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Volksgruppen entlang des Mekong: Entdecken - Erleben - Einsteigen

Lerne die vielen ethnischen Volksgruppen kennen, die entlang des Mekong in Südostasien leben.

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OSTASIENS MILLIONEN

MAGAZIN

Entdecken. Erleben. Einsteigen.

ME

KONG

www.omf.de


magazin:editorial

magazin:editorial

Entdecken

Hintergründe über die

Volksgruppen entlang

des Mekongflusses.

Erleben

Lebendige Einblicke in eine

der vielfältigsten Regionen

der Welt durch Berichte

und Erlebnisse aus erster

Hand.

Einsteigen

Lasse dich von Gott gebrauchen

und werde ein Segen

für ethnische Minderheiten.

Liebe Leserin,

lieber Leser,

seit fast 25 Jahren bin ich mit OMF in

Japan und Deutschland unterwegs –

und wusste trotzdem bis vor Kurzem

erstaunlich wenig über unsere Arbeit

unter den Volksgruppen entlang des

Mekong-Flusses. Das hat sich durch

eine Reise nach Thailand verändert.

Ich traf dort Oliver und seine Familie.

Sie arbeiten seit vielen Jahren unter

dem Volk der Karen. Er ist Deutscher,

seine Frau Kanadierin – deshalb wurden

sie von OMF Kanada ausgesandt.

Umso schöner, dass auch Gemeinden

in Deutschland für sie beten –dass die

Karen im Glauben wachsen und es ihnen

gelingt, das Evangelium in andere

Bergvölker zu tragen.

Eine zweite Begegnung hatte ich mit

einer deutsch-amerikanischen Familie,

die unter den Tai-Yuan nördlich

von Chiang Mai arbeitet. Dort sind

bereits große, lebendige Gemeinden

entstanden. Der Pastor, in dessen Gemeinde

ich sogar predigen durfte,

ist sehr anerkannt. Seine Gemeinde

engagiert sich in Schule und Kindergarten.

Er setzt sich dafür ein, dass

Christen der zweiten und dritten Generation

nicht nur Traditionen fortführen,

sondern in einer persönlichen

Beziehung mit Jesus leben.

Helmfried unterstützt die Gemeinde

geistlich. Unter der Woche arbeitet

er im Homeoffice für eine deutsche

Firma, und finanziert sich so selbst.

Trotzdem ist er in die OMF-Arbeit eingebunden

– als Teil des Programms

„work and go“.

Ich wünsche mir, dass wir diese und

viele weitere Mitarbeitende durch

dieses Heft noch gezielter im Gebet

begleiten können. Und dass wir als

Christen in Deutschland dazu beitragen,

dass die Mekong-Minoritäten die

Hoffnung in Jesus kennenlernen und

selbst missionarisch aktiv werden.

Armin Messer

Missionsleiter

4 Wo das Evangelium

Grenzen überwindet

6 Bewegung im Fluss –

Vision für die Zukunft

8 Was ist eine ethnische

Volksgruppe?

10 Wusstest du schon?

12 Animismus im Alltag

14 Stichwort: „Unerreicht“

16 Von „Unerreicht“ zu

„Missionarisch“ – die Akha

20 Glaube in der Minderheit

22 Pastor Jaw Dee: Mission im

eigenen Land

24 Was ist noch zu tun?

26 Kindergeschichte:

Gerade Finger für Sotchi

28 Einsatzmöglichkeiten

30 Einsteigen: Six Ways

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MEKONG

MINORITIES

WO DAS EVANGELIUM

GRENZEN ÜBERWINDET

INFO

Als ein OMF-Missionar unter den

Hmong in Thailand arbeitete, fiel ihm

etwas Erstaunliches auf: Viele seiner

Gemeindemitglieder sprachen auch

die Sprachen anderer Volksgruppen –

Tai Dam, Nung, Mien, Tai Lue …

Sein Vorschlag: „Lasst uns das Evangelium

auch zu unseren Nachbarn bringen!“

Daraus entstand etwas Großes:

eine Bewegung über Landesgrenzen

hinweg, getragen von Christen, die

Sprache und Kultur teilen – und ihren

Glauben weitergeben.

Was ist das Mekong-Feld?

Das OMF-Arbeitsfeld „Mekong Minorities“

entstand Ende der 1990er Jahre

in Nordthailand. Hier lebten zahlreiche

ethnische Minderheiten, die

grenzübergreifend auch in den Nachbarländern

beheimatet waren. Christen

hatten dort Verwandte, die noch

nie vom Evangelium gehört hatten. In

manchen Ländern war der christliche

Glaube auch nicht erwünscht.

Eine Vision entstand: einheimische

Christen ausrüsten, damit sie ihre

eigenen Volksgruppen auch jenseits

der Grenzen erreichen können. So

entstanden erste Gemeinden unter

Tai Dam, Tai Lue, Mien und anderen.

Heute umfasst das Feld ca. 25 große

Volksgruppen und zahlreiche kleinere

– insgesamt rund 70 Millionen

Menschen. Die meisten von ihnen

leben als Minderheiten in mehreren

Ländern entlang des Mekong. Viele

sind Animisten oder Buddhisten, geprägt

von jahrhundertealten Traditionen

– und doch offen für echte Hoffnung.

Bei aller Vielfalt teilen sie eines: das

Recht, die Gute Nachricht in ihrer

Sprache und Kultur zu hören.

Mekong Minorities

Ein OMF-Arbeitsfeld, das ethnische

Minderheiten in Laos, Thailand, Vietnam,

Myanmar, Südchina und Kambodscha

erreicht – über Grenzen hinweg,

mit dem Ziel: Gemeinden in jeder

Volksgruppe.

Zahlen + Fakten

• 25+ Volksgruppen

• 70 Mio. Menschen

• 6 Länder

• Animismus & Buddhismus verbreitet

• Fokus: Gemeindegründung und

Jüngerschaft durch einheimische

Christen

Ethnolinguistische Gruppen in Südostasien.

Pierre-Arnaud Chouvy auf Wikimedia

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BEWEGUNG

IM FLUSS

VISION FÜR DIE ZUKUNFT

INFO

Laos

Thailand

6

Was bisher geschah – und wohin

wir wollen

Wenn wir heute auf 25 Jahre Mekong

Minorities zurückblicken, sehen

wir Gottes Handschrift. Aus

kleinen Anfängen wuchs ein vielschichtiger

Arbeitszweig. Unser

Wunsch ist, dass in den Volksgruppen

entlang des Mekong drei Bewegungen

entstehen:

Eine Gebetsbewegung:

Menschen beten in der ganzen Welt

für einzelne Volksgruppen, ihre Herausforderungen

– und ihre Chance,

Jesus kennenzulernen. Über Gebetshefte

und digitale Medien entstehen

Netzwerke des Mittragens.

Evangelisation und Jüngerschaft:

Christen aus diesen einheimischen

Volksgruppen geben selbst das

Evangelium weiter – in ihrer Sprache,

ihrer Kultur, oft über Ländergrenzen

hinweg. Sie kennen die

Herausforderungen und Chancen

ihrer Umgebung besser als jeder

Außenstehende.

Gemeindegründungsbewegungen:

führen dazu, dass nicht nur Einzelne

gläubig werden, sondern lebendige

Gemeinschaften entstehen:

In vielen Fällen pflanzen einheimische

Gemeinden selbst neue Gemeinden

– teils in schwer zugänglichen

Regionen.

Doch der Weg ist nicht einfach:

Politische Einschränkungen, Isolation,

sprachliche Barrieren oder Verfolgung

stellen uns vor große Herausforderungen.

In vielen Ethnien

wird es für Außenstehende immer

schwieriger, Zugang zu finden. Deshalb

ist es entscheidend, die Vision

mit den Christen vor Ort zu teilen,

sie auszubilden und zu begleiten.

Unser Gebet ist, dass in allen Volksgruppen

der Mekong Region neue

Gemeinden entstehen, die wiederum

andere erreichen. Viele Volksgruppen

brauchen dazu weiterhin

Hilfe von außen – im Gebet, und

auch durch das Senden von Mitarbeitenden.

Unsere Hoffnung für die nächsten 10 Jahre

• Lebendige Gemeinden in allen

25 größeren Volksgruppen

• Einheimische Christen, die andere

erreichen

• Gemeindegründungen aus der Region

heraus

• Bibelübersetzungen in allen relevanten

Sprachen

• Ausgebildete Leiter, die Verantwortung

übernehmen

• Regionale Bewegungen, die sich selbst

multiplizieren

Bitte betet …

• für eine wachsende Gebetsbewegung

weltweit

• für mutige Christen aus den

Minderheiten

• für offene Türen in geschlossenen

Regionen

• für einheimische Evangelisten und

Leiter

• für neue Mitarbeiter, die lehren,

begleiten und fördern

• für Klarheit, wie OMF die Bewegungen

vor Ort unterstützen kann

Vietnam

Myanmar

Südchina

Kambodscha

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Was ist eine ethnische Volksgruppe?

Wenn wir von Weltmission

sprechen, hören wir oft Begriffe

wie „Volksgruppen“, „Ethnien“

oder „unerreichte Völker“.

Doch was bedeutet das? Warum

spricht die Bibel von „Ethnien“,

und welche Rolle spielen sie in

Gottes Plan? Ein Blick auf dieses

Konzept zeigt, warum Mission

nicht nur geografische, sondern

auch kulturelle Grenzen überschreiten

muss.

ETHNISCHE

VOLKS-

GRUPPEN

1. Was versteht man unter einer Ethnie?

Was sind ihre Kennzeichen?

Eine Ethnie (Volksgruppe) ist eine Gemeinschaft

von Menschen, die eine gemeinsame

kollektive Identität teilen. Sie

verbindet eine gemeinsame Herkunft

und Geschichte sowie eine eigene Kultur,

Sprache, Sitten und Gebräuche.

Ethnien überschreiten oft nationale

Grenzen. Menschen mit derselben ethnischen

Identität können verschiedene

Staatsangehörigkeiten haben, während

Menschen mit derselben Nationalität

unterschiedlichen Ethnien angehören

können. Ein Beispiel sind die Karen,

Akha und Hmong, die in Nordthailand,

Myanmar, China und Laos leben.

2. Wo kommt das Konzept von Ethnien

in der Bibel vor? Warum sind Gott die

Ethnien so wichtig?

Im Neuen Testament findet man den

Begriff „Ethnie“ (griechisch: Ethnos)

häufig. Manchmal bezeichnet er die

Heiden im Gegensatz zu Israel, meist

jedoch eine Volksgruppe. So sagt Jesus:

„Darum geht und macht alle Ethnien zu

meinen Jüngern!“ (Matthäus 28,19).

Jesus hatte alle Ethnien im Blick. Als er

die Händler aus dem Tempel vertrieb,

begründete er dies mit Jesaja 56,7: „Steht

nicht geschrieben: ‚Mein Haus soll als

Gebetshaus für alle Ethnien bekannt

sein‘?“ (Markus 11,17). In Matthäus 24,14

betont er: „Die Botschaft vom Reich Gottes

wird in der ganzen Welt verkündet

werden, damit alle Ethnien sie hören.

Dann erst kommt das Ende.“

Gottes Strategie, die Welt zu erreichen,

verläuft über Ethnien. Dieser rote Faden

zieht sich durch die ganze Bibel bis

zur Offenbarung: „Du hast mit deinem

Blut Menschen für Gott erkauft aus

allen Stämmen und Sprachen und Völkern

und Nationen (Ethnien).“ (Offenbarung

5,9; vgl. 7,9).

3. Welche Rolle spielen Ethnien für

OMF?

Das Ziel der Arbeit von OMF ist: „Durch

Gottes Gnade wachsen unter allen Völkern

(Ethnien) Ostasiens einheimische

biblische Gemeinde- und Missionsbewegungen.“

Dafür setzen sich mehr als 2.100 Mitarbeitende

aus über 40 Ländern ein.

Sie arbeiten unter rund 100 ethnischen

Volksgruppen in Ostasien, mit besonderem

Fokus auf unerreichte Völker. Allein

im Mekong-Feld konzentriert man

sich auf über 25 Völker, denen wir mit

Gottes Hilfe die Gute Nachricht bringen

wollen. Dafür braucht es ein Herz für

diese Menschen und kreative Wege, um

mit ihnen in Kontakt zu kommen.

Möchtest du miterleben, wie diese Vision

Wirklichkeit wird? Melde dich bei

uns.

Hans Bär

Hans und Beatrice Bär arbeiteten von

1982 bis 1998 und 2006-2020 unter

dem Volk der Karen in Nordthailand.

Heute leben sie in der Schweiz.

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VIELFALT UND

KREATIVITÄT

Alle Völker, die du gemacht hast, werden kommen und vor dir anbeten,

Herr, und deinen Namen ehren. (Psalm 86,9)

Farbenfrohe Stoffe, duftende Speisen, ungewöhnliche Feste und uralte Familientraditionen

– die ethnischen Minderheiten in der Mekong-Region sind reich

an kultureller Vielfalt. Hinter jedem Brauch und jeder Sprache steht eine Geschichte.

Diese Seite lädt dich ein, in diese Welt einzutauchen – und dabei Gottes

kreative Handschrift zu entdecken.

Wusstest du schon…

... dass viele Akha in der Lage sind, über 60 Namen ihrer

männlichen Vorfahren aufzusagen?

Menschen aus dem Volk der Akha haben ein bemerkenswertes

Wissen über ihre Vorfahren. Diese Praxis dient

nicht nur der Ehrung der Ahnen, sondern spielt auch eine

wichtige Rolle bei sozialen Regeln, wie dem Heiratsverbot

zwischen Personen mit gemeinsamen Vorfahren innerhalb

der letzten sechs Generationen.

... dass 80 % des Bunu-Landes aus steinigem Karstgebiet besteht,

weshalb fast nur Mais angebaut werden kann?

Die Böden sind flach, nährstoffarm und anfällig für Erosion.

Obwohl die Bunu eine der großen Volksgruppen Chinas

sind, leben sie in kleinen Dörfern, die oft nur zu Fuß

erreichbar sind. Es gibt nur eine kleine Anzahl von verstreuten

Bunu-Gläubigen unter ihnen.

... dass die Bouyei für die Herstellung von Batiktextilien bekannt

sind?

Die etwa drei Millionen Bouyei leben im Südwesten Chinas.

Die Batik der Bouyei zeichnet sich durch geometrische Muster

wie Spiralen und Zickzacklinien aus, die symbolisch für

Sonne und Licht stehen. Diese Muster sind nicht nur dekorativ,

sondern tragen auch kulturelle Bedeutungen und übermitteln

Geschichten und Werte der Gemeinschaft.

... dass die Shan-Tai berühmt sind für ihre farbenfrohen

Trachten?

Frauen kleiden sich oft in leuchtend gelbe oder rote Blusen

mit aufwendigen Stickereien, kombiniert mit gestreiften

Röcken. Männer tragen häufig weiße Hemden und lange

Hosen. Sie werden besonders bei Festen und Zeremonien

getragen.

youtube

... dass viele Karen heute keine Ahnen mehr anbeten?

Durch die Begegnung mit dem christlichen Glauben haben

viele ihr animistisch geprägtes Weltbild verändert.

Der zeit- und kostenintensive Ahnenkult, der früher eine

wichtige Rolle spielte, ist in christlichen Familien heute

nicht mehr üblich.

... dass das Neujahrsfest der Shui, das sogenannte Duan-

Fest, mit 49 Tagen eines der längsten Feste der Welt ist?

Während des Festes finden zahlreiche traditionelle Aktivitäten

statt wie Pferderennen, Gesang, Tanz und große Festmahle.

Die Shui gehören zu den 56 offiziell anerkannten

Volksgruppen Chinas

youtube

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ANIMISMUS

IM ALLTAG

„Was soll ich tun, wenn meine

Familie krank ist?“

Heart for Asia.

Hope for Billions.

omf.org

Religionsinfo

Animismus

Ning schaut angespannt zu, wie der

Schamane das Messer in das Herz des

Schweins stößt.

Das Tier hatte fast eine Stunde lang geschrien

– gefesselt, als ob es spürte, dass

es für ein Opfer bestimmt war. Jetzt

ertönt sein letzter Schrei, als das Blut

hervorschießt. Der Schamane beginnt

zu murmeln. Seine Worte gelten den

Dorfgeistern: Sie sollen den Geist des

Schweins annehmen – und im Gegenzug

den Geist von Nings Vater zurückbringen,

der seinen Körper verlassen hat.

Hoffnung auf Heilung durch ein Opfer

Nings Vater ist schwer krank – seit Jahren

schon. Niemand weiß, warum. Es

gibt keine medizinische Erklärung. Die

Familie wurde von allen gefragt: „Was

habt ihr getan, um die Geister zu verärgern?“

Aber sie wissen von nichts. Sie

haben keine Tabus gebrochen, keine Zeremonie

ausgelassen, den Geistern Reiswein

und Speisen geopfert.

Dennoch kommt das Dorf zu dem

Schluss: Irgendetwas muss passiert sein

– aus Unwissenheit vielleicht. Und nun

ist ein Opfer nötig. Ein Büffel wäre angebracht,

doch die Familie besitzt nur

ein Schwein. „Es muss reichen“, sagt der

Schamane.

Reinigung und Trunkenheit

Nachdem das Schwein verblutet ist,

bietet der Schamane den Geistern Reiswhisky

an – ein Schluck für den Boden,

ein Schluck zum Versprühen auf Nings

Vater und die ganze Familie. So soll die

Schuld getilgt und der Fluch gebrochen

werden.

Am Abend wird das Schwein geschlachtet

und über dem Feuer zubereitet. Verwandte

kommen zum Essen. Die Whiskykrüge

werden geöffnet. Kinder und

Erwachsene trinken gemeinsam. Bald ist

das ganze Dorf betrunken. Das ist „hiit

khong“ – die rituelle Kultur des animistischen

Dorflebens. Krankheit gilt als Folge

spirituellen Versagens. Der Schamane

entscheidet, welches Opfer nötig ist.

Der Tod – und eine neue Verantwortung

In den nächsten Wochen hoffen alle

auf Heilung. Doch eines Morgens liegt

der Vater leblos da. Die Geister haben

sein Leben nicht zurückgegeben. Das

Schwein war nicht genug.

Ein magisches Zeichen wird am Dorfeingang

angebracht – keine Fremden

dürfen jetzt kommen. Zwei Tage lang

herrscht lautes, betrübtes Klagen. Dann

ist alles vorbei.

Ning ist gerade einmal 14 Jahre alt. Und

plötzlich ist er das Familienoberhaupt.

Derjenige, der Entscheidungen für seine

Geschwister und Cousins treffen muss.

Eine neue Hoffnung?

Ning hat von einem anderen Gott gehört.

Einem, der stärker ist als die Geister.

Einem, der Heilung bringen kann. Aber

was, wenn er die Geister erst recht verärgert,

wenn er sich Jesus, diesem neuen

Gott, zuwendet?

Was, wenn er der Einzige ist, der wirklich

retten kann?

Diese Geschichte stammt

aus der Arbeit unter den

Talieng in Südlaos.

omf.org

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Stichwort:

UNER

REICHT

Info: Was sind

unerreichte

Volksgruppen?

Video: Was ist

noch zu tun?

Könntest du in einem Satz erklären,

was der Begriff „Unerreicht“ bedeutet?

Im Kontext christlicher Missionsarbeit

wurde der Begriff „unerreicht“

ursprünglich für Volksgruppen verwendet,

unter denen das Evangelium

noch überhaupt nicht verkündet

wurde. Heute wird er auch auf

Völker bezogen, unter denen es zwar

bekennende Christen gibt – aber viel

zu wenige, um die Verbreitung der

Frohen Botschaft in ihrem eigenen

Volk ohne Hilfe von außen voranzutreiben.

Dabei wird die Zwei-Prozent-Marke

als Wendepunkt gesehen. Wenn in

einer ethnischen Gruppe ca. 2 Prozent

der Bevölkerung Jesus nachfolgt,

braucht es nur wenig Hilfe von

außen zur Evangelisierung und Umsetzung

der biblischen Botschaft in

ihrem Kontext.

Diese missiologische Beobachtung ist

von strategischer Relevanz. Warum?

Wäre es nicht sinnvoll, sich um

Volksgruppen zu bemühen, unter

denen es kaum oder nur wenige

Christen gibt, anstatt interkulturell

geschultes Personal und großzügige

Finanzen dorthin zu senden, wo das

Evangelium bereits seit Jahrzehnten

verkündigt wird, und wo die Zahl

von Christen stetig wächst?

Manch einer denkt: Es ist doch völlig

normal, das Evangelium dort zu

verkünden, wo Jesus Christus noch

nicht bekannt ist. Paulus sagt ja in

Römer 15,20:

„Ich machte es mir zum Grundsatz,

das Evangelium nur dorthin zu bringen,

wo sich noch niemand zu Christus

bekannte; denn ich wollte nicht

da bauen, wo schon ein anderer das

Fundament gelegt hatte.“

Die Realität sieht jedoch anders aus:

Von 100 Missionaren gehen nur 3 zu

«Unerreichten», während 97 unter

«bereits Erreichten» dienen.

Die Statistik spricht eine klare Sprache:

Von den weltweit acht Milliarden

Menschen gehören nach wie vor

3,4 Milliarden in die Kategorie der

„Unerreichten Volksgruppen“ (unter

2 % Christen). Zwei Milliarden davon

gehören sogar zur Untergruppe

der „Unenganged Unreached People

Groups“ - Völker, unter denen es

kaum Christen und keine Gemeinden

gibt, aber auch niemand, der

versucht, sie mit dem Evangelium zu

erreichen.

Warum ist OMF die Mekong Region

so wichtig? Dort sind nach wie vor

beide dieser Kategorien zu finden.

Das wollen wir ändern.

Sam Wunderli

magazin:entdecken

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magazin:erleben

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Von „Unerreicht“ bis „Missionarisch“:

DAS VOLK

DER AKHA

Mitte des 20. Jahrhunderts waren die

Akha eines der vielen unerreichten Völker

in Myanmar, Laos und Thailand. In

den Bergen von Yunnan, China, nennt

man sie „Hani“. Sie hatten noch nie von

Jesus gehört. Politische Umwälzungen

in China, Laos und Myanmar führten in

den 1950er Jahren zur Migration von ca.

80.000 Akha nach Nordthailand.

Erste Begegnungen mit dem

Evangelium

1955 wurden die jungen Missionare

Peter und Jean Nightingale beauftragt,

eine OMF-Arbeit unter den

Akha aufzubauen. Die Akha aus Myanmar

waren Halbnomaden und verwendeten

Brandrodung, um Berghänge

in Thailand für ihre Häuser und

Felder vorzubereiten.

Jedes Dorf hatte Geistertore zum

Schutz vor bösen Mächten. Teil der

Dorfgemeinschaft konnte nur sein,

wer an Geisterritualen teilnahm, was

Andersgläubigen verwehrte, im Dorf

zu wohnen. Das traf auf Ehepaar

Nightingale zu, aber auch auf Jadschu,

einer der wenigen Akha-Christen. Er

hatte 1957 in Myanmar von den Bemühungen

der OMF-Missionare gehört

und wollte sie als einheimischer

Partner unterstützen.

Mühsame Jahre folgten. Niemand war

gewillt, den Akha-Weg zu verlassen,

um den neuen Jesus-Weg einzuschlagen.

Jeder wusste: Wenn ich mich für

Jesus entscheide, muss ich außerhalb

der Geistertore ein neues Zuhause

aufbauen. Ende 1961 wollte immer

noch niemand den Jesus-Weg gehen.

Entmutigt erwog Jadschu, nach Myanmar

zurückzukehren.

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magazin:erleben

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Die ersten Christendörfer entstehen

Doch Anfang 1962 begann die Wende.

Zwei Familienväter entschieden,

den Jesus-Weg einzuschlagen. Das

erste Christendorf wurde gebaut -

ohne Geistertore (Kha Yeh). Dort waren

auch Nightingales sowie Peter

und Ruth Wyss, neue Mitarbeiter

aus der Schweiz, willkommen.

Bald zeigten mehr Akha in verschiedenen

Dörfern Interesse am Jesus-

Weg. Neuer Raum wurde nötig für

alle, die den Geistertoren den Rücken

kehren wollten, um im Christendorf

im neuen Glauben unterrichtet zu

werden. Ein neues Dorf wurde gegründet:

Elefantental.

Die Kraft Jesu Christi erwies sich

stärker als die Geister. Die Partnerschaft

zwischen OMF-Mitarbeitern

und Akha-Leitern vertiefte sich.

Anleitung in der Jüngerschaft und

neue Anbaumethoden verbesserten

die wirtschaftliche Lage. Dies erleichterte

auch die von der thailändischen

Regierung geforderte Sesshaftwerdung.

Doch tragische Verluste blieben

nicht aus. Im Frühjahr 1977 wurde

Peter Wyss zusammen mit einem

Freund, der zu Besuch war, auf brutale

Weise ermordet. Zwei Jahre

später starb Peter Nightingale an

Krebs. Der Tod dieser beiden Pioniere

war ein empfindlicher Schlag für

die Akha Leiter.

Die Mission geht weiter

Trotz der Rückschläge konnte die

Arbeit nicht gestoppt werden. Neue

Mitarbeiter kamen zu Hilfe: aus der

Schweiz und Schottland, aus Nordostindien

und den USA.

Heute gibt es in fast allen Akha-

Dörfern in Thailand, Myanmar und

Yunnan Christen. Ihr Fokus liegt darauf,

den letzten noch unerreichten

Akhagruppen in Nord Laos und Vietnam

das Evangelium zu bringen,

in partnerschaftlicher Zusammenarbeit

mit OMF.

Der neuen Generation von Akha

versuchen sie zu vermitteln, dass

niemand ein wirklicher Christ ist,

nur weil er christliche Eltern hat.

Klingt das irgendwie vertraut?

Sam Wunderli, in Zusammenarbeit

mit Ruth Fankhauser-Wyss

Weiterlesen:

Ruth Fankhauser-

Wyss, Ein anderer

wird mich führen.

Die Geschichte der

Akha-Christen

in Nordthailand

(auch als E-Book

erhältlich)

Jean Nightingale, Without a Gate

(antiquarisch erhältlich)

Die Akha-Kirche im

Überblick

1940 Ein Karen-Evangelist bringt das Evangelium

zu den Akha in Myanmar.

1955 Peter und Jean Nightingale beginnen die

Arbeit unter den Akha in Nordthailand.

1962 Erste Akha-Familien entscheiden sich für

den „Jesus-Weg“. Christendorf „Kha Yeh“

entsteht.

1968 Neues Testament in Akha-Sprache wird

gedruckt. Das „Elefantental“ wird gegründet.

1977 Missionar Peter Wyss wird ermordet –

tiefer Einschnitt für die junge Kirche.

1987 25jähriges Jubiläum der Akha-Kirche mit

22 vertretenen Gemeinden.

2000 Altes Testament in Akha-Sprache erscheint.

Großkonferenz mit Tausenden

Besuchern.

2008 Erste Radioprogramme in Akha-Sprache

werden gesendet.

2012 Goldenes Jubiläum – 50 Jahre Akha-Kirche

in Nordthailand. Rund 2000 Gläubige

nehmen an den Feierlichkeiten im Elefantental

teil.

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magazin:erleben

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GLAUBE IN DER

MINDERHEIT

Lee und seine neue

Identität in Christus

Lee wuchs in einem kleinen Dorf in

Südostasien auf. Man kann sich das

Leben dort so vorstellen: Hütten mit

Grasdächern auf Stelzen, krähende

Hähne und Wasserbüffel, die gemächlich

vorbeiziehen. Tagsüber arbeitete

Lee hart auf den Feldern und besuchte

die Schule nur unregelmäßig – bis er

die Grundschule abschloss.

Als ein Christ aus der Mehrheitsbevölkerung

in sein Dorf kam, um die

gute Nachricht zu teilen, hörte Lee gut

zu, was er zu sagen hatte. Der Heilige

Geist berührte sein Herz auf tiefe

Weise, und er erkannte auf der Stelle,

dass Jesus die Antwort auf alle seine

Fragen war.

Aus der Mitte an den Rand gedrängt

Der Glaube an Jesus brachte viele Herausforderungen

mit sich. Lees Volk

ist eine kollektivistische Gesellschaft

– das Wohlergehen der Gemeinschaft

steht über den Bedürfnissen des Einzelnen.

Deshalb war es schwer, Entscheidungen

zu treffen, die Jesus ehrten,

ohne sich von seiner Familie und

seinem Umfeld zu entfremden. Bald

wurde er von seinen Freunden und

Verwandten ausgegrenzt und verspottet.

Glaube und Kultur in Einklang bringen

Hinzu kam, dass viele kulturelle Traditionen

in seinem Dorf nicht mit dem

Glauben an Jesus vereinbar waren.

Doch mit der Zeit erkannte Lee, dass

sein Problem oft nicht die Traditionen

an sich waren, sondern die

Motive, die dahinterstanden. Er fand

Wege, an vielem teilzunehmen, ohne

seinen Glauben zu kompromittieren.

So betete er nicht mehr zu seinen Ahnen,

aber er ehrte seine lebenden Verwandten,

indem er sie beispielsweise

ins Krankenhaus brachte, wenn sie

krank waren. Zu seiner Überraschung

stellte er fest, dass viele Werte seines

Glaubens mit seiner Kultur übereinstimmten.

Interessanterweise veränderte sich

die Haltung der Menschen ihm gegenüber,

je mehr er sie respektvoll liebte,

annahm und ihnen zuhörte. Nach einigen

Jahren wurde er in seinem Dorf

und unter Gleichaltrigen als jemand

angesehen, der ihre eigenen Werte

vorbildlich lebte – besser, als sie es oft

selbst taten.

Vom Rand in die Mitte der Mission

Als Lee schließlich sein Dorf verließ

und mit der Mehrheitsbevölkerung in

Kontakt kam, entdeckte er eine besondere

Berufung: Der einst ungebildete

Junge aus dem Dorf wurde zum Lehrer

und Mentor für wohlhabendere

und gebildetere Menschen der Mehrheitsgesellschaft.

Seine Geschichte ist

ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie

Gottes Werte gegen kulturelle Erwartungen

stehen – und doch genau dort

Segen bringen.

Weil Lee als Angehöriger einer Minderheit

aufwuchs und mit vielen verschiedenen

Kulturen in Kontakt kam,

kann er seine Erfahrungen und Gaben

heute auf außergewöhnliche Weise

einsetzen, um die Mehrheitskirche für

interkulturelle Mission zu stärken.

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magazin:erleben

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MISSION IM

EIGENEN LAND

Ein Karen-Pastor erzählt

Wie heißen Sie, wie alt sind Sie, und wo

leben Sie?

Mein Name ist Jaw Dee, ich bin 60

Jahre alt und gehöre zur Volksgruppe

der Karen. Ich lebe in Omkoi, einer

Kleinstadt in der Provinz Chiang Mai,

Nordthailand. Die meisten Gemeindemitglieder

unserer Than-Pra-Phon-

Kirche sind Karen-Schülerinnen und

-Schüler, die aus abgelegenen Dörfern

hierherkommen, um ihre Ausbildung

fortzusetzen. Doch unser Wunsch ist

es, auch die thailändische Mehrheitsbevölkerung

mit dem Evangelium zu

erreichen.

Wie sind Sie zum Glauben gekommen?

Mein Vater wurde zu mehreren Jahren

Gefängnis verurteilt – eine schwere

Zeit für unsere Familie. Unsere animistischen

Nachbarn glaubten, wir

hätten die Geister verärgert und verstießen

uns aus dem Dorf.

Ein Missionar, der damals im Dorf lebte,

hatte Mitleid und zog mit uns fort.

Er besuchte meinen Vater im Gefängnis

und half meiner Mutter beim Bau

unseres neuen Hauses. Während dieser

Zeit kam mein Vater zum Glauben

an Jesus, und wir folgten ihm nach.

Wir verstanden noch nicht viel von Jesus

– nur, dass wir ihn anbeten sollten

statt die Geister.

Wie haben Sie sich auf den pastoralen

Dienst vorbereitet?

Ich habe zunächst eine Ausbildung als

Automechaniker und Elektriker gemacht,

bevor ich mit meiner Frau, die

aus dem Volk der Mien stammt, eine

dreijährige Bibelschulausbildung absolvierte.

Was sind Ihre Aufgaben als Pastor?

Ich predige sonntags, leite die Gemeinde

und betreue die Schüler im Wohnheim.

Früher habe ich regelmäßig

Dörfer besucht, aber mittlerweile gibt

es in diesen Gemeinden eigene Leiter.

Nebenbei kümmere ich mich um die

praktischen Dinge: Wasserleitungen

reparieren, Gebäude instandhalten

und mehr.

Welche Herausforderungen begegnen

Ihnen?

Eine Herausforderung ist, dass viele

Gemeindemitglieder, vor allem Schüler,

nur für kurze Zeit hier sind. Auch

die Thai-Bevölkerung öffnet sich dem

Evangelium nur langsam. Doch durch

mein gesellschaftliches Engagement

wächst langsam das Vertrauen.

Wie finanzieren Sie sich?

Unser Gehalt ist eine große Herausforderung!

Meine Frau arbeitet im Krankenhaus

und verdient dadurch ein

kleines Einkommen. OMF unterstützt

uns mit einem monatlichen Betrag.

Ansonsten kommt etwas Geld durch

das Internat herein. Ich baue Gemüse

an, halte Hühner und betreibe fünf

Münz-Waschmaschinen, um zusätzliche

Einnahmen zu haben.

Welche Hoffnungen haben Sie für die

Zukunft?

Ich bete, dass mehr Thais zum Glauben

an Jesus kommen. Außerdem wünsche

ich mir eine Person, die als unser

Nachfolger die Gemeinde und das

Wohnheim weiterführt.

Wie können Christen in Deutschland

für Sie beten?

Bitte betet für die junge Generation in

unserer Gemeinde, dass sie sich tief in

Christus verwurzelt, sowie für die nötigen

finanziellen Mittel, um die Arbeit

fortzuführen.

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magazin:erleben

magazin:erleben

Was ist noch zu tun?

DAS VOLK

DER BUNU

Unerreicht, aber nicht vergessen

In diesem Heft hast du eine gute Übersicht

über die verschiedenen unerreichten

Volksgruppen erhalten. Nach

wie vor gibt es Gruppen, die vom Evangelium

völlig unerreicht sind. Eine dieser

Gruppen stellen wir dir hier vor.

Was kann deine Aufgabe sein?

In den Bergen Südwestchinas lebt

eine der großen Volksgruppen Chinas

– ohne eine einzige bekannte Kirche.

Rund 850.000 Bunu wohnen verstreut

in kleinen, schwer zugänglichen Dörfern,

von denen viele nur zu Fuß erreichbar

sind. In der Welt kaum beachtet,

im Himmel jedoch nicht vergessen:

in Gottes Augen sind sie wertvoll und

geliebt.

Schwer zugänglich in vier Dimensionen

Geografisch schwer erreichbar:

Die abgelegene Lage macht regelmäßige

Kontakte und Aufbauarbeit sehr

schwierig.

Spirituell schwer erreichbar:

Bunu suchen bei Alltagsproblemen

den Schamanen auf. Dieser bestimmt,

welcher Geist verärgert wurde und

welches Ritual nötig ist, um ihn zu besänftigen

– oft mit Tieropfern. Diese

Sichtweise prägt ihre gesamte Weltsicht.

Linguistisch schwer erreichbar:

Ein Gemeindeleiter aus einer anderen

Volksgruppe versuchte, das Evangelium

in der Handelssprache zu erklären.

Doch während er sprach, wechselten

die Zuhörer in ihre Muttersprache –

und zwar in verschiedene Dialekte,

die er nicht verstand. Selbst christliche

Tonaufnahmen in Bunu waren nur

begrenzt hilfreich: Die Dialekte sind

so unterschiedlich, dass sich die Menschen

untereinander oft nicht verstehen.

Gesellschaftlich schwer erreichbar:

In einem abgelegenen Dorf erzählte

ein Ältester, dass er schon vor Jahren

Christ geworden sei. Doch als er zum

Dorfoberhaupt gewählt wurde, musste

er seinen Glauben öffentlich ablegen.

„Tief in meinem Herzen glaube ich immer

noch“, sagte er leise. Wie viele mögen

ähnlich unter Druck stehen?

Ein erster Anlauf – erfolglos?

Einmal arbeitete eine OMF-Mitarbeiterin

unter den Bunu. Sie verließ ihr

Zuhause, lernte Sprache und Kultur –

und liebte diese Menschen von Herzen.

Doch schließlich musste sie das Land

verlassen. Ihre Gebete, Tränen und Mühen

blieben scheinbar ohne sichtbaren

Erfolg – aber nicht unbeachtet von Gott.

Bitte bete mit uns, dass all diese Barrieren

überwunden werden. Wir vertrauen,

dass Gottes Zeit kommt – und die

Bunu das Evangelium hören und verstehen

werden.

„Jene, denen nichts von ihm verkündet

wurde, sollen sehen, und die nichts gehört

haben, sollen verstehen.“

(Römer 15,21)

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magazin:erleben

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Kindergeschichte:

GERADE FINGER

FÜR SOTSCHI

Wir glauben an den lebendigen Gott.

Er kann selbst aus schwierigen Situationen

etwas Gutes machen. Diese Geschichte

erzählt davon.

Die kleine Sotschi lebt in Bakka. Wenn

ihr sie kennenlernen würdet, wäre sie

euch bestimmt sympathisch: ein fröhliches,

lebhaftes Mädchen. Doch etwas

fällt sofort auf – ihre rechte Hand. Die

Finger sind narbig verkrümmt, weil

sie sich als kleines Kind an einem glühend

heißen Holzscheit verbrannt hat.

So konnte sie ihre Hand nicht mehr

öffnen .

Sotschis Eltern waren besorgt: Wie

sollte sie jemals Hausarbeiten erledigen

oder Geld verdienen? Auch wir

machten uns Gedanken und schlugen

vor, sie in ein christliches Krankenhaus

in Chiang Mai zu bringen, das für die

Behandlung von entstellten Händen,

Füßen und Gesichtern bekannt ist.

Doch Sotschis Großmutter hatte Angst,

dass ihre Enkelin und ihr Sohn nicht

zurückkehren würden. Nach langem

Überreden stimmte sie schließlich zu.

Der Arzt im Krankenhaus schloss

Sotschi sofort ins Herz. Er bergradigte

ihre Finger und fixierte sie mit Metallstiften.

Sotschi und ihr Vater mussten

einen Monat im Krankenhaus bleiben,

doch für den Vater war die Heilung

seiner Tochter wichtiger als die verlorene

Arbeitszeit.

Trotzdem nahm Sotschis Leben eine

wunderbare Wendung. Sie entschied

sich, Jesus zu folgen, und wurde nach

der Schule Buchhalterin. Mit einem

gebrauchten Computer, den wir ihr

schenkten, eröffnete sie später ein

Geschäft. Sie gestaltete Poster und

Plakate in der Karen-Schrift, die sehr

geschätzt wurden. Heute ist Sotschi

verheiratet und hat eine Familie. Sie

lebt und arbeitet mit Jesus. Ihr Leben

ist ein Zeugnis dafür, wie Gott aus allem

etwas Gutes machen kann.

Diese Geschichte stammt aus dem

Kinderbuch „Das Elefantentaxi“. Hans

und Beatrice Bär erzählen darin kindgerecht

von ihren Abenteuern bei den

Karen: von erschöpften Elefanten, Autopannen

und einem Opa, der auf einer

Bibel schlafen wollte.

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Bild: Freepik.com

Als Sotschi nach Hause kam, sollte sie

ihre Hand ruhig halten. Doch das lebhafte

Mädchen zog versehentlich einen

der Metallstifte aus ihrem kleinen

Finger – und der krümmte sich wieder.

Die Großmutter verweigerte eine weitere

Operation, und so blieb dieser Finger

krumm.

Das Buch kann für 20 Euro bei uns bestellt

werden.

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BERUFEN – ABER GANZ

UNTERSCHIEDLICH

Wie Menschen mit verschiedenen

Gaben gemeinsam das Evangelium zu

den Mekong-Völkern bringen können:

„Wir wollten dorthin ziehen, wo es

kaum Gemeinden gibt und Menschen

nicht die Möglichkeit haben, das Evangelium

zu hören.“

„Uns war wichtig, in einem Umfeld zu

arbeiten, das eine Leidenschaft für die

Unerreichten hat – aber mit unseren

Gaben können wir eher im unterstützenden

Bereich dienen.“

Diese Aussagen stammen aus Gesprächen

mit Kollegen – und sie zeigen: Es

braucht viele unterschiedliche Menschen

mit einer gemeinsamen Vision.

Manche leben als Pioniere in abgelegenen

Gegenden mit wenig sprachlicher

oder geistlicher Unterstützung. Andere

sind nicht direkt an Gemeindegründung

beteiligt, tragen aber trotzdem

entscheidend dazu bei – zum Beispiel

im Bereich Finanzen, Bildung oder Administration.

So wie Paulus die Gemeinde als einen

Leib mit vielen Gliedern beschreibt,

besteht auch unser Team aus Menschen

mit ganz unterschiedlichen Gaben,

Fähigkeiten und Persönlichkeiten.

Wer wird gebraucht?

Menschen, die für das Reich Gottes leben

wollen – mit einem Herz für unerreichte

Volksgruppen, der Bereitschaft,

Sprache und Kultur zu lernen,

und einer tiefen Verwurzelung im

Gebet.

Wo werden sie gebraucht?

Am dringendsten dort, wo der Zugang

zum Evangelium eingeschränkt ist

– und ein Visum meist nur über eine

berufliche Plattform möglich ist: etwa

durch ein Studium, einen Lehrberuf

oder ein eigenes Unternehmen.

Was wird getan?

Im Alltag sieht das sehr unterschiedlich

aus – aber das Ziel ist immer: einheimische

Christen zu befähigen,

Menschen zu Jüngern zu machen, die

wiederum selbst missionarisch aktiv

werden.

Welche Haltung ist wichtig?

Nicht: „Was kann ich tun?“ Sondern:

„Was braucht es, damit dieses Volk erreicht

wird?“ Glaube, Demut, Lernbereitschaft

und Mut sind entscheidend

für unser Handeln.

Konkrete Einsatzmöglichkeiten und

Aufgaben (Beispiele):

• Gemeindegründung und Jüngerschaft

• Unternehmensgründung mit sozialem

und geistlichem Fokus

• medizinische Beratung und Gesundheitsbildung

• Verwaltung und Finanzen

• Medienarbeit

• Mitarbeit in Internaten oder Gästehäusern

• Unterricht von Missionarskindern

(TCKs)

Was du mitbringen solltest:

• Lernbereitschaft und Flexibilität

• Leidenschaft für andere Kulturen

• Durchhaltevermögen

• Teamfähigkeit

• die Bereitschaft, sich leiten zu lassen

– von Gott und von anderen

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6WAYS

LEARN/PRAY Gebet entlang des Mekongflusses.

Dieses Gebetsheft ist ein Augenöffner. Es lädt dich

ein, für die unerreichten Volksgruppen entlang

des Mekong zu beten. Lies inspirierende Geschichten,

erfahre mehr über fremde Völker, bete für

konkrete Anliegen und werde dadurch ein Teil

dessen, was Gott in dieser von ethnischer Vielfalt

geprägten Region tut.

GO Mitten ins Geschehen – Hilf mit, wo Menschen

das Evangelium zum ersten Mal hören.

Hinter den Kulissen stärken – Unterstütze die

Arbeit – z.B. in Administration, Medien oder im

Unterricht von Missionarskindern.

Kurzzeit-Teams & Gebetseinsätze – Komm für einige

Wochen mit – zum Beten, Lernen und Dienen.

Mehr Infos: opportunities.omf.org

SEND Mission ist Teamarbeit: Motiviere andere,

für kurze oder lange Zeit unter unerreichten

Volksgruppen zu dienen. Gewinne deine Gemeinde

als Sendungs- und Gebetsbasis. Wir unterstützen

dich gerne dabei.

WELCOME Begegnen dir in deinem Umfeld

Asiaten, die zu ethnischen Minderheiten gehören?

Mit dem Wissen aus diesem Heft kannst du

sensibel und respektvoll nachfragen – etwa nach

Sprache, Herkunft oder kulturellem Hintergrund.

Solche Gespräche können Türen öffnen für echtes

Interesse, Wertschätzung und tiefe Begegnungen.

MOBILIZE Kennst du jemanden, der sich für unerreichte

Volksgruppen interessiert? Gib dieses

Heft weiter und ermutige, mit OMF in Kontakt zu

treten. Vielleicht ist genau das der erste Schritt in

eine neue Berufung?

IMPRESSUM

OMF International

Deutschland e.V.

Am Flensunger Hof 12

35325 Mücke

Tel: 06400/900-55

E-Mail: de@omfmail.com

www.omf.de

Bankverbindung:

Sparkasse Oberhessen

IBAN: DE7651 8500 7903

5000 5161

BIC: HELADEF1FRI

Online-Spenden:

omf.org/de/spenden

Redaktion:

Joachim König und Team

Layout: Nicole Sorg

Ausgabe: September 2025

Auf 100 % FSC zertifiziertem

Recyclingpapier gedruckt.

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Heart for Asia.

Hope for Billions.

Wir arbeiten mit 2.100 hauptund

ehrenamtlichen Mitarbeitenden

aus 40 Nationen in

Ostasien und unter Ostasiaten

weltweit, damit unter allen

Völkern Ostasiens einheimische,

biblische Gemeinde- und Missionsbewegungen

entstehen.

Damit Gott angebetet wird, verkünden

wir das Evangelium auf kulturell relevante

Weise durch Wort und Tat, in Kurz- und Langzeit,

als Missionar oder Fachkraft, in Partnerschaft mit

Kirchen und Gemeinden.

In Deutschland bieten wir auch viele Möglichkeiten

der ehrenamtlichen Mitarbeit.

„Have Faith in God!“

Vertraue Gott! Dieser Leitsatz unseres Gründers

Hudson Taylor für sein Leben und die China Inland Mission

(jetzt OMF) prägt auch heute noch unsere Arbeit.

OMF Deutschland gehört zur Arbeitsgemeinschaft

evangelikaler Missionen (AEM).

omf.de

@omf.de

fb.com/omf.de

youtube.com/@OMF_Deutschland

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