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Unternehmen Österreich 02/2025

Das Magazin des Sozialdmeokratischen Wirtschaftsverband Österreich

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OSTERREICH

Das Magazin des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich

www.wirtschaftsverband.at

4 2 | 2022 2025

Explodierende Energiekosten

WER KANN DAS

BEZAHLEN?

Erleichterungen

Was die REGIERUNG

für

für KMU PLANT

Bürokratieabbau.

Es geht auch anders

Das Die EU-Staaten neue Regierungsprogramm

rigoros Übergewinne sieht einige der

schöpfen

Erleichterungen Energie-Profiteure vor. ab. Alle Die

Maßnahmen, türkis-grüne Regierung die künftig

für legt EPU nur ein & KMU Minimum zählen. vor.

Hitzige COFAG-Günstlinge

Debatte.

Die Kurz-Freund neu aufgeflammte Martin Ho,

Diskussion René Benko, ums Starbucks Trinkgeld

lässt etc.: Nun keinen steht Beteiligten fest, wer kalt.

SWV die größten und Gewerkschaft Gewinner plädieren

der Corona-Krise für eine faire sind. Lösung.

Österreichische Post AG / Sponsoring.Post 04Z035977

„Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Österreich, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1070 Wien“


Arbeitsplätze

schaffen.

Österreichs Industrie sichert direkt und indirekt 2,4 Millionen Jobs. Ohne ehrliche

und faire Strukturreformen, ohne Investitionen in Bildung, Infrastruktur sowie Forschung

und Entwicklung stehen diese Arbeitsplätze auf dem Spiel. Handeln wir jetzt!

Foto: dieindustrie.at/Mathias Kniepeiss

www.iv-net.at


WAS WIR (NICHT) WOLLEN

Erfolg. Unternehmer:innen brauchen

ein Umfeld, in dem sie ihren

Betrieb wirtschaftlich führen

können. Dieses Umfeld wird von

vielen Faktoren beeinflusst: von

einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort,

der Gesellschaft und

nicht zuletzt von der Politik.

Der SWV versteht sich als Sprachrohr

für EPU und KMU und

versucht daher, wichtige Anliegen

von Unternehmer:innen laufend

in politische Prozesse einzubringen.

Im aktuellen Regierungsprogramm

ist es gelungen, der

neuen Bundesregierung viele

wichtige Forderungen mit auf den

Weg zu geben.

Aufschwung

Das Regierungsprogramm bekennt

sich klar zu einem starken

und erfolgreichen Wirtschaftsstandort

Österreich – unter

dezidierter Einbeziehung aller

unserer Unternehmerinnen und

Unternehmer, die jeden Tag

Verantwortung übernehmen und

das Rückgrat unserer Wirtschaft

sind. So finden sich darin zahlreiche

Erleichterungen für Betriebe,

wie steuerliche Entlastungen und

Bürokratieabbau.

Der SWV-Österreich wird diese

Entwicklungen für EPU & KMU

weiter verfolgen und nicht müde

werden, die Anliegen der Wirtschaftstreibenden

in die Politik

zu tragen.

> 06

> INHALT

Aktuell. 100 Tage neue Regierung, ihre Ziele und Vorhaben

und was sich der SWV vom künftigen Wirtschaftsparlament

erwartet .....................................................................................04

Coverstory. Das Regierungsprogramm setzt auf Bürokratieabbau

und steuerliche Entlastungen. Für Selbstständige,

kleine und mittlere Betriebe stehen einige wichtige

Erleichterungen bereit ....................................................................06

Gespräch. Die Wirtschaft anzukurbeln ist oberste Priorität

der Regierung. Infrastrukturminister Peter Hanke und

SWVÖ-Präsident Christoph Matznetter im Gespräch .........12

Diskussion. Die Debatte ums Trinkgeld reißt nicht ab. Der

SWV setzt sich für eine faire Lösung für alle ein .....................14

Indoor-Klettern. Michael Florijancic hat sich einer

Marktlücke angenommen: einer Boulderhalle, die es in

Leoben bis 2019 nicht gab. Mit einem eigenen Jugendkader

macht er die Disziplin für neue Generationen fit ...................16

> 18

Event

Managerin.

Seit 2007 mischt

Romana Spitzbart-

Kleewein auf verschiedenen

Ebenen

die kulturelle Landschaft

Österreichs

kräftig auf.

iStock by Getty Images, privat

Impressum|Herausgeber: Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Österreich, Mariahilfer Straße 47/5/5, 1060 Wien, Gerichtsstand: Wien, ZVR-Zahl: 42108716 |

Medien inhaber: echo medienhaus Ges. m. b. H., FN 73819h, HG Wien, Windmühlgasse 26, 2. Stock, 1060 Wien, www.echo.at. Eigentümerin der echo medienhaus

Ges. m. b. H. ist die FFPG Beteiligungs GmbH. Gesellschafter der FFPG Beteiligungs GmbH sind KR Anton Feistl (25 %), Anton Feistl jr. (25 %) und Christian Pöttler (50 %)

| Geschäftsführung: Christian Pöttler | Unternehmensgegenstand: Herausgabe diverser Publikationen und Periodika sowie allgemeine Verlags aktivitäten | Hersteller:

echo medienhaus Ges. m. b. H. | Redaktion: echo medienhaus Ges. m. b. H., Dr. in Helga Häupl-Seitz (Chefredaktion), Windmühlgasse 26, 3. Stock, 1060 Wien | G r a fi k:

Jenny Neumann | Fotoredaktion: Mag. a Claudia Knöpfler (Ltg.) | Coverfoto: iStock by Getty Images | Druckerei: Walstead Leykam Druck GmbH & Co KG, Bickfordstraße

21, A-7201 Neudörfl | Verlags- & Herstellungs ort: Wien | Blattlinie: Informationen des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes Österreich. Namentlich gekennzeichnete

Beiträge und Gastkommentare müssen nicht mit der Meinung des Herausgebers übereinstimmen. Entgeltliche Einschaltungen werden mit „entgeltliche

Einschaltung“ oder „bezahlte Anzeige“ gekennzeichnet.

Unternehmen Österreich 2 | 2025

3


aktuell

MITTELSTANDSPAKET.

Die Ausweitung der

Basispauschalierung

bringt insbesondere EPU

eine spürbare steuerliche

Erleichterung.

100 TAGE REGIERUNG:

Ein Anfang für den Mittelstand

Die neue Bundesregierung aus SPÖ, ÖVP

und NEOS ist seit 100 Tagen im Amt –

und ihre ersten wirtschaftspolitischen

Entscheidungen zeigen: Die Anliegen

der kleinen und mittleren Unternehmen

(KMU) stehen wieder stärker im Fokus. Der Sozialdemokratische

Wirtschaftsverband (SWV) begrüßt,

dass zahlreiche zentrale Forderungen des Verbandes

bereits in dieser frühen Phase aufgegriffen wurden.

Erleichterungen für Unternehmer:innen: Bürokratieabbau

und Pauschalierung

Mit dem im Frühjahr präsentierten Mittelstandspaket

hat die Bundesregierung ein wichtiges Signal gesetzt.

Die Ausweitung der Basispauschalierung bringt insbesondere

Ein-Personen-Unternehmen (EPU) eine

spürbare steuerliche Erleichterung. Ebenso positiv:

Die Beleg erteilungspflicht für Kleinbeträge fällt weg –

eine langjährige Forderung des SWV, die nun umgesetzt

wurde.

Auch die Abschaffung der NoVA für leichte Nutzfahrzeuge,

die von vielen Gewerbetreibenden genutzt

werden, bedeutet eine unmittelbare Kostenentlastung

für Betriebe im Alltag. Damit wurde ein pragmatischer

und wirtschaftsnaher Schritt gesetzt, den der

SWV seit Jahren eingefordert hat.

Arbeitsmarktpolitik: Fokus auf Fachkräfte und

Qualifizierung

Die Bundesregierung hat klargemacht: Fachkräftegewinnung

und Qualifizierung haben Priorität. Mit der

angekündigten Fachkräfteoffensive und dem Fokus

auf Lehrlingsausbildung wurde eine wichtige Richtung

eingeschlagen. Der SWV wird diesen Prozess

weiterhin konstruktiv begleiten und setzt sich dafür

ein, dass insbesondere KMU von Aus- und Weiterbildungsprogrammen

profitieren können. Das geplante

Modell „Aktion 55Plus“ für ältere Arbeitslose knüpft

an frühere sozialpartnerschaftliche Erfolge an.

Starke Stimme für KMU in Zeiten der Konsolidierung

Das Doppelbudget 2025/26 steht zwar im Zeichen der

Budgetsanierung – doch die Regierung hat gleichzeitig

gezeigt, dass eine einseitige Belastung von

Unternehmer:innen vermieden werden kann. Die

Fortführung des Banken- und Energiekrisenbeitrags

und die Erhöhung einzelner Sonderabgaben tragen

zur Fairness bei.

Aus Sicht des SWV ist entscheidend, dass die Entlastung

kleiner Betriebe nicht durch neue Belastungen

an anderer Stelle konterkariert wird. Dass das Thema

Lohnnebenkostensenkung auf der Agenda bleibt

und der Familienlastenausgleichsfonds langfristig neu

strukturiert werden soll, begrüßen wir ausdrücklich.

Fazit: Der SWV wirkt – und bleibt dran

Die ersten 100 Tage zeigen: Unsere Stimme wird

gehört. Viele wirtschaftspolitische Maßnahmen

orientieren sich an den realen Bedürfnissen von

Unternehmer:innen – von der Steuererleichterung

über Mietkostendeckel bis zur Arbeitsmarktoffensive.

Der SWV steht bereit, weitere Impulse zu setzen und

Vorschläge einzubringen, wie Österreichs Wirtschaft

sozial gerecht und nachhaltig gestaltet werden kann.

ISTOCK BY GETTY IMAGES,, WKÖ/MAREK KNOPP

4 Unternehmen Österreich 2 | 2025


aktuell

Was wir uns vom kommenden

WIRTSCHAFTSPARLAMENT ERWARTEN

Am 26. Juni tritt das neue Wirtschaftsparlament

zusammen. Es entscheidet mit

darüber, wie sich die wirtschaftlichen

Rahmenbedingungen in den kommenden

Jahren entwickeln. Wir als SWV

fordern eine klare Orientierung an Gerechtigkeit,

sozialem Ausgleich und der Realität kleiner und

mittlerer Unternehmen.

Unsere Betriebe leisten einen zentralen Beitrag

zur wirtschaftlichen Stabilität. Doch während große

Konzerne Schlupflöcher nutzen und staatliche

Vorteile genießen, tragen kleinere Unternehmen

die Hauptlast. Hohe Abgaben, zu viel Bürokratie

und fehlende soziale Absicherung sind tägliche Herausforderungen.

Das Wirtschaftsparlament muss

konkrete Maßnahmen beschließen: Krankengeld ab

dem vierten Tag, eine faire Arbeitslosenversicherung

für Selbstständige, eine gestaffelte Besteuerung

nach Gewinnhöhe sowie einen einfachen Zugang

zu Förderungen. Wir erwarten

außerdem, dass die

Wettbewerbsbedingungen

gerechter gestaltet werden.

Regionale Betriebe sollen

bei öffentlichen Ausschreibungen

stärker berücksichtigt

werden. Der unfaire

Vorteil internationaler

Onlineplattformen muss

endlich eingedämmt werden.

Wer regionale Wertschöpfung

sichern will, muss heimische Unternehmerinnen

und Unternehmer gezielt stärken.

Das neue Wirtschaftsparlament hat die Chance,

Weichen zu stellen. Für eine gerechtere Wirtschaft,

die alle mitnimmt. Für Betriebe, die mit großem

Einsatz, Mut und Verantwortung täglich unser Land

gestalten.

AUSGLEICH.

Der SWV fordert eine

klare Orientierung an

Gerechtigkeit, sozialem

Ausgleich und

der Realität kleiner

Unternehmen.

Ordentlicher Verbandstag des

SWV-Österreich 2025

Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Österreich (SWV)

gibt den Termin des ordentlichen Verbandstages 2025 bekannt:

11. Oktober 2025 | 12:00 Uhr | Wifi Salzburg

Julius-Raab-Platz 2 | 5020 Salzburg

Unternehmen Österreich 2 | 2025

5


cover

Entlastungen

Es geht

wieder voran

ISTOCK BY GETTY IMAGES

POWER. Das Regierungsprogramm verspricht Bürokratieab-

Für Selbstständige, kleine und mittlere Betriebe stehen einige

die der SWV seit Langem eingefordert hat. Sie schaffen

bürokratische Vereinfachungen, die besonders die kleinen

06 Unternehmen Österreich 2 | 2025


cover

Unser Ziel ist klar:

Unternehmer:innen sollen sich

auf das Wesentliche konzentrieren

können – ihr Kerngeschäft.

Bürokratie darf dabei kein Hindernis

sein“, betonte schon Ende

November SWVÖ-Präsident

Christoph Matznetter anlässlich

eines Antrags im Wirtschaftsparlament. In den darauffolgenden

Koalitionsverhandlungen setzte sich der

SWV deshalb für praktikable und digitale Lösungen

ein. Das bedeutet: Berichtspflichten sollten für kleine

Unternehmen so gestaltet werden, dass sie ihre Daten

nur einmal und zentral einreichen müssen. Zudem

müsste die Lohnverrechnung deutlich vereinfacht und

überflüssige Meldepflichten müssten für EPU und

Kleinstunternehmen weitgehend abgeschafft werden.

Was ist daraus geworden?

Was das Regierungsprogramm bereithält

Schon in der Präambel verpflichtet sich das Regierungsprogramm

zur Wirtschaft: „Wir bekennen

uns klar zu einem starken und erfolgreichen Wirtschaftsstandort

Österreich. Dazu zählen alle unsere

Unternehmerinnen und Unternehmer, die jeden Tag

Verantwortung übernehmen, sowie die exzellenten

Arbeitskräfte. Unsere KMU bilden das Rückgrat der

heimischen Wirtschaft. Gemeinsam mit der exportorientierten

Industrie sichern sie Wertschöpfung und

Arbeitsplätze. Um einen Abfluss der Wirtschaftsleistung

sowie Deindustrialisierung am Standort konsequent

zu verhindern, setzen wir Maßnahmen, die

unternehmerische Freiheit, Innovationskraft, Wertschöpfung

und Arbeitsplätze in und für Österreich

sichern.“

Ambitioniert und mit Elan wird dieses Ziel offenbar

verfolgt. Eine Vielzahl von steuerlichen Erleichterungen

und bürokratischen Vereinfachungen lassen

Selbstständige, kleine und mittlere Betriebe aufatmen.

Man merkt, dass sie der neuen Regierung wichtig sind.

bau und steuerliche Entlastungen.

wichtige Erleichterungen bereit,

finanzielle Spielräume und

Betriebe entlasten.

Wichtige Erleichterungen für EPU und KMU

Der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband Österreich

begrüßt zentrale Maßnahmen des Doppelbudgets

2025/26. „Viele kleine Betriebe und Selbstständige

haben in den letzten Jahren genau diese Entlastungen

eingefordert. Es ist gut, dass die Regierung nun handelt“,

erklärt SWV-Präsident Christoph Matznetter.

NoVa-Befreiung für leichte Nutzfahrzeuge

Besonders positiv sieht der SWV die Ausweitung der

Basispauschalierung, die steuerliche Vereinfachung

für viele Unternehmerinnen und Unterneh- ›

Unternehmen Österreich 2 | 2025

07


cover

BÜROKRATIEABBAU. Die Ausweitung der Basispauschalierung ist ein wesentlicher

Faktor. Die Umsatzgrenze steigt ab 2025 auf 320.000 € und ab 2026 auf 420.000 €.

mer bringt. Auch die NoVA-Befreiung für leichte

Nutzfahrzeuge (N1/Klein-Lkws) sowie der steuerfreie

Mitarbeiter:innenbonus von bis zu 1.000 € pro

Jahr sind gezielte Maßnahmen, die in der Praxis

helfen. „Diese Schritte entlasten Betriebe direkt.

Sie schaffen Anerkennung

und finanzielle Spielräume,

vor allem für kleinere

Unternehmen mit wenigen

Beschäftigten“, betont

Matznetter. Zudem ist eine

„Heimfahrerregelung“ in

Arbeit: Sie dient der Klarstellung

einer praktikablen

Regelung für „Heimfahrer“

mit Klein-Lkws.

Handwerkerbonus bleibt

Zudem begrüßt der SWV den Fortbestand bewährter

Förderprogramme wie KMU.Digital und den

Handwerkerbonus. Auch die geplante Abschaffung

der Belegerteilungspflicht bis 35 € ist ein Beitrag

Das Budget geht in die richtige

Richtung. Die Erleichterungen für

EPU und KMU sind ein wichtiges

Signal für unsere Mitglieder. Jetzt

braucht es Verlässlichkeit und

Tempo für unsere Betriebe.“

Christoph Matznetter

zur Entbürokratisierung. „Entscheidend ist jetzt,

dass diese Entlastung nicht auf halbem Weg stehen

bleibt. Die angekündigten Reformen müssen

zügig, verlässlich und im Sinne der Betriebe umgesetzt

werden“, so Matznetter. Digitalisierung, Fachkräftesicherung

und faire

Rahmenbedingungen für

Betriebsübergaben müssen

weiter im Fokus stehen.

Wirtschaftliches und

soziales Rückgrat

Österreich ist das Land der

Familienunternehmen. Gerade

im ländlichen Raum

bilden Tourismusbetriebe

das wirtschaftliche und

soziale Rückgrat. Sie sichern Arbeitsplätze, erhalten

die Nahversorgung und bieten Gästen wie Einheimischen

gastronomische Infrastruktur. Bis zu

90 Prozent der lokalen Wertschöpfung werden in

manchen Regionen durch Tourismusbetriebe gene-

NOVA-BEFREIUNG.

Die NoVa-Befreiung für leichte

Nutzfahrzeuge (Klasse N1) ab 1. Juli 2025

lässt viele kleine Handwerksbetriebe und

Selbstständige aufatmen.

08

Unternehmen Österreich 2 | 2025


cover

riert. Ein strukturierter Übergabeprozess sorgt für

Klarheit und Planungssicherheit und schafft die

Voraussetzung für Investitionen.

ERLEICHTERUNGEN

FÜR BETRIEBE

ISTOCK BY GETTY IMAGES

Förderung für Betriebsübergaben im Tourismus

Die von der Regierung angekündigten Hilfen bei

Betriebsübergaben im Tourismus nehmen Form

an. Bis 2027 stehen bereits jetzt 3 Mio. € aus dem

Bundes- und EU-Budget für Übergaben von kleinen

und mittleren Unternehmen (KMU) in Gemeinden

mit weniger als 30.000 Einwohner:innen

bereit.

Einzelne Übergaben können mit einer Pauschale

von bis zu 8.000 € unterstützt werden, teilte Tourismusstaatssekretärin

Elisabeth Zehetner mit. Bis

2029 stehen laut Prognosen bis zu 8.000 Übergaben

an.

Ab 2027 wird der steuerfreie Veräußerungsfreibetrag

von 7.300 € auf 45.000 € angehoben. Zusätzlich

entfällt bei der Nutzung des „Hälftesteuersatzes“

das Berufsverbot.

Entbürokratisierung & Wirtshauspaket

Die Entbürokratisierungsoffensive für Freizeitbetriebe,

insbesondere kleine Gastgewerbebetriebe,

umfasst zusätzliche Erleichterungen des Betriebsanlagenrechts

sowie die Lockerung wiederkehrender

Prüfpflichten v. a. bei Neuanlagen und bei

der Übernahme von

Betrieben.

Im Rahmen der bestehenden

gewerblichen

Tourismusförderung

werden für

Betriebe, die in die

langfristig resiliente

Weiterentwicklung

ihres Geschäftsmodells

investieren,

zusätzliche Unterstützungsangebote

geschaffen.

Kein weiteres

Rauchverbot

In den Freiluftbereichen

wie beispielsweise

Gastgärten

werden keine neuen

gesetzlichen Rauchverbote

erlassen,

um jedem Betrieb

die selbstständige

Entscheidung zu

ermöglichen.

■ STEUERLICHE

ENTLASTUNGEN

• Ausweitung der Basispauschalierung:

Umsatzgrenze steigt auf

320.000 € ab 2025 und 420.000 €

ab 2026, Pauschalsatz bis zu 15 %

• Steuerfreier Mitarbeiter:innenbonus

bis zu 1.000 € pro Jahr

• NoVA-Befreiung für leichte Nutzfahrzeuge

(Klasse N1) ab 1. Juli 2025

• Geplante Anhebung des Grundfreibetrags

auf 55.000 € ab 2027

• Geplante Erhöhung der Luxustangente

auf 55.000 € ab 2027

■ INVESTITIONEN UND

FÖRDERPROGRAMME

• Handwerkerbonus bleibt aufrecht:

bis zu 1.500 € jährlich für private

Auftraggeber:innen

• KMU.Digital wird fortgesetzt und

ausgebaut

• Beschäftigungsförderung: Verlängerung

der Aktion 55plus, Einführung

einer Weiterbildungszeit ab

2026

■ BÜROKRATIEABBAU

• Abschaffung der Belegerteilungspflicht

bei Umsätzen bis 35 €

• Angekündigte „Bürokratiebremse“

mit verpflichtender Folgenabschätzung

• Beschleunigung bei Betriebsanlagen-

und Genehmigungsverfahren

■ FAIRERE

LASTENVERTEILUNG

• Beiträge zur Budgetsanierung stärker

von Konzernen, Stiftungen und

spekulativen Immobiliengewinnen

• Keine Erhöhung der Lohnnebenkosten

■ WEITERE UNTERNEHMENS-

RELEVANTE MASSNAHMEN

• Erleichterung bei Betriebsübergaben:

steuerfreier Veräußerungsgewinn

steigt auf 45.000 €, Hälftesteuersatz

wird ausgeweitet

• Investitionsanreize für E-Mobilität:

geplante Anhebung der steuerlichen

Angemessenheitsgrenze ab

2027

Unternehmen Österreich 2 | 2025

09


cover

ENTSPANNUNG.

Die Zettelwirtschaft

ist vorbei: Die

Abschaffung der

Belegerteilungspflicht

bis 35 € ist

ein Beitrag zur

Entbürokratisierung.

Offensive gegen Fachkräftemangel

Der Tourismus bietet österreichischen und europäischen

Fach- und Arbeitskräften ein vielfältiges Betätigungs-

und Entwicklungsumfeld. Die Anstrengungen

zur Anwerbung und Bindung sollen prioritär

unterstützt werden. Als ein Element im Bereich

der Mitarbeiter:innenbindung richtet die Bundesregierung

einen gesetzlichen Fonds für Tourismusbeschäftigte

ein, dieser wird mit jährlich 6,5 Mio. €

ausschließlich aus Budgetmitteln dotiert.

Jungunternehmer:innen

Jungunternehmer:innen, Start-ups, aber auch Scaleups

werden mit einer Reihe von Förderungen unterstützt.

Dabei werden die Reformen, die mit der

Entbürokratisierung und schnelleren und stärker digitalisierten

Verfahren angestoßen werden, auch für

junge Unternehmen positive Auswirkungen haben.

Weitere künftige Vorhaben

Das Regierungsprogramm hält weitere

Vorhaben bereit, die besonders

für kleine und mittlere Unternehmen

wichtig sind. Darunter:

• Mehr AMS-Mittel für Kurzarbeit,

Arbeitsstiftungen und eine Fachkräfteoffensive:

230 Mio. € gibt es

bereits für 2025, danach 100 Mio.

€ 2026 sowie ab 2027 zusätzlich

20 Mio. € (unter Budgetvorbehalt).

• Einführung eines attraktiven

„Arbeiten im Alter“-Modells für

Personen in einer echten Alterspension,

in dem das Zuverdiensteinkommen

der Arbeitnehmer:innen mit 25 % endbe-

„Wir wollen wieder Ruhe und Zuversicht in die Politik bringen. Das

Regierungsprogramm spiegelt diese Haltung wider und setzt trotz des engen

budgetären Rahmens auf Investitionen in den Standort und die Menschen.“ Peter Hanke

ISTOCK BY GETTY IMAGES

10

Unternehmen Österreich 2 | 2025


cover

JUNGE BETRIEBE.

Start-ups, aber auch Scale-ups werden mit

einer Reihe von Förderungen – von der Ideenfindung

bis zur Markteinführung – unterstützt.

Dabei helfen auch digitale Reformen.

HANDWERKERBONUS. Auch der beliebte

Handwerkerbonus bleibt bestehen.

Bis zu 1.500 € gibt es für private

Auftraggeber:innen.

zusätzlich 50 Mio. € ab 2027 unter Budgetvorbehalt

unterstützt.

• Offensive „sauberes Österreich“: Die Verlagerung

des Transports auf die Schiene wird mit 30 Mio. €

2026 sowie unter Budgetvorbehalt mit zusätzlich

60 Mio. € 2027 unterstützt.

• Lückenschluss bei der Mobilitätsunterstützung

für Lehrlinge: Für das neue TOP-Jugendticket für

AusbildungsFit-Teilnehmer:innen, Lehrlinge, sowie

Berufsschüler:innen, die über Bundesländergrenzen

hinweg pendeln, gibt es 5 Mio. € jährlich ab 2026.

steuert wird, dafür aber Sozialversicherungsbeiträge

für Dienstnehmer:innen entfallen. Dienstgeber:innen

entrichten den halben Beitrag zur PV und KV, die

Lohnkosten bleiben gleich. Das Modell hat einen Rahmen

von 300 Mio. € ab 2026 und 470 Mio. € ab 2027.

• Aktion 55Plus – eine existenzsichernde soziale Arbeit

für Langzeitarbeitslose wie z. B. Seniorentaxis

am Land wird mit 50 Mio. € pro Jahr ab 2026 und

• Im Jahr 2025 wird eine einmalige Nachhaltigkeitsoffensive

von 10 Mio. € umgesetzt. Ebenso ist ein

Standortpaket für Innovation, Internationalisierung

und Fachkräfte von 40 Mio. € einmalig für 2025

vorgesehen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich die neue Regierung

auch endlich der sozialen Absicherung für Selbstständige,

kleine und mittlere Betriebe annimmt.

Unternehmen Österreich 2 | 2025

11


cover

FÜR EPU & KMU.

Infrastrukturminister

Peter Hanke (r.) und

SWVÖ-Präsident

Christoph Matznetter

im Gespräch.

Mit VOLLEM ELAN

für den STANDORT

EINIG. Die Wirtschaft anzukurbeln ist oberste Priorität der neuen

Regierung. Infrastrukturminister Peter Hanke und SWVÖ-Präsident

Christoph Matznetter trafen einander zum Gespräch.

Lange hat es gedauert, bis die Wirtschaft

wieder oberste Priorität

hat. Und nicht nur das: „Dazu zählen

alle unsere Unternehmerinnen

und Unternehmer, die jeden

Tag Verantwortung übernehmen, sowie die exzellenten

Arbeitskräfte. Unsere KMU bilden das

Rückgrat der heimischen Wirtschaft“ – so steht es

im neuen Regierungsprogramm. Wesentliche Erleichterungen

werden derzeit umgesetzt, weitere

erfolgen innerhalb der nächsten beiden Jahre. Der

neue Infrastrukturminister Peter Hanke ist seit

dem 3. März 2025 Bundesminister für Klimaschutz,

Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie.

Ein weitreichendes Ressort, aber Peter

Hanke ist ein erfahrener österreichischer Manager

und Politiker (SPÖ): Von 2002 bis Mai 2018 war er

erfolgreicher Geschäftsführer der Wien Holding.

Vom 24. Mai 2018 bis März 2025 brachte er als

Finanzstadtrat der Wiener Landesregierung und

des Stadtsenats die Hauptstadt sicher durch die

Turbulenzen dieser Jahre. Unternehmen Österreich

bat Infrastrukturminister KR Peter Hanke

und SWVÖ-Präsident Christoph Matznetter zum

Gespräch.

Wie sehen Sie als Infrastrukturminister

und ehemaliger Wiener Finanzstadtrat das

ausgehandelte Regierungsprogramm?

PETER HANKE: Österreich hat schwierige poli-

12

Unternehmen Österreich 2 | 2025


cover

SWVÖ

tische Jahre hinter sich. Nun gilt es, wieder Ruhe

und Zuversicht in die österreichische Politik zu

bringen, die Wirtschaft anzukurbeln und dadurch

den Wohlstand in Österreich zu sichern. Das Regierungsprogramm

spiegelt diese Haltung wider

und setzt trotz des engen budgetären Rahmens auf

Investitionen in den Standort und die Menschen.

Wie sehen Sie als SWVÖ-Präsident das

ausverhandelte Regierungsprogramm?

CHRISTOPH MATZNETTER: Ich begrüße,

dass EPU und KMU im Regierungsprogramm

stärker in den Mittelpunkt gerückt sind. Sie sind

das Fundament unserer Wirtschaft und sichern

Arbeitsplätze in allen Regionen. Entscheidend

wird sein, dass die angekündigten Maßnahmen

rasch umgesetzt werden und gerade kleinere Betriebe

auch tatsächlich davon

profitieren.

Es gibt viele Verbesserungen

für EPU und KMU. Zeigt

das eine rote Handschrift?

HANKE: EPU und KMU sind

das Rückgrat der österreichischen

Wirtschaft. Daher spielen

sie auch in der Industriestrategie,

die wir bis Herbst erarbeiten,

eine wichtige Rolle. Die

rote Handschrift zeigt sich etwa

darin, dass wir besonders auf

die Schaffung neuer, nachhaltiger

Jobs sowie auf ein stabiles

und soziales infrastrukturelles

Umfeld und die enge Einbeziehung

der Sozialpartner achten.

MATZNETTER: Ja, das ist deutlich spürbar. Die

Stärkung regionaler Betriebe, der Fokus auf soziale

Absicherung und faire Wettbewerbsbedingungen

für Klein- und Mittelbetriebe tragen eine klare

sozialdemokratische Handschrift. Diese Politik

orientiert sich an den realen Herausforderungen

der Unternehmerinnen und Unternehmer.

Wie ließen sich Jungunternehmer:innen und

Start-ups noch besser fördern?

HANKE: Mein Ministerium unterstützt Startups,

aber auch Scale-ups mit einer Reihe von Förderungen

– von der Ideenfindung bis zur Markteinführung.

Dabei werden die Reformen, die wir

mit der Industriestrategie anstoßen – Stichwort

Entbürokratisierung und schnellere und stärker

digitalisierte Verfahren –, auch für junge Unternehmen

große positive Auswirkungen haben.

Österreich hat

schwierige politische

Jahre hinter sich. Nun

gilt es, wieder Ruhe

und Zuversicht in die

Politik zu bringen,

die Wirtschaft anzukurbeln

und dadurch

den Wohlstand zu

sichern.“

MATZNETTER: Start-ups und junge

Unternehmer:innen brauchen verlässliche Rahmenbedingungen.

Neben finanzieller Unterstützung

sind vor allem einfache, digitale Verfahren

und eine gute soziale Absicherung wichtig. Nur

so können sie sich auf Innovation und Wachstum

konzentrieren, statt sich mit komplizierten Strukturen

aufzuhalten.

Unsere Unternehmen beschäftigen sich

intensiv mit energiesparenden Entwicklungen,

um ihren Betrieb für die Zukunft fit zu

machen. Wie weit werden sie in ihren Bemühungen

in den nächsten Jahren unterstützt?

HANKE: Die Energiewende hat für uns alle enorme

Bedeutung. Denn vom Ausstieg aus fossiler

Energie profitiert nicht nur die Umwelt, sondern

natürlich auch die Wirtschaft,

die mit erneuerbaren Energien

Peter Hanke

unabhängiger von Lieferanten

und internationalen Preisschwankungen

wird. Wir unterstützen

daher gezielt die

Transformation hin zu innovativen

Energiesystemen und investieren

in die Entwicklung neuer

Lösungen. Das sind gut gesetzte

Investitionen, denn gerade im

Bereich Green Tech und Clean

Tech verzeichnen wir eine sehr

hohe heimische Wertschöpfung.

MATZNETTER: Viele Betriebe

wollen nachhaltiger wirtschaften,

stoßen aber an finanzielle

und bürokratische Grenzen. Es

braucht gezielte Förderungen, technische Beratung

und verlässliche Rahmenbedingungen. Die

Energiewende kann gelingen, wenn auch kleine

Unternehmen darin eine Chance sehen und nicht

nur eine zusätzliche Belastung.

Die Bundesregierung hat sich dazu bekannt, die

wirtschaftliche Transformation – Stichwort Digitalisierung

und ökologische Nachhaltigkeit –

aktiv zu gestalten. Das entspricht der Linie des

SWV, der sich seit Jahren für mehr Förderzugänge

für kleinere Betriebe im Bereich der Innovation

einsetzt. Dass Programme wie „KMU.Digital &

Green“ fortgesetzt werden, ist ein klares Zeichen

in die richtige Richtung.

Auch die geplante Entbürokratisierung – etwa

durch schnellere Genehmigungsverfahren – stärkt

die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich.

Der SWV wird diesen Prozess weiterhin mit

Expertise und Praxiserfahrung begleiten.

Unternehmen Österreich 2 | 2025

13


aktuell

Trinkgeld in Österreich:

Zwischen Fairness,

Bürokratie und

Sozialversicherung

DEBATTE. Trinkgeld ist in vielen Branchen fixer Bestandteil des Einkommens.

In Gastronomie, Hotellerie, Friseur- und Kosmetikbetrieben sowie im Transportbereich

stellt es oft eine notwendige Ergänzung zum Grundlohn dar. Wie sieht die

rechtliche Lage aus? Welche Positionen vertreten SWV und Gewerkschaft?

Rechtlich gilt: Trinkgeld ist lohnsteuerfrei,

wenn es freiwillig und direkt

von Kund:innen gegeben wird. Dennoch

ist es zur Gänze sozialversicherungspflichtig

– ein Umstand,

der viele Arbeitgeber:innen und

Dienstnehmer:innen gleichermaßen

vor Herausforderungen stellt. Um nicht jeden Cent

dokumentieren zu müssen, wurde die sogenannte

Trinkgeldpauschale eingeführt: ein monatlicher

Pauschalbetrag – je nach Branche und Bundesland

unterschiedlich –, der als fiktives Entgelt der SV-

Berechnung dient.

Die Pauschalen liegen zwischen rund 13 € (z. B.

Vorarlberg ohne Inkasso) und bis zu 75 € (z. B. Salzburg

für Lenker:innen). Für Lehrlinge gelten reduzierte

Sätze. Diese Vereinfachung verhindert Bürokratie

und schafft Rechtssicherheit – allerdings nur,

solange die realen Trinkgelder nicht deutlich darüberliegen.

In solchen Fällen drohen Nachzahlungen,

wie ein Beispiel aus Salzburg

zeigt: Über 100.000 € mussten

dort nach einer Prüfung

wegen hoher

Kartentrinkgelder

nachgezahlt werden.

Im aktuellen Regierungsprogramm

ist eine Überarbeitung

der Pauschalen

angekündigt.

Der SWV begrüßt diesen Schritt: Ziel muss eine

praxistaugliche, unbürokratische Lösung sein, die

kleine Betriebe nicht überfordert und gleichzeitig

Arbeitnehmer:innen schützt.

Die Wirtschaftskammer plädiert für eine völlige

Abgabenfreiheit von Trinkgeldern. Doch das birgt

Gefahren: Die Gewerkschaft vida warnt, dass dies zu

geringeren SV-Leistungen führt. Weniger Beiträge

bedeuten langfristig auch weniger Pension, weniger

Krankenversicherung und schwächere soziale

Absicherung.

Der SWV steht für einen fairen Interessenausgleich:

Ja zu Entlastung und Vereinfachung – aber

nicht auf Kosten der Beschäftigten. Gerade in Bran-

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Unternehmen Österreich 2 | 2025


aktuell

WIE VORGEHEN?

Das Trinkgeld spaltet die Geister.

Soll es völlig abgabenfrei sein

oder weiter besteuert werden?

chen mit traditionell niedrigen

Löhnen darf Trinkgeld

kein Lückenfüller für unzureichende

Bezahlung sein.

Eine gerechte Entlohnung

muss Vorrang haben. Trinkgeld

darf das „Extra“ bleiben

– nicht der Ersatz.

Es braucht eine Regelung,

die für alle Beteiligten Klarheit

schafft – ohne Misstrauen

gegenüber Betrieben,

aber auch ohne sozialen

Rückschritt für Beschäftigte.

Wenn wir eine einfache und

faire Lösung für Kartentrinkgelder

finden, entlasten wir

sowohl Unternehmer:innen

als auch Mitarbeiter:innen.

Genau das ist unser Ziel als

sozialdemokratischer

Wirtschaftsverband.“

Christoph Matznetter

SWVÖ-Präsident Christoph

Matznetter betont: „Es

braucht eine Regelung, die

für alle Beteiligten Klarheit

schafft – ohne Misstrauen

gegenüber Betrieben,

aber auch ohne sozialen

Rückschritt für Beschäftigte. Wenn wir eine einfache

und faire Lösung für Kartentrinkgelder finden,

entlasten wir sowohl Unternehmer:innen als

auch Mitarbeiter:innen. Genau das ist unser Ziel als

sozialdemokratischer Wirtschaftsverband.“

Die Trinkgeldpauschale wird monatlich pro

Dienstnehmer:in bei der Österreichischen Gesundheitskasse

(ÖGK) gemeldet. Sie ersetzt die exakte Einzelaufzeichnung

des tatsächlichen

Trinkgeldaufkommens und gilt als

fiktives Entgelt für die Berechnung

der Sozialversicherungsbeiträge.

Wichtig ist, dass sie ausschließlich

bei ordnungsgemäßer Abrechnung

und Weiterleitung des Trinkgelds

an die Arbeitnehmer:innen anwendbar

ist.

Ein Tourismusbetrieb in Tirol

schildert eine andere Problematik:

Saisonarbeitskräfte, die in kurzer

Zeit viele Trinkgelder sammeln,

übersteigen rasch die Pauschale von

40 €. Wird dies nicht beachtet, kann

es zu empfindlichen Nachzahlungen kommen – insbesondere,

wenn Kartenzahlungen mit Trinkgeld erfolgen,

die in der Registrierkasse aufscheinen.

Werden Pauschalen falsch angewendet oder Trinkgelder

gar nicht deklariert, drohen Betriebsprüfungen,

Beitragsnachzahlungen und Strafzahlungen.

Der SWV empfiehlt daher, die Pauschalen genau zu

prüfen und diese bundesweit neu zu verhandeln!

Unternehmen Österreich 2 | 2025

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porträt

Eine starke Stimme

für ihre Branche

POWERFRAU. Romana Spitzbart-Kleewein ist Unternehmerin, Kulturveranstalterin,

Technikexpertin und Funktionärin mit Haltung. Ihr Anliegen: Die Veranstaltungsbranche

sichtbarer machen, besser vernetzen und als wirtschaftliche Kraft ernst nehmen.

Wie wird aus einer Veranstaltung

ein Erlebnis, das im Gedächtnis

bleibt? Für Romana Spitzbart-

Kleewein beginnt die Antwort

nicht erst mit Licht, Ton und

Bühne, sondern viel früher: mit

einem genauen Verständnis für

Zielgruppen, Inhalte, Formate – und mit dem Willen,

Dinge individuell und durchdacht zu gestalten. Sie

plant, produziert und realisiert Veranstaltungen an der

Schnittstelle von Kreativität, Technik und Kommunikation.

Ihr Schwerpunkt liegt auf Video- und Multimediatechnik,

doch ihre Projekte sind weit mehr als

technische Dienstleistung: Sie sind maßgeschneiderte,

vielschichtige Produktionen, die Form und Inhalt überzeugend

vereinen. Ob Messeauftritt, Streaming, Video-

Podcast, TV-Übertragungen, Konzerte, Ausstellungen,

hybride Business-Events oder Kulturproduktionen –

Spitzbart-Kleewein begleitet ihre Projekte von der ersten

Konzeptidee über die technische Planung bis hin

zur Durchführung. Ihr Ansatz ist interdisziplinär, klar

strukturiert und auf jedes Projekt individuell abgestimmt.

Für sie macht es

dabei keinen Unterschied,

KleeM

Kleine Zeile 44, 2130 Eibesthal

Tel. + 43 664 41 73 744

office@)kleem.at

kleem.at

ob sie für ein internationales

B2B-Format, ein

Kulturerlebnis oder ein

intimes Konzert arbeitet –

und ebenso wenig, welche

Rolle sie dabei übernimmt.

Ob im Planungsteam, in

der technischen Leitung, als Live-Content-Produzentin

oder als Technikerin vor Ort: „Ich sehe es als Geschenk

und Privileg, Teil dieser Branche zu sein. Jede Aufgabe

trägt zum Gelingen bei – und jede Position ist dabei

wertvoll.“ Viele ihrer B2B-Veranstaltungen profitieren

von der kulturellen Handschrift – und umgekehrt fließen

auch professionelle Standards aus der Businesswelt

in Kunst- und Kulturprojekte ein. Diese Verbindung

ist kein Zufall: „Kunst, Wirtschaft und Technik

müssen einander nicht ausschließen – im Gegenteil.

Wenn sie zusammen gedacht werden, entstehen neue

Möglichkeiten.“

Zahlreiche Kunstprojekte

Zu den Projekten, an denen sie mitgewirkt hat, zählen

unter anderem das 4Gamechanger Festival, Creative

Days Vienna, das Pioneers Festival, die Diagonale

– Festival des österreichischen Films, das Civa

Festival, das sound:frame Festival, sowie Urban Art

Forms und Beatpatrol Festival. 2024 war sie Mitbegründerin

und Leiterin des Open Jazz Vienna Festivals.

Stets mit vollem Einsatz

Neben ihrer praktischen Arbeit ist die erste österreichi-

KLEEM (2), CIVA/ NIKO HAVRANEK, JOHANNES STOLL, OPTICALENGINEER (2), OPEN JAZZ VIENNA SPIITTELBERG

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Unternehmen Österreich 2 | 2025


porträt

PROJEKTE.

Romana Spitzbart-

Kleewein vereint in

ihren Projekten Kunst,

Wirtschaft und Technik.

„Wenn sie zusammen

gedacht werden,

entstehen neue

Möglichkeiten“, ist sie

überzeugt.

sche (Werk-)Meisterin auch in der Ausbildung aktiv. Sie

unterrichtete an der Berufsschule Wien die Fächer Multimediatechnik

und Videotechnik im Zweig Veranstaltungstechnik.

Derzeit gibt sie ihr Wissen in der Werkmeisterschule

Linz an angehende Meister:innen der

Veranstaltungstechnik weiter. „Gute Ausbildung ist die

Basis für Qualität, Sicherheit und kreative Entfaltung.“

Seit März 2025 engagiert sich Romana Spitzbart-Kleewein

auch als Funktionärin im Sozialdemokratischen

Wirtschaftsverband (SWV) in der Wirtschaftskammer

Österreich. Dort setzt sie sich – fachgruppen- und spartenübergreifend

– für die Stärkung der Stimme aus der

Veranstaltungsbranche ein. Ein zentrales

Anliegen für sie ist, dass die vielfältigen

Berufe der Branche sichtbarer

werden: von der Beleuchtungs- und

Beschallungstechnik über die Organisation

von Veranstaltungen bis hin zu

Film- und Musikwirtschaft.

Wichtig sind ihr zudem klare, einheitliche

Rahmenbedingungen in ganz

Österreich. Viele Tätigkeiten werden

noch immer als Nebenbeschäftigung

gesehen, die man „ehrenamtlich“ in

„Wir sind ein relevanter

Wirtschaftszweig – mit

Bedeutung für Bildung,

Tourismus und die

Wertschöpfungskette.

Das muss sich auch in

der rechtlichen und

politischen Wahrnehmung

widerspiegeln.“

Vereinen erledigen könne. „Wir sind ein relevanter

Wirtschaftszweig – mit Bedeutung für Bildung, Tourismus

und die Wertschöpfungskette. Das muss sich auch

in der rechtlichen und politischen Wahrnehmung widerspiegeln.“

Netzwerk für Frauen

Auch frauenpolitisch bringt sich Spitzbart-Kleewein aktiv

ein. Als Technikerin und EPU weiß sie, wie schwierig

es sein kann, sich als Frau in der Branche zu behaupten.

So ist sie Teil des Netzwerks Sisters of Music, das

sich mit den Anliegen von Frauen in der Musik- und

Veranstaltungsbranche auseinandersetzt.

Besonders der Austausch

mit anderen Unternehmer:innen

ist ihr wichtig. „Nur wenn man zuhört

und gemeinsam anpackt, lassen

sich relevante Themen wirklich weiterbringen.

Dabei geht es nicht um

Einzelinteressen, sondern um die

Zukunft einer Branche, die aus vielen

kleinen, kreativen, hochprofessionellen

Teilen besteht“, so Romana

Spitzbart-Kleewein.

Unternehmen Österreich 2 | 2025

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porträt

Indoor-Spaß für

Groß und Klein

OBEN AUF. Michael Florijancic hat sich einen Lebenstraum erfüllt:

eine Kletterhalle in Leoben. Besonderen Wert legt er auf die Freude

an dieser Sportart und eine qualifizierte Förderung der Jugend.

Vor sechs Jahren war es so weit:

Michael Florijancic ließ gemeinsam

mit einem Freund ihre geliebte

Sportart beruflich wahr

werden – und gründete eine

Boulderhalle in Leoben. „Obwohl

Leoben durch die Montan-Universität

seit Langem viele Studierende hat, gab es bei

uns keine einzige Kletterwand“, erzählt er. „Und das,

obwohl sich der Indoor-Spaß zunehmender Beliebtheit

erfreut und seit wenigen Jahren sogar eine olympische

Disziplin geworden ist.“ Gesagt, getan. Beide

Freunde mieteten eine 1.200 Quadratmeter große

Halle, rund 1,5 Kilometer von der Universität entfernt.

Michael Florijancic, ausgebildeter Schlossermeister

und Besitzer eines Tischlergewerbescheins,

konnte dabei erste Montagen selbst anfertigen. Auch

heute noch kontrolliert er den Umbau von Kletterwänden.

Mittlerweile beschäftigt der Kleinbetrieb

drei Angestellte, zwischen 6 bis 10 Externe kommen

nach Bedarf dazu: „Wir haben spezielle Routensetzer

und eigene

Jugendtrainer, die

boulderpoint Leoben

für die Betreuung

Kärtnerstraße77, 8700 Leoben

des Nachwuchses

Öffnungszeiten: Mo: 17-22 Uhr; Di-So: 10-22 Uhr zuständig sind“,

office@boulderpoint.at | Tel.: 0660 5088861

erzählt Florijancic.

Rund 22.000

boulderpoint.at

Gäste zwischen

15 und 40 Jahren

zählen sie derzeit jährlich, Tendenz steigend. „In

letzter Zeit werden unsere Besucher:innen deutlich

jünger“, hat er bemerkt. „Ein schönes Zeichen, dass

Indoor-Klettern auch für Kinder interessant wird.“

Ihr boulderpoint kann sich sehen lassen: 700 Quadratmeter

reine Kletterfläche laden zum Ausprobieren

ein. Die Halle ist in mehrere thematisch gestaltete

Bereiche gegliedert, die auf unterschiedliche

Bedürfnisse und Altersgruppen abgestimmt sind.

BOULDERPOINT

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Unternehmen Österreich 2 | 2025


porträt

BEGEHRT.

Die 1.200 Quadratmeter

große

Boulderhalle

bietet sowohl für

Anfänger:innen

als auch für Fortgeschrittene

alles.

Schon Knirpse begeistern sich

dafür, irgendwo hinaufzuklettern.

Warum ihnen nicht die

Möglichkeit geben, sich zielorientiert

austoben zu können?

Unter der Leitung erfahrener

Jugendtrainer haben wir das

passende Programm.“

Michael Florijancic

Unterteilte Themenbereiche

Der Kinderbereich mit leicht zu bewältigenden Anfängerrouten

sowie einer integrierten Hüpfburg

sorgt für Spaß und erste Erfolgserlebnisse bei den

Jüngsten. Ein separater Trainingsbereich bietet ambitionierten

Kletterfans die Möglichkeit, gezielt an

Technik, Kraft und Ausdauer zu arbeiten. Highlight

ist der große Kletterbereich mit einer zentralen Kletterinsel,

die vielfältige Herausforderungen in unterschiedlichen

Schwierigkeitsgraden bietet. Nicht nur

Kletterprofis, sondern auch Kletteranfänger:innen

können hier die Wände bezwingen. „Da ist wirklich

für jeden etwas dabei“, freut sich Michael Florijancic.

Den Nachwuchs begeistern

Seine große Leidenschaft ist es, den Nachwuchs zu

fördern. „Schon Knirpse begeistern sich dafür, irgendwo

hinaufzuklettern. Warum ihnen nicht die

Möglichkeit geben, sich zielorientiert auszutoben?“

So bietet er neben Kursen für alle Teilnehmer:innen

spezielle Kursangebote für Kinder zwischen 7 und 15

Jahren an. Auch seine viertägigen Sommerspecials –

Intensivkurse für Kinder zwischen 6 und 14 Jahren

über die Sommerferien hinweg – sind heiß begehrt

und heuer leider bereits ausgebucht.

In Aussicht ist eine größere Halle in unmittelbarer

Nähe, die auch eine separate Spielhalle für Kinder

bereitstellen soll: „Für Kindergeburtstage platzen wir

bereits jetzt schon aus allen Nähten. Ein eigener Freizeitbereich

zum Spielen, Klettern und gemütlichen

Beisammensitzen wäre dringend notwendig. Wenn

alles klappt, können wir Ende des Jahres eröffnen“,

so Michael Florijancic.

Jugendkader eingerichtet

Zwar erst seit rund 15 Jahren in Österreich angekommen,

ist Bouldern bereits eine olympische Disziplin

geworden. Über einen separaten Verein hat er einen

eigenen Jugendkader eingerichtet. „Wir trainieren

rund 40 Kinder zweimal pro Woche. Sie sind höchst

motiviert und begeistert – wir sind es auch.“ Allerdings

fehlen Sponsor:innen, um den Jugendkader am

Leben zu erhalten. „Die Unterstützung ist steuerlich

absetzbar“, wirbt Florijancic für sein Herzensprojekt.

Engagement im SWV

Er hat zum ersten Mal für den SWV kandidiert und

freut sich schon, neue Aufgaben zu übernehmen.

Welche das sein werden, wird vorerst noch in der

Landesgruppe entschieden.

Unternehmen Österreich 2 | 2025

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aus den bundesländern

BGLD: NACH DER WAHL IST VOR DER WAHL

Landesverbandstag des SWV Burgenland:

KommR Michael Leitgeb

einstimmig zum Präsidenten gewählt.

Nach schweren Verlusten bei

der Wirtschaftskammerwahl 2025 und

nach dem Rücktritt des bisherigen Präsidenten

Gerald Schwentenwein wurde

der Vorstand des SWV Burgenland neu

gewählt.

Im festlichen Rahmen des Martinihofs

in Neudörfl fand am 15. Mai 2025 der

ordentliche Landesverbandstag des Sozialdemokratischen

Wirtschaftsverbandes

(SWV) Burgenland statt. Mit überwältigender

Zustimmung wurde der

Unternehmer und Vizebürgermeister

von Oberwart, KommR Michael Leitgeb,

zum neuen Präsidenten des SWV

Burgenland gewählt. Er erhielt 100 Prozent

der Stimmen – ein starkes Zeichen

des Vertrauens und der Geschlossenheit

innerhalb des Verbandes. Seine

Stellvertreter:innen sind: Vizepräsidentin

Mst.in Margit Bleich und Vizepräsident

Dipl.-Ing.-Päd. Andreas Bake.

Die Entscheidung zur Kandidatur ist

Michael Leitgeb nicht leichtgefallen;

die Notwendigkeit und die Zusicherung

der umfassenden Unterstützung

durch den Landesvorstand haben ihn

aber bewogen, die Arbeit an der Spitze

aufzunehmen.

Bis zu den kommenden Wirtschaftskammerwahlen

2030 will er die Mitgliederzahl

verdoppeln und

den Verband breiter aufstellen.

Inhaltlich geht es

Leitgeb in erster Linie darum,

Klein- und Kleinstbetriebe

zu unterstützen.

Mit dem neu gewählten

Team an der Spitze zeigt sich

der SWV Burgenland bestens

gerüstet für die kommenden

Jahre – im Dienste

einer starken, sozialen und

zukunftsorientierten Wirtschaft. Zu

den ersten Gratulanten zählten beim

Landesverband unter anderem der Präsident

des Sozialdemokratischen Wirtschaftsverbandes

Österreich, Christoph

Matznetter, Landesrat Leonhard

Schneemann

sowie

Ehrenpräsident

Oswald

Hackl.

Wahl. (v. l.) Michael Leitgeb, Christoph Matznetter,

LR Leonhard Schneemann und Andreas Bake

KTN: „CHANCEN NACH DER WAHL –

Kärnten vernetzt sich noch intensiver“

Meilenstein. Die Wirtschaftskammerwahl

liegt hinter uns – und für den

SWV Kärnten war sie ein wichtiger

Meilenstein: In mehreren Fachgruppen

konnten wir Anerkennung, Sichtbarkeit

und echte Stimmengewinne erzielen.

Besonders hervorzuheben ist Erika

Hornbogner, die in der Fachgruppe

Buch- und Medienwirtschaft aus dem

Stand drei Mandate erreichte – ein

starkes Signal für eine engagierte

Interessenvertretung.

Auch Biljana Begusch, unsere erfahrene

Obfrau-Stellvertreterin in der Fachgruppe

der 24-Stunden-Betreuer:innen,

setzte mit ihrem Einsatz und ihrem Ergebnis

ein sichtbares Zeichen. Zwar lag

der Wirtschaftsbund am Ende mit einem

Mandat knapp vorne, doch Biljana

bleibt eine verlässliche und anerkannte

Stimme für eine Berufsgruppe, die oft

zu wenig Gehör findet.

Nach der Wahl begann für uns die

ebenso wichtige Phase der internen

Präsent. Landesgeschäftsführer Horst Kandutsch mit Stefan Wrana: Neuer Mandatar in Buch- und

Medienwirtschaft (r.); SWV Kärnten-Präsident Fredy Trey (M.), umringt von treuen Mitgliedern (o.).

Neuaufstellung. Nach dem Sommer

(viele haben Saisonbetrieb) wird es ein

Treffen geben. Ein zentrales Ziel bis

dahin: Digitalisierung. Wir wollen näher,

schneller und direkter mit unseren

Mitgliedern kommunizieren. Deshalb

rufen wir zum Beispiel derzeit alle noch

fehlenden Mitglieder persönlich an

und laden sie in unsere schon etablierte

Whatsapp-Gruppe „Mein SWV“ ein.

Dort gibt’s aktuelle Infos, direkte Kontaktmöglichkeiten

und kurze Entscheidungswege

– ohne Umwege.

Und wir bauen unsere Vernetzung

weiter aus.

Der SWV Kärnten bleibt in

Bewegung – mit Rückenwind

aus der Wahl. Wir danken

allen Unterstützer:innen

für ihr Vertrauen und freuen

uns auf den weiteren Weg –

gemeinsam, digital und

solidarisch.

ROLAND SCHULLER, SWV KÄRNTEN

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Unternehmen Österreich 2 | 2025


SWV NÖ (v. l. n. r): KommR Ing. Christian Freitag, Ugur

Kalkan, KommR Senator Manfred Rieger, Albert Kisling, MSc,

KommR Thomas Schaden, KommRin Martina Klengl, Mag.a DI

Marion Medlitsch und Alfred Strohmayer, MSc, MBA

OÖ: SPRINGBREAK

des SWV OÖ

An Deck. Am 10. April fand der

traditionelle Frühjahrsempfang

des SWV OÖ, das Springbreak

am Schiff, statt. Über 150 Gäste

wurden dabei mit Kabarett

von Eva Maria Marold, Musik

von Günther zer und Kulina-

Spiteigner

Manfred

Traunmüller

verwöhnt. Höhepunkt

war dabei

die Ehrenringverleihung

an Britta

Fischer und Anton

rik von Schiffs-

Gnadlinger.

NÖ: THOMAS SCHADEN:

„Kleine Unternehmen

brauchen soziale Sicherheit!“

Im Rahmen der konstituierenden Sitzung des Wirtschaftsparlaments

der Wirtschaftskammer Niederösterreich am 21. Mai

2025 präsentierte sich der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband

Niederösterreich (SWV NÖ) mit klaren Forderungen

und einem starken Team. Der Präsident des SWV NÖ, KommR

Thomas Schaden, wurde zum dritten Mal zum Vizepräsidenten

der WKNÖ gewählt. „Wir stehen für eine Erneuerung, die längst

überfällig ist“, betonte SWV-NÖ-Präsident Thomas Schaden in

seiner Rede. „Eine Wirtschaft, die auch für EPU und KMU funktioniert

– mit echter Unterstützung statt Bürokratie, mit sozialer

Sicherheit für Selbstständige und mit einem Fördersystem, das fair

ist und auch kleine Unternehmen unterstützt.“

Besonders am Herzen liegt dem SWV NÖ die soziale Absicherung

der Unternehmer:innen: „Krankengeld ab dem 4. Tag und die Abschaffung

des Selbstbehalts beim Arztbesuch sind für uns zentrale

Anliegen. Es kann nicht sein, dass Selbstständige bei Krankheit

schlechter gestellt sind als ihre Mitarbeiter:innen. Krankheit ist kein

Luxusproblem!“

Ein weiteres zentrales Anliegen ist die Stärkung der Demokratie in

der Wirtschaftskammer: „Wir fordern, dass die Wahlkarte ab 2030

automatisch an alle Wahlberechtigten versendet wird. Wer mitreden

will, soll das ohne Hürden tun können“, so Schaden.

SVW NÖ, OÖ

NÖ: SWV-NÖ-Präsident Thomas Schaden zur

WK-Wahl: „Wir werden weiter FÜR DIE KLEINEN

BETRIEBE KÄMPFEN!“

Soziale Absicherung und Fairness im Wettbewerb: Nur

auf den Wirtschaftsverband NÖ können sich die Selbstständigen

verlassen. „Wir haben die Zahl unserer Mandate

fast gehalten und in den Sparten Transport und Verkehr

und Information und Consulting sogar dazugewonnen. Eine

bessere soziale Absicherung und mehr Chancen im Wettbewerb

für Einpersonenunternehmen und KMU sind klare

Ziele, die wir gemeinsam weiter verfolgen – und da sind wir

die einzige treibende Kraft“, erklärt der Präsident des Sozialdemokratischen

Wirtschaftsverbandes KommR Thomas

Schaden.

„Ein großes Dankeschön an alle Wählerinnen und Wähler,

die uns ihr Vertrauen geschenkt und unsere Position in der

Wirtschaftskammer bekräftigt haben. Ein großes Danke

auch an alle, die für uns gelaufen sind – wir haben das beste

Team und dementsprechend werden wir die nächsten fünf

Jahre für die kleinen Betriebe weiterkämpfen!“

Das Team des SWV NÖ (v. l. n. r.): Landesgeschäftsführer Mag.

Gerd Böhm, Karin Seim, Hazal Karakollik, Erwin Stella, MBA, Karl

Hofstätter, Robert Unger, Marianne Hofstätter, Ines Freitag, SWV-NÖ-

Vizepräsident KommR Christian Klug, Brigitta Stella-Winkelmüller,

Alfred Strohmayer, MSc, SWV-NÖ-Präsident KommR Thomas Schaden,

Franz Muttenthaler, SWV-NÖ-Vizepräsidentin KommRin Monika

Retl, Jürgen Polterauer, Wolfgang Klengl, SWV-NÖ-Vizepräsidentin

KommRin Martina Klengl und KommR Ing. Christian Freitag

Unternehmen Österreich 2 | 2025

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aus den bundesländern

WIEN: ADIEU PRINT,

HALLO DIGITALE ZUKUNFT!

Neue Auftritte. Nach vielen Jahren

treuer Papierarbeit heißt es beim

SWV WIEN ab sofort: Zeit für den

nächsten Schritt. Dies ist unser letzter

Beitrag in der Printversion von

„Unternehmen Österreich“.

Aber keine

Sorge, wir verabschieden

uns

nicht von unseren

Mitgliedern,

sondern nur vom

gedruckten Papier.

Denn: Unsere

Reise geht

weiter – und zwar

digital.

Der SWV WIEN

setzt auf Interaktion,

Aktualität und digitale Vielfalt.

Kurz gesagt: Wir bleiben laut, präsent

und sichtbar – nur eben anders.

Elisabeth Hakel, Geschäftsführerin

des SWV WIEN, bringt es auf den

Punkt: „Wir verabschieden uns von

Print, weil wir in der digitalen Welt

viel schneller, aktueller und zielgerichteter

mit unseren Mitgliedern

kommunizieren und sie über unsere

Digital. Nach vielen Jahren treuer

Leserschaft heißt es heute: Adieu

Print!

Dies ist unser letzter Länderbeitrag

in dieser Zeitschrift – ein Schritt, der

uns nicht leichtfällt,

aber notwendig ist.

Denn Printprodukte

wie dieses erlauben eines

nicht: den Dialog.

Als Salzburger Wirtschaftsverband

war

genau dieser Dialog

unser Schlüssel zum

Erfolg. In den letzten

Jahren konnten wir

Angebote informieren können.“

Von Social Media bis Podcast:

Unsere neuen Bühnen

Die digitale Welt ist groß – und

wir sind mittendrin.

Auf unseren Social-

Media-Kanälen wie

Facebook, Instagram

und TikTok

halten wir euch auf

dem Laufenden –

mit tagesaktuellen

Informationen,

Videos von

Veranstaltungen

und jeder Menge

News aus

dem SWV WIEN. Mittlerweile ein

Fixpunkt jede Woche ist unser Podcast

„UndWasMachstDuSo?“. Elisabeth

Hakel trifft spannende Persönlichkeiten

aus der Wirtschaft und

spricht mit ihnen über ihren beruflichen

Werdegang. Zuletzt etwa mit

dem internationalen Medienmanager

Gerhard Zeiler – reinhören lohnt

sich (zu finden auf Spotify)!

Wer es lieber klassisch-digital mag,

SZBG: WIR SAGEN ADIEU PRINT

Bleiben wir im Dialog.

Elisabeth Hakel: „Wir verabschieden uns

von Print, weil wir in der digitalen Welt viel

schneller kommunizieren können.“

unsere Mitgliederschaft verdreifachen

– ebenso wie unsere Mandate

bei der Wirtschaftskammerwahl.

„Unser Erfolgsrezept war immer:

zuhören und sich um die Anliegen

der Unternehmer:innen

kümmern. Nur so entsteht

Vertrauen und

Veränderung“, sagt

Hermann Wieland-

bekommt jeden Freitag unseren

ausführlichen Newsletter ins Postfach.

Klar strukturiert, kompakt,

informativ – und garantiert ohne

Papierstau. Hier erfahrt ihr alle internen

News aus dem SWV WIEN,

es gibt Informationen über aktuelle

Veranstaltungen und Wirtschafts-

News auf einen Blick – für Mitglieder

und Interessierte gleichermaßen.

Ebenfalls neu: Unsere eigene SWV-

WIEN-App, gelauncht im Rahmen

der Wirtschaftskammerwahl 2025.

SWV WIEN TV: Es wird futuristisch

Und es kommt noch besser: In Kürze

startet SWV WIEN TV – ein ganz

neues Format auf unseren Social-

Media-Kanälen. Gemeinsam mit KI-

Expert:innen haben wir digitale

Avatare entwickelt, die tagesaktuelle

Wirtschaftsnachrichten präsentieren

und Unternehmer:innen mit praktischen

Tipps unterstützen – von

Steuerthemen bis zur Unternehmensgründung.

Klingt spannend? Ist

es auch. Deshalb unsere Botschaft an

euch: Folgt uns, hört rein und klickt

euch durch.

ner, Landesgeschäftsführer

des Salzburger

Wirtschaftsverbandes.

Deshalb setzen wir künftig

noch stärker auf

digitale Kommunikationskanäle

wie Social Media, E-Mail

und WhatsApp. Dort entsteht echter

Austausch – wir führen Umfragen

durch, bewerben Petitionen, laden

zu Veranstaltungen ein und bleiben

im direkten Kontakt mit Salzburgs

Unternehmer:innen.

Wir danken euch herzlich für eure

Treue über all die Jahre – und freuen

uns, wenn wir auch weiterhin in Verbindung

bleiben.

Jetzt zum Newsletter anmelden

und informiert bleiben:

www.salzburgerwirtschaftsverband.

at/newsletter

SWV SALZBURG, WIEN

22 Unternehmen Österreich 2 | 2025


aus den bundesländern

Das neue Team mit dem

scheidenden Vorsitzenden.

(v.l.n.r.) KommR Wolfgang Gratzer,

Spartenvorsitzender Alfred

Strohmayer, MSc, MBA, Spartenvorsitzender-Stv.in

MSt.in Iris

Langmann, Spartenvorsitzender-

Stv. Alfred Schwarz und

SWV-NÖ-Präsident KommR

Thomas Schaden

NÖ: Gewerbe und Handwerk: VORSITZWECHSEL

BEIM WIRTSCHAFTSVERBAND

Am 10. April übergab KommR Wolfgang

Gratzer seine Funktion als

Spartenvorsitzender der Sparte Gewerbe

und Handwerk des SWV NÖ

an Alfred Strohmayer. Es war eine

einstimmige Wahl bei der Spartenkonferenz

des Sozialdemokratischen

Wirtschaftsverbandes (SWV) NÖ im

Lengbachhof in Altlengbach. Der Vösendorfer

Alfred Strohmayer, MSc,

MBA und seine Stellvertreter:innen

MSt.in Iris Langmann aus Neulengbach

und Alfred Schwarz aus Münchendorf

freuen sich auf ihre neue

Aufgabe. „Der SWV NÖ und seine

Agenda, die Unterstützung der kleinen

Betriebe, waren mir immer ein großes

Herzensanliegen und es war mir eine

Ehre, dass ich hier auch als Spartenvorsitzender

im Gewerbe und Handwerk,

der größten Sparte, viel bewegen konnte“,

sagte Wolfgang Gratzer. SWV-NÖ-

Präsident Thomas Schaden überreichte

ihm als Dank und Anerkennung eine

Urkunde und Geschenke: „Wir danken

Wolfgang für seine langjährige Tätigkeit

als Spartenvorsitzender des SWV

NÖ und seine Tätigkeit in der Spartenkonferenz

der WKO und des SWV

Österreich. Sein unermüdlicher Einsatz

für die Einpersonenunternehmen

und kleinen und mittleren Betriebe ist

beispiellos!“

Wolfgang Gratzer ist seit 2015 Mitglied

der Spartenkonferenz Gewerbe

und Handwerk in der WKO und beim

SWVÖ. Seit 2019 war er Spartenvorsitzender

des SWV NÖ und seit 2018 ist er

Bezirksvorsitzender des SWV Mödling.

SWV TIROL, NÖ

TIROL: WIRTSCHAFTSKAMMER IN DER KRISE –

problematische Ablöse von Bezirksobleuten

sorgt für Vertrauensverlust

Klare Worte. KommR Mst.

Michael Kirchmair, Präsident

des SWV-Tirol.

Fatal. Unter der Präsidentschaft von Barbara

Thaler sieht sich die Tiroler Wirtschaftskammer

mit einer schweren internen Krise

konfrontiert. Die kürzliche Ablöse von zwei

langjährigen Bezirksobleuten durch die

Führungsspitze hat innerhalb der Kammer

und in der Öffentlichkeit für erhebliche

Verunsicherung und Kritik gesorgt.

Die Entscheidung, die erfahrenen Obleute

ohne klare, nachvollziehbare Begründung

und ohne breite Abstimmung aus ihren

Funktionen zu entfernen, wird von vielen

Mitgliedern als mangelnder Respekt vor bewährten

Strukturen empfunden. „Ein derart

abrupter Schritt ohne geordneten Übergang

und eine transparente Kommunikation ist

ein Vertrauensbruch“, betont Kirchmair.

„Was mich besonders irritiert: Solche internen

Personalrochaden wurden bisher selten

so breit in der Öffentlichkeit diskutiert.

Warum das ausgerechnet diesmal der Fall

ist, ist mir ein Rätsel“, so Kirchmair weiter.

Der offen ausgetragene Konflikt hat eine

negative mediale Resonanz ausgelöst, die

das Image der Wirtschaftskammer in Tirol

erheblich belastet. „Gerade in einer Zeit, in

der Geschlossenheit und Stabilität gefordert

sind, wirkt dieser Streit fatal“, so Kirchmair.

„Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass die

Kammerpräsidentin Führungsstärke zeigen

muss – und auch zeigen soll“, betont

Kirchmair. „Aber genau deshalb ist es umso

wichtiger, dass dabei Kommunikation, Einbindung

und Fingerspitzengefühl nicht auf

der Strecke bleiben. Um den entstandenen

Schaden zu begrenzen, ist jetzt ein konsequenter

Dialog mit allen Beteiligten unumgänglich“,

so Kirchmair abschließend.

Unternehmen Österreich 2 | 2025

23


Der SWV

wünscht

einen schönen

Sommer!

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