Diplomatic SOCIETY Magazin 388
A country focus on Malaysia with an interview with the Malaysian Ambassador in Austria, articles about Malaysia's ASEAN Chairmanship, Silat and the National Monument in Kuala Lumpur, which was designed by an Austrian-American artist.
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FA MILY O W N ED FO R 36 Y EA RS
July – September 2025 388
Österreichische Post AG – MZ 242Z044661 M – Tauchhammer KG Hüttelbergstraße 23A, 1140 Wien – Price 10 €
FOUNDED 80 YEARS AGO
Pope Leo XIV
Hoping for Peace
FOCUS MALAYSIA
ASEAN CHAIRMANSHIP
80 YEARS OF
SECOND REPUBLIC
OF AUSTRIA
NEW AMBASSADORS
GEORGIA AND TÜRKIYE
DIE DIPLOMATISCHE NOTE
EDITORIAL
Diplomatic SOCIETY-
Chefredakteurin
Tanja Tauchhammer
Diplomatic SOCIETY-
Herausgeberin
Gertrud Tauchhammer
Die Kraft der
Diplomatie
Liebe Leserinnen und Leser,
Lange war die Bedeutung der Diplomatie nicht in den Köpfen der Allgemeinheit
präsent, doch in der momentanen Weltsituation besinnt man sich
wieder auf diese „sanfte Kraft“ die Menschen an den Verhandlungstisch
bringt. Wir von Diplomatic SOCIETY stellen seit über dreißig Jahren diese
„soft power“ in den Fokus unseres Wirkens. So ist unsere Coverstory dem
neuen Papst Leo XIV. gewidmet, der sich seit seiner Wahl für den Frieden
und das Wohl der Armen und Schwachen, welche vorrangig die Leidtragenden
der momentanen Konflikte sind, ein. Exklusiv gab uns der EU-
Botschafter in Rom, Martin Selmayr in seinem Gastbeitrag persönliche
Eindrücke der Papstwahl.
3
Als rege Vermittler in der diplomatischen Welt organisierten wir hochkarätige
Events mit der Botschaft von Oman, der Menschenrechtsaktivistin und
Malerin Waris Dirie, dem Vienna Economic Forum und präsentierten unser
neues Eventformat Salon Diplomatique. More to come…
Unser Länderfokus führte uns dieses Mal nach Malaysia, welches momentan
den Vorsitz von ASEAN innehat. Lernen Sie mehr über die Beziehungen
zwischen Österreich und Malaysia im Interview mit Botschafter S.E. Ikram
bin Mohd Ibrahim. Diese finden sich auch im Kampfsport Silat und in einem
Nationaldenkmal in Kuala Lumpur wider.
Natürlich haben wir für diese Ausgabe auch die neuen Botschafter von Georgien,
S.E. Alexander Maisuradze und Türkiye, S.E. Gürsel Dönmez, interviewt.
Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen!
Foto/s © SOCIETY/Karakan
Mag. Gertrud Tauchhammer – Herausgeberin und
Mag. Tanja Tauchhammer – Chefredakteurin
Issue
N 388
CONTENT
INHALT
4
Inhalt
388
Coverstory: Papst Leo XIV.
10 Pragmatiker zwischen Tradition
und Wandel
Diplomatic SOCIETY Events
14 Waris Dirie Ausstellung
16 Präsentation der neuen
Diplomatic SOCIETY mit Oman
18 Audi Avant A6 Sneak Peek
20 Salon Diplomatique
21 Grand Hotel Wien, Continental Art
22 Gartenparty Vienna Economic Forum
Diplomatic SOCIETY aktuell
24 Astana International Forum
25 Rudi Roth: Vom Fußballmeister
zum Völkerverständiger
26 Interview mit Sergey Radchenko
28 Militärdiplomatie
29 Geopolitik als Game-Changer
im Mittleren Osten
30 Hoffungsträger für den
interreligiösen Dialog
32 Martin Selmayr: How Leo XIV is
changing the world
34 80 Jahre Zweite Republik
Ambassadors
38 S.E. Alexander Maisuradze (Georgien)
40 S.E. Gürsel Dönmez (Türkiye)
42 S.E. Zenon Kosiniak-Komysz (Polen)
Länder im Fokus: Malaysia
44 Länderporträt
48 Interview: S.E. Ikram Bin
Mohd Ibrahim
50 ASEAN Chairmanship
52 Silat: Wo Kampfkunst auf
Spiritualität trifft
54 Malaysisch-Österreichische
Freundschaft
Life & Style
56 Beautynews
58 Bad Tatzmannsdorf
60 Bastia: Verstecktes Juwel
62 Hotel Gut Sein
63 Dr. Matiasek
64 Hotel Golserhof
65 Hotel Tratterhof
71 Narzissendorf Zloam
Kultur
66 Exlibris
68 Weinritter
70 Frischer Wind im Volkstheater
Bildung
72 Interview: Bildungsminister
Christoph Wiederkehr
77 75 Jahre Fulbright
Diplomatie
76 Welcome to Austria
78 PaN-Events
80 Events der Diplomatie
88 New Ambassadors
90 Ambassadors A-Z
96 ÖGAVN
Standards
03 Editorial
06 Impressum
08 Gastautoren
98 Emil Brix
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
26
70
Foto/s © BKA, Diplomatic SOCIETY/pobaschnig, katbild.at/Franz Josef Rupprecht, Marcella Ruiz Cruz, Hopkins University, 2017 Fhaizal Mazlan/Shutterstock
10
44
14
72
5
Issue
N 388
IMPRINT
IMPRESSUM
6
Impressum
Imprint
(Offenlegung gemäß § 25 Mediengesetz)
Medieninhaber & Eigentümer:
Tauchhammer KG 100% (Komplementär:
KR Mag. Gertrud Tauchhammer,
Kommanditist: Mag. Tanja Tauchhammer)
Unternehmensgegenstand:
Herausgabe von Druckwerken
Firmenbuchnummer: FN 235924y
Firmensitz: Hüttelbergstraße 23A, 1140 Wien
Firmenbuchgericht: Handelsgericht Wien
UID-Nummer: ATU57082123
Chefredaktion: Mag. Tanja Tauchhammer
Redaktion: Mag. Sarah Heftberger
Mag. Hermine Schreiberhuber
Sekretariat: Mag. Marion Pruckner
Gastautoren: Dr. Emil Brix, Mag. Christian
Wehrschütz, S.E. Martin Selmayr, Dr. Nikolaus
Rottenberger, Dipl. iur. Anna Zeitlinger
Anzeigenverkauf: Mag. Gertrud Tauchhammer
Art Direction & Layout:
Harry Weber — since-1973.com
Redaktionsadresse:
Villa Flora, Hüttelbergstraße 23A, 1140 Wien
Telefon +43-(0)1-914 77 44-0
E-Mail: mail@society.at
www.society.at
Fotos: Heeresbild- und Filmstelle, Richard
Pobaschnig, Ugur Karakan, Anca Sora
Coverfoto: Vatican Media
Druck: Druckerei Berger, www.berger.at
Erscheinungsweise: halbjährlich
Preis pro Ausgabe: EUR 10,— zuzügl. Versandkosten
Herausgeberin: KR Prof. Mag. Gertrud Tauchhammer,
in Kooperation mit der Österreichischen
Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten
Nationen (ÖGAVN), www.oegavn.org.
Diplomatic SOCIETY
(vormals UNO Magazin)
ist seit 80 Jahren das offizielle
Organ der Österreichischen Gesellschaft
für Außenpolitik und die
Vereinten Nationen.
Präsidium:
Dr. Wolfgang Schüssel (Präsident)
Dr. Peter Jankowitsch (Vizepräsident)
Dr. Gregor Woschnagg (Vizepräsident)
Herbert Scheibner (Vizepräsident)
Dr. Ursula Plassnik (Vizepräsidentin)
Univ.-Prof. Dr. Alexander Van der Bellen (Vizepräsident)
Dr. Willibald Pahr (Ehrenpräsident)
Bernd Hermann (Generalsekretär)
Dr. Hans Dietmar Schweisgut (Vizepräsident)
Weitere Vorstandsmitglieder:
Dr. Alexander Christiani, Dr. Angela Kane,
Dr. Friedhelm Frischenschlager,
Mag. Peter Launsky-Tieffenthal,
Dr. Michael Linhart,
Dr. Eva Nowotny,
Dkfm. Dr. Karl Peterlik,
Dr. Gerhard Pfanzelter,
Dr. Nikolaus Marschik
Bankverbindung:
Unicredit AG Bank Austria
IBAN: AT35 1200 0515 7811 1601
BIC/Swift: BKAUATWW
Blattlinie: Diplomatic SOCIETY berichtet über
Top-Ereignisse aus Wirtschaft, Politik, Diplomatie,
Immobilien, Medizin, Gesellschaft, Lifestyle und
Nachhaltigkeit. Jede Ausgabe widmet sich ein bis
zwei Fokus ländern. Durch die Zusammenarbeit mit
der jeweiligen Botschaft trägt SOCIETY wesentlich
zur Kommunikation zwischen Österreich und
dem Fokusland bei. Es ist dadurch ein medialer
Multiplikator der Spitzenklasse in Österreich und
der ganzen Welt.
FOUNDED 80 YEARS AGO
FA MILY O W N ED FO R 36 Y EA RS
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
GLOBAL EDUCATION
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www.modul.ac.at
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Master of Business Administration (MBA)
MSc in Management, MSc in International Tourism
Management, MSc in Sustainable Development,
Management and Policy
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MSc in Data Science for Sustainability *
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DEGREE PROGRAMS FOR PROFESSIONALS
BA in Business Informatics, BA in Marketing and New Media
Technologies, BA in Entrepreneurship, Innovation and
Sustainability, BA in Smart Service and Experience Design
PHD PROGRAMS
Doctor of Philosophy in Business and Socioeconomic
Sciences
* Accreditation in progress.
CONTRIBUTORS /// GASTAUTOREN
Emil Brix ist Diplomat und Historiker und momentan als Direktor
der Diplomatischen Akademie Wien – Vienna School of International
Studies tätig. Er trat 1982 in den Diplomatischen Dienst ein, seine letzten
Stationen als Botschafter führten ihn nach Großbritannien (2010-2015)
und in die Russische Föderation (2015-2017). Außerdem ist er Mitglied
des Präsidiums der Österreichischen Forschungsgemeinschaft. In
seinem aktuellsten Beitrag erörtert er die Bedeutung der Diplomatie als
sanfte Macht der Zukunft.
Hermine Schreiberhuber ist freie Journalistin in Wien. Sie
studierte an den Universitäten Wien und Paris Sprachen und Kommunikationswissenschaft,
war Redakteurin bei der APA – Austria Presse
Agentur und langjährige Vizeressortleiterin in der Außenpolitik. Für die
Diplomatic SOCIETY-Länderschwerpunkte verfasst sie regelmäßig
politische Analysen und Hintergrundberichte. Dieses Mal gibt sie einen
spannenden Einblick in den interreligiösen Dialog des neuen Papstes.
8
Partner von
Diplomatic SOCIETY präsentiert in jeder Ausgabe zahlreiche
Gastautoren, die sich mit aktuellen Themen aus Politik,
Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur befassen.
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Anna Zeitlinger ist Global Partnerin der LGP Group und als Anwältin
in Russland und vor den Gerichten des DIFC (UAE) zugelassen und
verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Beratung internationaler
Mandanten mit Schwerpunkt auf internationalem Handel, Sanktionen,
Compliance, Investmentschutz und grenzüberschreitende Streitbeilegung.
Für diese Ausgabe berichtet sie über Geopolitik als Game-Changer
im Mittleren Osten.
CONTRIBUTORS /// GASTAUTOREN
image/s by//Foto/s © Foto Nelson, Diplomatic OCIETY/Pobaschnig, Diplomatische Akademie. Philipp Horak, privat, Lansky Ganzger, Goeth+partner, Auswärtiges Amt
Nikolaus Rottenberger studierte an der Webster University
Vienna, der Universität Wien und der Diplomatischen Akademie Wien. Er ist
Brigadier General und war Verteidigungsattaché in Rom und als Verteidigungsattaché
für Zentral- und Osteuropa zuständig. Neben Auslandseinsätzen
war er im Verteidigungs- und Außenministerium, sowie im Bundeskanzleramt
in Wien tätig. Er forschte für sein Promotionsprojekt im Bereich
Globalgeschichte, Internationale- und Sicherheitspolitik und übte Lehrtätigkeiten
an der Webster University, Landesverteidigungsakademie und
Militärakademie aus. Er ist Head of Military Diplomacy im BMLV. In dieser
Ausgabe hat er über die Bedeutung der Militärdiplomatie geschrieben.
Martin Selmayr ist Bot schafter der EU in Rom, akkreditiert für den
Heiligen Stuhl, den Souveränen Malteser Ritterorden, die Vereinten Nationen in
Rom (Food and Agriculture Organization, World Food Programme, International
Fund for Rural Development) und San Marino. Davor war er in führenden Positionen
bei der Europäischen Kommission tätig, u.a. als Generalsekretär der Europäischen
Kommission und von 2019 bis 2024, als Vertreter der Europäischen
Kommission in Österreich. Geboren 1970, studierte er Rechtswissenschaften in
Genf, Passau, London und der University of California (Davis and Berkeley). Er ist
Doktor der Rechtswissenschaft an der Universität Passau, Ehrenprofessor an der
Universität Saarbrücken and Gastprofessor für EU-Recht an der Uni Wien. In
dieser Ausgabe gibt Selmayr eine Analyse der Papstwahl in Rom.
Christian Wehrschütz ist Korrespondent des ORF für den Balkan
und die Ukraine und war zuvor als Redakteur in der Außenpolitischen
Redaktion des Aktuellen Dienstes des Fernsehens, als dritter Korrespondent
des ORF in Brüssel und im Aktuellen Dienst des Hörfunks (ORF) in der
Nachrichtenredaktion tätig. In dieser Ausgabe spricht er in einem Interview
mit dem Historiker Sergey Radchenko über Entwicklungen im Krieg zwischen
der Ukraine und Russland.
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Issue
N 388
10
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
COVERSTORY
PAPST LEO XIV.
Ein Pragmatiker
zwischen Tradition
und Wandel
Die Wahl von Kardinal Robert Francis Prevost zum neuen Papst
kam für viele überraschend. In den unzähligen Beiträgen, die sich vor
der Wahl mit den aussichtsreichsten Kandidaten beschäftigt hatten,
wurden ihm höchstens Außenseiterchancen eingeräumt. Dennoch
wurde der 69-Jährige schon am zweiten Tag des Konklaves zum
267. Papst der römisch-katholischen Kirche gewählt.
VON MAG. SARAH HEFTBERGER
Foto/s © Franz-Josef Rupprecht/kathbild
am 8. Mai, kurz nach 18:00 Uhr, weißer
Rauch aus dem wohl bekanntes
Als ten aller Rauchfänge aufgestiegen
war, blickte die christliche Welt gebannt auf die
berühmte Benediktionsloggia des Petersdoms.
Etwa eine Stunde nach dem erfolgreichen Wahlgang
des Konklaves öffneten sich die schweren
Gardinen und der Kardinalprotodiakon – der
dienstälteste Kardinaldiakon im Kardinalskollegium
– Dominique Mamberti trat hervor. Er verkündete
das, worauf die unzähligen Gläubigen am
Petersplatz und vor den Fernsehgeräten auf der
ganzen Welt gewartet hatten: „Habemus Papam“,
gefolgt vom Namen und Titel des neu gewählten
Pontifex. Damit stellte
er der Weltöffentlichkeit
Robert Francis Prevost,
oder Leo XIV., als neues
Oberhaupt der katholischen
Kirche vor. Dem waren vier
Wahlgänge vorausgegangen,
weit weniger als viele
Experten zuvor erwartet
hatten. Noch nie war eine
Wahl so groß und international, die 133 wahlberechtigten
Kardinäle stammten aus 70 verschiedenen
Ländern, viele kannten sich untereinander
nicht. Auch der österreichische Kardinal Christoph
Schönborn, der ob seines Alters – er ist 80 Jahre
– nicht mehr am Konklave teilnehmen konnte,
zeigte sich bei einem Pressegespräch im Festsaal
des Erzbischöflichen Palais in Wien überrascht:
„Ich gestehe, dass ich nicht mit so einem schnellen
Ergebnis gerechnet habe“. Am Vorkonklave, bei
dem Schönborn noch war, hatte sich noch kein
Favorit abgezeichnet.
Erst im November war der nunmehrige erste
US-amerikanische Papst, selbst Ordensmann der
Augustiner, in Wien zu Besuch gewesen und hatte
„Der Papst ist Peruaner.
Gott liebt Peru.“
Staatschefin Dina Boluarte
das 675. Weihejubiläum der Wiener Augustinerkirche
gefeiert. Er traf auch Schönborn, der zu
dieser Zeit noch Erzbischof von Wien war. „Er mag
Österreich und Wien. Das war bei seinen Besuchen
spürbar“. Schönborn zeichnete darüber hinaus ein
positives Bild des neuen Pontifex und Bischofs von
Rom, er sei ein sehr herzlicher, bescheidener und
durchaus demütiger Mann, der zugleich Führungsstärke
mitbringe.
Besonders hob er die Bedeutung der biografischen
Verbindung Nord- und Südamerika hervor,
die Leo XIV – der sowohl die US-amerikanische als
auch die peruanische, seit 2023 auch die vatikanische
Staatsbürgerschaft besitzt – verkörpere.
Frühe Ambitionen
Auch die familiären Wurzeln
des am 14. September 1955
in Chicago, Illinois geborenen
jüngsten von drei Söhnen,
sind international. Sein
Vater, Louis Marius Prevost,
hatte französische und italienische
Vorfahren, seine
Mutter, Mildred Martínez, war spanischer Abstammung.
Seine Eltern waren religiös und in der katholischen
Kirche – in der Gemeinde St. Mary of the
Assumption in Chicago – aktiv, wo Robert und
seine Brüder auch als Ministranten dienten. Schon
als Kind soll er außerdem, so sein Bruder John Prevost
in einem Interview mit dem US-Sender ABC,
Priester gespielt haben. Ein Bügelbrett diente ihm
dabei als Altar, die Messe hielt er sowohl auf Englisch
als auch auf Latein. „Ich glaube nicht, dass
er jemals an etwas anderes gedacht hat", so John
Prevost über die Ambitionen seines jüngeren Bruders.
Eine Nachbarin habe ihm zudem schon in der
ersten Klasse Volksschule prophezeit, dass er der
erste US-amerikanische Papst werden würde.
11
Issue
N 388
COVERSTORY
PAPST LEO XIV.
Franz-Josef Rupprecht (links) mit Kardinal Prevost bei
seinem Österreichbesuch im Herbst 2024
Papst Leo XIV. als Kardinal in Wien mit dem Dechant
des Ersten Bezirks P. Matthias Schlögl
12
Bis zu seinem Abschluss 1973
besuchte „Bob“, wie ihn seine Mitschülerinnen
und Mitschüler nannten,
die The Saint Augustine Seminary
High School in Michigan. Dort galt er
als überaus hilfsbereit und bodenständig
und war als „Tutor“ der Schule
bekannt. Nach der High School absolvierte
er an der Villanova University in
Pennsylvania ein Universitätsdiplom
in Mathematik und Philosophie. 1977
trat er in den Augustinerorden ein, studierte
später Theologie an der Catholic
Theological Union. Mit 27 Jahren wurde
er nach Rom geschickt, um an
der Päpstlichen Universität St.
Thomas von Aquin das Studium
des Kirchenrechts abzuschließen.
In der „Ewigen Stadt“
wurde er schließlich am 19. Juni
1982 im Augustinerkolleg von
Santa Monica durch den belgischen
Erzbischof Jean Jadot
zum Priester geweiht. Zwei Jahre
später erhielt er seine Approbation,
zwischen 1985 und 1986
wurde er erstmals nach Peru
– in die Augustinermission in Chulucanas,
Piura – entsandt. Dies war der
Anfangspunkt einer jahrzehntelangen,
prägenden Verbindung mit diesem
Land, dessen Staatsbürgerschaft ihm
2015 verliehen wurde. Im gleichen Jahr
wurde er von Papst Franziskus zum
Bischof von Chiclayo ernannt, wo er
sich besonders für soziale Projekte und
die Belange der Armen und der Landbevölkerung
einsetzte. In Peru sorgte
seine Wahl zum Papst naturgemäß für
Das Elternhaus von Robert Francis Prevost in Dolton, Illinois
Kardinal Prevost beim Konsistorium
Hochstimmung. „Der Papst ist Peruaner.
Gott liebt Peru. Lang lebe Papst
Leo XIV. Lang lebe Peru!“, freute sich
etwa die Staatschefin Dina Boluarte.
Im Jahr 2023 holte ihn Franziskus
nach Rom, wo er als Präfekt des Dikasteriums
für die Bischöfe und Präsidenten
der Päpstlichen Kommission
für Lateinamerika wirkte. Damit war
auch Prevost’s Aufstieg zum Erzbischof
„Schon als Kind soll er, so
sein Bruder John Prevost
in einem Interview mit dem
US-Sender ABC, Priester
gespielt haben.“
verbunden. Im selben Jahr wurde er
zudem zum Kardinal erhoben. Noch im
Februar 2025 ernannte ihn der argentinische
Papst zum Kardinalbischof des
suburbikarischen Bistums Albano. Als
Franziskus im selben Monat aufgrund
einer Lungenentzündung in das Universitätsklinikum
Gemelli gebracht wurde,
leitete Prevost Anfang März ein Rosenkranzgebet
für seine Genesung.
Ein neues Pontifikat beginnt
Am Ostermontag, dem 21. April und
nachdem er am Ostersonntag noch
den Ostersegen gespendet hatte, verstarb
Papst Franziskus schließlich
im Alter von 88 Jahren. Mit seinem
Tod begann die sogenannte Sedisvakanz,
jene Zeit, in der der Papstthron
unbesetzt ist. Gleichzeitig startete die
Suche nach einem neuen Oberhaupt
für die 1,4 Milliarden Katholikinnen
und Katholiken.
Schon bald wurden verschiedene
Kardinäle als mögliche Nachfolger diskutiert,
besonders oft fielen die Namen
Pietro Parolin, Luis Antonio Tagle, Peter
Erdő, Pierbattista Pizzaballa oder Matteo
Maria Zuppi, Robert F. Prevost galt
höchstens als Außenseiter.
Schon am zweiten Tag des Konklaves
– der Begriff leitet sich vom lateinischen
„cum clave“ (mit Schlüssel)
ab – einigten sich die wahlberechtigten
Geistlichen jedoch auf den Kardinal aus
Chicago. Er sei ein Kompromisskandidat
gewesen, so die Beobachter, mit
dem sowohl Liberale als auch Konservative
in der Kirche leben können. Der
US-Amerikaner vereint verschiedene
Strömungen innerhalb der Kirche
und hatte sich zudem vor der Wahl
zu einigen kritischen Positionen
noch nicht klar geäußert. Er wurde
als pragmatischer Diplomat und
Reformer wahrgenommen – für
Neuerungen offen aber stets die
traditionellen Lehren der Kirche
im Blick. Sein diplomatisches
Geschick bewies er, als der Synodale
Weg zur Zukunft der Kirche
2023 in Rom auf Kritik stieß, und
er gemeinsam mit Kardinalstaatssekretär
Pietro Parolin zwischen den
deutschen Bischöfen und dem Vatikan
vermittelte.
Außerdem spricht Prevost die drei
wichtigsten Sprachen der Weltkirche,
Englisch, Spanisch und Italienisch,
zudem soll er Portugiesisch und Französisch
beherrschen und in der Lage sein,
Latein und Deutsch zu lesen. Doch auch
seine Laufbahn ist nicht ohne Schatten:
Ihm wird vorgeworfen, während seiner
Zeit in Chicago und später als Bischof in
Chiclayo Missbrauchsfälle nicht konsequent
verfolgt zu haben.
Prioritäten und Kurs
Vor seiner Wahl zum Papst war er auf
der Seite seines Vorgängers Franziskus
gestanden und auch in seiner ersten
Ansprache gab er Hinweise dafür, den
Kurs des verstorbenen Argentiniers
fortsetzen zu wollen. Mit „Der Friede
sei mit euch“ verwendete er bei seiner
ersten Ansprache zudem jenen Gruß,
den auch schon Franziskus an die
Gläubigen gerichtet hatte.
Foto/s © Franz-Josef Rupprecht/kathbild, Frank Coronel-Mendoza, Michael Howie, Ricardo Perna (AIIC)
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
COVERSTORY
PAPST LEO XIV.
„Es sterben so viele
Un schuldige, und wir
müssen uns immer für
den Frieden einsetzen“
Papst Leo XIV.
Auch in nachfolgenden
Ansprachen und
Audienzen bekannte er
sich zum Reformkurs von
Franziskus und den Weg
der Kirche seit dem Zweiten
Vatikanischen Konzil,
ebenso zur Synodalität
– dem Prinzip der Zusammenarbeit
und des gegenseitigen
Zuhörens auf allen Ebenen.
Bei einer Audienz für Medienschaffende
rief er außerdem zur „Entwaffnung
der Worte“ im Bereich der
Kommunikation und der Medien auf.
„Wir müssen Nein sagen zum Krieg der
Worte und Bilder, wir müssen das Paradigma
des Krieges ablehnen!“
Darüber hinaus legt der neue Papst
Wert auf soziale Gerechtigkeit, Transparenz
und den Verzicht auf weltliche
Macht: „Sorgt für Transparenz in der
Verwaltung der Güter und seid Zeichen
der demütigen und vollständigen Hingabe
an das heilige Volk Gottes – und
strebt dabei nicht nach Ehren, weltlicher
Macht oder Äußerlichkeiten“,
forderte er etwa in einer Ansprache bei
der Audienz mit Vertretern der Ostkirche.
Auch die missionarische Rolle der
Kirche wird ein weiterer Schwerpunkt
Die Kathedrale Santa Maria in Chiclayo in Peru
seiner Arbeit sein. Zudem äußerte er
sich schon im Rahmen seiner ersten
offiziellen Audienz zur Künstlichen
Intelligenz, die er als große Herausforderung
„für den Schutz der Menschenwürde,
der Gerechtigkeit und der
Arbeit“ bezeichnete.
Ob er die – verhältnismäßig liberale
– Position Franziskus’ hinsichtlich
homosexueller Paare weitertragen
wird, ist jedoch nicht gänzlich klar.
Sein Vorgänger hatte die Segnung
homosex ueller Paare durch katholische
Geistliche – unter bestimmten
Bedingungen – erlaubt und
immer wieder betont, dass die
Kirche für alle offen sei. Bei einer
Audienz beim Heiligen Stuhl akkreditierten
Diplomatinnen und Diplomaten
im Mai bekräftigte Papst
Leo XIV. jedenfalls das traditionelle
Familienmodell, das, so betonte er,
auf einer Verbindung zwischen Mann
und Frau beruhe. Zur Rolle der Frau im
Klerus hat sich der neue Papst bis dato
noch nicht explizit geäußert, noch als
Kardinal hatte er bei der Weltsynode
2023 aber geäußert, dass „die Klerikalisierung
von Frauen die bestehenden
Probleme nicht lösen werde“. Dennoch
wird erwartet, dass er die bestehende
Position der Frau in der Kirche weiterentwickeln
wird.
In seinem ersten TV-
Interview mit dem Nachrichtensender
TG1 am 19.
Juni standen vor allem
die weltweiten Krisen im
Fokus, über die sich das
Kirchenoberhaupt besonders
besorgt zeigte: „Ich
versuche, Tag und Nacht
zu verfolgen, was in vielen
Teilen der Welt passiert“ und weiter:
„Wir müssen um jeden
Preis versuchen, den
Einsatz von Waffen zu
Buchtipp
vermeiden, und mit
diplomatischen Mitteln
den Dialog suchen.
Lasst uns gemeinsam
nach Lösungen suchen.
Es sterben so viele
Unschuldige, und wir
müssen uns immer für
den Frieden einsetzen“.
Mit seinem Wahlspruch
„In illo uno LEO XIV. –
Der neue Papst
unum“ – „In dem Einen
Andreas R. Batlogg
sind wir eins“ wählte er
erschienen im
jedenfalls ein Zitat aus Herder Verlag
einem Kommentar des
Heiligen Augustinus
13
zum Psalm 127, welches zum Einen
seine Zugehörigkeit zum Augustinerorden
unterstreicht, zum Anderen
die „Einheit im Glauben“ vermittelt.
Der Souverän des vatikanischen
Staats verleiht damit seinem starken
Engagement für die Ökumene Ausdruck.
Papst Leo XIV. nimmt damit auf
zahlreichen Ebenen eine bedeutende
Vermittlerrolle ein – ob es ihm gelingen
wird, dabei die Balance zwischen
Tradition und Reform zu bewahren,
bleibt abzuwarten.
Issue
N 388
Diplomatic SOCIETY &
Desert Flower Foundation:
Waris Dirie’s Exhibition at
Bank Austria Kunstforum
14
KR Prof. Mag. Gertrud Tauchhammer, Owner of
Diplomatic SOCIETY Magazine, together with Waris
Dirie, Founder & President of Desert Flower Foundation,
invited to the world premiere of an exhibition
of paintings by world famous activist, supermodel
and bestseller author Waris Dirie under the
motto „Mogadishu Blues“. The international guests
of the opening were the first ones to see the mesmerizing
art by Dirie, who was once inspired and
encouraged by none other than Sir Elton John to
paint and make art.
At the renowned Bank Austria Kunstforum Wien,
the „Mogadishu Blues“ paintings could be admired
for five days and the expressive acrylic paintings
as well as lithographs, posters and postcards
could be purchased, with the proceeds directly
benefiting the Desert Flower Foundation, which
was founded by Waris Dirie to fight against Female
Genital Mutilation.
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
EVENTS
EXHIBITION
15
Excerpt of the guest list:
Eva Baumann, Marcos Boskamp Alexandre,
Lisi Brandlmaier, Anna Convalexius, Rita Davidson,
Harvey Dzodin, Martina Fasslabend, Elfriede Forte,
Gerald Ganzger, Walter Gerbautz, Markus Gstöttner,
Gabriele Hurt, Christian Jäger, Eva Kukuruz-Mittermann,
Christoph Meyenburg, Minister ret. Maria
Rauch-Kallat, Hannes Rossacher, Ambassador
ret. Detlev Rünger, Sanela Thun-Hohenstein,
Michaela Timková, Reinhart Waneck, Hans-Martin
Windisch-Graetz,…
Issue
N 388
EVENTS
DIPLOMATIC SOCIETY PRESENTATION
16
Excerpt of the guest list:
H.E. Hemra Amannazarov (Turkmenistan), Nabil
and Karin Ashri (Amb ret.), Minister ret. Nikolaus
Berlakovich, H.E. Pablo Berti Oliva (Cuba), H.E.
Salah Boucha (League of Arab States), Alfred
Chyba, Anna M. Convalexius, Nikolai and Brigitte de
Arnoldi, Harvey Dzodin, H.E. Magdi Ahmed Mofadal
Elnour (Sudan), H.E. Asadollah Eshragh Jahromi
(Iran), Walter Gerbautz, Markus Gstöttner, Gabriele
and Günter Hurt, Rauf and Sara Kamill, Waltraud
Lenzhofer, H.E. Mohammad Kamran Akhtar Malik
(Pakistan), Christoph Meyenburg (BMEIA), Shaqiri
Nexhati, Brigitte Öppinger-Walchshofer (Ambassador
ret), H.E. Jozef and Petra Polakovic (Slovakia),
Thomas Resch, HC Rudi Roth, H.E. Haytham
Abdulmomen Hassan Shoja’adin (Yemen), Sanela
Thun-Hohenstein, Reinhart Waneck, Regina Wiala-
Zimm, Hans-Martin Windisch-Graetz, Brigitta Wolf,
Robert Zischg,….
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Presentation of the new issue
of Diplomatic SOCIETY with
a focus on Oman
EVENTS
DIPLOMATIC SOCIETY PRESENTATION
KR Prof. Mag. Gertrud Tauchhammer, Publisher of Diplomatic
SOCIETY Magazine, and H.E. Yousuf Ahmed Hamed AlJabri,
Ambassador of Oman to Austria, invited to a festive reception
on the occasion of the presentation of the new – and the first
under this name – Diplomatic SOCIETY issue with a special
focus on Oman. At the unique Grand Salon of Park Hyatt
Vienna, the moderator of the evening, former Austrian Trade
Delegate Dr. Rudolf Thaler, welcomed the guests before
handing the microphone to the host of the evening, H.E.
Yousuf Ahmed Hamed AlJabri, who thanked his team as well
as Diplomatic SOCIETY for the wonderful cooperation. His
speech was followed by words by Diplomatic SOCIETY owner
KR Prof. Mag. Gertrud Tauchhammer, who also highlighted
the great collaboration with the Embassy of Oman.
Then, the Chief of Protocol of the Federal Ministry for
European and International Affairs, Mag. Maximilian Hennig
addressed the guests, praising the great work of the Embassy
of Oman in Austria and Diplomatic SOCIETY Magazine.
After the speeches, His Excellency gave a wonderful present
to Ms. Tauchhammer, the famous opera singer Pavel
Kolgatin then performed a musical gift – „Harlequin’s Serenade“
from the opera Pagliacci.
17
Issue
N 388
EVENTS
AUDI A6 SNEAK PEEK
AUDI A6Avant
Sneak Peek
18
Diplomatic SOCIETY owner Gertrud Tauchhammer,
Audi Sales Manager Thomas Wallner and Audi Brand
Manager Georg Endl invited to an „Exclusive AUDI
Sneak Peek“ at Audi House of Progress at Kärntner
Straße. Accompanied by finger food and drinks from
Café Landtmann, the guests had the exclusive opportunity
to discover the new Audi 6 Avant and get a first
impression of the latest electric model by the world
famous German car manufacturer.
image/s by Xxxxx
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
EVENTSK
XAUDI A6 SNEAK PEEK
19
Excerpt of the guest list:
Nicolas Andrews (USA), Johannes Ausserladscheiter,
Mohammad Azizi bin Aziz (Malaysia), Cesar V.
Bonamigo (Brazil), Anna Convalexius, Nikolai de
Arnoldi, Harvey Dzodin, Steven D. Kloos (USA),
David and Walter Lutschinger, Tobias Schröter, Boris
Tosunyan, Hans Windisch-Graetz, Talieh and Harald
Wögerbauer, Besim Yildiz …
Issue
N 388
First Salon Diplomatique
@ Palais Schönborn-
Batthyány
image/s by Diplomatic SOCIETY/Karakan
20
Diplomatic SOCIETY owner KR Prof. Mag. Gertrud
Tauchhammer invited to the first Salon Diplomatique
—following the tradition of the Vienna Congress Salon—
at the beautiful Palais Schönborn-Batthyány with star
guest Waris Dirie, famous activist, former UN Special
Ambassador against FGM and founder of the Desert
Flower Foundation. The many international guests came
together at the historic palais to exchange ideas and
views, to network and to meet Waris Dirie.
Excerpt of the guest list:
Johannes Ausserladscheiter, Brigitte Beidinger, Harvey
Dzodin, Astrid Fixl-Pummer, Christoph and Elisabeth
Götze, Markus Gstöttner, Camilla Habsburg, Maximilian
Habsburg-Lothringen, Gunnar Heinrich, Gerald
Hodecek, Gabriele Hurt, Katharina Kolarik, Waltraud
Lenzhofer, H.E. Annika Markovic (Sweden), Alfred Praus
& Susanna Chakhoian, Gottfried Rieck, Tatjana Tesic
Trnka, Sanela Thun-Hohenstein, H.E. Andrew Williams
(New Zealand), Besim Yildiz,…
*** Special thanks to the cooperation partners:
Palais Schönborn-Batthyány, Leonidas,
R Express & the Desert Flower Foundation ***
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
EVENT
CONTINENT ART
Grand Hotel Wien:
“Continent Art”
21
The Grand Hotel Wien, in cooperation with
the Embassies of Egypt and Ghana, invited to
an art exhibition under the motto "Continent
Art" featuring "Treasures of Africa" by Solomon
Okpurukhre (Nigeria, Ghana, Austria) and
"Eternity" by Ryan Hefnawy (Egypt). At the
festive ballroom of the hotel, the exhibition
showcased the powerful works of these two
exceptional artists and offered a glimpse into
their creative world.
image/s by Diplomatic SOCIETY/Karakan
Issue
N 388
EVENTS
VIENNA ECONOMIC FORUM
24 th Vienna Economic
Forum Garden Party
22
Ambassador Dr. Elena Kircheva, VEF Secretary General
and KR Prof. Mag. Gertrud Tauchhammer Publisher of DIP
LOMATIC Society Magazine and the Main Media Partner of
VEF together with the Board and the Honorary Committee
of Vienna Economic Forum, had the honor to host the
24th Traditional Garden Party at the magnificent garden
of the Villa Flora. With culinary and musical treats from
the member countries. The Ambassadors of Albania, H.E.
Fatmir Velaj, Bosnia & Herzegovina, H.E. Siniša Bencun,
Bulgaria, H.E. Desislava Naydenova-Gospodinova, North
Macedonia, Chargée d'Affaires Hilda Kolevska, Slovenia,
Consul Saša Bürgermeister, Kosovo, Chargé d'Affaires
Albinot Bimbashi, Montenegro H.E. Ambassador designate
Stanica Andic and Romania, Chargé d'Affaires Andrea Amza
Andras enjoyed an idyllic evening with invited guests, performers,
dancers and musicians.
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
EVENTS
VIENNA ECONOMIC FORUM
Excerpt of the guest list:
23
Dragos Badea, Martin Buresch, Emil and
Elisabeth Brix, Harvey Dzodin, Eglantina
Gjermeni, Ulrike Habsburg, Georg
Krauchenberg, Angelika Leitner, Walther
Lichem, Christoph Meyenburg (BMEIA),
Vasilka Poposka Trenevska, Hermine
Schreiberhuber, Theresa Stiedl, Harald
and Talieh Wögerbauer ...
image/s by Dipomatic SOCIETY/Pobaschnig
Issue
N 388
DIPLOMATIC SOCIETY AKTUELL
ASTANA INTERNATIONAL FORUM
Astana International
Forum 2025
From May 29 to 30, the second Astana International Forum
(AIF) took place in the capital of Kazakhstan under the
auspices of Kazakh President Kassym-Jomart Tokayev.
24
President Kassym-Jomart Tokayev
nder the motto “Connecting minds,
U shaping the future“, leaders, policymakers,
scholars and experts from
across the globe gathered to spark
meaningful dialogue and forge clear,
actionable responses to our most
pressing shared challenges, such
as foreign policy, security, climate
change and economy. More than
3000 guests from more than seventy
countries attended the forty plus
panels, side events and special sessions
that took place during the two
days of the conference.
The plenary session opened with
the speech by President Tokayev, who
stressed the importance of multilaterism
in an era of increasing polarisation
and geopolitical division. “In this
emerging disorder, the task before
us is clear: to preserve cooperation
where it still exists, and to restore it
where it has broken down”, he noted.
Other key factors of his address were
the importance of actions against the
effects of climate change, which has
the strongest impacts on Central Asia.
He also said that Kazakhstan remains
committed to a stable, integrated, and
future-oriented Central Asia. In March
2025, the UN General Assembly formally
established the United Nations
Regional Centre for the SDGs for Central
Asia and Afghanistan in Almaty,
which is a milestone in Kazakhstan‘s
multilateral development engagement.
This Centre will support joint projects,
offer technical expertise, and coordinate
international cooperation.
Middle Power
Participants such as guest of honor,
Rwandan President Paul Kagame, North
Macedonian President Gordana Siljanovska
Davkova, former UN-DG Ban
Ki-moon, Italian Prime Minister Georgia
Meloni as well as former Austrian
“Kazakhstan is
emerging as a key
transit and
connectivity hub”
chancellor Sebastian Kurz undermined
the importance and interest in Kazakhstan,
which aspires to establish itself
as a Middle Power in the region. Being
the largest Central Asian country with
an abundance of natural resources
such as oil, uranium and rare earth
metals as well as its geographic location
between China and Russia have
hightened investment attractiveness,
especially for the EU and other Western
partners. This is undermined by
Kazakhstan’s multivector approach:
By balancing relations with Russia and
China while expanding ties with the
EU, the USA, and other global players,
Kazakhstan aims to strengthen its
foreign policy autonomy. By signing
memorandums of understanding with
the EU, participating in C5+1 formats,
and agreements with the UK, Germany,
and other European countries on the
supply of critical minerals, Kazakhstan
has strengthened its position as
an important link in the formation of
global supply chains.
Increasing Connectivity
This was further underlined by Roman
Vassilenko, Deputy Minister of Foreign
Affairs, who stated that “Kazakhstan
is emerging as a key transit and connectivity
hub — particularly through
its promotion of the Trans-Caspian
International Transport Route, or the
Middle Corridor. This relatively new
trade artery traverses Central Asia,
the Caucasus, and Türkiye, connecting
the Caspian and Black Seas. We
can and should work ever closely
with the European Union under its
Global Gateway initiative and other
European nations to make the vision
of ever more connected Central Asia
and Europe a mutually beneficial
reality.” To advance these mutually
beneficial goals, Kazakhstan and the
EU recently adopted a Joint Roadmap
for 2025-2026.
Alain Berset, Secretary General of the Council of Europe
image/s by Astana International Forum
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
ECONOMY
PORTRÄT
Verleihung des Goldenen Verdienstzeichens der Republik Österreich mit I.E. Edit Szilágyiné Bátorfi, Bundesminister a.D. Martin Polaschek,
Konsul Rudi Roth und Botschafter des Omans, S.E. Yousuf A. Aljabrii
Vom Fußballmeister zum
Völkerverständiger
Senator Konsul Mag. Rudi Roth ist als Honorarkonsul von Ungarn in der Steiermark
seit über 30 Jahren aktiv als Vermittler und Friedenstifter tätig.
Ein langjähriger, begeisterter
und großer
Freund des Omans ist der
seit über 30 Jahren als
Honorarkonsul von Ungarn
in Graz tätige Senator
Konsul Mag. Rudi Roth. Vor
nun mehr über 25 Jahren
hat er gemeinsam mit der
im Oman sehr bekannten
Familie Zawawi die ersten
Kontakte geknüpft und
viele Ölgeschäfte gemeinsam
abgewickelt. Nun ist
nach über vier Jahren Gesprächen eine
Zusammenarbeit mit der staatlichen
omanischen OIA auf dem Gebiet der
Produktion von synthetischen Treibstoffen
gemeinsam mit dem steirischen
Weltmarktführer AVL geplant.
Die Zukunft der weltweiten
Mobilität wird
auch zu einem großen
Teil von CO 2
freien
Treibstoffen bewerkstelligt
und abhängig
sein, ganz besonders
im Flug- und Schiffsverkehr.
Der Oman will
auch hier, wie auf vielen
anderen hochtechnologischen
Gebieten, ein
Vorreiter sein.
Rudi Roth wurde
erst vom Bundesminister Martin Polaschek
a.D. mit der höchsten zivilen
Auszeichnung der Bundesrepublik
Österreich, dem „Goldenen Verdienstzeichen“
in Wien ausgezeichnet.
Besonders Roths einmaliges Engagement
der Vergabe von 250 Stipendien
an österreichische und osteuropäische
Studenten, wurde hervorgehoben.
Außerdem wurden auch seine
großen wirtschaftlichen Leistungen,
wie der Aufbau der größten privaten
Ölfirma Österreichs und der Bau
einer der größten Biodieselraffinerien
Europas in Ungarn gewürdigt. Weiters
seine sportlichen Erfolge in denen er
als einziger österreichischer Fußballer
sowohl als Spieler Meister der 2. Division
1975 als auch als Präsident 2004
mit dem GAK österreichischer Fußballmeister
wurde.
Als Brückenbauer zwischen Ost und
West ist sein Motto: „Frieden kannst
du nur haben, wenn du ihn gibst“, denn
Frieden und Völkerverständigung erfordern
aktives Handeln!
25
Gewinner des Biofuels Technology
Innovation of the Year Award 2008
Foto/s © RO
Konsul Rudi Roth mit
S.E. Yousuf A. Aljabri
Überreichung des „Goldenen
Fußballs“ mit ÖFB-Präsident
Wolfgang Bartosch
Rudi Roth mit Klaus Wölfer
und Diplomatic SOCIETY
Rudi Roth mit dem Ölminister
des Omans Salim bin Nasser
Al Aufi
Issue
N 388
“The Korean scenario
is our best hope at
this stage.”
Christian Wehrschütz spoke with Sergey Radchenko, professor of international
relations at Johns Hopkins University, on his insights on the war on Ukraine.
(The Interview was taken on May 23, 2025.)
26
The Ukrainian counteroffensive failed in early
summer 2023. It is continuously losing territory
despite heavy Russian losses, but a turning point
in favor of Ukraine is not in sight. In contrast,
Russia sees itself at an advantage—does this
mean that Vladimir Putin is currently not really
ready to negotiate?
I think that’s their current disposition. They think
that they can put more pressure on the Ukrainians
and at least capture the territory that Russia has
formally annexed, including Zaporizhia, Kherson
and the part of Donetsk Oblast that remains
under Ukrainian control. I think that is what
they’re trying to do at the moment. Whether or
not they’ll be able to do
that is another question
because they are facing
problems. The Ukrainians,
of course, have their own
problems, manpower
shortage and general
fatigue from the war.
But I would not also
exaggerate Russia’s capabilities
because after
three years of wars, we
can see the Russians
have not actually made
all that dramatic progress in their effort to conquer
parts of eastern Ukraine. They are making
some progress, but it is very very slow and we
know from the past that you could actually have
reversals on the battlefield and the Ukrainians are
sometimes capable of delivering breakthroughs
such as they did in the initial months of war. But
on the whole, the war I think is in its attritional
phase. But Putin thinks that he could by persisting
perhaps win more territory and therefore coerce
Ukraine into giving up on the battlefield, what
Ukraine will not give up through negotiations.
Three years after the peace negotiations in
Istanbul, we have many more deaths, far greater
destruction, and greater territorial losses; yet
what has changed in the fundamental positions?
The West is still not willing to offer any security
guarantees, to name just one example.
“The Americans
have made a mistake by
trying to keep the
Europeans out of this
from the start.”
We’re still on the same boat even today. The issue
is this: are Western powers, first and foremost the
United States, willing to go to war with Russia over
Ukraine? And the answer has been proven, even
during the Biden administration, to be negative.
And other European states are not willing to step
up without the American commitment to provide
security to Ukraine either. So we’re still facing the
same problem. The only viable solution for Ukraine
to maintain its security is to build up its own military
strength and make it more difficult for the
Russians to swallow it in the future. But that was
another issue that was being discussed in Istanbul
in 2022 because the Russians want a situation
where Ukraine does not
have a large army. In fact, in
Istanbul, they could never
agree on the size of the
Ukrainian army.
In your second article in the
magazine Foreign Affairs,
you emphasized that all parties
must be at the negotiating
table in order to reach
an agreement—of course,
based on the assumption
that all genuinely want to
reach an agreement. That was not the case in
Istanbul in 2022, and it is not the case now either;
the Europeans are absent, and the role of the USA
is, to me, not entirely clear. How do you assess the
negotiations that have now resumed in Istanbul?
Part of the problem in Istanbul the last time
around was, that the Russians and the Ukrainians
were negotiating, but they were also negotiating
about commitments made by the West among
others. And that was one of the reasons that the
talks failed, because the West was not willing
to enter into those commitments without being
party to negotiations.
The Americans have made a mistake by trying
to keep the Europeans out of this from the
start. With the first phone calls between Putin
and Trump, the Europeans were basically blindsided.
Europeans have to be involved. When the
Europeans are not involved, they tend to also
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
DIPLOMATIC SOCIETY AKTUELL
INTERVIEW
Union. We also have EU countries like
Hungary, that are frankly sabotaging
anything that the Europeans are doing.
And then we have very fairly militant
voices coming out of Eastern Europe
for understandable reasons, including
those that you’ve mentioned, the Baltic
states and Poland and Finland as well,
that are much tougher, much more willing
to confront Russia than, for example,
some other members of the EU like
Italy or Spain.
All of that leads to disunity and chaos
in terms of working out a common position.
I think there needs to be a much
more serious debate inside the European
Union about how to formulate a common
policy. Is it even possible? If it’s impossible,
then what are we talking about? So
we have a serious problem here.
image/s by Johns Hopkins University
Sergey Radchenko
sabotage the outcome of peace negotiation. I
would also say it’s important to keep the Chinese
on board. Now, it’s not clear if the Chinese even
want to be kept on board. There have been some
unclear signals coming from Beijing. But I think
broadly speaking, if we want to have sustainable
peace in Ukraine, China should be somehow
involved in this process.
We more or less know what the Russians want,
what their position is. But do we also know what
the USA and the Europeans are willing to give?
First, there are obviously enormous differences
between Donald Trump and the Europeans; second,
there are also major differences within the
EU itself, for example between the Baltic states,
Poland, and Western European countries.
I think it’s a very fair point. One of the problems for
the Europeans is that they’re not speaking with
a united voice. You have the European Commission
with its own ideas and fantasies about how
to end this war. We have the so-called Coalition of
the Willing and their various proposals, which also
includes– as one of the driving factors—the United
Kingdom, which is not even part of the European
Will the United States under Donald
Trump be willing to put more pressure
on Russia if necessary? Because to me,
the US plans are also unclear.
That’s right. The Americans have a
lot of cards, but they’re not willing to
use them. Or Trump in particular is
not willing to do so. He is a very impatient
man. He wants this conflict to be
resolved yesterday, he doesn’t understand
or seems to not understand that
peace negotiations can take years.
He doesn’t have patience for years. He threats
to impose secondary sanctions, as he calls on
countries that import Russian oil and gas, which
are going to be very difficult to implement,
because the main importers of Russian fuels
is China, which is not going to capitulate in the
face of this kind of diplomacy. The second most
important is India. And can the United States
even call it an ally? You know, is it an American
interest to undermine their own relationship with
India for the sake of putting pressure on Russia?
I’m not sure that this is the case.
It seems that there is not enough resolve in the
White House to really confront Russia and to put
the kind of pressure on Putin that will make him
more open to a quick, peaceful settlement of this
conflict. So our real hope for this conflict being
resolved is that Ukraine will persevere and fight
back, the war of attrition will continue for some
time more and then after a while the Russians
will understand that they will not be able to win
through military force and then in the end we’ll end
up in some repetition of the Korean scenario of
1953, where the war just sort of dies out slowly. But
that’s, I think, our best hope at this stage.
27
Issue
N 388
DIPLOMATIC SOCIETY AKTUELL
GASTBEITRAG
Militärdiplomatie
Brigadier Dr. Nikolaus Rottenberger gibt in seinem Gastbeitrag für das
Diplomatic SOCIETY Magazin einen Einblick in die Militärdiplomatie und
erklärt, warum eben diese ein unentbehrliches Instrument moderner
Außen- und Sicherheitspolitik ist.
28
A
uf den ersten Blick scheinen Militär
und Diplomatie, in ihrer klassischen
Definition, kaum vereinbar.
Während das Militär nach Joseph Nyes
Konzept der Hard Power zuzuordnen
ist, steht die Diplomatie für ein Instrument
der Soft Power. Doch in der
Verbindung beider Ansätze – der Kombination
aus strukturellen, kulturellen
und ideologischen Einflussmitteln mit
wirtschaftlichen, militärischen Maßnahmen
– entsteht im Sinne der Smart
Power ein flexibler Mechanismus, der
aktuellen globalen Herausforderungen
begegnen kann. Die Militärdiplomatie
verfolgt einen ebensolchen Ansatz und
erweist sich daher als unverzichtbares
Instrument moderner Außen- und
Sicherheitspolitik.
Die Welt befindet sich inmitten tiefgreifender
geopolitischer Umbrüche,
geprägt von ökologischen und wirtschaftlichen
Herausforderungen. Die
Sicherheitslage ist deutlich instabiler
als noch vor einigen Jahren und die
Folgen aktueller Konflikte werden die
Weltpolitik über viele Jahrzehnte hinweg
bestimmen. „Polykrisen“ schaffen
eine schwer zu bewältigende
Gesamtsituation, internationale
Organisationen verlieren an Einfluss,
realpolitische Ansätze
dominieren die sicherheitspolitische
Debatte und in Europa streben
Initiativen wie EDIP und ESSI
eine stärkere Verteidigungsintegration
an.
Diese Dynamiken bedeuten
erhebliche Herausforderung für
die Diplomatie kleiner und mittelgroßer
Staaten. In diesem
Kontext gewinnt die Militärdiplomatie
an Bedeutung, um Konflikte
zu entschärfen, strategische Partnerschaften
zu stärken und nachhaltige
sicherheitspolitische Perspektiven zu
fördern. Während die allgemeinen Diplomatie
die Pflege zwischenstaatlicher
Beziehungen, Verhandlungen und kulturellen
Austausch umfasst, fokussiert
die Militärdiplomatie auf sicherheits-
und verteidigungspolitische Aufgaben
und nimmt dadurch eine zentrale Rolle
im Gefüge der Außen- und Sicherheitspolitik
ein.
Um den aktuellen Herausforderungen
entgegen zu treten bedient sie
sich eines breiten Maßnahmen-Katalogs:
Sie stärkt
internationale Beziehungen
durch den gezielten Aufbau
und die Pflege von Kontakten
zu Verteidigungsministerien
und Streitkräften
weltweit und ermöglicht
vertrauensbildende Maßnahmen
wie gemeinsame
Übungen, hochrangige
Besuche und Fachgespräche,
wie zum Beispiel zum Austausch
von Expertenwissen bei militärischen
Ausbildungsprogrammen, der insbesondere
für das Bundesheer wertvolle
Impulse bietet. Darüber hinaus spielt
die Militärdiplomatie eine Schlüsselrolle
bei Auslandseinsätzen, etwa
durch die Unterstützung von Truppenbewegungen
oder die Organisation von
Evakuierungen in Krisengebieten. In
„In Österreich ist die
Militärdiplomatie seit dem
späten 19. Jahrhundert ein
fester Bestandteil
der österreichischen
Außen- und
Sicherheitspolitik.“
Konfliktsituationen fungieren Verteidigungsattachés
als militärische Berater
von Botschaften und koordinieren
Maßnahmen wie die Rückholung
von Verwundeten oder Zivilpersonen.
Auch im Bereich der Rüstungs- und
Beschaffungspolitik ist die Militärdiplomatie
aktiv: Berichte über die
Entwicklung fremder Streitkräfte und
Technologien liefern Entscheidungsgrundlagen,
etwa für die Modernisierung
des Bundesheeres.
In Österreich ist die Militärdiplomatie
seit dem späten 19. Jahrhundert ein
fester Bestandteil der österreichischen
Außen- und Sicherheitspolitik.
Heute wird sie durch die
Abteilung Militärdiplomatie
im Bundesministerium für
Landesverteidigung (BMLV)
koordiniert, die ein Netzwerk
aus 24 Verteidigungsattachébüros
auf vier Kontinenten
und Verbindungen
zu über 80 Ländern betreut.
Speziell geschulte Offiziere
übernehmen dabei Aufgaben
wie Repräsentation, Beratung und
Informationsaustausch. Während der
Fokus auf bilateralen und regionalen
Beziehungen liegt, deckt die Schwesterabteilung
Militärpolitik die Zusammenarbeit
mit internationalen Organisationen
ab.
Um den aktuellen Umbrüchen
und zukünftigen Herausforderungen
gerecht zu werden, muss die österreichische
Militärdiplomatie strategisch
weiterentwickelt werden.
Eine engere Zusammenarbeit
mit Botschaften, Konsulaten und
internationalen Netzwerken ist
dabei ebenso unerlässlich wie
klare Prioritäten und Zielsetzungen,
insbesondere angesichts
begrenzter Ressourcen. Standort-
und Personalentscheidungen
gewinnen dabei an Bedeutung, um
die Effizienz und Effektivität der
Militärdiplomatie sicherzustellen.
Gleichzeitig erfordert die sich wandelnde
globale Sicherheitslandschaft
schnellere Informationsprozesse und
prägnantere Berichterstattung, um
flexibel und handlungsfähig zu bleiben.
Nur durch diese gezielte Anpassung
kann die österreichische Militärdiplomatie
auch künftig ein verlässlicher
Pfeiler der Außen- und Sicherheitspolitik
bleiben.
Foto/s © Gunther Pusch/HBF
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Geopolitik als Game-Changer
im Mittleren Osten
Anna Zeitlinger, Global Partner Lansky, Ganzger, Goeth & Partner (LGP Group),
spricht über die Rolle von Compliance in den Wirtschaftsbeziehungen zwischen
Österreich und den VAE.
DEUTSCH
XXXXXXXXXXXX XXX
Foto/s © Advantage Austra, LGP+partners
I
m Mai 2025 wurden wichtige Schritte
zur Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen
zwischen Österreich und den
Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE)
gesetzt. Aufbauend auf dem Besuch
des österreichischen Wirtschaftsministers
Wolfgang Hattmannsdorfer
bei dem Handelsminister der VAE, Dr.
Thani Al Zeyoudi, bei dem das Freihandelsabkommen
mit der EU sowie die
bilateralen Projekte besprochen wurden,
fand am 6. Mai in Abu Dhabi die
von der österreichischen Botschaft in
den VAE, der WKO und der „Advantage
Austria“ organisierte Konferenz „Austria
Connect Gulf“ statt. Österreichische
Handelsdelegierte aus dem gesamten
Golf, der Levante und Nordafrika diskutierten
mit zahlreichen Unternehmensvertretern
aus Österreich
und der Golfregion. Neben
wirtschaftlichem Austausch
standen auch zentrale
Zukunftsthemen wie
künstliche Intelligenz und
insbesondere Compliance
im Fokus. LGP war dabei
und hatte die Möglichkeit,
den Compliance Fireside
Chat aktiv mitzugestalten.
Das Bundesministerium
sieht die VAE als Zukunftsmarkt für
österreichische Unternehmen – heute
schon Österreichs wichtigster Exportmarkt
in der Golfregion mit weiterem
Wachstumspotenzial. Tatsächlich
haben österreichische und EU-Unternehmen
sehr hohe Compliance-Anforderungen
auch in ihrem internationalen
Geschäft. Dies betrifft vor allem
den Bereich Sanktionen und Geldwäscheprävention.
Diese Rahmenbedingungen
sind den lokalen Marktteilnehmern
aus der Golfregion oft unbekannt
und sorgen in der Praxis für interkulturelle
und geschäftliche Missverständnisse.
Deshalb sind die Aufklärung und
Information beider Seiten wichtig.
links Die Teilnehmenden der Austria Connect Gulf 2025 rechts Georg Krenn mit Anna Zeitlinger
Bei der Geschäftsanbahnung in den
VAE sowie der Zusammenarbeit mit
Partnern in der Region müssen EU-
Unternehmen die geltenden EU-Sanktionsregime
berücksichtigen – etwa
gegenüber Iran, Afghanistan, Syrien,
aber auch die Russland-Sanktionen,
die für die EU-Staatsbürger und Unternehmen
extraterritorial anwendbar
sind. So verpflichtet seit
2024 die EU-Verordnung
Wirtschaftsteilnehmer,
durch sogenannte „No-Russia“-Klauseln
in Verträgen
und entsprechende Compliance-Systeme
sicherzustellen,
dass gelistete Güter
nicht über Drittländer nach
Russland weitergeleitet
werden. Ab 2025 gilt zudem
eine „Best-Efforts“-Verpflichtung,
die EU-Unternehmen dazu
anhält, auch bei Tochtergesellschaften
weltweit die Einhaltung der Russland
Sanktionen sicherzustellen. Auch wenn
US-Sanktionen gegenüber Iran oder
Russland auf die EU-Unternehmen nur
in bestimmten Fällen anwendbar sind,
besitzen sie durch mögliche „secondary
sanctions“ erhebliche Relevanz.
Banken in den VAE etwa prüfen regelmäßig
auf mögliche US-Risiken.
Wer als österreichisches Unternehmen
in der Golfregion tätig werden
möchte, sollte frühzeitig analysieren,
ob die geplanten Aktivitäten von Sanktionsvorschriften
tangiert sind. Mithilfe
von Experten sollte ein System
von Compliance-Maßnahmen definiert
werden, das die Risiken von Sanktionsverstößen
an den Schnittstellen
erkennt und absichert. Dazu zählt
die Überprüfung von Geschäftspartnern,
Produkten und Enddestinationen
sowie der konkreten Lieferwege,
gefolgt von einer entsprechenden
Dokumentation. Auch die Vertragsgestaltung
sollte Compliance-Garantien
sowie Mechanismen zur Rückabwicklung
und Vertragsauflösung im Falle
sanktionsbedingter Leistungsunmöglichkeit
enthalten.
Ein weiteres Thema betrifft die Verpflichtung
zur Einhaltung von Geldwäschevorschriften.
Nachdem die EU
die VAE im Juni 2025 von der Liste der
Hochrisikoländer gestrichen hat, wird
es für österreichische Exporteure und
ihre Banken leichter sein, ihren Sorgfaltspflichten
nachzukommen. Für
grenzüberschreitende Transaktionen
mit Österreich gilt jedoch nach wie
vor, dass die Herkunft der Geldmittel
und die Seriosität der Geschäftspartner
gründlich geprüft werden müssen.
Die geografische Nähe zu Hochrisikoländern
bleibt ein Risikofaktor, der
robuste AML-Compliance-Systeme
erforderlich macht.
Die Teilnehmer des Chats waren
sich einig: Compliance ist keine Bürde,
sondern eine Chance, in dieser Region
erfolgreich zu operieren. Mit jedem
Projekt tragen die österreichischen
Unternehmen zur gemeinsamen
Erfolgsgeschichte bei und haben die
Gelegenheit, durch geeignete Compliance-Maßnahmen,
Kompetenz und
Informationen das Geschäftsklima
und die Rechtssicherheit in der Region
nachhaltig zu verbessern.
29
Issue
N 388
Kosmopolit ist
Hoffnungsträger für den
interreli giösen Dialog
„Das Streben nach Einheit war mir stets ein großes Anliegen.“ Papst Leo XIV.
machte sofort nach seinem Amtsantritt klar, dass er in der Führung der Weltkirche
dem interreligiösen Dialog hohen Stellenwert beimisst. Seine Wahl des Namens
Leo spricht eine deutliche Sprache in Richtung soziales Engagement.
VON MAG. HERMINE SCHREIBERHUBER
30
ie Katholiken in aller Welt jubelten
D über die Wahl von Robert Francis
Prevost zum katholischen Kirchenoberhaupt.
Doch nicht nur Gläubige, die mit
der Kirche eng verbunden sind, oder
Experten, die sich mit den Weltreligionen
befassen; auch Anders gläubige,
Menschen, die keine Affinität zur Religion
haben, oder jene, die nur die politischen
Aspekte des Pontifikats bewerten,
waren begeistert über den
Kosmopoliten auf dem Stuhl Petri.
Der Papst aus Amerika entschied
sich für den Namen Leo (lateinisch
Löwe), der Stärke, Mut und
Führungskraft symbolisiert. Sein
Namensvorgänger Leo XIII. (1878-
1903) hatte in der Enzyklika „Rerum
Novarum“ die soziale Frage um die
damalige industrielle Revolution
behandelt. Mit dem Erbe der Soziallehre
wolle die Kirche auf eine neue
Industrierevolution und auf die Entwicklung
der künstlichen Intelligenz
reagieren, verwies Leo XIV. auf den
aktuellen Kontext.
Auf den Tod von Papst Franziskus
erfolgte im Konklave die rasche Einigung
auf einen Nachfolger. Die Welt
war beeindruckt. Ein Amerikaner mit
französischen, italienischen, spanischen
und kreolischen Wurzeln, der in
Südamerika als Missionar und Bischof
wirkte, der den Orden der Augustiner
leitete und der im Vatikanstaat „Personalchef“
war. Doch mit der Freude über
die Wahl gehen hohe Erwartungen einher.
Im Jubiläumsjahr des Ersten ökumenischen
Konzils von Nicäa hoffen
die christlichen Gemeinschaften auf
Fortschritte im interreligiösen Dialog.
Leo XIV. ist sich dessen bewusst. In
einer Audienz für Religionsführer aus
aller Welt kurz nach der Wahl rief der
Papst zu „Einigkeit, Dialog und Frieden“
auf. Die Zeit sei reif „für den Bau von
Brücken“, für ökumenisches Engagement,
lautete sein Appell. Leo nahm
das Treffen zum Anlass, an das Konzil
von Nicäa vor 1.700 Jahren zu erinnern.
„Dieses Konzil war ein Meilenstein auf
dem Weg zu einem gemeinsamen Glaubensbekenntnis
aller Kirchen.“ Kardinal-Staatssekretär
Piero Parolin schloss
nicht aus, dass die erste Auslandsreise
„Auf den Tod von Papst
Franziskus erfolgte
im Konklave die
rasche Einigung auf
einen Nachfolger.
Die Welt
war beeindruckt.“
den Papst nach Nicäa, dem heutigen
Iznik in der Türkei, führen werde.
Bei einem Treffen mit drei christlichen
Spitzenvertretern – dem Patriarchen
von Jerusalem, Theophilos III.,
dem griechisch-orthodoxen ökumenischen
Patriarchen von Konstantinopel,
Bartholomaios I., und dem Oberhaupt
der Assyrischen Kirche des Ostens, Mar
Anwa III. – versicherte Papst Leo diesen
„brüderliche Zuneigung“. Als Bischof von
Rom sehe er eine vorrangige Aufgabe
in der „Wiederherstellung der vollen
Gemeinschaft“. Er wolle die Bemühungen
von Papst Franziskus zur Förderung
des synodalen Charakters der katholischen
Kirche fortsetzen. Sein Vorgänger
habe neue Perspektiven der Begegnung
zwischen den Kirchen eröffnet.
Einen besonderen Gruß richtete
Papst Leo nach der Amtsübernahme
an Juden und Muslime, die wie die
Christen zu den drei abrahamitischen
Religionen zählen. Das katholische Kirchenoberhaupt
erinnerte an die Konzilserklärung
Nostra Etate, die auf „das
gemeinsame geistige Erbe von Juden
und Christen“ verweise und die gegenseitige
Wertschätzung unterstreiche.
„Dieser Dialog liegt mir am Herzen“,
so der Pontifex.
Die orthodoxen Kirchenführer
wollen ihrerseits die Ökumene
beleben. Patriarch Bartholomaios
will mit Papst Leo, den er in den
Phanar einlud, „die Ökumene stärken“.
Der Dialog solle im Zeichen
der Friedensförderung stehen. Der
orthodoxe Metropolit Arsenios, Vorsitzender
der Orthodoxen Bischofskonferenz
in Österreich, wünscht
sich gemeinsame Nicäa-Jubiläumsfeiern.
Auch der Wunsch nach
einem gemeinsamen Osterfest der
Christen ist stark. Ein maronitischer
Geistlicher erklärte, Leo kenne die
Probleme der Ostkirchen in der Diaspora.
Es bedürfe der Hilfe des Papstes,
um die christliche Präsenz im Nahen
Osten zu wahren.
Auch auf der protestantischen Seite
herrscht Zuversicht. Die evangelischen
Bischöfe in Deutschland sprachen laut
Vatican News von einer „Aufbruchstimmung
im Vatikan“. Der evangelischlutherische
Ökumene-Beauftragte,
Bayerns Landesbischof Christian Kopp,
sagte nach seiner Rom-Reise, der
Lutherische Weltbund habe „große
Hoffnungen und Erwartungen“. In
Österreich hob der lutherische Bischof
Michael Chalupka „die globale Perspektive“
der Wahl in der Person des
neuen Papstes hervor.
Foto/s © pexels
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
How Leo XIV
is changing
the world
Martin Selmayr, Ambassador of the European Union
to the Holy See and the United Nations gives Diplomatic
SOCIETY readers a personal analysis of the
newly elected Pope.
32
H
abemus Papam!” We have a Pope.
It was a uniquely solemn moment
on this sunny evening of 8 May 2025
in Rome when Cardinal Protodeacon
Dominique Mamberti addressed the
waiting 100,000 people from the central
loggia of St Peter’s Basilica. He
then announced, in Latin, the name of
the new leader of the global Catholic
Church: “The Most Eminent and Most
Reverend Lord Robert Francis Cardinal
of the Holy Roman Church Prevost who
has taken the name Leo XIV.”
It took a while until the crowd on St
Peter’s Square reacted. Most people
(me included) had not expected this
announcement. Yes, Robert Prevost
had been on the (long) list of possible
future Popes, but most observers and
vaticanisti (experts in Vatican affairs)
had not really believed that an American
could be chosen by the conclave
of 133 cardinals from 71 countries that
had gathered in the Sixtine chapel to
elect the new successor of St Peter. It
had always been an unwritten rule that
the most influential spiritual leader
in the world could not come from the
same country as the US President, the
leader of the world’s most powerful
nation. But now, it had happened. After
just two days, the conclave of cardinals
had come to the conclusion, by
the required two-thirds-majority, that
Robert Prevost from Chicago should be
the new Bishop of Rome.
“La pace sia con tutti voi.” Peace be
with you all. With these first words,
the new Pope greeted the people on
St Peter’s Square and those watching
from across the world. Speaking fluent
Italian (and adding some words in
Spanish when he extended a special
welcome to the pilgrims from Chiclayo
in Peru where he had served as
missionary and bishop), peace was the
central message of his first address.
The crowd on the square reacted
with “Viva il Papa, viva il Papa” cheers,
which became louder when the new
Pope explicitly thanked the late Pope
Francis (“Grazie a Papa Francesco”),
who had passed away on Easter Monday
and had been admired by many
for his humanity, the simplicity of
his life style, and his commitment to
left St. Peter’s Basilika right Ambassador Martin Selmayr greets Pope Leo XIV
social justice and the fight against climate
change.
“I was chosen, without any merit
of my own, and now, with fear and
trembling”, Pope Leo XIV said at his
inaugural mass on Sunday 18 May on
St Peter’s Square in the presence
of 200,000 pilgrims and leaders of
150 nations and who had all come
to Rome to pay their respect to the
267 th Pope, from the King and Queen
of Spain and the President of Peru via
the Prime Ministers of Australia and
Canada to the Chancellors of Germany
and Austria. Of course, this was quite
an understatement. The 69 year old
Cardinal Robert Prevost is probably
better prepared to be Pope than
anybody else. A member of the
Order of Saint Augustine since
1977, he was ordained as a priest
in Rome in 1982 where he studied
Canon Law at the Pontifical
University of Saint Thomas
Aquinas. He joined the Augustinian
mission in Peru where he
served as a parish pastor, diocesan
official, seminary teacher,
and administrator, before he
later returned to the country as
bishop. He saw the world when,
elected as prior general of the
Order of Saint Augustine in 2001,
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
image/s by Vatican Media, European Commission, unsplah/Leandro Silva, Lorenzo Turroni, Martin Selmayr
he travelled to most of the provinces
of the order. In 2023, Pope Francis
appointed Prevost prefect of the influential
Dicastery of Bishops in Rome,
before he made him cardinal. Analysing
his curriculum vitae, a group of
researchers from the Bocconi University
had been among the few to predict
that Prevost could become Pope, as
they had seen him as best connected
among all cardinals to the most influential
figures in the church (see their
study at: https://www.unibocconi.it/en/
news/network-conclave).
Robert Prevost has only been a
About the author
Pope for a few weeks, but there are
already three striking features about
his pontificate.
Firstly, in spite of his American
origin, he clearly presents himself as
a global Pope. In his first meeting with
the diplomatic corps in Rome, he highlighted
that his life experience spans
North America (by birth), South America
(because of his missionary work in
Peru which also awarded him Peruvian
citizenship in 2015) and Europe, as his
mother is of Spanish descent, and his
father has French and Italian ancestors.
He speaks Italian and Spanish fluently,
but was also the first Pope to use
English when addressing the cardinals
in the Sixtine chapel. Of course, he also
speaks Latin regularly.
Secondly, it is a priority for the
new Pope to ensure the unity of the
Church. While belonging to the moderate
wing of the Catholic Church, he
also pays tribute to those who believe
in tradition and ceremony, notably by
wearing the red mozzetta during his
first public appearance, by his decision
to live in the Apostolic Palace instead
of the simple guest house Casa Santa
Marta and by singing the Regina Coeli
during his Masses. From his first days
in office, he also embraced the Eastern
Churches to representatives of which
he extended one of his first encounters—an
important sign in a year which
marks the 1700 anniversary of the
Council of Nicaea, the first ecumenical
meeting organised to preserve the
unity of the Christian faith.
Thirdly, by choosing “Leo” as his
papal name, Robert Prevost has put
his papacy into the tradition of a very
political Pope. Leo XIII (who was Pope
from 1878 to 1903) is famous for his
encyclical Rerum Novarum, the founding
document of the social doctrine
Martin Selmayr is since September 2024
Ambassador of the European Union in
Rome, accredited to the Holy See, the
Sovereign Order of Malta, the United
Nations Organisations in Rome (Food
and Agriculture Organization, World Food
Programme, International Fund for Rural
Development) and the Republic of San
Marino. Previously, he served in senior
positions at the European
Commission, including
as Chief of Staff of President
Jean-Claude Juncker,
as Secretary-General of the
European Commission and,
from 2019 to 2024, as European
Commission Representative to Austria.
Born in 1970, Martin Selmayr studied
law in Geneva, Passau, London and at the
University of California (Davis and Berkeley).
He holds a Doctorate in law from the
University of Passau, is Honorary Professor
of European Economic and Financial
Law at the University of Saarbrücken
and Visiting Professor for European
Union Law at the University
of Vienna. Together with
his wife, he lives in Rome
and Vienna. The European
Union has diplomatic relations
with the Holy See
since 1970.
of the Catholic Church. The need to
address global inequalities and to safeguard
the dignity of work also in times
of the rapid rise of artificial intelligence
have thus been important themes in
the first statements of the new Pope.
Leo XIII was also one of the most
diplomatically active Popes in recent
history. As the first Pope without a
significant territory (Leo XIII became
Pope in 1878, after the once powerful
Papal States had been annexed by the
newly united Kingdom of Italy, leaving
the Pope with just the Vatican),
Leo XIII became strongly engaged in
international conflict mediation to preserve
the recognition of the Holy See
as an actor in international relations.
He notably mediated successfully
the conflict between the Catholic
Kingdom of Spain and the Protestant
German Empire concerning the Caroline
islands. Following this inspiration,
Pope Leo XIV has called from his first
day in office for an end of all wars. His
particular attention is on Russia’s war
of aggression against Ukraine. As first
Head of State after his inauguration, he
met President Volodymyr Zelenskyy,
before then having a long conversation
with US Vice-President JD Vance
and Secretary of State Marc Rubio. He
publicly offered the Vatican as a neutral
meeting place for possible peace
negotiations. He also made repeatedly
clear that he was not seeking just
a pause in armed conflicts, but an
authentic, just and lasting peace. This
led even Vladimir Putin to phone the
new Pope on 4 June.
Of course, one call is not sufficient.
But it gives some hope that the moral
and diplomatic authority of the new
Pope—together with the diplomatic
pressure from the European Union
and its allies—may help in bringing
enemies together to look each other
into the eyes. To end killing each other,
whether in Ukraine, in Gaza, in Sudan,
or in the many other conflicts in the
world. And to achieve the authentic,
just and lasting peace that Pope Leo
XIV is rightly calling for.
DIPLOMATIC SOCIETY
ANALYSIS
“The 69 year old
Cardinal Robert Prevost
is probably better
prepared to be Pope
than anybody else.”
33
Issue
N 388
AKTUELL
INTERIVIEW
80 Jahre
Zweite Republik
Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums der Zweiten Republik Österreich
hat Diplomatic SOCIETY mit den HistorikerInnen
Dr. Siegfried Göllner und Dr. Barbara Sauer über die Auswirkungen
der NS-Zeit auf den Auswärtigen Dienst gesprochen.
34
Herr Dr. Göllner, Sie haben sich u.a. mit der Transformation
des österreichischen Auswärtigen
Dienstes als Institution und den Rahmenbedingungen
für den personellen Umbau in der NS-Zeit
und den Umgang mit den Jahren 1938 bis 1945 in
der Zweiten Republik beschäftigt. Welche Folgen
hatte die Liquidierung des österreichischen Auswärtigen
Dienstes 1938 für die Bediensteten?
SG: Der österreichische Auswärtige Dienst wurde
unmittelbar nach dem „Anschluss“ den Reichsbehörden
unterstellt. „Rassisch“ und politisch
nicht genehme Personen wurden vom Dienst enthoben,
einige leitende
Beamte verhaftet. Die
überwiegende Mehrheit
der Beschäftigten blieb
zunächst weiterhin im
Dienst. Das Außenamt
selbst, 1938 kein eigenständiges
Ministerium,
sondern als Sektion IV
des Bundeskanzleramtes
geführt, wurde der
„Dienststelle des Auswärtigen
Amtes in Wien“
unterstellt, die aus der
Präsident John F. Kennedy mit Bundeskanzler Bruno Deutschen Gesandtschaft
Kreisky und Wilfried Platzer
hervorgegangen war. Diese
leitete die Liquidation der Geschäfte an, die im
Wesentlichen von ehemals österreichischen Beamten
umgesetzt wurde. Die bis dahin österreichischen
Auslandsvertretungen wurden den jeweiligen
deutschen Vertretungen unterstellt. In der Regel
verblieb die österreichische Beamtenschaft bis zur
vollzogenen Abwicklung, meist bis Sommer 1938,
an ihrem Dienstort und wurde anschließend, wenn
politisch und „rassisch“ aus Sicht der Nationalsozialisten
nichts dagegensprach, zu einem guten
Teil vorerst in der deutschen Vertretung weiter
beschäftigt. Etwa ein Drittel der höheren Beamten
des Ministeriums wurde in den Reichsdienst übernommen,
die übrigen wurden in den Behörden des
Reichsstatthalters untergebracht oder in den Ruhestand
oder den so genannten Wartestand versetzt.
Wie kann man sich das Leben/die Arbeit der Diplomaten
in den ersten Wochen nach der Befreiung
Wiens von der Nazi-Herrschaft vorstellen? Wie
organisierte man sich, was waren die Prioritäten?
SG: Es war ein hohes Maß an Selbstorganisation
und Improvisation nötig. Die erste Versammlung
der ehemaligen Beamten des Hauses fand am 16.
April 1945 statt, also elf Tage vor der Unabhängigkeitserklärung.
Federführend waren Beamte, die
schon vor 1938 in leitenden Positionen tätig gewesen
waren, nach der Übernahme der Nationalsozialisten
aus dem Amt ausscheiden hatten müssen
und sich bei Kriegsende in Wien aufhielten,
wie Heinrich Wildner und Norbert Bischoff. Man
entwarf Geschäftsordnung und Zuständigkeiten,
arbeitete daran, tatsächlich wieder zu einer handlungsfähigen
Behörde zu werden. Dafür brauchte
es Informationen und Kontakte zu den politischen
Parteien, zu den Besatzungsmächten und zu ehemaligen
Kollegen im In- und Ausland.
Erst 1959 wurde ein eigenständiges Bundesministerium
für auswärtige Angelegenheiten gegründet
– wie ist man in diesem neuen Ministerium mit der
NS-Vergangenheit umgegangen? Was passierte
mit jenen Diplomaten, die im Nationalsozialismus
verfolgt worden waren?
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
AKTUELL
INTERVIEW
„Meiner Meinung nach
ist es für alle Bevölkerungsgruppen
enorm
wichtig, sich der Vergangenheit
zu stellen.“
SG: Zu diesem Zeitpunkt spielte die NS-
Vergangenheit bei neu eingestelltem
Personal keine Rolle mehr, die rechtlichen
Regelungen hierzu waren längst
ausgelaufen. Eine Ausnahme bildeten
Personen, die Kollegen direkt geschädigt
hatten, etwa durch politische Beurteilungen.
In diesen – wenigen – Fällen
verwehrte sich das Ministerium dauerhaft,
diese wieder in Dienst zu setzen.
Man muss auch betonen, dass die Entnazifizierung
im Staatsamt für Äußeres
bis etwa 1947 strikter gehandhabt
worden war als in anderen Ministerien.
Schon die Übernahme in den Deutschen
Dienst war zunächst als Hinderungsgrund für die
Wiederaufnahme gesehen worden. Das Staatsamt
war darauf bedacht,
keinerlei Einsprüche des
Dr. Barbara Sauer
Dr. Barbara Sauer und Dr. Siegfried Göllner
Alliierten Rates gegen
Postenbesetzungen zu
provozieren. Ab Mitte 1947
und ganz besonders seit
der Minderbelastetenamnestie
1948 wurden
auch ehemalige Nationalsozialisten
wieder in
den Dienst gestellt. Bis
dahin reaktivierte man
v.a. Personen, die nach
dem „Anschluss“ in den
Ruhe- oder Wartestand versetzt worden waren.
Diplomaten, die die NS-Zeit im Exil überdauern
mussten, also v.a. jüdische Diplomaten, hatten es
schwerer, wieder Verwendung zu finden, da eine
Rückkehr erst verzögert möglich war, die wenigen
vorhandenen Posten bereits mit den in Wien verbliebenen
Beamten besetzt waren und eine Rückkehr
der Verfolgten auch nicht gefördert wurde.
Die im Ausland verbliebenen Diplomaten bildeten
aber auch die Keimzellen der neu entstehenden
Auslandsvertretungen.
Frau Dr. Sauer, Sie haben zu den Schicksalen
einzelner Diplomaten geforscht – welche persönlichen
Geschichten sind Ihnen hier besonders
in Erinnerung geblieben? Gibt es einen „roten
Faden“, der sich durch die Historie der Personen
zieht? Wie war die Quellenlage dazu?
BS: Unser Forschungsprojekt läuft noch bis Mai
2026, daher kann ich die Frage, wessen Lebenswege
mir besonders in Erinnerung geblieben ist,
nicht beantworten. Grundsätzlich ist mein Fokus
immer eher auf die weniger bekannten, nicht prominenten
Betroffenen gerichtet als auf diejenigen,
über die schon viel publiziert wurde. Weil ständig
neue Quellen zugänglich werden, ist aber auch über
Persönlichkeiten wie Bruno Kreisky oder Kurt Waldheim
noch Neues herauszufinden. Die Gemein
35
Wilfried Platzer
(1909-1981)
Platzer war in der NS-Zeit das,
was man gemeinhin einen Mitläufer
nennt. Er stand nach dem Studium
der Rechtswissenschaften
und Absolvierung der Konsularakademie
ab 1933 im Dienst des österreichischen
auswärtigen Dienstes.
1934 kurzzeitig der Gesandtschaft in
Berlin zugeteilt, war er ab 1935 bis
zum „Anschluss“ in der handelspolitischen
Abteilung des Außenamtes
tätig. Am 2. April 1938 wurde er
zur Dienstleistung ins Außenministerium
nach Berlin berufen und dort
der Presseabteilung zugeteilt. Gegen
seine Übernahme in den Reichsdienst
gab es Vorbehalte von Seiten
der Wiener NSDAP, man warf ihm NSfeindliche
Aussagen aus dem Jahr
1936 vor. Platzer sei „für den diplomatischen
Dienst des Reiches vollkommen
ungeeignet und daher vom
Standpunkte der NSDAP aus untragbar“,
wie es in einer Stellungnahme
der Wiener Gauleitung hieß. In Berlin
war man mit seinen Diensten jedoch
zufrieden und forcierte seine Übernahme.
Er sei ein „zuverlässiger
gewandter Beamter“,
der sich „aus voll ster
Überzeugung als Glied des
deutschen Volkes fühlt und
den Weg des Nationalsozialismus
eindeutig zu finden
gewillt ist.“ Das Ministerium
setzte sich durch. Platzer, der 1940
in Berlin der NSDAP beitrat, blieb bis
1945 durchgehend in der Presseabteilung
des Reichsaußenministeriums
tätig, zuletzt als Referatsleiter.
Das Kriegsende erlebte er in Vorarlberg,
wo er schnell in den Dienst der
Landesregierung als Verbindungsmann
zur französischen Militärregierung
eintrat. Sein Wiedereintritt in den
österreichischen auswärtigen Dienst
erfolgte Mitte 1947, nachdem er von
der Entnazifizierungs-Sonderkommission
im Bundeskanzleramt trotz seiner
NSDAP-Mitgliedschaft für
politisch unbedenklich erklärt
worden war. Man nahm an, er
sei aus beruflichen Gründen
rein formal beigetreten, ohne
sich mit dem Nationalsozialismus
zu identifizieren, was
angesichts der dokumentierten
Anfeindungen durch die Wiener Gauleitung
durchaus plausibel erscheint.
Außenminister Karl Gruber setzte sich
besonders für seine Wiedereinstellung
ein. Platzer avancierte in der Folge 1954
zum Leiter der wirtschaftspolitischen
Abteilung, war 1958-65 Botschafter in
Washington, von 1967 bis 1970 Generalsekretär
im Ministerium und zum
Abschluss seiner Karriere 1970-74 Botschafter
in London.
Issue
N 388
AKTUELL
INTERIVEW
Ludwig Kleinwächter
(1882-1973)
Kleinwächter (1882-1973) studierte Jus in
Berlin und seiner Geburtsstadt Czernowitz,
wo er 1909 sub auspiciis Imperatoris
promovierte. Ab 1911 im auswärtigen
Dienst Österreich-Ungarns, schloss er 1912
die Konsularakademie in Wien ab. Noch im
selben Jahr wurde er nach New York entsandt,
und war ab 1916 bis zum Kriegseintritt
der USA 1917 in Washington tätig.
Anschließend arbeitete er in der Zentrale in
Wien, unterbrochen durch kürzere Missionen
im Zusammenhang mit den Folgen des
Ersten Weltkriegs und der Auflösung der k.
u. k. Monarchie, wie den Kriegsgefangenen
und Zivilinternierten-Angelegenheiten in
Petersburg und Kiew oder einer Konferenz
der Nachfolgestaaten in Rom 1921.
Mit der Wiederaufnahme diplomatischer
Beziehungen zu den USA wurde Kleinwächter
1922 Leiter des Konsulates in Chicago
und war 1925 bis 1926 der Gesandtschaft
in Washington zugeteilt.
Nach drei Jahren Dienst in Wien
fungierte er 1930 bis 1931 als
Leiter des Generalkonsulats in
Ottawa. 1932 nach Wien einberufen,
arbeitete er fortan im Bundespressedienst,
zu dessen stellvertretendem
Leiter er avancierte.
Wegen dieser Tätigkeit zählte
Kleinwächter zu den ersten nach
dem „Anschluss“ Verhafteten, erschwerend
kam hinzu, dass er nach nationalsozialistischen
Rassengesetzen als „Mischling 1.
Grades“ galt. Er wurde mit dem sogenannten
Prominententransport bereits am 1.
April 1938 in das KZ Dachau deportiert und
im September 1938 nach Buchenwald, von
wo er im Mai 1939 entlassen wurde. Kurz
darauf verhaftete man seine Ehefrau Anna.
Das Ehepaar lebte während der NS-Zeit in
Wien, er arbeitete in der Privatwirtschaft.
Mit 30. April 1945 erfolgte
Kleinwächters Reaktivierung
im österreichischen auswärtigen
Dienst, anfangs als
ständiger Vertreter bei der
Amerikanischen Delegation
der Alliierten Kommission für
Österreich. Somit war er zum
zweiten Mal in seiner Karriere
an der Wiederaufnahme diplomatischer
Beziehungen mit
den USA beteiligt, im Februar 1946 wurde er
Gesandter in Washington und ab Ende 1951
Botschafter. In seine Amtszeit fielen die
gesonderten UNRRA- und Marshall-Plan-
Hilfen für Österreich sowie das erste Fulbright-Abkommen.
Unter seinen Nachfolgern als Botschafter
in Washington war neben Wilfried Platzer
auch Kleinwächters Schwiegersohn Karl
Herbert Schober.
36
hdgö Ausstellung "Befreiung" 1945 – Offenes Ende,
brüchige Zukunft. Eine Intervention.
samkeit zwischen all diesen Menschen ist der
enorme Einschnitt, den der „Anschluss“ und seine
Folgen für sie bedeuteten. Das trifft allerdings nicht
nur auf Diplomaten zu, sondern etwa auch auf eine
Lehrerin oder einen Lokomotivführer.
An Quellen sind an erster Stelle natürlich die
Personalakten zu nennen, die fast vollständig
erhalten sind. Diese wurden teilweise bereits an
das Österreichische Staatsarchiv übergeben, viele
befinden sich aber noch im Archiv des Außenministeriums,
das nicht öffentlich ist, wir können
diesen Bestand aber im Rahmen unseres Projekts
einsehen. Welche weiteren Quellen heranzuziehen
sind, hängt davon ab, wie die jeweiligen Lebenswege
weiter verlaufen sind, etwa Personalakten
aus dem deutschen Außenamt, Entnazifizierungsakten
oder im Falle der NS-Verfolgten die Anträge
an die Opferfürsorge.
Wie viel Widerstand gab es und wie „groß“ waren
die individuellen Handlungsspielräume der Diplomaten
überhaupt?
BS: In den letzten Jahren wurde in der Geschichts
wissenschaft der Begriff des Widerstands oder der
widerständigen Handlung
kontinuierlich erweitert. Als
solches wird heute nicht
nur das „mit der Waffe in der
Hand ein Regime Bekämpfen“
gesehen. Das macht
eine Quantifizierung jedoch
schwieriger, weil einerseits
viele widerständige Handlungen
wohl unentdeckt
geblieben sind, andererseits
nach Ende der NS-Zeit sehr
viele von sich behaupteten,
im Widerstand gewesen
zu sein, was sich oft nicht
überprüfen ließ.
Handlungsspielräume
gibt es immer, konkret
konnten zum Beispiel Diplomaten, die auf
Auslandsposten waren beispielsweise in den
Tagen um den „Anschluss“ wie befohlen die
Aktenbestände ihrer Vertretungsbehörde an die
Diplomaten des Deutschen Reiches übergeben
oder diese verschwinden lassen. Eine andere
Möglichkeit, sogar mit einer gewissen öffentlich
wahrnehmbaren Symbolwirkung, war es, trotz
Anordnung aus Wien die Hakenkreuzfahne nicht
zu hissen. Schließlich möchte ich noch erwähnen,
dass einige österreichische Diplomaten der Einberufung
in das Deutsche Reich nicht Folge geleistet
haben, und somit zu Exilanten wurden, ohne
geflüchtet zu sein.
Wie lange arbeiten Sie schon an diesem Forschungsprojekt
und wie war der Forschungsstand
zu dieser Thematik? Wie wichtig ist es
Ihrer Meinung nach auch für das Außenministerium,
sich seiner Vergangenheit aktiv zu stellen?
Welchen Beitrag leistet dieses Forschungsprojekt
dazu?
BS: Initiiert wurde das Projekt durch David Schriffl
vom Historischen Referat des BMEIA und es wird
auch durch das Außenministerium finanziert.
Nach einigen Vorarbeiten war der offizielle Projektstart
mit Anfang Mai 2023, wir arbeiten also
seit etwas mehr als zwei Jahren daran. Meiner
Meinung nach ist es für alle Bevölkerungsgruppen
enorm wichtig, sich der Vergangenheit zu
stellen. Das trifft freilich nicht nur auf die NS-Zeit
zu. Derzeit wird zum Beispiel in vielen Ländern
– spät genug – mit der Aufarbeitung des Kolonialismus
begonnen, was in Österreich eine geringere
Rolle spielt. Wie Johan Huizinga bemerkte,
ist Geschichte die geistige Form, in der sich eine
Kultur über ihre Vergangenheit Rechenschaft gibt.
Somit dienen Projekte wie unseres der Psychohygiene.
Um noch ein weiteres Zitat zu diesem
Thema anzuführen, diesmal von George Santayana:
„Wer sich seiner Vergangenheit nicht erinnert,
ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“
Foto/s © Fotocredit: Abbie Rowe. White House Photographs. John F. Kennedy Presidential Library and Museum, Boston, hdgö, Stefan Csáky, privat
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AMBASSADORS
INTERVIEW
“The bridges between
Georgia and the EU
should be kept”
Diplomatic SOCIETY met with the new Ambassador of Georgia to Austria and the
International Organizations and the OSCE in Vienna, H.E. Alexander Maisuradze, to
talk about the EU-membership and the importance of NATO and OSCE for Georgia.
38
“Georgia’s European
integration and its
determination to
become an EU member
is as firm as ever.”
As Ambassador of Georgia to Austria, what are
the topics you would like to prioritize during your
term? What connects Austria and Georgia and
where do the countries potentially differ most?
Austria and Georgia are deeply connected. Both
countries offer a breathtaking beauty of landscapes,
love for culture, winemaking, hospitality
and last but not least, the inexhaustible drive to
achieve progress. Serving my country is an honour,
I was very happy to come back to Vienna after a
decade. My passion for the agenda we cover here
comes from my early career days, and Vienna welcomed
me back as if I had never left. Our mission
encompasses three major dimensions—bilateral
relations between Georgia and Austria, cooperation
within the OSCE and the UN, Vienna being the
international hub.
When it comes to the bilateral agenda, it is
worth highlighting that there are solid relations
between Georgia and Austria built upon three decades
long, friendship, shared values and interests.
Expanding political dialogue
and strengthening the economic
ties are among the main
pillars of our cooperation.
Both sides demonstrate the
willingness to continue the
dialogue as an indispensable
tool for regular exchange. Most
recently, the Minister of Foreign
Affairs of Georgia, Maka
Botchorishvili visited Vienna
and held a comprehensive and
fruitful meeting with her Austrian
counterpart, Federal Minister Beate Meinl-Reisinger.
This visit was another highlight in terms of
new opportunities for our relations.
Renowned Austrian companies successfully
operating in Georgia benefit from the attractiveness
of the country as a business location and at
the same time make a valuable contribution to the
Georgian economy. Georgia is particularly grateful
for the Austrian (ADA, Austrian Development
Agency) contribution to Georgia’s sustainable
tourism, organic agriculture, and capacity building.
In these times of geopolitical instability and
uncertainty, OSCE plays an important role in
finding solutions to existing challenges. With its
cross-dimensional approach to security, the OSCE
is a significant pillar of the European Security
Architecture. OSCE also has a vital role in facilitating
the peaceful resolution of conflicts, particularly
in its capacity as a co-chair of the Geneva
International Discussions. We attach great importance
to using all relevant platforms and keeping
the issue of Georgia’s occupied territories prominently
on the OSCE’s agenda.
Georgia adheres to the OSCE guidelines when
it comes to democratic consolidation and development,
promoting rule of law and human rights.
High-level diplomatic exchanges play a crucial role
in further deepening cooperation with the OSCE
and its institutions.
Georgia regularly contributes to the UN agenda
at the UN Office in Vienna, particularly when it
comes to the 2030 Agenda for Sustainable Development
and the SDGs, international security,
crime prevention, conflict prevention, fight against
corruption etc. To further support and facilitate
the IAEA’s core functions and activities, Georgia
for the very first time was elected to the Board
of Governors for the term 2024-2026. Georgia
will continue to be a strong supporter of nuclear
safety, security and safeguards, in a proper balance
with the Technical Cooperation Programme
for peaceful uses.
Between 2015 and 2020, you have been Ambassador
and Head of Mission of Georgia to NATO. What
are the key priorities of the Georgian government
in its relationship with NATO?
The Euro-Atlantic integration remains the top
priority of Georgia’s foreign policy, strongly supported
by the population and enshrined in Article
78 of our Constitution. Over the years, Georgia
immensely contributed to the Euro-Atlantic security,
including the highest per-capita contribution
to the ISAF operation. Besides, Georgia has been
spending around 2% of its GDP on defence for
longer than some NATO member states.
Over the years, when I had the honour to lead
the Georgian Mission to NATO, we enhanced both
political dialogue and practical cooperation with
NATO. We established a Defence Institution Building
School and a Joint Training and Evaluation
Centre (JTEC), the latter having immensely helped
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
formation, science, education and social
affairs. So far, Georgia has implemented up
to 55% of the AA and 65 % of DCFTA commitments
and remains committed to implement
90% of the AA/DCFTA by 2028.
When it comes to the current state of
play in our relations, we firmly believe that
there is no alternative to dialogue, and the
bridges between Georgia and the EU should
be kept.
We share a common goal of ensuring
stability and prosperity in Europe. While
20% of its territories are occupied by Russia,
Georgia continues contributing to
this shared goal by promoting peace and
development in a strategically important
Black Sea region. Located on the crossroads
of strategic routes, Georgia is a
bridge and a logistic hub, offering Europe
multiple opportunities for trade and transportation.
We welcome the recent joint
communication of the European Commission
and EU’s High Representative on the
strategic approach towards the Black Sea
region and are ready to play a key role in its
implementation.
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig
H.E. Alexander Maisuradze
build Georgia’s security and defence capabilities
and strengthen its resilience. In addition, we
have had a number of high-level events, including
meetings and engagement with NATO over the
years. As a result, both NATO visibility and practical
engagement have increased, bringing Georgia
closer to NATO standards and membership.
Georgia’s accession talks with the EU are currently
paused—do you think that there is potential
for a resumption of the talks in the future?
The EU integration, just like NATO integration,
remains a key foreign policy goal and is enshrined
in the Constitution of Georgia—Article 78.
For the past ten years, the EU and Georgia have
built a strong partnership with major milestones.
The EU’s decision to grant Georgia a candidate
status was a response to our strong commitment
and reforms. Georgia’s European integration and
its determination to become an EU member is as
firm as ever. The AA/DCFTA remains an important
blueprint to guide us on a complex reform path and
prepare the country in practical terms for successful
and swift accession to the EU. We have reached
a significant progress in different sectors to further
advance the political association and economic
integration. Georgia carried out essential reforms
in areas of economic policy, taxation, digital trans
Can you tell us a bit about investment
opportunities in your country and about its
diverse economic landscape?
Georgia is a regional leader in terms of
economic stability and investment attractiveness.
With its strategic location, linking
Europe with Asia, the country offers a
business-friendly environment along with
tariff-free access to major markets.
We largely invest in multiple infrastructure
projects, contributing to connectivity and economic
growth. Anaklia Deep Sea Port project will
become a gateway for Central Asia and Caucasus
in the world.
Georgia also plays a key role in ensuring energy
security. The Black Sea Submarine Cable will connect
South Caucasus directly to Europe. Speaking
about connectivity, on October 22-23, 2025, Georgia
will host the 5 th Tbilisi Silk Road Forum “Invest
in Connectivity-Grow in Stability”, a high-level
event with over 2,000 delegates from more than
60 countries. In the era of geopolitical shifts and
transitions, this Forum becomes vital for cooperation
on regional and global connectivity.
Besides, we have free trade agreements that
significantly increase Georgia’s attractiveness as
an investment destination. Appealing investment
opportunities are offered in energy, manufacturing,
agriculture, hospitality, real estate, logistics
and other areas. The reforms helped establish
a liberal and secure business environment, as
proved by reputable international stake-holders
like Fitch, Moody’s Investors Service, Standard
and Poor’s, Index of Economic Freedom 2025 of
Heritage Foundation, OECD SME Policy Index etc.
Moreover, tourism is among the most thriving
sectors with huge potential for further growth.
39
Issue
N 388
AMBASSADORS
INTERVIEW
“Türkiye’s foreign policy is a bridge
between tradition and the future”
Diplomatic SOCIETY Magazine sat down with the Ambassador of Türkiye to
Austria, H.E. Gürsel Dönmez, and spoke about his long-lasting connection with
Austria, Türkiye’s role as mediator and its relation with the EU.
40
“Making the global
system fairer and more
inclusive is one of the
priorities of Turkish
Foreign Policy.”
You have long-lasting connections to Austria—can
you tell us a bit about them? How do they help you
in your job as Ambassador of Türkiye to Austria?
That is correct. Although I have spent most of
my life in Türkiye, Vienna is the single city where
I stayed the longest. I lived 22 years here. I came
to this beautiful city back in 1987 to study. I had
finished my undergraduate studies in Political
Science at the University of Ankara and I wanted
to follow-up with a Master’s degree in Vienna. I
completed my graduate studies at the Vienna Economic
University in 1992. Later, in 1999, I obtained
a doctoral degree. Then I started working as an
instructor and lecturer in different education
institutions in Vienna. At the same time, I engaged
myself in civil society organizations of the Turkish
community in Austria. By that time, I had become
an “Austro Turk” myself! Finally, in 2009, I followed
the call to return back to Ankara to work in public
service. There, the Turkish communities in Europe
remained one of my primary areas of interest.
So, as you mentioned, I have long-lasting and
strong connections to Austria—to the Turkish
community in Austria in specific
and the Austrian society
in general as well as to
Austrian private and state
institutions. During my presence,
I witnessed important
landmarks of Austrian history
such as the fall of the
Iron Curtain and the Austrian
accession to the EU.
I felt personally how these
developments had tremendous
effects on Austria in
the 1990s and 2000s. I observed at first-hand how
the Turkish community in Austria became an integral
part of the Austrian society, how its members
contribute to the welfare and richness of Austria
and how the second and third generations of Austro
Turks became to identify themselves with both
countries simultaneously.
These are all experiences that help me in my
current endeavor to strengthen the Turkish-Austrian
friendship.
The relations between Austria and Türkiye have
been rocky at times—how would you like to
strengthen these connections and what are the
most pressing issues?
Turkish-Austrian relations date back centuries. We
had times of war and times of peace and cooperation.
During the First World War, the Ottoman
Empire and the Austrian-Hungarian Empire were
Allies. In 1924, our newly established Republics
signed a Treaty of Friendship. In 1964, our countries
concluded the Labor Force Agreement which paved
the way for the migration of Turkish workforce to
Austria. This Treaty thus laid the ground for the
presence of the Turkish community in this country.
On the other hand, it is true that in the recent
decade or two, there were instances where the two
countries had diverging positions on some issues—
mostly in connection with Türkiye’s EU-membership
process. However, despite rough waters, we
navigated successfully. Dialogue always persisted.
In the recent years we have seen a real rapprochement
between our both countries. Our leaders and
ministers are in regular contact. Trade relationships
are strong. The Austro Turks are an important
bridge. Hundreds of thousands of Austrians
visit Türkiye every year. We have so many common
interests and cooperation opportunities. Not least
the current regional and global reality necessitates
that we work closely together in all fields.
Türkiye’s EU accession process is on ice, what is
your personal outlook for EU-Türkiye relations?
Is it still a priority for your country to become
a part of the EU?
I wouldn’t say that Türkiye’s accession process is
on ice. I would say its deadlocked. It is deadlocked
due to the political blockages of some member
states and the Cyprus issue.
Once political considerations take the stage,
there is bound to be hurdles in the process. Türkiye
has been a candidate country for the EU
membership since 1999. Until today, in Türkiye’s
EU accession negotiations, 16 chapters are opened
whereas one chapter is temporarily closed. This is
not a result of Türkiye’s inability to meet EU criteria.
As I said, its a political blockage.
Membership to the EU is still a strategic priority
for Türkiye, however, it must be understood that
the membership process has always been a tool
to bring Türkiye in line with EU standards. It has
always been a catalyst for the reform process in
the country. On the other hand, as a candidate
country for more than 25 years, whatever the Government
is striving to achieve, it is doing for the
good of the people and we have come a long way,
with or without a membership perspective.
Nowadays Türkiye’s relations with the EU is a
two way process, as much as Türkiye once needed
the EU, the EU now needs Türkiye, especially at
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
AMBASSADORS
INTERVIEW
H.E. Gürsel Dönmez
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig
the current conjuncture we are going through. We
have been witnessing the erosion of multilateralism
and universal values.
In this backdrop, Türkiye is implementing a foreign
policy not only in the interest of Türkiye and
its citizens, but also to create conditions for sustainable
peace for our neighbourhood and beyond.
It is well-known that Türkiye has a leading role
in conflict prevention, peaceful resolution of
conflicts and mediation. Making the global system
fairer and more inclusive is one of the priorities
of Turkish Foreign Policy. Türkiye is a regional
power with considerable political clout in the
international community. That’s why I can fairly
say that as much as Türkiye needs to be a part of
the European states system, Europe needs Türkiye
as well.
Returning to Türkiye’s Foreign Policy—can you
tell us a bit about its main objectives? Which role
does mediation, as you have mentioned before,
play in this framework?
Türkiye’s foreign policy aims to be “strong on the
ground and at the table” by means of implementing
an insightful and agile diplomacy.
Deriving strength from several factors including
its central geographical location, rich historical
experience, robust institutions, strong human
resources, and dynamic economy, Türkiye benefits
from its deep-rooted tradition of diplomacy. Türkiye’s
foreign policy is a bridge between the tradition
and the future.
Our foreign policy aims to protect Türkiye’s
interests in a volatile regional and global environment,
while also shaping conditions for sustainable
peace and security.
It is guided by our enduring objective to achieve
“Peace at Home, Peace in the World” as set out
by the founder of our Republic Mustafa Kemal
Atatürk, and by our President’s vision of the “Century
of Türkiye”.
Türkiye has the 3 rd largest diplomatic network
globally with 262 missions. It uses several complementary
political, economic, humanitarian, and
cultural tools and conducts a diplomacy that thinks
globally but acts locally in every corner of the world.
Talking of Turkish Foreign Policy, I need to mention
the Antalya Diplomacy Forum, which has
become an innovative platform to exchange views
on global and regional issues and provide solutions
to key foreign policy issues.
Türkiye is geographically located in a region
characterised by active and frozen conflicts as
well as potential international disputes. In this
vein, it plays a pioneering role globally in raising
awareness and building capacity for mediation.
Just to name a few of our mediation efforts
so far, we supported the peace process in the
South Philippines; we assisted discussions
between Somali and Somaliland; we engaged in
trust-building efforts between Sudan and South
Sudan through joint economic projects; we
established trilateral consultation mechanisms
between Bosnia and Herzegovina-Croatia-Türkiye
and Bosnia and Herzegovina-Serbia-Türkiye; and
most recently we have been playing an important
role in supporting dialogue between Ukraine
and the Russian Federation. The first and second
rounds of the Türkiye-Russian Federation-Ukraine
Trilateral Meetings took place on 16 May and 2
June respectively, in Istanbul.
An important lesson that Türkiye has learned
from these efforts is that every conflict has its
own dynamics and unique circumstances. Therefore,
mediation efforts must adopt a tailored
approach to the specific needs of each situation,
avoiding a “one-size-fits-all” strategy. However,
successful mediation requires the explicit consent
of all parties, a thorough understanding of the
conflict’s dynamics, inclusivity and impartiality
throughout the process, and a long-term commitment
to achieving a lasting solution.
41
Issue
N 388
CAR SPECIAL
AUDI
A New Benchmark
in Electric Mobility
42
On a brisk spring morning, H.E. Zenon Henryk Kosiniak-Kamysz, the Polish
Ambassador, took part in an exclusive test drive of the Audi Q6 e-tron in front
of the Polish Embassy. The event highlighted not only the vehicle’s cutting-edge
technology and performance but also its ability to cater to Kosiniak-Kamysz’s
dual role as a diplomat and an avid bird photographer.
K
osiniak-Kamysz, whose photography
often requires travel to remote
locations, emphasized how the Audi
Q6 e-tron, Audi’s first vehicle based on
the Premium Platform Electric (PPE),
fits perfectly into both his professional
responsibilities and personal passion
for nature photography. “When you
drive to the middle of nowhere to
catch the perfect shot of a rare bird,
you need a car that’s as adaptable and
reliable as you are. The Q6 e-tron offers
that and more,” said Kosiniak-Kamysz
as he prepared to take the electric SUV
for a spin.
The Audi Q6 e-tron is a fully electric
SUV that sets a new standard in
Audi’s move toward sustainable and
high-performance electric vehicles.
Built on the Premium Platform Electric
(PPE), this model combines impressive
driving performance with class-leading
efficiency and range. With a total
length of 4,771 millimeters, a width
of 1,965 millimeters, and a height of
1,648 millimeters, the Q6 e-tron offers
a spacious and comfortable interior,
perfectly balancing sleek design with
practicality.
Kosiniak-Kamysz, who spends much
of his time traveling between meetings,
found the Audi Q6 e-tron’s interior particularly
accommodating. “As a diplomat,
I value comfort during long drives,
but as a photographer, I need space for
my gear,” he said, noting the 2,899 mm
wheelbase which ensures ample legroom
for passengers, especially in the
rear seats. “The Q6 e-tron offers space,
comfort, and flexibility that few other
vehicles in this category can match.”
Key Features and
Technical Details
1. PERFORMANCE AND POWER
The Audi Q6 e-tron comes with a
range of powerful electric motors.
The Q6 e-tron quattro variant features
two motors for all-wheel drive,
generating substantial torque for
impressive acceleration. With a 100
kWh lithium-ion battery, the Q6 e-tron
can achieve a range of up to 625 kilometers,
depending on the variant and
driving conditions. This is an excellent
feature for Kosiniak-Kamysz, who often
travels long distances for both official
duties and personal photography
excursions.
“I was really impressed by the
acceleration and the smoothness of
the drive,” Kosiniak-Kamysz remarked.
“Whether I’m driving in the city or
on long trips to remote locations,
the power of this electric SUV is just
incredible.”
The modern interior of Audi Q6 e-tron
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobashnig
Zenon Kosiniak-Kamysz with
Georg Endl
2. CHARGING AND
EFFICIENCY
One of the standout features
of the Audi Q6 e-tron is its
800-volt charging architecture,
which allows for
ultra-fast charging times. The
car can recharge up to 255
kilometers in just 10 minutes
using a high-performance
charger (HPC). Even more
impressive, it can charge
from 10% to 80% in just 21 minutes.
“The charging speed is something
that really stands out to me,” said
Kosiniak-Kamysz. “As a photographer, I
often find myself on the road for hours
at a time. Having a car that charges
quickly means I can stay on the move
without unnecessary stops.”
“As a diplomat, I value
comfort during long
drives, but as a photographer,
I need space
for my gear.”
3. INTERIOR DESIGN AND SPACE
Inside, the Audi Q6 e-tron showcases
a new design philosophy that
emphasizes both luxury and usability.
The cabin is high-tech, with a dual
touchscreen MMI system that controls
everything from navigation to climate
control, all housed within a clean,
modern layout. The spacious interior
can comfortably accommodate five
passengers, with plenty of room for
luggage or, in Kosiniak-Kamysz’s case,
camera equipment.
“The interior of the Q6 e-tron is
everything you’d expect from an Audi—
sleek, modern, and practical,” Kosiniak-Kamysz
commented as he settled
into the comfortable driver’s seat.
“There’s plenty of room for my camera
gear and everything I need for a day
of shooting.”
4. DRIVING DYNAMICS AND
SUSPENSION
The Audi Q6 e-tron also features an
adaptive suspension system, available
as an option, which makes it suitable
for both city driving and the more
challenging roads often required for
Kosiniak-Kamysz’s photography trips.
The electronically controlled air suspension
offers a smooth ride, even
when tackling uneven terrain, a feature
Kosiniak-Kamysz found indispensable
for his birding adventures.
“The ride quality is outstanding,
even on uneven or gravel roads. For
someone like me who needs to go off
the beaten path, the adaptive suspension
makes all the difference,” he said,
appreciating the car’s stability.
5. SAFETY AND DRIVER ASSIS-
TANCE SYSTEMS
The Audi Q6 e-tron is equipped with
the latest driver-assistance technologies,
including adaptive cruise control,
lane-keeping assist, traffic sign recognition,
and automatic emergency
braking. These features provide added
security and convenience, especially
on long trips or when navigating unfamiliar
roads during Kosiniak-Kamysz’s
photographic outings.
“The technology in this car is both
intuitive and incredibly useful,” Kosiniak-Kamysz
noted. “It gives me peace
of mind when I’m driving through unfamiliar
or rural areas, especially when
I’m focusing on spotting wildlife.”
A Perfect Fit for Professional
and Personal Life
For Zenon Henryk Kosiniak-
Kamysz, the Audi Q6 e-tron is the ideal
vehicle to balance his busy career
with his passion for bird photography.
Whether it’s driving to a diplomatic
meeting or heading into the Austrian
Alps for a photography session, the
Q6 e-tron provides the performance,
comfort, and technology needed for
both scenarios.
“This car is a true all-rounder,”
Kosiniak-Kamysz said. “It combines
the luxury and performance I need for
my work with the practical features
required for my personal interests. The
Q6 e-tron is not only a fantastic car for
everyday use—it’s also perfect for the
more adventurous side of my life.”
Conclusion
Zenon Henryk Kosiniak-Kamysz’s test
drive of the Audi Q6 e-tron showcased
not just the vehicle’s advanced
electric capabilities, but also its
perfect fit for a life that blends
diplomacy and adventure. With its
powerful electric motors, impressive
range, fast charging capabilities, and
spacious interior, the Q6 e-tron offers
everything Kosiniak-Kamysz needs for
both work and play.
The Audi Q6 e-tron is the ultimate
example of Audi’s commitment to
innovation, luxury, and sustainability.
For Kosiniak-Kamysz, it’s a car
that provides not only cutting-edge
technology but also the versatility
and comfort that make his daily life
easier—whether he’s heading to a
diplomatic event or searching for the
perfect bird photograph. With the Q6
e-tron, Audi has once again delivered
a vehicle that embodies advantage
through technology, taking electric
mobility to new heights.
Contact
Georg Endl, M.A. M.B.A.
Brand Manager Audi & Diplomatic Sales
Porsche Inter Auto GmbH & Co KG
Verbund Porsche Wien
Hirschstettner Straße 38
1220 Vienna
T: +43 505 91116 240
E: georg.endl@porsche.co.at
porschewien.at
AMBASSADORS
AUDI TEST DRIVE
43
Issue
N 388
Malay
Land der Kontraste
44
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
FOKUS
MALAYSIA
sia
In
Malaysia stehen sich lebendige Städte
und idyllische Natur gegenüber. Als
Schmelztiegel unterschiedlichster Kulturen
ist es ein Ort voller spannender Facetten,
der keine Reisewünsche offen lässt.
45
Issue
N 388
FOKUS MALAYSIA
LÄNDERPORTRÄT
46
Geschichte
In den Niah-Höhlen auf der Insel Borneo,
die seit 2024 zum UNESCO Weltkulturerbe
zählen, lebten schon vor
rund 40.000 Jahren Menschen. Schon
früh diente die Halbinsel Malaysia als
Tor nach Südostasien bzw. in den pazifischen
Raum, indische Händler kamen
in die Region und verbreiteten Schrift
und Religionen wie den Buddhismus.
Die Geschichte des Staates Malaysia
geht schließlich auf das Jahr 1401
zurück, in dem das erste malaiische
Königreich von Malakka entstand. Als
wichtige strategische Schnittstelle
erlangte es schnell große Bedeutung
und wurde zu einem wichtigen Handelszentrum,
insbesondere in Südostasien.
Ab dem 14./15. Jahrhundert
brachten Händler den Islam auf die
malaiische Halbinsel, Buddhismus und
Hinduismus wurden weitestgehend
zurückgedrängt.
1511 eroberten die Portugiesen
Malakka, 1641
die Niederländer.
1786 erwarben
schließlich die
Briten die Insel
Penang und vertrieben
einige
Jahre später die
Niederländer.
Malaysia wurde
zunächst eine
britische Kolonie,
1867 als Teil der
„Straits Settlements“
(Penang, Singapur und
Malakka) britische Kronkolonie. In
den 1920er und 1930er Jahren organisierte
sich vermehrt Widerstand gegen
die Kolonialisierung in der Bevölkerung,
zum Beispiel in Form der Vereinigung
Kesatuan Melayu Muda (KMM), der ersten
politischen Partei Malaysias. Zwischen
1941 und 1945 besetzten japanische
Truppen Malaysia. Mit dem Ende
des 2. Weltkrieges wurde die britische
Kolonialherrschaft wiederhergestellt.
Dagegen organisierte sich jedoch ab
1946 abermals Widerstand.
1957 erlangte Malaysia schließlich
die Unabhängigkeit von den
Briten, war aber noch Teil des Commonwealth.
Die Föderation Malaysia,
bestehend aus Malaya, Singapur
(bis 1965), Sarawak und Nordborneo,
wurde schließlich 1963 gegründet.
Malaysia ist seither eine parlamentarische
Wahlmonarchie – in den verschiedenen
Regionen des Staates
herrschen Sultane, die alle fünf Jahre
einen König aus ihren Reihen wählen.
2024 wurde Sultan Ibrahim Iskandar
als nun 17. Monarch des Landes
inthronisiert.
Sehenswürdigkeiten
Malaysia kann man getrost als Land
voller Kontraste bezeichnen. Zum
einen besticht es durch atemberaubende
Natur mit tropischen Regenwäldern
und traumhaften Inseln, zum
anderen wartet es mit lebendigen
Großstädten auf. In der Hauptstadt
Kuala Lumpur dominieren die Petronas
Zwillingstürme die moderne
Skyline der Stadt, an deren Fuße sich
eine große Mall mit internationalen
Märkten und Geschäften befindet. Im
Szeneviertel Bukit Bintang reihen sich
Bars und Clubs aneinander, zudem lädt
eines der größten Einkaufszentren der
Welt – das Kaufhaus Berjaya Times
Square – zu ausgiebigen Shoppingtouren
ein. Vom 1995 eröffneten
Fernsehturm hat man eine
spektakuläre Aussicht
über die Stadt, am
Merdeka Square
wandert man
auf historischen
Spuren: dort
wurde 1957
erstmals die
Flagge Malaysias
gehisst,
besonders beeindruckt
dort auch
das Sultan Abdul
Gebäude, heute Sitz des
obersten Gerichtshofes.
Im KLCC Park kann man sich
wunderbar vom Sightseeing erholen –
mit Blick auf die Petronas Türme. Wer
genug vom geschäftigen Treiben der
Stadt hat, kann die nur etwa 15 Kilometer
von Kuala Lumpur entfernten
berühmten Batu Caves erkunden,
die mit Kalksteinformationen und
kunstvollen hinduistischen Tempeln
beeindrucken. An der malaysischen
Nordostküste erwarten BesucherInnen
einige der schönsten Tauch- und
Schnorchelplätze mit glasklarem
Wasser und bunten Korallenriffen.
Mystisch geht es in den nebligen
Gebirgsketten der Cameron Highlands
zu, wo sattgrüne Teeplantagen auf
dichte tropische Wälder treffen. Auf
der ganz im Norden gelegenen Insel
Langkawi empfiehlt es sich, durch
den Mangrovenwald zu wandern oder
an den zahlreichen Stränden zu entspannen
– in jedem Fall sehenswert
ist die Hängebrücke auf dem Mount
Mat Cincang, die auf 687 Metern über
dem Meeresspiegel eine großartige
Aussicht bietet. Im Westen überzeugt
die Insel Penang als Schmelztiegel der
Kulturen – hier leben Malaien, Chinesen
und Inder, deren Traditionen und
Lebensweisen sich in verschiedensten
Facetten der Insel bemerkbar und entdeckbar
machen. Im malaysischen Teil
von Borneo, der drittgrößten Insel der
Welt, kann man im Mulu Nationalpark
riesige Höhlen entdecken, im Bako
Nationalpark Nasenaffen beobachten
oder die Kultur der Iban in traditionellen
Langhäusern erkunden.
Kulinarik
In der malaysischen Küche vereinen sich
chinesische, indische und europäische
Einflüsse. Als Nationalgericht gilt Nasi
Lemak, das aus Kokosmilch, Reis, Sambal
(scharfe Soße), Erdnüssen, Ei und
Gurken besteht und gerne mit Rendang
(Fleisch, in Kokosmilch und Gewürzen
gekocht), serviert wird. Für Char Kway
Teow werden Reisnudeln in einer heißen
Pfanne mit Garnelen, Ei, Sojasprossen
und Sojasoße gebraten. Im ganzen Land
etwas unterschiedlich wird die würzige
und cremige Nudelsuppe Laksa zubereitet.
Ein weiterer Klassiker ist Mee
Goreng aus gebratenen Reisnudeln,
Gemüse, Fleisch oder Meeresfrüchten,
für das allseits beliebte Nasi Goreng
wird oft gebratener Reis mit Gemüse,
Ei und Huhn gemischt. Der indische
Einfluss manifestiert sich zum Beispiel
in Roti Canai – einem frittierten Fladenbrot,
welches in der Regel mit Curry
oder Dhal serviert wird.
In Kuala Lumpur sollte man unbedingt
abends die pulsierende Gastroszene
erkunden – dafür eignet sich vor
allem die Jalan Alor Straße, auf der ab
17 Uhr Stände aufgestellt werden, die
danach eine wahrhafte Parade an kulinarischen
Genüssen bereithalten. Bei
den Einheimischen besonders beliebt
sind lol-lok, Fleisch- oder Gemüsespieße,
die mit verschiedenen Dips
angeboten werden.
Für süße Gaumen eignen sich Cendol,
ein erfrischendes Dessert aus grünem
Reismehlgelee, Kokosnussmilch
und Palmsirup, Kuih Lapis, ein gedämpfter,
mehrschichtiger Kuchen, Putu Mayang
aus weichen Reismehlnudeln mit
süßem Palmzucker oder Ais Kacang,
ein gehobelter Eisgenuss, der bunt
belegt eine spannende Mischung aus
Texturen und Aromen ergibt. Nationalgetränk
ist Teh Tarik – „gezogener Tee“,
der mit süßer Kondensmilch vermischt
und zwischen zwei Tassen hin und her
gegossen wird, bis er schaumig ist.
Foto/s © pexels, unsplash, Foreign Ministry of Malaysia
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Steckbrief
LÄNDERNAME
Malaysia
Nasi Biryani ist ein südostasiatischindisches
Gericht aus Reis und Fleisch
HAUPTSTADT
Kuala Lumpur
FLÄCHE
330.803 km²
EINWOHNER
ca. 35,13 Millionen
AMTSSPRACHE
Bahasa Malaysia (Malaiisch)
WÄHRUNG
Ringgit
NATIONALFEIERTAG
31. August
Das Sultan Abdul Samad Building zählt zu den
schönsten Gebäuden in Kuala Lumpur
STAATSOBERHAUPT
Seine Majestät Sultan
Ibrahim Iskandar
Die Cameron Highlands beeindrucken mit natürlicher
Schönheit und üppigem Grün
47
oben Auf einem der zahlreichen
Märkte Malaysias
links Die Murugan-Statue
am Eingang der Batu Caves
misst beeindruckende
42,7 Meter
links Die Batu Caves sind etwa
400 Millionen Jahre alt
unten Die malerische Insel Pulau Redang
unten Der Kek-Lok-Tempel
ist eine chinesisch-buddhistische
Kultstätte auf der
Insel Penang
Issue
N 388
INTERVIEW
FOCUS MALAYSIA
Inclusivity and
Sustainability
Diplomatic SOCIETY met with H.E. Ikram Bin Mohd Ibrahim to talk about the
Malaysia-Austria relations and the ASEAN chairmanship.
For around four years now you are representing
Malaysia as Ambassador to Austria—what were
the highlights and biggest achievements for you?
The Malaysia-Austria ties have been further
strengthened during my tenure (September
2021–July 2025), especially in conjunction with
the 60 th anniversary of our diplomatic relations in
2022. In terms of visits, four
Ministers, namely Home
Affairs, Science, Technology
and Innovation, Law and
Institutional Reform, and
Housing and Local Government
as well as our Deputy
Foreign Minister—came to
Vienna, while the Bilateral
48
Consultations mechanism,
established in 2023, had its
inaugural meeting in Putrajaya
in May 2024. Economic
H.E. Ikram Bin Mohd Ibrahim received Tanja
ties improved substantially,
Tauchhammer at the residence
where total trade with Austria
for the 2021-2024 period stood at €3.5 billion and
the Austrian investments in Malaysia amounted
to €3 billion.
As Permanent Representative to the International
Organisations, I have had the privilege of
serving as Governor in the IAEA BoG (2021/22),
Chair of the ASEAN Vienna Committee (January-June
2022), Chair of the Group of Asia and the
Pacific States (May-November 2023) as well as
Vice President of the 20 th Session of the UNIDO
General Conference (2023/25), 12 th Session of the
IACA Assembly of Parties (AoP) (2023/24) and 68 th
Regular Session of the IAEA General Conference
(2024/25).
As ASEAN Chair for 2025—how does Malaysia
plan to drive it forward and to address the challenges
it is facing?
Our Chairmanship’s
theme, “Inclusivity and
“Transnational threats
continue to demand
coordinated responses.
Bridging the economic
and development gaps
remain urgent.”
Sustainability”, reflects
the aspiration for a truly
shared progress, ensuring
that no one is left behind
and underscoring ASEAN’s
commitment to further
strengthening regional
peace, stability and prosperity
within an inclusive,
sustainable and future-oriented framework;
and anchored on three overarching priorities—
Strengthening ASEAN Centrality and Unity, Driving
Inclusive and Sustainable Development, and
Embedding Inclusivity and Sustainability across
the ASEAN Pillars. The ASEAN Community Vision
2045, adopted during the 46 th Summit in Kuala
Lumpur on 26 May 2025, sets the strategic direction,
including through the ASEAN Digital Economy
Framework and ASEAN Sustainable Investment
Guidelines.
ASEAN faces a complex set of challenges. Geopolitically,
the South China Sea uncertainties and
the situation in Myanmar affect regional unity
and progress. Transnational threats continue to
demand coordinated responses. Bridging the economic
and development gaps remain urgent. The
global geo-economic circumstances have added
to existing pressures. We seek to address these
challenges by enhancing cooperation, promoting
a rules-based regional order and championing
inclusive multilateralism through presenting a
united, constructive regional front.
In April and after 12 years, Chinese President Xi
visited Malaysia—how important are your country’s
relations with China, which other countries
are Malaysia’s key partners, and where do Austria
and the EU rank?
In 1974, Malaysia became the first ASEAN Member
State to establish diplomatic relations with China,
a historic move and precedent-setting for other
Southeast Asian nations. Today, our five-decade
ties encompass extensive cooperation. China
has been Malaysia’s largest trading partner for
16 consecutive years and one of the largest foreign
investors. Capacity-building cooperation
has grown rapidly. President Xi’s visit has further
strengthened these ties, evidently through 31 MoU
on economic, scientific and
technological, and infrastructure
cooperation—reaffirming
both countries’ commitment
to building a prosperous
community.
Malaysia’s long-standing
relations and comprehensive
partnership with the EU and
its Member States are indispensable.
Malaysia remains
a key EU strategic economic
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
FOCUS MALAYSIA
INTERVIEW
H.E. Ikram Bin Mohd Ibrahim
image/s Diplomatic SOCIETY/Pboaschnig
partner in SEA, with the bloc ranking as our fourth
largest trading partner (€46.4 billion or 7.6% of
our total trade) while Malaysia was the EU’s third
largest trading partner within ASEAN. In 2023, the
stock of EU FDI in Malaysia was €31.9 billion (second
largest foreign investor) and the stock of our
investment in the EU was €15.4 billion. In capitalizing
on untapped potential, the Malaysia-EU FTA
negotiations (launched in 2010 but paused in 2012)
have resumed in June 2025. The EU supports
Malaysia and the ASEAN Member States through
cooperation in various areas. The ASEAN-EU relations
are robust, with the EU being our Dialogue
Partner since 1977, third largest trading partner
and foreign investor, and provider of substantial
foreign direct assistance.
Malaysia-Austria ties have a long history even
prior to our independence, with earlier links
established in the 19 th century, and they have
grown steadily. Over the past decade (2015-2024),
economic ties have expanded significantly, with
a total trade amounted to €6.4 billion, while the
total investment by more than 50 Austrian companies
in Malaysia was approximately €7 billion.
Your country practices a unique rotational form of
monarchy. How does it work?
The Constitutional Monarchy system, established
upon the then-Federation of Malaya’s independence
on 31 August 1957, prescribes a unique elective
monarchy arrangement. The nine hereditary
Malay Rulers elect the Yang di-Pertuan Agong
(King) from among themselves, rotating the federal
throne every five years premised on the power-sharing
principle among the royal families—
thus, integrating traditional monarchy within a
modern parliamentary democracy. The Malays Rulers
may also dismiss an incumbent monarch. The
monarch’s role is largely ceremonial and symbolic,
with most executive powers vested in the elected
Government. However, the Yang di-Pertuan Agong
retained discretionary powers, such as appointing
the PM and withholding Parliamentary dissolution,
and serves as the Supreme Commander of the
Armed Forces. The system’s advantages include
preserving national unity, ensuring political stability,
exercising discretionary checks and balances,
and preserving Islam and the culture and cultural
practices of its people. For almost seven decades
and with seventeen Yang di-Pertuan Agong
to-date, this unique system is a successful blend
of tradition and modern governance, helping to
maintain a balanced and inclusive political structure
while respecting its rich cultural heritage. The
incumbent Yang di-Pertuan Agong XVII is H.M. Sultan
Ibrahim from the State of Johor.
Last but not least, as the Malaysian tourism
industry is growing, can you give us your personal
recommendations for a trip to your country?
Malaysia has stunning natural beauty, rich cultural
heritage and vibrant cities. Planning a trip,
especially in 2026, is a fantastic idea in conjunction
with the “Visit Malaysia 2026” campaign that
highlights our unique blend of cultures, landscapes
and experiences, and a family-friendly and
eco-conscious travel destination. In terms of the
best time to visit, Malaysia’s diverse geography
means that weather patterns vary by region—the
west coast of Peninsular Malaysia (including Kuala
Lumpur, Langkawi and Penang) is best visited
between March and October, while the ideal window
for the east coast is March to September, and
April to October for northern Borneo (Sabah and
Sarawak). Start your journey in vibrant Kuala Lumpur,
where skyscrapers coexist with cultural heritage.
Head to Langkawi, a tropical island paradise;
Penang, our cultural and culinary capital; Cameron
Highlands, a serene hill station; and Melaka, a historical
gem. In Sabah and Sarawak, nature and
adventure take centre stage—climb Mount Kinabalu,
dive into the Sipadan coral reefs, observe
orangutans up close at Sepilok, and trek through
untouched rainforests in Danum and Bako.
49
Issue
N 388
FOKUS
MALAYSIA
„Inklusiv und nachhaltig“:
Malaysia’s ASEAN Vorsitz
50
Im Jahr des 10. Geburtstages der formellen Gründung der ASEAN Gemeinschaft
hat Malaysia den rotierenden Vorsitz der regionalen Organisation inne. Mit dem
übergeordneten Motto „Inclusivity and Sustainability“ will der Inselstaat „gemeinsamen
Fortschritt“ in der Region forcieren. VON SARAH HEFTBERGER
D
er malaysische Premierminister
Anwar Ibrahim legte beim ASEAN-
Gipfel im Oktober 2024 in Vientiane
in Laos – das im Vorjahr den Vorsitz
innehatte – die Prioritäten der ASEAN-
Chairmanship seines Landes genauer
dar: Ausbau der Handels- und Investitionsbeziehungen,
die Förderung
der digitalen Transformation in
der Region, die Stärkung der
wirtschaftlichen Grundlagen
der Mitgliedsstaaten sowie
die Restrukturierung und
Neuausrichtung der Volkswirtschaften
und die gleichzeitige
Nutzung der Stärken
eben dieser. Mit Maßnahmen
in diesen Bereichen sollen –
dem Motto folgend – Inklusivität und
Nachhaltigkeit in allen Mitgliedsstaaten
gefördert werden.
ASEAN & die EU
Der Verband von zehn, bald elf, südostasiatischen
Nationen – Brunei, Indonesien, Kambodscha, Laos,
Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand
und Viet Nam – gewinnt zunehmend an Bedeutung.
Mit einer Gesamtbevölkerung von über 680 Millionen
Menschen und einem jährlichen Wirtschaftswachstum
von rund 5 Prozent ist die Region bereits
die fünftgrößte Volkswirtschaft der Welt. Bis
2030 will ASEAN sogar den vierten Rang belegen.
Hinsichtlich der Beziehungen zwischen ASEAN und
der EU gibt es in jedem Fall Entwicklungspotenzial.
2020 wurde die langjährige Dialogpartnerschaft
zwischen ASEAN und EU zwar zu einer strategischen
Partnerschaft aufgewertet, bis heute hat die
EU aber nur mit zwei Staaten der Region – Singapur
und Vietnam – ein Freihandelsabkommen abgeschlossen.
Die Verhandlungen mit Malaysia, die
ursprünglich im Oktober 2010 begonnen hatten,
2012 aber unterbrochen wurden, laufen seit Beginn
dieses Jahres wieder. Eine intensivere Zusammenarbeit
wäre sowohl aus wirtschaftlicher als auch
aus sicherheitspolitischer Perspektive sinnvoll.
Außerdem im Fokus des Vorsitzes
steht die Lage in Myanmar. Erst im
Mai – im Rahmen des ersten ASEAN-
GCC-China Gipfels – bekräftigten
die Staats- und Regierungschefs der
ASEAN Mitgliedsstaaten ihre Unterstützung
bei der Suche nach einer
friedlichen Lösung für das vom
Bürgerkrieg gebeutelte Land.
In der ersten Hälfte des
Vorsitzes Malaysia’s wurde
speziell auch der internationale
Handel – nicht zuletzt
aufgrund der Androhung von
teils horrenden Strafzöllen von
US-Präsident Donald Trump
im April 2025, die besonders
südostasiatische Staaten trafen
– forciert. Die Wichtigkeit eines „offenen
Handels“ betonte auch der malaysische
Premier im Rahmen des 22.
„Asia Security Summit – The
Shangri-La Dialogue“ abermals:
„Wo der Handel floriert,
entsteht Stabilität. Schwankt
er, haben die Folgen weit über
die Region hinaus Auswirkungen“.
Und weiter:
„Wir bekräftigen das Engagement
der ASEAN für ein
offenes, berechenbares und
regelbasiertes Handelssystem,
nicht weil es zweckmäßig
ist, sondern weil es unerlässlich
ist. Südostasien ist kein
Neuland der Globalisierung.“
Damit verwies er auf die historische
Bedeutung der Region
als Knotenpunkt für internationalen
Handel.
Als Antwort auf die angekündigten
Zölle, die Trump
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
zunächst für 90 Tage aussetzte,
hatte die Organisation außerdem die
„ASEAN Geoeconomics Task Force“
eingerichtet, um die Reaktion auf die
US-Maßnahmen zu koordinieren und
„Entschlossenheit und Vertrauen zu
demonstrieren“. Ende Mai fand außerdem
der „ASEAN-GCC-China Summit“
statt, im Rahmen dessen sich
zum allerersten Mal die Staats- und
Regierungschefs von ASEAN, dem Golf-
Kooperationsrat (GCC) und China zu
einem trilateralen Gipfel trafen um eine
engere wirtschaftliche Zusammenarbeit
zu besprechen.
Gemeinsame Vision bis 2045
& ein neues Mitglied
Ebenfalls im Mai wurde in der malaysischen
Hauptstadt Kuala Lumpur im
Rahmen des 46. ASEAN Gipfels die
„ASEAN-Gemeinschaftsvision 2045“
verabschiedet, die einen Orientierungsrahmen
für die Planung und Entwicklung
von ASEAN in den nächsten
20 Jahren bieten wird. Ein weiterer
Höhepunkt war die Unterzeichnung der
Kuala-Lumpur-Erklärung zu „ASEAN
2045: Unsere gemeinsame Zukunft“.
Außerdem wurde die Aufnahme Timor-
Leste’s zur ASEAN-Gemeinschaft
beschlossen, die im Rahmen des
nächsten Gipfels im Oktober offiziell
vollzogen werden soll.
„Diese Meilensteine“, so Ibrahim
beim 46. ASEAN Summit, „vermitteln
ASEAN neuen Optimismus und Zuversicht,
unterstrichen durch eine bemerkenswerte
Widerstandsfähigkeit vor
dem Hintergrund zunehmend komplexer
und ernüchternder globaler Entwicklungen
(…)“.
Foto/s © Ministry Foreign Affairs, Malaysia
PAYER BEGRÜSST HOCHRANGIGEN BESUCH AM
HAUPTSITZ IN DER STEIERMARK
Die PAYER Group hatte die besondere Ehre,
erneut den malaysischen Botschafter in
Wien, S.E. En. Ikram Bin Mohammad Ibrahim,
am Unternehmenshauptsitz in St. Bartholomä
willkommen zu heißen. Begleitet
wurde er von Vertreterinnen und Vertretern
der malaysischen Investitionsförderungsagentur
MIDA sowie der malaysischen Außenhandelsorganisation
MATRADE. Besonders
erfreulich war auch die Anwesenheit
des Eigentümers von PAYER aus Malaysien,
Herrn SL Hui, der persönlich an dem Besuch
teilnahm.
Im Mittelpunkt des hochrangigen Treffens
standen der persönliche Austausch, Gespräche
über wirtschaftliche Kooperationsmöglichkeiten
sowie ein Update zur strategischen
Entwicklung der PAYER Group.
Nach der offiziellen Begrüßung und einer
Unternehmenspräsentation durch CEO Michael
Viet folgte ein Rundgang durch die
Produktions- und Entwicklungsbereiche,
fachkundig begleitet von Harald Riedlhuber,
Mitglied des Top-Managements. Die
Delegation zeigte großes Interesse an den
technologischen Kompetenzen und dem
stetigen Innovationsfortschritt bei PAYER.
(v.l.n.r.: S.E. En. Ikram Bin Mohammad Ibrahim, SL Hui, Michael Viet)
Zukunft gemeinsam gestalten
Der Besuch des malaysischen Botschafters
bestätigt einmal mehr die Bedeutung von
Austausch und Kooperation – insbesondere
in einem dynamischen Umfeld wie der
Medizintechnik. PAYER sieht es als klare
Verpflichtung, diese Dialoge zu fördern und
aktiv zur Weiterentwicklung der Branche
beizutragen.
Einblicke in das Unternehmen
PAYER wurde 1946 in Österreich gegründet
und zählt heute weltweit führende Marken
zu ihren Kunden. Mit über 75 Jahren Erfahrung
hat sich PAYER auf die Entwicklung und
Produktion von Produkten in den Bereichen
Medical und Consumer Goods spezialisiert.
Der Hauptsitz in St. Bartholomä fungiert als
Technologie- und Innovationszentrum. Darüber
hinaus verfügt PAYER über Fertigungsstandorte
in Ungarn, China und Malaysia,
um den internationalen Kundenstamm effizient
zu betreuen.
FOKUS
MALAYSIA
Silat – wo Kampfkunst
auf Spiritualität trifft
52
Das raue Leben im südostasiatischen Dschungel ließ bereits im 4. Jahrhundert, zur
Zeit des Königreiches Langkasuka, eine Kampfsportart entstehen, die gegenwärtig
zu den ältesten existierenden Kampfkünsten der Welt zählt. Auch in Österreich
gibt es Silat-Schulen, an denen das „kunstvolle Kämpfen“ gelehrt wird.
VON SARAH HEFTBERGER
S
ilat, auch Pencak Silat genannt,
wird heute von Millionen Menschen,
besonders in Südostasien, praktiziert.
Ihre Wurzeln liegen im malaiischen
Archipel, wo sie aus der Notwendigkeit
heraus entstand, sich gegen Menschen
und Tiere effizient zu verteidigen. Daraus
ergaben sich über die Jahrhunderte
ein umfangreiches Repertoire an
Schlag-, Tritt- und Griff- sowie zahlreiche
Anwendungstechniken unterschiedlichster
Waffen. Inspiration dafür
erhielt man von der einheimischen Tier-
Der Pencak Silat Club "Bongsu Silat" bildet seit 2020 junge Silat Kämpfer aus
und Pflanzenwelt, deren Imitierung im
Zuge der Entwicklung von Silat stetig
perfektioniert wurde.
Alleine in Malaysia gibt es gegenwärtig
mehr als 150 verschiedene
Silat-Stile, beinahe jedes Dorf hat
eigene Techniken und Besonderheiten.
Mit der Gründung von nationalen
Pencak Silat-Organisationen wie
der PESAKA in Malaysia oder der IPSI
in Indonesien und der Etablierung
des Weltverbandes PERSILAT verbreitete
sich die Sportart in den letzten
Jahrzehnten auch außerhalb der
Ursprungsländer.
Ein österreichischer
Silat-Meister
Auch in Österreich – wenn auch noch
selten – wird die südostasiatische
Kampfkunst praktiziert, so zum Beispiel
von Boris Grkinic-Lee, der in
Wien seit 2020 den Pencak Silat Club
„Bongsu Silat“ betreibt und zu den
erfolgreichsten Pencak Silat-Athleten
Österreichs zählt. Seit über 20 Jahren
übt er die Kampfkunst bereits aus.
„Eigentlich war es Zufall, ich wollte
Kampfsport machen und habe mir in
einer Kampfsportschule Karate angesehen.
Dort gab es aber auch Silat,
das mich sofort fasziniert hat. Ein Jahr
später war ich schon in Malaysia und
habe dort trainiert und kurz später das
erste Turnier gewonnen“, erinnert sich
Grkinic-Lee im Diplomatic SOCIETY
Interview. Was Silat besonders macht?
„Dass im Wettkampfsport Schläge
und Tritte im Vollkontakt erlaubt sind,
Kopftreffer sind aber tabu. Darü
Foto/s © Carmen Trappenberg Fotografie
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Bongsu Silat
FOKUS
MALAYSIA
SILAT PANTHER
Kinder (6–10 Jahre)
Di & Do 16:30–17:20, Sa 10:00–10:50
SILAT TIGER
Jugendliche (11–14 Jahre)
Di & Do 17:30–18:20, Sa 11:00–12:00
SILAT NAGA
Erwachsene (ab 15 Jahren)
Di & Do 18:30–19:45, Sa 11:00–12:00
SILAT FIGHT TEAM TRAINING
Fr 17:00–18:00 | Für Fortgeschrittene
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1020 WIEN
bongsu-silat.at
ber hinaus ist Silat eine umfassende
Kampfkunst, die eine faszinierende
Ästhetik und in ihren Bewegungen
jahrhundertelanges Wissen und Tradition
transportiert.“ Auch deshalb wurde
das malaysische Silat 2019 von der
UNESCO zum immateriellen
Weltkulturerbe erklärt. Neben
der sportlichen Komponente
spielt vor allem die Philosophie,
auf der Silat basiert,
eine zentrale Rolle für Silat-
Kämpferinnen und Kämpfer.
Diese fußt auf vier wesentlichen
Elementen: Selbstverteidigung
(„Beladiri“), sportlicher
Wettkampf („Olahraga“),
kunstvolle Bewegungen
(„Seni“) und Spiritualität oder
innere Kraft („Olah Batin“). „Mit dem
Wissen um diese vier Elemente lässt
sich jedes Silat Training gut einordnen“,
erklärt Grkinic-Lee.
Mit Malaysia – wo Silat tief in der
Identität des Landes verwurzelt ist –
hat der zweifache Vater jedenfalls eine
besondere Verbindung. In seiner Studienzeit
reiste er oft in den Inselstaat,
mit seinem Meister bzw. „Cikgu“ Halim,
der in Kuala Lumpur lebt, steht er bis
heute in regem Austausch, lässt ihn
„Alleine in Malaysia gibt es
gegenwärtig mehr als 150
verschiedene Silat-Stile,
beinahe jedes Dorf
hat eigene Techniken und
Besonderheiten.“
bei jeder Gürtelprüfung seiner Schule
live über Zoom zuschalten. „Auch mit
der Kultur Malaysias setze ich mich
intensiv auseinander. Silat erlaubt mir
einen ganz besonderen Zugang zum
Land“, betont er zudem. Der Stil, der
in seinem Club „Bongsu Silat“ trainiert
wird – Gayung Fatani – stammt ebenfalls
aus Malaysia. Auch einen seiner
größten sportlichen Erfolge feierte er in
Malaysia, wo er 2012 an der Silat-Weltmeisterschaft
in Kuala Lumpur teilnahm.
„Die WM war eine einzigartige
Erfahrung. Auf den 3.
Platz dort bin ich sehr stolz“.
Noch bedeutender für den
Schwarzgurt sind aber seine
zwei Siege bei den Belgium
Open, einst Europas größtes
und stärkstes Pencak Silat
Turnier. Nun widmet sich der
Akademiker und mehrfache
österreichische Meister aber
dem Nachwuchs: „Meine Mission
ist es, möglichst vielen
Menschen in Österreich die Schönheit
und die großen Vorteile von Pencak
Silat als Kampfkunst und Sport zu vermitteln.
Und jenen, die an Wettkämpfen
teilnehmen wollen, die bestmögliche
Vorbereitung dafür zu bieten.“
53
FOKUS
MALAYSIA
Eine malaysischöster
reichische
Freundschaft
Auf den Spuren malaysisch-österreichischer Ver bin -
dungslinien kommt man an einem österreichischamerikanischen
Bildhauer nicht vorbei. In den 1960er
Jahren entwarf der 1907 in Wien geborene Felix
George Weihs de Weldon nämlich „Tugu Negara“, das
Nationaldenkmal Malaysias.
54
I
nmitten des Perdana Botanical Gardens
von Kuala Lumpur, unweit des
malaysischen Parlaments, erinnert die
fünfzehn Meter hohe Bronzeskulptur
heute an die über 11.000 gefallenen
Soldaten, die ihr Leben in beiden
Weltkriegen und später während der
„Malayan Emergency“ im Kampf für die
Unabhängigkeit des Landes ließen.
Die Idee zum Denkmal stammte
vom ersten Premierminister und
„Vater der Unabhängigkeit“ Malaysias,
Tunku Abdul Rahman. Er hatte im
Felix George Weihs de Weldon mit Präsident Harry S.
Truman vor seiner Büste
Rahmen seines USA-Besuches 1960
das von Felix George Weihs de Weldon
entworfene Marine Corps War Memorial
in Virginia, auch als „Iwo Jima
Memorial“ bekannt, gesehen, welches
ihn beeindruckte und zugleich inspirierte,
ein ähnliches Denkmal für die
gefallenen malaysischen Soldaten
errichten zu lassen. Noch in den USA
veranlasste Abdul Rahman ein Treffen
mit dem in den 1930er Jahren in die
USA emigrierten Bildhauer, der schon
bald zustimmte, das Tugu Negara zu
entwerfen. Gleichzeitig war diese
Begegnung der Anfang einer langen
Freundschaft zwischen Abdul
Rahman und de Weldon.
De Weldon:
Ein Austro-Amerikaner
De Weldon hatte sich schon lange
vor dem ersten Treffen mit dem
malaysischen Premier einen ausgezeichneten
Ruf als Bildhauer erarbeitet.
Seine künstlerische Ausbildung
erhielt er an der Akademie der bildenden
Künste in Wien, nach seinem Studium
eröffnete er ein Studio in London,
wo er mit seinen Werken schon bald
die Aufmerksamkeit des Königshauses
auf sich zog. Er wurde beauftragt, Büsten
der Könige George V, Edward VIII
und George VI anzufertigen.
Über Kanada – wo er eine Skulptur
des damaligen Premierministers
Mackenzie King herstellte – kam er
schließlich in die USA, 1937 ließ er sich
in New York nieder. Während des Zweiten
Weltkrieges trat er in die US Navy
ein, wo er weiter als Künstler arbeiten
konnte. 1945 wurde er schließlich US-
Amerikanischer Staatsbürger. Schon
bald machte ihn der US-Präsident
Harry Truman zum „Commissioner of
Fine Arts“. 1951 begann de Weldon mit
den Arbeiten an dem United States
Marine Corps War Memorial – einer
Replik der „Raising the Flag on Iwo
Jima“, einer der bekanntesten Kriegsfotografien
von Joe Rosenthal aus
dem Jahr 1945. Sie zeigt sechs Soldaten
beim Hissen einer US-Flagge
auf einem Berg während der Schlacht
um Iwojima. Das „Iwo Jima Memorial“,
das Präsident Dwight D. Eisenhower
1954 den gefallenen Soldaten widmete,
wurde zu einem der berühmtesten
Denkmäler der USA.
Die Entstehung des malaysischen
Nationaldenkmals
Noch 1960 skizzierte de Weldon das
malaysische Denkmal erstmals. Abdul
Rahman veranlasste im gleichen Jahr
einen Fototermin mit 24 Soldaten, um
de Weldon wichtige Referenzen für die
sieben angedachten Figuren zukommen
zu lassen. Im darauffolgenden
Jahr trafen sich die beiden in Rom um
das weitere Vorgehen und den Auftrag
mit einer in Rom ansässigen Bronzegießerei
zu besprechen. 1963 reiste der
austro-amerikanische Bildhauer nach
Kuala Lumpur, um die Fortschritte der
Bauarbeiten rund um das Denkmal
mitzuverfolgen. Drei Jahre später wurden
die sieben Soldaten schließlich
in Rom in Bronze gegossen und nach
Kuala Lumpur verschifft, wo sie im
Zentrum der Stadt, auf einem Emerald
Pearl Granitsockel, aufgebaut und zum
63. Geburtstag von Tunku Abdul Rahman
der Öffentlichkeit präsentiert wurden.
„Das Nationaldenkmal ist weder
ein Grab noch ein Schrein. Es soll für
alle Zeiten an den Sieg der Kräfte des
Rechts und der Gerechtigkeit erinnern“,
betonte der Premierminister damals
bei der feierlichen Enthüllung. Und so
erinnert das Denkmal heute an die Soldaten,
die ihr Leben im Kampf für die
Unabhängigkeit ließen – und an eine
ganz besondere malaysisch-österreichische
Freundschaft.
Foto/s © pexels, US National Archives and Records Administration
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Understanding Austria’s
Healthcare Maze:
Support for Expatriates
Dr. Bärbel Klepp, a medical expert with decades of experience in Austria’s public
and private health sectors, is helping expatriates and their families manage health
care difficulties through psychosocial case management. Diplomatic SOCIETY sat
down with her to better understand the key issues and solutions.
LIFE & STYLE
HEALTH
Why do so many expatriates struggle with
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Austria has excellent healthcare, but its system is
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providers, while hospitals are financed by individual
federal states. If you work in Vienna but live in
Lower Austria, you may face mismatched services
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with the system or language, this can quickly
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expatriates and their families receive the support
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while companies benefit from more stability and
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management, I use an app to track the actual time
spent on each client. At the end of the month,
image/s by Mirian Mehlman
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employees and their families?
Around 30–40% of expatriates
come with family. When illness
strikes, especially serious diagnoses,
the emotional and organizational
demands are enormous. Health literacy—understanding
medical information—often
drops in high-stress situations.
Add cultural differences and
German-language paperwork, and you
have a recipe for anxiety, confusion,
and potential burnout.
Is the Austrian system less welcoming
to foreigners?
Unfortunately, Austria regularly ranks
among the least friendly countries for
expats in international surveys. Austrians can be
reserved, and initial responses to inquiries often
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care-for-you.at
like “That’s not possible” or “That
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55
Issue
N 388
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100ML / 199€ UVP — IGGYWOO.COM
High Shine Water Gloss von Lavera
Die Farbe Hot Cherry passt besonders gut zu sonnengebräunter Haut.
Kein Kleben, kein Verschmieren, dank der innovativen Formel, die für eine
federleichte Textur und absoluten Tragekomfort sorgt. Durch den unwiderstehlichen
Glanz erscheinen die Lippen unmittelbar nach dem Auftragen
voller. Natürliche Hyaluronsäure und hochwertige Öle wie Bio-Kokosöl und
Pfirsichkernöl sorgen für einen extra Pflege-Kick und schützen die zarte
Lippenhaut vor dem Austrocknen.
5.5 ML/ UVP 8,97 € — ERHÄLTLICH IM FACHHANDEL
Issue
N 388
„Wo man
das Leben
spürt“
58
Das burgenländische Bad Tatzmannsdorf hat sich ganz dem Wohlbefinden
verschrieben – als einziger Ort Österreichs, der über drei natürliche Heilquellen
verfügt, liegt die Gemeinde mit ihren rund 1700 EinwohnerInnen an der Quelle
heilender Kräfte – und lädt Gäste aus Nah und Fern ein, vom umfangreichen
Angebot zu profitieren.
S
chon im Jahr 1620 würdigte der
damalige evangelische Prädikant
Johannes Mühlberger im Zuge der Einweihung
eines Sauerbrunnens die Vorzüge
des heilkräftigen Wassers von Bad
Tatzmannsdorf, welches er in einem
Atemzug mit Jesus Christus als Quelle
des Heils pries. Seine Predigt, die ein
Jahr später in der „Regensburger Chronik“
abgedruckt wurde, gilt heute als
„Geburtsurkunde“ des Heilbades Bad
Tatzmannsdorf.
Über 400 Jahre später ist die
Gemeinde der größte Kurort und einer
der bedeutendsten Tourismusorte
des Burgenlandes.
Mit der Wohlfühlformel „Das Leben
spüren“ lädt Bad Tatzmannsdorf ein,
sich ganz seiner eigenen Gesundheit
und dem eigenen Wohlbefinden
hinzugeben. Besonders einfach wird
einem das im REDUCE Gesundheitsresort
Bad Tatzmannsdorf gemacht,
welches aus gleich drei Naturquellen
schöpft und ein umfangreiches Angebot
für seine Gäste bereithält. So kann
man zum Beispiel in Edelstahlwannen
in kohlensäurehaltigem Heilwasser
baden, sich das entzündungshemmende
Heilmoor, welches täglich im
Kurmittelhaus von REDUCE aufbereitet
wird, als kräftigende Packung
auftragen lassen oder im wärmenden
Mineral-Thermalwasser aus 896
Für Thermenliebhaber:
AVITA Resort –
Bad Tatzmannsdorf
2000 m² Thermalwasserbecken, ein Sauna Garten
Eden mit 16 Saunen, eine Poolbar und zahlreiche Spa
Behandlungen erwarten Gäste in der AVITA Therme
Burgenland bzw. im dazugehörigen AVITA Resort –
Entspannung pur ist hier garantiert!
avita.at
Metern Tiefe entspannen. Abkühlung
und gleichzeitig Schmerzlinderung
verschafft die Kryotherapie in der
Kältekammer bei -110 Grad. Einmal
überwunden, fühlt man sich danach
– zumindest kurzfristig – wie neugeboren.
Neben der Kryotherapie bietet
das neu eröffnete REDUCE BodyLAB
HRV-Messungen mit Cardioscan, eine
3D-Körperanalyse mit Bodygee und
eine individuelle Ernährungsberatung.
Nach oder zwischen den Behandlungen
lädt der gleich an das Gesundheitsresort
anschließende, weitläufige
Kurpark zu Spaziergängen oder Laufrunden
ein.
Die Landschaft des Süd -
burgenlandes erkunden
Für alle, die sich nach noch mehr
Bewegung sehnen, empfehlen sich die
zahlreichen idyllischen Wander- und
Radwege der Region, die durch die
sanft-hügelige Landschaft vorbei an
besonderen Sehenswürdigkeiten wie
zum Beispiel der Friedensburg Schlaining
oder der ehemaligen, im 18. Jahrhundert
gegründeten, Synagoge Stadtschlaining
führen.
Foto/s © Bad Tatzmannsdorf Tourismus/K. Schrotter/Christian Ippisch, REDUCE Gesundheitsresort, Reiters Supreme, AVITA
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
LIFE & STYLE
REISE
Für Über»fahrer«
Ein unvergessliches Erlebnis für
Jung und Alt: Eine Ballonfahrt über
die sanften Hügel des Südburgenlandes
– inklusive anschließender tradi tioneller
Taufe, im Rahmen derer man in den
Adelsstand der Ballonfahrer erhoben wird.
bad.tatzmannsdorf.at/de/ballonfahrenin-bad-tatzmannsdorf.html
Wer die malerische Landschaft lieber
– oder zusätzlich – aus der Vogelperspektive
erkunden möchte, kann
– bei passenden Wetterbedingungen
– eine Heißluftballonfahrt buchen. In
den letzten Jahren hat sich Bad Tatzmannsdorf
zu einem der bekanntesten
Ballonorte des Burgenlands entwickelt,
das ganze Jahr über kann so quasi
schwebend das östlichste aller österreichischen
Bundesländer entdeckt
werden. Eine solche Ballonfahrt eignet
sich – auf Grund der fehlenden „stürzenden
Linien“ – übrigens auch für
Menschen mit Höhenangst.
Eine Reise in die südburgenländische
Vergangenheit kann man im,
vom REDUCE nur wenige Minuten
entfernten, Freilichtmuseum „DAZU
MAL“ unternehmen, in dem Gebäude
aus dem 18. Jahrhundert die frühere
Lebens- und Arbeitsweise der BurgenländerInnen
erahnen und erspüren
lassen. Zwischen alten Obstbäumen
und Wiesen befindet sich dort
außerdem der Arkadenheurige,
in dem regionale Köstlichkeiten
und Slow-Food
in gemütlich traditionellem
Ambiente kredenzt werden.
Neben dem vielseitigen
Angebot Bad Tatzmannsdorfs
überzeugt vor allem auch die
traditionelle Gastlichkeit der
BurgenländerInnen, die einem
an jeder Ecke – sei es beim
Genießen einer der köstlichen
Mehlspeisen, beim Verkosten
des regionalen Uhudlers,
beim Schlemmen im Restaurant oder
einfach beim Aufeinandertreffen in
der Gemeinde – entgegenkommt. Das
Leben spürt man hier wirklich in all
seinen Facetten.
Für Anspruchsvolle:
Hotel Reiters Supreme
5-Sterne-Hotel mit exklusivsten Wellnessgenüssen
(Panorama-Sauna, Yin-Yang-Spa,
Kenshō Spa Bereich, Dampfbäder, Hammam,
exklusivem Ladies Spa,…), ausgezeichneter
Küche (4 Restaurants) und einer außergewöhnlichen
Aktivitätenvielfalt (Golfen, Reiten,
Sportbecken, Yoga…): hier
bleiben keine Wünsche offen!
supremehotel.at
59
Issue
N 388
LIFE & STYLE
REISE
Bastia:
Die Hafenstadt an der
Nordostküste Korsikas
besticht mit ihrer malerischen
Innenstadt, charmanten
EinwohnerInnen
und einem reichen kulturellen
Programm.
Verstecktes
Juwel
60
W
enn man durch die schmalen
Gässchen Bastias schlendert,
werden Erinnerungen an italienische
Mittelmeerstädtchen wach – das nicht
ohne Grund – denn der Ort wurde 1378
von den Genuesen gegründet. So leitet
sich auch der Name vom italienischen
Wort „bastiglia“ (Festung) ab, welche
die Stadt vor Angreifern schützen
sollte und nunmehr das Zuhause des
Musée de Bastia im Palace des Gouverneurs
ist. Hier finden sich Exponate
aus der Geschichte der Stadt und von
dessen Gartenterrasse „Jardins Suspendus“
hat man einen herrlichen Ausblick
auf das Mittelmeer.
Festival Creazione
Gleichzeitig ist der Palace des Gouverneurs
Schauplatz des jährlich stattfindenden
„Festival Creazione“, einem
Mode-und Designfestival unter dem
Motto „made in Corsica“ mit korsischen
wie BENOA, Cecile Casabianca, Casa
Prumessa und Lolita Gina, gefeiert. Für
die musikalische Untermalung sorgte
Star-DJ Yann Muller, als Schirmherrin
der Veranstaltung fungierte das korsische
Model Gaelle Pietri.
Dolce Vita auf korsisch
Bastia lässt sich sehr gut zu Fuß erkunden,
als Ausgangspunkt empfiehlt sich
In seinem Zentrum befindet sich die
Statue des wohl berühmtesten Korsen,
Napoleon Bonaparte. Ebenfalls sehenswert
ist der Concept Store der traditionellen
Destillerie L.N. Mattei, der sich in
einem denkmalgeschützten Gebäude
befindet. Unbedingt sollte man hier
den beliebten korsischen Aperitif auf
Basis von Chinin, Wein und Cedrat, Cap
Corse, probieren. Bei Mattei findet man
außerdem eine große Auswahl
weiterer Inselprodukte wie
etwa Weine aus dem Anbaugebiet
Vin de Corse, traditionelle
Wurstwaren, Bauernkäse, Olivenöl,
Honig und Kuchen.
Die Hafentstadt Bastia ist ein beliebter Anlegeplatz für Fähren und Kreuzfahrtschiffe
Mode- und SchmuckdesignerInnen,
MusikerInnen und HerstellerInnen
lokaler Produkte wie der Kosmetika von
Ambre des Dunes, welches dieses Jahr
sein zehnjähriges Jubiläum hatte. Drei
Tage lang wurde im Museum und auf
dem Platz davor eine rauschende Feier
mit Modeschauen von DesignerInnen
dabei der Place Saint Nicolas, ein weitläufiger
Platz der von alten Platanen,
Palmen und unzähligen kleinen Cafés
gesäumt wird. Dieser wurde im 19.
Jahrhundert erbaut und gilt als einer
der größten Plätze Frankreichs. Von hier
aus kann man den Fähren und Kreuzfahrtschiffen
beim Einlaufen zusehen.
Terra Vecchia
Vom Place Saint Nicolas
gelangt man in südlicher Richtung
über die Rue Napoleon
zur Altstadt Terra Vecchia,
die BesucherInnen mit ihren
bunten mehrstöckigen Häusern
sowie zahlreichen kleinen
Restaurants und Boutiquen lockt.
Hier kann man im Feinkostgeschäft U
Paese authentische korsische Käseund
Wurstwaren genießen. Herzstück
der Terra Vecchia ist der Place du Marché,
der mit Restaurants und Bars
zum Relaxen einlädt. Samstags und
sonntags wird ein Wochenmarkt mit
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
LIFE & STLYE
REISE
3
2
5 4
1 Plage Grisgione bei San Martino di Lota
2 Korsische Gastronomiefreuden
3 Gaelle Pietri bei der Eröffnung des Festival Creazione
4 Der Runway des Festival Creazione
1
6
5 Im Concept Store von L.N. Mattei
6 Statue von Napoleon am Place Saint Nicolas
61
Foto/s © Sylvain Alessandri, Raphael Poletti, Alexi Hobbs, pexels/Arnaud, unsplash/Petr Slovacek
zahlreichen Köstlichkeiten abgehalten.
Hinter dem Place du Marché liegt
der alte Hafen Vieux Port, der ebenfalls
von zahlreichen Restaurants umrahmt
wird. Dominiert wird der Vieux Port von
der Barockkirche Saint-Jean-Baptiste
aus dem 17. Jahrhundert, die als Wahrzeichen
der Stadt gilt.
Terra Nova
Über die Treppe vom Jardin Romieu
gelangt man in den Stadtteil Terra
Nova, einer Festungsstadt, die hinter
ihren dicken Mauern schmale Gässchen
mit Bars und Restaurants verbirgt.
Sie ist auch das Zuhause des
Gouverneurspalasts sowie der Kathedrale
Sainte-Marie und der entzückenden
barocken Chapelle Sainte-
Croix. Es empfiehlt sich, in einer der
Bars einen Mattei Spritz zu bestellen
und sich an dem Anblick des Meeres
zu erfreuen.
Entschleunigen in Erbalunga
Circa 10 km von Bastia entfernt befindet
sich der zauberhafte
Rückzugsort Erbalunga, ein
kleines Dorf am Cap Corse,
in dem die Zeit stehengeblieben
scheint. Eng an die
Küste geschmiegt hat Erbalunga
einen charmanten
Fischerhafen, verwinkelte
Gässchen und einen verfallenen
Turm aus der Zeit der
Genueser. Im Vier-Sterne-
Hotel Castel Brando werden
die Gäste märchenhaft von
zahlreichen Schmetterlingen
umschwirrt, während
sie sich im Pool und dem
beheizten Jacuzzi erfrischen.
Das Haus wurde
1853 von einem korsischen
Militärarzt gebaut, der auf
Santo Domingo zu Geld gekommen
war. Das verfallene Gebäude wurde
1990 von dem sympathischen Gastgeberpaar
Jöelle und Jean Paul Pieri liebevoll
restauriert. Hier nächtigt man im
Kolonialstil, umgeben von riesigen Palmen
und kann im Restaurant Les Américains
gehobene korsische Küche entdecken.
Das zauberhaft eingerichtete
Hotel bietet seinen Gästen Entspannung
pur – im Spa biologique intimu
werden Schönheitsbehandlungen mit
korsischer Kosmetika angeboten.
Bastia
L.N. Mattei Concept Store
15 Bd du Général de Gaulle
U Paese
5, Rue Napoléon
upaese.corsica
Ambre des Dunes
ambredesdunes.com
Erbalunga
Hotel Castel Brando
20222 Brando
castelbrando.com
Issue
N 388
LIFE & STYLE
HOTEL
Sommer im Gut Sein –
bewusst anders
Das Hotel „Gut Sein“ im Kärntner Lavanttal ist ein Ort für bewusstes Verweilen.
Wer hier eincheckt, entscheidet sich fürs Loslassen, für regionale Qualität und
einen Sommer ohne Programmstress.
62
Alles beginnt vor der Tür
Direkt hinter dem Hotel ragt die
Koralpe auf und bietet ein weitläufiges
Wandergebiet mit Blick bis zu
den Karawanken. Gut markierte Wege
führen über Almen, Wiesen und durch
schattige Wälder. Gäste können zwischen
leichten Rundwegen, aussichtsreichen
Höhenwegen und Gipfeltouren
wählen. Wer mag, nimmt ein regional
befülltes Picknick mit.
Aktiv im eigenen Rhythmus
Jeden Samstag bietet das Gut Sein
geführte Mountainbike-Touren an.
Ortskundige Guides begleiten kleine
Gruppen über ausgewählte Strecken,
die an Können, Tempo und Lust angepasst
sind. Für spontane Ausfahrten
stehen E-Bikes und Radkarten für
individuelle Touren zur Verfügung. Das
Lavanttal zeigt sich auf zwei Rädern
überraschend abwechslungsreich:
flach, kurvig oder bergauf.
Bewegung und Balance
Yoga im Wald, Qi Gong unter Obstbäumen
oder Dehnübungen in der Morgensonne
– das Gut Sein nutzt die Kraft
des Ortes und bietet Raum für körperliches
und mentales Wohlbefinden.
Zirbensauna, Massagen und individuelle
Sessions runden das Angebot ab.
Durchdachtes Konzept
Die neun Zimmer und Suiten sind individuell
gestaltet. Sie verfügen über
Holzdecken, ein durchdachtes Design
und feine Details. Besonders begehrt
als Rückzugsort ist die Junior-Suite mit
Balkon und Fernblick.
Essen mit Haltung
Das Frühstück wird im Gut Sein frisch
und liebevoll zusammengestellt.
Neben den Klassikern vom Buffet gibt
es warme Speisen à la carte. Mittags
stehen kleine, feine Gerichte im Glas
bereit – perfekt zum Mitnehmen. Am
Nachmittag gibt es Kaffee, Tee und
Kuchen. Abends geht es zum Pauliwirt
gleich gegenüber. Dort erwartet
die Gäste bodenständige Küche mit
Fleisch aus eigener Metzgerei und
vegetarischen Gerichten.
Mehr als nur eine Pause
Ob Wandern, Biken, Kneippen oder Töpfern:
Das Gut Sein gibt Impulse, drängt
sich aber nicht auf. Wer möchte, kann
an kleinen Workshops teilnehmen, etwa
am Töpferkurs. Wer lieber auf eigene
Faust unterwegs ist, erhält Tipps, Karten
und Empfehlungen. Das Lavanttal
bietet überraschend viele Möglichkeiten
und genug Ruhe dazwischen.
Gut Sein
Hauptstraße 25,
A-9423 St. Georgen im Lavanttal
Tel.: +43 (0) 4357 28 988
rezeption@hotelgutsein.at
hotelgutsein.at
Foto/s © Hotel Gut Sein
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Komplize der Schönheit:
Priv.-Doz. Dr. Johannes Matiasek
Trends der
ästhetischen
Medizin
LIFE & STYLE
BEAUTY
Viele Patientinnen und Patienten wünschen sich
einen Verjüngungseffekt oder figurformende
Maßnahmen, sind aber zu operativen Eingriffen
noch nicht bereit. In diesen Fällen setzt
Priv.-Doz. Dr. Johannes Matiasek, Facharzt für
Plastische Chirurgie, wirkungsvoll auf individuelle,
minimal-invasive Behandlungstherapien.
Foto/s © drmatiasek.at, coolcrush.at
Morpheus8 Face und Body
Hautverjüngung durch fraktionierte
Radiofrequenz. Die Kombination aus
Radiofrequenz und Deep Needling bietet
einen doppelten Effekt zur Hautverjüngung.
Zahlreiche kleine Nadeln
dringen in vorausgewählte Tiefen der
Hautschicht ein, um so die Kontur des
Gesichts inkl. der Kinnlinie (Jawline)
zu definieren und feine Falten, Aknenarben,
große Poren, sowie Linien zu
minimieren. Die hauteigene Kollagenund
Elastinbildung wird angeregt, die
Zellerneuerung der Haut stimuliert und
das Hautbild gewinnt an Spannkraft.
FaceTite & BodyTite
Bei diesen Behandlungen handelt
es sich um eine intensive Form der
Anwendung von Radiofrequenzströmen
an und unter der Haut mit Ergebnissen,
die sonst nur mit chirurgischen
Eingriffen erzielt werden können. Die
Radiofrequenzen erhöhen die Temperatur
der unteren Hautschichten auf
60 bis 79 Grad Celsius. Das bewirkt
eine direkte Hautstraffung und Faltenreduktion,
ohne das Gewebe selbst zu
Kryolipolyse
schädigen. Der Langzeiteffekt
ist eine Mehr-Produktion von
Kollagen und Elastin.
Quantum-Behandlung
mit IgniteRF
Die sogenannte Quantum-Behandlung
durch IgniteRF ist die neueste Lösung
für straffende Körper- und verjüngende
Gesichtsbehandlungen. Durch die
Kraft der klinisch bewährten bipolaren
Radiofrequenztechnologie, der optimalen
Wärmeverteilung und der Eindringtiefe
von 0,5 bis zu 60 mm lassen
sich präzise und natürlich wirkende
Ergebnisse erzielen.
Fett wegfrieren durch
CoolCrush ®
Fett ade heißt es an Bauch,
Hüfte, Oberschenkel (inkl. Reiterhosen),
Rücken, aber auch
an Oberarmen und Doppelkinn.
Die innovative CoolCrush®-
Methode gibt störenden Fettpölsterchen
kalt-warm. Die
Kryolipolyse 2.0 „Cristal Pro“
reduziert den Körperumfang
und unerwünschte Fettzellen
verschwinden dauerhaft.
3D-Simulation mit VECTRA
XT und Crisalix
Entscheidend für den Weg zum perfekten
Beauty-Eingriff ist die professionelle
Analyse durch einen Spezialisten.
„Die moderne ästhetische Medizin
ermöglicht heute mittels Gerätemedizin
in plastisch-chirurgisch
geschulten Händen kleine
Eingriffe mit großer Wirkung.“
In Kombination mit
der 3D-Simulation
durch VECTRA XT
und Crisalix können
in der Ordination von Doz. Dr. Johannes
Matiasek nicht nur Brustkorrekturen,
sondern auch mögliche Ergebnisse
nach Fettabsaugungen, Body Contouring
oder Gesichtsoptimierungen durch
einen 360-Grad-Blick anschaulich
demonstriert werden.
Priv.-Doz. Dr. Johannes Matiasek
Kärntner Ring 14/13 (1. Dachgeschoß), 1010 Wien
Europaplatz 585/1. Stock,
8970 Schladming
Tel: +43 (01) 997 15 32
ordination@drmatiasek.at
63
drmatiasek.at
coolcrush.at
Issue
N 388
LIFE & STYLE
HOTEL
Exklusive Auszeit in den
Meraner Weinbergen
Sommerglück im Golserhof: Eingebettet in die sanften Weinberge oberhalb
von Meran eröffnet der Golserhof ****Superior eine Welt voller Sommerfreuden.
Exklusive Entspannung und beeindruckende Natur verschmelzen hier zu
einer harmonischen Auszeit.
64
uf der Rooftop-Terrasse laden die
ASonne und ein erfrischender Cocktail
zum Verweilen ein, der beheizte
Panoramapool vermittelt das Gefühl
grenzenloser Freiheit. Der Blick schweift
über das satte Grün der Weinberge bis
hin zu den imposanten Gipfeln der
Texelgruppe. Yoga unter freiem Himmel
sowie wohltuende Beauty- und Badeanwendungen
sorgen für tiefe Entspannung
und belebende Momente.
Wandern und Natur genießen
Der Golserhof ist ein Magnet für Wanderfreunde.
Passionierte Gastgeber und
erfahrene Wanderexperten begleiten
mehrmals wöchentlich auf eindrucksvollen
Touren durch die sommerliche
Bergwelt. Wer die Natur lieber auf
eigene Faust erkundet, erhält maßgeschneiderte
Tourenvorschläge und die
Golserhof ****Superior
Aichweg 32,
39019 Dorf Tirol/Meran
Südtirol
+39/0473/92 32 94
info@golserhof.it
passende Ausrüstung – vom Rucksack
bis zu den Wanderstöcken.
Naturparadies Texelgruppe
Ein besonderes Highlight für Naturliebhaber
ist der Naturpark Texelgruppe,
der größte Naturpark Südtirols.
Seine abwechslungsreiche
Landschaft mit dichten Wäldern,
blühenden Almwiesen und glasklaren
Bergseen fasziniert Wanderer und
Abenteurer gleichermaßen.
Radfahren in der Sommerbrise
Das Meraner Land ist ein Paradies für
Mountainbiker, Rennradfahrer und
E-Biker und bekannt für seine hervorragend
ausgebauten Radwege, die
durch eine vielfältige Natur- und Kulturlandschaft
führen – von duftenden
Apfelgärten bis hin zu grünen Wäldern.
Abschlag inmitten der Natur
Der Golserhof ist zudem Gründerhotel
des Golfclubs Passeier-Meran. Gäste,
die sich für einen Aufenthalt ab sieben
Nächten entscheiden, erhalten 20
Prozent Ermäßigung auf das Golfspiel
auf den Plätzen Passeier und Lana.
Rendezvous mit dem Genuss
Südtirol, Italien und die ganze Welt
finden sich in der Küche des Golserhof****Superior
wieder. Viel Gutes
wächst direkt vor der Tür, daraus zaubert
das Küchenteam mit viel Gespür
feinste Kreationen: inspiriert von der
Heimat, mediterran angehaucht und
neu interpretiert. Die knackigen Südtiroler
Äpfel kommen direkt vom Bio-Apfelanbau
des Golserhofs. Das Bio-Gemüse
beziehen die Gastgeber vom Bachguterhof
in Dorf Tirol. Der Weinkeller ist ein
erlesenes Potpourri edler Tropfen aus
Südtirol und ganz Italien.
Foto/s © TV Dorf Tirol (Hotel Golserhof) und Tiberio Sorvillo (Hotel Golserhof)
golserhof.it
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LIFE & STYLE
HOTEL
Sommerträume
auf 1.500 Metern Höhe
Ab Juli 2025 beginnt für das Tratterhof Mountain Sky Hotel eine neue Ära.
Das Resort präsentiert sich in einem neuen, luxuriösen Look und lädt ein, den
Sommer in einer Atmosphäre zu verbringen, die Eleganz, Komfort und Süd -
tiroler Herzlichkeit perfekt vereint.
Foto/s © Tratterhof, Andreas Marini
Noch mehr Qualität und
Liebe zum Detail
Wer die neue Lobby betritt, taucht in
eine andere Welt ein. Das Atrium mit
seiner offenen Treppe zieht alle Blicke
auf sich – ein architektonisches Meisterwerk
und einladender Treffpunkt
zugleich. Hier können Genießer in stilvollen
Loungesesseln verweilen, im
exklusiven Shop stöbern oder sich vom
eleganten Ambiente der neuen Rezeption
empfangen lassen. Modernste
Technik am 3D-Wandertisch inspiriert
mit digitalen Erlebnissen dazu, die
Dolomiten auf ganz neue Weise zu entdecken.
Gleich nebenan warten die
neue Bar und die Weinlounge: Ein Glas
Südtiroler Wein in der Hand, den Blick
auf die majestätische Bergwelt gerichtet
– ein wahres Genusserlebnis.
Der neu gestaltete Restaurantbereich
setzt kulinarische Akzente. Ob
am reichhaltigen Buffet, beim Live-
Show-Cooking oder auf der großzügigen
Terrasse, wo jeder Bissen von
einem atemberaubenden Panorama
begleitet wird. Die versetzt angeordneten
Lounges sorgen dafür, dass
Gäste den Blick auf die Dolomiten in
ganz persönlicher Atmosphäre genießen
können.
Neue Suiten für Familien
und Paare
Die neuen Suiten im Tratterhof setzen
Maßstäbe in Komfort und Design.
Jedes Detail wurde mit höchstem
Anspruch an Komfort und Ästhetik
gestaltet. Ob romantische Pärchensuiten
mit eigenem Whirlpool, großzügige
Familiensuiten mit getrennten Schlafzimmern
und privatem Whirlpool auf
der Terrasse oder exklusive Pool-Chalets
mit eigenem Pool auf der Terrasse
– hier finden Paare und Familien ihr
ganz persönliches Urlaubsparadies.
Neue Beauty Farm
und Family Sauna
Ab Sommer 2025 erwartet die Gäste
des Tratterhof ein wahres Wellness-
Paradies, das keine Wünsche offenlässt.
Die neue Beauty Farm im zweiten Obergeschoss
ist ein exklusiver Rückzugsort
zum Wohlfühlen und Entspannen.
In den lichtdurchfluteten Räumen mit
gemütlichen Loungesesseln und Panoramablick
auf die Dolomiten fällt es
leicht, den Alltag hinter sich zu lassen.
Auch Familien dürfen sich auf viele
neue Highlights im Tratterhof freuen:
Die neugestaltete Family Sauna und
das umfassend modernisierte Hallenbad
versprechen gemeinsame Wohlfühlmomente.
Das Family Spa wurde
großzügig erweitert und bietet ausreichend
Platz, um gemeinsam zu
entspannen.
Die Highlights des Monte Silva
Mountain Spa auf über 4.000 m² runden
das Angebot ab: Infinitypools mit
spektakulärem Dolomiten-Panorama
laden dazu ein, die Welt für einen
Moment stillstehen zu lassen.
65
Tratterhof Mountain Sky Hotel
Hotel Tratterhof GmbH
I-39037 Mühlbach-Meransen
Tel.: +39 0472 520108
info@tratterhof.com
Issue
N 388
tratterhof.com
Exlibris
Sommerzeit ist Lesezeit – passend dazu hat die
Diplomatic SOCIETY Redaktion wieder einen
kleinen Ausflug in die Welt der Bücher gemacht
und eine bunte Auswahl an Sommerlektüre für
Sie zusammengestellt.
66
Das versteinerte Herz
Abdulrazak Gurnah
Penguin
Der Literaturnobelpreisträger Abdulrazak
Gurnah setzt sich in diesem Buch
mit den Themen Verrat, Migration und
der Suche nach dem Platz im Leben
auseinander. Unprätentiös erzählt er
die Geschichte von Salim, der, als er
gerade einmal sieben Jahre alt ist, von
seinem Vater verlassen wird. Angetrieben
von einem diffusen Gefühl der
Schuld und der Frage „wer ich eigentlich
war“ sucht er nach seinem Platz
im Leben und taucht dabei immer tiefer
in die Geschichte und Geheimnisse
seiner Familie ein.
Wendepunkt
Beate Meinl-Reisinger
Kremayr & Scheriau
„Wie wir das wieder hinkriegen“ legt
Meinl-Reisinger gewohnt eloquent
und wohlüberlegt in ihrem ersten
Buch „Wendepunkt“ dar. Sie stellt
den aktuellen Krisen eine faire und
gerechte Chancengesellschaft gegenüber
und plädiert für eine lebendige
Demokratie und das aktive Gestalten
unserer aller Zukunft. Gleichzeitig
möchte sie wachrütteln, denn, so die
nunmehrige Außenministerin, Autoritarismus
komme nicht über Nacht,
und es gelte für die Politik, mutig und
tatkräftig zu liefern.
Girl vs. Girl
Sophie Gilbert
Piper
In diesem Buch deckt die Journalistin
und Autorin Sophie Gilbert auf,
wie sich die Popkultur der 90er und
frühen 2000er-Jahre bis heute negativ
auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung
von Frauen weltweit auswirkt
und setzt sich mit der Darstellung
von weiblichen Stars in
den Medien, die von Objektivierung
geprägt ist, auseinander. Gilbert legt
die unbewussten Wirkungsmechanismen
hinter diesen Phänomenen
offen und zeigt auf, was sich ändern
muss – ein Weckruf.
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Mein tierisches Bastelbuch um die Welt
Sabine Seyffert
TOPP
EXLIBRIS
SOMMERLEKTÜRE
Mit Anleitungen für über 30 Projekte birgt dieses Buch kreative Ideen für
gemeinsame Bastelunternehmungen – ob bunte Schildkröten, süße Faultiere,
wilde Löwen, freche Mäuse oder kleine Eisbären. Aus einfachen Materialien,
die man häufig schon zuhause hat, entstehen anhand der beigelegten Vorlagen
verschiedenste Tiere und deren Lebensräume. Der Bastelspaß für die ganze
Familie ist damit garantiert.
Malaysia, Singapur & Brunei
lonely planet
Der perfekte Begleiter für Malaysia, Singapur und Brunei für jene, die gerne eigene
Wege gehen und Einzigartiges erleben wollen. Reportagen der Autor:innen geben
einen tiefen Einblick in den Alltag und die Seele der Reiseziele, die mit vielfältigen
Landschaften, einer dynamischen Kunst- und Kulturszene, köstlichem Essen
und faszinierenden Städten beeindrucken. Die vorgeschlagenen Reiserouten und
detaillierten Karten unterstützen, die perfekte Reise zu planen.
Feigheit
Heidi Kastner
ecowing
Die oberösterreichische Psychiaterin, Gerichtssachverständige und
Autorin Heidi Kastner geht in ihrem neuesten Buch dem gesellschaftlichen
Phänomen der Feigheit und ihren Folgen nach – welche Risiken
birgt sie für unsere Gesellschaft? Wie haben sich Ethik und Moral verändert
und welche gesellschaftspolitischen Konsequenzen hat dieser
Wandel? Ein Plädoyer für Mut, Verantwortungsbereitschaft und gesellschaftlichen
Zusammenhalt.
67
Marina Abramović
Hg. Kunstforum Wien, Zürcher Kunstgesellschaft /
Kunsthaus Zürich, Royal Academy of Arts
Ein umfassender Streifzug durch das Gesamtwerk der revolutionären Künstlerin:
Zahlreiche internationale AutorInnen beleuchten Hintergründe und Kontroversen,
die Abramović’s einzigartiges Schaffen bis heute begleiten und sie zu einer
Legende der Performance-Kunst machen. Das Buch entstand in enger Zusammenarbeit
mit der Künstlerin und beinhaltet einen exklusiven Zugang zu ursprünglichen
Aufführungen in einer Augmented-Reality-App für iOS und Android.
Ein Muss für alle KunstliebhaberInnen!
The Book of Temples:
Spiritual places around the world
Marianne Julia Strauss
gestalten
Foto/s © bereitgestellt
Die preisgekrönte Reisejournalistin Marianne Julia Strauss, hat ein visuell beeindruckendes
„Book of Temples“ zusammengestellt. Darin lädt sie zu einer spirituell
bereichernden Entdeckungsreise zu heiligen Stätten auf der ganzen Welt
ein – ein besonderes Werk für alle, die sich für Architektur, Spiritualität und Reisen
begeistern. Mit eindrucksvoller Fotografie, detaillierten Illustrationen sowie
informativen und zum Nachdenken anregenden Essays ist dieses Buch eine echte
Bereicherung für jedes Bücherregal. Momentan nur auf Englisch erhältlich.
Issue
N 388
KULTUR
WEINRITTER
Wein für
Schweizer Gardisten!
68
Anfang Mai war die Senatsdelegation des Europäischen Weinritterordens zu Gast
beim Ehrentag der Schweizer Garde in Rom. Ein Bericht.
A
uch in diesem Jahr wurde der Ordo
Equestris Europae, wie bereits in
den vergangenen zwei Jahrzehnten,
zur feierlichen Gedenkveranstaltung
anlässlich des Sacco di Roma am 6.
Mai nach Rom eingeladen. Diese Einladung,
ausgesprochen vom Kommandanten
der Päpstlichen Schweizergarde,
Oberst Christof Graf, stellt für
den Orden eine hohe Auszeichnung
und eine besondere Bestätigung der
langjährigen Partnerschaft dar.
Die Delegation des Ordens wurde in
diesem Jahr vom Generalkonsul Alfred
Rákóczi Tombor Tintera geleitet, der
zugleich Träger des päpstlichen Ritterordens
des heiligen Gregorius des
Großen ist. Für ihn war die diesjährige
Teilnahme von besonderer Bedeutung,
nicht zuletzt aufgrund der außergewöhnlichen
Umstände.
Ein besonderes Jahr
links Die Senatsdelegation des Europäischen Weinritterordens bei der feierlichen Gedenkveranstaltung anlässlich
des Sacco di Roma Anfang Mai rechts Generalkonsul Alfred Rákóczi Tombor Tintera
„Trotz des Ablebens von Papst Franziskus
– ein Ereignis, das die katholische
Welt tief bewegt hat – und der damit
verbundenen Absagen vieler Gäste,
konnten wir beim offiziellen Festakt,
einschließlich der feierlichen Kranzniederlegung
im Ehrenhof des Vatikans,
unsere langjährige Verbundenheit mit
der Garde erneut unter Beweis stellen.
Es war uns zudem eine große Freude,
wie jedes Jahr jedem der rund 220 Gardisten
persönlich eine Flasche Wein zu
überreichen – ein kleines, aber herzliches
Zeichen unserer Wertschätzung.“
Ein besonders bewegender Moment
war das dreifache Durchschreiten der
Heiligen Pforte im Petersdom – ein spirituelles
Privileg im Heiligen Jahr 2025.
Trotz des gleichzeitig stattfindenden
Konklaves und der Vielzahl von Pilgern,
die sich in Rom eingefunden hatten,
wurde der Delegation dieser außergewöhnliche
Zugang gewährt.
Im Rahmen der langjährigen
Freundschaft und Partnerschaft mit
der Schweizer Garde, die insbesondere
durch die enge Zusammenarbeit mit
dem Consulat Schweiz gepflegt wird,
bekräftigte der Orden
seine Absicht, auch in den
kommenden Jahren alljährlich
am 6. Mai in Rom
präsent zu sein.
Die Mitglieder der
Senatsdelegation zeigten
sich darüber hinaus sehr
zufrieden mit der Wahl
des neuen Papstes. Mit
Leo XIV. habe man einen
würdigen und klugen
Nachfolger auf dem Stuhl
Petri gefunden – eine
Führungspersönlichkeit,
die dem Vatikan und der
katholischen Kirche in dieser
herausfordernden Zeit
Stabilität und Orientierung
geben könne.
Foto/s © Weinritterorden
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Hausgärten 70, 7152 Pamhagen
BURGENLAND, ÖSTERREICH
www.weingutjoseftschida.at
KULTUR
INTERVIEW
Frischer Wind
im Volkstheater
Ab September übernimmt der Theaterregisseur und ehemalige
Schauspieldirektor des Staatstheaters Nürnberg, Jan Philipp Gloger,
die Direktion des Wiener Volkstheaters. Diplomatic SOCIETY
hat ihn zu seinen Plänen befragt.
70
Sie haben bereits mehrere Male in Wien inszeniert,
wie ist es, jetzt als künstlerischer Direktor die
Verantwortung für das Volkstheater zu übernehmen?
Wo sehen Sie hier die Herausforderungen?
Als Gastregisseur reist man nach der Premiere ab
und kriegt kaum etwas von den Reaktionen mit. In
einer Stadt, in der ich drei Mal gut gearbeitet habe,
und die mir ans Herz gewachsen ist, nun leben zu
können, ist erst einmal eine großartige Perspektive.
Auch wegen der Möglichkeit, als Künstler die
eigenen Spuren zu lesen! Aber die eigene Regie ist
ein verhältnismäßig kleiner Teil einer Künstlerischen
Direktion: Ich bin auch Kurator und einer von
zwei Geschäftsführern. Diese Rollen unter einen
Hut zu bringen, ist eine tägliche Herausforderung.
Eine andere ist, ein Volkstheater zu kreieren, das
eine breite Bevölkerung anspricht, niederschwellig
und trotzdem anspruchsvoll ist
und Produktionen bietet, die
man nicht verpassen will.
„Volkstheaterkollektiv“ für alle, die selbst Theater
spielen wollen. Zudem gründen wir einen Jugendbeirat
und nicht zuletzt auch ein Schulnetzwerk
als breites und nachhaltiges Kooperationsmodell
– einige Jugendliche erreicht man gar nicht anders
als über ihre Schulen.
Cay Urbanek, Veronica Kaup-Hasler, Rieke Süßkow, Jan Philipp Gloger,
Brigitte Ostermann, Anja Sczilinski, Tobias Schuster, Julia Engelmayer
Zur Person
Jan Philipp Gloger wurde
1981 in Hagen geboren.
Nach dem Schulabschluss
studier te er
Angewandte Theaterwissenschaft
in Gießen und
Regie an der Zürcher Hochschule
für Künste. Ab 2007 arbeitete
er als freischaffender Schauspielregisseur
u.a. am Residenztheater in München, am
Deutschen Theater und an der Schaubühne
in Berlin. Zwischen 2011 und 2013 war er Leitender
Regisseur im Schauspiel am Staatstheater
Mainz. Seit 2010 inszenierte er auch
Opern, u.a. an der Oper Zürich, an der Semperoper
Dresden, an der Oper Frankfurt,
am Royal Opera House in London oder an
der Volksoper Wien. Seine Inszenierungen
waren zudem bereits auf zahlreichen Festivals
zu sehen, etwa den Ruhrfestspielen
Recklinghausen, den Autorentheatertagen
Berlin und dem Theater Festival Prag.
Mit der Spielzeit 2018/2019 war Gloger
Schauspieldirektor am Staatstheater Nürnberg,
ab September 2025 wird er Direktor
des Wiener Volkstheaters.
Sie haben in einem Interview
mit Ö1 gesagt, dass
Sie das Volkstheater als
ein junges Haus sehen,
wie kann man Ihrer
Meinung nach eine jüngere
Zielgruppe ansprechen, die
ansonsten nicht ins Theater
gehen würde?
Da gibt es ganz unterschiedliche
Ansätze: Etwa Partys
und Talks in der „Roten
Bar“ oder Konzerte – hier
kommen Menschen mit dem
Haus in Erstkontakt und
können direkt vor Ort auf das
Programm neugierig gemacht
werden. Und über Partizipation:
Wir bieten zum Beispiel
einen intergenerationalen
Schreibworkshop an oder ein
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Wie kann Theater in Zeiten von gesellschaftlichen
Zerreißproben Zusammenhalt bieten?
Über geteilte Erfahrungen möglichst unterschiedlicher
Menschen. Das heißt im besten Fall: ein
breites Programm bieten, die Durchmischung
unterschiedlicher Generationen, Hintergründe und
Bildungsvoraussetzungen fördern – mit Ansätzen
wie oben erwähnt zum Beispiel. Und dann Produktionen
präsentieren, die Identifikationspotenzial
haben. Das geht über Texte und Stoffe zu Themen,
die auf breites Interesse treffen, aber auch noch
unmittelbarer. Lachen kann beispielsweise ungeheuer
verbindend und ansteckend sein – darauf
setzen wir unter anderem und heben auch einen
Preis für zeitgenössische, politische Komödie aus
der Taufe. Darüber hinaus ist es wichtig, Begegnungs-
und Diskussionsorte zu schaffen: Das tun
wir bei Veranstaltungen sowohl im großen Haus
am Arthur-Schnitzler-Platz als auch weiterhin in
den Bezirken, auch um hier Verbindungen herzustellen
und gegen Abgrenzung vorzugehen.
Foto/s © Marcella Ruiz Cruz
D
as Narzissendorf besteht aus drei
Dorfteilen, die in das imposante
Ausseerbergpanorama eingebettet
sind. Zu seinen Füßen befindet sich der
Grundlsee, der im Sommer für herrliche
Erfrischung sorgt. Hier übernachtet
man im typischen Ausseerhaus aus
Zirbenholz mit Schnitzwerk und Zierbrettern.
Im Zentrum befindet sich der
Dorfplatz mit einem Teich, Erlebnisspielplatz,
dem Zloam Wirt, dem Dorfladen,
einer Holz- und Kreativwerkstatt
und dem Veranstaltungsgebäude
"Klangwerkstatt" mit Veranstaltungssaal,
Kobinger Bar und Seminarräumen.
Spiel und Spaß
Vor allem für die Kleinen ist das Narzissendorf
der ideale Urlaubsort,
denn es gibt zahlreiche Aktivitäten: im
Reit- und Ponyhof kommen Pferdenarren
auf ihre Kosten, im Schatzsucherwald
begeben sich kleine, große
und passionierte Schatzsucher mit
professionellen Metallsonden auf
abenteuerliche Schatzsuche. Auf
drei unterschiedlich großen
Arealen öffnet sich
nach erfolgreicher Jagd
(erfolgreichen Sondengang)
eine Schatzkiste mit
echten Repliken und kleinen
Überraschungen für
Kinder. Die Sportarena
Zloam verfügt über einen
outdoor 3D-Bogenparcours, zwei Tennisplätze,
einen E-Bike Verleih und
vielem mehr. In der Holzwerkstatt
probieren sich Kinder und Erwachsene
beim Werken mit Holz und anderen
Naturmaterialen und erleben den
Zauber, etwas mit eigenen Händen
entstehen zu lassen. Sommerliche
Erfrischung bietet der Badeteich. Bei
Schlechtwetter kann man verschiedenste
spannende Indoor-Sportmöglichkeiten
wie 4D-Bogenkino,
„Zimmergwehrl’n“, Indoor
Skaten oder Stockschießen
ausprobieren.
Kulturelle Vielfalt
Das ganze Jahr über gibt
es außerdem immer wieder
spannende Angebote zu
unterschiedlichen Themen und eine
Vielzahl an musikalischen und kulturellen
Veranstaltungen. Ein Ort, an dem
man also ruhig eine kleine Weile bleiben
kann, dieses malerische Zloam.
71
Narzissendorf Zloam
Archkogl 188, A-8993 Grundlsee
Tel. +43 (0) 3622 20990
rezeption@zloam.at
zloam.at
Foto/s © Narzissendorf Zloam
LIFE & STYLE
REISE
Sommerliche Erholung im
Narzissendorf Zloam
Abenteuer und Erholung in der Natur – das alles bietet das Narzissendorf Zloam,
ein Ferienresort im malerischen Ausseerland.
Issue
N 388
BILDUNG
INTERVIEW
„Für ein chancengerechtes und
leistungsfähiges Bildungssystem“
Das Diplomatic SOCIETY Magazin hat mit dem Bundesminister für Bildung, Wis sen -
schaft und Forschung, Christoph Wiederkehr, über die Herausforderungen im
Bil dungsbereich, die „perfekte“ Schule und Reformbestrebungen gesprochen.
72
Sie wurden am 3. März dieses Jahres als Bundesminister
für Bildung, Wissenschaft und
Forschung angelobt und dürfen damit eines der
Herzensthemen der NEOS verantworten – wie
soll das österreichische Bildungssystem nach
Ihrer Amtszeit aussehen?
Mein Ziel ist es, dass alle Kinder und Jugendlichen
gerne in die Schule gehen und Lehrkräfte sowie
Direktionen entlastet werden. Das Bildungssystem
sollte nach meiner Amtszeit chancengerechter
und leistungsfähiger sein.
Wie wollen Sie es schaffen, die vielen im Bildungs
bereich involvierten „Parteien“ – Bund,
Länder Gemeinden, Gewerkschaften, Wirtschaft,
Lehrer, Eltern und Schülerinnen und Schüler – mit
ins „Reformboot“ zu holen? Wie sieht der Austausch
momentan aus?
Im Rahmen der diesjährigen Landeshauptleutekonferenz
ist eine Reformpartnerschaft zwischen
Bund, Ländern, Städten und Gemeinden angekündigt
worden – dabei werden wir uns auch das
Bildungssystem anschauen. Sie stellt einen wichtigen
Schritt zur Verbesserung und Modernisierung
„Das Bildungssystem hat
meiner Meinung nach nicht
mit der Entwicklung der
Gesellschaft Schritt gehalten
und wir müssen daher jetzt
eine Aufholjagd starten.“
unseres Bildungssystems dar. Die Partnerschaft
zielt darauf ab, die Bildungslandschaft durch
strukturelle Verbesserungen und die Vereinfachung
von Zuständigkeiten nachhaltig zu verbessern.
Ein Problembewusstsein ist hier auf allen
Ebenen vorhanden, was den Austausch beflügelt.
Ein laufender Dialog mit allen Stakeholdern ist
mir ein großes Anliegen. Wir haben dazu beispielsweise
einen Eltern – sowie einen Schulleitungsbeirat
ins Leben gerufen, wodurch wir die schulischen
Anliegen von Eltern sowie von Schulleitungen
bestmöglich abholen können. Wir pflegen
einen engen Austausch mit den Schul- und
Sozialpartnern, allen Ministerien, den Bundesländern,
dem Städte- und Gemeindebund und vielen
weiteren Stakeholdern. Darüber hinaus führen
wir den seit einigen Jahren etablierten Beirat für
Elementarpädagogik fort.
Gleich nach Ihrer Angelobung haben Sie einen
Kindergarten besucht – um ein „Zeichen für die
Bedeutung der Elementarpädagogik“ zu setzen –
wie kann man diese besser fördern und gleichzeitig
dem Fachkräftemangel entgegenwirken?
Um dem Fachkräftemangel in der Elementarpädagogik
zu begegnen, starten wir eine umfassende,
österreichweite Ausbildungsoffensive. Wir wollen
neue Wege in den Beruf der Elementarpädagogin
bzw. des Elementarpädagogen eröffnen und
neue Zielgruppen für diesen Beruf mit Zukunft
gewinnen. Dazu zählt, dass wir berufsbegleitende
Kolleg-Plätze dezentral in allen Bezirken schaffen
– auch in jenen ohne eigene Bildungsanstalt für
Elementarpädagogik – und außerdem in Form
eines Elementarpädagogik-Bachelorstudiums
auch ein attraktives Angebot für AHS-Maturantinnen
und Maturanten etablieren. Zudem soll es
Weiterbildungsmöglichkeiten für berufserfahrene
Kindergarten-Assistentinnen und -Assistenten
geben. Für diese massive Ausbildungsoffensive
investieren wir 32 Millionen Euro und schaffen so
in den kommenden vier Jahren mehr als 4.000
neue Plätze in den unterschiedlichen Ausbildungsformaten.
Damit wird ein großer Beitrag
geleistet, den Mangel an Pädagoginnen und Pädagogen
abzufedern. Weitere Schritte müssen und
werden folgen, damit ausgebildete Elementarpädagoginnen
und -pädagogen länger im Job bleiben.
Wie steht das österreichische Bildungssystem Ihrer
Meinung nach im internationalen Vergleich da?
Haben Sie Vorbilder, was Bildung und Bildungsinnovation
betrifft? Gibt es Länder, an denen Sie
sich orientieren?
Österreich erzielte in den letzten Jahren erhebliche
Fortschritte z.B. im Bereich der digitalen Kompetenzen
unserer SchülerInnen, hinsichtlich des
Anteils der Teilnahme an frühkindlicher Bildung,
der Anzahl von Abschlüssen im Tertiärbereich oder
auch im Bereich des Lernens am Arbeitsplatz.
Gerade in der Berufsbildung zeigt Österreich im
internationalen Vergleich ausgeprägte Stärken, wie
beispielsweise eine starke Verbindung zwischen
schulischer Bildung und beruflicher Praxis. So
zählt Österreich laut Daten der EU-Kommission zu
jenen Ländern mit einer der geringsten Übergangsphasen
von der Ausbildung in das Arbeitsleben.
Rund 90 Prozent der AbsolventInnen eines beruflichen
Ausbildungswegs finden innerhalb weniger
Monate einen Arbeitsplatz. Im EU-Vergleich sind
dies beispielsweise 76%.
Gleichzeitig sehen wir, dass unsere Schüler
Innen im internationalen Vergleich im Bereich der
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
BILDUNG
INTERVIEW
Christoph Wiederkehr
Foto/s ©BKA
Grundkompetenzen zurückfallen. So zählt laut der
aktuellsten PISA Studie (PISA 2022) jeweils rund
ein Viertel der 15-Jährigen in den drei Kompetenzbereichen
Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft
zur leistungsschwächsten Gruppe. Damit
liegt Österreich rund 10 Prozentpunkte hinter dem
EU-Ziel von 15%. Darin sehe ich einen klaren Handlungsauftrag.
Die Aufholjagd in der Bildung bedeutet für
mich, allen Kindern und Jugendlichen die gleiche
Chance auf eine hochwertige Bildung zu bieten.
Es geht mir darum, durch gezielte Förderung,
moderne Pädagogik und Chancengerechtigkeit
die Qualität des Bildungssystems zu verbessern.
Mit dem aufgestockten Ressourcenpaket im
Bereich der Deutschförderung ist uns ein erster
großer Meilenstein gelungen. Wir setzen in den
kommenden Jahren ein klares Zeichen und lenken
Ressourcen treffsicher dorthin, wo sie am dringendsten
benötigt werden.
Wie haben Sie Ihre eigene Schulzeit erlebt? Was
haben Sie vermisst, was hat Sie geprägt? Und wie
hat sich Schule bzw. Bildung Ihrer Meinung nach
seither verändert?
Ich war ein sehr wissbegieriger Schüler auf der
einen Seite, habe aber auch immer für die Rechte
der Schülerinnen und Schüler gekämpft, weil ich
gesehen habe, dass es im Schulalltag auch viele
Ungerechtigkeiten gibt. Das Bildungssystem hat
meiner Meinung nach nicht mit der Entwicklung
der Gesellschaft Schritt gehalten und wir müssen
daher jetzt eine Aufholjagd starten.
Zwischen 2020 und 2025 waren Sie ja bereits u.a.
Stadtrat für Bildung – wie blicken Sie auf diese
Zeit zurück? Was konnten Sie erreichen und wo
sind Sie an Ihre Grenzen gestoßen?
Es war eine sehr intensive Zeit, die von diversen
Krisen wie der Pandemie, dem Angriffskrieg Russlands
auf die Ukraine oder der Familienzusammenführung
geprägt war. Es ist uns in dieser
herausfordernden Zeit gelungen, eine Reihe von
wichtigen Bildungsmaßnahmen auf den Weg
zu bringen: Mehr Personal in Kindergärten, der
Ausbau der verschränkten Ganztagesschule,
Förderung der Bildungsinnovationen, Unterstützungspersonal
an Schulen und vieles mehr.
Wie sieht, Ihrer Meinung nach, „die perfekte
Schule“ aus?
Ich sehe eine gute Schule als einen Ort, der
von einer engagierten und visionären Schulleitung
geführt wird. Diese Führungspersonen
zeichnen sich durch Innovationskraft, Mut zur
Schulautonomie, Freude an der Gestaltung des
Schulsystems sowie durch die Fähigkeit aus,
das Kollegium inspirierend zu begleiten und zu
fördern. Eine gute Schule ist auch ein Ort, an
dem Lehrkräfte in Teams zusammenarbeiten,
gemeinsam pädagogische Konzepte entwickeln
und eine Lernumgebung schaffen, in der
sich Schülerinnen und Schüler wohl und sicher
fühlen, motiviert lernen und nachhaltige Lernerfolge
erzielen. Diese Erfolge bilden wiederum
eine wesentliche Grundlage für ihre private und
berufliche Zukunft.
Eine gute Schule fördert selbstständiges
und eigenverantwortliches Lernen und wagt im
Rahmen der Schulautonomie neue Wege. Sie sieht
Fehler nicht als Defizite, sondern als wertvolle
Lernmomente. Ebenso zeichnet sie sich dadurch
aus, dass sie eine gelebte Schulpartnerschaft
pflegt – eine Beziehung, in der Eltern mit ihren
Anliegen und Fragen ernst genommen und konstruktiv
begleitet werden.
Darüber hinaus öffnet sich eine gute Schule
ihrem Umfeld. Sie kooperiert aktiv mit Betrieben,
Vereinen und Institutionen, um ein vielfältiges
Angebot bereitzustellen, das sowohl die Lebenswelt
der Schülerinnen und Schüler widerspiegelt
als auch ihre Freude am Lernen steigert. Gleichzeitig
bereitet sie sie praxisnah auf zukünftige
berufliche Anforderungen vor. Kurzum: Eine gute
Schule ist ein lebendiger, lernförderlicher und
vernetzter Raum, der nachhaltig für die persönliche
und gesellschaftliche Weiterentwicklung
aller Beteiligten wirkt.
73
Issue
N 388
DANUBE PRIVATE UNIVERSITY
Austria
Study in the Wachau, the UNESCO Cultural Landscape, 70 km from Vienna
Dentistry at the highest Level
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Univ.-Prof. Dr. Dr.
Ralf Gutwald
Dean and Coordinator of
Scientific Continuing
Education and Postgraduate
Studies at Danube Private
University
twelve patient cases, Master’s
thesis, and oral/written
examinations), graduates of
our university programme
in dentistry are awarded
the academic degree and
title of Master of Science
(Continuing Education) –
MSc (CE) for short – in their
chosen field of dentistry,”
says Professor Ralf Gutwald,
Dean and Coordinator of
Scientific Continuing Education
and Postgraduate
Studies at DPU.
“After fulfilling the European ECTS criteria (successful
participation in the online and face-to-face modules
listed in the curriculum, documentation of ten to
Some 1,100 dentists are currently enrolled on one
of DPU’s postgraduate university courses, with renowned
professors guiding them towards even great-
er success in dental practice through cutting-edge
instruction.
Univ.-Prof. Dr. Dr.
Dieter Müßig
Rector and Director of the
Centre for Orthodontics of
Danube Private University
“A Master’s degree programme
offers dentists at
least two years of professional
experience with excellent
professional training,”
says Professor Dieter Müßig,
Rector and Academic Director
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WA
INTERVIEW
Welcome to Austria:
Connecting people
Diplomatic SOCIETY met with Maria Kuglitsch, the 1 st Vice President
of Welcome to Austria, to speak with her about the life of a diplomat’s
wife and the activities of the organization.
76
You traveled the world a lot with your husband,
who was a former ambassador. How did you experience
life as an ambassador’s spouse?
One doesn’t start out as an ambassador’s spouse.
First, you are the spouse of a young diplomat—and
this makes a big difference. Once you are an ambassador’s
wife, the embassy prepares a lot for you and
you receive invitations from the beginning onwards.
If you start out as a young civil servant, there is little
support, and you have to find out things yourself.
You arrange your life in a
completely new environment
and have to start every
time from scratch.
Most of the women of my
generation had to leave their
own jobs or careers behind.
I’m a lawyer and at the second
posting, Tunisia, I had to
stop working. In the meantime,
this has changed a lot thanks to the internet
and the possibility of remote working. Also foreign
ministries are more open and helpful towards
working partners. On the other
hand, I personally never got
bored during my diplomatic
life. Raising four kids and supporting
my husband and moving
every four years was like a
full-time job—and I had a very
rewarding life.
What kind of advice would
you give to spouses of diplomats
who come here as civil
servants?
From my own experience,
what I would always recommend
is trying to get involved
WA First Vice President Maria Kuglitsch at Villa Flora as soon as you can. Because
time is passing by very quickly
and you know you have only three or four years.
Start to learn the language or at least basics of it
and join clubs such as Welcome to Austria, that
can help you in socializing with local people. At the
beginning you mainly meet fellow diplomats but
the locals you don’t get to know so easily. The benefit
of your stay is much bigger if you know people
from the country.
Since you brought it up, what is Welcome to Austria
and what kind of services do you provide?
“The benefit of your
stay is much bigger if
you know people from
the country.”
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Welcome to Austria is the first diplomatic
spouses’ association in Austria under the
patronage of the Ministry for European and International
Affairs. We are working in close contact
with the Protocol Department and the Secretary
General. Every year we have the honor to hold
our General Assembly at the “Alois Mock Saal”
in the Foreign Ministry.
Our mission in the first place is to make foreign
diplomats familiar with all aspects of Austrian culture
such as history, music,
arts, architecture and much
more. We try to offer our
members an “out of the box”
program—things you cannot
find yourself, hidden jewels.
The social aspect seems
crucial to us, too. Therefore,
we organize various social
gatherings, for instance a
jour fixe once a month in a traditional Viennese
coffeeshop or walking tours and excursions. Our
members also open their private homes or residences
for special events. We organize cooking
events to present Austrian culinary art, last year
it was Christmas cookies we demonstrated in the
kitchen of the Brazilian residence. Additionally,
we invite our members every year to an “Advent
concert” before Christmas, usually in cooperation
with an embassy on its premises.
Who can become a member of WA?
Our target group are the spouses—regardless of
gender or nationality—of every single diplomat
who is accredited to Austria (bilaterally or to an
international organization). Everyone is entitled
to apply for membership, as long as they are in
a diplomatic state. We also have Austrian members,
spouses of Austrian diplomats or others.
Our board is an international team of Austrians,
Austrian diplomats’ spouses, and international
members from all corners of the world, all of
them full of enthusiasm to create the most exciting
program for our members!
Welcome to Austria
Hofburg, Stallburg
Reitschulgasse 2/2.OG
A-1010 Vienna
Tel : +43-1- 535 88 36
Fax: +43-1- 535 88 37
office@welcome-to-austria.org
welcome-to-austria.org
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig
BILDUNG
INTERVIEW
Brücken bauen durch
Bildung und Austausch
Seit 1950 engagiert sich Fulbright Austria für den akademischen und kulturellen Aus -
tausch zwischen Österreich und den USA. Zum 75-jährigen Jubiläum gibt Executive
Director Dr. Hermann Agis Einblick in die Entwicklung des Programms, dessen Erfolge
und Herausforderungen, und spricht über die Zukunft des transatlantischen Dialogs.
Foto/s © Barbara Lachner
Fulbright Austria wurde bereits 1950 gegründet.
Wie hat sich das Programm seither verändert? Was
waren die größten und wichtigsten Meilensteine?
Als binationale Kommission fördern wir das gegen
seitige Verständnis sowie den Austausch in Wissenschaft
und Kultur zwischen Österreich
und den USA. Unsere zentralen Auf -
gaben sind die Vergabe der Fulbright-
Stipendien und die Administration
des US-Fremdsprachenassistenzprogramms
des Bildungsministeriums.
Seit 1950 haben wir uns stetig
weiterentwickelt. Heute zählen wir
über 11.000 Alumni:ae – mehr als
6.700 Fulbright-Stipendiat:innen und
rund 4.700 US-Fremdsprachenassistent:innen.
Ein großer Meilenstein war
1962 die Übernahme der Administration
des Fremdsprachenassistenzprogramms,
das seit dem kontinuierlich
gewachsen ist. Im Jahr 2024/25
nehmen 168 US-Amerikaner:innen
daran teil.
Prägend waren die stetige Ausweitung
unserer Programme und die Partnerschaften
mit inzwi
Fulbright Executive Director
Hermann Agis
schen 23 österreichischen
und mehreren
US-Institutionen. 2016 führten wir
das Community-Based Combined
Grant ein, das Service Learning
und gesellschaftliches Engagement fördert. In den
letzten Jahren kamen gezielt Programme für Musik
und bildende wie dar stellende Kunst hinzu. Neue
Visiting Professorships – etwa mit der TU Wien und
der Akademie der bildenden Künste Wien – stärken
zusätzlich den Austausch.
Ein Ziel des Fulbright-Programms war immer, die
Beziehungen zwischen den USA und Österreich zu
fördern. Welche Erfolgsgeschichten oder Beispiele
gelungener Zusammenarbeit fallen Ihnen ein?
Wo wird der Erfolg besonders spürbar?
Erfolgsgeschichten begegnen mir fast täglich – in
Form von Alumni:ae, die heute als Professor:innen,
Künstler:innen, Unternehmer:innen oder Politiker:innen
wirken, oder durch persönliche Rückmeldungen
über prägende Erfahrungen.
Besonders spürbar ist der Erfolg in den Netzwerken,
die daraus entstehen. Viele Rückkehrer:innen
engagieren sich als Mentor:innen,
Brückenbauer:innen und Spender:innen. Zwei
aktuelle Beispiele: 2023 wurde unsere Alumna
Berit Gilma (Fulbright Studentin 2019–20) für
einen GRAMMY in der Kategorie „Best Boxed or
Special Limited-Edition Package“ nominiert.
Und am 6. Juni 2025 wurde Heinz Faßmann,
ÖAW-Präsident und Fulbright Scholar 2004–05,
mit dem Großen Goldenen Ehrenzeichen mit
dem Stern für Verdienste um die Republik Österreich
ausgezeichnet.
Jede:r Teilnehmer:in ist eine Erfolgsgeschichte –
viele davon finden sich auch auf unserer Website:
fulbright.at/stories
Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für
das Fulbright-Programm in den nächsten Jahren?
Die größte Herausforderung bleibt, Austauschprogramme
möglichst vielen Talenten zugänglich zu
machen. Steigende Lebenshaltungskosten, Studiengebühren
und geopolitische Unsicherheiten
fordern uns dabei besonders heraus. Persönliche
Begegnung ist und bleibt unser Kern, aber auch
unsere digitale Präsenz gewinnt an Bedeutung.
Zur Sicherung unseres Qualitätsniveaus und
zum Ausbau unserer Programme
sind wir weiterhin auf die Unterstützung
von Spender:innen,
Partnerinstitutionen und politischer
Entscheidungsträger:innen
angewiesen. Unser Ziel bleibt:
Bildung als Brücke – zwischen Menschen, Disziplinen
und Nationen.
Abschließend:
75 Jahre nach der Gründung ist Fulbright Austria
heute mehr denn je ein Ort der Begegnung, des
Austauschs und der Inspiration—connecting
peoples, connecting nations, connecting generations.
Gemeinsam mit unseren Partnern in
Österreich und den USA wollen wir weiterhin
dazu beitragen, dass Bildung und gegenseitiges
Verständnis im Zentrum einer offenen Gesellschaft
stehen.
Wenn Sie unsere
Arbeit unterstützen
möchten:
fulbright.at/support
77
Issue
N 388
DIPLOMATIE
PAN
Neues von PaN
Der Dachverband aller österreichisch-ausländischen Gesellschaften –
PaN blickt auf ereignisreiche Monate zurück. Stets mit dem Ziel, Beziehungen
zwischen fremden Staaten und Österreich zu stärken, wurden wieder zahl -
reiche Veranstaltungen und Treffen organisiert.
Kranzniederlegung zu Ehren Don José de San
Martins am Nationalfeiertag Argentiniens
Anlässlich des argentinischen Nationalfeiertags
fand auch heuer wieder eine feierliche Kranzniederlegung
zu Ehren des argentinischen Nationalhelden
Don José de San Martin in Wien statt.
Die Gedenkveranstaltung, die in enger Zusammenarbeit
zwischen der Botschaft der Argentinischen
Republik und der Österreichisch-Argentinischen
Gesellschaft (ÖAG) organisiert wurde, würdigte
nicht nur das historische Erbe San Martins, sondern
auch die langjährige Freundschaft zwischen
Österreich und Argentinien.
78
Der Vorstand der ÖAG mit S.E. Botschafter Gustavo Zlauvinen vor dem Denkmal des
argentinischen Freiheitshelden Don José de San Martin
Sommerempfang der
Österreich-Vereinigte
Arabische Emirate
Gesellschaft (ÖVAEG)
Die Österreich-Vereinigte Arabische Emirate Gesellschaft
(ÖVAEG) lud zu einem festlichen Sommerempfang
in das Schloss Neuwaldegg ein. Die Veranstaltung
würdigte die aktive Rolle der ÖVAEG im bilateralen
Austausch zwischen Österreich und den Vereinigten
Arabischen Emiraten und bot hochrangigen Vertreterinnen
und Vertretern aus Diplomatie, Wirtschaft,
Wissenschaft und Kultur eine exklusive Plattform
zum persönlichen Dialog.
Sri Lanka Afternoon
in den Blumengärten
Hirschstetten
In die Blumengärten von Hirschstetten lud die Österreich-Sri
Lanka Gesellschaft-PaN zu einem „Sri Lanka
Afternoon“ unter dem Ehrenschutz des Botschafters von
Sri Lanka, S.E. Botschafter Matota M.R. Lenagala, Anfang
Juni Mitglieder und Freundinnen und Freunde ein.
Foto/s © Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig, Sora, Ö-Sri Lanka-Gesellschaft
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Student-Centered. Innovative. Adaptive.
The American International School Vienna empowers
each student with the skills and character strengths
necessary to be positively impactful global citizens
who strive for personal growth and excellence in an
ever-changing world.
Set within the rich cultural context of Austria and the
beauty of the Vienna Woods, the American International
School Vienna is one of the top international schools in
the country. Founded in 1959, AIS Vienna today proudly
serves 800 students, representing 80 nationalities,
from Pre-Kindergarten through Grade 12 (IB Diploma
or American Diploma). By living our core values --
respect, aspire, and achieve -- we ensure that students
develop the intellectual and emotional skills to think
critically and succeed as globally-minded citizens.
Teachers at AIS Vienna are dedicated educators who
take a deeply personal interest in their students. Given
the globally mobile nature of our community, we pride
ourselves on successfully guiding our students as they
transition into and out of our program to a variety of
schools and curricula worldwide.
At AIS Vienna students benefit from an adapted
American curriculum through Grade 10 and the IB
Diploma Programme (IBDP) in Grades 11 and 12. Built
on the foundation of the US Common Core Standards
and holistic American-style education, we integrate
best practice curricula and teaching methods from the
IB and other respected educational programs to deliver
a child-centered, internationally-minded program that
is both flexible and rigorous.
Our Elementary School program (Pre-Kindergarten
to Grade 5) focuses on inquiry-based, transdisciplinary
learning, and international mindedness while
maintaining the flexibility to offer unique opportunities
to our learners, such as our strings program introduced
in Grade 3, hands-on science and innovation program,
and best practice math and reading curricula aligned
with the US Common Core Standards.
Our Middle School (Grade 6 to 8) builds on these
learning principles offering a program specific to this
developmental stage in our students’ lives. Middle
School teachers specialize in working with young
adolescents and understand the specific physical,
emotional, and social changes experienced by this age
group. We have crafted a program that allows students
to explore their interests and develop their talents
through a wide range of elective offerings, preparing
them for the academic rigor of High School at AISV or
any international or IB school.
In High School (Grade 9-12) students are supported
academically and emotionally as they prepare for life
beyond school. All students graduate with a US high
school diploma with the majority also completing the
requirements of the full IB Diploma. We are particularly
proud of having some of the highest average IB scores
in Austria, evidencing our strength in preparing our
students for this challenging program. In addition, our
college counseling team works with students and their
families actively guiding and advising them through
the college application in America, Europe, and the
rest of the world.
Find out more at ais.at
DIPLOMATIC EVENTS
AROUND THE WORLD
The Netherlands:
King’s Day
On the occasion of King’s Day, the Ambassador of the Netherlands to
Austria and Permanent Representative to the United Nations Organizations
in Vienna, H.E. Peter Potman and the Chargée d’Affaires of the
Netherlands to the OSCE, Suzanne de Groot, invited to a reception at
the Dutch residence.
80
The Chargé d’Affaires of the Republic of Poland in Austria, Zenon
Kosiniak-Kamysz, and the Chargé d’Affaires of Poland to the United
Nations and International Organizations in Vienna, Jacek Sawicz,
extended an invitation to celebrate Poland’s National Day—
Constitution Day at the Polish Embassy.
Poland:
National Day
Lansky, Ganzger,
Goeth + Partner &
European Brand
Institute: Roof Top
Reception
Lansky, Ganzger, Goeth + Partner & European Brand Institute
invited to a rooftop reception at the firm’s premises to celebrate
World Brand Day with brand managers, business
leaders and media representatives and to recognize the
strategic relevance of brands
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig/Karakan
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
DIPLOMATIC EVENTS
AROUND THE WORLD
At the “Haus der Industrie”, the Coudenhove-Kalergi European Prize was
awarded to Vjosa Osmani-Sadriu, President of the Republic of Kosovo for her
commitment to relations with Euro-Atlantic partners, as well as her dedication
to the pro-European orientation, democracy, and the rule of law. The Coudenhove-Kalergi
European Prize is awarded every two years by the Coudenhove-Kalergi
Society of Europe to an individual who, through outstanding
actions, has contributed to the political development of Europe.
Awarding of the
Coudenhove-
Kalergi European
Prize
81
Israel:
77 th Independence
Day & Israel Friendship
Award
The Ambassador of Israel to Austria, H.E. David Roet, invited to
Israel’s 77 th Independence Day Reception and the Israel Friendship
Award, which, this year, was awarded to former Chancellor
Karl Nehammer, Ambassador Peter Launsky-Tieffenthal and to
Marie-Louise Weissenböck.
image/s by Pobaschnig
On the occasion of the 300 th Anniversary of Consular and Diplomatic relations
between Tunisia and Austria, the Ambassador of Tunisia, H.E. Samia Ilhem Ammar,
invited to the “Tunisian-Austrian Renewable Energy Forum” at Palais Niederösterreich.
The forum brought together important Austrian Institutions, such as the
Austrian Economic Chamber, the Federation of Austrian Industries, the Austrian-
Arab Chamber of Commerce, the Ministry for European and International
Affairs and the Ministry for Economy, Energy and Tourism.
Tunisian-Austrian
Renewable
Energy Forum
Issue
N 388
DIPLOMATIC EVENTS
AROUND THE WORLD
Italy:
National
Day
On the occasion of Italy’s National Day, the Italian Ambassador to
Austria, H.E. Giovanni Pugliese, the Ambassador of the Permanent
Mission of Italy to the United Nations in Vienna, H.E. Debora Lepre, and
the Ambassador of the Permanent Mission of Italy to the OSCE, H.E.
Andrea Cascone, hosted a festive reception at Palais Metternich, home
of the Italian Embassy.
82
Ambassador and Permanent Representative of the UK to the UN in Vienna,
H.E. Lindsay Skoll CMG, the Permanent Representative to the IAEA and
CTBTO, H.E. Ambassador Corinne Kitsell OBE and the Head of the UK Delegation
to the OSCE, H.E. Ambassador Neil Holland invited to a festive Garden
Reception at the beautiful British Ambassador’s Residence. In addition to
culinary and musical highlights, the British company LUSH, offered a bath
bomb workshop and a small glimpse into their extensive range of cosmetics.
UK: 77 th Birthday
of His Majesty
King Charles III
Georgia:
National
Day
On the occasion of Georgia’s National Day, the Ambassador of
Georgia to Austria and Permanent Representative of Georgia
to the OSCE and other International Organizations in Vienna,
H.E. Alexander Maisuradze and Ms. Tea Kiknadze, invited to a
reception in the Oval Hall of the Museumsquartier.
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig/Karakan
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
DIPLOMATIC EVENTS
AROUND THE WORLD
On the occasion of the National Day of Luxembourg, also referred to as
Grand Duke’s Birthday or “Groussherzogsgebuertsdag”, the Ambassador
of Luxembourg to Austria, H.E. Jean Graff, invited to a garden party
at his residence.
Luxembourg:
Garden Party
83
USA:
Independence Day
Party
On the occasion of the 249th Anniversary of the Declaration of Independence
of the United States of America, Chargé d’Affaires, a.i., of the United
States of America to the International Organizations in Vienna, Mr. Howard
Solomon, had the pleasure of hosting a garden party at the residence for
invited guests.
image/s by U.S. Mission to International Organizations in Vienna
The Ambassador of the Sovereign Military Order of Malta to
Austria, H.E. Sebastian Prinz von Schoenaich-Carolath, invited
to the celebration of the order holiday on the premises of
St. Johanns Club.
Sovereign Military
Order of Malta:
Reception
Issue
N 388
DIPLOMATIC EVENTS
AROUND THE WORLD
Russia:
National Day
On the occasion of the National Day of the Russian Federation, the
Ambassador of Russia to Austria, the Permanent Representative of Russia
to the International Organizations in Vienna and the Permanent Representative
of Russia to the OSCE invited to a reception at the Embassy.
Due to the upcoming completion of his mission, H.E. Dmitrii Liubinskii
and Mrs. Elena Liubinskaia took the opportunity to say goodbye.
84
To celebrate the National Day and the Armed Forces Day, the Ambassador
of Croatia to Austria, H.E. Daniel Gluncic, the Ambassador of Croatia to the
OSCE, UN and other International Organizations in Vienna, H.E. Mario Horvatic
and the Defense Attaché, Lieutenant Colonel Mario Pavlak, invited to
a festive reception in the Gloriette of Schönbrunn’s Palace Park.
Croatia:
National Day
Egypt: Reception
in honor of
H.E. Ghada Waly
The Ambassador and Permanent Representative of Egypt in
Austria, H.E. Mohamed Nasr, invited to a reception in honor
of H.E. Ghada Waly, Director-General of UNOV and Executive
Director of UNODC, at the Egyptian Embassy.
image/s by Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig, Botschaft der Russischen Föderation/Karakan
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
DIPLOMATIC EVENTS
AROUND THE WORLD
On the occasion of the 127 th Anniversary of the Proclamation of Philippine
Independence and Nationhood, the Ambassador and Permanent
Representative of the Philippines, H.E. Evangelina Lourdes A. Bernas
and Mr. John Aloysius S. Bernas invited to a reception at Klimt Villa.
Philippines: 127 th
Anniversary of
Independence and
Nationhood
85
Summer Party of
Rudolfinerhaus
Private Clinic
The Rudolfiner Society—Red Cross and the Rudolfinerhaus Private
Clinic hosted their traditional summer festival in the beautiful park
of the Rudolfinerhaus. Numerous guests enjoyed the beautiful
summer evening together with Vienna’s Mayor Michael Ludwig, who
also attended the party.
image/s by Karakan, Pobaschnig
The Ambassador and Permanent Representative of Japan to the
International Organizations in Vienna, H.E. Atsushi Kaifu, invited to
the annual Garden Party at the Japanese Ambassador’s Residence.
The guests were taken on a culinary journey through Japan and had
the chance to witness a traditional tea ceremony as well as a live
cooking session.
Japan:
Annual
Garden Party
Issue
N 388
DIPLOMATIC EVENTS
AROUND THE WORLD
Swedish
Midsommarfest
and Farewell
The Ambassador and Permanent Representative of Sweden, H.E.
Annika Markovic, invited to a Swedish Midsommarfest at the Embassy
of Sweden/Schwedenhaus Wien, in the framework of which she also
bid farewell to her colleagues and friends.
86
AMADEUS Festival Director Karen Goh invited to the festive Opening
Gala of the AMADEUS Festival 2025 at AMADEUS International School
Vienna. This year marked an especially significant milestone as the festival
celebrated its 5th Anniversary under the theme „Women & Culture“.
The evening was highlighted by a wonderful debut performance of the
Vienna Girls Choir.
Opening Gala of
the AMADEUS
Festival 2025
Canada Day
Celebration
H.E. Troy Lulashnyk, Ambassador of Canada to Austria &
Ambassador and Permanent Representative to the International
Organizations in Vienna, together with H.E. Véronique
Pepin-Hallé, Ambassador and Permanent Representative of
Canada to the OSCE, invited to the traditional Canada Day
Reception at the Official Residence of Canada.
image/s by Diplomatic SOCIETY/karakan/Pobaschnig
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
LIFE STYLE
RESTAURANT
Authentische
italienische Kulinarik
im Herzen Wiens
Das weit über die Grenzen Wiens hinaus
bekannte Ristorante Sole, das Aki Nuredini
bereits im Jahr 1983—ursprünglich als
Frullateria—gegründet hat, steht heute für
Beständigkeit, höchste Qualität und Dolce
Vita inmitten der Wiener Innenstadt.
Mit frischen Zutaten und saisonalen Gerichten,
feinsten Antipasti, handgemachter Pasta und Pizzen
aus dem Steinofen, begleitet von einer erlesenen
Auswahl an italienischen, österreichischen und
internationalen Weinen, kreiert das Ristorante Sole,
das Aki Nuredini heute mit seinem Sohn Agron führt,
ein kulinarisches Erlebnis, das namhafte Künstler:innen,
Sportler:innen und Komponist:innen und
alle Liebhaber:innen frischer italienischer Küche seit
Jahrzehnten zu schätzen wissen.
Gleich neben dem Restaurant befindet sich die Bar
Sole, die mit besten Weinen, Hausbrand Kaffee,
Stuzzichini, Antipasti, Panini oder hausgemachter
Pizza aufwartet und ein idealer Ort für Afterwork
Drinks, einen Aperitiv vor dem Essen oder einen
gemütlichen Abend mit Freunden ist.
Foto/s ©Brianna Pfaffel
Ristorante Sole
Annagasse 8-10, 1010 Wien
Mo—So: 11:30 bis 23:00 Uhr
Tel.: +43-(0)-1-513 40 77
office@ristorante-sole.at
ristorante-sole.at
Issue
N 388
AMBASSADORS’ CALEIDOSCOPE
NEW ACCREDITATIONS
Ambassadors’
Caleidoscope
New Accreditations
Ambassadors resident in Vienna.
Last update June 2025
Bangladesh
Georgia
Iran
88
H.E. Toufique Hasan
Born on January 1, 1975
EDUCATION
Bachelor’s Degree in Social Sciences,
University of Dhaka, Bangladesh
Master’s Degree in International Relations,
University of Dhaka, Bangladesh
CAREER
2001-2005 Assistant Secretary, Consular
Wing/Protocol Wing, MFA, Dhaka
2005-2008 Second Secretary/First Secretary,
Embassy of Bangladesh in Paris, France
2009-2012 First Secretary/Counsellor,
Embassy of Bangladesh, Bangkok, Thailand
2012-2014 Director, Foreign Secretary’s
Office/Europe Wing/SAARC &
BIMSTEC Wing, MFA
2014-2017 Counsellor/Minister, Embassy
of Bangladesh in Washington, DC, USA
2017-2022 Deputy High Commissioner,
Bangladesh Deputy High Commission,
Kolkata, India
2022-2024 Director General, Public
Diplomacy Wing/East Asia & Pacific Wing, MFA
2024-2025 Director General,
United Nations Wing, MFA
Since March 2025 Ambassador of
Bangladesh to Austria
H.E. Alexander Maisuradze
Born on September 6, 1973
EDUCATION
Diploma, Georgian Agrarian University
CAREER
1998-2000 Attaché, Disarmament and
Arms Control Division, Military-Political
Department, MFA
1999-2000 Second Secretary, Disarmament
and Arms Control Division, Military-Political
Department, MFA
2000-2002 Deputy Head of Disarmament
and Arms Control Division
2002-2005 Head of Arms Control and New
Threats Division, Department of Security
Policy and Euro-Atlantic Integration, MFA
2006-2008 Director, Department
for Security Policy and Euro-Atlantic
Integration, MFA
2008-2012 Deputy Head of Mission to NATO
2012-2015 Deputy Permanent
Representative to the OSCE and other
International Organizations in Vienna
2015-2020 Head of Mission to the North
Atlantic Treaty Organization (NATO)
2020-2024 Permanent Representative
to the UN Office and other International
Organizations in Geneva
Since March 2025 Ambassador of Georgia
to Austria
H.E. Asadollah Eshragh
Jahromi
Born on September 11, 1972, Jahrom
EDUCATION
Bachelor’s Degree in Diplomatic Relations,
College of International Relations of Ministry
of Foreign Affairs
Master’s Degree in Regional Studies,
College of International Relations of MFA
Ph.D. Public International Law,
Tehran Science and Research University
CAREER
1995 Joined the Ministry of Foreign Affairs
of Iran
1995-2000 Expert, Human Rights
Department, MFA
2001-2004 Counsellor, International and
Legal Expert, Embassy of Iran in South Africa
2005-2007 Deputy, Human Rights
Department, MFA
2007-2010 Counsellor, International and
Legal Expert, Permanent Mission of Iran to
the United Nations and other International
Organizations in Geneva, Switzerland
2010-2013 Director, Women International
Affairs and Human Rights Department, MFA
2014-2015 Counsellor, International and
Legal Expert, Permanent Mission of Iran
to the United Nations Office and other
International Organizations in Vienna
2015-2018 Deputy Permanent Representative,
Permanent Mission of Iran to the UN Office
and other IO in Vienna
2019-2021 Deputy Director General,
International Peace and Security
Department, MFA
2021-2024 Director General, International
Peace and Security Department, MFA
Since March 2025 Ambassador of Iran
to Austria
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Diplomatic SOCIETY presents the newly accredited
Ambassadors to Austria with name, photo and CV.
AMBASSADORS' CALEIDOSCOPE
NEW ACCREDITATIONS
Peru
Thailand
image/s by Paul Kulec und Peter Lechner/HBF
H.E. Maria Eugenia Echeverria
De Pury
Born on July 30
EDUCATION
Bachelor’s Degree in International Relations,
Diplomatic Academy of Peru
Master’s Degree in History and International
Politics, Graduate Institute of International
Studies, Geneva, Switzerland
CAREER
1985-1991 Third to First Secretary,
Permanent Mission of Peru to the
International Organizations in Geneva
1997 First Secretary, Cabinet of the Vice
Minister and Secretary General, MFA
2002-2004 First Secretary, Direction of
Economic Organizations, MFA
2004-2007 Counsellor, Direction of Social
and Special Affairs, MFA
2007-2010 Counsellor, Embassy of Peru to
Belgium and Luxembourg and Permanent
Mission to the European Union
2010-2013 Minister Counsellor, Embassy of
Peru to Morocco
2013-2017 Minister, Director of International
Cooperation, MFA
2017-2022 Ambassador of Peru to Romania,
Croatia, Moldova, North Macedonia and
Montenegro
2022-2024 Director General for Economic
Affairs, MFA
Since March 2025 Ambassador of Peru
to Austria
H.E. Pattarat Hongtong
Born on September 26, 1966
EDUCATION
Bachelor’s Degree in International Affairs,
Thammasat University
Master’s Degree in International Relations,
Sophia University, Japan
CAREER
1989 Joined the Ministry of Foreign Affairs,
Attaché, Europe Division, Department of
Political Affairs
1993 Attaché, Division IV, Department of East
Asian Affairs, Third Secretary, Division IV,
Department of East Asian Affairs
1995 Second Secretary, Division IV,
Department of East Asian Affairs, Second
Secretary, Royal Thai Embassy, Bern
1998 First Secretary, Royal Thai Embassy, Bern
2000 First Secretary, Commerce and Industry
Division, Department of ASEAN Affairs
2001 First Secretary, Royal Thai Embassy,
Moscow
2005 Counsellor, Royal Thai Embassy,
Moscow, Counsellor, Peace, Security and
Disarmament Division, Department of
International Organizations
2009 Chief, Secretariat of the
Department of East Asian Affairs
2012 Minister-Counsellor, Royal Thai
Embassy, Tokyo
2015 Director, Devawongse Varopakarn
Institute of Foreign Affairs, Office of the
Permanent Secretary
2017 Deputy Director-General,
Department of Consular Affairs
2019 Director-General, Thailand International
Cooperation Agency
2021 Ambassador of Thailand to India
Since March 2025 Ambassador of Thailand
to Austria
89
Issue
N 388
AMBASSADORS’ CALEIDOSCOPE
IN AUSTRIA
90
Ambassadors’
Caleidoscope
Afghanistan Angola Azerbaijan Bolivia
Ambassadors resident in Vienna.
Last update: June 2025
Foreign representatives in Austria
123 bilateral Ambassadors are representing their countries in Austria. Diplomatic SOCIETY presents
them with name, picture and day of accreditation.
H.E Ms. Manizha Bakhtari
since 07.01.2021
H.E. Ms. Isabel de Jesus
da Costa Godinho
since 20.06.2023
H.E. Mr. Rovshan Sadigbayli
since 12.09.2021
Albania Argentina Bangladesh Bosnia and Herzegovina
H.E. Mr. Fatmir Velaj
since 26.06.2024
H.E. Mr. Gustavo Rodolfo
Zlauvinen
since 09.03.2023
H.E. Mr. Toufique Hasan
since 11.03.2025
Algeria Armenia Belarus Brazil
H.E. Mr. Larbi Latroch
since 20.06.2023
H.E. Mr. Andranik Hovhannisyan
since 18.11.2024
H.E. Mr. Andrei Dapkiunas
since 30.09.2020
Andorra Australia Belgium Bulgaria
H.E. Mr. Jaume Serra Serra
since 13.01.2020
H.E. Mr. Ian David Grainge Biggs
since 20.06.2023
H.E. Ms. Caroline Vermeulen
since 16.09.2022
Ms. Maria Jolanta
Materna Gorna
Chargée d’Affaires, since 05.04.2023
H.E. Mr. Sinisa Bencun
since 29.09.2023
Mr. Cesar Augusto Vermiglio
Bonamigo
Chargé d’Affaires since 28.01.2025
H.E. Ms. Desislava Naydenova-
Gospodinova
since 09.03.2023
image/s by Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs,, Fotostudio Floyd,, Bmeia/mahmoud, Bmeia/mahmoud, SOCIETY/Pobaschnig, Clemens Schwarz
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Burkina Faso Costa Rica Czech Republic Egypt
AMBASSADORS’ CALEIDOSCOPE
IN AUSTRIA
H.E. Ms. Maimounata Ouattara
since 20.06.2023
H.E. Ms. Olga Marta Sauma Uribe
since 18.12.2024
H.E. Mr. Jiří Šitler
since 16.09.2022
H.E. Mr. Mohamed Ibrahim
Nasr Salem
since 10.09.2024
Canada Côte d’Ivoire Denmark El Salvador
H.E. Mr. Troy Lulashnyk
since 12.01.2022
H.E. Mr. Yacouba Cisse
since 20.06.2023
H.E. Mr. Christian Gronbech-
Jensen
since 03.11.2022
H.E. Ms. Julia Emma
Villatoro Tario
since 13.01.2020
Chile Croatia Dominican Republic Estonia
91
H.E. Mr. Alex Wetzig Abdale
since 15.01.2024
H.E. Mr. Daniel Glunčić
since 13.01.2020
H.E. Ms. Angela Marianna
Vigliotta Mella
since 20.02.2024
H.E. Ms. Merle Pajula
since 16.09.2022
China Cuba DPR Korea Finland
H.E. Ms. Mei Qi
since 09.03.2023
H.E. Mr. Pablo Berti Oliva
since 09.03.2023
H.E. Mr. Kang Il Choe
since 14.03.2020
H.E. Ms. Nina Irmeli Vaskunlahti
since 21.11.2023
Colombia Cyprus Ecuador France
H.E. Ms. Laura Gabriela
Gil Savastano
since 29.09.2023
H.E. Mr. Andreas Ignatiou
since 20.02.2024
H.E. Ms. Mireya del Carmen
Muñoz Mera
since 12.01.2022
H.E. Mr. Matthieu Nicolas
Dominique Peyraud
since 18.12.2024
Issue
N 388
AMBASSADORS’ CALEIDOSCOPE
IN AUSTRIA
92
Georgia
H.E. Mr. Alexander Maisuradze
since 11.03.2025
Germany
H.E. Mr. Vito Dietrich Cecere
since 29.09.2023
Honduras
H.E. Elena María Freije Murillo
since 09.03.2023
Holy See
H.E. Mr. Archbishop Pedro
López Quintana
since 14.06.2019
Indonesia
H.E. Mr. Damos Dumoli Agusman
since 16.03.2022
Iran
H.E. Mr. Asadollah Eshragh
Jahromi
since 11.03.2025
Italy
Japan
Ghana Hungary Iraq Jordan
H.E. Ms. Matilda Aku Alomatu
Osei Agyeman
since 17.12.2024 (designated)
Greece Iceland Ireland Kazakhstan
H.E. Mr. Georgios Iliopoulos
since 15.01.2024
H.E. Ms. Edit Szilagyine Batorfi
since 29.09.2023
Mr. Qais Abdullah Sulaiman
Sulaiman
Chargé d‘Affaires
since 13.05.2025
Guatemala India Israel Kenya
Mr. Gabriel Orellana Zabalza
Chargé d’Affaires, since 16.06.2025
H.E. Ms. Helga Hauksdottir
since 29.09.2023
H.E. Mr. Shambhu Santha
Kumaran
since 26.06.2024
H.E. Ms. Barbara Cullinane
since 10.09.2024
H.E. Mr. David Yitshak Roet
since 21.11.2023
H.E. Mr. Giovanni Pugliese
since 20.02.2024
H.E. Mr. Kiminori Iwama
since 21.01.2025
H.E. Mr. Mohammed Sameer
Hindawi
since 10.09.2024
H.E. Mr. Mukhtar Tileuberdi
since 29.09.2023
H.E. Mr. Maurice Makoloo
since 20.02.2024
image/s by Privat, BMEIA, Roland Anton Laub (KF Berlin), ÖB Teheran, Bmeia/mahmoud, Federal Ministry for Europe, Integration and Foreign Affairs,, Fotostudio Floyd,, Bmeia/mahmoud, Bmeia/mahmoud, SOCIETY/Pobaschnig, Clemens Schwarz
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
Kosovo
Lebanon
Malaysia
Montenegro
AMBASSADORS’ CALEIDOSCOPE
IN AUSTRIA
Mr. Albinot Bimbashi
Chargé d’Affaires, since 07.12.2022
H.E. Mr. Ibrahim Assaf
since 5.12.2017
H.E. Mr. Ikram bin Mohd Ibrahim
since 12.01.2022
H.E. Ms. Stanica Andic
since 20.04.2024 (designated)
Kuwait
Libya
Malta
Morocco
H.E. Mr. Talal Sulaiman Alfassam
since 16.09.2022
H.E. Mr. Osama Abduljalil Ahmed
Abdulhadi
since 16.03.2022
H.E. Ms. Natasha Meli Daudey
since 06.11.2018
H.E. Mr. Azzeddine Farhane
since 10.07.2019
Kyrgyzstan Liechtenstein Mexico Myanmar
93
H.E. Ms. Nurzhana
Shaildabekova
since 22.04.2025 (designated)
H.H. Ms. Maria-Pia Kothbauer
Prinzessin v.u.z.L.
since 11.12.1997
H.E. Mr. Jose Antonio
Zabalgoitia Trejo
since 20.02.2024
H.E. Mr. Min Thein
since 07.12.2020 (designated)
Laos Lithuania Moldova Namibia
Ms. Viengxay Thammavong
Chargée d’Affaires, since 04.06.2025
H.E. Ms. Lina Ruksteliene
since 11.01.2023
H.E. Ms. Victoria Rosa
since 10.09.2024
H.E. Mr. Vasco Mushe Samupofu
since 20.06.2023
Latvia Luxembourg Mongolia Netherlands
H.E. Ms. Guna Japiņa
since 12.09.2021
H.E. Mr. Jean Graff
03.11.2022
H.E. Mr. Tsengeg Mijiddorj
since 12.01.2022
H.E. Mr. Peter Christiaan Potman
since 29.09.2023
Issue
N 388
AMBASSADORS’ CALEIDOSCOPE
IN AUSTRIA
Nepal Oman Peru Romania
H.E. Mr. Bharat Kumar Regmi
since 16.09.2022
New Zealand
H.E. Mr. Yousuf Ahmed
Hamed Al Jabri
since 07.01.2019
H.E. Ms. Maria Eugenia
Echeverria de Pury
since 11.03.2025
H.E. Ms. Andrea Amza Andras
Chargée d’Affaires, since 23.12.2024
Order of Malta Philippines Russian Federation
94
H.E. Mr. Andrew Rive Williams
since 21.01.2025
Nicaragua
H.E. Ms. Sabra Amari Murillo
Centeno
since 05.07.2021
Nigeria
Mr. Muyiwa Waheed Onifade
Chargé d’Affaires, since 16.04.2025
North Macedonia
H.E. Mr. Osvit Rosoklija
since 16.03.2022
Norway
H.E. Ms. Susan Eckey
since 03.11.2022
H.E. Mr. Sebastian Prinz von
Schoenaich-Carolath
since 16.04.2018
Pakistan Poland San Marino
H.E. Mr. Mohammad Kamran
Akhtar Malik
since 10.09.2024
Palestine
H.E. Mr. Salahaldin Abdalshafi
since 22.10.2013
Panama
H.E. Mr. Javier Enrique
Caraballo Salazar
(designated)
Paraguay
H.E Mr. Juan Francisco Facetti
Fernandez
since 14.06.2019
H.E. Ms. Evangelina
Lourdes Bernas
since 20.06.2023
Mr. Zenon Henryk
Kosiniak Kamysz
Chargé d’Affaires, since 11.10.2024
Portugal
H.E. Mr. Miguel Maria Simoes
Coelho de Almeida e Sousa
since 05.07.2022
Qatar
H.E. Mr. Jassim Yaaqob
Al-Hamadi
since 15.01.2024
Republic of Korea
H.E. Mr. Sang Wook Ham
since 11.01.2023
H.E. Mr. Dmitrii Liubinskii
since 07.10.2015
H.E. Ms. Elena Molaroni
since 17.09.2008
Saudi Arabia
H.E. Mr. Abdullah Khalid
O Tawlah
since 21.11.2023
Serbia
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Slovakia
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Slovenia Switzerland Türkiye Uruguay
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South Africa Syria Turkmenistan Uzbekistan
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Acosta
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AMBASSADORS’ CALEIDOSCOPE
IN AUSTRIA
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Molekane
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Chargé d’Affaires
since 26.04.2021
H.E. Mr. Hemra Amannazarov
since 16.09.2022
Spain Tajikistan Ukraine Venezuela
H.E. Mr. Bakhtiyor Ibragimov
since 21.11.2023
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Errasquin
since 26.06.2024
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since 5.12.2017
H.E. Mr. Vasyl Khymynets
since 12.01.2022
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since 18.12.2024
95
Sri Lanka
Tanzania
United Arab Emirates
Viet Nam
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Kulatilaka Lenagala
since 21.11.2023
H.E. Ms. Naimi Sweetie Aziz
since 21.11.2023
H.E. Mr. Hamad Ali Mohammed
Subaih Alkaabi
since 16.03.2022
H.E. Mr. Le Thai Hoang VU
since 18.12.2024
Sudan
Thailand
United Kingdom
Yemen
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Mofadal Elnour
since 28.07.2022
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since 12.01.2022
H.E. Mr. Haytham Abdulmomen
Hassan Shoja’aadin
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Sweden
Tunisia
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Ms. Kami Ann Witmer
Chargée d’Affaires, since 21.01.2025
Issue
N 388
ÖGAVN
EVENTS
Einblicke in die Praxis –
Generationenübergreifende
Vernetzung – International Leadership
Mittwochmittag, 12.00 Uhr, trifft man sich im zweiten Stock der Wiener Stallburg.
Dort betreibt die Österreichische Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten
Nationen (ÖGAVN) ihre Clubräume, in denen wöchentlich hochkarätige Gäste aus
der ganzen Welt Vorträge für alle Generationen halten.
96
m Mittelpunkt des ÖGAVN-Programms
steht der Internationale
I
Club (IC), der von ÖGAVN-Präsidenten
BK a.D. Wolfgang Schüssel initiiert
wurde und seit über 15 Jahren einen
Beitrag zum außenpolitischen Verständnis
leistet, Einblicke in geopolitische
Zusammenhänge bietet und
Österreichs Außenpolitik breiten
Kreisen der Bevölkerung
näherbringt. Der ehemalige
israelische Premierminister
Ehud Olmert und der frühere
Außenminister der Palästinensischen
Autonomiebehörde
Nasser Al-Kidwa warben zum
Beispiel für ihren „Friedensplan
für den Nahen Osten“; die
beiden ehemaligen österreichischen
EU-Kommissare Johannes
Hahn und Franz Fischler
diskutierten mit dem Publikum
über Europas Rolle in der Welt
und Helga Schmid gab Einblicke in die
Arbeit der OSZE und ihrer Tätigkeit als
Generalsekretärin; Helga Berger, Österreichs
Vertreterin beim Europäischen
Rechnungshof, referierte über Resilienz
und Wettbewerbsfähigkeit der EU.
Die Vorträge befassen sich aber auch
insbesondere mit den Vereinten Nationen,
die 2025 ihr 80-jähriges Jubiläum
feiern, wenngleich sie auch vor zahlreichen
Herausforderungen stehen. Die
langjähre UN-Expertin und ÖGAVN-Vorstandsmitglied
Angela Kane diskutierte
mit Studierenden im Rahmen der Winter
Stefan Löfven mit Bernd Hermann und Studierenden des ILP-Austria
Edition der Vienna International Centre
Model United Nations (VICMUN) über
Neutralität in Internationalen Organisationen
und beantwortete viele Fragen
zur Zukunft des Multilateralismus. Professor
Charlotte Ku aus Texas befasste
im Uhrzeigersinn v li oben ÖGAVN Präs. Wolfgang Schüssel — Paul Mychalewicz, Pepi Höchtl, Friedhelm
Frischenschlager und Franz Fischler — Ursula Plassnik, Helga Berger, Wolfgang Schüssel; ÖGAVN-GS Bernd
Hermann — Gregor Woschnagg, Ursula Plassnik, Johannes Hahn, Wolfgang Schüssel, Alexander Christiani
sich mit dem International Court of Justice
und den USA. Der ehemalige U.S.
Botschafter Christopher Hill sprach über
die U.S. Außenpolitik in herausfordernden
Zeiten. UNOOSA Direktorin Aarti
Holla-Maini gab Einblicke in die unendliche
Welt des Outer Space.
Um einen besonderen Fokus auf
Youth Leadership im Internationalen
Bereich zu setzen, hat
ÖGAVN-Generalsekretär Bernd
Hermann das International Leadership
Programme – Austria
(ILP-Austria) gegründet, bei dem
auch zahlreiche ÖGAVN-Referenten
den Austausch mit der
Jugend schätzen. Im Rahmen
eines Abendessens mit dem
ehemaligen schwedischen Premierministers
Stefan Löfven
und eines Frühstücks mit dem
renommierten Politik-Professor
Carlo Masala diskutierten
die Experten im Kleingruppenformat
mit Young Professionals über eine neue
Weltordnung, Sicherheitsaspekte in
Europa und geopolitische Herausforderungen.
Kommunalpolitikerin Shannon
Seban aus Frankreich und EU-Erweiterungs-Experte
Botschafter Klaus Wölfer
referierten über die Zusammenarbeit
innerhalb der EU bzw. mit Nachbarstaaten,
die einen EU-Beitritt anstreben.
Ein besonderes Highlight stellte die
Präsentation von Wolfgang Schüssels
Buch „Mit Zuversicht – Was wir von
gestern für morgen lernen können“
dar, welches zu seinem 80. Geburtstag
erschienen ist. Bewegende Momente
der Geschichte, seine eigene politische
Karriere aber auch die großen Themen
dieser Zeit wurden nicht nur mit den
Gästen der ÖGAVN diskutiert, sondern
sind auch in inspirierenden Erzählungen
im Buch zusammengefasst.
Lesen lohnt sich – nicht nur sein Buch,
sondern auch das 2024 von Schüssel
initiierte Magazin „European Voices“,
welches gemeinsam mit DiePresse
herausgegeben wird.
Foto/s © ÖGAVN, Diplomatic SOCIETY/Pobaschnig
THE LEADING MAGAZINE OF MODERN DIPLOMACY
GASTBEITRAG
EMIL BRIX
Die gar nicht so sanfte
„Sanfte Macht“
Vor wenigen Wochen ist mit Joseph Nye jener Politikwissenschaftler gestorben,
der den Begriff der „sanften Macht“ („Soft Power“) weltweit populär gemacht hat.
VON DR. EMIL BRIX, DIREKTOR DER DIPLOMATISCHEN AKADEMIE WIEN
98
E
r definierte „Soft Power“ als die
Möglichkeit, Menschen und Nationen
ohne Gewalt durch die eigene kulturelle
und politische Attraktivität zu
überzeugen. In seinem Buch plädiert er
für mehr Multilateralismus in
der Außenpolitik. Seiner Meinung
nach ist es das System
von „Soft Power“, welches
verhindert, dass der Terrorismus
und fundamentalistische
Ansichten mehr Anhänger
finden, und es ist „Soft
Power“, die hilft, die globalen
Herausforderungen zwischen
den Nationen zu bewältigen.
Inzwischen ist aber aus
dieser klugen Idee das Monster
der „Identitätspolitik“ und
des Kampfes von „Narrativen“
geworden. Aus Joseph Nyes
sanfter Macht sind Propagandainstrumente
geworden, die
mithilfe von Desinformationskampagnen
in der eigenen Bevölkerung und
beim jeweiligen Gegenüber gar nicht
sanft eingesetzt werden. Jeder Konflikt
auf dieser Welt wird
zum Kampffeld unterschiedlicher
Narrative
und jede militärische
oder wirtschaftliche
Auseinandersetzung
wird von kulturellen
und historischen Argumenten
begleitet. Wie
sollen damit Diplomaten
umgehen, die
traditionell und recht
erfolgreich darauf
geschult werden, nicht
Botschafter unterschiedlicher
Wahrheiten
zu sein, sondern im
Dialog zu einer möglichst friedlichen
und akzeptierten stabilen Weltordnung
beizutragen?
Mir fällt dazu nur die angeblich englische
Propagandaweisheit von 1939
„Keep Calm and Carry On“ ein. Die USA
werden weiterhin ihre Hollywoodfilme
exportieren, Spanien weiter seine „Cervantes-Institute“
sowie Deutschland
seine „Goethe-Institute“ und China
seine „Konfuzius-Institute“ unterstützen.
Und auch das kleine Österreich
wird nicht die Hoffnung auf die
sanfte Macht von „Mozart, Lipizzaner
„Aus Joseph Nyes
sanfter Macht
sind Propagandainstrumente
geworden, die mithilfe
von Desinformationskampagnen
in der eigenen Bevölkerung
und beim jeweiligen Gegenüber
gar nicht sanft
eingesetzt werden.“
und Neutralität“ aufgeben. Schließlich
sind Image und Reputation für
demokratische genauso wie für autokratische
Staaten eine wichtige Form
von Macht. Aber was Diplomaten in
den letzten Jahrzehnten wiederentdecken
mussten, ist, dass „Kultur“ in
internationalen Beziehungen nicht so
harmlos ist, wie sie in Zeiten einer stabilen
Weltordnung schien. Russlands
Krieg gegen die Ukraine wurde
vom russischen Präsidenten
ausdrücklich und ausführlich
mit Geschichte, Sprache
und Identität begründet, eine
Strategie, die wenig mit Wahrheit,
aber viel mit der Konstruktion
eines „Narrativs“ zu
tun hat. Narrative sind gefährliche
Waffen in der modernen
Kriegsführung. Das ist
die dunkle Seite von „Public
Diplomacy“, die mittlerweile
zum Standardrepertoire von
Nationalisten gehört.
Aus der großen Hoffnung,
dass nach dem Ende des Kalten
Krieges Historikerkommissionen
bilaterale Konflikte nachhaltig
entschärfen können, ist in den letzten
Jahrzehnten eine lange Liste von
gescheiterten historischen Aussöhnungen
geworden. Zurück
in die Zukunft heißt in
den internationalen
Beziehungen zurück zur
Diplomatie mit ihren
regelbasierten, oft
mühsamen Verhandlungen
für multilaterale
Lösungen. Die sanfte
Macht der Zukunft
darf nicht der Streit
um Geschichtsbilder
als Vorwand oder Auslöser
von militärischer
Gewalt sein, sondern
der Verhandlungstisch,
an dem nach gemeinsamen
Lösungen gesucht wird. Diplomatie
als sanfte Macht der Zukunft zu
beschreiben, mag heute als naiv oder
zumindest als zu optimistisch gelten,
aber gut wäre es schon.
Foto/s © Diplomatische Akademie Peter Lechner
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