RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel 07/2025
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Juli 2025
Nr. 07
rundschau.de
info@rundschau.de
16
SELBSTSTÄNDIGE
UNTER DER LUPE
Edeka- und Rewe-
Kaufleute im
Zahlenvergleich.
€
18
AUSZUBILDENDE
ONBOARDEN
So klappt es mit
dem Start ins neue
Ausbildungsjahr.
DIE PREISFRAGE
PREISSCHLACHT IM LEH:
WER GEWINNT — UND WER
FEDERN LASSEN MUSS.
AUCH IN DIESER AUSGABE: E-CENTER KOHLER ·
ETHNO-FOOD · FRUCHTSÄFTE · BAYERN-SPECIAL
KLARE ZIELE
Kölln-Chefin Friederike
Driftmann-Egelhof über
hippen Hafer und neue
Zielgruppen.
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RUNDSCHAU 07/25
Editorial
Marcelo Crescenti
Chefredakteur
E-Mail: crescenti@rundschau.de
Der Preis ist zu heiß
Die Meinungen schwanken zwischen Wertevernichtung und
Image-Coup, zwischen notwendigem Schritt und übereiltem
Aktionismus. Tatsache ist, dass die aktuelle massive Preissenkung
im LEH die Branche durchrüttelt und so manche Gewissheiten
infrage stellt. Dauertiefpreise waren gestern, nun schaltet der
Konsument auf Angebots-Hopping um. Wird sich die Rabattschlacht
am Ende lohnen? Einige Experten, mit denen ich für die aktuelle Titelgeschichte
ab Seite 26 gesprochen habe, sind skeptisch.
Ich freue mich, wieder an dieser Stelle zu Ihnen, liebe Leserinnen und
Leser, zu sprechen. Vor einigen Jahren habe ich bereits als Chefredakteur
die Geschicke der RUNDSCHAU für den Lebensmittelhandel geleitet,
nun kehre ich unter neuer verlegerischer Flagge zurück. Nach wie vor
ist die Mission der RUNDSCHAU, fundiert zu informieren und mit
der Branche zu wachsen, indem wir den Fokus auf Lösungen statt auf
Probleme legen. Gemeinsam mit dem neuen Verlagshaus werden wir
den Titel weiterentwickeln – online und im Print. Seien Sie gespannt!
Ich freue mich über alte und neue Kontakte. Sprechen Sie mich gerne mit
neuen Themen, Anregungen oder Kritik an: crescenti@rundschau.de.
Auf ein Neues!
#Ladendiebe
Das Thema ist ein Dauerbrenner
– und äußerst ärgerlich:
Ladendiebstahl und Inventurdifferenzen.
Das EHI zieht eine
erschreckende Bilanz. Seite 12
#Fruchtsaft
Die Branche leidet unter einem
rückläufigen Konsum. Zudem
belastet aktuell die Orangensaft-Krise.
Seite 38
#ForscherAuftritt
Zum Schulstart bietet sich dem
LEH eine große Chance – doch
ist das Potenzial hier wirklich
ausgeschöpft? Florian Klaus
von K&A Brand Research sieht
noch Luft nach oben. Seite 66
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Branchenevents, spannende Firmen-Insights
oder glamouröse Awards.
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03
RUNDSCHAU Juli 2025
Inhalt
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Mehr News, Fotos und
Hintergründe stehen
online für Sie bereit.
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fitfortrade
Für Nachwuchskräfte: Infos zum Wettbewerb,
Lernmaterial und vieles mehr.
Die Titelstory
Der LEH senkt die Preise auf breiter Front. Den Verbraucher freutʼs,
doch die Rabattschlacht hat auch Schattenseiten – etwa in Form
abnehmender Marken- und Kundentreue. Unsere Titelgeschichte
über den Preisverhau und die Folgen lesen Sie ab Seite 26.
Branche
Sortiment
06 Ein Kaffee mit ...
Friederike Driftmann-Egelhof, Geschäftsführerin
von Flockenproduzent Peter Kölln.
32 Länderreport Bayern
Qualität über die Landesgrenzen hinaus:
Unternehmen aus Bayern setzen Maßstäbe.
20
Groß, größer, Edeka Kohler
14 Nachwuchsförderung
Sie brennt für Obst & Gemüse: Lara-Jill Harding
von Edeka Honsel ist der O&G Youngster 2025.
16 Selbstständige Händler
Wie die Kaufleute von Rewe und Edeka
im direkten Vergleich performen.
38 Alkoholfreie Getränke
Sinkender Verbrauch, steigende Kosten: Wie
steht es um den Durstlöscher Fruchtsaft?
42 Snacking
Für die unterschiedlichsten Bedürfnisse: Was
moderne Snacks heute erfüllen müssen.
Nicht nur die Großzügigkeit des neuen Marktes von
Familie Kohler ist spektakulär. Auch Konzeption und
Atmosphäre gehören zur Sonderklasse.
18 Auszubildende
Azubis am Start: Monika Prechtl von Edeka
Prechtl über gelungenes Onboarding.
46 Fisch & Feinkost
An der Angel: Wie Hersteller mit nachhaltigen
Erzeugnissen auf Kundenfang gehen.
20 Store-Check Edeka Kohler, Offenburg
E-Center der Superlative: Familie Kohler zeigt im
Headquarter der Edeka Südwest Spektakuläres.
50 Feinkost
Der Markt für Ethno-Produkte wächst: Wie
Internationalität zum Umsatzbooster wird.
26 Lebensmittelpreise
Die Preislawine ist ausgerollt: Was reißt sie mit
sich? Die aktuelle Lage – und mögliche Folgen.
54 Schulstart
Kommt kindgerecht in die Tüte: Wie der
Schulbeginn zum lukrativen Geschäft wird.
Fotos: AdobeStock.com/Imagine; Michael Gregonowits
32
Top-Seller Blau-Weiß
Bayern kann mit viel Idylle punkten – und mit
zahlreichen qualitativ hochwertigen Produkten, die
weit über die Landesgrenzen hinaus beliebt sind.
30 Presseregal
Presse zieht Kunden und Marge an: Edeka
Wucherpfennig zeigt, wie es geht.
Rubriken
08 Newsticker
13 Shopper-Insights: Drogerie & WPR
58 Drogeriewaren
Marke zeigt Zähne: Warum Mund- und Zahnpflegeprodukte
für den LEH attraktiv sind.
60 Neue Produkte/Impressum
66 ForscherAuftritt: Florian Klaus
31 Verbandsinfo
04 Inhalt • RUNDSCHAU 07/25
Früher lesen – besser verkaufen!
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für den Lebensmittelhandel
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offiziellen Erscheinen
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Ein Kaffee mit …
Friederike Driftmann-Egelhof
Text: Martina Kausch
Foto: Jörg Brockstedt
FLOCKEN, FREUDE,
FUNCTIONAL FOOD
Bunten Genuss für die jüngere Generation bieten, Menschen mit Hafer stark
machen und im LEH neue Regale erobern – das sind die erklärten Ziele von
Dr. Friederike Driftmann-Egelhof. Sie leitet Peter Kölln in siebter Generation.
Klarheit – diese Tugend vermittelt
Friederike Driftmann-Egelhof
bei einer Begegnung wie kaum
eine Zweite. Klar ist der Zeitplan,
klar und offen die Freundlichkeit,
glasklar sind die Ziele, die die 32-Jährige
aus der Unternehmerdynastie Kölln für
sich und das Team des Haferflockenimperiums
setzt: „Wir wollen uns bei der
jüngeren Zielgruppe in Stellung bringen,
und dafür ist das Trendgetreide Hafer sehr
gut geeignet. Für uns bedeutet das, dass
wir Produkte für Kategorien entwickeln,
die insbesondere die 16- bis 39-Jährigen
ansprechen. So wird es zum Beispiel ab Juli
Protein-Haferflocken in drei unterschiedlichen
Sorten geben, die ihren Platz im
Functional-Food-Regal finden werden.“
Zurück nach Zuhause
Was einfach klingt, ist das Ergebnis eines
Prozesses. Dass Driftmann-Egelhof in die
Firma einsteigen würde, war früh klar,
und so zeigte ihr Vater ihr von klein auf die
Welt des Hafers. 2022 bekam das Unternehmen
durch personelle Umbesetzungen
eine neue Ausrichtung, 2024 wurde die
Juristin Vorsitzende der Geschäftsführung.
Wie groß die Schuhe wirklich sind, in die
Driftmann-Egelhof gestiegen ist, spürt
man in der Unternehmenszentrale in
Elmshorn nordwestlich von Hamburg:
Driftmann-Egelhof begrüßt Gäste im
Arbeitszimmer ihres Vaters, vor einem
massiven Kolonialstil-Schreibtisch im
holzgetäfelten Raum. In den Regalen
stehen Bücher über die Hohenzollern und
Rom, an den Wänden hängen imponierende
Seestücke, Bilder von Segelschiffen,
und ein Ölporträt von Professor Dr. Hans
Heinrich Driftmann als Marineoffizier.
Neues aus Hafer auch ganz vegan
Aber Bangemachen gilt für die junge
Unternehmerin nicht. „Ich bin im Unternehmen
aufgewachsen, als Kind
zwischen den Maschinen herumgelaufen.
Ich bin hier zuhause!“
Bereits bevor die Firmenerbin die
Verantwortung für einen Jahresumsatz
von rund 145 Millionen Euro (2023) und
rund 400 Mitarbeitende übernahm,
wurden produkttechnisch neue Schwerpunkte
gesetzt. Noch während ihrer
Arbeit für eine internationale Unternehmensberatung
kamen 2023 mit der
Sweet-Chocstar-Range die neuen Müslis
in die Regale, im Dezember 2024 brachte
Kölln mit Reloat eine trinkbare Mahlzeit
auf Haferbasis auf den deutschen Markt.
06 Branche • RUNDSCHAU 07/25
Ein Kaffee mit ...
Noch mehr interessante Menschen
aus der Branche bei einer Tasse
Kaffee im RUNDSCHAU-Gespräch.
Die Idee hinter den Sweet Chocstars:
„Wir wollten auffallen und hatten Lust
auf kesse Botschaften. Süßwaren sollen
bunt und inspirierend sein. Wir möchten
Genuss kreieren – bei den Sweet Chocstars
mit einem Produkt, das knallt.“
Wir wollen uns bei der
jungen Zielgruppe
in Stellung bringen
– dafür ist das Trendgetreide
Hafer sehr
gut geeignet.
Klassiker, aber nährwertoptimiert
Driftmann-Egelhofs Großvater Ernsthermann
Kölln war zwar mit dem Mischen
von Haferflocken und Schokoladenstückchen
der Erfinder des Schokomüslis, aber
auch der Ceralienmarkt braucht Neues,
das ist der Enkelin klar: „Ich möchte die
Transformation von Peter Kölln in eine
junge Marke vorantreiben, dazu gehört
auch, unsere Klassiker nährwertoptimiert
anzubieten.“ Also gibt es ab Juli 2025
Protein-Haferflocken. Bereits vorhanden
sind Plant-based Produkte jenseits des
Hafers pur: Mango-Maracuja-Müsli, das
zwar nach Joghurt schmeckt, aber ohne
tierische Produkte auskommt. Oder die
Vegan Chocstars: Müslis mit der Schokoladenalternative
ChoViva, die auf Sonnenblumenkernen
basiert. Oder Kölln Cereals
Hafer Bits mit einer veganen Cremefüllung.
Für Friederike Driftmann-Egelhof
ist eben klar: „Wir glauben daran, dass
Menschen ein Leben lang mit Kölln groß
werden und wachsen können. Macht euch
stark für eure Träume und Ziele.“ ☐
DR. FRIEDERIKE
DRIFTMANN-EGELHOF
hat im Mai 2024 den Vorsitz
der Geschäftsführung von
Peter Kölln übernommen. Die
32jährige promovierte
Volljuristin war davor in einer
Unternehmensberatung tätig.
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07
Branche
Newsticker
Täglich neu: www.rundschau.de
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Regionales wieder im Aufwind
KONSUMENTENSTUDIE Das Interesse an
lokalen Produkten wächst wieder: Kürzere
Lieferketten, niedrigere CO₂-Emissionen und
die Unterstützung lokaler Wirtschaftskreisläufe
überzeugen offenbar immer mehr Verbraucher.
So hat aktuell für 56 Prozent der Deutschen
laut einer Studie von Mintel die Unterstützung
der heimischen Wirtschaft Priorität. Knapp
drei Viertel der Befragten haben im Zeitraum
Februar bis März 2025 gezielt zu Lebensmitteln
und Getränken aus regionaler Produktion
gegriffen. 30 Prozent der Deutschen gaben an,
in den letzten drei Monaten mehr Produkte von
europäischen Marken gekauft zu haben als in
den drei Monaten zuvor. Mintel geht davon
aus, dass dieser Trend den Absatz regionaler
Produkte weiter stärken wird.
Während Lebensmittel und Getränke besonders
im Fokus stehen, tun sich andere
Branchen, wie beispielsweise der Markt für
Schönheits- oder Haushaltspflege, schwerer.
Ein möglicher Grund laut den Marktforschern:
Diese Branchen seien stark innovationsgetrieben
und würden häufig auf global
bezogene Inhaltsstoffe setzen, um die Preise
niedrig zu halten.
Laut Mintel sind rund drei Viertel der Deutschen
überzeugt, dass es in Zeiten unsicherer
globaler Lieferketten wichtig ist, regionale
Unternehmen zu unterstützen. Dabei geht es
nicht nur um ökonomische Aspekte, sondern
auch um den sozialen Zusammenhalt: Lokale
Cafés, Bauernhöfe, Freizeitgruppen – aber
auch Händler und Marken – spielen für viele
eine zunehmend zentrale Rolle.
Auch Global Player können sich laut der
Studie lokal stark machen. So sind 53 Prozent
der Deutschen der Meinung, dass globale
Marken lokale Gemeinschaften stärker unterstützen
sollten.
Picnic eröffnet Fulfillment-Center in Oberhausen:
Invest von 150 Millionen Euro in Europas größtes E-Food-Lager
E-FOOD-LAGER Mit der Eröffnung seines
robotisierten Fulfillment-Centers (FCA) in Oberhausen
setzt der Online-Supermarkt Picnic
nach eigenen Angaben einen neuen Standard
in der europäischen Lebensmittellogistik. Das
Projekt mit einem Investitionsvolumen von
150 Millionen Euro schaffe nicht nur eines
der europaweit leistungsfähigsten E-Food-
Lager, sondern ermögliche es Picnic, noch
mehr Kunden zu beliefern, betonte Frederic
Knaudt, Mitgründer von Picnic Deutschland.
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident
Hendrik Wüst eröffnete symbolisch das neue
Lager, indem er das erste Produkt für eine
Kundenbestellung packte.
In dem FCA bewegen sich 1.500 Hochleistungsroboter
entlang von 21 Kilometern Fördertechnik
durch drei vollautomatisierte Klimazonen
von – 18 °C bis + 20 °C. Das Herzstück bildet
eine vollständig eigenentwickelte Software-
Plattform, die alle Roboterbewegungen in
Echtzeit koordiniert. Die Technologie wurde
von 100 Picnic-Ingenieuren über zwei Jahre
hinweg entwickelt.
Das 50.000 Quadratmeter große FCA soll wöchentlich
über 150.000 Familien im Ruhrgebiet
versorgen. Das Fulfillment Center schaffe bis
zu 1.000 neue Arbeitsplätze, so Picnic.
Neben dem Ausbau der Kapazität durch
die Eröffnung des neuen Logistikstandorts
expandiert Picnic weiter. Zuletzt ging der
Online-Supermarkt in Bayern an den Start, wo
nun zusätzlich 350.000 Haushalte im Großraum
Nürnberg beliefert werden.
Fotos: stock.adobe.com/Diana Taliun, SINSIN; Heiko Rhode; Picnic; EHI; Destatis; Unternehmen
08 Branche • RUNDSCHAU 07/25
fitfortrade
RUNDSCHAU FÜR DEN LEBENSMITTELHANDEL
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WISSEN AUS
DER BOX:
Die geballte Ladung
Waren- und Verkaufskunde
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Branche
Newsticker
Speiseeis: Geschmack vor Preis
SPEISEEIS-PRÄFERENZEN In einer neuen Studie
zum sommerlichen Verkaufsschlager Eiscreme
2025 zeigen die Marktforscher von POSpulse die
derzeitigen Shoppergewohnheiten. Demnach
hat Milcheis bei den Befragten weiter die Nase
vorn (83 % vs. 82 % in 2024), Fruchteis legt am
deutlichsten in der Beliebtheit zu (57 % vs.
52 %), vor Wassereis (29 % vs. 26 %). 87 Prozent
der Befragten kaufen ihr Eis im Supermarkt
(vs. 84 % in 2024), die Discounter holen auf –
2024 kauften hier 64 Prozent ihr Eis ein, 2025
sind es rund 67 Prozent.
Im Vergleich zu 2024 zeigen sich bei den Gebindeformen
kleine Verschiebungen: Eis am
Stiel wurde 2024 von 38 Prozent bevorzugt, in
diesem Jahr von 40 Prozent. Dagegen greifen
weniger Shopper zu Bechern (57 % vs. 55 %).
Kaufkriterium Nummer eins bei Speiseeis ist
der Geschmack (94 % vs. 92 %). Der Preis hat
zwar an Bedeutung gewonnen, liegt aber auf
Platz zwei (71 % vs. 69 %). Auf Platz drei – nicht
mehr ganz so ausschlaggebend wie im letzten
Jahr – liegt die Qualität der Zutaten (32 % vs.
36 %), auf Rang vier die Marke (28 % vs. 27 %).
Ist das Lieblingseis nicht verfügbar, greifen
63 Prozent der Befragten zu einer Alternative,
22 Prozent machen sich in einem anderen
Markt auf die Suche.
In der Frühlingszeit sind laut E.I.S. Eis Info
Service Haushaltspackungen mit verschiedenen
Sorten für den Eisgenuss zu Hause
besonders gefragt.
50 Jahre: GEPA feiert Jubiläum mit Umsatzplus Planted-Werk
geht in Betrieb
FAIRER HANDEL Ein Pionier feiert Jubiläum: Vor
50 Jahren wurde das Handelshaus GEPA gegründet,
das sowohl Super- und Biomärkte als auch Weltläden
mit fair gehandelten Produkten wie Kaffee,
Schokolade, Tee, Honig und Handwerksartikeln
beliefert. 2024 erzielte das Unternehmen einen
Großhandelsumsatz von 84,8 Millionen Euro, ein
Plus von fast elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der LEH-Anteil am Absatz beträgt rund 41 Prozent,
Discounter werden nicht beliefert.
GEPA-Produkte werden aktuell in rund 6.000 Verkaufsstellen
angeboten. Über die Jahre hat sich der
Vertrieb verändert: Das frühere klassische GEPA-
Holzregal gibt es nicht mehr. Die Platzierung der
Produkte erfolgt entweder in der Warengruppe,
im Gondelkopf oder im separaten Regalmeter mit
einem Sortiment von 60 bis 100 Produkten. Die
GEPA zählt Genossenschaften und sozial engagierte
Privatbetriebe aus Lateinamerika, Afrika, Asien
und Europa zu ihren Partnern. Durch faire Preise
und langfristige Handelsbeziehungen sollen diese
mehr Planungssicherheit erhalten.
PRODUKTIONSERWEITERUNG Das
in Zürich ansässige Foodtech-
Start-up Planted hat im Juni eine
neue Produktionsstätte in Memmingen
eröffnet und damit seine
Produktionskapazitäten erheblich
erweitert. Die neue Anlage ist
laut dem Unternehmen Europas
modernste Produktionsstätte für
biostrukturierte Proteine und ermöglicht
es mittelfristig, täglich
über 20 Tonnen davon herzustellen.
Diese Menge entspricht der
aktuellen Kapazität des Standorts
in Kemptthal/Schweiz. Planted
verdoppelt somit seine Produktionskapazitäten.
10 Branche • RUNDSCHAU 07/25
RUNDSCHAU Digital
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Branche
Newsticker
Studie: Veganer und Vegetarier
mit höherer Einkaufsfrequenz
ren und Flexitariern liegt die durchschnittliche
Einkaufsfrequenz bei 2,7 bzw. 2,6 Besuchen pro
Woche. Vegetarier gehen 3,1-mal pro Woche
Lebensmittel einkaufen. Veganer bilden mit
der höchsten Frequenz von 3,4 Einkäufen pro
Woche die Spitze des Rankings.
EINKAUFSVERHALTEN Die Kaufentscheidungen
der Konsumenten im Supermarkt hängen
wesentlich davon ab, was und wie sie essen:
Das ergab eine neue Studie zum Einkaufsverhalten
unterschiedlicher Ernährungstypen
von KPMG in Kooperation mit dem EHI Retail
Institute. „Der deutsche Lebensmittelhandel
bietet Herstellern und Händlern eine wertvolle
Chance, das breite Spektrum an Konsummustern
und Ernährungsstilen besser zu
verstehen und darauf zu reagieren“, so Stephan
Fetsch, EMA Head of Retail and Consumer
Goods bei KPMG in Deutschland. Mit
57,5 Prozent stellt die Gruppe der Omnivoren
(Allesesser) den größten Anteil der befragten
Konsumenten, wobei Männer mit 62,6 Prozent
deutlich häufiger dazugehören als Frauen
(52,3 %). Flexitarier, die ihren Fleischkonsum
bewusst reduzieren, machen 16,7 Prozent aus;
unter Frauen ist ihr Anteil mit 19,2 Prozent
höher als bei Männern (14,1 %). Rund ein Viertel
der Befragten ernährt sich
primär oder vollständig
pflanzlich, davon 8,5 Prozent
vegetarisch und 3,8 Prozent
vegan – auch hier jeweils mit
höheren Anteilen bei Frauen.
Insgesamt belegt die Studie,
dass es geschlechtsspezifische
Unterschiede im Konsum
gibt: Männer neigen
stärker zur fleischhaltigen
Ernährung, während Frauen
häufiger fleischreduzierte
oder fleischfreie Ernährungsweisen
wählen. Bei Omnivo-
Angaben in Prozent
▽ Im Vergleich zu Omnivoren besuchen Vegetarier
den LEH rund 15 Prozent häufiger, Veganer sogar
etwa 25 Prozent häufiger.
Anteil der Konsumenten mit hoher Besuchsfrequenz im
stationären LEH (≥ 5x/Woche)
15,5
15,3 15,6 16,3
13,5
13,5
Omnivor Flexitarisch Vegetarisch Vegan
gesamt
Frauen
Quelle: KPMG Consumer Barometer 02/25 in
Kooperation mit dem EHI Retail Institute
21,0 21,9
20,4
Männer
25,0
22,7
20,0
Destatis: 1,5 Kilo Fleischersatzprodukte pro Kopf im Jahr 2024 in
Deutschland produziert / Anstieg um vier Prozent
PRODUKTIONSMENGE Rein rechnerisch wurden
laut Statistischem Bundesamt (Destatis) 2024
in Deutschland rund 1,5 Kilogramm Fleischersatzprodukte
pro Kopf produziert. Die
Produktion von vegetarischen
oder veganen Fleischalternativen
ist im vergangenen Jahr damit
weiter gewachsen – wenn auch
weniger dynamisch als noch in den
Jahren zuvor. Im Jahr 2024 wurden
hierzulande 126.500 Tonnen
Fleischersatzprodukte produziert,
vier Prozent mehr als 2023. Der
Wert dieser Produkte stieg mit
647,1 Millionen Euro im Jahr 2024
um 10,9 Prozent gegenüber dem
Vorjahr. Im Fünfjahresvergleich
hat sich die Produktion mehr als verdoppelt
(+ 109,5 %): 2019 wurden noch 60.400 Tonnen
Fleischersatzprodukte hergestellt. Im vergangenen
Jahr wurden Fleisch und Fleischerzeug-
nisse im Wert von gut 44,3 Milliarden Euro in
Deutschland produziert. Das entsprach einem
Rückgang um 1,1 Prozent zum Vorjahr. Trotz
dieses Rückgangs der Fleischproduktion und
des Anstiegs bei Fleischersatzprodukten
übersteigt die Herstellung
von Fleisch die der Fleischalternativen
um ein Vielfaches.
Wertmäßig fiel die Fleischproduktion
2024 knapp 70-mal größer
aus als die von Fleischersatzprodukten.
Fünf Jahre zuvor lag
der Wert bei gut 40 Milliarden
Euro. Das entsprach etwa dem
150-fachen des Wertes von
Fleischersatzprodukten (2019:
knapp 0,3 Mrd. Euro).
www.rundschau.de
11
Branche
Newsticker
Mehr Ladendiebstähle – mehr Geld für Prävention
KRIMINALITÄT Ladendiebstähle und Inventurdifferenzen
beschäftigen den Handel nach
wie vor stark. 2024 sind die Schäden durch
Inventurverluste im gesamten deutschen
Handel laut einer Studie des EHI Retail Institute
um drei Prozent auf 4,95 Milliarden Euro
gestiegen. Der durchschnittliche Anteil der
Inventurdifferenzen am Nettoumsatz betrug
0,64 Prozent. Der weitaus größte Anteil der
Inventurdifferenzen entsteht durch Diebstahl
von Kundschaft, Mitarbeitenden, Lieferanten
sowie Servicepersonal. Allerdings werden laut
EHI 98 Prozent aller Diebstahlfälle nicht erkannt
und dementsprechend nicht angezeigt.
Den Schaden erkennen Händler dann erst bei
der Inventur. Der Handel gibt im Durchschnitt
aller Branchen rund 0,33 Prozent seines Umsatzes
für Sicherheitsmaßnahmen aus, darunter
Artikelsicherung, Kameraüberwachung,
Detektiveinsätze, Testkäufe und Schulungsmaßnahmen.
„Insbesondere der organisierte
und gewerbsmäßige Ladendiebstahl hat dem
Einzelhandel in den letzten Jahren schmerzliche
Verluste beschert“, sagt EHI-Experte Frank
Horst, der die Studie verantwortet.
Angesichts der hohen Diebstahlzahlen hat
jeder vierte Händler das eigene Budget für
Sicherungsmaßnahmen erhöht. Insgesamt
gibt der Einzelhandel jährlich 1,6 Milliarden
Euro aus, um Inventurdifferenzen zu reduzieren.
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Mintel Spotlight – der Marktforschungs-Blog mit
erfrischenden Perspektiven, neuen Daten und bahnbrechenden
Analysen der Märkte, die wirklich zählen.
Im Fokus: Drogerie & WPR
Drogeriemärkte sind eines der wichtigsten Shoppingziele
für FMCG – besonders in Deutschland. Von
erschwinglichem Luxus in Krisenzeiten bis
hin zu cleverer Sortimentsanpassung für
saisonale Bedürfnisse bieten sie vielfältige
Möglichkeiten, um Verbraucherwünsche
zu erfüllen. Die Marktforschungsagentur
Mintel hat die beiden Segmente Drogeriewaren
und WPR-Produkte (Wasch-,
Putz- und Reinigungsmittel) unter die
Lupe genommen und zeigt, welche Entwicklungen
künftig wichtig werden.
Konsumverhalten
Lipstick-Effekt im Wandel
Trotz anhaltend hoher Lebenshaltungskosten erwartet
Mintel in Deutschland ein kontinuierliches Wachstum für
die Schönheits- und Körperpflegebranche. Der „Lippenstift-Effekt“
– geprägt von Leonard Lauder, langjähriger
CEO von Estée Lauder und Sohn der Firmengründerin
– beschreibt den Griff zu kleinen Luxusmomenten in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Und genau dieses Konsumverhalten
scheint sich gerade zu verändern. Estée
Lauder kämpft schon länger mit Absatzproblemen, Coty
meldet rückläufige Umsätze, selbst L’Oréal blieb jüngst
hinter den Erwartungen zurück. Gleichzeitig ziehen deutsche
Drogeriemarken an, teils mit zweistelligen Wachstumsraten.
Der Griff zu Lippenstift, Mascara oder Serum
findet also weiterhin statt, nur seltener im Luxusregal.
_
ZAHLEN
TICKER
Aussehen
67 PROZENT
finden, Zeit für das äußere
Erscheinungsbild aufzuwenden,
kann die mentale
Gesundheit verbessern.
Vor-Ort-Einkauf
85 %
der Kosmetik-Konsumenten
kaufen ihre Schönheits- und
Pflegeartikel im Geschäft;
nur 35 Prozent bevorzugen
den Einkauf online.
Drogerie-Shopping
76 PROZENT
der deutschen Drogerie-
Shopper kaufen in den
Drogerien Haushaltswaren;
72 % holen dort ihre
Beauty- und Körperpflegeprodukte,
weitere 49 %
Gesundheitsprodukte. Nur
29 % kaufen dort auch Lebensmittel
und Getränke.
Branche
Zahlen & Fakten
Auf einen Blick
Shopper-Verhalten
78 % 68 %
der Konsumenten von
sind ökofreundliche
Beauty- und Körperpflegeprodukten
von Eigen-
Haushaltspflegeprodukte
wichtig.
marken kaufen diese
in Drogerien ein.
66 %
der Haustierbesitzer
kritisieren Chemikalien
in Haushaltsreinigern.
Folgen des Klimawandels
Von Asien lernen
Hitzewellen, Kälteeinbrüche und Luftverschmutzung
fordern neue Antworten in der
Produktentwicklung. In Fernost ist saisonal
angepasste Körperpflege längst Standard. In
Japan etwa stehen im Frühsommer
kühlende Sprays,
Produkte mit hohem LSF und
Eistücher im Vordergrund,
im Winter feuchtigkeitsspendende
Cremes und Toner. Die
Sortimentslogik folgt dem
Klima. Dies dürfte auch in
deutschen Drogeriemärkten
künftig stärker zu sehen sein.
„Haushaltspflege
muss heute mehr
leisten als Sauberkeit.
Verbraucher
suchen nach Lösungen, die
ihre Haushaltsgeräte schützen und deren
Lebensdauer verlängern.”
Susanne Krenz
Associate Director, Mintel Beauty & Personal Care Germany
Top-Verkaufskanal
79 PROZENT
der Deutschen besorgen
in Drogeriemärkten ihre
Schönheitsprodukte, nur
37 Prozent weichen auf
Supermärkte, 22 Prozent
auf Parfümerien aus. Beliebtester
Einzelhändler ist
dm (64 %), vor Lidl und den
Apotheken (jeweils 57 %).
Rossmann, Edeka und Lidl
stehen auf Platz drei (56 %).
Gesichtspflege
Männer an die Pinsel
Make-up wird für Männer unter 35 zunehmend
zur Routine: Der Anteil derjenigen, die
sich täglich schminken, hat sich vom Jahr
2023 auf 2024 mehr als verdoppelt – von
vier Prozent auf neun Prozent. Parallel dazu
greift diese Altersgruppe häufiger zu
Gesichtspflegeprodukten: 15 Prozent
verwenden sie mehrmals täglich,
verglichen mit neun Prozent
in der Gruppe der 35- bis
54-Jährigen.
13
Branche Nachwuchsförderung
Ausgezeichneter Einsatz
Lara-Jill Harding von Edeka
Honsel brennt für die Obst- und
Gemüseabteilung und zeigt
hier Top-Leistung. Damit hat sie es
zum Sieg geschafft und ist als
O&G Youngster 2025 ausgezeichnet.
Neben all den erfahrenen Marktgewinnern
des Deutschen Frucht Preises, den
die RUNDSCHAU für herausragende
Leistungen in der Obst- und Gemüseabteilung
vergibt (s. RUNDSCHAU 6/25), steht auch die
25-jährige Lara-Jill Harding von Edeka Honsel
im nordrhein-westfälischen Dorsten auf dem
Siegertreppchen. Sie hat die Jury mit ihrem
kreativen Engagement und ihren pfiffigen
Ideen voll und ganz überzeugt. Im Interview
verrät der frisch gekürte O&G Youngstar 2025,
was sie an der Arbeit im LEH und besonders
in der Obst- und Gemüseabteilung begeistert.
Gratulation, du bist der O&G Youngstar
2025! Was bedeutet dir der Titel?
Der Titel O&G Youngstar bedeutet mir sehr
viel. Er zeigt mir, dass mein Engagment sich
auszahlt. Er motiviert mich, mich weiterhin
für ein bewusstes Leben mit frischen Lebensmitteln
einzusetzen und auch andere junge
Menschen dafür zu begeistern.
Warum hast du dich für den beruflichen
Weg im LEH entschieden?
Am meisten mag ich die Abwechslung in
meinem beruflichen Alltag. Ich habe jeden
Fotos: stock.adobe.com/Autorenname; Michael Gregonowits
mit Unterstützung von:
14 fitfortrade • RUNDSCHAU 07/25
fitfortrade-Magazine 2025
Lust auf mehr? Die fitfortrade-Magazine sind prall
gefüllt mit jungen Themen rund um die Lebensmittelbranche.
Mehr Infos einfach über den QR-Code.
Text: Jenny Rommel, Sibylle Menzel
Tag neue Kundengespräche zu den verschiedensten
Themen. Ich mag es auch, Kunden zu
beraten und mein Wissen weiterzugeben. Ich
habe mich für diesen Beruf entschieden, weil
er einfach nicht langweilig wird und ich jeden
Tag neue Aufgaben meistern kann.
fasziniert von der Vielfalt bei uns. Was den
kleinen Augen immer direkt auffällt, sind
unsere Orangensaftpresse und unser Ananasschäler.
Hier verteile ich dann kleine Kostproben,
die immer gut ankommen.
Was sehen deine weiteren Ziele aus?
Im September steht die letzte Prüfung für
den Fachexperten Obst und Gemüse an, die
würde ich natürlich gerne bestehen. Alles
andere lasse ich auf mich zukommen. ☐
Und was fasziniert dich an der
Obst- und Gemüseabteilung?
Die O&G-Abteilung ist wie eine Entdeckungsreise.
Ob exotische oder regionale Produkte
– es gibt immer etwas Neues zu entdecken.
Die Vielfalt regt die Fantasie an und inspiriert
mich zu neuen Warenpräsentations- und auch
zu Rezeptideen.
Was sind deiner Meinung nach die
Obst- und Gemüsetrends für 2025?
Der Trend geht ganz klar in Richtung Exoten.
Gerade bei Jugendlichen werden die süßen
Früchte immer begehrter. Meine Empfehlung:
die Grenadilla.
Du kümmerst dich um die Kindergärten
im Umkreis, für die ihr Führungen im
Markt anbietet. Wie begegnen Kinder dem
Thema Obst und Gemüse?
Ich bin immer wieder begeistert, wie viele
Obst- und Gemüsesorten die Kinder schon
kennen. Während unseres Rundgangs frage
ich sie, um welches Gemüse es sich jeweils
handelt, und sie liegen zu 90 Prozent richtig.
Man merkt, dass in Kindergärten verschärft
darauf geachtet wird, dass die Kinder Vitamine
zu sich nehmen. Die Kinder sind natürlich
Zu Tomaten gleich
das Basilikum:
Lara-Jill Harding
liebt es
nicht nur, Waren
ansprechend zu
inszenieren, durch
geschickte Kombis
animiert sie auch
zu Impulskäufen.
All eyes on her:
Kaasten Reh (l.),
Fruchthandel
Magazin, feiert
Lara-Jill Harding
von Edeka Honsel.
Ihren Preis hält
Dominik Wehner
von Sponsor
SanLucar bereit:
eine Reise nach
Valencia.
INITIATOREN:
UNTERSTÜTZT VON:
www.rundschau.de
15
Branche
Selbstständige Händler
Text: Marcelo Crescenti
Kaufleute im Vergleich
Selbstständige Händler bleiben ein verlässlicher Wachstumstreiber für Edeka und Rewe. Ein Zahlenvergleich beider
Handelsgruppen zeigt jedoch große Unterschiede.
vs.
Jahr für Jahr werden sie von den
Zentralen als Wachstumsmotor der
jeweiligen Handelsgruppe gelobt: die
selbstständigen Händler von Edeka
und Rewe. „Die Kaufleute machten Edeka
erneut zur stärksten Unternehmer-Initiative
im deutschen Einzelhandel und damit zu
einem Motor lokaler Wertschöpfung“, hieß es
bei der diesjährigen Bilanzvorlage der Edeka.
Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der
Rewe Group, betonte bei der Jahrespressekonferenz
Anfang April: „Unsere Kaufleute
leisten einen essenziellen Beitrag zu unserem
Erfolg. Daher haben wir das Kaufleute-Modell
weiter gestärkt und ausgebaut.“
Der Blick auf die Zahlen bestätigt die Bedeutung:
Bei Rewe steuerten inhabergeführte
Märkte 2024 rund die Hälfte der Umsätze
der Gruppe im Lebensmittelhandel bei, im
Edeka-Verbund waren es sogar rund zwei
Drittel. Insgesamt setzten die selbstständigen
Kaufleute beider Gruppen im vergangenen
Jahr mit 7.615 Märkten knapp 60 Milliarden
Euro um. Das zeigt eine Datenaufbereitung
von EHI handelsdaten.de. Die Edeka-Genossen
betreiben weiterhin mehr als doppelt so
viele Supermärkte wie ihre Rewe-Kolleginnen
und -Kollegen.
Die 1.573 selbstständigen Rewe-Kaufleute
konnten 2024 mit 2.250 Märkten ein Umsatz-
plus von rund neun Prozent auf 19 Milliarden
Euro erzielen. Damit übertraf das Wachstum
des selbstständigen Einzelhandels deutlich
die durchschnittliche Marktentwicklung. Der
Edeka-Verbund verzeichnete im selbstständigen
Einzelhandel ein Umsatzwachstum
von 3,9 Prozent auf 40,8 Milliarden Euro. Bei
Edeka gab es Ende 2024 rund 3.200 selbstständige
Kaufleute.
Dichtes Netz
Mit 5.365 Märkten im selbstständigen Einzelhandel
verfügt der blau-gelbe Verbund über
ein dichtes Netz inhabergeführter Geschäfte.
Allerdings ist im vergangenen Jahr die Zahl
Fotos: Unternehmen
16 Branche • RUNDSCHAU 07/25
Anzahl selbstständige Händler (SEH)
Anzahl der von SEH betriebenen Märkten
Nettoumsatz SEH (in Mrd. Euro)
1.573 3.200 2.250 5.365 19,0 40,8
Märkte pro Selbstständigem im Schnitt Anteil SEH am Gruppenumsatz im LEH
Durchschnittsumsatz pro SEH-Markt
(Mio. Euro)
1,7 8,4
60,7 %
7,6
1,4
45,9 %
Edeka
Rewe
der von Edeka-Kaufleuten geführten Märkten
insgesamt um knapp 400 gesunken. „Diese
Entwicklung ist vor dem Hintergrund des Generationswechsels
sowie veränderter Marktbedingungen
zu sehen“, sagt Peter Cyganek,
Projektleiter Handelsstrukturen beim EHI
Retail Institute in Köln. „Zugleich ermöglicht
Edeka jedes Jahr mehr als 100 Kaufleuten den
Schritt in die Selbstständigkeit.“
Existenzgründungen gefördert
Im Jahr 2024 gab es 130 Existenzgründungen
bei der Edeka-Gruppe. 91 Märkte wurden aus
dem Regie-Bestand in die Hände von Unternehmerinnen
und Unternehmern gegeben,
Quelle: EHI handelsdaten.de
davon 48 an Existenzgründer. Im gleichen
Zeitraum stieg die Gesamtzahl der Selbstständigen
bei der Rewe um 23. Es wurden zudem
einige Standorte in private Hand überführt,
sodass die Gruppe das Jahr insgesamt mit
einem positiven Saldo von 160 neuen inhabergeführten
Märkten abgeschlossen hat.
Sowohl Rewe als auch Edeka pushen die
Selbstständigkeit weiter innerhalb der Gruppen
und sehen sie als eine Art Jungbrunnen
für den deutschen LEH. Es ist aber nicht
immer ein leichtes Unterfangen: Laut Bundesministerium
für Arbeit und Soziales ist
die Zahl der Selbstständigen in Deutschland
bereits seit 2012 insgesamt rückläufig. ☐
Saldo SEH-Märkte 2024
gegenüber Vorjahr
– 394
160
www.rundschau.de
17
Branche
Auszubildende
Text: Martina Kausch
Schon
der erste
Tag zählt
Auszubildende sollen den Übergang vom
Leben in der geregelten Welt von Schule und
Elternhaus in den Berufsalltag stemmen. Ein sehr
strukturierter Empfang, Paten im Unternehmen
und gut organisierte Ausbildungsabläufe helfen,
Abbruchraten geringzu halten, sagt Monika Prechtl.
Wie Onboarding bei Edeka Prechtl funktioniert,
berichtet sie im RUNDSCHAU-Interview.
18 Branche • RUNDSCHAU 07/25
Online weiterlesen
Das gesamte Interview mit Monika Prechtl
zum Thema Onboarding bei Azubis im LEH
lesen Sie nach dem Scannen des QR-Codes.
_
INFO
Aktuell baut Familie Prechtl in der
Nähe von Rosenheim in Oberbayern
ihren fünften Edeka-Markt – und
stellt Mitarbeitende ein. Kauffrau
Monika Prechtl hat für die eigenen Azubis
die Prechtl-Akademie gegründet, denn: „Wir
wollen die Azubis über die Zeit zu Leistungsträgern
entwickeln.“
Thema Onboarding von Auszubildenden
im LEH – wie geht es, wann startet es?
Onboarding beginnt in dem Moment, in dem
sich der Azubi bei uns bewirbt. Dann macht er
als Erstes ein Probearbeiten bei uns. Danach
kommt es optimalerweise zur Vertragsunterzeichnung.
Das ist für alle ein großer Schritt,
und deshalb stelle ich bei den Azubis immer
sicher, dass die Eltern mit dabei sind – jedenfalls
bei denen, die noch zu Hause wohnen.
Auch bei denen über 18?
Ja, auch bei Azubis über 18. Das ist eine Wertschätzung
gegenüber den Eltern. Sie haben
immer noch einen großen Einfluss, wenn die
Azubis noch zu Hause wohnen. Das ist immer
ein sehr schönes Gespräch und wir brauchen
für den Vertrag meistens eine Stunde ...
... eine ganze Stunde? Das ist sehr lange!
Ja, das ist sehr lange, das weiß ich. Aber es
ist eben eine Wertschätzung, und wenn ich
dann sage: “Jetzt feiert ihr! Schließlich habt ihr
nun einen Ausbildungsvertrag!“, sind immer
alle ganz gerührt.
Onboarding im Unternehmen beginnt mit
einer ganzen Einführungswoche in unserer
Akademie. Alle Azubis – egal welche Ausbildung
sie bei uns machen – starten mit fünf
ganzen Tagen in der Akademie.
Mancher würde sagen, da geht
Arbeitszeit verloren.
Ja, ich kenne dieses Denken – aber es stimmt
nicht. Was man anfangs in die Beziehung
investiert, bekommt man definitiv zurück.
Wenn man Personal langfristig binden
möchte, funktioniert es heute nur so, mit
Engagement für die Azubis, das am ersten
Praktikumstag anfängt.
Was sind die Themen in der ersten Woche?
Der erste Tag beginnt mit der Firmengeschichte,
es geht um Werte, um Leitlinien der Firma.
Dann haben wir eine Kommunikationsschulung
und eine Obst- und Gemüseschulung.
Außerdem gibt es einen Gesundheitstag, damit
die Azubis lernen, wie man mit seinen körperlichen
Kapazitäten umgehen kann, wie man
beispielsweise richtig hebt. Wir haben dafür
eine Sportwissenschaftlerin im Haus. Am
Ende der Woche machen wir mit allen Azubis
einen Ausflug, zu unseren Produzenten und in
ein Edeka-Lager. So lernen die „Neuen“ auch
gleich alle anderen kennen.
Mit zertifizierter
Ausbildung punkten
Bei der Zentralstelle für Berufsbildung
im Handel (ZBB) können sich
Ausbildungsbetriebe als
„Zertifizierter Ausbildungsbetrieb“
die Schulungsqualität mit Siegel
bestätigen lassen – Edeka Prechtl hat
den Prozess 2019 durchlaufen.
Edeka hat gemeinsam mit der ZBB
ein Programm für diesen
Qualitätsnachweis entwickelt.
In der zweiten Woche gehtʼs auf die Fläche?
Ja, und wenn die Azubis in den Markt kommen,
dann begrüßen sie als Erstes der Marktleiter
und der Pate. Jeder Azubi bekommt bei
uns einen Paten. Der führt ihn durch den
Laden. Und erst dann fängt der Azubi an,
auf der Fläche mitzuarbeiten. Es wird sehr
strukturiert gehandelt.
Wie wichtig ist das am Anfang?
Wir haben festgestellt,dass die Azubis heutzutage
ganz viel Struktur und Sicherheit brauchen,
sonst klappt es nicht. Sie schätzen es
sehr, wenn sie wissen: Der oder die ist für
mich zuständig.
☐
Fotos: Edeka Prechtl
Das klingt nach einer sehr persönlichen
Beziehung.
Ja, aber so sind wir. Mir ist wichtig, dass man
das Elternhaus besser einschätzen kann. Ich
sage auch zu den Eltern: Wenn während der
Ausbildung Probleme entstehen, bitte reden
Sie zuerst mit ihrem Sohn, ihrer Tochter.
Und kommen Sie auch auf uns zu. Oft kann
man eventuelle Probleme auf kurzem Weg
ausräumen.
Wie geht es nach der
Vertragsunterzeichnung weiter?
Der Ausbildungsbeginn ist bei uns immer
der erste Montag im September, und das
Authentisch
Präsenz zeigen:
Auf Jobund
Ausbildungsmessen
der Region
informieren
die Azubis von
Edeka Prechtl
persönlich
über ihren
Job.
www.rundschau.de
19
70
Lieferanten
aus der Region versorgen
das E-Center Kohler in Offenburg im Gebäude
der Edeka Südwest. Es ist der 15. Kohler-Markt.
lang sind die Bedientheken im
E-Center Kohler. Die Käsetheke ist zusammen
56Meter
mit der SB-Käseauswahl zentral platziert.
Im goldenen Herz
des Südwestens
Im Erdgeschoss der neuen Edeka-Südwest-Zentrale im badischen Offenburg
hat die Familie Kohler ein weiteres E-Center eröffnet. Vom Picknickplatz
für Kunden bis zur Wein-Schatzkammer gibt es hier einiges zu bestaunen.
Was erwartet man, wenn Familie Kohler im
Headquarter-Gebäude der Edeka Südwest
einen Lebensmittelmarkt eröffnet? Uwe
Kohler, Kuratoriums- und Verwaltungsratsvorsitzender
der Edeka-Zentrale Hamburg, Aufsichtsratsvorsitzender
der Edeka Südwest und Kaufmann, repräsentiert
die Handelsmacht eines erfolgreichen Selbstständigen
und der Zentrale. Wenn die Kohlers (15 Märkte, Umsatz:
219 Mio. Euro 2024, rund 900 Beschäftigte) ein neues
E-Center eröffnen, muss es krachen. Und so ist es eine
Freude, sich hier umzuschauen, sich inspirieren zu lassen
und einzukaufen.
Nachdem die Edeka Südwest entschieden
hatte, das E-Center in Offenburg durch einen
Neubau zu ersetzen, wurde 2022 mit dem
Abriss des Gebäudes aus den 1970er-Jahren
begonnen. Im November 2022 erfolgte der
Spatenstich für ein sechsstöckiges Gebäude,
das nun ein Dienstleistungszentrum
mit Schulungsräumen und Büroflächen für
600 Beschäftigte beherbergt. Und ein Gebäude,
das 25 Prozent unter den heute vorgeschriebenen
Werten der Energieeffizienz liegt.
Ohne fossile Energie versorgt die Photovoltikanlage
auf dem Dach das Ensemble mit
selbst erzeugtem grünen Strom. Im Galeriegeschoss
versorgt die Gastronomie mit dem
Restaurant Herzstück (auch) die Mitarbeiter
der Zentrale – und im Erdgeschoss versorgt
das E-Center Kohler die Region mit Lebensmitteln
und dank der Haushaltswarenwelt
als Extra-Shop auch mit allem, was man zu
ihrer Zubereitung braucht.
E-Center der Superlative
Das alles funktioniert im großen Stil. Das
E-Center hat 5.500 Quadratmeter Verkaufsfläche:
56 Meter Frischetheke, 55.000 Produkte,
Fotos: Edeka Kohler/ Michael Bode; Martina Kausch
20 Branche • RUNDSCHAU 07/25
Store-Check
E-Center Kohler, Offenburg
Text: Martina Kausch
Wenn der Einkauf vor Ort Spaß macht, weil
man sich austauschen kann, probieren und
anfassen kann und inspiriert wird, dann
werden wir auch zukünftig erfolgreich sein.
Maximilian Kohler
Geschäftsführer, Edeka Kohler
△ Das Herz des E-Centers Kohler in Offenburg ist
die L-förmige Käsewelt, Käsestadl genannt.
▽ Der Kundenlauf startet mit der Obst- und
Gemüseabteilung in üppiger Pracht.
70 regionale Lieferanten, 13 klassische Kassen
und acht Self-Scanning-Checkouts – so lauten
die Hauptkennzahlen des Markts.
Eine ganz neue Kohler-Optik
Beeindruckend über die Zahlen hinaus ist aber
die bis ins kleinste Eck strategisch geplante
und durchdachte Konzeption und die für
einen Markt dieser Dimensionen erstaunlich
angenehme und freundliche Atmosphäre.
Im Gegensatz zu anderen, dunkler gestalteten
Kohler-Märkten präsentiert man sich
hier im neuen Look. „Unser Ziel war es, uns
weg vom edlen dunklen Showroom und hin
zur warmen Wohlfühl-Bubble zu bewegen“,
formuliert Maximilian Kohler, der Junior
unter den drei Geschäftsführern der Familie,
die neue Optik.
Helle Böden, Regale in Holzoptik, die wie
gefaltet wirkendende Holzdecke aus heimischen
Hölzern und vor allem das überall einströmende
Tageslicht machen das Bummeln
durch die Sortimente für die Kunden und das
Arbeiten für die Beschäftigten angenehm.
Durch eine Glasfront hat man sogar einen
Blick auf den Offenburger Stadtwald.
Kundenlauf der besonderen Art
Empfangen wird der Kunde durch eine topgepflegte
Obst-, Gemüse- und Blumenabteilung
mit Floristinnen als Fachpersonal auf
etwa 400 Quadratmetern. Auch Sushi gibt es
für die flotten Käufer gleich am Beginn des
Kundenlaufs mit Abkürzungsweg zur Kasse.
Über das Trockensortiment gelangt man zur
Mopro-Kühlung, die – ungewöhnlich – nicht
im hinteren Marktbereich platziert ist. „Wir
haben uns bewusst für den großen Standort in
der Mitte entschieden, um Molkereiprodukten
mehr Frequenz zu verschaffen“, erklärt Kohler.
Kern- und Schmuckstück des Markts
ist – neben der spektakulären Wein-,
www.rundschau.de
21
9
INTERVIEW
Noch mehr Bilder und Infos
vom neuen E-Center Kohler finden Sie online
auf der RUNDSCHAU Homepage – einfach
den QR-Code scannen und sich gut informieren.
Alexander Roske
Marktleiter
Was ist die Idee hinter der Haushaltswarenwelt
als Extra-Shop?
Das Konzept wurde in Lahr geboren,
dort haben wir einen Shop mit Tellern,
Töpfen, Deko – mit allem, was man zum
Zubereiten und Verzehren von Lebensmitteln
braucht. Es ist erprobt.
Was ist für Sie bei der Arbeit in
Offenburg die größte Freude?
Dass ich sozusagen als alter Edekaner
diesen Markt an der Zentrale der Edeka
Südwest leiten darf – das ist für mich
natürlich der Ritterschlag! Das ist eine
ganz besondere Aufgabe, man hat ja
hier auch eine gewisse Repräsentationspflicht
für die Edeka Südwest.
Was ist die größte Herausforderung?
Wir müssen dem Markt eine Seele einhauchen,
sicherstellen, dass die Mannschaft
funktioniert und das Top-Niveau,
aufrechterhalten, das das besondere
Erlebnis für die Kunden ausmacht.
△ Superlative regieren auch bei Fleisch und
Wurst: 15,4 Meter lang ist die Wursttheke,
14,5 Meter die für das Fleischangebot.
◁ Großzügigkeit
prägt den Markt
bei Gestaltung und
Angebot, auch bei
den gekühlten
Getränken.
Schaumwein- und Spirituosenabteilung
– die L-förmige Theke mit Käse und frischer
Feinkost.
Gekonnt platziert steht das SB-Käse-Angebot
unmittelbar neben der verlockenden Bedientheke,
wenn der Kunde zu den abgepackten
Produkten einschließlich des Bio-SB-Regals
greift. Einmal sich drehen genügt also, um
von den Verkostungsangeboten des Teams
um die Käsesommelière dort angesprochen
zu werden. Vielleicht ist dies eine erfolgreiche
Strategie, um gegen die tendenziell kleiner
werdende Bedeutung der Käse-Bedientheken
für den Umsatz anzuarbeiten. Insgesamt wird
hier Käse in Bedienung auf fast 16 Metern angeboten,
rund 550 Sorten stehen zur Auswahl.
Alles ist aufwendig und edel präsentiert .
41 Meter Fleisch, Wurst, Fisch
Im hinteren Marktbereich versorgt die
Fleisch-, Wurst- und Fischtheke auf insgesamt
41 Metern die Kunden mit Spezialitäten. Schottisches
Ochsen-Entrecote gehört ebenso zum
Angebot wie Eisbein, Rinderzunge, irisches
T-Bone-Steak, Cuts aus den USA und Iberico-
Filet. Grillfans wird viel Mariniertes ans Herz
22 Branche • RUNDSCHAU 07/25
Store-Check
E-Center Kohler, Offenburg
◁ Die Markt-Bäckerei
mit einem Café
bietet insgesamt
90 Sitzplätze im
Innenbereich und
auf der Terrasse.
Dass ich den Markt an der
Zentrale der Edeka Südwest
leiten darf, ist für
mich der Ritterschlag.
Alexander Roske
Marktleiter
_
MARKT-DATEN
E-Center Kohler, Offenburg
> Adresse: Wilhelm-Röntgen-Str. 1,
77656 Offenburg
> Öffnungszeiten: Montag bis
Samstag 7– 22 Uhr
> Eröffnet am: 26. Februar 2025
> Verkaufsfläche: 5.500 m2
> Zahl der Produkte: rund 55.000
> Zahl der Bio-Produkte: rund 5.000
> Zahl der Parkplätze: 400 (mit
E-Ladestationen)
> Zahl der Mitarbeitenden: 120
> Besonderheiten: 56 Meter Bedientheken,
Käsestadl, Markt-Bäckerei
mit Café, Budni Beautybox
gelegt, aber auch reine Gemüsespieße und als
praktische Lösung Gemüse in der Aluschale.
Backwaren gibt es nicht nur bei der Vorkassen-
Markt-Bäckerei mit Café im Eingangsbereich,
sondern auch im SB-Backshop zwischen
der O&G-Abteilung und dem Frühstückssortiment.
Kannibalisierung? Was
die Kunden möchten, sollten sie bekommen,
lautet das Kohler-Credo. Je nachdem, was
Die Kohlersche
Haushaltswarenwelt
ist ein extra
Shop gegenüber
dem Eingang
zum E-Center.
der Kunde zu welchen Anlass nachfragt, es
soll angeboten werden.
Luxus unterm Kristalllüster
Ein weiterer Markthöhepunkt ist die Wein-,
Schaumwein und Spirituosenabteilung mit
2.500 verschiedenen Weinen aller Preisklassen
– und in Deutschlands Südwesten mit viel
Regionalem aus Baden und Württemberg.
www.rundschau.de
23
Store-Check
E-Center Kohler, Offenburg
D
www.rundschau.de/service/store-check
Schauen Sie rein: Aktuelle Store Checks von Märkten
finden Sie auf der RUNDSCHAU-Homepage.
△ Kohlers Schatzkammer: Die Wein-, Schaumwein und Spirituosenabteilung
umfasst 2.500 Weine. Das Edelste wird unterm Kristalllüster präsentiert.
△ Das ist Liebe zum Detail: Die Semmeln für
Fischbrötchen haben Muschelform.
▽ Feines aus Frankreich in der Käsetheke. 23 Kilometer
ist Offenburg von Strasbourg entfernt.
Besonders Exquisites präsentiert man im
Glaskubus als Kohlers Schatzkammer
unterm Kristalllüster.
Doch auch wenn man im Trockensortiment
stöbert, sich für außergewöhnliche Gewürze
interessiert oder schlicht einen besonderen
Saft möchte – alle Sortimente bieten neben
dem Üblichen Besonderes. Selbst nach abgeschlossenem
Bezahlvorgang kann man
unmittelbar bei Verkostungsaktionen Frisches
erwerben. Der Platz vor dem Ausgang wird
auch noch gut bespielt.
Restaurant und Picknick-Ecke
Dass man in der Wilhelm-Röntgen-Straße ein
besonderes Gastroangebot findet, liegt an der
Nutzung des Gebäudes, denn es ist eben Sitz
der Edeka Südwest. Das Restaurant Herzplatz
auf der Galerieebene mit Blick über das E-Center
bietet für Edeka-Beschäftigte und Kunden
sowohl klassische Restaurantbestuhlung als
auch Loungemöbel und -zonen.
„Bei der Inneneinrichtung haben wir bewusst
unterschiedliche Gästebedürfnisse
in den Blick genommen“, erläutert Andreas
Geiß, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb Sonder-
formen der Edeka Südwest. Das Speisenangebot
umfasst täglich fünf verschiedene Hauptmenüs,
Pizza, hausgemachte Pasta, Spezialitäten
vom Grill und aus dem Wok, diverse
Salate und Bowls, aber auch ein traditionelles
Gericht aus der Region. Die Gerichte kann
man auch zur Abholung bestellen. Sogar eine
Picknick-Ecke gibt es auf der Galerie: Wer im
Markt in Erdgeschoss Gutes eingekauft hat, soll
es in schönem Ambiente verzehren können.
Kohlers Zukunftsideen
15 Märkte betreibt die Familie Kohler aktuell
in der Region. Was ist Maximilian Kohler für
die Zukunft wichtig – auch angesichts der
Online-Konkurrenz? Er setzt auf das durch
LEH-Profis kuratierte Angebot vor Ort. „Ich
denke, auch in Zukunft ist es wichtig, dass die
Atmosphäre stimmt und man die richtigen
Produkte am richtigen Platz hat.“
Kohler sieht die Märkte als „Orte der Begegnung“,
in denen man sich gerne aufhält
und durch eine Top-Produktauswahl inspiriert
wird. „Wenn der Einkauf vor Ort Spaß macht,
weil man sich austauschen kann, probieren
und anfassen kann und inspiriert wird, dann
24 Branche • RUNDSCHAU 07/25
Wir müssen das Top-Niveau
aufrechterhalten, das das besondere
Erlebnis für die Kunden ausmacht.
Alexander Roske
Marktleiter
werden wir auch zukünftig erfolgreich sein.“
Vieles, was man im stationären Handel erlebe,
sei beim Online-Einkauf nicht möglich
oder schwierig: „Bei uns kann man den Käse
probieren, für den man sich interessiert, die
Erdbeeren aus der Region genau begutachten,
bevor man sie kauft.“
Um den Erlebnischarakter vor Ort über das
Sortiment hinaus zu stärken, veranstalten die
Kohler-Märkte Events, die digital beworben
werden. Wie sich das Unternehmen auf Facebook
und Instagram zeigt, ist besonders. So
präsentieren Mitarbeitende beispielsweise
Gewinnspiele von Herstellern oder Marktleiter
Roske lädt begeistert zum Schlemmerabend
ein und präsentiert gekonnt die Liste der mitmachenden
Produzenten. Als Handelsunternehmen
mit Abenden vom Pokémon-Tausch
bis zum Tanz in den Mai – das Unternehmen
Kohler prägt die Region.
☐
△ Schlemmen auf der Galerie mit Blick auf den
Markt – auch das ist in Offenburg im Restaurant
Herzplatz möglich.
Das perfekte Schulbrot
fur mich!
exklusiv
Kooperations-
Partner
Informationen zu der
Kooperation finden Sie unter:
www.diabetesde.org/
mestemacher
DE-ÖKO-001
EU-/Nicht EU-Landwirtschaft
www.mestemacher.de
Mestemacher GmbH • 33254 Gütersloh • Telefon + 49 5241 8709-0
Branche
Lebensmittelpreise
Kritischer Blick am Regal: Deutsche Konsumenten
vergleichen die Lebensmittelpreise genau.
26 Branche • RUNDSCHAU 07/25
POS-Marketing-Report 2025
Preis ist nicht alles: Der Erfolg am PoS hängt von
vielen weiteren Parametern ab, wie dieser Report
zeigt. rundschau.de/pos-marketing-report-2025
Text: Marcelo Crescenti
Eine Frage des Preises
Deutsche Lebensmittelhändler überbieten sich derzeit mit Preissenkungen – und reagieren
damit auf die Forderungen vieler Kunden nach günstigeren Lebensmitteln. Die Rabattschlacht
auf breiter Front wird medienwirksam ausgetragen und wirbelt die Branche durcheinander.
Vor allem für Discounter und Markenanbieter steht viel auf dem Spiel.
Was bisher geschah: die große
Preislawine. Lidl senkt die Preise
von 500 Artikeln, bei Aldi sind
es angeblich tausend. Norma
kündigt „die größte Preissenkung der Unternehmensgeschichte“
an, Rewe erinnert daran,
dass 4.000 Produkte im Sortiment „immer so
günstig sind wie bei Discountern“. Bei Edeka
sollen es sogar 12.000 sein. Auch bei Kaufland
wird einiges preiswerter – Zaziki, Nuss-
Mix, Bratwurst. Im Lidl-TV-Spot singt Sarah
Connor „Einigkeit und Preis und Kaufkraft /
für das deutsche Portemonnaie“ zur Melodie
der deutschen Hymne.
Kein Krokodil im Baggersee, kein Problembär,
keine Berliner Löwin, die sich als Wildschwein
entpuppt: Das Thema dieses Sommers
droht die Jagd nach dem niedrigsten Preis
zu werden. Die Händler senken öffentlichkeitswirksam
Preise und reagieren damit auf
die Empfindung einer breiten Bevölkerungsschicht,
wonach alles teurer wird – vor allem
Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs.
Teuerung „beherrschendes Thema“
„Die Kunden sind derzeit so preisempfindlich
wie noch nie“, stellt der erfahrene fränkische
Edeka-Händler Manfred Degen fest. Dabei
haben die Verbraucher vor allem die Preise
im LEH im Fokus, so Degen: „Der Betrag, den
sie für den Aperol Spritz am Abend zahlen, ist
für sie offenbar nicht so relevant. Doch wehe
die Flasche im Regal wird teurer – dann geht
das Lamento los.“
Dass die Deutschen derzeit besonders auf
ihre Ausgaben achten, belegt eine aktuelle
Studie der Unternehmensberatung Boston
Consulting Group (BCG): Demnach bewerten
62 Prozent der Verbraucher die wirtschaftliche
Lage negativ – ein Anstieg um zehn Prozentpunkte
gegenüber 2024. Ein Drittel macht sich
Sorgen um die persönliche Finanzlage. Die
Furcht vor weiteren Teuerungen ist derzeit
„das beherrschende Thema“, so die Studie:
70 Prozent erwarten ähnliche Preissteigerungen
wie im vergangenen Jahr.
In diesem Kontext wirken die aktuellen
Preissenkungen geradezu wie Zucker
Preis-Testimonial: Sarah Connor sang auf
einem Lidl-TV-Spot eine Spar-Hymne, um auf
Preissenkungen beim Discounter aufmerksam
zu machen – und kaufte dabei ein Glas Brühe.
www.rundschau.de
27
Branche
Lebensmittelpreise
70 %
Teuerung im Blick
Obwohl die Inflationsraten
zuletzt gesunken sind, bleiben die
Deutschen preissensibel: Laut
einer Studie gehen 70 Prozent
der Konsumenten von weiteren
Preisanstiegen aus.
Quelle: Boston Consulting Group (BCG)
▽ Abstimmung mit den Füßen: Experten sind skeptisch, ob sich Preissenkungen
lohnen, wenn alle Wettbewerber es gleichzeitig tun.
(Preisentwicklung 2024: – 5 %) für den
Körper: Kurzfristig liefern sie neue Energie
und bessere Laune, können aber später
zweifelhafte Nebenwirkungen haben. Schon
warnen Bauernverbände vor dem gestiegenen
Kostendruck auf Seiten der Erzeuger, die
Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)
fordert angesichts der Aufs und Abs am Regal
mehr Transparenz bei der Preisgestaltung
sowie eine Preisbeobachtungsstelle. Und
einige Experten zweifeln, ob der Aktionismus
dauerhaft zu Ertragsverbesserungen im
Lebensmittelhandel beitragen wird.
Markenartikler unter Druck
Mit der aktuellen Preisoffensive wollen vor
allem die Discounter, allen voran Lidl und
Aldi, ihr sorgsam gepflegtes Image als Anbieter
günstiger Lebensmittel schützen. Seit 2021
sind die Lebensmittelpreise in Deutschland
insgesamt um fast 33 Prozent, die Gesamtinflationsrate
dagegen um 20 Prozent gestiegen,
hat der vzbv ausgerechnet. Deutschland
galt schon immer als Paradies für Schnäppchenjäger.
Doch eine Studie der Preisvergleichs-App
Smhaggle für die Süddeutsche
Zeitung legt nun nahe, das mittlerweile etliche
Produkte im französischen oder im niederländischen
LEH billiger zu haben sind als
hierzulande – darunter Pringles-Chips oder
Heinz-Tomatenketchup.
Gerade Markenartikel geraten derzeit unter
Druck, beobachtet Karin von Funck, Expertin
für Konsumgüter bei der Boston Consulting
Group: „Preis schlägt Marke, Nutzen sticht
Image“, fasst sie die Lage zusammen. Laut
BCG-Studie sinkt die Markentreue spürbar
– je nach Produktkategorie sind zwischen
60 und 75 Prozent der Verbraucher bereit, für
günstigere Angebote auf andere Marken auszuweichen.
Zudem sind Handelsmarken hierzulande
gefragter als im Ausland, vor allem
im Bereich Körperpflege und Lebensmittel.
Hier liegt die Akzeptanzquote bis zu zehn
Prozentpunkte höher als der EU-Durchschnitt.
„Unsere größte Preissenkung aller Zeiten
lohnt sich“, wirbt Lidl aktuell auf allen
„Preissenkungen stellen kein
Wettbewerbsvorteil dar, wenn
die Konkurrenz schnell nachzieht.
Und ob sie dem Ertrag
dauerhaft helfen, ist fraglich.“
Dr. Tobias Maria Günter
Strategieberatung Simon-Kucher
Kanälen. Doch rechnet sie sich für das Unternehmen
auch? Experten sehen das kritisch.
In der ersten Woche nach der Ankündigung
Ende Mai ging der Anteil des Discounters
an den gesamten Kundenbesuchen im LEH
sogar zurück, meldet Accurat, ein Spezialist
für Datenanalyse. Der Grund sei die schnelle
Reaktion der Wettbewerber gewesen.
Zweifeln am Rabatterfolg
„Preissenkungen stellen kein Wettbewerbsvorteil
dar, wenn die Konkurrenz schnell
nachzieht“, bestätigt Dr. Tobias Maria Günter
von der Strategieberatung Simon-Kucher. Er
beschäftigt sich seit 25 Jahren mit Preisen und
Preispolitik und ist skeptisch ob der positiven
Fotos: stock.adobe.com/Natalia; Saniago Engelhardt (2), Martina Kausch, Unternehmen
28 Branche • RUNDSCHAU 07/25
_
INFO
So geht man am Point of
Sale mit Vorwürfen
der Preistreiberei um
„Händler sollten
langfristig in ein attraktives
Einkaufserlebnis investieren,
statt kuzfristig auf
Preisverhau zu setzen.“
Stephan Grünewald
Rheingold Institut
Viele LEH-Kunden sind durch die
Preisanstiege der jüngsten Vergangenheit
genervt und machen den
Handel dafür verantwortlich. So
einfach ist das aber nicht: Insgesamt
sind höhere Preise auf höhere Kosten
zurückzuführen. Das PoS-Personal
sollte hier entsprechend vorbereitet
sein. Der PoS-Spezialist und Verkaufstrainer
Michael Stangier schlägt
eine Drei-Phasen-Strategie vor:
Wirkung der aktuellen Rabattschlacht: „Hier
werden Preissenkungen mit der Gießkanne
verteilt, wir raten aber eher zur Wasserpistole
– also zu intelligenten, kundenindividuellen
Maßnahmen.“ Es sind Zweifel angebracht,
ob solche Aktionen dauerhaft zu mehr Ertrag
führen, so Günter: „Es wird spannend
zu sehen, was die langfristigen Effekte auf
Frequenzen und auf die Performance einzelner
Produktkategorien sein werden.“
Gefährdetes Handelsparadies
Preissenkungen auf breiter Front können
dem Image des LEH beim Konsumenten auch
schaden, warnt Stephan Grünewald, Leiter des
Rheingold Instituts in Köln. Zur schleichenden
Entwertung von Marken komme der Vertrauensverlust
in die Einkaufsstätten hinzu.
„Wenn Rabatte so offensiv angeboten werden,
kann der Kunde das Gefühl bekommen, dass
die Preise vorher insgesamt zu hoch waren“,
sagt der Psychologe. „Zudem wird damit die
Strategie der Dauertiefpreise untergraben,
die Kunden Verlässlichkeit bietet.“ Das Angebots-Hopping
nimmt zu, die Treue nimmt ab.
Laut Grünewald stellen Supermärkte in
den aktuell krisenhaften Zeiten Inseln dar, in
denen die Welt noch in Ordnung ist: „Draußen
sind die Probleme, die kaputte Infrastruktur,
die unpünktliche Bahn. Im Supermarkt dagegen
sind die Regale voll, alles funktioniert.
Händler sollten also lieber langfristig in ein
attraktives Einkaufserlebnis investieren, statt
kurzfristig auf Preisverhau zu setzen.“ ☐
1. Deeskalation: Zeigen Sie Verständnis
für den Kunden, schließlich
sind wir alle durch Preissteigerungen
betroffen. „Ich verstehe Sie.“
2. Argumentation: Verweisen Sie auf
die Gründe hinter der Preissteigerung,
etwa höhere Energieund
Logistikkosten.
3. Auflösung: Weisen Sie auf Preissenkungen
hin sowie auf Rabattaktionen
und ggf. auf die Möglichkeit,
günstigere Produkte als Eigenmarke
einzukaufen. Gehen Sie auf ein
konkretes Produktbeispiel ein.
▽ Qual der Wahl: Die Lebensmittelhändler überbieten sich mit Preissenkungen
und Rabatten. Schnäppchenjäger haben Konjunktur.
▽ Preissignal an die Kunden: In Österreich bietet der Lebensmittelhändler
Spar ein „Obst- und Gemüse-Kisterl“ mit reduzierter Ware.
www.rundschau.de
29
Branche
Presse
Text: Sibylle Menzel Foto: Christian Bierwagen
DEUTSCHLANDS
BESTES
PRESSE
REGAL
2025
In Kooperation mit:
Presse lohnt sich!
Die Top-Tipps aus erster Siegerhand: Edeka Wucherpfennig gehört
zu den Preisträgern von Deutschlands Bestem Presseregal.
Thorsten Wucherpfennig verrät, warum sich die Regalpflege auszahlt.
Die Anmeldephase läuft:
Bewerben Sie sich jetzt!
Sie und Ihr Team lieben es, Kunden
ein gut strukturiertes, gepflegtes
Presseregal zu präsentieren? Dann
zeigen Sie es uns! Dokumentieren
Sie Ihre Leistungen und Erfolge
mit Fotos oder kleinen Clips und
bewerben Sie sich um den Award
Deutschlands Bestes Presseregal 2025.
Anmeldeschluss ist der 14. Juli 2025.
Unter rundschau.de geht es direkt zur
Online-Anmeldung.
Unterstützt von:
Erst Sprachlosigkeit, dann Begeisterungssturm:
„Was Edeka Wucherpfennig auf
seinen rund 39 Regalmetern an Presseleistung
liefert, ist einmalig“, lautete
das Fazit der Expertenjury. Geschäftsführer
Thorsten Wucherpfennig gibt einen Einblick,
worauf es im Pressesortiment ankommt.
Worauf legen Sie beim Presseregal ganz
besonderen Wert?
Titel in Vollsicht zu zeigen, ist für uns ein
entscheidender Aspekt. Dafür haben wir
bewusst den Platz geschaffen. Der Rest ist,
wie in anderen Sortimenten auch: Pflege,
Pflege, Pflege. Und zwar mehrmals am Tag,
damit die Regale immer ordentlich aussehen.
Das verlangt Arbeitseinsatz ...
Richtig. Es ist dabei einfach wichtig, dass Mitarbeitern
die Verantwortung gegeben wird;
nur so nebenbei kann man sich nicht damit
beschäftigen. Der Einsatz zahlt sich auch in
der Kundenbetreuung aus, wenn Mitarbeiter
entsprechend gut beraten können. Zeigt man
Interesse, stellt sich in der Regel auch der
Thorsten Wucherpfennig
Geschäftsführer
Edeka Wucherpfennig
Erfolg ein. Grundsätzlich ist Presse ja ein
risikoloses Geschäft mit guter Marge.
Ihr Tipp für die Sortimentsgestaltung?
In regelmäßigen Abständen die Kategorien
durchleuchten, so wie es in allen Sortimentsbereichen
selbstverständlich ist. Wir registrieren
zum Beispiel immer saisonale Interessenverschiebungen:
Im Winter sind mehr
Hobby-Magazine gefragt, im Sommer solche
für die Gartenarbeit. Aktuell legt das Interesse
an Lifestyle-Publikationen deutlich zu, an
Computer-Zeitschriften lässt es nach. Es lohnt
sich, auf solche Beobachtungen zu reagieren
und das passende Angebot zu haben. ☐
30 Branche • RUNDSCHAU 07/25
Verbandsinfo
HDE
Für Abschaffung des Soli
Mindestlohn-Diskussion
BESCHÄFTIGUNG Mit Blick auf die in diesem Jahr
anstehende Entscheidung der Mindestlohnkommission
macht der Handelsverband Deutschland (HDE) klar, dass
eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns fatale Konsequenzen
haben könnte. So zeigt eine aktuelle HDE-Umfrage
unter rund 550 Handelsunternehmen aller Größen,
Branchen und Vertriebsformen, dass zwei Drittel der
befragten Unternehmen mit negativen Auswirkungen
auf die Beschäftigung bis hin zu Entlassungen rechnen.
www.einzelhandel.de
ABGABEN Der Handelsverband Deutschland (HDE) unterstützt
die von Bundeskanzler Friedrich Merz geforderte Abschaffung
des Solidaritätszuschlags. Eine Streichung des Soli
würde laut Verband maßgeblich zur Stärkung des Mittelstandes
sowie der Verbraucher und der Binnenkonjunktur beitragen.
„Die Abschaffung des Solidaritätszuschlags ist lange überfällig. Es ist
daher richtig und wichtig, dass sich der Bundeskanzler so klar dafür
ausspricht“, so HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Der Einzelhandel
sei mit 90 Prozent Personengesellschaften besonders von der
Belastung durch den Soli betroffen. „Der Solidaritätszuschlag belastet
sowohl die Einkommen der Verbraucherinnen und Verbraucher
als auch die Gewinne der Handelsunternehmen, vor allem die der
zahlreichen Familienunternehmen. Das geht auf Kosten der Investitionen
der Unternehmen und der Konsumnachfrage“, betont Genth.
In der Vergangenheit bestand zwischen dem Solidaritätszuschlag
und den Solidarpakten I und II eine Verbindung. Da der Solidarpakt II
2019 ausgelaufen ist und durch einen reformierten Finanzausgleich
ersetzt wurde, besteht laut HDE kein finanzieller Sonderbedarf, der
durch eine Ergänzungsabgabe abgedeckt werden sollte. „Den Solidaritätszuschlag
jetzt abzuschaffen, ist das richtige Signal für eine Belebung
der Konjunktur und die Stärkung des Mittelstands“, so Genth.
Umgang mit Paketmassen aus Fernost
ZOLL Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert rasche Veränderungen beim Umgang mit
den Paketmassen, die die EU aus Fernost erreichen. Insbesondere die Sendungen über die Online-
Plattform Temu und den Onlinehändler Shein stehen dabei im Fokus der Kritik. Denn die über die
beiden Unternehmen verschickten Waren entsprechen oft nicht den hiesigen Produktsicherheitsvorgaben.
Zudem wird der Warenwert häufig falsch deklariert. „Der Zoll braucht die entsprechende
Ausstattung und einen klaren Schritt in Richtung Digitalisierung, um die Paketmassen aus China
zumindest in vernünftigen Stichproben kontrollieren zu können. Ansonsten macht dieser unfaire
Wettbewerb die bei uns heimischen Händler, die sich an alle Regeln halten, wirtschaftlich kaputt“, so
HDE-Präsident Alexander von Preen.
www.einzelhandel.de
Fotos: stock.adobe.com/Zerbor, Medienzunft Berlin
Konsumzurückhaltung
schwindet nur langsam
KONSUM Unter den Verbraucherinnen und Verbrauchern
wächst der Optimismus, ihre Stimmung verbessert sich im Juni.
Wie aus dem aktuellen Konsumbarometer des Handelsverbandes
Deutschland (HDE) hervorgeht, steigt der Index so stark wie
zuletzt im Sommer vergangenen Jahres. Für eine spürbare Erholung
des privaten Konsums ist allerdings eine weitere und kontinuierliche
Aufhellung der Verbraucherstimmung notwendig.
Noch bleibt sie deutlich hinter ihrem Vorjahresniveau zurück.
www.einzelhandel.de/konsumbarometer
Das ist der Trend im Juni:
97,51 98,86 97,76 97,70 96,93 97,25 97,54
95,62 96,09
96,13
94,99 95,31 96,02 96,10 97,35
95,36
93,72
02/24 03/24 04/24 05/24 06/24 07/24 08/24 09/24 10/24 11/24 12/24 01/25 02/25 03/25 04/25 05/25 06/25
Quelle: HDE
www.rundschau.de
31
Vielfalt aus Bayern
Genauso facettenreich wie die Landschaften des Freistaats präsentieren sich auch die
landwirtschaftlichen Erzeugnisse und daraus hergestellten Lebensmittel. Die kulinarischen
Spezialitäten erfreuen verlässlich Herz und Gaumen der Verbraucher, wie sich auch in den
Zahlen widerspiegelt: Der Umsatz des produzierenden Ernährungsgewerbes lag im vergangenen
Jahr bei 41 Milliarden Euro. Der Export der Waren erreichte dabei ein neues Umsatz-Allzeithoch
und konnte um 4,5 Prozent auf 12,64 Milliarden Euro anwachsen.
32
Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
Sortiment
Länderreport Bayern
9
INTERVIEW
Text: Silke Detlefsen
Im produzierenden
Ernährungsgewerbe
Bayerns
waren im Jahr 2024
146.900 Menschen
beschäftigt.
Quelle: alp Bayern
Was den Export aus Bayern betrifft,
waren die drei umsatzstärksten tierischen
Produkte 2024 laut den Zahlen
des Statistischen Landesamtes Käse (2,2 Mrd.
Euro), Milch und Milcherzeugnisse (1,4 Mrd.
Euro) sowie Fleisch und Fleischwaren (1,3 Mrd.
Euro). Neben den zweistelligen Steigerungen
bei Hopfen und Zucker erhöhten sich die
wertmäßigen Ausfuhren der übrigen Erzeugnisse
im einstelligen Bereich. Das wichtigste
Ausfuhrland war demnach Italien (2,1 Mrd.
Euro), gefolgt von Österreich (1,7 Mrd. Euro)
und den Niederlanden (900 Mio. Euro).
Verdeutlichen, was Qualität bedeutet
Aber auch in Deutschland selbst kommt Ware
aus Bayern nach wie vor gut an; beim Umsatz
des produzierenden Ernährungsgewerbes
konnte man hier ebenfalls ein Plus verzeichnen,
das im Vergleich zum Vorjahr bei 1,2 Milliarden
Euro insgesamt (In- und Ausland) lag.
Diese positiven Entwicklungen mit verschiedenen
Aktivitäten weiter zu fördern,
ist das Ziel der alp Bayern: der „Agentur für
Lebensmittel – Produkte aus Bayern“, die
beim Bayerischen Staatsministerium für Ernährung,
Landwirtschaft, Forsten und Tourismus
(StMELF) angesiedelt ist. Zu ihrem
Maßnahmenpaket gehört es etwa, regionale
bayerische Lebensmittel und Bio-Produkte
mittels verschiedener Siegel, Marketingkampagnen
und Events bekannter zu machen. 2002
wurde das Qualitäts- und Herkunftssicherungsprogramm
„Geprüfte Qualität – Bayern“
(GQB) eingeführt, das sich mittlerweile als
Siegel zur Kennzeichnung höherer Qualität
in Kombination mit bayerischer Herkunft
etabliert hat. Rund 14.000 zertifizierte landwirtschaftliche
Betriebe sowie 450 Betriebe
der Ernährungswirtschaft nehmen laut alp
Bayern mittlerweile daran teil; es bezieht sich
auf über 25 Produktkategorien, etwa Rindund
Schweinefleisch, Obst, Gemüse, Milch
und Milchprodukte. Cirka 2.900 LEH- und
Bäckereifilialen sind in das Kontrollsystem
eingebunden, sodass GQB-Produkte heute
quasi flächendeckend im bayerischen Lebensmittelhandel
vertreten sind. Laut der aktuellen
„Bayernumfrage 2025“ der TU München
kennen 81 Prozent der Verbraucher aus dem
Freistaat dieses Label. Damit liegt es zwar
hinter dem EU Bio-Siegel (ca. 87 %), aber deutlich
vor dem Regionalfenster (49 %).
Regionale Bio-Produkte im Fokus
Im Ranking folgt das bayerische Bio-Siegel
(BBS), das laut der Studie heute 44,6 Prozent
aller bayerischen Konsumenten ein Begriff
ist. Es wurde 2015 zur Kennzeichnung bioregionaler
Lebensmittel eingeführt. Zum
Ende des letzten Jahres waren rund 600 Zeichennutzer
(Verarbeiter und Händler), 2.200
teilnehmende Landwirtsbetriebe und über
3.500 Produkte registriert. Die entsprechende
Palette an Waren reicht von Milchprodukten
über Fleisch, Obst sowie Gemüse bis hin zu
Kräutern und Getränken.
Im Herbst des vergangenen Jahres wurde
auch die Initiative „30 für 30“ abgeschlossen.
In deren Rahmen wurden von 2021 bis 2024 in
sechs Runden insgesamt 30 Leuchttürme für
„Bio aus Bayern“ gekürt. Alle ausgezeichneten
Betriebe nutzen das Bayerische Bio-Siegel
„und bringen mit innovativen Ideen die bioregionale
Ernährung in Bayern voran“, wie
die alp Bayern betont. Darunter finden sich
Unternehmen, die Tofu herstellen und weiter
veredeln, Apfelschorlen aus Streuobst vermarkten
oder sich der Wiederbelebung des
Urgetreides Emmer verschrieben haben. Alle
Projekte werden unter www.biosiegel.bayern/30fuer30/
mit kleinen Filmen vorgestellt.
Gutes vor Ort erleben können
2025 jähren sich zudem die Bio-Erlebnistage
zum 25. Mal, die damit ein besonde-
Anton Kreitmeir
Leiter der
alp Bayern
Beim GQB-Siegel sind im Hinblick
auf den LEH auch in diesem Jahr weitere
Einsätze der GQB-Botschafter
geplant. Welche genau?
Die Botschafter sind beim Kunden eine
geschätzte Informationsquelle – sie bieten
Infos aus erster Hand und schaffen
die Verbindung vom Erzeuger bis zur
Ladentheke. Neben den allgemeinen
Einsätzen im LEH werden die Botschafter
bei einer Handelskette in Bayern
speziell an der Fleischtheke zum Einsatz
kommen. Dabei stehen die Fleischwaren
rund um Schwein, Geflügel und Rind im
Fokus. Gerade im Fleischbereich sind
für Verbraucher Fragen im Mittelpunkt,
die weit über das Produkt im LEH hinausgehen,
etwa zur Tierhaltung, zur
Fütterung der Tiere oder zum Transport.
Hier bieten unsere Botschafter einen
besonderen Mehrwert. Weitere Einsätze
sind mit dem Fokus Backwaren geplant.
Welche weitere Unterstützung bieten
Sie den Märkten in diesem Jahr an?
Wir führen auch 2025 wieder bayernweite
Kommunikationskampagnen zu
unserem Siegel „Geprüfte Qualität –
Bayern“ durch. Aufmerksamkeitsstarke
Motive und der aktivierende Claim
„Regional statt egal“ machen Lust auf
regionale Produkte und sprechen die
Verantwortung beim Einkauf an.
www.rundschau.de
33
Sortiment
Länderreport Bayern
◁ Im vergangenen Jahr entfielen die größten
Umsatzanteile des produzierenden Ernährungsgewerbes
in Bayern auf die Milchverarbeitung
(15,5 Mrd. Euro), das Schlachten und die Fleischverarbeitung
(6,3 Mrd. Euro) sowie die Herstellung
von Bier, Backwaren und Futtermitteln.
Es folgten die Mineralwassergewinnung und
Herstellung von Erfrischungsgetränken sowie
die Obst- und Gemüseverarbeitung.
res Jubiläum feiern können. Was macht
das Konzept der Event-Reihe so erfolgreich?
Dass Interessierte jedes Jahr im Spätsommer/Herbst
hautnah erleben können, wo
ihre Bio-Lebensmittel herkommen, wie viel
harte Arbeit hinter den verschiedenen Produkten
steckt und wer dafür verantwortlich
ist, erläutert Anton Kreitmeir, Leiter der alp
Bayern. „Rund 200 Betriebe sind auch 2025
wieder engagiert und kreativ dabei: Eine Hofführung,
ein Tag der offenen Tür oder eine
Mitmachaktion machen Bio direkt erlebbar.
Denn: Wer einmal auf der Streuobstwiese
Äpfel pflückt, den Imker bei der Honigernte
begleitet oder beim Käsen zusieht, bekommt
einen neuen Blick darauf, wie viel Sorgfalt
und Handarbeit in Bio-Lebensmitteln steckt
– und entwickelt eine tiefe Wertschätzung
für deren Qualität“, ist sich Kreitmeir sicher.
„Wir unterstützen Bio-Betriebe von Unter-
franken bis Niederbayern dabei, dass sie vom
29. August bis zum 5. Oktober ihre Tore öffnen.“
Seit dem Start vor einem Vierteljahrhundert
haben bereits über 8.000 Veranstaltungen
Interessierte dazu eingeladen, den Alltag der
verschiedenen Betriebe zu erleben, miteinander
ins Gespräch zu kommen oder sich vor
Ort mit allen Sinnen über den ökologischen
Landbau zu informieren.
Auch eine Chance für den Handel
An den Bio-Erlebnistagen können alle bayerischen
Bio-Unternehmen aus Landwirtschaft,
Verarbeitung, Handel und Gastronomie teilnehmen.
Und es sind tatsächlich nicht nur
Direktvermarkter dabei. „Wir freuen uns, dass
immer mehr Erzeuger und Verarbeiter mit dem
Bayerischen Bio-Siegel mitmachen – damit
schaffen wir bei den Besuchern die nachhaltige
Verbindung zwischen dem Erlebnis vor
Die GQB-Botschafter sind bei Kunden
eine geschätze Informationsquelle.
Sie bieten Infos aus erster Hand.
Anton Kreitmeir
Leiter, alp Bayern
Ort und dem Produkt im LEH“, so Kreitmeir.
Und wie kann man sich konkret einbringen
– insbesondere auch der Handel? „Hier gibt
es ganz unterschiedliche und fantasievolle
Angebote, von klassischen Hofführungen und
-festen über Ernteaktionen und Erntedankfeste
bis hin zu bunten Mitmach-Aktionen,
Koch- und Backkursen. Übrigens werden
jedes Jahr die fünf schönsten Veranstaltungen
durch Landwirtschaftsministerin Michaela
Kaniber ausgezeichnet. Die Betriebe erhalten
ein Preisgeld und werden im Rahmen einer
Veranstaltung, beispielsweise der Biofach,
pressewirksam der Öffentlichkeit vorgestellt.“
Wer zu den Gewinnern gehört, kann von seinem
Engagement also gleich im mehrfacher
Hinsicht profitieren.
Mit Blick auf die jüngere Generation
Bei den Kampagnen werden auch die sozialen
Medien immer wichtiger. Beim GQB-Siegel
werden die Maßnahmen daher etwa nicht nur
als klassisches Plakat umgesetzt, sondern auch
auf dem Instagram-Auftritt „gq_bayern“. „Die
hohe Bekanntheit von GQ möchten wir halten
und den Verbraucher weiterhin von unseren
Benefits überzeugen – damit beim Einkauf
klar ist: ‚Mehr Qualität, als du denkst. Mehr
Regionalität, als du glaubst. Mehr Kontrolle,
als das Gesetz verlangt‘.“
☐
Fotos: www.stock.adobe.com/CPN, Foto-Wolle; Burgis/Marcel Buchstaller, Just Taste, Slyrs, Unternehmen
34
Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
Eine zünftige Prise
Frisch, fruchtig, würzig oder sogar tabakfrei – im
Sortiment von Pöschl ist für jeden etwas dabei.
Neuer Trend-Snack
Knödel goes Pommes: Aus den Burgis Roundies könnte
der neue Bayern-Star am Pommes-Himmel werden.
Nicht nur im Freistaat gibt
es immer mehr Schnupftabak-Liebhaber,
denen das
1902 von Alois Pöschl gegründete
Traditionshaus Geschmacksund
Sortenvielfalt bietet. Zu den
bekanntesten und ältesten Marken
gehören Gletscherprise und
Gawith, die sowohl in Deutschland
als auch international geschätzt
werden. 2025 feiern beide
„Geburtstag“: Gawith Snuff gibt
es seit 50 Jahren, Gletscherprise
bereits seit 55 Jahren. Die jüngste
Kreation des Hauses, die JBR-Pro-
duktfamilie, verbindet neue und
außergewöhnliche Geschmacksrichtungen
wie Tonkabohne,
Lakritz und Vanille (JBR Black)
oder, bei JBR Red Snuff, extrem
fruchtigen Kirschgeschmack mit
einer feinen Mentholnote.
Tabakfreie Schnupfpulver
Ebenfalls beliebt sind die tabakund
nikotinfreien Schnupfpulver
Schneeberg und Ozona Snuffy
Weiß. Diese sorgen im Sommer
für Erfrischung und im Winter
für eine freie Nase.
www.poeschl-tobacco.com☐
◁ Gut für Zusatzumsatz:
Ozona Snuffy
Weiß (tabak-/nikotinfrei)
oder Gawith
Snuff, den es seit
50 Jahren gibt.
Zwei Drittel der Wiesnzelte
beziehen ihre Knödelspezialitäten
vom Neumarkter
Familienunternehmen Burgis.
Nicht nur auf dem Oktoberfest,
sondern auch auf anderen Festen,
in Kantinen, Restaurants oder
auf dem privaten Mittagstisch
sind Burgis-Knödel zu finden.
Denn: Die Bayern lieben ihre
Knödel. Jetzt könnte ein neuer
Lieblingssnack die Volksfeste
und Foodtrucks erobern: die lecker-knusprigen
und goldenen
Burgis KnödelPommes. Zu Hause
können sich Pommes-Fans ihre
KnödelPommes ganz einfach aus
den Burgis-Roundies in der Heißluftfritteuse
zubereiten.
In zwei Varianten
„Die Roundies sind ein unverfälschtes,
auf den Punkt vorgedämpftes
Burgis-Knödelprodukt
△ Die Burgis Roundies sind die Basis
der knusprigen KnödelPommes.
in Form eines Talers. Erhältlich
sind sie in den zwei Varianten
‚Fein-Würzig‘ und ‚Mit Kräutern‘“,
sagt Timo Burger, der das Unternehmen
mit Christina Weiß
führt. Außer in der Fritteuse lassen
sich die KnödelPommes in der
Pfanne oder im Ofen zubereiten.
https://burgis.de/rezepte/
roundies-pommes/☐
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Sortiment
Länderreport Bayern
Drei besondere Öle
Genussmomente verspricht die neue, limitierte
Sonderedition „Bayern“ der Ölmühle Hartmann.
Gemüsenudeln satt
Just Taste möchte mit seinen Produkten Lebensgefühl,
Wertewandel und Gesundheit miteinander verbinden.
Egal ob Kässpatzen, Wurstsalat,
Obazda, Krustenbraten,
Krautsalat, Bratkartoffeln
oder eins der vielen anderen,
typisch bayerischen Gerichte:
Sie alle lassen sich mit einem
Schuss der neuen kaltgepressten
Öle verfeinern. Die drei Ölkreatio-
nen der limitierten Sonderedition
im bayerischen „Outfit“ sind ausschließlich
mit natürlichen Zutaten
gefertigt und hitzebeständig.
Je nach Speiseauswahl
Das Kümmel-Würz-Öl ist besonders
geeignet für die Zubereitung
von Kraut- und Kohlgerichten,
bei denen der feine Geschmack
des Kümmels gut harmoniert.
Das Röstzwiebel-Öl lässt sich für
Kartoffelbrei, Kässpatzen und
Bratkartoffeln verwenden. Das
Hopfen & Malz-Öl verleiht Soßen
und deftigen Speisen einen Kick,
passt aber auch zu Wurstsalat oder
zum Einlegen von Fleisch. www.
oelmuehle-hartmann.de ☐
◁ Das limitierte Trio an bayerischen
Ölen lässt sich vielseitig für Gerichte
einsetzen und ist ab August zu haben.
Es war das Jahr 2019, als Jörg
Brautschek zum ersten Mal
die Expo West von Los Angeles
besuchte. Die Food-Bewegung
(no meat, no gluten, no/less
sugar) hatte Hochkonjunktur. Der
gesundheitliche Aspekt und die
deutlich geringere Umweltbelastung
in der Lebensmittelproduktion
faszinierten ihn. Im gleichen
Jahr wurde das Unternehmen Just
Taste gegründet, das seinen Sitz
in Bayern hat.
Für bewussten Genuss
Ziel von Just Taste ist es, mit
Gemüsenudeln als Plant-based-
Produkten Lebensgefühl und
Gesundheit zu verbinden. Sorten
wie Edamame Spaghetti,
Kichererbesen Soja Fettuccine
oder Süßkartoffel Glas Tagliatelle
stehen für Low Carb, No Sugar,
High Protein (auch als Ersatz für
△ Eigentümer und Geschäftsführer
von Just Taste: Jörg Brautschek
Fleisch), ausgewogene Ballaststoffe
und Glutenverzicht. Die Produkte
sind vegan und in Bio-Qualität
und präsentieren sich auch
für Allergiker, Diabetiker, Figurbewusste,
Sportler und ältere
Menschen als attraktive Alternative
zu Hartweizengrieß-Pasta.
www.justtaste.de☐
Frisch und würzig
Als „Meerrettich Next Level“ beschreibt das Unternehmen Schamel sein
Meerettich-Mousse Superroot. Es ist auch mit Ingwer zu haben.
Meerrettich Superroot von Schamel ist
ein locker-luftig aufgeschlagenes Meerrettich-Mousse
aus der Powerwurzel.
Cremig mit Essig und Öl verfeinert ist es bereits
tafelfertig zubereitet und eignet sich für
den vielfältigen Einsatz in der klassischen
oder veganen Küche.
Als Dip oder für Rohkost
Das Produkt lässt sich beispielsweise als Dip
zu knusprigem Brot oder als geschmackvolle
Ergänzung von Rohkost, Gemüse und Suppen
verwenden. Für den Gaumen spannend präsentiert
sich auch Superroot mit Ingwer. Diese
Mischung vereint die Frische des Meerrettichs
mit der Würze des Ingwers für ein besonderes
Geschmackserlebnis.
Für den Handel sind ein attraktives Zweitplatzierungs-Display
und ein umfassendes
PoS-Paket erhältlich, die für eine hohe Sichtbarkeit
und potenzielle Umsatzsteigerung
sorgen sollen. www.schamel.de☐
△ Macht Lust aufs Ausprobieren: das frischwürzige
und cremige Superroot mit Ingwer.
36 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
Mehr Informationen rund um bayerische Siegel gefällig?
Weiterführendes Wissen zu den Programmen „Geprüfte Qualität –
Bayern“ und „Bayerisches Bio-Siegel“ sowie zu den Bio-Erlebnistagen
finden Sie ausführlich auf den Internet-Seite der alp Bayern.
für zwischendurch. Es ist in nur neun bis elf
Minuten ofenfrisch zubereitet und richtet sich
mit seinem Geschmack und Design einerseits
an erfahrene Grillfans, aber auch an die junge
Zielgruppe.
Jetzt geht es feurig zu
Das Chili Cheese Baguette von Meggle soll trendige Akzente im Kühlregal
setzen. Die Sommer-Edition zum Fertigbacken ist cremig-scharf gefüllt.
Das Chili Cheese Baguette von Meggle
möchte Abwechslung und ein feuriges
Geschmackserlebnis ins Kühlregal
bringen. Das knusprig-krosse Baguette, das
bis KW 39 als Sommer-Edition verfügbar ist,
enthält eine würzige, mit Cheddar und Chilis
fein abgestimmte Füllung und passt gut zum
Grillen, zum Salat oder als convenienter Snack
Auf allen Kanälen
Medial wird die Baguette-Range zu dieser
Sommersaison mit einer reichweitenstarken
Multi-Channel-Kampagne im TV, Radio und
auf digitalen Kanälen gepusht. Zur Ansprache
jüngerer Zielgruppen ist Meggle auch im
Gaming- und Streaming-Umfeld aktiv. Attraktives
PoS-Material trägt dazu bei, die nötige
Aufmerksamkeit am Regal zu generieren. Das
Produkt kommt übrigens ohne Geschmacksverstärker
aus. www.meggle.de☐
Whisky aus dem Freistaat
In seiner Heimat am Schliersee hat sich der oberbayerische Whisky-Pionier
Slyrs gerade frisch erfunden. Ende Juni wurde die neue Destillerie eröffnet.
Stolz blickt das Unternehmen Slyrs darauf,
beim Bau seiner neuen Destillerie
am Schliersee Maßstäbe in Sachen
Nachhaltigkeit, Architektur und Besuchererlebnis
gesetzt zu haben. „Die neu gebaute
Produktionshalle gehört zu den modernsten
Destillerien Europas und wurde mit
einem zukunftsweisenden Energiekonzept
realisiert, das in der Whiskybranche bisher
einzigartig ist“, freut man sich bei Slyrs.
„Durch die Kombination aus Wärmepumpe,
Photovoltaikanlage und einem innovativen
Wärmerückgewinnungssystem senken wir
den Energiebedarf erheblich und verzichten
nahezu vollständig auf fossile Brennstoffe. Mit
modernster Technik und Prozessoptimierung
gelingt es, den Wasserverbrauch drastisch zu
reduzieren – ein wichtiger Schritt hin zu einer
ressourcenschonenden Produktion.“
Ganz nah dran sein können
Ein Highlight ist es für die Besucher, von der
Empore aus direkt auf die beeindruckenden
Kupferbrennblasen als funkelndes Zentrum
der Brennerei blicken zu können. Inmitten
von Wärme, Dampf und dem Duft von Malz
und Holz erleben Gäste hautnah, wie aus
bayerischem Getreide flüssiges Gold entsteht.
Geführte Touren und die Besichtigung auf
eigene Faust führen durch alle Schritte der
Herstellung – von der Maische bis zur Fassreifung.
Moderne Medien, Schauanlagen und die
exklusive Tasting-Lounge vermitteln Wissen
und Sinneseindrücke. https://slyrs.com☐
Die Weltneuheit:
KnödelPommes
Zubereitet mit den
Burgis Roundies ®
Ein Muss
für Ihr
Kühlregal!
Sortiment
Alkoholfreie Getränke
Text: Mirko Jeschke
Mit Saft und Kraft?
Fruchtsäfte gelten als beliebte Genussprodukte und Durstlöscher – gerade in den Sommermonaten. Zuletzt
machten den Herstellern aber ein sinkender Pro-Kopf-Verbrauch und steigende Rohstoffkosten zu schaffen.
Es ist kein Geheimnis – die Fruchtsaftbranche
hat schon bessere Zeiten erlebt.
Konsumierten die Deutschen vor
zehn Jahren noch 32 Liter Fruchtsaft
und Fruchtnektar pro Jahr, fiel dieser Wert
2024 auf nur noch 24 Liter. Gegenüber dem
Vorjahr war ein Rückgang um zwei Liter zu
verzeichnen. Nach Angaben des Verbands
der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF)
sank der Konsum von 100%-Fruchtsäften
um 2,5 Liter, konnte jedoch zuletzt durch den
Anstieg von Nektaren um 0,5 Liter pro Kopf
teilkompensiert werden.
Besonders stark betroffen ist Orangensaft,
der im vergangenen Jahr um 2,6 Liter zu-
rückging (s. Kasten), wohingegen bei Zitrusnektaren,
Traubensaft, Grapefruitsaft und
Gemüsesäften eine Zunahme registriert wurde.
Grund für die Absatzrückgänge sind die
gestiegenen Rohwarenkosten. Zudem führten
Spätfröste bei Äpfeln und Rhabarber zu einer
niedrigeren Ernte. Auch bei Ananas sind laut
VdF Knappheiten zu verzeichnen.
Fokus auf Qualität entscheidend
Während sich Marken an herausfordernde
Bedingungen in der Fruchtsaftindustrie anpassen,
bleibt der Fokus auf Qualität nach
Angaben der Marktforscher von Mintel entscheidend,
um Konsumenten anzusprechen.
Wie aus einer aktuellen Erhebung hervorgeht,
sind kleinere Packungsgrößen ideal, um unter
der Preisschwelle zu bleiben und den moderateren
Saftkonsum der Deutschen – sei es aus
gesundheits - oder preisbewussten Gründen
– zu bedienen.
Saftgetränke und Nektare performen im
Markt laut Mintel am besten und bieten
erschwingliche Erfrischung. Aufgrund von
Bedenken wegen des geringen Fruchtgehalts
und des Zusatzes von Zucker oder künstlichen
Inhaltsstoffen können Marken mit Clean-
Label-Saftgetränken auf Wachstum bauen.
Dass es den Konsumenten auch im Fruchtsaftsegment
zunehmend auf die Inhalts-
38 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
_
INFO
Die O-Saft Krise
und ihre Folgen
Auf
stoffe ankommt, bestätigt Daniel Honner,
Geschäftsführer von Edeka Stadler + Honner
(Niederbayern und München): „Selbstverständlich
gibt es die Präferenz der Kunden
hin zu vitaminreichen Inhaltsstoffen und
gesundheitsbewusstem Genuss. Auch die
Themen ‚zuckerfreiʻ, ‚zuckerreduziertʻ und
‚kalorienarmʻ sind nach wie vor relevant bei
der Kaufentscheidung.“ Ungeachtet dessen
seien limitierte Sondereditionen von Säften
sowie Filmmarketing-gestützte Auflagen
in der Regel erfolgreich. Dennoch verweist
Daniel Honner darauf, dass der Großteil der
Verbraucher die Kaufentscheidung am Ende
vom (Aktions-)Preis abhängig macht.
Diese Erfahrung macht auch der Getränkemarkt
von Edeka Wilger (Borken). „Wir
beobachten einerseits, dass unsere Kunden
im Mehrwegbereich nach wie vor stark auf
regionale Anbieter zurückgreifen, gerade
3,2 MRD. EURO
steigt der Wert des Fruchtsaftmarktes
in Deutschland bis 2029. Basis ist ein erwartetes
langfristiges Wachstum von 1,3 Prozent.
Quelle:Mintel Fruchtsäfte, Saftgetränke und Smoothies Markt Report 2025 – Deutschland
weil die Qualität dort sehr gut ist. Im Bereich
der preisgünstigeren Tetrapak-Abfüllungen
wird allerdings zuletzt vor allem die Marke
nachgefragt, die gerade als Aktion auf dem
Handzettel beworben wird“, berichtet Fabian
Helf aus dem Getränketeam.
Beerensäfte stärker gefragt
Schaut man auf die Neuprodukte der vergangenen
Monate, fällt zunächst auf, dass
insbesondere die Farbe Rot – in all ihren
Facetten – immer häufiger den Ton angibt.
Kein Zufall, denn die Tendenz bei den Geschmacksrichtungen
geht klar in Richtung
beerige Sorten. „Neben den Klassikern Orange
und Pfirsich sind bei uns regelmäßig Johannisbeeren-Varianten
sehr gefragt. Zunehmend
beliebt sind auch Mehrfach-Beerensäfte, also
Säfte, die aus einer Mischung verschiedener
Beerenarten hergestellt werden,
Laut dem VdF hat der kontinuierliche
Rückgang der brasilianischen Orangenproduktion
in den vergangenen
Jahren die Lagerbestände auf null
sinken lassen und die Verfügbarkeit
von Orangensaftkonzentrat massiv
eingeschränkt. Die vom brasilianischen
Verband Fundecitrus erwartete
Menge für die Saison 2024/2025 stellt
nochmals einen Rückgang um rund
25 Prozent zur letzten, unterdurchschnittlichen
Ernte dar. Bei einer Jahresproduktion
von sieben Milliarden
Litern Orangensaft entspräche dies
einem Minus von circa 1,7 Milliarden
Litern. Damit stünden pro EU-Bürger
etwa vier Liter weniger Orangensaft
zur Verfügung. Zum Vergleich: Der
Pro-Kopf-Verbrauch von Orangensaft
in Deutschland lag 2023 bei 6,8 Litern.
Die Folgen des durch Klimawandel
und Krankheiten verursachten Ernterückgangs
sind deutlich spürbar.
So führen die steigenden Kosten bei
Rohwaren, in der Logistik und für
den nachhaltigen Umbau der Landwirtschaft
zu höheren Preisen.
Der VdF befürchtet: Orangensaft
bleibt teuer und wird sich voraussichtlich
weiter verteuern.
VOLVIC
INNOCENT
BECKERS BESTER
VALENSINA
Volvic erweitert seine Touch-Zero-Range:
Touch Spritzig Zero ist in den drei Sorten
Kirsche (Abb.), Mango Passionsfrucht
und Zitrone Limette erhältlich. Mit
natürlichen Aromen und ohne Zucker.
Die Limited Edition Summer Crush von
Innocent Drinks ist ein Direktsaft im
900-ml-Format, der Erdbeere, Guave
und Limette kombiniert. Ohne künstliche
Zusätze oder Zuckerzusatz.
Der Orange-Mandarine-Nektar ist in der
1-l-Mehrweg-Glasflasche sowie im
1-l-Tetrapak erhältlich. Mit mindestens
70 Prozent Fruchtgehalt und ohne
zugesetzten Zucker.
Limitierte Sonderedition: Die SaftLimo
Himbeere mit zwölf Prozent Fruchtsaftgehalt
ist nur für kurze Zeit erhältlich.
Mit hohem Fruchtanteil, in der
750-ml-Einweg-Pfandflasche.
www.rundschau.de
39
9
3 FRAGEN
Preissenkungen im Discount
Trotz des aktuell hohen Kostendrucks auf Herstellerseite
hat zuletzt mit Aldi ein Discounter
die Preise von Saftprodukten seiner Eigenmarke
gesenkt. Seit Ende April müssen Kunden von
Aldi Süd und Aldi Nord etwa für Orangen- und
Apfelsaft, Orangennektar und einen Mehrfrucht-Direktsaft
der Marke Rio DʼOro durchfitfortrade
Markentrainer Säfte
Interessante Fakten und spannende Hintergrundinformationen
zum Thema Frucht- und Gemüsesäfte finden
Sie im aktuellen fitfortrade Markentrainer „Säfte“.
Markentrainer
besser verkaufen lernen
Säfte
Lothar Welker
Geschäftsführer
Beckers Bester
Was sind aktuell Ihre größten
Herausforderungen?
Der Klimawandel schlägt zunehmend
auf die Rohwarenbeschaffung durch,
worunter die Planbarkeit leidet. Daher
haben wir Ende 2024 alle Rohwaren
segmentiert und entwickeln für die relevanten
Segmente derzeit Beschaffungsstrategien.
Absatzseitig haben wir das
Ziel, für Produkte mit problematischen
Rohwaren Alternativprodukte oder -rezepturen
in petto zu haben, um sie im
Bedarfsfall zeitnah austauschen zu können.
Im Zweifel nehmen wir Produkte
auch mal vorübergehend vom Markt.
darunter Johannisbeeren, Himbeeren,
Heidelbeeren, Aroniabeeren und andere“,
so Fabian Helf weiter.
Auch wenn der Klassiker unter den Fruchtsäften,
der Orangensaft, hierzulande weiterhin
ganz vorne liegt in der Konsumentenpräferenz
– Alternativen sind durchaus willkommen.
Laut den Erkenntnissen der Mintel-
Studie finden Alternativen zu Orangensaft bei
37 Prozent der Verbraucher in dieser Kategorie
Anklang, da sie sich für eine Mischung aus
Orangensaft und anderen Zitrusfruchtsäften
interessieren.
Fairtrade-Säfte rückläufig
Angesichts der allgemeinen Nachfrageschwäche
bei Fruchtsäften und -nektaren ist
es wenig verwunderlich, dass auch Produkte
aus fairem Handel betroffen sind. Der Absatz
von Säften mit dem Fairtrade-Siegel ist im
vergangenen Jahr demnach deutlich zurückgegangen
– um rund 19 Prozent gegenüber
dem Vorjahr. Schuld daran waren zum Teil
Auslistungen im LEH, aber auch der Klimawandel,
der die Ernten reduzierte und das
Endprodukt deutlich verteuerte. Dies traf
vor allem Kleinbauern, mit denen Fairtrade
zusammenarbeitet. Durch die Anbindung
an Fairtrade erhalten sie einen stabilen Mindestpreis
und eine zusätzliche Prämie für
Gemeinschaftsprojekte vor Ort.
Auf welche Produkte setzen Sie?
Wir konnten uns gerade mit deutschem
Rhabarber zu vertretbaren Kosten eindecken
und nehmen Rhabarber und
Apfel-Rhabarber wieder in unser Glas-
Mehrweg-Sortiment auf. Auch unsere
Rhabarber-Schorle kommt zurück.
Damit ist unser Schorle-Sortiment wieder
komplett. Im Private-Label-Bereich
sehen wir eine hohe Nachfrage nach
Kokoswasser.
Die Themen „zuckerfrei“, „zuckerreduziert“
und „kalorienarm“ sind weiterhin
relevant bei der Kaufentscheidung.
Daniel Honner
Edeka Stadler + Honner
Wie entwickelt sich zurzeit der
Wettbewerb mit Handelsmarken?
Aktueller Marktforschung zufolge hat
die Verdrängung von Marken durch
Handelsmarken zwischenzeitlich nachgelassen
oder ist sogar leicht rückläufig.
Im Saftbereich machen aber Preissenkungen
im Discount den Markenartiklern
zu schaffen. Den Rückgang dort
aufgrund der erheblichen Preissteigerungen
zuletzt können wir aber gut
durch unseren Geschäftsbereich Lohnfüllung
kompensieren, der stark vom
Private-Label-Boom profitiert.
RABENHORST
Die 3-Tage-Saftkur umfasst sechs
Bio-Direktsäfte, vor allem Gemüseoder
Gemüse-Mehrfruchtsäfte, eine
von Ernährungsexperten entwickelte
Broschüre und Bio-Tee-Proben.
RHÖNSPRUDEL
Seit Juli erweitert die Sorte BeerenGlück
das Schorlen-Sortiment
von RhönSprudel. Die Premium-
Direktsaftschorle aus heimischen
Johannisbeeren hat keine Zusätze.
GRANINI
Die Sorte Pfirsich der “Leichten
Schorle“ von Granini enthält 30 Prozent
weniger Zucker als herkömmliche
Schorlen und nur 15 kcal (62 kJ)
pro 100 ml. Ohne Süßungsmittel.
Fotos: stock.adobe.com/Bijac; Beckers Bester; RUNDSCHAU/Kausch
40 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
Sortiment
Alkoholfreie Getränke
schnittlich 10 bis 20 Cent weniger bezahlen.
Auch die Konkurrenten Lidl und Norma haben
die Preise von Säften in dieser Größenordnung
reduziert. Ob weitere Handelsunternehmen
diesen Beispielen folgen, bleibt abzuwarten.
Leichtes Wachstum erwartet
Wie es langfristig mit der Fruchtsaftbranche
weitergeht, lässt sich aktuell nur schwer
einschätzen und hängt nicht zuletzt von der
Situation auf den jeweiligen Beschaffungsmärkten
(inkl. Zöllen) ab. Mittelfristig gehen
die Marktforscher von Mintel allerdings von
einem leichten Wachstum aus. Prognostiziert
wird demnach, dass der Wert des Fruchtsaftmarktes
zwischen 2024 und 2029 durch ein
langfristiges Wachstum von 1,3 Prozent auf
3,2 Milliarden Euro steigen wird. ☐
△ Zweitplatzierungen in der O&G-Abteilung, beispielsweise Apfelsaft in Glas-Mehrweg wie hier im
Wasgau Frischmarkt Merchweiler, ziehen definitiv die Aufmerksamkeit der Kunden auf sich.
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Sortiment
Snacking
Text: Sibylle Menzel, Jenny Rommel
Healthy, chillig, funktional
Fast neun von zehn tun es: snacken.
Der Trend zu Healthy Snacking
prägt dabei weiterhin den Markt.
Aber: Die Ansprüche steigen,
die modernen Happen sollten
heute gleich mehrere Funktionen
erfüllen. Das Angebot für Snacks
differenziert sich zusehends.
Bereits im Vorfeld der diesjährigen
Anuga, der großen Lebensmittelmesse
in Köln, geben die Veranstalter mit
ihrem Knowledge-Partner Innova
Market Insights Einblicke in die globalen
Fokusthemen der Branche und halten fest:
Snackification bleibt ein Megatrend. Rund die
Hälfte aller Konsumierenden genieße bereits
täglich mindestens einen Snack, wobei Genuss
wie auch Komfort als die zentralen Treiber
definiert sind.
Snacks für jeden Anlass
Studien für den hiesigen Markt bestätigen: Bei
Genuss und Geschmack lassen die Deutschen
nicht mit sich reden, es ist das Kaufkriterium
Nummer eins – 68 Prozent der Befragten
stimmen dem beispielsweise zu, so der Sna-
cking-Report 2024 „So snackt Deutschland“
von Frucht- und Nussriegelanbieter Be-Kind.
Mit 67 Prozent Zustimmung haben die beiden
Kriterien auch laut der aktuellen Umfrage von
Snackanbieter KoRo und dem Online-Prospektvergleichsportal
kaufDa oberste Priorität;
ergänzend heißt es: „Snacks sind längst mehr
als bloße Zwischenmahlzeit – sie sind Genussmittel,
Trostspender und tägliche Begleiter.“
In puncto Alltagsbegleiter geht der Snacking-
Report von Innova Market Insights ins Detail:
Während Verbraucher aller Altersgruppen
sagen, dass sie am häufigsten zu Hause Snacks
konsumieren, kommt für die jüngere Generation
der Verzehr unterwegs gleich an zweiter
Stelle – Snacks sind beim Sport oder anderen
Freizeitaktivitäten wie auch auf Reisen dabei.
42 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
zwischendurch suchen – ob beim Wandern,
Radfahren oder beim Picknick.
Der Wunsch nach Snacks, die gut
schmecken, gleichzeitig ein Lebensgefühl
transportieren, nimmt zu.
Andrea Spielmann
Lorenz Snack-World
Das immer größere Bedürfnis nach „Snacking
on the go“ gehört auch für die Marke Aoste, die
derzeit ihre luftgetrocknete Salami-Innovation
Aoste Longhetti in den Markt bringt, zu den
Haupttrends: „Salami-Sticks zählen aktuell
zu den wichtigsten Wachstumstreibern im
Snackmarkt. Praktische, handliche Snacks
für unterwegs sind gefragter denn je“, sagt
Maren Groppe, Marketing-Managerin der
Campofrio Food Group Deutschland.
Tatsächlich ist 2024 der Anteil der europäischen
Verbraucher, die unterwegs oder auf
Reisen snacken, im Vergleich zum Vorjahr
um vier Prozentpunkte gestiegen. Auf die
Frage nach ihren Snack-Gründen stehen bei
Generation Z und den kaufkräftigen Millenials
Relaxen und Wellbeing an oberster Stelle.
Praktisch muss es sein
Was Süßwarenhersteller Manner vor allem
mit seinem Waffelsortiment bereits seit Jahren
zelebriert, wenn er die Produkte als alltägliche,
genussvolle Begleiter bei (sportlicher)
Aktivität, Beruf oder im Homesetting platziert,
trifft mehr denn je den Zeitgeist. Mittlerweile
passen immer mehr Hersteller ihre Angebote
den Bedürfnissen an.
Wurstspezialist Wiesbauer lanciert beispielsweise
pünktlich zum Start der Outdoor-
Saison einen Sortimentsklassiker unter neuem
Namen: Aus dem „Bergsteiger Junior“, einem
geräucherten Dauerwurst-„Stangerl“, wird der
„Bergsteiger Snack“, mit oder ohne Käse in
praktischer 80-Gramm-Packung. Durch die
Namensänderung, heißt es zum Neuauftritt,
soll eine erweiterte Käuferschicht angesprochen
werden – der Bergsteiger Snack richte sich
an alle, die nach einer herzhaften Stärkung
Der Praktikabilität von Snacks kommt durchaus
besondere Bedeutung zu, führt Cornelia
Ahrens, Geschäftsführerin von Farmerʼs
Snack, am Beispiel von Nüssen und Trockenfrüchten
aus: „Das Snacken von Nusskernen
und Trockenfrüchten muss einfach sein; im
Beutel mit praktischem Wiederverschluss, im
Becher mit passender Portionsgröße oder als
30-Gramm-Snack für unterwegs.“
Snacking als Lifestyle
„Ein zunehmend relevanter Aspekt ist der
Wunsch der Konsumenten nach Snacks, die
nicht nur gut schmecken, sondern auch ein
bestimmtes Lebensgefühl transportieren“,
stellt Andrea Spielmann, Marketing
Großer Becher – kleiner Preis!
Die besten Snacks fürs Sofa oder unterwegs.
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Sortiment
Snacking
Snack-Points im Handel
Rund die Hälfte aller Snack-Käufe
erfolgt spontan, wie Campofrio mit
der Marke Aoste ermittelt hat. Um
das zu unterstützen, lautet etwa
eine Empfehlung der Hersteller: Eine
klare, logisch gegliederte
Sortimentsstruktur sorgt für
schnelle Orientierung und fördert
die Entscheidung (Seeberger).
Im Markt bieten zahleiche Snack-
Points ein ideales Setting für starke
Abverkäufe: Neben der Regalplatzierung
lassen sich durch Zweitplatzierungen
Impulskäufe generieren;
auch in hochfrequentierten
Bereichen wie der Kassenzone
lohnen sich Snacks für die spontane
Mitnahme (Farmerʼs Snack).
In der Impulskategorie der Salzigen
Snacks sollten Out-of-Stocks im
Regal vermieden werden;
nur so lassen sich genügend
Kaufanreize für Shopper schaffen
(Lorenz Snack-World).
Director von Lorenz Snack-World, außerdem
fest. Entsprechend soll die Botschaft
der neuen Marke Chillers mit dem Slogan „Just
chill and have a snack“ zur Entspanntheit aufrufen,
zu bewusstem Genuss in einer kleinen
Auszeit. Laut der Umfrage von kaufDa und
KoRo zählt beides zu den Hauptgründen, aus
denen deutsche Shopper zu Snacks greifen:
Sie sind auf der Suche nach Genuss (40 %)
und möchten sich etwas gönnen (31 %), dicht
gefolgt vom kleinen Hunger, der treibt immerhin
29 Prozent der Befragten ans Snackregal.
Snacks, so der Konsens zahlreicher Hersteller,
sollen Lebensfreude schenken. Marken-
Inkubator MBG spitzt das aktuell auf eine
bestimmte Zielgruppe zu: Die Snackserie
80 %
der Snack-Käufe finden im
Supermarkt statt. Lediglich drei Prozent der
Shopper kaufen Snacks online.
Quelle: Umfrage von kaufDA und KoRo, März 2025
Crackz unter dem Dach Henderson & Sons
will mit Heroine „Wasabi-Cat“ und ihrer
Superhelden-Gang vor allem Gamer begeistern;
zum Knabbern gibt es Tortilla Chips,
Rolls, Nuts und Dips.
Zugleich steigen die Ansprüche an Snacks:
„Healthier Snacking ist ein wachsender Trend.
Produkte sollen bewusster, oft natürlicher und
ausgewogener sein, ohne beim Geschmack
Kompromisse zu machen“, sagt beispielsweise
Andrea Spielmann von Lorenz.
Snacken – mit gutem Gefühl
Gesundheitliche Aspekte, ist auch Tim Jerg,
Marketing Director bei Seeberger, überzeugt,
zählen heute ebenso zu den entscheidenden
WASA
Wasa baut sein Sandwich-Sortiment
weiter aus: Sandwich Pizza ist
eine Kombination aus Vollkorn-
Roggen-Knäckebrot und einer cremigen
Tomaten-Kräuter-Käse-Füllung.
SEEBERGER
Mit sozialem Impact: Mit dem Kauf des
süß-salzigen Mix aus Nüssen, abgestimmt
mit Meersalz und Schokolade,
wird eine Mahlzeit an Kinder
und Mütter in Nepal gespendet.
AOSTE
Extra dünn, extra lang: Aoste Longhetti
(Campofrio) sind luftgetrocknete
Minisalamis in den Sorten Classique und
Geflügel (Abb.), letztere mit einem
Proteingehalt von 35 Prozent.
LORENZ SNACK-WORLD
Zum Snacken und Chillen: Lorenz launcht
die neue Marke Chillers. Die Sorten
Paprika- (Abb.) und Chili-Style sind
unfrittiert und kombinieren intensive
Aromen mit knusprig-luftiger Textur.
Fotos: stock.adobe.com/auremar; Unternehmen
44 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
Sortiment
Snacking
Faktoren bei der Snackwahl. Der Wunsch
nach nährstoffreichen, natürlichen Snacks
wachse kontinuierlich. Nussige Snacks,
auch als naturbelassene oder mit cleaner
Zutatenliste definierte Snacks,
die Proteine und wichtige Nährstoffe
liefern können, sind ein wichtiger
Baustein im Regal, ergänzt Cornelia
Ahrens. Aktuell rücken auch
nährstoffschonend gefriergetrocknete
Produkte wie Früchte als geschmacksintensiver
Healthy Snack
mit Crunch in den Fokus, beurteilt
Ahrens das Marktgeschehen.
Das Marktumfeld im Bereich der Riegel, hält
Schwartau fest, sei ebenfalls von einem deutlichen
Shift hin zu bewussterem Konsum geprägt;
Labels wie „Ohne Zucker“, natürliche
△ Healthy, naturbelassen oder mit cleaner
Zutatenliste: Nüsse und Trockenfrüchte
sprechen ernährungsbewusste Kunden an.
und pflanzliche Zutaten gehören zu
den stärksten Kaufimpulsen im Riegelregal.
Die Riegelneuheit Corny
Nuts & Protein mit 25 Prozent zahlt
dementsprechend darauf ein.
Moderne Snacks verbreiten nicht
zuletzt auch dann bei Shoppern
ein „gutes Gefühl“, wenn der
ökologische wie soziale Impact
zu einem stimmigen Gesamtkonzept
beiträgt. „Für Verbraucher“,
fasst Tim Jerg von Seeberger zusammen,
„zählt heute der gesamte Produktcharakter:
Hochwertige Zutaten, Transparenz bezüglich
der Herkunft, Sorgsamkeit im Umgang mit
Ressourcen und vor allem ein überzeugender
Geschmack. Denn bei aller Funktionalität
bleibt der Genuss zentral.“
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Sortiment
Seafood
Text: Martina Kausch
Fang mit Verantwortung
Eine hochwertige Fischtheke ist im gehobenen LEH ein Muss, denn laut einer exklusiven YouGov-Erhebung für
die RUNDSCHAU kaufen 60 Prozent der Befragten Fisch und Seafood im LEH. Sehr viele Kunden achten dabei auf
Nachhaltigkeitssiegel. Das Thema Regionalität wird auch dank landbasierter Garnelenproduktion wichtiger.
Reich an Protein, mit ernährungsphysiologisch
wertvollen Fetten und Mineralien
– diese Eigenschaften machen
Fisch und Seafood für gesundheitsbewusste
Kunden unverzichtbar. Dabei spielt
der LEH eine wichtige Rolle, wie eine aktuelle
und exklusive YouGov-Befragung für die
RUNDSCHAU zeigt: 60 Prozent aller Befragten
kaufen Fisch im Supermarkt und Discounter,
24 Prozent im Fischfachgeschäft, 14 Prozent
auf dem Wochenmarkt. Auch interessant:
70 Prozent der Befragten geben im Juni 2025
an, ihnen seien Siegel wie MSC und ASC wichtig,
um Fisch aus nachhaltiger Fischerei, Zucht
und Aquakultur zu erkennen.
Die Themen Überfischung vermeiden und
mit Ressourcen verantwortungsvoll umgehen
sind also bei den Verbrauchern angekommen.
Wichtige Fisch-Siegel: Das blaue MSC-Logo,
der Organisation Marine Stewardship Council,
das nach eigenen Angaben das „weltweit
strengste Umweltsiegel für Wildfisch“ ist.
Fischprodukte mit MSC-Siegel kommen aus
kontrolliert nachhaltiger, zertifizierter Fischerei:
Sie wurden umweltschonend gefangen
und stammen aus einem nicht überfischten
Bestand. Das Schwestersiegel für Fisch aus
Aquakultur ist die ASC-Kennzeichnung des
Aquaculture Stewardship Council. Aktuell
sind Seesaibling, Austern, Tilapia, Pangasius,
Lachs, Garnelen, Forellen und Muscheln mit
dem ASC-Siegel erhältlich
Zertifizierter Fisch ist gefragt
Der Anteil von MSC-zertifiziertem Fisch am
Gesamtvolumen des im deutschen Einzelhandel
verkauften Fischs liegt mittlerweile
bei 53 Prozent – mehr als die Hälfte des im
deutschen Einzelhandel verkauften Fischs
kommt also aus einer geprüft nachhaltigen,
MSC-zertifizierten Fischerei. Der deutsche
Markt nimmt damit eine weltweite Vorreiterrolle
in Sachen Fisch-Nachhaltigkeit ein. Und
auch für Fisch aus Aquakultur gibt es Neues
zu berichten: Der Aquaculture Stewardship
46 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
@
ZAHLEN
Wie häufig, wenn überhaupt, achten Sie
beim Kauf von Fisch oder Meeresfrüchten
(Seafood) auf die Fangmethode?
Es wirkt auch toll, wenn man die ganzen Fische
neben die Filets legt – manche Kunden wissen
nicht, wie ein ganzer Kabeljau aussieht.
Marion Seifert
Fischsommelière bei Rewe Haase
Nie
Selten
Gelegentlich
Oft
Immer
22 %
20 %
31 %
17 %
8 %
Council hat gerade auf der Seafood Expo
Global in Barcelona seinen neuen Zertifizierungsstandard
für Aquakultur präsentiert,
denn die Bedeutung von Aquakultur nimmt
zu. Dazu gehören einerseits Fischfarmen in
den Meeren und Teichen, andererseits landbasierte
Seafood-Zucht. Regionalität beinhaltet
also nicht mehr nur Karpfen und Forellen
aus heimischen Teichen.
Auch Garnelen aus der Region
Obgleich ein hoher Anteil des in Deutschland
verzehrten Seafood Importware ist, stammt
immer mehr aus heimischer Produktion. Der
Selbstversorgungsgrad stieg laut Versorgungsbilanz
Fisch des Bundeslandwirtschaftsministeriums
2024 verglichen mit dem Vorjahr
um 2,2 Prozentpunkte auf 20,4 Prozent. Dem
Wunsch des Verbrauchers nach regionalen
Produkten kommen beispielsweise Barsche
und Garnelen aus landbasierter Aquakultur
entgegen. Hier haben sich im Frühjahr 2025
zwei große Player zusammengetan: Die Hanse-
Garnelen AG mit Sitz in Glückstadt (Holstein)
ist bei Neue Meere (Westfalen) eingestiegen.
Gemeinsam besitzen die Farmen nun eine
jährliche Produktionskapazität von rund
120 Tonnen White-Tiger-Shrimps pro Jahr
– kein Wunder, dass die Garnelen nun als
Geniale Garnelen bei Rewe gelistet sind.
HanseGarnelen-Vorstand Rupert Bauer erklärt:
„Nachhaltigkeit ist für uns ein fester
Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie
– von der Aufzucht bis zur Verpackung.
Wir verwenden recycelbare Materialien und
prüfen kontinuierlich, welche Lösungen einerseits
umweltfreundlich sind und andererseits
die Qualität und Haltbarkeit unserer hochwertigen
Garnelen gewährleisten.“
Verbrauchern sind Siegel wichtig
Für die fischverarbeitende Industrie spielt der
Nachhaltigkeitsgedanke eine große Rolle und
wird wichtiger, je mehr er für Verbraucher
ein Kaufkriterium ist. Laut YouGov-Befragung
beantworten mittlerweile 70 Prozent
der Antwortenden die Frage „Wie wichtig sind
Ihnen beim Einkauf von Fisch oder Meeresfrüchten
Siegel, die die Ware als Produkt aus
nachhaltiger Zucht zertifizieren?“ mit „eher
wichtig“ und „sehr wichtig“.
Thunfisch ungefährdet – neue Produkte
Dass laut WWF mittlerweile 65 Prozent der
Thunfischbestände weltweit aktuell in einem
gesunden Zustand sind, hat Auswirkungen
auf neue Produkte für die Regale im LEH. So
gibt es von Appel gleich drei neue Sorten
Thunfischsalate mit MSC-zertifiziertem
Weiß nicht/k.A.
3 %
Quelle: YouGov Surveys/ Feldzeit: 04. – 06.06.2025
Die Ergebnisse sind repräsentativ für die
Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.
▽ Die Weltkarte zeigt die Lage MSC-zertifizierter
Fischereien als Punkte, die Farbfelder den
prozentualen Anteil MSC-zertifizierter Fänge
an den Gesamtfangmengen nach Gebieten der
Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation
der Vereinten Nationen (FAO).
www.rundschau.de
47
@
ZAHLEN
◁ „Keine weißen Filets nebeneinander
legen“, rät Fischsommelière
Marion Seifert, farbliche
Abwechslung müsse sein. Im
neuenE-Center Haid in
Tübingenwird Seafood auch
optisch perfekt präsentiert.
Wie wichtig sind Ihnen beim Einkauf
von Fisch und Meeresfrüchten Siegel,
die die Ware als Produkt aus nachhaltiger
Zucht zertifizieren wie MSC, ASC,
Naturland oder das EU-Bio-Siegel?
Sehr wichtig
Eher wichtig
23 %
47 %
Eher unwichtig
17 %
Sehr unwichtig
7 %
Weiß nicht / k.A.
5 %
Thunfisch. In den Geschmacksrichtungen
Mexican, Western und Couscous sind sie
laut Appel auch als Snacklösungen gedacht.
Die Deutsche See setzt auf Thunfisch pur und
ohne Öl im Aufguss, bringt aber beispielsweise
auch frisches Bio-Lachsfilet für das SB-Regal
in den LEH sowie frische Miesmuscheln aus
MSC-zertifizierten Aquakulturen der Nordsee.
Das Unternehmen berichtet, dass man
Nachhaltigkeit bereits 2002 strategisch im
Unternehmen verankert habe und 2010 mit
dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet
wurde. Bis 2030 will die Deutsche See
80 Prozent ihrer CO₂-Emissionen im Vergleich
zu 2013 einsparen – unter anderem durch
Photovoltaik, energiesparende Logistik und
umweltfreundliche Kühltechnik.
Als nach eigenen Angaben erster Anbieter
auf dem deutschen Markt vertreibt Werner
Lauenroth acht Feinkostvariationen mit Flusskrebsen
aus ASC-zertifizierter Aquakultur,
darunter Flusskrebssalat Apfel-Porree und
die Krebse pur in verschiedenen Soßen.
Eine Fischtheke lebt von Beratung
Und wie kann man Seafood den Kunden
schmackhaft machen? Fischsommelière
Marion Seifert, bei Rewe Haase in Neustadt/
Holstein an der Ostseeküste tätig, hat Tipps
für die Präsentation parat. „Das Auge isst
mit – das gilt auch für Fisch“, sagt sie. Süßwasserfische
und Seewasserfische sollten in
der Theke getrennt platziert werden. Auch
sollten keine weißen Filets nebeneinander
liegen – lieber Lachforellenfilet oder Lachs
Quelle: YouGov Surveys/ Feldzeit: 04. - 06.06.2025.
Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung
in Deutschland ab 18 Jahren.
dazwischen legen. „Es wirkt auch toll, wenn
man die ganzen Fische neben die Filets legt –
manche Kunden wissen nicht, wie ein ganzer
Kabeljau oder Rotbarsch aussieht.“
Da jüngere Kunden gern experimentieren,
gibt sie nach Bedarf Tipps, erfragt aber zunächst
die Ideen des Kunden und hört gut zu:
Was möchte er mit dem Fisch machen? Ihn im
Ofen zubereiten? Grillen? Ein Curry kochen?
Entsprechend gibt sie Hinweise, welche Sorten
für welchen Zweck gut geeignet sind und wie
man sie würzt. „Gerade jüngere Leute kaufen
gerne ganze Fische und lassen sich auch gern
beraten“, ist ihre Erfahrung.
☐
APPEL
Drei neue Thunfischsalate bringt Appel
in die Regale: MSC-zertifizierter
Thun in den Geschmacksrichtungen
Mexican (Abb.), Western und Couscous,
jeweils in 160-g-Dosen mit Schober.
DEUTSCHE SEE
MSC-zertifizierte Thunfisch-Filetstücke
im Aufguss, leicht gesalzen, mit
Wasser, also ohne Öl, gibt es von der
Deutschen See in der 185-g-Dose. Die
Deutsche See fängt mit eigener Flotte.
NORDSEE/HOMANN
Bis zum 27. Juli bieten Homann und
Nordsee in Kooperation vier Klassiker
im 2-für-1-Pack an, darunter Backfisch
mit Remoulade (Abb.) und Fischfrikadellen
Bremer Art mit Ketchup.
HANSEGARNELEN
HanseGarnelen bringt Geniale Garnelen
in Rewes Kühl- und Tiefkühlregale.
Die Garnelen aus landbasierter Zucht in
Deutschland sind gekühlt (120 g)
und tiefgekühlt (210 g) erhältlich.
Fotos: Adobe Stock / Serjio; Kausch; MSC; Unternehmen
48 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
ANUGA-SPEZIAL 2025
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Lebensmittelhandel. Präsentieren Sie Ihre Produkte unseren Lesern und den Messebesuchern.
Ihre Ansprechpartner:
Sanela Svjetlanovic Sevda Srna Vanessa Werdin
TEL: 07225 916-275 TEL: 07225 60 64 612 TEL: 07225 60 64 611
E-MAIL: svjetlanovic@rundschau.de E-MAIL: srna@rundschau.de E-MAIL: warth@rundschau.de
Sortiment
Feinkost
Text: Roswitha Knye
Feinkost mit Fernweh-Faktor
Feinkostprodukte mit orientalischem oder mediterranem Ursprung, von Hummus über Halloumi bis zu Harissa,
haben längst Einzug in deutsche Küchen gehalten. Nicht nur Menschen mit Migrationsgeschichte greifen regelmäßig
zu, auch die breite Kundschaft schätzt authentischen Geschmack, natürliche Zutaten und kulinarische Vielfalt.
Lange galten ethnische Feinkostprodukte
als Nische – heute sind sie gefragte Sortimentsbausteine
im Lebensmitteleinzelhandel.
Ob Mezze, würzige Aufstriche
oder proteinreiche Snacks: Produkte aus der
levantinischen und arabischen Küche treffen
mit Frische, Natürlichkeit und Vielseitigkeit
den Geschmack einer gesundheitsbewussten,
weltoffenen Käuferschaft.
Die Nachfrage wächst: Hummus, Falafel,
Bulgur oder Tahina sind nicht nur bei Menschen
mit kulturellem Bezug beliebt, sondern
zunehmend auch bei jüngeren Konsumenten,
Flexitariern sowie vegan und vegetarisch
lebenden Zielgruppen. Die Marktanalyse für
ethnische Lebensmittel von Mordor Intelligence
prognostiziert für das Jahr 2025 ein
weltweites Marktvolumen von 49,25 Milliarden
US-Dollar, mit einem erwarteten Anstieg
auf 73,47 Milliarden US-Dollar bis 2030 – ein
durchschnittliches jährliches Wachstum von
rund 8,3 Prozent.
Die levantinische Küche punktet mit gesunden
Proteinen, pflanzenbasierter Vielfalt und
geschmacklicher Leichtigkeit. „Diese Küche
wird als leicht, frisch und abwechslungsreich
wahrgenommen – das passt perfekt zu den
Ernährungstrends unserer Zeit“, sagt Ann-
Kristin Welk, Produktmanagerin bei Rila. Die
Genussentdecker. Verbraucher wünschen sich
Produkte, die geschmacklich an entspannte
Urlaubstage oder an das Lieblingsrestaurant
um die Ecke erinnern. Wichtig sind dabei
naturbelassene Rezepturen, nachvollziehbare
Herkunft und ein authentisches Genusserlebnis
– idealerweise in Bio-Qualität.
50 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
9
INTERVIEW
Der Markt für Ethno-Produkte wächst – vor allem
dann, wenn diese vertraute Genussmomente
aus der Heimat bieten und gleichzeitig neue
Verbrauchergruppen ansprechen.
Insa Rücker
Leitung Markenführung und Kommunikation, Rücker
Ann-Kristin Welk
Produktmanagerin
Rila
Welche Ethno-Produkte
sind beliebt?
Klassiker wie Hummus, Falafel, Bulgur,
Couscous, Tahina oder Harissa. Besonders
die levantinische Küche mit ihrer
leichten, frischen und oft veganen Ausrichtung
spricht viele Verbraucher an.
Jonas Mettenmeyer, Marketing Manager bei
Feinkost Dittmann, sieht das ähnlich: „Wert
gelegt wird vor allem auf Authentizität und
Originalität der Produkte bzw. der verwendeten
Zutaten. Je nach Zielgruppe liegt der
Fokus ebenfalls auf Glutenfreiheit, veganer
Rezeptur, Hefefreiheit, Laktosefreiheit sowie
dem Verzicht auf Geschmacksverstärker oder
künstliche Aromastoffe.“
Halal-Zertifizierung im Blick
Seit Jahren beliebt ist klassischer Weißkäse.
Insa Rücker, verantwortlich für die Bereiche
Markenführung und Kommunikation bei der
Molkerei Rücker, betont: „Er passt zu aktuellen
Ernährungstrends wie Flexitarismus
oder einer proteinreichen Ernährung – und
natürlich zu internationalen Rezeptideen.
Besonders beliebt ist er bei Konsumenten mit
türkischem, arabischem oder südosteuropäischem
Hintergrund, aber auch darüber
hinaus.“ Diese Konsumenten legen großen
Wert auf Halal-Zertifizierung, Authentizität
und traditionelle Rezepturen. Die Prognose
zum Marktvolumen von Halal-Food weltweit,
veröffentlicht vom Statista Research Department
im Januar 2025, nennt einen Anteil von
Halal-Food am globalen Markt mit einem
Umsatz von rund 1,4 Billionen US-Dollar. Bis
2027 wird ein Anstieg auf nahezu 1,89 Billionen
US-Dollar prognostiziert. Ein riesiger Markt!
Kunden, die nicht auf diese Zertifizierung
achten, differenzieren oft nicht klar zwischen
arabischer, levantinischer oder
Worauf achten Konsumenten
besonders?
Auf authentischen Geschmack – „wie im
Restaurant“ oder „wie im Urlaub“. Dazu
kommen cleane Rezepturen, natürliche
Zutaten und vegetarische oder vegane
Auslobungen. Der Megatrend Gesundheit
spielt hier eine wichtige Rolle.
Wo liegt Potenzial?
Im Bereich Convenience/Snackification
2.0 – insbesondere im Bereich der leichten
bzw. Veggie-Küche.
AL AMIER
BIO-ZENTRALE
DAVERT
DITTMANN
Kreuzkümmel, Koriander, Zimt und Chili
verleihen der veganen Tomatenbasis für
die Zubereitung des Gerichts Shakshuka
ein würzig-pikantes und außergewöhnliches
Aroma. in der 400-g-Dose.
Das von Natur aus vegane und glutenfreie
flüssige Tahin in der Squeezeflasche
ist mild im Geschmack und
ermöglicht eine einfache Handhabung:
schütteln & fertig! Vielseitig einsetzbar.
Im 250-g-Kochbeutel gelingt der proteinreiche
Pearl Couscous mit Gourmet Berglinsen
in nur 20 Minuten. Als Salatbasis,
für Bowls, Aufläufe oder Gemüsepfannen,
als Beilage oder Hauptmahlzeit.
Ohne Konservierungsstoffe und
synthetische Aromastoffe passt die
Real Thai Sesame Hot Sauce gut zu
klaren Suppen, zum Dippen mit Gemüse
und ebenso zu Fleischgerichten.
www.rundschau.de
51
_
INFO
Beliebte ethnische Produkte
im deutschen LEH
Würzpasten: Tahina, Harissa
Fertiggerichte: Couscous, Bulgur,
Falafel
Konserven: Kichererbsen
Aufstriche & Dips: Hummus
Käse: Halloumi, Feta
nordafrikanischer Küche. Viele ordnen
die Produkte vereinfacht unter dem
Label „orientalisch“ ein. Entsprechend wichtig
ist eine emotionale, intuitive Ansprache am
Point of Sale. „Durch den Einsatz von Icons
und Schlagworten wie ‚Vegan‘, ‚Mezze-Vielfalt‘
oder ‚Genuss des Orients‘ sowie durch ein ansprechendes
Farbkonzept können Emotionen
geweckt und Kaufanreize geschaffen werden“,
führt Ann-Kristin Welk weiter aus.
Werner Klahn von Edeka Jens in Lübeck ergänzt:
„Eine strategische Positionierung ethnischer
Produkte im Markt ist entscheidend,
damit die Kunden diese spezifischen Produkte
einfach finden und nicht lange suchen müssen.
Unser Markt liegt in einer klassischen
Urlaubsregion, und wir haben neben regionalen
Kunden viele Käufer aus aller Welt. Eine
enorme Vielfalt internationaler Produkte ist
Wert gelegt wird vor allem auf Authentizität und
Originalität der Produkte bzw. der verwendeten
Zutaten.
Jonas Mettenmeyer
Marketing Manager, Feinkost Dittmann
für uns selbstverständlich, und diese werden
auch von konservativen Käufern gerne angenommen.“
Optimale Platzierung
Neben orientalischer Feinkost zählen auch
Klassiker aus der asiatischen Küche längst zum
festen Bestandteil im Sortiment – kulinarisch
nicht mehr nur international, sondern im
Alltag vieler Verbraucher angekommen und
aus deutschen Küchen nicht mehr wegzudenken.
Jonas Mettenmeyer stellt fest: „Die
Nachfrage nach asiatischer Küche lässt nie
nach, sodass die Sortimentsbreite weiter und
weiter mit hochwertigen Produkten wachsen
kann und wird.“
Die ideale Platzierung ethnischer Produkte
im Markt ist zwischen mediterranen Spezialitäten,
wie etwa griechischer und italienischer
Feinkost, und internationalen Produkten angesiedelt.
Cross-Selling-Flächen zu entsprechenden
Themen wie „Mezze-Abend“,“Veggie
pur“ oder „Grillen mal anders“ können zur
Entdeckung neuer Produkte einladen und für
Kaufanreize sorgen. Klassische Sonder- und
Zweitplatzierungen sowie Aktionswochen mit
Display-Platzierungen tragen zusätzlich zum
Umsatzzuwachs bei.
Bei der Kaufentscheidung zählen jedoch
nicht nur Geschmack und Emotion; Stand-
Fotos: stock.adobe.com/Brent Hofacker, Nayeem; Unternehmen
GAZI
RÜCKER
ERGÜLLÜ
DELIKATESSA
Der mit Salz und Minze verfeinerte, nach
zypriotischem Originalrezept hergestellte
Halloumi natur aus Kuh-, Schaf- und
Ziegenmilch kann im Ofen, in der Pfanne
sowie auf dem Grill zubereitet werden.
Sehr cremig, schnittfest und halalzertifiziert
ist der Oba blau, der das
bestehende Hirtenkäse-Sortiment von
Rücker erweitert. Erhältlich im 400- und
700-g-Becher für das SB-Kühlregal.
Seine würzige Note verdankt der aus
Käse, Joghurt griechischer Art und
feinem Rapsöl hergestellte Brotaufstrich
„Scharfer Hirte“ einer Kombination aus
edelsüßer Paprika, Knoblauch und Chili.
Schonende Trocknung und langsames
Rösten der Pistazien tragen dazu bei,
dass das Aroma der Pistaziencreme
nicht von zu dunklen Röstnoten überlagert
wird. Pistazienanteil: 30 Prozent.
52 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
Sortiment
Feinkost
◁ Nicht nur für Vegetarier: Beim sommerlichen
BBQ-Abend sorgen Halloumi-Grillspieße für
willkommene Genussmomente.
ortfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle: In
urbanen Regionen mit multikultureller Bevölkerung
ist die Nachfrage beispielsweise
besonders hoch. Doch auch in ländlicheren
Gebieten wächst das Interesse – vor allem
dann, wenn die Produkte von den Konsumenten
als authentisch, gesund und alltagstauglich
wahrgenommen werden.
Der Trend zur Convenience kommt der Kategorie
ebenfalls zugute: Fertige Bowls, Aufstriche,
gekühlte Snacks oder schnelle Gerichte im
Mezze-Stil erfreuen sich wachsender Beliebtheit
– vorausgesetzt, Qualität, Geschmack und
Transparenz stimmen.
Fazit: Ethnische Feinkost bietet nicht nur
kulinarische Vielfalt, sondern auch wirtschaft-
liches Potenzial. Wer sie intelligent ins Sortiment
integriert, baut Genussbrücken zwischen
Kulturen – und erschließt neue Zielgruppen
mit authentischen Produkten, einer strategischen
Präsentation und einem Verständnis
für die Bedürfnisse der Konsumenten. Ethno-
Produkte sind mehr als ein Trend. Sie sind
gekommen, um zu bleiben.
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Sortiment
Schulstart
Text: Mirko Jeschke
Kindgerechte Angebote
Für Millionen von Schülern geht nach den Sommerferien wieder der Schulalltag los, mit entsprechenden
Bedürfnissen von Schreibwaren über Schulranzen bis hin zu Pausenbrot und Süßigkeiten. Für den LEH ist dies eine
gute Gelegenheit, mit passenden Sortimenten sowohl Kinder und Jugendliche wie auch Eltern zu überzeugen.
Nach den langen Sommerferien ist es
wieder so weit: Ein neues Schuljahr
bricht an und Heerscharen an Kindern
und Jugendlichen müssen bzw.
dürfen erneut oder zum allerersten Mal die
Schulbank drücken. Nach Angaben des Statistischen
Bundesamtes wurden im Schuljahr
2024/2025 in Deutschland rund 11,4 Millionen
Schüler (+ 0,9 %) an allgemeinbildenden
und beruflichen Schulen sowie an Schulen
des Gesundheitswesens unterrichtet. Dabei
handelt es sich um rund 5,9 Millionen Jungen
und etwa 5,5 Millionen Mädchen. Neu eingeschult
wurden rund 827.500 Kinder. Das waren
0,5 Prozent weniger Schulanfänger als im Vorjahr,
als die Zahl der Einschulungen auf den
höchsten Stand seit dem Schuljahr 2003/2004
gestiegen war.
Kindern und Jugendlichen eine gute und
gesunde Ernährung zu ermöglichen, ist das
formulierte Ziel des Bundesministeriums
für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
(BMLEH). Es verweist darauf, dass gerade in
jungem Alter Ernährungsgewohnheiten geprägt
werden und damit der Grundstein für
ein gesundes Leben gelegt wird. Daher sei
diese Lebensphase auch der entscheidende
Ansatzpunkt für dauerhaft wirkende Maßnahmen
zur Prävention ernährungsmitbedingter
Krankheiten wie Übergewicht und Adipositas.
Aktuell gelten rund 15 Prozent der Drei- bis
Siebzehnjährigen in Deutschland als übergewichtig,
knapp sechs Prozent von ihnen als
adipös. Meist setzt sich dies bis ins Erwachsenenalter
fort. Die gesamtgesellschaftlichen
Kosten von Adipositas in Deutschland belaufen
sich auf etwa 63 Milliarden Euro pro Jahr.
Wichtiges Ereignis im LEH
Dass der Schulstart jedes Jahr auch für den Lebensmitteleinzelhandel
ein besonderes Event
54 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
9
3 FRAGEN
ist, bestätigt Rewe-Kaufmann Tristan Klein
aus dem saarländischen St. Ingbert-Rohrbach:
„Der Schulstart zählt bei uns zu den wichtigen
saisonalen Ereignissen im Jahresverlauf. Für
viele Familien ist er mit großer Aufregung,
neuen Routinen und vielfältigem Organisationsbedarf
verbunden. Als Nahversorger vor
Ort sehen wir es als unsere Aufgabe, Eltern
und Kinder in dieser besonderen Zeit bestmöglich
zu begleiten – mit einem durchdachten
Sortiment, hilfreichen Services und einem
Gespür für das, was wirklich gebraucht wird.“
827.500
Schüler wurden zu Beginn des Schuljahres
2024/2025 in Deutschland eingeschult.
Dies ist ein Minus von 0,5 % zum Vorjahr, in dem
ein Höchststand seit 2003/2004 erreicht wurde.
Quelle: Statistisches Bundesamt
Ein Hersteller, der in der Kundenansprache
nach eigenen Angaben besonderen Wert auf
Transparenz und emotionale Nähe legt, ist die
Bio-Zentrale. Mit ihrer Kindermarke BioKids
(für Kinder ab drei Jahren) biete das Unternehmen
ein vielfältiges Sortiment an vegetarischen
und veganen Produkten, darunter
Saucen, Snacks, Fruchtmuse, ein Kakaodrink
sowie Tomatenketchup. „BioKids richtet sich
an Eltern, die ihren Kindern abwechslungsreiche,
biologische Produkte ohne schlechtes
Gewissen anbieten möchten“, erklärt Marketingleiterin
Anja Leebmann. Dabei setze
man auf Zutaten aus kontrolliert-ökologischer
Landwirtschaft und verzichte auf künstliche
Aromen und Geschmacksverstärker (gemäß
Bio-Verordnung).
Spielerischer Zugang
Darüber hinaus ist das Unternehmen überzeugt,
mit den auf den BioKids-Verpackungen
abgebildeten Superhelden einen spielerischen
Zugang zu den Lebensmitteln zu fördern.
Wie Kindern eine Abwechslung geboten
werden kann, zeigt Backspezialist Küchle
Tristan Klein
Inhaber
Rewe Klein
Welche Schulstart-Artikel boomen?
Vor allem Brotdosen, Trinkflaschen,
Müsliriegel, Obstsnacks sowie alles
rund ums gesunde Pausenbrot – vom
Vollkornbrot über Aufschnitt bis hin
zu Obst- und Gemüseportionen in kindgerechter
Form. Aber auch Frühstücksartikel,
Schreibwaren und kreative Kleinigkeiten
für die Schultüte sind gefragt.
Haben sich Präferenzen verändert?
Wir beobachten einen Trend zu mehr
Qualität, Transparenz und Gesundheit.
Eltern legen zunehmend Wert auf zuckerreduzierte
Alternativen, Bio-Produkte,
nachhaltige Verpackungen sowie
vegetarische und vegane Lebensmittel.
Welche Aktionen planen Sie?
Bei unserer jährlichen Schultütenaktion
statten wir liebevoll gepackte Schultüten
mit frischem Obst und kleinen Überraschungen
aus – etwa mit Stickern,
Bastelsets oder gesunden Snacks.
BOHLSENER MÜHLE
CAPRI-SUN
CORNY
TEEFEE
Die Snäckebrote der Bohlsener Mühle
gibt es im praktischen Mini-Format. In
den Sorten Laugen & Brezelsalz (Abb.),
Curry & Kürbiskern, Sesam & Dinkel
sowie Cheese & Onion erhältlich.
Limitierte Superpower-Edition: Die
Zehner-Packung von Capri-Sun enthält
zehn 200-ml-Trinkbeutel der Sorte Multivitamin
mit Helden-Designs sowie eine
Superheldenbrille zum Ausschneiden.
Corny Nuts & Protein in den Sorten Chocolate
(Abb.) und Vanilla enthalten geröstete
Erdnüsse, Sojaprotein-Crispies
und Milchschokolade. Die Nüsse werden
mit 25 Prozent Protein kombiniert.
Tee+Saft Himbeere von TeeFee ist ein
Bio-Früchtetee-Aufguss mit Himbeergeschmack
ohne Zucker und mit
100 Prozent Bio-Zutaten. Seit 1. Juni
ziert die „Maus“ vom WDR die Sorte.
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_
INFO
Aufmerksamkeit schaffen
am PoS
Schreibwaren und sonstige Schulmaterialien
können gut auf einer speziellen
Aktionsfläche gespielt werden,
z. B. prominent im Vorkassenbereich.
Hier bietet sich zudem die Platzierung
größerer Produkte wie Schulranzen,
Schultüten o. ä. an, zusammen mit
aufmerksamkeitsstarken Displays,
Luftballons, Spielfiguren et cetera.
Vielversprechend sind auch Produkte
mit Bezug zu angesagten Kinofilmen/
TV-Serien, Musikstars oder Influencern,
da sie bei jungen Kosumenten
oftmals als Must-haves gelten.
Hier kommt
die MAUS!
mit seiner Neuheit „Knabber-Esspapier
mit Candy-Stift“. Das Produkt kombiniert
dabei Naschen und Malen. Marketingleiterin
Charlotte Huber: „Auf dem Esspapier kann
gemalt, eine Nachricht geschrieben oder einfach
drauflosgekritzelt werden – und danach
kann alles aufgegessen werden. So wird aus
einer kleinen Süßigkeit ein kreatives Erlebnis.“
Die Verbindung zwischen zwei Welten, also
der Bereitstellung kindgerechter Lebensmittel
auf der einen Seite gepaart mit dem Potenzial
für Begeisterung, ist auch für Rewe-Kaufmann
Tristan Klein eine vielversprechende
Herangehensweise: „Kinder wünschen sich
weiterhin bunte, spaßige und abwechslungsreiche
Pausensnacks – der Spagat zwischen
Gesundheit und Genuss gelingt immer häufiger
durch innovative Produktlösungen.“
Lieferdienst unterstützt Kitas
Hochwertige Lebensmittel zuverlässig, frisch
und bezahlbar zu beschaffen, ist auch für
viele Betreuungseinrichtungen eine tägliche
Herausforderung. Um dieses Problem zu adressieren,
unterstützt der Rewe Lieferservice
seit Juni mit einer bundesweiten Initiative
die sichere und bezahlbare Versorgung von
Kindertagesstätten mit frischen, hochwertigen
Lebensmitteln. Im Rahmen der Rabattaktion
„KiTa Lieferschatz“ sammeln teilnehmende
Einrichtungen noch bis zum 15. November
2025 mit jedem Einkauf über den Rewe Lieferservice
Umsätze und können sich damit „attraktive
Produktpakete mit frischen Lebensmitteln
für die eigene Einrichtung sichern“.
Zusätzlich verlost der Rewe Lieferservice
unter allen teilnehmenden Einrichtungen
fünf Einkaufsgutscheine im Wert von jeweils
1.000 Euro.
Nach Angaben des Kölner Handelsunternehmens
erhalten Kitas und Kindergärten
damit eine große Auswahl an frischem Obst
und Gemüse, Bio- und Vollwertprodukten
sowie beliebten Artikeln des täglichen Bedarfs
– von kleinen Snacks bis zu unverzichtbaren
Haushaltsartikeln.☐
Die Maus & die TeeFee genießen ein
unglaubliches Vertrauen bei Eltern und
Kindern.
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Markenbekanntheit bei Kindern
zw. 4- bis 9 Jahren*
90% der 4- bis 9-jährigen
Besitzer von Maus-Produkten
möchten gerne weitere
Lizenzprodukte haben*
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Markenqualität und
Verlässlichkeit!
BIO-ZENTRALE
Zum Schulstart führt die Bio-Zentrale
noch bis 2. Oktober eine bundesweite
PoS-Aktion für ihre BioKids-Produktrange
durch, mit Gewinnspiel-Aktion,
Displays, Toppern und Gratismustern.
Kinder brauchen Energie, Konzentration
und Freude – und dafür ist eine
ausgewogene Ernährung essenziell.
FRECHE FREUNDE
Die Bunten Chips von Freche Freunde
Kids werden nicht frittiert, sondern
schonend gebacken. Mit würzigem
Ketchup-Style-Geschmack.
Ohne Zusatz- oder Aromastoffe.
Clemens Bauer
Director E-Commerce, Rewe
KÜCHLE
Ab August verfügbar: rotes Esspapier
mit Erdbeer-Geschmack und blauem
Candy-Stift (Blaubeer) sowie blaues
Esspapier mit Tutti-Frutti-Geschmack
und rotem Stift (Erdbeer, Abb.).
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Sortiment
Drogeriewaren
Text: Sibylle Menzel
Mehr als ein Hygienefaktor
Morgens und abends, tagaus, tagein: Die Verwendung von Zahnbürste und Co. ist meist reinste Routine, Langeweile
kommt im Bereich der Mund- und Zahnpflegeprodukte dennoch nicht auf. Das Marktvolumen legte im Jahr 2024
erneut deutlich zu. Haupttreiber: Innovationen und Markenqualität.
Insgesamt attestieren zahlreiche Hersteller
dem Markt nicht nur eine dynamische Entwicklung,
sondern auch einen Wandel der
Verbraucherbedürfnisse. Saubere Zähne, ein
frisches Mundgefühl – beides gehört schlicht
zu den Selbstverständlichkeiten, die die Produkte
heute erfüllen sollen. Zahn- und Mundpflege,
fasst es beispielsweise Naturkosmetikhersteller
Weleda zusammen, entwickele sich
von einer reinen Hygieneroutine hin zu einer
ganzheitlichen, von Beauty-, Wellness- und
Nachhaltigkeitstrends geprägten Kategorie.
Die Annäherung der Mundpflegeprodukte an
die Kosmetik drücke sich mittlerweile auch
schon rein visuell über hochwertige Designs
und ansprechende Ästhetik aus.
Die Mehrheit der Deutschen pflegt
konsequent ihre Mundgesundheit,
nach den Marktforschern von Mintel
glauben 77 Prozent hierzulande sogar,
dass das Aussehen ihrer Zähne ihr Selbstvertrauen
beeinflusst. Selbst in Zeiten allgemeiner
Kaufzurückhaltung wird bei den Mund- und
Zahnpflegeprodukten jedenfalls zugegriffen:
Laut Jahresbericht 2024 des Industrieverbands
Körperpflege und Waschmittel (IKW) legte
das Segment wie in vorausgegangenen Jahren
erneut zu. 2024 wurden 1,98 Millionen Euro
umgesetzt, ein Plus von 9,2 Prozent.
Shopper nutzen zwar die Bandbreite vom
Preiseinstieg bis zum Premiumbereich,
zugleich ist eine starke Markenaffinität zu
beobachten. Im Vergleich zu anderen Konsumgüterkategorien
spielen Eigenmarken
bei Zahnpasta und Co. demnach keine allzu
große Rolle.
Der Markt wandelt sich
Karsten Pabst, Geschäftsführer Hieberʼs
Frische Center, bestätigt: „Im Bereich Zahnpasta
zeigt sich eine hohe Markenloyalität. Ein
Wechsel findet meist nur dann statt, wenn sich
die Mundgesundheit verändert – etwa durch
Zahnfleischprobleme oder Ähnliches – und
der Kunde innerhalb seiner bevorzugten
Marke nach einer passenden Lösung sucht.“
Sauber – aber bitte mit Mehrwert
Auch neue, innovative Produktformen wie
Seren, Schäume oder Sprays orientieren sich
an modernen Beauty- und Wellness-Routinen,
stellt Weleda fest. „Skinification“ nennt es die
Beautyszene, wenn alltägliche Pflegerituale
mit gesundheitlichen Benefits verbunden
werden (z. B. Make-up, das die Haut zugleich
mit Vitaminen versorgen soll). Ein Trend,
der sich laut Anbieter Lavera auch auf die
Zahnpflege übertragen lässt; gemeint ist also
Zahnpflege mit Wirkstoffen für Zusatznutzen
wie gezielte Schutzmechanismen für Zähne
und Zahnfleisch sowie für eine gesunde,
gepflegte Schleimhaut.
Das zunehmende Gesundheitsbewusstsein
der Verbraucher eröffnet in jedem Fall Potenziale
für den Handel: „Ganz konkret merken
wir das bei unseren therapeutischen Zahnpasten,
die im Premiumbereich angesiedelt
sind. Dieser Markt wächst“, sagt Alexander
Brückner, Head of Sales DACH im Unternehmen
Haleon, u. a. mit den Marken Sensodyne
und Parodontax im Handel vertreten. „Trotz
Fotos: stock.adobe.com/Rido, Artline; Unternehmen
58 Sortiment • RUNDSCHAU 07/25
Der Mund als Markt
Mehr Insights zum Markt und verkaufsfördernde
Tipps gibt es über den QR-Code oder online unter
www.rundschau.de/artikel/der-mund-als-markt
_
des höheren Preises von Produkten im Premierumbereich
kann Wachstum mit Innovationen
erzielt werden, sprich mit zusätzlichen
Benefits“, so seine Überzeugung.
Was können die Trendsetter?
Über die Reinigungsleistung hinaus sind Produkte
gefragt mit Wirkversprechen beispielsweise
gegen schmerzempfindliche Zähne,
zur Kariesprophylaxe, zur Reminalisierung
oder Whitening-Produkte. „Im Bereich der
Whitening-Zahnpasta registrieren wir eine
deutliche Dynamik“, sagt Karsten Pabst über
ihren Stellenwert in den Hieber-Märkten.
„Vor allem bei jüngeren Zielgruppen spielt
die sichtbare Zahnaufhellung eine wichtige
Rolle, was den Trend zu ästhetisch wirksamen
Produkten verstärkt.“
Natürliche oder innovative Inhaltsstoffe
wie Probiotika und Präbiotika, die das orale
Mikrobiom unterstützen und Zahnfleischentzündungen
vorbeugen sollen, sind laut den
Marktplayern genauso angesagt wie nachhaltige
Verpackungslösungen. Voraussetzung
sei, heißt es von Weleda, dass das Produkt
relevant sei. „Dann sind Konsumenten durchaus
bereit, Neues auszuprobieren.“
„In der heutigen schnelllebigen Zeit sehnen
sich Verbraucher nach Smart Gadgets, die
sie bei ihren Alltagsroutinen unterstützen
können. Das funktioniert auch beim Zähneputzen“,
teasert Dirk Diekmann, Verkaufsdirektor
Elektro-Channel für DACH bei
Procter & Gamble, die jüngste elektrische
Zahnbürsten-Innovation der Marke Oral-B an.
Sie signalisiert dank künstlicher Intelligenz
dem Anwender, wo, wie lange und auf welche
Weise geputzt werden soll. „Solche Produkte“,
so Diekmann, „setzen Impulse und können
für absatzstarke Dynamik im stationären
Handel sorgen.“
Präsenz am Point of Sale
Neben einer klaren Segmentierung am Regal
nach Zielgruppen empfiehlt Julia Michel,
CMO bei Laverana mit der Marke Lavera
Naturkosmetik, die visuelle Hervorhebung von
Neuheiten und Innovationen, zum Beispiel
durch Displays oder Probiergrößen, um den
Verkauf der Produkte zu fördern.
Das gilt auch für nachhaltige Formate wie
Zahnputztabletten (s. Info), die Kaufmann
Pabst im Handel aktuell zwar eher als Nischenprodukt
sieht, wo er zugleich aber innerhalb
der Nische vor allem bei umweltbewussten
Käufern zunehmend mehr Achtsamkeit
feststellt. „Entscheidend ist: Sichtbarkeit im
Hauptregal, kombiniert mit gezielten Zweitplatzierungen
wie am Kassenband“, betont
Axel Kaiser, Gründer und CEO von Zahnputztablettenhersteller
Denttabs. „Nachhaltigkeit
darf nicht nur in der Bio-Ecke stattfinden.“ ☐
INFO
Tablette statt Zahnpasta
Sie sind fester Sortimentsbestandteil
vieler Drogeriemärkte und Handelsketten.
Dennoch: „Der Tipping-
Point ist noch nicht überschritten,
der Marktanteil von Zahnputztabletten
liegt im Promillebereich. Aber
die Aufmerksamkeit nimmt zu“, hofft
Axel Kaiser. Ihre Vorteile sieht der
CEO von Denttabs, Markenund
Eigenmarkenhersteller der
Tabletten, in drei Aspekten:
Nachhaltigkeit: Keine Tuben, kein
Wasser – die Tabletten sind papierverpackt
und lösen sich im Mund
durch den Speichel.
Inhaltsstoffe: Sie kommen ohne Konservierungsstoffe,
Schaumbildner,
Stabilisatoren oder Keimhemmer aus.
Anwendung: Viele Anwender berichten
von positiven Effekten, z. B.
weniger bis kein Zahnfleischbluten
oder Zahnstein und glattere Zähne.
LAVERA
PARODONTAX
DENTTABS
ORAL-B
Lavera Zahncreme sensitiv Whitening
verspricht fünffach Rundumschutz –
und erzielt zahnschmelzschonendes
Whitening mit mineralischen Putzkörpern
sowie Bambus-Cellulose.
Zahnpasta und die Mundspülung mit
kühlem Minzgeschmack (Abb.): Parodontax
Zahnfleisch Stärkung & Schutz
enthalten den Inhaltsstoff Hyaluron,
Bestandteil von starkem Zahnfleisch.
Statt Minzgeschmack: Die schaumfreien
Zahnputztabletten Denttabs
Strawberry sind mit Erdbeergeschmack
für Kinder und Erwachsene
geeignet. Sie enthalten Fluorid.
Die elektrische Zahnbürste Oral-B iO 10
hat eine angeschlossene Ladestation.
Dank künstlicher Intelligenz wird über
LED-Anzeige während des Zähneputzens
der Putzfortschritt begleitet,
www.rundschau.de 59
Neue Produkte
Juli 2025
Maggi
Ab sofort im Regal: vier neue Fixe für
das Kochen mit der Heißluftfritteuse.
Diese Mischungen erweitern das Sortiment:
Paprika Pommes Frites, Knusper
Hähnchen Käse, Knusper Hähnchen
Paprika & Knoblauch (Abb.) sowie Mexikanischer
Mix Wrapfüllung für Fajita.
UVP: 1,09 Euro
Biovegan
Der Bio-Pionier für vegane Back- und
Kochzutaten aus dem Westerwald
launcht eine neue Bourbon Vanille
Paste. Ideal zum Verfeinern von
Desserts, Cremes, Backwaren oder
Heißgetränken. UVP: 3,99 Euro
Dr. Karg’s
Innen luftig, außen knusprig:
die Dr. Karg’s Crispies mit
intensivem, natürlichem
Geschmack, knusperleichter
Textur sowie einer Extraportion
Protein. Erhältlich in den
zwei Geschmacksrichtungen
Sour Cream & Chives sowie
Sweet Chili. UVP: k. A.
Philip Morris
Philip Morris reagiert auf den
Wunsch der Verbraucher nach
erschwinglichen Zigaretten-Alternativen
mit der Einführung der
neuen Produktlinie Marlboro Crafted
– eine preisgünstige Variante der
bekannten Marke. Ab sofort in vier
Varianten. UVP: 8,00 Euro/10,00 Euro
Nabio
Orientalische Gewürze treffen bei diesem
Aufstrich mit Cashews – dadurch
besonders cremig – auf fruchtig-süße
Feigen. Weitere Cashew-Cremes in den
Sorten Honig Rosmarin und Tomate
Pinienkerne. 100 Prozent Bio, am
besten kühl genießen. UVP: 2,79 Euro
Bonne Maman
Erdbeere-Vanille-Konfitüre mit
Bourbon-Vanille aus Madagaskar,
sanfter Süße und zarten Fruchtstückchen
im 370-Gramm-Glas.
UVP: 3,59 Euro
60
RUNDSCHAU 07/25
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Ihr Produkt in der RUNDSCHAU
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Little Lunch
Die Kokos Curry Suppe, eine limitierte
Edition, ist eine vegane Bio-Kreation
im Tom-Kha-Style. Sie kombiniert
cremige Kokosmilch mit Zitronengras,
Chili, Koriander und Sojasauce. Mit
feiner Schärfe. UVP: 3,49 Euro
Gustavo Gusto
Gustavo Gusto und Deutschlands
Kinderband „Deine Freunde“ präsentieren
die erste Tiefkühlpizza nach
WHO-Vorgabe für Kinderprodukte –
mit exklusivem Song „Backe, backe
Pizza!“ und interaktivem Musikvideo
auf der Verpackung.. UVP: k. A.
Dr. Oetker
Dr. Oetker erweitert sein Sortiment
um den Löffelglück Milchreis Zimt
im 400-Gramm-Becher. Der Milchreis
wird schonend gekocht und
cremig gerührt, dadurch erhält er
seine typische, wie selbstgemachte
Konsistenz. UVP: 2,69 Euro
Ritter Sport
Ab September im Handel: die
Ritter Sport Roasted Peanut
(Nussklasse-Sortiment,
100 g) sowie die Cookie Duo
(218 g) mit zwei Cookie-Sorten
in einer Tafel für das Schokoerlebnis
im Doppelpack.
UVP: 2,29 Euro/ 4,49 Euro
Bonduelle
Die neue verzehrfertige Salatmischung
„Eisbergsalat Gartenkräuter Mix“ kombiniert
Deutschlands beliebteste Salatsorte mit den
aromatischen Gartenkräutern Schnittlauch
und Dill. UVP: 0,99 Euro
Deutsches Weintor
Vollmundig schokoladig mit
fruchtig-frischen Kirschnuancen:
das verspricht der Scho-Ki-Spritz,
eine alkoholfreie Secco-Kreation
der Pfälzer Weinmacher.
UVP: 5,99 Euro
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Neue Produkte
Juli 2025
Barilla
Barilla Protein+ bietet klassischen
Pasta-Geschmack in der High-
Protein-Variante mit 20 Gramm
pflanzlichem Protein pro 100 Gramm
Pasta. Erhältlich als Spaghetti, Fusilli
(Abb.), Penne Rigate. UVP: 2,99 Euro
Nescafé
Neue lösliche Kaffeevarianten speziell für eiskalte
Kaffeekreationen: der Nescafé Iced sowie die
Varianten Karamell und Haselnuss, die sich sowohl
kalt als auch warm zubereiten lassen.
Inhalt: 95 Gramm. UVP: 5,99 Euro
Cheez-it
Die Love-Brand aus den USA ist ab
Ende des dritten Quartals 2025 auch in
Deutschland erhältlich: Cracker, gebacken
mit 100 Prozent echtem Käse in den
Geschmacksrichtungen Cheese & Chili
sowie Double Cheese. UVP: k. A.
Farmer’s Snack
Der Nuss Mix Salt & Pepper von Farmer’s
Snack im praktischen Becher enthält
Erdnusskernhälften, Mandelkernhälften,
Cashewkerne und Mais. UVP: k. A.
Tartex
Ab August in den Regalen: zwei
limitierte vegane Aufstriche
von Tartex in den Geschmacksrichtungen
Kürbis Rosmarin
(mit Kürbisstückchen) und
Ofengemüse (mit Süßkartoffel,
Karotte, Röstzwiebeln; Abb.).
UVP: 2,89 Euro
Veltins
Das helle Zitrönken: Der erfrischende
Hellbier-Mix mit fruchtiger Limonade
besteht zu 60 Prozent aus naturtrüber
Zitronenlimonade und zu 40 Prozent aus
hellem Pülleken. 2,0 Vol.-%. UVP: k. A.
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RUNDSCHAU 07/25
Anzeige
Aktion des Monats
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Brotliebling
Knusprige Brottoppings, die jede
Kruste besonders machen. Erhältlich
als Crispy Italia mit mediterranen
Kräutern (Abb.) sowie Crispy BBQ mit
Rauchsalz, Paprika, gerösteten Zwiebeln,
Knoblauch. UVP: 2,90 Euro
DAS REISE-GEWINNSPIEL FÜR
FEINSCHMECKER
PICK launcht reichweitenstarke Promotion mit City-Trips
und Technik-Gewinnen
BESCHREIBUNG Mit einer aufmerksamkeitsstarken Promotion
setzt die ungarische Traditionsmarke PICK im Sommer 2025 ein
starkes Zeichen am PoS. Im Mittelpunkt der Maßnahme: ein großes
Verbrauchergewinnspiel mit 100 exklusiven Städtereisen nach
Budapest sowie hochwertigen Technikpreisen von Apple (u. a. AirPods
4 und Apple Watch Ultra 2) im Gesamtwert von über 300.000 Euro.
Jeder Kauf einer PICK Original Ungarische Salami 250 g und 400 g
ermöglicht den Verbrauchern mit individuellem Gewinncode auf den
Aktionsprodukten die Teilnahme.
WERBUNG Social-Media-Kampagnen, PR-Maßnahmen sowie
aufmerksamkeitsstarke POS-Materialien
AKTIONSZEITRAUM ab KW27 – 35/2025
KONTAKT Pick Deutschland GmbH
An der Alten Ziegelei 1, D-40789 Monheim am Rhein
+49 (0) 2173/10918-0, info@pick.de, www.pick.de
Franzi
Mit der limitierten Sommer-Edition setzt
der Likör auf einen Klassiker aus Omas
Küche: die Zitronenrolle. Beim Sahnelikör
(0,5 l, 15 Vol.-%) trifft Zitronencreme auf
soften Biskuit und einen Hauch Vanille.
UVP: 14,90 Euro
Dr. Oetker
Die beiden Knusper-
Müsli-Neuheiten
Cinnamon Roll Style
(Abb.) und Kokos-Mandel
in der 400-Gramm-
Packung bringen neuen
Geschmack in die Müslischale.
UVP: 3,99 Euro
www.pick-promotion.de
www.rundschau.de 63
IMPRESSUM
Die RUNDSCHAU enthält offizielle Mitteilungen für:
Handelsverband Deutschland – Der Einzelhandel e.V.
(HDE); Handelsverband Bayern – Der Einzelhandel e.V.;
Einzelhandelsverband Baden-Württemberg e.V. (EHV);
Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. (HBB)
Die Verbandsseiten geben die Meinung der Handelsverbände
wieder. Die Redaktion ist nicht für die
Inhalte verantwortlich.
Neue Produkte
Juli 2025
Gegründet: 1929
Verlag: medialog GmbH & Co. KG
Medienplatz 1, 76571 Gaggenau, Deutschland
Tel. 07225 60646-00
E-Mail: redaktion@medialog.de, info@medialog.de
Geschäftsführer: Carsten Augsburger
Verlagsleiterin: Maria Akhavan
Chefredakteur: Marcelo Crescenti (V.i.S.d.P.)
Chef vom Dienst (CvD): Mirko Jeschke
Redaktion: Martina Kausch, Sibylle Menzel,
Jenny Rommel
Mitarbeiter dieser Ausgabe: Silke Detlefsen,
Roswitha Knye
Layout: Michael Schmidt, Schmidt Media Design
Anzeigenleiterin: Sanela Svjetlanovic
Mediaberatung: Vanessa Werdin, Sevda Srna
Gesamtleitung Veranstaltungen: Edith Villwock
Veranstaltungen: Anja Hurrle, Jana Lewark
Anzeigendisposition: dispo@medialog.de
Anzeigenpreisliste: Nr. 58, gültig ab 01.01.2025
Abonnenten-Betreuung:
E-Mail: service@medialog.de
Titel: stock.adobe.com/topntp, Jonas Glaubitz,
ValGraphic; Jörg Brockstedt
Produktfotos: Nestlé Deutschland, Collab, NORK
GmbH & Co. KG, Hersteller
Erscheinungsweise: monatlich, ISSN 0939 – 6209
Bezugspreise: Einzelheft 4,20 Euro, Jahresabonnement
Inland 20,50 Euro / Ausland 43,20 Euro (alle Preise inkl.
Versandkosten). Für Mitglieder folgender Verbände ist
der Bezugspreis mit dem Mitgliedsbeitrag abgegolten:
Handelsverband Baden-Württemberg e. V., Handelsverband
Bayern – Der Einzelhandel e.V., Handelsverband
Berlin-Brandenburg e. V., Bundesverband der Deutschen
Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V., Handelsverband
Sachsen e. V., Einzelhandelsverband Nordbaden
e. V., Einzelhandelsverband Nordrhein-Westfalen e. V.,
Einzelhandels verband Nordsee Bremen e. V., Fachverbände
des Hamburger Einzelhandels e. V., Einzelhandelsverband
Nord e. V., Unternehmerverband Einzelhandel
Nordwest e. V., Landesverband Einzelhandel und
Dienstleistung Saarland e. V., Einzelhandelsverband des
Freistaates Thüringen e. V., Handelsverband Südbaden
e. V., EHI Retail Institute GmbH, Mittelständische Lebensmittel
Filialbetriebe (MLF) e. V. Das Abonnement
verlängert sich um ein Jahr, wenn es nicht einen Monat
vor Ende der Laufzeit gekündigt wird.
Druck: westermann DRUCK | pva
Georg-Westermann-Allee 66
38104 Braunschweig
Nachdruck, fotomechanische Wiedergabe oder sonstige
Vervielfältigung/Übersetzung von Text und Anzeigen, auch
nur auszugsweise, sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung
des Verlages gestattet. Redaktion und Verlag haften nicht
für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bildmaterial.
Unverlangt und ohne Rückporto eingesandtes Material
wird nicht zurückgesandt. Das Urheberrecht für angenommene
und als solche schriftlich bestätigte Manuskripte
liegt ausschließlich bei der medialog GmbH & Co. KG.
Collab
Die isländische Getränkemarke ist
nun in Deutschland erhältlich, in
den Sorten Passionsfrucht & Limette
(Abb.), Erdbeere & Zitrone und Waldbeeren.
Jede Dose (330 ml) enthält
5,9 Gramm marines Kollagen und
105 Milligramm Koffein.
UVP: 1,99 Euro
Purya
Trinkmahlzeit aus natürlichen,
rein pflanzlichen
Zutaten. Mit mehr als
20 Gramm Protein pro
Portion und einer dezenten
Süße. In den Sorten Kakao,
Vanille und Coffee (Abb.) in
der 500-Milliliter-Flasche.
UVP: 4,29 Euro
Dug
Fürst von Metternich
Die Sektmarke verleiht
ihrem Sortiment ab sofort
ein neues Erscheinungsbild.
Der Relaunch sorgt für eine
markante Präsenz am PoS und
unterstreicht die fürstliche
Herkunft. Zusätzlich ergänzend
im Sortiment: der Grauburgunder
(l.). UVP: 9,99 Euro
Die schwedische Marke Dug bringt die erste
Milchalternative aus Kartoffeln in den
Sorten Original (Abb.), Unsweetened und
Barista in deutsche Supermarktregale. Für
Kaffee, Müsli oder pur. UVP: 2,49 Euro
Hilcona
Crunchy & Easy Gnocchi für den
Airfryer (auch für Pfanne und Backofen).
Erhältlich in der 280-Gramm-
Packung in den vier Varianten
Pesto Amore (Abb.), Amore Rosso,
Hüttenzauber und Tex Mex Fiesta.
UVP: 2,99 Euro
Milka
Neues Format in der
190-Gramm-Packung
mit „extra“ großzügigen
Schokoladenstücken in
fünf Kreationen, darunter
Lotus Biscoff und
Karamell-Salz-Mandel.
UVP: k. A.
IVW I/2025
Druckauflage:
60.201 Exemplare,
tatsächlich verbreitete
Auflage: 59.812 Exemplare
Verkaufsförderung
Juli 2025
Bio-Zentrale
Die Bio-Zentrale startet vom
2. Juni bis 2. Oktober eine Couponing-Aktion,
die den Abverkauf im
Handel fördern und zusätzliche
Kaufanreize schaffen soll. So profitieren
Kunden in teilnehmenden
Märkten von einem Sofortrabatt
in Höhe von 0,50 Euro auf das gesamte
Sortiment der Bio-Zentrale.
Campofrio
Campofrio ermöglicht mit der
Point-of-Sale-Aktion „BBQ-Partygeld“
fünf glücklichen Gewinnern
eine rundum perfekte Grillparty
und verlost fünf Mal je 1.000 Euro.
Ein QR-Code auf den jeweiligen
Verpackungen führt zur Teilnahme-Webseite.
Coppenrath & Wiese
Zum 50-jährigen Bestehen verlost das Unternehmen
50 Partypakete im Wert von je 2.000 Euro.
Jedes Paket enthält ein Melitta Barista T Smart in
der Farbe schwarz, 1.000 Euro für die Ausrichtung
einer Geburtstagsparty sowie ein Mal drei Torten
nach Wahl aus dem Sortiment. Teilnahme: Torte
kaufen und Kassenbon bis zum 31.12. auf der
Homepage des Unternehmens hochladen.
Krombacher
Mit dem Slogan „Dein Sommer. Dein Radler“
bewirbt Krombacher seine gesamte Radler-Range,
die fünf Produkte umfasst, in einer gemeinsamen
Kampagne: das Krombacher Radler und das Natur-
Radler samt den jeweiligen alkoholfreien Pendants
sowie das neueste Produkt, das Krombacher
AlmRadler. Die Idee dahinter: Es soll nicht um ein
Produkt gehen, sondern um ein Lebensgefühl.
Mionetto
Im Rahmen einer PoS-Promotion
verlost Mionetto von Juni bis
August monatlich eine exklusive
Zwei-Tages-Reise für zwei
Personen nach Valdobbiadene
in die Villa Morona De Gastaldis.
Die norditalienische Gemeinde
in der Region Venetien in der
Provinz Treviso liegt im Herzen
des Prosecco-Gebietes und ist der
Heimatort der Kellerei.
Lorenz
Vom 28.7. bis 30.8. können
Shopper durch den Kauf
von NicNac’s-Produkten
an einem Gewinnspiel teilnehmen,
bei dem es
einen von 444 exklusiven
Sneakern zu gewinnen
gibt. Teilnahme erfolgt
durch den Upload des Kassenbons
auf der Aktionsseite
nicnacs-aktion.de.
www.rundschau.de
65
FORSCHERAUFTRITT
Florian Klaus
>
Florian Klaus
ist Markenpsychologe bei K&A Brand Research. Er
wechselt sich hier mit Stephan Grünewald, Martin
Fassnacht und David Bosshart ab. ka-brandresearch.com
Text: Jenny Rommel
Luft nach oben
Der Schulstart markiert einen wichtigen Schritt im Leben eines Kindes – und in dem der Eltern. Ein Meilenstein,
von dem auch der LEH profitiert – doch ist das Potenzial hier wirklich ausgeschöpft?
Schulstart – welche Bedeutung wird diesem
Ereignis heutzutage beigemessen?
Wenn man heute mit Eltern über den Schulstart
spricht, dann ist er von der Wertigkeit
schon fast über dem Geburtstag, da er
eben nur ein einziges Mal im Leben
vorkommt. Quasi ein Meilenstein,
an den man sich erinnern will – und
das muss gefeiert werden. Was dazu
kommt, ist, dass wir über die letzten
Jahrzehnte immer weniger Kinder
pro Familie gesehen haben. Das bedeutet,
dass es für diese häufig ein
absolut einmaliges Erlebnis ist.
Früher war in der Schultüte ein bisschen
Süßes, Stifte, Spiele – und heute?
Es gab sicher früher schon eine Bandbreite –
aber das Level hat sich nach oben verschoben.
Kinder werden oft mit Dingen überschüttet. Es
entsteht ein Wettbewerb, der für die Eltern auch
fies ist. Sie wollen nicht, dass bei ihrem Kind und
diesem wichtigen Moment im Leben der Eindruck
entsteht, es werde weniger geliebt als die anderen.
Schon ist die Schultüte voll mit exklusiveren Dingen und hochwertigeren
Süßigkeiten. Vielleicht noch ein Teddy und nicht irgendein Stift,
sondern – was aktuell gehypt wird – Legami-Gelstifte. Dieser Wettbewerbscharakter
hat viel damit zu tun, dass die Vergleichbarkeit
heute deutlich höher ist. Außerdem ist die Wertigkeit des „Events“
Schulstart eine andere geworden. Es will sozusagen niemand sein
Kind mit zu wenig Nettigkeiten bedenken.
Wie lukrativ ist das Geschäft zum Schulstart für den LEH?
Auf der einen Seite sind die Zielgruppen und der Markt nicht so groß,
auf der anderen müssen Eltern tief in die Tasche greifen, weil einiges
zusammenkommt. Hefte, Bücher, Stifte, zu Beginn vielleicht ein
Freunde-Buch etc. Wenn man die Lukrativität pro betroffenem Haushalt
hochrechnet, ist es sicherlich spannender als Ostern. Da es eben
nicht nur die Süßware betrifft. Bei Schultaschen gibt es Hypes und
Marken, die man unbedingt haben muss und am besten bereits ein
Florian Klaus
Director Brand Psychology
bei K&A Brand Research in Nürnberg
halbes Jahr vor Schulstart kauft, damit sie nicht
ausverkauft sind. Hier kann man richtig Geld
verdienen, Thema Gesundheit und Ergonomie.
Wirtschaftlich gesehen ist es ein
extrem spannender Anlass. Allerdings:
Es gibt, wenn wir uns die Süßware
ansehen, nicht so viele schulstartbezogene
Konzepte – im Vergleich zu
Ostern, Weihnachten oder sogar Halloween.
Aus dem Schulstart könnte
man mehr machen – auch aus dem
Wiederbeginnen der Schule nach
den Sommerferien. Hier ist noch
Luft nach oben, was kontextbezogene
Positionierungen angeht.
Süßwaren sind auf Schulhöfen mittlerweile
ein schwieriges Thema ...
Ja. Eltern müssen immer mehr darauf achten,
hier nicht zu großzügig zu sein. In vielen Schulen
gibt es sogar enge Restriktionen. Die Schultüte ist eine
Ausnahme, aber in der täglichen Brotdose funktioniert
das nicht mehr überall. Es gibt Elternbeiräte,
die sich dagegen aussprechen, dass Süßigkeiten
mitgenommen werden – weil andere Kinder sie dann ebenfalls wollen.
Trotzdem, oder gerade deshalb, werden auf dem Schulhof gerne
Karottensticks gegen Gummibärchen getauscht. Den Spagat interessanter
Snacks für Kinder mit ausreichend positiven Ernährungsargumenten
für Erwachsene traue ich der Branche definitiv zu.
Punkten beim Thema Schulstart Neuprodukte oder Altbewährtes?
Es geht schon vor allem darum, sicher zu sein, dass das Kind glücklich
ist. Im besten Fall weiß man, was es mag. Allerdings sehen wir sehr
stark, dass auch immer wieder Innovationen in der Schultüte landen,
um die Kinder positiv zu überraschen, beispielsweise mit Spezialsorten.
Da weiß man: Die Kinder mögen es, es ist aber trotzdem etwas
„Besonderes“ – und somit eine sichere Bank. Da eine Offenheit für
Innovation und limitierte Editionen besteht, wäre der Anlass Schulstart
für die Kategorie Süßware ein spannender, aus dem ganz klar
mehr herausgeholt werden kann, als das momentan der Fall ist. ☐
Foto: Privat
66
FORSCHERAUFTRITT • RUNDSCHAU 07/25
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Industrie.
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