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COBURGER – Das Magazin #69

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Nr. 69 | Juni 2025

Gesellschaft. Kultur. Wirtschaft. Politik.




INHALT

AUSGABE 69 | JUNI 2025

6 EDITORIAL. Lieblingspulli.

10 HOFBERICHT. Der Hubsi war da.

14 STADTGESPRÄCHE. Darüber spricht Coburg.

86 KULTURTIPPS. Was wo wann.

90 BUCHTIPP. Was ich von ihr weiß.

91 IN EIGENER SACHE. Petzer.

96 ZWA IM BRÖDLA. Die Messe ist gelesen.

97 AUF EIN WORT. Auf ins Panorama.

98 DAS LETZTE. Theaterlästerung.

20

24

32

34

38

44

DIE NATUR IST MEINE TANKSTELLE.

Wanderer Heiko Hartmann.

ÜBER DEN TELLERRAND GESCHAUT.

Fotostrecke Designtage.

WO FÜHLST DU DICH ZUHAUSE?

Sonderthema Heimat.

WO DAS LEBEN BEGINNT.

Hebammen sind Zukunft.

WO UNSER WASSER HERKOMMT.

Ein Netz für die Zukunft.

GRÜNE OASE HOFGARTEN.

Aus der Reihe „Meilensteine“.

48 MACHER.

Dieses Mal Matthias Straub.

50

54

64

76

GRÜNER GRÜNDERGEIST.

Bastian Geuss und die Solarparks.

DIE BARAUFMISCHER.

SESES und ihre Fruchtreduktionen.

TOR ZUM SÜDEN.

Aus der Reihe Kultouren.

HIER WOHNTE …

… ein Philosoph.

92 KAFKA-VARIATIONEN.

Galerie Peter Korn.

UND VIELES MEHR.

Titel:

Höfisches Picknick mit Vesteblick

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EDITORIAL

EDITORIAL

WOLFRAM HEGEN

Wie ein zu eng gestrickter Lieblingspulli, den man nicht mehr auszieht, obwohl

er längst juckt, zwickt, knistert, einen fest umschlingt wie die Umarmung einer

Tante, die nie gelernt hat, rechtzeitig loszulassen, sich dabei wohlig und beengt

zugleich anfühlt, wie ein Raum, in dem noch der Geruch der Kindheit hängt, das

Lachen, das früher mal aus dem Fernseher kam, als alles in Ordnung schien, während

draußen der Pizzabote über das Kopfsteinpflaster fluchte, drinnen der Radiowecker

von 1978 tickte, die Katze schnurrte, die Heizung gluckste und alles sagte:

Bleib, obwohl alles in einem schrie: Geh, wie ein Ort also, der sich in den Kopf brennt, ohne dass man ihn

je gewählt hätte – so klebt einem der Begriff „Heimat“ an den Fersen, an der Stirn, unter den Fingernägeln,

emotional aufgeladen wie ein Möbelstück, das zu groß ist für jede neue Wohnung und trotzdem immer mitkommt,

weil es sonst keiner nehmen würde, weil es Geschichte hat, Vergangenheit, Prägung, Schmerz und

Trost – und deshalb fragen wir in dieser Ausgabe: Heimat – wo fühlst Du Dich zuhause?

Im wörtlichsten Sinne geht es da los, wo alles beginnt – bei den Hebammen, die nicht nur neues Leben empfangen,

sondern uns daran erinnern, dass Heimat mit zwei Armen beginnt, die uns halten. Wir haben mit

Christian Boseckert über den Coburger Hofgarten gesprochen, über dessen Bäume, Wege, Stille und Geschichte

– Heimat unter freiem Himmel. Juristisch gesehen hat Heimat natürlich auch eine Adresse, einen

Pass, Rechte, Pflichten – was das bedeutet, weiß unsere juristische Kolumnistin Heidi Schüler.

Und dann? Wandern wir weiter. Mit Heiko Hartmann, Schritt für Schritt auf weiten Wegen, wo er Kraft

tankt. Wir stellen unseren Macher Matthias Straub vor, höchste Zeit, hat er doch seit vielen Jahren im

Theater viel auf die Beine gestellt und dabei hier Wurzeln geschlagen, wo andere wie oft im Theaterzirkus

nur wenige Jahre Station machen. Wir portraitieren Bastian Geuss, der auf Urlaub verzichtet hat, damit

Deutschlands Solarparks gepflegt aussehen – und ganz nebenbei Naturschützer ist. Und natürlich darf auch

ein bisschen Bar-Feeling nicht fehlen: Till Sprackties und Lars Eggers exportieren Fruchtreduktionen aus

Coburg an die Tresen der Republik – sie mischen sozusagen die Szene auf.

Und sonst? Wir waren in Creidlitz im Gut Hambach, einem Haus mit Geschichte und Geschichten, sind nach

Bozen gereist mit unseren Kultouren, haben Bilder gesammelt – von den 37. Coburger Designtagen, von Peter

Korns kafkaesken Kunstwelten.

So, jetzt sind erst einmal Sie dran.

P.S. Besondere Aufmerksamkeit bitte für Roland Spranger und Andreas Leopold Schadt und ihre „Zwa im

Brötla“, aus denen eindeutig hervorgeht, dass es für Krimis in Deutschland eigentlich keine Opfer mehr gibt.

P.P.S. Wir freuen uns über Zuwachs im COBURGER: Hallo schoen.frau. Mehr im Heft.

6 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


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AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 7


INHALT

20 GRENZERFAHRUNG

Die Natur ist meine Tankstelle

24

FOTOSTRECKE

Coburger Designtage

30

SPECIAL OLYMPICS

Landesspiele Erlangen 2025

42

SCHOEN.FRAU

ab sofort im COBURGER

48

MACHER

Matthias Straub

50

GRÜNER GRÜNDERGEIST

Start-Upper

8 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


INHALT

52 54

Björn Hieber

25 JAHRE UNTERNEHMERTUM FRUCHTREDUKTIONEN FÜR JEDE BAR

SESES DRINKS

KULTOUREN

64 Bozen

SPIELZEIT 2025

DIE UNENDLICHE GESCHICHTE

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AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 9


COBURGER DESIGNTAGE

FOTOS: VAL THOERMER

HOFBERICHT

Gefühlte Großstadt? Herzogtum? Nabel der Welt? Nein, das ist Coburg

sicher nicht, allen Behauptungen zum Trotz. Aber die Vestestadt ist sicher

ein einmaliger Mikrokosmos. Ein kleiner Hofstaat. Es gibt einen Prinzen und

einen Statthalter und das Fußvolk. Und alle feiern gerne kleine und große

Partys. Wir vom COBURGER natürlich auch. Wenn wir eingeladen sind.

Und was, und vor allem wen wir dann sehen, zeigen wir Ihnen. In unserem

Hofbericht. Dieses Mal von der Eröffnung der 37. Coburger Designtage auf

dem Gelände der Kulturfabrik in Coburg - Cortendorf, dem gesellschaftlichen

Highlight im Frühjahr in Coburg: Kein geringerer als der bayerische

Wirtschaftsminister und stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger

war dazu nach Coburg gekommen. Mehr von den Designtagen auch in

unserer Fotostrecke ab Seite 24.

10 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


HOFBERICHT

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 11


HOFBERICHT

12 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


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AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 13


DARÜBER SPRICHT COBURG

DARÜBER SPRICHT COBURG

VON COBURG NACH MAILAND

In Coburg liegt der Ursprung so mancher Erfolgsgeschichte

– aber nicht jede endet bei der VOGUE.

Anna Deller-Yee ist so ein Fall. Die 30-Jährige pendelt

heute zwischen Mailand und Berlin, entwirft

kunstvolle Textildrucke für das italienische Avantgarde-Label

Marni und hat nun auch das Titelbild der

VOGUE März-Ausgabe mitgestaltet – inklusive live

bemalter Schauspielerin Emilia Schüle. Eine Karriere

zwischen Couture und Kunst, mit Coburger Wurzeln.

„Als ich ein Kind war, lagen bei uns zu Hause

ständig VOGUE-Magazine im Wohnzimmer“, erinnert

sich Deller-Yee im Interview mit der VOGUE.

Mode, das kam früh. Ihre Mutter – „unglaublich

modeaffin“ – war Vorbild und Türöffnerin zugleich.

Während andere Kinder in Coburg Ritter spielten

oder auf dem Anger Bolzplätze unsicher machten,

saß Anna daheim und blätterte sich durch die opulenten

Inszenierungen von Alexander McQueen und

Galliano für Dior. Es war Liebe auf den ersten Blick.

„Diese spektakulären Shows waren für mich Kunst“,

sagt sie heute. Doch Coburg ist nicht Mailand. Auf

dem Gymnasium fühlte sich die Tochter einer deutschen

Mutter und eines US-amerikanischen Vaters

oft fremd. „Ich war eines der wenigen Kinder, die anders

aussahen“, erzählt sie im Interview über ihre Zeit

in der Vestestadt. Halt fand sie in der Kunstlehrerin

Isolde Russ, die sie förderte, bestärkte und wöchentlich

mit ihr zeichnete – bis zum Abitur. Eine behütete

Rebellion mit Bleistift und Farbe, aus der später

ein Beruf wurde. „Ich bezeichne mich gerne als Designerin,

die zu viel malt“, sagt sie. Der Ausdruck sei

ironisch gemeint – ein Seitenhieb auf Professorinnen

und Professoren, die ihr während des Studiums

am Royal College of Art rieten, das Malen zugunsten

digitaler Tools zurückzustellen. Heute macht

sie genau das Gegenteil – und ist damit erfolgreich.

Ihre handbemalten Prints zieren nicht nur Stoffe für

Marni, sondern auch die Körper von Popgrößen wie

Nicki Minaj oder Modeikone Anna Wintour. Das

VOGUE-Cover, an dem sie jüngst mitarbeitete, sei

ein „kreatives Pingpong“ gewesen. Gemeinsam mit

Stylisten, Fotografen und der Redaktion entwickelte

sie die Idee, arbeitete direkt am Set, während andere

die Kamera auslösten oder die Kleidung drapierten.

„Es war wie ein riesiger kreativer Workshop – überall

geschah etwas, und alles fügte sich Stück für Stück

zusammen.“ Was sich für Anna Deller-Yee heute wie

ein „Full-Circle-Moment“ anfühlt, begann einst in

einem Coburger Wohnzimmer – mit einer Modezeitschrift

auf dem Couchtisch.

Der COBURGER wünscht viel Erfolg

bei der weiteren Karriere und verweist

noch einmal auf eine Bilderstrecke

aus dem COBURGER 41:

VON CHICAGO NACH COBURG

Es war ein Abend, wie ihn selbst Chicago nicht besser

hätte inszenieren können – doch diesmal funkelten

Glitzerkleider, Strass und Showgirls nicht am Lake

Michigan, sondern auf Coburgs rotierender Theaterbühne

im GLOBE. Und das mit gutem Grund:

Der Rotary-Club Coburg hatte zum Benefizmeeting

geladen – zugunsten seines Herzensprojekts „Mathe-Mentoren“.

Und das Publikum kam: pickepackevoll

war das GLOBE am 15. April, als Rotarier, Theaterfreunde

und Unterstützer gemeinsam für eine

gute Sache Platz nahmen – zwischen Cabaret-Tischen,

Champagnerstimmung und einer gehörigen

Portion Broadway. Statt Tagesordnung, Clubglocke

oder Sitzungsprotokoll gab es an diesem rotarischen

Abend eines: Begeisterung. Rotary-Präsident Prof.

Dr. Johannes Brachmann verzichtete auf Formalitäten

und begrüßte herzlich mitten in der glamourösen

Kulisse der Interimsspielstätte des Landestheaters

Coburg. „Was für ein Abend, was für ein Besuch –

und was für ein Zeichen für unser Projekt“, so Brachmann.

Das Mathe-Mentoren-Projekt brauche dringend

weitere Mitstreiter, denn der Erfolg spricht sich

herum: Immer mehr Coburger Grundschulen möchten

teilnehmen, immer mehr Kinder freuen sich auf

die helfenden Hände der Ehrenamtlichen, die Mathe

mit Herz und Hirn unterrichten. Dann hieß es: Bühne

frei für „Chicago“ – jenes Musical-Meisterwerk

von John Kander und Fred Ebb, das Glanz, Glamour

und gesellschaftliche Abgründe so raffiniert in Musik

und Bewegung verwandelt wie kaum ein anderes

Stück. Erst zum Schlussapplaus durfte das Publikum

wieder aufatmen – und stand prompt. Doch so sehr

Velma Kelly und Roxie Hart den Abend dominierten

– der wahre Star hinter dem Rampenlicht blieb

das Projekt, dem der Abend gewidmet war. Die „Mathe-Mentoren

Coburg“ holen Kinder dort ab, wo sie

im Unterricht nicht mehr mitkommen. Sie helfen

rechnen, denken, verstehen – und vermitteln dabei

etwas, das kein Lehrbuch ersetzen kann: Zuversicht.

Und wer nun glaubt, dass sich Mathematik und Musical

ausschließen, der hat diesen Benefizabend nicht

erlebt: Wenn auf der Bühne Rhythmus, Präzision

und Timing gefragt sind – dann ist Mathe nicht weit.

In diesem Sinne: Applaus für einen Abend, der zeigte,

wie gut Kunst, Engagement und Bildung zusammenpassen.

VON COBURG NACH LICHTENFELS

Auch 2024 kann sich die Sparkasse Coburg – Lichtenfels

über stabile Erträge freuen – wenn auch mit

einem leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

Für den Vorstand kein Grund zur Sorge: Die

14 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


DARÜBER SPRICHT COBURG

Entwicklung sei insgesamt zufriedenstellend verlaufen,

heißt es. Nach dem Einlagen-Hoch während der

Negativzinsphase haben sich die Kundeneinlagen bereits

2023 leicht zurückgebildet – dieser Trend setzte

sich 2024 fort. Dafür legte das Wertpapiergeschäft

deutlich zu: Die Sparkasse verbucht ihr bislang erfolgreichstes

Jahr in diesem Bereich. Ein klares Zeichen

dafür, dass viele Kundinnen und Kunden aktivere

Wege der Geldanlage suchen. Im Kreditgeschäft

zeigte sich ein gemischtes Bild: Während sich die Zurückhaltung

bei Investitionen regionaler Unternehmen

weiterhin bemerkbar macht, zog die Nachfrage

im privaten Bereich – vor allem beim Wohnungsbau

und bei Konsumentenkrediten – wieder an. Besonders

erfreulich: Die Zahl der Existenzgründungen

stieg, ebenso wie die Ergebnisse im Leasinggeschäft,

die 2024 deutlich über dem Vorjahr lagen. Mit über

80.000 Kundinnen und Kunden vor Ort sieht sich die

Sparkasse auch weiterhin gut aufgestellt: modern,

flexibel und nah dran am Menschen. Trotz globaler

Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen

blickt das Institut zuversichtlich auf das

kommende Jahr und rechnet mit einem stabilen operativen

Ergebnis. Vorstandsvorsitzender Dr. Martin

Faber und Interims-Vorstand Marcus Seiler, seit

1. Oktober 2024 im Amt, stellten die wichtigsten

Entwicklungen des Geschäftsjahres 2024 vor und

gaben zudem eine Einschätzung zur aktuellen Lage

– sowohl mit Blick auf den Finanzmarkt als auch auf

die Bedürfnisse der regionalen Kundschaft.

VON MÜNCHEN NACH RÖDENTAL

Wenn am 23. Juli 2025 in der historischen Domäne

Rödental die ersten Töne von „Ohne Dich“ erklingen

und sich ein kollektives Raunen aus Vorfreude durch

das Publikum zieht, dann steht nicht weniger als ein

Stück deutscher Musikgeschichte auf der Bühne: die

Münchener Freiheit. Seit 45 Jahren ist die Band fester

Bestandteil der deutschsprachigen Poplandschaft,

doch für Frontmann Tim Wilhelm ist jeder Auftritt

immer noch etwas Besonderes – vor allem, wenn es

eine Premiere ist. „Die Domäne Rödental hat ja diesen

wunderschönen historischen Charme, da freue

ich mich schon seit Monaten drauf“, erzählt Wilhelm

im Gespräch. Und tatsächlich: Der Auftritt im Rahmen

des 5. Rödentaler Kultursommers ist das erste

Gastspiel der Münchener Freiheit in der Domäne.

Eine Premiere, auf die nicht nur die Band hinfiebert,

sondern auch ihre Fans. Denn wer die Münchener

Freiheit live erlebt hat, weiß: Hier geht es um mehr

als Nostalgie. Hier wird Musik zur lebendigen Brücke

zwischen Bühne und Publikum. „Die Interaktion

mit dem Publikum ist für mich das Herzstück unserer

Konzerte“, sagt Wilhelm. „Wir wollen mit den

Menschen in Kontakt treten, sie mit unserer Musik

berühren und gemeinsam eine ganz besondere Zeit

erleben.“ Wenn aus bekannten Melodien Gänsehautmomente

werden, wenn bei einem Solo das ganze

Publikum spontan mitgeht oder hunderte Lichter

bei einem leisen Song aufflammen – dann geschieht

genau das, wofür die Band seit Jahrzehnten lebt: ein

Abend, der mehr ist als nur Musik. Für Wilhelm ist

das Reisen zu den Auftrittsorten weit mehr als logistische

Notwendigkeit. „Das Reisen ist für mich nicht

nur ein Mittel zum Zweck, sondern auch eine Quelle

der Inspiration. Ich versuche, den Weg zum Ziel

zu machen und die Orte, die wir besuchen, bewusst

wahrzunehmen.“ Und so sei es „auch schön, dass wir

dabei immer wieder neue Menschen kennenlernen“

– Menschen wie die Rödentaler, die sich im Juli auf

einen Abend zwischen Pop-Olymp und Sonnenuntergang

freuen dürfen. „Das ist der Inbegriff von

Sommer für mich – wenn die Abendsonne untergeht

und wir mit unserer Musik dem Ganzen noch diese

besondere Note geben“, sagt Wilhelm. Bleibt nur zu

hoffen, dass auch das Wetter mitspielt. Für alles andere

sorgt die Münchener Freiheit.

VON RECKENDORF NACH WUNSIEDEL

Es gibt Schauspieler, die wechseln die Rollen wie

andere die Krawatten – Andreas Leopold Schadt

hingegen wechselt gleich die Welten. Der Wahl-Coburger

und frühere Tatort-Kommissar pendelt in

diesem Sommer elegant zwischen Hochkultur und

Hochglanzfelgen – und beweist dabei eindrucksvoll,

dass man sowohl im Zauberland Jean Pauls bestehen

kann als auch als fränkischer Cowboy auf vier

Rädern. Zum einen auf der Luisenburg, jener sagenumwobenen

Naturbühne in Wunsiedel, auf der sich

in diesem Jahr ein literarisches Spektakel der besonderen

Art abspielt. In HOPPELPOPPEL oder Jean

Pauls Zauberland wird der große, oft bewunderte

und fast ebenso oft ignorierte Dichter Jean Paul endlich

ins Rampenlicht gezaubert – von niemand Geringerem

als Sprachakrobat Franzobel. Und mitten

im Geschehen: Andreas Leopold Schadt. Als Teil

dieses Theater-Taumels zwischen Biografie, Fiktisportland

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AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 15


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on und Albtraum zieht er gemeinsam mit dem alten

und jungen Jean Paul durch dessen Leben, dessen

Abgründe, dessen Sprachkaskaden. „Ein herrlich

absurdes Vergnügen“ nennt man so etwas im Feuilleton,

„Hirnkino mit Pointen“ könnte man auch sagen.

Franzobel lässt Jean Pauls Kindheit wiedererstehen,

seine Ängste, seine ersten literarischen Bauchlandungen

und schließlich auch den Durchbruch des

eigenwilligen Denkers, dessen Bücher heute mehr

bewundert als gelesen werden. Unter der Regie von

Georg Schmiedleitner wird daraus eine Bühne, die

sich ständig verformt – mal Kabarett, mal Albtraum,

mal dichterisches Luftschloss. Die Premiere ist am

Freitag, 15. August um 20:30 Uhr. Wer‘s verpasst,

kann am 21. oder 23. August noch nachlegen – ebenfalls

in Wunsiedel, zwischen Felsen, Bäumen und

Theaterzauber. Und noch bevor der erste Applaus

aufbrandet, sattelt Schadt schon das Pferd – und

zwar in Reckendorf bei Bamberg. Dort gibt er montags

nicht den Dichter, sondern den Cowboy: Als

„Fränk Schnäpper“, dem charmanten Gesicht der

Autohausmarke Auto Schnapper, reitet er durchs

wilde Frankenland. Mit Schnauzbart, Hut und einem

Gespür für günstige Karossen überzeugt er

nicht auf der Bühne, sondern auf dem Hof. Dass er

auch hier eine gute Figur macht, versteht sich fast

von selbst – schließlich sind Bühnen Präsenzsache,

egal ob aus Holz oder Asphalt. So zeigt Andreas Leopold

Schadt, dass man zwischen Jean Paul und Jeep,

zwischen Zauberland und Zulassung, zwischen Kultur

und Komik mühelos changieren kann. Und dass

fränkische Vielseitigkeit manchmal nur ein Cowboyhut

vom Theatergenie entfernt liegt.

Es war eine Nacht, wie sie F. Scott Fitzgerald kaum

schöner hätte träumen können: Charleston, Champagner,

Chiffon. Das Landestheater Coburg hatte

zum Theaterball geladen – unter dem Motto „All that

Jazz“ – und die Gesellschaft kam in Scharen. Es war

kein gewöhnlicher Tanzabend, sondern ein zeitreisendes

Gesamtkunstwerk in High Heels und Hosenträgern,

eine Hommage an die goldenen Zwanziger,

als Jazz noch rebellisch war und jede Zigarette im Zigarettenhalter

ein Statement. Schon der Auftakt ließ

erahnen: Hier geht’s nicht nur ums Tanzen, sondern

ums Erleben. Im festlichen Galakonzert unter der

musikalischen Leitung von Roland Fister zogen die

Musiker alle Register zwischen Glamour und Gänsehaut.

Wenn die Melodien aus „Chicago“ und den „Comedian

Harmonists“ durch den Saal flirrten, funkelte

nicht nur der Kristallschmuck der Damen – sondern

auch die Augen ihrer Begleiter. Ein Tango-Ensemble

mit Solistinnen und Solisten des Balletts brachte zusätzlich

jene Dramatik auf die Bühne, bei der selbst

die federleichteste Paillette kurz innehielt. Später am

Abend fiel dann die unsichtbare Trennlinie zwischen

Kunst und Publikum – und das GLOBE wurde zur

schillernden Tanzfläche. Die Partyband Running

Five groovte los, der DJ schickte Elektroswing durch

die Lautsprecher, und auf der Dachterrasse glitzerten

die Gläser in der Coburger Nacht. Auch die Kulinarik

orientierte sich stilecht an den goldenen Zwanzigern –

kleine Kunstwerke auf dem Teller

VON COBURG NACH BAYREUTH

Eine alte Schreibmaschine vom Sperrmüll wird zur

Muse: 13 kreative Köpfe aus dem Coburger, Bamberger

und Kronacher Raum – darunter Künstler,

Design-Dozenten und sogar Krimiautor Helmut

Vorndran – haben sich in einer neu gegründeten

Fotogruppe zusammengefunden, um das etwas andere

Fotoprojekt „einfachTYPisch“ auf die Beine zu

stellen. Im Fokus: die Schreibmaschine als Symbol,

16 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


DARÜBER SPRICHT COBURG

Erika 99: eines der eingereichten Bilder.

als Objekt, als Charakter. Mal poetisch inszeniert,

mal skurril, mal nostalgisch – jeder Beitrag ist eine

eigene Interpretation. „Wir wollten bewusst anders

ticken als klassische Fotoclubs“, heißt es aus der

Gruppe. Zu sehen ist das Ergebnis vom 5. bis 19. Juli

im Zukunftsraum Coburg sowie vom 6. September

bis 18. Oktober in der Stadtbücherei Coburg. In Bamberg

wird im Herbst in Schaufenstern und einem

Jazzkeller ausgestellt. Und vielleicht tippt demnächst

auch das Deutsche Schreibmaschinenmuseum Bayreuth

bei einer gemeinsamen Schau mit!

05.07.

Schreiben und lesen 1: eines der eingereichten Bilder.

VON OUDENAARDE NACH COBURG

Ein lieber Gruß hat uns aus der belgischen Partnerstadt

Oudenaarde erreicht, nachdem wir im letzten

COBURGER ausführlich in unseren „Kultouren“

die Schönheit von Oudenaarde berichtet haben –

und wir möchten ihn gerne mit unseren Leserinnen

und Lesern teilen: „Ich möchte mich von ganzem

Herzen bedanken für den wunderschönen Artikel

über Oudenaarde“, schreibt Anja Van Acker, die sich

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seit vielen Jahren für die Partnerschaft beider Städte

engagiert, alljährlich mindestens einmal jährlich auf

dem Coburger Weihnachtsmarkt mit einem Stand

der Partnerstadt zu Gast und damit vielen Coburgerinnen

und Coburger sehr bekannt ist: „Der Text ist

Wir fertigen bei diesen Veranstaltungen Fotos an, die im Rahmen unserer Öffentlichkeitsarbeit unter Wahrung der

Verhältnismäßigkeit gemäß Art. 4 Abs. 1 BayDSG i. V. m. der Aufgabe, die Öffentlichkeit und die Presse über die

Veranstaltung zu informieren, auf unseren Websites, in sozialen Medien und in Printmedien veröffentlicht werden.

Die Aufnahmen werden dauerhaft gespeichert und archiviert. Nähere Informationen, insbesondere zu

Betroffenenrechten, wie Auskunft, Löschung, Einschränkung oder Widerspruch, werden auf den Veranstaltungen

mittels Aushang sowie auf der Homepage der Stadt Neustadt b. Coburg bereitgestellt.

Verantwortliche für die Bildaufnahmen:

Stadt Neustadt b. Coburg,

Georg-Langbein-Str. 1, 96465 Neustadt b. Coburg,

Tel.: 09568 81-0, E-Mail: info@neustadt-bei-coburg.de

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 17


DARÜBER SPRICHT COBURG

wirklich eine großartige Werbung für unsere Stadt –

einfach klasse!“ Besonders gefreut hat sie sich darüber,

dass der Artikel just zu dem Zeitpunkt erschien,

als sie selbst in Coburg zu Besuch war – eine glückliche

Fügung, die man kaum planen kann. Und offenbar

zeigt die Geschichte über die flandrische

Schönheit bereits Wirkung: „Im Flandern-Rundfahrt-Museum

konnten wir in den letzten Monaten

deutlich mehr Gäste aus Deutschland begrüßen“, berichtet

sie erfreut. Und: „Mit so einer Werbung kommen

bestimmt noch mehr!“ Auch ein Ehepaar aus

Coburg hat sich erneut auf den Weg gemacht, berichtet

sie: Er ist beim Rad-Event We ride Flanders die

gesamte Strecke der berühmten Rundfahrt gefahren

– sie hat derweil im Museum mitgeholfen. Belgisch-deutsche

Freundschaft auf zwei Rädern und

mit viel Herz! Ein wenig Wehmut schwingt dennoch

mit: „Schade, dass ihr dieses Jahr nicht bei uns wart –

aber das klappt bestimmt beim nächsten Mal!“ – Wir

nehmen sie beim Wort. Dank je wel, Oudenaarde –

wir sehen uns!

Werbung

„Seit Anfang Juni steht Oskars Genusswagen, so wird der Airstream-Foodtrailer

genannt, dauerhaft im Schlosspark Hohenstein. Er fand seinen ersten

Einsatz am 1. Hohensteiner Parktag, der am 14.06.2025 durchgeführt wurde.

Im Photo zu sehen ist Schlossgastronom Andreas Rehberger, der sich über die

Erweiterung im Schlosspark freut und an den gelungenen Auftakt bereits bei der

letztjährigen Veranstaltung zur Eröffnung des white cube im Schlosspark mit

dem Photographen Mike Meyer erinnert. Die Leuten waren begeistert von dem

Genusswagen im Park und wir erfahren viel Nachfrage, so Rehberger. Der Genusswagen

ist zu besonderen Anlässen auch außerhalb Hohensteins buchbar. Betrieben

wird der Genusswagen außerhalb des Coburger Raums durch Weltmeisterkoch

Holger Stromberg, der auch Kurator der Stiftung ist.“

www.oskar-hacker-stiftung.de/genusswagen

18 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


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COBURGER | DAS MAGAZIN 19



GRENZERFAHRUNGEN

Von Tim Birkner

Die Natur ist

meine Tankstelle

Heiko Hartmann wandert bei jedem Wetter – in

Franken. Er sammelt die Touren für sich und für

andere, die ihm auf seiner Seite Hinterindien folgen.

Das tut ihm gut – und den Nachwanderern

auch.

Der Kordigast ist ein Hinterindien-Ziel, so wie 120 andere in Franken auch.

Doch der Kordigast ist unter den vielen Touren ein besonderer Ort, die Heiko

Hartmann schon gelaufen ist und aufgezeichnet hat. Er ist eine Art Zentrum

und ein Glücksfall. Er ist ein Allwetter- und Allzeitziel für die Sonntagnachmittage.

Heiko Hartmann steht auf dem Plateau des Kordigast und deutet in

die verschiedenen Himmelsrichtungen – hier die Plassenburg in Kulmbach,

dort die Festung Rosenberg in Kronach und schließlich die Veste Coburg.

„Ich sehe von hier die drei Burgen, die sich gegenseitig nicht sehen.“ Hierher

kam Hartmann auch in der Pandemie, als der Ausgang beschränkt war. Jeder

durfte sich maximal 15 Kilometer von seinem Wohnsitz entfernen. Höchstens

zwei Haushalte durften sich treffen. „Ich bin ein absoluter Kartenfreak“, sagt

Hartmann. Also tüftelte er, wo Schnittmengen mit den Radien seiner Freunde

lagen. Heraus kam der Kordigast. Ein Glücksfall.

„Wandern ist für mich Natur erleben

ohne Brimborium – für mich ist

die Natur eine Kraftquelle.“

Heiko Hartmann

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 21


„Ich bin ein absoluter Kartenfreak.“

22 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


Hartmann sprudelt hier oben. Es ist Anfang Mai, der Wind ist kalt. Seine Haare wehen ihm ins Gesicht, ein

Bürotag liegt hinter ihm. „So schlecht, dass ich auf dem Sofa sitzen bleibe, ist das Wetter wirklich sehr, sehr

selten.“ Jeden Sonntag ist er in Franken unterwegs und seine Touren teilt er mit vielen Fotos auf der Hinterindien-Seite.

Ein-, zweimal im Jahr kommt es vor, dass er drinnen bleibt. „Dann muss es aber wirklich eine Unwetterwarnung

geben. Sonst laufe ich wirklich bei jedem Wetter, bei Eis, Schnee, Nebel, Dunkelheit.“ Er zeigt

auf den Blessberg, sagt „867 Meter – auch ein Hinterindienziel“. Dort ist er bei hohem Schnee schon einmal fast

stecken geblieben. So geht das im kompletten Panorama. Hier erinnert er sich an den Fuchs, den er gesehen

hat, dort an den Vollmond oder den Sonnenuntergang über den Wolken. „Und das alles in Franken, man muss

für solche Erlebnisse nicht in die Alpen und auch nicht in die Südsee. Ich bin durch die Wanderungen wirklich

in ganz Franken zuhause“, sagt Hartmann.

4000 Klicks hatte seine Seite im April. Manche der Nutzer begegnen ihm dann auf seinen Touren – dann staunen

sie, schlagen manchmal eigene, neue Routen vor. Er probiert das aus, wandert auch manche mit seinen Usern.

„Wichtig ist für mich, ab und zu auch alleine zu laufen. Da können sich die Gedanken setzen – und ich komme

als entspannter Mensch zurück nach Hause.“ Dafür braucht es wenig. Gute Schuhe und manchmal eine Flasche

Wasser. „Wandern ist für mich Natur erleben ohne Brimborium – für mich ist die Natur eine Kraftquelle.“

Hartmann denkt in Bildern und er teilt die Bilder seiner Touren. Regelmäßig wiederholt er Routen und stellt

neue Bilder ins Netz. „Manchmal ist das auch ein Muss. Im Frankenwald habe ich zum Beispiel geschrieben:

Im Wald links abbiegen.“ Doch der Wald ist nicht mehr da. „Es gibt ihn einfach nicht mehr, weil der Klimawandel

so massiv zuschlägt“, sagt Hartmann. Der Wassermangel, der Borkenkäfer, der Harvester, sie verändern

Franken. Hartmann hält die Veränderungen fest. Das hat auch für seine Wanderungen des Monats Auswirkungen.

Wenn es richtig heiß ist, schlägt er Touren im Tal vor. „Andere sammeln Briefmarken oder irgendetwas

anderes, ich sammle Wanderungen“, sagt er. Und aus dieser Sammlung setzt er immer neue Tipps zusammen,

schaut, welche zu welchem Wetter passt. Mit seinen Freunden läuft er manchmal auch nachts, dann allerdings

eher die kürzeren Touren.

„Jeder sagt, das klingt gut. Wir wandern mal wieder. Aber wer macht´s?“, fragt der Touren-Sammler. Sein Rezept

für einen Ausflug in die Natur: Es muss einfach sein, für jeden erreichbar. So sind seine Tipps in der Regel

zwischen sieben und 15 Kilometern lang. „Alles, was man an einem Sonntagnachmittag auch schafft und wofür

man sich kurz entschlossen aufraffen kann.“

Hartmann hat Spaß am Wandern, und er hat Freude an den Beschreibungen. Er bietet Touren am fränkischen

Kilimandscharo oder am fränkischen Zuckerhut an oder läuft entlang am fränkischen Fjord. Er lebt für seine

Touren und Beschreibungen, die Nachwanderer sind begeistert: „Beim Lesen der Wegbeschreibung konnte

ich mir auf den Meter genau vorstellen, auf welchem Abschnitt des Weges sie sich bezieht. Eine wirklich sehr

gute, exakte, genaue und ausführliche Wegbeschreibung“, schreibt ihm beispielsweise der Turmwärter des

Arzbergturms.

Allmählich wirkt der Kordigast. Das Sprudeln über all die Ziele in der Ferne wird weniger. Die Entschleunigung

und Entspannung ist bei Heiko Hartmann angekommen. Er sieht das Nahe, fotografiert noch eine Schlüsselblume,

freut sich über Schilder, denen man ihr Alter ansieht. Er ist seit 25 Jahren ein 25 Jahre alter Wanderer.

Im Leben begegnen ihm viele Menschen, die hadern, zweifeln oder unter Winter-Depressionen leiden. „Ich

habe das große Glück, positiv denken zu dürfen und gesund zu sein. Meine Tankstelle ist die Natur.“ Sie bringt

ihn wieder runter – auch vom Kordigast.

Wandertipps von

Heiko Hartmann auf

www.hinterindien.de

AUSGABE 5 / MAI 2025 LICHTENFELSER | DAS MAGAZIN 23


Von Wolfram Hegen

Fotos: Val Thoermer

COBURG

GANZ OBEN

IN BAYERN

Die 37. Coburger Designtage

Wirtschaftsfaktor Design: Dass Coburg nicht nur

geographisch im Freistaat ganz oben liegt, sondern

auch in Sachen Design, war schon eine besondere

Form der Anerkennung durch den bayerischen

Wirtschaftsminister und stellvertretenden bayerischen

Ministerpräsidenten Hubert Aiwanger bei der

Eröffnung der 37. Coburger Designtage auf dem Gelände

der Kulturfabrik in Coburg-Cortendorf. Über

40 Aussteller auf über 10.000 Quadratmetern Fläche

waren mehr als ein eindrucksvoller Beleg dieser

Aussage. Das Motto in diesem Jahr: Über den Tellerrand

schauen.


Coburger

Designtage

Fotostrecke



Mit der Kunst im Dialog: Auf dem Gelände der Kulturfabrik

haben mittlerweile auch viele Kunstschaffenden Platz

gefunden. Auch sie öffneten während der Designtage ihre

Ateliers und Ausstellungen für die Öffentlichkeit.



Universell für alle: Ein Schwerpunkt bei den 37.

Coburger Designtagen war inklusives Design. Dieses

liefert Antworten auf die Frage, wie Produkte heute so

gestaltet werden können, dass möglichst viele Menschen

Zugang, Selbstbestimmung und Teilhabe zu und in einer

vielfältigen Gesellschaft erfahren.


Advertorial

INKLUSIVE SPORTVERANSTALTUNG

S P E C I A L O L Y M P I C S L A N D E S S P I E L E E R L A N G E N 2 0 2 5

Bayerns größte inklusive

Sportveranstaltung des Jahres

zu Gast in Erlangen


IN ERLANGEN

Gemeinsam stark! Unter diesem Motto finden vom 14.-18

Juli 2025 die Special Olympics Landesspiele für Menschen

mit geistiger Beeinträchtigung in Erlangen statt. Dabei

kann die Veranstaltung einen Teilnehmer-Rekord verzeichnen:

1.475 Athletinnen und Athleten mit und Unified

Partnerinnen und Partner ohne Beeinträchtigung sowie

507 Trainerinnen und Trainer sind in Erlangen zu Gast.

Mit rund 3.000 Gesamtteilnehmern werden die Landespiele

die größte inklusive Sportveranstaltung 2025 in Bayern

und die größte Veranstaltung von Special Olympics

Bayern (SOBY) aller Zeiten.

Mehr als 130 Delegationen werden die Hugenottenstadt

in ein Schaufenster für Teilhabe und Inklusion machen.

Die größte Delegation stellt die Lebenshilfe Erlangen mit

86 Sportlern. Der überwiegende Teil der Delegationen

kommt aus dem Freistaat. Ausländische Teilnehmerinnen

und Teilnehmer kommen aus Italien, Österreich, Polen

und der Schweiz sorgen für ein buntes und internationales

Teilnehmerfeld.

Nina Özer, Dennis Turk, Katrin Müller-Hohenstein und

Tim Gömmel sind die Gesichter der Landesspiele. Die

beiden Sportler der Lebenshilfe Erlangen, die TV-Moderatorin

und der Handball-Profi des HC Erlangen sind Botschafter

der Veranstaltung und stehen gemeinsam für die

Gemeinschaft, Freundschaft, Begeisterungsfähigkeit und

inklusive Kraft, die die Landesspiele im Sommer 2025 entfachen

werden.

Die Wettbewerbe der Landesspiele finden in 19 Sportarten

statt – darunter Fußball, Basketball, Tennis oder Badminton.

Mit jeweils über 200 Sportlerinnen und Sportlern

sind Leichtathletik und Schwimmen die größten Sportarten.

Das Sportprogramm wird durch ein buntes Rahmenprogramm

ergänzt. Die Eröffnungsfeier findet am 14. Juli

2025 um 18.00 Uhr auf dem Festivalgelände der Kulturinsel

Wöhrmühle statt. Die Abschlussfeier und Athletendisko

sind auf dem Rathausplatz.

Das Veranstaltungszentrum befindet sich in der

Gerd-Lohwasser-Halle. Der Eintritt zu den Sport- und

Veranstaltungsstätten der Landesspiele ist frei. Aus Kapazitätsgründen

kann der Zutritt zur Eröffnungsfeier nicht

garantiert werden. Interessierte Besucherinnen und Besucher

sind herzlich eingeladen, die Freude, Fairness und

sportlichen Leistungen der Athletinnen und Athleten

hautnah zu erleben und sich von der einmaligen Atmosphäre

von Special Olympics begeistern zu lassen.

Alle Informationen zum Programm

und den Veranstaltungsstätten der

Landesspielen gibt es hier:

specialolympics.de/erlangen2025

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 31


S O N D E R T H E M A

Heimat

Wo fühlst Du Dich zuhause?

32 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


Von Wolfram Hegen

Eine persönliche Einleitung

von Wolfram Hegen

Heimat – ein Wort, das wie frisch gebackenes Brot

duftet, nach feuchtem Waldboden riecht und sich

anfühlt wie ein alter Pullover, den man längst vergessen

glaubte und plötzlich wiederfindet. Es ist ein

Wort, das wärmt. Und zugleich eines, das irritiert.

Heimat kann Wurzel sein – oder Fessel. Sie kann Geborgenheit

schenken – oder Enge bedeuten. Wer

sich auf die Frage einlässt, wo er sich zuhause fühlt,

begibt sich auf eine Reise in die eigene Biografie, in

die Tiefen der Erinnerung, in die stillen Winkel der

Identität.

„Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss“,

sagte einst der Schriftsteller Johann Gottfried Herder.

Doch was, wenn man nie gelernt hat, sich irgendwo

zuhause zu fühlen? Oder wenn das Zuhause,

das man kannte, nicht mehr existiert – weil man

selbst gegangen ist oder weil es verschwunden ist,

im Wandel der Zeit, der Landschaft, der Gesellschaft?

Wissenschaftlich betrachtet ist Heimat kein Ort, sondern

ein Gefühl. Die Umweltpsychologie beschreibt

Heimat als eine emotionale Beziehung zwischen

Mensch und Raum, die durch Wiedererkennbarkeit,

Sicherheit und soziale Verbindungen geprägt ist. Dabei

geht es nicht nur um Kindheitsstraßen oder Muttersprache

– sondern um das tiefe Gefühl, dazuzugehören.

Der Soziologe Hartmut Rosa nennt Heimat

einen „Resonanzraum“, einen Ort, an dem Welt und

Mensch miteinander in Schwingung geraten. Heimat

ist, wo das Außen das Innen berührt – und umgekehrt.

Doch gerade in einer Zeit,

in der Menschen mobiler,

Biografien brüchiger und

Städte gesichtsloser werden,

stellt sich die Heimatfrage

neu. Kann man

Heimat mehrfach haben?

Können sich Menschen nach

einer Heimat sehnen, die sie

nie hatten? Ist Heimat ein Privileg

der Sesshaften – oder eine Herausforderung

für die Wandernden? Manche fühlen sich ihrer Herkunft

unentrinnbar verbunden. Andere bauen sich

neue Heimaten: im Freundeskreis, in der Musik, in

einem Hobby, in der Sprache.

Und wieder andere erleben Heimat als politisches

Schlachtfeld. Begriffe wie „Heimatministerium“ oder

„Leitkultur“ zeigen, wie leicht das warme Gefühl kippen

kann – in Ausschluss, in Ideologie, in Nationalismus.

Der Schriftsteller Max Frisch hat einst notiert:

„Heimat ist kein Ort. Heimat ist ein Zustand.“ Damit

macht er deutlich: Heimat ist nicht das Fachwerkhaus

oder der Kirchturm – es ist die Erfahrung von

Vertrautheit, die in uns selbst entsteht.

Interessant ist dabei auch, wie unterschiedlich Kulturen

den Begriff „Heimat“ denken. Im Englischen gibt

es keine direkte Übersetzung: „home“ meint eher

das Zuhause, „homeland“ den Staat, „roots“ die

Herkunft. Die deutsche Sprache kennt das Wort mit

seiner ganzen romantischen Aufladung: „Heimat“

hat das Pathos des Waldes, des Dorfes, der Kindheit.

Aber es ist auch ein Ort der Utopie: Wie es wäre,

wenn man irgendwo ganz man selbst sein dürfte –

ohne Maske, ohne Verteidigung, ohne Angst.

Heimat kann in einem Gespräch aufblitzen, in einem

Lied, in einem Blick. Sie kann ein altes Foto sein oder

ein vertrauter Dialekt. Sie kann in der Fremde entstehen,

durch Nähe, durch Wiederholung, durch Mitgefühl.

Der Philosoph Wilhelm Schmid spricht davon,

dass der Mensch heute „Heimat bei sich selbst“ finden

müsse – in einer Welt, die immer weniger feste

Koordinaten bietet.

Und so bleibt die Frage: Wo fühlst Du Dich zuhause?

In einem bestimmten Ort? In Menschen? In Erinnerungen?

Oder in Momenten? Vielleicht ist Heimat gar

kein fester Punkt, sondern eine Bewegung – ein zartes

Band, das uns mit dem verbindet, was uns wichtig

ist. Nicht dort, wo man geboren wurde, sondern

dort, wo man verstanden wird. Nicht nur, wo man

ist – sondern wo man sein darf.


HEBAMMENARBEIT

Wo das

Leben beginnt

UND WER DABEI IST

Einblicke in die Hebammenarbeit im Coburger

Klinikum – und leise Töne über eine große Veränderung

Coburg – eine Stadt, die stolz ist auf ihre

Geschichte, ihre Kultur, ihre Menschen.

Und auf ihre Kinder. Rund 1.200 von ihnen

erblicken jedes Jahr im Coburger Klinikum

das Licht der Welt. Es ist ein besonderer Ort –

nicht nur für Familien, sondern auch für jene,

die diesen Moment Tag für Tag mit Hingabe

begleiten: die Hebammen im Kreißsaal. Sie

sind es, die in den ersten Minuten des Lebens

an der Seite von Mutter und Kind stehen – oft

im Hintergrund, aber unersetzlich.

DER ERSTE SCHREI,

DER ERSTE BLICK

Im Kreißsaal des Klinikums ist kein Tag wie der andere. Es gibt keine Routine, keine

vorhersehbaren Abläufe. Eine Geburt kann Stunden dauern oder binnen Minuten

verlaufen. Mal ist es eine ruhige Nacht, mal überschlagen sich die Ereignisse.

Und immer sind es die Hebammen, die mit ruhiger Hand, wachem Blick und viel

Erfahrung die Situation einschätzen, begleiten und gestalten.

„Wir sind meist die ersten, die die Frauen hier empfangen“, erzählt eine der freiberuflichen

Dienst-Beleghebammen des Hauses. „Manche kommen mit Wehen,

andere mit Beschwerden und Fragen – und manche einfach, weil sie spüren, dass

etwas nicht stimmt. Wir hören zu, klären auf, handeln.“

Dabei geht es nicht nur um Geburten. Auch Schwangere mit vorzeitigen Wehen

oder anderen Komplikationen haben den Kreißsaal zur Anlaufstelle. „Wir sind für

alle Schwangeren ab der 23. Woche da – unabhängig davon, ob sie zur Entbindung

kommen oder ambulant betreut werden“, heißt es aus dem Team.

34 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


IM COBURGER KLINIKUM

MITEINANDER

STATT FLIESSBAND

Die Geburtshilfe in Coburg lebt von einem Miteinander – zwischen Hebammen, Ärztinnen

und Ärzten, Pflege und den werdenden Familien. Die Hebammen am Klinikum

Coburg arbeiten im Dienst-Belegsystem: Sie sind freiberuflich tätig, selbstorganisiert

im Schichtdienst, und gestalten ihren Alltag in enger Abstimmung mit dem

Klinikbetrieb. Dieses Modell erlaubt es, flexibel zu agieren – ein entscheidender Vorteil

in einem Bereich, in dem Unplanbarkeit zum Alltag gehört.

„Wir betreuen im Schichtsystem – Frauen in der Schwangerschaft sowie vor, während

und nach der Geburt. Wir wechseln uns ab, helfen einander, reagieren situativ.“

Dass dabei viel Fachwissen gefragt ist, wird oft unterschätzt: CTGs schreiben, Blut

abnehmen, medizinische Maßnahmen einleiten, dokumentieren – all das gehört zum

Alltag. Und das alles oft in emotional aufgeladenen Situationen.

„Es ist ein Beruf mit viel Verantwortung – aber auch mit sehr viel Nähe“, sagt eine

Hebamme. „Wir sind da, wenn eine Mutter weint, wenn die Nabelschnur durchtrennt

wird, wenn ein Kind den ersten Schrei ausstößt. Das vergisst man nicht.“


HEBAMMENARBEIT

ARBEIT ZWISCHEN

VERANTWORTUNG

UND UNSICHTBARKEIT

Der Beruf der Hebamme ist einer, der leise wirkt – aber in seiner Bedeutung tief

verankert ist. Die Frauen, die hier arbeiten, sind mehr als Geburtshelferinnen. Sie

sind Stabilität in Momenten der Unsicherheit. Sie sind die Konstante, wenn die Zeit

drängt, wenn Emotionen hochkochen, wenn gehandelt werden muss.

Dabei stemmen sie nicht nur medizinische Arbeit, sondern auch einen organisatorischen

und wirtschaftlichen Spagat. Als freiberuflich tätige Dienst-Beleghebammen

tragen sie sämtliche Versicherungen selbst, zahlen Steuern, und rechnen ihre Leistungen

direkt mit den Krankenkassen ab. Es ist ein System, das viel Einsatz erfordert

– aber über viele Jahre hinweg gut funktioniert hat.

Doch gerade hier kündigt sich leise ein Wandel an: Ab dem 1. November 2025 treten

neue Abrechnungsmodalitäten in Kraft, die bundesweit für alle freiberuflichen Hebammen

im Dienst-Belegsystem gelten. Was auf den ersten Blick wie eine Formalität

erscheint, könnte in der Praxis spürbare Folgen haben – nicht zuletzt finanzieller Natur.

Die Betreuung wird künftig kleinteiliger abgerechnet, bestimmte Leistungen –

vor allem bei ambulant betreuten Schwangeren – fallen aus der Vergütung.

„Wir machen unsere Arbeit nicht wegen der Zahlen“, sagt eine der Hebammen, „aber

wir möchten für unsere Leistungen angemessen vergütet werden. Und damit auch

weiterhin alle Frauen hier betreut werden können – ob zur Geburt oder in einer Notsituation

– braucht es verlässliche Rahmenbedingungen.“

36 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


IM COBURGER KLINIKUM

HEIMAT

IM ERSTEN

ATEMZUG

Das Coburger Klinikum ist für viele Familien der erste

Ort des neuen Lebens. Für die Hebammen ist es ein

Stück Heimat geworden – beruflich wie menschlich. Die

Frauen, die hier tätig sind, geben viel: Kraft, Zeit, Ruhe,

Erfahrung. Und sie tun es mit Hingabe – Tag für Tag,

Nacht für Nacht.

Was sie sich dafür wünschen, ist kein Applaus, kein

Rampenlicht. Sondern einfach die Möglichkeit, ihre

Arbeit weiterhin so tun zu können, wie sie es seit Jahren

tun: zuverlässig, professionell und mit ganzem Herzen.

Denn für sie beginnt Heimat mit dem ersten Atemzug –

und mit der Hand, die ihn begleitet.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 37


Advertorial

TETTAU

COBURG

KRONACH

HOF

LICHTENFELS

KULMBACH

SCHESSLITZ

BAYREUTH

BAMBERG

38 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


SICHERE

VERBINDUNG

WASSER IST LEBEN

Jeder vierte Liter Wasser in Oberfranken kommt vom Fernwasserversorger FWO. Viele

Zweckverbände und Stadtwerke nutzen das Wasser aus der Ködeltalsperre als Sicherheit

und zweites Standbein, wenn die eigenen Brunnen an ihre Grenzen stoßen. Eine neue

Ringleitung soll für noch mehr Stabilität im Netz sorgen.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 39


FERNWASSERVERSORGUNG

„Wir sind eine Solidargemeinschaft“, sagt Markus Rauh, Verbandsdirektor der

Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO). Oberfranken ist wie der gesamte

Norden Bayerns trockener als der Süden. Es regnet einfach weniger. Ganz grob

hat der Alpenraum doppelt so viel Niederschläge wie der Frankenwald oder das

Fichtelgebirge. „Dazu kommt, dass der Untergrund bei uns oftmals weniger

speicherfähig ist.“, erklärt Rauh. Beides zusammen hat die Solidargemeinschaft

FWO vor über 50 Jahren entstehen lassen.

Zwei weitere Faktoren prägen in junger und jüngster Vergangenheit das Handeln.

Es wird immer wärmer. Der Klimawandel findet natürlich auch in Oberfranken

statt. Je heißer es ist und wird, desto mehr Wasser verbrauchen die

Menschen. Gleichzeitig bringen heiße Sommer auch viele kleine Brunnen bzw.

Quellen an ihre Grenzen – oder darüber hinaus. Außerdem trocknen die Böden

gerade nach dem großflächigen Kahlschlag im Frankenwald aus. Ohne Wald ist

der Boden ungeschützt, trocknet aus – und kann auch bei Regen, das Wasser

schlechter aufnehmen oder speichern.

„Wir sind für einige Kommunen Vollversorger, für die meisten Abnehmer ein

zweites, unabhängiges Standbein“, sagt Rauh. 500.000 Menschen bekommen

zumindest teilweise ihr Wasser von der FWO. Egal wie heiß es ist und was sonst

noch alles passieren kann: „Wir stehen dafür, dass immer Wasser aus dem Hahn

fließt“, sagt Rauh. Dafür schaut sich die FWO Entwicklungen an und blickt in

die Zukunft.

Der Trend: Es wird mehr heiße Sommer und damit einen höheren Wasserbedarf

geben. Es wird mehr Wasserversorger geben, die ein zweites Standbein suchen

und auch beanspruchen werden. Und es wird auch für die Technik gute Konzepte

brauchen, um dieser Sicherheit gerecht zu werden. In den kommenden acht

Jahren will die FWO daher eine weitere Fernwasserleitung bauen. „Mit dem

Ringschluss zwischen Redwitz und Kulmbach können wir unsere Versorgungssicherheit

weiter erhöhen“, so der Verbandsdirektor. Der Bamberger Ast – die älteste

Leitung der FWO -, der Scheßlitzer Ast und die Fernleitung nach Bayreuth

werden damit verbunden.

Die Strecke von Redwitz über Burgkunstadt und Mainleus nach Untersteinach

ist 30 Kilometer lang und soll in drei Bauabschnitten verwirklicht werden. Neben

der 40 Zentimeter dicken Wasserleitung entstehen neue Pumpwerke und

Hochbehälter. Sie sind notwendig, um die Versorgung der angeschlossenen

Zweckverbände und Stadtwerke abzupuffern und im Falle eines Falles die

Fließrichtung in den Leitungen umzudrehen. Dann könnte der Scheßlitzer Ast

beispielsweise nicht mehr wie augenblicklich vom Süden her versorgt werden,

sondern vom Norden. Oder das Wasser für Bayreuth fließt über Redwitz und

Burgkunstadt. Oder Coburg, Sesslach und Bad Rodach können beispielsweise

über den Bayreuther Ast und die neue Ringleitung versorgt werden. Die Leitung

nach Bamberg ist inzwischen bis nach Erlangen verlängert und hat dort

Anschluss an den Wasserversorger der Metropolregion Nürnberg. Das Netz von

Leitungen und Verbrauchern in Oberfranken könnte also auch von hier versorgt

werden. Im Augenblick kauft die FWO an diesem Übergabepunkt etwa ein

Fünftel ihrer Wassermenge zu.

Neben den Leitungen, die künftig noch flexibler die Netze der Endverbraucher

versorgen können, liegt in den Hochbehältern eine zusätzliche Reserve.

An 29 Standorten speichert die FWO über 70.000 Kubikmeter Wasser. Auf der

Hauptleitung nach Bamberg dienen sie dazu, dass das Wasser von der Talsperre

in Mauthaus ohne Pumpen in Richtung Bamberg fließt. Die Speicher puffern

die Spitzenlast ab - zum Beispiel dann, wenn frühmorgens viele Bamberger duschen.

Insgesamt speichern die Hochbehälter das Eineinhalbfache des Tagesverbrauchs.

Es können also auch kurzfristige Servicearbeiten an den Leitungen

stattfinden – und das Wasser bei den Verbrauchern fließt wie gewohnt weiter.

Die Versorgung mit Trinkwasser ist eine langfristige Aufgabe – und eine langwierige.

Einerseits schließen Kommunen oder Zweckverbände Verträge mit der

FWO, die zehn oder 20 Jahre lang laufen. So kann die Fernwasserversorgung

planen, um das Netz stabil zu halten. Denn der Bau von Leitungen, Pumpwerken

und Hochbehältern dauert seine Zeit. Für die Ringleitung von Redwitz nach

Untersteinach rechnet die FWO mit einer Fertigstellung im Jahr 2032. Im Augenblick

laufen die Abstimmungen mit den beiden Landkreisen Lichtenfels und

Im Jahresverlauf gibt es starke Schwankungen im Wasserverbrauch. In den heißen Sommermonaten

ist der Verbrauch deutlich höher. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren zeigt sich, dass der

Wasserverbrauch generell wächst.

40 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


Kulmbach. Wenn alle Bedenken berücksichtigt und Fragen beantwortet sind,

folgt der Planfeststellungsbeschluss. Im kommenden Jahr könnte dann der Bau

von Redwitz bis Burgkunstadt beginnen.

In Bayern gibt es mehr Wasserversorger als Gemeinden. Viele kleine Zweckverbände

und Stadtwerke wollen ihre eigenen Brunnen weiter betreiben. In Oberfranken

fördern sie rund 75 Prozent des Wassers noch aus ihren eigenen Brunnen.

Damit das so bleiben kann, wählen viele die FWO als zweites Standbein.

„Wenn bei weniger Niederschlag die Quellen weniger ergiebig werden, braucht

es eine stabile und sichere Versorgung, die dann einspringt. Das ist genau unsere

Aufgabe“, sagt Markus Rauh.

Gut versorgt durch die FWO

Wir versorgen Oberfranken zuverlässig

mit Trinkwasser.

FWO Fernwasserversorgung Oberfranken

Ruppen 30

96317 Kronach

Telefon: 0 92 61 / 507-0

E-Mail: office@fwokronach.de

Es wird immer heißer. Die Durchschnittstemperatur in den Landkreise Bayreuth,

Kronach, Kulmbach in den Jahren 1881 bis 2020 zeigt eine deutliche Entwicklung.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 41


Der COBURGER

freut sich über

Zuwachs


SCHOEN.FRAU

Von Wolfram Hegen

Fotos: Jule Anica Ohlsen

schoen.frau ab sofort

im COBURGER

Der COBURGER freut sich über Zuwachs: Die erfolgreiche Plattform schoen.frau

der beiden Gründerinnen Christina Hauptmann und Senta Steinhauser wird ein

neuer wertvoller Teil der Magazinfamilie.

Seit 2021 bringen die beiden Macherinnen Frauen aus

der gesamten Region zusammen, um diese sichtbarer

zu machen, um sich miteinander zu vernetzen. Neben

vielen gesellschaftlichen Events sind es vor allem die

über 70 hochspannenden Gespräche, die sie mit Frauen

aus Wirtschaft und Gesellschaft gemacht und auf

ihrer Website schoenfrau-mag.de veröffentlicht haben.

Persönliche Geschichten über das, was diese Frauen

im Leben bewegt und antreibt, getreu dem Motto von

schoen.frau: „Mutig eigene Träume wahr werden lassen,

sich vernetzen und gegenseitig unterstützen.“

Ab der kommenden Ausgabe werden diese Business-Interviews

nicht nur online zur Verfügung stehen, sondern

gedruckt im COBURGER erscheinen. „Für uns

ist das eine echte Bereicherung des Magazins, und wir

freuen uns sehr über die interessanten Einblicke in das

Leben vieler engagierter Frauen aus der Region“, so

Herausgeber Wolfram Hegen. „Die Interviews haben es

verdient, über die gedruckte Ausgabe des COBURGER

noch mehr als bisher ohnehin schon wahrgenommen zu

werden“, so Markatus-Geschäftsführer Björn Hieber,

für den die neue Partnerschaft mit schoen.frau auch ein

gesellschaftspolitisches Statement darstellt: „Noch immer

sind Frauen, ihre Lebens- und Erfolgsgeschichten,

ihre Leistungen und Möglichkeiten in der Öffentlichkeit

unterrepräsentiert. Im Rahmen unserer Möglichkeiten

hier vor Ort wollen wir ein Stück dazu beitragen,

dass sich das verändert.“

Für die schoen.frau-Macherinnen ist die gemeinsame

Zukunft unter dem Markatus-Dach nicht nur Anerkennung

ihrer Aufbauarbeit in den letzten vier Jahren, sondern

vor allem eine Möglichkeit, die Philosophie von

schoen.frau noch bekannter und Frauen noch sichtbarer

in der Öffentlichkeit zu machen.

So sind auch die beiden Gründerinnen schon voller

Vorfreude auf die Zusammenarbeit. „Jetzt wird der

COBURGER endlich auch zu einer COBURGERIN“,

sagt Senta Steinhauser. Und Christina Hauptmann

ergänzt: „So schön, dass schoen.frau durch unsere

Partnerschaft ein neues Level erreicht!“

Der Kontakt zwischen dem COBURGER und schoen.-frau

entstand im Rahmen der Aufnahmen zur „MACHERIN-

NEN“ – Serie Anfang 2025. Aus lockeren Gesprächen

über eine Zusammenarbeit entstand letztlich der Plan,

gemeinsame Sache zu machen. Christina Hauptmann

und Senta Steinhauser werden über die Produktion der

Interviews hinaus die Events und auch die schoen.frau

academy weiter entwickeln und nach vornebringen. Die

schoen.frau academy ermöglicht Frauen aus dem Netzwerk

– und darüber hinaus – bei regelmäßig stattfindenden

interaktiven Workshops von- und miteinander zu lernen.

Und die Events haben das Ziel, sich live zu begegnen

und neue Kontakte zu knüpfen, ob bei den schoen.frau-

Salons mit Moderation und Programm oder beim lockeren

Austausch auf den after.work-Veranstaltungen.

Mehr über schoen.frau unter:

www.schoenfrau-mag.de

Mehr zu den beiden

schoen.frau-Gründerinnen

im COBURGER Ausgabe 67:

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 43


MEILENSTEIN

COBURGER

MEILENSTEINE

Geschichten aus Coburgs Geschichte.

Präsentiert vom Goldenen

Kreuz, dem ältesten Gasthaus

Coburgs. Erzählt von Stadtheimatpfleger

Christian Boseckert.

Mehr Meilensteine in seinem Buch

„Coburg. 55 Meilensteine der Geschichte“,

erschienen im Sutton

Verlag.

VOM LUSTGARTEN

ZUM VOLKSPARK

DIE GESCHICHTE DES HOFGARTENS

Der Coburger Hofgarten ist weit mehr als nur eine grüne Oase inmitten der Stadt – er ist ein

lebendiges Stück Stadtgeschichte. Ursprünglich dem Adel vorbehalten, wurde er Mitte des

19. Jahrhunderts zum Erholungsraum für alle – und bis heute zu einem der beliebtesten Orte

Coburgs.

Einer der schönsten Flecken Coburgs ist der Hofgarten. Seine Wurzeln reichen bis 1680 zurück, als

Herzog Albrecht III. von Sachsen-Coburg einen Barockgarten anlegen ließ – streng geometrisch,

mit Terrassen, Lusthaus, Orangerien und Küchengarten. Der Zugang war der herzoglichen Familie

vorbehalten, abgeschirmt durch eine zwei Meter hohe Mauer.

Erst im 19. Jahrhundert wandelte sich das Bild: Herzog Ernst I. ließ 1816–17 die Anlage zu einem

englischen Landschaftspark umgestalten und errichtete ein klassizistisches Mausoleum. Ernst II.

erkannte schließlich den gesellschaftlichen Wert öffentlicher Parks als Orte für Erholung an der frischen

Luft. 1856 erwarb er alle nötigen Grundstücke und beauftragte Hofgärtner Gustav Zeisig

mit der Erweiterung – inspiriert von den Fürst-Pückler-Parks. Bereits im März 1857 öffnete der

Hofgarten seine Pforten für die Bevölkerung. Die alten Mauern fielen, Natur und Erholung wurden

für alle erlebbar.

Zeisig orientierte sich am Ideal der „Ornamental Farm“ – einer landschaftlich gestalteten Kombination

aus Zier- und Nutzgarten. Der Hofgarten wurde sofort angenommen. Er diente nicht nur

der Erholung: Im Veilchental wurde im Winter gerodelt, in den Teehäuschen arbeiteten Künstler.

Noch heute erinnern Denkmäler wie das Reiterstandbild Ernsts II. oder das Ehrenmal des Coburger

Konvents an diese Zeit.

Der rund 30 Hektar große Hofgarten ist heute das wichtigste Naherholungsgebiet der Stadt – mit

Liegewiesen, Spielplätzen und viel Geschichte.

Coburger Meilensteine: Der Coburger Hofgarten. Der Link zum Interview

von Wolfram Hegen mit Stadtheimatpfleger Christian Boseckert auf iTVCoburg:

44 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


GOLDENES KREUZ

Advertorial

Das Goldene Kreuz

DAS ÄLTESTE GASTHAUS COBURG IST ZEUGE

VIELER JAHRHUNDERTE COBURGER GESCHICHTE:

SEIT 1508 WERDEN HIER GÄSTE BEWIRTET.

Neben der stolzen Geschichte ist es vor allem das

Zusammenspiel von Ambiente und herausragender

Küche, das das Goldene Kreuz zu einem besonderen

Ort macht: Die geschmackvolle Einrichtung für jeden

Anlass, der überdachte Innenhof, in dem man

sich ganzjährig wie in einer gemütlichen Taverne

fühlt, ein Saal im ersten Obergeschoss und ein neuer

großer Saal im Erdgeschoss für bis zu 120 Personen

für Veranstaltungen, Familien- oder Firmenfeste.

Nicht umsonst zählt das Goldene Kreuz damit nicht

nur zu den ältesten, sondern auch zu den schönsten

Gasthäusern Deutschlands.

Die besondere Küche des 25köpfigen Teams rund

um Wirt und Küchenchef Markus Zimmer lässt

keine Wünsche offen, ob vegan, vegetarisch, fränkisch

oder in der gehobenen Schmankerlküche. Auf

der Speisekarte stehen Sauerbraten, Schäufele oder

Bauernente genauso wie die veganen Spinatknödel

oder die Bouillabaisse. Und natürlich gehören

die traditionellen, samtig weichen Coburger Klöße

dazu, die Rutscher.

Das Goldene Kreuz setzt dabei immer mehr auf regionale

Produkte, baut sein Netzwerk mit Bauern

und Lieferanten aus Franken und vor allem aus der

Genussregion Coburger Land immer weiter aus. Die

Spezialitäten werden u.a. auf handgefertigten Tellern

und Schalen der Kronacher Keramikwerkstatt

Schäuble serviert und geben damit den Speisen einen

besonderen Auftritt.

Unsere nächsten Events:

Das alles macht aus dem Goldenen Kreuz etwas ganz Besonders.

Traditionell. Modern. Fränkisch.

Goldenes Kreuz

Herrngasse 1 | Coburg

Öffnungszeiten

Montag - Samstag

11 30 Uhr - 14 00 Uhr | Küche bis 13 30 Uhr

17 30 Uhr - 22 00 Uhr | Küche bis 21 00 Uhr

Sonntag Ruhetag

geöffnet nur nach Vereinbarung

Reservierung

Telefonisch unter 09561/ 513407 oder

per E-Mail info@goldenes-kreuz-coburg.de

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 45


Gesponserter Beitrag

RECHTSTIPP

HEIMAT IM RECHTSSINN

INFORMATIONEN DER KANZLEI HÖRNLEIN & FEYLER

Was ist Heimat? Für die einen ist es ein Ort. Für andere ein

Gefühl. Wieder andere sehen Heimat dort, wo ihre Familie ist

– oder ihr WLAN sich automatisch verbindet. Aus juristischer

Sicht ist „Heimat“ allerdings ein Begriff mit klaren Regeln,

Rechten und Pflichten. Sie beginnt beim Wohnsitz, betrifft

das Staatsangehörigkeitsrecht und endet nicht zuletzt bei der

Frage, wo man wählen darf oder einen Personalausweis bekommt.

Der COBURGER hat sich dazu mit Heidi Schüler unterhalten,

Rechtsanwältin in der Fachanwaltskanzlei Hörnlein

& Feyler in Coburg.

COBURGER: Frau Schüler, wo beginnt juristisch betrachtet die

Heimat?

Heidi Schüler: Juristisch gesehen ist Heimat ein sehr abstrakter Begriff.

Aber konkret wird er, wenn man ihn mit dem Wohnsitz, dem gewöhnlichen

Aufenthalt oder der Staatsangehörigkeit verknüpft. Wer

beispielsweise dauerhaft in Deutschland lebt, hier arbeitet, seine Familie

also seinen Lebensmittelpunkt hat, hat juristisch betrachtet seinen

„gewöhnlichen Aufenthalt“ in Deutschland. Daraus ergeben sich viele

Rechte, etwa beim Sozial- oder Steuerrecht.

COBURGER: Was bedeutet es, die deutsche Staatsbürgerschaft zu

haben?

Heidi Schüler: Wer die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, ist vollwertiges

Mitglied des deutschen Staates. Damit gehen zentrale Rechte

einher – zum Beispiel das Wahlrecht, das Recht auf Freizügigkeit innerhalb

Deutschlands und der EU, das Recht auf konsularischen Schutz im

Ausland und der Zugang zu allen öffentlichen Ämtern. Gleichzeitig gibt

es auch Pflichten, etwa die Pflicht, sich an die Gesetze zu halten oder

Steuern zu zahlen.

COBURGER: Und wie funktioniert die Einbürgerung?

Heidi Schüler: Seit dem 27. Juni 2024 gilt das neue Staatsangehörigkeitsgesetz.

Wer mindestens fünf Jahre legal in Deutschland lebt,

gut integriert ist, Deutsch spricht, seinen Lebensunterhalt selbst

bestreiten kann und keine schwerwiegenden Straftaten begangen

hat, kann eingebürgert werden – unter bestimmten Umständen sogar

schon nach drei Jahren. Doppelstaatlichkeit ist jetzt in der Regel

erlaubt. Das heißt, man muss die bisherige Staatsangehörigkeit nicht

mehr aufgeben. Zugleich werden die Anforderungen für das Bekenntnis

zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung strenger.

Hier gilt: Rassismus, Antisemitismus oder jede andere Form von Menschenfeindlichkeit

schließen eine Einbürgerung aus.

COBURGER: Was unterscheidet das Aufenthaltsrecht von der

Staatsbürgerschaft?

Heidi Schüler: Aufenthaltsrecht bedeutet, dass eine Person sich rechtmäßig

in Deutschland aufhält, etwa mit einem Visum oder einer Aufenthaltserlaubnis.

Das ist zeitlich begrenzt oder an Bedingungen geknüpft.

Staatsangehörigkeit hingegen ist ein dauerhaftes Rechtsverhältnis –

und kann nur in sehr seltenen Fällen aberkannt werden. Es ist ein fundamentaler

Unterschied: Einbürgerung bedeutet Zugehörigkeit, Aufenthaltsrecht

bedeutet Gaststatus – mit dem Ziel, eventuell später zur

Einbürgerung zu gelangen.

COBURGER: Gibt es auch juristische „Heimatrechte“, die man nicht

einfach verliert?

Heidi Schüler: Ja, das bekannteste Beispiel ist Artikel 16 Grundgesetz:

Kein deutscher Staatsbürger darf aus der Bundesrepublik Deutschland

ausgewiesen oder ausgeliefert werden. Auch das Recht auf Rückkehr ins

Land kann niemandem genommen werden. Zudem bleibt die deutsche

Staatsbürgerschaft oft erhalten, selbst wenn jemand über Jahre im Ausland

lebt – auch wenn dort eine neue Heimat entsteht.

COBURGER: Welche Rolle spielt der Personalausweis in diesem Zusammenhang?

Heidi Schüler: Der Personalausweis ist kein „Heimatnachweis“, aber er

dokumentiert die deutsche Staatsangehörigkeit. Jeder deutsche Staatsbürger

ab 16 Jahren ist verpflichtet, einen gültigen Ausweis zu besitzen.

Mit dem Ausweis kann man sich identifizieren, Behördengänge erledigen,

reisen – vor allem innerhalb der EU. Für Menschen mit Migrationshintergrund

kann der Personalausweis auch ein wichtiges Symbol für

die angenommene neue Heimat sein.

COBURGER: Und was ist mit Rechten auf kommunaler Ebene – darf

jeder, der hier lebt, auch mitentscheiden?

Heidi Schüler: Nein, das hängt von der Staatsangehörigkeit ab. EU-

Bürger dürfen bei Kommunalwahlen mitwählen, Nicht-EU-Ausländer

nicht. Auch das Wahlrecht auf Landes- und Bundesebene ist an die

deutsche Staatsbürgerschaft gebunden. Das bedeutet: Wer mitgestalten

will, muss eingebürgert sein. Insofern ist politische Teilhabe ein zentrales

Element juristischer Heimat.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

Hörnlein

& Feyler

Fachanwälte

Fachanwaltskanzlei

Hörnlein &Feyler PartmbB

Kasernenstraße 14

96450 Coburg

Tel: (09561) 80 11 0

Fax: (09561) 80 11 20

info@hoernlein-feyler.de

www.hoernlein-feyler.de

46 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


SONDERTHEMA: HEIMAT

Wahlprogramme und Heimat

Zahlen

& Fakten

CDU/CSU: Die Union betont den Schutz und die Förderung von Heimat, insbesondere

im ländlichen Raum, und sieht sie als wichtigen Bestandteil der deutschen Identität.

SPD: Die SPD spricht von einer inklusiven Heimat, die für alle Menschen offen ist,

unabhängig von Herkunft oder Religion.

Grüne: Die Grünen diskutieren den Heimatbegriff kontrovers. Einige Mitglieder sehen

ihn als positiv besetztes Gefühl von Zugehörigkeit, andere kritisieren ihn als potenziell

ausgrenzend.

Die Linke: Die Linke verwendet den Begriff „Heimat“ zurückhaltend und warnt vor

seiner Vereinnahmung durch rechte Ideologien.

Heimatverbundenheit

in Deutschland

Laut einer Umfrage des Pew Research Centers

aus dem Jahr 2020 spielt der Geburtsort

für die Mehrheit der Deutschen keine

entscheidende Rolle für die nationale Identität.

Nur 25 % der Befragten hielten es für

wichtig, in Deutschland geboren zu sein.

Im Vergleich dazu legten 94 % der Deutschen

großen Wert auf die Beherrschung

der deutschen Sprache als entscheidendes

Kriterium für Zugehörigkeit.

Vielfalt weltweit

Die Welt ist geprägt von einer

enormen kulturellen Vielfalt. Es gibt über

7.000 Sprachen, die von verschiedenen

ethnischen Gruppen gesprochen werden.

Diese Gruppen haben jeweils ihre eigenen

Traditionen, Bräuche und Vorstellungen

von „Heimat“.

``“

Heimat“ im Gesetz

``“

In Deutschland ist der Begriff „Heimat“

nicht explizit in den zentralen Rechtsgrundlagen

wie dem Grundgesetz verankert.

Allerdings wurde 2018 das Bundesministerium

des Innern um den Bereich „Heimat“

erweitert, was die politische Bedeutung des

Begriffs unterstreicht. Zudem finden sich in

verschiedenen Landesgesetzen und -verfassungen

Bezüge zur Förderung von Heimatpflege

und regionaler Identität.

Forschungen in Deutschland

zum Thema Heimat

Universität Bayreuth:

Forschung zu kultureller Identität und Heimatbegriffen

im interkulturellen Kontext.

Universität Leipzig:

Studiengänge und Forschungsprojekte zur

Onomastik (Namensforschung) und deren

Bezug zur Heimat.

Hochschule Merseburg:

Angebot von Studiengängen, die sich mit

regionaler Kultur und Identität beschäftigen.

Entwicklung der

weltweiten Zahl an

Vertriebenen laut UNHCR

2016 65,6 Millionen

2017 68,5 Millionen

2018 70,8 Millionen

2019 79,5 Millionen

2020 82,4 Millionen

2021 89,3 Millionen

2022 108,4 Millionen

2023 117,3 Millionen

2024 über 120 Millionen (Stand April)

Sachbucher

:

zum Thema Heimat

• Nora Krug – Heimat:

Ein deutsches Familienalbum

• Christian Graf von Krockow –

Heimat: Erfahrungen mit

einem deutschen Thema

• Martin Walser – Heimatkunde.

Aufsätze und Reden

• Klaus Farin (Hrsg.) – Heimat?

• Boris von Brauchitsch (Hrsg.) – Das

Schweigen im Walde: Zwölf europäische

Künstler zum Thema Heimat

Belletristik

zum Thema Heimat

• Die lichten Sommer

Simone Kucher

• Alles was glänzt

Marie Gamillscheg

• Johanna und Die alte Johanna

Renate Welsh

• Der Duft des Regens auf dem Balkan

Gordana Kuić

• Heimweg

Harald Martenstein

Laut UNHCR-Statistiken für 2022 setzte

sich die Gesamtzahl von 108,4 Millionen

Vertriebenen wie folgt zusammen:

• 35,3 Millionen Flüchtlinge (davon

5,9 Millionen unter dem Mandat der

UNRWA für palästinensische Flüchtlinge)

• 62,5 Millionen Binnenvertriebene

• 5,4 Millionen Asylsuchende

• 5,2 Millionen weitere Personen

in Notlagen

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 47



Konzeption & Foto: Sebastian Buff

Es sind Menschen der Tat, Nimmermüde, Antreiber, Gestalter, Vorwärtsstrebende, Aktive. Es gibt sie auf der großen Bühne, seltener im

Verborgenen, aber auch da. Sie stellen sich vor. Im COBURGER. In jeder Ausgabe einer oder eine – Männer und Frauen oder Diverse.

MACHER

Dieses Mal: Matthias Straub, seit 2010 Schauspieldirektor am Landestheater Coburg, 2017/18 und 2023/2024 Teil der jeweils vorübergehenden Direktorenteams,

Initiator der Hofgartenfestspiele, speziell auf Coburg zugeschnittener Formate, z.B. „A Spider Murphy Story“, und spezieller Spielorte wie der

Gaststätte Münchner Hofbräu oder des Landgerichts. Seine Zeit in Coburg endet voraussichtlich 2026.

COBURGER: Sind Sie ein Macher?

Matthias Straub: Ja, klar. Ich bin dauernd am Machen. Während

man das eine umsetzt, ist das nächste schon in Planung – und das

übernächste im Hinterkopf. Ich habe in meiner Zeit in Coburg

plusminus 150 Titel in den Spielplänen verantwortet und mich

dabei nicht ein einziges Mal wiederholt. Das war schon eine große

Herausforderung.

COBURGER: Warum sind Sie ein Macher?

Matthias Straub: Weil ich gerne von der ersten Idee bis zur

Umsetzung alles in der Hand habe – im Team natürlich.

COBURGER: Was macht das Machen aus?

Matthias Straub: Man muss begeisterungsfähig sein – und

andere begeistern können. Man muss alle mitnehmen: vom

Ensemble über das technische Team bis hin zur Ausstattung. Es

macht keinen Unterschied, ob es ein kleines Projekt ist oder eine

Mehrspartenproduktion mit Ballett, Musiktheater und Schauspiel.

Die Leidenschaft für das Projekt ist das A und O – dass man eine

Vision lebendig werden lassen darf. Und der feste Glaube daran,

dass es am Ende funktioniert. Beharrlichkeit gehört auch dazu.

Man muss Zugeständnisse machen können, kompromissbereit

sein, Alternativen in der Tasche haben. Dabei darf man das Ziel nie

aus den Augen verlieren. Es gibt letztendlich viele Wege und viele

Lösungen. Wir arbeiten täglich mit Kritik – dadurch lernt man,

selbst kritikfähig zu sein und Kritik positiv umzusetzen. Wichtig

ist immer, die Motivation aller Beteiligten am Laufen zu halten.

COBURGER: Wie ging es los mit dem Machen?

Matthias Straub: Das Macher-Gen habe ich schon in der

Schauspielschule entdeckt. Es war 1991, als ich dort meine erste

Inszenierung gemacht habe: Sexual Perversity in Chicago von

David Mamet. Dabei habe ich gemerkt, dass mir das liegt. Und

in meiner Laufbahn als Schauspieler – vom Burgtheater in Wien

über Meiningen nach Basel, Darmstadt und Weimar – habe ich

so weitergemacht: Neben der Schauspielerei bin ich also immer

wieder ins Regiefach gewechselt. Ab 2000 habe ich mich dann ganz

auf die Regie konzentriert, weil es dort wirklich ums Machen geht.

Das reine Schauspielern hat mich auf Dauer nicht genug erfüllt.

Aber meine Erfahrung als Schauspieler hilft natürlich bei der Arbeit

als Regisseur, weil ich auch mal handwerklich Hilfestellung geben

kann. Ich habe Schauspiel auch an der Hochschule unterrichtet –

das ist in der täglichen Arbeit ein guter Grundstock.

COBURGER: Ist die Region Coburg ein guter Ausgangspunkt zum Machen?

Matthias Straub: Im Moment schaue ich sehr gerne zurück auf

meine Zeit in Coburg – weil ich hier die Möglichkeit hatte, ganz

viel Verschiedenes auszuprobieren. Da ich sehr musikaffin bin,

lagen mir meine musikalischen Projekte besonders am Herzen.

Und ich glaube, das kam in der Region gut an. So gesehen bietet

Coburg alle Möglichkeiten – und ich bin stolz, dass ich sie aus

meiner Sicht sehr gut genutzt habe.

COBURGER: Wie geht es mit dem Machen für Sie in Coburg weiter?

Matthias Straub: Allem Anschein nach geht meine Zeit in Coburg

zu Ende und dann muss ich das akzeptieren. Allerdings: hinter die

Art und Weise kann man sicherlich ein Fragezeichen setzen.

Die Fragen stellte Wolfram Hegen.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 49


www.existenzgruendung-in-coburg.de

Existenzgründung in Coburg?

Egal ob Startup, Handwerker oder Dienstleister: In

der Region Coburg finden Existenzgründer aus

allen Bereichen ein passendes Angebot aus

Beratung, Netzwerk und Infrastruktur vor. Die

Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt

Coburg mbH freut sich, in dieser Serie Existenzgründer

aus der Region zu präsentieren,

die zeigen, dass die Existenzgründung

in Coburg eine echte Alternative darstellt.

Zusammen mit den Partnern aus dem Existenzgründernetzwerk

Coburg steht die

Wirtschaftsförderung allen Gründern

und Interessierten mit Rat und

Tat zur Seite.


START-UPPER

Gesponserter Beitrag

Von Wolfram Hegen

Fotos: Solar Green Service

Grüner

Gründergeist

WIE AUS EINEM SKIURLAUB DIE IDEE

ZU „SOLAR GREEN SERVICE“ WURDE

Skifahren wollten sie im Urlaub. Am Ende tüftelten sie zehn Tage lang an einer

neuen Geschäftsidee. Was sich für andere wie ein vertaner Urlaub anfühlen

würde, war für Bastian Geuß und seine Lebensgefährtin Luzi Ye der Startschuss

für ein neues Unternehmen – „Solar Green Service“.

Die Geschichte beginnt allerdings schon viel früher. Denn

Geuß ist kein Neuling im Geschäft, sondern mit seinem Betrieb

Galabau Geuß seit über zehn Jahren in der Region Coburg

verwurzelt. Der Schwerpunkt: hochwertig gestaltete

Garten- und Landschaftsbauprojekte, individuell geplant,

liebevoll umgesetzt. „Doch hin und wieder haben wir auch

bei der Anlage und Pflege von Solarparks mitgewirkt“, erzählt

er. Durchschnittlich einmal im Jahr, regional, solide.

Bis plötzlich alles schneller ging.

Ein Projekt im hessischen Bad Hersfeld brachte die Wende.

Der Auftrag sprach sich herum. Immer mehr Anfragen trudelten

ein – nicht mehr nur aus Oberfranken, sondern aus

ganz Deutschland. Was als Nebenzweig begonnen hatte,

entwickelte sich zum Selbstläufer. Dann kam der Dezember

2023 – und mit ihm der Skiurlaub. „Wir haben erkannt, dass

sich das Geschäftsfeld grundlegend von unserem bisherigen

unterscheidet. Es braucht eigene Strukturen, eigene Abläufe

– und eine eigene Firma“, erklärt Luzi Ye, die als gelernte

Juristin das Projekt mit klarer Strategie begleitet.

Der Unterschied: Während Galabau Geuß individuelle

Projekte plant, umsetzt und betreut, lässt sich die Pflege

von Solarparks standardisieren – und damit skalieren. Ein

Handwerksbetrieb, der wie ein Industriebetrieb denken

und arbeiten muss. Im Juli 2024 war es so weit: Die beiden

gründeten „Solar Green Service“. Das Ziel: landschaftspflegerische

Dienstleistungen speziell für Solarparks. „Es geht

um viel mehr als Mähen“, sagt Geuß. „Wir säen insektenfreundliche

Wiesen, legen Biotope an, kümmern uns um

die Pflege – und sorgen dafür, dass Solarparks auch einen

ökologischen Mehrwert liefern.“

Die Vision dahinter nennen sie „Green together“ – was so

viel heißt, dass man die Energiewende mitgestalten möchte.

Denn ein Solarpark, so die Überzeugung des Gründerpaars,

soll nicht nur Strom liefern, sondern auch Lebensraum. Für

Bienen, Schmetterlinge, Wildkräuter. Für eine Zukunft, in

der Nachhaltigkeit nicht bei der Energie aufhört. „Wir wollen

die Energiewende mitgestalten. Nicht nur technisch,

sondern auch ökologisch“, bringt es Geuß auf den Punkt.

Die Nachfrage ist enorm. „Ich habe testweise eine Marktanalyse

über LinkedIn gemacht – und wurde überrannt.“

Mittlerweile betreut Solar Green Service mehr als 70 Solarparks

in ganz Deutschland, darunter auch den größten Europas

bei Leipzig mit über 600 Hektar Fläche. Erste Anfragen

aus den Niederlanden und Dänemark zeigen, dass das

Konzept europaweit relevant ist.

Doch mit dem Erfolg kamen auch Herausforderungen.

„Aufträge waren schnell da – aber wie baut man ein Unternehmen,

das eher wie ein Industrieunternehmen funktioniert,

aus dem Stand auf?“ Maschinen mussten angeschafft,

digitale Prozesse entwickelt, Mitarbeiter gefunden werden.

Inzwischen arbeiten rund 20 Menschen für Solar Green

Service, die meisten davon aus der Region Coburg. Vom

Büro bis zur Fläche – ein Team mit grüner Mission. Dabei

setzt man auf moderne Technologien: Kunden erhalten den

Baufortschritt tagesaktuell digital, Materiallisten werden

automatisch geführt, Zeiten erfasst, Pflegezyklen dokumentiert.

„Ohne digitale Prozesse wäre das gar nicht möglich“,

so Geuß. Für die nahe Zukunft sind Filialen in ganz

Deutschland geplant – dezentral, effizient, grün.

Mehr Informationen unter:

www.solar-green-service.com

Solar Green Service GmbH & Co. KG

Rodacher Straße 73, 96450 Coburg

AUSGABE 68 / APRIL 2025

COBURGER | DAS MAGAZIN 51


BJÖRN HIEBER

25 Jahre

UNTERNEHMERTUM

Ein offenes Gespräch mit Björn Hieber über Verantwortung,

Selbstbestimmtheit und die Höhen und Tiefen des Unternehmerlebens

MAGAZIN: Herr Hieber, 25 Jahre als Unternehmer – was geht

Ihnen durch den Kopf, wenn Sie auf diese Zeit zurückblicken?

BJÖRN HIEBER: Ehrlich gesagt? Ich bin vor allem

dankbar. Es war nicht immer einfach, aber jede Herausforderung

hat mich weitergebracht. Manchmal staune

ich selbst, was in den letzten 25 Jahren passiert ist.

MAGAZIN: Sie stammen aus einer Unternehmerfamilie – war

es für Sie also schon immer klar, dass Sie selbst einmal ein eigenes

Unternehmen führen würden?

BJÖRN HIEBER: Nicht unbedingt. Klar, unser Familienunternehmen,

Optik Müller, gibt es seit 1896, und ich

bin damit aufgewachsen. Aber ich wollte nicht nur das

fortführen, was schon da war – ich wollte auch meinen

eigenen Weg gehen. Und diese Mischung aus Tradition

und eigenem Unternehmergeist hat mich geprägt.

52 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


25 JAHRE UNTERNEHMERTUM

Fotos: Val Thoermer

MAGAZIN: Mit 18 haben Sie Ihr erstes eigenes Unternehmen

angemeldet – ein mutiger Schritt! Was hat Sie damals dazu gebracht?

BJÖRN HIEBER: Ich hatte einfach den Drang, etwas Eigenes

zu schaffen. Schon als Jugendlicher wollte ich unabhängig

sein, meine eigenen Ideen umsetzen und Interessen

nachgehen. Also habe ich an meinem 18. Geburtstag mein

erstes Unternehmen angemeldet – ohne genau zu wissen,

wohin die Reise geht. Heute ist daraus Markatus geworden.

MAGAZIN: Rückblickend – gab es Entscheidungen, die Sie bereuen?

BJÖRN HIEBER: Nein. Nicht, weil jede Entscheidung richtig

war, sondern weil jede Entscheidung in dem Moment

die bestmögliche Wahl war. Manche waren im Nachhinein

vielleicht nicht ideal, aber ich sehe Fehler als Lektionen. Sie

helfen, zu wachsen und besser zu werden.

MAGAZIN: Welche Eigenschaften haben Sie über die Jahre begleitet

und Ihnen geholfen, sich als Unternehmer zu behaupten?

BJÖRN HIEBER: Konsequenz, Ehrgeiz und Fleiß. Ich habe

mir betriebswirtschaftliches Wissen und Marketing-Expertise

im Selbststudium angeeignet, Prozesse durchdrungen

und gelernt, in einer immer komplexeren Welt den Status

quo zu vereinfachen. Ich lasse mich nicht gut führen – ich

liebe es, selbst zu gestalten, Entscheidungen zu treffen und

Verantwortung zu übernehmen.

MAGAZIN: Führung bedeutet auch, Grenzen zu setzen. Wo ziehen

Sie Ihre roten Linien?

BJÖRN HIEBER: Für mich sind Vertrauen, Loyalität und

Verbindlichkeit nicht verhandelbar. Wer dieses Vertrauen

missbraucht oder gegen meine Werte verstößt, für den gibt

es keinen Weg zurück. Gleichzeitig bin ich aber nicht nachtragend.

Wenn keine rote Linie überschritten wurde, kann

ich nach einer Klärung einen Haken dahinter machen und

weitermachen.

MAGAZIN: Sie sagen, dass Erfolg nicht allein entsteht. Welche

Rolle spielen andere Menschen auf Ihrem Weg?

BJÖRN HIEBER: Eine entscheidende. Ich hatte das Glück,

immer die richtigen Menschen zu treffen – Coaches, Berater,

Experten und Kollegen, von denen ich lernen durfte.

Ich sehe es auch als meine Aufgabe, neue Perspektiven

zu schaffen, sowohl für meine Kunden als auch für meine

über 55 Mitarbeiter. Unternehmertum bedeutet nicht nur

wirtschaftlichen Erfolg, sondern auch Verantwortung für

Wachstum und Fortschritt.

MAGAZIN: Was ist heute die größte Herausforderung für Unternehmer

– gerade in einer Welt, die sich so schnell verändert?

BJÖRN HIEBER: Die größte Herausforderung ist es, den

Fokus zu behalten. In einer Welt voller Ablenkungen ist

es nicht leicht, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.

Gleichzeitig erfordert unternehmerisches Handeln Mut –

die Bereitschaft, die Komfortzone zu verlassen und neue

Wege zu gehen.

MAGAZIN: Ihr Unternehmen ist ein bedeutender Teil Ihres Lebens,

aber es ist nicht alles. Wie schaffen Sie es, eine Balance zu

halten?

BJÖRN HIEBER: Ich habe gelernt, dass Leistungsfähigkeit

ohne körperliche und mentale Fitness nicht möglich

ist. Deshalb achte ich auf mich, um gesund und leistungsfähig

zu bleiben. Mehrere Wochen im Jahr verbringe ich

auf Mallorca, arbeite von dort und tanke neue Energie. Vor

allem aber ist meine Familie mein größter Anker und meine

Motivation. Sie gibt mir Halt und erinnert mich daran, dass

Erfolg nicht nur in Zahlen messbar ist.

MAGAZIN: Was ist die wichtigste Erkenntnis, die Sie aus 25 Jahren

Unternehmertum mitnehmen?

BJÖRN HIEBER: Erfolg misst sich nicht an Zahlen, sondern

an der Fähigkeit, Frieden zu spüren – mit sich selbst

und mit dem, was man geschaffen hat. Und eines habe ich

gelernt: Offen über eigene Schwächen zu sprechen macht

einen nicht angreifbar, sondern verbessert das Miteinander

mit den Menschen, die einem wirklich wichtig sind.

MAGAZIN: Herr Hieber, vielen Dank für das offene Gespräch!

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 53


SONDERTHEMA: GESCHENKE

Beste Stimmung: Einer der beiden Firmengründer, Lars Eggers (vorne Mitte)

mit einem Teil des Teams im Büro in der Digitalen Manufaktur.

Bartender mit Erfolgsgeschichte:

SESES-Gründer Till Sprackties und Lars Eggers

SESES-Fruchtreduktionen:

Vier Sorten für die Kunden

Sparen Platz und Zeit:

Aperitifs mit SESES-Fruchtreduktionen

54 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


SESES DRINKS

Gesponserter Beitrag

Von Wolfram Hegen

Best Practise – wie im Digitalen Gründerzentrum von Zukunft.Coburg.Digital

innovative Lösungen und Produkte junger Start-ups entstehen. Eine Reihe präsentiert von der

DIESES MAL: SESES DRINKS

Mehr erfahren?

Jetzt den Videobeitrag

anschauen.

FRUCHTREDUKTIONEN

Selbstbewusstes Statement der SESES

Inhaber Lars Eggers & Till Sprackties

„DIE SESES DRINKS FRUCHTREDUKTIONEN SIND DIE

INNOVATIVSTEN PRODUKTE AUF DEM GETRÄNKEMARKT.“

FÜR JEDE BAR

WIE SESES DRINKS COCKTAILS NEU DENKT

Ein lauer Sommerabend, die ersten Gäste nehmen Platz, und wie

von selbst stellt sich die Frage: „Was darf’s als Aperitif sein?“ Die

Klassiker sind schnell zur Hand – ein Spritz, ein Bitter, vielleicht

ein bisschen Prosecco mit Saft. Solide. Aber auch ein wenig vorhersehbar.

Genau an dieser Stelle setzt eine Idee an, die aus dem

Arbeitsalltag an der Bar heraus geboren wurde – und sich inzwischen

zu einem spannenden Start-Up aus der Region entwickelt

hat: SESES DRINKS.

Am Anfang wurde experimentiert. Frucht trifft Kräuter – als Tages-Aperitif,

mit frischen Zutaten zubereitet. Was damals als

spontane Tageskreation begann – fruchtig, herb, ausgewogen –,

entwickelte sich rasch zu einem Aha-Erlebnis für Gäste und Gastgeber

gleichermaßen. Nur die Umsetzung war kompliziert: Frische

Früchte und Kräuter müssen täglich eingekauft, geschnitten, angesetzt

werden – mal passte die Minze nicht, mal war die Mango zu

reif. Reproduzierbarkeit? Schwierig. Die Lösung war so einfach wie

genial: Früchte und Kräuter auf das Wesentliche reduziert. Alles in

eine Flasche gepackt. So entstand die Idee der Fruchtreduktionen.

Und dann ging alles ganz schnell. Die Produktion begann – und das

alles mit einem klaren Ziel: „Wir wollen das Standardprodukt hinter

jeder Bar werden“, sagt Lars Eggers, nebe Till Sprackties einer der

beiden Gründer und Gesellschaft von SESES DRINKS. „Und das

Gesamtniveau an Qualität weiter nach oben heben in der Gastronomie,

ohne dass man dabei einen Mehraufwand hat.“ Die vier Sorten

– Himbeere Hibiskus, Mango Rosmarin, Maracuja Minze und Zitrone

Basilikum – bringen alles mit, was es für einen hochwertigen

Drink braucht. Gemischt mit Wasser, Tonic, Schaumwein oder auch

Spirituosen lassen sich im Handumdrehen Limonaden, Spritz-Variationen

oder alkoholfreie Cocktails zaubern. Ohne Profi-Skills.

Ohne viel Equipment. Ohne Reste.

Das spart Platz, Zeit und Geld – und sorgt für durchgehend gleichbleibende

Qualität. Ob im Restaurantbetrieb oder auf der heimischen

Gartenparty. Denn: SESES DRINKS ist längst nicht mehr

nur in Bars und Gastronomie angekommen. Über den Onlineshop

können auch Privatkunden bestellen – und tun das fleißig.

Heute entstehen die Fruchtreduktionen bei der Rodacher Fruchtsäfte

GmbH in Bad Rodach – mit großer Sorgfalt, zum Großteil in

Handarbeit. 100.000 Flaschen pro Jahr werden inzwischen abgefüllt,

etikettiert, verschickt. Ganz ohne Konservierungsstoffe, dafür

mit einer Haltbarkeit von zwei Jahren. Inzwischen arbeiten neun

Mitarbeitende bei SESES, das Zuhause des Startups ist die Digitale

Manufaktur in Rödental, wo Zukunft.Coburg.Digital kreative

Gründungen unterstützt. Lars Eggers fühlt sich dort gut aufgehoben:

„Wir sind von coolen Unternehmen umgeben, die uns unterstützen

in dem, was wir machen.“ Und Anuschka Schneyer vom

Gründerzentrum betont: „Wir fördern unsere Startups auf verschiedene

Arten – über Social Media, Pressearbeit oder Events, um sich

zu präsentieren.“

Wer das Team in Rödental besucht, erlebt übrigens ein ganz eigenes

Ritual. „Die Glocke, die man hier sieht, wird bei uns geläutet jedes

Mal, wenn wir eine Erstbestellung absetzen“, erzählt Lars Eggers.

Während des kurzen Besuchs vor Ort erklingt sie gleich zweimal

– wieder sind neue Kunden auf den Geschmack gekommen. „Und

wenn nicht alle im Büro sind, kommt die Glocke eben in unseren

Chat – und das ganze Team freut sich mit.“

SESES DRINKS ist mehr als ein Getränkehersteller. Es ist eine Idee,

die aus der Praxis geboren wurde, und eine Lösung, die in mittlerweile

500 Gastronomiebetrieben in Deutschland zur Standardausstattung

gehört. Die Fruchtreduktionen verbinden das Beste aus

Frucht und Kräutern, erleichtern Arbeitsprozesse – und begeistern

Gäste. Und bei jeder neuen Bestellung läutet irgendwo eine kleine

Glocke – und mit ihr ein Stück Zukunft.

www.zcd.digital

Eggers & Sprackties GbR SESES DRINKS

sesesdrinks.com

Gebäude 2

Coburger Straße 7 96472 Rödental

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 55


FISCHSOMMELIÈRE

56 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


POWERFOOD FISCH

Advertorial

CO 2 einfach

nochmal nutzen

In Schwarzenfeld entsteht lebensmittelechtes

CO 2 . Rießner-Gase baute dafür Tanks und

Verladestation und vermarktet das recycelte

Klimagas. So können beispielsweise Lebensmittel

nachhaltig gekühlt verschickt werden.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 57


CO 2 EINFACH NOCHMAL NUTZEN

CO 2 ist das bekannteste Klimagas. Es trägt zur Erwärmung

der Atmosphäre bei – es entsteht beim

Verbrennen von fossilen Energieträgern, aber es

wird zu den verschiedensten Zwecken auch als

Gas benötigt. Im Produktionsprozess von Spritzgussteilen

oder Trockeneis, um nur einige Beispiele

zu nennen. Wie wäre es, wenn das CO 2,

das normalerweise einfach in die Luft gelangt, wenigstens

ein zweites Mal benutzt werden könnte? Die

Privatmolkerei Bechtel in Schwarzenfeld und Rießner-Gase

zeigen, wie das gelingen kann.

Ein Tor außerhalb von Schwarzenfeld fährt auf, ein

LKW mit einem Anhänger von Rießner-Gase rollt auf

das Gelände. Hier liegen die kommunale Kläranlage,

die Kläranlage der Molkerei und die BG Bio-Energie

nebeneinander. Stephan Bruckner-Knab zeigt auf

die Tanks der Molkerei, die in der Ferne zu sehen ist.

„Wir trennen innerhalb des Betriebs konsequent das

Abwasser. Alles aus der Produktion kommt in unsere

eigene Kläranlage.“ Die Abwässer aus Duschräumen

oder Toiletten gehen in das kommunale Netz und in

die kommunale Kläranlage.

Die Abwässer aus der Produktion von Grünländer-Käse

und „allen Milchprodukten bei Lidl“ sind

der Beginn eines Kreislaufes. Der Klärschlamm ist

hier durch seine Herkunft klar definierte Biomasse.

„Wir wissen genau was drin ist und können unsere

Anlage daher genau darauf abstimmen“, sagt Bruckner-Knab.

Die Biomasse wird auf das Gelände der BG

Bioenergie gepumpt und in vier großen Tanks mit

Kuppeldach vergoren. Die Mikroorganismen zerlegen

sie unter anderem in Methan, CO 2 und einen festen

Restbestandteil. In den üblichen Biogas-Anlagen

treibt das Methan ein Blockheizkraftwerk an, das

CO 2 wird in die Luft geblasen. In Schwarzenfeld geht

die Aufbereitung weiter. Das Methan wird soweit gereinigt

und konzentriert, dass es in das Gasnetz des

Bayernwerks eingespeist werden kann.

Stephan Bruckner-Knab erklärt die Anlage in Schwarzenfeld, in der unter anderem lebensmittelechtes CO 2 entsteht.

58 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


RIESSNER-GASE

Von Tim Birkner

Foto: Easy2cool

Das Kohlendioxid wird bei minus 30 Grad flüssig gespeichert.

Aus dem CO 2 wird Trockeneis, das Easy2cool dann für

den Versand von Kühlprodukten verwendet.

Auch das Kohlendioxid bleibt in der Anlage und wird aufwändig

und besonders gründlich gereinigt, damit es sämtliche

Anforderungen und Spezifikationen an Lebensmittel-CO 2

erfüllt. Schließlich wird es abgekühlt und mit minus 30 Grad

flüssig in vier große Tanks gepumpt.

Von diesen Tanks aus beginnt es seinen zweiten Einsatz. Die

Firma Rießner-Gase hat die Tanks, das dazugehörige Analyse-Labor

sowie die vollautomatische Tankstelle geplant und

gebaut. Sie ist der exklusive Partner in der Vermarktung des

CO 2. Der Lastzug rollt an die Ladestation. Nachdem er sich

mit seinen Fahrer-, Fahrzeug- und Behälterkarten freigeschaltet

hat, wird der Lastzug beladen. „Das Verladeportal

soll möglichst mannlos funktionieren“, sagt Joen Rießner von

Rießner-Gase. Damit soll die Tankstelle für CO 2 rund um die

Uhr flexibel sein. Zwei bis drei Ladungen verlassen täglich die

Anlage. Ein Großteil wird dann im Lichtenfelser Werk zu Trockeneis

verarbeitet und wird wird an Easy2cool in Redwitz

geliefert.

Pro Stunde kommt mehr als eine Tonne CO 2 in den Lagertanks

in Schwarzenfeld an. Sie fassen jeweils 100 Tonnen.

Sobald ein Tank voll ist, wird er verschlossen und zunächst

analysiert. „Erst wenn das Labor bei Bechtel die Reinheit bestätigt,

wird er zur Verladung freigegeben“, so Rießner. Er

sieht aus Lichtenfels die Füllstände und Erfüllung aller Kriterien

für die Freigabe als Lebensmittel CO 2. Sobald ein Tank

freigegeben ist, kann die Abholung im System hinterlegt werden,

die die Fahrer dann mit ihrer Identifikation vor Ort freischalten.

„Der Prozess ist von der Füllung der Tanks über die

Abholung bis zur Zertifizierung und Rechnungslegung digitalisiert.“

Die Programmierung entstand in der IT-Abteilung

von Rießner-Gase und wird auch an der Verladestelle für Wasserstoff

in Wunsiedel genutzt.

„Wir sind immer auf der Suche nach eigenen, möglichst

regionalen, Quellen für unsere Gase, um so Versorgungssicherheit

für unsere Kunden zu garantieren. Nach CO 2 aus

Schwarzenfeld und Wasserstoff aus Wunsiedel fehlt uns als

nächstes eigentlich nur noch eine Luftzerlegungsanlage“, sagt

Joen Rießner. Der Wasserstoff kommt inzwischen aus Wunsiedel,

das CO 2 aus Schwarzenfeld. „Wir setzen damit komplett

auf nachhaltiges, biogenes CO 2 – also Kohlendioxid, das bereits

in der Luft war und wir recyclen es.“ Anlagenbau, Analyse

und Programmierung lagen in der Verantwortung des Lichtenfelser

Unternehmens. „Das Projekt ist lösungs orientiert

und spannend – es gibt noch nicht so viele Anlagen, die das

können“, sagt Rießner. So waren sowohl die Ingenieure als

auch Monteure, Bioanalytiker und Programmierer für die

CO 2-Anlage in Schwarzenfeld im Einsatz. „Für unsere zukünftigen

Projekte suchen wir daher immer fähige und motivierte

Leute aus diesen Bereichen und freuen uns natürlich auch

über Initiativbewerbungen. Besonders freut es uns natürlich,

wenn das CO 2 nicht nur nachhaltig hergestellt werden kann,

sondern dieser Ansatz auch bei unseren Kunden konsequent

weiter gedacht wird. Ein Paradebeispiel ist hierbei die heimische

Firma easy2cool. Dort werden mit unserem Trockeneis,

hergestellt aus biogenem CO 2, Kühltaschen aus recycletem

Material befüllt. Mit diesen wird dann tiefgekühlte Ware direkt

an den Endkunden versendet ohne die Kühlkette zu unterbrechen.“

Rießner-Gase GmbH

Rudolf-Diesel-Straße 5 | 96215 Lichtenfels

Tel.: +49 9571 765-0 | E-Mailgase@riessner.de

www.riessner.de

AUSGABE AUSGABE 69 / JUNI 52025 / MAI 2025

LICHTENFELSER COBURGER | DAS MAGAZIN 59


Die perfekte Feier

60 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 61


KNUT.EVENTS

Der Schlüssel ihres Erfolgs ist sicherlich die

außergewöhnliche Leidenschaft mit der Sandra

Englich und ihr Team ihren Gästen begegnen. Sie

kann auf stolze 20 Jahre persönlich geplante und

durchgeführte Hochzeiten, Firmenfeiern und

Public-Events blicken: „Jede Veranstaltung ist

immer einzigartig. Die vielfältigen Aufgaben und

Wünsche meiner Kunden sind dabei grundsätzlich

immer sehr unterschiedlich“, erklärt die erfahrene

Geschäftsführerin. Anfangs, so erinnert sie sich,

hätten sich die Leute zu ihrer Geschäftsidee nicht

so viel vorstellen können. Anstatt als diplomierte

Betriebswirtin die gebotene Chance zu ergreifen,

in einer internationalen Unternehmensberatung

Karriere zu machen, entschied sie sich aus Ihrer

Überzeugung zu dieser fixen Idee und zur

Selbstständigkeit in ihrer Kronacher Heimat. Und

ihr Bauchgefühl sollte Recht behalten. „Jedes

Freudestahlen eines jeden Gasts bestätigt, dass

meine klare Idee und unermüdliche Leidenschaft

genau so richtig ist.“

Nach drei Jahren übernahm sie einen kleinen

Blumenladen. Ein früher und wichtiger Baustein

zum Full-Service-Angebot. Ab da sollten nun alle

Veranstaltungen mit eigenen kreativen Blumenarrangements

und eindrucksvollen Dekorationen

von Knut.Floristik gestylt werden.

Schnell erkannte Sandra Englich die Bedeutung

einer individuellen und ganzheitlichen Beratung.

„Ziel ist es immer die Wünsche der Kunden mit

unseren Vorschlägen zusammen zu bringen, um

so für alle Gäste ein unvergessliches Erlebnis zu

schaffen“, so die Event-Expertin. Nicht nur durch

die Einflüsse der sozialen Medien und Pinterest &

Co haben sich in der Zwischenzeit die Wünsche

und Ansprüche an das Gesamterlebnis für eine

perfekte Feier deutlich fortentwickelt. „Lifestyle

und Trends ändern sich ständig. Aber das sind die

angesagten Einflüsse, die bei unserem Gesamt-

Styling eine ganz wichtige Rolle spielen“. Nach

einer Welle von Vintage-Feiern und Boho-Festen

wird es derzeit wieder facettenreicher.

Veranstaltungen von Knut.Events finden quasi

überall statt: ob als Business-Event in geeigneten

Firmengebäuden, oder auf Messen und Ausstellungen,

als private Feier in Schlössern oder

Scheunen, in stylischen Zelten, im eigenen Garten

oder auch bei vielen Public-Events wie ‚Kronach-

Leuchtet‘ oder ‚Martini-Markt‘ o.ä..

Seit 2011 hat Sandra Englich das Portfolio von

Knut.Events um ein eigenes Restaurant erweitert.

Sie übernahm die ehemalige Gaststätte auf der

Kronacher Festung Rosenberg. Vorher wechselten

dort oft die Pächter und die Stimmung war eher

mau. „Als gelernte Hotelfachfrau war ich sofort

voller Ideen und Tatendrang aus der bis dahin dort

verwaisten Location mit unserer neuen ‚Bastion

Marie‘ einen besonderen Platz voller Lebensfreude

für alle Sinne zu schaffen“, erinnert sich

die Geschäftsführerin. Doch für ein ausgezeichnetes

Restaurant brauchte es natürlich auch eine

ausgezeichnete Küche. Da dachte Sandra Englich

direkt an Ihre Mutter. „Sie hat sofort ja gesagt. Es

war schon immer ein großer Wunsch meiner

Mutter ein schönes Restaurant mitzuführen.“

62 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


DIE PERFEKTE FEIER

Schon bald erkannten die Gäste den neuen liebevollen

Charme auf der Kronacher Festung: ein

neues, stilvolles Ambiente, und immer frische

Blumen- und Tischdeko, ein herzliches und

geschultes Personal, und natürlich: die

ausgezeichneten Köstlichkeiten vom mittlerweile

gewachsenen Küchenteam der Bastion Marie. „Ob

Kronacher oder Gäste aus der Region, oder

Touristen von weit her, wir wollen alle Gäste mit

unserer leckeren fränkischen Küche verwöhnen.

Mal traditionell, mal raffiniert interpretiert.

Deshalb gibt es eine immer wechselnde Karte mit

feinen Besonderheiten à la Bastion Marie.

Natürlich alles immer marktfrisch und mit viel

Liebe und Kochkunst von unserem Küchenteam

zubereitet.“ Und am Sonntag steht Mama

Christine immer noch selbst in der Küche: dann

gibt es auch ihre unnachahmlichen klassischen

fränkischen Braten. „Wir wollen vielseitig sein,

denn unser Publikum ist es ja auch“, sagt die

Restaurantchefin. „Ob ein leckeres Stück unserer

selbstgebackenen Kuchen und Torten, oder ein

mehrgängiges Verwöhn-Dinée mit

ausgezeichneter Weinbegleitung.“

Ein Herzstück der Bastion Marie ist der traumhafte

Biergarten, eingebettet in die imposante

Festungsanlage, und mit einem unvergleichlichen

Ausblick weit für die Kronacher Dächer hinaus.

So ist es nicht verwunderlich, dass sich die

Bastion Marie zu einer beliebten Location für

Hochzeiten, Geburtstage oder ähnliche Anlässe

entwickelt hat.

Mit der Bastion Marie haben sich auch die

Möglichkeiten für den Full-Service-Ansatz von

Knut.Events entsprechend erweitert. „Und unsere

köstliche Küche und kreatives Küchenteam setzen

wir ebenso auch bei externen Veranstaltungen ein:

als Dinée auf Hochzeiten, oder Flying-Buffet bei

Firmenempfängen oder Messen, oder wie

alljährlich bei ‚Kronach-Leuchtet‘ dann als Pop-

Up-Restaurant in unserem ‚Köstlicht‘ mit Live-

Cooking direkt vor den Augen der Gäste.“

Sandra Englich hält ein kleines Booklet in den

Händen: „Ein spannendes Heftchen als Vorschau

auf unsere Event-Highlights über das ganze Jahr.“

Ein beeindruckendes Angebot an unterschiedlichen

Veranstaltungen von Knut.Events, Knut.Floristik

und der Bastion Marie: vom Brunch über Live-

Musik im Biergarten oder coole Sundowner-

Events mit groovigen Beats im Danceclub-Flair,

bis zu kreativen Floristikkursen für Adventskranzbinden

oder Flower-Loops. „Es geht doch einfach

darum die schönen Momente zu genießen und

gemeinsam Spaß zu haben“, resümiert Englich.

Und mit dem ‚Mariechen‘ hat Sandra Englich ein

weiteres einzigartiges Highlight geschaffen. Ein

helles, naturtrübes Bier, das es nur auf ihrer

Bastion Marie gibt. „Kaiserhöfer braut es exklusiv

nur für uns. Wirklich unvergleichlich im

Geschmack. Es ist ein bisschen leichter und damit

bekömmlicher als herkömmliche.“ Viele sagen:

einfach das perfekte Bier. Ob das möglicherweise

auch ein Grund war, warum die Bastion Marie als

einer der zehn schönsten Biergärten Deutschlands

ausgezeichnet wurde? Für Sandra Englich steht

auf jeden Fall fest: „Für mich ist es der schönste

Platz über den Dächern von Kronach.“

Sandra Englich hat seit 20 Jahren immer das

Ganze im Blick, ob als kreative Unternehmerin

oder als hoch engagierte Eventmanagerin für

einzigartige Momente. Entscheidend ist immer der

intensive Dialog mit den Kunden, um die

Wünsche und Vorstellungen zu verstehen, um

dann ein maßgeschneidertes Konzept über z.B.

Locationauswahl, Einladungskarten, Reservierung

von Hotels, Shuttleservice, oder Buchung von

DJs, Musikern, Kinderbetreuung oder Security,

Licht- und Ton-Technik, Catering und Equipment

uvm. gemeinsam im Team auszuarbeiten. „Und

dann setzen wir das alles um: Planung,

Beschaffung, Aufbau, Veranstaltungstechnik,

Dekoration, Essen, Drinks, Service- und auch

Backstage-Personal … und natürlich danach auch

alles wieder zurück“, sagt Englich, immer mit

dem Streben nach der perfekten Feier. So loben

durchweg alle Kunden und Gäste die hohe

Professionalität und absolute Zuverlässigkeit bei

herausragender Qualität in allen Belangen. Wenn

dann die Kunden zu ihr kommen und sagen: „Das

war noch viel schöner, als wir uns das vorher

gedacht haben“, dann ist das für Sandra Englich

und ihr tolles Knut Team das größte Dankeschön

für ihre leidenschaftliche Arbeit.

Sandra Englich über die Bastion Marie

KNUT.EVENTS

Event-Design, kreative Beratung, professionelle

Planung, exzellente Durchführung, Fullservice

Management, Hochzeiten, Jubiläen, Privatfeiern,

Empfänge, Business Events, Public Events,

Konzerte, Seminare, Messen, Service, Catering,

Drinks, Event Styling, Decoration, Entertainments,

Bands & DJs, Technik.

Johann-Nikolaus-Zitter-Str. 41 / 96317 Kronach

T. 09261 965553 / office@knut-events.de

www.knut-events.de

KNUT.FLORISTIK

Kreative Blumensträuße, faszinierendes

Blumensortiment, trendige Homestyle

Anregungen, Tischdeko & kleine

Geschenkideen, Hochzeitsblumenträume,

pietätsvoller Trauerschmuck, Event Styling

Arrangements, Firmen Deko Services,

Lieferservice, Fleurop Premium Partner.

Johann-Nikolaus-Zitter-Str. 41 / 96317 Kronach

T. 09261 965553 / floristik@knut-events.de

www.knut-floristik.de

BASTION MARIE

Restaurant, Café, Terrasse, Biergarten,

unvergleichlicher Ausblick, Festung & Führungen,

Private Feiern, Business Events, öffentliche

Veranstaltungen, Konzerte, Lounge & Partys,

ausgezeichnete Küche, eigenes Bier ‚Mariechen‘.

Dienstag bis Sonntag ab 11.30 Uhr

Montag Ruhetag

Festung 1 / Festung Rosenberg / 96317 Kronach

T. 09261 500700 / bastion@knut-events.de

www.bastion-marie.de

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 63


KULTOUREN

Kultouren

DER COBURGER AUF REISEN

64 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


BOZEN

Von Wolfram Hegen

Fotos: Adobe Stock

Reisen allein, zu zweit, als Familie mit Kindern, „die schon aus dem

Gröbsten“ raus sind, mit Freunden. Regionen in Europa, die mit

dem Auto, per Bahn, mit dem Bus (oder dem Flugzeug) in ein paar

Stunden erreichbar sind. Ziele für Menschen, die etwas sehen und

erleben wollen, die interessiert sind an Kultur, Land und Leuten, an

Natur, Bergen, Seen, Flüssen und Meer, gerne verbunden mit Bewegung

an der frischen Luft und manchmal auch mit ein bisschen kalkuliertem

Abenteuer. Das sind unsere COBURGER-Kultouren. In

jedem Magazin eine. Mit vielen Bildern, die Lust aufs Fortfahren machen,

und mit ein paar wenigen persönlichen Eindrücken, wenn Sie

dieser Lust erliegen. Unser Tipp: Selbst auf Entdeckungsreise gehen.

B OZEN

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 65


KULTOUREN

BOZEN – DAS TOR ZUM SÜDEN

Manchmal führt eine Reise nicht nur über Alpenpässe und durch Tunnel, sondern auch zu einem Gefühl von

Leichtigkeit, das man kaum erwartet hatte. Wer von Coburg nach Bozen aufbricht, reist nicht nur rund sieben

Stunden mit dem Zug – oder, je nach Verkehrslage, auch schneller mit dem Auto – in den äußersten Norden Italiens.

Man reist in eine Stadt, in der sich Kulturen nicht nur begegnen, sondern ineinander übergehen: deutsch und

italienisch, alpin und mediterran, bodenständig und leichtfüßig. Bozen ist kein Ort der Gegensätze, sondern einer

der Verbindungen. Zwischen Sprachräumen, Jahreszeiten, Lebensarten. In den Gassen der Altstadt mischt sich

das Läuten der Kirchturmglocken mit dem Stimmengewirr auf der Piazza delle Erbe, während über den Dächern

bereits das milde Licht Südtirols liegt. Wer hier ankommt, merkt schnell: Die Stadt will nicht beeindrucken, sie

will einladen. Zum Schauen, zum Schlendern, zum Innehalten. Und zum Verstehen, dass es Orte gibt, an denen

Geschichte nicht wie eine Last auf der Gegenwart liegt, sondern sie bereichert. Bozen erzählt keine Heldensagen

– es erzählt Alltagsgeschichten. Vom Handel, der einst das Stadtbild prägte, vom Wein, der hier seit Jahrhunderten

wächst, von Menschen, die gelernt haben, mit Vielfalt zu leben. Wer durch die Laubengänge geht, die schon

seit dem 12. Jahrhundert den Schatten der Händler waren, spürt etwas von dieser stillen Selbstverständlichkeit.

Vielleicht ist es gerade diese Mischung aus Offenheit und Verwurzelung, aus Bergnähe und Italiensehnsucht, die

Bozen so besonders macht. Eine Stadt, die nicht laut ruft, sondern freundlich winkt – und der man gerne folgt.

LÄSSIGE EINKAUFSTOUR

Bozen ist kein Ort, den man besucht – Bozen ist ein Ort,

in dem man flaniert. Und zwar mit Genuss. Zwischen Laubengängen

und Markständen, unter Zinnen und Zwiebeltürmen,

durchzieht den Stadtkern ein südlich-nordischer

Charme, der sich so lässig gibt wie ein Aperol im Spätnachmittagslicht.

Die berühmte Laubengasse ist dabei nicht einfach

nur eine Einkaufsstraße, sondern ein Laufsteg der Geschichte.

Seit dem 12. Jahrhundert wird hier unter Bögen

gehandelt – heute mit Mode, Feinkost, Lederwaren oder italienischem

Design. Ein paar Schritte weiter, auf dem Obstplatz,

offenbart sich Bozen als Marktstadt par excellence.

Zwischen duftenden Kräutern, speckigem Südtirol und

handverlesenen Äpfeln wird hier nicht nur eingekauft, sondern

verhandelt, verkostet und palavert – ganz wie es sich

für eine Handelsstadt gehört, in der sich seit Jahrhunderten

die Wege aus Nord und Süd kreuzen. Wer den Trubel verlässt,

landet in stillen Seitengassen wie der Mustergasse oder

der Bindergasse, wo kleine Galerien, Antiquitätenläden und

Cafés versteckt liegen – Oasen für Entdeckerseelen. Und natürlich

führt jeder Weg irgendwann zum Waltherplatz – Bozens

Wohnzimmer mit Blick auf Dom und Dolomiten. Wer

hier nichts findet, was ihm gefällt, hat wahrscheinlich vergessen,

die Augen aufzumachen.

66 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


BOZEN

LEHRREICHE MUSEEN

In Bozen hat selbst der Putz Geschichte – und wer zwischen Kirchen, Burgen und Museen

unterwegs ist, begegnet ihr auf Schritt und Tritt. Die Stadt ist ein Mosaik aus Epochen,

gebaut aus romanischem Ernst, gotischem Stolz und barocker Lust am Glanz.

Mächtig und anmutig zugleich erhebt sich der Bozner Dom über den Waltherplatz – ein

Meisterwerk der Gotik mit filigranem Turm und Fresken, die Geschichten erzählen,

lange bevor es Zeitungen gab. Nicht weit davon liegt Schloss Maretsch, ein Renaissance-Juwel

mitten in der Stadt, das mit seinen Türmchen und Weinranken wirkt wie

aus einem Märchenbuch gefallen. Noch spektakulärer: Schloss Runkelstein, das auf einem

Felsen über der Talfer thront und die wohl größte profane Freskensammlung des

Mittelalters beherbergt – Ritterromantik inklusive. Und dann ist da der Mann mit dem

Eispickel: Ötzi. Im Südtiroler Archäologiemuseum liegt der berühmteste Gletscherfund

der Welt hinter Panzerglas – mitsamt Pfeilen, Fellumhang und Geschichten über

ein Leben vor 5000 Jahren. Zeitgenössischer wird’s im Messner Mountain Museum Firmian

auf Schloss Sigmundskron. Hier hat Reinhold Messner ein Denkmal für die Berge

errichtet – nicht mit Pathos, sondern mit Demut und Weitblick. Bozen ist eben nicht

nur schön, sondern auch gebildet. Und jeder Besuch gleicht einer Zeitreise – ohne Jetlag,

dafür mit Tiefgang.

BOZEN IST EBEN NICHT NUR SCHÖN,

SONDERN AUCH GEBILDET.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 67


KULTOUREN

UNSERE AKTUELLEN

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ATEMBERAUBENDE AUSBLICKE

Kaum hat man das letzte Croissant in der Bozener Altstadt verspeist,

beginnt das Abenteuer – denn rund um die Stadt liegt ein Naturkino,

das seinesgleichen sucht. Für Wanderer, Radfahrer, Genießer und Gipfelträumer

ist das Umland von Bozen ein Versprechen: auf Weite, Aussicht

und stille Wunder. Wer den Rosengarten, diesen verzaubernden

Blick auf die Dolomiten beim Wandern sieht, versteht, warum Sagen

hier Wurzeln schlagen. Der Sage nach blüht er nur in leuchtenden Farben,

wenn König Laurins Fluch ruht – und tatsächlich glühen seine

Felswände in der Abendsonne wie ein offenes Geheimnis. Wanderwege

schlängeln sich durch Almwiesen und Wälder, führen zu urigen

Hütten und weiten Höhen. Radfahrer finden rund um den Kalterer See

eine Route für jede Laune: Genussradeln durch Weinberge, ambitioniertes

Strampeln bis zum Mendelpass oder einfach eine Abkühlung

im See. Das Wasser funkelt, als hätte der Himmel selbst ein Auge darauf

– und das Eis in der Hand schmilzt schneller als der Blick sich sattsehen

kann. Nicht verpassen: die Erdpyramiden am Ritten, bizarre,

fast außerirdisch wirkende Naturgebilde, die zwischen Lärchen und

Legenden stehen – leicht erreichbar mit der Rittner Bahn oder Seilbahn

von Bozen aus. Und dann ist da noch die Seiser Alm, Europas

größte Hochalm, die sich ausrollt wie ein Teppich zwischen Himmel

und Erde – mit Wanderwegen, die so sanft beginnen, dass selbst Stadtfüße

Lust auf Berge bekommen. Bozens Umland? Ein Freilufttheater,

in dem jeder Schritt Applaus verdient.

Servicecenter Coburger Land

Partnerwerkstatt der HUK – Coburg

Reutersgasse 5

96486 Lautertal bei Coburg

68 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


BOZEN

SEAT.

Created in Barcelona.

GENUSSVOLLE ABENDE

Wer in Bozen hungrig bleibt, ist selbst schuld – oder

mit verschlossenen Sinnen gereist. Denn hier tischt

die Stadt auf, was ihre Lage verspricht: eine Liaison

aus alpiner Bodenständigkeit und italienischer

Lust am Genuss. In den traditionellen Wirtshäusern

gibt’s Schlutzkrapfen, Knödel und ein zünftiges

Gulasch – serviert mit einem Lächeln, das zwischen

Berghütte und Piazza changiert. Aber Bozen

kann auch anders: kreativ, leichtfüßig, modern.

Kleine Bistros und gehobene Restaurants servieren

Südtiroler Küche mit mediterranem Dreh. Wer’s

besonders gut meint mit sich, lässt sich im „Laurin“

nieder, wo Holzvertäfelung auf Haute Cuisine trifft

– oder schlendert zur Talferbrücke, wo junge Gastronomiekonzepte

mit viel Geschmack experimentieren.

Und was trinkt man dazu? Bierfreunde finden

in Bozen ihre Zuflucht bei Batzen Bräu, einer

Brauerei mit Wirtshausflair, die Hopfen mit Haltung

serviert. Wer lieber auf Wein setzt, wird fast

zwangsläufig zum Genießer: Lagrein, Vernatsch,

Gewürztraminer – die Namen allein klingen schon

wie ein Abend auf der Terrasse. Und am Ende? Ein

Glas am Waltherplatz, wenn die Lichter der Stadt

angehen und die Dolomiten ihren Schatten über

die Dächer werfen. Oder die Party einläuten mit

einem Spritz in der Abendsonne der legendären

Fischbänke. Dann weiß man: Der Geschmack von

Bozen – der bleibt.

Nur vier Tipps aus nahezu unzählig vielen Möglichkeiten für Ihre persönliche Entdeckungsreise

nach Bozen. Informationen gibt es ausführlich im Netz, in gedruckten

Reiseführern bei Ihrem regionalen Buchhändler, oder fragen Sie uns.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 69


Advertorial

SOMMEERZEIT

Von Tim Birkner

Bereit für ein neues Kapitel

Schweißtropfenkitzeln De Luxe?

Auf einer neuen Liegewiese ist in der ObermainTherme jetzt noch mehr Raum für

Ruhe und Entspannung geschaffen worden. Auch für das SaunaLand beginnt die

langersehnte Erweiterung in diesem Jahr. Mit der Eröffnung ist 2026 zu rechnen.

Unglaubliche 28 Millionen Gäste haben seit der Eröffnung im Jahr 1986 die Obermain Therme Bad Staffelstein

besucht. Die Wohlfühl-Therme am Obermain hat auch ein prämiertes 5-Sterne-SaunaLand. Es ist die höchste

Auszeichnung, die der Deutsche Saunabund vergibt.

Damit noch mehr gesundes Saunieren möglich ist, plant die Obermain Therme die nächste Erweiterung bereits in diesem

Jahr. Das SaunaLand wird um 6000 Quadratmeter erweitert. Auf dem parkähnlichen Gelände werden weitere neue

Liege plätze unter Bäumen entstehen. Das Herz ist die neue Aufguss- Sauna mit Platz für rund 190 Gäste. „Im

Obergeschoss planen wir einen Ruheraum mit großen Fensterfronten, durch die man unsere Wahrzeichen

Staffelberg und Kloster Banz sehen soll“, sagt Werksleiter Stich.

Erweiterung des SaunaLands

1 Neue Aufguss-Sauna mit Ruheraum

im Obergeschoss

2 Großzügiges Duschgebäude

3 Neue Außen-Sauna

4 Neue Liegeflächen hinter dem

derzeitigen Naturbadesee.

1

2

4

3

70 COBURGER | DAS MAGAZIN


OBERMAIN THERME

SAUNA-DIPLOM

25. bis 29. August | täglich um 11.30, 14.30 und 17.30 Uhr

Wie sich das genau mit dem Saunieren verhält, kann man

vom 25. bis 29. August beim Sauna-Diplom „Dreamteam,

Sauna und Kneipp“ erleben. Jeweils an mehreren Terminen

findet diese neueste Ausgabe der kleinen „Sauna-Studienreihe“

statt. Wie immer wird übrigens beim Sauna-Diplom

auch wertvolles Sauna-Grundwissen vermittelt, und bei

einem kurzen Schwitzgang kann man seine neu erworbenen

Kenntnisse gleich in der Praxis ausprobieren. Am Ende erhalten

alle Teilnehmer ein „echtes“ Diplom als Dank fürs Mitmachen.

Die kleine „Lehrstunde“ ist im Sauna-Eintrittspreis schon

enthalten, eine Anmeldung (im VitaRestaurant oder telefonisch

unter 09573/9619-28 ab 9.30 Uhr) ist aber trotzdem erforderlich.

2

1

3

4


SOMMEERZEIT

NEU

NEUE LIEGEWIESE

Es geht über eine kleine Brücke über den Lauterbach, vorbei an einem Quellstein direkt auf einen Pavillon zu. Der

neue Liegebereich der Obermain Therme Bad Staffelstein ist naturnah angelegt und bietet über den See hinweg einen

Blick direkt auf die Seebühne im Kurpark. „Wir haben diese 1.300 Quadratmeter große Liegewiese neu gestaltet,

um für unsere Gäste mehr Freiraum zum Sonnenbaden, Tagträumen und Ruhen zu schaffen“, sagt Hans-Josef

Stich, Werksleiter der Obermain Therme.

Als Erste nahm schon einmal die Thermenkönigin Jennifer II. Platz. „Diese Liegewiese ist der perfekte Ort, um

meine Seele baumeln zu lassen und die Natur zu genießen“, sagt sie. Werksleiter Stich ist sich sicher, dass sie viele

Nachahmerinnen und Nachahmer finden wird.

i

Obermain Therme

Am Kurpark 1 | 96231 Bad Staffelstein

Telefon 09573/9619-0

E-Mail service@obermaintherme.de

www.obermaintherme.de


OBERMAIN THERME

JAHRESZEITEN-ARRANGEMENT SOMMER:

KIRSCHE

Sie ist knackig, saftig, süß und buchstäblich eine Herzensfrucht: Die Kirsche!

Im aktuellen Saisonangebot der Obermain Therme wird das kleine, vitaminreiche Aromenwunder kulinarisch

gefeiert – ob auf dem Teller, im Glas oder als duftende Verwöhnmassage.

Variante Classic 59,00 €

Variante Premium 84,00 €

• Grenzenloses Bade- und Saunavergnügen

• Ein 2-Gänge-Menü im VitaRestaurant

(Drei raffinierte, saisonale Hauptgänge zur Wahl; ein

alkoholfreies Getränk inklusive)

• Kleine Extrafreude:

I love you cherry much! … möchte man beim Genuss

dieses Longdrinks ins Glas flüstern. Anlassgebend für

diese spontane Liebeserklärung ist ein erfrischender,

prickelnder Mix aus blumig-herbem Gin, herrlich süßemKirschsirup,

Zitronensaft und eisgekühltem Sodawasser.(auch

alkoholfrei erhältlich)

Enthält alle Leistungen der „Variante Classic“

und als besonderes Verwöhnerlebnis …

• eine 15-minütige Wellness-Massage mit Kirsch-Sole-Öl

Diese feinfühlige Massage kann Verspannungen lindern,

während die im Öl enthaltene Sole hilft, den

Hautstoffwechsel zu aktivieren. Der fruchtig-süße

Duft entführt uns gedanklich auf den Ast eines riesigen

Kirschbaums und lässt uns die dunkelroten Früchtchen

direkt von den Zweigen naschen …

i

Diese Arrangement-Variante können Sie spontan

vor Ort buchen und genießen. Es ist keine Voranmeldung

erforderlich.

Bei dieser Arrangement-Variante plant die Obermain

Therme die Wellness-Massage individuell für Sie ein und

bittet daher um Voranmeldung unter Tel. 09573/9619-30

(Mo – Fr 8.00 – 16.00 Uhr, Sa 10.00 – 14.00 Uhr) oder per

E-Mail: termin@obermaintherme.de.

Die saisonalen Arrangements in der Obermain Therme wechseln vierteljährlich.

Das Jahreszeiten-Arrangement Sommer „Kirsche“ ist bis einschließlich 31.08.2025 buchbar.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 73


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74 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


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76 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


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Von Heidi Schulz-Scheidt

Fotos: Val Thoermer

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... EIN PHILOSOPH

Schon einmal bewahrte das schmale, bewaldete Hambachtal das Gut vor einer –

zugegebenermaßen rein kriegerischen – Einflussnahme. Die Schrecken des Dreißigjährigen

Krieges gingen an der Siedlung im Coburger Süden schlichtweg vorbei. Sie hatte einfach keine

strategische Lage. Zum Glück. Geblieben ist bis heute eine beschauliche, naturnahe, vom

Hambach durchflossene Idylle, in der sich Abendsegler und Neuntöter „Gute Nacht“ sagen.

Auf dem Gut Hambach in Creidlitz.

Vorbei sind die Zeiten, in denen hier mehr Schafe als Menschen

lebten. Der letzte Landwirt, der das Gut bewirtschaftete, war

Dr.Rudolf Hassenstein. Von 1913 bis in die fünfziger Jahre hat

er hier am Fuße des Buchbergs gelebt. Manch alt eingesessener

Creidlitzer mag den mittlerweile zugewachsenen Wollweg über

den Hasenstein nach Grub am Forst noch kennen. Die heutigen

Besitzer müssen jedenfalls dann und wann noch neugierige

Wanderer zurückweisen. Das mehrere Hektar große Naturschutzgebiet

befindet sich in Privatbesitz. Hassenstein war der

Sohn des Leibarztes Herzogs Ernst II., wurde in Gotha geboren

und studierte Philologie in Jena und Tübingen. Zeit seines

Lebens reiste er gerne. Zwei Jahre lang war er auch Lehrer am

Gymnasium Ernestinum. 1919 übernahm er den Hof, der vorher

seiner Mutter gehörte. Ein neuer Lebensabschnitt begann.

Mit Pflug und Kuhgespann bewirtschaftete er nach ökologischen

Methoden den Hof. Rudolf Hassenstein muss eine bemerkenswerte

Person gewesen sein. Jeder im Dorf kannte ihn. Viele

schätzen die Gespräche mit ihm, denn er hatte eine enorme Allgemeinbildung

und liebte den Austausch mit anderen. Auffällig

war auch sein Äußeres. Er trug schulterlanges Haar und ging

sommers wie winters barfuß. Oft beherbergte der Gutsbesitzer

auch gleichgesinnte Gäste. So auch den Regimekritiker und

späteren Bezirksschulrat Richard Bauersachs. Er fand 1933 auf

Gut Hambach Zuflucht und wurde dennoch hier verhaftet und

erst sieben Jahre später aus der Gestapohaft entlassen. Selbst

nach Ende des Krieges blieb der Hambachgrund ein naturnaher

Zufluchtsort: für Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten.

Und er ist es bis heute geblieben. Den Erben des ehemaligen

Besitzers war daran gelegen, diesen Ort in seiner Natürlichkeit

zu erhalten. Schon in den siebziger Jahren äußert Annemarie

Seidel, dass ihr daran gelegen ist, den Besitz zu erhalten. Nach

ihren Vorstellungen sollte das Gut in eine Stiftung umgewandelt

werden. Mit dem Ziel, hier nachhaltig Tieren und Pflanzen

ein Zuhause zu geben. Es sollte noch bis ins Jahr 2006 dauern,

bis der Wunsch der letzten Besitzerin umgesetzt werden konnte.

Bis dahin war viel Arbeit nötig, das Gut war verschiedenen

Nutzungen ausgesetzt. Sogar eine Geflügelzucht befand sich in

den Wirtschaftsgebäuden. Zum Schluss fielen die Stallungen

und Nebengebäude allesamt noch einer Brandstiftung zum

Opfer. Der Sohn des letzten Pächters der landwirtschaftlichen

Flächen, der den Zuschlag für einen Ankauf nicht bekommen

hatte, legte das Feuer. Nur das Hauptgebäude konnte gerettet

werden. In den Jahren danach mussten unpassierbare Zufahrtswege

geräumt, das gesamte Areal entrümpelt und neue Nebengebäude

gebaut werden.

Heute ist Gut Hambach ein Naturschutzgebiet am Rande der

Stadt. Gleich hinter dem letzten Gebäude liegt ein Teich, der

vom Hambach gespeist wird und Reihern und Libellen ein

Zuhause gibt. Seltene Vögel wie der Wendehals und der Neuntöter

brüten in den undurchdringlichen Hecken. Seit über 60

Jahren darf der einst bewirtschaftete Wald unberührt vor sich

hinwachsen. Ein Urwald im allerbesten Sinn. Schottische

Hochlandrinder halten seit einigen Jahren die Streuobstwiesen

oberhalb des Geländes frei und pflegen ganz nebenbei diese

Landschaft. Ein verstecktes Idyll. Ein Geschenk der Naturliebhaberin

Annemarie Seidel – nicht nur an die Kreisgruppe

Coburg des Landesbunds für Vogelschutz.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 77


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84 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


ORTHO SPORT

Advertorial

Kreuzbandriss – das Aus

für ein schnelles Return-to-Play?

HOCHKARÄTIGE OPERATIVE VERSORGUNG VOR ORT UND DURCH INTERNATIONALE SPEZIALISTEN

Die kompetente Versorgung eines Kreuzbandrisses ist entscheidend für die

Wiedergewinnung der sportlichen Leistungsfähigkeit. Dr. Dirk Rothhaupt,

Sportmediziner und Gründer von ortho sport, schildert am Fallbeispiel,

wie ein schnelles „Return-to-play“ erreicht werden konnte und wann die

Vernetzung mit internationalen Spezialisten sinnvoll sein kann.

In Deutschland treten jährlich bis zu 100.000 Risse des vorderen Kreuzbands

auf, vor allem beim Fußball und Skifahren. Hobbysportler kann es genauso

treffen wie Spitzenathletinnen; etwas häufiger betroffen sind Männer. „Eine

Kreuzbandruptur kann vollständig oder partiell sein, meistens betrifft sie das

vordere Kreuzband. Die Kreuzbänder verlaufen im Innern des Kniegelenks

vom Oberschenkelknochen zum Schienbein. Als Folge der Verletzung entsteht

häufig eine dauerhafte und schmerzhafte Instabilität im Kniegelenk, die man je

nach Ausprägung operativ therapiert“, erklärt Dr. Dirk Rothhaupt, Orthopäde,

Sportmediziner und Gründer von ortho sport.

Im Coburger OP-Zentrum der Praxis wird Betroffenen ambulant geholfen.

Dr. Jens Stüber, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie bei ortho sport,

nimmt dort im Jahr knapp 700 Eingriffe vor. Neben Meniskuschirurgien

und Spiegelungen im Schultergelenk gehört dazu auch die Versorgung von

Kreuzbandrissen. Im OP-Zentrum am Coburger Albertsplatz, das in diesem

Jahr sein 10-jähriges Bestehen feiert, nimmt er an mindestens zwei Tagen in

der Woche spezialisierte Eingriffe vor. Die Einrichtung genießt überregional

inzwischen einen Spezialistenruf.

„Unser Anspruch ist eine Versorgung auf maximal hohem Niveau und mit

möglichst kurzen Wegen“, unterstreicht Dr. Rothhaupt mit Blick auf den

Wunsch vieler betroffener Leistungssportler nach einem schnellen Returnto-Play.

„In der Region Coburg bieten wir mit einem hauseigenen MRT, dem

ambulanten OP-Zentrum und einer lückenlos organisierten Nachbehandlung

eine sehr gute Versorgungskette, um Betroffene schnellstmöglich wieder

einsatzbereit zu machen.“

Bei Spitzensportlern kann diese Versorgungskette auch einen

internationalen Experten einbinden, wie der Fall von Lena B.*

zeigt. Die Fußballerin, die als Toptalent bei einem Bundesligaverein

und im Nationalkader trainiert, zog sich bei

einem Abendtraining eine Kreuzbandruptur zu. Die

Notwendigkeit einer möglichst schnellen Rückkehr zu

Training und Spiel stand außer Frage. „Der Wunsch der

Patientin war die, so wörtlich: ‚denkbar beste Versorgung‘

ihres Kreuzbandrisses.

Ort, Zeit und Kosten, die im Falle einer im Ausland

stattfindenden Versorgung um ein Vielfaches höher ausfallen

können, spielten dabei keine Rolle.“ Dr. Rothhaupt empfahl in

dieser speziellen Situation einen Operateur auf internationalem

Spitzenniveau und band Prof. Dr. Christian Fink aus Rum

bei Innsbruck ein. Der weltweit anerkannte Experte für

Kreuzbandchirurgie hatte bereits Stars wie jüngst Lucas

Hernández und Leroy Sané vom FC Bayern und David Alaba

von Real Madrid erfolgreich operativ versorgt.

„Die Patientin wurde bei uns am Morgen nach

dem Unfall mit Akuttermin vorstellig. Nach

der klinischen Befundung und einer sofort bei

uns anberaumten MR-Bildgebung konnte ich

Prof. Fink direkt dazuziehen, und die OP-

Planung erfolgte noch am gleichen Tag“,

erinnert sich Dr. Rothhaupt. Lena B. wurde

innerhalb weniger Tage von Prof. Fink

in der Tiroler Privatklinik Hochrum

versorgt. Unverzüglich danach begann

vor Ort die postoperative Therapie.

Prof. Fink erläutert die Bedeutung dieses

mehrgliedrigen Therapieschemas:

„Die OP selbst kann nur den Start für

die Rückkehr zum Sport bieten. Ganz

wesentlich ist die Nachbehandlung in

Form von Physio- und Trainingstherapie.

Das Ziel ist es, die Defizite, die auch

durch die OP entstehen, abzubauen und im Idealfall die Gesamtsituation

des Patienten zu verbessern.“ Für Lena B. das ideale Behandlungsvorgehen.

Innerhalb von 8 Monaten war sie dank einem strikten Schema aus Physiotherapie

und medizinischer Trainingstherapie mit voller Leistungsstärke

wieder am Ball.

Für Prof. Fink ist das A und O eines solchen Musterfalls

die Kommunikation untereinander. „Als Partner in

einer solchen Behandlungssituation sollte man vorab

umfassend informiert werden, eine gute Voreinschätzung

der Kollegen erhalten und bestenfalls schon Befundbilder

sehen. Diese engmaschige gemeinsame Abstimmung half

in unserem Fall dabei, die Patientin effizient zurück ins

Spiel zu bringen.“ * Name von der Redaktion geändert

Dr. Dirk Rothhaupt ist Facharzt u. a. für

Orthopädie, Psychotherapie, Chirotherapie,

Sportmedizin und Osteologie. Sein fachlicher

Schwerpunkt liegt auf der Wirbelsäulen-

Orthopädie, daneben betreut er seit mehr als

30 Jahren Sportlerinnen und Sportler aus dem

Leistungs- und Spitzensport.

Foto: Gelenkpunkt.com/Prof. Dr. Christian Fink

◀ Prof. Dr. Christian Fink ist Facharzt für

Unfallchirurgie, Sporttraumatologie, Orthopädie

und Traumatologie und in der Privatklinik

Hochrum bei Innsbruck tätig. Er ist seit 1991

spezialisiert auf die operative Versorgung von

komplexen Sportverletzungen mit einem

besonderen Fokus auf Kreuzbandrisse. Er

hat bereits zahlreiche Fußball-Weltstars

erfolgreich operativ therapiert.

Dr. Jens Stüber ist Facharzt für

Orthopädie und Unfallchirurgie.

Er betreut seine Patientinnen

und Patienten operativ

im Coburger OP-Zentrum

von ortho sport mit dem

Schwerpunkt auf

arthroskopische

Gelenkchirurgie. ▶


KULTURTIPPS

KULTUR

TITEL ORT DATUM UHRZEIT

DIE COMEDIAN HARMONISTS – PREMIERE

Globe

14. Juni 2025

(weitere Termine online)

19:30 Uhr

FIRST STEPS „WAHTSOEVER“

Reithalle

16. Juni 2025

(weitere Termine online)

20 Uhr

STAHLZEIT – ZEITLOS 20

JUBILÄUMSTOUR

GIOVANNI ZARRELLA

ITALIENISCHE SOMMERNACHT

Kulturfabrik Cortendorf 18. Juni 2025 20:30 Uhr

Kulturfabrik Cortendorf 19. Juni 2025 19:30 Uhr

LEA – SOMMER 2025 Kulturfabrik Cortendorf 20. Juni 2025 20 Uhr

BEATSTEAKS – PLEASE TOUR Kulturfabrik Cortendorf 21. Juni 2025 20 Uhr

5. KAMMERKONZERT

„PARADIGMENWECHSEL“

Reithalle 21. bis 22. Juni 2025

21 Uhr

11 Uhr

DER FLIEGENDE HOLLÄNDER

Globe

22. Juni 2025

(weitere Termine online)

18 Uhr

RONAN KEATING

LIVE IN GERMANY 2025

KLASSIK OPEN AIR

PHILHARMONISCHES KONZERT

Kulturfabrik Cortendorf 22. Juni 2025 19 Uhr

Rosengarten 28. Juni 2025 20:30 Uhr

RICHARD O`BRIANS

THE ROCKY HORROR SHOW

Globe

29. Juni 2025

(weitere Termine online)

18 Uhr

ENDSTATION SEHNSUCHT

LETZTE AUFFÜHRUNG

Globe 2. Juli 2025 19:30 Uhr

CHICAGO – MUSICAL

Globe

4. Juli 2025

(weitere Termine online)

19:30 Uhr

KINDERFEST – SPIELE & UNTERHALTUNG Marktplatz & Schützenplatz, Neustadt b. Co. 12. Juli 2025 ganztägig

MARKTFEST – MUSIK & KULINARIK Marktplatz & Schützenplatz, Neustadt b. Co. 13. Juli 2025 ganztägig

7. SINFONIEKONZERT – „NEUE WELTEN“ Globe 12. bis 13. Juli 2025 Sa. 20 Uhr, So. 18 Uhr

INTERNATIONALES SAMBA-FESTIVAL

MUSIK & TANZ

PETER UND DER WOLF

KINDER- UND JUGENDKONZERT

Innenstadt Coburg 11. bis 13. Juli 2025 ganztägig

Globe 17. Juli 2025 18 Uhr

SCHLOSSPLATZFEST – MUSIK & KULINARIK Schlossplatz Coburg 17. bis 21. Juli 2025 abends/ So ab mittag

MÜNCHNER FREIHEIT

DIE KULTBAND DER 80ER

Domäne Rödental 23. Juli 2025 20 Uhr

MARKUS KREBS – COMEDYPROGRAMM Domäne Rödental 24. Juli 2025 20 Uhr

HÄMATOM: BEST OF Domäne Rödental 25. Juli 2025 20 Uhr

THE DARK TENOR: ROCK MEETS KLASSIK Domäne Rödental 26. Juli 2025 20 Uhr

I DOLCI SIGNORI: DIE GROSSE NACHT DER

ITALIENISCHEN WELTHITS

Domäne Rödental 27. Juli 2025 19:30 Uhr

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit/ Weitere Veranstaltungshinweise finden Sie u.a. auf www.coburg.de/veranstaltungen.

86 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


VERANSTALTUNGSTIPPS DER AGENTUR STRECKENBACH

Advertorial

KABARETT UND MUSIK ZUM SCHWELGEN

VERANSTALTUNGEN DER AGENTUR STRECKENBACH IM JULI UND OKTOBER

5. KULTURSOMMER

RÖDENTAL - MÜNCHNER FREIHEIT:

DIE KULTBAND DER 80ER

5. KULTURSOMMER

RÖDENTAL - MARKUS KREBS:

BEST OF – BIERGARTEN TOUR

Wann? 23. Juli 2025 | Beginn: 20 Uhr | Wo? Domäne Rödental

Wann? 24. Juli 2025 | Beginn: 20 Uhr | Wo? Domäne Rödental

Die Musik der Münchener Freiheit löst eine besondere Anziehungskraft aus. Ihr

Reiz ist bis heute ungebrochen und stark genug, auch die Herzen der kommenden

Generation zu erobern. Hits wie “Oh Baby”, “SOS”, die Superhits “Ohne Dich”,

“1000-mal Du” oder das symphonische Meisterwerk “So lang’ man Träume noch

leben kann” stehen in nahezu jedem CD-Schrank der Republik. Die Münchener

Freiheit ist eine Band, die deutsche und auch internationale Popgeschichte geschrieben

hat. Ein Grund hierfür ist sicher der einzigartige “Freiheit-Sound” bestehend

aus unverwechselbarem Satzgesang, wunderschönen, eingängigen Melodien

und mitreißenden straighten Rock-Rhythmen. Schon nach wenigen Sekunden

weiß jeder Musikfan: das kann nur die Münchener Freiheit sein. Der Name und

die Marke „Münchener Freiheit“ wurde in den vergangenen 30 Jahren von allen 5

Bandmitgliedern zu dem gemacht, was die Band heute ist.

5. KULTURSOMMER RÖDENTAL -

DOLCI SIGNORI: DIE GROSSE NACHT

DER ITALIENISCHEN WELTHITS

Wann? 27. Juli 2025 | Beginn: 19:30 Uhr | Wo? Domäne Rödental

Dolci Signori gehört zu den wohl erfolgreichsten Italo Pop Gruppen Europas. Die

Formation aus Spitzenmusiker tourt seit 2002 unentwegt und ist dabei national

wie international äußerst erfolgreich. Unzählige Festivals mit zigtausenden begeisterten

Fans sind das Ergebnis. Den Besucher erwartet eine einzigartige Auswahl

der wunderbarsten italienischen Popsongs der letzten Jahrzehnte, verpackt

in einem besonders unterhaltsamen und kurzweiligen Bühnenprogramm. Meist

werden die Konzerte von I Dolci Signori zu einer großen Party, bei der zusammen

mit dem Publikum gefeiert, getanzt und gesungen wird – eben ganz nach ihrem

Motto: „Musica, Passione e Emozioni!“

CHRISTINE EIXENBERGER:

„VOLLE KONTROLLE“

Wann? 16. Oktober 2025 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg

Viele Rollen macht sich Christine Eixenberger zu eigen, nicht zuletzt die eigene:

Als Grundschullehrerin wechselte sie einst ins Bühnenfach und legte gleich eine

TV-Karriere hinterher. Für die erfolgreiche ZDF- Serie „Marie fängt Feuer“ steht

sie seit Jahren als Feuerwehrfrau vor der Kamera und brilliert in zahlreichen weiteren

Charakterrollen in Film und Fernsehen. Ihre komödiantische Kernkompetenz

zeigt die Vollblutentertainerin aber vor allem live: Für ihre facettenreiche Bühnenkomik

wurde sie unter anderem mit dem Bayerischen Kabarettpreis ausgezeichnet.

In ihrem neuen Solo-Programm erzählt Christine Eixenberger, wie es ist, nicht

mehr solo zu sein. Die Beziehung ist stabil, der Wohnungsmangel auch, also zieht

der Lebensgefährte bei ihr ein. Aus „Ich und Du“ wird ein „Wir“ – mit allen Konsequenzen.

In ihrem fünften Bühnenprogramm „Volle Kontrolle“ stellt sich die scharfzüngige

Kabarettistin mit viel Humor in turbulenten Zeiten den Herausforderungen

der fortgeschrittenen Paarwerdung - tiefgründig, kurzweilig und sehr, sehr lustig.

Das Beste aus sechs Live-Programmen der letzten 15 Jahre – geballter Kneipenhumor,

Wortwitz und Ruhrpott-Charme, Flachwitze, grandiose Pointen und absurde

Alltagsgeschichten: genau so, wie wir ihn lieben. Jetzt Tickets sichern und einen

Abend mit dem König des Kneipenhumors erleben!

MATTHIAS WALZ:

„DER BÖSE MANN AM KLAVIER“

Wann? 11. Oktober 2025 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Kongresshaus Rosengarten Coburg

Eigentlich ist Matthias Walz total nett. Nur wenn ihn etwas aufregt, kann er schon

einmal böse werden. Und es gibt vieles, das ihn aufregt. Vor allem in der Politik.

Als Star von „Fastnacht in Franken“, der quotenstärksten Sendung aller dritten

Programme in Deutschland, liest Matthias Walz regelmäßig der versammelten

Politprominenz die Leviten. Das Ergebnis ist kollektive Schnappatmung: Bei

den Politikern, weil sie gute Miene zum bösen Spiel machen müssen. Und beim

restlichen Publikum, weil es vor Lachen fast vom Stuhl fällt. Lässig am Klavier

lümmelnd, bringt der Mann im grünen Anzug seine genialischen Gedankengänge

musikalisch auf den Punkt und bringt sein Publikum mit Witz, Charme und

Verstand zum Lachen – und manchmal sogar zum Nachdenken. Seine feinsinnige

Beobachtungsgabe und scharfzüngige Eloquenz können nur in seiner fundierten

Ausbildung begründet liegen – einer langjährigen autodidaktischen Lehrzeit in

der Wirtshauskultur, liebevoll untermalt von Hochschulstudien.

STRECKENBACH & KÖHLER:

„BIS EINER HEULT“

Wann? 17. Oktober 2025 | Beginn: 20 Uhr

Wo? Pfarrzentrum St. Augustin Coburg

In ihrem neuen Programm „BIS EINER HEULT“ nehmen Streckenbach & Köhler

das Publikum mit auf eine Reise voller absurder Witze, schräger Sketche und hochmusikalischen

Blödeleien. Streckenbach & Köhler – das schrägste Musikcomedyduo,

dass die Welt je gesehen hat. Auf der einen Seite haben wir Streckenbach, den

Tenor mit einer Stimme so golden wie sein Ego. Er ist so eingebildet, dass er sogar

den Spiegel im Badezimmer darum bittet, ihn anzuhimmeln. Und dann gibt es da

noch den Köhler, den stummen Virtuosen am Klavier: Klüger als Einstein und stiller

als eine Geheimagentin in einer Bibliothek. Er braucht keine Worte, denn seine

Frisur, sein Gesicht und seine Finger auf den Tasten sprechen Bände. Ein Abend

voller Musik, spontanen Improvisationen und grotesker Momente. Denn bei Streckenbach

und Köhler hört das Lachen nicht auf, BIS EINER HEULT – vor Lachen,

vor Entsetzen oder vor purer Verblüffung!

TICKETS: An allen bekannten VVK-Stellen oder online

ausdrucken unter www.agentur streckenbach.de

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 87


Wiener

Blut

88 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 89


BUCHTIPPS

Advertorial

BUCHEMPFEHLUNG

MARTIN VÖGELE VON DER BUCHHANDLUNG RIEMANN

Ein berührender Roman über ein bewegtes Leben und eine unerschütterliche Liebe

Manche Bücher treffen mitten ins Herz – „Was ich von ihr weiß“ von Jean-Baptiste Andrea ist eines davon. Es

ist die ruhig und einfühlsam erzählte Lebensgeschichte eines Mannes, der viel erlebt hat – und die Geschichte

einer Liebe, die aufgrund der Konventionen ihrer Zeit nicht sein darf.

Im Mittelpunkt steht Michelangelo „Mimo“ Vitaliani, der 1986 in einem Kloster nahe Turin im Sterben liegt.

Geboren 1904, wächst er als Sohn italienischer Einwanderer in Frankreich auf. Mimo ist 12 Jahre alt, als sein

Vater im ersten Weltkrieg stirbt. Seine Mutter gibt den kleinwüchsigen Jungen zu einem Onkel in Italien. Dort

soll Mimo in die Lehre gehen und wie sein Vater das Handwerk des Steinmetzes erlernen.

Das Leben bei seinem Onkel Alberto ist hart und entbehrungsreich. Doch als Alberto eine Werkstatt im Ort

Pietra d’Alba erwirbt, ändert sich Mimos Leben grundlegend. Bei Reparaturarbeiten am Schloss der Orsinis,

einer angesehenen Adelsfamilie, lernt er deren Tochter Viola kennen. Zwischen den gleichaltrigen und so

ungleichen Jugendlichen entwickelt sich eine tiefgehende Freundschaft, die ihr Leben lang halten soll.

Gebundenes Buch

512 Seiten

ISBN: 978-3-630-87800-3

24,00 Euro

eBook:

ISBN: 978-3-641-31936-6

19,99 Euro

Hörbuch Download:

Lesedauer: 15h 4min

ISBN: 978-3-8445-5310-9

25,95 Euro

Zur Leseprobe im RIEMANN-Shop:

Viola ist eine lebhafte und selbstbewusste junge Frau, die ihren Weg verfolgt und auf eigenen Beinen stehen

will, was sich für eine Frau ihres Standes nicht ziemt. Mutig, kühn und gebildet begehrt sie auf gegen die

gesellschaftlichen Konventionen der Zeit.

Viola wird zu Mimos Anker, seiner Lehrerin, seinem moralischen Kompass. Immer wieder voneinander

getrennt und doch gemeinsam durchleben die beiden die von Krisen durchzogene erste Hälfte des 20.

Jahrhunderts.

Während Viola ihre Träume als emanzipierte Frau zu verwirklichen sucht, reift Mimo zu einem angesehenen

Bildhauer und gefeierten Künstler. Vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Umbrüchen Italiens -

Faschismus, Rassengesetze, Kollaboration und Widerstand, zeichnet der Autor das Bild eines Mannes, der sich

politisch herauszuhalten versucht. Doch persönliche Erfahrungen sowie Violas Engagement zwingen ihn zum

Umdenken.

Jean-Baptiste Andrea erzählt Violas und Mimos Geschichte mit großer Wärme und viel Feingefühl. Der Roman

verzichtet auf große Dramatik – und gerade das macht ihn so stark. „Was ich von ihr weiß“ ist ein stiller, ein

eindrucksvoller Roman, der lange nachklingt.

INHALTSANGABE

»Über manches, was uns fehlt, kommen wir nie hinweg.« Im großen

Spiel des Schicksals hat Mimo – Michelangelo Vitaliani - schlechte

Karten gezogen. In Armut geboren, wird er als kleiner Junge zu seinem

Onkel nach Italien gegeben, um das Handwerk eines Bildhauers zu erlernen.

Dort, in dem (fiktiven) ligurischen Dorf Pietra d’Alba, begegnet er

Viola, Tochter aus gutem Hause. Viola

scheint vom Glück begünstigt zu

sein, doch sie ist eine junge Frau, die

nicht in die Zeit passt. Von ihrer ersten

Begegnung an durchleben Viola

und Mimo Seite an Seite die erste

Hälfte des 20. Jahrhunderts. Beide

werden sich immer wieder verlieren

und finden, als Verbündete oder

Gegner, ohne ihre Freundschaft

jemals aufzugeben. Aber was nützt

Mimo aller Ruhm, wenn er Viola am

Ende doch ziehen lassen muss?

JEAN-BAPTISTE ANDREA

… 1971 in Cannes geboren, ist Romanautor

und Filmemacher. Er

wurde für „Was ich von ihr weiß“

mit dem renommierten Prix Goncourt

ausgezeichnet und gilt in

Frankreich als einer der

„vielversprechendsten

Autoren seiner Generation“

(DER SPIEGEL).

Jean-Baptiste Andrea

studierte Politik- und

Wirtschaftswissenschaften

in Paris und

lebt in Cannes.

©Celine_Nieszawer

90 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


IN EIGENER SACHE

IMPRESSUM

COBURGER – Das Magazin

Ausgabe 69/ Juni 2025

Dreizehnter Jahrgang

Auflage 3.500 Stück

www.das-magazin.de

Verlag:

MARKATUS

Marketing | Film | Social

Coburger Straße 7 (Gebäude 2)

96472 Rödental

Telefon 0 95 61 973 45 00

www.markatus.de

Herausgeber & Chefredakteur:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 690 52 84

wh@markatus.de

Gründungsherausgeber:

Peter Einheuser

Wolfram Hegen

Redaktion/Autoren dieser Ausgabe:

Tim Birkner

Wolfram Hegen

Heidi Schulz-Scheidt

Andreas Leopoldt Schadt

& Roland Spranger

Fotografen dieser Ausgabe:

Yves Alloinde

Sebastian Buff

Val Thoermer

Titelbild:

Höfisches Picknick mit Vesteblick

von Adobe Stock/alexbuess

Layout/Illustrationen:

Julia Spörl

Thea Stegner

Grundlayout:

Peter Einheuser

Ehrenredakteurin:

Gabi Arnold

Kreative Pause:

Monaco Franke alias Wolfram Porr

Anzeigengestaltung:

MARKATUS

Marketing | Film | Social

Anzeigenvertrieb:

Wolfram Hegen

Telefon 01 71 69 05 284

wh@markatus.de

Anke Feuer

Telefon 01 77 72 23 773

af@markatus.de

Es gilt die Anzeigenpreisliste 01/2024

Druck:

creo Druck & Medienservice GmbH

Gutenbergstraße 1

96050 Bamberg

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„GUTE FREUNDE“

Kürzlich bekamen wir Post von der bayerischen Aufsichtsbehörde,

die für alles zuständig ist, was so an Inhalten

im Äther, über Kabel oder im Netz unterwegs

ist, der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien.

Wir hatten ein paar Werbebeiträge zwar als solche

gekennzeichnet, aber nicht so exakt oder mit den

Begrifflichkeiten wie gefordert. Alles klar, sehen wir

ein, haben wir korrigiert. Aber dass der Hinweis der

BLM, wie diese schreibt, auf Basis einer Beschwerde

zustande kam, macht uns schon betroffen: Man hätte

uns hier in der Region unter Kollegen auch direkt

ansprechen können und nicht anonym bei der BLM

verpetzen. Wir denken, wir wissen, wer es war …

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wenn es für alle Seiten ein Gewinn ist. Genau das

trifft auf unsere PREMIUM-PARTNER-PAKETE zu.

Viele unserer Partner begleiten uns bereits seit Jahren

und haben von den vielfältigen Geschichten profitiert,

die wir gemeinsam geschrieben haben. Andere

sind neu dabei – und genauso willkommen. Unsere

aktuellen PREMIUM-PARTNER-PAKETE gibt es

in den Varianten BRONZE, SILBER und GOLD,

abhängig vom gewählten Werbevolumen. Sie gelten

nicht nur für den COBURGER, sondern auf Wunsch

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AUSGABE 69 / JUNI 2025

Facebook und auf Insta.

Am besten gleich folgen.

COBURGER | DAS MAGAZIN 91


92 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


GALERIE

G A L E R I E

P E T E R K O R N

Peter Korn ist Kunstfreunden hier seit Jahren durch seine Teilnahme

an verschiedenen Kunstausstellungen bekannt, seit

1983 nimmt er an der Jahresausstellung des Coburger Kunstvereins

teil, gewann den Kunstpreis blauorange 2020. Der 1953

in Coburg geborene und aufgewachsene Künstler lebte länger

am Starnberger See und heute in Meeder. Als Autodidakt

zeichnet er eigentlich schon immer, sagt er, frei nach Cicero:

„Ich habe nie angefangen aufzuhören und nie aufgehört anzufangen“.

Er schreibt literarische Texte ab, zeichnet, malt und

gestaltet Objekte. Er befasst sich mit verschiedenen Texten und

verarbeitet sie künstlerisch. Oft benutzt er dabei die „Alltagshandschrift“,

niemals Kalligraphie. Er schreibt Zeile für Zeile,

oft aber nicht immer lesbar, teilweise Wort für Wort rückwärts,

auf dem Kopf, auch Überschreibungen von Zeichnungen und

Überzeichnungen von Handschriften sind bei ihm zu finden.

Die Bilder, die handschriftliche Abschreibung des Romanfragments

„Der Prozess“ von Franz Kafka, waren bis zum 23.

Mai in der Galerie im Landratsamt Kronach zu sehen und das

nächste Mal im Oktober in Münchberg.

www.peterkornkunst.de

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 93


PETER KORN

94 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 95


ZWA IM BRÖTLA

Für den COBURGER von Andreas Leopold Schadt & Roland Spranger

ZWA IM BRÖTLA

Die Messe ist gelesen

So wie man sich früher zur heiligen Messe in der Kirche

versammelt hat, trifft man sich heute jeden Sonntag

zum Tatort. Ein Ritual. Wir Kommissare sind die

Priester der säkularisierten Leistungsgesellschaft.

Es gibt immer ein Menschenopfer. Der pflegebedürftige

Rentner, der im Lotto gewinnt. Die rechte

TikTok-Influencerin, die sich in einen Linken

verliebt. Der nerdige Archäologie-Professor mit

Spezialisierung auf Wikinger-Hippies. Sie als Zuschauer

sind ganz ungefährdet als passiver Zeuge

dabei. Bei den obligatorischen Pathologie-Szenen

mit zugenähter Leiche prickelt sich vielleicht

eine Gänsehaut durch ihre Haut. Sie erhalten am

Ende sogar die Absolution und die Erlösung vom

Bösen, denn wir Kommissare klären fast immer

alles restlos auf. Eigentlich bleibt nie der kleinste

Zweifel, weil es ist ja blöd, wenn Zweifel bleiben,

und man womöglich zu denken anfängt. Oder zu

grübeln. Da kannst du nicht schlafen und gehst

noch mal zum Kühlschrank. Bier. Pizza. Alles, was

übrig ist. Zweifel tauchen höchstens in englischen,

französischen oder nordeuropäischen Serien auf.

Die sind da ohne Bildungsauftrag voll verantwortungslos

unterwegs in diesen Ländern. Wir deutschen

Kommissare sorgen für innere Reinheit zur

Bettruhe. Und eine geruhsame Nacht. Deshalb

erklären wir das alles ganz genau in den Dialogen,

damit es auch jeder zu Hause versteht, der gerade

irgendwie abgelenkt ist von WhatsApp oder

weil der Pizzalieferant unpassend klingelt. Und sicherheitshalber

besprechen wir es auch noch mal

nach Feierabend aus philosophischer Warte an der

Curry-Wurst-Bude, damit jeder die Message versteht,

und keiner um seine Nachtruhe gebracht wird. Manche

schlafen schon während des Tatorts ein.

Krimis geben uns Munition für den Alltag. Weil es

irgendwo noch gerecht zugeht. Und zwar überall.

Köln, München, Duisburg. Die Klassiker. Bremen,

Kiel, Münster, Konstanz, Nürnberg. Die Aufklärungsquote

ist auch in mittleren Städten hoch. Mit Wien

und Luzern ist das deutschsprachige Ausland dabei.

Und mit Leipzig und Dresden sogar die Ostzone.

So eine Krimi-Produktion ist eine schöne Gelegenheit,

um strukturschwache Gegenden zu fördern.

Ostfriesland beispielsweise. Es gibt einen gelb-rot-gestreiften

Leuchtturm, der bei Otto – Der Film und in

mehreren norddeutschen Regionalkrimis zu sehen

war. Da wollen natürlich alle Touristen hin, und mit

der Hand dagegen fassen. Da weiß man, dass man

am Leben ist, wenn man einen Leuchtturm berührt,

der schon mal im Fernsehen war. Entdecken Sie die

Schauplätze der beliebten Serie bei einer Stadtführung.

Das Polizeirevier befindet sich hinter dem Torbogen

der Heiligen-Geist-Kirche. Natürlich ist kein

Polizeirevier drin, denn die Innenaufnahmen werden

im Studio gemacht. In den Randbezirken von Berlin.

Im Fernsehen ist alles gelogen. Die Außenaufnahmen

müssen es für die strukturschwachen Gegenden richten.

Dort freuen sich die Hoteliers vor allem in

der Nebensaison über die Anreise von Filmteams.

Billiger ist es auch. Man kann noch mehr Krimis

drehen. Noch mehr Leute um die Ecke bringen.

Das ist eine Win-Win-Situation. Für die Produzenten

und die Eingeborenen, die den Filmdreh

überleben. Deshalb spielen so viele Nord- und

Ostseekrimis im Winter: Nebensaison. Manche

Schauspieler schauen auch besser aus mit Mütze.

Ich weiß nicht so recht, ob ich der Mützentyp bin.

Es gibt so einen Pappaufsteller von mir. Werbung

des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg. Und

als Pappfigur zeig ich auf ein Schild, das vor mir

in der Luft schwebt. Informieren, mitmachen,

gewinnen. Da trage ich so eine mintgrüne Mütze.

Angeblich ist der Pappaufsteller sehr beliebt.

Außer bei mir. Man hat’s nicht leicht als Werbeikone…

Aber ich komm schon wieder vom Thema

ab. Überhaupt steh ich mir öfter selbst im Weg. Als

Pappaufsteller und mental.

Haben Sie eine Vorstellung davon, wie viele Leute

jährlich in Wismar, Münster, Rosenheim und

Görlitz in Fernsehkrimis ermordet werden? In

Wismar sind bereits mehr Leute gestorben als

in Deadwood. Wenn man die Regionalkrimis in

Buchform dazu addiert, müssten eigentlich ganze

Landstriche komplett ausradiert sein. Und zwar in

Ost- und Westdeutschland. Vielleicht hilft die Mordschwemme

dem Land, zusammen zu wachsen. Wer

aus Dinslaken oder aus Lörrach war denn schon mal

in Görlitz? Oder in Leipzig? Angeblich gibt es Stadtviertel

in Leipzig, in denen Linksradikale leben. Da

fährt doch keiner hin, der überleben will.

96 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


AUF EIN WORT

In jedem

COBURGER laden wir

an dieser Stelle Coburger

oder Nicht-Coburger

ein, ihre Meinung

zu sagen.

Auf ins Panorama

Von Tim Birkner

Der eine mag lieber Eierspeisen, die andere

steht auf Pizza. Die eine kann schnell rennen,

der andere schnell denken. Der eine verreist

gerne, die andere bleibt gerne in ihrem Garten.

Was wäre ein Orchester ausschließlich

mit Flöten? Oder eine Fußballmannschaft

mit elf Torhütern? Die Vielfalt und das Unterschiedliche

machen unser Leben aus.

Also zumindest meines. Auf dem Geo-Pfad

wandern und ins Glasmuseum gehen. Das

Schwimmbad und das Theater besuchen. Es

geht um das „und“, es geht um viele verschiedene

Blickwinkel, die sich zu einem Bild zusammen

setzen.

Wenn die Handys aus vielen Bildern ein Panorama

zusammensetzen können, dann feiern

wir das – wie wäre es, das als Anstoß zu

nehmen, das mal ganz analog zu tun. Also

neue Blickwinkel wagen und mit den neuen

Bildern unser eigenes Panorama erweitern,

bunter und reicher machen. Zugegeben,

dafür müssen wir uns bewegen, ein neuer

Blickwinkel braucht einen neuen Standort.

Ja, das klingt mühsam – zumindest mühsamer,

als einfach sitzen zu bleiben. Der Wanderer

Heiko Hartmann lernt bei jeder neuen

Tour auch etwas über sich. Er braucht

die Natur, um runter zu kommen – und das

jede Woche, egal wie das Wetter ist. Nebel

und Regen, Hitze oder Wind nimmt er als

Teil des Erlebnisses. Eine Tour in der Woche

hält ihn fit in Körper, Geist und Seele. Seine

Touren sind so gestaltet, dass sie machbar

sind, nachmachbar. Und zwar bei uns vor der

Haustür. Es ist einfach und günstig. Es geht

um Bewegung. Warum hatten die Mönche

früher Wandelgänge? Weil die Bewegung

auch den Geist in Bewegung hält. Und einen

beweglichen Geist kann ich immer gut

brauchen – wenn ich feststecke ebenso wie

wenn ich neugierig bin. Es ist leichter, sich

mit immer dem Gleichen zu umgeben. Das

war schon in den früheren, analogen Welten

so. Und die digitalen multiplizieren es. Für

einen Algorithmus ist es viel einfacher, mich

immerzu mit ein und dem gleichen Thema

zu beschallen. Ob das Produkte, politische

Themen oder Hobbys sind. Das zu durchbrechen,

müssen wir selbst tun. Jeder für sich.

Und dafür brauchen wir uns gegenseitig. Das

klingt vielleicht komisch, doch demjenigen

näher treten, den ich noch nicht kenne, der

anderer Meinung ist oder einfach nur begeistert

etwas tut, worauf ich selbst nie gekommen

wäre, bringt mir neue Bilder, um mein

eigenes Panorama zu erweitern.

Viel Freude beim Bewegen.

AUSGABE 69 / JUNI 2025 COBURGER | DAS MAGAZIN 97


Coburger | Das Magazin

erscheint wieder am 30.07.2025

Anzeigenschluss ist

der 18.07.2025

Zitate über „Heimat“ sind dieses Mal … das Letzte

„Mit der Heimat im Herzen die Welt umarmen.“

Udo Lindenberg

„Heimat ist da, wo ich mich geborgen fühle – bei Gott und den Menschen, die mich lieben.“

Margot Käßmann

„Bayern ist unsere Heimat, Deutschland unser Vaterland, Europa unsere Zukunft.“

Franz Josef Strauß

„Ich bin hier zu Hause und fühle mich zugehörig.

In Deutschland kann jeder seine Talente und sein Potenzial entfalten und frei leben.“

Peter Maffay

„Heimat ist ein kulturelles Konstrukt, das sich ständig verändert und neu verhandelt wird.“

Aleida Assmann

„Ich fühle mich meiner Heimat verpflichtet, indem ich zum Fortschritt beitrage.“

Werner von Siemens

„Heimat gibt es auch im Plural. Ein Mensch kann mehr als eine Heimat haben und eine neue Heimat finden.“

Frank-Walter Steinmeier

„Heimat ist da, wo man sich nicht erklären muss.“

Peter Härtling

98 COBURGER | DAS MAGAZIN AUSGABE 69 / JUNI 2025


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