HANSA 07-2025
Spotlight on new ships | Märkte | Versicherung | Finanzierung | Schifffahrt | Schiffstechnik | TECH-INNOVATION powered by VDMA | Häfen
Spotlight on new ships | Märkte | Versicherung | Finanzierung | Schifffahrt | Schiffstechnik | TECH-INNOVATION powered by VDMA | Häfen
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Est. 1864 07 | 2025
International
Maritime
Journal
Die Reeder und der Kapitalmarkt
Die globale Schifffahrt wird wieder
interessanter für Investoren – unter
anderem für Neubau-Darlehen
Zu hohe Kosten
In Bremerhaven muss das Seemannsheim
seine Türen schließen.
Und andernorts?
Am Wasser gebaut
Wasserstraßen, Schleusen: Wo
wird an den deutschen Küsten
gerade gebaggert und gebaut?
162. Jahrgang
ISSN 0017-7504 | € 22,–
www.hansa-online.de
TitelAZ_HANSA_07-2025_V1_Layout 1 12.06.25 12:32 Seite 1
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Im Fokus stehen unter anderem die Top-Themen:
Containerschifffahrt und Logistik
Spezialschiffe und vermeintliche Nischen als Geschäftsmodell
Future Fuels und Umweltregulierung I Verantwortliche & Haftung
Maritime Finanzierung
Maritime Politik
EDITORIAL
Michael Meyer
Chefredakteur
Milliarden oder
Lippenbekenntnisse?
SCHIFFBAU IST...
Tradition
Leidenschaft
HITZLER
»Sicherheit« ist (und bleibt wohl auf absehbare
Zeit) das Schlagwort in aller
Munde. Krisen und Kriege beherrschen
auch in der maritimen Wirtschaft die Debatten
und Planungen. Sei es nun in
höchster Eskalationsstufe, sprich militärisch,
oder in der vermeintlich softeren
Variante, also in der Handels- und Zollpolitik
– die wiederum als Teil der Geopolitik
nicht selten zwischen dem einen
und dem anderen steckt.
Sicherheit ist elementar für wirtschaftliches
Handeln. Das gilt auch für die Häfen.
Sie sehen sich zu Recht als kritische
Infrastruktur. In Friedens-, aber erst
recht in Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen:
zur Versorgung des Landes
oder im Extremfall als Basis für militärische
Zwecke. Doch die Infrastruktur
ist nicht überall ausreichend aufgestellt.
Und deshalb braucht es Investitionen.
Vor allem der Bund muss seine Schatullen
öffnen. Aber wie groß ist der Bedarf
eigentlich wirklich? Das hat sich auch der
Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe
(ZDS) gefragt. Und dessen neuer
Geschäftsführer Florian Keisinger hat
jetzt im HANSA PODCAST eine ziemlich
konkrete Antwort gegeben: 15 Mrd. €.
15 Mrd. € klingt erstmal nach einer
ganzen Menge Holz. Man kann die Zahl
aber auch in Relation setzen: Es sind
»nur« 3 % des von der Politik vollmundig
auf den Tisch gelegten Infrastruktur-
Sondervermögens, mit dem das Land
auf Vordermann gebracht werden soll.
Selbstverständlich, viele Branchen
sind wichtig. Und ja, der Investitionsstau
ist vielerorts groß. Jedoch: Man lehnt sich
nicht zu weit aus dem politischen Fenster,
wenn man anerkennt, dass die deutschen
Seehäfen die 3 % wert sind. Man
denke nur an die Entwicklungen rund
um die ukrainischen Häfen nach dem
Start des russischen Angriffskriegs. Von
daher macht der neue ZDS-Chef einen
wichtigen Punkt.
Ob »Manifest« für eine vermeintliche
Friedenspolitik oder nicht: Liebe Regierung,
ihr müsst jetzt zeigen, wie ernst es
Euch mit den maritimen Bekenntnissen
aus dem Koalitionsvertrag ist. Ein paar
Beispiele aus der schwarz-roten Feder:
»Wir sind auf eine wettbewerbsfähige
Hafeninfrastruktur angewiesen, die auch
militärische und energiepolitische Erfordernisse
berücksichtigt«, »Für die Ertüchtigung
der Infrastruktur aus Wasserstraßen
und Häfen werden wir für
notwendige Investitionen eine auskömmliche
zusätzliche Finanzierung mit
Planungssicherheit organisieren.«
Was ist der Politik eine funktionierende
und sichere Infrastruktur Wert? Dass
der neue ZDS-Chef jetzt mit konkreten
Zahlen die Initiative ergreift, ist gut und
bringt die Debatte von der allgemeinen
Ebene auf ein praktisches Level. Mal sehen,
ob sich der Bund und die Länder
dazu gesellen, um an konkreten Lösungen
zu arbeiten. Nötig wäre es.
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
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3
INHALT | CONTENTS
07 2025
3 EDITORIAL
3 Milliarden oder Lippenbekenntnisse?
5 SPOTLIGHT ON NEW SHIPS
5 Lloyd Werft soll Spezialschiff
mit Ulstein-Design bauen
6 MOMENTAUFNAHME
8 PEOPLE & PODCAST
10 MÄRKTE | MARKETS
10 Middle East war spells more chaos
10 Viewpoint Christopher Ehlers | Containerland
Chartering:
Small carriers dithering over long periods
12 Rates & Fixtures
14 VERSICHERUNG | INSURANCE
14 Alte Schiffe, anfällige Maschinen
15 »Morning Midas«: Versicherer fordern
Konsequenzen aus RoRo-Brand
15 Havariechronik
16 Georg Duncker übernimmt
zwei griechische Versicherungsmakler
18 FINANZIERUNG | FINANCING
18 ZDS: »15 Mrd. € für die deutschen Häfen«
19 »Large Cap« für sechs Linienreeder
20 675 Mio. € für Cadelers Spezial-Schiffe
21 Reederei Meriaura ist wieder
ein »Family Business«
21 ESL sichert sich 70 Mio. €-Kredit
für MPP-Neubauten
22 SCHIFFFAHRT | SHIPPING
22 Lidl-Reederei übernimmt Neubau-Auftrag von
Döhle und baut Linien-Netz aus
24 SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
24 Towards Net-Zero Container Ships
28 Cutting costs with windshields
30 Propulsion assistance: Harnessing the Wind
32 Interview Tommi Vihavainen | NAPA:
»Compliance is not just about equipment«
36 Abwasser: Saubere Regeln für saubere Meere
38 Antifouling: Why we still need biocides
40 TECH-INNVOATION POWERED BY VDMA
– MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
48 HÄFEN | PORTS
48 Hohe Verluste: Das Seemannsheim
Bremerhaven schließt seine Türen
50 An der Küste wird gebaut
58 Komplexe Steuerung für Baggerschiffe
60 BUYER’S GUIDE
64 TERMINE
64 »Eisbeinessen« 2025: Highlight mit Premieren
und neuem Konzept
65 IMPRESSUM
66 LETZTE SEITE
66 – »YSM 2025«: Youngster Shipbroker feiern
auf der »Cap San Diego«
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4 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
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SPOTLIGHT
Lloyd Werft soll Spezialschiff
mit Ulstein-Design bauen
Spotlight on
new ships
© Ulstein
Der 121 m lange Neubau ist
für die Verlegung von
Unterwasserkabeln konzipiert
Die Realisierung eines prestigeträchtigen Neubau-Auftrags für
die Bremerhavener Lloyd Werft rückt näher. Nach der Unterzeichnung
der Absichtserklärung im Mai wurden jetzt im Rahmen
der Messe »Nor-Shipping« in Oslo weitere Details bekannt
gemacht – vor allem mit Blick auf das Design.
Denn dafür hat sich der künftige Schiffseigner Megamas Resources,
ein in Singapur ansässiger Offshore-Dienstleister, die
Expertise des norwegischen Schiffbau- und Konstruktionsspezialisten
Ulstein gesichert. Von dort soll das Design für den neuen
Mehrzweck-Kabelleger kommen, der schließlich bei der deutschen
Werft gebaut werden soll.
»Der Vertrag markiert einen wichtigen Meilenstein und ebnet
den Weg für den möglichen Bau eines hochmodernen Mehrzweck-Kabelverlegeschiffs«,
sagte Tiew Sien Kheng, Managing
Partner von Megamas. »Die Vereinbarung ist der erste formale
Schritt zur Realisierung dieses Projekts.« Im Februar war mit Semarak
Renewable Energy eine Vereinbarung zur Gründung eines
Joint Ventures namens Semarak MIS unterzeichnet worden,
das Kabelverlegungsschiffe betreiben soll. Als Finanzpartner ist
Crewstone International Private Equity and Investments an
Bord.
Geplant ist ein Neubau auf Basis des Designs »Ulstein SX228«
– »ein Glasfaserkabelverlegeschiff der nächsten Generation«, so
die Beteiligten. Bei einer Tragfähigkeit von 8.200 t ist eine Kabelkapazität
von 5.500 t vorgesehen. Das 121,7 m lange und 23 m
breite Schiff soll ein in die Kabeltanks integriertes Unterdeckkarussell
bekommen. Zu den weiteren Ausstattungsmerkmalen
gehören ein ROV-Hangar für den Kabelgrabenfräse, ein 50-Tonnen-A-Rahmen
und eine Pfahlzugkraft von bis zu 120 t für Unterwasserpflüge.
Das Projekt trage dem »weltweiten Mangel an spezialisierten
Offshore-Schiffen Rechnung«, sagte Kheng. »Diese Schiffe werden
eine Schlüsselrolle in der Unterstützung der erneuerbaren
Energien und der Unterwasser-Telekommunikationsbranche
spielen.« Die Ablieferung ist für Ende 2027 avisiert. Möglicherweise
folgt sogar ein weiteres Schiff des Typs ins Auftragsbuch,
zumindest umfasst die Absichtserklärung zwischen Reeder und
Werft auch eine Option für einen zweiten Neubau.
Welche Arbeiten letztlich bei der Lloyd Werft anstehen – zum
Beispiel der Rohbau –, ist noch nicht bekannt. Eine »Terra Incognita«
ist der Bau eines Offshore-Spezialschiffes für die Bremerhavener
jedenfalls nicht: Vor mehr als 10 Jahren hatte die Werft
schon einmal einen Offshore-Rohrleger, die knapp 200 m lange
»Ceona Amazon«, gebaut. Der Kasko entstand seinerzeit auf der
polnischen Crist-Werft und wurde anschließend zur Komplettierung
nach Bremerhaven geschleppt.
MM
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
5
MOMENTAUFNAHME
Riskanter Drift vor Alaska
Schon wieder ist auf einem Autofrachter ein
Feuer ausgebrochen. Die »Morning Midas«
der Reederei Zodiac havarierte 220 sm südlich
der zu Alaska gehörenden Insel Adak. An
Bord: 3.000 Fahrzeuge, darunter 800 E-Autos
– ein großes Risiko. Versicherer befürchten,
dass der Brand aufgrund der hohen Zahl von
Batteriefahrzeugen schwer unter Kontrolle zu
bringen sein werde.
Nach der »Felicity Ace« (2022) und der
»Fremantle Highway« (2023) war es der dritte
RoRo-Großbrand binnen weniger Jahre.
Die 22 Seeleute der 2006 gebauten »Morning
Midas« wurden vom Containerschiff »Cosco
Hellas« aufgenommen. Der Schiffseigner hat
inzwischen die Bergungsfirma Resolve Marine
beauftragt. Bei Redaktionsschluss dieser
Ausgabe war ein Ende der Bergungsarbeiten
noch nicht abzusehen. Zumindest gab es wohl
keine Umweltschäden, wie die US-Küstenwache
auch aufgrund ihrer Satellitenbilder
betonte. Aber: die »Morning Midas« hielt bei
den Witterungsbedingungen vor Ort nicht
»still« und driftete mit etwa 1,8 Meilen pro
Stunde in Richtung Nordosten.
Foto: US Coast Guard
6 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
MOMENTAUFNAHME
Liebe Leser,
wenn auch Sie eine maritime Moment aufnahme eingefangen haben, schicken Sie uns gern das Foto mit ein paar persönlichen oder
erklärenden Zeilen dazu. Wir freuen uns über Ihre Einsendungen an: redaktion@hansa-online.de sowie Schiffahrts-Verlag »Hansa«,
Stadthausbrücke 4, 20355 Hamburg. Hinweis: Der Verlag behält sich das Recht vor, eingegangene Fotografien für redaktionelle
Zwecke weiterzuverwenden.
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
7
PEOPLE & PODCAST
■ BUND: Christoph Ploß ist neuer Koordinator
für Maritime Wirtschaft und
Tourismus der Bundesregierung.
Er
folgt auf den Grünen-Politiker
Dieter
Janecek. Ploß ist seit
2017 Mitglied des
Bundestags und vertritt
den Wahlkreis
Hamburg-Nord; 2025 wurde er direkt
gewählt. Er ist Vorsitzender der CDU-
Landesgruppe sowie seit 2018 Mitglied
im Verkehrs- und Europaauschuss.
■ ICS: Emanuele Grimaldi, CEO der
Grimaldi Lines, tritt als Vorsitzender der
International Chamber
of Shipping zurück.
Sein Nachfolger
wird zum Juni
2026 John Denholm,
der einstimmig auf
der Jahreshauptversammlung
gewählt wurde. Denholm ist
derzeit Vorstandsmitglied für Großbritannien
und stellvertretender Vorsitzender
der ICS.
Personalie des Monats: Robert Gärtner verlässt Ernst Russ AG
■ ERNST RUSS: Robert Gärtner, CEO des Hamburger Schifffahrtsunternehmens, geht in den
Ruhestand und wird die Ernst Russ AG zum 31. August 2025 auf eigenen Wunsch verlassen. Gärtner
war 2019 zum Ship- und Assetmanager gekommen, dessen größter Anteilseigner Peter Döhle
ist. Zuvor war er geschäftsführender Gesellschafter eines von ihm gegründeten und nach ihm
benannten Beratunsunternehmens in Hamburg. Frühere Stationen Gärtners waren unter anderem
Interschalt, Debis Systemhaus, TDS oder die Moeller-Firmengruppe in Bonn. Auf der Hauptversammlung
der Ernst Russ AG ist Harald Christ erneut zum Aufsichtsrat gewählt worden. Jan
Döhle folgte auf den nicht mehr kandidierenden Robert Lorenz-Meyer. Außerdem wurde verkündet,
dass Christopher Eilers ab dem 1. August den Vorstand der Ernst Russ AG verstärken wird.
■ BUREAU VERITAS: Ramona Zettelmaier
übernimmt zum 1. Mai die Position
des Regional Marine
Chief Executive
für Zentraleuropa
von Rolf Stiefel. Die
erfahrene Head of
Sales & Costumer
Relation ist bereits
seit 13 Jahren für die
französische Klassifikationsgesellschaft
tätig. Stiefel hatte den Posten im Mai
2020 übernommen.
■ LOUIS-DREYFUS: Philippe Louis-
Dreyfus, Jahrgang 1945, ist gestorben.
Als CEO der Reederei
Louis Dreyfus Armateurs
führte er das
Familienunternehmen
zu neuen maritimen
und industriellen
Geschäftsfeldern.
Von 2006 bis 2009
war er Vorsitzender des europäischen
Reederverbands ECSA, 2015 übernahm
er den Vorsitz der Bimco.
■ BG VERKEHR: Stefan Höppner ist zum
neuen Vorsitzenden der BG Verkehr gewählt
worden. Er folgt
auf Sabine Kudzielka,
die nach 16 Jahren an
der Spitze in den Ruhestand
geht. Gemeinsam
mit Karin
Tanger und dem neu in
die Geschäftsführung
gewählten Präventionsleiter Wolfgang Laske
bildet er das Führungstrio, das zum 1.
Februar 2026 seine Arbeit aufnehmen wird.
■ IN EIGENER SACHE: Der Schiffahrts-Verlag »Hansa« verstärkt die Redaktion für die
beiden Publikationen »HANSA International Maritime Journal« und »BINNENSCHIFF-
FAHRT«. Joshua Wygand (links) hat am 1. Juli seine Arbeit als Redakteur im Verlag der
Gruppe Tamm Media aufgenommen. Der gelernte Schifffahrtskaufmann kennt die Branche
aus der Praxis und hat in den vergangenen Jahren bei der DVV Media Group viele
Erfahrungen im maritimen Fachjournalismus gesammelt. Peter Kleinort wechselt zum 1.
August von der Handelsblatt Media Group zu Tamm Media und wird dort einen Tätigkeitsschwerpunkt
auf die Print- und Online-Produkte für die BINNENSCHIFFFAHRT legen. Der Journalist beschäftigt sich schon seit
gut 20 Jahren mit Themen der maritimen Wirtschaft und arbeitete unter anderem für die Financial Times Deutschland, Handelsblatt,
Wirtschaftswoche, Deutsche Verkehrszeitung und Täglicher Hafenbericht sowie bei der Hamburger Behörde für Wirtschaft
und Arbeit. Verleger Peter Tamm sagte: »Wir freuen uns sehr, dass Peter Kleinort und Joshua Wygand die Redaktion verstärken
und heißen sie herzlich im Team von Tamm Media willkommen. Mit ihrem Engagement und ihren Erfahrungen sowie dem Ausbau
der Redaktion sind wir bestens aufgestellt, um die Marken HANSA und BINNENSCHIFFFAHRT in die Zukunft zu führen.«
8 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
Hamburgs
PEOPLE & PODCAST
maritimesmes Herz
Prominente Gäste
im maritimen Talk
BUREAU VERITAS
Rolf Stiefel
Die Dekarbonisierung der Weltflotte lässt sich nicht allein
mit modernen Neubauten bewerkstelligen, auch Umbauten
und Retrofits spielen eine entscheidene Rolle. Oder?
Rolf Stiefel, Regional Chief Executive Marine and Offshore
bei der Klassifikationsgesellschaft Bureau
Veritas, hat dazu eine differenzierte
Meinung. Im Podcast spricht der erfahrene
Schifffahrtsmanager über
Pro & Contra, Chancen und Grenzen
der oftmals als »Patentrezept« angeführten
Herangehensweise Retrofit. Es
geht um kommerzielle und technologische Abwägungen
zu Kraftstoffen, Motoren, Propellern, Windkraft, Elektro-
Antrieben und mehr. »Ja«, sagt Stiefel, nur über Neubauten
werden sich die ambitionierten Klimaziele nicht erreichen
lassen. Da stellt sich natürlich die Frage: Wie wirkt sich das
für Reeder und den Retrofit-Markt aus? »Möglich ist da
eine ganze Menge.«
ZDS
Florian Keisinger
Florian Keisinger, seit wenigen Wochen Hauptgeschäftsführer
beim Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe
(ZDS), tritt mit einer ambitionierten Forderung
an die Politik: 3 % vom Infrastruktur-Sondervermögen
des Bundes
sollen in die Häfen als »kritische Infrastruktur«
fließen. Übersetzt in eine absolute
Zahl wird die Dimension deutlicher:
Es geht um mindestens 15 Mrd. €.
Mehr dazu lesen Sie auf Seite 18 in dieser Ausgabe.
...mehr
geht nicht!
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HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
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9
ÖFFNUNGSZEITEN: TÄGLICH VON 10 BIS 18 UHR
MÄRKTE | MARKETS
Middle East war spells more chaos
The geopolitical risk landscape for shipping gets more and more obscure after the outbreak of
war between Israel and Iran, with speculation increasing by the day that the US are about enter
the fray. Von Michael Hollmann
The tanker and energy markets have been
rattled and remain on tenterhooks due to
the increased risk of a closure of the Strait
of Hormuz by the Mullah regime. Around
20 % of global seaborne LNG deliveries as
well as 20 % of global oil production are
passing through the critical waterway.
Thus a blockade would disrupt a major
share of business in the tanker markets,
potentially causing a huge shortfall of cargo
and collapse of rates although this
would likely be eclipsed by the effects of
an energy price shock for the global economy.
This would be unknown territory for the
world economoy as even during previous
Gulf wars in the 1980s and 1990s, the
Strait always remained open for navigation.
The price of Brent crude oil has surged
from the mid-60’s $/b to high 70’s $/b,
dragging prices of marine products such
as VLSFO and MGO up as well. Spot earnings
of VLCC tankers doubled to around
$ 55,000 $/day after the Israeli strikes and
counter-strikes by Iran and brokers predict
more upward pressure as the July loading
programme gets under way and provided
the Strait of Hormuz remains open.
Consequences for the container and
dry cargo markets should not be underestimated
either. 3.4 % of global container
traffic would be affected if trades into the
Persian Gulf area were suppressed, according
to market research firm Linerlytica. If
dozens of ships and tens of thousands of
containers were trapped in the region, this
would likely have major effects on schedules
and capacity beyond the region.
Market sources are expecting spot
freight rates for shipments to Persian Gulf
countries to rallye further in the short
term due to heightened supply chain
risks. Perhaps the most powerful impact
on container shipping is an indirect one:
The escalation will only increase the determination
of Houthi rebels in Yemen to resume
attacks on merchant shipping in the
region even if their capabilities may have
suffered under the recent strikes by the
US and by Israel. Thus, the chances of a
return of liner shipping to the Red Sea in
the short or medium run and consequent
relaxation of fleet capacity are falling.
On the dry bulk side, inbound and outbound
flows in the Persian Gulf are accounting
for some 4.5 % of worldwide trade.
However, the share is higher for
VIEWPOINT
Small carriers dithering
over long periods
The charter market for feeder container
ships has rallied with a time lag.
Christopher Ehlers, a broker with Finkenwerder-based
Containerland Chartering,
sees a growing standoff now,
with most charterers being put off by
long periods.
Small container ships have been playing
catch-up on charter rates with bigger
ships. Tonnage shortages are getting
worse and worse. What’s your
own experience at Containerland?
Christopher Ehlers: While we have established
relationships with all »main
liners« we also serve several smaller
niche operators outside the Top 20.
Those players often find it harder to secure
vessels than the main lines. Owners
consider more prominent counterparties
for long periods. Smaller
operators, even if well capitalised and
very solid, are sometimes at a disadvantage.
They either have to be ahead
of others or wait for the right moment
when the big carriers hold back because
of market uncertainty. This was temporarily
the case a few months ago
when Trump’s tariffs sent shock waves
through the economy and also back in
January during the truce between Israel
and Hamas which raised hopes of a
return of liner shipping to the Red Sea.
Why did it take longer for the feeder
market to rallye? What are the factors?
Ehlers: Congestion issues at transhipment
hubs on the Continent and the Mediterranean
with delays up to several
days for small ships cannot be overlooked.
I would argue, though, that the
overriding cause for tonnage shortages
Christopher Ehlers
in the larger and in the smaller segments
is still the disruption of Red Sea transits
and the huge extra mileage due to deviation
around the Cape of Good Hope.
When all the services got rerouted at the
start of 2024, the larger deep sea ships
were the first to benefit. As more and
more ships were needed to fill gaps in the
networks, the shortages cascaded down
10 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
MÄRKTE | MARKETS
Orders & Sales – Container Ships
New orders – A number of orders were reported recently, particularly from
Asian shipowners: Chinese Minsheng inked a contract for 2 x 1,100 TEU for
$ 24 m each at Dayang. ONE is believed to be behind an order for
8 x 15,900 TEU ($ 1.76 bn), which was disclosed by HD Hyundai from Korea. Hai
An from Vietnam ordered 2 x 3,006 TEU at Yangzijiang Shipbuilding and
Guangzhou Wenchong Shipyard inked contracts from Nbosco (4 x 2,700 TEU
– Chittagongmax) and Josco (4 x 1,930TEU – Bangkokmax), brokers reported.
Secondhand sales – The market remains quite lively, especially as the number
of available vessels is limited. Again, the biggest carrier MSC acted as the most
active buyer and acquired at least three smaller vessels, amongst others the
»Contship Key« (1,022 TEU, blt 2006) for $ 10.2 m. According to Alphaliner, the
liner company has purchased 33 unites in 2025 so far. Also, the only 2024
delivered »A Rokko« (1,096 TEU) changed hands for approx. $ 25.5 m, paid by
Chinese interests.
Demolition sales – Well, as quite often in the past, this is a short comment:
Nothing was reported.
panamax and smaller geared bulkers with
export commodities being mainly aggregates,
cement and fertilizers. Imports also
involve significant amounts of long-haul
grains, iron ore and steel. So far, though,
risk premiums on shipping rates are not
visible with ultramax time charter trips
from the Persian Gulf to East Coast India
rated at around $ 14,000, down by over
20 % on levels last year. ■
Container ship t / c market
1450
1200
MPP
19.12.24
COMPASS
Month-on-Month 1,552 + 2.9 %
Container freight market
WCI Shanghai-Rotterdam 3,171 $/FEU + 56.2 %
WCI Shanghai-Los Angeles 4,702 $/FEU + 47.1 %
Dry cargo / Bulk
ConTex
19.06.25
Baltic Dry Index 1,874 + 39.7 %
Time charter averages / spot: ($/day)
Capesize 5TC average 29,282 + 87.6 %
Panamax 5TC average (82k) 12,405 + 8.6 %
Ultramax 11TC average (63k) 12,001 – 3.7 %
Handysize 7TC average (38k) 11,138 + 7.8 %
Forward / ffa front month July ’25 ($/day)
Capesize 180k 19,821 + 11.5 %
Panamax 82k 11,336 + 1.9 %
into the smaller classes of 1,300 TEU,
1,100 TEU or 800 TEU. As a result, there is
no real choice any more for charterers.
For that to happen, it took one-and-ahalf
years and the belief that Red Sea
transits will not return in the near future.
Some larger charter vessels have fixed
employments that will take them beyond
25 years of age. Will this also be a
trend for small vessels?
Ehlers: Absolutely! There aren’t
enough modern alternatives available.
We are far from a sufficient level of
newbuilding activity, so the renewal of
the feeder fleet is heavily delayed. We
count no more than around 60 ships
between 900 and 1.500 TEU on order
today but we already see about twice
as many in that size range that are 25
years or older. The number of over-age
ships is about to make a jump in the
next couple of years when all the ships
delivered in the boom years up to 2008
will hit 25 years. Two caveats, though.
First of all, new emission regulations
make it harder to operate these
older small ships. Secondly,
many ships could not be well maintained
due to financial pressures
between 2009 and 2020 when Covid
emerged.
So, will the feeder charter market
push even higher yet?
Ehlers: Rate-wise perhaps, but period-wise
we are probably at a
peak. There is fierce resistance already
by smaller operators against
prolonged periods of 18 months or
even 24 months. For real niche trades
involving Ukraine or West Africa,
they may have to accept it. But
for regular trades, this is a different
story. Charterers rather pay a
little more for a shorter duration of
12 months than to commit themselves
for 24 months.
Interview: Michael Hollmann
Juni '24
12,639 $
TMI – Toepfer's
Multipurpose Index
Juni '25
12,895 $
12,500 tdw MPP/HL »F-Type« vessel for a 6–12 months TC
Tankers
Baltic Dirty Tanker Index 1,403 + 14.2 %
Baltic Clean Tanker Index 727 – 2.3 %
Shortsea / Coaster
Norbroker 3,500 dwt Spot TCE est. (€/d) 2,600 – 10.5 %
HC Shortsea Index 24.31 – 2.3 %
BMTI / EUSSIX Inter-Black Sea ($/t) 17.42 – 3.7 %
Norbroker: spot t / c equivalent assessment basis round
voyage North Sea / Baltic; HC Shipping & Chartering index
tracking spot freights on 5 intra-European routes;
BMTI / EUSSIX: 3,000 t Odessa to Sea of Marma
Bunkers
VLSFO 0.5 Rotterdam $/t 525 + 10.7 %
MGO Rotterdam $/t 724 + 18.1 %
Forward / Swap price Q3 / 25
VLSFO 0.5 Rotterdam $/t 500 + 15.2 %
Data per 19-6-2025, month-on-month
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
11
MÄRKTE | MARKETS
125000
Container – Time Charter Rates
725 TEU 1000 TEU 1700 TEU 2000 TEU 2500 TEU 2750 TEU 3500 TEU
4400 TEU 6700-7000 TEU 8800-9200 TEU
100000
$ / d
75000
50000
25000
0
28.06.2024
26.07.2024
30.08.2024
27.09.2024
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29.11.2024
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28.02.2025
28.03.2025
25.04.2025
30.05.2025
Container – Newbuilding Prices
725 TEU 1000 TEU 2000 TEU 2750 TEU 6600 TEU 15000 – 16000 TEU
Container – Secondhand Prices
725 TEU 1000 TEU 1700 TEU 2750 TEU 6600 TEU 9000 TEU
250,00
100
200,00
75
150,00
$ mill
$ mill
50
100,00
50,00
25
0,00
28.06.2024
26.07.2024
30.08.2024
27.09.2024
31.10.2024
29.11.2024
27.12.2024
31.01.2025
28.02.2025
28.03.2025
25.04.2025
30.05.2025
0
28.06.2024
26.07.2024
30.08.2024
27.09.2024
31.10.2024
29.11.2024
27.12.2024
31.01.2025
28.02.2025
28.03.2025
25.04.2025
30.05.2025
Selected Containership Fixtures (Period)
Vessel Year TEU Reefer Design Gear Period Region Charterer $/d
POST-PANAMAX
Seasmile 2013 5,071 770 Hyundai 5000 W N 35-57 m Far East ZIM 39,000
San Francisco 2001 6,732 400 Daewoo 6700 N 23-25 m Far East ONE 39,500
PANAMAX / WIDEBEAM
SFF Galene 2009 4,253 400 Samsung 4300 N 45-60 d Far East Maersk 49,000
Emmanuel P 2005 4,253 400 Samsung 4000 N 36-38 m Far East Samudera 38,000
Kota Lagu 2006 4,253 400 CS 4250 N 35-37 m Far East ZIM 35,500
Dalian 2002 4,252 400 Samsung 4000 N 23-25 m USEC ZIM 27,500
SUB-PANAMAX
Cape Skagen 2023 2,713 700 SDARI 2700 Sealion N 35-37 m Far East Hapag-Lloyd 30,000
Artemis 2008 2,554 612 YZJ 2500 N 23-25 m Med MSC 25,000
Meratus Tomini 2007 2,702 442 Thyssen 2500 L N 24-26 m Far East Maersk 26,500
FEEDER / HANDY
Cape Byron 2023 1,930 220 Wenchong 1900 N 23-25 m Med Hapag-Lloyd 22,500
Escape 2011 1,436 431 Sainty 1400 N 3-4 m Med Unifeeder 20,250
Iremos 2007 1,118 220 CV 1100 Y 18-24 m Med CMA CGM 16,500
Elbtraveller 2016 1,103 220 SDARI 1100 Y 23-26 m Med ZIM 16,750
Cape Bonavista 2023 1,930 220 Wenchong 1900 N 23-25 m Far East COSCO 23,250
Green Wave 2020 1,809 300 Hyundai 1800 II N 24-26 m Far East CMA CGM 22,750
TC Symphony 2005 1,134 232 Orskov Mark VII + XI N 10-12 m Far East SITC 15,000
Helene 2007 966 326 Zhejiang 950 Y 18-20 m Med Maersk 15,000
Marburg 2009 1,025 231 Mawei 1000 N 10-12 m Cont Unifeeder *16,000
m = month / w = week / d = day
12 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
MÄRKTE | MARKETS
Tanker – Time Charter Rates
VLCC (310k dwt) Suezmax (150k dwt) Aframax (110-115k dwt) Panamax (74k dwt, products)
55.000
45.000
$ / d
35.000
25.000
15.000
28.06.2024
12.07.2024
26.07.2024
09.08.2024
23.08.2024
06.09.2024
20.09.2024
04.10.2024
18.10.2024
01.11.2024
15.11.2024
29.11.2024
13.12.2024
27.12.2024
10.01.2025
24.01.2025
07.02.2025
21.02.2025
07.03.2025
21.03.2025
04.04.2025
18.04.2025
02.05.2025
16.05.2025
30.05.2025
13.06.2025
Tanker – Newbuilding Prices
VLCC (320k dwt) Suezmax (157k dwt) Aframax (115k dwt) Panamax (73-75k dwt)
Tanker – Secondhand Prices
VLCC (300k dwt) Suezmax (150k dwt) Aframax (105k dwt) Panamax (70k dwt)
150,00
100,00
125,00
75,00
$ mill
100,00
$ mill
75,00
50,00
28.06.2024
12.07.2024
26.07.2024
09.08.2024
23.08.2024
06.09.2024
20.09.2024
04.10.2024
18.10.2024
01.11.2024
15.11.2024
29.11.2024
13.12.2024
27.12.2024
10.01.2025
24.01.2025
07.02.2025
21.02.2025
07.03.2025
21.03.2025
50,00
04.04.2025
18.04.2025
02.05.2025
16.05.2025
30.05.2025
13.06.2025
28.06.2024
12.07.2024
26.07.2024
09.08.2024
23.08.2024
06.09.2024
20.09.2024
04.10.2024
18.10.2024
01.11.2024
15.11.2024
29.11.2024
13.12.2024
27.12.2024
10.01.2025
24.01.2025
07.02.2025
21.02.2025
07.03.2025
21.03.2025
04.04.2025
18.04.2025
02.05.2025
16.05.2025
30.05.2025
13.06.2025
25,00
Bulker – Time Charter Rates
Capesize (modern) Panamax (modern) Supramax (58k dwt) Handysize (modern)
35000
25000
$ / d
15000
28.06.2024
12.07.2024
26.07.2024
09.08.2024
23.08.2024
06.09.2024
20.09.2024
04.10.2024
18.10.2024
01.11.2024
15.11.2024
5000
29.11.2024
13.12.2024
27.12.2024
10.01.2025
24.01.2025
07.02.2025
21.02.2025
07.03.2025
21.03.2025
04.04.2025
18.04.2025
02.05.2025
16.05.2025
30.05.2025
13.06.2025
Bulker – Newbuilding Prices
Capesize (176-180k dwt) Ultramax (61-63k dwt) Handysize (32-35k dwt)
Bulker – Secondhand Prices
Capesize (170k dwt) Panamax (75k dwt) Handymax (52k dwt) Handysize (32k dwt)
80,00
50
60,00
40
$ mill
$ mill
30
40,00
20
28.06.2024
12.07.2024
26.07.2024
09.08.2024
23.08.2024
06.09.2024
20.09.2024
04.10.2024
18.10.2024
01.11.2024
15.11.2024
29.11.2024
13.12.2024
27.12.2024
10.01.2025
24.01.2025
07.02.2025
21.02.2025
07.03.2025
21.03.2025
11.04.2025
25.04.2025
09.05.2025
23.05.2025
20,00
06.06.2025
20.06.2025
10
12.07.2024
26.07.2024
09.08.2024
23.08.2024
06.09.2024
20.09.2024
04.10.2024
18.10.2024
01.11.2024
15.11.2024
29.11.2024
13.12.2024
27.12.2024
10.01.2025
24.01.2025
07.02.2025
21.02.2025
07.03.2025
21.03.2025
04.04.2025
18.04.2025
02.05.2025
16.05.2025
30.05.2025
13.06.2025
28.06.2024
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
13
VERSICHERUNG | INSURANCE
Alte Schiffe,
anfällige Maschinen
Eine Trendstudie von DNV sieht eine alarmierende Entwicklung
im Bereich der Maschinenschäden bedingt durch die
Überalterung der Flotte. Von Michael Hollmann
Die Zahl der berichteten Seekaskoschäden
ist nach einer Auswertung der Klassifikationsgesellschaft
DNV im vergangenen
Jahr beträchtlich gestiegen. Laut
dem jüngsten »Maritime Safety Trends«-
Bericht der Firma erhöhte sich die Anzahl
der Vorfälle 2024 um 15 % zum Vorjahr
2.812. Damit setzt sich den Experten zufolge
ein seit 2018 bestehender Trend
beschleunigt fort. Seither habe die Schadenanzahl
um 42 % zugenommen, wohingegen
die Weltflotte (über 100 BRZ)
zahlenmäßig nur um 10 % angewachsen
sei. DNV spricht von einer »besorgniserregenden
Entwicklung für die maritime
Industrie, besonders vor dem Hintergrund
eines langsameren Flottenwachstums«.
Die Klassifikationsgesellschaft bezieht
sich in ihrer Untersuchung auf
Daten von Lloyd‘s List Intelligence.
Den stärksten Anstieg gab es demnach
bei Maschinenschäden, die 80 % der Steigerung
aller Vorfälle im Jahr 2024 ausmachten.
DNV gibt die Quote der Maschinenschäden
an der Gesamtzahl der
gemeldeten Schäden für das vergangene
Jahr mit 60 % an. Ein Jahrzehnt früher
(2014) habe sie noch bei 38 % gelegen.
Die Erkenntnisse decken sich mit den Beobachtungen
der nordischen Seeversicherer
für den von ihnen versicherten Anteil
der Weltflotte (knapp 30 %). Ihr
Dachverband Cefor verzeichnet für 2024
einen Anteil von maschinenbezogenen
Schäden an den durchschnittlichen Schadenkosten
pro Schiff von 30.000 $, was
einer Zunahme von 50 % gegenüber dem
Durchschnitt aller Jahre seit 2015 entspreche.
Vor allem sehr teure Maschinenschäden
über 500.000 $ pro Vorfall seien häufiger
zu beobachten als früher, so Cefor.
DNV sieht dabei einen direkten Zusammenhang
mit dem steigenden Durchschnittsalter
der Flotte. Seit 2014 sei der
Anteil der Schiffe, die 25 Jahre oder älter
sind, von 36 % auf 44 % geklettert – eine
Folge der schlechten Frachtenmärkte
nach der Weltfinanzmarktkrise von 2008.
Vielen Reedereien fehlte in dieser Zeit das
Kapital für Neubauprojekte, erst durch
den Boom während der Coronapandemie
konnten die Firmen ihre Kassen wieder
auffüllen.
Reeder warten auf Neubauten
In einigen Segmenten wie der Containerschifffahrt
wurde seither zwar stark investiert,
doch bis zur Ablieferung der Neubauten
vergehen mehrere Jahre.
Gleichzeitig halten die Reedereien aufgrund
der guten Marktlage auch an den
ältesten Schiffen fest. Bulker und vor allem
Containerschiffe werden aktuell kaum
verschrottet. Somit schreitet die Überalterung
der Flotte fort.
Am anfälligsten erwiesen sich laut DNV
im vergangenen Jahr aber Passagierschiffe
und Fähren sowie Auto-Carrier
und RoRo-Schiffe mit Zuwachsraten allein
bei Maschinenschäden von jeweils
48 % und 87 %.
Wichtigste Maßnahme zur Verringerung
der Schäden sei die Erneuerung
der Weltflotte. Zugleich sollten die Ausgaben
für Wartung und Instandsetzung
der Bestandsschiffe erhöht werden,
empfiehlt DNV. Gut möglich, dass die
Häufung von Maschinenschäden in den
letzten Jahren eine Nachwirkung der Krisenjahre
in der Schifffahrt zwischen 2010
und 2019 ist, in denen viele Reedereien
gerade bei den Betriebsausgaben (Besatzung,
Wartung, Versicherung,
Schmiermittel) gespart haben.
Eine Analyse der Reederei Peter Döhle
kam zu dem Ergebnis, dass börsengelistete
Schifffahrtsunternehmen ihre Betriebskosten
im vergangenen Jahrzehnt um
20 % heruntergeschraubt hatten. Das sei
in vielen Fällen zu Lasten der Substanz
der Schiffe gegangen, schreibt die Firma
in ihrem »Maritime Overview«-Report. Vor
ein paar Jahren habe es nun eine Umkehr
gegeben. Reedereien investierten wieder
stärker in den Betrieb und holten erforderliche
Wartungsarbeiten nach. Die
durchschnittlichen Betriebsausgaben pro
Schiff lägen inzwischen um mehr als 10 %
über dem Niveau von 2010.
■
P&I CLUBS
Hoher Schadendruck
Das vergangene Finanzjahr war für die
P&I-Versicherer von hohen Schadenbelastungen
gekennzeichnet. Die Mehrzahl
der Clubs meldet Underwriting-Verluste
bei kombinierten Schaden-Kosten-Quoten
von deutlich über 100 %. Gleichzeitig
sorgten günstige Entwicklungen an Aktien-
und Finanzmärkten für einen warmen
Regen durch satte Kapitalerträge.
Einige Clubs kamen dadurch noch auf einen
grünen Zweig, für einige andere
reichte es nicht ganz. In den vergangenen
Wochen legten weitere große P&I-Adressen
ihre Kennzahlen für 2024/25 vor. Die
Nummer 2 der Branche, NorthStandard,
weist einen Nettoverlust von 2,6 Mio. $
aus, Britannia landet mit -9,8 Mio. $ deutlich
tiefer in den roten Zahlen. Der UK P&I
Club und der Steamship Mutual schreiben
hingegen 11 Mio. $ und 39,5 Mio. $
(vor Kapitalausschüttungen) Gewinn. Eine
Analyse aller P&I-Ergebnisse folgt in der
nächsten Ausgabe.
mph
14 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
VERSICHERUNG | INSURANCE
➊
➍
Havariechronik
➌
➐
➎
➋
➏
Datum Ereignis Ort S c h i ff Typ tdw Flagge Haftpflicht Reise
➊ 22.05. Auf Grund Nähe Trondheim NCL Salten Containerschiff 11.135 Zypern North Standard Norwegen |Kontinent
➋ 24.05. Untergang / Totalverlust 38 sm sw Kochi MSC Elsa 3 Containerschiff 22.994 Liberia Steamship Mutual Indian Ocean-Dienst
➌ 28.05. Maschinenausfall / Towage 65 sm nö Nouadhibou UAL Brazil General Cargo 11.078 Antigua & Barbuda Gard USA-Westafrika-Dienst
➍ 03.06. Brand 300 sm sw Adak Morning Midas Car Carrier 12.249 Liberia Steamship Mutual China | Mexiko
➎ 09.06. Brand / LOF-Bergung / 4 Tote Nähe Kerala Wan Hai 503 Containerschiff 51.300 Singapur Britannia Südchina-Indien-Dienst
➏ 11.06. Untergang / Totalverlust 700 sm südl. Malediven Run Fu 3 General Cargo 32.115 Panama West of England Singapur | Togo
➐ 17.06. Kollision Nähe Khor Fakkan
Front Eagle
Adalynn
Rohöltanker
Rohöltanker
300.000
164.551
Liberia
Antigua & Barbuda
Steamship Mutual
k.A.
Irak | China
in Ballast
»MORNING MIDAS«
Versicherer fordern Konsequenzen aus RoRo-Brand
Nach dem Brand des Auto-Carriers »Morning
Midas« im Pazifik haben die Transportversicherer
ihre Forderung nach Verstärkung
der Feuerlöschsysteme in der
RoRo-Schifffahrt erneuert. Der Gesamtverband
der Deutschen Versicherungswirtschaft
(GDV) mahnt die verpflichtende
Ausrüstung der Schiffe mit vollautomatischen
Systemen zur Branddetektion,
Hochdruck-Wasser-Nebel-Anlagen und
infrarot-gesteuerten Löschmonitoren an.
Zu diesem Zweck soll ein erneuter Vorstoß
bei der International Maritime Organisation
(IMO) unternommen werden.
Die 2006 gebaute »Morning Midas«
(12.249 dwt) der britischen Reederei Zodiac
Maritime fing auf dem Weg von China
nach Mexiko am 03. Juni rund 500 km
südlich der zu Alaska gehörenden Insel
Adak Feuer. An Bord befinden sich rund
3.000 Fahrzeuge, darunter 800 elektrische
und teilelektrische Autos, deren Batterien
bei einem Brand extreme Hitze und
toxische Gase erzeugen können. mph
+++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++ Telegramm +++
Georg Duncker expandiert: Hamburger Versicherungsmakler gewinnt durch Übernahmen der Schwesterfirmen National
Insurance Brokers (NIB) und Fortius Risk Solutions in Athen eigene Präsenz im griechischen Markt. +++ Gard baut Organisation
um: Norwegischer P&I-, Schiffs- und Energieversicherer bündelt die unterschiedlichen Sparten und Services in regionaler
Struktur. Ab 01. September neu: Nordics, Asia, Europe, Greece/Americas/London und Specialty. +++ IUMI warnt: Internationaler
Dachverband der Transportversicherer rechnet mit weiterer Steigerung der Schadenkosten in Seekaskosparte:
Mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit würden die Kosten bis 2030 um mindestens 7 % ansteigen, schlimmstenfalls um bis zu
39 %. Mit neuen Hull Inflation Index verfolgt IUMI jährliche Veränderungen. Gegenüber dem Jahr 2010 lag das Niveau 2024
um 30 % höher. +++ Norwegische Clubs verdienen weiter gut: Seekaskoversicherer Norwegian Hull Club machte in Q1
36,4 Mio. $ Gewinn (Vorjahr: 39 Mio. $). Bei reduziertem Prämienaufkommen und leicht erhöhten Schäden verschlechterte
sich die kombinierte Quote auf 77 %, Kapitalerträge wuchsen hingegen auf ein Vielfaches. Kriegsversicherer DNK kann Ertragsrückgänge
durch Steuereffekte ausgleichen und Nettogewinn für Q1 auf 15,5 Mio. $ steigern.
LEUTE, LEUTE… Gard: Leiter der neuen Business Units: Christian Guddal (Nordics), André Kroneberg (Asia), Audun Pettersen
(Europe), Bjørnar Andresen (Greece, Americas & London), Christian Prichard-Davies (Specialty) +++ Shipowners’ Club: Jon
Holmes als Nachfolger von Steven Randall als CEO Singapore nominiert. +++ Marine Assekuranz: Monika Brockmann (Ex-
Elbracht) ab 01.08. als Senior Brokerin neu im Team. +++ Skuld: Leandros Kotsakis löst per 28.02.2026 Kjell-Åke Augustsson
als Leiter in Piraeus ab. Mudit Singh zum Leiter für Western Europe und Erwan Merrien zum VP/Head of Underwriting Western
Europe ernannt. +++ Marsh Specialty UK: Jay Payne zum CEO Marine, Cargo & Logistics befördert.
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
15
VERSICHERUNG | INSURANCE
Georg Duncker übernimmt zwei
griechische Versicherungsmakler
Der Hamburger Versicherungsmakler Georg Duncker übernimmt zwei griechische Firmen. Es ist
die erste Akquisition eines Schifffahrtsversicherungsmaklers für das deutsche Unternehmen.
Von Michael Meyer
Christian Ross – Geschäftsführer der
Georg Duncker-Gruppe mit Hauptsitz in
Hamburg
Dabei handelt es sich um die Versicherungsmakler
Fortius Risk Solutions und
National Insurance Brokers (N.I.B.), jeweils
mit Sitz in Athen.
Der 1870 gegründete Versicherungsmakler
Georg Duncker will durch diese
»strategische Partnerschaft« die eigene
Präsenz im Mittelmeerraum stärken.
Die Maklergruppe mit Hauptsitz in
Hamburg betreibt aktuell Niederlassungen
in Singapur, Houston, Rotterdam
und in der Schweiz. Die Übernahme von
Fortius Risk Solutions und National Insurance
Brokers ermögliche es Georg Duncker,
»sein Portfolio zu erweitern und die
Bereitstellung umfassender, lokal zugeschnittener
Versicherungslösungen auszuweiten,
indem die eigenen Ressourcen
mit dem lokalen Wissen, der Expertise
und den internationalen Beziehungen
von Fortius« kombiniert werden.
Die Akquisition soll außerdem das Engagement
von Georg Duncker »für
Wachstum und Service in den wichtigsten
maritimen Zentren der Welt« unterstreichen.
Christian Ross, CEO und Chairman
der Georg Duncker-Gruppe, und George
Caramanos, Geschäftsführer von Fortius,
werden in dem Statement zitiert: »Unsere
Geschäftsphilosophie ist sehr ähnlich: Wir
bieten einen erstklassigen Service und
wettbewerbsfähige Prämien, und das alles
kombiniert mit einer sehr praxisorientierten
Denkweise. Deshalb sind wir davon
überzeugt, dass beide Unternehmen
perfekt zueinander passen.«
Beim Hamburger Makler ist man prinzipiell
offen für weitere Expansionsschritte
– auch in neue Regionen, heißt es gegenüber
der HANSA. Das Wachstum der
vergangenen Jahre und Jahrzehnte erfolgte
stets organisch. Nun aber sah das
Team um CEO Ross die Zeit für die Übernahmen
gekommen. In Deutschland ist
das Unternehmen nach eigenen Angaben
bereits Marktführer. Diese Position
© Georg Duncker
George Caramanos – Geschäftsführer von
Fortius Risk Solution und National Insurance
Brokers
soll weiter ausgebaut werden – ebenso
wie das Geschäft im Ausland.
In Griechenland hatte Georg Duncker
bereits vor der Akquisition eine solide
Marktposition mit namhaften und großen
Reedereien als Kunden. Gemeinsam
mit Fortius und N.I.B. soll das Geschäft
weiter ausgebaut werden. An den beiden
Maklerfirmen halten die Hamburger
künftig 100% der Anteile. Das Top-Management
bleibt an Bord. Ein auf Zypern
ansässiges Versicherungsunternehmen
gibt seinen bisherigen Minderheitsanteil
hingegen ab.
■
© Georg Duncker
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»15 Mrd. € für die deutschen Häfen«
Florian Keisinger, seit wenigen Wochen neuer Hauptgeschäftsführer beim Zentralverband der
deutschen Seehafenbetriebe (ZDS), tritt nur kurz nach seinem Amtsantritt mit einer
ambitionierten Forderung an die Politik
Florian Keisinger zu Gast beim HANSA PODCAST
Auf den ersten Blick klingt es gar nicht so viel: 3 %. Diesen Anteil
vom Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes fordert Keisinger
in der neuen Episode des HANSA PODCASTs für Investitionen
in die Häfen als »kritische Infrastruktur«. Ist das etwas tiefgestapelt?
Übersetzt man das in eine absolute Zahl, wird die
Dimension – auch im Vergleich zu bisherigen politischen Anstrengungen
in diesem Feld – schon deutlicher: Es geht um mindestens
15 Mrd. €, sagt der neue ZDS-Chef und erläutert ausführlich
die Hinter- und Beweggründe für die Initiative.
Hinzu komme eine zweite große Herausforderung: die Grundlagen
zu schaffen, »damit wir nicht wieder in die Situation kommen,
in der wir jetzt sind. Dazu bedarf es einer entsprechenden
Grundfinanzierung für die deutschen Seehäfen, die deutlich
über der Summe liegt, die derzeit vom Bund zur Verfügung gestellt
wird«, so Keisinger.
Ob Finanzminister Klingbeil und der Rest der Regierung darauf
eingehen? Der ZDS poche darauf, »das ist aus meiner Sicht eine
sehr realistische Hausnummer und auch eine angemessene Hausnummer,
wenn man die Bedeutung der Seehäfen für den deutschen
Industriestandort in Rechnung stellt«. Infrastruktur-Sondervermögen,
Energiewende, Bundeswehr – all das sind für ihn
Themen, die auch die Seehäfen »sehr sehr konkret« betreffen.
Keisinger ist im Mai aus der Luftfahrtbranche von Airbus Defence
and Space zum ZDS gestoßen und bringt dadurch einige
Erfahrungen aus dem Sicherheitsbereich mit. Im Podcast spricht
er darüber, wie seine ersten Wochen in der »blauen« Wirtschaft
verlaufen sind, was ihn überrascht hat, über seinen Quereinstieg
und wie er von seinen bisherigen Erfahrungen im neuen Job
zehren kann (»zahlreiche Anknüpfungspunkte«). Gerade, weil es
aktuell mehr denn je auf das Zusammenspiel zwischen öffentlicher
Hand und privaten Wirtschaftsunternehmen ankomme.
»Die Bedeutung der Seehäfen für die militärische Logistik in
Deutschland wurde wie der gesamte Bereich in den letzten 20,
30 Jahren massiv unterschätzt und massiv vernachlässigt. Wir
müssen jetzt dringend nachholen, was vernachlässigt wurde.«
Seehäfen als kritische Infrastruktur seien in einem militärischen
Konfliktfall mit die ersten Angriffspunkte, so Keisinger. »Wir müssen
sicherstellen, dass sie zum einen bestmöglich geschützt
werden und zum anderen aber auch, Stichwort militärische Logistik,
dass die Seehäfen in der Lage sind, die Bedarfe, die ihnen
in so einem Fall zukommen, bestmöglich erfüllen können.«
Die Bedeutung und Relevanz der Thematik sieht er in der Politik
mittlerweile »erkannt«. Er konstatiert aber, dass man jetzt
auch in die Umsetzung konkreter Maßnahmen kommen müsse.
Es ist für ihn dringend notwendig, dass Hafenbetreiber, die öffentliche
Hand und die Bundeswehr sich an einen Tisch setzen
und gemeinsam die Bedarfe definieren, aber eben auch entsprechend
handeln. »Und das heißt, dass auch die Häfen entsprechend
ausgestattet und befähigt werden müssen für die
Anforderungen im Zuge der Zeitenwende.« Dazu gehören für
ihn beispielsweise Schwerlastflächen oder entsprechend ausgestattete
Kaimauern.
Da so viele verschiedene politische Stellen einbezogen werden
müssen – mehr als in der Vergangenheit – ist viel Koordination
nötig. Könnte das den Prozess aufhalten? »Die Realitäten, in
denen wir uns heute bewegen, sind nun mal sehr, sehr komplex.
Damit müssen wir umgehen und wir müssen Wege finden.« Die
Hafenwirtschaft stehe bereit.
Auch auf die Frage, wie seiner Ansicht nach der Einstieg ausländischer
Unternehmen, etwa des chinesischen Staatskonzerns
Cosco oder der MSC-Gruppe, in der aktuellen Situation zu bewerten
ist, geht er ein. Die Stichworte lauten »Keine kategorische
Abwehrreaktion« und »Abschottung«.
MM
Hören Sie die neue Episode unter www.hansa-online.de/hansapodcast
oder scannen Sie den QR-Code. Florian Keisinger spricht
u.a. über:
• Seehäfen für die Zeitenwende
• Komplexe Lage und Sanierungsstau
• Eine Liste mit konkreten Maßnahmen
• Den neuen maritimen Koordinator
• Häfen als Basis für Offshore-Industrie
und Energiewende
• Koordination zwischen dem Bund und
den Ländern
• Investitionen aus dem Verteidigungshaushalt
• Die vieldiskutierte Einfuhrumsatzsteuer
• Automation in Häfen und Gespräche mit Gewerkschaften
Wettbewerbsfähigkeit deutscher Seehäfen
© Westerkamp/HANSA
18 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
FINANZIERUNG | FINANCING
»Large Cap« für sechs Linienreeder
Die Containerschifffahrt ist den letzten Monaten wieder beliebter bei Investoren geworden. Der
Club der »Large Cap«-Reedereien wuchs im Mai auf sechs Linien-Unternehmen
Der jüngste Neuzugang in der Riege der
Börsen-Schwergewichte stammt aus Asien.
Grund für die wachsende Beliebtheit
von Linienreedereien am Aktienmarkt
sind unter anderem die steigenden
Frachtraten, eine Folge der Zollpolitik der
USA und des daraus resultierenden Handelskriegs.
Wie der Branchendienst Alphaliner
berichtete, konnten im Mai
sechs börsennotierte Reedereien eine
sogenannte »Large Cap«-Marktbewertung
von über 10 Mrd. $ aufweisen.
»Die drei größten Containerreedereien
nach Marktkapitalisierung – Cosco, Maersk
und Hapag-Lloyd – haben mittlerweile
einen ähnlichen Wert wie bekannte
Verbrauchermarken wie Delta Airlines,
Kraft Heinz und Kellogg’s«, stellte Alphaliner
in einem Marktbericht fest. Die drei
Unternehmen waren die einzigen, die
nach dem Schrumpfen des Markts im
Jahr 2023 unter den Marktriesen verblieben
waren.
Infolge der Krise im Roten Meer sind
die Marktbewertungen insgesamt jedoch
wieder um 20 % im letzten Jahr gestiegen.
Hapag-Lloyd, hier ein Bild der »Berlin Express« aus der Megamax-Klasse am NTB-Terminal in
Bremerhaven, gehört zu den Top 3 der Linienreedereien in Sachen Marktkapitalisierung
Evergreen und HMM stiegen 2024 wieder
in den »Large Cap«-Club auf. Das neueste
Mitglied mit einem Wert von 10,05 Mrd. $
ist die Reederei Wan Hai aus Taiwan, die
zuletzt in den Jahren 2021 und 2022 eine
ähnliche Bewertung erzielte.
»Hinter« Wan Hai folgen Yang Ming,
ebenfalls aus Taiwan mit 9,7 Mrd. $, SITC
aus China mit 8,1 Mrd. $, der US-Carrier
Matson (3,8 Mrd. $) sowie ZIM aus Israel
(2,2 Mrd. $) und RCL mit 0,7 Mrd. $.
Insgesamt verfügen die elf börsennotierten
größten globalen Reedereien laut
Alphaliner-Daten über eine Marktkapitalisierung
von knapp über 165 Mrd. $. Zu
Beginn der 2020er Jahre hatte dieser
Wert noch bei 60 Mrd. $ gelegen, wovon
die Hälfte auf Maersk allein entfiel. JW
© Scheer
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HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
19
FINANZIERUNG | FINANCING
675 Mio. € für Cadelers Spezial-Schiffe
Die dänische Reederei Cadeler hat sich von einem Bankenkonsortium einen Großkredit für die
Finanzierung von neuen Offshore-Heavylift-Schiffen gesichert. Sie sind Teil eines größeren
Flotten-Ausbaus. Von Michael Meyer
Die Kanzlei Norton Rose Fulbright hat die
Vergabe von »ECA-gesicherten grünen
Kreditenq für Cadeler bekannt gemacht.
Es geht demnach um Fazilitäten in Höhe
von insgesamt 675 Mio. €. Norton Rose
Fulbright hatte die DNB Bank und ein internationales
Bankenkonsortium bei der
Vergabe beraten.
Die Darlehen sollen der Finanzierung
von zwei hochmodernen Jack-up-Schiffen
der sogenannten A-Klasse von Cadeler
dienen, die sich in China im Bau befinden.
Sie umfassen sowohl
Finanzierungen vor und nach der Ablieferung
als auch Finanzierungselemente
für die Einsatzausrüstung und werden
von China Export and Credit Insurance
Corporation (Sinosure) und Eksportfinansiering
Norge (Eksfin) abgesichert.
Cadeler hatte die Schiffe im vergangenen
Jahr bestellt. Sie ähneln den Schiffen
der P-Klasse, verfügen jedoch über größere
Kapazität, um größere und schwerere
Generationen von Windturbinenfundamenten
zu transportieren. Auch
ein drittes Schiff der A-Klasse wurde bereits
bestellt – für rund 400 Mio. $, Es
wird nach ähnlichen Spezifikationen wie
die ersten beiden Schiffe gebaut, mit einer
Decksfläche von 5.600 m 2 , einer
Nutzlast von mehr als 17.000 t und einer
Hauptkrankapazität, die zu einem späteren
Zeitpunkt bekannt gegeben werden
soll. Die Schiffe der A-Klasse können pro
Ladung sieben komplette 15-MW-Turbinensätze
oder sechs Sätze von 2XL-Monopile-Fundamenten
transportieren und
installieren, wodurch sich die Zahl der für
jedes Projekt erforderlichen Überfahrten
verringert werden soll.
Die Reederei hat außerdem zwei Schiffe
der P-Klasse und zwei der M-Klasse im
Bau. Cadeler-Chef Mikkel Gleerup hatte
beim Auftrag für das dritte A-Schiff gesagt:
»Wir verfügen über die größte Jackup-Flotte
der Branche und sind gut positioniert,
um unseren Partnern Zugang zu
einer noch größeren und flexibleren Flotte
von Offshore-Windpark-Installationsschiffen
der nächsten Generation zu verschaffen.«
Yianni Cheilas, EMEA Co-Head of Asset
Finance bei Norton Rose Fulbright, sagte:
»Diese Fazilitäten waren technisch anspruchsvoll
und kombinierten Neubauund
Umbauaspekte, grüne Kredite und
reine grüne Anlagen sowie Exportkreditverpackungen.«
Es sei »sehr ermutigend
zu sehen«, dass die ECA zunehmend grüne
Finanzierungen dieser Art unterstützt.
Die Kanzlei hatte die DNB Bank im vergangenen
Monat ebenfalls bei einer
Überbrückungsfinanzierung für Cadeler
beraten sowie bei zwei syndizierten grünen
Finanzierungen und teilweise ECAgesicherten
Fazilitäten in Höhe von insgesamt
1,075 Mrd. € im Jahr 2023.
Nach einer Umstrukturierung und mittels
einer großen Finanzierungsrunde
hatte die ehemalige Tochter des asiatischen
Swire-Konzerns viel Geld für die
Flotten-Expansion eingesammelt. Auch
Einheiten der »X« und der »F«-Klasse sind
Teil der Erweiterung. Die weltweite Nachfrage
nach Offshore-Windkapazitäten
und die technologischen Entwicklungen,
die zu immer größeren Windturbinen
führen, würden immer größere Installationsschiffe
erfordern, hieß es zur Begründung.
■
Cadeler hat eine ganze Reihe von Neubauten
im Auftragsbuch – hier ein Bild eines
Schiffs der sogenannten »P-Klasse«
© Cadeler
20 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
FINANZIERUNG | FINANCING
SCHWEDISCHE FINANZIERUNG FÜR FINNISCHE SCHIFFE
ESL sichert sich 70 Mio. €-Kredit für MPP-Neubauten
Die MPP- und Shortsea-Reederei ESL Shipping bekommt vier
MPP-Neubauten mit 17.000 tdw aus China. Dafür gibt es aus
Schweden einen Kredit über 70 Mio. €.
Mit dem eigentlich auf die schwedische Handelsflotte fokussierten
Finanzierer Svenska Skeppshypotek wurde jetzt ein entsprechender
Vertrag unterzeichnet. Das Darlehen hat eine Laufzeit
von 15 Jahren und soll voraussichtlich 2027 und 2028 in
Anspruch genommen werden. »Die Partnerschaft mit einem Finanzinstitut,
das über umfassende Erfahrung im maritimen Sektor
und ein starkes Engagement für die nachhaltige Schifffahrt
verfügt, ist sehr wertvoll«, sagte Reederei-Chef Mikki Koskinen.
Zur ESL-Gruppe, Teil des Aspo-Konzerns, gehört unter anderem
auch die Reederei AtoB@C, die ebenfalls ein Neubau-Programm
abarbeitet.
Svenska Skeppshypotek wurde 1929 auf Geheiß des schwedischen
Parlaments gegründet, mit dem Ziel, die Erneuerung der
schwedischen Handelsflotte zu unterstützen. Bisweilen werden
aber auch Projekte ausländischer Reedereien finanziert. Aktuell
umfasst das Portfolio Aktivitäten für 130 Schiffe »in allen maritimen
Sektoren«.
Die neuen Schiffe der Eisklasse 1A können durch den Einsatz
von grünem Methanol fossilfrei betrieben werden und sollen in
Bezug auf Ladekapazität, Technologie und Innovation »führend
auf dem Markt« werden. Der Gesamtwert beläuft sich auf rund
186 Mio. €. Gebaut werden sie auf der China Merchants Jinling
Shipyard in Nanjing.
»ESL ist auch für die finnische und schwedische Industrie sehr
wichtig, und die neuen Schiffe werden im Rennen um die Netto-
Null-Emissionen eine Vorreiterrolle spielen. Das sind alles Eigenschaften,
die Svenska Skeppshypotek bei einem Partner sucht«,
begründete CEO Arne Juell-Skielse die Darlehensentscheidung.
In den vergangenen Jahren hatte ESL verschiedene Schritte
gemacht, um die Flottenmodernisierung voranzutreiben, darunter
Verkäufe, Neubau-Bestellungen und Aktivitäten am Kapitalmarkt.
MM
© ESL Shipping
»KOMPLEXES PUZZLE« MIT FUSION UND AKTIENTAUSCH
Reederei Meriaura ist wieder ein »Family Business«
Die finnische MPP/Shortsea-Reederei Meriaura wird künftig wieder
als Familienunternehmen betrieben, nachdem ein umfangreicher
Deal inklusive Fusion und Aktientausch jetzt abgeschlossen werden
konnte. Im Januar waren die Pläne bekannt geworden, jetzt meldeten
die Muttergesellschaft Meriaura Group und das im Sicherheits- und
Verteidigungsmarkt aktive Unternehmen Summa Defence Oy Vollzug.
Alle Genehmigungen wurden eingeholt, die Aktionäre haben
grünes Licht gegeben: Im Rahmen der Transaktion erwarb die Meriaura
Group das gesamte an der Börse Nasdaq in Stockholm gehandelte
Aktienkapital von Summa Defence Oy durch einen Aktientausch.
»Der Prozess war komplex und erforderte sorgfältige Koordinierung
– wie ein Puzzle, bei dem jedes Teil genau aufeinander abgestimmt
sein musste«, so die Reederei.
Meriaura Invest hat die restlichen Anteile der Meriaura Ltd. erworben,
die von der Meriaura-Gruppe gehalten wurden. Damit sei Meriaura
wieder eine Schifffahrtsgesellschaft in Familienbesitz. Die Solarenergieunternehmen
der Gruppe, Meriaura Energy (ehemals
Savosolar) und Rasol, werden Teil der neuen Summa Defence Plc sein.
Auf die Shortsea-Schifffahrtsaktivitäten soll das Ganze keinen Einfluss
haben. Zur Flotte gehören 17 Schiffe, darunter zwei Deck Carrier.
Reedereichef Beppe Rosin sagte: »Die Rückkehr zum Familienbesitz
stärkt unsere operative und finanzielle Effizienz. Wir können uns
jetzt besser auf unser Kerngeschäft konzentrieren. Die Zugehörigkeit
zu einem börsennotierten Unternehmen hat uns wertvolle Erkenntnisse
gebracht. Jetzt kombinieren wir die Agilität eines Familienunternehmens
mit den Governance-Praktiken eines börsennotierten Unternehmens.«
Man könne nun die Flottenmodernisierung
vorantreiben, etwa den laufenden Bau von »Eco Traders« oder Investitionen
in Spezialschiffe.
Meriaura war seit Ende 2022 Teil der börsennotierten Meriaura
Group Plc – ehemals Savosolar Plc. Der Verkauf des Geschäftsbereichs
»Marine Logistics« zurück an die ehemalige Muttergesellschaft
Meriaura Invest Oy kläre die Finanzierung des Unternehmens, so die
Strategie hinter der Transaktion. Die Kombination des asset-lastigen
Schifffahrtsgeschäfts mit dem projektbasierten Solarenergiegeschäft
habe sich als »Herausforderung« erwiesen, da die Bedingung für Finanzierungsvereinbarungen
in der Schifffahrt darin besteht, dass der
Haupteigentümer einen Anteil von mehr als 50 % halten muss. »In
Anbetracht des derzeitigen Finanzmarktes und des Finanzierungsbedarfs
hat diese Bedingung verhindert, dass man zu einem ›echten‹
börsennotierten Unternehmen wird, bei dem die Aktie liquide sein
sollte«, meinen die Finnen in dem offiziellen Statement.
Für das Aktienkapital von Summa Defence Oy wurden 188 Mio. €
gezahlt. Die Meriaura-Gruppe brachte den Kaufpreis auf, indem sie
vier Millionen neue Aktien zu einem Bezugspreis von je 0,047 € an die
Aktionäre von Summa Defence ausgab. Diese zahlten die Zeichnungspreise
durch Sacheinlage und übertrugen der Meriaura Group
Oy alle von ihnen gehaltenen Aktien von Summa Defence. RD
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
21
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
Lidl-Reederei übernimmt Neubau-Auftrag
von Döhle und baut Linien-Netz aus
Die Hamburger Containerreederei Tailwind Shipping Lines, Tochter des Discounter-Konzerns Lidl,
bekommt erstmals eigene neue Schiffe und übernimmt einen Auftrag für 8.400-TEU-Neubauten,
die ursprünglich von einer anderen namhaften Reederei bestellt worden waren. Außerdem wird
das Netzwerk in Asien ausgeweitet. Von Michael Meyer
Tailwind hat den Auftrag gegenüber der HANSA bestätigt. Aus
der Geschäftsführung heißt es: »Als zukunftsorientierte Reederei
befassen wir uns kontinuierlich damit, die Flotte für unseren
Bedarf weiterzuentwickeln. Vor diesem Hintergrund wurde entschieden,
einen Kaufvertrag über fünf 8.400-TEU-Containerfrachtschiffe
abzuschließen.«
Nach Informationen der HANSA übernimmt Tailwind damit
einen Auftrag, den die ebenfalls in Hamburg ansässige Schifffahrtsgruppe
Peter Döhle ursprünglich im Frühjahr in zwei
Schritten platziert hatte. Als Preis wurden seinerzeit rund 120
Mio. $ pro Schiff kolportiert.
Für Tailwind sind es die ersten selbst bestellten Neubauten.
Bislang setzte die noch immer recht junge Hamburger Container-Reederei
ausschließlich auf Charterschiffe sowie auf Frachter,
die auf dem Secondhand-Markt gekauft wurden. Seit einigen
Monaten werden aber auch andere Wege zur Flotten-Entwicklung
diskutiert. Erst kürzlich hatte Tailwind-CEO Christian Stangl
über die seiner Ansicht nach zwingende Notwendigkeit gesprochen,
selbst Neubauten zu bestellen. Man müsse angesichts der
bevorstehenden Herausforderungen auf jeden Fall das Thema
»eigene Neubauten« angehen, sagte Stangl im HANSA PODCAST
(HANSA 05/25).
Die Neubauten werden nach aktuellem Plan sukzessive in die
Flotte der Asien-Mittelmeer-Route von Tailwind Shipping Lines,
des Panda Express Service, eingegliedert. Es bleibt außerdem
bei der »Option LNG«: »Die Schiffe dieser Neubauserie besitzen
Zum ersten Mal bekommt Tailwind eigene Neubauten
© Tailwind Shipping Lines
22 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
SCHIFFFAHRT | SHIPPING
jeweils einen LNG-Dual-Fuel-Antrieb: Sie können mit konventionellem
Treibstoff ebenso wie mit Flüssiggas betrieben werden«,
so das Tailwind-Statement.
Mehr Häfen in Asien
Unterdessen wird schon jetzt das Netzwerk in Fernost ausgeweitet.
Künftig läuft der »Tiger Express Service« (TEX) mehr Häfen
als zuvor an. Damit werden vier asiatische Länder über den
Dienst verbunden.
Seit dem 17. Juni wurde der Service um einen Anlauf in Vietnam
sowie zwei in Malaysia erweitert. Tailwind verspricht sich
und den Kunden dadurch eine verbesserte Planungssicherheit
der Transportwege. Der TEX wird wie gewohnt alle zwei Wochen
Chattogram in Bangladesh verlassen, steuert nun aber zunächst
Port Klang in Malaysia an. Von dort geht es künftig weiter nach
Ho-Chi-Minh-City in Vietnam, bevor er über einen erneuten Anlauf
in Port Klang über Colombo in Sri Lanka zurück nach Chattogram
fährt. Auf der Route wird neben dem Containerschiff
»Nordtiger« mit 1.700 TEU künftig auch die »ASL Peony« mit
1.900 TEU eingesetzt.
»Mit diesem Intra-Asien-Dienst schaffen wir eine verlässliche
Transportlösung, beispielsweise für Rohstoffe und Vormaterialien
der Textilindustrie, aber auch für andere Branchen. Damit
tragen wir dazu bei, die internationalen Lieferketten weiter zu
stärken«, sagte Nico Peters, VP Commercial Management bei
Tailwind Shipping Lines.
Port Klang ist für Tailwind die zentrale Drehscheibe zwischen
Asien und Europa. Im größten Hafen Malaysias findet ein auf
den Panda Express Service (PAX) der Reederei abgestimmtes
Transshipment von Container in Richtung Westen statt. Mit der
Aufnahme in den Fahrplan von Port Klang als letzten Anlaufhafen
des PAX in Asien plant die Lidl-Reederei, die Lieferketten zwischen
Asien und Europa resilienter zu gestalten, vor allem für
termingebundene Waren. Davon profitiert auch der Mutterkonzern
Lidl, der seine Lieferketten für Textilwaren künftig »noch
leistungsfähiger« gestalten kann, heißt es. Als stabiler Logistik-
Hub mit umfassender Infrastruktur biete Port Klang eine zuverlässige
und pünktliche Abfertigung und sei damit der »ideale
Partner«. Der Hafen ersetzt die bisherige Transshipment-Möglichkeit
des PAX in Colombo/Sri Lanka.
■
© Tailwind Shipping Lines
Tailwind in der Lidl-Logistik
Als Reederei übernimmt Tailwind Shipping Lines den
Seetransport von hauptsächlich Non-Food-Waren – ursprünglich
ausschließlich für Lidl, inzwischen auch für
weitere Kunden. Betrieben werden drei Liniendienste: Der
Panda Express Service (PAX) verbindet China mit Häfen im
Mittelmeer als Zugang zu den europäischen Märkten. Der
sogenannte Tiger Express Service (TEX) verkehrt zwischen
Bangladesch, Malaysia, Vietnam und Sri Lanka und
Dolphin Express (DEX) fährt zwischen Barcelona und
Moerdijk in den Niederlanden.
Für den Hinterlandtransport per Schiene wurde jüngst die
Tochter Tailwind Intermodal aufgesetzt. Mit dem sogenannten
»Panther Shuttle« geht es vom slowenischen
Adriahafen in Koper, den Tailwind Shipping Lines bedient,
zum Cargo Terminal Graz in der österreichischen Steiermark.
Graz wird als »wichtiger logistischer Knotenpunkt der
Baltisch-Adriatischen Achse« bewertet, sowohl an
Südosteuropa als auch die bedeutenden Zentren in
Nordosteuropa »bestens« angebunden.
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(NHG) ergeben.
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Die Stellenausschreibung
finden Sie unter jade-hs.de/
professuren
Das »Tailwind-Netzwerk«
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
23
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Towards Net-Zero Container Ships
Shipping shall be carbon neutral by or around 2050. The IMO goal is clear, but how shall we
achieve it? This was discussed in a HIPER 2025 paper in detail for container ships. In essence,
there are four levers to progress toward lower carbon footprints for ships
© Berg Propulsion
»NCL Vestland« – owned by MPC Container Ships – with modern bow design
These are lower carbon content in fuels, lower fuel consumption,
lower emissions to air (through carbon capturing), and lower net
CO 2
in atmosphere through compensating measures. The focus
here is on the first two options, both for the short term (up until
around 2030) and the long term (up until 2050).
The first phase of marching towards decarbonizing container
shipping will focus on levers that allow us to stay, technically and
economically speaking, in our comfort zone. Foremost, lower design
speeds and smaller engines are a trend in newbuilding orders
- a classical low-hanging fruit to meet short-term CII and
EEDI challenges. Likely measures adopted for container ships on
a wider scale will include:
• Size growth: Larger container ships have better transport efficiency
for same utilization rate.
• CFD-based hull optimization: For container ships, improvements
of 2-3 % are realistic. For older ships, redesign of bows
for lower speeds can offer good business cases, with improvements
in excess of 10 %.
• High-performance coatings: Low-friction coatings with low
surface roughness may improve EEDI values already by 2-3 %
in sea trials.
• Propulsion Improving Devices: A combination of pre-swirl fins
with wake equalizing duct offers the highest savings. Propeller
boss cap fins reduce losses due to the propeller hub vortex.
Rudders can also be improved in energy efficiency, without
having to change overall dimensions, e.g. twisted rudders. Retrofits
are straightforward.
• Bow windshields: May offer 1-2 % savings. Retrofits are
straightforward.
• Improved engine design and settings: Wärtsilä gives 3-4 %
with fuel-efficiency boosting upgrades of the main engine’s
fuel injection system and optimized engine parameters. Radical
derating may gain 10-15 %. Waste heat recovery systems
may save 2-7 % for ships without power take-in, but are generally
not a retrofit option due to space requirements in engine
rooms. In off-design conditions, the energy recuperation potential
is usually lower, and vanishes completely at lower MCR.
• Alternative fuels: Container ships are the ship type with the
highest uptake of alternative fuels in DNV’s statistics, albeit
with LNG as a bridging technology in the lead so far. Biofuel
blend-ins and methanol are being adopted selectively by some
container ship operators.
24 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
• Engine cooling: Fuel consumption of a typical main engine cooling
water pump is 190 t/a corresponding to 150000 USD/a.
Replacing traditional bypass pump systems with frequencycontrolled
pumps may save only 0.2-0.6 % in overall fuel consumption,
but usually offers good business cases with payback
times less than 2 years.
• Cargo cooling: Progress in inverter systems, smart controlling
and arrangement on board, has allowed 10-15 % energy reduction
for modern cooling containers.
Bow retrofits can save 10 % for older ships
© DNV
Typical operational measures in the first phase include:
• Improved hull management, e.g. using easy-to-clean coatings
and soft frequent cleaning. For niche areas, ultrasonic protection
is an attractive complementary technology.
• Trim optimization: Container ships are the ship type that benefits
from trim optimisation the most. Considering added ballast
water, can lead, counter-intuitively, to additional savings
for large container ships.
• Speed: Lowering speed in operation may lead to significant
savings, even if the ship the operates in off-design conditions
at lower efficiencies. Due to the nonlinear speed-power relation,
uneven speed profiles lead to net higher fuel consumption.
A more even speed profile in voyage planning is then a
simple option to save fuel.
• Capacity optimization: Stowing more containers for a given
route generally leads to lower energy consumption per TEU
and better CII values.
• Cold ironing: Shore-to-ship power is increasingly available, but
much homework is left to be done for many ports and usually
the electricity is supplied at higher cost than for on-board generation.
• Improved performance monitoring for assorted consumers:
Increased sensor data allows improved insight that can be
converted into better decisions in operation.
To progress further in decarbonizing container ship shipping towards
2050, we will have to leave – technically and economically
speaking – our comfort zones. We will have to adopt technologies
that are now in the R&D stage or »exotic«, and in many cases
we will have to accept longer payback times or even generally
higher costs in shipping. Among the ideas floating around
for wider adoption after 2040 are:
• Hull optimization 2.0: Hull optimization will look also at added
resistance in waves and sea margins. Together with a trend
toward lower speeds, we will see smaller or even disappearing
bulbous bows. Asymmetric sterns and other PIDs may become
the norm rather than the exception, where hull, propeller,
rudder, and PID are optimized together.
• Air lubrication is increasingly adopted in newbuildings. For
container ships, 3-4 % savings may be a realistic estimate.
• Advanced antifouling solutions will consist of low-biocidal or
non-biocidal coatings combined with in-port or in-transit robotic
cleaning. Niche areas can be addressed by complementary
solutions such as ultrasonic protection.
• Advanced propulsion arrangements will see more installations
of tip-modified propellers and possibly contra-rotating propulsion
concepts.
Container ships are relatively unsuited for wind propulsion,
due to their higher speeds, very limited deck space, and high
superstructures (including deck containers). Of the many WASP
systems, kites appear most suited, as they may harness wind
high above the deck containers.
Post-2040 goals for decarbonization will require increasingly
the use of alternative fuels. The fuel mix employed in container
shipping will change over time. LNG is likely to be a popular
choice for the next 1-2 decades. Biofuel blend-ins and methanol
are mature options, but not widely available. Ammonia is lagging
behind in maturity by a decade, and nuclear power will only be
an option around 2050 and then only for very large container
ships.
10 th International Conference
Hamburg 22.–23. September 2025
Fuel Flexibility and Ship Efficiency
- more important than ever -
Fuel Flexibility
› Production and availability of alternative fuels
› Combustion engines for alternative fuels
› Operational experience
› Tank concepts and equipment
Environmental Efficiency
› Improvement of hydrodynamics / propulsion
› Improvement of energy management
› The human factor
› Use of Artifi cial Intelligence
Alternative Solutions
› Is the use of nuclear energy an option?
› The role of carbon capture technologies
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25
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
© HANSA
»MSC Germany« with a big windshield
Chinese shipping conglomerate Cosco has ordered 10 x 14,000 TEU
due-fuel newbuildings
© Cosco
Onboard carbon capture and storage (CCS) is gaining interest
as one option to reduce carbon emissions from ships. While the
technology is not a silver bullet, it may contribute in the future to
decarbonizing shipping. However, the process of CO 2
requires
also energy, and captured CO 2
needs to be stored and off-loaded.
For example, a 15000 TEU container ship with onboard CCS
would need 4 stops for off-loading on a typical Europe-Asia
roundtrip.
In conclusion, the next decade will be devoted to exploiting
systematically the existing tried and proven technologies. At the
same time, we need to increase R&D activities to lay the foundation
for medium and long-term decarbonization, where alternative
fuels are expected to carry the decarbonization process to
the next level.
Author
Volker Bertram
World Maritime University
HIPER 2025
»Yara Eyde«
© NCL
This is an adapted and abridged version of a presentation
published at this year’s HIPER (High-Performance
Marine Vehicles – »Technologies for the Ship of the
Future«) conference, for which HANSA is the exclusive
media partner. More information: www.hiper-conf.info
26 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
27
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Cutting costs with windshields
While many low-hanging fruits for ship energy efficiency have been harvested, there’s still
options left to explore. A new CFD-based assessment of containership windshields shows the
potential for significant savings
In the pursuit for ship energy efficiency, the search for improvement
measures addresses a wider spectrum, after most of the
low-hanging fruits have been harvested. Among the options
considered recently for containerships are windshields for containerships
to reduce the wind resistance. The aim of windshields
is to deflect the incoming wind flow to the bow, leading to
a much smoother flow. The Maritime Cluster Norddeutschland
gives typically savings in the range of 1-2 % for overall propulsion
power. We performed our own analysis on a typical ultra-large
container vessel, to assess the saving potential of windshields.
The application case described here is a retrofit scenario for an
ultra-large container vessel where the initial design had no
windshield.
In addition to the base design, two possible candidates for a
suitable windshield were investigated, for two different deck cargo
variations. The draft was not varied in the geometry model, as
both container stack variations for the trade analysed resulted in
very similar drafts, justifying the assumption that draft differences
are negligible.
High resolution model
The 3D geometry model captured the ship hull above the waterline
(treated as a fixed plane), superstructure, deckhouse, container
stacks, simplified lashing bridges and windshield variants
(including the original design without any windshield). Based on
the 3D geometry model, the CFD grid was generated, using unstructured
finite-volume meshes of ~20 million cells, leading to
high resolution of structural details and flow variations. The air
resistance was calculated considering five apparent wind angles
between 0° (head wind) and 60° for one representative wind
speed, specifying an atmospheric boundary layer wind profile at
inlet of the CFD grid. The evaluation of hind-cast weather conditions
and the AIS operating profiles justified this simplification,
as apparent wind angles larger than 60° proved to be insignificant.
Based on the simulation results, the air resistance coefficient
as a function of apparent wind angle was derived fitting a smooth
function between the five computed values. It was assumed that
the effect of the windshield is zero for apparent wind angles
larger than 90°. This surrogate model for air resistance then allows
rapid calculation of additional or reduced fuel consumption
between the original configuration (without windshield) and a
given windshield design for any combination of apparent wind
angle and apparent wind speed. The fuel savings are calculated
for specific vessel voyages based on AIS data and weather conditions.
The hindcast weather is based on the Copernicus ERA5
database resampled to 6 h-intervals. Track and operational
speed-draft profile was selected based on the ship operator’s
records to reflect typical operational conditions.
Almost 1 t of fuel per day
For simplification, the calculations assume constant propulsive
efficiencies and specific fuel oil consumption. The relative difference
between the windshield options is not affected by this as-
© DNV
Pressure distribution for containership without (left) and with windshield (right)
28 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Windshield variation WS02 (left) and WS04 (right)
sumption since the variations in total resistance are relatively
small. The average savings across both investigated container
stacks and all voyages in different regions were very similar (~2 %
difference) for both windshields, at ~0.8 t/day. WS04 offers a better
business case as the large cutout in WS04 leads to ~25 % lower
steel weight compared to WS02. The computed fuel savings
for both windshields are higher for the container stack with
more containers. One remarkable result of this study was that
while the operational region and sailing direction has some influence
on the savings, the savings magnitude is generally very similar.
In conclusion, windshields for container ships can be considered
as a robust solution and a low-hanging fruit to improve energy
efficiency. CFD simulations are the best tool to guide the design
of such windshields. The simulations allow quantification of
expected savings along given routes and dates, combining tailored
CFD-based surrogate models for wind resistance with weather
data bases. Further improvement potential by optimising
the windshield surface for simplified prefabrication while at the
same time maintaining the level of attainable savings has been
identified as one measure to be looked at in the future.
More from HIPER 2025
This is an adapted and abridged
version of a presentation published
at this year’s HIPER (High-Performance
Marine Vehicles – »Technologies
for the Ship of the Future«)
conference, for which HANSA is the
exclusive media partner. More
information: www.hiper-conf.info
Authors
Karsten Hochkirch, Heikki Hansen – DNV
Georg Eljardt – Hapag-Lloyd
© DNV
The addition of a windshield significantly reduced the ship’s drag
© DNV
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
29
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
© Albatros Digital
Favourable winds resulted in savings of up to 35 % without compromise
Harnessing the Wind
Wind-assisted propulsion is often associated with slow-moving bulkers, but new evidence
suggests that even faster RoRo vessels can benefit – if performance predictions are based on
real-world operational conditions
A recent study conducted by Albatros
Digital and Paris-based Computed
Wing Sail (CWS), explored this question
through high-resolution simulation.
The team modelled a 237 m long
RoRo vessel operating at 18 knots on
a frequent North Sea route between
Gothenburg and Ghent. Fitted virtually
with six 35 m rigid wingsails (Airfin350s),
the ship was simulated along
historical AIS tracks. The result: a predicted
median fuel saving of 16 %,
with peak savings over 35 % on favourable
wind legs – all without compromising
routing or schedule.
»We wanted to see if wind assist
could really make a difference on faster,
commercially driven ships, where
the margins are tight and there’s not
much room for guesswork,« said Nico
van der Kolk, founder of Albatros Digital.
»What stood out was beneficial
interference of the ship superstructure,
where aerodynamic streamlines
sought a perpendicular crossing of
the vessel deck edge. This is commonly
known as the ›Bank Effect‹, and
led to significant performance boost
upwind, as the apparent wind shifted
a few degrees to towards the beam.«
The digital ship was built using Albatros
Digital’s simulation platform,
which enables designers, operators,
and analysts to conduct independent
performance studies with minimal reliance
on OEM data – and to validate
predictions using real-time operational
inputs. The simulation integrated
three key modelling layers:
• Aerodynamics: Based on a liftingline
method with four vortex-wake
corrections to capture pressure
gradients, tip swirl, viscous wake,
and streamwise deficits. CFD-informed
interaction effects accounted
for sail–sail and sail–ship dynamics
across the superstructure.
• Hydrodynamics: Included drag,
rudder loads, and drift forces. Antidrift
fins were modelled using experimental
lift tables to assess mano-
30 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
euvrability and resistance changes.
• Operational Behaviour: Historical
AIS and fuel data were used to
recreate »virtual voyages«, with performance
interpolated from a fuel
matrix of over 167,000 points. The
model achieved a mean absolute
fuel prediction error of just 3.63 %,
lending confidence to the results.
Realistic Gains in
Demanding Conditions
The vessel was simulated completing
two round trips per week across a
range of North Sea weather conditions.
The digital twin predicted:
• 16 % median fuel savings across q4
voyages
• Over 35 % savings on downwind
and quartering wind legs
• ~2,000 t of CO₂ saved annually
• No routing penalties or loss of service
speed
The study did not assume ideal trim
or perfect conditions. Wake losses,
hull interaction, and aerodynamic penalties
were all considered. Key findings
included:
• Deck-edge sail placement benefited
from forward wind deflection,
boosting net thrust
• A six-wing layout offered ~14 % better
performance than a four-wing
centreline alternative
• Anti-drift fins kept rudder angles
below 5°, even in upwind sailing
From Research to Practical
Integration
The digital ship wasn’t just used to
forecast fuel performance – it also
evaluated how the wingsails would affect
real-world operability. Factors
such as trailer lane clearance, crew
visibility, and deck load distribution
were included in the analysis.
A built-in optimiser allowed the model
to adjust sail trim and vessel
course in real time to manage drift
forces and maintain safe manoeuvrability.
This co-optimisation of layout
and control helped identify configurations
that balanced performance with
day-to-day practicality. The study was
conducted using the Albatros Digital
Thrust benefit was assessed in terms of
True Wind condition for different designs
platform, which is available to shipowners,
designers, and operators under
both design and operational licences.
• With a design licence, users can upload
vessel particulars or 3D hull
geometry and create a digital twin
in minutes. The platform allows
batch simulation of different windassist
layouts, appendage types,
and retrofit scenarios under realistic
metocean conditions – enabling
users to optimise vessel design, assess
retrofit feasibility, or validate
performance against actual operational
data.
• With a vessel-based operations licence,
users can continuously forecast
fuel consumption on a voyageby-voyage
basis, validate noon
reports, and quantify the actual
performance of any energy-saving
technology. Accuracy improves further
as the digital twin is updated
with real operational data over
time. The platform also includes a
voyage optimiser that recommends
route, speed, and engine settings
More from HIPER 2025
© Albatros Digital
This is an adapted and abridged
version of a presentation published at
this year’s HIPER (High-Performance
Marine Vehicles – »Technologies for
the Ship of the Future«) conference, for
which HANSA is the exclusive media
partner.
More information:
www.hiper-conf.info
to minimise fuel costs and emissions
– adapting to changing vessel
conditions such as hull fouling or
engine degradation. This is especially
valuable for wind-assisted propulsion,
where optimal weather
routing can significantly enhance
system efficiency and fuel savings.
The platform is cloud-native, fully
containerised, and designed for enterprise
use – with GraphQL endpoints,
Jupyter support, role-based permissions,
and encrypted data
handling.
A Trusted Foundation for
Wind Propulsion Decisions
This research shows that rigid wingsails
can deliver measurable, routespecific
benefits on vessels that were
previously considered too fast or
complex for wind-assist retrofits also
when their integration is modelled in
detail and evaluated without bias.
Tools like AlbatrosDigital provide a
trusted way to conduct that evaluation.
By enabling open, transparent simulation
– grounded in physics and
calibrated with real data – the platform
helps users make informed decisions
at every stage: from early-stage
design and layout testing to
ongoing fleet operations.
In an era where decarbonisation
pressures are rising and performance
claims are scrutinised, having a clear,
verifiable simulation approach is no
longer a bonus – it’s essential.
Authors
Nico van der Kolk, Theo Tardif,
Francesco Stella, Gunnar Jacobi
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
31
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
»Compliance is not just
about equipment«
Since MEPC 82 in February, ship operators face new regulations in terms of ballast water
management. The most common cause for compliance failure? Poor record keeping, says NAPA
expert Tommi Vihavainen
What are the key changes introduced
in MEPC 82 regarding ballast
water record-keeping, and how do
they impact ship operators?
Tommi Vihavainen: The updates introduced
at MEPC 82 are more than
just regulatory fine-tuning – they fundamentally
raise the bar for transparency
and accountability in ballast
water operations. From 1 February
2025, two major changes came into
effect: a new, more structured format
for the Ballast Water Record Book
(BWRB), and mandatory logging of
ballast water management system
(BWMS) maintenance activities in line
with the ship’s BWMP and the Original
Equipment Manufacturer (OEM) guidelines.
Operators must also document two
new operational scenarios: a) reactive
bypass of ballast water treatment systems
due to unexpected water quality
issues; b) and pre-emptive bypasses
due to anticipated challenging water
quality (CWQ). These updates are essential
for ships operating internationally,
particularly those over 400 GT
operating in high-risk ports where
standard BWMS operations might not
be feasible. Non-compliance, often
due to poor record-keeping, has been
on the rise, particularly in ports with
water quality issues. The additions
clarify how ship crews should document
alternative ballast operations,
such as ballast water exchange combined
with treatment (BWE + BWT), ensuring
compliance with the BWM Convention.
At NAPA, we’ve already embedded
these requirements into our electronic
logbook, ensuring that our customers
can adopt the new structure seamlessly
and remain compliant from day one.
Why has record-keeping been the
top cause of compliance failure?
Vihavainen: Because compliance
isn’t just about the equipment – it’s
about the evidence, that is, standardized
and auditable reporting. Industry
data shows that 6 out of 10 ballast water
compliance issues stem not from
system malfunctions, but from poorly
maintained or incomplete records.
That’s not a technology gap; it’s a documentation
challenge – one rooted
deeply in data management practices
and crew training, where small oversights
lead to documentation issues,
Ballast water entries in NAPA Logbook
that may cascade into costly compliance
failures. And that’s precisely
where digital systems excel, guiding
crews clearly to avoid mistakes in the
first place.
Paper logbooks leave room for manual
errors, forgotten entries, and inconsistencies.
Crew members may be
unsure how to log complex operations
like bypass scenarios or maintenance
events. And without structured guidance,
even well-intentioned entries
may fall short of what Port State Control
(PSC) requires. Digital systems like
ours are designed to address exactly
© NAPA
32 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
this: by guiding the user through each
required entry, validating inputs in real
time, and ensuring that logs are auditready
at all times.
What common mistakes do you see
in ballast water management records?
Vihavainen: Several issues stand out
consistently. Incomplete or ambiguous
entries are a top concern – especially
when documenting bypass operations
or maintenance. Crew may
forget to include required data like
coordinates, timestamps, or system
conditions. Sometimes entries are
made retroactively, which can raise
red flags if the timeline is unclear.
Another recurring issue is inconsistency,
particularly if the vessel relies
on paper-based documentation. Inadequate
traceability – such as missing
officer signatures or improperly
verified records – also contributes to
non-compliance. Digital tools can mitigate
these risks by offering structured
templates, automated data capture,
and system prompts to ensure nothing
is overlooked.
How do Port State Control inspections
typically assess ballast water
records, and what are the most frequent
compliance issues found?
Vihavainen: PSC inspections focus on
traceability, consistency, and adherence
to the format defined by the
BWM Convention. Inspectors want to
see that ballast water operations – including
treatment, bypasses, and
maintenance – are clearly logged,
with proper officer sign-off and alignment
with the BWMP.
The most frequent issues arise from
incomplete entries, unclear reasons
for bypasses, and discrepancies between
the BWRB and system logs. Missing
historical data – such as maintenance
records or previous voyage
logs – is also a red flag, especially
when the vessel has changed crew or
operating conditions.
With electronic logbooks, records
are structured, searchable, and timestamped—greatly
simplifying the inspection
process and helping crews
demonstrate due diligence.
Tommi Vihavainen, Director, Development
and Product Owner - Logbook, Safety
Solutions, NAPA
How does NAPA’s automated e-logbook
system work, and how does it
ensure compliance with the latest
regulations?
Vihavainen: NAPA Logbook is designed
as a smart compliance engine. It
guides seafarers through each entry
with pre-configured templates based
on the latest IMO resolutions, including
MEPC.369(80) and MEPC.372(80).
For ballast water, that means structured
fields for operations, CWQ scenarios,
and maintenance activities – ensuring
each data point is complete
and verifiable.
Where possible, the system pulls
data automatically from onboard sensors
and other systems, reducing manual
input and the risk of errors. Rolebased
access control, audit logging,
and digital signature verification are
built in, meeting the technical security
requirements defined by the IMO.
Most importantly, we work closely
with each shipowner to tailor the logbook
to their fleet’s workflows, ensuring
ease of use without compromising compliance.
© NAPA
What advantages does digital record-keeping
offer over traditional
paper logbooks in terms of accuracy
and efficiency?
Vihavainen: Digital record-keeping
brings structure, traceability, and
speed. With paper logs, everything
depends on the crew’s attention to
detail in high-pressure operational
environments. Errors and omissions
are common, and retrospective corrections
are hard to validate. A digital
logbook minimizes these risks by:
• Validating data in real time, highlighting
discrepancies or possible data-entry
errors
• Auto-filling repetitive fields, no duplicate
information logging
• Ensuring required entries are completed
before saving – no missing
entries.
From a fleet management perspective,
digital records offer real-time visibility
and fleet-wide oversight from shoreside,
so potential issues can be
caught early, before they become compliance
violations.
Are there any challenges in adopting
electronic record-keeping systems
across different types of vessels,
and how is NAPA addressing
them?
Vihavainen: Yes, especially in fleets
with mixed vessel types, varying crew
experience, and legacy onboard systems.
Integration with existing infrastructure
can be a hurdle, particularly
on older ships.
To address this, NAPA Logbook is
modular and configurable. We support
both standalone installations
and integrations with existing automation
systems. We also provide
fleet-specific onboarding and training
for crew, ensuring smooth adoption
regardless of vessel type or trade pattern.
And with our cloud-based support
model, we can deploy updates remotely,
making it easy to stay compliant as regulations
evolve.
Are there concerns from shipowners
and operators about cost, security,
or integration with existing
systems?
Vihavainen: Understandably, yes. Digital
transformation involves investment
– not just in tools, but in change
management and training. That said,
the return on investment is clear
when you consider the cost of noncompliance,
detention, or inefficient
manual processes.
To give an example, one of our partners,
Anthony Veder, saved 2,000
hours of admin work per vessel by implementing
NAPA Logbook. Seafarers
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
33
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
can spend up to 20% of their time on
paperwork – time that should be
spent ensuring ship and cargo safety.
With rising regulatory and ESG demands,
this burden is only increasing.
By cutting admin time by an average
of 14%, Anthony Veder improved both
productivity and crew morale, allowing
teams to focus more on their
core responsibility: safe, efficient operations.
Coming to your second point, security
is a top concern as well, especially
with sensitive operational data. NAPA
is ISO 27001:2022 certified by the classification
society Bureau Veritas (BV).
This is an international standard that
defines the requirements for a comprehensive
information security management
system, enabling organizations
to safeguard the confidentiality,
integrity, and availability of data. The
certification covers all NAPA’s products
and services, including NAPA Logbook.
Plus, NAPA Logbook follows strict access
control policies, encrypted backups,
and audit trails to ensure data integrity.
Integration-wise, we work closely
with IT teams to ensure the system
plays nicely with existing shipboard
setups, whether the vessel is fully digital
or in transition.
Do you foresee a time when all maritime
compliance reporting will be
fully automated? What role will AI
or data analytics play in the future?
Vihavainen: Absolutely – we’re already
moving in that direction. The sheer
volume and complexity of environmental
compliance data – across ballast
water, fuel consumption, emissions,
and waste and even hotel side
operations in case of passenger ships
– makes full automation not only feasible
but necessary.
AI, for instance, could play a role in
flagging anomalies, predicting compliance
risks, and optimizing reporting
based on historical patterns.
Data analytics will offer fleet-level insights
that go beyond compliance
– supporting operational efficiency,
safety, and sustainability goals.
The future isn’t just paperless. It’s
predictive, real-time, and integrated
fleet data systems that are designed
for holistic operational efficiencies
– and we’re building toward that with
every new update.
Beyond record-keeping: How else
can automation and digitalization
improve ballast water management
and environmental compliance?
Vihavainen: Automation can support
compliance far beyond documentation.
For example, predictive maintenance
algorithms can help ensure
BWMS systems are serviced before
failures occur. Integration with voyage
planning tools can optimize operations
to minimize CWQ risks.
Automation can also streamline decision-making
in contingency scenarios
– offering crew guidance on regulatory
options and required
documentation steps in real time.
Digitalization brings everything into
one view: operations, compliance,
maintenance, and performance. It
helps crews respond faster, management
act earlier, and regulators verify
with confidence.
What advice would you give to ship
operators and crew to ensure
smooth compliance with MEPC 82
regulations? How can penalties be
avoided?
Vihavainen: Start now. Don’t wait until
the regulations force you to begin
implementing changes. Update your
BWMPs, train your crews, and assess
your record-keeping systems against
MEPC.369(80) and MEPC.372(80).
If you‘re using a paper logbook, evaluate
the risk it poses—especially with
new structured data requirements. If
you‘re going digital, ensure your system
is type-approved and that you secure
the flag-state declaration required
from October 2025 onward.
Most importantly, make compliance
a shared responsibility—between ship
and shore, crew and management.
Clear workflows, good training, and digital
tools make it much easier to get it
right, every time.
What were the key outcomes of
MEPC 83 from NAPA’s perspective?
Vihavainen: While MEPC 82 sharpened
the focus on ballast water compliance,
MEPC 83 in April has shown us
the direction of travel: toward unified
digital frameworks for environmental
data and reporting.
In parallel with the historic step of
introducing a global carbon pricing
system, MEPC 83 also reinforced the
need for structured reporting in areas
like fuel consumption, emissions intensity,
and non-GHG pollutants. And
it’s a sweeping shift—not just in regulation,
but in data culture. Key updates
include:
• Fuel Oil Consumption Reporting:
Amendments to MARPOL Annex VI
will expand access to IMO’s DCS database
from March 2027, with mandatory
data collection starting in
2025–2026.
• SEEMP Guidelines: Clarified requirements
for logging data while a ship
is »under way« vs. »not under way«.
• Carbon Capture (OCCS): A regulatory
work plan was approved, targeting
2028 and emphasizing verifiable
data and traceability.
• Non-CO₂ GHG Reporting:
MEPC.402(83) introduced new guidance
on methane and nitrous oxide
emissions from marine diesel engines.
• Ballast Water Management: The review
continues with stricter testing
protocols, updated reporting templates,
and enhanced BWMS maintenance
logs.
Each of these developments shares a
common thread: growing complexity
in data and documentation. The reality
is that we’re entering a new compliance
era where paperwork isn’t enough.
The volume, variety, and velocity of required
data is growing fast. From ballast
water logs to carbon intensity metrics,
digital tools are now essential
– not only to stay compliant, but to
operate efficiently and sustainably.
At NAPA, we’re committed to helping
the industry adapt, with smart, scalable
tools that bring compliance, safety,
and performance together on one
platform.
Interview: Jannik Westerkamp
34 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
125
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HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
35
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Saubere Regeln für saubere Meere
Abwasser auf See war lange Zeit ein Randthema. Gemeinsam mit dem in Aachen ansässigen
Prüfinstitut für Abwassertechnik (PIA) treibt die Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas (BV)
die Modernisierung der Regelwerke und die Anpassung an die Realität auf See voran. Was sich
jetzt ändert
Zwar wurden bereits in den 1970er Jahren erste internationale
Vorschriften etabliert, doch seither wurden sie kaum
weiterentwickelt. Dabei hat sich die Schifffahrt grundlegend
verändert: Die Schiffe sind größer geworden, die
Passagierzahlen gestiegen – und mit ihnen die Abwassermengen.
Höchste Zeit, um überholte Regelwerke zu modernisieren.
Im Jahr 2014 initiierte die niederländische Regierung
eine umfassende Beprobungskampagne, um den Zustand
der Abwasserbehandlung auf Schiffen zu überprüfen. Sie
belegte eindrucksvoll, dass viele Schiffe nahezu unbehandeltes
Abwasser ins Meer einleiteten – trotz typgeprüfter
Anlagen.
Die Ergebnisse machten deutlich: Viele Kläranlagen, die
an Land gute Resultate liefern, funktionieren auf See nur
eingeschränkt. Das Marine Environmental Protection
Committee (MEPC), das Umweltgremium der International
Maritime Organization (IMO), nahm sich der Thematik an
und führte einen Prozess der Neubewertung ein.
Zusammenarbeit als Schlüssel
Ein erster Schritt: Es reicht künftig nicht mehr, eine Anlage
an Bord zu haben – sie muss unter realen Bedingungen
nachweislich funktionieren. Sogenannte Commissioning
Tests sollen jetzt bei Prüfung zur Inbetriebnahme auf See
zum Einsatz kommen, ergänzt durch regelmäßige Kontrollen
während der Laufzeit. Damit die neuen Regelwerke
nicht nur auf dem Papier existieren, sondern weltweit
wirksam werden, braucht es kluge Regularien und unabhängige
Prüfstellen. Alle Marktakteure müssen zusammenarbeiten
– von normgebenden Institutionen wie der
IMO über Prüfstellen bis hin zum Reeder.
Als Klassifikationsgesellschaft mit technischem Knowhow
und sogenannte Recognized Organisation bringt sich
BV bei der Überarbeitung der MARPOL-Regularien in die
internationale Gremienarbeit ein und sorgt für die Umsetzung
an Bord. Gemeinsam mit PIA werden dabei die Prüfungen,
ob alle Vorgaben eingehalten werden, an Bord
durchgeführt. So soll eine neue Qualität der Kontrolle entstehen,
durch die Kombination aus praxisnaher Funktionsprüfung,
unabhängiger Beurteilung und klar definierten
Anforderungen.
Bereit für das, was kommt
Während Bureau Veritas insbesondere für die Klassifizierung,
Zertifizierung und Inspektion an Bord verantwortlich
ist, liegt der Fokus von PIA auf der technischen Prüfung
und Analyse von Abwasserbehandlungsanlagen, entweder
im hauseigenen Technikum in Aachen oder direkt auf dem
Schiff.
Links ist das Wasser aus dem Zulauf der Kläranlage zu sehen. In der Mitte sieht man, was im Bioreaktor passiert, rechts den Ablauf. Beim rechten
Bild ist das Ergebns sehr positiv, ein Beispiel von einem Kreuzfahrtschiff. Auf dem linken Bild sieht man so gut wie keinen unterschied zwischen
Zulauf und Ablauf. Es zeigt: Neue Class Notations sind nötig
© PIA
36 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Die MARPOL-Vorgaben legen die Mindestanforderungen
für die Abwasserbehandlung fest, einschließlich der
Notwendigkeit, ein Abwassermanagement zu integrieren
und zukünftig im Betrieb an Bord bestimmte Grenzwerte
für die Abwassereinleitung einzuhalten. Diese Vorschriften
sind allgemein gehalten und bieten einen Rahmen, der
von den Mitgliedstaaten umgesetzt werden muss.
Die ergänzende Class Notation AWT (Advanced Wasterwater
Treatment) von Bureau Veritas berücksichtigt diese
Anforderungen nicht nur, sondern geht noch darüber hinaus.
Sie setzt einen Abwassermanagementplan, ein verpflichtendes
Abwassertagebuch sowie eine Beprobungspflicht
voraus – mindestens 20 Analysen über fünf Jahre.
Hinzu kommt: Die Notation berücksichtigt neben dem
Schwarz- auch das Grauwasser und fordert deren kombinierte
Behandlung.
Kein Schwarz-Weiß-Denken
Grauwasser – also Abwasser aus Duschen, Waschbecken
oder Küchen – wird bislang kaum reguliert, obwohl es
mengenmäßig überwiegt und in Summe vergleichbare
Schadstofffrachten wie das Schwarzwasser aufweist. Biologische
Kläranlagen benötigen Grauwasser oft zur Konditionierung,
um überhaupt effizient arbeiten zu können.
Viele Schiffe umgehen aufwendige Verfahren jedoch, indem
sie nur minimale Anlagen für Schwarzwasser betreiben
und Grauwasser ungefiltert ins Meer leiten. Die AWT-
Notation greift daher die Forderung vieler Experten auf,
auch den Umgang mit Grauwasser zu regulieren – und
setzt sie verbindlich um.
Die maritime Wirtschaft reagiert differenziert auf die bevorstehenden
Änderungen. Einige Reedereien haben die
Zeichen der Zeit erkannt und bereits in moderne Anlagentechnik
investiert. Sie begrüßen die neuen Vorgaben als
Schritt zu mehr Transparenz und Vergleichbarkeit. Andere
zeigen sich noch zurückhaltend. Klar ist: Je verbindlicher
die Regelungen werden, desto größer wird der Anreiz
sein, frühzeitig auf zukunftsfähige Lösungen zu setzen.
Mit Blick auf Umweltziele, aber auch auf die öffentliche
Wahrnehmung steigt der Handlungsdruck. Die Kreuzfahrtreedereien
gehen hier bereits mit gutem Beispiel voran.
PIA-Experten beproben die Abwasserbehandlungsanlage an Bord
eines Kreuzfahrtschiffneubaus um im Auftrag des Herstellers einen
Leistungsnachweis gegenüber der Werft zu erbringen. Die Anlage
wird inspiziert und die Proben an Bord verarbeitet, zum Teil mit
mobiler Laborausrüstung direkt vor Ort untersucht
© PIA
Ausblick: Neue Standards, echte Wirkung
Die Kooperation zwischen PIA und Bureau Veritas soll eine
zeitgemäße maritime Abwasserbehandlung vorantreiben.
Die Herausforderungen sind groß, Lösungen aber greifbar.
Die neuen Standards müssen sowohl ökologischen
Anforderungen als auch den betrieblichen Realitäten auf
See gerecht werden. Nur so kann die Schifffahrt ihrer
wachsenden Verantwortung für den Schutz der maritimen
Umwelt effektiv nachkommen.
Autoren:
Markus Joswig – PIA GmbH
Ramona Zettelmaier – Bureau Veritas
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
37
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
Why we still need biocides
Fouling of ship hulls has been a challenge for mankind ever since ships became too large to lift
out of water when not in use. Biocidal antifouling paints remain the standard choice in shipping
to combat fouling – and for good reason
Paints applied to ship hulls typically comprise
copper oxide with co-biocides. These
products are often called Self-Polishing Copolymer
(SPC) antifouling coatings. Copperfree
products are also available. Fouling
Release Coatings (FRC) have been available
since the 1990s. These use a combination
of low surface energy and the release of silicone
oils to make it difficult for fouling organisms
to attach firmly. The FRC technology
works primarily towards animal fouling
organisms, hence an algaecide is often added
to take care of the plant-based fouling.
Copper oxide, by far the most commonly
used antifouling biocide, is a broad-spectrum
biocide, affecting both hard and soft
fouling organisms. As some algae are quite
tolerant towards copper, co-biocides are often
used in combination with copper, such
as pyrithiones, Zineb and DCOIT. Tralopyril
and medetomidine are alternatives to copper
oxide being effective towards hard fouling
organisms. Both are far more potent
than copper oxide, hence smaller quantities
suffice.
Copper oxide is the only biocide being
used alone in SPC, as it has a broad spectrum
of activity. In FRC, copper pyrithione is
often used as the sole biocide, as this technology
requires an algaecide only. However,
Every kilogram of copper released into the sea saves several tons of CO 2
emissions
most products on the market have a combination
of two or more biocides. Copper is a
naturally occurring substance and erosion
of the earth’s crust is the main source of
copper input to the sea. When the ship is
laying idle, the concentration of copper
ions in the boundary layer will reach toxic
levels, hence it will kill organisms that try to
settle on the surface. Copper ions are chemically
instable and the main part of the
copper ions released to the sea is expected
to end up in the sediments, typically as copper
sulphide.
Alternatives to copper
Tralopyril (Econea) was the first alternative
to copper with an effect towards hard fou-
© Jotun
See you
at sea.
38 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
sales@karl-dose.de
www.karl-dose.com
SCHIFFSTECHNIK | SHIP TECHNOLOGY
ling organisms. It is related to the insecticide
Chlorfenapyr. Due to reactions with copper
oxide, it is primarily used in copper-free
products. It requires a co-biocide, typically
zinc pyrithione, to give full protection. Tralopyril
breaks down quickly in seawater by
hydrolysis, with a half-life of 16 h at 9°C.
Medetomidine (Selektope) works selectively
towards barnacles and tubeworms. It
may be used in copper-free paints, together
with co-biocides, but is primarily used
in combination with copper oxide as a barnacle
fighter. It does not kill the fouling organisms,
but induces temporary increased
motility in larvae, leading to an anti-settling
effect. It degrades in seawater.
Zinc and Copper pyrithiones (CleanBio,
Omadine, Pyrion) are primarily used as cobiocides
against soft fouling. Both pyrithiones
degrade quickly in seawater, primarily
via photolysis. Di-chloro-octyl-iso-thiazolinone
or DCOIT (Sea-Nine) is a co-biocide
that affects soft fouling organisms. DCOIT
breaks down rapidly in seawater and sediment,
primarily via biodegradation.
Zinc-ethylenebis-dithiocarbamate or Zineb
(Zineb Nautec, Perozin Marine) is a cobiocide
that affects soft fouling organisms.
It degrades quickly in seawater. Apart from
these, there are some biocides being used
on a smaller scale and in local antifouling
coatings only. However, the list is getting
shorter every year due to lack of supporting
documentation and suppliers.
The necessity of antifouling
Combatting fouling in shipping is an economic
and ecological necessity. Antifouling
saves large amounts of fuel and associated
emissions to air. For every kg of copper released
to sea, the antifouling is saving the
atmosphere 4 t of CO 2
for a typical merchant
vessel. In addition, fouled ships may
carry invasive species between regions.
These organisms can be a threat to ecosystems
worldwide.
In the current discussion on the impact
of biocidal antifouling paints, sometimes
misleading figures are being used. Just giving
»X % of biocides« is not reasonable, as
different biocides have different toxicity.
Neither is comparing toxicity numbers useful,
as one needs to look at complex timelines
of degradation in practice. Instead, an
informed and reasonable discussion should
be based on systematic risk assessment,
using validated models to predict environmental
concentrations from antifoulants,
such as Deltares’ MAMPEC model. Ultimately,
the performance of an antifouling solution
is key. The antifouling coating with the
best performance is best for the environment,
provided that the ingredients comply
with relevant laws and regulations.
Application of antifouling coatings is
strictly regulated on a global basis. IMO has
banned TBT and cybutryne (Irgarol). In addition,
there are approval systems in the
EU, USA, Canada, Australia and New Zealand.
The EU Biocidal Products Regulation
(BPR) is considered to be the most comprehensive
and science-based such system.
Regulations and restrictions
Restrictions on biocides are expected to
progressively tighten, reducing likely both
the list of accepted biocides and the level of
use. Historically, it has been the environmental
aspect that has been the challenge,
e.g. for TBT and cybutryne. The environmental
aspect of the 6 key biocides currently
being used in industrial coatings is now
More from HIPER 2025
This is an abridged version of a presentation
published at this year’s HIPER (High-Performance
Marine Vehicles – »Technologies for the Ship of
the Future«) conference.
More information: www.hiper-conf.info
considered acceptable, as they are all authorized
by EU. What is new is that the human
health aspect of biocides has received
more attention. Zinc pyrithione is currently
under scrutiny in EU and we may expect future
restrictions for other organic biocides.
The situation is generally complicated by a
multitude of national and regional regulations
which are not aligned, with demands
for different approaches to assure compliance.
EU has the strictest regulatory system
globally, and it is expected that other
markets will follow and implement restrictions
should there be any.
Biocidal FRC follow the same regulations
as the conventional antifouling coatings.
But biocide-free FRC products may be applied
without evaluation by the authorities.
However, these products often contain ingredients
that are covered by other regulations.
A 2023 study by the Washington
State Department of Ecology concluded
that they were »not able to determine that
safer and effective alternatives to copper
based antifouling paints are feasible, reasonable
and readily available«.
The antifouling coating with the best performance
is always the best for the environment
– the better, the greener - of course
providing that the ingredients comply with
relevant local laws and regulations. The
performance of antifouling coating should
be determined by ISO 19030.
Author
Petter Andreasson
Jotun
SDC183x30c_2025|1.qxp_SDC 05.06.25 09:28 Seite 1
1
2 3 4 5 6
A
ship DesigN & coNsult gMbh
B
Naval architects
MariNe eNgiNeers
info@shipdesign.de
www.shipdesign.de
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
39
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
German marine suppliers – trends and technologies
TECH-INNOVATION powered by VDMA – Marine Equipment and Systems: This section within
the HANSA magazine features brief updates on technical developments, innovations and market
launches from the powerful marine equipment industry organised in its association VDMA
Hauke Schlegel, Managing Director,
VDMA – Marine Equipment and Systems
© VDMA
The maritime supply industry is currently
experiencing a favourable market
situation, driven by increased demand
in global shipping and technological advancements.
According to our latest economic
survey of VDMA member companies,
the industry recognizes significant
opportunities ahead. The demand for innovative
and efficient maritime solutions
is at an all-time high, providing a robust
platform for growth and development.
However, this promising landscape is
not without challenges. Geopolitical uncertainties,
such as trade tensions and
regional conflicts, pose significant risks
to market stability and predictability.
These factors can disrupt supply chains,
affect market access, and create an unpredictable
business environment. In
such a volatile context, it is crucial for the
maritime supply industry to strengthen
reliable international partnerships.
Increased cooperation between
leading European maritime technology
innovators plays a special role
here, as recently demonstrated at the
Nor-Shipping trade fair. We are planning
and supporting further projects in
the coming months. Advancing digital
standards like the maritime MTP also
promotes collaboration and integration
of partners’ products and modules in
increasingly complex maritime systems.
In summary, the maritime supply
industry has potential for growth but
needs to manage uncertainties related
to geopolitical factors.
Strengthening reliable international
partnerships will be key to sustaining
this growth and ensuring a resilient and
prosperous future for the industry. ■
The VDMA, Europe’s largest industrial
association, represents approx. 3,600
German and European companies in
the engineering and plant construction
sector. VDMA – Marine Equipment
and Systems represents the exportoriented
maritime
sector serving the
global markets of
ship ping, shipbuilding
and the offshore
oil & gas industry.
Industry and Business Events & Exhibitions
MTP Digital Standard Info Meeting July 08, 2025 Hamburg Germany
Marine Equipment Delegation Azerbaijan Sep 08-11, 2025 Baku Azerbaijan
Gastech Sep 09 –12, 2025 Milan Italy
INMEX SMM India Sep 10 –12, 2025 Mumbai India
German Marine Equipment Delegation Greece Oct 13 –16, 2025 Piraeus Greece
Kormarine Oct 21-24, 2025 Busan South Korea
FLIBS International Boat Show Oct 29 – Nov 02, 2025 Fort Lauderdale USA
Europort Nov 04 –07, 2025 Rotterdam Netherlands
ADIPEC Nov 04 – 07, 2025 Abu Dhabi U.A.E.
Marintec China Dec 05 – 08, 2025 Shanghai China
For more information on the events or participation – please contact VDMA: nord@vdma.org. + 49 40 50 72 07
40 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
German and Norwegian suppliers join
forces for a decarbonised future
This year, German exhibitors had a particularly strong presence at Nor-Shipping. Nearly
60 companies showcased their offerings at the German joint stand alone. At a joint
press conference, the VDMA and the German-Norwegian Chamber of Commerce (AHK
Norway) provided an up-to-date overview of maritime activities in both countries
potential,« Schlegel explains. »Standardisation
in maritime digitalisation is a
crucial factor.« One key initiative is the
MTP (Module Type Package) standard,
which enables consistent communication
between systems and control layers.
Changing markets make
partnerships essential
from left, Hauke Schlegel, Michael Kern and Katrin Caldwell during a press conference at
Nor-Shipping
Maritime equipment suppliers are
pleased with last year’s performance and
the current business climate. »Sales remain
strong, and order volumes are encouraging,«
says Katrin Caldwell, Managing
Director of VDMA Marine Equipment
and Systems. »While future market
trends are difficult to predict, ensuring
access to key export regions – especially
in Asia and the Americas – is essential to
bringing our green and efficient innovations
to global markets. Despite existing
uncertainties, 93% of our marine equipment
suppliers expect stable or growing
international sales.«
Continued trade growth
Components and systems from German
suppliers are in global demand due to
their support throughout a vessel’s
entire lifecycle. Ongoing communication
with operators and direct onboard
access are crucial. Advances in digitalisation
and propulsion technology help
manage these complex systems and
enable more sustainable global shipping.
Ambitious climate targets
Ambitious climate targets are accelerating
innovation in marine technology. »A
vessel’s efficiency – and its environmental
impact – depends on the seamless
integration of all systems, from bridge to
propeller,« says Hauke Schlegel, Managing
Director of VDMA Marine Equipment
and Systems. Significant emissions reductions
require optimal coordination of
onboard technologies. Electric, gas, and
hybrid propulsion systems are complex
and demand more interfaces, monitoring,
and automation – all of which rely on
digital solutions.
»This is where the German marine and
offshore equipment industry sees strong
© Wroblewski
»The industry’s leadership in innovation
drives international progress and success
in our sector,« says Schlegel. »Yet
shifting global trade relations present
major challenges. Companies must not
only launch innovative, digitally enhanced
products, but also explore new markets
and rethink supply chains. Strong partnerships
within the European community
are vital – cross-border collaboration is
essential to tackling today’s challenges.«
»That’s why we actively support cooperation,
particularly between Germany
and Norway,« Caldwell. »A German delegation
recently visited Trondheim, following
a Norwegian visit to Kiel. And in September
2026, we’ll reunite at SMM in
Hamburg, the world’s leading maritime
trade fair.«
Joint event at Nor-Shipping
»The strong German presence at
Nor-Shipping 2025 demonstrates that
the German marine equipment industry
is ready to strengthen its position as
a reliable partner to the Norwegian
shipbuilding and equipment industry,«
says Michael Kern, Managing Director
of the German-Norwegian Chamber of
Commerce. »We are pleased that our
‘Hall C party’, organised in cooperation
with the joint stands of Norway, Denmark,
and the Netherlands, will once
again set an example of cross-border
collaboration.«
■
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
41
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
Small component, big impact
Alternative fuels like methanol offer a promising way to decarbonise the shipping industry.
Alongside innovative propulsion engines, this also requires suitable components – such as the
new low-pressure methanol PFI injector platform developed by Heinzmann, based in Schönau
PFI Methanol Injector with Flow Limiter
At this year’s CIMAC Congress, Heinzmann
presented a production-ready
methanol port fuel injection (PFI) system
for medium-speed engines. This new
platform provides a straightforward entry
into dual-fuel operation with low-pressure
methanol and diesel. OEM customers
can adopt clean methanol
combustion easily – whether for new
engine designs or retrofit solutions.
Lower investment and
integration barriers
Conventional methanol retrofit programmes
often face delays due to the
high investment costs and the effort
required for integration.
Heinzmann’s new port fuel injector
removes this barrier by generating a
finely atomised spray at fuel pressures of
just 5–20 bar. This eliminates the need
for costly high-pressure equipment without
compromising performance targets.
The injector core can be used across
multiple engine families. Clever combinations
of nozzle diameters and deflector
geometries make it possible to achieve
power outputs from 100 to 500 kW per
cylinder. This allows engineers to implement
multiple power levels using a single
set of parts. Thanks to its modular design–
comprising nozzle/deflector,
flange, and housing – mounting interfaces
and fuel supply lines can be easily
adapted with minimal effort. This
accelerates prototyping cycles and reduces
the risk of later modifications.
Inherent safety
Operational safety is built into the
injectors from the outset. A flow-limiting
valve restricts fuel quantity and prevents
overdosing– e.g. if an injector sticks.
Optional double-walled construction and
the use of proven materials for methanol
applications enhance reliability and ease
classification approval. As a result,
engine manufacturers gain fast and affordable
access to using methanol as a
low-pressure fuel – while maintaining full
control over total costs. The technical key
features are:
© Heinzmann
• Low-pressure operation – finely atomised
spray at < 25 bar fuel pressure; no
high-pressure systems required
• Modular, flexible platform – adaptable
flange, injector body, nozzle and
patented deflector enable quick customisation
for different performance
ranges or installation spaces
• Optimised spray geometry – CFD-optimised
nozzle shapes produce a fine,
homogeneous mist (> 10,000 mm³/
stroke) for stable combustion and
ultra-low emissions
• Optional double-walled design – complies
with selected safety strategies
• Built-in flow limiter – restricts fuel delivery,
prevents overdosing and protects
the engine during malfunctions
• Corrosion-resistant materials – proven alloys
avoid the need for costly special materials,
keeping manufacturing costs low
• Ideal for retrofits – easy integration
into existing engines without complex
modifications
Affordable methanol
technology
»Decarbonisation shouldn’t come at the
cost of expensive hardware or integration
complexity. Our new PFI injector
platform makes entering methanol technology
affordable - exactly what’s needed
in a highly competitive industry. At the
same time, it enables engine manufacturers
to bring regulation-compliant
products to market faster,« says Markus
Gromer, CEO of Heinzmann.
Following extensive field testing, serial
production has already begun in collaboration
with selected OEM partners.
More information can be found in technical
paper #253, Further development
of a methanol port fuel injection platform
for medium-speed engines, presented
at this year’s CIMAC Congress.
Additional details are available at:
www.cimaccongress.com
■
42 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
Three questions to...
Markus Gromer
CEO, Heinzmann
»We always think in generations«
What motivated Heinzmann to develop the new PFI
methanol injector?
Markus Gromer: The development of the new methanol injector
is closely aligned with Heinzmann’s product strategy.
We always think in generations. It all started over 100 years
ago with mechanical governors. In the 1980s, we introduced
the electronic governor to the market. In 1995, our first common-rail
control system followed. The aim of all these developments
has been – and continues to be – to help our customers
reduce emissions. The next logical step, therefore,
was to develop a product for alternative fuels – with methanol
at the top of the list. At the same time, we are already
working on solutions for ammonia and hydrogen.
What challenges did you face during the development of
this new product?
Gromer: The greatest challenge was managing multiple injection
technologies development simultaneously with in-house
available research and development capacity. That’s why we
are now taking a more global approach. Heinzmann has subsidiaries
in the UK and Norway – we plan to expand our development
resources at these sites. They will play a greater role
in supporting our future product development. However, production
will continue to take place at our main site in Schönau.
In addition, we plan to expand our cooperation with universities.
In Germany, we are already working with the University
of Applied Sciences in Munich, and we’ll soon be establishing
partnerships with UK universities as well.
When comparing your new injector to others on the
market: what makes your product stand out?
Gromer: What sets our patented PFI methanol injector apart
is what we call spray targeting. The precise alignment of the
spray cone and the extremely fine spray pattern – achieved
at a low fuel pressure starting at just 5 bar – make our system
unique. This allows for rapid evaporation and fewer deposits.
Another key advantage: our system is easy to retrofit. There
is no need to modify or replace cylinder heads. This makes it
a particularly cost-effective solution for upgrading existing
fleets.
© Wroblewski
Komm an Bord!
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HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
43
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
New ZF gearbox for electric marine drive
With the new ENC series, ZF presents its first marine transmission specifically developed for use
in fully electric vessels. According to the company, it stands out for its optimized efficiency with
electric motors, lightweight design, and excellent NVH (Noise, Vibration, Harshness) performance
According to forecasts, the global market for electrically powered
ships is expected to grow to 17.20 billion US dollars by
2032. By comparison, it was just 4.33 billion US dollars in 2024.
This proves that electromobility in shipping is not a short-term
trend, but – in more than one sense – a sustainable development
on global waters.
Near the coast or on shorter routes, the development even
extends to pure battery-electric drives. These are a sensible
alternative to conventional or hybrid units wherever a corresponding
charging infrastructure can be set up comparatively
easily. »With our new ENC transmission series, we now have an
optimal solution in our portfolio for these applications to support
the industry in its sustainable transformation,« says Wolfram
Frei, Sales Manager Commercial and Fast Ships at ZF.
Innovation from experience
The new ENC series is the first transmission series from ZF that
is explicitly intended for use in pure e-ships. Experience from
past projects was incorporated into the development. In
Portugal, ZF had already equipped passenger ferries with electric
drive solutions a few years ago to cross the Tagus River with
zero local emissions. At that time, it was a conventional transmission
that was tailored to this requirement. »After this successful
project, our motivation was to further optimize the efficiency of
battery-electric drives. This paved the way for the development
of the new ENC series,« says Frei.
No clutch, optimized efficiency
The ENC series was designed in such a way that the drive power of
the electric motor is optimally transferred to the propeller even at
high speeds and high ratios. This improved efficiency reduces energy
consumption, delivering a greater range and better economy.
Unlike conventional and hybrid transmissions, this transmission
series dispenses with a hydraulically actuated multidisk
clutch (ENC = electric non-clutchable). As a result, the oil supply
quantity can be significantly reduced, since a ‘peak consumer’ is
also eliminated by omitting the clutch. In addition, the system oil
pressure can also be lowered. Both factors ultimately result in a
smaller oil pump and also increase mechanical efficiency.
Depending on the customer’s requirements, the oil volume is
supplied either via an electrically operated pump or a bidirectional
mechanical pump.
ZF also lowered the oil level. »This reduces churning losses,
which increases efficiency,« says Frei. Thanks to the smaller
pump, the lower oil level and further structural optimizations,
the ENC transmission weighs considerably less – up to 10% compared
to similar solutions, depending on the version. Another
development focus was on the acoustic properties to meet the
special requirements of electric motors.
Quiet, clean, flexible: The new ENC series is ZF’s first marine
transmission that was developed explicitly for use in purely
electrically powered ships
© ZF
Range from 650 kW to 3,900 kW
The ENC series can be combined with all maritime ZF drive solutions,
from the ZF 2000 to the ZF 9000. It thus covers a power
range from 650 kW to 3,900 kW. It is suitable for all installation
configurations (A/V, U, Z), center distances, attachments, transmission
ranges as well as for fixed propellers, variable pitch propellers
and waterjet drives. »This provides shipbuilders with optimum
flexibility in the design of the vehicles,« explains Frei. »The
ENC is therefore ideally suited to electrify the operation of commercial
vessels such as ferries, tugs, supply boats or river cruise
ships on short routes.«
Thanks to decades of expertise, ZF can rely on proven standard
components as well as the existing, worldwide service network
of ZF Aftermarket for the production of the ENC. This
ensures the supply of spare parts. The new product is already
attracting specific customer interest. »We have inquiries from
Portugal, Scandinavia, the USA,« says Frei. And concludes: »This
proves that sustainable ZF driveline solutions, as well as electromobility,
are a global issue.«
■
44 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
ROLLS-ROYCE POWER SYSTEMS
More power for the MTU series 2000
Rolls-Royce Power Systems is expanding its MTU Series 2000
lineup with a more powerful 12-cylinder model set to launch
next year. Through targeted upgrades to several components,
the engine’s output has been increased from 1,472 kW to
1,634 kW. According to the company, this improvement marks a
new benchmark in power density, achieved with only minimal
changes in weight and dimensions compared to the previous
12V 2000 M96X model.
The new engine, named 12V 2000 M96Z, is designed specifically
for high-performance vessels such as fast yachts, patrol
boats, and police craft. »The new 12-cylinder version of the MTU
Series 2000 engines stands for peak performance, increased
power density, and impressive acceleration – another milestone
in our commitment to providing top-tier propulsion solutions for
demanding marine applications,« said Jörg Stratmann, CEO of
Rolls-Royce Power Systems.
Key to the engine’s upgraded performance is an advanced turbocharging
system that enables rapid acceleration while keeping
emissions low. Further enhancements to the crankcase,
cylinder heads, and pistons are intended to boost both reliability
and durability.
As with all MTU yacht engines, the 12V 2000 M96Z is approved
for operation with sustainable HVO (Hydrotreated Vegetable Oil)
The new the 12V 2000 M96Z engine is approved for operation with
sustainable HVO
fuel. The engine is also eligible for IMO II and EPA Tier 3 recreational
certifications.
»With our Bridge-to-Propeller strategy and premium MTU
brand, Rolls-Royce Power Systems continues to strengthen its
leading position in the global yacht market. Offering a complete
portfolio for the entire yacht propulsion system – including cutting-edge
MTU engines, hybrid solutions, pod drives, bridge and
automation systems, supported by a worldwide service network
– is truly unique in the market,« said Denise Kurtulus, Senior Vice
President Global Marine at Rolls-Royce Power Systems. ■
© Rolls-Royce Power System
MAN ENERGY SOLUTIONS
A traditional name disappears
Uwe Lauber, CEO of Everllence, reveals the new name
Over the years, the name of the propulsion specialist has changed
several times – most recently from MAN Diesel & Turbo to MAN
Energy Solutions – but the acronym MAN remained. At the beginning
of June, the Augsburg-based company announced that it
will now operate under a completely new name: Everllence.
To mark the occasion, CEO Uwe Lauber unveiled the new company
nameplate at headquarters in Augsburg. At the same time,
the company’s other European sites in Oberhausen, Berlin,
© Everllence
Zurich, and Copenhagen were also renamed. »Our name change
is the logical next step in implementing our strategy ‘Moving big
things to zero,’ which focuses on decarbonization and efficiency
solutions,« said Lauber. »Especially for sectors of the global
economy dealing with so-called ‘hard-to-abate’ climate-damaging
emissions. Today, we are no longer known solely for engines
and turbomachinery, but also as a provider of large heat pumps,
CO₂ capture systems, a driver of climate-neutral shipping, and a
contributor to the hydrogen ramp-up. Our new name,
‘Everllence,’ expresses this transformation.«
Everllence remains part of the Volkswagen Group. The company’s
product and service portfolio will remain unchanged.
According to the company, the new brand name »Everllence«
combines the English words »Ever« and »Excellence« – two core
elements of its identity.
»Ever« reflects the company’s more than 250-year history –
from the first diesel engine to the first ocean-going diesel ship,
the first wind turbine, the first gas engine, and the world’s largest
river-water heat pump. Innovation, engineering excellence,
and a pioneering spirit have always driven the company forward.
»Excellence« represents both a high standard of technological
ambition and outstanding corporate leadership at all levels –
from internal processes and interactions with colleagues, partners,
and customers, to leadership culture and corporate
citizenship.
■
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
45
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
Multi-purpose vessels equipped with
Hydac technology on board
The German Federal Waterways and Shipping Administration is replacing its multi-purpose
vessels »Scharhörn«, »Mellum« and »Neuwerk« with newbuilds bearing the same names. Built in
Klaipėda, the vessels are being outfitted by Abeking & Rasmussen – equipped on board with
technology from Hydac
Gas-electric drive reduces emissions
»Scharhörn« at the shipyard Abeking & Rasmussen
At Hydax, the two experts responsible for these projects are Bernd
Würdemann and Ralf Vollmer. The predecessor vessels »Mellum«,
»Neuwerk« and »Scharhörn« have been operating along Germany’s
coasts for nearly 40 years.
»But even the most reliable technology ages at some point and
has to be replaced,« explains Bernd Würdemann. That’s where HY-
DAC comes in. In 2019, the Federal Waterways Engineering and Research
Institute (BAW) commissioned HYDAC to refit the ships
based on a modern and sustainable concept. »These three ships are
technologically groundbreaking,« says naval architect Ralf Vollmer.
They are, for example, powered by LNG and equipped with a
next-generation hydraulic system. »With ships that are in constant
operation, it’s vital to be able to rely on the technology on board.
Spare parts are hard to come by at sea. A port stop can cost valuable
time. That’s why it’s important to know in advance which components
are likely to require maintenance,« says Würdemann, Technical
Manager for maritime applications.
More space on board
Space on board is also a crucial factor, as it is often very limited. One
example of a helpful measure is the optimisation of the tank room:
reducing the required hydraulic oil volume from 4,000 litres to just
800 litres. This is made possible through various technologies, from
degassing and dewatering to filtration. Energy-efficient pump
drives, fluid conditioning, and sensors all contribute to extended
service life at sea and ensure maximum control. Whether usage or
load profiles, pressure or temperature – a continuous stream of
data is recorded to provide insights into system performance and
future maintenance needs.
© HYDAC
At nearly 100 metres long, 20 metres wide, and with a maximum
draught of 6.10 metres, the new ships will be significantly larger
than their predecessors. To reach a speed of over 16 knots, an engine
output of 12,000 kW is required.
The vessels will be powered by liquefied natural gas (LNG), which
burns cleaner and emits significantly less carbon dioxide and sulphur
dioxide. The ships are fitted with a gas-electric propulsion system
– a gas engine powers a generator that supplies energy to the
drive motors.
With a bollard pull of 145 tonnes, the new ships are significantly
more powerful than the previous generation, enabling them to tow
larger distressed vessels. A helicopter landing pad allows for rapid
and flexible deployment of emergency personnel and equipment.
The ships are also equipped with state-of-the-art systems for oil
spill response, fire-fighting, and casualty care.
For navigation, the new multi-purpose vessels feature two Azipod
drives, a pump jet and a bow thruster. The Azipods allow for omni-directional
steering. The pump jet, a special jet propulsion system,
enables precise manoeuvring. This is complemented by the
bow thruster, which makes navigation easier, particularly in tight
spaces. The combination of these advanced propulsion technologies
makes the new ships highly capable and versatile.
In addition to a crew of 16, each ship can accommodate up to 34
emergency personnel. To ensure effective emergency salvage operations,
a full range of salvage equipment is carried on board. The
main salvage winch holds 1,000 metres of 64 mm recovery rope. An
emergency anchor can be deployed to hold a disabled vessel in
place if a towing connection cannot be established.
To ensure safe fire-fighting operations and interventions in hazardous
or explosive environments, proven technologies have been
further developed. To eliminate the risk of methane leakage aboard
the multi-purpose vessels during firefighting of a burning ship,
Abeking & Rasmussen has implemented special safety solutions.
For example, all pipes and components of the LNG system are
enclosed in double protective housings filled with inert gas. In the
event of a leak, the methane is contained within this shielded layer.
Before the vessels can begin their first missions, however, there is
still work to be done. According to the German Federal Waterways
and Shipping Administration, work on the »Scharhörn« is the most
advanced, and it is expected to enter service at the end of this year.
The second vessel to be completed will be the »Mellum«, followed
by the »Neuwerk« as the third in the series.
■
46 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
TECH-INNOVATION POWERED BY VDMA - MARINE EQUIPMENT AND SYSTEMS
ONLINE-VERANSTALTUNG
»MTP im Schiffbau« – Status und Perspektiven zur Einführung
Alle Schiffbauzulieferer, die mehr über die Einführung des Automationsstandards
MTP (Module Type Package) und seine Vorteile
erfahren wollen, haben am 8. Juli, von 10 -11.30 Uhr, die
Gelegenheit. Denn da lädt der VDMA zu einer Online-Veranstaltung
ein.
Schiffbau- und Schiffbauzulieferindustrie stehen angesichts
von raschem technologischen Fortschritt und Digitalisierung vor
immer neuen Herausforderungen und Chancen. Der stark zunehmende
Datenaustausch zwischen den zahlreichen Teilsystemen
und der Leitebene der Schiffsautomation wird bisher durch
fehlende Standards erschwert. In diesem Kontext spielt der herstellerübergreifende
MTP Standard (Module Type Package) eine
entscheidende Rolle als wegweisende Lösung für die intelligente
Vernetzung von Systemen. Mit dem MTP wird das Zusammenspiel
der Bordsysteme stark vereinfacht. Von der Projektierung
bis zum Schiffsbetrieb und späteren Nachrüstungen oder Umbauten
werden Integration und Inbetriebnahme stark beschleunigt,
Fehlerquellen minimiert und flexible Änderungen erleichtert.
Dies belegen eindrucksvoll die Praxiserfahrungen.
In dieser am 08. Juli angebotenen kompakten Infoveranstaltung
werden die Teilnehmer die Vorteile des MTP-Standards im
Schiffbau kennenlernen. Experten aus der Industrie erläutern
anhand von Fallbeispielen, wie die Schiffbau-Zulieferer schnell
von den Vorteilen des Standards profitieren können. Die Anmeldung
erfolgt über die Online-Plattform des VDMA (vdma.org)
oder per E-Mail über nord@vdma.org.
■
© VDMA
GERMAN PAVILION
Posidonia 2026 erstmals mit deutscher Gemeinschaftsbeteiligung
Deutschland wird sich im Jahr 2026 an der größten Schifffahrtsmesse
im Mittelmeerraum, der »Posidonia«, mit einem Gemeinschaftsstand,
dem »German Pavilion«, über das Auslandsmesseprogramm
des Bundeswirtschaftsministeriums beteiligen. Auf
der letzten Veranstaltung im Jahr 2024 stellten bereits 140 deutsche
Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen den
rund 29.000 Besuchern vor.
»Die Zusammenarbeit zwischen der griechischen Schifffahrt
und der deutschen Industrie hat sich ständig weiterentwickelt«,
sagt Theodore Vokos, Managing Director der Messe Posidonia,
kürzlich in einem Interview. Dass bereits vielfältige Beziehungen
zwischen deutschen Zulieferern und griechischen Werften sowie
Reedereien existierten, bestätigt auch Hauke Schlegel, Geschäftsführer
bei VDMA Marine Equipment and Systems. Hier
bestehe allerdings noch mehr Potenzial, denn bisher hätten sich
die meisten Griechen bei ihren Schiffsneubauten in Asien mit
einfachster asiatischer Ausrüstung zufriedengegeben, was sich
nun ändere.
»Bei den stark gestiegenen Umwelt- und Effizienzanforderungen
erkennen griechische Schiffseigener zunehmend den Wert
der europäischen Partner, die mehr bieten«, ergänzt Hauke
Schlegel. Deutsche Schiffbauzulieferer genießen bei griechischen
Reedern einen sehr guten Ruf.
Firmen mit Interesse an einer Beteiligung am Gemeinschaftsstand
sollten sich wegen der knappen verfügbaren Flächen
kurzfristig melden, und da der Anmeldeschluss über die German-Pavilion-Registrierungsplattform
bereits für Ende Juli 2025
festgelegt wurde.
Interessierte können sich mit Fragen beim VDMA (hauke.
schlegel@vdma.org) melden, oder direkt bei der Durchführungsgesellschaft
des German Pavilion, expotec GmbH:
erdmuthe.bakalios@expotecgmbh.de
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© HANSA / KI
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
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HÄFEN | PORTS
Hohe Verluste: Das Seemannsheim
Bremerhaven schließt seine Türen
Die Kosten können nicht mehr aufgefangen werden. Deshalb macht das Bremerhavener
Seemannsheim »dicht«. Für andere Standorte nimmt DSM-Generalsekretär Matthias Ristau
Reeder und Agenten in die Pflicht. Von Phillipp Steiner
Rund 125 Jahre hat es in Bremerhaven das
Seemannsheim in der Schifferstraße gegeben,
wenn man Weltkriege und Nachkriegszeit
abzieht. Nun ist das Ende in Sicht. Zum
Jahreswechsel schließt das Hotel Portside
seine Pforten. Das hat der Betreiber Deutsche
Seemannsmission (DSM) in Hannover
beschlossen. »Die deutlich gestiegenen Kosten
für den Betrieb des Hotels und den Unterhalt
der Gebäude lassen sich mit den Mitteln
des Vereines leider nicht mehr stemmen«,
sagt Seemannspastor und Stationsleiter Uwe
Baumhauer.
Baumhauer und Susanne Wendorf aus
dem Vereinsvorstand erläuterten bei einem
Vor-Ort-Termin die Hintergründe. Die
Übernachtungen von Seeleuten im Portside
seien stark gesunken. Vor zwei Jahren
waren es demnach 2.126, letztes Jahr noch
1.628. Blickt man aufs erste Quartal, sank
die Zahl von 525 in 2023 auf 312 in 2025.
Dazu kommen Touristen. Deren Übernachtungen
sind aber wegen der Gemeinnützigkeit
nicht unbegrenzt steigerbar.
Auf mehrere Hunderttausend Euro beziffern
Baumhauer und Wendorf die Verluste
pro Jahr. Im Hotel arbeiten acht Menschen,
hinzu kommen unter anderem hohe Energiekosten.
Und es wären Investitionen nötig.
»Das Dach wird undicht und die Heizung
droht auszufallen«, sagt Wendorf.
Das Seemannsheim wurde im Jahr 1900 eröffnet.
Nach der Zerstörung durch Bomben
1944 wurde das heutige Haus 1950 eingeweiht.
Noch stehen 18 Zimmer den Gästen
offen. In den zwei zusammengehörenden
Gebäuden liegen auch Wohnungen, die teils
ehemalige Seeleuten bewohnen, so Baumhauer.
Die DSM Hannover betreibt das Ganze,
Besitzer ist die Stiftung Deutsche Lutherische
Seemannsmission. Voraussichtlich sollen die
Gebäude Ende 2026 verkauft werden.
Woher rührt der Rückgang der Übernachtungen?
»Viele Reedereien buchen
ihre Seeleute just in time ein, das heißt die
Das Seemannhotel Portside in Bremerhaven. Weil immer weniger Seeleute hier übernachten
und das Hotel hohe Verluste macht, wird es Ende 2025 geschlossen.
kommen vom Flughafen nach Bremen
und gehen dann möglichst direkt aufs
Schiff«, meint der Seemannspastor. Oder
es werde vertraglich ein Hotel zugesagt
und das wollten die Seeleute dann in Anspruch
nehmen. Wobei Baumhauer und
Wendorf urteilen, das Portside habe teils
durchaus Hotelstandard. Auf der Website
zeigt es renovierte und unrenovierte Zimmer,
Frühstück ist möglich, weitere Mahlzeiten
nicht. Die Lage zwischen Zentrum
und Weser ist gut.
Patrick Eilers, Manager Port Operations bei
Sartori & Berger in Bremerhaven, bedauert
Der Seemannsclub Welcome in Bremerhaven. Der Club liegt mitten im Überseehafengebiet, er
bietet unter anderem Seelsorge, Shop und ein Sportfeld. Er bleibt geöffnet.
© Steiner
© Steiner
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HÄFEN | PORTS
Pastor Matthias Ristau ist Generalsekretär
der Deutschen Seemannsmission (DSM) mit
Sitz in Hamburg, des Dachverbandes
evangelischer Seemannsmissionen in
Deutschland.
© Joseph R. Heicks
DSM-Seemannspastor Uwe Baumhauer
betreut in Bremerhaven den Seemannsclub
Welcome und das Seemannsheim Portside.
Zudem ist er für DSM-Standorte in
Cuxhaven, Stade und Emden zuständig.
die Schließung: »Das kann man gut buchen.«
Vor allem untere Ränge (»ratings«) habe seine
Agentur, die Crews von Kreuzfahrt- über
Containerschiffe bis zu Bulkern betreue, im
Portside untergebracht.
In Bremerhaven führt die DSM Hannover
noch den Seemannsclub Welcome, mitten
im Hafengebiet. Der Club bleibe erhalten
und mit ihm die meisten DSM-Angebote in
der Stadt, darunter Seelsorge, Psychosoziale
Notfallversorgung, Bord- und Krankenbesuche,
Café, Shop und Shuttle-Service, betonen
Baumhauer und Wendorf. Die DSM
Hannover betreibt zudem Häuser in Cuxhaven
mit einer kleinen Wohnung für Seeleute
und in Stade mit einem Club. In Emden, wo
ebenfalls übernachtet werden kann, sei sie
beteiligt.
Dachverband der DSM Hannover und anderen
evangelischen Seemannsmissionen in
Deutschland ist die Deutsche Seemannsmission
in Hamburg. Generalsekretär Matthias
Ristau erklärt, dass sich die Situation der Häuser
mit Betten nach Standort unterscheide. In
Hamburg besteht die Möglichkeit am Krayenkamp
neben dem Michel und in Altona. »Das
sind zwei relativ große Häuser, die auch stabil
dastehen.«
Eine Agentur, die Altona regelmäßig für
von ihr betreute Seeleute und Techniker nutze,
ist die Delta Klarierungs GmbH. »Der Service
ist sehr gut, die Atmosphäre sympathisch
und familiär«, erklärt Daniela Schaumburg
von Delta. Natürlich gebe es auch Personen,
»denen ein ›normales‹ Hotel lieber ist, weil sie
es für sich als angemessener erachten«. Die
zentrale Lage sei top. Eine besondere Lage
haben DSM-Häuser auch in Kiel und Brunsbüttel,
nämlich direkt am Nord-Ostsee-Kanal.
Ideal für Besatzungswechsel von Schiffen, die
den Kanal befahren, so Generalsekretär Ristau.
»Das ist eben aber auch das Problem in
Kiel, dass das Haus auf der Schleuse eben
dort steht, wo die Schleuse erweitert werden
soll, und da jetzt ein neuer Ort hermuss.« Generell
sei es für kleinere Seemannsheime finanziell
schwieriger.
Die Schließung in Bremerhaven versteht
Ristau und bedauert sie. Allgemein weist er
darauf hin, dass die DSM Seeleute auch bei
Problemen beherbergt. So sei in Altona neulich
ein durch einen Unfall erblindeter Seemann
untergekommen. »Der ist eine ganze
Zeit da im Haus gewesen und wurde intensiv
betreut.« Ähnliches berichtet Baumhauer aus
Bremerhaven. Nach dem Untergang der
»Verity« 2023 waren zwei Überlebende im
Portside einquartiert. Ristau wie Baumhauer
führen zudem die Corona-Pandemie an, als
die DSM ebenfalls viele Seeleute aufgenommen
habe.
Baumhauer und Wendorf von der DSM
Hannover folgern aus solchen Fällen, dass sie
eine Betreuung für länger bleibende Seeleute
erhalten wollen, nur nicht mehr im eigenen
Haus. Eine Kooperation ist denkbar. Wendorf:
»Wir können ja einen Vertrag mit einem Hotel
machen, also dass wir sagen, ok wenn Seeleute
kommen, dann werden die hier untergebracht,
und die Seemannsmission kommt
mit der Betreuung dann auch da rein.«
Ristau nimmt Reeder und Agenten in die
Pflicht. Wenn man für die schwierigen Fälle
gern auf die DSM zurückgreife, aber nicht für
normale Übernachtungen, sondern dann
»ein Hotel nimmt, was irgendwie 10 € billiger
© Steiner
ist«, könne die Seemannsmission nicht gut
wirtschaften. Und – das habe er gehört –
manche Agentur orientiere sich bei Buchungen
nicht an den besten Angeboten für die
Crew, sondern an Prämien der Hotels für sich
selbst.
Im Ausland betreibt die DSM drei Stationen
mit Betten: In einem Grachtenhaus in Amsterdam,
wo nur noch wenig Seeleute übernachteten,
in Alexandria in Ägypten in einer
Villa mit Garten und in Douala in Kamerun.
Von dort ist Ristau kurz vor dem Gespräch
gerade zurückgekehrt. 35 Gästezimmer besitze
das Haus an Afrikas Westküste. Hier
gebe es keine Verluste durch Übernachtungen,
im Gegenteil: Hotel und Restaurant
brächten gute Einnahmen. Die kämen auch
Seeleuten zugute, die nicht übernachten,
sondern nur kurz ausspannen wollten.
Schließlich sei Douala gefährlich und die Region
mit Piraterie und anderen Problemen
belastend. Die Seemannsmission bilde eine
Oase, wo Seeleute »in dem grünen Garten
unter den Palmen stehen, einfach aufatmen
und sich freuen«.
■
DSM und Stella Maris
Die Deutsche Seemannsmission
(DSM) ist der Dachverband der
evangelischen deutschen
Seemannsmissionen. Sie vereint
Träger wie die DSM Hannover, die
das Portside in Bremerhaven
betreibt, die DSM Hamburg-Harburg
mit dem Club Duckdalben
oder die DSM Rostock. Zu den 16
Standorten im Inland kommen 17
im Ausland, von Amsterdam über
Durban bis Hongkong. London,
Middlesbrough und Singapur
sind aktuell unbesetzt. Neben
und teils mit der DSM ist die
katholische Seemannsmission
Stella Maris aktiv: in Deutschland
in Hamburg, Bremen, Bremerhaven
und Brake. »Stella Maris
weltweit ist anders als die DSM
lokal organisiert«, erklärt Monica
Döring, die die Hamburger
Station leitet. Deren Seemannsheim
sei vor rund 20 Jahren
geschlossen worden. »Heute
konzentrieren wir uns auf
Bordbetreuung und Clubbetrieb.«
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
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An der Küste wird gebaut
Rund 1.500 große und mittlere Projekte plant die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung
des Bundes in ganz Deutschland. Für die Seeschifffahrt sind die folgenden Bauaktivitäten
besonders relevant
Maßnahmen am Nord-Ostsee-Kanal
1. Schleuse Brunsbüttel
Laufender Neubau einer Seeschleuse zwischen Elbe und Nord-
Ostsee-Kanal (NOK) mit einem Außen- und einem Binnenhaupt
zur Aufnahme der Schleusentore sowie die Anpassung der Einfahrt
des elbseitigen Vorhafens. Der Neubau einer 5. Schleusenkammer
dient der Aufrechterhaltung des Schiffsverkehrs auf der
meistbefahrenen künstlichen Seeschifffahrtsstraße der Welt
während der anschließend anstehenden Grundinstandsetzung
der vorhandenen Großen Schleuse und darüber hinaus. Die
Kammerlänge der 5. Schleuse beträgt insgesamt ca. 360 m, die
Kammerbreite ca. 45 m.
• Auftragsvergabe: 2014
• Verkehrsfreigabe: Vorgesehen für Ende 2026
• Gesamtausgaben: 1,2 Mrd. €
2025 fertiggestellt sein. Für den 2. Bauabschnitt wurden im November
2021 die Planungsleistungen durch das unterstützende
WNA Helmstedt vergeben. Für Teile der Planungsleistungen erfolgt
die finanzielle Förderung durch die EU.
• Gesamtausgaben für alle Bauabschnitte: ca. 500 Mio. €
2. NOK-Oststrecke
Von der Weiche Königsförde bis zur Schleuse Kiel-Holtenau (sog.
Oststrecke) hat der Kanal noch heute die Abmessungen von
1914 (Sohlbreite von ca. 44 m). Um die Befahrbarkeit des Kanals
wie in der übrigen Kanalstrecke zu ermöglichen, wird die Oststrecke
des Nord-Ostsee-Kanals ausgebaut. Der Auftrag für den
ersten Bauabschnitt der Kanalverbreiterung zwischen Großkönigsförde
und Schinkel wurde Ende 2019 erteilt. Das Auftragsvolumen
liegt bei rund 118 Mio. €. Der erste Bauabschnitt soll in
(1) Schleuse Brunsbüttel
© BAW
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HÄFEN | PORTS
(2) Östlicher Bereich des ersten NOK-Bauabschnitts
© WSV
Engineering für
Daseinsvorsorge
Wasser · Umwelt · Infrastruktur
aus einer Hand
Planung und Überwachung
aus einer Hand.
Deutschlandweit.
Komplettleistungen des konstruktiven Wasserbaus
inkl. Stahlwasserbau und Maschinenbau, schwerer
Korrosions schutz und Küstenschutz jeweils inkl. Bauüber
wachung und Vertragsmanagement für:
• Hochwasserschutzanlagen wie Deiche, Verwallungen,
dauerhafte und mobile Hochwasserschutzwände
• Küstenschutzanlagen wie Klimadeiche, verklammerte
Deckwerke, Wellenumlenker, Rauigkeitselemente
• Schiffschleusenanlagen und Schiffshebewerke inkl.
deren Vorhäfen, Stahlwasserbau und technischer
Ausrüstung
• Hafenanlagen und Schiffsanleger inkl. zu ge höriger
Infrastruktur
• Hochwasserschutztore, Sperrtore, Revisionsverschlüsse
• Krahnbahnen und Hafenausrüstung
Komplettleistungen für umweltbezogene gutachterliche
und planerische Aufgaben für Wasserbau-,
Verkehrswege- und Infrastrukturvorhaben inkl. der
ökologischen Bau begleitung, im Speziellen:
• Umweltverträglichkeitsstudien und -vorprüfungen
• Scoping-Unterlagen
• Landschaftspflegerische Begleitplanungen
• fachliche Begleitung von artenschutzrechtlichen
Maß nahmen (CEF, FCS, Maßnahmenkonzepte zur
Vermeidung von Verbotstatbeständen)
• NATURA-2000-Verträglichkeitsstudien inkl. Ausnahme
prüfungen • Fachbeiträge zum Artenschutz
inkl. Ausnahme prüfungen
• Umweltberichte / Grünordnungspläne zu Bebauungsplänen
inkl. Monitoring
• Fachbeiträge zur EU-Wasserrahmenrichtlinie
Komplettleistungen der Infrastrukturplanung wie
Verkehrswegebau, Erschließungsleistungen sowie Anlagen
der Siedlungswasserwirtschaft inkl. technischer
Aus rüstung und Bauüberwachung für:
• Anlagen der Abwasserableitung und -behandlung
inkl. Schlammbehandlungsanlagen, Faulungsanlagen,
Gasspeicher etc.
• Anlagen der Regenwasserableitung, -behandlung,
-rückhaltung und -versickerung
• Anlagen der Trinkwasserversorgung inkl. Rohr netzmodellierungen,
Druckstoßberechnungen etc.
• Verkehrswegebau aller Straßenkategorien, Wege und
Plätze inkl. Autobahnbau
• Wasserbau, z. B. Renaturierungen, Rückhaltebecken
• Elektro-, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik
• Abfallbehandlung • Erschließungsplanung
HRPI GmbH
T 03643 25 752-20
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www.hrpi.de
Emys GmbH
T 03643 88 190-20
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Maritime Journal 07 | 2025
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HÄFEN | PORTS
(3) Schleuse Kiel-Holtenau
© BAW
6. Torninstandhaltungsdock Brunsbüttel
In Brunsbüttel wird zur regelmäßigen Prüfung und Instandsetzung
der Schiebetore der großen Schleusen am NOK ein Trockendock
mit Wetterschutzhalle und Krananlage sowie dazugehörige
Liegeplätze benötigt. Die Maßnahme wurde als
Pilotprojekt Planen und Bauen mit anschließender Wartung in
2021 ausgeschrieben. Start der Bauabwicklung war in 2023.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: wna-magdeburg.wsv.de
Weitere Informationen zu allen NOK-Projekten: www.wnanord-ostsee-kanal.wsv.de
Maßnahmen im Bereich Nordsee
3. Ersatzneubau der kleinen Schleuse Kiel-Holtenau
Die kleine Schleusenanlage in Kiel-Holtenau ist aufgrund gravierender
Standsicherheitsdefizite außer Betrieb und zur Sicherung
mit Sand verfüllt. Sie wird an gleicher Stelle durch einen
Neubau ersetzt, der den ostsee-seitigen verkehrsgerechten Zugang
für die Schifffahrt in den NOK langfristig sicherstellen wird.
• Der Planfeststellungsbeschluss wurde 2021 erlassen und ist
seit 2023 bestandkräftig.
• Umfangreiche Planungen finden fortlaufend statt.
• Baugrunderkundungen u.a. mit Probeankern sind erfolgt.
• Aufwendige Kampfmittelsondierungen an Land und unter
Wasser werden durchgeführt.
• Zur Andienung der zukünftigen Inselbaustelle ist in diesem
Jahr die Ausschreibung des Baus einer Umschlagstelle auf der
Südseite des NOK vorgesehen.
Der Ersatz der kleinen Schleuse Kiel-Holtenau ist notwendig,
um anschließend die über 100 Jahre alte große Schleuse Kammer
für Kammer außer Betrieb zu nehmen und die Grundinstandsetzung
jeweils über mehrere Jahre durchzuführen zu können.
• Großprojekt (Kategorie größer 500 Mio. €)
7. Anpassung Außenweser
Am Containerterminal Bremerhaven entsteht ein leistungsfähiger
Anschluss an die internationalen Seewege. Mit dem Projekt
sollen die bestehenden Fahrrinnenverhältnisse an die Erfordernisse
der weltweit verkehrenden Containerschiffe angepasst
und eine tideunabhängige Abladetiefe von 13,50 m ermöglicht
werden. Nachdem das Maßnahmengesetzvorbereitungsgesetz
im Dezember 2023 aufgehoben wurde, wird über die Zulassung
des Vorhabens ebenso wie über die Vertiefung der Unterweser
(Nord) wie gewohnt im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens
entschieden. Die Untersuchungen dauern noch an. Eine
Öffentlichkeitsbeteiligung durch das WSA Weser-Jade-Nordsee
hat im 4. Quartal 2021 stattgefunden. Die GDWS hat als zuständige
Behörde gemäß § 3 MgvG den Untersuchungsrahmen im
November 2022 festgelegt. Der Beginn des Anhörungsverfahrens
ist wegen verschiedener zwischenzeitlich erfolgter Abstimmungsgespräche
mit den Antragstellern und Einvernehmensbehörden
der Länder Niedersachsen und Bremen sowie
ausstehender Gutachten für 2026 geplant.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: weseranpassung.wsv.de
4. Levensauer Hochbrücke
Für den Ersatz der über 120 Jahre alten Levensauer Hochbrücke,
die als kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke den NOK
überspannt, wurde am 22. November 2017 der Planfeststellungsbeschluss
erlassen. Der Beginn des Brückenneubaus ist
mit dem Auftrag für die Gründungsarbeiten in 2022 erfolgt.
Nach vorbereitenden Arbeiten wie der Herstellung einer Bohrpfahlwand
vor dem Widerlager Süd werden die Herstellung der
Uferwand Süd und die vier Brunnenfundamente in 2025 zum
Abschluss gebracht. Anschließend können die Arbeiten für den
neuen Brückenüberbau beginnen. Die bestehende Brücke wird
bis zum Bau der neuen Brücke in einem betriebssicheren Zustand
gehalten.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
5. Eisenbahnbrücke Hochdonn
An der Eisenbahnhochbrücke Hochdonn, die den NOK quert,
steht eine Vollerneuerung des passiven Korrosionsschutzes an.
Die Bauabwicklung des 1. Bauabschnittes hat 2024 begonnen.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
(4) Levensauer Hochbrücke
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8. Vertiefung der Unterweser bis Brake
Durch die Vertiefung Unterweser von Bremerhaven bis Brake
soll die Abladetiefe für die tideabhängige Fahrt von Bremerhaven
bis Brake (»Unterweser Nord«) um 0,90 m auf 12,80 m vergrößert
werden. Von der geplanten Vertiefung werden insbesondere
der Getreide- und Futtermitteltransport nach Brake mit
Panmax-Schiffen profitieren. Das Genehmigungsverfahren entspricht
der Anpassung der Außenweser (Punkt 7).
• Weitere Informationen: kuestendaten.de
9. Vertiefung der Außenems
Das WSA Ems-Nordsee plant auf Initiative des Landes Niedersachsen
und gemäß Wasserstraßenausbaugesetz, im Streckenabschnitt
zwischen Ems-km 40,7 und 74,6 (Außenems) die Fahrrinne
zum Emder Hafen um bis zu 1,0 m zu vertiefen. Daneben
ist vorgesehen, auf Höhe der Emspier, eine Wendestelle einzurichten
sowie die Anpassung eines Buhnenpaares vorzunehmen.
Ziel des Vorhabens ist es, die bedarfsgerechte Erreichbarkeit
des Emder Hafens zu sichern. Neben einer Erhöhung der
tideunabhängigen Erreichbarkeit für Fahrzeugtransportschiffe
wird eine Verbesserung der Auslastung tideabhängig verkehrender
Massengutschiffe angestrebt. Das WSA Ems-Nordsee, als
Träger des Vorhabens, hat Ende 2023 die ergänzten und aktualisierten
Antragsunterlagen bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde
eingereicht. Die Auslegung der Planunterlagen
hat in 2024 stattgefunden. Derzeit werden die Einwendungen
bearbeitet. Die eigentlichen Baggerarbeiten werden weniger als
ein Jahr in Anspruch nehmen.
• Weitere Informationen: kuestendaten.de
10. Grundinstandsetzung Eidersperrwerk
Das 1968 in Betrieb genommene Eider-Sperrwerk mit seinen
fünf je 40 m breiten Sieltoren ist durch die exponierte Lage starken
Belastungen ausgesetzt. In den Jahren 2010 bis 2013 erfolgte
die Betoninstandsetzung der Wehrpfeiler. Danach wurden die
kritischen Punkte der Sieltore sowie die Torsionslager instandgesetzt.
Weil nur jeweils ein Tor außer Betrieb genommen und
nur außerhalb der Sturmflutsaison (Oktober bis April) gearbeitet
werden kann, ist jeweils nur die Instandsetzung eines Wehrfeldes
pro Jahr möglich. Seit 2022 bis voraussichtlich 2031 werden
die Stauhaut der Sieltore inklusive der Seitendichtungen und die
Wehrpfeilerdecken mit einem Maßnahmenvolumen von weniger
als 50 Mio. € instandgesetzt.
Außerdem erfolgt die Erneuerung der bestehenden Antriebs-,
Leit-, Steuerungs- und Elektrotechnik des Eidersperrwerks in
zwei Abschnitten:
Abschnitt: Schleusenanlage (Erneuerung der Antriebe aller
fünf Schleusentorpaare; Erneuerung der Luftsprudelanlage; Erneuerung
der Steuerungs- und Leittechnik) und Klappbrücke
(Ersatz der elektromechanischen Antriebe durch Ölhydraulik; Erneuerung
der Steuerungs- und Leittechnik).
Abschnitt: Sperrwerksanlage (Wehranlage/Sielanlage; Aufgrund
Überschreitung der Lebensdauer Erneuerung der kompletten
Antriebe der Wehr- und Sielanlage und sämtlicher Zentralschmieranlagen;
Anpassung der Anlagenausrüstung nach
der geltenden ZTV-Ing; Erneuerung der bestehenden Windenergieanlage,
der gesamten Beleuchtungsanlage sowie der Videound
Audioanlage; Anpassung Leitstand und Erneuerung der
elektrotechnischen- und steuerungstechnischen Anlagenkomponenten).
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(7) Außenweser bei Bremerhaven
© Scheer
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• Gesamtsumme Abschnitt 1 und 2: 45,6 Mio. € brutto.
• Die Arbeiten im Abschnitt 1 sind abgeschlossen. Die Durchführung
der Maßnahmen im Abschnitt 2 haben begonnen.
Laufzeit ca. 6 Jahre; Fertigstellung voraussichtlich 2030.
• Weitere Informationen: wsa-elbe-nordsee.wsv.de
11. Helgoland: Instandsetzung der Westmauer
Aufgrund des sich erheblich verschlechternden Zustandes der
Westmauer besteht hier dringender Instandsetzungsbedarf.
Baugrunderkundung und Kampfmittelräumung wurden 2019
bis 2022 durchgeführt. Die Ausschreibung der Bauleistungen
fand 2024 statt. Die Vergabe ist für 2025 geplant.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: wsa-elbe-nordsee.wsv.de
Maßnahmen im Bereich Ostsee
12. Seekanal Rostock
Die Maßnahme ist erfolgreich umgesetzt worden, die Einweihung
fand am 4. November 2024 statt.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: kuestendaten.de
13. Zufahrt Seehafen Wismar
Zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Seehafens Wismar
sieht der Bundesverkehrswegeplan vor, die Fahrrinne der
seewärtigen Verbindung von der Ostsee bis zum Seehafen Wismar
(von km 0 bis km 27) für ein Befahren mit 10,5 m tiefgehenden
Schiffen zu vertiefen und zu verbreitern. Aktuell findet eine
(10) Eidersperrwerk
© BAW
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Bündelung ortsunabhängiger Systeme und der schrittweisen
Einführung modernster Datenetztechnik und -verfahren.
(11) Hafenanlage auf Helgoland
Überprüfung der Bundesverkehrswegeplanung statt. Es müssen
ca. 5,9 Mio. m 3 Baggergut bewegt werden.
• Großprojekt (Kategorie größer 50 Mio. €)
• Weitere Informationen: kuestendaten.de
Weitere Maßnahmen
Verkehrstechnik 4.0
Die vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV)
veröffentlichte Verkehrstechnik-Strategie 2030 stellt die Herausforderungen
für die Verkehrstechnik bei der Unterstützung der
Integration der Schifffahrt und Wasserstraßen in verkehrsträgerübergreifende
Transportketten in der Zeit von Industrie 4.0
dar. Insgesamt werden in dem Strategiepapier übergeordnete
Ziele bezüglich Digitalisierung, Hinterlandanbindung, internationale
Korridore, Wettbe-werbsfähigkeit, Ökologie, Auslastung
der Bundeswasserstraßen und automatisierte Navigation definiert.
In dem Zusammenhang wird vor allem die Wichtigkeit der
Weiterentwicklung der Verkehrstechnik (VT) betont. Sie soll das
Potential der Digitalisierung erschließen, um die See- und Binnenschifffahrt
und ihre Logistikpartner durch leistungsfähige,
interagierende Informationssysteme zu unterstützen und die
Optimierung der Verkehrsabläufe zu ermöglichen, sodass Schiffe
sicher, leicht, umweltfreundlich und effizient verkehren können
und um die vorhandenen Kapazitäten der Wasserstraßen
optimal auszuschöpfen.
Um diese Ziele zu erreichen, wurde unter anderem mit den
konzeptionellen Planungen eines nationalen Systems »VT4.0«
begonnen, bei dem die verschiedenen Systeme und Dienste aus
dem See- und Binnenbereich sukzessive aktualisiert und zusammengeführt
werden. Das System VT4.0 wird zukünftig im Seeund
Binnenbereich der Schifffahrt, den Verkehrs-, Leit- und Revierzentralen
sowie Dritten nahtlose Informationen für sichere,
effiziente und verlässliche Verkehre bereitstellen.
Vor dem Hintergrund der bundesweiten Bündelung wird teilweise
gegenwärtig bereits die verkehrstechnische Infrastruktur
(Radar, AIS, UKW- Kommunikationssysteme, ausfallsichere Energieversorgung
und Datenverarbeitung, Datenschnittstellen zu
Dritten und Anwendungen in Leit-, Verkehrs- und Revierzentralen)
erneuert und damit gleichzeitig die Resilienz und Informationssicherheit
erhöht. Parallel wurde mit der Vernetzung der
bundesweit verteilten Infrastruktur begonnen, mit dem Ziel der
© WSA
Weiterentwicklung von ELWIS
ELWIS ist die Webseite der WSV mit allen schifffahrtsrelevanten
Informationen für die deutschen Bundeswasserstraßen im Binnen-
und Seebereich. Sie ist mittlerweile über 20 Jahre im Einsatz
und von kleineren Anfängen zu einem heute etablierten Informationsservice
gewachsen. Aufgrund neuer funktionaler Anforderungen
sowie geänderter technischer Randbedingungen wird
das System weiterentwickelt. Zudem ist die Verbesserung der
Nutzungsfreundlichkeit ein zentraler Aspekt. Die Weiterentwicklung
stützt sich hierbei auf die nachfolgenden drei Säulen:
myELWIS
In myELWIS können sich die Nutzenden zukünftig die Startseite
von ELWIS entsprechend ihrer Informationswünsche personalisieren,
sodass alle für sie wichtigen Informationen zentral zur
Verfügung stehen.
Zentrale Suche / Ergebnisanzeige
Aktuell sind die Informationen auf ELWIS thematisch angeordnet,
wodurch die Nutzenden zu den benötigten Informationen
»hingehen« müssen. Im Zuge der Weiterentwicklung sollen die
Inhalte von ELWIS so aufbereitet werden, dass die Nutzenden in
einer zentralen Suche auswählen können, welche Informationen
sie für eine (Wasserstraßen-)Strecke oder für eine Umgebung
(Radius um einen auswählbaren Punkt) angezeigt bekommen
möchten. In der zentralen Ergebnisanzeige sollen den Nutzenden
dann alle von ihnen ausgewählten Informationen angezeigt
werden.
ELWISgo
Durch den Masterplan Freizeitschifffahrt erhält die Freizeitschifffahrt
eine stärkere Bedeutung für die WSV. Um sie zu unterstützen,
werden in der App ELWISgo alle wichtigen Informationen
(z. B. Schleusenbetriebszeiten, Ausrüstung und Erreichbarkeit
der Schleusen, Informationen zu Liegestellen und Wasserständen)
zur Verfügung gestellt, die helfen, wenn Nutzende der Freizeitschifffahrt
auf den deutschen Wasserstraßen des Bundes
unterwegs sind. Alle Informationen werden dabei auf einer Karte
angezeigt, damit auch die regionale Umgebung zu sehen ist.
Die Einführung der Weiterentwicklung und Abschaltung des
aktuellen ELWIS ist zu Beginn des Jahres 2027 geplant.
• Mehr Informationen: elwis.de
Interreg-Projekt »ORMOBASS«
Projektbeschreibung
Die weitgehende Abhängigkeit der Schiffsortierung von satellitengestützten
GNSS-Positionierungsmethoden wird allgemein
als Risikofaktor in der Navigation anerkannt. In der Ostsee erhöhen
zudem flache und felsige Gewässer zusätzlich das Unfallrisiko.
Aus Umweltschutzsicht hat die IMO die Ostsee als besonders
sensible Meeresregion eingestuft, wo die Auswirkungen
von Unfällen besonders hoch sind.
Das »ORMOBASS«-Projekt (Operational R-Mode Baltic Sea System
to Support Resililient Navigation) zielt darauf ab, diese Herausforderungen
zu bewältigen, indem es ein Ranging Mode-
Positionierungssystem (R-Mode) für die Ostsee weiterentwickelt,
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
55
HÄFEN | PORTS
(13) Seehafen Wismar
© BAW
das nicht auf die Verwendung von GNSS (Global Navigation Satellite
Systems) angewiesen ist.
R-Mode ist ein Positionierungssystem, das eine zuverlässige
alternative Positionierungslösung bietet, wenn satellitengestützte
Positionierungssysteme wie GPS, Galileo und andere unbeabsichtigten
oder absichtlichen Störungen ausgesetzt sind,
z. B. durch GPS-Jamming oder Spoofing. R-Mode verwendet dabei
bestehende maritime Funksysteme im Mittelwellenband (MF
R-Mode) und auf VHF-Kanälen (VDES R-Mode). Bei Empfang eines
R-Mode-Signals und bekanntem Standort der Sendestation
berechnet die Empfangsausrüstung des Schiffes seine Entfernung
zur Sendestation basierend auf der benötigten Zeit für die
Signalübertragung. Die Position des Schiffes kann mithilfe der
Trilaterationsmethode anhand von Signalen von drei verschiedenen
Stationen bestimmt werden.
Das »ORMOBASS«-Projekt beabsichtigt, auf Grundlage der Ergebnisse
der vorherigen R-Mode-Baltic-Projekte die Nutzung
des Testgebiets in der südlichen Ostsee für die R-Mode-Positionsbestimmung
in Richtung östliche Ostsee zu erweitern. Ebenfalls
ist die Umsetzung eines ersten operativen R-Mode Testbetriebs
geplant. Im Rahmen des Projekts werden weiterhin auch
die Entwicklung von einsatzfähigen R-Mode-Navigationsempfängern
für Schiffe sowie die dazugehörige Standardisierung als
wichtige Aufgaben vorangetrieben. Die Sicherung des operativen
Betriebs für das bestehende Testgebiet und die Erweiterung
nach Estland und Finnland in der östlichen Ostsee wird durch die
Implementierung eines R-Mode-Monitorings (zur Qualitätssicherung
der Positionsbestimmung) forciert.
Neben der WSV und dem BSH sind auch maritime Verwaltungen
in Schweden (SMA), Finnland (FTIA und FinTraffic VTS) und
Estland (ESF) sowie verschiedene Forschungsinstitute aus Polen
und Schweden am Projekt beteiligt. Private Firmen aus Deutschland,
Schweden, Polen und Norwegen sind ebenfalls im Konsortium
organisiert. Geleitet wird das Projekt vom Deutschen Zentrum
für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Projektziele
Das »ORMOBASS«-Projekt setzt die Entwicklungsarbeit am R-
Mode-System für die Ostseeregion fort, die in früheren multinationalen
Projekten begonnen wurde (R-Mode Baltic, ACCS-
EAS). Das Hauptziel des Projekts ist es, ein funktionierendes
R-Mode-Netzwerk für die Ostseeregion vom Nord-Ostsee-Kanal
bis zum Finnischen Meerbusen aufzubauen und den Betrieb mit
Schiffen zu testen. Im Vergleich zu früheren Projekten wird OR-
MOBASS die Verfügbarkeit und Signalqualität des R-Mode-Netzwerks
verbessern und geeignete Empfangsausrüstungen für
Schiffe entwickeln. Die WSV als Betreiber der deutschen R-Mode-Infrastruktur
ist hier wesentlich eingebunden. Ein weiteres
wichtiges Ziel ist die Entwicklung eines neuen GNSS-Monitorings
zur Detektion von Störungen, welches R-Mode-Signale verwendet,
um die Zuverlässigkeit von satellitengestützten Positionierungssystemen
zu bewerten und Benutzer vor Störungen bei
der Satellitenpositionierung zu warnen.
Die Entwicklung neuer Standards für eine robuste und nachhaltige
Navigation eine weitere Schwerpunktaufgabe des OR-
MOBASS-Projektes. Auch hier ist die die WSV zusammen mit
dem BSH und anderen beteiligten an den Standardisierungsaktivitäten
in den entsprechenden Gremien eingebunden.
Die Absicherung heutiger Satellitennavigationssysteme durch
alternative Systeme hat hohe Priorität. Das R-Mode-System füllt
als unabhängiges System von der Satellitennavigation eine bedeutende
Lücke aus.
Projektbeteiligte
• German Aerospace Center (DLR) – Projektleitung
• Federal Waterways and Shipping Administration (WSV)
• Swedish Maritime Administration (SMA)
• Finnish Transport Infrastructure Agency (FTIA)
• Estonian State Fleet (ESF)
• National Institute of Telecommunications (NIT)
• Fintraffic VTS
• Gutec AB (Gutec)
• Kongsberg Discovery AS, Seatex (KSX)
• NavSim Poland Ltd. (NavSim)
• RISE Research Institutes of Sweden AB (RISE)
• Alberding GmbH
Auftraggeber/Projektträger: EU / Interreg Baltic Sea Region
Laufzeit: 01. November 2023 – 31. Oktober 2026
56 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
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HÄFEN | PORTS
Komplexe Steuerung für Baggerschiffe
Im Hafen- und Wasserbau kann sich die Steuerung von Baggerschiffen sehr komplex gestalten.
Der niederländische Systemintegrator Verhoef Elektrotechniek setzt dafür auf den deutschen
Spezialisten Bachmann
Bei den Projekten von Verhoef Elektrotechniek
aus Sliedrecht ist in der Regel
sehr viel Engineering-Know-how gefragt,
denn kein Projekt gleicht dem anderen.
Für die maritime Branche realisiert das
Unternehmen Systemlösungen, die einfach
zu bedienen und leicht gewartet
werden können sollen. Neben der Integration
entwickeln und installieren die Ingenieure
auch komplette Antriebs- und
Steuerungssysteme für alle Arten von
Schiffen.
Ursprünglich hatten die Niederländer
für die Automatisierung auf unterschiedliche
Anbieter gesetzt. Mangelnde Lieferfähigkeit
und gleichzeitig steigende
Preise wurden jedoch zunehmend zur
Herausforderung, sagt Senior Software
Engineer Erwin Ströhmeijer.
Bei seinem früheren Arbeitgeber Bakker
Sliedrecht hatte der Experte bereits
gute Erfahrungen mit Bachmann gesammelt.
Verhoef Elektrotechniek ging deshalb
auf Bachmann zu. »Begonnen hat
unsere Zusammenarbeit im Zuge der
Steuerung kompakter Baggerschiffe von
Dredge Yard. Und das lief wirklich rund«,
sagt Ströhmeijer. Für die Schiffe nutzte
Verhoef Elektrotechniek zum ersten Mal
das Proportionalventilverstärker-Modul
PVA208.
Der PVA208 ermöglicht die direkte Ansteuerung
verstärkerloser Proportionalventile
mit einer Spule, bipolaren oder
mit dualen Spulen. An das PVA208 sind
bis zu acht Spulen und somit bis zu acht
unipolare Ventile auf einer Breite von 55
mm anschließbar. Durch stromgeregelte
Ansteuerung haben die Selbsterwärmung
oder Temperaturänderungen der
Ventilspulen keinen Einfluss auf die Stellung
des Ventils.
Bis zu 20 Stützpunkte stehen für Kennlinienkorrektur
pro Spule zur Verfügung,
was eine sehr genaue Linearisierung ermöglichen
soll. Die meisten Parameter
des Proportionalventilverstärkers können
sowohl direkt über das SolutionCenter
als auch unabhängig online über den
WebKonfigurator konfiguriert werden.
Für alle Anwendungsfälle wie Inbetriebnahme,
Fernwartung, adaptive Korrekturen
oder Ventiltausch im Service-Fall soll
somit eine schnelle und einfache Konfiguration
möglich sein, heißt es. Das Modul
sei einzigartig, so der Spezialist
Ströhmeijer, denn einerseits müsse kein
hydraulischer Verstärker angesteuert
werden, um den Ölfluss zu regulieren.
Und andererseits entfielen auch die
Mithilfe der PVA208-Proportionalventilverstärker-Module kommen die Baggerschiffe von
Dredge Yard ohne hydraulische Verstärkerkarten aus. Das soll nicht nur Hardware-Kosten und
Platz im Schaltschrank sparen, sondern auch die Handhabung der Einstellungen vereinfachen
© Dredge Yard
58 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
HÄFEN | PORTS
mühsamen, weil schwer messbaren Einstellungen
in der Verstärker-Karte. »Mit
dem PVA208 steuern wir den Aktor des
Hydrauliksystems einfach direkt an –
kontrollierbar und verifiziert. Damit sparen
unsere Kunden Hardware, Platz im
Gehäuse und schlussendlich Geld«, betont
Edwin van den Dool, Sales Manager
bei Verhoef Elektrotechniek.
Für die kompakten Baggerschiffe von
Dredge Yard nutzten die Experten einen
einzelnen MX207-Prozessor von Bachmann.
»Für die meisten Aufgaben bei
unseren kleinen und mittelgroßen Projekten
ist diese kompakte Prozessorfamilie
ausreichend schnell«, sagt Ströhmeijer.
Für größere Schiffe kommen je nach
Projektumfang bis zu drei CPUs der MC-
Reihe zum Einsatz.
Die Projekte von Verhoef Elektrotechniek
weisen sehr unterschiedliche Anforderungen
auf. Selbst bei weniger großen
Baggerschiffen sei die Komplexität nicht
zu unterschätzen, erklärt van den Dool.
Die Steuerung könne sich ähnlich komplex
gestalten wie bei ihren großen Pendants.
Auch hier müsse man sich um
Dinge wie Energiemanagement- und
Batteriesysteme, Kraftstoffmonitoring
oder die korrekte Lastverteilung kümmern.
Dementsprechend häufig seien maßgeschneiderte
Entwicklungen nötig. Dafür
brauche es Lösungen mit umfassenden
Kommunikationsfähigkeiten. Die
Unterstützung verschiedener Bus-Systeme
wie CAN (J1939), Profinet oder Modbus
beim M200-System ist deshalb für
Verhoef Elektrotechniek äußerst hilfreich,
so der Senior Software Engineer:
»Wir haben Profinet-Encoder, Steuerungen,
die über CAN-Bus angebunden
sind, und Modbus-Kraftstoffzähler. Hier
sind flexible Lösungen gefragt.«
Partnerschaft für Wachstum
Die Visualisierung erfolgt beim Großteil
der Projekte von Verhoef mit WebMI pro.
Für die Bachmann-Software entwickelt
das Team rund um Ströhmeijer auch eigene
Komponenten: »Bei Baggerschiffen
ist die Erfassung von Dichte und
Durchfluss des gesammelten Gemischs
aus Sand und Wasser beispielsweise
eine wichtige Information. Diese Kenngrößen
geben Auskunft über die Produktion.
Die Programmierung war anspruchsvoll,
aber gemeinsam mit
Bachmann haben wir das hinbekommen.«
Für Überwachungssysteme wie
das Kraftstoffmonitoring von Schiffen
nutzt Verhoef Elektrotechniek inzwischen
auch die intelligenten Funktionen
von atvise.
In den letzten beiden Jahren verzeichnete
Verhoef starkes Wachstum und
konnte auch im Bereich der Steuerungstechnik
Fortschritte erzielen. Bachmann
ist mittlerweile fest mit an Board. Van
den Dool sagt, außer der guten Zusammenarbeit
auf Augenhöhe seien die zuverlässigen
Lieferzeiten ein Grund dafür,
warum man auf Bachmann vertraut.
Während der Corona-Pandemie habe
man sich auf Lieferzeiten von wenigen
Wochen oder sogar Tagen verlassen
können.
RD
© Bachmann Electronic
© Verhoef Elektrotechniek
Der PVA208 ermöglicht die direkte
Ansteuerung verstärkerloser Proportionalventile
mit einer Spule.
Am Getriebeprüfstand: Erfolgte die Dokumentation der Prüfung bislang durch das Bedienpersonal
von Hand, steht nun mittels WebMI pro und Scope 3 ein detaillierter PDF-Bericht der
Prüfung inklusive Trend der der Ein- und Auskupplung zur Verfügung
HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
59
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10 Navigation | Kommunikation
11 Konstruktion | Consulting
12 Umschlagtechnik
13 Container
14 Hafenbau
15 Finanzen
16 Makler
17 Reedereien
18 Shipmanagement | Crewing
19 Hardware | Software
20 Spedition | Lagerei
21 Versicherungen
22 Wasserbau
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07.11.2025 HAMBURG
Intermodal Europe
https://www.intermodal-events.com/
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Commodities + Energy
16.–19.09.2025 HUSUM
Husum Wind
https://www.husumwind.com/de
16.–19.09.2025 LONDON
Mining World Congress 2025
https://miningconferences.org
25.–26.11.2025 AMSTERDAM
Offshore Energy Exhibition &
Conference
https://oeec.biz
VERBAND HAMBURGER UND BREMER SCHIFFSMAKLER (VHBS)
»Eisbeinessen« 2025: Highlight mit Premieren und neuem Konzept
Jubiläum und zwei bedeutende Premieren
für das traditionsreiche „Eisbeinessen“
des Verbands Hamburger und Bremer
Schiffsmakler (VHBS): Am 7.
November ist es wieder soweit. Die »Eisbeinwoche«
steht an – mit dem Eisbeinessen
des VHBS als Highlight und Abschluss.
Das »Who is Who« der Branche
trifft sich in der Elbmetropole. Seit Jahrzehnten
gehört das Eisbeinessen zum
Kalender der maritimen Branche. Zur 75.
Auflage wird es zwei Premieren geben.
Zum Einen ist das Konzept der Veranstaltung
betroffen: »Nach vielen schönen
und erfolgreichen Jahren im CCH und in
den Messehallen wird die Traditionsveranstaltung
umziehen, und zwar ins Hotel
Grand Elysée«, heißt es vom Verband.
Der VHBS-Geschäftsführer Alexander
Geisler betonte: »Der Umzug ins Hotel
Grand Elysée bedeutet eine weitere Aufwertung
der Veranstaltung. Das Erleben
der Gäste und die Eventqualität werden
nochmals merklich gesteigert.« Leider
Ein Networking-Event, zu dem Persönlichkeiten
aus Schifffahrt und Politik zusammenkommen.
2024 zu Gast: Hamburgs
Wirtschaftsenatorin Melanie Leonhard
Das Wichtigstes des Abends: Das Eisbein
© Jens Meyer
gehe dieses Mehr an Qualität mit einer
Reduzierung der Teilnehmerzahl einher
und man werde nicht mehr jeden Teilnahmewunsch
erfüllen können, vor allem
die von Nichtmitgliedern nicht. »Das
Eisbein kehrt damit zu seinen Wurzeln
zurück: Klein, aber fein und strictly members
only!«, so der Verbandschef.
Die zweite Premiere: Südafrika wurde
als Partnerland ausgewählt. »Es freut uns
sehr, dass unsere Kollegen von der South
African Association of Ship Operators and
Agents (SAASOA) unsere Einladung angenommen
haben,« sagte Geisler. »Damit
wird Südafrika in diesem Jahr nicht nur die
G-20-Präsidentschaft innehaben, sondern
auch das erste afrikanische Partnerland
eines Eisbeinessen überhaupt sein«. Mit
der Nominierung wolle man nicht nur die
besonders engen Beziehungen zwischen
den deutschen Häfen und Südafrika verdeutlichen,
sondern auch auf die gestiegene
Bedeutung der afrikanischen Volkswirtschaften
im Allgemeinen hinweisen. MM
64 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
IMPRESSUM
Inserentenverzeichnis | Index of Advertisers
Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger . . . . . . . . . . 65
DNV SE Postfach GL Clearing . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
GROMEX GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9, 17
Hero Lang . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Hitzler Werft GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3
HRPI GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Internationales Maritimes Museum Hamburg . . . . . . . . . . . . . . . . 9
Jade Hochschule Wilhelmshaven/Oldenburg/Elsfleth . . . . . . . . . 23
Karl DOSE GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
Mercy Ships Deutschland e.V. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
Messe Husum & Congress GmbH & Co. KG . . . . . . . . . . . . . . . . . .U4
Mittler im Maximilian Verlag GmbH & Co. KG . . . . . . . . . 35, 57, U3
Schiffahrts-Verlag »Hansa« GmbH & Co. KG . . . . . . . . . . . . . .27, U2
Schiffbautechnische Gesellschaft e.V. STG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
SDC Ship Design & Consult GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
STEELPAINT GmbH . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Titel
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Seeverkehr) |Deutscher Nautischer Verein (DNV) |
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(ZDS) | Berufsbildungsstelle Seeschiffahrt | Deutscher
Hochsee fischerei-Verband e.V. | Deutsche Gesellschaft
zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS)
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HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
65
LETZTE SEITE
Youngsters feiern auf der »Cap San Diego«
Die »Youngsters« erschienen zahlreich und feierten unter wolkenlosem Himmel
Strahlender Sonnenschein zum Jubiläum:
Am 13. Juni fand die 30. Ausgabe des
Youngster Shipbroker Meeting (YSM) in
Hamburg statt. Wie auch im letzten Jahr
traf sich die junge maritime Szene an
Bord der »Cap San Diego« an den Landungsbrücken.
Über 1.000 Gäste hatten sich zum
diesjährigen YSM angemeldet – und sie
wurden nicht enttäuscht. Bei hochsommerlichen
30° C, Sonne bis in die tiefen
Abendstunden und kühlen Drinks
herrschte an Deck ausgelassene Stimmung,
während die »Youngsters« das
Event zum Netzwerken in der maritimen
Branche nutzten. Wer keinen Sonnenbrand
riskieren wollte, setzte die Gespräche
unter Deck fort.
»30 Jahre YSM – und das Jubiläum hätte
nicht schöner verlaufen können: bestes
Wetter, großartige Stimmung und ein
Abend, den wir so schnell nicht vergessen
werden«, sagte Piet Gevers, der das
Event in diesem Jahr zum ersten Mal mitorganisierte.
»Ein herzliches Dankeschön
an alle, die diesen besonderen Moment
mit uns gefeiert und möglich gemacht
haben.«
Das Youngster Shipbroker Meeting ist
ein Networking-Event für junge Schiffsmakler
und andere »Young Professionals«
der maritimen Branche.
»Was im kleinen Kreis unter den jungen
Leuten begann, die keine Einladung
zum Eisbein-Essen bekamen, ist nicht
nur über die Jahre beträchtlich gewachsen,
sondern mittlerweile auch eine feste
Instituation im Kalender von Brokern
und Agenten«, sagte Alexander Geisler.
Der Geschäftsführer des Verbands Hamburger
und Bremer Schiffsmakler (VHBS)
unterstützt das YSM inzwischen seit vielen
Jahren. Die »Cap San Diego« ist bereits
zum dritten Mal die Location für die
Non-Profit-Veranstaltung in sommerlicher
Atmosphäre.
RD
© Westerkamp
Die »Cap San Diego« war auch diesmal Schauplatz des YSM
© Westerkamp
Ein Erfolg fürs Organisationsteam (v.l.): Sven
Berger, Ole Seeberg, Lea Philippa Baur und
Piet Gevers
© YSM
66 HANSA – International Maritime Journal 07 | 2025
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© Foto: Cap San Diego