Altlandkreis - Das Magazin für den westlichen Pfaffenwinkel - Ausgabe Juli/August-2025
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Ausgabe 90 | Juli / August 2025
.de
Eine Produktion von
mit Veranstaltungskalender für zwei Monate
Titelbild: AdobeStock, ARochau
Peiting
Die Chemie in der Luft
mit Dr. Christian Plaß-Dülmer
Kops oder Ballen
getrocknetes Edelgrün
Ein Sommer voller Jubiläen
Wetter war immer schon The-
ma in der Geschichte der
Menschheit, ist aufgrund
neuer Medien und der offensichtlichen
Klimaerwärmung
jedoch präsenter denn
je.
An dieser Stelle naheliegend:
Sich auf den Weg
hinauf auf den Hohen
Peißenberg zu machen.
Dort oben befindet sich das
bekanntlich älteste meteorologische
Bergobservatorium
der
Welt. Dessen Leiter: Dr.
Christian Plaß-Dülmer. Im
großen Interview auf der
Roten Couch spricht der aus Aachen
stammende, jedoch seit vielen Jahren in Peiting
heimische Physiker über das für uns Menschen
gefährlichste Klimagas, warum klassische Wetterbeobachtung
nicht die Hauptaufgabe seiner Mitarbeiter
ist, wie sehr ihm Klimaleugner Sorgen bereiten und
was der neueröffnete, kostenlose und freizugängliche
Infopavillon auf der Nordseite der Wallfahrtskirche
zu bieten hat. Wenige Kilometer weiter westlich:
Das Wellenfreibad in Peiting, das Badebegeisterte
zur großen Jubiläumswoche einlädt – und seit den
Schließungen in Oberammergau und Bad Tölz das
einzige Wellenfreibad südlich von München sein
dürfte. Dass dort bei Einbruch der Dunkelheit auch
immer wieder mal Jugendliche heimlich einsteigen,
ist ein offenes Geheimnis. Katzen sind überwiegend
dämmerungsaktiv. Und sollten bis spätestens 1. November
2024 gechippt sein. Das schreibt eine neue,
bereits im Mai erlassene Katzenschutzverordnung für
den kompletten Landkreis Weilheim-Schongau vor.
Ziel dieser neuen Regelung: Das Leid von wild- und
halbwildlebenden Tieren besser in den Griff zu bekommen.
Alles im Griff hatte Werner Golling, als er
von der „altlandkreis“-Redaktion in seiner 518-PSstarken
Zugmaschine begleitet wurde. Er arbeitet seit
vielen Jahren bei der Futtertrocknung Altenstadt, in
der in diesen Wochen und Monaten Hochkonjunktur
herrscht. Wir waren vom Einführen über das Trocknen
bis hin zur Abholung des fertigen Produkts dabei –
und haben uns über Ablauf, Historie sowie Sinn und
Zweck dieser Edelgrün-Herstellung ausführlich mit
Geschäftsführer Stefan Schuster unterhalten.
Nicht weniger spannend war der Besuch bei Hermann
Traber in Forst-Wessobrunn: Er ist einer der
wenigen im Weilheim-Schongauer Raum, der die
Radiocäsium-Messung von Schwarzwildfleisch messen
kann und darf. Wir wollten 39 Jahre nach Tschernobyl
wissen, wie es um die Strahlenbelastung in der
Region steht. In jedem Falle gut essbar: Selbstgebackene
Brote, sofern ausreichend Können und Wissen
vorhanden ist. Am Gemeinschafts-Brotbackhaus in
Steingaden fanden bereits erste Kurse statt. Geprägt
ist diese Juli / August-Ausgabe aber auch von zahlreichen
modernen wie traditionellen Festen, zu denen
Alt und Jung aus Nah und Fern herzlich eingeladen
sind. Ob Gautrachtenfeste, Böbing Open Air, Jubiläen
von Feuerwehr, Musikkapelle, Sportverein oder Burschenverein,
das Freibad-Festival ESCONOVA oder der
legendäre Mannschafts-Fünfkampf in Bad Bayersoien –
einfach hinfahren, sich des Lebens freuen und so die
Sorgen des Alltags hinter sich lassen, rät an dieser
Stelle von ganzem Herzen,
Ihr Johannes Schelle
> > > AUS DEM INHALT
Seite 4
Streicheleinheiten für
die Seele — Bauernhofbesuche
mit Demenzkranken
Seite 6
„In fünf Minuten
gibt's Wellen!“ Freibad
feiert 50-Jähriges
Seite 9
Klimaforscher Dr. Christian
Plaß-Dülmer im großen
Interview auf der Roten Couch
Seite 14
Willkommene Wiedergeburt:
Die Pfaffenwinkel
Gewerbeschau 2025
Seite 18
Classic trifft auf
Gewerbeschau — 200-PS-Ford
ohne Seitenfenster
Seite 20
Getanzter Leistungssport:
So stark sind Peitings
Rock 'n' Roller
Seite 26
„Schweißt das ganze Dorf
zusammen“ — Rotter laden
zur großen Festwoche
Seite 30 und 31
Rock, Pop, Electro:
Festival-Stimmung in
Böbing und Altenstadt
Seite 32
Eiweißquelle Edelgrün:
Mit dem 40-Tonner zur
Futtertrocknung
Seite 36
In gulaschgerechten Stücken:
Die Radiocäsium-Messung
von Schwarzwildfleisch
Seite 38
Gemeinschaftsstärkende
Kurse: Klopftest am
Brotbackhaus
Seite 44
Mehr Verantwortung für
weniger Tierleid — die neue
Katzenschutzverordnung
Seite 46
75 Jahre TSV Ingenried:
Als der Profifußballer
zum Mitglied wurde
Seite 67
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juli / august 2025 | 3
Demenzkranke bei Kuh, Kalb und Kuchen
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die Seele
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Antriebslosigkeit: Alzheimer-
Demenz ist eine schwerwiegende,
nicht heilbare Krankheit mit total
unterschiedlichen Verläufen, die
das tägliche Leben von Betroffenen,
insbesondere aber auch von
deren Angehörigen stark beeinträchtigt.
Umso wertvoller: Die
Alzheimergesellschaft Lechrain, die
sich im Jahr 2020 als gemeinnütziger
Verein mit dem großen Ziel
gegründet hat, von Demenz betroffene
Menschen sowie deren Angehörige
ehrenamtlich zu helfen und
unterstützen. Unter anderem in
Form von Fachvorträgen, um über
diese mit viel Hemmung und wenig
Wissen verbundene Krankheit
aufzuklären, so Ängste, Sorgen und
Barrieren abzubauen. In Form von
praktischer Hilfe im Alltag. Und im
Rahmen verschiedener Projekte.
Darunter auch: Bauernhofbesuche
für Demenzkranke. „Hierfür kooperieren
wir mit landwirtschaftlichen
Betrieben in Reichling, Pischlach
und Schöffau“, sagt Doris Kettner,
Gründerin der Alzheimergesellschaft
Lechrain. Letzterer wird von
Familie Hindelang in mittlerweile
vierter Generation geführt, liegt
total idyllisch zwischen Böbing
und Schöffau, weil eingebettet in
wunderbar-hügeliger Wald- und
Wiesenlandschaft. „Ein klassischer
Milchviehbetrieb mit 60 Kühen,
Jungvieh und Kälbern“, betont
Gastgeberin Anni
Hindelang, 48, Bäuerin
und Kuchenbäckerin
aus Leidenschaft,
die sich über
das Netzwerk „Soziale
Landwirtschaft“
ganz gezielt für
soziale Projekte einsetzt
– und für die
diese Besuche von
Demenzkranken auf
ihrem Bauernhof
eine echte Herzensangelegenheit
ist. „Weil es jeden von uns treffen
kann und es umso schöner zu sehen
ist, wie gut es den Betroffenen
wie Angehörigen geht, wenn sie
mal für wenige Stunden aus ihrem
wahnsinnig kräftezehrenden Alltag
ausbrechen können.“
„Jede Kuh hat eine
eigene Frisur“
Inzwischen ist die großzügige
Hofeinfahrt des Hoimerhofs fast
vollständig zugeparkt. WM, SOG,
LL – den Kennzeichen zufolge kommen
die bis zu 14 Teilnehmer aus
drei Landkreisen, nehmen zum Teil
fast einstündige Fahrten in Kauf.
„Für die An- und Abreise sind die
Angehörigen der Teilnehmer, die
auch während des kompletten
Besuchs mitdabeibleiben, selbst
verantwortlich“, betont Doris Kettner,
die gemeinsam mit Helferin
Margit Haslinger sowie zwei weiteren
Helferinnen jedoch dafür
sorgt, „dass wir das Aufpassen
und Betreuen der Demenzkranken
zwanglos übernehmen, so die Angehörigen
sich auch mal hinsetzen,
verschnaufen und untereinander
austauschen können.“ Doch dazu
später mehr. Denn das große Highlight
im Rahmen der Bauernhofbesuche
für Demenzkranke erfolgt
gleich zu Beginn des zwanglosen
Treffens von Gleichgesinnten: Der
gemeinsame Spaziergang um das
Wohnhaus von Familie Hindelang
in Richtung Laufstall, wo die frischgeputzten
Milchkühe der Rassen
Rot-Bunt, Braunvieh und Schwarz-
Bunt schon sehnsüchtig darauf
warten, liebevoll gekrault zu werden.
„Wenn ihr genau hinschaut,
ist zu erkennen, dass bei uns jede
Kuh eine eigene Frisur hat“, sagt
Gastgeberin Anni, lacht und fängt
an, Interessantes über alltägliche
Arbeiten auf einem Bauernhof, den
fachgerechten Umgang mit Tieren
sowie den Beweggrund des Baus
eines neuen Stalls zu erzählen. Tatsächlich
baut die Tochter von Anni
Hindelang hinter dem eigentlichen
Stall gerade einen neuen, weshalb
es am Tag dieses Bauernhofbesuchs
besonders aufregend ist für
die Demenzkranken und deren An-
4 | altlandkreis
Beim Kälberstreicheln
am und im Laufstall.
gehörigen – neben Kühen, Jungvieh
und Kälber dürfen sie beim
Blick über den langen Futtertisch
hinweg auch noch Baggerarbeiten
und schwerbeladene Kipper beim
Abtransport von Aushub bestaunen.
Wobei die meisten aber doch
die Streicheleinheiten an Kühen
und Kälbern bevorzugen. Eine ältere,
im Rollstuhl sitzende Dame
beispielsweise liebt es regelrecht,
ihre salzige Hand von Kälbern ablecken
zu lassen. „Die ist eigentlich
immer nur, gemeinsam mit ihrer
Tochter, draußen an den Kälberboxen“,
bestätigt Doris Kettner.
Ein älterer Herr, fesch gekleidet in
Hemd und mit Filzhut, streichelt
dagegen lieber die größeren Kälber
und Kühe, weil er sich dabei
an sein Berufsleben zurückerinnert
fühlt – er arbeitete nämlich als
Melker. Bei genauerer Betrachtung
fällt jedoch auf, dass wirklich allen
Teilnehmerinnen und Teilnehmern
die Augen leuchten, das sprichwörtliche
Herz aufgeht. Nach rund
30 Minuten Streicheln, Füttern und
Zuhören kehren Anni Hindelang,
Doris Kettner, 60, die zwei Helferinnen
sowie alle 14 Demenzkranken
samt ihren Angehörigen dem
Laufstall den Rücken zu, gehen gemeinsam
zurück in Richtung Hofeinfahrt.
Zwangloser Austausch
im Kornkasten
Der kurze Abstecher ins Wohnhaus,
um Hände zu waschen und bei
Bedarf aufs Klo zu gehen, darf an
dieser Stelle nicht fehlen, denn das
zweite Highlight folgt sogleich und
erfordert saubere Hände: Kaffee
und Kuchen im sogenannten Kornkasten
– eine urige, almähnliche
Hütte aus massiven Altholzbalken
mit großzügiger Eckbank, handbezogenen
Stühlen und bereits
festlich gedeckten Tischen. Es gibt
„Nuss“ und „Rhabarber“. Anni
Hindelang hat diese leckeren Kuchen
bereits am frühen Morgen eigenhändig
gebacken, sich mal wieder
in neuen, saisonalen Rezepten
ausprobiert. Und? „Schmeckt vorzüglich“,
sind sich die Damen und
Herren, die inzwischen alle Platz
gefunden haben, einig. Dabei auffallend:
Obwohl die demenzkranken
Männer und Frauen mental
wie körperlich stark eingeschränkt
sind, ist die Stimmung total ruhig,
gelassen, friedlich und herzlich.
„Genau deshalb machen wir diese
Nachmittage“, sagt Doris Kettner,
die in ihrer Familie selbst Erfahrung
mit Demenzerkrankungen
machen musste, dabei feststellte,
„wie wenige Anlaufstellen es für
Betroffene und deren Angehörige
mit Angeboten für eine aktive
Freizeitgestaltung gibt“. Insbesondere
hier in der Region. Über die
Alzheimergesellschaft Lechrain hat
sie gemeinsam mit sechs weiteren
Gründungsmitgliedern sowie Helferinnen
und Helfern inzwischen
ein facettenreiches Selbsthilfeprogramm
auf die Beine gestellt, das
mit Gehirn-Jogging, Spiel-Bewegungs-Sing-Nachmittagen,
Gartengruppe,
Naturentdeckungen,
Helferkreisen, klassischer Selbsthilfegruppe
und weiteren Angeboten
weit über die bis zu vier Bauernhofbesuche
pro Monat hinausgeht.
Doch diese Umgebung aus Hof,
Natur und Tiere sei in Augen der
Expertinnen „schon etwas ganz Besonderes“.
Und etwas, das sich inzwischen
weit über die Landkreisgrenzen
hinaus herumgesprochen
hat. „Wir bekommen Anfragen bis
aus München, was uns einerseits
ehrt, wir andererseits aber gar
nicht möchten“, betont Doris Kettner.
Das Angebot der Alzheimer
Gesellschaft Lechrain richtet sich
nämlich ganz gezielt an Betroffene
aus der Region für die Region. js
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Samstag, 5. Juli 2025
19 Uhr Serenade beim Rainer-Endisch-Saal
mit dem Florian Mayer Trio
Beachlounge und stimmungsvolle Serenadenklänge
bei uns am See in Herzogsägmühle. Eintritt frei
Sonntag, 6. Juli 2025
10 Uhr Festgottesdienst mit dem Werkstattchor
Pfarrerin Brigitte Weggel, Predigt: Ulrike Stühmeyer-Pulfrich
11 – 17 Uhr Musik, Streetfood, Kaffee und Kuchen,
kreativer Spiele parcours, Second-Hand-Modenschau
aus dem Fundus der Wühlkiste, zahlreiche Attraktionen
für Kinder und Jugendliche
Im Anschluss Dämmerschoppen der Werkfeuerwehr
auf dem Dorfplatz (nicht Teil des Schlemmerpass-Angebots)
Im urigen Kornkasten gab's für
die Teilnehmer Kaffee und hausgemachten
Kuchen.
Weitere Infos unter
www.herzogsaegmuehle.de/
dorffest
juli / august 2025 | 5
Peitinger Freibad feiert 50-Jähriges
„In fünf Minuten
gibt’s Wellen!“
Peiting | Familienfreundliche
Preise, großzügige Liegewiesen,
flächendeckende Barrierefreiheit
und jede Menge Attraktionen:
Das Wellenfreibad an der
Ammergauer Straße im südlichen
Zentrum von Peiting zieht
seit Jahrzehnten Alt und Jung in
seinen Bann. Morgens kommen
die rüstigen Rentnerinnen und
Rentner zum Frühschwimmen
oder halten sich im Rahmen von
Wassergymnastik-Kursen fit. Kurz
danach trudeln auch schon die
ersten Mütter mit Babys und Kleinkindern
ein, suchen sich einen gemütlichen
Liegeplatz Nähe Kinderplantschbecken
samt automatisch
ausfahrbarem Sonnensegel, unter
dem die jüngsten Badegäste bestens
geschützt sind vor aggressiver
Sonneneinstrahlung. Spätestens
nach Unterrichtsende in hiesigen
Schulen stürmen dann auch
Kinder und Jugendliche durchs
Drehkreuz am Haupteingang über
den topgepflegten Rasen hinweg
in Richtung Rundfetz-tauglichen
Tischtennisplatten, sandunterlegtem
Kletterturm oder professionellem
Beachvolleyballplatz. Oder
sie hüpfen gleich direkt in eines
der großen Becken, um die vom
harten Schulvormittag noch rauchenden
Köpfe abzukühlen. Das
obere misst 481 Quadratmeter, ist
90 Zentimeter tief, ideal geeignet
für Nichtschwimmer. Obendrein
bietet es dank Wasserpilzen, Massagedüsen
und Rutsche einen
bunten Mix aus Badeaction und
Wellness. Das untere sticht bereits
durch seine halbkreisähnliche
Form ins Auge, ist mit 816 Quadratmetern
das mit Abstand größte
Becken im Peitinger Wellenfreibad
und wird von Ost nach West immer
tiefer – im seichtesten Bereich ist
das Wasser nur 30 Zentimeter tief,
weiter hinten stolze 2,10 Meter. Das
große Highlight in diesem Becken
aber ist nicht der durch Bojen separierte
Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich
ereich
– einmal
pro Stunde, stets für acht Minuten,
gibt’s im Peitinger Wellenfreibad
bis zu einem Meter
hohe Wellen. Um die nicht zu
verpassen, werden die Badegäste
rechtzeitig via Lautsprecherdurchsage
informiert: „In fünf Minuten
gibt’s Wellen!“ Ein Spruch, der
über die Peitinger Ortsgrenze hinaus
Kultstatus erreicht hat unter
Badegästen.
Immens hoher
Freizeitwert
Betreiber des landkreisweit einzigen
Wellenfreibads, das seit den
Schließungen in Oberammergau
und Bad Tölz sogar das einzige
Wellenfreibad südwestlich von
München sein dürfte: Die Marktgemeinde
Peiting, die sich für
Fachpersonal, Unterhaltungskosten
und Betrieb verantwortlich
zeichnet. „Kostendeckend betreiben
kannst du ein solches Freibad
6 | altlandkreis
grundsätzlich nicht“, bekräftigt
Bürgermeister Peter Ostenrieder
einen allgemein bekannten Fakt.
Die rund 300 000 Euro pro Saison
nehme man jedoch gerne in die
Hand, „weil unser Wellenfreibad
einen immens hohen Freizeitwert
für Einheimische wie Urlauber mit
sich bringt und zu uns und Peiting
schlichtweg dazugehört“. In Markus
Häringer hat die Gemeinde
einen handwerklich geschickten
wie erfahrenen Mann, der sich mit
Unterbrechung schon den 13. Sommer
um die Leitung des 1975 eröffneten
Wellenfreibads kümmert –
der gelernte Elektriker weiß quasi
im Schlaf, wie Wellenanlage, Chlorung
und Heizung funktionieren.
„Unsere Becken haben die ganze
Saison über eine Wassertemperatur
von angenehmen 24 Grad.“
Der Chloranteil liege bei den vom
Gesundheitsamt vorgeschriebenen
drei bis sechs Millilitern pro Liter
Wasser. Besonders angenehm für
Badegeäste außerdem: GRANDER-
Wasser, das dank seiner verbesserten
Struktur sich deutlich weicher
anfühlt auf der nackten Haut. Aus
der Kategorie unverwüstlich sei
außerdem die „gute alte mechanische
Wellenanlage“ zwischen
Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken.
Neben standesgemäßem
Stromanschluss sowie funktionierender
Hydraulik „erzeugen
wir unsere Wellen ausschließlich
mit Luft“. Wer sich während des
Wellengangs im Wasser verausgabt,
kann sich hinterher am Kiosk
im Eingangsbereich stärken. Auf
der Speisekarte stehen Freibadklassiker
wie Currywurst, Pommes
mit Ketchup oder Majo, Nuggets,
Toast, Hot Dog. Dazu Wasser, Apfelschorle,
Spezi? Oder Radler,
Weißbier, Weinschorle? Moderne
Sitz- und Liegebereiche sowie
biergartenaffine Tische und Bänke
unter gedeihenden Dachplatanen
(Baumart mit südländischem Flair)
laden zum Essen, Trinken und Verweilen
ein. Topmodern sind neuerdings
auch die frischsanierten
Toiletten, ebenso Umkleiden mit
absperrbaren Spinden.
Jubiläumswoche mit
Riesenrutsche
Das einst anstelle eines Moorbades
für 2,3 Millionen D-Mark gebaute
Peitinger Wellenfreibad ist
insofern bestens gerüstet für die
große Jubiläumswoche anlässlich
seines 50. Geburtstags – ab Sonntag,
6. Juli, lässt zu den gewohnten
Öffnungszeiten eine aufblasbare
Riesenrutsche mit 25 Metern Länge,
zehn Metern Breite und acht
Metern Höhe die Herzen von Kindern,
Jugendlichen und Junggebliebenen
höherschlagen lässt. An
diesem Jubiläumssonntag selbst
zahlen Besucher auch nur halb so
viel Eintritt. Am darauffolgenden
Freitag ist außerdem, sofern das
Wetter mitspielt, eine lange Badenacht
mit Grillabend geplant. Apropos
Wetter: „Es gab Rekordjahre,
zum Beispiel 2003, als von Mitte
Mai bis Ende Sommerferien mehr
als 80 000 Besucher das Peitinger
Wellenfreibad aufgesucht haben.
Aber auch schon Hochsommermonate,
zum Beispiel im August
2007, in denen das Bad keinen einzigen
Tag öffnen konnte aufgrund
von schlechter Witterung“, weiß
Badreferent Alfred Jocher. Dass in
dieser Zeit trotzdem jemand im
Bad war? „Nicht auszuschließen“,
meint Markus Häringer, grinst und
gibt an dieser Stelle offen und ehrlich
zu, selbst mal jung gewesen zu
sein. Kaum ein Jugendlicher, der
in Peiting aufgewachsen ist, hat es
noch nicht gewagt, nachts, klammheimlich,
über den Zaun zu klettern.
„Schön ist es für uns trotzdem
nicht, weil dadurch immer wieder
Bereiche des Zauns zerstört werden.“
Dafür umso schöner: Dass
das Peitinger Wellenfreibad dank
familienfreundlichem Ambiente
sowie echt fairen Eintrittspreisen
Badegäste aus dem kompletten
Landkreis und darüber hinaus
anlockt und begeistert. 150 Euro
kostet heuer die Saisonkarte für
eine ganze Familie, zwölf Euro die
Tageskarte. Wer sich bei wechselhaftem
Wetter unsicher ist, ob das
Wellenfreibad nun offen hat oder
nicht? „Der schaut am besten auf
die Internetseite der Marktgemeinde.“
Dank einer automatischen Besucherzählung
am barrierefreien
Haupteingang des Wellenfreibades
kann online unter www.peiting.de
rund um die Uhr geschaut werden,
wie viele Menschen sich gerade auf
dem Areal mit Platz für mehr als
2500 Badebegeisterte aufhalten.
Wenn online gar keiner angezeigt
wird, kann man sich sicher sein,
dass es wetterbedingt geschlossen
hat. Ein Szenario, dass sich die Betreiber
und Freibadfans insbesondere
zur Jubiläumswoche natürlich
nicht wünschen.
js
juli / august 2025 | 7
Zur 40. Pfaffenwinkelradrundfahrt
Rennradsport boomt
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8 | altlandkreis
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Peiting | Sie gilt als größte und
beliebteste Radsportveranstaltung
der Region: Die Pfaffenwinkelradrundfahrt,
die heuer am Sonntag,
20. Juli, zum 40. Mal stattfinden
und bis zu 1200 Sportbegeisterte in
ihren Bann ziehen wird. „Die Teilnehmer
kommen im Umkreis von
100 Kilometern, zum Teil auch weit
darüber hinaus, verbinden das
ganze oft mit einem Kurzurlaub in
unserer wunderschönen Region“,
bekräftigt Mitorganisator Uwe Flad
vom RC77 Altenstadt. Start und Ziel
ist traditionell am Eisstadion in
Peiting, genaugenommen an der
schräg gegenüberliegenden Dreifachsporthalle,
wo die Radsportler
Umkleiden, Toiletten und Duschen
nutzen dürfen, sich so optimal auf
einen langen Tag im Sattel vorbereiten
und hinterher erholen können
– und das ganze frei von Druck.
„Die größte Besonderheit ist, dass
es sich nicht um einen Wettkampf,
sondern eine Radtouristikveranstaltung
ohne Zeitnahme handelt.“
Heißt: Teilnehmerinnen und Teilnehmer
dürfen ganz nach Lust und
Laune, Tagesform sowie sportlicher
Ambition in die Pedale treten. „Lediglich
als Gruppen angemeldete
Teilnehmer haben die Möglichkeit,
für die im Team zurückgelegten
Gesamtkilometer einen Pokal
zu gewinnen.“ Wer dabei welche
Strecke fährt? „Prinzipiell egal.“
Die Pfaffenwinkelradrundfahrt bietet
traditionell mehrere Strecken
an. Die kürzeste Variante erstreckt
sich über 57 Kilometer und 490 Höhenmeter,
die nächstlängere über
82 Kilometer und 780 Höhenmeter,
die dritte über 116 Kilometer sowie
1 130 Höhenmeter und die Königs-
Tour über 156 Kilometer mit 1 580
Höhenmeter – alle vier Strecken
sind beschildert, primär für Rennräder
ausgelegt, können aber auch
mit Tourenrädern, Mountainbikes
und E-Bikes zurückgelegt werden.
Um bei Kräften zu bleiben, helfen
Verpflegungsstationen mit Sportgetränken,
Gels, Riegeln, Bananen,
Melonen, Wurst- und Käsesemmeln
stärken – die Langdistanz beinhaltet
mit Sportplatz Bernbeuren,
Sportplatz Wildsteig und Feuerwehrhaus
Huglfing gleich drei Verpflegungsstationen,
die kürzeren
Distanzen mit ebenfalls Wildsteig
und Bernbeuren jeweils zwei, die
kurze Tour mit Bernbeuren eine.
Anmeldung bis 17. Juli
Ursprünglich ins Leben gerufen
wurde die Pfaffenwinkelradrundfahrt
bereits in den frühen 1980er
Jahren von den vier Vereinen SC
Huglfing, SV Obersöchering, RC72
Peiting und RC77 Altenstadt. Deren
Ziel: Gleichgesinnten einen
unvergessenen Tag im Sattel zu
bescheren in einer Zeit, in der es
noch keine GPS-Navigation gab,
insofern beschilderte Strecken
immensen Stellenwert hatten. Beliebt
ist die Pfaffenwinkelradrundfahrt
aber auch in Zeiten absoluter
Hightech-Fahrradcomputer. „Wir
Organisatoren machen das zum
Teil seit 30 Jahren und dachten
lange Zeit, dass mit uns auch die
Rundfahrt alt werden wird – doch
aufgrund des enormen Rennradbooms
wird das Teilnehmerfeld
wieder jünger.“ Insbesondere
jüngere Frauen entdecken diesen
für Geist, Körper und Seele
so wertvollen Sport verstärkt für
sich, schließen sich der Rundfahrt
an. Ebenfalls voll im Trend: Gravelbiken
mit Rädern, die aufgebaut
sind wie Rennräder, sich aufgrund
breiterer Reifen mit tieferem Profil
jedoch auch für Schotterstraßen
gut eignen – erstmals bietet die
Pfaffenwinkelradrundfahrt deshalb
auch eine Gravel-Tour über 98 Kilometer
und 1080 Höhenmeter an.
Die Startgebühr beträgt je nach
Strecke zwischen 18 und 33 Euro,
beinhaltet Essen und Getränke an
den Verpflegungsstationen und ein
flauschiges Badehandtuch als Teilnahme-Geschenk.
Gestartet wird,
je nach Strecke, zwischen 6.30 und
10 Uhr. Zielschluss für alle: 16 Uhr.
Ob Rennrad oder Gravelbike: So
oder so müssen sich die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer bis spätestens
Donnerstag, 17. Juli, unter
www.pfaffenwinkelradrundfahrt.
de anmelden – dort finden Sie,
liebe Leserinnen und Leser, auch
alle weiteren Informationen zur
größten und beliebtesten Radsportveranstaltung
der Region. js
Auf der Roten Couch
Der Klimaforscher
Wild war das Wetter beim Fotoshooting mit
Dr. Christian Plaß-Dülmer, Leiter des Meteorologischen
Observatoriums auf dem Hohen
Peißenberg. Foto: Felix Baab
juli / august 2025 | 9
Hoher Peißenberg | Das Meteorologische
Observatorium Hohenpeißenberg
ist die älteste Bergwetterstation
der Welt. Dessen
Leiter: Dr. Christian Plaß-Dülmer,
64, verheiratet, Vater zweier erwachsener
Kinder, seit 30 Jahren
wohnhaft in Peiting und ebenso
lange beruflich auf dem Hohen
Peißenberg tätig. Erst als Wissenschaftler,
seit 2012 als Chef dieser
international gefragten Klimaforschungsstation,
an der aktuell fast
60 Wissenschaftler, Techniker und
Ingenieure arbeiten. Hervorzuheben:
Nach Abi und Physik-Studium
in seiner Geburtsstadt Aachen
promovierte der frühere Hobbyhandballer
am Forschungszentrum
Jülich zum Thema „Messung
von organischen Spurengasemissionen
aus dem Ozean und deren
Bedeutung für die atmosphärische
Chemie“ – er interessierte
sich insofern schon damals für
das, was heute brisanter ist denn
je: Wie der Mensch die Erdatmosphäre
verändert. Im großen Interview
auf der Roten Couch verrät
der berg- und naturbegeisterte
Zwei-Meter-Mann, wie es um
Luftqualität und Ozonschicht über
dem Pfaffenwinkel steht, welches
Klimagas am gefährlichsten
für uns Menschen ist und ob ihm
Klimaleugner wie Donald Trump
ernsthaft Sorgen bereiten.
Herr Dr. Plaß-Dülmer, gibt es in Ihren
Augen einen schöneren Arbeitsplatz
als hier oben auf dem 988 Meter
gelegenen Hohen Peißenberg?
Insbesondere für naturverbundene
Menschen mit ausgeprägtem
Wunsch nach Aus- und Überblick
sowie einer Romantik für besondere
Sonnenuntergänge hat
dieser Arbeitsplatz so einiges zu
bieten. Selbst nach 30 Dienstjahren
weiß ich die täglich wechselnde
Stimmung hier oben sehr zu
schätzen.
Auch einzigartig: Dass Sie Leiter des
ältesten Bergobservatoriums der
Dr. Christian i Plaß-Dülmer und „altlandkreis“-Redakteur l d k Johannes
Schelle am neuen Info-Pavillon auf dem Hohen Peißenberg.
Welt sind, auf dem bereits seit 1781
Wetter beobachtet wird.
Wir haben die historischen Messinstrumente,
mit denen die Augustiner
Chorherren des Klosters
Rottenbuch sowie hier oben stationierte
Priester anno dazumal
gearbeitet haben, zum Teil noch
hier im Haus. Zum Beispiel Quecksilberthermometer,
Quecksilberbarometer,
Windrichtungsfahnen
oder Niederschlagssammler. Letztlich
ging es im 18. Jahrhundert
aber noch nicht um Wetterprognose,
sondern in erster Linie darum,
zu verstehen, wie die Natur funktioniert.
Wobei Wetterprognose nun wieder
nicht die Hauptaufgabe von Ihnen
und Ihren Mitarbeitern ist?
Traditionell ist der Deutsche Wetterdienst
bis heute verantwortlich
für Wetter- und Klimavorhersage,
arbeitet hierfür bundesweit mit
180 Haupt- und nochmals zehn
Mal so vielen Neben-Messstationen,
die sich unter anderem auch
in Privatgärten befinden. Wir auf
dem Hohen Peißenberg sind seit
1952 jedoch eines von zwei Forschungsobservatorien
des DWDs –
das eine befindet sich in Lindenberg
bei Berlin, beschäftigt sich
mit Physik und Struktur der Atmosphäre.
Wir auf dem Hohen Peißenberg
messen und analysieren
die chemische Zusammensetzung
in der Atmosphäre, untersuchen
sozusagen die Qualität der Luft,
die wir zum Leben brauchen.
Ein wesentlicher Bestandteil der
Erdatmosphäre: Die Ozonschicht,
rund 30 Kilometer über uns, in etwa
so dick wie eine Geldmünze und dafür
zuständig, uns und alle anderen
Lebewesen vor UV-Strahlung zu
schützen. Und eine Schicht, die bei
Ihnen seit 1960 untersucht wird?
Richtig. Insbesondere in den
1980ern und 1990ern hatten wir
die Problematik mit sogenannten
FCKWs. Damit sind Treibhausgase
gemeint, die unter anderem
in Spraydosen und Kühlmittel von
Kühlschränken verwendet wurden.
Einst dachte man, die sind
chemisch unproblematisch für die
Atmosphäre. Als dann ein richtiges
Ozonloch über der Antarktis
entdeckt wurde und auch wir bei
unseren Messungen festgestellt
hatten, dass die Ozonschicht dünner
geworden ist, kamen kluge
Köpfe wie der Mainzer Nobelpreisträger
Paul Crutzen den Mechanismen
auf die Schliche: die FCKWs
wurden oberhalb der Ozonschicht
durch die harte UV-Strahlung der
Sonne zerstört und das dabei freiwerdende
Chlor und Fluor zerstörte
wiederum Teile des Ozons.
Die Folge?
Die internationale Staatengemeinschaft,
die 1987 das Montrealer Abkommen
beschlossen und im Zuge
dessen die Herstellung von FCKWs
weltweit erfolgreich verboten hatte
– seit 1990 erholt sich die Ozonschicht
wieder langsam.
Dabei haben sich laut jüngster Statistik
Hautkrebserkrankungen in
Deutschland die vergangenen 20
Jahre verdoppelt.
Wer heute Hautkrebs bekommt,
hat die Sonnenbrände womöglich
schon 30 Jahre vorher gehabt. Früher
war das Motto: Ich lasse mich
beim ersten Badetag des Sommers
ordentlich verbrennen, was dann
zu Bräune wird, die mich für den
Rest des Sommers vor Sonnenbrand
schützt. Das ist natürlich
Quatsch. Heute schützen wir uns
mit Sonnencreme effektiver.
Wie wird die Ozonschicht gemessen?
Wir haben hierfür drei Messverfahren,
eins davon via nach oben
steigender, mit Wasserstoff gefüllter
Ballons, an deren Schnur wir
ein kleines Kästchen anbringen
mit Batterie, Pümpchen und Messinstrument
– diese Pumpe saugt
über ein kleines Schläuchlein die
Luft mit Ozongasen ein, die werden
dann gemessen, ausgewertet
und via Funk direkt auf unsere
Rechner übertragen.
Und der Ballon?
Der dehnt sich mit zunehmender
Höhe immer weiter aus. So lange,
bis er platzt. Ein dabei auslösender
Fallschirm verhindert, dass
das Kästchen ungebremst wieder
auf die Erde zurückrast. Hobbysondenjäger
finden sie häufig rund
200 Kilometer von uns entfernt an
der Grenze zu Österreich, können
sie dank angebrachtem Finderbrief
zuordnen und bekommen
fürs zurückschicken auch einen
kleinen Finderlohn von 30 Euro im
In- und 40 Euro im Ausland.
Ein anderer Meilenstein in der Klimaforschung,
geboren im Jahre
1990: Das weltweite Klimaüberwachungsprogramm
„Global Atmosphäre
Watch“, kurz GAW.
Die Weltorganisation für Meteorologie,
kurz WMO, ist eine unheimlich
effiziente Organisation,
über die man es schafft, alle gesammelten
meteorologischen
Daten unentgeltlich weltweit
auszutauschen. Damit wurde die
Grundlage für eine wirklich gute
Wetterprognose geschaffen. Eine
ähnlich erfolgreiche internationale
Zusammenarbeit unter den
Wetterdiensten wurde im Bereich
der Klimaforschung mit GAW, ein
Programm der WMO, geschaffen –
hier geht es um die mittel- bis
langfristige Entwicklung des Kli-
10 | altlandkreis
mas sowie der Luftqualität unserer
Erde durch von uns Menschen versursachte
Emissionen.
Mit wie vielen Ländern arbeitet Ihr
zusammen?
Es gibt in etwa 40 GAW-Globalstationen,
mit denen wir vernetzt
sind, darüber hinaus weitere Klimaforschungsstationen
in ganz
Europa. In Deutschland reden wir
von zwei GAW-Globalstationen –
die eine befindet sich auf der Zugspitze,
die andere hier bei uns
auf dem Hohen Peißenberg, die
zu deutlich mehr Messgeräten für
Spurengase und Aerosol sowie
auch zu mehr Personal bei uns geführt
hat.
Was halten Sie von dieser internationalen
Zusammenarbeit?
Ich halte sie für absolut notwendig.
Wenn wir in Hohenpeißenberg
eine Veränderung in der Atmosphäre
feststellen, kann das ein
Einzelfall, ein lokales Phänomen
sein. Wenn die gleiche Beobachtung
aber auch an zehn anderen
Stationen gemacht wird, wissen
wir, dass es sich um ein großräumiges,
oft global relevantes Phänomen
handelt.
Zum Beispiel?
Bei Vulkanausbrüchen kann Vulkanasche
in Luftschichten geschleudert
werden, in denen die
Triebwerke von Verkehrsflugzeugen
geschädigt oder ausfallen
können. Selbst hier über dem
Pfaffenwinkel musste der Luftraum
schon geschlossen werden aufgrund
von Vulkanausbrüchen, die
geografisch betrachtet weit weg
von uns liegen – der Wind verteilt
die Asche weltweit. In solchen
Fällen, wie beispielsweise 2010
beim Ausbruch des Eyjafjallajökull
auf Island, konnte letztlich durch
unsere deutschlandweiten Messungen
festgestellt werden, dass
die Konzentration der Asche unter
den Grenzwerten war, so für die
Wiederaufnahme des Flugverkehrs
grünes Licht erteilt werden.
Wie steht es um die Luftqualität hier
in der Region ganz generell?
Die war und ist im Pfaffenwinkel
immer schon gut gewesen im Vergleich
zum Rest von Deutschland,
da wir hier in einem Gebiet mit
wenigen Industrieanlagen, wenigen
Hauptverkehrsachsen leben.
Und auch insgesamt ist die Luftqualität
im Vergleich zu den 1980er
und 1990er Jahren, in denen viele
unkontrollierte Emissionen passiert
sind, besser geworden dank
Entschwefelungsanlagen in Kohlekraftwerken,
einem generellen
Rückgang der Energieerzeugung
mit Kohle, Drei-Wege-Katalysatoren
in Autos mit Verbrennermotor,
effizienteren Kachelöfen… Trotzdem
hinken wir bei Stickoxiden
und Feinstaub oft den von der
Bundesregierung vorgegebenen
Luftqualitätszielen hinterher.
Die Gründe dafür?
Durch die Abgas-Schummeleien
bei Dieselfahrzeugen sehen wir
erst seit wenigen Jahren einen
deutlichen Rückgang der Werte.
Beim bodennahen Ozon haben
sich die sommerlichen Ozonsmog-
Episoden deutlich reduziert – ein
Erfolg der Luftreinhaltemaßnahmen.
Allerdings haben wir beim
Ozon seit Jahrzehnten ein Ansteigen
der Hintergrundwerte aufgrund
zunehmender Emissionen
in anderen Kontinenten, insbesondere
Asien.
Aus dem Labor im vierten Stock zurück
in Ihr Büro, drei Etagen tiefer:
Wie sieht ein klassischer Arbeitstag
bei Ihnen aus?
Ich fange meist gegen 9 Uhr an
und bin einfach gesagt dafür verantwortlich,
dass der Laden hier
läuft. Viel koordinieren, Mails beantworten,
telefonieren, organisieren,
aber auch immer wieder
auf Dienstreisen. Überwiegend im
europäischen Raum, zum Beispiel
bei unserer Zentrale in Offenbach,
beim Sitz der WMO in Genf. Bei
europäischen Forschungsverbünden
in Helsinki, Paris, Madrid, Budapest.
Seltener auch mal in China
oder Australien. Letztlich achten
wir darauf, nur jedes zweite Meeting
vor Ort zu machen, um die
Umwelt durch weniger Flüge zu
entlasten.
Was geht Ihnen durch den Kopf,
wenn Sie aus Ihrem Bürofenster
Richtung Süden blicken und die
2 962 Meter hohe Zugspitze entdecken?
Wow, was ein schöner Berg, den
ich privat schon öfter besteigen,
beruflich schon öfter bereisen
durfte auf meinem Weg zum
Schneefernerhaus oder zur
juli / august 2025 | 11
Wetterstation auf dem Gipfel, die
dieses Jahr im Übrigen 125-jähriges
Jubiläum feiert. Aus der Ferne
achte ich aber auch darauf, ob sie
klar oder diffus zu sehen ist, ob
eine Trübung in der Atmosphäre
zu erkennen ist. Das sagt nämlich
einiges darüber aus, wie viele Aerosole
sich in der Luft befinden.
Will heißen?
Das, was unsere Eindrücke von
Landschaft ausmacht, ist oft durch
Luftchemie beeinflusst. Intensiv
rote Sonnenuntergänge entstehen
beispielsweise durch den Einfluss
von Saharastaub oder Waldbrandaerosol.
Hat hier in Ihrem Bürogebäude
schon mal der Blitz eingeschlagen?
Immer wieder, was wir aufgrund
von Blitzschutz jedoch kaum mitbekommen
– dass mal technische
Geräte durch Blitzeinschlag kaputtgehen,
kommt vielleicht einmal
in zehn Jahren vor.
Extremwetterereignisse mit Starkregen,
Hagel, orkanartigen Böen und
Blitzeinschlag nehmen in jedem Falle
zu. Wie gefährlich ist das Wetter
für den Pfaffenwinkel?
Extremwetterereignisse hat es
deutschlandweit immer schon gegeben,
hier aufgrund der Nähe zu
den Alpen aber häufiger – an und
über den Bergen bilden sich große
Gewitterwolken, die dann aus den
Bergen herauswandern und sich
über uns entladen. Was wir aber
schon auch beobachten: Dass die
Extremniederschläge leicht zugenommen
haben die vergangenen
Jahre. Ein erwartbares Phänomen
aufgrund steigender Durchschnittstemperatur,
wodurch mehr Feuchtigkeit
in die Luft steigt, somit mehr
Energie für Extremwetter entsteht.
Diese Wetterveränderungen sind
nachweislich menschenverursacht?
Wir haben die WMO, die Wetterdaten
aller meteorologischen Dienste
dieser Welt zusammenbringt. Und
Vierter Stock, Labor: Hier wird Luft angesaugt, gemessen, analysiert.
wir haben den Weltklimarat namens
Intergovernmental Panel on
Climate Change, kurz IPCC, der alle
paar Jahre eine neue Bewertung
der Faktenlage zum Klimawandel
macht. Da sitzen ganz viele Wissenschaftler
drin, die bei weitem
nicht alle einer Meinung sind,
sich aber wissenschaftliche Auswertungen
und Studien akribisch
anschauen und überprüfen, ob
sie wissenschaftlich sauber sind.
Wenn es also von unserer Seite
heißt, dass der Temperaturanstieg
durch die Klimagasemissionen
Kohlendioxid, Methan und Lachgas
menschengemacht ist, basiert
das auf einer Vielzahl von faktenbasierter
Beobachtungen, sowie
einer Vielzahl von komplexen
Modellergebnissen, die konsistent
sind. Davon abgesehen ist es simple
Physik. Bereits Svante Arrhenius,
ein schwedischer Physiker,
hatte vor mehr als 100 Jahren den
erwärmenden Effekt erkannt und
einen deutlichen Temperaturanstieg
bei CO 2 -Verdopplung in der
Atmosphäre berechnet.
Von welchem Temperaturanstieg
reden wir?
In Deutschland sind es heute
durchschnittlich 2,5 Grad mehr als
noch im Jahr 1881.
Eine eigentlich schwindend geringe
Zahl.
Finde ich nicht. In einigen tropischen
und subtropischen Regionen
gehen in Hitzewellen Temperaturen
inzwischen auf die 50
Grad zu. Selbst hier in Deutschland
gibt es in Ballungsräumen wie
im Rhein-Main-Gebiet Sommerhitzeperioden
mit sogenannten
städtischen Wärmeinseln, die je
nach Bedingungen um bis zu zehn
Grad heißer sein können als es in
deren umliegenden Gebieten mit
mehr Vegetation der Fall ist – da
kühlt es nachts nicht richtig runter,
kann man nur schwer schlafen.
Im Vergleich zu anderen Ländern
erscheint das hier in Deutschland
jedoch noch harmlos, da dort 2,5
Grad mehr eine flächendeckende
Versteppung oder Verwüstung bedeuten
können und menschliches
Leben unmöglich machen.
Was empfi nden Sie angesichts dessen,
dass mächtige Männer wie
Donald Trump die menschgemachte
Klimaerwärmung leugnen, ja regelrecht
ins Lächerliche ziehen?
Das macht mir große Sorgen. Seit
der Aufklärung leben wir in einer
stark auf Wissen basierten Welt –
Wissen, das nachweislich und unabhängig
überprüfbar ist. Auch
das zu Wetter, zu Klimawandel.
Deshalb ist das sehr gefährlich,
wenn uns dieser Bezug zu wissenschaftlich
basierten Fakten zu Lasten
Interessen-gesteuerter Politik
entzogen wird.
Fürchten Sie US-manipulierte Forschungsergebnisse?
Prinzipiell wird so etwas nicht veröffentlicht,
weil es den Anforderungen
internationaler Fachzeitschriften
nicht entspricht. Aber bei
Interessen-gesteuerter Politik werden
dann Wissenschaftler bezahlt
sowie eigene Verlage für Publikationen
gegründet und beworben,
um das Bild einer nicht einheitlichen
Bewertung in der Wissenschaft
zum menschengemachten
Klimawandel zu erzeugen – und
so der breiten Masse der Bevölkerung
etwas seriös Wirkendes vorgegaukelt.
Sie hätten viele Beweise für menschgemachte
Einflüsse auf die globale
Klimaerwärmung. Unter anderem
im Rahmen der vor gut zehn Jahren
gestarteten ICOS-Forschungsinfrastruktur.
Ein hochpräzises Beobachtungssystem
zur Messung der Konzentration
von Klimagasen in der Luft –
hier können wir Methan, CO 2 und
Lachgas extrem genau messen,
deren ungebremsten Anstieg dokumentieren
und herausfinden,
woher diese fürs Klima schädlichen
Gase kommen.
Woher?
Methan entsteht meist in der Landwirtschaft,
beispielsweise beim
Verdauungsprozess der Kuh, beim
Odeln oder in Moorböden. Lachgasbildung
ist ebenfalls mit dem
Ausbringen von Gülle verbunden.
Und CO 2 entsteht immer dann,
wenn organisches Material wie
Holz, Öl, Gas oder Kohle verbrannt
wird.
Welches dieser drei Gase schadet
uns am meisten?
Natürlich ist CO 2 unser Hauptklimagas.
Schauen wir aber in
die Einzelprozesse und unser
Verständnis, so deuten unsere
ICOS-Messungen zusammen mit
jüngsten Modellierungen beim
DWD an, dass die Größe der Methanemission
aus dem landwirtschaftlichen
Sektor deutschlandweit
unterschätzt worden ist und
eine größere Auswirkung auf die
Klimaerwärmung hat, als bisher
angenommen. Bei Lachgas sind
unsere Modelle noch nicht fertig
entwickelt. Das ist anspruchsvolle
Forschungsarbeit, an der der
DWD mit Partnern von führenden
Klimaforschungsinstituten in ganz
Deutschland arbeitet.
Interessante Erkenntnis. Doch zurück
zur Kernaufgabe des DWDs
im Allgemeinen: Der inzwischen
komplett automatisierten Wetterprognose,
die noch Verbesserungspotential
hat?
Wir können aktuell das Wetter
in sieben Tagen mit der gleichen
Güte vorhersagen, wie vor
50 Jahren noch für den nächsten
Tag. Was für unsere Volkswirtschaft
zunehmend wichtig wird:
Die Vorhersage der regenerativen
Energieerzeugung. Aktuell sind
wir in der Lage, die Kraft von Wind
und Sonne ein bis zwei Tage im
Voraus ziemlich präzise vorherzusagen,
sind da insofern gar nicht
schlecht. Im Detail betrachtet ist
hier aber noch Verbesserungspotential
da und auch notwendig.
Aktuell werden bundesweit rund
60 Prozent des Gesamtstrombedarfs
aus regenerativer Energie
erzeugt. Das Ziel muss aber eine
deutliche Überkapazität von grünem
Strom sein, um sogenannte
Dunkelflauten umweltfreundlich
kompensieren zu können und
Energie für Wasserstofferzeugung
sowie Reservoire zu haben. Über
die Wettervorhersage noch früher
und genauer wissen, wann
Deutschland Strom aus anderen
Quellen zukaufen oder zuschal-
12 | altlandkreis
ten muss, ist ein großes Ziel vom
DWD.
Vor wenigen Wochen offi ziell eingeweiht:
Ein nigelnagelneuer Infopavillon,
errichtet am großen Eingangstor
zum Bergobservatorium,
direkt am großen Parkplatz hinter
der Wallfahrtskirche, der von Montag
bis Sonntag zwischen acht und
20 Uhr kostenlos zugänglich ist –
und was zu bieten hat?
Wir versuchen mit diesem Pavillon
alle interessanten Aspekte unserer
Arbeit darzustellen. Unter anderem
in Form von großen Bildschirmen
mit Touchscreen, haptischen
Elementen und Modellbau. Wir
zeigen spannende Kurzfilme und
Statistiken über Historie und Projekte
unseres Meteorologischen
Observatoriums. Die Beweggründe:
Unsere Arbeit ist seit jeher von
großem Interesse für die breite
Öffentlichkeit, was wir an Führungsanfragen
und den etlichen
tausend Besuchern bei unseren
„Tagen der Offenen Tür“ alle fünf
Jahre festmachen. Außerdem wird
der Deutsche Wetterdienst vom
Steuerzahler finanziert, hat einen
bundesweiten Jahresetat in der
Höhe des Preises einer Halben
Bier oder Limo pro Einwohner.
Insofern möchten wir den Leuten
auch etwas zurückgeben.
Bieten Sie trotzdem noch Führungen
durchs Observatorium an?
Rund 100 im Jahr. Wir unterscheiden
zwischen Fachführungen sowie
Vereins-, Privat- und Betriebsführungen.
Anmeldebögen finden
Interessierte unter www.dwd.de.
Sie selbst leiten diese geschichtsträchtige
Wetterstation seit mittlerweile
13 Jahren. Mehr Stress oder
Stolz?
Ganz klar Stolz, auch wenn es mir
schwergefallen ist, mich auf diese
Stelle des Leiters zu bewerben,
weil ich hier sehr gerne wissenschaftlich
gearbeitet habe, jetzt
als Observatoriumsleiter überwiegend
strategisch und administrativ
tätig bin.
Wie gewinnen Sie Abstand zu stressigen
Arbeitstagen?
Vielfältig durch Familie, Freunde,
Reisen, Lesen oder draußen sein –
Sommer wie Winter bin ich viel
in den Bergen unterwegs, gehe
leidenschaftlich gerne Wandern,
Radfahren und Skitouren in den
Ammergauer Alpen, im Lechtal, im
Tannheimer Tal. Zum Beispiel auf
Ponten, Scheinberg- oder Kreuzspitze.
Vermissen Sie nicht auch Ihre alte
Heimat?
Mentalitätsmäßig bin ich noch immer
der ruhige, gelassene Rheinländer.
Heimat ist für mich aber
da, wo ich lebe, ich mich wohlfühle
– und das ist ganz klar Peiting,
der Hohe Peißenberg und unsere
wunderschöne Region, in der
ich jede Menge soziale Kontakte
knüpfen konnte die vergangenen
Jahre und Jahrzehnte.
Sie sind 64. Pension bereits in Sicht?
Ich will zu meinem normalen Rentenbeginn
mit 66 Jahren und vier
Monaten gehen, also im Februar
2027.
Schon Pläne für die Zeit danach?
Eine Bike-Transalp kenne ich
schon, deshalb würde ich gerne
mal zu Fuß über die Alpen wandern,
sofern es mein kreuzbandgeschädigtes
Knie – hab früher
mal intensiver Handball gespielt –
mitmacht. Und ich werde mir auch
wieder neue Aufgaben für zuhause
suchen – als meine Kinder
noch jünger waren und Skirennen
gefahren sind, habe ich die
Zeitnahme für den Skiclub Peiting
gemacht und mich damals immer
gefragt: Warum findet sich dafür
eigentlich kein Rentner?
Sie könnten sich auch für Klimaschutz
einsetzen.
Unser Eigenheim ist mit Photovoltaik
und Solarthermie-Anlage
ausgestattet, ich fahre mit E-Bike
oder E-Auto zur Arbeit und ernähre
mich bewusster, habe beispielsweise
den Fleischkonsum
reduziert. Letztlich haben wir in
Deutschland einen CO 2 -Ausstoß
von acht Tonnen pro Jahr pro Kopf.
Wenn man sich das bildlich vorstellt,
stehen da 300 30-Kilo-Mülltonnen
vor einem. Nur dass diese
Form des Mülls nicht sichtbar ist,
aber eben trotzdem in die Atmosphäre
gelangt. Dass wir dagegen
etwas tun müssen, steht außer
Frage.
js
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Faszinierte Blicke: Dr. Christian
Plaß-Dülmer (li.) und Redakteur
Johannes Schelle im neuen Info-
Pavillon auf der Nordseite des
Hohen Peißenbergs.
Als Mensch
voll gefragt.
juli / august 2025 | 13
Pfaffenwinkel Gewerbeschau 2025
Willkommene
Wiedergeburt
Multifunktional: Gewerbeschau statt Eissport. Heuer am 5. und 6. Juli.
Peiting | Nach sieben Jahren Pause
ist sie zurück: Die Pfaffenwinkel rend auf die Beine gestellt haben.
Namen des EC Peiting federfüh-
füh
Gewerbeschau, die Anfang Juli im Allen voran das als Rückgrat der
Eisstadion Peiting sowie auf dessen
Außenbereichen ihr Come-
ist mit beispielsweise Zimmerei,
Gesellschaft so wichtige Handwerk
back feiern wird – und mit ihr ein Schreinerei, Elektroniker, Anlagenmechaniker
für Sanitär, Hei-
lebendiges Schaufenster für die im
Schongauer Altlandkreis ansässige
Wirtschaft. Genaugenommen terbau, Glaserei, Autolackiererei
zung und Klima, Metzgerei, Fens-
werden sich am Samstag, 5. Juli, und vielen weiteren Gewerken
und Sonntag, 6. Juli, jeweils von 10 stark vertreten.
bis 18 Uhr mehr als 60 heimische
Firmen aus unterschiedlichsten Vielfältiges
Branchen mit informativen Ständen
der breiten Öffentlichkeit zur
Angebot
Schau stellen. „Die Rede ist von Auch in der Gegend ansässige Firmen
aus den Bereichen Raumge-
Gewerbetreibenden aus beispielsweise
Industrie, Handwerk, Handel,
Tourismus, Gesundheit und Landschafts- und Gartenbau zeistaltung,
Böden und Türen sowie
Lebensmittel“, betonen Gerhard gen sich. Hinzu kommen lokal bekannte
Busunternehmen, die im
Weyrich und Harald Wörnzhofer,
die diese lokale Messe für und im Zuge der Gewerbeschau ihr vielfältiges
Angebot an Busreisen im
Sommer wie Winter präsentieren
werden. Gleiches gilt für Vertreter
aus der Versicherungsbranche und
Bankenwesen, aus dem Bereich
der Krankenkasse, dem Bereich
Medizin und Gesundheit oder der
hiesigen Medienbranche. „Die
Pfaffenwinkel Gewerbeschau ist
somit die ideale Plattform für zwei
Seiten – zum einen können sich in
der Region ansässige Betriebe den
hier lebenden Menschen präsentieren,
andererseits sich die hier
lebenden Bürgerinnen und Bürger
mit nur einem Besuch einen umfassenden
Überblick über regional
ansässiges Gewerbe verschaffen
und somit einen tollen Einblick
darin gewinnen, was es hier bei
uns an wertvollen Unternehmen
und Dienstleistern gibt“, bekräftigt
Organisator Gerhard Weyrich.
Coronabedingte
Zwangspause
Ursprünglich ins Leben gerufen
wurde diese Plattform für Gewerbetreibende
und Besucher
bereits vor mehr als 20 Jahren.
Zunächst als reine Veranstaltung
für die Präsentation der Sponsoren
des EC Peiting. Aufgrund der
auf Anhieb spürbaren Beliebtheit
und großen Nachfrage sowohl
von Firmen- als auch Besucherseite
dachten sich die Verantwortlichen
des größten und erfolgreichsten
Eishockeyvereins in
Weilheim-Schongau jedoch schon
bald: Warum dieses Angebot nicht
ausweiten und daraus eine rich-
14 | altlandkreis
Besucht uns auf der
in der Eishalle Peiting und lasst euch
die App Sparkasse einrichten.
Auch im Außenbereich des Peitinger Eisstadions präsentieren sich einige
der rund 60 Firmen im Rahmen der Gewerbeschau.
tige Gewerbeschau für die ganze
Region zu veranstalten? „Daraus
ist letztlich im Jahr 2012 die Pfaffenwinkel
Gewerbeschau entstanden,
wie wir sie heute kennen,
und wie sie traditionell alle zwei
Jahre stattfindet“, erinnert Harald
Wörnzhofer. Eigentlich. Denn
Mitte März 2020 kam bekanntlich
Corona dazwischen, weshalb die
für damals bereits fast vollständig
organisierte Gewerbeschau nicht
stattfinden konnte. Ebenso wenig
in den darauffolgenden Coronajahren
2021 und 2022.
Sanierung des
Eisstadions
Im Jahre 2023 waren die Verantwortlichen
schließlich wieder zuversichtlich,
hatten jedoch nicht
mit dem dringenden Sanierungsbedarf
des Daches des Peitinger
Eisstadions gerechnet. Letzteres
verhinderte die Pfaffenwinkel Gewerbeschau
auch 2024. Und obwohl
die seit knapp zwei Jahren
anhaltende Sanierung des Peitinger
Eisstadions, die immer nur in
den Monaten zwischen der Eissaison
umgesetzt werden kann, nach
wie vor nicht final abgeschlossen
ist, kann die Pfaffenwinkel Gewerbeschau
dieses Jahr endlich wieder
stattfinden. Ganz zur Freude
von Weyrich, Wörnzhofer und den
hiesigen Gewerbetreibenden. „Als
wir die letztlich geplatzte Gewerbeschau
für 2020 organisiert hatten,
war es ziemlich zäh – viele
Firmen waren aufgrund des fast
zwei Jahrzehnte lang anhaltenden
wirtschaftlichen Booms und
der dadurch vollen Auftragsbücher
ausgebucht, insofern wenig
an einer Werbeplattform wie der
Gewerbeschau interessiert, da
diese deren Auftragsbücher wie
Überstundenkonten noch praller
gefüllt hätte“, erinnert sich Harald
Wörnzhofer noch gut zurück. Für
dieses Jahr scheint sich das Blatt
jedoch gewendet zu haben. „Wir
haben im August 2024 mit der
Organisation begonnen, müssen
seit Ende April weitere Anfragen
ablehnen, weil alle zur Verfügung
stehenden Ausstellerplätze gebucht
sind.“
Einnahmen für
guten Zweck
Neben den klassischen Infoständen
der ausstellenden Firmen
wartet die insgesamt achte Pfaffenwinkel
Gewerbeschau 2025
außerdem mit einem bunten
Rahmenprogramm auf. So treten
beispielsweise am Samstagnachmittag
um 15 Uhr die für ihr hohes
sportliches Niveau bekannten
Peitinger Rock 'n' Roller auf
der Gewerbeschau-Bühne in der
„Nordkurve“ des Eisstadions auf.
Der Sonntag beginnt um 10 Uhr
mit einem zünftigen Frühschoppen,
der entweder draußen in
einem Biergarten oder drinnen
im ECP-Stüberl Alt und Jung zum
Fröhlichsein einlädt. Gegen 11.30
Uhr tritt die Jugendgruppe des
Trachtenvereins Alpenrose Peiting
auf. Und um 14.30 Uhr stattet die
am gleichen Wochenende stattfindende
„Pfaffenwinkel Classic“
der Gewerbeschau einen Besuch
ab – draußen auf der Straße
juli / august 2025 | 15
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Wettergeschützt, kühl, fesch dekoriert: So sah es im Rahmen der Pfaffenwinkel Gewerbeschau bisher aus.
vor dem Haupteingang des Eisstadions
werden die Pfaffenwinkel-Classic-Teilnehmer
in ihren
hochglanzpolierten Oldtimern
zur Durchfahrtskontrolle gebeten.
„Jetzt bleibt nur noch zu hoffen,
dass das Wetter mitspielt“, so Gerhard
Weyrich, der sich im Idealfall
weiß-blau-bayerischen Himmel
und angenehme 22 Grad wünscht.
„Zu heiß wäre nämlich nichts,
weil dann alle zum Baden gehen.“
Wobei Alt und Jung zu leckerem
Imbiss sowie Kaffee und Kuchen
kaum Nein sagen werden an diesem
Wochenende. „Für das leibliche
Wohl ist selbstverständlich an
beiden Tagen gesorgt“, bekräftigt
Harald Wörnzhofer, der an dieser
Stelle auch das für Aussteller anberaumte
Grillfest am Samstagabend
nach offiziellem Ende des
ersten Tages erwähnt. „Eine gute
Gelegenheit für die Gewerbetreibenden,
sich nach einem langen
ersten Tag zu stärken, sich untereinander
auszutauschen.“ Und
somit bestens gerüstet zu sein für
Tag zwei der Pfaffenwinkel Gewerbeschau,
die heuer erstmals
nach siebenjähriger Pause wieder
stattfinden kann – und deren
Einnahmen einer guten Sache zugutekommen.
Nämlich der Nachwuchsförderung
des EC Peiting,
Live-Auftritte bringen
Besucher zum Staunen.
der momentan stolze 180 Kinder
im Alter von vier bis 19 Jahren aus
Peiting und der ganzen Region
nicht nur auf dem Eis fordert und
fördert: Den Jungs und Mädels
werden im Rahmen der Trainings
und Spiele auch wertvolle Tugenden
fürs Leben im Allgemeinen
mit auf den Weg gegeben. js
> > > NÄHERE INFORMATIONEN
Alle wichtigen Informationen zur Wiedergeburt der Pfaffenwinkel
Gewerbeschaut 2025 am Samstag, 5. Juli, und Sonntag, 6. Juli,
jeweils von 10 bis 18 Uhr, hält auch die Internetseite www.pfaffenwinkel-gewerbeschau.de
bereit.
16 | altlandkreis
juli / august 2025 | 17
Pfaffenwinkel Classic trifft auf Gewerbeschau
200-PS-Ford ohne
Seitenfenster
alle Ausgaben online unter
www.altlandkreis.de
18 | altlandkreis
Peiting | Wenn Josef Ritzl mit seinem
Oldtimer in der Umgebung
von Peiting unterwegs ist, drehen
sich die Menschen um – und den
meisten zaubert er ein Lächeln ins
Gesicht. Denn nicht nur der Klang
des Motors, sondern auch die Optik
seines Fahrzeugs sind einzigartig.
Es handelt sich um einen Ford Modell
A, der im Juli 1929 in den USA
vom Band lief. Damit war das Auto
der Nachfolger des legendären
Modell T, mit dem der Unternehmer
Henry Ford ab 1908 den Siegeszug
des Automobils eingeläutet
hatte. Der 62-jährige Key Account
Manager aus Peiting musste zwei
Jahre lang suchen, bis er schließlich
2018 Nähe Karlsruhe fündig
wurde: „Ich hatte schon immer
eine Affinität zu Autos und Motorrädern.
Und irgendwann hatte
ich den Wunsch, einen V8-Motor
zu fahren. Die Recherche im Internet
war nicht ganz einfach, denn
vieles, was angeboten wird, ist
nicht zu gebrauchen. Ich habe mir
bundesweit sieben verschiedene
Autos angeschaut, bis ich diesen
Ford-Pickup gefunden und gekauft
habe.“ Über den Preis möchte Josef
Ritzl lieber schweigen. Dafür
brummt unter der Haube seines
Oldtimers ein Aggregat aus einem
Chevy mit 5,7 Litern Hubraum und
knapp 200 PS. Dementsprechend
satt ist der Sound. Und auch die
Beschleunigung hat mit der originalen
Motorisierung nicht mehr
viel zu tun. Ein Automatikgetriebe
und eine kleine Ladefläche runden
den perfekten Umbau ab. „Ich
habe das alles so vom Vorbesitzer
übernommen“, erzählt der Eigentümer.
„Nur die Weißwandreifen
habe ich aufgezogen. Das Auto
eignet sich wunderbar, um bei
schönem Wetter durchs Umland
zu cruisen oder zum Badesee zu
fahren.“
Teilnehmer aus ganz
Deutschland
Vor zwei Jahren hat Josef Ritzel mit
seinem Ford A auch an der Pfaffenwinkel
Classic teilgenommen –
und prompt den Preis für das älteste
Fahrzeug gewonnen. Bei der
Classic handelt es sich um eine
Oldtimer-Rallye, die alle zwei
Jahre vom Förderverein des Lions
Club Schongau-Pfaffenwinkel ausgerichtet
wird. Heuer findet das
Event am Wochenende des 5. und
6. Julis bereits zum elften Mal statt.
Josef Ritzl erinnert sich: „Für mich
und meine Frau war das neu, denn
man fährt nicht nach Navi, sondern
Der Ford A von Josef Ritzel, gebaut im Jahre 1929.
muss den Weg per Roadbook finden,
in dem die Strecke teilweise
blumig beschrieben ist. Aber wir
sind in unserer Klasse nicht Letzter
geworden.“ Bei der Classic sind
bis zu 100 historische Oldtimer
(bis Baujahr 1995) zugelassen, die
nicht nach Baujahr, sondern nach
Pferdestärken in Klassen eingeteilt
werden. Der altehrwürdige Ford A
fand sich in einer Gruppe wieder,
in der mit Porsche und Mercedes
leistungsstarke Konkurrenz
am Start war. Natürlich wird hier
kein klassisches, halsbrecherisches
Rennen durch den Pfaffenwinkel
veranstaltet. Es handelt sich vielmehr
um eine Gleichmäßigkeitsfahrt,
die in diesem Jahr auf drei
Strecken über rund 290 Kilometer
führt. Es geht also nicht darum,
möglichst schnell zu sein – das Erfolgsgeheimnis
ist eine konstante
Geschwindigkeit im legalen Rahmen.
Und die Orientierung. Dafür
dient den Teams das aufwendig
gestaltete „Roadbook“ mit durchaus
trickreichen Wegbeschreibungen
als Leitfaden.
Das Reglement besteht aus Durchfahrtskontrollen,
bei denen überprüft
wird, ob die Teilnehmer die
vorgesehene Strecke eingehalten
haben. An anderen Stationen gibt
es Zeitkontrollen und Wertungsprüfungen
auf Gleichmäßigkeit.
Auch der Katalog für Strafzeiten
ist lang – und alle Ergebnisse werden
haargenau auf den Bordkarten
vermerkt, die für jede Strecke
ausgegeben werden. Gesamtsieger
ist am Ende das Team mit der
geringsten Summe an Strafzeiten.
Außerdem gibt es Sonderpreise
wie „Bestes Damen-Team“, „Ältester
Fahrer“, „Größter Pechvogel“
und „Bestes Vorkriegsfahrzeug
im Gesamtklassement“. Bei
der Streckenplanung und Besetzung
der Posten können die Organisatoren
um den Vorsitzenden
und Gründer der Rallye, Hannes
Hirschvogel, auf die tatkräftige
Unterstützung des „MSC Bayerischer
Rigi Hohenpeißenberg“ zurückgreifen.
Mit Alois Mühlegger
befindet sich ein weiterer Gründungsvater
im Teilnehmerfeld. 90
Oldtimer sind für 2025 gemeldet –
sie kommen nicht nur aus Bayern,
sondern auch aus Berlin, Stuttgart
und Mönchengladbach. Sogar aus
der Schweiz ist ein Team am Start.
Darunter sind seltene Fahrzeuge
wie beispielsweise ein Porsche
356 (1964), Mercedes Ponton 220 S
(1958), Buick Riviera (1963), Jaguar
E-Type (1964) und Morgan Le Mans
(1938).
Anmoderation der Oldtimerrallye
beim Start in Peiting.
Die Oldtimer werden am Samstag
um 13.31 Uhr am Hauptplatz
in Peiting an den Start gehen, wo
sich auch das Fahrerlager befindet.
Auf gewundenen und malerischen
Straßen führt die erste Etappe
über Steingaden, Roßhaupten,
Lechbruck und Bernbeuren wieder
zurück nach Peiting, wo die
ersten Teilnehmer gegen 16.30 Uhr
erwartet werden. Der Beginn der
zweiten Etappe am Sonntagvormittag
ist an der MöbelCentrale in
Schongau und schickt die Oldtimer
über Denklingen und Dießen Richtung
Ammersee, um schließlich in
Pähl eine Mittagspause einzulegen.
Siegerehrung in Schongau
Am Nachmittag desselben Tages
haben auch die Besucher der Gewerbeschau
im Eisstadion Peiting
die einmalige Gelegenheit, einen
Blick auf die historischen Fahrzeuge
zu werfen – die Föhrenstraße
östlich des Stadions ist eine Station
der Rallye auf dem Rückweg vom
Ammersee. Gegen 16 Uhr werden
die Oldtimer auf dem Marienplatz
in Schongau durch den Zielbogen
rollen, wo auch die Siegerehrung
stattfinden wird. Josef Ritzl
freute sich bereits am Tag des
„altlandkreis“-Besuchs auf die bevorstehende
Classic: „Es ist wunderbar,
wenn man viele gleichgesinnte
Menschen treffen und
gemeinsam durch den wunderschönen
Pfaffenwinkel rollen kann.
Nur regnen sollte es nicht, denn
mein Ford hat leider keine Seitenfenster.“
Aber auch davon wird er
sich gemeinsam mit seiner Gattin,
die das Roadbook lesen muss,
nicht abhalten lassen. Und wenn es
die Witterung erlaubt, wird er das
Verdeck abnehmen, seinen Pickup
zu einem Cabrio umbauen und sich
den Fahrtwind um die Nase wehen
lassen. „Besser geht’s nicht“, sagt
Josef Ritzl und lacht.
edl
juli / august 2025 | 19
Wir stellen ein –
komm in unser Team:
Zimmerer (m/w/d)
Maschinenführer (m/w/d)
Schreiner (m/w/d)
Arbeitsvorbereiter (m/w/d)
So stark sind Peitings Rock 'n' Roller
Getanzter Leistungssport
Peiting | Anfangs
waren die Peitinger
Rock 'n' Roller so etwas
wie der kleine, unbekannte
Dorfverein, der
in der Szene wenig
Beachtung fand. Heute
ist diese Außenseiterrolle
gegenüber deutlich
größeren Vereinen
in deutlich größeren
Ortschaften und Städten
längst Geschichte.
Seit mittlerweile
Jahrzehnten begeistert
die im Jahre 1980 gegründete
Sparte des
TSV Peiting mit Auftritten
auf allerhöchstem
Niveau, hat zig
Bayerische Meistertitel
vorzuweisen und qualifiziert
sich mit meist
mehreren Paaren regelmäßig für
die Deutsche Meisterschaft – und
hat auch dort stets gute Chancen
auf Stockerlplätze, wenn alles
zusammenspielt sogar auf den
Deutsche-Meister-Titel. Dass ein
derart hohes Niveau nicht von ungefähr
kommt, wird im Gespräch
mit Abteilungsleiter, Trainer und
Tänzer Tobias Thiele (25) sowie
Schriftführerin, Nachwuchs-trainerin
und Thieles Tanzpartnerin
Tamina Berchtold (25) schnell
deutlich. Drei Mal die Woche trainieren
die beiden gemeinsam mit
den anderen RRC-Aktiven in der
Mittelschulturnhalle in Peiting,
jeweils zwei Stunden am Stück.
Zusätzlich zwei Mal die Woche
Kraft, Kondition und Ausdauer
zuhause oder in einem Fitnessstudio.
Hinzu kommen Turniere und
Auftritte im Rahmen unterschiedlicher
Events an Wochenenden,
Bockstark! Die Peitinger Rock 'n' Roller holten sich kürzlich
zwei Deutsche Meistertitel sowie einen Vize-Titel.
die in ganz Süddeutschland und
darüber hinaus stattfinden, meist
mit weiten Anfahrten verbunden
sind. Insofern Leistungssport, der
verdammt viel Disziplin, Ehrgeiz
und Leidenschaft voraussetzt. „Die
Rock 'n' Roller sind schon so etwas
wie ein eigener, positivverrückter
Clan“, sind sich Tobias und Tamina
einig auf die Frage nach dem
Warum. „Um diesen Aufwand
auf diesem Niveau neben Schule,
Studium oder Beruf in Vollzeit
betreiben zu können, musst
du schon ein bisschen verrückt
sein.“ Wer jedoch einmal mit dem
Rock 'n' Roll-Virus infiziert wurde
und mit Talent, Fleiß und Ehrgeiz
ein gutes Niveau erreicht hat, „der
möchte hier nicht mehr weg“. Tamina
Berchtold und Tobias Thiele
geben an dieser Stelle offen und
ehrlich zu, dass dieser anspruchsvolle
Vollkörpersport aus Tanz,
Akrobatik, Kraft, Kondition
und Koordination
zu fetziger Musik und
vor tosendem Publikum
„schon auch süchtig
macht“.
Gesprungene Salti
und Schrauben
„Die meisten denken bei
Rock 'n' Roll immer an
Elvis Presley, dabei geht
es hier bei weitem nicht
nur um Rock ’n’ Roll an
sich, sondern auch um
Swing, Jazz, Blues.“ Also
auch um Lindy-Hop, ein
in USA geborener Swing-
Tanz aus den 1930er
Jahren. Will heißen?
„Das wir im Training wie
Wettkampf zu fast allen
Songs tanzen können, die einen
Vier-Viertel-Takt haben – und die
müssen definitiv nicht von Elvis
stammen.“ Michael Jackson, Taylor
Swift, AC/DC, Linkin Park – die Liste
der Interpreten ist lang. „Wobei die
Songs von uns in der Regel schneller
abgespielt werden müssen als
es im jeweiligen Original der Fall
ist.“ Um wie viel schneller, hängt
letztlich von der Altersklasse ab.
Davon unabhängig entscheidend:
Dass die Grundschritte, auf denen
letztlich der komplette Tanz
aufgebaut wird, sitzen wie im
sprichwörtlichen Schlaf. Auf zwei
Kicks folgt ein Kickballchange, also
Umsprung, stets im Rhythmus der
flotten Musik. Dann? „Sind uns im
Grunde kaum Grenzen gesetzt.“
Dame und Herr laufen aufeinander
zu, drehen sich, tauschen den
Platz, machen Kicks mal schräg,
mal gerade, mal mit angezogenem
20 | altlandkreis
Bein. Und immer wieder dazwischen:
Spektakuläre Hebefiguren
vom klassischen nach oben Stemmen
bis hin zur gedrehten Schraube
oder gesprungenem Salto in
der Luft. Das Schwierigste, was
Tamina und Tobias in Petto haben?
Ronja und Julian sind frischgebackene
Deutsche Meister in der Schülerklasse.
„Ist tatsächlich der freigesprungene
Salto von Tamina.“ In der Historie
der Peitinger Rock 'n' Roller hat
es mit Alexander Ramsauer und
Sabrina-Martina Lindauer jedoch
ein Tanzpaar gegeben, das sogar
den sogenannten „Todessprung“
beherrscht hatte. „Hier wird
die Dame frei in die Luft geworfen
und landet senkrecht
und mit dem Kopf nach unten
auf dem Rücken des Herren.“
Wobei es laut Tamina
Berchtold in der höchst zu
tanzenden Klasse, der A-
Klasse, noch komplexere Einlagen
gibt im Rahmen der in
Summe 1,45 Minuten langen
Choreografien.
Erst Deutsche, dann
Gewerbeschau
Aktuell zählen die Peitinger
Rock 'n' Roller 20 aktive Kinder
im Alter von acht bis 14
Jahren sowie zwölf Erwachsene
im Alter von 18 bis 27 Jahren, von
denen wiederum drei Paare dem
bayerischen Landeskader angehören.
Sie kommen aus Schongau,
Wildsteig, Apfeldorf, Sachsenried,
Oberhausen und Peiting. Und
dienen durchaus als Vorbilder in
einer Zeit, in der sich junge Menschen
aufgrund des verlockenden
Überangebots an Freizeitaktivitäten
nicht mehr fest an eine Sache
binden möchten. „Speziell wir
Älteren haben neben der schulisch-beruflichen
Alltagspflicht
in der Tat keine Zeit für weitere
Hobbys“, betont an dieser Stelle
Paul Mattern, 20, aus Peiting, der
gemeinsam mit Jule Kirchner, 19,
ebenfalls aus Peiting, seit elf Jahren
Rock 'n' Roll tanzt – und nicht
weniger ambitioniert unterwegs
ist wie Tamina Berchtold und
Tobias Thiele. Wobei Trainingsfleiß
und Intensität der Peitinger
Rock 'n' Roller nicht nur notwendig
sind, um deutschlandweit mit den
besten mithalten zu können. „Du
brauchst ein gewisses Fitnesslevel
auch, um Verletzungen vorzubeugen.“
Oder trotz Verletzungen auf
hohem Niveau tanzen zu können?
Eingerissene Patellasehne, eingerissener
Meniskus, stark gereiztes
vorderes Kreuzband: In diesem
körperlich grenzwertigen Zustand
tanzt Tobias Thiele momentan,
hat jedoch kaum Schmerzen, weil
seine Muskulatur und Sehnen
grundsätzlich extrem stabil und
austrainiert sind. „Rock 'n' Roll
ist ein für den ganzen Körper
sehr belastender, deshalb auch
verletzungsgefährlicher Sport –
deshalb auch das zusätzliche
Training, um Verletzungen präventiv
vorzubeugen.“, bekräftigt
er. Und schrittweises Herantasten
an anspruchsvolle Akrobatik. „Im
Training geben wir uns untereinander
Hilfestellung, werfen zum
sanfteren Landen eines Sprungs,
der noch nicht so richtig sitzt,
auch mal eine Weichbodenmatte
drunter.“ Letztlich brauche es für
Neueinsteiger – je nach Talent und
Ehrgeiz – mindestens zwei Jahre,
bis eine gewisse Turnierreife erreicht
wird. Wobei die Peitinger
Rock 'n' Roller nicht nur bekannt
sind für starke, actionreiche Performance
im Rahmen hochklassiger
Turniere. Sie begeistern auch
als Showtanzgruppe. Zum Beispiel
auf Faschingsveranstaltungen.
Oder im Rahmen der Pfaffenwinkel
Gewerbeschau 2025, wo die
Leistungssportler am Samstag,
5. Juli, um 15 Uhr ihr Können auf
die im Peitinger Eisstadion aufgebaute
Bühne zaubern werden.
Und das in absoluter Topform:
Denn Mitte Juni sind die Peitinger
Rock 'n' Roller tatsächlich Deutsche
Meister bei den Schülern,
Deutsche Meister in der C-Klasse
und Deutsche Vize-Meister in der
B-Klasse geworden!
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Pfaffenwinkel und Oberland!
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juli / august 2025 | 21
> > > ALLERLEI IM ALTLANDKREIS
Freizeitangebote für Groß und Klein
Schongau | Kinderspielecke, Hüpfburg, Torwand und —
natürlich — alle wichtigen Informationen rund um Haustiere
wie Hunde, Katzen und Meerschweinchen sowie
rund ums Thema Tierschutz: Das und vieles mehr bietet
das Tierheim Schongau Ende
August im Rahmen eines
großen Sommerfestes, zu
dem Alt und Jung aus Nah
und Fern recht herzlich eingeladen
sind an die Wielenbachstraße
15 in Schongau
— schließlich handelt es sich
Tierheim lädt zum großen Sommerfest
Electro, Krimi, Gesundheit und Rock – die Gewinner der letzten Ausgabe
Altlandkreis | Einmal mehr rekordverdächtig
viele Gewinnspiel-Einsendungen
haben
die „altlandkreis“-Redaktion
nach Veröffentlichung der
Mai / Juni-Ausgabe erreicht.
Über den neuen Alpenkrimi
von Bestseller-Autorin Nicola
Förg durften sich letztlich
Marianne Straub aus
Bernbeuren und Susanne
beim Tierheim im Gewerbegebiet an der Dießener Straße
um das einzige im kompletten Landkreis Weilheim-
Schongau, hat insofern eine ganz besondere Bedeutung
für die Region. Beginn ist am Freitag, 29. August, um
16 Uhr. Am Samstag, 30. August
sowie Sonntag, 31. August, sind
die Pforten jeweils von 13 bis 20
Uhr geöffnet. Dank Speis und
Trank ist auch für das leibliche
Wohl der Sommer-merfestbesuchebestens
gesorgt.
js
Becker aus Schongau freuen. Den Gesundheitsratgeber
von Marianne Porsche-Rohrer gewannen Florian Klein
aus Wildsteig und Gabriele Lang aus Burggen. Je zwei
Tickets für das Electro-Festival „Grüne Sonne“ sind an
Martin Echtler aus Peiting sowie Tatjana Junitsch aus
Hohenfurch verlost wurden. Und zum Rockkonzert mit
DAMONA und David Gramberg durften ebenfalls mit
Begleitung Harald Skokan aus Altenstadt, Petra Schneider
aus Bad Bayersoien und Sybille Klischat
aus Peiting. Wir gratulieren allen Gewinnern ern
recht herzlich!
js
Romeo & Julia, Brandner Kaspar
und Heimatsound-Festival
Oberammergau | Das Passionstheater Oberammergau
startet Anfang Juli in die Sommersaison 2025. Beginnend
mit der Premiere von Romeo und Julia (nach W. Shakespeare,
Inszenierung: Christian Stückl) am Freitagabend,
4. Juli, um 20 Uhr, der im Juli und August sieben weitere
Aufführungen folgen. Außerdem an jeweils zwei
Tagen geboten: Das originelle Stück vom „Brandner
Kaspar und das ewig' Leben“ aus der Feder von Kurt
Wilhelm und Franz von Kobell, aufgeführt als Gastspiel
des Münchner Volkstheaters am Freitag, 11. Juli, und
Samstag, 12. Juli, jeweils um 19.30 Uhr. Und das Heimatsound-Festival
am Freitag, 8. August, und Samstag,
9. August, jeweils ab 15 Uhr. Nähere Informationen und
Tickets zu allen drei Veranstaltungen gibt's auf der Internetseite
des Oberammergauer Passionstheaters unter
www.passionstheater.de.
js
22 | altlandkreis
Gutscheinheft für die
Sommerferien
Ferien-Bus
Lechfloßfahrten
starten in die Saison
Weilheim-Schongau |
Ab
Anfang Juli ist der
neue Pfaffenwinkel
Ferienpass für 2025
in allen landkreisweiten
Gemeinden,
Jugendzentren,
in
vielen Schulen sowie
im Amt für Jugend
und Familie
in Weilheim und
Schongau
sowie
beim Kreisjugendring
Weilheim-
Schongau erhältlich. h Dabei handelt es sich
um ein Gutscheinheft mit vielen kostenlosen
und (stark) vergünstigten Freizeitangeboten
für Schüler und Familien in ganz Bayern und
darüber hinaus, einzulösen im Rahmen der
Sommerferien vom 1. August ust
bis 15. September. Kosten pro
Pass: Drei Euro.
js
Schongau / Lechbruck | Die Tourist Informationen in Schongau
und Lechbruck laden auch diesen Sommer wieder zu den bei
Einheimischen wie Urlaubern beliebten Floßfahrten auf dem
Lech. Die Lechbrucker fahren bereits seit Juni immer dienstags
um 18 Uhr und
donnerstags um
10.30 Uhr, stets vom
örtlichen Bootshafen
an der Lechwiesenstraße
36.
Infos und Reservierungen
unter Telefon
08862 / 987830
oder via E-Mail:
info@lechbruck.de. Die Schongauer fahren ab Anfang
Juli jeden Samstag um 10.30 und 12.30 Uhr sowie jeden
Sonntag um 14 und 16 Uhr, stets vom Lido am Bootshaus
unterhalb der Lechuferstraße aus. Darüber hinaus
gibt es weitere Abendfahrten für Kinder oder zu Themen
wie „Die Henkerstochter“. Infos und Anmelvia
E-Mail: touristinfo@schongau.de.
dungen unter Telefon 08861 / 214-181 oder
js
Bauernbühne am Seeufer
Bad Bayersoien | Die
Bayersoier Bauernbühne
hat sich für
dieses Jahr etwas ganz
Besonderes einfallen
lassen: Ein Freilichttheater
am Bad Bayersoier
See. Das Stück
heißt „Die Siebtelbauern“,
stammt aus
der Feder von Stefan
Hellbert und erzählt vom Schicksal der Knechte und Mägde,
die durch den Tod des Bauern unerwartet zu Erben
des Hillingerhofs wurden. In mehreren Rückblenden erzählt
der ehemalige Knecht Severin von den Geschehnissen,
die wegen des Neids der anderen Bauern kein gutes
Ende nehmen für die Knechte und Mägde. Gespielt wird
am 8. und 9. August, 15. und 16. August sowie 22. und
23. August, jeweils um 20 Uhr, auf einer selbstgebauten
Freilichtbühne am Bad Bayersoier See. Vorverkaufskarten
für 24 Euro sind im Dorfladen von Bad soien sowie online unter www.bauernbuehnebayersoien.de
erhältlich.
Bayerjs
20 Jahre Flößermuseum
Lechbruck | Das 1645 im Ständerbohlenbau errichtete „Dodlhaus“
wurde im Jahre 1994 von der Gemeinde Lechbruck gekauft, im
Originalzustand erhalten. Heute dient es seit mittlerweile 20 Jahren
als kleines, aber feines Museum, das wiederum von einem
vor 30 Jahren gegründeten Förderverein betrieben und immer
wieder mit neuem Leben befüllt wird. Neben der Dauerausstellung
rund um die körperlich schwere, verletzungsgefährliche
aber auch beeindruckende Flößerei auf dem Lech zeigt das Flößermuseum
ein Lechbrucker Ortsmodell, einen Medientisch zum
Thema Wildfluss, ein Modell des Lechbrucker Bahnhofs, einen
Schaukasten mit Königsbecher, ein Miniaturmodell eines Steinbruchs,
eine Filmstation zu „Die Lechflößer“, den Museumsführer
„Auf den Spuren der Lechflößer“ sowie einen Museumführer für
Kinder. Das Doppeljubiläum zu „20 Jahre Flößermuseum – 30
Jahre Förderverein“ wird nun gefeiert: Am Samstag, 5. Juli, ab 18
Uhr mit einer Museumsnacht
und Eröffnung einer Sonderausstellung.
Am Sonntag, 6.
Juli, ab 15 Uhr mit buntem
Rahmenprogramm mm
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juli / august 2025 | 23
– ANZEIGE –
Meilenstein auf dem Weg zum Darmkrebszentrum
„Tumorboard“ sichert
optimale Behandlung
Weilheim | Auf dem Weg zum
überregionalen Darmkrebszentrum
hat das Krankenhaus Weilheim
bereits einige Meilensteine
umgesetzt: Die Kliniken für Allgemein-
und Viszeralchirurgie
sowie Gastroenterologie, Hepatologie
und Infektiologie mit
ihren beiden Chefärzten Prof.
Dr. Dr. Reinhold Lang und Dr. Jochen
Dresel erfüllen zahlreiche
Qualitätsmerkmale, die für eine
Zertifizierung von Vorteil sind.
Wichtigster Baustein ist dabei die
fächerübergreifende Tumorkonferenz,
die den Behandlungs- und
Therapieerfolg von Darmkrebspatienten
maßgeblich beeinflusst.
Darmkrebs gehört zu den häufigsten
Krebsarten in Deutschland.
Jedes Jahr erkranken 54000
Menschen neu. 2022 waren laut
dem bayerischen Krebsregister
77 Patienten im Landkreis Weilheim-Schongau
von bösartigen
Tumoren am Dick- und Enddarm
betroffen. Im Krankenhaus Weilheim
werden sie in enger Zusammenarbeit
mit niedergelassenen
Gastroenterologen, Onkologen
und Strahlentherapeuten behandelt.
Diese Kooperation zeichnet
den Landkreis aus. Sie ist die
wichtigste Anlaufstelle für Darmkrebspatienten
in der Region.
Regelmäßig tagt ein Tumorboard,
bestehend aus Ärzten verschiedener
Fachrichtungen, das die
bestmögliche Behandlung für den
individuellen Patienten festlegt.
Sonderveröffentlichung entlic
hungd
der
„In der modernen Krebstherapie
spielt das Tumorboard eine bedeutende
Rolle bei der Diagnostik
und Therapie“, macht Prof. Dr. Dr.
Reinhold Lang, Chefarzt der Klinik
für Allgemein- und Viszeralchirurgie
in Weilheim, deutlich.
Fächerübergreifendes
Know-how im
Tumorboard
Im Krankenhaus Weilheim setzt
sich das Tumorboard aus Experten
der Klinik für Allgemein- und
Viszeralchirurgie, der Klinik für
Gastroenterologie, Hepatologie
und Infektiologie, des Radiologischen
Zentrums Weilheim, der
Strahlentherapie am Krankenhaus
Weilheim, der Schwerpunktpraxis
für Hämatologie und Onkologie
in Weilheim, der Onkologischen
Praxis im MVZ Schongau, der
Pathologie Starnberg MVZ GmbH
und des Palliativmedizinischen
Dienstes zusammen. „Die interdisziplinäre
Zusammenarbeit
ermöglicht es uns, alle Aspekte
der Erkrankung zu berücksichtigen
und die optimale Therapie
für jeden Patienten zu finden“,
betont Dr. Jochen Dresel, Chefarzt
der Klinik für Gastroenterologie,
Hepatologie und Infektiologie in
Weilheim.
Ein zentrales Ziel des Tumorboards
ist die Entwicklung maßgeschneiderter
Therapiepläne,
Wichtige Mitglieder des Tumorboards am Krankenhaus Weilheim. Von links nach rechts: Dr. Jochen Dresel,
Dr. Alexandra Dressler, Dr. Michaela Riepl, Dr. Gabert Heidrich und Prof. Dr. Dr. Reinhold Lang.
Im begehbaren Darmmodell der Felix-Burda-Stiftung werden krankhafte
Veränderungen des Darms dargestellt.
die den spezifischen Bedürfnissen,
dem Alter und dem aktuellen
Gesundheitszustand des Patienten
gerecht werden. Dies kann
Operationen, Chemotherapien,
Strahlentherapien oder innovative
Behandlungsansätze umfassen.
Dr. Gabert Heidrich vom Radiologischen
Zentrum Weilheim
erklärt: „Durch die Kombination
unserer Fachkenntnisse in den
Bereichen der Radiologie und
der Nuklearmedizin, den Einsatz
hochmoderner Geräte sowie
künstlicher Intelligenz bei der
Befundanalyse, insbesondere bei
der Auswertung von Computertomographien
und Kernspintomographien,
können wir sicherstellen,
dass unsere Patienten
von den neuesten medizinischen
Erkenntnissen profitieren.“
Steht ein Patient im Verdacht, einen
Tumor am Darm zu haben,
wird zunächst in der Klinik für
Gastroenterologie, Hepatologie
und Infektiologie eine Spiegelung
durchgeführt, um die Diagnose
zu bestätigen oder zu entkräften.
Hierfür steht hoch qualifiziertes
Personal und modernste, KIgestützte
Technik zur Verfügung.
Dr. Dresel: „Wir führen mehr als
1000 komplexe Koloskopien pro
Jahr durch. Damit können wir
nicht nur sehr genau diagnostizieren,
sondern wir tragen außerdem
aktiv zur Prävention von
Darmkrebs bei, indem wir Polypen
und kleine Tumore abtragen.“
Prof. Dr. Dr. Lang am Da-Vinci-OP.
Pathologen überprüfen,
ob Wucherung gut
oder böse ist
Der abgetragene Polyp wird in die
Pathologie geschickt, wo überprüft
wird, ob es sich um eine
gut- oder bösartige Wucherung
handelt oder ob es eine spezielle
Form dazwischen ist. Die Ergebnisse
der pathologischen Untersuchung
entscheiden über den
weiteren Verlauf der Behandlung.
„Pathologen sind die Lotsen für
den behandelnden Arzt und bilden
die Schnittstelle zwischen Diagnostik
und Behandlung“, sagt
Dr. Alexandra Dressler, Fachärztin
für Pathologie bei der Pathologie
Starnberg MVZ GmbH.
Eine ähnliche Funktion übernimmt
die radiologische und
nuklearmedizinische Diagnostik.
Verlaufskontrollen des Tumors
und eventuell vorhandener Metastasen
sind ohne eine radiologische
Bildgebung mit Verfahren
wie etwa der Computertomographie
(CT), Magnetresonanztomografie
(MRT) und der Nuklearmedizin
kaum möglich.
Wenn feststeht, dass es sich um
bösartiges Gewebe handelt, muss
dieses häufig operativ entfernt
werden. Experte für Darmchirurgie
ist Prof. Reinhold Lang.
Gemeinsam mit seinem Team
führt er regelmäßig Tumor-Operationen
am Dickdarm, Enddarm
und Mastdarm durch. Notwendige
OPs werden überwiegend mit
Hilfe des DaVinci-Roboters umgesetzt.
„Natürlich ist der Patientenwunsch
ausschlaggebend, aber
insbesondere bei Enddarmkrebs
kann man mit dem DaVinci am
besten und genauesten operieren“,
unterstreicht Prof. Lang.
Häufig muss der Patient vor und
nach der Operation onkologisch
behandelt werden. Die beiden
onkologischen Praxen des Tumorboards
in Weilheim und Schongau
führen bei den Patienten
unter anderem Chemo- und Immuntherapien
sowie Bluttransfusionen
durch.
Dr. Jochen Dresel erklärt das KI-gestützte Endoskopie-Gerät.
Strahlentherapie ist
die dritte Säule der
modernen Krebstherapie
Die Strahlentherapie Weilheim
ist ebenfalls ein essenzieller Teil
des Tumorboards und stellt – neben
Chemotherapie und Operation
– die dritte Säule moderner
Krebstherapie dar. „Die Strahlentherapie
wird vor allem dann
eingesetzt, wenn der Enddarm
betroffen ist – meist in Kombination
mit einer Chemotherapie“,
sagt Radioonkologin Dr. Michaela
Riepl. Und weiter: „Sie reduziert
das Risiko eines Wiederauftretens
der Krebserkrankung nach der
Operation und ist manchmal so
wirksam, dass auf eine Operation
verzichtet werden kann.“
Zudem ist der Palliativmedizinische
Dienst rund um Dr. Esther
Bureik Teil des Tumorboards.
Dieser steht allen Patientinnen
und Patienten zur Verfügung, die
an einer fortgeschrittenen und
lebensbegrenzenden Erkrankung
leiden, so auch Tumorpatienten.
Die Ärzte des Tumorboards sind
nicht nur untereinander vernetzt,
sondern sie tauschen sich auch
regelmäßig mit niedergelassenen
Gastroenterologen und Endoskopikern
aus. „Wir pflegen
enge Kontakte zum Wohle der
Patienten“, betont Prof. Lang. Dr.
Dresel ergänzt: „Damit haben wir
eine Plattform geschaffen, die
> > > KONTAKT
die Behandlungsqualität deutlich
verbessert und so die Überlebenschancen,
aber auch die Lebensqualität,
von Krebspatienten
erhöht.“
Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Johann-Baur-Straße 4
82362 Weilheim
Telefon: 0881 188-8580
Telefax: 0881 188-4579
E-Mail: wm-allgemeinchirurgie@kh-gmbh-ws.de
Medizinische Klinik II für Gastroenterologie,
Hepatologie und Infektiologie
Johann-Baur-Straße 4
82362 Weilheim
Telefon: 0881 188-8230
Telefax: 0881 188-4230
E-Mail: gastrozentrum@kh-gmbh-ws.de
Klinik für Innere Medizin Schongau
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juli / august 2025 | 25
150 Jahre Feuerwehr & Lechgautrachtenfest
„Schweißt das ganze
Dorf zusammen“
Rott | Wenn kleine Dörfer Großes
erreichen möchten, ist vereinsübergreifender
Zusammenhalt
gefragt. „Deshalb war für uns
von Beginn an klar, gemeinsame
Sache zu machen“, sind sich
Martin Krötz und Herbert Ruf einig.
Daraus geboren: Die Rotter
Festwoche, im Rahmen derer erst
die Rotter Feuerwehr 150-jähriges
Gründungsjubiläum feiert, und
der Trachtenverein D’Rottbachtaler
anschließend das Gautrachtenfest
des Lechgaus (Programm siehe
Seite 29) ausrichten wird. Wie viele
graue Haare der langjährige Kommandant
sowie amtierende Vereinsvorsitzende
der Feuerwehrler
sowie der langjährige Trachtenvorstand
und ebenfalls aktive Feuerwehrmann
im Zuge dieser dafür
umfangreichen Vorbereitung bereits
bekommen haben? „Hält sich
ehrlicherweise in Grenzen, weil
wir bereits vor zwei Jahren früh
genug mit der Planung angefangen
haben, obendrein das ganze
Rettet Leben: Die Freiwillige Feuerwehr in Rott.
Dorf an einem Strang zieht – das
schweißt zusammen und macht
Spaß.“ Letzteres ist auch bei den
Einsätzen der Rotter Feuerwehr
gefragt, die vergangenes Jahr aufgrund
mehrerer Extremwetter so
häufig ausrücken musste wie nie
zuvor. „Normalerweise haben wir
rund 35 Einsätze pro Jahr. 2024
waren es jedoch mehr als 60!“
Sturm, Hagel und Starkregen fluteten
mehrmals die Keller einiger
Rotter Bürgerinnen und Bürger,
entwurzelten Bäume, die quer
auf Straßen liegengeblieben sind.
„Es hat teilweise so stark geregnet,
dass der Grundwasserspiegel
nach oben drückte.“
Einsätze mit
traumatischen Bildern
Die schwersten Einsätze sind für
die Aktiven der Rotter Feuerwehr
jedoch andere. „Wenn ein kleiner
Bub von seiner eigens gebauten
Sandhaufenhöhle begraben wird,
nicht mehr rauskommt und trotz
umfassender Reanimierungsversuche
nicht mehr wiederbelebt
werden kann, lässt dich das nicht
mehr kalt“, so Martin Krötz über
seinen prägendsten Einsatz. Herbert
Ruf spricht an dieser Stelle
von schweren Verkehrsunfällen,
zu denen die Rotter Wehr dank
Ausstattung mit Schere und Spreizer
immer wieder gerufen wird.
„Wenn es dann Bekannte, ja sogar
Unfallopfer aus den eigenen Reihen
sind, die man schwerstverletzt
aus dem Auto versucht, möglichst
schnell und schonend herauszuschneiden,
ist das schon hart.“ Im
Team viel miteinander sprechen
sowie die Hinzunahme von Experten
des Kriseninterventionsteam
des Landkreises Landsberg am
Lech hilft, traumatische Erlebnisse
zu verkraften, ja zumindest besser
damit umgehen zu können.
20 000 Liter pro Minute
Aktuell zählt die Rotter Feuerwehr
208 Vereinsmitglieder, von
denen 65 aktiv sind. „Damit sind
wir, gemessen an der Größe unseres
Dorfes mit knapp 1 800
Einwohnern, wirklich gut aufgestellt“,
betont Herbert Ruf. Überhaupt
sei erfreulich, „dass wir
im Grunde noch nie übertrieben
aktiv nach Nachwuchskräften suchen
mussten“. Zehn junge Burschen
sind derzeit Teil der Rotter
Jugendfeuerwehr. Und auch die
Frauenquote ist bei derzeit sechs
aktiven Damen eine äußerst erfreuliche.
Fehlt eigentlich nur
26 | altlandkreis
noch ein neues, topmodernes
Fahrzeug. „Ist bereits bestellt – in
zwei Jahren wird unser LF16 durch
ein nigelnagelneues HLF20 ausgetauscht.“
Darüber hinaus arbeitet
die Rotter Wehr mit einem LF10,
einem 3000-Liter-Wasserfass,
einem Schlauchanhänger sowie
einem Mehrzweckanhänger. Zur
Info: LF steht für Löschgruppenfahrzeug,
HLF für Hilfeleistungs-
Löschgruppenfahrzeug und die
Zahl 20 des HLF bedeutet, dass die
Feuerlöschkreispumpe in diesem
Fahrzeug bei einem Druck von 10
Bar mindestens 20000 Liter Wasser
befördern kann. „In Summe
natürlich kein großer Fuhrpark,
aber im Detail so aufgebaut, dass
er unseren Zwecken vollends genügt.“
Auch bei größeren Einsätzen?
„Da arbeiten wir sehr eng
mit den ähnlich klein aufgestellten
Wehren aus dem benachbarten
Wessobrunn, Ludenhausen und
Reichling zusammen. „Und falls
eine Drehleiter gebraucht wird,
helfen uns die Großen aus Dießen
oder Schongau.“
Urige Almhütte als
Vereinsheim
Wenige hundert Meter Luftlinie
vom Rotter Feuerwehrhaus an der
Landsberger Str. 19 entfernt – das
wohl urigste und außergewöhnlichste
Trachtenheim der Region.
„Wir bezeichnen es als Trachtenhütte“,
bekräftigt Martin Krötz diesen
optischen Mix aus Jagdhaus
und Almhütte, der 1952 in Eigenleistung
gebaut wurde auf einem
in Summe 1 100 Quadratmeter
großen Grundstück, „das wir später,
im Jahr 2007, zu unserer großen
Überraschung, sogar von den
Besitzern geschenkt bekommen
haben und natürlich ein Riesensegen
für unseren Verein war und
ist“. Einmal die Woche wird darin
in der Regel geprobt, aus aktuellem
Anlass, wegen des bevorstehenden
Gaufestes, auch häufiger.
Drehen, Platteln, Auftanz, Polka.
Stets im Takt zur handgemachten
Ziachmusik. „Damit wir gerüstet
sind, auch für Auftritte abseits
des Gaufestes.“ Die Teilnahme an
Trachtenfesten, beim alljährlichen
Preisplatteln, Maibaumaufstellen,
Heimatabenden, das Mitwirken
Das originellste Trachtenheim der Region steht hier in Rott.
Rausgeputzt: Der Rotter Trachtenverein beim Jubiläums-Fotoshooting.
bei kirchlichen und gesellschaftlichen
Anlässen in Rott und Umgebung
– die Liste der Vereinsaktivitäten
der D‘Rottbachtaler ist
lang. Und Lust und Ehrgeiz, die
Miesbacher Tracht zu präsentieren
sowie die bayerische Lebensart,
Mundart und all die guten alten
Bräuche zu hegen, pflegen und
leben, seien riesengroß. Aktuell
zählen die D’Rottbachtaler 250
Vereinsmitglieder, darunter zwölf
Paare bei den Aktiven (Plattler und
Dreherinnen) sowie 25 Buben und
Mädchen in der Jugendgruppe.
Und sie alle freuen sich schon riesig
auf das wohl größte Fest, das
je in Rott stattgefunden hat.
Zelt für 3 700 Personen
Schwerpunktmäßiger Ort des
Geschehens wird ein 3700-Per-
sonen-starkes Bierzelt sein, „das
wir auf einer Wiese am östlichen
Ortsausgang in Richtung Dießen
am Ammersee aufstellen werden“.
Die Bewirtung übernimmt
der für ausgezeichnete Küche bekannte,
im benachbarten Reichling
wohnhafte Festwirt Magnus
Ostenrieder. Parkmöglichkeiten
drumherum wird es ebenfalls
ausreichend viele geben. Dies gilt
auch für den Tag des wohl größten
Highlights im Rahmen der
Rotter Festwoche – dem großen
Umzug des Lechgautrachtenfestes
am Sonntag, 13. Juli, wofür mehr
als 40 Trachtenvereine samt Musikkapellen,
Trommlerzügen
juli / august 2025 | 27
und Pferdegespannen eingeladen
wurden. Allen voran die Vereine,
die dem Lechgau angehören:
Lechsbergler Apfeldorf, Schnalzbergler
Böbing, König Ludwig
Stamm II Burggen, D’Lechroaner
Epfach, D’Windachtaler Hofstetten,
D’Schwalbenstoaner Hohenfurch,
Bayerischer Rigi Hohenpeißenberg,
D’Wertachtaler
Kaufbeuren, Edelweiß Landsberg,
Alpenrose Peiting, D’Wurzbergler
Reichling, D’Rottbachtaler Rott,
Illachtaler Rottenbuch, Schlossbergler
Schongau, D’Lechtaler
Seestall, Almfrieden Steingaden,
D’Fuchsbergler Stoffen und Gennachtaler
Westendorf. Insofern
darf an diesem Tag das 1800
Einwohner starke Dorf mit mindestens
5000 Teilnehmern und
Besuchern allen Alters rechnen.
Und auf einen unfallfreien Ablauf
sowie gutes Wetter hoffen. js
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28 | altlandkreis
Die Rotter Festwoche auf einen Blick
Oimara, Aiwanger, Umzug
Rott | Für den Auftakt der Rotter
Festwoche haben die Verantwortlichen
einen bombastischen Bierzeltbrass
organisiert – am Freitag,
4. Juli, um 20 Uhr performt kein
Geringerer als der inzwischen international
gefragte „Oimara“ samt
seiner „Bande“, ehe ab 22 Uhr
die nicht weniger beliebte Gruppe
„DeSchoWieda“ das große Bierzelt
an der Ecke Dießener Straße und
Buchwiesweg zum Kochen bringen
werden. Insofern ein moderner
Partyabend mit Stimmungsmusik,
der sich primär an die Jüngeren
und Junggebliebenen richtet. Tags
darauf, am Samstag, 5. Juli, laden
die Rotter ab 10 Uhr zu einem Oldtimertreffen
samt Trachtenmarkt
und Frühschoppen mit musikalischer
Unterhaltung der Rotter
Musikkapelle ebenfalls ins große
3700-Mann-Bierzelt am östlichen
Ortsausgang Richtung Dießen am
Ammersee. Am selben Abend, auch
ab 20 Uhr, geht die Feierei weiter
mit einer pfiffigen Blasmusikparty.
Es spielen die Brauhausmusikanten
und Muckasäck. Der erste von
zwei Festsonntagen, der am 6.
Juli, ist der Feuerwehr gewidmet
und startet um 9.30 Uhr mit Kirchenzug,
Festgottesdienst (10 Uhr)
sowie anschließenden Festreden
sowie musikalischer Umrahmung
der Trachtenkapelle Wessobrunn
im Bierzelt. Ab 13 Uhr gibt’s für
Technikinteressierte spannende
Einblicke im Rahmen einer Feuerwehrfahrzeugschau
samt facettenreichem
Kinderprogramm für quasi
aktives Hineinschnuppern in dieses
so wertvolle Ehrenamt. Am Nachmittag
und Abend spielen wiederum
Musikkapellen schneidig auf, in
diesem Falle die aus Thaining und
Schwabsoien. Am Montagnachmittag,
7. Juli, findet um 13 Uhr im
großen Bierzelt ein Kreisseniorennachmittag
mit der Ü50-Kapelle
des Bezirks Lech-Ammersee statt.
Am Abend, um 20 Uhr, ein Politischer
Abend samt blasmusikalischer
Unterhaltung des Bundesverbands
Deutscher Milchviehhalter,
kurz BDM, wo unter anderem der
Bayerische Wirtschaftsminister
Hubert Aiwanger eine Ansprache
halten wird.
Kabarett mit
Wolfgang Krebs
Nach einem Tag Pause laden die
Rotter Trachtler und Feuerwehrler
am Mittwoch, 9. Juli, zu einem
hörens- wie sehenswerten Kabarettabend
mit Wolfgang Krebs,
dem Meister des Parodierens.
Einlass hierfür ist bereits um 18
Uhr, Beginn um 20 Uhr. Mit einem
„Boarischen Tanz“ am Freitag, 11.
Juli, beginnt um 20 Uhr schließlich
die trachtenlastigere Feierei im
Rahmen der Rotter Festwoche. An
diesem Abend spielen die für herausragend
gute, originelle Volksund
Blasmusik bekannten Gruppen
„Tegernseer Tanzlmusi“ und „Die
Blechböhmischen“ auf. Am Samstagabend,
12. Juli, um 20 Uhr sind
alle 18 Vereine des Lechgaus recht
herzlich zum großen Gauheimatabend
ins Festzelt eingeladen. Es
> > > INFORMATIONEN & TICKETKAUF
spielt auf die Musikkapelle Rott,
wenngleich dieser bunte Abend
mit Auftritten von Plattergruppen
schon vorher mit einem unter die
Haut gehenden Standkonzert am
Maibaumplatz (19 Uhr) in Rott beginnt
– und von dort gemeinsam
dann zum Festzelt marschiert wird.
Die sprichwörtliche Krönung der
Rotter Festwoche erfolgt jedoch
am finalen Festsonntag, 13. Juli,
mit traditionellem Weckruf (6 Uhr),
Aufstellung zum Kirchenzug (8.45
Uhr), Festgottesdienst am Sportplatz
und Frühschoppen mit der
Trachtenkapelle Apfeldorf (11 Uhr)
im Bierzelt. Bestens gestärkt geht’s
dann zur Aufstellung des großen
Festzugs (13 Uhr), zu dem die Rotter
mehr als 40 Trachtenvereine
samt Trommlerzügen, Musikkapellen
und Pferdegespannen eingeladen
haben. Losmarschiert wird
letztlich um 13.30 Uhr. Nach diesem
sehenswerten Umzug durchs Dorf
folgen Ehrentänze verschiedener
Trachtenvereine (14.30 Uhr) auf
Innen- und Außenbühne samt musikalischer
Umrahmung der Musikkapelle
Rott und des Musikvereins
Reichling, Blasmusik der Lechgau-
Trachtenkapelle (ab 16 Uhr) und
schließlich der dann doch von den
Verantwortlichen herbeigesehnte
Festausklang (ab 19 Uhr) mit der
Knappschafts- und Trachtenkapelle
Peiting.
js
Informationen rund um die Rotter Festwoche halten auch die
Internetseiten www.trachtenverein-rott.de und www.feuerwehrrott.de
sowie die Instagram-Accounts der Rotter Trachtler und
Feuerwehrler bereit. Dort finden Sie auch direkten Zugang zu Vorverkaufskarten
für „Bierzeltbrass“ und „Kabarettabend“.
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juli / august 2025 | 29
ESCONOVA – das Open Air mit familiärem Flair
Festival im Freibad
Altenstadt | Freibäder sind in der
Region rar gesät. Neben dem Ganzjahres-Bad
„Plantsch“ in Schongau
sowie dem weit und breit einzigartigen
Wellenfreibad Peiting (siehe
Seite 6) über viele Jahre eine Art
Geheim-Tipp gewesen: Das Freibad
Am Weidach 2 in Altenstadt.
Es umfasst ein 1800 Quadratmeter
großes Schwimmerbecken, ein
deutlich kleineres, 70 Zentimeter
tiefes Nichtschwimmerbecken, einen
freibadtypischen Kiosk sowie
äußerst großzügige Liegewiesen
samt schattenspendenden Bäumen.
Dass dieses Bad an heißen
Sommertagen inzwischen auch
von Badebegeisterten außerhalb
der Orts- oder gar Landkreisgrenze
besucht wird, hängt unter anderem
mit dem ESCONOVA-Festival
zusammen – ein Open Air mit Live-
Bands und DJs, das vor mittlerweile
neun Jahren die aktiven Mitglieder
der Altenstädter Fördervereine von
Fußball und Feuerwehr aus der
Taufe gehoben haben. Das Konzept:
Zwei Bühnen, drei aus der Region
stammende Live-Bands und neun
(!) DJs. „Damit garantieren wir einen
bunten Musikmix für alle Geschmäcker
und Altersklassen“, sagt
Mitorganisator Dominik Jaud über
dieses Mehrgenerationen-Festival,
auf dem dank der familienfreundlichen
Organisation sowie der
30 | altlandkreis
facettenreichen Musikrichtungen
auch Eltern mit Kindern gerne zu
Gast sind. Während das Festival die
ersten Jahre bekannt für zwei verschiedene
Bühnen war, wartet es
2025 sogar mit drei verschiedenen
Areas auf: Auf der „Neptun Stage“
spielen zwischen 20.30 und 23.40
Uhr zunächst drei Live-Bands. Beginnend
mit der vierköpfigen Band
„Fenzl“, benannt nach dem ehemaligen
Django-3000-Bassisten
Michael U. Fenzl, die bekannt ist
für Songs im Bereich Rock, Pop und
Heimatsound. Danach: Herzerfrischende
Reaggae-Vibes von der
aus Garmisch-Partenkirchen kommenden
Band „Irie Fambli“. Und
wiederum danach: Die ebenfalls
in Süddeutschland heimische Band
„Casino Blackout“ mit modernem
Pop-Punk samt sphärischen Synthesizer-Flächen
und prägnanten
Elektro-Elementen – und Songtexten
mit reichlich Abwechslung
und Aussagekraft, unter anderem
geprägt von der sich ständig wandelnden,
weltpolitischen Lage.
Drei Bands, neun DJs
> > > TICKETS ZU GEWINNEN
Parallel dazu sowie tiefer in die
Nacht hinein legen heuer gleich
neun DJs auf drei verschiedenen
Bühnen auf. Die Musikrichtungen
könnten dabei unterschiedlicher
nicht sein, reichen von bekannten
Party- und Schlagerhits über zum
sich treibenlassenden Techno-Rave
bis hin zu richtig hartem „Psycho-
Techno“. Die Rede ist von der aus
München stammenden DJane „Zitrophren“
(Electro, Techno, Hard-
Techno), dem Duo „Yeyjo & Buzztardo“
(Hardtechno & Psytrance),
der Allgäuer DJ Basix (Clubcharts,
House, Mashups, EDM – steht für
elektronische Tanzmusik), Rocko
(Techno & Rave), Astor (Dance &
Future House), Anderson (EDM,
Deephouse & Amapiano), DJ Effex
sowie die aus Schwabniederhofen
stammenden Locals Dennis Hard
(Back tot he 90s) und Bentastic
(EDM Tanzmusik & Charts). Neben
dem Line-Up kann sich auch das
Drumherum des Freibad-Festivals
sehen lassen: Augustabar, angelehnt
an die berühmte Römerstraße
Via Claudia Augusta. Gleich
zwei Bierwagen. Es gibt Cocktails.
Eine Fotobox für tolle Partybilder.
Einen Foodcourt-Bereich mit
drei Foodtrucks und allem, was
das kulinarische Herz begehrt, einen
Craftbeer-Stand, eine Shisha
Lounge, Chillout Zone, Toiletten im
Süden und Norden des Festival-
Areals, das Schwimmbecken für
eine feuchtfröhliche Abkühlung
sowie Wasserwacht und Erste-
Hilfe-Station, die für den Fall der
Fälle als Retter und Erst-Helfer im
Einsatz sind. Dank kleinerer Fläche
direkt am Haupteingang des
Freibads sowie zwei weiteren,
frischgemähten Wiesen südlich der
Schönachstraße finden die Festivalbesucher
auch jede Menge Parkmöglichkeiten,
nur wenige Fußminuten
vom Geschehen entfernt.
Beginn des von 140 Ehrenamtlern
organisierten Open Airs ist heuer
am Samstag, 19. Juli, um 18 Uhr,
Ende gegen 3.30 Uhr. Vorverkaufskarten
sind bei Metzgerei Filser in
Altenstadt (Burglachstraße 18), im
Märchenwald Schongau (Dießener
Straße 6) und im Schongauer Lokal
„Das Ochsenblut“ (Dominikus-
Zimmermann-Straße 10) erhältlich.
Und, natürlich, online unter
www.esconova.com, wo auch alle
anderen Open-Air-Informationen
abrufbar sind. Die Tickets kosten 18
Euro. Kinder bis 13 Jahren sind frei,
dürfen aber nur mit Aufsicht zum
ESCONOVA 2025.
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Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost 2 x 2 Tickets. Schicken
Sie uns bis Montag, 9. Juli, eine Postkarte mit dem Stichwort
„Esconova“ an „altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder
eine E-Mail an info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der
Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Viel Erfolg!
Böbing Open Air — das Rockfestival
18 Bands an zwei Tagen!
Böbing | Wenn ein am ganzen
Körper tätowierter Punkrocker
neben einem Vollbluttrachtler mit
Hut und Gamsbart friedvoll am
selben Tisch sitzt, ist es wieder so
weit: Weißwurstfrühschoppen im
Rahmen des Böbing Open Airs.
> > > TICKETS ZU GEWINNEN
Das größte Rockfestival im bayerischen
Oberland findet heuer am
Freitag, 8. August, ab 17 Uhr und
Samstag, 9. August, ab 10 Uhr
zum insgesamt 39. Mal statt. Am
ersten Abend spielen mit Tequila
and the Sunrise Gang, Mother´s
Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“ verlost 2 x 2 Tages-Tickets für
das Böbing Open Air 2025. Schicken Sie uns bis 15. Juli eine Postkarte
mit dem Stichwort „BOA“ an „altlandkreis“, Birkland 40, in
86971 Peiting. Oder eine Mail an info@altlandkreis.de. Das Los
entscheidet, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Wir wünschen viel Erfolg!
Cake, The Iron Roses, The Swinging
Cotelettes, Iron Moon, Cemetary,
Blitzer und Special Broadcast
acht Bands. Am Samstag, nach
dem Weißwurstfrühschoppen mit
Blasmusik, sind es zehn Bands,
die sanften bis harten Rock zum
Besten geben werden: Beat Bulls,
Liquid Ninjas, Taker, Love Gun,
Tame the Abyss, LYCA, Groppers,
The Busters, Lenze und de Buam
sowie JBO. Insofern ein bunter Mix
aus regional und überregional bekannten
Bands, die sich definitiv
hören und sehen lassen können.
Ort des Geschehens: Der Sportplatz
in Böbing an der Thalmühlstraße
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Spielt auch noch das Wetter in die
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Highlight unter den Großveranstaltungen
im bayerischen
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juli / august 2025 | 31
Mit dem 40-Tonner zur Futtertrocknung
Eiweißquelle Edelgrün
Altenstadt | Die Blicke entgegenkommender
Autofahrer: Voller
Ehrfurcht. Der von Werner Golling:
Hochkonzentriert. „Wir sind drei
Meter breit, vier Meter hoch, 19
Meter lang und bereits ohne Ladung
mehr als 20 Tonnen schwer!
Fehler darfst du dir mit diesem Gespann
keine erlauben“, betont der
59-jährige Landwirtschaftsmeister
aus Altenstadt, der bereits seit 1988
für die Futtertrocknung Altenstadt
arbeitet. Aufgrund seiner immensen
Erfahrung hat er die große
Ehre, das derzeit modernste und
leistungsstärkste Gespann der Futtertrocknung
Altenstadt zu fahren:
Einen 518 PS starken Zweiachser,
der so auf dem freien Markt nicht
erhältlich ist. „Wir kaufen die Zugmaschinen
von der Stange direkt
bei MAN, um sie dann unmittelbar
nach Türkheim weiterzugeben.“
Dort sitzt mit Toni
Maurer und seiner gleichnamigen
Firma die Koryphäe
für Lkw-Spezialumbauten.
„Der schlachtet unsere Zugmaschinen
fast vollständig
aus, um sie geländetauglich
umzubauen.“ Höherer
Radstand, breitere Achsen, größere
und profilstärkere Reifen vorne,
noch größere und profilstärkere
Reifen hinten, die wiederum mit
weniger Luftdruck gefahren werden
können. Das habe den großen
Vorteil, ähnlich wie bei breiteren
Schlauchlosreifen im Mountainbikesport,
„dass sich die Reifen
ins Gelände einschmiegen, wir
so auf den Feldern mehr Traktion
und Vortrieb haben“. Und der
Ladewagen? „Kommt so, wie er
dasteht, vom bekannten Hersteller
Pöttinger.“ Ein Dreiachser mit
sechs mitlenkenden, 71 Zentimeter
breiten und 1,20 Meter im Durchmesser
großen Reifen. In Summe
kostet dieses monströse Gespann,
mit dem Werner Golling gerade ein
Feld unweit der Altenstadter Bundeswehrkaserne
anfährt, mehr
als 350 000 Euro.
„Die Einfahrt hier ist ein wenig
eng“, sagt er, als er den rechten
Seitenspiegel knapp aber
gekonnt nur wenige Zentimeter
an einem Einbahnstraßenschild
vorbeilenkt. Am Feld
zwischen Kiesgrube
und Wohnsiedlung
angekommen, reiht Landwirt
Florian Jocher einen Teil des
am Vorabend gemähten Kleegrases
final und feinsäuberlich auf mit
seinem Schwader. Derweil sammelt
Werner Golling das bereits
gebündelte Gras in leicht erhöhter
Schrittgeschwindigkeit auf. Die Kamera
am Heck seiner Zugmaschine
filmt direkt auf das Aufnahmeaggregat
des Ladewagens. Die zweite
Kamera zeigt, ob das frischgemähte
Gras vollständig aufgesammelt
wird. „Und hilft, beim Rückwärtsfahren
den Überblick zu behalten.“
Während des Aufsammelns
wird Allrounder Werner Golling
immer wieder von Fahrerkollegen
wie Maschinisten angefunkt, um
Rat gefragt. „Kollege Sprenzel,
der heute Gras aus Ehenbichel
im österreichischen Lechtal hinter
Reutte holt.“ Der andere Kollege,
der durchfunkt: Maschinist Tobias
Groß, 25 Jahr jung, der mit Betrieb
der Anlage und Kundendisposition
alle Hände voll zu tun hat an diesem
Mittwochmorgen. „Aber auch
ohne Erfahrung schon ein richtig
guter Mann ist.“ Eben noch voll
des Lobes, sagt Werner Golling
plötzlich „voll!“ und dreht den über
Sammelplatz des frischgemähten Grases.
32 | altlandkreis
der Mittelkonsole fixierten zweiten
Bildschirm zu „altlandkreis“-
Redakteur Schelle, der auf dem
Beifahrersitz sitzt. Der Ladewagen
ist so modern ausgestattet, dass
er sogar das Gewicht des aufgenommenen
Futters erkennt und direkt
ins Führerhaus meldet. „Eine
wertvolle Innovation für uns, weil
die Gräser, die wir aufsammeln,
je nach Witterung, Grasart und
Mähzeit unterschiedlich nass, entsprechend
unterschiedlich schwer
sind.“ Die Gefahr, Ladewagen und
Zugmaschine zu überlasten, sei
früher hoch gewesen. Jedenfalls
sind aus diesen 20 Tonnen Leergewicht
bei der Hinfahrt in nur 18 Minuten
satte 40 Tonnen Vollgewicht
geworden! „Quasi im Handumdrehen
20 Tonnen Gras aufgeladen“,
sagt Werner Golling und grinst.
Milchleistung verdoppelt!
Auffallend: Während das Gespann
im Gelände, also auf dem Feld, total
harmonisch, ruhig und gleichmäßig
zu steuern war, ruckelt es
auf der asphaltierten Straße in
etwa so, als würde Werner Golling
20 Tonnen hin- und herschwappende
Flüssigkeit transportieren.
„Das liegt an der eingangs beschriebenen
Spezialbereifung, die
bei uns schlichtweg mehr fürs Gelände
als für Asphalt ausgelegt ist.“
Dennoch wichtig: „Nie zu hetzen.“
Zwar dürfen die Fahrer der Futtertrocknung
ihre Riesengespanne,
speziell auf Autobahnen, auf
bis zu 80 Stundenkilometer
beschleuni-
Ein Radlader kippt und schiebt das Gras in die Trocknung.
gen. „Machen wir aber nicht.“
Gefahren wird nie schneller als 65
km/h. Denn das Allerwichtigste:
„Dass uns und den anderen Verkehrsteilnehmern
nichts passiert
und wir keine Straßenschäden
anrichten“, betont an dieser Stelle
Stefan Schuster, 46, gelernter
Heizungsbauer und seit 2008 Geschäftsführer
der Futtertrocknung
Altenstadt eG. Ohne es verschreien
zu wollen, „ist hier im Rahmen
der mehr als 50-jährigen Firmengeschichte
noch nie ein schwerer
Unfall passiert“. Lediglich mit Reifenplatzern
haben Werner Golling
und Kollegen immer wieder mal
zu kämpfen. Erst kürzlich sei ihm
auf einer längeren Geraden einer
dieser riesigen Ladewagenreifen
geplatzt. „Was unglaublich laut geknallt
hat.“ Doch bei drei Achsen,
somit sechs Reifen, ist die Chance
groß, die Spurtreue trotz Schockmoments
halten zu können. „Passiert
ist Gott sei Dank nichts.“
Insgesamt fährt Werner Golling
an diesem Mittwochmorgen vier
Mal dieses 1,2 Hektar große Feld
von Demeterhof-Betreiber Florian
Jocher an. Letzterem kostet diese
Dienstleistung inklusive Futterherstellung
95 Euro pro Fuhre sowie
zusätzlich zwei Euro Fahrgeld pro
Kilometer. Rentabel? „Auf jeden
Fall“, betont der studierte Landwirt,
der sich intensiv mit effizienter
wie gesunder Fütterung seiner
85 Milchkühe auseinandersetzt und
von der Qualität dieses Kleegrases
regelrecht schwärmt. „Wir konnten
durch gezielte Fütterung unsere
Milchleistung verdoppeln, ohne
dass es unseren Kühen schlechter
geht.“ Prinzipiell brauchen Kühe
für die Produktion von Milch hochwertige
Energiequellen einerseits,
hochwertige Eiweisequellen andererseits.
Letzteres liefert dieses
Kleegras, „das wir anteilig dem
eigentlichen Futter beimengen – zu
viel davon würde den Kühen nämlich
Bauchmerzen bereiten“. Heißt?
„Dass das, was die Futtertrocknung
Altenstadt für uns herstellt,
so etwas wie das i-Tüpfelchen in
unserem Futter darstellt und als
hochwertiges Nahrungsergänzungsmittel
für Milchkühe bezeichnet
werden kann.“
Zu verdanken ist dieses Prinzip,
aus frischgemähtem Gras hochwertiges
Trockenfutter in Form von
Kops oder Ballen herzustellen, Xaver
Schleich. Hintergrund: Vor 50
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juli / august 2025 | 33
ähnlich hohe Niederschlagsmengen
gegeben wie heute. Allerdings
mit dem großen Unterschied, dass
der Regen damals sanfter, dafür
regelmäßiger niederprasste. Hinzu
kam und kommt das meist unberechenbare
(Gewitter-)Wetter aufgrund
der Nähe zu den Alpen. Für
hiesige Landwirte hatte dies oft zur
Folge, dass sie das Futter für ihre
Kühe nicht rechtzeitig und auch
nicht in gewünschter Qualität von
ihren Feldern ins Trockene brachten.
Angesichts dessen dachte sich
Xaver Schleich: Warum nicht auch
hier im Pfaffenwinkel eine Futtertrocknung
eröffnen, wie er sie im
Rahmen eines Hollandbesuches
mal entdeckt hatte. Der Pionier
tourte daraufhin durch die Region,
konnte auf Anhieb 176 Milchbauern
für seine Idee begeistern und gründete
mit ihnen gemeinsam eine
Genossenschaft. Die eröffnete wiederum
im Jahre 1971 die bis heute
bekannte Futtertrocknung eG südlich
der B472 auf Höhe Altenstadt
in Richtung Burggen, die erstmals
im Sommer 1972 produzierte. Doch
dazu später mehr. Denn Geschäftsführer
Stefan Schuster muss das
„altlandkreis“-Interview aufgrund
eines Störsignals der riesigen Trockenanlage
blitzartig unterbrechen,
im Zuge dessen auch gleich
mit Mitarbeitern und neueingetroffenen
Kunden kommunizieren, ein
Telefonat entgegennehmen und
Neuauftrag in eine Liste eintragen.
Quasi alles gleichzeitig. „Nichts
schlimmes, die Anlage läuft aktuell
wie ein Uhrwerk – und die Vielseitigkeit,
so stressig es manchmal ist,
macht den Reiz dieses Jobs aus“,
sagt er beim Zurückkommen in
den kürzlich neugebauten, urgemütlichen
Aufenthaltsraum samt
Küchenzeile, wo sich die insgesamt
19 Mitarbeiter, darunter 17 Festangestellte,
stärken, ausruhen und
austauschen können.
Heißlufttrocknung in
22-Meter-Trommel
Zum Beispiel über den Produktionsprozess,
der wie folgt abläuft:
Das aufgesammelte Bio-Kleegras
wird zunächst auf einer großen
Freifläche hinter der Trocknungsanlage
zwischengelagert. Damit
Florian Jocher auch das Endprodukt
aus seinem eigenen Gras
zurückbekommt, „legen wir großen
Wert auf feinsäuberliche
Trennung“, betont Stefan Schuster.
Hierfür wird jedem Kunden eine
Nummer zugeteilt und gutsichtbar
auf den jeweiligen Grashaufen
platziert. Das Kleegras von Florian
Jocher bekommt die Nummer drei,
soll später zu Ballen gepresst werden,
was allerdings noch dauern
wird – bei bis zu 25 Fuhren pro Tag
bleibt das Gras zunächst mehrere
Stunden, maximal eine Nacht, auf
Werner Golling legt die „3“ auf das Gras von Landwirt Florian Jocher.
34 | altlandkreis
Stressiger Job: Betrieb der Anlage und Kundendisposition.
dem Lagerplatz liegen. So lange,
bis es via Drei-Tonnen-Radladerschaufel
aufgegabelt und auf die
Grasrampe der Trocknungsanlage
gekippt und geschoben wird. Von
dort gelangt das Kleegras in einen
Häcksler, wird darin in zwei bis drei
Zentimeter kleine Halme geschnitten.
In dieser dann idealen Größe
gelangt es über ein Förderband in
das Herzstück der Futtertrocknung:
Die 22 Meter lange und sechs Meter
Durchmesser starke Heißlufttrommel
mit einer Eingangstemperatur
von 500 Grad Celsius – die
Hitze kommt aus einem südlich
davon installierten, riesengroßen
Schwedenofen, der wiederum mit
Hackschnitzeln aus regionalem
Holz befeuert wird. Doch zurück zur
Trommel, in der an den Innenwänden
fixierte Schaufeln das Gras bei
jeder Umdrehung von unten nach
oben befördern. „Fällt das Gras
am höchsten Punkt aus der Schaufel,
wird es durch das Herabfallen
durch die heiße Luft hindurch getrocknet
– je trockener, desto leichter,
desto weiter wird es durch die
Heißluft ans Ende der Trommel
geblasen“, erklärt Stefan Schuster.
Am Ende dieser 22 Meter beträgt
der Feuchtigkeitsanteil des Grases
noch maximal 14 Prozent anstelle
der vorherigen 40 bis 60 Prozent.
Insgesamt dauert der Trocknungsprozess
pro Radladerschaufel 18
Minuten lang, pro Ladewagenladung
von bis zu 21 Tonnen knapp
eine Stunde. „Diese Art der Trocknung
mit heißer Luft hat einen ähnlichen
Effekt wie das Schockfrosten
von beispielsweise Spinat als Lebensmittel
für uns Menschen –
damit können wir den Großteil der
für Milchkühe wertvollen Inhaltsstoffe
beibehalten und konservieren.“
Im weiteren Verlauf gelangt
das nun frischgetrocknete Kleegras
in einen riesengroßen Zyklontrichter,
der die Heißluft vom Gras entkoppelt
– während die heiße Luft
nach oben strömt und über einen
32 Meter hohen Schornstein ins
Freie gelangt, fällt das Gras durch
eine Trichterform nach unten und
wird dann, je nach Kundenwunsch,
entweder zu zwei bis sechs Zentimeter
langen Kops oder eben
Ballen gepresst – und im Rahmen
dessen wieder auf Umgebungstemperatur
abgekühlt. Das dann
fertige Produkte gelangt schließlich
in Zwischenlager. Die Ballen
mit der Nummer „3“ sind gleich
im Eingangsbereich der Lagerhalle
aufgetürmt und warten darauf, von
Besitzer Florian Jocher abgeholt zu
werden.
Inzwischen 676
Genossenschaftsmitglieder
Aktuell gehören der Genossenschaft
der Futtertrocknung Altenstadt
mit 676 Mitgliedern, allesamt
Landwirte, rund fünf Mal so viele
an wie zur Gründungszeit der eG.
Das Einzugsbiet erstreckt sich bis
nach Starnberg im Osten, Penzing
im Norden, Nesselwang im
Westen sowie Tannheimer Tal und
Lechtal, also Österreich, im Süden.
Hergestellt werden Kops oder Ballen
entweder aus gewöhnlichem
Wiesengras, oder gezielt angebauten
Kulturen wie Kleegras oder
Luzerne. Von Anfang Mai bis Ende
Oktober produziert die Futtertrocknung
Altenstadt rund um die Uhr.
Gearbeitet wird im Dreischichtbetrieb.
Drei Mitarbeiter, darunter
zwei Maschinisten und ein Radladerfahrer,
betreiben die Anlage,
kümmern sich obendrein um Kundenverkehr
und Dispo. Die anderen
schwärmen mit diesen monströsen
Gespannen aus Lkw und Ladewagen
bereits ab 4.30 Uhr in der Früh
aus in alle Himmelsrichtungen und
holen das frischgemähte Gras der
Genossenschaftsmitglieder ein.
Insgesamt besitzt die Futtertrocknung
vier große Lkw sowie einen
kleineren mit jeweils dazu passendem
Ladewagen. Hinzu kommen
Radlader, Teleskoplader, drei
Gabelstapler, Bulldog und Kipper.
Eine firmeneigene PV-Anlage auf
dem Dach erzeugt ein Drittel des
benötigten Stroms. Der im Jahr
2004 eingeführte, bis zu 1000
Grad heiße Schweden-Ofen wird
mit Hackschnitzeln aus regionalem
Holz gefüttert und sorgt dafür,
dass die Grastrocknung inzwischen
deutlich umweltfreundlicher vonstattengeht
als noch zu Zeiten, „in
denen wir mit Gas oder Öl geheizt
haben“. Und dieser von weitem
sichtbare, aufsteigende weiße
Rauch? „Ist kein Rauch, sondern
nahezu ausschließlich Wasserdampf,
den wir dem feuchten Gras
entzogen haben“. Der Rauch, der
bei der Verbrennung im Schwedenofen
entsteht, bleibe nämlich
überwiegend innerhalb eines
geschlossenen Systems. Die Futtertrocknung
ist sogar gesetzlich
dazu verpflichtet, CO2-einsparend
zu produzieren. „Am Ende unserer
Heißlufttrommel ist eine Kohlenstoffdioxid-Messung
angebracht,
die wiederum rund um die Uhr an
eine Prüfstelle des Landratsamtes
gekoppelt ist.“
Und wirtschaftlich? „Stehen wir
sehr gut da“, betont Stefan Schuster
sichtlich mit Stolz vor dem
Hintergrund, „dass wir komplett
eigenständig wirtschaften, seit
2011 keine Subventionen mehr
vom Freistaat bekommen“. Hintergrund:
In den 1970er Jahren
nahm der Soja-Kraftfutter-Import
aus Südamerika stark zu. „Und
niemand wusste, wie gut oder
schlecht die Qualität des Futters
ist.“ Um dieses Unding im Sinne
der Nachhaltigkeit zu durchbrechen,
stattdessen auf heimisches
Futter und kurze Wege zu setzen,
unterstützte der Freistaat Bayern
Futtertrocknungs-Anlagen wie die
in Altenstadt finanziell. Seit 2013
jedoch nicht mehr. „Weshalb wir
kreativ werden und die Preise so
anpassen mussten, dass trotzdem
alle Beteiligten gut davon leben
können.“ Im Zuge dessen ist auch
der markenrechtlich geschützte
Produktname „Edelgrün“ entstanden.
Seither können auch Nicht-
Genossenschafts-Mitglieder Kops
und Ballen in kleineren Mengen,
abgefüllt in gut transportierbaren
Beuteln, kaufen. Mehr als 600
Pferde-, Ziegen- und Schafhalter
sowie Jäger nutzen dieses Angebot.
„Letztlich sind wir so aufgestellt,
dass unsere festangestellten
Mitarbeiter das ganze Jahr über ein
Festgehalt bekommen – auch die,
die über den Winter nicht schwerpunktmäßig
als Mechaniker für
Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten
von Fuhrpark und Trocknungsanlage
im Einsatz sind.“ Das
heißt aber auch, dass zwischen Mai
und Oktober der sprichwörtliche
Punk abgehen muss. 2024 wurden
in diesen sechs Monaten 80000
Tonnen (!) nasses Gras mit 30000
Kubik Hackschnitzeln zu 13 600
Tonnen Trockengut, also Kops und
Ballen, verarbeitet. Daraus resultierte
ein Jahresumsatz von vier
Millionen Euro. Neuer Rekord. js
Das Endprodukt: Entweder als Kops (li.) oder gepresste Ballen.
juli / august 2025 | 35
Radiocäsium-Messung von Wildbret
In gulaschgerechten
Stücken
alle Ausgaben online unter
www.altlandkreis.de
Forst | Mehr als 1800 Autokilometer
vom Pfaffenwinkel entfernt: Tschernobyl
– eine kaum bewohnte Stadt
im Norden der Ukraine, bekannt
durch die größte Nuklearkatastrophe
in der Geschichte der Menschheit.
Damals, am 26. April 1986,
kam es dort im Rahmen eines planmäßigen
Notstromversorgungs-
Tests im Atomkraftwerks-Reaktor 4
zu einer Explosion. Jede Menge radioaktive
Strahlung wurde infolgedessen
freigesetzt, durch vorherrschenden
Wind zum Teil weltweit
verteilt und über Regenfälle zurück
auf den Boden gedrückt. Auch auf
Flächen in Deutschland, Bayern,
dem Pfaffenwinkel. Zwar baut sich
ein großer Teil von radioaktiver
Strahlung rasch ab. Die Halbwertszeit
bestimmter radioaktiver Stoffe
kann jedoch mehrere hundert, ja
sogar Millionen Jahre betragen.
Hinzu kommt, dass manche dieser
sich langsam abbauenden Stoffe
gesundheitsschädigend für Pflanzen,
Tiere, Menschen sein können.
Zum Beispiel Cäsium-137, was laut
Deutschem Krebsforschungszentrum
(DKFZ) sich in Knochengewebe
einlagern, dortiges Erbgut
schädigen und langfristig zu
Knochenkrebs sowie Leukämie
führen kann. Genau dieser Stoff
befindet sich auch 39 Jahre nach
dieser Katastrophe von Tschernobyl
noch immer in Pilzen,
die in hiesigen Wäldern wachsen
– und in Wildschweinen,
die in hiesigen Wäldern leben
und sich von radioaktiven Stoffen
verseuchten Hirschtrüffeln
ernähren. Deshalb gilt für Jäger
nach wie vor die bereits im Jahr der
Tschernobyl-Katastrophe eingeführte
gesetzliche Pflicht: Wer ein
Wildschwein geschossen, dessen
Fleisch zerlegen und weiterverkaufen
will, muss es zunächst auf
radioaktive Belastung untersuchen
lassen. Was viele nicht wissen: Dass
diese Radiocäsium-Untersuchung
Jägerinnen und Jäger nicht selbst
vornehmen dürfen. „Hier gibt es
extra ausgebildete Männer und
Frauen, die dafür zuständig sind“,
bekräftigt Florian Pfütze, Vorsitzender
des Kreisjagdverbands
Weilheim. Im Pfaffenwinkel gibt es
momentan mehrere qualifizierte
Messstellen. Für den Kreisjagdverband
Schongau misst Sabine Hübl
in Peiting. Für den Weilheimer Hubert
Aigner aus Antdorf und Hermann
Traber in Forst-Wessobrunn.
Messgerät stellt
Jagdverband
Hermann Traber durften wir von
„altlandkreis“ kürzlich besuchen,
ihm bei einer Radiocäsium-Messung
von Wildbret über die Schulter
blicken. Bereits beim Betreten
seiner Hofeinfahrt wird sofort ersichtlich:
Hier wird professionell
wie leidenschaftlich gerne gejagt.
Unter einem Carport stehen zwei
geländetaugliche Pick-ups, Zertifikate,
Emailschilder und Jagdtrophäen
hängen an den Wänden von
Wohnhaus, Carport und Dreifachgarage.
Bestätigt wird dieser professionelle
Eindruck beim Öffnen
der Garagentortüre ganz rechts –
dort hat Hermann Traber einen
hygienegerechten Raum zum Lagern,
Zerlegen und Verwursten von
Wild hineingebaut. Fleischwolf,
Metzgermesser, zwei Zweimeter-
Wildkühlschränke, großflächige
Arbeitsplatten aus Edelstahl
– hier kann sich der ehemalige
Lebensmittelfotograf sprichwörtlich
austoben. Just in diesem
Moment klopft es an der Tür.
„Waidmannsheil“, grüßt Heinz
Baudisch, 78, aus Weilheim. Den
Jagdschein machte er bereits im
Jahre 1982. Das Wildschwein,
männlich, 43 Kilogramm schwer,
erlegte er knapp zwei Tage vorher
bei Oderding. Dabei hat er
das Schwein allerdings nicht an
diesem Freitagmorgen. „Für die
Am Messgerät: Hermann Traber
beim Umfüllen des Fleisches.
36 | altlandkreis
Messung brauchen wir lediglich
500 Gramm Wildbret, in gulaschgerechten
Stücken geschnitten.“
Heinz Baudisch hebt den Deckel
seiner edelstählernen Box, zeigt
voller Stolz das feingeschnittene,
frische Wildschweinfleisch.
„Ziemlich genau 500 Gramm!“
Herrmann Traber trägt inzwischen
hellblaue Gummihandschuhe, füllt
das Fleisch vorsichtig in einen weißen
Messbecher um, hebt diesen
wiederum in die Vorrichtung eines
speziellen Messgeräts, setzt zum
Schutz vor Strahlung einen Deckel
aus Blei obendrauf und drückt auf
Start. „LB 201 Becquerel Monitor“
heißt dieses Messgerät, dessen
Messbecher via elektronisches Kabel
mit Bildschirm und Spezialsoftware
verbunden ist. Auf dem Display
ist deutlich zu sehen, wie sich
der Messwert des untersuchten
Wildfleischs von Heinz Baudisch
nach nur wenigen Sekunden auf
einen fixen Wert einpendelt. In diesem
Falle auf äußerst erfreuliche 0
Becquerel (Einheit für Radioaktivität).
Heißt? „Dass dieses Fleisch in
jedem Falle in Verkehr gebracht,
also guten Gewissens weiterverkauft,
zubereitet und verzehrt werden
kann“, betont Hermann Traber.
Von 0 bis 10 000
Becquerel
Der Grenzwert, der im Rahmen
einer Radiocäsium-Messung nicht
überschritten werden darf, liegt bei
600 Becquerel. „Vor wenigen Wochen
hatte ich eine Sau mit mehr
als 4 000 Becquerel.“ Es gab auch
schon erlegte Wildscheine, beispielsweise
aus dem Sachsenrieder
Forst, die einen Wert von 10 000
Becquerel hatten. Hauptgrund:
„Dass sie scharf auf die unter der
Waldbodenoberfläche wachsenden
und für uns Menschen ungenießbaren
Hirschtrüffel sind, die mal
mehr, mal weniger stark radioaktiv
verseucht sind.“ Ab welcher Verzehrmenge
und welchem Becquerel-Wert
in Wildfleisch oder auch
in von Menschen gesammelten Pilzen
die Gefahr einer Krebserkrankung
tatsächlich deutlich ansteigt,
können weder Mess-Experten wie
Hermann Traber noch Veterinärmediziner
klar und deutlich darlegen.
„Streng genommen dürften wir
auch nicht in ein Flugzeug steigen –
dort ist die Belastung radioaktiver
Strahlung in der Regel deutlich
höher als im Fleisch von in der
Region geschossenen Sauen.“ Will
heißen: Wer sich nicht täglich mit
radioaktiv-verseuchten Pilzen und
Wildschweinspezialitäten ernährt,
dürfte sich in der Regel auch keinem
erhöhten Krebsrisiko aussetzen.
Unterschätzt werden darf die
Gefahr aber nicht, weshalb auch
vier Jahrzehnte nach Tschernobyl
weiterhin festgehalten wird an
dem für viele übertrieben-strengen
Richtwert von 600 Becquerel. Über
Jagdverbände qualifiziertes
Messpersonal
wie Hermann Traber
üben diese Tätigkeit
jedenfalls zu 100 Prozent
ehrenamtlich aus,
stellen den dafür vorgeschriebenen,
hygienegerechten
Raum
quasi privat und kostenfrei
zur Verfügung.
Lediglich das Messgerät,
das neu bis zu
5000 Euro kosten kann,
wird vom jeweiligen Jagdverband
gestellt. Und die Jäger? „Denen
kostet eine Messung lediglich zehn
Euro, die wiederum in die Kasse
des jeweiligen Kreisjagdverbands
fließen.“ Heinz Baudisch bezahlt
an diesem Freitagmorgen in bar,
bekommt dafür sein strahlenfreies
Fleisch sowie ein von Hermann
Traber ausgefülltes und unterzeichnetes
Messprotokoll in die Hand
gedrückt – und freut sich schon
Fleischfreigabe an Heinz Baudisch (li.).
auf ein leckeres Gulasch einerseits,
und den offiziell genehmigten Weiterverkauf
des restlichen Fleisches
andererseits. Und Hermann Traber?
„Ich hatte schon Phasen mit zehn
Messungen am Tag, inzwischen ist
es manchmal nur noch eine im Monat.“
Die naheliegende Vermutung:
Dass Schwarzwildbestände nach
Jahren massiver Wühlschäden auf
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juli / august 2025 | 37
Gemeinschaftsstärkende Kurse
Klopftest am Backhaus
Steingaden | Brot gilt seit
Jahrhunderten als Grundnahrungsmittel
schlechthin,
als Symbolkraft für
Gemeinschaft, Wohlstand
und Sesshaftigkeit. Allen
voran im Rahmen des römisch-katholischen
Glaubens.
In der Bibel wird
Jesus mit den Worten „Ich
bin das Brot des Lebens,
wer zu mir kommt, wird
nie mehr hungern“ zitiert.
Im Gebet „Vater unser“
heißt es „Unser tägliches
Brot gib uns heute“. Zwar
wissen im Hier und Jetzt
mit diesen Glaubenssätzen
aus längst vergangener
Zeit immer weniger Menschen
etwas anzufangen.
Die Bedeutung von Brot
ist dennoch ungebrochen
groß. „Brot und die dazugehörige
gemeinsame
Ab in den bis zu 230 Grad heißen Ofen.
Brotzeit gehören für mich zum an Bedeutung gewonnen haben.
täglichen Leben dazu“, sagt Steingadens
Bürgermeister Max Bertl. viel ehrenamtlicher und gemeind-
2023 wurde diese Idee letztlich in
Gemeinsam mit dem ehemaligen licher Eigenleistung samt tatkräftiger
Unterstützung von Ofenbau-
Premer und Steingadener Pfarrer
Pater Petrus Adrian Lerchenmüller
hatte er die Idee, ein Ge-
benachbarten Lechbruck in die Tat
meister Konrad Fichtl aus dem
meinschafts-Brotbackhaus für die umgesetzt – und das äußerst gelungene
Endergebnis im Rahmen
Bürgerinnen und Bürger errichten
zu lassen. „Das Teilen von Brot einer offiziellen Einweihung im
war und ist in der Geschichte der Januar 2024 auf dem freizugänglichen
Areal zwischen Pfarrhaus
Menschheit schon immer ein guter
Grund gewesen, Alt und Jung (Villa Eberth) und Grundschule
zusammenzubringen“, so die beiden
über den Hintergrund dieser breiten Öffentlichkeit präsentiert.
(südwestlich des Rathauses) der
Initiative zu einer Zeit, in der aufgrund
von Corona und medialen Reichsformatziegel
Black-out-Szenarien Themen wie
aus Alter Post
Wertschätzung von Lebensmitteln,
die Sehnsucht nach gemeinsamem
Essen, Trinken, Geselligsein wurden unter anderem handge-
In den Bau des Brotbackhauses
sowie die Lust, selbst anzupacken, brannte und -geklopfte Reichsformatziegel,
die anno
dazumal im Gebäude des
Steingadener Postwirts
verbaut waren, passgenau
integriert. Der gemauerte
Ofen, außen in weißer
Farbe verputzt, entspricht
in Sachen Größe, Dichte
und Hitzebeständigkeit allen
regelkonformen Vorgaben.
Zum Schutz vor Wind
und Wetter wurde ihm ein
großflächiges Spitzdach aus
Massivholzbalken samt originellen
Dachplatten aufgesetzt.
„Dankenswerterweise
hat uns Ofenbauer Konrad
Fichtl zusätzlich einen von
ihm handgesetzten Herd
spendiert – dadurch können
wir hier nicht nur backen,
sondern auch Kochen.“ Die
Hitze wird mit regionalem
Fichten- und Buchenbrennholz,
unter anderem von
Seiten der Pfarrei zur Verfügung
gestellt, erzeugt. Letztlich betrug
die Bauzeit des für die ganze Region
beispielhaften Projekts rund
sechs Monate. Der erste von insgesamt
acht Backkursen (Infos für
2025 bei der Tourist Information
unter 08862 / 910120) vergangenes
Jahr fand schließlich zwischen
Frühling und Sommer, am 25. Mai
2024, unter der Leitung von Autodidakt
Konstantin Stahl aus dem
unweit entfernten Weiler Vogelau
statt. Darüber hinaus konnte die
Gemeinde über einen Zeitungsaufruf
die in Peiting-Ramsau heimische
Hauswirtschaftsmeisterin
Silvia Schlögel für Brotbackkurse
gewinnen. Denn so alt und beliebt
Brot als Grundnahrungsmittel
auch ist: Fachwissen, die
richtigen Zutaten, handwerkliches
38 | altlandkreis
Frisch aus dem Ofen. Nun folgt der Klopftest.
Geschick und ein gutes Gespür für
Teigzubereitung sowie das Backen
an sich sind die Grundvoraussetzung
für ein gutes, schmackhaftes,
handgemachtes Bauernbrot.
Bürgermeister ist
Feuer-Beauftragter
Silvia Schlögel wandte das gute
alte Bauernbrot-Rezept aus Sauerteig
ihrer Schwiegermama an
im Rahmen ihrer Brotbackkurse
in Steingaden. Hierfür gilt es
zunächst schrittweise das sogenannte
„Anstellgut“ mit Roggenvollkornmehl
und handwarmem
Wasser bereits vier, fünf Tage vor
dem eigentlichen Backtag anzusetzen.
„Dafür gibt man drei
Tage lang in Folge die immer
gleiche Menge Wasser mit der
immer gleichen Menge an Mehl
in die gleiche Schüssel.“ An Tag
vier wird dieses Anstellgut dann
nochmals mit Roggenmehl und
handwarmem Wasser verrührt,
abgedeckt und bei Zimmertemperatur
zwölf Stunden lang in Ruhe
gelassen – dabei entsteht der eigentliche
Sauerteig. An Tag fünf
gilt es nun die restlichen Zutaten
wie Salz und Gewürze kräftig mit
dem Sauerteig zu verrühren und
Erste Kurse fanden am Steingadener Brotbackhaus bereits statt.
kneten, um ihn anschließend
nochmals rund eine Stunde lang
gehen zu lassen. Erst danach werden
aus dem großen „Batzn“ Teig
brotgrößengerechte Portionen
abgestochen, zu Laiben geformt,
nochmals abgedeckt und weitere
20 bis 30 Minuten gehen gelassen.
„Die mit Abstand meiste Arbeit
erfolgt insofern vor dem eigentlichen
Backvorgang“, sind sich Konstantin
Stahl, Silvia Schlögel und
der leidenschaftliche Hobbybäcker
Max Bertl einig. Heißt: „Dass die
Kursteilnehmer oder Kursgeber
den Teig entweder bei sich zuhause
vorbereiten und backfertig mitbringen,
oder man den Teig in der
anliegenden Grundschulküche gemeinsam
zubereitet.“ Wichtig am
Backtag selbst: Dass Bürgermeister
Max Bertl, „Fuir“-Beauftragter,
rechtzeitig aufsteht, um den Ofen
des Brotbackhauses rechtzeitig
auf bis zu 250 Grad vorzuheizen.
Eine außen am Ofen angebrachte
Temperaturanzeige hilft ihm, „ein
Gespür dafür zu bekommen“.
Von 230 auf 200 Grad
abkühlen
Expertin Silvia Schlögel bestätigt,
dass die ideale Brotbackhitze zu
Beginn bei 230 Grad Celsius liege.
„Der Sauerteiglaib kommt
zunächst für 15 bis 20 Minuten bei
dieser hohen Hitze in den Ofen,
damit sich schnell eine Kruste bilden
kann. Anschließend sollte das
Brot für rund 60 bis 80 Minuten
bei etwas runtergekühlten 200
Grad im Ofen bleiben.“ Ob es nach
in Summe rund eineinhalbstündiger
Backzeit tatsächlich etwas
geworden ist? „Hier hilft der gute
alte Klopftest.“ Heißt? „Das Brot
aus dem Ofen ziehen, es in die
offene Hand legen, immer wieder
drehen und währenddessen
von vorne bis hinten und oben bis
unten gleichmäßig abklopfen.“
Klingt es rundherum hohl, dürfte
es perfekt sein. „Was bei der ersten
Teilnahme eines Brotbackkurses
aber nicht erwartet werden
kann – hier geht es in erster Linie
darum, ein Gespür für Hitze und
Umgang mit einem Steinbackofen
zu bekommen.“ Und von dem einen
oder anderen Geheimtipp zu
profitieren: Um einem selbstgebackenen
Sauerteigbrot optischen
Glanz zu verleihen, lohnt es sich,
das bereits fertige Brot mit Wasser
zu befeuchten, zum Beispiel mit
Hilfe eines feuchten Lumpens, und
es dann nochmals, nur ganz kurz,
in den Ofen zu geben. Denn dann
schmeckt das selbstgebackene,
geschichtsträchtigste Grundnahrungsmittel
von uns Menschen
gleich nochmals besser. Und
macht das Zusammenkommen
am Gemeinschaftsbrotbackhaus
in Steingaden zu einem rundum
stimmigen Erlebnis für Alt und
Jung aus Nah und Fern.
js
Der größte Arbeitsaufwand entfällt auf
tagelanges Ansetzen des Teiges.
Origineller Stil: Neuwertiges, regionales Fichtenholz
trifft auf uralte Dach- und Reichsformatziegel.
juli / august 2025 | 39
Saisonal und regional – Rezepte der Hauswirtschafterei
Würzige Grillsoßen
Altlandkreis | Fisch, Fleisch,
Wurst und Gemüse können noch
so gut gegrillt werden – so richtig
schmackhaft wird’s erst mit
dazu passend kredenzten Soßen.
Das dachten sich, passend
zur bevorstehenden Grillsaison,
auch die drei Damen der Hauswirtschafterei.
Im Rahmen dieser
Juli / August-Ausgabe präsentieren
Silvia Schlögel, Bettina Eder
und Christine Schleich leckere
Grillsoßen sowie ein schmackhaftes
Knoblauchbaguette zum Selbermachen.
Curry-Honigsoße
ZUTATEN:
200 g Schmand
100 g Crème fraîche
1 TL Honig
1 EL Kräutersenf
Salz, Pfeffer
Currypulver
ZUBEREITUNG: Alle Zutaten miteinander
verrühren und mit reichlich
Currypulver pikant würzen. Die
Soße passt sehr gut zu gegrilltem
Gemüse, gegrillter Pute oder Fisch.
Würzige Grillsoße
ZUTATEN:
2 – 3 Knoblauchzehen
50 g Honig
50 g Tomatenmark
50 g Tomatenketchup
2 EL Kräutersenf
Salz, Pfeffer
Currypulver
Paprikapulver
2 EL Weißweinessig
100 ml Öl
ZUBEREITUNG: Die Knoblauchzehen
schälen und mit den restlichen
Zutaten in ein hohes Gefäß
geben. Mit einem Stabmixer fein
cremig pürieren. Die Soße ist gekühlt
ca. 5 Tage haltbar.
Sie passt sehr gut zu gegrillten
Halsgratscheiben und Steaks.
Mediterraner
Gemüsedipp
ZUTATEN:
1 kleine rote Paprikaschote
1 Tomate
3 Frühlingszwiebeln
200 g Schmand
1 EL weißer Balsamico
1 TL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Kräuter
ZUBEREITUNG: Die Paprikaschote
waschen, putzen und sehr fein
schneiden. Die Tomate waschen,
halbieren und das Fruchtfleisch
entfernen. Die Tomate fein würfeln.
Die Frühlingszwiebeln putzen,
waschen und in feine Ringe
schneiden. Mit den restlichen Zutaten
mischen und pikant würzen.
Die Gemüsesoße passt hervorragend
zu Putenfleisch und frischem
Weißbrot.
40 | altlandkreis
Tzatziki
ZUTATEN:
½ Salatgurke
Salz
2 Knoblauchzehen
300 g Naturjoghurt (10 %)
1 EL Weißweinessig
1 TL Olivenöl
Salz, Pfeffer
Kräuter
ZUBEREITUNG: Die Salatgurke
schälen und fein raspeln. Mit Salz
mischen und 10 Min. ziehen lassen.
Anschließend in einem Sieb
abtropfen lassen.
Die Knoblauchzehen schälen und
fein schneiden. Mit den Gurkenraspeln
und den restlichen Zutaten
mischen und nach Geschmack
würzen.
Passt gut zu allem Gegrillten.
Knoblauch-
Baguette
ZUTATEN:
2 – 4 Knoblauchzehen
80 g weiche Butter
3 EL gemischte Kräuter
80 g geriebener Emmentaler
Kräutersalz
1 kleines Baguette
ZUBEREITUNG: Den Knoblauch
schälen und sehr fein würfeln. Die
Butter mit einer Gabel zerdrücken
und Knoblauch, Kräuter, Käse und
Salz untermengen. Kurz durchziehen
lassen.
Das Baguette schräg einschneiden
und die Buttermischung in
die Einschnitte verteilen. Das Baguette
in Backpapier wickeln und
backen.
Die Backzeit beträgt 8 bis 10 Minuten
bei 220 °C (200 °C).
Das fertige Baguette warm servieren
und genießen.
Ihr Regionalmagazin „altlandkreis“
wünscht gemeinsam mit
der Hauswirtschafterei gutes Gelingen
beim Ausprobieren der leckeren
Soßen sowie des schmackhaften
Baguettes – und hofft für
Sie auf eine lange und erfolgreiche
Grillsaison mit vielen kulinarischen
wie zwischenmenschlichen
Schmankerln.
Guten Appetit!
js
juli / august 2025 | 41
TRANSPORTER ZUM MIETEN
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Mittelaltermarkt in Schongaus Altstadt
Historische Rückkehr
Schongau | Mehr als 60 Frauen
wurden gegen Ende des 16. Jahrhunderts
in Schongaus Altstadt
wegen Hexerei verurteilt und auf
einem Scheiterhaufen verbrannt.
Als Erinnerung an dieses unrühmliche
Kapitel der Stadtgeschichte
wurde viele Jahre später, erstmals
1992, das berüchtigte Hexenspiel
aufgeführt – ein Freilichttheater,
das Alt und Jung tief unter
die Haut ging. Was sich im Zuge
dessen auch entwickelte: Eine Art
Lagerleben hinter den Kulissen.
Wiederum daraus ist letztlich der
Schongauer Sommer geboren –
ein Mittelaltermarkt für die breite
Öffentlichkeit inmitten der Schongauer
Altstadt. Weil dieser auf
Anhieb (2001) gut ankam in der
Bevölkerung, gewann der Markt
rasch an Bedeutung und Größe
und wanderte – unter anderem
aus Platzgründen – aus der Schongauer
Altstadt hinunter zum großflächigeren
Volksfestplatz an der
Lechuferstraße. Dort wurde er viele
Jahre federführend von Manfred
Wodarcyk organisiert und über
die Jahre hinweg zu einem immer
noch größeren Event aufgezogen –
hin zu einem Spektakel samt Eintrittspreisen.
Vergangenes Jahr
dann der alters- sowie mangels
Nachfolge bedingte Rückzug von
Manfred Wodarcyk und die Befürchtung
vieler, dass damit auch
die letzte große Sommerveranstaltung
Schongaus für immer begraben
wird.
Festgelände am
Kasselturm
Zur Beruhigung aller Fans von
Kunst, Kultur und Kulinarik: Dem ist
nicht so. Bereits im Herbst 2024 hat
sich eine ganze Schar an Männern
und Frauen zusammengetan, um
den Verein „Historischer Markt –
an der Stadtmauer“ zu gründen.
Dieser ist seit kurzem nun auch
ganz offiziell ins Vereinsregister
eingetragen. Was jedoch schon
Wochen und Monate vorher geschah:
Eine akribische Vorbereitung
auf die Rückkehr des Historischen
Markts in die Altstadt.
Somit feiert der Historische Markt
diesen Sommer, genaugenommen
von Freitag, 1. August, bis
einschließlich Sonntag, 10. August,
seine Wiedergeburt an jener
Stelle, an der einst alles begann.
Allerdings nicht auf dem zentral
gelegenen Marienplatz, sondern
auf dem Bürgermeister-Schägger-
Platz im Süd-Osten der Altstadt.
„Mit Kasselturm, Stadtmauer,
Grünfläche und schattenspendenden
Bäumen transportiert
dieser wunderbare Fleck in vielerlei
Hinsicht mittelalterliches
Flair, gleichzeitig wollten wir
der Außengastronomie am Marienplatz
keine Marktbuden vor
die Nase setzen“, begründen die
Vereinsvorsitzenden Tobias Fuhrmann,
Max Diegruber und Herbert
Zimmert die durchaus klugdurchdachte
Wahl dieses neuen
Veranstaltungsortes. Ein weiterer
Vorteil: Dass der Volksfestplatz
direkt darunter reichlich Parkmög-
42 | altlandkreis
lichkeiten für Besucher
bietet, die von dort
nur wenige Fußminuten,
wenn auch etwas
steiler bergauf, zum
Festgelände zurücklegen
müssen. „Wer
nicht mehr so gut zu
Fuß ist, kann sich aber
auch ohne Probleme
oben in der Altstadt
absetzen lassen.“ Auch
neu im Vergleich zum
jüngsten Schongauer
Sommer: „Dass wir
explizit keinen Eintritt
verlangen, den Historischen
Markt somit
wieder zu dem machen,
was er ursprünglich
war – ein Fest von
den Schongauern für
die Schongauer.“ Und natürlich
auch weiterhin für all diejenigen,
die aus Nah und Fern ein mittelalterliches
Spektakel in etwas abgespeckter,
dafür umso gemütlicherer
Form erleben möchten.
Live-Musik in
humaner Lautstärke
Es wird Live-Musik namhafter
Mittelalterbands geben, zum
Beispiel von den aus den Schon-
Mittelalterliches Leben: Auf dem freien Platz vor dem Kasselturm
findet heuer der Historische Markt statt.
gauer-Sommer-Jahren bestens
bekannten Sandsacks und Weltenkriegern.
„Bewusst ohne größere
Verstärker, damit sich die Leute
trotz Musik gut unterhalten können.“
Es gibt eine Vielzahl an kulinarischen
Köstlichkeiten – von
bayerischer und gutbürgerlicher
Küche über indische Spezialitäten
bis hin zu Brotstand, Fleisch vom
Spieß, Crêpes, Schokofrüchte, gebrannte
Mandeln und vieles mehr.
Süffige Getränke wie zum Beispiel
Wein, Met, Holundersäfte und
-liköre, bewährtes Unalkoholisches
und sogar ein festeigenes
Bier – ein naturtrübes Kellerbier
aus der Flasche samt zur Veranstaltung
passendem Logo, gebraut
von einer in Kaufbeuren ansässigen
Braurerei. Noch spannender
aber dürfte für die bis zu 700 Besucher,
die dort oben Platz haben
werden, der Historische Markt,
dazu passendes Lagerleben und
ein buntes Showprogramm in den
Bereichen dazwischen sein: Ein
Falkner lässt seinen pfeilschnellen
Greifvogel in die Luft, ein Schmied
fertigt an Esse und Ambos Werkzeuge
aus Stahl, eine Feuershow
erhitzt die Gemüter, es wird getöpfert,
gesponnen, punziert.
„Wir haben auch eine Korbflechterin,
eine Kürschnerin und eine
Kräuterfrau, es wird geräuchert,
es werden Messergriffe aus Echtholz
gefertigt und vieles mehr“,
schwärmt Herbert Zimmert. Unter
anderem auch in einem acht
> > > INFOS & ÖFFNUNGSZEITEN
Meter langen und fünf
Meter breiten Anbau,
der für die Besucher
freizugänglich sein
wird und von innen
heraus Blicke auf die
mehr als 800 Jahre
alte Stadtmauer
gewährt. Gespeist
werden kann unter
anderem auf Biertischgarnituren
mit
500 Sitzplätzen unter
einem Schirm, der die
Besucher vor Sonne
und Regen schützt. Es
wird mehrere Stehtischplätze
geben. Und
weitere Sitznischen
auf dem Areal, das bis
zum Spielplatz weiter
südwestlich reicht.
Ein Zelt mit Kinderprogramm wie
einem Puppentheater runden das
facettenreiche Angebot ebenso ab
wie Bogenschießen, Axtwerfen,
Massagezelt und Planwagenfahrten
mit Eseln, die dem Historischen
Markt an der Stadtmauer
einen drei, vier Tage langen Besuch
abstatten werden. Obendrein
bietet die Tourist Informationen
der Stadt Schongau explizit zum
Mittelaltermarkt konzipierte Stadtführungen
an. „Insofern sollte
wirklich für jeden etwas passendes
geboten sein“, sind sich Maximilian
Diegruber, Herbert Zimmert
und Tobias Fuhrmann einig.
Bleibt nur noch zu hoffen, dass im
Rahmen dieser historischen Rückkehr
auch das Wetter mitspielt. js
Der Historische Markt auf dem Bürgermeister-Schägger-Platz in
Schongaus Altstadt beginnt am Freitag, 1. August, um 16 Uhr. Weitere
Öffnungszeiten bis einschließlich Sonntag, 10. August: samstags
und sonntags jeweils von 12 bis 23 Uhr, werktags von 16 bis
23 Uhr, wenngleich ein Teil der Gastronomen bereits zur Mittagszeit
(auf 12 Uhr) geöffnet haben wird. Weitere Informationen zum
Rahmenprogramm hält die neue Internetseite www.historischermarkt-schongau.de
bereit. Der Eintritt ist an allen Tagen frei.
juli / august 2025 | 43
Neue Katzenschutzverordnung
Mehr Verantwortung
für weniger Tierleid
Weilheim-Schongau | Seelentröster,
Gesellschafter, beste Freunde:
Katzen haben für Menschen eine
Riesenbedeutung, sind zahlenmäßig
die beliebtesten Haustiere
überhaupt. Umso ausgeprägter
sind Mitgefühl und Mitleid bei
Katzenliebhabern, wenn es den
flauschigen Vierbeinern nicht gut
geht. „Wir bekommen seit vielen
Jahren immer wieder Meldungen
von in der Region engagierten
Tierschutzorganisationen, aus
Tierarztpraxen aber auch in Form
von Tierschutzanzeigen besorgter
Bürgerinnen und Bürger, die
Katzen mit schweren Krankheiten
oder Verletzungen auffinden“, betont
Jens Lewitzki, Leiter des Veterinäramts
für Weilheim-Schongau.
Dabei handelt es sich in der Regel
nicht um gutumsorgte, auf freiwilliger
Basis kastrierte und geimpfte
Hauskatzen in zivilisierten Wohngebieten,
sondern viel mehr um
halbwildlebende Katzen auf Bauernhöfen
oder wildlebende Tiere
in abgelegeneren Stadeln oder
Waldgebieten. Wie viele es davon
gibt? „Können wir nicht ansatzweise
sagen, weil es dazu schlichtweg
keine messbaren Zahlen gibt.“
Grundsätzlich sind Kätzinnen ab
einem Alter von sechs Monaten
in der Lage, zwei bis drei Mal
jährlich je zwei bis sechs Junge
zu gebären – und können dieses
Fortpflanzungspensum im Falle
eines gesunden Lebens bis zum
zehnten Lebensjahr aufrechterhalten.
Nur können die im Rahmen
von Spaziergängern entdeckten
Fundkatzen abseits der Zivilisation
44 | altlandkreis
selten ein langes, gesundes Leben
führen – werden in ihrer Not aber
auch nicht alleingelassen, sondern
meist beim landkreisweit einzigen
Tierheim in Schongau oder bei
im Lankreis ehrenamtlich organi-
Katzen, die raus dürfen,
müssen gechippt und registriert werden.
sierten Tierschutzorganisationen
abgegeben, dort aufgenommen,
aufgepäppelt und im Idealfall
auch kastriert. So kann unkontrollierte
Vermehrung dieser oft von
Inzucht betroffenen Katzen sowie
die Weiterverbreitung von Krankheiten
verhindert werden. „Katzenseuche,
Herpes, Flöhe, Milben,
Bandwürmer, Rundwürmer,
Viruserkrankungen, bakterielle
Infektionen und vieles mehr – es
gibt kaum eine wildlebende oder
halbwildlebende Katze, die gesund
ist und nicht leidet“, bekräftigt an
dieser Stelle Dr. Sabine Tralmer,
stellvertretende Leiterin des Veterinäramts
für Weilheim-Schongau.
Ab 1. November gilt’s!
Das große Problem an dieser Stelle:
Bei hiesigen Fundkatzen galt
bislang das gleiche Recht wie bei
Diese kranke Fundkatze wurde im
Tierheim Schongau abgegeben.
verlorenen Handschuhen – so lange
die Katze nicht eindeutig einem
Besitzer zugordnet werden kann,
muss sie mindestens sechs Monate
aufbewahrt werden. Erst nachdem
sich innerhalb dieses halben Jahres
niemand gemeldet hat, gilt die
Fundkatze rechtlich als herrenlos,
somit auch offiziell als wildlebend
und darf dann von Seiten der jeweiligen
Tierschutzorganisation,
respektive von Tierärzten, entsprechend
behandelt und kastriert
werden. Heißt im Umkehrschluss:
Die Auffangstationen hiesiger
Tierschutzorganisationen sind seit
Jahren überfüllt mit herrenlosen
Katern und Kätzinnen. Um diesem
Tierleid, aber auch zeit-, platzund
kostenaufwändigem Dilemma
der ehrenamtlichen Tierpfleger ein
Ende zu bereiten, hat das Weilheim-Schongauer
Veterinäramt
bereits zum 1. Mai 2025 einen mutigen
und bayernweit einzigartigen
Schritt gewagt: Den Erlass einer
landkreisweiten Katzenschutzverordnung,
die letztlich zum 1. November
2025 in Kraft treten wird.
Ab diesem Zeitpunkt gilt dann für
ganz Weilheim-Schongau: Wer
eine Katze hält und dieser unkontrollierten
freien Auslauf gewähren
möchte, muss sie bis zum 1.
November beim Haustierarzt (oder
Landtierarzt) seiner Wahl via Mikrochip
oder Ohrtätowierung kennzeichnen
lassen. Einmalige Kosten
hierfür: Rund 20 Euro pro Tier.
Darüber hinaus muss die Katze
zusätzlich – mit den Daten dieser
Kennzeichnung sowie den Daten
des Halters – auf einem von zwei
bekannten, bundesweit gültigen
Haustierzentralregistern online
und kostenlos registriert werden.
Die eine Plattform heißt „TASSO“,
ist zugänglich unter www.tasso.de
und hält die Registrierung direkt
auf der Startseite (orange hinterlegt)
unter „Tier online registrieren“
bereit. Die andere „FINDE-
FIX“, ist unter www.findefix.com
zugänglich und hält die kostenfreie
Registrierung unter „Tier registrieren“
bereit.
Verantwortungsvolle
Tierhaltung
Der große Vorteil dieser Registrierung:
Dass in Zukunft wild- und
halbwildlebende Katzen sofort
von klassischen Halterkatzen
unterschieden werden können.
Tierschutzorganisationen und insbesondere
auch Tierärzte haben
aufgrund dieser dann neugeschaffenen
Rechtssicherheit deutlich
schnellere Handhabe, sich um
kranke Fundkatzen entsprechend
kümmern zu können. So soll wiederum
mittel- bis langfristig das
landkreisweite Tierleid-Problem
> > > NÄHERE INFORMATIONEN
bei Katzen sowie die Verbreitung
von Katzenkrankheiten (gegebenenfalls
stecken sich freilaufende
Halterkatzen bei wildlebenden
Katzen an) reduziert werden. Allen
voran auf landwirtschaftlichen
Betrieben. „Wir haben viele
Landwirte, die einen Teil ihrer
Katzen kennen, sich um diese gezielt
kümmern, aber eben eine
noch höhere Anzahl an Katzen
bei sich auf dem Hof haben, die
eben wild- oder halbwildlebend
und krank sind“, betont Dr. Sabine
Tralmer. Heißt: Wenn ein Landwirt
seine ihm fünf bekannten Katzen
registriert, können die restlichen
von einer Tierschutzorganisation
auf Anhieb versorgt und kastriert
werden – nicht erst nach sechs
Monaten. Wie präsent das Problem
kranker Katzen tatsächlich ist
im Landkreis Weilheim-Schongau,
unterstreichen zum Teil ellenlange
Meldelisten, die sich im Archiv
des hiesigen Veterinäramts angesammelt
haben die vergangenen
Jahre. Die Rede ist beispielsweise
von 150 Meldungen kranker Katzen
pro Jahr, einzig und allein von einer
Tierschutzorganisation ausgehend.
Letztlich wünschen sich Jens
Lewitzki und Dr. Sabine Tralmer,
dass mit Erlass der neuen Katzenschutzverordnung
vernünftig, respektvoll
und mit gesundem Menschenverstand
umgegangen wird.
„Jeder liebt Katzen, jeder möchte
gesunde Tiere – und zu gelebtem
Tierschutz gehört nun mal auch
eine verantwortungsvolle Tierhaltung.“
Beim Thema Hauskatzen ab
sofort mit Chippen und Haustierregistrierung
– und im Idealfall auch
mit Impfung und Kastration. js
Fragen beantwortet das Veterinäramt Weilheim-Schongau unter
Telefon 0881 / 681 4444 sowie via E-Mail: vetamt-wm@lrawm.bayern.de.
Die vollständige Verordnung ist außerdem unter
www.weilheim-schongau.de in der Rubrik „Was erledige ich wo?“
unter „K“ mit dem Stichwort „Katzenschutzverordnung“ aufrufbar.
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juli / august 2025 | 45
TSV Ingenried blickt auf 75 Jahre zurück
Als der Profifußballer
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Wir gratulieren
dem TSV Ingenried
zum Jubiläum!
Ingenried | Im Rahmen großer
Nachwuchsfußballturniere wie
„Merkur Cup“ oder „Lech-Cup“
versucht der jeweilige Ausrichter
in der Regel, einen Profi als Ehrengast
zu gewinnen. Das lockt den
einen oder anderen Zuschauer zusätzlich
an und motiviert die Jungs
und Mädels, noch mehr Gas zu geben.
Unvergessen für die Vereinsverantwortlichen
des TSV Ingenried:
Als sie im Sommer 2007 den
Lech-Cup auf ihrem topgepflegten
Sportplatz am Sportplatzweg veranstalteten
– und als Ehrengast
einen damals namhaften tschechischen
Nationalspieler begrüßen
durften, der seinerzeit für 1860
München erste Bundesliga spielte.
Auf die Frage, ob er denn ein Bier
möchte, lehnte der Mittelfeldspieler
zunächst in Profisportlermanier
ab, blickte sich kurz darauf
jedoch ganz gezielt um, erkannte,
dass niemand mit Kamera auf ihn
zielte und bestellte daraufhin doch
eine frischgekühlte Halbe. Letztlich
endete dieser Tag derart spät und
feuchtfröhlich, dass Roman Tyce
sogar eine Ehrenmitgliedschaft
handschriftlich unterzeichnete,
somit der bis heute Prominenteste
unter allen Mitgliedern des TSV
Ingenried ist.
Als sich die Vorstandsriege samt
Altgedienten zum „altlandkreis“-
Interview für „75 Jahre TSV Ingenried“
im 2000 eröffneten,
urgemütlichen und komplett in
Eigenleistung errichteten Sportheim
getroffen haben, war diese
Roman-Tyce-Anekdote jedoch nur
ein Highlight aus der dreivierteljahrhundert
alten TSV-Geschichte
des westlichsten Ortes des Weilheim-Schongauer
Landkreises.
Gegründet wurde der Verein einst
auf Initiative der Lehrer Harder
und Schwarz am 1. Juli 1950. Insofern
fünf Jahre nach Ende des
Zweiten Weltkriegs. Und nicht nur
zu sportlichen Zwecken. Ähnlich
wie aktuell galt es damals jede
Menge Kriegsflüchtlinge in die
Dorfgemeinschaft zu integrieren.
Und wo finden Fremde am besten
Anschluss? In einer Gemeinschaft
von Gleichgesinnten wie Fußballern,
Turnern oder Skifahrern.
Denn mehr als diese drei überschaubaren,
dafür umso rührigeren
Sparten gibt es beim TSV
Ingenried damals wie heute nicht,
wenngleich auf der später erworbenen
Vereinsfahne tatsächlich
vier Sportarten abgebildet sind.
„Aus der Skiclubsparte heraus hat
sich Anfang 2002 eine Triathlon-
Abteilung gegründet – die gab’s
allerdings nur acht Jahre lang“,
weiß Xaver Kögel, 68, der für die
Ingenrieder 20 Jahre lang Fußball
spielte, 15 Jahre die Skiclub-Sparte
leitete und bis heute aktiv ist als
Übungsleiter im Rahmen der Skigymnastik.
1 000-Tore-Mann und
verrückter Zuschauer
Neben Xaver Kögel nahm an diesem
Montagabend Manfred Öfele,
72, Platz. Auch er spielte viele
Jahre Fußball, war zweiter Vorsitzender,
pflegte den Rasen und
erinnert sich noch ganz genau an
eine kuriose Szene zurück: „Bei
46 | altlandkreis
Zimmerei & Baugeschäft
Josef Bißle
einem Heimspiel i stand ein Zuschauer
Erfolg war, auch wenn wir stets auf
noch packen, sie für den Sport be-
direkt neben dem Tor. den einen oder anderen auswärgeistern.“
Und so hoffentlich auch
Als der Gegner unseren Torwart tigen Spieler angewiesen waren, bis ins hohe Erwachsenenalter
bereits ausgespielt hatte und die
Kugel einschieben wollte, stoppte
um überhaupt eine schlagkräftige
Elf auf den Rasen zu bekommen.“
aktiv an den TSV binden – denn
ohne generationenübergreifendes
der Zuschauer blitzartig den Der ewige Rekordtorschütze des Engagement würde es einen Ver-
Ball mit dem Fuß, verhinderte so Vereins, der im Rausche der Euphorie
ein wie den TSV Ingenried längst
nach einem Auswärtsspiel das eigentlich klare Tor, das der
nicht mehr geben in einer Zeit, in
Schiedsrichter somit nicht geben
konnte – verloren haben wir
in Oberammergau mal eine Wette
verlor und im Rahmen der Rückfahrt
der sich junge Menschen kaum
noch binden möchten oder können
das Spiel damals aber trotzdem.“
einen Kopfstand mittig des oder möchten. Schichtarbeit, ein
Überhaupt sind die sportlichen Geländers einer in der Region Überangebot an Freizeitmöglichkeiten
Erfolge in der Vereinshistorie des bekannten Brücke machte, ist dagegen
sowie Wegzug für Studium
waschechter Ingenrieder TSV Ingenried überschaubar: Mit
oder Beruf sind hierfür nur drei
Bernhard Ebner, der als Kind beim – Linksaußen Stefan Tenyer, heute
Beispiele.
81 Jahre alt, schoss mehr als
TSV Fußball spielte, schaffte es
einer zum Eishockeyprofi, ja sogar
Nationalspieler. Mit Manfred Die größte Sparte stellt jedoch die
1000 Tore für den TSV Ingenried! Sportprogramm
geht mit der Zeit
Leonhart aus Erbenschwang einer Turnabteilung dar. Über die treten
zum Nachwuchstrainer des TSV insbesondere viele Frauen und
1860 München. Hinzu kommen Kinder dem TSV bei. „Das beginnt
Aktuell zählt der TSV Ingenried
758 Mitglieder, von denen rund
unter anderem drei Aufstiege im bereits beim beliebten Eltern- 80 Prozent aktiv sind. „Gemessen
Herrenfußball – der erste erfolgte Kind-Turnen für Kinder ab zwei an der Einwohnerzahl von knapp
aus der C- in die B-Klasse, zwei
weitere aus der B- in die A-Klasse.
„Wobei letztere damals noch mit
dem Niveau der Kreisliga von heute
Jahren“, betont Irmgard Echtler, 71,
die 1975 die Turnabteilung mitgegründet
hatte und bis heute brennt
für diesen Sport. „Das Arbeiten mit
1200 eine stolze Zahl“, betont
TSV-Vorsitzender Wolfgang Szewczyk,
49, der nicht müde wird,
das ehrenamtliche Engagement
vergleichbar war, was für uns Kindern war mir immer am liebs-
der TSV-Mitglieder lobend her-
als kleines Dorf schon ein großer ten – in diesem Alter kannst du sie vorzuheben. Auch auffallend:
Sägewerk
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Vergleichsweise günstige Jahresbeiträge
von 60 Euro für Familien,
30 Euro für Erwachsene, 20
Euro für Jugendliche und 15 Euro
für Kinder. Und natürlich das aktuelle
Sportprogramm, das der
gesamtgesellschaftlichen Entwicklung
immer wieder neu angepasst
wurde: Mit Zumba, Bauchtanz,
Jumping, Yoga, Aerobic & Step,
Frauenfitness, Kinderturnen und
Skigymnastik ist die Sporthalle an
der Birkenstraße das ganze Jahr
über besetzt. Der Ski-club hat sich
den schneeärmeren Wintern angepasst,
bietet stattdessen immer
häufiger vereinsinterne Wanderund
Radtouren an. Und falls doch
mal eine geschlossene Schneedecke
vor Ort liegt, „können wir dank
Quad auch bei wenigen Zentimetern
Neuschnee eine richtig gute
Langlaufloipe präparieren.“ Tatsächlich
gilt die Ingenrieder Loipe
mit Ausgangspunkt am Bidinger
Weg nordöstlich des Dorfes als so
etwas wie ein Geheimtipp – und
ist bei rund 800 Metern Seehöhe
auch ein wenig schneesicherer als
manch andere Gegend in Weilheim-Schongau.
Nicht weniger
rührig sind aber auch die Fußballer
des TSV Ingenried, die von der
G- bis zur A-Jugend, teils in Spielgemeinschaften
mit Nachbarvereinen,
alle Altersklassen abdecken.
Und bei den Herren mit einer
Ersten, Zweiten und Dritten Mannschaft
derzeit sogar drei (!) Teams
stellen, allerdings als Teil der zur
Vorsaison gegründeten Spielgemeinschaft
(SG) Schönach –
eine Fusion der Fußballabteilungen
in Schwabbruck, Schwabsoien
und Ingenried.
Rahmenprogramm
zum 75-Jährigen
Insofern laden die Ingenrieder
nicht nur die Bürgerinnen und
Bürger aus ihrem eigenen Dorf zur
großen Jubiläumsfeier, „sondern
alle, die Bock haben“, betont Jugendleiter
und Festmitorganisator
Stephan Echtler, der das dreitägige
Festprogramm etwas genauer
vorstellt: Beginnend am Freitag,
25. Juli, ab 17 Uhr mit Altherren-
Fußballturnier, Elfer-Schießen sowie
anschließendem DJ-Festival
(ab 20 Uhr) mit mehreren DJs aus
der Region, die im 15 auf 30 Meter
großen 450-Mann-Festzelt auflegen
werden. Weiter geht’s am
Samstagabend, 26. Juli, mit einem
kulturellen Kracher, nämlich Kabarett
mit den aus Funk und Fernsehen
bekannten Wellbappn, die
ein auf Ingenried und die Region
zugeschnittenes Musikkabarett auf
höchstem Niveau zum Besten geben
werden. Das große Geburtstagsfinale
beginnt schließlich am
Festsonntag, 27. Juli, um 9.30 Uhr
mit der Aufstellung zum Kirchenzug
am inzwischen ehemaligen
Dorfwirt (Gasthaus zur Sonne),
einem Gottesdienst am Sportplatz,
anschließendem Frühschoppen
und Mittagessen, einem sportlichen
Rahmenprogramm aller drei
Sparten, Kaffee und leckeren Kuchen
sowie entspanntem Festausklang.
„Wozu alle Interessierten
herzlich eingeladen sind – völlig
gleich, wie alt, woher und welcher
Hautfarbe“, sind sich die Verantwortlichen
des TSV Ingenried einig
und schließen mit dieser weltoffenen
Aussage den Kreis zum Mitgründungsgrund:
Dass Sport verbindet
und zusammenschweißt.
Selbst dann, wenn die Protagonistinnen
und Protagonisten nicht die
gleiche Sprache sprechen. js
Manfred Filser
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Vorverkaufskarten zum Preis von rund 25 Euro für das Musikkabarett
mit Hans Well und den Wellbappn am Samstag, 26. Juli, um 20
Uhr (Einlass um 19 Uhr) gibt’s im Dorfladen Ingenried (Welfenstr.
16), im Musikhaus Kirstein (Bernbeurener Str. 11 in Schongau) oder
online unter www.tsv-ingenried.de. Der Eintritt für das DJ-Festival
am 25. Juli sowie den Festsonntag am 27. Juli ist frei.
48 | altlandkreis
– ANZEIGE –
„Wir bauen Zukunft – gemeinsam, nachhaltig, zuverlässig“
Lebenswerter Wohnraum für die Region
Schongau | „Wir bauen Zukunft –
gemeinsam, nachhaltig, zuverlässig.“
Unter diesem Leitsatz möchte
die Firma Haseitl ihre jahrzehntelange
Erfolgsgeschichte im Hoch-,
Tief- und Schlüsselfertigbau fortschreiben
und legt dabei als
größtes Bauunternehmen der Region
besonderen Wert auf nachhaltiges
Bauen. „Weg vom reinen
Betonbau, hin zu mehr hybriden
Bauweisen aus Beton und Holz“,
erklärt Holger Wallisch, seit Dezember
2024 Geschäftsführer des
traditionsreichen Familienunternehmens.
Das Einzugsgebiet des
in Schongau ansässigen Unternehmens
lässt sich in zwei Bereiche
unterteilen. „Zum einen legen wir
ganz bewusst sehr großen Wert auf
regionale Projekte mit Auftragsvolumen
von rund 5 bis 20 Millionen
Euro und sind hierfür in einem
Einzugsgebiet bis Kempten, Augsburg
und Garmisch-Partenkirchen
aktiv. Und zum anderen setzen
wir auf Großprojekte in und um
München.“ Aktuelle Beispiele für
regionale Projekte sind die Bauvorhaben
„Am Schloßberg“ am
nordwestlichen Ortseingang von
Peiting und „An der Gärtnerei“ in
Marktoberdorf. „Bei den Aufträgen
in der bayerischen Landeshauptstadt
reden wir von Auftragsvolumen,
die auch rund 40 Millionen
Euro erreichen.“ Ob Wohnanlagen,
> > > KONTAKT
M. Haseitl
Baugesellschaft mbH & Co. Betriebs KG
Dießener Straße 12 . 86956 Schongau
Tel. 08861 2351-0 . info@haseitlbau.de
www.haseitlbau.de
Holger Wallisch, Geschäftsführer
der Firma Haseitl.
Schulen, Krankenhäuser, Gewerbehallen
oder Industrieanlagen – die
Firma Haseitl ist letztlich auf alle
Bauarten spezialisiert.
Enge Zusammenarbeit mit
regionalen Partnern
Ganz entscheidend, um Bauvorhaben
unterschiedlichster Größen zur
vollen Kundenzufriedenheit umsetzen
zu können: Eine enge und
gute Zusammenarbeit mit regional
ansässigen Partnerunternehmen.
„Wir glauben fest daran, dass Zukunft
nicht irgendwo entsteht, sondern
hier vor Ort – nämlich
mit den Menschen,
die hier leben und arbeiten.
Deshalb bauen wir
mit regionalen Partnern,
mit Blick für nachhaltige
Materialien und mit
durchdachten Prozessen.
Was wir bauen, soll nicht
nur heute gut sein, sondern
auch morgen noch Bestand
haben“, sagt Holger Wallisch und
nennt einmal mehr das wichtige
Thema der Nachhaltigkeit, zu dem
kurze Wege zu starken Nachunternehmern
schlichtweg dazugehören.
Darüber hinaus setzt die Firma
Haseitl auf kompetentes Fachpersonal
im eigenen Haus, zählt aktuell
135 Beschäftigte.
Basis des
unternehmerischen Erfolgs
Dazu zählen unter anderem Bauingenieure,
Techniker, Maurer,
Straßenbauer, Baggerfahrer sowie
Büro- und Verwaltungskräfte, die
größtenteils über einen immensen
Erfahrungsschatz verfügen. „Wir
profitieren vom fachlichen Wissen
und Können langjähriger Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter und
geben es ganz bewusst an unseren
Nachwuchs weiter.“ Als staatlich
anerkannter Ausbildungsbetrieb
für die Berufe Beton- und Stahlbetonbauer,
Maurer, Straßenbauer,
Kanalbauer, Kaufleute für Büromanagement
sowie Industriekaufleute
ist das Bauunternehmen stets auf
der Suche nach jungen, motivierten
Schulabgängern, die in der
Baubranche durchstarten möchten.
„Wir fördern junge Menschen
und geben ihnen eine Perspektive
in einer sinnstiftenden Branche
mit Zukunft. Dabei sind uns Wertschätzung,
Zusammenhalt und
persönliche Entwicklung ebenso
wichtig wie technisches Knowhow“,
so Holger Wallisch über die
hauseigene Ausbildung als Basis
des unternehmerischen Erfolgs,
die bestenfalls über den Erhalt des
Gesellenbriefs hinausgeht: „Im Idealfall
starten unsere Azubis durch
interne wie externe Fort- sowie
Weiterbildungen vom klassischen
Lehrling über den Vorarbeiter und
Polier bis zum Bauleiter durch.“
Vom Erstgespräch bis
zur Schlüsselübergabe
Aufgrund dieser geballten Fachkompetenz
ist die Firma Haseitl
seit vielen Jahren ein verlässlicher
Partner für zahlreiche Bauherren
und Kunden aus Nah und Fern –
angefangen vom ersten Planungsgespräch
bis hin zur Schlüsselübergabe.
„Termintreue, faire Kommunikation
und ein offener Umgang
auf Augenhöhe sind für uns selbstverständlich
und Partnerschaft
keine Floskel, sondern gelebter
Alltag“, so Holger Wallisch, der damit
auch die Bedeutung des neugewählten
Leitsatzes „Wir bauen
Zukunft“ nochmals unterstreicht.
„Ich möchte mich an dieser Stelle
herzlich bei allen Kunden, Partnern
und Mitarbeitenden für das entgegengebrachte
Vertrauen bedanken
und freue mich über viele weitere
Projekte aus der Region für die
Region. Gemeinsam, nachhaltig,
zuverlässig.“
juli / august 2025 | 49
Zum 32. Mannschafts-Fünfkampf
Profis vs. Amateure
Bad Bayersoien | Er gilt als das
Breitensport-Highlight schlechthin,
zieht seit mehr als drei Jahrzehnten
Sportbegeisterte aus Nah
und Fern in seinen Bann: Der
Fünfkampf in Bad Bayersoien,
der traditionell immer am letzten
Juli-Wochenende ausgetragen
wird. Heuer am Freitag, 25. Juli,
und Samstag, 26. Juli, zum bereits
32. Mal. Die Besonderheiten
dieses Wettkampfs: Angetreten
werden kann ausschließlich in
Fünfer-Teams, aus denen jeder
Sportler nur eine der fünf Disziplinen
bestreiten darf. Diese sind:
Laufen, Bankdrücken, Stockschießen,
Knüppelhart: Der Schlussanstieg auf den gefürchteten Aubichl.
Rennradfahren und Moun-
tainbiken. Start des Events ist am de, Damen und Jugendliche zwei die Disziplin, die deutlich mehr
Freitagabend um 16.30 Uhr am Runden sowie Herren drei Runden Kraft als Ausdauer voraussetzt: Ab
Südufer des Bad Bayersoier Sees zurücklegen. Seriensieger Michael 18.30 Uhr messen sich die stärksten
mit dem Lauf um das idyllisch gelegene
Buben und Mädchen sowie
Laur brauchte vergangenes Jahr
Moorwasser – eine Runde nur 18 Minuten und 42 Sekunden Männer und Frauen beim Bank-
beträgt rund 1,9 Kilometer und für die gut fünfeinhalb Kilometer drücken. Ort des Geschehens ist
nahezu keine Höhenmeter. Es auf „schmierigem“ Kies. Mit Einbruch
das Zentrum der Bierzeltbühne,
der Dämmerung beginnt auf der Langhantel mit Gewichten
handelt sich insofern um einen
eher kurzen, dafür sehr schnellen dann entgegen vorheriger Jahre sowie Langhantelbank schon warten.
Lauf, bei dem Schüler eine Run-
nicht das Stockschießen, sondern
Als Punkte gewertet werden
hier die über Körpergewicht nach
oben gestemmten Kilogramm –
Herren-Sieger Stefan Weiss drückte
vergangenes Jahr schier unglaubliche
98,60 Kilogramm über
Körpergewicht! Während sich am
späten Freitagabend Läufer und
Bankdrücker entspannt zurücklehnen
und in die Rolle von Fans und
Betreuer schlüpfen können, wird
es für die anderen drei Teammitglieder
am darauffolgenden Tag
ernst. Bereits ab 8 Uhr in der Früh
heißt es „volle Konzentration“
beim Stockschießen auf der Asphaltbahn
neben dem ESV-Sportheim.
Ziel dabei: Ein Lattengestell
möglichst mittig so oft wie mög-
Kurventechnik und Speed sind beim Rennrad-Zeitfahren gefragt.
lich zu treffen – hier zählt, ähnlich
50 | altlandkreis
Erfahrener Stockschütze.
wie beim Bankdrücken, eine hohe
Gesamtpunktzahl.
Verausgabung bis zum
Umfallen
Wiederum Kraft und Ausdauer ist
ab 12 Uhr beim Start des Rennradzeitfahrens
gefragt. Die Vier-
Kilometer-Runde startet auf der
Dorfstraße, führt aus Bad Bayersoien
Richtung Norden hinaus
und im Uhrzeigersinn wieder hinein
in den beschaulichen Kurort.
Kurze Anstiege sowie einige enge
Kurven machen das Highspeed-
Radeln auf den dünnen Rädern
zur echten Herausforderung – ob
Streckenrekordhalter Lukas Krämer
aus Peißenberg, der bereits
den Ironman auf Hawaii in seiner
Altersklasse gewinnen konnte,
auch heuer wieder am Start steht?
Knappe 25 Minuten brauchte er
vergangenes Jahr auf seiner Zeitfahrmaschine
aus Vollcarbon für
die insgesamt vier Runden, die
die Herren zurückzulegen haben.
Damen fahren drei, Jugendliche
zwei und Schüler eine Runde. Als
„Königsdisziplin“ wird von Seiten
der Veranstalter – den rührigen
Mitgliedern des ESV Bad Bayersoien
– jedoch das Mountainbiken
mit Start um 15.30 Uhr am Feuerwehrhaus
südwestlich der B23
angepriesen. Schüler fahren eine,
Jugendliche zwei und Damen drei
Runden einer verkürzten Version
der Herrenstrecke – letztere erstreckt
sich über rund 15 Kilometer,
führt die ersten drei Runden steil
und kurvig über Asphalt, Schotter,
Wiesen, Moorboden sowie durch
einen verwilderten Holzerweg
hindurch, ehe es zum Schluss den
dann bocksteilen Aubichl mit bis
zu 26 Prozent Steigung zum Ziel
hinaufgeht. Viele Sportler verausgaben
sich hier bis zum Umfallen,
werden für ihre Leistungen frenetisch
gefeiert von hunderten von
Fans, die sich entlang des Schlussanstiegs
aufreihen. Belohnt wir
am Ende des Tages jedoch nicht
die Einzelleistung der Sportlerinnen
und Sportler, sondern stets
die im Team – die Siegerehrung
ab 20 Uhr samt Festbewirtung,
Fassbierausschank und Live-Musik
im 1 000-Mann-Zelt am Sportheim
Die Stärksten treten beim Bankdrücken im Bierzelt an.
gehört ebenso dazu wie die sportliche
Verausgabung davor.
Professionelle
Organisation
Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht
der Veranstalter, der Jahr für Jahr
Sportler aus Nah und Fern anzieht:
Eine superprofessionelle Organisation
mit Startnummernvergabe,
Zeitnahme, unterhaltsamer
Moderation, Spezialsoftware zur
Ermittlung der Gesamtergebnisse,
professionelle Ausflaggung und
Absperrung der Strecken sowie
die Anpassung der Strecken an das
Leistungsprofil von Kindern, Jugendlichen,
Erwachsenen, männlich
wie weiblich. Aber auch die
von manchen kritisierte Tatsache,
dass hier nicht in Amateur- und
Halbprofi- oder gar Profiklasse
unterschieden wird. Heißt: Beim
Fünfkampf in Bad Bayersoien
kommt es immer wieder vor, dass
der leicht übergewichtige Gaudisportler
in derselben Altersklasse
startet wie ein vollends austrainierter
Topathlet. Genau das macht
diesen Reiz des Bayersoier Fünfkampfs
aus – dass sich Amateure
im direkten Duell mit Profis messen
können. So auch dieses Jahr:
Die Anmeldung der Teams erfolgt
online unter www.esv-bad-bayersoien.de.
Dort findet sich auch ein
Link zur Sportlerbörse – sie dient
der Anmeldung einzelner Sportler,
die (noch) kein Team haben. Aber
mindestens so heiß sind wie alle
anderen. Denn wie heißt es am
zu Weilheim-Schongau angrenzenden
Kurort Ende Juli immer so
schön: „Soier Fünfkampf ist nur
einmal im Jahr!“
js
Am Limit: Seriensieger Michael
Laur führt das Feld an.
juli / august 2025 | 51
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52 | altlandkreis
Bad Bayersoien | Ledig, männlich,
mindestens 16 Jahre alt: Das sind
die Grundvoraussetzungen, um
dem Burschenverein Bad Bayersoien
beitreten zu dürfen. Was
jedoch, wenn’s funkt, wenn eines
der Mitglieder widererwarten die
Frau seines Lebens kennen und
lieben lernt? „Durch Heirat scheidet
man aus dem aktiven Vereinsleben
automatisch aus, muss
dem Verein im Rahmen eines
Junggesellenabschieds eine Brotzeit
und 30 Liter Bier spendieren,
darf aber passiv dabeibleiben, uns
quasi indirekt unterstützen“, so
Vorsitzender Fabian Stotter über
eine entscheidende Regelung aus
> > > TICKETS FÜR NANCY FRANCK
der Burschenvereins-Satzung.
Von den 120 Mitgliedern insgesamt
zählt der Verein derzeit 65
Aktive im Alter von 16 bis 35 Jahren.
Alles schneidige Burschen,
die allesamt direkt aus Bad Bayersoien
stammen und in unterschiedlichsten
Berufen tätig sind.
Elektriker, Zimmerer, Installateure,
Physiotherapeuten, Heilerziehungspfleger,
Immobilienmakler,
Industriekaufleute, Zollbeamter,
Polizeibeamter, Lehrer, Ingenieur,
Berufsfeuerwehrler – im Rahmen
der Vereinstreffen kommt geballte
Fachkompetenz aus unterschiedlichsten
Branchen zusammen. Das
wiederum hilft, um sich vielseitig
engagieren und coole Feste organisieren
zu können. Allen voran
für diesen Sommer. Am ersten
August-Wochenende feiert der
Bad Bayersoier Burschenverein
sein 25-jähriges Gründungsjubiläum
mit einem fetten Fest über
gleich drei Tage hinweg. Warum?
„Weil das einerseits schlichtweg
gefeiert gehört, wir außerdem
unser 20-Jähriges aufgrund der
Coronapandemie nicht feiern
konnten und wir auch gleich das
Fünfkampf-Zelt, das uns dankenswerterweise
der ESV eine Woche
vorher aufbaut, nutzen dürfen.“
Dass Bad Bayersoien lässige Events
organisieren kann, ist an dieser
Stelle kein Geheimnis. Rockparty,
Fünfkampf, Kontinentenfete, Bad
Vorverkaufskarten für die Party mit Ballermann-Star Nancy Franck
am Freitag, 1. August, um 20 Uhr gibt’s online unter www.eventfrog.de
und dem Suchbegriff „Jubiläums Party 25 Jahre Burschenverein
Bad Bayersoien e.V.“. sowie in der Bio auf dem Instagram-
Account des Burschenvereins für 16,58 Euro.
Außerdem verlost „altlandkreis“ 2 x 2 Tickets. Schicken Sie uns
bis 15. Juli eine Postkarte mit dem Stichwort „Nancy Franck“ an
„altlandkreis“, Birkland 40, in 86971 Peiting. Oder eine Mail an
info@altlandkreis.de. Das Los entscheidet, der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Wir wünschen viel Erfolg!.
Bayersoien in Flammen – die Liste
war und ist lang, bunt und wird in
Zukunft immer noch bunter werden.
„Wir hatten schon viele gute
Live-Bands und -musiker bei uns
im Dorf, eine Königin vom Ballermann
aber noch nie“, so Fabian
Stotter auf die Frage, wie es ausgerechnet
einem so bodenständigtraditionellen
Burschenverein wie
dem Bad Bayersoier gelingt, eine
aus dem TV bekannte Party- und
Schlagersängerin klarzumachen.
Hitler-Verbot und
Ballermann-Star
Die Rede ist von Nancy Franck,
Mitte 20, aus Aachen, die den berühmtberüchtigten
Bierkönig auf
Mallorca bereits mehrfach zum
Kochen brachte, aber auch schon
in verschiedenen TV-Shows ihre
Schlager- und Partyhits zum Besten
gab. Songs wie Fiebertraum,
UFO, Überflieger oder Schnelle
Brille wird sie nun auch im beschaulichen
Kurort Bad Bayersoien
live und in voller Action auf
die Jubiläums-Bühne in einem
1 000-Mannzelt am Sportheim
des ESV Bad Bayersoien bringen.
Eingetütet hat den Ballermann-
Star-Deal Lukas L., selbst aktives
Mitglied des Bayersoier Burschenvereins,
der bereits beruflich auf
dem Ballermann tätig war, entsprechende
Kontakte knüpfen
konnte. Wie viel den Bad Bayersoiern
der Live-Auftritt dieser pfiffigen
Musikerin kostet, „wird natürlich
nicht verraten“. Fakt ist aber auch,
dass ein solcher Gig vor wenigen
DREISCHICHTPLATTEN
HOLZBRIKETT
Die Bad Bayersoier Burschen feiern heuer 25-jähriges Bestehen.
Jahrzehnten noch undenkbar gewesen
wäre. Hintergrund: In Bad
Bayersoien gab’s früher schon
mal einen Burschenverein. Genaugenommen
einen Katholischen
Burschenverein, „der nach der
Machtergreifung von Adolf Hitler
aber verboten wurde“. Und sich
nach Ende des Zweiten Weltkriegs
nicht auf Anhieb wiedergründete,
sondern erst wesentlich später
aus einem ganz anderen Grund
heraus. „Bei uns gibt’s schon seit
geraumer Zeit einen losen Zusammenschluss
unter Männern.“ Damit
gemeint sind „De Stoanign“.
Als deren Söhne etwas Ähnliches
aber Eigenes gründen wollten,
erfuhren sie von den Dorfältesten,
dass es noch die alte Burschenvereinsfahne
aus 1931 gibt, der
Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.
So kam letztlich die Idee auf, den
von Hitler verbotenen Verein neu
aufleben zu lassen. Im Millenniums-Jahr
2000 war es schließlich
so weit, wurde der Burschenverein
aus anno dazumal federführend
von Tobias Maier sowie mit
38 Gründungsmitgliedern wieder
zum Leben erweckt.
Gottesdienst am Seeufer
Aufgrund dieser tieferen historischen
Bedeutung haben die Bad
Bayersoier Burschen ganz gezielt
eine Jubiläumsfeier auf dem
Sportplatz-Areal an der Dorfstraße
74 auf die Beine gestellt, die für
alle Geschlechter, Geschmäcker
und Altersklassen etwas zu bieten
hat: Beginnend am Freitag,
1. August, um 20 Uhr mit der
„schnellsten Party der Geschichte“
und Nancy Franck. Weiter geht’s
am Samstagvormittag, 2. August,
um 11 Uhr mit Weißwurst-Frühstück,
Oldtimer-Treffen, Oldtimer-
Rundfahrt (um 14 Uhr) und musikalischer
Unterhaltung mit der
Stegreifmusi sowie am Abend, ab
18 Uhr, mit einer weiteren Party
samt Live-Musik – hier spielt die
beliebte Tiroler Partyband „Junger
Schwung“. Wer danach noch Zeit,
Lust und Muse hat, darf sich am
3. August an einem traditionellen
Festsonntag erfreuen. Der beginnt
um 10 Uhr mit einem Feldgottesdienst
am Südufer des Bad Bayersoier
Sees. Nach kulinarischer
Stärkung im Bierzelt zieht ab 14
Uhr ein origineller Festzug die
Dorfstraße erst rauf, dann wieder
runter. Dabei sind zahlreiche Burschenvereine
und Landjugenden
aus der Region, aber auch Pferdegespanne
und Musikkapellen.
Abschließend: Festausklang mit
der Musikgruppe „Die Pfaffenwinkler“,
deren musikalisches
Repertoire ähnlich facettenreich
ist wie die Berufsvielfalt der Bad
Bayersoier Burschenvereins-Mitglieder.
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Das 96. Gautrachtenfest des Oberen Lechgaus
„Wie bei einem
Boxkampf“
Urspring | Vereinsfahnen stehen ge war letztlich das erste große
für Zusammenhalt und kameradschaftlichen
Ziel der damaligen Vereinsgrün-
Gemeinschaftssinn. der, verbunden mit hohem Kos-
Im Rahmen von Umzügen und tenaufwand. Letztlich lief das im
feierlichen Gottesdiensten bilden
Jahre 1927 organisierte Maifest der
sie das Gesicht eines jewei-
Uspringer Trachtler jedoch so gut,
ligen Vereins. Obendrein gelten dass sie gleich noch ein zweites
sie als wertvolles Kulturgut, weil ausrichteten, und mit den daraus
sie aufwändig von Hand genäht generierten Einnahmen die Fahne
und bestickt wurden sowie Vergangenheit
und Zukunft miteinander
machen lassen konnten. Dass die
D’Lechtaler auch heute noch rich-
verbinden. Verdammt viel tig gut feiern können, bewiesen
zu erzählen, wenn sie nur sprechen
könnte, hätte die Vereinsfahne
sie bereits vergangenes Jahr mit
einem großen Fest zu 150 Jahre
der D’Lechtaler Urspring. Freiwillige Feuerwehr und 100
Nach Aussage verschiedener Jahre Trachtenverein. „Dass wir
Restauratoren sei sie nochmals im Zuge dessen das Gaufest des
bedeutungsvoller als die Fahnen Oberen Lechgaus nicht schon 2024
anderer Vereine, weil es sich bei
ihr nach wie vor um das Original
aus dem Jahr 1928 handelt. „Aber
auch aufgrund ihrer rechteckigen
Abmessung und Gestaltung haben
wir uns in jüngster Vergangenheit
ausgerichtet haben, liegt letztlich
daran, dass wir im gleichen
Jahr gegründet wurden wie die
Wildsteiger.“ Und weil die Wildsteiger
vergangenes Jahr Gaufest-
Ausrichter waren, ziehen die Ur-
bewusst gegen den Kauf
einer neuen Fahne entschieden“,
weiß der Urspringer Trachtenvereinsvorsitzende
Toni Hollerbach.
Auf der Rückseite zeigt sie den
Heiligen Nikolaus sowie ein fesch
gekleidetes, glücklich dreinschauendes
Trachtenpaar – er noch mit
Gamsbart anstelle des Flaums von
heute. Auf der Vorderseite ist die
Heilige Magdalena samt Engerl zu
sehen, ein Ortsbild von Urspring
samt Alpenpanorama mit Hochplatte,
Geiselstein, Säuling, aber
auch Sternenhimmel und weißblauen
Querstreifen, vergleichbar
mit der Uruguayischen Nationalflagge.
Die Anschaffung dieser in
der Tat optisch auffallenden Flag-
Selten zu sehen: Die historische Tracht.
springer heuer nach. Wann? Von
Freitag, 25. Juli, bis einschließlich
Sonntag, 27. Juli.
Gau besteht aus
23 Vereinen
Zum Oberen Lechgau gehören mit
Bidingen, Bertoldshofen, Marktoberdorf,
Wald, Sulzschneid, Stötten,
Bernbeuren, Seeg, Roßhaupten,
Hopferau, Hopfen, Rieden,
Weissensee, Füssen, Schwangau,
Buching, Trauchgau Prem, Wies,
Wildsteig, Lechbruck, Bernbeuren
und eben Urspring 23 Trachtenvereine.
Letzterer ist mit 180 Mitgliedern,
darunter zwölf Paaren bei
den Aktiven der vereinseigenen
Plattlergruppe sowie 36 Buben
und Mädchen der größte Verein im
zu Steingaden gehörenden Ortsteil
mit rund 450 Einwohnern. „Feuerwehr,
Schützen und Fischer haben
54 | altlandkreis
Die Plattergruppe der D'Lechtaler Urspring.
alle weniger Mitglieder“, bekräftigt
Susanne Greisel, Pressewartin
der D’Lechtaler, die von „viel Lob
für das Doppeljubiläum vergangenes
Jahr“ spricht. Lob, das für
ein so kleines Dorf notwendig war
und ist, um gleich zwei große Feste
innerhalb zweier Jahre auf die
Beine zu stellen. Bierzeltaufbau,
Booking von Live-Musik, Essen
und Getränke für mehrere tausend
Menschen, Sicherheitsvorkehrungen,
Genehmigungen von Privatgrundbesitzern,
Gemeinde und
Landratsamt – die Organisation
eines Gaufestes kostet die Ehrenamtlichen
verdammt viel Freizeit,
Kraft und Nerven. „Schweißt aber
auch ungemein zusammen und ist
ein stückweit eine große Ehre für
uns – denn so ein Gaufest richtet
man nur ein, maximal zwei Mal
im Laufe eines Lebens aus, ist deshalb
schon etwas ganz Besonderes
und mit einem gewöhnlichen
Trachtenjahr nicht ansatzweise
vergleichbar“, sind sich Greisel
und Hollerbach einig. Normalerweise
besteht das Vereinsjahr
der D’Lechtaler aus beispielsweise
dem legendären maskierten
Trachtenball im örtlichen Gasthof
Drei Mohren, Palmbuschenbinden
für Kinder, der traditionellen
Pfingstmontags-
Gauwallfahrt zur Wies,
einem Heimatabend für die Jugend
sowie der Teilnahme an
Trachtenfesten, die nicht vereinseigen
organisiert werden. Hinzu
kommt das alljährliche Jugendpreisplatteln
im Frühjahr sowie
das Erwachsenenpreisplatteln im
Herbst, das traditionell immer
dort ausgerichtet wird, wo im
Jahr zuvor das Gaufest stattfand –
2026 finden die beiden Bewerbe
insofern in Steingaden-Urspring
statt. Und, natürlich, das Aufstellen
eines Maibaums, „in unserem
Falle alle vier Jahre, das nächste
mal wieder 2027“.
Wiagsäge-Wettbewerb
im 3 000-Mann-Zelt
Für das in Summe 96. Gautrachtenfest
des Oberen Lechgaus heuer
stellen die D’Lechtaler Urspring
ein großes 3 000-Mann-Bierzelt
am südlichen Ortseingang von
Urspring auf. Es wird für Anreisende
über die Lechbrucker
Straße bereits von weitem erkennbar
sein. Parkmöglichkeiten
direkt daneben gibt es zuhauf.
Die Festbewirtung mit allem, was
gutbürgerliche Küche (auch für
Vegetarier) ausmacht, übernimmt
– wie traditionell
bei allen Gaufesten des Oberen
Lechgaus – Franz Zimmermann
aus Roßhaupten. „Was für uns natürlich
eine große Entlastung ist“,
betont Susanne Greisel, die sich
schon jetzt auf den Festauftakt
am Freitag, 25. Juli, um 19.30 Uhr
freut: Dieser Stimmungsabend im
Festzelt startet nämlich mit einer
sportlichen Ertüchtigung – einem
Holzsägewettbewerb (siehe Seite
57) auf einer separaten Bühne im
Bierzelt. Hierzu stellen die Veranstalter
zwei oder gar drei nebeneinanderliegende
Fichtenbaumstämme
zur Verfügung, von denen
Zweier-Teams aus Männern und
Frauen im direkten Duell gegeneinander
antreten und versuchen,
schnellstmöglich eine Scheibe
abzusägen, sich so bis ins Finale
durchzuqualifizieren. Gesägt wird
mit zur Verfügung gestellten, baugleichen
und frischgeschärften
„Wiagsägen“, bekannter als Zweihandsägen,
mit denen Zimmerer
und Holzfäller früher Balken
sägten und Baumstämme fällten.
„Erfahrungsgemäß kommt da
richtig Stimmung auf, ein bisschen
vergleichbar mit einem Boxkampf,
die die im Scheinwerferlicht agierenden
Teilnehmer zu Höchstleistungen
pusht.“ Danach spielen
Der
Treffpunkt in
Steingaden
Di bis Fr
Samstag
09.00 - 18.00 Uhr
09.00 - 12.30 Uhr
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Frühstücksarrangement
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Mo-Fr 11.30-13.45 Uhr
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• Kuchen/Gebäck
aus eigener Backstube
• Verschiedene Eiskreationen
Beeindruckendes Gruppenbild der D'Lechtaler Urspring mit ihrer
im Original erhaltenen Vereinsfahne aus dem Jahre 1928.
juli / august 2025 | 55
Inhaber: Michael Schuster
Marktplatz 3
86989 Steingaden
Tel. 0 88 62-9 87 90 81
Schongauer Straße 21
86983 Lechbruck a. See
Telefon 08862-8410
schuster-lechbruck@t-online.de
die „BlechBätscher“ zünftig auf –
eine Gruppe von 23 jungen bis
mittelalten Musikerinnen und Musikern,
die sich aus 14 (!) verschiedenen,
im Ostallgäu ansässigen
Stammkapellen zusammensetzt.
Zu Beginn werden sie ihr Publikum
mit traditioneller Blasmusik
verzücken, quasi die Emotionen
nach diesem aufregenden Holzsägewettbewerb
wieder beruhigen.
Je länger der Abend jedoch dauert,
desto fetziger, moderner, partylastiger
wird das musikalische Repertoire
der BlechBätscher.
4 000 Teilnehmer bei
450 Einwohner
Zum traditionellen Gauheimatabend
am Samstagabend, 26. Juli,
ab 20 Uhr im Festzelt sind alle 23
Mitgliedervereine sowie der dem
Lechgau zugehörige Nachbarverein
„Almfrieden Steingaden“
eingeladen. Gauvorplattler Simon
„Hitzi“ Hitzelberger wird durch ein
den Gaustatuten entsprechendes
Programm führen, musikalisch
umrahmt vom Musikverein Steingaden.
Die Highlights an diesem
Abend sicherlich: Auftritte von
Gauvereinen und Gaugruppe, die
aus den besten Plattlern und Dreherinnen
des Preisplattelns 2024
besteht – und schon mal einstimmen
auf das, was letztlich am
Sonntag, 27. Juli, folgt: Der klassische
Festsonntag, der bereits um 6
Uhr in der Früh via lautem „Weckruf“
durch die ortseigenen Böllerschützen
eingeläutet wird. Die
Aufstellung zum Kirchenzug erfolgt
um 8.45 Uhr am Festzelt, der
Festgottesdienst auf der Egg (idyllische
Anhöhe zwischen Steingaden
und Urspring mit magischem
Blick in die Berge) beginnt um 9.15
Uhr. Danach treten Jugendgruppen
im Bierzelt auf, gibt’s Deftiges
wie Frischgezapftes zu Mittag, um
letztlich gestärkt zu sein für den
absoluten Höhepunkt aus Sicht
der Veranstalter: Ein großer Festumzug
ab 13.30 Uhr mit Trachtlern,
Musikkapellen, Trommlerzügen
und Pferdegespannen. „Hierfür
haben wir 45 Vereine eingeladen,
> > > INFOS AUF EINEN BLICK
rechnen insofern mit rund 4000
Teilnehmern“, betont Toni Hollerbach.
Er schlängelt sich vom
Festzelt, gegen den Uhrzeigersinn,
einmal um das komplette Dorf, ist
insofern auch für Wanderer und
Radfahrer vom Lech und Lechstausee
kommend wunderbar einzusehen.
Wer dann noch Kraft und
Muse hat, ist erneut recht herzlich
ins Bierzelt eingeladen. Dort treten
abermals die aktiven Gruppen geladener
Trachtenvereine auf, ehe
ab 17 Uhr erst die kleine Besetzung
namens „Bloßamol“ (Blech und
Ziach) sowie abschließend die
Knappschafts- und Trachtenkapelle
Peiting zum Festausklang gekonnt
aufspielt. Und die Urspringer dann
hoffentlich wieder viel Lob von allen
Seiten bekommen. Denn für
ein so kleines, gefühlt eigenständiges
Dorf wie Urspring ist und
bleibt die Ausrichtung eines Gaufestes
eine gewaltige Herausforderung.
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Weitere Informationen zum 96. Gaufest des Oberen Lechgaus hält
die Internetseite www.oberer-lechgau.de sowie der Instagramund
Facebook-Account der D’Lechtaler Urspring bereit.
Genüsse
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Täglich geöffnet –
auch Sonntagnachmittag!
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Die Jugendgruppe der D'Lechtaler Urspring.
56 | altlandkreis
Von der Waldarbeit zum Wettkampf
„Um Leben und Tod“
Steingädele | Die ersten Motorsägen
sind bereits in den 1920er
Jahren entwickelt worden, die
klassischen Einmann-Sägen, wie
sie bis heute flächendeckend bei
Baumfällarbeiten zum Einsatz
kommen, in den 1950er Jahren.
Bis dahin wurden Fichten, Tannen,
Buchen und Co. überwiegend von
Hand gesägt. Georg Linder Senior
aus dem Steingadener Ortsteil
Steingädele erinnert sich noch
gut zurück an jene Zeit, als
er bereits als junger Bub
gemeinsam mit seinem Vater oder
Onkel zu Holzarbeiten in die familieneigenen
Wälder ausgerückt
ist. „Meistens haben wir uns zu
Fuß auf den Weg gemacht, im
Sommer auch mal mit dem Fahrrad
– ein Auto haben wir die ersten
Jahre nach Ende des Zweiten
Weltkriegs noch nicht gehabt.“
Insofern war bereits die Anreise
zum eigentlichen Arbeitsplatz eine
körperlich beschwerliche, schließlich
mussten Werkzeuge, Brotzeit
und Getränke von Hand oder via
Rucksack mitgeschleppt werden.
Das damals wichtigste Werkzeug:
Die, zu hochdeutsch, Trimmsäge,
die hier im bayerischen Oberland
bekannter ist als „Wiagsäg“. Dieser
Name ist wohl angelehnt an
das Wort „Wiege“, weil das bis
zu 1,80 Meter lange
Blatt der Säge mit
Holzgriffen an
beiden Enden
ähnlich gebogen
w a r u n d
ist wie
beispielsweise die hölzernen Füße
einer Wiege für Babys und Kleinkinder.
Wann Georg Linder mit einer
dieser Sägen zuletzt draußen
im Holz gearbeitet hat? „Weiß ich
ehrlicherweise nicht mehr genau“,
sagt der heute 80-Jährige
rückblickend. Fakt ist jedenfalls,
dass die Burschen, die damals in
einer Landwirtschaft aufgewachsen
und körperlich schwer arbeiten
mussten, verdammt viel Kraft,
Kondition und handwerkliches Geschick
sich zwangsläufig angeeignet
hatten. Das wiederum waren
drei Eigenschaften, „die uns bei
den Wettkämpfen sicherlich zugutegekommen
sind“. Mit „uns“
meint Georg Linder ihn und seinen
Teamkollegen Josef „Seppl“
Nöß aus Steingaden.
Trophäen aus den
1980er Jahren
Mit „Wettkämpfen“ meint er Holzsägewettbewerbe,
die insbesondere
in den 1980er Jahren recht
häufig sowohl hier in der Region
als auch darüber hinaus stattgefunden
haben und sich einer immensen
Beliebtheit erfreuten. Die
Orte des Geschehens waren
meist die Bühnen in Bierzelten,
die im Rahmen von beispielsweise
Sommerfesten,
Trachtenfesten
oder Gautrachtenfesten
aufgebaut
wurden.
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Heizen!
Über den konkreten Vater und
Erfinder hiesiger Holzsägewettbewerbe
konnte die „altlandkreis“-
Redaktion trotz umfangreicherer
Recherche keine bestimmte Person
ausmachen. Fakt ist allerdings,
dass es mit beispielsweise
Ingenried, Roßhaupten,
Lechbruck, Prem und Urspring
verschiedene Austragungsorte lokaler
Wettbewerbe gegeben hatte.
Das beweisen auch die zahlreichen
Trophäen, die Georg Linder
an diesem Dienstagnachmittag
aus seinem Utensilienschrank
holt, abstaubt und „altlandkreis“-
Redakteur Schelle in die Hand
drückt. Dabei handelt es sich um
Pokale, Tassen und Krüge, deren
Bemalungen oder Gravuren Wettkampfart,
Wettkampfjahr, Austragungsort
und Platzierung zeigen.
„Holzsägewettbewerb, Prem,
1989, 1. PLATZ“ steht beispielsweise
auf einem großen, gold-silber-farbenen
Pokal geschrieben.
„Holzsägen 1983 Urspring“ auf einer
handgetöpferten und bemalten
Tasse. „Holzsäge-Wettbewerb
Krüge, Pokale, Tassen: Diese Trophäen hat Georg Linder früher gemeinsam
mit seinem Teamkollegen Josef „Seppl“ Nöß gewonnen.
1982 Roßhaupten“ im Klappdeckel
eines urigen Humpens, auf dem
auch noch der Spruch „Hopfen –
Malz – Gott – erhalt’s“ geschrieben
steht und somit an die gute
alte bayerische Bierkultur erinnert.
Denn letzteres war auch ein
fester Bestandteil im Rahmen dieser
lokal ausgetragenen Holzsägewettbewerbe
– weniger unter den
Teilnehmern, die oft bekannt waren
für ihren ausgeprägten sportlichen
Ehrgeiz. Dafür umso mehr
unter den Zuschauern, die im
Rausche feuchtfröhlicher Euphorie
eine Bombenstimmung ins Bier-
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Bestens erhalten: Die fast körperlange Wettkampfsäge von Georg Linder.
58 | altlandkreis
zelt zauberten und die Akteure
an den Wiagsägn zu
absoluten Höchstleistungen
gepusht haben. Die Favoriten
auf dem Papier waren
häufig die großen, bärenstarken
Männer, die auch
hauptberuflich als Holzfäller
gearbeitet haben. „Bei
denen war es aber oft so,
dass sie den Wettkampf an
sich nicht gewohnt waren,
mit der Erwartungshaltung
an sich und den Erwartungen
der Zuschauer mental
nicht so gut zurechtgekommen
sind.“ So hatten dann
oft doch die nicht ganz so
kräftigen, dafür eher sportlicheren
Duos, die sich gezielt
auf diese Wettkämpfe
vorbereitet hatten, die Nase vorn.
Training und Tuning
in der Tenne
Messerscharf: Die speziell angeordneten Zähne
der Wettkampfsäge von Georg Linder.
So wie einst Georg „Schorsch“
Linder und sein treuer Wettkampfpartern
Josef „Seppl“ Nöß, die bei
fast allen Holzsägewettbewerben,
an denen sie teilgenommen hatten,
gewonnen haben, ja zumindest
den zweiten Platz erreichten.
Im benachbarten Lechbruck gab
es nämlich ein Duo, das fast noch
stärker war als die beiden und
auch auf überregionalen Wettkämpfen
zu überzeugen wusste.
Der Modus dieser Wettbewerbe in
den 1980er Jahren war jedenfalls
recht simpel: Zwei Paare duellierten
sich stets gegeneinander,
mussten nach erfolgtem Startsignal
durch einen Schiedsrichter
von den auf der Bierzeltbühne nebeneinander
aufgebahrten, rund
40 Zentimeter dicken Fichtenstämmen
so schnell wie möglich eine
Scheibe absägen. Das schnellere
Team kam weiter, qualifizierte
sich für die nächste Runde und im
Idealfall sogar fürs große Finale.
„Heute muss ich ehrlicherweise
darüber schmunzeln, kann es mir
gar nicht mehr so richtig vorstellen,
an solchen Holzsägewettbewerben
teilzunehmen. Damals
aber waren wir jung, hungrig, ungemein
ehrgeizig und wollten uns
und den Zuschauern beweisen,
was wir technisch wie konditionell
draufhaben“, weiß Georg Linder
noch ganz genau, „dass es bei diesen
Wettbewerben oft sprichwörtlich
um Leben und Tod gegangen
ist“. Doch Ehrgeiz allein reichte
bei weitem nicht aus, um erfolgreich
zu sein: „Es hat Wettbewerbe
gegeben, wo der Veranstalter die
Sägen zur Verfügung gestellt hat.
Aber auch welche, wo du dein
eigenes Material mitbringen durftest.“
So wurden die Hobelzähne
der Wiagsägn oft stundenlang, von
Hand, mit viel Fingerspitzengefühl
und speziellen Feilen geschärft.
Es wurde beim Trainieren in der
Tenne von Familie Linder die Zeit
gestoppt, um ein Gespür für die
ideale Schnittgeschwindigkeit zu
entwickeln. Und natürlich, das Allerwichtigste:
Sich auf den Teamkollegen
abgestimmt, „damit wir
beim Wettkampf intuitiv und ohne
Absprache gut miteinander harmonieren
konnten — schließlich
waren wir weder gleich groß, noch
gleich stark noch technisch gleichauf“.
Ob die Jungen und Junggebliebenen
von heute an
die Leistungen von damals
anknüpfen können? Weil
diese Holzsägewettbewerbe
in den 1980er Jahren so
viel Begeisterung bei Teilnehmern
wie Zuschauern
ausgelöst hatten, lassen die
Urspringer im Rahmen des
Oberen-Lechgau-Trachtenfestes
diese Tradition heuer
wieder aufleben. Und
auch andere Vereine in
der Region sind dahingehend
wieder auf den Geschmack
gekommen. Im
Rahmen der Söcheringer
Festtage fand beispielsweise
Ende Mai ein solcher
„Wiagsogschneiden“-Wettbewerb
statt. Oder auch im
Rahmen des Waldfestes auf dem
Helgoland in Schongau wurde
ordentlich gesägt, geschwitzt und
angefeuert. Georg Linder wird sich
dieses Spektakel heuer sicherlich
nicht entgehen lassen und das von
seinem Austragshaus nur wenige
hundert Meter entfernte Bierzelt
aufsuchen (siehe Seite 54). Allerdings
in etwas anderer Funktion.
Nämlich als Zuschauer. Ob zu Fuß,
wie damals ins Holz, oder, alternativ,
mit Auto oder E-Bike, entscheidet
die Tagesform.
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juli / august 2025 | 59
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60 | altlandkreis
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Burggen | In Burggen geben die
Frauen die Richtung vor. Zumindest
beim Musizieren. Denn die
dort dorfeigene Blaskapelle wird
derzeit mit Susanne Furch als erste
sowie Monika Faller als deren
Stellvertreterin von gleich zwei
Frauen dirigiert. Ein zeitgemäßes
Konstrukt, das am 6. Januar 1925
sicherlich noch undenkbar gewesen
wäre. An diesem Tag wurde die
Musikkapelle Burggen offiziell vom
damals erst 22-jährigen Michael
Faller gegründet. Ausschließlich
von und mit Männern. „Unter sehr
schweren Bedingungen und trotz
finanzieller Schwierigkeiten mussten
die Instrumente und Noten
beschafft werden“, heißt es in der
Chronik. Fast alle Musikanten seien
damals in der Landwirtschaft tätig
gewesen, hatten insofern kaum
Zeit für übungsintensive Hobbys,
nahmen sich diese aber trotzdem –
keine drei Monate nach offizieller
Gründung wurde gleich zwei Mal
wöchentlich geprobt, und keiner
fehlte! Unterrichtet wurden die
insgesamt 24 Trompeter, Posaunisten,
Waldhornisten, Tubisten,
Klarinettisten sowie Trommler und
Paukist unter anderem in der Stube
des Dirigenten, allerdings von
einem in Peißenberg heimischen
Musikmeister namens Baarfüßer,
der sein Können bei jeder Musikprobe
an die Neulinge weitergab –
und deren Können in nur wenigen
Monaten auf ein konzerttaugliches
Niveau hieven konnte: bereits am
11. Juni 1925 trat die Musikkapelle
Burggen erstmals auf im Rahmen
des ortseigenen Fronleichnamsfestes.
Inzwischen ist die Blaskapelle
also 100 Jahre alt geworden,
zählt aktuell knapp 40 Mitglieder
im Alter von 14 bis 64 Jahren, Frauen
und Männer bunt gemischt. In
Sachen musikalisches Repertoire
sind sie mit Polkas, Märschen,
Walzern und fetziger Stimmungsmusik
breit aufgestellt. Dorfmeisterschaft
der Fußballer, Jahrestag
der Veteranen, beim überregional
bekannten Rosstag, bei Trachten-,
Schützen- und Musikfesten, Beerdigungen
und anderweitigen
kirchlichen Anlässen – knapp 30
Auftritte pro Jahr schlagen für die
Burggener Musikerinnen und Musiker
in der Regel zu Buche.
Immer mehr
Erste-Hilfe-Einsätze
Ähnlich oft, nämlich 27-mal, war
die Burggener Feuerwehr im Jahr
2024 im Einsatz. Die wurde bereits
am 4. Dezember 1874 mit
Fest in weiblicher Hand: Die Musikkapelle Burggen.
damals 54 Mitgliedern gegründet,
feiert quasi ihr 150-Jähriges nun
gemeinsam mit der Musikkapelle
nach. Die Einsätze in der jüngeren
Geschichte hat Kommandant
Patrick Furch, 35, nahezu alle
hautnah miterlebt. Zum Beispiel
einen Wohnwagenbrand, bei dem
ein darin lebender Mann ums Leben
gekommen war. Ein Brand in
einer Garage, ausgelöst durch einen
E-Scooter, der „Gott sei Dank
glimpflich ausging“. Ebenso der
Brand einer abseits des Ortes gut
versteckten, bei Jugendlichen und
Junggebliebenen beliebten „Zamhockhütte“.
Auch Kaminbrände –
„bei uns im Dorf gibt es sehr viele,
noch aktiv genutzte Holzöfen“ –
kommen immer wieder mal vor.
Außerörtliche Einsätze, die in Erinnerung
geblieben sind, seien ein
Bauernhofbrand in Urspring, ein
Jagdhüttenbrand auf Altenstadter
Flur nach Blitzeinschlag oder ein
schwerer Verkehrsunfall auf der
Fest in männlicher Hand: Die Freiwillige Feuerwehr Burggen.
Ortsverbindungsstraße zwischen
Burggen und Bernbeuren gewesen.
„Auffallend oft werden wir
mittlerweile von der Integrierten
Leitstelle Oberland auch zu First-
Responder-Einsätzen gerufen,
also zur Leistung von Erster Hilfe,
was primär eigentlich die Aufgabe
der Notfallrettung ist“, so Patrick
Furch über die inzwischen stark
geschwächte Gesundheitsversorgung
vor Ort. Allen voran aufgrund
von Personalmangel sowie
der Umwandlung des Schongauer
Krankenhaues und der damit einhergehenden,
eingeschränkten
Notaufnahme. Wobei es wiederum
während Corona extrem ruhig
gewesen sei für die Wehr nordwestlich
der Litzauer Schleife, die
derzeit sehnsüchtig auf die Auslieferung
eines nigelnagelneuen
Tanklöschfahrzeugs wartet. Damit
wäre der Fuhrpark dann neben
Löschgruppenfahrzeug, Mannschaftstransportwagen,
3000-Li-
ter-Pumpfass, Tragkraftspritzenanhänger
und Schlauchwagen mit
1000-Meter-Schlauch gut aufgestellt.
Und personell? „Sind wir mit
76 aktiven, 59 passiven sowie zehn
jugendlichen Mitgliedern, gemessen
an rund 1500 Einwohnern
ohne Tannenberg, gut aufgestellt
und können nicht klagen.“
Der Mehrwert einer
Vereinszugehörigkeit
Überhaupt, da sind sich Patrick
und Susanne Furch einig, sei der
gute Zusammenhalt im Dorf der
größte Mehrwert für ehrenamtliches
Engagement in einem Dorfverein
– ob Musik, Feuerwehr,
oder in einem anderen Burggener
Verein wie Schützen, Radfahrer
(Concordia), Reiter, Trachtler, Motorsportler,
Obst- und Gartenbauverein,
Fußballer, Eisläufer, Kegler
sowie Reservisten: „Wenn du privat
mal Hilfe brauchst, findest du
immer jemanden, der dich, in welcher
Form auch immer, entscheidend
unterstützt.“ Hätte Dirigentin
Susanne Furch, 32, einen Wunsch
frei: „Wir könnten noch die eine
oder andere Klarinette gut gebrauchen
für unsere Kapelle – und
natürlich ganz generell mehr aktive
Mitglieder.“ Bis vor einem Jahr
hatten die Burggener sogar noch
eine eigene Jugendkapelle, die inzwischen
gemeinsame Sache mit
dem Musikernachwuchs aus Altenstadt
und Schwabsoien macht.
Wer letztlich bei den Erwachsenen
der Musikkapelle Burggen mitspielen
möchte, hat die niedrigste
Stufe der Bläserprüfung zu bestehen.
Geprobt wird letztlich einmal
die Woche. Und der pädagogisch
hohe Wert des Erlernens eines
Musikinstruments für Körper, Geist
und Seele ist ohnehin unbestritten
hoch. Über weiteren Nachwuchs
würden sich natürlich auch die
ansonsten bestens aufgestellten
Feuerwehrler freuen. Auch über
weiblichen. „Inzwischen sind in
der Jugend drei Mädchen dabei,
während wir bei den Erwachsenen
tatsächlich noch eine der wenigen
Wehren sind im Landkreis, die
ausschließlich aus Männern besteht.“
Dass Männer und Frauen
in Burggen gemeinsam gut miteinander
können, unterstreicht die
vereinsübergreifende Organisation
des bevorstehenden Doppeljubiläums
– 100 Jahre Musikkapelle und
150 Jahre Feuerwehr wird am letzten
Augustwochenende gefeiert,
überwiegend in der großen Reithalle
am Reitweg.
Sternmarsch, Weinfest,
Fahrzeugweihe
Beginnend am Freitagabend,
29. August, um 19 Uhr mit einem
Sternmarsch im Dorfzentrum am
Roatherhaus – die Musikkapellen
aus Rettenbach, Ingenried, Schongau,
Bernbeuren und eventuell
auch Schwabbruck werden dort,
gemeinsam mit den Burggenern,
ein großes Gemeinschaftskonzert
unter freiem Himmel zum Besten
geben – und dann gemeinsam in
Richtung Reithalle marschieren, in
der wiederum die Blasmusikkapellen
aus Schongau und Rettenbach
für beste Unterhaltung sorgen. Am
Samstag, 30. August, laden die
Burggener um 19 Uhr zu einem
Weinfest mit den bekannten wie
beliebten Alpengruß-Musikanten –
wer pünktlich kommt, zahlt anstelle
der zehn Euro Eintritt nur acht
Euro. „Wir wollen schließlich früh
beginnen, da der Sonntag streng
genug wird für uns“, sagen Patrick
uns Susanne Furch grinsend. Dieser
Festsonntag beginnt um 9.45
Uhr mit einem Kirchenzug von der
Reithalle zur Stephanskirche, in die
alle Interessierten recht herzlich
zum Gottesdienst samt Fahrzeugweihe
(draußen) des neuen Tanklöschfahrzeugs
eingeladen sind.
Danach: Gemeinsames Mittagessen
in der Festhalle, Stimmungsnachmittag
mit musikalischer Umrahmung
von „Senfkristall“ (Tanz- und
Stimmungsmusik) sowie Festausklang
mit der Burggener Blaskapelle.
Ein Highlight außerdem an
diesem Tag: Die Ausstellung des
imposanten Flugfeldlöschfahrzeugs
der Kaserne Altenstadt. js
juli / august 2025 | 61
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1 600 Meter hohe Bleickmassiv
hinter der berühmten
Wieskirche aufragen sieht,
fragt sich, ob seine Gipfel
nicht auch vom Weilheim-
Schongauer Landkreis aus
bestiegen werden können.
Zugegeben: Der meistbegangene
und viel beschriebene
Standardaufstieg startet
nämlich in Unternogg, das
zum benachbarten Landkreis
Garmisch-Partenkirchen gehört.
Wir von „altlandkreis“
verraten Ihnen nun eine
Tour, die zwar länger, dafür
weniger eintönig, und eben
von noch Weilheim-Schongauer
Boden aus begangen
werden kann. Sie startet an
einem kleinen Parkplatz bei
Schildschwaig südlich von
Wildsteig. Von dort marschiert
man erst einmal gut
drei Kilometer durch wunderschöne
Wiesen mit kleinen
Bächen und artenreichen Mooren.
Auf dem breiten, fast ebenen
Forstweg kann dieses erste Stück
auch gut via Mountain- oder Gravelbike
zurückgelegt werden. Dann
führt ein versteckter kleiner Steig
hinauf zur Saulochhütte. Dieses
Weglein hat sich die vergangenen
Jahre im Internet unter Trailbikern
herumgesprochen, die dort gerne
beim Abfahren über die Wurzeln,
Felsbrocken und Steine springen.
Vormittags ist von den wagemutigen
Mountainbikern jedoch kaum
einer unterwegs – und so geht’s in
aller Ruhe, teils recht steil, durch
schönen Bergwald hinauf zur unbewirtschafteten
Forsthütte mit
Holzbrunnen. Rund 1 100 Meter
Höhe sind an dieser Stelle erreicht.
Blick von der Hohen Bleick auf Zugspitze,
Kreuzspitze und Klammspitze.
Es folgt ein bisschen Forststraßenpiste,
ehe man an der Lähnbachhütte
ankommt. Sie ist ebenfalls
unbewirtschaftet – an einem erhöht
gelegenen Tisch mit Bänken
kann jedoch prima geratscht werden.
Nur wichtig: Keine Abfälle
hinterlassen!
Traumblick auf Wies und
Starnberger See
Die Forststraßen hat man inzwischen
endgültig hinter sich, und
ein Steig führt durch den Wald zur
sonnigen Lichtung am sogenannten
Anwurfplatz. Hier plätschert
wieder ein Brunnen und es blühen
heimische Wildblumen. Nochmals
kräftig durchatmen, ehe es die letzten
150 Höhenmeter zum Gipfel hinaufgeht
– insbesondere das
allerletzte Stück der Tour geht
es nämlich knackig steil hinauf
zum großen Kreuz auf der
Niederen Bleick. Auf diesen
1 589 Metern Höhe angekommen,
steht man quasi höher
als auf allen Nachbarbergen
im direkten Umkreis und zugleich
am höchsten Punkt des
Landkreises Weilheim-Schongau.
Über den steilen Nordhang
schweift der Blick ins
Alpenvorland: Die Rokokokirche
im namensgebenden
Weiler Wies, UNESCO-Weltkulturerbe,
kann mit bloßem
Auge erkannt werden –
sie liegt nur gut fünf Kilometer
weit und 700 Meter tief
entfernt. Auch der Auerberg
im Nordwesten und der Hohe
Peißenberg im Nordosten zeigen
sich, ebenso zahlreiche
Ortschaften des Schongauer
Altlandkreises, des Weilheimer
Altlandkreises, hinüber bis
zum Staffelsee mit seiner großen
Insel namens „Wörth“.
Im Süden erstrecken sich dagegen
weite Teile der Ammergauer
Alpen: Vom Teufelstättkopf zieht
die nördliche Kette über den Hennenkopf
zur Großen Klammspitze.
Dahinter steht die Kreuzspitze,
mit 2 185 Metern höchster Gipfel
der Ammergauer Alpen auf bayerischer
Seite. Links davon, noch
weiter hinten, kann sogar die
Zugspitze erspäht werden. Beim
geradlinigen Blick gen Süden verdeckt
jedoch die Hohe Bleick ein
wenig die Sicht. Wer also genügend
Kondition und Zeit in petto
hat, kann auch ihr noch einen
Besuch abstatten. Hierfür verlässt
man den Landkreis Weilheim-
62 | altlandkreis
Schongau, hinüber ins Ostallgäu,
und steigt durch die Senke an der
Bleickhütte, ehe es hinauf zur Hohen
Bleick geht. Von den dortigen
rund 1 638 Metern Höhe sind weitere
Gipfel der Ammergauer Alpen
gefühlt zum Greifen nahe: Die
Hochplatte im Südwesten. Direkt
daneben das Felshorn des Geiselsteins,
auch bekannt als Matterhorn
der Ammergauer Alpen. Und
auch die Tannheimer und Allgäuer
Berge sind weiter hinten (beim
Blick Richtung Südwesten) nicht zu
übersehen.
AV-Sektion Wildsteig
pflegt Steige
Bis zur Lähnbachhütte ist der Abstiegsweg
derselbe. Dann aber
kann schon bald in den sogenannten
Holzmeistersteig eingebogen
werden – ein Steig, den
die Alpenvereinssektion Wildsteig
wunderschön angelegt hat. Wobei
die Ehrenamtler auch die anderen
Wege und Steige an den
Bleick-Gipfeln bestens hegen
Blick von der Niederen Bleick auf
den Schongauer Altlandkreis.
Die Wieskirche, fotografiert mit Telezoom von der Niederen Bleick.
und pflegen. Auf einem Rücken
zwischen zwei Wildbachgräben
geht es dann in angenehmem
Gefälle bergab, ehe Stufen einen
das letzte Wegstück steiler hinuntertragen.
Man wandert nun
in der Nähe des Lähnbächs zum
berühmten Königssträßchen, die
Märchenkönig Ludwig II. vor rund
150 Jahren mit seiner Kutsche bereiste,
wenn er zwischen seinen
Schlössern Neuschwanstein und
Linderhof hin- und herpendelte.
Am breiten sonnigen Kiesbett des
Lähnbachs kommt man nun schon
bald nochmals vorbei. Viel Wasser
führt er meistens nicht, doch für
ein ausgiebiges Fußbad reicht’s in
der Regel immer. Das letzte Stück
des Weges verläuft dann wieder
auf einem Forststräßchen. Kühe
grüßen von ihren blumenreichen
Wiesen im kleinen Nesseltal, ehe
der Ausgangspunkt, der Parkplatz
in Wildsteig-Schildschwaig, wieder
erreicht ist. Nach diesen fast 18
Kilometern und gut 800 Höhenmetern
hat man sich eine Einkehr nun
redlich verdient. Entlang der Rückfahrt
ist das schon nach wenigen
Minuten möglich: entweder an der
nahe gelegenen Wieskirche, zu der
eine schmale fahrbare Straße über
Gut Schildschwaig und den Weiler
Schwarzenbach führt. In der
Ortsmitte von Wildsteig neben der
stolzen Pfarrkirche St. Jakobus, Im
Wildsteiger Ortsteil Morgenbach.
Auf Schönegg sowie weiteren Einkehrmöglichkeiten,
die im Rahmen
der Rückreise auf dem Weg
liegen.
cr
Streckenprofil:
Ausgangspunkt: Wanderparkplatz
Schildschwaig. Von der Ortsmitte
Wildsteig den Wiesweg hinab
fahren, an der Kreuzung geradeaus,
in Unterhäusern links. Hinter
Straubenbach steil hinab. Vor der
Kreuzung rechts der Parkplatz.
Wegroute: Die linke Forststraße
(Schilder Hausen/Wildsteig) weiter.
Die rechte Abzweigung ignorieren.
Nach 2,5 km die Königsstraße
rechts. Nach ca. 15 Min., beim
Schild „Elbele“ (bis hier auch mit
Fahrrad) links ab und den Forstweg
bergwärts. Bei der Kurve geradeaus
bleiben (nicht links weiter!)
und dann gleich den steilen
Wurzelsteig hinauf. Auf ihm zur
Saulochhütte. Dort die Forststraße
rechts. Hinter der Lähnbachhütte
auf Steig weiter hinauf zum Anwurfplatz
und zum Gipfel der Niederen
Bleick. (Abstecher hinab zur
Bleickhütte und hinauf zur Hohen
Bleick, extra 40 Minuten). Abstieg
zunächst wie Hinweg. Bald nach
der Lähnbachhütte links und den
Holzmeistersteig hinab. Unten die
Königsstraße links (wer mit Radl
gestartet ist, rechts zum Elbele).
Bei Schild mit „Wellen“ rechts ab
(Schild Hohe Bleick/W10 in Gegenrichtung).
Über einen Bach und
auf dem Sträßchen durch‘s Nesseltal.
Nach ca. 2 km, wieder am Hinweg,
links zurück zum Parkplatz.
Gehzeit: 5 ½ – 6 Std., gut 800 Höhenmeter.
juli / august 2025 | 63
> > > DAS HEIMATRÄTSEL
Kostenloses Auftanken
Altlandkreis | Wer kennt es nicht
an brütend-heißen Sommertagen:
Ein anhaltender Schweißfilm über
dem kompletten Körper, Durst
ohne Ende, in der Trinkflasche jedoch
nur noch ein winziger Schluck
Wasser – und das Ziel der Radtour
oder Wanderung noch lange nicht
in Sicht. Lebensmittelgeschäfte
haben am Sonntag zu. Und das
nächste Lokal oder Café kommt
frühestens in zehn Kilometern.
Ein Segen in solch einer Situation:
Brunnen, die ganz offiziell Wasser
in Trinkwasserqualität spenden.
Um auf die Wichtigkeit der Trinkwasserversorgung
im Allgemeinen
hinzuweisen, gab und gibt es ein
vom Bayerischen Amt für Umwelt
und Verbraucherschutz gefördertes
Projekt, über das Gemeinden
auf die gute Arbeit ihrer Wasserversorgung
aufmerksam machen
konnten und können. Zum Beispiel
durch die Errichtung neuer
Trinkwasserbrunnen. Zwei davon
hat die „altlandkreis“-Redaktion
entdeckt und hier auf dieser Seite
abgebildet. Wir möchten nun von
Ihnen wissen: Wo genau stehen
die hier abgebildeten Brunnen
„A“ und „B“? Und von welchen
Gemeinden wurden sie errichtet?
Schicken Sie uns bis 15. Juli eine
Postkarte mit der Lösung und dem
Stichwort Heimaträtsel an „altlandkreis“,
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Peiting. Oder eine Mail an info@
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Heumilch-Camembert,
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> > > DES LETZTEN RÄTSELS LÖSUNG
Wo sich die abgebildeten Lausbuben verstecken, wollten wir
von Ihnen in unserer Mai / Juni-Ausgabe wissen. Die Lösung:
Nordwestlich des Münztors, unterhalb der Schongauer Stadtmauer.
Gewusst hatte das unter anderem Sigrid Wohlhaupter
aus Apfeldorf, der wir recht herzlich zum Gewinn von Allgäuzeller,
Almblütenkäse, Gipfelstürmer, Rübli, Alprahm- und Holunderblütenkäse
gratulieren.
Konfitüre, Alprahm-Käse und Gipfelstürmer.
Das Los entscheidet,
der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Wir wünschen viel Erfolg!
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Stand bei Drucklegung im Juni. 2025.
Änderungen und Fehler vorbehalten.
Auflage: 28000 Exemplare
Geplanter Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe
September/ Oktober 2025:
Freitag, 29. August 2025 (Anzeigenschluss: 11. August 2025)
Für eingesandte Manuskripte wird keine Haftung und keine
Erscheinungsgewähr übernommen.
Druck: Gebr. Geiselberger GmbH,
Martin-Moser-Str. 23, 84503 Altötting
Verteilservice: KBV Vertriebs GmbH,
Am Weidenbach 8, 82362 Weilheim
Fotos: Felix Baab, Johannes Schelle, ARochau, Adobe
Stock, Zacherl Fotografie, Christian Rauch, Markt Peiting,
Radsportfreunde Pfaffenwinkel e.V., Harald Wörnzhofer,
Nicoletti Fotografi, Rock'n'Roll-Club Peiting, Amt für Jugend
und Familien Weilheim-Schongau, Förderverein Flößermuseum
Lechbruck e.V., Bauernbühne Bad Bayersoien, Tourist
Information Schongau, Arno Declair, Freiwillige Feuerwehr
Rott, D'Rottbachtaler Rott, Basti Kosler, Silvia Schlögel/
Gemeinde Steingaden, Bettina Eder, Foto Fuhrmann,
Tierheim Schongau, TSV Ingenried, Fabian Zwerger, Rupi
Stredele, Eva Maier, Burschenverein Bad Bayersoien e.V.,
Bauernbühne Bad Bayersoien, Schönegger Käse-Alm,
Erscheinungsweise: zweimonatig, kostenlose
Herausgeber: Peter Ostenrieder
Verteilung an alle Haushalte im Altlandkreis
Redaktion: Johannes Schelle,
Schongau und einzelnen angrenzenden
Peter Ostenrieder (V.i.S.d.P.)
Gemeinden
Anzeigenverkauf: Rainer Hornberger, Wolfgang Stuhler
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Ernst-Dietrich Limper,
Die aktuellen Anzeigenpreise, Mediadaten
Christian Rauch
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Satz, Layout & Anzeigengestaltung:
technische Angaben finden Sie auf unserer
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Jeden Dienstag und Donnerstag von
April bis September
ROTTENBUCH
11.00 bis 12.00 Uhr
Schaukäsen auf der Schönegger
Käse-Alm. Jeden Dienstag
OBERAMMERGAU
10.00 bis 18.00 Uhr
Reptilienhaus im Lüftlmalereck 5
geöffnet. Weitere Infos unter www.
reptilien-haus.de. Siehe Anzeige
Seite 44. Im Sommerhalbjahr täglich
SCHONGAU
MI 02.07.
11.00 bis 17.00 Uhr
Kleiderkammer in der Blumenstraße
2 geöffnet. Jeden Mittwoch
außer in den Ferien
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
PEITING
14.00 bis 17.00 Uhr
Museum im Klösterle geöffnet.
Jeden Mittwoch außer an Feiertagen
17.00 bis 19.00 Uhr
Raum der Begegnung – offener
Treffpunkt für Trauernde für
Jung und Alt in den Räumen von
VerdeSia in der Angermoosstr. 28.
Jeden 1. Mittwoch im Monat
ALTENSTADT
19.30 bis 21.00 Uhr
Treffen der Fotogruppe im MIZ,
Schulweg 10. Kontakt: info@
fotogruppe-altenstadt.de, Veranstaltungen
sind für alle offen und
kostenlos. Jeden Mittwoch
LECHBRUCK
14.30 bis16.00 Uhr
Kinder stärken mit Pferdestärken.
Familie Riedle in Helmenstein
2. Anmeldung telefonisch unter
08367 / 9122792. Unkostenbeitrag pro
Reiter 16 €. Jeden Mittwoch
ROTTENBUCH
Ab 19.00 Uhr
Festgottesdienst Patrozinium
Frauenbrünnerl in der Pfarrkirche
im Anschluß Führung mit Albrecht
Bögele
BAD BAYERSOIEN
14.30 bis 17.30 Uhr
Museum im Bierlinghaus geöffnet.
Mit Ausstellung Schwärmerei (Ausstellung
bis 31.08.). Eintritt 2,50 €.
Jeden Mittwoch
SCHONGAU
DO 03.07.
14.00 bis 17.00 Uhr
Gesellschafts- & Spielenachmittag
mit Bewirtung in der AWO. Infos
unter 08861 / 3625. Jeden Donnerstag
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
LECHBRUCK
10.00 bis 12.00 Uhr
Wildkräuterführung. Treffpunkt an
der Jakobskapelle, Gsteig. Kosten:
19 €. Anmeldung in der Tourist-
Information unter 08862 / 987830
17.30 bis 19.00 Uhr
Flößermuseum geöffnet im
Weidach 8. Jeden Donnerstag
10.30 bis 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am Bootshafen
in der Lechwiesenstr. 36. Anmeldungen
ab zwei Wochen vorher
in der Tourist Information unter Tel.
08862 / 987830. Jeden Donnerstag.
Siehe Seite 23
20.00 bis 22.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon.
Jeden Donnerstag mit
wechselnden Musikkapellen
STEINGADEN
14.00 bis 18.00 Uhr
Kameramuseum in der Füssener
Str. geöffnet. Jeden Donnerstag
15.00 bis 17.00 Uhr
Klostermuseum im Pfarrhof geöffnet.
Eintritt frei. Sonderführungen
auf Anfrage unter Tel. 08862 / 200.
Jeden Dienstag und Donnerstag von
April bis September
ROTTENBUCH
11.00 bis 12.00 Uhr
Schaukäsen auf der Schönegger
Käse-Alm. Jeden Donnerstag von
Mai bis Oktober
SCHONGAU
FR 04.07.
07.30 bis 13.00 Uhr
Wochenmarkt am Marienplatz.
Jeden Freitag
15.00 bis 18.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt
von Frauen für Frauen in der Passage
Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,
Tand und viel guter Laune. Jeden
Freitag
PEITING
8.30 bis 12.00 Uhr
Bauernmarkt am oberen Hauptplatz
mit Gemüse und Obst (nach
Saison), Schmalzgebäck, Kesselfleisch
und frischem Ziegenfleisch
sowie Produkten aus der Partnerstadt
Calvi dell Umbria uvm. Jeden
ersten Freitag im Monat
HERZOGSÄGMÜHLE
18.00 bis 21.00 Uhr
Burger Abend im Café & Wirtshaus
Herzog am Dorfplatz 8. Reservierung
unter 08861 / 219213
BERNBEUREN
Ab 20.00 Uhr
Fischerfest am Haslacher See
STEINGADEN
Ab 18.00 Uhr
Singend sein im Sommer –
Frauensingwochenende in der
Bildungs- und Erholungsstätte
Langau. www.langau.de.
Bis 06. Juli 13.00 Uhr
ROTTENBUCH
14.00 Uhr
Führung an Echelsbacher Brücke
mit Dr. Thomas Echtler. Treffpunkt
> > > BLUTSPENDETERMINE VOM ROTEN KREUZ
Mo, 21. Jul. 15.00 bis 20.00 Uhr
Mi, 30. Jul. 16.00 bis 20.00 Uhr
Di, 05. Aug 16.00 bis 20.00 Uhr
Mo, 18. Aug. 15.00 bis 20.00 Uhr
Landsberg, Sportzentrum
Schongau, Jakob-Pfeiffer-Haus
Peißenberg, Tiefstollenhalle
Landsberg, Sportzentrum
66 | altlandkreis
am Parkplatz an der Echelsbacher
Brücke. Die Führung ist kostenfrei
ROTT
Ab 20.00 Uhr
Festwoche zum Lechgau Trachtenfest
und 150 Jahre Feuerwehr,
Bierzeltbrass mit „Oimara und
Bande“, ab 22 Uhr „DeSchoWieda“.
Tickets unter www.feuerwehrrott.de
oder www.trachtenverein-rott.
de. Siehe Seite 26 - 29
SCHONGAU
SA 05.07.
10.00 bis 14.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt in der Passage
Münzstr. 9. Der Flohmarkt von
Frauen für Frauen mit Kunst,
Musik, Tand und viel guter Laune.
1.Samstag im Monat 10 – 16 Uhr,
Folgesamstage 10 bis 14 Uhr
10.30 und 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech. Anmeldung
bei der Tourist-Info unter
08861 / 214-181 oder touristinfo@
schongau.de. Siehe Seite 23.
Jeden Samstag
PEITING
10.00 bis 18.00 Uhr
8. Pfaffenwinkel Gewerbeschau
im Eisstadion. Eintritt frei. Weitere
Infos unter www.pfaffenwinkelgewerbeschau.de.
Siehe Seite 14 - 21
und Anzeige Seite 11
14.00 bis 16.00 Uhr
Führung an der Villa Rustica. Keine
Anmeldung notwendig, kostenlos.
Jeden Samstag von Mai bis Oktober
HERZOGSÄGMÜHLE
Ab 19.00 Uhr
Dorffest – Serenade beim Rainer
Endisch Saal mit dem Florian
Mayer Trio und Beachlounge am
See. Eintritt frei. Weitere Infos unter
www.herzogsaegmuehle.de/dorffest.
Siehe Anzeige Seite 5
BERNBEUREN
Ab 16.00 Uhr
Fischerfest am Haslacher See
LECHBRUCK
Ganztägig
Dorftunier am Sportplatz. Weitere
Infos zur Anmeldung und Spielablauf
beim SV Lechbruck
Ab 18.00 Uhr
Jubiläumsfest im Flößermuseum.
Ausstellungseröffnung „20 Jahre
Flößermuseum-30 Jahre Förderverein
und Museumsnacht mit viel
Musik. Freier Eintritt. Siehe Seite 23
ROTTENBUCH
Ab 18.00 Uhr
Weinfest im Fohlenmarkt-Garten
beim Maibaum. Die Veranstaltung
findet nur bei gutem Wetter statt
ROTT
Ab 10.00 Uhr
Festwoche zum Lechgau Trachtenfest
und 150 Jahre Feuerwehr
mit Oldtimertreffen und Trachtenmarkt,
ab 20 Uhr Blasmusikparty
mit den Brauhausmusikanten
und Muckasäck. Infos unter www.
feuerwehr-rott.de oder www.trachtenverein-rott.de.
Siehe Seite 26 - 29
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Ausstellungen „Virtuelle Welten“
und „Aufbruch ins Weltall“ im Radom
geöffnet. Jeden Samstag und
Sonntag. Siehe Anzeige Seite 40
SCHONGAU
SO 06.07.
14.00 und 16.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech. Anmeldung
bei der Tourist-Info unter
08861 / 214-181 oder touristinfo@
schongau.de. Siehe Seite 23.
Jeden Sonntag
PEITING
Ab 9.00 Uhr
50 Jahre Wellenfreibad – Beginn
der Jubiläumswoche. Mit Megarutsche
Slide & Jump. Siehe Seite 6 / 7
und Anzeige Seite 65 . Bis 12.07.
10.00 bis 18.00 Uhr
8. Pfaffenwinkel Gewerbeschau im
Eisstadion. Eintritt frei. Weitere Infos
unter www.pfaffenwinkel-gewerbeschau.de.
Siehe Seite 14 - 21
HERZOGSÄGMÜHLE
Ab 10.00 Uhr
Dorffest mit Festgottesdienst und
anschließender Musik, Streetfood
und vieles mehr. Eintritt frei. Weitere
Infos unter www.herzogsaegmuehle.de/dorffest.
Siehe Anzeige
Seite 5
BERNBEUREN
10.00 bis 14.00 Uhr
Fischerfest am Haslacher See
14.00 bis 16.00 Uhr
Auerbergmuseum geöffnet.
Jeden Sonntag
LECHBRUCK
10.00 bis 16.00 Uhr
Motor-Nostalgie-Treff am Festplatz
beim Bootshafen für PKW, LKW,
Nutzfahrzeuge und Motorräder
Ab 15.00 Uhr
Jubiläumsfest im Flößermuseum.
Ausstellungseröffnung „20 Jahre
Flößermuseum - 30 Jahre Förderverein“
und Museumsnacht mit viel
Musik. Hoagarten in der „Guten
Stube“ bei Kaffee und Kuchen.
Freier Eintritt. Siehe Seite 23
16.00 bis 18.00 Uhr
Flößermuseum geöffnet im
Weidach 8. Jeden Sonntag
ROTTENBUCH
Ab 19.00 Uhr
Rottenbucher Festsommer –
Internationales Orgelkonzert an
der Freywis-Orgel im Münster
BAD BAYERSOIEN
17.00 bis 20.00 Uhr
Museum im Bierlinghaus geöffnet.
Eintritt 2,50 €. Jeden 1. Sonntag im
Monat
ROTT
Ab 9.30 Uhr
Festwoche zum Lechgau Trachtenfest
und 150 Jahre Feuerwehr.
Kirchenzug mit Festgottesdienst,
Festreden. Ab 13 Uhr Feuerwehrfahrzeugschau
und Kinderprogramm.
Infos unter www.feuerwehrrott.de
oder www.trachtenverein-rott.
de. Siehe Seite 26 - 29
PEISSENBERG
13.30 bis 16.30 Uhr
Bergbaumuseum geöffnet.
Jeden 1. und 3. Sonntag im Monat
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Ausstellungen „Virtuelle Welten“
und „Aufbruch ins Weltall“ im Radom
geöffnet. Siehe Anzeige Seite
40. Jeden Samstag und Sonntag
ROTT
MO 07.07.
Ab 13.00 Uhr
Festwoche zum Lechgau Trachtenfest
und 150 Jahre Feuerwehr.
Kreisseniorennachmittag. Ab
20 Uhr politischer Abend und
Blasmusik des BDM. Infos unter
www.feuerwehr-rott.de oder www.
trachtenverein-rott.de. Siehe Seite
26 - 29
juli / august 2025 | 67
Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/
PEITING
DI 08.07.
Ab 15.00 Uhr
Stammtisch der Frauen Union Peiting
im Café Central am Hauptplatz.
Jeden 2. Dienstag
ALTENSTADT
MI 09.07.
19.30 bis 21.00 Uhr
Treffen der Fotogruppe im MIZ,
Schulweg 10. Kontakt: info@
fotogruppe-altenstadtd.e, Veranstaltungen
sind für alle offen und
kostenlos. Jeden Mittwoch
ROTTENBUCH
Ab 11.30 Uhr
Führung durch das Münster mit
Thomas Zeller. Anmeldung Gruppenführungen
unter 08867 / 1008
ROTT
Ab 19.00 Uhr
Festwoche zum Lechgau Trachtenfest
und 150 Jahre Feuerwehr.
Kabarettabend mit Wolfgang
Krebs. Tickets und Infos unter
www.feuerwehr-rott.de oder www.
trachtenverein-rott.de. Siehe Seite
26 - 29
PEITING
DO 10.07.
17.00 bis 20.00 Uhr
Michel-Reick-Festspiele / Whisky-
Tasting-Marathon im Xaver Bar &
Lounge in der Ammergauerstr. 16.
Bis 13.07.2025
LECHBRUCK
FR 11.07.
10.00 bis 18.00 Uhr
Flößermarkt am Bootshafen in
der Lechwiesenstr. 36. Infos unter
toepferei-guettinger@web.de oder
07562 / 2495
ab 19.30 Uhr
MSC Clubabend im Gasthof Holler.
Jeden 2. Freitag im Monat
ROTT
Ab 20.00 Uhr
Festwoche zum Lechgau Trachtenfest
und 150 Jahre Feuerwehr.
Boarischer Tanz mit der Tegernseer
Tanzlmusi und Die Blechböhmischen.
Infos unter www.feuerwehrrott.de
oder www.trachtenverein-rott.
de. Siehe Seite 26 - 29
SCHONGAU
SA 12.07.
14.30 Uhr
Christopher Street Day mit Umzug
– Treffpunkt und Ziel am Marienplatz.
Anschließend Ansprachen,
Infostände, Lounge und Kreativangebote
ROTT
Ab 19.00 Uhr
Festwoche zum Lechgau Trachtenfest
und 150 Jahre Feuerwehr.
Standkonzert am Maibaum, Zug
zum Festzelt, Gauheimatabend,
Musikkapelle Rott und Aufführungen
der Lechgauvereine. Weitere
Infos unter www.feuerwehr-rott.de
oder www.trachtenverein-rott.de.
Siehe Seite 26 - 29
SO 13.07.
HERZOGSÄGMÜHLE
9.00 bis 12.00 Uhr
Tauschtag der Sammlerfreunde
Peiting und Umgebung für Briefmarken,
Postkarten und Münzen
im Rainer-Endisch-Saal
ROTTENBUCH
Ab 10.00 Uhr
Eucharistiefeier und anschließende
Führung in der Pfarrkirche mit
Pfarrer Josef Fegg. Gruppenführungen
nach Anmeldung im Pfarrbüro
08867 / 1008
Ab 19.00 Uhr
Rottenbucher Festsommer 2025 –
Junger Festsommer mit Nachwuchsorganisten
an der Freywis-
Orgel
ROTT
Ab 6.00 Uhr
99. Lechgau Trachtenfest mit
Weckruf, Kirchenzug, Festgottesdienst,
Frühschoppen und großem
Festzug. Festausklang mit der
Trachtenkapelle Peiting. Weitere
Infos unter www.feuerwehr-rott.de
oder www.trachtenverein-rott.de.
Siehe Seite 26 - 29
PEITING
MI 16.07.
Ab 18.00 Uhr
Peitinger Bürgerfest am unteren
Hauptplatz vor dem Rathaus. Für
die Bewirtung sorgen verschiedene
Peitinger Vereine und Organisationen.
Bis Sonntag 20.07.2025
LECHBRUCK
DO 17.07.
10.00 bis 12.00 Uhr
Wildkräuterführung. Treffpunkt an
der Jakobskapelle, Gsteig. Kosten:
19 €. Anmeldung in der Tourist-
Information unter 08862 / 987830
ROTTENBUCH
Ab 18.00 Uhr
Klosterdorf- und Kirchenführung.
Treffpunkt am Eingang der Klosterkirche
LECHBRUCK
FR 18.07.
Ab 19.00 Uhr
Musikabend am Bootshafen in der
Lechwiesenstr. 36. Es spielt „The
Burgles“
BIRKLAND
SA 19.07.
Ab 10.00 Uhr
Dorffest mit G-Jugend-Schnuppertraining,
Freundschaftsspielen
von E- und C-Jugend und Herren.
Ab 18 Uhr Dorffestabend mit
Fleisch- und Fischburgern, ab
21 Uhr „Rebelz Sound“ von Mr.
Oggman
ALTENSTADT
18.00 bis 3.30 Uhr
ESCONOVA-Festival im Freibad.
Infos und Tickets unter www.esconova.com.
Siehe Seite 30
LECHBRUCK
10.00 bis 12.00 Uhr
Familienführung im Flößermuseum
im Weidach 8. Kosten: 3 € Erwachsene
und 1 € Kinder. Anmeldung
bis spätestens Freitag 10 Uhr in der
Tourist-Info unter 08862 / 987830
oder info@lechbruck.de
SCHONGAU
SO 20.07.
Ab 15.00 Uhr
VIA Harmonie Chorkonzert im
Sparkassenforum in der Friedhofstr.
1. Kosten: 10 €. Weitere Infos
und Anmeldung unter touristinfo@
schongau.de oder Tel. 08861 / 21481
PEITING
9.00 bis 17.00 Uhr
Sommermarkt rund um den
Hauptplatz. Ab 13 Uhr öffnen auch
einige Peitinger Einzelhändler
Ab 6.30 Uhr
40. Pfaffenwinkel-Radrundfahrt.
Start und Ziel an der Dreifachturnhalle
des TSV Peiting an der
Alfons-Peter-Str. 10. Weitere Infos
unter www.pfaffenwinkelradrundfahrt.de.
Siehe Seite 22
ALTENSTADT
11.00 bis 11.30 Uhr
Orgelmatinee mit Carolin Völk in
der Romanischen Basilika. Eintritt
ist kostenlos
SCHWABNIEDERHOFEN
Ab 19.30 Uhr
Max Joseph – Das Leichte ist am
Schwersten. Konzert im Kulturzentrum,
St. Florian-Weg 1. Karten: 18 €
bei freier Platzwahl unter www.kulze.info/eintrittskarten-reservieren/
STEINGADEN
Ab 18.00 Uhr
Serenade to Music im Weltkulturerbe
Wieskirche, Wies 12. Tickets
unter www.wieskonzerte.de oder im
DEPART Reisebüro Landsberg oder
im Kopierladen COPY-IN Schongau
oder telefonisch unter 0651 / 9790777
(Ticket Regional)
ROTTENBUCH
Ab 11.00 Uhr
Eucharistiefeier und anschließende
Führung in der Pfarrkirche mit
Pfarrer Josef Fegg. Gruppenführungen
nach Anmeldung im Pfarrbüro
08867 / 1008
ROTTENBUCH
DI 22.07.
Ab 10.30 Uhr
Führung durch das Münster mit
Ursula Heitmeier. Gruppenführungen
nach Anmeldung im Pfarrbüro
08867 / 1008
68 | altlandkreis
SCHONGAU
FR 25.07.
16.00 bis 18.00 Uhr
Repaircafè in der Kameliterstr. 2
im AWO-Stüberl. Es wird versucht,
mitgebrachte Teile durch Reparatur
vor dem Müll zu bewahren.
INGENRIED
Ab 17.00 Uhr
75 Jahre TSV mit Altherren-Turnier,
Elfer-Schießen und anschließendem
DJ-Festival (ab 20 Uhr). Freier
Eintritt. Weitere Infos unter www.
tsv-ingenried.de. Siehe Seite 46 - 48
STEINGADEN-URSPRING
Ab 19.30 Uhr
96. Gautrachtenfest des Oberen
Lechgaus. Festauftakt mit Stimmungsabend
und Holzsägewettbewerb
im Bierzelt. Weitere Infos
unter www.oberer-lechgau.de.
Siehe Seite 54 - 59
BAD BAYERSOIEN
Ab 16.30 Uhr
32. Fünfkampf für Mannschaften –
Laufwettbewerb um den Soier See,
ab 18.30 Uhr Bankdrücken im
Bier-zelt. Infos unter www.esv-badbayersoien.de.
Siehe Seite 50 / 51
Erlös wird den Jugendgruppen der
Lechbrucker Vereine gespendet
STEINGADEN
14.00 bis 17.00 Uhr
Sing mit! Offenes Singen in der
Bildungs- und Erholungsstätte
Langau. Infos unter: www.langau.de
STEINGADEN-URSPRING
Ab 20.00 Uhr
96. Gautrachtenfest des Oberen
Lechgaus. Gauheimatabend
mit Auftritten von Vereinen und
Gaugruppen im Bierzelt. Weitere
Infos unter www.oberer-lechgau.de.
Siehe Seite 54 - 59
BAD BAYERSOIEN
Ab 8.00 Uhr
32. Fünfkampf für Mannschaften
Beginn mit Stock-Zielschießen,
12.00 Uhr Rennrad-Einzelzeitfahren,
15.30 Uhr Mountainbike-
Rennen, 20 Uhr Siegerehrung im
Bierzelt. Infos und Anmeldung unter
www.esv-bad-bayersoien.de. Siehe
Seite 50 / 51
STEINGADEN
Ab 6.00 Uhr
96. Gautrachtenfest des Oberen
Lechgaus mit Weckruf, Kirchenzug
und Festgottesdienst am Vormittag,
ab 13.30 Uhr großer Festumzug
und anschließendem Festausklang
im Bierzelt. Weitere Infos unter
www.oberer-lechgau.de. Siehe Seite
54 - 59
Ab 19.00 Uhr
Musik im Pfaffenwinkel in der
Wieskirche. Wolfgang Amadeus
Mozart Sinfonie Nr. 41, Franz
Schubert Messe Nr. 5. Kartenvorverkauf:
www.gap-ticket.de, info@
gap-ticket.de, www.muenchenticket.
de und bei Judith Huppertz unter
08861/9309098 oder s.copycenter@
live.de.
13.30 bis 15.30 Uhr
Treffen der Selbsthilfegruppe Lunge
im Besprechungsraum der AOK
in der Blumenstraße. Infos unter
www.shg-lunge.de
15.00 bis 18.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt. Der Flohmarkt
von Frauen für Frauen in der Passage
Münzstr. 9 mit Kunst, Musik,
Tand und viel guter Laune. Jeden
Freitag
16.00 bis 23.00 Uhr
Historischer Markt am Bürgermeister-Schägger-Platz.
Einige
Gastronomen öffnen auch Wochentags
bereits zur Mittagszeit. Siehe
Seite 42 / 43 und Anzeige Seite 62
Bis 10.08.
PEITING
8.30 bis 12.00 Uhr
Bauernmarkt am oberen Hauptplatz
mit Gemüse und Obst (nach
Saison), Schmalzgebäck, Kesselfleisch
und frischem Ziegenfleisch
sowie Produkte aus der Partnerstadt
Calvi dell Umbria uvm. Jeden
ersten Freitag im Monat
OBERAMMERGAU
10.00 bis 18.00 Uhr
Reptilienhaus im Lüftlmalereck 5
geöffnet. Weitere Infos unter www.
reptilien-haus.de. Siehe Anzeige Seite
44. Im Sommerhalbjahr täglich
SCHONGAU
SA 02.08.
10.00 bis 14.00 Uhr
Weibsdeifi-Markt in der Passage
Münzstr. 9. Der Flohmarkt von
Frauen für Frauen mit Kunst,
Musik, Tand und viel guter Laune.
1.Samstag im Monat 10 – 16 Uhr
Folgesamstage 10 bis 14 Uhr
10.30 und 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech. Anmeldung
bei der Tourist-Info unter
08861 / 214-181 oder touristinfo@
schongau.de. Siehe Seite 23. Jeden
Samstag
12.00 bis 23.00 Uhr
Historischer Markt am Bürgermeister-Schägger-Platz.
Siehe
Seite 42 / 43. Bis 10.08.
INGENRIED
SA 26.07.
Ab 19.00 Uhr
75 Jahre TSV Musikkabarett mit
Hans Well und den Wellbappn.
Eintritt: 25 €. Weitere Infos und
Tickets unter www.tsv-ingenried.de
oder im Dorfladen Ingenried oder
im Musikhaus Kirstein (Schongau).
Siehe Artikel Seite 46 - 48
LECHBRUCK
Ab 14.00 Uhr
Brandacher Straßenfest. Das Fest
findet bei jeder Witterung statt. Der
PEITING
SO 27.07.
16.00 bis 22.00 Uhr
Kleines Sommerfest im Xaver Bar
& Lounge in der Ammergauer Str.
16
ALTENSTADT
11.00 bis 11.30 Uhr
Orgelmatinee mit Susana Garcia
Lastra in der Romanischen Basilika.
Eintritt ist kostenlos
INGENRIED
Ab 9.30 Uhr
75 Jahre TSV Festsonntag mit Kirchenzug,
Gottesdienst, Frühschoppen
und weiterem Festprogramm.
Weitere Infos unter www.tsv-ingenried.de.
Siehe Artikel Seite 46 - 48
ROTTENBUCH
MO 28.07.
Ab 19.00 Uhr
Führung im Münster und Freywis
Orgel - Das theologische Programm
der Kanzel mit Alfred Bögele.
Gruppenführungen nach Anmeldung
im Pfarrbüro 08867 / 1008
SCHONGAU
FR 01.08.
07.30 bis 13.00 Uhr
Wochenmarkt am Marienplatz.
Jeden Freitag
HERZOGSÄGMÜHLE
18.00 bis 21.00 Uhr
Schnitzel Abend im Café &
Wirtshaus Herzog am Dorfplatz 8.
Reservierung unter 08861 / 219213
BAD BAYERSOIEN
20.00 Uhr
„Schnellste Party der Geschichte“
mit Ballermann-Star Nancy Franck
beim Jubiläumsfest des Burschenvereins.
Siehe Seite 52 / 23
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Ausstellungen „Virtuelle Welten“
und „Aufbruch ins Weltall“ im Radom
geöffnet. In den Ferien jeden
Mi., Fr., Sa. und So. Siehe Anzeige
Seite 40
PEITING
14.00 bis 16.00 Uhr
Führung an der Villa Rustica. Keine
Anmeldung notwendig, kostenlos.
Jeden Samstag von Mai bis Oktober
LECHBRUCK
10.00 bis 12.00 Uhr
Familienführung im Flößermuseum
im Weidach 8. Kosten: 3 € Erwachsene
und 1 € Kinder. Anmeldung
bis spätestens Freitag 10 Uhr in der
Tourist-Info unter 08862 / 987830
oder info@lechbruck.de
BAD BAYERSOIEN
ab 11.00 Uhr
Jubiläumsfest des Burschenvereins
mit Weißwurstfrühstück, Oldtimertreffen
und Unterhaltung mit
der Stegreifmusi. Ab 18 Uhr Party
mit der Tiroler Partyband „Junger
Schwung“. Siehe Seite 52 / 23
juli / august 2025 | 69
Noch mehr Termine und ausführlichere Informationen im Online-Kalender unter www.altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Ausstellungen „Virtuelle Welten“
und „Aufbruch ins Weltall“ im Radom
geöffnet. In den Ferien jeden
Mi., Fr., Sa. und So. Siehe Anzeige
Seite 40
SCHONGAU
SO 03.08.
12.00 bis 23.00 Uhr
Historischer Markt am Bürgermeister
Schägger Platz. Siehe Seite
42 / 43 und Anzeige Seite 62. Bis
10.08.
14.00 und 16.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech. Anmeldung
bei der Tourist-Info unter
08861 / 214-181 oder touristinfo@
schongau.de. Siehe Seite 23. Jeden
Sonntag
ALTENSTADT
11.00 bis 11.30 Uhr
Orgelmatinee mit Hubert Kroma in
der Romanischen Basilika. Eintritt
ist kostenlos
BERNBEUREN
14.00 bis 16.00 Uhr
Auerbergmuseum geöffnet. Jeden
Sonntag
LECHBRUCK
16.00 bis 18.00 Uhr
Flößermuseum hat geöffnet im
Weidach 8. Jeden Sonntag
BAD BAYERSOIEN
10.00 Uhr
Jubiläumsfest des Burschenvereins
mit Feldgottesdienst am Südufer
des Sees, anschl. Verpflegung im
Bierzelt. Um 14 Uhr Festzug in der
Dorfstraße. Anschl. Festausklang
mit „Die Pfaffenwinkler“. Siehe
Seite 52 / 23
17.00 bis 20.00 Uhr
Museum im Bierlinghaus geöffnet.
Eintritt 2,50 €. Jeden 1. Sonntag im
Monat
PEISSENBERG
13.30 bis 16.30 Uhr
Bergbaumuseum geöffnet. Jeden 1.
und 3. Sonntag im Monat
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Ausstellungen „Virtuelle Welten“
und „Aufbruch ins Weltall“ im
Radom geöffnet. Siehe Anzeige
Seite 40. In den Ferien jeden Mi., Fr.,
Sa. und So.
PEITING
DI 05.08.
ab 14.00 Uhr
Bankmuseum in der Raiffeisenbank
Pfaffenwinkel in der Bahnhofstr. 26
geöffnet. Besichtigung nur mit Anmeldung
unter 08861 / 6760. Jeden 1.
Dienstag im Monat
HOHENPEISSENBERG
9.30 bis 11.00 Uhr
Seniorentreff in gemütlicher
Runde im HOP im Schächen.
Jeden Dienstag
LECHBRUCK
Ab 19.30 Uhr
Stammtisch der Motorradfreunde
im Gasthof Holler. Jeden 1. Dienstag
im Monat
18.00 bis 20.00 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am Bootshafen
in der Lechwiesenstr. 36.
Anmeldungen ab zwei Wochen vorher
in der Tourist Information unter
Tel. 08862 / 987830. Jeden Dienstag.
Siehe Seite 23
Alphornblasen auf dem Floß am
Bootshafen mit den Lechbrucker
Alphornbläser. Jeden Dienstag
STEINGADEN
15.00 bis 17.00 Uhr
Klostermuseum im Pfarrhof geöffnet.
Eintritt frei. Sonderführungen
auf Anfrage unter Tel. 08862/200.
Jeden Dienstag und Donnerstag von
April bis September
ROTTENBUCH
11.00 bis 12.00 Uhr
Schaukäsen auf der Schönegger
Käse-Alm. Jeden Dienstag von Juli
bis August
SCHONGAU
MI 06.08.
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag. Siehe
Anzeige 67
PEITING
14.00 bis 17.00 Uhr
Museum im Klösterle geöffnet, Kapellenstr.
1. Jeden Mittwoch außer
an Feiertagen
17.00 bis 19.00 Uhr
Raum der Begegnung- offener
Treffpunkt für Trauernde für
jung und alt in den Räumen von
VerdeSia in der Angermoosstr. 28.
Jeden 1. Mittwoch im Monat
ALTENSTADT
19.30 bis 21.00 Uhr
Treffen der Fotogruppe im MIZ,
Schulweg 10. Kontakt: info@
fotogruppe-altenstadt.de, Veranstaltungen
sind für alle offen und
kostenlos. Jeden Mittwoch
LECHBRUCK
14.30 bis 16.00 Uhr
Kinder stärken mit Pferdestärken.
Familie Riedle in Helmenstein
2. Anmeldung telefonisch unter
08367 / 9122792. Unkostenbeitrag pro
Reiter 16 €. Jeden Mittwoch
BAD BAYERSOIEN
14.30 bis 17.30 Uhr
Museum im Bierlinghaus geöffnet.
Mit Ausstellung Schwärmerei (Ausstellung
bis 31.08.). Eintritt 2,50 €.
Jeden Mittwoch
RAISTING
14.00 bis 17.00 Uhr
Ausstellungen „Virtuelle Welten“
und „Aufbruch ins Weltall“ im
Radom geöffnet. Siehe Anzeige
Seite 40. In den Ferien jeden Mi.,
Fr., Sa. und So
SCHONGAU
DO 07.08.
14.00 bis 17.00 Uhr
Gesellschafts- & Spielenachmittag
mit Bewirtung in der AWO. Infos
unter 08861 / 3625. Jeden Donnerstag
14.30 bis 18.00 Uhr
Weinhandel Pfalz in der Bernbeurener
Str. 7 geöffnet. Jeden
Mittwoch und Donnerstag
LECHBRUCK
17.30 bis 19.00 Uhr
Flößermuseum hat geöffnet im
Weidach 8. Jeden Donnerstag
10.30 bis 12.30 Uhr
Floßfahrt auf dem Lech am Bootshafen
in der Lechwiesenstr. 36. Anmeldungen
ab zwei Wochen vorher
in der Tourist Information unter Tel.
08862 / 987830. Jeden Donnerstag.
Siehe Seite 23
20.00 bis 22.00 Uhr
Dämmerschoppen im Musikpavillon.
Jeden Donnerstag mit
wechselnden Musikkapellen
STEINGADEN
14.00 bis 18.00 Uhr
Kameramuseum in der Füssener
Str. geöffnet. Jeden Donnerstag
70 | altlandkreis
15.00 bis 17.00 Uhr
Klostermuseum im Pfarrhof geöffnet.
Eintritt frei. Sonderführungen
auf Anfrage unter Tel. 08862 / 200.
Jeden Dienstag und Donnerstag von
April bis September
ROTTENBUCH
11.00 bis 12.00 Uhr
Schaukäsen auf der Schönegger
Käse-Alm. Jeden Donnerstag von
Mai bis Oktober
LECHBRUCK
FR 08.08.
ab 19.30 Uhr
MSC Clubabend im Gasthof Holler.
Jeden 2. Freitag im Monat
BÖBING
ab 17.00 Uhr
BOA: Böbing-Open-Air–Festival.
Infos unter www.boebing-openair.
de. Siehe Seite 31
BAD BAYERSOIEN
20 Uhr
Theater „Die Siebtelbauern“ auf
der Freilichtbühne am Seeufer.
Karten im Dorfladen und unter
www.bauernbuehne-bayersoien.de.
Weitere Termine am 9., 15., 16., 22.
und 23. August. Siehe Seite 23
LECHBRUCK
SA 09.08.
Ab 12.00 Uhr
Flößerstadl’s Sommerfest am
Bootshafen in der Lechwiesenstr.
BÖBING
ab 10.00 Uhr
BOA: Böbing-Open-Air–Festival.
Infos unter www.boebing-openair.
de. Siehe Seite 31
SO 10.08.
HERZOGSÄGMÜHLE
9.00 bis 12.00 Uhr
Tauschtag der Sammlerfreunde
für Briefmarken, Postkarten und
Münzen im Rainer-Endisch-Saal
ALTENSTADT
11.00 bis 11.30 Uhr
Orgelmatinee mit Anne Horsch in
der Romanischen Basilika. Eintritt
frei
PEITING
DI 12.08.
Ab 15.00 Uhr
Stammtisch der Frauen Union Peiting
im Café Central am Hauptplatz.
Jeden 2. Dienstag
WILDSTEIG
FR 15.08.
Mariä Himmelfahrt
Ab 11.00 Uhr
Gartenfest am Stockplatz mit Musikkapelle
und Trachtenverein
BIRKLAND
SA 16.08.
Ab 14.00 Uhr
Waldfest der Birkländer Musikanten
mit Schupfnudeln, Kesselfleisch,
Gegrilltem, selbstgemachten
Kuchen sowie Barbetrieb am
Abend. Die Anfahrt ist beschildert,
Eintritt frei. Ausweichtermin ist der
17.08. Siehe Anzeige Seite links
ROTTENBUCH
DO 21.08.
Ab 17.00 Uhr
Führung durch das Münster mit
Ursula Heitmeier. Anmeldung
Gruppenführung unter 08867 / 1008
LECHBRUCK
SO 24.08.
9.00 bis 10.00 Uhr
Vogelkundliche Wanderung um
den oberen Lechsee. Treffpunkt:
Flößerstr. 1. Die Führung ist
kostenlos, um einen Fahrkostenzuschuss
für den Führer wird gebeten.
Infos unter 0881 / 9249941 oder
0160 / 90917247
ROTTENBUCH
Ab 17.00 Uhr
Rottenbucher Festsommer 2025
Premiumkonzert im Münster im
Klosterhof 32. Konzert mit dem
Orgelfestival „Mächtige Klänge“.
ROTTENBUCH
MI 27.08.
Ab 10.30 Uhr
Führung mit Thomas Zeller am
Fest der heiligen Monika. Gruppenführungen
nach Anmeldung im
Pfarrbüro 08867 / 1008
SCHONGAU
FR 29.08.
HEUTE ERSCHEINT
DER NEUE ALTLANDKREIS
16.00 bis 20.00 Uhr
Sommerfest im Tierheim mit
Hüpfburg, Torwand und Infos rund
um Tier und Tierschutz. Für das
leibliche Wohl ist gesorgt. Siehe
Seite 22
BURGGEN
Ab 19.00 Uhr
Jubiläumsfest von Feuerwehr und
Musikkapelle mit Sternmarsch
und großem Gemeinschaftskonzert
am Roatherhaus. Anschließend
Blasmusikabend in der Reithalle.
Siehe Seite 60 / 61
SCHONGAU
SA 30.08.
13.00 bis 20.00 Uhr
Sommerfest im Tierheim mit
Hüpfburg, Torwand und Infos rund
um Tier und Tierschutz. Für das
leibliche Wohl ist gesorgt. Siehe
Seite 22
BURGGEN
Ab 19.00 Uhr
Jubiläumsfest von Feuerwehr und
Musikkapelle. Weinfest in der
Reithalle mit den Alpengruß-Musikanten.
Siehe Seite 60 / 61
ROTTENBUCH
Ab 16.00 Uhr
Führung - Das Leben des heiligen
Augustinus mit Albrecht Bögle
durch die Pfarrkirche. Gruppenführungen
nach Anmeldung im
Pfarrbüro 08867 / 1008
SCHONGAU
SO 31.08.
13.00 bis 20.00 Uhr
Sommerfest im Tierheim mit
Hüpfburg, Torwand und Infos rund
um Tier und Tierschutz. Für das
leibliche Wohl ist gesorgt. Siehe
Seite 22
BURGGEN
Ab 9.45 Uhr
Jubiläumsfest von Feuerwehr und
Musikkapelle mit Kirchenzug,
Gottesdienst und Fahrzeugweihe
mit anschließendem gemeinsamen
Mittagessen und Stimmungsnachmittag
mit „Senfkristall“ und
Festausklang mit der Burggener
Blaskapelle. Siehe Seite 60 / 61
ROTTENBUCH
Ab 10.00 Uhr
Eucharistiefeier und anschließende
Orgelführung mit Florian Löffler
im Münster. Gruppenführungen
nach Anmeldung im Pfarrbüro
08867 / 1008
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altlandkreis.biz/veranstaltungskalender/veranstaltungsformular/
(Keine Erscheingarantie
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juli / august 2025 | 71
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72 | altlandkreis