30.06.2025 Aufrufe

fGOE_2025_02_Inhalt_Blaetterausgabe (2)

Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!

Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.

www.faktor-erfolgsgeschichten.de

20. Jahrgang Sommer 2025 8 Euro

› MEHR ALS EIN MAGAZIN

› DAS MAGAZIN FÜR ERFOLGSGESCHICHTEN

Erfolgsgeschichte

Aufgewachsen in der Groner Landstraße 9

in Göttingen, wurde Niddal Salah-Eldin

jüngste Vorständin bei Springer und engagiert

sich heute für den Frieden in ihrer Heimat

Sudan. ‣ 22


Jetzt auch in Heiligenstadt!

„Wer die Pflicht hat, Steuern zu zahlen, hat auch

das Recht, Steuern zu sparen.“ – BGH-Urteil 1965

Um es gleich vorwegzunehmen: Auch wir können

Ihnen die Steuern nicht ersparen.

Mit unserem Team von weit mehr als 100 Steuerfachkräften

stehen wir Ihnen jedoch mit einem breiten

Spektrum an Expertise zur Seite, um Ihre Steuerlast

zu optimieren – dabei verlieren wir Ihre individuellen

Ziele nie aus den Augen.

Wir unterstützen Sie sowohl an unseren Standorten

in Göttingen und Heiligenstadt als auch bundesweit.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Jürgen Hollstein Dipl.-Kfm.

Steuerberater / ausgeschieden am 31.12.23

Roland Haever Dipl.-Kfm.

Wirtschaftsprüfer · Steuerberater

Fritz Güntzler Dipl.-Kfm.

Wirtschaftsprüfer · Steuerberater

Johann-Karl Vietor Dipl.-Kfm.

Steuerberater

Thorsten Kumpe Dipl.-Kfm.

Wirtschaftsprüfer · Steuerberater

Miriam Engel Dipl.-Kffr.

Steuerberaterin

Lutz Becker

Rechtsanwalt

Jan Förster Dipl.-Finw. (FH)

Steuerberater

In Kooperation mit

Quattek & Partner Steuerberatungsgesellschaft mbB

Nikolausberger Weg 49 · 37073 Göttingen

Niederlassung Heiligenstadt

Friedensplatz 3 · 37308 Heilbad Heiligenstadt

Tel. (05 51) 49 70 1-0

www.quattek.de


60 x 240 mm

editorial

STRUCKMEIER.SHOP

Im OMR-Podcast von Philipp Westermeyer vor anderthalb Jahren hörte ich, dass

Springer-Vorstand Niddal Salah-Eldin aus Göttingen stammt.

Dann habe ich auf der Business-Plattform LinkedIn-Kontakt zu ihr aufgenommen

und ihre Posts verfolgt. So habe ich u.a. erfahren, dass sie in der Groner Landstraße 9

groß wurde, einem der Problemviertel der Stadt. Neugierig geworden habe ich ein Interview

angefragt.

Kurz vor Druckschluss war es dann schließlich so weit: Autorin Anja Danisewitsch

und ich haben die 40-Jährige in ihrer Wahlheimat Berlin interviewt, und mit Salah-

Eldin in einem Café in Schöneberg über ihre Heimat, ihre steile Karriere bei Springer

und ihre derzeitige Aufgabe gesprochen, die Menschen im kriegsgebeutelten Sudan zu

unterstützen.

Jedes Mal, wenn Niddal Salah-Eldin Göttingen besucht, führt sie ihr Weg zur

Groner Landstraße 9. Diese Zeit habe sie sehr stark geprägt, vor allem der Wunsch

nach Anerkennung und Zugehörigkeit, erzählt sie uns im Gespräch „Ich wäre nicht

der Mensch, der ich heute bin, ohne Göttingen.“ Lesen Sie dazu unsere Titelgeschichte

,Die Brückenbauerin‘ ab Seite 22.

Wenn Sie neugierig auf Niddal Salah-Eldin geworden sind, haben Sie am 15.

November 2025 die Chance, sie zu treffen. Sie ist Keynotesprecherin auf der Frauenkonferenz

,Change by Women‘ an der Uni Göttingen.

Eine weitere erfolgreiche Frau in unserem Themenschwerpunkt Top-Frauen ist

Martina Städtler-Schumann. Sie kam aus Nürnberg nach Göttingen und gründete hier

gemeinsam mit ihrem Mann im Jahr 1997 die Prof. Schumann GmbH, spezialisiert auf

IT-Lösungen im Kreditrisikomanagement. Ihre Geschichte lesen Sie ab Seite 48.

Neben diesen beiden Frauen hat diese Ausgabe weitere Erfolgsgeschichten zu

bieten:

Tennis schaut man eher in Wimbledon oder hierzulande in Hamburg – dabei müssen

wir gar nicht weit reisen, um Weltranglisten-Tennis zu sehen. Bei den ,Bikeleasing

Open‘ in Uslar vom 14. bis 20. Juli treten vor allem talentierte Nachwuchsspieler

an. Der Eintritt ist übrigens komplett frei.

Die nächste Ausgabe erscheint am 26. September 2025 zum 20-jährigen faktor-

Bestehen mit den besten Storys und den schönsten Bildern seit 2005 und dem Ausblick,

was faktor in der Zukunft vorhat.

Unser Shop ist

frisch am Start

und wir haben eine

besondere Überraschung

für Dich!

Die ersten 90 Neuanmeldungen

im Sommer 2025 erhalten ein

exklusives Überraschungspaket –

kostenlos und frei Haus geliefert!

Jetzt registrieren,

entdecken und

beschenkt werden

– nur solange der

Vorrat reicht!

JAHRE

An dieser Stelle bedanke ich mich bei Redaktionsleiter Christian Vogelbein für

seine Arbeit, der uns nach zwei Jahren verlassen wird. Dabei wünschen wir ihm

viel Erfolg!

Nun wünsche ich Ihnen viel Vergnügen beim Lesen

dieser Ausgabe!

P

Direkt

Wir denken Büro neu.

an unserem Ausstellungszentrum stehen

ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung.

COVER: KATJA HENTSCHEL

Ihr Marco Böhme

Herausgeber

boehme@faktor-magazin.de

KARL-ARNOLD-STRASSE 4 · 37079 GÖTTINGEN

0551 50669-0

INFO@STRUCKMEIER.DE

WWW.STRUCKMEIER.DE

2 |2025 3


inhalt

service

3 Editorial

8 Momentaufnahmen

Besondere Augenblicke

in Fotos festgehalten

16 Happy Birthday

faktor wird 20 Jahre alt.

Gefeiert wird im Herbst

20 Am Lagerfeuer

Neues vom faktor-Podcast

130 Impressum

mensch

22 Aufgewachsen

Niddal Salah-Eldin wuchs an

der Groner Landstraße 9 auf und

wurde jüngste Vorständin beim

Springer-Konzern. Nun kämpft sie

für Frieden im Sudan

52 Der Unternehmens-Codierer

Mit seiner klaren Code-Methode

hilft Gerdum Enders faktor und

anderen Unternehmen dabei, ihren

Kern (neu) zu entdecken

unternehmen

58 Business 4 School

Seit zehn Jahren vermitteln

Experten ehrenamtlich

Wirtschaftskompetenz an

Schüler

64 Arineo gehört Mitarbeitern

Das Göttinger IT-Unternehmen

Arineo hat es geschafft und ist

nun dank Verein und Stiftung in

Mittarbeiter-Hand

92 Die schönsten Hotels

faktor hat sich ausgezeichnete

Hotels und Restaurants in der

Region genauer angeschaut

118 Agenten im Dienste der KI

Alle sprechen über Künstliche

Intelligenz, aber wer nutzt

sie auch? faktor spricht mit

Experten und zeigt, wie KI schon

heute Unternehmen erfolgreich

macht

leben

102 Bikeleasing Open

Großes Tennis. Melbourne, Paris, London,

New York – die meisten Punkte für die

Tennis-Weltrangliste gibt es bei den

so genannten Grand-Slam-Turnieren.

Weltranglisten-Tennis gibt es allerdings

auch im Solling. Dort richtet der Uslarer

TC die ,Bikeleasing Open‘ aus.

126 Große und kleine Musik

Die Nacht der Kultur lebt von

Engagement und großer Musik auf

kleiner Bühne. faktor unterstützt

erstmals als Sponsor

128 Event-Tipps

Kunst und Musik machen den

Eventsommer rund um Göttingen in

diesem Jahr besonders – und anders

4 2 |2025


74 Das schnellste Mofa Northeims

36 Der Mann im Lichtspielhaus

Wolfgang Würker schenkte dem deutschen Fernsehen Dokumentarfilme über Dirk

Nowitzki und Albert Einstein. Dabei startete seine Karriere als Physikstudent in

Göttingen. Heute macht er Kino, erst in Witzenhausen und Hann. Münden, jetzt in

Northeim. Uns erzählt er eine Geschichte über die ewige Liebe zur Leinwand und warum

Kino vor allem etwas für das Herz ist, statt für das Konto.

Unter der Woche schraubt Matthias

Bettels an Autos, am Wochenende fährt

er sie mit hoher Geschwindigkeit. Seine

Manufaktur ,Bettels Performance‘ in

Northeim baut Replikas legendärer

Rallye-Rennwagen wie den Audi S1

Quattro. Ein Besuch in der Werkstatt

und auf der Rennstrecke.

84 Auch für Fleischfans

48 Sie macht einfach

Martina Städtler-Schumann führt das Unternehmen, das sie gemeinsam mit ihrem Mann

gegründet hat und das seinen Namen trägt: die Prof. Schumann GmbH. Über bald 30

Jahre hat sie das IT-Unternehmen zu einem internationalen Player mit 200 Mitarbeitern

entwickelt. Das Portrait einer Unternehmerin, die den Blick immer nach vorn richtet.

Sie haben die ganze Welt gesehen und

probieren jetzt noch einmal etwas ganz

Neues aus. Die beiden Unternehmer Anja

und Roy Walowsky sind leidenschaftliche

Fleischesser und schaffen es mit ihrer

veganen Alternative aus Wachenhausen in

die Göttinger Uni-Mensa.

2 |2025 5


-Club

print > events > digital

Magazin

Sprechen Sie uns an!

Ganzseitige Anzeige

Marco Böhme

Geschäftsführender Gesellschafter

Tel. 0551 30 98 39-0

boehme@faktor-magazin.de

Digitalprofil

Ganzseitiges Firmenprofil

Regional bekannter werden in Südniedersachsen.


faktor-Club

faktor-Mittagsclub

faktor-Business-Lounge

Die Plattform

der Entscheider

BRONZE

SILBER

faktor-Bekanntheitscheck

GOLD

1 Jahr Mitgliedschaft

Bekanntheits-Check

faktor-Frühstück

12 x 12 x 12 x

EVENT

faktor-Mittagsclub

4 x

8 x

10 x

faktor-Business-Lounge

www.faktor-magazin.de

3 x

6 x

9 x

PRINT

Faktor_Ro lUp_0510.in d 1 05.05.2010 14:58:09

Anzeigen/Profile faktor-Magazin

Digitalprofil faktor-Online

4 x 1/4

oder 2 x 1/2 oder 1 x 1

4 x 1/2

oder 2 x 1 oder 1 x 2

4 x 1

oder 2 x 2

1/2 Seite 1 Seite

DIGITAL

Profil faktor-Magazin

inkl. Text- und Fotoerstellung

Werden Sie jetzt Mitglied

im exklusiven faktor-Club.

marketing.faktor-magazin.de/faktor-club


momentaufnahmen

Ganz nah dran

Besonders bildgewaltig wurde bei den internationalen

Händel-Festspielen in diesem Jahr das Stück ,Tamerlano‘

inszeniert.

8 2 |2025


momentaufnahmen

Momentaufnahmen

faktor lässt besondere Ereignisse in der Region

mit ausgewählten Impressionen Revue passieren.

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

2 |2025 9


momentaufnahmen

10 2 |2025


momentaufnahmen

Die Tour d'Energie

Es ist kein gewöhnliches Radrennen. Sondern ein Fest für die Region und ein Radrennen

für Jedermann. Fast 5.000 Radfahrer fuhren in diesem Jahr durch Göttingen,

Rosdorf und das Umland, begleitet von Applaus und angetrieben von Sportsgeist.

Dabei zählt nicht nur die Zeit, sondern das Dabeisein. Möglich machen das

Hunderte Ehrenamtliche, engagierte Kommunen und eine Organisation mit Herz.

Die Tour d’Energie verbindet Menschen, Orte und Emotionen – wie diese.

2 |2025 11


momentaufnahmen

Kein Rost, Bremsen neu

TÜV-Prüfer in Einbeck müsste man sein. Denn hin und wieder bekommt man einen echten

Schatz der Automobilgeschichte zu sehen. Die Benz Victoria Nr. 99 von 1894 ist das

älteste in Deutschland zugelassene Auto. Für den Liebling von PS-Speicher-Gründer

Karl-Heinz Rehkopf bedeutet das aber auch, dass es regelmäßig zur TÜV-Prüfung muss.

So wie in diesem Jahr. Hat es bestanden? Ja. Natürlich.

Göttingen jazzt wieder

Das 45. Göttinger Jazzfestival konnte im November endlich wieder ein Programm im

Vor-Corona-Umfang anbieten. Internationale Künstler boten feinste Improvisationskunst von den

Ursprüngen des Jazz bis zu Grenzgängen entlang von Folk, Minimal, World Musik, Neuer Musik

und Techno. Der US-amerikanische Trompeter Theo Croker (Foto) eröffnete mit seiner Band das

große Programmwochenende im Deutschen Theater mit Gospel, Blues, Jazz, Soul und Funk.

Neben vielen Einzelkonzerten wurde erstmals auch eine Art-Techno-Jazz-Party mit

DJ Leonhard Kuhn im DT-Keller gefeiert.

12 2 |2025


momentaufnahmen

2 |2025 13


seit 2005

aktuelles

faktor-Club

Echte Treffen.

Echter Austausch.

Echter Genuss.

Der faktor-Mittagsclub und das faktor-Frühstück

bieten hervorragende Gelegenheiten, Genuss

und Netzwerken miteinander zu verbinden.

So war es auch, als die beiden Schauspieler Gabriel von Berlepsch

und Rebecca Klingenberg (Foto) zu Gast waren. Im Mittelpunkt des

Treffens stand das Thema Auftritt und Präsenz.

Etwas, das im Business-Alltag oft unterschätzt wird, aber entscheidend

sein kann. Wie trete ich sicher auf? Wie wirke ich authentisch?

Und vor allem: Wie bleibt meine Stimme auch nach vielen

Gesprächen kräftig? Recht schnell wurde aus dem ,Aha‘ ein ,Haha‘,

denn in kurzen Mitmachaktionen entdeckten die Clubmitglieder

Talente und Fähigkeiten, die in ihnen stecken.

Sie möchten dabei sein?

Hier gelangen Sie zum faktor-Club – oder

schreiben Sie direkt an Marco Böhme:

herausgeber@faktor-magazin.de.

Drei Dinge braucht ein Projekt: Menschen, Ressourcen und Zeit.

Was sonst eher nach Flipchart und Lehrbuch klingt, wurde beim

faktor-Frühstück zum ersten Mal im StartRaum Göttingen zu einem

lebendigen Impuls für die Praxis. Volker Pauling setzte den

inhaltlichen Akzent des Morgens. Mit einem leidenschaftlichen

Kurzvortrag entführte er die Gäste in die Welt des Projektmanagements,

fernab von Buzzwords und starren Methoden. Stattdessen

zeigte er, wie das klassische Dreieck aus Menschen, Ressourcen

und Zeit in der Realität zum entscheidenden Erfolgsfaktor wird,

oder eben zur Stolperfalle. „Projekte entfalten ihren Zauber, wenn

dieses Dreieck im Gleichgewicht ist und wenn Menschen mit Leidenschaft

daran arbeiten“, sagt Pauling.

Fakultät Wirtschaft

Der faktor-Mittagsclub lebt vom Austausch, von neuen Perspektiven

und manchmal auch von überraschenden Aha-Momenten.

DER KARRIERESCHRITT FÜR YOUNG

PROFESSIONALS!

weiterbildender Masterstudiengang

Wirtschaft für Ingenieurinnen

und Ingenieure

berufsbegleitend - 80 % der Lehreinheiten online

14 2 |2025


aktuelles

seit 2005

In der vergangenen Ausgabe haben wir uns dem Thema Bürokratie gewidmet. Das Interview mit dem

Göttinger Landrat Marcel Riethig wurde aufgrund technischer Probleme nicht korrekt abgedruckt.

faktor-Nachtrag

„Eine Blockadehaltung

ist nicht vorhanden“

faktor: Verwaltungen verzeichnen einen deutlichen

Personalaufwuchs. Wo liegen die Ursachen?

Riethig: Die Zunahme an Aufgaben für die

Kommunen, steigende Fallzahlen durch die

Ausweitung von Leistungen und immer komplexer

werdende Vorschriften führen bundesweit

zu einem Personalaufwuchs bei den

Kommunen. Hätten die Landkreise Osterode

am Harz und Göttingen nicht 2016 fusioniert

und Stellen eingespart, hätten wir heute

noch mehr Stellen.

Wie ausgeprägt ist der Fachkräftemangel bei

Ihnen?

Riethig: Der Städte- und Gemeindebund hat

Ende 2024 zu Recht Alarm geschlagen und

vor einem ,schleichenden Blackout‘ gewarnt.

In den kommenden zehn Jahren werden

knapp 28 Prozent der Beschäftigten der

Kreisverwaltung in den Ruhestand eintreten.

Der Landkreis Göttingen setzt deshalb

beispielsweise schon seit vielen Jahren auf

Quereinsteigerund hat damit gute Erfahrungen

gemacht. Außerdem heben wir mit unserem

Arbeitgeber-Marketing unsere Stärken

hervor, wie einen sicheren Arbeitsplatz, Familienfreundlichkeit

und Gemeinwohlorientierung.

Auch unser Teamgeist zeichnet uns

gegenüber anderen Arbeitgebern aus. Mit

unserem Wir in der Kreisverwaltung machen

wir den Unterschied.

Allgemein scheint die Gesetzeslage immer

komplexer zu werden und damit auch der

Kompetenzbedarf auf Seiten der Kommunen

zu wachsen.

Riethig: Die zunehmende Komplexität von

Gesetzen und Rechtsverordnungen führt zu

mehr Bürokratie, bedeutet mehr Personalbedarf

und längere Bearbeitungsdauer. Durch

Verordnungen vom Land oder der EU müssen

zum Beispiel im Veterinärwesen umfangreiche

Dokumentationen erfasst und Datenbanken

erstellt werden. Das kostet wertvolle

Arbeitszeit. Und unsere Sozialgesetzgebung

ist ein richtiges Bürokratiemonster: Welche

Leistungen vorrangig sind, ist oft unklar. Die

Anträge für das Bürgergeld, Elterngeld oder

Wohngeld sind extrem kompliziert und bürgerunfreundlich

– mit Nachweispflichten, bei

denen man doppelt und dreifach etwas liefern

muss.

Welche Ursachen sehen Sie dafür, dass die

Dauer von Genehmigungsverfahren sich teils

sehr lange hinzieht?

Riethig: Darüber hinaus können fehlendes

Planungsrecht, das erst noch zu schaffen ist,

oder spezielle Grundstücks- oder Flurstücksituationen

wie Baulasten die Bearbeitung

erheblich verzögern. Die Vorschriften denken

sich die Kommunen nicht aus, sie sind

aber an diese gebunden. Gerade deshalb arbeitet

die Kreisverwaltung daran, die Beratungsqualität

zu verbessern und reflektiert

sich kritisch selbst in Bezug auf Anforderungen,

die im Sinne eines pragmatischen Vorgehens

verzichtbar wären.

Uns wurde oft widergespiegelt, dass die Dauer

eines Genehmigungsverfahrens teils in

drastischer Art und Weise davon abhängt,

welcher Sachbearbeiter zuständig ist.

Riethig: Die Spielregeln für die Genehmigungsverfahren

gelten für alle gleichermaßen.

Bei der Dauer von Genehmigungen spielt

Glück keine Rolle. Die Kreisverwaltung geht

selbstverständlich Kritik nach, die im Einzelfall

geäußert wird. Die Entscheidungen auf

Ebene der Sachbearbeitung werden von Führungskräften

kontinuierlich überprüft, auch

auf die gleichmäßige Einhaltung von Spielregeln.

Trotz steigender Komplexität haben wir

uns beispielsweise bei den Baugenehmigungen

deutlich verbessert.

Wie stärken Sie einen Mindset, der auf eine

Servicementalität ausgelegt ist?

Riethig: Eine Mentalität, die auf Ergebnisund

Servicequalität ausgelegt ist, entsteht

nicht über Nacht. Sie ist das Ergebnis kontinuierlichen

Vorlebens, Fortbildungen, persönlicher

Reflexion, klarer Vorgaben und einer

unterstützenden Arbeitsumgebung. Der

Landkreis Göttingen hat dafür Ziele auf individueller

sowie auf Teamebene festgelegt.

Eine ,Blockadehaltung‘ ist in der Göttinger

Kreisverwaltung nicht erkennbar, dafür umso

mehr Gestaltungswille. Verwaltung nach

,alter Art‘ könnten wir uns auch aus vielerlei

Hinsicht nicht leisten. Das würde unter anderem

der Akzeptanz unseres demokratischen

Systems schaden. Das wissen unsere Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Unserer Leitlinien

für Führung und Zusammenarbeit fordern

Werte wie Ergebnis- und Serviceorientierung,

Klartext und Mitgestaltung, fördern die Bereitschaft

zur Verantwortung und sensibilisieren

für bürgerorientiertes Handeln.

Marcel Riethig, SPD, ist Jahrgang 1982 und

Sozialwirt. Seit 2011 arbeitet er im Landkreis

Göttingen, zunächst als Pressesprecher und

Leitung der Stabsstelle Zentrale Steuerung.

2014 wurde er zum Kreisrat gewählt und leitete

als Dezernent die Bereiche Jugend, Bildung,

Arbeit, Soziales und Kultur. 2021 wurde

er zum Landrat gewählt.

2 |2025 15


seit 2005

aktuelles

ƒaktor-Events

Große Geschichte(n)

faktor wird im Herbst 20 und

sammelt für den guten Zweck.

GUTES TUN!

Im September feiert ƒaktor 20. Geburtstag.

Zeitgleich zum Jubiläum erscheint auch am

26. September 2025 die große Jubiläumsausgabe.

Die Vorbereitungen dafür laufen bereits

seit Monaten auf Hochtouren. Die Redakteure,

Grafiker und Fotografen wühlen in

den Archiven, um Verborgenes wieder sichtbar

zu machen. Gemeinsam erinnern wir uns

an große Momente, inspirierende Geschichten

und führende Persönlichkeiten aus 20

Jahren ƒaktor Dabei wollen wir auch einen

mutigen Blick in die Zukunft wagen, uns weiterentwickeln

und von führenden Experten

erfahren, welche Herausforderungen auf die

Region zukommen – und wie sie mit Mut

und Geschick gemeistert werden können.

ƒaktor steht seit 20 Jahren für Inspiration

und Vernetzung. Das wird auch in der Zukunft

so bleiben – so wollen wir fünf Prozent

aus dem Anzeigenverkauf der Jubiläumsausgabe

sowie aus den Erlösen der Veranstaltung

karitative Organisationen aus

der Region mit einer Spende unterstützen.

Unser Ziel: mindestens 10.000 Euro. Seien

Sie dabei, wenn ƒaktor erneut Geschichte

schreibt.

Vereinbaren Sie jetzt

einen Gesprächstermin:

Thorsten Sawada

Tel. 0551 30 98 39-28

sawada@faktor-magazin.de

ƒaktor-Feier

,Magie der Begegnung‘

zum 20. Geburtstag

Am 26. September 2025 wird faktor seinen

20. Geburtstag in Göttingen mit Kunden,

Lesern und Wegbegleitern aus Wirtschaft,

Kultur, Sport und Wissenschaft feiern. Der

passende Raum für diese Begegnungen ist

die Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung

mbH Göttingen (GWDG),

einem Ort an der Norduni, der für seine

moderne und offene Atmosphäre bekannt

ist. Ein Höhepunkt des Abends wird der

Auftritt des Magiers Thimon von Berlepsch

sein, der seine Wurzeln in der Region hat.

Zur ƒaktor-DNA gehört es seit Anfang

an, Menschen miteinander zu verbinden.

Das wird auch an dem Abend spürbar

werden. Regionale Produktpartner zeigen,

was Südniedersachsen zu bieten hat:

das Einbecker Brauhaus, die Katlenburger

Kellerei, Creydt Fruchtsäfte, Schierker

Feuerstein, Viani und weitere Produzenten.

„Auch an unserem Jubiläum wollen wir

an andere denken, denen es nicht so gut

geht“, sagt Herausgeber Marco Böhme.

Für karitative Einrichtungen in Südniedersachsen

werden an dem Abend auf spielerische

Weise Spenden gesammelt, um das

ehrenamtliche Engagement zu unterstützen

und zu stärken.

Anschließend ist die Feier noch lange

nicht zu Ende: Die Party beginnt ab 22 Uhr

mit DJ, Drinks und lockerem Austausch.

Vielleicht entstehen dabei spannende neue

Ideen für die nächsten 20 Jahre bei ƒaktor.

16 2 |2025


Ist mein Unternehmen

reif für ein digitales

Update?

Gemeinsam finden

wir die Antworten

für morgen.

Mit kompetenter Beratung und Finanzierungslösungen

für die digitale Transformation.

Weil’s um mehr als Geld geht.


seit 2005

aktuelles

Austausch

Bikeleasing-Gründer gab

spannende Einblicke

9. zE-speed-Talk an der PFH Göttingen zusammen mit TAB

The Alternative Board und faktor.

Beim 9. zE-speed-talk an der Privaten Hochschule

Göttingen (PFH) Ende April 2025

war Bikeleasing-Gründer Bastian Krause zu

Gast. Mit dabei war faktor-Herausgeber

Marco Böhme zusammen mit seinen Unternehmerkollegen

vom TAB-Board mit Matthias

Walter (Foto) und konnte einen inspirierenden

Mittag voller praxisnaher Impulse

und spannender Gründer-Insights erleben.

Besonders beeindruckt waren die regionalen

Unternehmer von der offenen und

ehrlichen Art, mit der Bastian Krause über

Herausforderungen, Wendepunkte und Erfolgsfaktoren

seiner unternehmerischen Reise

sprach. Seit 2015 gehört der Bikeleasing-Service

in Deutschland und Österreich

zu den führenden Anbietern im Bereich

Dienstrad-Leasing und begeistert mittlerweile

über 70.000 Unternehmen mit rund 3,6

Millionen Mitarbeitern von dem nachhaltigen

Mitarbeiter-Benefit. Nach dem Interview

durften die TAB-Board-Teilnehmer die Gastfreundschaft

der PFH und vom ZE Zentrum

für Entrepreneurship weiterhin nutzen und

sich in den Räumlichkeiten der Hochschule

austauschen. Marco Böhme ist der PFH seit

vielen Jahren freundschaftlich verbunden,

u.a. als Entrepreneur

in Residence, um junge

Menschen für

Unternehmertum zu

begeistern.

Bikeleasing-Gründer

Bastian Krause inspirierte

die Zuhörer.

Planung und

Objektüberwachung der

elektrotechnischen

Anlagen

KRAFTVOLLE ELEGANZ

UND PURE PERFORMANCE

ERLEBEN.

Sie möchten dabei sein?

Hier gelangen Sie zum faktor-Club – oder schrei-

Starkstromanlagen

Informations- und

Kommunikationstechnik

Förderanlagen

Königsallee 49| 37081 Göttingen| 0551 384 384 0| www.k-b-i.de

Glinicke Sport- und Geländewagen Göttingen GmbH & Co. KG

Große Breite 3 | 37077 Göttingen | Telefon 0551 503065-0 | goettingen@glinicke.de

18 2 |2025


Mitten in der Natur

Willkommen

im Südharz

Hotel & Spa Suiten FreiWerk

• Hideaway im Südharz, mitten in der Natur

• 30 liebevoll eingerichtete Zimmer & Suiten

• 7 exklusive Private Spa Suiten mit absoluter Privatsphäre

• Kulinarische Highlights im 20zwanzig

• Sonntags-BBQ auf der Sonnenterrasse (April - September)

• Fachwerk & Moderne vereint

• Aktive & ruhige Entspannung

Hotel & Spa Suiten FreiWerk

Thyrahöhe 24, 06536 Südharz OT Stadt Stolberg

+49 (0) 34654 808 1457 / reservierung@hotel-freiwerk.de

Naturresort & Spa Schindelbruch

• Resort im Südharz, mitten in der Natur

• 93 liebevoll eingerichtete Zimmer & Suiten

• 2.500 m² großer Wellness- und Spa-Bereich

• Exklusive Ritter von Kempski Collection by MEISSEN

• Naturnaheeranstaltungsmöglichkeiten

• Kulinarische Vielfalt und Gourmetrestaurant

• Nachhaltig, regional, zertifiziert

Naturresort & Spa Schindelbruch

Schindelbruch 1, 06536 Südharz OT Stadt Stolberg

+49 (0) 34654 808 1457 / reservierung@schindelbruch.de


Fußball, Feuer und der Tod

Im ƒaktor-Podcast erzählen spannende Persönlichkeiten

ihre besonderen Geschichten

Der ƒaktor-Podcast Onfire gibt spannende Einblicke in das Leben und die beruflichen

Herausforderungen von Persönlichkeiten aus Südniedersachsen.

Der Künstler KAIN KARAWAHN,

hüllte die Berliner Mauer in

Flammen und schenkte seiner

Freundin in Göttingen verbrannte

Rosen. Heute bringt er Kindern

und Erwachsenen den verantwortungsvollen

Umgang mit

Feuer bei. Doch wofür brennt er

selbst eigentlich?

Verpassen Sie keine neue Folge.

Besuchen Sie die ƒaktor-Website unter

www.faktor-magazin.de/onfire-podcast

DANIEL DE VASCONCELOS erzählt, was ist, wenn

nichts für immer ist. Er ist Geschäftsführer des Hospizes

an der Lutter in Göttingen. Wir sprechen über

den Tod. Doch es geht nicht nur ums Sterben – sondern

ums Leben. Daniel de Vasconcelos zeigt, wie

die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit

zu klareren Entscheidungen, echter Führung und

mehr Menschlichkeit führen kann. Warum Unternehmer

von Trauerprozessen lernen können, was

,Letzte Hilfe‘ bedeutet und warum es manchmal

Mut braucht, loszulassen.

NEU IM SORTIMENT

KÜCHEN-NEUHEITEN 2025

1 | EINBAUKÜCHE

Küche mit pflegeleichter Anti-Fingerprint

Front Clean in Schwarz

supermatt mit Plan in Dekor Eiche

Astig

IGNIS Backofen AKB20102IX EEK A 2

Geschirrspüler

G5651Vi, EEK A 1

ELICA Kopffrei-Dunsthaube ZDH-

WI90-S, EEK B 2

IGNIS Kühlschrank ARL9GS2E,

EEK E, 112l mit Gefrierfach

IGNIS Cerankochfeld AKS-309NE

Edelstahlspüle

1 | Einbauküche

7.299 €

Aktionspreis*:

4.799 €

* Nicht mit anderen Vorteilsaktionen kombinierbar.

Gültig bis zum 31.08.2024. EEK = Energieeffizienzklasse,

1 Spektrum Kühl-/ Gefrierschränke und Geschirrspüler

A bis G, 2 Backöfen, Herde und Dunstabzüge

A+++ bis D.

Göttingen-Weende | Lutteranger 10 | Tel.: 0551 38360-0

Öffnungszeiten: Montag geschlossen Green Monday

Di. – Fr.: 10:00 – 19:00 Uhr | Sa.: 09:30 – 18:00 Uhr

www.moebel-jaeger.de

CJ Möbel Jaeger ist ein Unternehmen der

CJ Möbel GmbH & Co. KG, Mündener Str. 19e, 37213 Witzenhausen

20 2 |2025


Audi Business

Welcome our all-new Audi A6 Avant 1 .

Unverkennbares, aerodynamisches Avant-Design

kombiniert mit sportlicher Eleganz.

Der Audi A6 Avant 1 setzt neue Maßstäbe in Design, Komfort und Qualität der Premium-Oberklasse.Mit seinem variablen Karosseriekonzept,

dynamischem Design und hoher Aerodynamik bietet er viel Platz und eignet sich sowohl für den Alltag als auch

lange Strecken. Die Mild-Hybrid-Technologie (MHEV plus) 2 verbessert Effizienz und Performance. Die „Digital Stage“ mit Audi

MMI Displays und fortschrittliche Lichttechnologie sorgen für ein modernes Fahrerlebnis und erhöhte Sicherheit. Jetzt bei uns

erleben.

1

Kraftstoffverbrauch (kombiniert): 8,0 – 5,0 l/100 km; CO 2 -Emissionen (kombiniert): 181 – 130 g/km; CO 2 -Klasse: G – D

2

Nicht verfügbar im Audi A6 Avant TFSI (150 kW): Kraftstoffverbrauch (kombiniert): 8,0 – 7,1 l/100 km; CO 2 -Emissionen

(kombiniert): 181 – 161 g/km; CO 2 -Klasse: G – F

Alle Angaben basieren auf den Merkmalen des deutschen Marktes.

Audi Zentrum Göttingen

Audi Zentrum Göttingen GmbH

Kasseler Landstr. 71+73, 37081 Göttingen

Tel.: 0551 903-300

info@audi-zentrum-goettingen.de, www.audi-zentrum-goettingen.audi


wissen

22 2 |2025


wissen

AUFGE-

WACHSEN

Ihr Leben in Deutschland begann an der Groner Landstraße 9.

Niddal Salah-Eldin kommt im Alter von vier Jahren mit ihren

Eltern aus dem Sudan nach Göttingen. 32 Jahre später wird

sie das jüngste Mitglied im Vorstand der Axel Springer SE sein.

Mit faktor spricht die Wahlberlinerin über das Anderssein,

ihren Ansporn es allen zu zeigen und warum sie Göttingen

immer noch in ihrem Herzen trägt.

2 |2025 23


wissen

» Ich hatte eine tiefe Sehnsucht nach

irgendeiner Art von Normalität, nach

Zugehörigkeit und Anerkennung. «

TEXT ANJA DANISEWITSCH FOTOGRAFIE KATJA HENTSCHEL

Wenn Niddal Salah-Eldin Göttingen besucht,

führt sie ihr Weg an die Groner Landstraße

9. Dann macht sie ein Foto mit ihrem iPhone,

Erinnerungen steigen hoch. An das Jahr

1989 und eine junge Frau aus dem Sudan, die mit einem

Promotionsstipendium in Deutschland ankommt. Ihre

vierjährige Tochter, der dreijährige Sohn und ihr Mann

sind noch in ihrem Heimatland und sollen bald nachkommen.

Das kleine Mädchen ist die heute 40-Jährige

Niddal. Ihre Mutter steht zunächst allein mit wenigen

Taschen und ein paar Brocken Deutsch im Gepäck vor

ihrem neuen Zuhause. Die Groner Landstraße Nummer

neun. Ein Ort, der heute berühmt-berüchtigt ist und

Sinnbild für die Ärmsten der Ärmsten in unserer Gesellschaft.

Damals, so sollte man wohl dazu bemerken, lebten

dort ein paar Studierende, zumindest zur Überbrückung.

„Dieses Haus ist für mich ein Erinnerungsturm“,

sagt Niddal Salah-Eldin, „an die damals Vierjährige, und

daran, wie wir angefangen haben, wo ich hergekommen

bin und was möglich ist.“

ZWISCHEN DAMALS UND HEUTE liegt ein beeindruckender

Karriereweg in der Medienbranche: Nach einem

ausgezeichneten Abschluss am Hainberg-Gymnasium

studiert Salah-Eldin Publizistik, Politikwissenschaft und

Journalismus in Mainz und Washington D.C. Begleitend

absolviert sie Praktika bei den Vereinten Nationen, beim

ZDF, RTL New York, Phönix Digital, beim ‚Spiegel‘ und

arbeitet bei CNN in Berlin und in Washington D.C. als

News Assistent, wo sie in den digitalen Medien die Amtseinführung

von Barack Obama begleitet hat. 2014 geht

sie zu Axel Springer und gehört als Online-Redakteurin

zum Social-Media-Gründungsteam der ‚Welt‘. Bereits ein

Jahr später, mit 30 Jahren, übernimmt sie dort die Ressortleitung

und ist damit die erste Frau, die von Stefan

Aust (damaliger Chefredakteur der ‚Welt‘) in eine solche

Position befördert wird. 2017 steigt sie zum ,Director ‣

24 2 |2025


wissen

Niddal Salah-Eldin war die jüngste Vorständin in der Geschichte des Axel-Springer-Konzerns. Dort modernisierte sie die Bereiche

People & Culture und richtete das Unternehmen für eine erfolgreiche Zukunft mit künstlicher Intelligenz aus.

2 |2025 25


wissen

Zwei Hochhäuser, zwei Welten. Links die Groner Landstraße 9 in Göttingen. Dort war Niddal Salah-Eldin als Kind aufgewachsen.

Rechts die Firmenzentrale des Axel-Springer-Verlags, dessen Vorstand sie angehörte.

Digital Innovation‘ der ‚Welt‘-Chefredaktion auf. 2018

wechselt sie als Vize-Chefredakteurin zur dpa. Mit 33 Jahren

ist sie nicht nur jüngstes Mitglied der Chefredaktion,

sondern außerdem die erste Frau mit Migrationshintergrund

in dieser Position bei der Deutschen Presseagentur.

Zweieinhalb Jahre später kehrt sie zu Springer zurück

und übernimmt die Leitung der neuen Academy of Journalism

and Technology. 2022 wird Niddal Salah-Eldin

mit nur 36 Jahren als bislang jüngstes Mitglied in den

Vorstand der Axel Springer SE berufen. Als Vorständin

verantwortet sie auf Konzernebene das neu geschaffene

globale Ressort ‚Talent and Culture‘ und ist damit unter

anderem für die globalen Personalthemen und die

Aus- und Weiterbildung zuständig. Ende 2024 verlässt

sie Axel Springer.

WIR TREFFEN NIDDAL SALAH-ELDIN in einem kleinen

Café in Berlin-Schöneberg. Für sie ist es eine kurze Mittagspause

und Interviewtermin in einem. Sie ist eine

Frau, die auffällt. Nicht nur wegen ihrer Hautfarbe. Sie

ist groß, 1,80 Meter, mit einer einnehmenden Freundlichkeit

und Offenheit. Sie selbst scheint wenig beeindruckt

von ihrem Lebenslauf, obwohl sie weiß, wie viel

Arbeit sie investiert hat. Dennoch definiert sie sich nicht

ausschließlich über ihre Karriere. „In der Medienbranche

hat niemand auf eine große, schwarze Frau gewartet,

deren Muttersprache nicht Deutsch ist“, sagt sie mit einem

Lachen. Schon in frühester Kindheit haben ihr ihre

Mutter und ihr Vater mitgegeben: „Warte nicht darauf,

dass dir irgendjemand etwas kredenzt.“ Preußische Tugenden

nennt Salah-Eldin augenzwinkernd das, was sie

so weit gebracht habe: Leistung, Engagement, Einsatz,

Fleiß und keine Angst vor unglamorösen Aufgaben.

SALAH-ELDIN IST EIN FAMILIENMENSCH. Und das bedeutet,

Verantwortung zu übernehmen sowohl für die

anderen als auch für das eigene Handeln. Auch deshalb

war es für sie keine Option, durch die Schulzeit zu dümpeln

oder ein bisschen Work-and-Travel zu machen.

„Meine Leistung ist gewissermaßen auch ein Zeugnis

über das Lebenswerk meiner Eltern“, sagt sie. Diese verließen

den Sudan zum einen aus politischen Gründen,

aber auch, weil sie ihren Kindern eine bessere Zukunft

ermöglichen wollten. Schon ihre Mutter war eine Pionierin,

wenn man ins Auge fasst, dass beide Elternteile

der Mutter Analphabeten waren, sie das erste Mädchen

im Dorf ist, das eine weiterführende Schule besuchte und

sogar eine promovierte Naturwissenschaftlerin wird. Bei

ihrem Vater sind die Voraussetzungen ähnlich – und

auch er schafft den Sprung. Er studiert in Kairo und promoviert

in Moskau. In Deutschland angekommen, waren

sie beide jedoch die Fremden, die sich beweisen müssen.

„In meiner Jugend habe ich oft mit meinem Anderssein

gehadert. Ich hatte eine tiefe Sehnsucht nach

irgendeiner Art von Normalität, nach Zugehörigkeit

und Anerkennung“, sagt Niddal Salah-Eldin heute. Als

junges Mädchen stand sie trotz vieler Freundschaften

doch oft ein wenig am Rand. Die Samstagvormittage

waren ihr die liebsten. Dann konnte sie in die Stadtbibliothek

fahren: „Ich war kein Party-Teenager. Jungs ‣

26 2 |2025


wissen

ClusterAkademie

Zeit für einen

Imagewechsel!

BLUMEN-

COOL

Wir schaffen Marken, die inspirieren und

Werbung, die Spaß macht.

Nutzen Sie den Sommer für unser Seminar und

erleben Sie Ihren persönlichen Karrierebooster:

✸ Steigern Sie Ihr Selbstbewusstsein in Meetings,

Gesprächen und Verhandlungen

✸ Präsentieren Sie sich souveräner, authentisch

und selbstsicher

✸ Optimieren Sie Ihre Kommunikations- und

Verhandlungskompetenzen

✸ Entdecken Sie Ihre Stärken und Potenziale und

setzen Sie sie gezielt für Ihren Erfolg ein

Investieren Sie in Ihren

Beruf für mehr Erfolg

und Zufriedenheit!

In Kooperation mit:

Hier

erfahren

Sie alles …

Eva Knappe

Beraterin und Trainerin

Fach-/ Führungskräfte

ClusterAkademie | T 05502 - 9995470

info@clusterakademie.de

www.clusterakademie.de

www.nebenraum.io

Die Agentur für Kommunikation und Design Thinking aus Göttingen

Läuft Wasser aus Wand und

Decke, kommen die ELBS'is

um die Ecke!

Wir orten Wasserschäden punktgenau minimalinvasiv,

schnell und zuverlässig.

Bei Wasserschaden helfen wir SOFORT.

Kein Stemmen, bis das Leck gefunden wird.

Wir halten den Schaden klein.

Ihre Wasserschadenkümmerer übernehmen gern die

gesamte Sanierung für Sie.

Erleben Sie, wie sich echte Wertschätzung anfühlt

wir sind für Sie da.

www.hoffentlich-brauchen-sie-uns-nie.de

2 |2025 27


wissen

ZUR PERSON

Niddal Salah-Eldin wurde 1985 in Khartum,

Sudan, geboren. Im Alter von vier Jahren

kam sie mit ihren Eltern nach Göttingen und

verbrachte hier ihre Kindheit und Jugend bis

zum Abitur am Hainberg-Gymnasium. Ihre

journalistische Karriere in Rekordzeit fand

ihren bisherigen Höhepunkt als Vorständin

des globalen Ressorts ‚Talent and Culture‘

im Axel-Springer-Konzern. Darüber hinaus

arbeitet sie eng mit Unicef zusammen und

ist Beirätin und Kuratoriumsmitglied bei ‚Reporter

ohne Grenzen‘ und bei der digitalen

Bildungsplattform ‚Startup Teens‘. Derzeit

engagiert sich Salah-Eldin ehrenamtlich für

ihr vom Bürgerkrieg erschüttertes Heimatland

Sudan.

haben mich auch nicht interessiert. Ich war in meiner eigenen

Welt mit Büchern, Computern und Popkultur – ich

lebte ein bisschen in meiner eigenen Welt“, erinnert sie sich.

Für die junge Niddal war früh klar, dass ihr Weg in Richtung

Journalismus gehen soll. Kriegsreporterin dachte

sie zunächst. Doch als während ihres Studiums nach und

nach die ersten Online-Plattformen entstanden, war sie

fasziniert, welche Möglichkeiten sich plötzlich für eine

neue Form des Journalismus offenbarten. „Ich twitterte

damals so vor mich hin und kommentierte auf witzige

Art das tagesaktuelle Geschehen, und plötzlich gingen

meine Tweets viral“, erzählt sie. Was für eine neue Welt:

Der Papst postet etwas auf Twitter, und irgendeine Frau

aus einem New Yorker Vorort geht mit ihrem Tweet darauf

viral, nur weil die richtigen Leute ihn teilen. Sogar

heute noch ist die Begeisterung von damals spürbar,

wenn Salah-Eldin von den Anfangszeiten der sozialen

Medien erzählt. Nach einer Ausbildung zur Social-

Media-Redakteurin und einem Trainee zur Kommunikationsberaterin

bei der Agentur Ketchum Pleon wusste

sie: „Den Job, den ich machen will, den gibt’s noch gar

nicht.“ Erfolg hänge für sie ganz stark mit Empowerment

zusammen. Das bedeutet für sie, nicht nur im Blick

zu haben, was sie selbst erreicht hat, sondern welches

Erbe sie am Ende hinterlässt. Eine Freundin habe sie einmal

einen ‚Menschenmagneten‘ genannt. ‚Wie viele Menschen

habe ich auf meinem Weg unterstützt, befähigt, inspiriert

oder vorangebracht?‘ – Das ist der Grat, an dem sie

auch ihren Erfolg misst. Ob es ihr Traum war, einmal bei

Axel Springer zu arbeiten? „Für mich war nie eine Marke

ein Ziel. Es ging mir vielmehr darum, was ich machen

wollte: nämlich digital neue Zielgruppen erreichen und

Innovationen im Journalismus vorantreiben“, sagt Salah-Eldin.

Und: „Ich möchte Dinge gestalten und verändern.“

Aus diesem Grund treibt sie bei Springer vor allem

die Frage an: Was kommt nach der Tageszeitung? ‣

28 2 |2025


wissen

SEIT SOCIAL MEDIA und Online-Plattformen sich in der

Gesellschaft etabliert haben, geht es nicht mehr voranging

darum, wer die beste Story schreibt. Ob der Journalismus

seiner Aufgabe gerecht werden kann, hängt ab

von Distribution, Monetarisierung und der Ausspielung

von Journalismus an den richtigen Stellen. Nachdem sie

2015 die Ressortleitung der Online-Redaktion der ‚Welt‘

übernommen hatte, wirkt ihre neue Position als ‚Director

Digital Innovation‘ im Jahr 2017 mehr wie ein organisches

Wachstum als ein nächster Karriereschritt. „Das

hätte in keinem anderen Haus so funktioniert, da bin ich

mir sicher“, resümiert sie. Und dennoch verlässt sie 2018

für gut zweieinhalb Jahre den Axel-Springer-Konzern

und wechselt wortwörtlich auf die andere Straßenseite

und wird stellvertretende Chefredakteurin bei der dpa.

Verantwortlich für Innovation und Produkt ist das genau

ihr Ding. Dann geht sie in Elternzeit.

ALS SIE BEI DER DPA die digitale Transformation und

unter anderem das Podcast-Geschäft erfolgreich vorangetrieben

hat, kam ein Angebot aus dem Vorstand von

Axel Springer, die Geschäftsführung der neuen Axel

Springer Academy of Journalism & Technology zu übernehmen.

Man bietet ihr eine Position an, die, so könnte

man mutmaßen, allein für sie entworfen wurde. Als Geschäftsführerin

ist es ihre Aufgabe, die klassische Journalistenausbildung

zu transformieren, technologisch

aufzuladen und Partnerschaften mit Tech-Unternehmen

Niddal Salah-Eldin bei Planspiel Wirtschaft zu ihrer Zeit in der

Oberstufe am Gymnasium in Göttingen.

» Wie viele Menschen

habe ich auf meinem Weg

unterstützt, befähigt,

inspiriert oder vorangebracht?«

wie Snap und Meta (Facebook) zu lancieren. „Ich bin

wenig beeindruckt von Hierarchien und wer den tollsten

Titel hat“ sagt sie, „das macht es mir leicht, unabhängig

Entscheidungen zu treffen.“ Integrität und Unabhängigkeit,

das sind die Werte, die für sie wichtig sind.

Ein Gedanke, der immer wieder während des Interviews

aufkommt: Wie schafft sie das alles? Ehefrau, Mutter

und eine Karriere in Rekordzeit. „Ich habe immer viel

und hart gearbeitet“, sagt sie. Ihr Energielevel scheint mit

jeder zusätzlichen Aufgabe zu steigen. Als wäre ein Vorstandsposten

nicht tagesfüllend genug, verantwortete sie

die internationale KI-Offensive des Unternehmens und

wie nebenbei noch im Jahr 2023 die große Partnerschaft

zwischen Springer und OpenAi. Genau in dem Jahr, als im

Sudan ein bis heute andauernder Bürgerkrieg ausbricht.

Laut den Vereinten Nationen handelt es sich dabei um

eine der größten humanitären Krisen überhaupt. Mehr als

16 Millionen Kinder leiden dort unter den Folgen des

Krieges. Niddal Salah-Eldin hat Hunderte nahe und entfernte

Verwandte in ihrem Geburtsland, die zum Teil in

benachbarte Länder geflüchtet sind. Sie spürt eine große

Verantwortung für ihre Verwandten und stellt sich die

Frage: Wer will ich mal gewesen sein? Im September

2024 wird bekannt gegeben, dass sie den Konzern auf

eigenen Wunsch verlässt, um sich um ihre Familie zu

kümmern und sich für den Sudan zu engagieren. Zum

Ende des Jahres legt sie ihr Vorstandsmandat nieder.

„Ich habe keine Regrets – ich bereue nichts“, sagt sie,

„es war richtig, zu Springer zurückzukehren, und es war

richtig, zu diesem Zeitpunkt zu gehen.“ ‣

2 |2025 29


wissen

SEIT NOVEMBER 2024 engagiert sich Salah-Eldin ehrenamtlich

für ihr Heimatland Sudan. Ihre Kompetenzen

und Kontakte aus ihrer Managementzeit in der Medienbranche

nutzt sie nun, um Brücken zu bauen zwischen

unterschiedlichen Stakeholdern, Kontinenten und Kulturräumen,

zwischen Politik, Gesellschaft und Industrie. Sie

unterstützt aus ganz persönlicher Motivation ihre erweiterte

Familie im Sudan finanziell, aber auch bei Dingen -

wie Visum in den afrikanischen Nachbarländern, Wohnsituation

oder Ausbildung in der Schule und Universität.

Dieser Gemeinschaftsgedanke sei tief in der sudanesischen

Kultur verankert. „So bin ich aufgewachsen“, sagt

sie und unterstützt zusätzlich Freiwilligendienste und

Grassroots-Initiativen, bei denen Betroffene anderen Betroffenen

helfen. „Wirksamkeit habe ich dabei für mich

so definiert, dass sie nicht von meinem Gesicht abhängt“,

erklärt die gebürtige Sudanesin. Und so arbeitet sie hinter

den Kulissen mit mehr als zwei Dutzend nationalen

und internationalen Nichtregierungsorganisationen und

Stiftungen zusammen, sitzt an Roundtables und macht

das, was sie besonders gut kann: Lösungen finden für

Probleme, für die es noch keine Blaupause gibt und unübliche

Partnerschaften oder Bündnisse imitieren, die oft

nicht in Betracht gezogen werden, weil sie nicht naheliegend

sind. Brücken bauen und Akteure mit einbeziehen,

die vielleicht bis dahin unscheinbar am Rand standen.

„ICH HABE EIN HERZ FÜR DIE UNDERDOGS, weil ich

mich mit denen identifizieren kann, denen nicht alles geschenkt

wurde“, sagt die ehemalige Vorständin des Springer-Konzerns,

„weil ich ja auch mal diese Person war, die

zum Beispiel die Sprache nicht konnte.“ Und passend

dazu ergänzt sie: „Mich inspirieren Menschen, die nicht

nur schlau und erfolgreich sind, sondern Mensch geblieben

sind.“ So wie sie. Unbeirrt ist sie ihren Weg gegangen

und hat dabei nach und nach ihren jugendlichen Wunsch

nach Anerkennung und Zugehörigkeit zurückgelassen.

„Mein Geschenk, das ich mir zum 40. Geburtstag gemacht

habe: Ich will niemanden mehr etwas beweisen, nur noch

mir selbst. Ich bin bei mir. Das fühlt sich fantastisch an.“

Die Interviewzeit nähert sich dem Ende. Wir sitzen in

einem Berliner Innenhof und sind in Gedanken in Göttingen:

Bei früheren Lieblingsplätzen. Den Schillerwiesen.

Im griechischen Restaurant ,Potis‘. Am Ententeich

beim Klinikum und bei den Kindertagen im Studierendenwohnheim

im Albrecht-Thaer-Weg. Dort, wo sie das

erste Mal in ihrem Leben im Sandkasten auf ein ebenfalls

schwarzes Kind aus Tansania traf. Es wurde eine

Freundschaft fürs Leben. Wie so viele Freundschaften

aus Göttinger Zeiten bis heute gehalten haben. Auch ihren

Mann hat sie in Göttingen kennengelernt. Dankbarkeit

empfindet sie für ihre ‚alten‘ Erzieherinnen. „Göttingen

hat uns eine Chance gegeben und dafür bin ich

unglaublich dankbar. Wir haben diese Chance genutzt

und hart gearbeitet“, erzählt sie und hält für einen Moment

inne. Und dann sagt sie einen Satz, der tief aus ihrem

Herzen kommt: „Ohne Göttingen wäre ich nicht

der Mensch, der ich heute bin. ƒ

GROSSE FRAUENKONFERENZ VON,

MIT UND FÜR FRAUEN, DIE ETWAS BEWEGEN

am 15. November 2025 in Göttingen

,Change by Women‘ lautet der Titel der großen Frauenkonferenz, die am 15. November 2025 in der Alten Mensa der Universität Göttingen stattfindet.

Im Zentrum stehen Frauen, die in Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Gesellschaft erfolgreich Wandel gestalten. Mit Impulsvorträgen,

Podiumsdiskussionen, Workshops und zahlreichen Möglichkeiten zum Networking bietet ,Change by Women‘ einen Veranstaltungstag voller

Austausch, Inspiration und Empowerment. Organisiert wird das Event von Alumni Göttingen in Kooperation mit der Universität Göttingen und

zahlreichen regionalen Frauennetzwerken.

Keynotesprecherin der Konferenz ist Niddal Salah-Eldin, Beirätin und ehemalige Vorständin von Axel Springer, mit Stationen bei CNN, dem ZDF

und der dpa. Heute engagiert sie sich für ihr vom Krieg zerstörtes Heimatland Sudan. Zu den weiteren Panelistinnen zählen die Physikerin Viola

Priesemann sowie Sogol Kordi, Gründerin des Startups ,MyProtectify‘ – eine digitale Hilfe für Betroffene von häuslicher Gewalt. Ergänzt wird

das Programm durch Gespräche mit Frauen aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft – darunter Göttingens Bürgermeisterin

Onyeka Oshionwu.

Am Nachmittag stehen praxisorientierte Workshops auf dem Programm, die von Expertinnen aus verschiedenen Fachrichtungen

geleitet werden. Themen sind unter anderem Female Leadership, Karriereplanung, Mentoring, Sichtbarkeit auf Social Media und

der Umgang mit Herausforderungen im Berufsleben.

30 2 |2025


wissen

4 WOCHEN

WELLNESSURLAUB

IN GÖTTINGEN

NUR 49 €!*

Sauna, Fitness, Pool, frei parken!

Zusätzlich Rabattvorteile auf Anwendungen, Drinks und

Personal Trainings im Wert von mehr als 400 € ...

Für Deine Urlaubs-Tickets jetzt einfach den QR-Code scannen!

* einlösbar vom 01.07. bis 30.09.2025 für Nichtmitglieder vitalspa.de/urlaub

VITAL SPA | Dransfelder Straße 3 | 37079 Göttingen | +49 551 9001-700 | info@vitalspa.de

2 |2025 29


mensch

-shortlist

Johannes Loxen zieht sich aus der Geschäftsleitung zurück.

Führungswechsel bei SerNet

Michael Grosse übernimmt zum 1. Juli den Posten des Vorstandsvorsitzenden

der Sartorius AG. Alexandra Gatzemeyer hat

als Vorstandsmitglied um fünf Jahre verlängert.

Neues aus dem Vorstand

Die Sartorius AG stellt sich für

eine erfolgreiche Zukunft auf

MICHAEL GROSSE wird zum 1. Juli 2025 neuer Vorstandsvorsitzender

der Sartorius AG. Er übernimmt die

Leitung des Life-Science-Konzerns von Joachim Kreuzburg,

der das Unternehmen seit 2003 geführt hat und

seinen Vertrag planmäßig im November 2025 auslaufen

lässt. Der Aufsichtsrat traf die Entscheidung im Rahmen

eines Auswahlverfahrens, das im Sommer 2024 gestartet

wurde. Aufsichtsratschef Lothar Kappich würdigte

Kreuzburgs Verdienste: Unter seiner Führung sei Sartorius

in die weltweite Spitzengruppe der Biopharmazulieferer

aufgestiegen.

Der designierte CEO Michael Grosse, promovierter

Maschinenbauingenieur, war zuvor in leitenden Positionen

bei Tetra Pak, BMW und zuletzt bei Syntegon Technology

tätig. Dort leitete er von 2020 bis 2023 als CEO

den international agierenden Verpackungsspezialisten.

Grosse zeigte sich erfreut: „Sartorius ist herausragend

aufgestellt und hat eine kraftvolle Mission, und ich freue

mich darauf, mit diesem Erfolgsteam zu Fortschritten in

der Biopharma industrie beitragen zu können.“

Der Aufsichtsrat der Sartorius AG hat zudem beschlossen,

die Bestellung von Alexandra Gatzemeyer als

Mitglied des Vorstands um fünf Jahre bis zum 30. April

2031 zu verlängern. Die promovierte Chemikerin und

Pharmakologin ist seit 2004 bei Sartorius tätig und wurde

im März 2023 in den Vorstand berufen. Als Vorstandsmitglied

ist sie für die Sparte Lab Products & Services

verantwortlich.

NACH FAST 30 JAHREN an der Spitze

der SerNet GmbH gibt Mitgründer

Johannes Loxen zum 1. Juli 2025 die

operative Geschäftsführung ab. Die

kaufmännische Leitung hatte er bereits

seit 2019 schrittweise an Reinhild

Jung übergeben. Mit dem Eintritt

von Oliver Seufer als technischem

Geschäftsführer ist der Führungswechsel

nun komplett.

Loxen bleibt SerNet weiterhin eng

verbunden und wird das Unternehmen

künftig beratend begleiten –

bewusst außerhalb operativer Verantwortung.

International bleibt er aktiv: Als

CEO der US-Tochter SerNet Inc. in

Kalifornien wird er das weltweite

Geschäft mit Fokus auf Open Source

und digitale Souveränität weiterentwickeln.

Zudem startet er ein neues Projekt:

Unter dem Label „one.lx“

möchte er als Business Angel und

Open-Source- Botschafter innovative

Start-ups fördern. Der Start ist ebenfalls

für den 1. Juli 2025 geplant.

Die Patriotische Gesellschaft gründet eine Stiftung.

Katja Thiele-Hann übernimmt den Vorsitz

ZUM 260-JÄHRIGEN BESTEHEN geht die Patriotische Gesellschaft von

1765 einen wichtigen Schritt in Richtung Zukunft: Mit der Gründung einer

eigenen Stiftung schafft der traditionsreiche Verein eine langfristige

Grundlage für sein gemeinwohlorientiertes Engagement in Hamburg.

Das Stiftungskuratorium leitet die Göttingerin Katja Thiele-Hann als

erste Vorsitzende (Mitte). „Die Stiftung

ermöglicht es Menschen, durch

Stiftungskapital die Ziele und Werte

einer bewährten demokratischen Institution

zu fördern“, sagt Thiele-Hann.

„Ich bringe mich als Gründungsspenderin

und Vorsitzende des

Kuratoriums gerne persönlich ein,

um die Patriotische Gesellschaft gemeinsam

mit vielen anderen in eine

gute Zukunft zu führen.“

Die Stiftung soll künftig aus ihren

Erträgen ausgewählte Projekte des

Vereins und den Erhalt des denkmalgeschützten

Hauses unterstützen.

32 2 |2025


-shortlist

mensch


ANZEIGE

PROFIL

20 Jahre im kontinuierlichen Wandel

Die beclever Werbeagentur feiert dieses Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Die Branche ist schon immer von

starken technischen Veränderungen geprägt gewesen und Inhaberin Kirsten Winkelbach hat dadurch laufend

neue Akzente gesetzt. Neuerdings ist die Agentur auch gelistetes BAFA – Beratungsunternehmen.

Neben Inhaberin Kirsten Winkelbach gehören noch sechs weitere kreative Köpfe zum beclever-Team.

TEXT SVEN GRÜNEWALD FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Kirsten Winkelbach hat es geschafft

– sich als Frau an der

Spitze einer Werbeagentur

auf dem Markt zu etablieren,

zu behaupten und sich angesichts

des rapiden technischen Wandels, der

die Branche wie kaum eine andere prägt,

immer wieder ein Stück weit neu zu erfinden.

So feiert sie mit ihrem siebenköpfigen

Team in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum.

„GERADE DURCH DIE DIGITALISIERUNG ist

so enorm viel passiert“, sagt sie im Rückblick.

Gestartet ist sie noch als klassische

Werbeagentur für Printmedien. Damals eine

Webseite zu haben, „war ein nice-to-have

und etwas ganz Besonderes, an Social Media

war noch gar nicht zu denken“. Doch

innerhalb von guten fünf Jahren haben sich

der Markt und damit auch das Geschäftsfeld

komplett gedreht. „Wir haben den ganzen

Digitalisierungsprozess im Grunde ganz

vorne in der Entwicklung mitgemacht und

uns dadurch auch ständig mit verändert.“

beclever ist als Full-Service-Agentur neben

der Marketingberatung und Konzepterstellung,

auf die Realisierung von modernen

Websites, Online-Shops und Online-Werbung

zum Beispiel auf Social Media spezialisiert.

Den weiteren Bereich bildet die klassische

Werbung wie Corporate-Design-Entwicklung,

Flyer, Broschüren und mehr. Betreut

wird eine ganze Bandbreite an Kunden aus


ANZEIGE

unterschiedlichsten Branchen, vor allem in

Südniedersachsen und Nordhessen, aber

auch in Bayern. Ein Schwerpunkt der Agentur

liegt im Automotivebereich.

JETZT SIND ES KI und die unendlich vielen

digitalen Tools, die die Branche verändern

und alles wieder ein Stück weit herausfordernder

machen. Und: die Kunden theoretisch

selbst einsetzen können, um ihr Marketing

zu gestalten „Es wird nicht einfacher

werden! Agenturen mit konzeptionellem

Denken, die ganze Kampagnen und Markenauftritte

entwerfen, haben weiterhin ihre

Daseinsberechtigung, aber man muss die

Kunden stärker vom Nutzen überzeugen“,

betont Kirsten Winkelbach. Umso wichtiger

ist für sie und ihr Team die kontinuierliche

Weiterbildung, um nie den Anschluss

an die technisch relevanten Entwicklungen

zu verpassen. Durch KI zeichnet sich bereits

eine neue Veränderung des Arbeitsalltags

ab: „Ich denke, das wird den Bedarf an

Beratungsleistungen erhöhen. Die KI-Tools

sind Hilfsmittel, mit denen sich spannende

neue Projekte realisieren lassen und die auch

vieles im Arbeitsalltag erleichtern. Aber

auch das muss man sinnvoll planen und einsetzen.“

WÄHREND DER RECHERCHE zu Weiterbildungsmaßnahmen

für ihr Team ist sie auf

ein Förderprogramm des Bundesamts für

»Wir denken mit

und noch viel weiter.«

Kirsten Winkelbach

Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

für digitale Marketingprozesse aufmerksam

geworden. Und weil sich beclever ohnehin

„jeden Tag mit Beratung zum Thema

Kommunikation & Marketing beschäftigt“,

wie Kirsten Winkelbach erzählt, „habe ich

unsere Agentur als Beratungsunternehmen

bei der BAFA listen lassen, wodurch wir

nun in der Lage sind, unseren Kunden eine

geförderte Beratungsleistung anzubieten“.

DIE BAFA HAT in ihrem Portfolio der Förderung

unter anderem ein Programm für

digitale Beratungsleistungen für kleine und

mittelständische Unternehmen. In den neuen

Bundesländern können bis zu 80 Prozent

der Kosten, in den alten bis zu 50 Prozent

für eine solche Marketingberatung übernommen

werden. Das können Projekte wie

die Beratung für eine digitale Markterschließung,

SEO-Optimierung, Webseitengestaltung,

Onlineshops etc. sein. „Als gelistetes

Unternehmen können wir diese inhaltliche

Beratung durchführen; wir kümmern uns

außerdem um die ganzen Formalia der

Beantragung für unsere Kunden. Und natürlich

übernehmen wir später, wenn gewünscht,

gern auch die konkrete Umsetzung

der jeweiligen Marketingmaßnahmen“, so

Winkelbach. „Für die Kunden ist es super,

wenn sie sich etwas so Wichtiges bezuschussen

lassen können. Bei der Vielzahl an Förderprogrammen

wissen Unternehmer oft gar

nicht, welche Möglichkeiten es gibt.“

DIE 20 JAHRE Unternehmensgeschichte

waren auch für Kirsten Winkelbach eine

lange, abwechslungsreiche Reise mit großen

Entwicklungssprüngen, auf fachlicher

wie persönlicher Ebene. „Als ich im Jahr

der Agenturgründung ins kalte Wasser gesprungen

bin, war ich erst 24“, erinnert sich

Kirsten Winkelbach. „Damals war es auch

noch nicht so selbstverständlich, Frauen in

Führungspositionen zu haben.“ Das hat sich

deutlich geändert, Kirsten Winkelbach und

beclever sind fest etabliert und haben sich

behauptet. „Der Weg war nicht immer einfach,

aber es hat einen stärker gemacht. Ich

liebe was ich tue und habe für mich meine

Berufung schon lange gefunden.“

PROFIL

beclever werbeagentur AG

Bahnhofsallee 1b

37081 Göttingen

Tel.: 0551 384 210 10

www.beclever-werbeagentur.de

Kirsten Winkelbach mit ihrem Bruder Jan-Eric Winkelbach, der als Webentwickler in der Agentur tätig ist.


mensch

36 2 |2025


mensch

Der MANN im

Lichtspielhaus

Wolfgang Würker schenkte dem deutschen

Fernsehen Dokumentarfilme über Albert Einstein

und Dirk Nowitzki. Nach dem Studium der Physik

in Göttingen entschied er sich für eine Karriere als

Filmer und Regisseur. Heute macht er Kino, erst in

Witzenhausen, nun in Northeim. Die Geschichte

über jemanden, der es liebt, Licht erst einzufangen,

um es dann wieder von sich zu werfen.

2 |2025 37


mensch

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Es duftet nach Popcorn und Karamell, der Aufschrei

echter Gefühle hallt nach. Das Foyer der

Neuen Schauburg ist in einer Zeit stehen geblieben,

als Humphrey Bogart, Marlene Dietrich

und Heinz Rühmann größer waren als ein Mensch. Heute

sind es bunte Figuren und muskulöse Schauspieler, die

vom Filmplakat herunterschauen. Immer noch groß, aber

lange nicht mehr so hell. Die Leinwand: riesig. Der Projektor:

digital. Hinter der nostalgischen Fassade der

Schauburg steht der Wettkampf zwischen romantischer

Nostalgie und einem überschaubaren Budget. Und doch

ist es eben dieser Charme, der Kino – die Schauburg – so

besonders macht. Liebenswürdig macht. Einer, der sich

verliebt hat, ist Wolfgang Würker. Zusammen mit dem

Inhaber der Immobilie, Marius Becker, hat er das kleine

Kino Anfang 2025 übernommen. Zuvor sammelte er Erfahrung

als Kinobetreiber in Witzenhausen, als Dokumentarfilmer

und Physiklehrer.

Wenn Wolfgang Würker über ,sein‘ Kino spricht, lässt

sich seine Begeisterung an der Größe seiner Augen ablesen.

Seine schlanken Hände zeichnen Linien in die Luft,

streichen sanft über Papiere und Notizen. Als Naturwissenschaftler,

Journalist und Filmemacher ist er immer

gut vorbereitet. Was ihm das Leben nicht an Erfahrung

abgespeichert hat, trägt er auf einem Zettel bei sich. Besucherzahlen

aus dem vergangenen Jahr zum Beispiel.

„Das ist schon ziemlich deutlich“, sagt er mit Wehmut in

der Stimme. Wer heutzutage ein kleines Kino betreiben

möchte, um Geld zu verdienen, mache sich etwas vor.

Für Wolfgang Würker ist das Arbeiten in Northeim

kein Rückzug ins Provinzielle – sondern der nächste

Akt in einem ungewöhnlich konsequenten Lebenslauf.

Einer, der zwischen Wissenschaft und Kunst, zwischen

Fakten und Gefühl, zwischen öffentlich-rechtlicher Prime

Time und stillen Landkinos pendelt. Einer, der aus

der Welt des Sehens nie ausgestiegen ist – und es jedem

zeigen möchte.

WIE DIE WELT FUNKTIONIERT

„Ich wollte verstehen, wie die Welt funktioniert. Wie Dinge

voneinander abhängen und funktionieren“, sagt er

über seine erste Leidenschaft: die Physik. Er erinnert sich

an einen Lehrer mit schrägem Gang, der ihn für das Fach

begeisterte. „Er wippte mit dem Oberkörper hoch und

runter, weil das angeblich die energetisch günstigste Form

der Fortbewegung sei“, erzählt Würker. „Er hatte Sinn für

das Schrullige und Abgelegene. In seinem Unterricht

sprang der Funke auf mich über.“

Nach dem Abitur studierte Wolfgang Würker Physik

und Mathematik in Frankfurt, zur Promotion wechselte

er an die Universität nach Göttingen. Als es sich abzeichnete,

dass er eine Doktorarbeit im Bereich der

Halbleiter- und Kristallphysik in Göttingen machen

könnte, griff er zu. Zum ersten Mal verließ Würker damit

seine hessische Heimat. „Ich bin in Hanau geboren

und zur Schule gegangen und freundete mich mit dem

südlichen Niedersachsen an“, sagt Würker. „Damals

konnte ich nicht ahnen, dass ich Zeit meines Lebens

entweder im erweiterten Rhein-Main-Gebiet oder in

Göttingen zu Hause sein werde.“

Parallel zum Studium gründete er mit anderen die

Kino thek Göttingen – aus der später das Göttinger Filmfest

hervorging. „Es gab also schon sehr früh das Interesse

für zwei so unterschiedlichen Gebiete, für die Physik

sowie für Film und Kino.“

Die Naturwissenschaft bleibt für Wolfgang Würker

bis heute ein Denkgerüst, das ihm hilft, Komplexität zu

ordnen. In der Mathematik fand er Struktur, in der Physik

das offene Fenster zum Verständnis des Universums.

Doch bald drängten sich andere Bilder in sein Leben.

Noch bevor seine wissenschaftliche Karriere richtig

Fahrt aufnehmen konnte, hatte sich die Tür zur Kultur

längst geöffnet – „sie stand nicht nur offen, sie war nicht

mehr zu schließen“. Würker war ein Grenzgänger, und er

ist es bis heute.

38 2 |2025


mensch

An der Fassade des Northeimer Kinos treffen Epochen aufeinander. Wenn zur Dämmerung die Leuchtschrift aufscheint, steht ein schöner Kinoabend bevor.

» Ich wollte verstehen,

wie die Welt funktioniert.

Wie Dinge voneinander abhängen

und funktionieren.«

DIE FAZ, DIE FILMSETS UND EIN BASKETBALLER

Es folgten Jahre als Redakteur im Feuilleton der Frankfurter

Allgemeinen Zeitung, ein Sprungbrett, das ihn in

die Welt der bewegten Bilder führte. „Monika Zimmermann,

damals für den Kulturteil im Göttinger Tageblatt

zuständig, war nach Frankfurt ins Feuilleton der FAZ

gewechselt und empfahl mich als Filmkritiker.“ Als Physiker

wie auch als Redakteur einer großen Tageszeitung

war es ihm wichtig, Themen solide zu recherchieren.

Neugierde war sein Antreiber und das Vergnügen, Neues

kennenzulernen, dabei aber nie den Boden einer guten

Recherche zu verlassen.

„Nach einigen Jahren wollte ich dann nicht länger über

die Arbeit anderer schreiben, sondern selbst Filme machen“,

sagt er. Sein erster Dokumentarfilm? Gemeinsam

mit Joachim Kreck drehte er ein Porträt des Göttinger

Basketballtrainers Terence Schofield.

Wenig später gründete er mit Kollegin und Filme macherin

Sylvia Strasser die Produktionsfirma PAOLO- Film. ▸

2 |2025 39


mensch

» Nach einigen Jahren wollte

ich dann nicht länger über

die Arbeit anderer schreiben,

sondern selbst Filme machen.«

Wolfgang Würker (links auf dem Sofa), gehört zu den Mitbegründern

der Göttinger Kinothek, aus der später das Göttinger

Filmfest hervorging.

Seine Dokumentarfilme führten Wolfgang Würker um die ganze

Welt. Hier Ende der 1990er Jahre auf der Insel Teneriffa vor dem

Sonnenobservatorium unterhalb des Vulkans Teide. An seiner

Seite: Kameraassistent Norbert Hübner.

„Als Physiklehrer bewegst du dich im schulischen Rahmen,

folgst Lehrplänen, und irgendwie ist das Leben für

dich organisiert und strukturiert“, sagt Wolfgang Würker.

„Als Filmemacher betrittst du den freien Markt.

Plötzlich bist du für vieles verantwortlich.“ Mit der

neuen Firma hatten sie Glück: Große Reportagen und

Dokumentationen führten sie sofort nach Hollywood

oder an das Set von Bernd Eichingers ,Name der Rose‘

mit Schauspieler Sean Connery. „Wir hatten als Filmemacher

schnell Fuß gefasst und haben im Lauf mehrerer

Jahrzehnte viele Dutzend große Dokumentationen gemacht,

meist für ZDF und ARTE, aber auch viele kleinere

Filme für Museen und private Auftraggeber.“

Die sogenannte Einschaltquote begreift er schnell als

die neue bedeutende Währung. Seine Filme erzählen von

Expeditionen mit der Concorde über den Atlantik,

von Drehs in Moskau und Hollywood, über Schnee und

Eis, über Feuerwerke oder die faszinierenden Nordlichter.

Und ganz persönlich über den Basketballer Dirk

Nowitzki und Physiker wie Albert Einstein. „Als Physiker

wie auch als Redakteur war es mir immer wichtig,

Themen solide zu recherchieren“, sagt er. Den Darsteller

für Einstein entdeckten sie in der Frankfurter Kneipe

,Casablanca‘. „Er sah ihm zum Verwechseln ähnlich.“

Die Neugier ist geblieben, die Methode hat sich verfeinert.

Wolfgang Würker ist keiner, der sich vom Spektakel

blenden lässt. Aber einer, der das Staunen erhalten hat. ▸

40 2 |2025


unternehmen

KI

Teamwork mit derKI

Wir gehen neue Wege: Mit Arina, unserer Wissens-KI, vernetzen wir unser internes

Wissen und reichern es mit öffentlichen Daten an. Auf diesen Wissensschatz können

alle unsere Mitarbeitenden jederzeit zurückgreifen. So erkennen wir Projektherausforderungen

und -potenziale frühzeitig und können darauf optimal reagieren. Das

macht uns nicht nur effizienter, sondern vor allem zu einem noch besseren Partner

für unsere Kundenunternehmen.

Arina ist mehr als nur ein Tool – sie ist ein Versprechen

für unsere gemeinsame Zukunft.

www.arineo.com

2 |2025 41


mensch

Die Schauburg ist berühmt für ihr leckeres Popcorn. Vor allem aber für den Charme aus einer Zeit, als Kino für die Menschen noch etwas Besonderes war.

42 2 |2025


mensch

DANN KAM DAS KINO

Zum Kino kam Würker schließlich über einen Freund:

Ralf Schuhmacher, Kinobetreiber in Witzenhausen, der

2019 überraschend verstarb. „Ein neuer Auftrag fürs

Fernsehen wollte gerade nicht zustande kommen, das

Capitol in Witzenhausen suchte jemanden für Programm

und Organisation – da habe ich einfach zugesagt.“

Was dann folgte, war typisch Würker: Kino in der

Kirche, Open-Air im Klosterhof, ein Wiedereröffnungsfilmhaus

in Hann. Münden. Das Filmemachen hat ihn

zwar nicht losgelassen. Aber es war anders. „Anfangs

waren die Macher im und für das öffentlich-rechtliche

Fernsehen noch eine verschworene Gemeinschaft.“

„Wie es weiterging, ist bekannt: Inzwischen haben die

kommerziellen Aspekte die Oberhand gewonnen, bei vielen

Sendern steht die Unterhaltung im Zentrum, und die muss

nicht mal mehr besonders anspruchsvoll sein“, sagt er

kritisch. Es laste ein hoher Druck auf den öffentlichrechtlichen

Sendern. „So wandern beispielsweise anspruchsvolle

Sendungen über Literatur oder Kino heute

ins Nachtprogramm, sofern es sie überhaupt noch gibt.“

Sylvia Strasser hat das noch nicht losgelassen. Während

sie im Sommer 2025 einen Doku-Film fürs Kino in Italien

dreht, plant Wolfgang Würker die Zukunft der Neuen

Schauburg. „Ich hätte es allein nicht gemacht“, sagt er

offen. Zu groß sei das finanzielle Risiko. Über Jahrzehnte

war Torben Scheller Betreiber des Kinos. Sein Abschied

und die Anfrage zur Übernahme kam „zur richtigen Zeit“,

sagt Würker. „Warum nicht meine Ideen von Kino und

Programmkultur nochmal an einem anderen Ort in die

Realität umsetzen?“

Mit Marius Becker, dem Eigentümer des Gebäudes, fand

sich ein Mitstreiter. Gemeinsam setzen sie auf Entstaubung

und Erneuerung, auf Beharrlichkeit und Leidenschaft. Und

entwickeln Ideen, um Kino wieder zu einem Ort der Gemeinsamkeit,

des Treffens und Erlebens zu machen.

KAFKA, KEKSE UND KULTURARBEIT

„Im Kino gewesen. Geweint.“ Kafka schrieb das in sein

Tagebuch. Würker zitiert es gern. Nicht aus Schwärmerei,

sondern weil es einen Punkt trifft, den er ernst meint:

Kino als Ort der Begegnung, nicht nur mit Geschichten,

sondern auch mit sich selbst.

„Liebe und Tod, Lachen und Weinen, Freude und Enttäuschung.

In der Dunkelheit und Anonymität des Kinosaals

begegnet man im besten Fall auch sich selbst.“ Er will,

dass das Kino mehr ist als ein Filmabspielort. Es soll ein

Treffpunkt werden. Ein Ort für Musik, Lesungen, Kooperationen

mit Theater, Gleichstellungsstelle, Stadthallenverein.

Es geht ihm um nichts Geringeres als das kulturelle

Zentrum einer kleinen Stadt. „Ein früherer Slogan lautete:

Die Mitte der Welt ist da, wo man sich trifft: Im Kino.“

Und vielleicht ist es genau das, was er meint, wenn er

vom Kino als „therapeutischem Raum“ spricht. Ein Ort

der Resonanz in einer immer lauteren Welt. Vor allem

geht es aber um den Film. „Natürlich gibt es Kriterien,

was Qualität bedeutet und was nicht. Das gilt für Programme

im Fernsehen wie die Filme im Kino.“ Dabei

fragt er sich: Wie interessant und relevant ist ein Thema?

Wie wird es umgesetzt? Mit wie viel Fantasie und Fortune

gehen die Macher ans Werk? Ist ihr Konzept am Ende

aufgegangen? „Am Ende sieht jeder Zuschauer einen anderen,

seinen eigenen Film.“

REALITÄTSSINN TRIFFT VISION

Wolfgang Würker ist kein Träumer. Er kennt die Zahlen.

Und die sehen nicht gut aus. Der Besucherrückgang in

Kinos sei dramatisch, sagt er. 20 Prozent weniger Zuschauer

im Vergleich zu 2023. Das steht so auf seinem

Zettel. „Mit der Schauburg ist es ein Experiment. Das

heißt, es kann auch schief gehen“, sagt Würker. „Aber wir

hoffen, dass es der Beginn von Etwas ist. Eine Grundlage

für eine neue Zukunft.

Die Pandemie hat ihre Spuren hinterlassen – und das

Streaming hat längst auch das ältere Publikum erreicht.

„Selbst die, die bis dahin nie einen Kinofilm im Netz sehen

wollten“, sagt Würker, „haben inzwischen gelernt,

mit Netflix, Amazon oder Apple umzugehen.“

Hinzu kommt: Viele Filme sind nicht mehr für die

Leinwand gedacht. Und selbst Klassiker wie Indiana

Jones bekommt man nicht mehr zu sehen – aus lizenzrechtlichen

Gründen. „Das ist heute im Kino nicht

mehr möglich.“ Und dennoch: Er macht weiter. In den

ersten Monaten hat sich viel getan. Wände wurden gestrichen,

neue Heizkörper montiert, eine PV-Anlagen

installiert und der Ton und das Licht verbessert. „Wir

haben, so banal es klingt, aufgeräumt und sauber gemacht.“

Kino als Form des Widerstands. Gegen das

Vergessen. Gegen die Gleichgültigkeit. Gegen die eigene

Resignation. ▸

2 |2025 43


mensch

KIRCHE, KINO, KOPETZKY

Die Pläne für die zweite Jahreshälfte sind konkret: Eine

monatliche Reihe ,Kirche und Kino‘, ein ,Dienstags um

Drei‘-Seniorenkino, Lesungen mit Herfried Münkler und

Steffen Kopetzky. Und vielleicht doch noch ,Die

Blechtrommel‘ mit Volker Schlöndorff persönlich. „Keep

up the good work!“, schrieb ihm der 86-Jährige. Würker

hebt die Augenbraue. Das ist zwar eine Absage des

Oscar-Preisträgers, ein neues Filmprojekt sei schuld. Aber

er schrieb ihm auch: „Bis zu einem anderen Mal!“

Würker denkt in Programmen, in Formaten, in Begegnungen.

Nicht im schnellen Effekt. Sondern im langen

Atem. In Verbindung. Für ihn ist Kino nicht nur ein Ort

– es ist eine Haltung. Eine Möglichkeit, im Gespräch zu

bleiben „Wir wollen mit dem Theater der Nacht zusammenarbeiten,

mit der Gleichstellungsbeauftragten des

Landkreises, mit dem Förderverein der Stadthalle und

vielen anderen mehr.“ Zusammen mit der Northeimer

Initiative Kunst und Kultur ist beispielsweise die Sonntagsmatinee

schon zu einem sehr erfolgreichen Format

geworden.

DIE MAGISCHEN MOMENTE

Vielleicht ist es kein Zufall, dass einer wie Wolfgang Würker

am Ende wieder dort angekommen ist, wo er begonnen

hat: im Kinosaal. Ein dunkler Raum, in dem Menschen

still werden. In dem Aufmerksamkeit wächst, und

manchmal auch Erkenntnis. In dem Gemeinschaft entsteht,

wo sonst Vereinzelung droht.

Er sagt, er sei noch immer Physiker. Und dann wieder

nicht. Die rätselhaften Momente, die „nicht so leicht zu

erklären oder gar zu beweisen“ seien, die faszinieren ihn

heute mehr. Er findet sie auf der Leinwand. Und schafft

ihnen einen Raum. Nicht als Forscher, nicht als Kritiker,

nicht als nostalgischer Träumer – sondern als jemand,

der weiß, wie viel Arbeit hinter dem Licht steckt. Und

wie viel Hoffnung im nächsten Abspann liegt.

„Die rätselhaften und magischen Momente von Kinofilmen,

gerade die, die wir nicht mehr so genau beschreiben

und nachvollziehen können, wovon wir aber eine

Ahnung bekommen, die uns anregen oder träumen lassen

– dies alles macht uns im Kino reicher.“ ƒ

WOLFGANG WÜRKER

studierte Physik in Frankfurt und promovierte in Göttingen. Er

schrieb Filmkritiken für das Göttinger Tageblatt und war Initiator

des Göttinger Filmfests. Später wurde er Feuilleton-

Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und gründete

Mitte der 1980er-Jahre zusammen mit Sylvia Strasser die

Produktionsfirma PAOLO-Film. Über mehr als drei Jahrzehnte

hinweg entstanden zahlreiche Dokumentationen für das

öffentlich-rechtliche Fernsehen, meist für ZDF und ARTE, daneben

auch Filme für Museen und private Auftraggeber. Seit

2019 Engagements in der Kinobranche (Witzenhausen, Hann.

Münden), seit Januar 2025 Geschäftsführer der Neuen

Schauburg Northeim.

DIE SCHAUBURG

Am 27. Januar 1923 eröffnete der Kapellmeister Fritz Krüger im

Saal seiner Gaststätte ,Zur Altdeutschen‘ die ,Northeimer

Lichtspiele‘. Das Kino hatte zunächst 165 Plätze und zeigte

Stummfilme, die am Klavier live begleitet wurden. Anfang der

1950er-Jahre wurde die Schauburg renoviert und auf den modernsten

Stand der damaligen Technik gebracht. Das Foyer

erhielt das bis heute bestehende ,Trumpf‘-Kassenhaus. Als in

den 1980er-Jahren die beiden anderen Lichtspieltheater Northeims,

das CAPITOL-Theater und ,Die Kurbel‘, den Spielbetrieb

einstellten, blieb die Schauburg als einziges Kino den Northeimern

erhalten. 1997 hat Torben Scheller nach sorgsamer Renovierung

und Restaurierung das Kino unter dem heutigen

Namen ,Neue Schauburg‘ wieder eröffnet. Am 1. Januar 2025

ein neuerlicher Betreiberwechsel. Marius Becker und Wolfgang

Würker wollen die Neue Schauburg im Sinne Torben Schellers

fortführen, als unverzichtbaren kulturellen Treffpunkt im

Herzen der Stadt.

44 2 |2025


wissen

1 |2025 35


ANZEIGE

PROFIL

Ein Bier, das nach

Heimat schmeckt!

Jetzt hat das Einbecker Brauhaus Bier mit 100

Prozent regionaler Braugerste herausgebracht.

unsere Biere – das soll gesehen und geschätzt

werden. Gleichzeitig profitieren auch wir von

kurzen Wegen, Verlässlichkeit und dem Wissen,

woher unsere Rohstoffe kommen. Es ist

eine Win-Win-Situation.

UND DAS BIER KANN MAN BALD AUCH

TRINKEN?

Ja, und das freut uns natürlich ganz besonders:

Seit Juni haben wir ein limitiertes Fassbier

mit 100 Prozent regionaler Braugerste auf

dem Markt – exklusiv unfiltriert für die Gastronomie

in ebenfalls limitierter Menge auch im

lokalen Handel.

Die Landwirte Armin Eggert und Siegbert stehen für regionale Qualität.

Regional, nachhaltig, partnerschaftlich:

Mit seinem Anbauprogramm

,Regionale Braugerste‘ stärkt das Einbecker

Brauhaus seit einigen Jahren

die heimische Landwirtschaft – und gleichzeitig

seine eigene Versorgungssicherheit. Sieben

Landwirte aus Südniedersachsen bauen

auf ihren Feldern Sommerbraugerste an, die

in der Einbecker Brauerei zu Bier gebraut wird.

Seit Juni wird das Bier mit regionaler Braugerste

in limitierter Menge an die Gastronomie

verkauft und auch der Endkunde kann

eine begrenzte Zahl Flaschen erwerben. Im

Interview erklärt Vorstand Marc Kerger, warum

das Projekt ein echtes Herzensanliegen

ist – und wie daraus jetzt ein ganz besonderes

Bier entstanden ist.

HERR KERGER, WARUM HAT DAS

EINBECKER BRAUHAUS DAS PROJEKT

,REGIONALE BRAUGERSTE‘ INS LEBEN

GERUFEN?

Als traditionsreiche Brauerei mit regionalen

Wurzeln wollen wir auch beim Thema Rohstoffe

Verantwortung übernehmen. Die Idee

war: Warum nicht mit Landwirten aus der

Region zusammenarbeiten und unsere Gerste

direkt hier anbauen lassen? Das stärkt die

regionale Wertschöpfung, verkürzt Lieferwege

und sichert uns den Rohstoff in gleichbleibend

hoher Qualität.

WIE FUNKTIONIERT DIE ZUSAMMEN-

ARBEIT MIT DEN LANDWIRTEN?

Die Landwirte erhalten von uns klare Vorgaben

zur Anbausorte und Qualität – und im Gegenzug

eine verlässliche Abnahmegarantie zu

fairen Preisen. Es ist eine echte Partnerschaft

auf Augenhöhe. Uns ist wichtig, dass diese

Zusammenarbeit mit den Landwirten sichtbar

wird: Auf unserer Website und in sozialen Medien

porträtieren wir die Betriebe und stellen

die einzelnen Landwirte vor – mit Fotos, Interviews

und ganz persönlichen Einblicken.

WAS BEDEUTET FÜR SIE DER SATZ:

„WERTSCHÄTZUNG DURCH GEMEINSAME

WERTSCHÖPFUNG“?

Wir reden nicht nur über Regionalität, wir leben

sie. Die Landwirte unterstützen sich gegenseitig

mit Tipps und Tricks und wir alle

zusammen leisten einen wichtigen Beitrag für

Einbecker-Vorstand Marc Kerger

Einbecker Brauhaus AG

Papenstraße 4-7

37574 Einbeck

Tel. 05561 797-0

info@einbecker.de

www.einbecker.de


ANZEIGE

Zahlen, bitte!

Trotz weltweit komplexer Herausforderungen, hat

Judith Haase die Finanzen von Refratechnik Cement

GmbH fest im Griff

PROFIL

An ihrem ersten Tag bei Refratechnik kann

sich Judith Haase noch gut erinnern. Das

ist nun 26 Jahre her. Seitdem hat die Brehmerin

eine beeindruckende Karriere hingelegt

und ist seit 2018 als Leiterin Finanzen

& Controlling für die Liquidität der

Refratechnik Cement GmbH verantwortlich.

Ihr Zahlengedächtnis ist hervorragend.

Sie weiß noch genau, wie hoch der Gewinn

ihres ersten eigenverantwortlichen Jahresabschlusses

bei Refratechnik war. Damals war

sie schwanger. Probleme, Familie und Beruf

unter einen Hut zu bringen, gab es nie, denn

Refratechnik bot ihr größtmögliche Flexibilität.

Judith Haase wird nicht müde zu betonen,

welch mega Team sie täglich unterstützt. Austausch

und Miteinander sind ihr besonders

wichtig.

AUCH IN IHRER FREIZEIT spielen finanzielle

Mittel eine Rolle. Engagiert bei den Sternsingern

im Eichsfeld sammelt sie Jahr für Jahr

Spenden für benachteiligte Kinder in aller

Welt. Und überhaupt ist sie in ihrer Heimat

fest verwurzelt. Mit ihrem Prinzgemahl, den

sie ebenfalls bei Refratechnik gefunden hat,

konnte man sie als Prinzessin vor nicht allzu

langer Zeit beim Brehmer Fasching erleben.

Refratechnik Cement GmbH

Rudolf-Winkel-Str. 1

37079 Göttingen

Tel. 0551-6941-0

refra@refra.com

www.refra.com

WÜRDE KENNT

KEINEN FEIERABEND

Unternehmer*innen übernehmen Verantwortung –

auch über ihr Unternehmen hinaus.

Im Hospiz an der Lutter schaffen wir einen Ort der Menschlichkeit – wo Würde nicht

endet, sondern weiterlebt. Unser Freundeskreis ermöglicht dies durch private Initiative,

mit Weitblick und Herz.

Würde

geht uns alle an –

sie beginnt mit

deiner Freundschaft.

Werden Sie Teil unseres Freundeskreises!

WERDE TEIL UNSERES

Jetzt informieren und anmelden:

FREUNDESKREISES

Ob als Unternehmen oder Einzelperson: Ihre Unterstützung macht den Unterschied.

Schon mit einem kleinen monatlichen Beitrag gestalten Sie Zukunft – mit Würde.

Freundeskreis

Hospiz an der Lutter

Folgen Sie uns:

instagram.com/hospizgoettingen

facebook.com/hospizgoettingen

Scannen Sie den QR Code

oder melden sich an über

www.hospiz-goettingen.de


unternehmen

48 2 |2025


unternehmen

Ich ärgere mich ungern –

ich mache einfach!

Martina Städtler-Schumann führt das Unternehmen, das sie gemeinsam mit ihrem

Mann gegründet hat und das seinen Namen trägt: die Prof. Schumann GmbH.

Über bald 30 Jahre hat sie das IT-Unternehmen zu einem internationalen Player mit

über 200 Mitarbeitern entwickelt. Das Porträt einer Unternehmerin, die den Blick

immer nach vorn richtet.

TEXT MARGARETA VOGEL

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

Das Thema IT wurde Martina Städtler-

Schumann gewissermaßen in die

Wiege gelegt: Ihr Vater gründete 1961

in Nürnberg ein Beratungs- und Softwareunternehmen

für die Logistikbranche

– zu einer Zeit, in der Informations technologie

noch in den Kinderschuhen steckte. Diese frühe Nähe

zur technischen Pionierarbeit prägte ihren Weg nachhaltig.

Sie machte eine Ausbildung zur Diplom-Kauffrau

mit technischer Ausrichtung und promovierte

anschließend in Wirtschaftsinformatik an der Universität

Nürnberg. Dort lernte sie auch ihren späteren

Ehemann, Matthias Schumann, kennen. Nach

ihrer Promotion im Jahr 1985 stieg Martina Städtler-Schumann

ins elterliche Unternehmen ein. Sie

übernahm rasch Verantwortung – zunächst in Vertrieb

und Marketing, später in der Projektleitung und

als Bereichsleiterin. „Ich bin mit starken Frauen aufgewachsen“,

erzählt sie. „Meine Mutter und beide

Großmütter waren berufstätig und standen fest im

Leben. Für mich war es immer selbstverständlich,

dass Frauen gestalten, führen und ihren eigenen Weg

gehen.“

NACH ZWEI JAHREN ELTERNZEIT war der Weg zurück

ins Familienunternehmen jedoch versperrt: In

der Zwischenzeit hatte ihr Bruder die Firma übernommen.

Zudem war sie mit ihrer jungen Familie ▸

2 |2025 49


unternehmen

ZUM UNTERNEHMEN

Die Prof. Schumann GmbH mit Hauptsitz

in Göttingen sowie Standorten in

Leipzig und London ist ein inhabergeführtes

Softwareunternehmen, das seit

1997 auf Lösungen für das Kreditrisikomanagement

spezialisiert ist. Die Software

wird in Unternehmen aus Industrie,

Großhandel, Leasing, Factoring sowie bei

Kredit- und Kautionsversicherungen eingesetzt.

Rund 230 Mitarbeitende arbeiten

an IT-Lösungen, die die Digitalisierung

und Automatisierung von Prozessen

ermöglichen.

von Nürnberg nach Göttingen gezogen, wo ihr Mann seinen

Lehrstuhl für Anwendungssysteme und E-Business

angetreten hatte. „Da stand ich nun – glücklich verheiratet,

mit kleinem Sohn, aber ohne Job in einer neuen

Stadt“, erinnert sich Martina Städtler-Schumann.

EINE NEUE PERSPEKTIVE eröffnete sich schließlich

durch die Forschung ihres Mannes. An der Universität

Göttingen leitete er ein Praxisprojekt zu KI-Expertensystemen

in der Kreditversicherung – mit beachtlichem

Erfolg. „Die Lösung funktionierte hervorragend“, erzählt

Martina Städtler-Schumann. „Aber über die Universität

durften weder Schnittstellen programmiert noch Weiterentwicklungen

oder Wartung angeboten werden.“ Für sie

war klar: Genau hier liegt unternehmerisches Potenzial. Sie

ergriff die Chance – und gründete gemeinsam mit ihrem

Mann im Jahr 1997 in Göttingen die Prof. Schumann

GmbH, spezialisiert auf IT-Lösungen im Kreditrisikomanagement.

„Ich wollte gestalten, nicht stillstehen.“

Die Weichen wurden mutig gestellt: Ein Büro wurde

mit Dreijahresvertrag angemietet, moderne Büromöbel

angeschafft und erste Mitarbeiter eingestellt. „Das war

ein ordentliches Risiko“, sagt sie rückblickend. „Ich

habe die Verträge aufgesetzt, die AGBs formuliert, Prospekte

geschrieben, das Marketing aufgebaut.“ Während

ihr Mann die ersten Kundengespräche führte, kümmerte

sie sich um die gesamte Außendarstellung. „Ich wusste

aus meiner Berufserfahrung: Wir brauchen mehrere

Standbeine, wenn wir nachhaltig wachsen wollen.“ Dieser

unternehmerische Weitblick sollte sich bald auszahlen.

Das junge Unternehmen entwickelte sich stabil,

wuchs kontinuierlich und zählte nach wenigen Jahren

rund 20 Mitarbeiter.

DOCH DANN KAM, fünf Jahre nach der Gründung, ein

harter Einschnitt: Die Versicherung, mit der alles begonnen

hatte, stellte ihre Sparte für Kreditversicherung ein.

„Über Nacht verloren wir ein Drittel unseres Umsatzes“,

erinnert sich Städtler-Schumann. „Wären wir nicht

finanziell solide aufgestellt gewesen und hätten nicht alle

im Team zusammengehalten, hätte das das Aus bedeuten

können.“ Es war ein Moment, der die Widerstandsfähigkeit

des Unternehmens auf die Probe stellte – und in dem

sich letztlich bestätigte, dass Vertrauen, Weitsicht und

der Zusammenhalt der Mitarbeiter tragende Säulen des

Erfolgs sind. Es sind Werte und Überzeugungen, die

50 2 |2025


unternehmen

Martina Städtler-Schumann vor allem durch ihren Vater

mit auf den Weg bekommen hat – und die bis heute ihr

unternehmerisches Handeln prägen. „Wenn wir über

Werte sprechen, dann denke ich zuerst an ihn“, sagt sie.

„Er hat mir Zuversicht und Gottvertrauen vermittelt – besonders

in schwierigen Zeiten – sowie den festen Glauben

an Fleiß, Verlässlichkeit und Verantwortung. Er war ein

Chef, der kompetent und empathisch agiert hat, der Vertrauen

in die Mitarbeiter hatte – unglaublich modern.“

HEUTE IST MARTINA STÄDTLER-SCHUMANN besonders

stolz auf etwas, das sich nicht in Zahlen messen lässt:

das außergewöhnliche Engagement ihrer Mitarbeiter.

Loyalität, Identifikation und Eigenverantwortung sind im

Unternehmen keine Floskeln, sondern gelebter Alltag.

„Als Chefin muss man vorangehen – mit einer Vision,

einer klaren Zielsetzung und einem positiven Beispiel.

Und ohne Vertrauen geht gar nichts.“ Für sie gehört beides

untrennbar zusammen: „Verantwortung beginnt mit

Vertrauen.“ Wer mitdenkt und mitträgt, braucht auch die

Freiheit, selbst Entscheidungen zu treffen. „Unsere Mitarbeitenden

sind hoch kompetent und wissen genau, was

unsere Kunden brauchen. Darauf vertrauen wir – und

darauf bauen wir unsere Entscheidungen auf.“

DOCH VERTRAUEN ZU GEBEN, bedeutet auch, loslassen

zu können. Delegieren sei ein zentrales Führungsinstrument

– und zugleich eine persönliche Herausforderung

gewesen. „Was glauben Sie, wie oft ich ungeduldig war,

wenn ich Aufgaben abgegeben habe“, sagt sie. „Warum

macht er das nicht so? Warum macht sie das nicht jetzt?

Warum fragt er mich? Warum fragt sie mich nicht? All das

musste ich lernen auszuhalten.“ Heute ist sie überzeugt:

Die stärksten Beziehungen entstehen nicht durch Harmonie,

sondern durch echtes Miteinander – auch, wenn es

mal kracht. „Gerade in den Situationen, in denen intensiv

über den richtigen Weg gestritten wurde, ist tiefes gegenseitiges

Vertrauen gewachsen. Und das trägt – bis heute.“

Insbesondere in herausfordernden Zeiten wie der Finanzkrise

2008 und der Corona-Pandemie zeigte sich,

wie belastbar dieses Führungsverständnis und der Zusammenhalt

im Team wirklich waren. „Beide Krisen haben

uns eher gestärkt als geschwächt“, sagt Martina

Städtler-Schumann. „Wir haben uns nie verzettelt, sondern

konsequent auf unsere Kunden und unser Kerngeschäft

fokussiert.“

HEUTE AGIERT DAS UNTERNEHMEN im Zentrum der

Kreditrisikobranche und bedient drei Marktsegmente:

Kredit- und Kautionsversicherer, Finanzdienstleister sowie

Industrie- und Handelsunternehmen. „Alle drei Bereiche

verbindet die Risikobewertung von Kunden –

wenn auch auf unterschiedliche Weise“, erklärt Martina

Städtler-Schumann. Diese konsequente Ausrichtung auf

die Bedürfnisse der Kunden hat das Unternehmen auf

Wachstumskurs gebracht. Als es 1997 losging, startete

Martina Städtler-Schumann mit drei Mitarbeitern. Heute

zählt das Unternehmen gut 200 Beschäftigte – darunter

für die IT-Branche überdurchschnittlich viele Frauen. Außer

dem Hauptsitz in Göttingen unterhält das Unternehmen

Niederlassungen in Leipzig und London – letztere als

Treffpunkt für internationale Kunden und Partner.

Das Unternehmen soll auch in Zukunft ein Familienunternehmen

bleiben. Drei Geschäftsführer bilden

bereits das stabile Führungsfundament unter der Frau

an der Spitze. Ein Verkauf stand dabei nie zur Diskussion

– trotz zahlreicher Angebote. „Es gab unzählige

Übernahme- oder Beteiligungsangebote“, sagt Martina

Städtler- Schumann. Noch immer treffen wöchentlich

drei bis vier neue Anfragen ein. „Aber inzwischen lösche

ich sie einfach ungelesen. Ich antworte nicht einmal

mehr. Unsere Mitarbeiter liegen mir zu sehr am Herzen.

Wir wissen selbst am besten, wo wir investieren wollen.“

Und an Ideen mangelt es nicht: Im spezialisierten Marktsegment

des Kreditrisikomanagements sowie im Bereich

der Kredit- und Kautionsversicherungen ist das Unternehmen

heute Marktführer. Auch zukunftsweisende

Technologien wie Künstliche Intelligenz hat das Unternehmen

fest im Blick. „Unser Geschäft ist extrem dynamisch

– entscheidend ist, die KI sinnvoll und praxisnah

in die Prozesse unserer Kunden zu integrieren“, betont

Städtler- Schumann.

WIE SIE SELBST SAGT: Kaum etwas bringt sie aus der

Ruhe – hart zu arbeiten liegt ihr. Und genau das hat

sie getan, unbeirrt und mit klarem Fokus, ungeachtet

etwaiger Hindernisse, auch wenn ihr klar ist, dass Erfolg

niemals eine Einzelleistung ist. Hindernissen begegnet

sie mit Pragmatismus und Tatkraft: „Wenn ein Problem

auftaucht, schaue ich nach vorn. Dann muss ich eben

drübersteigen. Ich verschwende keine Energie auf Dinge,

die ich nicht ändern kann. Ich ärgere mich ungern – ich

mache einfach.“ ƒ

2 |2025 51


unternehmen

52 2 |2025


unternehmen

Der Unternehmensneucodierer

Gerdum Enders ist Unternehmensberater aus Kassel, der sich auf

Change Prozesse in Unternehmen spezialisiert hat. Statt fertiger Strategiepapiere

liefert er etwas viel Wertvolleres – Klarheit über das, was ein Unternehmen im

Innersten ausmacht. Mit seiner CODE-Methode hilft er dabei, die eigene DNA

zu entschlüsseln und daraus eine lebendige Vision zu entwickeln.

TEXT SVEN GRÜNEWALD

In einer Welt voller Buzzwords und Strategiepapiere

sticht Prof. Gerdum Enders als jemand

hervor, der Klarheit schaffet. Seit über 30 Jahren

beschäftigt sich der Kasseler Zukunftsstratege

mit Semiotik – der Wissenschaft der Zeichen –

und hat daraus eine Methode entwickelt, die Unternehmen

hilft, ihren eigenen ,Code‘ zu entschlüsseln und

sich so zu erneuern. „Die meisten Unternehmen kennen

ihre DNA nicht – und das ist ihr größter Fehler“, sagt

Enders. „Damit fehlt die Erdung, die Klarheit, auf der

jede Veränderung abläuft.“ Dieses Bewusstsein ist für

jede strategische Veränderung unumgänglich, ist Enders

überzeugt.

Mit seiner CODE-Methode bietet Enders Unternehmen

einen strukturierten Prozess, um ihre Identität zu

schärfen. Dabei geht es nicht (nur) um Logos oder Slogans,

sondern um die tief verwurzelten Werte und

Überzeugungen, die ein Unternehmen einzigartig machen.

Diese ,Unternehmens-DNA‘ dient als Prüfregel

für Entscheidungen und strategische Ausrichtungen.

„Neben der Klarheit über die eigene DNA (CODE)

braucht es noch den Nordstern, die Vision, wo die Reise

hingehen soll“, sagt Enders. Wobei eine Strategie nicht

mehr ein fester Plan ist, dem man folgt. „Heute ist man

mit einer Strategie nie fertig – wir leben in einer Art

Gaming-Welt, in der man andauernd justieren kann,

wenn etwas nicht funktioniert.“ Bei Enders geht es zwar

auch um die Inhalte, konkrete neue strategische Ziele,

aber ebenso um die Art, wie die Umsetzung gelebt wird:

nämlich mit vollem Bewusstsein für die eigenen Werte.

„Wir wissen, wo wir hinwollen, und alles, was wir machen,

muss uns in diese Richtung führen. Wenn man sich

dahingehend permanent selbst reflektiert, wird das

Tagesgeschäft dadurch von ganz alleine kalibriert.“

2 |2025 53


unternehmen

» Man sollte sich immer klarmachen: Was ist am Ende der

Woche anders? Die Zwischenschritte zur Vision beschleunigen

und fokussieren den Prozess.«

EINES DER UNTERNEHMEN, die sich mit der Methode

Enders auf den Weg gemacht haben, ist der faktor selbst.

Dessen DNA: ein Dreiklang aus wertig, persönlich, inspirierend.

Die strategische Vision: sich vom faktor-

Magazin zum faktor-Club zu entwickeln, der noch stärker

ein Katalysator für direkte Business-Begegnungen

werden soll. „Mit diesen Werten und Zielen gleichen

wir im Alltag unsere Aktivitäten ab“, so Herausgeber

Marco Böhme. „Das können auch schon ganz kleine

Sachen sein: die Ideen zum Jubiläumsfeier-Programm,

sind die wertig, persönlich, inspirierend?“ Oder die

Einladungskarten zu dem Event. Während früher das

Design durch eher unbestimmten Perfektionismus sehr

lange gedauert hat, „sind wir jetzt deutlich zielgerichteter,

agiler und damit schneller in der Umsetzung geworden“.

FÜR VIELE IST STRATEGIE eher eine Theorie, erlebt

Enders. Eine Powerpoint-Präsentation, 50 Seiten Bericht,

aber die Marke bleibt verstaubt. „Wir haben heute weniger

ein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem,

das heißt, die Strategie bleibt abstrakt und

kommt nicht bei Mitarbeitern im Alltag an. Zur Strategie

gehört aber, dass im Team alle sehen, dass sich etwas

verändert.“ Und das kann und muss auch in kleinen

Schritten gedacht und getan werden. „Man sollte sich

immer klarmachen: Was ist am Ende der Woche anders?

Die Zwischenschritte zur Vision beschleunigen und fokussieren

den Prozess.“

ES IST EINES DER KENNZEICHEN der Arbeit mit

Gerdum Enders, dass er am Ball bleibt. Eine Strategie

wird gemeinsam entwickelt und dann die Umsetzung begleitet.

Als „brutal nachhaltig“ empfindet Julian Dräger,

Geschäftsführer beim Büro-Dienstleister bueroboss.de

in Northeim, diesen Prozess. Ohne diesen Blick von außen

und ohne den speziellen Ansatz von Enders „wären

wir deutlich langsamer und mit anderem Ergebnis unterwegs

gewesen“. Nach Markenumbau und dem Aufbau

neuer Dienstleistungen befindet sich bueroboss.de in der

schwierigsten Phase des Veränderungsprozesses: dem

Kulturwandel.

„Da haben wir noch einen echten Weg vor uns“, sagt

Dräger. „Die Marke umzubauen, ging relativ einfach;

neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln, war

schon schwieriger, ging aber auch. Jetzt sind wir dabei,

unsere interne Unternehmenskultur zu verändern und

das ist das Schwierigste.“ Egal ob Vertrieb, Einkauf,

Marketing – Drägers Beobachtung ist, dass die Mitarbeiter

schnell in alte Verhaltensmuster zurückfallen, denn

jeder Mensch ist erstmal ein Gewohnheitstier. „An diesem

Kulturwandel scheitern häufig Strategien. Wenn ich

nur ein Blatt Papier habe, das ich gerne angucke, aber

keinen wirklichen Veränderungswillen, passiert nichts.“

Deswegen begleitet Gerdum Enders diese Projektphase

besonders intensiv. Über interne Teamarbeit wird

versucht, kontinuierlich die Vision und die Unternehmens-DNA

ins Bewusstsein der Mitarbeiter zu holen.

„Enders setzt sich immer wieder dafür ein, Dinge mal

54 2 |2025


unternehmen

anders zu machen. So haben wir uns beispielsweise im

Vertrieb gegenseitig mit Impro-Theater trainiert“, erzählt

Julian Dräger.

„Man muss den Erneuerungsprozess immer wieder

justieren, immer dranbleiben, bis das verinnerlicht ist.

Das dauert seine Zeit“, so Enders. Da hilft es, vom Ende

her zu denken, sich klarzumachen, wie die Vision aussehen

soll, wo man in einem Jahr oder auch am Ende der

Woche stehen will. „Denn das bringt einen weiter. Meiner

Erfahrung nach ist das ein ganz großer Hebel für die

Bewegung im Unternehmensalltag, wenn ich nicht von

A nach B denke, sondern von B ausgehe und mich dann

frage, was ich tun muss, um das zu erreichen. Das macht

das Ziel viel greifbarer.“ Und genau darum geht es: Strategie

ist eine fokussierte Reise. ƒ

ZUR PERSON

Gerdum Enders ist Marken- und

Zukunftsstratege, Zeichenforscher und

Experte für innovative Unternehmensentwicklung.

Als Gründer von CODE

LAB berät er Unternehmen dabei, ihre

individuelle ,Unternehmens-DNA‘ zu

identifizieren und als strategischen

Kompass zu nutzen. Seine CODE-

Methode basiert auf der Annahme,

dass Märkte als dynamische Zeichensysteme

funktionieren. Er arbeitete unter

anderem mit Marken wie Leonardo,

EAM und Swatch zusammen.

CODE LAB GLOBAL

MIND NETWORK GMBH

Garde-du-Corps-Straße 5

34117 Kassel

Tel. 0561 810480

office@codelab.de

www.codelab.de

Gerdum Enders im Gespräch mit faktor-Herausgeber Marco Böhme

2 |2025 55


unternehmen

-shortlist

Der seit Jahrzehnten etablierte Hattorfer Wohnexperte

bietet Stilvolles mit Konzept für alle Wohnbereiche

Küchen am Harz nun auch in Osterode

KÜCHEN VOM PROFI: Seit mehr als

35 Jahren steht das Unternehmen

von Geschäftsführer Stefan Henkel

(Foto) für individuelle Küchengestaltung.

Nun präsentiert es sich am zusätzlichen

Standort Osterode: hell,

stilvoll und mit einem erweiterten

Sortiment, das weit über die klassische

Küche hinausgeht. Denn neben

maßgeschneiderten Küchenlösungen

findet man hier nun auch hochwertige

Möbel für andere Wohnbereiche

– von eleganten Wohnwänden

bis zu funktionalen Hauswirtschaftsräumen.

Zur Eröffnung wartete das Studio

mit einem bunten Rahmenprogramm,

exklusiven Eröffnungsangeboten

und einer herzlichen Atmosphäre

auf. Viele Besucher nutzten

die Gelegenheit, sich inspirieren zu

lassen, neue Wohnideen zu entdecken

– und mit dem Team ins Gespräch zu

kommen. Sind erstmal die Wünsche

und Ansprüche fürs eigene Zuhause

konkretisiert, dauert es nicht mehr

lange, bis die Experten von Küchen

am Harz ein stimmiges Wohnkonzept

für die individuellen Wohnfühlbedürfnisse

erstellt haben.

Göttinger Start-up gewinnt mit Pitch in New York

Digity gewinnt German Accelerator Award

DIGITY heißt der Gewinner: Ein

großer Erfolg für das Göttinger

HealthTech-Start-up. Das junge Unternehmen

hat den renommierten

German Accelerator Award in New

York gewonnen – und dabei sowohl

die Fachjury als auch das Publikum

überzeugt.

„Wir haben nicht nur viele neue

Kontakte geknüpft, sondern auch

gelernt, wie wir unser Produkt für

den US-Markt weiterentwickeln können“,

sagt Geschäftsführer Claudio

Garcia (Foto). Digity entwickelt digitale

Assistenzsysteme, die körperlich

belastende Arbeit mit smarten

Exo skeletten gesünder und effizienter

machen. Das patentierte Design

des Exoskeletts gewann den deutschen

Ergonomiepreis. Ziel ist es,

gesundheitliche Schäden zu vermeiden.

Das Förderprogramm unterstützt

deutsche Start-ups beim internationalen

Wachstum. Für Digity begann

es im Januar im Silicon Valley mit

Kongressteilnahmen, Workshops und

dem Pitch-Finale in New York. Mit

dem Sieg rückt nun auch der Markteintritt

in Nordamerika näher.

Begeisterung auf beiden Seiten: Viele Menschen interessieren

sich für das Backhandwerk.

Offene Backstube in Rosdorf

Erfolgreiche Nacht des Backens

bei der Feinbäckerei Ruch

OFFENE TÜR BEI RUCH: In der Handwerksbäckerei

am Rosdorfer Flüthedamm nutzten rund 1.200 Besucher

aus Südniedersachsen vor Kurzem die bisher einmalige

Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen des

traditionellen Familienbetriebs der Feinbäckerei Ruch

zu werfen.

Zum Besuchertag füllten sich die sonst der Öffentlichkeit

verschlossenen Räume der Backstube, und die Gäste

konnten dank vorgezogenem Nachtschicht beginn hautnah

beobachten, wie Brot, Brötchen und Kuchen entstehen.

Groß und Klein zeigten sich von den modernen Maschinen,

den vielfältigen Arbeitsschritten – und nicht zuletzt

vom handwerklichen Können der Bäcker und Konditoren

– beeindruckt: vom Teigkneten über die Zubereitung von

Croissants oder Blätterteig, das gekonnte Schlingen von

Brezeln bis hin zum kunstvollen Verzieren von Torten und

Feingebäck. An mehreren Stationen standen langjährige

Ruch-Mitarbeiter bereit und lieferten dem Publikum erklärende

Informationen und beantworteten Fragen zu Prozessen,

Produkten und Maschinen.

Der große Besucherandrang machte die Nacht des

Backens zu einem vollen Erfolg. Die Familie Ruch freute

sich sehr über das starke Interesse am regionalen

Handwerk und die positive Resonanz bei dieser außergewöhnlichen

Premiere. Eine Wiederholung dieser Veranstaltung

ist daher nicht ausgeschlossen.

56 2|2025


FIRMEN

WAGEN

LENKER MIT

STEUERVORTEIL

Mehr als Dienstrad. Günstig leasen bei


unternehmen

WIRTSCHAFT

FÜRS LEBEN

Junge Menschen stärken und ihnen Perspektiven eröffnen.

Seit zehn Jahren steht ,business4school‘ für eine mündige Generation

von morgen. Von Anfang an führt der Göttinger Rechtsanwalt

Ulrich Herfurth das Projekt aus Ehrenamtlichen.

TEXT STEFAN LIEBIG FOTOGRAFIE JAMES SMITH

In einer Welt, in der wirtschaftliche Zusammenhänge

Alltag und Zukunft maßgeblich prägen, ist

ökonomische Bildung keine Kür, sondern eine

Notwendigkeit. Dennoch kommt sie im schulischen

Alltag häufig zu kurz. Genau dort setzt das

2014 erdachte Programm ,business4school‘

an. Ulrich Herfurth amtierte damals als Präsident des

Lions Club Göttingen. Er wollte in seiner Amtszeit ein

Projekt erschaffen, das über seine Legislatur hinaus Wirkung

entfaltet.

„Immer wieder hörte man von den Defiziten der jungen

Generation. Ich wollte nicht daran glauben“, sagt

der Wirtschaftsanwalt rückblickend. Ihm schwebte ein

Bildungsprojekt vor, das Jugendlichen fundiertes Wirtschaftsverständnis

als Allgemeinbildung vermittelt – auf

Augenhöhe, praxisnah und unabhängig. Was 2014 als

Idee einiger engagierter Ehrenamtlicher in Göttingen

begann, hat sich in zehn Jahren zu einem Leuchtturmprojekt

entwickelt: mehr als 2.500 Teilnehmer, fünf

Städte und eine Region, vier thematische Module und

ein durchdachtes Konzept, das Schule, Wissenschaft

und Wirtschaft miteinander verknüpft. Und noch heute

wird dies alles ehrenamtlich getragen.

EIN PROJEKT MIT VISION

Innerhalb weniger Monate trommelte der Namensgeber

der im Jahr 1990 gegründeten Kanzlei Herfurth

& Partner in Hannover Gleichgesinnte aus seinem

breiten Netzwerk zusammen und entwickelte in einer

gemeinsamen Arbeitsgruppe mit Fachlehrern das Programm.

Kurze Zeit später riefen sie ,business4school‘

mit dem Ziel ins Leben, junge Menschen frühzeitig für

wirtschaft liche Themen zu sensibilisieren. „Dafür fehlt

es in der Schule oft an Zeit und Fachausbildung – das

bestä tigten mir die Schulleiter und Fachlehrer“, sagt

Herfurth.

58 2 |2025


unternehmen

Die Lehre vom Geld: Seit zehn Jahren erklärt Ulrich Herfurth jungen Menschen wichtige Zusammenhänge von Recht und Finanzen.

» Dass die Jugendlichen abends

von 18 bis 20 Uhr zu den Veranstaltungen

kommen, beweist,

dass sie sich interessieren und bereit

sind, etwas in ihre Zukunft zu

investieren.«

UlrichHerfurth

Das Programm ist modular aufgebaut und gliedert sich

in vier große Bereiche: ,Wirtschaft als Verbraucher‘,

,Wirtschaft im Unternehmen‘, „Wirtschaft in Staat und

Gesellschaft“ sowie „Wirtschaft global“. Die Inhalte

reichen vom Verständnis zu Datenschutz, Steuern und

Versicherungen über Unternehmensführung und Konsumentenverhalten

bis hin zu globalen Handelsbeziehungen,

Digitalisierung und ökologischen Fragen. Referenten

sind dabei nicht nur Wissenschaftler, sondern

auch erfahrene Praktiker – darunter Geschäftsführer,

Steuer experten, Personalverantwortliche und Gründer.

Das öffne viele Fenster in die regionale Wirtschaftspraxis

und helfe bei der Berufsorientierung, ergänzt

Herfurth. ‣

2 |2025 59


unternehmen

DER SCHLÜSSEL ZUM ERFOLG liegt in der Kombination

aus inhaltlicher Tiefe und methodischer Vielfalt.

In den sogenannten College-Abenden erleben die Jugendlichen

komplexe Inhalte in verständlicher und

kurzweiliger interaktiver Form. Workshops, Rollenspiele,

Planspiele und Diskussionsrunden ergänzen das Konzept.

Das Projekt bietet nicht nur reine Wissensvermittlung,

sondern auch Orientierung und Raum zur Persönlichkeitsentwicklung.

EIN STARKES NETZWERK

Hinter dem Erfolg steht ein breites regionales Netzwerk

aus engagierten Lehrkräften, Wissenschaftlern, Unternehmen,

Ehrenamtlichen und Förderern. Hochschulen

stellen Räume und Referenten, Unternehmen öffnen Türen

für Einblicke in die Praxis. Institutionelle Partner

wie die SüdniedersachsenStiftung, Industrie- und Handelskammern,

die Familienunternehmer, Wirtschaftsförderer

sowie Geschäftsbanken und die Bundesbank unterstützen

inhaltlich, organisatorisch oder finanziell.

Als Plattform dient die business4school UG, die das

Projekt koordiniert und weiterentwickelt. Die Göttinger

Veranstaltungen finden meist in den Räumen der PFH

statt. Mit regionalen Ablegern in Hannover, Braunschweig,

Hildesheim, Darmstadt und im Weserbergland

ist das Format stetig gewachsen. Der modulare Aufbau

erlaubt Anpassungen an lokale Gegebenheiten und gewährleistet

zugleich die Einheitlichkeit des Zertifikats –

ein Qualitätssiegel, das bei Bewerbungen und Studienbewerbungen

immer häufiger Anerkennung findet.

„Dieses Zertifikat ist eine weitere Motivation, an allen

fünf bis sechs Veranstaltungen eines Semesters teilzunehmen“,

erklärt Herfurth und führt an, dass bei insgesamt

etwa 400 bis 500 Teilnehmern pro Semester bisher

bereits über 2.400 Zertifikate ausgestellt wurden.

»Wirtschaft ist sehr wichtig –

und genau deshalb ist es auch

wichtig, viel darüber zu wissen.«

Teilnehmer aus Hannover

» Wirtschaft beeinflusst unseren Alltag

und unser Leben stark. Wenn man solche

Zusammenhänge versteht, kann man

bewusst Entscheidungen treffen.«

Teilnehmer aus Hannover

BRÜCKE IN DIE ZUKUNFT

Dass business4school etwas bewegt, zeigen nicht zuletzt die

Rückmeldungen der Jugendlichen selbst. In einer groß angelegten

Evaluation in Göttingen und Hannover wurde deutlich:

Die Teilnehmer fühlen sich ernst genommen, gefordert

und bereichert.

Für einige war business4school sogar wegweisend: Die

Erfahrungen führten zur Wahl eines wirtschaftsnahen

Studien gangs oder halfen beim Start in die Ausbildung. Dass

die Teilnahme für alle kostenlos ist – unabhängig von Herkunft

oder Schulform – unterstreicht den sozialen Anspruch

des Projekts: Bildung soll kein Privileg sein, sondern eine

Brücke in die Zukunft.

ZEHN JAHRE – EIN GRUND ZUM FEIERN

In diesem Jahr feierte business4school sein zehnjähriges Bestehen

– und das an einem Ort mit besonderer Symbolkraft:

in der Alten Mensa der Georg-August-Universität Göttingen.

Dort, wo einst Generationen von Studierenden ihren

Studien alltag gestalteten, kamen junge Menschen, Lehrer,

Eltern, Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Unterstützer

des Projekts zusammen, um gemeinsam zurückzublicken

– und nach vorn.

Im Zentrum der Feier standen die Jugendlichen selbst. Sie

berichteten von ihren Erfahrungen, stellten Projekte vor und

diskutieren Zukunftsfragen. Ergänzt wurde die Veranstaltung

durch ein digitales Grußwort des niedersächsischen Ministerpräsidenten

Stefan Weil sowie die Auszeichnung besonders

engagierter Schulen als Partnerschulen des Programms.

60 2 |2025


unternehmen

Die Veranstaltung macht sichtbar, was in zehn Jahren

gewachsen ist: ein Ort der Begegnung, des Lernens, der

Ermutigung. Was als lokal begrenztes Modell begann, ist

heute ein vielfach ausgezeichnetes Beispiel dafür, wie

zivilgesellschaftliches Engagement und Bildungsauftrag

ineinandergreifen können – für eine mündige, aufgeklärte,

wirtschaftlich denkende junge Generation.

EIN PROJEKT MIT ZUKUNFT

Das Jubiläum ist nicht nur Rückblick, sondern auch

Startpunkt. Die nächsten Jahre sollen genutzt werden,

um neue Regionen zu erschließen, digitale Formate auszubauen

und verstärkt auch Eltern und Schulen als Multiplikatoren

einzubinden. Der gesellschaftliche Bedarf

bleibt hoch – und die Vision klar: ökonomische Bildung

als Schlüsselkompetenz, getragen von Begeisterung, Verantwortung

und Neugier. Genau diese Mischung ist es

auch, die den Initiator Ulrich Herfurth nach wie vor zu

seinem viele Stunden umfassenden Job neben seiner Anwaltstätigkeit

motiviert: „Es werden so viele tolle Fragen

gestellt und von unseren den jungen Menschen gegenüber

offenen Dozenten beantwortet – es macht mir einfach

Spaß zu sehen, dass sich business4school so entwickelt.“

DAS PROJEKT ZEIGT: Junge Menschen wollen verstehen.

Sie wollen gestalten. Und sie brauchen Angebote, die sie

ernst nehmen und befähigen. Dieses Projekt hat

ihnen in den letzten zehn Jahren eine starke Stimme

gegeben – und wird dies laut aller Beteiligter auch in

Zukunft tun. ƒ

» Das Programm geht über den normalen Politikunterricht

hinaus. Ich kann dadurch mein Wissen

erweitern, kann vieles besser verstehen und lerne viel

über zukünftige Themen, beispielsweise Steuern,

Rente und Unternehmensgründung.« Teilnehmer aus Göttingen

Echtes Wissen basiert auf Erfahrung, das schätzen die jungen Menschen, die an den Vorträgen teilnehmen.

2 |2025 61


ANZEIGE

PROFIL

Gesundheit zahlt

sich aus – für

Unternehmen und

Mitarbeitende

Wie die WWS-InterCom GmbH mit betrieblicher

Krankenversicherung einen echten Mehrwert schafft.

Mitarbeiterbindung ist heute wichtiger denn

je – und immer mehr Unternehmen erkennen,

dass Benefits nicht nur ,nice to have‘ sind,

sondern echten Impact haben müssen. Die

WWS-InterCom GmbH aus Göttingen ist eines

dieser Unternehmen.

Frank Malchow, Geschäftsführer von WWS-InterCom

GmbH , suchte nach einer Lösung,

die seinen Mitarbeitenden spürbar hilft – und

dem Unternehmen gleichzeitig Vorteile bringt:

„Wir wollten etwas, das wirklich ankommt.

Nicht nur ein Obstkorb, sondern ein echter

Mehrwert.“

Gemeinsam mit Timo Kleinken, Experte für

betriebliche Gesundheitslösungen, wurde

eine betriebliche Krankenversicherung (bKV)

eingeführt – mit einem jährlichen Gesundheitsbudget

von 500 Euro pro Mitarbeitenden

plus einer Zahnabsicherung mit 90 Prozent

Kostenübernahme.

DAS BESONDERE: Ohne Gesundheitsprüfung

– und mit echten Vorteilen für alle.

„Unsere Mitarbeitenden können die Leistungen

flexibel nutzen – ob für Brillen, Zahnersatz

oder Massagen. Die Resonanz war von

Anfang an positiv“, berichtet Malchow. Lange

Wartezeiten auf Facharzttermine, verzögerte

Behandlungen – das war Realität, auch für

die Mitarbeitenden bei der WWS-InterCom

GmbH. „Wenn jemand wochenlang Schmerzen

hat und keine Hilfe bekommt, wirkt sich

das auf alles aus – auf die Gesundheit, die

Stimmung, die Leistung“, so Malchow.

HEUTE SIEHT DAS ANDERS AUS: Dank der

bKV erhalten die Mitarbeitenden nicht nur

schnellere Facharzttermine – die integrierte

Arztsuche hilft auch aktiv bei der Auswahl

Links: Frank Malchow,

Geschäftsführer der

WWS-InterCom GmbH

Rechts: Timo Kleinken,

BarmeniaGothaer

passender Ärztinnen und Ärzte. Dieser Service

wird häufig genutzt und kommt im Team

besonders gut an, wie Malchow berichtet.

TIMO KLEINKEN WEISS: Entscheidend ist

nicht nur die Einführung der bKV, sondern

auch die Kommunikation. Deshalb begleitet

er die Unternehmen mit Informationsveranstaltungen,

Videos und einer App, die monatlich

an das Budget erinnert.

DAS ERGEBNIS: Hohe Nutzung. Starke

Bindung. Und ein echter Wettbewerbsvorteil.

„Die bKV ist für uns kein Kostenfaktor, sondern

eine Investition in Gesundheit, Zufriedenheit

und langfristige Zusammenarbeit“, so Malchow.

Doch bei der bKV blieb es nicht. „Uns

war wichtig, das Sicherheitsgefühl insgesamt

zu stärken", erklärt Malchow. Deshalb wurde

ergänzend eine Gruppenunfallversicherung

abgeschlossen – die nicht nur im beruflichen

Umfeld greift, sondern auch in der Freizeit

schützt. „So wissen unsere Mitarbeitenden:

Egal ob bei der Arbeit oder beim Skifahren –

ich bin abgesichert.“

MEHR ALS EIN BENEFIT –

EIN STRATEGISCHER VORTEIL

Timo Kleinken, der die WWS-InterCom GmbH

begleitet hat, betont: „Es geht nicht um Feelgood-Angebote.

Es geht darum, Ausfälle zu

reduzieren, die Leistungsfähigkeit zu sichern

und echte Wertschätzung zu zeigen.“ Und genau

das kommt an – bei den Mitarbeitenden,

aber auch im Bewerbungsprozess.

Denn für Fachkräfte zählt heute nicht

mehr nur das Gehalt, sondern wie ein Unternehmen

mit seiner Verantwortung umgeht.

„Die bKV ist für uns kein Gimmick – sie

ist Teil unserer Unternehmenskultur geworden“,

so Frank Malchow, Geschäftsführer der

WWS-InterCom GmbH.

Gothaer Hauptgeschäftsstelle

Timo Kleinken in Göttingen

Dransfelder Str. 7 c

37079 Göttingen

Tel.: 0551 5487915

kleinken-partner.de

timo.kleinken@gothaer.de


ANZEIGE

GOLDBECK baut neue Dekra Niederlassung

Maßgeschneiderte Infrastruktur für moderne Prüfverfahren

PROFIL

Nach nur zehn Monaten Bauzeit wurde die

neue Dekra Niederlassung im Langen Feld in

Kassel erfolgreich fertiggestellt. Die Übergabe

an den zufriedenen Kunden markierte bereits

vor einigen Wochen einen bedeutenden Meilenstein,

doch nun folgt der finale Schritt: die

Einrichtung der Hallen und Büros sowie die

Planung des Umzugs. Damit wird der neue

Standort vollständig einsatzbereit sein und die

bewährte Servicequalität der Dekra fortsetzen.

PRÄZISES PLANEN, EFFIZIENTES BAUEN

Das Projekt überzeugt durch durchdachte

Architektur und innovative Bauweise. Im Mittelpunkt

stehen dabei die fünf Fahrzeughallen,

die speziell für die Anforderungen der Prüfungen

konzipiert wurden. Neben einer Prüfhalle

für Lkw und einer weiteren für Nutzfahrzeuge

wie Sprinter sorgt die moderne Infrastruktur

für effiziente Abläufe.

Mit einer Prüfkapazität von 16 Fahrzeugen

pro Stunde wird der neue Standort einen reibungslosen

Betrieb gewährleisten. Eine 25

Meter lange Prüfgrube, die als vormontierte

Einheit von GOLDBECK geliefert wurde, steigert

die Genauigkeit und verkürzt die Bauzeit

erheblich. „Das spart Zeit und die Fertigung

ist genauer“, erklärt Kai Oliver Becker, Niederlassungsleiter

GOLDBECK.

MODULBAUWEISE FÜR MAXIMALE

EFFIZIENZ

Die für die Niederlassung verwendeten 310

Betonfertigteile sind ein Paradebeispiel für

GOLDBECKs modulare Bauweise. „Unsere

Bauweise ermöglicht diese kurze Bauzeit“,

betont Kai Oliver Becker. Die Module werden

in firmeneigenen Werken in Deutschland

vorproduziert und direkt zur Baustelle

transportiert, sodass der Innenausbau rasch

beginnen kann.

Auf einer Gesamtfläche von 1.840 Quadratmetern

bietet das neue Gebäude optimale

Arbeitsbedingungen. Neben den rund 640

Quadratmeter großen Fahrzeughallen beherbergen

das erste und zweite Obergeschoss

moderne Büroräume, die speziell für die Verwaltungsmitarbeiter

konzipiert wurden.

Mit diesem Projekt unterstreicht GOLDBECK

einmal mehr seine Expertise im Bereich industrieller

Infrastruktur und zeigt, wie intelligentes

Bauen den Grundstein für effiziente

Betriebsabläufe legt. Die neue Dekra Niederlassung

steht nun bereit, ihre Dienstleistungen

in gewohnt hoher Qualität fortzusetzen –

an einem Standort, der auf Zukunft gebaut ist.

GOLDBECK Nord GmbH

Leuschnerstraße 79b,

34134 Kassel

Torsten Schwedhelm

Torsten.schwedhelm@goldbeck.de

Tel. 0173 5220444


unternehmen

64 2 |2025


unternehmen

EIGENTUM

verpflichtet

Das Göttinger IT-Unternehmen Arineo ist nun im Verantwortungseigentum

seiner Mitarbeiter. Über eine neu gegründete Stiftung und einen Verein können

diese auf die Zukunft ihres Unternehmens Einfluss nehmen. Die jahrelange Pionierarbeit

könnte nun auch Inspiration für andere Firmen sein. Für Arineo selbst ist es ein

Bekenntnis zur eigenen Identität.

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN

FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

An einem Nachmittag im Januar steht im

Göttinger Arineo-Büro alles bereit: Kameras,

Mikrofone, gespannte Gesichter. Der

Norddeutsche Rundfunk hat sich angekündigt,

ein Kamerateam steht bereit für den Moment,

der in der Unternehmensgeschichte einen symbolischen

Wendepunkt markieren soll. Noch weiß

niemand, ob es tatsächlich heute so weit ist. Doch als

wenige Minuten später die Mitteilung aus der Rechtsabteilung

kommt, dass die Stiftung offiziell eingetragen

ist, wird schnell klar: Dieser Tag wird in Erinnerung

bleiben. Ein Korken knallt, es wird gelacht und

gratuliert.

Dabei geht es nicht um einen Börsengang oder einen

spektakulären Firmenverkauf. Es ist vielmehr

das Ende einer jahrelangen internen Transformation

und gleichzeitig der Beginn eines neuen Kapitels:

Arineo gehört nun den Mitarbeitenden, vermittelt

über eine Stiftung und einen Mitarbeitendenverein,

der Mitbestimmung und Verantwortung strukturell

verankert.

DIE URSPRÜNGE

Die Idee, Arineo in eine sogenannte Employee Owned

Company (EOC) umzuwandeln, reicht mehrere Jahre

zurück. Schon 2018 begannen erste Gespräche

über die Zukunft des Unternehmens. Marko Weinrich,

einer von fünf Geschäftsführern bei Arineo, erinnert

sich: „Uns wurde klar, dass wir langfristig ein

anderes Modell brauchen, wenn wir verhindern wollen,

dass das Unternehmen den Besitzer wechselt und

womöglich seine Kultur verliert.“

Ursprünglich sollte ein klassischer Mitarbeitendenverein

die Eigentümerrolle übernehmen. Das Modell

war einfach gedacht: Die Gesellschaftsanteile sollten

dem Verein gehören, der wiederum durch demokratisch

gewählte Organe gesteuert würde. Doch bald

zeigte sich, dass dieses Konstrukt an steuerliche

Grenzen stieß. „Das hätte uns finanziell in erhebliche

Schwierigkeiten bringen können“, sagt Weinrich.

Aus dieser Herausforderung heraus entwickelte

sich eine neue Idee. Die Gründung einer Stiftung, die

das Unternehmen hält und langfristig absichert. ▸

2 |2025 65


unternehmen

HEUTE IST ARINEO im vollständigen Eigentum einer

Stiftung, die ausschließlich dem Wohl des Unternehmens

verpflichtet ist, sagt Weinrich. Die operative Steuerung

erfolgt über einen Verein, den Mitarbeitern freiwillig

beitreten können. Der Verein zählt aktuell etwa 220

Mitglieder, also mehr als die Hälfte der insgesamt rund

400 Beschäftigten. Diese Mitglieder wählen ein elfköpfiges

Präsidium, das gleichzeitig das Präsidium der Stiftung

bildet.

Im Präsidium engagieren sich Mitarbeiter aus

verschiedenen Standorten, etwa die Hälfte kommt aus

Göttingen. Die erste Mitgliederversammlung fand im

März statt und wurde zu einem deutlichen Zeichen interner

Beteiligung: 120 Angestellte kamen persönlich,

über 30 Personen kandidierten für das Präsidium.

Zusätzlich kontrolliert ein sechsköpfiger Aufsichtsrat

die Geschäftsführung. Zwei Mitglieder werden direkt

von und aus der Belegschaft gewählt, aus dem Verein

wird immer der Vorstandsvorsitzende in den Aufsichtsrat

entsandt. Dazu kommen drei externe Fachleute ins

Gremium, von denen eine Person den Vorsitz des Aufsichtsrats

übernimmt und mit doppeltem Stimmrecht für

Kontinuität und Ausgleich sorgt. Dieser soll von einer

Person übernommen werden, die Führungserfahrung bei

Arineo mitbringt. Damit ist gewährleistet, dass strategische

Entscheidungen nicht allein von aktuellen Interessen

beeinflusst werden, sondern langfristige Unternehmensziele

gewahrt bleiben.

FÜR GESCHÄFTSFÜHRER MARKO WEINRICH hat sich

durch den Eigentümerwechsel auf den ersten Blick wenig

verändert – und doch ist vieles anders. „Meine Aufgaben

sind im Wesentlichen gleichgeblieben, aber ich bin

heute befreit von der Rolle des Gesellschafters.“ Die Geschäftsführung

wird nicht mehr von der Eigentümergesellschaft,

sondern vom Aufsichtsrat berufen. Strategische

Entscheidungen werden dort in einer sorgfältig

austarierten Machtbalance getroffen. Damit ist sichergestellt,

dass kein Interessenkonflikt zwischen Führung

und Kontrolle entsteht.

Ein zentrales Ziel war es, wirtschaftliche Stabilität

und unternehmerische Handlungsfähigkeit mit einer

neuen Form der Teilhabe zu verbinden. „Wir wollen

langfristig unabhängig bleiben“, sagt Weinrich. Gerade

in der IT-Branche, wo Eigentümerwechsel häufig zu dis-

Marko Weinrich ist einer von fünf Geschäftsführern und begleitet das

EOC-Projekt von Anfang an.

»Wir wollen langfristig

unabhängig bleiben ...«

66 2 |2025


unternehmen

ruptiven Entwicklungen führen, sei diese Struktur ein

strategischer Vorteil. Die Mitarbeitenden spüren das.

Viele haben sich bewusst für Arineo entschieden, gerade

wegen dieses Modells.

KEINE MITBESTIMMUNG OHNE VERANTWORTUNG

Das Prinzip der Mitbestimmung bedeutet jedoch nicht,

dass alle Mitarbeitenden in allen Fragen mitentscheiden.

„Es gibt klare Verantwortungsbereiche“, erklärt Wibke

Jellinghaus, Projektmanagerin, Vorsitzende des Mitarbeitendenvereins

und Präsidiumsvorsitzende. Die Geschäftsführung

trifft operative Entscheidungen, der Verein

wählt das Präsidium, und dieses wiederum bestimmt

Wibke Jellinghaus ist unter anderem Vorsitzende des im Jahr 2023

gegründeten Mitarbeitenden-Vereins.

die strategischen Leitlinien der Stiftung. Gleichzeitig sei

die Unternehmenskultur offen, dialogorientiert und

durch ein ausgeprägtes Netzwerkdenken gekennzeichnet.

Kritik ist nicht nur erlaubt, sondern erwünscht, sofern

sie konstruktiv ist. „Das war aber immer schon so,

auch vor EOC“, sagt Jellinghaus. Neue Kolleginnen und

Kollegen werden früh eingebunden, erhalten ein strukturiertes

Onboarding und lernen schnell, wie sie sich einbringen

können. Auch Auszubildende können Mitglied

im Verein werden. Ihre Stimme zählt genauso viel wie

jede andere. „Das ist eines der vielen Themen, die ich in

Vorstellungsgesprächen ausführlich erkläre“, sagt Jellinghaus.

Arineo begleitet inzwischen andere Unternehmen bei

ähnlichen Transformationsprozessen. „Wir haben eine

konkrete Anfrage aus der Region Göttingen“, berichten

Weinrich und Jellinghaus. Es sei Aufgabe der Stiftung,

Wissen weiterzugeben, zu beraten und neue Formen von

Eigentum in Unternehmen zu ermöglichen. Es gehe nicht

darum, ein starres Modell zu exportieren, sondern vielmehr

darum, Impulse zu geben.

Denn das Arineo-Modell ist kein Standardverfahren.

Es ist gewachsen, über Jahre hinweg, mit unzähligen Abstimmungen

zwischen Rechtsanwälten, Steuerberatern

und Wirtschaftsprüfern. Allein der Kodex – ein internes

Regelwerk, das die Leitlinien der Unternehmensführung

beschreibt – hat ein Jahr Entwicklungszeit in Anspruch

genommen. Weinrich erklärt, dass mehrere hunderttausend

Euro in externe Beratung und interne Arbeit investiert

wurden. „Für kleinere Betriebe wäre das nicht umsetzbar“,

erklärt er. Aber durch die gemachten Erfahrungen

kann Arineo heute als Vorbild dienen und Wege aufzeigen.

AUCH IN DER KRISE HANDLUNGSFÄHIG

Dass das Modell funktioniert, zeigt sich nicht zuletzt in

wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Seit 2023 befindet

sich die IT-Branche im Umbruch. Einzelne Marktsegmente

brechen weg, Kunden agieren vorsichtiger, Budgets

werden gekürzt. Arineo reagiert frühzeitig. Gehaltsrunden

werden verschoben, Kurzarbeit geprüft, Ausgaben

priorisiert. „Unser Frühwarnsystem basiert auf

offenen Gesprächen“, sagt Jellinghaus. Vertrieb und Projektmanagement

stehen in engem Austausch, um Entwicklungen

frühzeitig zu erkennen. Die oberste Maxime

lautet: keine betriebsbedingten Kündigungen infolge ‣

2 |2025 67


unternehmen

wirtschaftlicher Krisen. Stattdessen setzt Arineo auf

Transparenz und gemeinsame Lösungen. „Unsere Stärke

ist nicht, dass wir keine Probleme haben“, erklärt

Weinrich und wird deutlich: „Unsere Stärke ist, dass wir

sie früher sehen.“

Trotz des partizipativen Anspruchs bleibt das Unternehmen

wirtschaftlich ausgerichtet. Die kollegiale Organisation

ist kein Selbstzweck, sondern dient der Effizienz.

Entscheidungen sollen dort getroffen werden, wo das

Wissen ist. Möglichst nah an den Kunden und an der

Praxis. Der Begriff der ,Lernkultur‘ beschreibe diesen

Ansatz treffend: Fehler werden nicht stigmatisiert, sondern

analysiert und als Ausgangspunkt für Verbesserungen

genutzt. Dabei unterscheidet Arineo bewusst zwischen

Fehlern im klassischen Sinne und Irrtümern, die

im Innovationsprozess entstehen.

In Bewerbungsgesprächen wird deutlich kommuniziert,

dass Eigenverantwortung kein Schlagwort ist, sondern

gelebte Realität. Wer sich auf das Arineo-Modell einlässt,

muss mitdenken, mitgestalten und mittragen. Das führt

dazu, dass sich das Unternehmen kontinuierlich weiterentwickelt.

„Wir haben keinen Stillstand“, meint Jellinghaus.

„Wir verändern uns mit unseren Aufgaben.“

WIRKUNG NACH INNEN UND AUSSEN

Auch Kunden merken den Unterschied. Langfristige Beziehungen,

stabile Projektteams und ein hohes Maß an

Verlässlichkeit sind Kennzeichen der Zusammenarbeit.

Nicht selten wechseln Mitarbeiter von Kundenseite zu

Arineo. Gleichzeitig sorgt die ungewöhnliche Eigentumsstruktur

auch für Aufmerksamkeit und Diskussionen

in der Öffentlichkeit. Medienberichte, Vorträge und

Anfragen anderer Unternehmen zeigen, dass das Interesse

wächst. Manche Kritik kommt aus konservativeren

Unternehmerkreisen, nicht selten mit Vorurteilen: Zu

kompliziert, zu idealistisch, zu wenig Kontrolle. „Solche

Einwände nehmen wir ernst, aber wir entkräften sie mit

Fakten“, sagt Weinrich.

Die Stiftung ist auf Dauer angelegt. Sie soll das Unternehmen

auch in Jahrzehnten noch sichern, unabhängig

von einzelnen Personen oder kurzfristigen Interessen.

Die Struktur ist komplex, aber bewusst so gestaltet, dass

sie resilient ist. Für den Fall, dass der Verein eines Tages

nicht mehr bestehen sollte, ist geregelt, wie die Stiftung

dennoch handlungsfähig bleibt. Auch die Nachfolge in

der Geschäftsführung ist durch ein internes Nachwuchsprogramm

strukturiert geregelt.

DIE GRÖSSTE HERAUSFORDERUNG bleibt dabei, die

Unternehmenskultur lebendig zu halten. Regeln und

Strukturen sind wichtig, doch entscheidend ist das Verhalten

der Menschen. Deshalb wird bei Arineo nicht nur auf

die ,richtigen‘ Mechanismen geachtet, sondern auch auf

gelebte Werte: Vertrauen, Offenheit, gegenseitiger Respekt.

Der Moment, in dem der Sektkorken knallte, war

nicht das Ziel, sondern eine nette Anekdote auf dem langen

Weg. Ein Weg, der heute zu mehr Stabilität, mehr

Teilhabe und mehr Selbstwirksamkeit geführt hat für ein

Unternehmen, das inmitten von Krisen nicht nur überlebt,

sondern wächst und Verantwortung an die eigenen

Mitarbeitenden überträgt. Diese verpflichtet nun. „Und

das spüren wir“, sagt Weinrich. ƒ

68 2 |2025


ANZEIGE

25 Jahre Büro 2000

Als Ihr kompetenter Partner der KÖNIG Gruppe bieten wir Ihnen mehr:

Regional aufgehoben und verankert, schöpfen wir gleichzeitig aus der Stärke einer ganzen Gruppe. Damit bieten wir Ihnen mehr: mehr Nähe durch

den persönlichen Kontakt vor Ort, mehr Know-how, mehr Produkte, mehr Qualität, mehr Flexibilität, mehr Preisvorteile und vor allem rund 300

qualifizierte Mitarbeiter, die Sie gerne individuell unterstützen. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, für Sie und Ihre Kollegen technisch ausgereifte

Lösungen sowie ideal organisierte und eingerichtete Arbeitsplätze zu schaffen – für eine produktivere und angenehmere Arbeitsumgebung.

PROFIL

DAS GANZE BÜRO – Wir gestalten Büro- und Arbeitswelten in Ihrer Region:

BÜRO-TECHNOLOGIE

Informations- und Druckmanagement: Unsere

leistungsstarken Systeme ermöglichen

Ihnen, Ihre interne Produktivität sowie Ihre

Abläufe zu gestalten, vereinfachen und verschnellern.

Für eine bessere Qualität und Sicherheit

Ihrer Bürokommunikation.

SOFTWARE SOLUTIONS

Setzen Sie auf professionelle Lösungen zur

Gestaltung Ihrer internen Prozesse. Gerne

unterstützen wir Sie bei der Analyse, Auswahl

und Roll-Out der für Sie und Ihr Unternehmen

passenden Software. Starten Sie mit uns

den Weg zum digitalen Unternehmen.

MEDIEN- & PRÄSENTATIONSTECHNIK

Interaktive Touchdisplays mit agilen Meetingfunktionen,

hochauflösende Beamertechnologie,

Videokonferenzlösungen vieles mehr: Gestalten

Sie Ihre Meetings sowie Konferenzen

– standortübergreifend – jetzt produktiver und

interaktiver.

BÜRO- & VERBRAUCHSMATERIAL

Die Auswahl des richtigen Büro- und Verbrauchsmaterials

sichert Ihre täglichen Arbeitsabläufe

und macht diese effizienter. Fragen

Sie auch nach unserem ökologischen und

nachhaltigen Sortiment! Fordern Sie Ihren

persönlichen Shop-Zugang an.

BÜRO- & OBJEKTEINRICHTUNG

Und wie sieht Ihr Büro der Zukunft aus? Finden

Sie es heraus. Gemeinsam mit unserer

Unterstützung gestalten Sie Räume für mehr

Produktivität und Wohlbefinden Ihrer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter. Jetzt inspirieren

lassen.

SERVICE & SUPPORT

Unser zertifiziertes Serviceteam ist bundesweit

für Sie im Einsatz. Also überall dort, wo

auch Sie sind. Nutzen Sie zusätzlich bei ad

hoc-Fragen unseren Remote-Support für eine

schnelle Fehlerbehebung – wir unterstützen

Sie kompetent im Servicefall.

Büro 2000 GmbH & Co. KG

Blankenauerstr. 23

37688 Beverungen

Tel.: 05273 367769 - 0

www.buero2000.net

info@buero2000.net


PROFIL

ANZEIGE

Sie leiten das Unternehmen im Jubiläumsjahr. Dr. Christian Meyre (links) und Dr. Stefan Puntke führen Refratechnik Cement GmbH in die Zukunft.

Refratechnik – der verlässliche

und innovative Marktführer der

Feuerfestindustrie

Die Refratechnik-Gruppe mit Hauptsitz in München blickt auf 75 Jahre Marktpräsenz

und Erfolge zurück, doch der historische Kern des Unternehmens befindet sich noch

immer in Göttingen. Refratechnik stellt feuerfeste Produkte her und versorgt die

Hochtemperatur-Industrie weltweit mit innovativen Lösungen und Dienstleistungen.


ANZEIGE

TEXT CARMEN BEHRENS

PROFIL

eder Stein ist ein Storyteller“, sagt Dr. Stefan

Puntke, einer der beiden Geschäftsführer

der Refratechnik Cement GmbH

in Göttingen. Bei Refratechnik dreht sich

alles um die Herstellung von feuerfesten Materialien,

den sogenannten Steinen, die die

Grundlage für die Produktion von Stahl, Aluminium,

Kupfer, Glas, Kalk, Zement, Keramik und

Plastik sind. „Die Feuerfestindustrie ist eine

wichtige Schlüsselindustrie“, fügt Dr. Christian

Meyre hinzu, „ohne die beispielsweise die

Bauindustrie keine Häuser und die Automobilbranche

keine Autos bauen könnte“. Auch

andere Industrien wie Chemie, Umwelttechnik,

Energieerzeuger oder Müllverbrennungsanlagen

benötigen feuerfeste Materialien.

ALS DER FIRMENGRÜNDER und Ingenieur

Karl Albert in Vogelbeck bei Northeim die ersten

feuerfesten Steine aus Schlacke fertigte,

ahnte er wohl nicht, dass sein Unternehmen

einer der führenden Anbieter in der Feuerfestbranche

werden würde. In den 1950er Jahren

befanden sich die Steinwerke, begleitet vom

Wiederaufbau Deutschlands auf Expansionskurs

und der wachsende Platzbedarf forderte

einen neuen Standort, der auf dem ehemaligen

Flugplatzgelände in Göttingen gefunden wurde.

Doch schon Ende der 1950er Jahre gerieten die

Steinwerke in gefährliches Fahrwasser, denn

das Wirtschaftswunder und der aufstrebende

Wirtschaftspartner Deutschland brachten nicht

nur Chancen, sondern auch Veränderungen bei

Arbeitsprozessen, Betriebsorganisation und

Unternehmensführung mit sich. Karl Albert

fehlte krankheitsbedingt die Kraft für innovative

Reformen und bevor seine Firma in noch

gefährlichere Untiefen geriet, holte er seinen

Schwiegersohn Alexander Tutsek an Bord. Der

führte von 1960 bis 2011 als ,Spiritus Rektor‘

das Nachkriegsunternehmen zum Weltkonzern

und machte es zum größten familiengeführten

Unternehmen in der Feuerfestindustrie.

Nach dem zweiten Weltkrieg standen Kohle-

und Stahlindustrie im Mittelpunkt der

Wirtschaft, da sie traditionell die Stützen der

einzelstaatlichen Rüstung waren und sich die

Siegermächte durch die wirtschaftliche und

politische Zusammenarbeit einen dauerhaften

Frieden erhofften. Doch entgegen dem damaligen

Trend die Produktpalette einzig auf die

Stahlhersteller zu richten, setzte der Visionär

Alexander Tutsek ebenso auf die Zementindustrie.

Er trieb die Entwicklung neuer Produkte

voran, erwarb weitere Produktionsstätten, Rohstoffvorkommen

und modernisierte die Firma

in allen Bereichen.

HEUTE VERFÜGT DAS Unternehmen über

mehr als 600 Mitarbeiter allein in Deutschland

und weltweit sind es rund 2.000 Beschäftigte

an mehr als 30 Standorten. Sie arbeiten täglich

daran individuellen Kundenwünschen und -ansprüchen

gerecht zu werden.

Auch wenn die Hauptabnehmer der feuerfesten

Produkte weiterhin die Zementhersteller

sind, so ist Refratechnik weitaus mehr als

nur Partner dieser Branche. Stahl-, Keramik-,

Kalk-, Glas-, Zucker- und Zellstoffindustrie

können sich ebenfalls auf Refratechnik verlassen.

„Einen isolierenden Stein zu entwickeln,

kann beinahe jeder“, sagt Puntke. „Aber einen

zu entwickeln, der den Beanspruchungen im

Ofen lange standhält, verlangt viel Kenntnis

und ist nicht so einfach“. Bemerkenswert ist

mit 20 Mitarbeitern der hohe Anteil an Forschung

und Entwicklung in Göttingen. Hier

wird das Know-how geschaffen, das dann in

die verschiedenen Geschäftsfelder weltweit

gespeist wird und damit wesentlich zum Unternehmenswachstum

beiträgt. Insgesamt

sind in Göttingen über 400 Mitarbeiter beschäftigt.

Der Standort hat eine komplette

Struktur mit eigener Verwaltung, Vertrieb,

Versand, Qualitätssicherung, Controlling,

Einkauf, Engineering und Informationstechnologie.

Auch in die Ausbildung investiert

das Unternehmen vielfach, denn allein in

der eigenen Ausbildungswerkstatt trifft man

augenblicklich elf gewerbliche Auszubildende

an. Weitere sieben absolvieren Lehren oder

duale Studiengänge in der Verwaltung. Rund

ein Drittel der Mitarbeiter ist jedoch in der

Produktion beschäftigt, also in der Fertigung

und auch in der Werkstatt.

NICHT WENIGER ALS die Produkte sind auch

die Serviceleistungen und vor allem die Schulungsangebote

international gefragt. Das größte

Schulungszentrum der Gruppe, die REFRA

Academy befindet sich in Göttingen. Hier werden

in- und ausländische Beschäftigte sowie

Kunden im Umgang und Verarbeitung mit Refratechnik-Produkten

geschult. „Je besser der

Kunde versteht, was wir machen, desto mehr

Gründe hat er, bei uns zu kaufen“, sagt Meyre.

„Es geht darum, Fachwissen zu vermitteln

sowie Verständnis zu generieren, warum eine

extrem hohe Qualität der Produkte so wichtig

für den gesamten Produktionsprozess beim

Kunden ist“, erklärt er weiter. „Und sollte der

Kunde nicht nach Göttingen kommen können

oder wollen, fahren wir mit einem Container zu

ihm und schulen vor Ort – ganz gleich, wo auf

der Welt“, ergänzt Puntke. Während der letzten

Jahre, in denen sich die Märkte anders als

üblich entwickelten, war Refratechnik fähig ‣


ANZEIGE

PROFIL

umgehend zu reagieren und gestaltete neben

digitalen Schulungsprogrammen auch virtuelle

Tools, um Kunden und Mitarbeiter weltweit zu

unterstützen.

Refratechnik ist ein besonderer Kosmos an

Erfindern, Kaufleuten und Technikern. „Wir

verändern uns nicht nur mit der Arbeitswelt

und der aktuellen Situation, sondern möchten

auch die Zukunft besser gestalten“ berichtet

Meyre. Im Rahmen des weltweiten Klimaabkommens

und der notwendigen Verringerung

des CO2-Footprints hat Refratechnik die Vision,

ein klimapositives Unternehmen zu werden

und wesentliche Fortschritte im Bereich

der Wertschöpfungsketten zu intensivieren.

Das Engagement für die Umwelt hatte Refratechnik

schon lange vor der großen Klimadebatte

in ihr Handeln integriert.

DAS UNTERNEHMEN INVESTIERTE im siebenstelligen

Euro-Bereich in zwei regenerative

Nachverbrennungsanlagen, in denen Abgase

durch thermische Oxidation gereinigt werden

und dadurch weniger Kohlenstoffemissionen

freigesetzt werden. Mit der zweiten Anlage ist

Refratechnik 365 Tage im Jahr geruchsfrei.

Als erstes und bisher einziges Unternehmen

in der Region speist Refratechnik Abwärme

in das Fernwärmenetz Göttingens ein.

Damit werden nicht nur knapp 1.000 Haushalte

versorgt, sondern auch ca. 2.400 Tonnen

Kohlendioxid eingespart. Aber nicht nur innerhalb

des Unternehmens werden Themen

wie Klima, Umweltschutz und Energie sehr

ernst genommen. Die Entwicklung klimaschonender

Produkte hat bei Refratechnik eine

lange Tradition, „schon aus Verantwortung

gegenüber nachfolgenden Generationen“,

fügt Puntke an. Deshalb ermöglicht Refratechnik

ihren Kunden mit ständig verbesserten

Produkten ihrerseits etwas für den Erhalt des

Planeten tun zu können. In Göttingen wurde

eine Produktserie (ES Series Concept) entwickelt,

die im Vergleich zu herkömmlich verwendeten

feuerfesten basischen Materialien,

einen deutlich geringeren Wärmedurchgangskoeffizienten

aufweist und dadurch einen positiven

Einfluss auf den Energiebedarf bei der

Zementherstellung haben kann. Jahr für Jahr

bringt das Unternehmen zukunftsweisende

Innovationen hervor und steigert den Absatz

dieser Produkte, da weltweit die Anforderungen

hinsichtlich CO2-Verminderung und

Energieeffizienz immer stärker anwachsen.

IM LAUFE DER 75-JÄHRIGEN Firmengeschichte

sind zahlreiche Produktionsstätten

außerhalb Deutschlands aufgebaut sowie an

30 Orten weltweit Vertriebsbüros etabliert worden.

Vertriebsstrukturen mussten aufgrund

steigender Nachfrage und des sogenannten

,Vertretergeschäfts‘ dezentralisiert werden. Der

schnelle und direkte Kundenkontakt sowie

umfassende Beratungsdienstleistungen und

Produktlieferungen gehören zum Erfolg des

Unternehmens. Refratechnik hat sich auf

dem wichtigen Betätigungsfeld der Feuerfestindustrie

behauptet. Heute liefert das

Unternehmen Feuerfestmaterialien in über

120 Länder und ist mehr denn je ein globales

Unternehmen. Vor zwei Jahren wurden die

Refratechniker aus Göttingen dafür mit dem

Außenwirtschaftspreis des Landes Niedersachsen

belohnt.

Seit über sieben Jahrzehnten wuchs weltweit

eine große Familie zusammen, die sich

einen exzellenten Ruf aufgebaut hat. „Man

kann sich auf uns verlassen, auf die hochwertigen

Produkte, Termintreue, Flexibilität, aber

auch darauf, dass wir immer bei Problemen

ansprechbar sind“, sagt Puntke.

Hier geht es heiß her. Prüfung der Temperaturbeständigkeit

von feuerfesten Produkten.


ANZEIGE

Maleachi Bühringer, Gesellschafter der Refratechnik Gruppe (Refratechnik Holding GmbH,

München) im Interview.

faktor: Wo steht Refratechnik auf dem Weg der digitalen Transformation?

Maleachi Bühringer: Wir haben bereits viele unserer Verwaltungsprozesse digitalisiert und

arbeiten daran, die letzten Schritte zu vollenden. Zum Beispiel nutzen wir ausschließlich digitale

Systeme für Themen wie Personalakten, Zeiterfassung und Urlaubsanträge. In Zukunft

möchten wir noch stärker mit unseren Kunden vernetzt sein, um innovative Geschäftsmodelle

zu entwickeln und ihr Kundenerlebnis zu verbessern.

PROFIL

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz?

Wir sind uns der Tragweite bewusst, stehen aber wie viele Unternehmen noch am Anfang.

Kleinere Anwendungsfelder bestehen bereits. In nächster Zeit planen wir die Einführung einer

eigenen KI-Abteilung, wobei der Nukleus bereits gesetzt ist. Unsere KI-Lösungen sollen in

allen Bereichen genutzt werden, auch in Bezug auf den Kunden.

Wie gelingt es Refratechnik, qualifizierte Mitarbeitende zu gewinnen und zu halten?

Wir haben in der Branche einen guten Ruf. Trotzdem ist es nicht immer einfach, sich gegen

große bekannte Namen zu behaupten. Glücklicherweise haben wir insgesamt eine sehr geringe

Fluktuation, da sich die Mitarbeitenden wohl fühlen, weil wir eben auch einiges dafür

tun. Manches geht auch über ,Mund-zu-Mund-Propaganda‘, aber wir investieren sehr stark

in Themen wie Employer Branding und Kulturmanagement.

Was tun Sie, um Refratechnik langfristig zukunftsfähig und nachhaltig aufzustellen?

Wir wollen in allen wichtigen Industrieregionen global vertreten und erfolgreich sein. Eine

konservative Finanzierung sowie das Eingehen von Risiken mit Maß helfen uns, Schwankungen

bestmöglich auszugleichen. Aber die heutige Zeit erfordert sicherlich mehr Agilität und

Anpassungsfähigkeit – Themen, die auch wir uns auf die Fahne geschrieben haben. Zudem

haben wir eine Roadmap zur CO2-Reduktion unserer Standorte entwickelt.

In welchen Märkten oder Industrien sehen Sie aktuell das größte Wachstumspotenzial

für Refratechnik?

Wir sehen Potenzial für Wachstum in Branchen, die mit dem Wachstum der Weltbevölkerung

und der Industrialisierung zusammenhängen, denn hierfür werden die Materialien, die

unsere Kunden herstellen benötigt, wovon auch wir profitieren. Zusätzlich gibt es Trends wie

Elektromobilität, Wasseraufbereitung und Nachhaltigkeit, die in einigen Bereichen überproportionales

Wachstum erwarten lassen. Hierfür möchten wir uns optimal positionieren.

Maleachi Bühringer ist Gesellschafter der

Refratechnik Gruppe (Refratechnik Holding

GmbH, München).

NOCH HEUTE ERINNERN sich viele Mitarbeiter

der Refratechnik Cement in Göttingen

an die obligatorischen Rundgänge durch das

Werk des langjährigen Chefs Alexander Tutsek,

bei denen er sich über Arbeitsabläufe

und -bedingungen informierte und stets das

Gespräch mit den Mitarbeitern suchte. Der

direkte Kontakt zu den Beschäftigten wird bis

heute vom Gesellschafter Maleachi Bühringer

(Refratechnik Holding, München) und den

Geschäftsführern aufrechterhalten. Denn nur

ein spürbares Wir-Gefühl macht es möglich,

Beschäftigte für eine engagierte Mitarbeit zu

motivieren. Angefüllt wird das Gemeinschafts-

gefühl bei Refratechnik mit vielen Benefits wie

Sommerfesten, Grill-Events, Weihnachtsfeiern,

Gesundheits- und Sportangeboten und einer

guten Work-Life-Balance, denn anders als die

,Verwaltungsburgen‘ der Großkonzerne, kann

das familiengeführte Unternehmen Refratechnik

spontaner, schneller und flexibler agieren.

Refratechnik ist ein gelungenes Beispiel dafür,

wie ein kooperativer Führungsstil, eine gute

Arbeitsatmosphäre, zukunftsorientiertes Handeln

und Engagement auch in Krisenzeiten zu

positiven Ergebnissen führen können. Beachtlich

ist, dass der Charakter des Familienbetriebs

bisher nie verloren ging.

Refratechnik Cement GmbH

Rudolf-Winkel-Str. 1

37079 Göttingen

Tel. 0551-6941-0

refra@refra.com

www.refra.com


unternehmen

Das schnellste

MOFA

Northeims

Breites Kreuz, Hände wie Schraubstöcke, Bart, tiefe Stimme:

Matthias Bettels könnte ohne Weiteres in einer TV-Serie

den Chef einer Schrauber-Werkstatt spielen. Kein Wunder.

Er ist auch im richtigen Leben Inhaber einer besonderen

Werkstatt. Mit seiner Firma Bettels Performance

in Northeim baut der 41-Jährige Rallye-Fahrzeuge nach

historischem Vorbild komplett neu. Autos, wie sie zum Beispiel

der legendäre Weltmeister Walter Röhrl gefahren hat.

TEXT MATTHIAS BRUNNERT FOTOGRAFIE ALCIRO THEODORO DA SILVA

74 2 |2025


unternehmen

2 |2025 75


unternehmen

» Es fühlt sich an, als würden

wir eine Maschine mit vielen

kleinen Stellschrauben bauen. «

Seine Liebe zu Motorfahrzeugen hat Matthias

Bettels schon in jungen Jahren entdeckt.

„Ich habe als 14-Jähriger angefangen

an Motoren herumzuschrauben.“ Erst an

Mofas, dann an Mopeds und später an Autos.

„Die Schrauberei hat mir super viel

Spaß gemacht.“ Noch heute tritt ein Leuchten in Bettels

Augen, wenn er davon erzählt. „Ich habe mal eines der

schnellsten Mofas in Northeim gebaut.“

ANGESICHTS SEINER VORLIEBE für motorisierte Fahrzeuge

lag es auf der Hand, nach der Schule eine Ausbildung

zum Kfz-Mechaniker zu absolvieren. Ihm sei damals

aber schnell bewusst geworden, „dass ich nicht bis

zu meinem Lebensende Ölwechsel und Inspektionen

machen möchte“, sagt Bettels. Er habe deshalb nach einem

Weg gesucht, „in der Kfz-Branche etwas zu machen,

was wirklich Spaß macht“.

Die Folge: Bettels arbeitete jahrelang nebenberuf ­

lich als Mechaniker an den unterschiedlichsten Rennstrecken

deutschlandweit. „Ich habe auch bei diversen

Unternehmen am Bau von Rennfahrzeugen mitwirken

dürfen – teilweise bereits eigenverantwortlich.“

Vor rund fünf Jahren fasste er den Entschluss, sich mit

dem Nachbau historischer Rallye-Fahrzeuge selbstständig

zu machen, erinnert sich Bettels. Dabei ist es bis heute

geblieben – mit Erfolg. In der im März dieses Jahres

neu bezogenen Produktionshalle an der Berliner Allee

in Northeim bauen Bettels und sein Team momentan

unter anderem einen Audi S1 Rallye Quattro, wie ihn

einst der legendäre Rallye-Welt- und -Europameister

Walter Röhrl in den 1970er- und 1980er-Jahren gefahren

hat. „Das Auto ist das wohl bekannteste und beliebteste

der historischen Rallye-Szene“, erzählt Bettels.

Für sein Unternehmen sei dieser Audi ein wichtiges

Produkt. „Davon verkaufen wir inzwischen jedes Jahr

mindestens ein Exemplar.“ Das klinge zunächst nach

wenig. Aber bei einem Preis von mehreren Hunderttausend

Euro sei dieser Audi für ihn wirtschaftlich bedeutend.

„Denn es ist ein Auto, das wir von Anfang bis

Ende komplett selbst bauen.“

BASIS FÜR EIN SOLCHES INDIVIDUELLES AUTO sind

ältere Audis, die er „überall in Europa“ aufkauft und

fachgerecht ausschlachtet. Einzelne Komponenten werden

dann – soweit möglich – beim Neubau der Rallye­

Fahrzeuge wiederverwendet. Alle übrigen Teile produzieren

die Northeimer Spezialisten selbst. Das reicht von

der Sicherheitszelle bis hin zu den mehr als 700 PS starken

Motoren. „Eine echte Eigenentwicklung“, sagt

Bettels. Dabei schwingt in der Stimme des sonst so ruhigen

Mechanikers Stolz mit.

„Wir geben nur ab, was wir an den Fahrzeugen aus

Bequemlichkeit nicht selbst machen wollen, wie Schleifen,

Lackieren oder Polieren“, so Bettels. Auch unabhängig

davon sei der individuelle Bau eines Ralley-Fahrzeugs

zeitintensiv: „Pro Auto brauchen wir bis zu 4.000

Arbeitsstunden.“

In Auftrag gegeben werden die Nachbauten der historischen

Rallye-Autos zumeist von Männern „im reiferen

Alter“, berichtet Bettels. Viele von ihnen hätten vor Jahrzehnten

als Kinder oder Jugendliche mit großen Augen

an Rallye-Strecken gestanden und diese Fahrzeuge in

Aktion gesehen. Jetzt – im höheren Alter – wollten sie

sich „einen Lebenstraum erfüllen und selbst ein solches

Fahrzeug besitzen und fahren“.

OHNE GUT GEFÜLLTES BANKKONTO kann ein derartiger

Traum allerdings nicht wahr werden. „Schon gar

nicht, wenn jemand ein Original-Fahrzeug haben möchte“,

sagt Bettels. „Die wenigen Wagen, die gelegentlich

auf den Markt kommen, kosten zumeist mehr als eine Million

Euro.“ Im Vergleich dazu seien die Northeimer

Nachbauten fast günstig. Die individuell konstruierten

und gebauten Fahrzeuge kosteten allerdings zum Teil

ebenfalls mehr als 500.000 Euro.

SEIN UNTERNEHMEN habe laut Bettels bisher ein halbes

Dutzend verschiedene Audi-Typen gebaut. Viel

Werbung habe er dafür im Übrigen nicht machen müssen.

Denn die Kunden kämen zumeist aufgrund von

Empfehlungen und seinem guten Ruf in der Branche

auf ihn zu. ▸

76 2 |2025


unternehmen

In seiner Werkstatt baut Matthias Bettels zusammen mit seinem Team Nachbauten des legendären Audi S1 Quattro und komplette Eigenkreationen für

Rennen auf der Strecke. Dank moderner Technik und dem klassischen Look können Enthusiasten diese Fahrzeuge bei echten Rennen über die Pisten jagen.

2 |2025 77


unternehmen

Bettels ist leidenschaftlicher Motorsportler. Manchmal – wie hier in Eisenach – bietet sich die Gelegenheit, auch selbst als Fahrer am Rennen teilzunehmen.

78 2 |2025


unternehmen

»Denn Replika werden

gebaut, um sie tatsächlich in

Rennen einzusetzen.«

Anders als die Originalfahrzeuge aus dem vergangenen

Jahrhundert statten Bettels und sein Team die Nachbauten

mit ,High-End-Technik‘ aus. „Denn Replika werden

gebaut, um sie tatsächlich in Rennen einzusetzen.“ Die

Kunden des Autobauers haben in den vergangenen Jahren

nicht nur mit Nachbauten des Audi S1 Rallye, sondern

auch mit Replika des BMW M1 Procar vordere

Plätze bei Oldtimer-Grand-Prix-Rennen auf dem Nürburgring,

in Zandvort oder in Spa belegt. Bettels selbst,

der sich als Hobby-Rennfahrer sieht, landete beim Event

,Quattro Legende‘ im österreichischen St. Gilgen mit einem

Audi ganz vorn. Rennen für historische Rallye­

Fahrzeuge gebe es mittlerweile in vielen Ländern Europas,

sagt Bettels. Er und sein Team betreuen dort eine

Reihe von Kunden und deren Fahrzeuge.

DIESER TEIL DES JOBS, vor allem aber die Konstruktion

und der individuelle Bau der Fahrzeuge, machen „sehr

viel Spaß“, sagt auch Moritz Burkhard. Der studierte

Maschinenbauer fungiert bei Bettels als ,Design and

CAD Engineer‘. Die weitestgehend selbstständige Arbeit

in einem kleinen und hoch qualifizierten Team sei für

ihn deutlich reizvoller als bei einem großen Autobauer.

„Dort ist man nur ein kleines Rädchen im Getriebe,“ sagt

der 29-Jährige Burckhard. Neben ihm arbeiten bei

Bettels inzwischen drei Kfz-Technikermeister mit viel

Berufs erfahrung sowie drei Gesellen.

Als zweites wirtschaftliches Standbein hat Bettels vor

einiger Zeit unweit seiner ,Fahrzeug-Schmiede‘ eine

Kundenwerkstatt eröffnet. „Dort machen wir kleinere

Reparaturen und den ganz normalen Kfz-Service für diverse

Fabrikate, und zwar nicht nur für Oldtimer, sondern

auch für moderne Autos.“

GRUNDSÄTZLICH MÖCHTE BETTELS weiter wachsen.

Auch dazu dient die Kundendienstwerkstatt. „Da kann

ich neue Gesellen und deren Arbeitsweise mit Blick auf

ihre mögliche Eignung für den individuellen Fahrzeugbau

kennenlernen.“ Denn: „Ich kann nicht einfach irgendeinen

Kfz-Mechaniker nehmen, wenn er später mal ein

Rennauto bauen soll.“ Wer allerdings lernen wolle und

Talent und Ehrgeiz habe, sei bei ihm richtig, sagt ▸

2 |2025 79


unternehmen

80 2 |2025


unternehmen

Vor Ort bei Rennen kümmern sich Bettels und sein Team darum, dass die Fahrzeuge

seiner Kunden reibungslos funktionieren und am Rennen teilnehmen können. Dazu wird

auch mal improvisiert.

Bettels, der sich das Autobauen als Selfmade-Mann

selbst beigebracht hat. Der Reiz seiner Arbeit sei es im

Übrigen nicht, ein teures Auto zu bauen, „sondern ein

technisch geiles“.

Auch deshalb ist Bettels sich sicher, immer genügend

Fachkräfte zu finden. Denn: „Was wir hier machen, ist

auch für Leute, die das Handwerk gelernt haben, etwas

Besonderes.“ Und Bettels weiß aus Erfahrung: „Viele,

die Kfz-Mechaniker lernen, wollen nicht ewig nur warten

und reparieren, sondern am liebsten einmal selbst ein

Auto bauen.“ Und damit dürfte er nicht ganz falsch liegen.

„Wir haben zum 1. März drei Mechaniker und einen

Werkstattleiter dazu bekommen. Das muss man in

der Branche heutzutage erst einmal schaffen.“

Ihm sei es wichtig, „den Laden weiter zu vergrößern

und gute Leute zu beschäftigen“, sagt Bettels. „Das

entlastet mich und schafft Raum für mehr Kreativität.“

Er suche nämlich ständig nach neuen Lösungen und

Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. „Stillstand führt

früher oder später zum Ende.“

Er sehe sich und seine Firma allerdings auf einem guten

Weg, meint Bettels. „Wir entwickeln uns derzeit

schnell und massiv weiter.“ So habe er inzwischen auch

Kunden-Anfragen zum Bau historischer Fahrzeuge von

anderen Herstellern als Audi. „Wir bekommen Anfragen

zum Nachbau von Fahrzeugen, die es auf dem Markt

sonst nicht mehr gibt.“

Unabhängig vom Oldtimer-Nachbau habe er ein weiteres

großes Ziel, sagt der Northeimer Unternehmer:

„Eines Tages möchte ich ein ganz eigenes Auto bauen:

Ein technisch hochwertiges Supersport-Hypercar.“ Es

sei zwar „schon an sich ein richtiges Brett, in einer kleinen

Firma allein mit Eigenkapital historische Fahrzeuge

zu bauen“, sagt Bettels. Aber dennoch: „Wenn wir in

den kommenden Jahren noch etwas mehr Geld verdient

haben, gehen wir aus der Kopiergeschichte in die richtige

Konstruktionsphase rein.“

BETTELS SIEHT SICH AUF DEM RICHTIGEN WEG:

„Der Umsatz wächst kontinuierlich und liegt inzwischen

im siebenstelligen Bereich. Und wir sind ausgebucht

für länger als ein Jahr.“

Trotz aller Auftragsarbeit und großen Zukunftspläne

nimmt der verheiratete Familienvater sich – wann immer

es geht – Zeit für seine Kinder im Alter von sieben

und knapp zwei Jahren. Für den Größeren habe er erst

jüngst ein kleines Elektroauto gebaut, erzählt Bettels.

Ganz so schnell wie seine Rallye-Fahrzeuge sei das

allerdings nicht. „Ich habe es gedrosselt auf 20 Stundenkilometer.“

ƒ

ZUM UNTERNEHMEN

Das Unternehmen, das von Matthias

Bettels vor gut fünf Jahren gegründet wurde,

entwickelt, konstruiert, produziert und

vertreibt Automobile für den Renn- und

Rallye-Sport. Dabei handelt es sich um

Fahrzeuge, die nach historischen Vorbildern

konstruiert und gebaut werden. Die Firma

Bettels betreibt in Northeim zudem eine

Werkstatt zur Instandsetzung und Reparatur

von Autos sämtlicher Fabrikate.

Bettels Performance GmbH

Berliner Allee 1

37154 Northeim

0171 8080 9917

info@bettels-performance.de

www.bettels-performance.de

2 |2025 81


ANZEIGE

PROFIL

Kaffee & Co für’s Büro

Verbessern Sie Ihren Bordservice!

Als Sparringspartner für Büroerfolg beschäftigt sich das Northeimer Unternehmen Kassebeer nicht nur mit

moderner Ausstattung und Prozessen, sondern auch mit gesunder Büro- und Teamkultur. Geschäftsführerin

Ines Berke: „Nur ein zufriedenes Team ist ein gutes Team. Und daran muss man arbeiten.“ Wie lassen sich

Stimmung und Motivation in der Belegschaft nachhaltig verbessern? Der berühmte Obstkorb … ausreichend?

Nicht als Einzelmaßnahme, urteilt Berke. „Doch es ist ein guter Anfang …“

Vor drei Jahren begann Kassebeer neben den

zwei Hauptgeschäftsbereichen Bürobedarf

und Druck & Workflow ein weiteres Segment

zu etablieren: Die systematische Teamverpflegung.

Kunden lagern dabei die bedarfsgerechte

Versorgung ihrer Mitarbeiter und

Mitarbeiterinnen mit Kaffeespezialitäten,

gekühltem/ gesprudeltem Wasser, Obst und

gesunden Snacks an den Dienstleister Kassebeer

aus.

ZEICHEN SETZEN:

„IHR SEID UNS WICHTIG!“

Und der neue Bereich boomt. Die Anzahl an

Kunden hat sich hier allein im letzten Jahr

verdreifacht. Immer mehr Unternehmen,

sagt Ines Berke, würden erkennen, welch

wichtiges Signal solche Verpflegungsextras

für den internen Spirit und die moderne Unternehmenskultur

sei. „Es zeigt das Interesse

am Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Dass

man den Menschen mit seinen Bedürfnissen

sieht. Dass man auf Leistung vertraut und

dem Team daher angenehme Pausen – gern

auch mit sozialem Nährwert – gönnt.“ Ein

Mindset, das für nachhaltig positive Stimmung

im Unternehmen natürlich in allen Bereichen

gespiegelt und gelebt werden müsse.

EMPLOYER BRANDING

Um von Bewerbern als Top-Arbeitgeber

wahrgenommen zu werden, bedarf es sicherlich

mehr als „Kaffee, Wasser, Obstkorb

& Co. inklusive“. Nichtsdestotrotz: Die

Teamverpflegung ist im harten Wettbewerb

um Fachkräfte ein wirksamer „weicher Faktor“.

Die angenehm gestaltete Arbeitsumgebung

wird gerade bei jungen Arbeitnehmern

und Arbeitnehmerinnen immer wichtiger. In

Kombination mit weiteren Benefits können

weiche Faktoren bei der finalen Entscheidung

das Zünglein an der Waage sein.

Wertschätzung, die motiviert: frisches Obst im ABO – ein- oder zweimal wöchentlich. Auch Menge und

Liefertage sind frei wählbar.

GESUNDHEIT FIRST

Die Bereitstellung von Wasser, Obst und vollwertigen

Snacks ist zudem für viele größere

Unternehmenskunden von Kassebeer ein

wichtiger Baustein in deren betrieblichem

Gesundheitsmanagement: Im stressigen Arbeitsalltag

ist eine gesunde Ernährung nicht

immer einfach. Die Bereitstellung von Wasser,

Obst und Müsliriegeln erleichtert Mitarbeitenden

die richtige Entscheidung: Der

knackige Apfel liegt jederzeit griffbereit – die

Hürde, im Vorbeigehen darauf zuzugreifen,

ist bewusst niederschwellig. Außerdem sorgt

die kalorienarme und gesunde Zwischenmalzeit

für einen echten Energieschub und mehr

Produktivität.

Im Rahmen von BGM-Maßnahmen kann die

gesunde Teamverpflegung unter bestimmten

Voraussetzungen sogar gefördert werden –

bei einigen Kassebeer-Kunden liegt das Thema

daher nicht mehr beim Einkauf, sondern

bei Human Ressources.

STEUERLICHE VORTEILE

In jedem Fall gut zu wissen: Die Verpflegung

durch den Arbeitgeber in oben genanntem

Rahmen muss von Arbeitnehmer und Arbeitnehmerin

weder versteuert noch besonders

dokumentiert werden. Wasser, Kaffee, Obstkorb

& Co. gelten als betrieblich veranlasst

und sind für den Arbeitgeber als Betriebsausgabe

voll abziehbar (§ 4 Abs. 4 EStG).

FOTOS: NIKOLAUS FRANK


ANZEIGE

PROFIL

Guter Kaffee? Macht glücklich! Auch bei Kassebeer selbst freuen sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auf ‚Pause mit Bohne‘.

Dazu muss nur sichergestellt sein, dass das

Angebot allen Angestellten offensteht und

der Verzehr am Arbeitsplatz bzw. im Betrieb

erfolgt (nicht für die Mitnahme nach Hause

gedacht). Auch kleine Unternehmen können

also mit effizienten, steuerlich begünstigten

Maßnahmen eine Teamverpflegung auf

die Beine stellen – und sich so als attraktive

Arbeitgeber positionieren.

AUTOMATISIERTER SERVICE

Die Leistung von Kassebeer ist, dass die vereinbarten

Verpflegungs-Goodies jederzeit ausreichend

vorhanden sind, ohne dass sich das

Unternehmen selbst darum kümmern müsste.

Die flexible, bedarfsgerechte Lieferung ist

für einen Fachhändler mit einer ausgezeichneten

logistischen Infrastruktur wie Kassebeer

ein Kinderspiel. Die Aufstellung und regelmäßige

Wartung der Kaffeevollautomaten

und Wasserspender übernimmt das ohnehin

regelmäßig ausrückende Service-Team. Um

die ausgezeichnete Qualität der Geräte, der

Kaffeebohnen und des Obstes gleichbleibend

zu garantieren, kooperiert Kassebeer mit sorgfältig

ausgewählten Partnern.

EFFIZIENTER BESCHAFFUNGSPROZESS

Den Kaffee- und Wasserservice über sehr

hochwertige Maschinen und Spender bietet

Kassebeer ausschließlich im Vertragsverhältnis

an – wobei der Kundenbedarf regelmäßig

gecheckt und angepasst wird. Obst und

Snacks in Bio-Qualität von nachhaltigen Marken

wie z.B. KoRo sind über den Webshop frei

wählbar – auch was Abonnement-Größe und

Turnus der Lieferung anbelangt. Für den Einkauf

bedeutet dies: Verbrauchsgüter und Zubehör

für die Teamverpflegung können einmal

zentral geordert und dann über nur eine Rechnung

zusammen mit dem Bürobedarf monatlich

kostentransparent abgerechnet werden.

Text: Ulrike Markus

BÜRO

SYMPATISCH

EINFACH

Wilh. F. Kassebeer GmbH & Co. KG

Matthias-Grünewald-Straße 42

37154 Northeim

Tel. 05551-963-0

hallo@kassebeer.de

www.kassebeer.de


unternehmen

Auch für

Fleischfans

Auf einem alten Hof in Wachenhausen entwickeln Anja und Roy

Walowsky vegane Brat- und Currywürste mit handwerklicher

Präzision, internationaler Erfahrung und persönlichem Einsatz.

Mit GöVegan schaffen sie es in große Supermärkte und die

Göttinger Uni-Mensa. Nun wollen sie regionale Erzeuger dazu

inspirieren, mitzumachen.

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN FOTOGRAFIE FLORIAN SPIEKER

84 2 |2025


unternehmen

2 |2025 85


unternehmen

Der restaurierte Hof in Wachenhausen wirkt

wie ein Ort, an dem die Zeit stehen geblieben

ist. Wer durch das hölzerne Tor tritt, sieht

Kopfsteinpflaster, eine wettergegerbte Scheune

und ein Wohnhaus im restaurierten Fachwerk. Im

Garten picken Hühner, in der Ferne grasen Rinder auf

einer weitläufigen Weide, eingerahmt von sanften Hügeln,

wie man sie nur in Südniedersachsen findet. Es ist ruhig

hier, fast idyllisch. Und dennoch ist dieser Hof – der

Thiehof – Ausgangspunkt einer Geschichte, die alles andere

als ländlich-beschaulich ist. Dort entsteht ein Produkt,

das seinen Ursprung weder in industrieller Planung

noch in strategischer Marktanalyse hat, sondern in einem

Gefühl: dem Wunsch, etwas zu bewegen.

ANJA UND ROY WALOWSKY leben und arbeiten in

Wachenhausen, einem kleinen Dorf im Rhumetal. Sie sind

ein Paar, das viel erlebt hat. Beruflich, privat, geographisch.

Roy kam in Südafrika zur Welt, war in Australien,

in Südafrika, in Europa unterwegs, und hat als Inhaber

und Geschäfstführer eines internationalen Handels für

Fleischereimaschinen eine Welt kennengelernt, die weit

über die Grenzen Niedersachsens hinausreicht. Anja hat

im Hotelfach und zwanzig Jahre am Max-Planck-Institut

für Sonnensystemforschung gearbeitet, war ebenfalls international

unterwegs und hat dabei nie den Blick für das

verloren, was wirklich zählt: Menschen, Begegnungen,

Erfahrungen. Gemeinsam betreiben sie heute in ihrem

Hof einen kleinen Laden für Wein und Spezialitäten. Und

genau dort beginnt die Geschichte von GoeVegan, ihrer

eigenen veganen Produktlinie, die sich mittlerweile einen

festen Platz in regionalen Supermärkten erobert hat.

DIE IDEE ENTSTAND NICHT aus dem Wunsch heraus,

sich dem Zeitgeist zu beugen oder einer Marktchance

hinterherzujagen. Vielmehr war es eine Mischung aus

Beobachtung, Gesprächen und einer gewissen Offenheit

gegenüber dem, was sich verändert. Anja erzählt, wie

Freundinnen immer häufiger sagten, dass sie gern einmal

etwas Veganes essen würden, obwohl sie Fleisch nicht

grundsätzlich ablehnen. Und auch bei den eigenen Kin-

» Wer sollte vegane Alternativen

besser entwickeln können

als ein traditioneller Fleischer?«

dern sei das Bewusstsein gewachsen, dass nicht jeden Tag

Fleisch auf den Tisch muss. Als dann das Studierendenwerk

in Göttingen verkündete, dass in wenigen Wochen

komplett auf vegane Küche umgestellt werden soll, war

für die beiden klar: Wir probieren das. Sie begeisterten

Freund und Fleischermeister Karl-Heinz Koithahn aus

Hattorf am Harz, der die Produktion unterstützt. „Wer

sollte vegane Alternativen besser entwickeln können als

ein traditioneller Fleischer?“ sagt Roy Walowsky. Sein

Freund sei sofort Feuer und Flamme gewesen.

ES BEGANN IN DER KÜCHE.

Nicht in einer Versuchsküche eines großen Konzerns, sondern

in ihrer eigenen, mit einem Thermomix, ein paar Eisformen

und viel Experimentierfreude. Roy, der genau

weiß, welche Konsistenz eine gute Wurst haben muss,

kombinierte Erbsenprotein mit roter Bete, testete unterschiedliche

Öle, überlegte, wie die Haptik stimmen könnte.

Es war ein Prozess, der eher einem kreativen Handwerk

als einem wissenschaftlichen Versuch glich. Und es

war ein Prozess voller Rückschläge. Mal schmeckte es

fade, mal war die Farbe zu blass, mal blieb der Darm an

der Maschine hängen. Oft standen sie zu zweit vor Kisten

voller misslungener Würste, fragten sich, ob das wirklich

eine gute Idee war, und machten trotzdem weiter.

„Wenn ich etwas zusage, dann ziehe ich das durch“, sagt

Roy. Diese Haltung zieht sich durch sein Leben. Ob als

Unternehmer, als Familienmensch oder als Kommunalpolitiker.

Aufgeben ist keine Option. Auch dann nicht,

wenn es einfacher wäre. Die beiden haben schon viel erlebt,

auch Schmerzhaftes. Sie wissen, was es bedeutet, für etwas

zu kämpfen, das nicht sicher ist. Vielleicht kommt daher

diese Mischung aus Bodenhaftung und Mut, mit der sie

sich immer wieder neuen Herausforderungen stellen. ‣

86 2 |2025


www.faktor-erfolgsgeschichten.de

unternehmen

20 Jahre Jubiläum

› MEHR ALS EIN MAGAZIN

Jubiläumsausgabe

Höhepunkte aus

20 Jahren

Top-Erfolgsgeschichten

die schönsten Fotos

Blick in die Zukunft

Jubiläums-

CHANCE!

Jetzt sichern!

Machen Sie mit!

Seien Sie in der Jubiläumsausgabe

am 26. September 2025

dabei und profitieren von der

besonderen Sichtbarkeit –

ab

349,-

werden Sie regional bekannter!

Vereinbaren Sie jetzt einen Gesprächstermin:

Marco Böhme

Tel. 0551 30 98 39-28

boehme@faktor-magazin.de

Thorsten Sawada

Tel. 0551 30 98 39-28

sawada@faktor-magazin.de

Per Post: faktor-Magazin, Berliner Str. 10, 37073 Göttingen

GUTES TUN!

des Buchungspreises werden an gemeinnützige

Organisationen gespendet.

So unterstützen Sie nicht nur Ihr Unternehmen,

sondern auch einen guten Zweck!

Lassen Sie uns gemeinsam

besprechen, wie wir Ihre Marke

optimal präsentieren können.

2 |2025 87


unternehmen

Die Zusammenarbeit mit dem Studierendenwerk war der

erste echte Test. Dort sollte die vegane Currywurst nicht

nur schmecken, sondern auch strenge Kriterien erfüllen.

Die Inhaltsstoffe mussten bestimmten Vorgaben entsprechen,

das Gewicht pro Wurst exakt sein, die Farbe möglichst

natürlich. Rote Bete sorgte für eine schöne Tönung,

doch sie machte die Verarbeitung schwieriger. Irgendwann

aber passte alles. Konsistenz, Geschmack, Optik.

Die ersten Lieferungen gingen raus. Das Feedback war

positiv. Die Studierenden mochten das Produkt, die Mensen

bestellten nach. Was als Versuch begonnen hatte, wurde

zur Erfolgsgeschichte.

Doch Erfolg ist kein Selbstläufer. Die Suche nach passenden

Zutaten gestaltete sich mühsam. Günstige Öle gab

es viele, aber Roy und Anja wollten regionale, hochwertige.

Auf einer Gartenmesse traf Roy einen alten Schulfreund,

der mittlerweile eine kleine Ölmühle betreibt. Sein

Rapsöl war naturbelassen, kalt gepresst, unfiltriert. Es

passte perfekt. Auch wenn die Kalkulation damit schwieriger

wurde, entschieden sie sich dafür. Weil sie wissen,

dass gutes Produkt immer mit guten Zutaten beginnt.

„Wir wollen ein gutes Gewissen haben, wenn wir unsere

Produkte verkaufen“, sagt Roy Walowsky. Diese Haltung

zeigt sich auch in der Zusammenarbeit mit regionalen

Landwirten. „Wo immer es geht, setzen wir auf Rohstoffe

aus der Region, vor allem heimische Erbsen und Ackerbohnen.

Auf Soja wird komplett verzichtet.“ Die beiden

suchten Partner, die bereit waren, Erbsen für die Wurstproduktion

anzubauen. Nicht alle waren begeistert, doch

einige erkannten die Chance. Gemeinsam diskutierten sie

über Anbaumethoden, Bodenverträglichkeit und die Frage,

ob ein regionales Eiweißprodukt auch wirtschaftlich

tragbar sei. Es war eine neue Form der Landwirtschaftskooperation,

getragen von Vertrauen und der Idee, gemeinsam

etwas zu erreichen. In Zusammenarbeit mit einem

großen Saatguthersteller in der Region wurde erstmals

ein rein niedersächsisches Erbsenisolat entwickelt.

„Für uns ist Regionalität keine Option, sondern Verpflichtung“,

sagt Anja. Es gehe ihnen darum, sowohl Umwelt

und Klima zu schonen als auch Wertschöpfung vor Ort zu

schaffen.

Das Netzwerk, das die Walowskys über Jahrzehnte aufgebaut

haben, erwies sich als tragfähig. Viele ihrer Geschäftspartner

wurden zu Freunden, viele Freunde zu

Mitstreitern. Ob in Hamburg, wo sie erste Verkostungen

durchführten, oder bei Rewe, wo ein Manager die Wurst

bei einem Golfturnier probierte und spontan als eine der

besten bezeichnete, die er je gegessen habe. Es sind diese

kleinen Momente, die den beiden zeigen, dass ihr Weg der

richtige ist.

»Für uns ist Regionalität

keine Option,

sondern Verpflichtung.«

Bei dem Rennen quer durch Amerika ist Organisation alles. Pro

Tag nimmt Fritz Geers fast 10.000 Kalorien zu sich,.

88 2 |2025


unternehmen

UND DOCH GIBT ES AUCH die anderen Momente. Die, in

denen der Darm in der Maschine stecken bleibt. Die, in denen

400 Becher Fleischsalat unverkauft im Kühllager stehen.

Die, in denen ein Auftrag bei einer großen Handelskette am

Preis scheitert. Roy erinnert sich an eine Ausschreibung, bei

der sie mit ihrem Produkt in die letzte Runde kamen, am

Ende aber doch absagten, weil sie ihre Zutaten nicht billiger

einkaufen wollten. „Dann lieber mit gutem Gewissen kleiner

bleiben“, sagt er.

Denn was die beiden antreibt, ist nicht der Wunsch nach

Marktanteil, sondern das Bedürfnis, etwas zu schaffen, das

sie vertreten können. Etwas, das schmeckt und zugleich ein

Zeichen setzt. Ihre Kinder unterstützen sie, wo sie können.

Die Familie ist eng verbunden, auch durch die gemeinsame

Geschichte, durch die Verluste, aber auch durch die vielen

kleinen Erfolge, die sie teilen.

Anja beschreibt es so: „Wir sind Menschen, die Verantwortung

übernehmen wollen. Für unsere Heimat, für das,

was wir essen, für das, was wir hinterlassen.“ Diese

Haltung zieht sich durch alle Entscheidungen. Von der

Wahl der Verpackung bis zur Gestaltung der Etiketten. Alles

soll rund sein, alles soll ehrlich bleiben. Wenn Etiketten

einmal gedruckt sind und einen kleinen Fehler beinhalten,,

werden sie trotzdem aufgebraucht. Nicht, weil

man keine bessere Lösung kennt, sondern weil Nachhaltigkeit

auch bedeutet, nicht zu verschwenden.

NEBEN DER CURRYWURST gibt es mittlerweile weitere

Produkte. Eine Bratwurst, ein Fleischsalat, neue Ideen

für die kommende Grillsaison. Die Nachfrage wächst,

auch wenn die Produktion nach wie vor aufwendig ist.

Vieles geschieht in Handarbeit, manches mit Maschinen.

Die Manufaktur ist noch nicht gebaut, aber sie ist

denkbar. Der Ort dafür ist vorhanden. Die Ideen sowieso.

Und das Netzwerk, auf das sie zurückgreifen können,

ist größer als das vieler Start-ups. Gut zwei Jahre

nach den ersten Versuchen sind die Gründer stolz auf

das Erreichte.

WAS GÖVEGAN BESONDERS MACHT, ist nicht das

Produkt allein. Es ist die Geschichte dahinter. Die Verbindung

von Handwerk und Haltung. Von Erfahrung

und Experiment. Von Weltgewandtheit und Regionalität.

Von Menschen. ƒ

So liegt sie im Laden: Die veganen Chiligrilla liegen inzwischen in Supermärkten in der Region aus.

2 |2025 89


ANZEIGE

PROFIL

Maßarbeit mit System

Ein Blick in die Produktion bei Lichtblick Sonnenschutzsysteme

Herr Fromm, Lichtblick Sonnenschutzsysteme

steht für hochwertige Sonnenschutzlösungen

nach Maß. Was genau fertigen Sie

alles bei Lichtblick?

Patrick Fromm: Wir stellen an unserem

Standort in Heilbad Heiligenstadt Plissees,

Rollos und Insektenschutzlösungen selbst

her – und das in hoher Stückzahl und dennoch

individuell auf Maß. Besonders im Bereich

Insektenschutz bieten wir ein breites

Spektrum: von klassischen Spannrahmen

für Fenster, Schiebeanlagen, Pendeltüren bis

hin zu Plisseetüren. Alles wird bei uns zugeschnitten,

konfektioniert und geprüft – made

in Germany.

Warum hat Lichtblick sich für die Eigenproduktion

in Heiligenstadt entschieden?

Fromm: Ganz einfach: Weil wir so Kontrolle

über Qualität, Verfügbarkeit und Individualisierung

behalten. Unsere Kunden wünschen

keine Massenware von der Stange, sondern

passgenaue Lösungen. Mit eigener Fertigung

können wir auf besondere Fensterformen,

Farbwünsche und Einbausituationen

flexibel reagieren. Außerdem verkürzen wir

so Lieferzeiten und bleiben unabhängig von

Zulieferern.

Können Sie uns einen kleinen Einblick in die

Produktionsschritte geben?

Fromm: Nachdem das Serviceteam die korrekten

Maße an die Produktion übermittelt

hat, starten wir die Fertigung mit dem exakten

Zuschnitt der Stoffe und der Aluminiumprofile.

Danach erfolgt die Konfektion. Über

automatisierte Anlagen erfolgt die Bohrung,

Stanzung und Fädelung der einzelnen Produkte.

Beim Insektenschutz ist das Vorgehen ähnlich:

Wir schneiden die Profile millimetergenau

zu, setzen Eckverbinder, montieren

Gewebe und Beschläge. Gerade bei komplexeren

Systemen wie Schiebetüren oder

Pendeltüren achten wir auf Ausrichtung und

Leichtgängigkeit. Zum Schluss wird jedes

Produkt einer ausführlichen Qualitätskontrolle

unterzogen.

Unser Film zum Tag der

offenen Tür:

Unsere Plissee Produktion:


ANZEIGE

WAS MACHT IHRE PRODUKTE IM

VERGLEICH ZU INDUSTRIELLER

MASSENFERTIGUNG BESONDERS?

Fromm: Die Liebe zum Detail. Wir arbeiten

mit qualifizierten Fachkräften, die jedes

Produkt individuell konfektionieren. Zudem

setzen wir auf hochwertige Materialien: Aluminiumprofile,

langlebige Mechaniken und

ausgesuchte Stoffe. Unsere Sonnenschutzsysteme

sind nicht nur funktional, sondern

auch ästhetisch durchdacht – das ist uns

sehr wichtig.

satz und möglichst wenig Verpackungsmüll.

Für uns bedeutet Nachhaltigkeit: Qualität,

die bleibt – statt Wegwerfware.

WAS BEDEUTET IHNEN DIE ARBEIT BEI

LICHTBLICK GANZ PERSÖNLICH?

Fromm: Ich beschäftige mich seit 20 Jahren

mit dem Thema Sonnenschutz und bin Heute

stolz, Teil eines Teams zu sein, das mit

Leidenschaft Maßarbeit liefert. Die Kunden

sehen am Ende nur das fertige Produkt am

Fenster – wir wissen aber, wie viel Sorgfalt,

PROFIL

WIE VIEL INDIVIDUALISIERUNG

IST DENN MÖGLICH?

Fromm: Sehr viel! Bei den Plissees etwa bieten

wir verschiedene Stoffqualitäten, Farben,

Transparenzstufen und Technikvarianten –

alles exakt zugeschnitten auf die Wünsche

des Kunden. Im Insektenschutzbereich können

Kunden aus verschiedenen Profil- und

Gewebearten wählen, z. B. feinmaschiges

Pollenschutz- oder strapazierfähiges, haustiergeeignetes

Edelstahlgewebe. Auch Sonderformen

wie schräge Fenster, Balkontüren

oder Doppeltüren können wir problemlos

realisieren.

WIE WICHTIG IST IHNEN NACHHALTIG-

KEIT IN DER PRODUKTION?

Fromm: Ein großes Thema. Wir produzieren

bewusst auftragsbezogen, also nur das, was

wirklich bestellt wird – ohne Überproduktion.

Unsere Materialien sind langlebig, reparierbar

und recyclebar. Außerdem achten wir auf

kurze Lieferketten, optimierten Energieein-

Know-how und Technik in jedem einzelnen

steckt. Wenn ein Kunde dann sagt: „Passt

perfekt, sieht super aus!“ – dann wissen wir,

dass wir alles richtig gemacht haben.

WIE SORGEN SIE DAFÜR, DASS LICHT-

BLICK AUCH IN ZUKUNFT EIN SICHERER

PARTNER IM BEREICH SONNEN- UND

INSEKTENSCHUTZ BLEIBT?

Fromm: Wir sind stets daran interessiert unsere

Produktionsprozesse und Mitarbeiter

weiterzuentwickeln um den Anforderungen

des Marktes einen Schritt voraus zu sein.

Nur so können wir unsere Kunden auch zukünftig

mit hochwertigen und langlebigen

Produkten begeistern.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Lichtblick Sonnenschutzsysteme GmbH

Dr.-Gerhard-Müller-Str. 2

37308 Heilbad Heiligenstadt

Tel. 03606 50 233 31

Info@lichtblick-objekt.de

www.lichtblick-objekt.de


wissen

SCHLOSSHOTEL MÜNCHHAUSEN:

Kultur, Küche und Komfort vereint.

TOP-HOTELS

in und um Südniedersachsen

TEXT CHRISTIAN VOGELBEIN

HOTEL DIE SONNE FRANKENBERG

verbindet Geschichte mit Genuss

124 92 21 |2025


wissen

HOTEL GÖRTLER:

Design begeistert mit kulinarischer Kreativität.

HOTEL RATHAUS WILDEMANN:

Familiengeführte Küche mit Herzblut

HARDENBERG BURGHOTEL

Luxus trifft Natur und Gastlichkeit

RoLigio RESORT ROMANTISCHER WINKEL:

Ganzheitliches Wohlfühlen auf Spitzenniveau

revita – NATURRESORT & SPA:

Wellness, Komfort und Genuss vereint

ZUM LÖWEN – DESIGN HOTEL RESORT & SPA:

Design und Genuss in Duderstadt

HOTEL FREIWERK:

Stilvoller Rückzugsort

mit Panoramablick

NATURRESORT

SCHINDELBRUCH:

Nachhaltigkeit prägt

Erholung und Küche

12 |2025 125 93


wissen

Wer durch Südniedersachsen, das Eichsfeld, den Harz oder das Weserbergland reist, trifft

auf eine Region voller Geschichten, Genussmomente und Gastfreundschaft. Zwischen

mittelalterlichen Fachwerkstädten, sanften Hügeln und dichten Wäldern haben sich

besondere Häuser etabliert – Hotels und Restaurants mit Sternen und Würdigung durch

den Guide Michelin, die weit mehr sind als nur ein Ort zum Essen und Übernachten.

Sie sind Refugien, in denen sich Tradition, Design und Persönlichkeit zu einem Lebensgefühl

verbinden. Ein Streifzug durch zehn außergewöhnliche Adressen.

Eine Suite im Hotel ,Die Sonne‘

94 2 |2025


wissen

Der klassiche Rittersaal

im Hotel Münchhausen

Inmitten der historischen

Altstadt von

Frankenberg verbindet

das Hotel ,Die Sonne‘

auf charmante Weise

Geschichte und Moderne.

Das Ensemble aus

sieben denkmalgeschützten

Gebäuden

wurde mit viel Liebe restauriert

und beherbergt

heute ein stilvolles

Hotel mit vielfältigem

kulinarischen Angebot. Im Gourmetrestaurant Philipp

Soldan sorgt Sternekoch Erik Arnecke mit klaren Aromen,

regionalen Zutaten und feiner Handwerkskunst

für höchste Genussmomente. Wer es etwas bodenständiger

mag, ist in den Sonne Stuben genau richtig – hier

servieren Timo Schröder und Markus Willich modern

interpretierte Klassiker, verteilt auf stimmungsvolle Stuben

wie die Jagd- oder Trachtenstube. Ein Spa und ein

umfangreiches Weinangebot runden das Erlebnis ab.

Die Auszeichnung mit dem ,Michelin Key 2024‘ ist verdienter

Lohn für das Gesamtkonzept.

EINIGE KILOMETER ENTFERNT liegt das Hardenberg

BurgHotel, eingebettet in die malerische Landschaft

rund um die Ruine Hardenberg. Dieses Relais & Châteaux-Haus

versteht sich als Ort des ,perfekt unperfekten

Luxus‘. Persönlich, herzlich und doch auf höchstem

Niveau werden Gäste hier empfangen. Das Restaurant

Novalis bietet feine, regionale Küche mit modernem

Twist, während die Hardenberg Distillery edle

Tropfen zum Verkosten bereithält. Im BurgSpa entspannt

man mit Blick auf historische Mauern – eine

seltene Mischung aus Kultur, Natur und Komfort. Ob

romantisches Wochenende, Business-Retreat oder kulinarische

Reise: Das

Burghotel schafft einen

Rahmen für besondere

Momente.

EIN HAUS MIT ganz

anderer Handschrift findet

sich in Seesen: das

Hotel Görtler. Nach über

50 Jahren als klassischer

Familienbetrieb wurde es

2024 als stilvolles Designhotel

neu eröffnet,

ohne die Wurzeln zu vergessen. Individuell gestaltete

Zimmer, moderne Suiten und ein durchdachtes Lichtund

Farbkonzept schaffen ein elegantes, aber warmes

Ambiente. Herzstück ist das Restaurant Harzfenster, in

dem Küchenchef Johannes Steingrüber ein saisonales

9-Gänge-Menü entwickelt – mit offener Showküche, bei

der Gäste die Entstehung ihrer Speisen live verfolgen

können. Design trifft auf Handwerk, Regionalität auf

hohe Schule der Kulinarik. Ein Ort für alle, die das Besondere

suchen.

EIN KLASSIKER MIT ZUKUNFT ist das revita –

naturresort & spa in Bad Lauterberg. Das Fünf-Sterne-Hotel

wurde bereits 1972 eröffnet und stetig weiterentwickelt.

Heute bietet es 261 stilvolle Zimmer

und Suiten, einen 3.000 Quadratmeter großen Spa-Bereich

mit Saunen, Pools und Anwendungen sowie ein

kulinarisches Angebot, das sich über mehrere Restaurants

erstreckt. Die Küche vereint Qualität und Vielfalt,

die Atmosphäre ist geprägt von einer gelebten Gastfreundschaft,

die seit Jahrzehnten Gäste begeistert. Die

Kombination aus Größe, Service und Qualität macht

das revita zu einer Institution im Harz und zu einem

echten Wohlfühlort. ▸

2 |2025 95


wissen

EIN WEITERES HIGHLIGHT im Südharz ist das Hotel

FreiWerk oberhalb von Stolberg. Die Kombination aus

historischer Villa, modernem Anbau und dem ehemaligen

Kutscherhaus verleiht dem Hotel eine besondere

Architektur mit Seele. Das Restaurant ,20zwanzig‘ verwöhnt

mit gehobener Küche und einem Panoramablick,

der jedes Gericht veredelt. In der angrenzenden Piano-Bar

klingt der Tag bei einem Glas Wein oder einem

Signature Cocktail stimmungsvoll

aus. Das Hotel ist nicht

nur Rückzugsort, sondern

auch Eventlocation – ideal für

Hochzeiten, Workshops oder

Barbecue-Abende unter freiem

Himmel. Wer Natur, Ruhe und

Stil schätzt, wird sich hier sofort

wohlfühlen.

NACHHALTIGKEIT ist das zentrale

Thema im Naturresort

Schindelbruch. Als erstes

CO 2 -kompensiertes Wellnesshotel

Deutschlands – schon

seit 2009 – hat das Haus Maßstäbe

gesetzt. Mit dem ,Green-

Sign Level 5‘ zertifiziert, steht

das Vier-Sterne-Superior-Hotel für konsequent umgesetztes

Umweltbewusstsein. Dabei kommt der Genuss

nicht zu kurz: Das Gourmetrestaurant Silberstreif wurde

mehrfach ausgezeichnet, der großzügige Spa-Bereich

mit Saunadorf, Poollandschaft und Wellnessbehandlungen

lädt zum Verweilen ein. 93 Zimmer und Suiten bieten

Komfort in stilvoller Umgebung, die Architektur

vereint Alt und Neu. Kunst, Natur und Kulinarik verschmelzen

hier zu einem harmonischen Ganzen.

GANZHEITLICHES WOHLBEFINDEN verspricht das

RoLigio Resort Romantischer Winkel in Bad Sachsa.

Als erstes Hotel mit dem eigens entwickelten RoLigio-Konzept

steht es für ein neues Verständnis von Wellness:

individuell, sinnstiftend und nachhaltig wirksam.

Der 3.800 Quadratmeter große Spa mit Pools, Saunawelt

und Ruheräumen ist ein Herzstück des Hauses, genauso

wie das Fine-Dining-Restaurant Joseph’s, in dem

Küchenchef Ralph Hollokoi

seine Sterneküche mit persönlicher

Note auf den Teller

bringt. Natur, Kulinarik

und Achtsamkeit gehen hier

Hand in Hand. Auch

Aktivurlauber finden im angrenzenden

Nationalpark

Harz ideale Bedingungen.

EIN WAHRER SCHATZ für

Kulturliebhaber ist das

Schlosshotel Münchhausen

im Weserbergland. Das

Renaissanceschloss aus dem

Jahr 1570 wurde aufwendig

restauriert und in ein luxuriöses

Hotel verwandelt. 67

Zimmer und Suiten vereinen historischen Charme mit

modernem Komfort. Kulinarisch begeistert das Haus

mit dem Gourmetrestaurant HILMAR, das klassische

französische Küche auf höchstem Niveau bietet, sowie

dem Schlosskeller mit kreativen regionalen Gerichten.

In den Sommermonaten wird der Innenhof zur Bühne

für Open-Air-Konzerte, was dem Aufenthalt eine besondere

Note verleiht. Zwei 18-Loch-Golfplätze direkt am

Hotel runden das Angebot ab.

Der Spa- und Wellnessbereich im Hotel ,Die Sonne‘

96 2 |2025


wissen

Ein Blick in die Lounge des revita.

EINE KLEINE, PERSÖNLICHE Erfolgsgeschichte ist das

Hotel Rathaus Wildemann im gleichnamigen Harzstädtchen.

Maria und Mathias Geinitz haben das Haus 2015

übernommen und gemeinsam mit ihrer Familie zu einem

liebevoll geführten Kleinod entwickelt. Die Küche

von Mathias Geinitz steht unter dem Motto ,Der wahre

Geschmack liegt in der Natur‘ – kreativ, regional, ehrlich.

Dafür gab es bereits Auszeichnungen von ,Gault

Millau‘, ,Bib Gourmand‘ und ,Falstaff‘. Der Lindensaal,

das Restaurant und die Zimmer wurden behutsam modernisiert.

Hier verbindet sich familiäre Atmosphäre mit

Qualität. Ein Geheimtipp für alle, die das Echte suchen.

IN DER FACHWERKSTADT DUDERSTADT schließlich

setzt das ,Zum Löwen – Design Hotel Resort & Spa‘

Maßstäbe in Stil und Gastlichkeit. Das über 300 Jahre

alte Gebäude wurde mit viel Gespür für Ästhetik und

Komfort zu einem urbanen Hideaway umgestaltet. Die

59 Zimmer und Suiten sind individuell designt, mit ikonischen

Möbeln und hochwertigen Materialien. Kulinarisch

warten gleich zwei Restaurants: das elegante

LEONE und das urige ,Alt Duderstadt‘, beide mit Fokus

auf regionale Spitzenprodukte. Berlin Bar, Kaminzimmer

und die angesagte Stones Bar sorgen für den passenden

Ausklang. Der Spa-Bereich mit Pool, Salzgrotte und

Eisbrunnen rundet das Gesamterlebnis ab.

DIESE ZEHN HÄUSER ZEIGEN eindrucksvoll, wie viel

Charakter, Vielfalt und Qualität in unserer Region

stecken. Sie stehen für Gastfreundschaft mit Haltung,

für Genuss ohne Kompromisse – und für Orte, an die

man gerne zurückkehrt. ƒ

2 |2025 97


ANZEIGE

PROFIL

Alles aus einer Meisterhand

Betonstein- und Terrazzoherstellermeister Nick Huntgeburth steuert die

Huntgeburth Sanierungs GmbH in Obernjesa mit Herz und Verstand.

Wenn Wasser im Gebäude steht oder ein Brand gewütet

hat, herrscht Verzweiflung und Resignation. In Katastrophenfällen

sind Krisenmanager gefragt. Nick Huntgeburth

ist jemand, der an solchen Tiefpunkten des Lebens die

Übersicht behält: „Wir helfen unseren Kunden in allen

Belangen.“ Dieses Versprechen ist quasi das Motto der

Huntgeburth Sanierungs GmbH in Obernjesa.

Das 2021 gegründete Unternehmen setzt

auf das eigene Rundumsorglos-Paket: Es

basiert auf der umfangreichen Expertise,

die sich der 33-jährige Unternehmer erarbeitet

hat. Als Sohn von Peter Huntgeburth, dem

Inhaber von Goldmann & Huntgeburth GmbH, verbrachte

Nick bereits als Schulkind seine Samstage

im väterlichen Naturstein-Unternehmen und später

verdiente er sich als Ferienjobber sein erstes eigenes

Geld. „Ich hatte schon immer Spaß daran, etwas mit

meinen Händen zu erschaffen“, sagt er rückblickend.

Er lebte diese Begeisterung so sehr, dass er sich für

eine Ausbildung zum Betonstein- und Terrazzohersteller

erschloss. Ein Ausbildungsgang, den es heute gar

nicht mehr gibt – inzwischen lautet die Bezeichnung


ANZEIGE

»Ich hatte schon immer Spaß daran,

etwas mit meinen Händen zu erschaffen...«

PROFIL

Werksteinhersteller – und für den er bis nach

Freiburg im Breisgau gehen musste. Dort gibt

es eine der wenigen darauf spezialisierten Betriebe

für einen Auslbidungsplatz. Seine Passion

für den Werkstoff Stein festigte sich und

er blieb weitere Jahre in Ulm und Bamberg. Er

nutzte die Zeit, um sich in dieser Nische zum

Meister fortzubilden und ergänzte sein Spekt-

So kommt er inzwischen auf 22 Mitarbeiter

und kann – häufig in Zusammenarbeit mit

Subunternehmern – ein außergewöhnliches

Gesamtportfolio anbieten: „Im Extremfall

übernehmen wir beispielsweise alles, was

mit einem Wasserschaden zusammenhängt:

Von der Leckortung, über die Reparatur und

Trockenlegung bis zur Schadensabwicklung

mit der Versicherung.“

Nick Huntgeburth bietet mit seinem Team das

Rundumpaket vom Notfall bis zur geplanten

Sanierung.

rum noch um den Meister der Betonindsutrie.

„Ich arbeitete unter anderem für das Natursteinwerk

in Bamberg und war für Aufträge in

Frankfurt, München und Stuttgart unterwegs –

eine sehr spannende Zeit, in der ich viel gelernt

habe“, so Huntgeburth. Doch es zog ihn zurück

in den Norden. Er gründete zunächst eine

Immobiliengesellschaft. Kauf, Sanierung und

Wiederverkauf bildeten dabei die Kernbereiche.

VON DER URSACHE BIS ZUR

VERSICHERUNGSABWICKLUNG

Schließlich gründete der vielseitige Geschäftsmann

die heutige Huntgeburth Sanierungs

GmbH, in ihr gingen auch die

seinem Vater gehörenden Geschäftsanteile

des oben erwähnten väterlichen Betriebs

auf. Anfang 2024 kam durch eine Übernahme

noch die Firma Wolter & Sohn hinzu.

VIELFÄLTIGE DIENSTLEISTUNGEN

AUS EINER HAND

Die Huntgeburth Sanierungs GmbH setzt auf

ein breites Spektrum von Leistungen:

- Fliesenverlegung: Besonders erfahren im

Umgang mit großformatigen Fliesen.

- Badsanierung und barrierefreier Umbau

- Mauerwerksinstandsetzung, Putz- und

Malerarbeiten: Fachgerechte Sanierung von

Wänden und Fassaden

- Brandschadensanierung

- Wasserschadensanierung

- Kernsanierungen

Darüber hinaus begleitet das Unternehmen

auch als Experte beim Immobilienkauf und

übernimmt dabei die Beratung und Kosteneinschätzung

bei sanierungsbedürftigen

Objekten. „Wir erledigen auch gerne die

architektonische Planung – ohne Architektenhonorare!“,

stellt Huntgeburth eine weitere

Stärke heraus.

KUNDENSERVICE

Selbstverständlich bei allen Aufträgen ist für

Nick Huntgeburth, dass sich seine Kunden

um nichts kümmern müssen: „Von der Planung

bis zur Umsetzung, inklusive der Koordination

aller Gewerke, erhalten die Kunden

von uns ein Komplettpaket.“

Ein besonderes Augenmerk legt das Unternehmen

auf die individuelle Beratung und

Betreuung seiner Kundschaft. Ob in Südniedersachsen,

Hessen oder Thüringen – die Projekte

werden mit Sorgfalt und Engagement

umgesetzt. ▸


ANZEIGE

PROFIL

Nick Huntgeburth gründete 2021 sein Unternehmen

und vergrößerte sich 2024.

MITARBEITERFREUNDLICHKEIT

Fachkräftemangel kennt Nick Huntgeburth

nicht. Er erklärt dies mit seinen Erfahrungen,

die er in Süddeutschland gemacht und in

Obernjesa adaptiert hat. Außerdem befragte

er, in der Zeit als die Firma Wolter & Sohn

übernommen wurde, seine Mitarbeiter und

setzte deren Wunsch nach einer Viertagewoche

um. Alle profitieren laut Huntgeburth

davon: Die Mitarbeiter sind motivierter, die

Kunden erhalten denselben Service an weniger

Tagen und das Unternehmen spart die

„unproduktiven Fahrtkosten für den kurzen

Freitag“ ein. Eine zufriedene Belegschaft, zu

der im Übrigen auch vier Auszubildende (in

welchen Ausbildungsberufen?als Maler- und

Lackierer) gehören, sind ebenso das Resultat,

wie ausreichend eingehende Bewerbungen.

Lediglich Maler und Trockenbauer seien

schwierig zu finden und können sich gerne

bei ihm bewerben.

MODERNE METHODEN

„Nicht viele wissen, dass Sie ihre Hausfassaden

mit Trockeneis reinigen können“, sagt

Huntgeburth. Der Unternehmer hört sich

stets auf Branchenmessen nach neuen Methoden

um – Ergebnis: Sein Betrieb gehört zu

den wenigen in der Region, der die schonende

Fassadenreinigung per Trockeneisstrahler

einsetzt. Verunreinigungen werden damit im

wahrsten Sinne des Wortes zu Staub und

fallen einfach zu Boden. Eine effektive Vorgehensweise,

mit der er beispielsweise auf

öffentliche Auftraggeber setzt, die Graffiti entfernen

lassen möchten.

DIE GUTE ADRESSE FÜR SANIERUNGEN

UND RESTAURIERUNGEN

Wenn es um die Sanierung von Immobilien

geht – sei es nach einem Wasserschaden, bei

der Modernisierung eines Badezimmers oder

der Restaurierung historischer Böden – ist die

Huntgeburth Sanierungs GmbH in Obernjesa

eine verlässliche Adresse. Inhaber Nick

Huntgeburth steht für fundiertes Fachwissen,

handwerkliche Präzision und einem tiefes

Verständnis für die Bedürfnisse seiner überwiegend

aus dem Bereich der Privathaushalte

und Hausverwaltungen stammenden Kunden

aus dem Umkreis von meist 200 Kilometern.

Die Bedürfnisse der Auftraggeber rückt Huntgeburth

als kompetenter Ansprechpartner

stets in den Fokus. Er fasst die Begeisterung

für seine Beruf kurz und bündig zusammen:

„Ich liebe es, dass jeden Tag etwas Neues passiert

und wir Menschen in Notlagen wieder

ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.“

Nick Huntgeburth

Auf dem Rode 2

37124 Obernjesa

Tel. 0151 561 99 075

info@huntgeburth-sanierungen.de

www.huntgeburth-sanierungen.de


GDA-Zukunftstag

Jeden ersten Mittwoch im Monat

Reservierung erforderlich

Entdecken Sie attraktive Möglichkeiten

für Ihr Leben im Alter.

Terminvereinbarung:

Tel.: 0511 28009-166

www.gda.de

Weil ich

neugierig auf

morgen bin.

GDA Göttingen

Charlottenburger Straße 19

37085 Göttingen

www.gda.de

GDA-9549_Göttingen_Faktor_190x117mm.indd 1 20.01.25 14:07

Führung stärken, KI meistern,

Zukunft gestalten

Vier Programme für Ihre beruliche Weiterentwicklung:

› 360° FÜHRUNG

Die Basis für starke Führung

› FOKUS LEADERSHIP

Führung vertiefen & ausbauen

› 360° ADVANCED

Leadership auf das nächste Level heben

› CERTIFIED AI PROFESSIONAL

KI-Kompetenz für die Arbeitswelt von morgen

HANNOVER — GÖTTINGEN

Rainer Guse

Akademieleiter Leaders Academy

Hannover/ Göttingen

+49 (0)173 250 8837

rainer.guse@leaders-academy.com

Finden Sie das

passende Programm

für Ihre Karriere!

Jetzt informieren & anmelden!


unternehmen

Weltranglisten-Tennis im Solling

Tennisclub Uslar lockt Jung-Stars zu den ,Bikeleasing Open‘.

Melbourne, Paris, London, New York – die meisten Punkte für die Tennis-Weltrangliste gibt es bei den so genannten

Grand-Slam-Turnieren, bei denen internationale Stars wie Alexander Zverev, Jannik Sinner oder Novak Djokovic

antreten. In Deutschland können die Asse viel Geld und reichlich Ranglisten-Punkte in Hamburg, Halle (Westfalen)

oder München gewinnen. Weltranglisten-Tennis gibt es allerdings auch im Solling. Dort richtet der Uslarer TC die

,Bikeleasing Open‘ aus.

102 2 |2025


unternehmen

TEXT MATTHIAS BRUNNERT FOTOGRAFIE PETER HELLER, GLENN-TANKO RÖBER

Wilhelm Holz feierte kürzlich seinen

75. Geburtstag. Man merkt dem ehemaligen

Lehrer aus Uslar sein Alter allerdings

nicht an. Der Mann sprüht vor

Energie, vor allem, wenn er über Tennis spricht. Und das

muss Holz in diesen Wochen häufig. Denn er ist Organisationsleiter

einer Veranstaltung, die man in einem

Städtchen, das einschließlich sämtlicher Ortsteile nur

rund 14.000 Einwohner zählt, kaum vermuten würde:

In Uslar findet ein offizielles Turnier der ITF World

Tennis-Tour statt. „Dass wir hier in Uslar Weltranglistentennis

haben, kann ich selbst manchmal noch nicht

so richtig glauben“, sagt Holz. Doch es ist wahr. In diesem

Jahr findet das Turnier bereits zum dritten Mal statt.

,Geistiger Urheber‘ des einzigen Weltranglisten turniers

im südlichen Niedersachsen ist allerdings nicht Holz,

sondern Bastian Krause. Der Unternehmer ist Gründer,

Mitinhaber und Geschäftsführer der in Uslar beheimateten

Firma ,Bikeleasing-Service.de‘. Das Unternehmen

gehört nach eigenen Angaben zu den Marktführern einer

vergleichsweise jungen Branche. Es verleiht im großen

Stil Dienstfahrräder. Kunden sind derzeit mehr als

75.000 Unternehmen.

Krause war im Jahr 2022 mit der Idee an ihn herangetreten,

in Uslar – mit seinem Unternehmen als Hauptsponsor

und Namensgeber – ein größeres Tennis-Event

zu organisieren, erinnert sich Holz. Krause selbst kennt

die Tennisanlage in Uslar so gut wie seinen eigenen Vorgarten.

„Ich habe die Hälfte meiner Jugend hier verbracht“,

sagt der Geschäftsführer von Bikeleasing. Zwar

zwang ihn der Beruf später zu einer längeren Pause vom

aktiven Spiel, doch der Kontakt zum Verein riss nie ab.

Heute sind es seine Kinder, die auf dem Platz stehen, und

so ist Krause wieder regelmäßig vor Ort. Mit seinem

Unternehmen unterstützt er gezielt die Jugendarbeit und

war von Anfang an dabei, als die Idee eines ITF-Turniers

in Uslar aufkam. „Das war erst eine Schnapsidee“,

erinnert er sich. „Aber eine gute.“ Und die Kosten? „Gar

nicht so schlimm – kann man mal machen.“ Natürlich

musste ein bisschen umgebaut werden, aber mit Geld

und Manpower half das Unternehmen an allen Ecken

und Enden. In den ersten beiden Jahren bürgte Bikeleasing

auch für unerwartete Kosten. Inzwischen hat der

Verein Erfahrung gesammelt und kann die Organisation

selbst stemmen, Bikeleasing bleibt dennoch Hauptsponsor.

FÜR KRAUSE STEHT FEST: Ein Turnier wie dieses ruht

auf drei Säulen: einem engagierten Initiator, „der allen

im positiven Sinne auf die Nerven geht“, einer Mannschaft

aus ehrenamtlichen Helfern, die mit unermüdlichem

Einsatz Kuchen backen, Hecken schneiden und

Gäste betreuen, sowie auf der Unterstützung durch

Sponsoren. Dass das alles in Uslar zusammenkommt,

ist für ihn auch einem Mann zu verdanken, an dem

hier niemand vorbeikommt: Wilhelm Holz. „Wer in den

letzten 50 Jahren in Uslar etwas mit Sport zu tun hatte,

kennt ihn.“ Mit dem Turnier ist nicht nur ein sportliches

Highlight entstanden, sondern auch ein Impuls für die

Jugendarbeit. „Die Kinder und Jugendlichen sind mit ▸

2 |2025 103


unternehmen

noch mehr Begeisterung dabei. Das Turnier hat etwas

angestoßen.“ Und wer weiß, vielleicht wächst hier

schon der nächste ITF-Spieler heran.

Bei Holz und den anderen Verantwortlichen des

Tennis clubs stieß die Initiative des Unternehmers auf offene

Ohren, zumal Bastian Krause mit seiner Idee auch

sonst Begeisterung hervorgerufen hat. „Das Interesse in

der Region ist sehr groß“, sagt Wilhelm Holz. Dies könne

man auch daran erkennen, dass eine Vielzahl größerer

und kleinerer Sponsoren dazu beitragen, das Budget von

rund 80.000 Euro zu decken.

UM DIE VERANSTALTUNG BEWÄLTIGEN zu können, seien

auch in diesem Jahr wieder Dutzende Vereinsmitglieder

am Start, sagt Holz. An der Spitze steht der UTC-Vorsitzende

Markus Müller als Turnierdirektor. Andere

UTC-Mitglieder organisieren das Catering, betreuen

Spieler, Schiedsrichter und Funktionäre. Jugendliche und

Kinder ziehen die Plätze ab oder fungieren als Ballkinder.

„Die Hilfsbereitschaft ist riesengroß“, freut sich Holz.

Der Mann, der in den vergangenen Jahrzehnten an der

Organisation zahlreicher Tennisturniere in der Region

Südniedersachsen/Nordhessen beteiligt war, hat allerdings

auch festgestellt: „Das Turnier hier in Uslar ist mit

Abstand meine bisher anspruchsvollste Aufgabe. Ich bin

wochenlang rund um die Uhr im Einsatz. So richtig schlafen

kann ich bestimmt erst wieder nach dem Finale.“

Bei den Sportlern kommt das Engagement der Uslarer

Ehrenamtlichen gut an. Die Zahl der Meldungen liegt

auch in diesem Jahr wieder um ein Vielfaches über der

Höchstzahl der möglichen Teilnehmer. „Ob wir wieder

mehr als 800 Meldungen bekommen, so wie 2024, wissen

wir aber erst kurz vor Turnierbeginn,“ sagt Holz.

Auch international steht Uslar inzwischen auf dem

Plan. Die gemeldeten Akteure kommen aus zahlreichen

Ländern. „Die besten davon gehören – so war es jedenfalls

in den beiden vergangenen Jahren – zu den Top 300

der aktuellen Weltrangliste“, sagt der Organisationsleiter. ▸

Wilhelm Holz ist der Motor hinter dem Event und Inspiration für den

Tennis-Nachwuchs in Uslar.

»Die Zahl der Meldungen liegt auch in diesem Jahr

wieder um ein Vielfaches über der Höchstzahl der

möglichen Teilnehmer.«

104 2 |2025


unternehmen

2 |2025 105


unternehmen

Neben 24 Akteuren, die aufgrund ihrer Weltranglisten-

Platzierung in Uslar an den Start gehen können, werden

auch wieder hoffnungsvolle junge heimische Talente dabei

sein. „Sie erhalten sogenannte Wildcards“, sagt Holz.

Er hoffe, dass das Turnier wieder eine gute Bühne für

kommende Stars wird.

2024 GEWANN VÖLLIG ÜBERRASCHEND der damals

erst 16 Jahre alte Justin Engel aus Nürnberg, der als

Qualifikant nach Uslar gekommen war. Durch seinen

Sieg im Solling und weitere Erfolge bei anderen Turnieren

kletterte Engel inzwischen in der Weltrangliste um

rund 800 Weltranglistenplätze bis auf Rang 345.

Der Vizepräsident des Deutschen Tennisbundes, Jan

Hanelt, würdigte das Uslarer Event als eine Veranstaltung,

bei der „aufstrebende Talente die Möglichkeit haben,

sich auf heimischem Boden mit nationalen und internationalen

Spielern zu messen und Punkte für die

Weltrangliste zu sammeln“.

Mit seiner Veranstaltung liegt der Uslarer TC dabei

voll im Trend. Denn Tennis boomt, wie die aktuelle

Statistik des Tennisverbands Niedersachsen–Bremen

ausweist. Die Zahl der gemeldeten Herren- und Damenteams

im Verband ist im Vergleich zum Vorjahr jedenfalls

um mehr als 100 auf gut 4.000 gestiegen. Und

bei den Jugendteams sieht es ähnlich aus. Dort nehmen

inzwischen landesweit mehr als 3.000 Mannschaften am

Spielbetrieb teil. Die zahllosen nicht organisierten

Tennisspielerinnen und Tennisspieler sind dabei nicht

mitgerechnet. „Der Tennissport ist wieder im Kommen“,

freut sich Wilhelm Holz.

Ein Besuch des Weltranglistenturniers in Uslar, so

hofft der Organisations-Chef, könnte den auch in der

Region Südniedersachsen zu bemerkenden Tennisboom

weiter anheizen. Holz rechnet im Übrigen damit, dass

die Zahl der Zuschauer beim Uslarer Turnier – im vergangenen

Jahr waren es in der Turnierwoche rund 2.000

– weiter steigt.

Finanzielle Hindernisse legen die Veranstalter den Interessierten

dabei nicht in den Weg: Der Eintritt an allen

sieben Turniertagen ist frei. ƒ

BIKELEASING OPEN:

Das Tennis-Weltranglisten-Turnier findet vom

14. bis 20. Juli auf der Anlage des Uslarer TC

statt. Am Montag, den 14. Juli, sind Qualifikationsspiele

angesetzt. Dienstag und Mittwoch

werden die Spiele der ersten Runde

ausgetragen. Am Donnerstag folgen die

Achtelfinal- Partien im Einzel und die Viertelfinalspiele

im Doppel. Am Freitag stehen die

Halb finals und das Finale im Doppel sowie

das Viertel- und Halbfinale im Einzel auf dem

Plan. Höhepunkt des Turniers ist das Finale

im Einzel am Samstag um 14 Uhr. Es geht

um Preisgelder in Höhe von insgesamt rund

15 000 US-Dollar.

Bikeleasing Open

Organisationsleitung: Wilhelm Holz

Tel. 0175 458 9948

holzwilhelm@t-online.de

www.bikeleasing-open.de

Die Nachwuchs-Elite im Tennissport kämpft in Uslar um jeden Punkt. So wie hier

Justin Engel, der Aufsteiger des Jahres.

106 2 |2025


und deshalb für die Früherkennung von Brustkrebs

Vertrauen Sie der langjährigen Erfahrung

unseres Ärzteteams und sprechen Sie mit uns.

Wir informieren Sie umfassend:

• Dr. med. Ulla Ritter

• Dr. med. Susanne Luftner-Nagel

• Prof. Dr. med. Katharina Marten-Engelke

• Dr. med. Friedemann Baum

• Prof. Dr. med. Uwe Fischer

Telefon 0551/820 740

www.brustzentrum-goettingen.de

info@brustzentrum-goettingen.de

Bahnhofsallee 1d · 37081 Göttingen

(Gegenüber Bahnhof Westausgang)

Blackbit

AUCH DIE STÄRKSTEN

GEHEN IN DIE RÖHRE

Nutzen Sie Ihre Chancen der Früherkennung.

Ob Prostatakrebs, Lungenkarzinom, Brustkrebs, Vorzeichen einer Herz- oder

Gefäßerkrankung, Osteoporose oder Frühzeichen einer möglichen dementiellen

Erkrankung.

Bildgebende Diagnostik mit MRT und CT ist besser denn je – KI unterstützt dabei

die Auswertung.

Wir sind für Sie da. Versprochen.

Bahnhofsallee 1d

37081 Göttingen

Tel. (0551) 82 074 22

www.diagnostik-goettingen.de


ANZEIGE

PROFIL

Charakter, Code und Kompetenz: Weibliche Vielfalt

als Treiber für Innovation bei eddyson

Wussten Sie, dass die ersten Programmiererinnen tatsächlich Frauen waren? Pionierinnen wie Margaret Hamilton, deren

Beiträge zur NASA den Weg für die Mondlandung ebneten, und Joan Clarke, die entscheidend zur Entschlüsselung der

Enigma beitrug, sind nur einige der Role Models, die in der Geschichte der IT glänzen. Statistisch gesehen dominieren

Männer weiterhin die Tech-Welt, doch die Situation bei eddyson ist anders: Rund ein Viertel des Teams besteht aus talentierten

Frauen, die nicht nur Platzhalterinnen sind, sondern aktiv als Vordenkerinnen und Mitgestalterinnen in allen

Bereichen – vom Support über die Entwicklung bis zur Implementierung.

CODING STATT FARBPALETTE:

LANA AUS DER ENTWICKLUNG

Lana Herdt ist ein beeindruckendes Beispiel

für eine Quereinsteigerin. Als gelernte Mediengestalterin

hat sie sich zur Frontend-Entwicklerin

weitergebildet und und bringt kreative

Lösungen in die digitale Welt. Heute

sorgt sie dafür, dass unsere Anwendungen

nicht nur funktionieren, sondern auch intuitiv

und nutzerfreundlich sind. „Ich liebe die

Mischung aus Kreativität und Technik“, sagt

Lana. „Und ich bin froh, dass ich bei eddyson

so viel Vertrauen bekommen habe. In nur einem

Jahr habe ich enorm viel gelernt – das

motiviert mich jeden Tag aufs Neue.“

Mit dem größten Hemmnis von Frauen in

der IT musste sie sich selbst auseinandersetzten:

„Es mangelt nicht an Interesse, sondern

oft nur an Ermutigung, diesen Weg zu

gehen.“

EXZELLENZ IM BERUF UND FAMILIE:

SANDRINA IST TEAMLEAD IN DER

IMPLEMENTIERUNG

Sandrina Hartleib ist seit über zehn Jahren

im Team und leitet heute das Team, dass

Neukunden anbindet und aufschaltet – ein

entscheidender Bereich bei eddyson. „Jeder

neue Kunde ist wie ein Puzzle mit speziellen

Anforderungen. Die Vielfalt an Herausforderungen

und das Vertrauen, das ich hier spüre,

machen meine Arbeit so besonders.“

Besonders stolz ist sie auf ein Projekt,

bei dem der Kunde zu Beginn sehr skeptisch

war. Sandrina erinnert sich noch sehr

gut, „Es ging um eine komplexe Systemlandschaft

mit mehreren Schnittstellen und sehr

individuellen Anforderungen. Aber durch

strukturierte Planung, die hervorragende


ANZEIGE

PROFIL

»Mir gefällt vor allem, dass hier auch

Quereinsteiger eine echte Chance bekommen

und ihre Stärken einbringen können.«

Zusammenarbeit im Team konnten wir nicht

nur die Timeline einhalten werden, sondern

dem Kunden zu einem echten Mehrwert verhelfen.“

Sandrina ist nicht nur stolz auf ihre

beruflichen Erfolge, sondern zeigt auch: Leadership

und Elternschaft schließen sich nicht

aus – sie bereichern sich gegenseitig. Sie betont

dabei „Ich bin als Mutter präsent und

erfülle meine Führungsrolle und habe die

Möglichkeit sinnstiftend zu arbeiten. Das ist

unglaublich erfüllend!“

VERANTWORTUNG VON ANFANG AN:

KATHRIN IM CUSTOMER SUCCESS

Kathrin Weber kam über ein Duales Studium

zu eddyson und ist heute eine zentrale

Ansprechpartnerin für strategisch wichtige

Kunden. Als Customer Success Managerin

schätzt sie vor allem die Vielfalt in ihrem Arbeitsalltag:

„Kein Tag ist wie der andere – ich

wechsle zwischen strategischer Kundenentwicklung

und operativer Umsetzungsarbeit.

Bei eddyson habe ich die Möglichkeit in einer

tollen Arbeitsumgebung doppelten Erfolg zu

erzielen: Für uns und mit unseren Kunden.“

Ein besonderes Highlight für Kathrin: „Als

mir nach gerade mal einem Jahr der drittgrößte

Kunde anvertraut wurde und ich seither die

langjährige Zusammenarbeit erfolgreich ausbauen

und gestalten konnte. Das war ein echter

Erfolg für mich." Sie merkt an: „Junge Frauen

werden in der Tech-Welt oft unterschätzt,

dabei sollten Geschlecht und Alter generell

kein Maßstab für Kompetenz darstellen.“

SUPPORT MIT STRUKTUR UND

EMPATHIE: NINA AUS DEM IT-SUPPORT

Nina Polzer ist Anfang 2024 vom Einzelhandel

in den IT-Support gewechselt und hat

sich in dieser völlig neuen Welt schnell etabliert.

Sie betreut Kunden, überwacht digitale

Prozesse und sorgt für reibungslose Abläufe.

Ihr Ziel ist es, möglichst viele Anfragen von

Kunden bereits im Erstkontakt schnell und lösungsorientiert

zu bearbeiten.

„Meine erste selbständig eingerichtete Verbindung

war ein entscheidender Moment für

mich. Es hat mir gezeigt, dass ich das Zeug

dazu habe, in der IT zu bestehen,“ erinnert

sich Nina

Nina schätzt bei eddyson die Mischung aus

Technik, Kommunikation und Kollegialität.

„Mir gefällt vor allem, dass hier auch Quereinsteiger

eine echte Chance bekommen und

ihre Stärken einbringen können. Das zeigt,

dass nicht nur Lebensläufe zählen, sondern

vor allem Motivation, Lernbereitschaft und

Teamgeist.“

Ihr Plädoyer für mehr Diversität in der IT:

„Frauen bringen oft nicht nur Fachwissen mit,

sondern auch die sozialen Kompetenzen, die

gerade in stressigen Projektsituationen für

Stabilität sorgen können.“

STRUKTUR MIT JURISTISCHEM

WEITBLICK: JAQUELINE IM DEAL DESK

Jaqueline Reuter ist Diplom-Juristin und bei

eddyson als Deal Desk Coordinator tätig –

sie sorgt dafür, dass komplexe Angebote und

Vertragsverhandlungen sauber, schnell und

sicher abgewickelt werden.

„Ich schätze die Vielseitigkeit meiner Arbeit:

rechtlich denken, wirtschaftlich handeln,

abteilungsübergreifend arbeiten – das macht

jeden Tag spannend.“

Für sie liegt der größte Irrtum über Frauen

in der Tech-Welt in alten Rollenbildern: „Es

geht um Neugier, Kompetenz und die Bereitschaft,

sich in Themen einzuarbeiten – das

ist keine Frage des Geschlechts.“ ▸


PROFIL

ANZEIGE

Frauen in der IT gelten oftmals noch als Underdog oder Einhorn. Dabei sind es ihre Stärken, Teamgeist und Ehrgeiz, mit denen sie Unternehmen wie eddyson

erfolgreich machen.

Ihr Antrieb? „Wenn ich durch meinen beruflichen

Hintergrund die richtigen Fragen stelle

und damit Stolpersteine frühzeitig erkennen

und Prozesse besser machen kann, dann

weiß ich, dass sich mein Einsatz lohnt.“

FINANZEXPERTISE MIT ÜBERBLICK UND

HALTUNG: PAULA AUS FINANCE UND

ACCOUNTING

Paula Struthmann hat als Werkstudentin

begonnen und ist heute ein fester und wichtiger

Bestandteil des Teams. Sie verantwortet

zentrale Themen im Rechnungswesen und

Controlling. Sie schätzt die Eigenverantwortung

und das Vertrauen, dass sie im Team

erlebt – und weiß: „Kompetenz ist keine Frage

des Geschlechts. Was zählt sind Haltung,

Engagement und der Wille, Verantwortung

zu übernehmen.“ Ihr Ziel ist es, jederzeit die

Zahlen transparent und zuverlässig zu halten

und unterstützt damit die Geschäftsführung

bei einem sehr wichtigen Thema. Auf was sie

besonders stolz sein kann? Paula kann keinen

besonderen oder einzelnen Moment nennen,

aber betont „Es macht mich stolz, wie

ich kontinuierlich zum Erfolg von eddyson

beitrage und dabei als zuverlässige und unterstützende

Kraft im Finanzbereich von der

Geschäftsführung, aber auch vom gesamten

Team, wahrgenommen werde. Die gute Zusammenarbeit

im Team sind für mich echte

Erfolgsmomente.“

TEAMGEIST STEHT BEI EDDYSON IM

MITTELPUNKT

Die Geschichten von den Kolleginnen spiegeln

nicht nur die Vielfalt der Frauen in der IT wider,

sondern auch die Überzeugung von eddyson,

dass Kompetenz, Teamfähigkeit und Neugierde

entscheidend sind – unabhängig vom Geschlecht.

eddyson wächst seit 2012 jährlich

um gut 20 Prozent und sucht Menschen, die

mehr bewegen wollen als Daten. Menschen,

die in einem Umfeld arbeiten wollen, wo jeder

die Möglichkeit hat, Verantwortung zu übernehmen

und Innovationen voranzutreiben.

Ob Vollzeit oder Teilzeit, Quereinstieg oder

Experte.

eddyson GmbH

Groner Landstr. 23/25

37081 Göttingen Deutschland

Tel. 0551 770 7760-0

contact@eddyson.com

www.eddyson.com


ANZEIGE

Partner für Mittelstand und Industrie!

PROFIL


ANZEIGE

PROFIL

Alpha ante portas:

Wie die jüngste Generation

den Arbeitsmarkt revolutioniert

TOPAS-Projektleiterin Tara Brune von der SüdniedersachsenStiftung

erläutert, warum Unternehmen sich jetzt auf die digitalste Generation

aller Zeiten einstellen müssen – und was das für Recruiting, Zusammenarbeit

und Führung bedeutet.

5 IMPULSE

FÜR UNTERNEHMEN

1. Digitalisieren Sie Ihre Ausbildung –

von Bewerbungsprozess bis

Onboarding.

2. Investieren Sie in neue Lernformate –

individuell, interaktiv, jederzeit.

3. Schaffen Sie Räume für echte

Mitgestaltung – auch auf Azubi-Ebene.

4. Ermöglichen Sie generationenübergreifendes

Lernen – und machen Sie

es sichtbar.

5. Hinterfragen Sie Ihre Wertekommunikation

– ,Generation Alpha‘ erkennt

Greenwashing im Sekundenbruchteil.

Tara Brune ist Projektleiterin der Arbeitgeber-Initiative TOPAS und beschreibt den offenen Zugang auf

verschiedene Gererationen als einen der wichtigsten Schritte auf dem Arbeitgebermarkt.

Die ,Generation Alpha‘ (geboren nach 2010)

wächst als erste vollständig in einer digital

geprägten Welt heran. Ihre Kindheit ist durchweg

von der Nutzung smarter Technologien

geprägt. Bald betreten die Ersten Schritt für

Schritt den Arbeitsmarkt – mit frischen Erwartungen

und einem Innovationsdrang, der

traditionelle Spielregeln radikal infrage stellt.

Während viele Unternehmen noch mit den

Bedürfnissen der ,Generation Z‘ (Jahrgänge

1995 bis 2010) ringen, rollt längst die nächste

Welle an jungen Talenten heran – mit völlig

neuen Ansprüchen, Denkweisen und Gewohnheiten.

Für Unternehmen bedeutet das:

Wer diese Generation als Auszubildende oder

Mitarbeitende gewinnen will, muss sich auf

ein beispielloses Maß an digitaler Selbstverständlichkeit

einstellen und bereit sein, tradierte

Strukturen zu hinterfragen.

AUFGEWACHSEN MIT KI,

AUFGEWACHT MIT PURPOSE

Vertreter:innen der ,Generation Alpha‘ sind

mit künstlicher Intelligenz auf Du und Du.

Sprachassistenten wie Alexa waren für sie

Spielkameraden, Tablets Lehrkräfte und You-

Tube ein Tor zur Welt.

Diese technologische Prägung beeinflusst

nicht nur, wie die Generation kommuniziert,

sondern auch, was sie von ihrer Zukunft erwartet:

Instant-Zugriff auf Informationen, individuelle

Gestaltungsmöglichkeiten und

Arbeitsplätze, die Sinn und digitale Selbstverständlichkeit

kombinieren.

VON BEWERBUNGSGESPRÄCHEN

ZU ERLEBNISREISEN

Die ersten Ausbildungsjahrgänge der ,Alphas‘

stehen demnächst vor der Tür. Wer glaubt, ein

Social-Media-Post genüge, um sie zu erreichen,

unterschätzt ihre Erwartungen an digitale

Erlebnisse. Klassische Karriere-Websites

wirken auf sie wie Faxgeräte auf ,Millennials‘.

WAS UNTERNEHMEN TUN KÖNNEN:

• Gamification-Elemente im Recruiting

schaffen – z. B. Mini-Quests oder

Simulationen

• Berufe immersiv erlebbar machen,

etwa durch Augmented Reality oder kurze,

authentische Videostorys

• KI-gestützte Chats statt PDF-

Bewerbungsunterlagen

• Feedback in Echtzeit – denn drei Wochen

auf eine Antwort warten ist für ,Alphas‘

ein No-Go

Recruiting wird zum Experience Design. Und

das beginnt schon vor dem ersten Klick mit

der Frage: Wie fühlt sich unser Unternehmen

für eine:n 16-Jährige:n an?


ANZEIGE

MITDENKEN STATT MITLAUFEN

In der Arbeitswelt suchen Alpha-Mitarbeitende

keine Routinen, sondern einen Spielraum.

Sie wollen eigene Ideen einbringen, sinnvolle

Beiträge leisten – und dabei Technologie

intuitiv nutzen. An starre Arbeitszeiten oder

lineare Karrierewege glaubt in dieser Generation

kaum jemand.

PROFIL

IHRE ZENTRALEN ERWARTUNGEN:

• Hybride Arbeitsmodelle als Standard,

nicht als Ausnahme

• Permanente Weiterbildung durch

Microlearning, VR-Trainings und On-

Demand-Wissensmodule

• Partizipation statt Befehl – Führung

muss coachen, nicht kontrollieren

• Werteorientierung: Klimaschutz, Diversität,

Ethik – alles kein Bonus, sondern Basis

Diese Anforderungen mögen herausfordernd

erscheinen, doch sie sind auch ein Innovationsmotor

für das ganze Unternehmen, wenn

man sich traut.

VON CLASH ZU CO-CREATION: GENERA-

TIONEN VERBINDEN

Noch nie arbeiteten so viele Generationen

gleichzeitig zusammen wie heute: Babyboomer,

Generation X, Millennials, Gen Z – und

bald Alphas. Die Unterschiede sind real, aber

nicht unüberwindbar. Im Gegenteil: Richtig

gestaltet, kann generationenübergreifende

Zusammenarbeit zu einem echten Wettbewerbsvorteil

werden.

FAZIT: DIE ZUKUNFT FRAGT NICHT,

OB WIR BEREIT SIND

Die Generation Alpha ist nicht die Fortsetzung

der Generation Z – sie ist ein Neustart.

Ihr Eintritt in den Arbeitsmarkt wird Vieles

umkrempeln: Bewerbungsprozesse, Arbeitsmodelle,

Führungskultur. Wer das als Bedrohung

sieht, wird langfristig den Anschluss

verlieren. Wer es als Chance erkennt, gewinnt

Talente, Innovationskraft – und die Relevanz

von morgen.

WAS HELFEN KANN:

• Reverse Mentoring-Programme, bei

denen junge Mitarbeitende Älteren

digitale Tools näherbringen – und dabei

selbst Führungskompetenz lernen

• Intergenerationale Teams, die gezielt Vielfalt

in Denkweisen und Erfahrungen nutzen

• Offene Lernformate, in denen Alt und

Jung sich gegenseitig schulen, coachen

und inspirieren

Unternehmen, die eine dialogische, fehlerfreundliche

Kultur schaffen, ermöglichen

eine neue Qualität von Zusammenarbeit:

kreativ, respektvoll, zukunftsgewandt.

Unternehmen und Organisationen, die sich

zukunftsorientiert für die neue Generation

rüsten möchten, sind herzlich willkommen,

sich über TOPAS – TOP Arbeitgeber Südniedersachsen

zu vernetzen, weiterzubilden

und auszeichnen zu lassen. Nehmen Sie

Kontakt auf!

Tara Brune, TOPAS-Projektleitung

Maschmühlenweg 105

37081 Göttingen

Tel. 0151 590 639 24

tara.brune@suedniedersachsenstiftung.de

www.suedniedersachsenstiftung.de


ANZEIGE

PROFIL

Überall KI,

aber im Arztzimmer

surrt das Fax

Das Göttinger Digital Health Startup DOCMAiTE

macht niedergelassene Ärzte bereit fürs KI-Zeitalter.

Das Kernproblem ist nicht das Fax – sondern

der Austausch medizinischer Infos per Arztbrief.

Selbst in Zeiten der ePA landen Befunde

als unstrukturierter Fließtext in der Arztpraxis.

Die Daten müssen manuell extrahiert, sortiert,

korrekt benannt, zugeordnet und datiert werden

– ein fehleranfälliger Zeitfresser in ohnehin

überlasteten Praxen.

SCHLUSS MIT DEMOTIVIERENDER Digitalisierung:

DOCMAiTE hat den intelligenten

Dokumenteneingang DOC.CELERATE für niedergelassene

Ärzte entwickelt. Er bündelt alle

eingehenden Dokumente aus Post, Fax und

Telematik, analysiert sie per KI und übernimmt

sie nach ärztlicher Freigabe mit allen relevanten

Informationen direkt in die Patientenakte.

BESONDERS IM FOKUS: Datenschutz und

Praxisnähe. In enger Zusammenarbeit mit

fünf Referenzpraxen wurde DOC.CELERATE

so entwickelt, dass sensible Patientendaten

sicher verarbeitet und die Anforderungen im

Praxisalltag erfüllt werden. Die KI kann vor

allem im Verwaltungsbereich entlasten und

schafft dort Freiraum, wo menschliche Eigenschaften

unersetzlich bleiben: in der empathischen

Patientenbetreuung.

Antonia Heußner, Sebastian Kampen und

Dr. Christoph Prinz stellen den intelligenten

Befundeingang vor

DOCMAiTE GmbH

Daimlerstr. 2

37075 Göttingen

Tel. 0551/27077890

www.docmaite.de

kontakt@docmaite.de

Stark. Sichtbar. Berufstätig.

Die Koordinierungsstelle ,Frauen & Wirtschaft‘ Göttingen begleitet Frauen seit

mehr als 30 Jahren beim beruflichen (Wieder-)Einstieg individuell, vernetzt und

mit viel Engagement für echte Gleichstellung

Die Koordinierungsstelle arbeitet in der

Trägerschaft der Stadt Göttingen und ist für

Frauen aus der Stadt und dem Landkreis zuständig.

Sie bietet individuelle, kostenfreie

und biografieorientierte Beratung für Frauen

rund um den beruflichen Wiedereinstieg und

die Neuorientierung.

Denn: Frauen und Männer sind in Deutschland

nicht in gleichem Umfang berufstätig.

Von 100 Erwerbstätigen gehen 46,9 Frauen

einer Beschäftigung nach. Etwa die Hälfte aller

angestellten Frauen arbeitet in Teilzeit, bei

Männern sind es nur zwölf Prozent. Zusätzlich

leisten Frauen täglich 44,3 Prozent mehr

unbezahlte Sorgearbeit als Männer, das sind

79 Minuten Unterschied pro Tag.

Mehrmals im Jahr führt die KoStelle

Veranstaltungen durch – etwa Frauenberufsmessen

in Göttingen und Osterode,

Job-Frühstücke, Berufetage oder Gründerinnenmessen.

Dazu gehören Inputs zu arbeitsmarktrelevanten

Themen, Erfahrungsaustausch

und regionale Qualifizierungs- und

Jobangebote. Seit fünf Jahren ergänzt die Online-Reihe

,Wie funktioniert das Berufsleben

4.0?‘ das Angebot.

Die KoStelle ist in zehn Netzwerken aktiv

und zugleich Geschäftsstelle des Unternehmensverbundes

,Frau & Betrieb‘ Göttingen.

Dort engagieren sich 40 Mitglieder für die

Vereinbarkeit von Beruf und Familie und fördern

Frauen auf dem Weg in Führungspositionen.

Etabliert haben sich Formate wie ,Verbundsfrühstücke‘

und Talkrunden unter dem

Titel ,Erfolgsfaktor Frau‘. Ein vierteljährlicher

Newsletter berichtet darüber.

Mit breiter Öffentlichkeitsarbeit macht

die KoStelle weibliche Erwerbsbiografien

sichtbar. Zum Beispiel in der Broschüre und

Ausstellung ,Frauen im Handwerk von hier!‘,

in der 19 Handwerkerinnen und Unternehmerinnen

porträtiert werden. Die Ausstellung

in Ebergötzen läuft noch bis Jahresende

im Europäischen Brotmuseum.

Dr. Natalia Hefele (l., Projektleitung)und Evelin Kolle

(Projektassistenz).

Koordinierungsstelle ,Frauen &

Wirtschaft‘/Verbund ,Frau & Betrieb‘

Göttingen e.V.

Stadt Göttingen

Hiroshimaplatz 1-4, 37083 Göttingen

Tel: 0551 400 2860

Kostelle@goettingen.de

www.frauen-wirtschaft.de


Die Uni hat eine neue Mensa

Neustart gegen den Hunger: CGiN auf dem Nordcampus eröffnet

wissen

Mit einem modernen Konzept, viel

Licht und noch mehr Platz hat

das Studierendenwerk Göttingen

nun die neue Mensa auf dem Nordcampus

eröffnet – oder wie sie nun offiziell heißt:

CampusGastronomie im Norden (CGiN).

Der dreigeschossige, barrierefreie Neubau

bietet mit 5.500 Quadratmetern Nutzfläche

und 1.050 Sitzplätzen nicht nur Raum für

gutes Essen, sondern auch für Begegnung,

Entspannung und Austausch.

„WIR WISSEN NUR ZU GUT, dass Studierende,

Lehrende und Forschende auf

dem Nordcampus sehnlichst auf eine gastronomisch

angemessene Lösung gewartet

haben“, sagte Jörg Magull, Geschäftsführendes

Vorstandsmitglied des Studierendenwerks

Göttingen. „Unsere Freude ist

daher heute riesengroß, dass wir endlich

in diese moderne Mensa einladen können.

Unser hoch motiviertes Team freut sich, die

Gäste begrüßen und bewirten zu können.

Überzeugen Sie sich selbst von unserem

vielfältigen Angebot und der modernen Atmosphäre.“

DAS NEUE CGIN BIETET im ersten Stock

unterschiedliche Sitzbereiche sowie drei

Themenpavillons mit Speisen von Salat über

Hauptgerichte bis hin zum Dessert. Gezahlt

wird direkt am jeweiligen Pavillon, bargeldlos

und unterstützt durch KI-gestützte

Selbstscan-Kassen. Im Erdgeschoss ergänzt

das Café ,Daily‘ das Angebot mit kalten und

warmen Snacks, frisch belegten Pizzen und

einer Teppanyaki-Station. „Anstatt nüchterner

Speisesaal-Atmosphäre bieten wir nun

individuelle Lösungen für ein entspanntes

Beisammensitzen, gemeinsames Lernen,

zwangloses Treffen an“, sagt Guido Forthmann,

Leiter CampusGastronomie.

AUCH ÖKOLOGISCH ist das CGiN ein

Meilenstein. Der klimafreundliche Neubau

erfüllt den KfW-40-Standard, nutzt ein

hocheffizientes Wärmerückgewinnungssystem

und versorgt zusätzlich umliegende

Wohnanlagen mit Energie. „Gerade wegen

der so intensiven letzten Monate bin ich

sehr stolz auf das Ergebnis“, sagt Carmen

Heine, Abteilungsleiterin Gebäudemanagement.

„Eine echte Teamleistung, die nun in

einem hochmodernen, zukunftsfähigen Gebäude

erlebbar wird.“

FÜR DIE PLANUNG und Umsetzung des

CGIN war das Büro ,bmp Architekten‘ verantwortlich.

In enger Abstimmung mit dem

Studierendenwerk entwickelten sie ein Konzept,

das weit über klassische Mensa-Architektur

hinausgeht. Von der Strukturplanung

über die Materialwahl bis zur Lichtgestaltung

wurde laut Geschäftsführer Rudolf

Kaltenböck ein Ort geschaffen, der gleichermaßen

funktional und atmosphärisch

überzeugt. „Das Besondere an diesem Projekt

war, dass wir ungewöhnlich umfassend

arbeiten durften – von der Architektur über

die Innenausstattung bis zur Lichtgestaltung.

So etwas gelingt nur, wenn gegenseitiges

Vertrauen und eine gute Kommunikation

gegeben sind.“ Dadurch sei ein moderner,

nachhaltiger Treffpunkt auf dem Campus

entstanden.

EBENFALLS AM PROJEKT beteiligt waren

die Ingenieure vom Büro ,keydel bock‘ aus

Göttingen.

2 |2025 115


ANZEIGE

PROFIL

Osteoporose

ist in erster Linie

ein Frauenthema

FOTO: CHARAKTER

Östrogenen kommt eine entscheidende Rolle bei der Ausbildung der Osteoporose zu.

In der Praxis für Hormon- und Gewichtsberatung nimmt sich eine Spezialistin dieser

Thematik schwerpunktmäßig an.

Osteoporose ist eine Skeletterkrankung, die

durch eine erniedrigte Knochenmasse und

eine geschwächte Knochen-Mikroarchitektur

charakterisiert ist. Dies führt zu einer erhöhten

Brüchigkeit der Knochen, die typischerweise

schon bei geringeren Anlässen frakturieren.

Eine manifeste Osteoporose liegt

vor, wenn bereits Frakturen aufgrund einer

Osteoporose aufgetreten sind.

AUF DEM BODEN DER OSTEOPOROSE treten

Wirbelkörperfrakturen in der Altersgruppe

von 50-79 Jahren bei Frauen in Deutschland

doppelt so häufig auf im Vergleich zu

Männern. Mit zunehmendem Alter steigt das

Frakturrisiko bei beiden Geschlechtern. Die

zweithäufigste Fraktur, die auf dem Boden

der Osteoporose entsteht, sind Knochenbrüche

des Schenkelhalses. Auch hier liegt die

Quote bei Frauen bis in die höchsten Altersgruppen

deutlich höher als bei den Männern.

Bereits auf der Basis dieser Häufungen kann

gesagt werden, dass Osteoporose in erster

Linie ein Frauenthema ist.

Zu den Ursachen der Osteoporose bei Frauen

befragt, äußert sich Frau Privatdozentin

Dr. Dana Seidlová-Wuttke, die in der UMG

im Fach Klinische und Experimentelle Endokrinologie

habilitierte und seit 2012 im

Medizinischen Experten Centrum MEC am

Göttinger Bahnhof eine Praxis für Hormonund

Gewichtsberatung führt, sehr konkret:

„Wir (Gynäkologen) begleiten unsere Patientinnen

in verschiedenen Phasen des Lebens:

im jugendlichen Alter bei Zyklusregulationen

und zu Optionen der Verhütung, wir

legen Spiralen, beraten und helfen bei Kinderwunsch

und betreuen Frauen nach der

Geburt. In dieser Phase ist die Hormonbilanz,

also die ausgewogene Produktion von Geschlechtshormonen,

ausreichend. Ungefähr

ab dem 40. Lebensjahr ändert sich die Zykluscharakteristik,

die Frauen haben ihre Periode

jetzt mehr oder weniger regelmäßig. Das

ändert sich erneut um das 50. Lebensjahr, in

dem die Produktion von Östrogenen in den

Eierstöcken noch weniger wird und versiegt.

80 Prozent aller Frauen entwickeln in dieser

Phase klimakterische Beschwerden, die eben

durch diesen Abfall der zirkulierenden Östrogene

verursacht ist.“

Innerhalb der Knochensubstanz kommt es

durch das Fehlen der Östrogene zum Verlust

der Balance zwischen Aufbau und Abbau der

Zellen. In der Folge werden zum Beispiel die

Knochenbälkchen in den Wirbelkörpern langsam,

aber kontinuierlich abgebaut. Dieser Effekt

ist in den ersten Jahren rund um die Menopause

am stärksten.

GEGENWÄRTIG KOMMEN zwei unterschiedliche

Messverfahren zur Bestimmung

des Kalksalzgehaltes im Knochen zur Anwendung:

Zum einen DEXA, bei dem mit

zwei unterschiedlichen Röhrenspannungen

Röntgenstrahlen durch Lendenwirbelsäule

und Schenkelhals ausgesandt werden. Dieses

Verfahren wird in erster Linie von Orthopäden

eingesetzt. Radiologen nutzen hingegen

die sog. QCT, bei der ein quantitatives Computertomogramm

in Höhe der oberen drei

Lendenwirbelkörper angefertigt wird. Uwe


ANZEIGE

Fischer, einer der beiden Leiter der Praxis für

Moderne Schnittbilddiagnostik, ebenfalls in

der Bahnhofsallee, erläutert hier: „Wir favorisieren

QCT, da diese Verfahren eine getrennte

Messung von äußerer Wirbelkontur und Knochenbälkchen

erlaubt. Und die zunehmende

Verschlankung der Knochenbälkchen ist letztendlich

der Grund dafür, dass Wirbelkörper

auf dem Boden der Osteoporose zusammensintern.

Wir messen also genau das Richtige.“

Dabei muss immer angemerkt werden, dass

beide Messverfahren die zurzeit beste Annäherung

zur Einschätzung einer Bruchgefährdung

darstellen. „Die Knochendichte stellt zu dieser

Thematik nicht das einzige Kriterium dar. Von

Bedeutung ist in diesem Zusammenhang auch

das Ausmaß an Muskulatur, das natürlich in

die Knochendichtemessung nicht mit eingeht“,

ergänzt Dr. Friedemann Baum, ebenfalls Leiter

in dieser Praxis.

MESSVERFAHREN ZUR KNOCHENDICHTE

(Osteodensitometrie)

DEXA – Dual Energy X-ray Absorptiometry

QCT – Quantitative Computer Tomography

Beide Verfahren sind röntgenbasiert und gelten

als strahlenarm. Für beide Verfahren muss im

Vorfeld ärztlicherseits die rechtfertigende Indikation

gestellt werden.

Warum ist es überhaupt sinnvoll, die Knochendichte

frühzeitig zu checken, bevor es

eventuell später zu einer Osteopose kommt?

„Wir reden hier über eine sinnvolle Prophylaxe“,

so PD Dr. Seidlová-Wuttke. „Unsere Aufgabe

ist es, die Frauen adäquat zu beraten,

über mögliche Folgen, die mit Menopause

und gesamtem Klimakterium verbunden

sind, zu informieren und ggf. Empfehlungen

für eine individuelle Hormonersatztherapie

(HRT) zu geben. Die HRT hilft nicht nur, die

klimakterischen vegetativen Beschwerden

zu lindern, sondern normalisiert auch das

Gleichgewicht zwischen Ab- und Aufbau der

Knochenzellen. Sie hemmt für die Zeit der

Einnahme und nach dem Absetzen weitere

zwei bis fünf Jahre den schnellen Knochenabbau.

Wir nutzen damit ein physiologisches

„Fenster“ zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.

Und ermöglichen unseren Patientinnen

mindestens zehn Jahre ohne Osteoporose.“

Selbstverständlich können auch andere

Erkrankungen und Lebensumstände einen

möglichen Einfluss auf die Knochenqualität

haben, z.B. eine langfristige Kortikoid-Therapie,

Alkohol, Rauchen, Aromataseinhibitoren

bei der Brustkrebstherapie, genetische Faktoren,

chronisches Untergewicht, Übergewicht

vom maskulinen Typ, Bewegungsmangel, Parathormon

Pathologie, Hyperkortisolismus,

Überfunktion der Schilddrüse, Nebenwirkungen

von verschiedenen Medikamenten.

BEGRIFFE IM RAHMEN DER KNOCHEN-

DICHTEMESSUNG

T-SCORE: Abweichung des gemessenen Knochendichtewertes

von dem Durchschnittswert

einer jungen erwachsenen Frau. T-Score < -2,5

definiert Osteoporose.

Z-SCORE: Abweichung des gemessenen

Knochendichtewertes von einer alters- und

geschlechtsspezifischen durchschnittlichen

Knochendichte. Z-Score bis -1,0 gilt als altersnormal.

KALKSALZGEHALT: Ein Mineralsalzgehalt

unter 80mg/cm3 definiert eine Osteoporose.

Werte zwischen 80mg und 120mg pro cm3

werden als Osteopenie, einer Vorstufe der

Osteoporose, kategorisiert.

PROFIL

Hormon- und

Gewichtssprechstunde

am Bahnhof

Messregion innerhalb des

Wirbelkörpers.

PD Dr. Dana Seidlová-Wuttke

Bahnhofsallee 1d

37081 Göttingen

Tel. 0551 82074210

info@hormon-gewicht.de

Zeichnung: Anne Fischer

CT-Schichten durch den 1., 2.

und 3. Lendenwirbelkörper.

Von oben nach unten: normaler

Wirbelkörper, Osteopenie,

Osteoporose mit Deck- und

Grundplattenimpression.

Bahnhofsallee 1d

37081 Göttingen

Tel. 055182 074 22

www.diagnostik-goettingen.de


unternehmen

wissen

AGENTEN

im Dienst

118 2 |2025


wissen

Mit Künstlicher Intelligenz hält die nächste Innovation Einzug und verspricht

sagenhafte Effizienzgewinne. Seit ChatGPT hat auch der Normalverbraucher eine

Idee davon, was die Technologie leisten kann. Doch die eigentliche Revolution,

von der Unternehmen und Institutionen profitieren können, liegt im Unscheinbaren

– in der Nutzung von Agenten, die eigenständig einfache Arbeitsschritte

automatisieren.

TEXT SVEN GRÜNEWALD

Für die Allermeisten ist Künstliche Intelligenz so

etwas wie eine dunkle Schachtel. Irgendwas

passiert, aber wie das funktioniert, ist oft nicht

klar. KI ist ein Sammelbegriff geworden, unter

dem sich – wie einst unter dem Schlagwort Digitalisierung

oder Industrie 4.0 – Verschiedenes verbirgt.

Die theoretischen Grundlagen für Maschinelles Lernen

als zentraler Bestandteil von KI sind bereits in den

1940er Jahren gelegt worden. Im Grunde geht es bei KI

um die Bearbeitung hinreichend komplexer Aufgabenstellungen,

wie sie menschlichem Handeln und Denken

ähneln. Der gefühlte Quantensprung in den vergangenen

Jahren geht auf technische Innovationen und Rechenpower

zurück sowie die Möglichkeit, über das Internet

eine immense Datenmenge zum Training der

KI-Modelle zu nutzen.

„DAS GEHIRN IST ALGORITHMEN aber bei manchen

Aufgaben immer noch überlegen“, sagt Fabian Sinz, der

an der Universität Göttingen im Bereich Neuro-AI

forscht. „Man kann KI-Algorithmen auf bestimmte

Aufgaben trainieren und da sind sie dann besser als der

Mensch. Aber wenn es um Generalität, um Robustheit

geht, darum, in sehr vielen verschiedenen Situationen

Problemlösungen zu finden und sich anzupassen, darin

ist das Gehirn ziemlich gut und jedem Algorithmus

überlegen.“ Doch bis zum Menschen in der Maschine

ist es noch ein weiter Weg, denn um das Gehirn zu

imitieren, müsste man es verstehen. „Wir kennen zwar

viele molekulare und physiologische Details, aber wie

Wahrnehmung passiert, was das Gehirn macht, wenn es

sieht, hört, denkt, darüber wissen wir so gut wie nichts“,

sagt Fabian Sinz. Da liegt aber letztlich die Magie. Denn

die Frage ist: „Wo bekommen eigentlich KI-Algorithmen

ihre Inspiration, wenn das ganze Internet genutzt wurde

und die Trainingsdaten alle sind?“ Deswegen will Sinz‘

Arbeitsgruppe diese Brücke zwischen menschlicher

Intelligenz und der nächsten Generation von KI-Systemen

bauen.

DERWEIL SIND CHATGPT und Co. populär geworden.

Inzwischen sind erste Modelle auf dem Markt, mit denen

sich Videos mit echt wirkenden Menschen erstellen

lassen. KI-erstellte Bilder zeigten schon vor einiger Zeit,

wie real die komplett fiktiven Ergebnisse erscheinen

können.

Doch an diesen generativen KI-Modellen zeigen sich

auch schnell die Probleme der Technologie. Es ist bekannt,

dass KIs ‚halluzinieren‘, also auf eine Anfrage falsche

Informationen ausgeben können oder neue hinzudichten.

Was den Nutzer in ein Dilemma bringt: Wenn

ich mich nicht auf das Ergebnis verlassen kann, wie gehe

ich damit um? Das Potenzial, aber auch die Verführung

der Technik ist enorm: Ein Klick, eine gut formulierte ‣

2 |2025 119


wissen

» Sascha Riedeberger, CEO der PMG Verpackung und Logistik GmbH,

setzt täglich auf ChatGPT für verschiedenste Themen und nutzt Copilot in

Office-Anwendungen. Auch Adobe Illustrator und Photoshop kommen mit KI-Unterstützung

zum Einsatz, etwa für einfache Illustrationen. «

Arbeitsaufgabe, ein paar Nachfragen – und schon steht

ein Text, ein Konzept, eine studentische Hausarbeit

inklusive Forschungsfrage. Dabei wirkt eine KI wieder zutiefst

menschlich – denn sie macht Fehler.

Noch etwas kommt hinzu: KI muss auf Grundlage großer

Datenmengen trainiert werden, damit die Ergeb-nisse

möglichst gut sind. Wenn eine Million Fotos mit glücklichen

Gesichtszügen der Abgebildeten zur Verfügung

stehen, kann der Prompt ‚glücklich‘ in einem KI-Bild

authentisch reproduziert werden. Wenn wie in der Medikamentenentwicklung

aber nicht genügend Daten zur

Verfügung stehen, versagt KI in der schnellen Suche nach

dem neuen wirksamen Präparat.

SCHWIERIG WIRD ES AUCH BEI BEWERTUNGEN durch KI.

Denn das Training passiert durch Menschen, die ihre

eigenen Vorurteile mitbringen. Beispiele sind kontroverse

Themen wie Klimawandel. Wenn Informationsmedien, die

Kritikern am Narrativ des menschengemachten Klimawandels

Raum geben, allein deswegen pauschal als unglaubwürdig

gekennzeichnet werden, wird das KI-Modell diese Informationen

auch entsprechend negativ gewichten. Der Nutzer

erhält dann die Information, dass etwa die Kritik unglaubwürdig

ist oder bestimmte Personen ‚kontrovers‘ sind – weil

es eben so definiert wurde; nicht, weil die Kritiker keine

wissenschaftlich validen Argumente haben.

Das heißt, außer faktischen Fehlern können sich auch

Zensur und politische Sichtweisen einschleichen. Fragt man

ChatGPT in den USA danach, ob es ein Problem ist, wenn

eine deutliche Mehrheit an CEOs weiß ist, legt das Programm

begründet dar: ja. Denn Repräsentation und Diversität

seien wichtig. Fragt man, ob es ein Problem ist, dass in

der Basketballliga fast ausschließlich Schwarze spielen,

antwortet das Programm, dass es um Kompetenz ginge.

EIN AKTUELLES PAPER mit dem Titel ‚The assisted Technology

dilemma‘ weist darauf hin, dass das „Potenzial der KI, Voreingenommenheit

zu erzeugen, neuartige Beiträge zu übersehen

und Uniformität im Feedback zu fördern“, die nuancierten

Einsichten und das kritische Denken bedrohe, zu denen

menschliche Experten fähig sind. Entsprechend breit ist auch

der philosophische Diskurs, der überall rund um das Thema KI

geführt wird: ethische Fragen, rechtliche Verantwortung bei

Fehlern, KI und Bewusstsein, faire und transparente Entscheidungen,

die Auswirkungen auf Gesellschaft, die Gefahr von

Manipulation mit künstlichen Bildern und Videos, automatisierte

Waffensysteme bis hin zum Sinn des Lebens. In

der Praxis zeigt sich indes, wohin die begonnene

Reise führt. Christoph Burkhardt aus Osterode am

Harz ist eigentlich Kognitionswissenschaftler, hat

seine Masterarbeit vor 15 Jahren bei Google geschrieben

und ist im Silicon Valley am Ende in der

KI-Entwicklung gelandet. Er hat sein eigenes Startup

geführt, war Mentor in über 300 anderen und

ist inzwischen wieder häufiger in Deutschland, wo

er Dax-Konzerne und den Mittelstand in KI-Fragen

berät. Denn vor etwa zwei Jahren sei das Interesse

daran richtig losgegangen, so seine Beobachtung.

Und da das Silicon Valley etwa zwei bis drei

Jahre in der technischen Entwicklung voraus ist,

kann er wie kaum jemand die Entwicklungen und

ihre Potenziale einschätzen. „Wir stehen bei praktischen

KI-Anwendungen immer noch am Anfang“,

sagt er.

Die aktuelle Revolution stecke eher im Kleinen,

in den dahinterliegenden Prozessen. „Da es sich

bei KI um lernende Systeme handelt, die wir trainieren

müssen, braucht das Zeit. Aber es gibt Aufgaben,

für die KI heute schon gut genug ist und da

liegt ein riesiges Potenzial“, sagt Burkhardt. „Vor

allem im Businessbereich habe ich noch kaum Prozesse

und Workflows gesehen, die bereits automatisiert

sind.“ Da erwartet er in den kommenden ein bis

zwei Jahren förmlich eine Explosion der Automatisierung.

Der Schlüssel sind sogenannte Agenten, kleine

Hilfsprogramme, die eigenständig und routiniert

eine überschaubare, spezielle Aufgabe abarbeiten

und mit anderen Agenten kommunizieren. So lassen

sich viele Prozesse in kleinen Einzelportionen zu einem

komplexen großen Ganzen automatisiert verschalten.

Diese Agenten sind auch relativ einfach

selbst zu programmieren. Dadurch entstehe eine

enorme Flexibilität.

Die große Herausforderung für Unternehmen und

Organisationen momentan ist daher weniger die

Technologie, sondern, „dass die Leute ihre eigenen

Prozesse und Abläufe nicht genau kennen. Wenn ich

aber genau weiß, wie eine Information auf meinem

Schreibtisch landet bis hinunter zu welchen Klicks,

kann man super einfach KI-Lösungen ins Spiel bringen“,

erklärt Burkhardt. Deswegen geht es auch erst

einmal darum, sich klarzuwerden, was die eigene

120 2 |2025


wissen

» Arne Peperkorn geht den systematischen Weg: Bei ihm

steht die Automatisierung im Vordergrund. Mit Airtable, Makeoder

Zapier organisiert er datenbasierte Prozesse – alles KI-gestützt.

Einzelne Tools einzusetzen sei „nett“, aber der große Hebel liegt für

ihn in der Prozessautomatisierung. Nur so wird die KI „vom

Spielzeug zum Game Changer.«

Strategie ist, wo man hin will und welche Tools dafür

Sinn ergeben. „Sonst ist die Gefahr groß, dass wir jedes

neue Tool ausprobieren, obwohl vieles nicht wirklich

zum Unternehmen passt.“ Im Ergebnis wird das zu Veränderungen

führen, beispielsweise wie Unternehmen geführt

werden, da KI-abgesicherte Information eher

intuitive Entscheidungen ablösen. Human Ressources

und die IT werden neue Rollen bekommen und viel

strategischer in das Thema eingebunden. Tätigkeiten

werden sich verändern: KI-Agenten können die

einfachen, manchmal sehr zeitraubenden, manchmal

stupiden Aufgaben übernehmen; Mitarbeiter treffen

mehr und mehr die Entscheidungen.

WIE DIESE ZUKUNFT Aussehen kann, zeigt sich beim

Landkreis Göttingen. Die Kreisverwaltung hat Anfang

2025 ein Pilotprojekt gestartet. Ein Programm namens

EMMA übernimmt einfache Verwaltungsabläufe.

„EMMA ist im Grunde so etwas wie ein unterstützender

Assistent, der bestimmte Daten auswertet, in

Programmen liest, liest, was auf Bildschirmen steht, der

bestimmte Dinge versteht und Handlungen ausführt, jedoch

dabei keine eigenen Entscheidungen trifft“, sagt

Kreisrätin Marlies Dornieden. „Besonders geeignet ist

der Einsatz bei massenhaft wiederkehrenden, regelbasierten

Prozessen, um Mitarbeiter von zeitaufwendigen

Routinearbeiten zu entlasten“, erklärt Dornieden weiter.

Zum Einsatz komme das Programm derzeit zunächst als

Pilotprojekt bei Einbürgerungsanträgen in der Ausländerbehörde

sowie in der Vollstreckungsstelle.

Dort funktionierte das Programm schon sehr gut, es

fallen jede Woche mehrere hundert Vorgänge an. Das

Programm schaut sich die Sachlage an, ordnet ein Vorgehen

einem Mitarbeiter im Außendienst zu oder erstellt

Mahnschreiben. Der Mitarbeiter startet nur das Programm

und holt anschließend das Schreiben aus dem

Drucker. Die Zeitersparnis beträgt pro Woche etwa zwei

Stunden. Entscheidungen und Abwägungen treffen Mitarbeiter;

wenn die KI etwas nicht lesen kann, weil etwa

ein Tippfehler enthalten ist, wird der Mitarbeiter benachrichtigt,

um den Prozess zu kontrollieren. Der auf

den ersten Blick noch überschaubaren Zeitersparnis steht

der Aufwand für die Programmierung gegenüber. Landkreis-Mitarbeiter

Jan Wagener aus der Vollstreckung hat

das für seine Abteilung gemacht. Etwa 20 Stunden habe er

gebraucht, bis es fehlerfrei lief. ‣

2 |2025 121


wissen

» Lorenz Körbelin von der Eiskalt Marketing GmbH nutzt unter anderem Freepik.com als vielseitigen

Baukasten für Foto- und Videotools. Besonders spannend findet er Reve.art, ein Tool, mit dem KI-generierte

Bildmotive aus verschiedenen Blickwinkeln erzeugt werden können. Daraus erstellt er zum Teil komplette

Werbevideos. «

IM GRUNDE ARBEITET EMMA nach klaren

Wenn-Dann-Vorgaben, der Mitarbeiter muss aber jeden

einzelnen Arbeitsschritt darin abbilden; er muss auch

Systemupdates berücksichtigen. Da aber jeder Fachbereich

andere Schritte, Programme und Dokumente hat,

muss für jeden Bereich die KI neu programmiert werden.

Ein Einsatz von EMMA sei grundsätzlich in fast allen

Fachbereichen denkbar und praktisch für Aufgaben mit

vielen Daten und einem hohen Aufkommen. „Für den

Bürger ist aber wichtig zu wissen, dass bei entscheidenden

Maßnahmen immer ein Mensch eingebunden ist, der entscheidet“,

sagt Wagener.

„DESWEGEN IST ES WICHTIG, dass Mitarbeiter auch

die Grenzen von KI verstehen, ihre eigenen Vorurteile

und kein Übervertrauen in die Leistungsfähigkeit haben“,

sagt Björn Niehaves, Informatiker an der Uni Bremen,

der die Göttinger Kreisverwaltung wissenschaftlich

begleitet. Erhebungen seines Lehrstuhls zeigen, wie offen

Verwaltungen für die Einführung von KI sind. Denn

dort liegen große Chancen, angesichts von demografischen

Veränderungen und Fachkräftemangel Produktivität

zu generieren. „Es werden auch schon viele technische

Lösungen eingesetzt und dennoch stehen wir erst

am Anfang. Wertschöpfung entsteht durch veränderte

Prozessabläufe. Das geschieht im Moment noch viel zu

wenig.“ Aber auch darüber können Verwaltungen – und

Unternehmen – hinausgehen. „Denn im letzten Schritt

stehen eigene proprietäre KI-Anwendungen, die auf Basis

der eigenen Dateniert sind. Das dafür nötige Datenmanagement

ist aber noch für viele Zukunftsmusik.“

WEIL IN UNTERNEHMEN UND ORGANISATIONEN oft

die Fantasie fehle, sei eine gezielte, aktive Heranführung

so wichtig, beobachtet der Göttinger Unternehmer Rainer

Guse. In der Leadership Academy begleitet er Führungskräfte

unter anderem zu KI-Fragen. Er sieht ebenfalls

die enormen Produktivitätspotenziale von KI-

Applikationen, doch in einem Punkt wird er grundsätzlich:

„Wenn wir diese Effizienzsteigerungen durch KI

bekommen, dürfen wir nicht wieder einen Fehler machen,

wie bei den letzten großen Technologiesprüngen:

dass wir die freiwerdende Zeit einsparen. Ich appelliere

daran, die Freiräume durch KI dazu zu nutzen, uns weiterzubilden,

wieder mehr Zeit für die Kommunikation

und Kunden zu haben.“

CHRISTOPH BURKHARDZ ZIEHT indes ein Fazit: „In

meinen Augen ist die KI-Technologie noch disruptiver

als das Internet.“ Sie verändere nicht nur Prozesse in Unternehmen,

sie lasse auch wieder neue Dienstleistungen

entstehen. Prognosen sind notorisch schwierig, gerade in

so einem dynamischen Feld. Doch im Silicon Valley

zeichnen sich schon neue Entwicklungen ab. „Wir sehen

dort die ersten Marktplätze für Agenten entstehen“, erklärt

Burkhardt. „Die kann man sich, wie einen Uber,

einfach für eine Stunde ausleihen, wenn man eine ganz

konkrete Aufgabe hat, die nicht ständig anfällt.“ Er

denkt, dass es bald Plattformen geben wird, bei denen

sich jeder seine eigenen Agenten je nach Aufgabe zusammenstellen

könnte. Die KI-Revolution beginnt unscheinbar

mit den kleinen Agenten, die vielleicht nicht sexy

sind, aber die wesentliche Arbeit machen. ƒ

KÜNSTLICHE INTELLIGENZ –

HYPE, HILFE ODER GAMECHANGER?

Praxis-Workshop für regionale Unternehmen

im Rahmen der faktor-Akademie

In diesem Einsteiger-Workshop am 27. August 2025 von 14 bis 18 Uhr

werfen wir mit der KI-Expertin Katharina Stapel einen praxisorientierten Blick auf:

• Den aktuellen Stand der KI-Entwicklung

• Reale Anwendungsbeispiele aus unterschiedlichen Branchen

• Konkrete Nutzenpotenziale für den Mittelstand

• Einordnung von Hype vs. Realität

• Zukunftstrends – und was sie für uns bedeuten könnten

Der Workshop bei Struckmeier in Göttingen

richtet sich ausdrücklich nicht an IT-Experten,

sondern an regionale Unternehmer, Entscheider,

Führungskräfte und alle, die verstehen

wollen, wie KI in der Praxis funktioniert.

Mitglieder im faktor-Club zahlen 97 Euro,

Nicht-Mitglieder 147 Euro, Preise jeweils zzgl.

gesetzlicher Mehrwertsteuer.

Um Anmeldung wird per Mail an den

Herausgeber gebeten:

boehme@faktor-magazin.de

122 2 |2025


unternehmen

FEIERN

IM GARTENHAUS

Unvergessliche Hochzeiten,

Weihnachtsfeiern und Feste

gartenhaus-goettingen.de

Workshop-

& Tagungs-

Räume

Wir haben

alles, was Sie für

einen produktiven

und besonderen

Tag brauchen.

JETZT MIETEN!

Attraktive Neubauwohnungen zum Verkauf.

Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 10 Wohnungen

sowie Tiefgarage, Weißdornweg 1 in 37120 Bovenden

Attraktive Neubauwohnungen zum Verkauf.

Neubau Attraktive eines Attraktive Mehrfamilienhauses Neubauwohnungen mit mit zum 10 zum 10 Wohnungen

Verkauf.

Verkauf.

sowie Neubau Neubau Tiefgarage, eines eines Mehrfamilienhauses Weißdornweg 11 in in 37120 mit mit 10 10 Bovenden Wohnungen

sowie sowie Tiefgarage, Weißdornweg 11 in in 37120 37120 Bovenden

Jetzt anfragen unter: startraum-goettingen.de/vermietung

3-Zimmer-Wohnungen

ES

ES

Architekten Ingenieure

3-Zimmer-Wohnungen

ES Architekten Ingenieure

4-Zimmer-Wohnungen

3-Zimmer-Wohnungen

3-Zimmer-Wohnungen Frau Frau ES ES Clarissa Architekten Clarissa Architekten Theele-Ehbrecht

Theele-Ehbrecht

Ingenieure Ingenieure

4-Zimmer-Penthauswohnungen

4-Zimmer-Wohnungen

4-Zimmer-Wohnungen Telefon: Frau Frau Clarissa 0175 Clarissa 0175 - 528 - Theele-Ehbrecht

- 528 Theele-Ehbrecht

528 79 7947

79 47 47

Baustart: 4-Zimmer-Penthauswohnungen

4-Zimmer-Penthauswohnungen

Herbst 2025

cte@es-architekten.de Telefon: Telefon: 0175 0175 - 528 - 52879 I 79 I www. 47

47 I www. es-architekten.de

Fertigstellung: Baustart: Baustart: Ende Herbst Herbst 2026

2025 2025Gewerbep. cte@es-architekten.de cte@es-architekten.de Euzenberg, Geb.4, I Geb.4, I www. www. 37115 es-architekten.de

es-architekten.de

37115 Duderstadt

Duderstadt

Fertigstellung: Fertigstellung: Ende Ende 2026 2026 Gewerbep. Gewerbep. Euzenberg, Euzenberg, Geb.4, Geb.4, 37115 37115 Duderstadt Duderstadt


ANZEIGE

PROFIL

Mit Forschung, Feingefühl und

Fortschritt für die Gesundheit

Spitzenmedizin mit Herz und Weitblick: Wie der Göttinger Urologe

Hossein Tezval Wissenschaft, Technik und Menschlichkeit verbindet.

Wer Prof. Dr. Hossein Tezval begegnet, spürt schnell: Hier spricht jemand, der

nicht nur Medizin versteht, sondern auch Menschen. Seine Worte sind klar,

durchdacht und von einem echten Anliegen getragen. „Urologie ist mehr als

Prostata“, sagt er mit ruhiger Stimme. In seiner hochmodernen Privatpraxis in

Göttingen setzt er deshalb auf Aufklärung, Präzision und Vertrauen. Seine

Mission: „Moderne Urologie denkt voraus – nicht hinterher.“

Urologie gehört sicher zu den Fachgebieten,

bei denen sich viele

Menschen fragen, warum sich

Mediziner dafür entscheiden. Tezval

berichtet lächelnd, wie er dazu kam: „Zu

Beginn meines Studiums lernte ich meine

heutige Frau kennen, mit der ich inzwischen

seit über 30 Jahren verheiratet bin. Ihr Vater,

ein Urologe, weckte mein Interesse an diesem

spannenden Fachgebiet und ermutigte mich,

eine Spezialisierung in Erwägung zu ziehen.

Gegen Ende meines Studiums absolvierte ich

eine freiwillige Rotation in der Urologie – danach

war mir klar, dass ich Urologe werden

möchte.“ Bis heute faszinieren ihn sowohl

endoskopische Verfahren als auch große chirurgische

Eingriffe – stets mit dem Ziel, Menschen

bestmöglich zu helfen

ZWISCHEN KLINIK, FORSCHUNG UND

EIGENER PRAXIS

Hossein Tezval wurde 1970 in Teheran geboren

und studierte dort Humanmedizin.

Im Rahmen eines Forschungsstipendiums

fertigte er zwischen 1999 und 2004 seine

Promotion an der Universitätsmedizin Göttingen

(UMG) sowie am Max-Planck-Institut

für Experimentelle Medizin an – diese wurde

mit Auszeichnung bewertet. Im selben

Jahr erhielt er die Approbation als Arzt. Seine

Facharztausbildung absolvierte er an der

Medizinischen Hochschule Hannover, wo er

2010 habilitiert wurde. Als Professor für Urologie

mit Schwerpunkt Onkologie an der Medizinischen

Hochschule Hannover (MHH)

und aktives Mitglied des Comprehensive

Cancer Center Niedersachsen (CCC-N) zählt

er zu den renommiertesten Experten auf seinem

Gebiet. Seine Praxis in Göttingen, die

er im Januar 2025 eröffnete, gründete er mit

dem Anspruch, „eine Verbindung zwischen

universitärer Spitzenmedizin und individueller

Betreuung“ zu schaffen. Hier fügt er seine

Erfahrungen aus Klinik, Forschung und

Patientenarbeit in einem außergewöhnlichen

Konzept zusammen: Hightech-Medizin auf

dem neuesten Stand der Wissenschaft – aber

ohne Klinikflure, Wartezeiten oder bürokratische

Hürden.

SOFORTDIAGNOSTIK STATT WARTEN AUF

ERGEBNISSE

Das Herzstück seiner Praxis ist das Point-of-

Care-Labor: Eine innovative Einrichtung, die

schnell Blut-, Urin-, PSA- und sogar Spermienanalysen

liefert. Auch Blasenspiegelungen

können durch flexible Einmal-Zystoskope schonend

durchgeführt werden. Das erlaubt unmittelbare

Einschätzungen – zum Beispiel bei

unklaren Beschwerden, beim Thema Kinderwunsch

oder zur Krebsvorsorge. „Prävention

ist, wenn Blut, Urin, Spermien und urologische

Organe in Minuten beurteilt werden können –

bevor ein Problem entsteht“, sagt Tezval.

Früherkennung ist für ihn kein bloßes

Schlagwort, sondern ein zentrales Anliegen:

„Das Tückische ist, dass Tumore in der Frühphase

meist keine Beschwerden verursachen –

sie werde n daher häufig erst spät entdeckt.“

Um dem entgegenzuwirken, nimmt er sich

bewusst 30 Minuten Zeit pro Vorsorgetermin –

ein zeitlicher Rahmen, der im vertragsärztlichen

Alltag aufgrund struktureller Bedingungen

in der Regel nicht realisierbar ist. „Ab etwa

45 Jahren sollten Männer idealerweise jährlich

zur Vorsorge kommen“, sagt er. „Frauen sind

da oft viel früher dran – das sollten Männer

sich abschauen.“

Das Besondere im Ablauf: Die Patienten

bleiben während der gesamten Untersuchung

im vertrauten Praxisumfeld – ohne Überweisungen,

Zusatztermine oder Verzögerungen.

Ein Konzept, das durch die komplett digitale

und papierlose Arbeitsweise der Praxis abgerundet

wird. Die Koordination weiterführender

Termine – sei es zur fachübergreifenden

Diagnostik oder zur Konsultation mit ärztlichen

Kolleginnen und Kollegen – erfolgt durch

das Praxispersonal als umfassender Service

aus einer Hand.

VERNETZT DENKEN, INDIVIDUELL

BEHANDELN

Neben seiner eigenen Praxis ist der Urologie-Experte

tief in der onkologischen Forschung

verankert. Er arbeitet eng mit dem

CCC-N und dem Medizinischen Excellence

Center (MEC) Göttingen zusammen. „Das

CCC-N ist eines der forschungsstärksten

Netzwerke in Deutschland. Wir entwickeln

dort neue Präventionsstrategien und Therapien,

die ich dann direkt in meine Praxis überführen

kann“, erklärt er.

Er ist fasziniert von den Entwicklungen

auf seinem Fachgebiet. Dennoch ist es ihm

wichtig, seinen Patienten auch komplementäre

Empfehlungen zu geben – etwa zu Ernährung,

Vitaminstatus oder Bewegung. „Ich bin

Anhänger der ganzheitlichen Versorgung und

habe eine zweijährige Ausbildung in der psychosomatischen

Grundversorgung absolviert.

Ende des Jahres werde ich eine Fortbildung in


ANZEIGE

PROFIL

Die Praxis Prof. Tezval ist ein Ort, an dem medizinischer Fortschritt nicht nur gemessen, sondern erlebt werden kann. Und an dem das Vertrauen zwischen Arzt

und Patient nicht als Nebensache gilt – sondern als Ausgangspunkt jeder wirksamen Behandlung.

»Ich wollte einen Ort schaffen, der medizinisch führend ist –

und gleichzeitig menschlich bleibt.«

Komplementärmedizin in der Onkologie abschließen.“

Eine rein alternative Behandlung

lehnt er jedoch ab: „Dafür fehlen ausreichende

evidente Erkenntnisse aus Studien.“

Tezval ist Autor zahlreicher wissenschaftlicher

Publikationen und hat einen patentierten

Marker zur Urinuntersuchung entwickelt. Für

seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet,

so folgten dem Preis für seine Dissertation

unter anderem noch der erste Deutsche

Innovations- und Forschungspreis in der

Uro-Onkologie im Jahr 2009.

„VERTRAUEN IST DER BEGINN JEDER

THERAPIE“

Trotz aller Technik steht für Tezval der Mensch

klar im Zentrum. Patienten spüren, dass hier

nicht nur Symptome abgefragt werden: Er

hört zu, stellt Fragen, erklärt Abläufe transparent

und verständlich. „Viele Patientinnen und

Patienten haben Berührungsängste. Die Urologie

betrifft intime Bereiche – das verlangt

besondere Sensibilität.“

Sein Anliegen ist es, Urologie für alle sichtbar,

greifbar und enttabuisiert zu machen.

Denn urologische Erkrankungen betreffen

auch Frauen – etwa bei Harnblasen- oder Nierentumoren

– und auch junge Menschen. Gerade

in der Prävention und Aufklärung sieht er

großen Nachholbedarf: „Für mich gehört zur

modernen Urologie: Hinhören und Diagnostik

auf Augenhöhe. Denn Diagnostik ist nicht

nur Technik, sondern auch Beziehung.“

Prof. Dr. Hossein Tezval steht für eine neue

Generation von Ärzten: wissenschaftlich fundiert,

technisch führend – und zugleich empathisch,

nahbar, menschlich. In einer Zeit, in

der Medizin oft entpersonalisiert erscheint,

gelingt ihm das Kunststück, sie wieder zurück

zum Individuum zu führen.

Praxis Prof. Tezval

Urologie & Urologische Onkologie

Hennebergstraße 18 a

37077 Göttingen

Tel. 0551 49966477

www.urologie-onkologie-goettingen.de

service@urologie-onkologie-goettingen.de


PROFIL

ANZEIGE

Zukunftsmusik bei der ,Nacht der Kultur‘

Nachwuchstalente im Rampenlicht – warum diese Bühne Unterstützung verdient

Hinter der Nachwuchsbühne auf dem Wochenmarkt

zur ,Nacht der Kultur‘ in Göttingen steht

kein städtisches Kulturförderprogramm, sondern

ein Unternehmen, das bereit ist, Verantwortung

zu übernehmen – selbst auf eigenes

Risiko. Media Complete, ein regional verankerter

Dienstleister für professionelle Eventtechnik,

hat sich entschlossen, jungen Künstlern

eine Plattform zu bieten, obwohl es dafür keinerlei

öffentliche Mittel gibt. Die Bühne wird

vollständig durch Sponsoren, daruner faktor,

und Eigenmittel finanziert, und dennoch reicht

das Budget oft nicht aus. Den fehlenden Betrag

tragen die Geschäftsführer Daniela und Steffen

Mühl persönlich und aus Überzeugung.

„Wir wollen nicht warten, bis irgendwann finanzielle

Mittel für dieses Herzensprojekt freigegeben

werden. Wir haben es einfach selbst

in die Hand genommen“, beschreibt Steffen

Mühl die Motivation hinter dem Projekt. Während

die Finanzierungslücken oft das Ende solcher

Ideen bedeuten, wurde hier etwas auf die

Beine gestellt, das Mut macht und zeigt, wie

Unternehmertum und Kulturförderung sich

nicht ausschließen müssen. Dass das Programm

am Abend bei Besuchern auf Begeisterung

stieß, ist schön, aber nicht das Entscheidende.

Viel wichtiger ist: Hier wurde sichtbar,

was möglich ist, wenn Menschen nicht nur reden,

sondern handeln. Die Nachwuchsbühne

war auch 2025 wieder ein starkes Zeichen für

Initiative, Engagement und kulturelle Verantwortung

in Göttingen.

Dazu verwandelte sich die Innenstadt einmal

mehr in ein lebendiges Festivalgelände:

Bei der traditionsreichen ,Nacht der Kultur‘ zog

es wieder tausende Besucher in die City – mit

Musik, Kunst und Darbietungen an allen Ecken.

Ein besonderes Highlight war dabei erneut die

Nachwuchsbühne auf dem Wochenmarkt. Die

Bühne, die bereits seit mehreren Jahren ein

fester Bestandteil des Kulturabends ist, stand

auch 2025 ganz im Zeichen neuer Musiktalente.

Ziel des Projekts ist es, jungen Künstlern

eine professionelle Auftrittsmöglichkeit zu geben

mit hochwertiger Technik, durchdachter

Organisation und echtem Festivalcharakter.

Alle Künstler erhielten für ihren Auftritt eine

faire Gage als ein klares Zeichen dafür, dass Talent

und Einsatz auch auf kleinen Bühnen anerkannt

und gewürdigt werden müssen.

EIN AUFRUF AN ENGAGIERTE

UNTERNEHMEN

Es lohnt sich, in Kultur zu investieren – besonders

dann, wenn sie junge Talente fördert und

auf eine professionelle Bühne stellt. Media

Complete plant, die Nachwuchsbühne auch

in Zukunft fortzuführen – dafür werden jedoch

weiterhin zuverlässige Förderer und Partner

benötigt. Sie möchten dabei sein? Dann werden

Sie Teil eines Projekts, das nicht nur gute

Musik liefert, sondern aktiv in die kulturelle Zukunft

der Stadt Göttingen investiert. Denn was

auf dem Wochenmarkt zu hören war, war weit

mehr als Unterhaltung. Es war ein hörbares

Versprechen für die nächste Generation.

media complete GmbH

Rudolf-Wissell-Straße 26

37079 Göttingen

Tel.: 0551 30707263

info@media-complete.de


ANZEIGE

PROFIL


wissen

-kalender

Göttingen feiert die Vielfalt, Kultursommer statt KWP

Wenn Göttingen Kultur feiert, dann mit ganzem Herzen. Der 37. Göttinger Kultur sommer bietet 2025 ein ebenso facettenreiches wie

hochkarätiges Programm, das weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlen dürfte.

WORT TRIFFT MUSIK:

Brandt & Thomas sowie Becker & Loeffler im Deutschen Theater

Den Auftakt im Deutschen Theater macht am Samstag, den

5. Juli, um 20 Uhr die gefeierte Wort-Musik-Collage ,Dämon‘

mit Schauspieler Matthias Brandt und Musiker Jens Thomas. Am

Sonntag, den 6. Juli, um 19 Uhr folgen Meret Becker und Dietmar

Loeffler mit einer Hommage an die große französische

Chansonnière Barbara. In ,Nachtblau – Chanson für eine Abwesende‘

interpretieren sie mit musikalischer Begleitung von Cello

und Akkordeon die berührenden Lieder der Sängerin mit ihrer

besonderen Verbindung zu Göttingen.

NEU: ,OPEN SOUND 2025‘

BRINGT MUSIK AUF DEN WOCHENMARKT

Ein Höhepunkt des diesjährigen Kultursommers ist die neue Open-

Air-Reihe ,Open Sound 2025‘, die den Wochenmarkt mitten in der

Innenstadt zur Bühne verwandelt. An drei Veranstaltungswochenenden

– Ende Juni, Mitte Juli und Anfang August – verwandelt sich

der Platz in einen pulsierenden Kulturraum. Geplant sind sechs

Konzerte mit einem vielseitigen Mix: von Kinderkonzerten über

DJ-Sets bis zu abendlichen Live-Gigs. Kulinarische Angebote runden

das Programm ab. Bereits bestätigt sind Acts wie ok.danke.tschüss,

Kytes, Engin und die Göttinger Lokalhelden Kyles Tolone. Weitere

Namen folgen im April.

DIE TERMINE: 11. Juli 2025, 8. August 2025

Ein Sommer ohne KWP – aber mit Perspektive

Das neue Format ersetzt in diesem Jahr das beliebte KWP-Festival,

das 2025 aus Kostengründen pausiert. Im kommenden Jahr

soll das KWP am 14. und 15. August 2026 wieder stattfinden.

Alle Informationen zum Programm und zum Vorverkauf finden

Interessierte unter kultursommer.goettingen.de.

Klettermatsch

Neuer Standort, neue Hindernisse:

Der Obstacle City Run kommt ins

Jahnstadion

Der beliebte Hindernislauf feiert in diesem

Sommer Premiere an einer neuen Loca tion:

Am 23. August 2025 wird der Obstacle

City Run erstmals rund um das Göttinger

Jahnstadion ausgetragen. Der Umzug des

ehemaligen Great-Barrier-Run vom bisherigen

Gelände am Uni-Sportzentrum ist

nötig geworden, da dort umfangreiche Bauarbeiten

für den Neubau der Universitätsmedizin

stattfinden.

Für das Orgateam ist das Jahnstadion ein

echter Glücksgriff: zentrale Lage, professionelle

Infrastruktur – und der nahe Kiessee

als ideale Kulisse für neue, spektakuläre

(Wasser-)Hindernisse. „Mit über 5.000 angemeldeten

Teilnehmenden steuern wir auf

ein ausverkauftes Event zu“, sagt Veranstalter

Nicolas Karasch. Zuschauer freuen

sich auf ein sommerliches Sportfestival.

Weitere Infos und Anmeldung unter:

www.obstacle-city-run.de

WAS SIND EIGENTLICH QUANTEN?

Sie wissen darauf keine Antwort? Damit

sind Sie nicht alleine – und das, obwohl

die Physik der Quantenmechanik quasi

allgegenwärtig ist: Sie steckt in Lasern,

Solarzellen und in jeder Supermarktkasse,

Sci-Fi-Filmen und Visionen zukünftiger

Technologien wie Quantencomputern.

Die Sonderausstellung im Wissensmuseum

der Universität Göttingen zeichnet

den Weg der Entstehung der Quantenmechanik

vor 100 Jahren nach und

blickt dabei bis in die Gegenwart.

10. August, 14:00 Uhr

Rundgang durch die Sonderausstellung

mit Kuratorin Ramona Dölling

5. September, 16:30 Uhr

Chalk Talk mit Prof. Dr. Tim Salditt:

Röntgenlicht – die echten Photonen

14. September, 14:00 Uhr

Rundgang durch die Sonderausstellung

mit Kuratorin Ramona Dölling

17. September, 18:30 Uhr

Salon-Debatte Quanten-Computer

(Quantencomputer – rechnet sich‘s?)

28. September, 14:00 Uhr

Rundgang durch die Sonderausstellung

mit Kuratorin Ramona Dölling


wissen

Kulturtipps für

die Region

1. GÖTTINGER ALTSTADT UND

BOTANISCHER GARTEN:

Die lebendige Kultur- und Kneipenszene in der

Stadt mit seinen historischen Fachwerkhäusern

und dem Gänseliesel-Brunnen gefällt mir sehr.

Erholung finde ich im Alten Botanischen Garten

der Universität.

2. DOM UND STIFTSKIRCHE

BAD GANDERSHEIM: Die romanische Kirche mit

über 1.000 Jahren Geschichte ist das Highlight

der Region und der Spielort des größten professionellen

Theaters in Niedersachsen, der Gandersheimer

Domfestspiele.

3. KLOSTERHOF BRUNSHAUSEN: Der Klosterhügel

ist ein magischer Ort voll Geschichte und

immer eine Reise wert.

4. DER HOLZPFAD DURCHS MOOR

BEI SILBERBORN: der perfekte Ort, um seine

Gedanken kreisen zu lassen. Auch mit Kinderwagen

möglich!

5. RUNDWANDERWEG EINBECKER TEICHE

UND GREENER BURG: Abwechslungsreiche Landschaften

und eine im Jahr 1309 errichtete Burg,

wo die ersten „Domfestspiele“ aufgeführt wurden.

Joachim Lenz (47) ist seit 2017 Intendant der Gandersheimer

Domfestspiele, Niedersachsens größtem

professionellen Freilichttheater mit jährlich

rund 60.000 Zuschauern. In diesem Sommer inszeniert

der Schweizer das Musical ,Cabaret‘ (Premiere

am 4. Juli).

Weltklasse-Tennis im Solling:

Die Bikeleasing Open 2025 in Uslar

Wenn der Sommer den Solling in sattes Grün taucht, wird Uslar zur

Bühne für internationales Spitzentennis: Vom 14. bis 20. Juli 2025 verwandelt

sich die Anlage des Uslarer Tennisclubs in ein Zentrum der

ITF World Tennis Tour. Bei den Bikeleasing Open 2025 messen sich

aufstrebende nationale und internationale Top-Talente – und setzen die

Region für eine Woche auf die internationale Tennis-Landkarte.

Das Turnier ist Teil der renommierten ITF World Tennis Tour, der

Sprungbrett-Serie für Profis auf dem Weg in die Weltspitze. Was in

Wimbledon oder Roland Garros seine Strahlkraft entfaltet, beginnt

oft genau hier: in leidenschaftlich geführten Matches, auf Court

Nummer eins in Uslar.

Der Eintritt ist frei, und genau das macht die Atmosphäre so besonders:

Familien, Tennisfans und Neugierige erleben hautnah, was professionellen

Tennissport ausmacht – Präzision, Ausdauer und jede

Menge Emotion. Veranstalter, Stadt Uslar und die Partner rund um

Hauptsponsor bikeleasing.de setzen alles daran, das Event erneut zu

einem Highlight im regionalen Sportkalender zu machen.

Weitere Infos gibt’s unter: www.bikeleasing-open.de

Start der 66. Domfestspiele

Unter dem Motto ,Alles wird gut‘ zeigen die Gandersheimer Domfestspiele

in ihrer 66. Spielzeit bis zum 17. August vor dem Portal der Stiftskirche vier

Produktionen: die turbulente Shakespeare-Komödie ,Ein Sommernachtstraum‘

in einer packenden Neuinterpretation, in der Nachfolge des über

zwei Jahre ausverkauften ABBA-Konzertes ,Walk the line – die große Johnny-

Cash-Show‘, den hochaktuellen Musical-Klassiker ,Cabaret‘ und als Kinderund

Familienstück ,Der kleine König Artus‘. Hinzu kommen zwei Stücke

im Probenzentrum: die Wiederaufnahme von George Orwells ,1984‘ sowie

das Psychical ,Sie rufen außerhalb der Sprechzeiten an‘.

Eintrittskarten gibt es über die Kartenzentrale der Gandersheimer Domfestspiele,

Stiftsfreiheit 12, telefonisch 05382 955 3311 oder per E-Mail

kartenzentrale@gandersheimer-domfestspiele.de und online unter

www.gandersheimer-domfestspiele.de.

Öffnungszeiten der Kartenzentrale: Montag bis Freitag, 10 bis 17 Uhr

2 |2025 129


impressum

Herausgeber

faktor – das Entscheider- Magazin für die Region Göttingen

Entscheider Medien GmbH

Berliner Straße 10

37073 Göttingen

Tel. 0551 3098390

Fax 0551 30983911

info@faktor-magazin.de

www.mehralseinmagazin.de

Herausgeber

Marco Böhme (V.i.S.d.P.)

(boehme@faktor-magazin.de)

Redaktionsleitung

Christian Vogelbein

(vogelbein@faktor-magazin.de)

Autoren

Sven Grünewald, Stefan Liebig, Matthias Brunnert,

Anja Danisewitsch, Christian Vogelbein, Margareta Vogel

Art-Direction & Grafik

Anke Steines

Fotografie

Alciro Theodoro da Silva, Christian Vogelbein, Florian Spieker

Lektorat

CoLibris – Lektoratsbüro Dr. Barbara Welzel

Vertrieb

Thorsten Sawada

Marketing

Christiane Wiese-Brahimi, Anastasia Riesling (Assistenz)

Geschäftsführender Gesellschafter

Marco Böhme

Auflage

11.000

Druckerei

Schleunungdruck GmbH

Redaktions- und Anzeigenschluss der nächsten Ausgabe

ist der 29. August 2025.

Wenn Sie den faktor zukünftig nicht mehr kostenfrei erhalten

möchten, nehmen wir Sie aus dem Verteiler, und Sie bekommen

keine Exemplare mehr. Schicken Sie uns dazu bitte eine Mail an:

info@faktor-magazin.de

Redaktionsbeirat

Jens Barwinske, Dr. Friedemann Baum, Mark Berke, Ines Berke,

Ines Dietze, Prof. Dr. Uwe Fischer, Jan Förster, Rainer Giese, Fritz

Güntzler, Jürgen Jenauer, JUDr. Hans-Hermann Lampe, Markus

Liese, Carsten Lohrengel, Lars Obermann, Thomas Richter,

Mark C. Schneider, Prof. Dr. Matthias Schumann, Claudia Trepte,

Prof. Dr. Winfried Weber, Dr. Marko Weinrich

Wir übernehmen für unverlangt eingesendete Texte, Fotos etc. keine Haftung.

Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht die Meinung des Herausgebers

wieder. Von faktor gestaltete Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt.

Eine anderweitige Verwendung ist nur mit schriftlicher Genehmigung des

Herausgebers möglich. Ein Nachdruck der im faktor veröffentlichten

Beiträge ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers möglich.

Bei allen Gewinnspielen ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

Redaktioneller Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit verwenden wir auf unserer Plattform

die männliche Form (generisches Maskulinum), z.B. ,der Journalist‘.

Wir meinen immer alle Geschlechter im Sinne der Gleich behandlung.

Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und ist wertfrei.

faktor-Partner

Audi Zentrum

Göttingen

Netzwerkpartner

InnovationsCluster

it GÖTTINGEN

130 2|2025


40 Jahre

Recht für

Unternehmen

und Vermögen

Anwaltsgesellschaft und Notare

-Premiumpartner

www.lampe-legal.de


VIEL LICHT

FRISCHE LUFT

NULL INSEKTEN

SONNEN- &

INSEKTENSCHUTZ

NACH MASS

REGIONAL

PRODUZIERT

DIREKT VOM

HERSTELLER

Kontakt J. Willig

Kontakt M. Vogler

10

%*

RABATT

Exklusiv für Faktor-Leser

Einfach den Code FAKTOR angeben

und 10% auf Plissees oder

Insektenschutz nach Maß von

Lichtblick-Objekt erhalten.

* Gültig bis 30.08.2025. Nicht mit anderen

Aktionen oder Rabatten kombinierbar.

PERSÖNLICHE BERATUNG

JÖRG WILLIG & MARCO VOGLER

Lichtblick Sonnenschutzsysteme GmbH

Dr.-Gerhard-Müller-Str. 2 · 37308 Heilbad Heiligenstadt

ROLLOS · PLISSEES · JALOUSIEN · MARKISEN · INSEKTENSCHUTZ

www.LICHTBLICK-OBJEKT.de

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!