19.07.2025 Aufrufe

Expo 2035 Berlin Magazin 2/2025

Im März zeigte sich die Tagesspiegel-Checkpoint-Leserschaft klar: 58 Prozent befürworten eine EXPO 2035 in Berlin, nur 17 Prozent Olympia. Dieses Ergebnis freut und motiviert uns! 2024 gründeten wir die EXPO 2035 Berlin GmbH und arbeiten seither mit voller Kraft an unserem Ziel: Berlin als Gastgeber der Weltausstellung. Doch worauf kommt es bei einer EXPO-Bewerbung an? CEO Antonia Marx gibt in dieser Ausgabe Einblicke. Eines ist sicher: Der Plan baut auf dem enormen Potenzial Berlins. Viel läuft bereits dank mutiger Menschen und ihrer Projekte. Fünf davon stellen wir vor. Wir lernen Nachhaltigkeit als Schulfach kennen und fragen: Wie bleibt Berlin Tourismusmagnet und wächst zugleich nachhaltig? Trotz guter Ansätze stehen wir noch am Anfang einer strahlenden, nachhaltigen Zukunft.

Im März zeigte sich die Tagesspiegel-Checkpoint-Leserschaft klar: 58 Prozent befürworten eine EXPO 2035 in Berlin, nur 17 Prozent Olympia. Dieses Ergebnis freut und motiviert uns! 2024 gründeten wir die EXPO 2035 Berlin GmbH und arbeiten seither mit voller Kraft an unserem Ziel: Berlin als Gastgeber der Weltausstellung.

Doch worauf kommt es bei einer EXPO-Bewerbung an? CEO Antonia Marx gibt in dieser Ausgabe Einblicke. Eines ist sicher: Der Plan baut auf dem enormen Potenzial Berlins. Viel läuft bereits dank mutiger Menschen und ihrer Projekte. Fünf davon stellen wir vor. Wir lernen Nachhaltigkeit als Schulfach kennen und fragen: Wie bleibt Berlin Tourismusmagnet und wächst zugleich nachhaltig? Trotz guter Ansätze stehen wir noch am Anfang einer strahlenden, nachhaltigen Zukunft.

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Ausgabe 2 | 2025

WANDEL

Mittendrin

Mutige Menschen mit

wegweisenden Ideen

verändern Berlin

VISION

Neu nachhaltig

So bewirbt sich Berlin

um die Gastgeberschaft

für die EXPO 2035

BEWUSSTSEIN

Gut vorbereitet

Eine Berliner Schule vermittelt

Verantwortung

für die Zukunft

CHANCE

Gut besucht

Berlins Tourismus

verändert die Stadt

zum Guten

Das hat

Zukunft!

Eine nachhaltige Metropole bis 2035? Berlin

ist bereits eine grüne, zukunftsgewandte Stadt.

Wir stellen die mutigen Menschen vor, die

Gemeinwohl und Innovation im Blick haben.


Die 17 Nachhaltigkeitsziele

der

Vereinten Nationen


2 | 3

Inhalt

Im März war das Stimmungsbild der

Tagesspiegel-Checkpoint-Leserschaft

deutlich. 58 Prozent sprachen sich für eine

EXPO 2035 in Berlin aus, nur 17 Prozent

votierten für Olympia. Ein Ergebnis, das

uns unglaublich freut und motiviert! 2024

haben wir die EXPO 2035 Berlin GmbH

gegründet und arbeiten seither mit voller

Kraft an der Verwirklichung des ambitionierten

Ziels, Berlin zum Gastgeber der

Weltausstellung zu machen. Doch worauf

kommt es bei einer EXPO-Bewerbung an?

CEO Antonia Marx gibt in dieser Ausgabe

von EXPO 2035 Berlin einen Einblick.

Eines steht überdies fest: Der Plan einer

EXPO in Berlin basiert auf dem offensichtlichen

Potenzial der Stadt. Viel läuft schon

gut, dank mutiger Menschen und ihren

Projekten. Fünf davon stellen wir in diesem

Heft vor. Wir lernen Nachhaltigkeit als

Schulfach kennen

und fragen: Wie

kann Berlin Touristenziel

bleiben, aber nachhaltig

wachsen? Trotz

guter Entwicklungen

stehen wir erst am Anfang

einer strahlenden, nachhaltigen

Zukunft Berlins.

2

4

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30

Die 17 Nachhaltigkeitsziele

der Vereinten Nationen

Die Idee der EXPO 2035 in

Berlin wird getragen von

Menschen, die die Stadt

bereits verändern

Auf der Fête de la Musique

2025 fand die Aktion „17

Klaviere für die 17 Global

Goals“ ihren Höhepunkt

Die BIO COMPANY ist eine

Berliner Erfolgsgeschichte.

Wir trafen Gründer Georg

Kaiser zum Interview

Verantwortung lernen: Eine

Berliner Schule sensibilisiert

den Nachwuchs für die 17

SDGs

Berlin bewirbt sich für die

EXPO! Aber wie läuft das

eigentlich ab? Einblicke in

einen komplexen Prozess

Tourismus als Chance? Viele

Gäste kommen Berlins nachhaltigem

Wandel zugute

Gemeinsam zur EXPO! Der

Verein Global Goals Berlin

erklärt sich und seine Ziele



PROJEKTE

4 | 5

Nächster Halt:

EXPO 2035

Berlin

Visionäre Projekte aus ganz Berlin sollen 2035 das

Fundament für eine neue Art von Weltausstellung bilden –

dezentral, innovativ, überall sichtbar. Sie zeigen: Der

Wandel hat längst begonnen. Berlin macht sich auf den

Weg in eine nachhaltige Zukunft. Wir stellen kreative

Köpfe und ihre zukunftsweisenden Ideen vor

Unsere Realität wandelt sich rasant, Gegebenheiten

und Bedürfnisse verändern

sich. Was gestern funktioniert hat,

ist heute nicht mehr zukunftstauglich.

Wir müssen neue Lösungen erdenken,

die das Jetzt formen, aber auch für das

Morgen funktionieren. Nicht nur in Berlin.

Aber die Stadt ist nun mal unsere Heimat,

der Ort, den wir lieben, wo wir leben

und optimalerweise alt werden wollen.

Und dafür braucht es unser Engagement,

unseren Mut, schon heute!

Im Rahmen unserer Vorbereitung

auf eine mögliche Weltausstellung in

Berlin verbinden wir uns mit den Menschen,

die nachhaltige Projekte schon

heute für die Stadt umsetzen, weil sie

zukunftsgerichtet denken und sich nicht

auf dem Status Quo ausruhen, sondern

ihn verbessern wollen. Nachhaltige Lösungen

braucht es in allen Bereichen

des täglichen Lebens. Ob Medizin, Logistik,

Bildung, Energie oder Lebensmittelproduktion:

Wir können die Zukunft

nur sicher gestalten, wenn wir Entscheidungen

und Prozesse an den 17 Nachhaltigkeitszielen

ausrichten (siehe erste

Umschlagseite dieses Magazins, Die 17

Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen).

OPTIMIEREN, PLANEN, VER-

NETZEN

Die Nachhaltigkeitsziele (Sustainable

Development Goals, SDGs) bilden den

Rahmen, um wichtige ökologische, ökonomische

und soziale Transformationen

umfassend – und mit viel Freude – zu gestalten.

In einem ersten Schritt geben wir

auf unserer Webseite (www.globalgoalsberlin.de)

Menschen, Unternehmen


„Wir wollen die Art

und Weise, wie Gegenstände

transportiert

und vorhandene

Ressourcen genutzt

werden, verändern.“

KATHARINA KREUTZER VON MUVN

merklich. So hat das Gründungsteam

des Logtech-Start-ups MUVN (siehe

Cover) beispielsweise den Bedarf erkannt,

Menschen per App miteinander

zu vernetzen, die deutschlandweit mit

dem Auto unterwegs sind und Platz haben,

Gegenstände für Andere zu transportieren.

Katharina Kreutzer und ihre

Co-Gründer überlegten nicht lange, als

die Idee für MUVN spruchreif war. Seit

April 2025 können User:innen die App

herunterladen, und mehrere Tausend

Downloads innerhalb der ersten Wochen

nach der Live-Schaltung sprechen

dafür, dass Kreutzer und ihre Kollegen

einen Nerv getroffen haben.

und Initiativen Sichtbarkeit, die bereits

jetzt wirkungsvolle Lösungen bereithalten,

auf die wir nicht verzichten können,

wenn die Metropolregion auch in Zukunft

ein lebenswerter Ort bleiben soll.

Unsere SDG-Map (www.globalgoalsberlin.de/sdg-map)

zeigt, wo nachhaltige

Projekte in der Stadt zu finden sind.

Stellvertretend für die vielen großartigen

Initiativen, die Berlin bereits formen,

sind die nächsten Seiten fünf visionären

Projekten und den Menschen dahinter

gewidmet, die bereits wirkungsvoll an

der wichtigen Transformation Berlins

arbeiten.

Wir hoffen, dass sie Antrieb und

Inspiration für weitere mutige Berliner:innen

sind, die Berlin gemeinsam mit uns

zukunftssicher gestalten wollen, um die

Stadt bis zur EXPO 2035 zur nachhaltigen

Metropole zu machen. Innovative

Lösungen sind so unterschiedlich wie

die 17 SDGs und betreffen alle Bereiche

unseres Lebens. Im gemeinsamen und

demokratischen Miteinander kann es

uns gelingen, globale Fragen auf lokaler

Ebene zu lösen.

ES BRAUCHT ENGAGEMENT

Was es jetzt braucht für ein gerechteres

Hier und Jetzt und eine lebenswerte

Zukunft für kommende Generationen,

wird im täglichen Leben sichtbar und

INNOVATIV HANDELN

Nachhaltige Antworten auf Fragen zu

finden, erfordert Engagement. So ist

die European School of Management

and Technology (ESMT) in Berlin-Mitte

zum Leuchtturmprojekt geworden,

indem sie 2024 eine riesige Photovoltaikanlage

auf dem Dach installiert

und ihren CO2-Ausstoß seitdem um

rund 150 Tonnen jährlich reduziert hat.

Ebenfalls in Mitte ist das Projekt Teach

Tomorrow entstanden. Anhand der

Case-Study-Methode der Harvard Business

School erlernen Heranwachsende

in Gruppen Selbstwirksamkeit und kreative

Lösungsfindung. Im Zentrum stehen

Themen, die in der Schule von heute zu

kurz kommen. Wie könnte eine Stadt

ohne Autos aussehen? Oder: Wie kann

man mit seinemTaschengeld Rücklagen

bilden? Auch das Berliner Start-up

hexafarms setzt innovative Maßstäbe,

indem es Software für die Lebensmittelproduktion

mittels KI optimiert – das

spart Ressourcen und ermöglicht Zukunftsprognosen,

die für Landwirte und

Verbraucher:innen essentiell sind. Aber

nicht immer muss optimiert werden.

Anderswo in der Gesellschaft fehlt es an

Elementarem. Dieser Realität stellen sich

die Mitarbeiter:innen von open.med in

Lichtenberg, einem Angebot von Ärzte

der Welt, das Menschen, die durch das

Raster des regulären Krankenversicherungssystems

fallen, medizinisch versorgt.

Sich anspornen, nach Lösungen

suchen, Vertrauen in die Zukunft kultivieren:

Fünf Projekte, die motivieren

und Mut für die Zukunft machen.

Teach Tomorrow –

Kinder stärken für die

Welt von morgen

Mit Gruppenworkshops wie Stadt der Zukunft

und Geldchecker der Zukunft möchte

Thomas Löbke, selber Vater von zwei

Kindern, jungen Menschen zwischen acht

und 16 Jahren Fähigkeiten und Kenntnisse

vermitteln, die „in der Schule noch zu kurz

kommen”, wie er es formuliert. Der Fokus

der Kurse, die ganztägig stattfinden und

nach dem Prinzip der Case-Study-Methode

der Harvard Business School aufgebaut sind,

liegt auf Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit,

smarte Technologien und moderne Stadtplanung.

Die Teilnehmer:innen begegnen

realen oder virtuellen Herausforderungen,

entwickeln im Team kreative Lösungen und

erleben sich selbst als aktive Gestalter:innen

ihrer Zukunft. So wird die wichtige Kompetenz

der Selbstwirksamkeit gefördert. Teach

Tomorrow bedeutet für Gründer Löbke Lösungen

für reale Zukunftsszenarien zu finden

– in einem kreativen, sicheren und inspirierenden

Umfeld.

Wie können Städte umweltfreundlich gestaltet

werden? Warum ist nachhaltige Mobilität

wichtig? Welche Berufe werden in der Stadt

der Zukunft gefragt sein? Für die Visualisierung

und das Verstehen von Problemen und

Lösungen setzt Löbke bei Teach Tomorrow


PROJEKTE

6 | 7

sowohl auf analoges Erleben, als auch auf

digitale Tools. Konsequent wird KI zur Lösungsfindung

eingesetzt. In der Schule käme

auch das Thema Finanzbildung zu kurz, dabei

sei der Umgang mit Geld eine der wichtigsten

Fähigkeiten fürs Leben, findet Löbke. Im

Workshop Geldchecker der Zukunft können

Kinder und Jugendliche ihren Unternehmergeist

entdecken und sich selber Sparziele

stecken. Teach Tomorrow hilft ihnen bei der

Beantwortung von Fragen, wie „Wie eigentlich

funktioniert das Geldsystem?” und „Wie

lege ich mein Taschengeld sinnvoll an, um

Rücklagen zu bilden?” Das erklärte Ziel ist es,

die noch sehr jungen Teilnehmer:innen „fit im

Umgang mit Geld zu machen”.

Das Format Teach Tomorrow ist noch jung,

sieben Workshops konnten bis Juni 2025

bereits erfolgreich umgesetzt werden, Gespräche

mit Partnern wie Stiftungen und Universitäten,

laufen. Was das Format laut Löbke

noch besonders macht: Regelmäßig begleiten

Mentor:innen aus Wirtschaft und Gesellschaft

die Kurse und lassen die Jüngsten an

ihrer Erfahrung teilhaben. Die Fähigkeiten,

die bei Teach Tomorrow gefördert werden,

bezeichnet Löbke als 21st-Century-Skills,

durch die die Teinehmer:innen später auf

ihrem Lebensweg einen entscheidenden

Vorteil haben könnten: Teamarbeit, Kreativität,

Problemlösung, Präsentationserfahrung.

Teach Tomorrow soll in den nächsten Jahren

deutschlandweit etabliert werden – mit lokalen

Partnern, digitalen Erweiterungen und

einem skalierbaren Bildungsmodell. Ziel ist

es, jährlich mehrere Tausend Kinder zu erreichen.

www.ufer.com/teachtomorrow | SDG

Goals (Erläuterung s. S. 2)

4 8 10

Richtig viel

Arbeit machen.

Made by Berlin Partner.

Made for Uns.

Mehr Engagement. Mehr Innovation. Mehr Nachhaltigkeit.

Berlin Partner, offizieller Partner von Global Goals Berlin.

QR-Code scannen und Gesicht zeigen unter globalgoalsberlin.de


Die riesige PV-Anlage

der European School

of Management and

Technology (ESMT)

Als Wirtschaftsuniversität von Weltrang hat

man ein entsprechend großes Renommee

und kann dieses gewinnbringend einsetzen,

um nachhaltige Werte zu transportieren

und eine Vorbildfunktion einzunehmen.

Mit dem Bau einer riesigen Photovoltaikanlage

auf dem Dach ihres Hauptgebäudes

hat die Berliner European School of

Management and Technology (ESMT)

genau das getan. Die Solaranlage auf dem

Gebäude am Schlossplatz, gegenüber der

Museumsinsel, ist die größte Anlage ihrer

Art in Berlin-Mitte. Mit Hilfe der Anlage reduziert

die internationale Wirtschaftsuniversität

rund 150 Tonnen an CO2-Ausstoß

jährlich und leistet damit einen wichtigen

Beitrag zu mehr Klimaschutz. Die dezente

Umsetzung auf dem Dach des historischen

Gebäudes, das einst das Staatsratsgebäude

der DDR war, zeige zudem, dass Solaranlagen

und Denkmalschutz zusammen

funktionieren könnten, sagt Georg Garlichs,

Real Estate Director der ESMT. Ein Vorzeigeprojekt,

das jedoch beispielhaft die Hürden

zeigt, die nachhaltiges Gründen auch 2025

noch überwinden muss.

Der eigentliche Bau der Anlage dauerte ein

Jahr, aber die bürokratische Realisierung

des Megaprojekts war für die Schule eine

große Herausforderung. Der Weg zur eigenen

Stromerzeugung sei nicht nur baulich,

sondern auch administrativ, regulatorisch

und genehmigungsseitig komplex gewesen,

sagt Lennart Richter, Pressesprecher

der ESMT Berlin. „Es gibt für Großprojekte

dieser Art kaum ausreichende Einweisungen

oder Checklisten”, so Richter. „Die Antragstellung

war langwierig, intransparent

und die steuerrechtlichen Vorgaben sowie

mögliche Pflichten im Rahmen der Direktvermarktung

des erzeugten Stroms blieben

lange unklar.”

Laut Lennart Richter ist die ESMT Berlin bestrebt,

ihren „Fußabdruck zu verringern

und zugleich ihren Handabdruck zu vergrößern”.

„Wir an der ESMT Berlin glauben,

dass Nachhaltigkeit entscheidend ist, um

Wirtschaft und Gesellschaft voranzubringen”,

sagt er. Die 900 Solarpanels auf dem

Dach waren eine entscheidende Investition

in die nachhaltige Zukunft der ESMT. Aber

die Photovoltaikanlage macht nur einen Teil

des nachhaltigen Engagements der Schule

aus. Die Wirtschaftsausbildung an der ESMT

Berlin werde nicht nur auf Wettbewerb und

Profit ausgerichtet, sondern auf ein ganzheitliches

Verständnis von Wirtschaft, das

Ethik, soziale Verantwortung und die Auswirkungen

wirtschaftlicher Entscheidungen

auf die Gesellschaft einbezieht, betont Lennart

Richter. Die Rolle von Führungskräften

als Gestaltende werde klar vermittelt, weil

sowohl wirtschaftlicher Erfolg als auch soziale

Verantwortung im Fokus stehen sollten,

um langfristig Ziele zu erreichen.

www.esmt.berlin

SDG Goals (Erläuterung s. S. 2)

7 9 13


PROJEKTE

8 | 9

MUVN – Mitfahrgelegenheit

für Gegenstände

Mitfahrgelegenheiten lassen sich nutzen,

um günstig und nachhaltig innerhalb

Deutschlands zu reisen. Doch eine Mitfahrgelegenheit

für Gegenstände gab es vor

MUVN noch nicht. Wer nach einem schönen

Vintage-Sideboard sucht, weitet den

Suchfilter im besten Fall auf fünf Kilometer

um dem eigenen Standort aus. Denn wie

will man größere Gegenstände ohne eigenes

Auto transportieren?

Vor diesem Problem stand MUVN-Mitgründerin

Katharina Kreutzer im Rahmen ihres

Umzugs von Regensburg nach Hamburg

selbst. Die Idee für eine App, mit Hilfe derer

sich Dinge deutschlandweit transportieren

lassen, um die nachhaltige Kreislaufwirtschaft

nicht-neuer Gegenständen zu unterstützen,

war geboren. Kreutzer und ihre

Gründerkollegen stellten Nachforschungen

an und fanden heraus: Das Problem hatte

ein riesiges, sogar globales Ausmaß. Der

traurigen Wahrheit, dass viele Menschen

lieber neu bestellen, statt gebraucht zu

kaufen, weil keine Transportlösung zur Verfügung

steht, beschloss das vierköpfige

Gründerteam einen Riegel vorzuschieben.

Neun Monate später war MUVN schon im

App-Store verfügbar. Über die App können

sich User:innen, die einen Transport für

Dinge benötigen, etwas verschicken wollen

oder größere Strecken mit dem Auto

zurücklegen und Platz zur Verfügung haben,

miteinander verbinden. Die Nutzung

der der MUVN-App ist derzeit auf urbane

Knotenpunkte wie Berlin konzentriert. Carsharing-Dienste,

die in Berlin einen teilweisen

Workaround für MUVN darstellen

könnten, können oft in den Außenbezirken

und außerhalb der Berliner Stadtgrenze

gar nicht genutzt werden. Daher ist es

fast unmöglich, eine Vintage-Couch ohne

eigenes Auto von Marienfelde nach Pankow

zu bringen. Berlin ist also eines der

MUVN-Fokusgebiete, aber auch User:innen

aus anderen großen Städten, wie Köln oder

Hamburg, können die App nutzen und von

ihr profitieren.

Die Idee klingt schon sehr praktisch, aber

das Team hinter MUVN, das sich als Logtech-Start-up,

also Logistics-Technology-Start-up

versteht, will die User:innen

noch weiter unterstützen – über bestimmte

Features in der App. Ein Match-Making-System

sucht aktiv nach anderen User:innen,

deren Bedürfnisse und Routen zueinanderpassen.

Das Programm bietet darüber

hinaus eine smarte Routenoptimierung,

und mittels KI wird das etwaige Transportvolumen

berechnet, um unangenehme

Überraschungen zu vermeiden und den

User:innen direkt bei der Beantwortung

zentraler Fragen zu helfen: Sind das große

Vintage-Gemälde in Köln und der Fiat 500

von Userin X wirklich ein Match? Gründerin

Katharina Kreutzer glaubt an MUVN und

sagt: „Wir wollen die Art und Weise, wie

Gegenstände transportiert werden und

wie wir vorhandene Ressourcen nutzen,

verändern.”

www.muvn.de

SDG Goals (Erläuterung s. S. 2)

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open.med –

Medizinische Hilfe für

Nicht-Versicherte

Es gibt verschiedene Gründe, wieso Menschen

durch das Raster des regulären

Krankenversicherungssystems fallen –

Wohnungslosigkeit oder kein geregelter

Aufenthaltsstatus etwa. „Zu uns kommen

aber auch Menschen, die sich die Beiträge

für ihre private Krankenversicherung nicht

mehr leisten können”, erzählt die Projektleiterin

von open.med Berlin-Lichtenberg,

Stephanie Kirchner, einem Angebot, das

von Ärzte der Welt durchgeführt wird. Seit

Mitte Juni 2023 gibt es die offene Sprechstunde

in Berlin. In der Praxis sind drei

hauptamtlich und 25 ehrenamtlich Mitarbeitende

beschäftigt. Zweimal pro Woche

gibt es eine allgemeinmedizinische Sprechstunde,

zusätzlich wird einmal im Monat

eine gynäkologische und bei Bedarf eine

kardiologische Sprechstunde durchgeführt.

Gemeinsam mit der Organisation Mehrblick

können Brillensprechstunden angeboten

werden. Wenn Patient:innen darüber hinaus

medizinischen Bedarf haben, überweisen

die ehrenamtlichen Ärzt:innen sie an entsprechende

Praxen und Kliniken, die an das

Netzwerk von open.med angeschlossen

sind. „Wir wünschen uns, dass alle Menschen

einen niederschwelligen Zugang

zu Gesundheitsversorgung bekommen”,

sagt Kirchner. In Deutschland gibt es immer

noch Situationen, in denen Menschen

Schwierigkeiten haben, ärztliche Hilfe zu

bekommen, erzählt sie. Kürzlich habe das

Team eine Anfrage von einer nichtversicherten,

schwangeren Frau aus Brandenburg

bekommen, die ärztliche Unterstützung

brauchte. Da die Praxis allerdings über

keine Möglichkeit verfüge, Schwangere zu

betreuen und es in Brandenburg keine Anlaufstellen

für Menschen ohne Krankenversicherung

gebe, habe man der Frau nicht

weiterhelfen können. Immerhin gibt es in

Berlin die von den Bezirken finanzierten

Zentren für sexuelle Gesundheit und Familienplanung.

Diese hätten jedoch keine

ausreichenden Kapazitäten und kümmerten

sich in der Regel nur um Menschen aus Berlin,

bemängelt Kirchner.

Das Angebot in Lichtenberg wurde laut

Stephanie Kirchner von Anfang an gut angenommen.

Langwierige, bürokratische

Strukturen seien jedoch ein Problem. „Es

kommen viele geflüchtete Menschen zu

uns, die eigentlich Anspruch auf eine elektronische

Gesundheitskarte haben. Doch

Behörden und Krankenversicherungen

arbeiten so langsam, dass wir teilweise

Monate überbrücken müssen. So lange

können Patient:innen mit chronischen Leiden

oder akuten Anliegen natürlich nicht

warten”, erzählt Kirchner. Sie wünscht sich

mehr gesamtgesellschaftliches Bewusstsein

für das SDG 3 „Gesundheit und Wohlergehen”.

„Wir dürfen nicht das Verständnis für

diejenigen verlieren, die sich in schwierigen

Lebenslagen befinden.”

www.aerztederwelt.org/unsere-projekte/

deutschland/berlin

SDG Goals (Erläuterung s. S. 2)

3 10 16


PROJEKTE

10 | 11

Call to Action!

Rund 140 Projekte sind Stand

Juli 2025 auf unserer Webseite

eingetragen. Ob Start-up oder

mittelständische Firma, ob

NGO, Forschungsinstitut oder

Bürgerinitiative: Weitere Akteur:innen,

die als Projekte mit

zukunftsträchtigem Mehrwert

die Öffentlichkeit suchen, sind

eingeladen, sich bei uns zu registrieren.

www.globalgoalsberlin.de/

projekte

hexafarms – KI und

smarte Software für

die Lebensmittelproduktion

Die Landwirtschaft der Zukunft findet

unter Glas statt, zumindest, wenn es nach

hexafarms geht. Das Agri-Tech-Start-up

aus Berlin hat sich auf den Betrieb und

die Digitalisierung von Gewächshäusern

spezialisiert und will den kommerziellen

Anbau von Lebensmitteln revolutionieren.

Die Software-Plattform des Unternehmens

macht es möglich, Ernteprognosen,

Datenerfassungen und Personalplanung zu

automatisieren und so den Ressourcenverbrauch

um bis zu 30 Prozent zu senken. „Die

Menschheit muss ihre Lebensmittelproduktion

bis 2050 verdoppeln. Und ich glaube,

wir können das schaffen, ohne Infrastruktur,

Kosten oder Umweltbelastung zu verdoppeln“,

sagt einer der hexafarms-Gründer,

Ricardo Heilbron.

Gegründet wurde hexafarms im Juli 2022.

Das Ziel: eine Art „digitaler Dünger“, der

mit Sensorik, Kameras und KI-gestützter

Analyse dabei hilft, aus weniger mehr

zu machen. Denn: Schon heute stammen

viele unserer Lebensmittel aus sogenannten

CEA-Systemen (Controlled Environment

Agriculture), also aus kontrollierten

Anbaubedingungen wie Gewächshäusern

oder Folientunneln. Doch die Pflege von

Hunderttausenden Pflanzen pro Saison ist

aufwendig und teilweise ineffizient. Genau

hier setzt hexafarms an. Die Plattform liefert

präzise Daten zur Ernteplanung, zur Qualität

der Produkte und zu optimalen Bedingungen

für das Wachstum. Das am häufigsten

genutzte Tool ist das Forecasting-Modul,

eine Art KI-Prognose-Programm, das Echtzeitdaten

liefert und dabei hilft, Erträge zu

maximieren und Verluste zu vermeiden.

„Für Landwirte machen fünf Prozent mehr

Ertrag teilweise Hunderttausende von Euros

aus”, sagt Heilbron.

Die Zielgruppe von hexafarms sind gewerbliche

Lebensmittelproduzenten in

mittlerweile zehn Ländern – der Fokus liegt

auf Lebensmitteln, wie Erdbeeren, Tomaten,

Paprika und Gurken. Dank Echtzeitdaten

und maschinellem Lernen können

Betriebe besser planen, gezielter gießen,

düngen, Personal einsetzen – und hohe

Qualität garantieren. Insgesamt wurden bereits

über 100 Millionen Kilo hochwertiger

Lebensmittel über die Plattform erfasst. In

mehreren Fällen übertrifft das System dabei

sogar menschliche Expert:innen in der Vorhersage

von Erträgen.

Die Vision von hexafarms ist groß: Jedes

Gewächshaus auf der Welt soll langfristig

durch die Systeme des Berliner Start-ups

betrieben werden – ressourcenschonend,

gewinnbringend und klimaresilient. Das

Team wächst schnell. Neue Funktionen

und Märkte sind bereits in Planung. Für die

Landwirtschaft könnte das System von hexafarms

nicht nur wirtschaftlich, sondern

auch ökologisch ein Gewinn sein.

www.www.hexafarms.com

SDG Goals (Erläuterung s. S. 2)

2 3 9 11 13


Musik als Sprache

der Veränderung


17 KLAVIERE

12 | 13

Schwante

Mit dem Projekt „17 Klaviere für 17 Global

Goals“ entsteht in Berlin ein bewegendes

Symbol für eine nachhaltige Zukunft.

Musik wird hier zur universellen Sprache,

die Menschen über Kulturen und

Generationen hinweg verbindet – und

zugleich zum klangvollen Aufruf, unsere

Welt gemeinsam gerechter, friedlicher

und lebenswerter zu gestalten

Seit einem Jahr zieht dieses einzigartige

Projekt durch Berlin: 17 Klaviere, verteilt

auf 17 Orte der Stadt – von Museen über

Bahnhöfe bis hin zu Kaufhäusern. Jedes

Malz

Instrument steht dabei sinnbildlich für

Zehlendorf

eines der 17 Nachhaltigkeitsziele

Schmachtenhagen

der

Vereinten Nationen – von hochwertiger

Bildung über Klimaschutz bis hin zu Geschlechtergleichheit.

Die Klaviere laden

Germendorf

Lehnitz Wensickendorf

Passant:innen ein, innezuhalten, selbst zu

Hohenbruch

Vehlefanz

Bärenklau

Wansdorf

roß

lienicke

Eichstädt

Bötzow

Borgsdorf

Stolpe

Reinickendorf

Schönfließ

Zühlsdorf

Die Fête de la Musique 2025 war ein

Mühlenbeck

besonderer

Anlass für Jung und Alt und markierte

Bergfelde

den bisherigen

Marwitz

Höhepunkt unserer Aktion

„17 Klaviere für die 17 Global Goals“.

Schönwalde-Dorf

Seeburg

Spandau

9

6

Charlottenburg-

Wilmersdorf

15

12

Steglitz-Zehlendorf

Schildow

Stolzenhagen

Basdorf

Schönerlinde

Pankow

Mitte

16 4

1

11

Kreuzberg

Tempelhof-

Schöneberg

3

7

14

5

Friedrichshain-

spielen und über unsere gemeinsame

Verantwortung für den Planeten nachzudenken

– mitten im öffentlichen Raum.

Spechthausen

17 EIGENE Prenden KOMPOSITIONEN

Klosterfelde

Melchow

Schönholz

Ein besonderer Höhepunkt war die diesjährige

Fête

Lanke

de la Musique am 21. Juni: 17

Komponist:innen aus 17 Ländern Grüntal schufen

Lobetal

jeweils ein Werk, inspiriert Danewitz von einem

der Global Goals. Diese Stücke wurden

Ladeburg

Tempelfelde

Waldfrieden

eigens für das Projekt geschrieben und

Schönfeld

uraufgeführt – ein musikalisches Mosaik

Schönow

globaler Perspektiven und gemeinsamer

Zepernick

Visionen.

Wandlitz

Schönwalde

Neukölln

Lichtenberg

17

2

Schwanebeck

Birkholz

Blumberg

Lindenberg

Ahrensfelde

Marzahn-

Hellersdorf

13

10

Eiche

Mehrow

Hönow

Treptow-

Köpenick

Löhme

Seefeld

Krummensee

Weesow

Werneuchen

Heckelberg

Wegendorf Wesendahl

Altlandsberg

Beiersdorf

Die künstlerische Leitung übernahm

Professor Ken Ueno, renommierter

Komponist und Musikprofessor an

der University of California, Berkeley.

Wir danken herzlich den Komponist:innen

Daniel Ribeiro, Dion Nataraja,

Eda Er, Elias Puc Sanchez, Emily

Koh, Larry Shuen, Maria Oliynyk,

Nana Kamiyama, Oliver Schneller,

Bahaa El-Ansary, Matthew Evan Taylor,

Thanakarn Schofield, Ken Ueno,

Yeonsuk Jung, Qian Zhou, Wai Hin

Ko Ko und Hoang Pho sowie den

Pianist:innen Saho Akiyama, Jared

Redmond und Thomas Krüger.

Unterstützt wurde die Aktion unter

anderem von Kathrin Laube, Erik

Tümmerer, Bijan Mahdavi, Frank

Singer und Jacob Witte, die im Bereich

Technik, Aufnahme und musikalischer

Beratung maßgeblich mitwirkten.

Falkenberg / Mark

„17

Trampe

Klaviere für 17 Global Goals“ zeigt

Dannenberg / Mark

eindrucksvoll: Musik kann mehr als

unterhalten – sie kann bewegen, verbinden

und zum Handeln inspirieren.

Brunow

Made by Alle.

Leuenberg

Steinbeck

Made Freudenberg for Uns.

Sternebeck

Oder in diesem Fall besser:

Tiefensee

Played by Alle.

Played for Uns.

Hirschfelde

Buchholz

Wilkendorf

Klosterdorf

Hohenstein

Strausberg

Call to Action!

Eggersdorf

Petershagen

Haselberg

Harnekop

Prädikow

Grunow

Garzin

Mit einer Vision, die von Mut und Leidenschaft geprägt

Hennickendorf

Werder

ist, streben wir danach, unsere Zukunft in Berlin nachhaltig

und im demokratischen Miteinander zu gestalten. Un-

Vogelsdorf

Lichtenow Zinndorf

sere besondere Kampagne „17 Klaviere

Müncheberg

für die 17 Global

Rüdersdorf Herzfelde

Goals“ macht die Bedeutung der UN-Ziele für eine nachhaltige

Entwicklung an 17 besonderen Orten in Berlin für

Kagel

Kienbaum

die Menschen hörbar. Zur Online-Klavier-Map:

Jänickendorf

www.globalgoalsberlin.de/17-klaviere

Grünheide

Gielsdorf

Prötzel

Hangelsberg

Nudow

Stahnsdorf

Güterfelde

Ruhlsdorf

Großbeeren

Heinersdorf

Großziethen

8

Mahlow

Selchow

Schönefeld

Waltersdorf

Wernsdorf

Neu-Zittau

Hartmannsdorf

Spreeau

Spreenhagen

Braunsdorf

Markgrafpieske

Trebus



INTERVIEW

14 | 15

„Wir leben die

17 SDGs aus

uns heraus“

1999 begann Georg Kaiser damit, Brot auf umgedrehten

Kisten zu verkaufen. Heute hat sein Unternehmen, die

BIO COMPANY, knapp 60 Filialen, den Großteil davon in

Berlin und Brandenburg. Im Interview spricht er darüber,

wieso Berlin genau die richtige Stadt für eine EXPO 2035

ist, was grüne Start-ups bedenken sollten und wie man als

Unternehmen die 17 SDGs ganzheitlich leben kann

Lieber Herr Kaiser, als Gründer der BIO

COMPANY, welche Rolle spielt Bio in

Ihrem Leben?

Bio war bereits in meiner Kindheit präsent.

Als Kind vom Lande, umgeben von

Bauern, traditionellen Metzgereien, Bäckern

und sogar regionalen Molkereien,

habe ich eine Welt erlebt, die zwar schon

in den Anfängen industrialisiert war, aber

eben noch nicht durchindustrialisiert. Als

Jugendlicher in der Lehre habe ich dann

erlebt, wie diese Ernährungswirtschaft

Stück für Stück den Bach runterging. Ende

der 90er-Jahre war aus meiner Sicht

ein Höhepunkt erreicht, an dem ich ge-

BIO-COMPANY-Gründer Georg Kaiser

in der Filiale am Walther-Schreiber-Platz.

sagt habe: das ist nicht mehr meine Lebensmittelwelt.

Bio war dann die Idee,

das besser zu machen. Bio wird als Lebensmittelgütesiegel

gesehen. Aber für

mich ist der Begriff der Einstieg in eine

nachhaltigere und regionalere Lebensmittelwirtschaft.

​Wer inspirierte Sie 1999 zur Gründung

von BIO COMPANY?

In erster Linie war es Undine Paul, damalige

Mitgründerin, die als Krankenschwester

die Vision hatte, gute Lebensmittel

für alle zugänglich zu machen. Bio war

damals noch total in der Nische, beim

größten Teil der Bevölkerung schon fast

verpönt. Das ist heute Geschichte. Dazu

haben die Bio-Supermärkte auch einen

Großteil beigetragen. Für mich waren

zudem meine jetzigen Schwiegereltern

Inspiration, immer schon Naturschutzaktivisten.

Irgendwann wusste ich, ja, das

ist die Welt, in die ich hineinwachsen

möchte.

Was bedeutet Nachhaltigkeit für die

gesamte Arbeit eines Unternehmens?

Die BIO COMPANY hat sich von Anfang

an eigentlich nicht nur auf Bio konzentriert,

auch wenn der Name es vermuten

lässt. Bio ist die Basis, aber die Company

hat ganz viele Aufgaben. Die regionale

Herkunft der Produkte ist nur ein Aspekt,

daneben gibt es andere wichtige Prozesse,

Logistik, Verpackung, Energieverbrauch

und, und, und. Wir haben uns von

Anfang an damit befasst und sehr früh

damit begonnen, Nachhaltigkeitsziele zu

formulieren und zu dokumentieren. Also

sozusagen das „Gesamtpaket Bio“ im


„Berlins Image ‚Arm

aber sexy‘ trägt

nicht mehr. Wir

brauchen neue Ziele,

und ich finde die

Vorstellung, globale

mit lokalen Zielen

zu verbinden, sehr

attraktiv.”

GEORG KAISER, BIO COMPANY

Auge behalten, in Bezug auf Nachhaltigkeit,

auf Verantwortung für das Umfeld,

für die nachfolgenden Generationen

und so weiter.

Welche Rolle spielen dabei die 17 SDGs

der Vereinten Nationen?

Für uns sind sie nicht notwendig. Wir leben

diese Werte aus uns heraus. Ich finde

es toll, wenn Institutionen solche Ziele

formulieren. Aber das, was möglich ist,

machen wir ohnehin. Wenn das jemand

nachher misst und sagt, ihr macht das

schon mal ganz gut, dann ist das natürlich

schön. Aber unser Antrieb sollte von

innen heraus kommen.

Wird es als Unternehmen teurer, wenn

man versucht ausschließlich nachhaltige

Wertschöpfungsketten zu etablieren?

Man muss bereit sein, rechtzeitig etwas

mehr zu bezahlen, wie wenn man in

eine Krankenversicherung einzahlt, damit

künftige Generationen auch etwas

davon haben. Bio ist in den letzten zwei

Jahren im Verhältnis zu herkömmlicher

Ware deutlich weniger teurer geworden.

Weil die Bio-Landwirte heute im Vergleich

prozentual einen höheren Ertrag

haben, als noch in der Vergangenheit.

Und das hängt nicht damit zusammen,

dass sie mehr erwirtschaften, sondern

damit, dass die anderen langsam merken,

sie erwirtschaften immer weniger.

Diejenigen Bauern, die schon immer den

biologischen Weg gegangen sind, hatten

immer kleinere Erträge als die konventionellen

Kollegen, sind dafür aber

von den krassen Achterbahnfahrten an

den Märkten verschont geblieben.

Was macht das Angebot der BIO COM-

PANY so besonders?

Die BIO COMPANY hat sich sehr früh als

das regionale Bio-Unternehmen für Berlin

und Brandenburg begriffen. Das bezieht

sich auf das Sortiment, aber auch

auf das Engagement in und um Berlin.

Ob bei der Arbeit mit den Bauern oder

anderen Partnern, denen wir durch Abnahmegarantien

Sicherheit gebracht

und dadurch wirtschaftlichen Erfolg generiert

haben. Wir haben Angebote wie

die Bio-Brotbox mitinitiiert. Wir engagieren

uns aber auch für die Lebensmittelrettung.

Die BIO COMPANY war der

allererste Laden der Foodsharing-Bewegung,

der sich heute Zehntausende

von Läden angeschlossen haben! Damals

waren wir die ersten, gemeinsam

mit Raphael Fellmer von SIRPLUS. Die

BIO COMPANY ist vom Feld bis hin zu

Fragen der Lebensmittelrettung der Anbieter

für nachhaltige Ernährung.


INTERVIEW

16 | 17

Sie haben 2024 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis

in der Kategorie Lebensmitteleinzelhandel

bekommen.

Wie beeinflusst ein solcher Preis die

Arbeit des Unternehmens?

Also zunächst mal hat mich diese Ehrung

unglaublich gefreut, weil einem bewusst

wird, was das Unternehmen über die

Jahrzehnte geleistet hat. Und wir haben

ein Ziel schon 2013 klar formuliert, nämlich

dass die BIO COMPANY das nachhaltigste

Lebensmitteleinzelhandelsunternehmen

Deutschlands sein will. Der

Nachhaltigkeitspreis hat sich dann wie

eine Art Meisterpokal angefühlt. Unsere

Motivation und unser Anspruch sollte

Georg Kaiser im Gespräch: Heute berät

der einstige Gründer der BIO COMPANY

nachhaltige Start-ups.

es sein, diesen Preis regelmäßig zu erhalten!

Neue Ziele zu formulieren. Das

ist aus dem Nachhaltigkeitspreis gefolgt,

dass wir im Nachhinein wieder neue Ziele

entwickelt haben.

Sie sind Gesicht für die EXPO 2035 in

Berlin und haben in Ihrem Statement

betont, dass Berlin zum „Leuchtturm

einer Low-Impact-Metropole, European-Style“

ausgebaut werden soll.

Können Sie das ausführen?

Mit einer „Low-Impact-Metropole“ meine

ich, dass die Politik alles dafür tun

muss, dass eine Millionenstadt nicht zum

Problem wird, weil sie viel ausstößt und

ansaugt, aber eben wenig selbst produziert.

Im Bereich Lebensmittel wäre es

wichtig, dass es in Berlin so regional wie

möglich zugeht, dass die Lebensmittelwirtschaft

mit so wenig Verpackungsmüll

und Transporten wie möglich verbunden

ist. Leider ist Berlin immer noch

eine arme Stadt und viele Menschen können

sich nur die günstigen Lebensmittel

vom Discounter leisten. Ein großer Teil

der Bevölkerung kann sich aber durchaus

bessere Lebensmittel leisten. Dafür

muss man Bewusstsein schaffen. Um unseren

Planeten zu erhalten, müssen wir

unseren Konsum reflektieren. Und mit

„European Style“ meine ich, dass wir unglaublich

viel von anderen europäischen

Metropolen lernen können. Stichwort

Mobilität oder auch Ernährungsbildung.

Wir machen auch manche Dinge besser

als die anderen, die können ebenso von

uns lernen, beispielsweise Bio-Supermärkte

gibt es in Berlin mehr als in jeder

anderen Metropole in Europa. Berlin hat

insgesamt gute Voraussetzungen, weil

die Stadt multizentral aufgebaut ist. Jeder

Kiez könnte sich lokaler und besser

organisieren.

Denken Sie, dass die Idee einer nachhaltigen

EXPO 2035 in Berlin ein Katalysator

für eine nachhaltige Zukunft sein

könnte?

Auf jeden Fall! Es ist wichtig, sich solche

Zielmarken zu setzen und zehn Jahre erscheinen

lange, sind aber ein eigentlich

kurzer Zeitraum, wenn man wirklich zur

Low-Impact-Metropole werden möchte.

Wenn wir uns ins globale Spitzenfeld

bringen wollen, sind zehn Jahre starke

Anstrengungen erforderlich. Und wenn

wir der Welt glaubhaft zeigen können,

dass wir das geschafft haben, wird daraus

ein neuer Stolz entstehen. Ende

2003 nannte der damalige Regierende

Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit,

Berlin „arm aber sexy“. Diesen Ruf hat

die Stadt ja letztlich über die Clubkultur

und die Attraktivität von Subkulturen bekommen,

aber dieses Image trägt nicht

mehr, das spürt man, das ist einfach vorbei.

Wir brauchen neue Ziele und ich finde,

globale Ziele, wie die SDGs, mit den


mich immer frage: Warum machen es so

viele andere nicht genauso - oder sind

wir selbst schon nachhaltig genug?

„Ich glaube, die Frage ist, wie

kann man diese gewisse Berliner

Lockerheit erhalten und zugleich

eine verantwortungsvolle

Lebensweise zur Norm machen?”

GEORG KAISER, BIO COMPANY

lokalen Zielen zu verbinden, ist sehr, sehr

attraktiv.

Ist Berlin Ihrer Meinung nach allgemein

ein Ort, an dem Veränderungen gut

umsetzbar sind?

Ja, Berlin ist eine Stadt, in der viele Dinge

neu gedacht werden, in der sich Dinge

entwickeln, in der Dinge ihre Jugend

erleben. Es wäre nur schön, wenn Berlin

jetzt auch zu einer Stadt würde, wo

man die Dinge auch erwachsen machen

und wirtschaftlich zu einem Erfolg führen

könnte. Denn machen wir uns nichts vor:

Ohne Geld funktioniert auch die nachhaltige

Wirtschaft nicht. Die wirtschaftliche

Säule gehört auch zur Nachhaltigkeit.

Und es wäre schön, wenn wir Berlin

sozusagen aus der Jugend ins Erwachsenen-Dasein

überführen könnten, ob das

jetzt für die Zukunft der BIO COMPANY

gilt oder für andere tolle Dinge, die hier

in Berlin entwickelt werden, in der Wissenschaft

und anderswo, von denen wir

alle nachhaltig profitieren können.

Im aktuellen EXPO-2035-Magazin geht

es auch um die Frage, ob Berlin eine

Touristenstadt bleiben und gleichzeitig

eine nachhaltige Metropole werden

kann. Sie sind ja fest verankert in der

Branche und haben sicher fundierte

Einblicke. Was denken Sie, in welchen

Bereichen könnte es in Berlin schwierig

werden, nachhaltige Lösungen zu etablieren?

Dieses coole Image, das multikulturelle

Image der Stadt, impliziert auch ein

gewisses „im Hier und Jetzt, im Heute

leben“. Ich glaube, die Frage ist, wie

kann man diese gewisse Lockerheit erhalten,

eine Offenheit für alles Mögliche,

für das Ausprobieren und auch mal bis

ins „Extrem-hinein-leben“ und zugleich

eine verantwortungsvolle Lebensweise

zur Norm machen? Das bezieht sich auf

den Konsum, auf Bekleidung, aber auch

auf den Umgang mit Verpackungen und

Müll. Berlin wird leider nach meinem Eindruck

immer vermüllter. Das ist für mich

kein Ausdruck von Coolness, sondern

von Liederlichkeit und Egoismus. Ich

denke, diese beiden eigentlich gegensätzlichen

Werte zu verbinden, damit

wird man sich intensiv befassen müssen.

Finden Sie, dass nachhaltiges Handeln

glücklicher macht, weil man das Gefühl

hat, man verfolgt einen Sinn, der nicht

morgen verwässert ist?

Glück ist so ein flüchtiges Momentum.

Aber ich bin sehr zufrieden, dass wir viele

Ziele erreichen konnten, ob jetzt bei

der Lebensmittelrettung oder der Verpackungsreduzierung

und allen Themen,

die uns wichtig sind. Aber in diesem

Zusammenhang fühle ich mich auch anfällig

dafür, unglücklich zu sein, weil ich

In der aktuellen Ausgabe von EXPO

2035 Berlin geht es auch um Nachhaltigkeit

als Schulfach. Es tut doch gut zu

hören, dass ein nachhaltiges Bewusstsein

schon den Jüngsten vermittelt

wird.

Ja, und wir müssen endlich das Mind-Behaviour-Gap

schließen, sprich, das, was

uns gelehrt wird, was wir wissen und was

wir auch teilweise sagen, das müssen wir

auch tun! Eben nicht mehr das verpackte

Billiggemüse beim Discounter kaufen,

sondern bewusster einkaufen, weniger

Fleisch essen und, und, und. Hier kommt

der Begriff der Disziplin ins Spiel. Und

diese Disziplin wird ja gar nicht mehr

geschult. Alles ist immer verfügbar und

alles geht immer so weiter, bis irgendwann

in ein paar Jahren vielleicht alles

zusammenbricht.

Welche Tipps würden Sie Gründerinnen

geben, die nachhaltige Projekte in Berlin

umsetzen wollen?

Ich sehe, dass bei vielen Start-ups ein

starker Idealismus vorherrscht. Was viele

Start-ups aber leider vergessen, ist,

relativ frühzeitig eine Wirtschaftlichkeit

zu erreichen. Denn Nachhaltigkeit ohne

Wirtschaftlichkeit ist keine Nachhaltigkeit,

weil du sonst alles, was du vorher gemacht

hast, verlierst. Und damit meine ich

Energie in vielfältigster Form, persönliche

Energie, Fördergelder, alles ist verloren.

Man muss frühzeitig an die Wirtschaftlichkeit

denken. Viele Dinge brauchen zu

Beginn viel Geld, um hoch zu skalieren.

Aber schauen wir zum Beispiel auf die

BIO COMPANY. Wir haben auch hoch

skaliert, ohne dass wir jemals Geld von

außen angenommen haben, außer einem

Bankdarlehen. Das ist, was ich Gründerinnen

und Gründern gerne mitgebe.

Frühzeitig an die Zukunft denken, damit

am Ende nicht alles verloren ist.

Ich danke Ihnen sehr für das spannende

Gespräch.


Credit: Jesco Denzel, Bundesregierung/Bergmann, Christian O. Bruch, PR

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Zukunft auf dem

Stundenplan

Die MOSER Schule, ein Gymnasium in Berlin-Charlottenburg,

sensibilisiert Schüler:innen für die 17 SDGs. Denn

nachhaltige Lösungen sind die Zukunft. Ein Gastbeitrag

von Schulleiterin Daniela Plümecke


NACHHALTIGKEIT ALS SCHULFACH

20 | 21

Nachhaltigkeit ist ein Thema, das auch

zukünftige Generationen stark beschäftigen

wird. Was liegt also näher, als dieses

Thema im schulischen Kontext zu

verankern, um die Kinder von heute auf

die Welt von morgen adäquat vorzubereiten?

Die MOSER Schule Berlin hat im

Schuljahr 2023/2024 damit begonnen,

Schüler:innen der fünften bis neunten

Klasse systematisch an die 17 Nachhaltigkeitsziele

heranzuführen. Seitdem

arbeiten sie jede Woche in drei zusammenhängenden,

fest im Stundenplan

verankerten Stunden projektbasiert und

eigeninitiativ.

MUT FÜR NEUES, VERTRAU-

EN INS UNGEWISSE

Die Kernaufgabe von Schule ist die

Potenzialentfaltung von Kindern und Jugendlichen.

Idealerweise sollte Bildung

durch Selbstbestimmung, Handlungsorientierung

und Realitätsgebundenheit

gekennzeichnet sein. Als Zukunftskompetenzen

des 21. Jahrhunderts braucht

Selber anbauen, gesund essen, energieschonend

bauen: Die Schüler:innen der

MOSER Schule lernen, wie man gut und

bewusst lebt und die Zukunft dabei positiv

beeinflusst.

es Mut für Neues und Vertrauen ins Ungewisse.

Es bedarf also junger Menschen

mit starken Persönlichkeiten, die sich

durch Mut, Verantwortungsbewusstsein,

antizipatorisches Denkvermögen sowie

kooperatives Handeln auszeichnen.

Die MOSER Schule Berlin hat es sich

zur Aufgabe gemacht, dieses Potenzial

in den Lernenden zu wecken. Die Lehrkräfte,

geschult in den Bereichen Lernbegleitung

und agile Projektmethoden,

stehen den Lernenden wöchentlich mit

Rat und Tat zur Seite. Es geht stets darum,

projektbasiert Fragestellungen und Themen

rund um das Thema Nachhaltigkeit

zu behandeln, die Lernende interessieren.

Im Rahmen dieses offenen Lernens

erfahren die Schüler:innen Selbstwirksamkeit

und werden zu den Gestalter:innen

von morgen. Seit der Einführung des

projektbasierten Lernens haben sich die

Schüler:innen, ausgehend von ihren Interessen,

somit um die verschiedensten

Nachhaltigkeitsziele gekümmert.

EMPATHIE, ERNÄHRUNG,

KLIMABEWUSSTSEIN

So durchliefen Schüler:innen der fünften

Klasse Klassen beispielsweise einen Parcours

mit Rollstuhl, Krücke und Blindenstock,

um am eigenen Leib zu erfahren,

welche Schwierigkeiten Menschen mit

Beeinträchtigungen im

täglichen Leben haben.

Das SDG 3 „Gesundheit

und Wohlergehen“ wurde

gleich zweimal ins

Zentrum eines Projekts

gestellt. In einem anderen

Kontext wurden die

Schüler:innen aufgefordert,

Fragen wie ‚Was tut

mir gut?' Und: ‚Wie kann

ich meinen Mitmenschen

Gutes tun?' zu beantworten.

Die erarbeiteten

Inhalte der Siebtklässler:innen

spiegelten

eine große Empathie

und soziale Bereitschaft

wieder. Lesepatenschaften

in der benachbarten

Grundschule wurden

übernommen, einige

Schüler:innen besuchten

Daniela Plümecke, Schulleiterin der

MOSER Schule

nahgelegene Kitas und Seniorenresidenzen,

um vor Ort mitzuhelfen. Einige

Schüler:innen überlegten sich, wie ein

eigener Instagram-Kanal mit Alltagstipps

für mehr Lebensfreude gestaltet werden

könnte.

Die Klassen sechs und acht beschäftigen

sich indes mit dem Thema

der gesunden Ernährung. Sie kreierten

leckere und gesunde Rezepte mit frischen

Zutaten – zum Teil sogar selbst

angebaut! Es wurde gekocht und abgeschmeckt,

die Ergebnisse werden mit

Bildern, Rezepten und Zubereitungstipps

auf einer eigenen Website vorgestellt.

Ein weiteres wichtiges Zukunftsthema

ist Energieersparnis. Beim Bau

eines nachhaltigen Hausmodells mit

verschiedenen Wandarten aus ökologischen

Materialien konnten Schüler:innen

der Klasse acht ihrer Fantasie freien

Lauf lassen. Backsteine mit nachhaltigem

Putz, Holzbretter mit speziellem

Farbanstrich, der Sonnenwärme aufnimmt,

Lehm, der im Winter wärmt und

im Sommer kühlt: Spielerisch lernten

die Kinder, dass nachhaltige Lösungen

keine Kompromisse bedeuten, sondern

Sinn und Spaß machen.

Wir freuen uns auf weitere spannende

Ideen und Projekte unserer Schüler:innen,

die sie im Rahmen des Konzepts

entwickeln werden. So lernen sie

intrinsisch motiviert etwas für sich und

verändern zugleich die Welt zum Besseren

– im Sinne der Allgemeinheit.



DER WEG ZUR EXPO

22 | 23

EXPO 2035 Berlin –

Der Weg zur

Bewerbung

Die Vision einer EXPO 2035 in Berlin nimmt immer konkreter

Gestalt an – getragen von einer zivilgesellschaftlichen Initiative

mit Unterstützung aus Wissenschaft, Wirtschaft und Sport,

die sich für die Bewerbung um die Weltausstellung in der

deutschen Hauptstadt einsetzt

DIESER TEXT IST ZUERST IM DUP-MAGAZIN ERSCHIENEN. AUTOR/REDAKTEUR: CHRISTIAN BUCHHOLZ

Flanieren und dabei

saubere Luft atmen: Die

KI-Visualisierung zeigt

Neukölln im Rahmen der

Verwandlung für eine

EXPO 2035 in Berlin.

Obwohl es noch keine offizielle Zusage

der Politik gibt, arbeitet ein engagiertes

Team derzeit mit großer Überzeugung

und Leidenschaft am Konzept und der

Bewerbung für die EXPO 2035 in Berlin.

Die Hauptstadt Deutschlands soll als

potenzielle Gastgeberin der Weltausstellung

positioniert werden. „Unser Ziel

ist es, die Metropole im Herzen Europas

zur Bühne für Innovation, Nachhaltigkeit

und gesellschaftlichen Wandel zu

machen“, erklärt Henning Wehmeyer,

Vorstand des Vereins Global Goals für

Berlin e.V. und einer der Hauptinitiatoren

der Bewerbung. „In den kommenden

Wochen und Monaten wird diese zivilgesellschaftliche

Initiative die politischen

Entscheidungsträger auf Landes- und

Bundesebene von den wirtschaftlichen,

ökologischen und sozialen Vorteilen

dieses zukunftsweisenden Projekts

überzeugen“, so Wehmeyer.

DIE SCHRITTE AUF DEM

WEG ZUR BEWERBUNG

Der Weg zur Weltausstellung ist klar

strukturiert und folgt den festen Regeln

des Bureau International des Expositions

(BIE) in Paris, das für die Vergabe

von Weltausstellungen zuständig ist. Der

genaue Fahrplan für die Bewerbung zur

EXPO 2035 wird voraussichtlich im Jahr

2026 veröffentlicht. Um die EXPO 2035

nach Berlin zu holen, muss sich das Organisationsteam

an Fristen und Meilensteine

halten. Das Bewerbungsfenster für

die EXPO 2035 öffnet sich offiziell im Jahr

2026, in Berlin rechnet man aber mit einem

Termin im Frühsommer 2026. Nach

Einreichen der ersten Bewerbung haben

dann alle Kandidierenden sechs Monate

Zeit, ebenfalls ihre Bewerbungsunterlagen

einzureichen. Eine Entscheidung

über den Gastgeber für 2035 wird vo-


Ein gut vernetztes, sauberes Berlin, das grüne Mobilität zur Norm gemacht hat: Im Vorfeld der EXPO 2035 soll sich die Stadt nachhaltig verändern.

raussichtlich Ende 2027 fallen. Bis dahin

gliedert sich der Bewerbungsprozess in

mehrere Phasen:

Konzeptentwicklung und

Machbarkeitsstudie

2025–2026: In dieser Phase wird ein

überzeugendes Konzept für Berlin entwickelt.

Ein Konzeptteam, bestehend

aus Christian Tschersich (LAVA Berlin),

der unter anderem den Deutschen Pavillon

auf der EXPO 2025 in Osaka gestaltet

hat, dem Gründer von GRAFT,

Thomas Willemeit, Christoph Langhof

(LANGHOF), Detlef Wintzen (Leading

Creative Consultant), Nicole Srock.Stanley

(Dan Pearlman) und Lutz Engelke

(NeoNext Berlin), unterstützt diesen Prozess.

Der internationale Experte Carlos

Moreno, bekannt als Ideengeber des

Konzepts „15-Minuten-Stadt”, ist ebenfalls

dabei. Moreno zählt zu den Vordenkern

zukunftsweisender und nachhaltiger

urbaner Entwicklungen.

„Gemeinsam gestalten wir ein

Modell, das nicht nur eine zentrale

Fläche umfasst, sondern die gesamte

Stadt einbezieht“, erläutert Wehmeyer.

Ergänzt wird dieser Prozess durch den

Future Council unter der Leitung von

Laura Bechthold und Thomas Druyen,

der ein Konzept für eine virtuelle EXPO

entwickelt, die parallel zur physischen

EXPO 2035 Bewerbungs- und Umsetzungsprozess

2024

2025 2026 MAI–DEZ. ENDE

2026 2027

AUFBAUPHASE

KONZEPTPHASE

BEWERBUNGSVOR­

BEREITUNGSPHASE

BEWERBUNG

Gründung der

EXPO 2035 Berlin

GmBH

Experten-Teams erarbeiten

mit vielen Stakeholdern

ein Konzept

Einreichung der

Bewerbung durch

Bund und Land

Entscheidung /

Zuschlag


DER WEG ZUR EXPO

24 | 25

Ausstellung stattfinden soll. Ziel des Future

Council ist es, junge Expert:innen in

die Konzeptentwicklung einzubinden

und digitale Räume für globale Partizipation

zu schaffen.

Formelle Bewerbung – Letter of

Candidature

Ende 2026: Der formelle Bewerbungsschritt,

der sogenannte „Letter of Candidature“,

muss vom höchsten staatlichen

Organ – in der Regel dem

Staatspräsidenten oder dem Regierungschef

– eingereicht und an den

Generalsekretär des BIE adressiert werden.

Dieses Schreiben enthält wichtige

Informationen wie das gewünschte Jahr

der EXPO (2035), den Typ der Ausstellung

(World EXPO), die vorgeschlagene

Stadt (Berlin) und das Leitthema.

Dossier de Candidature

Im Anschluss muss innerhalb von sechs

Monaten das umfassende „Dossier

de Candidature“ beim BIE eingereicht

werden. Dieses Dokument umfasst detaillierte

Informationen über Berlin, die

politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen,

eine Beschreibung

des Leitthemas und dessen globaler

Relevanz, des EXPO-Standorts, Pavillonkonzepten

und Besucherströmen sowie

zur Finanzierung, Wirtschaftlichkeit,

Nachnutzung, zu Verwaltungsstrukturen,

Sicherheitskonzepten, zum Zeitplan sowie

zu Strategien für internationale Teilnahme

und zur Partizipation der Zivilgesellschaft.

Evaluierungsphase und internationale

Promotion

2027: Das BIE prüft die Machbarkeit der

Bewerbung: Finanzierungspläne, Infrastruktur,

städtebauliche Konzepte und

die globale Relevanz des Themas. Eine

Evaluierungskommission prüft Berlins

Pläne vor Ort und spricht mit lokalen

Stakeholdern. Anschließend beginnt

die Überzeugungsarbeit auf internationaler

Ebene mit Präsentationen,

Veranstaltungen und gezielter

Öffentlichkeitsarbeit.

Vergabeentscheidung durch

das BIE

2028: Die finale Entscheidung fällt durch

die Abstimmung der BIE-Mitgliedsstaaten.

Ein erfolgreiches Votum wäre der Startschuss

für die konkrete Umsetzung der

Vision einer EXPO 2035 in Berlin.

Planungs- und Aufbauphase

2029–2035: Nach der erfolgreichen

Vergabe startet die Planungs- und Umsetzungsphase

mit der Realisierung des

Masterplans. Internationale Partner:innen

werden eingeladen und die Infrastruktur

für Millionen von Besucher:innen geschaffen.

EIN KONZEPT FÜR DIE

GANZE STADT

Während Weltausstellungen in der Vergangenheit

oft nur auf ein Hauptgelände

fokussiert waren, will sich 2035 ganz

Berlin als Weltausstellung präsentieren:

Neben einem Gelände, das nach der EX-

PO als nachhaltiges Stadtquartier genutzt

wird, sollen durch Projekte aus der Bevölkerung

die 17 Global Goals der UN-Charta

in der ganzen Stadt erreicht und Berlin so

zum weltweiten Vorbild der Nachhaltigkeit

werden. „Gemeinsam mit unserem

erfahrenen Team arbeiten wir an dieser

Vision – einem zukunftsweisenden Transformationsprozess,

der die gesamte Stadt

einbezieht. Ein zentrales Ziel ist es, gesundes

Leben in nachhaltigen Städten zu fördern

und Berlin zu einer Impulsgeberin für

urbane Entwicklungen und Innovationen

zu machen. Die EXPO 2035 in Berlin wäre

der Auftakt zu einer neuen Ära urbanen

Zusammenlebens”, so Wehmeyer.

2028 2035

UMSETZUNG EXPO 2035 BERLIN NACHNUTZUNG

Transformation des Geländes und

Umsetzung von Projekten in der

ganzen Stadt

Die Welt als Team in Berlin

Arbeitsplätze, Wohnungen,

Büro- und Gewerbeflächen


Tourismus als

grüner Hebel


NACHHALTIGE METROPOLE

26 | 27

Berlin wirkt als Hauptstadt der

Kultur und Kreativität wie ein

Magnet auf Menschen aus aller

Welt. Doch wer bei Tourismus

nur an Nachteile für die Umwelt

denkt, übersieht etwas. Schon

jetzt gehört Berlin zu den nachhaltigsten

Metropolen weltweit.

Und viele Gäste sind eine echte

Chance für die Stadt

Konzepte wie

die 15-Minuten-Stadt

ermöglichen

es,

Kieze fußläufig

oder mit dem

Fahrrad zu erkunden.

Berlin zählt bereits zu den nachhaltigsten

Metropolen weltweit. Von 100 globalen

Reisezielen sichert sich Berlin im Global

Destination Sustainability Index in der

Kategorie „Metropolen mit über 1,5 Millionen

Einwohner:innen“ Platz fünf. Vor

der Hauptstadt platziert sind nur Singapur,

Paris, Melbourne und Sydney. Dieses

gute Ranking sei das Ergebnis jahrelanger,

kontinuierlicher Arbeit, sagt Sabine

Wendt, Geschäftsführerin von visitBerlin.

Vor allem in der Tourismuswirtschaft

ist Berlin bereits nachhaltig aufgestellt.

Laut Wendt sind von 273 Hotels ab 75

Zimmern 189 nachhaltig zertifiziert, das

wiederum entspricht circa 70 Prozent

der größeren Hotels (Stand: Mai 2025).

Durch Nachhaltigkeitszertifizierungen,

regionale Lieferketten und einen ressourcenschonenden

Betrieb ließen sich

nachhaltige Standards gezielt etablieren,

so Wendt.


Berlin ist eine Touristenstadt – und nutzt ihre Reichweite für nachhaltige Impulse.

TOURISMUS ALS LOKALE

STÄRKUNG

Knapp 13 Millionen Menschen reisten

2024 in die Hauptstadt, damit zählt Berlin

zu den meistbesuchten Städten Europas.

Und die Besucherzahl wächst jährlich.

Der Tourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig

für Berlin. Gut zehn Prozent

der Berliner:innen sind in dem Sektor

tätig. Natürlich bedeutet der Tourismus

auch eine Umweltbelastung für Berlin,

vor allem im Bereich Verkehr und Abfallproduktion.

Aber um Berlins nachhaltiges

Profil auszubauen, liefert insbesondere

der Tourismus vielversprechende Perspektiven.

„Als international erfolgreiche

Tourismusmetropole nimmt Berlin eine

starke Vorbildfunktion ein”, sagt Sabine

Wendt von visitBerlin. „Der große Zuspruch

aus aller Welt bietet die Chance,

viele Menschen für nachhaltiges Reisen

zu sensibilisieren und nachhaltiges Verhalten

zu fördern.”

visitBerlin begleitet mit dem

Zertifizierungsprogramm Sustainable

Berlin touristische Unternehmen, Freizeitangebote,

Hotels, Locations und

Agenturen auf ihrem Weg zu mehr

Nachhaltigkeit. Die App Going Local

unterstützt Berlin-Besucher:innen dabei,

die Stadt außerhalb touristischer

Pfade kennenzulernen und stärkt die

lokale Wirtschaft. Und Konzepte wie

die 15-Minuten-Stadt fördern das allgemeine

Bewusstsein für eine lokale

Gemeinschaft und eine nachhaltige

Lebensweise, indem Kieze und Stadtteile

fußläufig oder mit dem Fahrrad erkundet

werden können.

GANZHEITLICH DENKEN

Um noch mehr Nachhaltigkeit und Klimaresilienz

zu erreichen, orientiere sich

Berlin auch an anderen europäischen

Städten, sagt Sabine Wendt von visitBerlin.

Nordische Metropolen wie Kopenhagen,

seien eine Inspiration dafür, wie

Nachhaltigkeit ganzheitlich gedacht und

umgesetzt werden kann. Zudem stellen

laut Wendt die 17 SDGs der Vereinten Nationen

einen Handlungsrahmen für Berlin

in puncto Nachhaltigkeit dar. „Sie leiten

uns bei der Entwicklung klimafreundlicher

Angebote, bei der Förderung verantwortungsvollen

Reisens und beim

Aufbau zukunftsfähiger Strukturen in der

Berliner Visitor Economy.”

DIE EXPO ALS

NACHHALTIGER ANTRIEB

Mit Blick auf eine mögliche EXPO 2035

in Berlin ist auch die Förderung von

nachhaltigen Kongressen, Messen und

anderen Großveranstaltungen für Berlin

ein zentrales Projekt. Gemäß offizieller

Zahlen von visitBerlin kamen im Jahr

2023 etwa 40 Prozent der Touristen nach

Berlin, um an Großveranstaltungen teilzunehmen.

Eine EXPO in Berlin kann also

als nachhaltiger Katalysator fungieren

anstatt Berlins Infrastruktur und Klima zu

belasten.

„Veranstaltungen dieser Größenordnung

sind grundsätzlich eine Chance,

um globale Aufmerksamkeit auf unsere

Nachhaltigkeitsziele und auf Berlin als

Innovationsstandort zu lenken”, sagt Sabine

Wendt. „Die EXPO 2035 sollte echte

Mehrwerte schaffen. Etwa im Bereich

Klimaanpassung, die langfristig den Berliner:innen

zugutekommen.”


„Großevents

wie die EXPO

sind eine

Chance,

um globale

Aufmerksamkeit

zu

bekommen.“

SABINE WENDT, VISIT BERLIN

KLIMA-ROADMAP KOMMT

Berlins Tourismusentwicklung als Chance

sehen? Klingt erstmal irgendwie widersprüchlich,

mit Blick auf eine nachhaltige

Zukunft und eine EXPO 2035 in

Berlin. Doch die positive Beeinflussung

der Auswirkungen des Klimawandels

ist ein wichtiges Element des ganzheitlichen

nachhaltigen Wandels. Und Berlin

tut derzeit noch mehr, um sich klimabewusst

und nachhaltig zu positionieren.

Bis Ende 2025 soll die sogenannte Klima-Roadmap

für den Berlin-Tourismus

stehen. visitBerlin und die Veranstaltungs-

und Tourismus-Branche arbeiten

geschlossen an den Leitlinien der Klima-Roadmap

und werden dabei vom

Berliner Senat gefördert. Nachhaltig bis

2035, klimaneutral bis 2045 – im Zentrum

der Überlegungen steht eine wichtige

Frage: Wie kann sich die Berliner Tourismusbranche

an dem Ziel beteiligen,

Berlin bis 2045 klimaneutral zu machen?

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Von der An- und Abreise über die

Unterkunft und Aktivitäten vor Ort: Tourismusunternehmen

haben die Chance,

den Klimawandel entscheidend zu mildern,

denn sie bieten eine große Reichweite

und entsprechende Innovationskraft.

Für die Klima-Roadmap wird Berlin

als Touristenstadt analysiert, und alle

Möglichkeiten zur klimafreundlicheren

Ausrichtung werden eruiert. Involviert

in das Projekt sind neben visitBerlin die

BTE Tourismus- und Regionalberatung,

das Zentrum für nachhaltigen Tourismus

(ZENAT) sowie der Klimawandel- und

Tourismusexperte Professor Dr. Stefan

Gössling. Mit der Roadmap nimmt Berlin

eine Pionierstellung unter den deutschen

Großstädten ein. Der Fahrplan ist klar, Sabine

Wendt von visitBerlin optimistisch.

„Wir brauchen zukunftsfähige Ansätze für

Mobilität. Kleinere Betriebe benötigen zudem

oft gezielte Unterstützung, da ihnen

Ressourcen für eigene Klimastrategien

fehlen. Potenziale bietet Berlin überall.”


Gemeinsam

zur EXPO

Global Goals für Berlin e.V. will

die Stadt bis 2035 fit für die

Zukunft machen. Ein Update

Womit beschäftigt

sich Global

Goals für Berlin e.

V. gerade?

Wir sind auf unterschiedlichen

Ebenen sehr aktiv. Im Mai sind

wir der „Umsetzungsallianz

Nachhaltiges Berlin” der Senatsverwaltung

für Mobilität, Verkehr,

Klimaschutz und Umwelt

(SenMVKU) beigetreten. Dieses

Bündnis besteht aus mehr als 50

Stakeholderinnen und Stakeholdern

der Berliner Stadtgesellschaft

aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft,

Wissenschaft, Politik

und Verwaltung. Wir freuen uns

riesig, ab sofort mit viel Tatendrang

und guten Impulsen Teil

dieses starken Netzwerks zu

sein!

Ein weiterer Meilenstein ist die

Eröffnung des EXPO 2035 Berlin

Office im Ludwig Erhard Haus

der IHK. An diesem zentralen

Ort arbeiten die Teams von

Global Goals für Berlin und

EXPO 2035 gemeinsam an den

nächsten Meilensteinen einer

möglichen EXPO Bewerbung.

Gibt es spannende

neue Partner?

Unser Netzwerk erweitert sich

ständig – durch neue Mitglieder

im Verein oder durch Gesichter

und Projekte, die wir

auf unserer Website sichtbar

machen. Tolle neue Partner sind

zum Beispiel das Berlin Event

Network e.V. (BEN), die BIO

COMPANY oder nebenan.de.

Wie kann man

im Verein

mitmachen?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten,

bei Global Goals für

Berlin aktiv zu werden: Als Einzel-

oder Firmenmitglied kann

man unsere gemeinnützige

Arbeit unterstützen. Mit einem

Statement und eigenem Bild

kann man Gesicht werden, und

innovative Projekte finden auf

unserer SDG-Map Sichtbarkeit.

In den kommenden Monaten

werden wir alle Akteur:innen

weiter vernetzen.

Call to Action!

Der Verein sucht weiter engagierte

Unterstützer:innen.

Einfach QR-Code scannen

und mehr erfahren! Global Goals für Berlin e. V.

Osloer Straße 115, Wedding,

13359 Berlin

Tel. 030/85 99 46 143

E-Mail:

info@globalgoalsberlin.de

globalgoalsberlin.de

Impressum

Herausgeber: Global Goals für

Berlin e. V. Osloer Straße 115,

13359 Berlin, +49 30 85 99 46 143,

globalgoalsberlin.de

Vertreten durch: Daniel-Jan Girl

(Vorstand)

Produktion: Tip Berlin Media Group

GmbH, Müllerstraße 12, 13353 Berlin,

+49 030 23 32 69 600, tip-berlin.de

Geschäftsführung: Robert Rischke

Redaktion: Rosanna Tadic (Ltg.)

Autor:innen: Rosanna Tadic, Antonia

Marx, Daniela Plümecke, Dario Dill,

Christian Buchholz, Christine Brummer

Grafik: Tobias Meyer

Druck: Möller Pro Media® GmbH

Gedruckt auf Recycling 100% Altstoff

Hinweis: Der Verein Global Goals für

Berlin e. V. ist eingetragen als gemeinnütziger

Verein (nach § 60a Abs.

1 AO festgestellt, Voraussetzungen nach

§§ 51, 59, 60 und 61 AO erfüllt) beim

Amtsgericht Charlottenburg im

Vereinsregister unter VR 39989 B.

Bildnachweise

Cover: Mak Fotos S.3: Mak; S.4: Mak; S.6: Teach Tomorrow; S.8: Jana Vollmer; S.9: Mak;

S.10: Max Avdeev; S.11: hexafarms; S.12: IMAGO/Berlinfoto, Global Goals für Berlin e.V.;

S. 14–17: Jana Vollmer; S. 20: Jana Vollmer; S.21: Jana Vollmer, Sofia Pölöske;

S. 22: Global Goals für Berlin e.V.; S. 24: Graft; S.26: Visit Berlin/Dagmar Schwelle;

S. 28: Monique Wüstenhagen; S. 30: Global Goals für Berlin e.V.


Kinder groß

rausbringen.

Made by Alle.

Made for Uns.

Gemeinsam für 17 Nachhaltigkeitsziele.

QR-Code scannen und Gesicht zeigen

unter globalgoalsberlin.de


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