Jahresbericht 2024_Verein Projekt Integrationshaus
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
KOMPETENZZENTRUM FÜR DIE AUFNAHME UND INTEGRATION VON GEFLÜCHTETEN
MENSCHEN, MIGRANT*INNEN UND ANDEREN SCHUTZSUCHENDEN
JAHRESBERICHT
2024
5.433
Personen fanden
im Jahr 2024 im
Integrationshaus
eine Unterkunft,
psychosoziale
Betreuung oder
umfassende Bildung
und Beratung.
VORWORT
»Wir unterstützen geflüchtete
Menschen auf dem Weg in eine
sichere Zukunft.«
Marko Szucsich
Vorstandsvorsitzender
Das Integrationshaus ist weit mehr als eine erste Anlaufstelle
nach der Flucht – es ist ein Ort der Hoffnung, des Neubeginns und
der Solidarität. Hier finden geflüchtete Menschen und andere Schutzsuchende
nicht nur ein Dach über dem Kopf, sondern auch umfassende
Unterstützung auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben. Mit psychosozialer
Betreuung, rechtlicher und sozialer Beratung, Bildungsprojekten
zum Spracherwerb und zur Arbeitsmarktintegration sowie
gezielten Angeboten für Kinder und Jugendliche bietet das Integrationshaus
eine unverzichtbare Stütze für Menschen, die nach ihrer Flucht
neue Perspektiven suchen. Gleichzeitig setzen wir mit unserer Arbeit
ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung, Angst und Fremdenhass –
für ein gelungenes Zusammenleben in Vielfalt und Respekt.
Die weltweiten Fluchtbewegungen machen sich unmittelbar in
unserer täglichen Arbeit bemerkbar. In immer kürzeren Zeitabständen
treffen Menschen aus unterschiedlichsten Herkunftsländern mit
verschiedensten Bedürfnissen im Integrationshaus ein. Diese raschen
Veränderungen stellen uns vor große Herausforderungen, denen wir
mit Engagement und Fachkompetenz begegnen.
In all unseren Projekten legen wir größten Wert auf professionelle
und individuelle Unterstützung – so lange, wie es nötig ist. Doch unsere
Arbeit wird zunehmend erschwert: Die Rechte von Schutzsuchenden
werden immer weiter eingeschränkt und die Finanzierung essenzieller
Unterstützungsmaßnahmen steht zunehmend auf dem Spiel. Die politischen
Entwicklungen der vergangenen Monate lassen uns mit Sorge
auf die kommenden Jahre blicken.
Umso mehr danken wir allen, die unsere Arbeit unterstützen – sei es
durch finanzielle Mittel, ehrenamtliches Engagement oder öffentliche
Solidarität. Gemeinsam können wir auch weiterhin Schutzsuchenden
positive Perspektiven eröffnen und für eine Gesellschaft eintreten, die
auf Zusammenhalt, Menschenwürde und Gerechtigkeit basiert.
Marko Szucsich
03
Wir
über
uns
Das Integrationshaus ist ein anerkanntes
Kompetenzzentrum für
die Aufnahme und Integration von
geflüchteten Menschen, Migrant*innen,
Kindern und Jugendlichen.
Schutzsuchende finden hier sowohl
Unterkunft als auch Betreuung,
Bildung und Beratung.
Besonders berücksichtigt werden
dabei Menschen mit erhöhtem
Betreuungsbedarf: Traumatisierte,
Alleinerzieher*innen, physisch
und psychisch Kranke sowie
unbegleitete minderjährige
Geflüchtete (UMF).
Das Integrationshaus hilft diesen
Menschen, Zukunftsperspektiven
zu finden. Es ist das beste Praxisbeispiel
für Flüchtlingsschutz,
Mehrsprachigkeit, Vielfalt und
Chancengerechtigkeit.
189 Mitarbeiter*innen zeigen gemeinsam
mit vielen Freiwilligen
tagtäglich, wie die Aufnahme,
Integration und Unterstützung von
Rat- und Schutzsuchenden bestmöglich
funktioniert.
04 JAHRESBERICHT 2024
INHALT
Vorwort
Von Marko Szucsich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 03
Inhaltsverzeichnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 05
Der Vorstand
Mit Haltung, Know-how und Solidarität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 07
Am Cover: Junger Bewohner
des Integrationshauses.
Die Geschäftsführung im Interview
Meilensteine und besondere Herausforderungen. . . . . . . . . . . . . 08
Zahlen und Fakten
Ankommen und Bleiben – Grundversorgung in Wien . . . . . . . . 12
Finanzübersicht 2024
Finanzieller Einsatz für Schutzsuchende und Migrant*innen . . . . . . . . . . 14
Das Integrationshaus im Überblick
Leitung, Bereiche & Projekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
Aus aller Welt
Herkunftsländer der Klient*innen .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17
Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit
Danke! .. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
Das Team des Integrationshauses . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
Fachbereich Psychosoziale Betreuung
Begleiten, Stabilisieren, Unterstützen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26
Fachbereich Sozialpädagogik
Lebensräume mit Perspektiven . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Fachbereich Bildung
Perspektiven entwickeln . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
Fachbereich Bildung
Projekte zur Erweiterung didaktischer Kompetenzen . . . . . . . . . . . . . . . . 40
Fachbereich Beratung
Psychosoziale und rechtliche Unterstützung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
Fachbereich Ausbildungsberatung
m.o.v.e. on Jugendcoaching . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48
Freiwilliges Engagement
Ein starkes Zeichen gelebter Solidarität . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Vorläufiger Finanzbericht 2024
gemäß den Vorgaben des österreichischen Spendengütesiegels . . . . . . . . 56
Kontaktadressen & Standorte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58
Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60
05
WIE ALLES BEGANN
„Des moch ma!“
öffnete das Integrations haus seine Tore: Ermöglicht wurde das
1995 einerseits durch das unermüdliche Engagement der Initiator*
innengruppe rund um Willi Resetarits und Sepp Stranig und andererseits
durch die starke Unterstützung der Stadt Wien.
Der damalige Finanzstadtrat Hans Mayr besiegelte 1993 die Verwirkli chung
des Integrationshauses mit den legendären Worten: „Des moch ma!“
Mehr Informationen zu 30 Jahre Integrationshaus auf www.beamensch.at
1995: Das erste
Team macht sich
an die Arbeit.
2019: Hoher
Besuch – Bundespräsident
Alexander
Van der Bellen im
Integrationshaus.
2021: Wiens
Bürgermeister
Michael Ludwig
besucht das
Integrationshaus.
06 JAHRESBERICHT 2024
DER VORSTAND
Mit Haltung, Know-how und Solidarität
im Einsatz für Menschlichkeit
1
2
3
Vorstandsvorsitz
1 Marko Szucsich, Vorstandsvorsitzender
2 Georg Dimitz, stv. Vorstandsvorsitzender
3 Ðaneta Memišević, stv. Vorstandsvorsitzende
Die Mitglieder des
Vorstandes setzen sich
ehrenamtlich für das
Integrationshaus ein –
manche von ihnen
seit dem ersten Tag.
Gemeinsam ist allen
Mitgliedern, dass sie
ihre Expertise und ihr
Netzwerk unermüdlich
in den Dienst der
Solidarität mit Schutzsuchenden
stellen und
sich für die Rechte von
Geflüchteten und
Migrant*innen
stark machen.
4
7
5
8
6
Vorstandsmitglieder
4 Maximilian Eberl
5 Andrea Eraslan-Weninger
6 Judith Kohlenberger
7 Beatrix Neundlinger
8 Christian Schmaus
9 Josef Stranig
10 Terezija Stoisits
9
10
07
DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG IM INTERVIEW
Be a
Mensch
Das Integrationshaus: ein lebendiges Beispiel für gelebte
Integration, das durch gezielte Maßnahmen ein respektvolles
Miteinander stärkt. Das Team des Integrationshauses setzt
sich aktiv und entschlossen gegen Ausgrenzung, Angst und
Fremdenfeindlichkeit ein.
08 JAHRESBERICHT 2024
2024
Meilensteine und Herausforderungen:
Susanne Lettner, wirtschaftliche
Geschäftsführerin, und Martin Wurzenrainer, fachlicher
Geschäftsführer, blicken gemeinsam auf das turbulente
Jahr 2024 zurück:
Welche Ereignisse oder Momente haben im Jahr 2024 das
Integrationshaus besonders bewegt?
„Das Jahr 2024 war für uns geprägt von großen Herausforderungen und entscheidenden
Entwicklungen. Die weltweiten Krisenherde sowie das sogenannte „Superwahljahr“ haben
starke politische Weichenstellungen mit sich gebracht – leider oft mit negativen Auswirkun gen
auf die Asyl- und Integrationspolitik. Umso wichtiger war es für uns, den Austausch mit
politischen Entscheidungsträger*innen und wichtigen Multiplikator*innen zu suchen.
Besonders gefreut haben uns die Besuche von Bundesminister Johannes Rauch, vom Flüchtlingskoordinator
der Bundesregierung Andreas Achrainer und von Arbeiterkammerdirektorin
Silvia Hruška-Frank. Diese Gespräche waren
für uns essenziell, um auf die Herausforderungen im
Bereich Flucht und Integration aufmerksam zu machen
und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Ein außergewöhnlicher Moment des Jahres war die
großzügige Spende des „Guten Rats für Rückverteilung“,
einer Initiative von Millionenerbin Marlene Engelhorn.
Diese finanzielle Unterstützung sehen wir als Bestätigung
und Ermutigung, unser Engagement weiterhin voranzutreiben.
Dass unsere Arbeit gezielt auf die Bedürfnisse
von Schutzsuchenden abgestimmt ist, zeigt sich auch in
unseren langjährigen Projekten. Ein Highlight war 2024
der 20. Durchgang
von JAWA Next , einem arbeitsmarktintegrativen Projekt
für geflüchtete Jugendliche und junge Menschen mit
Migrationshintergrund. Hunderte junge Menschen
erhielten hier in den vergangenen Jahren wertvolle
Unterstützung auf ihrem Weg in eine Ausbildung oder
einen Beruf. Beim Jubiläumsfest berichteten viele
SUSANNE LETTNER UND MARTIN WURZENRAINER, ehemalige Teilnehmer*innen von ihren erfolgreichen
Geschäftsführer*innen des Integrationshauses
Karrierewegen – ein schöner Beweis dafür, wie nachhaltige
Integrationsarbeit wirkt. Ein weiterer Höhepunkt
war das Jubiläum der Ausbildungsberatung mit dem Jugendcoaching-Projekt m.o.v.e. on.
Das Integrationshaus bewies vor 15 Jahren auch hier Pioniergeist und unterstützt seit 2009
Schüler*innen am Ende der Pflichtschulzeit auf ihrem Weg in die Ausbildung und/oder in
den Arbeitsmarkt.
Globale Krisen machen sich auch direkt im Integrationshaus bemerkbar. Ein eindrückliches
Beispiel dafür war die Situation vieler syrischer Geflüchteter, die sich nach der
Zerschlagung des Assad-Regimes im Dezember zunächst über eine mögliche Wende freuten.
09
DIE GESCHÄFTSFÜHRUNG IM INTERVIEW
Doch nur einen Tag später sahen sie sich mit einer verschärften fremdenfeindlichen Rhetorik
in Österreich konfrontiert – begleitet von rechtlicher Unsicherheit und Angst vor Abschiebung.
Unser Team hat sich intensiv bemüht, die Betroffenen in dieser schwierigen Zeit
bestmöglich zu begleiten und ihnen Orientierung zu geben.
Ein besonders freudiger Moment war die erstmalige Verleihung des Willi-Resetarits-
Preises durch die Stadt Wien beim 30. Flüchtlingsball. Diese Auszeichnung erinnert an
unseren Mitbegründer Willi Resetarits und würdigt Musiker*innen, die sich für Integration
und gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren. Der erste Preisträger, Vusa Mkhaya, setzt
sich in seinem künstlerischen Schaffen seit vielen Jahren für ein respektvolles Miteinander
in Wien ein – ein Zeichen dafür, dass das Vermächtnis von Willi Resetarits weiterlebt.“
Was waren die größten Herausforderungen für das Integrationshaus?
„Das Jahr 2024 war geprägt von politischen Weichenstellungen, die große Auswir kun gen auf
die Asyl- und Integrationspolitik hatten. Mit dem offenen Brief „Demokratie verteidigen!“
setzten wir gemeinsam mit zahlreichen Organisationen ein starkes Zeichen gegen
die gefährliche Rhetorik rechter Politiker*innen. Unsere klare Haltung: Menschenrechte
sind unteilbar, und eine demokratiefeindliche Politik, die auf Spaltung und Hass setzt, darf
keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Eine andere Entscheidung, die uns in Zukunft
sicher herausfordern wird, war die Verabschiedung der Reform des gemeinsamen europäischen
Asylsystems (GEAS). Damit wurden neue Rahmenbedingungen für die europäische
Asylpolitik geschaffen – die konkreten Auswirkungen sind noch ungewiss.
Das „Superwahljahr“ brachte mit der EU-Wahl, der Nationalratswahl und drei Landtagswahlen
einen spürbaren politischen Rechtsruck. Gemeinsam mit zahlreichen Organisationen
machten wir uns unter dem Dach der asylkoordination für eine zeitgemäße und vernunftgeleitete
Asyl- und Integrationspolitik stark. Unsere umfassenden
Maßnahmenempfehlungen zeigen klare Alternativen auf. Doch die Zeichen der Zeit sprechen
eine andere Sprache: Restriktive Maßnahmen wie die Bezahlkarte für Asylsuchende,
die in Wien glücklicherweise nicht umgesetzt wurde, oder die Koppelung von gemeinnütziger
Arbeit an den Erhalt von Sozialleistungen zeigen, wohin der politische Wille
weist. Österreich droht sich weiter von einer sachlichen und zukunftsorientierten Asylpolitik
zu entfernen.
Die Grundversorgung feierte 2024 ihr 20-jähriges Bestehen. Doch statt einer Anpassung
an aktuelle Herausforderungen ist das System ins Stocken geraten. Während das Realkostenverrechnungsmodell
in Wien eine sachorientierte Lösung für eine faire Finanzierung
darstellt, fehlen wesentliche Bausteine für eine nachhaltige Perspektive geflüchteter
Menschen. Ohne klare Lösungen für die Zeit nach der Grundversorgung, wie z.B. leistbaren
Wohnraum, bleiben viele Menschen in einer prekären Situation.
Für viele Geflüchtete aus der Ukraine stellt sich nach drei Jahren Krieg die Frage nach
einer langfristigen Perspektive in Österreich. Der jährlich erneuerte Vertriebenenstatus
verhindert eine stabile Perspektivenplanung – weder für den Arbeitsmarkt noch für
Ausbildung oder Wohnraum gibt es Sicherheit. Doch ohne klare Aussicht auf einen längerfristigen
Aufenthalt fällt es schwer, Investitionen in die eigene Zukunft zu leisten. Mit
10 JAHRESBERICHT 2024
Unsere Aufgabe
bleibt wichtiger denn
je: Menschen auf der
Flucht müssen menschenwürdig
aufgenommen,
betreut
und begleitet werden
– im Einklang mit den
Grundprinzipien der
Menschenrechte
und der Flüchtlingskonvention.
unseren Jobtagen förderten wir die Vernetzung
von arbeitssuchenden Ukrainerinnen
und Unternehmen. Was hier im Kleinen funktioniert,
fehlt jedoch auf nationaler Ebene. Es
braucht politische Lösungen, um Vertriebenen
aus der Ukraine eine reale Zukunft in Österreich
zu ermöglichen.
Während auf Bundesebene populistische
Maßnahmen zur Einschränkung von
Asyl- und Integrationsrechten vorangetrieben
wurden, hat Wien 2024 erneut bewiesen, dass
eine menschenwürdige Politik möglich ist. Mit der Umsetzung des Realkostenverrech nungsmodells
hat die Stadt gezeigt, dass für sie sachorientierte Lösungen Vorrang haben.
Auch wenn es noch Verbesserungsbedarf gibt, bleibt der Fokus klar: In Wien stehen die
Menschen und ihre Bedürfnisse im Mittelpunkt. Das zeigt sich nicht nur in politischen
Entscheidun gen, sondern wird auch im Alltag sichtbar – Wien hat sich 2024 erneut als
echte Menschenrechtsstadt erwiesen.“
Was wird das Jahr 2025 für das Integrationshaus bereithalten?
„Im Jahr 2025 begehen wir das 30-jährige Bestehen des Integrationshauses. Im Rückblick
zeigt sich: Die gesellschaftlichen und politischen Meinungen sind in Bezug auf Asyl und
Migration heute ähnlich gespalten wie damals, als das Integrationshaus gegründet wurde.
Unsere Arbeit beweist, dass es auch in schwierigen Zeiten möglich ist, geflüchteten
Menschen auf ihrem Weg in ein selbstständiges Leben zu helfen. Asyl ist ein Menschenrecht
– und wir werden weiterhin mit aller Kraft dafür eintreten, dass dieses Recht
gewahrt bleibt.
Das 30-jährige Jubiläum nutzen wir unter anderem dazu, den fachpolitischen Diskurs
zu vertiefen und nach vorne zu blicken. Mit der im Herbst erscheinenden Fachpublikation
„Flüchten – Ankommen – Bleiben“ sowie der gleichnamigen Fachkonferenz im November
setzen wir gezielt Impulse für eine solidarische Gesellschaft.
Natürlich musste dieses Jubiläum auch gefeiert werden! Ein besonderer Höhepunkt war
das große Open-Air-Konzert am 25. Juni 2025 in der Arena Wien, bei dem zahlreiche prominente
Musiker*innen auftraten. Dabei wurde auch an Willi Resetarits gedacht, dessen
Engagement und Herzblut das Integrationshaus von Beginn an geprägt haben. Sein Einsatz
für Menschlichkeit und Musik bleibt unvergessen.
Ein bedeutender Meilenstein wird 2025 die Eröffnung des Café Willi – ein neuer
Begegnungsraum im Integrationshaus, der nach vielen Jahren der Planung nun endlich
Realität wird. Es soll ein Ort des Austausches und des Miteinanders für alle sein –
unabhängig von Herkunft oder Status. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher
Spaltung braucht es Räume, die Brücken bauen und Integration aktiv fördern.
Mit all diesen Vorhaben blicken wir mit Entschlossenheit in die Zukunft – bereit, uns
weiterhin für eine gerechte und solidarische Gesellschaft einzusetzen.“
11
ZAHLEN UND FAKTEN
Ankommen und Bleiben
Die 2024 beschlossene Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS)
muss bis 2026 in den nationalen Rahmen übergeführt und implementiert werden. Dabei
gilt es aus Sicht des Integrationshauses Einschränkungen zum effektiven Zugang zum
Asylsystem zu verhindern und Verbesserungspotentiale bei den Aufnahmebedingungen in
der Umsetzung zu nützen. Das sind die Forderungen des Integrationshauses:
Von der Grundversorgung zu einem bedarfsorientierten Betreuungssystem
● Bundesweite Ausrollung eines transparenten Realkostenmodells mit
bedarfsgerechter Abrechnung
● Definition von Mindestqualitätsstandards und Einführung eines einheitlichen
Leistungskatalogs in der Grundversorgung
● Einrichtung multiprofessioneller Clearingstellen von Bund und Ländern zur
Erhebung des Versorgungs- und Betreuungsbedarfs
● Rechtsanspruch auf Integrationsleistungen
Kindeswohl in den Mittelpunkt stellen
● Schaffung eines Bundesrahmengesetzes für die Kinder- und Jugendhilfe:
Vereinheitlichung von Zielvorgaben und Betreuungsstandards
● (Vorläufige) Obsorge für unbegleitete minderjährige Geflüchtete ab dem 1. Tag
● Begrenzung der Höchstdauer des Aufenthalts von Kindern in Erstaufnahmeeinrichtung
auf maximal sechs Wochen
● Einführung eines Kinderbeistands im Asylverfahren nach Vorbild von
Scheidungs- und Obsorgeverfahren
Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete – für Selbsterhalt und Selbstermächtigung
● Nostrifizierungen: Anpassung von Nostrifizierungs- und Anerkennungsprozessen
beruflicher Ausbildungen und Kenntnisse
● Schaffung einer befristeten Übergangsphase für Grundversorgungsbezieher*innen
nach Arbeitsaufnahme ohne sofortigen Wohnraumverlust
● Schaffung eines Chancen-Aufenthaltsrechts für Menschen, die aufgrund von
Ausbildung oder Job nicht abgeschoben werden können
● Schaffung der Möglichkeit eines Spurwechsels vom Asylverfahren in das reguläre
Aufenthalts regime unter gewissen Voraussetzungen
Aus: „flüchten – ankommen – bleiben“: Maßnahmen für eine zeitgemäße und vernunftgeleitete Asyl- und Integrationspolitik. Zusammengestellt
vom Integrationshaus gemeinsam mit anderen Organisationen unter dem Dach der asylkoordination österreich.
Grundversorgung in Wien
In Wien bezogen im Dezember 2024 insgesamt 30.960 Personen (Asylberechtigte,
subsidiär Schutzberechtigte, Asylwerber*innen, Ukrainevertriebene und sonstige Fremde)
die Grund versorgung des Landes, von diesen lebten 5.160 in organisierten Einrichtungen.
Wird die Anzahl jener Personen hinzugezählt, die sich in Wien in der Betreuung des Bundes
befanden, überstieg die Zahl der aufgenommenen Schutzsuchenden die vorge sehene Quote
für Wien um 109 %. Der Anteil an Ukrainer*innen in der Grundversorgung war mit
14.120 Personen weiterhin sehr hoch.
12 JAHRESBERICHT 2024
5.433
Personen fanden 2024
im Integrationshaus Rat, Hilfe
und Unterstützung.
250
geflüchtete Menschen
und Schutzsuchende
wohnten im
Integrationshaus:
126
Personen im Wohnheim
mit psychosozialer
Betreuung
86
Personen in den
Wohnungen des Projekts
„First Flat“ mit mobiler
psychosozialer
Betreuung
38
Kinder und
Jugendliche in den
sozialpädagogischen
Wohngemeinschaften
287
Personen nutzten die Bildungsangebote
und die Projekte zur Erweiterung
didaktischer Kompetenzen
im Integrationshaus:
35
Personen im Kurs
BAJU – Basisbildung
für Jugendliche und
junge Erwachsene
62
Frauen im Kurs
MAMA LERNT
DEUTSCH –
F.U.T.U.R.E.-Train
60
Jugendliche im
Kurs JAWA Next15
36
Frauen im Kurs
FAVoritIN
25
Frauen im Kurs
FAVoritIN_U
20
Frauen im Kurs
„Weiterkommen“ –
B2-Kurs für
Frauen
13
Frauen
im Projekt
Frauen*stimmen-
Podcast
15
Teilnehmer*innen
im Projekt „Train
the Trainer“
21
betreute Kinder
von Kursteilnehmerinnen
4.616
Personen nahmen die
Beratung im Integrationshaus
in Anspruch:
1.538
geflüchtete Menschen
und Migrant*innen in
der psychosozialen
Beratungsstelle
353
Personen in der
unabhängigen
Rechtsberatung
2.725
Personen bei
m.o.v.e. on
Jugendcoaching
280
freiwillige Mitarbeiter*-
innen unterstützten die
unterschiedlichen
Projekte:
112
davon waren im
Jahr 2024
neue Freiwillige
FINANZÜBERSICHT 2024
Finanzieller Einsatz für schutzsuchende
Menschen und Migrant*innen
Die Arbeit des Integrationshauses kann
nur durch Fördermittel auf regionaler, nationaler
und internationaler Ebene realisiert
werden. Allerdings sind nicht alle Projekte
langfristig und zur Gänze durch diese
öffent lichen Gelder abgesichert. Um ge
flüchtete Menschen weiterhin professionell
und in der erforderlichen Qualität begleiten
zu können, ist die Organisation zusätzlich
auf Spenden angewiesen. Manche Angebote
können zur Gänze nur durch private Unterstützungsbeiträge
umgesetzt werden.
Wohnen & Betreuung
Schutzsuchende finden im
Integrationshaus drei verschiedene
Wohnprojekte mit Betreuung: das
Wohnheim und die mobil betreuten
Wohnungen in Wien für Erwachsene
und Familien sowie die sozialpäda gogischen
Wohngemeinschaften für
Kinder und Jugendliche.
Bildung
Die unterschiedlichen Bildungsprojekte
unterstützen geflüchtete
Menschen dabei, ihre individuellen
Ressourcen zu stärken und zu fördern.
Der Schwerpunkt liegt beim
Erwerb der deutschen Sprache mit
dem Fokus auf Basisbildung und
Arbeitsmarktintegration.
Beratung & Jugendcoaching
Das Beratungsangebot für Schutzsuchende
und Migrant*innen reicht
von der psychosozialen Beratungsstelle
über die unabhängige Rechtsberatung
bis zum Jugendcoaching
in Schulen.
Sozialpädagogik
24,3 %
Psychosoziale
Betreuung
27,8 %
Mittelverwendung in
den Fachbereichen
Bildungsprojekte
11 %
Beratungsstelle
15,4 %
Ausbildungsberatung
21,5 %
Das Integrationshaus dankt seinen
zahlreichen Fördergeber*innen, Auftraggeber*innen
und Spender*innen.
14 JAHRESBERICHT 2024
Mittelherkunft 2024
€ 12.788.603,80
• Spenden: 13,3 %
• Sonstige Einnahmen: 2 %
• Auflösung von Spendenrücklagen: 0,05 %
• Subventionen und Zuschüsse der
öffentlichen Hand: 84,65 %
Mittelverwendung 2024
€ 12.788.603,80
Die Mittelverwendung
im Detail:
2024 flossen 86,9 % des gesamten
Budgets in die Projekte für Wohnen,
Betreuung, Bildung, Beratung und
Ausbildungsberatung. 0,5 % der
verfügbaren Geldmittel wurden für
die Spendenwerbung eingesetzt,
zu der vor allem die Spender*inneninformation
„Gute Zeitung“ zählt.
Nur mit Hilfe von Spenden konnte
ein Teil des Budgets zurückgelegt
werden, um auch in schwierigen
Zeiten unabhängig und flexibel zu
bleiben und die Umsetzung der
Projekte sicherzustellen. Im Jahr
2024 wurden 5,6 % aus Spendenmitteln
dafür verwendet. Für die
Verwaltung der gesamten Orga nisation
wurden insgesamt 5,3 %
der Budgetmittel eingesetzt.
Den ausführlichen Finanzbericht
gemäß den Richtlinien des öster -
rei chi schen Spendengütesiegels
finden Sie auf Seite 58–59.
• Projekte des Integrationshauses
(siehe links): 86,9 %
• Spendenwerbung: 0,5 %
• Verwaltung: 5,3 %
• Nicht verbrauchte
Spendenmittel: 5,6 %
• Zuführung zu anderen
zweckgewidmeten Rücklagen: 1,7 %
15
DAS INTEGRATIONSHAUS IM ÜBERBLICK
FACHBEREICH
SOZIALPÄDAGOGIK
Wohngemeinschaften:
Caravan 1
Caravan 2
einewelt-wg
FACHBEREICH
PSYCHOSOZIALE
BETREUUNG
Wohnheim mit
psychosozialer
Intensivbetreuung
Mobile Betreuung –
First Flat
S.O.S. – Stabilisierung
ohne Sprache
LEITUNG
Vorstand
Geschäftsführung
Betriebsrat
Fundraising & Öffentlichkeitsarbeit
Förderwesen & Wissensmanagement
Hausverwaltung & Technik
Finanzen
Personal
IT
FACHBEREICH BILDUNG
BAJU - Basisbildung für
Jugendliche und junge
Erwachsene
MAMA LERNT DEUTSCH –
F.U.T.U.R.E.-Train
Next 15
JAWA
FAVoritIN
FAVoritIN_U
Frauen*stimmen
Podcast
Weiterkommen –
B2-Kurs für Frauen
Train the Trainer
FACHBEREICH
BERATUNG
Psychosoziale
Beratungsstelle
Unabhängige
Rechtsberatung
FACHBEREICH
AUSBILDUNGS-
BERATUNG
m.o.v.e. on
Jugendcoaching
FACHBEREICH
FREIWILLIGEN-
KOORDINATION
Bildungspartner*innen
Buddies
Mentor*innen
Pat*innen
Lernhelfer*innen
Atelier VIA
16 JAHRESBERICHT 2024
HERKUNFTSLÄNDER
Afghanistan
Ägypten
Albanien
Angola
Armenien
Aserbaidschan
Äthiopien
Bangladesch
Belarus
Benin
Bosnien und
Herzegowina
Bulgarien
Chile
Volksrepublik China
Dänemark
Deutschland
Eritrea
Frankreich
Gambia
Georgien
Ghana
Griechenland
Guinea
Indien
Irak
Iran
Irland
Israel
Italien
Jemen
Jordanien
Kamerun
Kasachstan
Kenia
Kolumbien
Demokratische
Republik Kongo
Kosovo
Kroatien
Kuba
Libanon
Libyen
Marokko
Mexiko
Mongolei
Myanmar
Niederlande
Niger
Nigeria
Nordmazedonien
Österreich
Pakistan
Peru
Philippinen
Polen
Republik Korea
Republik Moldau
Ruanda
Rumänien
Russische Föderation
Schweden
Senegal
Serbien
Slowakei
Slowenien
Spanien
Somalia
Sri Lanka
Staatenlos
Sudan
Syrien
Tadschikistan
Tschechien
Tunesien
Türkei
Uganda
Ukraine
Ungarn
USA
Usbekistan
Venezuela
Vietnam
Weißrussland
Kursteilnehmerin
Next 15
JAWA
Die 5.433 Menschen, die 2024 im Integrationshaus Rat und Hilfe fanden, kamen aus 82 verschiedenen Ländern.
FUNDRAISING UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Danke!
Dank engagierter Unterstützer*innen konnte das Integrationshaus
auch 2024 Schutz, Perspektiven und Menschlichkeit schenken.
18 JAHRESBERICHT 2024
Nach dem Rekordjahr 2022 rechnete das Integrationshaus in den folgenden Jahren mit
sinkenden Spendeneinnahmen. Die anhaltende Teuerung sowie einschneidende Katastrophen
wie das verheerende Hochwasser in Niederösterreich im September 2024 drohten die
Spendenbereitschaft zu beeinträchtigen.
Doch die Unterstützer*innen zeigten auch 2024 beeindruckende Solidarität. Rund 7.200
Spender*innen begleiteten das Integration shaus im Jahr 2024. Zwar sank die Zahl der
Unterstützer*innen um rund 5 %, jedoch erhöhte sich der durchschnittliche Beitrag pro
Person auf rund 98 Euro – ein Plus von 17 %. Jede einzelne Spende trug wesentlich dazu
bei, Menschen auf der Flucht Schutz und Perspektiven zu bieten.
Eine besondere Unterstützung ermöglichte die außergewöhnliche Initiative von Marlene
Engelhorn. Sie übergab dem „Guten Rat“ – einer Gruppe von 50 zufällig ausgelosten Bürger*
innen – 25 Millionen Euro aus ihrem Erbe mit dem Auftrag, diese zu verteilen. Der „Gute
Rat“ entschied sich nach intensiver Auseinandersetzung für 77 Organisationen – darunter
auch das Integrationshaus, das eine Großspende in der Höhe von 340.000 Euro verteilt auf
drei Jahre erhielt. Diese Entschei dung bestätigt den Stellenwert der Arbeit des Integrationshauses
für eine solidarische Gesellschaft.
30 Ausgaben „Gute Zeitung“ – Eine Erfolgsgeschichte
Ob starke Frauen, 20 Jahre Grundversorgung, Ausbildungsberatung oder ältere Menschen
auf der Flucht – die relevanten Themen der „kleinen“ Guten Zeitung im vergangenen
Jahr waren vielfältig. Ein besonderes Highlight: die 30. „große“ Ausgabe des „Boulevardblatts
für den Guten Zweck“.
Seit 1995 berichtet die „Gute Zeitung“
über die Arbeit des Integra tionshauses,
behandelt aktuelle Fragen zu Flucht,
Asyl und Migration und setzt klare
Zeichen für Offenheit, Dialog und
Zusammenhalt. „Mit Stolz und Freude
feierten wir die 30. Ausgabe der Guten
Zeitung, die geflüchteten Menschen eine
Stimme gibt, wichtige Themen beleuchtet
und Raum für positive
Geschichten schafft“, so Sepp Stranig,
Herausgeber seit der 1. Ausgabe.
»Wir danken allen
Spender*innen herzlich
für ihre Verbundenheit,
ihr Vertrauen und ihre
Großzügigkeit. Diese
Unterstützung macht
Mut – und schafft
gemeinsam Zukunft.«
Christina Pacher-Vukovic, Fundraising
19
FUNDRAISING UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT
Benefiz-Veranstaltungen: Mit Freude helfen
Tanzen, lachen, trinken – und dabei Gutes tun: Das Integrationshaus blickt auf ein
vielfältiges Veranstaltungsjahr zurück. Den Höhepunkt bildete der 30. Flüchtlingsball im
fast ausverkauften Wiener Rathaus. Mit Livemusik, unter anderem von Attwenger, einer
stimmungsvollen Open-Air-Disko im Arkadenhof und begeistertem Publikum wurde
das Jubiläum gebührend gefeiert. Besonders bewegend: die Verleihung des ersten Willi-
Resetarits-Preises an den aus Simbabwe stammenden Musiker Vusa Mhkaya.
Auch abseits des Balls setzte das Integrationshaus starke Akzente: Die Kabarettgalas
Lachen hilft! am Aschermittwoch und am Nationalfeiertag verbanden Humor mit Haltung.
Eine Lesung zum Langen Tag der Flucht mit Judith Kohlenberger und Cornelius Obonya,
die Vorführung des Films „Little Alien“ von Nina Kusturica im Filmcasino sowie die
stimmungsvolle Weinversteigerung im Bank Austria Salon rundeten das bunte, engagierte
Veranstaltungsjahr ab.
Unternehmenspartner*innen – gemeinsam Perspektiven schaffen
Immer mehr Unternehmen übernehmen soziale Verantwortung und gestalten Integration
aktiv mit. Rund 160 Unternehmenspartner*innen unterstützten 2024 das Integrationshaus
bei der Begleitung geflüchteter Menschen – mit Sachspenden, Know-how, Zeit und finanziellen
Mitteln.
Ein starkes Signal setzten zwei erstmals durchgeführte Jobtage, bei denen Teilnehmer*
innen aus arbeitsmarktpolitischen Projekten mit Arbeitgeber*in nen wie Post AG, Wiener
Linien, dm, Eurest und Sodexo ins Gespräch kamen. Die Veranstaltungen boten wertvolle
Einblicke, stärkten Netzwerke und manche führten zu konkreten Bewerbungsgesprächen.
Eine großzügige Unternehmensspende von karriere.at ermöglichte den Aufbau eines
neuen Beratungsangebots für geflüchtete und zugewanderte
Frauen zur beruflichen Orientierung
»Das Integrationshaus
dankt allen Unternehmenspartner*innen
und ihren Mitarbeiter*
innen für ihr Engagement
– und freut sich
auf die weitere
Zusammenarbeit.«
Christine Riegler, Unternehmenskooperationen
und Qualifizierung.
Auch im Bereich Sachspenden zeigten sich zahlreiche
Unternehmen engagiert: Hutchison Drei,
XXXLutz, Observer, MA48 und die Post AG unterstützten
gezielt. Zudem spendeten viele Firmen
attraktive Preise für die Tombola des 30. Flüchtlingsballs.
Und die B&C Gruppe beschenkte – bereits
zum dritten Mal – Kinder und Jugendliche im
Integrationshaus zu Weihnachten.
20 JAHRESBERICHT 2024
●❶
●❷
●❸
●❹
●❺
●❻
●❼
BUNT GEMISCHTE SPENDEN-COMMUNITY:
❶ Spendenübergabe der Falter-Spendentombola
„Hilfe, Geschenke!“
❷ B&C-Gruppe: Mitarbeiter*innen-
Spendenaktion
❸ Spende eines Transportbusses der Post AG
❹ Spendenübergabe Lions Club Floridsdorf
❺ Tombola am 30. Wiener Flüchtlingsball
❻ Spendenaktion der Buchhandlung
„Seeseiten“
❼ Spendenaktion IKEA Vösendorf
DAS TEAM DES INTEGRATIONSHAUSES 2024
189
Mitarbeiter*innen brachten
täglich ihre wertvolle Expertise
und ihr Engagement im
Integrationshaus ein:
166
angestellte Mitarbeiter*innen,
inklusive Bildungs- und
Elternkarenzen sowie Sabbaticals
8
freie Dienstnehmer*innen
14
Kurzzeit-Vertretungen
1
Lehrling
10
Zivildienstleistende
2
Personen im freiwilligen
sozialen Jahr
WIR WOLLEN UNSERE KLIENT*INNEN STÄRKEN,
INDEM WIR SIE DA ABHOLEN, WO SIE AKTUELL STEHEN
UND IHRE SELBSTÄNDIGKEIT FÖRDERN, DAMIT SIE
MÖGLICHST SELBSTERMÄCHTIGT TEIL DER
GESELLSCHAFT SEIN KÖNNEN.
Die Fach
und ihre
24 JAHRESBERICHT 2024
bereiche
Arbeit
25
FACHBEREICH PSYCHOSOZIALE BETREUUNG
Begleiten, Stabilisieren,
Unterstützen – Psychosoziale
Betreuung für Geflüchtete
Der Fachbereich Psychosoziale Betreuung bietet geflüchteten Menschen
nicht nur eine menschenwürdige Unterkunft, sondern auch Unterstützung
durch ein erfahrenes und multiprofessionelles Betreuungsteam.
Im Wohnheim finden 112 Personen in eigenen Wohneinheiten
Platz. Die Mitarbeiter*innen der Wohnbetreuung sind ständig vor
Ort und damit für die Bewohner*innen immer erreichbar. Im Projekt
First Flat wohnen bis zu 63 junge Erwachsene, Familien und alleinerziehen
de Frauen in Wohngemeinschaften in ganz Wien. Sie werden
vom Betreuungsteam mobil betreut.
2024 war ein Jahr vieler Herausforderungen für den Fachbereich
Psychosoziale Betreuung. Gleichzeitig war es ein Jahr, in dem sich
einmal mehr zeigte, wie
»Hinter jedem erfolgreichen
Schritt unserer
Klient*innen steht ein
Team, das mit großem
Engagement, Fachwissen
und Menschlichkeit
arbeitet. 2024 hat uns
gezeigt, wie viel möglich
ist, wenn wir Herausforderungen
gemeinsam
anpacken.«
Regina Rischan und Emira Ulrich, Fachbereichsleiterinnen
wichtig eine professionelle,
menschenwürdige
und stabilisierende
Begleitung für geflüchtete
Menschen ist.
Die Bedürfnisse
geflüchteter Menschen
sind so vielfältig wie ihre
Lebensgeschichten. Dank
der vielseitigen Ausbildungen
und Sprachkompetenzen
kann das
Team der Wohnbetreuung
flexibel auf unterschiedlichste
Situationen eingehen
– von der Regelbetreuung
über erhöhte
Betreuungsbedarfe bis hin
zu besonders herausfordernden
Stabilisierungsphasen.
26 JAHRESBERICHT 2024
Ein Schwerpunkt des vergangenen Jahres war die verstärkte
Betreuung von Vertriebenen aus der Ukraine. Neben der psychosozialen
Unterstützung standen hier vor allem Fragen zu Arbeitsmarktzugang
und AMS-Meldungen, Zuverdienstgrenzen oder
Ausbildungsmöglichkeiten im Vordergrund. Dabei war es besonders
wichtig, die Klient*innen auch bei der praktischen Umsetzung zu
begleiten und ihnen Orientierung zu geben.
Besonders erfreulich war es, im vergangenen Jahr mehrere
Familienzusammenführungen begleiten zu dürfen. Die Aufnahme
nachziehender Angehöriger erfordert oft ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen
und es zeigte sich sehr deutlich, wie unterstützend
bestehende Familienstrukturen für den Neustart in Österreich sein
können.
Rasche und individuelle Lösungen waren auch dann gefragt, wenn
Menschen mit einem akuten Stabilisierungsbedarf, etwa aufgrund
psychiatrischer Diagnosen, Hilfe benötigten. Gerade in diesen Situationen
zeigt sich die Notwendigkeit von engmaschiger Betreuung und
viel Sensibilität, um tragfähige Perspektiven für alle Beteiligten zu
entwickeln.
Zugleich war das Jahr 2024 geprägt von der Umstellung auf das
Realkostenmodell in der Flüchtlingshilfe in Wien durch den Fonds
Soziales Wien – ein lang ersehnter Meilenstein und eine große
Herausforderung: Durch diese Umstellung und die Einführung der
neuen Verrechnungsplattform mussten innerhalb kürzester Zeit neue
administrative Abläufe etabliert werden.
Das Ziel der psychosozialen Betreuung bleibt auch
in Zukunft, Menschen in schwierigen Lebenslagen
Stabilität, Unterstützung und Orientierung zu geben –
und sie auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben
zu begleiten.
FÖRDERGEBER*INNEN
■ Fonds Soziales Wien
■ Bundesministerium für
Soziales, Gesundheit,
Pflege und Konsumentenschutz
■ Bundeskanzleramt,
III/2 Frauenprojektförderung
27
FACHBEREICH PSYCHOSOZIALE BETREUUNG
Rund-um-die-Uhr-Betreuung:
Einblick in die Arbeit des Nachtdienstes
Das Wohnheim des Integrationshauses bietet seinen
Klient*innen sieben Tage die Woche rund um die Uhr Betreuung
durch qualifizierte Mitarbeiter*innen. In den Abend-,
Nacht- und Morgenstunden sowie an Wochenenden und Feiertagen
wird die Betreuung durch das Nachtdienstteam abgedeckt.
Als Team, bestehend aus vier Mitarbeiter*innen, sind
wir Ansprechpersonen für alle Bewohner*innen. Wir sind ein
multiprofessionelles Team, welches mehrere Sprachen abdeckt.
Die 24-Stunden- Betreuung bietet den Klient*innen Stabilität
und Sicherheit, was vor allem für traumatisierte Personen,
Personen mit erhöhtem Betreuungsbedarf und Stabilisierungsklient*innen
wichtig ist. Die Aufgabenbereiche im Nachtdienst
beinhalten organisatorische und administrative Tätigkeiten
sowie aufsuchende Betreuungsarbeit und Krisenintervention.
Wir haben für alle Themen und Hausbewohner*innen ein
offenes Ohr, zeigen Verständnis und schaffen gemeinsam mit
den Kolleg*innen des Tagdiensts einen sicheren Ort. Seit über
12 Jahren bin ich Teil des Nachtdienst-Teams. Ich habe mich
schnell daran gewöhnt, allein im Dienst für die Personen im
Haus und die mobil betreuten Personen verantwortlich zu sein.
Das Team, die familiäre Atmosphäre in den Wohngemeinschaften
in Wien mit nötiger professioneller Distanz und das
Miteinander auf Augenhöhe mit den Haus bewohner*innen
haben mir Vertrauen und Sicherheit gegeben. Ich durfte viele
Menschen auf ihrem neuen Weg in Österreich begleiten, in
Krisen unterstützen und in medizinischen Notfällen zur Seite
stehen. So bin ich über die Jahre für viele Hausbewohner*innen
zu einer vertrauten Bezugsperson geworden. Ich bin froh,
schon lange Teil vieler Geschichten des Integrationshauses
sein zu dürfen.
Cora Hörmann, psychosoziale Betreuerin
28 JAHRESBERICHT 2024
AUF EINEN BLICK
WOHNHEIM
PROJEKT FIRST FLAT
126
Betreute Personen,
davon
72 weiblich, 54 männlich
52 Kinder (23 Buben,
29 Mädchen)
34 Personen mit
erhöhtem
Betreuungsbedarf
(18 Frauen,
12 Männer, 4 Kinder)
12
Herkunftsländer der
Bewohner*innen
Top-3
Herkunftsländer:
Ukraine, Russische
Föderation, Syrien
86
Betreute Personen,
davon
30 weiblich, 56 männlich
10
Herkunftsländer der
Bewohner*innen
Top-3
Herkunftsländer:
Ukraine, Somalia,
Russische Föderation
6
Mitarbeiter*innen
+ 1 Zivildienstleistender
16
Mitarbeiter*innen
+ 2 Zivildienstleistende
12
Sprachen
im Team
20
Sprachen
im Team
• Asylwerber*innen: 5,6 %
• Konventionsflüchtlinge/
Asylberechtigte: 4,8 %
• Subsidiär
Schutzberechtigte: 14,3 %
• Rot-Weiß-Rot-Karte plus: 7,1 %
• Ukraine-Vertriebene: 61,1 %
• Sonstige: 7,1 %
• Asylwerber* innen: 10 %
• Subsidiär
Schutz berechtigte: 12 %
• Rot-Weiß-Rot-Karte plus: 6 %
• Ukraine-Vertriebene: 71 %
• Sonstige: 1 %
FACHBEREICH SOZIALPÄDAGOGIK
Sozialpädagogische
Wohngemeinschaften –
Lebensräume mit Perspektive
Im Fachbereich Sozialpädagogik sind in insgesamt drei Wohngemeinschaften
unbegleitete minderjährige Geflüchtete (UMF) sowie
Kinder und Jugendliche, die aus den unterschiedlichsten Gründen
nicht bei ihren Familien leben können, untergebracht. Insgesamt
können 26 Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 18 Jahren
aufgenommen und betreut werden.
Die pädagogische Arbeit des Fachbereichs ist auf die individuellen
Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen, die in den WGs wohnen,
ausgerichtet. Ein stabiler Beziehungsaufbau ist Grundlage jeder
Begleitung. Bereits vor
dem Einzug schafft das
»Unsere Wohngemeinschaften
sind mehr als nur
ein sicherer Ort – sie sind
ein Zuhause auf Zeit, in
dem Kinder und Jugendliche
wieder Vertrauen
fassen, mitgestalten und
wachsen können.
Wir setzen uns mit Herz
und Fachlichkeit dafür ein,
dass jeder junge Mensch
bei uns gesehen, gehört
und gestärkt wird.«
Maria Eckmayr und Kristina Wallentich, Fachbereichsleiterinnen
Team für die jungen
Bewohner*innen durch
ein erstes Kennenlernen
eine Atmosphäre von
Wertschätzung und
Vertrauen. Der Einzug
wird eng begleitet, um
Unsicherheiten und
Ängste professionell
aufzufangen. Viele der
Kinder und Jugendlichen
machten bereits Erfahrungen
mit Ausgrenzung
und Ablehnung. Umso
wichtiger ist es, dass sie
sich in der Wohngemeinschaft
willkommen, sicher
und ernst genommen
fühlen.
Die Wohngemeinschaften
sind in unserem
Fall nicht nur betreute
30 JAHRESBERICHT 2024
Orte, sondern echte Lebensräume. Sie bieten Rückzugsmöglichkeiten,
Privatsphäre und die Chance zur Mitgestaltung. Die Kinder und
Jugendlichen sollen sich hier zuhause fühlen – ein Gefühl, das durch
ein sicheres Umfeld, feste Strukturen und verlässliche Beziehungen
entsteht. Viele von ihnen haben belastende und traumatisierende
Erlebnisse hinter sich. Die sozialpädagogische Arbeit trägt dazu bei,
wieder Vertrauen zu fassen, Selbstwirksamkeit zu erleben und
Perspektiven zu entwickeln.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das gemeinsame Aufwachsen
von Geschwisterkindern oder Kindern mit enger familiärer Bindung
– um emotionale Stabilität zu geben, wird ihre gemeinsame Unterbringung
gefördert, so gut es geht.
Auch die räumliche Qualität spielt dabei eine große Rolle: 2024
wurden die Wohngemeinschaften Caravan 1 und Caravan 2 renoviert
– inklusive Malerarbeiten, Erneuerung von Wänden und teilweiser
Sanierung der Badezimmer. In der einewelt-wg wurden das Wohnzimmer
und einige Kinderzimmer gemeinsam mit den Jugendlichen
neu gestaltet und eingerichtet.
Wichtige Anliegen der Kinder und Jugendlichen werden regelmäßig
in WG-Besprechungen thematisiert – der Bogen reicht vom
Alltagsleben über Konfliktlösungen bis hin zu individuellen
Gestaltungsideen. Eine starke Partizipation
ist ein zentrales Element unserer sozialpädago gi schen
Arbeit: Die jungen Menschen sollen ihre Umgebung
aktiv mitgestalten und ihre Stimme im Alltag einbringen
können.
FÖRDERGEBER*INNEN
■ Fonds Soziales Wien
■ MA 11 – Wiener Kinderund
Jugendhilfe
31
FACHBEREICH SOZIALPÄDAGOGIK
Zwischen Asylverfahren und Sehnsucht:
UMF und ihre ständige Hoffnung auf
Familienzusammenführung
Die Jugendlichen, die in der Wohngemeinschaft Caravan 2
leben, werden als sogenannte unbegleitete minderjährige
Geflüchtete (UMF) bezeichnet. Das bedeutet, dass sie ohne
ihre Eltern in Österreich angekommen sind und die Obsorge
somit von der Kinder- und Jugendhilfe übernommen wurde.
Diese rechtliche Festlegung der Erziehungsberechtigung
ändert jedoch nichts daran, dass ihre Eltern weiterhin ihre
wichtigsten Bezugspersonen bleiben. Mit der Hoffnung auf
ein sicheres Leben mussten sich die Jugendlichen schweren
Herzens von ihnen trennen – ein Schritt, der mit viel
Schmerz und Unsicherheit verbunden ist.
Aufgrund des langwierigen Asylverfahrens vergehen zum
Teil Jahre, bevor die Minderjährigen überhaupt eine Aussicht
auf Familienzusammenführung erhalten. Doch selbst dann
ist die Beantragung mit zahlreichen bürokratischen Hürden
verbunden. Komplexe rechtliche Anforderungen, lange
Bearbeitungszeiten, fehlende Dokumente und Kosten
erschweren den Prozess zusätzlich.
Vor allem die langen Wartezeiten sind für die Jugendlichen
eine enorme emotionale Belastung. Sie stehen vor der
Herausforderung, sich allein in einem neuen Land zurechtzufinden,
eine neue Sprache zu lernen und gleichzeitig die
ständige Sehnsucht nach ihrer Familie sowie die Sorge um
deren Wohlergehen zu ertragen, da diese oft weiterhin in
unsicheren Verhältnissen lebt.
Eine Wiedervereinigung mit ihren Eltern und
Geschwistern kann ihnen Sicherheit, Stabilität und emotionale
Unterstützung bieten. Sie unterstützt nicht nur eine
gesunde psychische und soziale Entwicklung, sondern
eröffnet auch eine Zukunftsperspektive.
Abschließend kann festgehalten werden, dass die Möglichkeit,
mit der Familie vereint zu sein, für ein Kind kein
Privileg sein sollte, sondern ein grundlegendes Recht.
Emilia Kinkel, Sozialpädagogin
AUF EINEN BLICK
WOHNGEMEIN-
SCHAFTEN
CARAVAN 1 UND
CARAVAN 2
29
Betreute Personen,
davon
3 weiblich, 26 männlich
8–17
Alter der
Bewohner*innen
3
Herkunftsländer der
Bewohner*innen:
Syrien, Afghanistan,
Österreich
20
Mitarbeiter*innen
+ 2 Zivildienstleistende
+ 10 Vertretungen
10
Sprachen
im Team
WOHNGEMEIN-
SCHAFT
EINEWELT-WG
9
Betreute Personen,
davon
3 weiblich, 6 männlich
5–15
Alter der
Bewohner*innen
3
Herkunftsländer der
Bewohner*innen:
Österreich,
Irak, Nigeria
10
Mitarbeiter*innen
+ 1 Zivildienstleistender
+ 5 Vertretungen
9
Sprachen
im Team
32 JAHRESBERICHT 2024
Kursteilnehmer
JAWA Next
FACHBEREICH BILDUNG
Perspektiven entwickeln
Der Fachbereich Bildung unterstützt geflüchtete Menschen und
Migrant*innen mit Angeboten zur Vermittlung der deutschen Sprache,
zur Berufsorientierung und zur Stärkung digitaler Kompetenzen.
Im Fokus stehen Jugendliche und Frauen. Ziel ist es, individuelle
Perspektiven zu eröffnen und den Weg in Ausbildung oder
Arbeitsmarkt zu ebnen.
Im Fachbereich Bildung steht der Mensch mit seinen Fähigkeiten,
Interessen und Herausforderungen im Mittelpunkt. 2024 wurden zahlreiche
Projekte umgesetzt, die Kursteilnehmer*innen beim Erwerb der
deutschen Sprache, Berufsorientierung und digitalen Kompetenzen
begleiteten. Ziel aller Angebote war es, individuelle Handlungskompetenz
aufzubauen – von den ersten Schritten am Arbeitsmarkt
bis zur langfristigen Zukunftsplanung.
Wie erfolgreich dieser Weg verlaufen kann, zeigte ein festlicher
Höhepunkt des vergangenen Jahres: die Feier zum 20. Durchgang des
Projekts JAWA Next , wo Jugendliche auf ihrem Weg in Ausbildung oder
Beruf unterstützt werden.
Die Jubiläumsfeier machte
»Wir schaffen Räume,
in denen Menschen ihre
Stärken entdecken,
wachsen und neue
Wege gehen können –
mit Offenheit, Respekt
und dem Mut zur
Veränderung.«
Lydia Rössler und Hannah Greimel, Fachbereichsleiterinnen
eindrucksvoll sichtbar, was
nachhaltige Bildungsarbeit
bewirken kann: Ehemalige
Teilnehmer*innen berichteten
von ihrem beruflichen
Werdegang – etwa ein junger
Mann, der nach seiner
Lehre als Zahntechniker
nun ein Studium der Zahnmedizin
beginnen möchte.
Die ersten Schritte in diese
Richtung konnte er vor
einigen Jahren dank der
gezielten Begleitung bei
JAWA Next machen.
34 JAHRESBERICHT 2024
Kursteilnehmer
JAWA Next
FACHBEREICH BILDUNG
FÖRDERGEBER*INNEN UND
UNTERSTÜTZER*INNEN:
■ Europäischer Sozialfonds
■ Bundesministerium für
Bildung, Wissenschaft
und Forschung
■ MA 17 – Integration und
Diversität
■ waff – Der Wiener
Arbeitnehmer*innen
Förderungsfonds
■ Fonds Soziales Wien
■ AMS Wien Arbeitsmarktservice
Wien
■ AK Wien – Arbeiterkammer
Wien, Abteilung
für Frauen und Familie
Viele Kursteilnehmer*innen starten mit dem Wunsch, Deutsch zu
lernen und Orientierung für das Leben in Österreich zu bekommen.
Daraus entwickeln sich weiterführende Ziele, wie eine Ausbildung,
ein Praktikum oder der Aufbau eines persönlichen Netzwerks.
Der Weg dorthin ist allerdings oft von zahlreichen Hürden geprägt:
fehlende Kinderbetreuung, gesundheitliche Belastungen oder
unklare berufliche Perspektiven erschweren den Lernprozess ebenso
wie strukturelle Herausforderungen. Dazu zählt unter anderem der
Mangel an Anerkennung mitgebrachter Qualifikationen oder
Unsicherheiten beim Aufenthaltstitel – etwa bei Vertriebenen aus
der Ukraine.
Zusätzlich war das Jahr 2024 von neuen Herausforderungen
geprägt, die das Bildungsangebot weiter differenzierten. So zeigte
sich verstärkt, dass Teilnehmerinnen mit Kleinkindern in den
MAMA LERNT DEUTSCH-Kursen zunehmend mit Entwicklungsstörungen
ihrer Kinder im Autismus-Spektrum kon frontiert sind.
Der Fachbereich Bildung reagierte darauf umgehend: Die Trainerinnen
bildeten sich gezielt fort, um betroffene Familien noch sensibler
und kompetenter begleiten zu können.
Diese hohe Flexibilität zeigt sich auch in weiteren grundlegenden
Bestandteilen der Bildungsarbeit: Neben Sprach- und Basisbildung
spielen digitale Kompetenzen, Methoden zur Stressbewältigung
sowie begleitende Beratung eine zentrale
Rolle. Zusätzlich leisten freiwillige Mentor*innen oder
Bildungspartner*innen einen wichtigen Beitrag und
unterstützen individuell oder in Kleingruppen. Diese
Atmosphäre prägt den gesamten Fachbereich und
motiviert alle Beteiligten, sich mit Offenheit und
Lernbereitschaft einzubringen.
36 JAHRESBERICHT 2024
AUF EINEN BLICK
BAJU – BASISBILDUNG
FÜR JUGENDLICHE UND
JUNGE ERWACHSENE
MIT MIGRATIONS-
HINTERGRUND
35
Teilnehmer*innen, davon
7 weiblich, 28 männlich
16–24
Alter der
Teilnehmer*innen
Top-3
Herkunftsländer:
Syrien, Somalia,
Iran
3
Mitarbeiter*innen
60
Jugendliche, davon
31 weiblich,
29 männlich
16–21
Alter der
Teilnehmer*innen
MAMA LERNT
DEUTSCH –
F.U.T.U.R.E.-TRAIN
62
Teilnehmerinnen
23–51
Alter der
Teilnehmerinnen
21
Betreute Kinder
JAWA NEXT 15 <
Top-3
Herkunftsländer:
Syrien, Afghanistan,
Türkei
6
Mitarbeiterinnen
FAVoritIN –
FACHSPRACHKURSE
MIT ARBEITSMARKT -
VOR BEREITUNG
FÜR FRAUEN
36
Teilnehmerinnen
19–50
Alter der
Teilnehmerinnen
FAVoritIN_U
25
Teilnehmerinnen
22–56
Alter der
Teilnehmerinnen
4
Mitarbeiter*innen
5
Sprachen
im Team
WEITERKOMMEN –
B2-KURS FÜR
FRAUEN
53
Vermittlungserfolge:
34 Lehrstellen
6 Arbeitsplätze
13 Plätze in weiterführenden
Schulen oder
Weiterbildungen
Top-3
Herkunftsländer:
Ukraine, Irak,
Afghanistan
20
Teilnehmerinnen
28–56
Alter der
Teilnehmerinnen
Top-3
Herkunftsländer:
Syrien, Afghanistan,
Somalia
3
Mitarbeiterinnen
Herkunftsländer:
Syrien, Ukraine
7
Mitarbeiter*innen
+ 2 Zivildienstleistende
+ 9 Praktikant*innen
4
Sprachen
im Team
4
Mitarbeiter*innen
8
Sprachen
im Team
5
Sprachen
im Team
FACHBEREICH BILDUNG
Vor den Vorhang geholt:
FAVoritIN_U – frauenspezifische
Arbeitsmarktvorbereitung und
-orientierung mit Schwerpunkt
Frauen aus der Ukraine
Das Projekt FAVoritIN_U wurde von April bis Dezember
2024 mit zwei Kursgruppen umgesetzt. Ich war in der Rolle der
Koordinatorin und daher weniger als meine Kolleginnen im
Unterricht oder in der Beratung mit den Teilnehmerinnen in
Kontakt. Aus meiner organisatorischen Vogelperspektive konnte
ich beobachten, wie sich FAVoritIN_U in diesen neun Monaten
entfaltet hat und ein wichtiger Lern-, Begegnungs- und
Entwicklungsort für alle geworden ist.
Lernen. Zu lernen gab es viel. Abgesehen vom formellen
Lernen während des Deutschunterrichts, dem Training zu
digitalen Kompetenzen und der Berufsorientierung ging es für
die Teilnehmerinnen darum, zu entscheiden, wie sie mit ihrem
neuen, erzwungenen Status als Migrantinnen weitermachen
können. Erlerntes anerkennen lassen? Etwas völlig Neues
lernen? „Ganz unten“ anfangen? Sich für einen Weg zu
entscheiden, war oft schwer.
Begegnen. Der tägliche Kontakt war für viele Teilnehmerinnen
besonders wertvoll und nicht selten kam es vor, dass
jemand etwas zu essen oder trinken mitbrachte. Geburtstage
wurden immer gefeiert, wie auch Erfolge im Praktikum, bei
einer Prüfung oder bei der Jobsuche. Die Teilnehmerinnen
konnten im Kurs ihr persönliches Netzwerk erweitern und sich
über die vielen, oftmals ähnlich gelagerten alltäglichen Herausforderungen
austauschen.
Entwickeln. Kurz vor Ende der Projektlaufzeit, es war schon
klar, dass FAVoritIN_U vorerst nicht mehr gefördert werden
sollte, fand ich mich mit meinen Kolleginnen in der Supervision
wieder. Wir reflektierten über die Durchgänge und stellten
abermals fest, wie wirksam unser Konzept gewesen ist. Gerade
in diesen Fällen ist es hart, unsere finanzielle Abhängigkeit zu
akzeptieren.
Hannah Greimel, Koordinatorin und Fachbereichsleiterin
38 JAHRESBERICHT 2024
Bewohnerin im
Integrationshaus
FACHBEREICH BILDUNG:
PROJEKTE ZUR ERWEITERUNG DIDAKTISCHER KOMPETENZEN
Wo Bildung Funken schlägt
Projekte zur Erweiterung didaktischer Kompetenzen sind ein besonderer
Teil der Arbeit im Fachbereich Bildung. Sie entstehen oft dort, wo im direkten
Kontakt mit Kursteilnehmenden oder Trainer*innen neue Bedarfe erkannt
werden – und wo gute Ideen auf engagierte Partner*innen treffen. Diese Projekte
ergänzen die bestehenden Kurse und Beratungsangebote und schaffen
Raum für fachliche Weiterentwicklung und kreative Lösungen. Davon profitiert
nicht nur das einzelne Projekt, sondern der gesamte Fachbereich und vor
allem auch die Kursteilnehmer*innen.
Projekt 1: Digital weiter – Problemlösungsstrategien
für den beruflichen Alltag stärken
Im Projekt „Digital weiter“ wurden 2024 neue Wege erprobt,
um digitale Kompetenzen alltagsnah zu vermitteln. Ziel war es,
Teilnehmerinnen in der Basisbildung dabei zu unterstützen,
sich sicherer im digitalen Raum zu bewegen und eigene Lösungen
für Herausforderungen im Alltag und Beruf zu finden.
Aus den Erfahrungen entstanden ein Leitfaden mit praktischen
Tipps sowie Podcast-Beiträgen, die das Projekt und seine
Ansätze anschaulich vorstellen. Konzeptentwicklung, Befra gun
gen und Erprobungen im Rahmen dieses Projekts fanden alle
im Jahr 2023 statt. 2024 wurden die Ergebnisse des Projekts
fertiggestellt und bei unterschiedlichen Veranstaltungen
präsentiert:
● Leitfaden und Arbeitsblätter für einen Minikurs
„Digitale Grundbildung für Erwachsene mit wenig
Lese- und Schreiberfahrung in Deutsch“
● Poster mit Praxistipps zu „Eine Webseite lesen –
so geht es leichter“
● Podcast: Das Projektteam im Gespräch – Hintergründe
und Ziele, Erfahrungen und Ergebnisse,
Praktische Tipps und Materialien
Weblink: www.integrationshaus.at/fachpublikationen
FÖRDERGEBER
■ Digitalisierungsfonds
Arbeit 4.0. der AK Wien
DIGITAL WEITER
MINI-KURS
3
Mitarbeiterinnen
40 JAHRESBERICHT 2024
Projekt 2: Frauen*stimmen Podcast –
Medienkompetenz stärken, Perspektiven
hörbar machen
Das Projekt Frauen*stimmen Podcast wurde 2024 mit Unterstützung
des AK Digitalisierungsfonds Arbeit 4.0 fortgesetzt. Im
Fokus der Redaktionswerkstätten stand in diesem
Jahr die Stärkung kritischer Medienkompetenz:
Woher bekomme ich meine Informationen – und
wie erkenne ich, ob sie verlässlich sind? Wie gestaltet
sich mein digitaler Alltag, was daran funktioniert
gut, was weniger? Wie informieren sich meine
Kinder, meine Freund*innen?
FÖRDERGEBER
■ Digitalisierungsfonds
Arbeit 4.0. der AK Wien
FRAUENSTIMMEN
PODCAST
Diese Fragen bildeten den Ausgangspunkt für
intensive Diskussionen und journalistisches Arbeiten
in Kleingruppen. Daraus entstanden drei Podcastfolgen,
in denen die Teilnehmerinnen ihre Sichtweisen
und Erfahrungen teilen.
Präsentiert wurden die Beiträge bei zwei Veran staltungen
– im Integrationshaus und in der diversothek
des Vereins diversoviel – und dort gemeinsam mit
dem Publikum reflektiert.
13
Teilnehmerinnen
19–50
Alter der
Teilnehmerinnen
3
Mitarbeiterinnen
Weblink: www.integrationshaus.at/podcast_frauenstimmen
Top-3
Herkunftsländer:
Syrien, Tunesien,
Afghanistan
41
FACHBEREICH BILDUNG
Projekt 3: Train the Trainer – Methoden
aus der Praxis weitergeben
Im Projekt Train the Trainer gab das Team des Integrationshauses
2024 sein Wissen und seine Erfahrungen aus dem
Kursalltag an andere Trainer*innen weiter – vor allem aus
dem Bereich Basisbildung und Deutsch als Zweitsprache.
In zwei Weiterbildungen wurde gezeigt, wie Podcasts in der
Erwachsenenbildung eingesetzt werden können – als kreative
Methode, um Sprachkompetenz zu fördern und gesellschaftliche
Themen zu bearbeiten.
In einer dritten Weiterbildung stand die Gestaltung von
Präsentationsvideos im Mittelpunkt, etwa für Bewerbungen.
Dabei wurden verschiedene Methoden zur Vorbereitung vorgestellt
und gemeinsam ein eigenes Video-Projekt
umgesetzt. Ergänzend dazu wurde diskutiert, wie
solche Medienprojekte sinnvoll in den Unterricht
eingebunden und veröffentlicht werden können.
FÖRDERGEBER
■ Bundesministerium für
Bildung, Wissenschaft
und Forschung
TRAIN THE
TRAINER
15
Teilnehmer*innen,
davon
14 weiblich,
1 männlich
42 JAHRESBERICHT 2024
Bewohnerin im
Integrationshaus
FACHBEREICH BERATUNG
Wo Ankommen beginnt:
Psychosoziale und rechtliche
Unterstützung für Geflüchtete
In der psychosozialen Beratungsstelle und in der unabhängigen
Rechtsberatung werden Personen in der Grundversorgung in Wien zu
folgenden Themen beraten: Existenzsicherung, psychische Gesundheit,
Arbeit, Ausbildung, frauenspezifische Themen, Wohnen, Gesundheit,
spezifische Themen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen sowie im
Asylverfahren und Aufenthaltsrecht. Die wichtigsten Beratungsziele sind
Vermittlung von Systemwissen und Förderung der Selbstwirksamkeit.
Beratungsstelle für Asylwerber*innen und Flüchtlinge
in der Grundversorgung. Im Jahr 2024 suchten besonders
Geflüchtete aus Syrien und Vertriebene aus der Ukraine verstärkt Hilfe
in der Beratungsstelle. Der unsichere Aufenthaltsstatus, langwierige
Verfahren zur Familienzusammenführung, politische Instabilität im
Herkunftsland sowie die
»Die soziale und rechtliche
Beratung von geflüchteten
Menschen erfüllt eine zentrale
gesellschaftliche Aufgabe:
Es werden langfristige Kosten
für Sozial- und Gesundheitssysteme
reduziert, während
gleichzeitig die Selbstwirksamkeit
gefördert wird. Sie
trägt zur sozialen Gerechtigkeit
bei und verhindert
gesellschaftliche Spaltung.«
Carmen Dreher und Lucia Miranda-Weidenholzer,
Fachbereichsleiterinnen
steigenden Lebenshaltungskosten
hierzulande erzeugten
enormen Druck.
Für viele bedeutete das:
Ein Leben im Ausnahmezustand.
Besonders komplex waren
die Hürden für Ukrainer*innen:
Unklare Rechtslagen,
großer bürokratischer Aufwand
bei der Arbeitssuche
und fehlende Unterstützung
bei gesundheitlichen Einschränkungen
erschwerten
den Neuanfang. Besonders
betroffen waren Frauen mit
posttraumatischen Belastungsstörungen
und betreuungspflichtigen
Kindern –
sie hatten oft kaum Chancen,
Deutsch zu lernen oder
Arbeit zu finden.
44 JAHRESBERICHT 2024
Auch die Wohnsituation blieb dramatisch: Der Mangel an leistbarem
Wohnraum zwang viele Familien in überteuerte oder desolate Woh nun gen.
Es wurde wieder einmal offensichtlich, dass Mietbetrug insbesondere
jene trifft, die sich am wenigsten wehren können. Trotz aller Widrigkeiten
gelang es den Berater*innen dennoch, Stabilität und Hoffnung
zu vermitteln.
Die psychosoziale Beratung stärkte viele in existenziellen Krisen:
Mit gezielter Begleitung beim Zugang zu Sozial- und Bildungsleistungen
konnten Lebensbedingungen verbessert werden, und gesundheitliche
Beratung, Stabilisierungsgespräche und die Weitervermittlung in therapeutische
Angebote halfen, psychische Belastungen zu reduzieren –
insbesondere bei Frauen in Trennungssituationen oder nach Gewalterfahrungen.
Besonders bewegend waren die Erfolge bei der Unterstützung zur
Finanzierung lebenswichtiger Hilfsmittel für Kinder mit
Behinderungen – darunter ein 36.000 Euro teurer
FÖRDERGEBER
Bewegungstrainer und ein Braille-Laptop im Wert
von 15.000 Euro.
Zwischen Paragraphen und Perspektiven –
die unabhängige Rechtsberatung. Das Team der unabhängi
gen Rechtsberatung begleitete vielfältige und teils hochkomplexe
Verfahren. Viele syrische Klient*innen mit subsidiärem Schutz er
hielten Unterstützung beim Wechsel zum „Daueraufenthalt EU“.
Bei gesundheitlichen Einschränkungen war oft eine amtsärztliche
Untersuchung notwendig, um Ausnahmen bei den Erteilungsvoraussetzungen
zu ermöglichen. Zahlreiche Klient*innen mit negativen
Asylverfahren stellten mit entsprechender Hilfe Bleiberechts- oder
Folgeanträge und wurden rechtlich vertreten – auch bei der Erlangung
des Aufenthaltstitels „Besonderer Schutz“.
Eine neue Herausforderung: Personen aus China, die teilweise seit
Jahrzehnten ohne legalen Status in Österreich leben.
Ihre Legalisierung war nur in wenigen Fällen möglich –
eine Gratwanderung, juristisch
wie menschlich.
■ Fonds Soziales Wien
FINANZIERUNG
Die unabhängige
Rechtsberatung wird
ausschließlich durch
Spenden finanziert.
45
FACHBEREICH BERATUNG
Zwischen Warten und Weitermachen:
Eine Mutter kämpft um Sicherheit
Ein Fallbeispiel aus der Praxis
Als unsere Klientin zum ersten Mal in die Beratungsstelle
kam, offenbarte sich der zuständigen Beraterin eine multiple
Problemstellung: B. stammt aus Nigeria. Ihre kleine Tochter ist
in Österreich geboren und ist damals drei Jahre alt. Beide haben
keinen Aufenthaltstitel in Österreich. Ihr Antrag auf Gewährung
von Asyl ist abgewiesen worden.
Von Seiten der psychosozialen Beraterin wurde ein ganzheitlicher
Fokus auf die Lebenssituation der mittlerweile
alleinerziehenden B. gelegt, wobei das Erlernen der deutschen
Sprache und die Stabilisierung finanzieller Ressourcen
wichtiger Bestandteil war. Immer im Blick blieb dabei die
rechtliche Situation, denn der Ausgang des Verfahrens war
die Grundlage dafür, dass B. und ihre Tochter sich in Wien
ein stabiles Leben aufbauen können.
Da ihr Antrag auf „humanitäres Bleiberecht“ vom Bundesamt
für Fremdenwesen und Asyl abgewiesen wurde, brachte sie
mit Hilfe der Rechtsberatung eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht
(BVwG) ein. Sie musste über ein Jahr auf
den Termin der mündlichen Verhandlung warten, was sehr
belastend für sie war. Die Rechtsberatung bereitete sie auf die
Verhandlung vor, indem der Ablauf besprochen und Unterstützungsschreiben
gesammelt wurden. Außerdem wurde die
Klientin ermutigt, bis zu diesem Termin ihre Deutschkenntnisse
zu verfestigen. Ende des Jahres 2024 kam schließlich die
erlösende Nachricht: Das BVwG Innsbruck hatte B. und ihrer
Tochter, die mittlerweile die 1. Klasse Volksschule besuchte,
die Aufenthaltsberechtigung erteilt.
Katharina Resch-Meusburger, psychosoziale Beraterin, und Marlene Szlezak, Rechtsberaterin
46 JAHRESBERICHT 2024
AUF EINEN BLICK
PSYCHOSOZIALE
BERATUNGSSTELLE
UNABHÄNGIGE
RECHTSBERATUNG
1.538
Beratene Personen,
davon
628 weiblich,
908 männlich,
2 divers
353
Beratene Personen,
davon
134 weiblich,
218 männlich,
1 divers und
218 dazugehörige
Familien angehörige
14.228
Beratungskontakte
insgesamt
1.050
Anzahl der erbrachten
juristischen Leistungen
Top-3 Herkunftsländer
der Klient*innen:
Syrien, Ukraine,
Afghanistan
Top-3 Herkunftsländer
der Klient*innen:
Syrien, Afghanistan,
Russische Föderation
18
Mitarbeiter*innen
+ 1 Zivildienstleistender
+ 1 Person freiw. soz. Jahr
2
Mitarbeiter*innen
16
Sprachen im Team
Allgemeine Sozialberatung
und individuelle Perspektivenabklärung:
8,4 %
Gesundheit: 12,8 %
Ämter und
Behörden: 49,2 %
BERATUNGEN
NACH THEMEN UND
SCHWERPUNKTEN
Frauenspezifische Beratung
und Gewaltschutz: 2,6 %
Jugendliche und
junge Erwachsene: 8,4 %
Wohnen: 13,9 %
Arbeit und
Ausbildung: 4,7 %
FACHBEREICH AUSBILDUNGSBERATUNG
M.O.V.E. ON JUGENDCOACHING
15 Jahre Jugendcoaching -
für eine bessere Perspektive
m.o.v.e. on Jugendcoaching ist Teil des Netzwerks Berufliche
Assistenz (NEBA) und unterstützt Jugendliche von 15 bis 19 Jahren –
bei Vorliegen bestimmter Voraussetzungen bis zum 25. Geburtstag –
mit professioneller Beratung am Übergang von der Schule zum Beruf.
Die Beratung erfolgt an öffentlichen Pflichtschulen und AHS-Standorten
in den Bezirken 1, 2, 3 und 20. Außerschulische Jugendliche
erhalten Unterstützung in unseren Beratungsstellen.
2024 feierte der Fachbereich mit dem Projekt m.o.v.e. on sein
15 jähriges Bestehen. Was 2009 mit drei Mitarbeiter*innen und einer
Projektleitung an drei Wiener Mittelschulen auf Initiative der MA 17
begann, ist heute ein etabliertes Beratungsangebot. Der Kernauftrag
ist geblieben: Jugendliche am Übergang von der Schule in ein weiterführendes
Ausbildungssystem zu begleiten – durch individuelle
Bera tung und zielgerichtete Workshops. Inzwischen ist das Team auf
30 Mitarbeiter*innen
»Unsere langjährige
Expertise und Professionalisierung
in der Ausbildungsberatung
tragen
dazu bei, dass auch für
Jugendliche in schwierigen
Situationen gemeinsam
gute Lösungen gefunden
werden.«
Yasmin de Silva und Mario Dirlinger, Fachbereichsleiter*innen
angewachsen und an 30
Schulen im Einsatz.
Ein wichtiger Schritt
war 2024 die Anmietung
eines neuen Standorts für
Jugendliche, die sich nicht
(mehr) im (Aus-) Bildungssystem
befinden, sogenannte
NEETs (Not in
Education, Employment,
or Training). Das neue
Büro bietet Platz für neun
Berater*innen und eine
Projektleitung sowie
passende Rahmenbedingungen
für vertrauliche,
niederschwellige
Beratungsgespräche.
48 JAHRESBERICHT 2024
2024 nahm der Unterstützungsbedarf an den Schulen stark zu –
neben außerordentlichen Schüler*innen besonders bei unterstufigen
Jugendlichen im 9. Schuljahr, die sich aufgrund von Schullaufbahnverlusten
auf die ersten, zweiten und dritten Klassen verteilen. Der
Anteil psychisch belasteter Jugendlicher war sehr hoch. Die individuelle
Perspektivenplanung nahm viel Zeit in Anspruch. In einigen
Mittel- und Fachmittelschulen mussten erstmals Wartelisten eingerichtet
werden, da keine personelle Aufstockung möglich war.
In einer Fachmittelschule wurde auf die hohe Betreuungsdichte
mit neuen Gruppenangeboten reagiert: Berater*innen des Berufsinfor
ma tionszentrums BIZ 21 wurden in die Schule eingeladen, um
Jugendliche vor Ort als lehrstellensuchend zu registrieren. So konnte
eine zügige Anbindung an das AMS gewährleistet werden.
Für außerordentliche Schüler*innen, die erst kürzlich im Rahmen
des Familiennachzugs nach Österreich gekommen sind und in eigenen
Deutschförderklassen unterrichtet werden, war die Beratung oft erst
im zweiten Semester möglich. In Fällen, in denen externe Basisbildung
oder ein Pflichtschulabschluss empfohlen wurden, konnten in Ko ope ra
tion mit der VHS Wien Gruppenveranstaltungen für „Kompetenz-
Checks“ im Jugendbildungszentrum organisiert werden – begleitet
durch einen Jugendcoach.
Ein wachsendes Thema waren Schulabsenzen, insbesondere von
schulpflichtigen Jugendlichen. Immer öfter wandten sich besorgte
Eltern an das Jugendcoaching, wenn ein Schulabbruch drohte.
Besonders bei Schüler*innen an den Mittelschulen
erfolgte zudem eine Zusammenarbeit des Jugendcoachings
mit der MA 11 bzw. dem Schulkoope rationsteam.
FÖRDERGEBER
■ Sozialministeriumservice
49
FACHBEREICH AUSBILDUNGSBERATUNG
M.O.V.E. ON JUGENDCOACHING
Vom Schulabbruch zur Lehrstelle
Fallbeispiel aus dem Beratungsalltag
Johanna Barhoumi, Jugendcoach
Sabrina (Name geändert) wurde durch ihren Klassenvorstand der
Fachmittelschule an das Jugendcoaching vermittelt, da sie immer öfter
dem Unterricht fernblieb. Sie befand sich in ihrem zehnten Schuljahr und
wünschte sich Unterstützung bei der Suche nach Alternativen zum Schulbesuch.
Im Zuge der Beratungen wurde schnell klar, dass Sabrina in einem
schwierigen familiären Umfeld lebte und psychisch belastet war. Im Jugendcoaching
standen daher zuerst der Vertrauensaufbau und Stabili sie rungsgespräche
im Vordergrund.
Da sich Sabrinas psychische Befindlichkeit im Betreuungsverlauf
verschlechterte, nahm das Jugendcoaching Kontakt zur BOJE (Akuthilfe
in Krisensituationen) und zum Schulkooperationsteam (Einsatzteam der
Kinder- und Jugendhilfe an Schulen) auf, um gemeinsam mit der Mutter
Unterstützungsmöglichkeiten zu besprechen. Der Schulbesuch gestaltete
sich für Sabrina zunehmend schwieriger. Deshalb wurde vom
Jugendcoaching ein Wechsel von der Schule in ein Vormodul
eines AusbildungsFit-Projektes empfohlen. Es handelt sich
dabei um ein sehr niederschwelliges Nachreifungsangebot für
Jugendliche zur Stabilisierung und (Wieder-) Eingliederung ins
Ausbildungssystem.
In einem parallel betreuten Setting von Jugendcoaching und
dem Coaching im Vormodul stabilisierte sich die Situation von
Sabrina langsam. Im Jugendcoaching lag in dieser Phase der
Fokus auf Berufsorientierung und Ausbildungsberatung. Sie
zeigte zunehmend Interesse an einer Ausbildung zur Kosmetikerin
und absolvierte mit Unterstützung des Jugendcoachings
mehrere Praktika in Kosmetiksalons. Der Bewerbungsprozess
endete mit einer erfolgreichen Vermittlung in eine Lehrstelle
als Kosmetikerin. Dem Jugendcoaching ist es damit gelungen,
die Selbstwirksamkeit der Teilnehmerin zu fördern und sie aus
einer Krisensituation hin zur Ausbildungsfähigkeit zu
begleiten.
AUF EINEN BLICK
m.o.v.e. on
JUGENDCOACHING
2.725
Betreute Personen
14–25
Alter der
Klient*innen
Top-3 Herkunftsländer:
Österreich,
Syrien, Afghanistan
30
Mitarbeiter*innen
50 JAHRESBERICHT 2024
16
Sprachen
im Team
Bewohner im
Integrationshaus
FREIWILLIGE MITARBEIT
Freiwilliges Engagement –
ein starkes Zeichen gelebter
Solidarität
Seit der Gründung des Integrationshauses stehen freiwillige Mitarbeiter*innen
geflüchteten Menschen und Migrant*innen als Buddies,
Pat*innen, Mentor*innen, Bildungspartner*innen und Lernhelfer*innen
mit Rat und Tat zur Seite, helfen bei Veranstaltungen mit und/oder
setzen Ideen im Atelier VIA um. Unterstützt werden sie dabei durch
Schulungen, fachliche Anleitung und Reflexionsgruppen, durch eine
zentrale Koordinationsstelle und viele Mitarbeiter*innen in den
Fachbereichen, wo sie sich als Freiwillige engagieren.
Seit es das Integrationshaus gibt, gibt es freiwillige Mitarbeiter*
innen, die die Arbeit für Schutzsuchende unterstützen. Der persönliche
Kontakt auf Augenhöhe ist dabei besonders wichtig. Unsere Klient*innen
lernen mit den Freiwilligen Menschen außerhalb des Hauses kennen,
durch die sie neue Perspektiven, Möglichkeiten und Vernetzungen in der
Stadt gewinnen und die sie bei ihren weiteren Lebensschritten auch nach
Abschluss der Betreuung, Beratung oder Schulung unterstützen können.
Denn durch die fehlenden finanziellen Ressourcen und Begeg nungsräume
sind Geflüchtete von der gesellschaftlichen Teilhabe weitgehend
ausgeschlossen – der Kontakt mit Freiwilligen wirkt dem entgegen.
Dem Integrationshaus ist es seit jeher ein großes Anliegen, den Freiwil
ligen in Schulungen das
richtige Werkzeug für ihre
»Freiwillige schenken
nicht nur Zeit – sie öffnen
Türen zu neuen Lebenswegen.
Ihr Engagement
ist ein Lichtblick für viele
und ein starkes Zeichen
gelebter Solidarität.«
Christiane Höggerl und Katharina Lugbauer, Freiwilligenkoordination
Tätigkeit zu geben. Im Jahr
2024 gab es verschie dene
Schulungsangebote –
Basisschulungen für neu
startende Freiwillige sowie
ergänzend dazu Spezialschulungen,
die von bereits
aktiven und neu gewon ne nen
Freiwilligen besucht wurden.
Es wird immer darauf
geachtet, für diese Termine
Expert*innen mit Bezug zur
Praxis als Referent*innen
zu gewinnen.
52 JAHRESBERICHT 2024
Zusätzlich gab es auch 2024 wieder Reflexionsrunden bzw. Themenabende
mit Reflexionsmöglichkeit, um das Wissen der Freiwilligen um
die besonderen Herausforderungen zu stärken und den Austausch und
die Vernetzung untereinander zu fördern.
Atelier VIA – der Treffpunkt für freiwillig Engagierte
Das Atelier VIA steht für vernetzt, ideenreich, aktiv. Es ist ein offener
Freiwilligenklub im Integrationshaus, der sich an alle richtet, die sich
für die Anliegen geflüchteter Menschen einsetzen. Im Atelier VIA er
halten Freiwillige Informationen zu relevanten Aspekten von Flucht und
Vertreibung, sie lernen einander kennen und tauschen ihre Erfah rungen
aus. Auch im Jahr 2024 war hier das Interesse an persönlichen Begegnungen
wieder groß: Verschiedene Themenabende wurden für Reflexion
und Austausch genutzt und boten Inspiration, mit eigenen Projekten
weitere Begegnungsmöglichkeiten zu schaffen. Großen Anklang fanden
VIA-Spezial-Termine, die Raum für thematische Inputs und gemeinsame
Reflexion bieten – beispielsweise zu den Themen Extremismus
und antimuslimischer Rassismus.
Als Aktivität neu hinzugekommen ist „VIA am Beet“, ein Urban-
Gardening-Projekt, bei dem Freiwillige und Geflüchtete eine Saison
lang ein Beet bepflanzt und betreut haben. Im Herbst wurde die Ernte
gemeinsam verkocht und verspeist.
Nach wie vor fixer Bestandteil des Atelier VIA ist die „Musiküche“.
In der „Musiküche“ wird gemeinsam gekocht, gegessen und musiziert.
Das gemeinsame Tun regt den gegenseitigen Austausch und die
Vernetzung der Freiwilligen untereinander sowie zwischen
Freiwilligen und Geflüchteten an, und fördert
neue Begegnungen auch außerhalb des Hauses.
Jedes Jahr gestaltet sich die Freiwilligenarbeit ein
wenig anders – Schwerpunkte bei den Schulungen
werden je nach Bedarf geplant, Aktivitäten ergeben
sich aus den Inputs der Freiwilligen. Eine Konstante
zieht sich aber durch: Das Anliegen, Freiwillige bei
ihrer Arbeit gut zu begleiten und das Engagement der
Freiwilligen, Geflüchtete beim Ankommen in Österreich
zu unterstützen.
FÖRDERGEBER*INNEN
■ Wiener Arbeitnehmer*-
innen Förderungsfonds
■ MA 17 – Integration
und Diversität
■ Bundesministerium für
Soziales, Gesundheit, Pflege
und Konsumentenschutz
■ Bundesministerium für
Bildung, Wissenschaft
und Forschung
■ Europäischer Sozialfonds
■ Fonds Soziales Wien
53
FREIWILLIGE MITARBEIT
Sprache als Brücke: eine Begegnung
über Sprachgrenzen hinweg
Seit Sommer 2024 treffe ich mich alle ein bis zwei Wochen mit
einer ukrainischen Frau, um miteinander Deutsch zu sprechen.
Unsere Treffen sind weit mehr als nur Sprachtraining – sie sind
ein wertvoller Austausch, der uns beide bereichert. Wir teilen viele
Interessen, z.B. an Kunst und Psychologie, was immer wieder zu
spannenden Gesprächen führt. Und je besser ihr Deutsch wird,
desto mehr und tiefergehende Gesprächsthemen sind
auch möglich.
Durch den Blick „von außen“ fallen mir auch Besonderheiten
an der deutschen Sprache auf. Durch sie
habe ich begonnen, mich für ihre Sprache und Fremdsprachen
generell zu interessieren, das wäre sonst in
dem Ausmaß sicher nicht passiert.
Es gibt mir ein gutes Gefühl, meinen kleinen Beitrag
zu leisten, damit sich jemand gut in Österreich einleben
kann. Gleichzeitig bereichern und inspirieren mich
unsere Begegnungen immer wieder auf Arten, die ich
mir vorher nicht hätte vorstellen können. Ich bin sehr
dankbar für diese neue Person in meinem Leben und
die Erweiterungen meiner Perspektiven, die durch
diese Begegnung entstanden sind.
Stefanie K., freiwillige Mitarbeiterin
AUF EINEN BLICK
FREIWILLIGE
MITARBEIT
280
freiwillige
Mitarbeiter*innen
davon
112
neue im Jahr 2024
18–80
Alter der
Freiwilligen
59
Schulungen und
Gruppenangebote
130
Teilnehmer*innen an
Schulungen und
Gruppenangeboten
54 JAHRESBERICHT 2024
Bewohnerin im
Integrationshaus
VORLÄUFIGER FINANZBERICHT GEMÄSS ÖSTERREICHISCHEM
SPENDENGÜTESIEGEL
Mittelverwendung 2024
BEREICH PERSONALKOSTEN SACHKOSTEN SUMME IN € %
I. Leistungen für die statutarisch festgelegten Zwecke
Arbeitsmarktpolitische Projekte, Bildungsprojekte 1.026.157,26 196.017,03 1.222.174,29 9,56
Beratungsstelle und unabhängige Rechtsberatung 1.395.182,84 317.964,51 1.713.147,35 13,40
Ausbildungsberatung 2.068.788,11 315.760,39 2.384.548,50 18,65
Psychosoziale Betreuung 1.959.094,64 1.114.368,10 3.073.462,75 24,03
Sozialpädagogik 2.178.679,28 520.823,54 2.699.502,82 21,11
Fachkonferenz, Fachpublikation:
Flüchten - Ankommen - Bleiben 15.920,22 2.323,37 18.243,58 0,14
Summe Leistungen für die statutarisch festgelegten Zwecke 11.111.079,29 86,88
II. Spendenwerbung
Spendenmittelwerbung 50.741,85 6.451,65 57.193,50
Summe Spendenwerbung 57.193,50 0,45
III. Verwaltungsausgaben
Allgemeine Verwaltung 262.563,90 129.549,43 392.113,33 3,07
Spendenmittelverwaltung 122.504,59 18.979,28 141.483,87 1,11
Organisation u. Durchführung von Benefizveranstaltungen
(Flüchtlingsball, Lachen hilft!) 39.617,17 109.162,53 148.779,71 1,16
Summe Verwaltungsausgaben 682.376,91 5,34
IV. Noch nicht verbrauchte, zweckgewidmete Spendenmittel
Dotierung Spendenrücklage für im Jahr 2024 noch nicht verbrauchte,
zweckgewidmete Spendenmittel 25.739,91 0,20
V. Noch nicht verbrauchte, nicht zweckgewidmete Spendenmittel
Dotierung Spendenrücklage für im Jahr 2024 noch nicht verbrauchte,
nicht zweckgewidmete Spendenmittel 696.961,69 5,45
Summe noch nicht verbrauchte Spendenmittel 722.701,60 5,65
VI. Zuführung zu anderen zweckgewidmeten Rücklagen
Dotierung noch bestimmungsgemäß zu verwendender Fördermittel 215.252,49 1,68
Summe Zuführung zu anderen zweckgewidmeten Rücklagen 215.252,49 1,68
Summe Mittelverwendung 1 2 . 7 8 8 . 6 0 3 , 8 0 100,00
Verantwortlich für die Spendenwerbung waren im Jahr 2024
Mag. a Susanne Lettner (wirtschaftliche Geschäftsführerin) und
Mag. a Christina Pacher-Vukovic (Fundraising). Verantwortlich für
die Mittelverwendung waren im Jahr 2024 Mag. a Susanne Lettner
(wirtschaftliche Geschäftsführerin) und Mag. Martin Wurzenrainer
(fachlicher Geschäftsführer). Die für den Datenschutz verantwortlichen
Personen sind Mag. a Lisa Alluri sowie der externe Datenschutzbeauftragte
Dr. Werner Pilgermair.
56 JAHRESBERICHT 2024
Mittelherkunft 2024
BETRAG IN € %
I. Spenden
Gewidmete Spenden
(Diese Spenden fließen in die Finanzierung konkreter Projekte, wie z.B. der
psychologischen Kinderbetreuung oder der unabhängigen Rechtsberatung.) 170.626,50 1,33
Ungewidmete Spenden 1.528.620,10 11,95
Summe Spenden 1.699.246,60 13,29
II. Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand
AMS 126.155,05 0,99
AK 80.091,14 0,63
BMSGPK 124.008,19 0,97
BMBWF 130.903,43 1,02
BKA Frauenangelegenheiten 55.000,00 0,43
Zivildienstserviceagentur 56.115,40 0,44
ESF 156.720,00 1,23
FSW 4.598.928,03 35,96
MA 11 2.588.040,55 20,24
MA 17 173.275,28 1,35
Sozialministeriumservice 2.300.505,22 17,99
waff 443.166,82 3,47
Summe Subventionen und Zuschüsse der öffentlichen Hand 10.832.909,11 84,71
III. Sonstige Einnahmen
Veranstaltungen 177.260,27 1,39
Sonstige Einnahmen 73.412,82 0,57
Summe Sonstige Einnahmen 250.673,09 1,96
IV. Auflösung von Spendenrücklagen 5.775,00 0,05
Summe Mittelherkunft 1 2 . 7 8 8 . 6 0 3 , 8 0 100,00
57
KONTAKTADRESSEN
Allgemein
Verein Projekt Integrationshaus
Engerthstraße 163
1020 Wien
T +43 1 212 35 2 0
E info@integrationshaus.at
Freiwilligenkoordination
Sonja Scherzer
T +43 1 212 352 0 – 64
E freiwillig@integrationshaus.at
Christiane Höggerl
T +43 1 212 352 0 – 18
E freiwillig@integrationshaus.at
Geschäftsführung
Martin Wurzenrainer
Fachlicher Geschäftsführer
E gf@integrationshaus.at
Susanne Lettner
Wirtschaftliche Geschäftsführerin
E gf@integrationshaus.at
Lisa Alluri
Stv. Geschäftsführerin
E gf@integrationshaus.at
Alexandra Gangelberger
Stv. Geschäftsführerin
E gf@integrationshaus.at
Françoise Hoang
Assistenz der Geschäftsführung
T +43 1 212 35 2 0 – 12
E gf@integrationshaus.at
Fachbereichsleitung
Psychosoziale Betreuung
Regina Rischan
T +43 1 212 352 0 – 08
E wohnheim@integrationshaus.at
Emira Ulrich
T +43 1 212 352 0 – 25
E firstflat@integrationshaus.at
Fachbereichsleitung Sozialpädagogik
Maria Eckmayr
T +43 1 212 352 0 – 86
E sozialpaedagogik@integrationshaus.at
Kristina Wallentich
T +43 1 212 352 0 – 90
E sozialpaedagogik@integrationshaus.at
Öffentlichkeitsarbeit
Nikolaus Heinelt
T +43 1 212 35 20 – 66
E pr@integrationshaus.at
Isabella Tömpe
T +43 1 212 35 20 – 96
E pr@integrationshaus.at
Fachbereichsleitung Bildung
Lydia Rössler
T +43 1 212 352 0 – 61
E bildung@integrationshaus.at
Hannah Greimel
T +43 1 212 352 0 – 104
E bildung@integrationshaus.at
Fundraising und
Unternehmenskooperationen
Christina Pacher-Vukovic
T +43 1 212 352 0 – 110
E spende@integrationshaus.at
Christine Riegler
T +43 1 212 352 0 – 28
E spende@integrationshaus.at
Fachbereichsleitung
Psychosoziale Beratung
Carmen Dreher
T +43 1 212 352 0 – 10
E beratungsstelle@integrationshaus.at
Lucia Miranda-Weidenholzer
T +43 1 212 352 0 – 12
E beratungsstelle@integrationshaus.at
58 JAHRESBERICHT 2024
STANDORTE
Fachbereichsleitung
Unabhängige Rechtsberatung
Michael Weiss
T +43 1 212 352 0 – 23
E rechtsberatung@integrationshaus.at
Fachbereichsleitung
Ausbildungsberatung
Yasmin de Silva
T +43 1 212 352 0 – 43
E moveon@integrationshaus.at
Mario Dirlinger
T +43 1 212 352 0 – 27
E moveon@integrationshaus.at
Geschäftsführung
Verwaltung
Psychosoziale Betreuung
Sozialpädagogik
Bildung
Engerthstraße 163, 1020 Wien
Sozialpädagogik
Schweidlgasse 36, 1020 Wien
Beratungsstelle für Asylwerber*innen
und Geflüchtete in der
Grundversorgung
Schweidlgasse 38 / Top 1, 1020 Wien
Unabhängige Rechtsberatung
für geflüchtete Menschen
Schweidlgasse 38 / Top 1, 1020 Wien
Psychosoziale Betreuung
Schweidlgasse 36, 1020 Wien
Ausbildungsberatung
Jugendcoaching m.o.v.e. on
Wehlistraße 299 / Stiege 8 / Top 861,
1020 Wien
Wehlistraße 299/Stiege 7/Top 741,
1020 Wien
ALLGEMEINE INFOS
Website
www.integrationshaus.at
www.beamensch.at
facebook.com/integrationshaus
instagram.com/integrationshaus_wien
Youtube
youtube.com/@integrationshaus_wien
Bluesky
@integrationshaus.bsky.social
59
IMPRESSUM
Herausgeber:
Verein Projekt Integrationshaus,
Engerthstraße 163, 1020 Wien
T +43 1 212 352 0
E info@integrationshaus.at
Für den Inhalt verantwortlich:
Susanne Lettner, Martin Wurzenrainer
Redaktion: Susanne Lettner, Martin
Wurzenrainer, Isabella Tömpe
Grafik: Mario Simon, studioms.at
Fotos: Lukas Beck (Cover & Porträts),
Peter R. Horn, Integrationshaus, Laif Rois
Stubenrauch, Nini Tschavoll, Robert
Höfler / Österreichische Post, Lions Club
Floridsdorf
Icons: AdobeStock, iStock, Shutterstock
Erscheinungsort: Wien, Juni 2025
Druck: Dataform Media GmbH, Julius-
Raab-Straße 8, 2203 Großebersdorf
ZVR 547408906
Unser besonderer Dank gilt
Barbara Stöckl und kiwi-tv.
ENGLISH VERSION AVAILABLE ONLINE
→
Aus Gründen der Nachhaltigkeit ist die
englische Version unseres Jahresberichts
2024 ausschließlich digital verfügbar.
For sustainability reasons, the English version
of the Annual Report 2024 is available
exclusively online.
www.integrationshaus.at/jahresberichte
60 JAHRESBERICHT 2024