LE-3-2025 Journal Intralogistik & E-Commerce
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LE-3-2025 Journal Intralogistik & E-Commerce
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INTRALOGISTIK & ECOMMERCE LE 3/2025
KI verändert die Logistik
Mit KI in der Intralogistik
neue Potenziale schaffen
LOGISTIK EXPRESS INFORMIERT
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S2
LOGISTIK EXPRESS
INTRALOGISTIK &
E-COMMERCE
JOURNAL 3/2025
04 KI verändert die Logistikbranche
06 Mit KI in der Intralogistik neue Potenziale schaffen
10 Digitalisierung treibt die Transformation im Maschinenund
Anlagenbau voran
12 600 Millionen Euro für neues Logistikzentrum
14 KNAPP AG: Innovation & Partnerschaft als Erfolgsgeschichte
18 EDITEL und MARESI schließen EDI-Mammutprojekt ab
20 Schwarz Gruppe verzeichnen positive Entwicklungen
22 Woolworths und KNAPP setzen neue Maßstäbe
24 DHL eCommerce UK und Evri schließen sich zusammen
26 Buttinette beauftragt Element Logic
28 Auf Höhenflug: Wingcopter sichert sich neue Finanzierung
30 Dematic automatisiert neues Distributionszentrum
32 Ranpak und Thalia starten strategische Partnerschaft
für mehr Nachhaltigkeit im Buchhandel
34 Siemens KI-Agenten für Industrieautomatisierung
36 Echtzeit-Daten und agile Prozesse als Erfolgsfaktoren
38 Mit Echtzeit-Daten & EDI zu optimalen Beständen
40 KI- und Robotik-Funktionen - fahrerlose Transportsysteme
42 DHL Group Absichtserklärung mit Boston Dynamics
44 Operation am offenen Herzen
LE 3/2025
IMPRESSUM
LOGISTIK express / MJR MEDIA
Donauwörther Str. 27a/7/4
A-2380 Perchtoldsdorf
Medieninhaber, Herausgeber:
Markus Jaklitsch
+43 676 7035206 / info@logistik-express.at
www.logistik-express.com
Foto: istockphoto.com, Depositphotos.com
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S4
Intralogistik & E-Commerce
KI verändert die Logistikbranche
– hohe
Erwartungen treffen auf
zögerliche Umsetzung
Künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles
Lernen (ML) werden die Logistikbranche in den
kommenden Jahren grundlegend verändern.
Gleichzeitig stehen Unternehmen unter steigendem
Wettbewerbsdruck und müssen
wachsende Kundenerwartungen erfüllen –
insbesondere im Hinblick auf eine planbar hohe
Dienstleistungsqualität und Nachhaltigkeit.
REDAKTION
Das sind die zentralen Ergebnisse des
aktuellen „Logistics Trend Compass
2025“, den die Digitalspedition Forto
veröffentlicht hat. Die befragten Experten
halten KI- und ML-gestützte Lösungen
für den wichtigsten Zukunftstrend in ihren Unternehmen:
40 % nennen sie an erster Stelle,
deutlich vor Nachhaltigkeitslösungen, die mit
über 20 Prozentpunkten Abstand folgen. Sogar
mehr als die Hälfte (53 %) der Interviewten erwartet
in den nächsten fünf Jahren einen hohen
oder sehr hohen Einfluss auf ihre spezifische
Branche. Im Supply-Chain-Management sind es
sogar 57 %.
KI-Revolution als strategische
Chance für die Logistik
„Das Potenzial von KI-Technologien ist inzwischen
in weiten Kreisen unserer Branche anerkannt“,
sagt Guillaume Petit-Perrin, CEO von
Forto. „Unsere Studie offenbart aber gleichzeitig
eine erhebliche Diskrepanz zwischen Erwartung
und Realität.“
Lediglich 12 % der befragten Unternehmen geben
an, KI-Tools und -Lösungen in großem Umfang
einzusetzen. Nur 3 % stufen KI-unterstützte
Tools heute bereits als geschäftskritisch ein. Die
Mehrheit befindet sich noch in einem frühen
Stadium: 22 % testen spezifische Anwendungsfälle,
während 34 % einen begrenzten Einsatz
der auf dem Markt verfügbaren KI-Lösungen
vermelden.
Hohe Hürden für KI: Kosten, Know-how
und Sicherheitsbedenken
Die Einführung von KI in der Logistik scheitert
oft an hohen Kosten – das sagen 41 % der Befragten.
Auch Datenschutz- und Sicherheitsbedenken
(36 %) sowie ein Mangel an technischem
Know-how und Ressourcen (35 %) bremsen den
Fortschritt. Die Zahlen zeigen: Wer KI erfolgreich
einsetzen will, braucht klare Strategien und
gezielte Investitionen.
„Wer die Potenziale von KI – und insbesondere
generativer KI – erkennt und branchenspezifische
Herausforderungen strategisch priorisiert, wird
die Logistik von morgen prägen“, sagt Kamil B.
Rodoper, Chief Product & Technology Officer bei
Forto. „Bei Forto sehen wir die Vorteile von KI in
der Reduzierung manueller, sich wiederholender
und wertschöpfungsarmer Aufgaben in unseren
betrieblichen Abläufen.
Das wiederum hilft unseren Fachkräften, sich
von der täglichen Routine zu lösen und sich auf
die Bereitstellung außergewöhnlicher und kundenspezifischer
Serviceleistungen zu konzentrieren.
‚Flash by Forto‘, unser KI-Agent der nächsten
Generation, hat bereits während des ersten
Rollouts gezeigt, dass Generative KI das Potenzial
hat, unsere Operations Manager während
des gesamten Sendungslebenszyklus mit zeitnahen,
präzisen und fundierten Empfehlungen
zu unterstützen.“
Nachhaltige Logistik: wichtig, aber selten
ausschlaggebend
Neben KI kristallisiert sich Nachhaltigkeit als
zweiter zentraler Branchentrend heraus. 16 %
der Befragten identifizieren nachhaltige Logistiklösungen
als wichtigsten Zukunftstrend.
Auch die Analyse der Lieferketten zeigt: Für viele
Unternehmen ist Komplexität längst Alltag. So
bezeichnen 49 % ihre Supply Chain als „komplex“
oder „sehr komplex“ und weitere 37 % als „etwas
komplex“. Unabhängig davon, ob diese Zahlen
die Realität oder die Wahrnehmung widerspiegeln,
bestätigt die Umfrage die Strategie von
Forto, KI zur Vereinfachung der Logistik und zur
Optimierung der Entscheidungsfindung für die
Kunden einzusetzen. Ebenso bei der Digitalisierung
gibt es noch Nachholbedarf: Nur gut ein
Drittel stuft die eigenen Lieferketten als digitalisiert
ein, fast 30 % sehen sich erst auf halbem
Weg – ein Indikator für laufende Transformationsprozesse.
Studie weist Weg in die Zukunft
„Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen
in der Logistik entwickeln sich zu Schlüsseltechnologien
für automatisierte Prozesse, vorausschauende
Analysen und operative Effizienz“,
resümiert Guillaume Petit-Perrin. „Die Zukunft
gehört dabei denen, die Wandel nicht fürchten,
sondern aktiv gestalten. Forto ist Vorreiter dieses
Wandels – mit KI-gestützter Transformation
sorgen wir für operative und Service-Exzellenz
im großen Stil.“ (RED) Link: http://bit.ly/4kqwnnS
Die wachsende Bedeutung nachhaltiger Logistikpraktiken
spiegelt sich jedoch nur teilweise
in den Auswahlkriterien für Speditionspartner
wider. Unter der Annahme gleicher Kosten ist
Nachhaltigkeit lediglich für 9 % der Befragten ein
entscheidender Faktor. Deutlich wichtiger bei
der Wahl eines Anbieters sind für die Experten
unter anderem die Dienstleistungsqualität (41 %)
sowie digitale Services und Technologien (22 %).
Digitale Reife erfordert
sprunghafte Verbesserungen
Die größten Herausforderungen für Logistikprofis
bleiben vielschichtig: Laut Studie kämpfen Unternehmen
vor allem mit starkem Wettbewerbsdruck
(44 %), steigenden Kundenerwartungen
(30 %) und wirtschaftlicher Unsicherheit (28 %).
Hinzu kommen die beschleunigte digitale Transformation
und anhaltende Störungen in den
Lieferketten. Gefragt sind jetzt vor allem Agilität
und Widerstandsfähigkeit im globalen Logistikgeschäft.
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LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S6
Intralogistik & E-Commerce
Mit KI in der Intralogistik
neue Potenziale schaffen
Die Debatte über künstliche Intelligenz am
Arbeitsplatz hat in allen Branchen sowohl Aufregung
als auch Besorgnis ausgelöst. Nirgendwo
wird diese Spannung deutlicher als in der
Intralogistik, wo KI-gesteuerte Systeme die Art
und Weise, wie Materialien durch Lager und
Distributionszentren bewegt werden, rasch verändern.
Aber die Behauptung, dass KI einfach
menschliche Arbeitskräfte ersetzen wird, übersieht
das Gesamtbild.
REDAKTION
Richtig implementierte KI-Lösungen
schaffen sinnvollere Arbeitsmöglichkeiten
und gehen gleichzeitig
wichtige Herausforderungen der
Branche an. Die Lagerhaltungsbranche sieht
sich derzeit mit Arbeitskräftemangel, steigenden
betrieblichen Anforderungen und sinkenden
Gewinnspannen konfrontiert. Die Frage ist
also nicht, ob KI implementiert werden soll, um
diesen Herausforderungen entgegenzuwirken,
sondern wie sie so eingesetzt werden kann,
dass sie einen Mehrwert für das Unternehmen
schafft und gleichzeitig Top-Talente anzieht
und bindet. Powerfleet, führender Anbieter für
smarte Flottenmanagement-Lösungen, zeigt auf,
wie Unternehmen durch frühzeitiges Handeln
entscheidende Wettbewerbsvorteile sichern
und gleichzeitig neue Perspektiven für ihre
Mitarbeitenden schaffen können.
Fünf Chancen und Veränderungen für Mitarbeitende
in der Lagerlogistik:
1. Von der Dateneingabe zur Datenanalyse
Die Zeiten der manuellen Erfassung von Bestandstransaktionen
und der Transkription von
Versanddetails sind schnell vorbei. KI-gestützte
Systeme erfassen diese Informationen jetzt
automatisch, so dass sich die Mitarbeiter auf die
Analyse und Verarbeitung der Daten konzentrieren
können. In einer modernen Lagerumgebung
könnten Mitarbeiter, die bisher stundenlang mit
der manuellen Dateneingabe beschäftigt waren,
in Rollen wechseln, in denen sie betriebliche
Muster analysieren, Bestandsanomalien erkennen
und auf der Grundlage von KI-generierten
Erkenntnissen strategische Empfehlungen abgeben.
Diese analytischen Fähigkeiten sind
nicht nur interessanter, sondern auch wertvoller
und branchenübergreifend übertragbar.
2. Von reaktiven zu prädikativen Abläufen
Anstatt einfach nur auf Probleme zu reagieren,
wenn sie auftreten, ermöglicht KI den Lagerteams,
Probleme vorherzusehen und zu verhindern,
bevor sie sich auf den Betrieb auswirken.
Diese Verlagerung von der reaktiven zur prädiktiven
Arbeit fördert eine strategischere Rolle.
Beispielsweise könnten Wartungstechniker, die
mit KI-gestützten Tools für die vorausschauende
Wartung ausgestattet sind, von der Reaktion
auf Notfälle zur Planung strategischer Eingriffe
während geplanter Ausfallzeiten übergehen.
Dieser proaktive Ansatz verbessert nicht nur die
betriebliche Effizienz, indem er Unterbrechungen
minimiert, sondern schafft auch strukturiertere
und weniger stressige Arbeitsumgebungen
für das technische Personal.
3. Von körperlicher Anstrengung
zu technischem Know-how
Die körperliche Belastung der Lagerarbeit hat
traditionell die Langlebigkeit der Karriere eingeschränkt.
Die KI-Automatisierung verändert
diese Gleichung, indem sie die körperlichen
Anforderungen reduziert und neue technische
Positionen schafft. Langjährige Mitarbeiter mit
wertvollen institutionellen Kenntnissen könnten
zu Automatisierungsspezialisten umgeschult
werden und dieselben Robotersysteme beaufsichtigen,
die jetzt die körperlich anstrengen-
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LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S8
den Aufgaben übernehmen, die sie früher manuell
erledigt haben. Dieser Übergang kann die
berufliche Laufbahn verlängern und gleichzeitig
wertvolles betriebliches Fachwissen nutzen.
4. Von isolierten Aufgaben zur
funktionsübergreifenden Zusammenarbeit
Traditionelle Lagerfunktionen arbeiteten oft
in Silos - Kommissionierer kommissionierten,
Packer verpackten und Vorarbeiter verwalteten
ihre jeweiligen Bereiche. KI-Systeme, die
funktionsübergreifend integriert sind, brechen
diese Barrieren auf. Wenn integrierte Plattformen
Daten aus Geräten, Bestandssystemen und
Mitarbeiter-Workflows miteinander verbinden,
erhalten die Mitarbeiter einen abteilungsübergreifenden
Überblick, der bisher nicht möglich
war. Dies ermöglicht eine Zusammenarbeit
und Problemlösung, die über die traditionellen
Abteilungsgrenzen hinausgeht, und schafft so
eine integrierte Arbeitserfahrung.
5. Von begrenzten Karrierewegen zu
erweiterten Möglichkeiten
Am wichtigsten ist vielleicht, dass KI völlig neue
Karrierewege im Lagerbetrieb schafft. Rollen
wie KI-Trainer, Robotik-Koordinatoren und Automatisierungsspezialisten
gab es vor fünf Jahren
einfach noch nicht. Jüngste Untersuchungen
haben ergeben, dass 94 Prozent die Effizienzsteigerung
in der Intralogistik durch Auto-
matisierung deutlich erkennen, doch haben
lediglich 34 Prozent der von TMG Consultants
befragten Unternehmen in die Automatisierung
des innerbetrieblichen Transports investiert.
Dieser rasche Wandel erfordert Arbeitskräfte,
die sowohl in operativen Prozessen als auch im
Technologiemanagement erfahren sind - eine
Mischung, die Premium-Positionen für diejenigen
schafft, die bereit sind, neue Fähigkeiten zu
entwickeln.
Das menschliche Element bleibt unersetzlich
Die Intralogistik steht an einem entscheidenden
Wendepunkt. Während die vollständige Automatisierung
für die meisten Einrichtungen
noch Jahre entfernt ist, verändern KI-gestützte
Systeme bereits die Abläufe. Das Management
von Kundenbeziehungen, das Lösen komplexer
Probleme und die Anpassung an ungewöhnliche
Umstände profitieren alle von
menschlichem Urteilsvermögen und Kreativität.
Die erfolgreichsten Unternehmen sind diejenigen,
die KI nutzen, um sich wiederholende
Aufgaben zu bewältigen, und gleichzeitig ihre
Mitarbeiter für Aufgaben einsetzen, die die einzigartigen
menschlichen Stärken maximieren.
Unternehmen, die diese Technologie als Chance
sehen, ihre Belegschaft zu verbessern, anstatt
sie zu ersetzen, werden sowohl betriebliche Vorteile
als auch Mitarbeiter gewinnen, die engagiert
und für die Zukunft gerüstet sind. (RED)
#gamechanger
Der digitale
Kongress für den
Online-Handel
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23. OKTOBER
eCOMMERCE
DAY
2025
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S10
Intralogistik & E-Commerce
Digitalisierung treibt die
Transformation im
Maschinen- und
Anlagenbau voran
Die Logistikbranche steht seit einigen Jahren
vor einer Reihe von Herausforderungen, die
durch technologische Innovationen, veränderte
Marktbedingungen und die zunehmende Globalisierung
verstärkt werden. Insbesondere die
Corona-Pandemie hat das Logistikwesen auf
eine harte Probe gestellt und gleichzeitig die
Notwendigkeit beschleunigter Innovationen
und Digitalisierung aufgezeigt.
REDAKTION
Fachkräftemangel, Kriege in und nahe an
Europa, rückläufige Auftragseingänge
in den vergangenen zwei Jahren, geopolitische
Spannungen zwischen China
und USA - Europas Industrie muss sich in einem
immer volatiler werdenden wirtschaftlichen
Umfeld behaupten. Intelligente und vernetzte
Produktionsprozesse und der Einsatz von Künstlicher
Intelligenz sind daher auch im industriellen
Mittelstand gefordert. Digitale Technologien
bieten dafür neue Möglichkeiten.
Allerdings erfordert die digitale Transformation
einen tiefgreifenden Mentalitätswandel, auch
und insbesondere im mittelständisch geprägten
Maschinen- und Anlagenbau. Wie der Weg in
die erfolgreiche digitale Transformation in der
Praxis aussehen kann, zeigte der dritte VDMA-
Kongress „Digital Solutions für den Maschinenund
Anlagenbau“ am 8. und 9. Mai 2025 in Wien.
Mehr als 160 Geschäftsführende, Vertriebsund
Digitalisierungsverantwortliche aus
Deutschland, Österreich, der Schweiz und der
Slowakei profitierten von acht Praxisvorträgen
und zwei Podiumsdiskussion zur strategischen
Digitalisierungsplanung und zu Erfolgen mit KI
im demographischen Wandel für den
Maschinenbau.
„Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Die digitale
Transformation muss gut geplant und von
der Unternehmensführung voll und vor allem
für die Mitarbeiter sichtbar unterstützt werden“,
sagte Prof. Claus Oetter, Geschäftsführer VDMA
Software und Digitalisierung und Leiter der
VDMA-Abteilung Informatik. „Daten sind nun
verfügbar und können durch Künstliche Intelligenz
so aufbereitet werden, dass dadurch neue
digitale Geschäftsmodelle entstehen. Gerade in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben wir dadurch
selbst einen Schlüssel für den Erfolg von
morgen in der Hand. Dies gilt es zu nutzen, und
zwar jetzt“, ergänzte Prof. Oetter.
Der dritte VDMA-Kongress Digital Solutions
bot Maschinenbau-Unternehmen eine hervorragende
Gelegenheit für einen Austausch
auf Augenhöhe mit Lösungspartnern aus der
Softwarebranche Bei Pöttinger Landtechnik
konnten wir dank digitaler Technologien unser
Produktserviceangebot deutlich attraktiver
machen.“
Digitalisierung in allen Bereichen
Zu den Kernfragen des Kongresses zählte, wie
Maschinen- und Anlagenbauer die digitale
Transformation – auch mit Einsatz von KI - im
Unternehmen schnell und kosteneffizient bewältigen
können. Im Fokus war auch, wie die
Unternehmen digitale Technologien und neue
Geschäftsmodelle mit ihren bewährten Produktionspraktiken
verbinden können, ohne dass dabei
die Unternehmens-DNA verloren geht.
Sebastian Betzin, Vorstand der generic.de
software technologies AG und Vorstandsvorsitzender
des VDMA Software und Digitalisierung,
bekräftigte: „Die Zukunft der Industrie
liegt in der intelligenten Verknüpfung von
Maschinen und digitalen Services. Nur durch
eine enge Zusammenarbeit zwischen Softwareherstellern
und industriellen Unternehmen können
wir innovative, digitale Geschäftsmodelle
entwickeln, die langfristige Wettbewerbsvorteile
sichern und echte Mehrwerte für Kunden
schaffen.“
Hinzu kommt die wachsende Notwendigkeit, die
im Unternehmen vorhandenen Daten sinnvoll
einzusetzen. Dr. Markus Baldinger, Geschäftsführer
F&E und CTO bei PÖTTINGER Landtechnik
sowie Vorstandsvorsitzender des VDMA Österreich,
betonte: „Ein hoher Digitalisierungsgrad im
Maschinenbau ist Voraussetzung für erfolgreiches
Datenmanagement und Wachstum.
„Im größten europäischen Netzwerk für
Maschinen- und Anlagenbau sind 35 Fachverbände
inklusive Automatisierung, Software und
Digitalisierung mit 3600 Mitgliedsunternehmen
aus 23 Ländern vereint. Diese Vielfalt und das
Wissen der Mitglieder gibt uns die Möglichkeit,
maßgeschneiderte Veranstaltungen mit Erfolgsbeispielen
aus der Praxis anzubieten und die
Unternehmen untereinander über Ländergrenzen
hinweg zu vernetzen. Daraus sind zahlreiche
Projekte und Lösungen entstanden“, sagte Georg
C. Priesner, Geschäftsführer des VDMA Österreich.
„Alleine in Österreich konnten wir 2024 zu
120 Veranstaltungen mit 11.000 Teilnehmenden
einladen. Der dritte Kongress „Digital Solutions
für den Maschinen- und Anlagenbau“ in Wien
mit 160 Teilnehmenden ist dabei die größte
Präsenzveranstaltung des VDMA in Österreich.“
Mitgestaltet wurde der
Kongress von:
Siemens, Google,
ANDRITZ, Scheuch
mit Odego, Primetals
Technologies Austria,
Transporter Industry
International mit SAE
Applications for Digitalization,
Krones, Lenze,
generic.de, KSB, Technische
Hochschule Köln,
Trotec Laser, XITASO
und Empolis Information
Management.
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S12
Intralogistik & E-Commerce
600 Millionen Euro für
neues Logistikzentrum
Ohne effiziente Logistik kann ein Einzelhandelskonzern
nicht funktionieren. Das weiß auch die
REWE Group – und modernisiert das Logistikzentrum
in Wiener Neudorf. Das Projekt ist ein
klares Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort
Österreich und zur lokalen Firmenzentrale.
REDAKTION
In knapp einem Jahr ist es so weit: geplanter
Baustart für das Logistikzentrum, das die
Versorgungssicherheit der rund 2.500
Standorte von BILLA, BILLA PLUS, BIPA und
ADEG in ganz Österreich gewährleisten soll, ist
das zweite Quartal 2026. Bis zum Jahr 2030 soll
der Standort auf bestehender Fläche zu einem
nachhaltigen, innovativen Logistikzentrum mit
modernsten Lagertechnologien verwandelt
werden. Immerhin werden mehrere 10.000
Produkte aus dem Trockensortiment hier umgeschlagen,
mit dem neuen Logistikzentrum wird
der gesamte Warenverkehr des Standorts in
einem Gebäude gebündelt.
Bei der anberaumten Pressekonferenz nannte
Marcel Haraszti, Vorstand der REWE International
AG, Gründe für das Upgrade: „Mit diesem Logistikzentrum
setzen wir ein klares Zeichen für den
Wirtschaftsstandort Österreich und investieren
in die Zukunft der Lebensmittelversorgung. Wir
schaffen in Wiener Neudorf eine der modernsten
Handelslogistikplattformen Europas, die ein
nachhaltiges und resilientes Rückgrat für unsere
Versorgungskette sein wird. Wir bündeln unsere
Warenströme, reduzieren Transportaufkommen,
erhöhen die Versorgungssicherheit und schaffen
neue Arbeitsplätze für hochqualifizierte
MitarbeiterInnen in Logistik, Technik und IT.“
Nutzung bestehender Flächen & Optimierung
Das REWE-Leuchtturmprojekt für die Logistikstrategie
2030 entsteht ausschließlich auf bereits
bebauter Fläche. Im Fokus standen bei der
Projektplanung die Maßnahmen zur Erreichung
der strategischen Ziele (Stärkung der Versorgungssicherheit
und CO2-Reduktion entlang
der gesamten Lieferkette). Der hohe Digitalisierungsgrads
des Logistikzentrums gepaart mit
hybriden technischen Lösungen ermöglichen
dank gestraffter Transportstrecken und Warenströme
zukünftig eine verstärkte Zusammenarbeit
mit regionalen Partnern. Weitere Kernpunkte
des Konzepts: Energieeffizienz, Autarkie und
eine hohe Bedarfsdeckung durch erneuerbare
Energie. Gleichzeitig entstehen neue Jobs in der
Region in den Bereichen Logistik, Technik und IT.
Maßgeblich an der Optimierung der intralogistischen
Prozesse beteiligt ist WITRON. Gemeinsam
mit dem Partner wurden die Lagerprozesse
und -systeme für das neue Logistikzentrum
Wiener Neudorf konzipiert.
Innovationskraft, Zukunftsvision und Resilienz
Auf 150.000 m2 wird in Wiener Neudorf künftig
dank einer hybriden Logistikstrategie nahezu
ein Drittel aller Warenlieferungen in Österreich
umgeschlagen. Ursprünglich auf mehrere Gebäude
verteilte Strukturen sind nach Fertigstellung
in einem zentralen Hochleistungsgebäude
konzentriert: eine detaillierte Vorausplanung
mithilfe modernster Datenanalysen, Robotiktechnologie
in der Warenkommissionierung
sowie eine Kombination aus manuellen, teilautomatisierten
und vollautomatisierten Systemen
erlaubt es künftig, mehr Waren in kürzerer Zeit
platzsparend auszuliefern.
Wichtiger Teil des Gesamtkonzepts ist ein vollautomatisches
Hochregallager mit rund 87.000
Palettenplätzen und eine Auslieferkapazität
von ca. 116 Millionen Bestelleinheiten pro Jahr.
Zusätzlich dazu bekommt der Standort ein
eigenes Wertstoffsortierzentrum für eine nachhaltige
Rückhol- und Kreislaufwirtschaft. Die
12.500 m2 große Photovoltaikfläche wird in
der aktuell geplanten, ersten Ausbaustufe etwa
20 Prozent des jährlichen Energiebedarfs des
Logistikzentrums abdecken.
Isabella Handler, Gesamtprojektleiterin bei der
REWE International AG, hebt die Bedeutung der
technologischen Umsetzung hervor: „Unser
Anspruch war von Beginn an, eine zukunftsweisende
Logistikplattform zu schaffen, die Effizienz,
Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit
miteinander verbindet. Durch die Bündelung der
Logistik in Wiener Neudorf setzen wir gleichzeitig
höchste Standards in der Digitalisierung und
Automatisierung der Handelslogistik.“
„Wir sehen es als unsere Verantwortung, nicht nur
an heute, sondern an die nächsten Jahrzehnte
zu denken“, fasst Marcel Haraszti zusammen.
„Dieses Zentrum wird die Art und Weise, wie wir
Versorgung denken, verändern – nachhaltiger,
digitaler und resilienter.“
Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner unterstrich
in ihrem Statement insbesondere die Bedeutung
der Investition für Niederösterreich:
„Die Investition der REWE Group in den Standort
ist ein starkes Signal für Niederösterreich. Es
zeigt, dass unser Bundesland für internationale
Unternehmen attraktiv ist – dank verlässlicher
Rahmenbedingungen und guter Infrastruktur.
Die REWE Group macht mit der Investition in ein
hochmodernes, digitalisiertes Logistikzentrum
mit einem hohen Anspruch an Nachhaltigkeit
vor, wie mutiges Unternehmertum und Innovation
die regionale Wertschöpfung und den
Arbeitsmarkt stärken.“ (RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S14
Intralogistik & E-Commerce
KNAPP AG:
Innovation & Partnerschaft
als Erfolgsgeschichte
Die KNAPP AG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr
2024/25 zurück. Mit einem Umsatzplus
von rund 10 Prozent auf 1,98 Milliarden
Euro und einem Auftragseingang von 2,13 Milliarden
Euro erzielt das steirische Technologieunternehmen
das bisher stärkste Ergebnis in
der Unternehmensgeschichte.
REDAKTION
Das profitable Wachstum ermöglicht
gezielte Investitionen in Prozesse,
Organisation und vor allem in das
Technologieportfolio. Mit Innovationen
wie dem neuen Lagersystem AeroBot und
dem breitesten Lagerportfolio am Markt stärkt
KNAPP seine Rolle als führender Value Chain
Tech Partner. Stabile Partnerschaften und die
enge Zusammenarbeit mit Kunden und Mitarbeitenden
sind zentrale Bestandteile der Unternehmensstrategie
und gewinnen in Zeiten globaler
Herausforderungen zusätzlich an Bedeutung.
Stark durch Partnerschaft und
Prozess-Know-how
„Kein Business Case gleicht dem anderen – die
Unterschiede liegen immer im Prozess, nie in der
Technologie“, erklärt KNAPP-COO Franz Mathi.
Dieses Verständnis ermöglicht maßgeschneiderte,
wartungsfreundliche Systeme, von der
Neuanlage bis zur Modernisierung bestehender
Infrastruktur. Das Vertrauen zahlreicher langjähriger
Kunden, darunter die australische Supermarkt-Kette
Woolworths, der US-Einzelhandelskonzern
Walmart, der Sportartikelhersteller
Asics sowie das deutsche Logistikunternehmen
Arvato, unterstreicht das ganzheitliche Lösungsverständnis
von KNAPP.
Ein zentrales Element dabei ist der Schutz, sowohl
im Hinblick auf Daten als auch auf Investitionen.
IT-Security ist bei der zuverlässigen Vernetzung
aller Prozesse ein integraler Bestandteil.
Durch zentrale Verantwortung und langfristige
Partnerschaften gewährleistet KNAPP, dass seine
Kunden nicht nur vor aktuellen Bedrohungen geschützt
sind, sondern auch in der Lage bleiben,
ihre Systeme zukunftssicher weiterzuentwickeln.
„Das AeroBot-System ist ein weiterer Meilenstein
in unserer Innovationsgeschichte. Wie jede
Produktentwicklung ist auch der AeroBot ein
Ergebnis gegenwärtiger Kundenbedürfnisse“,
sagt KNAPP-CEO Gerald Hofer. Gleichzeitig
wurde das bestehende Shuttle-Portfolio im
Bereich der hochdynamischen Lagerung um
schnellere Liftsysteme und Tiefkühlanwendungen
erweitert.
„Unsere Kunden können sich darauf verlassen,
dass wir nicht nur leistungsfähige Systeme
liefern, sondern diese über Jahrzehnte hinweg
begleiten. Wir verstehen uns als langfristiger
Partner. Wir denken Prozesse ganzheitlich, um
Lösungen zu schaffen, die nicht nur heutigen
Anforderungen gerecht werden, sondern auch
in Zukunft bestehen“, betont KNAPP-CEO Gerald
Hofer.
Innovation als Motor des Erfolgs
Ein Highlight des Jahres war der Launch des
neuen bot-basierten Lagersystems AeroBot. Als
kombinierte Lager- und Kommissionierlösung
ist das System ideal für kleinere bis mittlere Anwendungen
geeignet und wurde auf der diesjährigen
LogiMAT, der Leitmesse für Intralogistik, mit
dem Best Product Award ausgezeichnet.
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S16
Auch im Bereich der Palettenlösungen konnte
KNAPP mit einem smarten Mix aus Regalbediengeräten,
AMRs, Fördertechnik und De-/Palettierlösungen
seine Marktposition weiter ausbauen.
Im Segment der Hochleistungssorter hat KNAPP
seine Kompetenzen ebenfalls stark ausgebaut.
Zuletzt setzt KNAPP auch im digitalen Lösungsportfolio
innovative Maßstäbe. Mit der neuen
Software KiSoft Delivery Solution optimiert
KNAPP die Transportlogistik auf der letzten
Meile. Erstmals im Einsatz bei einem der größten
spanischen Retailer sorgt die neue Lösung für
effizientere Routen, bessere Fahrzeugauslastung
und spürbare CO2-Einsparungen.
Global erfolgreich, regional verwurzelt
Das Technologieunternehmen ergänzt seinen
Innovationskurs durch ein starkes globales
Wachstum und stärkt seine Präsenz in den
Kernbranchen Healthcare, Fashion, Food, Retail,
Wholesale und Industry. Mit weltweit 8.300
Mitarbeitenden, davon 4.300 in Österreich,
ist KNAPP nicht nur international erfolgreich,
sondern auch ein starker Arbeitgeber in der Region
sowie an zahlreichen Standorten weltweit.
Als Reaktion auf den globalen Wettbewerbsdruck
und anhaltenden Fachkräftemangel
wächst die Nachfrage nach Automatisierungslösungen
weltweit. In Europa verzeichnet die
Unternehmensgruppe insgesamt sehr gute
Auftragseingänge in allen Kernbranchen.
Besonders erfreulich war die Inbetriebnahme
einer Omnichannel-Automatisierungslösung
für die DOUGLAS Group in Deutschland. Bei der
Konsolidierung von 6 Lagern zu einem Zentrallager
kommt eine smarte Vernetzung einer Vielzahl
an integrierten Technologien zum Einsatz,
die 2D-Shuttle-Lösung gilt dabei als die weltweit
Größte im Kosmetikbereich und bietet ein
Höchstmaß an Flexibilität und Lagerdichte. In
den USA konnte das Unternehmen vor allem im
Gesundheitswesen wichtige Projekte umsetzen.
Automatisierungslösungen für Apotheken und
die Medikamentenlogistik trugen bereits spürbar
zum Geschäftserfolg bei. In Lateinamerika vertrauen
wiederum namenhafte Kunden wie die
multinationale Unternehmensgruppe Falabella,
das brasilianische Kleidungsunternehmen Lojas
Renner und das chilenische Einzelhandelsunternehmen
Cencosud auf die Zusammenarbeit mit
dem steirischen Technologieunternehmen.
Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie
in den Ausbau der Organisation sind für KNAPP
von zentraler Bedeutung, um weltweit stabil, eigenständig
und kundennah agieren zu können.
Im vergangenen Jahr wurden rund 100 Millionen
Euro in Innovation und weitere 80 Millionen
Euro in Organisation und Infrastruktur investiert
- „ein Ausdruck der langfristigen Zukunftsausrichtung
für Mitarbeiter und Kunden“, so
KNAPP-CFO Christian Grabner. (RED)
Wien | 2025-09-29
#ECOM-
LOG25
eCommerce
Logistik-Day
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S18
Intralogistik & E-Commerce
EDITEL und MARESI
schließen EDI-Mammutprojekt
erfolgreich ab
Der heimische Markenartikelanbieter MARESI
tauscht Monat für Monat 22.000 Dokumente
mit 250 Geschäftspartnern aus. Um diesen
vollautomatisierten elektronischen Datenaustausch
(EDI) ins neue ERP-System zu integrieren,
hat MARESI mithilfe von EDITEL parallel
zur Einführung von SAP S/4HANA auch seine
gesamte EDI-Infrastruktur erneuert. REDAKTION
Die Einführung von SAP S/4HANA ist
an sich schon ein umfangreiches IT-
Projekt. Die gleichzeitige Erneuerung
des EDI-Systems, um auch weiterhin
mit Kunden und anderen Partnern auf elektronischem
Weg zu kommunizieren, macht daraus
ein Mammutprojekt. Gemeinsam mit EDITEL,
einem international führenden Anbieter von EDI-
Lösungen mit Sitz in Wien, hat MARESI Austria diese
Mammutaufgabe erfolgreich abgeschlossen.
MARESI, eine Tochter der Vivatis Holding, vertreibt
neben der namensgebenden Kaffeemilch
auch andere bekannte Lebensmittelmarken wie
Knabber Nossi oder Inzersdorfer und agiert mit 55
verschiedenen Eigen- und Partnermarken in fünf
Ländern. „Die Herausforderung liegt vor allem
darin, die vielen unterschiedlichen Lieferanten,
Lagerstandorte, Speditionen und Handelspartner
mittels einer gemeinsamen Sprache
zu vernetzen“, erklärt Andreas Bassler, Head of
Supply Chain Management bei MARESI Austria.
Komplexes Projekt erfordert perfekte
Abstimmung
„Challenge accepted – Mission completed“:
MARESI hat vor gut einem Jahr EDITEL als neuen
EDI-Dienstleister an Bord geholt – gleichzeitig
auch der Startschuss für das außergewöhnliche
Migrationsprojekt. Alle Daten mussten in das
neue ERP-System SAP S/4HANA übertragen und
parallel dazu die bestehende EDI-Infrastruktur
erneuert werden. So galt es unter anderem, ein
komplexes Auftragsbearbeitungssystem zu implementieren,
das Bestellungen automatisch
nach Artikeln, Lager und Menge aufteilt. MARESI
tauscht monatlich rund 22.000 Dokumente mit
250 Partnern aus, was schon aufgrund der zu
verarbeitenden Datenmenge und der dahinterliegenden
Prozesse eine echte Herausforderung
ist. Um beide Projekte simultan umzusetzen, war
die perfekte Abstimmung aller Beteiligten von
MARESI, EDITEL und SAP erforderlich, da die Systeme
miteinander verknüpft sind und in Echtzeit
arbeiten müssen. „Nur ein kleiner Fehler oder
eine Verzögerung hätte zu weitreichenden Konsequenzen
in der gesamten Datenkommunikation
geführt“, erklärt Karl Cegner, Projektleiter bei
EDITEL Austria.
auf der dieses Projekt aufgebaut und erfolgreich
umgesetzt werden konnte.“ Außerdem habe
man „durch gegenseitige Wertschätzung und
pragmatisches Handeln die Kräfte gebündelt
und die Weichen für eine gelungene Kooperation
Gebündelte Kräfte bringen den Erfolg
Durch umfangreiche Vorbereitungs- und Qualitätssicherungsmaßnahmen,
die über ein halbes
Jahr lang durchgeführt wurden, und die ebenso
sorgfältige Planung des Go-Live wurde der
Erfolg des Projektes sichergestellt. Die Inbetriebnahme
des SAP S/4HANA-Systems und
der gesamten EDI-Outsourcing-Infrastruktur
bei MARESI verlief absolut reibungslos.
Für Andreas Bassler hat sich das viele Testen
bezahlt gemacht: „EDITEL war in der gesamten
Zusammenarbeit ein sehr wertvoller und geduldiger
Partner. Auch für zukünftige Verbindungen
setzen wir große Hoffnungen in unser neues EDI-
System und sind überzeugt, dass es für eine noch
einfachere und kostengünstigere Kommunikation
mit unseren Partnern sorgt.“
Dr. Andreas Nentwich, Geschäftsführer von
MARESI, lobt: „Die profunde Branchenkenntnis von
EDITEL sowie ihre vielfältigen Geschäftsbeziehungen
mit Handel, Industrie und Logistikdienstleistern
bildeten eine perfekte Erfahrungsbasis,
gestellt.“ Gerd Marlovits, Geschäftsführer EDITEL
Austria, kommentiert: „Dieses Projekt ist ein hervorragendes
Beispiel dafür, wie wir unsere jahrzehntelange
Erfahrung im Prozessmanagement
in der Praxis nutzen, um selbst komplexe Herausforderungen
anzunehmen und umzusetzen.“
Marlovits ist überzeugt, dass im Zusammenhang
mit der Einführung von SAP S/4HANA in
den kommenden Jahren noch zahlreiche EDI-
Projekte umzusetzen sein werden. „Unsere
modernen EDI-Lösungen beschleunigen den
Onboarding-Prozess neuer Partner und sorgen
für eine noch raschere Abwicklung von
Geschäftstransaktionen. Dadurch wird die Effizienz
deutlich gesteigert.“
MARESI kann durch die neue EDI-Lösung nun
schneller auf Marktanforderungen reagieren
und ist agiler im Umgang mit Partnern und
Kunden. Zudem sorgt das neue EDI-System für
eine verbesserte Kontrolle der Datenflüsse und
Kosten.
(RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S20
Intralogistik & E-Commerce
Schwarz Gruppe
verzeichnen positive
Entwicklungen
Der Gesamtumsatz der Unternehmensgruppe
wächst um 4,9 Prozent auf 175,4 Milliarden
Euro. Für das Geschäftsjahr 2025 erweitern die
Unternehmen der Schwarz Gruppe ihre Investitionen
auf 9,6 Milliarden Euro, davon 3,7 Milliarden
Euro in Deutschland.
REDAKTION
Die Unternehmen der Schwarz Gruppe
gehen die globalen Herausforderungen
an. Von der Produktion über
den Handel bis hin zu Recycling und
Digitalisierung haben sie im Geschäftsjahr 2024
ihre starke Marktposition weiter ausgebaut. Über
alle Geschäftsfelder hinweg erwirtschafteten sie
einen Gesamtumsatz von 175,4 Milliarden Euro.
Das entspricht einem Umsatzzuwachs von 4,9
Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotz der angespannten
Weltwirtschaftslage wurden in der Unternehmensgruppe
rund 20.000 neue Arbeitsplätze
entlang des kompletten Wertschöpfungskreises
geschaffen - rund 4.000 davon
in Deutschland. Damit beschäftigen die Unternehmen
der Schwarz Gruppe weltweit rund
595.000 Mitarbeiter.
Vielfalt als Stärke: Nachhaltiges Wachstum
Lidl und Kaufland legen als zuverlässige Nahversorger
großen Wert auf die Nähe zu ihren
Kunden. Sie haben daher ihr Filialnetz um rund
300 neue Filialen auf insgesamt rund 14.200
Filialen erweitert. Der starke Handelskern behauptet
sich in einem dynamischen Marktumfeld:
Lidl steigerte den Filialumsatz um 5,3 Prozent
auf 132,1 Milliarden Euro verglichen mit dem
Vorjahr. Mit 35,2 Milliarden Euro Umsatz erreichte
Kaufland 2,9 Prozent Wachstum. Der gesamte
Online-Umsatz belief sich auf 1,7 Milliarden Euro
und liegt damit analog zur Marktentwicklung auf
dem Niveau des Vorjahres.
PreZero verfolgt weiter das Ziel einer zuverlässigen
Kreislaufwirtschaft, um vermeidbare Abfälle
auf null zu reduzieren, natürliche Ressourcen zu
schonen und Recycling zu maximieren. Mit der
Initiative "Road to Zero Waste" unterstützt die
Umweltsparte immer mehr Unternehmen und
Sportvereine auf diesem Weg in eine saubere
Zukunft. Und das mit Erfolg: Unter anderem durch
das gesteigerte Volumen im Wertstoffhandel
und ausgebaute Marktanteile am Dualen System
in Deutschland erhöhte PreZero den Umsatz um
5,4 Prozent auf 3,9 Milliarden Euro.
Die produzierenden Unternehmen der Schwarz
Gruppe stellen auch in Zeiten globaler Herausforderungen
die zuverlässige Warenversorgung
sicher. Sie lieferten Waren im Wert von 4,6 Milliarden
Euro vor allem an Lidl und Kaufland. Das
entspricht einem Zuwachs von 9,5 Prozent im
Vergleich zum Vorjahr.
Die Produktionskapazitäten konnten unter anderem
durch den Betrieb der neuen Nussrösterei
in Rheine und dem Getränkewerk in Derby
(Großbritannien), dem ersten internationalen
Produktionsstandort der Schwarz Produktion,
weiter ausgebaut werden.
Schwarz Digits garantiert im digitalen Zeitalter
größtmögliche Souveränität für eine zukunftsfähige
Wirtschaft und Gesellschaft. Die Lösungen
in den Bereichen Cloud, Cyber-Sicherheit,
Künstliche Intelligenz, Kommunikation und
Workplace sichern die digitale Unabhängigkeit
des Ökosystems der Unternehmen der Schwarz
Gruppe. Zudem profitieren externe Partner und
Kunden von der Expertise und den Leistungen,
wie starke Partnerschaften mit Google, Service
Now und SAP beweisen. Auch durch das Angebot
von STACKIT und XM Cyber hielt die im
vorangegangenen Geschäftsjahr neu gegründete
IT- und Digitalsparte ihren Umsatz entsprechend
ihrer noch kurzen Geschäftstätigkeit
stabil auf 1,9 Milliarden Euro.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025 erweitern
sie ihre Investitionen auf 9,6 Milliarden Euro,
davon 3,7 Milliarden Euro in den Standort
Deutschland.
"Das erfolgreiche Geschäftsjahr 2024 der Unternehmen
der Schwarz Gruppe basiert in erster
Linie auf dem unermüdlichen Einsatz und herausragenden
Engagement unserer Mitarbeiter.
Gemeinsam gestalten wir die Zukunft unserer
Unternehmensgruppe und arbeiten an innovativen
Lösungen für die Herausforderungen von
morgen", sagt Gerd Chrzanowski, Komplementär
Schwarz Gruppe. "Dadurch konnten wir auch
in einer Zeit globaler Unsicherheiten in allen
Sparten gemeinsam nachhaltig wachsen und
weiter in den Wirtschaftsstandort Deutschland
und ein digital souveränes Europa investieren."
(RED)
Als eine der größten Handelsgruppen der Welt
nehmen die Unternehmen der Schwarz Gruppe
ihre Verantwortung wahr, um das Leben heutiger
und kommender Generationen zu verbessern.
Trotz der volatilen Weltwirtschaftslage erhöhten
sie im Geschäftsjahr 2024 ihre Investitionen um
7,5 Prozent auf 8,6 Milliarden Euro - davon 3,3
Milliarden Euro in Deutschland. Sie investierten
vor allem in die Filialexpansion und den Ausbau
der Lagerstandorte sowie in die Kapazität ihrer
Rechenzentren in Europa.
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S22
Innovatives E-Commerce Fulfillment für
alle Temperaturzonen
Um dem starken Wachstum im E-Commerce
im Westen von Sydney gerecht zu werden, hat
KNAPP für Woolworths eine innovative und leistungsstarke
Automatisierungslösung für den
Online-Lebensmittelhandel entwickelt. Das
hochautomatisierte CFC deckt alle Temperaturbereiche
ab und punktet mit hoher Kommissionierleistung,
kurzen Durchlaufzeiten und hervorragender
Lieferqualität.
Die neue Lösung ermöglicht 50 % mehr Online-
Bestellungen – und dank der schnelleren und
flexibleren Auftragsabwicklung sind auch deutlich
mehr Same-Day-Lieferungen möglich. Das
verbessert wiederum das Einkaufserlebnis der
Konsumenten spürbar.
Intralogistik & E-Commerce
Woolworths und KNAPP
setzen neue Maßstäbe im
Online Fulfillment
Mit der Eröffnung des ersten vollautomatisierten
Central Fulfillment Centers (CFC) in Auburn
(Western Sydney, Australien) haben Woolworths
und KNAPP einen bedeutenden Meilenstein in
ihrer langjährigen Zusammenarbeit erreicht.
REDAKTION
Sally Copland, ist Geschäftsführerin von eComX
bei Woolworths, und betont: "Der Westen von
Sydney ist eines unserer größten und am
schnellsten wachsenden E-Commerce-Einzugsgebiete.
Daher freuen wir uns sehr, dass wir
mit der Eröffnung unseres ersten automatisierten
CFC in Auburn eine erhöhte Online-Kapazität
für unsere Konsumenten schaffen können."
Eine neue Dimension des Online-Fulfillments
Das Distributionszentrum in Auburn umfasst
über 22.000 Quadratmeter und verarbeitet bis
zu 60.000 Online-Bestellungen pro Woche.
Dabei setzt Woolworths gemeinsam mit KNAPP
auf innovative Technologien, die Effizienz, Geschwindigkeit
und Qualität im Online-Lebensmittelhandel
deutlich steigern. Zu den wichtigsten
Innovationen im CFC zählen:
Die innovative E-Grocer-Lösung von
KNAPP setzt einerseits neue Maßstäbe
in der Endkundenbelieferung.
Andererseits erhöht sie die Kapazität
im Online-Lebensmittelhandel im Westen von
Sydney um mehr als 50 Prozent und verarbeitet
bis zu 60.000 Online-Bestellungen pro Woche.
Die beiden Pick-it-Easy Robots von KNAPP
unterstützen das Woolworths-Team in Auburn
dabei, die eingehenden Online-Bestellungen
mit erhöhter Effizienz und Genauigkeit zu vorzubereiten.
• Zwei Pick-it-Easy-Robots mit Künstlicher Intelligenz
für die vollautomatische Einzelstückkommissionierung.
Ihre speziell entwickelten Greifer
erhöhen Geschwindigkeit und Durchsatz sowie
die Geschwindigkeit in der Kommissionierung.
• Das Evo Shuttle als automatisiertes Lager- und
Kommissioniersystem für alle Temperaturzonen
sorgt für eine optimale Reihenfolge in der Artikelbereitstellung.
So werden die 16 Pick-it-Easy
Arbeitsplätze effizient mit Lebensmitteln vorsorgt,
an denen Woolworths-Mitarbeitende die
Bestellungen für die Auslieferung vorbereiten.
• Automatisierte Bagging-Maschinen platzieren
und öffnen Papiertüten in den Auftragsbehältern.
Das beschleunigt den Prozess und erleichtert
das anschließende Befüllen – sowohl für
Mitarbeiter als auch Roboter.
Das optimale Zusammenspiel ermöglicht eine
reibungslose und optimierte Zusammenstellung
und Bereitstellung von Online-Bestellungen –
und verbessert damit das Einkaufserlebnis für
die Kunden von Woolworths nachhaltig.
Sally Copland ergänzt: "In den
vergangenen zwei Jahren
ist die Nachfrage nach
unseren Online-
Diensten um 20 Prozent
gestiegen. Mit
modernster Technologie
steigert das CFC
in Auburn die Kommissioniergeschwindigkeit
und -genauigkeit für unsere
Kunden im Westen Sydneys deutlich."
Konsumenten profitieren
von Innovation und Flexibilität
Das automatisierte CFC von KNAPP hebt die
Lebensmittellogistik auf eine neue Stufe. Online-
Bestellungen werden effizient vorbereitet und in
der optimalen Reihenfolge für die Auslieferung
sequenziert. Das verbessert die Lieferplanung
und -zuverlässigkeit und sorgt gleichzeitig für ein
optimiertes Einkaufserlebnis auf Seiten der Konsumenten
führt. Auch auf der letzten Meile setzt
das CFC neue Maßstäbe: Neben Haus- und Expresszustellungen,
bietet es 16 Direct-to-Boot-
Zufahrten – das größte Angebot in Australien.
Dabei werden die Bestellungen von einem
Woolworths-Mitarbeiter direkt in den Kofferraum
der Endkunden geladen.
Rudolf Hansl, Vice President Food Retail Solutions
bei KNAPP, betont: "Gemeinsam mit unserem
langjährigen Partner Woolworths haben
wir ein hochautomatisiertes und
innovatives Konzept für den
Online-Lebensmittelhandel
entwickelt und umgesetzt.
Unsere bewährten Technologien
ermöglichen eine effiziente
und qualitativ hochwertige
Auftragsabwicklung.
So schaffen wir ein nahtloses
Einkaufserlebnis für die Kunden
von Woolworths."
Langjährige Partnerschaft als Erfolgsfaktor
Die Partnerschaft zwischen Woolworths und
KNAPP besteht bereits seit 2019. Da Fulfillment
Center von unterschiedlicher Größe neue Möglichkeiten
im Online-Lebensmittelhandel eröffnen,
hat der australische Supermarktriese zusätzlich
sechs automatisierte Micro Fulfillment
Center in ganz Australien und Neuseeland implementiert
und setzt auch dabei auf die automatisierten
Lösungen von KNAPP. Diese bieten
Woolworths ein hohes Maß an Flexibilität in der
Verwaltung von Bestellmengen und -volumen.
Das intelligente Fulfillment-Netzwerk ermöglicht
Woolworths ein Reagieren auf das veränderte
Verbraucherverhalten über unterschiedliche
Vertriebskanäle hinweg und macht KNAPP
zu einem vertrauenswürdigen Partner in allen
Bereichen der Value Chain von Woolworths.
(RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S24
Intralogistik & E-Commerce
DHL eCommerce UK
und Evri schließen sich
zusammen
Strategische Partnerschaft von sich optimal ergänzenden
UK-Unternehmungen zur Schaffung
einer One-Stop-Lösung für nationale und
internationale Paketlogistik. REDAKTION
Evri, einer der größten britischen Paketdienstleister,
und DHL eCommerce,
der E-Commerce-Logistikspezialist
von DHL Group, haben heute eine
strategische Transaktion angekündigt, die den
Zusammenschluss von DHL eCommerce in
Großbritannien mit Evri vorsieht. Das aus dem
Zusammenschluss entstehende Unternehmen
wird jährlich über 1 Milliarde Pakete und zusätzlich
über 1 Milliarde Geschäftsbriefe zustellen
und erhebliche Vorteile für Verbraucher und Unternehmen
bieten, indem es mehr Produkt- und
Servicevielfalt bietet. Im Rahmen der Transaktion
wird die DHL Group eine bedeutende Minderheitsbeteiligung
an Evri erwerben.
Das kostengünsitige und flexible Kurierangebot
von Evri wird durch das Premium-Liefernetzwerk
von DHL eCommerce ergänzt. Umbenannt in Evri
Premium – ein Netzwerk von DHL eCommerce,
wird es jedoch ein dediziertes und sicheres, separates
Netzwerk bleiben und sowohl für B2B- als
auch B2C-Kunden schnelle, zeitkritische Lieferungen
mit erweitertem Versandschutz für höherwertige
und größere Paketsendungen bieten.
Dank der Expertise von DHL eCommerce im
grenzüberschreitenden Paketversand sowie
dem Zugang zu seinem Out-of-Home-Netz mit
fast 150.000 Zugangspunkten, wir das neugeschaffene
Unternehmen, ergänzend zu Evris
eigenem internationalen Netz, über ein erweitertes
internationales Leistungsangebot für
ein- und ausgehende Pakete in UK verfügen. Mit
der Anbindung an das DHL eCommerce Netz in
Europa, den USA und ausgewählten asiatischen
Märkten, wie bspw. Indien, profitieren Kunden
zusätzlich künftig von kürzeren Laufzeiten.
Darüber hinaus steigt Evri erstmalig in den britischen
Geschäftsbriefmarkt ein. Zu diesem
Zweck wird DHLs UK Mail in das neue Unternehmen
überführt und hier weiterhin erstklassige
Postdienste anbieten. Auf diese Weise werden
auch E-Commerce-Unternehmen mehr Möglichkeiten
für den Versand leichterer Sendungen
angeboten. Darüber hinaus werden Kunden von
dem neuen kombinierten Out-of-Home Shopund
Paketautomatennetz profitieren, das das
größte in Großbritannien sein wird.
Martijn de Lange, CEO von Evri, sagte: „Wir freuen
uns sehr über den Zusammenschluss von DHL
eCommerce UK und Evri, zwei sich hervorragend
ergänzenden britischen Unternehmen,
die sich der
Innovation verschrieben
haben und sowohl
Empfängern als
auch Versendern den
bestmöglichen Service
bieten. Durch die
Kombination der Größe
und Innovationskraft von
Evri mit dem erstklassigen
Premium-Liefernetzwerk von DHL eCommerce
schaffen wir eine herausragende Paketversandgruppe
in Großbritannien. In den letzten zehn
Jahren hat sich Evri in seiner Größe verzehnfacht,
und diese Transaktion wird unseren Zugang zu
den europäischen und globalen E-Commerce-
Märkten weiter verbessern. Seit seinem Einstieg
als Eigentümer hat der von Apollo verwaltete
Fonds uns konsequent in unserem Wachstum
und Ziel unterstützt, der führende Paketdienstleister
in Großbritannien zu werden.“
Pablo Ciano, CEO von DHL eCommerce, sagte:
„DHL eCommerce und Evri stehen beide für erstklassige
Servicequalität, Zuverlässigkeit und
Nachhaltigkeit, was diese
Partnerschaft zu einem
großartigen Fit für unsere
Kunden macht.
Gemeinsam werden
wir effizientere, umfassendere
und innovativere
Lösungen
anbieten können, um
mit dem schnelllebigen
ECommerce Markt Schritt zu halten. Indem wir
in Großbritannien unsere Kräfte bündeln, schaffen
wir eine All-in-One-Lösung für alle Paketbedürfnisse
unserer Kunden und bieten ihnen
bessere Lieferoptionen weltweit.“
Das attraktive Serviceportfolio des Gemeinschaftsunternehmens
wir zukünftig umfassen:
• Kosteneffizientes und flexibles Kuriernetzwerk
für Next-Day- und Standardlieferungen für kleine
und große Sendungen für Einzelhändler, Unternehmen
und Verbraucher.
• Ein separates, dediziertes und sicheres Premium-Netzwerk
für höherwertige und größere
Pakete für B2B- und B2C-Zustellungen.
• Eine führende One-Stop-Shop-Lösung für
KMU, die alles anbietet: Post, leichte, größere,
sichere, B2B-, internationale und Fulfillment-
Services.
• Das größte Out-of-Home-Netzwerk Großbritanniens
mit 15.000 Zugangspunkten.
• Erweiterte internationale Kapazitäten, um das
eigene internationale Netzwerk von Evri zu ergänzen,
indem die Expertise von DHL eCommerce
im grenzüberschreitenden Paketversand und
das globale Out-of-Home-Netzwerk von fast
150.000 Zugangspunkten genutzt werden.
• Betrieb eines erstklassigen Postdienstes im
Auftrag von Unternehmen in Großbritannien.
Nach dem Zusammenschluss wird das neue
Unternehmen ein Team von über 30.000 Kurierund
Lieferwagenfahrern, 12.000 Kollegen und
eine Flotte von 8.000 Fahrzeugen vereinen, die
jährlich über 1 Milliarde Pakete und 1 Milliarde
Briefe zustellen.
Alex van Hoek, Vorsitzender von
Evri und Partner bei Apollo,
sagte: "Dies ist ein enormer
Meilenstein in der
Entwicklung von Evri,
und wir freuen uns sehr,
ein weltweit führendes
Unternehmen wie DHL
als strategischen Partner
und Anteilseigner begrüßen
zu dürfen. Durch den Einsatz von
Technologie und Innovation ist Evri in einem dynamischen
E-Commerce-Markt kontinuierlich
gewachsen. Mit der ergänzenden Expertise und
dem starken Netzwerk von DHL ist das Unternehmen
gut aufgestellt, um seine zuverlässigen
Dienstleistungen und das Kundenerlebnis weiter
zu verbessern."
Nach Abschluss der Transaktion
wird Martijn de Lange
das kombinierte Unternehmen
in Großbritannien
leiten. Stuart Hill,
derzeit CEO von DHL
eCommerce UK, wird
Geschäftsführer des Premium
DHL-Netzwerks von
Evri. Das Führungsteam von
DHL eCommerce UK wird ebenfalls
Teil des Managementteams im neuen Unternehmen.
Die Anteilsmehrheit von Evri verbleibt im Besitz
des von Apollo verwalteten Fonds. Die Vereinbarung
und die beschriebene Partnerschaft stehen
unter dem Vorbehalt der wettbewerbsbehördlichen
Genehmigungen. DHL Express, DHL Supply
Chain und DHL Global Forwarding in Großbritannien
sind von dieser Transaktion nicht betroffen
und werden wie bisher weitergeführt. (RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S26
Intralogistik & E-Commerce
Buttinette beauftragt
Intralogistik-
Automatisierung bei
Element Logic
Für das neue Logistikzentrum der Buttinette
Textil-Versandhaus GmbH realisiert Systemintegrator
Element Logic die komplette intralogistische
Ausstattung für automatisierte Lagerung
und Auftragsabwicklung. Eine der größten
AutoStore-Anlagen Deutschlands, exakt zugeschnittene
Fördertechnik und ein vollumfängliches
WMS der Unternehmenstochter S&P
von Element Logic bieten eine hocheffiziente
Lösung aus einer Hand..
REDAKTION
Nach einem umfassenden Ausschreibungsverfahren
hat die Buttinette
Textil-Versandhaus GmbH mit Sitz
im bayerisch-schwäbischen Wertingen
bei Augsburg Systemintegrator Element
Logic mit der Planung und Realisierung einer effizienten
Anlagenautomatisierung für ihr neues
Logistikzentrums beauftragt. „Wir entschieden
uns für einen Realisierungspartner, der neben
eindrucksvollen Referenzen ein umfassendes
Angebot für die unterschiedlichen Automatisierungs-
und Softwaresysteme aus einer Hand
bieten konnte“, sagt Geschäftsführer Josef Wagner.
„Element Logic überzeugte mit interessanten
Expertisen und einer intelligenten Lösung für
unsere Anforderungen.“
Das Versandzentrum eines der größten deutschen
Katalog- und eCom-Unternehmen für
Bastel- und Handarbeitsartikel sowie für Karnevalsbedarf
wird im Wertinger Industrie- und
Gewerbegebiet Geratshofen fertiggestellt. Auf
einer Fläche von 33.000 Quadratmetern entsteht
dort mit Investitionen im mehrstelligen
Millionen-Euro-Bereich das gegenwärtig wohl
modernsten Logistikzentrum der Branche. Rund
20.000 Artikel im Kreativ- und 8.000 Artikel
im Faschingsbereich werden dort künftig für
den Vertrieb über die Kanäle Katalog und Online
sowie für die Versorgung der Niederlassungen
in Österreich, der Schweiz und Frankreich
vorgehalten. Der Auftrag an Element Logic zur
Sicherung koordinierter, automatisierter und
zuverlässiger Prozesse der Lagerung und Auftragsabwicklung
umfasst die komplette intralogistische
Ausstattung des Logistikzentrums
exklusive Stapler und einiger manueller Regale.
Für die Prozessführung und Lagerverwaltung
wurde zudem als vollumfängliche Software das
Warehouse Management System SuPCIS-L8 der
Element Logic-Unternehmenstochter S&P implementiert.
Als Hardware-Komponenten installiert Element
Logic mit einem Systempartner eine umfassende,
exakt zugeschnittene Fördertechnik-Anlage.
Die Anlagensteuerung übernehmen der eController
und die Automatisierungssteuerung PLC
von Element Logic. Die Fördertechnik verbindet
die einzelnen Arbeitsstationen zwischen auto-
matischer Kartonaufrichtung, Kommissionierung
im Autostore, manuellen Packbereichen, Kartonverschließern
und und Warenausgang. Integriert
wurden neben Scannern und Etikettierern fünf
Faltkistenaufrichter sowie fünf -verschließautomaten,
davon zwei mit Volumenreduzierung.
Herzstück der Intralogistik im neuen Logistikzentrum
des 1979 gegründeten Familienunternehmens
ist eine der größten AutoStore-Anlagen
in Deutschland. Der Lagerkubus, das
sogenannte Grid, bietet Stellplätze für 135.000
Behältern mit Seitenhöhen von 425 Millimetern.
Auf der Oberfläche des Grid sorgen 325 R5+ Roboter
für schnelle Ein-, Um- und Auslagerung
der Behälter und ihre Präsentation an 40 integrierten
Kommissionierstationen. Diese sogenannten
Ports sind unter der Autostore-Anlage
eingerichtet und direkt an die Fördertechnik
angebunden. Dort wird aus den angedienten
Quellbehältern in Versandkartons kommissioniert.
Zudem sind 17 ConveyorPorts in den Kubus
integriert. Mit ihnen übergeben die AutoStore-
Roboter die Systembehälter zum Weitertransport
an weitere angebundenen Arbeitsstationen
direkt auf die Fördertechnik.
Das WMS SuPCISL8 von S&P bindet das Auto-
Store über eine Standard-Schnittstelle an und
übernimmt Bestandsverwaltung, Materialflussund
Prozessführung. Die Software fordert die Artikel
auftragsbezogen und sequenziert aus dem
Behälterlager ab und steuert die Dialoge der angebundenen
Arbeitsplätze. Dabei lässt sich die
Anlagenleistung durch Priorisierungsstrategien
weiter steigern. „Mit ihren Dimensionen und dem
intelligenten Design aus den Systemkomponenten
ist die AutoStore-Anlage bei Buttinette ein
ausgewiesenes Beispiel für die hohe Flexibilität,
die die AutoStore-Technologie bietet“, resümiert
Joachim Kieninger. „Zusammen mit der umfassenden
Intralogistik-Automatisierung und der
zukunftsfähigen Software-Lösung ist das Projekt
im neuen Buttinette-Logistikzentrum für
Element Logic ein weiteres gelungenes Vorzeigeprojekt.“
(RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S28
Intralogistik & E-Commerce
Auf Höhenflug:
Wingcopter sichert sich
neue Finanzierung
Das führende europäische Drohnentechnologieunternehmen
Wingcopter hat sich weitere
Finanzmittel von einem neuen Investor, dem
in Kopenhagen ansässigen Nordic Secondary
Fund, von Bestandsinvestoren sowie der Europäischen
Investitionsbank gesichert.
REDAKTION
Besonders zwei Faktoren haben die
Investoren überzeugt, zusätzliches
Kapital zur Verfügung zu stellen: die
Fortschritte von Wingcopter bei der
Erlangung der Musterzulassung zur flächendeckenden
kommerziellen Nutzung seiner Lieferdrohnen
in den USA, Brasilien und Japan sowie
die strategische Geschäftsfelderweiterung
durch den Einstieg in den Bereich der drohnenbasierten
Vermessung kritischer Infrastrukturen
mittels hochmoderner Laser-Scanner (LiDAR).
Wingcopter wurde 2017 von Tom Plümmer, Jonathan
Hesselbarth und Ansgar Kadura gegründet
und seitdem zu einem europaweit führenden
Technologieunternehmen für unbemannte
Systeme und Services ausgebaut. Für die anstehende
Wachstumsphase steigen nun weitere
Führungskräfte mit langjähriger Erfahrung in
das Unternehmen ein. Mit ihrer Unterstützung
soll der Übergang hin zur Massenproduktion
des Hauptproduktes, dem Wingcopter 198, sowie
dessen globale Kommerzialisierung vorangetrieben
und die vielversprechenden Möglichkeiten
sowohl im Logistik- als auch im neuen
Geschäftsbereich der drohnenbasierten Datenerfassung
monetarisiert werden.
Dr. Bernhard Klumpp, ein erfahrener Automobilindustrie-Manager,
wurde als Co-CEO und Chief
Product Officer angeheuert. Er bringt jahrzehntelange
Erfahrung in den Bereichen Unternehmensführung
und Produktionsskalierung aus
verschiedenen Funktionen bei Continental mit.
Dr. Klumpp fungiert ab sofort neben Tom Plümmer
(Co-CEO) und Jonathan Hesselbarth (CTO)
als dritter Geschäftsführer von Wingcopter.
Tobias Jordan wird als Chief Financial Officer die
strategische Weiterentwicklung von Wingcopters
Finanzbereich verantworten. Jordan blickt
auf eine beeindruckende 21-jährige Karriere im
Technologie-Investmentbanking bei der Credit
Suisse zurück, bevor er als CFO das Wachstum
des Elektromobilitäts-Startups Dance vorantrieb.
Tom Plümmer, Mitgründer und Co-CEO von
Wingcopter, kommentiert: „Europa braucht mehr
denn je eigene Technologie-Champions.
Mit dem neuen Funding sowie der Verstärkung
unseres Führungsteams blicken wir voller Zuversicht
in die Zukunft, denn wir sind fest davon
überzeugt, das Potenzial zu einem solchen
Champion zu haben und dieses gemeinsam zur
vollen Entfaltung zu bringen. Sowohl Bernhard
als auch Tobias verfügen über unschätzbare
Kenntnisse und Erfahrungen in der Skalierung
von Unternehmen – Bernhard im industriellen
Umfeld, Tobias im Finanzbereich. Nachdem wir
die letzten Jahre ein solides Fundament errichtet
haben, werden wir nun von diesem aus wortwörtlich
in neue Höhen aufsteigen.“
Peter Sandberg, Gründungspartner und Geschäftsführer
des Nordic Secondary Fund, kommentiert:
„Wir freuen uns über die Partnerschaft
mit Wingcopter, da wir die Vision des Teams
teilen, sinnvolle Veränderungen voranzutreiben.
Durch nachhaltige Sofortlieferungen und
die effiziente Inspektion kritischer Infrastrukturen
mittels drohnenbasiertem Laserscanning
bedient Wingcopter zwei schnell wachsende
Märkte mit derselben vielseitigen Technologieplattform.
Die Entwicklung von Hightech-Drohnen
in Europa zur Bewältigung komplexer Herausforderungen
für globale Kunden zeugt nicht
nur von technischer Exzellenz, sondern leistet
auch einen wichtigen Beitrag zu einer stärkeren
und nachhaltigeren Zukunft Europas.“
(RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S30
Intralogistik & E-Commerce
Dematic automatisiert
neues Distributionszentrum
für türkische
Einzelhandelskette
Dematic automatisiert das neue Distributionszentrum
der führenden türkischen Einzelhandelskette
Eren Perakende in Istanbul.
REDAKTION
Die innovative Lösung stellt für das
Unternehmen einen bedeutenden
Meilenstein dar, um die betriebliche
Effizienz nachhaltig zu erhöhen und
den steigenden Marktanforderungen mit modernster
Automatisierungstechnologie gerecht
zu werden. „Angesichts unseres Wachstums ist
Automatisierung unverzichtbar, um der steigenden
Nachfrage gerecht zu werden“, erklärt Osman
Şentürk, CEO von Eren Perakende. „Mit
der Investition verfolgen wir das Ziel, unseren
Kundinnen und Kunden ein nahtloses, vollständig
omnichannel-orientiertes Einkaufserlebnis
zu bieten. Die Zusammenarbeit mit Dematic ermöglicht
es uns zudem, eine zukunftsweisende
Lösung umzusetzen, die unsere Distributionsprozesse
deutlich effizienter und präziser gestaltet.
So stärken wir unsere Fähigkeit, die Erwartungen
unserer Kundschaft noch gezielter
zu erfüllen.“
Weitere Gründe für die Investition waren der
zunehmende Arbeitskräftemangel und steigende
Betriebskosten. Eren Perakende entschied
sich daher bewusst für den Ausbau automatisierter
Prozesse, um seine Fulfillment-Abläufe
gezielt zu optimieren. Das vollautomatisierte
System basiert auf der leistungsstarken Lagerverwaltungssoftware
von Dematic, die sich
nahtlos in das bestehende SAP-System integriert
und Funktionen wie Echtzeit-Bestandsverfolgung,
effiziente Auftragsbearbeitung sowie
ein intelligentes Fulfillment-Management ermöglicht.
Mithun Perinchery, Vertriebsleiter für den Nahen
Osten, Afrika und die Türkei bei Dematic,
erklärt: „Unser Anspruch ist es, intelligentes
Design mit modernster Technologie zu verbinden,
um ein System zu schaffen, das nachweisbare
Effizienzgewinne liefert.“ Und weiter:
„Mit unseren neuesten Goods-to-Person
(GTP)-Kommissionierstationen und der Dematic
Multishuttle®-Technologie kann Eren Perakende
die Auftragsabwicklung deutlich beschleunigen,
den manuellen Aufwand erheblich reduzieren
und der steigenden Marktnachfrage souverän
begegnen.“
Die GTP-Lösung integriert ein Dematic
Multishuttle®-System, das eine hochverdichtete,
leistungsstarke Lagerung sowie eine schnelle
und präzise Auftragsbereitstellung ermöglicht.
Es liefert die benötigten Artikel automatisch
an die GTP-Kommissionierstationen, wodurch
Bearbeitungsgeschwindigkeit und Genauigkeit
deutlich erhöht und die Abhängigkeit von manuellen
Prozessen spürbar reduziert werden.
Dazu implementiert Dematic ein Taschensortiersystem
zur Einzelteilsortierung und -auslieferung.
Ergänzt wird das System durch eine integrierte
Fördertechnik, die den Warenfluss vom
Wareneingang über die Auftragsabwicklung bis
zum Versand optimiert und einen durchgängig
reibungslosen Materialfluss sicherstellt.
„Das Multishuttle ermöglicht Eren Perakende
eine eine optimale Nutzung der vorhandenen
Lagerfläche. Dank seiner Flexibilität und Modularität
kann das System mit dem Unternehmen
mitwachsen und bis zu 4.000 Ladungsbewegungen
pro Stunde problemlos bewältigen“,
erklärt Perinchery. Für eine nahtlose Umsetzung
und dauerhafte Serviceunterstützung arbeitet
Dematic eng mit seinem türkischen Partner
für Automatisierungsberatung, ILA Otomasyon
Yazılım A.Ş, zusammen. Darüber hinaus übernimmt
das führende Ingenieurberatungsunternehmen
für Lieferketten und Logistik, SDZ
GmbH, im Auftrag von Eren Perakende eine
zentrale Rolle bei der Planung und Integration
des Automatisierungssystems. Das türkische
SDZ-Team begleitet das Projekt während der
Realisierungs- und Go-live-Phase mit seiner
globalen Expertise umfassend.
Yunus Emre Koç, CLO bei Eren Perakende, sagt:
„Es handelt sich um eine echte Partnerschaft,
und wir freuen uns, gemeinsam mit Dematic, ILA
und SDZ diese fortschrittliche Lösung in unsere
Distributionsprozesse zu integrieren. Das ist ein
wichtiger Schritt hin zu einer intelligenteren und
agileren Lieferkette der Zukunft.“
Şentürk ergänzt: „Dieses Projekt markiert einen
bedeutenden Meilenstein auf unserem Weg zu
einer digitalen und flexiblen Lieferkette. Unser
Ziel ist es, den Anteil des digitalen Umsatzes von
derzeit 25 Prozent auf 35 Prozent zu erhöhen.
Bereits heute bieten wir Next-Day- und Same-
Day-Lieferoptionen an, um unseren Kundinnen
und Kunden maximalen Komfort zu gewährleisten.“
(RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S32
Intralogistik & E-Commerce
Ranpak und Thalia starten
strategische Partnerschaft
für mehr Nachhaltigkeit
im Buchhandel
Thalia arbeitet mit Ranpak zusammen, um die
Effizienz der Verpackungsprozesse zu steigern
und die Umweltbelastung in seinen mehr als
500 Filialen und im E-Commerce zu reduzieren.
REDAKTION
Ranpak Holdings Corp. (NYSE: PACK), ein
weltweit führender Anbieter von Technologien
und Lösungen zur nachhaltigen
Verpackungsautomatisierung,
und Thalia, die führende Buchhandlungskette in
Deutschland, Österreich und der Schweiz, geben
ihre strategische Zusammenarbeit bekannt.
Thalia stärkt mit der Partnerschaft nicht nur seine
Fulfillment-Fähigkeiten für seine mehr als 500
Filialen und den E-Commerce, sondern verbessert
dadurch auch seine Klimabilanz.
„Wir bei Ranpak haben uns verpflichtet, Unternehmen
bei der Umstellung auf intelligentere
und nachhaltigere Verpackungsprozesse zu
unterstützen“, erklärt Omar Asali, Vorsitzender
und CEO von Ranpak. „Unsere Partnerschaft mit
Thalia verkörpert eine gemeinsame Vision für
eine Automatisierung, die einerseits operative
Exzellenz liefert und andererseits die Umweltbelastung
reduziert. Wir sind stolz darauf, das
Fulfillment-Netzwerk von Thalia mit unseren
innovativen, papierbasierten Automatisierungslösungen
zu unterstützen.“
Ranpak begleitet in einer ersten Phase der
Kooperation die Integration von automatisierten
Verpackungssystemen in den Fulfillment-
Betrieb von Thalia, wobei noch zusätzliche Systeme
in Betracht gezogen werden. Dies ist notwendig,
denn Thalia skaliert seinen Betrieb, um
die steigende Kundennachfrage in den Filialen
und im Online-Handel zu bedienen.
ANDREAS BASSLER
„Die Partnerschaft mit Ranpak für unseren neuen
Omni-Channel-Hub, der eine erstklassige Fulfillment-
und Produktionsanlage sein wird, ist
ein wichtiger Meilenstein in unserem Bestreben,
den Buchhandel intelligenter, umweltfreund-
licher und effizienter zu gestalten“, so Marco
Rebohm, Managing Director Supply Chain und
Logistik bei Thalia. „Diese neuen Systeme werden
unsere Fulfillment-Fähigkeiten verbessern,
unsere Nachhaltigkeitsziele unterstützen und
uns für ein skalierbares Wachstum positionieren.
Dies ist nur der Anfang einer kraftvollen Transformation
und einer spannenden Partnerschaft,
die vor uns liegt.“
Im Rahmen der ersten Phase dieser Zusammenarbeit
wird Thalia in seiner Fulfillment- und
Produktionsstätte, die 2026 eröffnet wird, insgesamt
12 automatische Verpackungssysteme
von Ranpak installieren, darunter 3 Cut'It! EVO,
3 Form'It! Packer und 6 Flap'it! Systeme.
• Flap’it! – eine automatische Lösung zur Größenanpassung,
die entwickelt wurde, um den Verpackungsprozess
und den Schutz für kleine,
flache Gegenstände zu straffen.
• Form’it! – ein automatisches System zum Formen
von Kartons, das den ersten Schritt im Verpackungsprozess
durch das automatische Aufrichten
von Wellpappkartons verbessert.
E-Commerce-Plattform als auch über sein Netzwerk
von mehr als 500 stationären Geschäften
optimieren. Gleichzeitig verbessert Thalia den
Durchsatz, den Schutz der Verpackungen und
die Umweltverträglichkeit deutlich.
Die Integration der Lösungen von Ranpak wird
von Element Logic durchgeführt, das für die Optimierung
von Lagerabläufen mit AutoStore und
anderen intelligenten Technologien bekannt ist.
Über Ranpak
Das 1972 gegründete Unternehmen Ranpak hat
es sich zur Aufgabe gemacht, nachhaltige Verpackungslösungen
anzubieten, die die Leistung
der Lieferkette verbessern und die Umweltbelastung
reduzieren. Ranpak ist weltweit vertreten
und genießt einen guten Ruf für seine Innovationen.
Mit seinem umfangreichen Sortiment
an papierbasierten Produkten und fortschrittlichen
Automatisierungssystemen unterstützt
Ranpak Unternehmen bei der Abkehr von Kunststoffverpackungen.
(RED)
• Cut’it! EVO – ein fortschrittliches automatisches
System zur Größenanpassung, das die Höhe der
Versandkartons optimiert, nachdem die Artikel
kommissioniert und verpackt wurden, um den
Leerraum zu minimieren, und die Kartons automatisch
verschließt und versiegelt – alles ohne
Abfall.
Das Automatisierungsportfolio von Ranpak fügt
sich nahtlos in moderne Fulfillment-Umgebungen
ein. Thalia kann so leichter seinen Verpackungsprozess
sowohl über seine robuste
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S34
Intralogistik & E-Commerce
Siemens KI-Agenten für
Industrieautomatisierung
Auf der Industriemesse Automate 2025 in
Detroit hat Siemens eine Erweiterung
seines Angebots für industrielle Künstliche
Intelligenz (KI) mit fortschrittlichen
KI-Agenten angekündigt. REDAKTION
Auf der Industriemesse Automate
2025 in Detroit hat Siemens eine
Erweiterung seines Angebots für
industrielle Künstliche Intelligenz (KI)
mit fortschrittlichen KI-Agenten angekündigt.
Eingebettet in das etablierte Industrial-Copilot-Ökosystem
von Siemens stellt diese neue
Technologie einen grundlegenden Wandel von
KI-Assistenten dar. Statt allein auf Anfragen zu
reagieren, führen autonome Agenten proaktiv
ganze Prozesse aus – ohne menschliches Eingreifen.
Die neue KI-Agentenarchitektur von
Siemens verfügt über einen hochentwickelten
Orchestrator: Wie ein Handwerker setzt er einen
Werkzeugkasten spezialisierter Agenten ein, um
komplexe Aufgaben entlang der gesamten industriellen
Wertschöpfungskette zu lösen. Diese
Agenten arbeiten intelligent und autonom – sie
verstehen die Absicht, verbessern die Leistung
durch kontinuierliches Lernen und greifen bei
Bedarf auf externe Tools und andere Agenten zu.
Nutzer behalten dabei die vollständige Kontrolle
und wählen aus, welche Aufgaben sie an die KI-
Agenten delegieren möchten.
„Mit unseren industriellen KI-Agenten gehen
wir über das übliche Frage-Antwort-Paradigma
hinaus und schaffen Systeme, die selbstständig
komplette industrielle Workflows ausführen
können", sagt Rainer Brehm, CEO Factory Automation
bei Siemens. „Indem wir die Automatisierung
selbst automatisieren, zielen wir auf
Produktivitätssteigerungen von bis zu 50 Prozent
für unsere Kunden – und verändern damit
grundlegend, was im industriellen Betrieb möglich
ist.“
Automatisierung: Wie die KI-
Agentenarchitektur funktioniert
Der Ansatz von Siemens unterscheidet zwischen
Industrial Copilots, also den Schnittstellen,
mit denen die Nutzer interagieren,
und den KI-Agenten, die
sie im Hintergrund steuern. Siemens
entwickelt zudem digitale
Agenten und integriert physische
Agenten, einschließlich mobiler
Roboter. Auf diese Weise schafft
Siemens ein umfassendes Multi-
KI-Agenten-System, bei dem die
Agenten eng miteinander verbunden
sind und zusammenarbeiten. Was den Ansatz
von Siemens von anderen unterscheidet, ist die
Orchestrierung dieser Agenten unter Verwendung
eines umfassenden Ökosystems. Diese
Agenten arbeiten nicht nur mit anderen Siemens
Agenten zusammen, sondern können auch mit
Agenten von Drittanbietern integriert werden,
was ein noch nie dagewesenes Maß an Interoperabilität
ermöglicht.
Um die Einführung und Innovation weiter zu
beschleunigen, plant Siemens die Einrichtung
eines Marktplatzes für industrielle KI-Agenten
auf dem Siemens Xcelerator Marketplace. Dieser
Marktplatz wird es Kunden ermöglichen, nicht
nur auf die Siemens-eigenen KI-Agenten zuzugreifen,
sondern auch auf solche, die von Dritten
entwickelt wurden.
Der allumfassende Siemens Industrial Copilot
Der Siemens Industrial Copilot, ergänzt durch
industrielle KI-Agenten, adressiert jede Phase
entlang der industriellen Wertschöpfungskette,
über Prozess- und diskrete Industrien hinweg:
Design Copilot: Derzeit für NX CAD verfügbar,
hilft Anwendern neue Wege in der Kreativität zu
beschreiten, indem der Produktdesignprozess
beschleunigt wird. Design-Ingenieure können
durch komplexe Daten navigieren, Kompromisse
abwägen und bereichsübergreifende Aufgaben
effizienter durchführen. Der KI-gestützte Assistent
ermöglicht es Anwendern, Fragen in natürlicher
Sprache zu stellen, schnell auf detaillierte
technische Erkenntnisse zuzugreifen und komplexe
Konstruktionsaufgaben zu rationalisieren.
All dies führt zu erheblichen Effizienzsteigerungen
in der Produktentwicklung. Siemens entwickelt
derzeit auch einen Hydrogen Configurator
für den Design-Prozess von Wasserstoff-Produktionsanlagen.
Benutzer können damit nahtlos
Blockflussdiagramme mit präzisen Layouts der
Anlageneinheiten und Verbindungen erstellen.
Planning Copilot: Diese Lösung, optimiert die
Produktionsplanung, die Ressourcenzuweisung
und die Terminierung durch generative KI-gestützte
Erkenntnisse und hilft Herstellern, die
Effizienz zu maximieren und den Ausschuss zu
minimieren. Der Planning Copliot befindet sich
in der Vorabversion und ist bei ersten Kunden im
Einsatz.
Engineering Copilot: Er ist für das TIA Portal verfügbar
und wird im Laufe des Jahres als Managed
Service angeboten und ermöglicht Engineering
ohne sich wiederholende Aufgaben. Als erstes
generatives KI-gestütztes Produkt für die Automatisierungstechnik
ermöglicht der Engineering
Copilot es Ingenieuren, Automatisierungscode
durch Eingaben in natürlicher Sprache zu erzeugen,
wodurch die SCL-Code-Generierung
beschleunigt, und Fehler minimiert werden. In
der Prozessindustrie wird der Copilot für P&ID-
Digitalisierung bereits von mehreren Kunden
getestet. Dabei handelt es sich um einen KI-gestützten
Cloud-Service zur Digitalisierung und
Konsolidierung älterer P&ID-Diagramme.
Operations Copilot: Dieser Copilot, der derzeit
für Insights Hub verfügbar ist, bietet ganzheitliche
Einblicke in die gesamte Produktionsanlage.
Auf der Maschinenebene plant Siemens zudem
die Einführung eines Operations Copilot für Anwender
auf der Feldebene, der bis Ende 2025
verfügbar sein wird.
Dieses neue Produkt soll Bedienpersonal, Servicetechniker
und Wartungsingenieure in die
Lage versetzen, effizienter zu arbeiten, indem
sie Maschinendaten abfragen und durch natürliche
Sprache Hinweise zur Fehlerbehebung erhalten.
Der Operations Copilot kann einfach auf
Maschinenebene implementiert werden, um
Maschinenanweisungen und Bedienerführung
bereitzustellen.
In der Prozessindustrie ermöglicht der auf generativer
KI-basierte Assistent Simatic eaSie Technikern
und Wartungspersonal den Zugriff auf relevante
Anlagen- und Maschinendaten per Chat
oder Sprachinteraktion. Das macht Betrieb und
Wartung sowohl in der Leitwarte als auch im Feld
zuverlässiger und sicherer.
Service Copilot: Der Maintenance Copilot Senseye
bietet Wartungsteams Diagnosen auf Expertenebene,
ohne dass dafür spezielle technische
Kenntnisse erforderlich sind. Diese Lösung,
die kürzlich über die vorausschauende Wartung
hinaus auf den gesamten Wartungslebenszyklus
ausgeweitet wurde, unterstützt alles von
reaktiven Reparaturen bis hin zu vorausschauende
und präventive Strategien. Pilotimplementierungen
haben gezeigt, dass sich damit die
reaktive Wartungszeit um durchschnittlich 25
Prozent reduziert. (RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S36
Intralogistik & E-Commerce
Echtzeit-Daten und
agile Prozesse als
Erfolgsfaktoren
So gelingt die digitale Beschaffung: Echtzeit-
Daten und agile Prozesse als Erfolgsfaktoren.
REDAKTION
Die Folge sind Systembrüche und inkonsistente
Informationen, die Compliance-Verstöße und
ineffiziente Prozesse nach sich ziehen können.
Ein Benutzer könnte beispielsweise bei einem
gesperrten Lieferanten bestellen, weil die Sperrung
noch nicht in der Beschaffungslösung angekommen
ist.
Zudem ist das Datenmodell eines ERP-Systems
deutlich umfangreicher und komplexer als das
eines klassischen Beschaffungssystems. Das erschwert
die nahtlose Integration aller Einkaufskanäle
in die Beschaffungslösung. Hinzu kommt,
dass die Anbindung über Middleware sowie
die Entwicklung, Wartung und der Support der
Schnittstellen mit erheblichem Aufwand verbunden
sind – und entsprechend viele Ressourcen,
Zeit und Kosten beanspruchen.
Die digitale Transformation stellt Unternehmen
vor neue Herausforderungen
– insbesondere im Procurement.
Wer wettbewerbsfähig
bleiben will, muss Beschaffungsprozesse nicht
nur digitalisieren, sondern auch in Echtzeit steuern
können. Traditionelle Lösungen stoßen hier
an ihre Grenzen: Oft verhindern fragmentierte
Systeme und asynchrone Datenübertragungen
eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen
Einkaufslösungen und ERP-Systemen.
Real-Time Procurement, das heißt eine Echtzeit-Beschaffung
durch Anbindung an das ERP,
schafft hier Abhilfe. Sie ermöglicht, jederzeit auf
aktuelle und konsistente Daten zuzugreifen –
ohne Verzögerungen, ohne Medienbrüche und
ohne doppelte Datenhaltung. Damit wird eine
zentrale Grundlage für eine flexible, agile und
compliance-sichere Beschaffung geschaffen.
Die Ausgangslage: Zwei Systeme,
zwei Realitäten
In der klassischen Systemarchitektur greifen
Beschaffungslösungen oft über Middleware auf
ERP-Systeme zu. Diese Zwischenschicht übernimmt
die Übersetzung zwischen unterschiedlichen
Datenmodellen. Der Nachteil: Änderungen
im ERP-System – wie das Sperren eines Lieferanten
oder Budgetanpassungen – werden
nicht in Echtzeit übertragen. In der Regel erfolgt
die Datenaktualisierung in Intervallen, beispielsweise
nachts oder stündlich.
Real-Time Procurement:
Eine einheitliche Datenbasis als Schlüssel
Architekturen, bei denen Beschaffungslösungen
dasselbe Datenmodell wie das ERP-System
nutzen, eliminieren die Notwendigkeit für Middleware.
Unternehmen wie BeNeering verfolgen
diesen Ansatz, um einen sofortigen Datenaustausch
und eine konsistente Datenverarbeitung
zu ermöglichen. Statt sich auf periodische
Datenübertragungen verlassen zu müssen, erfolgt
der Zugriff auf ERP-Daten in Echtzeit und
direkt bei der Durchführung eines Vorgangs –
etwa beim Anlegen einer Bestellung oder beim
Anfragen eines Budgets.
Bei allen Prozessen wird auf eine einzige,
aktuelle und konsistente Datenbasis zugegriffen.
Jeder Vorgang wird in Echtzeit auf Basis der
ERP-Daten geprüft: Ist der Lieferant aktiv?
Reicht das Budget? Stimmen die Berechtigungen?
Diese Fragen werden unmittelbar beantwortet
und bei der Auswahl berücksichtigt, ohne
Zeitverzögerung und ohne Risiko unterschiedlicher
Datenbestände.
Agilität in der Beschaffung:
Flexibilität ohne Umwege
Agilität bedeutet im Kontext von Procurement
die Fähigkeit, Prozesse flexibel an neue Anforderungen
anzupassen – schnell, effizient
und ohne langwierige technische Anpassungen.
Auch hier wirkt sich die einheitliche Datenbasis
positiv aus. In herkömmlichen Architekturen
erfordert jede Prozessanpassung komplexe
Änderungen: Neue Felder oder Objekte müssen
nicht nur im Beschaffungssystem, sondern auch
in der Middleware und im ERP-System berücksichtigt
werden. Dies führt zu hohen Kosten, langen
Projektlaufzeiten und Abhängigkeiten von
IT-Ressourcen.
Unternehmen, die hingegen ein einheitliches
Datenmodell nutzen, können Anpassungen effizient
umsetzen. Erweiterungen wie zusätzliche
Funktionen lassen sich einfach, schnell
und ohne aufwändige Mappings oder zusätzliche
Schnittstellenanpassungen integrieren.
So gewinnen Unternehmen echte Flexibilität bei
der Gestaltung ihrer Beschaffungsprozesse.
Mehr Compliance, geringere Kosten,
höhere Effizienz
Die Vorteile von Real-Time Procurement auf Basis
einer einheitlichen Datenstruktur sind vielfältig:
• Compliance-Sicherung: Durch Echtzeit-Prüfungen
werden Fehlerquellen und Regelverstöße
vermieden.
• Reduzierte Komplexität: Der Verzicht auf Middleware
senkt die Fehleranfälligkeit und vereinfacht
das Systemmanagement.
• Schnellere Implementierung: Projekte lassen
sich mit deutlich geringerem Aufwand und
kürzeren Laufzeiten realisieren.
• Kosteneinsparungen: Geringere Integrationsund
Wartungskosten führen zu einer niedrigeren
Total Cost of Ownership (TCO).
• Erhöhte Agilität: Änderungen können flexibel
und ohne lange Vorlaufzeiten umgesetzt werden.
Dies wirkt sich nicht nur auf den operativen
Einkauf aus, sondern stärkt auch die Position der
Beschaffungsorganisation innerhalb des Unternehmens:
Sie wird zum strategischen Partner,
der Prozesse vorausschauend gestaltet und Innovationen
ermöglicht.
Fazit: Zukunftssichere Beschaffung durch
Echtzeit-Datenaustausch und Agilität
Real-Time Procurement in Verbindung mit echter
Agilität ist mehr als ein technisches Upgrade – es
ist ein Paradigmenwechsel in der Beschaffung.
Unternehmen, die auf eine zentrale, konsistente
Datenbasis setzen und auf Middleware verzichten,
schaffen einen Echtzeit-Datenaustausch
und so die Voraussetzungen für ein modernes,
flexibles und compliance-sicheres Procurement.
Mit Lösungen wie der BeNeering Digital Procurement
Plattform, die Daten in Echtzeit mit
SAP austauscht, können Unternehmen nicht nur
ihre Effizienz steigern, sondern auch die Grundlage
für zukünftige Innovationen legen. Der
Weg dorthin ist klar: weniger Komplexität, mehr
Geschwindigkeit, maximale Flexibilität.
(RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S38
Intralogistik & E-Commerce
Mit Echtzeit-Daten & EDI
zu optimalen Beständen:
So gelingt moderne
Bestandsplanung
Experten schätzen, dass rund 8 Prozent des
Umsatzes verloren gehen, weil Produkte wegen
Fehlbeständen nicht verfügbar sind. Gleichzeitig
binden Überbestände Kapital und erhöhen
die Lagerkosten. REDAKTION
Traditionelle Planungsmethoden wie
monatliche Forecasts oder manuelle
Bestandsabgleiche stoßen hier an ihre
Grenzen. Moderne Omnichannel- und
Just-in-Time-Lieferketten erfordern hingegen
Echtzeit-Daten und nahtlose Kommunikation,
um Engpässe und Überhänge zu vermeiden.
Eine Schlüsselrolle spielt hierbei Electronic Data
Interchange (EDI), der Bestands- und Transaktionsdaten
standardisiert und automatisiert
zwischen allen Partnern austauscht. Doch
wie genau verbessert EDI die Bedarfsplanung?
Welche Schritte sind dafür nötig, und welche
Hürden gilt es zu meistern? Machen wir uns auf
die Suche nach Antworten.
Fehl- und Überbestände vermeiden
Transparenz in Echtzeit über die gesamte Lieferkette
ist entscheidend, um Out-of-Stocks oder
Überhänge zu verhindern. EDI ermöglicht den
sofortigen Austausch aktueller Bestellungen,
Lagerbestände und Lieferstatus zwischen Partnern.
Diese permanente Synchronisation erlaubt
eine schnelle Auftragsabwicklung und
ein proaktives Gegensteuern bei Nachfrageschwankungen.
Automatisierte Systeme können
so etwa bei hoher Nachfrage unmittelbar
nachbestellen, bevor Regale leer bleiben.
Dank End-to-End-Sichtbarkeit lassen sich
Bestände dynamisch steuern, Lieferungen umleiten
oder Produktionspläne anpassen. Studien
zeigen, dass EDI Out-of-Stock-Raten senkt, Liefergenauigkeit
erhöht und die Kundenzufriedenheit
verbessert.
EDI als Schlüssel zur präzisen Planung
Präzise Bedarfs- und Bestandsplanung basiert
auf aktuellen, fehlerfreien Daten. EDI minimiert
manuelle Eingaben und verhindert so Übertragungsfehler.
Standardisierte Formate sichern ein
einheitliches Verständnis bei allen Beteiligten.
Optimal ist die Integration von EDI ins ERP-
System, wodurch ein durchgängiger Datenfluss
ohne Silos entsteht. Verkaufszahlen, Lagerabgänge
und Lieferantenbestätigungen fließen
direkt in die Planungssoftware, sodass Planer
stets den aktuellen Stand sehen und Prognosen
laufend anpassen können. So lassen sich Trends
frühzeitig erkennen und Bestände optimal steuern,
um Verfügbarkeiten sicherzustellen und
Überbestände zu vermeiden.
Herkömmliche Planungszyklen zu langsam
Klassische Monats- oder Quartalsprognosen
genügen heute nicht mehr. Kundenanforderungen
ändern sich teils innerhalb weniger
Stunden – durch Trends, Wetter oder Lieferprobleme.
Manuelle Planungen reagieren darauf
oft zu träge. Moderne Supply Chains
müssen flexibel und kurzfristig angepasst
werden können. EDI-Lösungen – etwa von
TrueCommerce - ermöglichen genau das, indem
aktuelle Daten ohne Verzögerung zur Verfügung
stehen und die Planung dynamisch steuern.
Gerade im E-Commerce oder Omnichannel-
Handel mit kurzen Lieferzyklen sind solche Echtzeit-Informationen
unverzichtbar. Wer weiterhin
mit starren Prozessen arbeitet, riskiert leere
Regale, verspätete Lieferungen und damit den
Verlust von Marktchancen. Echtzeit-Planung ist
deshalb der neue Standard.
Schritte zur erfolgreichen Umsetzung von
EDI-gestützter Prognose & Lageroptimierung
Wenn Unternehmen ihre Planung mithilfe von
EDI und Echtzeit-Daten optimieren möchten,
sollten sie strukturiert vorgehen. Die folgenden
Schritte haben sich in der Praxis bewährt:
1. Systeme integrieren, Datenbasis schaffen
EDI sollte nahtlos mit ERP-, Warenwirtschaftsund
Lagersystemen verknüpft werden. So
werden Dateninseln aufgelöst und manuelle
Doppel-Eingaben vermieden. Einheitliche
Datenformate sichern eine konsistente, fehlerfreie
Basis für präzise Prognosen.
Über den Autor:
Jakob Vestergaard ist Managing Director
Europe bei TrueCommerce. Er kam über
die Stationen Evenex, KPMG und Ferrosan zu
dem globalen Anbieter von Supply-Chainund
Omnichannel-Lösungen. Jakob Vestergaard
hat einen Abschluss in Betriebswirtschaft,
Informatik und Management
Accounting von der Copenhagen Business
School.
2. Datenqualität und Standards sicherstellen
Vor der Nutzung in der Planung müssen
Stamm-daten bereinigt und Standards
(z.B. Artikelnummern, Mengeneinheiten)
definiert werden. Gleichzeitig gilt es, Altsysteme
oder manuelle Prozesse als Fehlerquellen
zu reduzieren. Schulungen
im Umgang mit den neuen EDI-Prozessen
garantieren eine korrekte Bedienung.
3. EDI-Daten in die Prognose einspeisen
Jetzt lassen sich Echtzeit-Daten für Bedarfsvorhersagen
und Bestandsoptimierungen nutzen.
Moderne Dispositions- oder APS-Systeme
berücksichtigen automatisch EDI-Datenströme
wie Abverkäufe, Lagerbestände oder Lieferzeiten.
Prognosen können so laufend angepasst und
Bestellvorschläge automatisch erstellt werden,
was Überbestände und Stockouts minimiert.
4. Automatisierte Alerts einrichten
Eine EDI-gestützte Planung sollte dynamisch
bleiben. Definieren Sie Schwellenwerte und
Benachrichtigungen, die Ihr Team warnen –
etwa bei Unterschreitung des Sicherheitsbestands
oder Lieferverzögerungen. Solche
Echtzeit-Alerts ermöglichen ein sofortiges
Gegensteuern, zum Beispiel durch Umlagerung,
Nachbestellung oder Anpassung der Prognose.
5. Partner einbinden und Pilotprojekte starten
Die erfolgreiche Umsetzung erfordert die
Mitwirkung aller relevanten Partner. Daher sollten
Lieferanten und Kunden frühzeitig eingebunden
werden. EDI-Dienstleister stellen oft vorkonfigurierte
Mappings und erfahrene Onboarding-
Teams bereit. Starten Sie zunächst ein Pilotprojekt
in einem begrenzten Bereich, um Prozesse
zu testen und Kennzahlen wie Prognosegüte,
Lagerumschlag und Servicegrad zu überwachen,
bevor das System breiter ausgerollt wird.
Durch das Befolgen dieser Schritte verwandeln
Unternehmen ihre Bestandsplanung in einen
durchgängig datengetriebenen Prozess. EDI
sorgt dafür, dass die dafür nötigen Informationen
just-in-time und korrekt vorliegen, während
klare Prozesse und Alerts die reibungslose
Umsetzung garantieren.
(RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S40
Intralogistik & E-Commerce
Neue KI- und Robotik-
Funktionen für fahrerlose
Transportsysteme
Auf der automatica, der Leitmesse für Automation
und Robotik, kündigt Siemens an, den
Operations Copilot künftig auch in fahrerlose
Transportsysteme und mobile Roboter zu integrieren.
REDAKTION
SPPHIE HERING
Mobile Transportroboter werden
zunehmend als autonome physische
Agenten durch künstliche
Intelligenz (KI) ausgesteuert. Dabei
fungiert der Operations Copilot – ein industrieller
Copilot zur Bedienung und Wartung von
Maschinen – als Benutzeroberfläche für den
Menschen. Über diese Agenten-Schnittstelle
kann der Anwender autonome mobile Roboter
(AMRs) und fahrerlose Transportsysteme (englisch:
Automated Guided Vehicles – AGVs) konfigurieren
und anweisen, Materialien und Güter
über den Shopfloor zu transportieren. Das ist ein
weiterer Baustein für die Automatisierung der
Automatisierung in einer Fabrik mithilfe von generativer
KI.
Operations Copilot soll um Agenten für
AMRs und AGVs erweitert werden
In einem weiteren Schritt plant Siemens, die
Funktionalitäten des Operations Copilot mit KI-
Agenten zu erweitern, die speziell für den Einsatz
von AMRs und AGVs entwickelt wurden.
Diese Agenten unterstützen sowohl bei der Inbetriebnahme
als auch beim Betrieb einzelner
AGVs oder ganzer Flotten. Insbesondere die Inbetriebnahme
ist ein komplexer und aufwändiger
Prozess: AGVs müssen in bestehende ITund
OT-Netzwerke einer Fabrik integriert und an
individuelle Gegebenheiten wie Fahrwege oder
Übergabestationen angepasst werden. Hierfür
setzen Ingenieure den Operations Copilot
ein, der sich durch die Sensorik und Kameras
der AGVs ein präzises Bild der Umgebung verschafft.
Über die Agenten kann der Operations
Copilot auf sämtliche technische Dokumentationen
der verbauten AGV-Komponenten sowie
auf die Echtzeitdaten zugreifen. Dadurch können
Inbetriebnehmer und Bedienpersonal effizienter
arbeiten, Fehler schneller identifizieren und eine
reibungslose Inbetriebnahme sicherstellen.
„Mit der Erweiterung des Operations Copilot um
physische und virtuelle KI-Agenten schaffen
wir eine neue Ebene der Interaktion zwischen
Mensch, Robotik und KI“, sagt Rainer Brehm, CEO
Factory Automation bei Siemens. „So ermöglichen
wir unseren Kunden, autonome Transportsysteme
schneller in Betrieb zu nehmen,
effizienter zu betreiben und sicherer zu gestalten
– ein weiterer Schritt auf dem Weg zur autonomen
Fabrik.“
Neue Softwarelösung Safe Velocity für
mehr Sicherheit auf dem Shopfloor
AGVs sind mit verschiedenen Navigations- und
Sensorikfunktionen ausgestattet und bewegen
sich – ohne direktes menschliches Eingreifen –
sicher und kontrolliert in einer Produktions- oder
Intralogistikumgebung. Befinden sich Menschen
oder Gegenstände im Fahrweg, halten die AGVs
an oder drosseln ihre Geschwindigkeit und umfahren
das Hindernis. Siemens‘ neue softwarebasierte
Lösung Safe Velocity ermöglicht Anwendern,
die Geschwindigkeit selbstfahrender
Transportsysteme fehlersicher zu überwachen,
damit die Schutzfelder von Sicherheitslaserscannern
dynamisch umgeschaltet werden
können.
Die TÜV-zertifizierte Software ist mit der Hardund
Software verschiedener AGV-Hersteller
kompatibel und ergänzt die bestehenden Sicherheitssysteme,
um hohen Sicherheitsstandards in
der Produktion gerecht zu werden. Der reduzierte
Bedarf an zusätzlicher Safety-Hardware spart
wertvollen Bauraum im Fahrzeug, vereinfacht
die Systemarchitektur sowie das Engineering
und minimiert den Verkabelungsaufwand, ohne
Kompromisse bei der funktionalen Sicherheit
einzugehen.
Künftig soll der Operations Copilot mit KI-Agenten
wie Safe Velocity interagieren, um gezielt
Informationen der Sicherheitslaserscanner oder
der Geschwindigkeit der AGVs auszuwerten. Der
virtuelle Safe-Velocity-Agent verfügt über spezifisches
Know-how zur Überwachung von AGVs
und kann auf andere Agenten für AGV- und
AMR-Applikationen zugreifen. Auf diese Weise
schafft Siemens ein Multi-Agenten-System, in
dem der Operations Copilot sowohl physische
als auch virtuelle KI-Agenten steuert, diese eng
miteinander zusammenarbeiten und die digitale
mit der realen Welt weiter verknüpfen.
(RED)
LOGISTIK express
informiert
Sichern Sie sich Ihren
substanziellen
Wettbewerbsvorsprung
› Intralogistik & E-Commerce
› Handel & Distanzhandel
› Transport & Logistik
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S42
Intralogistik & E-Commerce
DHL Group
Absichtserklärung mit
Boston Dynamics
DHL Group unterzeichnet Absichtserklärung
mit Boston Dynamics zum Einsatz von weiteren
1.000 Robotern und beschleunigt Automatisierungsstrategie
über alle Geschäftsbereiche
hinweg. REDAKTION
DHL Group, der weltweit führende
Logistikdienstleister, hat eine Absichtserklärung
mit Boston Dynamics,
einem der weltweit führenden
Unternehmen für moderne Robotik, unterzeichnet.
Basierend auf dem Erfolg des bewährten
Stretch-Roboters von Boston Dynamics, der für
die Handhabung von Kartons entwickelt wurde
und von DHL zunächst zum automatisierten
Entladen von Containerbrücken eingesetzt wurde,
macht die Absichtserklärung nun den Weg
für den globalen Einsatz von mehr als 1.000
weiteren Robotern frei. In Zukunft plant DHL,
den Einsatzzweck der Roboter zu erweitern und
Stretch auch für die Kommissionieren von Kartons
zu nutzen. Die neue Vereinbarung stellt einen
bedeutenden Meilenstein in einer ohnehin
schon sehr erfolgreichen Zusammenarbeit dar,
die 2018 begann und seitdem zahlreiche Verbesserungen
in der Automatisierung von logistischen
Prozessen erzielt hat. DHL Supply Chain,
die Kontraktlogistik-Sparte des Konzerns, hat
dabei den Weg geebnet, indem sie Stretch 2023
kommerziell in Nordamerika eingeführt und den
Einsatz kürzlich auf das Vereinigte Königreich
und Europa ausgeweitet hat.
Die Partnerschaft hat besonders die gemeinsame
Produktentwicklung für integrierte Automatisierungslösungen
(End-to-End) vorangetrieben,
die - wie im Projekt im Vereinigten
Königreich erfolgreich demonstriert - selbst
Förderbänder und Palettierer miteinschließt. Um
diese Erfolge weiter auszubauen, prüft die DHL
Group, wie die Technologie fortentwickelt und
in anderen Geschäftsbereichen eingesetzt werden
kann. Eine Kernaufgabe ist beispielsweise
das Kommissionieren von Kartons – die arbeitsintensivste
Tätigkeit innerhalb von DHL Supply
Chain. So wird den Nutzen von Stretch über das
reine Containerentladen hinaus erhöht.
„Mit unserer Agenda zur
schnelleren Digitalisierung
setzen wir darauf,
die Wirkung von
Robotik und Automatisierung
in all unseren
Betrieben und
Geschäftsbereichen zu
maximieren“, sagte Sally
Miller, Global CIO von DHL
Supply Chain. „In der nun definierten Zusammenarbeit
findet ein grundlegendes Umdenken
statt, das unsere Arbeitsweise neu organisiert
und den Service für unsere Kunden gleichzeitig
verbessert. Durch die erweiterte Partnerschaft
mit Boston Dynamics wird DHL eine aktivere
Rolle in Gestaltung und Steuerung bei der Entwicklung
von Robotern übernehmen. Ziel ist es,
widerstandsfähigere, reaktionsschnellere und
intelligentere Lösungen zu schaffen, die die individuellen
Herausforderungen unseres Arbeitsalltags
adressieren. Gemeinsam setzen wir so
neue Maßstäbe für die Logistikbranche.“
Durch divisionsübergreifende Zusammenarbeit
stellt DHL sicher, dass Fortschritte, die etwa in
der DHL Supply Chain-Sparte entwickelt wurden,
künftig auch für den Einsatz in anderen Geschäftsbereichen
angepasst werden können,
um so in großem Stile Verbesserungen in den
Abläufen zu realisieren.
Stretch kann bis zu 700 Kartons pro Stunde entladen
und verbessert auch die Mitarbeiterzufriedenheit
erheblich, da körperlich anstrengende
Arbeiten in Lkw-Anhängern, die im Sommer
sehr heiß und im Winter enorm kalt sind, verringert
werden.
In den vergangenen drei Jahren hat DHL Group
über 1 Milliarde Euro in die Automatisierung ihrer
Kontraktlogistik-Sparte investiert. Weltweit setzt
die Gruppe mittlerweile über 7.500 Roboter,
mehr als 200.000 intelligente Handheld-Geräte
und nahezu 800.000 IoT-Sensoren ein, um Ab-
läufe zu optimieren, Arbeitsbedingungen für die
Mitarbeiter zu verbessern und messbaren Mehrwert
für die Kunden zu schaffen. Heutzutage
sind mehr als 90 % aller DHL-Lager weltweit mit
mindestens einer Automatisierungs- oder Digitalisierungslösung
ausgestattet.
DHL stärkt seine Automatisierungsstrategie
auch dadurch, dass es den Schwerpunkt auf
die gemeinsame Entwicklung von Lösungen in
enger Zusammenarbeit mit etablierten Robotik-
Partnern legt, anstatt sich ausschließlich auf bestehende
Standardtechnologie zu verlassen.
Auch dafür steht das Partnerschaftsmodell von
DHL und Boston Dynamics. Die DHL Group bietet
reale Betriebsabläufe als Testfeld für neueste
Technologien und liefert wertvolles Feedback
und branchenspezifische Einblicke. Indem die
Unternehmen über eine traditionelle Kundenund
Lieferantenbeziehung hinausgehen, können
sie gemeinsam Lösungen im laufenden Betrieb
entwickeln, testen und skalieren. Das ermöglicht
DHL, sich auf seine Kernkompetenzen in der
Logistik zu konzentrieren, während die weltweit
führenden Robotik-Innovatoren maßgeschneiderte
Technologien für die Bedürfnisse des Unternehmens
und der Logistikbranche schaffen.
Durch diesen offenen, operativ integrierten Ansatz
schaffen es DHL und Boston Dynamics, Lösungen
wie Stretch gemeinsam voranzutreiben
und weitere Synergien über Divisionen hinweg
zu realisieren.
Robert Playter, CEO von Boston
Dynamics, erläutert:
„Wir sind stolz darauf,
unsere Zusammenarbeit
mit DHL Group weiter
zu stärken. Unsere
Teams haben gemeinsam
den Weg der Innovation
eingeschlagen, um
praktische und effektive Robotik-Lösungen
für Lagerhäuser zu entwickeln.
Die Zusammenarbeit ist da der nächste Schritt in
einer hervorragenden Zusammenarbeit. Stretch
eignet sich als erster Multi-Use-Case-Roboter
auch ideal für das Kommissionieren von Kartons
und erfüllt damit die unterschiedlichen Bedürfnisse
von DHL besonders gut. Gemeinsam wollen
wir zeigen, wie praxisnah Innovationen in der
modernen Lieferkette eingesetzt werden.“
Im Rahmen ihrer Strategie 2030 plant die DHL
Group, Partnerschaften mit Technologieführern
weiter zu formalisieren, um nicht nur den flächendeckenden
Einsatz voranzutreiben, sondern
auch gemeinsame Entwicklungen, Co-Investitionen
und tiefere Kooperationsmodelle zu
fördern. Dieser integrierte Ansatz – von Robotik-
Partnerschaften bis hin zu gegenseitig bedingten
Anreizmodellen – wird eine zentrale Rolle
dabei spielen, Robotik und Automatisierung als
Schlüsselfaktoren für nachhaltiges, langfristiges
Wachstum innerhalb der DHL Group zu etablieren.
(RED)
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S44
Intralogistik & E-Commerce
Operation am offenen
Herzen
Beim C-Teile-Spezialist Joseph Dresselhaus
GmbH & Co. KG wurde bis vor kurzem nach dem
Prinzip „Mann-zu-Ware“ kommissioniert. Doch
die wachsende Zahl der Bestellungen ließ sich
auf diese Weise nicht länger bewältigen. Abhilfe
schafften mobile Roboter des Herstellers SAFE-
LOG, die den kompletten Paletten- und Behältertransport
am Standort Herford übernommen
haben. REDAKTION
Das Unternehmen Dresselhaus ist seit
1950 als breit aufgestellter Vollsortimenter
aktiv und gilt als einer der
führenden Industrie- und Handelspartner
in Europa für Verbindungs- und Befestigungstechnik
mit Schwerpunkt C-Teile.
Zum Portfolio gehören auch kundenspezifische
Zeichnungsteile, die von Partnerfirmen gefertigt
werden. Dresselhaus setzt auf Flexibilität,
Verlässlichkeit und Kundennähe. Im letzten Geschäftsjahr
erzielte der Teilelieferant mit neun
Standorten im In- und Ausland einen Umsatz
von 230 Mio. Euro.
Nicht ausreichend automatisiert
In seinem Lager am Standort Herford hatte Dresselhaus
Nachholbedarf. Die Kommissionierung
funktionierte bis 2022 ausschließlich nach dem
Prinzip „Mann-zu-Ware“. Die Mitarbeiter liefen
im Zickzack durch die Regalgassen, legten
die bestellten Artikel auf einen Handwagen und
brachten sie nach der Auftragskonsolidierung
und dem Verpacken zum Warenausgang. „Für
künftige Anforderungen waren wir nicht ausreichend
automatisiert“, sagt Udo Grumbach,
Bereichsleiter Strategische Logistik & Logistik
Herford bei Dresselhaus. Während einige Mitbewerber
bereits Ende der neunziger Jahre in
Hochregallager investierten und die Behälterkommissionierung
automatisierten, setzte Dresselhaus
mit zusätzlichen Niederlassungen auf
Flächenwachstum. Doch am Ende war die Menge
an Bestellungen mit dem bestehenden Personal
kaum noch zu bewältigen. „Zusätzliche Mitarbeiter
wären auf Dauer auch keine Lösung gewesen,
denn irgendwann sind die Gänge einfach
voll“, weiß Grumbach.
Artikelanalyse für neues Lagerdesign
Zwar hat Dresselhaus eine grüne Wiese, auf der
ein komplett neues Lager hätte gebaut werden
können, aber eine Investition von rund 40 Mio.
Euro kam für die Herforder nicht in Frage. Also
musste das bestehende Lager mit den gegebenen
baulichen Grenzen auf ein höheres technisches
Level gehoben werden. Im Frühjahr 2021
setzten sich die Logistikexperten von Dresselhaus
zusammen und entwickelten ein neues
Lagerdesign. Grundlage dafür war eine genaue
Artikelanalyse. Wieviel Artikelgruppen gibt
es? Welche Waren sind Schnell-, welche sind
Langsamdreher? Muss jedes Produkt an jedem
Standort verfügbar sein? Dabei ging es nicht nur
um eine neue Lösung, sie musste auch in den
bestehenden Baukörper hineinpassen.
Die Chemie passte auf Anhieb
Nach dieser Voranalyse hat sich Dresselhaus
einen sportlichen Zeitplan für die Umsetzung
auferlegt. Für eine umfangreiche Recherche nach
möglichen Automatisierungspartnern inklusive
Ausschreibung fehlte deswegen die Zeit. Allerdings
fiel in dieser Anfangsphase immer wieder
der Name SAFELOG. Das Unternehmen war eine
feste Größe in den Netzwerken der Projektbeteiligten.
Die Herforder beschäftigten sich näher
mit SAFELOG und statteten schließlich den Spezialisten
für mobile Robotik in Markt Schwaben
einen Besuch ab. „Die Chemie passte auf Anhieb“,
erinnert sich Grumbach. „Wir haben uns danach
nicht mehr mit anderen Herstellern beschäftigt.“
55 mobile Roboter übernehmen den Transport
Die Basis des neuen Lagers von Dresselhaus ist
der automatische Transport von Paletten und
Behälter durch mobile Roboter von SAFELOG.
Abgesehen von den Schmalgangstaplern im
Hochregallager verkehren heute am Standort
Herford Stapler oder Hubameisen nur noch an
der Rampe beim Be- und Entladen der LKW. Im
Einsatz sind derzeit 35 Modelle des Typs SAFE-
LOG X1 spin für den Palettentransport und 20
Geräte des Typs SAFELOG S3 core mit einem
prozessspezifischen Aufbau zum Befördern von
Behältern. Das X1-Modell wurde für schwierige
Platzverhältnisse konzipiert und kann Lasten
von 1200 kg bis zu einer Hubhöhe von 80 mm
stemmen. Die S3-Variante kann sich mit seinen
kompakten Abmaßen auf der Stelle drehen und
braucht dafür einen Durchmesser von weniger
als 90 cm. Die maximale Traglast liegt bei 150 kg.
Jetzt kommt die Ware zur Person
Die mobilen Roboter nehmen die Paletten an
Übergabestationen im Wareneingang auf und
fahren sie zum Hochregallager, wo sie von den
Schmalgangstaplern übernommen und eingelagert
werden. Ebenso versorgen die X1-Geräte
ein neues dreistöckiges Blocklager für Paletten.
Über zwei Vertikalheber gelangt die Ware in
die oberen Stockwerke. Für den automatischen
Transport der Behälter hat SAFELOG gemeinsam
mit Dresselhaus und der NeoLog GmbH ein
spezielles Regalgestell für 16 Boxen entwickelt,
das die X1-Roboter aufnehmen und zum neuen
Shuttlelager bringen. Hier werden die Behälter
von zwei Roboterarmen aus dem Gestell entnommen
und an die SAFELOG S3-Geräte mit
Sonderaufbau übergeben. Diese übernehmen
den Transport der Behälter ins Shuttlelager. Und
schließlich befinden sich im Erdgeschoss des
Blocklagers sechs moderne Kommissionierinseln
mit Pick-by-Light-Systemen, die ebenfalls
von den mobilen Robotern mit Paletten und Behältern
versorgt werden. Die Ware kommt also
jetzt zur Person und nicht umgekehrt wie in den
letzten dreißig Jahren.
Agentenbasierter Ansatz für Zuverlässigkeit
Die mobilen Roboter von SAFELOG brauchen
keinen Leitstand. Stattdessen verfolgt der Hersteller
einen agentenbasierten Ansatz. Jedes
Gerät verfügt daher über eine Recheneinheit, auf
welcher der entsprechende Softwarebaustein
ausgeführt wird. So können die Roboter beziehungsweise
Agenten im Schwarm untereinander
die Informationen austauschen, die sie zum
Erfüllen der anstehenden Aufgaben brauchen.
Das System arbeitet zuverlässig, denn wenn
ein Roboter ausfällt, übernehmen die übrigen
Geräte die Aufgaben. Wenn hingegen ein zentraler
Leitstand versagt, steht die gesamte Flotte.
„Bei einer agentenbasierten Steuerung
kann im schlimmsten Fall sogar jede Einheit
alleine weitermachen“, versichert Moritz
Schmidt, Head of Sales bei SAFELOG.
LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S46
Mobile Roboter werden in Serie gebaut
SAFELOG gehört zu den wenigen Herstellern, die
ihre mobilen Roboter in Serie bauen. Die dabei
verwendeten Standardbaugruppen sorgen für
eine konstante Qualität und Kunden wie Dresselhaus
profitieren von einem günstigeren Preis,
weil kein Sondermaschinenbau betrieben wird.
„Es ist unsinnig, für jedes Projekt ein neues Fahrzeug
zu konzipieren“, sagt Schmidt. Zudem verbaut
SAFELOG in seinen Geräten nur die Technik,
die tatsächlich für die jeweilige Aufgabe beim
Kunden gebraucht wird. Dadurch werden die
Roboter robuster und ausfallsicherer. „Je weniger
Teile integriert sind, desto weniger kann kaputt
gehen und der Anwender spart wiederum
Geld“, bringt es Schmidt auf den Punkt.
Implementierung im laufenden Betrieb
Die Teilautomatisierung des Lagers in Herford
fand im laufenden Betrieb statt. Dazu gehörte
nicht nur die Inbetriebnahme der 55 mobilen
Roboter, sondern die komplette mechanische,
elektrische und gebäudetechnische Umsetzung.
„Es war eine Operation am offenen Herzen,
denn wir mussten unsere Kunden natürlich weiter
beliefern“, umschreibt Grumbach das Projekt
bildlich. „Überall fuhren die Roboter und unsere
Staplerfahrer kurvten drum herum, es war auch
hinsichtlich der Arbeitssicherheit eine Herausforderung.“
Aber es funktionierte. Für Grumbach
war der Erfolg eine Frage der genauen und verlässlichen
Abstimmung. „Das war mit den Kollegen
von SAFELOG immer möglich, auch wenn es
mal geknirscht hat“.
Umstellung auf SAP steht noch aus
Ende September 2023 gingen alle Gewerke
in den Produktivbetrieb und die Stapler verschwanden
sukzessive aus dem Herforder Lager.
„Trotzdem befinden wir uns noch in einer Hochlaufphase,
sozusagen in einer mit Ausbaustufen
versehenen Gesamtlösung, die noch nicht zu
hundert Prozent abgeschlossen ist“, beschreibt
Grumbach die aktuelle Lage. „Den Warenausgang
können wir erst nach der Umstellung auf
SAP in Betrieb nehmen“. Deswegen ist es nach
Ansicht von Grumbach noch zu früh, eine Leistungssteigerung
in Prozent dank des neuen Systems
zu nennen.
Für weiteres Wachstum gerüstet
Allerdings sei schon heute festzustellen, dass die
gleiche Auftragslast deutlich schneller zu schaffen
ist als vor der Teilautomatisierung. „Dazu
muss allerdings die Gesamtanlage inklusive Roboter,
Schnittstellen, Vertikalheber und Shuttlelager
reibungslos funktionieren“, räumt Grumbach
ein. Aber wenn alles mal richtig läuft, ließen
sich pro Tag drei bis vier Stunden einsparen.
„Dann brauchen wir dringend neue Kunden“,
sagt Grumbach mit einem Augenzwinkern. Mit
den derzeit 55 mobilen Robotern kommt Dresselhaus
aus. „Das ist ja das Schöne an der skalierbaren
Technik“, freut sich Grumbach. „Wenn
wir wachsen, nehmen wir einfach ein paar
Geräte dazu.“
Übertragen der Lösung auf andere Standorte
Udo Grumbach schätzt die Zusammenarbeit mit
SAFELOG und kann sich durchaus weitere Projekte
vorstellen. Zum einen könnte im Gebäude
in Herford ein weiteres Shuttlelager entstehen,
das dann natürlich auch von mobilen Robotern
bewirtschaftet werden würde. „Und generell
könnte der automatische Palettentransport auch
auf andere Standorte portiert werden“, blickt
Grumbach in die Zukunft. „Das wäre durchaus
ein denkbares Projekt.“
(RED)
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Der Markt zur privaten
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die klassischen Anbieter heraus.
Mit der LOGISTIK express
Strategie wollen wir in die
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E-Mail: info@logistik-express.at
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