereits der Radfahrstreifen wieder entfernt.

Radweg/Nibelungenbrücke

„Abgekartetes Spiel“

Nach 40 Jahren konnte sich die Politik endlich zu einer – ansatzweisen – Lösung der vor

allem für RadfahrerInnen gefährlichen Situation auf der Nibelungenbrücke durchringen:

Als Gegenzug dafür, dass acht (!) Autofahrspuren – vier auf der Donautalbrücke, vier auf den

zwei Bypässen der Vöestbrücke – dazu gekommen sind, wurden zwei der sechs Autofahrspuren

auf der Nibelungenbrücke in Fahrradstreifen verwandelt. Sieben Tage lang - dann

wurde der zusätzliche Radfahrstreifen auf der Westseite der Brücke abmontiert, um dem

Autoverkehr die dritte Fahrspur wieder zurückzugeben. Die Autolobby, die schwarz-blaue

Landesregierung und willfährige Medien hatten eine künstliche Hysterie wegen der Radwege

herbeigeredet und herbeigeschrieben.

“Eindrucksvoller kannst du nicht beweisen, dass du weder vom Radverkehr (Angebotsplanung)

noch von Verkehrsplanung generell (Eingewöhnungseffekt, Systemwirkung) einen

Schimmer hast.”, meinte DI Ulrich Leth, Verkehrsplaner der TU Wien zum überhasteten Abbruch

des Radweges auf der Nibelungenbrücke. Die Radlobby ist empört. Thomas Hofer,

Radlobby Linz: „Platz ist auf der Nibelungenbrücke genug vorhanden, er ist nur ungleich

verteilt. Die Mobilitätswende wird nur dann funktionieren, wenn der Platz weg von PKW hin

zu Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und zugunsten des öffentlichen Verkehrs gerechter

verteilt wird!”

„Dilettantische Abläufe“

Die Initiative Verkehrswende jetzt! spricht von derart „dilettantischen Abläufen“, dass man

davon ausgehen muss, „dass das von Anfang an ein abgekartetes Spiel war, um mit unmöglichen

Rahmenbedingungen das Projekt schon im Vorfeld zum Scheitern zu verurteilen.“

Dazu zählen die von Verkehrslandesrat Steinkellner negierte massive Verkehrszunahme auf

der B127 seit November, die bösartige Ampelschaltung am Brückenkopf Süd und die desaströse

Informationspolitik. Folgerichtig wird der Rücktritt von Steinkellner gefordert.

Auto stauen, weil sie ineffizient sind

Die politisch Verantwortlichen haben damit bewiesen, dass ihnen die Sicherheit der RadfahrerInnen

und eine zukunftsorientierte Verkehrspolitik egal sind. Sie schieben die PendlerInnen

vor und vertreten doch nur die Geschäftsinteressen der Automobilindustrie. Denn

auch PendlerInnen brauchen nicht Straßen, sondern Mobilitätsangebote, um sicher, billig,

umweltbewusst und effizient zu ihren Arbeitsplätzen zu kommen. Die (Straßen-)bahn ist 11

Mal so leistungsfähig wie das Auto, auf der Breite einer Fahrspur können mit dem Auto

2.000 Menschen und mit der Bahn 22.000 Menschen transportiert werden. Autos produzieren

Stau, weil sie das ineffizienteste Verkehrsmittel im städtischen Bereich sind. Doch anstatt

endlich den Öffentlichen Verkehr auszubauen, wird gegen RadfahrerInnen als Stauverursacher

gehetzt. Absurd.

Neuralgische Donauquerungen

Die Autolobby hat sich noch einmal durchgesetzt. Vorläufig. Denn immer mehr Menschen

sehen, dass sich die Mobilität ändern muss – aus Klima- und Umweltgründen wie aus wirtschaftlichen

und sozialen Überlegungen. Die Auseinandersetzung wird weitergehen, insbesondere

darüber, wie der Verkehr über die neuralgischen Donauquerungen geleitet wird.

Die Solidarwerkstatt sieht als Perspektive:

• Weitere Verkehrsberuhigung auf der

Nibelungenbrücke mit dem Ziel, zwischen

dem Hauptplatz in Linz und der

Hauptstraße in Urfahr eine durchgehende

Fußgängerzone zu errichten und

die Nibelungenbrücke weitgehend nur

mehr für Busse, Taxis, Einsatzfahrzeuge

und Lieferverkehr zu nutzen.

• Durchbindung der Mühlkreisbahn über

die neue Eisenbahnbrücke zum Linzer Hauptbahnhof – über die Hafenbahn kann das

rasch, günstig und klimafreundlich geschehen.

• Der Autoverkehr hat auf der Eisenbahnbrücke nichts zu suchen – diese Brücke soll ausschließlich

Öffis, RadfahrerInnen und FußgeherInnen zur Verfügung stehen.

• Kein Bau der A26-Tunnelautobahn, da diese - nach Schätzungen der ASFINAG - 30.000

zusätzliche Kraftfahrzeuge täglich in die Innenstadt bringen würde. Ein Supergau!

Diese Forderungen sind alles andere als radikal. In Summe würde dem Autoverkehr keine

einzige Fahrspur in Linz über die Donau weggenommen. Es wäre aber ein Anfang einer

nachhaltige Mobilitätswende, die schlicht und einfach ein Gebot der Vernunft ist. Das durchzusetzen,

erfordert in unvernünftigen Zeiten besonders viel Engagement und Ausdauer.

Gerald Oberansmayr

8 9



Der Flaschenhals

Radeln auf der Autobahn

Wenn das das Problem ist

... dann ist das nicht die Lösung

Zum Video

Am Tag des Marathons ist die Linzer Innenstadt vom Autoverkehr befreit. Die „Initiative

Verkehrswende jetzt!“ lud deshalb zum RADELN AUF DER AUTOBAHN ein,

das von Dutzenden RadlerInnen zu einem nicht alltäglichen Radfahrerlebnis auf der

autoleeren Stadtautobahn genutzt wurde.

Motto des diesjährigen „Radeln auf der Autobahn“ war: „100 km/h sind zu viel, 100

Radeln sind zu wenig“ – eine Anspielung auf die Forderung des Linzer FP-Stadtrats Raml,

das Tempolimit auf der Stadtautobahn von 80 auf 100 km/h in den Nachtstunden zu erhöhen.

Wenn jemand die ganze zehn Kilometer lange Strecke zurücklegt, wäre er dann

sage und schreibe 1 ½ Minuten schneller unterwegs. Der Preis dafür:

... sondern das!

• Bei 100 km/h verbraucht ein PKW im Unterschied zu 80 km/h zehn Prozent mehr

Sprit, stößt also auch zehn Prozent mehr klimaschädliches CO 2

aus.

• Die Stickoxidemissionen steigen bei Tempo 100 im Vergleich zu Tempo 80 km/h,

je nach Motor, um bis zu 30 Prozent. Stickoxide gehören zu den besonders gesundheitsschädlichen

Schadstoffen und verursachen Atemwegserkrankungen,

Herzrhythmusstörungen, Allergien, Bronchitis.

• Ein Tempolimit von 80 statt 100 Kilometer pro Stunde wirkt auf den Verkehrslärm

so, als wäre der Verkehr halbiert worden. 100 Autos, die 100 km/h fahren, erzeugen

denselben Lärm wie 140 Pkws mit 80 km/h. Lärm macht psychisch und körperlich

krank. Dauerhafte Lärmbelastung kann zahlreiche Erkrankungen wie Bluthochdruck,

Arteriosklerose und Depressionen auslösen.

• Wenn ein Pkw bei Tempo 80 auf trockener Fahrbahn einen Anhalteweg (Reaktionsweg

plus Bremsweg) von 55 Meter hat, hat dieser Pkw bei 100 km/h einen längeren

Anhalteweg und nach 55 Metern noch eine Geschwindigkeit von 68 km/h. Die Gefahr,

dass ein Aufprall mit dieser Geschwindigkeit mit schwersten oder gar tödlichen

Verletzungen endet, ist sehr hoch.

Stadtrat Ramls Vorstoß sollte daher unter der Rubrik der ganz, ganz dummen Ideen

abgelegt werden. Wichtiger wäre es, das Hauptradrouten-Konzept endlich ambitioniert

umzusetzen. Denn: Wenn der Bau des ca. 80 Kilometer langen Hauptradrouten-Netzes

in und um Linz in demselben Schneckentempo wie derzeit fortgesetzt wird, braucht es

100 Jahre für die Realisierung.

10 11



Das „neue“ Linzer Busterminal:

Vertreibungspolitik

und grauer Beton

Abschreckende Optik

Von März bis Oktober sollen die „Hauptbaumaßnahmen“ am Linzer Busterminal andauern.

Hand in Hand geht dies mit der Übernahme durch die Schiene OÖ. Positiv erscheint,

dass Barrierefreiheit und Sicherheit beachtet werden sollen. Doch gleichzeitig soll

wohl eine Vertreibungspolitik gegen wohnungslose Menschen umgesetzt werden.

Vordergründig wird behauptet, es gehe darum, „kundenfreundlicher“ (Stelzer) zu werden.

Jedoch wird in einen Wachdienst investiert (Medienaussendung der Stadt Linz vom

5.5.2025). Die derzeit bestehenden Kojen sollen durch Sitzbänke mit Armlehnen ersetzt

werden, auf die man sich nicht mehr hinlegen kann.

Man kann wohl schließen, dass die betroffene Personengruppe nicht zu einer „Visitenkarte“

für Linz (Stelzer) passt. Eine ausgrenzende Politik, die man auch andernorts in Linz wahrnimmt.

Der Vorschlag einer Bahnhofsmission für Linz (KPÖ), wie es sie in anderen Städten

wie Salzburg oder Graz gibt, ist sicher zielführender; der politische Wille bei den Großparteien

aber wohl nicht vorhanden.

Darüber hinaus haben gerade Öffi-Nutzer*innen, die vermeintlich von den Umbauten

profitieren sollen, massive Nachteile während der Bauphase. Für Menschen mit eingeschränkter

Mobilität heißt es bei der Fahrt zum Hauptbahnhof Warten auf einen Stadtbus

– für die letzten paar hundert Meter. Dass es hier für weit über ein halbes Jahr kein besseres

Konzept gibt, weckt Zweifel, ob das Endergebnis ganz im Sinne der Öffi-Nutzer*innen sein

wird.

Weitere Skepsis daran, ob dem ÖPNV hier ein großer Gefallen getan wird, schürt ein

Budgetvergleich: maximal 1,7 Millionen Euro auf zehn Jahre soll die Stadt Linz zu diesem

Umbau beitragen – das ist in Summe in etwa derselbe Betrag wie der für den Ausbau des

Liniennetzes im Jahr 2025 (1,5 Millionen laut Budget)!

Schließlich wird der Umbau wenig an der abschreckenden Optik des Busterminals ändern.

Wenn man schon solche Summen Geld in die Hand nimmt, wäre zumindest ein bisschen

Farbe nicht zu viel verlangt. Linz hätte eine bessere – und menschenfreundlichere

– Visitenkarte verdient!

Podiumsdiskussion

„Froschberg 2.0 – Stehen die Bagger

schon vor der Tür?“

Laut Auskunft der Bau- und Bezirksverwaltung (BBV) am Magistrat Linz, sind rund 600

Einwendungen gegen die Bebauungsplan Änderung eingelangt. Nach der Bearbeitung

am BBV wird ein Bericht darüber, voraussichtlich im Juli 2025, dem Linzer GR zur

Abstimmung vorgelegt.

... rund um das Projekt „Froschberg 2.0“ verdichten sich die Gerüchte – Nachverdichtung,

Sanierung, Laubengänge, Tiefgaragen: Was kommt wirklich auf die

Bewohner:innen der traditionsreichen Eisenbahnersiedlung zu?

Es erwartet dich eine spannende Podiumsdiskussion mit Expert:innen, Vertreter:innen

der Stadt und kritischen Stimmen.

Weiterführende Infos auf unserer Homepage: www.initiativefroschberg.at

12 13



Pachmayrstraße in Linz-Urfahr:

Ein ökologisches

Desaster für die

Anwohner?

Die geplante Sanierung und der Ausbau der

Pachmayrstraße in Linz-Urfahr, die am 28.

April 2025 begonnen hat, entwickelt sich zu einem

Brennpunkt für wachsende Umweltbedenken

der Anwohner. Während die Stadt Linz die

Maßnahme als notwendige Modernisierung anpreist,

sehen Kritiker ein Projekt, das die ökologische

Belastung des Gebiets massiv verschärfen

und die Lebensqualität der Anwohner nachhaltig

beeinträchtigen wird.

Verkehrssicherheit vs. Umweltzerstörung:

Ein fauler Kompromiss?

Die Stadt argumentiert, dass die Sanierung der

Pachmayrstraße aufgrund des gestiegenen Verkehrsaufkommens

und der daraus resultierenden

Schäden am Straßenbankett unumgänglich sei.

Doch die Anwohner befürchten, dass die Verkehrssicherheit

nur als Vorwand dient, um ein Projekt

durchzusetzen, das den motorisierten Individualverkehr

priorisiert und die Umweltbelastung

ignoriert.

Die geplante Verbreiterung der Straße wird

nicht nur zu mehr Lärm und höherem Tempo

führen, sondern auch die Luftqualität in den angrenzenden

Wohngebieten verschlechtern. Zunehmende

Abgasemissionen belasten die Atemwege

der Anwohner, insbesondere von Kindern

und älteren Menschen, und tragen zur Feinstaubbelastung

bei. Die Versiegelung zusätzlicher Flächen

durch den Straßenausbau verstärkt zudem

den Effekt von Hitzeinseln im Sommer.

X Diese Bäume drohen der Sanierung

und dem Ausbau der Pachmayrstraße

zum Opfer zu fallen.

Der Zebrastreifen auf Höhe der Blindwiesen, der von Schulkindern genutzt wird, ist

bereits jetzt ein Problemfall. Die Anwohner fordern hier nicht nur bauliche Maßnahmen

zur Erhöhung der Sicherheit, sondern auch eine Reduktion des Verkehrsaufkommens,

um die Belastung durch Lärm und Abgase zu verringern.

ÖPNV als Alibi: Ignorierte Potenziale für eine umweltfreundliche Mobilität

Die Stadt Linz und die Gemeinde Gramastetten beschwören die Nutzung des öffentlichen

Nahverkehrs als Lösung für die Verkehrsprobleme. Doch diese Appelle wirken angesichts

fehlender Investitionen in den ÖPNV wie reine Alibiübungen. Solange Bus- und

Bahnverbindungen nicht attraktiver und flächendeckender ausgebaut werden, bleibt das

Auto für viele Menschen die einzig praktikable Option. Die Chance, durch eine echte Stärkung

des ÖPNV den Verkehr und damit die Umweltbelastung nachhaltig zu reduzieren,

wird leichtfertig vertan.

Ausweichverkehr als Katastrophe für angrenzende Wohngebiete:

Umweltzerstörung auf Raten

Die geplante Umleitung des Verkehrs während der Bauarbeiten über die Pöstlingbergstraße

und andere Ausweichstrecken bedeutet eine massive Mehrbelastung für die angrenzenden

Wohngebiete. In Gebieten wie der Ferdinand-Markl-Straße und "Am Anger"

verschärft sich die ohnehin schon angespannte Situation durch zusätzlichen Lärm, Abgase

und Feinstaub. Die Lebensqualität der Anwohner wird massiv beeinträchtigt, und die Gesundheit

der BewohnerInnen, insbesondere der Kinder, ist gefährdet. Anstatt den Verkehr

zu reduzieren, wird die Umweltzerstörung durch die Umleitungsmaßnahmen auf andere

Gebiete verlagert.

Baumschutz als Farce: Das grüne Erbe wird geopfert

Besonders emotional wird die Diskussion um den Baumschutz geführt. Die Pachmayrstraße

ist von einer wertvollen Baumlandschaft gesäumt, die nicht nur für ein angenehmes

Mikroklima sorgt, sondern auch eine wichtige Funktion für die Luftreinigung und den Lärmschutz

erfüllt. Die geplante Fällung von Bäumen für den Straßenausbau bedeutet einen irreparablen

Verlust für die Umwelt und die Anwohner. Es fehlen detaillierte Informationen über

die Anzahl und Art der betroffenen Bäume sowie über adäquate Ausgleichsmaßnahmen.

Die Anwohner werfen der Stadt vor, den Baumschutz zu vernachlässigen und das grüne

Erbe der Region leichtfertig zu opfern.

Versiegelungswahn: Die Zerstörung des natürlichen Wasserhaushaltes

Mit dem Ausbau der Straße geht auch eine Zunahme der versiegelten Flächen einher.

Dies hat gravierende Auswirkungen auf den natürlichen Wasserhaushalt. Regenwasser kann

nicht mehr im Boden versickern, was das Risiko von Überschwemmungen erhöht und die

Grundwasserneubildung beeinträchtigt. Es wird gefordert, dass die Stadt Linz Auskunft darüber

gibt, ob ein Retentionsbecken für den Regenwasserabfluss vorgesehen ist.

Ein dringender Appell für eine Kehrtwende in der Verkehrspolitik

Die geplante Sanierung der Pachmayrstraße ist ein Weckruf. Sie zeigt deutlich, dass die

Stadt Linz dringend eine Kehrtwende in ihrer Verkehrspolitik benötigt. Anstatt auf immer

mehr Straßen und Autos zu setzen, muss der Fokus auf die Reduktion des Verkehrs, die

Förderung des Umweltverbundes und den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen gelegt

werden. Die Gesundheit und die Lebensqualität der Anwohner dürfen nicht länger

dem Profitstreben und dem ungebremsten Wachstum des motorisierten Individualverkehrs

geopfert werden.

14 15



BewohnerInnen wehren sich

Investoren Tiefgarage stoppen!

Grüne Oase am Pöstlingberg schützen!

Erneut versucht die WEGRAZ in der 'Merkur-Siedlung' am Pöstlingberg in Linz (gegenüber

Schablederweg 1) eine Tiefgarage mitten im Grünland, in der ‘Merkur-Siedlung’

zu errichten. Der erste Versuch fand bereits 2016 statt – damals war das Projekt noch

wesentlich größer und mit Wohnbau kombiniert. Nun liegt seit Dezember 2024 eine

neue Einreichung für eine Tiefgarage mit 42 Stellplätzen und 22 zusätzlichen Oberflächen-Stellplätzen

vor.

Die praktisch idente Tiefgarage (aber ohne Wohnbau) legt den Verdacht nahe, dass

es sich nur um den ersten Schritt einer schleichenden weiteren Verbauung handelt – ein

trojanisches Pferd mitten im Grünland.

Die geplante Tiefgarage würde über 2.000 m² Boden versiegeln, gesunden Baumbestand

gefährden und mehr Autoverkehr erzeugen. Denn: Zusätzlicher Parkraum fördert

nachweislich den motorisierten Individualverkehr – und genau den möchte die Stadt laut

eigenen Zielen eigentlich reduzieren.

Die Grundlage für dieses Bauprojekt ist der veraltete Bebauungsplan aus dem Jahr 2006,

der mit heutigen Anforderungen und Erkenntnissen an Klima-, Bodenschutz, Regenwassermanagement

und städtischer Mobilität nicht mehr vereinbar ist. Denn die massive Unterbauung

würde gewachsenen Boden mit bestehenden wertvollen Bäumen, ökologischer

Funktion (Artenvielfalt, Fauna und Flora) und der kühlenden Wirkung für die Stadt für immer

und ewig zerstören. Dabei ist es gar nicht so relevant, wie viele Bäume derzeit weggekommen

würden, sondern welches Potenzial für die Zukunft man hier vernichten würde.

Daher fordert die Initiative Merkur-Siedlung:

Die Stadt Linz und der Linzer Gemeinderat müssen für das betroffene Gebiet ein Neuplanungsgebiet

ausweisen, um die Grünflächen dauerhaft vor Verbauung zu schützen

und eine zukunftsfähige, stadtklimatisch sinnvolle Entwicklung zu ermöglichen – im Einklang

mit den selbst gesteckten Klimazielen der Stadt Linz.

Ein Neuplanungsgebiet

ist de facto eine

„Bausperre“ (in der Regel

eine Notmaßnahme),

die mindestens für zwei,

maximal vier Jahre gültig

ist. In dieser Zeit kann

ein neuer Bebauungsplan

erarbeitet werden.

Attraktivierung der Mühlkreisbahn

Heute und nicht morgen!

Die SPÖ Oberösterreich fordert einen Halbstundentakt und die Modernisierung der

gesamten Strecke der Mühlkreisbahn. Gratuliere, das Thema Mühlkreisbahn ist in

der SPÖ als PendlerInnenthema angekommen. Bislang hatten SP-Landesräte für die

Mühlkreisbahn eher die Flex in der Hand. SP-Bürgermeister machen sich endlich Sorgen

um die Eisenbahn ins Mühlviertel.

Wirklich gut ist ihre Forderung einer Elektrifizierung der Mühlkreisbahn von Linz, ich

nehme an: durchgebunden vom Hauptbahnhof bis Aigen-Schlägl. Tunlichst über die

Strecke der Hafenbahn, inklusive Haltestellen, damit die Industriezeile endlich zumutbar

erreichbar wird. Halbstundentakt von Rottenegg bis Aigen, Viertelstundentakt in den

Hauptbahnhof und moderne Triebwagen sind seit Jahrzehnten überfällige Anfordernisse

auf dieser Strecke. Das, und nichts anderes bringt PendlerInnen in die Mühlkreisbahn

und staufrei nach Linz.

„Seit Jahren hören wir nur Lippenbekenntnisse”, kritisiert deshalb Alois Stöger, der

geschäftsführende Vorsitzende der SPÖ Oberösterreich. Ja das stimmt, seit Jahrzehnten,

das gilt leider für alle dafür Verantwortlichen. Wer diese Strecke in Zukunft betreiben

wird, ist für alle noch ein Geheimnis. Kein Geheimnis ist die Entwidmung von Zulaufstrecken

der Mühlkreisbahn zur Querung der Eisenbahnbrücke! Aber mit rotem Willen und

Einfluss in ihren Sphären kann das rasch beseitigt werden.

Einzig die Einschätzung des Feldkirchner Bürgermeisters David Allerstorfer stimmt

mich nachdenklich. Er meint, „Bis eine Sanierung der Strecke wirklich fertig ist, könnte

locker ein Jahrzehnt vergehen.“

Das, meine lieben Freunde geht gar nicht! Die Elektrifizierung und Einbindung der

Mühlkreisbahn in das OÖ S-Bahnnetz muss rasch und sofort umgesetzt werden. Es ist

genug Zeit vergangen, in welcher wir Lippenbekenntnisse vor jeder Wahl serviert bekamen.

Der Klimawandel fordert Bewegung von Allen für den umweltfreundlichen Schienenverkehr

der Mühlkreisbahn.

Heute und nicht morgen!

Rudolf Schober

>>Unterstützt hier die

Petition der Initiative

Merkur-Siedlung

16 17



kleiner werdende Inseln, wenn auch neu Zugezogene mit befristeten Mietverträgen sich um

eine funktionierende Nachbarschaft bemühen.“

Nein zum Abriss der

Flaksiedlung!

„Eine hochwertige Sanierung spart Ressourcen und schont die Umwelt.“

41 Wohnhäuser der Leondinger Flak-Siedlung sind vom Abriss bedroht. 40

Prozent der Wohnungen stehen schon leer. Es droht die Gentrifizierung der

Wohngegend. Doch es gibt Alternativen.

Die 41 Wohnhäuser gehören den Vereinigten Linzer Wohnungsgenossenschaften (VLW).

2018 informierten die damaligen Direktoren Robert Valenti und Dr. Reinhold Pirklbauer

in einem Schreiben alle MieterInnen der Flaksiedlung über ihre Absichten einer Generalsanierung

bzw. Erneuerung. Mit dieser Absichtserklärung trat gleichzeitig ein Beschluss

der Geschäftsführung in Kraft, wonach nur mehr befristet vermietet wird oder im Falle einer

notwendigen Generalsanierung diese Wohnung vorläufig in den Leerbestand genommen

wird. Daraufhin gründete sich eine Initiative von besorgten BewohnerInnen, die sich in der

Interessentengruppe Flaksiedlung zusammenfand. Von Seiten der VLW-Direktion waren

jedoch keine tiefer gehenden Details über die Zukunft der Siedlung festzumachen.

Konkretere Informationen über die geplante Zukunft der Flaksiedlung konnten einem Bericht

der OÖ-Nachrichten vom 2. März 2020 entnommen werden. Darin hieß es, die ersten

Bagger kämen nicht vor 2026, und sobald die Pläne für die neue Anlage vorlägen, würden

die Bewohner informiert werden.

Nutzen und sanieren statt wegreißen und planieren

Steininger vermutet, dass die VLW den Abriss nutzen will, um mit der Miete der neu

errichteten Wohnungen kräftig nach oben zu fahren. Die Wohnbauförderung begünstigt

leider den Abriss, um Platz zu schaffen für eine gentrifizierte Wohnanlage. Dabei, so Steininger,

sollte „weiter nutzen und sanieren statt wegreißen und planieren die Maxime sein.“ Es

gäbe erfolgreiche Beispiele wie die Welser Vogelweide, wo vergleichbare Wohnungen mit

nicht mehr zeitgemäßen Baustandards durchaus sinnvoll saniert und dann weiter genutzt

werden konnten. „Eine hochwertige Sanierung spart Ressourcen, das schont auch die Umwelt,

weil deutlich weniger Baumaterialien verwendet werden und in der Gesamtrechnung

weniger Energie verbraucht wird.“ Er ist überzeugt: „Wenn ein Altbau mit neuen Materialien

energieeffizient saniert wird, kann sich der Lebenszyklus eines alten Gebäuden um bis

100 Jahre verlängern.“

Luftaufnahme der Flak-Siedlung in Leonding

Mehr als 40 Prozent der Wohnungen stehen leer

Mittlerweile stehen 68 der insgesamt 164 Wohnungen der Flaksiedlung leer, das sind

mehr als 40 Prozent. Es verdichtet sich das Bild eines bevorstehenden Abrisses ab 2026. Karl

Steininger, einer der von Anfang an in der Interessentengruppe Flaksiedlung aktiv ist, meint:

„Das ist für die meisten MieterInnen ein zermürbender Zustand. Die Reaktionen gehen von

Absetzbewegungen bis Resignation, die besonders bei älteren Bewohnern zu beobachten

ist. Gerade die Flaksiedlung mit ihrer einmaligen Geschichte beginnend in den 1940ern hat

einen sehr hohen Anteil von Seniorinnen und Senioren. Da ist ganz besonders Perspektive,

Sensibilität und Klarheit von Nöten. Die ursprünglich fast dörfliche Gemeinschaft zerfällt in

18 19



Studentenwohnheim/WIST:

Massive Preissteigerungen

und Baustellenchaos

Lärm, Preissteigerungen und fehlende Transparenz: Die

Bewohner*innen des Linzer WIST-Heims in der Nähe

der Johannes Keppler Universität sind empört über das

Vorgehen der Geschäftsführung und des Vorstands. Trotz

andauernder Baustellen und massiver Beeinträchtigungen

wurden die Mietpreise erhöht – ohne nachvollziehbare Begründung.

Eine Offenlegung der Kalkulation wurde verweigert,

obwohl das Studentenheimgesetz eine Anhörung der

Heimvertretung vorsieht.

Baustellenlärm und Gesundheitsrisiken ignoriert?

Seit Monaten leiden die Bewohner*innen unter extremer Lärmbelästigung durch die

Erneuerung der Fassade, sowie dem Umbau des 13. Obergeschosses. Ohne Vorwarnung

wurde mit dem Abriss der Außenseite des Gebäudes begonnen – möglicherweise asbestbelastet.

Ob treffende Schutzmaßnahmen ergriffen wurden, bleibt unklar. Hinzu kommt

auch eine massive Schimmelausbreitung in mehreren Wohnungen nach einem Wasserschaden

im April, da die betroffenen Bewohner*innen über einen Monat auf Trocknungsgeräte

warten mussten. Aus diesem Grund sind manche Wohnungen mittlerweile so unbewohnbar

geworden, dass Außenstehende sich das nur schwer vorstellen können.

Traditionelle Heimbar ersatzlos gestrichen

Seit 50 Jahren gab es eine selbstverwaltete Heimbar – jetzt wurde sie durch Wohnungen

ersetzt. Es ist unklar, ob es sich dabei um kostengünstigen Wohnraum für Studierende oder

eine nach dem Studentenheimgesetz nicht vorgesehene Nutzung handelt. Dafür wurde

den Bewohner*innen ihre Heimbar mit dem Versprechen weggenommen, sie würde in

den Keller übersiedeln. Laut Experten ist dies aber nicht möglich, da das Untergeschoss

nicht die erforderlichen Brandschutzauflagen erfüllt.

Recht auf Einsichtnahme verweigert

Eine Heimvertretung hat vor jeder Mietpreiserhöhung das Recht auf Einsicht in die betreffenden

Unterlagen, um die Gründe nachvollziehen zu können. Dieses Recht wurde jedoch

2024 seitens der Geschäftsführung verweigert, obwohl es gesetzlich vorgeschrieben

ist. Zwar bekam die Heimvertretung in den Jahren zuvor die Mietpreiskalkulation zu Gesicht,

allerdings war diese derart mangelhaft, dass sich seitdem die Frage stellt, ob die Geschäftsführung

dies bewusst getan hat oder es ihr einfach an fachlicher Kompetenz fehlt.

Bewohner*innen fordern als sofortige Maßnahmen: 25 % Mietreduktion rückwirkend

ab Juli 2024, keine weiteren Preiserhöhungen bis Baustellen-Ende, klare Transparenz

über Bauprojekte und Mietpreise, sofortige Prüfung der möglichen Asbestgefahr,

adäquater Ersatz für die Heimbar.

„Wir sind nicht bereit, die steigenden Mieten und massiven Einschränkungen einfach

hinzunehmen“, erklärt die Heimvertretung. Die Forderungen und eine Petition wurden

bereits im Dezember 2024 der Geschäftsführung vorgelegt. Diese hat sich bisher jedoch

geweigert, die Forderungen der Bewohner*innen zu erfüllen.

Die Menschen wollen

MEHR FÜR CARE!

Am 12. Mai, dem

Internationalen Tag

der Pflege, nützte

das oberösterreichische

Netzwerk

"Fairsorgen - mehr

für CARE-Arbeit"

für eine aufschlussreiche

Befragungsaktion

in der Linzer

Landstraße.

Das Netzwerk stellte den Passant:innen in der Linzer Landstraße zwei Fragen und lud sie

zu einer Abstimmung ein. Die Fragen lauteten:

1) Menschenwürdige, bedarfsgerechte Betreuung und Pflege

a) ist eine Aufgabe unseres Sozialstaates

b) ist Privatsache (und selbst zu organisieren und zu finanzieren)

2) Als Antwort auf Personalnot in Care-Berufe braucht es

a) bessere Arbeitsbedingungen und Bezahlung (=deutlich mehr Budget)

b) mehr Effizienz (die Politik gibt bereits genug Geld für Pflege und Gesundheitsberufe aus)

Wenig überraschend stimmten fast 100 Prozent jeweils für die Antworten a. Diese Befragung

in der Linzer Fußgängerzone zeigt einmal mehr, dass die übergroße Mehrzahl der

Menschen eine menschenwürdige gute Pflege für alle wollen (und nicht nur für jene, die

es sich leisten können), und dass dafür endlich höhere öffentliche Budgets zur Verfügung

gestellt werden müssen.

Das Netzwerk „FAIRsorgen - mehr für CARE-Arbeit“ sieht sich durch diese Umfrage

und die Gespräche mit den Menschen bestätigt: „Menschenwürdige Pflege ist das Herzstück

gelingenden Zusammenlebens und Wirtschaftens. Dafür müssen endlich die Personalschlüssel

gesenkt und die Arbeitsbedingungen in den Care-Berufen verbessert werden.

Wir brauchen dringend einen Rechtsanspruch auf bedarfsorientierte Pflege und Betreuung,

damit die Mehr-Klassen-Pflege der Vergangenheit angehört. Wir werden nicht lockerlassen!“

Im Netzwerk "FAIRsorgen - mehr für CARE-Arbeit OÖ" arbeiten zusammen:

Treffpunkt Pflegepersonal, Mensch&Arbeit Treffpunkt Nettingsdorf, MENSCHEN

WÜRDIG PFLEGEN KOSTET MEHR, Sozial betrOFFEN, Betriebsrat Sozialhilfeverband

Linz Land, Solidarwerkstatt Österreich, Bündnis 8. März

20 21



Beschwerde gegen die Umfahrung Haid

Verhandlung beim Bundesverwaltungsgericht

Im Herbst 2021 machten im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) der Steyrer

Umweltverein „Grüngürtel statt Westspange“, der Umweltanwalt, eine Bürgerinitiative

und etliche betroffene Personen fundierte Einwendungen gegen die geplante autobahnähnliche

Umfahrung Haid und den Autobahnanschluss an die A1. Im Juni 2022 fand

die mündliche UVP-Verhandlung statt. Unmittelbar vor Weihnachten 2023 wurden von der

Umweltrechtsabteilung des Landes OÖ nach massivem Druck von Straßenbaulandesrat

Günther Steinkellner die UVP-Genehmigungsbescheide ausgestellt. Es dauerte so lange,

weil nachträglich die fehlende strategische Umweltprüfung (SUP) durchgeführt wurde und

Verhandlungen mit Grundstückseigentümern über vorgeschriebene Naturschutzauflagen

scheiterten. Gefordert wurden Bäume und Sträucher entlang der neuen B139, um die gewaltige

Straße besser in die Landschaft einzugliedern. Diese Forderungen des Naturschutzes

wurden dann einfach gestrichen. Da die UVP-Bescheide eklatante Mängel im Natur- und

Umweltschutz aufweisen, haben der Umweltanwalt und der Umweltverein „Grüngürtel statt

Westspange“ im Februar 2024 dagegen beim Bundesverwaltungsgericht (BVwG) berufen.

Artenschutz

Am 7. April 2025 fand die mündliche Verhandlung zu

den Bereichen Natur-, Landschafts- und Bodenschutz sowie

Lichttechnik beim BVwG in Wien statt. Kritikpunkte

sind der mangelhafte Schutz von gefährdeten Tierarten.

Das Oö. Naturschutzgesetz sieht vor, dass Eingriffe in den

Lebensraum gefährdeter Arten durch Ausgleichsmaßnahmen

zu kompensieren sind. Ein wesentlicher Bestandteil

des UVP-Bescheides ist die dauerhafte Sicherung der ökologischen

Funktion im Umfeld der neuen Straße durch die

Anlage von Tümpeln, Magerwiesen und Hecken in dem 3,9

Kiebitz

ha großen Sipbachkorridor, wo jetzt Ackerflächen sind. Im

Genehmigungsbescheid für die Umfahrung Haid werden die Ausgleichsmaßnahmen als

Bedingung für die Verkehrsfreigabe genannt. Diese Maßnahmen müssen aber vor Baubeginn

funktionsfähig sein, weil ansonsten artenschutzrechtliche Verbotstatbestände erfüllt

werden würden und daher der Straßenbau nicht genehmigungsfähig wäre.

Der vom BVwG beauftragte Naturschutzfachverständige forderte außerdem Kompensationen

für den stark gefährdeten und streng geschützten Kiebitz. Die oö. Landesregierung

will diese Auflagen nicht erfüllen und begründet das damit, dass weder der Umweltverein

noch der Umweltanwalt bei ihren Beschwerden den Kiebitz erwähnt haben.

Enormer Bodenverbrauch

Das überdimensionierte Straßenprojekt beansprucht in der Bauphase ca. 60 ha vor

allem landwirtschaftlich genutzte Flächen, im Betrieb sind es immer noch ca. 35 ha, wobei

ca. 10 ha versiegelt sind. Dazu kommen noch ca. 30 ha wertvolle landwirtschaftliche

Böden, die in Betriebsbaugebiet umgewidmet werden sollen. Im UVP-Bescheid wird

die Revitalisierung der für die Straße

nicht mehr benötigten Grundstücke

gefordert, und es ist eine

Kontrolle nach fünf Jahren vorgeschrieben.

Da es in Oberösterreich

kein wirksames Bodenschutzgesetz

gibt, dürfen diese Flächen sofort

nach der Wiederherstellung umgewidmet

und verbaut werden. Es ist

absurd und sinnlos, Ackerflächen wieder herzustellen, die unmittelbar darauf in Betriebsbaugebiete

umgewidmet werden.

Fehlendes Klimaschutzgesetz

Das überdimensionierte Straßenprojekt befeuert den Kfz-Verkehr und widerspricht damit

allen Mobilitäts- und Klimaplänen von Bund und Land OÖ. Es ist unzulässig, dass der

Staat Projekte umsetzt, die seiner eigenen Klimaschutzstrategie entgegenstehen. Da es

aber keine wirksamen Gesetze für den Boden- und Klimaschutz gibt, kann das BVwG keine

Vorschreibungen und Einschränkungen in diesen Bereichen machen.

Mündliche Verhandlung Verkehr

Ein wesentliches Argument für die Umfahrung Haid ist die Entlastung des Ortszentrums

vom Durchzugsverkehr, die durch eine Diagonalsperre auf der bestehenden B139 erreicht

werden soll. Da diese aber nicht fix vorgeschrieben ist und auch keine anderen verkehrslenkenden

Maßnahmen geplant sind, können die versprochenen Entlastungswirkungen

nicht garantiert werden.

Die strategische Umweltprüfung (SUP) hat die Aufgabe, bereits lange vor der Entscheidung

über konkrete Einzelprojekte Strategien und Planungen hinsichtlich ihrer Umweltverträglichkeit

zu durchleuchten. Da bei der Umfahrung Haid die SUP erst nach der mündlichen

UVP-Verhandlung durchgeführt wurde und nur zur formalen Absegnung bereits fertig

gestellter Pläne und vollendeter politischer Entscheidungen dient, wurde die SUP_Richtlinie

nicht europarechtskonform umgesetzt. Es stellt sich die Frage, ob die Trassenverordnung

für die Umfahrung Haid damit rechtmäßig ist.

Das BVwG beauftragte einen Verkehrssachverständigen. Die mündliche Verhandlung

beim BVwG zum Thema Verkehr findet wahrscheinlich Ende Mai 2025 statt.

Ablöseverhandlungen mit den Grundstückseigentümern gestalten sich schwierig und

Enteignungen von Grundstücken für den Straßenbau sowie für ökologische Ausgleichsmaßnahmen

können erst dann durchgeführt werden, wenn der UVP-Genehmigungsbescheid

rechtskräftig vorliegt. Da die Enteignungsverfahren langwierig sein können und die

Ausgleichsmaßnahmen vor den Eingriffen funktionsfähig sein müssen, wird der kolportierte

Baubeginn von 2026 nicht zu halten sein. Landesrat Steinkellner spricht von einer Aushöhlung

der Rechtsstaatlichkeit und einem Missbrauch von UVP-Verfahren, wenn Rechtsmittel

gegen grobe Mängel zu einer Verzögerung des Straßenprojektes führen. Tatsächlich gefährdet

uns aber eine Politik, die ein grenzenloses Verkehrs- und Wirtschaftswachstum über

alles andere stellt und Arten-, Boden- und Klimaschutz nicht ernst nimmt.

Anni Jank

22 23



Erde, Ethik, Emanzipation:

Permakultur

neu gedacht

Permakultur wird oft mit Hochbeeten,

Kräuterspiralen und Selbstversorgung

im Garten verbunden

– als harmloses Hobby für Naturliebhaber:innen.

Doch diese Vorstellung

greift zu kurz. Permakultur ist

Dingetauschmarkt beim Permakulturverein

Donau-Böhmerwald

weit mehr als nur „Grünzeug“. Sie ist ein radikaler Gegenentwurf zur Logik des unendlichen

Wachstums, zur großindustriellen Produktion und zur Vereinzelung in der neoliberalen

Gesellschaft. Permakultur bedeutet, Beziehungen neu zu denken – zwischen

Menschen, zur Natur, zur Wirtschaft und zum Gemeinwohl.

Im Zentrum stehen drei einfache, aber kraftvolle Prinzipien:

Sorge für die Erde, Sorge für die Menschen, gerechtes Teilen von Ressourcen und

Überschüssen.

Diese Prinzipien sind keine romantischen

Ideen, sondern tief politische Aussagen. Es

geht um Verantwortung, Zusammenarbeit

und Gerechtigkeit.

Permakultur bedeutet, mit der Natur zu arbeiten

statt gegen sie. Sie setzt auf Vielfalt,

Kreisläufe, Kooperation und Regeneration.

Auch das Soziale wird neu gedacht – von der

Art, wie wir zusammenleben, bis hin zur Frage,

wem Ressourcen gehören.

Ökologische Nachhaltigkeit und soziale

Gerechtigkeit gehen Hand in Hand.

Klimakrise und Extremwetter stellen unsere

Systeme auf die Probe. Es braucht Strukturen, die widerstandsfähig und flexibel sind.

Hitze, Dürren, Überschwemmungen und Ernteausfälle treffen oft die, die am wenigsten

dafür verantwortlich sind. Ursache ist ein System, das auf Ausbeutung, Ungleichheit und

schnellem Profit basiert.

Permakultur kann eine Antwort sein: Sie baut Böden und Gemeinschaften auf und

speichert Ressourcen. Und sie fragt: Wie wollen wir leben? Was bedeutet Wohlstand?

Wie kann eine Wirtschaft aussehen, die erhält statt zerstört?

Regionale Kreisläufe, starke Gemeinschaften und anpassungsfähige Lösungen bringen

Stabilität in einer unsicheren Welt. Wer Permakultur lebt, gestaltet aktiv Zukunft.

Sie ist auch eine Form gelebter, partizipativer Politik. Gemeinschaftsgärten, solidarische

Landwirtschaft oder regenerative Projekte unterlaufen die Logik des globalen Kapitals. Wo

Permakultur praktiziert wird, entstehen Räume der Selbstermächtigung: Menschen versorgen

sich selbst, entscheiden kollektiv, schaffen kooperative Strukturen.

Diese Handlungen sind politisch – auch wenn sie im Kleinen stattfinden. Sie bauen

Alternativen von unten auf.

Designprinzipien der Permakultur – wie „Beobachte und handle“, „Nutze Randzonen“

oder „arbeite mit der Natur statt gegen sie“ – lassen sich auf viele Lebensbereiche

anwenden: Bildung, Energie, Wirtschaft, Zusammenleben. Ein zentrales Prinzip heißt:

„Erziele einen Ertrag.“ Gemeint sind Erträge, die das Leben erhalten: Nahrung, stabile

Beziehungen, Wissen, Einkommen oder Zeit. Es geht nicht um Verzicht, sondern um

tragfähige Systeme – ökologisch, sozial und wirtschaftlich.

Permakultur denkt wirtschaftlich, aber eingebettet in eine Ethik des Genug. Die entscheidende

Frage ist nicht ob wir etwas erwirtschaften, sondern wie, auf wessen Kosten

und mit welchen Folgen?

Darum müssen wir Wirtschaft, Energie und Gesellschaft neu denken: Welche Strukturen

fördern Lebensqualität, Widerstandsfähigkeit und gerechtes Teilen?

Permakultur ist kein Rezeptbuch, sondern ein Werkzeugkasten. Sie ermutigt zum

Selberdenken, Handeln und Gestalten. Das macht sie politisch, emanzipatorisch und

resilient.

Permakultur ist feministisch, kapitalismuskritisch und selbstbewusst: Sie hinterfragt Hierarchien,

stärkt Fürsorgearbeit und würdigt alternative Wissens- und Wirtschaftsformen

wie indigene Praktiken und Subsistenzwirtschaft genauso wie neue kreative Ideen.

Ob im Stadtgarten, in der Landwirtschaft oder in Schulen – überall, wo Permakultur

gelebt wird, entsteht Neues: Kooperation statt Konkurrenz, Fürsorge statt Kontrolle, Leben

statt Zerstörung. Permakultur zeigt: Eine andere Welt ist möglich – und sie wächst

bereits.

Es ist Zeit, Permakultur als das zu begreifen, was sie ist: eine Kultur der Erde, der Ethik und

der Emanzipation. Sie ist keine Idylle, sondern eine ernsthafte Antwort auf die Krisen unserer

Zeit. Sie verbindet Ökologie mit Gerechtigkeit, konkrete Lösungen mit tiefem Wandel.

Wer Permakultur betreibt, pflanzt nicht nur Gemüse, sondern Hoffnung – in einer Welt,

die sich nach Sinn, Verbindung und Gerechtigkeit sehnt.

Sandra Weilnböck

Sandra Weilnböck ist Radiologietechnologin,

Klimaaktivistin, Künstlerin und Permakultur-Praktikerin

aus Oberösterreich. Sie engagiert sich in

der Klima-Allianz OÖ, kuratiert Ausstellungen

und organisiert Veranstaltungen zu Klimagerechtigkeit.

Sie verbindet Kunst, Wissenschaft und

Aktivismus für eine nachhaltige Zukunft. Sie hat

2024 die Ausbildung für Permakultur-Design I

erfolgreich abgeschlossen. Sie ist ebenfalls Mitglied

im Permakulturverein Donau-Böhmerwald.

24 25



Best practice

Bürgerabstimmung in Paris

Hunderte Straßen autofrei

Schmale Fußwege, überall parkende Autos am Straßenrand und kein Radweg: Noch immer

sind viele Straßen in Paris vor allem auf Autos ausgerichtet. Doch das soll sich ändern.

Die Bürgermeisterin Hidalgo will die Stadt lebenswerter machen. Sie betonte, man könne

mit Straßenbegrünung auch gegen die Folgen des Klimawandels vorgehen. Die Stadtverantwortlichen

arbeiten an einer Verkehrswende, mit dem Ziel, mehr Straßen autofrei zu machen

und den öffentlichen Raum für Fußgänger und Radfahrer zu nutzen. Die Zeiten, in denen

Autos direkt neben der Seine entlang

fuhren, sind längst vorbei. In großen Teilen

der Stadt gilt Tempo 30 und auf dem

Périphérique, der Pariser Stadtautobahn,

wurde im Oktober 2024 die Höchstgeschwindigkeit

auf 50 km/h gesenkt. Auf

zahlreichen großen Straßen, die die Stadt

durchziehen, wurden Fahrspuren für Radwege

und breitere Fußwege umfunktioniert.

An Sonntagen gehören einige

Straßen Radlern und Fußgängern. In der

Innenstadt gibt es die Zone à Trafic Limité

(ZTL), in der Durchzugsverkehr verboten

ist. Ziel ist es auch, dass Anwohner, Besucher

mit einem festen Ziel und mobilitätseingeschränkte

Menschen in der Innenstadt

besser vorankommen. Verstöße

gegen die Zugangsregelungen werden

mit einer Strafe von 135 Euro geahndet.

All diese Maßnahmen sollen die Luftqualität

verbessern, Lärm reduzieren und die

Verkehrssicherheit erhöhen.

PariserInnen gehen gerne zu Fuß

Seit 2002 ist der Autoverkehr in Paris

um fast 50 Prozent gesunken. Dennoch

nehmen Autos laut Stadtplanungsamt noch immer mehr als die Hälfte des öffentlichen

Raums ein und verpesten die Luft. Das Auto wird von PariserInnen auf innerstädtischen

Strecken nur selten genutzt. Nach Angaben der Stadt legen PariserInnen fast zwei Drittel

ihrer Wege gehend zurück. Fußgängerzonen bilden für sie kleine grüne Oasen in der

sonst dicht bebauten Stadt.

500 Straßen werden autofrei

Etwa 220 der mehr als 6.000 Pariser Straßen sind bereits autofrei. Vor allem in der Nähe

von Schulen dürfen teils keine Autos fahren. Doch da geht noch mehr: Im März 2025 stimmten

die PariserInnen in einer Bürgerabstimmung dafür, Hunderte Straßen für Autos zu sperren.

500 Straßen werden damit autofrei, 10.000 Parkplätze fallen weg. Platz für Leben. Welche

Straßen zur grünen Fußgängerzone werden, soll nun lokal geklärt werden. In jedem

der 20 Stadtviertel dürften es etwa 25 sein. Das Beispiel Paris zeigt, was geht, dass eine

Großstadt nicht vom Autoverkehr beherrscht werden muss, wenn die Bürgermeister(in) will.

Circlebroen - mehr als eine Brücke

Die 2015 erbaute Circlebroen

verbindet die Christiansbro-Seite

des Kanals mit Applebys

Plads auf der anderen Seite.

Aber sie ist mehr als nur ein Tor

oder eine Verbindung zur anderen

Seite. Ihre Struktur aus sich

überlappenden Kreisen wurde

vom dänisch-isländischen Architekten

Olafur Eliassons entworfen.

Die Kreisbrücke – ähnelt

einem Fünfmaster und schwebt

anmutig über der Mündung des Christianshavns-Kanals und unterbricht mit ihrer Form

die typische Einheitlichkeit von Brücken.

Die Brücke (siehe Video https://www.youtube.com/shorts/wBbOamCvX_8) besteht aus

fünf kreisförmigen Plattformen, über die Menschen – ob Radfahrer, Läufer oder Fußgänger

– die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive erleben und auch als Treffpunkt nutzen können.

Das Zickzack-Design der Brücke

soll Menschen dazu bringen, langsamer

zu gehen und eine Pause einzulegen.

"Auf unserem Weg zu zögern, bedeutet,

körperlich nachzudenken", meint

der Architekt Olafur Eliassons.

Die Cirkelbroen ist ein Hochgenuss

für Fußgänger. Sie spiegelt das alltägliche

Leben und die familiäre Atmosphäre

rund um den Kanal im Stadtteil Christianshavn

wider, mit seinen Haus- und Segelbooten,

dem einzigartigen Leben auf

den Wällen. Der Kopenhagener Hafen

war einst ein Zentrum maritimer Aktivität,

und die Cirkelbroen ist ein Zeugnis

dieser Geschichte. Mit einer Durchfahrtshöhe

von 2,75 Metern ermöglicht die 40

Meter lange Brücke Hafenrundfahrten,

Kajaks und normalen Booten die Durchfahrt.

Für größere Schiffe öffnen sich zwei

Scheiben wie ein Gartentor in einem

20-sekündigen Vorgang, der von einer

Gruppe einheimischer Seeleute bedient

wird. Die Cirkelbroen ist ein schönes Beispiel

und Vorbild einer innovativen Radund

Fußgängerbrücke.

Eveline Steinbacher

Best practice

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Kulturpolitischer Aschermittwoch zur Verteidigung unserer Demokratie

„No Pasaran!“

Ried im Innkreis, 5. März 2025. Veranstaltet wurde der Nachmittag mit Demo, Vortrag

von Hans-Henning Scharschach, abendlicher kurdischer Musik und Kabarett von KULI

(Kultur.Land.Impulse) und einer Reihe zivilgesellschaftlicher Organisationen. Die Initiator*innen

hinter dem kulturpolitische Aschermittwoch möchten, dass in Ried nicht nur

die Stimmen der FPÖ, die traditionell ihren “politischen Aschermittwoch” in der Jahnturnhalle

veranstaltet, gehört werden.

Der politische Journalist, Publizist, Antifaschist und Menschenrechtsaktivist Hans-Henning

Scharschach zeigte die Verflechtungen der Burschenschaften mit der FPÖ auf.

Solidarwerkstatt-Petition

Schluss mit der Landesförderung

für den rechtsextremen RFJ

Die FPÖ-Jugend RFJ verbreitet neofaschistische Ideologie. Insbesondere Vokabular,

wie man es von den „Identitären“, deren Symbole in Österreich verboten sind,

kennt, wird verwendet. Bewusst werden die Grenzen des Sagbaren immer weiter verschoben.

Außerdem wird zur „Remigration“ aufgerufen. Dies bedeutet im Kern nichts

anderes als die Vertreibung von hier lebenden Menschen, die „ausländische“ Wurzeln

haben. Solche Vorstellungen wären tatsächlich nur mit Gewalt durchsetzbar. Jahr für

Jahr erhält der RFJ 75.000 Euro durch das Land OÖ im Rahmen des Budgets für Jugendarbeit.

Nie wieder Faschismus! Wer dies ernst nimmt, darf neofaschistische und

demokratiefeindliche Organisationen wie den RFJ nicht länger finanziell unterstützen.

Das Land OÖ muss die Förderungen sofort einstellen.

Genauso, wie vor eineinhalb Jahren endlich die Förderungen für die deutschnationale

Burschenschaften durch das Land OÖ gestrichen wurden, müssen in weiterer

Konsequenz nun jene für den RFJ beendet werden. Vorbildhaft ist eine Entscheidung

der steiermärkischen Landesregierung von 2008, dem RFJ aufgrund des Verletzens der

Förderrichtlinien die finanzielle Unterstützung zu entziehen.

Unterstützt daher diese Petition

an die oö Landesregierung hier oder mit QR-Code

https://mein.aufstehn.at/petitions/schluss-mit-der-landesforderung-fur-den-rechtsextremen-rfj

Die Stimmung bei der Demo habe ich als sehr gut erlebt. Einer der Sprecher*innen war

Robert Eiter, Sprecher des Oberösterreichischen Netzwerks gegen Rassismus und Rechtsextremismus

sowie Vorstandsmitglied des Mauthausen Komitees Österreich, der zum Thema

„Demokratie verteidigen“ redete. Drei große Gefahren sieht er für die Demokratie:

• Unser politisches System repräsentiert immer weniger die Menschen. In Wien ist

schon ein Drittel der Bevölkerung nicht mehr wahlberechtigt. In Linz ist es immerhin

ein Viertel. Das ist ein untragbarer Zustand. Der Grund liegt in den hohen Hürden

beim Erwerb der Staatsbürgerschaft.

• Die zweite Gefahr ist die steigende soziale Ungleichheit in unserer Gesellschaft.

„Wer das Gold hat, macht die Regel.“ Sehr reiche Leute können es sich richten. Große

wirtschaftliche Macht beeinflusst politische Entscheidungen in ihrem Interesse.

• Der Rechtspopulismus ist die dritte Gefahr für die Demokratie. Es gibt verschiedene

Spielarten des Rechtspopulismus, aber gemeinsam haben sie Schwarz-Weiß-

Denken, Rückwärtsgewandtheit, Nationalismus, aggressive Intoleranz, Fremden-,

Frauen- und Minderheitenfeindlichkeit. Die Rechtsaußen-Parteien hetzen und tun

ihr möglichstes, um die Gesellschaft zu spalten.

Abschließend rief Robert Eiter auf, in die Offensive zu gehen: „Es gilt, für mehr Demokratie

in allen Bereichen unserer Gesellschaft zu kämpfen. Und es gilt für den Ausbau des

Sozialstaates zu kämpfen, für ein besseres Leben der vielen.“ Er schloss mit Dolores Ibárruri:

„Steht auf, verteidigt die Republik, verteidigt die Freiheit und die demokratischen Errungenschaften

des Volkes. No pasaran – sie werden nicht durchkommen!“

Judith Rachbauer

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Alle Kinder sind gleich viel wert!

Am 26. April 2025 veranstaltete die Palästina Solidarität Linz einen Trauermarsch

durch die Landstraße in Linz. Im Mittelpunkt stand das Leid der Kinder im Gazastreifen.

Zehntausende wurden getötet, verstümmelt und verwundet, sind für ihr Leben traumatisiert.

Doch die israelische Militärmaschine

kennt keine Gnade: Jetzt wird auch Hunger

als Waffe eingesetzt und der trifft als erstes die

Schwächsten mit voller Wucht. Das israelische

Apartheidregime will die ansässige Bevölkerung

vertreiben, um in Gaza eine israelische Riviera

zu errichten.

Möglich wird dies aufgrund eines tiefsitzenden

Rassismus: Palästinensische Kinder sind für

die Mächtigen dieser Welt weniger wert als israelische,

europäische oder amerikanische. „Für

uns sind alle Kinder gleich viel wert!“ sagte dementgegen

Boris Lechthaler, Solidarwerkstatt

Österreich, und forderte von der Bundesregierung

sich umgehend für einen Waffenstillstand,

die notwendige humanitäre Hilfe und die Freilassung

aller Gefangenen einzusetzen.

Video: Andrew Feinstein „Wie wir die Kriegsmaschine beenden“

Aktive Neutralität

statt EU-Hochrüstungswahn!

Am 15. Mai 2025 jährte sich die Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrages

zum 70. Mal. Aus diesem Anlass veranstaltete die Solidarwerkstatt Österreich gemeinsam

mit anderen Friedensorganisationen wie der Wiener Friedensbewegung, dem Bündnis

ABFANG oder Friedens-Attac einen Zug vom Wiener Westbahnhof bis zum Platz der

Republik vor dem Parlament. Motto: „Aktive Neutralität statt EU-Hochrüstungswahn!“

800 Milliarden Euro will die EU in den nächsten vier Jahren für militärische Aufrüstung

zusätzlich mobilisieren. Das österreichische Militärbudget soll sich verdoppeln.

Voraussetzung für eine glaubwürdige Neutralität sei „ohne Wenn und Aber“ aus der

EU-Militarisierung auszusteigen. Das heißt unter anderem:

• Ausstieg aus der Aufrüstungspflicht und militärischen Beistandsverpflichtung des

Artikel 42, EU-Vertrag.

• Ausstieg aus der Ständig Strukturierten Zusammenarbeit (EU-SSZ/Pesco), die zum

Mitmarschieren bei EU-Militäreinsätzen verpflichtet und die Militärbudgets Jahr

für Jahr in die Höhe schraubt.

• Ausstieg aus dem Hochrüstungsprozess des „Strategischen Kompass“, v.a. Ausstieg

aus der Schnellen Eingreiftruppe der EU; keine Teilnahme am Raketenabwehrsystem

European Sky Shield.

• Ausstieg aus den Gremien und Institution der EU-Militärpolitik (vom EU-Rüstungsamt

bis zum EU-Militärstab)

• Keine Einbeziehung Österreichs in den militärisch-industriellen Komplex der EU,

keine Beteiligung an der Finanzierung des EU-Rüstungsfonds, der EU-Kriegskasse

(„Friedensfazilität“) und anderen Fonds zur Militarisierung der EU.

• Eliminierung des Artikel 23j aus der österreichischen Bundesverfassung, der die

Beteiligung Österreichs an globalen Militäreinsätzen der EU ermöglicht

„Der Ausstieg aus der EU-Militarisierung

verschafft Österreich den Freiraum

für eine aktiv neutrale Außenpolitik, die

auf Frieden, Vermittlung und Diplomatie

setzt. Wir brauchen eine kooperative

Weltordnung, die Sicherheit miteinander

statt gegeneinander organisiert.

Nur durch Zusammenarbeit und Frieden

und nicht durch Konfrontation und

Krieg können die großen Probleme der

Menschheit wie Klimaschutz oder Überwindung

der Hungers gelöst werden.“,

heißt es im Aufruf.

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Vortrag und Diskussion mit Heinz Högelsberger

Automobilismus - vom Transportmittel

für wenige zur Religion

Petition an die österreichische Bundesregierung

Stopp dem Rückwärtsgang bei

einer ökosozialen Verkehrswende!

Unsere Gesellschaft ist vom Automobilismus durchdrungen und getrieben. Immer

neue Opfer werden dieser höchst irrationalen Form der Mobilität erbracht: Lebensqualität,

Lebenszeit, Gesundheit, sozialer Zusammenhalt, Umwelt und nicht

zuletzt unser Klima. Die Krise des Automobilismus ist ebenso wahrnehmbar, wie

Strategien der Autolobby, sich gegen den Niedergang aufzubäumen. Heinz Högelsberger

beschäftigt sich mit Struktur, Entwicklung und Arbeitsweise der Autokonzerne

und zeigt Wege auf, wie wir den irrationalen Tanz um das Goldene Kalb

beenden und einer vernünftigen sozial-ökologischen Mobilität zum Durchbruch

verhelfen können.

Heinz Högelsberger ist Geologe. Er war früher bei Greenpeace und Global 2000

aktiv und arbeitet heute in der Abteilung für Klima, Umwelt und Verkehr der AK

Wien.

Montag, 2. Juni 2025, 19 Uhr

Veranstaltungsraum Waltherstraße 15, 4020 Linz

Eine Veranstaltung von

Solidarwerkstatt Österreich und

Initiative Verkehrswende jetzt!

Keine Verteuerung des Klimatickets – Bahnausbau statt Stilllegung

von Regionalbahnen – Autobahnbau stoppen!

Wir fordern:

• Keine Verteuerung des Klimatickets, keine Streichung des kostenlosen Klimatickets

für 18-Jährige!

• Keine Verschleppung bei Investitionen in den Bahnausbau - keine Streckenstilllegungen,

sondern Ausbau der Regionalbahnen!

• Stopp des Baus und Ausbaus von Autobahnen!

Warum ist das wichtig?

Die Regierung will das Klimaticket empfindlich verteuern (plus 19 Prozent) und das Gratisklimatickt

für 18-Jährige abschaffen. Gleichzeitig sollen Investitionen in den Bahnausbau

verschleppt werden, sogar die Einstellung von Regionalstrecken (z.B. Mühlkreisbahn,

Almtalbahn, Hausruckbahn, Thermenbahn) wird angedacht. Gleichzeitig will die Regierung

Milliarden für den weiteren Ausbau von Autobahnen und Schnellstraßen ausgeben (z.B.

A26-Autobahn in Linz, Lobauautobahn in Wien, Ausbau der Pyhrnautobahn in der Steiermark,

S17 in Vorarlberg). Das ist die vollkommen falsche Schwerpunktsetzung. Dieser

Rückwärtsgang muss gestoppt werden! Eine öko-soziale Verkehrswende kann nur gelingen,

wenn das Bahnfahren attraktiv und günstig ist und der Autobahnausbau sofort

beendet wird.

Jede Unterschrift hilft dabei, dass die Petition erfolgreich ist! Hilfst du mit, indem

du auch unterzeichnest? Gleich hier. Danke!

Initiiert von Initiative Verkehrswende jetzt!, BI Rettet die Lobau - Natur statt Beton

und Solidarwerkstatt Österreich

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DEMONSTRATION

Stopp EU-Mercosur-

Freihandels-Pakt!

Aufruf des Aktionskomitees STOPP EU-MERCOSUR-PAKT

zum Demozug durch die Linzer Innenstadt, am Mittwoch, 18. Juni 2025

Treffpunkt: 16:30 Uhr, Volksgartenstraße (bei ÖGB und AK)

MACH MIT!

Das Freihandelsabkommen der EU mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien,

Uruguay und Paraguay ist ein giftiges Abkommen:

• Weil es die Existenz (klein-)bäuerlicher Betriebe bedroht und unsere Ernährungssouveränität

gefährdet. Das EU-Mercosur-Abkommen fördert Billigimporte aus Südamerika

und setzt europäische Bäuerinnen und Bauern einem unfairen Wettbewerb

aus. Die europäische agrochemische Industrie nutzt das Abkommen, um Pestizide zu

exportieren, die in der EU längst verboten sind. Diese giftigen Chemikalien gefährden

die Gesundheit der dortigen Arbeitenden, belasten Böden und Gewässer und

kehren über importierte Nahrungs- und Futtermittel auf unsere Teller zurück.

• Weil es die Abholzung des Regenwaldes anheizt. Dem Export von Rindfleisch,

Zuckerrohr, Soja, biogene Treibstoffen usw. drohen riesige Flächen im Amazonas zum

Opfer zu fallen. Der Regenwald ist aber die grüne Lunge der Welt, unentbehrlich für

Klimaschutz und Artenvielfalt und damit für unser aller Überleben.

• Weil eine umweltfreundliche Mobilitätswende ausgebremst wird, indem der

Export von Verbrenner-Autos aus Europa nach Südamerika durch Zollsenkungen

angekurbelt wird. Südamerika soll auf die Rolle als Exporteur von Rohstoffen festgeschrieben

werden, die dort oft unter katastrophalen Bedingungen für Mensch und

Natur abgebaut werden. Die fossilen Warenströme zwischen den Kontinenten über

tausende Kilometer heizen dem Klima zusätzlich ein.

• Weil auf beiden Seiten ein zerstörerischer Wettlauf nach unten droht – mit neokolonialer

Ausbeutung des globalen Südens, Menschenrechtsverletzungen und Aushöhlung

von ArbeitnehmerInnenrechte, Verbraucherschutz und Tierwohl. Davon profitieren

nur die großen Konzerne, insbesondere das Agrobusiness, die Chemie- und

Autoindustrie, die zu den Hauptlobbyisten des Abkommens zählen.

• Weil das EU-Mercosur Abkommen den dringend notwendigen sozial-ökologischen

Wandel der Volkswirtschaften blockiert – sowohl im Mercosur als auch

bei uns. Handelsinteressen von wenigen stehen über den Schutz unserer Lebensgrundlagen

und Menschenrechte. Das Nachhaltigkeitskapitel des Abkommens ist

dagegen weitgehend unverbindlich und zahnlos. Mit dem Aufweichen der Klimaziele

durch die EU werden auch die Mercosur-Staaten zu einer eben solchen

Fahrlässigkeit gedrängt.

Das widerspricht unseren Vorstellungen eines fairen, sozialen und ökologischen Handels

und einer demokratischen Kooperation auf Augenhöhe. Wir sagen deshalb NEIN zum

EU-Mercosur-Abkommen.

Seit 25 Jahren wird dieses Abkommen durch zivilgesellschaftlichen Widerstand erfolgreich

verhindert. Nun ist – im wahrsten Sinn des Wortes – Feuer am Dach. Denn die

EU-Kommission will dieses Abkommen umgehend ratifizieren lassen. Um die Mitsprache

der nationalen Parlamente auszuhebeln, will sie das Abkommen in einen Freihandels-

und politischen Teil aufspalten. Der Freihandelsteil könnte damit ausschließlich auf

EU-Ebene auch gegen den Willen von Regierungen und Parlamenten in den Mitgliedsstaaten

beschlossen werden. Wir müssen uns gegen diesen undemokratischen Verfahrenstrick

wehren. Wir fordern deshalb, dass das Abkommen nicht aufgespalten wird

und Österreich bei seinem NEIN zum EU-Mercosur-Pakt bleiben muss!

Unterstützt wird diese Aktion unter anderem von: ATTAC, Frauen für den Frieden OÖ,

Fridays for Future Linz, Initiative Verkehrswende jetzt!, Klima Allianz OÖ, ÖBV - Via Campesina,

Parents for Future OÖ, Solidar Austria, Solidarwerkstatt Österreich, Vegans for Future

Zum Video

Kundgebung von Via

Campesina am 17.4.2025,

dem internationalen Tag des kleinbäu-

erlichen Widerstandes, vor dem Linzer

Landhaus

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Parlamentarische Bürgerinitiative der Solidarwerkstatt Österreich

Stopp EU-Mercosur-Freihandelsabkommen

VOLKSABSTIMMUNG !

www.solidarwerkstatt.at

Parlamentarische Bürgerinitiative UNTERSCHREIBEN!

Nähere Informationen

und unterschreiben hier:

SOLiNZ - wir über uns

SOLiNZ – Solidarisches Linz – ist das Online-Medium der Solidarwerkstatt-Kommunalgruppe

Linz. Wir verstehen uns als Nachbarschaftszeitung in mehrfacher Hinsicht: Unser

Schwerpunkt liegt auf Linz und seinen Nachbargemeinden; auch Nachbarschaftsthemen –

was tut sich im Grätzel? – wollen wir ein großes Augenmerk schenken; und wir wollen gute

Nachbarschaft fördern – im Sinne von Zusammenstehen und gemeinsam Handeln statt sich

auseinander dividieren zu lassen. Wir wollen dazu ermutigen, solidarisch für eine soziale

und ökologische Stadtentwicklung, für Demokratie und Selbstbestimmung aktiv zu werden.

Dabei ist es unser Anspruch, mehr als eine Zeitung zum Lesen zu sein, indem wir Text, Video

und Audio miteinander verknüpfen.

Wir sind von Parteien und Konzernen unabhängig. Aber wir sind abhängig davon, dass

Menschen mithelfen, SOLiNZ zu gestalten und zu verbreiten. Wenn auch du dazu Lust

hast, schau bei unseren 14-tägigen Kommunalgruppen-Treffen vorbei oder schick uns

deine Ideen!

KONTAKT:

Solidarwerkstatt-Büro, Waltherstraße 15, 4020 Linz, T 0732 77 10 94 od. 0664 15 40 742.

office@solidarwerkstatt.at, www.solidarwerkstatt.at, www.facebook.com/solidarwerkstatt

Wir freuen uns auch über finanzielle Unterstützung für unser Zeitungsprojekt SOLiNZ:

Raiffeisenbank Perg, IBAN: AT42 3477 7000 06274146, BIC: RZOO AT2L 777. Vielen Dank!

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