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LE-3-2025-Journal Transport & Logistik

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TRANSPORT & LOGISTIK LE 3/2025

Volatile Märkte

Wer global handelt, muss

strategisch flexibel bleiben

LOGISTIK EXPRESS INFORMIERT


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S2

LOGISTIK express

TRANSPORT &

LOGISTIK

Journal 3/2025

04 Geheimtipp Flughafen Klagenfurt

06 Digitalisierung und Nachhaltigkeit weiter als

vorherrschende Themen

08 VNL das Sprachrohr der Logistik

10 Straße von Hormus -

Was China- abhängige Unternehmen wissen müssen

14 Der Trump-Prozess – So stellen sich Firmen auf

16 Motor der Wirtschaft darf nicht stocken

18 Preisschock im Einkauf? Fünf Strategien helfen gegen Zölle

22 Rekordgewinn beim Hafen Wien

26 Panattoni Park Ennshafen: ein neuer Logistik-Hub für Mitteleuropa

28 Logistics Park Tribus nimmt in Traiskirchen Betrieb auf

30 Dachser baut Logistikstandort Linz weiter aus und setzt auf Zukunft

32 Panattoni realisiert in NRW sein größtes Businesspark-Projekt

34 CTP investiert 100 Millionen in den Wirtschaftsstandort Österreich

36 Motorensymposium: Klimaneutrale Mobilität

38 Zukunftsfähige Batterie-Lieferketten

40 Amazon erweitert sein europäisches Transportnetzwerk

42 360°-Ladelösung UTA eCharge® auf E-Lkw

44 Shell startet in Verkauf von CO2-reduziertem Diesel an Tankstellen

46 GREEN transport meets Digital Excellence


LE 3/2025

IMPRESSUM

LOGISTIK express / MJR MEDIA

Donauwörther Str. 27a/7/4

A-2380 Perchtoldsdorf

Medieninhaber, Herausgeber:

Markus Jaklitsch

+43 676 7035206 / info@logistik-express.at

www.logistik-express.com

Fotos: istockphoto.com & depositphotos.com


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S4

Transport & Logistik

Geheimtipp

Flughafen Klagenfurt

Der Flughafen Klagenfurt soll angeblich ein

Geheimtipp sein. Leider ist er so geheim, dass

er als touristische Infrastruktur kaum eine Rolle

spielt. Die Überlebensfrage wurde in den vergangenen

Jahren schon mehrfach gestellt – auch

aktuell wird wieder kontrovers in der Öffentlichkeit

diskutiert. Im Moment ist keineswegs klar,

wer was in Fragen Flughafen zu sagen hat und

wer letztlich überhaupt als Eigentümer gilt.

PETER BAUMGARTNER

Für die Profis von Aircraft Owners and

Pilots Association (AOPA), eine weltweit

tätige Organisation für Piloten und

private Flugzeugeigner mit 500.000

Mitgliedern steht jedoch außer Zweifel: Die

Kombination aus einem attraktiven Flughafen,

atemberaubende Natur, kulturelle und kulinarische

Highlights, machen Kärnten zu einem

echten Geheimtipp für Flieger. Spricht

sich das unter allen Mitgliedern herum, muss

man sich über den Flughafen Klagenfurt auch

ohne Charter- und Linienflug keine Sorgen

machen. Die privaten Flugbewegung in Österreich

und auch in Klagenfurt, sind tatsächlich

erheblich – zum Leidwesen der Grünen.

Das hat auch etwas mit dem Registrierungssystem

in Österreich zu tun (Luftfahrtexperte Kurt

Hofmann). Nahezu jeder Promi oder wer glaubt

einer zu sein, hat einen Privatjet. Einige dieser

Luxus-Vögel sind sogar in Klagenfurt stationiert.

Immerhin ist die Promidichte rund um

den Wörthersee besonders groß. Daneben gibt

es noch einige Charterfirmen, die mehr als 20

Privatflüge pro Tag durchführen. Laut Greenpeace

soll es 2023 in Klagenfurt 1.148 Landungen

von Privatjets gegeben haben. Allerdings sind

die Zahlen im Privatflugbetrieb mit Vorbehalt zu

verstehen, weil es keine amtliche Statistik gibt.

Das will wohl niemand so genau wissen. Könnte

man daraus doch u.a. Rückschlüsse auf den

Flughafenbetrieb anstellen.

Doch diese Voraussetzungen reichen Klagenfurt

für die positive Betriebsdarstellung nicht. Der

Steuerzahler muss tief in die Tasche greifen. Mit

138.000 Passagieren 2024, ist die Frequenz weiter

gesunken (- 10,2 Prozent gegenüber 2023).

Schuld daran war nicht die grüne Forderung

nach einem Verbot von Inlandsflügen. Das wurde

eh nie umgesetzt. Regionale Flughäfen können

durchaus erfolgreich sein, hat der Flughafenexperte

Stefan Höffinger herausgefunden – wenn

sie eine gute Strategie und Führung haben.

Das scheint im Umkehrschluss in Klagenfurt

nicht gegeben zu sein, denn Höffinger empfiehlt

gleichzeitig eine „umfassende Umorientierung“.

Doch das hat er auch 2015 schon empfohlen

und den Flughafen gibt es – verschlimmbessert,

noch immer. Warum? Eine mögliche Erklärung

hat der Experte selber geliefert. Schlimm ist die

Irrelevanz, gibt Höffinger seine Erfahrung kund.

Fotos: Peter Baumgartner


Doch was ist relevant für den Flughafen

Klagenfurt? Vor allem, wer sagt, was

relevant ist? Vieles deutet darauf

hin, dass ein lebhafter Flughafenbetrieb,

wie man ihn gewohnt ist,

nicht angestrebt wird (Betriebsansiedlung,

Parkplatzmanagement,

Vertreibung der Sportflieger etc.). Was,

wenn die Passagierfrequenz gar nicht

relevant ist und den beabsichtigten Betrieb

sogar stört? Was, wenn es ausreicht, dass der

Steuerzahler die Infrastruktur brav finanziert und

den Flugbetrieb gewährleistet? Für die ungestörte

private Nutzung aller Luxus-Vögel würde

es reichen und reicht es seit mehr als 10 Jahren.

Die brauchen keine Passkontrolle, Gepäcksaufgabe

oder Infostand. Wenn Promis und „Owners“

die Sorge um die Pistenqualität und Flugsicherheit

los sind, dann ist Klagenfurt ein (billiger)

„Geheimtipp“.

Dazu passt die Luftfahrtstrategie 2040+ der

Bundesregierung, die sich ganz klar für den

bedingungslosen Erhalt der Bundesländerflughäfen

ausspricht. Dazu passt auch die

Strategie des Kärntner Landeshauptmannes

Peter Kaiser, der von Anfang an auf die „Kärntner

Lösung“ gesetzt hat: Ein PPP-Modell vom Steuerzahler

finanziert. 2006 kritisierte Kaiser seinen

Vorgänger Haider. „Mit dem ist kein Flughafen

zukunftsorientiert auszurichten“. Doch da

hatte der Flughafen noch 400.000 Passagiere.

Die sind nach 10-jähriger Kaiserzeit drastisch

geschrumpft und der Rechnungshof stellte

Anfang 2025 – rechtzeitig zum Kaiser-Jubiläum,

ein vernichtendes Zeugnis nach der Flughafen-

Prüfung aus. Alles nicht relevant?

Ohne Zweifel hat der Flughafen Klagenfurt abseits

des Geheimtipps für private Flieger erhebliches

Potential. Wir reden hier von den

umfangreichen Liegenschaften, die laut Regierungsprogramm

nicht veräußert, nur „in Wert“

gesetzt werden dürfen. Allein daraus erwächst

dem Flughafen ein wachsender Reichtum und

viel Raum für Immobilien-Deals. Für zusätzliche

Tätigkeitsbereiche, wie sie beispielsweise in der

Luftfahrtstrategie angeregt wurden, ist der Flughafen

Klagenfurt geradezu prädestiniert – was

von den Grünen wiederum mit Ansage torpediert

wird. Vielleicht, weil sie sich ohnehin am

Flughafen Laibach mehr zu Hause fühlen. Was

die Logistik betrifft, setzt Kärnten seit Jahren

voll auf die Weiterentwicklung des Standortes

Villach-Fürnitz und hofft, mit dem „Jahrhundertprojekt“

Koralmbahn zur internationalen

Drehscheibe zu werden und die Transportverlagerung

Straße sowie Schiene voranzubringen.

Gleichzeitig – und noch immer ohne Logistik-Masterplan,

wird massiv in den Straßenbau

investiert („Straßenbau-Offensive“). Was

nach Widerspruch klingt, ist es auch. Das kann

man an der Statistik ablesen. Folglich spielt

das bedingungslose Bekenntnis zum Erhalt

des Flughafens aus logistischer Sicht überhaupt

keine Rolle. 2024 wurde über österreichische

Flughäfen ein Rekordwert beim

Frachtaufkommen registriert. 258.000 Tonnen.

Ein Plus von 18 Prozent. In Klagenfurt könnte

man annehmen, dass die vorhandene Betriebsansiedlung

einen Teil dazu beigetragen hat.

Doch das Gegenteil ist der Fall. Zuletzt gab es

hier 2014 ein Frachtaufkommen von 3 (drei!)

Kilogramm. Seither wird jedes Jahr Null an die

Statistik gemeldet. Warum? Erklärung gibt es

seitens des Flughafens dafür nicht. Man kann

nur wieder annehmen, Frachtflüge sind für den

Flughafen Klagenfurt auch „nicht relevant“. Das

wird mit dem letzten bedeutenden Spatenstich

in Klagefurt untermauert: Das Amazon-Verteilzentrum

wurde im September 2022 im,

vom Verkehr geplagten, Stadtgebiet und nicht

am Flughafen eröffnet. Dennoch war die Stadt

Klagenfurt, als Miteigentümer des Flughafens,

stolz auf die erfolgreiche Betriebsansiedlung.

„Der Kuckuck und der Esel, die hatten einen

Streit. Wer wohl am besten sänge zur schönsten

Urlaubszeit“. Es wäre nicht Kärnten, wenn nicht

jedes Thema im Wettstreit um die Deutungshoheit

ausgetragen würde. Doch anders als beim

bekannten Kinderlied ist es keineswegs gewiss,

ob beim Flughafen-Lied der Kuckuck und der

Esel jemals im Gleichklang singen werden. (RED)

Für die Promis über

den Wolken ist der

Flughafen Klagenfurt ein

Geheimtipp. Finanziert der

Steuerzahler ihre Infrastruktur?

Bestehende Logistikansiedlungen

am Flughafen

Klagenfurt lassen

erwarten, dass wenigstens

eine bemerkenswerte

Luftfrachtabwicklung vorhanden

ist. Doch tatsächlich

wird seit Jahren Null

umgeschlagen.


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S6

Transport & Logistik

Digitalisierung und

Nachhaltigkeit weiter

als vorherrschende

Themen

Anfang Juni fand in München die transport

logistic Messe statt – und brach dabei einige

Rekorde. Vorherrschendes Thema war nach wie

vor die Volatilität der Märkte, die vor allem durch

Digitalisierung beherrschbar gemacht werden

soll. Wichtiger Aspekt dabei: die Ökologisierung

des Transportes. ANGELIKA GABOR

Vier Messetage, volle Hallen, Aussteller

und Besucher aus aller Welt und eine

dynamische Branche weiter im Aufwind:

Von 9. bis 12. Mai 2023 waren

die transport logistic und die integrierte air cargo

Europe einmal mehr das Zentrum der Logistikindustrie.

Insgesamt 2.320 Aussteller aus 67 Ländern

(2019: 2.374 Aussteller aus 63 Ländern) und

mehr als 75.000 Besucher aus über 120 Ländern

(2019: 63.893 Besucher aus 125 Ländern)

kamen zur Internationalen Fachmesse für Logistik,

Mobilität, IT und Supply Chain Management auf

das Messegelände in München. Der Anteil internationaler

Besucher lag bei über 50 Prozent und

damit so hoch wie noch nie.

Mit insgesamt 127.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche

(2019: 125.000 Quadratmeter)

waren die zehn Hallen und die Gleisanlage im

Freigelände komplett ausgebucht. Von den

2.320 Ausstellern kamen 1.390 aus dem Ausland

– ein Rekordanteil von 60 Prozent. Die Top-

Ten Ausstellerländer nach Deutschland waren

die Niederlande, Italien, Belgien, Frankreich,

Österreich, China, die Türkei, Spanien, Polen und

Großbritannien.

Statements BlogTour transport logistic 2025

Marc Possekel

Die geopolitische Lage

beherrscht die Branche:

tradierte Transportwege

sind plötzlich nicht mehr

sicher oder verlässlich,

alternative Routen

kosten Zeit und damit

auch Geld. Dabei ist

aufgrund der nach wie

vor hohen Inflation das Kostenthema ohnehin

ein brisantes. Marc Possekel, Geschäftsführer

der LogCoop GmbH, sieht die größte

Herausforderung für die 140 Mitglieder seiner

Gruppe darin, sich prozessual und digital

zu aufzustellen, dass sie auf die häufigen

Schwankungen reagieren können. „Es betrifft

alle Transport- und Lagerklassen. Man muss

sich überlegen, ob man sich zukünftig weiter

von einer Industrie oder Branche abhängig

machen möchte, oder nicht lieber seine Kundenbasis

breiter anlegt.“


Thomas Kopp

Ähnlich sieht das Thomas

Kopp, CEO 3LOG premium

logistics. Auf der Suche

nach neuen Märkten hat

er Ostafrika für sich entdeckt,

wo das Unternehmen

seit 2018 tätig ist.

„Der Markt ist deutlich

umkämpfter, es findet

ein reiner Verdrängungswettbewerb unter den

Logistikern und Speditionen statt. Man muss

versuchen, neue Nischen oder Märkte zu

finden.“

Uwe Brinks

Der Meinung ist auch Uwe

Brinks, CEO DHL Freight

Germany: „Die europäischen

Märkte leiden unter

der wirtschaftlichen Lage,

was sich stark auf den

Straßengüterverkehr auswirkt.

Als Ausweg kann

man in bestimmte Nischen

springen oder verbesserte Leistungen anbieten,

beispielsweise grüne Logistik.“

Günter Friedrich

Günter Fridrich, CHRO

& CMO Lagermax, sieht

die Lösung für aktuelle

Herausforderungen in

Diversifizierung, Spezialisierung.

„Ein Schwerpunkt

bei uns ist das Recycling.

Wir zeigen auf der Messe

eine Batterielogistikbox,

die sich auch für kritische Batterien eignet.“

Roman Stiftner

Dr. Roman Stiftner war

als BVL-Präsident ebenso

nach München gereist

und zeigte sich begeistert:

„Man sieht, wie intensiv

die Firmen zusammengekommen

sind, um die-

Königsdisziplin Logistik

voranzubringen. Gerade

am Ö-Stand, der stark gewachsen ist, herrscht

reges Interesse. Wir brauchen dringend einen

stärkeren Fokus auf Innovation, Investments

in Infrastruktur sowie einen klaren Fokus auf

Souveränität der Lieferketten von Rohstoff bis

zur Kreislaufwirtschaft.“

Clemens Först

Neben dem Straßengüterverkehr

ist auch der Schienengüterverkehr

von der

schwierigen Marktlage

betroffen. Doch damit enden

die Herausforderungen

nicht, weiß Clemens

Först, Chairman of the

Board, Rail Cargo Group.

„Jedes Rezessionsjahr bedeutet einen höheren

Druck, die Mengen gehen zurück. Zudem finden

sich aktuell auf vielen Infrastrukturen in Europa

Baustellen, wie beispielsweise die momentane

Tauernsperre. Nächstes Jahr ist eine große Sperre

ab Passau geplant. Diesen Themen begegnen

wir dadurch, dass wir intensiv neue Kundensegmente

adressieren – zum Beispiel mit multimodaler

Logistik – und gleichzeitig sparen sowie

die Effizienz steigern.“

Trends auf einen Blick

Eine Umfrage unter den Ausstellern zeigte, dass

unterschiedliche Themen die Branche prägen

– allen voran Digitalisierung und Nachhaltigkeit.

Die Ausgestaltung ist durchaus heterogen und

breit gefächert. Während die einen eine Verlagerung

auf Kombiverkehre verorten, investieren

andere in eine bessere Umweltbilanz. Der Tenor

ist eindeutig, Nachhaltigkeit ist für die ganze

Welt wichtig, wodurch ein weltweiter Schulterschluss

von Nöten ist. Ein Mangel an Fachkräften

kann durch intelligente Steuerung und

Ressourcenplanung oder durch Automationssysteme

und Robotik ausgeglichen werden.

Eine wichtige Frage, für die jedes Unternehmen

selbst eine Antwort finden muss, ist der Einsatz

von KI und ChatGPT. Welche Bereiche kann

und soll der Computer steuern, wie weit soll die

Digitalisierung greifen? Dass es ohne nicht geht,

ist längst allen auf der Messe klar geworden. (AT)


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S8

Transport & Logistik

VNL das Sprachrohr

der Logistik

Im Rahmen des Österreichischen Logistiktags

fand im Design Center in Linz die traditionelle

Presskonferenz des VNL mit seinem Obmann und

ASCII-Vizepräsidenten Franz Staberhofer sowie

dem VNL-Beiratssprecher Hubert Zajicek und

dem stv. VNL-Beiratssprecher Peter Umundum

statt. REDAKTION

Franz Staberhofer zog eine positive Bilanz

über eine erfolgreiche Entwicklung

des VNL. Seit 2024 ist das VNL-Netzwerk

um 25 % gewachsen und zählt

heute knapp 560 Unternehmen mit über 5.600

engagierten Fach- und Führungskräften. Damit

hält das jährliche Wachstum an und soll in

den kommenden Jahren durch neue Veranstaltungsformate

sowie zusätzliche Standorte – wie

vor Kurzem in Wien – weiter fortgesetzt werden.

Zuletzt hat sich der VNL auch durch Vorschläge

für eine zukunftsorientierte Logistikpolitik in die

Erarbeitung des neuen Regierungsprogramms

der Bundesregierung eingebracht.

Der VNL ist gemeinsam mit einigen seiner Mitglieder

bereits in Vorleistung gegangen und

bietet an fast 80 Schulen (HAK, HAS, HTL, HLW)

in ganz Österreich für über 3.600 Schüler:innen

Lernmaterialien, Infoveranstaltungen und

Schnuppermöglichkeiten an, um junge Menschen

schon heute für die Logistik von morgen

zu begeistern. Einblicke in die Praxis ermöglichen

dabei namhafte Unternehmen wie dm, die

KASTNER Gruppe, Kellner & Kunz, Kühne + Nagel,

LKW Walter, die REWE Group, RHI Magnesita,

Sappi, Mediaprint und die Österreichische Post.

Franz Staberhofer, Obmann des VNL:

„Verlässlichkeit beginnt mit einem klaren politischen

Rahmen. Das Regierungsprogramm

2024–2029 greift zentrale Vorschläge des VNL

auf – etwa die Entwicklung einer nationalen Logistikstrategie,

den Ausbau intermodaler Infrastrukturen,

Maßnahmen zur Stärkung der Lieferkettenresilienz

und die Forcierung der Kreislaufwirtschaft

mit konkreten Anregungen wie

im Bereich Batterien für Elektro-Pkw. Wichtige

VNL-Initiativen blieben jedoch unberücksichtigt,

darunter konkrete Programme, bei denen der

Kundennutzen durch Digitalisierung gestützt

oder geschaffen wird. Es fehlt an Maßnahmen,

um Menschen für die Disziplin Logistik zu begeistern

– ein zentraler Hebel zur Vermeidung

von Engpässen – ebenso wie an einem bundesweiten

Logistikausschuss. Die Richtung stimmt

– doch das volle Potenzial für eine zukunftssichere

Logistik in Österreich ist noch längst

nicht ausgeschöpft. “

Globale Lieferketten geraten durch geopolitische

Risiken, volatile Regulierungen und technologische

Umbrüche massiv unter Druck. Vor

diesem Hintergrund stellt der VNL beim diesjährigen

Österreichischen Logistik-Tag das

Thema „Verlässlichkeit“ in den Fokus. Als Antwort

auf Unsicherheiten und Komplexität lieferte

der VNL außerdem konkrete Handlungsvorschläge

für eine zukunftsrobuste Logistik für

das neue Regierungsprogramm 2024–2029. Mit

seinen Empfehlungen für lösungsorientierte und

umsetzbare Maßnahmen will der VNL einen Beitrag

leisten, um Österreichs Wirtschaft resilient,

digital und nachhaltig auszurichten. Die Politik

ist nun gefordert, aus Dialog Verlässlichkeit zu

machen.

„Verlässlichkeit ist das Rückgrat stabiler Lieferketten

– gerade in einer Zeit voller Unsicherheiten.

Die geopolitischen Spannungen im Nahen

Osten und eine mögliche Blockade der Straße

von Hormus treiben die Energiepreise nach

oben und verteuern Transporte über alle Verkehrsträger

hinweg. Gleichzeitig steht die Logistik

vor infrastrukturellen Herausforderungen: Die

Sanierung des deutschen Schienennetzes bringt

bis 2030 zahlreiche Streckensperren mit sich.

Auch in der Luftfracht erwarten wir ab Herbst

Engpässe – weniger Belly Cargo bei gleichzeitig

steigender Nachfrage wird die Raten erhöhen.

Mein Appell: Bereiten Sie sich jetzt vor. Resilienz

entsteht nicht durch Reaktion, sondern durch

Vorausplanung!“


Hubert Zajicek, Vorstand voestalpine AG:

„Eine verlässlich funktionierende Logistik ist

das Rückgrat einer wettbewerbsfähigen Industrie.

Als Binnenland ist Österreich in besonderem

Maß auf gut funktionierende internationale

Logistikverbindungen angewiesen. Die seit

längerem angespannte Lage im Bahnverkehr

benachbarter Länder verdeutlicht die zentrale

Bedeutung leistungsfähiger Infrastruktur. Vor

diesem Hintergrund begrüßen wir das politische

Bekenntnis zum Industriestandort Österreich

und zur Stärkung der Logistik. Nun gilt es, die

angekündigte Industrie- und Logistikstrategie

rasch auszuarbeiten, miteinander zu vernetzen

und in konkrete Maßnahmen zu überführen. Ziel

muss es sein, Logistik als integralen Bestandteil

wirtschaftlicher Resilienz zu verankern."

Peter Umundum, Generaldirektor-Stellvertreter

und Vorstandsdirektor Paket & Logistik der

Österreichischen Post AG:

„Auch in Zukunft werden Menschen das Herz

der Logistik bleiben. Um die Branche nachhaltig

zu stärken, ist ein durchgängiges Bildungskonzept

erforderlich, und zwar von der Schule über

die Lehre bis hin zur Hochschule. So schaffen

wir Perspektiven, fördern Talente und machen

Logistik als Berufsfeld in allen Lebensphasen

sichtbar und attraktiv.“

VNL: Das Wirtschaftsnetzwerk für Logistik

Der VNL (Verein Netzwerk Logistik) ist mit seinen

über 5.500 Mitgliedern das größte Wirtschaftsnetzwerk

im Bereich Logistik in Österreich. Im

Zentrum steht, die aktuellen und zukünftigen

Anforderungen an die Logistik mit den entsprechenden

Lösungen aus Forschungs- und

Bildungseinrichtungen, Unternehmen, Technologietransferstellen,

Technologiezentren und

privaten Logistikgesellschaften zusammenzubringen.

Diese aktive Vernetzung stärkt die Logistikkompetenz

der Unternehmen sowie deren

Mitarbeiter und trägt wesentlich zur Steigerung

der Wettbewerbsfähigkeit, Innovationskraft und

Versorgungssicherheit bei.

Der VNL organisiert jährlich über 60 Logistik-

Veranstaltungen und rund 20 Seminare in ganz

Österreich. Das fördert den Austausch zu aktuellen

Themen in der Logistik sowie im Supply

Chain Management und stärkt den Wissenstransfer.

Zuletzt wurden neue Veranstaltungsformate

wie das International Supply Chain

Community Meeting (ISCM), die Procurement

Days, der Women Brunch sowie der VNL-Campus

und Serviceprodukte wie der Lieferkettenmonitor

erfolgreich etabliert.

Des Weiteren liefert der VNL mit seinem Lagebericht

Güterverkehr seit Jahresbeginn quartalsweise

einen kompakten Überblick über die

Entwicklung des heimischen Güterverkehrs. In

einem global instabilen Umfeld bleibt Planbarkeit

ein rares Gut – umso wertvoller sind belastbare

Informationen über Güterverkehrsentwicklungen

auf der Straße, Schiene, zu Wasser und

in der Luft. Für diesen Lagebericht werden regelmäßig

eine Reihe von Branchenexperten zur

Entwicklung des Güterverkehrs in den folgenden

Monaten vom VNL befragt. Diese auf einzelne

Verkehrsträger spezialisierten Experten geben

damit exklusive First-Hand-Einblicke. (RED)


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S10

Transport & Logistik

Straße von Hormus -

Was China-abhängige

Unternehmen wissen

müssen

Die Straße von Hormus bleibt ein geopolitisches

Pulverfass mit globalen

Folgen für Energie- und Lieferketten.

Für China-abhängige Unternehmen

wächst der Druck, Risiken frühzeitig

zu erkennen, alternative Routen zu

planen und digitale Frühwarnsysteme

zu nutzen. DIRK RUPPIK

Die Straße von Hormus zählt zu den

sensibelsten maritimen Engstellen

der Welt. Täglich passieren laut U.S.

Energy Information Administration

(EIA) rund 20 Mio. Barrel Rohöl diese schmale

Meerenge zwischen dem Iran und Oman (1). Das

entspricht etwa einem Fünftel des globalen Ölbedarfs

pro Tag. Für China, den größten Energieimporteur

der Welt, hat diese Passage daher

eine herausragende strategische Bedeutung.

Schon im Frühjahr 2025 rückte die Region erneut

in den Fokus geopolitischer Spannungen.

Der Konflikt zwischen dem Iran, Israel und den

USA eskalierte zunehmend, begleitet von offenen

Drohungen des Iran, die Straße von Hormus

im Falle eines Angriffs auf seine Atomanlagen

zu blockieren. Nach dem gezielten

US-Luftschlag gegen iranische Nuklearanlagen

am 22. Juni 2025 erreichte

die Lage eine neue Eskalationsstufe. In

der Folge verabschiedete das iranische

Parlament eine Resolution zur Schließung

der Wasserstraße. Eine endgültige

Entscheidung liegt nun beim Obersten Nationalen

Sicherheitsrat in Teheran und Ajatollah

Ali Chamenei. Internationale Analysten wie

auch chinesische Regierungsstellen verfolgen

die Entwicklungen mit großer Sorge.


Auswirkungen auf Logistik und Transportkosten

Schon die Ankündigungen und Rhetorik in den

Wochen vor dem Angriff führten zu erheblichen

Marktverwerfungen. Die Frachtraten für VLCCs

(Very Large Crude Carriers) stiegen laut Reuters

um mehr als 40 Prozent (2). Zwar nahm der Ölpreis

nach dem US-Angriff auf iranische Nuklearanlagen

kurzfristig zu, blieb jedoch deutlich unter

der Marke von 100 US-Dollar (rund 85 Euro)

pro Barrel. Analysten verweisen dennoch auf

mögliche Preissprünge bei einer tatsächlichen

Schließung der Straße von Hormus. Dies würde

nicht nur die Rohstoffpreise beeinflussen, sondern

sich in zweiter Linie auch auf Containerfracht,

Lieferzeiten und das Versicherungswesen

auswirken.

Auch für chinesische Unternehmen bedeutet

das höhere Kosten für Energieimporte, insbesondere

für Rohöl und LNG, da Transport-, Versicherungs-

und Rohstoffpreise gestiegen sind.

In der Folge steigen zudem die Produktionskosten

in Industrie und Logistik. Auch Versicherungsprämien

haben sich mehr als verdoppelt.

Die Kriegsrisikoprämie für Fahrten in den Persischen

Golf hat sich laut Reuters innerhalb einer

Woche auf bis zu 0,5 Prozent des Schiffswerts

erhöht (3). Für große Tanker kann das mehrere

hunderttausend Dollar zusätzlich bedeuten.

Viele Reedereien reichen diese Kosten direkt an

Kunden weiter. Damit verteuert sich nicht nur

der Rohstofftransport, sondern indirekt auch die

Kosten für Konsumgüter, Maschinenbauprodukte

und Elektronik.

GPS-Störungen und maritime Bedrohungen

Zusätzlich zu wirtschaftlichen Risiken häufen

sich Berichte über GPS-Störungen, Automatic

Identification System (AIS)-Spoofing und gezielte

elektronische Angriffe in der Region. Laut

dem Wall Street Journal wurden Navigationssysteme

u. a. chinesischer Tanker offenbar manipuliert,

wodurch diese Kursänderungen und

plötzliche Stops vollziehen mussten (4). Eine

visuelle Analyse der Financial Times zeigte ein

erhöhtes Kollisionsrisiko durch GPS-Interferenzen.

Auch Reuters berichtete über Positionssignale,

die scheinbar aus ländlichen Regionen

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Logistik in Bewegung.


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S12

LITERATUR

1 Amid regional conflict, the Strait of Hormuz

remains critical oil chokepoint, Energy Information

Administration (EIA), 16. June`25

2 Oil tanker market signals more Middle East

energy disruption ahead, Reuters, 18. June

2025

3 Escalating Hormuz tensions drive up Middle

East war risk insurance costs, sources say,

Reuters, 24 Juni 2025

4 More Vessels Facing Navigation System

Jamming in Gulf After U.S. Strikes, The Wall

Street Journal, 23. Juni

5 Beijing tells China ships in Strait of Hormuz

to phone home, flags ‘shipping safety’, South

China Morning Post, 23. Juni 2025

6 Review of Maritime Transport, Navigating

maritime chokepoints, UN Trade and Development,

UNCTAD, 2024

7 How can generative AI drive logistics transformation?,

Maersk, Jan 2024

8 With much to lose, China sat on Israel-Iran

war’s sidelines as U.S. flexed, The Washington

Post, 24. June 2025

Russlands kamen, obwohl sich die Schiffe im

Golf befanden. Diese Entwicklungen erhöhen

die Notwendigkeit für robuste Sicherheitsstrategien.

Das Joint Maritime Information Center

(JMIC) rät zu redundanten Navigationssystemen,

Sicherheitseskorten und Kooperationen mit privaten

maritimen Sicherheitsfirmen. Chinesische

Reedereien müssen laut South China Morning

Post auf Anweisung der Behörden täglich Positionsdaten,

Schiffsinformationen und Besatzungsangaben

übermitteln, wenn sie durch die

Straße von Hormus fahren, ein digital gestütztes

Sicherheitsprotokoll als Reaktion auf die wachsenden

Spannungen (5).

Umgehungsrouten und alternative Korridore

Eine vollständige Verlagerung des Öltransports

auf Pipelines ist derzeit unmöglich. Zwar verfügen

Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen

Emirate über leistungsfähige Bypässe wie

die Ost-West- und die Habshan-Fujairah-Pipeline

– letztere mit einer Kapazität von bis zu

2 Mio. Barrel pro Tag –, jedoch reichen diese

nicht aus, um den täglichen Fluss von rund 20

Mio. Barrel durch die Straße von Hormus zu ersetzen.

Zudem erfordert ihre Nutzung politische

Absprachen und langfristige bilaterale Verträge.

Alternative Seerouten, etwa um das Kap der

Guten Hoffnung, verlängern Transitzeiten um bis

zu zwei Wochen und verursachen erhebliche

Mehrkosten. Dennoch kalkulieren laut International

Energy Agency (IEA) viele Reedereien bereits

mit Puffern und flexiblen Fahrplänen. Auch

der Umstieg auf LNG-Schiffe, die alternative

Bunkerkonzepte nutzen, wird diskutiert.


Nach Einschätzung internationaler Marktbeobachter

und Think-Tanks gewinnen Häfen

wie Duqm (Oman), Colombo (Sri Lanka), Gwadar

(Pakistan) und Chabahar (Iran) strategisch an

Bedeutung als multimodale Umschlagpunkte.

China hat in diese Standorte bereits im Rahmen

der Belt and Road Initiative investiert, um regionale

Redundanzen zu schaffen und Risiken besser

verteilen zu können.

Die Neue Seidenstraße als strategische

Landalternative

Für zeitsensitive und hochpreisige Frachtgüter,

insbesondere aus dem Elektronik- und Automobilsektor,

wird der Ausbau der Neuen Seidenstraße

immer relevanter. Der mittlere Korridor, über

Kasachstan, Aserbaidschan, Georgien und die

Türkei, bietet eine Landverbindung zwischen

China und Europa. Allerdings bestehen weiterhin

infrastrukturelle Engpässe sowie politische

Risiken entlang der Route, wie auch die UNC-

TAD Maritime Review 2024/2025 (6) hervorhebt.

Grenzabfertigung, unterschiedliche Spurweiten

sowie Zollverfahren müssen international harmonisiert

werden.

Gleichzeitig existieren Bestrebungen, auch

Routen über Russland zu reaktivieren, trotz bestehender

geopolitischer Spannungen und

Sanktionen. Einige Spediteure sehen darin eine

kurzfristige Möglichkeit zur Entlastung, falls maritime

Korridore versagen. Zudem investiert China

in intermodale Hubs in Zentralasien und im Kaukasus,

um Transportflüsse auch ohne Seezugang

zu sichern.

Digitale Resilienz und Echtzeitüberwachung

Die aktuelle Krise dient als Katalysator für die

digitale Transformation globaler Lieferketten.

Viele Unternehmen investieren schon länger in

digitale Zwillinge, KI-gestützte Risikoanalysen

und cloudbasierte Systeme zur Echtzeitüberwachung

von Transportrouten. Besonders chinesische

Technologiekonzerne bieten Plattformen

an, die Daten von Satelliten, Sensorik und

AIS-Systemen kombinieren. Auch die Fähigkeit,

Umleitungsstrategien automatisiert zu berechnen

und umzusetzen, wird zum Wettbewerbsfaktor.

Reedereien wie Maersk arbeiten an

Systemen, die geopolitische Risiken in Routenplanung

und Frachtkalkulation einbeziehen (7).

Dashboards für Risk-Alerts in Echtzeit gehören

bei vielen Großverladern bereits zur Standardausstattung.

Internationale Zusammenarbeit

China bemüht sich laut der Washington Post

verstärkt um diplomatische Beruhigung der Lage

und führt Gespräche mit Iran, um eine Eskalation

in der Straße von Hormus zu verhindern

(8). Gleichzeitig nutzt Peking multilaterale Foren

und seine Belt and Road-Partnerschaften, um

langfristig robustere Transportachsen zu etablieren

– etwa durch Investitionen in Ostafrika,

Zentralasien und Südostasien.

Die Straße von Hormus bleibt ein geopolitisches

Nadelöhr mit erheblichem Störpotenzial

für globale Lieferketten – insbesondere für China

-gebundene Logistikflüsse. Eine tatsächliche

Blockade ist bislang nicht eingetreten, aber

das Risiko bleibt akut. Für Unternehmen bedeutet

dies: strategisch diversifizieren, digital

aufrüsten und auf flexible, sicherheitsbewusste

Netzwerke setzen. Wer heute in

Transparenz, Routenvielfalt und Resilienz investiert,

ist morgen besser gewappnet – nicht

nur für geopolitische Krisen, sondern auch

für zunehmend volatile Handelsbeziehungen.

(RED)


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S14

Transport & Logistik

Der Trump-Prozess –

So stellen sich Firmen

auf eine Zeit

wechselnder Zölle ein

Mit Donald Trump zurück in der politischen

Arena wächst bei vielen Unternehmen die Sorge

vor einer neuen Welle von Strafzöllen, Handelsbarrieren

und kurzfristigen Richtungswechseln.

Gerade exportorientierte Mittelständler fragen

sich: Wie bereiten wir uns auf eine wirtschaftlich

unberechenbare Phase vor? REDAKTION

Wer heute global handelt, muss

strategisch flexibel bleiben –

durch alternative Lieferketten,

Standortdiversifikation und gezielte

Zolloptimierung. In diesem Beitrag erfahren

Sie, wie sich Unternehmen auf mögliche Zollerhöhungen

einstellen und welche Instrumente

helfen können, um Kosten zu begrenzen.

Die richtige Vorbereitung für mehr

Unabhängigkeit von Zollerhöhungen

Plötzliche Strafzölle und Handelsbarrieren sind

politische Instrumente und daher außerhalb

der Einflussmöglichkeit von Unternehmen. Es

gilt also, die eigenen Strukturen so zu verändern,

dass jederzeit flexibel auf Kurswechsel reagiert

werden kann. Eine Grundlage hierfür sind

sorgfältig aufbereitete Exportstammdaten. Von

jedem Produkt, das ein- oder ausgeführt wird,

sollte vorsorglich dessen Ursprungsland und

die passende Zolltarifnummer notiert werden.

Sobald sich wirtschaftliche Veränderungen abzeichnen,

können Betriebe mithilfe dieser Daten

effizient simulieren, ob und inwiefern sie betroffen

sind. Das ist eine wichtige Grundlage, um

zügig zu reagieren.

Ergänzt werden sollte diese Maßnahme um ein

Frühwarnsystem, das Veränderungen auf politischer,

wirtschaftlicher und zollrechtlicher Ebene

permanent beobachtet und auswertet. Sobald

sich hier negative Tendenzen abzeichnen, sollten

Unternehmen verschiedene Szenarien, die

aus den Veränderungen resultieren könnten,

durchspielen. Auf diese Weise werden Betriebe

von tatsächlichen Vorschriften nicht unvorbereitet

getroffen, sondern können rechtzeitig Konsequenzen

einleiten.

JANINE LAMPPRECHT

Maßnahmen zur Vermeidung von Strafzöllen

Wie aber können Unternehmen angemessen auf

plötzlich eingeführte Zollerhöhungen reagieren?

Eine Option ist die Nutzung von Freihandelsabkommen.

Zwischen den USA, Mexiko und Kanada

gilt zum Beispiel das USMCA-Abkommen,

das die drei Parteien vor Handelshemmnissen

schützt. Das bedeutet, dass auch nach der Einführung

von Strafzöllen der zollfreie Export von

einem dieser Länder in ein anderes möglich ist.

Durch den Aufbau eines zusätzlichen Unternehmensstandorts

können Betriebe solche oder

weitere Abkommen nutzen, um legal hohe Zollgebühren

zu vermeiden.


Der angemessene Umgang mit

unvermeidbaren Zollerhöhungen

Betriebe, die die Strafzölle nicht umgehen können,

sollten nach anderen Optionen suchen, um

wettbewerbsfähig zu bleiben. Eine Möglichkeit

hierfür ist das Umlegen der Mehrkosten auf die

Kunden. Durch eine vorhergehende sorgfältige

Analyse können Unternehmen ermitteln, bis zu

welchem Maß sie Preiserhöhungen durchsetzen

können und ab wann mit Umsatzeinbrüchen zu

rechnen ist, weil Kunden Widerstände gegen die

höheren Kosten entwickeln.

Sichern Sie

sich Ihren

substanziellen

Wettbewerbsvorsprung

Mehr Handlungssicherheit bietet außerdem der

vertraglich festgehaltene Ausschluss von Zollrisiken.

Alternativ können Unternehmen dort erklären,

dass sie Zollgebühren im Importland nur

bis zu einer definierten Grenze tragen. Bisher

finden sich in vielen Verträgen noch DDP-Lieferbedingungen

("Delivered Duty Paid"). Diese

verpflichten das liefernde Unternehmen dazu,

sämtliche Zollkosten im Importland zu tragen

– ein erhebliches wirtschaftliches Risiko in unsicheren

Zeiten. Deutlich flexibler sind daher

Vertragsklauseln, die Zollkosten begrenzen oder

das Risiko vollständig ausschließen.

Fazit

Unternehmen müssen sich mit den aktuellen

Unsicherheiten in politischer und wirtschaftlicher

Hinsicht arrangieren. Wer allerdings

rechtzeitig Maßnahmen ergreift und durch Vertragsänderungen,

die Aufbereitung von Stammdaten,

die Implementierung von Frühwarnsystemen

und das Ausnutzen von legalen Optionen

zur Vermeidung von Strafzöllen flexibel bleibt,

hat beste Chancen, seine Handlungsfähigkeit zu

erhalten. (RED)

Intralogistik &

E-Commerce

Handel &

Distanzhandel

Transport &

Logistik

Janine Lampprecht ist die Gründerin der

Grenzlotsen GmbH. Sie unterstützt Unternehmen

bei der Optimierung ihres Zollwesens.

Mit ihren maßgeschneiderten

Programmen in den Bereichen Coaching,

Beratung und Outsourcing bietet das Team

der Grenzlotsen GmbH flexible Lösungen für

jedes Unternehmen. Weitere Informationen

unter: https://www.grenzlotsen.de/

logistik-express.com


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S16

Der BMW-Vorstandsvorsitzende ist Honorarprofessor

an der TU München und stellvertretender

Vorsitzender des Senats der Fraunhofer-Gesellschaft.

In seiner Festrede sprach Zipse über die

wirtschaftliche Verbundenheit zwischen Österreich

und Deutschland, die Zukunft der Mobilität

und die Bedeutung internationaler Zusammenarbeit.

Für den Manager, der auch in internationalen

Führungsfunktionen in Großbritannien

und Südafrika tätig war, sind Technologieoffenheit,

Wirtschaftswachstum und freie Märkte

Voraussetzungen, um eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung

voranzutreiben.

Transport & Logistik

Motor der Wirtschaft darf

nicht stocken

BMW AG-Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse

war Festredner bei der 50. DHK Matinee in Salzburg.

REDAKTION

Die Deutsche Handelskammer in Österreich

(DHK) feierte Mitte Juni ein besonderes

Jubiläum: 50 Jahre Matinee

sowie 70 Jahre seit der Wiedergründung

der Kammer im Jahr 1955. Oliver Zipse war

im doppelten Jubiläumsjahr Festredner vor rund

180 Festgästen in der Residenz zu Salzburg. In

seinem Vortrag zeichnete er Technologieoffenheit

als einzigen gangbaren Weg in die Zukunft

für die Automobilindustrie.

Offen für Technologien

BMW sei einer der weltweit größten Hersteller

vollelektrischer Fahrzeuge, betont Oliver Zipse:

Dennoch führe „E-Mobilität als singuläre Technologie

in die Sackgasse. Technologieoffenheit

ist der einzig ökonomisch sinnvolle Weg bis

weit in die 2030er-Jahre hinein.“ Klimaschutz,

Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit müssten

Hand in Hand gehen. Das hätten die regierenden

Parteien in Österreich und Deutschland, aber

auch die EU erkannt. „Denn etwas zu verbieten

ist leicht. Dabei garantiert ein Verbot noch lange

nicht, dass sich etwas zum Besseren verändert.“

Viel wichtiger sei zu hinterfragen, was nötig ist,

um definierte Ziele zu erreichen – etwa geringere

CO2-Emissionen.

Wachstum für Wohlstand

Immer mehr Menschen stellen die Notwendigkeit

des Wirtschaftswachstums infrage. Für den

langjährigen BMW-Manager ist Wirtschaftswachstum

dagegen der einzige Garant für Wohlstand,

für Steuereinnahmen, soziale Gerechtigkeit

und die Finanzierbarkeit unserer Sozial- und

Rentensysteme. Wer Wachstum bremst, bremse

auch den technologischen, ökologischen und

geopolitischen Fortschritt. Und wenn sich Europa

bei Schlüsselindustrien abhängen lässt, verliert

es seine Gestaltungsfreiheit. Zipse plädiert deshalb

für mehr Innovationsgeist: „Wir dürfen nicht

nur Konsumenten fremder Technologien sein –

wir müssen wieder zu Pionieren werden.“

Gastgeber und DHK Präsident Hans Dieter

Pötsch sprach in seiner Rede dieselbe Thematik

an: „Wollen wir ein Kontinent der Innovation

und Produktion bleiben – oder Konsummarkt

fremder Technologien werden? Europa muss

jetzt eine umfassende Transformation gestalten:

ökologisch nachhaltig, wirtschaftlich tragfähig

und geopolitisch klug. Im Innovationswettbewerb

mit den USA und China dürfen wir nicht ins

Hintertreffen geraten.“ Pötsch sprach in diesem

Zusammenhang auch von der politischen Instabilität

in vielen europäischen Ländern, die immer

auch den Zustand der Gesellschaft reflektiere.

Für eine positive wirtschaftliche Entwicklung

sind aber stabile gesellschaftliche und politische

Systeme notwendig. Dafür lohne es sich,

tagtäglich Überzeugungsarbeit zu leisten.

Fotocredit: DHK/Andreas Kolarik


Auch der scheidende Salzburger Landeshauptmann

Wilfried Haslauer sprach angesichts der

vielen Herausforderungen unserer Zeit davon,

„jetzt die Ärmel hochzukrempeln, sich mit

Selbstvertrauen auf unser Können und unsere

Innovationskraft, unsere Kreativität und unseren

Fleiß zu besinnen.“

(v.l.n.r.): F. Peter Mitterbauer Vorstandsvorsitzender Miba AG, Axel Kühner Vizepräsident

DHK und Vorsitzender Deutscher Management Cercle, Irene Schulte Geschäftsführung

IV-Salzburg, Hans Dieter Pötsch DHK Präsident und Aufsichtsratsvorsitzenden

der Volkswagen AG, Oliver Zipse, Vorstandsvorsitzender der BMW AG, Manfred

Rosenstatter Vizepräsident Wirtschaftskammer Salzburg, Kathrin Frauscher, CEO

BMW Financial Services Central- & Southeastern Europe, Alexander Bamberger, Geschäftsführer

BMW Austria GmbH, Neil Fiorentinos, CEO BMW VertriebsgmbH.

Freie Märkte und Kräfte bündeln

Wirtschaftliche Verflechtungen zwischen den

Staaten werden immer häufiger als Druckmittel

zur Durchsetzung politischer Interessen missbraucht.

Das betrifft die Automobilindustrie oft

besonders hart, meinte BMW-Vorstandsvorsitzender

Oliver Zipse. Protektionismus beeinträchtige

aber nicht nur das Wirtschaftswachstum,

sondern auch die Investitionssicherheit

und Innovationskraft. Eine „Jeder-gegen-jeden-

Mentalität“ kenne am Ende nur Verlierer.

Oliver Zipse spricht sich deshalb für europäische

Volkswirtschaften aus, die ihre Kräfte bündeln,

„für offenen Handel, stabile Wertschöpfungsketten

und eine gemeinsame technologische Souveränität“.

Salzburgs Vizebürgermeister Florian Kreibich

lieferte in seiner Rede eindrucksvolle Zahlen

zum Handel zwischen Österreich und Deutschland,

die für ihn das Ergebnis funktionierender

Wirtschaftsbeziehungen sowie der Arbeit von

Netzwerken wie die DHK in Österreich sind. (RED)

Dr. Wilfried Haslauer, Landeshauptmann Salzburg, Hans Dieter Pötsch DHK Präsident

und Aufsichtsratsvorsitzender der Volkswagen AG, BMW AG-Vorstandsvorsitzender

Oliver Zipse, Florian Kreibich, Vizebürgermeister Salzburg (v.l.n.r.): Festredner der 50.

DHK Matinee in Salzburg.


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S18

Transport & Logistik

Preisschock im Einkauf?

Fünf Strategien helfen

gegen Zölle und geopolitische

Risiken

Globale Unsicherheiten wie Strafzölle, geopolitische

Spannungen, unterbrochene Lieferketten

und volatile Rohstoffpreise machen den Einkauf

vieler Unternehmen zum systemkritischen Faktor.

REDAKTION

Klassische, manuelle Prozesse stoßen

dabei zunehmend an ihre Grenzen.

Sie sind zu langsam, fehleranfällig

und bieten keine ausreichende Entscheidungsgrundlage.

Preissprünge und Versorgungsrisiken

lassen sich nicht länger mit

manuellem Controlling bewältigen. Besonders

der exportorientierte Mittelstand als Rückgrat

der deutschen Wirtschaft sieht sich gezwungen,

traditionelle Einkaufsprozesse zu hinterfragen.

Häufig fehlt es jedoch an Ressourcen, um komplexe

geopolitische Entwicklungen strategisch

abzufedern.

Gleichzeitig werden globale Lieferketten deutlich

komplexer. Sourcing-Strategien müssen dynamisch

angepasst, Risiken aktiv gemanagt und

Preisentwicklungen frühzeitig erkannt werden.

Eine zentrale Rolle spielt dabei das Lieferantenmanagement.

In einem Umfeld volatiler Märkte

und gestörter Transportwege wird es immer

schwieriger, verlässliche Lieferanten auszuwählen

und Beziehungen stabil zu halten. Oft

fehlt der Überblick über Verfügbarkeiten, Risikofaktoren

oder logistischer Engpässe, etwa bei

Blockaden wie im Suezkanal. Ohne transparente

Daten zu Qualität, Liefertreue, ESG-Risiken und

Alternativen geraten Entscheidungen schnell ins

Stocken.

In dieser Lage wird der Einkauf als Fundament

jedes Unternehmens mehr denn je zum strategischen

Kompass. Er sichert die Versorgung,

schützt Margen und schafft Stabilität in unsicheren

Zeiten. Um dieser Rolle gerecht zu werden,

braucht es intelligente, datenbasierte Technologien.

Sie bilden die Grundlage für Resilienz,

Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit, nicht nur als

Reaktion auf akute Risiken, sondern vor allem als

vorausschauendes Instrument.

Auf dieser Grundlage lassen sich fünf strategische

Leitlinien entwickeln, mit denen Unternehmen

mithilfe von KI Risiken proaktiv und datenbasiert

begegnen können.

FABIAN HEINRICH

1. Risikominimierung:

Antizipieren statt reagieren

In einer Zeit, in der sich politische Entscheidungen

und Unsicherheiten binnen Stunden

auf globale Lieferketten auswirken können,

müssen Unternehmen agieren statt reagieren.

Genau das ist jedoch häufig nicht die Realität.


Viele Einkaufsabteilungen erfahren erst verspätet

von zollrelevanten Änderungen oder

geopolitischen Ereignissen und verlieren wertvolle

Zeit, um alternative Bezugsquellen zu prüfen

oder bestehende Risiken abzufedern. Ein

wesentlicher Grund für Verzögerungen ist die

fehlende Integration von Risiko- und Marktdaten

in bestehende Einkaufssysteme. Manuelle

Recherchen und fragmentierte Informationen

stoßen an ihre Grenzen. Es braucht voll digitalisierte

Systeme mit Frühwarnmechanismen, die

geopolitische Veränderungen in Echtzeit auf die

Einkaufsstrategie übertragen.

Ein vollständig digitalisiertes Einkaufssystem

mit Agentic-AI liefert neben Informationen

auch konkrete Handlungsempfehlungen. Durch

semantische Analyse und Verarbeitung vernetzter

Echtzeitdaten erkennen intelligente Systeme

geopolitische Entwicklungen nicht nur frühzeitig,

sondern setzen sie automatisch in den unternehmensspezifischen

Kontext. Sie identifizieren,

welche Regionen betroffen sind, welche Artikel

über kritische Transportwege laufen und welche

Lieferanten potenziell ausfallen könnten. Einkaufsteams

gewinnen Zeit, um frühzeitig zu

handeln, bevor Engpässe oder Preissteigerungen

eintreten. Entscheidungen werden fundierter,

der Beschaffungsprozess resilienter.

2. Dynamisches Multisourcing:

Abhängigkeiten aktiv auflösen.

Eine der größten Schwachstellen vieler Einkaufsstrategien

ist die Abhängigkeit von einzelnen

Lieferanten oder Regionen. Diese Fokussierung

kann bei plötzlichen Krisensituationen

schnell zum operativen Risiko werden. Nicht

diversifizierte Lieferquellen können Unternehmen

im Ernstfall wertvolle Zeit und Handlungsoptionen

nehmen.

Ein resilienter und zukunftsorientierter Einkauf

braucht deshalb ein dynamisches Multi Sourcing.

Unternehmen müssen jederzeit auf Alternativlieferanten

zugreifen können. Hierfür bedarf

es allerdings einen datengetriebenen Prozess,

der potentiell neue Lieferanten nicht nur identifiziert,

sondern auch bewertet, qualifiziert und

onboarded.

Möglich wird dies durch einen Supplier Scouting

Agent, der mithilfe von Agentic AI automatisiert

alternative Lieferanten recherchiert. Die identifizierten

Lieferanten durchlaufen anschließend

strukturierte Qualifizierungsprozesse, zum Beispiel

durch RFI-Abfragen, Auditinformationen

oder Zertifikatsprüfungen. So wird sichergestellt,

dass neue Bezugsquellen auch realistisch einsetzbar

sind.


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S20

Dynamisches Multisourcing schafft zudem strategischen

Spielraum. Durch parallele Zusammenarbeit

mit mehreren qualifizierten Lieferanten

lassen sich Beziehungen aktiv aufbauen,

innovative Potenziale ausbauen und Produkte

gemeinsam weiterentwickeln.

3. Reshoring fundiert kalkulieren:

Entscheidungen auf Faktenbasis treffen

Reshoring wird in vielen Unternehmen emotional

diskutiert. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten,

unterbrochener Lieferketten und

wachsenden Nachhaltigkeitsanforderungen

scheint die Rückverlagerung von Produktionsund

Beschaffungsteilen nach Europa eine naheliegende

Lösung zu sein. Doch Regionalisierung

ist nicht gleich wirtschaftlich sinnvoll.

Ohne fundierte Daten drohen vorschnelle Maßnahmen,

die langfristig mehr kosten als nutzen.

Ein tragfähiges Reshoring braucht eine faktenbasierte

Gesamtbetrachtung, etwa durch Total-

Cost-of-Ownership Analysen, die alle relevanten

Faktoren wie Einkaufspreise, Logistikkosten,

Zollbelastung, Lagerhaltung, Ausfallrisiken oder

Wechselkursschwankungen mit einbeziehen.

Eine KI-basierte Auswertung kann dabei hinsichtlich

Preisvolatilität, Abhängigkeiten von

Lieferanten in Drittstaaten oder der Identifikation

real verfügbarer Alternativen auf dem europäischen

Markt aussagekräftige Daten liefern. Bedeutet

ein Reshoring einen signifikanten Preisanstieg

oder Qualitätsverlust bei bestimmten

Warengruppen oder Artikeln, macht KI exakt

diese Lücken transparent und liefert datenbasierte

Antworten. Somit entsteht ein realistisches

Bild, das über Emotionen hinausgeht und

erlaubt, Regionalisierungsstrategien wirtschaftlich

tragfähig und risikobewusst umzusetzen.

4. Preisentwicklungen frühzeitig erkennen

und steuern: Mit Daten besser verhandeln

Plötzliche Preissteigerungen gehören mittlerweile

zum Alltag vieler Einkaufsabteilungen. Ob

Energie, Aluminium, Kunststoffe oder Transportkosten,

volatile Märkte lassen Preise oft sprunghaft

steigen, während Unternehmen kaum Zeit

bleibt, strategisch zu reagieren. Ohne klare

Preistransparenz fehlt die Basis für starke Verhandlungen

– und steigende Preise lassen den

Margenspielraum weiter schrumpfen. Um dieser

Problematik zu begegnen, braucht es eine

vorausschauende Preisanalyse, die nicht erst

reagiert, wenn Angebote vorliegen, sondern Entwicklungen

aktiv antizipiert. Eine zentrale Rolle

spielt dabei die Anbindung an Rohstoffindizes,

die die Preisbestandteile eingekaufter Artikel

transparent machen, etwa der Anteil von Aluminium

in einem Zylinder oder die Energiekosten

bei der Herstellung bestimmter Kunststoffteile.

KI-gestützte Systeme überwachen dabei relevante

Indizes und verknüpfen diese intelligent

mit den eigenen Artikeldaten. So wird erkennbar,

ob Preisforderungen durch gestiegene Rohstoffkosten

gerechtfertigt sind oder nicht. Ist der Aluminiumpreis

gesunken, die Energiepreise stabil,

aber das Angebot deutlich teurer? Dann liefert

die Analyse die Basis, um gezielt nachzufragen

oder alternative Anbieter einzubeziehen. Gleichzeitig

entsteht somit ein unternehmensweites

Frühwarnsystem. So wird aus reaktiver Preisakzeptanz

und einer schwachen Verhandlungsposition

eine aktive Preissteuerung. Der Einkauf

gewinnt an Souveränität, stärkt seine Position

gegenüber Lieferanten und sichert die Kostenbasis

strategisch ab.

5. Kommunikation automatisieren:

intelligent und kontextbezogen

In vielen Einkaufsabteilungen beginnt der Tag

nicht mit strategischer Arbeit, sondern mit

einem überquellenden Posteingang. Rückfragen

zu Bedarfen, fehlende Dokumente, unklare Zuständigkeiten

stehen an der Tagesordnung. Besonders

in Unternehmen ohne voll digitalisiertes

Einkaufssystem führen diese manuellen Abstimmungen

zu ineffizienten Feedback-Loops,

intransparenten Entscheidungen und operativer

Überlastung. Durch den Einsatz generativer KI

lassen sich wiederkehrende Kommunikationsprozesse

standardisiert abbilden. Trainierte

Chatbots übernehmen beispielsweise Routineanfragen,

fordern automatisch Informationen

oder Dokumente an und übergeben die Ergebnisse

in strukturierter Form und ohne manuellen

Aufwand an den zuständigen Einkäufer. Auch

intern kann der Einsatz von KI enorm entlasten.

Im Intake Management übernimmt ein KI-gestützter

Assistent die Vorqualifizierung. Er stellt

abgestimmt auf Warengruppe, Budget und Bedarfsträger

gezielt Informationen zusammen,

die der Einkauf für eine Entscheidung oder Ausschreibung

benötigt.


Im Ergebnis steigt die Effizienz, weil der Abstimmungsaufwand

drastisch sinkt. Entscheidungen

lassen sich besser dokumentieren und auditieren.

Damit gewinnt der Einkauf mehr Zeit für

strategisches Arbeiten, sei es für Lieferantenentwicklung,

Verhandlungen oder Risikomanagement.

Fazit: Resilient einkaufen heißt

vorausschauend handeln

Der Einkauf ist heute ein zentraler Faktor

unternehmerischer Wettbewerbsfähigkeit. Zölle,

geopolitische Spannungen, Lieferengpässe und

volatile Preise machen ihn zum kritischen Steuerungsbereich.

Manuelle Prozesse und reaktive

Entscheidungen reichen nicht mehr aus. Der

Einkauf muss als datenbasierter, technologiegestützter

Bereich mit strategischer Bedeutung

neu gedacht werden. So wird er vom Kostenblock

zum Erfolgsfaktor.

Technologien wie Agentic AI sind dafür unerlässlich.

Sie schaffen Geschwindigkeit, Effizienz

und ermöglichen vorausschauendes Handeln.

Risiken lassen sich früher erkennen, Entscheidungen

fundierter treffen, operative Lasten

reduzieren. Die gewonnene Zeit ermöglicht es,

sich gezielt auf den strategischen Aufbau, die

Weiterentwicklung von Lieferantenbeziehungen

und nachhaltige Wertschöpfung zu konzentrieren.

Der Einkauf war lange eine stille Kraft im

Hintergrund. Jetzt ist er die Frontlinie unternehmerischer

Resilienz. Wer ihn weiter als reine

Kostenstelle behandelt, wird im globalen Wettbewerb

verlieren. Entscheidend ist nicht nur, ob

Unternehmen sich transformieren. Sondern ob

sie es rechtzeitig tun. (RED)

10.

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Unternehmen müssen heute in der Lage sein, Bestellungen

schnell und kosteneffizient zu bearbeiten, um mit dem

wachsenden Wettbewerb Schritt zu halten. Die nachhaltige

E-Commerce-Logistik ist und bleibt ein herausforderndes

Themenfeld. In einer Zeit des Wandels und der Unsicherheit

ist es umso wichtiger, fachlich informiert und flexibel zu

bleiben, um den Herausforderungen der globalen Märkte

erfolgreich zu begegnen. Nur so können Unternehmen

noch langfristig stabile und erfolgreiche internationale

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zu digitalisieren. Seine Expertise liegt

darin, wie Unternehmen mithilfe von Künstlicher

Intelligenz datenbasiert auf aktuelle

Risiken reagieren, betroffene Lieferanten

frühzeitig identifizieren und ihre Beschaffung

strategisch anpassen können.


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S22

Transport & Logistik

Rekordgewinn beim

Hafen Wien

Der Hafen Wien – ein Unternehmen der Wien

Holding – war auch im krisenbedingt herausfordernden

Geschäftsjahr 2024 voll auf Kurs. Die

Hafen Wien-Gruppe schließt das Jahr 2024 mit

einem Umsatz von 58,8 Millionen Euro ab und

liefert ein Betriebsergebnis auf Rekordniveau.

wicklung des Standorts Freudenau und auch

im Sinne der Digitalisierung und Klimaneutralität“,

so Barbara Novak weiter. „Wie wichtig und

weitreichend diese Investitionen sind, zeigte

sich beim Jahrhunderthochwasser im letzten

September. Dank des 2022 errichteten und über

14 Meter hohen Hafentors in Albern waren der

Hafen und die dort angesiedelten Unternehmen

bestens gegen das Hochwasser geschützt.“

Neben den Unternehmen der Hafen Wien-

Gruppe sind auf dem Hafen-Areal insgesamt bereits

rund 200 Betriebe ansässig, die in Summe

über 5.000 Arbeitsplätze bieten. Somit ist das

Hafen-Areal auch ein starker und wichtiger Faktor

für die Wirtschaft und für den Arbeitsmarkt in

der Region.

REDAKTION

Das Betriebsergebnis ist um 4,3 Prozent

auf rund 9,1 Millionen Euro gestiegen.

Zusätzlich tätigte der Hafen

Wien Investitionen in Höhe von rund

21 Millionen Euro, um seine Wettbewerbsfähigkeit

und seine Nachhaltigkeit zu fördern sowie

neue Projekte und Geschäftsfelder am Standort

zu forcieren.

„Wien ist ein leistungsfähiger und international

attraktiver Wirtschaftsstandort. Eine wichtige

Rolle dabei spielt der Hafen Wien. Durch die

optimale Anbindung an Wasser, Schiene und

Straße agiert er als leistungsstarke Schnittstelle

internationaler Handels- und Transportwege

und er ist einer der wichtigsten Hinterland-Hubs

Europas, vor allem für die großen Nordseehäfen.

Und nicht zuletzt ist der Hafen Wien als Warendrehscheibe

eine besonders wichtige und starke

Säule für die Versorgungssicherheit der Großstadt

Wien und ihr Umland“, so Finanz- und

Wirtschaftsstadträtin Barbara Novak.

„Unsere Strategie war und ist es, den Hafen

Wien als nationale und internationale Logistikdrehscheibe

konsequent und nachhaltig zu

stärken und zu erweitern. Diesen Weg gehen wir

auch in Zukunft konsequent weiter. Nach den

großen Investitionen im Jahr 2024 werden wir

auch heuer über 10 Millionen Euro in die Hand

nehmen – für die infrastrukturelle Weiterent-

Infrastruktur weiter ausgebaut

„Um die wirtschaftliche Bedeutung des Hafens

weiter zu stärken, wurden im Jahr 2024 insgesamt

rund 21 Millionen Euro investiert und damit

um 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Mittelpunkt

standen Projekte wie die Landgewinnung

im Hafen Freudenau, der Ankauf eines

Betriebsobjektes in Simmering (HQ1) oder die

Errichtung der Filmstudios am Areal HQ7. Außerdem

wurden sechs Leichtbauhallen für einen

Großkunden errichtet, die Dächer bei zwei Betriebsobjekten

erneuert und der Brandschutz

optimiert. Im Zuge der Digitalisierung wurde ein

neues IT-gestütztes Containererfassungssystem

in Betrieb genommen. So konnten wir –

auch in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten

– die Wettbewerbsfähigkeit der trimodalen Logistikdrehscheibe

Hafen Wien weiter nachhaltig

verbessern“, so Wien Holding-Geschäftsführer

Kurt Gollowitzer.

Erfolgsbringer: Immobilien und Hafen-Logistik

Zur positiven Geschäftsentwicklung im Jahr

2024 maßgeblich beigetragen haben die Immobilien-Sparte

und die „Business Unit Lagerlogistik“

mit ihren gut ausgelasteten Lagerhallen.

Im Bereich Immobilien wirkten sich unter

anderem auch die Indexanpassungen bei der

Vermietung erfreulich aus. Gesteigert werden

konnten auch die Umschlagstätigkeiten über

Land und Wasser im Bereich der „Business Unit

Massen- & Schwergut“, sodass sich auch dieser

Geschäftsbereich sehr positiv entwickelt hat.


Allein die im Hafen Freudenau landseitig umgeschlagenen

Tonnagen sind um 55 Prozent

gestiegen, zum Beispiel mit dem Umschlag und

der Lagerung von Salz, Kies und Gips. Noch eindrucksvoller

fällt die wasserseitige Steigerung in

der Freudenau aus: Mit einem Zuwachs von über

200 Prozent unterstreicht sie eindrucksvoll die

zunehmende Bedeutung und das Potenzial des

wasserseitigen Verkehrs.

In der „Business Unit Hafenbetrieb“ konnten

höhere Erlöse aus Liegegeldern für im Hafen

liegende Passagierschiffe erzielt werden. Denn

der Hafen Freudenau ist nicht nur das Herzstück

im Hafen Wien, sondern er ist gleichzeitig auch

Schutz- und Winterhafen. Vor diesem Hintergrund

liegen hier über die Wintermonate rund

zwei Dutzend Donaukreuzfahrtsschiffe sicher

vertäut am Kai, bis sie im Frühling wieder in die

neue Saison starten.

Im Jahr 2024 wurden in den drei Frachthäfen

Lobau, Albern und Freudenau wasserseitig rund

1.044.000 Tonnen an Waren umgeschlagen, das

entspricht einem Plus von rund 66.000 Tonnen

bzw. 6,8 Prozent zum Vorjahr.

WienCont: 470.000 Containereinheiten

umgeschlagen – fünf Prozent mehr Umsatz

WienCont, ein Tochterunternehmen des Hafen

Wien, betreibt den Containerterminal und das

Containergeschäft im Hafen Wien. Das Unternehmen

steigerte im Jahr 2024 seinen Umsatz

um fünf Prozent auf 20,3 Millionen Euro. Und

das unter erschwerten Rahmenbedingungen,

hervorgerufen durch die schwierige globale

Wirtschaftslage und die anhaltende Rezession, die

den Transportsektor besonders geprägt haben.

Im Jahresverlauf zeigten sich eine Stabilisierung

und ein flacher Aufwärtstrend auch bei den

abgewickelten Volumina, die lediglich durch

das Hochwasserereignis im September 2024

und die darauffolgenden Einschränkungen im

Schienengüterverkehr abrupt unterbrochen

wurden. Insgesamt konnten knapp 470.000

Containereinheiten (TEU) am Standort umgeschlagen

werden. Die Mengen in Umschlag und

Lagerung waren damit annähernd identisch mit

jenen des Vorjahres. Besonders erfreulich entwickelte

sich der Bereich Containerreparatur mit

einem Plus von 39 Prozent. Auch die Bereiche

Handel und Containervermietung haben sich

Wien Holding-Geschäftsführer

Kurt Gollowitzer,

Wirtschaftsstadträtin Barbara

Novak, Hafen Hien GFs

Doris Pulker-Rohrhofer

und Fritz Lehr

(c) David Bohmann


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S24

sehr gut entwickelt. Bei dem Projekt „Schienen

OCR Gate“ wurden die operativen Abläufe in

der Abfertigung der Containerzüge digitalisiert,

um die bestehende Infrastruktur optimal zu

nutzen und mehr Kapazitäten zur schaffen. Etwa

126 Züge pro Woche bringen die Container per

Bahn zu den großen europäischen Seehäfen

wie Rotterdam, Hamburg und Bremerhaven, ins

Ruhrgebiet oder zu den wirtschaftlichen Ballungsräumen

im zentral- und osteuropäischen

Raum – unter anderem mit Destinationen in

Serbien, Rumänien und in der Türkei.

Seit Anfang 2024 werden alle Fahrzeuge am Terminal

ausschließlich mit dem alternativen HVO

100 Treibstoff betrieben, um CO2-Emissionen

und den Treibstoffverbrauch zu reduzieren. Die

im Jahr 2023 ursprünglich errichtete Photovoltaikanlage

wurde im Jahr 2024 erweitert und

heuer in Betrieb genommen. Zwei neue, moderne

Leercontainerstapler wurden angekauft,

sie ersetzen seit 2025 die ältesten Terminalfahrzeuge.

Sämtliche Maßnahmen tragen dazu

bei, dass der Hafen Wien sein Ziel erreicht, bis

2040 klimaneutral zu sein.

Zentrale Logistikdrehscheibe

Der Hafen Wien spielt eine zentrale Rolle in der

Versorgung der Stadt Wien. Die Lage des Hafens

in unmittelbarer Stadtnähe trägt zur Effizienz der

Lieferketten bei. Stadt Wien-Betriebe lagern dort

zum Beispiel Kindergartenmöbel (MA10, Kindergärten)

oder Wirtschaftswaren aller Art, wie

Wahlzellen, Hand- und Toilettenpapier und vieles

mehr (MA54, Zentraler Einkauf und Logistik).

Auch der Wiener Gesundheitsverbund setzt auf

den Hafen Wien, der ihm als zentraler Lagerhalter

dient. Dort werden nun 32.500 verschiedene

Produkte für die Standorte des Wiener Gesundheitsverbunds

angenommen, gelagert, kommissioniert

und verteilt – mit Ausnahme von

Medikamenten. Die Lage der trimodalen Logistikdrehscheibe

ist ideal, denn man ist in kürzester

Zeit in allen Spitälern und Pflegehäusern in Wien.

Die Trimodalität ermöglicht eine umweltfreundliche

Anlieferung in das sichere Hafengelände,

das rund um die Uhr bewacht ist. Der Hafen Wien

ist außerdem Zolldienstleister, und kann somit

seinen Kund*innen ein Rundum-Sorglos-Paket

anbieten. 2024 wurden sechs Logistikhallen mit


9.000 Quadratmetern Grundfläche im Hafen

Freudenau für einen Bestandskunden aus der

produzierenden Industrie gebaut und in Betrieb

genommen. Außerdem wurde eine weitere

langfristige Partnerschaft mit einem Industrieunternehmen

auf einer Fläche von rund 6.400

Quadratmetern besiegelt.

Der Hafen Wien – trimodales

Logistikzentrum im Herzen der Stadt

Etwa 2.000 Kilometer vom Schwarzen Meer

und rund 1.500 Kilometer von der Nordsee entfernt,

agiert der Hafen Wien als leistungsstarke

Schnittstelle internationaler Handels- und

Transportwege. Mit seiner Lage an zwei Ten-

T-Korridoren der EU ist der Hafen Wien nicht

nur einer der wichtigsten Hinterland-Hubs

Europas, sondern auch eine wichtige, trimodale

Wirtschaftsdrehscheibe. Mit der Anbindung an

die drei Verkehrsträger Schiff, Bahn und LKW

fungiert er als leistungsstarke Schnittstelle internationaler

Handels- und Transportwege.

Die Baufertigstellung des Projekts „Landgewinnung“

ist bis Sommer 2025 abgeschlossen. Danach

erfolgt die Ausschreibung für das Rückhaltebecken,

für dessen Errichtung mit einer

Bauzeit von etwa neun Monaten gerechnet

werden kann. Für das Jahr 2026 ist die Oberflächenbefestigung

für Vollcontainer der Gleisanlagen

auf der neu entstanden Schüttfläche

geplant. Im Jahr 2025 wird zudem gemeinsam

mit Wien Energie die bereits sechste Solaranlage

am Gelände des Hafen Wien in Betrieb genommen,

ein weiterer Schritt in Richtung CO2-Neutralität

des Hafen Wien. (RED)

Rund drei Millionen Quadratmeter groß ist das

Areal des Hafen Wien. Das entspricht mehr als

der eineinhalbfachen Fläche des Fürstentums

Monaco. Die Hafen Wien GmbH, die zum Wien

Holding-Konzern gehört, betreibt hier drei große

Güterhäfen inklusive Infrastruktur: den Hafen

Freudenau, den Hafen Albern sowie den Ölhafen

Lobau. Mit seinen drei Frachthäfen ist der Hafen

Wien der größte öffentliche Donauhafen Ostösterreichs.

Ausblick auf 2025

Das Hauptziel bleibt, den Hafen Wien als einzige

trimodale Logistikdrehscheibe der Stadt weiter

zu stärken und seine Bekanntheit nachhaltig

zu steigern. Um die Wettbewerbsfähigkeit des

Hafens weiter auszubauen und seine Infrastruktur

zu optimieren, sind für das Jahr 2025 zusätzliche

Investitionen in Gebäude- und Flächensanierungen

vorgesehen.

You name it.

We store it!

apparel. food. medication.

tools. cosmetics. electronics.

knapp.com

Um mehr Güter von der Straße auf die Schiene

zu verlagern, arbeitet die WienCont zusätzlich

am nächsten Meilenstein: Der Erweiterung des

Container Terminals Freudenau. Bis 2034 sollen

in mehreren Schritten die Lagerkapazität

gesteigert, Flächen für zeitgemäße Reparaturwerkstätten

geschaffen und ein vollwertiges

zusätzliches Terminal mit Containerportalkränen

errichtet werden. Ziel ist es, mit diesem Projekt

die Kapazität der verladenen Containereinheiten

auf circa 1.000.000 TEU zu verdoppeln.

making complexity simple


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S26

Transport & Logistik

Panattoni Park

Ennshafen: ein neuer

Logistik-Hub für

Mitteleuropa

Der Panattoni Park Ennshafen, kürzlich im

oberösterreichischen Enns eröffnet, stellt eine

strategische Erweiterung der logistischen Infrastruktur

in der Region dar. Auf über 35.000 m2

bietet der moderne Gewerbepark hochflexible

Flächen für Unternehmen aus verschiedenen

Branchen, wobei der Standort besonders für

logistikintensive Unternehmen attraktiv ist.

REDAKTION

Mit der Eröffnung des Parks und dem

ersten Mieter, der Rosenbauer

International AG, wird ein neuer

Logistik-Hub für Mitteleuropa geschaffen.

Der Panattoni Park Ennshafen erstreckt

sich über ein ca. 65.000 m2 großes Grundstück

und bietet eine Vielzahl an Mietflächen ab 2.550

m2 Durch die flexible Gestaltung der Flächen

eignet sich der Park sowohl für kleinere Unternehmen

als auch für internationale Großunternehmen.

Die verkehrsgünstige Lage inmitten

eines der wirtschaftlich stärksten Regionen

Österreichs, mit optimaler Anbindung an wichtige

Verkehrsinfrastrukturen, macht den Park zu

einem bevorzugten Standort für Unternehmen,

die effiziente Logistikprozesse anstreben.

Logistische Infrastruktur und Standortvorteile

Ein zentrales Merkmal des Panattoni Park Ennshafen

ist seine herausragende verkehrstechnische

Anbindung. Der Standort liegt direkt an der

Rhein-Main-Donau-Wasserstraße, einem wichtigen

europäischen Wasserverkehrskorridor und

ist an das Schienennetz über ein nahegelegenes

Containerterminal angebunden. Auch die Anbindung

an die Bundesstraße B1 sowie die

West-Autobahn A1 sorgen für eine schnelle und

unkomplizierte Verbindung zu anderen wichtigen

europäischen Wirtschaftszentren. Diese

logistische Infrastruktur gewährleistet eine effiziente

Transport- und Distributionslogistik und

eröffnet Unternehmen im Panattoni Park zahlreiche

logistische Vorteile.

Die flexible Gestaltung der Mietflächen, die von

2.550 m2 bis zu 35.000 m2 variieren, ermöglicht

es Unternehmen, ihre Logistikkapazitäten je nach

Bedarf schnell anzupassen und zu skalieren.

Für die Logistikbranche, in der Effizienz und Flexibilität

entscheidend sind, stellt dies einen erheblichen

Vorteil dar.

Nachhaltigkeit als Schlüsselfaktor

Nachhaltigkeit nimmt im Panattoni Park Ennshafen

einen zentralen Platz ein. Das Projekt

strebt eine DGNB-Goldzertifizierung an und erfüllt

hohe ökologische Standards. Die Gebäude

sind mit energieeffizienter Technik ausgestattet,

darunter eine Photovoltaikanlage zur Nutzung

erneuerbarer Energien. Der Fokus auf nachhaltige

Mobilität zeigt sich durch die Integration

eines Radwegs, der direkt zum Parkgelände

führt, sowie großzügiger Fahrradabstellplätze.

Darüber hinaus legt Panattoni großen Wert auf

die Aufenthaltsqualität für die Mitarbeitenden im

Park. Dazu zählen Wellbeing-Bereiche mit begrünten

Aufenthaltszonen, einem Boccia-Platz

und Tischtennistischen – Elemente, die zu einer

positiven Arbeitsatmosphäre und einer hohen

Mitarbeitermotivation beitragen.

Erster Mieter: Rosenbauer und die Bedeutung

für den Standort

Der Panattoni Park Ennshafen hat mit der

Rosenbauer International AG einen prominenten

ersten Mieter gewonnen. Rosenbauer, ein weltweit

führender Anbieter von Feuerwehrtechnik,

nutzt das Logistikzentrum als Drehkreuz für die

Zentralisierung seiner Logistikfunktionen. Der

Standort in Enns ermöglicht es Rosenbauer,

seine Logistikprozesse effizienter zu gestalten

und seine Produktionsstätten in Österreich optimal

anzubinden.


„Der Standort in Enns ermöglicht uns, unsere

Logistikfunktionen zu zentralisieren und bietet

eine hervorragende Anbindung an unsere Fertigungsstandorte

in Österreich“, erklärt Robert

Ottel, CEO von Rosenbauer. „Das moderne Lager

erfüllt unseren gestiegenen Flächenbedarf und

die gute Verkehrsanbindung war ein weiterer

entscheidender Faktor für uns.“

Der Standort übernimmt nicht nur die zentrale

Versorgung der Fertigung, sondern dient auch

als Hub für die Ersatzteilversorgung der Kunden

sowie für die Bearbeitung von Schutzausrüstung

und Brandschutzkomponenten. Langfristig

wird der Ennshafen als zentraler Logistik-Hub für

Mitteleuropa und den weltweiten SKD/CKD-Versand

genutzt.

Wirtschaftliche Bedeutung für die Region

und die Zukunftsaussichten

Der Panattoni Park Ennshafen hat eine wichtige

wirtschaftliche Bedeutung für die Region Enns

und darüber hinaus. Die Ansiedlung eines internationalen

Unternehmens wie Rosenbauer und

die Attraktivität des Standorts für weitere Unternehmen

unterstreichen das Potenzial der Region

als Logistikzentrum. „Die Ansiedlung von Rosenbauer

zeigt die Attraktivität und Zukunftsfähigkeit

unseres Projekts und ist ein starkes Signal

für die wirtschaftliche Dynamik der Region“, betont

Jürgen Winklbauer, Managing Director von

Panattoni Österreich.

„Der Panattoni Park steht für moderne, nachhaltige

Gewerbeentwicklung“, fügt Christian Deleja-

Hotko, Bürgermeister der Stadt Enns, hinzu.

„Dieser Ansatz wird von uns als Gemeinde aktiv

unterstützt, da er neue Impulse für die regionale

Wertschöpfung und die Schaffung hochwertiger

Arbeitsplätze bringt.“

Fazit

Der Panattoni Park Ennshafen ist mehr als nur ein

Gewerbepark – er ist ein strategisch wichtiger

Standort für die Logistikbranche. Durch seine exzellente

Verkehrsanbindung, flexible Flächen und

nachhaltige Ausrichtung bietet der Park Unternehmen

optimale Voraussetzungen für eine effiziente

und zukunftsfähige Logistik. Mit dem ersten

Mieter, Rosenbauer, und weiteren interessierten

Unternehmen zeigt der Panattoni Park

Ennshafen bereits jetzt sein Potenzial als Logistik-Hub

für Mitteleuropa. Panattoni setzt damit

ein starkes Zeichen für die Entwicklung nachhaltiger

Gewerbeparks, die den Anforderungen

der Zukunft gerecht werden. (RED)

Foto.: Jürgen Winklbauer

(Panattoni), Landeshauptmann

Mag. Thomas Stelzer

(Land Oberösterreich), Julia

Eibensteiner (Rosenbauer),

Robert Ottel (Rosenbauer),

Christian Deleja-Hotko

(Bürgermeister Enns).

Quelle: Panattoni.


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S28

Transport & Logistik

Logistics Park Tribus

nimmt in Traiskirchen

Betrieb auf

Schlüsselübergabe im Logistics Park Tribus:

Fahrzeugbedarf Kotz schafft rund 50 neue

Arbeitsplätze in Traiskirchen. REDAKTION

Mit der offiziellen Schlüsselübergabe

an das niederösterreichische

Unternehmen Fahrzeugbedarf

Kotz & Co KG wurde der neue

Gewerbe- und Logistikstandort Logistics Park

Tribus offiziell eröffnet. Anwesend waren unter

anderem Traiskirchens Bürgermeisterin Sabrina

Divoky sowie Wirtschaftsstadträtin Manuela

Rommer-Sauerzapf.

Bürgermeisterin Divoky betonte die Bedeutung

des Projekts für die Stadt: „Die Ansiedlung von

Fahrzeugbedarf Kotz & Co KG und die Schaffung

von rund 50 neuen Arbeitsplätzen sind ein deutliches

Signal für Traiskirchen als dynamischen

Wirtschaftsstandort. Gleichzeitig wurde der Logistics

Park Tribus im Sinne unseres Bebauungsplans

realisiert, der gezielt auf Begrünung und

ökologische Aufwertung in Betriebsgebieten

setzt. Mit großzügigen Grünflächen, einem Retentionsbecken

zur Regenwasserspeicherung,

E-Ladestationen und weiteren nachhaltigen

Maßnahmen wurde das konsequent umgesetzt.

Hier zeigt sich: Eine starke Wirtschaft und gelebter

Klimaschutz gehen hier Hand in Hand.“

Die Immobilie wurde vom Wiener Immobilienentwickler

Propel Industrial in Partnerschaft mit

Invesco Real Estate, der auf weltweite Immobilienanlagen

spezialisierte Bereich von Invesco

Ltd. (NYSE: IVZ), realisiert. Die Umsetzung erfolgte

planmäßig unter Einbindung regionaler Bauunternehmen

sowie in enger Zusammenarbeit

mit der Stadtgemeinde Traiskirchen.

Armen Gevorkian, CEO und Gründer von Propel

Industrial, hob die erfolgreiche Zusammenarbeit

mit allen Beteiligten hervor: „Unsere Vision ist

es, Logistikflächen zu schaffen, die wirtschaftlich

tragfähig sind und zugleich im besten Sinne

nachhaltig wirken – im Zusammenspiel mit

Gemeinden, Unternehmen und Regionen. Dass

wir gemeinsam mit Invesco Real Estate und

lokalen Partnern ein Projekt realisieren konnten,

das Beschäftigung und regionale Wertschöpfung

schafft, ist für uns gelebte Standortverantwortung.

Die Ansiedlung von Fahrzeugbedarf

Kotz & Co KG zeigt, wie diese Vision Wirklichkeit

wird.“

Traiskirchen als Standortentscheidung

Als erster Mieter im Logistics Park Tribus bringt

Fahrzeugbedarf Kotz & Co KG mit der Ansiedlung

von Produktion, Lager und Hauptbüro nicht nur

rund 50 neue Arbeitsplätze nach Traiskirchen,

sondern auch ein wachstumsstarkes Traditionsunternehmen.

Das Unternehmen mit Stammsitz

in Guntramsdorf ist Teil der BPW Gruppe, einem

weltweit führenden Hersteller von Fahrwerksystemen

für Nutzfahrzeuge, und vereint die Vorteile


eines globalen Netzwerks mit regionaler Verankerung.

Als größter Vollsortiment-Anbieter im

österreichischen Nutzfahrzeugteilehandel führt

Fahrzeugbedarf Kotz über 350.000 Artikel im

Sortiment. Mit nun fünf Standorten in Österreich

und vier in Bosnien stärkt das Unternehmen gezielt

seine logistischen Kapazitäten.

Der neue Standort bündelt zentrale Funktionen

des Unternehmens, wie CEO Dr. Gernot Wagner

erklärt: „Mit der Zusammenführung unserer bisherigen

Zentrallager, Verkaufsstellen und Verwaltung

schaffen wir in Traiskirchen eine zentrale,

zukunftsfähige Struktur für die gesamte

FZB. Der neue Standort ermöglicht uns, unsere

über 8.000 aktiven Kunden der Nutzfahrzeugbranche

deutlich effizienter zu bedienen und

unsere logistischen Prozesse nachhaltig zu optimieren.

In einem hart umkämpften Markt ist das

ein entscheidender Schritt für die langfristige

Wettbewerbsfähigkeit unseres Unternehmens.“

LED-Beleuchtung, ein eingereichtes PV-Projekt,

Grünstreifen für Biodiversität, Fahrradstellplätze

sowie ein effizientes Luftwärmepumpen- und

Umluftheizsystem.

Logistikstandort Niederösterreich

Propel Industrial baut sein Engagement in Niederösterreich

weiter aus: Neben dem Logistics

Park Tribus entwickelt das Unternehmen gemeinsam

mit Invesco Real Estate derzeit weitere

Projekte im Bundesland – darunter den Logistics

Park Bruck A4 in Bruck an der Leitha.

„Niederösterreich bietet ein ideales Umfeld für

zukunftsfähige Logistik- und Industrieprojekte“,

erklärt Armen Gevorkian. „Als Entwickler nachhaltiger

Flächenlösungen ist es unser Ziel, Räume

zu schaffen, die langfristigen wirtschaftlichen

Nutzen stiften. Wir freuen uns, den Wirtschaftsstandort

Niederösterreich mitgestalten zu dürfen.“

(RED)

v.l.n.r. Manuela Rommer-Sauerzapf

(Wirtschaftsstadträtin),

Martina Neuhauser (CFO FZB),

Dr. Gernot Wagner (CEO FZB),

Armen Gevorkian (CEO Propel

Industrial), Bürgermeisterin

Sabrina Divoky / ©Propel Industrial/Record17

Nachhaltige Logistikinfrastruktur

Der Logistics Park Tribus umfasst rund 30.000

m2 moderne Logistikfläche und befindet sich in

unmittelbarer Nähe zur A2 Südautobahn, einer

der wichtigsten Verkehrsachsen Österreichs.

Die zentrale Lage im Wiener Becken ermöglicht

optimale Erreichbarkeit von Wien sowie schnellen

Zugang zur Adriaroute in Richtung Südeuropa.

Das Gebäude wurde nach dem ÖGNI Gold Standard

geplant und erfüllt höchste Anforderungen

an Nachhaltigkeit, Effizienz und Funktionalität.

Die Immobilie bietet vier autarke Hallenabschnitte

mit Smart-Meter-Technologie, Regenwassermanagement,

E-Mobility-Infrastruktur,


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S30

Transport & Logistik

Dachser baut Logistikstandort

Linz weiter aus

und setzt auf Zukunft

Der Logistikdienstleister Dachser hat die Erweiterung

seiner Niederlassung in Hörsching,

südwestlich von Linz, erfolgreich abgeschlossen.

Mit der Inbetriebnahme der neuen

Umschlagfläche stärkt Dachser seine Position

als Logistik-dienstleister in der Region. REDAKTION

Rund 6 Millionen Euro investierte das

Familienunternehmen in der dritten

Ausbaustufe in den Standort, um für

zukünftiges Wachstum gerüstet zu

sein. Der Anbau bietet mit rund 3.050 Quadratmetern

mehr Platz für den Umschlag von Industrie-

und Konsumgütern.

Das Logistikzentrum Linz in Hörsching, das im

Jahr 2008 eröffnet wurde, wurde um eine Umschlaghalle

mit nun insgesamt 11.200 Quadratmetern

erweitert. Ergänzt wird die Anlage durch

ein zweigeschossiges Büro- und Verwaltungsgebäude.

Das Warehouse bietet auf rund 15.700

Quadratmetern Lager- und Logistikfläche Platz

für etwa 30.500 Paletten. Neben Lagerung und

Transport werden auch vielfältige logistische

Zusatzleistungen wie Kommissionierung sowie

spezielle Value Added Services angeboten. An

insgesamt 129 Toren und zwei Schrägrampen

können nun Lkw be- und entladen werden –

40 dieser Tore sind neu hinzugekommen. Eine

Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen

Hallenanbaus trägt zur nachhaltigen Energieversorgung

des Geländes bei. Zudem wurde für

die gewerblichen Mitarbeitenden ein moderner

Sozialraum mit einer Fläche von 160 Quadratmetern

geschaffen. Mit der Fertigstellung umfasst

der Standort nun eine Gesamtfläche von

125.000 Quadratmetern.

„Mit dem erfolgreichen Abschluss der Erweiterungsmaßnahmen

haben wir die nötige Kapazität

geschaffen, um auch künftig dem wachsenden

Sendungsaufkommen gerecht zu werden.

Wir sind jetzt bestens für die Zukunft aufgestellt“,

sagt Michael Rauhofer, Niederlassungsleiter des

Logistikzentrums Linz in Hörsching.

Neben dem Hallenbau wurden 60 neue Wechselbrücken-Abstellplätze

sowie ein Parkplatz mit

90 Stellplätzen für Transportunternehmer geschaffen.

Ein weiterer Teil der Investitionen umfasst

die Infrastruktur für elektrisch betriebene

Fahrzeuge, mit der Errichtung von 30 Ladepunkten

für Elektro-Pkw und drei Ladepunkten für

Elektro-Lkw.

„Durch die Erweiterung unseres Logistikzentrums

leisten wir einen Beitrag zur regionalen

Wirtschaftsentwicklung und schaffen perspektivisch

rund zehn neue Arbeitsplätze in der Region“,

ergänzt Michael Rauhofer. (RED)


#storeoftomorrow

Shaping Tomorrow’s

Shopping

Environment

handelsflächenforum.at

HANDELS

FLÄCHEN

FORUM

2025

18. SEPTEMBER

DER REAKTOR, WIEN


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S32

Transport & Logistik

Panattoni realisiert in

NRW sein größtes

Businesspark-Projekt

Mit dem City Dock Neuss definiert Europas

größter Entwickler von Logistik-, Industrie- und

Gewerbeimmobilien die eigenen Maßstäbe neu

und realisiert in Nordrhein-Westfalen das bislang

größte Projekt seines City-Dock-Konzeptes.

REDAKTION

In zentraler Lage der Stadt Neuss, auf einem

Teilbereich des Areals vom US-Konzerns

3M, entsteht in enger und konstruktiver Abstimmung

mit der Stadt Neuss ein moderner

Businesspark, der die Anforderungen an

kleinteilige gewerbliche Nutzung mit einem zukunftsorientierten

ESG-Ansatz verbindet.

Das rund 85.500 m2 große Grundstück liegt im

Stadtteil Hammfeld, nur wenige Fahrminuten

von Düsseldorf entfernt. Panattoni plant auf dem

Gelände die Entwicklung eines neuen City Docks

mit rund 32.600 m2 Hallen- und flexibler Nutzfläche

sowie etwa 6.500 m2 Bürofläche auf der

Mezzanine sowie 272 Pkw- und 152 Fahrradstellplätzen.

Die Umsetzung erfolgt in zwei Bauabschnitten.

Zunächst wird der westliche Teil

bebaut, anschließend folgt die Realisierung des

östlichen Abschnitts.

Panattoni entwickelt das Gelände nach einem

langen und vielschichtigen Ankaufsprozess. In

partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit der

Stadt Neuss über nahezu ein Jahr hinweg wurde

ein tragfähiges Konzept erarbeitet, das sowohl

die Grundstücksteilung als auch eine frühzeitige

und detaillierte Planung der notwendigen Umlegung

der Versorgungsleitungen beinhaltet. Die

daraufhin gestellte Bauvoranfrage wurde von

der Stadt positiv beschieden.

FRED-MARKUS BOHNE

Mit dem City Dock Neuss verfolgt Panattoni das

Ziel, urbane Wirtschaftsflächen zu schaffen, die

sowohl funktional als auch ökologisch zukunftsfähig

sind. Das auf dem Grundstück noch bestehende

Bürogebäude und die Parkplätze werden

zurückgebaut. Für den Neubau wird eine Zertifizierung

nach dem DGNB-Goldstandard angestrebt.

Geplant ist unter anderem der Einsatz

einer Luft-Wasser-Wärmepumpe im Bürobe-


reich sowie einer Luft-Luft-Wärmepumpe für die

Hallen. Die mit der geplanten Photovoltaikanlage

produzierte Energie kann ins Netz eingespeist

oder direkt von den künftigen Mietern genutzt

werden. Über Zisternen wird Regenwasser gesammelt

und für den Betrieb der Sanitärbereiche

bereitgestellt. Zwei großzügige Wellbeing-

Bereiche erhöhen die Aufenthaltsqualität für die

Mitarbeitenden. Zudem wird jede der insgesamt

22 Mieteinheiten im Areal mit einer eigenen

Doppelladestation für Elektrofahrzeuge ausgestattet.

Das City Dock Neuss ist sowohl mit dem Auto

als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln und

dem Fahrrad sehr gut erreichbar. Es ist besonders

interessant für kleine und mittelständische

Unternehmen, Start-ups sowie Unternehmen

aus dem Bereich Light Industrial. Die Fertigstellung

des Projekts ist – abhängig von der Erteilung

der Baugenehmigung – bis Mitte 2027 geplant.

Derzeit ist der Baustart für Oktober 2025

vorgesehen.

Die Stadt Neuss begrüßt die Entwicklung

ausdrücklich und sieht in der Umsetzung

des City Docks ein wichtiges

Signal für den Wirtschaftsstandort.

„Die Zusammenarbeit mit Panattoni

war von Beginn an konstruktiv

und lösungsorientiert. Wir freuen

uns, gemeinsam mit dem Entwickler

ein nachhaltiges und zukunftsfähiges

Konzept in zentraler Lage und

direkter Nachbarschaft zu 3M umsetzen

zu können“, sagt Reiner Breuer, Bürgermeister

der Stadt Neuss.

Auch Fred-Markus Bohne, Managing Partner bei

Panattoni Deutschland und Österreich, unterstreicht

die Bedeutung des Projekts: „Für die Revitalisierung

des Areals haben wir uns als zuverlässiger

Partner präsentiert und so den idealen

Standort für unser bisher größtes City Dock-Projekt

gewonnen. Das City Dock Neuss ist ein gelungenes

Beispiel für interdisziplinäre Kooperation

und strategische Stadtentwicklung.“ (RED)


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S34

Transport & Logistik

CTP investiert 100

Millionen Euro in den

Wirtschaftsstandort

Österreich

CTP, Europas größter börsennotierter Eigentümer,

Entwickler und Betreiber von Industrie- und

Logistikimmobilien, investiert bis 2026 rund 100

Millionen Euro in den Ausbau seiner Aktivitäten

in Österreich. REDAKHION

Somit unterstreicht das Unternehmen

seine langfristige Verpflichtung zum

Wirtschaftsstandort und seine Rolle als

treibende Kraft für nachhaltige Standortentwicklung

in der Region.

„Österreich ist für uns ein strategischer Schlüsselmarkt

im Herzen Europas – wir sehen hier

großes Potenzial und begegnen dem mit langfristigen

Investitionen, smarten Lösungen

für unsere Mieter:innen und ESG-konformen

Gebäudestandards“, betont Romano Tafaj, Business

Developer bei CTP Austria.

Ausbau von vier Standorten

Die Investitionen fließen schwerpunktmäßig in

vier strategische Projekte:

CTPark St. Pölten Nord: Der neue Businesspark

nördlich von St. Pölten punktet mit idealer Verkehrsanbindung

und entwickelt sich zum regionalen

Knotenpunkt für Logistik, Versorgung

und Produktion.

CTPark Vienna East: In verkehrsgünstiger Lage

nahe der A4 entstehen moderne Flächen für

Logistik und Light Industry.

CTPark Kittsee: Direkt an der Grenze zur Slowakei

gelegen, ideal für Cross-Border-Logistik.

CTPark Baden: Standortentwicklung für flexible

Mieteinheiten ab 400 m2.

ROMANO TAFAJ

Nachhaltiges Wachstum und ESG-Fokus

CTP errichtet und betreibt seine Parks im Rahmen

des unternehmenseigenen Parkmaker-Modells,

das Planung, Bau, Betrieb und Energieversorgung

aus einer Hand vereint. Alle neuen Projekte

in Österreich sind so konzipiert, dass sie mindestens

dem BREEAM-Standard Very Good oder

besser entsprechen werden – die entsprechenden

Zertifizierungsprozesse sind bereits angestoßen.

Darüber hinaus sollen alle Neubauten

mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden,

um eine nachhaltige Eigenstromversorgung direkt

am Standort sicherzustellen.

Ziel: Über 200.000 m2 neue Flächen bis 2026

Bis Ende 2026 sollen 220000 m2 Bruttogeschossfläche

(GLA) neu entwickelt oder modernisiert

werden. Ein Großteil davon ist bereits vor

Identity Lab - Reitsperger


Der CTPark Kittsee

CTPark St. Pölten Nord

Der CTPark Baden

verwertet – insbesondere durch Erweiterungen

bestehender Mieter:innen. „Nahezu zwei Drittel

unserer neuen Verträge im gesamten CTP-Netzwerk

werden mit Bestandskund: innen abgeschlossen.

Das zeigt: Unsere Strategie funktioniert.

Diese enge, langfristige Zusammenarbeit

ist zentraler Bestandteil unseres Erfolgsmodells“,

so Tafaj.

Gleichzeitig bleibt CTP laufend auf der Suche

nach Grundstücken und Objekten, die das bestehende

Portfolio strategisch ergänzen. „Wir

entwickeln nicht nur unsere bestehenden Parks

konsequent weiter, sondern evaluieren auch

laufend neue Standorte mit Entwicklungspotenzial

– insbesondere dort, wo wir langfristig

wirtschaftlichen und nachhaltigen Mehrwert

schaffen können“, so Romano Tafaj. „Wenn ein

Standort strategisch zu unserem Netzwerk

passt, agieren wir schnell und entschlossen.“

(RED)

LOGISTIK express

Der CTPark Wien Nord

informiert

Sichern Sie sich Ihren

substanziellen

Wettbewerbsvorsprung

› Intralogistik & E-Commerce

› Handel & Distanzhandel

› Transport & Logistik


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S36

Transport & Logistik

Motorensymposium:

Klimaneutrale Mobilität

braucht alle technisch

möglichen Lösungen

Über 1.000 Personen aus Forschung und

Industrie diskutierten Antriebssysteme für Kraftfahrzeuge,

Flugzeuge und Schiffe. REDAKTION

Um aus fossilen Energien aussteigen

und so die Treibhausgas-Thematik in

Griff bekommen zu können, braucht es

nicht eine, sondern alle technisch und

wirtschaftlich möglichen Lösungen: Wie der Veranstalter

des Internationalen Wiener Motorensymposiums,

TU-Professor Bernhard Geringer,

zur Eröffnung dieses 46. Gipfeltreffens der globalen

Fahrzeugindustrie betonte, muss in der

Bewertung von „Net Zero Mobility“ nicht nur

der Ausstoß während des Betriebes, sondern

der gesamte Lebenszyklus eines Fahrzeugs von

der Rohstoffgewinnung und Produktion bis zur

Entsorgung betrachtet werden. „Korrekt sollte

das Ziel als ‚Defossilisierung‘ anstatt ‚Dekarbonisierung‘

bezeichnet werden. Um das Ziel

erreichen zu können, brauchen wir vereinte

Anstrengungen und die gesamte physikalische

Variantenvielfalt an klimaneutralen Energieträgern

samt den passenden Antriebstechniken.“

Technologieoffenheit im Antrieb gebe Flexibilität

und auch Sicherheit: „Europas Industrie

und Handel braucht Planungssicherheit. Dafür

sind dringend verlässliche Regelungen von

Seiten der Politik notwendig“, forderte Professor

Bernhard Geringer bei der Eröffnungspressekonferenz.

Neben der Personen- und Nutzfahrzeugindustrie

ist vor allem die nachhaltige

Energieindustrie an verlässlichen gesetzlichen

Rahmenbedingungen interessiert, so dass Investitionen

in Entwicklung und Produktion längerfristig

geplant werden können. „Die aktuelle

EU-Flottengesetzgebung der reinen Fahrzeug-

Treibhausgas-Emission ist unzutreffend und

muss einer Gesamt-Systembetrachtung – wie

etwa in Japan – weichen. Damit haben auch

klimaneutrale Kraftstoffe und energieeffiziente

Antriebe wie Range-Extender (REX) eine Chance.

China macht uns das mit den sogenannten New

Energy Vehicles – u.a. BEVs und REX - vor.“

Horse Powertrain: Neuer Sektor

in Automobilindustrie

Was Professor Geringer damit meint, erklärte in

Wien Matias Giannini, CEO von Horse Powertrain,

einem 2024 in London gegründeten Joint

Venture zwischen Geely, einem der größten

Automobilhersteller Chinas (dazu gehören u.a.

Marken wie Volvo), sowie der Firmen Renault

und dem saudischen Aramco-Konzern. Horse

Powertrain bietet komplette Antriebsstränge für

defacto alle Automobil-Hersteller der Welt an.

Das heißt, auch große Hersteller entwickeln und

bauen zukünftig ihre Motoren- und Getriebe-

Einheiten für Elektro- oder Hybrid-Antriebe nicht

mehr zur Gänze selbst, sondern ein Spezialist

liefert diese Modullösung für den jeweiligen Bedarf.

„Bis 2040 werden noch eine Milliarde Verbrennungsmotoren

auf den Straßen unterwegs

sein. Horse Powertrain baut das fehlende Glied:


ZOHM, GIANNINI, EDER, HEYN, GERINGER

Hybride, synthetische Kraftstoffe und ein modulares

System, das für die Kompatibilität mit Elektro-

und Multi-Fuel-Plattformen ausgelegt ist.

Unsere Lösungen rationalisieren die Produktion

und geben Erstausrüstern die Flexibilität, ihre

Antriebsstrategien an die besonderen Anforderungen

des jeweiligen Marktes anzupassen.

Wir gestalten einen neuen Sektor - denn die Zukunft

wird nicht von einer einzigen Technologie

bestimmt, sondern von denen, die viele beherrschen.

Wir brauchen nicht Solisten, sondern ein

Orchester. So verbinden wir die Herausforderungen

von heute mit den Netto-Null-Zielen von

morgen.“

Die Zukunft der Antriebe hat

mehrere Dimensionen

„Bis 2039 wollen wir bilanziell CO2-neutral

sein.“ - Wie der Vice President Electrified Drive

Systems bei Mercedes-Benz, Torsten Eder, sagte,

stehen dabei die Kernprinzipien Performance,

Effizienz und Flexibilität, im Mittelpunkt dieser

Transformation. Konkret präsentierte das Unternehmen

in Wien technologische Innovationen

wie die neue Mercedes Modular Architecture

(MMA), die maximale Vielseitigkeit ermöglicht –

von höchsteffizienten batterieelektrischen Antrieben

mit hohen Ladegeschwindigkeiten und

Reichweiten bis hin zu modernen 48 V-Hybridsystemen

mit elektrischem 8-Gang Getriebe.

800 Volt Spannung sind der neue Standard für

vollelektrische Fahrzeuge.

Neue Konzepte wie der kompakte Axialfluss-

Elektromotor würden in naher Zukunft neue

Möglichkeiten im Bereich der Performance-

Elektromobilität ermöglichen. Im AMG „ist der

neue E-Motor der V8 des Elektrozeitalters. Aber

auch der klassische V8 wird damit nicht obsolet.“

Mit diesem breiten Antriebsportfolio könne man

auch künftig für jeden Kundenwunsch das perfekte

Fahrzeug anbieten. „Mercedes-Benz bietet

auch in Zukunft den perfekten Antrieb für jedes

Kundenbedürfnis – batterieelektrisch oder hybridisch.

Mit Performance, Effizienz und Flexibilität

führt das Unternehmen seine langjährige Antriebskompetenz

in eine neue Ära der Mobilität.“

90 Prozent aller Busse künftig elektrisch

Frederik Zohm, Vorstand für Forschung & Entwicklung

bei MAN Trucks & Bus, bekräftigte die

künftige Bedeutung von batterieelektrischen

Antrieben für Nutzfahrzeuge: „Diese haben bei

der Energieeffizienz und den Betriebs- und Energiekosten

aktuell deutliche Vorteile gegenüber

anderen Antriebskonzepten. Der CO2-Ausstoß

der aktuellen MAN-Lkw-Bestandsflotte beträgt

rund 70 Millionen Tonnen pro Jahr, das liegt etwas

über dem gesamten CO2-Ausstoß von

Österreich. Bis 2030 sollen bis zu 90 Prozent

aller neuen Busse und 50 Prozent aller neuen

MAN-Lkw mit batterieelektrischen Antrieben

ausgestattet sein. Daher treiben wir die Elektrifizierung

unserer Fahrzeuge sehr konsequent

voran. (RED)


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S38

Transport & Logistik

Zukunftsfähige

Batterie-Lieferketten

Chancen, Risiken und Strategien für Österreich

& Europa. Aktuelle Studie des Forschungsinstitutes

ASCII.. REDAKTION

Die Industrie durchläuft einen tiefgreifenden

Transformationprozess

– getrieben von Elektrifizierung,

Klimazielen und geopolitischen

Herausforderungen. Batterien stehen im Zentrum

dieser Entwicklung und gelten als Schlüsseltechnologie

für die Mobilität der Zukunft.

Das Supply Chain Intelligence Institute Austria

(ASCII) – das vom Bundesministerium für

Wirtschaft, Energie und Tourismus sowie vom

Land Oberösterreich gefördert wird - hat eine

faktenbasierte, globale Analyse der Batterie-Wertschöpfungskette

erstellt – aus österreichischer

Perspektive.

Die Studie zeigt klar: Ohne industriepolitische

Klarheit keine technologische und wirtschaftliche

Souveränität. Europas Batterieindustrie

braucht Investitionen in Innovation, schnellere

Genehmigungsverfahren und strategische

Allianzen. Für Österreich liegt der Hebel vor

allem in der Fokussierung auf Recycling und

stationäre Energiespeicher.

Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer:

„Wir leben in einer Zeit globaler Verwerfungen

– wirtschaftlich, geopolitisch und

technologisch. Wer in dieser Welt souverän

bleiben will, braucht Zugang zu den Schlüsseltechnologien

der Zukunft – und Batterien

zählen zweifellos dazu. Die ASCII-Studie liefert

uns eine faktenbasierte Standortbestimmung

und zeigt klar auf, wo Handlungsbedarf besteht.

Für uns steht fest: Gerade jetzt braucht es

mehr Europe First. Mit der EAG-Novelle im Herbst

führen wir deshalb einen Made-in-Europe-

Bonus für Stromspeicher ein. Damit ermöglichen

wir das Nachrüsten bestehender PV-Anlagen,

stärken europäische Technologiebetriebe und

holen Wertschöpfung zurück nach Europa.“

Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner, Oberösterreich:

„Der tiefgreifende Wandel von Europas

Automobilbranche hat weitreichende Auswirkungen

gerade auch für Oberösterreich als

Wirtschafts- und Industriebundesland Nr. 1 der

Republik, denn die Automotive-Branche ist eine

Schlüsselindustrie für Oberösterreich. Klar ist,

Batterien sind für die Mobilität der Zukunft eine

Schlüsseltechnologie. Die vorliegende ASCII-

Studie legt erstmals eine faktenbasierte, globale

Analyse der Batterie-Wertschöpfungskette vor.

Die Empfehlungen der Studie bestätigen den

oberösterreichischen Weg: Für Österreich liegt

demnach der Hebel vor allem in der Fokussierung

auf Recycling sowie Spezialanwendungen

wie Sonderfahrzeugbau und stationäre Energiespeicher.

Gerade Oberösterreich ist ein Technologietreiber

in Sachen Batterieintegration,

Software und Recycling. Wir wollen unser Bundesland

zu einem Vorreiter in der Kreislaufwirtschaft

machen, auch im Bereich Batterien. Dazu

gibt es eine Reihe von Forschungsprojekten

unter oberösterreichischer Leitung oder Beteiligung:

‚SMADBatt‘ befasst sich mit ökologischen

Materialien wie Holz-Stahl-Hybridstrukturen in

der Konstruktion von Batteriegehäusen.

Im Projekt ‚BattBox‘ wird kosteneffizientes Recycling

von Rohstoffen wie Lithium und Kobalt bei

Batterien erforscht. Das Projekt ‚maxE‘ will mittels

eines Pufferspeichers den täglichen Energiebedarf

von Groß- und Tagesbaustellen mit

batterieelektrischen Fahrzeugen und Maschinen

decken. Beim Projekt ‚BatteryLife‘ zielt die Forschung

auf die Verlängerung von Batterielebenszyklen

durch Sekundärnutzung als Hausspeicher

für Photovoltaikanlagen oder die

Integration als Pufferbatterien zur Abdeckung

von Stromspitzen in intelligenten Ladesäulen ab.“


ASCII-Vorstand Veit Kohnhauser: „Chinas Dominanz

verzerrt den Wettbewerb – Europa kann da

nicht mitspielen, sondern muss anders denken.

Unsere Studie zeigt, dass acht Unternehmen 95 %

des weltweiten Lithiumabbaus kontrollieren.

Europas strategische Chance liegt nicht in der

Aufholjagd, sondern in der aktiven Gestaltung

zukünftiger Wertschöpfungsnetzwerke.“

Kernaussagen der ASCII-Batteriestudie

Die neue Studie des Supply Chain Intelligence

Institute Austria (ASCII) beleuchtet die strukturellen

Schwächen und strategischen Chancen

der europäischen Batterieindustrie. Sie basiert

auf umfassenden Datenanalysen globaler Lieferketten

und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen

für Politik und Wirtschaft:

1. Abhängigkeit durch Marktkonzentration:

Nur acht Unternehmen kontrollieren 95 % des

weltweiten Lithiumabbaus, zehn Hersteller

dominieren 93 % der Zellfertigung. Europa ist

dadurch in kritischem Ausmaß von wenigen

Akteuren abhängig.

2. Chinesische Überkapazitäten und

staatliche Subventionen:

China kann ab 2025 den globalen Bedarf an

Batteriezellen fast vierfach decken. Massiv geförderte

Unternehmen wie CATL verzerren den

Wettbewerb – 790 Mio. USD Subventionen allein

im Jahr 2023.

3. Strukturelle Nachteile durch

hohe Energiekosten:

Die Strompreise für die industrielle Batterieproduktion

sind in Europa bis zu 2,5-mal höher

als in China oder den USA – das schwächt den

Standort systematisch.

4. Kreislaufwirtschaft als strategische Chance:

Recycling und alternative Rohstoffe könnten Europas

Rohstoffabhängigkeit signifikant senken

und technologische Standards neu definieren.

Hier kann Österreich mit seiner Spezialisierung

zum Vorreiter werden.

5. Notwendigkeit klarer Industriepolitik:

Die Studie empfiehlt gezielte Investitionen in

Kreislaufwirtschaft und Batterierecycling, z. B.

durch beschleunigte Genehmigungsverfahren,

gezielte Fördermaßnahmen und den Aufbau

lokaler Wertschöpfungscluster statt eines ineffizienten

Subventionswettlaufs in bestehenden

Märkten.

6. Österreichs strategischer Hebel:

Österreich kann eine führende Rolle in der europäischen

Kreislaufwirtschaft einnehmen –

vorausgesetzt, es wird aktiv an der europäischen

Strategie mitgearbeitet. Parallel dazu benötigt

Österreichs Wirtschaft die entsprechenden

klaren industriepolitischen Rahmenbedingungen,

um den notwendigen Transformationsprozess

erfolgreich gestalten zu können. (RED)


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S40

Transport & Logistik

Amazon erweitert sein

europäisches Transportnetzwerk

um rund 5.000

Elektro-Transporter von

Mercedes-Benz

Amazon hat angekündigt, sein europäisches

Transportnetzwerk um rund 5.000 Elektro-

Lieferfahrzeuge von Mercedes-Benz Vans zu

erweitern – dies ist der bislang größte Einzelauftrag

elektrischer Vans für Mercedes-Benz.

REDAKTION

Die Elektro-Lieferwagen vom Typ

eSprinter und eVito werden in den

kommenden Monaten in Amazons

Transportnetzwerk integriert und auf

fünf Länder verteilt. Mehr als 2.500 der neuen

elektrischen Vans werden bei Lieferpartnern

in Deutschland zum Einsatz kommen. Diese

Investition ist Teil von Amazons Klimaversprechen

Climate Pledge – also dem Ziel, bis

2040 in allen Geschäftsbereichen CO2-neutral

zu werden. Erst im Januar 2025 kündigte das

Unternehmen die Bestellung von mehr als 200

Elektro-LKW bei Mercedes-Benz Trucks für sein

europäisches Logistiknetzwerk an.

Rocco Bräuniger, Country Manager Amazon

Deutschland, erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass

rund 5.000 Elektro-Lieferfahrzeuge Amazons

Transportnetzwerk in Europa verstärken und

davon mehr als die Hälfte in Deutschland zum

Einsatz kommt. Das ist eine gute Nachricht für

Deutschland: Für unsere Kundinnen und Kunden

bedeutet das eine zuverlässige und noch

nachhaltigere Zustellung. Außerdem freut uns,

dass die eSprinter aus Düsseldorf und damit aus

einem deutschen Werk kommen.“

Mehr Sicherheit und Liefereffizienz

Die neuen elektrischen Fahrzeuge von Mercedes-Benz

Vans werden zusammen in Europa

voraussichtlich mehr als 100 Millionen Kilometer

zurücklegen und jährlich mehr als 200 Millionen

Pakete ausliefern. Mercedes-Benz Vans

hat die Transporter unter anderem basierend auf

den Erfahrungen von Amazons Lieferpartnern

an die Bedürfnisse der Kunden angepasst. Die

Fahrzeuge, die in Deutschland (eSprinter) und

Spanien (eVito) hergestellt werden, verfügen

über eine große Fahrersicherheit und Ergonomie

sowie hohe Liefereffizienz, zum Beispiel dank

maßgefertigter Regale für die Paketorganisation.

Zusätzlich zu Deutschland kommen die neuen

Fahrzeuge auch in Österreich, Frankreich, Italien

und im Vereinigten Königreich zum Einsatz.

ROCCO BRÄUNIGER

Sagree Sardien, Head of Sales & Marketing

Mercedes-Benz Vans, erklärt: „Ich freue mich,

dass wir unsere langjährige, partnerschaftliche

Beziehung mit Amazon weiter intensivieren und

gemeinsam an der vollelektrischen Zukunft des

Transports arbeiten.“


Weltweit verfügt Amazon in seinem Transportnetzwerk

über mehr als 30.000 elektrische Lieferfahrzeuge.

Das Unternehmen arbeitet auch in

Deutschland mit der Industrie und Behörden zusammen,

um den Ausbau der Ladeinfrastruktur

zu beschleunigen.

Neil Emery, Director Global Fleet & Product bei

Amazon, erklärt hierzu: „Die neuen rund 5.000

elektrischen Lieferfahrzeuge unterstreichen unsere

Bemühungen, die Emissionen in unseren

Geschäftsabläufen zu reduzieren. Wir freuen

uns darauf, weiterhin mit Mercedes-Benz Vans,

weiteren Herstellern sowie der Politik zusammenzuarbeiten,

um die Elektrifizierung und

Dekarbonisierung in Europa gemeinsam noch

schneller voranzutreiben.“

Mehr als 60 Mikromobilitäts-Zentren wurden in

über 45 europäischen Städten eingerichtet, um

Millionen von emissionsfreien Lieferungen zu

Fuß oder mit elektrischen Lastenrädern zu ermöglichen.

Auch in Berlin, Hamburg, München,

Köln und Frankfurt gibt es diese Zentren bereits.

Zusätzlich setzen Amazons Lieferpartner auch in

Freiburg, Aachen, Koblenz, Essen und Ulm/Neu-

Ulm auf elektrische Cargo-Bikes. (RED)

Amazon hatte bereits Anfang 2025 seine bisher

größte Einzelbestellung von elektrischen

LKW aufgegeben: Mehr als 200 neue eActros600-Fahrzeuge

von Mercedes-Benz Trucks

werden ab diesem Jahr für Transporte auf der

„mittleren Meile“ eingesetzt. Die Elektro-LKW

werden auf stark frequentierten Strecken in

Deutschland und dem Vereinigten Königreich

eingesetzt, um Waren zwischen Amazons Logistikzentren

und Verteilzentren zu transportieren.

Amazon wird an wichtigen Standorten

360-kW-Schnellladestationen installieren, die

die Batterien der 40-Tonnen-LKW in etwas mehr

als einer Stunde von 20 auf 80 Prozent aufladen

können. Diese emissionsfreien elektrischen LKW

sollen jährlich mehr als 350 Millionen Pakete

transportieren. Neben dem Einsatz von Elektro-LKW

und -Lieferfahrzeugen setzen Amazons

Lieferpartner auch auf elektrische Lastenfahrräder.

NEIL EMERY


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S42

Transport & Logistik

360°-Ladelösung UTA

eCharge® auf E-Lkw

Full Service-Angebot für Planung, Realisierung

und Betrieb firmeneigener DC- oder AC

Ladeinfrastruktur in Kooperation mit versierten

Fachpartnern für Projektierung, Installation und

Lade-Management.

REDAKTION

Laden mit firmeneigener Infrastruktur – Im Depot,

auf dem Parkplatz und zuhause Ladeinfrastruktur

auf dem eigenen Firmengelände ist in vielen

Szenarien die effektivste Form der Flottenelektrifizierung.

Mit UTA eCharge haben Transportund

Logistikunternehmen die Möglichkeit, ihre

Fahrzeuge über Nacht oder während Verlade-/

Standzeiten zu laden („Depot Charging“) – je

nach Anforderung und verfügbarer Ladeleistung.

UTA Edenreds Leistungsangebot für das Depot

Charging reicht von der detaillierten Bedarfsanalyse,

der Planung und Realisierung der passenden

AC- oder DC-Ladeinfrastruktur über

den technischen Betrieb und Schulungen bis

zum Lademanagement und der Abwicklung

der Ladevorgänge. Darüber hinaus ermöglicht

die Lösung den Unternehmen, ihre Ladeinfrastruktur

zu monetarisieren, indem sie sie für die

kostenpflichtige Nutzung durch Dritte freigeben

(„Semi-Public Charging“).

UTA Edenred, einer der führenden

Mobilitätsdienstleister in Europa und

Teil der Edenred-Gruppe, hat sein

360°-Elektromobilitätsangebot UTA

eCharge® auf elektrische Lkw und Transporterflotten

erweitert. Bislang profitierten UTA Kunden

im Pkw-Segment von der umfassenden

Ladelösung für öffentliches Laden, Laden auf

dem Firmengelände und am Wohnsitz von

Dienstwagenfahrern. Jetzt steht das Full Service-Angebot

auch Unternehmen in Deutschland

mit elektrisch betriebenen schweren Nutzfahrzeugen

zur Verfügung.

Öffentliches Laden von E-Lkw –

inklusive Zugang zu Milence-Stationen

Im Bereich Public Charging stehen UTA Kunden

für ihre schweren Nutzfahrzeuge rund 300

LKW-kompatible Ladestationen in Europa zur

Verfügung, darunter auch die Stationen des

Milence-Schnellladenetzes.

UTA Edenreds öffentliches Lkw-Ladenetz wird

bereits von Daimler Truck genutzt. So haben

elektrische Lkw von Mercedes-Benz Trucks mit

der Mercedes ServiceCard Ladekarte Zugang zu

den Ladestationen mit UTA Akzeptanz in Europa.

Mit UTA eCharge können Unternehmen ihren

Mitarbeitern und Kunden auch das Laden von

eFahrzeugen auf dem Firmenparkplatz ermöglichen

(„Workplace Charging“). Sollen elektrische

Dienstfahrzeuge am Wohnsitz von Mitarbeitern

geladen werden, stehen auch hierfür passende

Wallboxen und die erforderliche Abwicklungsund

Rückerstattungslösung über UTA Edenred

bereit.

UTA Edenred setzt auf Fachpartner-Netzwerk

UTA Edenred besitzt umfassende Erfahrung im

Bereich Infrastruktur-Projektmanagement und

arbeitet mit kompetenten Fachpartnern zusammen,

um Kunden mit optimaler Expertise bei der

passgenauen Ausstattung mit Ladetechnologie

zu bedienen. Zu den Installationspartnern zählen

aktuell die Ladeinfrastrukturprojektierer GP JOULE

CONNECT und die VSB Gruppe, weitere werden

noch hinzukommen. Für die Abwicklung

der Ladevorgänge und das ademanagement

bei Home-, Workplace- und Depot-Charging

kommt die Softwareplattform von Spirii zum

Einsatz. Der internationale Anbieter von Ladeund

„Software-as-a-Service“-Lösungen ist

ein weiterer Partner von UTA Edenred bei UTA

eCharge und steht unter einer Mehrheitsbe-


teiligung der Edenred Gruppe „Es ist unser Anspruch,

mit der Ladelösung UTA eCharge unseren

Kunden mit Fahrzeugen aller Klassen

das Laden in einem großen öffentlichen Netz,

auf dem Firmengelände und auch am Wohnsitz

von Dienstwagenfahrern zu ermöglichen“,

sagt Pierre Jalady, General Manager Edenred

Mobility EMEA und CEO von UTA Edenred.

„Nach dem Start von UTA eCharge als 360°-Lösung

für das Pkw-Segment haben wir nun auch

für schwere Nutzfahrzeuge ein Rund-um-Angebot

für die Elektrifizierung zu bieten. So stehen

wir allen Kundengruppen als verlässlicher

Partner für die elektrische Transformation zur

Verfügung.“

Eine Karte für alle Ladeszenarien

Egal ob Laden im öffentlichen UTA Ladenetz mit

über 925.000 Ladepunkten in Europa, Laden

auf dem Firmengelände oder am Wohnsitz von

Dienstwagenfahrern, die Aktivierung der Ladevorgänge

und die Abwicklung der Ladungen erfolgt

bequem über die UTA eCard. UTA Edenreds

Tank- und Ladekarte erlaubt dabei nicht nur das

Laden von E-Fahrzeugen, sondern bietet auch

Zugang zum UTA Kraftstoffnetz, wickelt europäische

Mauten ab und ermöglicht den Zugriff auf

weitere fahrzeugbezogene Leistungen im UTA

Akzeptanznetz wie Werkstatt- und Pannenservices,

Reinigung oder Reifenservices und Parkplatzbuchungen.

(RED)


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S44

Transport & Logistik

Shell startet in Verkauf

von CO2-reduziertem

Diesel an Tankstellen

Das Energieunternehmen Shell startet an drei

Tankstellen mit dem Verkauf des alternativen

Kraftstoff Shell Renewable Diesel, auch bekannt

als HVO100. REDAKTION

Weitere Stationen werden in in den

kommenden Monaten folgen.

Das Produkt wird überwiegend

aus biogenen Abfall- und Reststoffen

wie gebrauchtem Speiseöl hergestellt.

Sein Vorteil: Es reduziert im Vergleich zu fossilen

Brennstoffen die Treibhausgas-Emissionen um

bis zu 90 Prozent*. Darüber hinaus erzeugt das

Produkt weniger lokale Emissionen (Stickoxide

und Schwefeloxide) und weniger Feinstaub.

„Mit Shell Renewable Diesel möchten wir insbesondere

die Betreiber von LKW- und Fahrzeugflotten

dabei unterstützen, den Transportsektor

zu dekarbonisieren und die gesetzlichen Emissionsvorschriften

einzuhalten. Der innovative

Kraftstoff kann in Dieselfahrzeuge, mit entsprechender

Herstellerfreigabe, getankt werden“ erklärt

Patrick Rieberer, Leiter des Geschäftskundenbereiches

der Shell Austria.

Fotocredit: © www.hoferia.com (2025)


Shell Renewable Diesel wird durch Hydrierung

und Isomerisierung von regenerativen Rohstoffen

gewonnen. Er entspricht der europäischen

Norm EN15940 für paraffinischen Diesel-Kraftstoff

mit Kürzel XTL.

Die ersten drei Stationen, an denen Shell Renewable

Diesel in Österreich verfügbar ist, befinden

sich an strategisch wichtigen Verkehrsknotenpunkten:

In Tirol, direkt an der Autobahnabfahrt

Wörgl, einem zentralen Knotenpunkt für den

internationalen Fernverkehr. In Hürm, nahe der

Autobahnabfahrt Loosdorf in Niederösterreich,

steht eine moderne Automatenstation zur Verfügung,

die vorrangig für LKW-Kunden konzipiert

ist. Die dritte Station befindet sich in

Schwechat, südlich von Wien, und deckt den

Wirtschaftsraum rund um die Hauptstadt optimal

ab – sowohl für LKW-Kunden als auch für

Flottenbetreiber.

MEDIADATEN

WEBSITE, PRINT & EPAPER

Sichern Sie

sich Ihren

Wettbewerbsvorsprung

Neben Österreich bietet Shell den paraffinischen

Kraftstoff auch in Deutschland, Belgien und den

Niederlanden an. Außerdem kann Shell Renewable

Diesel bereits heute zum Beispiel über

Hoftankstellen von Shell Markenpartnern und

Vertriebspartnern bezogen werden. Damit kann

es auch für Busse, landwirtschaftliche Fahrzeuge

oder für Baufahrzeuge und -maschinen eingesetzt

werden. Ziel von Shell ist es, bis 2050 ein

Netto Null CO2 -Unternehmen zu sein. Schwerpunkt

bei dieser Transformation liegt bei Aktivitäten,

die Treibhausgas-Emissionen verringern

oder vermeiden. So investiert das Unternehmen

beträchtlich in CO2 -arme und -freie Produkte

und Angebote wie etwa Biokraftstoffe und den

Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge.

Unser Angebot für schwer zu dekarbonisierende

Sektoren wie Bau, Schifffahrt oder den

Transportsektor umfasst neben Shell Renewable

Diesel, Shell FuelSave Diesel, Shell GTL Fuel,

Shell LNG auch EV-Charging. Mit diesem Kraftstoff-Mosaik

können wir unseren Kunden maßgeschneiderte

Angebote machen, um ihnen zu

helfen, die Energiewende voranzutreiben. (RED)

In einer sich wandelnden Welt ist es

entscheidend, Kunden zu erreichen und

zu begeistern. Mit uns teilen Sie Ihre

Botschaften klar und bauen starke Verbindungen

auf – für mehr Sichtbarkeit und

Vertrauen, über alle Kanäle hinweg.

LOGISTIK express –

Ihr Partner für crossmediale

Kommunikation

* Reduzierung der Treibhausgasemissionen von

80-90% über den Produktlebenszyklus im Vergleich

zu einem herkömmlichen Dieselkraftstoff

mit Bio-Anteil (B7 gem. DIN EN 590) mit einem

Treibhausgasbasiswert von 90 gCO2e/MJ. Treibhausgasemissionen

beinhalten in diesem Zusammenhang

CO2, CH4 und N2O.


LOGISTIK EXPRESS (AT) LE 3/2025 | S46

Transport & Logistik

GREEN transport meets

Digital Excellence

LKW WALTER, Europas führender Anbieter für

FULL TRUCK LOADS und Pionier im Kombinierten

Verkehr, setzt auf wegweisende Innovationen.

REDAKTION

Unter dem Motto „GREEN transport

meets Digital Excellence“ zeigt das

österreichische Familienunternehmen,

wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Hand in Hand gehen, um CO2-Emissionen

zu reduzieren und Effizienz zu steigern.

Green Corridors: Zukunft fährt CO2-reduziert

Ein zentrales Highlight sind die sogenannten

Green Corridors – eine wegweisende Initiative

für nahezu vollständig CO2-neutrale Transporte.

Durch die intelligente Kombination aus dem Kombinierten

Verkehr und alternativen Treibstoffen

bzw. Antrieben gelingt es LKW WALTER bereits

heute, den CO2-Ausstoß entlang der gesamten

Transportkette, um bis zu 90 % zu reduzieren.

Dabei kommt Europas größtes Netzwerk im

Kombinierten Verkehr zum Einsatz: über 15.000

kranbare Auflieger, 300 Abfahrten pro Woche

und mehr als 250 Short Sea- und Bahnverbindungen.

Damit ist LKW WALTER nicht nur technischer

Vorreiter, sondern spielt eine aktive Rolle

bei der Umsetzung der europäischen Klimaziele.

MICHAEL KRAINTHALER

Digitalisierung: Transparenter Transport

Digitalisierung ist bei LKW WALTER kein Schlagwort,

sondern gelebte Praxis. Mit der Einführung

der eCMR-Lösung macht das Unternehmen

einen weiteren großen Schritt Richtung

papierloser Transportabwicklung. Der elektronische

Frachtbrief spart Zeit, minimiert Fehler

und sorgt für eine höhere Effizienz entlang der

gesamten Supply Chain. Ergänzend liefert die

CONNECT-Plattform Kunden in Echtzeit Einblicke

in ihre Transporte, während Transportpartner

über die App LOADS TODAY Zugang zu freien

Frachten haben.


Carrier Services: Service-Tempo-Sicherheit

Für die Transportpartner gibt es Neuigkeiten:

LOADS TODAY NOW, die exklusive Frachtenbörse

von LKW WALTER, ermöglicht geprüften Partnern

die einfache und schnelle Buchung von Frachten

per Klick – eine Innovation, die den Markt verändert.

Mit dem europaweiten TRUCK BUDDY-Service

bringt LKW WALTER zudem eine smarte

Lösung für unterwegs: Ob Reparatur, Reifenpanne

oder Notfall – TRUCK BUDDY bietet europaweit

Unterstützung und reduziert so Ausfallzeiten auf

ein Minimum.

Nachhaltigkeit als Unternehmens-DNA

Für das Unternehmen ist Nachhaltigkeit kein

Trend, sondern seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil

der Unternehmensstrategie. Die CO2-

Reduktion ist eine der größten Herausforderungen

der Branche. Mit der Umweltinitiative GREEN

transport nimmt LKW WALTER diese Verantwortung

wahr. Bereits 2024 konnte das Unternehmendurch

den Einsatz Kombinierter Verkehre

über 341.000 Tonnen CO2 einsparen.

Die ambitionierten Ziele bis 2045 sind klar definiert:

minus 30 % bis 2030, minus 70 % bis 2040

und Net Zero bis 2045. Dabei setzt LKW WAL-

TER auf einen technologieoffenen Ansatz und

arbeitet eng mit Kunden und Partnern zusammen,

um die Weichen für die klimafreundliche

Supply Chain von morgen zu stellen.

„Für uns bedeutet Nachhaltigkeit nicht nur, Verantwortung

zu übernehmen, sondern Chancen

zu ergreifen. Wir wollen zeigen, dass wirtschaftlicher

Erfolg und Klimaschutz kein Widerspruch

sind, sondern Hand in Hand gehen“, erklärt

Michael Krainthaler, Vorstand von LKW

WALTER. „Mit unseren Green Corridors, digitalen

Innovationen und smarten Services setzen

wir neue Maßstäbe für eine nachhaltige und

effiziente Transportlogistik in Europa.“

(RED)

Interview mit Michael Krainthaler:

https://youtu.be/VZO0unuD844


LOGISTIK EXPRESS

STRATEGIE

wikifolio-Indexzertifikat

Der Markt zur privaten

Kapitalanlage befindet

sich in einem Umbruch.

FinTech-Unternehmen fordern

die klassischen Anbieter heraus.

Mit der LOGISTIK express

Strategie wollen wir in die

Branche investieren und mit

aktivem Trading ein alternatives

Portfolio anbieten...

E-Mail: info@logistik-express.at

http://www.logistik-express.com

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