f+h fördern und heben 5/2025
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2884
05
Juni 2025
€ 20,00
TITEL
Velux steigert Durchsatz
06 mit SAP EWM um 50 Prozent
So spart ein Klick Zeit
36 in Lager und Produktion
Kranbahn-Check: So bleibt
44 Ihr Betrieb sicher
foerdern-und-heben.de
IHR UNTERNEHMEN AUF
NEUE HÖHEN HEBEN
45,6 kW 3 000 kg
2,3 m – 9 m
HINWEIS: STETS DIE WARNUNGEN UND ANLEITUNGEN DES HERSTELLERS BEFOLGEN. WEITERE INFORMATIONEN AUF BOBCAT.COM
EDITORIAL
IHR SCHLÜSSEL ZUR ERFOLGREICHEN
INTRALOGISTIK
Die Kommissionierung bildet das Herzstück jeder Intralogistikanlage. Die präzise
und verlässliche Zusammenstellung von Artikeln zu Aufträgen hat entscheidenden
Einfluss auf Geschwindigkeit, Qualität und letztlich auf die Wirtschaftlichkeit
der Logistikkette. Angesichts einer stetig wachsenden Artikelvielfalt bei
gleichzeitig steigenden Erwartungen an kürzere Lieferzeiten stehen Betreiber von
Intralogistikanlagen vor zunehmend komplexen Herausforderungen.
Die Bedeutung der Kommissionierung wird durch eindrucksvolle Zahlen unterstrichen:
Rund 55 Prozent der Betriebskosten im Lager entfallen auf diesen zentralen
Bereich. Gleichzeitig birgt er großes Optimierungspotenzial – durch den gezielten
KOMMISSIONIERUNG
OPTIMIEREN – EFFIZIENZ-
POTENZIALE NUTZEN
Einsatz innovativer Technologien und intelligenter
Prozessgestaltung.
Unabhängig davon, ob manuelle
Verfahren oder automatisierte
Systeme zum Einsatz kommen: Kommissioniersysteme müssen
individuell auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten
werden, um ihr volles Potenzial zu entfalten.
Vor diesem Hintergrund möchten wir Ihnen mit unserer neuen
Online-Plattform IndustrieMACHER (www.industriemacher.de)
fundierte und praxisnahe Einblicke in dieses vielschichtige
Themenfeld bieten. Wir beleuchten aktuelle Trends, stellen
zukunftsweisende Lösungen vor und präsentieren konkrete Praxisbeispiele
aus der Welt der Kommissionierung – stets mit Blick auf
technische wie auch organisatorische Aspekte. Unsere Beiträge
liefern Ihnen Impulse und konkrete Handlungsempfehlungen für
die Optimierung Ihrer Prozesse.
Wir laden Sie herzlich ein, IndustrieMACHER zu entdecken – und
wünschen Ihnen viel Erfolg bei der Weiterentwicklung Ihrer
Intralogistik.
Winfried Bauer
– Chefredakteur –
w.bauer@vfmz.de
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INHALT
EDITORIAL
03 Ihr Schlüssel zur erfolgreichen Intralogistik
PRODUKTE UND SYSTEME
06 TITELSTORY viastore und prismat: automatisches,
SAP-EWM-gesteuertes Lager für Velux
Warenströme clever managen
10 Digitalisierung der Ersatzteillogistik
KSB steuert Umlaufregale mit Orbis VLM
direkt aus SAP heraus
12 F+H VOR ORT Kion Regional Distribution
Center Central Europe offiziell eröffnet
Schnelle Ersatzteilversorgung sichergestellt
30 BIG PICTURE Aus einem Guss: Die neuen
Traigo48-Stapler von Toyota überzeugen
36 Digitales Informationssystem setzt Daten und
Abläufe in Bewegung
Ein Klick gegen Verschwendung
40 Hebehilfen unterstützen Kommissionierung bei
Lackhersteller
Ergonomie trifft Farbenfreude
42 Nachhaltig modernisieren
Lager-Retrofit macht Getränkehersteller zukunftsfähig
46 80 Jahre Schmersal
Immer im Fokus: Die Maschinensicherheit
48 Digitale Highlights
Am Ende dieses E-Papers finden Sie einen Hinweis auf
, die neue Online-Plattform der
Vereinigte Fachverlage GmbH.
20
34
40
26
F+H EXTRA
AUTOMATICA-VORSCHAU
16 Anlage für die Kunststoffbearbeitung nach
individuellen Anforderungen entwickelt
An der Automatisierungsschraube gedreht
20 KI-gestützte Kommissionierung
Welche Vorteile bringt maschinelles Lernen?
22 Wie der FleetExecuter eine Flotte autonomer
Roboter managt
Einer für alle
24 5 Highlights zur automatica 2025
IMPULSE
26 Wie Betreiber die häufigsten Stolpersteine bei der
Integration von FTF in den Materialfluss umgehen
Ganzheitliche Betrachtung entscheidend
44 Die Bedeutung regelmäßiger Kontrollen
für Sicherheit und Effizienz
„Wie sicher ist meine Kranbahn?“
MENSCHEN UND MÄRKTE
50 F+H PERSÖNLICH Martin Lippitz
SERVICE
41 Impressum
51 Vorschau auf Heft f+h 06/2025
44
PERSPEKTIVEN
34 Sicherheit in Lager und Logistik erfordert mehr
als nur Automatisierung
Flurförderzeugflotten gezielt aufrüsten
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VIASTORE UND PRISMAT: AUTOMATISCHES, SAP-EWM-GESTEUERTES LAGER FÜR VELUX
WARENSTRÖME CLEVER MANAGEN
Hightech-Lager der Superlative: viastore baute in
enger Zusammenarbeit mit dem SAP-Experten
prismat für Velux im dänischen Kolding ein
automatisches, SAP-EWM-gesteuertes
Hochregallager auf. Damit erhöht der
Dachfenster-Hersteller seinen Durchsatz um
rund 50 Prozent.
Mehr als 100 Millionen dänische Kronen (rund 13,4
Millionen Euro) – Velux hat in sein neues Zentrallager
für Nordeuropa viel investiert. „Wir wollten die
drei bestehenden Lagerstandorte für Fenster, Zubehör
und Ersatzteile zusammenfassen“, erklärt Tom Jørgensen,
Warehouse Manager bei Velux.
Die Kunden sollen alle bestellten Produkte gebündelt in einer
Sendung erhalten. Das Ziel: Kosten und die Anzahl der für den
Versand eingesetzten Lkw reduzieren, um die durch den Transport
verursachten CO 2
-Emissionen zu verringern.
Schneller, besser, zuverlässiger: Bei der Erweiterung in Kolding
setzte der Dachlicht-Spezialist erstmals in großem Umfang auf
automatisierte Logistikprozesse. Das neue Lager kann bis zu
50 Prozent mehr Waren umschlagen als seine manuellen Vorgänger.
Zudem wollte Velux eine ergonomischere Handhabung ermöglichen
– ein Dachfenster wiegt im Durchschnitt 53 kg. Jetzt
6 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
TITELSTORY
PRODUKTE UND SYSTEME
01 Übergroße Rollen- und Kettenförderer sowie eine Elektrobodenbahn
transportieren die Paletten zum Hochregallager und zu den drei
Kommissionierbereichen
entlasten Regalbediengeräte und Kommissionierroboter die Mitarbeiter
im 24.000 m2 großen Lager. „Wir hatten mit automatischen
Lagern bisher keine Erfahrung, daher suchten wir einen
Anbieter, dessen System uns unmittelbar überzeugt und begeistert“,
erklärt Jørgensen. „viastore hat bereits mit dem ersten Entwurf
eine sehr gute Lösung präsentiert.“ Das Konzept des Stuttgarter
Intralogistikexperten habe vorgesehen, die Lagerkapazitäten
am bestehenden Standort in Kolding zu erweitern und die
Durchsatzleistung drastisch zu erhöhen, um die Bündelung aller
Produkte in einer Sendung zu ermöglichen.
EINGEBUNDEN: LAGERVERWALTUNG
MIT SAP EWM
Die Verwaltung des neuen Lagers sollte über SAP EWM (Extended
Warehouse Management) und die integrierte Materialflusslösung
MFS geschehen. viastore holte dazu den SAP-Experten
prismat ins Boot. Die Unternehmen verbindet eine langjährige
Partnerschaft bei Automatisierungsprojekten und der Integration
von SAP EWM. Daniel Schlottbohm, Manager SAP Consulting bei
prismat: „Wir wissen genau, wer bei der Umsetzung solcher Projekte
wofür verantwortlich ist oder wo Abhängigkeiten bestehen.
So können wir das ganze Projekt gemeinsam planen – das vermeidet
unliebsame Überraschungen.“ Für die Implementierung
habe man die prismat/Rakete eingesetzt, die aufgrund fertiger
Lösungsbausteine und einer vorkonfigurierten Systembasis die
Mit der Visualisierungslösung
viavision lassen
sich Systemwarnungen
in Echtzeit erkennen
und diese für eine
spätere Analyse
speichern
VIVIANE PÜLMANNS,
Projektleiterin, viastore
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PRODUKTE UND SYSTEME
TITELSTORY
individuelle Anpassung von EWM deutlich beschleunigt, dabei
aber immer nah am Standard bleibt.
Der Standort Kolding ist die zentrale Drehscheibe in der Lieferkette
von Velux. Von dort aus verschickt das Unternehmen Dachfenster
in mehr als 30 Länder, muss dafür aber viele unterschiedliche
Kundenanforderungen in die Prozesse integrieren. „Da war
es von Vorteil, dass SAP EWM ein vollständig integriertes Materialflusssystem
umfasst“, sagt Schlottbohm. Mit der neuen Lösung
habe Velux vom Auftragseingang über die Produktionssteuerung
bis hin zur Lagerverwaltung alles in einer Software vereint – für
alle internationalen Standorte, weil diese in das gruppenweite
SAP-System des Konzerns eingebunden ist.
SCHNELLE PROZESSE: BESTÜCKUNG UND
TRANSPORT
Herzstück der neuen Anlage ist das automatische Hochregallager
mit mehr als 13.000 Stellplätzen. Jede der zehn Gassen des Lagers
ist rund 120 m lang. Die Regalbediengeräte viapal bestücken die
Regale, übergroße Ladungsträger lagern und transportieren die
unterschiedlichen Artikel. viastore hat diese in zwei Versionen für
Um eine möglichst
hohe Effizienz des
Systems zu erreichen
und auch die Packreihenfolge
für jeden
Auftrag einhalten zu
können, lösen wir diese
in Wellen aus
LARS LANGGAARD,
Logistics Consultant, Velux
02 Jeder Roboter übernimmt Artikel aus sechs verschiedenen
Quellpaletten und kann bis zu sechs Aufträge parallel kommissionieren
Velux entwickelt: Die kleineren Paletten sind rund doppelt so
groß wie eine Europalette, die großen Ladungsträger entsprechen
etwa dem Dreifachen. „Mit diesen beiden Plattformen ist Velux in
der Lage, alle Produkte umzuschlagen“, erklärt Viviane Pülmanns,
Projektleiterin bei viastore. „Von kleinen Ersatzteilen bis hin zu
großen Fenstern kann das Unternehmen so alle Waren im Hochregal
lagern und auf derselben Fördertechnik transportieren.“
Übergroße Rollen- und Kettenförderer sowie eine Elektrobodenbahn
transportieren die Paletten zum Hochregallager und
zu den drei Kommissionierbereichen. Die Bahn verbindet vier
Gebäude und bewegt die Artikel mithilfe von 23 Fahrzeugen bei
einer Geschwindigkeit von bis zu 2 m/s. „Wir hatten zunächst
fahrerlose Transportsysteme in Betracht gezogen, doch die Umsetzung
erwies sich als schwierig“, berichtet Jørgensen. „Schließlich
haben wir uns entschieden, einen durchgängigen Materialfluss
zu planen und etwas größer zu denken.“
SYSTEMATISCH: WARENAUSGANG UND
AUFTRAGSFREIGABE
Der Warenausgang gliedert sich in drei Bereiche: Im ersten bringen
die Mitarbeitenden Paletten mit Jalousien und Zubehör zu
einer manuellen Kommissionierzone. Pick-by-Light-Anzeigen
unterstützen sie bei der korrekten Kommissionierung – auch an
der zweiten Station. Hier geht es darum, Ersatzteile manuell zusammenzustellen.
Im dritten Bereich sind zwei Roboter für
schwere Fenster und Rahmen zuständig. Eine Elektrohängebahn
(Monorail) versorgt sie mit Waren aus dem Hochregallager. Jeder
Roboter übernimmt Artikel aus sechs verschiedenen Quellpaletten
und kann bis zu sechs Aufträge parallel kommissionieren. Zusätzlich
werden übergroße Sendungen neben dem automatischen
Lager manuell bearbeitet.
8 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME
„Um eine möglichst hohe Effizienz des Systems zu erreichen und
auch die Packreihenfolge für jeden Auftrag einhalten zu können,
lösen wir diese in Wellen aus“, erläutert Lars Langgaard, Logistics
Consultant bei Velux. Dafür sammeln die Beschäftigten die Aufträge
automatisch in mehreren Schüben – abhängig vom Inhalt.
Sie gruppieren die Produkte entsprechend dem jeweiligen Markt,
für den sie bestimmt sind. Das System berücksichtigt alle Eigenschaften
der einzelnen Artikel innerhalb eines Auftrags, beispielsweise
platziert es große und schwere Produkte immer unten
auf der Versandpalette. „Wir geben eine große Welle frei,
dann beginnt die Kommissionierung: Die Regalbediengeräte
holen die entsprechenden Paletten aus dem Hochregal, die Monorail
füttert die beiden Roboter damit“, erklärt Langgaard. Auf
diese Weise kann jeder Roboter durchschnittlich 100 Picks pro
Stunde durchführen.
Mit dem SAP Fiori Launchpad als zentrale Übersicht haben die
Fachkräfte alle Funktionen und Aufgaben fortwährend im Blick
und springen von dort in die jeweiligen Dialoge – vom Wareneingang
über die Kommissionierung bis hin zum Warenausgang.
Durch das Embedded Insights Bundle von prismat übernimmt
das SAP Fiori Launchpad gleichzeitig die Funktion eines Dashboards
für KPIs (Key Performance Indicators): Diese KPI-Übersicht
wird aufgrund der responsiven Darstellung des Launchpads
auf Smartphones und auch auf großen Bildschirmen innerhalb
des Lagers als Performance-Anzeige eingesetzt. Vom Überblick
der Echtzeit-Kennzahlen und -Diagramme innerhalb der Fiori-
Kacheln wechseln die Beschäftigten an den Arbeitsplätzen bei
Bedarf auf Detailseiten zu den Kennzahlen oder auch hier direkt
zur passenden Fiori-Anwendung.
PALETTENBEWEGUNGEN: GUT ORGANISIERT
UND VISUALISIERT
03 Pick-by-Light-Anzeigen unterstützen die Beschäftigten bei der
korrekten Kommissionierung
04 In der manuellen Kommissionierzone führt SAP EWM die Fachkraft
durch den kompletten Prozess und zeigt auf einem Monitor an, welches
Produkt sie in welcher Menge entnehmen muss
Unsere Partner
viastore und prismat
haben uns gezeigt, wie
wir mit allen Warenströmen
in ein und
demselben Lager
arbeiten können
TOM JØRGENSEN,
Warehouse Manager, Velux
In der manuellen Kommissionierzone sammeln die Mitarbeitenden
die Aufträge von verschiedenen Paletten. SAP EWM führt die
Fachkraft durch den Prozess und zeigt auf einem Monitor an,
welches Produkt sie in welcher Menge entnehmen muss. Das System
gibt auch vor, wo sie die Artikel im angeschlossenen Kommissionierregal
platzieren soll. „Pro Kommissionierstation haben
wir 170 Fächer im Regal“, erklärt Jørgensen. „Der richtige Platz
wird durch eine Leuchtanzeige markiert. So können wir bis zu
6.500 Teile pro Tag kommissionieren.“
Auf der Entnahmeseite des Kommissionierregals findet die Zuordnung
der Aufträge zu den drei unterschiedlichen Warenströmen
statt: Im ersten Strang kommen die verschiedenen Artikelgruppen
– Fenster, Zubehör und Ersatzteile – zusammen, der
zweite besteht aus einzelnen Teilen für definierte Endkunden.
Mehrfachaufträge aus verschiedenen Artikeln mit mehreren
Stückzahlen werden im dritten Strom kombiniert. „Diese Warenströme
können wiederum auf verschiedene Verpackungsbereiche
aufgeteilt werden“, sagt Jørgensen. „Dabei zeigt uns SAP das
richtige Verpackungsmaterial an.“
Die Visualisierungslösung viavision von viastore stellt alle physischen
Palettenbewegungen in Echtzeit dar. Das beginnt im Hochregallager
mit den Regalbediengeräten, umfasst die Elektrohängebahn
und die Fördertechnik. Welche Systeme belegt oder leer
sind, sehen die Mitarbeiter ebenfalls. „Der Betreiber erkennt Systemwarnungen
schnell und kann diese für eine spätere Analyse
speichern“, berichtet Pülmanns. „Es ist auch möglich, sich von
außerhalb einzuloggen, um beispielsweise Fernwartung bis hinunter
zu allen Subsystemen zu leisten.“
FAZIT: VIEL GELERNT
Das Velux-Management ist sehr zufrieden, und auch Lagerleiter
Jørgensen schwärmt: „Das SAP-EWM-System bietet uns einige
Möglichkeiten, die wir vorher nicht hatten. Wir können zum Beispiel
Echtzeitdaten in viel größerem Umfang visualisieren.“ Doch
nicht nur die Technologie habe überzeugt, auch das Engagement
der Experten von viastore und prismat, die persönlichen Treffen
und die offenen Diskussionen über verschiedene Lösungsmöglichkeiten
empfindet Jørgensen als sehr positiv: „Wir haben bei
dem Projekt viel gelernt und Partner gefunden, die uns bei der
Entwicklung unterstützen und uns gezeigt haben, wie wir mit allen
Warenströmen in ein und demselben Lager arbeiten können.“
Fotos: viastore
www.viastore.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 9
PRODUKTE UND SYSTEME
DIGITALISIERUNG DER ERSATZTEILLOGISTIK
KSB STEUERT UMLAUFREGALE MIT ORBIS
VLM DIREKT AUS SAP HERAUS
Die KSB SE hat die Lösung Orbis Vertical Lift
Management (Orbis VLM) im zentralen
Ersatzteillager in Grünstadt eingeführt und
steuert damit ihre vertikalen Umlaufregalsysteme
von Kardex direkt aus SAP heraus. Der Einsatz
dieser Lösung ist ein weiterer Schritt auf dem
Weg zu einer digitalen Supply Chain.
Das Surren sich auf- und abbewegender Module der Umlaufregalsysteme
durchzieht das zentrale Ersatzteillager
der KSB SE in Grünstadt – präzise gesteuert von der
Lösung Orbis Vertical Lift Management (Orbis VLM).
Diese Anwendung, die auf die Verwaltung und Steuerung vertikaler
tablarbasierter Lagersysteme ausgelegt ist, fügt sich nahtlos in
das vorhandene SAP Warehouse Management System (SAP WM)
ein und ersetzt die bisherige Software für die Umlaufregale. Parallel
zur Einführung der neuen Software hat KSB die Lagerplatzverwaltung
aus einer dezentralen Third-Party-Lagersoftware in
SAP WM überführt.
ERSATZTEILLOGISTIK ALS ERFOLGSFAKTOR
Das Unternehmen hat damit einen weiteren Schritt zur Digitalisierung,
Harmonisierung und Optimierung seiner Ersatzteillogistik
vollzogen und kommt der Vision einer digitalen Supply
Chain ein Stück näher. Die Grundlage dafür bildet SAP-Software,
ergänzt durch SAP-integrierte Logistiklösungen des langjährigen
Partners Orbis SE. Die KSB-Gruppe entwickelt und fertigt hochwertige,
energieeffiziente und langlebige Pumpen und Armaturen,
die in vielen Bereichen unverzichtbar sind, um Flüssigkeiten
zu fördern, zu regeln oder abzusperren. Sie zählt mit mehr als
16.000 Mitarbeitern weltweit und einem Jahresumsatz von über
2,8 Milliarden Euro (Stand: 2023) zu den Schwergewichten in
ihrer Branche.
Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Unternehmens ist neben
der hohen Qualität der Produkte und Lösungen ein exzellenter After-Sales-Service
– und hier in erster Linie die schnelle Ersatzteilversorgung
mit garantierter Lieferzeit. „Durch die Einführung von
Orbis VLM haben wir Schnittstellen und Systembrüche bei den
Ersatzteilprozessen mit den Kardex-Systemen weit gehend eliminiert
und die Effizienz und Transparenz von der Einlagerung über
die Kommissionierung bis zur Auslagerung deutlich gesteigert“,
KSB-Kühlwasserpumpen vom Typ SEZ 1400 werden zum Beispiel
in Kraftwerken eingesetzt, um die Anlagen zu kühlen und die
Voraussetzungen für die Systemstabilität zu schaffen
10 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
sagt Kristina Hilpert, Head of SupremeServ
Warehouse Operations bei der KSB SE.
OPTIMALE ERSATZTEILPOSITIONIERUNG
AUF TABLAREN
Im Unterschied zu früher gestaltet sich die Einlagerung
der Ersatzteile auf den Tablaren mit Orbis VLM heute einfach.
Die benutzerfreundliche Oberfläche in Rasteraufteilung
hilft den rund 20 Mitarbeitern im Lager, die richtige Position für
die Ersatzteile schnell zu finden und sie dort abzulegen. Sie wissen
jederzeit genau, wo sich ein Teil befindet, da die Lösung die
Platzierung übersichtlich anzeigt. Die ideale Lagerposition ermittelt
ein über Microsoft Azure bereitgestellter Cloud-Service von
Orbis VLM. Er ist mit dem SAP WM verknüpft, wo die Lagertypfindung
geschieht und die Berechnungen gestartet werden, sobald
die Gewichtung der Lagerplätze im VLM abgeschlossen ist.
Die Kommissionierung der auszuliefernden Ersatzteile findet
ebenfalls in der VLM-Lösung statt. Dafür wird für Teile aus den
Tablaren und für die aus dem Hochregallager eine positionsreine
Pick-LE erstellt und auf einem Kommissionierwagen abgelegt,
der in den Versandbereich transportiert wird. Dort konsolidiert
eine mobile Packtisch-Verteil-App, die der IT-Dienstleister eigens
für den Standort Grünstadt entwickelt hat, die Pick-LEs, und sie
werden auslieferungsrein auf einer Rollenbahn abgestellt. Sobald
der Vorgang abgeschlossen ist, informiert die App den Benutzer,
der dann die Teile an den Packtisch schiebt, wo der Verpackungsprozess
vom SAP-integrierten Orbis-Verpackungscockpit gesteuert
wird, das in Grünstadt seit geraumer Zeit im Einsatz ist.
WEITERE APPS FÜR NOCH MEHR EFFIZIENZ
Die Implementierung von Orbis VLM ging aufgrund der kollegialen
Zusammenarbeit zwischen dem internen Team und den
Orbis-Beratern, die über breit gefächertes Intralogistik-Knowhow
im SAP-Umfeld verfügen und mit den Prozessen vertraut
sind, zügig und im vereinbarten Budget über die Bühne. Das trug
maßgeblich dazu bei, die Herausforderungen in diesem Projekt
– wie die Restrukturierung der Lagerorganisation in SAP WM, die
Anpassung der Kardex-Steuerung an KSB-Prioritäten oder die
Einbindung KSB-eigener Wareneingangs- und Pick-Labels – mit
Erfolg zu lösen.
Der IT-Dienstleister entwickelte neben der „Packtisch-Verteil-
App“ weitere Anwendungen für das Unternehmen. Dazu zählen
ein „Auslastungsmonitor“, der Engpässe auf Shopfloor-Ebene
und bei der Lagersteuerung frühzeitig erkennt, sodass sich zeitnah
darauf reagieren lässt, und eine auf die Prozessanforderungen
zugeschnittene App zur Kommissionierung im Hochregal.
Zugleich wurden Templates von Logistik-Apps zur mobilen Datenerfassung
im Wareneingang ausgerollt. So wichtig die einzelnen
Applikationen sind, ein zentraler Faktor für das Gelingen des
Projekts war die Aufgeschlossenheit der späteren Anwender
gegenüber den neuen Lösungen.
PAPIERLOSE, FEHLERFREIE INVENTUR
Und es geht weiter: In einem Folgeprojekt digitalisierten die Projektpartner
auch die Bestandsinventur, die bis dahin größtenteils
KRISTINA HILPERT, HEAD OF
SUPREMESERV WAREHOUSE
OPERATIONS KSB SE
Mithilfe der SAP-integrierten Lösung
Orbis VLM haben wir Schnittstellen
und Systembrüche mit den Kardex-
Systemen eliminiert
manuell außerhalb von SAP stattfand – unter anderem in Excel
und zum Teil auf Papier. „Der jetzt systemgestützte Prozess erfüllt
unsere Anforderungen optimal. Er ist fehlerfrei und bedeutet eine
große Zeitersparnis, wodurch die Unterbrechung des operativen
Betriebs durch Inventurarbeiten deutlich reduziert wird. Die
letztjährige Inventur haben wir mithilfe des neuen Verfahrens
bravourös gemeistert – dieses empfiehlt sich daher als Standard
für weitere Standorte“, betont Hilpert.
Und das funktioniert so: Eine von Orbis für diesen Zweck entwickelte
Cockpit-Lösung auf SAP-GUI-Basis wandelt Inventurbelege,
die KSB im SAP-MM-Modul verwaltet, direkt in SAP-WM-
Inventurbelege um, sodass sich Papierausdrucke erübrigen. Dazu
werden die zur Inventur erforderlichen Tablare über Orbis
VLM angefordert und in der VLM-App gezählt. Beim Hochregal
finden Anzeige und Zählung der Inventurbelege auf dem Handheld
mit einer Inventur-App aus dem Orbis-Logistik-Apps-Portfolio
statt. Die einzelnen Ergebnisse werden an die Cockpit-
Lösung zurückgemeldet, und die SAP-WM-Inventurbelege dort
geschlossen, sofern alles in Ordnung ist. Andernfalls wird eine
Nachzählung veranlasst.
Hilpert zieht ein positives Fazit: „Die Lösung Orbis VLM und
weitere Anwendungen aus dem Orbis-Logistics-Portfolio sind
wichtige Bausteine für eine SAP-integrierte, digitale Intralogistik.
Diesen Weg werden wir konsequent weitergehen.“
Nach einer Phase der Stabilisierung und Optimierung der neuen
Prozessabläufe stehen weitere Vorhaben an – etwa die Erweiterung
der Versandsteuerung zur Konsolidierung werksübergreifender
Kundenaufträge. Nach den positiven Erfahrungen in
Grünstadt ist zudem der Rollout von Orbis VLM mit der Cockpit-
Lösung zur Inventur in den Produktionswerken geplant.
Autor: Dr. Andreas Schaffry, IT-Fachjournalist, Mindelheim
Fotos: KSB, Melanie Hubach, Melhubach Photographie
www.orbis.de
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 11
KION REGIONAL DISTRIBUTION CENTER CENTRAL EUROPE OFFIZIELL ERÖFFNET
SCHNELLE ERSATZTEILVERSORGUNG SICHERGESTELLT
Die langfristige Verfügbarkeit und die schnelle
Bereitstellung von Ersatzteilen sind wichtige
Faktoren, um am Markt erfolgreich zu sein. Vor
dem Hintergrund hat die Kion Group 90
Millionen Euro in das neue Distributionszentrum
in Kahl am Main des Tochterunternehmens Linde
Material Handling (MH) investiert. Das neue Kion
Regional Distribution Center Central Europe
(Kion RDC CE) ist aber nicht nur ein Drehkreuz für
Ersatzteile, sondern gleichzeitig ein Beispiel für
integrierte Intralogistiklösungen von Linde MH
und Dematic, eines weiteren Unternehmens der
Kion Group.
Spätestens, wenn ein Stapler oder Lagertechnikgerät ausfällt,
zeigt sich, was ein guter Service wert ist. Um seinen
Kunden ein hohes Maß an Zuverlässigkeit zu bieten, hat
Linde Material Handling (MH) eines der europaweit dichtesten
Servicenetz werke der Flurförderzeugbranche aufgebaut.
Das Rückgrat bildet eine schnelle Ersatzteilversorgung. Um die
Lieferzeiten zu verkürzen und eine Lieferverfügbarkeit von nahe
100 Prozent sicherzustellen, wurde am bisherigen Standort in
Kahl am Main ein neues Ersatzteil-Distributionszentrum errichtet.
Nach Abschluss des Umzugs stehen hier bis zu 70.000 unterschiedliche
Ersatzteile für mehr als 200 verschiedene Linde-Flurförderzeugbaureihen
abrufbereit. Bis zu 2,8 Millionen Bestellpositionen
können pro Jahr abgewickelt werden.
Das neue Kion Regional Distribution Center Central Europe
(Kion RDC CE) ist gleichzeitig ein Beispiel für integrierte Intralogistiklösungen
von Linde MH und der Kion-Konzernschwester
Dematic: Das Materialflusskonzept verfügt über einen Automatisierungsgrad
von 85 Prozent und kombiniert stationäre, automatische
Anlagen mit autonomen mobilen Robotern (AMR).
Die offizielle Eröffnung des rund 22.000 m² großen Gebäudes
wurde am 16. Mai gefeiert, bis zum Sommer soll der Umzug vom
alten ins neue Distributionszentrum abgeschlossen sein. Konzernweit
gilt das Kion RDC CE mit einer Investitionssumme von
circa 90 Millionen Euro als Vorzeigeprojekt: von der Planung
über die Realisierung bis hin zum Go-live. Veranschaulicht wird
die Kion-weite Technologiekompetenz mit dem Ziel, Produktivitätssteigerungen
bis zu 50 Prozent zu erreichen.
VORZEIGEPROJEKT FÜR POTENZIELLE KUNDEN
Bereits im Jahr 2018 starteten die Überlegungen für ein neues Ersatzteilzentrum.
Schnell wurde den Verantwortlichen klar, dass
man die Anforderungen an Effizienz und Produktivität mit den
eigenen im Kion-Konzern verfügbaren Automatisierungslösungen
würde lösen können. Der von Unternehmensleitung, Belegschaft
und Betriebsrat favorisierte Standort für den Neubau lag
nur wenige Meter vom Bestandsgebäude entfernt. Von Anfang an
12 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
›› das
WINFRIED BAUER,
CHEFREDAKTEUR F+H
Ein gelungener Mix aus manuellen und
automatisierten Prozessen kennzeichnen
neue Ersatzteil-Distributionszentrum
wurde das Vorhaben von Bürgermeister und Gemeinde unterstützt,
die Anwohner wurden mit einer Informationsveranstaltung
ins Boot geholt, und es bestand eine enge Kommunikation
über die komplette Bauphase.
Das im ersten Schritt durch die Automatisierungsplaner von
Linde MH entwickelte Lagerkonzept wurde gemeinsam mit den
Spezialisten von Dematic bis zum finalen Lagerlayout optimiert.
Um das neue Kion RDC CE zukunftsfähig aufzustellen und das
Lastenheft zu erfüllen, sollten dabei so viele Materialflussprozesse
wie möglich automatisiert werden. Die gute Planung und Projektvorbereitung
zahlten sich aus: Rund zwei Jahre nach dem ersten
Spatenstich im Februar 2023 war die Bauphase abgeschlossen
und die ersten Paletten konnten im neuen Distributionszentrum
eingelagert werden. Für die Zukunft ist vorgesorgt, denn
perspektivisch lässt sich der Standort ohne zusätzliche Ertüchtigungsmaßnahmen
an der Baukonstruktion um rund 45 Prozent
erweitern.
AUF EINEN BLICK
Die Kion Group hat mit dem neuen Regional Distribution
Center Central Europe (RDC CE) in Kahl am Main ein
zentrales Drehkreuz für die schnelle Ersatzteilversorgung
geschaffen und 90 Millionen Euro investiert.
Das Logistikzentrum mit einem Automatisierungsgrad
von 85 Prozent integriert Intralogistiklösungen von
Linde MH und Dematic, darunter stationäre Anlagen
und autonome mobile Roboter (AMR).
Das Kion RDC CE dient als Vorzeigeprojekt für integrierte
Automatisierungslösungen und strebt Produktivitätssteigerungen
von bis zu 50 Prozent an.
Durch die zentrale Lage und optimierte Prozesse wird
eine schnelle und zuverlässige Ersatzteilversorgung für
Linde-Vertriebspartner in mehreren europäischen
Ländern sowie für regionale Distributionszentren und
lokale Standorte sichergestellt.
Das Bauprojekt wurde unter nachhaltigen Gesichtspunkten
realisiert, einschließlich der Nutzung erneuerbarer
Energien, Regenwassernutzung und der Berücksichtigung
von Naturschutzmaßnahmen.
01 Das Materialflusskonzept kombiniert stationäre, automatische
Anlagen wie ein Hochregallager, Behälterlager sowie Stetigförderer mit
autonomen mobilen Robotern und manuell bedienten
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02
03 04
Im neuen Kion RDC CE geschieht die Andienung von Wareneinund
-ausgang über 16 Lkw-Rampen. Direkt hinter dem Wareneingang
folgt die Aufteilung: Kleinteile werden in Behälter gelegt
und gelangen über Stetigförderer ins Shuttle-Lager, das über fünf
100 m lange Gassen mit 110.000 Stellplätzen verfügt. Vollpaletten
und Gitterboxen werden über Fördertechnik, AMR sowie über eine
umlaufende Elektrobodenbahn (EBB) mit 20 Transportwagen
in das sechsgassige Hochregallager mit 19.000 Stellplätzen überführt.
Die Kommissionierung und Verpackung der Kleinteile geschieht
direkt unter dem Behälterlager. Die auftragsspezifische
Zusammenstellung der im Hochregal lagernden Waren findet an
Packplätzen entlang der EBB statt. Alle bearbeiteten Aufträge gelangen
anschließend über Stetigförderer und Hebeanlagen in
den Versandbereich und werden dort auftragsspezifisch gebündelt.
Der Versandbereich mit Warenausgang befindet sich in einer
räumlich getrennten Halle. Dort verortet ist zudem das Sonderlager
für große oder schwere Ersatzteile. Sie werden mit manuellen
Flurförderzeugen vom Wareneingang direkt zu den Übergabeplätzen
vor dem 21 m hohen und neun Gassen umfassenden
Schmalgang-Hochregallager transportiert. Dort übernehmen
Kombifahrzeuge (Linde K) die Warenträger.
Aus dem Kion RDC CE heraus wird das Linde-Vertriebspartnernetzwerk
in Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden und
Irland versorgt – optional findet die Lieferung der Komponenten
über Nacht direkt in die Kundendienstfahrzeuge der Servicetechniker
statt. Außerdem erhalten die regionalen Distributionszentren
in Tschechien, Spanien und Schweden sowie lokale Standorte
in Italien, Frankreich und Großbritannien Waren aus dem
verkehrstechnisch gut angebundenen Distributionszentrum.
Oberstes Ziel ist eine schnelle, zuverlässige Ersatzteilversorgung,
um die Voraussetzungen für kurze Reparatur- sowie Wartungszeiten
zu schaffen. Maßgabe ist, dass nahezu 100 Prozent aller bis
02 Autonome mobile Roboter sorgen dafür, dass Transportachsen im
Distributionszentrum auch von manuellen Flurförderzeugen und
Personen genutzt werden können
03 Die Elektrobodenbahn führt in einem Rundlauf vom Übergabeplatz
hinter dem Wareneingang über das Hochregallager wieder zurück
zu den Packplätzen
04 Die Lkw-Be- und -Entladung findet über 16 Rampen statt
17.00 Uhr eingehenden Bestellungen noch am selben Tag versandt
werden. Bis zu zwölf Jahre werden Originalersatzteile bevorratet.
NACHHALTIGES BAUPROJEKT
Gebaut wurde auf vorhandenen, zum Großteil versiegelten Flächen.
Ökologisch wertvolle Sand- und Magerrasenflächen wurden
verlegt und um weitere Ausgleichsmaßnahmen für den Natur-
und Artenschutz ergänzt. Gleichzeitig wurden die Vorgaben
des Gold-Standards der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges
Bauen (DGNB) erfüllt: Eine PV-Anlage auf dem Hallendach erzeugt
Strom und beheizt in Kombination mit einer Wärmepumpe
die Hallen, Regenwasser wird als Brauchwasser genutzt, Dachwasser
in den nahe gelegenen See und nicht in die Kanalisation
geleitet.
Fotos: f+h, Linde MH, Karte auf S. 13: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap,
Lizenz: ODbL 1.0
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Auf der Logimat präsentierte Bonfiglioli den BMD-Servomotor in vier verschiedenen Baugrößen. Die
Dreiphasen-Synchronmotoren der BMD-Baureihe sind für Niederspannung zwischen 24 und 48 V ausgelegt,
arbeiten bürstenlos mit Permanentmagneten und haben kompakte Abmessungen sowie ein
geringes bis mittleres Trägheitsmoment. Konzipiert sind die Motore für autonome mobile Roboter
(AMR) und Shuttles. Aufgrund der Drehstromtechnik ergeben sich hohe Effizienz, stabile Leistung und
gute Drehmomentwerte.
Eine Ausführung kombiniert den BMD-Motor mit einem Kegelstirnradgetriebe der A-Baureihe und
einen Servo-Flansch. Diese Getriebemotorkombination ist für Anwendungen mit begrenztem
Einbauraum konzipiert. In einer weiteren Variante wurde der Motor in einen Stirnrad-Parallelwellengetriebemotor
der F-Baureihe integriert, um eine hohe Montageflexibilität zu ermöglichen.
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Portfolio im Bereich der
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Ausführung mit einer
Innenhöhe von 45 mm und
einer variablen Innenbreite
von bis zu 400 mm ist auf
Anwendungen in Intralogistik,
Materialhandling und Verpackungstechnik
ausgelegt.
Das vierfache Anschlagsystem
ermöglicht hohe freitragende
Längen und stellt auch
bei dynamischen Belastungen
eine zuverlässige Führung
sicher. Die Verbindung der
Kettenglieder über Schnappbolzen
und Hintergriff erhöht
die Stabilität bei seitlicher
Krafteinwirkung. Polygonoptimierte
Biegeradien reduzieren
die Betriebsgeräusche
und fördern eine ruhige
Bewegung. Der Aufbau aus
Innen- und Außenlaschen
unterstützt einen stabilen
Geradeauslauf. Für die
Montage lassen sich die
Rahmenstege werkzeuglos
öffnen und schließen, was
den Wartungsaufwand senkt.
Das modulare Trennstegsystem
erlaubt eine flexible
Innenaufteilung mit bis zu
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AUTOMATICA-VORSCHAU
ANLAGE FÜR DIE KUNSTSTOFFBEARBEITUNG NACH
INDIVIDUELLEN ANFORDERUNGEN ENTWICKELT
AN DER AUTOMATISIERUNGS-
SCHRAUBE GEDREHT
F+H EXTRA
Kunststoffgehäuse fertigen, mit runden oder eckigen Kanten,
mit großen oder kleinen Radien – das ist die Kernkompetenz
von apra-plast. Das Unternehmen mit Sitz in
Daun-Pützborn gehört zur apra-gruppe, die an mehreren
Standorten circa 470 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa 85 in
der Eifel.
Individualität ist bei den Produkten Trumpf, so Geschäftsführer
Jürgen Könen: „Wir haben keine Standardartikel, sondern fertigen
die Gehäuse individuell nach den Anforderungen der Kunapra-plast
versteht sich als Lösungsanbieter für
Gehäuse, Verkleidungen und Teile aller Art.
Genauso individuell wie die Produkte sind auch
die Anlagen, mit denen das Unternehmen diese
herstellt. Know-how ist also auch hier gefragt.
Daher setzt man seit vielen Jahren auf die
MiniTec GmbH aus Schönenberg-Kübelberg als
Partner – so auch bei einer teilautomatischen
Nutfräsanlage.
den. Überall da, wo Kunststoffgehäuse oder -Verkleidungen in
kleineren bis mittleren Stückzahlen gebraucht werden, sind wir
der richtige Partner – auch, weil wir zumeist ohne Werkzeugkosten
auskommen.“
Die Einsatzfelder der Gehäuse sind vielfältig und reichen von
Verkleidungen für Dentallaborfräsen über Anzeigegehäuse und
Ticketlesegeräte einer Airline bis hin zu Messgeräten aller Art.
Vielfach werden sie auch für Steuerungen oder Bedieneinheiten
von Anlagen oder Geräten benötigt.
UNTERSCHIEDLICHE FERTIGUNGSTECHNIKEN
Abhängig von den Anforderungen kommen neben der Fräs-/Biegetechnik
bei Bedarf auch Thermoformen oder Vakuumguss zum
Einsatz. Daneben spielt der 3D-Druck eine wichtige Rolle. Die
Fräs-/Biegetechnik kommt ohne Werkzeugkosten aus. Hier werden
die Gehäuse aus einer Kunststoffplatte über verschiedene Bearbeitungsschritte
gefertigt. Entsprechend bietet sie hauptsächlich
bei kleineren Stückzahlen, bei Variantenfertigung oder wenn es
um unterschiedliche Bedruckungen geht, eine hohe Flexibilität.
„Mit der Tiefziehtechnik, dem 3D-Druck oder dem Vakuumguss
haben wir weitere Fertigungstechnologien, die wir auch
kombiniert einsetzen“, so Könen. „Zusätzlich können wir über
unsere Muttergesellschaft, die apra-norm, auch Metallbauteile
wie Montageplatten, Bodenplatten, Rückwände oder Versteifungsprofile
anbieten.“
16 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
AUTOMATICA-VORSCHAU
F+H EXTRA
LANGJÄHRIGE ZUSAMMENARBEIT
Aus dem Hause MiniTec stammen etliche Anlagen, die in der
Produktion des Kunststoffspezialisten zum Einsatz kommen.
Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Unternehmen
besteht seit mehr als zehn Jahren. Zu den gemeinsamen
Projekten ge hören beispielsweise eine Nutfräsanlage, eine
automatische Biegeeinheit oder eine Erwärmeinheit
für die Rundbiegetechnik. Könen: „Wir haben eine individuelle
Fertigungsart, und somit sind auch die Maschinen
und Werkzeuge fast alles Eigenentwicklungen oder
Sonderteile.“
Ein Beispiel für eine solche Automatisierungslösung
von MiniTec ist die erwähnte Nutfräseinheit. Aufgabe die-
ser Maschine ist es, in Kunststoffplatten eine präzise Nut zu
fräsen, die bezüglich Breite, Tiefe und Länge exakt den Vorgaben
für das jeweilige Bauteil entspricht. Die Nut kann später
etwa dazu dienen, die Biegelinie für ein Gehäuseteil vorzugeben.
Für diese Aufgabenstellung war eine Anlage im Einsatz, bei der es
zunehmend Probleme bei der Ersatzteilbeschaffung gab. Außerdem
mussten alle Verstell-Möglichkeiten manuell vorgenommen
werden, was zulasten der Leistung ging. Könen: „Wir wussten,
dass mittlerweile ganz andere Geschwindigkeiten realisierbar
sind. Entsprechend erhofften wir uns von einer neuen Anlage
mehr Automatisierung und damit einen höheren Durchsatz.“
KONZEPTSTUDIE ALS VORLAGE
apra-plast beauftragte zunächst zwei Studenten der Hochschule
Kaiserslautern mit einem Grobentwurf einer solchen Maschine –
quasi als Projektarbeit. Auf dieser Grundlage sollte eine entsprechende
Anlage realisiert werden. Bei der Suche nach einem Partner
wurde man schnell bei MiniTec fündig. Aus dem Konzept
wurde ein Anforderungsprofil abgeleitet, anhand dessen MiniTec
01 Beim Einlegen der Bauteile stellt ein Anschlag deren
präzise Ausrichtung sicher
JÜRGEN KÖNEN, GESCHÄFTS-
FÜHRER APRA-PLAST
Die Nutfräsanlage ermöglicht eine
schnellere Auftragsbearbeitung und
mehr Flexibilität
dann die neue Maschine entwarf, konstruierte und baute – und
zwar einschließlich der Steuerung. Das Gehäuse für die Steuerung,
ein Metallschaltschrank, stellte die apra-Gerätebau zur
Verfügung. Das Bedienelement wiederum wurde von apra-plast
selbst beigesteuert. Die Anlage lief von Beginn an stabil. Bis auf
einige wenige Feinjustierungen war alles in Ordnung, und so ist
die Nutfräseinheit auch heute – nach etwa fünf Jahren – noch im
Einsatz.
01
F+H EXTRA AUTOMATICA-VORSCHAU
02
02 In der Anlage können zwei verschiedene Nutfräser
zeitgleich montiert werden
03 Die bearbeiteten Teile kommen aus der Anlage
F+H EXTRA
03
NC-ANSATZ ERSPART WERKZEUGWECHSEL
Bei der Nutfräsmaschine handelt es sich um eine NC-Anlage.
Könen erläutert: „Wir haben verschiedene Formgeometrien als
Nutfräser, die über komplette Bauteillängen benötigt werden. Auf
der Anlage können wir auf zwei Antriebseinheiten verschiedene
Nutfräser einsetzen, um diese Profilkonturen dann im Material
abzubilden. Wir haben zum Beispiel einen Biegenutfräser, der
eine 90-Grad-Nut erzeugt, die sehr scharf sowie grat- und spanfrei
sein muss. Zudem verfügt die Anlage über Verschluss- oder
Befestigungssysteme, bei denen Nutfräser mit verschiedenen
Werkzeugen kombiniert verwendet werden können. Grundsätzlich
könnten wir auch eine CNC-Maschine nutzen, müssten dann
aber zwei bis drei Werkzeuge im Einsatz haben. So haben wir den
Vorteil, dass wir die Aufgabenstellung mit einem Nutfräser in nur
einem Arbeitsgang und auch mit deutlich höheren Vorschüben
realisieren können.“
Die Anlage arbeitet teilautomatisch. Ein Mitarbeiter rüstet die
Maschine, indem er den passenden Nutfräser anbringt. Da es
zwei Antriebseinheiten gibt, lassen sich zwei verschiedene Nutfräser
auf der Maschine montieren. Dann werden über die
Bedien einheit die Tiefe und die Anschläge eingestellt. Im Anschluss
legt der Mitarbeiter die Bauteile im Stapel auf und startet
die Maschine. Die Teile werden in die Anlage eingezogen, bearbeitet
und auf der Rückseite ausgegeben. Der Mitarbeiter entnimmt
die fertigen Teile und legt sie auf einem Stapelwagen ab.
ZAHLREICHE VERBESSERUNGEN
Im Rahmen der Einführung der neuen Anlage wurde eine Rüstzeitoptimierung
durchgeführt, zudem gab es Verbesserungen im
Bereich der Späneabsaugung. Heute lässt sich ein größerer Teilequerschnitt
einsetzen. Darüber hinaus ist mit der neuen Anlage
die Bearbeitung von bis zu 8 mm dickem Material möglich – in
der Vergangenheit ließ sich nur Material bis zu einer Dicke von
3 mm verarbeiten. Aufgrund der elektronischen Auftragseingabe
profitiert der Kunststoffspezialist von höherer Teilepräzision und
Rüstzeitminimierung.
Die Aufträge lassen sich mit der Anlage schneller als in der Vergangenheit
bearbeiten. Dabei hängt der Durchsatz von der Teilegröße
ab. Die Vorschubgeschwindigkeit der Maschine bestimmt
letztlich die Taktzeit und bei einer Bauteillänge von 100 mm ergeben
sich im Gegensatz zu Bauteilen mit einer Länge von 600 mm
dementsprechend andere Stückzeiten.
WEITERE PROJEKTE DENKBAR
Der apra-plast-Chef hebt neben dem Engineering-Know-how von
MiniTec den Profilbaukasten hervor: „Weil unsere Anlagen Einzelstücke
sind, ist man durch die Profilbauweise flexibel und kann
schnell Veränderungen vornehmen.“ Entsprechend sieht er weiteren
Anlagenprojekten mit MiniTec positiv entgegen: „Wir setzen
nur individuelle Maschinen ein. Auch in Zukunft wird es immer
Anwendungen geben, bei denen wir Sonderlösungen benötigen.
Da werden wir mit Sicherheit wieder auf MiniTec
setzen.“
Halle A5,
Fotos: MiniTec
Stand
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AUTOMATICA-VORSCHAU
KI-GESTÜTZTE KOMMISSIONIERUNG
WELCHE VORTEILE BRINGT
MASCHINELLES LERNEN?
In der Logistik steht die Kommissionierung
heute unter doppeltem Druck: Unternehmen
sollen immer kleinere Losgrößen bei maximaler
Variantenvielfalt handhaben und gleichzeitig
höchste Genauigkeit und Durchsatzraten
sicherstellen. Während klassische
Automatisierungssysteme mit ihren starren,
vorab definierten Abläufen hierfür nur bedingt
geeignet sind, eröffnet maschinelles Lernen (ML)
neue, praxisnahe Möglichkeiten. Doch welche
konkreten Vorteile bietet die auf künstlicher
Intelligenz (KI) gestützte Kommissionierung der
Lagerlogistik – und welche Anwendungen
bewähren sich bereits heute?
F+H EXTRA
Um zu veranschaulichen, wo die Robotik in Bezug auf KI
aktuell steht, könnte man sie mit der Entwicklung von
selbstfahrenden Autos vergleichen. Die Automobilindustrie
hat fünf Stufen für den Übergang vom manuellen
zum vollständig autonomen Fahren definiert, wobei letzteres die
höchste Stufe ist. Diese ist noch nicht erreicht – aber auf dem Weg
dorthin wurden viele Technologien der Stufen 2, 3 oder 4 entwickelt,
die einen großen Einfluss haben. Ein Beispiel: der adaptive
Tempomat in Autos, der einen rein manuellen Prozess in einen
teilautomatischen Prozess verwandelt hat und so das Fahren reibungsloser,
einfacher und sicherer macht.
Das Gleiche gilt für die Robotik. Mithilfe von KI können humanoide
Roboter entwickelt werden, die in der Lage sind, ohne vorherige
Programmierung selbstständig Probleme zu lösen – das
wäre dann, um das zuvor genannte Beispiel des autonomen Fahrens
aufzugreifen, Stufe 5. Damit ein solcher humanoider Roboter
wirklich funktioniert, bedarf es unter anderem hervorragender
Bildverarbeitungstechnologie und Software auf einem höheren
Niveau als aktuell möglich ist. Auf dem Weg dorthin kommen
jedoch fortlaufend technologische Innovationen auf den Markt,
die für Unternehmen einen deutlichen Mehrwert bieten.
KI-GESTÜTZTES KLT-HANDLING
Ein wichtiger Anwendungsfall in der Lagerlogistik ist die automatisierte
Kommissionierung von Kleinladungsträgern (KLT). Diese
standardisierten Behälter werden häufig manuell bearbeitet, da
sich klassische Robotik aufgrund variabler Positionen und unterschiedlicher
Inhalte schwertut.
Eine praxiserprobte ML-Lösung ist die Kombination aus Cobots
von Universal Robots mit dem KI-gestützten Vision-System
robobrain.eye von robominds. Dieses System nutzt Deep-Learning-basierte
Algorithmen, um KLT eigenständig zu erkennen
und zu greifen – unabhängig von exakten Positionierungen oder
vordefinierten Bewegungsmustern.
DIE ERGEBNISSE IM DETAIL:
n Reduzierung von Fehlern: Die KI-basierte Bildverarbeitung
ermöglicht eine sichere Erkennung auch bei veränderten Behälterpositionen
und reduziert somit Fehlplatzierungen und
Ausschuss.
n Erhöhte Prozesssicherheit: Da der Roboter eigenständig auf
Veränderungen reagiert, sind manuelle Eingriffe seltener erforderlich.
n Steigerung der Durchsatzleistung: Durch den Wegfall ständiger
Umprogrammierungen oder Anpassungen lassen sich Kommissionierprozesse
dauerhaft effizienter gestalten.
n Entlastung der Mitarbeiter: Routine- und körperlich belastende
Tätigkeiten werden auf Cobots übertragen, wodurch Mitarbeitende
sinnvoller und ergonomischer eingesetzt werden
können.
SICHERE KOMMISSIONIERUNG
REFLEKTIERENDER BAUTEILE
Eine weitere anspruchsvolle Herausforderung in der Kommissionierung
ist die automatisierte Handhabung reflektierender und
variantenreicher Objekte. Diese Bauteile können bei konventionellen
Vision-Systemen zu Fehlerkennungen aufgrund wechselnder
Lichtverhältnisse und Reflexionen führen. Hier setzte die
HWL Löttechnik GmbH auf eine ML-basierte Anwendung, die ei-
20 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
AUTOMATICA-VORSCHAU F+H EXTRA
01 Mit einem KI-gestützten Vision-System kann der Roboter KLT
eigenständig erkennen und greifen – unabhängig von exakten
Positionierungen oder vordefinierten Bewegungsmustern
02 Machines Lernen ermöglicht, dass das System zuverlässig Bauteile
selbst bei starken Reflexionen oder wechselnden Positionen erkennt
und sie präzise an der gewünschten Stelle platziert
nen UR-Cobot mit dem neuronalen KI-Vision-System Mirai von
Micropsi Industries kombiniert. Aufgrund kontinuierlichen Lernens
erkennt das System zuverlässig Bauteile selbst bei starken
Reflexionen oder wechselnden Positionen und platziert sie präzise
an der gewünschten Stelle.
DIE VORTEILE DER LÖSUNG:
n Robuste Bildverarbeitung: Die ML-Algorithmen bewältigen
Lichtreflexionen und variable Umgebungsbedingungen souverän
und vermeiden Stillstandzeiten durch Fehldetektionen.
n Flexibilität bei neuen Produktvarianten: Das System lernt eigenständig
hinzu und ist somit ohne zusätzliche Programmierung
für neue oder variierende Teile adaptierbar.
n Effiziente Abläufe: Seit Einführung der Lösung ließen sich Zykluszeiten
um rund 20 Prozent reduzieren und somit die Effizienz
steigern.
DIE ML-BASIERTE ROBOTIK
IST EIN ERPROBTES WERKZEUG,
MIT DEM SICH DIE KOMMISSIO-
NIERUNG VERBESSERN LÄSST
LOGISTIKAUTOMATISIERUNG WEITERGEDACHT
Maschinelles Lernen revolutioniert nicht von heute auf morgen
die Kommissionierung – aber es bietet konkrete, bereits heute
verfügbare Optimierungsmöglichkeiten. Zudem kommen fortlaufend
neue Lösungen auf den Markt: Universal Robots hat beispielsweise
in enger Zusammenarbeit mit Nvidia eine Reihe an
KI-getriebenen Cobot-Anwendungen entwickelt, um bisher unlösbare
Herausforderungen unter anderem im Bereich Lagerlogistik
zu bewältigen. Cobots können jetzt mithilfe der KI ihre Umgebung
besser verstehen, Teile besser erkennen, optimal Pfade
planen und Aufgaben in bisher unübersichtlichen Räumen sicher
01
02
und effizient ausführen. Für die Lagerlogistik sind das gute Nachrichten:
Bereits jetzt ist die ML-basierter Robotik ein praxiserprobtes
Werkzeug, mit dem sich die Kommissionierung nachhaltig
verbessern lässt. Zukünftig werden weitere Anwendungen dabei
helfen, logistische Prozesse effizienter, schneller und sicherer
zu gestalten.
Autorin: Susanne Nördinger, Head of Ecosystem Success
EMEA, Universal Robots, München
Fotos: Micropsi Industries, Universal Robots
www.universal-robots.com
Halle B4,
Stand
303
PRAKTIKABLE UND EINFACHE
LÖSUNGEN
Praktikable und einfache Lösungen sind es, die kleine und mittlere
Unternehmen (KMU) in Europa im Kampf gegen den Fachkräftemangel
brauchen und auf der automatica 2025 vom 24. bis
27. Juni auf dem Messegelände in München auch finden.
In naher Zukunft werden die Einstiegshürden für Automation noch
weiter sinken. Die Hersteller von Robotern und Anlagen arbeiten
intensiv an Sprachsteuerungsmodellen, was die Programmierung
auch für Laien zum Kinderspiel machen soll. Auf der Veranstaltung
wird sich zeigen, wie weit die Entwicklungen in diesem Sektor
fortgeschritten sind. Hinter dem industriegetriebenen Konzept der
automatica stehen die Messe München GmbH und der VDMA
Robotik + Automation, ideeller Träger der Messe.
WB
Foto: Messe München
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 21
F+H EXTRA
F+H EXTRA
AUTOMATICA-VORSCHAU
WIE DER FLEETEXECUTER EINE FLOTTE AUTONOMER ROBOTER MANAGT
EINER FÜR ALLE
Das ostfriesische Familienunternehmen
Wildeboer setzt in seinem neuen
Logistikzentrum in Weener verstärkt auf
fahrerlose Transporte in der Produktion und zur
Outboundlogistik. Gemeinsam mit Jungheinrich
und MHP realisierten sie das Projekt im
vergangenen Jahr und nutzen nun eine
automatisierte Intralogistik.
Händisch stellen die Logistikerinnen und Logistiker die
einzelnen Halbfabrikate und Bauteile für Lüftungen zusammen,
beladen den Hubwagen, fahren ihn in die Produktion.
Ein personal- und zeitaufwändiges Unterfangen.
Dieses Bild kennzeichnete ursprünglich das Vorgehen im
Lager der Wildeboer Bauteile GmbH.
Das Unternehmen aus dem niedersächsischen Weener entwickelt,
produziert und vertreibt Komponenten für Brandschutz,
Luftverteilung, Gebäudesystemtechnik und Schallschutz für unterschiedliche
Branchen. Durch das stetige Wachstum wurde es
schließlich erforderlich, die Lagerkapazitäten zu erweitern. Dazu
wurde ein neues Logistikzentrum errichtet. Um die Stammbelegschaft
zu entlasten und Prozesszeiten zu optimieren sowie
Durchlaufzeiten zu verkürzen, setzte das Unternehmen dort konsequent
auf Automatisierung. Dabei wurde der neue Logistikbereich
mit der vorhandenen Produktionsanlage verbunden. Neben
vollständig automatisierten Hochregal- und Kleinteilelagersystemen
umfasst dies vor allem autonome mobile Roboter
(AMR). Dazu gehören aktuell:
n Sechs ERC 213a für Großladungsträger von Jungheinrich, primär
für Europaletten und Gitterboxen zur Automatisierung
wiederkehrender Transportaufgaben auf engstem Raum sowie
n ein Magazino Soto, ebenfalls von Jungheinrich, für den Transport
von Kleinladungsträgern. Mithilfe dieser AMR findet der
Transport von beispielsweise Schrauben und Blechen entlang
der Produktionslinie sowie die Ein- und Auslagerung direkt in
und aus Durchlaufregalen oder auf Förderbänder statt.
Die AMR können dabei weitgehend eigenständig mit den automatisierten
Lagersystemen interagieren – und von dort aus die
verschiedenen Vorprodukte und Halbfabrikate in die angeschlossene
Fertigung liefern. Möglich sind zudem Rücktransporte, bei
der die Flurförderzeuge unter anderem finalisierte Bauteile ins
zugehörige Auslieferungslager fahren.
GESUCHT: EINE INTELLIGENTE
FLOTTENSTEUERUNG
Mittlerweile umfasst der laufende Betrieb eine große Zahl von
Transporten auf einer Fläche von 50.000 m 2 . Eine komplexe Angelegenheit,
da unter anderem fünf Fördertechnik-Anbindungen sowie
296 Stationen berücksichtigt werden müssen. Damit die rich-
22 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
AUTOMATICA-VORSCHAU F+H EXTRA
01+02 Die AMR-Flotte übernimmt eine große Zahl von
Transporten auf einer Fläche von 50.000 m 2 . Eine komplexe
Angelegenheit, da unter anderem fünf Fördertechnik-Anbindungen
sowie 296 Stationen berücksichtigt werden müssen
Quelle: MHP
tigen Behälter auf den richtigen Weg geschickt werden und an der
richtigen Station ein- und wieder beladen werden können, war eine
intelligente Flottenmanagement-Lösung gefragt. Sie sollte die
ideale Zuordnung der Fahrzeuge zu den jeweiligen Transporten,
die Berechnung der kürzesten Route sowie die effiziente Verkehrssteuerung,
also die Koordination der Fahrzeuge untereinander
vornehmen und bei Bedarf auch weitere, herstellerübergreifende
autonome Fahrzeuge aufnehmen können.
Vor dem Hintergrund entschieden sich die Niedersachsen dazu,
die beiden Transportrobotermodelle von Beginn an über einen
universell einsetzbaren, flexiblen und herstellerunabhängigen
skalierbaren Flottenmanager anzubinden: dem FleetExecuter
von MHP. Dieser erlaubt durch standardisierte Schnittstellen
– etwa VDA 5050 – eine einfache Integration neuer AMR sowie
anderer, autonomer Transportfahrzeuge und fungiert so als zentraler
Leitrechner. Außerdem kann er durch intelligente Algorithmen
Transportaufträge auf vordefinierte Zielsetzungen hin optimieren
und die Voraussetzungen für einen effizienten Warenfluss
mit allen Komponenten schaffen.
Gemeinsam definierte MHP mit Wildeboer dafür mehrere
Ziele: eine optimale Auslastung der Transportkapazitäten, eine
dynamische Berechnung der kürzesten Route sowie möglichst
kurze Durchlauf- und Lieferzeiten. Dabei sollten primär drei Anforderungen
berücksichtigt werden:
1.) Anbindung an das ERP-System und die sieben Transporteinheiten.
Um automatisiert arbeiten zu können, bezieht der Fleet-
Executer alle wichtigen Transportinformationen aus dem angeschlossenen
ERP-System. Über eine VDA-5050-API steuert er
schließlich die einzelnen Transportroboter an und vergibt die
unterschiedlichen Aufträge an sie.
2.) Konzeption einer gemeinsamen Karte für die Arbeitsumgebung.
Die Steuerung der autonomen Transporteinheiten geschieht
über eine gemeinsame „Umgebungskarte“, die im Fleet-
Executer hinterlegt ist. In Absprache mit den Herstellern ließen
sich die Karten im Flottenmanagementsystem zusammenbringen.
Die spezifische Weiterentwicklung des FleetExecuters für
Wildeboer kann zudem nicht nur unterschiedliche Transportrou-
MHP AUF DER AUTOMATICA 2025
IN MÜNCHEN
Wie verschiedene mobile Roboter und FTF unterschiedlicher
Hersteller vom FleetExecuter gesteuert werden,
lässt sich live vom 24. bis 27. Juli 2025 auf der automatica
in München erleben. MHP stellt mit dem FleetExecuter
für den VDMA Mesh-Up auf der Sonderfläche über
900 m² (Stand 330 in Halle B4) „Mobile Robots in
Production“ die Leitsteuerung. Dabei kommen sowohl
Unterfahr- und Gabelhubfahrzeuge für den Palettentransport
zum Einsatz als auch mobile Roboter, die
Kleinladungsträger transportieren. Neben dem FleetExecuter
stellt MHP am Stand 139 in Halle B6 weitere
Lösungen aus dem ICS-Portfolio vor. Hierzu gehört ferner
die Software supply_it zur Unterstützung der Materialflussplanung
in der Intralogistik.
01
02
ten simulieren, um so die Effizienz der Aufträge zu steigern, sondern
achtet auch auf eine optimale Kapazitätsauslastung beim
Behältertransport mit dem Magazino Soto.
3.) Anbindung weiterer Automatiksysteme an den Flottenmanager.
Sobald ein AMR einen Transportauftrag abarbeitet, passiert
er bis zu 26 Brandschutztüren, 26 automatische Türen und interagiert
mit fünf Fördertechnik-Anbindungen sowie 269 Stationen
auf einer Fläche von insgesamt 50.000 m 2 . Um diese Kommunikation
zu ermöglichen, muss der Flottenmanager eng mit ihren
Steuerungssystemen zusammenarbeiten.
GERINGERE DURCHLAUFZEITEN, SINKENDE
PROZESSKOSTEN
Dank des FleetExecuters verfügt die Wildeboer Bauteile GmbH
seit Oktober 2024 über eine leicht skalierbare sowie herstellerund
modellübergreifend einsetzbare Leitsteuerung für die AMR-
Flotte. Das Unternehmen ist künftig dadurch flexibel, wenn es die
autonome Transportflotte erweitern möchte. Der Flottenmanager
verhalf Wildeboer durch seine intelligente Auftragssteuerung
zu effizienteren Prozessen. Darüber hinaus trägt der Flottenmanager
dazu bei, die Belegschaft zu entlasten und die Folgen der
Personalknappheit abzumildern. Das gemeinsame Projekt mit
Wildeboer, Jungheinrich und MHP wurde dieses Jahr für den
Ifoy-Award nominiert.
Autoren: Dr. Julian Popp, Associated Partner, und Philip Grabscheit,
Consultant Digital Factory & Supply Chain, beide MHP
Management- und IT-Beratung GmbH, Ludwigsburg
Halle B6,
Fotos: MHP
Stand
139
www.mhp.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 23
HIGHLIGHTS
DER
2025
AUTONOME MOBILE ROBOTER
MOBILE COBOT-WAGEN
24 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
HUMANOIDE
ROBOTER
AMR ERHÄLT KI-GESTÜTZTE AUTONOMIE
Die autonomen mobilen Roboter (AMR) Flexley Mover P604 von
ABB verfügen über 3D-Visual-SLAM-Navigation (Visual Simulataneous
Localization and Mapping) und die Programmiersoftware
AMR Studio. Mithilfe eines Lernalgorithmus auf Basis künstlicher
Intelligenz ist jeder AMR in der Lage, eigene Karten seiner
Einsatzumgebung zu erstellen und dieses Wissen mit anderen
Robotern der Flotte zu teilen.
www.abb.de
BASIS IST EIN INDIVIDUELLES
POSITIONIERSYSTEM
Der RK Easy Cuve von RK Rose+Krieger ist ein mobiler Cobot-
Wagen, der frei zwischen Arbeitsplätzen einer Montagelinie
verfahren und sich am Ziel eigenständig mit einer Genauigkeit
von 0,01 mm positionieren kann. Möglich wird das mit dem
SensorBoard, das im Gestell des Wagens verbaut ist und ein
sensorisches Gegenstück ansteuert. Der Cobot-Wagen lässt sich
damit in verschiedenen Szenarien einsetzen, ohne dass er jedes
Mal neu programmiert werden muss.
KI-GESTÜTZTE
VISION-LÖSUNGEN
www.rk-rose-krieger.com
LOGISTIK- UND PRODUKTIONSPROZESSE
TRANSFORMIEREN
Mit dem „Atom“ hat Dobot eine modulare Robotikplattform für
die Industrie 4.0 entwickelt. Sie kombiniert adaptive Bewegungssteuerung
mit prädiktiver Greifintelligenz und ermöglicht deren
Einsatz in sensiblen Branchen. Das bionische Antriebssystem
reduziert den Energiebedarf um 42 Prozent gegenüber herkömmlichen
Scara-Robotern. 1.500 TOPS Edge-AI sorgen für deterministische
Prozesse.
www.dobot-robots.com
MESH-UP
2025
TOOLS UND FUNKTIONALITÄTEN SELBST
SCHAFFEN
Als Softwarebasis mit intuitivem UX-Design zur Konfiguration
individueller 2D- und 3D-Vision-Lösungen ermöglicht es Sick Nova,
Robotik-Anwendungen im Rahmen der Qualitätsprüfung auch
ohne besondere Fachkenntnisse, auf einfache Weise umzusetzen.
Sick Nova steht für verschiedene Vision-Sensoren des Herstellers
und deren unterschiedliche Bildverarbeitungstechnologien in
Form hardwarespezifischer Sensor-Apps zur Verfügung.
www.sick.com
MOBILE ROBOTER IN PRODUKTION UND
LOGISTIK
Am Stand 330 in Halle B4 erwartet die Besucher der stilisierte Aufbau
einer Produktion mit unterschiedlichen Arbeitsstationen, die
von verschiedenen mobilen Robotern versorgt werden. Dabei geht
es vor allem darum, die mögliche automatisierte Prozessverkettung
zu demonstrieren.
www.vdma.org
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 25
IMPULSE
WIE BETREIBER DIE HÄUFIGSTEN STOLPERSTEINE BEI DER INTEGRATION
VON FTF IN DEN MATERIALFLUSS UMGEHEN
GANZHEITLICHE BETRACHTUNG ENTSCHEIDEND
Die Automatisierung intralogistischer Vorgänge verspricht mehr Effizienz, einen
Zugewinn an Sicherheit und eine optimale Prozesstransparenz. Ein wichtiger Schritt
der Automatisierung ist dabei die Integration von fahrerlosen Transportfahrzeugen
(FTF), im Englischen „automated guided vehicles (AGV) genannt. Das Einbinden dieser
Geräte in etablierte Materialflüsse bringt jedoch einige Herausforderungen mit sich.
Bei Beachtung der nachfolgenden Tipps lassen sich die Stolpersteine umgehen und so
die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Intralogistik schaffen.
In vielen Betrieben sind – oftmals historisch gewachsene – intransparente
Materialflüsse anzutreffen. Die Integration von
FTF ohne vorherige Prozessanalyse führt schnell zu Systembrüchen,
ineffizienten Wegen oder gar Stillständen.
Eine detaillierte Analyse des Materialflusses vor der Einführung
automatisierter Fahrzeuge ist daher essenziell. Prozesse
müssen harmonisiert, redundante Transporte eliminiert und
Übergabepunkte klar definiert werden. Hilfreich ist dabei eine Simulation
des zukünftigen Soll-Zustands, bei der unterschiedliche
Szenarien durchgespielt werden.
UNZUREICHENDE SYSTEMINTEGRATION
Häufig agieren FTF als Insellösung mit begrenzter Kommunikation
zum Warehouse-Management-System (WMS) oder dem
Enterprise-Resource-Planning-System (ERP). Das verhindert ein
ganzheitliches Auftragsmanagement und eine optimierte Entscheidungslogik.
Denn viele WMS wissen schlichtweg nicht, wo
sich welche Fahrzeuge befinden, und können daher keine optimale
Planung durchführen.
Der Schlüssel liegt in einer systemübergreifenden Koordination.
Gefragt sind Lösungen, die eine intelligente Vermittlungsschicht
zwischen Auftragssystemen und FTF-Flotte bilden. Zeitgemäß
sind herstellerunabhängige Softwarelösungen, die sowohl
manuelle als auch automatisierte Flurförderzeuge einbinden und
zentral steuern – egal ob vorhandene Flotten oder neue Geräte.
So lassen sich mehrere Fahrzeugflotten effizient koordinieren
und in einen einheitlichen Materialfluss überführen.
FALSCHE FAHRZEUGWAHL
Ein entscheidender und häufig vernachlässigter Punkt ist: Nicht
jedes FTF eignet sich für jede Anwendung. Mitunter werden
Fahrzeuge aus dem Portfolio klassischer Flurförderzeughersteller
gewählt, die in ihrer automatisierten Variante jedoch zu unflexibel
oder flächenintensiv sind.
26 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
IMPULSE
Welche Herausforderungen gibt es bei der Integration von
Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller und wie unterstützt
die else-AGV-Softwarelösung die Verwaltung und Optimierung
heterogener Flotten?
Hartwig Schulz: Die Integration von Fahrzeugen unterschiedlicher
Hersteller in einer gemeinsamen Plattform ist unproblematisch
und wird durch unsere Softwarelösung unterstützt. Aufgrund
der offenen Architektur und standardisierter Kommunikation
können gemischte Flotten zentral verwaltet und koordiniert
werden – unabhängig von Fahrzeugtyp oder -Herkunft.
Welche Maßnahmen sind vorgesehen, um die Voraussetzungen
für Ausfallssicherheit zu schaffen und Stillstandzeiten zu
minimieren?
Hartwig Schulz: Durch redundante Architektur, Echtzeit-Monitoring
und automatische Fehlererkennung bietet die Softwarelösung
hohe Ausfallsicherheit. Mit Predictive Maintenance werden
Wartungen vorausschauend geplant. Bei Störungen greifen
Fallback-Strategien wie dynamische Umverteilung von Aufträgen.
Systemupdates können im Live-Betrieb stattfinden. So erreicht
das System Verfügbarkeiten von mehr als 99,5 Prozent.
UNSER SOFTWAREPAKET IST
ZUKUNFTSSICHER
Die Implementierung der else-AGV-Softwarelösung verspricht
Effizienzsteigerungen. Können Sie konkrete Beispiele nennen
oder eine Abschätzung geben, wie sich die Investition in ein
solches System in Bezug auf ROI und Amortisationszeit für
verschiedene Unternehmensgrößen oder Branchen auswirkt?
Hartwig Schulz: Die else-AGV-Softwarelösung steigert die Effizienz
durch optimierte Auftragsverteilung und reduzierte Leerfahrten.
Je nach Branche und Prozesskomplexität liegt die
Amortisationszeit typischerweise zwischen einem und drei Jahren.
Vor allem in mehrschichtigen Betrieben mit hohem Transportvolumen
lassen sich deutliche Einsparungen bei Personal
und Ressourcen realisieren.
Welche Trends sehen Sie in der Weiterentwicklung von
Intralogistik-Software, und wie wird sich die else-AGV-
Softwarelösung zukünftig an diese Anforderungen anpassen,
zum Beispiel im Hinblick auf KI oder Machine Learning?
Hartwig Schulz: Das else-AGV-Softwarepaket ist zukunftssicher
und integriert bereits heute AMR und klassische FTF herstellerübergreifend.
Künftig ergänzen KI und Machine Learning die
dynamische Auftragsverteilung. Digitale Zwillinge und autonome
Entscheidungslogiken ermöglichen adaptive, lernende Flottensteuerung.
So wächst die Lösung mit steigenden Anforderungen
und neuen Technologien mit.
Die Fragen stellte Winfried Bauer, Chefredakteur f+h
Inwieweit lässt sich das Softwarepaket in vorhandene
Lagerverwaltungssysteme und ERP-Systeme integrieren, und
welche Schnittstellen sind dabei relevant?
Hartwig Schulz: Die Integration unserer Softwarelösung in vorhandene
ERP- und WMS-Systeme ist einfach. Über standardisierte
Schnittstellen wie REST-API oder VDA 5050 findet der bidirektionale
Datenaustausch statt. Dadurch wird der komplette Materialfluss
in Echtzeit steuerbar – unabhängig vom Systemhersteller.
Wie skalierbar ist die Lösung, wenn das Unternehmen wächst
oder sich die Anforderungen an die Intralogistik ändern?
Hartwig Schulz: Der else-Flottenmanager ist modular aufgebaut
und wächst flexibel mit den Anforderungen. Neue Fahrzeuge,
Lagerbereiche oder Prozesse lassen sich jederzeit einbinden.
Die Software ist für kleine Flotten ebenso geeignet wie für große,
komplexe Systeme. Auch für Betreiber, die FTS-Flotten an mehreren
Standorten und mit unterschiedlichen Technologien nutzen,
ist unsere Lösung geeignet.
HARTWIG
SCHULZ
Senior Sales Manager,
else Software GmbH
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 27
IMPULSE
else-AGV-Softwarelösung
ERP/WMS
Konfiguration
Betreiber
Bedienoberfläche
Visualisierung
Lager-KPIs
Elseware (WCS)
(Auftrag/Einsatzplaner)
(Betriebsmitteloptimierung)
MRS, Shuttle & Lager
Planer
WCS Ebene
Lager- und
Transportmanagement
Konfiguration
Betreiber
Bedienoberfläche
Visualisierung
KPIs
FleetSync (WCS)
(Betriebsmitteloptimierung)
Logisches
Layout
Shuttle/MRS Manager
(ausführen/befehlen)
Shuttle/MRS handling
(Kommunnikation, ...)
Ausführungsebene
FTS System- und
Shuttlekoordination
(FleetSync)
Fördertechnik
AGV
Flotte 1
AGV
Flotte 2
AGV
Flotte 3
Manuelle
Gabelstapler
Regal
Shuttles
Verschiebbare
und klassische
Regalsysteme
Besser ist es, die Auswahl des Fahrzeugtyps auf den konkreten
Einsatzfall abzustimmen. Während Niederhub-FTF effizient für
Bodentransporte geeignet sind, bieten Schubmast- oder Gegengewichts-FTF
Vorteile im Hochregallager. In engen Umgebungen
punkten autonome mobile Roboter (AMR) durch ihre Wendigkeit.
Da es kaum möglich ist, alle Anforderungen mit einem einzigen
Fahrzeugtyp abzudecken, ist in puncto Flottenmanagement-
Lösung eine offene Systemarchitektur entscheidend – eine, die
den gemischten Betrieb verschiedener Hersteller zulässt.
FEHLENDE SKALIERBARKEIT
Erfahrungsgemäß scheitern viele FTF-Projekte, weil sie als Einzellösungen
geplant wurden – ohne Skalierbarkeit für spätere Erweiterungen.
Der Aufbau der Systemarchitektur sollte daher modular geschehen.
Dabei empfiehlt sich eine klare Trennung zwischen
Aufgabenplanung (Mission Scheduling), Flottenkoordination
(Fleet Management) und Fahrzeugsteuerung. So lässt sich die
Anlage sukzessive erweitern. Neue Fahrzeuge, Prozesse oder Lagerbereiche
können eingebunden werden, ohne die Gesamtstruktur
zu gefährden. Moderne Softwarelösungen bieten hierfür
die notwendigen Funktionalitäten.
MANGELNDE TRANSPARENZ IM BETRIEB
Transparente Prozesse sind wichtig und zentral bei der Integration
von FTF. Ohne ein zentrales Monitoring fehlt es an Übersicht
über laufende Aufträge, Fahrzeugzustände oder Engpässe.
Hier bieten Visualisierungstools, wie sie in modernen FTS integriert
sind, Echtzeit-Transparenz. So können Betreiber nicht nur
eingreifen, sondern auch kontinuierlich optimieren – etwa durch
Anpassung von Missionslogiken oder Speicherstrategien. KPI-
Dashboards geben Aufschluss über Auslastung, Fahrzeiten und
Wartephasen. Die Kombination geeigneter Software für das Flotten-
und das Lagermanagement schafft hier einen durchgängigen
Überblick – auch bei gemischten Fuhrparks.
UNTERSCHÄTZTER SCHULUNGSBEDARF
Jedes System ist nur so gut wie sein Anwender – eine alte, oft zitierte
Weisheit. Doch die Realität zeigt deren Wahrheitsgehalt:
Ohne geschulte Mitarbeiter bleibt ein System in der Regel unter
seinen Möglichkeiten. Daher sollte auch die Automatisierung
nicht als „Selbstläufer“ verstanden werden. Anwenderinnen und
Anwender müssen die damit einhergehenden Prozesse nicht nur
verstehen, sondern auch umsetzen können.
Die frühzeitige Einbindung des Personals ist daher entscheidend.
Das Personal muss nicht nur die Technik verinnerlichen,
sondern auch deren Einfluss auf Prozesse, Sicherheit und tägliche
Abläufe im Betrieb. Praxisnahe Schulungen und ein begleitender
Change-Prozess schaffen hier Akzeptanz und fördern das
Verständnis für die neue Technologie.
FAZIT
Automatisierte Stapler bieten ein großes Potenzial – doch nur,
wenn ihre Integration durchdacht stattfindet. Viele Anbieter
konzentrieren sich auf die Fahrzeugseite – doch entscheidend
ist die Intelligenz im System. Die zentrale Frage lautet: Kann
ein Anbieter alle Anforderungen abdecken? Die Antwort lautet:
In der Regel nicht. Daher braucht es eine offene, koordinierende
Software, die herstellerunabhängig verschiedene Systeme
und Prozesse zusammenführt. Moderne Softwarelösungen zeigen,
wie sich diese Komplexität beherrschen lässt – und machen
den Weg frei für skalierbare, transparente und effiziente
Automatisierung.
Autoren: Kai Reinhard, Geschäftsführer der else Software GmbH, Sinsheim,
und Leiter der Bereiche Softwareentwicklung, Vertrieb, Service sowie der
internationalen Niederlassungen der Gebhardt Intralogistics Group. Hartwig
Schulz, Senior Sales Manager der else Software GmbH
Fotos/Grafik: else Software
www.gebhardt-group.com
28 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
EIN VIRTUELLES SCHUTZSCHILD FÜR AMR
Mithilfe des 3D-Ultraschallsensors Adar (Acoustic Detection
and Ranging) von Sonair lässt sich eine 360°-3D-Hinderniserkennung
rund um autonome mobile Roboter (AMR) realisieren.
Dazu erkennt die patentierte Technologie Personen und Objekte
in 3D. Ein einziger Sensor bietet ein komplettes Sichtfeld von
180 × 180° und eine Reichweite von 5 m für die Sicherheitsfunktion
des Roboters – ähnlich wie ein virtuelles Schutzschild.
www.sonair.com
BILDBASIERTE KONTROLLE VERBESSERT
PROZESSE IM LAGER
Mit einer neuen Lösung automatisiert
Zetes die visuelle Prüfung
von Paletten im Lager und in der
Produktion. Das System Zetes
Medea ImageID-Gate erfasst
mithilfe von Machine-Vision-
Technologie alle Packstück-Barcodes
auf einer Palette gleichzeitig
und in Echtzeit. Fehlerhafte
oder unvollständige Etikettierungen
werden automatisch
identifiziert und dokumentiert. Dadurch sinkt das Risiko von
Fehlverladungen, die Rückverfolgbarkeit wird verbessert und
die Qualität entlang der Lieferkette steigt.
Die Technologie kommt in verschiedenen Bereichen zum
Einsatz – etwa im Warenein- und -ausgang, in der Kommissionierung,
in Produktionslinien oder bei der Inventur. Die
entstehende Bilddokumentation sorgt für Transparenz und
Nachvollziehbarkeit. Gleichzeitig werden Mitarbeiter entlastet
und die Prozesse beschleunigt.
Das System ist skalierbar, flexibel integrierbar und für dynamische
Logistikumgebungen mit hohem Durchsatz geeignet. Neu
im Portfolio ist eine mobile Variante. Sie lässt sich direkt an
Verladetoren positionieren und dort einsetzen, wo eine
automatische Palettenprüfung erforderlich ist.
www.zetes.com
FÜNF PROZENT EFFIZIENTER PRODUZIERT
Das Unternehmen
trigema, Deutschlands
größter Hersteller von
Sport- und Freizeitbekleidung,
hat seine
Produktionslogistik
optimiert: Durch die
Umstellung von
Boden- auf Regallagerung
konnte die
Effizienz der Produktion um fünf Prozent gesteigert werden.
Das Unternehmen Ohra installierte dazu im Pufferlager
zwischen Herstellung und Ausrüstung Kragarm- und Palettenregale,
die eine flexible Zwischenlagerung unterschiedlicher
Stoffe ermöglichen. Neben 60 Prozent mehr Lagerkapazität
auf gleicher Fläche beschleunigen die neuen Regale die
Ein- und Auslagerung um 50 Prozent und vereinfachen die
Realisierung des FiFo-Prinzips.
www.ohra.de
DRUCKERPORTFOLIO UM
DESKTOPLÖSUNGEN ERWEITERT
Die neuen Thermotransfer-Desktopdrucker
DP4300H/E und DP4600H/E
von Panduit erzeugen Etiketten mit
Auflösungen von 300 bzw. 600 dpi
und verarbeiten eine Vielzahl von
Materialien – darunter selbstlaminierende
Etiketten, Schrumpfschläuche
sowie Kennzeichnungsschilder
für Kabel, Drähte und Schaltschränke. Die Drucker
unterstützen Etikettenbreiten bis 105,7 mm und Längen bis
2,0 m. Mit einer maximalen Druckgeschwindigkeit von
300 mm/s eignen sie sich für anspruchsvolle Anwendungen im
industriellen Umfeld. Zur komfortablen Bedienung verfügen
beide Modelle über ein Farb-Touchdisplay und eine integrierte
Schneidevorrichtung.
www.panduit.de
TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT
Dr.-Ing. Chr. Beumer, Beckum;
Prof. Dr.-Ing. J. Fottner, München;
Prof. Dr.-Ing. K. Furmans, Karlsruhe;
Prof. Dr. M. ten Hompel, Dortmund;
Prof. Dr.-Ing. R. Jansen, Dortmund;
Prof. Dr. K.-O. Schocke, Frankfurt;
Prof. Dr.-Ing. habil. L. Schulze, Hannover;
Prof. Dr.-Ing. R. Schulz, Stuttgart
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VarioForce®
Längenverstellbares Anschlagmittel
Die Schwerkraft,
das Know-how und
die Gewissheit.
Mehr Informationen unter:
www.spanset.de
30 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
AUS EINEM GUSS:
DIE NEUEN TRAIGO48-STAPLER
VON TOYOTA ÜBERZEUGEN
Mit der Traigo48-Baureihe erweitert Toyota Material Handling
sein Portfolio an Elektro-Gabelstaplern. Die 48-Volt-Modelle
kombinieren Leistung mit einem innovativen Designansatz.
Verschiedene Energielösungen, optionale Performance-Pakete
und ein ergonomisch optimierter Fahrerarbeitsplatz kennzeichnen
die neue Gerätegeneration. Ausführliche Informationen zu den
technischen Besonderheiten und Einsatzmöglichkeiten
der Stapler finden Sie auf den folgenden Seiten.
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 31
01
02 03
01 Die Traigo48-Baureihe umfasst wahlweise Drei- oder
Vierrad-Modelle in verschiedenen Ausführungen und wurde auf
die Anforderungen unterschiedlicher Anwendungen abgestimmt
02 Die neuen Elektro-Stapler sind auch für den Einsatz
im Freien geeignet
03 Der integrierte Ladeanschluss im Gegengewicht des
Traigo_i ermöglicht ein einfaches und schnelles Zwischenladen
04 Blick auf den Fahrerarbeitsplatz. Zu sehen sind das Lenkrad,
die verstellbare Lenksäule sowie die Armlehne mit integriertem
Touchscreen-Display für eine intuitive Mensch-Maschine-Interaktion
Die Traigo48-Baureihe von Toyota Material Handling umfasst
wahlweise Drei- oder Vierrad-Modelle in verschiedenen
Ausführungen und wurde auf die Anforderungen
unterschiedlicher Anwendungen abgestimmt. Die Elektro-Gabelstapler
haben Tragfähigkeiten von 1,5 bis 2,0 Tonnen,
Hubhöhen bis zu 7,5 Metern und sind mit einer Geschwindigkeit
von bis zu 20 km/h unterwegs. Damit sorgen sie für Flexibilität im
Innen- und Außeneinsatz.
„Wie auch bei der Markteinführung unserer letzten Elektrostaplermodelle,
darunter der Traigo24 und Traigo80, bleiben wir
auch dieses Mal unserem zentralen Prinzip treu: Kaizen – das
kontinuierliche Streben nach Verbesserung. Dieses Streben motiviert
uns, immer einen Schritt weiterzugehen, um den steigenden
Anforderungen der Flurförderzeugbetreiber gerecht zu werden“,
erklärt Jose Maria Gener, Vice President Sales & Marketing bei
Toyota Material Handling Europe. „Die nächste Generation der
Traigo48-Stapler überzeugt durch Qualität, Langlebigkeit und
Leistung – ein echter Gamechanger. Mit modernem Design, hohem
Komfort, Energieeffizienz und hoher Produktivität setzen
wir neue Standards im Markt.“
ENERGIELÖSUNGEN FÜR UNTERSCHIEDLICHE
ANWENDUNGEN
Neben klassischen Blei-Säure-Batterien stehen Lithium-Ionen-
Batterien zur Auswahl. So können Betreiber die Energiequelle für
ihre individuellen Betriebsabläufe wählen und profitieren gleichzeitig
von Effizienz und Wirtschaftlichkeit.
Ein Highlight der neuen Flurförderzeugbaureihe ist der Toyota
Traigo_i – ein Elektro-Gabelstapler mit integrierter Lithium-Ionen-Batterie.
Dieses Konzept ermöglicht nicht nur Leistung, sondern
auch ein platzsparendes Design mit zusätzlichem Fußraum
für den Fahrer und damit einen hohen Fahrkomfort. Auch optisch
überzeugt der Traigo_i: Inspiriert von der ikonischen Form
32 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Performance-Paket für den Hub ausstatten. Mithilfe dieser technologischen
Weiterentwicklungen ließ sich der Energieverbrauch
im Vergleich zum Vorgänger um bis zu 18 Prozent reduzieren.
ERGONOMIE UND KOMFORT
Großzügige Platzverhältnisse und exzellente Beinfreiheit schaffen
eine Arbeitsumgebung, die auch bei längeren Einsätzen Komfort
und Produktivität fördert – Merkmale, die direkt aus dem integrativen
Lithium-Ionen-Design resultieren.
„Die Symmetrie des Designs verbindet Funktionalität und Ästhetik
und sorgt so für eine hohe Benutzerfreundlichkeit sowie effiziente
Betriebsabläufe. Mit diesem Designansatz geben wir einen
Ausblick auf die zukünftige Designphilosophie von Toyota
Material Handling“, erklärt Magnus Oliveira Andersson, Head of
Design bei Toyota Material Handling Europe.
Zusätzlich wurde das Fahrerarbeitsplatzkonzept bei allen Modellen
der neuen Traigo48-Generation optimiert: Dazu zählen
unter anderem ein kleineres Lenkrad, eine verstellbare Lenksäule,
eine neue Armlehne mit verschiedenen Bedienelement-Optionen
sowie ein integriertes Touchscreen-Display für eine intuitive
Mensch-Maschine-Interaktion.
Die Überarbeitung des Fahrerschutzdachs sowie das abgesenkte
Armaturenbrett verbessern die Sichtverhältnisse deutlich. Die
auf vier Dämpfungselementen gelagerte, vollgefederte Fahrerkabine
reduziert Vibrationen und ermöglicht einen leisen, ermüdungsfreien
Betrieb. Optional ist ein Glasdach mit breitem Sichtfeld
verfügbar, das die Sicht nach oben sowie auf Gabeln und Last
optimiert und so die Arbeitssicherheit verbessert.
04
des Katana-Schwerts*, unterstreichen die dynamische Linienführung
des Rahmens sowie das markante Kabinendesign den unverwechselbaren
Toyota-Look.
Der Traigo_i wurde für den Lithium-Ionen-Betrieb entwickelt
und verfügt über einen integrierten Ladeanschluss am Gegengewicht,
der ein einfaches und schnelles Zwischenladen ermöglicht.
Bei den Standardmodellen mit Blei-Säure-Batterie stellen
eine seitliche Batterietür sowie ein offenes Chassis einen effizienten
Batteriewechsel sicher.
LEISTUNG TRIFFT INNOVATION
Die von Toyota entwickelte SyncoDrive-Technologie reduziert
den Energieverbrauch im Vergleich zum Vorgängermodell spürbar
und sorgt für Effizienz bei gleichzeitig reaktionsschnellem
Fahrverhalten. Durch den Einsatz von IPM-Synchronmotoren (Interior
Permanent Magnet) für den Antrieb und moderner Steuerungstechnik
für schnelle Hubbewegungen werden die Voraussetzungen
für einen zuverlässigen Betrieb geschaffen. Für anspruchsvolle
Einsätze lässt sich die Baureihe optional mit einem
* Das Katana ist ein traditionelles japanisches Langschwert, das vor allem von
den Samurai verwendet wurde. Es ist bekannt für seine charakteristische, leicht
gekrümmte Klinge mit einer einzigen Schneide und einem langen Griff.
RED DOT DESIGN AWARD 2025 ERHALTEN
Dass das Geräte-Design des Traigo_i gut ankommt, beweist die
Auszeichnung mit dem renommierten Red Dot Design Award
2025. Diese Auszeichnung würdigt nicht nur ein außergewöhnliches
Design, sondern auch einen Wendepunkt in der Entwicklung
des Ansatzes von Toyota Material Handling in Bezug auf Ästhetik,
Funktionalität und Innovation. Mit dieser Auszeichnung
fügt das Unternehmen seiner Design-Trophäensammlung einen
vierten Red Dot Award hinzu – drei frühere Auszeichnungen wurden
für Lagertechnikgeräte eingefahren. Der Toyota Traigo_i ist
der erste Gegengewichtsstapler in der Unternehmensgeschichte,
der einen Red Dot Design Award erhält.
Fotos: Toyota Material Handling
www.toyota-forklifts.de
AUF EINEN BLICK
n Zur neuen Traigo48-Baureihe von Toyota gehören Elektro-Dreirad-
und -Vierradstapler mit Tragfähigkeiten
von 1,5 bis 2,0 Tonnen.
n Ein Highlight ist der Toyota Traigo_i mit integrierter
Lithium-Ionen-Batterie und einem Design, das mit dem
Red Dot Design Award 2025 ausgezeichnet wurde.
n Die SyncoDrive-Technologie reduziert den Energieverbrauch
und sorgt für ein reaktionsschnelles Fahrverhalten.
n Ein Fahrerarbeitsplatz mit optionalem Glasdach
optimiert Komfort und Sicherheit.
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 33
SICHERHEIT IN LAGER UND LOGISTIK ERFORDERT MEHR ALS NUR AUTOMATISIERUNG
FLURFÖRDERZEUGFLOTTEN
GEZIELT AUFRÜSTEN
Die Zahl der Arbeitsunfälle mit Flurförderzeugen
bleibt trotz technischer Fortschritte hoch. Um
Risiken zu minimieren und Vorschriften
einzuhalten, müssen Unternehmen daher
handeln. Technologien wie Personenerkennung
und Telematiksysteme sind unerlässlich. Durch
ihren Einsatz werden Sicherheitsmaßnahmen
gezielt umgesetzt – und werden vorhandene
Geräteflotten zum Ausgangspunkt für eine
zukunftssichere Logistik.
Automatisierung, Datenanalyse, Robotik – die Logistikbranche
befindet sich im Umbruch. Doch eine Herausforderung
bleibt konstant: Sicherheit. In deutschen
Betrieben kam es im Jahr 2023 zu etwa 18.500 meldepflichtigen
Unfällen mit Flurförderzeugen – davon endeten sieben
tödlich. Das geht aus den Statistiken der Deutschen Gesetzlichen
Unfallversicherung (DGUV) hervor [1]. Das veranlasst viele
Hersteller dazu, nach Alternativen zu suchen, um den Lagerbetrieb
sicherer zu gestalten – auch mithilfe autonomer Lösungen.
Während die automatisierte Zukunft Gestalt annimmt, sind viele
Unternehmen weltweit noch immer auf manuelle Flurförderzeuge
angewiesen. Die Herausforderung, vor der die Branche steht,
lässt sich damit umschreiben: Wie können Unternehmen den
Personenschutz sicherstellen und sich gleichzeitig auf die kommenden
Veränderungen vorbereiten?
ANHALTENDE HERAUSFORDERUNG
Die nüchternen Statistiken der DGUV und ein Artikel des Wall
Street Journals [2] machen deutlich, was die Aufsichtsbehörden
weltweit seit Langem betonen: Ineffektive Schulungen und minimale
Sicherheitsmaßnahmen sind nach wie vor die Hauptfaktoren
für Unfälle mit Flurförderzeugen. Von der Occupational Safety
and Health Administration (OSHA) in den USA über die Health
& Safety Executive (HSE) in Großbritannien bis hin zur Bundesanstalt
für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Deutschland
und weiteren Sicherheitsbehörden in Europa, Afrika und
Australasien – weltweit betonen offizielle Stellen die entscheidende
Bedeutung ordnungsgemäßer Sicherheitsprotokolle.
Allerdings überlassen sie die Umsetzung den Unternehmen.
Die Auswirkungen auf den Betrieb gehen weit über die Einhaltung
von Vorschriften wie DIN EN 1757-3:2003, DIN 15026:1978
oder DIN EN ISO 3691-4:2020 hinaus. Wenn sich die Mitarbeiter
unsicher fühlen, nehmen Fluktuation zu, Arbeitsmoral ab – und
die Leistung leidet. Das sind Risiken, die sich kein Unternehmen
leisten kann – unabhängig von Größe oder Branche.
34 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
PERSPEKTIVEN
DAS VERSPRECHEN AUTONOMER LÖSUNGEN
MEHR SICHERHEIT IM LAGER
BEGINNT MIT DATENBASIERTEN
MASSNAHMEN FÜR VORHANDENE
GERÄTEFLOTTEN
Fahrerlose Transportsysteme und autonome mobile Roboter
werden die Zukunft der Intralogistik bestimmen. Die Automatisierung
der Fahrzeuge verspricht weniger Arbeitsunfälle, effizientere
Prozesse und geringere Ausfallzeiten. Anwender in Produktion
und Logistik haben entsprechende Ergebnisse erzielt
und können beispielsweise nach der Einführung autonomer Lösungen
von Verbesserungen berichten.
Wichtig ist jedoch zu betonen, dass es sich zurzeit noch um eine
Übergangsphase handelt. Überwiegend sind in Lager- und
Produktionshallen nach wie vor manuelle Flurförderzeuge anzutreffen.
Für den Personenschutz und zur Einhaltung der Vorschriften
sind die Unternehmen gefordert, sich intensiv mit dem
Thema Sicherheit zu beschäftigen.
SICHERHEIT DER FLURFÖRDERZEUGFLOTTE
Schon vor dem Hintergrund der damit verbundenen Investitionskosten
sehen sich viele Unternehmen nicht in der Lage, ihre vorhandenen
Flurförderzeugflotten von heute auf morgen vollständig
zu ersetzen. Hier bietet die Integration fortschrittlicher
Sicherheitstechnologien in die vorhandenen Geräte eine Alternative
mit einem hohen Return on Investment. Lösungen wie
Personenerkennung und Telematiksysteme liefern Echtzeitdaten,
zum Beispiel über den Fahrzeugstatus. Die Auswertung
dieser Informationen kann Unternehmen dabei unterstützen,
Vorfälle, Ausfallzeiten und Haftungsrisiken zu reduzieren.
Staplerfahrer und Vorgesetzte werden sofort gewarnt, wenn
das Sicherheitsrisiko einen Schwellenwert überschreitet, sodass
sie an Ort und Stelle eingreifen können. Detaillierte Daten über
die Fahrzeugnutzung sorgen dafür, dass Unternehmen Anreize
für sicheres Fahr- und Betriebsverhalten schaffen und risikoreiche
Verhaltensweisen schnell beseitigen können, ohne die Leistung
negativ zu beeinflussen. Außerdem liefern die Daten wertvolle
Erkenntnisse zur Anpassung von Schulungsprogrammen an
reale Herausforderungen. Unternehmen erhalten zusätzlich
Trend- und Benchmark-Analysen zum Gerätezustand, zum Nutzungsverhalten
des Personals sowie zu potenziell gefährlichen
Anlagenbereichen aufgeschlüsselt nach Tageszeit. Auf der Basis
dieser Informationen lassen sich wirksame Entscheidungen für
eine sicherere Arbeitsumgebung treffen.
FÜHREND IN DER SICHERHEITSENTWICKLUNG
Fahrerlose Transportsysteme und autonome mobile Roboter halten
Einzug in Produktion und Lager. Die Umstellung findet jedoch
schrittweise statt und verteilt sich auf verschiedene Arbeitsabläufe.
Diese Entwicklung bringt unmittelbare Herausforderungen
sowie beispiellose Chancen mit sich.
Wer diese Übergangsphase meistern will, muss daher zweigleisig
denken: Einerseits gilt es, mit modernen Sicherheitslösungen
die Belegschaft zu schützen – andererseits lassen sich so auch
vorhandene Geräteflotten besser und effizienter nutzen. Ferner
lässt sich davon ausgehen, dass das Personal entsprechende Investitionen
goutiert. Wer jetzt die richtigen Entscheidungen trifft,
schafft die Basis für eine sichere, effiziente und nachhaltige Zukunft.
Quellenhinweise:
[1] n. n.: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV): Arbeitsunfallgeschehen
2023, S. 84, Berlin
[2] The Wall Street Journal: Forklifts Hurt Thousands of Workers Each Year.
Factories Are Seeking Alternatives. URL: https://www.wsj.com/business/
forklift-safety-sales-drop-automation-f5cbaa9e, abgerufen am 13. Mai 2025
Autor: Scott Walker, VP Supply Chain Product Management, Powerfleet, New
Jersey, USA
Foto: Powerfleet
www.powerfleet.com
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PRODUKTE UND SYSTEME
DIGITALES INFORMATIONSSYSTEM SETZT DATEN UND ABLÄUFE IN BEWEGUNG
EIN KLICK GEGEN VERSCHWENDUNG
Ob Materialanforderung oder Meisterruf – das
Knoll-Click.it-System sorgt dafür, dass
Informationen und Anforderungen direkt da
landen, wo sie hingehören. Das spart Wege
sowie Liegezeiten und stoppt Verschwendung.
Ferner lassen sich Überwachungsaufgaben von
Stellplätzen oder das Abgreifen von
Maschinendaten einfach erledigen.
Das Unternehmen Knoll Maschinenbau aus Bad Saulgau ist
Anbieter von Förder- und Filteranlagen sowie Pumpen,
die Späne und Kühlschmierstoffe transportieren und
trennen. Der Geschäftsbereich Automatisierung hat mit
Lösungen für Montage- und Logistikaufgaben weitere Einsatzfelder
erschlossen. Neben stationären Transportsystemen mit Ketten-
und Rollenförderern sowie fahrerlosen Transportsystemen
(FTS) runden nun auch kleine Automatisierungskomponenten mit
großer Wirkung das Portfolio ab: die Click.it-Baureihe – Geräte zur
Vernetzung per Knopfdruck. Christian Spohn, Knoll-Abteilungsleiter
Automatisierung, erklärt: „Das sind in erster Linie einfach zu
bedienende Taster, mit denen standardisierte Abläufe ausgelöst
werden können. Das eliminiert Verschwendung, indem es den
Mitarbeitern überflüssige Wege und letztendlich viel Zeit spart. So
lassen sich Produktions- und Montagevorgänge straffen.“
Die Idee zu dem System wurde bei dem Unternehmen im eigenen
Werk geboren. Das war im Jahr 2018 im Rohbau, wo Blechteile,
Flansche, Profile etc. gefügt und geschweißt werden, bevor
sie in die Lackierung und Montage gelangen. In dieser Abteilung
dominieren Handarbeitsplätze, zum Beispiel rund 45 Schweißboxen.
Joachim Riebsamen, Abteilungsleiter Rohbau, beschreibt
die Ausgangssituation: „Unser Anliegen war, unsere Werker von
unproduktiven Nebentätigkeiten zu entlasten, sodass sie ungestört
ihre Arbeit tun können. Das betraf vor allem die Beschaffung
von Fehlteilen.“
Markus Zinser, zu dieser Zeit noch Dispositionsexperte im
Rohbau, erklärt: „Es war nicht mehr zeitgemäß, das Fehlen eines
Bauteils optisch mit einem Fähnchen anzuzeigen und zu hoffen,
dass der fürs Nachliefern der Fehlteile zuständige Mitarbeiter das
sieht und sich schnell darum kümmert.“ Das sollte sich seiner
Meinung nach einfacher digital erledigen lassen. Seine Vorstellung:
„Der Schweißer drückt auf einen Knopf, und das benötigte
Fehlteil wird unmittelbar zu ihm auf den Weg gebracht.“
SELBST ENTWICKELN, WAS NICHT AM
MARKT VERFÜGBAR IST
Da eine passende Lösung nicht am Markt verfügbar war, machte
sich Zinser selbst daran, ein solches Gerät zu entwickeln. Mit der
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PRODUKTE UND SYSTEME
Unterstützung von zwei Mechatronik-Auszubildenden baute er
eine kleine Box mit fünf Tasten und einem Display. Das Kernelement,
ein Mikrocontroller, programmierte er selbst.
Schon während der Entwicklungsphase erkannte Zinser, dass
sich das Gerät für weitere Zwecke einsetzen lässt, zum Beispiel
wenn ein Mitarbeiter an seinem Handarbeitsplatz Unterstützung
vom Meister oder Gruppenleiter benötigt. „Anstatt mit einer roten
Lampe den Hilferuf zu signalisieren oder sich selbst auf die Suche
nach dem Meister zu machen, genügt auch hier ein Tastendruck“,
sagt Zinser. „Die gewünschte Person erhält eine Text- oder Audionachricht
aufs Handy geschickt: ‚Mitarbeiter in Box XY benötigt
Hilfe‘. Er kann sofort reagieren und Verzögerungen vermeiden.“
Abteilungsleiter Riebsamen bestätigt den Erfolg: „Unsere Mitarbeiter
haben das System mit mehreren Prototypen getestet und
für gut befunden.“ Daher ließ er weitere Geräte in Eigenregie bauen,
mit denen er alle Schweißboxen und andere Handarbeitsplätze
ausstattete.
FUNKTIONSWEISE DES SYSTEMS
Click.it besteht aus einer Eingabeeinheit, die über Ethernet oder
WLAN mit einem Server verbunden ist. Dieser verarbeitet die
eingehenden Signale und löst dementsprechende Aufträge aus,
zum Beispiel, dass beim Meister das Telefon klingelt und eine
Nachricht eingeht.
Der Server des digitalen Informationssystems ist ein einfacher,
ins Intranet eingebundener Rechner. Er erfordert keine besondere
Leistung und kann auch als virtuelle Maschine aufgesetzt werden.
Jeder mit dem Intranet verbundene PC, jedes Tablet und
Smartphone kann – wenn die Rechte dazu freigegeben sind – mit
dem Server kommunizieren und Daten austauschen. Zinser erklärt:
„Wir haben bei der Hard- und Software streng auf eine
Standardisierung geachtet, damit das System stabil läuft und sich
Änderungen oder Neuentwicklungen zügig umsetzen lassen.“
01 Ein Hilferuf per Knopfdruck: Ohne den Arbeitsplatz zu verlassen,
kann Knoll-Mitarbeiter Evgenj Steinhauer bei Problemen den Meister
anfordern
WEITERE ANWENDUNGEN
Weiterentwicklungen hat es schon einige gegeben. So erkannten
die Rohbau-Verantwortlichen schnell, dass sich das System auch
fürs Erfassen und Auswerten von Zuständen und Maschinendaten
eignet. Entstanden ist daraufhin ein Gerät, das sich in den
Schaltschrank einer Werkzeugmaschine integrieren lässt und
dort Steuerungsdaten abgreift. Erster Einsatzort war eine automatische
Säge. Via Click.it erhält die zuständige Führungskraft
Auskunft über die Auslastung der Maschine – Daten, die sie für
die Personalplanung nutzen kann.
Riebsamen beschreibt einen zweiten Einsatzfall: „Wir besitzen
eine automatisierte Laserschneidanlage, die bedienerlos den
Blechzuschnitt erledigt. Im Störungsfall schaltet eine Lampe auf
Rot. Die Maschine bleibt stehen, bis die Störung beseitigt ist.
Durch den Automatikbetrieb sieht das jedoch keiner so schnell.
Mit einem Click.it im Schaltschrank greifen wir jetzt die Störungsmeldung
ab. Wenn sie nach fünf Minuten immer noch aktiv
ist, geht ein Telefonanruf an den zuständigen Verantwortlichen
raus, der dann für Abhilfe sorgt.“
KUNDENINTERESSE GEWECKT
Nachdem Besucher des Knoll-Werks mehrfach ihr Interesse am
digitalen Informationssystem bekundet hatten, entschloss sich
Knoll, die für eigene Zwecke entwickelte Lösung als verkaufsfähiges
Produkt weiterzuentwickeln. Die erste öffentliche Präsentation
fand bei der Veranstaltung Open House im Jahr 2023 statt.
Zu der Zeit waren bei dem Unternehmen intern schon mehr als
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PRODUKTE UND SYSTEME
02
02 Knoll nutzt das digitale Informationssystem auch zur Stellplatzüberwachung
der fahrerlosen Transportfahrzeuge
03 Christian Spohn (l.), Knoll-Abteilungsleiter Automatisierung, und
sein Kollege Niclas Berner, Abteilungsleiter Produktion. Beide sehen für
das digitale Informationssystem ein großes Potenzial
03
Das Interesse an den Click.it-Lösungen war so groß, dass Knoll
das System seit der Messe AMB im Herbst 2024 zum Kauf anbietet.
„In den ersten sechs Monaten haben wir mehr als 150 Geräte
ausgeliefert“, freut sich Spohn. „Wir produzieren die Geräte in
kleinen Serien, sodass wir ab Lager liefern können.“
Für weiteren Schwung soll Zinser sorgen, der inzwischen zur
Automatisierungsabteilung gehört. Seine Hauptaufgabe ist es,
Kundenanforderungen aufzunehmen und zu verstehen, was die
Anwender noch brauchen können. Daraus könnten sich neue Lösungen
ergeben, die er mit seinem Team umsetzt. „Je intensiver
unsere Mitarbeiter das System kennenlernen, desto mehr Ideen
entstehen, wie sich das System sinnvoll einsetzen lässt“, betont
Spohn, der weitere Anwendungsbeispiele nennt: „Wir können
damit Fahraufträge für unsere FTF erzeugen oder auch deren
Stellplätze überwachen. Es lässt sich die Leerung von Spänewagen
beauftragen, entweder per Knopfdruck oder Sensorsignal.
Auch Rolltore lassen sich automatisch öffnen und schließen.“
JETZT GEHT‘S ERST RICHTIG LOS
EIN TASTENDRUCK GENÜGT –
UND HILFE ODER MATERIAL IST
UNTERWEGS
100 „Click.it Pro“ im Einsatz. Dieses ist mit fünf programmierbaren
Tasten ausgestattet. Im Display werden Informationen und
Statusmeldungen in Echtzeit angezeigt.
Das in den Schaltschrank integrierbare „Click.it Connect“
wurde ebenfalls während der Veranstaltung präsentiert. Über
acht digitale Ein- und vier digitale Ausgänge kann es mit anderen
Systemen kommunizieren. Außerdem wurde damals das neue
„Click.it One“ präsentiert. Mit nur einer programmierbaren Taste
und einem zusätzlichen Eingang für Sensoren eignet es sich für
einfache Aufgaben bei begrenztem Platzangebot.
AB LAGER VERFÜGBAR
So hat sich Click.it bei dem Hersteller ausgehend vom Rohbau
weitere Bereiche erobert und Einzug in die Montage sowie Produktion
gehalten. Der verantwortliche Abteilungsleiter Niclas
Berner sieht ein großes Potenzial in dem System: „Es sind nicht
nur die einfachen Taster, die die Abläufe effizienter machen. Für
uns in der Produktion sehe ich die Stärken im Datenmanagement.
Wir wollen unseren heterogenen Maschinenpark mit dem
System Click.it ins Netz einbinden, von den Werkzeugmaschinen
zum Drehen, Fräsen, Sägen, Schleifen über die Laseranlagen und
Abkantpressen bis hin zur Pulverbeschichtungsanlage.“
Laut Berner sei das möglich, weil das System eine einfache
Möglichkeit eröffnet, über alle Maschinenhersteller hinweg beliebige
Daten aus den Steuerungen abzugreifen und anderen Systemen
zur Verfügung zu stellen. „Anbindungen ans ERP-System
oder unser 3-Liter-PPS sind kein Problem. Ich will von jeder Maschine
über Click.it Aussagen bekommen zum Verhältnis Ist- zu
Soll-Zeiten, zum prozentualen Ausschuss und zu den Ausfallzeiten.
Damit erhalte ich Kennzahlen, die nützlich sind, um Kapazitäten
zu planen und Engpässe zu beseitigen.“
Was bei Werkzeugmaschinen noch verhältnismäßig einfach erscheint,
ist bei der Pulverbeschichtungsanlage komplex. „Hierfür
gibt es für die Maschinendatenerfassung keine Software zu kaufen“,
sagt Berner. „Aber mit dem digitalen Informationssystem
sind wir in der Lage, die Abfragen ganz nach unseren Wünschen
zu gestalten. So erhalten wir nach Auswertung der Daten belastbare
Aussagen zu wichtigen Faktoren beispielsweise der Gehängeausnutzung.“
Fotos: Knoll
www.knoll-mb.de
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MARKTPLATZ
MODULARES LEHRSYSTEM STÄRKT KRANFÜHRER-QUALIFIKATION
Der Resch-Verlag hat mit der 7. Auflage seines Lehrsystems zur Qualifizierung von Kranführern
ein neues modulares Konzept eingeführt. Unter dem Titel „Sicheres Bedienen von
Kranen“ bildet das Basismodul die Grundlage für die Schulung unterschiedlicher Kranbauarten
wie Container- und Hafenkrane, Lkw-Ladekrane sowie Fahrzeug- und Mobilkrane. Für die
Schulung der Bauarten der Hallenkrane (Schwenkarmkrane und Laufkrane), mit Ausnahme
der Container- und Hafenkrane, ist zusätzlich das Modul Hallen- und Portalkrane erforderlich.
Künftig sollen weitere Zusatzmodule erscheinen, um die Schulung noch differenzierter zu
gestalten. Ziel ist es, die allgemeinen Grundlagen im Basismodul zu bündeln und die spezifischen
Anforderungen einzelner Kranbauarten in separaten Ergänzungen zu behandeln. Für
die gesetzlich vorgeschriebene theoretische Prüfung bietet der Verlag passende Testbögen an,
die zwischen allgemeinem Basiswissen und bauartspezifischen Inhalten unterscheiden. Das
Basismodul umfasst 158 animierte Präsentationsfolien und ist für 485,- Euro erhältlich. Das
Zusatzmodul „Hallen- und Portalkrane“ enthält 34 Folien und kostet 149,- Euro.
www.resch-verlag.com
LEITUNGSSCHUTZ-
SYSTEME ERHÖHEN
VERFÜGBARKEIT
Für intralogistische Anwendungen
bietet die TKD Kabel
GmbH mit den Zubehörserien
Indulink Guard und Indulink
Lock Lösungen zum Schutz
von Kabeln und Anschlüssen.
Die Komponenten ermöglichen
anschlussfertige
Systeme aus einer Hand.
Indulink Guard umfasst
Wellrohre aus PA6 und PP in
verschiedenen Nennweiten.
Sie schützen Kabel vor
mechanischen Einflüssen
sowie vor Staub oder Feuchtigkeit.
Teilbare Varianten
DIE KUNST DES
HEBENS
lassen sich auch in bestehende
Installationen integrieren
oder nachrüsten – ohne
vorherige Demontage.
Indulink Lock bietet Kabelverschraubungen
für eine
zugentlastete, verdreh- und
knicksichere Leitungsführung
beispielsweise in Antrieben.
Sie verhindern das Eindringen
von Schmutz, Öl und Wasser
und sind in EMV-Ausführung
auch gegen elektromagnetische
Störungen ausgelegt.
Das Zubehör ist in PA6,
Messing und Messing EMV
verfügbar. Montagematerial
unterstützt die praxisgerechte
Umsetzung.
www.tkd-kabel.de
Schwere Motoren zum Schweben
bringen und präzise auf den Punkt
an ihren Einbauort dirigieren:
Kein Kunststück, sondern Arbeitsalltag
unserer Kunden. Profitieren auch Sie von
richtungsweisenden ABUS Kranlösungen.
02261 37 - 148
verkauf@abus-kransysteme.de
www.abus-kransysteme.de
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 39
HEBEHILFEN UNTERSTÜTZEN KOMMISSIONIERUNG BEI LACKHERSTELLER
ERGONOMIE TRIFFT FARBENFREUDE
Protektion, Dekoration, Funktion – Lacke
schützen Oberflächen, beeinflussen ihre Optik
und verleihen ihnen bestimmte Eigenschaften.
FreiLacke ist Spezialist für die farbigen
Beschichtungen und setzt beim Handling seiner
Versandgebinde auf die ergonomischen
Hebehilfen aus dem Hause Schmalz, Glatten.
Aufgrund der individuellen Konfiguration passen
sie zur jeweiligen Aufgabe.
AGreat Place to Work 2023 und damit einer der besten Arbeitgeber
in Baden-Württemberg: Die Emil Frei GmbH
& Co. KG, Markenname FreiLacke, konnte ihre Mitarbeiter
ebenso wie die Jury des Wettbewerbs überzeugen.
„Einer der Gründe ist sicherlich, dass wir großen Wert auf ergonomische
Arbeitsplätze legen“, sagt Dr. Rainer Frei, Geschäftsführer
und kaufmännischer Leiter. „Unsere Belegschaft ist der
Garant für unseren großen Erfolg und wir unterstützen sie. Dazu
gehört, dass wir die körperliche Belastung reduzieren, wo immer
es möglich ist.“
Das im Jahr 1926 gegründete Familienunternehmen FreiLacke
produziert Farben und Lacke für Kunden aus Fahrzeug-, Maschinen-
und Apparatebau, Lohnbeschichtung, Funktionsmöbel, Lagertechnik
sowie Bau und Sanitär, aber auch für Schienenfahrzeuge
und die Windkraftindustrie. Dazu gehören Flüssiglacke ebenso
wie Pulver- und Elektrotauchlacke sowie Composites-Lösungen.
Die Produkte werden weltweit an Industriekunden vertrieben.
Mithilfe des VacuMasters lassen sich die Industrielacke auch in
200-Liter-Fässern ergonomisch kommissionieren. Ohne dieses
Vakuum-Hebegerät VM-Basic-270-1 wären die Fässer mit einem
Gewicht von mindestens 250 kg nicht als Transportgebinde infrage
gekommen. Der Lackhersteller nutzt eine komplett individuelle
Lösung. Aufgrund des modularen Aufbaus ließ sich die exakt
für die Anwendung passende Hebehilfe konzipieren.
Der Vakuum-Erzeuger sitzt im Basismodul und sorgt für die
Saugkraft am Hebegerät, das sie über die Saugplatten auf das
Werkstück überträgt. Dabei dient die Lasttraverse aus Aluminium
gleichzeitig als Vakuum-Speicher. Das System arbeitet an einem
Deckenkran, der eine große Reichweite zulässt, ein Kettenzug
übernimmt die Hubbewegung. Damit stellen die Fachkräfte die
Fässer, die per Stapler aus dem Lager kommen, mühelos auf den
Europaletten zum Versand bereit.
FAST WIE MOTORRADFAHREN
Zur Handhabung von kleineren Gebinden werden JumboErgo-65
eingesetzt. Diese Vakuum-Schlauchheber bewegen die 25 kg
schweren Versandkartons für Pulverlacke ebenso feinfühlig und
zielgenau wie die Eimer – gefüllt mit 12 kg Flüssiglacken und ohne
die Mitarbeiter zu belasten. Damit werden arbeitsbedingte
Muskel-Skelett-Erkrankungen bei den Kommissionierern minimiert.
Ein Mitarbeiter aus dem Versand erwähnt ein Detail: „Bevor
wir die Lösung nutzten, gab es einige Missgeschicke, weil das
Klebeband der Kartons versagte oder Eimer nicht richtig verschlossen
waren. Die Sauggreifer halten Schachteln und Dosen
während der Bewegung sicher fest und setzen sie genau dort ab,
wo sie gebraucht werden.“ Mit dem Drehgriff heben, senken und
lösen die Beschäftigten die Last ohne Anstrengung. „Die Bedienung
ist so einfach wie Gas geben beim Motorradfahren.“
Je nach Handhabungsaufgabe nutzt das Personal den passenden
Endeffektor, der sich mithilfe des Schnellwechseladapters
40 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
mit wenigen Handgriffen tauschen lässt: Der
Rundsauggreifer RG bewegt die Lackeimer, und der
Doppelsauggreifer DG sowie der Vierfachsauggreifer VG
nehmen große Kartons auf. Beide Lösungen sind verstellbar.
Durch den beweglichen Bedienbügel sind große
Stapelhöhen kein Problem.
Für die erforderliche Reichweite sorgen auch hier Schwenkkrane,
an denen die Schlauchheber horizontal entlang der
Decke mehrere Meter weit bewegt werden. Damit erreichen die
Hebehilfen infolge des Schwenkwinkels von 180° auch schwer
zugängliche Bereiche. Die Krane sind für maximale Traglasten
von 65 kg ausgelegt und durch ihre Aluminium-Bauweise leichtgängig.
Aufgrund des Schwenkbereichs ist für zwei Packplätze ein
JumboFlex ausreichend.
LÖSUNG FÜR JEDE AUFGABE
Darüber hinaus nutzt FreiLacke mehrere Vakuum-Schlauchheber
des Typs JumboFlex-35, die die Fachkräfte intuitiv mit
einer Hand bedienen können. Damit bewegen sie Werkstücke bis
35 kg ermüdungsfrei über lange Zeit. Auch bei diesem Modell lassen
sich die Sauggreifer durch das Schnellwechselsystem tauschen
und an unterschiedliche Lasten anpassen.
Frank Januschowski, Logistik-Leiter bei FreiLacke, schätzt die
Zusammenarbeit mit Schmalz. Regelmäßig informiert er sich auf
Fachmessen über Produktneuheiten. Gemeinsam mit den Vakuum-Experten
überlegt er, wie sich Abläufe verbessern lassen. „In
den Gesprächen mit dem Vertrieb zeigte sich, dass eine individuell
für uns geplante Lösung beim VacuMaster das beste Ergebnis
liefern wird – und genauso war es auch.“ Hinzu komme: „Wir nutzen
einige der Hebehilfen seit vielen Jahren. Ändern sich unsere
Anforderungen, kümmert sich Schmalz um den Umbau.“
01 Mithilfe des beweglichen Bedienbügels am Vakuum-Schlauchheber
vom Typ JumboErgo-65 lassen sich große Stapelhöhen erreichen
Fotos: J. Schmalz
www.schmalz.com
02 Der Doppelsauggreifer DG am JumboErgo hält die
Pakete sicher fest
IMPRESSUM
erscheint 2025 im 75. Jahrgang,
ISSN 0341-2636 / ISSN E-Paper: 2747-8130
REDAKTION
Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer (WB)
Tel.: 06131/992-321, E-Mail: w.bauer@vfmz.de
(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)
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E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,
(Redaktionsadresse siehe Verlag)
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PRODUKTE UND SYSTEME
NACHHALTIG MODERNISIEREN
LAGER-RETROFIT MACHT GETRÄNKE-
HERSTELLER ZUKUNFTSFÄHIG
Die Herausforderungen in der Getränkeindustrie
nehmen stetig zu. Seien es die wachsenden
Anforderungen der Verbraucher, die steigenden
Rohstoffpreise oder die Notwendigkeit, Prozesse
nachhaltiger zu gestalten. Um auf
Wachstumskurs zu bleiben respektive die eigene
Position im Markt zu stärken, müssen
Getränkehersteller proaktiv auf diese
Veränderungen reagieren. Ein mittelständischer
Fruchtsafthersteller hat die Zeichen der Zeit
erkannt, und in die Modernisierung seines
Kompaktlagers investiert.
Bereits in den 1990er-Jahren zeichnete sich ein Wandel in
den Kaufentscheidungen der Verbraucher ab. Themen
und Trends wie Gesundheit, Genuss und Umweltorientierung
rückten zunehmend in den Vordergrund. Der Getränkehersteller
beckers bester aus Nörten-Hardenberg reagierte
zeitig auf diesen Wandel und setzte seine Markterfolge in nachhaltige
Investitionen um. Dazu zählte vor allem die Automatisie-
rung der Intralogistik. So entschied sich die Unternehmensleitung
für den Neubau eines Kompaktlagers in Silobauweise, das
von Westfalia Technologies aus Borgholzhausen – damals noch
Westfalia Systemtechnik – realisiert wurde.
Seit drei Jahrzehnten sichert die Anlage in Nörten-Hardenberg
die automatisierte Lagerung von naturbelassenen Fruchtsäften,
Nektaren und Schorlen. Mit einem zweigassigen Satellitenlager,
vier Regalbediengeräten mit Satellit und 11.601 Regalstellplätzen
für Europaletten wurde die Basis für eine effiziente Lagerlogistik
geschaffen. Eine Basis, die sich 30 Jahre lang bewährt hat.
RETROFIT ALS SCHLÜSSEL ZUR
ZUKUNFTSFÄHIGKEIT
Eine längere Reifezeit verbessert die Qualität vieler Getränke, dies
gilt allerdings weniger für automatisierte Anlagen. So rücken über
die Jahre Themen wie Ersatzteilbeschaffung, mechanischer Verschleiß
sowie der Energieverbrauch und Softwareupdates in den
Fokus der Betreiber. Mit dieser Situation sah sich auch der Fruchtsafthersteller
konfrontiert, über dessen Kompaktlager im
3-Schicht-Betrieb etwa 100.000 Paletten pro Jahr umgeschlagen
werden. Es traten zunehmend Störungen auf, die zu längeren
Standzeiten der Lkw führten respektive Stillstand in der Produktion
verursachten. Um die Wirtschaftlichkeit durch Planbarkeit,
hohe Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit wieder sicherzustellen,
war eine gut durchdachte Modernisierung des Lagers nahezu unausweichlich.
Daher beauftragte beckers bester seinen langjährigen
Partner Westfalia mit einer umfassenden Bestandsanalyse,
PRODUKTE UND SYSTEME
01 Durch die Umstellung der Software wird die vorhandene Fläche
effektiver genutzt, sodass sich mehr Lkw andienen lassen
02 Der Austausch eines Querverschiebewagens ist Teil des
Modernisierungsprojekts
bei der alle kritischen Komponenten und Anlagenbauteile überprüft
wurden. „Westfalia hat unser System seit dem Neubau im
Jahr 1993 begleitet, somit war die Entscheidung schnell getroffen,
dass wir weiterhin zusammenarbeiten“, so Theresa Burchard, Leitung
Logistik bei beckers bester. Ziel sei es gewesen, die Lebensdauer
der Anlage zu verlängern, die Effizienz zu steigern und die
Betriebssicherheit weiter zu erhalten.
„Um die Anlage fit für die Zukunft zu machen, haben wir im Juli
2021 mit einem umfassenden Modernisierungsprojekt begonnen.
Die Realisierung des Projekts ging in vier Schritten vonstatten:
Umstellung des Lagerverwaltungssystems von PMain auf Savanna.NET,
Austausch eines Querverschiebewagens, Modernisierung
der ersten Regalgasse inklusive der zwei Regalbediengeräte
und Modernisierung der zweiten Regalgasse inklusive der zwei
Regalbediengeräte“, erklärt René Findling, Vertriebsleiter Modernisierung
& Erweiterungen bei Westfalia.
MEHR EFFIZIENZ DURCH SOFTWAREUMSTELLUNG
Im Zuge der Modernisierung richtete Westfalia das Augenmerk
zunächst auf den Einlagerungsprozess der Mehr- und Einwegartikel.
Durch den Einsatz betreibereigener Kamerascanner und die
erweiterte Kopplung des ERP-Systems – der Fruchtsafthersteller
nutzt hierfür eine Lösung aus dem Hause CSB-System – ist nun
keine manuelle Dateneingabe mehr erforderlich. Die Integration
der Software Savanna.NET mit betreiberspezifischer Anbindung
zum CSB-ERP-System und den Fotoscannern ermöglicht eine
nahtlose Verbindung zwischen den verschiedenen Systemen und
Prozessen und führt zu einer effizienteren und fehlerfreien Datenverarbeitung.
Ein Schritt, der die ganze Logistikkette optimiert.
Danach folgte die Anbindung zu den vier Regalbediengeräten,
die auf zwei Gassen verteilt sind, und zu den Bereitstellbahnen
für die Verladelisten. Dabei konnte mit der Umstellung der Software
die nutzbare Fläche der 15 Bereitstellbahnen optimiert werden.
„Früher wurden die Bereitstellbahnen fest für bestimmte
Lkw reserviert, was die Effizienz einschränkte. Jetzt berechnet
Savanna.NET im Voraus, wie viele Bahnen benötigt werden und
wählt diese automatisch aus“, sagt Gunnar Milchert, Senior-Projektleiter
Software & IT bei beckers bester. „Dieser dynamischen
Zuweisung verdanken wir es, dass heute mehr Lkw mit derselben
Anzahl an Bereitstellbahnen effizient zu bedienen sind.“
Die Softwareaktualisierung wurde im laufenden Betrieb umgesetzt,
um Unterbrechungen der Verfügbarkeit zu vermeiden.
Notwendige Anlagentests gingen daher während den Betriebsruhezeiten
vonstatten, um einen direkten Start mit dem neuen System
zur Betriebszeit zu ermöglichen.
STEIGERUNG DER ANLAGENVERFÜGBARKEIT
Ein weiteres zentrales Element des Retrofits war die Erneuerung
der Antriebs- und Steuerungstechnik. Diese Maßnahme umfasste
den Einsatz neuer Servomotoren, die Integration aktueller Umrichtertechnologie
sowie die Installation neuer Schaltschränke
und die Umsetzung erhöhter Sicherheitsstandards. Die Positionierung
der Regalbediengeräte innerhalb des Lagers, die ursprünglich
von einem Inkrementalgeber übernommen wurde,
gehen nach der Modernisierung mithilfe präziser Laser-Distanzsensoren
vonstatten. „Neu hinzugekommen ist eine Überwachung
der Position und der Geschwindigkeit des Fahrwerks über
eine funktionssichere Auswerteeinheit. Hierfür werden zwei typund
herstellerunterschiedliche SSI-Geber der Distanzmessung
hinzugezogen. Dies auch jeweils einmal pro Fahrtrichtung, denn
auf einer Schiene fahren zwei Regalbediengeräte. Somit wird auch
eine Kollisionsüberwachung der beiden Fahrzeuge realisiert“, so
Martin Hessler, Bereichsleiter Automatisierungstechnik bei Westfalia.
„Zusätzlich wurde die Fachfeinpositionierung durch eine
per Profinet eingebundene Positionierkamera ersetzt.“
Ein weiterer Schritt war die Optimierung der Datenübertragung
zwischen dem Regalbediengerät und der stationären Steuerungseinheit.
Früher hatte man den notwendigen Datenaustausch
zur Fördertechnik über ein Bussystem realisiert, das auf
der Stromschiene des Regalbediengeräts überlagert war. Dieses
System wurde auf eine optische Datenübertragung umgestellt,
wodurch die Leistung verbessert werden konnte. Darüber hinaus
wurde ein neues Touchpanel zur manuellen Bedienung des Regalbediengeräts
installiert, was die Benutzerfreundlichkeit der
Anlage verbessert. Zum Abschluss installierten die Techniker eine
neue Serviceschnittstelle zu Westfalia. Diese Kopplung ermöglicht
eine schnellere und zuverlässigere Unterstützung in
Servicefällen, minimiert Ausfallzeiten und steigert die Effizienz
der Wartungsprozesse.
Der Retrofit hat die Betriebssicherheit und Effizienz des Lagersystems
verbessert, sowie erneut die Grundlage für eine zukunftssichere
Logistik geschaffen. „Unsere Lösung hat gezeigt,
dass auch ältere Anlagen durch gezielte Modernisierungen und
individuelle Anpassungen auf den aktuellen Stand der Technik
gebracht werden können“, so Findling. „Standardlösungen gibt es
nicht. Wir entwickeln Lösungen, die exakt auf die Anforderungen
des Betreibers zugeschnitten sind.“
Fotos: Westfalia Technologies
www.westfaliaeurope.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 43
IMPULSE
DIE BEDEUTUNG REGELMÄSSIGER KONTROLLEN
FÜR SICHERHEIT UND EFFIZIENZ
„WIE SICHER IST MEINE KRANBAHN?“
Die zur Überschrift erhobene Frage sollten
sich Betreiber regelmäßig stellen. Welche
Schlüsselfaktoren in eine belastbare
Vorsorgestrategie gehören, haben wir für Sie
zusammengestellt.
Kranbahnen sind das Rückgrat vieler industrieller Anlagen,
da sie immense Lasten tragen und die Voraussetzungen
für den sicheren Betrieb von Krananlagen schaffen. Dennoch
wird die regelmäßige Inspektion dieser Anlagen
mitunter vernachlässigt. Untersuchungen zeigen, dass mehr als
die Hälfte der Kranbahnen in Deutschland älter als 50 Jahre ist
und häufig nicht mehr den aktuellen Sicherheitsstandards entspricht.
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IMPULSE
01 RailQ-3D-Kranbahnvermessung: Moderne 3D-Vermessung
für präzise Messdaten und Analysen
02 Regelmäßige Kranbahnvermessungen helfen, typische Schäden
frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen zu ergreifen
03 Detaillierte Zustandsberichte: Transparente Berichterstattung
über den Zustand der Kranbahn inklusive Handlungsempfehlungen
Über Jahrzehnte hinweg führen Materialermüdung, Last wechsel
und Umwelteinflüsse zu schleichenden Schäden, zum Beispiel
Rissen, Verformungen oder ungleichmäßigem Verschleiß. Diese
Schwachstellen können unbemerkt bleiben und entwickeln sich
zu erheblichen Risiken für Betriebssicherheit und Effizienz. Ein
plötzlicher Ausfall gefährdet nicht nur Menschen und Maschinen,
sondern kann auch erhebliche finanzielle Verluste verursachen.
Regelmäßige Inspektionen sind daher essenziell, um die
Voraussetzungen für die Sicherheit und Stabilität der Kranbahn
zu schaffen und langfristig Schäden vorzubeugen.
Eine professionelle Kranbahninspektion zielt darauf ab, potenzielle
Probleme frühzeitig zu erkennen. Sie geht weit über die
jährlichen Prüfungen gemäß Deutscher Gesetzlicher Unfallversicherung
(DGUV) 52/53 oder § 14 Betriebssicherheitsverordnung
(BetrSichV) hinaus, die zwar gesetzlich vorgeschrieben, aber
01
PLANMÄSSIGE INSPEKTIONEN
TRAGEN ZUR NACHHALTIGKEIT
UND KOSTENEFFIZIENZ BEI
nicht ausreichend für eine tiefgehende Analyse sind. Betreiber
sind zusätzlich verpflichtet, regelmäßige Tiefeninspektionen
durchzuführen, die eine umfassende Überprüfung der Geometrie,
der Bauteile und der Restnutzungsdauer der Kranbahn
ermöglichen. Normen wie DIN EN 1993-6 und Richtlinien wie
VDI 6200 bieten hierfür klare Vorgaben.
ABLAUF EINER KRANBAHNINSPEKTION
Der Ablauf einer Kranbahninspektion beginnt mit der Begutachtung
des Ist-Zustands, der Prüfung der technischen Dokumentation
und einer handnahen Inspektion entlang der Kranbahn.
Diese Schritte ermöglichen eine fundierte Bewertung des aktuellen
Zustands. Oft werden moderne 3D-Vermessungstechnologien
wie RailQ eingesetzt, um exakte Daten zu erfassen. Diese bilden
die Grundlage für Entscheidungen über notwendige Maßnahmen.
Zu den häufig empfohlenen Maßnahmen zählen die Prüfung
der Restlebensdauer, die Durchführung von Sanierungsarbeiten
oder der komplette Austausch der Kranbahn. Tiefeninspektionen
an kritischen Stellen, wie zerstörungsfreie Prüfungen von
Schweißnähten, können erforderlich sein, um spezifische
Schwachstellen zu untersuchen. Ergänzend dazu werden statische
Nachweise zur Tragfähigkeit sowie Ermüdungsnachweise
erstellt, um die langfristigen Nutzungsmöglichkeiten zu bewerten.
Sollte die Kranbahn aus wirtschaftlichen oder sicherheitstechnischen
Gründen nicht mehr sinnvoll Instand zu setzen sein,
bleibt der Austausch der Anlage die einzige Option.
Regelmäßige Inspektionen verhindern ungeplante Stillstände
und teure Reparaturen, verlängern die Lebensdauer der Kranbahn
und sichern den zuverlässigen Betrieb über die übliche
Nutzungsdauer von 25 Jahren hinaus. Dadurch tragen sie entscheidend
zur Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz bei. Professionelle
Prüfungen schützen langfristig die Investition und sorgen
für eine sichere und stabile Betriebsumgebung.
FAZIT
Die Frage „Wie sicher ist meine Kranbahn?“ sollte sich jeder Betreiber
regelmäßig stellen. Eine Vorsorgestrategie, bestehend aus
präzisen Analysen, einer strukturierten Inspektion und der rechtzeitigen
Umsetzung notwendiger Maßnahmen, ist der Schlüssel
zur Sicherheit. Denn Verantwortung beginnt mit einer professionellen
Überprüfung der Kranbahn.
Autorin: Nicole Koch, Marketing Manager Commercial Excellence, ISE EMEA
Central, Konecranes GmbH, Wetter
Fotos: Konecranes
www.konecranes.de
02
03
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 45
VON DAMALS BIS HEUTE
1945 1948
Die Firmengründer:
Kurt Andreas Schmersal
(links) und Ernst Schmersal
(rechts)
Neben Schaltgeräten wurden
frühzeitig elektrische Steuerungen
wie dieses Mattenschaltwerk
entwickelt und gefertigt
1956
Blick in die Produktion
in den 1950er-Jahren
1945
1948
1956
80 JAHRE SCHMERSAL
IMMER IM FOKUS: DIE MASCHINENSICHERHEIT
Jeder hat mal klein angefangen – auch die
Schmersal-Gruppe im August 1945. Heute,
zum achtzigjährigen Jubiläum, gehört das
Unternehmen zu den internationalen Marktund
Kompetenzführern auf dem Gebiet der
Maschinensicherheit – mit globalem „Footprint“,
einem breiten Produktprogramm auch in der
sicheren Steuerungstechnik und mit der klaren
Fokussierung auf Systemlösungen.
Am 30. August 1945, keine vier Monate nach dem Ende
des Zweiten Weltkriegs, gründeten die Brüder Kurt Andreas
und Ernst Schmersal in der stark zerstörten Stadt
ein Unternehmen, das Schaltgeräte in erster Linie für
Aufzüge fertigen sollte. Ziel der jungen Firma war es, die Funktion
von Aufzügen in lebenswichtigen Betrieben wie Krankenhäusern
sicherzustellen – keine leichte Aufgabe in einer zu rund
70 Prozent zerstörten Stadt, in der Mangel- und Tauschwirtschaft
vorherrschten.
Die Gründer bewiesen großes Geschick darin, ihren Betrieb so
auszurichten, dass er vom Wiederaufbau und dann vom „Wirtschaftswunder“
profitierte. Schmersal produzierte zum Beispiel
Heavy-Duty-Schaltgeräte für Baumaschinen und hatte im Geschäftsjahr
1954 die erste Umsatzmillion erreicht. Immer suchte
man neue Aufgaben- und Geschäftsfelder – zum Beispiel in der
Steuerungstechnik. Hier wurden schon ab 1948 unter anderem
mechanische Mattenschaltwerke entwickelt und produziert.
Anfang der 1960er-Jahre begann der Aufbau eines Schalterprogramms
für die Aufzugtechnik. Darüber hinaus richtete man sich
auf die damals aufkommende industrielle Automatisierung aus –
mit Fokus auf Maschinen- und Anlagenbau. In den 1970er-Jahren
nahm man induktive Sensoren in das Fertigungsprogramm auf.
Ein großer Schritt folgte Anfang der 1980er-Jahre mit dem AZ 16:
ein vielseitig einsetzbarer Sicherheitsschalter, der gut zum damals
entstehenden Regelwerk der Maschinensicherheit passte.
Dieses Aufgabengebiet wurde zur Kernkompetenz – bis heute. Zu
den Wachstumstreibern gehört hier der Einsatz von sicherheitsgerichteter
Elektronik und die Verlagerung vieler Sicherheitsfunktionen
von der Hardware in die Software. Ein Beispiel war
die Entwicklung des „Safety Controller“ für die Robotik, der inhärent
die Bewegungen des Roboterarms überwacht und begrenzt.
Dass aber auch die klassische Hardware immer wieder Potenziale
bietet, zeigt Schmersal bis heute durch neue Baureihen, zum
Beispiel Sicherheitszuhaltungen oder integrierte, formschöne
Einheiten von Türgriff, Sicherheitsschalter und Bedienelementen.
46 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Bereits in den
Anfangsjahren
präsentierte sich das
Unternehmen auf
Industriemessen
Ein Meilenstein: Der Anfang
der 1980er-Jahre erstmals
vorgestellte Sicherheitsschalter
AZ 16 (links).
Sicherheitsgerichtete
Steuerungstechnik gehört
seit Jahrzehnten zu den
Kernkompetenzen (rechts)
Intralogistik und
Verpackung sind
zentrale Kundenbranchen
für die
Firmengruppe
Für die sicherheitsgerichtete
Umfelderkennung von
fahrerlosen Transportfahrzeugen
und autonomen
mobilen Robotern geeignet:
Sicherheitslaserscanner der
Baureihe UAM
ab
1960
ab
1980
seit
2000
2024
2000
1960
2024
1980
Auch wenn es im Laufe der Jahrzehnte immer wieder Firmenzukäufe
gab, die integriert wurden – unter anderem Elan, Safety
Control, Böhnke + Partner und Omnicon – beruht der größte Anteil
des Wachstums doch auf der eigenen Innovationskraft. Hinzu
kommt, dass sich Schmersal frühzeitig als System- und Lösungsspezialist
mit Branchenkompetenz verstand. Das gilt auch für
den Verpackungsmaschinenbau und die Intralogistik. Hier arbeitet
das Unternehmen eng mit Herstellern von Regalbediengeräten,
automatisierten Hochregal- und Kleinteilelagern sowie von
fördertechnischen Anlagen zusammen. Das Unternehmen hat
das Angebot für diese Anwendungen auch über die „Sicherheit
für Mensch und Maschine“ – so ein altes Firmenmotto – hinaus
erweitert. Zum Programm gehören beispielsweise auch nichtsicherheitsgerichtete
Schalter und Sensoren zur Positionsabfrage
sowie TOF-Kameras für den „Blick in die Kiste“. Die Time-of-
Flight-Kamera liefert millimetergenaue 3D-Tiefenbilder, zum
Beispiel zur Überwachung von Füllständen.
Parallel entstand ein weltumspannendes Netz von Vertretungen
und Auslandsgesellschaften. Im Jahr 1974 wurde die erste Fertigungsstätte
außerhalb Deutschlands – in Brasilien – eröffnet. Es
folgten China, Indien und die USA. Im Rückblick scheint es, als
hätte das Unternehmen – das heute mehr als 2.000 Mitarbeiter beschäftigt
– stets den richtigen Mix aus mittelständischem Denken,
Kontinuität, Innovation und Unternehmergeist gefunden. Aber
man hat noch viel vor, zum Beispiel den Ausbau des Dienstleistungsgeschäfts,
das in die tec.nicum – Solutions & Services GmbH
– überführt wurde. Hier gehören Cloud-Lösungen und Anwendungen
des Industrial Internet of Things (IIoT) zum Angebot.
Autorin: Sylvia Blömker, PR-Managerin, K.A. Schmersal GmbH & Co. KG,
Wuppertal
Fotos: K.A. Schmersal
www.schmersal.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/05 47
PRODUKTE UND SYSTEME
FÖRDERTECHNIK
MATERIALFLUSS
LOGISTIK 4.0
AUF DEN
PUNKT
GEBRACHT
MANFRED WEBER,
REDAKTEUR
Das Internet ist voll mit nützlichen,
aber auch überflüssigen Inhalten. Wir
filtern für Sie die Informationsflut und
recherchieren Inhalte mit echtem
Nutzwert für den Intralogistiker
Tagtäglich sind wir im Internet einer riesigen Informationsflut ausgesetzt. Da wird es
schwer, den Überblick zu behalten. Doch f+h hilft! Denn wir selektieren nicht nur
entsprechende Pressemeldungen, sondern durchforsten für Sie auch Websites, Business-
Netzwerke und soziale Medien und filtern spannende Dinge heraus. Ab sofort finden Sie
an dieser Stelle unsere Highlights aus der digitalen Welt der Intralogistik.
SICHER NAVIGIEREN PER APP
PRODUKTSUCHE MITHILFE VON KI
Murrelektronik, ein Unternehmen in der Automatisierungstechnik,
deckt mit seinen Produkten ein breites Spektrum ab. Damit
Betreiber komfortabel an alle verfügbaren Produktinformationen
gelangen, hat das Unternehmen „My Murrelektronik“ ins Leben
gerufen – eine umfassende digitale Infrastruktur, die gemeinsam
mit dem auf Industrie 4.0 spezialisierten Unternehmen elunic
aufgebaut hat. Ein maßgeblicher Bestandteil von My Murrelektronik
ist die KI-gestützte Produkt- und Dokumentensuche in Form
des Chatbots „Murrlin“. Die Ergebnisse von Murrlin basieren
ausschließlich auf dem gesammelten Expertenwissen und der
technischen Dokumentation des Anbieters von Automatisierungstechnik
und nicht auf Informationen, die im Internet frei verfügbar
sind. Das verhindert Falschinformationen.
WWW.MURRELEKTRONIK.COM
Der Technologieanbieter Ixaro Solutions hat eine
neue Variante seines Funkrufsystems zum Steuern
des Lkw-Verkehrs auf dem Betriebsgelände vorgestellt.
Fahrer werden in ihrer jeweiligen Muttersprache
mit grafischer Unterstützung auch auf weitläufigen
und unübersichtlichen Firmengeländen sicher
zum Zielort geführt. Die Lösung basiert auf einem
industrietauglichen Smartphone, das dem Fahrer bei
der Ankunft auf dem Betriebsgelände ausgehändigt
wird. Das mobile Endgerät verfügt über eine
vorkonfigurierte Navigations-App. Dabei werden die
übertragenen Geopositionsdaten von der App in
eindeutige Navigationsbefehle verwandelt. Zusätzlich
fungiert das Smartphone auch als Pager mit
Quittier-Funktion.
WWW.IXARO.COM
48 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
AUTOSTORE MIT INTEGRIERTER
ROBOTERZELLE REALISIERT
Hörmann Intralogistics übernimmt Pionierrolle
bit.ly/bauerw-fuh-25
DIE TOP
ONLINE-ARTIKEL
DER F+H WEBSITE
An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen die
fünf meist gelesenen Artikel des Monats
auf unserer Internetpräsenz
Das Ranking umfasst alle Seitenaufrufe im 2-Monats-Zeitraum
bis ca. 2-3 Wochen vor Erscheinungstermin dieser Ausgabe. Die
Berechnungsbasis von 100% entspricht der Summe der fünf Plätze.
AUTOMATISIERUNG, ENERGIE UND KI
Toyota-Report: „Trends in der Logistik 2025“
bit.ly/toyota-fuh-25
DEUTSCHER MASCHINENBAU:
INVESTITIONEN TROTZ KRISE
Studie zeigt Indikatoren für möglichen Umschwung
bit.ly/pwc-fuh-2025
5G ALS ERFOLGSKRITERIUM SMARTER
INTRALOGISTIK
Forschungsprojekt untersucht Einsatz offener
Campusnetze in der Industrie
bit.ly/still-fuh-2025
DIGITALISIERUNG DES FRACHTBRIEFES
Lkw Walter und Editel starten Kooperation
bit.ly/walter-fuh-25
EXCLUSIVE
CONTENT
nur online
www.bit.ly/korodur-fuh-25
PRODUKT-KONFIGURATOR
FÜR ANTRIEBE
Die Auswahl des passenden Servoreglers für
industrielle Anwendungen ist mitunter komplex
und zeitaufwendig. Mithilfe des neuen KeDrive-
Konfigurator von Keba wird dieser Prozess einfacher
und komfortabler. Anwender können in wenigen
Schritten – mit oder ohne Auswahlhilfe – die
passenden Servoantriebe, Versorgungseinheiten
sowie das dazugehörige Zubehör zusammenstellen.
Das konfigurierte Gerät respektive Antriebssystem
wird unmittelbar in einer 3D-Visualisierung
dargestellt. Zudem werden ausschließlich kompatible
Komponenten angezeigt, wodurch fehlerhafte
Konfigurationen ausgeschlossen sind.
WWW.KEBA.COM
AUSSENFLÄCHEN-SANIERUNG
IM HAFEN VON CATANIA
Das wirtschaftliche Zentrum Siziliens befindet sich
mit der Stadt Catania an der Ostküste der Insel. Industrien
wie aus der Halbleitertechnik prägen das
Bild der historischen Stadt. Entsprechend bedeutend
ist der Hafen Catanias als Umschlagplatz für verschiedene
Güter. Um das Hafenareal gegen starke mechanische Beanspruchung
und hohen Salzgehalt in der Luft zu wappnen,
wurde die Industrieboden-Außenfläche umfassend saniert.
Um den Betrieb so wenig wie möglich zu stören, war ein reibungsloser
Ablauf für das Verlegen und Nachbearbeiten der
Fläche angesagt.
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MENSCHEN UND MÄRKTE
FÖRDERTECHNIK
MATERIALFLUSS
LOGISTIK
MARTIN LIPPITZ
Wenn Sie eine berühmte Persönlichkeit
treffen dürften:
Alexander Ovechkin – weil er Leidenschaft,
Wille und Persönlichkeit aufs Eis
bringt.
Wem sollte man auf LinkedIn folgen?
Niemand, der zwanghaft private Inhalte
postet, nur um Likes zu sammeln.
Ein Buch, das man gelesen haben sollte:
„Die Bibel nach Biff“ – weil man selten so
schmunzelt und gleichzeitig über Gott
nachdenkt.
Welcher Ratschlag hat Ihnen im
Berufsleben am meisten geholfen?
„Projekte gewinnt man nicht vom
Schreibtisch aus, Martin.“
Wie sind Sie zur Intralogistik
gekommen?
Ich könnte sagen: Technik, Wirtschaft
und Menschen miteinander verbinden –
aber ehrlich: Es war reiner Zufall.
Was können Sie nur mit Humor ertragen?
PowerPoint-Folien mit 47 Bulletpoints in
Schriftgröße 8.
Können Sie über sich selbst lachen?
Ja – meistens lache ich sogar zuerst.
Wie sieht die erste Stunde Ihres Tages
aus?
Kinder wecken, anziehen helfen, Jause
richten, in die Schule bringen.
››
ZUR PERSON
Martin Lippitz ist Director Sales & Business
Development bei HWArobotics. Der studierte
Umweltökonom bringt 15 Jahre Erfahrung in
Vertrieb, Projektmanagement und Organisationsentwicklung
mit. Er lebt in der Steiermark,
ist sportbegeistert und kombiniert Technikverständnis
mit strategischem Denken.
Wie können Sie am besten vom Alltag
abschalten?
Beim täglichen Abendgespräch mit meiner
Frau.
Auf welche Frage haben Sie zuletzt keine
Antwort finden können?
„Papa, warum schläft der Mond nicht
ein?“ – Kinderlogik ist unbesiegbar.
50 f+h 2025/05 www.foerdern-und-heben.de
IM NÄCHSTEN HEFT: 06/2025
ERSCHEINUNGSTERMIN: 05. 08. 2025
ANZEIGENSCHLUSS: 21. 07. 2025
01
02 03
VERNETZEN
SIE SICH MIT
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DEM CHEFREDAKTEUR:
Winfried Bauer
w.bauer@vfmz.de
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01 Wie Remmert durch Stand-by-Modus und Rekuperation den
Energieverbrauch im Lagerbetrieb senkt – ganz ohne Leistungseinbußen:
Details dazu in der nächsten Ausgabe
Foto: Remmert
02 Das Aluminium-Kanalsystem für vertikal hängende
Anwendungen stabilisiert die Energieketten, reduziert deren
Verschleiß und minimiert die Betriebsgeräusche
Foto: Tsubaki Kabelschlepp
03 Paketsortierung im Takt der Zeit: Rielec setzt beim Fit Sorter
auf ASi-5 und ASi Safety
Foto: Bihl+Wiedemann
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
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HOLZINDUSTRIE im Vergleich
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EFFIZIENZHEBEL für die
Intralogistik der Zukunft
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EFFIZIENTE KOMMISSIONIERUNG:
IHR SCHLÜSSEL ZUR ERFOLGREICHEN INTRALOGISTIK
Die Kommissionierung bildet das Herzstück jeder modernen Intralogistikanlage.
Die präzise Zusammenstellung von Artikeln zu Aufträgen entscheidet maßgeblich über
Geschwindigkeit, Qualität und letztendlich die Wirtschaftlichkeit Ihrer Logistikkette.
Angesichts stetig wachsender Artikelvielfalt und gleichzeitig steigender Anforderungen
an kürzere Lieferzeiten stehen Betreiber von Intralogistikanlagen vor enormen
Herausforderungen.
Die Bedeutung der Kommissionierung untermauern klare Zahlen: Laut einer Studie des
Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik IML aus Dortmund entfallen rund
55 Prozent der kompletten Betriebskosten im Lager auf diesen zentralen Bereich.
Hier verbirgt sich ein beachtliches Optimierungspotenzial, das durch innovative
Technologien und intelligente Prozessverbesserungen gehoben werden kann.
Ob manuelle Kommissionierverfahren nach dem Person-zur-Ware-Prinzip oder
automatisierte Systeme nach dem Ware-zur-Person-Prinzip – die Bandbreite an
verfügbaren Lösungen ist beachtlich. Technologien wie Pick-by-Light, Pick-by-Voice
oder flexible, mobile Kommissioniersysteme bieten vielfältige Ansätze, die individuell
auf die spezifischen Anforderungen Ihres Betriebs zugeschnitten werden müssen.
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KOMMISSIONIEREN
Wer hat`s
gemacht?
In unserem redaktionellen Komplettpaket
erwarten Sie folgende interessante Inhalte
INTRALOGISTIK
SO FINDEN SIE DAS PERFEKTE
KOMMISSIONIERSYSTEM FÜR
IHRE LOGISTIKPROZESSE
Wie hoch die Produktivität eines Logistikzentrums
ist, hängt zu einem großen Teil von der
Effizienz des Kommissioniervorgangs ab. Die
Auswahl einer geeigneten Picklösung will daher
wohl überlegt sein. Wichtige Parameter bei der
Entscheidungsfindung sind Leistung, Flexibilität
und Ergonomie des Kommissioniersystems. Ist
die Wahl getroffen, lässt sie sich nur schwer
revidieren, denn die Lösung ist eng mit dem Design
des kompletten Logistiksystems verbunden.
Vor der Einführung einer Kommissioniermethode
sollten Unternehmen daher gemeinsam mit dem
Systemintegrator eine strategische Analyse
ihrer logistischen Rahmenbedingungen und
Prozessanforderungen vornehmen.
I Logistische Anforderungen unter der Lupe
I Die Lösungen im Überblick
– Ware zur Person
– Person zur Ware
– Robotergestützte Kommissionierung
– Checkliste Kommissioniersysteme
I Die Technik unterstützt den Menschen
I Kommissioniermethoden und -hilfsmittel
im Überblick
– WzP Ware-zur-Person
– PzW Person-zur-Ware
– Pick-by-light
– Pick-by-voice
– Pick-by-handheld
– Pick-by-vision
– Pick-by-Laser
– Pick-to-light
– Pick & pack
– Multi-Order-Picking
– Mehrstufige Kommissionierung
I Sonderfall Retrofit: Die Lösung muss
zum Anlagenlayout passen
I Ausblick: die Zukunft der Kommissionierung
Weiterlesen >>
KOMMISSIONIEREN
Wer hat`s
gemacht?
INTRALOGISTIK
LAGER-ALBTRAUM ADE!
SO GEHT MODERNE INTRALOGISTIK
Die digitale Transformation verändert intralogistische
Prozesse. Vor allem die Auswirkungen
auf die Lieferkette sind groß. Die neue
und digitalisierte Supply Chain ist vernetzter,
intelligenter, skalierbarer und agiler. Lagerlifte
sind die ideale Lösung, um die Herausforderungen
der digitalen Transformation in der
Supply Chain zu bewältigen.
In unserem redaktionellen Komplettpaket
erwarten Sie folgende interessante Inhalte
I Zur Geschichte des Lagerlifts
I Terminologie und Definition
I Riemenantrieb, Kettenantrieb oder
Zahnstangen
I Einsatzbereiche von Lagerliften
I Hauptvorteile von Lagerliften
– Lagerverdichtung und Platzoptimierung
– Bestands- und Prozesssicherheit
– Geschwindigkeit
– Ergonomie
I Optimale Nutzung von Lagerliften
– Nahtlose Integration in den Lager- und
Kommissionierprozess
– Optimierung des Lagerguts im Lagerlift
– Höhenoptimierung oder
Flächenoptimierung
I Lagerlifte in verschiedenen Branchen
– E-Commerce
– Ersatzteillogistik
– Produktionslogistik
I Fazit
Weiterlesen >>
Stabiles und effizientes
KOMMISSIONIEREN
INTRALOGISTIK
DIESE KI SPART LPP MILLIONEN –
UND KEINER SPRICHT DRÜBER!
Künstliche Intelligenz (KI) wird das Lager der
Zukunft maßgeblich mitgestalten. Welches
Potenzial KI in der Intralogistik und hier vor
allem in der Kommissionierung schon heute
bietet, wird anhand des Modekonzerns LPP
erläutert. Mithilfe von PSIwms AI ließen sich die
Wegstrecken in der Kommissionierung um mehr
als 30 Prozent reduzieren.
Wer hat`s
gemacht?
e for Logistics Industry Leaders
In unserem redaktionellen Komplettpaket
erwarten Sie folgende interessante Inhalte
I „Mit KI heben wir Lagerprozesse auf
ein neues Level“
I Warum KI in der Intralogistik?
I Staatlich bezuschusst und mit Hochschulen
entwickelt
I Training im digitalen Zwilling
I Kommissionierung signifikant optimiert
I Case LPP – das Pilotprojekt im Überblick
I Steckbrief PSIwms AI
I Status quo und Zukunftspläne
I LogiMAT Award, PSIwms AI wird
„Best Product“ 2025
I Zusammenfassung
Weiterlesen >>
KOMMISSIONIEREN
Wer hat`s
gemacht?
INTRALOGISTIK
KOMMISSIONIERSYSTEME FÜR
SCHWERE LASTEN IN DER
HOLZINDUSTRIE IM VERGLEICH
Je nach Umschlagsleistung, Lagerkapazität und
Budget gibt es für die Kommissionierung in der
Holzindustrie verschiedene Lösungsansätze. Dabei
haben alle Kommissioniersysteme – ob manuell,
teil- oder automatisiert – ihre Berechtigung. Es
gilt, für den individuellen Einsatzfall die richtige
Lösung zu finden, um so eine hohe Prozessqualität
sicherzustellen.
In unserem redaktionellen Komplettpaket
erwarten Sie folgende interessante Inhalte
I Unterschiedliche Anforderungen
in der Holzindustrie
I Checkliste – Was muss eine
Kommissionierlösung leisten?
I Analyse
I Von der manuellen Kommissionierung
bis zum automatisierten Prozess
– Manuelle Kommissionierung
mit Frontstapler
– Klassische Elektro-Mehrwege-
Seitenstapler
– Kommissionierplattform
I Vor- und Nachteile der
Kommissionierlösungen
I Case Study: Kommissionierung
bei der Swiss Krono AG
Weiterlesen >>
KOMMISSIONIEREN
INTRALOGISTIK
EFFIZIENZHEBEL FÜR DIE
INTRALOGISTIK DER ZUKUNFT
In der Intralogistik sind technische Innovationen
entscheidend für die Steigerung der
Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftssicherung
von Unternehmen. Oftmals sind es nicht
die großen technologischen Durchbrüche,
sondern die gezielte Anwendung von Technologie,
die den entscheidenden Unterschied
macht. Ein Bereich, in dem dies besonders
deutlich wird, ist die Kommissioniertechnik.
Weiterlesen >>