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Zoltan Kemenys Frankfurter Wolkenfoyer

ISBN 978-3-422-98825-5

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Zoltan Kemenys Frankfurter Wolkenfoyer

Entstehung und Zukunft einer gefährdeten Raumkunst


Zoltan Kemeny in seinem Atelier,

1963


Inhalt

Dank4

Initiative Zukunft Bühnen Frankfurt 4

Ina Hartwig

Grußwort 6

Markus Harzenetter

Grußwort 8

Philipp Oswalt

Einleitung: Das Wolkenfoyer – eine umkämpfte Ikone 10

Claudia Blümle und Jan Lazardzig

Foyer BRD. Zum Verhältnis von Theaterbau,

Kunst und Öffentlichkeit in der Nachkriegszeit 28

Dieter Schwarz

» L’art ne peut pas être personnel «

Zoltan Kemenys Kunst nach dem

Zweiten Weltkrieg 46

Alfons Maria Arns

Vom Fügen und Verschweißen –

Auftragsgenese und Rezeption des Wolkenfoyers 72

Zoltan Kemeny

Meine Skulptur 86

Hannsgeorg Beckert

Architektur und Plastik 88

Visuelle Dokumentation der Raumskulptur 90

Micha Brumlik

Bilderverbot als Archetypus.

Zu Zoltan Kemenys » Wolken « - Versuch einer Deutung 122

Astrid Wuttke

Städtische Bühnen weiterbauen 128

Zu den Autoren 158

Bildnachweis 160


Dank

Unser ganz besonderer Dank gilt unseren großzügigen Förderern

Kuratorium Kulturelles Frankfurt

Kulturamt Stadt Frankfurt am Main

Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Landesamt für Denkmalpflege Hessen

Bund Deutscher Architekten, Frankfurt

sowie den Spendern

Inga Beckert, Frankfurt am Main; Dr. Zoltan Hanns-Georg Paul

Beckert, Frankfurt am Main; schneider+schumacher Architekten,

Frankfurt am Main; Reinhard Oswalt, Frankfurt am Main; Martin

Koch, Neu-Isenburg; Prof. Luise King, Berlin; Helga Schüll-

Gasteyer; Christian Stohl; Reiner Diederich, Frankfurt am Main;

Alexandra Adam; Nina und Peter Danzeisen, Frankfurt am Main;

Prof. Dr. Martin und Dr. Dorothee Kaltenbach, Buchschlag; Prof.

Dr. Gerd Koch, Berlin; Jens Kunze, Frankfurt am Main; Astrid

Nennies; Dr. Walter Prinz, Bad Soden; Christian Stöhr, Frankfurt

am Main; Prof. Dr. Gisela Welz, Frankfurt am Main; Barbara

Wiegand-Brückn; Dr. Karin Berkemann, Frankfurt am Main,

welche die Erstellung des Buches finanziert haben.

Für ihren persönlichen Einsatz danken wir

Arno Löbbecke (Arch+ Verein); Karl-Burkhard Haus und Stefan

Timpe (Kuratorium Kulturelles Frankfurt); Joachim Wendt; Steffen

Skudelny und Tim Schöps (Deutsche Stiftung Denkmalschutz);

Alfons Maria Arns, Prof. Dr. Maren Harnack, Hanns-Christoph

Koch, Dr. Sascha Köhl, Martina Metzner (Initiative Zukunft Städtische

Bühnen Frankfurt); Sandra Meireis (Universität Kassel); Prof.

Anett-Maud Joppien und Bruno Johannbroer (TU Darmstadt);

Max Schubert (Städtische Bühnen Frankfurt); Dr. Ursula Schoen

(Evangelische Stadtdekanin Frankfurt am Main / Evangelische

Akademie); Andrea Jürges (Deutsches Architekturmuseum);

Claudia Schüßler (Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am

Main); lic. phil. Roland Wäspe (Kunstmuseum St.Gallen); Matthias

Wohlgemuth und Samuel Reller (Kunstmuseum St.Gallen);

Carolina Trebora Kratzmann-Mubarak, Cid Malcon-Hildmann,

Cornelia Trebora Waschull, Georg Ruhnau, Stefan Rethfeld,

Daniel Graf von Bernstorff und Britta von Campenhausen.

Initiative Zukunft

Bühnen Frankfurt

Die Initiative Zukunft Bühnen Frankfurt wurde im März 2020

gegründet. Sie begleitet kritisch den Planungs- und Entscheidungsprozess

der Stadt Frankfurt und setzt sich dafür ein, alle

Informationen transparent zu machen. Sie plädiert dafür, den bisherigen

Standort zu erhalten, ihn weiterzubauen und die kulturellen

und materiellen Ressourcen des Bestands zu nutzen sowie

4


ein innovatives Theaterkonzept zu realisieren, welches der Diversität

der heutigen Stadtgesellschaft gerecht wird. Um diese Ziele

zu erreichen, hat die Initiative intensiv recherchiert, verfügbare

Unterlagen analysiert und bewertet, offene Briefe an die Verantwortlichen

gerichtet, Gespräche mit Politiker:innen und der Presse

geführt, umfassende Informationen auf einer Webseite veröffentlicht

und Veranstaltungen durchgeführt.

Unterstützt werden können diese Aktivitäten mit gemeinnützigen

Spenden an:

Empfänger: Arch+ Verein e. V.

IBAN: DE07430609671167754301

Stichwort: Zukunft Bühnen Frankfurt

www.zukunft-buehnen-frankfurt.de

Kontakt: initiative@zukunft-buehnen-frankfurt.de

Impressum

Zoltan Kemenys Frankfurter Wolkenfoyer.

Entstehung und Zukunft einer gefährdeten Raumkunst

Hrsg. von Philipp Oswalt / Universität Kassel für die Initiative

Zukunft Bühnen Frankfurt

Schriften des Fachbereichs Architektur Stadtplanung Landschaftsplanung

der Universität Kassel 6

Recherchen: Alfons Maria Arns, Sandra Meireis, Philipp Oswalt,

Andreas Schumann

Lektorat: Ilka Backmeister-Collacott

Layout und Satz: Anna Pirot, Bureau Mitte, Frankfurt am Main

Gedruckt in der Europäischen Union

Verlag:

Deutscher Kunstverlag GmbH Berlin München

Lützowstraße 33

10785 Berlin

www.deutscherkunstverlag.de

Ein Unternehmen der Walter de Gruyter GmbH Berlin Boston

www.degruyter.com

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in

der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische

Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.

© 2022 Deutscher Kunstverlag GmbH Berlin München

ISBN 978-3-422-98825-5

5


Grußwort

Dr. Ina Hartwig,

Dezernentin für Kultur und Wissenschaft

der Stadt Frankfurt am Main

Die Städtischen Bühnen Frankfurt am Main sind in ihrer heutigen

Form durch ein einzigartiges Zusammenspiel von Bau und Skulptur

charakterisiert. Das Glasfoyer und Zoltan Kemenys Wolkenskulptur

symbolisieren die Gedanken von Transparenz und

Offenheit, die für den Bau der Theaterdoppelanlage in den

1960er-Jahren so große Bedeutung hatten. Zum Gebäudekomplex

wurde in den vergangenen Jahren viel gesagt, geforscht und

geschrieben. Ein Sammelband, der die Wolken und damit ein zentrales

Kunstwerk der Frankfurter Nachkriegsgeschichte eingehend

beleuchtet, war dagegen überfällig und liegt nun endlich vor.

Als unprätentiöse Repräsentanz, als abstrahierte und doch

eindeutige Darstellung verkörpern die blechernen Skulpturen,

die nur in ihrer Gesamtheit Sinn ergeben, Frankfurts demokratischen

Aufbruch nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie drängen sich

nicht auf und wirken trotz ihrer raumgreifenden Ausmaße nicht

monumental. Vielmehr rahmten die Wolken im Lauf der Jahre

unzählige Gespräche im Umfeld der Vorstellungen von Schauspiel

und Oper.

Einen Rahmen bieten die Wolken aber nicht nur für den Diskurs

im Innenraum. Vom Willy-Brandt-Platz aus gesehen wird der

gläserne Baukörper zum Schaukasten, zu einem Mikrokosmos

mit eigenem – golden bewölkten – Himmel. Die Theaterbesucher

und Theaterbesucherinnen drinnen stehen damit gewissermaßen

selbst auf der Bühne. Die Idee einer offenen, transparenten

Gesellschaft versinnbildlicht sich an wenigen Orten

Frankfurts so eindeutig.

Zur Zeit seiner Entstehung entsprach das Foyer Anspruch

und Formensprache einer internationalen Moderne. Kemenys

Kunstwerk entspricht dem mit seinem universellen Charakter,

der auf künstlerische Toleranz und Experimentierfreude verweist

– ganz anders als etwa der Vorgängerbau, wo exponierte

Büsten von Goethe und Schiller die Fassade bestimmten und

mit strengem Blick an ein klassisch-kanonisches Bühnenrepertoire

gemahnten.

Doch wie diese Kunst am Bau, die Anfang des 20. Jahrhunderts

auf der Höhe der Zeit gewesen sein mag, muss man auch

das Wolkenfoyer aus heutiger Sicht einer kritischen Revision

unterziehen. So entfaltet das Ensemble nur in den Abendstunden

und bei Theaterbetrieb seine eindrucksvolle Wirkung – bei Tageslicht

wirkt es dagegen wie eine leere Hülle. Auch die Eingangssituation

ist keineswegs einladend und bildet in Kombination mit

der breiten Glasfront einen seltsamen Kontrast.

Die Studierendenentwürfe, die in diesem Band versammelt

sind, zeigen dagegen interessante Zukunftsperspektiven auf.

Ihnen gemein ist eine öffnende Geste zum Stadtraum hin – und

damit die Aussicht, dass das Wolkenfoyer als Teil eines neuen

Schauspielhauses endlich seinem Anspruch der Transparenz und

demokratischer Teilhabe voll gerecht werden kann.

Unabhängig davon, welche Form die Städtischen Bühnen

künftig haben werden: Das Wolkenfoyer verkörpert eine enorm

6


wichtige Epoche ihrer Geschichte, die auch künftig präsent und

für Besucher und Besucherinnen, für Passantinnen und Passanten

erfahrbar sein sollte.

7


Grußwort

Prof. Dr. Markus Harzenetter, Präsident

des Landesamtes für Denkmalpflege

Hessen

» Ich bin der Zwischenraum zwischen

dem, was ich bin, und dem, was ich

nicht bin, zwischen dem, was ich

träume, und dem, was das Leben aus

mir gemacht hat … «

Fernando Pessoa (1888–1935)

Das Foyer der Städtischen Bühnen ist ein Zwischenraum, ein

Übergangsraum, ein Ort der Kommunikation, des Promenierens

und Flanierens. Hier begegnen sich festlich gekleidete Besucherinnen

und Besucher vor den abendlichen Veranstaltungen in

Schauspielhaus und Oper oder in der Pause bei einem Glas Wein

oder einem Erfrischungsgetränk. Seinen fließenden, transitorischen

Charakter verdankt das gläserne Foyer der Wolkenskulptur

von Zoltan Kemeny, die durch ihr Auf- und Abschwingen nicht

nicht nur den Rhythmus der Bewegung vorgibt, sondern für die

Dynamik des Erlebens und Genießens im öffentlichen Raum

steht. Insbesondere bei Nacht entfaltet der Raum seine festliche,

aus dem Alltagsgeschehen emporgehobene Wirkung.

Das Foyer spielt nicht nur mit dem Innen und dem Außen

– auch architektonisch gesehen besitzt es eine Klammerfunktion,

indem es Schauspiel und Oper räumlich und funktional zusammenführt.

Sichtbar gemacht wird dies an der aufgeständerten

Glasfront der Doppelanlage, und dies zeigt sich insbesondere an

den Übergängen des Foyers zu der Ost- und Westseite. Die dortigen

Fassaden wurden bewusst abgesetzt von dem gläsernen

Baukörper des Foyers. Sie betonen seine Eigenständigkeit als

gestreckte Wandelhalle, die durch ihre Höhe und die Reihung

ihrer Glasflächen beeindruckt.

Bis heute hat die schlichte Eleganz des Foyers nichts von

seiner Bedeutung verloren. Für die Zeitgenossen jedoch war ein

Glasfoyer mit einer 116 Meter langen und über 10 Meter hohen

Skulptur, die bei aller Starre des Materials fließende Leichtigkeit

und Dynamik verkörperte, ein Novum, etwas noch nie Dagewesenes,

das anfänglich auch Irritationen hervorrief, heute allerdings

von großer Akzeptanz und Wertschätzung geprägt ist. Durch diese

Synthese aus Architektur und Skulptur bekundete die Stadt

Frankfurt in den Jahren des Wiederaufbaus, des wirtschaftlichen

Aufbruchs und der Bildungsreformen ihren Anspruch, mit einem

modernen und transparenten Repräsentationsbau die öffentliche

Kultur und die Bildung nicht nur der Stadt entscheidend mitzuprägen

und -gestalten.

Dies spiegelte sich auch im städtebaulichen Kontext, denn

aus der Perspektive der Theaterbesucher und -besucherinnen ist

die Stadt ein Vorplatz oder Vorhof der Kunst und der Imagination.

Das Foyer ist dem Willy-Brandt-Platz zugewandt und befindet

sich damit am Übergang von der Innenstadt über die Wallanlagen

zum westlich anschließenden Bahnhofsviertel. Für den sich von

dort nähernden Betrachtenden ist es ein Point de vue, von dem

aus sich sowohl die Innenstadt als auch die benachbarten Stadtteile

erschließen lassen.

Grundsätzlich ist es für die Denkmalpflege ein Glücksfall,

wenn sowohl das Gebäude als auch die Ausstattung erhalten ist,

denn die Ausstattung zeugt von der Art, wie Menschen das

Gebäude nutzten oder noch immer nutzen. Dies gilt für die Wolkenskulptur

und das an sich nüchterne und schlichte Foyer in

ganz besonderer Form, da sich beide in ihrer Materialität, ihrer

8


Form und ihrer Wirkung im Sinne eines Gesamtkunstwerks

ergänzen und steigern. Ich freue mich deshalb ganz besonders

darüber, dass es gelungen ist, dieses Ensemble am 30. November

2020 in die Liste der Kulturdenkmäler in Hessen einzutragen und

zum Ausgangspunkt einer neuen Entwicklung zu machen, die

künftige Anforderungen an einen wichtigen städtischen Repräsentationsbau

von diesem Bestand aus weiterdenkt. Das Foyer

der Städtischen Bühnen steht nicht nur für die Baukunst der

1960er-Jahre und erfüllt die gesetzlichen Voraussetzungen eines

Kulturdenkmals aus geschichtlichen, künstlerischen und städtebaulichen

Gründen – es zeugt auch von dem Glauben an die Entfaltung

des Menschen durch Kunst und Bildung.

9


Das Wolkenfoyer –

eine umkämpfte Ikone

Philipp Oswalt

1 In der Schreibweise seines Namens

folgen wir in diesem Buch der Form,

wie sie der Künstler selbst verwendet

hat, ohne Akzente.

2 www.change.org/buehnen-ffm;

http://zukunft-buehnen-frankfurt.de/

petition-maerz-2020/ (21.3.2022).

3 So etwa: » Wozu ein Wahrzeichen?

Die Schriftstellerin und Unterzeichnerin

der Petition Katharina Hacker im

Gespräch mit Claus-Jürgen Göpfert «,

in: Frankfurter Rundschau, 22.4.2020;

Wolfgang Leuschner, » Das Theater als

Gegenpol und Gedächtnis-Stimulus:

ein Plädoyer für den Erhalt der Bühnen «,

http://zukunft-buehnen-frankfurt.

de/2022/02/14/das-theater-als-gegen

pol-und-gedaechtnis-stimulus-einplaedoyer-fuer-den-erhalt-der-bueh

nen/ (11.3.2022).

4

So Kulturdezernentin Ina Hartwig

im Vorwort zum » Bericht zur Zukunft

der Städtischen Bühnen «, Stabsstelle

» Zukunft der Städtischen Bühnen «,

hrsg. von der Stadt Frankfurt am Main

– Der Magistrat, Dezernat Kultur und

Wissenschaft, September 2021.

5 Michael Hierholzer, » Gute

Geschichte, schlechte Idee «,

in: FAZ, 8.4.2020.

6 Klaus-Jürgen Göpfert, » Klare Absage

für private Initiative zu Städtischen

Bühnen «, in: Frankfurter Rundschau,

14.6.2019.

7 Ebd.

Die raumfüllende Skulptur von Zoltan

Kemeny 1 für das Foyer der Städtischen

Bühnen in Frankfurt am Main ist das wohl

größte und öffentlich wirksamste Kunstwerk

der Stadt. Mit dem Beschluss der

Stadtverordnetenversammlung von Januar 2020 zum Abriss der

Theateranlage ist es allerdings akut in seiner Existenz gefährdet.

Viele Menschen kritisierten diese Entscheidung. Binnen weniger

Wochen zeichneten über 6.000 Bürger einen Protestbrief. 2 Zahlreiche

Kulturschaffende meldeten sich zu Wort und sprachen von

der großen Relevanz der Theateranlage und der Raumskulptur

des Foyers für ihre Identifikation mit Frankfurt und seiner

Geschichte. 3 Bau und Kunstwerk haben sich tief in die Erinnerung

vieler Frankfurterinnen und Frankfurter eingeschrieben.

Anlässlich ihrer Gefährdung will das Buch über sie informieren

und die Wertschätzung ihrer zum Ausdruck bringen.

Seit fast 60 Jahren formulieren Foyer und Raumskulptur

das südwestliche Ende des Anlagenrings, formen den Platz an

der Schwelle zwischen Bahnhofsviertel und Stadtkern, zwischen

Sachsenhausen und Innenstadt. Knapp zwei Jahrzehnte vor dem

Wiederaufbau der Alten Oper und dem Museumsufer realisiert,

waren die Städtischen Bühnen für eine lange Zeit der zentrale

Kulturbau der Mainmetropole, mit dem sich Erinnerungen an viele

Ereignisse, Künstler und Kulturprojekte, aber auch Krisen und

Konflikte verbinden. Auch steht er markant für jene kulturelle

Neuorientierung, die sich im Nachkriegsdeutschland vollzog und

in diesem Bau einen gültigen Ausdruck fand (siehe Beitrag von

Claudia Blümle und Jan Lazardzig in diesem Band). Für viele Menschen

ist der Bau identitätsstiftend und formt das Bild ihrer Heimatstadt

mit. Das bringt sie in Konflikt mit anderen, welche der

modernen Architektur eine Bild- und Traditionsfähigkeit grundlegend

absprechen. Für diese Personen ist der Bau nicht nur technisch,

sondern ebenso kulturell hinfällig und obsolet: Er habe sein

Haltbarkeitsdatum überschritten. » Das Gebäude ist in jeder

Beziehung am Ende seines Lebenszyklus angelangt, « 4 heißt es

in einem Bericht der Stabsstelle Städtische Bühnen der Stadt

Frankfurt, die die Abrissplanung für den Bau seit Jahren federführend

vorantreibt. Ihr mehrjähriger Leiter Michael Guntersdorf

hat aus seiner negativen Einstellung zu dem Bau nie einen Hehl

gemacht. Das Glasfoyer sei ein » Zufallsprodukt «, 5 » tagsüber

ziemlich trostlos und gewinnt nur abends – wie bei einer Kneipe « 6 .

Sein Fazit: » Die Kiste hat sich überholt. « 7

Andere gehen noch weiter. Sie gestehen dem Bau zwar

Bildhaftigkeit und Symbolcharakter zu, aber gerade dies gelte

es zu bekämpfen. Der einstige Stadtrat und Schuldezernent

Bernhard Mihm (CDU) sieht den Theaterbau von 1963 als » architektonischen

Beitrag zur Umerziehung unseres Volkes «, den er

als aufgesetzt und lästig empfindet – ganz im Gegensatz zu den

seit den 1980er-Jahren in der Stadt realisierten Rekonstruktionen,

die » Balsam auf der geschundenen Seele der Stadt « seien,

10


Das Schauspielhaus von 1902,

Architekt Heinrich Seeling

Das 1944 zerstörte Schauspielhaus

11


Das als Opernhaus wiederaufgebaute

ehemalige Schauspielhaus

mit modernisierter Fassade

und neuer Bühne, 1951

12


8 Bernhard Mihm, » Architektonischer

Beitrag zur Umerziehung «, Leserbrief,

in: Rhein-Main-Zeitung der FAZ,

8.6.2020. Ich danke Alfons Maria Arns

für den Hinweis auf diesen Beitrag.

9 Gemäß der Theorie von Aleida und

Jan Assmann bildet sich nach 80

Jahren das kulturelle Gedächtnis aus;

siehe etwa: Aleida Assmann, Erinnerungsräume:

Formen und Wandlungen

des kulturellen Gedächtnisses, 3. Aufl.,

München 2006.

auch wenn sie von den heutigen » Umerziehungsideologen

angefeindet « 8 werden.

Die Debatte um die Städtischen Bühnen kann nicht isoliert

von anderen Stadtentwicklungsprojekten in Frankfurt und deren

baukulturellen Strategien gesehen werden. Doch die vorliegende

Publikation verfolgt ein anderes Ziel: Sie fokussiert das Foyer und

seine Raumskulptur. Unstrittig ist, dass diese das symbolische

Kraftzentrum der Theateranlage darstellen. In der Öffentlichkeit

sehr präsent, sind aber gleichwohl die dahinter stehenden Ideen

und Künstler sowie die Genese des Werkes nahezu unbekannt.

60 Jahre nach Fertigstellung steht der Bau an der Schwelle

zum Übergang in das kulturellen Gedächtnis, 9 womit er Eingang

in unser Selbstbild, in unser Zeit- und Geschichtsbewusstsein

findet. Dies ist ein konfliktträchtiger, umkämpfter Vorgang, wie es

in jüngster Zeit auch bei vielen anderen Nachkriegsarchitekturen

festzustellen ist. In dem Moment, wo die einstigen Zeitgenossen

die Bühne verlassen, stellt sich heraus, ob die Nachgeborenen

diese Werke als kulturelles Erbe wertschätzen und bewahren,

oder sich ihrer entledigen wollen.

Die Architektur des Foyers

10 Die Schilderung des Planungsprozesses

beruht weitgehend auf dem

Gutachten von Ralf Dorn / Landesamt

für Denkmalpflege Hessen, Die

Städtischen Bühnen Frankfurt,

Wiesbaden, 17.4.2020, https://lfd.

hessen.de/presse/bau-kunst-aktuell/

planung-des-neubaus-der-frankfurterdoppelanlage-fuer-oper-und-schau

spiel (22.3.2022).

Die Glasfassade des Theaterfoyers ist zwar völlig transparent,

doch gleichwohl verschleiert sie in ihrer Gleichförmigkeit

die komplexe Entstehungsgeschichte des Gebäudeensembles.

Denn anders, als es der äußere Anschein vermittelt, ist die Theateranlage

nicht aus einem Guss, sondern eine palimpsestartige

Collage von Elementen verschiedener Bauphasen. Ausgangspunkt

war das nach dem Entwurf von Heinrich Seeling in den

Jahren 1899 bis 1902 errichtete Schauspielhaus. Im Zweiten

Weltkrieg erheblich beschädigt, wurde es in den Jahren 1949 bis

1951 unter Leitung der Architektengemeinschaft Otto Apel und

anderen als Opernhaus wiederhergestellt. Der weitgehend zerstörte

Bühnenbereich wurde in technisch innovativer Form

modern errichtet, Zuschauerraum und Portikus hingegen blieben

weitestgehend in ihrer überlieferten Form erhalten beziehungsweise

wurden in dieser wiederhergestellt. Allein der Eingangsbereich

nach Norden bekam eine moderat modernisierte Form.

Bereits zwei Jahre nach Wiedereröffnung entstand aber

der Wunsch, das Haus zu erweitern, um auch dem einstweilig nur

provisorisch im Börsensaal untergebrachten Schauspiel

adäquate Räumlichkeiten zu bieten. 1955 erhielten die Architekten

Otto Apel und Hannsgeorg Beckert den Auftrag für ein

Vorprojekt, 1957 den finalen Auftrag. Bei den Vorarbeiten analysierten

die Architekten andere zeitgenössische Theaterbauten

und unternahmen dafür auch 1956 eine Recherchereise zu den

neuen Opern- und Mehrspartenhäusern in Köln, Münster, Hamburg

und Malmö. 10 Bei den Voruntersuchungen wurde unter

anderem deutlich, dass das begrenzte Baugrundstück keinen

Platz für zwei eigenständige Bauten bot, sondern die Verknüp-

13


11 Otto Apel verwies in seinem

Gutachten von 1957 auf Beispiele aus

Bremen, Chemnitz, Gelsenkirchen,

Köln, Lübeck, Mannheim, Münster und

Stuttgart: Otto Apel, Theater-Doppelanlage

Frankfurt am Main, Gutachten

vom 18.3.1957, S. 16, ISG S4c 320,

zit. nach Dorn 2020 (wie Anm. 10).

12 Reisebericht von Oberbaurat Hans

Ueter / Frankfurter Hochbauamt,

30.10.1956, S. 8, ISG 1.462, zit. nach

Dorn 2020 (wie Anm. 10).

13 Ebd., S. 11.

14 Apel 1957 (wie Anm. 11), S. 5, zit.

nach Dorn 2020 (wie Anm. 10).

15 » Eine ‚Funkelnde Theaterinsel‘.

Erweitertes Ensemble und 1000 Plätze

mehr «, in: Frankfurter Neue Presse,

24.5.1963.

fung beider Bühnen zu einer Theater-Doppelanlage erforderlich

wurde – eine Konzeption, die damals ohnehin en vogue war. 11

Die besichtigten Theater in Münster, Hamburg und Malmö

zeichneten sich alle durch eine transparente Schaufassade aus,

mit der sich die Foyerräume jeweils zum Stadtraum öffneten. So

bestätigte die großflächige Verglasung der Foyers beim Theater

Münster (Architekten Max von Hausen, Ortwin Rave, Werner

Ruhnau, Harald Deilmann, 1952—1956) die Frankfurter Architekten

in der » Annahme, dass ein volles Öffnen nach außen nicht nur

richtig, sondern wesentlich steigernd sein kann «. 12 Auch die

Glasfassade des Theaters in Malmö wirkte auf die Frankfurter

Architekten als » sehr klar, bestimmt «, sie » entbehre jeglicher

falscher Repräsentation «. 13

Eine einheitliche, transparente Fassade nach Norden sollte

daher das Gesicht des Frankfurter Ensembles bilden und damit

einen » eindrucksvollen Abschluss des parkartigen Theaterplatzes

« formen. 14 Sie ist städtebaulich weiträumig wirksam, bildet

sie doch zugleich den räumlichen Abschluss der Wallanlagen.

An den anderen drei Seiten wird der Gebäudekomplex hingegen

von Straßenzügen umfasst.

Um eine solche moderne Fassade bei der Frankfurter Doppelanlage

realisieren zu können, war allerdings der Abriss der historischen

Portikusfassade des Opernhauses im ehemaligen

Schauspielhaus erforderlich. Dies ermöglichte den Bau einer 116

Meter langen und 10 Meter hohen, über dem eingerückten Erdgeschoss

schwebenden Glasfassade. In einer ersten Entwurfsfassung

war die Fassade deutlich gegliedert und seitlich gefasst. 15

Doch in ihrer letztendlichen Ausführung griff sie jene Radikalität

einer großflächigen Verglasung auf, wie sie Ludwig Mies van der

Rohe mit seinem vielbeachteten Theaterentwurf für Mannheim

(1953) formuliert und die auch Werner Ruhnau bei seinem Musiktheater

für Gelsenkirchen (1954—1959) beeinflusst hatte. Wie

auch bei Mies’ Entwurf für Mannheim und den Theaterbauten in

Münster und Hamburg rückten die Frankfurter Architekten das

Erdgeschoss einige Meter nach innen und schufen so unter dem

Foyer als Übergang zum Stadtraum eine überdachte Vorzone.

Das Erdgeschoss war recht niedrig angelegt und der Zugang zum

Foyer damit beengt. So sehr uns dies heute stört, war es damals

nicht unüblich, wie etwa das Musiktheater in Gelsenkirchen zeigt.

Hinter der einheitlichen Fassade mit dem eher schmalen

Wandelfoyer fanden sich zwei recht unterschiedliche Bereiche

wieder: Im Westen das Opernhaus, bei dem die historische

Gestaltung der seitlichen Treppenaufgänge und der Zuschauerränge

nunmehr hinter modernen Verkleidungen verschwanden.

Während sich der Umgang des ersten Opernranges als leicht

erhöhtes Podest in das Glasfoyer fortsetzte (heute Holzfoyer

genannt), bildete der Umgang des zweiten Ranges eine Art Loggia

mit Blick in den Foyerraum. Bei dem im Osten gelegenen

Theaterneubau waren die Architekten hingegen frei von vorgefunden

Gegebenheiten. Eine extrem breite, fast straßenartige

14


Musiktheater Malmö, Architekten

Sigurd Lewerentz, David Helldén

und Erik Lallerstedt, 1933–1944

Foyer des Musiktheater Malmö

mit Kunstwerken von Isaac

Grünewald und Carl Milles

15


Staatsoper Hamburg, Architekt

Gerhard Weber, 1953–1955

16


16 Ueter 1956 (wie Anm. 12), S. 12.

17 Schreiben von Otto Apel an Karl

vom Rath, 16.8.1960, ISG 126, zit. nach

Dorn 2020 (wie Anm. 10).

Innentreppe führte vom Erdgeschoss frontal auf die Glasfassade

im Obergeschoss zu. Zu beiden Seiten dieses Treppenaufgangs

setze sich dann parallel zur Fassade jeweils eine zum Foyer offene

zweiläufige Treppe fort und gab Blicke von oben in das Foyer

frei. Zwischen dem Theater- und Opernfoyer befindet sich der

Chagallsaal, der als eigener Raumbereich je einem der beiden

Foyers zugeschlagen oder diese auch miteinander verbinden

kann. An der zum Stadtzentrum orientierten Nordostecke weitet

sich das Foyer zum » Glashaus «, heute Panoramabar genannt.

Die Auseinandersetzung mit dem Theaterbau in Malmö

(Architekten Sigurd Lewerentz, David Helldén, Erik Lallerstedt,

1933—1944) überzeugte die Architekten zudem, » wie unbedingt

notwendig ein gutes Zusammenwirken zwischen Architekt,

Maler und Bildhauer ist, um einem festlichen Raum einen entsprechenden

Ausdruck zu geben «. 16 Dort war das Foyer geschmückt

mit Skulpturen und Malereien von Carl Milles und Isaac

Grünewald. Auch in Münster und Gelsenkirchen spielte zeitgenössische

Kunst bei der Gestaltung des Foyerbereichs eine zentrale

Rolle (siehe Beitrag von Claudia Blümle und Jan Lazardzig in

diesem Band). Für Frankfurt wurde bereits 1958 Marc Chagall als

Künstler gewonnen, dessen Gemälde mit seinen Vorstudien den

Saal zwischen Opern- und Theaterfoyer prägt. Opern- und Theaterfoyer

selbst sollten eigentlich mit Malereien ausgestaltet

werden, für die man den Gestalter Hans Leistikow beauftragen

wollte. 17 Als Leiter des Grafischen Büros der Stadt Frankfurt von

1925 bis 1930 unter Stadtbaurat Ernst May war er eine der prägenden

Figuren des » Neuen Frankfurt « gewesen und hatte

zudem vielfach für Architekten der Moderne Innenräume und

Farbverglasungen gestaltet. 1955 erstellte er für das Nationaltheater

Mannheim (Architekt Gerhard Weber) einen Mosaik-

Figurenfries. Im März 1962 starb er jedoch im Alter von 69 Jahren.

Während der Bau schon weit vorangeschritten war, galt es nun

also einen neuen Künstler zu finden. Im August 1963 wurde

schließlich der in Zürich lebende Bildhauer Zoltan Kemeny beauftragt,

der binnen weniger Monate sein großräumiges Werk schuf

(zum Künstler siehe den Beitrag von Dieter Schwarz, zur Auftragsgenese

den Beitrag von Alfons Maria Arns in diesem Band).

Eine Skizze Kemenys zeigt, dass er eine Entgrenzung des Raumes

imaginierte, der – nur von einer Glasmembran umhüllt – von

einer von Ost nach West verlaufenden Strömung durchquert wird.

Auf diese Weise verbindet sich das Foyer mit dem Außenraum:

dem Theaterplatz, dem Grünzug der Wallanlagen und dem Himmel

über ihm. Die Öffnungsgeste der Architektur wird mit künstlerischen

Mitteln überhöht und dynamisiert. Und sie funktioniert

in beide Richtungen: Die Theaterbesucher erfahren in den Pausen

den Raum der Stadt als öffentliche Bühne, treten aus den

abgeschotteten Illusionsräumen des Bühnenerlebnisses unmittelbar

in die Mitte des urbanen Lebens, allerdings von einem

erhabenen Standpunkt, aus kontemplativer, reflexiver Distanz.

Und sie werden dabei selbst zu Darstellern einer städtischen

17


Öffentlichkeit, welche sich im Glasfoyer nach außen zeigt und so

gerahmt zelebriert wird. Im Vergleich zu den meisten anderen

modernen Theaterbauten ist die Frankfurter Anlage dabei deutlich

exponierter, da sie an einem zentralen Knotenpunkt der Verkehrsströme,

Bewegungslinien und Sichtachsen im öffentlichen

Raum platziert ist.

Der Denkmalschutz

18 Protokoll der Sitzung vom 11.3.2019,

TOP 5.

19 Protokoll der Sitzung vom 22.11.2017,

TOP 3.

Fachlich ist es unstrittig, dass das Foyer der Städtischen

Bühnen die Kriterien eines Baudenkmals erfüllt. Schon damit

untersteht es rechtlich gesehen dem Schutz des hessischen

Denkmalschutzgesetzes, welches hierfür keine Eintragung in

die Denkmalliste erfordert. Doch die politische Realität ist

eine andere.

In der Debatte um die Zukunft der Bühnen Frankfurt haben

diejenigen Entscheider, die seit Anbeginn eine Abrisslösung

favorisierten, den Denkmalschutz jahrelang ignoriert und – als

dies nicht mehr ging – in Zweifel gezogen und relativiert. Symptomatisch

ist dafür das Auftreten des Planungsdezernenten Mike

Josef (SPD), zu dessen Zuständigkeitsbereich die Denkmalpflege

gehört. Bei der Sitzung des städtischen Denkmalbeirats im Frühjahr

2019 konstatierte er, » die Grundlage seiner Arbeit und Entscheidung

über das Gebäude aber basiere auf der Tatsache, dass

das Schauspielhaus oder Teile davon zum gegenwärtigen Zeitpunkt

nicht unter Denkmalschutz stehen «. 18 Geflissentlich ignorierte

er damit die ihm bekannten Aussagen des hessischen

Landeskonservators Heinz Wionski, der bei einer Sitzung des

Denkmalrats zwei Jahre zuvor zu Protokoll gegeben hatte, dass

» das Opern- und Schauspielhaus, zumindest in Teilen, als Kulturdenkmal

anerkannt « ist. 19 Eine formelle Eintragung in die Denkmalliste

war jedoch damals auf politischen Druck erst einmal

unterblieben. Der damalige Hessische Minister für Wissenschaft

und Kunst, Boris Rhein (CDU), dem das Landesamt unterstand,

wollte offenkundig seinem Kollegen, Baudezernent Jan Schneider

(CDU), nicht in die Quere kommen, der sich schon seit 2017 für

eine Neubaulösung als Signature Building (Stichwort » Elbphilharmonie

«) stark gemacht hatte. Und so wurde das Thema Denkmalschutz

in den Planungs- und Entscheidungsprozessen

ausgespart. Weder in der Bestandsaufnahme und Machbarkeitsstudie

von 2017 noch in dem Bericht der Stabsstelle Städtische

Bühnen von 2020 findet das Wort Denkmalschutz überhaupt

Erwähnung. Nicht einmal die Namen der Architekten und des

Künstlers Zoltan Kemeny werden genannt. Und unter kompletter

Nichtbefassung mit dieser Thematik traf dann auch die Stadtverordnetenversammlung

2020 ihre Abrissentscheidung. Sehr

bewusst wurde die Landesdenkmalpflege nicht in die Planungsprozesse

einbezogen, sondern erst im Nachgang informiert; so

2017 nach Fertigstellung der Machbarkeitsstudie, und so erneut

2020 nach der Abrissentscheidung. Infolge der im März 2020

18


↑ ↓

Vorentwurf für die Theater-

Doppelanlage, Architekten Otto

Apel und Hannsgeorg Beckert,

1957. Die Fassade ist noch stark

gegliedert, in das Foyer eine

Galerieetage eingefügt.

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Modell des Vorentwurfs von 1957

Modell des Realisierungsentwurfs

von 1963

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