Festspielzeitung 2025
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Bayreuther
estspielzeitung
festspiele.inbayreuth.de
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Die Meistersinger von Nürnberg
Ein Werk für die große Bühne
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger mit Ehefrau Stefanie Hellbach, Bundeskanzler Friedrich Merz mit Ehefrau Charlotte und Ministerpräsident Dr. Markus Söder mit Ehefrau Karin Baumüller-Söder.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs folgte
der Spielplan der Festspiele nicht dem
Rhythmus, den wir heute kennen: Zwei
Jahre Aufführungen, dann ein Jahr Pause.
Gründe dafür waren, dass das Publikum
nach den Kriegsjahren noch nicht in alter
Stärke zurückkehrte, außderdem brauchte
es viel Zeit für Proben.
Nicht alle Werke gehörten damals zum festen
Programm. „Der fliegende Holländer“,
„Tannhäuser“ und „Lohengrin“ waren vielerorts
zu hören – allerdings meist mit kleinen
Chören und Orchestern. Der „Ring des
Nibelungen“ dagegen blieb eine Besonderheit
Bayreuths. Nur hier konnte das monumentale
Werk in wenigen Tagen komplett
aufgeführt werden. Beliebt beim Publikum
waren auch Einzeltitel wie „Die Walküre“
und die „Meistersinger“. Letztere verlangten
jedoch große Ensembles und starke Chöre –
eine Herausforderung für viele Bühnen und
deshalb meist nicht machbar. Besonders
anspruchsvoll galten „Tristan und Isolde“
sowie „Parsifal“, der erst seit 1913 außerhalb
Bayreuths gezeigt werden durfte.
Die Aufführungen waren lang, die Tenorpartien
extrem fordernd – Rollen wie Siegfried
oder Tristan konnte nicht jeder singen.
Deshalb wurden die großen Opern meist an
Sonn- und Feiertagen gespielt.
Und dennoch: Bayreuth blieb ein Ort
mit besonderem Glanz – mehr als nur
Musik – ein Erlebnis. Für viele Künstlerinnen
und Künstler war es eine Ehre, auch wenn
die Gagen gering waren. Claus Frankl
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Bayreuther
estspielzeitung
festspiele.inbayreuth.de 11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Festspiele stellen sich neu auf
Autonomes Kunstbudget und ein General Manager für Marketing:
Katharina Wagner im Gespräch
Mit Wolfram Weimer gibt es einen neuen
Kultusstaatsminister. Haben Sie ihn bereits
getroffen? Und teilt er die Vorstellung
seiner Vorgängerin, das Festspielhaus
für andere Werke zu öffnen – etwa
für Humperdincks Hänsel und Gretel?
Die Satzung gibt das klar vor.
Bei Ihrer Vertragsverlängerung im vergangenen
Jahr war es Ihnen wichtig, wirtschaftliche
Belange deutlicher von der
künstlerischen Leitung zu trennen. Jetzt
wurde eine General Manager-Position bestimmt?
Mit Dr. Matthias Rädel wurde ein hervorragender
Kandidat benannt, nunmehr finden
die Vertragsverhandlungen statt.
Wie bewerten Sie die beiden Positionen:
Künstlerische Leitung und General
Manager? Sind das Rollen auf Augenhöhe?
Ja, vor allem weil meinem Vorschlag folgend
dann die Kunst ein autonomes Budget hat,
für das ich die Verantwortung trage.
Stichwort Restkarten: Wie begegnen Sie
der wirtschaftlichen Realität, wenn der
Satz „Es sind noch Karten verfügbar“ zu
hören ist?
Kein schöner Satz, aber es wird mit dem
neuen General Manager alles darangesetzt,
dass die Festspiele zukünftig bereits
wieder frühzeitiger ausverkauft sind. In
Katharina Wagner, fokussiert künftig auf den künstlerischen Bereich.
Vertrieb und Marketing besteht akuter
Handlungsbedarf, der neue General Manager
hat hier eine sicherlich sehr herausfordernde
Aufgabe.
Kunst kostet Geld – und Regiekonzepte
manchmal noch mehr. Wie gehen Sie mit
überzogenen Vorstellungen von Regieteams
um?
Jedem Team ist vor Vertragsunterzeichnung
das Budget bekannt und dieses kann
natürlich nicht überschritten werden.
Bei der diesjährigen Meistersinger-Inszenierung:
Prallen da Wunsch und Wirklichkeit
aufeinander? Bleiben Sie im finanziellen
Rahmen?
Selbstverständlich, auch Herrn Davids und
seinem Team war das Budget bekannt.
Ihr Vater, Wolfgang Wagner, hat die Meistersinger
drei Mal inszeniert. Sie selbst
haben 2007 ebenfalls eine Version auf
die Bühne gebracht, zuletzt Barrie Kosky.
Jedem dieser Ansätze wurde eine klare
Handschrift zugeordnet: traditionell,
frivol, „tierisch”. Welches Adjektiv beschreibt
die aktuelle Produktion?
Augenzwinkernd.
Vielen Dank für das Gespräch – und eine
erfüllende Festspielzeit!
Interview: Gabriele Munzert
Hörl ganz anders
Ottmar Hörl, bekannt für seine großformatigen
Objektinstallationen, zeigt sich
zur Festspielsaison in Bayreuth von einer
überraschend anderen Seite: Als Maler. Im
Rahmen der Reihe „Regierung und Kunst“
rückt die weniger bekannte Facette seines
Werks in den Mittelpunkt. Die Ausstellung
„Rasenstücke“ präsentiert abstrakte, farbintensive
Malereien, die in ihrer Dynamik
und Struktur an die Natur erinnern – inspiriert
von Albrecht Dürers berühmtem
Aquarell „Großes Rasenstück“. Die Arbeiten
eröffnen einen neuen Blick auf Hörls
künstlerisches Schaffen und auf die Verbindung
von Natur. Regierungspräsident
Florian Luderschmid bezeichnet die Ausstellung
als „eine besondere Bereicherung
der Kunstlandschaft Oberfrankens“ und
würdigt Hörls langjähriges Engagement in
der Region.
Bis Donnerstag, 28. August: Regierung
von Oberfranken, Ludwigstraße 20.
Montag bis Donnerstag: 8 bis 16 Uhr,
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Förderer Wagners im Mittelpunkt
Ottmar Hörl zeigt neue Installation
König Ludwig II. ist zurück – als goldene
Miniatur. Bei den Bayreuther Festspielen
2025 steht er im Mittelpunkt der neuen
Kunstinstallation von Ottmar Hörl.
Titel: „Der Mäzen“. Im Zentrum: Ludwigs
Rolle als Förderer von Richard Wagner und
als Wegbereiter der Festspiele.
„Bayreuth gäbe es so nicht, wenn es Ludwig
II. nicht gegeben hätte“, sagt Hörl. „Er
war Wagners wichtigster Unterstützer.
Ohne ihn hätte Wagner das Festspielhaus
nicht bauen können. Nicht mal eine Baugenehmigung
hätte er bekommen.“
Ludwig II. hatte das Geld – und die Vision.
Er ermöglichte Wagner mit seiner finanziellen
Hilfe den Bau des Festspielhauses
in Bayreuth. 1876 fanden dort die ersten
Festspiele statt. „Wagner war nicht kreditwürdig.
Die Stadt hätte ihm niemals solche
Chancen eingeräumt. Ludwig hat vieles
erleichtert – auch den Verwaltungsaufwand“,
sagt Hörl. „Die
beiden haben es gemeinsam
geschafft. Und Bayreuth profitiert
bis heute von diesem
Erbe.“ Deshalb stellt Hörl die
beiden Figuren jetzt nebeneinander
auf – als goldenes
Duo. Wagner kennt man
schon vom Vorjahr: „Die Verneigung“
hieß die Installation
2024. Der Komponist steht
mit geneigtem Kopf, rechter
Hand auf dem Herzen und
linker Arm am Körper.
Der König erscheint – wie
Wagner – in Gold. „Einen
König kann man nur in
Gold zeigen.“ Und: „Er trägt
keine Uniform, sondern
tritt in privater Erscheinung
auf.“
Täglich wird die Installation
auf- und wieder abgebaut.
Damit will Hörl
Diebstähle verhindern. In
den vergangenen beiden
Jahren verschwanden zahlreiche
Figuren. „Der tägliche
Auf- und Abbau kostet zwar viel Geld“,
sagt der Künstler, „aber das muss einfach
sein.“
Wer eine der Figuren erwerben will, kann
das in Hörls Pop-up-Store in der Bayreuther
Innenstadt tun. Der Shop befindet sich in
der ehemaligen Buchhandlung Breuer &
Sohn am Luitpoldplatz.
Für Hörl ist klar: „Beide Figuren erzählen
gemeinsam die Geschichte von Bayreuth.
Ohne Ludwig hätte Wagner seine künstlerischen
Träume nicht verwirklichen können.
Der König war ein kreativer Mensch
– nur im falschen Haus geboren.“
IMPRESSUM
Herausgeber: Media Hub Bayreuth GmbH, Richard-Wagner-Straße 36, 95444 Bayreuth, Tel. 0921/1627280-40 www.inbayreuth.de. Gesamtverantwortlich:
Martin Munzert. Anzeigen: Alexander Süß, Thomas Hacker, Stefanie Hoffmann. Redaktion: Magdalena Aderhold, Gordian Beck, Jessica Mohr, Gabriele
Munzert. Fotos: Stefan Dörfler, Wolfgang Munzert, Privat. Vorlagen und Entwürfe verlagsrechtlich geschützt. Nachdruck, Vervielfältigung und elektronische
Speicherung nur mit Zustimmung des Verlags. Gültige Anzeigenpreisliste: 01/2025. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.
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festspiele.inbayreuth.de 11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Die Krönung meiner bisherigen Laufbahn
Thomas Eitler-de Lint formt erstmals den Festspielchor
Es wird ein neues Kapitel aufgeschlagen:
Thomas Eitler-de Lint übernahm die Leitung
des Festspielchores – ein Amt mit großer
Tradition und ebenso großen Erwartungen.
Er folgt auf Eberhard Friedrich, der
den Chor über zwei Jahrzehnte geprägt hat.
Zugleich stand der neue Chordirektor vor
einer strukturellen Neuausrichtung, die unter
dem Druck wachsender Kosten und im
Zeichen künstlerischer Erneuerung steht.
Im Interview spricht er über Verantwortung,
Klangideale – und die Chancen, die in
der Veränderung liegen.
Herr Eitler-de Lint, Sie übernahmen den Chor
in einer Zeit des Umbruchs. Was bedeutet
diese Aufgabe für Sie ganz persönlich?
Thomas Eitler-de Lint: Für mich ist das die
Krönung meiner bisherigen Laufbahn. Ich
beschäftige mich seit meiner Jugend mit
Richard Wagner. Schon mit 18 war ich in
Bayreuth – als Besucher, später als Assistent.
In Leipzig durfte ich 2022 den gesamten
„Wagner 22“-Zyklus betreuen. Wagner
begleitet mich mein ganzes Leben. Jetzt
den Festspielchor in Bayreuth zu leiten, ist
ein großes Geschenk – und eine Aufgabe,
die ich mit großem Respekt annehme.
Sie treten in große Fußstapfen – Ihre Vorgänger
prägten den Chor über Jahrzehnte.
Wie gehen Sie mit diesem Erbe um?
Ich habe eine sehr klare Vorstellung davon,
wie der Chor in Bayreuth klingen soll.
Dieser spezielle „Bayreuth-Klang“ hat mich
schon als Assistent geprägt. Ich möchte ihn
weiterentwickeln, aber auch erhalten. Für
mich bedeutet das: körperbetonte, tragfähige
Stimmen mit dunklem Timbre – ideal
für Wagners Musik. Motivation ist mir wichtig
– ich will inspirieren, mitreißen, ein positives
Vorbild sein.
Sie haben jede Stimme im Vorsingen einzeln
gehört. Worauf haben Sie besonders geach-
Mir sind drei Dinge wichtig: saubere Intonation,
wenig Vibrato und eine belastbare
Technik. Wagner verlangt viel – lange Partien,
große Orchester, hoher stimmlicher
Druck. Dazu kommt die Akustik des Festspielhauses.
Die Stimmen müssen tragfähig
sein, auch über einen ganzen Sommer
hinweg.
Der Chor ist künftig in Haupt- und
Sonderchor aufgeteilt. Was bedeutet das für
Ihre Arbeit?
Für mich macht das keinen Unterschied.
Alle Sängerinnen und Sänger werden gleich
behandelt und sollen das gleiche hohe
Niveau erreichen. Je nach Oper oder Szene
braucht es unterschiedlich viele Stimmen –
Thomas Eitler-de Lint ist ab dieser Festspielsaison neuer Chordirektor.
mal 24, mal über 130. Entscheidend ist immer:
Der Klang muss passen.
Im Vorfeld gab es Diskussionen um die
neue Struktur. Wie sehen Sie die Veränderungen?
Ich trage die Entscheidung voll mit. Es war
ein gemeinsamer Prozess mit Frau Wagner.
Viele Szenen brauchen gar keinen
riesigen Chor – bei den Blumenmädchen
etwa reichen 24 Stimmen. Aber wenn 134
gebraucht werden, sind sie da. Es geht darum,
flexibel zu bleiben und der Partitur
gerecht zu werden.
Lässt sich unter diesen Bedingungen der
„Bayreuth-Klang“ bewahren?
Absolut. Das ist möglich und es ist mein
Ziel.
Was macht Wagners Chormusik besonders
herausfordernd?
Man muss die deutsche Sprache sehr
gut aussprechen können – gerade Konsonanten
müssen in Bayreuth besonders
deutlich gesungen werden, wegen der
speziellen Akustik. Außerdem braucht
man eine ausgezeichnete Technik, um die
Belastung auszuhalten. Und man muss
sich klanglich einfügen können – der
Chor ist ein Kollektiv, keine Sammlung
von Solisten. Wir haben Sängerinnen und
Sänger aus allen Kontinenten – Chile,
Kanada, Finnland, Neuseeland, Südafrika,
Asien. Das ist wunderbar! Sie alle
bringen unterschiedliche Stärken mit, lernen
voneinander und ziehen gemeinsam
an einem Strang. Die Liebe zur Musik verbindet
uns.
Was unterscheidet Bayreuth von anderen
Opernhäusern?
Bayreuth ist ein Mythos. Jeder hier – vom
Techniker bis zum Dirigenten – arbeitet
mit größter Hingabe. Das spürt man im
ganzen Haus. Alle wollen das Beste. Diese
Atmosphäre habe ich so noch nirgends erlebt.
Auch der Chor bringt hier in wenigen
Tagen so viel auf die Bühne wie anderswo
in Monaten.
Haben Sie eine Wagner-Lieblingsoper
Emotional berühren mich „Parsifal“ und die
„Meistersinger“ am meisten. Die „Meistersinger“
begleiten mich seit langem – es war
die erste Oper, die ich in Bayreuth gesehen
habe, die erste, bei der ich hier assistierte,
und nun meine erste Produktion als
Chorleiter. Das ist etwas Besonderes für
mich.
Welche Oper ist für den Chor die größte
Herausforderung?
„Lohengrin“ in diesem Jahr ist sehr
anspruchsvoll, weil der Chor kaum
von der Bühne kommt. Noch mehr
wird es nächstes Jahr mit „Rienzi“.
Die „Meistersinger“ sind körperlich besonders
fordernd, wegen der szenischen
Anforderungen. Aber bei einem guten Regieteam
geht das Singen und Spielen Hand
in Hand.
Wie glauben Sie, wird das Bayreuther
Publikum Sie aufnehmen?
Das weiß ich nicht. Ich hoffe, offen und
neugierig – vielleicht auch mit Skepsis.
Aber wir wollen gute Arbeit machen – dann
überzeugt das hoffentlich auch die Kritiker.
Die Stimmung im Haus ist jedenfalls sehr
gut – eine wichtige Grundlage.
Interview: Gabriele Munzert
I S S E Y M I Y A K E
ISSEY MIYAKE
BAO BAO BY I.MIYAKE
JOSEPH
HELMUT LANG
KATHARINA HOVMAN
ULI SCHNEIDER
ROBERTO COLLINA
AVANT TOI
CITIZENS OF HUMANITY
Y-3 BY YOHJI YAMAMOTO
MONCLER
BAYREUTH | OPERNSTRASSE 4
HOF | LUDWIGSTRASSE 55
Bewährtes behüten – Neues wagen
Eva Christina Bär, Leiterin Kultur- und Wirtschaftsreferat der
Stadt Bayreuth, über die Kunst des Brückenbauens
Seit Januar 2025 leitet Eva Christina Bär das
neu geschaffene Kultur- und Wirtschaftsreferat
der Stadt Bayreuth. Zum ersten Mal
steht damit eine Frau an der Spitze des Kulturreferats
– und erstmals sind Kultur und
Wirtschaft in einem Ressort vereint. Im Gespräch
erklärt die 48-Jährige, warum Kultur
für sie mehr ist als ein „weicher Standortfaktor“.
Wie begegnen Sie der Sorge, dass Kultur zunehmend
nur noch unter wirtschaftlichen
Gesichtspunkten betrachtet wird?
Ich verstehe die Sorge, teile sie aus Sicht
der Stadt Bayreuth aber nicht. Wir geben
jährlich rund 3,2 Millionen Euro an Fördergeldern
für Kultur aus, sowohl institutionell
als auch projektbezogen. Das ist für eine
mittelgroße Stadt wie Bayreuth beachtlich.
Dabei gibt es auch keine wirtschaftlichen
Vorgaben für die Empfänger. Kultur und
Wirtschaftlichkeit widersprechen sich für
mich auch nicht. Auch Kulturschaffende
arbeiten nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten
und müssen rechnen: Gagen,
Zuschauerzahlen, Betriebskosten – das
gehört dazu.
Sie beschreiben Ihre Vision für Bayreuth mit
dem Satz „Alles bleibt anders!“ — was genau
meinen Sie damit?
Für mich bedeutet das: Bewährtes soll bleiben,
Strukturen sollen respektiert werden,
aber wir müssen auch den Mut haben,
Neues zu wagen und Dinge zu hinterfragen.
Nach sieben Monaten möchte ich mir aber
noch kein abschließendes Urteil erlauben.
Ich entdecke gerade erst den Kultursommer,
das Bürgerfest, die Festspiele – vieles
sehe ich zum ersten Mal. Wichtig ist mir, im
Austausch mit Akteurinnen und Akteuren,
mit Verwaltung und Politik herauszufinden,
wo man noch besser werden kann.
Mit Blick auf das 150-jährige Jubiläum der
Bayreuther Festspiele im kommenden Jahr.
Können Sie konkret sagen, wie Sie das Festspielhaus
für die nächsten Jahre attraktiver
machen wollen, ohne die Wurzeln der Festspiele
anzutasten?
Der neue General Manager Matthias
Rädel und die Künstlerische Leiterin Katharina
Wagner haben diesbezüglich gute
und zukunftsweisende Ansätze. Zudem
investieren Bund und Land in die Sanierung.
Unsere Aufgabe als Stadt sehe ich darin,
die Stadtgesellschaft stärker mit dem
Festspielhaus zu verbinden. Dazu gehören
Infrastruktur und Service: Wie komme ich
nach der Vorstellung nach Hause? Gibt es
genug Hotels, Gastronomie, vielleicht sogar
einen Friseur vor Ort? Auch das gehört zum
Bayreuther
Eva Christina Bär ist die neue Kulturreferentin der Stadt Bayreuth.
Gesamterlebnis. Wir möchten die Menschen
einbeziehen, ihre Wünsche hören
und in einen Beteiligungsprozess einsteigen.
Dafür gab es im Mai eine Auftaktveranstaltung,
weitere Formate sind geplant.
Das Budget für Kultur und Wirtschaft ist
oftmals abhängig vor allem von freiwilligen
Zuschüssen. Wo sehen Sie Spielräume für
Investitionen? Und was wären die ersten
Projekte, die Sie kürzen müssten, wenn der
Haushalt schrumpft?
Momentan sind wir zum Glück nicht in
dieser Lage. Sollte sich das ändern – etwa
durch den Wegfall eines großen Gewerbesteuerzahlers,
müssten wir unsere finanziellen
Gestaltungsspielräume überprüfen
und neu aufstellen. Etabliertes zu bewahren
und trotzdem Spielraum für Neues zu
schaffen, bleibt die Herausforderung. Dazu
gehört, weiter ganesha-bayreuth.de
Fördermittel einzuwerben,
auch über Drittmittel und mit moderaten
Gebührenerhöhungen. Hoffnung setze
ich auf eine mögliche Einführung der
Übernachtungssteuer, die uns finanzielle
Spielräume eröffnen könnte. Außerdem
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festspiele.inbayreuth.de 11. Jahrgang | 25. Juli 2025
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sind Sponsoren wie die Sparda-Bank, die
Sparkasse und ihre Kulturstiftung unverzichtbar.
Ohne solche Unterstützung wäre
vieles nicht möglich.
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In Ihrer Biografie findet sich ein breites
Spektrum von Textildesign, über Qualitätsmanagement,
bis hin zu Theaterleitung.
Was hat Sie besonders geprägt für Ihre
jetzige Aufgabe?
Vor allem meine sechs Jahre als ehrenamtliches
Mitglied des Nürnberger Stadtrats.
In dieser Zeit habe ich viel über das Zusammenspiel
von Politik, Verwaltung und
Bürgerinnen und Bürgern gelernt – und
auch über mich selbst. Ich habe großen
Respekt vor politischem Engagement,
weil man das neben Beruf und Familie
stemmen muss. Diese Erfahrung hilft mir
heute dabei, Brücken zu bauen zwischen
den verschiedenen Akteuren, damit wir
alle gemeinsam die Stadt lebenswerter
machen.
Sie haben in Rothenburg, Nürnberg,
Erlangen gearbeitet — alles Städte mit
eigenen Kulturprofilen. Wo sehen Sie
die größte kulturelle Stärke Bayreuths, und
was könnte sich die Stadt von den anderen
Orten abschauen?
Mich begeistert in Bayreuth die Vielfalt:
historische Gebäude neben Urban Art,
Studierende neben alteingesessenen Bürgerinnen
und Bürgern. Oft denkt man nur
an Wagner, aber hier gibt es viel mehr an
Kultur - spartenübergreifend. Besonders
ist auch das gute Miteinander der Kulturakteure.
Viele sind in mehreren Vereinen
engagiert und unterstützen sich gegenseitig.
Diese Zusammenarbeit und dieses Flair
habe ich so noch nicht erlebt. Das ist ein
echtes Privileg und etwas, wovon andere
Städte lernen könnten.
Interview: Gabriele Munzert
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MdB Dorothee Bär und Ehemann Dr. Oliver Bär Martin Rassau und Volker Heißmann MdL Franc Dierl mit Ehefrau Barbara
Innenminister Joachim Herrmann mit Ehefrau Gerswid Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit Jagdkönigin Diana Merkle Ministerpräsident Dr. Markus Söder mit Ehefrau Karin Baumüller-Söder
„Bayreuth lebt von seiner Universität –
und die Universität von Bayreuth“
5JAHRE
Als die Universität Bayreuth 1975 gegründet
wurde, war das ein mutiger Schritt mit
großer Vision: interdisziplinär, international,
regional verwurzelt. Heute – 50 Jahre
später – ist sie ein Aushängeschild Oberfrankens
mit rund 12.000 Studierenden
und enger Verbindung zur Stadt.
Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan
Leible betont den regionalen Impuls: „Die
Universität wurde mit dem Anspruch gegründet,
eine Universität mit neuen Ansätzen
zu werden – interdisziplinär, überschaubar,
zukunftsgewandt. Das hat viele
Menschen und Ideen angezogen.“ Besonders
stolz sei er darauf, wie stark Forschung,
Lehre und Transfer heute aufeinander
abgestimmt seien – „das ist der Bayreuther
Dreiklang“.
Die Universität bleibt ein starker Innovationstreiber.
Mit Einrichtungen wie dem
Zentrum für Digitalisierung, dem Exzellenzcluster
Africa Multiple, den vielen
KI-Forschungsprojekten oder dem geplanten
Gemeinschaftsprojekt Institut für
Entrepreneurship und Innovation sowie
Regionales Innovations- und Gründerzentrum
auf dem Unicampus, werde Bayreuth
national wie international sichtbar.
Gemeinsam gestalten Stadt und Universität
nicht nur Infrastruktur und Lebensqualität,
sondern machen Bayreuth auch
Wo Wissenschaft auf Mut
und Innovation trifft.
zu einem Ort für Innovation, Wissenschaft
und Begegnung. Und natürlich wird das Jubiläum
gebührend gefeiert – nicht nur auf
dem Campus, sondern mitten in der Stadt.
Der offizielle Festakt am 20. Oktober findet
im UNESCO-Weltkulturerbe Markgräfliches
Opernhaus statt. Am 06. November
werden von Stadt und Uni 50 Bäume für
50 Jahre Uni gepflanzt. Am 29. November
wird mit einem Jubiläumsball noch
ein weiteres Highlight anstehen. Wenn
Bayreuth feiert, dann richtig – und am
liebsten gemeinsam!
www.uni-bayreuth.de
www.uni-bayreuth.de/50jahre
Oberbürgermeister Thomas Ebersberger
bringt es auf den Punkt: „Die Universität
ist ein enormer Glücksfall für Bayreuth.“
Für die kommenden Jahrzehnte haben
beide Gesprächspartner eine klare Vision:
„Wir wollen gemeinsam dafür sorgen,
dass Bayreuth eine Stadt bleibt, die jung
denkt, Forschung lebt und offen ist für
Neues“, so Thomas Ebersberger. Dr. Stefan
Leible betont: „Stadt und Uni sind zwei Seiten
einer Medaille – nur gemeinsam sind
wir stark.“
Der Campus der Universität Bayreuth hat sich im Laufe der Jahrzehnte stetig weiterentwickelt.
Heute überzeugt er durch kurze Wege, eine ausgezeichnete Infrastruktur sowie ein ansprechendes
Umfeld. Zahlreiche Grünflächen und Kunstwerke im öffentlichen Raum, schaffen eine besondere
Atmosphäre und tragen wesentlich zur hohen Aufenthaltsqualität bei.
festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Es ist ein Interview quasi auf der Zielgeraden.
Denn für Matthias Davids, den Regisseur
der neuen „Meistersinger“-Produktion
der Bayreuther Festspiele, stehen gerade
noch zwei Proben an, Haupt- und Generalprobe.
Und damit kaum noch Möglichkeiten
für Korrekturen. Davids sieht das gelassen,
man sei ja eigentlich nie fertig, meint
er und lacht. Da spricht ein erfahrener
Musiktheatermann und Pragmatiker, hat
man den Eindruck.
Ihre Arbeit in Bayreuth ist fast getan. Ihre
„Meistersinger“ stehen kurz vor der Premiere.
Wie sind Sie denn mit der Probenzeit hier
zurechtgekommen? Die ist ja eher knapp
bemessen?
Ja, das ist wirklich sportlich. Ich glaube, man
schafft es nur, wenn man wirklich gut vorbereitet
ist. Was allerdings auch bedeutet,
dass man eigentlich kaum Zeit für Experimente
hat, also nur wenig ausprobieren
kann. Auf der anderen Seite – und das ist
der Vorteil – heißt das aber auch, dass hier
mit Probentag 1 die Sänger perfekt studiert
starten, man verliert hier also keine Zeit
mit Rollenstudium. Das kommt vielleicht
später, wenn es darum geht, die schauspielerische
Arbeit in die Gesangspartie
zu integrieren. Ansonsten muss man hier
schnell sein. Klare, kurze und vor allem präzise
Anweisungen, wenig Nebensätze. Aber
die Sängerinnen und Sänger hier bewegen
sich auf sehr hohem Niveau und sind das
gewohnt.
Im Landestheater Linz tragen Sie die Verantwortung
für die Sparte Musical. Wenn Sie
Ihre Arbeit in Linz mit der Arbeit hier vergleichen,
was ist hier anders?
Von der Herangehensweise, also dem Probenprozess
her, gibt es da eigentlich keine
Unterschiede. Was hier anders ist, ist diese
Spezialisierung auf Wagner, den hört
man hier überall. Das hat so etwas von
„Ich will unterhalten. Natürlich.“
Gespräch mit Regisseur Matthias Davids
Matthias Davids, der Regisseur der neuen
„Meistersinger“-Produktion der Bayreuther
Festspiele. Foto: Hermann Wakolbinger
Campusfeeling, was ich ganz schön finde.
Das ist wie ein Meet and Greet der besten
Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen
und Musiker im deutschsprachigen Raum.
Anders ist natürlich auch, dass wir in Linz
ein Fünf-Sparten-Haus haben mit rund 40
Produktionen im Jahr – das kommt schon
einer Theaterfabrik nahe. Und das ist hier
natürlich anders.
Sind sie hier mit einem im Detail ausgearbeiteten
Konzept angetreten?
Ja. Muss ja. Das Konzept muss abgesprochen,
muss präsentiert, muss abgenommen
werden. Wobei es schon so ist, dass
man in den Proben noch neue Dinge entdeckt,
zumal man dann die Charaktere der
Sängerinnen und Sänger vor sich hat. Und
die kannte ich ja nur teilweise. Weshalb ich
natürlich bereit war, Figuren zu revidieren,
zu verändern, etwa weil jemand mehr
Komik mitbringt, als ich zunächst dachte.
Also, da muss man, Konzept hin oder her,
auch flexibel sein.
Stichwort Komik: Wie stehen Sie denn zum
Begriff „Unterhaltung“ in Bezug auf Ihre
Inszenierung?
Ich will unterhalten. Natürlich. Und das
wollte ja auch Wagner – ein Lustspiel
schreiben und endlich Geld verdienen. Und
er hat ja auch viel Energie investiert, „drollige
Figuren“, wie er sie nannte, zu entwerfen.
Wie er im Übrigen auch der Meinung
war, dass diese Oper überall und leicht zu
inszenieren sei. Nun kann man sich natürlich
streiten, ob man einen vier Stunden
langen Witz erzählen kann, aber zu einer
guten Komödie gehören auch ernste, melancholische
oder dramatische Momente,
sonst funktioniert die Komik nicht. Das
findet man hier. Leichtigkeit ist im Zusammenhang
mit den Meistersingern für mich
ein wichtiger Begriff. Und der ist hier auch
gut zu greifen. Etwa im zweiten Akt, wenn
Eva und Walther durch die Gasse fliehen
wollen und sich ihnen quasi überall jemand
in den Weg stellt. Das ist pure Komödie,
und die macht Spaß.
Das klingt jetzt fast so, als hätten Sie Blut
geleckt. Haben Sie eigentlich jemals daran
gedacht, Wagner zu inszenieren?
Sie werden lachen – ja. Den fliegenden Holländer.
Den fand ich spannend für mich.
Und als Musiker – ich habe als Hornist angefangen
– bin ich natürlich mit dem Komponisten
Wagner in Berührung gekommen.
Aber Wagner inszenieren? – Ich habe
mir immer gesagt, kein Stück länger als drei
Stunden und die Vorstellung, hier in den
Endproben über sechs Stunden lang – mit
Pausen – sitzen zu müssen, war für mich
zunächst undenkbar. Aber das muss ich
jetzt revidieren. Diese Stunden kommen
mir gar nicht mehr lang vor. Was natürlich
auch an den fantastischen Sängerinnen
und Sängern liegt, die zugleich wundervoll
schauspielern. Das ist wirklich eine Freude.
Das hat man nicht immer.
Ihr Fokus liegt also auf dem Spiel?
Ja, das kann man so sagen. Natürlich sollen
die Sängerinnen und Sänger auch strahlen
und ich weiß, dass manchen Menschen vor
allem wichtig ist, dass die Regie die Musik
nicht stört. Aber mir geht es darum, dass
man die Geschichte an sich versteht, die
Beweggründe der einzelnen Figuren, ihre
Befindlichkeiten. Und das auch dann, wenn
vielleicht nicht jedes Wort im Gesang zu
verstehen ist. Die Sängerinnen und Sänger
sollen sich auf der Bühne heutig bewegen,
sie sollen wie ganz normale Menschen
agieren. Also keine Klapparme, keine sinnentleerten
Gesten. Das Publikum soll sich
mit diesen Figuren, diesen Charakteren
identifizieren können. Deshalb habe diese
Geschichte auch in ein abstraktes Heute
verlegt.
Was nehmen Sie denn aus ihrer Arbeit im
Festspielhaus Bayreuth mit nach Hause?
Nun, ich nehme für mich mit, ein bisschen
mehr über dieses Hochleistungssingen,
was bei Wagner gefordert ist, gelernt zu
haben. Und wie man damit arbeitet und
was man von Sängerinnen und Sängern
einfordern kann, die solch schwere Partien
singen wie etwa die des Hans Sachs. Wenn
der am Ende noch sein „Habt acht“ singt,
dann ist der fertig, am Ende. Davor habe
ich höchsten Respekt. Und trotzdem muss
ich als Regisseur verlangen, dass er auf der
Bühne agiert. Weil wir hier eine Geschichte
erzählen, und die braucht den ganzen Körper
und nicht nur die Stimme. Was schwierig
ist, weil die Sängerinnen und Sänger
hier unglaubliche Strecken bewältigen
müssen und wir zugleich ein ganz anderes
Tempogefühl als zu Wagners Zeiten haben.
Wir langweilen uns heute viel schneller,
die Geschichte braucht daher ein anderes
Erzähltempo, damit wir uns darauf
einlassen.
Interview: Gordian Beck
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11. Jahrgang | 25. Juli 2025
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Das Bayreuth Magazin wächst von Jahr zu Jahr
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Nr. 19 | 2025/2026
Frischluftoasen
Bayreuths lebendiger Süden
blüht auf
Jetzt neu
164
Seiten
Foto: © Mikhail Butovskiy
V.r.: Jörg Lichtenegger, Herausgeber des Bayreuth Magazins und CEO
der Kommunikationsagentur GMK Marke. Design. Digital., OB Thomas
Ebersberger, Gert-Dieter Meier, Chefredakteur des Bayreuth Magazins,
Martina Hacker verantwortlich bei GMK für das Editorial Design und
Daniel Sutter verantwortlich für die Vermarktung.
Das neue Bayreuth Magazin erscheint am
25. Juli – rechtzeitig zum Auftakt der Festspiele.
Mit 164 Seiten ist es so umfangreich
wie nie zuvor. In den vergangenen Jahren
wuchs der Inhalt kontinuierlich: von 120
auf 148 und nun auf 164 Seiten. Die Stadt,
die sich im Sommer zur „Weltstadt auf Zeit“
wandelt, bietet viele Themen. Im Mittelpunkt
stehen wie gewohnt die Bayreuther
Festspiele. Eröffnet werden sie in diesem
Jahr mit „Die Meistersinger von Nürnberg“,
inszeniert von Matthias Davids. Im Magazin
kommen er und Bühnenbildner Andrew D.
Edwards ausführlich zu Wort. Auch ein Interview
mit Festspielleiterin Katharina Wagner
ist enthalten. Weitere Beiträge befassen sich
mit dem neuen Chorleiter Thomas Eitler-De
Lint, mit spannenden Zahlen und Fakten zu
Richard Wagner sowie mit dem umfangreichen
Festspielprogramm. Ein weiteres zentrales
Thema: 50 Jahre Universität Bayreuth.
In Interviews schildern Oberbürgermeister
Thomas Ebersberger und Uni-Präsident
Prof. Dr. Stefan Leible die Entwicklung der
Hochschule seit ihrer Gründung 1975. Vorgestellt
wird auch das neue Forschungszentrum
für Gesellschaft, Technik und Ökologie.
Das Magazin beleuchtet zudem das
Jean-Paul-Jubiläum zum 200. Todestag des
Dichters. Einen Ausblick gibt es auch auf das
150-jährige Jubiläum der Festspiele im kommenden
Jahr. Der Blick geht weiter in die
Bayreuther Kulturlandschaft: mit dem Festival
Bayreuth Baroque, dem Seebühnenfestival,
Bayreuth Summertime und weiteren
Kulturereignissen. Ein ausführlicher Teil ist
der Wirtschaft in Bayreuth gewidmet. Gezeigt
werden verschiedene Unternehmen
und das Projekt „Bayreuths lebendiger Süden“.
Dazu zählen der neue Bürgerhain,
die rekultivierten Weiher im Studentenwald
und der entstehende Landschaftspark Tappertaue.
Auch der Neubau des Stadtarchivs
an der Bernecker Straße wird thematisiert.
Seit 2019 erscheint das Magazin unter der
Leitung von Jörg Lichtenegger (GMK Marke.
Design. Digital.) in Zusammenarbeit
mit der Stadt Bayreuth. 2020 wurde es mit
dem German Design Award ausgezeichnet.
Jetzt kostenlos erhältlich
Das Magazin liegt kostenlos an vielen Orten
aus: Im Neuen Rathaus, im Rathaus II, im
Verwaltungsgebäude
Wilhelm-Pitz-Straße,
bei der Tourist-Information,
im Cineplex,
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der IHK und der Handwerkskammer
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Festspielzeit über die
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aktuellen Einblicken
und spannenden Themen.
festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
„Ein Traum, den ich nie zu träumen wagte“
Gespräch mit der Mezzosopranistin Alexandra Ionis
Wagner ist ihr Stern derzeit. Für Wagner
brennt sie: Alexandra Ionis. In Bayreuth ist
die in Berlin lebende Mezzosopranistin im
zweiten Jahr im „Ring des Nibelungen“ zu
erleben; als Siegrune in der „Walküre“, als
zweite Norn in der „Götterdämmerung“.
Und darüber hinaus auch als Venus in der
Kinderoper.
Der „Ring“ geht ja nun schon in sein drittes
Jahr, Sie sind als Siegrune beziehungsweise
Norn im zweiten Jahr mit dabei. Hat sich
etwas in der Inszenierung für Sie geändert?
Bayreuth hat ja ein Werkstattkonzept. Da
wird natürlich weitergearbeitet. Für mich
persönlich bleibt es, glaube ich, bei dem,
was ich bereits im letzten Jahr kennenlernen
durfte. Trotzdem, die Zeit hier ist gut
gefüllt mit szenischen und musikalischen
Proben.
Der „Ring“ wird in diesem Jahr „nur“ zweimal
gegeben, bleiben Sie die Festspielzeit
über in Bayreuth?
Tatsächlich ja. Mit einer ganz kurzen Unterbrechung,
da bin ich zuhause, in Berlin.
Sie wohnen in Berlin, sind aber festes
Ensemble-Mitglied am Theater Bielefeld.
Ja. Ich bin viel unterwegs. Tatsächlich habe
ich zwei Basis-Stationen. Berlin und Bielefeld.
Gefühlt vielleicht sogar drei – mit Bayreuth.
Darf man das sagen?
Warum nicht? Sie sind ja nun schon das
zweite Jahr hier in Bayreuth in diesem Haus.
Ein Haus mit einer ganz eigenen Atmosphäre.
Einer magischen Atmosphäre.
Wie haben Sie das damals erlebt, als Sie
zum ersten Mal hier auf der Bühne standen?
Ich war überwältigt, ich habe geweint. Das
waren Tränen des Glücks, pures Glück,
aber auch der Demut, hier auf dieser magischen,
dieser für mich fast schon heiligen
Bühne stehen zu dürfen. 2018 war ich hier
zum ersten Mal, als Stipendiatin und durfte
mir Aufführungen anschauen; ich habe
Wagner in Berlin an der Staatsoper, in Italien
– in Bari und Neapel – sowie in Sydney
gesungen, aber dass ich nun hier singen
darf, das ist ein Traum, den ich nie zu träumen
gewagt habe.
Wie sind Sie eigentlich mit Wagner in Berührung
gekommen?
Ich habe mit Klavier angefangen, war Jungstudentin
an der Universität der Künste in
Berlin und habe das für eine jüngere Person
auch durchaus professionell betrieben.
In meiner Abiturzeit wurde uns dann
im Musikunterricht Wagners „Ring des
Nibelungen“ vorgestellt. Und das weiß ich
noch wie heute – als unser Lehrer uns damals
den Beginn des „Rheingolds“ vorgeführt
hat, da hatte ich Gänsehaut, Tränen
in den Augen, mein Körper war Elektrizität.
Da muss ich 17 Jahre alt gewesen sein.
Ihr Weg von Klavier zu Gesang, finde ich, ist
ungewöhnlich...
Klavier war nie mein Medium. Ich konnte es
gut spielen, weil ich Musikerin bin.
Und wie haben Sie den Gesang für sich
entdeckt?
Da gab es zwei Schlüsselmomente, fast zeitgleich.
Zum einen war ich als Pianistin für
den Wettbewerb „Jugend musiziert“ einem
Bariton zugeteilt, Duo Kunstlied. Wir haben
es bis in den Bundeswettbewerb geschafft
und dort einen ersten Preis gewonnen. Das
war eine großartige Erfahrung. Und damals
habe ich mir gedacht, während ich an
den Tasten saß, eigentlich möchte ich das,
was er macht, auch machen. Zum anderen
Alexandra Ionis ist bereits zum zweiten Mal bei den
Bayreuther Festspielen mit dabei. Foto: Simon-Pauly
hatten wir fast parallel dazu, von der Schule
aus, ein dreiwöchiges Betriebspraktikum
zu absolvieren. Ich war bei einem Tierarzt,
eine Freundin in der Deutschen Oper. Und
über diese Freundin habe ich eine Freikarte
für die „Tote Stadt“ bekommen (Oper in
drei Bildern von Erich Korngold, Anm. d.
Red.) mit Christian Thielemann am Pult.
Stephen Gould hat gesungen – von dem
hatte ich damals noch nie gehört – und ich
saß da und wollte nur noch ein Teil dieses
Kosmos sein. Das war Magie. Ich habe das
dann meinem Gesangspartner erzählt,
woraufhin der mich eingeladen hat, seinem
Lehrer, einem Professor an der Universität
der Künste Berlin, vorzusingen. Das habe
ich gemacht, der hat sich das angehört und
mich ermuntert, weiterzumachen. Ich habe
mir dann, neben der Schule, mit Nebenjobs
Gesangsstunden finanziert. Das war
wie ein Sog, ich musste das machen. Und
da war noch gar nicht von Beruf die Rede,
es ging nur um das Singen selbst.
Und dann kam die Hochschule?
Ich habe mir nach dem Abitur ein Jahr
Zeit genommen, mich auf die Aufnahmeprüfung
vorbereitet und bin an der Hochschule
für Musik „Franz Liszt“ in Weimar
genommen worden. Ich habe dort eine
wunderbare erste Zeit verbracht, bin dann
nach Mailand gegangen, um die italienische
Tradition, Musik und Sprache zu lernen.
Wie passt da Wagner hinein?
Das Erlebnis mit „Rheingold“ hat mich nie
losgelassen. Das war etwas, da wollte ich
hin. Wobei man natürlich nicht sagen kann,
ich werde irgendwann einmal Wagner singen.
Aber die größte Anziehungskraft habe
ich eben dort verspürt, bei Wagners Musik.
Wenn man ihre Vita studiert, fällt auf, dass
sie neben Wagner sehr viel Ihrer Zeit der
neuen, der zeitgenössischen Musik widmen.
Woher kommt diese Leidenschaft?
Ich komme vom Klavier, habe dort ein breites
Repertoire gespielt. Mein Vater war Jazzpianist,
hatte eine klassische Ausbildung,
er hat Arrangements für Musicals geschrieben.
Ich bin also in einem Haushalt groß
geworden, in dem es musikalisch gesehen
keinerlei Grenzen oder Berührungsängste
gab. Ich habe damit während meines Studiums
angefangen, es hat mich gereizt, diese
Musik in meinen Kopf zu bekommen. Ich
möchte gefordert werden und diese Musik
ist sehr anspruchsvoll. Ich bin kein gemütlicher
Mensch. Und dann hatte ich natürlich
auch das Glück, mit Komponisten wie
Aribert Reimann direkt zusammenarbeiten
zu dürfen. Das hat mich natürlich zusätzlich
gereizt. Dazu kommt noch, dass diese
Partien oft auch Sprechpassagen enthalten
und sehr viel Schauspiel verlangen, was ich
unglaublich gerne mache. Ich hätte gerne
auch noch Schauspiel studiert, wenn das
zeitlich gegangen wäre.
Interview Gordian Beck
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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Unverzichtbarer Partner
GdF: Freunde geben Sonderzuschüsse
sich dabei als verlässlicher Impulsgeber für
Tradition und Erneuerung zugleich.
Dazu zählt unter anderem das Programm
„Wagner for Starters“, mit dem jungen Menschen
ein Zugang zu Wagners Werk ermöglicht
werden soll: Ein begrenztes Kartenkontingent
für alle Opern der Jubiläumssaison
wird zum symbolischen Preis von 50 Euro
je Karte angeboten. Die genauen Termine
geben die Festspiele in Kürze bekannt.
Georg von Waldenfels
Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth
e.V. (GdF) bleibt auch 2025 und 2026 ein
unverzichtbarer Partner der Bayreuther
Festspiele. Mit einem Gesellschafteranteil
von 1,8 Millionen Euro und zusätzlichen
Fördermaßnahmen, sichert sie nicht nur
den Spielbetrieb, sondern fördert gezielt
Innovation und Nachwuchs. Seit ihrer
Gründung 1949 hat die GdF über 154 Millionen
Euro investiert, „ein kulturprägendes
Engagement, das auch in Zukunft Bestand
haben soll“, so Dr. Georg Freiherr von Waldenfels,
Vorsitzender der Gesellschaft der
Freunde von Bayreuth und Vorsitzender
des Verwaltungsrates der Bayreuther Festspiele
GmbH.
Für das Festspieljahr 2026, das ganz im
Zeichen des 150-jährigen Bestehens des
Festspielhauses steht, hat die GdF jetzt
Details zu den Fördermaßnahmen für die
kommenden Jahre vorgestellt – und zeigt
Ein weiterer Höhepunkt: die Uraufführung
von „Brünnhilde brennt“, einer Kooperation
der Bayreuther Festspiele mit der Oper
Dortmund. Das Werk des Komponisten
Bernhard Lang und des Librettisten Michael
Sturminger wird im August 2026 dreimal
im Friedrichsforum Bayreuth aufgeführt
– mit finanzieller Unterstützung der GdF.
Auch der Internationale Gesangswettbewerb
für Wagner-Stimmen, der im August
2026 unter Leitung von Prof. Katharina
Wagner in Bayreuth stattfindet, profitiert
von den Fördermitteln der Gesellschaft.
Die Preisträgerinnen und Preisträger präsentieren
sich am 11. August gemeinsam
mit dem Festspielorchester erstmals dem
Publikum.
Heute zählt die GdF rund 4.500 Mitglieder
weltweit, über ein Viertel davon aus dem
Ausland. Sie ist seit 2009 Gesellschafterin
der Bayreuther Festspiele GmbH. Sie ist
ein kulturelles Rückgrat, ein Netzwerker
zwischen Tradition und Zukunft und ein
Garant dafür, dass Richard Wagners Kunst
auch in kommenden Jahrzehnten lebendig
bleibt.
MdE Monika Hohlmeier
Landtagspräsidentin Ilse Aigner und
Bundestagspräsidentin Julia Klöckner
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11. Jahrgang | 25. Juli 2025
MdL Judith Gerlach mit Ehemann Tobias Nitsch Moderator Wolfram Kons mit Ehefrau Alexa Apermann Landrat Florian Wiedemann mit Ehefrau Sandra
RICHARD-WAGNER-STRASSE 32 | 95444 BAYREUTH | TELEFON 0921 - 800 26 263
DIENSTAG BIS FREITAG: 09:00 – 18:30 UHR | SAMSTAG: 10:00 UHR – 16:00 UHR
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Im Jahr 1863 reist Richard Wagner auf Einladung von
Großfürstin Helene zu einer Konzertreise nach Russland. In
St. Petersburg überreicht General Suworow ein von Ignatius
Sazikov prunkvoll gearbeitetes und reichhaltig verziertes
Trinkhorn. 1864 in Wien veräußert sein Freund Dr.
Standhartner das Trinkhorn und es verschwindet, bis auf
eine Erwähnung in Wagners Biographie, aus der
Öffentlichkeit.
2023 kauft es Karl-Heinz Breitzmann und macht es zu den
Festspielen 2025 der Öffentlichkeit zugänglich!
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23.08.2025 in den Geschäftsräumen der Firma
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Ignatius
Pavelovitj
Sazikov
“...Zudem hatte ich es nicht verhindern können, für ein auf den dritten Tag nach dem meinigen
angekündetes Konzert zum Besten der Petersburger Schuldgefangenen zuzusagen, da ich namentlich
durch Großfürstin Helene dringend hierzu aufgefordert war. Für dieses letztere war ganz Petersburg
schon ehrenhalber engagiert, da es unter hohem Protektorate stand, und während alle Plätze zu demselben
im voraus verkauft waren, hatte ich bei einem sehr leeren Saale im Adeligen Kasino mich mit
einer Einnahme zu begnügen, welche glücklicherweise wenigstens die Kosten deckte. Dafür ging es in
dem Konzerte für die Schuldgefangenen desto festlicher her:
General Suworow, ein Mann von vollkommenster Schönheit, dazu Gouverneur von Petersburg, überreichte
mir als Dank der Schuldgefangenen, ein sehr schön gearbeitetes silbernes Trinkhorn...”
Wilhelm
Richard
Wagner
Dr.
Joseph
Standthartner
Karl-Heinz
“Charly”
Breitzmann
Aus der Biographie Richard Wagners
Ignatius Pavelovitj Sazikov
* 1793 in Moskau
† 1868 in Moskau
Einer der bedeutendsten
russischen Silberschmiede,
er arbeitete unter anderem
in der Werkstatt von Fabergé.
Prinzessin von Württemberg
* 1807 in Stuttgart
† 1873 in Sankt Petersburg
Friederike Charlotte Marie
wurde durch ihre Heirat
Großfürstin Elena Pawlowna
(auch Helena) von Russland.
Alexander A. Suworow
* 1804 in Sankt Petersburg
† 1882 in Sankt Petersburg
Alexander Arkadjewitsch
Suworow war General- und
Militärgouverneur des Baltikums
und St. Petersburg.
Wilhelm Richard Wagner
* 1813 in Leipzig
† 1883 in Venedig
Bekannter deutscher Komponist,
seine Musikdramen
gelten als einflussreichste
der Romantik.
Dr. Josef Standhartner
* 1793 in Troppau
† 1868 in Wien
Leibarzt der Kaiserin Sissi von
Österreich und einer der
hilfreichsten Freunde und
Vertrauter Wagners in Wien.
Karl-Heinz “Charly” Breitzmann
* 1968 in Bayreuth
Deutschlandweit bekannter
Goldhändler - er kauft das
Trinkhorn und widmet es
seinen Töchtern LIsa, NORa
und CHArlotte.
Wilhelm Richard Wagner (* 22. Mai 1813 in Leipzig; † 13. Februar
1883 in Venedig) war ein deutscher Komponist, Schriftsteller und
Dirigent. Mit seinen durchkomponierten Musikdramen gilt er als
einer der bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten der
Romantik.
Dr. Josef Standhartner Leibarzt der Kaiserin Elizabeth, gehörte zu
den engsten und hilfreichsten Freunden Richard Wagners in Wien.
In seiner Wohnung fand im November 1862 einer denkwürdige
Vorlesung der Dichtung aus den Meistersingern von Nürnberg
statt.
www.linorcha.de
festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Regierungspräsident Florian Luderschmid mit Rebekka Macke Uni-Präsident Prof. Dr. Stefan Leible mit Ehefrau Monika Zweiter Bürgermeister Dr. Andreas Zippel mit Lebenspartner Luca
MdL Tim Pargent und MdB Ricarda Lang
Dr. Stefan Specht mit Lebensgefährtin Reglicary Obatala Yeya
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besondere Schmuckstücke. Viele ihrer Kreationen nehmen
direkten Bezug zur Stadt und zum Festspielhaus.
Jedes Jahr zur Festspielzeit entsteht ein neues
Schmuckstück. In diesem Jahr ist es ein Segelseilarmband
mit Magnetverschluss. Ein feines Abbild
des Festspielhauses wurde per Laser eingraviert.
Über ein eigenes 3D-Druckverfahren entstand auch
die Wotan-Kette zum aktuellen „Ring“ von Regisseur
Valentin Schwarz. Die Bayreuth-Kollektion ist auf den
Bayreuth-Ring abgestimmt, der mit dem Designpreis
der Handwerkskammer ausgezeichnet wurde. Teile
der Kollektion sind auch im Tourismusbüro erhältlich.
Gefertigt wird in Handarbeit – mit Glas, Gold und
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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Wo Kultur auf Geschichte trifft
Das Goldene Buch der Stadt und die Bayreuther Festspiele
Die Bayreuther Festspiele sind ein weltbekanntes
Kulturereignis. Jeden Sommer
zieht es Gäste aus Politik, Gesellschaft und
Kunst auf den Grünen Hügel. Wer dabei
eine besondere Rolle spielt, darf sich ins
Goldene Buch der Stadt Bayreuth eintragen.
Das Buch ist mehr als eine Liste von
Ehrengästen. Es ist ein stilles Archiv großer
Namen und bedeutender Besuche. Besonders
die Bayreuther Festspiele sind eng mit
dieser Tradition verbunden.
Seit der Wiederaufnahme der Festspiele
1951 nach dem Zweiten Weltkrieg gehören
Eintragungen ins Goldene Buch zum Ritual.
Wer eingeladen wird und kommt, hinterlässt
eine Spur – meist in Form einer Unterschrift,
oft mit persönlichen Worten.
Zu den prominenten Gästen zählen internationale
Persönlichkeiten wie: König
Charles III., Königin Margrethe II. von
Dänemark, Michail Gorbatschow und Raissa
Gorbatschowa, Prinzessin Begum Aga
Khan, König Carl Gustaf und Königin Silvia
von Schweden, Juan Antonio Samaranch,
früherer IOC-Präsident oder Auma Obama,
Halbschwester von Barack Obama.
Auch die deutsche Politik ist regelmäßig
vertreten. Angela Merkel war und ist heute
noch über viele Jahre eine treue Besucherin
der Festspiele. Ihr Eintrag in das Goldene
Buch der Stadt stammt vom 12. August
2006. Gerhard Schröder trug sich bereits
2003 ein. Auch Ursula von der Leyen, Prä-
sidentin der EU-Kommission, verewigte
sich 2022 – begleitet von Ministerpräsident
Markus Söder und Oberbürgermeister
Thomas Ebersberger. Im selben Jahr folgte
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Die Einladung an den amtierenden Kanzler
ist Tradition, doch eine Teilnahme wird
oft erst kurz vor Festspielbeginn bekannt
gegeben – in Abstimmung mit dem Kanzleramt,
so die Antwort aus der Pressestelle
der Stadt Bayreuth. Während Olaf Scholz
in seiner Amtszeit den Bayreuther Festspielen
fernblieb, betrat 2025 erstmals ein
neuer Name aus der politischen Spitze den
Grünen Hügel: Friedrich Merz zeigte Präsenz
beim Auftakt der Festspiele und lief
über den Roten Teppich.
Die Geschichte des Goldenen Buches reicht
bis ins Jahr 1960 zurück. Einträge sind ein
Zeichen der Ehre, kein Anspruch. Auch
Ehrenbürger, Träger der Stadtmedaille
oder des Ehrenrings, dürfen sich eintragen.
Schon 1974 kam Helmut Kohl als Ministerpräsident
von Rheinland-Pfalz nach Bayreuth.
Er war noch nicht Kanzler.
Unter den Kanzlern blieben Merkel und
Schröder bislang die einzigen, die offiziell
vermerkt sind. Das Goldene Buch zeigt, wie
tief die Festspiele in der Identität der Stadt
verankert sind. Sie sind nicht nur Kunst.
Sie sind auch Bühne für große Begegnungen.
Ein Ort, an dem Kultur, Politik und
Geschichte zusammenkommen – sichtbar
gemacht in Tinte auf Papier.
Beim Staatsempfang 2007: Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit Katharina
Wagner.
F R E U N D
SEIN
!
Almanach
Die 16. Ausgabe gewährt einen
Blick hinter die Kulissen
der Festspiele in Buchform,
interessant nicht nur für
Insider.
Der Almanach kann bei der
Gesellschaft der Freunde
für 25 Euro angefordert
werden oder im Büro der
Freunde und in örtlichen
Buchhandlungen erworben
werden.
Perspektiven auf
Siegfried Wagner
Bei drei Veranstaltungen Siegfried Wagner neu entdecken:
Ausstellung „Festspiele – Symphonie – Wahnopfer“
Ab 24. Juli, RW21 – Stadtbibliothek Bayreuth
Die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft präsentiert
eine Ausstellung, mit Fokus auf den Festspielleiter
Siegfried Wagner, auf seine Kompositionen der 1920er-
Jahre, insbesondere der im Kontext von „Bayreuth 1925“.
Konzert im Steingraeber-Palais
30. Juli, 19.30 Uhr, Kammermusiksaal Steingraeber-Palais
Die Musik Siegfried Wagners erklingt in einem exklusiven
Konzert mit namhaften Künstler:innen: Nadja Kristi (Sopran),
Ks. Roman Trekel (Bariton) und Dirigent David Robert
Coleman musizieren gemeinsam mit Mitgliedern des Brandenburgischen
Staatsorchesters Frankfurt/Oder.
Orgelkonzert in der Stadtkirche
12. August, 19.30 Uhr, Stadtkirche Bayreuth
Konzert mit Sopranistin Rebecca Broberg und Organist
Ulrich Leykam.
GESELLSCHAFT DER
Verlosung:
Drei unserer Leser können
jeweils einen Almanach
gewinnen.
Essen, das allen
Kindern schmeckt!
Vitales Mittagsmenü für
KiTas, Horte und Schulen.
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Wer mehr wissen möchte
Einführungsvorträge zu den Opern
Richard Wagner zählt zu den einflussreichsten Opernkomponisten
der Musikgeschichte. Seine Werke sind geprägt
von Symbolik, Mythologie und großer dramatischer Tiefe.
Um Zugang zu diesen vielschichtigen Opern zu schaffen,
bieten Jürgen Ern, Dr. Sven Friedrich und Hans Martin
Gräbner, eigene Deutungen und Hintergründe. Die Einfüh-
Wagners WeRke
wirklich verstehen
WERKEINFÜHRUNGEN VON HANS MARTIN GRÄBNER
Am Vorstellungstag zur jeweiligen Aufführung, 11 bis ca. 12 Uhr,
Rokokosaal, Steingraeber-Haus, Friedrichstr. 2, Bayreuth. Eintritt: 15 17 €.
Kein VVK. Tageskasse: 10.30 Uhr. www.steingraeber.de
www.hmgraebner.de
Wagners WeRke
wirklich verstehen
WERKEINFÜHRUNGEN VON HANS MARTIN GRÄBNER
Am Vorstellungstag zur jeweiligen Aufführung, 11 bis ca. 12 Uhr,
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STEIGERN SIE IHREN OPERNGENUSS
Einführungsvorträge von Jürgen Ern
Hintergründe | Handlung und Symbolik
Musikbeispiele | Inszenierung
täglich von 10:30 bis 12:00 Uhr in der Buchhandlung Breuer &
Sohn | Luitpoldplatz 9, 95444 Bayreuth
zur jeweiligen Oper des Aufführungstages
Jetzt Termine buchen: www.juergen-ern.de
rungsvorträge eröffnen neue Perspektiven – besonders für
Menschen, die wenig Vorerfahrung mit der Oper haben. Sie
finden jeweils am Tag der Aufführung statt.
Dr. Sven Friedrich: Einführung mit Tiefgang und
Leichtigkeit
Die inszenierungsbezogenen Einführungsvorträge von
Dr. Sven Friedrich sind 2025 wieder Teil des Programms.
Mit einem Mix aus Hintergrundwissen, feinem Humor
und verständlicher Sprache, bieten sie am Vormittag
erste Einblicke in die abendliche Aufführung. Dr. Sven
Friedrich gilt als ausgewiesener Kenner der Wagner-Forschung
und als erfahrener Vortragender. Die etwa einstündigen
Vorträge finden jeweils am Vorstellungstag
um 10.30 Uhr im Festspielhaus statt. Der Eintritt ist mit
einer gültigen Festspielkarte – unabhängig von Datum und
Produktion – kostenfrei. Alternativ stehen die Vorträge auch
digital zur Verfügung. Über den QR-Code oder den Link auf
dem Online-Ticket kann die jeweilige Aufzeichnung bequem
abgerufen werden.
Werkseinführungen mit Hans Martin Gräbner im
Steingraeber-Haus
Täglich zur jeweiligen Aufführung im Festspielhaus bietet
Hans Martin Gräbner eine Werkeinführung
im historischen
Rokokosaal des Steingraeber-
Hauses, Friedrichstraße 2, an.
Beginn ist jeweils um 11 Uhr.
Im Zentrum steht das musikalische
Werk Richard Wagners.
Mit fundiertem Wissen, feinem
Gespür für musikalische Details
und zahlreichen Klangbeispielen
am Liszt-Flügel, führt der
Pianist und Musikwissenschaftler
durch Handlung, Struktur
und Entstehungsgeschichte
der jeweiligen Oper. Gesangseinlagen
runden das lebendige
Opernerlebnis ab. Die etwa einstündigen
Vorträge verstehen
sich als intensive Vorbereitung
auf den Festspielabend – oder als eigenständiger Zugang
zu Wagners Werk. Auch ohne Festspielkarte ist ein Besuch
möglich. Mit dieser Reihe knüpft Hans Martin Gräbner an
eine lange Tradition einführender Vorträge im Steingraeber-Haus
an. Bereits in den 1950er-Jahren erklärten hier
Persönlichkeiten wie Maximilian Kojetinski und Erich Rappl
das Musiktheater der Festspiele. Die Wurzeln reichen noch
weiter zurück: Schon in den 1920er-Jahren sprach Daniela
Thode von Bülow, Stieftochter Richard Wagners und Enkelin
Franz Liszts, im selben Saal vor ausgewähltem Publikum.
Eintritt: 17 €, Karten an der Tageskasse ab 10.30 Uhr.
Einführung in Handlung, Interpretation und Symbolik
mit Jürgen Ern
Die Einführungsvorträge von Jürgen Ern finden auch in
dieser Festspielsaison wieder im Evangelischen Zentrum,
Richard-Wagner-Straße 24, statt. Beginn ist jeweils um
10.30 Uhr. Die Vorträge bieten eine Einführung in Handlung,
Interpretation und Symbolik der jeweiligen Werke. Im
zweiten Teil werden ausgewählte aktuelle und historische
Musikaufnahmen analysiert. Zudem erfolgen Erläuterungen
zu den Inszenierungen, um die Regieideen nachvollziehbar
zu machen.
Im Fokus steht in diesem Jahr die Neuinszenierung der
„Meistersinger von Nürnberg“ von Matthias Davids unter
der musikalischen Leitung von Danielle Gatti. Georg Zeppenfeld
übernimmt die anspruchsvolle Rolle des Hans
Sachs. Er hat die Partie bereits in Dresden unter Christian
Thielemann und in Wien gesungen. Besondere Aufmerksamkeit
gilt Michael Spyres als Walther von Stolzing. Der
„Bari-Tenor“ zeichnet sich durch einen außergewöhnlichen
Stimmumfang aus, der sowohl Tenor- als auch Baritonpassagen
abdeckt. Regisseur Matthias Davids, künstlerischer
Leiter der Musical-Sparte in Linz und studierter Germanist
und Sprachpädagoge, ist bekannt für interessante
Operninszenierungen. Seine Interpretation steht im Dialog
mit der intellektuellen Vorgängerversion von Barrie Kosky.
Christian Thielemann kehrt als einer der bedeutendsten
Wagner-Dirigenten mit der „Lohengrin“-Inszenierung von
Yuval Sharon zurück. Zudem sorgen Umbesetzungen in
wichtigen Rollen für Spannung: Elza van den Heever singt
Elsa, Miina-Liisa Värelä übernimmt Ortrud, Daniel Behle ist
als Loge zu hören und Jennifer Holloway als Sieglinde.
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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Monumentaloper und kulturelles Streitobjekt
Aufführungshistorie: „Die Meistersinger von Nürnberg“
Aus ganz Europa reisten sie 1868 an, manche
gar von Übersee. Denn Richard Wagner
hat gerufen, sein neustes Werk „Die
Meistersinger von Nürnberg“ steht in München
zur Uraufführung bereit. Ein Spektakel
wird erwartet und für die Wagnerverehrer
der Zeit ein Pflichttermin. Auch, weil
man Teil des Siegeszuges sein will, den
diese Oper fortan begleiten wird. Denn
dass sich hier in München der Vorhang für
ein Meisterwerk heben wird, steht für die
Wagner-Jünger schon vor der Anreise fest.
Zumal das Stück auch heiter sein soll, ja sogar
kurzweilig – das behauptet im Vorfeld
zumindest Dirigent Hans von Bülow. Gut,
dagegen steht die Aufführungsdauer von
rund viereinhalb Stunden – ohne Pausen,
wohlgemerkt – aber das kennt man bereits.
Der Meister selbst ist an diesem 21. Juni
1868 ebenfalls vor Ort, er hat die Proben
im Münchner Nationaltheater überwacht.
Und als wäre die Uraufführung nicht
Stress genug, wohnt Wagner in diesen
Tagen ausgerechnet bei seinem ergebenen
Freund Hans von Bülow, dem er jüngst die
Frau ausgespannt hat. Zugegeben, die Ehe
existierte nur noch auf dem Papier, denn
Bülows Frau Cosima hat zu diesem Zeitpunkt
Wagner schon zwei Kinder – Isolde
und Eva – geboren, doch die Situation ist
pikant.
Pikant ist – so wird das zumindest von Teilen
des Publikums empfunden – das Sujet
der Oper. Bietet doch darin ein Vater seine
Tochter öffentlich dar, der Wettstreit ums
beste Lied ist zugleich Wettstreit um die
Hand der Tochter. Diese wird dazu selbstverständlich
weder gehört noch gefragt.
Wagner nutzt für sein monumentales Werk
historische Quellen, lehnt sich aber nur
lose an diese an. Vieles ist frei erfunden, wie
Katharina Wagner: Regiedebüt 2007 in Bayreuth mit den „Meistersingern“. Wolfgang Wagner (li.) mit Bühnenbildner
Tilo Steffens.
etwa die Figur des Sixtus Beckmesser, eine
bitterböse Karikatur von Wagners Kritikern,
mit der er vor allem auf seinen berühmtesten
Gegner zielt, Eduard Hanslick. Der
schreibt prompt, die Meistersinger seien
„unschön und unmusikalisch“, die Monologe
des Hans Sachs „unaussprechlich langweilig“.
Andere Kritiker werden deutlicher:
Von „kolossaler Ratte“, von „Monstrum“
und „Katzenmusik“ ist die Rede. Das kommt
nicht von ungefähr, ist in diese Oper textlich
viel hineingepackt: Abgründiges über
die Verführbarkeit der Masse, Tiefsinniges
über die Kunst, aber auch Deutschtümelei.
Insgesamt viereinhalb Stunden Wettstreit
der Dichtkunst und der Liebe.
Dennoch, die Uraufführung ist Triumph
und rauschendes Fest zugleich,
nicht zuletzt dank des Mäzenatentums
von König Ludwig II.. Obwohl die Oper
polarisiert, setzt sie zu einem Siegeszug
an. Sie wird in den folgenden
Jahren in Dresden, Berlin, Wien, Prag, sogar
in Kopenhagen aufgeführt und gilt
schnell, neben Carl Maria von Webers
„Freischütz“, als Inbegriff der deutschen
Nationaloper.
Eine besondere Herausforderung für jede
Produktion ist die schiere Größe der Oper.
Die Besetzung ist riesig, die Bühnenbilder
erfordern Opulenz, und die musikalischen
Anforderungen an Orchester und Sänger
enorm. Ein Werk, das sowohl Können als
auch eine Portion Selbstüberschätzung
erfordert. Dazu passt auch Wagners irrige
Annahme, dass seine „Meistersinger“ überall
und leicht zu inszenieren seien.
Inhaltlich eine Geschichte der politischen
Vereinnahmung von stramm hirnlosen
Patrioten, Nationalsozialisten. Der Bayreuther
Stammgast Adolf Hitler berauschte
sich in den „Meistersingern“ an deutscher
Hybris und Arroganz. Zentrale Fundstelle
für diese militante Deutschtümmelei ist das
Jubelfinale der Oper, eine Art Volksfest der
Nürnberger Zünfte und ihrer Meister sowie
die dahingehend interpretierte Schlussansprache
des Schustermeisters und Philosophen
Hans Sachs. Eine Lesart, die bis
heute zu Kontroversen führt und in zahlreichen
Inszenierungen aufgegriffen und
aufgearbeitet wurde. Gerne auch provokant,
wie etwa 2002 in Hamburg, als Regisseur
Peter Konwitschny die Aufführung
unterbrechen ließ und die Darsteller minutenlang
auf offener Bühne die fatale
Wirkung dieser Oper diskutierten. Damals
ein Eklat.
Aller Widrigkeiten und Kontroversen
zum Trotz, haben sich die „Meistersinger“
ihren Platz im Repertoire der großen
Opernhäuser erobert. Und so sitzen auch
heute noch Opernbesucher, mal schmunzelnd,
mal schenkelklopfend, mal mit
gerunzelter Stirn, mal auch gelangweilt, vor
der Bühne und sehen und hören der Geschichte
von Walther, Eva und Hans Sachs
zu.
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die Atmosphäre Bayreuths im angrenzenden Garten.
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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Wer Wagner hört, soll auch gut essen
Wahnfood bringt frischen Schwung in die Pausenverpflegung
Pünktlich zum Start der Festspielsaison
bringt Event-Caterer Wahnfood wieder frischen
Schwung in die Pausenverpflegung
der Bayreuther Festspiele. Neu gestaltet
präsentiert sich die Terrasse des Festspielrestaurants
als „Meistersinger Festwiese“
– mit viel Grün, Fachwerk-Attrappen und
fränkischem Charme.
Das gastronomische Konzept setzt auch
in diesem Jahr auf Vielfalt und Raffinesse.
Neben den bekannten Highlights wie
der „Wotans Weinerie“ mit edlen Tropfen
von Sponsor Geldermann oder der „Flying
Dutchman“-Seafood-Bar, überrascht
Wahnfood mit einer neuen fränkischen
Spezialität: den Nürnberger Meistersinger
Bratwürsten.
„Diese Bratwurst ist eine
ganz besondere Kreation“,
verrät Küchenchef Florian
Neumann, der erstmals bei
Wahnfood dabei ist. „Wir
kombinieren fränkische Wurstkunst aus
dem Hause „Ponnath die Meistermetzger
GmbH“ aus Kemnath, mit einer leichten
Creme, frischen Apfelstücken und einem
Hauch Meerrettich. Dazu servieren wir
einen feinen Kartoffelsalat und ein süßsauer-pikantes
Gurken-Relish.“ Für den
schnellen Genuss gibt es die Bratwürste
auf der Festwiese klassisch auf dem Teller,
im Biergarten auch im Brötchen.
Auf den neuen Küchenchef sind die Wahnfood-Geschäftsführer
Engin Gülyaprak
und Axel Gottstein besonders stolz. „Seine
Erfahrung aus Fünf-Sterne-Häusern hebt
das gastronomische Niveau“, so Axel Gottstein.
Auch bei den fleischlosen Varianten
wird viel Wert auf Frische und Kreativität
gelegt. Die Preise wurden zwar moderat
angehoben, blieben jedoch, so Axel Gottstein,
unter dem Nivau anderer großer
Festspielhäuser.
Festspiel-Cuvée 2025
In einer Hommage an „Die Meistersinger von Nürnberg“ präsentiert die Geldermann
Privatsektkellerei ihren diesjährigen Festspiel-Cuvée – ein reinsortiger
Pinot Blanc, der mit feiner Perlage, goldgelbem Glanz und einem
intensiven Bouquet aus gelben Pfirsichen, Birnen und zarten Haselnussnoten
bezaubert. Am Gaumen offenbart sich der Sekt cremig und
ausgewogen, komponiert von Chef de Cave Déborah Ruffing Tabbone.
Bei der Verkostung: V.l. Michael Ponnath, Wahnfood-Geschäftsführer Engin Gülyaprak und Axel Gottstein, Küchenchef Florian
Neumann, Oberbürgermeister Thomas Ebersberger und Ulrich Jagels, Kaufmännischer Geschäftsführer der Bayreuther
Festspiele.
Neben der Meistersinger Bratwurst bleiben
die Klassiker natürlich erhalten: von
den legendären „Champagner-Bratwürsten“,
bis hin zu raffinierten Törtchen aus
der hauseigenen Patisserie. Auch die
Frozen-Yoghurt-Kreationen mit Namen
wie „Festspielhügel“, sorgen für kühle
Erfrischung in den Pausen.
in den kommenden fünf Wochen für das
leibliche Wohl der Gäste. Dabei setzt das
Team nicht nur auf kulinarische Qualität,
sondern auch auf Komfort: Überdachte
Sitzbereiche und liebevoll dekorierte Räume
bieten Schutz vor Sonne und Regen
und laden zum Genießen ein.
Das Etikett ziert eine Nürnberger Altstadtgasse mit Fachwerkhäusern,
gestaltet vom britischen Künstler Andrew D. Edwards. Diese
Optik findet sich auch auf einem eigens entworfenen Porzellanbecher
aus der ikonischen LAB-Serie der Königlichen Porzellan-Manufaktur
Berlin (KPM) wieder – erhältlich im limitierten Set mit dem Cuvée.
KPM-Set limitiert auf 150 Stück. Erhältlich: shop.geldermann.de und
www.ludwig-von-kapff.de, sowie ausgewählten Händlern in Bayreuth.
Wahnfood versteht seine Aufgaben nicht
nur im Catering: „Wir erzählen die Geschichten
der Festspiele auch auf den Tellern“,
betont Engin Gülyaprak. So spiegelt
sich das Festspielprogramm in allen Bereichen
wider – von der „Meistersinger Festwiese“
bis hin zum „Flying Dutchman“.
Mit rund 120 Mitarbeitern sorgt Wahnfood
„Wir freuen uns, dass wir den Vertrag mit
mit der Geschäftsführung der Festspiele
verlängern konnten und auch in den kommenden
Jahren Teil der Festspiele sein
dürfen“, sagt Axel Gottstein. „Unser Ziel ist
es, den Gästen ein unvergessliches Erlebnis
zu bieten – auf der Bühne und auf dem
Teller.“
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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Flaggenstreit auf dem Grünen Hügel!
Wie das „W“ zur Fahne der Festspiele wurde
1924 sorgte eine Entscheidung für Aufsehen:
Während in der Weimarer Republik
die schwarz-rot-goldene Fahne als Staatsflagge
galt, wurde am Festspielhaus die alte
Reichsflagge in Schwarz-Weiß-Rot gehisst.
Eine Abgrenzung – und ein Signal an konservative
und reaktionäre Kreise, dass sie
sich „zu Hause“ fühlen konnten. Diese Entscheidung
wurde öffentlich kritisiert. Denn
sie zeigte, dass sich die Festspiele nicht klar
zur Republik bekannten. Statt politischer
Neutralität, stellte man sich gegen die Zeit.
Doch bald kam eine neue Idee auf: eine
weiße Fahne mit einem roten „W“. Ein Symbol
ohne Partei – aber mit Haltung. Es sollte
zeigen: In Bayreuth geht es um das Werk
Wagners, um Musik, Kunst und gemeinsame
Begeisterung – nicht um Politik.
Wer genau dieses Symbol eingeführt hat,
ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es gibt
keinen offiziellen Nachweis im Archiv des
Richard-Wagner-Museums. Auch das bekannte
Standardwerk von Oswald Georg
Bauer erwähnt die Hausflagge 1925 nicht.
Erst in der Biographie „Winifred Wagner –
oder Hitlers Bayreuth“ von Brigitte Hamann
findet sich der Hinweis, dass die weiße Fahne
mit dem roten „W“ eingeführt wurde,
„um keinen Anstoß zu erregen“. Aber auch
dort fehlt eine genaue Quellenangabe.
Fest steht: Musikforscher Prof. Dr. Peter
P. Pachl geht davon aus, dass es Siegfried
Wagner war, der diese Fahne als Festspielleiter
eingeführt hat. Nachweislich weht sie
seit 75 Jahren – vielleicht schon länger. Feiern
wir 2025 sogar ihr 100. Jubiläum?
Die weiße Fahne mit dem roten „W“ hat
sich durchgesetzt. Zum Neubeginn der
Festspiele 1951 wurde sie zum Zeichen. Sie
steht für einen Ort, an dem Musik im Mittelpunkt
steht – jenseits politischer Lager.
Oder wie Christian Thielemann es sagt: In
Bayreuth gibt es nur einen Star – das Werk.
Und das verspielte „W“ auf weißem Grund
ist zu einem sympathischen Bekenntnis geworden:
für Kunst, für Gemeinschaft, für
Bayreuth.
Claus Frankl
Seit fast 100 Jahren steht die weiße Fahne mit dem roten „W“ für Frieden, Offenheit – und für Bayreuths
besondere Haltung zum Musiktheater.
Bayreuther Festspiele 2025
Der komplette Spielplan in der Übersicht
Do, 24. Juli 2025 20 Uhr Festspiel Open Air
Fr, 25. Juli 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg
Sa, 26. Juli 2025 18 Uhr Das Rheingold
So, 27. Juli 2025 11 Uhr Chor-Open Air
So, 27. Juli 2025 16 Uhr Die Walküre
Mo, 28. Juli 2025 20 Uhr Festspiel Open Air
Di, 29. Juli 2025 16 Uhr Siegfried
Mi, 30. Juli 2025 16 Uhr Parsifal
Do, 31. Juli 2025 16 Uhr Götterdämmerung
Fr, 1. August 2025 16 Uhr Lohengrin
Sa, 2. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg
So, 3. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde
Mo, 4. August 2025 16 Uhr Lohengrin
Di, 5. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnbergrn
Mi, 6. August 2025 16 Uhr Lohengrin
Fr, 8. August 2025 16 Uhr Parsifal
Sa, 9. August 2025 16 Uhr Lohengrin
So, 10. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde
Mo, 11. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg
Mi, 13. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde
Do, 14. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg
Fr, 15. August 2025 18 Uhr Das Rheingold
Sa, 16. August 2025 16 Uhr Die Walküre
So, 17. August 2025 16 Uhr Parsifal
Mo, 18. August 2025 16 Uhr Siegfried
Di, 19. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg
Mi, 20. August 2025 16 Uhr Götterdämmerung
Fr, 22. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg
Sa, 23. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde
So, 24. August 2025 16 Uhr Parsifal
Mo, 25. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde
Di, 26. August 2025 16 Uhr Parsifal
festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Präzision auch hinter der Bühne
Blick in die Werkstätten der Bayreuther Festspiele mit
Technischem Direktor Henning Angebrandt
Wenn auf dem Grünen Hügel die ersten
Takte erklingen, ist alles perfekt ausgeleuchtet,
millimetergenau aufgebaut und
bereit für große Oper. Diese Perfektion
ist nur möglich durch ein engmaschiges
technisches Sicherheitsnetz. Henning
Angebrandt, Technischer Direktor der Bayreuther
Festspiele, gibt einen Einblick in
den komplexen Ablauf hinter einer Opernbühne
– und in die unsichtbare Arbeit, die
weit vor dem ersten Vorhang beginnt.
Keine Oper ohne Regeln
„Die Sicherheit auf der Bühne ist streng geregelt“,
sagt Henning Angebrandt. Gemeint
sind nicht nur Brandschutz und Achtsamkeit
bei der Verwendung von Pyrotechnik,
sondern das große Ganze: von der Versammlungsstättenverordnung
über Richtlinien
der Berufsgenossenschaften bis hin
zur Gefährdungsbeurteilung. „Das sind
Grundlagen für unsere Entscheidungen:
Ist eine Situation gefährlich oder nicht?
Und vor allem: Wer trägt die Verantwortung,
sollte es tatsächlich zu einem Unfall
kommen?“ Auch Regisseurinnen und Regisseure
stehen in der Pflicht, wenn durch
künstlerische Ideen die Sicherheit gefährdet
wird.
Auf einer Festspielbühne, wo regelmäßig
Bühnenbauten mit großer Höhe entstehen
oder Sänger über fahrbare Plattformen
gleiten, kann jeder Fehler potenziell folgenschwere
Konsequenzen haben. „Wenn wir
ein Flugwerk bauen, mit dem der Künstler
zum Schweben gebracht wird, bringen wir
eine Maschine in Verkehr. Dann braucht es
eine Vor- und Bauprüfung und eine Sachverständigenabnahme
– das ist ähnlich wie
Henning Angebrandt, Technischer Direktor der Bayreuther Festspiele, gibt einen Einblick in den komplexen Ablauf hinter der
Bühne.
der TÜV beim Auto.“ Doch nicht alles kann
selbst erledigt werden: „In unseren elektronischen
Steuerungen stecken Blackboxen,
die wir nicht einsehen können. Da muss
die Herstellerfirma die jährliche Sachkundigenprüfung
übernehmen und uns bestätigen,
dass alles einwandfrei funktioniert.“
Diese Blackboxen protokollieren nicht nur
jede Bewegung und jede Störung, sie sind
das Herzstück einer sicherheitsrelevanten
Steuerung – im Fall der Fälle lassen sich damit
Fehler und somit auch Ursachen rekonstruieren.
Ob eine fehlerhafte Programmierung
oder ein technisches Problem vorlag,
lässt sich so eindeutig herausfinden.
Wer hoch hinaus will, muss standfest sein
Sicherheit bedeutet auch Fürsorge. Wer
auf der Bühne in großer Höhe agieren
soll, muss schwindelfrei sein: „Ein einfaches
Beispiel: Wer Höhenangst hat, sollte
nicht zehn Meter über dem Boden singen
und agieren müssen.“ Daher dürfen nur
befähigte Personen zum Einsatz kommen.
„Wenn sich Sängerinnen und Sänger in ihrer
Rolle nicht wohlfühlen und die Darbietung
darunter leiden könnte, muss sich der
Regisseur oder die Regisseurin etwas anderes
einfallen lassen, um die Darstellung für
die Künstler spielbar zu gestalten.“ Henning
Angebrandt plädiert für Ehrlichkeit: „Wir
weisen unsere Sängerinnen und Sänger
gerne darauf hin, zu sagen, wenn sie sich
unwohl fühlen. Es hilft niemandem, wenn
jemand vor dem Auftritt nicht den Kopf frei
hat von Ängsten.“ Viele schwierige Situationen
müssen ausreichend geprobt werden,
damit Angst erst gar nicht aufkommt. Auch
technische Hilfen, etwa ein Haltegriff oder
ein Haltegurt, können die Situation entschärfen.
Künstlerische Vision trifft physikalische
Realität
Auch im Dialog mit den Bühnenbildnerinnen
und -bildnern geht es um mehr als
Ästhetik. „Manchmal muss der Techniker
sagen: ‚Das geht nicht‘“, erklärt Henning
Angebrandt. „Dann reden wir darüber, warum.
Und dann findet man meistens einen
Weg.“ Denn auf der realen Bühne gelten
die Gesetze der Physik. „Wir sind nicht im
Filmstudio und nicht im Videospiel. Wir
können nicht alles machen, was vielleicht
gewünscht wird.“
Sicherheit als Teil der Kunst
Sicherheit ist nicht nur technische Notwendigkeit
– sie ist Teil des künstlerischen
Prozesses. Sie verlangt vorausschauendes
Denken, klare Kommunikation und die
Fähigkeit, künstlerische Wünsche mit realen
Bedingungen abzugleichen. Und sie ist,
wie so vieles in der „Werkstatt Bayreuth“,
ein Gemeinschaftswerk. „Sicherheit ist bei
uns ein Qualitätsmerkmal. Sie macht möglich,
was das Publikum schließlich als das
Besondere im Festspielhaus erlebt.“
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10. Jahrgang | 25. Juli 2024
Bezirkstagspräsident Henry Schramm mit Ehefrau Andrea Christopher Süss und Luisa Funke-Barjak Erzbischof Herwig Gössl Fürstin Gloria von Thurn und Taxis
Franz-Peter Wild mit Sohn Bundeskanzler Friedrich Merz mit Ehefrau Charlotte Florian Silbereisen mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und OB Thomas Ebersberger
„Wir sind stolz
auf unsere Leuchtturmprojekte
in Oberfranken und der Oberpfalz“
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10. Jahrgang | 25. Juli 2024
Rossi Fein, Verena Lafferentz, Claudia Bilotti Eva Christina Bär, Dr. Eric Hoffmann, Manuela Brozat Conny und Dr. Christoph Rabenstein, Heide Opitz Sabine Trinklein, Simon Mohr
Katja und Christoph Magiera Herbert Sollner, Dolores Longares-Bäumler, Michl Müller Monika und Prof. Dr. Stefan Gycha Helene Neumann und Dr. Hans-Jürgen Honikel
Petra Preißinger, Gudrun Brendel-Fischer Oliver Gießübel, Andrea Deyerling, Carolin und Jörg Lichtenegger, Franka Struve-Waasner und Michael Waasner Dr. Martin Gollner mit Ehefrau Dr. Barbara Gollner und
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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung
11. Jahrgang | 25. Juli 2025
Spot(t)-Light: Witz - Schärfe - Ironie
Sonderausstellung im Richard Wagner Museum
Satiren vor, sondern fragt auch, warum
Wagner noch heute karikiert wird. Sie beleuchtet,
wie seine Musik und sein Image
zu Symbolen für Größenwahn, Nationalismus
und „deutschen Geist“ wurden.
Die Karikaturen werden hier wie Kunstwerke
präsentiert – in einem Rahmen,
der an die großen Meister erinnert. „Wir
tun so, als wären wir nicht nur ein kleines
Künstlermuseum, sondern ein großes
Kunstmuseum“, sagt Sven Friedrich.
Besonders schön: Die Ausstellung passt
gut zur diesjährigen Neuproduktion der
„Meistersinger von Nürnberg“ bei den
Bayreuther Festspielen – einer Oper, die
selbst viel Humor enthält.
Besucherinnen und Besucher finden am
Eingang kleine Hefte mit Erläuterungen zu
den Objekten. Für Kinder gibt es ein eigenes
Heft, zusammengestellt von Yvonne
Halfter. Außerdem können die Inhalte
auch interaktiv an einem Touchscreen
erlebt werden.
Richard Wagner war ein gefeierter Komponist und Visionär – und zugleich Ziel scharfer Karikaturen.
Richard Wagner war ein gefeierter
Komponist und Visionär des „Gesamtkunstwerks“.
Doch er war auch immer
wieder Ziel scharfer Satire. Die neue Sonderausstellung
„Spot(t)-Light. Richard
Wagner in der zeitgenössischen Karikatur“
im Richard Wagner Museum in
Bayreuth zeigt diesen spannenden Kontrast
– mit Witz, Schärfe und einem Hauch
Ironie.
Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich erklärte
dazu: „Sich der Satire in Karikatur
und Parodie zu bedienen, war schon immer
eine Möglichkeit für die Menschen,
große Figuren auf ein normales Maß zurückzuholen.“
Wagner sei schon zu Lebzeiten
ein beliebtes Ziel für Karikaturen und
Parodien gewesen. Typische Merkmale
wurden übertrieben, sein Aussehen und
auch sein Wesen überspitzt dargestellt.
„Das war damals so – und ist es bis heute“,
so Dr. Friedrich.
Besonders die Presse spielte dabei eine
große Rolle. In der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts verbreiteten Zeitungen Karikaturen
in großer Auflage und trugen so
dazu bei, Wagners Bekanntheit zu steigern.
„Jede Bedeutung hat zwei Seiten“,
Foto: Munzert
so Sven Friedrich. „Wagner polarisierte
damals und polarisiert auch heute noch.“
Die Ausstellung zeigt seltene Originale aus
der Sammlung von Gunther Braam. Seit
den 1860er Jahren war Wagner eine feste
Größe in der europäischen Karikatur.
Sein großer Kopf, der Backenbart und sein
berühmtes Samtbarett wurden ebenso
karikiert wie seine monumentalen Werke
und seine politischen Ansichten. Dabei
stellt die Ausstellung nicht nur historische
Die Ausstellung macht deutlich: Wagner
wurde schon zu Lebzeiten von Karikaturisten
aufs Korn genommen – und ist es
bis heute geblieben. Mit Humor und Ironie
zeigt das Museum, wie eng Kunst, Medien
und Kritik schon damals zusammenwirkten.
Richard Wagner Museum Bayreuth, 13.
Juli – 05. Oktober, Eintritt Museumsticket.
Öffnungszeiten: Juli + August: tägl. 10 bis
18 Uhr. September: Dienstag bis Sonntag
10 bis 17 Uhr.
www.wagnermuseum.de
Wagner für Familien und Kinder
Kinderführung durch die Sonderausstellung
„Spot(t)-Light in den Sommerferien
ab 07. August, immer Donnerstag, (bis auf
28. August), 15 Uhr bis 16.30 Uhr.
Stück für Stück entdecken wir die Welt, in
der Wagner gelebt hat. Für Kinder ab 6 Jahren.
Treffpunkt Museumsneubau, Kasse.
Ohne Teilnahmegebühr. Erwachsene zahlen
den Museumseintritt. Um Voranmeldung
wird gebeten: 0921 75 728 16 oder
kasse@wagnermuseum.de
wahnfried-konzerte-2025-programm-undtermine/
Anfragen für Rollstuhlplätze bei Veranstaltungen
per E-Mail an kasse@wagnermuseum.de.
Ausstellung in der Schatzkammer
Das Richard Wagner Museum präsentiert
zum Beginn der Festspiele in seiner Schatzkammer
wertvolle Originalhandschriften
Richard Wagners zur jeweiligen Neuproduktion.
13. Juli–5. Oktober 2025
Spot(t)-Light.
Richard Wagner in der
zeitgenössischen Karikatur
Wahnfried-Konzerte
Während des Festspiel-Sommers präsentiert
das Richard Wagner Museum hochkarätig
besetzte Wahnfried-Konzerte mit
Liederabenden und Kammermusik im ehemaligen
Wohnhaus Richard Wagners.
Der Eintritt für die Wahnfried-Konzerte: 30
Euro, ermäßigt 15 Euro. Enthalten: einmaliger
Besuch des RW Museums am Tag des
Konzertes oder am darauffolgenden Tag.
Kartenverkauf: Persönlich an der Kasse ,
Montag–Sonntag, 10 – 18 Uhr, per schriftlicher
Bestellung gegen Vorkasse, vorzugsweise
per E-Mail: kasse@wagnermuseum.
de.
Programm und Termine: www.wagnermuseum.de/informationen/aktuelles/
In diesem Jahr steht aus Anlass der Neuinszenierung
der Meistersinger von
Nürnberg indessen eine spektakuläre
Neuerwerbung von hoher kunst- und musikgeschichtlicher
Bedeutung im Zentrum:
ein Prunktaktstock, den König Ludwig II.
von Bayern Richard Wagner aus Anlass der
Uraufführung des Werks am 21. Juni 1868
im Königlichen Hof- und Nationaltheater
München geschenkt hat.
Das kostbare Artefakt ist von höchster
kunsthandwerklicher Qualität, aus edlem
Ebenholz gefertigt und mit einem ziselierten
silbernen Laubwerk verziert. Zwei
Gravuren kennzeichnen es als persönliches
Geschenk König Ludwigs II. von Bayern
an Richard Wagner. Die Inschrift „Dem großen
künstlerischen Genius – dem treuen
Freunde 1868“.
Juli–August
täglich
10–18 Uhr
September–Oktober
Dienstag–Sonntag
10–17 Uhr
wagnermuseum.de
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EA-B in Vorbereitung. Abbildung aus Sicht des Illustrators.
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**Zwischenverkauf und Änderungen vorbehalten.