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Alexej von Jawlensky

ISBN 978-3-422-98526-1

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Alexej von Jawlensky

Gesicht | Landschaft | Stillleben



Alexej von Jawlensky



Alexej von Jawlensky

Gesicht | Landschaft | Stillleben

Herausgegeben von Volker Adolphs

Mit Beiträgen von Volker Adolphs, Anna Niehoff

und Roman Zieglgänsberger


Inhalt

Volker Adolphs,

Stephan Berg

5

Vorwort

Volker

Adolphs

7

Die Wahrheit

des Gesichts

Anna

Niehoff

71

Der Weg nach Innen –

Jawlenskys Landschaften

Roman

Zieglgänsberger

101

Experimente

auf Leben und Tod –

Alexej von Jawlensky

in seinen Stillleben

129

Biografie

136

Ausgewählte Literatur

138

Verzeichnis der

ausgestellten Werke


Vorwort

VOLKER ADOLPHS, STEPHAN BERG

1971 hat das Kunstmuseum Bonn das Werk von

Alexej von Jawlensky zuletzt in einer Einzelausstellung

gezeigt. Rund fünfzig Jahre später widmet

sich das Museum erneut seiner Kunst und folgt

in einer exemplarischen Auswahl von rund 80 Gemälden

und Zeichnungen der Entwicklung der

drei großen Themen Gesicht, Landschaft und Stillleben,

auf die sich Jawlensky konzentriert hat. Die

Bildreihen verdeutlichen, dass nicht die Ungegenständlichkeit

das Ziel seiner Kunst war, sondern

die Gestaltung einer inneren Vision, die sich bis

zuletzt mit den Formen der Welt verbinden konnte.

Als zentraler Künstler der frühen Moderne

hat Jawlensky die Möglichkeiten der Malerei

wesentlich erweitert. Ausgehend von einer expressiv

farbigen Aneignung der Welt entfaltete

er das Bild durch die Reduktion der Form und die

Steigerung der Farbe zum Ausdruck einer immateriellen

und geistigen Wahrheit. Trotz der großen

Individualität seines Wegs hat er der Malerei bis

zur Gegenwart im Blick auf die Bedeutung der

Farbe, des Seriellen und Spirituellen wichtige

Anregungen gegeben.

Die Ausstellung führt von frühen, seit 1901

entstandenen Porträts und Stillleben zu intensiv

farbigen Gemälden, in denen sich Jawlensky

mit Vincent van Gogh, Paul Gauguin und Henri

Matisse auseinandersetzt und seine eigene

Position im Kontakt mit den Künstlerinnen und

Künstlern der Neuen Künstlervereinigung München

und des Blauen Reiters bestimmt. Nach der

Emigration in die Schweiz 1914 beginnt Jawlensky

die Serie der Variationen über ein landschaftliches

Thema, es folgen seit 1917 die Mystischen Köpfe,

die Heilands gesichter und die Abstrakten Köpfe, die

den singulären Charakter der Kunst Jawlenskys

dokumentieren. Als letzte Serie schließen zwischen

1934 und 1937 die kleinformatigen Meditationen

das Lebenswerk ab. Auf sie trifft in besonderem

Maß Jawlenskys Aussage zu: „Kunst ist Sehnsucht

zu Gott“.

Die Ausstellung wurde realisiert in Koope ra -

tion mit dem Museum Wiesbaden, das eine der

bedeutendsten öffentlichen Sammlungen von

Werken des Künstlers besitzt. Während das

Kunstmuseum Bonn aus dieser Sammlung eine

breite Auswahl von wichtigen Arbeiten Jawlenskys

präsentiert, ist zur gleichen Zeit ein umfassendes

Konvolut zentraler Werke von August

Macke aus der Sammlung des Kunstmuseums

Bonn in Wiesbaden zu Gast. Beide Museen erweitern

die Ausstellungen jeweils durch Leihgaben

aus anderen Museen und Privatsammlungen.

Wir danken dem Museum Wiesbaden und allen

anderen Leihgeberinnen und Leihgebern sowie

vor allem der Hans Fries-Stiftung, die durch eine

substanzielle finanzielle Förderung die Ausstellung

in Bonn erst ermöglicht hat.

5



Die Wahrheit des Gesichts

VOLKER ADOLPHS

Gesicht

Porträt

Das Gesicht ist der Maßstab der Individualität.

In ihm drückt sich ein Subjekt verschieden von

anderen Subjekten aus, im beweglichen Mienenspiel,

in den Spuren, die die vergehende Zeit in

das Gesicht einschreibt. Schon der Begriff arti -

kuliert die auszeichnende und kommunikative

Eigenschaft des Gesichts – zu schauen und an -

geschaut zu werden. Das Gesicht wird von der

Intensität des Blicks dominiert und charakterisiert.

Im Blick begegnet das eine Ich einem anderen Ich,

in welcher Wahrhaftigkeit oder Verstellung, in

welchem Beistand oder Konflikt auch immer. 1

Das Gesicht ist Teil des Kopfes, der Kopf Teil des

Körpers. Die hervorgehobene Qualität des Gesichtes

wird aber darin deutlich, dass das Gesicht in

Nahsicht, isoliert vom Rest des Körpers, doch dessen

Ganzheit vertritt und die Vorstellung der physischen

und psychischen Präsenz und Autonomie

eines Subjekts gibt. Eine Hand bleibt dagegen

immer nur ein abgetrenntes Fragment. Im Gesicht

zeigt sich das Ich, auch, indem es sich verbirgt, es

zeigt sich als Schauspiel der Rollen und Gefühle:

vertraut, fern, posierend, entblößt, schwankend,

als Landschaft der vielerlei Ansichten, die in der

möglichen Summe ein Ich nicht zerstreuen, sondern

es vielleicht zentrieren und konstituieren.

Das Porträt als „Platzhalter für das Gesicht,

dessen Ausdruck es vom Körper löste und auf eine

symbolische Fläche übertrug“, 2 ist eine Behauptung

gegen den Tod und zugleich dessen Bestätigung.

3 Das Porträt soll den Porträtierten lebendig

und gegenwärtig erscheinen lassen, vermag dies

aber nur als Bild einer Erinnerung, eines Vergangenen.

In jedes Porträt ist eine Sehnsucht und ein

Verlust eingezeichnet. Es entnimmt dem Fluss der

Zeit einen Moment und dehnt ihn aus, versucht

ihn aus der Zeit zu stellen, der er als Moment der

vielen Momente verfallen ist. Ein Gesicht ist physisch

anwesend, ein Porträt tritt an seine Stelle

in seiner physischen Abwesenheit. Trotz des Wissens,

dass das Porträt ein Bild der Abwesenheit

des Lebens ist, soll das Porträt der Ort sein, an dem

das Subjekt als es selbst erscheint – sprechend,

souverän, authentisch. Dies ist eine Perspektive

der frühen Neuzeit, die den Wandel vollzog „von

der Ikone zum Porträt, einen Wandel vom heiligen

Gesicht zum Gesicht, aus dem ein Subjekt blickt“. 4

GESICHT

7


Ähnlichkeit

Die Emanzipation des Subjekts als Voraussetzung

für diesen Weg des Porträts stellt an

das Porträt die Forderung nach Ähnlichkeit. Das

Porträt soll ähnlich sein, ähnlich zunächst überhaupt

einem Gesicht, auch wenn es dessen ruhelose

Mimik nur repräsentieren kann und in eine

masken hafte Erstarrung zwingt. Ähnlichkeit meint

nicht nur das bloße Abbild, dessen verlässliche

Wiedererkennbarkeit als selbstverständlich genommen

wird. Ähnlichkeit entsteht vielmehr auf

der Basis einer Deutung, die sich auch auf die

Innenwahrnehmung des Subjekts (Stimmungen,

Überzeugungen, Antriebe) richtet und diese an die

sichtbare Außenseite vermittelt. Zugleich kann

das Porträt die Sprache sein, in der das Subjekt in

seiner privaten und öffentlichen Existenz, seiner

handelnden und erleidenden Verflechtung mit der

Welt präpariert und definiert wird, und damit auch

Auskunft geben über den zeitlichen, sozialen,

ästhetischen Raum, aus dem das Subjekt hervortritt.

So kann der Anspruch des Porträts legitimiert

werden, die vielen Aspekte einer Person zum Bild

eines Selbst zu verschränken, das über die im

Gesicht manifestierte sterbliche Hülle hinaus

wirkt und die Möglichkeit eines wahren Gesichts

des Subjekts entwirft.

Seit die Fotografie eine Ähnlichkeitsgarantie

übernommen hat, sah sich die Malerei von der

Aufgabe entbunden, Ähnlichkeit herzustellen. Und

obwohl das Versprechen der Fotografie in Bezug

auf die Wahrheit des Bildes ein kolossaler Irrtum

war, da auch die Fotografie nicht über den Abglanz

eingefrorenen Lebens hinauskommt und mehr als

die Malerei an die Zufälligkeit des Moments gebunden

bleibt, hat sich die Malerei nachhaltig und

unumkehrbar aus der Verbindlichkeit reproduktiver

Aufgaben gelöst und wurde frei, sich allein mit

Fragen des Bildes, mit Farbe, Form und Linie, zu

befassen, die zuvor immer eingebunden waren in

die Verpflichtung, auf die Sichtbarkeit der Welt zu

antworten. Auch das Gesicht konnte in der frühen

Moderne zum Experiment der Farbe und ihrer

reinen Entfaltung motivieren. Das Gesicht wehrte

sich aber gegen seine Auflösung in der Abstraktion,

gegen den Weg in die Ungegenständlichkeit, weil

es gar kein Gegenstand war, sondern immer mit

der Erfahrung des Subjekts verknüpft blieb. Minimale

Signale genügen, Striche für Augen, Nase,

Mund, um ein Gesicht zu erhalten und es schließlich,

wie Alexej von Jawlensky es getan hat, zum

Träger einer spirituellen göttlichen Gewissheit zu

machen.

Thema

Jawlensky hat sich in seiner Kunst auf drei

Themen konzentriert: Gesicht, Landschaft, Still -

leben, die aber nicht auf ihre größtmögliche Variabilität

entfaltet, sondern immer mehr in einer seriellen

Reihung weniger Bildkonstellationen kondensiert

werden. Selbst innerhalb der Beschränkung

auf Gesicht, Landschaft, Stillleben besitzt das

Gesicht sowohl in der Quantität der Werke wie in

der Kontinuität der Auseinandersetzung von den

frühen Porträts bis zu den späten Meditationen

Priorität. Eine solche Fokussierung wirkt bescheiden

und zugleich maßlos, maßlos im Anspruch,

im Bild des menschlichen Gesichts alles finden

und alles sagen zu wollen, eine umfassende, das

materielle wie immaterielle Weltganze einschließende

Wahrheit, die sich im Gesicht zeigt und es

zugleich transzendiert: „Das Gesicht ist für mich

nicht ein Gesicht, sondern der ganze Kosmos. Im

Gesicht offenbart sich der ganze Kosmos.“ 5

Gegenwart

Jawlenskys Werk ist in dieser Ausschließlichkeit

eines der spannendsten malerischen Projekte

des 20. Jahrhunderts, auch, weil er sein Ziel nicht

durch ausgelaugte künstlerische Mittel untergrub,

sondern in der Reduktion der Form und der Emanzipation

der Farbe ein adäquates künstlerisches

Vokabular erarbeitete, das sich auf der Höhe der

Moderne bewegte. Jawlensky stand in engem

Austausch mit den wichtigen Künstlerinnen und

Künstlern seiner Zeit, war Mitglied der Neuen

Künstlervereinigung München und dem Blauen

GESICHT

8


Reiter eng verbunden. Sein Festhalten an eingeübten

Bildthemen mag zunächst anachronistisch

und gerade in den späten Serien der Abstrakten

Köpfe und Meditationen als eine isolierte Unternehmung

erscheinen, die sich schwer in das Profil

der Kunst der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts

einordnen lässt. Ebenso wenig prägte er im

Vergleich zum Beispiel zu Wassily Kandinsky die

Diskussion um eine Kunst der Zukunft. Aus historischer

Distanz, die zeigt, dass die Ungegenständlichkeit

zwar eine Leitidee der Moderne, dennoch

nur eine unter anderen Selbstbestimmungen des

Bildes war, erscheint sein Werk aber progressiver

und radikaler als das vieler seiner Zeitgenossen.

Auch heute berührt Jawlenskys geradezu autistisches

Ringen um das Bild des Gesichts, das den

Blick nach außen und den Blick nach innen gleichstellte.

Die Zukunftsfähigkeit seiner Kunst erwies

sich zudem darin, dass sie Formen der Serialität

und Spiritualität als Bildmodelle formulierte, die

in der Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts

und bis zur Gegenwart weiter entfaltet

wurden. 6

Tradition

In diesen Eigenschaften des Werkes schwingt

zugleich die Verpflichtung gegenüber der eigenen

Tradition mit, die Jawlensky betonte: „Jeder Künstler

arbeitet in einer Tradition [...]. Ich bin geborener

Russe. Meiner russischen Seele war immer nahe

die altrussische Kunst, die russischen Ikonen, die

byzantinische Kunst, die Mosaiken von Ravenna,

Venedig, Rom und die romanische Kunst. Alle

diese Künste hatten meine Seele immer in eine

heilige Vibration gebracht, da ich dort eine tiefe

geistige Sprache fühlte. Diese Kunst war meine

Tradition.“ 7 Aus der Engführung dieser Aspekte

hat Werner Haftmann formuliert, dass Jawlensky

„bei voller Anerkennung der modernen Mittel das

religiöse Meditationsbild der Kultur der Gegenwart

erhalten“ habe. 8 In seinen Lebenserinnerungen

beschreibt Jawlensky die Tiefe der Begegnung,

die er als Kind mit einer Ikone der Muttergottes

hatte, und später die Bedeutung der Erfahrung,

als junger Mann zum ersten Mal Gemälde zu sehen,

„das war der Wendepunkt in meinem Leben. Seitdem

war die Kunst mein Ideal, das Heiligste, nach

dem sich meine Seele, mein ganzes Ich sehnte.“ 9

Es ist dabei zu einfach zu sagen, dass Jawlensky

von der Ikone ausging, um am Ende wieder zur

Ikone zurückzugelangen, er fand aber zu einem

Bild des Gesichts, das die Erfahrungen der Moderne

teilt und die Zeitlichkeit des Individuums

mit der Entzeitlichung der Ikone in eins fasst.

Theorie

Anders als Wassily Kandinsky, Franz Marc

oder Paul Klee hat sich Jawlensky kaum grundsätzlich

zur Kunst geäußert. Man ist angewiesen

auf wenige Dokumente wie Briefe, die er unter anderem

an Emmy Scheyer und Willibrord Verkade

geschrieben hat, 10 und die 1937 diktierten Lebenserinnerungen.

11 Er klärt darin nicht im Sinne einer

Theorie, wie und warum er sich vor allem mit dem

menschlichen Gesicht auseinandergesetzt hat.

Die verschiedenen Begriffe wie Porträt, Bildnis,

Antlitz, Gesicht, Kopf, Maske, Ikone, denen unter -

schiedliche Inhalte korrespondieren, werden von

Jawlensky nicht in ein argumentatives Gerüst

eingebaut oder in eine zeitliche Abfolge gebracht,

sondern nebeneinander verwendet. In einem Brief

an Willibrord Verkade schrieb er 1938: „Im Jahr 1911

kam ich zu einer persönlichen Form und Farbe

und habe gewaltige figurale Bilder und Köpfe gemalt.

[...] Dann war mir notwendig, eine Form für

das Gesicht zu finden, da ich verstanden hatte,

daß die große Kunst nur mit religiösem Gefühl

gemalt werden soll. Und das konnte ich nur in das

menschliche Antlitz bringen. Ich verstand, daß

der Künstler mit seiner Kunst durch Formen und

Farben sagen muß, was in ihm Göttliches ist.

Darum ist das Kunstwerk sichtbarer Gott, und

die Kunst ist ,Sehnsucht zu Gott‘. Ich habe viele

Jahre Gesichte gemalt.“ 12 Auffällig ist die parallele

Verwendung von „Gesicht“ und „Gesichte“. Das

Gesicht meint die Möglichkeit eines wechselseitig

schauenden Kontakts, einer Gemeinsamkeit von

Betrachten und Betrachtetwerden, weil Gesichter

GESICHT

9


1896 erweiterte sich sein künstlerischer Horizont.

Um 1901/02 entstand das größte Gemälde im

Werk Jawlenskys, Helene im spanischen Kostüm

(Abb. 2) 13 , ein Porträt seiner späteren Frau Helene

Nesnakomoff, das Lovis Corinth veranlasste, den

Künstler für die Ausstellung der Berliner Secession

zu empfehlen. Das Bild ist ein Porträt, aber

auch eine distanzierende Inszenierung, in der

Jawlensky Helene, verkleidet in ein spanisches

Kostüm, in herausfordernder und doch sich ihrer

Abb. 1

Anjuta 1893

Öl auf Leinwand auf Karton, 55,5 × 32 cm

Privatsammlung

eine Realität teilen. Gesichte sind isolierende

Wahrnehmungen, die der, der sie erfährt, nicht

unmittelbar in ein schauendes Gegenüber mit -

teilen kann. Gesichte definieren nicht die Differenz

körperlicher Oberflächen, sondern sind Innen -

ansichten, die sich auf ein körperlich unerreich -

bares Außen richten.

Beginn

Jawlenskys künstlerischer Weg begann mit

seinem Studium 1890/91 an der Petersburger

Kunstakademie, an der als einflussreicher Lehrer

Ilja Repin unterrichtete. Jawlensky folgte Repins

Realismus und malte seine detaillierten Porträts

mit dem Anspruch auf Ähnlichkeit, Individualität

und Lebendigkeit, wie bei dem Bildnis einer jungen

Frau (Abb. 1). Mit dem Wechsel nach München

Abb. 2

Helene im spanischen Kostüm um 1901/02

(Kat. 1)

GESICHT

10


Abb. 3

Selbstbildnis mit Zylinder 1904

Öl auf Leinwand, 56,5 x 46,6 cm

Privatsammlung

selbst nicht sicheren Pose und wie im Vorgriff auf

spätere Werke mit markant akzentuierten Augen

darstellt. Der kaum definierte Raum gibt Helene

keinen Stand, die Erfassung von Details weicht

einem fließenden Pinselduktus, der die Formen auf -

lockert und in Bewegung versetzt. Verstärkt ist

das Interesse an der Gestaltung der Farbe, die vor

allem in einem lichthaften Rot-Grün-Komplementär -

kontrast von Bluse und Kostüm entwickelt wird.

„Gewaltige figurale Bilder“

Zeigen sich hier noch Stilmittel des Impressionismus,

so hat sich Jawlensky in den folgenden

Jahren bis ca. 1910 sehr rasch und vertieft mit

den wesentlichen Positionen der Kunst seiner

Zeit, mit Nachimpressionismus, Divisionismus,

Synthetismus und Cloisonismus, mit van Gogh,

Gauguin, Cézanne und den Fauves um Henri

Matisse auseinandergesetzt und sich ihre Einsichten

zur Form und Farbe auf hohem Niveau

angeeignet. Insgesamt ist es für Jawlensky ein

Weg der Steigerung der Farbe zu intensiven, zum

Teil durch dunkle Konturen hervorgehobenen reinen

Klängen. Natureindruck und Gefühl werden

in der Fläche des Bildes in eine Organisation

leuchtender vereinfachter Farbformen und ihrer

Beziehungen überführt. Das Selbstbildnis mit

Zylinder von 1904 (Abb. 3) dokumentiert in seinem

flackernden Pinselstrich noch deutlich die Erfahrung

der Kunst von Vincent van Gogh. Eine Balance

zwischen den Energien des Bildes kann kaum hergestellt

werden. Der weiße Kragen schneidet den

Kopf geradezu vom Oberkörper ab, der in den wirbelnden

Farbfond übergeht. Kopf und Hut werden

durch eine Rotationsbewegung der Farbe zugleich

aufgelöst wie zusammengehalten. In eigentüm -

lichem Widerspruch steht die gepflegte, beinahe

dandyhafte Erscheinung Jawlenskys zur Heftigkeit

der Bildbewegung.

1906 war Jawlensky Henri Matisse in Paris

begegnet, dessen Kunst ihn nachhaltig beschäftigte.

14 Die ruhige, auf den Eigenwert der jeweiligen

Farben gerichtete Formgliederung der Bilder

von Matisse zeigt sich zum Beispiel in Jawlenskys

Gemälde Dame mit Fächer (Abb. 4). Das Gemälde

Mutter des Nikita (Abb. 5) verdeutlicht, inwieweit

er bald über Matisse und die eigenen früheren

Bilder hinausgeht. Alles Elegante, Anekdotische

und Dekorative ist dem Bild ausgetrieben. Stattdessen

wählt Jawlensky Formen und Farben von

geradezu brutaler Eindringlichkeit und Direktheit.

Schon in den Bildern der Fauves gab es kein Licht

mehr, das als Beleuchtung von außen in die Bildwelt

einfiel und die Farbe sichtbar machte, vielmehr

war die Farbe nun selbst das Licht, das mit

der Farbe entstand und mit ihr verschwand. In

Mutter des Nikita und den folgenden Bildern

Jawlenskys ist diese Qualität der Farbe nochmals

erweitert, ihr inneres Brennen weist über alle Materialität

hinaus in einen immateriellen Bereich.

Es beginnt die Reihe wichtiger Bilder, die immer

weniger einen Anspruch auf Individualisierung

erheben, sondern die Gesichter ins Archetypische

verschieben. Die Werke von 1911/12 heißen nun

GESICHT

11


Farbe

Die Farbe, in ihr jeweiliges Extrem getrieben,

ist das Thema der Bilder Jawlenskys, als sinnliche

Erscheinung und als Medium der Transzendenz.

„Meine Sprache ist Farbe“, schrieb Jawlensky

noch 1936. 17 Im menschlichen Gesicht sah er „das

Leben der Farbe“. 18 Die Farbe war auch in den Diskussionen

der Neuen Künstlervereinigung München

und des Blauen Reiters von zentraler Bedeutung.

Jawlensky stand den Blauen Reitern durch

die Betonung der spirituellen Dimension der

Kunst nahe, auch wenn Wassily Kandinsky mit

seiner Idee eines „neuen Geistigen Reiches“ 19

oder Franz Marc mit dem Entwurf einer „mystisch-innerliche[n]

Konstruktion“ 20 der Welt eigene

Werksignaturen formulierten. Gemeinsam

war ihnen, dass die Autonomisierung der Farbe

nicht bloß ihrer Freiheit und Selbstbezüglichkeit,

sondern auch der Offenlegung ihrer metaphysi-

Abb. 4

Dame mit Fächer 1909

(Kat. 3)

Barbarenfürstin, Bacchantin, Turandot, Asiatin,

Spanierin, Russin, Violetter Turban, Der Buckel. Sie

entfalten widersprüchliche Wirkungen zwischen

Anziehung und Irritation, zwischen lebendigen

und grellen Farben, beweglicher Mimik und maskenhafter

Erstarrung. In dem schon zitierten Brief

von 1938 hat Jawlensky diese Werke rückblickend

als Akt der künstlerischen Emanzipation empfunden:

„Im Jahr 1911 kam ich zu einer persönlichen

Form und Farbe und habe gewaltige figurale Bilder

und Köpfe gemalt [...].“ 15 Und in seinen Lebenserinnerungen

heißt es: „Ich malte [...] in sehr

starken, glühenden Farben, absolut nicht naturalistisch

und stofflich [...]. Die Formen waren sehr

stark konturiert mit Preußischblau und gewaltig

aus einer inneren Ekstase heraus.“ 16

Abb. 5

Mutter des Nikita 1909/10

(Kat. 5)

GESICHT

12


schen Qualität diente. Die formale und farbliche

Expressivität der Gesichter Jawlenskys scheint

eine Verbindung zu den Porträts der Künstler der

Brücke oder zu den Bildern von Emil Nolde, mit

dem Jawlensky befreundet war, herzustellen. Die

Figuren-Bilder der Brücke bewegen sich aber in

einem anderen Raum, zwischen der Sehnsucht

nach der idealen Ursprünglichkeit des Lebens und

der emotional und psychologisch aufgeladenen

Darstellung einer urbanen Gesellschaft und ihrer

Schattenzonen. Jawlenskys kategorial andere

Ziele zeigen sich erst recht in Relation zu Verismus

und Neuer Sachlichkeit, die den Expressionismus

zu einer mitleidlosen Sozialdiagnostik ernüchterten

und abkühlten. Nur als Vergleichsfolie

sei Otto Dix zitiert: „Mein Wahlspruch ist: ,Trau deinen

Augen‘.“ 21 „Ich [...] will nur das sehen, was da

ist, das Äußere. Das Innere ergibt sich von selbst.“ 22

Sehen

Abb. 6

Mädchen mit niedergeschlagenen Augen um 1912

(Kat. 9)

Das Sehen ist bei Jawlensky nicht nur als

grundlegende Beziehung zwischen dem Maler,

dem Porträtierten und dem Betrachter von Bedeutung,

sondern erhält eine besondere Bildfunktion.

Schon in dem Gemälde Mädchen mit niedergeschlagenen

Augen von 1912 (Abb. 6) wird der

sich abwendende Blick zum Ausblick. Die geschlossenen

Augen, von Jawlensky als übergroße

dunkle Leerstellen markiert, die zugleich wie eine

Maske wirken, scheinen sich einer anderen Realität

zu öffnen, die nur einem gegenüber der Außenwelt

blinden und Zeit vergessenen Sehen zugänglich

ist. Diese neue Ausrichtung des Sehens wird

betont durch die blau leuchtende Aureole, die den

Kopf und dessen stark kontrastierende Gelb- und

Rottöne umfängt. Die Betrachter des Bildes fühlen

sich nicht angeschaut und doch berührt. Sie sind

ohne unmittelbaren Kontakt, werden aber auf sich

selbst als Betrachtende hingelenkt und motiviert,

den durch den verschlossenen Blick des Mädchens

angezeigten, noch unbestimmten Raum

kontemplativer Erfahrung zu besetzen. Das Sehen

ist auch in den zwischen 1917 und 1919 entstehenden

Mystischen Köpfen (Abb. 7) Thema. Der

Blick aus hier weit geöffneten Augen trifft die

Betrachter ebenfalls nicht, sondern geht durch

sie hindurch. In den folgenden Serien Heilands -

gesichter (1917–22), Abstrakte Köpfe (1918–34)

und Meditationen (1934–38) schließt Jawlensky

den Dargestellten die Augen, verschmilzt Schauen

und meditative Versenkung.

Serie

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bedeutete

für Jawlensky einen tiefen existenziellen und

künstlerischen Einschnitt. Er musste Deutschland

überstürzt verlassen und emigrierte mit seiner

Familie nach Saint-Prex in der Schweiz. „Ich wollte

weiter meine gewaltigen, starkfarbigen Bilder

malen, aber ich fühlte, ich konnte nicht. [...] Ich verstand,

daß ich nicht das malen konnte, was ich sah,

sogar nicht das, was ich fühlte, sondern nur das,

was in mir, in meiner Seele lebte. [...] Und die Natur,

die vor mir war, soufflierte mir nur.“ 23 In der Schweiz

GESICHT

13


Abb. 7

Mystischer Kopf: ,My Os‘ Kopf 1917

(Kat. 23)

entstand seit 1914 mit den Variationen über ein

landschaftliches Thema die erste der großen Serien.

Das in Jawlenskys Arbeit bereits angelegte

künstlerische Prinzip der Serie bestimmte nun

fast ausschließlich sein weiteres Werk.

Vergleicht man Jawlenskys Auffassung der

Serie mit der Claude Monets, was nahe liegt, so

sind substanzielle Unterschiede festzuhalten.

Monets Bilder bleiben an die Überwältigungskraft

der farbigen äußeren Welt gebunden, an die Analyse

des im Tageslauf wechselnden Lichts, das

auf die Dinge trifft und sie auflöst, so artifiziell

die Farberscheinungen zum Beispiel der späten

Seerosen-Bilder auch wirken. Jawlensky benötigte

die unmittelbare Referenz der Natur nicht,

er konnte die Variationen, die als Blick durch ein

Fenster auf einen Weg und ein paar Bäume begonnen

hatten, weiter malen, als er Saint-Prex

schon längst verlassen hatte. Diese Unabhängigkeit

von einer gesehenen Welt wird in den Serien

der Abstrakten Köpfe oder Meditationen immer

deutlicher, am Ende auch erzwungen durch die

eingeschränkten Lebensumstände in Wiesbaden:

„Ich habe aber keine Erlebnisse und darum male

ich nur das, was in meiner Seele ist, was tief in mir

liegt, wie eine Meditation, in sich Konzentrierung.“ 24

Eine grundsätzliche Eigenschaft der Serie ist

ihr unhierarchischer Charakter. Die Serie steigert

sich nicht zu einem letzten vollkommenen Bild,

sie ist prinzipiell offen und reiht das Einzelne,

das in sich abgeschlossen ist und doch mit dem

Nächsten verbunden bleibt. Die Serie ist eine

Form der Zeitlichkeit und der Zeitlosigkeit, die

Reihung des Einzelnen vermittelt das Vergehen

von Zeit, die potenziell unbegrenzte Fortsetzung

der Reihe die unendliche Dauer der Zeit. Jawlensky

malte keine Wiederholungen, sondern auf

einem endlosen Weg der Suche Variationen vor

allem des Gesichts. Und wenn das letzte einzig -

artige wahre Bild des Gesichts nicht zu malen

ist, dann ist es wohl denkbar als die utopische

Summe des gesamten seriellen Werkes, die

Summe aller gemalten und aller noch zu malenden

Bilder. Die Ewigkeit des einen Bildes, des

einen Gesichts, der einen Wahrheit wäre vergegenwärtigt

in der Unbegrenztheit der Serie. Die

Serie, die die einzelnen Bilder als immer unvollkommene

Glieder einer Reihe und so auch die

Einzigartigkeit der einzelnen Gesichter entwertet,

verweist doch in der unendlichen Summe aller

unvollkommenen Bilder der Reihe auf ein Bild der

Vollkommenheit und damit auf die Möglichkeit,

dem Vergehen der Zeit zu entgehen. Die hier formulierte

Interpretation der Serie bei Jawlensky

zeigt damit noch andere Qualitäten auf als nur

die Funktion, Bilder anzuordnen oder die Absicht,

den Mythos des Meisterwerks in der Egalität der

Serie zu erledigen.

Ikone

Die Anteile an Jawlenskys Vorhaben sind

nicht leicht zu trennen. Zwar schreibt Jawlensky:

„Mir war genug, wenn ich mich in mich selbst

vertiefte, betete und meine Seele vorbereitete in

einen religiösen Zustand“ 25 , seine Bilder sind

aber nicht bloß Illustrationen einer religiösen

Sehnsucht, sondern Antworten auf eine künstlerische

Aufgabe, die Präsenz des Geistigen aus

GESICHT

14


der Kunst heraus zu gestalten. Sicher haben

Jawlenskys Bilder eine besondere Beziehung

zur Ikone, die Serialität seiner Arbeiten liefert

aber ebenso Argumente, sie nicht mit Ikonen

im russisch-orthodoxen Sinn zu verwechseln.

Ikonen sind möglichst genaue Wiederholungen

der Ur-Ikone, eines Acheiropoieton („nicht von

Menschenhand geschaffen“), das das irdische

Dasein Christi und darin das Eingreifen Gottes

und die Verbindung des Diesseitigen mit dem

Jenseitigen bildlich bezeugt. Sie sind in liturgischen

Handlungen gemalte, kirchlich geweihte

Kultobjekte der zur Anschauung gebrachten göttlichen

Gegenwart, somit Abbilder des Heiligen,

die eine künstlerische Entwicklung gerade ausschließen.

Jawlenskys Bilder der Serie folgen

bestimmten Konstanten, sind einander ähnlich,

dennoch als Teil eines künstlerischen Prozesses

jeweils neu und anders. Die Ikone ist das Bild

Gottes als Versuch, die Ferne Gottes aufzuheben

und in die Gewissheit seiner Erscheinung zu

verwandeln. Auch sie ist damit Dokument eines

vorangegangenen Verlustes, den Jawlensky in

seinen Bildern zur Gestaltung einer schmerzlichen

existenziellen Erfahrung individualisiert. Der

nach dem Ebenbild Gottes, damit ihm ähnlich

geschaffene Mensch wird sündig geworden aus

dem Paradies vertrieben. Der Mensch kann Gott

nicht mehr „von Angesicht zu Angesicht“ begegnen

und verliert so auch den Kontakt zu sich und

seinem Antlitz. Malen wäre somit unaufhörliche

Suche nach dem Antlitz Gottes und damit Suche

nach dem eigenen Antlitz, das erst in der wiederhergestellten

Beziehung zu Gott als das wahre

eigene Antlitz im Einssein mit dem Göttlichen

erscheinen kann. 26

Heilandsgesichter

Abb. 8

Heilandsgesicht 1921

(Kat. 25)

einen umgreifenden Raum oder begleitende Motive

füllen die Gesichter zunehmend das Bildformat

und etablieren ein unmittelbares Gegenüber. Die

Gesichter erlauben einerseits kein Ausweichen

des Betrachters und halten ihn andererseits auf

Distanz, erscheinen nah und unnahbar zugleich.

Die Gesichter werden formal immer mehr auf ihre

notwendigen Elemente reduziert, in den Heilandsgesichtern

(Abb. 8) auf farbige Linien für Augen,

Augenbrauen, Nase, Mund, Haar, Kinn. Jawlensky

malt die Flächen mit stark verdünnten Ölfarben

und gibt den Gesichtern so einen schwebenden,

transparenten Charakter und träumerischen

Ausdruck.

In den Serien der Mystischen Köpfe, Heilandsgesichter,

Abstrakten Köpfe und Meditationen

entwickelt Jawlensky eine starre Frontalität der

Gesichter, die sich weiter steigert und auch Eigenschaft

der Ikone ist. Ohne jede Ablenkung durch

GESICHT

15


Abstrakte Köpfe

Diese noch organische Erscheinung der Gesichter

überführt Jawlensky in den Abstrakten

Köpfen (Abb. 9) in eine strenge U-Form mit horizontaler

und vertikaler Ausrichtung der Augen

und Nase. Die in den weit über tausend Abstrakten

Köpfen beibehaltene geometrische Struktur

wird lebendig durch die Vielfalt und den Reichtum

der Farben und ihrer wechselnden Beziehungen,

die die Balance der Bildtektonik tragen. Die Farbe

sichert die Besonderheit der einzelnen Bilder

trotz der Wiederholung ihrer geometrischen Organisation.

Erfahrungen der Formarchitektur des

Kubismus stehen ebenso im Hintergrund wie

deren Folgerungen im Bauhaus und der Gruppe

De Stijl. Der Vergleich mit Piet Mondrian ist deshalb

interessant, weil auch Mondrian über eine

bloß konstruktive Funktion der Bildelemente

hinausging. Anders als Jawlensky machte er sie

aber nicht zu Meditationszeichen des Gesichts,

sondern suchte in der Konzentration auf Horizontale

und Vertikale den Ausdruck für ein geistiges

und universales Gleichgewicht. Viele Künstler

der Zeit wie Mondrian, Kandinsky und Jawlensky

beschäftigten sich mit den theosophischen und

anthroposophischen Gedanken von Helena P.

Blavatsky und Rudolf Steiner. Jawlensky setzte

sich auch mit indischen Weisheitslehren auseinander.

Der Fleck, der nicht nur in den Abstrakten

Köpfen, sondern ebenso in seinen Heilandsgesichtern

und Meditationen auf der Stirn der Gesichter

erscheint, erinnert an das Segenszeichen, das

im Hinduismus auf die Verbindung des Trägers

oder der Trägerin mit dem Kosmos verweist, im

Buddhismus meditative Versenkung und geistiges

Erwachen ausdrückt. Der Fleck ist aber kein bloßes

Zitat, sondern immer auch ein instinktiv und

frei entwickeltes malerisches Element. 27

Maske

Abb. 9

Abstrakter Kopf: Abend (Nr. 28) 1931

(Kat. 36)

Trotz der beschriebenen Komplexität und

Intensität der Farben wirken die Abstrakten Köpfe

abweisend und verschlossen wie Masken, an

denen der Blick abgleitet. Dazu trägt nicht bloß

die helmartig starre Geometrie der Formen, sondern

gerade auch die Farbe in ihrer glatten, flächigen

Ausdehnung und ihrem metallischen Leuchten

bei. Die Maske motiviert die Frage nach dem

Verhältnis von Sein und Schein, Wahrheit und

Täuschung, Zeigen und Verbergen und deren

mögliche Untrennbarkeit. Die Maske meint ein

Objekt und ebenso eine mimische Strategie des

Subjekts, das im Schutz der Masken agiert oder

soziale Rollenerwartungen bedient. Hinter der

Maske vermutet man das ,wahre‘ Gesicht. Vielleicht

gibt es hinter der Maske aber nur weitere

Masken oder nichts, wie dies die Masken von

James Ensor eindrücklich zeigen. Und vielleicht

verbirgt die Maske nicht die Integrität eines Ichs,

sondern ist die adäquate Beschreibung eines

leeren oder wenigstens ungreifbar zersplitterten

Individuums der Moderne: entfremdet, scheinhaft,

defizitär, fragmentarisch, haltlos.

GESICHT

16


Dagegen verweist die Maskenhaftigkeit der

Abstrakten Köpfe nicht auf eine Differenz von

Außen und Innen, Sichtbarem und Unsichtbarem,

sondern auf deren Identität in wechselseitiger

Deutung. Die Abstrakten Köpfe sind plastische

Erscheinung und transzendentes Geheimnis,

einfache Symmetrie und sakrales Zeichen, feier -

liche Ikone und Äquivalent des menschlichen

Gesichts in jeweils sprechender Gestimmtheit:

„Einige Köpfe sind tragisch, aber nie sind sie böse;

mehr Leid wie Tragik. Und oft sind meine Köpfe

so sonnig. Und immer gütig.“ 28 Jawlensky hat die

Entwicklung seiner Kunst als Weg immer größerer

Reife empfunden. An Emmy Scheyer schrieb er

1926: „Ich stelle oft ein Kopf neben eine starke

Arbeit von mir von Vorkriegszeit – und wie schöner,

wie tiefer und ebenso stark ist der Kopf“ 29 , und

in einem Brief von 1932: „Ich spreche mit dem

Gott, ich bete ihm, in meinen Arbeiten. Das ist die

Reife. Die Jugend vergewaltigt (meine Vorkriegs -

arbeiten).“ 30

Meditationen

Abb. 10

Große Meditation: Der Wissende 1936

(Kat. 47)

1934 beginnt Jawlensky seine letzte Serie, die

Meditationen (Abb. 10). Er lebt unter schwierigen

finanziellen Bedingungen isoliert in Wiesbaden,

ein Jahr zuvor hatte er Mal- und Ausstellungsverbot

erhalten. Nach und nach werden 72 Gemälde,

die sich in deutschen Museen befanden, als „entartet“

beschlagnahmt. Die quälende Gelenks -

erkrankung (Arthritis deformans), deren Symptome

den Künstler schon Ende der 1920er Jahre

zu Kuraufenthalten zwangen, verschlechtert sich

und führt zur Versteifung der Arme und Hände.

1938 ist die Lähmung so weit fortgeschritten, dass

Jawlensky die künstlerische Arbeit vollständig

aufgeben muss. Fotos zeigen Jawlensky beim

Malen der Meditationen (Abb. S. 134). Der Pinsel

wurde ihm zwischen die Finger der rechten Hand

gesteckt, die er infolge der steifen Gelenke, von

der Linken gestützt, mit dem ganzen Oberkörper

und koordiniert mit dem Atem in waagrechter und

senkrechter Richtung bewegt.

Schmerz

Die Meditationen sind Dokumente einer persönlichen

Passion und damit auch Selbstbildnisse,

die in der äußeren existenziellen Begrenzung eine

innere Weitung, einen Kontakt zu einer umfassenden

göttlichen Wahrheit suchen. In einer nicht

enden wollenden Arbeit richten sie sich gegen

den Schmerz auf und werden zugleich durch ihn

legitimiert. „Ich sitze und arbeite. Das sind meine

schönste Stunde. Ich arbeite für mich nur für mich

und für meinen Gott. Die Ellbogen schmerzen

dabei sehr, oft bin ich dabei wie ohnmächtig vom

Schmerz. Aber meine Arbeit ist mein Gebet, aber

so leidenschaftliches Gebet durch Farben gesprochen.“

31 Das Gesicht, das Jawlensky so unaufhörlich

malt, füllt in den Meditationen die gesamte

Bildfläche, Gesicht und Bild sind nun eins, das

Gesicht, groß im noch kleineren Bildmaß, scheint

sich auf die Betrachter zuzubewegen, ihren immer

GESICHT

17


noch näher kommen zu wollen. Gegenüber der

harten, sorgfältig gemalten Glätte der Abstrakten

Köpfe wirken die Meditationen trotz der weiter

getriebenen Reduktion unmittelbarer, roher,

menschlicher, in ihrer Nacktheit berührender.

Die Meditationen konzentrieren das Gesicht

auf ein körperloses orthogonales Schema, in dem

das Gesicht gerade noch als Gesicht erkennbar

ist und es sowohl im Kontext der Entwicklung

einer autonomen malerischen Formulierung als

auch der elementaren spirituellen Bedeutung als

Kreuzzeichen zu verstehen ist. Itzhak Goldberg

schreibt: „Die Meditationen können also unter

mehreren Blickwinkeln betrachtet werden. Als

Ikonen verweisen sie auf ein imaginäres Antlitz,

als Gesichter künden sie von dem Grundsatz der

Treue zum Bezugsobjekt der Darstellung, und

als Kreuz sind sie nichtgegenständliche Zeichen.

Unter einem Prinzip können diese drei Blickwinkel

vereinigt werden: im Rahmen der religiösen Dimension

der Kunst.“ 32 Sieht man das Gesicht als Form

des Kreuzes, das auf der waagrechten Markierung

des Mundes steht und von Brauen überfangen

wird, so nimmt das Gesicht damit auch die Symbolik

des Kreuzes (Leiden, Tod und Überwindung

des Todes) in sich auf, ist sterbliche Hülle und

Ausblick auf ein ewiges Sein.

Eine andere Welt

Ihre emotionale Intensität erhalten die Meditationen

nicht nur durch diese Verschmelzung,

sondern auch durch ihre malerische Technik und

die Energie der Farbe, die die beinahe identische

Bildstruktur individualisieren. Jawlensky benutzte

stumpfe, harte Pinsel, die streifige, aufgerissene,

verletzte Oberflächen erzeugen. Der Malprozess

wird wieder sichtbar in Farbschraffuren, die einsetzen

und absetzen, beginnen und enden. Die

grobe Überdeutlichkeit der Striche verstärkt die

Distanzlosigkeit des Bildes, den Eindruck, dass

das Gesicht trotz seines geringen Formats ganz

nah vor den Augen der Betrachter steht.

Die Gesichter der Meditationen wirken ernst,

unerlöst, oft qualvoll und geprägt von lautloser

Trauer. „Ich leide. Ich muß viel arbeiten und ich

tue das. Gott weiss wie lange kann ich den Pinsel

halten. Ach Gott! Ich arbeite mit Ekstase und mit

Thränen in Augen und ich arbeite so lange bis die

Dunkelheit kommt. Dann bin ich erschöpft und

ich sitze unbeweglich, halb ohnmächtig und mit

schrecklichen Schmerzen in den Händen, o Gott,

o Gott! Ich sitze und die Dunkelheit umhüllt mich

und die schwarzen Gedanken kriechen zu mir.

Licht! Licht! Und [von] allen Wänden fliessen die

Farben.“ 33 Die düstere Erscheinung der Medita -

tionen wird selbst durch einige helle Farben, die

Jawlensky verwendet, nicht aufgelöst. Die Farbe

gewinnt aber nochmals eine neue Qualität. Die

weitergehende Spiritualisierung, die Konzentration

auf „das Licht in meiner Seele“ 34 , von dem

Jawlensky spricht, bedingt die Überprüfung und

Aufhebung der Farbe als sinnlicher Zauber der

Welt: „Ich habe bei meinen letzten Arbeiten den

Zauber der Farbe weggenommen, um nur die

geistige Tiefe zu konzentrieren.“ 35 Die Bilder sind

wie Kirchenfenster von einem fernen Licht durchdrungen,

das in der Materie als dunkle Glut gefangen

scheint und zu dem unser Auge vorzudringen

versucht. Die Haltung Jawlenskys zur Farbe ist

dabei noch immer die eines „Verliebten“ 36 , sie

zeigt, dass der Künstler und der religiöse Mensch

nicht voneinander zu trennen sind: „Die Bilder

sind meistens dunkel, aber das ist mir sehr lieb:

Die Farben sind geheimnisvoll, so tief; aber es

gibt auch sehr farbig leuchtende, brennende,

aber immer irgenwo [!] aus anderer Welt.“ 37

GESICHT

18


————

1 Die Gleichwertigkeit zwischen Ich und Ich, die freie

Begegnung zweier Subjekte im Anschauen ist aller -

dings nicht überall vorgesehen. In seiner Existenzphilosophie

führt Jean-Paul Sartre aus, dass der

Blick einen unaufhörlichen Prozess gegenseitiger

Unterwerfung produziert. Das Ich als Subjekt ordnet

den anderen als Objekt in die vom Ich erblickte

Welt ein und umgekehrt. „Die Leute, die ich sehe,

lasse ich zu Objekten erstarren, ich bin in bezug

auf sie wie ein Anderer in bezug auf mich; indem

ich sie ansehe, ermesse ich meine Macht. Aber

wenn ein Anderer sie und mich ansieht, verliert

mein Blick seine Kraft […].“ (Jean-Paul Sartre,

Das Sein und das Nichts. Versuch einer phänomenologischen

Ontologie, Hamburg 1962, S. 354).

2 Vgl. Hans Belting, Faces. Eine Geschichte des

Gesichts, München 2013, S. 120. Belting erkundet

in seiner hervorragenden Studie die vielfältigen

Beziehungen von Gesicht und Porträt zur Maske.

Aus der verzweigten Literatur kann eine andere,

ebenfalls wichtige Publikation zum Thema von

Gottfried Boehm genannt werden: Bildnis und

Individuum. Über den Ursprung der Porträtmalerei

in der italienischen Renaissance, München 1985.

3 Zur Verflochtenheit des Selbstporträts in die

Geschichte der Darstellung des Todes siehe vom

Verfasser: Der Künstler und der Tod. Selbstdarstellungen

in der Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts,

Köln 1993.

4 Belting (s. Anm. 2), S. 148.

5 Alexej von Jawlensky, in: Clemens Weiler, Alexej

von Jawlensky. Köpfe – Gesichte – Meditationen,

Hanau 1970, S. 62.

6 Das Prinzip der Serie ist allerdings jeweils unterschiedlich

motiviert (z. B. bei Josef Albers, Andy

Warhol oder On Kawara). Fragen der Spiritualität

des Bildes wirken bis zu Mark Rothko, Barnett

Newman oder Ad Reinhardt. In der Literatur wurde

auf diese Aspekte mehrfach hingewiesen. Siehe

u. a. Katharina Schmidt, „Das Prinzip der offenen

Serie. Zu Jawlenskys Werk von 1914 bis 1937“,

in: Alexej Jawlensky, 1864–1941, hrsg. von Armin

Zweite, Ausst.-Kat. Städtische Galerie im Lenbachhaus,

München und Staatliche Kunsthalle

Baden-Baden 1983, S. 87–105; Das Geistige in der

Kunst. Vom Blauen Reiter zum Abstrakten Expressionismus,

Ausst.-Kat. Museum Wiesbaden

2010/11; Alexej von Jawlensky und Josef Albers.

Farbe – Abstraktion – Serie, bearb. v. Jörg Daur

und Roman Zieglgänsberger, Ausst.-Kat. Museum

Wiesbaden 2011.

7 Alexej von Jawlensky, in: Weiler (s. Anm. 5), S. 13.

8 Werner Haftmann, Malerei im 20. Jahrhundert,

München 1965, S. 165.

9 Alexej von Jawlensky, „Lebenserinnerungen“, in:

Weiler (s. Anm. 5), S. 97 und S. 98/99.

10 Siehe Weiler (s. Anm. 5), S. 121–126, und Alexej

von Jawlensky zum 50. Todesjahr. Gemälde und

graphische Arbeiten, hrsg. v. Volker Rattemeyer,

Ausst.-Kat. Museum Wiesbaden 1991, S. 292–300.

11 Siehe Weiler (s. Anm. 5), S. 95–120, erneut abgedruckt

in: Alexej von Jawlensky. Reisen, Freunde,

Wandlungen, hrsg. v. Tayfun Belgin, Ausst.-Kat.

Museum am Ostwall, Dortmund 1998, S. 104–119.

12 Brief vom 12. Juni 1938, in: Weiler (s. Anm. 5),

S. 125 (Hervorhebungen vom Verfasser).

13 Siehe auch die ausführliche Erörterung des Bildes

von Roman Zieglgänsberger, in: „Den Horizont abstecken.

Alexej von Jawlensky zwischen 1896 und

1914“, in: Horizont Jawlensky. Alexej von Jawlensky

im Spiegel seiner künstlerischen Begegnungen

1900–1914, hrsg. v. Roman Zieglgänsberger,

Ausst.-Kat. Museum Wiesbaden und Kunsthalle

Emden 2014, S. 16–58, hier S. 31–33.

14 Es ist nicht ganz gesichert, dass Jawlensky Matisse

1906 zum ersten Mal persönlich getroffen hat.

Werke von ihm hat Jawlensky in diesem Jahr auf

je den Fall, möglicherweise auch schon 1905

ge sehen.

15 Siehe Weiler (s. Anm. 5), S. 125.

16 Ebd., S. 112.

17 Brief an Emmy Scheyer vom 14. Mai 1936, in:

Alexej von Jawlensky zum 50. Todesjahr (siehe

Anm. 10), S. 294.

18 Siehe Weiler (s. Anm. 5), S. 16.

19 Wassily Kandinsky, Über das Geistige in der Kunst,

4. Aufl. Bern 1952 (1. Aufl. München 1912), S. 143.

20 Franz Marc, „Geistige Güter“, in: Der Blaue Reiter,

hrsg. von Wassily Kandinsky und Franz Marc,

München 1912, Dokumentarische Neuausgabe von

Klaus Lankheit, 3. Aufl., München 1979, S. 21–24,

hier S. 23.

21 Otto Dix, 1955, zitiert nach Dieter Schmidt, Otto

Dix im Selbstbildnis, Berlin (Ost) 1981, S. 224.

22 Otto Dix, 1965, ebd. S. 265.

23 Brief an P. Willibrord Verkade vom 12. Juni 1938,

in: Weiler (s. Anm. 5), S. 125.

24 Brief an Emmy Scheyer vom 14. Mai 1936, in:

Alexej von Jawlensky zum 50. Todesjahr (s. Anm. 10),

S. 294. Im selben Brief heißt es: „Ich bin nicht in

Paris, wie Kandinsky, mein Paris ist so klein.“ (Ebd.)

25 Brief an Verkade, 1938, in: Weiler (s. Anm. 5), S. 125.

GESICHT

19


26 Vgl. Itzhak Goldberg, „Die Religion des Gesichts“,

in: Alexej von Jawlensky. Reisen, Freund, Wand -

lungen (s. Anm. 11), S. 64–75, hier S. 73/74.

27 Clemens Weiler schildert ein Gespräch mit

Jawlensky: „Als ich Jawlensky einmal frug, warum

er immer als Letztes den hellen Fleck über der Stirn

male, da sagte er nur: ,Muß da sein‘.“ (Clemens

Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, S. 141).

28 Brief an Emmy Scheyer vom 29. März 1926, in:

Alexej von Jawlensky zum 50. Todesjahr (s. Anm. 10),

S. 293.

29 Ebd.

30 Brief an Emmy Scheyer vom 8. März 1932, ebd.

31 Brief an Emmy Scheyer vom 12. Mai 1936, ebd.

33 Brief an Emmy Scheyer vom 25. November 1936,

auszugsweise in: Alexej Jawlensky, 1864–1941

(s. Anm. 6), S. 114.

34 Siehe Weiler (s. Anm. 27), S. 128.

35 Siehe Weiler (s. Anm. 5), S. 92. Auch Kandinsky

erkannte den singulären Beitrag Jawlenskys und

schrieb ihm 1936, als er von Jawlensky eine Meditation

erhalten hatte: „Ich beuge mich tief vor

der Kraft Ihres inneren geistigen Lebens.“ (ebd.,

S. 130).

36 Ebd., S. 16.

37 Brief an Emmy Scheyer vom 14. Mai 1936, in:

Alexej von Jawlensky zum 50. Todesjahr (s. Anm. 10),

S. 294.

32 Vgl. Itzhak Goldberg (s. Anm. 26), S. 72.

1 Helene im spanischen Kostüm um 1901/02

Öl auf Leinwand, 190,5 × 96,5 cm

20



Diese Publikation erscheint

anlässlich der Ausstellung

Alexej von Jawlensky –

Gesicht | Landschaft | Stillleben

Kunstmuseum Bonn

5. November 2020

bis 21. Februar 2021

Ausstellung und Katalog

Volker Adolphs

KUNSTMUSEUM BONN

Helmut-Kohl-Allee 2

D-53113 Bonn

Tel. +49 228 776260

Fax +49 228 776220

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Stellvertretender Direktor

Volker Adolphs

Kuratorinnen

Stefanie Kreuzer,

Barbara J. Scheuermann

Verwaltung

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Michael Hubbert

Sekretariat

Kristina Georgi, Katja Thiele

Wissenschaftliche Volontärin

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Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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Bildung und Vermittlung

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Registrar

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Restaurierung

Antje Janssen, Nicole Nowak,

Verena Franken

Leitung der Werkstätten

Gianluca Galata, Martin Wolter

Leitung Technik

Josef Breuer, Martin Kerz

Katalog

Herausgeber

Volker Adolphs

Projektleitung Verlag

David Fesser

Lektorat

Christiane Weidemann, Berlin

Grafische Gestaltung

Silke Fahnert, Uwe Koch, Köln

Druck & Bindung

Grafisches Centrum Cuno GmbH

& Co. KG, Calbe

© 2020 Deutscher Kunstverlag,

Kunstmuseum Bonn und die

Autorinnen und Autoren

Deutscher Kunstverlag GmbH

Berlin München

Lützowstraße 33

10785 Berlin

www.deutscherkunstverlag.de

Ein Unternehmen der Walter de

Gruyter GmbH Berlin Boston

www.degruyter.com

ISBN 978-3-422-98526-1

Bibliografische Information

Die Deutsche Nationalbibliothek

verzeichnet diese Publikation in

der Deutschen Nationalbibliografie;

detaillierte bibliografische

Daten sind im Internet über

http://dnb.d-nb.de abrufbar.

Umschlagabbildungen:

Frau mit Fächer, 1912 (Kat. 3)

Große Variationen: Großer Weg –

Abend, 1916 (Kat. 61)

Abb. S. 2: Jawlensky in Ascona,

um 1918/19

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