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Ausgabe 06/2025

Das Magazin für Herisau und Umgebung. Erscheinungsdatum: 4. Juni 2025

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Das Magazin für Herisau und Umgebung Ausgabe 6 ⋅ 4. Juni 2025

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06/2025 Heri-Schau · 3

ZWEI JUGENDFREUNDE

SAMMELN FÜR IHR HERZENSPROJEKT

Die Herisauer Kevin Piredda und Simon Lampart

kennen sich seit ihrer Kindheit, als sie

in der Jungwacht waren. «Wir haben viel Zeit

und Abenteuer in der Natur erlebt», sagen sie.

«Dort hat sich unsere Freundschaft verankert.

Seither unternehmen wir oft gemeinsam Dinge

ausserhalb des Alltags.» Eine dieser Auszeiten

führte sie auf einem Campingausflug an

den Walensee. «Wir hatten Zeit zum Träumen

und um kreativ zu sein. Dort kam uns die Idee,

einen eigenen Rückzugsort zu schaffen.» Über

Wochen und Monate nahm dieser Gedanke

immer konkrete Formen an. Mittlerweile

haben sie ein Projekt lanciert: Auf der Crowdfunding-Plattform

wemakeit.ch wollen sie

10'000 Franken für eine Jurte sammeln. Diese

soll an verschiedenen Orten in Herisau aufgebaut

werden. «Die Jurte ist das traditionelle

Zelt der Nomaden aus Zentralasien. Sie steht

für Einfachheit, Naturverbundenheit und Ursprünglichkeit»,

erklären sie. «Sie ist ein Symbol

für ein Leben im Einklang mit der Natur.»

Die runde Grundfläche schaffe eine besondere

Atmosphäre der Ruhe, zudem könne eine Jurte

flexibel aufgebaut werden. Ihren Rückzugsort

möchten Piredda und Lampart nicht für

sich behalten, sondern mit der Bevölkerung

teilen. «Wir wollen einen solchen Raum schaffen,

weil wir überzeugt sind, dass immer mehr

Menschen einen Ort brauchen, an dem sie zur

Ruhe kommen, durchatmen und in Verbindung

mit der Natur treten können.»

Ein Grossteil der 10'000 Franken kam bereits

zusammen. Interessierte können noch

bis zum Sonntag, 8. Juni, spenden (siehe QR-

Code). Je nach Höhe des Betrags erhalten die

Spenderinnen und Spender ein Dankeschön

– von einer selbstgemachten Konfitüre bis

zu einem Übernachtungswochenende in der

Jurte. «Wir haben uns für ein Crowdfunding

entschieden, um uns finanziell zu entlasten

und den Menschen eine Möglichkeit zu geben,

sich mit ihrer Spende im Vorfeld eine

Nacht in der Jurte zu sichern.» An welchen

Standorten sie ihren Rückzugsort aufstellen,

möchten Piredda und Lampart noch nicht verraten

– zumal das Projekt nur realisiert wird,

wenn der gewünschte Betrag gespendet wird.

«Sicher ist, dass wir in Herisau bleiben würden»,

versichern sie. «Die Jurte ist ein mobiles

Bauwerk, das keine Spuren hinterlässt und

einfach aufgebaut werden kann. Zudem wollen

wir bestehende Infrastruktur und sanitäre

Anlagen nutzen. Die Nachhaltigkeit steht im

Mittelpunkt.» Wird das Projekt finanziert, sollen

nach einem kurzem Testlauf spätestens im

Juli die ersten Gäste in der Jurte übernachten.

«Klarer zu denken, achtsamer zu leben und

neue Kraft zu schöpfen – das können wir mit

dem Projekt ermöglichen.»

zur Spendenseite

https://shorturl.at/2Co1m

im Juni

8. JUNI

Beste-Freunde-Tag

11. JUNI

Tag der Pizza Margherita

Sergio Dudli

16. JUNI

Internationaler Tag des Wasserfalls

Der Tag geht auf Bob Matthews aus New

York zurück. Gemeinsam mit seiner Frau

sah er sich überall auf der Welt Wasserfälle

an. Als sie während des Lockdowns

2019 zu Hause festsassen, rief er den

«International Waterfall Day» ins Leben.

25. MAI

Tag der Seefahrer

hesch gwösst?

Der längste Tag des Jahres ist bekanntermassen

der 21. Juni. An der Sonnenwende

ist es in Hamburg übrigens eine Stunde

länger hell als in Zürich, weil die deutsche

Stadt näher am Polarkreis liegt.

Kevin Piredda und Simon Lampart vor einer Jurte, wie sie bald in Herisau stehen soll.

(Bild: zVg.)

Titelbild: Viktor Siegrist vor seinen Bienenstöcken

auf einem Hof im Ifang. (Bild: sd)


4 · Porträt 06/2025

Viktor Siegrist ist Gründer der IG Biene, die Imker mit Völkerverlusten unterstützt.

«BIENEN FUNKTIONIEREN

ANDERS ALS ANDERE TIERE»

Alles begann mit einem ausgeschwärmten Bienenvolk seines Bruders. Über 20 Jahre später

ist Viktor Siegrist selbst Imker mit grosser Leidenschaft. Er erzählt von der Arbeitsteilung im

Bienenstock, vom Kampf gegen Milben und von den Auswirkungen des Klimawandels.

Es ist ein wunderschöner Tag im Mai. Auf

einem idyllischen Hof irgendwo im Ifang grasen

zwei Ponys, ein Brunnen plätschert und

ein Landwirt zieht mit dem Mähmaschine

gemächlich seine Bahnen durch die hügelige

Landschaft. Es riecht es nach frisch gemähtem

Gras, überall kreucht und fleucht es. Es ist einer

dieser Orte, an dem man im Kleinen spürt,

wie lebendig die Natur ist. Sie scheint hier

regelrecht zu vibrieren. Wahrscheinlich ist es

die Vorfreude auf den bevorstehenden Sommer.

Diese Idylle wird durch das Summen und

Brummen der Bienen ergänzt, die auf der Suche

nach süssem Nektar über die Weisen und

Felder schwirren. Viktor Siegrist nimmt das alles

mit einem zufriedenen Lächeln zur Kenntnis.

Während andere an einem sonnigen Tag

ihre Fussballschuhe schnüren, die Golfschläger

schwingen oder mit Hunden in schattigen

Wäldern unterwegs sind, schlüpft er in einen

Schleier. «So heisst dieser typische Schutzanzug,

den wir Imker tragen, um nicht gestochen

zu werden», erklärt er. Es gäbe Imker, die sich

ihren Völkern ohne solchen Schutz näherten.

(Bild: zVg.)

«Zu diesen gehöre ich nicht. Sogar mit Schleier

wird man hin und wieder gestochen, das

lässt sich nicht vermeiden. Aber darauf angekommen

lassen, will ich es nicht.»

Der Herr der Bienen

Seine Leidenschaft für die Imkerei verdankt Viktor

Siegrist einem Zufall. Sein Bruder habe vor

über 20 Jahren den Grundkurs absolviert und

sich zwei Bienenvölker zugelegt. «Er wohnt in

der Waldegg und hat einen grosser Garten mit

Obstbäumen, deshalb hat er sich dafür interessiert.

In dem Kurs wurde auch thematisiert,

wie man ein Volk vermehrt – und da kam ich ins

Spiel.» Für einen solchen Ableger werden Waben

aus einem Bienenstock entnommen und

mindestens drei Kilometer entfernt platziert.

«Sonst fliegen die Bienen zu ihrem alten Volk

zurück.» So landete zum ersten Mal ein Bienenvolk

im Garten von Viktor Siegrist.

«Dumm war dann , dass die Bienen

kurz darauf ausschwärmten

und sich bei meinem Nachbar ansiedelten. Ich

hatte keine Ahnung, wie ich sie wieder einfangen

sollte. Ich war völlig überfordert und habe

überall herumtelefoniert, weil mein Bruder in

den Ferien war.»

Die Sache ging glimpflich aus – und Siegrists

Interesse an den Bienen war geweckt.

«Damals gab es keine YouTube-Videos, die einem

alles erklärten. Bienen funktionieren ganz

anders als jedes andere Haustier, weil sie ihre

eigene Mechanismen haben und du eng mit der

Natur zusammenarbeitest. Da musste ich mich

zunächst einmal einlesen. Aber es hat mich

fasziniert und gepackt.» Mittlerweile ist Siegrist

Herr über zahlreiche Völker an mehreren

Standorten – vom Ifang über das Gründenmoos

bis in den Thurgau. Während der Sommermonate

reduziert er sogar sein Arbeitspensum

als Treuhänder, um ausreichend Raum für sein

zeitintensives Hobby zu haben. «Ein starkes

Bienenvolk kann den Sommer auch ohne Imker

überleben. Aber wir schaffen die Voraussetzungen,

damit das Volk gross genug ist, um auch

den Winter zu überstehen.»

Kleiner Parasit, fatale Folgen

Einen starken Fokus legt Viktor Siegrist auf die

Zucht von Königinnen und die Vermehrung.

Seit einigen Jahren beschäftige ihn vor allem

eine invasive Milbenart, die den Bienenvölkern

zu schaffen macht. «Die Varroamilbe wurde aus

Asien eingeschleppt, weshalb unsere hiesigen

Bienen über keinen Schutz gegen diesen unbekannten

Feind verfügen», so Siegrist. Gemäss

aktuellen Zahlen sterben zehn bis fünfzehn

Prozent aller Bienenvölker durch den Milbenbefall.

Die Parasiten heften sich an ausgewachsene

Bienen und gelangen so in die Brutzellen

des Bienenstocks, wo sie ihre Eier ablegen und

die Larven befallen. «Die Varroa ernährt sich

vom Fettkörper der Bienenbabys. Sie verteilen

so schädliche Viren, was zu Bienen mit deformierten

Flügeln und kurzen Hinterleiben führt.

Dadurch stirbt das Volk langsam aus, weil es

WIE ENTSTEHT

UNSER HONIG?

Bienen sammeln Nektar

oder Honigtau.

Der gesammelte Nektar wird

an die Bienen im Bienenstock

übergeben.


06/2025 Porträt · 5

weniger gesunden Nachwuchs gibt.» » Gehe

ein Bienenstock mit einem hohen Milbenanteil

in den Winter, habe das Volk keine Überlebenschance.

Siegrist gelang es in den letzten Jahren

aber durch gezielte Vermehrung, resistente Bienenvölker

zu züchten. «Meine Bienen durchsuchen

die Brutzellen nach Varroamilben. Entdecken

sie eine befallene Larve, wird diese aus

dem Stock entfernt und die Königin legt neue

Eier, aus denen eine gesunde Brut schlüpft.»

Ziel seiner Zucht sei es, möglichst gesunde

Bienenvölker zu haben. «Es gibt eigentlich zwei

Arten von Imkern: Jene, die einfach Honig ernten

möchten, und solche, die gesunde Völker

möchten, die auch ohne uns überleben können.»

Siegrist geht davon aus, dass aufgrund

der Varroamilbe ohne die Hilfe der Imker eine

natürliche Selektion stattfinden würde. «Die

stärksten Völker würden überleben und ihre

Gene weitergeben. Aber bis auf diesem Wege

ein Schutz gegen den Parasit entsteht, würde

die Natur unter dem Bienensterben leiden, weil

viel weniger Blüten bestäubt werden.»

Bienchen und Blümchen

Zurück zum idyllischen Hof und der brummenden

Natur. Viktor Siegrist entzündet einen

Smoker, auch Bienenraucher genannt. Das Gerät

gleicht einer Mischung aus Ofenrohr und

Blasebalg. «Dieser Rauch beruhigt die Bienen»,

erklärt er. «So können wir uns den Bienenstock

anschauen, ohne die Tiere in Alarmzustand zu

versetzen.» Wenn Siegrist im weissen Schleier

und dem dampfenden Smoker über die Wiese

geht, erinnert der Anblick an einen Astronauten.

Bei den Bienenstöcken angekommen,

nimmt er das Dach ab. Darunter kommt der Honigraum

mit seinen charakteristischen Waben

zum Vorschein. «Der angelieferte Nektar wird

durch ein Enzym der Bienen und zusätzliches

Luftfächeln so lange verdickt, bis der Wassergehalt

bei ungefähr 18 Prozent liegt.

Danach wird die Wabe mit einem Wachsdeckel

versehen.» Ein Absperrgitter

sorgt dafür, dass die Bienenkönigin

nicht in den Honigraum gelangt,

sondern im darunterliegenden

Brutraum bleibt. «Eine

junge Königin paart

sich im Flug mit Drohnen von verschiedenen

Völkern», erklärt Siegrist. «Diese Samen kann

sie mehrere Jahre in einer Blase im Hinterleib

aufbewahren.» Eine Königin kann bis zu 2000

Eier am Tag legen, wobei aus den befruchteten

Eiern Arbeiterinnen und aus den unbefruchteten

Drohnen schlüpfen.

Die Völker von Viktor Siegrist erfreuen sich

guter Gesundheit. Über eine App kann er das

Gewicht der einzelnen Bienenstöcke nachverfolgen.

«So sehe ich, wann die Bienen den

Stock verlassen und wie viel Honig jeden Tag

gewonnen wird.» Eine Arbeiterin lebt sechs bis

acht Wochen, in dieser Zeit sammelt sie einen

halben Teelöffel Honig. Durch die kurze Lebensdauer

erneuert sich ein Bienenvolk ständig.

«Der Lauf des Lebens spielt sich im Bienenstock

im Schnellzugstempo ab», meint Siegrist.

«Und um das Überleben ihres eigenen

Volks zu sichern, hat jede Biene eine spezifische

Aufgabe. Auch das ist etwas, was

mir sehr fasziniert.» Nachdem Siegrist

die Waben überprüft hat, verschliesst

er das Dach des Bienenstocks

wieder und überlässt die Tiere ihrer Arbeit. Er

streift den Schleier ab und blinzelt gegen die

Sonne. «Wenn der Klimawandel etwas Gutes

hat, dann vielleicht, dass die milden Winter die

Überlebenschancen der Bienen erhöhen.» Auch

das gestiegene Bewusstsein der Menschen für

Biodiversität trage einen Anteil bei. «Das ist

auch dringend notwendig. Schliesslich sähe

unsere Welt ohne Bienen und ihre Bestäubung

ganz anders aus.»

Sergio Dudli

Im Laufe ihres Lebens

produziert eine Biene

einen halben Teelöffel

Honig.

Für ein Kilogramm Honig fliegen

Bienen etwa zwei Millionen Blüten

an.

Die Waben werden vorsichtig entnommen,

die Wachsschicht entfernt und der Honig

aus den Zellen geschleudert.

Der eingedickte Nektar

wird in Waben gelagert,

bis er trocken genug ist.

Die Bienen reichern den Nektar

mit Enzymen an und entziehen

ihm Wasser.


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06/2025 Gesellschaft / Glosse · 7

PIZZERIA «TANNENBAUM»

GEHT IN NEUE HÄNDE ÜBER

Über 40 Jahre lang war Salvatore Zingali in

der Gastronomie tätig. Seit 2003 führte er

das «Restaurant zum Tannenbaum» am Obstmarkt.

Mit 66 Jahren verabschiedet sich der

gebürtige Sizilianer Ende Juni in den Ruhestand.

«Ich bin in Herisau aufgewachsen, war

viele Jahre im lokalen Fussballverein tätig

und kenne sehr viele Menschen hier im Ort»,

erklärt Zingali. Er verabschiede sich deshalb

mit einem lachenden und einem weinenden

Auge. «Ich freue mich aber, wieder mal ein

Fussballspiel zu schauen und mehr Zeit für

das Golfen zu haben.» Am Dienstag, 24. Juni,

lädt er die Herisauer Bevölkerung zu einem

Abschiedsfest ein. Die Nachfolge ist derweil

bereits geklärt: Mit Michele Battistoni übernimmt

ein Landsmann von Zingali den Tannenbaum.

Der 24-Jährige kam vor fünf Jahren

Salvatore Zingali und sein Nachfolger Michele Battistoni vor den Tannenbaum.

DER FC HERISAU LÄDT ZUM

GROSSEN FAMILIENPLAUSCH

Am Samstag, 21. Juni, lädt der FC Herisau

alle Familien herzlich zum grossen Familienplausch

auf dem Ebnet ein. Ab 10 Uhr erwartet

die Besucherinnen und Besucher ein buntes

Programm für Gross und Klein – ein Tag voller

Unterhaltung, Bewegung und Begegnung. Im

Mittelpunkt steht ein abwechslungsreiches

Rahmenprogramm mit zahlreichen Attraktionen.

Kinder dürfen sich auf einer grossen

Hüpfburg austoben, während Wagemutige

beim Rodeoreiten ihr Gleichgewicht unter Beweis

stellen können. Weitere Aktivitäten sorgen

dafür, dass sowohl jüngere Gäste als auch

in die Schweiz und führt das «Made in Italy»

an der Gossauerstrasse. «Ich habe das Restraunt

während der Pandemie übernommen

und konnte mir trotz der widrigen Umstände

eine treue Stammkundschaft aufbauen», so

der Mann aus Kalabrien. Die Neueröffnung

des Tannenbaums plant Battistoni für Freitag,

11. Juli. «Das neue Konzept sieht fünf wechselnde

Mittagsmenüs vor – und natürlich

echte italienische Pizza, hausgemachte Desserts

und klassische Vorspeisen.» Auch Spezialitäten

aus seiner Heimat ganz im Süden

von Italien wie die würzige Rohwurst ‘Nduja

stehen auf der Speisekarte. Sein bisheriges

Restraunt schliesst Battistoni vorerst. «Aber

wenn es mit dem Tannenbaum gut läuft und

sich alles etabliert hat, ist eine Wiedereröffnung

durchaus möglich.» (sd)

(Bild: Luciano Pau)

Erwachsene auf ihre Kosten kommen. Für das

leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt, es steht

eine breite Auswahl an Speisen und Getränken

bereit. Das Highlight des Tages ist das beliebte

Fussball-Dart-Spiel, bei dem Geschicklichkeit

und Zielgenauigkeit gefragt sind. Wer

hier den besten Treffer landet, hat die Chance

auf einen attraktiven Preis. Mit dem Anlass

möchte der FC Herisau ein Fest für die ganze

Familie schaffen. «Wir wollen Jung und Alt

einen unvergesslichen Tag bieten, bei dem

Spass, Freude und das Miteinander im Vordergrund

stehen.» (eing.)

d’Föörbete

KLISCHEES AUF

DEM GOLFPLATZ

Ja, ich bin passionierter Golfer. Nein, ich habe

weder Millionen geerbt noch bin ich pensioniert.

Obwohl der Golfsport längst zum

Breitensport geworden ist, haftet ihm nach

wie vor ein gewisses Klischee an – teilweise

durchaus berechtig. Ein Golfplatz ist dann

auch keine wirkliche Sportstätte, sondern

gleicht einem Biotop, in dem sich Gleichgesinnte

morgens um sieben Uhr in einer Ansammlung

von modisch fragwürdigen Polohemden,

kurzen Hosen und weissen Socken

treffen. Fester Bestandteil einer solchen

Truppe ist die erfolgreiche Geschäftsfrau

irgendeines Unternehmens, das irgendetwas

verkauft, wovon sie nicht müde wird zu

betonen, wie viel sie davon verkauft. Sie ist

eine Mischung aus unglücklicher Ehe, Parfümwolke

und teuren Klamotten. Ihre Ausrüstung

hat den Wert eines Kleinwagens,

was ihre Schläge in kleinster Weise weiter

macht, und alle zehn Minuten klingelt ihr Telefon.

«Die Tante am Empfang kann ja nichts

selbst», erklärt sie, als würde das ihren herabwürdigenden

Umgangston rechtfertigen.

Nach ihr schlägt der Rentner ab, gerade in

den kühlen Morgenstunden eine verbreitete

Spezies. Er spielt mit drei Schlägern, mehr

braucht er nicht. Seine Schläge sind wie seine

Geschichten: lang, hin und wieder nehmen

sie Umwege, aber irgendwann finden sie

zum Ziel. Nach ihm folgt der Mann mit den

gebleichten Zähnen und den gefärbten Haaren,

der ein wenig aussieht wie Pierce Brosnan

als James Bond. Die Frage nach seinem

Alter lächelt er gekonnt weg. Er kommt der

Geschäftsfrau immer etwas zu nahe, worauf

sie ihn spätestens nach Loch 4 zum Abendessen

in ihre Villa einlädt, weil sie ein wenig

Gesellschaft benötigt. Der Letzte der Runde

ist der motivierte Neuling, sichtbar mit dem

Techtelmechtel der beiden überfordert, aber

ein dankbarer Zuhörer für den Rentner. Sein

schickes Laser-Distanzmessgerät verhindert

nicht, dass er auf Loch 2 beinahe eine

Entenmutter erwischt und beim Par 5 einen

«Golfkrieg» mit dem Sandbunker anzettelt.

Nach der Runde ist sein Gesicht röter als der

Sonnenbrand des Möchtegern-James-Bonds.

Der Rentner erzählt derweil irgendetwas vom

richtigen Golfkrieg, der Neuling schleicht

sich in einer seiner raren Atempausen davon.

Sie sehen: Beim Golfen spielt das Leben. (sd)


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06/2025 Gemeinde · 9

EINWOHNERRAT SAGT JA UND GIBT

DEM OBSTMARKT EINE ZWEITE CHANCE

An seiner Sitzung vom 14. Mai ebnete der

Einwohnerrat den Pfad für einen neuen Anlauf

für das Projekt «Obstmarkt & Platz». Im

Juni 2024 Jahres lehnte die Stimmbevölkerung

eine Neugestaltung und Sanierung des

Dorfkerns knapp ab. Im Nachgang an die

Abstimmung reichte Einwohnerrätin Karin

Jung (FDP) gemeinsam mit 19 Mitunterzeichnenden

eine Motion ein, welche verlangt,

ein angepasstes Projekt zur Aufwertung von

Obstmarkt und Platz vorzulegen. Auch in der

Bevölkerung regte sich schnell Widerstand

gegen das knappe Resultat an der Urne. Kaum

ein halbes Jahr nach der Abstimmung überreichte

ein Komitee dem Gemeinderat eine

Petition mit 729 Unterschriften. Der Einwohnerrat

diskutierte an der Sitzung dann auch

eifrig über einen möglichen zweiten Versuch

für das Projekt. «Das Vorgehen kann als Zwängerei

aufgenommen werden», sagte Roman

Wäspi (Gewerbe/PU). «Der demokratische

Volksentscheid muss akzeptiert werden.» Die

Motionärinnen und Motionäre widersprachen

dem Vorwurf, dass der Bevölkerung ein neues

Dorfzentrum aufgezwungen werden soll. «Weder

Motion noch Petition sind ein ‹Trötzeln›

gegen das knappe Abstimmungsresultat», so

Karin Jung. «Aber wir sehen Möglichkeiten für

einen Kompromiss. Unser Zentrum verdient

eine weitere Chance.» Beim Gemeinderat

sei der Wunsch nach einer zweiten Chance

angekommen, sagte Peter Künzle. Und der

Ressortchef Tiefbau/Umweltschutz ergänzte:

«Die zentrale Frage ist, wie wir das Projekt finanziell

und inhaltlich überarbeiten können,

damit es vor dem Volk eine Chance hat.» Mit

Mit 16 zu 9 Stimmen plädierte der Einwohnerrat für die Motion zu Obstmarkt und Platz.

(Bild: sd)

dem Dialog-Forum im März sei bereits ein

erster Schritt getan, um die Meinungen aus

der Bevölkerung abzuholen und das Projekt

breit abzustützen. Auch seitens der SVP, die

sich gegen die ursprüngliche Neugestaltung

gestellt hatte, gab es versöhnliche Töne. «Ein

Volksentscheid ist unser höchstes Gut», sagte

Antina Hug. «Und ohne die Parkplätze auf

dem Obstmarkt sehen wir keine Mehrheitsfähigkeit.

Wir sind aber nicht grundsätzlich

gegen eine Sanierung, solange das Projekt die

Wünsche der Bevölkerung wie die Situation

mit den Parkplätzen berücksichtigt.» Letztlich

nahm der Einwohnerrat die Motion mit 19 zu 9

Stimmen an, Obstmarkt und Platz bekommen

damit eine zweite Chance. «Unser Ziel ist es,

Anfang des kommenden Jahres in die erste Lesung

zu gehen», erklärte Gemeinderat Künzle.

«Läuft alles nach Wunsch, können wir dem

Einwohnerrat im September 2026 einen finalen

Vorschlag vorlegen.»

Neben der Motion zum «Obstmarkt &

Platz 2.0» genehmigte der Einwohnerrat

die Jahresrechnung 2024 einstimmig. Diese

weist einen Ertragsüberschuss von 3,3 Millionen

Franken aus. Der Tenor der Parteien glich

sich über alle Fraktionen hinweg: Seitens

des Gemeinderats werde gute Arbeit geleistet,

die hohe Verschuldung könnte aber nur

durch konstant positive Abschlüsse ins Lot

gebracht werden. Ebenfalls angenommen

hat der Einwohnerrat die Teilrevision des

Baureglements, welches den Strassenabstand

von Bauten und Anlagen regelt. Darüber

hinaus war die Sitzung die letzte für zwei

Mitglieder des Gremiums: Jeanette Locher

(FDP) und Hans Hagmann (Gewerbe/PU)

wurden mit Applaus und einem Geschenkkorb

verabschiedet. Für sie rutschen per 1.

Juni Matthias Fries (FDP) und Andreas Lehmann

(Gewerbe/PU) nach. (sd)

HANS JÖRG BLASER GEHT NACH 37 JAHREN

IM DIENST DER UMWELT IN DIE PENSION

Per 31. Mai trat Hans Jörg Blaser in den Ruhestand.

Der Fachbereichsleiter Umweltschutz

stand seit 37 Jahren im Dienst der Gemeinde.

Zu Beginn seiner Tätigkeit 1988 stand die Entsorgung

im Vordergrund, später dann die Luftreinhaltung.

zuletzt war der Umgang mit dem

Klimawandel sein wichtigstes Thema. Zwei

grosse Meilensteine waren für Hans Jörg Blaser

das Erlangen des Energiestadtlabels 2002

und die Eröffnung der Entsorgungsstelle «Recycling

Chammerholz» 2024. Die Vielfalt seiner

Tätigkeiten, zusammen mit der Arbeit in

einem harmonischen Team, habe ihn immer

wieder motiviert. Zudem verstand er sich als

Dienstleister gegenüber der Bevölkerung. (gk) Hans Jörg Blaser verdankt die Gemeinde unter anderem das Label als Energiestadt. (Bild: gk)


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Am besten bei einer Tasse peruanischem Kaffee

und einem guten Gespräch.

kusko AG

Kreuzstrasse 27 9100 Herisau +41 71 232 46 23 kusko.swiss


06/2025 Gemeinde · 11

NEUER ENTWÄSSERUNGSPLAN

MIT 80 MASSNAHMEN TRITT IN KRAFT

Der überarbeitete generelle Entwässerungsplan

(GEP) bildet die Grundlage für eine

zeitgemässe Planung und den Unterhalt

der Abwasserinfrastruktur. Ziel ist ein wirksamer

Schutz der Gewässer und eine effektive

Siedlungsentwässerung. Der neue GEP

berücksichtigt auch die Gefährdung durch

Oberflächenabfluss bei Starkregen. Das

Unterhaltskonzept bleibt grundsätzlich bestehen,

soll aber punktuell optimiert werden.

Auch ökologische Erkenntnisse fliessen stärker

in die Planung ein. Ein Fokus liegt auf der

Trennung von Emissionen in den Gewässern

sowie auf der Förderung der Regenwasserversickerung

nach dem Prinzip der Schwammstadt.

In den nächsten 40 Jahren sind über 80

Massnahmen mit geschätzten Investitionen

von 55 Millionen Franken geplant. Finanziert

wird dies über die Abwassergebühren. (gk) Das Abwassertrennsystem wurde auch unter der Güterstrasse am Bahnhof verlegt. (Bild: gk)

HANDÄNDERUNGEN IM MAI

01.05.2025 Ammann & Ehrbar Immobilien AG,

Herisau AR (Erwerb: 27.06.2022), an Herter Christian

und Florence, Elsau GB-Nr. 2147, Höhenweg 2;

Wohnhaus Vers. Nr. 3008, mit 654 m² Grundstücksfläche

06.05.2025 Evangelisch-reformierte Kirchgemeinde

Herisau, Herisau AR (Erwerb: 25.11.1909), an Evangelisch-reformierte

Kirchgemeinde Appenzeller

Hinterland, Herisau AR GB-Nr. 1276, Poststrasse 14,

14a; Kirchgemeindehaus Vers. Nr. 486 und Kirchgemeindehaus

Vers. Nr. 6241, mit 2'099 m² Grundstücksfläche

09.05.2025 Birchler Martin, Herisau und Birchler

Alexandra, St. Gallen (Erwerb: 29.11.2005), an

Schmid Lukas und Michelle, Herisau GB-Nr. 496,

Kasernenstrasse 21; Wohnhaus mit Büro Vers. Nr.

81 und Garagengebäude Vers. Nr. 4877, mit 519 m²

Grundstücksfläche

13.05.2025 Stellavest AG, St. Gallen (Erwerb:

20.09.2024), an Kingshouse Immobilien AG, Wil SG

GB-Nr. 1070, Gossauerstrasse 25; Wohnhaus Vers.

Nr. 1020, mit 752 m² Grundstücksfläche

15.05.2025 Rechsteiner Walter und Emma, Herisau

(Erwerb: 25.11.1991), an Fürer Armin und Corinne,

Herisau GB-Nr. 407, Bergstrasse 1; Wohnhaus Vers.

Nr. 398, Garagengebäude Vers. Nr. 5833 und Unterstand,

mit 607 m² Grundstücksfläche

19.05.2025 Wildermuth Liselotte, Herisau (Erwerb:

03.03.2003), an Frehner Holding GmbH, Schwellbrunn

AR GB-Nr. 1535, Hemetli 3; Wohnhaus Vers.

Nr. 2885 und Unterstand Vers. Nr. 5652, mit 1'069 m²

Grundstücksfläche

21.05.2025 Fortimo Invest AG, St. Gallen (Erwerb:

15.08.2022), an Schöpfer Paul, Herisau Stockwerk-

GB-Nr. S9877, Obermoosbergstrasse 2; 44/1000

Miteigentum an Grundstück Nr. 2274, mit Sonderrecht

an 3 1/2-Zimmerwohnung mit Kellerabteil

Stockwerk-GB-Nr. S9882, Obermoosbergstrasse 2;

4/1000 Miteigentum an Grundstück Nr. 2274, mit

Sonderrecht an Hobbyraum Miteigentums-GB-Nr.

M9904, Obermoosbergstrasse; 1/12 Miteigentum

an Grundstück Nr. S9896, (Benützungsrecht an

Autoeinstellplatz)

27.05.2025 Federer Daniela, Bischofszell (Erwerb:

14.04.2004), an Lang Felix und Dijana, Herisau

Stockwerk-GB-Nr. S10627, Kreuzstrasse 9; 316/1000

Miteigentum an Grundstück Nr. 646, mit Sonderrecht

an 4 1/2-Zimmerwohnung mit Keller Stockwerk-GB-Nr.

S10628, Kreuzstrasse 9; 296/1000 Miteigentum

an Grundstück Nr. 646, mit Sonderrecht

an 3 1/2-Zimmerwohnung mit Keller

Zivilstandsnachrichten

Geburten

With, Noam, geboren 30. April 2025, Sohn

des With, Fabian Franz und der With-Bayer,

Salome, wohnhaft in Herisau AR

Panzer, Elim Joshua, geboren 5. Mai 2025,

Sohn des Panzer-Künzle, Marcel und der

Panzer, Jeannine, wohnhaft in Herisau AR

Todesfälle

Diezi, Markus Emil, gestorben am 25. April

2025 in St. Gallen, geboren 1979, wohnhaft

gewesen in Herisau AR

Fritz, Erwin Karl, gestorben am 27. April 2025

in St. Gallen, geboren 1945, wohnhaft gewesen

in Herisau AR

Engler, Johannes, gestorben am 3. Mai 2025

in Herisau AR, geboren 1948, wohnhaft gewesen

in Herisau AR

Glauser, Roland, gestorben am 4. Mai 2025

in Herisau AR, geboren 1970, wohnhaft gewesen

in Herisau AR

Fuchs geb. Buff, Rosmarie, gestorben am

20. Mai 2025 in Herisau AR, geboren 1946,

wohnhaft gewesen in Herisau AR

Signer, Josef Gottlieb, gestorben am

14.05.2025 in Herisau AR, geboren 1946,

wohnhaft gewesen in Herisau AR

Eheschliessung

Egger, Manuel und Egger-Schnider, Jeannette,

wohnhaft in Herisau AR

Çetin, Muharrem und Çetin-Genç, Selcan,

wohnhaft in Herisau AR

Hagmann, Marco und Hagmann-Broger,

Sabrina, wohnhaft in Herisau AR


12 · Interview 06/2025

«DIE WELT LÄSST SICH MIT

JEDEM BUDGET ENTDECKEN»

Daniel Allemann hat bereits über 40 Länder bereist und betreibt seit einem knappen Jahr sein

eigenes Reisebüro. Im Hinblick auf die Sommerferien erzählt er, welche Personen nach wie vor

lieber im Reisebüro buchen und wie sich die aktuelle Weltlage auf unser Reiseverhalten auswirkt.

Daniel Allemann, wie stehen die Chancen,

jetzt noch ein Schnäppchen für die Sommerferien

zu finden?

Es gibt nach wie vor Last-Minute-Angebote.

In der Regel fährt man günstiger, wenn

man schon im Frühjahr bucht. Dann ist auch

die Auswahl viel grösser. Aber es gibt vereinzelt

noch gute Angebote für die anstehenden

Sommerferien. Verhältnismässig günstig sind

aufgrund der politischen Situation im Moment

auch Flüge nach Amerika.

Wo machen Herr und Frau Schweizer am

liebsten Ferien?

Bei den Kurzstreckenflügen sind Destinationen

wie Sardinien und Griechenland sehr beliebt.

Da gibt es seit geraumer Zeit eine konstante

Nachfrage. Bei langen Flugstrecken liegt

Bali seit einigen Jahren im Trend, aber auch

Reisen nach Kanada oder Australien sind gefragt.

Eigentlich gehört Amerika ebenfalls zu

den meistgebuchten Reisezielen, aber da gibt

es derzeit tatsächlich eine spürbare Zurückhaltung.

Die politischen Spannungen wirken sich

also auf das Reiseverhalten aus?

Durch die weltweiten Unsicherheiten geht

die Nachfrage für bestimme Ländern wie

die USA zurück. Wenn man Geschichten von

Familien hört, denen die Einreise untersagt

wurde, überlegt man es sich zweimal, ob man

dort Ferien macht. Was das Reisen innerhalb

von Europa angeht, ist die Nachfrage aber

stabil.

Zuerst hatte eine Pandemie die Welt im

Griff, danach kamen Kriege und finanzielle

Unsicherheiten. Erlebt die Reisebranche gerade

turbulente Zeiten?

Es ist seit einigen Jahren tatsächlich ein Auf

und Ab. Nach Corona gab es einen spürbaren

Effekt der Erholung. Die Menschen sagten sich:

«Jetzt will ich die Länder, die zuvor unerreichbar

waren, entdecken.» Vor allem jüngere Personen

haben die wiedergewonnene Freiheit

zum Reisen genutzt. Damals habe ich in einem

Reisebüro in St. Gallen gearbeitet – da ging die

Post ab! Die Reisebranche erholte sich schnell,

der Flughafen Zürich erreichte bald wieder ein

ähnliches Passagieraufkommen wie vor Corona.

Aber als dann die Konflikte aufflammten

und die Inflation anzog, stagnierte dieser positive

Effekt.

Mitten in dieser komplizierten Phase haben

Sie sich mit der Allemann Reisen GmbH im

Frühsommer 2024 selbstständig gemacht.

Wie lief das erste Jahr?

Was die Zahlen angeht, bin ich mit den ersten

Monaten zufrieden. Ein Grossteil meiner

Kundinnen und Kunden sind Menschen aus

meinem Umfeld oder solche, die ich bereits

bei anderen Reisebüros beraten habe. Ich bin

immer telefonisch erreichbar und biete Termine

auf Vereinbarung an. So treffen wir uns

in einem Coworking-Sitzungszimmer oder

privat. Um eine individuelle Reise für jemanden

zu planen, ist ein enger persönlicher Austausch

zentral.

«Es ist normal

geworden, sich

Ferien leisten

zu können.»

Ferien lassen sich heute mit wenigen Klicks

im Internet buchen. Weshalb braucht es die

Reisebüros noch?

Kundinnen und Kunden profitieren in einem

Reisebüro zum einen von jahrelangem Knowhow,

zum anderen ist es die deutlich komfortablere

Variante, weil man nicht jedes Detail

selbst buchen und recherchieren muss. Zusätzlich

hat man eine lokale Geschäftsbeziehung

und zahlt die Rechnung in der Schweiz.

Weiter habe ich eine Kundengeldabsicherung

und stehe bei Herausforderungen vor,

während und nach der Reise zur Verfügung.

Ich würde aber zwischen der Buchung eines

Flugs und dem «richtigen» Reisen unterscheiden.

Wie meinen Sie das?

Einen Flug und ein Hotel für drei Tage in

Berlin oder London zu buchen, schafft man

ohne professionelle Unterstützung. Aber

einen vierwöchige Reise durch Kanada mit

einem Mietauto, zahlreichen Übernachtungen

und Ausflügen ist sehr anspruchsvoll.

Hier kann ein Reisebüro mit erfahrenen Mitarbeitenden

seine Stärken ausspielen. Gerade

bei längeren Reisen müssen sehr viele

Faktoren stimmen.

Ein entscheidender Faktor bei der Ferienplanung

ist das Budget. Ist ein Reisebüro

teurer als eine Online-Buchung?

Nein. Ich nutze ein professionelles Buchungssystem,

das speziell für Reisebüros

ausgelegt ist. Damit habe ich Zugriff auf

Tarife oder Optionen, die online nicht sichtbar

sind. Wenn jemand Strandferien mit Flug

und Hotel am Mittelmeer bei mir bucht,

kann ich auf diese Pauschalangebote von

grossen Anbietern zurückgreifen. Bei den

Flugbuchungen hingegen ist die Lage etwas

komplizierter. Gerade bei Kurzstreckenflügen

bieten uns Airlines kaum Vergünstigungen

an, weil die Margen viel knapper kalkuliert

sind als früher.

Welches Klientel bucht seine Ferien noch

in einem Reisebüro?

Meine Kundschaft ist sehr durchmischt, dies

sind Personen in ihren Zwanzigern bis zu

Pensionierten. Meistens sind es schon Menschen,

die weniger preissensibel sind und

grössere oder komplexere Reisen planen

möchten. Das gibt mir mehr Möglichkeiten,

ein individuelles Reiseerlebnis zu planen.

Wobei ich erwähnen möchte, dass das Budget

nicht darüber entscheidet, ob ich eine

Reise für jemanden buche.

Also kann ich auch mit einem tieferen

Budget zu Ihnen kommen?

Ich finde für fast alle eine passende Reise.

Wenn jemand mit 2000 Franken zu mir

kommt und sagt, er will damit zwei Wochen

durch Nordamerika reisen, wird das natürlich

schwierig. In solchen Fällen gehe ich hin

und sage: «Da würde ich dir eher Südostasien

empfehlen, da bekommst du mehr für

dein Budget.»

Wie genau gehen Sie bei der Planung einer

grösseren Reise vor?

Zunächst kläre ich die Bedürfnisse ab: Wann

und für wie lange möchten die Kunden in

die Ferien? Welche Art von Reisen schwebt

ihnen vor? Wie hoch ist das Budget? Danach

schauen wir, welche Länder in der gewünschten

Ferienzeit in die engere Auswahl

kommen. Dann erarbeite ich verschiedene

Routenvorschläge. Wenn die Destination

feststeht, besprechen wir mögliche Hotelstandards,

Flüge und individuelle Wünsche.

Während des Prozesses ist es wichtig, dass

ausreichend Zeit für den persönlichen Austausch

zur Verfügung steht. Erst dadurch

entsteht eine Reise, die auf die entsprechenden

Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Reisen wir heute luxuriöser als früher?

Das hängt von der Art der Reise ab. Aber

grundsätzlich ist das Angebot an luxuriösen


06/2025 Interview · 13

Für mich war es als Kind in der Tat besonders,

wenn ich nach Irland auf unser Hausboot

oder nach Australien durfte. Früher gab

es vermutlich mehr Klassenkameraden, die

ihre Ferien in der Schweiz verbracht haben.

Natürlich gibt es das immer noch, aber für

viele ist es normal geworden, sich Ferien im

Ausland leisten zu können. Da spielt sicherlich

die Preisentwicklung eine entscheidende

Rolle. Früher wäre es unvorstellbar gewesen,

für 50 Franken nach Mallorca zu fliegen.

Zwischenzeitlich war ein Flug günstiger als

die Zugfahrt an den Flughafen.

Apropos Zugfahrt: Die Nachhaltigkeit

spielt in der heutigen Welt eine wichtige

Rolle, Vielflieger oder Privatjets sind verpönt.

Wie nehmen Sie dieses Umdenken

wahr?

Wenn es um die eigenen Ferien geht, machen

die wenigstens grosse Abstriche. Was

ich merke, ist eine gestiegene Nachfrage

nach Zugreisen, gerade bei Städtetrips in

Europa. Früher sind alle nach Rom geflogen,

heute nehmen viele den Zug. Und vielleicht

fliegen einige heute weniger oft in den Urlaub,

bleiben dafür aber länger. Grundsätzlich

ist es auch möglich, den CO2-Ausstoss

mit einem Aufpreis zu kompensieren oder

mit umweltfreundlichen Brennstoffen namens

«Green Fuel» zu reduzieren.

Woher kommt eigentlich Ihre Leidenschaft

für das Reisen?

Wir unternahmen früher mit der Familie jedes

zweite Jahr eine grössere Reise, deshalb

war ich schon in jungen Jahren in Ländern wie

Amerika, Kanada oder Australien. Als Jugendlicher

habe ich ein Jahr lang die High School

in Kansas in den USA besucht und anschliessend

die Hotel- und Tourismusschule absolviert.

Das Praktikum habe ich damals beim

Müllener Touristik an der Oberdorfstrasse in

Herisau gemacht, welches heute von Kuoni

geführt wird. Für mich stand immer fest, dass

ich in dieser Branche tätig sein möchte.

Mittlerweile arbeiten Sie seit 30 Jahren im

Tourismus und haben über 40 Länder besucht.

Welcher Ort hat Sie besonders beeindruckt?

Etwas vom Schönsten ist der Yellowstone-

Nationalpark in den USA. Diese unberührte

Natur, die Tiere in freier Wildbahn – das gefällt

mir sehr. Ich wandere dort zwar nicht

mit einem Zelt umher, aber wenn ich mit

dem Feldstecher die Tiere beobachten und

die Schönheiten der Natur geniessen kann,

ist das ein wunderschönes Gefühl.

Daniel Allemann hat seine ersten Schritte in der Branche bei Müllener Touristik gemacht.

(Bild: Jonathan Graf)

Sergio Dudli

Unterkünften viel grösser geworden. Nehmen

wir zum Beispiel Dubai oder die Malediven.

Diese Destinationen sahen vor zwanzig

Jahren noch ganz anders aus.

Es ist noch nicht lange her, da waren Ferien

etwas Besonderes. Heute erwarten

alle, dass sie für kleines Geld irgendwo

hinfliegen können. Wie sehen Sie das?

Mehr über

Allemann Reisen

https://shorturl.at/nRMUy


Juni/Juli

Oper

Elektra

1.6., Grosses Haus

Schauspiel

Das Käthchen

von Heilbronn

2./5.6.,

Grosses Haus

Theatertanzschule

Dream

Between

3.6., Grosses Haus

Tanz

Oresteia

4.6., Grosses Haus

Schauspiel

LooT

mit Katja

Riemann

4.6., Lokremise

Musical

Einstein –

A Matter

of Time

6./7.6.,

Grosses Haus

Konzert

Élégiaque

15.6., Tonhalle

Tanz

Beyond

1./3.7.,

Grosses Haus

Schauspiel

Kalter weisser

Mann

12./15./17./22./25./

26./29./30.6.,

Parkbühne

Grosses Haus

Tanz

Klangtanz

13./14.6., Klanghaus

Toggenburg

Oper

Tosca

20./21./24./27.

/28.6/2./4.7.,

Klosterhof

Konzert

Tesori da Roma

23.6., Stiftsbibliothek

Konzert

Liebe Laura

Monteverdi,

Petrarca und das

italienische

Madrigal

24.6., Kirche

St.Laurenzen

Konzert

Bruckners

Achte

Festkonzert

26.6., Kathedrale

Konzert

Glockenklänge

Eine Spurensuche

auf vier

Gamben

27.6., Forum

St.Katharinen

Konzert

Im Kreise

Ottobonis

30.6., Schutzengelkapelle

Konzert

Italienische

Orgelnacht

2.7., Kathedrale

Konzert

«Lobe den

Herrn, meine

Seele»

Kantatenkonzert

der J. S. Bach-

Stiftung

4.7., Kirche

St.Laurenzen

konzertundtheater.ch

www.stutzag.ch

Bauunternehmung

HERISAU

Rückbau Tiefbau

Umbau Hochbau

Publireportage

Park Café

Restaurant

Saal

Park Café

Restaurant

Saal

Hausgemachter Blätterteig

im Park

Es ist 09:00 Uhr. In der Küche des «Park – Café, Restaurant,

Saal» herrscht Hochbetrieb. Ganz hinten in einem separaten

Bereich steht eine grosse Teigwalze. Mit dieser stellen die

beiden Konditorinnen Marissa und Nicole süsse Leckereien her.

Einzigartig ist der hausgemachte Blätterteig. Dieser wird

viermal doppelt touriert, das heisst viermal in vier Lagen

gefaltet und durch die Teigwalze gedreht. Vor dem Falten

wird eine Schicht Butter mit dem Grundteig umhüllt und gut

verschlossen. Die Butterschicht funktioniert beim Ausbacken

als Dampfbarriere zwischen den Teigschichten. Dadurch entstehen

die für Blätterteig typischen Luftkissen. «Wichtig ist,

dass alle Zutaten kalt sind und wir beim Auftragen der Butter

und beim Falten schnell arbeiten», erklärt Marissa «Wird die

Butter zu warm, läuft sie aus.» Nach jedem Faltvorgang darf

sich der Teig im Kühlschrank ausgiebig ausruhen.

Durch die vier Doppeltouren bekommt der Blätterteig über

250 Teigschichten und wird besonders luftig. Die Spezialität

im Park ist der Mandelgipfel mit einer Glasur aus Apricoture

und gerösteten Mandelblättchen. Einfach verführerisch.

Park – Café, Restaurant Saal

Kasernenstrasse 91

9102 Herisau

Reservationen: 071 354 75 09

restaurant-park.ch


06/2025 Veranstaltungen · 15

RSC-016 VERANSTALTET IM SAUM

DEN ZWEITEN WANDER- UND VELOTAG

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen

Jahr mit gut 300 Gästen führt der Verein

RSC-016 am Samstag, 14. Juni, zum zweiten

Mal einen Wander- und Velotag durch. «Getreu

unserem Motto ‹in Herisau, für Herisau

und mit Herisau› laden wir alle ein, sich zu

Fuss, mit dem Velo oder einem anderen umweltfreundlichen

fahrbaren Untersatz auf den

Weg zu uns zu machen», sagt Präsident Ronny

Kupferschmid. Für den Wander- und Velotag

gibt es eine spezielle Karte. Diese kann in der

Drogerie Walhalla, bei der Metzgerei Scheiwiller,

bei Auto Lanter und bei der Näf Maschinenservice

AG gratis bezogen oder via rsc016.

ch ausgedruckt werden. Eine Anmledung auf

der Webseite sei freiwillig, ermögliche den

Teilnehmenden aber, sich das Spezialmenu

bestehend aus Chäschnöpfli und Siedwurst zu

sichern. Der Start der Wanderung könne individuell

bestimmt werden und sei beispielsweise

von den Bushaltestellen Egg, Rohren,

Heinrichsbad, Walke oder Saum aus möglich.

«Uns ist wichtig, dass sich Familien oder

Gruppen die Länge des Wegs ihren Bedürfnissen

entsprechend aussuchen können.» So

Zur Premiere im vergangenen Jahr kamen rund 300 Gäste.

reiche es denn auch, drei der insgesamt zwölf

Punkte auf der Karte in seinen Spaziergang

zu integrieren, um an der Preisverlosung um

17 Uhr teilnehmen zu können. Ziel jeder Wanderung

oder Velofahrt ist das Vereinslokal im

«Wald» an der Strasse von der Sturzenegg in

den Saum. Dort erwarten die Gäste ab 12 Uhr

eine Festwirtschaft, ein Spielplatz mit Hüpfburg

und musikalische Unterhaltung mit «Den

Viertlern» und den «Rocktonez». Präsident

Kupferschmid: «Wir möchten mit diesem Anlass

Herisauerinnen und Herisauer jeglichen

Alters einen gemütlichen und hoffentlich unvergesslichen

Tag in der Natur ermöglichen.»

Weiter betont er, dass die Teilnahme kostenlos

sei, das Auto zuhause bleiben solle und alle,

die eine Karte mit drei ausgefüllten Punkten

abgeben, ein kleines Präsent erhalten. Weitere

Infos unter rsc016.ch. (eing.)

(Bild: zVg.)

50 JAHRE: BUSA FEIERT JUBILÄUM

MIT ZWEI TAGEN DER OFFENEN TÜR

Die Berufsunteroffiziersschule der Armee

(BUSA) feiert ihr 50-jähriges Bestehen –

und öffnet zu diesem Anlass am 27. und

28. Juni ihre Türen für die Öffentlichkeit.

Unter dem Motto «BUSA gestern – heute

– morgen» lädt die Schule in die Kaserne

Herisau ein und bietet spannende Einblicke

in die Ausbildung zum Berufsunteroffizier

und den Alltag im Militär. Am Freitag von

13.30 Uhr bis 17 Uhr sowie am Samstag von

CHRISTCHINDLIMARKT FINDET

WIEDER AUF DEM EBNET STATT

Die Vorbereitungen für den diesjährigen

Christchindlimarkt am 6. und 7. Dezember

sind bereits in vollem Gange. Das Organisationskomitee

(OK) hat sich nach gründlicher

Rücksprache mit den Beteiligten erneut für

den Standort auf dem Ebnet entschieden. «Die

stimmungsvolle Atmosphäre, das gelungene

Zusammenspiel mit dem Rahmenprogramm

sowie die positive Resonanz der Marktfahrer

sprechen klar für eine Fortsetzung am bisherigen

Standort», heisst es in einer Medienmitteilung.

In enger Zusammenarbeit mit den

Alpstein-Jassern werde jedoch der Markt in

9 Uhr bis 16 Uhr erwartet die Besucherinnen

und Besucher ein abwechslungsreiches

Programm. Neben der BUSA präsentieren

sich auch weitere Armeeeinheiten wie beispielsweise

der Lehrverband Infanterie, das

Kommando Cyber, die Militärmusik und

SWISSINT, das Kompetenzzentrum der Armee

für die internationale Friedensförderung.

Ein besonderes Highlight des Jubiläums

ist der neue virtuelle Kulturpfad durch

der Windegg, der im vergangenen Jahr erstmals

als Versuch lanciert wurde, auf zwei Tage

ausgebaut. Auch in diesem Jahr werden die

beiden Standorte mit einem «Laternliweg»

verbunden. Das OK hat sich nach sorgfältiger

Abwägung mit den Alpstein-Jassern gegen

eine vollständige Verlegung des Christchindlimarktes

ins Zentrum entschieden. Dies vor

allem aus dem Grund, dass heute die technischen

Einrichtungen an diesem Standort

nicht vorhanden seien. «Nach einer möglichen

Sanierung des Obstmarktes könnte dies

wieder neu beurteilt werden. Eine Verlegung

Herisau. Dieser beleuchtet den Einfluss des

Militärs auf das Dorf – von der Gründung

der BUSA über das Wehrmannsdenkmal

bis hin zum Engagement der Herisauerin

Clara Nef für die Landesverteidigung. Der

Pfad besteht aus rund zehn Stationen, die

mit QR-Codes per Smartphone abgerufen

werden können. So lassen sich historische

Schauplätze vor Ort erkunden. Weitere Informationen

zum Tag der offenen Tür und

zum Kulturpfad sind ab Mitte Juni unter

vtg.admin.ch/de/berufsunteroffiziersschule

verfügbar. (eing.)

in die Oberdorfstrasse wie früher ist mit den

heutigen Anforderungen und Regulatoren

aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich»,

heisst es weiter. Sollte es jedoch Gruppierungen

oder Interessierte geben, die künftig und

eigenständig einen Markt im Dorfzentrum

realisieren möchten, stehe das OK diesen Vorhaben

offen gegenüber. In einem solchen Fall

stelle man gerne das nötige Know-how und einen

Sockelbeitrag zur Verfügung, um neue Initiativen

oder Gruppen zu unterstützen. Weitere

Informationen zum Rahmenprogramm,

Anmeldemöglichkeiten und den geplanten

unterhalterischen Höhepunkten des diesjähriges

Christchindlimarktes folgen gemäss Mitteilung

zu gegebener Zeit. (eing.)


April bis November

Publireportage


06/2025 Chorzfuetter / Gesellschaft · 17

Chorzfuetter

Wandelbar zur Wasserversorgung

Die Wandelbar wird am Samstag, 21. Juni,

um 10 Uhr beim Reservoir Rondelle neben

der Bergstrasse aufgebaut. Thema des «mobilen

Dorfstammtischs» ist die Wasserversorgung.

Woher kommt unser Wasser? Wie

wird es verteilt? Welche Infrastruktur ist

nötig? Wie steht es um die Wasserqualität?

Thomas Scherrer, Geschäftsleiter der Wasserversorgung

Herisau, und Historiker Thomas

Fuchs geben Auskunft. (pd)

Erneuerungen im Freibad teurer

Der Gemeinderat hat die Abrechnung für

den Ersatz der Desinfektionsanlage und

der Filterpumpen im Freibad Sonnenberg

genehmigt. Diese schliesst mit Kosten von

109'500 Franken und damit 9500 Franken

über Budget. Die Mehrkosten verteilen sich

auf kleinere Posten. Dank neuen Filterpumpen

konnte der Stromverbrauch im ersten

Betriebsjahr um etwa einen Siebtel gesenkt

werden. (gk)

In zwei Gruppen aufgeteilt …

37 KINDER FEIERTEN

IHRE ERSTKOMMUNION

Am ersten Mai-Wochenende feierten 37

Jungen und Mädchen ihre Erstkommunion.

Unter dem Motto «Chumm mit – wir entdecken

den Schatz Jesus» zogen sie in die festlich

geschmückte Kirche Peter und Paul ein.

Während dem Gottesdienst spielten die Kinder

das Evangelium der Emmausjünger vor,

sprachen Gebete und sangen aus voller Kehle.

Von Pater Josef Rosenast erhielten die Kinder

zum ersten Mal die heilige Kommunion. Zum

Schluss überreichten ihnen die Gruppenleiterinnen

Brigitta Adams, Bettina Hauser, Liliana

Marciello und Andrea Schöb die selbst

gefertigten Erinnerungskreuze. Für die Vorbereitung

der Erstkommunion war Beatrix

Baur-Fuchs zusammen mit den vier Gruppenleiterinnen

zuständig. Im Anschluss wurde ein

Apéro serviert. (eing.)

Social-Media-Konzept genehmigt

Der Gemeinderat hat ein Social-Media-

Konzept verabschiedet. Damit will die

Gemeinde künftig in den sozialen Medien

auf Facebook und Instagram präsent

sein sowie den Auftritt auf Linkedin verstärken.

Das neue Konzept hält dafür die

Ziele fest und definiert die Inhalte, Mittel

und Zielgruppen. Die neuen Kanäle seien

eine Ergänzung zu den bisherigen Kommunikationsmassnahmen

und sollen auch

neue Zielgruppen erreichen. Die bewilligte

20-Prozent-Stelle für den Aufbau und den

Betrieb der Kanäle konnte per 1. Juni besetzt

werden. (gk)

«Gemeinderat bi de Lüt» gestartet

Am Dienstag, 20. Mai, tagte der Gemeinderat

erstmals in einem Quartier und traf

sich anschliessend mit der Bevölkerung.

20 Einwohnerinnen und Einwohner im Gebiet

Nieschberg-Langelen-Säge-Wilenhalde

folgten der Einladung ins Schulhaus Langelen.

Bei einem Apéro in gemütlicher Runde

stiessen sie mit dem Gemeinderat an,

stellten Fragen und diskutierten gemeinsam.

Mit dem Anlass «Gemeinderat bi de

Lüt» setzt das Gremium einen Leitsatz aus

dem Legislaturprogramm um. In den kommenden

Jahren wird der Anlass in weiteren

Quartieren zu Gast sein. (gk)

… erhielten 37 Kinder erstmals die heilige Kommunion.

EHEMALIGER SCHWEIZERGARDIST

ERZÄHLTE VON SEINER ARBEIT

Peter Locher, ehemaliges Mitglied der Päpstlichen

Schweizergarde, war Anfang Mai bei

der Seniorengruppe der katholischen Pfarrei

in Herisau zu Gast. Mit einem Vortrag

berichtete der 35-jährige Thurgauer über

seine Dienstzeit in Rom von 2012 bis 2014

und räumte sogleich mit gängigen Klischees

auf: «Die Schweizergarde steht nicht nur herum»,

betonte Locher. Weiter erläuterte er

die vielfältigen Aufgaben der Gardisten, die

weit über die reine Repräsentation hinausgehen.

Neben dem Schutz des Papstes übernehmen

sie Ordnungsdienste, Eingangskontrollen

und sorgen für die Sicherheit in den

päpstlichen Residenzen. Besonders während

der Sedisvakanz – der Zeit zwischen dem

(Bilder: pd)

Tod des bisherigen und der Wahl des neuen

Papstes – tragen die Gardisten zusätzliche

Verantwortung. Locher erfüllte sich mit dem

Eintritt in die Garde einen Kindheitstraum,

der nach einem Ministrantenbesuch in Rom

gereift war. Seine Botschaft: Wer nur aus

militärischem Interesse zur Garde kommt,

werde dort kaum glücklich. Zentral sei vielmehr

eine starke Glaubensbindung. Auch

praktische Fragen kamen beim Vortrag zur

Sprache. So liege der Monatslohn bei 1500

Euro, inklusive Unterkunft und Verpflegung,

und die Mindestdienstzeit betrage 26 Monate.

Die Garde kämpfe mit Nachwuchssorgen

– noch könne der Sollbestand von 135 Mann

aber gehalten werden. (eing.)


18 · Thema des Monats 06/2025

50 JAHRE EINWOHNERRAT:

EINE DEMOKRATISCHE REVOLUTION

Am 11. Juni 1975 tagt das Herisauer Parlament zum ersten Mal. Wir blicken auf die Geschichte

des Einwohnerrats zurück, sprechen mit Zeitzeugen der ersten Sitzung und schauen mit

Einwohnerratspräsidentin Celia Hubmann auf die kommenden 50 Jahre.

Mit der ersten Einwohnerratssitzung am 11.

Juni 1975 endet ein politischer Kampf, der

mehr als ein Jahrzehnt gedauert hatte. Und

was heute als selbstverständlicher Teil der

politischen Landschaft gilt, wird über mehrere

Jahre und in drei Anläufen gegen erbitterten

Widerstand erkämpft: ein Gemeindeparlament

für Herisau.

Seine Geschichte beginnt gut zwanzig

Jahre vor seinem Entstehen: 1945 veröffentlicht

der Säntisbahn-Initiator Carl Meyer

eine aufsehenerregende Artikelserie in der

Appenzeller Zeitung mit dem Titel «Vorwärts

oder rückwärts? Gedanken über die künftige

Gemeindepolitik Herisaus». Darin weist er

nach, dass die Herisauer Gemeinderäte eine

deutlich kürzere Amtsdauer aufweisen als

ihre Kollegen in den anderen Ausserrhoder

Gemeinden. Er führt das auf die Überlastung

der 21 ehrenamtlich tätigen Gemeinderäte

zurück und plädiert für eine klare

Gewaltentrennung: ein legislatives Gemeindeparlament

und eine kleine professionelle

Exekutive. 1946 leitet der Gemeinderat eine

Totalrevision des Gemeindereglements ein,

die acht Jahre in Anspruch nimmt. Jedoch

mit ernüchterndem Ergebnis: Die 1954 verabschiedete

Gemeindeordnung behält fast

alle alten Strukturen bei. So bleibt nicht nur

der 21-köpfige ehrenamtliche Gemeinderat

bestehen, auch auf die Einführung einer Legislative

wird verzichtet.

30. Dezember 1969 einen eigenen Entwurf

für ein neues Gemeindereglement einreicht.

Der Gemeinderat macht diesen mit wenigen

Änderungen zur eigenen Vorlage und legt

ihn der Stimmbevölkerung vor. Und wieder:

Trotz fast einstimmiger Unterstützung durch

die Parteien und Lesegesellschaften wird der

Vorschlag am 7. Juni 1970 von den Stimmberechtigten

mit einem Zufallsmehr von 1402

Nein zu 1357 Ja abgelehnt. Die Appenzeller

Zeitung reagiert scharf auf diesen Entscheid

und kritisiert die Gegner der Reform: «[...]

was von den Gegnern [...] in letzter Stunde

gegen die Vorlage ins Feld geführt wurde,

waren [...] keine Argumente, sondern ein

ziemlich widerliches Gemisch von falschen

Behauptungen, Verdächtigungen, Unterstellungen

und ressentimenthaften Appellen an

demokratische Gefühle, die recht nahe bei

der Dummheit sitzen.»

Im Sommer 1972 startet der Gemeinderat

einen erneuten Anlauf. Die eingesetzte Revisionskommission

umfasst bewusst Vertreter

aller politischen Richtungen, einschliesslich

der bisherigen Reformgegner. Der ausgearbeitete

Reglementsentwurf, weitgehend

identisch mit der Vorlage von 1970, wird im

Frühling 1973 zur öffentlichen Diskussion gestellt.

Und dann gelingt es endlich: Am 24.

Juni 1973 stimmen die Herisauer und die seit

1972 stimmberechtigten Herisauerinnen der

Vorlage sehr deutlich zu.

Nach der Bewilligung der notwendigen

Anpassungen der Kantonsverfassung durch

die Landsgemeinde wird am 9. Juni 1974 der

interimistische Einwohnerrat gewählt. Der

spätere Bundesrat Hans Rudolf Merz wird

zu dessen Präsidenten ernannt. Nach einem

halben Jahr erlässt dieser interimistische Rat

ein Reglement für die Wahl des regulären

Einwohnerrats. Am 13. Mai 1975 finden die

entsprechenden Wahlen statt .

Historische erste Sitzung

Am 11. Juni 1975 eröffnet der damalige Gemeindehauptmann

Hans Mettler die erste

Sitzung des Herisauer Einwohnerrats im

heutigen Kantonsratssaal. «Nach einer Anlaufzeit

von rund elf Jahren fällt Ihnen nun

die Aufgabe zu, die neue Gemeindeordnung

in der Praxis anzuwenden», gibt er den frisch

gewählten Parlamentarierinnen und Parlamentariern

mit auf den Weg. Bei der anschliessenden

Wahl des Büros wird Markus

Versuche ohne Erfolg

Es folgen weitere Reformversuche – ohne Erfolg.

Auch die 1965 vom Gemeinderat vorgelegte

Teilrevision des Gemeindereglements

wird von den Stimmberechtigten klar abgelehnt.

Daraufhin setzt der Gemeinderat eine

Kommission zur Überprüfung der Gemeindeorganisation

ein. Diese kritisiert nicht nur

die Kommunikation zwischen Behörden und

Bürgern, sondern auch das Fehlen eines Gemeindeparlaments,

um die Exekutive effektiv

zu leiten und zu kontrollieren. Auf dieser

Grundlage erarbeitet die Kommission 1967

ein totalrevidiertes Gemeindereglement, das

eine fünfköpfige hauptamtliche Exekutive

und eine 31-köpfige Legislative vorsieht. Doch

auch dieser Entwurf wird von den Stimmberechtigten

verworfen. Das Dorf spaltet sich

in Befürworter und Gegner. Ein Jahr später

gründen elf jüngere reformorientierte Bürger

eine überparteiliche Initiativgruppe, die am

Emil Ramsauer wurde 1975 als Stimmenzähler ins allererste Einwohnerratsbüro gewählt.


06/2025 Thema des Monats · 19

Auer einstimmig zum ersten Einwohnerratspräsidenten

gewählt, Jost Leuzinger zum Vizepräsidenten.

Als Stimmenzähler fungieren

Rosmarie Bänziger, Ernst Anderegg und Emil

Ramsauer.

Heute, ein halbes Jahrhundert später,

ist Emil Ramsauer das letzte noch lebende

Mitglied des ersten Büros. Der 86-jährige

Herisauer war nicht nur Zeuge der Geburtsstunde,

sondern hat die demokratische Erneuerung

der Gemeinde aktiv mitgestaltet:

als Mitglied der Revisionskommission, Teil

des interimistischen Einwohnerrats und

schliesslich als Stimmenzähler im Einwohnerrat,

den er später von 1981 bis 1983 präsidierte.

Seine damalige Motivation für die

Reform: «Ein 21-köpfiger Gemeinderat ergab

einfach keinen Sinn. Wir brauchten dringend

eine bessere Gewaltenteilung.» Nach erfolgreicher

Arbeit der fünfköpfigen Revisionskommission

ist eine Kandidatur für den Einwohnerrat

für Ramsauer selbstverständlich.

«Ich wollte mich persönlich für die Gemeinde

engagieren. Zudem war ich als Mitglied

der Geschäftsleitung von Huber und Suhner

auch geschäftlich motiviert – das Gewerbe

musste meiner Meinung nach ebenfalls politisch

vertreten sein.»

Anfangs noch parteiunabhängig, tritt er

1975 der FDP bei. Dennoch bleibt er seinen

Prinzipien treu: «Ich habe mich nie an einem

Parteibüchlein orientiert, sondern stets das

vertreten, was ich für richtig empfand.» Zusätzlich

ist die politische Arbeit des Gremiums

zu Anfangszeiten von Lernprozessen

geprägt. «Es wurden viele Voten gebracht,

die eigentlich keinen Platz im Einwohnerrat

gehabt hätten. Wir alle mussten das Politisieren,

das Debattieren erst lernen.»

Blick aus den Medien

An die Anfangszeiten kann sich auch René

Bieri erinnern. Er verfolgt zu jener Zeit die

Entwicklung des Herisauer Einwohnerrats

als Journalist für die Appenzeller Zeitung

– zunächst mit kritischem Blick. «Zwar

fand ich es faszinierend, dass unsere Gemeinde

ein eigenes Parlament erhielt. Dennoch

stand ich dieser Neuerung zu Beginn

skeptisch gegenüber.» Im Laufe der Jahre

wandelt sich seine Haltung. Besonders

die Entlastung der Stimmbürgerinnen und

Stimmbürger schätzt er rückblickend. «Vor

der Einführung des Einwohnerrats mussten

wir gut alle zwei Monate zur Urne – das entfiel

mit dem neuen Gremium, und das war

auch richtig so.»

Jetzt, fünf Jahrzehnte nach der Gründung,

verfolgt René Bieri das Geschehen im Einwohnerrat

gelegentlich als Besucher. Und

sein Urteil fällt positiv aus: «Die Sitzungen

sind heute deutlich strukturierter als früher

– ein klarer Fortschritt gegenüber der

anfänglich eher chaotischen Phase.» Heute

sei er froh, bestehe der Einwohnerrat. Das

50-jährige Jubiläum löse bei Bieri aber keine

überschwänglichen Emotionen aus. Auch

Emil Ramsauer sieht das Ganze nüchtern. Er

zeigt sich jedoch überzeugt, dass der Einwohnerrat

nach wie vor seine Berechtigung

hat und vernünftig arbeitet. Sein Wunsch für

die kommenden 50 Jahre des Einwohnerrats:

«Dass er kritisch und mutig bleibt.»

Was bringt die Zukunft?

Gute Chancen, in 50 Jahren zu beurteilen, ob

der Einwohnerrat diesem Wunsch gerecht

werden konnte, hat die amtierende Einwohnerratspräsidentin

Celia Hubmann. Bevor es

aber soweit ist, freut sich die 25-Jährige auf

das kommende Jubiläum. «Es steht stellvertretend

für ein wichtiges Stück lokaler Demokratiegeschichte.

Es ist eine Ehre, ein Teil

davon zu sein.» Viele Generationen hätten

im Einwohnerrat mitgewirkt und das Dorf

mitgestaltet. Diese Kontinuität empfinde sie

als etwas Schönes. «Gerade deshalb ist es

mir ein Anliegen, das Jubiläum gemeinsam

mit der Bevölkerung zu feiern – als Zeichen

der Verbundenheit und der Wertschätzung

für das entgegengebrachte Vertrauen.»

Dass der Rat nun seit einem halben Jahrhundert

besteht, wertet Hubmann als Beweis

dafür, «dass bisher keine schlechte

Arbeit geleistet wurde». Auch mit der Entwicklung

des Rates zeigt sie sich zufrieden.

Dabei sei der Austausch mit den Einwohnerinnen

und Einwohnern essenziell. «Wir

vertreten die Bevölkerung und setzen uns

stellvertretend mit politischen Geschäften

auseinander. Nur wer zuhört, kann die Interessen

auch wirksam vertreten.» Dies sei

auch ihr Wunsch für die Zukunft des Gremiums:

offen und kritisch bleiben – und

stets das Beste für das Dorf im Blick haben.

Weiter solle auch das politische Interesse in

der Bevölkerung gestärkt werden. «Es wäre

schön, wenn der Rat noch stärker als Anlaufstelle

für politische Anliegen wahrgenommen

würde.»

Nun steht aber erst einmal die Feier am

11. Juni im Anschluss an die reguläre Einwohnerratssitzung

an. Die offizielle Festveranstaltung

findet ab 18.30 Uhr in der reformierten

Kirche statt und wird vom Musikverein

Herisau umrahmt. Als prominenter Gastredner

konnte Alt-Bundesrat Hans-Rudolf Merz

gewonnen werden. Im Anschluss folgt eine

Podiumsdiskussion mit früheren Einwohnerratspräsidentinnen

und -präsidenten. Den

festlichen Ausklang bildet ein Apéro, zu dem

alle eingeladen sind.

Celia Hubmann ist derzeit Präsidentin des Einwohnerrates.

(Bilder: hst)

Helena Städler


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06/2025 Gesellschaft/Schule · 21

NEUE AUSSTELLUNG WIDMET SICH

DEM PIONIER DES KASPERLITHEATERS

«Tri, tra, trullala, dä Chasperli isch wieder

da» ist ein Satz, der Erinnerungen weckt.

Bilder des eigenen Kinderzimmers und von

altem Spielzeug leben wieder auf und vermischen

sich mit Geräuschen wie dem unverwechselbaren

Knarzen beim Auflegen

einer Schallplatte. «Die Figur des Kaspers ist

weiterherum in Europa ein gewitzter, trinkfreudiger

und derber Geselle», erklärt Kurt

Fröhlich vom Figurentheater. «In der Schweiz

hingegen ist er zu einem Jungen geworden,

der seine Probleme mit Witz und List löst.»

Diese Verwandlung verdanken wir Adalbert

Klingler, der 1896 zur Welt kam und als leidenschaftlicher

Puppenspieler die Figur des

Kasperlis prägte. Ihm widmet des Figurenmuseum

deshalb bis zum April des kommenden

Jahres eine Ausstellung. «Adalbert Klingler

hätte eigentlich als Versicherungsvertreter

die Existenz seiner Familie sichern sollen.

Das stand aber im Clinch mit seinem Traum,

Kasperli zu spielen.» Sein Talent für das Puppenspiel

und seine Beharrlichkeit verhalfen

ihm an der Schweizerischen Landesausstellung

1939 zum grossen Durchbruch. In der

Folge stellte ihn Migros-Gründer Gottlieb

Duttweiler für das Figurentheater im «Park

im Grüene» in Rüschlikon ein. «Klinglers

Spiele haben die Kinder gepackt, sie haben

mitgefiebert», erklärt Fröhlich. «Wahrscheinlich

haben über eine Million Menschen eines

von Klinglers Theatern gesehen. Während

des Zweiten Weltkrieges trat er im Rahmen

der geistigen Landesverteidigung sogar für

Soldaten auf.» Obwohl der gebürtige Zürcher

die Figur und die Wahrnehmung des Kasperlis

prägte, geriet sein Schaffen über die Jahre in

Vergessenheit. «Die Familie Klingler besass

kein grosses Talent für Vermarktung. Als die

Stücke später dank Schallplatten oder Kassetten

in fast jede Schweizer Stube kamen, fand

An der Ausstellung sind rund 70 Figuren von Adalbert Klingler zu sehen.

Adalbert Klingler kaum mehr Erwähnung.»

Den Ruhm erbten andere – wie Schauspieler

Jörg Schneider, der Kasperli auf den Tonträgern

seine Stimme lieh. «Umso wichtiger ist

es doch, Klinglers Arbeit mit einer Ausstellung

zu würdigen», so Fröhlich. Noch bis zum

26. April 2026 sind im Figurenmuseum unter

anderem rund 70 Figuren aus der Sammlung

von Adalbert Klingler zu bestaunen. Dazu erfahren

die Besucherinnen und Besucher viel

Wissenswertes über die Entwicklung des Kasperlitheaters

in der Schweiz. «Es lohnt sich,

mehr über einen Pionier des Figurentheater

und ‹seinen› Kasperli zu erfahren.» (sd)

(Bild: zVg.)

HERISAUER SCHULKINDER

ERSCHAFFEN EINE FIKTIVE STADT

Niemand zu klein, um im «Waisenau»-Beautysalon zu sein.

Im Mai standen während einer Woche in

den Herisauer Schulhäusern Wilen und Waisenhaus

besondere Projekttage auf dem

Programm. Im Schulhaus Wilen beschäftigten

sich rund 130 Kinder aller Stufen mit

der Vielfalt der Welt. In gemischten Gruppen

erlebten sie Sprache, Rhythmen, Speisen

und Spiele aus verschiedenen Ländern.

Dabei entstanden unter anderem Collagen,

Musikstücke auf traditionellen Instrumenten

sowie internationale Gerichte. Auch

Eltern und Lehrpersonen engagierten sich

in den vielfältigen Ateliers. Ein zentrales

Anliegen war zudem die Reflexion über Gemeinschaft,

Herkunft und die Werte der

Schule. Parallel dazu wurde das Schulhaus

Waisenhaus zur fiktiven Stadt «Waisenau».

160 Kinder schlüpften zwei Tage lang in

verschiedene Berufe, besuchten Herisauer

Betriebe, verdienten einen «Lehrlingslohn»

und handelten mit der eigens eingeführten

Währung «Waisis». Angebote wie ein Beautysalon,

eine Papeterie, ein Casino oder ein

Kulturbüro vermittelten auf spielerische

Art und Weise wirtschaftliche und gesellschaftliche

Zusammenhänge. Höhepunkte

waren zudem ein Internetradio mit Musikwünschen

sowie Interviews mit Persönlichkeiten

aus der Region wie dem ehemaligen

Bundesrat Hans-Rudolf Merz oder Regierungsrat

Alfred Stricker. (gk)

(Bild: gk)


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Sommerferienspass im

Fussballcamp Herisau

In Herisau hält das Fussballfieber Einzug

Vom 07.-11. Juli 2025 organisiert Moving Sportcamps ein Fussballcamp

für Kinder und Jugendliche in Herisau.

Während fünf Tagen ohne Übernachtung erwartet die Teilnehmenden

eine Woche voller Fussballspass. Am Morgen wird fleissig

trainier. Nachmittags ist Zeit für Turniere, eine Fussballolympiade

und jede Menge Fussballspass. Als Highlight der Woche gibt es

ein grosses Finale der Mini-Europameisterschaft mit Zuschauern

am Freitagnachmittag. Das Angebot richtet sich an alle Jungs und

Mädchen aus der Region, die gerne Fussball spielen.

Die Teilnehmenden werden von Fachpersonen trainiert betreut.

Ein leckeres Mittagessen gehört zur Campwoche dazu.

Neben viel Bewegung kommt somit auch der soziale Aspekt in

dieser Ferienwoche nicht zu kurz.

Freundschaften werden geknüpft, Teams wachsen zusammen und

durch die vielen gemeinsamen Erlebnisse ist eine unvergessliche

Woche garantiert.

Jetzt anmelden und dabei sein im Fussballcamp Herisau!

Sport, Spiel und ganz viel Fussballpass erwartet die Kinder.

Anmeldung: www.moving-sportcamps.ch


UNSERE GEMEINDE

Zu Diensten

«Gesundheit hört nicht vor der Bürotür auf»

Christoph Bertschinger arbeitet bei der Gemeinde seit vier Jahren

als Fachspezialist für betriebliches Gesundheitsmanagement

(BGM) und fördert die Gesundheit der Mitarbeitenden. Er erklärt,

weshalb die Erholung schon am Arbeitsplatz beginnt und in welchen

Bereichen die Verwaltung noch gesünder werden kann.

Christoph Bertschinger, wann sind Mitarbeitende gesund?

Gesund ist jemand, der sich aktiv, planvoll und zielgerichtet in

seiner Welt bewegt, sich einbringen und mitgestalten, seinen

Zielen und Träumen nachgehen kann. Also jemand, der sich weiterentwickelt.

Dafür braucht es einen Sinn im Leben, für den sich

Erkennen wir in der Arbeit keinen Sinn, ist das weder motivierend

noch gesund. Und schliesslich braucht es eine Balance zwischen

Phasen der Aktivität und der Ruhe; diese Ausgewogenheit

beginnt bereits am Arbeitsplatz.

Können Sie das ein wenig ausführen?

Die Trennung zwischen Arbeitswelt, in der man stets Leistung

erbringen muss, und Freizeit, die man zur Entspannung nutzt,

ist bezüglich Gesundheit nicht mehr zeitgemäss. Die Gesundheit

hört nicht einfach vor der Bürotür auf. Sowohl für die Zufriedenheit

der Mitarbeitenden als auch für den Arbeitgeber ist

es wichtig, dass wir die Gesundheit im Beruf nicht vernachlässigen.

Sie beginnt bei kleinen Dingen wie einem ergonomischen

Arbeitsplatz und setzt sich bei der Art und Weise fort, wie sich

Vorgesetzte verhalten. Es ist nachgewiesen, dass zufriedene

und motivierte Menschen produktiver sind – genau diesen Effekt

wollen wir erreichen.

Wie zeigt es sich, wenn die Gesundheit am Arbeitsplatz nicht

stimmt?

Unsere heutige Gesellschaft ist leistungsbezogen, gerade was

die Arbeitswelt angeht. Es wird immer mehr von den Mitarbeitenden

verlangt, das kostet viel Energie. Diese fehlt uns wieder-

ist sicherlich ein Mitgrund, weshalb beispielsweise sehr viele

renämter

nicht mehr besetzt werden können. Die Menschen sind

aufzuhalsen.

Welche Rolle nimmt nun das betriebliche Gesundheitsmanagement

ein?

Mitarbeitende sind dann zufrieden, wenn sie in einem gesunden

Unternehmen arbeiten. Wenn wir in einem schlecht funktionierenden

Team oder einem angstfördernden Arbeitsklima tätig

sind, schlägt sich das auf die Gesundheit nieder. Hier gibt es

-

Themen setzt ein Gesundheitsmanagement an, damit ein gesundes

Arbeitsumfeld entsteht.

Christoph Bertschinger setzt sich als Mitarbeiter des Personaldienstes seit

vier Jahren für eine gesunde Gemeindeverwaltung ein.

Wie genau soll das erreicht werden?

schutz

beinhalten Themen wie ergonomische Arbeitsplätze, Massnahmen

zum Schutz der Persönlichkeit oder klare Notfallkonzepte.

Wir hatten zum Beispiel eine einstündige Instruktion zur Ergonomie

mit anschliessender individueller Beratung am Büroarbeitsplatz. Bei

der Gesundheitsförderung evaluiere ich das Arbeitsklima und die Belastung,

sensibilisiere Führungskräfte für den korrekten Umgang mit

ihrem Team und gebe Anregungen zu gesundem Verhalten. Aktuell

läuft die Vortragsreihe «Die Balance im Arbeitsalltag halten» mit Inputs

zu Achtsamkeit, gesundem Schlaf oder Sehtraining. Und beim

Absenzen- und Case-Management geht es um die Re-Integration. Ich

begleite beispielsweise Mitarbeitende, die nach einem längeren Ausfall

wieder in den Arbeitsalltag integriert werden.

Fortsetzung auf der nächsten Seite

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 06/25


UNSERE GEMEINDE

Was sind die grössten Herausforderungen in Ihrem Alltag?

Unsere Gemeindeverwaltung ist eine Organisation mit unterschiedlichsten

Ressorts, die weitestgehend autonom funktionieren und

unterschiedliche Betriebskulturen leben. In dieser Heterogenität

ist es schwierig, eine gesundheitsgerechte Führungskultur zu etablieren.

Eine weitere Herausforderung ist die

hohe Arbeitslast in Ressorts, bei denen wir

die Auftragslage nicht steuern können. Ein

ner

gewissen Frist bearbeitet werden. Wenn

die Anzahl Baugesuche in einem Jahr mas-

nicht aufgestockt werden können, kommt es

zu systematischen Überlastungen. Da kann

bewegen und Atemtechniken zur Entspannung anwenden.»

Wie reagieren Sie dann?

In solchen Fällen überprüfen wir zuerst die Strukturen und Abläufe.

Wenn die personellen Ressourcen erweitert werden müssen,

braucht dies in den Verwaltungsstrukturen seine Zeit. Das bedeutet,

die Mitarbeitenden in der betroffenen Abteilung müssen

diese Belastung über einen längeren Zeitraum stemmen können.

Da versuchen die Führungspersonen und der Personaldienst, die

Gesundheit der Mitarbeitenden mit kleinen Tipps und Tricks und

mit einer wertschätzenden Führung zu fördern.

Wie sind die Rückmeldungen der Mitarbeitenden auf Ihre Arbeit?

Es gibt Mitarbeitende, die mich aktiv aufsuchen oder die Vorträge

regelmässig besuchen. Auch von etlichen Führungskräften erhalte

ich positives Feedback und sehe, wie sie mit gutem Beispiel vorangehen.

Führungspersonen spielen eine entscheidende Rolle für das

«Das Arbeitsklima

wirkt sich auf

die Gesundheit aus.»

lend

auf Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeitenden aus.

Was macht Ihren Alltag so spannend?

Eine Gemeindeverwaltung ist wie ein Gemischtwarenladen. Die

Mitarbeitenden sind ein Querschnitt durch

die Bevölkerung, was Status, Bildungsgrad,

Herkunft oder Berufskultur angeht.

Entsprechend brauchen die Mitarbeitenden

des Werkhofs oder Gartenbauamts

eine andere Herangehensweise als jene,

die am Bildschirm tätig sind. Diese Vielfalt

ist spannend und herausfordernd.

Lässt sich ein positiver Effekt des BGM mit Zahlen belegen?

In den vier Jahren, in denen ich für die Gemeinde tätig bin, haben

sich die kürzeren Absenzen von bis zu 30 Tagen deutlich reduziert.

der»

geworden ist. Leider kann ich eine Steigerung der Zufriedenheit

und der Motivation der Mitarbeitenden nicht mit Zahlen belegen,

da wir keine systematische Befragung durchführen.

Sie sind 68 Jahre alt und wären längst pensioniert, arbeiten aber

noch zwei Jahre weiter. Sie haben in dieser Zeit vieles gesehen

und erlebt. Wo wünschen Sie sich ein Umdenken für eine gesündere

Arbeitswelt?

Wie bereits erwähnt spielen die Führungskräfte eine entscheidende

Rolle. Für die Gemeinde wünsche ich mir eine bewusstere

Auseinandersetzung, welche Führungsstile gelebt und welches

Arbeitsklima herrschen sollen. Dabei gilt es im offenen Dialog

die Balance zwischen den «Unterschiedlichkeiten der Ressorts»

und der «Verbundenheit und Zugehörigkeit zur Verwaltung» zu

Betriebliches

Gesundheitsmanagement (BGM)

Arbeitssicherheit und

Gesundheitsschutz

Gesundheitsförderung

Absenzen- und

Casemanagement

- Notfallkonzepte entwickeln

- Schutz der persönlichen Integrität

bei Diskriminierung

und Mobbing thematisieren

- ergonomische Beratungen

ermöglichen

- Arbeitsklima und systematische

Belastungen evaluieren

- Führungspersonal sensibilisieren

- Vortragsreihen zu gesundem

Verhalten zusammenstellen

- Personaldienst bei gesundheitsrelevanten

Problemen

unterstützen

- regelmässiges Absenzen-

Controlling durchführen

- Prozesse und Instrumente

entwickeln und schulen

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 06/25


UNSERE GEMEINDE

Schule

In dieser Wolke wird gelernt

Die Wilen-Wolke steht als Beispiel dafür, wie die Ressourcen der

Schulischen Heilpädagogik auf andere Art genutzt werden können:

In Lerninseln werden leistungsschwächere Schülerinnen

und Schüler ebenso gefördert wie Begabte.

sind beim Eingang der ehemaligen Hauswartswohnung im obersten

Stock des Schulhauses Wilen angebracht. Täglich zwischen 9

Teilweise stehen für die Begleitung zusätzlich Praktikantinnen

oder Zivildienstleistende zur Verfügung. Die Wilen-Wolke besteht

seit dem Sommer 2024. In anderen Herisauer Schulhäusern gibt

Schulinseln, der Gedankenaustausch in einer Retraite der schaft Heilpädagogik und Besuche in ähnlichen Einrichtungen.

Fach-

Vom Mehrwert überzeugt

Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf begeben

sich regelmässig in die Wolke. Dabei arbeiten die Schulischen

Die Lektionen, die für die Insel eingesetzt werden, kommen aus

dem Gesamtpool der zur Verfügung stehenden Lektionen der

Schulischen Heilpädagogik. Der eine Teil dieser Pensen wird so-

früher für die Betreuung von einzelnen Schülerinnen und Schülern

nen

erlebe die Wolke in dem Sinn, dass jemandem quasi Stunden

«weggenommen» werden.

Noemi Waldburger unterstützt zwei Kinder in der Wilen-Wolke.

Via App und Namensschild

-rigkeiten

haben. Hier können sie gut in den Räumen verteilt

werden und schätzen die Ruhe», sagt Noemi Waldburger, r, Heilpädagogin

im Schulhaus Wilen. Die Insel stehe nicht nur leis-

lerinnen

und Schülern, die eine Begabtenförderung erhalten.

Es gibt Angebote mit offenen Aufgabenstellungen. «Und in der

aucständig

arbeiten.» Die Wilen-Wolke werde manchmal ben

besonders schnell erledigt habe. Bis zu zehn Schülerinnen

und Schüler halten sich gleichzeitig in den Räumen auf. Wichtig

seits

erfolgt diese unter den Lehrpersonen in einer speziellen

Schulzimmer als auch in der Wilen-Wolke ersichtlich, wer sich

wo aufhält.

«Spielraum in Umsetzung und

Ausgestaltung»

«Die Basis für eine Einführung von Lerninseln

zu schaffen, gehört zu unseren Legislaturzielen»,

sagt Michael Werner. Er

ist in der Herisauer Schulleitung für die

Schulische Heilpädagogik und die Fördermassnahmen

zuständig. Auf dem Weg zur

seln

in Herisau sei es nützlich und sinnvoll,

dass mehrere Schuleinheiten (Wilen, Müli,

welche Weise funktioniert das System am

Weitere Schuleinheiten starten im Schuljahr

2025/26. «Die Schulleitung begleitet

diesen Prozess. Es wird eine Arbeitsgruppe

gebildet. Wir schauen, welches ‹Dach›

wir für Herisau bilden können.» Weil die

Schuleinheiten unterschiedlich gross seien

und verschiedene Bedürfnisse hätten, sei

wichtig, dass jedes Schulhaus einen gewissen

Spielraum in der Umsetzung und Ausgestaltung

haben werde. Man gehe mit den

Inseln weg vom reinen «Lektionendenken»,

fügt Michael Werner an. Die Ressourcen auf

andere Weise einzusetzen, könne in vielen

Fällen Sinn machen.

Als Begrüssung hängen am Eingang zur Wilen-Wolke diese farbigen Buchstaben.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 06/25


UNSERE GEMEINDE

Gemeinderat

Über die Schulter geschaut: Glen Aggeler

In loser Folge stellen wir die Mitglieder des Gemeinderats vor. Im

zweiten Teil der Serie steht Glen Aggeler im Fokus. Seit 2018 ist er

Mitglied des Gremiums. Im Interview spricht er über die täglichen

Herausforderungen, seine persönliche Motivation und warum ihm

die Standortförderung besonders am Herzen liegt.

Glen Aggeler, welches Ressort verantworten Sie im Gemeinderat?

Ich bin seit meiner Wahl 2018 für das Ressort Volkswirtschaft und

Was gehört konkret zu diesem Ressort?

werbe,

Industrie, der Wochenmarkt, verwaltungspolizeiliche Aufgaben

und verschiedene Bewilligungsverfahren. Daneben sind wir

für zahlreiche Schnittstellen verantwortlich, etwa zum «Netzwerk

mus

oder auch zur Landwirtschaft. Der Wald fällt ebenfalls in unse-

einem Drittel am Waldbauverein beteiligt. Ein weiterer Schwerpunkt

ist die Standortförderung – und nicht zuletzt übernehmen wir auch

Inwiefern?

Herisau verfügt über zahlreiche kulturelle Schätze, von der Olympia-Sammlung

von Markus Osterwalder bis hin zum historischen

Schmuckstück Weiler Schwänberg. Wir arbeiten eng mit dem Museumsverein

zusammen und sind ausserdem für den Betrieb und

Unterhalt des Casinos und des Alten Zeughauses verantwortlich.

Welche grossen Herausforderungen beschäftigen Ihr Ressort derzeit

besonders?

Die grösste Herausforderung liegt im Spagat zwischen Anspruch

begrenzt, und dennoch entstehen durch die vielen Schnittstellen

immer wieder neue Erwartungen. Diese unter einen Hut zu bringen,

verlangt Fingerspitzengefühl und Priorisierung.

Serie

Gemeinderat

gebunden, aber es gibt Handlungsspielraum.

Ideen, die an uns herangetragen

werden, können wir aufnehmen, weiterentwickeln

und bestenfalls umsetzen. Ein

schönes Beispiel ist das Projekt «Lesementoring»,

das aus dem «Netzwerk Alter» entstanden

ist. Solche Projekte zu begleiten und erfolgreich abzuschliessen,

macht die politische Arbeit sehr erfüllend

Teil 2

Haben Sie aktuell ein Herzensprojekt?

Ja, ganz klar die Standortförderung. Wir stehen aktuell an einem

Punkt, an dem wir die Strukturen und Zuständigkeiten dafür neu

Rahmen zu setzen. Ich hoffe sehr, dass uns das gemeinsam gelingt.

Voraussichtlich im Herbst wird der Einwohnerrat über den Antrag

des Gemeinderates entscheiden. Denn Standortförderung betrifft

Bevölkerung.

Worum geht es bei der Standortförderung konkret?

Herisau soll als Wohn-, Arbeits- und Lebensstandort attraktiv bleiben

und weiterentwickelt werden. Dazu gehören die Unterstützung

bestehender Betriebe, die Förderung von Ansiedlungen neuer Unternehmen

und die Zusammenarbeit mit regionalen Akteuren. Auch

Themen wie Digitalisierung, Nahversorgung oder interkommunale

Zusammenarbeit sind zentral. Mir ist wichtig, dass wir als Gemeinde

tion

und auch in der Vermittlung.

Was möchten Sie der Herisauer Bevölkerung zum Schluss mit auf

den Weg geben?

Mir liegt das «Wir-Gefühl» am Herzen. Eine Gemeinde lebt vom Engagement

aller. Ich wünsche mir, dass wir wieder mehr aufeinander

übertragenen Sinn.

Wie sieht Ihre typische Woche als Gemeinderat aus?

Sie beginnt und endet auf dem Wochenmarkt. Dort suche ich gezielt

Der Montag startet jeweils mit einer Sitzung mit dem Abteilungslei-

-

-

Akten studieren, abwägen, Position beziehen, sowohl als Ressortverantwortlicher

als auch als gewählter Vertreter der Bevölkerung.

Und an den übrigen Tagen der Woche?

Da gibt es weitere Sitzungen. Daneben bin ich weiterhin berufstätig.

Trotzdem bin ich jederzeit per E-Mail oder telefonisch erreichbar,

Was motiviert Sie, sich als Gemeinderat zu engagieren?

Mich fasziniert, dass man als Gemeinderat tatsächlich etwas bewegen

kann. Natürlich sind wir an gesetzliche Rahmenbedingungen

Glen Aggeler leitet das Ressort Volkswirtschaft und Kultur.

Eine Publikation der Gemeinde Herisau 06/25


UNSERE GEMEINDE

Sportzentrum

Geburtstag zwischen Wasser und Eis

Die Kinder können nicht nur herumtollen und essen, sondern sich auch kreativ betätigen.

Vor allem für Kinder ist der eigene Geburtstag immer etwas

Besonderes. Seit zwei Jahren sorgt das Sportzentrum Herisau

dafür, dass dieser Tag noch mehr in Erinnerung bleibt. Zwischen

Wasser und Eis bietet er Kindergeburtstage für jeden

Geschmack an.

-

-

und Eltern jeweils positiv aus.»

time

des Sportzentrums Herisau. Zwischen Luftschlangen und Sirupkelchen

liegen Farbstifte, Tischsets zum Ausmalen und die Res-

Pommes Frites, andere sind bereits beim Dessert angekommen –

rück

aufs Eis. «Ich würde lieber baden», ruft ein Geburtstagsgast.

«Dann feiern wir deinen Geburtstag eben im Hallenbad», schlägt

angebots

des Sportzentrums.

-

die Aktivitäten Eislaufen oder Schwimmen zur Auswahl. Zusätzlich

den

– mit oder ohne Dessert. «So haben die Eltern die Möglichkeit,

Teamleiterin Bistro.

Die Geburtstage im Sportzentrum beginnen in der Regel mit dem

gewählten Sportprogramm. Einerseits steht das Hallenbad mit

einem 25-Meter-Becken, einem Warmwasserbecken und einem

Planschbecken mit Rutsche zur Verfügung. Andererseits lockt das

Eisfeld dank seines ganzjährigen Betriebs auch in den anstehenden

Sommermonaten. Danach wartet ein gedeckter Tisch im Bistro mit

Essen und Spielmaterial zum Malen und Basteln.

geburtstagen

zuständig.

Weitere Informationen hier:

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06/2025 Chorzfuetter/Gewerbe · 29

Chorzfuetter

St. Gallerstrasse einspurig befahrbar

Im letzten Jahr wurde die abwassertechnische

Erschliessung für das Bahnhofareal erstellt.

Jetzt muss die Querung der St.Gallerstrasse

instandgesetzt sowie der Deckbelag auf der

Güterstrasse eingebaut werden. Diese Bauarbeiten

führen während zehn Tagen zu Verkehrseinschränkungen.

Start ist am Dienstag,

10. Juni. Dann werden bei der Kreuzung St.Gallerstrasse-Güterstrasse

die Beläge eingebaut.

Die St.Gallerstrasse wird bis Freitag, 20. Juni,

einspurig geführt und der Verkehr mit einer

Ampel geregelt. Die Unterführung zur Güterstrasse

muss ganz gesperrt werden. (gk)

Altersheim Dreilinden wurde verkauft

Florian und Karolin Sutter, Eigentümer der

Augenklinik Herisau, haben die Liegenschaft

der Stiftung Leben im Alter am Dreilindenweg

11 gekauft. Die Stiftung wird das Haus Dreilinden

bis zum Ablauf der Betriebsbewilligung

Ende 2027 als Altersheim weiterbetreiben, sofern

weiterhin ältere Menschen dort wohnen

und ausreichend Mitarbeitende am Standort

arbeiten möchten. Die beiden Parteien haben

entsprechende Übergabebedingungen vereinbart.

Es sei ihnen wichtig gewesen, dass

dieses einzigartige Grundstück in Herisauer

Besitz bleibe. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen

vereinbart. (pd)

SCHULKINDER UND GEWERBEVEREIN

LASSEN DAS DORF AUFBLÜHEN

Pünktlich zum Frühling erstrahlt Herisau

in bunter Blütenpracht. Der Gewerbeverein

hat gemeinsam mit Kindergarten- und

Schulklassen aus dem Dorf eine besondere

Aktion lanciert: Die Kinder und Lehpersonen

dekorierten 24 Hochbeete zum Thema

«Glücksfall», die anschliessend von lokalen

Fachgeschäften bepflanzt wurden. Durch

diese Zusammenarbeit entstanden farbenfrohe

Dekorationen für das Dorf. «Mit jedem

Tag, an dem die Pflanzen weiterwachsen,

verwurzelt sich auch das Glücksgefühl im

Dorf», schreibt der Gewerbeverein in einer

Medienmitteilung. Die von den Kindern gestalteten

Blumenbeete sind seit Mitte Mai

vor den teilnehmenden Fachgeschäften zu

bewundern. (pd) Eines der Blumenbeete vor der Walhalla. (Bild: zVg.)

GLÜCKSPILZE AN DER AUTOSHOW

UND DER FRÜHLINGSAUSSTELLUNG

Appenzeller Welttournee im Casino

Nach dem grossen Erfolg im vergangenen

Jahr mit zwei ausverkauften Vorstellungen

im Casino gastiert die Appenzeller Welttournee

auch in diesem Jahr wieder in

Herisau. Am Sonntag, 19. Oktober, stehen

Stimmkünstler Martin O., Schauspieler Philipp

Langenegger und der Appenzeller Chor

gemeinsam auf der Bühne. Sie präsentieren

eine Mischung aus Klängen, Musik und Humor

aus aller Welt. Tickets sind ab sofort

unter welttournee.ch erhältlich. (red)

Die glücklichen Wettbewerbsgewinner der Herisauer Autoshow: (v.l.n.r.) Jörg Meier, Brigitte Breitenmoser,

Hans Ramsauer, Bruno Räss, Philipp Lanter und Reto Baier.

(Bild: zVg.)

Vier Millionen aus dem Lotteriefonds

Nach Berechnung des Gewinns der Landeslotterie

im Jahr 2024 steht fest, wie viel Geld

in die Kassen der Kantone fliesst: Appenzell

Ausserrhoden erhält etwas mehr als vier

Millionen Franken. Dem Kulturfonds werden

daraus 1,53 Millionen Franken und dem Sportfonds

600‘000 Franken zugewiesen. Insgesamt

530‘000 Franken werden in die Kasse

für Gemeinnütziges gelegt, 20‘000 Franken

sind für Sympathiebeiträge reserviert. (kk)

Sie gewannen die Hauptpreise der Frühlingsausstelung der Näf Service und Maschinen AG: (v.l.n.r.) Andi

Wagner, Marc Vogt und Severine Kupferschmid.

(BIld: zVg.)


30 · Von Gemeindehaus zu Gemeindehaus 06/2025

Waldstatt von der Geisshalden aus gesehen.

WALDSTATT: STELLDICHEIN

VON KUNST UND HOLZBAU

Ein Spaziergang mit Weitblick und Einblicke in die Tradition des Holzbaus, mit künstlerischen

Eindrücken und einmal mehr der Erkenntnis: Das Schöne liegt so nah und birgt beeindruckende

Überraschungen.

Etwas wehmütig machen wir uns auf den Weg

– es ist unsere letzte Wanderung von Gemeindehaus

zu Gemeindehaus. In Schwellbrunn

haben wir begonnen und in den letzten Monaten

reihum unsere Nachbargemeinden besucht.

Mit Waldstatt schliesst sich der Kreis.

Wir könnten es uns einfach machen – Poststrasse,

Alpsteinstrasse und Herisauerstrasse

– und schon wären wir da. Doch zu Fuss führen

schönere Wege in die «stadtnahe, ländliche

Gemeinde mit Herz im Herzen des Appenzeller

Hinterlandes». Wir entscheiden uns

für einen Spaziergang über den Nieschberg

und die Geisshalden – nicht zuletzt auch, weil

wir so den Lieblingsort von Gemeindepräsident

Andreas Gantenbein in unsere Wanderung

integrieren können.

Wir spazieren vom Herisauer Gemeindehaus

aus zum Schwänli. Es kann sein, dass der

kürzere Weg vom Mühlehof zum Büel wegen

Bauarbeiten gesperrt ist, die Umleitung ist

signalisiert und führt über Schloss nach Büel.

Durch den Nieschbergwald erreichen wir den

Nieschberg. Wie immer nutzen wir die Wanderzeit

auch, um unseren Gedanken zum

angestrebten Ziel freien Lauf zu lassen. Mir

kommen das geheizte Freibad (unbedingt ein

Besuch wert!), der Waldstätter Gidio, Viehschau,

Silvesterchlausen, Otto Bruderer und

Emma Kunz in den Sinn. Zu Letzteren später

mehr. Und schliesslich sind da die Worte

meines Geschichtslehrers: Waldstatt gehörte

bis 1719 zu Herisau. Dann wurde das Kirchenund

Armengut getrennt. Die Besonderheit:

Waldstatt erlangte als einzige Ausserrhoder

Gemeinde bereits vor dem Bau der eigenen

Kirche die Selbständigkeit. Der 1719 bewilligte

Kirchenbau übrigens gestaltet sich zu einer

Art Wettbewerb mit der Gemeinde Schönengrund,

welche die Erlaubnis im selben Jahr erhielt.

Das Resultat: Beide Kirchen wurden 1721

am gleichen Tag eingeweiht. Soweit meine

Assoziationen. Wie charakterisiert Andreas

Gantenbein seine Gemeinde? «Waldstatt ist

(Bilder: es)

ein Dorf mit einer sehr grossen Holzbautradition.

Aber auch andere innovative Betrieb

gehören zu unserem einheimischen Gewerbe.

Die Landwirtschaft pflegt die umliegenden

Flächen bis ins Dorf bilderbuchmässig und in

Waldstatt können die Einkäufe für den täglichen

Gebrauch in Gehdistanz getätigt werden.»

Ein Dorf mit Holztradition

Noch sind wir nicht in Waldstatt. Kurz nach

dem Nieschberg wählen wir den Weg zur

Geisshalden. Hier, am Lieblingsort von Andreas

Gantenbein, geniessen wir den Blick

auf Waldstatt und zum Säntis hin. Bildlich

sehen wir vor uns, was der Gemeindepräsident

über seine Gemeinde sagt: «Waldstatt

liegt traumhaft eingebettet zwischen den

beiden Hügelzügen zwischen der Geisshalde

und Oberwaldstatt.» Und wir verstehen sein

Schwärmen: «Das Schöne liegt ganz nah. Der

Blick zum Alpstein mit Säntis ist tagtäglich im

Lichtspiel der aufgehenden, aber auch untergehenden

Sonne ein Traum.» Nun, die Sonne

steht am Zenit und wir nähern uns dem Dorf

über die Geisshaldenstrassen. Dies nicht

ohne «Hintergedanken», bei Vollhofstatt

nämlich treffen wir auf den Holzweg. Dieser

führt rund um das Dorf und informiert an 16

Stationen über die Vielfalt des Holzes. Dies

Die Mittenstrasse mit Kirche und dem Otto-Bruderer-Haus.

Emma-Kunz-Pavillon mit Bad Säntisblick im Hintergrund.


06/2025 Von Gemeindehaus zu Gemeindehaus · 31

kommt nicht von ungefähr: Wie viele Ausserrhoder

Gemeinden war auch Waldstatt im

18. Jahrhundert geprägt durch die Milch- und

Viehwirtschaft und das Textilgewerbe. Im

19. Jahrhundert waren rund drei Viertel der

arbeitenden Bevölkerung in der Textilbranche

tätig. Die schwere Wirtschaftskrise ab

Beginn des Ersten Weltkrieges aber traf auch

Waldstatt. Noch vor Beginn des Zweiten Weltkriegs

verlagerte sich das Schwergewicht der

Beschäftigung unter anderem auf die Verarbeitung

von Holz. Diese Tradition prägt das

Dorf bis heute. Die Bauten des Waldstätter Ingenieurs

und Holzbaupioniers Hermann Blumer

sind auf der ganzen Welt bekannt. Und

wer von Herisau nach Schönengrund fährt,

passiert zuerst die Lignatur AG und dann die

Blumer Fensterwerke.

Otto Bruderer und Emma Kunz

Über die alte Landstrasse gelangen wir zur

Dorfstrasse. Obwohl wir damit unser Ziel, das

Gemeindehaus von Waldstatt, erreicht haben,

setzen wir unseren Weg noch ein wenig fort

– auf den Spuren des Holzes und von Emma

Kunz. Der zu ihren Ehren geschaffene Pfad mit

fünf Stationen beginnt beim Dorfbrunnen.

Den ersten Halt machen wir aber vor dem

Haus von Otto Bruderer, welcher von 1911 bis

1994 in Waldstatt lebte. Auf der Homepage

waldstatt-tourismus.ch ist nachzulesen: «Das

Otto Bruderer Haus an der Mitterstrasse

birgt einen fast unerschöpflichen Fundus von

Aquarellen, Skizzen, Bildern auf Papier, Leinwand

und hartem Malgrund. Es gibt Ordner

mit Märchen, einen Schubladenstock voller

Skizzen, Kartons mit auf Kartonschnipseln

notierten Sprüchen.» Bruderers Werk wird

heute von der «Otto Bruderer Gesellschaft»

im Wohnhaus des Künstlers aufbewahrt. Die

Gesellschaft organisiert regelmässig Ausstellungen

mit aktuellen Künstlerinnen und

Künstlern und macht wechselnde Teile des

Nachlasses zugänglich. (Weitere Infos unter:

www.ottobrudererhaus.ch)

Nun zu Emma Kunz (1892-1963): Die berühmte

Heilerin, Forscherin und Künstlerin

lebte von 1951 bis zu ihrem Tod 1963 in der

Schäfliwies. «Hier fühlte sie sich wohl und

konnte sich, zurückgezogen und konzentriert,

ihrer inneren Bestimmung widmen. In dieser

Zeit entstanden die meisten ihrer über 400

Werke, die berühmten Pendelbilder. Die Erforschung

und Anwendung energetischer und

geistiger Kräfte erreichten in dieser Zeit ihren

Höhepunkt.» Von ihrem Wohnhaus aus führt

uns der Weg zur Badtöblibrücke. Diese Brücke

– entworfen von Hermann Blumer – verbindet

Waldstatt auf einem Weg durch den Wald

mit dem Bad Säntisblick – und damit quasi mit

den Wurzeln des Waldstätter Tourismus. 1772

wurde hier eine «heilsame» Wasserquelle entdeckt.

Das Bad und das später gebaute Kurhotel

trugen wesentlich dazu bei, dass Waldstatt

zum Kurort wurde. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts

bis 1923 verfügte das Bad Säntisblick

übrigens über eine eigene Brauerei. Mitte der

1960-er Jahre wurde aus dem Kurhotel ein Seniorenheim.

Unser Augenmerk gilt indes nicht

diesem, sondern dem Emma-Kunz-Pavillon.

Ein komplexer Holzbau, welcher angelehnt an

eines ihrer Bilder von Hermann Blumer entwickelt

wurde. Gebaut aus rund 1000 Einzelteilen

lässt sich so eines ihrer Werk dreidimensional

erleben. Unsere für heute letzte Station

ist der gleich nebenanliegende Weiher. Nach

einem geruhsamen Blick auf das Wasser, in

dem sich zahlreiche Fische tummeln, machen

wir uns auf den Rückweg ins Dorf.

Zwei Waldstätter Bahnhöfe

Auf die Frage, was man über seine Gemeinde

unbedingt wissen müsse, erklärt Andreas

Gantenbein: «Waldstatt hat mit seinen 1875

Einwohnenden über 900 Arbeitsplätze.» Zudem

gäbe es in Waldstatt einen Punkt, an

welchem bei schönem Wetter das Münster

von Ulm aber auch die Berner Alpen gesehen

werden können.» Und er empfiehlt uns eine

Wanderung zu den Teufelsmauern.» Diesen

Spaziergang zur Mündung des Murbachs in

die Urnäsch verschieben wir auf einen anderen

Tag. Auf den Zug nach Herisau wartend

kommt uns eine weitere Geschichte in den

Sinn. Waldstatt hat nämlich zwei Bahnhöfe.

Einer mit Bahnanschluss, einer versteckt auf

einer Lichtung hinter der Alp Gross Gerstengschwend

im Urnäscher Bettenloch. Als die

Gemeinde einen neuen Bahnhof erhielt, kaufte

ein Landwirt aus Urnäsch das alte Gebäude

und liess es 1924 mit Ross und Wagen ins Bettenloch

transportieren. Lange Zeit wurde das

Gebäude kaum beachtet und zerfiel immer

mehr. Dass dem ehemaligen Bahnhof wieder

neues Leben eingehaucht wurde, ist der «Aktion

Bettenloch» zu verdanken. Seit 2001 erstrahlt

das Haus in neuem Glanz, gehört dem

Kanton Appenzell Ausserrhodern und eine

lose Gemeinschaft von Waldstätter Senioren,

genannt «Bettenlochschuppel», sorgt unentgeltlich

für dessen Erhaltung. Wir sind nach

dem Besuch von Waldstatt also nicht nur reicher

an Erinnerungen und Erkenntnissen, sondern

auch um mindestens zwei Ausflugsziele.

Eva Schläpfer

Unser Weg von Herisau nach Waldstatt.

(Bild: SchweizMobil)

Waldstatt

Waldstatt ist eine eigenständige Gemeinde seit 1720.

Bis 1970 zeigte das Waldstätter Wappen ein Kirchlein mit Spitzturm

inmitten von Tannen. Im Zuge der Vorbereitungen zur 250-Jahr-Feier

stellte sich heraus, dass dies heraldisch falsch war. Daher hat der Gemeinderat

im Jubiläumsjahr entschieden, der Gemeinde das richtige

Wappen zu geben, welches eine Kapelle mit Haubenturm zwischen

vier Tannen zeigt. Herleitung der Ortsnamen gemäss dem Lexikon

für schweizerische Gemeindenamen: Waldstatt bedeutet «Ort, Ortschaft,

Stelle im Wald».

Tiefster Punkt: Urnäschtobel, 666 m ü. M.

Höchster Punkt: Höggwald, 966 m ü. M.

Fläche: 6,75 km²

Einwohner: 1874 (31. Dezember 2023)

Einwohnerdichte: 278 Einwohner pro km²


32 · Von Gemeindehaus zu Gemeindehaus 06/2025

ANDREA CARONI UND «FURZIPUPS»

WECKEN DIE LESEFREUDE

Im Rahmen des Schweizer Vorlesetags am

21. Mai war Ständeratspräsident Andrea Caroni

in einer 3. Klasse in Herisau zu Gast. Er

lese aus einem Werk der Weltliteratur vor,

scherzte der Politiker im Klassenzimmer

des Schulhauses Waisenhaus. Der Ständeratspräsident

nahm einen Band der Serie

«Drache Furzipups» aus seinem Rucksack.

Er hielt sich aus Anlass des Schweizer Vorlesetags

in der Klasse auf. Zu «Furzipups»

gehören Plastikknöpfe, die Caroni verteilte:

Die Kinder hatten im richtigen Moment der

Erzählung ein «Pups»-Geräusch zu erzeugen.

«Ich lese gerne, und ich lese gerne vor»,

erzählte er während seiner Leselektion. Die

zweite Geschichte, die er in den Händen

hielt, war das «Böse Buch». Es handelt von

Lara, ihren Eltern und einigen dramatischen

Erlebnissen – wie die Pflicht, sich mit Seife

waschen zu müssen, ohne Stützräder zu fahren

oder am Morgen wegen der Schule früh

aufzustehen. Andrea Caroni baute persönliche

Bemerkungen ein, stellte Zwischenfragen.

Es sei ja eines der Ziele, dass die Kinder

Andrea Caroni las vor und erzählte den Kindern, dass er selbst gerne lese.

auch Spass am Lesen haben, meinte er am

Schluss. «Deshalb lasse ich dieses Exemplar

von Furzipups hier. Und ihr könnt mit

eurer Lehrerin eine Abstimmung durchführen,

welchen Band der ‹Böse Buch›-Serie ich

euch später zukommen lassen soll.» (gk)

(Bild: gk)

Jedes Kind dieser Welt hat das Recht,

Kind zu sein. Ganz einfach. www.tdh.ch


06/2025 Gesellschaft / Rezept · 33

KABARETTIST SIMON ENZLER STEHT

FÜR DIE DREISCHIIBE VOR DER KAMERA

Der Appenzeller Kabarettist Simon Enzler hat

für die dreischiibe drei kurze Videoclips gedreht

– pointiert, trocken und berührend. Er

bring auf den Punkt, worum es im Arbeitsalltag

vieler Menschen geht: ein Znüni im Team,

der eigene Lohn, ein zufriedener Feierabend.

Hinter den humorvollen Szenen stehen jedoch

ernste Themen: Es geht um Menschen,

deren Lebensrechnung nicht wie gewünscht

aufgeht – weil sie übersehen, abgeschrieben

oder vergessen wurden. Die dreischiibe rechnet

anders und zählt auf Menschen, die mehr

können, als man ihnen zutraut. Sie bietet an

verschiedenen Standorten diverse Arbeitsplätze

an, beispielsweise in der Gastronomie,

Bäckerei, Wäscherei oder Logistik. Ziel ist

der Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. Dafür

braucht es Unterstützung: von Menschen, die

bewusst einkaufen, von Auftraggebern, die

Vertrauen schenken und vor allem von regionalen

Unternehmen, die nicht nur Strukturen,

sondern auch passende Stellen schaffen.

Denn wie Simon Enzler sagt: «Nu we handlet,

gsiet wane tue het!» (pd)

Videos hier anschauen

https://shorturl.at/P2IdL

Rezept

des Monats

KAROTTEN-ORANGEN-

KOKOS-SUPPE

Zutaten

– 1 kg Karotten

– 2,5 Zwiebeln

– 2,5 EL neutrales Öl

– 1500 ml Gemüsebrühe

– 500 ml ungesüsste Kokosmilch

– 2,5 grosse Orangen

– 6 TL Limettensaft

– Muskatnuss

– Salz

Zubereitung

1. Zwiebel, Karotten und Ingwer schälen und

in kleine Stücke schneiden.

2. Zwiebel und Ingwer in Öl andünsten, nach

ein paar Minuten Karotten zugeben und ein

wenig mitdünsten. Brühe hinzugeben und

köcheln lassen, bis die Karotten weich sind.

3. Saft der Orange und die Kokosmilch hinzufügen,

alles bei hoher Stufe mixen und fein

pürieren.

4. Suppe durch ein Sieb giessen, um grosse

Stückchen herauszufiltern.

5. Mit Salz, Muskatnuss und Limettensaft

abschmecken.

Simon Enzler in der Backstube der dreischiibe.

(Bild: zVg.)

SWISS-SKI SUMMER CHALLENGE

MACHT HALT IN HERISAU

Am Sonntag, 22. Juni, wird Herisau zum Schauplatz

von Action, Teamgeist und Sommerstimmung.

Dann gastiert nämlich die Summer

Challenge von Swiss Ski auf dem Ebnet. Kinder

und Jugendliche der Jahrgänge 2010 bis 2018

sind eingeladen, sich in Vierer-Teams auf spielerische

Weise zu messen. Dabei können die

Teilnehmenden unter anderem bei den Nordic-,

Alpin-, Freestyle- und Cross-Parcours ihre

Geschicklichkeit sowie ihre Ausdauer unter

Beweis stellen. Für die besten Teams winkt die

Teilnahme am Saisonfinale am 13. September

in Menzingen. Pro Event qualifizieren sich die

drei besten Teams in den Kategorien Seniors

(Jahrgänge 2010 bis 2012), Juniors (2013 bis

2015) und Youngsters (2016 bis 2018) sowie

ein ausgelostes Team für das Finalturnier.

Durchgeführt wird der Wettkampf vom Volleyballclub

Herisau und dem Skiclub Gossau.

Die Teilnahme kostet 70 Franken pro Team,

auch Einzelanmeldungen sind möglich. Im

Preis inbegriffen sind ein Mittagessen und ein

Erinnerungsgeschenk. Weitere Informationen,

Rückblicke auf vergangenen Anlässe und Anmeldemöglichkeiten

gibt es auf www.summerchallenge.ch.

(pd)


34 · Herisauer Wald 06/2025

SEIN HERZ SCHLÄGT FÜR

LINDEN, BUCHEN UND EICHEN

Nicht nur im Appenzellerland werden alte Bäume immer mehr als Störung empfunden und

deshalb abgeholzt. Res Ramsauer von der Baumwelt AG setzt sich für ihren Erhalt ein. Er

erzählt, wie er Baumschutzspezialist geworden ist und welche Signale Bäume schicken.

Bäume gefallen Res Ramsauer nicht nur wegen

ihrer Optik, auch wenn das ein weiterer

positiver Faktor für ihn ist. «Die Linde ist

der liebste Baum, den es gibt. Wenn man

hochschaut, sieht man sowohl bei jungen

als auch bei den reiferen Bäumen überall

nur Herzen», sagt er. Man höre das Summen

von Bienen und spüre die gewaltigen

Energien, die so ein Baum mit sich bringt.

«Es ist einfach unglaublich schön, unter

einem Baum seine Zeit zu verbringen». Eine

zusätzliche Beschäftigung wie das Handy

sei dabei ganz und gar unnötig, denn das

Beobachten und Bestaunen der Natur reiche

vollkommen. «Dazu bieten die Bäume

Schatten und bei einer Bise hört man die

Blätter rascheln.» Die hölzernen Riesen

bieten nicht nur ein Ort zum Entspannen,

sondern haben einen positiven Einfluss auf

unsere Umwelt. Ein grosser Baum wie jener

beim Psychiatrischen Zentrum kann rund

eine Tonne Feinstaub aufnehmen. Dieser

setzt sich auf den Blättern ab und wird bei

Regen in den Boden abgewaschen. Ebenso

können an einem Spitzentag rund 1000 Liter

Wasser verdunstet werden.

Doch das ist noch nicht alles. Mit einem

Lächeln auf dem Gesicht erzählt Ramsauer,

was ihn am meisten begeistert: «Der Baum

produziert unseren Sauerstoff – und das

einfach so, gratis». Diese reine Luft sei für

uns Menschen zum Überleben konstant notwendig.

Der Spezialist empfiehlt jedem, sich

einfach mal Zeit zu nehmen, um die Idylle

rund um einen Baum bewusst wahrzunehmen

und Abstand aus der immer schneller

werdenden Welt zu gewinnen. «Viele Leute

scheinen nicht zu verstehen, was für einen

Wert unsere Bäume haben». Ein Baum sei

schnell gefällt, aber bis so ein Prachtsexemplar

wieder auf die gleiche Grösse gewachsen

sei, dauere es mehrere Generationen.

«Ich kann mit meiner Arbeit etwas für das

Grüne in unserer Welt bewirken. Kaum ein

Beruf ist so positiv und dankbar wie meiner»,

sagt Ramsauer mit hörbarem Stolz.

Das sei mit einer der Gründe, weshalb er

Baumpflegespezialist geworden sei.

Viel Kunden- und Baumkontakt

Der 39-jährige Res Ramsauer ist mittlerweile

seit über 15 Jahren als Baumpflegespezialist

tätig und macht «eigentlich alles, was mit

«Einen Baum

zu spüren,

begeistert mich

am meisten.»

Bäumen zu tun hat». Der Mann mit den

freundlichen braunen Augen ist Geschäftsleiter

der Baumwelt AG mit Sitz in Herisau

und setzt sich für den nachhaltigen Erhalt

älterer Bäume ein: «Ihnen gehört mein Herz.

Ob Buche oder Linde – einen Baum in diesem

Alter haben zu dürfen, ist unglaublich

schön.» In seinem Arbeitsalltag ist Ramsauer

oft unterwegs und hat viel Kundenund

Baumkontakt. Nachdem er am Morgen

die Aufträge an seine vier Mitarbeiter verteilt

hat, geht es auch schon los. Die einen

klettern in die höchsten Baumwipfel, die

anderen haben einen Beratungstermin mit

Kunden. «Eigentlich versuche ich immer, das

Beste für den Baum rauszuholen», erklärt

Ramsauer. Dabei suche er stets den Kompromiss

zwischen den Ansprüchen seiner Kunden

und den Bedürfnissen des Baumes. Mit

seiner überzeugenden Art und seinem breiten

Wissen über die Natur konnte er schon

viele Bäume retten, die gefällt worden wären.

Nicht selten genüge es, die Äste anstelle

einer vollständigen Fällung zu stutzen. Oft

sei es das Hauptproblem, dass die Leute sich

an herabhängenden Ästen störten oder gar

fürchteten, dass der Baum nicht stabil genug

sei und somit ein Risiko darstelle. «Mit einer

guten Vorbesprechung schaffe ich es, dass

die Leute dann auch mehr Freude an ihren

Bäumen haben.»

Auch wenn Ramsauer versucht, so viele

Bäume wie möglich zu schützen, gibt es

Fälle, in denen er ein Baumleben beenden

muss. Sei dies, weil der Baum krank ist oder

an einem Ort steht, der bebaut werden soll.

Ramsauer und sein Team von der Baumwelt

AG sind auch hier spezialisiert. «Wir

brauchen keinen Kran und können abseilen,

ohne das etwas kaputt geht, selbst wenn

die Lage des Baums eine Herausforderung

darstellt.» Auch wenn das einem Verlust

von Grünfläche gleichkommt, ist der Baumpflegespezialist

mit Herzblut dabei. «Meine

Freude an den Bäumen ist vor allem wegen

meiner Tätigkeiten und dem Kontakt zu ihnen

stark gewachsen. Auf so einem riesengrossen

Baum zu klettern und ihn zu spüren,

begeistert mich am meisten.» Die Baumwelt

AG achtet stets darauf, möglichst wenig

Schaden anzurichten und die grünen Riesen

nicht zu verletzen. Eine Kletterausrüstung,

ein paar gute Schuhe (aber ohne Spitzen an

der Sohle) und ein angehängter Sandsack an

einer feinen Schnur – das ist alles, was sie

für eine Bauminspektionen benötigen. Die

Schnur wird samt Sack über einen Ast geworfen

und anschliessend das Seil eingezogen.

So kann geklettert werden, ohne den

Baum zu beschädigen. Der Baum selbst bietet

sicheren Halt, zusätzlich sind die Spezialisten

mit einem Kletter-«Gstältli» gesichert.

So sind die Arbeiten auch bei nassem Wetter

gefahrlos möglich.

Das Bewusstsein schärfen

Bei sich zu Hause hegt und pflegt Res Ramsauer

ebenfalls allerlei Pflanzen. Mit Freude

in der Stimme erzählt er von seinen rund

450 Arten, die man auf der Website baumhof.ch

beobachten kann. Von Mammutbäumen

über Arven bis hin zu Ginkgo, Linden

und Obstbäumen – in seinem Garten gibt

es eine unglaubliche Biodiversität. «Diese

Arten pflanze ich für unsere nächsten Generationen.

Aber auch schon allein das Aufziehen

und Beobachten der Grünlinge ist sehr

schön». Seine Sammlung sei ein Paradebeispiel

dafür, der Natur freien Lauf zu lassen

und nichts zu erzwingen. «Auch bei mir gibt

es Pflanzen, die an gewissen Stellen nicht

wachsen wollten und sich stattdessen woanders

breit gemacht haben. Das gehört dazu.»

Da die Bepflanzung gerade in Städten

immer weniger wird, «ist jedes Grün, das

irgendwo steht, für mich sehr positiv», sagt

Ramsauer. In der heutigen Zeit realisierten

die Leute teils nicht mehr, was ein Baum für

Vorteile mit sich bringe. Eine Änderung der

Perspektive könne viel ausmachen. Ein Beispiel

dafür seien die herabfallenden Blätter.

»Alles, was da runterkommt, ist in gewisser

Weise ein Dankeschön des Baums. Das ist eines

der einzigen Signale, das er uns schicken

kann. Ein Baum kann sich ja schlecht wehren

oder weggehen.» Ramsauer möchte dieses

positive Denken weitergeben und wünscht

sich, dass die Leute achtsamer werden und

der Natur mehr Bewusstsein schenken.

Denn wer erkenne, dass ein Baum Jahrzehnte

zum Wachsen brauche, kümmere sich

mehr um seine Erhaltung. «So können die

Bäume wieder so alt werden, wie sie ohne


06/2025 Herisauer Wald · 35

Einfluss der Menschen geworden wären.»

Die geschätzt 800 Jahre alte Linde in Linn

(AG), einer der ältesten Bäume der Schweiz,

sei eher eine Ausnahme. «Und das, obwohl

die Lebenserwartung einer Linde tausend

Jahre beträgt. Das ist also ein bisschen, wie

wenn ein Mensch nur gerade fünfzig wird,

obwohl er eigentlich eine wesentlich höhere

Lebenserwartung hätte.»

Eine nachhaltige Pflege

«Die Arbeit der Baumwelt AG ist in dem Sinne

ein Geschäft, weil die Bäume die Pflege

nicht unbedingt bräuchten», erklärt Res

Ramsauer im kühlen Schatten eines etwa

140-jährigen Baums. Aber der Mensch habe

Ansprüche. Bei einem Spielplatz beispielsweise

dürfe kein Ast runterfallen, sonst gelte

er als gefährlich und wird gefällt. «Wir bieten

die Baumpflege an, damit wir den Baum nur

so viel schneiden und kürzen müssen, dass

er nicht beeinträchtigt wird und möglichst

naturgerecht wachsen kann.» Seine Mitarbeitenden

und er achten darauf, vorausschauend

und nachhaltig zu arbeiten. Oft

reagieren sie so, dass die nächsten sieben bis

zwölf Jahre nichts mehr am Baum verändert

werden muss. «Es schmerzt mich jedes Mal,

wenn ich einen Ast absägen muss», gesteht

Ramsauer. «Aber hin und wieder muss ich

das machen, für die Zukunft des Baums ist es

eine gute Sache. Mit unserer Arbeit minimieren

wir die Gründe für eine Baumfällung.»

Welchen Tipp hat der Profi für den Alltag

der Leserschaft? «Weniger Salzen und keine

Giftstoffe ausgeben.» Denn das Salzwasser

und viele Chemikalien beschädigten die Bäume.

«Man muss von Fall zu Fall schauen, was

Sinn ergibt, damit die Bäume möglichst lange

wachsen können.» Durch die veränderten Bedingungen

müsse man vielleicht auch eher

mal einen ausländischen Baum pflanzen, der

an harte Bedingungen gewöhnt ist, anstatt zu

versuchen, einheimische Bäume in eine Umgebung

voller Beton zu zwängen. «Ich versuche

den Leuten oft zu erklären, dass man in

der Artenwahl etwas offener bleiben muss»,

so Ramsauer. Ebenfalls sei es wichtig, dass

die ersten grösseren Astabzweigungen erst

auf etwa acht Metern Höhe beginnen. Wenn

das bei jungen Bäumen vernachlässigt werde,

lägen die äussersten Äste später zu tief und

verhinderten beispielsweise die Durchfahrt

mit dem Auto. «Wenn man das beachtet,

kann dem Baum eine viel längere Lebenserwartung

garantiert werden, da er niemandem

im Weg steht.» Zusammenfassend wünscht

sich Res Ramsauer den langfristigen Erhalt

der Bäume. «Für das stehe ich ein. Das ist

mein Antreiber.»

Res Ramsauer setzt sich seit 15 Jahren für den Erhalt älterer Bäume ein.

(Bild: Sara Fiore)

Sara Fiore


36 · Kalender 06/2025

Kalender

Juni

4. Lollipop «mehr als nur ein Chrabbeltreff»,

14 –17 Uhr mit Zvieri, ref. Kirchgemeindehaus

5. Vereinsreise Zürcher Weinland-Schaffhausen,

Vitaswiss, Anmeldung bis 26.

Mai: 079 703 96 49

5. Zubi Trophy 2025, 18 Uhr, Alpsteinstr. 83

5. Mittagstreff. Club 60plus, 11.30 Uhr, Casino

6. JAMfreeday, 19 Uhr, Dä 3.Stock

6. Konzert vom Trio Rond om dä Stäntis,

20 Uhr, Kaffi Karl, Kasernenstrasse 39a

7. PC-Reparierbar, 10 – 14 Uhr, WinWin

Markt

7. Obetschwinget, ab 17 Uhr, Ebnet

10. Spaziergang Schloss- und Mötteliweiher,

Club 60plus, 12.45 Uhr, Bahnhof

11. Musik- und Tanznachmittag, Pro Senectute

AR, 14.30 – 18 Uhr, Restaurant Treffpunkt

11. Einwohnerratssitzung mit anschliessendem

Festakt, 17 Uhr, Gemeindehaus

11. Schnupperabend für Tennis-Interessierte,

17 – 20 Uhr, Tennisanlage

11. Dorf-OL, 17.30 – 19 Uhr, Schulhaus Ebnet

West

11. Mit dem E-Bike durchs Necker- und Thurtal,

Club 60plus, 9 Uhr, Sportzentrum

12. Schnupperabend für Tennis-Interessierte,

17 – 20 Uhr, Tennisanlage

13. Kinderkirche Dorf, 16.15 – 17.15 Uhr, reformiertes

Kirchgemeindehaus

13. Disconight mit 80er & 90er Musik, ab

19 Uhr, Dä 3.Stock

14. Chinderfiir mit Zvieri, ab 9.30 Uhr, Kirchgemeindehaus

15. Alpexkursion Weissbad - Sonnenhalb -

Lehmen, OG Herisau und Appenzeller

Vogelschutz, 7.05 – 11 Uhr, Bahnhof Weissbad

15. Spielesonntag, 14 – 18 Uhr, Dä 3.Stock

16. Bundesübung, Schützenverein Herisau,

18 – 20 Uhr, Schiessanlage Breitfeld

17. Konzert vom Alpstää-Chörli, Club 60plus,

14 Uhr, kath. Pfarreiheim

18. Tagesausflug nach Oberstaufen, Seniorinnen

und Senioren der katholischen Pfarrei

Herisau, 9 – 19 Uhr, Chälblihalle Herisau

19. Vernissage zur Kunstausstellung von Paul

Huber, 19 – 21 Uhr, Spital Herisau

19. Mittagstreff. Club 60plus, 11.30 Uhr, Casino

20. Rocknight mit Fast Love & Ocean's Sixx,

ab 19 Uhr, Dä 3. Stock

21. Musikschule Herisau, Festival, 10 – 18

Uhr, Chäblihalle

Regelmässig

Café unter den Bäumen, Montag (10 – 17

Uhr) & Freitag (14 – 21 Uhr), Chupfertrocke

Museum Herisau, Mittwoch

bis Sonntag, 13 – 17 Uhr

Figurentheater-Museum, jeweils am

Mittwoch um 14 – 17 Uhr und Sonntag

11 – 16 Uhr

Wochenmarkt, jeweils am Samstag um

8.30-12.30 Uhr

21. Sommerplausch FC Herisau, 10 – 22 Uhr,

Ebnet

22. Swiss Ski Summerchallenge, 8.30 – 16.30

Uhr, Sportanlage Ebnet

24. Besichtigung Chrüterei in Stein AR,

Frauengemeinschaft Herisau Waldstatt

Schwellbrunn, 13.40 Uhr, Bahnhof Herisau

24. Wanderung zum Chindlistei, Club 60plus,

8.50 Uhr, Bahnhof

2 6. Wanderung Magglingen-Taubenschlucht-Biel,

Vitaswiss, Anmeldung: 079

703 96 49

27. Kinderkirche Dorf, 16.15 – 17.15 Uhr, Reformiertes

Kirchgemeindehaus

27. Tag der offenen Tür: 50 Jahre BUSA, 13.30

– 17 Uhr, Kaserne Herisau

28. Tag der offenen Tür: 50 Jahre BUSA, 9 – 16

Uhr, Kaserne Herisau

29. Sonntagscafé, 13.30 – 17 Uhr, Haus Wiesental

BLASMUSIKKLÄNGE IN

ALLEN ECKEN DES DORFES

Am Appenzeller Kantonalmusikfest vom 23.

bis 25. Mai stellten Blasmusikvereine aus

den beiden Appenzell sowie diverse Gastvereine

ihr Können auf die Probe. Spürbare

Anspannung lag in der Luft, sowohl im Casino

als auch in der evangelisch-reformierten

Kirche in Herisau. Am Samstag und Sonntag

präsentierten Appenzeller Blasmusikvereine

und verschiedene Gastvereine im Rahmen

verschiedener Konzertvorträge ihre musikalischen

Darbietungen. Dabei spielte jeder

Verein jeweils ein vorgegebenes und ein frei

gewähltes Stück vor. Die Auftritte wurden

von einer dreiköpfigen Jury bewertet, welche

am Ende des Wettkampfs eine Rangliste erstellte.

Zusätzlich wurde der Sportplatz Ebnet

zu einer Parademusikstrecke umgebaut,

auf der die Vereine ebenfalls vor drei Juroren

ihre Fähigkeiten zum Besten gaben. Parallel

dazu begeisterten die Musikgruppen an der

Kasernenstrasse die zahlreich erschienenen

Die Disziplin Parademusik fand auf der Rundbahn im Ebnet statt.

Zuschauerinnen und Zuschauer, welche sich

dazwischen in der Festwirtschaft verpflegen

konnten. Am Abend bildete die Rangverkündigung

der Darbietungen den krönenden Abschluss

– und ein erfolgreiches Wochenende

voller Musik ging zu Ende. (tp)

(Bild: tp)


06/2025 Sternefööfi · 37

Sternefööfi

EIN BISSCHER MEHR RESPEKT!

Am Sternenhimmel rücken die langsam laufenden

Planeten weiter in die Elemente Luft

und Feuer vor. Das bringt einen grundlegenden

Wechsel an Gesetzmässigkeiten, der von

Dauer ist und unser Erleben dominiert. Wie es

früher war und wie diese teils radikalen Veränderungen

zu bewältigen sind, beschäftigt

die Menschen unterschiedlich. Die Astrologie

kann die Beziehung zwischen vorher und nachher

aufzeigen und helfen, Brücken zu schlagen.

Dabei geht der Blick zu Saturn und Uranus.

Gesetzmässigkeiten von Erde und Wasser

Wenn die Astrologie Gesetzmässigkeiten

lehrt, spricht sie nicht zuletzt vom Respekt

gegenüber der Schöpfung. Wir erleben uns eingebunden

in eine reiche Vielfalt von Wachstum

und steter Veränderung auf diesem Planeten.

Damit verbunden sind zyklische Abläufe in der

Natur und in jedem Lebewesen. Seit jeher versucht

der Mensch, diese Zyklen und Gesetzmässigkeiten

zu seinen Gunsten zu beugen

und Widerstände zu durchbrechen. So hat er in

den vergangenen 200 Jahren der Erdepoche alles

daran gesetzt, die Ressourcen der Erde sowie

die eigenen dazu zu nutzen, um Wohlstand

und Sicherheit zu schaffen. Das war aus Sicht

der Astrologie nicht zuletzt deshalb möglich,

weil diese Verbindungen über Planetenbesetzungen

in den Elementen Erde und Wasser zugänglich

waren. Dass damit auch die Ausbeutung

des Planeten und regelrechter Raubbau

aus Geldgier entstand, zeigt die Masslosigkeit,

die ebenfalls im Lebenden angelegt ist. Doch

anders als in der Tierwelt sieht sich der Mensch

nie durch eine stärkere Spezies bedroht, daher

findet keine natürliche Regulation dieses Gieren

nach mehr statt. Systemische Methoden

wie Staatsgebilde, gesellschaftliche und kulturelle

Normen oder Religionen vermochten

in den vergangenen Jahrhunderten einiges zu

kanalisieren und zu zivilisieren. Aber gerade

M

F

jetzt wird sichtbar, dass mit dem Wechsel der

Gesetzmässigkeiten auch die Wirksamkeit dieser

Instrumente verblassen.

Rückkehr der Wilden und Willigen

Es braucht neue Regulatorien zum Schutz vor

Masslosigkeit und Gier. Mit dem Übergang von

Pluto in den Wassermann (Luft), Neptun und

Saturn in den Widder (Feuer) und demnächst

auch Uranus in den Zwilling (Luft) schliessen

sich bildlich gesprochen die Pforten der Erdepoche.

Nun gilt das Gesetz der Freiheit und

der Eroberung. So benimmt sich der Mann im

Wilden Westen wie ein Goldgräber im Rausch,

während sich jener im Kreml seine eigene Definition

von Freiheit und Eroberungsfantasien

bastelt. Was scheinbar allen fehlt, ist Respekt.

Respekt vor dem bereits Geschaffenen, Respekt

vor dem Gesetz, Respekt vor der Schöpfung

und den Menschen usw. Die Liste wird

immer länger und so stellt sich die Frage, was

ist eigentlich Respekt und wie transportieren

wir dieses wertvolle Regulationsinstrument in

die neue Zeit?

In der Astrologie steht als Symbol dafür der

Planet Saturn und das Zeichen Steinbock. Am

25. Mai hat Saturn erstmals das Feuerzeichen

Widder betreten und bringt damit die Dimensionen

von Respekt und Respektlosigkeit in

die Sichtbarkeit. Diese Phase dauert bis zum

1. September. Danach geht Saturn noch einmal

zurück in das Zeichen Fische und durchläuft

ab dem 14. Februar 2026 das Widderzeichen

für die nächsten zweieinhalb Jahre. Wie immer

zeigt diese rückläufige Phase eines Planeten

eine erste Auseinandersetzung mit den Veränderungen

an. Es lohnt sich daher, genau hinzusehen,

was bis Anfang September in der Welt

und im eigenen Leben geschieht. Man kann

nämlich nicht nur andere in ihrem Respektverhalten

erkennen, sondern auch sich selbst.

Alles muss flexibler werden

Wofür steht man ein, welchen Respekt zollt

man anderen und wie setzt man sich angemessen

durch? Der Wille zur Durchsetzung ruft

nebst der eigenen Kampfbereitschaft immer

Widerstände auf den Plan. So setzt der respektvolle

Mensch seine Anliegen mit Kompromissen

in seiner Umwelt durch. Ganz anders

funktioniert es beim gierigen Menschen. Er

setzt sich über andere, bedient sich nach Lust

und Laune und stellt immer neue Ansprüche.

Das macht er so lange, bis ihm die Grenzen

von aussen aufgezeigt werden, weil er jegliche

Beschränkung – inklusive der eigenen – konsequent

ablehnt. Aber das Ideal der Solidarität

und die Wahrnehmung einer gleichwertigen

Menschheit wurde gerade während der letzten

zweieinhalb Jahren von Saturn in Fische gestärkt.

Die Zunahme von Chaos auf mehreren

Ebenen brachte ans Licht, wie verletzlich der

Mensch ist. Das hat bei den einen den Überlebenswillen

stimuliert, andere sind in die Opferhaltung

gekippt. Die Ohnmacht, die eigenen

Geschicke nicht selbst lenken zu können,

lässt die Menschen ihre Stimmen erheben und

im Widerstand auf die Strassen gehen. Der Ruf

nach Verantwortung schallt hinaus und kehrt

als Notwendigkeit nach Eigenverantwortung

zurück. In einem friedfertigen Land wie der

Schweiz braucht es einen schärferen Blick, um

zu erkennen, wo der Respekt verloren geht.

Aber damit die Gier sich nicht durchsetzt, müssen

auch unsere Regularien dynamischer werden,

wenn sie in einem Zeitgeist mit Anspruch

auf mehr Flexibilität in den Verbindungen und

kreativen, neuen Lösungen bestehen sollen.

Uranus wechselt in die Zwillinge

All diese grundlegenden Auseinandersetzungen

bedingen in zivilisierten Gesellschaften

die Fähigkeiten der Kommunikation. Wer nicht

zu Waffen greifen will, muss die Kunst der

Sprache beherrschen. Wenn Uranus am 7. Juli

das Luftzeichen Zwillinge betritt, wird das Bewusstsein

dafür sich in einer neuen Dimension

vernetzen. Wir müssen wieder lernen, miteinander

zu reden, uns respektvoll mit Grenzen

zu konfrontieren und ehrlich aufeinander zuzugehen.

R-E-S-P-E-C-T von Aretha Franklin ist

die Songunterlage dazu, stimmen sie sich doch

schon mal ein! (nr)

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38 · Rätsel 06/2025

betriebsam,

munter

Abk.:

Südsüdwest

Ferienort

im Kt. VS

in Fett

geback.

Gebäck

aus Jaun

echt,

wirklich

Dunst

über

Städten

langer

Federschal

Nichtfachmann

gemeinschaftl.

landwirt.

Besitz

milchig,

unklar

Futterpflanze

Kelterrückstand

altes

Volk in

Italien 3

Science-

Fictionserie:

Star ...

Gruss

am

Abend:

... Nacht! 5

dt.

Vorsilbe:

schnell

7

Berg im

Kt. GR:

Piz ...

Hülsenfrucht,

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einebnen

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Hawaiis

Gepflogenheit

i.

Geschäft 8

dünner

Pflanzenstiel

Hauptstadt

v.

Norwegen

Kälbermagenextrakt

Berg

bei St.

Moritz:

Piz d›...

kroat.

Insel

d. Mund

betreffend

Musikrichtungschen-

Men-

Rock›n›... schlange

himml.

Wesen

hohen

Ranges

vernichten,

beseitigen

Teil e.

Hühnerprodukts

2

Walliser

Rotwein

heilig

in span.

Städtenamen

Platz,

Stelle

unaufhörlich

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Gesinnung

Wettkampfgewinn

Teilgebiet

der

Mathematik

Weltraumorg.

Entschliessung,

Erklärung

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