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RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 07/2025

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Juli 2025

Nr. 07

rundschau.de

info@rundschau.de

16

SELBSTSTÄNDIGE

UNTER DER LUPE

Edeka- und Rewe-

Kaufleute im

Zahlenvergleich.

18

AUSZUBILDENDE

ONBOARDEN

So klappt es mit

dem Start ins neue

Ausbildungsjahr.

DIE PREISFRAGE

PREISSCHLACHT IM LEH:

WER GEWINNT — UND WER

FEDERN LASSEN MUSS.

AUCH IN DIESER AUSGABE: E-CENTER KOHLER ·

ETHNO-FOOD · FRUCHTSÄFTE · BAYERN-SPECIAL

KLARE ZIELE

Kölln-Chefin Friederike

Driftmann-Egelhof über

hippen Hafer und neue

Zielgruppen.


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RUNDSCHAU 07/25

Editorial

Marcelo Crescenti

Chefredakteur

E-Mail: crescenti@rundschau.de

Der Preis ist zu heiß

Die Meinungen schwanken zwischen Wertevernichtung und

Image-Coup, zwischen notwendigem Schritt und übereiltem

Aktionismus. Tatsache ist, dass die aktuelle massive Preissenkung

im LEH die Branche durchrüttelt und so manche Gewissheiten

infrage stellt. Dauertiefpreise waren gestern, nun schaltet der

Konsument auf Angebots-Hopping um. Wird sich die Rabattschlacht

am Ende lohnen? Einige Experten, mit denen ich für die aktuelle Titelgeschichte

ab Seite 26 gesprochen habe, sind skeptisch.

Ich freue mich, wieder an dieser Stelle zu Ihnen, liebe Leserinnen und

Leser, zu sprechen. Vor einigen Jahren habe ich bereits als Chefredakteur

die Geschicke der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel geleitet,

nun kehre ich unter neuer verlegerischer Flagge zurück. Nach wie vor

ist die Mission der RUNDSCHAU, fundiert zu informieren und mit

der Branche zu wachsen, indem wir den Fokus auf Lösungen statt auf

Probleme legen. Gemeinsam mit dem neuen Verlagshaus werden wir

den Titel weiterentwickeln – online und im Print. Seien Sie gespannt!

Ich freue mich über alte und neue Kontakte. Sprechen Sie mich gerne mit

neuen Themen, Anregungen oder Kritik an: crescenti@rundschau.de.

Auf ein Neues!

#Ladendiebe

Das Thema ist ein Dauerbrenner

– und äußerst ärgerlich:

Ladendiebstahl und Inventurdifferenzen.

Das EHI zieht eine

erschreckende Bilanz. Seite 12

#Fruchtsaft

Die Branche leidet unter einem

rückläufigen Konsum. Zudem

belastet aktuell die Orangensaft-Krise.

Seite 38

#ForscherAuftritt

Zum Schulstart bietet sich dem

LEH eine große Chance – doch

ist das Potenzial hier wirklich

ausgeschöpft? Florian Klaus

von K&A Brand Research sieht

noch Luft nach oben. Seite 66

Sie wollen wissen, was die Branche bewegt,

und keine wichtigen News verpassen?

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Branchenevents, spannende Firmen-Insights

oder glamouröse Awards.

www.rundschau.de

03


RUNDSCHAU Juli 2025

Inhalt

www.rundschau.de

Mehr News, Fotos und

Hintergründe stehen

online für Sie bereit.

www.rundschau.de/wettbewerbe/

fitfortrade

Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,

Lernmaterial und vieles mehr.

Die Titelstory

Der LEH senkt die Preise auf breiter Front. Den Verbraucher freutʼs,

doch die Rabattschlacht hat auch Schattenseiten – etwa in Form

abnehmender Marken- und Kundentreue. Unsere Titelgeschichte

über den Preisverhau und die Folgen lesen Sie ab Seite 26.

Branche

Sortiment

06 Ein Kaffee mit ...

Friederike Driftmann-Egelhof, Geschäftsführerin

von Flockenproduzent Peter Kölln.

32 Länderreport Bayern

Qualität über die Landesgrenzen hinaus:

Unternehmen aus Bayern setzen Maßstäbe.

20

Groß, größer, Edeka Kohler

14 Nachwuchsförderung

Sie brennt für Obst & Gemüse: Lara-Jill Harding

von Edeka Honsel ist der O&G Youngster 2025.

16 Selbstständige Händler

Wie die Kaufleute von Rewe und Edeka

im direkten Vergleich performen.

38 Alkoholfreie Getränke

Sinkender Verbrauch, steigende Kosten: Wie

steht es um den Durstlöscher Fruchtsaft?

42 Snacking

Für die unterschiedlichsten Bedürfnisse: Was

moderne Snacks heute erfüllen müssen.

Nicht nur die Großzügigkeit des neuen Marktes von

Familie Kohler ist spektakulär. Auch Konzeption und

Atmosphäre gehören zur Sonderklasse.

18 Auszubildende

Azubis am Start: Monika Prechtl von Edeka

Prechtl über gelungenes Onboarding.

46 Fisch & Feinkost

An der Angel: Wie Hersteller mit nachhaltigen

Erzeugnissen auf Kundenfang gehen.

20 Store-Check Edeka Kohler, Offenburg

E-Center der Superlative: Familie Kohler zeigt im

Headquarter der Edeka Südwest Spektakuläres.

50 Feinkost

Der Markt für Ethno-Produkte wächst: Wie

Internationalität zum Umsatzbooster wird.

26 Lebensmittelpreise

Die Preislawine ist ausgerollt: Was reißt sie mit

sich? Die aktuelle Lage – und mögliche Folgen.

54 Schulstart

Kommt kindgerecht in die Tüte: Wie der

Schulbeginn zum lukrativen Geschäft wird.

Fotos: AdobeStock.com/Imagine; Michael Gregonowits

32

Top-Seller Blau-Weiß

Bayern kann mit viel Idylle punkten – und mit

zahlreichen qualitativ hochwertigen Produkten, die

weit über die Landesgrenzen hinaus beliebt sind.

30 Presseregal

Presse zieht Kunden und Marge an: Edeka

Wucherpfennig zeigt, wie es geht.

Rubriken

08 Newsticker

13 Shopper-Insights: Drogerie & WPR

58 Drogeriewaren

Marke zeigt Zähne: Warum Mund- und Zahnpflegeprodukte

für den LEH attraktiv sind.

60 Neue Produkte/Impressum

66 ForscherAuftritt: Florian Klaus

31 Verbandsinfo

04 Inhalt • RUNDSCHAU 07/25


Früher lesen – besser verkaufen!

Lesen sie die RUNDSCHAU

für den Lebensmittelhandel

5 Tage vor dem

offiziellen Erscheinen

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Ein Kaffee mit …

Friederike Driftmann-Egelhof

Text: Martina Kausch

Foto: Jörg Brockstedt

FLOCKEN, FREUDE,

FUNCTIONAL FOOD

Bunten Genuss für die jüngere Generation bieten, Menschen mit Hafer stark

machen und im LEH neue Regale erobern – das sind die erklärten Ziele von

Dr. Friederike Driftmann-Egelhof. Sie leitet Peter Kölln in siebter Generation.

Klarheit – diese Tugend vermittelt

Friederike Driftmann-Egelhof

bei einer Begegnung wie kaum

eine Zweite. Klar ist der Zeitplan,

klar und offen die Freundlichkeit,

glasklar sind die Ziele, die die 32-Jährige

aus der Unternehmerdynastie Kölln für

sich und das Team des Haferflockenimperiums

setzt: „Wir wollen uns bei der

jüngeren Zielgruppe in Stellung bringen,

und dafür ist das Trendgetreide Hafer sehr

gut geeignet. Für uns bedeutet das, dass

wir Produkte für Kategorien entwickeln,

die insbesondere die 16- bis 39-Jährigen

ansprechen. So wird es zum Beispiel ab Juli

Protein-Haferflocken in drei unterschiedlichen

Sorten geben, die ihren Platz im

Functional-Food-Regal finden werden.“

Zurück nach Zuhause

Was einfach klingt, ist das Ergebnis eines

Prozesses. Dass Driftmann-Egelhof in die

Firma einsteigen würde, war früh klar,

und so zeigte ihr Vater ihr von klein auf die

Welt des Hafers. 2022 bekam das Unternehmen

durch personelle Umbesetzungen

eine neue Ausrichtung, 2024 wurde die

Juristin Vorsitzende der Geschäftsführung.

Wie groß die Schuhe wirklich sind, in die

Driftmann-Egelhof gestiegen ist, spürt

man in der Unternehmenszentrale in

Elmshorn nordwestlich von Hamburg:

Driftmann-Egelhof begrüßt Gäste im

Arbeitszimmer ihres Vaters, vor einem

massiven Kolonialstil-Schreibtisch im

holzgetäfelten Raum. In den Regalen

stehen Bücher über die Hohenzollern und

Rom, an den Wänden hängen imponierende

Seestücke, Bilder von Segelschiffen,

und ein Ölporträt von Professor Dr. Hans

Heinrich Driftmann als Marineoffizier.

Neues aus Hafer auch ganz vegan

Aber Bangemachen gilt für die junge

Unternehmerin nicht. „Ich bin im Unternehmen

aufgewachsen, als Kind

zwischen den Maschinen herumgelaufen.

Ich bin hier zuhause!“

Bereits bevor die Firmenerbin die

Verantwortung für einen Jahresumsatz

von rund 145 Millionen Euro (2023) und

rund 400 Mitarbeitende übernahm,

wurden produkttechnisch neue Schwerpunkte

gesetzt. Noch während ihrer

Arbeit für eine internationale Unternehmensberatung

kamen 2023 mit der

Sweet-Chocstar-Range die neuen Müslis

in die Regale, im Dezember 2024 brachte

Kölln mit Reloat eine trinkbare Mahlzeit

auf Haferbasis auf den deutschen Markt.

06 Branche • RUNDSCHAU 07/25


Ein Kaffee mit ...

Noch mehr interessante Menschen

aus der Branche bei einer Tasse

Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.

Die Idee hinter den Sweet Chocstars:

„Wir wollten auffallen und hatten Lust

auf kesse Botschaften. Süßwaren sollen

bunt und inspirierend sein. Wir möchten

Genuss kreieren – bei den Sweet Chocstars

mit einem Produkt, das knallt.“

Wir wollen uns bei der

jungen Zielgruppe

in Stellung bringen

– dafür ist das Trendgetreide

Hafer sehr

gut geeignet.

Klassiker, aber nährwertoptimiert

Driftmann-Egelhofs Großvater Ernsthermann

Kölln war zwar mit dem Mischen

von Haferflocken und Schokoladenstückchen

der Erfinder des Schokomüslis, aber

auch der Ceralienmarkt braucht Neues,

das ist der Enkelin klar: „Ich möchte die

Transformation von Peter Kölln in eine

junge Marke vorantreiben, dazu gehört

auch, unsere Klassiker nährwertoptimiert

anzubieten.“ Also gibt es ab Juli 2025

Protein-Haferflocken. Bereits vorhanden

sind Plant-based Produkte jenseits des

Hafers pur: Mango-Maracuja-Müsli, das

zwar nach Joghurt schmeckt, aber ohne

tierische Produkte auskommt. Oder die

Vegan Chocstars: Müslis mit der Schokoladenalternative

ChoViva, die auf Sonnenblumenkernen

basiert. Oder Kölln Cereals

Hafer Bits mit einer veganen Cremefüllung.

Für Friederike Driftmann-Egelhof

ist eben klar: „Wir glauben daran, dass

Menschen ein Leben lang mit Kölln groß

werden und wachsen können. Macht euch

stark für eure Träume und Ziele.“ ☐

DR. FRIEDERIKE

DRIFTMANN-EGELHOF

hat im Mai 2024 den Vorsitz

der Geschäftsführung von

Peter Kölln übernommen. Die

32jährige promovierte

Volljuristin war davor in einer

Unternehmensberatung tätig.

www.rundschau.de

07


Branche

Newsticker

Täglich neu: www.rundschau.de

News und Infos aus der Branche und über ihre

Entscheider finden Sie täglich aktuell auf

Instagram, LinkedIn und www.rundschau.de

Regionales wieder im Aufwind

KONSUMENTENSTUDIE Das Interesse an

lokalen Produkten wächst wieder: Kürzere

Lieferketten, niedrigere CO₂-Emissionen und

die Unterstützung lokaler Wirtschaftskreisläufe

überzeugen offenbar immer mehr Verbraucher.

So hat aktuell für 56 Prozent der Deutschen

laut einer Studie von Mintel die Unterstützung

der heimischen Wirtschaft Priorität. Knapp

drei Viertel der Befragten haben im Zeitraum

Februar bis März 2025 gezielt zu Lebensmitteln

und Getränken aus regionaler Produktion

gegriffen. 30 Prozent der Deutschen gaben an,

in den letzten drei Monaten mehr Produkte von

europäischen Marken gekauft zu haben als in

den drei Monaten zuvor. Mintel geht davon

aus, dass dieser Trend den Absatz regionaler

Produkte weiter stärken wird.

Während Lebensmittel und Getränke besonders

im Fokus stehen, tun sich andere

Branchen, wie beispielsweise der Markt für

Schönheits- oder Haushaltspflege, schwerer.

Ein möglicher Grund laut den Marktforschern:

Diese Branchen seien stark innovationsgetrieben

und würden häufig auf global

bezogene Inhaltsstoffe setzen, um die Preise

niedrig zu halten.

Laut Mintel sind rund drei Viertel der Deutschen

überzeugt, dass es in Zeiten unsicherer

globaler Lieferketten wichtig ist, regionale

Unternehmen zu unterstützen. Dabei geht es

nicht nur um ökonomische Aspekte, sondern

auch um den sozialen Zusammenhalt: Lokale

Cafés, Bauernhöfe, Freizeitgruppen – aber

auch Händler und Marken – spielen für viele

eine zunehmend zentrale Rolle.

Auch Global Player können sich laut der

Studie lokal stark machen. So sind 53 Prozent

der Deutschen der Meinung, dass globale

Marken lokale Gemeinschaften stärker unterstützen

sollten.

Picnic eröffnet Fulfillment-Center in Oberhausen:

Invest von 150 Millionen Euro in Europas größtes E-Food-Lager

E-FOOD-LAGER Mit der Eröffnung seines

robotisierten Fulfillment-Centers (FCA) in Oberhausen

setzt der Online-Supermarkt Picnic

nach eigenen Angaben einen neuen Standard

in der europäischen Lebensmittellogistik. Das

Projekt mit einem Investitionsvolumen von

150 Millionen Euro schaffe nicht nur eines

der europaweit leistungsfähigsten E-Food-

Lager, sondern ermögliche es Picnic, noch

mehr Kunden zu beliefern, betonte Frederic

Knaudt, Mitgründer von Picnic Deutschland.

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident

Hendrik Wüst eröffnete symbolisch das neue

Lager, indem er das erste Produkt für eine

Kundenbestellung packte.

In dem FCA bewegen sich 1.500 Hochleistungsroboter

entlang von 21 Kilometern Fördertechnik

durch drei vollautomatisierte Klimazonen

von – 18 °C bis + 20 °C. Das Herzstück bildet

eine vollständig eigenentwickelte Software-

Plattform, die alle Roboterbewegungen in

Echtzeit koordiniert. Die Technologie wurde

von 100 Picnic-Ingenieuren über zwei Jahre

hinweg entwickelt.

Das 50.000 Quadratmeter große FCA soll wöchentlich

über 150.000 Familien im Ruhrgebiet

versorgen. Das Fulfillment Center schaffe bis

zu 1.000 neue Arbeitsplätze, so Picnic.

Neben dem Ausbau der Kapazität durch

die Eröffnung des neuen Logistikstandorts

expandiert Picnic weiter. Zuletzt ging der

Online-Supermarkt in Bayern an den Start, wo

nun zusätzlich 350.000 Haushalte im Großraum

Nürnberg beliefert werden.

Fotos: stock.adobe.com/Diana Taliun, SINSIN; Heiko Rhode; Picnic; EHI; Destatis; Unternehmen

08 Branche • RUNDSCHAU 07/25


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Branche

Newsticker

Speiseeis: Geschmack vor Preis

SPEISEEIS-PRÄFERENZEN In einer neuen Studie

zum sommerlichen Verkaufsschlager Eiscreme

2025 zeigen die Marktforscher von POSpulse die

derzeitigen Shoppergewohnheiten. Demnach

hat Milcheis bei den Befragten weiter die Nase

vorn (83 % vs. 82 % in 2024), Fruchteis legt am

deutlichsten in der Beliebtheit zu (57 % vs.

52 %), vor Wassereis (29 % vs. 26 %). 87 Prozent

der Befragten kaufen ihr Eis im Supermarkt

(vs. 84 % in 2024), die Discounter holen auf –

2024 kauften hier 64 Prozent ihr Eis ein, 2025

sind es rund 67 Prozent.

Im Vergleich zu 2024 zeigen sich bei den Gebindeformen

kleine Verschiebungen: Eis am

Stiel wurde 2024 von 38 Prozent bevorzugt, in

diesem Jahr von 40 Prozent. Dagegen greifen

weniger Shopper zu Bechern (57 % vs. 55 %).

Kaufkriterium Nummer eins bei Speiseeis ist

der Geschmack (94 % vs. 92 %). Der Preis hat

zwar an Bedeutung gewonnen, liegt aber auf

Platz zwei (71 % vs. 69 %). Auf Platz drei – nicht

mehr ganz so ausschlaggebend wie im letzten

Jahr – liegt die Qualität der Zutaten (32 % vs.

36 %), auf Rang vier die Marke (28 % vs. 27 %).

Ist das Lieblingseis nicht verfügbar, greifen

63 Prozent der Befragten zu einer Alternative,

22 Prozent machen sich in einem anderen

Markt auf die Suche.

In der Frühlingszeit sind laut E.I.S. Eis Info

Service Haushaltspackungen mit verschiedenen

Sorten für den Eisgenuss zu Hause

besonders gefragt.

50 Jahre: GEPA feiert Jubiläum mit Umsatzplus Planted-Werk

geht in Betrieb

FAIRER HANDEL Ein Pionier feiert Jubiläum: Vor

50 Jahren wurde das Handelshaus GEPA gegründet,

das sowohl Super- und Biomärkte als auch Weltläden

mit fair gehandelten Produkten wie Kaffee,

Schokolade, Tee, Honig und Handwerksartikeln

beliefert. 2024 erzielte das Unternehmen einen

Großhandelsumsatz von 84,8 Millionen Euro, ein

Plus von fast elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der LEH-Anteil am Absatz beträgt rund 41 Prozent,

Discounter werden nicht beliefert.

GEPA-Produkte werden aktuell in rund 6.000 Verkaufsstellen

angeboten. Über die Jahre hat sich der

Vertrieb verändert: Das frühere klassische GEPA-

Holzregal gibt es nicht mehr. Die Platzierung der

Produkte erfolgt entweder in der Warengruppe,

im Gondelkopf oder im separaten Regalmeter mit

einem Sortiment von 60 bis 100 Produkten. Die

GEPA zählt Genossenschaften und sozial engagierte

Privatbetriebe aus Lateinamerika, Afrika, Asien

und Europa zu ihren Partnern. Durch faire Preise

und langfristige Handelsbeziehungen sollen diese

mehr Planungssicherheit erhalten.

PRODUKTIONSERWEITERUNG Das

in Zürich ansässige Foodtech-

Start-up Planted hat im Juni eine

neue Produktionsstätte in Memmingen

eröffnet und damit seine

Produktionskapazitäten erheblich

erweitert. Die neue Anlage ist

laut dem Unternehmen Europas

modernste Produktionsstätte für

biostrukturierte Proteine und ermöglicht

es mittelfristig, täglich

über 20 Tonnen davon herzustellen.

Diese Menge entspricht der

aktuellen Kapazität des Standorts

in Kemptthal/Schweiz. Planted

verdoppelt somit seine Produktionskapazitäten.

10 Branche • RUNDSCHAU 07/25


RUNDSCHAU Digital

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Branche

Newsticker

Studie: Veganer und Vegetarier

mit höherer Einkaufsfrequenz

ren und Flexitariern liegt die durchschnittliche

Einkaufsfrequenz bei 2,7 bzw. 2,6 Besuchen pro

Woche. Vegetarier gehen 3,1-mal pro Woche

Lebensmittel einkaufen. Veganer bilden mit

der höchsten Frequenz von 3,4 Einkäufen pro

Woche die Spitze des Rankings.

EINKAUFSVERHALTEN Die Kaufentscheidungen

der Konsumenten im Supermarkt hängen

wesentlich davon ab, was und wie sie essen:

Das ergab eine neue Studie zum Einkaufsverhalten

unterschiedlicher Ernährungstypen

von KPMG in Kooperation mit dem EHI Retail

Institute. „Der deutsche Lebensmittelhandel

bietet Herstellern und Händlern eine wertvolle

Chance, das breite Spektrum an Konsummustern

und Ernährungsstilen besser zu

verstehen und darauf zu reagieren“, so Stephan

Fetsch, EMA Head of Retail and Consumer

Goods bei KPMG in Deutschland. Mit

57,5 Prozent stellt die Gruppe der Omnivoren

(Allesesser) den größten Anteil der befragten

Konsumenten, wobei Männer mit 62,6 Prozent

deutlich häufiger dazugehören als Frauen

(52,3 %). Flexitarier, die ihren Fleischkonsum

bewusst reduzieren, machen 16,7 Prozent aus;

unter Frauen ist ihr Anteil mit 19,2 Prozent

höher als bei Männern (14,1 %). Rund ein Viertel

der Befragten ernährt sich

primär oder vollständig

pflanzlich, davon 8,5 Prozent

vegetarisch und 3,8 Prozent

vegan – auch hier jeweils mit

höheren Anteilen bei Frauen.

Insgesamt belegt die Studie,

dass es geschlechtsspezifische

Unterschiede im Konsum

gibt: Männer neigen

stärker zur fleischhaltigen

Ernährung, während Frauen

häufiger fleischreduzierte

oder fleischfreie Ernährungsweisen

wählen. Bei Omnivo-

Angaben in Prozent

▽ Im Vergleich zu Omnivoren besuchen Vegetarier

den LEH rund 15 Prozent häufiger, Veganer sogar

etwa 25 Prozent häufiger.

Anteil der Konsumenten mit hoher Besuchsfrequenz im

stationären LEH (≥ 5x/Woche)

15,5

15,3 15,6 16,3

13,5

13,5

Omnivor Flexitarisch Vegetarisch Vegan

gesamt

Frauen

Quelle: KPMG Consumer Barometer 02/25 in

Kooperation mit dem EHI Retail Institute

21,0 21,9

20,4

Männer

25,0

22,7

20,0

Destatis: 1,5 Kilo Fleischersatzprodukte pro Kopf im Jahr 2024 in

Deutschland produziert / Anstieg um vier Prozent

PRODUKTIONSMENGE Rein rechnerisch wurden

laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 2024

in Deutschland rund 1,5 Kilogramm Fleischersatzprodukte

pro Kopf produziert. Die

Produktion von vegetarischen

oder veganen Fleischalternativen

ist im vergangenen Jahr damit

weiter gewachsen – wenn auch

weniger dynamisch als noch in den

Jahren zuvor. Im Jahr 2024 wurden

hierzulande 126.500 Tonnen

Fleischersatzprodukte produziert,

vier Prozent mehr als 2023. Der

Wert dieser Produkte stieg mit

647,1 Millionen Euro im Jahr 2024

um 10,9 Prozent gegenüber dem

Vorjahr. Im Fünfjahresvergleich

hat sich die Produktion mehr als verdoppelt

(+ 109,5 %): 2019 wurden noch 60.400 Tonnen

Fleischersatzprodukte hergestellt. Im vergangenen

Jahr wurden Fleisch und Fleischerzeug-

nisse im Wert von gut 44,3 Milliarden Euro in

Deutschland produziert. Das entsprach einem

Rückgang um 1,1 Prozent zum Vorjahr. Trotz

dieses Rückgangs der Fleischproduktion und

des Anstiegs bei Fleischersatzprodukten

übersteigt die Herstellung

von Fleisch die der Fleischalternativen

um ein Vielfaches.

Wertmäßig fiel die Fleischproduktion

2024 knapp 70-mal größer

aus als die von Fleischersatzprodukten.

Fünf Jahre zuvor lag

der Wert bei gut 40 Milliarden

Euro. Das entsprach etwa dem

150-fachen des Wertes von

Fleischersatzprodukten (2019:

knapp 0,3 Mrd. Euro).

www.rundschau.de

11


Branche

Newsticker

Mehr Ladendiebstähle – mehr Geld für Prävention

KRIMINALITÄT Ladendiebstähle und Inventurdifferenzen

beschäftigen den Handel nach

wie vor stark. 2024 sind die Schäden durch

Inventurverluste im gesamten deutschen

Handel laut einer Studie des EHI Retail Institute

um drei Prozent auf 4,95 Milliarden Euro

gestiegen. Der durchschnittliche Anteil der

Inventurdifferenzen am Nettoumsatz betrug

0,64 Prozent. Der weitaus größte Anteil der

Inventurdifferenzen entsteht durch Diebstahl

von Kundschaft, Mitarbeitenden, Lieferanten

sowie Servicepersonal. Allerdings werden laut

EHI 98 Prozent aller Diebstahlfälle nicht erkannt

und dementsprechend nicht angezeigt.

Den Schaden erkennen Händler dann erst bei

der Inventur. Der Handel gibt im Durchschnitt

aller Branchen rund 0,33 Prozent seines Umsatzes

für Sicherheitsmaßnahmen aus, darunter

Artikelsicherung, Kameraüberwachung,

Detektiveinsätze, Testkäufe und Schulungsmaßnahmen.

„Insbesondere der organisierte

und gewerbsmäßige Ladendiebstahl hat dem

Einzelhandel in den letzten Jahren schmerzliche

Verluste beschert“, sagt EHI-Experte Frank

Horst, der die Studie verantwortet.

Angesichts der hohen Diebstahlzahlen hat

jeder vierte Händler das eigene Budget für

Sicherungsmaßnahmen erhöht. Insgesamt

gibt der Einzelhandel jährlich 1,6 Milliarden

Euro aus, um Inventurdifferenzen zu reduzieren.

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Mintel Spotlight – der Marktforschungs-Blog mit

erfrischenden Perspektiven, neuen Daten und bahnbrechenden

Analysen der Märkte, die wirklich zählen.

Im Fokus: Drogerie & WPR

Drogeriemärkte sind eines der wichtigsten Shoppingziele

für FMCG – besonders in Deutschland. Von

erschwinglichem Luxus in Krisenzeiten bis

hin zu cleverer Sortimentsanpassung für

saisonale Bedürfnisse bieten sie vielfältige

Möglichkeiten, um Verbraucherwünsche

zu erfüllen. Die Marktforschungsagentur

Mintel hat die beiden Segmente Drogeriewaren

und WPR-Produkte (Wasch-,

Putz- und Reinigungsmittel) unter die

Lupe genommen und zeigt, welche Entwicklungen

künftig wichtig werden.

Konsumverhalten

Lipstick-Effekt im Wandel

Trotz anhaltend hoher Lebenshaltungskosten erwartet

Mintel in Deutschland ein kontinuierliches Wachstum für

die Schönheits- und Körperpflegebranche. Der „Lippenstift-Effekt“

– geprägt von Leonard Lauder, langjähriger

CEO von Estée Lauder und Sohn der Firmengründerin

– beschreibt den Griff zu kleinen Luxusmomenten in

wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Und genau dieses Konsumverhalten

scheint sich gerade zu verändern. Estée

Lauder kämpft schon länger mit Absatzproblemen, Coty

meldet rückläufige Umsätze, selbst L’Oréal blieb jüngst

hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig ziehen deutsche

Drogeriemarken an, teils mit zweistelligen Wachstumsraten.

Der Griff zu Lippenstift, Mascara oder Serum

findet also weiterhin statt, nur seltener im Luxusregal.

_

ZAHLEN

TICKER

Aussehen

67 PROZENT

finden, Zeit für das äußere

Erscheinungsbild aufzuwenden,

kann die mentale

Gesundheit verbessern.

Vor-Ort-Einkauf

85 %

der Kosmetik-Konsumenten

kaufen ihre Schönheits- und

Pflegeartikel im Geschäft;

nur 35 Prozent bevorzugen

den Einkauf online.

Drogerie-Shopping

76 PROZENT

der deutschen Drogerie-

Shopper kaufen in den

Drogerien Haushaltswaren;

72 % holen dort ihre

Beauty- und Körperpflegeprodukte,

weitere 49 %

Gesundheitsprodukte. Nur

29 % kaufen dort auch Lebensmittel

und Getränke.

Branche

Zahlen & Fakten

Auf einen Blick

Shopper-Verhalten

78 % 68 %

der Konsumenten von

sind ökofreundliche

Beauty- und Körperpflegeprodukten

von Eigen-

Haushaltspflegeprodukte

wichtig.

marken kaufen diese

in Drogerien ein.

66 %

der Haustierbesitzer

kritisieren Chemikalien

in Haushaltsreinigern.

Folgen des Klimawandels

Von Asien lernen

Hitzewellen, Kälteeinbrüche und Luftverschmutzung

fordern neue Antworten in der

Produktentwicklung. In Fernost ist saisonal

angepasste Körperpflege längst Standard. In

Japan etwa stehen im Frühsommer

kühlende Sprays,

Produkte mit hohem LSF und

Eistücher im Vordergrund,

im Winter feuchtigkeitsspendende

Cremes und Toner. Die

Sortimentslogik folgt dem

Klima. Dies dürfte auch in

deutschen Drogeriemärkten

künftig stärker zu sehen sein.

„Haushaltspflege

muss heute mehr

leisten als Sauberkeit.

Verbraucher

suchen nach Lösungen, die

ihre Haushaltsgeräte schützen und deren

Lebensdauer verlängern.”

Susanne Krenz

Associate Director, Mintel Beauty & Personal Care Germany

Top-Verkaufskanal

79 PROZENT

der Deutschen besorgen

in Drogeriemärkten ihre

Schönheitsprodukte, nur

37 Prozent weichen auf

Supermärkte, 22 Prozent

auf Parfümerien aus. Beliebtester

Einzelhändler ist

dm (64 %), vor Lidl und den

Apotheken (jeweils 57 %).

Rossmann, Edeka und Lidl

stehen auf Platz drei (56 %).

Gesichtspflege

Männer an die Pinsel

Make-up wird für Männer unter 35 zunehmend

zur Routine: Der Anteil derjenigen, die

sich täglich schminken, hat sich vom Jahr

2023 auf 2024 mehr als verdoppelt – von

vier Prozent auf neun Prozent. Parallel dazu

greift diese Altersgruppe häufiger zu

Gesichtspflegeprodukten: 15 Prozent

verwenden sie mehrmals täglich,

verglichen mit neun Prozent

in der Gruppe der 35- bis

54-Jährigen.

13


Branche Nachwuchsförderung

Ausgezeichneter Einsatz

Lara-Jill Harding von Edeka

Honsel brennt für die Obst- und

Gemüseabteilung und zeigt

hier Top-Leistung. Damit hat sie es

zum Sieg geschafft und ist als

O&G Youngster 2025 ausgezeichnet.

Neben all den erfahrenen Marktgewinnern

des Deutschen Frucht Preises, den

die RUNDSCHAU für herausragende

Leistungen in der Obst- und Gemüseabteilung

vergibt (s. RUNDSCHAU 6/25), steht auch die

25-jährige Lara-Jill Harding von Edeka Honsel

im nordrhein-westfälischen Dorsten auf dem

Siegertreppchen. Sie hat die Jury mit ihrem

kreativen Engagement und ihren pfiffigen

Ideen voll und ganz überzeugt. Im Interview

verrät der frisch gekürte O&G Youngstar 2025,

was sie an der Arbeit im LEH und besonders

in der Obst- und Gemüseabteilung begeistert.

Gratulation, du bist der O&G Youngstar

2025! Was bedeutet dir der Titel?

Der Titel O&G Youngstar bedeutet mir sehr

viel. Er zeigt mir, dass mein Engagment sich

auszahlt. Er motiviert mich, mich weiterhin

für ein bewusstes Leben mit frischen Lebensmitteln

einzusetzen und auch andere junge

Menschen dafür zu begeistern.

Warum hast du dich für den beruflichen

Weg im LEH entschieden?

Am meisten mag ich die Abwechslung in

meinem beruflichen Alltag. Ich habe jeden

Fotos: stock.adobe.com/Autorenname; Michael Gregonowits

mit Unterstützung von:

14 fitfortrade • RUNDSCHAU 07/25


fitfortrade-Magazine 2025

Lust auf mehr? Die fitfortrade-Magazine sind prall

gefüllt mit jungen Themen rund um die Lebensmittelbranche.

Mehr Infos einfach über den QR-Code.

Text: Jenny Rommel, Sibylle Menzel

Tag neue Kundengespräche zu den verschiedensten

Themen. Ich mag es auch, Kunden zu

beraten und mein Wissen weiterzugeben. Ich

habe mich für diesen Beruf entschieden, weil

er einfach nicht langweilig wird und ich jeden

Tag neue Aufgaben meistern kann.

fasziniert von der Vielfalt bei uns. Was den

kleinen Augen immer direkt auffällt, sind

unsere Orangensaftpresse und unser Ananasschäler.

Hier verteile ich dann kleine Kostproben,

die immer gut ankommen.

Was sehen deine weiteren Ziele aus?

Im September steht die letzte Prüfung für

den Fachexperten Obst und Gemüse an, die

würde ich natürlich gerne bestehen. Alles

andere lasse ich auf mich zukommen. ☐

Und was fasziniert dich an der

Obst- und Gemüseabteilung?

Die O&G-Abteilung ist wie eine Entdeckungsreise.

Ob exotische oder regionale Produkte

– es gibt immer etwas Neues zu entdecken.

Die Vielfalt regt die Fantasie an und inspiriert

mich zu neuen Warenpräsentations- und auch

zu Rezeptideen.

Was sind deiner Meinung nach die

Obst- und Gemüsetrends für 2025?

Der Trend geht ganz klar in Richtung Exoten.

Gerade bei Jugendlichen werden die süßen

Früchte immer begehrter. Meine Empfehlung:

die Grenadilla.

Du kümmerst dich um die Kindergärten

im Umkreis, für die ihr Führungen im

Markt anbietet. Wie begegnen Kinder dem

Thema Obst und Gemüse?

Ich bin immer wieder begeistert, wie viele

Obst- und Gemüsesorten die Kinder schon

kennen. Während unseres Rundgangs frage

ich sie, um welches Gemüse es sich jeweils

handelt, und sie liegen zu 90 Prozent richtig.

Man merkt, dass in Kindergärten verschärft

darauf geachtet wird, dass die Kinder Vitamine

zu sich nehmen. Die Kinder sind natürlich

Zu Tomaten gleich

das Basilikum:

Lara-Jill Harding

liebt es

nicht nur, Waren

ansprechend zu

inszenieren, durch

geschickte Kombis

animiert sie auch

zu Impulskäufen.

All eyes on her:

Kaasten Reh (l.),

Fruchthandel

Magazin, feiert

Lara-Jill Harding

von Edeka Honsel.

Ihren Preis hält

Dominik Wehner

von Sponsor

SanLucar bereit:

eine Reise nach

Valencia.

INITIATOREN:

UNTERSTÜTZT VON:

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15


Branche

Selbstständige Händler

Text: Marcelo Crescenti

Kaufleute im Vergleich

Selbstständige Händler bleiben ein verlässlicher Wachstumstreiber für Edeka und Rewe. Ein Zahlenvergleich beider

Handelsgruppen zeigt jedoch große Unterschiede.

vs.

Jahr für Jahr werden sie von den

Zentralen als Wachstumsmotor der

jeweiligen Handelsgruppe gelobt: die

selbstständigen Händler von Edeka

und Rewe. „Die Kaufleute machten Edeka

erneut zur stärksten Unternehmer-Initiative

im deutschen Einzelhandel und damit zu

einem Motor lokaler Wertschöpfung“, hieß es

bei der diesjährigen Bilanzvorlage der Edeka.

Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der

Rewe Group, betonte bei der Jahrespressekonferenz

Anfang April: „Unsere Kaufleute

leisten einen essenziellen Beitrag zu unserem

Erfolg. Daher haben wir das Kaufleute-Modell

weiter gestärkt und ausgebaut.“

Der Blick auf die Zahlen bestätigt die Bedeutung:

Bei Rewe steuerten inhabergeführte

Märkte 2024 rund die Hälfte der Umsätze

der Gruppe im Lebensmittelhandel bei, im

Edeka-Verbund waren es sogar rund zwei

Drittel. Insgesamt setzten die selbstständigen

Kaufleute beider Gruppen im vergangenen

Jahr mit 7.615 Märkten knapp 60 Milliarden

Euro um. Das zeigt eine Datenaufbereitung

von EHI handelsdaten.de. Die Edeka-Genossen

betreiben weiterhin mehr als doppelt so

viele Supermärkte wie ihre Rewe-Kolleginnen

und -Kollegen.

Die 1.573 selbstständigen Rewe-Kaufleute

konnten 2024 mit 2.250 Märkten ein Umsatz-

plus von rund neun Prozent auf 19 Milliarden

Euro erzielen. Damit übertraf das Wachstum

des selbstständigen Einzelhandels deutlich

die durchschnittliche Marktentwicklung. Der

Edeka-Verbund verzeichnete im selbstständigen

Einzelhandel ein Umsatzwachstum

von 3,9 Prozent auf 40,8 Milliarden Euro. Bei

Edeka gab es Ende 2024 rund 3.200 selbstständige

Kaufleute.

Dichtes Netz

Mit 5.365 Märkten im selbstständigen Einzelhandel

verfügt der blau-gelbe Verbund über

ein dichtes Netz inhabergeführter Geschäfte.

Allerdings ist im vergangenen Jahr die Zahl

Fotos: Unternehmen

16 Branche • RUNDSCHAU 07/25


Anzahl selbstständige Händler (SEH)

Anzahl der von SEH betriebenen Märkten

Nettoumsatz SEH (in Mrd. Euro)

1.573 3.200 2.250 5.365 19,0 40,8

Märkte pro Selbstständigem im Schnitt Anteil SEH am Gruppenumsatz im LEH

Durchschnittsumsatz pro SEH-Markt

(Mio. Euro)

1,7 8,4

60,7 %

7,6

1,4

45,9 %

Edeka

Rewe

der von Edeka-Kaufleuten geführten Märkten

insgesamt um knapp 400 gesunken. „Diese

Entwicklung ist vor dem Hintergrund des Generationswechsels

sowie veränderter Marktbedingungen

zu sehen“, sagt Peter Cyganek,

Projektleiter Handelsstrukturen beim EHI

Retail Institute in Köln. „Zugleich ermöglicht

Edeka jedes Jahr mehr als 100 Kaufleuten den

Schritt in die Selbstständigkeit.“

Existenzgründungen gefördert

Im Jahr 2024 gab es 130 Existenzgründungen

bei der Edeka-Gruppe. 91 Märkte wurden aus

dem Regie-Bestand in die Hände von Unternehmerinnen

und Unternehmern gegeben,

Quelle: EHI handelsdaten.de

davon 48 an Existenzgründer. Im gleichen

Zeitraum stieg die Gesamtzahl der Selbstständigen

bei der Rewe um 23. Es wurden zudem

einige Standorte in private Hand überführt,

sodass die Gruppe das Jahr insgesamt mit

einem positiven Saldo von 160 neuen inhabergeführten

Märkten abgeschlossen hat.

Sowohl Rewe als auch Edeka pushen die

Selbstständigkeit weiter innerhalb der Gruppen

und sehen sie als eine Art Jungbrunnen

für den deutschen LEH. Es ist aber nicht

immer ein leichtes Unterfangen: Laut Bundesministerium

für Arbeit und Soziales ist

die Zahl der Selbstständigen in Deutschland

bereits seit 2012 insgesamt rückläufig. ☐

Saldo SEH-Märkte 2024

gegenüber Vorjahr

– 394

160

www.rundschau.de

17


Branche

Auszubildende

Text: Martina Kausch

Schon

der erste

Tag zählt

Auszubildende sollen den Übergang vom

Leben in der geregelten Welt von Schule und

Elternhaus in den Berufsalltag stemmen. Ein sehr

strukturierter Empfang, Paten im Unternehmen

und gut organisierte Ausbildungsabläufe helfen,

Abbruchraten geringzu halten, sagt Monika Prechtl.

Wie Onboarding bei Edeka Prechtl funktioniert,

berichtet sie im RUNDSCHAU-Interview.

18 Branche • RUNDSCHAU 07/25


Online weiterlesen

Das gesamte Interview mit Monika Prechtl

zum Thema Onboarding bei Azubis im LEH

lesen Sie nach dem Scannen des QR-Codes.

_

INFO

Aktuell baut Familie Prechtl in der

Nähe von Rosenheim in Oberbayern

ihren fünften Edeka-Markt – und

stellt Mitarbeitende ein. Kauffrau

Monika Prechtl hat für die eigenen Azubis

die Prechtl-Akademie gegründet, denn: „Wir

wollen die Azubis über die Zeit zu Leistungsträgern

entwickeln.“

Thema Onboarding von Auszubildenden

im LEH – wie geht es, wann startet es?

Onboarding beginnt in dem Moment, in dem

sich der Azubi bei uns bewirbt. Dann macht er

als Erstes ein Probearbeiten bei uns. Danach

kommt es optimalerweise zur Vertragsunterzeichnung.

Das ist für alle ein großer Schritt,

und deshalb stelle ich bei den Azubis immer

sicher, dass die Eltern mit dabei sind – jedenfalls

bei denen, die noch zu Hause wohnen.

Auch bei denen über 18?

Ja, auch bei Azubis über 18. Das ist eine Wertschätzung

gegenüber den Eltern. Sie haben

immer noch einen großen Einfluss, wenn die

Azubis noch zu Hause wohnen. Das ist immer

ein sehr schönes Gespräch und wir brauchen

für den Vertrag meistens eine Stunde ...

... eine ganze Stunde? Das ist sehr lange!

Ja, das ist sehr lange, das weiß ich. Aber es

ist eben eine Wertschätzung, und wenn ich

dann sage: “Jetzt feiert ihr! Schließlich habt ihr

nun einen Ausbildungsvertrag!“, sind immer

alle ganz gerührt.

Onboarding im Unternehmen beginnt mit

einer ganzen Einführungswoche in unserer

Akademie. Alle Azubis – egal welche Ausbildung

sie bei uns machen – starten mit fünf

ganzen Tagen in der Akademie.

Mancher würde sagen, da geht

Arbeitszeit verloren.

Ja, ich kenne dieses Denken – aber es stimmt

nicht. Was man anfangs in die Beziehung

investiert, bekommt man definitiv zurück.

Wenn man Personal langfristig binden

möchte, funktioniert es heute nur so, mit

Engagement für die Azubis, das am ersten

Praktikumstag anfängt.

Was sind die Themen in der ersten Woche?

Der erste Tag beginnt mit der Firmengeschichte,

es geht um Werte, um Leitlinien der Firma.

Dann haben wir eine Kommunikationsschulung

und eine Obst- und Gemüseschulung.

Außerdem gibt es einen Gesundheitstag, damit

die Azubis lernen, wie man mit seinen körperlichen

Kapazitäten umgehen kann, wie man

beispielsweise richtig hebt. Wir haben dafür

eine Sportwissenschaftlerin im Haus. Am

Ende der Woche machen wir mit allen Azubis

einen Ausflug, zu unseren Produzenten und in

ein Edeka-Lager. So lernen die „Neuen“ auch

gleich alle anderen kennen.

Mit zertifizierter

Ausbildung punkten

Bei der Zentralstelle für Berufsbildung

im Handel (ZBB) können sich

Ausbildungsbetriebe als

„Zertifizierter Ausbildungsbetrieb“

die Schulungsqualität mit Siegel

bestätigen lassen – Edeka Prechtl hat

den Prozess 2019 durchlaufen.

Edeka hat gemeinsam mit der ZBB

ein Programm für diesen

Qualitätsnachweis entwickelt.

In der zweiten Woche gehtʼs auf die Fläche?

Ja, und wenn die Azubis in den Markt kommen,

dann begrüßen sie als Erstes der Marktleiter

und der Pate. Jeder Azubi bekommt bei

uns einen Paten. Der führt ihn durch den

Laden. Und erst dann fängt der Azubi an,

auf der Fläche mitzuarbeiten. Es wird sehr

strukturiert gehandelt.

Wie wichtig ist das am Anfang?

Wir haben festgestellt,dass die Azubis heutzutage

ganz viel Struktur und Sicherheit brauchen,

sonst klappt es nicht. Sie schätzen es

sehr, wenn sie wissen: Der oder die ist für

mich zuständig.

Fotos: Edeka Prechtl

Das klingt nach einer sehr persönlichen

Beziehung.

Ja, aber so sind wir. Mir ist wichtig, dass man

das Elternhaus besser einschätzen kann. Ich

sage auch zu den Eltern: Wenn während der

Ausbildung Probleme entstehen, bitte reden

Sie zuerst mit ihrem Sohn, ihrer Tochter.

Und kommen Sie auch auf uns zu. Oft kann

man eventuelle Probleme auf kurzem Weg

ausräumen.

Wie geht es nach der

Vertragsunterzeichnung weiter?

Der Ausbildungsbeginn ist bei uns immer

der erste Montag im September, und das

Authentisch

Präsenz zeigen:

Auf Jobund

Ausbildungsmessen

der Region

informieren

die Azubis von

Edeka Prechtl

persönlich

über ihren

Job.

www.rundschau.de

19


70

Lieferanten

aus der Region versorgen

das E-Center Kohler in Offenburg im Gebäude

der Edeka Südwest. Es ist der 15. Kohler-Markt.

lang sind die Bedientheken im

E-Center Kohler. Die Käsetheke ist zusammen

56Meter

mit der SB-Käseauswahl zentral platziert.

Im goldenen Herz

des Südwestens

Im Erdgeschoss der neuen Edeka-Südwest-Zentrale im badischen Offenburg

hat die Familie Kohler ein weiteres E-Center eröffnet. Vom Picknickplatz

für Kunden bis zur Wein-Schatzkammer gibt es hier einiges zu bestaunen.

Was erwartet man, wenn Familie Kohler im

Headquarter-Gebäude der Edeka Südwest

einen Lebensmittelmarkt eröffnet? Uwe

Kohler, Kuratoriums- und Verwaltungsratsvorsitzender

der Edeka-Zentrale Hamburg, Aufsichtsratsvorsitzender

der Edeka Südwest und Kaufmann, repräsentiert

die Handelsmacht eines erfolgreichen Selbstständigen

und der Zentrale. Wenn die Kohlers (15 Märkte, Umsatz:

219 Mio. Euro 2024, rund 900 Beschäftigte) ein neues

E-Center eröffnen, muss es krachen. Und so ist es eine

Freude, sich hier umzuschauen, sich inspirieren zu lassen

und einzukaufen.

Nachdem die Edeka Südwest entschieden

hatte, das E-Center in Offenburg durch einen

Neubau zu ersetzen, wurde 2022 mit dem

Abriss des Gebäudes aus den 1970er-Jahren

begonnen. Im November 2022 erfolgte der

Spatenstich für ein sechsstöckiges Gebäude,

das nun ein Dienstleistungszentrum

mit Schulungsräumen und Büroflächen für

600 Beschäftigte beherbergt. Und ein Gebäude,

das 25 Prozent unter den heute vorgeschriebenen

Werten der Energieeffizienz liegt.

Ohne fossile Energie versorgt die Photovoltikanlage

auf dem Dach das Ensemble mit

selbst erzeugtem grünen Strom. Im Galeriegeschoss

versorgt die Gastronomie mit dem

Restaurant Herzstück (auch) die Mitarbeiter

der Zentrale – und im Erdgeschoss versorgt

das E-Center Kohler die Region mit Lebensmitteln

und dank der Haushaltswarenwelt

als Extra-Shop auch mit allem, was man zu

ihrer Zubereitung braucht.

E-Center der Superlative

Das alles funktioniert im großen Stil. Das

E-Center hat 5.500 Quadratmeter Verkaufsfläche:

56 Meter Frischetheke, 55.000 Produkte,

Fotos: Edeka Kohler/ Michael Bode; Martina Kausch

20 Branche • RUNDSCHAU 07/25


Store-Check

E-Center Kohler, Offenburg

Text: Martina Kausch

Wenn der Einkauf vor Ort Spaß macht, weil

man sich austauschen kann, probieren und

anfassen kann und inspiriert wird, dann

werden wir auch zukünftig erfolgreich sein.

Maximilian Kohler

Geschäftsführer, Edeka Kohler

△ Das Herz des E-Centers Kohler in Offenburg ist

die L-förmige Käsewelt, Käsestadl genannt.

▽ Der Kundenlauf startet mit der Obst- und

Gemüseabteilung in üppiger Pracht.

70 regionale Lieferanten, 13 klassische Kassen

und acht Self-Scanning-Checkouts – so lauten

die Hauptkennzahlen des Markts.

Eine ganz neue Kohler-Optik

Beeindruckend über die Zahlen hinaus ist aber

die bis ins kleinste Eck strategisch geplante

und durchdachte Konzeption und die für

einen Markt dieser Dimensionen erstaunlich

angenehme und freundliche Atmosphäre.

Im Gegensatz zu anderen, dunkler gestalteten

Kohler-Märkten präsentiert man sich

hier im neuen Look. „Unser Ziel war es, uns

weg vom edlen dunklen Showroom und hin

zur warmen Wohlfühl-Bubble zu bewegen“,

formuliert Maximilian Kohler, der Junior

unter den drei Geschäftsführern der Familie,

die neue Optik.

Helle Böden, Regale in Holzoptik, die wie

gefaltet wirkendende Holzdecke aus heimischen

Hölzern und vor allem das überall einströmende

Tageslicht machen das Bummeln

durch die Sortimente für die Kunden und das

Arbeiten für die Beschäftigten angenehm.

Durch eine Glasfront hat man sogar einen

Blick auf den Offenburger Stadtwald.

Kundenlauf der besonderen Art

Empfangen wird der Kunde durch eine topgepflegte

Obst-, Gemüse- und Blumenabteilung

mit Floristinnen als Fachpersonal auf

etwa 400 Quadratmetern. Auch Sushi gibt es

für die flotten Käufer gleich am Beginn des

Kundenlaufs mit Abkürzungsweg zur Kasse.

Über das Trockensortiment gelangt man zur

Mopro-Kühlung, die – ungewöhnlich – nicht

im hinteren Marktbereich platziert ist. „Wir

haben uns bewusst für den großen Standort in

der Mitte entschieden, um Molkereiprodukten

mehr Frequenz zu verschaffen“, erklärt Kohler.

Kern- und Schmuckstück des Markts

ist – neben der spektakulären Wein-,

www.rundschau.de

21


9

INTERVIEW

Noch mehr Bilder und Infos

vom neuen E-Center Kohler finden Sie online

auf der RUNDSCHAU Homepage – einfach

den QR-Code scannen und sich gut informieren.

Alexander Roske

Marktleiter

Was ist die Idee hinter der Haushaltswarenwelt

als Extra-Shop?

Das Konzept wurde in Lahr geboren,

dort haben wir einen Shop mit Tellern,

Töpfen, Deko – mit allem, was man zum

Zubereiten und Verzehren von Lebensmitteln

braucht. Es ist erprobt.

Was ist für Sie bei der Arbeit in

Offenburg die größte Freude?

Dass ich sozusagen als alter Edekaner

diesen Markt an der Zentrale der Edeka

Südwest leiten darf – das ist für mich

natürlich der Ritterschlag! Das ist eine

ganz besondere Aufgabe, man hat ja

hier auch eine gewisse Repräsentationspflicht

für die Edeka Südwest.

Was ist die größte Herausforderung?

Wir müssen dem Markt eine Seele einhauchen,

sicherstellen, dass die Mannschaft

funktioniert und das Top-Niveau,

aufrechterhalten, das das besondere

Erlebnis für die Kunden ausmacht.

△ Superlative regieren auch bei Fleisch und

Wurst: 15,4 Meter lang ist die Wursttheke,

14,5 Meter die für das Fleischangebot.

◁ Großzügigkeit

prägt den Markt

bei Gestaltung und

Angebot, auch bei

den gekühlten

Getränken.

Schaumwein- und Spirituosenabteilung

– die L-förmige Theke mit Käse und frischer

Feinkost.

Gekonnt platziert steht das SB-Käse-Angebot

unmittelbar neben der verlockenden Bedientheke,

wenn der Kunde zu den abgepackten

Produkten einschließlich des Bio-SB-Regals

greift. Einmal sich drehen genügt also, um

von den Verkostungsangeboten des Teams

um die Käsesommelière dort angesprochen

zu werden. Vielleicht ist dies eine erfolgreiche

Strategie, um gegen die tendenziell kleiner

werdende Bedeutung der Käse-Bedientheken

für den Umsatz anzuarbeiten. Insgesamt wird

hier Käse in Bedienung auf fast 16 Metern angeboten,

rund 550 Sorten stehen zur Auswahl.

Alles ist aufwendig und edel präsentiert .

41 Meter Fleisch, Wurst, Fisch

Im hinteren Marktbereich versorgt die

Fleisch-, Wurst- und Fischtheke auf insgesamt

41 Metern die Kunden mit Spezialitäten. Schottisches

Ochsen-Entrecote gehört ebenso zum

Angebot wie Eisbein, Rinderzunge, irisches

T-Bone-Steak, Cuts aus den USA und Iberico-

Filet. Grillfans wird viel Mariniertes ans Herz

22 Branche • RUNDSCHAU 07/25


Store-Check

E-Center Kohler, Offenburg

◁ Die Markt-Bäckerei

mit einem Café

bietet insgesamt

90 Sitzplätze im

Innenbereich und

auf der Terrasse.

Dass ich den Markt an der

Zentrale der Edeka Südwest

leiten darf, ist für

mich der Ritterschlag.

Alexander Roske

Marktleiter

_

MARKT-DATEN

E-Center Kohler, Offenburg

> Adresse: Wilhelm-Röntgen-Str. 1,

77656 Offenburg

> Öffnungszeiten: Montag bis

Samstag 7– 22 Uhr

> Eröffnet am: 26. Februar 2025

> Verkaufsfläche: 5.500 m2

> Zahl der Produkte: rund 55.000

> Zahl der Bio-Produkte: rund 5.000

> Zahl der Parkplätze: 400 (mit

E-Ladestationen)

> Zahl der Mitarbeitenden: 120

> Besonderheiten: 56 Meter Bedientheken,

Käsestadl, Markt-Bäckerei

mit Café, Budni Beautybox

gelegt, aber auch reine Gemüsespieße und als

praktische Lösung Gemüse in der Aluschale.

Backwaren gibt es nicht nur bei der Vorkassen-

Markt-Bäckerei mit Café im Eingangsbereich,

sondern auch im SB-Backshop zwischen

der O&G-Abteilung und dem Frühstückssortiment.

Kannibalisierung? Was

die Kunden möchten, sollten sie bekommen,

lautet das Kohler-Credo. Je nachdem, was

Die Kohlersche

Haushaltswarenwelt

ist ein extra

Shop gegenüber

dem Eingang

zum E-Center.

der Kunde zu welchen Anlass nachfragt, es

soll angeboten werden.

Luxus unterm Kristalllüster

Ein weiterer Markthöhepunkt ist die Wein-,

Schaumwein und Spirituosenabteilung mit

2.500 verschiedenen Weinen aller Preisklassen

– und in Deutschlands Südwesten mit viel

Regionalem aus Baden und Württemberg.

www.rundschau.de

23


Store-Check

E-Center Kohler, Offenburg

D

www.rundschau.de/service/store-check

Schauen Sie rein: Aktuelle Store Checks von Märkten

finden Sie auf der RUNDSCHAU-Homepage.

△ Kohlers Schatzkammer: Die Wein-, Schaumwein und Spirituosenabteilung

umfasst 2.500 Weine. Das Edelste wird unterm Kristalllüster präsentiert.

△ Das ist Liebe zum Detail: Die Semmeln für

Fischbrötchen haben Muschelform.

▽ Feines aus Frankreich in der Käsetheke. 23 Kilometer

ist Offenburg von Strasbourg entfernt.

Besonders Exquisites präsentiert man im

Glaskubus als Kohlers Schatzkammer

unterm Kristalllüster.

Doch auch wenn man im Trockensortiment

stöbert, sich für außergewöhnliche Gewürze

interessiert oder schlicht einen besonderen

Saft möchte – alle Sortimente bieten neben

dem Üblichen Besonderes. Selbst nach abgeschlossenem

Bezahlvorgang kann man

unmittelbar bei Verkostungsaktionen Frisches

erwerben. Der Platz vor dem Ausgang wird

auch noch gut bespielt.

Restaurant und Picknick-Ecke

Dass man in der Wilhelm-Röntgen-Straße ein

besonderes Gastroangebot findet, liegt an der

Nutzung des Gebäudes, denn es ist eben Sitz

der Edeka Südwest. Das Restaurant Herzplatz

auf der Galerieebene mit Blick über das E-Center

bietet für Edeka-Beschäftigte und Kunden

sowohl klassische Restaurantbestuhlung als

auch Loungemöbel und -zonen.

„Bei der Inneneinrichtung haben wir bewusst

unterschiedliche Gästebedürfnisse

in den Blick genommen“, erläutert Andreas

Geiß, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb Sonder-

formen der Edeka Südwest. Das Speisenangebot

umfasst täglich fünf verschiedene Hauptmenüs,

Pizza, hausgemachte Pasta, Spezialitäten

vom Grill und aus dem Wok, diverse

Salate und Bowls, aber auch ein traditionelles

Gericht aus der Region. Die Gerichte kann

man auch zur Abholung bestellen. Sogar eine

Picknick-Ecke gibt es auf der Galerie: Wer im

Markt in Erdgeschoss Gutes eingekauft hat, soll

es in schönem Ambiente verzehren können.

Kohlers Zukunftsideen

15 Märkte betreibt die Familie Kohler aktuell

in der Region. Was ist Maximilian Kohler für

die Zukunft wichtig – auch angesichts der

Online-Konkurrenz? Er setzt auf das durch

LEH-Profis kuratierte Angebot vor Ort. „Ich

denke, auch in Zukunft ist es wichtig, dass die

Atmosphäre stimmt und man die richtigen

Produkte am richtigen Platz hat.“

Kohler sieht die Märkte als „Orte der Begegnung“,

in denen man sich gerne aufhält

und durch eine Top-Produktauswahl inspiriert

wird. „Wenn der Einkauf vor Ort Spaß macht,

weil man sich austauschen kann, probieren

und anfassen kann und inspiriert wird, dann

24 Branche • RUNDSCHAU 07/25


Wir müssen das Top-Niveau

aufrechterhalten, das das besondere

Erlebnis für die Kunden ausmacht.

Alexander Roske

Marktleiter

werden wir auch zukünftig erfolgreich sein.“

Vieles, was man im stationären Handel erlebe,

sei beim Online-Einkauf nicht möglich

oder schwierig: „Bei uns kann man den Käse

probieren, für den man sich interessiert, die

Erdbeeren aus der Region genau begutachten,

bevor man sie kauft.“

Um den Erlebnischarakter vor Ort über das

Sortiment hinaus zu stärken, veranstalten die

Kohler-Märkte Events, die digital beworben

werden. Wie sich das Unternehmen auf Facebook

und Instagram zeigt, ist besonders. So

präsentieren Mitarbeitende beispielsweise

Gewinnspiele von Herstellern oder Marktleiter

Roske lädt begeistert zum Schlemmerabend

ein und präsentiert gekonnt die Liste der mitmachenden

Produzenten. Als Handelsunternehmen

mit Abenden vom Pokémon-Tausch

bis zum Tanz in den Mai – das Unternehmen

Kohler prägt die Region.

△ Schlemmen auf der Galerie mit Blick auf den

Markt – auch das ist in Offenburg im Restaurant

Herzplatz möglich.

Das perfekte Schulbrot

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Informationen zu der

Kooperation finden Sie unter:

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Branche

Lebensmittelpreise

Kritischer Blick am Regal: Deutsche Konsumenten

vergleichen die Lebensmittelpreise genau.

26 Branche • RUNDSCHAU 07/25


POS-Marketing-Report 2025

Preis ist nicht alles: Der Erfolg am PoS hängt von

vielen weiteren Parametern ab, wie dieser Report

zeigt. rundschau.de/pos-marketing-report-2025

Text: Marcelo Crescenti

Eine Frage des Preises

Deutsche Lebensmittelhändler überbieten sich derzeit mit Preissenkungen – und reagieren

damit auf die Forderungen vieler Kunden nach günstigeren Lebensmitteln. Die Rabattschlacht

auf breiter Front wird medienwirksam ausgetragen und wirbelt die Branche durcheinander.

Vor allem für Discounter und Markenanbieter steht viel auf dem Spiel.

Was bisher geschah: die große

Preislawine. Lidl senkt die Preise

von 500 Artikeln, bei Aldi sind

es angeblich tausend. Norma

kündigt „die größte Preissenkung der Unternehmensgeschichte“

an, Rewe erinnert daran,

dass 4.000 Produkte im Sortiment „immer so

günstig sind wie bei Discountern“. Bei Edeka

sollen es sogar 12.000 sein. Auch bei Kaufland

wird einiges preiswerter – Zaziki, Nuss-

Mix, Bratwurst. Im Lidl-TV-Spot singt Sarah

Connor „Einigkeit und Preis und Kaufkraft /

für das deutsche Portemonnaie“ zur Melodie

der deutschen Hymne.

Kein Krokodil im Baggersee, kein Problembär,

keine Berliner Löwin, die sich als Wildschwein

entpuppt: Das Thema dieses Sommers

droht die Jagd nach dem niedrigsten Preis

zu werden. Die Händler senken öffentlichkeitswirksam

Preise und reagieren damit auf

die Empfindung einer breiten Bevölkerungsschicht,

wonach alles teurer wird – vor allem

Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs.

Teuerung „beherrschendes Thema“

„Die Kunden sind derzeit so preisempfindlich

wie noch nie“, stellt der erfahrene fränkische

Edeka-Händler Manfred Degen fest. Dabei

haben die Verbraucher vor allem die Preise

im LEH im Fokus, so Degen: „Der Betrag, den

sie für den Aperol Spritz am Abend zahlen, ist

für sie offenbar nicht so relevant. Doch wehe

die Flasche im Regal wird teurer – dann geht

das Lamento los.“

Dass die Deutschen derzeit besonders auf

ihre Ausgaben achten, belegt eine aktuelle

Studie der Unternehmensberatung Boston

Consulting Group (BCG): Demnach bewerten

62 Prozent der Verbraucher die wirtschaftliche

Lage negativ – ein Anstieg um zehn Prozentpunkte

gegenüber 2024. Ein Drittel macht sich

Sorgen um die persönliche Finanzlage. Die

Furcht vor weiteren Teuerungen ist derzeit

„das beherrschende Thema“, so die Studie:

70 Prozent erwarten ähnliche Preissteigerungen

wie im vergangenen Jahr.

In diesem Kontext wirken die aktuellen

Preissenkungen geradezu wie Zucker

Preis-Testimonial: Sarah Connor sang auf

einem Lidl-TV-Spot eine Spar-Hymne, um auf

Preissenkungen beim Discounter aufmerksam

zu machen – und kaufte dabei ein Glas Brühe.

www.rundschau.de

27


Branche

Lebensmittelpreise

70 %

Teuerung im Blick

Obwohl die Inflationsraten

zuletzt gesunken sind, bleiben die

Deutschen preissensibel: Laut

einer Studie gehen 70 Prozent

der Konsumenten von weiteren

Preisanstiegen aus.

Quelle: Boston Consulting Group (BCG)

▽ Abstimmung mit den Füßen: Experten sind skeptisch, ob sich Preissenkungen

lohnen, wenn alle Wettbewerber es gleichzeitig tun.

(Preisentwicklung 2024: – 5 %) für den

Körper: Kurzfristig liefern sie neue Energie

und bessere Laune, können aber später

zweifelhafte Nebenwirkungen haben. Schon

warnen Bauernverbände vor dem gestiegenen

Kostendruck auf Seiten der Erzeuger, die

Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)

fordert angesichts der Aufs und Abs am Regal

mehr Transparenz bei der Preisgestaltung

sowie eine Preisbeobachtungsstelle. Und

einige Experten zweifeln, ob der Aktionismus

dauerhaft zu Ertragsverbesserungen im

Lebensmittelhandel beitragen wird.

Markenartikler unter Druck

Mit der aktuellen Preisoffensive wollen vor

allem die Discounter, allen voran Lidl und

Aldi, ihr sorgsam gepflegtes Image als Anbieter

günstiger Lebensmittel schützen. Seit 2021

sind die Lebensmittelpreise in Deutschland

insgesamt um fast 33 Prozent, die Gesamtinflationsrate

dagegen um 20 Prozent gestiegen,

hat der vzbv ausgerechnet. Deutschland

galt schon immer als Paradies für Schnäppchenjäger.

Doch eine Studie der Preisvergleichs-App

Smhaggle für die Süddeutsche

Zeitung legt nun nahe, das mittlerweile etliche

Produkte im französischen oder im niederländischen

LEH billiger zu haben sind als

hierzulande – darunter Pringles-Chips oder

Heinz-Tomatenketchup.

Gerade Markenartikel geraten derzeit unter

Druck, beobachtet Karin von Funck, Expertin

für Konsumgüter bei der Boston Consulting

Group: „Preis schlägt Marke, Nutzen sticht

Image“, fasst sie die Lage zusammen. Laut

BCG-Studie sinkt die Markentreue spürbar

– je nach Produktkategorie sind zwischen

60 und 75 Prozent der Verbraucher bereit, für

günstigere Angebote auf andere Marken auszuweichen.

Zudem sind Handelsmarken hierzulande

gefragter als im Ausland, vor allem

im Bereich Körperpflege und Lebensmittel.

Hier liegt die Akzeptanzquote bis zu zehn

Prozentpunkte höher als der EU-Durchschnitt.

„Unsere größte Preissenkung aller Zeiten

lohnt sich“, wirbt Lidl aktuell auf allen

„Preissenkungen stellen kein

Wettbewerbsvorteil dar, wenn

die Konkurrenz schnell nachzieht.

Und ob sie dem Ertrag

dauerhaft helfen, ist fraglich.“

Dr. Tobias Maria Günter

Strategieberatung Simon-Kucher

Kanälen. Doch rechnet sie sich für das Unternehmen

auch? Experten sehen das kritisch.

In der ersten Woche nach der Ankündigung

Ende Mai ging der Anteil des Discounters

an den gesamten Kundenbesuchen im LEH

sogar zurück, meldet Accurat, ein Spezialist

für Datenanalyse. Der Grund sei die schnelle

Reaktion der Wettbewerber gewesen.

Zweifeln am Rabatterfolg

„Preissenkungen stellen kein Wettbewerbsvorteil

dar, wenn die Konkurrenz schnell

nachzieht“, bestätigt Dr. Tobias Maria Günter

von der Strategieberatung Simon-Kucher. Er

beschäftigt sich seit 25 Jahren mit Preisen und

Preispolitik und ist skeptisch ob der positiven

Fotos: stock.adobe.com/Natalia; Saniago Engelhardt (2), Martina Kausch, Unternehmen

28 Branche • RUNDSCHAU 07/25


_

INFO

So geht man am Point of

Sale mit Vorwürfen

der Preistreiberei um

„Händler sollten

langfristig in ein attraktives

Einkaufserlebnis investieren,

statt kuzfristig auf

Preisverhau zu setzen.“

Stephan Grünewald

Rheingold Institut

Viele LEH-Kunden sind durch die

Preisanstiege der jüngsten Vergangenheit

genervt und machen den

Handel dafür verantwortlich. So

einfach ist das aber nicht: Insgesamt

sind höhere Preise auf höhere Kosten

zurückzuführen. Das PoS-Personal

sollte hier entsprechend vorbereitet

sein. Der PoS-Spezialist und Verkaufstrainer

Michael Stangier schlägt

eine Drei-Phasen-Strategie vor:

Wirkung der aktuellen Rabattschlacht: „Hier

werden Preissenkungen mit der Gießkanne

verteilt, wir raten aber eher zur Wasserpistole

– also zu intelligenten, kundenindividuellen

Maßnahmen.“ Es sind Zweifel angebracht,

ob solche Aktionen dauerhaft zu mehr Ertrag

führen, so Günter: „Es wird spannend

zu sehen, was die langfristigen Effekte auf

Frequenzen und auf die Performance einzelner

Produktkategorien sein werden.“

Gefährdetes Handelsparadies

Preissenkungen auf breiter Front können

dem Image des LEH beim Konsumenten auch

schaden, warnt Stephan Grünewald, Leiter des

Rheingold Instituts in Köln. Zur schleichenden

Entwertung von Marken komme der Vertrauensverlust

in die Einkaufsstätten hinzu.

„Wenn Rabatte so offensiv angeboten werden,

kann der Kunde das Gefühl bekommen, dass

die Preise vorher insgesamt zu hoch waren“,

sagt der Psychologe. „Zudem wird damit die

Strategie der Dauertiefpreise untergraben,

die Kunden Verlässlichkeit bietet.“ Das Angebots-Hopping

nimmt zu, die Treue nimmt ab.

Laut Grünewald stellen Supermärkte in

den aktuell krisenhaften Zeiten Inseln dar, in

denen die Welt noch in Ordnung ist: „Draußen

sind die Probleme, die kaputte Infrastruktur,

die unpünktliche Bahn. Im Supermarkt dagegen

sind die Regale voll, alles funktioniert.

Händler sollten also lieber langfristig in ein

attraktives Einkaufserlebnis investieren, statt

kurzfristig auf Preisverhau zu setzen.“ ☐

1. Deeskalation: Zeigen Sie Verständnis

für den Kunden, schließlich

sind wir alle durch Preissteigerungen

betroffen. „Ich verstehe Sie.“

2. Argumentation: Verweisen Sie auf

die Gründe hinter der Preissteigerung,

etwa höhere Energieund

Logistikkosten.

3. Auflösung: Weisen Sie auf Preissenkungen

hin sowie auf Rabattaktionen

und ggf. auf die Möglichkeit,

günstigere Produkte als Eigenmarke

einzukaufen. Gehen Sie auf ein

konkretes Produktbeispiel ein.

▽ Qual der Wahl: Die Lebensmittelhändler überbieten sich mit Preissenkungen

und Rabatten. Schnäppchenjäger haben Konjunktur.

▽ Preissignal an die Kunden: In Österreich bietet der Lebensmittelhändler

Spar ein „Obst- und Gemüse-Kisterl“ mit reduzierter Ware.

www.rundschau.de

29


Branche

Presse

Text: Sibylle Menzel Foto: Christian Bierwagen

DEUTSCHLANDS

BESTES

PRESSE

REGAL

2025

In Kooperation mit:

Presse lohnt sich!

Die Top-Tipps aus erster Siegerhand: Edeka Wucherpfennig gehört

zu den Preisträgern von Deutschlands Bestem Presseregal.

Thorsten Wucherpfennig verrät, warum sich die Regalpflege auszahlt.

Die Anmeldephase läuft:

Bewerben Sie sich jetzt!

Sie und Ihr Team lieben es, Kunden

ein gut strukturiertes, gepflegtes

Presseregal zu präsentieren? Dann

zeigen Sie es uns! Dokumentieren

Sie Ihre Leistungen und Erfolge

mit Fotos oder kleinen Clips und

bewerben Sie sich um den Award

Deutschlands Bestes Presseregal 2025.

Anmeldeschluss ist der 14. Juli 2025.

Unter rundschau.de geht es direkt zur

Online-Anmeldung.

Unterstützt von:

Erst Sprachlosigkeit, dann Begeisterungssturm:

„Was Edeka Wucherpfennig auf

seinen rund 39 Regalmetern an Presseleistung

liefert, ist einmalig“, lautete

das Fazit der Expertenjury. Geschäftsführer

Thorsten Wucherpfennig gibt einen Einblick,

worauf es im Pressesortiment ankommt.

Worauf legen Sie beim Presseregal ganz

besonderen Wert?

Titel in Vollsicht zu zeigen, ist für uns ein

entscheidender Aspekt. Dafür haben wir

bewusst den Platz geschaffen. Der Rest ist,

wie in anderen Sortimenten auch: Pflege,

Pflege, Pflege. Und zwar mehrmals am Tag,

damit die Regale immer ordentlich aussehen.

Das verlangt Arbeitseinsatz ...

Richtig. Es ist dabei einfach wichtig, dass Mitarbeitern

die Verantwortung gegeben wird;

nur so nebenbei kann man sich nicht damit

beschäftigen. Der Einsatz zahlt sich auch in

der Kundenbetreuung aus, wenn Mitarbeiter

entsprechend gut beraten können. Zeigt man

Interesse, stellt sich in der Regel auch der

Thorsten Wucherpfennig

Geschäftsführer

Edeka Wucherpfennig

Erfolg ein. Grundsätzlich ist Presse ja ein

risikoloses Geschäft mit guter Marge.

Ihr Tipp für die Sortimentsgestaltung?

In regelmäßigen Abständen die Kategorien

durchleuchten, so wie es in allen Sortimentsbereichen

selbstverständlich ist. Wir registrieren

zum Beispiel immer saisonale Interessenverschiebungen:

Im Winter sind mehr

Hobby-Magazine gefragt, im Sommer solche

für die Gartenarbeit. Aktuell legt das Interesse

an Lifestyle-Publikationen deutlich zu, an

Computer-Zeitschriften lässt es nach. Es lohnt

sich, auf solche Beobachtungen zu reagieren

und das passende Angebot zu haben. ☐

30 Branche • RUNDSCHAU 07/25


Verbandsinfo

HDE

Für Abschaffung des Soli

Mindestlohn-Diskussion

BESCHÄFTIGUNG Mit Blick auf die in diesem Jahr

anstehende Entscheidung der Mindestlohnkommission

macht der Handelsverband Deutschland (HDE) klar, dass

eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns fatale Konsequenzen

haben könnte. So zeigt eine aktuelle HDE-Umfrage

unter rund 550 Handelsunternehmen aller Größen,

Branchen und Vertriebsformen, dass zwei Drittel der

befragten Unternehmen mit negativen Auswirkungen

auf die Beschäftigung bis hin zu Entlassungen rechnen.

www.einzelhandel.de

ABGABEN Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt

die von Bundeskanzler Friedrich Merz geforderte Abschaffung

des Solidaritätszuschlags. Eine Streichung des Soli

würde laut Verband maßgeblich zur Stärkung des Mittelstandes

sowie der Verbraucher und der Binnenkonjunktur beitragen.

„Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags ist lange überfällig. Es ist

daher richtig und wichtig, dass sich der Bundeskanzler so klar dafür

ausspricht“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der Einzelhandel

sei mit 90 Prozent Personengesellschaften besonders von der

Belastung durch den Soli betroffen. „Der Solidaritätszuschlag belastet

sowohl die Einkommen der Verbraucherinnen und Verbraucher

als auch die Gewinne der Handelsunternehmen, vor allem die der

zahlreichen Familienunternehmen. Das geht auf Kosten der Investitionen

der Unternehmen und der Konsumnachfrage“, betont Genth.

In der Vergangenheit bestand zwischen dem Solidaritätszuschlag

und den Solidarpakten I und II eine Verbindung. Da der Solidarpakt II

2019 ausgelaufen ist und durch einen reformierten Finanzausgleich

ersetzt wurde, besteht laut HDE kein finanzieller Sonderbedarf, der

durch eine Ergänzungsabgabe abgedeckt werden sollte. „Den Solidaritätszuschlag

jetzt abzuschaffen, ist das richtige Signal für eine Belebung

der Konjunktur und die Stärkung des Mittelstands“, so Genth.

Umgang mit Paketmassen aus Fernost

ZOLL Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert rasche Veränderungen beim Umgang mit

den Paketmassen, die die EU aus Fernost erreichen. Insbesondere die Sendungen über die Online-

Plattform Temu und den Onlinehändler Shein stehen dabei im Fokus der Kritik. Denn die über die

beiden Unternehmen verschickten Waren entsprechen oft nicht den hiesigen Produktsicherheitsvorgaben.

Zudem wird der Warenwert häufig falsch deklariert. „Der Zoll braucht die entsprechende

Ausstattung und einen klaren Schritt in Richtung Digitalisierung, um die Paketmassen aus China

zumindest in vernünftigen Stichproben kontrollieren zu können. Ansonsten macht dieser unfaire

Wettbewerb die bei uns heimischen Händler, die sich an alle Regeln halten, wirtschaftlich kaputt“, so

HDE-Präsident Alexander von Preen.

www.einzelhandel.de

Fotos: stock.adobe.com/Zerbor, Medienzunft Berlin

Konsumzurückhaltung

schwindet nur langsam

KONSUM Unter den Verbraucherinnen und Verbrauchern

wächst der Optimismus, ihre Stimmung verbessert sich im Juni.

Wie aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes

Deutschland (HDE) hervorgeht, steigt der Index so stark wie

zuletzt im Sommer vergangenen Jahres. Für eine spürbare Erholung

des privaten Konsums ist allerdings eine weitere und kontinuierliche

Aufhellung der Verbraucherstimmung notwendig.

Noch bleibt sie deutlich hinter ihrem Vorjahresniveau zurück.

www.einzelhandel.de/konsumbarometer

Das ist der Trend im Juni:

97,51 98,86 97,76 97,70 96,93 97,25 97,54

95,62 96,09

96,13

94,99 95,31 96,02 96,10 97,35

95,36

93,72

02/24 03/24 04/24 05/24 06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25 03/25 04/25 05/25 06/25

Quelle: HDE

www.rundschau.de

31


Vielfalt aus Bayern

Genauso facettenreich wie die Landschaften des Freistaats präsentieren sich auch die

landwirtschaftlichen Erzeugnisse und daraus hergestellten Lebensmittel. Die kulinarischen

Spezialitäten erfreuen verlässlich Herz und Gaumen der Verbraucher, wie sich auch in den

Zahlen widerspiegelt: Der Umsatz des produzierenden Ernährungsgewerbes lag im vergangenen

Jahr bei 41 Milliarden Euro. Der Export der Waren erreichte dabei ein neues Umsatz-Allzeithoch

und konnte um 4,5 Prozent auf 12,64 Milliarden Euro anwachsen.

32

Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


Sortiment

Länderreport Bayern

9

INTERVIEW

Text: Silke Detlefsen

Im produzierenden

Ernährungsgewerbe

Bayerns

waren im Jahr 2024

146.900 Menschen

beschäftigt.

Quelle: alp Bayern

Was den Export aus Bayern betrifft,

waren die drei umsatzstärksten tierischen

Produkte 2024 laut den Zahlen

des Statistischen Landesamtes Käse (2,2 Mrd.

Euro), Milch und Milcherzeugnisse (1,4 Mrd.

Euro) sowie Fleisch und Fleischwaren (1,3 Mrd.

Euro). Neben den zweistelligen Steigerungen

bei Hopfen und Zucker erhöhten sich die

wertmäßigen Ausfuhren der übrigen Erzeugnisse

im einstelligen Bereich. Das wichtigste

Ausfuhrland war demnach Italien (2,1 Mrd.

Euro), gefolgt von Österreich (1,7 Mrd. Euro)

und den Niederlanden (900 Mio. Euro).

Verdeutlichen, was Qualität bedeutet

Aber auch in Deutschland selbst kommt Ware

aus Bayern nach wie vor gut an; beim Umsatz

des produzierenden Ernährungsgewerbes

konnte man hier ebenfalls ein Plus verzeichnen,

das im Vergleich zum Vorjahr bei 1,2 Milliarden

Euro insgesamt (In- und Ausland) lag.

Diese positiven Entwicklungen mit verschiedenen

Aktivitäten weiter zu fördern,

ist das Ziel der alp Bayern: der „Agentur für

Lebensmittel – Produkte aus Bayern“, die

beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung,

Landwirtschaft, Forsten und Tourismus

(StMELF) angesiedelt ist. Zu ihrem

Maßnahmenpaket gehört es etwa, regionale

bayerische Lebensmittel und Bio-Produkte

mittels verschiedener Siegel, Marketingkampagnen

und Events bekannter zu machen. 2002

wurde das Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm

„Geprüfte Qualität – Bayern“

(GQB) eingeführt, das sich mittlerweile als

Siegel zur Kennzeichnung höherer Qualität

in Kombination mit bayerischer Herkunft

etabliert hat. Rund 14.000 zertifizierte landwirtschaftliche

Betriebe sowie 450 Betriebe

der Ernährungswirtschaft nehmen laut alp

Bayern mittlerweile daran teil; es bezieht sich

auf über 25 Produktkategorien, etwa Rindund

Schweinefleisch, Obst, Gemüse, Milch

und Milchprodukte. Cirka 2.900 LEH- und

Bäckereifilialen sind in das Kontrollsystem

eingebunden, sodass GQB-Produkte heute

quasi flächendeckend im bayerischen Lebensmittelhandel

vertreten sind. Laut der aktuellen

„Bayernumfrage 2025“ der TU München

kennen 81 Prozent der Verbraucher aus dem

Freistaat dieses Label. Damit liegt es zwar

hinter dem EU Bio-Siegel (ca. 87 %), aber deutlich

vor dem Regionalfenster (49 %).

Regionale Bio-Produkte im Fokus

Im Ranking folgt das bayerische Bio-Siegel

(BBS), das laut der Studie heute 44,6 Prozent

aller bayerischen Konsumenten ein Begriff

ist. Es wurde 2015 zur Kennzeichnung bioregionaler

Lebensmittel eingeführt. Zum

Ende des letzten Jahres waren rund 600 Zeichennutzer

(Verarbeiter und Händler), 2.200

teilnehmende Landwirtsbetriebe und über

3.500 Produkte registriert. Die entsprechende

Palette an Waren reicht von Milchprodukten

über Fleisch, Obst sowie Gemüse bis hin zu

Kräutern und Getränken.

Im Herbst des vergangenen Jahres wurde

auch die Initiative „30 für 30“ abgeschlossen.

In deren Rahmen wurden von 2021 bis 2024 in

sechs Runden insgesamt 30 Leuchttürme für

„Bio aus Bayern“ gekürt. Alle ausgezeichneten

Betriebe nutzen das Bayerische Bio-Siegel

„und bringen mit innovativen Ideen die bioregionale

Ernährung in Bayern voran“, wie

die alp Bayern betont. Darunter finden sich

Unternehmen, die Tofu herstellen und weiter

veredeln, Apfelschorlen aus Streuobst vermarkten

oder sich der Wiederbelebung des

Urgetreides Emmer verschrieben haben. Alle

Projekte werden unter www.biosiegel.bayern/30fuer30/

mit kleinen Filmen vorgestellt.

Gutes vor Ort erleben können

2025 jähren sich zudem die Bio-Erlebnistage

zum 25. Mal, die damit ein besonde-

Anton Kreitmeir

Leiter der

alp Bayern

Beim GQB-Siegel sind im Hinblick

auf den LEH auch in diesem Jahr weitere

Einsätze der GQB-Botschafter

geplant. Welche genau?

Die Botschafter sind beim Kunden eine

geschätzte Informationsquelle – sie bieten

Infos aus erster Hand und schaffen

die Verbindung vom Erzeuger bis zur

Ladentheke. Neben den allgemeinen

Einsätzen im LEH werden die Botschafter

bei einer Handelskette in Bayern

speziell an der Fleischtheke zum Einsatz

kommen. Dabei stehen die Fleischwaren

rund um Schwein, Geflügel und Rind im

Fokus. Gerade im Fleischbereich sind

für Verbraucher Fragen im Mittelpunkt,

die weit über das Produkt im LEH hinausgehen,

etwa zur Tierhaltung, zur

Fütterung der Tiere oder zum Transport.

Hier bieten unsere Botschafter einen

besonderen Mehrwert. Weitere Einsätze

sind mit dem Fokus Backwaren geplant.

Welche weitere Unterstützung bieten

Sie den Märkten in diesem Jahr an?

Wir führen auch 2025 wieder bayernweite

Kommunikationskampagnen zu

unserem Siegel „Geprüfte Qualität –

Bayern“ durch. Aufmerksamkeitsstarke

Motive und der aktivierende Claim

„Regional statt egal“ machen Lust auf

regionale Produkte und sprechen die

Verantwortung beim Einkauf an.

www.rundschau.de

33


Sortiment

Länderreport Bayern

◁ Im vergangenen Jahr entfielen die größten

Umsatzanteile des produzierenden Ernährungsgewerbes

in Bayern auf die Milchverarbeitung

(15,5 Mrd. Euro), das Schlachten und die Fleischverarbeitung

(6,3 Mrd. Euro) sowie die Herstellung

von Bier, Backwaren und Futtermitteln.

Es folgten die Mineralwassergewinnung und

Herstellung von Erfrischungsgetränken sowie

die Obst- und Gemüseverarbeitung.

res Jubiläum feiern können. Was macht

das Konzept der Event-Reihe so erfolgreich?

Dass Interessierte jedes Jahr im Spätsommer/Herbst

hautnah erleben können, wo

ihre Bio-Lebensmittel herkommen, wie viel

harte Arbeit hinter den verschiedenen Produkten

steckt und wer dafür verantwortlich

ist, erläutert Anton Kreitmeir, Leiter der alp

Bayern. „Rund 200 Betriebe sind auch 2025

wieder engagiert und kreativ dabei: Eine Hofführung,

ein Tag der offenen Tür oder eine

Mitmachaktion machen Bio direkt erlebbar.

Denn: Wer einmal auf der Streuobstwiese

Äpfel pflückt, den Imker bei der Honigernte

begleitet oder beim Käsen zusieht, bekommt

einen neuen Blick darauf, wie viel Sorgfalt

und Handarbeit in Bio-Lebensmitteln steckt

– und entwickelt eine tiefe Wertschätzung

für deren Qualität“, ist sich Kreitmeir sicher.

„Wir unterstützen Bio-Betriebe von Unter-

franken bis Niederbayern dabei, dass sie vom

29. August bis zum 5. Oktober ihre Tore öffnen.“

Seit dem Start vor einem Vierteljahrhundert

haben bereits über 8.000 Veranstaltungen

Interessierte dazu eingeladen, den Alltag der

verschiedenen Betriebe zu erleben, miteinander

ins Gespräch zu kommen oder sich vor

Ort mit allen Sinnen über den ökologischen

Landbau zu informieren.

Auch eine Chance für den Handel

An den Bio-Erlebnistagen können alle bayerischen

Bio-Unternehmen aus Landwirtschaft,

Verarbeitung, Handel und Gastronomie teilnehmen.

Und es sind tatsächlich nicht nur

Direktvermarkter dabei. „Wir freuen uns, dass

immer mehr Erzeuger und Verarbeiter mit dem

Bayerischen Bio-Siegel mitmachen – damit

schaffen wir bei den Besuchern die nachhaltige

Verbindung zwischen dem Erlebnis vor

Die GQB-Botschafter sind bei Kunden

eine geschätze Informationsquelle.

Sie bieten Infos aus erster Hand.

Anton Kreitmeir

Leiter, alp Bayern

Ort und dem Produkt im LEH“, so Kreitmeir.

Und wie kann man sich konkret einbringen

– insbesondere auch der Handel? „Hier gibt

es ganz unterschiedliche und fantasievolle

Angebote, von klassischen Hofführungen und

-festen über Ernteaktionen und Erntedankfeste

bis hin zu bunten Mitmach-Aktionen,

Koch- und Backkursen. Übrigens werden

jedes Jahr die fünf schönsten Veranstaltungen

durch Landwirtschaftsministerin Michaela

Kaniber ausgezeichnet. Die Betriebe erhalten

ein Preisgeld und werden im Rahmen einer

Veranstaltung, beispielsweise der Biofach,

pressewirksam der Öffentlichkeit vorgestellt.“

Wer zu den Gewinnern gehört, kann von seinem

Engagement also gleich im mehrfacher

Hinsicht profitieren.

Mit Blick auf die jüngere Generation

Bei den Kampagnen werden auch die sozialen

Medien immer wichtiger. Beim GQB-Siegel

werden die Maßnahmen daher etwa nicht nur

als klassisches Plakat umgesetzt, sondern auch

auf dem Instagram-Auftritt „gq_bayern“. „Die

hohe Bekanntheit von GQ möchten wir halten

und den Verbraucher weiterhin von unseren

Benefits überzeugen – damit beim Einkauf

klar ist: ‚Mehr Qualität, als du denkst. Mehr

Regionalität, als du glaubst. Mehr Kontrolle,

als das Gesetz verlangt‘.“

Fotos: www.stock.adobe.com/CPN, Foto-Wolle; Burgis/Marcel Buchstaller, Just Taste, Slyrs, Unternehmen

34

Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


Eine zünftige Prise

Frisch, fruchtig, würzig oder sogar tabakfrei – im

Sortiment von Pöschl ist für jeden etwas dabei.

Neuer Trend-Snack

Knödel goes Pommes: Aus den Burgis Roundies könnte

der neue Bayern-Star am Pommes-Himmel werden.

Nicht nur im Freistaat gibt

es immer mehr Schnupftabak-Liebhaber,

denen das

1902 von Alois Pöschl gegründete

Traditionshaus Geschmacksund

Sortenvielfalt bietet. Zu den

bekanntesten und ältesten Marken

gehören Gletscherprise und

Gawith, die sowohl in Deutschland

als auch international geschätzt

werden. 2025 feiern beide

„Geburtstag“: Gawith Snuff gibt

es seit 50 Jahren, Gletscherprise

bereits seit 55 Jahren. Die jüngste

Kreation des Hauses, die JBR-Pro-

duktfamilie, verbindet neue und

außergewöhnliche Geschmacksrichtungen

wie Tonkabohne,

Lakritz und Vanille (JBR Black)

oder, bei JBR Red Snuff, extrem

fruchtigen Kirschgeschmack mit

einer feinen Mentholnote.

Tabakfreie Schnupfpulver

Ebenfalls beliebt sind die tabakund

nikotinfreien Schnupfpulver

Schneeberg und Ozona Snuffy

Weiß. Diese sorgen im Sommer

für Erfrischung und im Winter

für eine freie Nase.

www.poeschl-tobacco.com☐

◁ Gut für Zusatzumsatz:

Ozona Snuffy

Weiß (tabak-/nikotinfrei)

oder Gawith

Snuff, den es seit

50 Jahren gibt.

Zwei Drittel der Wiesnzelte

beziehen ihre Knödelspezialitäten

vom Neumarkter

Familienunternehmen Burgis.

Nicht nur auf dem Oktoberfest,

sondern auch auf anderen Festen,

in Kantinen, Restaurants oder

auf dem privaten Mittagstisch

sind Burgis-Knödel zu finden.

Denn: Die Bayern lieben ihre

Knödel. Jetzt könnte ein neuer

Lieblingssnack die Volksfeste

und Foodtrucks erobern: die lecker-knusprigen

und goldenen

Burgis KnödelPommes. Zu Hause

können sich Pommes-Fans ihre

KnödelPommes ganz einfach aus

den Burgis-Roundies in der Heißluftfritteuse

zubereiten.

In zwei Varianten

„Die Roundies sind ein unverfälschtes,

auf den Punkt vorgedämpftes

Burgis-Knödelprodukt

△ Die Burgis Roundies sind die Basis

der knusprigen KnödelPommes.

in Form eines Talers. Erhältlich

sind sie in den zwei Varianten

‚Fein-Würzig‘ und ‚Mit Kräutern‘“,

sagt Timo Burger, der das Unternehmen

mit Christina Weiß

führt. Außer in der Fritteuse lassen

sich die KnödelPommes in der

Pfanne oder im Ofen zubereiten.

https://burgis.de/rezepte/

roundies-pommes/☐

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Sortiment

Länderreport Bayern

Drei besondere Öle

Genussmomente verspricht die neue, limitierte

Sonderedition „Bayern“ der Ölmühle Hartmann.

Gemüsenudeln satt

Just Taste möchte mit seinen Produkten Lebensgefühl,

Wertewandel und Gesundheit miteinander verbinden.

Egal ob Kässpatzen, Wurstsalat,

Obazda, Krustenbraten,

Krautsalat, Bratkartoffeln

oder eins der vielen anderen,

typisch bayerischen Gerichte:

Sie alle lassen sich mit einem

Schuss der neuen kaltgepressten

Öle verfeinern. Die drei Ölkreatio-

nen der limitierten Sonderedition

im bayerischen „Outfit“ sind ausschließlich

mit natürlichen Zutaten

gefertigt und hitzebeständig.

Je nach Speiseauswahl

Das Kümmel-Würz-Öl ist besonders

geeignet für die Zubereitung

von Kraut- und Kohlgerichten,

bei denen der feine Geschmack

des Kümmels gut harmoniert.

Das Röstzwiebel-Öl lässt sich für

Kartoffelbrei, Kässpatzen und

Bratkartoffeln verwenden. Das

Hopfen & Malz-Öl verleiht Soßen

und deftigen Speisen einen Kick,

passt aber auch zu Wurstsalat oder

zum Einlegen von Fleisch. www.

oelmuehle-hartmann.de ☐

◁ Das limitierte Trio an bayerischen

Ölen lässt sich vielseitig für Gerichte

einsetzen und ist ab August zu haben.

Es war das Jahr 2019, als Jörg

Brautschek zum ersten Mal

die Expo West von Los Angeles

besuchte. Die Food-Bewegung

(no meat, no gluten, no/less

sugar) hatte Hochkonjunktur. Der

gesundheitliche Aspekt und die

deutlich geringere Umweltbelastung

in der Lebensmittelproduktion

faszinierten ihn. Im gleichen

Jahr wurde das Unternehmen Just

Taste gegründet, das seinen Sitz

in Bayern hat.

Für bewussten Genuss

Ziel von Just Taste ist es, mit

Gemüsenudeln als Plant-based-

Produkten Lebensgefühl und

Gesundheit zu verbinden. Sorten

wie Edamame Spaghetti,

Kichererbesen Soja Fettuccine

oder Süßkartoffel Glas Tagliatelle

stehen für Low Carb, No Sugar,

High Protein (auch als Ersatz für

△ Eigentümer und Geschäftsführer

von Just Taste: Jörg Brautschek

Fleisch), ausgewogene Ballaststoffe

und Glutenverzicht. Die Produkte

sind vegan und in Bio-Qualität

und präsentieren sich auch

für Allergiker, Diabetiker, Figurbewusste,

Sportler und ältere

Menschen als attraktive Alternative

zu Hartweizengrieß-Pasta.

www.justtaste.de☐

Frisch und würzig

Als „Meerrettich Next Level“ beschreibt das Unternehmen Schamel sein

Meerettich-Mousse Superroot. Es ist auch mit Ingwer zu haben.

Meerrettich Superroot von Schamel ist

ein locker-luftig aufgeschlagenes Meerrettich-Mousse

aus der Powerwurzel.

Cremig mit Essig und Öl verfeinert ist es bereits

tafelfertig zubereitet und eignet sich für

den vielfältigen Einsatz in der klassischen

oder veganen Küche.

Als Dip oder für Rohkost

Das Produkt lässt sich beispielsweise als Dip

zu knusprigem Brot oder als geschmackvolle

Ergänzung von Rohkost, Gemüse und Suppen

verwenden. Für den Gaumen spannend präsentiert

sich auch Superroot mit Ingwer. Diese

Mischung vereint die Frische des Meerrettichs

mit der Würze des Ingwers für ein besonderes

Geschmackserlebnis.

Für den Handel sind ein attraktives Zweitplatzierungs-Display

und ein umfassendes

PoS-Paket erhältlich, die für eine hohe Sichtbarkeit

und potenzielle Umsatzsteigerung

sorgen sollen. www.schamel.de☐

△ Macht Lust aufs Ausprobieren: das frischwürzige

und cremige Superroot mit Ingwer.

36 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


Mehr Informationen rund um bayerische Siegel gefällig?

Weiterführendes Wissen zu den Programmen „Geprüfte Qualität –

Bayern“ und „Bayerisches Bio-Siegel“ sowie zu den Bio-Erlebnistagen

finden Sie ausführlich auf den Internet-Seite der alp Bayern.

für zwischendurch. Es ist in nur neun bis elf

Minuten ofenfrisch zubereitet und richtet sich

mit seinem Geschmack und Design einerseits

an erfahrene Grillfans, aber auch an die junge

Zielgruppe.

Jetzt geht es feurig zu

Das Chili Cheese Baguette von Meggle soll trendige Akzente im Kühlregal

setzen. Die Sommer-Edition zum Fertigbacken ist cremig-scharf gefüllt.

Das Chili Cheese Baguette von Meggle

möchte Abwechslung und ein feuriges

Geschmackserlebnis ins Kühlregal

bringen. Das knusprig-krosse Baguette, das

bis KW 39 als Sommer-Edition verfügbar ist,

enthält eine würzige, mit Cheddar und Chilis

fein abgestimmte Füllung und passt gut zum

Grillen, zum Salat oder als convenienter Snack

Auf allen Kanälen

Medial wird die Baguette-Range zu dieser

Sommersaison mit einer reichweitenstarken

Multi-Channel-Kampagne im TV, Radio und

auf digitalen Kanälen gepusht. Zur Ansprache

jüngerer Zielgruppen ist Meggle auch im

Gaming- und Streaming-Umfeld aktiv. Attraktives

PoS-Material trägt dazu bei, die nötige

Aufmerksamkeit am Regal zu generieren. Das

Produkt kommt übrigens ohne Geschmacksverstärker

aus. www.meggle.de☐

Whisky aus dem Freistaat

In seiner Heimat am Schliersee hat sich der oberbayerische Whisky-Pionier

Slyrs gerade frisch erfunden. Ende Juni wurde die neue Destillerie eröffnet.

Stolz blickt das Unternehmen Slyrs darauf,

beim Bau seiner neuen Destillerie

am Schliersee Maßstäbe in Sachen

Nachhaltigkeit, Architektur und Besuchererlebnis

gesetzt zu haben. „Die neu gebaute

Produktionshalle gehört zu den modernsten

Destillerien Europas und wurde mit

einem zukunftsweisenden Energiekonzept

realisiert, das in der Whiskybranche bisher

einzigartig ist“, freut man sich bei Slyrs.

„Durch die Kombination aus Wärmepumpe,

Photovoltaikanlage und einem innovativen

Wärmerückgewinnungssystem senken wir

den Energiebedarf erheblich und verzichten

nahezu vollständig auf fossile Brennstoffe. Mit

modernster Technik und Prozessoptimierung

gelingt es, den Wasserverbrauch drastisch zu

reduzieren – ein wichtiger Schritt hin zu einer

ressourcenschonenden Produktion.“

Ganz nah dran sein können

Ein Highlight ist es für die Besucher, von der

Empore aus direkt auf die beeindruckenden

Kupferbrennblasen als funkelndes Zentrum

der Brennerei blicken zu können. Inmitten

von Wärme, Dampf und dem Duft von Malz

und Holz erleben Gäste hautnah, wie aus

bayerischem Getreide flüssiges Gold entsteht.

Geführte Touren und die Besichtigung auf

eigene Faust führen durch alle Schritte der

Herstellung – von der Maische bis zur Fassreifung.

Moderne Medien, Schauanlagen und die

exklusive Tasting-Lounge vermitteln Wissen

und Sinneseindrücke. https://slyrs.com☐

Die Weltneuheit:

KnödelPommes

Zubereitet mit den

Burgis Roundies ®

Ein Muss

für Ihr

Kühlregal!


Sortiment

Alkoholfreie Getränke

Text: Mirko Jeschke

Mit Saft und Kraft?

Fruchtsäfte gelten als beliebte Genussprodukte und Durstlöscher – gerade in den Sommermonaten. Zuletzt

machten den Herstellern aber ein sinkender Pro-Kopf-Verbrauch und steigende Rohstoffkosten zu schaffen.

Es ist kein Geheimnis – die Fruchtsaftbranche

hat schon bessere Zeiten erlebt.

Konsumierten die Deutschen vor

zehn Jahren noch 32 Liter Fruchtsaft

und Fruchtnektar pro Jahr, fiel dieser Wert

2024 auf nur noch 24 Liter. Gegenüber dem

Vorjahr war ein Rückgang um zwei Liter zu

verzeichnen. Nach Angaben des Verbands

der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF)

sank der Konsum von 100%-Fruchtsäften

um 2,5 Liter, konnte jedoch zuletzt durch den

Anstieg von Nektaren um 0,5 Liter pro Kopf

teilkompensiert werden.

Besonders stark betroffen ist Orangensaft,

der im vergangenen Jahr um 2,6 Liter zu-

rückging (s. Kasten), wohingegen bei Zitrusnektaren,

Traubensaft, Grapefruitsaft und

Gemüsesäften eine Zunahme registriert wurde.

Grund für die Absatzrückgänge sind die

gestiegenen Rohwarenkosten. Zudem führten

Spätfröste bei Äpfeln und Rhabarber zu einer

niedrigeren Ernte. Auch bei Ananas sind laut

VdF Knappheiten zu verzeichnen.

Fokus auf Qualität entscheidend

Während sich Marken an herausfordernde

Bedingungen in der Fruchtsaftindustrie anpassen,

bleibt der Fokus auf Qualität nach

Angaben der Marktforscher von Mintel entscheidend,

um Konsumenten anzusprechen.

Wie aus einer aktuellen Erhebung hervorgeht,

sind kleinere Packungsgrößen ideal, um unter

der Preisschwelle zu bleiben und den moderateren

Saftkonsum der Deutschen – sei es aus

gesundheits - oder preisbewussten Gründen

– zu bedienen.

Saftgetränke und Nektare performen im

Markt laut Mintel am besten und bieten

erschwingliche Erfrischung. Aufgrund von

Bedenken wegen des geringen Fruchtgehalts

und des Zusatzes von Zucker oder künstlichen

Inhaltsstoffen können Marken mit Clean-

Label-Saftgetränken auf Wachstum bauen.

Dass es den Konsumenten auch im Fruchtsaftsegment

zunehmend auf die Inhalts-

38 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


_

INFO

Die O-Saft Krise

und ihre Folgen

Auf

stoffe ankommt, bestätigt Daniel Honner,

Geschäftsführer von Edeka Stadler + Honner

(Niederbayern und München): „Selbstverständlich

gibt es die Präferenz der Kunden

hin zu vitaminreichen Inhaltsstoffen und

gesundheitsbewusstem Genuss. Auch die

Themen ‚zuckerfreiʻ, ‚zuckerreduziertʻ und

‚kalorienarmʻ sind nach wie vor relevant bei

der Kaufentscheidung.“ Ungeachtet dessen

seien limitierte Sondereditionen von Säften

sowie Filmmarketing-gestützte Auflagen

in der Regel erfolgreich. Dennoch verweist

Daniel Honner darauf, dass der Großteil der

Verbraucher die Kaufentscheidung am Ende

vom (Aktions-)Preis abhängig macht.

Diese Erfahrung macht auch der Getränkemarkt

von Edeka Wilger (Borken). „Wir

beobachten einerseits, dass unsere Kunden

im Mehrwegbereich nach wie vor stark auf

regionale Anbieter zurückgreifen, gerade

3,2 MRD. EURO

steigt der Wert des Fruchtsaftmarktes

in Deutschland bis 2029. Basis ist ein erwartetes

langfristiges Wachstum von 1,3 Prozent.

Quelle:Mintel Fruchtsäfte, Saftgetränke und Smoothies Markt Report 2025 – Deutschland

weil die Qualität dort sehr gut ist. Im Bereich

der preisgünstigeren Tetrapak-Abfüllungen

wird allerdings zuletzt vor allem die Marke

nachgefragt, die gerade als Aktion auf dem

Handzettel beworben wird“, berichtet Fabian

Helf aus dem Getränketeam.

Beerensäfte stärker gefragt

Schaut man auf die Neuprodukte der vergangenen

Monate, fällt zunächst auf, dass

insbesondere die Farbe Rot – in all ihren

Facetten – immer häufiger den Ton angibt.

Kein Zufall, denn die Tendenz bei den Geschmacksrichtungen

geht klar in Richtung

beerige Sorten. „Neben den Klassikern Orange

und Pfirsich sind bei uns regelmäßig Johannisbeeren-Varianten

sehr gefragt. Zunehmend

beliebt sind auch Mehrfach-Beerensäfte, also

Säfte, die aus einer Mischung verschiedener

Beerenarten hergestellt werden,

Laut dem VdF hat der kontinuierliche

Rückgang der brasilianischen Orangenproduktion

in den vergangenen

Jahren die Lagerbestände auf null

sinken lassen und die Verfügbarkeit

von Orangensaftkonzentrat massiv

eingeschränkt. Die vom brasilianischen

Verband Fundecitrus erwartete

Menge für die Saison 2024/2025 stellt

nochmals einen Rückgang um rund

25 Prozent zur letzten, unterdurchschnittlichen

Ernte dar. Bei einer Jahresproduktion

von sieben Milliarden

Litern Orangensaft entspräche dies

einem Minus von circa 1,7 Milliarden

Litern. Damit stünden pro EU-Bürger

etwa vier Liter weniger Orangensaft

zur Verfügung. Zum Vergleich: Der

Pro-Kopf-Verbrauch von Orangensaft

in Deutschland lag 2023 bei 6,8 Litern.

Die Folgen des durch Klimawandel

und Krankheiten verursachten Ernterückgangs

sind deutlich spürbar.

So führen die steigenden Kosten bei

Rohwaren, in der Logistik und für

den nachhaltigen Umbau der Landwirtschaft

zu höheren Preisen.

Der VdF befürchtet: Orangensaft

bleibt teuer und wird sich voraussichtlich

weiter verteuern.

VOLVIC

INNOCENT

BECKERS BESTER

VALENSINA

Volvic erweitert seine Touch-Zero-Range:

Touch Spritzig Zero ist in den drei Sorten

Kirsche (Abb.), Mango Passionsfrucht

und Zitrone Limette erhältlich. Mit

natürlichen Aromen und ohne Zucker.

Die Limited Edition Summer Crush von

Innocent Drinks ist ein Direktsaft im

900-ml-Format, der Erdbeere, Guave

und Limette kombiniert. Ohne künstliche

Zusätze oder Zuckerzusatz.

Der Orange-Mandarine-Nektar ist in der

1-l-Mehrweg-Glasflasche sowie im

1-l-Tetrapak erhältlich. Mit mindestens

70 Prozent Fruchtgehalt und ohne

zugesetzten Zucker.

Limitierte Sonderedition: Die SaftLimo

Himbeere mit zwölf Prozent Fruchtsaftgehalt

ist nur für kurze Zeit erhältlich.

Mit hohem Fruchtanteil, in der

750-ml-Einweg-Pfandflasche.

www.rundschau.de

39


9

3 FRAGEN

Preissenkungen im Discount

Trotz des aktuell hohen Kostendrucks auf Herstellerseite

hat zuletzt mit Aldi ein Discounter

die Preise von Saftprodukten seiner Eigenmarke

gesenkt. Seit Ende April müssen Kunden von

Aldi Süd und Aldi Nord etwa für Orangen- und

Apfelsaft, Orangennektar und einen Mehrfrucht-Direktsaft

der Marke Rio DʼOro durchfitfortrade

Markentrainer Säfte

Interessante Fakten und spannende Hintergrundinformationen

zum Thema Frucht- und Gemüsesäfte finden

Sie im aktuellen fitfortrade Markentrainer „Säfte“.

Markentrainer

besser verkaufen lernen

Säfte

Lothar Welker

Geschäftsführer

Beckers Bester

Was sind aktuell Ihre größten

Herausforderungen?

Der Klimawandel schlägt zunehmend

auf die Rohwarenbeschaffung durch,

worunter die Planbarkeit leidet. Daher

haben wir Ende 2024 alle Rohwaren

segmentiert und entwickeln für die relevanten

Segmente derzeit Beschaffungsstrategien.

Absatzseitig haben wir das

Ziel, für Produkte mit problematischen

Rohwaren Alternativprodukte oder -rezepturen

in petto zu haben, um sie im

Bedarfsfall zeitnah austauschen zu können.

Im Zweifel nehmen wir Produkte

auch mal vorübergehend vom Markt.

darunter Johannisbeeren, Himbeeren,

Heidelbeeren, Aroniabeeren und andere“,

so Fabian Helf weiter.

Auch wenn der Klassiker unter den Fruchtsäften,

der Orangensaft, hierzulande weiterhin

ganz vorne liegt in der Konsumentenpräferenz

– Alternativen sind durchaus willkommen.

Laut den Erkenntnissen der Mintel-

Studie finden Alternativen zu Orangensaft bei

37 Prozent der Verbraucher in dieser Kategorie

Anklang, da sie sich für eine Mischung aus

Orangensaft und anderen Zitrusfruchtsäften

interessieren.

Fairtrade-Säfte rückläufig

Angesichts der allgemeinen Nachfrageschwäche

bei Fruchtsäften und -nektaren ist

es wenig verwunderlich, dass auch Produkte

aus fairem Handel betroffen sind. Der Absatz

von Säften mit dem Fairtrade-Siegel ist im

vergangenen Jahr demnach deutlich zurückgegangen

– um rund 19 Prozent gegenüber

dem Vorjahr. Schuld daran waren zum Teil

Auslistungen im LEH, aber auch der Klimawandel,

der die Ernten reduzierte und das

Endprodukt deutlich verteuerte. Dies traf

vor allem Kleinbauern, mit denen Fairtrade

zusammenarbeitet. Durch die Anbindung

an Fairtrade erhalten sie einen stabilen Mindestpreis

und eine zusätzliche Prämie für

Gemeinschaftsprojekte vor Ort.

Auf welche Produkte setzen Sie?

Wir konnten uns gerade mit deutschem

Rhabarber zu vertretbaren Kosten eindecken

und nehmen Rhabarber und

Apfel-Rhabarber wieder in unser Glas-

Mehrweg-Sortiment auf. Auch unsere

Rhabarber-Schorle kommt zurück.

Damit ist unser Schorle-Sortiment wieder

komplett. Im Private-Label-Bereich

sehen wir eine hohe Nachfrage nach

Kokoswasser.

Die Themen „zuckerfrei“, „zuckerreduziert“

und „kalorienarm“ sind weiterhin

relevant bei der Kaufentscheidung.

Daniel Honner

Edeka Stadler + Honner

Wie entwickelt sich zurzeit der

Wettbewerb mit Handelsmarken?

Aktueller Marktforschung zufolge hat

die Verdrängung von Marken durch

Handelsmarken zwischenzeitlich nachgelassen

oder ist sogar leicht rückläufig.

Im Saftbereich machen aber Preissenkungen

im Discount den Markenartiklern

zu schaffen. Den Rückgang dort

aufgrund der erheblichen Preissteigerungen

zuletzt können wir aber gut

durch unseren Geschäftsbereich Lohnfüllung

kompensieren, der stark vom

Private-Label-Boom profitiert.

RABENHORST

Die 3-Tage-Saftkur umfasst sechs

Bio-Direktsäfte, vor allem Gemüseoder

Gemüse-Mehrfruchtsäfte, eine

von Ernährungsexperten entwickelte

Broschüre und Bio-Tee-Proben.

RHÖNSPRUDEL

Seit Juli erweitert die Sorte BeerenGlück

das Schorlen-Sortiment

von RhönSprudel. Die Premium-

Direktsaftschorle aus heimischen

Johannisbeeren hat keine Zusätze.

GRANINI

Die Sorte Pfirsich der “Leichten

Schorle“ von Granini enthält 30 Prozent

weniger Zucker als herkömmliche

Schorlen und nur 15 kcal (62 kJ)

pro 100 ml. Ohne Süßungsmittel.

Fotos: stock.adobe.com/Bijac; Beckers Bester; RUNDSCHAU/Kausch

40 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


Sortiment

Alkoholfreie Getränke

schnittlich 10 bis 20 Cent weniger bezahlen.

Auch die Konkurrenten Lidl und Norma haben

die Preise von Säften in dieser Größenordnung

reduziert. Ob weitere Handelsunternehmen

diesen Beispielen folgen, bleibt abzuwarten.

Leichtes Wachstum erwartet

Wie es langfristig mit der Fruchtsaftbranche

weitergeht, lässt sich aktuell nur schwer

einschätzen und hängt nicht zuletzt von der

Situation auf den jeweiligen Beschaffungsmärkten

(inkl. Zöllen) ab. Mittelfristig gehen

die Marktforscher von Mintel allerdings von

einem leichten Wachstum aus. Prognostiziert

wird demnach, dass der Wert des Fruchtsaftmarktes

zwischen 2024 und 2029 durch ein

langfristiges Wachstum von 1,3 Prozent auf

3,2 Milliarden Euro steigen wird. ☐

△ Zweitplatzierungen in der O&G-Abteilung, beispielsweise Apfelsaft in Glas-Mehrweg wie hier im

Wasgau Frischmarkt Merchweiler, ziehen definitiv die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich.

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Sortiment

Snacking

Text: Sibylle Menzel, Jenny Rommel

Healthy, chillig, funktional

Fast neun von zehn tun es: snacken.

Der Trend zu Healthy Snacking

prägt dabei weiterhin den Markt.

Aber: Die Ansprüche steigen,

die modernen Happen sollten

heute gleich mehrere Funktionen

erfüllen. Das Angebot für Snacks

differenziert sich zusehends.

Bereits im Vorfeld der diesjährigen

Anuga, der großen Lebensmittelmesse

in Köln, geben die Veranstalter mit

ihrem Knowledge-Partner Innova

Market Insights Einblicke in die globalen

Fokusthemen der Branche und halten fest:

Snackification bleibt ein Megatrend. Rund die

Hälfte aller Konsumierenden genieße bereits

täglich mindestens einen Snack, wobei Genuss

wie auch Komfort als die zentralen Treiber

definiert sind.

Snacks für jeden Anlass

Studien für den hiesigen Markt bestätigen: Bei

Genuss und Geschmack lassen die Deutschen

nicht mit sich reden, es ist das Kaufkriterium

Nummer eins – 68 Prozent der Befragten

stimmen dem beispielsweise zu, so der Sna-

cking-Report 2024 „So snackt Deutschland“

von Frucht- und Nussriegelanbieter Be-Kind.

Mit 67 Prozent Zustimmung haben die beiden

Kriterien auch laut der aktuellen Umfrage von

Snackanbieter KoRo und dem Online-Prospektvergleichsportal

kaufDa oberste Priorität;

ergänzend heißt es: „Snacks sind längst mehr

als bloße Zwischenmahlzeit – sie sind Genussmittel,

Trostspender und tägliche Begleiter.“

In puncto Alltagsbegleiter geht der Snacking-

Report von Innova Market Insights ins Detail:

Während Verbraucher aller Altersgruppen

sagen, dass sie am häufigsten zu Hause Snacks

konsumieren, kommt für die jüngere Generation

der Verzehr unterwegs gleich an zweiter

Stelle – Snacks sind beim Sport oder anderen

Freizeitaktivitäten wie auch auf Reisen dabei.

42 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


zwischendurch suchen – ob beim Wandern,

Radfahren oder beim Picknick.

Der Wunsch nach Snacks, die gut

schmecken, gleichzeitig ein Lebensgefühl

transportieren, nimmt zu.

Andrea Spielmann

Lorenz Snack-World

Das immer größere Bedürfnis nach „Snacking

on the go“ gehört auch für die Marke Aoste, die

derzeit ihre luftgetrocknete Salami-Innovation

Aoste Longhetti in den Markt bringt, zu den

Haupttrends: „Salami-Sticks zählen aktuell

zu den wichtigsten Wachstumstreibern im

Snackmarkt. Praktische, handliche Snacks

für unterwegs sind gefragter denn je“, sagt

Maren Groppe, Marketing-Managerin der

Campofrio Food Group Deutschland.

Tatsächlich ist 2024 der Anteil der europäischen

Verbraucher, die unterwegs oder auf

Reisen snacken, im Vergleich zum Vorjahr

um vier Prozentpunkte gestiegen. Auf die

Frage nach ihren Snack-Gründen stehen bei

Generation Z und den kaufkräftigen Millenials

Relaxen und Wellbeing an oberster Stelle.

Praktisch muss es sein

Was Süßwarenhersteller Manner vor allem

mit seinem Waffelsortiment bereits seit Jahren

zelebriert, wenn er die Produkte als alltägliche,

genussvolle Begleiter bei (sportlicher)

Aktivität, Beruf oder im Homesetting platziert,

trifft mehr denn je den Zeitgeist. Mittlerweile

passen immer mehr Hersteller ihre Angebote

den Bedürfnissen an.

Wurstspezialist Wiesbauer lanciert beispielsweise

pünktlich zum Start der Outdoor-

Saison einen Sortimentsklassiker unter neuem

Namen: Aus dem „Bergsteiger Junior“, einem

geräucherten Dauerwurst-„Stangerl“, wird der

„Bergsteiger Snack“, mit oder ohne Käse in

praktischer 80-Gramm-Packung. Durch die

Namensänderung, heißt es zum Neuauftritt,

soll eine erweiterte Käuferschicht angesprochen

werden – der Bergsteiger Snack richte sich

an alle, die nach einer herzhaften Stärkung

Der Praktikabilität von Snacks kommt durchaus

besondere Bedeutung zu, führt Cornelia

Ahrens, Geschäftsführerin von Farmerʼs

Snack, am Beispiel von Nüssen und Trockenfrüchten

aus: „Das Snacken von Nusskernen

und Trockenfrüchten muss einfach sein; im

Beutel mit praktischem Wiederverschluss, im

Becher mit passender Portionsgröße oder als

30-Gramm-Snack für unterwegs.“

Snacking als Lifestyle

„Ein zunehmend relevanter Aspekt ist der

Wunsch der Konsumenten nach Snacks, die

nicht nur gut schmecken, sondern auch ein

bestimmtes Lebensgefühl transportieren“,

stellt Andrea Spielmann, Marketing

Großer Becher – kleiner Preis!

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Sortiment

Snacking

Snack-Points im Handel

Rund die Hälfte aller Snack-Käufe

erfolgt spontan, wie Campofrio mit

der Marke Aoste ermittelt hat. Um

das zu unterstützen, lautet etwa

eine Empfehlung der Hersteller: Eine

klare, logisch gegliederte

Sortimentsstruktur sorgt für

schnelle Orientierung und fördert

die Entscheidung (Seeberger).

Im Markt bieten zahleiche Snack-

Points ein ideales Setting für starke

Abverkäufe: Neben der Regalplatzierung

lassen sich durch Zweitplatzierungen

Impulskäufe generieren;

auch in hochfrequentierten

Bereichen wie der Kassenzone

lohnen sich Snacks für die spontane

Mitnahme (Farmerʼs Snack).

In der Impulskategorie der Salzigen

Snacks sollten Out-of-Stocks im

Regal vermieden werden;

nur so lassen sich genügend

Kaufanreize für Shopper schaffen

(Lorenz Snack-World).

Director von Lorenz Snack-World, außerdem

fest. Entsprechend soll die Botschaft

der neuen Marke Chillers mit dem Slogan „Just

chill and have a snack“ zur Entspanntheit aufrufen,

zu bewusstem Genuss in einer kleinen

Auszeit. Laut der Umfrage von kaufDa und

KoRo zählt beides zu den Hauptgründen, aus

denen deutsche Shopper zu Snacks greifen:

Sie sind auf der Suche nach Genuss (40 %)

und möchten sich etwas gönnen (31 %), dicht

gefolgt vom kleinen Hunger, der treibt immerhin

29 Prozent der Befragten ans Snackregal.

Snacks, so der Konsens zahlreicher Hersteller,

sollen Lebensfreude schenken. Marken-

Inkubator MBG spitzt das aktuell auf eine

bestimmte Zielgruppe zu: Die Snackserie

80 %

der Snack-Käufe finden im

Supermarkt statt. Lediglich drei Prozent der

Shopper kaufen Snacks online.

Quelle: Umfrage von kaufDA und KoRo, März 2025

Crackz unter dem Dach Henderson & Sons

will mit Heroine „Wasabi-Cat“ und ihrer

Superhelden-Gang vor allem Gamer begeistern;

zum Knabbern gibt es Tortilla Chips,

Rolls, Nuts und Dips.

Zugleich steigen die Ansprüche an Snacks:

„Healthier Snacking ist ein wachsender Trend.

Produkte sollen bewusster, oft natürlicher und

ausgewogener sein, ohne beim Geschmack

Kompromisse zu machen“, sagt beispielsweise

Andrea Spielmann von Lorenz.

Snacken – mit gutem Gefühl

Gesundheitliche Aspekte, ist auch Tim Jerg,

Marketing Director bei Seeberger, überzeugt,

zählen heute ebenso zu den entscheidenden

WASA

Wasa baut sein Sandwich-Sortiment

weiter aus: Sandwich Pizza ist

eine Kombination aus Vollkorn-

Roggen-Knäckebrot und einer cremigen

Tomaten-Kräuter-Käse-Füllung.

SEEBERGER

Mit sozialem Impact: Mit dem Kauf des

süß-salzigen Mix aus Nüssen, abgestimmt

mit Meersalz und Schokolade,

wird eine Mahlzeit an Kinder

und Mütter in Nepal gespendet.

AOSTE

Extra dünn, extra lang: Aoste Longhetti

(Campofrio) sind luftgetrocknete

Minisalamis in den Sorten Classique und

Geflügel (Abb.), letztere mit einem

Proteingehalt von 35 Prozent.

LORENZ SNACK-WORLD

Zum Snacken und Chillen: Lorenz launcht

die neue Marke Chillers. Die Sorten

Paprika- (Abb.) und Chili-Style sind

unfrittiert und kombinieren intensive

Aromen mit knusprig-luftiger Textur.

Fotos: stock.adobe.com/auremar; Unternehmen

44 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


Sortiment

Snacking

Faktoren bei der Snackwahl. Der Wunsch

nach nährstoffreichen, natürlichen Snacks

wachse kontinuierlich. Nussige Snacks,

auch als naturbelassene oder mit cleaner

Zutatenliste definierte Snacks,

die Proteine und wichtige Nährstoffe

liefern können, sind ein wichtiger

Baustein im Regal, ergänzt Cornelia

Ahrens. Aktuell rücken auch

nährstoffschonend gefriergetrocknete

Produkte wie Früchte als geschmacksintensiver

Healthy Snack

mit Crunch in den Fokus, beurteilt

Ahrens das Marktgeschehen.

Das Marktumfeld im Bereich der Riegel, hält

Schwartau fest, sei ebenfalls von einem deutlichen

Shift hin zu bewussterem Konsum geprägt;

Labels wie „Ohne Zucker“, natürliche

△ Healthy, naturbelassen oder mit cleaner

Zutatenliste: Nüsse und Trockenfrüchte

sprechen ernährungsbewusste Kunden an.

und pflanzliche Zutaten gehören zu

den stärksten Kaufimpulsen im Riegelregal.

Die Riegelneuheit Corny

Nuts & Protein mit 25 Prozent zahlt

dementsprechend darauf ein.

Moderne Snacks verbreiten nicht

zuletzt auch dann bei Shoppern

ein „gutes Gefühl“, wenn der

ökologische wie soziale Impact

zu einem stimmigen Gesamtkonzept

beiträgt. „Für Verbraucher“,

fasst Tim Jerg von Seeberger zusammen,

„zählt heute der gesamte Produktcharakter:

Hochwertige Zutaten, Transparenz bezüglich

der Herkunft, Sorgsamkeit im Umgang mit

Ressourcen und vor allem ein überzeugender

Geschmack. Denn bei aller Funktionalität

bleibt der Genuss zentral.“

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Sortiment

Seafood

Text: Martina Kausch

Fang mit Verantwortung

Eine hochwertige Fischtheke ist im gehobenen LEH ein Muss, denn laut einer exklusiven YouGov-Erhebung für

die RUNDSCHAU kaufen 60 Prozent der Befragten Fisch und Seafood im LEH. Sehr viele Kunden achten dabei auf

Nachhaltigkeitssiegel. Das Thema Regionalität wird auch dank landbasierter Garnelenproduktion wichtiger.

Reich an Protein, mit ernährungsphysiologisch

wertvollen Fetten und Mineralien

– diese Eigenschaften machen

Fisch und Seafood für gesundheitsbewusste

Kunden unverzichtbar. Dabei spielt

der LEH eine wichtige Rolle, wie eine aktuelle

und exklusive YouGov-Befragung für die

RUNDSCHAU zeigt: 60 Prozent aller Befragten

kaufen Fisch im Supermarkt und Discounter,

24 Prozent im Fischfachgeschäft, 14 Prozent

auf dem Wochenmarkt. Auch interessant:

70 Prozent der Befragten geben im Juni 2025

an, ihnen seien Siegel wie MSC und ASC wichtig,

um Fisch aus nachhaltiger Fischerei, Zucht

und Aquakultur zu erkennen.

Die Themen Überfischung vermeiden und

mit Ressourcen verantwortungsvoll umgehen

sind also bei den Verbrauchern angekommen.

Wichtige Fisch-Siegel: Das blaue MSC-Logo,

der Organisation Marine Stewardship Council,

das nach eigenen Angaben das „weltweit

strengste Umweltsiegel für Wildfisch“ ist.

Fischprodukte mit MSC-Siegel kommen aus

kontrolliert nachhaltiger, zertifizierter Fischerei:

Sie wurden umweltschonend gefangen

und stammen aus einem nicht überfischten

Bestand. Das Schwestersiegel für Fisch aus

Aquakultur ist die ASC-Kennzeichnung des

Aquaculture Stewardship Council. Aktuell

sind Seesaibling, Austern, Tilapia, Pangasius,

Lachs, Garnelen, Forellen und Muscheln mit

dem ASC-Siegel erhältlich

Zertifizierter Fisch ist gefragt

Der Anteil von MSC-zertifiziertem Fisch am

Gesamtvolumen des im deutschen Einzelhandel

verkauften Fischs liegt mittlerweile

bei 53 Prozent – mehr als die Hälfte des im

deutschen Einzelhandel verkauften Fischs

kommt also aus einer geprüft nachhaltigen,

MSC-zertifizierten Fischerei. Der deutsche

Markt nimmt damit eine weltweite Vorreiterrolle

in Sachen Fisch-Nachhaltigkeit ein. Und

auch für Fisch aus Aquakultur gibt es Neues

zu berichten: Der Aquaculture Stewardship

46 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


@

ZAHLEN

Wie häufig, wenn überhaupt, achten Sie

beim Kauf von Fisch oder Meeresfrüchten

(Seafood) auf die Fangmethode?

Es wirkt auch toll, wenn man die ganzen Fische

neben die Filets legt – manche Kunden wissen

nicht, wie ein ganzer Kabeljau aussieht.

Marion Seifert

Fischsommelière bei Rewe Haase

Nie

Selten

Gelegentlich

Oft

Immer

22 %

20 %

31 %

17 %

8 %

Council hat gerade auf der Seafood Expo

Global in Barcelona seinen neuen Zertifizierungsstandard

für Aquakultur präsentiert,

denn die Bedeutung von Aquakultur nimmt

zu. Dazu gehören einerseits Fischfarmen in

den Meeren und Teichen, andererseits landbasierte

Seafood-Zucht. Regionalität beinhaltet

also nicht mehr nur Karpfen und Forellen

aus heimischen Teichen.

Auch Garnelen aus der Region

Obgleich ein hoher Anteil des in Deutschland

verzehrten Seafood Importware ist, stammt

immer mehr aus heimischer Produktion. Der

Selbstversorgungsgrad stieg laut Versorgungsbilanz

Fisch des Bundeslandwirtschaftsministeriums

2024 verglichen mit dem Vorjahr

um 2,2 Prozentpunkte auf 20,4 Prozent. Dem

Wunsch des Verbrauchers nach regionalen

Produkten kommen beispielsweise Barsche

und Garnelen aus landbasierter Aquakultur

entgegen. Hier haben sich im Frühjahr 2025

zwei große Player zusammengetan: Die Hanse-

Garnelen AG mit Sitz in Glückstadt (Holstein)

ist bei Neue Meere (Westfalen) eingestiegen.

Gemeinsam besitzen die Farmen nun eine

jährliche Produktionskapazität von rund

120 Tonnen White-Tiger-Shrimps pro Jahr

– kein Wunder, dass die Garnelen nun als

Geniale Garnelen bei Rewe gelistet sind.

HanseGarnelen-Vorstand Rupert Bauer erklärt:

„Nachhaltigkeit ist für uns ein fester

Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie

– von der Aufzucht bis zur Verpackung.

Wir verwenden recycelbare Materialien und

prüfen kontinuierlich, welche Lösungen einerseits

umweltfreundlich sind und andererseits

die Qualität und Haltbarkeit unserer hochwertigen

Garnelen gewährleisten.“

Verbrauchern sind Siegel wichtig

Für die fischverarbeitende Industrie spielt der

Nachhaltigkeitsgedanke eine große Rolle und

wird wichtiger, je mehr er für Verbraucher

ein Kaufkriterium ist. Laut YouGov-Befragung

beantworten mittlerweile 70 Prozent

der Antwortenden die Frage „Wie wichtig sind

Ihnen beim Einkauf von Fisch oder Meeresfrüchten

Siegel, die die Ware als Produkt aus

nachhaltiger Zucht zertifizieren?“ mit „eher

wichtig“ und „sehr wichtig“.

Thunfisch ungefährdet – neue Produkte

Dass laut WWF mittlerweile 65 Prozent der

Thunfischbestände weltweit aktuell in einem

gesunden Zustand sind, hat Auswirkungen

auf neue Produkte für die Regale im LEH. So

gibt es von Appel gleich drei neue Sorten

Thunfischsalate mit MSC-zertifiziertem

Weiß nicht/k.A.

3 %

Quelle: YouGov Surveys/ Feldzeit: 04. – 06.06.2025

Die Ergebnisse sind repräsentativ für die

Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

▽ Die Weltkarte zeigt die Lage MSC-zertifizierter

Fischereien als Punkte, die Farbfelder den

prozentualen Anteil MSC-zertifizierter Fänge

an den Gesamtfangmengen nach Gebieten der

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation

der Vereinten Nationen (FAO).

www.rundschau.de

47


@

ZAHLEN

◁ „Keine weißen Filets nebeneinander

legen“, rät Fischsommelière

Marion Seifert, farbliche

Abwechslung müsse sein. Im

neuenE-Center Haid in

Tübingenwird Seafood auch

optisch perfekt präsentiert.

Wie wichtig sind Ihnen beim Einkauf

von Fisch und Meeresfrüchten Siegel,

die die Ware als Produkt aus nachhaltiger

Zucht zertifizieren wie MSC, ASC,

Naturland oder das EU-Bio-Siegel?

Sehr wichtig

Eher wichtig

23 %

47 %

Eher unwichtig

17 %

Sehr unwichtig

7 %

Weiß nicht / k.A.

5 %

Thunfisch. In den Geschmacksrichtungen

Mexican, Western und Couscous sind sie

laut Appel auch als Snacklösungen gedacht.

Die Deutsche See setzt auf Thunfisch pur und

ohne Öl im Aufguss, bringt aber beispielsweise

auch frisches Bio-Lachsfilet für das SB-Regal

in den LEH sowie frische Miesmuscheln aus

MSC-zertifizierten Aquakulturen der Nordsee.

Das Unternehmen berichtet, dass man

Nachhaltigkeit bereits 2002 strategisch im

Unternehmen verankert habe und 2010 mit

dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet

wurde. Bis 2030 will die Deutsche See

80 Prozent ihrer CO₂-Emissionen im Vergleich

zu 2013 einsparen – unter anderem durch

Photovoltaik, energiesparende Logistik und

umweltfreundliche Kühltechnik.

Als nach eigenen Angaben erster Anbieter

auf dem deutschen Markt vertreibt Werner

Lauenroth acht Feinkostvariationen mit Flusskrebsen

aus ASC-zertifizierter Aquakultur,

darunter Flusskrebssalat Apfel-Porree und

die Krebse pur in verschiedenen Soßen.

Eine Fischtheke lebt von Beratung

Und wie kann man Seafood den Kunden

schmackhaft machen? Fischsommelière

Marion Seifert, bei Rewe Haase in Neustadt/

Holstein an der Ostseeküste tätig, hat Tipps

für die Präsentation parat. „Das Auge isst

mit – das gilt auch für Fisch“, sagt sie. Süßwasserfische

und Seewasserfische sollten in

der Theke getrennt platziert werden. Auch

sollten keine weißen Filets nebeneinander

liegen – lieber Lachforellenfilet oder Lachs

Quelle: YouGov Surveys/ Feldzeit: 04. - 06.06.2025.

Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung

in Deutschland ab 18 Jahren.

dazwischen legen. „Es wirkt auch toll, wenn

man die ganzen Fische neben die Filets legt –

manche Kunden wissen nicht, wie ein ganzer

Kabeljau oder Rotbarsch aussieht.“

Da jüngere Kunden gern experimentieren,

gibt sie nach Bedarf Tipps, erfragt aber zunächst

die Ideen des Kunden und hört gut zu:

Was möchte er mit dem Fisch machen? Ihn im

Ofen zubereiten? Grillen? Ein Curry kochen?

Entsprechend gibt sie Hinweise, welche Sorten

für welchen Zweck gut geeignet sind und wie

man sie würzt. „Gerade jüngere Leute kaufen

gerne ganze Fische und lassen sich auch gern

beraten“, ist ihre Erfahrung.

APPEL

Drei neue Thunfischsalate bringt Appel

in die Regale: MSC-zertifizierter

Thun in den Geschmacksrichtungen

Mexican (Abb.), Western und Couscous,

jeweils in 160-g-Dosen mit Schober.

DEUTSCHE SEE

MSC-zertifizierte Thunfisch-Filetstücke

im Aufguss, leicht gesalzen, mit

Wasser, also ohne Öl, gibt es von der

Deutschen See in der 185-g-Dose. Die

Deutsche See fängt mit eigener Flotte.

NORDSEE/HOMANN

Bis zum 27. Juli bieten Homann und

Nordsee in Kooperation vier Klassiker

im 2-für-1-Pack an, darunter Backfisch

mit Remoulade (Abb.) und Fischfrikadellen

Bremer Art mit Ketchup.

HANSEGARNELEN

HanseGarnelen bringt Geniale Garnelen

in Rewes Kühl- und Tiefkühlregale.

Die Garnelen aus landbasierter Zucht in

Deutschland sind gekühlt (120 g)

und tiefgekühlt (210 g) erhältlich.

Fotos: Adobe Stock / Serjio; Kausch; MSC; Unternehmen

48 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


ANUGA-SPEZIAL 2025

ERSCHEINUNGSTERMIN

04.10.2025

ANZEIGENSCHLUSS

05.09.2025

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Lebensmittelhandel. Präsentieren Sie Ihre Produkte unseren Lesern und den Messebesuchern.

Ihre Ansprechpartner:

Sanela Svjetlanovic Sevda Srna Vanessa Werdin

TEL: 07225 916-275 TEL: 07225 60 64 612 TEL: 07225 60 64 611

E-MAIL: svjetlanovic@rundschau.de E-MAIL: srna@rundschau.de E-MAIL: warth@rundschau.de


Sortiment

Feinkost

Text: Roswitha Knye

Feinkost mit Fernweh-Faktor

Feinkostprodukte mit orientalischem oder mediterranem Ursprung, von Hummus über Halloumi bis zu Harissa,

haben längst Einzug in deutsche Küchen gehalten. Nicht nur Menschen mit Migrationsgeschichte greifen regelmäßig

zu, auch die breite Kundschaft schätzt authentischen Geschmack, natürliche Zutaten und kulinarische Vielfalt.

Lange galten ethnische Feinkostprodukte

als Nische – heute sind sie gefragte Sortimentsbausteine

im Lebensmitteleinzelhandel.

Ob Mezze, würzige Aufstriche

oder proteinreiche Snacks: Produkte aus der

levantinischen und arabischen Küche treffen

mit Frische, Natürlichkeit und Vielseitigkeit

den Geschmack einer gesundheitsbewussten,

weltoffenen Käuferschaft.

Die Nachfrage wächst: Hummus, Falafel,

Bulgur oder Tahina sind nicht nur bei Menschen

mit kulturellem Bezug beliebt, sondern

zunehmend auch bei jüngeren Konsumenten,

Flexitariern sowie vegan und vegetarisch

lebenden Zielgruppen. Die Marktanalyse für

ethnische Lebensmittel von Mordor Intelligence

prognostiziert für das Jahr 2025 ein

weltweites Marktvolumen von 49,25 Milliarden

US-Dollar, mit einem erwarteten Anstieg

auf 73,47 Milliarden US-Dollar bis 2030 – ein

durchschnittliches jährliches Wachstum von

rund 8,3 Prozent.

Die levantinische Küche punktet mit gesunden

Proteinen, pflanzenbasierter Vielfalt und

geschmacklicher Leichtigkeit. „Diese Küche

wird als leicht, frisch und abwechslungsreich

wahrgenommen – das passt perfekt zu den

Ernährungstrends unserer Zeit“, sagt Ann-

Kristin Welk, Produktmanagerin bei Rila. Die

Genussentdecker. Verbraucher wünschen sich

Produkte, die geschmacklich an entspannte

Urlaubstage oder an das Lieblingsrestaurant

um die Ecke erinnern. Wichtig sind dabei

naturbelassene Rezepturen, nachvollziehbare

Herkunft und ein authentisches Genusserlebnis

– idealerweise in Bio-Qualität.

50 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


9

INTERVIEW

Der Markt für Ethno-Produkte wächst – vor allem

dann, wenn diese vertraute Genussmomente

aus der Heimat bieten und gleichzeitig neue

Verbrauchergruppen ansprechen.

Insa Rücker

Leitung Markenführung und Kommunikation, Rücker

Ann-Kristin Welk

Produktmanagerin

Rila

Welche Ethno-Produkte

sind beliebt?

Klassiker wie Hummus, Falafel, Bulgur,

Couscous, Tahina oder Harissa. Besonders

die levantinische Küche mit ihrer

leichten, frischen und oft veganen Ausrichtung

spricht viele Verbraucher an.

Jonas Mettenmeyer, Marketing Manager bei

Feinkost Dittmann, sieht das ähnlich: „Wert

gelegt wird vor allem auf Authentizität und

Originalität der Produkte bzw. der verwendeten

Zutaten. Je nach Zielgruppe liegt der

Fokus ebenfalls auf Glutenfreiheit, veganer

Rezeptur, Hefefreiheit, Laktosefreiheit sowie

dem Verzicht auf Geschmacksverstärker oder

künstliche Aromastoffe.“

Halal-Zertifizierung im Blick

Seit Jahren beliebt ist klassischer Weißkäse.

Insa Rücker, verantwortlich für die Bereiche

Markenführung und Kommunikation bei der

Molkerei Rücker, betont: „Er passt zu aktuellen

Ernährungstrends wie Flexitarismus

oder einer proteinreichen Ernährung – und

natürlich zu internationalen Rezeptideen.

Besonders beliebt ist er bei Konsumenten mit

türkischem, arabischem oder südosteuropäischem

Hintergrund, aber auch darüber

hinaus.“ Diese Konsumenten legen großen

Wert auf Halal-Zertifizierung, Authentizität

und traditionelle Rezepturen. Die Prognose

zum Marktvolumen von Halal-Food weltweit,

veröffentlicht vom Statista Research Department

im Januar 2025, nennt einen Anteil von

Halal-Food am globalen Markt mit einem

Umsatz von rund 1,4 Billionen US-Dollar. Bis

2027 wird ein Anstieg auf nahezu 1,89 Billionen

US-Dollar prognostiziert. Ein riesiger Markt!

Kunden, die nicht auf diese Zertifizierung

achten, differenzieren oft nicht klar zwischen

arabischer, levantinischer oder

Worauf achten Konsumenten

besonders?

Auf authentischen Geschmack – „wie im

Restaurant“ oder „wie im Urlaub“. Dazu

kommen cleane Rezepturen, natürliche

Zutaten und vegetarische oder vegane

Auslobungen. Der Megatrend Gesundheit

spielt hier eine wichtige Rolle.

Wo liegt Potenzial?

Im Bereich Convenience/Snackification

2.0 – insbesondere im Bereich der leichten

bzw. Veggie-Küche.

AL AMIER

BIO-ZENTRALE

DAVERT

DITTMANN

Kreuzkümmel, Koriander, Zimt und Chili

verleihen der veganen Tomatenbasis für

die Zubereitung des Gerichts Shakshuka

ein würzig-pikantes und außergewöhnliches

Aroma. in der 400-g-Dose.

Das von Natur aus vegane und glutenfreie

flüssige Tahin in der Squeezeflasche

ist mild im Geschmack und

ermöglicht eine einfache Handhabung:

schütteln & fertig! Vielseitig einsetzbar.

Im 250-g-Kochbeutel gelingt der proteinreiche

Pearl Couscous mit Gourmet Berglinsen

in nur 20 Minuten. Als Salatbasis,

für Bowls, Aufläufe oder Gemüsepfannen,

als Beilage oder Hauptmahlzeit.

Ohne Konservierungsstoffe und

synthetische Aromastoffe passt die

Real Thai Sesame Hot Sauce gut zu

klaren Suppen, zum Dippen mit Gemüse

und ebenso zu Fleischgerichten.

www.rundschau.de

51


_

INFO

Beliebte ethnische Produkte

im deutschen LEH

Würzpasten: Tahina, Harissa

Fertiggerichte: Couscous, Bulgur,

Falafel

Konserven: Kichererbsen

Aufstriche & Dips: Hummus

Käse: Halloumi, Feta

nordafrikanischer Küche. Viele ordnen

die Produkte vereinfacht unter dem

Label „orientalisch“ ein. Entsprechend wichtig

ist eine emotionale, intuitive Ansprache am

Point of Sale. „Durch den Einsatz von Icons

und Schlagworten wie ‚Vegan‘, ‚Mezze-Vielfalt‘

oder ‚Genuss des Orients‘ sowie durch ein ansprechendes

Farbkonzept können Emotionen

geweckt und Kaufanreize geschaffen werden“,

führt Ann-Kristin Welk weiter aus.

Werner Klahn von Edeka Jens in Lübeck ergänzt:

„Eine strategische Positionierung ethnischer

Produkte im Markt ist entscheidend,

damit die Kunden diese spezifischen Produkte

einfach finden und nicht lange suchen müssen.

Unser Markt liegt in einer klassischen

Urlaubsregion, und wir haben neben regionalen

Kunden viele Käufer aus aller Welt. Eine

enorme Vielfalt internationaler Produkte ist

Wert gelegt wird vor allem auf Authentizität und

Originalität der Produkte bzw. der verwendeten

Zutaten.

Jonas Mettenmeyer

Marketing Manager, Feinkost Dittmann

für uns selbstverständlich, und diese werden

auch von konservativen Käufern gerne angenommen.“

Optimale Platzierung

Neben orientalischer Feinkost zählen auch

Klassiker aus der asiatischen Küche längst zum

festen Bestandteil im Sortiment – kulinarisch

nicht mehr nur international, sondern im

Alltag vieler Verbraucher angekommen und

aus deutschen Küchen nicht mehr wegzudenken.

Jonas Mettenmeyer stellt fest: „Die

Nachfrage nach asiatischer Küche lässt nie

nach, sodass die Sortimentsbreite weiter und

weiter mit hochwertigen Produkten wachsen

kann und wird.“

Die ideale Platzierung ethnischer Produkte

im Markt ist zwischen mediterranen Spezialitäten,

wie etwa griechischer und italienischer

Feinkost, und internationalen Produkten angesiedelt.

Cross-Selling-Flächen zu entsprechenden

Themen wie „Mezze-Abend“,“Veggie

pur“ oder „Grillen mal anders“ können zur

Entdeckung neuer Produkte einladen und für

Kaufanreize sorgen. Klassische Sonder- und

Zweitplatzierungen sowie Aktionswochen mit

Display-Platzierungen tragen zusätzlich zum

Umsatzzuwachs bei.

Bei der Kaufentscheidung zählen jedoch

nicht nur Geschmack und Emotion; Stand-

Fotos: stock.adobe.com/Brent Hofacker, Nayeem; Unternehmen

GAZI

RÜCKER

ERGÜLLÜ

DELIKATESSA

Der mit Salz und Minze verfeinerte, nach

zypriotischem Originalrezept hergestellte

Halloumi natur aus Kuh-, Schaf- und

Ziegenmilch kann im Ofen, in der Pfanne

sowie auf dem Grill zubereitet werden.

Sehr cremig, schnittfest und halalzertifiziert

ist der Oba blau, der das

bestehende Hirtenkäse-Sortiment von

Rücker erweitert. Erhältlich im 400- und

700-g-Becher für das SB-Kühlregal.

Seine würzige Note verdankt der aus

Käse, Joghurt griechischer Art und

feinem Rapsöl hergestellte Brotaufstrich

„Scharfer Hirte“ einer Kombination aus

edelsüßer Paprika, Knoblauch und Chili.

Schonende Trocknung und langsames

Rösten der Pistazien tragen dazu bei,

dass das Aroma der Pistaziencreme

nicht von zu dunklen Röstnoten überlagert

wird. Pistazienanteil: 30 Prozent.

52 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


Sortiment

Feinkost

◁ Nicht nur für Vegetarier: Beim sommerlichen

BBQ-Abend sorgen Halloumi-Grillspieße für

willkommene Genussmomente.

ortfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle: In

urbanen Regionen mit multikultureller Bevölkerung

ist die Nachfrage beispielsweise

besonders hoch. Doch auch in ländlicheren

Gebieten wächst das Interesse – vor allem

dann, wenn die Produkte von den Konsumenten

als authentisch, gesund und alltagstauglich

wahrgenommen werden.

Der Trend zur Convenience kommt der Kategorie

ebenfalls zugute: Fertige Bowls, Aufstriche,

gekühlte Snacks oder schnelle Gerichte im

Mezze-Stil erfreuen sich wachsender Beliebtheit

– vorausgesetzt, Qualität, Geschmack und

Transparenz stimmen.

Fazit: Ethnische Feinkost bietet nicht nur

kulinarische Vielfalt, sondern auch wirtschaft-

liches Potenzial. Wer sie intelligent ins Sortiment

integriert, baut Genussbrücken zwischen

Kulturen – und erschließt neue Zielgruppen

mit authentischen Produkten, einer strategischen

Präsentation und einem Verständnis

für die Bedürfnisse der Konsumenten. Ethno-

Produkte sind mehr als ein Trend. Sie sind

gekommen, um zu bleiben.

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Sortiment

Schulstart

Text: Mirko Jeschke

Kindgerechte Angebote

Für Millionen von Schülern geht nach den Sommerferien wieder der Schulalltag los, mit entsprechenden

Bedürfnissen von Schreibwaren über Schulranzen bis hin zu Pausenbrot und Süßigkeiten. Für den LEH ist dies eine

gute Gelegenheit, mit passenden Sortimenten sowohl Kinder und Jugendliche wie auch Eltern zu überzeugen.

Nach den langen Sommerferien ist es

wieder so weit: Ein neues Schuljahr

bricht an und Heerscharen an Kindern

und Jugendlichen müssen bzw.

dürfen erneut oder zum allerersten Mal die

Schulbank drücken. Nach Angaben des Statistischen

Bundesamtes wurden im Schuljahr

2024/2025 in Deutschland rund 11,4 Millionen

Schüler (+ 0,9 %) an allgemeinbildenden

und beruflichen Schulen sowie an Schulen

des Gesundheitswesens unterrichtet. Dabei

handelt es sich um rund 5,9 Millionen Jungen

und etwa 5,5 Millionen Mädchen. Neu eingeschult

wurden rund 827.500 Kinder. Das waren

0,5 Prozent weniger Schulanfänger als im Vorjahr,

als die Zahl der Einschulungen auf den

höchsten Stand seit dem Schuljahr 2003/2004

gestiegen war.

Kindern und Jugendlichen eine gute und

gesunde Ernährung zu ermöglichen, ist das

formulierte Ziel des Bundesministeriums

für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat

(BMLEH). Es verweist darauf, dass gerade in

jungem Alter Ernährungsgewohnheiten geprägt

werden und damit der Grundstein für

ein gesundes Leben gelegt wird. Daher sei

diese Lebensphase auch der entscheidende

Ansatzpunkt für dauerhaft wirkende Maßnahmen

zur Prävention ernährungsmitbedingter

Krankheiten wie Übergewicht und Adipositas.

Aktuell gelten rund 15 Prozent der Drei- bis

Siebzehnjährigen in Deutschland als übergewichtig,

knapp sechs Prozent von ihnen als

adipös. Meist setzt sich dies bis ins Erwachsenenalter

fort. Die gesamtgesellschaftlichen

Kosten von Adipositas in Deutschland belaufen

sich auf etwa 63 Milliarden Euro pro Jahr.

Wichtiges Ereignis im LEH

Dass der Schulstart jedes Jahr auch für den Lebensmitteleinzelhandel

ein besonderes Event

54 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


9

3 FRAGEN

ist, bestätigt Rewe-Kaufmann Tristan Klein

aus dem saarländischen St. Ingbert-Rohrbach:

„Der Schulstart zählt bei uns zu den wichtigen

saisonalen Ereignissen im Jahresverlauf. Für

viele Familien ist er mit großer Aufregung,

neuen Routinen und vielfältigem Organisationsbedarf

verbunden. Als Nahversorger vor

Ort sehen wir es als unsere Aufgabe, Eltern

und Kinder in dieser besonderen Zeit bestmöglich

zu begleiten – mit einem durchdachten

Sortiment, hilfreichen Services und einem

Gespür für das, was wirklich gebraucht wird.“

827.500

Schüler wurden zu Beginn des Schuljahres

2024/2025 in Deutschland eingeschult.

Dies ist ein Minus von 0,5 % zum Vorjahr, in dem

ein Höchststand seit 2003/2004 erreicht wurde.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Ein Hersteller, der in der Kundenansprache

nach eigenen Angaben besonderen Wert auf

Transparenz und emotionale Nähe legt, ist die

Bio-Zentrale. Mit ihrer Kindermarke BioKids

(für Kinder ab drei Jahren) biete das Unternehmen

ein vielfältiges Sortiment an vegetarischen

und veganen Produkten, darunter

Saucen, Snacks, Fruchtmuse, ein Kakaodrink

sowie Tomatenketchup. „BioKids richtet sich

an Eltern, die ihren Kindern abwechslungsreiche,

biologische Produkte ohne schlechtes

Gewissen anbieten möchten“, erklärt Marketingleiterin

Anja Leebmann. Dabei setze

man auf Zutaten aus kontrolliert-ökologischer

Landwirtschaft und verzichte auf künstliche

Aromen und Geschmacksverstärker (gemäß

Bio-Verordnung).

Spielerischer Zugang

Darüber hinaus ist das Unternehmen überzeugt,

mit den auf den BioKids-Verpackungen

abgebildeten Superhelden einen spielerischen

Zugang zu den Lebensmitteln zu fördern.

Wie Kindern eine Abwechslung geboten

werden kann, zeigt Backspezialist Küchle

Tristan Klein

Inhaber

Rewe Klein

Welche Schulstart-Artikel boomen?

Vor allem Brotdosen, Trinkflaschen,

Müsliriegel, Obstsnacks sowie alles

rund ums gesunde Pausenbrot – vom

Vollkornbrot über Aufschnitt bis hin

zu Obst- und Gemüseportionen in kindgerechter

Form. Aber auch Frühstücksartikel,

Schreibwaren und kreative Kleinigkeiten

für die Schultüte sind gefragt.

Haben sich Präferenzen verändert?

Wir beobachten einen Trend zu mehr

Qualität, Transparenz und Gesundheit.

Eltern legen zunehmend Wert auf zuckerreduzierte

Alternativen, Bio-Produkte,

nachhaltige Verpackungen sowie

vegetarische und vegane Lebensmittel.

Welche Aktionen planen Sie?

Bei unserer jährlichen Schultütenaktion

statten wir liebevoll gepackte Schultüten

mit frischem Obst und kleinen Überraschungen

aus – etwa mit Stickern,

Bastelsets oder gesunden Snacks.

BOHLSENER MÜHLE

CAPRI-SUN

CORNY

TEEFEE

Die Snäckebrote der Bohlsener Mühle

gibt es im praktischen Mini-Format. In

den Sorten Laugen & Brezelsalz (Abb.),

Curry & Kürbiskern, Sesam & Dinkel

sowie Cheese & Onion erhältlich.

Limitierte Superpower-Edition: Die

Zehner-Packung von Capri-Sun enthält

zehn 200-ml-Trinkbeutel der Sorte Multivitamin

mit Helden-Designs sowie eine

Superheldenbrille zum Ausschneiden.

Corny Nuts & Protein in den Sorten Chocolate

(Abb.) und Vanilla enthalten geröstete

Erdnüsse, Sojaprotein-Crispies

und Milchschokolade. Die Nüsse werden

mit 25 Prozent Protein kombiniert.

Tee+Saft Himbeere von TeeFee ist ein

Bio-Früchtetee-Aufguss mit Himbeergeschmack

ohne Zucker und mit

100 Prozent Bio-Zutaten. Seit 1. Juni

ziert die „Maus“ vom WDR die Sorte.

www.rundschau.de

55


*Mütttttteeeeeeerrrr voonnn Jähhhrrrriigeeeeeeennn, DE, Deeeeeeerrrr Mauuss Liizzeeeeeeennnzzcchhheeeeeeecck , iiccoonnnkiivss yoouuttthhh iinnnttteeeeeeerrrrnnnatttiioonnnal rrrreeeeeeesseeeeeeearrrrcchhh GmbH

_

INFO

Aufmerksamkeit schaffen

am PoS

Schreibwaren und sonstige Schulmaterialien

können gut auf einer speziellen

Aktionsfläche gespielt werden,

z. B. prominent im Vorkassenbereich.

Hier bietet sich zudem die Platzierung

größerer Produkte wie Schulranzen,

Schultüten o. ä. an, zusammen mit

aufmerksamkeitsstarken Displays,

Luftballons, Spielfiguren et cetera.

Vielversprechend sind auch Produkte

mit Bezug zu angesagten Kinofilmen/

TV-Serien, Musikstars oder Influencern,

da sie bei jungen Kosumenten

oftmals als Must-haves gelten.

Hier kommt

die MAUS!

mit seiner Neuheit „Knabber-Esspapier

mit Candy-Stift“. Das Produkt kombiniert

dabei Naschen und Malen. Marketingleiterin

Charlotte Huber: „Auf dem Esspapier kann

gemalt, eine Nachricht geschrieben oder einfach

drauflosgekritzelt werden – und danach

kann alles aufgegessen werden. So wird aus

einer kleinen Süßigkeit ein kreatives Erlebnis.“

Die Verbindung zwischen zwei Welten, also

der Bereitstellung kindgerechter Lebensmittel

auf der einen Seite gepaart mit dem Potenzial

für Begeisterung, ist auch für Rewe-Kaufmann

Tristan Klein eine vielversprechende

Herangehensweise: „Kinder wünschen sich

weiterhin bunte, spaßige und abwechslungsreiche

Pausensnacks – der Spagat zwischen

Gesundheit und Genuss gelingt immer häufiger

durch innovative Produktlösungen.“

Lieferdienst unterstützt Kitas

Hochwertige Lebensmittel zuverlässig, frisch

und bezahlbar zu beschaffen, ist auch für

viele Betreuungseinrichtungen eine tägliche

Herausforderung. Um dieses Problem zu adressieren,

unterstützt der Rewe Lieferservice

seit Juni mit einer bundesweiten Initiative

die sichere und bezahlbare Versorgung von

Kindertagesstätten mit frischen, hochwertigen

Lebensmitteln. Im Rahmen der Rabattaktion

„KiTa Lieferschatz“ sammeln teilnehmende

Einrichtungen noch bis zum 15. November

2025 mit jedem Einkauf über den Rewe Lieferservice

Umsätze und können sich damit „attraktive

Produktpakete mit frischen Lebensmitteln

für die eigene Einrichtung sichern“.

Zusätzlich verlost der Rewe Lieferservice

unter allen teilnehmenden Einrichtungen

fünf Einkaufsgutscheine im Wert von jeweils

1.000 Euro.

Nach Angaben des Kölner Handelsunternehmens

erhalten Kitas und Kindergärten

damit eine große Auswahl an frischem Obst

und Gemüse, Bio- und Vollwertprodukten

sowie beliebten Artikeln des täglichen Bedarfs

– von kleinen Snacks bis zu unverzichtbaren

Haushaltsartikeln.☐

Die Maus & die TeeFee genießen ein

unglaubliches Vertrauen bei Eltern und

Kindern.

92% gestützte

Markenbekanntheit bei Kindern

zw. 4- bis 9 Jahren*

90% der 4- bis 9-jährigen

Besitzer von Maus-Produkten

möchten gerne weitere

Lizenzprodukte haben*

Ein starkes Signal für

Markenqualität und

Verlässlichkeit!

BIO-ZENTRALE

Zum Schulstart führt die Bio-Zentrale

noch bis 2. Oktober eine bundesweite

PoS-Aktion für ihre BioKids-Produktrange

durch, mit Gewinnspiel-Aktion,

Displays, Toppern und Gratismustern.

Kinder brauchen Energie, Konzentration

und Freude – und dafür ist eine

ausgewogene Ernährung essenziell.

FRECHE FREUNDE

Die Bunten Chips von Freche Freunde

Kids werden nicht frittiert, sondern

schonend gebacken. Mit würzigem

Ketchup-Style-Geschmack.

Ohne Zusatz- oder Aromastoffe.

Clemens Bauer

Director E-Commerce, Rewe

KÜCHLE

Ab August verfügbar: rotes Esspapier

mit Erdbeer-Geschmack und blauem

Candy-Stift (Blaubeer) sowie blaues

Esspapier mit Tutti-Frutti-Geschmack

und rotem Stift (Erdbeer, Abb.).

Fotos: stock.adobe.com/getti; Rewe Klein

JETZT Maus-Edition listen

www.tee-fee.de

© I. Schmmiitttt-Meeenzeeel

WDR mmeeediiagroup GmmH


Wie Sie 60.000

Handelskontakte

erreichen?

Mit der

RUNDSCHAU!

Wir öffnen Ihnen die Türen zu den Entscheidern im LEH! Jeden Monat

erreichen 60.000 RUNDSCHAU-Ausgaben Handelszentralen, selbstständige

Einzelhändler und Verantwortliche am PoS und versorgen

sie mit News und Know-how rund um Märkte, Marken und Menschen.

www.rundschau.de


Sortiment

Drogeriewaren

Text: Sibylle Menzel

Mehr als ein Hygienefaktor

Morgens und abends, tagaus, tagein: Die Verwendung von Zahnbürste und Co. ist meist reinste Routine, Langeweile

kommt im Bereich der Mund- und Zahnpflegeprodukte dennoch nicht auf. Das Marktvolumen legte im Jahr 2024

erneut deutlich zu. Haupttreiber: Innovationen und Markenqualität.

Insgesamt attestieren zahlreiche Hersteller

dem Markt nicht nur eine dynamische Entwicklung,

sondern auch einen Wandel der

Verbraucherbedürfnisse. Saubere Zähne, ein

frisches Mundgefühl – beides gehört schlicht

zu den Selbstverständlichkeiten, die die Produkte

heute erfüllen sollen. Zahn- und Mundpflege,

fasst es beispielsweise Naturkosmetikhersteller

Weleda zusammen, entwickele sich

von einer reinen Hygieneroutine hin zu einer

ganzheitlichen, von Beauty-, Wellness- und

Nachhaltigkeitstrends geprägten Kategorie.

Die Annäherung der Mundpflegeprodukte an

die Kosmetik drücke sich mittlerweile auch

schon rein visuell über hochwertige Designs

und ansprechende Ästhetik aus.

Die Mehrheit der Deutschen pflegt

konsequent ihre Mundgesundheit,

nach den Marktforschern von Mintel

glauben 77 Prozent hierzulande sogar,

dass das Aussehen ihrer Zähne ihr Selbstvertrauen

beeinflusst. Selbst in Zeiten allgemeiner

Kaufzurückhaltung wird bei den Mund- und

Zahnpflegeprodukten jedenfalls zugegriffen:

Laut Jahresbericht 2024 des Industrieverbands

Körperpflege und Waschmittel (IKW) legte

das Segment wie in vorausgegangenen Jahren

erneut zu. 2024 wurden 1,98 Millionen Euro

umgesetzt, ein Plus von 9,2 Prozent.

Shopper nutzen zwar die Bandbreite vom

Preiseinstieg bis zum Premiumbereich,

zugleich ist eine starke Markenaffinität zu

beobachten. Im Vergleich zu anderen Konsumgüterkategorien

spielen Eigenmarken

bei Zahnpasta und Co. demnach keine allzu

große Rolle.

Der Markt wandelt sich

Karsten Pabst, Geschäftsführer Hieberʼs

Frische Center, bestätigt: „Im Bereich Zahnpasta

zeigt sich eine hohe Markenloyalität. Ein

Wechsel findet meist nur dann statt, wenn sich

die Mundgesundheit verändert – etwa durch

Zahnfleischprobleme oder Ähnliches – und

der Kunde innerhalb seiner bevorzugten

Marke nach einer passenden Lösung sucht.“

Sauber – aber bitte mit Mehrwert

Auch neue, innovative Produktformen wie

Seren, Schäume oder Sprays orientieren sich

an modernen Beauty- und Wellness-Routinen,

stellt Weleda fest. „Skinification“ nennt es die

Beautyszene, wenn alltägliche Pflegerituale

mit gesundheitlichen Benefits verbunden

werden (z. B. Make-up, das die Haut zugleich

mit Vitaminen versorgen soll). Ein Trend,

der sich laut Anbieter Lavera auch auf die

Zahnpflege übertragen lässt; gemeint ist also

Zahnpflege mit Wirkstoffen für Zusatznutzen

wie gezielte Schutzmechanismen für Zähne

und Zahnfleisch sowie für eine gesunde,

gepflegte Schleimhaut.

Das zunehmende Gesundheitsbewusstsein

der Verbraucher eröffnet in jedem Fall Potenziale

für den Handel: „Ganz konkret merken

wir das bei unseren therapeutischen Zahnpasten,

die im Premiumbereich angesiedelt

sind. Dieser Markt wächst“, sagt Alexander

Brückner, Head of Sales DACH im Unternehmen

Haleon, u. a. mit den Marken Sensodyne

und Parodontax im Handel vertreten. „Trotz

Fotos: stock.adobe.com/Rido, Artline; Unternehmen

58 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25


Der Mund als Markt

Mehr Insights zum Markt und verkaufsfördernde

Tipps gibt es über den QR-Code oder online unter

www.rundschau.de/artikel/der-mund-als-markt

_

des höheren Preises von Produkten im Premierumbereich

kann Wachstum mit Innovationen

erzielt werden, sprich mit zusätzlichen

Benefits“, so seine Überzeugung.

Was können die Trendsetter?

Über die Reinigungsleistung hinaus sind Produkte

gefragt mit Wirkversprechen beispielsweise

gegen schmerzempfindliche Zähne,

zur Kariesprophylaxe, zur Reminalisierung

oder Whitening-Produkte. „Im Bereich der

Whitening-Zahnpasta registrieren wir eine

deutliche Dynamik“, sagt Karsten Pabst über

ihren Stellenwert in den Hieber-Märkten.

„Vor allem bei jüngeren Zielgruppen spielt

die sichtbare Zahnaufhellung eine wichtige

Rolle, was den Trend zu ästhetisch wirksamen

Produkten verstärkt.“

Natürliche oder innovative Inhaltsstoffe

wie Probiotika und Präbiotika, die das orale

Mikrobiom unterstützen und Zahnfleischentzündungen

vorbeugen sollen, sind laut den

Marktplayern genauso angesagt wie nachhaltige

Verpackungslösungen. Voraussetzung

sei, heißt es von Weleda, dass das Produkt

relevant sei. „Dann sind Konsumenten durchaus

bereit, Neues auszuprobieren.“

„In der heutigen schnelllebigen Zeit sehnen

sich Verbraucher nach Smart Gadgets, die

sie bei ihren Alltagsroutinen unterstützen

können. Das funktioniert auch beim Zähneputzen“,

teasert Dirk Diekmann, Verkaufsdirektor

Elektro-Channel für DACH bei

Procter & Gamble, die jüngste elektrische

Zahnbürsten-Innovation der Marke Oral-B an.

Sie signalisiert dank künstlicher Intelligenz

dem Anwender, wo, wie lange und auf welche

Weise geputzt werden soll. „Solche Produkte“,

so Diekmann, „setzen Impulse und können

für absatzstarke Dynamik im stationären

Handel sorgen.“

Präsenz am Point of Sale

Neben einer klaren Segmentierung am Regal

nach Zielgruppen empfiehlt Julia Michel,

CMO bei Laverana mit der Marke Lavera

Naturkosmetik, die visuelle Hervorhebung von

Neuheiten und Innovationen, zum Beispiel

durch Displays oder Probiergrößen, um den

Verkauf der Produkte zu fördern.

Das gilt auch für nachhaltige Formate wie

Zahnputztabletten (s. Info), die Kaufmann

Pabst im Handel aktuell zwar eher als Nischenprodukt

sieht, wo er zugleich aber innerhalb

der Nische vor allem bei umweltbewussten

Käufern zunehmend mehr Achtsamkeit

feststellt. „Entscheidend ist: Sichtbarkeit im

Hauptregal, kombiniert mit gezielten Zweitplatzierungen

wie am Kassenband“, betont

Axel Kaiser, Gründer und CEO von Zahnputztablettenhersteller

Denttabs. „Nachhaltigkeit

darf nicht nur in der Bio-Ecke stattfinden.“ ☐

INFO

Tablette statt Zahnpasta

Sie sind fester Sortimentsbestandteil

vieler Drogeriemärkte und Handelsketten.

Dennoch: „Der Tipping-

Point ist noch nicht überschritten,

der Marktanteil von Zahnputztabletten

liegt im Promillebereich. Aber

die Aufmerksamkeit nimmt zu“, hofft

Axel Kaiser. Ihre Vorteile sieht der

CEO von Denttabs, Markenund

Eigenmarkenhersteller der

Tabletten, in drei Aspekten:

Nachhaltigkeit: Keine Tuben, kein

Wasser – die Tabletten sind papierverpackt

und lösen sich im Mund

durch den Speichel.

Inhaltsstoffe: Sie kommen ohne Konservierungsstoffe,

Schaumbildner,

Stabilisatoren oder Keimhemmer aus.

Anwendung: Viele Anwender berichten

von positiven Effekten, z. B.

weniger bis kein Zahnfleischbluten

oder Zahnstein und glattere Zähne.

LAVERA

PARODONTAX

DENTTABS

ORAL-B

Lavera Zahncreme sensitiv Whitening

verspricht fünffach Rundumschutz –

und erzielt zahnschmelzschonendes

Whitening mit mineralischen Putzkörpern

sowie Bambus-Cellulose.

Zahnpasta und die Mundspülung mit

kühlem Minzgeschmack (Abb.): Parodontax

Zahnfleisch Stärkung & Schutz

enthalten den Inhaltsstoff Hyaluron,

Bestandteil von starkem Zahnfleisch.

Statt Minzgeschmack: Die schaumfreien

Zahnputztabletten Denttabs

Strawberry sind mit Erdbeergeschmack

für Kinder und Erwachsene

geeignet. Sie enthalten Fluorid.

Die elektrische Zahnbürste Oral-B iO 10

hat eine angeschlossene Ladestation.

Dank künstlicher Intelligenz wird über

LED-Anzeige während des Zähneputzens

der Putzfortschritt begleitet,

www.rundschau.de 59


Neue Produkte

Juli 2025

Maggi

Ab sofort im Regal: vier neue Fixe für

das Kochen mit der Heißluftfritteuse.

Diese Mischungen erweitern das Sortiment:

Paprika Pommes Frites, Knusper

Hähnchen Käse, Knusper Hähnchen

Paprika & Knoblauch (Abb.) sowie Mexikanischer

Mix Wrapfüllung für Fajita.

UVP: 1,09 Euro

Biovegan

Der Bio-Pionier für vegane Back- und

Kochzutaten aus dem Westerwald

launcht eine neue Bourbon Vanille

Paste. Ideal zum Verfeinern von

Desserts, Cremes, Backwaren oder

Heißgetränken. UVP: 3,99 Euro

Dr. Karg’s

Innen luftig, außen knusprig:

die Dr. Karg’s Crispies mit

intensivem, natürlichem

Geschmack, knusperleichter

Textur sowie einer Extraportion

Protein. Erhältlich in den

zwei Geschmacksrichtungen

Sour Cream & Chives sowie

Sweet Chili. UVP: k. A.

Philip Morris

Philip Morris reagiert auf den

Wunsch der Verbraucher nach

erschwinglichen Zigaretten-Alternativen

mit der Einführung der

neuen Produktlinie Marlboro Crafted

– eine preisgünstige Variante der

bekannten Marke. Ab sofort in vier

Varianten. UVP: 8,00 Euro/10,00 Euro

Nabio

Orientalische Gewürze treffen bei diesem

Aufstrich mit Cashews – dadurch

besonders cremig – auf fruchtig-süße

Feigen. Weitere Cashew-Cremes in den

Sorten Honig Rosmarin und Tomate

Pinienkerne. 100 Prozent Bio, am

besten kühl genießen. UVP: 2,79 Euro

Bonne Maman

Erdbeere-Vanille-Konfitüre mit

Bourbon-Vanille aus Madagaskar,

sanfter Süße und zarten Fruchtstückchen

im 370-Gramm-Glas.

UVP: 3,59 Euro

60

RUNDSCHAU 07/25


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Ihr Produkt in der RUNDSCHAU

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schicken Sie gerne an: produkte@rundschau.de

Little Lunch

Die Kokos Curry Suppe, eine limitierte

Edition, ist eine vegane Bio-Kreation

im Tom-Kha-Style. Sie kombiniert

cremige Kokosmilch mit Zitronengras,

Chili, Koriander und Sojasauce. Mit

feiner Schärfe. UVP: 3,49 Euro

Gustavo Gusto

Gustavo Gusto und Deutschlands

Kinderband „Deine Freunde“ präsentieren

die erste Tiefkühlpizza nach

WHO-Vorgabe für Kinderprodukte –

mit exklusivem Song „Backe, backe

Pizza!“ und interaktivem Musikvideo

auf der Verpackung.. UVP: k. A.

Dr. Oetker

Dr. Oetker erweitert sein Sortiment

um den Löffelglück Milchreis Zimt

im 400-Gramm-Becher. Der Milchreis

wird schonend gekocht und

cremig gerührt, dadurch erhält er

seine typische, wie selbstgemachte

Konsistenz. UVP: 2,69 Euro

Ritter Sport

Ab September im Handel: die

Ritter Sport Roasted Peanut

(Nussklasse-Sortiment,

100 g) sowie die Cookie Duo

(218 g) mit zwei Cookie-Sorten

in einer Tafel für das Schokoerlebnis

im Doppelpack.

UVP: 2,29 Euro/ 4,49 Euro

Bonduelle

Die neue verzehrfertige Salatmischung

„Eisbergsalat Gartenkräuter Mix“ kombiniert

Deutschlands beliebteste Salatsorte mit den

aromatischen Gartenkräutern Schnittlauch

und Dill. UVP: 0,99 Euro

Deutsches Weintor

Vollmundig schokoladig mit

fruchtig-frischen Kirschnuancen:

das verspricht der Scho-Ki-Spritz,

eine alkoholfreie Secco-Kreation

der Pfälzer Weinmacher.

UVP: 5,99 Euro

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Neue Produkte

Juli 2025

Barilla

Barilla Protein+ bietet klassischen

Pasta-Geschmack in der High-

Protein-Variante mit 20 Gramm

pflanzlichem Protein pro 100 Gramm

Pasta. Erhältlich als Spaghetti, Fusilli

(Abb.), Penne Rigate. UVP: 2,99 Euro

Nescafé

Neue lösliche Kaffeevarianten speziell für eiskalte

Kaffeekreationen: der Nescafé Iced sowie die

Varianten Karamell und Haselnuss, die sich sowohl

kalt als auch warm zubereiten lassen.

Inhalt: 95 Gramm. UVP: 5,99 Euro

Cheez-it

Die Love-Brand aus den USA ist ab

Ende des dritten Quartals 2025 auch in

Deutschland erhältlich: Cracker, gebacken

mit 100 Prozent echtem Käse in den

Geschmacksrichtungen Cheese & Chili

sowie Double Cheese. UVP: k. A.

Farmer’s Snack

Der Nuss Mix Salt & Pepper von Farmer’s

Snack im praktischen Becher enthält

Erdnusskernhälften, Mandelkernhälften,

Cashewkerne und Mais. UVP: k. A.

Tartex

Ab August in den Regalen: zwei

limitierte vegane Aufstriche

von Tartex in den Geschmacksrichtungen

Kürbis Rosmarin

(mit Kürbisstückchen) und

Ofengemüse (mit Süßkartoffel,

Karotte, Röstzwiebeln; Abb.).

UVP: 2,89 Euro

Veltins

Das helle Zitrönken: Der erfrischende

Hellbier-Mix mit fruchtiger Limonade

besteht zu 60 Prozent aus naturtrüber

Zitronenlimonade und zu 40 Prozent aus

hellem Pülleken. 2,0 Vol.-%. UVP: k. A.

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Aktion des Monats

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Brotliebling

Knusprige Brottoppings, die jede

Kruste besonders machen. Erhältlich

als Crispy Italia mit mediterranen

Kräutern (Abb.) sowie Crispy BBQ mit

Rauchsalz, Paprika, gerösteten Zwiebeln,

Knoblauch. UVP: 2,90 Euro

DAS REISE-GEWINNSPIEL FÜR

FEINSCHMECKER

PICK launcht reichweitenstarke Promotion mit City-Trips

und Technik-Gewinnen

BESCHREIBUNG Mit einer aufmerksamkeitsstarken Promotion

setzt die ungarische Traditionsmarke PICK im Sommer 2025 ein

starkes Zeichen am PoS. Im Mittelpunkt der Maßnahme: ein großes

Verbrauchergewinnspiel mit 100 exklusiven Städtereisen nach

Budapest sowie hochwertigen Technikpreisen von Apple (u. a. AirPods

4 und Apple Watch Ultra 2) im Gesamtwert von über 300.000 Euro.

Jeder Kauf einer PICK Original Ungarische Salami 250 g und 400 g

ermöglicht den Verbrauchern mit individuellem Gewinncode auf den

Aktionsprodukten die Teilnahme.

WERBUNG Social-Media-Kampagnen, PR-Maßnahmen sowie

aufmerksamkeitsstarke POS-Materialien

AKTIONSZEITRAUM ab KW27 – 35/2025

KONTAKT Pick Deutschland GmbH

An der Alten Ziegelei 1, D-40789 Monheim am Rhein

+49 (0) 2173/10918-0, info@pick.de, www.pick.de

Franzi

Mit der limitierten Sommer-Edition setzt

der Likör auf einen Klassiker aus Omas

Küche: die Zitronenrolle. Beim Sahnelikör

(0,5 l, 15 Vol.-%) trifft Zitronencreme auf

soften Biskuit und einen Hauch Vanille.

UVP: 14,90 Euro

Dr. Oetker

Die beiden Knusper-

Müsli-Neuheiten

Cinnamon Roll Style

(Abb.) und Kokos-Mandel

in der 400-Gramm-

Packung bringen neuen

Geschmack in die Müslischale.

UVP: 3,99 Euro

www.pick-promotion.de

www.rundschau.de 63


IMPRESSUM

Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:

Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.

(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;

Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);

Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)

Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände

wieder. Die Redaktion ist nicht für die

Inhalte verantwortlich.

Neue Produkte

Juli 2025

Gegründet: 1929

Verlag: medialog GmbH & Co. KG

Medienplatz 1, 76571 Gaggenau, Deutschland

Tel. 07225 60646-00

E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de

Geschäftsführer: Carsten Augsburger

Verlagsleiterin: Maria Akhavan

Chefredakteur: Marcelo Crescenti (V.i.S.d.P.)

Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke

Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel,

Jenny Rommel

Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen,

Roswitha Knye

Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design

Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic

Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna

Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock

Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark

Anzeigendisposition: dispo@medialog.de

Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025

Abonnenten-Betreuung:

E-Mail: service@medialog.de

Titel: stock.adobe.com/topntp, Jonas Glaubitz,

ValGraphic; Jörg Brockstedt

Produktfotos: Nestlé Deutschland, Collab, NORK

GmbH & Co. KG, Hersteller

Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209

Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement

Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.

Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist

der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:

Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband

Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband

Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen

Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband

Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden

e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,

Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände

des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband

Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel

Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und

Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des

Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden

e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel

Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement

verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat

vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.

Druck: westermann DRUCK | pva

Georg-Westermann-Allee 66

38104 Braunschweig

Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe oder sonstige

Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch

nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung

des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht

für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.

Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material

wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene

und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte

liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.

Collab

Die isländische Getränkemarke ist

nun in Deutschland erhältlich, in

den Sorten Passionsfrucht & Limette

(Abb.), Erdbeere & Zitrone und Waldbeeren.

Jede Dose (330 ml) enthält

5,9 Gramm marines Kollagen und

105 Milligramm Koffein.

UVP: 1,99 Euro

Purya

Trinkmahlzeit aus natürlichen,

rein pflanzlichen

Zutaten. Mit mehr als

20 Gramm Protein pro

Portion und einer dezenten

Süße. In den Sorten Kakao,

Vanille und Coffee (Abb.) in

der 500-Milliliter-Flasche.

UVP: 4,29 Euro

Dug

Fürst von Metternich

Die Sektmarke verleiht

ihrem Sortiment ab sofort

ein neues Erscheinungsbild.

Der Relaunch sorgt für eine

markante Präsenz am PoS und

unterstreicht die fürstliche

Herkunft. Zusätzlich ergänzend

im Sortiment: der Grauburgunder

(l.). UVP: 9,99 Euro

Die schwedische Marke Dug bringt die erste

Milchalternative aus Kartoffeln in den

Sorten Original (Abb.), Unsweetened und

Barista in deutsche Supermarktregale. Für

Kaffee, Müsli oder pur. UVP: 2,49 Euro

Hilcona

Crunchy & Easy Gnocchi für den

Airfryer (auch für Pfanne und Backofen).

Erhältlich in der 280-Gramm-

Packung in den vier Varianten

Pesto Amore (Abb.), Amore Rosso,

Hüttenzauber und Tex Mex Fiesta.

UVP: 2,99 Euro

Milka

Neues Format in der

190-Gramm-Packung

mit „extra“ großzügigen

Schokoladenstücken in

fünf Kreationen, darunter

Lotus Biscoff und

Karamell-Salz-Mandel.

UVP: k. A.

IVW I/2025

Druckauflage:

60.201 Exemplare,

tatsächlich verbreitete

Auflage: 59.812 Exemplare


Verkaufsförderung

Juli 2025

Bio-Zentrale

Die Bio-Zentrale startet vom

2. Juni bis 2. Oktober eine Couponing-Aktion,

die den Abverkauf im

Handel fördern und zusätzliche

Kaufanreize schaffen soll. So profitieren

Kunden in teilnehmenden

Märkten von einem Sofortrabatt

in Höhe von 0,50 Euro auf das gesamte

Sortiment der Bio-Zentrale.

Campofrio

Campofrio ermöglicht mit der

Point-of-Sale-Aktion „BBQ-Partygeld“

fünf glücklichen Gewinnern

eine rundum perfekte Grillparty

und verlost fünf Mal je 1.000 Euro.

Ein QR-Code auf den jeweiligen

Verpackungen führt zur Teilnahme-Webseite.

Coppenrath & Wiese

Zum 50-jährigen Bestehen verlost das Unternehmen

50 Partypakete im Wert von je 2.000 Euro.

Jedes Paket enthält ein Melitta Barista T Smart in

der Farbe schwarz, 1.000 Euro für die Ausrichtung

einer Geburtstagsparty sowie ein Mal drei Torten

nach Wahl aus dem Sortiment. Teilnahme: Torte

kaufen und Kassenbon bis zum 31.12. auf der

Homepage des Unternehmens hochladen.

Krombacher

Mit dem Slogan „Dein Sommer. Dein Radler“

bewirbt Krombacher seine gesamte Radler-Range,

die fünf Produkte umfasst, in einer gemeinsamen

Kampagne: das Krombacher Radler und das Natur-

Radler samt den jeweiligen alkoholfreien Pendants

sowie das neueste Produkt, das Krombacher

AlmRadler. Die Idee dahinter: Es soll nicht um ein

Produkt gehen, sondern um ein Lebensgefühl.

Mionetto

Im Rahmen einer PoS-Promotion

verlost Mionetto von Juni bis

August monatlich eine exklusive

Zwei-Tages-Reise für zwei

Personen nach Valdobbiadene

in die Villa Morona De Gastaldis.

Die norditalienische Gemeinde

in der Region Venetien in der

Provinz Treviso liegt im Herzen

des Prosecco-Gebietes und ist der

Heimatort der Kellerei.

Lorenz

Vom 28.7. bis 30.8. können

Shopper durch den Kauf

von NicNac’s-Produkten

an einem Gewinnspiel teilnehmen,

bei dem es

einen von 444 exklusiven

Sneakern zu gewinnen

gibt. Teilnahme erfolgt

durch den Upload des Kassenbons

auf der Aktionsseite

nicnacs-aktion.de.

www.rundschau.de

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FORSCHERAUFTRITT

Florian Klaus

>

Florian Klaus

ist Markenpsychologe bei K&A Brand Research. Er

wechselt sich hier mit Stephan Grünewald, Martin

Fassnacht und David Bosshart ab. ka-brandresearch.com

Text: Jenny Rommel

Luft nach oben

Der Schulstart markiert einen wichtigen Schritt im Leben eines Kindes – und in dem der Eltern. Ein Meilenstein,

von dem auch der LEH profitiert – doch ist das Potenzial hier wirklich ausgeschöpft?

Schulstart – welche Bedeutung wird diesem

Ereignis heutzutage beigemessen?

Wenn man heute mit Eltern über den Schulstart

spricht, dann ist er von der Wertigkeit

schon fast über dem Geburtstag, da er

eben nur ein einziges Mal im Leben

vorkommt. Quasi ein Meilenstein,

an den man sich erinnern will – und

das muss gefeiert werden. Was dazu

kommt, ist, dass wir über die letzten

Jahrzehnte immer weniger Kinder

pro Familie gesehen haben. Das bedeutet,

dass es für diese häufig ein

absolut einmaliges Erlebnis ist.

Früher war in der Schultüte ein bisschen

Süßes, Stifte, Spiele – und heute?

Es gab sicher früher schon eine Bandbreite –

aber das Level hat sich nach oben verschoben.

Kinder werden oft mit Dingen überschüttet. Es

entsteht ein Wettbewerb, der für die Eltern auch

fies ist. Sie wollen nicht, dass bei ihrem Kind und

diesem wichtigen Moment im Leben der Eindruck

entsteht, es werde weniger geliebt als die anderen.

Schon ist die Schultüte voll mit exklusiveren Dingen und hochwertigeren

Süßigkeiten. Vielleicht noch ein Teddy und nicht irgendein Stift,

sondern – was aktuell gehypt wird – Legami-Gelstifte. Dieser Wettbewerbscharakter

hat viel damit zu tun, dass die Vergleichbarkeit

heute deutlich höher ist. Außerdem ist die Wertigkeit des „Events“

Schulstart eine andere geworden. Es will sozusagen niemand sein

Kind mit zu wenig Nettigkeiten bedenken.

Wie lukrativ ist das Geschäft zum Schulstart für den LEH?

Auf der einen Seite sind die Zielgruppen und der Markt nicht so groß,

auf der anderen müssen Eltern tief in die Tasche greifen, weil einiges

zusammenkommt. Hefte, Bücher, Stifte, zu Beginn vielleicht ein

Freunde-Buch etc. Wenn man die Lukrativität pro betroffenem Haushalt

hochrechnet, ist es sicherlich spannender als Ostern. Da es eben

nicht nur die Süßware betrifft. Bei Schultaschen gibt es Hypes und

Marken, die man unbedingt haben muss und am besten bereits ein

Florian Klaus

Director Brand Psychology

bei K&A Brand Research in Nürnberg

halbes Jahr vor Schulstart kauft, damit sie nicht

ausverkauft sind. Hier kann man richtig Geld

verdienen, Thema Gesundheit und Ergonomie.

Wirtschaftlich gesehen ist es ein

extrem spannender Anlass. Allerdings:

Es gibt, wenn wir uns die Süßware

ansehen, nicht so viele schulstartbezogene

Konzepte – im Vergleich zu

Ostern, Weihnachten oder sogar Halloween.

Aus dem Schulstart könnte

man mehr machen – auch aus dem

Wiederbeginnen der Schule nach

den Sommerferien. Hier ist noch

Luft nach oben, was kontextbezogene

Positionierungen angeht.

Süßwaren sind auf Schulhöfen mittlerweile

ein schwieriges Thema ...

Ja. Eltern müssen immer mehr darauf achten,

hier nicht zu großzügig zu sein. In vielen Schulen

gibt es sogar enge Restriktionen. Die Schultüte ist eine

Ausnahme, aber in der täglichen Brotdose funktioniert

das nicht mehr überall. Es gibt Elternbeiräte,

die sich dagegen aussprechen, dass Süßigkeiten

mitgenommen werden – weil andere Kinder sie dann ebenfalls wollen.

Trotzdem, oder gerade deshalb, werden auf dem Schulhof gerne

Karottensticks gegen Gummibärchen getauscht. Den Spagat interessanter

Snacks für Kinder mit ausreichend positiven Ernährungsargumenten

für Erwachsene traue ich der Branche definitiv zu.

Punkten beim Thema Schulstart Neuprodukte oder Altbewährtes?

Es geht schon vor allem darum, sicher zu sein, dass das Kind glücklich

ist. Im besten Fall weiß man, was es mag. Allerdings sehen wir sehr

stark, dass auch immer wieder Innovationen in der Schultüte landen,

um die Kinder positiv zu überraschen, beispielsweise mit Spezialsorten.

Da weiß man: Die Kinder mögen es, es ist aber trotzdem etwas

„Besonderes“ – und somit eine sichere Bank. Da eine Offenheit für

Innovation und limitierte Editionen besteht, wäre der Anlass Schulstart

für die Kategorie Süßware ein spannender, aus dem ganz klar

mehr herausgeholt werden kann, als das momentan der Fall ist. ☐

Foto: Privat

66

FORSCHERAUFTRITT • RUNDSCHAU 07/25


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Funktion

Vorname / Name

Straße / Hausnummer

PLZ / Wohnort

Telefon

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Branche

Handelszentrale / Großhandel

Einzelhandel (selbstständig)

Einzelhandel (Regiebetrieb)

Industrie

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