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Festspielzeitung 2025

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Bayreuther

estspielzeitung

festspiele.inbayreuth.de

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Die Meistersinger von Nürnberg

Ein Werk für die große Bühne

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger mit Ehefrau Stefanie Hellbach, Bundeskanzler Friedrich Merz mit Ehefrau Charlotte und Ministerpräsident Dr. Markus Söder mit Ehefrau Karin Baumüller-Söder.

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs folgte

der Spielplan der Festspiele nicht dem

Rhythmus, den wir heute kennen: Zwei

Jahre Aufführungen, dann ein Jahr Pause.

Gründe dafür waren, dass das Publikum

nach den Kriegsjahren noch nicht in alter

Stärke zurückkehrte, außderdem brauchte

es viel Zeit für Proben.

Nicht alle Werke gehörten damals zum festen

Programm. „Der fliegende Holländer“,

„Tannhäuser“ und „Lohengrin“ waren vielerorts

zu hören – allerdings meist mit kleinen

Chören und Orchestern. Der „Ring des

Nibelungen“ dagegen blieb eine Besonderheit

Bayreuths. Nur hier konnte das monumentale

Werk in wenigen Tagen komplett

aufgeführt werden. Beliebt beim Publikum

waren auch Einzeltitel wie „Die Walküre“

und die „Meistersinger“. Letztere verlangten

jedoch große Ensembles und starke Chöre –

eine Herausforderung für viele Bühnen und

deshalb meist nicht machbar. Besonders

anspruchsvoll galten „Tristan und Isolde“

sowie „Parsifal“, der erst seit 1913 außerhalb

Bayreuths gezeigt werden durfte.

Die Aufführungen waren lang, die Tenorpartien

extrem fordernd – Rollen wie Siegfried

oder Tristan konnte nicht jeder singen.

Deshalb wurden die großen Opern meist an

Sonn- und Feiertagen gespielt.

Und dennoch: Bayreuth blieb ein Ort

mit besonderem Glanz – mehr als nur

Musik – ein Erlebnis. Für viele Künstlerinnen

und Künstler war es eine Ehre, auch wenn

die Gagen gering waren. Claus Frankl

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Bayreuther

estspielzeitung

festspiele.inbayreuth.de 11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Festspiele stellen sich neu auf

Autonomes Kunstbudget und ein General Manager für Marketing:

Katharina Wagner im Gespräch

Mit Wolfram Weimer gibt es einen neuen

Kultusstaatsminister. Haben Sie ihn bereits

getroffen? Und teilt er die Vorstellung

seiner Vorgängerin, das Festspielhaus

für andere Werke zu öffnen – etwa

für Humperdincks Hänsel und Gretel?

Die Satzung gibt das klar vor.

Bei Ihrer Vertragsverlängerung im vergangenen

Jahr war es Ihnen wichtig, wirtschaftliche

Belange deutlicher von der

künstlerischen Leitung zu trennen. Jetzt

wurde eine General Manager-Position bestimmt?

Mit Dr. Matthias Rädel wurde ein hervorragender

Kandidat benannt, nunmehr finden

die Vertragsverhandlungen statt.

Wie bewerten Sie die beiden Positionen:

Künstlerische Leitung und General

Manager? Sind das Rollen auf Augenhöhe?

Ja, vor allem weil meinem Vorschlag folgend

dann die Kunst ein autonomes Budget hat,

für das ich die Verantwortung trage.

Stichwort Restkarten: Wie begegnen Sie

der wirtschaftlichen Realität, wenn der

Satz „Es sind noch Karten verfügbar“ zu

hören ist?

Kein schöner Satz, aber es wird mit dem

neuen General Manager alles darangesetzt,

dass die Festspiele zukünftig bereits

wieder frühzeitiger ausverkauft sind. In

Katharina Wagner, fokussiert künftig auf den künstlerischen Bereich.

Vertrieb und Marketing besteht akuter

Handlungsbedarf, der neue General Manager

hat hier eine sicherlich sehr herausfordernde

Aufgabe.

Kunst kostet Geld – und Regiekonzepte

manchmal noch mehr. Wie gehen Sie mit

überzogenen Vorstellungen von Regieteams

um?

Jedem Team ist vor Vertragsunterzeichnung

das Budget bekannt und dieses kann

natürlich nicht überschritten werden.

Bei der diesjährigen Meistersinger-Inszenierung:

Prallen da Wunsch und Wirklichkeit

aufeinander? Bleiben Sie im finanziellen

Rahmen?

Selbstverständlich, auch Herrn Davids und

seinem Team war das Budget bekannt.

Ihr Vater, Wolfgang Wagner, hat die Meistersinger

drei Mal inszeniert. Sie selbst

haben 2007 ebenfalls eine Version auf

die Bühne gebracht, zuletzt Barrie Kosky.

Jedem dieser Ansätze wurde eine klare

Handschrift zugeordnet: traditionell,

frivol, „tierisch”. Welches Adjektiv beschreibt

die aktuelle Produktion?

Augenzwinkernd.

Vielen Dank für das Gespräch – und eine

erfüllende Festspielzeit!

Interview: Gabriele Munzert

Hörl ganz anders

Ottmar Hörl, bekannt für seine großformatigen

Objektinstallationen, zeigt sich

zur Festspielsaison in Bayreuth von einer

überraschend anderen Seite: Als Maler. Im

Rahmen der Reihe „Regierung und Kunst“

rückt die weniger bekannte Facette seines

Werks in den Mittelpunkt. Die Ausstellung

„Rasenstücke“ präsentiert abstrakte, farbintensive

Malereien, die in ihrer Dynamik

und Struktur an die Natur erinnern – inspiriert

von Albrecht Dürers berühmtem

Aquarell „Großes Rasenstück“. Die Arbeiten

eröffnen einen neuen Blick auf Hörls

künstlerisches Schaffen und auf die Verbindung

von Natur. Regierungspräsident

Florian Luderschmid bezeichnet die Ausstellung

als „eine besondere Bereicherung

der Kunstlandschaft Oberfrankens“ und

würdigt Hörls langjähriges Engagement in

der Region.

Bis Donnerstag, 28. August: Regierung

von Oberfranken, Ludwigstraße 20.

Montag bis Donnerstag: 8 bis 16 Uhr,

Freitag: 8 bis 15 Uhr.

OTTMAR HÖRL

SKULPTUR

Temporäre

Galerie

24. Juli bis 27. August 2025

Luitpoldplatz 9 | 95444 Bayreuth

Öffnungszeiten

Di. bis So. 11:00 – 18:00 Uhr

www.ottmar-hoerl.de

Förderer Wagners im Mittelpunkt

Ottmar Hörl zeigt neue Installation

König Ludwig II. ist zurück – als goldene

Miniatur. Bei den Bayreuther Festspielen

2025 steht er im Mittelpunkt der neuen

Kunstinstallation von Ottmar Hörl.

Titel: „Der Mäzen“. Im Zentrum: Ludwigs

Rolle als Förderer von Richard Wagner und

als Wegbereiter der Festspiele.

„Bayreuth gäbe es so nicht, wenn es Ludwig

II. nicht gegeben hätte“, sagt Hörl. „Er

war Wagners wichtigster Unterstützer.

Ohne ihn hätte Wagner das Festspielhaus

nicht bauen können. Nicht mal eine Baugenehmigung

hätte er bekommen.“

Ludwig II. hatte das Geld – und die Vision.

Er ermöglichte Wagner mit seiner finanziellen

Hilfe den Bau des Festspielhauses

in Bayreuth. 1876 fanden dort die ersten

Festspiele statt. „Wagner war nicht kreditwürdig.

Die Stadt hätte ihm niemals solche

Chancen eingeräumt. Ludwig hat vieles

erleichtert – auch den Verwaltungsaufwand“,

sagt Hörl. „Die

beiden haben es gemeinsam

geschafft. Und Bayreuth profitiert

bis heute von diesem

Erbe.“ Deshalb stellt Hörl die

beiden Figuren jetzt nebeneinander

auf – als goldenes

Duo. Wagner kennt man

schon vom Vorjahr: „Die Verneigung“

hieß die Installation

2024. Der Komponist steht

mit geneigtem Kopf, rechter

Hand auf dem Herzen und

linker Arm am Körper.

Der König erscheint – wie

Wagner – in Gold. „Einen

König kann man nur in

Gold zeigen.“ Und: „Er trägt

keine Uniform, sondern

tritt in privater Erscheinung

auf.“

Täglich wird die Installation

auf- und wieder abgebaut.

Damit will Hörl

Diebstähle verhindern. In

den vergangenen beiden

Jahren verschwanden zahlreiche

Figuren. „Der tägliche

Auf- und Abbau kostet zwar viel Geld“,

sagt der Künstler, „aber das muss einfach

sein.“

Wer eine der Figuren erwerben will, kann

das in Hörls Pop-up-Store in der Bayreuther

Innenstadt tun. Der Shop befindet sich in

der ehemaligen Buchhandlung Breuer &

Sohn am Luitpoldplatz.

Für Hörl ist klar: „Beide Figuren erzählen

gemeinsam die Geschichte von Bayreuth.

Ohne Ludwig hätte Wagner seine künstlerischen

Träume nicht verwirklichen können.

Der König war ein kreativer Mensch

– nur im falschen Haus geboren.“

IMPRESSUM

Herausgeber: Media Hub Bayreuth GmbH, Richard-Wagner-Straße 36, 95444 Bayreuth, Tel. 0921/1627280-40 www.inbayreuth.de. Gesamtverantwortlich:

Martin Munzert. Anzeigen: Alexander Süß, Thomas Hacker, Stefanie Hoffmann. Redaktion: Magdalena Aderhold, Gordian Beck, Jessica Mohr, Gabriele

Munzert. Fotos: Stefan Dörfler, Wolfgang Munzert, Privat. Vorlagen und Entwürfe verlagsrechtlich geschützt. Nachdruck, Vervielfältigung und elektronische

Speicherung nur mit Zustimmung des Verlags. Gültige Anzeigenpreisliste: 01/2025. Es gelten die Allgemeinen Geschäftsbedingungen.


Bayreuther

estspielzeitung

festspiele.inbayreuth.de 11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Die Krönung meiner bisherigen Laufbahn

Thomas Eitler-de Lint formt erstmals den Festspielchor

Es wird ein neues Kapitel aufgeschlagen:

Thomas Eitler-de Lint übernahm die Leitung

des Festspielchores – ein Amt mit großer

Tradition und ebenso großen Erwartungen.

Er folgt auf Eberhard Friedrich, der

den Chor über zwei Jahrzehnte geprägt hat.

Zugleich stand der neue Chordirektor vor

einer strukturellen Neuausrichtung, die unter

dem Druck wachsender Kosten und im

Zeichen künstlerischer Erneuerung steht.

Im Interview spricht er über Verantwortung,

Klangideale – und die Chancen, die in

der Veränderung liegen.

Herr Eitler-de Lint, Sie übernahmen den Chor

in einer Zeit des Umbruchs. Was bedeutet

diese Aufgabe für Sie ganz persönlich?

Thomas Eitler-de Lint: Für mich ist das die

Krönung meiner bisherigen Laufbahn. Ich

beschäftige mich seit meiner Jugend mit

Richard Wagner. Schon mit 18 war ich in

Bayreuth – als Besucher, später als Assistent.

In Leipzig durfte ich 2022 den gesamten

„Wagner 22“-Zyklus betreuen. Wagner

begleitet mich mein ganzes Leben. Jetzt

den Festspielchor in Bayreuth zu leiten, ist

ein großes Geschenk – und eine Aufgabe,

die ich mit großem Respekt annehme.

Sie treten in große Fußstapfen – Ihre Vorgänger

prägten den Chor über Jahrzehnte.

Wie gehen Sie mit diesem Erbe um?

Ich habe eine sehr klare Vorstellung davon,

wie der Chor in Bayreuth klingen soll.

Dieser spezielle „Bayreuth-Klang“ hat mich

schon als Assistent geprägt. Ich möchte ihn

weiterentwickeln, aber auch erhalten. Für

mich bedeutet das: körperbetonte, tragfähige

Stimmen mit dunklem Timbre – ideal

für Wagners Musik. Motivation ist mir wichtig

– ich will inspirieren, mitreißen, ein positives

Vorbild sein.

Sie haben jede Stimme im Vorsingen einzeln

gehört. Worauf haben Sie besonders geach-

Mir sind drei Dinge wichtig: saubere Intonation,

wenig Vibrato und eine belastbare

Technik. Wagner verlangt viel – lange Partien,

große Orchester, hoher stimmlicher

Druck. Dazu kommt die Akustik des Festspielhauses.

Die Stimmen müssen tragfähig

sein, auch über einen ganzen Sommer

hinweg.

Der Chor ist künftig in Haupt- und

Sonderchor aufgeteilt. Was bedeutet das für

Ihre Arbeit?

Für mich macht das keinen Unterschied.

Alle Sängerinnen und Sänger werden gleich

behandelt und sollen das gleiche hohe

Niveau erreichen. Je nach Oper oder Szene

braucht es unterschiedlich viele Stimmen –

Thomas Eitler-de Lint ist ab dieser Festspielsaison neuer Chordirektor.

mal 24, mal über 130. Entscheidend ist immer:

Der Klang muss passen.

Im Vorfeld gab es Diskussionen um die

neue Struktur. Wie sehen Sie die Veränderungen?

Ich trage die Entscheidung voll mit. Es war

ein gemeinsamer Prozess mit Frau Wagner.

Viele Szenen brauchen gar keinen

riesigen Chor – bei den Blumenmädchen

etwa reichen 24 Stimmen. Aber wenn 134

gebraucht werden, sind sie da. Es geht darum,

flexibel zu bleiben und der Partitur

gerecht zu werden.

Lässt sich unter diesen Bedingungen der

„Bayreuth-Klang“ bewahren?

Absolut. Das ist möglich und es ist mein

Ziel.

Was macht Wagners Chormusik besonders

herausfordernd?

Man muss die deutsche Sprache sehr

gut aussprechen können – gerade Konsonanten

müssen in Bayreuth besonders

deutlich gesungen werden, wegen der

speziellen Akustik. Außerdem braucht

man eine ausgezeichnete Technik, um die

Belastung auszuhalten. Und man muss

sich klanglich einfügen können – der

Chor ist ein Kollektiv, keine Sammlung

von Solisten. Wir haben Sängerinnen und

Sänger aus allen Kontinenten – Chile,

Kanada, Finnland, Neuseeland, Südafrika,

Asien. Das ist wunderbar! Sie alle

bringen unterschiedliche Stärken mit, lernen

voneinander und ziehen gemeinsam

an einem Strang. Die Liebe zur Musik verbindet

uns.

Was unterscheidet Bayreuth von anderen

Opernhäusern?

Bayreuth ist ein Mythos. Jeder hier – vom

Techniker bis zum Dirigenten – arbeitet

mit größter Hingabe. Das spürt man im

ganzen Haus. Alle wollen das Beste. Diese

Atmosphäre habe ich so noch nirgends erlebt.

Auch der Chor bringt hier in wenigen

Tagen so viel auf die Bühne wie anderswo

in Monaten.

Haben Sie eine Wagner-Lieblingsoper

Emotional berühren mich „Parsifal“ und die

„Meistersinger“ am meisten. Die „Meistersinger“

begleiten mich seit langem – es war

die erste Oper, die ich in Bayreuth gesehen

habe, die erste, bei der ich hier assistierte,

und nun meine erste Produktion als

Chorleiter. Das ist etwas Besonderes für

mich.

Welche Oper ist für den Chor die größte

Herausforderung?

„Lohengrin“ in diesem Jahr ist sehr

anspruchsvoll, weil der Chor kaum

von der Bühne kommt. Noch mehr

wird es nächstes Jahr mit „Rienzi“.

Die „Meistersinger“ sind körperlich besonders

fordernd, wegen der szenischen

Anforderungen. Aber bei einem guten Regieteam

geht das Singen und Spielen Hand

in Hand.

Wie glauben Sie, wird das Bayreuther

Publikum Sie aufnehmen?

Das weiß ich nicht. Ich hoffe, offen und

neugierig – vielleicht auch mit Skepsis.

Aber wir wollen gute Arbeit machen – dann

überzeugt das hoffentlich auch die Kritiker.

Die Stimmung im Haus ist jedenfalls sehr

gut – eine wichtige Grundlage.

Interview: Gabriele Munzert

I S S E Y M I Y A K E

ISSEY MIYAKE

BAO BAO BY I.MIYAKE

JOSEPH

HELMUT LANG

KATHARINA HOVMAN

ULI SCHNEIDER

ROBERTO COLLINA

AVANT TOI

CITIZENS OF HUMANITY

Y-3 BY YOHJI YAMAMOTO

MONCLER

BAYREUTH | OPERNSTRASSE 4

HOF | LUDWIGSTRASSE 55


Bewährtes behüten – Neues wagen

Eva Christina Bär, Leiterin Kultur- und Wirtschaftsreferat der

Stadt Bayreuth, über die Kunst des Brückenbauens

Seit Januar 2025 leitet Eva Christina Bär das

neu geschaffene Kultur- und Wirtschaftsreferat

der Stadt Bayreuth. Zum ersten Mal

steht damit eine Frau an der Spitze des Kulturreferats

– und erstmals sind Kultur und

Wirtschaft in einem Ressort vereint. Im Gespräch

erklärt die 48-Jährige, warum Kultur

für sie mehr ist als ein „weicher Standortfaktor“.

Wie begegnen Sie der Sorge, dass Kultur zunehmend

nur noch unter wirtschaftlichen

Gesichtspunkten betrachtet wird?

Ich verstehe die Sorge, teile sie aus Sicht

der Stadt Bayreuth aber nicht. Wir geben

jährlich rund 3,2 Millionen Euro an Fördergeldern

für Kultur aus, sowohl institutionell

als auch projektbezogen. Das ist für eine

mittelgroße Stadt wie Bayreuth beachtlich.

Dabei gibt es auch keine wirtschaftlichen

Vorgaben für die Empfänger. Kultur und

Wirtschaftlichkeit widersprechen sich für

mich auch nicht. Auch Kulturschaffende

arbeiten nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten

und müssen rechnen: Gagen,

Zuschauerzahlen, Betriebskosten – das

gehört dazu.

Sie beschreiben Ihre Vision für Bayreuth mit

dem Satz „Alles bleibt anders!“ — was genau

meinen Sie damit?

Für mich bedeutet das: Bewährtes soll bleiben,

Strukturen sollen respektiert werden,

aber wir müssen auch den Mut haben,

Neues zu wagen und Dinge zu hinterfragen.

Nach sieben Monaten möchte ich mir aber

noch kein abschließendes Urteil erlauben.

Ich entdecke gerade erst den Kultursommer,

das Bürgerfest, die Festspiele – vieles

sehe ich zum ersten Mal. Wichtig ist mir, im

Austausch mit Akteurinnen und Akteuren,

mit Verwaltung und Politik herauszufinden,

wo man noch besser werden kann.

Mit Blick auf das 150-jährige Jubiläum der

Bayreuther Festspiele im kommenden Jahr.

Können Sie konkret sagen, wie Sie das Festspielhaus

für die nächsten Jahre attraktiver

machen wollen, ohne die Wurzeln der Festspiele

anzutasten?

Der neue General Manager Matthias

Rädel und die Künstlerische Leiterin Katharina

Wagner haben diesbezüglich gute

und zukunftsweisende Ansätze. Zudem

investieren Bund und Land in die Sanierung.

Unsere Aufgabe als Stadt sehe ich darin,

die Stadtgesellschaft stärker mit dem

Festspielhaus zu verbinden. Dazu gehören

Infrastruktur und Service: Wie komme ich

nach der Vorstellung nach Hause? Gibt es

genug Hotels, Gastronomie, vielleicht sogar

einen Friseur vor Ort? Auch das gehört zum

Bayreuther

Eva Christina Bär ist die neue Kulturreferentin der Stadt Bayreuth.

Gesamterlebnis. Wir möchten die Menschen

einbeziehen, ihre Wünsche hören

und in einen Beteiligungsprozess einsteigen.

Dafür gab es im Mai eine Auftaktveranstaltung,

weitere Formate sind geplant.

Das Budget für Kultur und Wirtschaft ist

oftmals abhängig vor allem von freiwilligen

Zuschüssen. Wo sehen Sie Spielräume für

Investitionen? Und was wären die ersten

Projekte, die Sie kürzen müssten, wenn der

Haushalt schrumpft?

Momentan sind wir zum Glück nicht in

dieser Lage. Sollte sich das ändern – etwa

durch den Wegfall eines großen Gewerbesteuerzahlers,

müssten wir unsere finanziellen

Gestaltungsspielräume überprüfen

und neu aufstellen. Etabliertes zu bewahren

und trotzdem Spielraum für Neues zu

schaffen, bleibt die Herausforderung. Dazu

gehört, weiter ganesha-bayreuth.de

Fördermittel einzuwerben,

auch über Drittmittel und mit moderaten

Gebührenerhöhungen. Hoffnung setze

ich auf eine mögliche Einführung der

Übernachtungssteuer, die uns finanzielle

Spielräume eröffnen könnte. Außerdem

estspielzeitung

festspiele.inbayreuth.de 11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Royal Indian Food

GANESHA

Tandoori Indian Restaurant

sind Sponsoren wie die Sparda-Bank, die

Sparkasse und ihre Kulturstiftung unverzichtbar.

Ohne solche Unterstützung wäre

vieles nicht möglich.

Sophienstr. 28/30 . 95444 Bayreuth

In Ihrer Biografie findet sich ein breites

Spektrum von Textildesign, über Qualitätsmanagement,

bis hin zu Theaterleitung.

Was hat Sie besonders geprägt für Ihre

jetzige Aufgabe?

Vor allem meine sechs Jahre als ehrenamtliches

Mitglied des Nürnberger Stadtrats.

In dieser Zeit habe ich viel über das Zusammenspiel

von Politik, Verwaltung und

Bürgerinnen und Bürgern gelernt – und

auch über mich selbst. Ich habe großen

Respekt vor politischem Engagement,

weil man das neben Beruf und Familie

stemmen muss. Diese Erfahrung hilft mir

heute dabei, Brücken zu bauen zwischen

den verschiedenen Akteuren, damit wir

alle gemeinsam die Stadt lebenswerter

machen.

Sie haben in Rothenburg, Nürnberg,

Erlangen gearbeitet — alles Städte mit

eigenen Kulturprofilen. Wo sehen Sie

die größte kulturelle Stärke Bayreuths, und

was könnte sich die Stadt von den anderen

Orten abschauen?

Mich begeistert in Bayreuth die Vielfalt:

historische Gebäude neben Urban Art,

Studierende neben alteingesessenen Bürgerinnen

und Bürgern. Oft denkt man nur

an Wagner, aber hier gibt es viel mehr an

Kultur - spartenübergreifend. Besonders

ist auch das gute Miteinander der Kulturakteure.

Viele sind in mehreren Vereinen

engagiert und unterstützen sich gegenseitig.

Diese Zusammenarbeit und dieses Flair

habe ich so noch nicht erlebt. Das ist ein

echtes Privileg und etwas, wovon andere

Städte lernen könnten.

Interview: Gabriele Munzert

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Royal Indian Food

GANESHA

Tandoori Indian Restaurant

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von 11.00 bis 14.00 Uhr

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auch das nordisch hyggelige Gefühl nicht zu kurz. „Eine

kompetente und liebevolle Beratung ist für mich selbstverständlich“,

so Chefin Silke Ihl.

Und ein weiterer Pluspunkt: Im Laden gibt‘s auch

„Männer-Parkplätze“. Also gibt es keine Ausreden mehr mit

der Frau shoppen zu gehen.

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ÖFFNUNGSZEITEN: Mo. bis So. 11-14 & 17-23 Uhr

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

MdB Dorothee Bär und Ehemann Dr. Oliver Bär Martin Rassau und Volker Heißmann MdL Franc Dierl mit Ehefrau Barbara

Innenminister Joachim Herrmann mit Ehefrau Gerswid Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger mit Jagdkönigin Diana Merkle Ministerpräsident Dr. Markus Söder mit Ehefrau Karin Baumüller-Söder

„Bayreuth lebt von seiner Universität –

und die Universität von Bayreuth“

5JAHRE

Als die Universität Bayreuth 1975 gegründet

wurde, war das ein mutiger Schritt mit

großer Vision: interdisziplinär, international,

regional verwurzelt. Heute – 50 Jahre

später – ist sie ein Aushängeschild Oberfrankens

mit rund 12.000 Studierenden

und enger Verbindung zur Stadt.

Universitätspräsident Prof. Dr. Stefan

Leible betont den regionalen Impuls: „Die

Universität wurde mit dem Anspruch gegründet,

eine Universität mit neuen Ansätzen

zu werden – interdisziplinär, überschaubar,

zukunftsgewandt. Das hat viele

Menschen und Ideen angezogen.“ Besonders

stolz sei er darauf, wie stark Forschung,

Lehre und Transfer heute aufeinander

abgestimmt seien – „das ist der Bayreuther

Dreiklang“.

Die Universität bleibt ein starker Innovationstreiber.

Mit Einrichtungen wie dem

Zentrum für Digitalisierung, dem Exzellenzcluster

Africa Multiple, den vielen

KI-Forschungsprojekten oder dem geplanten

Gemeinschaftsprojekt Institut für

Entrepreneurship und Innovation sowie

Regionales Innovations- und Gründerzentrum

auf dem Unicampus, werde Bayreuth

national wie international sichtbar.

Gemeinsam gestalten Stadt und Universität

nicht nur Infrastruktur und Lebensqualität,

sondern machen Bayreuth auch

Wo Wissenschaft auf Mut

und Innovation trifft.

zu einem Ort für Innovation, Wissenschaft

und Begegnung. Und natürlich wird das Jubiläum

gebührend gefeiert – nicht nur auf

dem Campus, sondern mitten in der Stadt.

Der offizielle Festakt am 20. Oktober findet

im UNESCO-Weltkulturerbe Markgräfliches

Opernhaus statt. Am 06. November

werden von Stadt und Uni 50 Bäume für

50 Jahre Uni gepflanzt. Am 29. November

wird mit einem Jubiläumsball noch

ein weiteres Highlight anstehen. Wenn

Bayreuth feiert, dann richtig – und am

liebsten gemeinsam!

www.uni-bayreuth.de

www.uni-bayreuth.de/50jahre

Oberbürgermeister Thomas Ebersberger

bringt es auf den Punkt: „Die Universität

ist ein enormer Glücksfall für Bayreuth.“

Für die kommenden Jahrzehnte haben

beide Gesprächspartner eine klare Vision:

„Wir wollen gemeinsam dafür sorgen,

dass Bayreuth eine Stadt bleibt, die jung

denkt, Forschung lebt und offen ist für

Neues“, so Thomas Ebersberger. Dr. Stefan

Leible betont: „Stadt und Uni sind zwei Seiten

einer Medaille – nur gemeinsam sind

wir stark.“

Der Campus der Universität Bayreuth hat sich im Laufe der Jahrzehnte stetig weiterentwickelt.

Heute überzeugt er durch kurze Wege, eine ausgezeichnete Infrastruktur sowie ein ansprechendes

Umfeld. Zahlreiche Grünflächen und Kunstwerke im öffentlichen Raum, schaffen eine besondere

Atmosphäre und tragen wesentlich zur hohen Aufenthaltsqualität bei.


festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Es ist ein Interview quasi auf der Zielgeraden.

Denn für Matthias Davids, den Regisseur

der neuen „Meistersinger“-Produktion

der Bayreuther Festspiele, stehen gerade

noch zwei Proben an, Haupt- und Generalprobe.

Und damit kaum noch Möglichkeiten

für Korrekturen. Davids sieht das gelassen,

man sei ja eigentlich nie fertig, meint

er und lacht. Da spricht ein erfahrener

Musiktheatermann und Pragmatiker, hat

man den Eindruck.

Ihre Arbeit in Bayreuth ist fast getan. Ihre

„Meistersinger“ stehen kurz vor der Premiere.

Wie sind Sie denn mit der Probenzeit hier

zurechtgekommen? Die ist ja eher knapp

bemessen?

Ja, das ist wirklich sportlich. Ich glaube, man

schafft es nur, wenn man wirklich gut vorbereitet

ist. Was allerdings auch bedeutet,

dass man eigentlich kaum Zeit für Experimente

hat, also nur wenig ausprobieren

kann. Auf der anderen Seite – und das ist

der Vorteil – heißt das aber auch, dass hier

mit Probentag 1 die Sänger perfekt studiert

starten, man verliert hier also keine Zeit

mit Rollenstudium. Das kommt vielleicht

später, wenn es darum geht, die schauspielerische

Arbeit in die Gesangspartie

zu integrieren. Ansonsten muss man hier

schnell sein. Klare, kurze und vor allem präzise

Anweisungen, wenig Nebensätze. Aber

die Sängerinnen und Sänger hier bewegen

sich auf sehr hohem Niveau und sind das

gewohnt.

Im Landestheater Linz tragen Sie die Verantwortung

für die Sparte Musical. Wenn Sie

Ihre Arbeit in Linz mit der Arbeit hier vergleichen,

was ist hier anders?

Von der Herangehensweise, also dem Probenprozess

her, gibt es da eigentlich keine

Unterschiede. Was hier anders ist, ist diese

Spezialisierung auf Wagner, den hört

man hier überall. Das hat so etwas von

„Ich will unterhalten. Natürlich.“

Gespräch mit Regisseur Matthias Davids

Matthias Davids, der Regisseur der neuen

„Meistersinger“-Produktion der Bayreuther

Festspiele. Foto: Hermann Wakolbinger

Campusfeeling, was ich ganz schön finde.

Das ist wie ein Meet and Greet der besten

Sängerinnen und Sänger, Musikerinnen

und Musiker im deutschsprachigen Raum.

Anders ist natürlich auch, dass wir in Linz

ein Fünf-Sparten-Haus haben mit rund 40

Produktionen im Jahr – das kommt schon

einer Theaterfabrik nahe. Und das ist hier

natürlich anders.

Sind sie hier mit einem im Detail ausgearbeiteten

Konzept angetreten?

Ja. Muss ja. Das Konzept muss abgesprochen,

muss präsentiert, muss abgenommen

werden. Wobei es schon so ist, dass

man in den Proben noch neue Dinge entdeckt,

zumal man dann die Charaktere der

Sängerinnen und Sänger vor sich hat. Und

die kannte ich ja nur teilweise. Weshalb ich

natürlich bereit war, Figuren zu revidieren,

zu verändern, etwa weil jemand mehr

Komik mitbringt, als ich zunächst dachte.

Also, da muss man, Konzept hin oder her,

auch flexibel sein.

Stichwort Komik: Wie stehen Sie denn zum

Begriff „Unterhaltung“ in Bezug auf Ihre

Inszenierung?

Ich will unterhalten. Natürlich. Und das

wollte ja auch Wagner – ein Lustspiel

schreiben und endlich Geld verdienen. Und

er hat ja auch viel Energie investiert, „drollige

Figuren“, wie er sie nannte, zu entwerfen.

Wie er im Übrigen auch der Meinung

war, dass diese Oper überall und leicht zu

inszenieren sei. Nun kann man sich natürlich

streiten, ob man einen vier Stunden

langen Witz erzählen kann, aber zu einer

guten Komödie gehören auch ernste, melancholische

oder dramatische Momente,

sonst funktioniert die Komik nicht. Das

findet man hier. Leichtigkeit ist im Zusammenhang

mit den Meistersingern für mich

ein wichtiger Begriff. Und der ist hier auch

gut zu greifen. Etwa im zweiten Akt, wenn

Eva und Walther durch die Gasse fliehen

wollen und sich ihnen quasi überall jemand

in den Weg stellt. Das ist pure Komödie,

und die macht Spaß.

Das klingt jetzt fast so, als hätten Sie Blut

geleckt. Haben Sie eigentlich jemals daran

gedacht, Wagner zu inszenieren?

Sie werden lachen – ja. Den fliegenden Holländer.

Den fand ich spannend für mich.

Und als Musiker – ich habe als Hornist angefangen

– bin ich natürlich mit dem Komponisten

Wagner in Berührung gekommen.

Aber Wagner inszenieren? – Ich habe

mir immer gesagt, kein Stück länger als drei

Stunden und die Vorstellung, hier in den

Endproben über sechs Stunden lang – mit

Pausen – sitzen zu müssen, war für mich

zunächst undenkbar. Aber das muss ich

jetzt revidieren. Diese Stunden kommen

mir gar nicht mehr lang vor. Was natürlich

auch an den fantastischen Sängerinnen

und Sängern liegt, die zugleich wundervoll

schauspielern. Das ist wirklich eine Freude.

Das hat man nicht immer.

Ihr Fokus liegt also auf dem Spiel?

Ja, das kann man so sagen. Natürlich sollen

die Sängerinnen und Sänger auch strahlen

und ich weiß, dass manchen Menschen vor

allem wichtig ist, dass die Regie die Musik

nicht stört. Aber mir geht es darum, dass

man die Geschichte an sich versteht, die

Beweggründe der einzelnen Figuren, ihre

Befindlichkeiten. Und das auch dann, wenn

vielleicht nicht jedes Wort im Gesang zu

verstehen ist. Die Sängerinnen und Sänger

sollen sich auf der Bühne heutig bewegen,

sie sollen wie ganz normale Menschen

agieren. Also keine Klapparme, keine sinnentleerten

Gesten. Das Publikum soll sich

mit diesen Figuren, diesen Charakteren

identifizieren können. Deshalb habe diese

Geschichte auch in ein abstraktes Heute

verlegt.

Was nehmen Sie denn aus ihrer Arbeit im

Festspielhaus Bayreuth mit nach Hause?

Nun, ich nehme für mich mit, ein bisschen

mehr über dieses Hochleistungssingen,

was bei Wagner gefordert ist, gelernt zu

haben. Und wie man damit arbeitet und

was man von Sängerinnen und Sängern

einfordern kann, die solch schwere Partien

singen wie etwa die des Hans Sachs. Wenn

der am Ende noch sein „Habt acht“ singt,

dann ist der fertig, am Ende. Davor habe

ich höchsten Respekt. Und trotzdem muss

ich als Regisseur verlangen, dass er auf der

Bühne agiert. Weil wir hier eine Geschichte

erzählen, und die braucht den ganzen Körper

und nicht nur die Stimme. Was schwierig

ist, weil die Sängerinnen und Sänger

hier unglaubliche Strecken bewältigen

müssen und wir zugleich ein ganz anderes

Tempogefühl als zu Wagners Zeiten haben.

Wir langweilen uns heute viel schneller,

die Geschichte braucht daher ein anderes

Erzähltempo, damit wir uns darauf

einlassen.

Interview: Gordian Beck

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Cem Özdemir mit Lebensgefährtin Flavia Zaka Angela Merkel mit Ehemann Joachim Sauer MdB Dr. Silke Launert mit Lebenspartner Aleksandar Trifunovic

Das Bayreuth Magazin wächst von Jahr zu Jahr

Bayreuths

schönste Seiten

Online lesen:

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Das neue Stadtmagazin, ab sofort kostenlos

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Festspielsommer

Interview mit dem „Meistersinger“-

Regisseur Matthias Davids

Parkett

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Nr. 19 | 2025/2026

Frischluftoasen

Bayreuths lebendiger Süden

blüht auf

Jetzt neu

164

Seiten

Foto: © Mikhail Butovskiy

V.r.: Jörg Lichtenegger, Herausgeber des Bayreuth Magazins und CEO

der Kommunikationsagentur GMK Marke. Design. Digital., OB Thomas

Ebersberger, Gert-Dieter Meier, Chefredakteur des Bayreuth Magazins,

Martina Hacker verantwortlich bei GMK für das Editorial Design und

Daniel Sutter verantwortlich für die Vermarktung.

Das neue Bayreuth Magazin erscheint am

25. Juli – rechtzeitig zum Auftakt der Festspiele.

Mit 164 Seiten ist es so umfangreich

wie nie zuvor. In den vergangenen Jahren

wuchs der Inhalt kontinuierlich: von 120

auf 148 und nun auf 164 Seiten. Die Stadt,

die sich im Sommer zur „Weltstadt auf Zeit“

wandelt, bietet viele Themen. Im Mittelpunkt

stehen wie gewohnt die Bayreuther

Festspiele. Eröffnet werden sie in diesem

Jahr mit „Die Meistersinger von Nürnberg“,

inszeniert von Matthias Davids. Im Magazin

kommen er und Bühnenbildner Andrew D.

Edwards ausführlich zu Wort. Auch ein Interview

mit Festspielleiterin Katharina Wagner

ist enthalten. Weitere Beiträge befassen sich

mit dem neuen Chorleiter Thomas Eitler-De

Lint, mit spannenden Zahlen und Fakten zu

Richard Wagner sowie mit dem umfangreichen

Festspielprogramm. Ein weiteres zentrales

Thema: 50 Jahre Universität Bayreuth.

In Interviews schildern Oberbürgermeister

Thomas Ebersberger und Uni-Präsident

Prof. Dr. Stefan Leible die Entwicklung der

Hochschule seit ihrer Gründung 1975. Vorgestellt

wird auch das neue Forschungszentrum

für Gesellschaft, Technik und Ökologie.

Das Magazin beleuchtet zudem das

Jean-Paul-Jubiläum zum 200. Todestag des

Dichters. Einen Ausblick gibt es auch auf das

150-jährige Jubiläum der Festspiele im kommenden

Jahr. Der Blick geht weiter in die

Bayreuther Kulturlandschaft: mit dem Festival

Bayreuth Baroque, dem Seebühnenfestival,

Bayreuth Summertime und weiteren

Kulturereignissen. Ein ausführlicher Teil ist

der Wirtschaft in Bayreuth gewidmet. Gezeigt

werden verschiedene Unternehmen

und das Projekt „Bayreuths lebendiger Süden“.

Dazu zählen der neue Bürgerhain,

die rekultivierten Weiher im Studentenwald

und der entstehende Landschaftspark Tappertaue.

Auch der Neubau des Stadtarchivs

an der Bernecker Straße wird thematisiert.

Seit 2019 erscheint das Magazin unter der

Leitung von Jörg Lichtenegger (GMK Marke.

Design. Digital.) in Zusammenarbeit

mit der Stadt Bayreuth. 2020 wurde es mit

dem German Design Award ausgezeichnet.

Jetzt kostenlos erhältlich

Das Magazin liegt kostenlos an vielen Orten

aus: Im Neuen Rathaus, im Rathaus II, im

Verwaltungsgebäude

Wilhelm-Pitz-Straße,

bei der Tourist-Information,

im Cineplex,

in Hotels, Restaurants,

Geschäften, bei

der IHK und der Handwerkskammer

sowie

im Markgräflichen

Opernhaus und rund

ums Festspielhaus.

Online begleitet es die

Festspielzeit über die

sozialen Medien – mit

aktuellen Einblicken

und spannenden Themen.


festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

„Ein Traum, den ich nie zu träumen wagte“

Gespräch mit der Mezzosopranistin Alexandra Ionis

Wagner ist ihr Stern derzeit. Für Wagner

brennt sie: Alexandra Ionis. In Bayreuth ist

die in Berlin lebende Mezzosopranistin im

zweiten Jahr im „Ring des Nibelungen“ zu

erleben; als Siegrune in der „Walküre“, als

zweite Norn in der „Götterdämmerung“.

Und darüber hinaus auch als Venus in der

Kinderoper.

Der „Ring“ geht ja nun schon in sein drittes

Jahr, Sie sind als Siegrune beziehungsweise

Norn im zweiten Jahr mit dabei. Hat sich

etwas in der Inszenierung für Sie geändert?

Bayreuth hat ja ein Werkstattkonzept. Da

wird natürlich weitergearbeitet. Für mich

persönlich bleibt es, glaube ich, bei dem,

was ich bereits im letzten Jahr kennenlernen

durfte. Trotzdem, die Zeit hier ist gut

gefüllt mit szenischen und musikalischen

Proben.

Der „Ring“ wird in diesem Jahr „nur“ zweimal

gegeben, bleiben Sie die Festspielzeit

über in Bayreuth?

Tatsächlich ja. Mit einer ganz kurzen Unterbrechung,

da bin ich zuhause, in Berlin.

Sie wohnen in Berlin, sind aber festes

Ensemble-Mitglied am Theater Bielefeld.

Ja. Ich bin viel unterwegs. Tatsächlich habe

ich zwei Basis-Stationen. Berlin und Bielefeld.

Gefühlt vielleicht sogar drei – mit Bayreuth.

Darf man das sagen?

Warum nicht? Sie sind ja nun schon das

zweite Jahr hier in Bayreuth in diesem Haus.

Ein Haus mit einer ganz eigenen Atmosphäre.

Einer magischen Atmosphäre.

Wie haben Sie das damals erlebt, als Sie

zum ersten Mal hier auf der Bühne standen?

Ich war überwältigt, ich habe geweint. Das

waren Tränen des Glücks, pures Glück,

aber auch der Demut, hier auf dieser magischen,

dieser für mich fast schon heiligen

Bühne stehen zu dürfen. 2018 war ich hier

zum ersten Mal, als Stipendiatin und durfte

mir Aufführungen anschauen; ich habe

Wagner in Berlin an der Staatsoper, in Italien

– in Bari und Neapel – sowie in Sydney

gesungen, aber dass ich nun hier singen

darf, das ist ein Traum, den ich nie zu träumen

gewagt habe.

Wie sind Sie eigentlich mit Wagner in Berührung

gekommen?

Ich habe mit Klavier angefangen, war Jungstudentin

an der Universität der Künste in

Berlin und habe das für eine jüngere Person

auch durchaus professionell betrieben.

In meiner Abiturzeit wurde uns dann

im Musikunterricht Wagners „Ring des

Nibelungen“ vorgestellt. Und das weiß ich

noch wie heute – als unser Lehrer uns damals

den Beginn des „Rheingolds“ vorgeführt

hat, da hatte ich Gänsehaut, Tränen

in den Augen, mein Körper war Elektrizität.

Da muss ich 17 Jahre alt gewesen sein.

Ihr Weg von Klavier zu Gesang, finde ich, ist

ungewöhnlich...

Klavier war nie mein Medium. Ich konnte es

gut spielen, weil ich Musikerin bin.

Und wie haben Sie den Gesang für sich

entdeckt?

Da gab es zwei Schlüsselmomente, fast zeitgleich.

Zum einen war ich als Pianistin für

den Wettbewerb „Jugend musiziert“ einem

Bariton zugeteilt, Duo Kunstlied. Wir haben

es bis in den Bundeswettbewerb geschafft

und dort einen ersten Preis gewonnen. Das

war eine großartige Erfahrung. Und damals

habe ich mir gedacht, während ich an

den Tasten saß, eigentlich möchte ich das,

was er macht, auch machen. Zum anderen

Alexandra Ionis ist bereits zum zweiten Mal bei den

Bayreuther Festspielen mit dabei. Foto: Simon-Pauly

hatten wir fast parallel dazu, von der Schule

aus, ein dreiwöchiges Betriebspraktikum

zu absolvieren. Ich war bei einem Tierarzt,

eine Freundin in der Deutschen Oper. Und

über diese Freundin habe ich eine Freikarte

für die „Tote Stadt“ bekommen (Oper in

drei Bildern von Erich Korngold, Anm. d.

Red.) mit Christian Thielemann am Pult.

Stephen Gould hat gesungen – von dem

hatte ich damals noch nie gehört – und ich

saß da und wollte nur noch ein Teil dieses

Kosmos sein. Das war Magie. Ich habe das

dann meinem Gesangspartner erzählt,

woraufhin der mich eingeladen hat, seinem

Lehrer, einem Professor an der Universität

der Künste Berlin, vorzusingen. Das habe

ich gemacht, der hat sich das angehört und

mich ermuntert, weiterzumachen. Ich habe

mir dann, neben der Schule, mit Nebenjobs

Gesangsstunden finanziert. Das war

wie ein Sog, ich musste das machen. Und

da war noch gar nicht von Beruf die Rede,

es ging nur um das Singen selbst.

Und dann kam die Hochschule?

Ich habe mir nach dem Abitur ein Jahr

Zeit genommen, mich auf die Aufnahmeprüfung

vorbereitet und bin an der Hochschule

für Musik „Franz Liszt“ in Weimar

genommen worden. Ich habe dort eine

wunderbare erste Zeit verbracht, bin dann

nach Mailand gegangen, um die italienische

Tradition, Musik und Sprache zu lernen.

Wie passt da Wagner hinein?

Das Erlebnis mit „Rheingold“ hat mich nie

losgelassen. Das war etwas, da wollte ich

hin. Wobei man natürlich nicht sagen kann,

ich werde irgendwann einmal Wagner singen.

Aber die größte Anziehungskraft habe

ich eben dort verspürt, bei Wagners Musik.

Wenn man ihre Vita studiert, fällt auf, dass

sie neben Wagner sehr viel Ihrer Zeit der

neuen, der zeitgenössischen Musik widmen.

Woher kommt diese Leidenschaft?

Ich komme vom Klavier, habe dort ein breites

Repertoire gespielt. Mein Vater war Jazzpianist,

hatte eine klassische Ausbildung,

er hat Arrangements für Musicals geschrieben.

Ich bin also in einem Haushalt groß

geworden, in dem es musikalisch gesehen

keinerlei Grenzen oder Berührungsängste

gab. Ich habe damit während meines Studiums

angefangen, es hat mich gereizt, diese

Musik in meinen Kopf zu bekommen. Ich

möchte gefordert werden und diese Musik

ist sehr anspruchsvoll. Ich bin kein gemütlicher

Mensch. Und dann hatte ich natürlich

auch das Glück, mit Komponisten wie

Aribert Reimann direkt zusammenarbeiten

zu dürfen. Das hat mich natürlich zusätzlich

gereizt. Dazu kommt noch, dass diese

Partien oft auch Sprechpassagen enthalten

und sehr viel Schauspiel verlangen, was ich

unglaublich gerne mache. Ich hätte gerne

auch noch Schauspiel studiert, wenn das

zeitlich gegangen wäre.

Interview Gordian Beck

Sophienstrasse 12

95444 Bayreuth

0921-62244

fantasia-mode.de


festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Unverzichtbarer Partner

GdF: Freunde geben Sonderzuschüsse

sich dabei als verlässlicher Impulsgeber für

Tradition und Erneuerung zugleich.

Dazu zählt unter anderem das Programm

„Wagner for Starters“, mit dem jungen Menschen

ein Zugang zu Wagners Werk ermöglicht

werden soll: Ein begrenztes Kartenkontingent

für alle Opern der Jubiläumssaison

wird zum symbolischen Preis von 50 Euro

je Karte angeboten. Die genauen Termine

geben die Festspiele in Kürze bekannt.

Georg von Waldenfels

Die Gesellschaft der Freunde von Bayreuth

e.V. (GdF) bleibt auch 2025 und 2026 ein

unverzichtbarer Partner der Bayreuther

Festspiele. Mit einem Gesellschafteranteil

von 1,8 Millionen Euro und zusätzlichen

Fördermaßnahmen, sichert sie nicht nur

den Spielbetrieb, sondern fördert gezielt

Innovation und Nachwuchs. Seit ihrer

Gründung 1949 hat die GdF über 154 Millionen

Euro investiert, „ein kulturprägendes

Engagement, das auch in Zukunft Bestand

haben soll“, so Dr. Georg Freiherr von Waldenfels,

Vorsitzender der Gesellschaft der

Freunde von Bayreuth und Vorsitzender

des Verwaltungsrates der Bayreuther Festspiele

GmbH.

Für das Festspieljahr 2026, das ganz im

Zeichen des 150-jährigen Bestehens des

Festspielhauses steht, hat die GdF jetzt

Details zu den Fördermaßnahmen für die

kommenden Jahre vorgestellt – und zeigt

Ein weiterer Höhepunkt: die Uraufführung

von „Brünnhilde brennt“, einer Kooperation

der Bayreuther Festspiele mit der Oper

Dortmund. Das Werk des Komponisten

Bernhard Lang und des Librettisten Michael

Sturminger wird im August 2026 dreimal

im Friedrichsforum Bayreuth aufgeführt

– mit finanzieller Unterstützung der GdF.

Auch der Internationale Gesangswettbewerb

für Wagner-Stimmen, der im August

2026 unter Leitung von Prof. Katharina

Wagner in Bayreuth stattfindet, profitiert

von den Fördermitteln der Gesellschaft.

Die Preisträgerinnen und Preisträger präsentieren

sich am 11. August gemeinsam

mit dem Festspielorchester erstmals dem

Publikum.

Heute zählt die GdF rund 4.500 Mitglieder

weltweit, über ein Viertel davon aus dem

Ausland. Sie ist seit 2009 Gesellschafterin

der Bayreuther Festspiele GmbH. Sie ist

ein kulturelles Rückgrat, ein Netzwerker

zwischen Tradition und Zukunft und ein

Garant dafür, dass Richard Wagners Kunst

auch in kommenden Jahrzehnten lebendig

bleibt.

MdE Monika Hohlmeier

Landtagspräsidentin Ilse Aigner und

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner

Ein modernes Haus mit bester Tradition auf Bayreuths Grünem Hügel:

Stilvoll genießen

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Alexander Herrmann mit Ehefrau Maxi Friedrichs

Seit 1984, also seit über 40 Jahren, steht der Name

Minuzzi für erlesene Qualität und feine italienische

Küche auf der Bürgerreuth. Das historische „Gesellschaftshaus

Bürgerreuth" wurde 1839 offiziell eingeweiht.

Unter der Leitung von Stephie und Rinaldo

Minuzzi wurde es aufwändig renoviert, modernisiert

und ausgebaut. Die 2010 fertiggestellte neue Dachterrasse

im ersten Stock bietet auch bei schlechtem Wetter

einen geschützten und zugleich luftigen Aufenthalt

- das ideale Plätzchen für eine leichte Mahlzeit und

ein Gläschen Wein nach der Festspielvorstellung. Bei

schönem Wetter lockt die große, neu gestaltete und

überdachte Gartenterrasse die Besucher ins Freie.

Gepflegte Gastlichkeit in idealer Lage - das ist das Hotel

Bürgerreuth. Auf dem „Grünen Hügel" direkt am

Waldrand gelegen bietet unser kleines, aber feines

Haus seinen Gästen einen Ort der Ruhe und Erholung.

Zur Wahl stehen acht Doppel- und Einzelzimmer. Alle

Zimmer sind mit Dusche oder Bad/WG, Fön, Kabel-

TV, Radio, Minibar und Mini-Safe ausgestattet. Zusätzlich

steht Ihnen ein kostenloser Internetzugang

per WLAN sowie Fax, Drucker und Kopierer zur Verfügung.

Am Morgen verwöhnen wir Sie mit einem reichhaltigen

Frühstücksbuffet. Genießen Sie einen komfortablen

Aufenthalt!

Während der Festspielzeit täglich geöffnet mit

warmer Küche bis nach den Vorstellungen!

Schneller Service in den Pausen mit spezieller

Pausenl{arte oder unserem schnellen „Pausen-Lunch“.

Die Bürgerreuth - Ristorante &c Griglia

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Auf der Bürgerreuth liegt der leckere Duft von

frisch Gegrilltem in der Luft! Wir möchten Sie

herzlich einladen, bei uns auf der Bürgerreuth ein

einzigartiges Produkt zu genießen: ausgesuchtes

Bayreuther Premium-Rindfleisch von der Grillstation

im Wintergarten unseres Restaurants. Dabei

dürfen Sie sich auf ein gastronomisches Erlebnis

freuen, das all Ihre Sinne anspricht: vor einem lodernden

Buchenholzfeuer dreht sich bedächtig ein

schwerer Spieß mit saftigem Kalbsbraten; daneben

wird ein zartes Filetsteak oder ein herzhaftes

Cowboy-Steak schonend gegrillt - mit einer Fleischqualität,

die ihresgleichen sucht. Das muss man

probiert haben!

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MdL Martin Schöffel mit Begleitung, MdL Ulrike Scharf

Florian Silbereisen


festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

MdL Judith Gerlach mit Ehemann Tobias Nitsch Moderator Wolfram Kons mit Ehefrau Alexa Apermann Landrat Florian Wiedemann mit Ehefrau Sandra

RICHARD-WAGNER-STRASSE 32 | 95444 BAYREUTH | TELEFON 0921 - 800 26 263

DIENSTAG BIS FREITAG: 09:00 – 18:30 UHR | SAMSTAG: 10:00 UHR – 16:00 UHR

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Im Jahr 1863 reist Richard Wagner auf Einladung von

Großfürstin Helene zu einer Konzertreise nach Russland. In

St. Petersburg überreicht General Suworow ein von Ignatius

Sazikov prunkvoll gearbeitetes und reichhaltig verziertes

Trinkhorn. 1864 in Wien veräußert sein Freund Dr.

Standhartner das Trinkhorn und es verschwindet, bis auf

eine Erwähnung in Wagners Biographie, aus der

Öffentlichkeit.

2023 kauft es Karl-Heinz Breitzmann und macht es zu den

Festspielen 2025 der Öffentlichkeit zugänglich!

Dauerausstellung in der Zeit vom 25.07.2025 bis

23.08.2025 in den Geschäftsräumen der Firma

BREITZMANN Edelmetalle & Diamanten,

Wölfelstr. 1a - 95444 Bayreuth

Ignatius

Pavelovitj

Sazikov

“...Zudem hatte ich es nicht verhindern können, für ein auf den dritten Tag nach dem meinigen

angekündetes Konzert zum Besten der Petersburger Schuldgefangenen zuzusagen, da ich namentlich

durch Großfürstin Helene dringend hierzu aufgefordert war. Für dieses letztere war ganz Petersburg

schon ehrenhalber engagiert, da es unter hohem Protektorate stand, und während alle Plätze zu demselben

im voraus verkauft waren, hatte ich bei einem sehr leeren Saale im Adeligen Kasino mich mit

einer Einnahme zu begnügen, welche glücklicherweise wenigstens die Kosten deckte. Dafür ging es in

dem Konzerte für die Schuldgefangenen desto festlicher her:

General Suworow, ein Mann von vollkommenster Schönheit, dazu Gouverneur von Petersburg, überreichte

mir als Dank der Schuldgefangenen, ein sehr schön gearbeitetes silbernes Trinkhorn...”

Wilhelm

Richard

Wagner

Dr.

Joseph

Standthartner

Karl-Heinz

“Charly”

Breitzmann

Aus der Biographie Richard Wagners

Ignatius Pavelovitj Sazikov

* 1793 in Moskau

† 1868 in Moskau

Einer der bedeutendsten

russischen Silberschmiede,

er arbeitete unter anderem

in der Werkstatt von Fabergé.

Prinzessin von Württemberg

* 1807 in Stuttgart

† 1873 in Sankt Petersburg

Friederike Charlotte Marie

wurde durch ihre Heirat

Großfürstin Elena Pawlowna

(auch Helena) von Russland.

Alexander A. Suworow

* 1804 in Sankt Petersburg

† 1882 in Sankt Petersburg

Alexander Arkadjewitsch

Suworow war General- und

Militärgouverneur des Baltikums

und St. Petersburg.

Wilhelm Richard Wagner

* 1813 in Leipzig

† 1883 in Venedig

Bekannter deutscher Komponist,

seine Musikdramen

gelten als einflussreichste

der Romantik.

Dr. Josef Standhartner

* 1793 in Troppau

† 1868 in Wien

Leibarzt der Kaiserin Sissi von

Österreich und einer der

hilfreichsten Freunde und

Vertrauter Wagners in Wien.

Karl-Heinz “Charly” Breitzmann

* 1968 in Bayreuth

Deutschlandweit bekannter

Goldhändler - er kauft das

Trinkhorn und widmet es

seinen Töchtern LIsa, NORa

und CHArlotte.

Wilhelm Richard Wagner (* 22. Mai 1813 in Leipzig; † 13. Februar

1883 in Venedig) war ein deutscher Komponist, Schriftsteller und

Dirigent. Mit seinen durchkomponierten Musikdramen gilt er als

einer der bedeutendsten und einflussreichsten Komponisten der

Romantik.

Dr. Josef Standhartner Leibarzt der Kaiserin Elizabeth, gehörte zu

den engsten und hilfreichsten Freunden Richard Wagners in Wien.

In seiner Wohnung fand im November 1862 einer denkwürdige

Vorlesung der Dichtung aus den Meistersingern von Nürnberg

statt.

www.linorcha.de


festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Regierungspräsident Florian Luderschmid mit Rebekka Macke Uni-Präsident Prof. Dr. Stefan Leible mit Ehefrau Monika Zweiter Bürgermeister Dr. Andreas Zippel mit Lebenspartner Luca

MdL Tim Pargent und MdB Ricarda Lang

Dr. Stefan Specht mit Lebensgefährtin Reglicary Obatala Yeya

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Ihres Zuhauses.

Die Goldschmiedin Julia Förster-Oetter gestaltet in

ihrem Atelier im Bayreuther Stadtteil St. Georgen

besondere Schmuckstücke. Viele ihrer Kreationen nehmen

direkten Bezug zur Stadt und zum Festspielhaus.

Jedes Jahr zur Festspielzeit entsteht ein neues

Schmuckstück. In diesem Jahr ist es ein Segelseilarmband

mit Magnetverschluss. Ein feines Abbild

des Festspielhauses wurde per Laser eingraviert.

Über ein eigenes 3D-Druckverfahren entstand auch

die Wotan-Kette zum aktuellen „Ring“ von Regisseur

Valentin Schwarz. Die Bayreuth-Kollektion ist auf den

Bayreuth-Ring abgestimmt, der mit dem Designpreis

der Handwerkskammer ausgezeichnet wurde. Teile

der Kollektion sind auch im Tourismusbüro erhältlich.

Gefertigt wird in Handarbeit – mit Glas, Gold und

Silber. Die gesamte Kollektion ist im Atelier einsehbar. Auch individuelle Anfertigungen

sind möglich. Kleine Plättchen mit

dem Motiv des Festspielhauses lassen sich

mit Buchstaben personalisieren. Kundinnen

und Kunden können dabei selbst mitwirken.

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Wo Kultur auf Geschichte trifft

Das Goldene Buch der Stadt und die Bayreuther Festspiele

Die Bayreuther Festspiele sind ein weltbekanntes

Kulturereignis. Jeden Sommer

zieht es Gäste aus Politik, Gesellschaft und

Kunst auf den Grünen Hügel. Wer dabei

eine besondere Rolle spielt, darf sich ins

Goldene Buch der Stadt Bayreuth eintragen.

Das Buch ist mehr als eine Liste von

Ehrengästen. Es ist ein stilles Archiv großer

Namen und bedeutender Besuche. Besonders

die Bayreuther Festspiele sind eng mit

dieser Tradition verbunden.

Seit der Wiederaufnahme der Festspiele

1951 nach dem Zweiten Weltkrieg gehören

Eintragungen ins Goldene Buch zum Ritual.

Wer eingeladen wird und kommt, hinterlässt

eine Spur – meist in Form einer Unterschrift,

oft mit persönlichen Worten.

Zu den prominenten Gästen zählen internationale

Persönlichkeiten wie: König

Charles III., Königin Margrethe II. von

Dänemark, Michail Gorbatschow und Raissa

Gorbatschowa, Prinzessin Begum Aga

Khan, König Carl Gustaf und Königin Silvia

von Schweden, Juan Antonio Samaranch,

früherer IOC-Präsident oder Auma Obama,

Halbschwester von Barack Obama.

Auch die deutsche Politik ist regelmäßig

vertreten. Angela Merkel war und ist heute

noch über viele Jahre eine treue Besucherin

der Festspiele. Ihr Eintrag in das Goldene

Buch der Stadt stammt vom 12. August

2006. Gerhard Schröder trug sich bereits

2003 ein. Auch Ursula von der Leyen, Prä-

sidentin der EU-Kommission, verewigte

sich 2022 – begleitet von Ministerpräsident

Markus Söder und Oberbürgermeister

Thomas Ebersberger. Im selben Jahr folgte

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Die Einladung an den amtierenden Kanzler

ist Tradition, doch eine Teilnahme wird

oft erst kurz vor Festspielbeginn bekannt

gegeben – in Abstimmung mit dem Kanzleramt,

so die Antwort aus der Pressestelle

der Stadt Bayreuth. Während Olaf Scholz

in seiner Amtszeit den Bayreuther Festspielen

fernblieb, betrat 2025 erstmals ein

neuer Name aus der politischen Spitze den

Grünen Hügel: Friedrich Merz zeigte Präsenz

beim Auftakt der Festspiele und lief

über den Roten Teppich.

Die Geschichte des Goldenen Buches reicht

bis ins Jahr 1960 zurück. Einträge sind ein

Zeichen der Ehre, kein Anspruch. Auch

Ehrenbürger, Träger der Stadtmedaille

oder des Ehrenrings, dürfen sich eintragen.

Schon 1974 kam Helmut Kohl als Ministerpräsident

von Rheinland-Pfalz nach Bayreuth.

Er war noch nicht Kanzler.

Unter den Kanzlern blieben Merkel und

Schröder bislang die einzigen, die offiziell

vermerkt sind. Das Goldene Buch zeigt, wie

tief die Festspiele in der Identität der Stadt

verankert sind. Sie sind nicht nur Kunst.

Sie sind auch Bühne für große Begegnungen.

Ein Ort, an dem Kultur, Politik und

Geschichte zusammenkommen – sichtbar

gemacht in Tinte auf Papier.

Beim Staatsempfang 2007: Bundeskanzlerin Angela Merkel gemeinsam mit Katharina

Wagner.

F R E U N D

SEIN

!

Almanach

Die 16. Ausgabe gewährt einen

Blick hinter die Kulissen

der Festspiele in Buchform,

interessant nicht nur für

Insider.

Der Almanach kann bei der

Gesellschaft der Freunde

für 25 Euro angefordert

werden oder im Büro der

Freunde und in örtlichen

Buchhandlungen erworben

werden.

Perspektiven auf

Siegfried Wagner

Bei drei Veranstaltungen Siegfried Wagner neu entdecken:

Ausstellung „Festspiele – Symphonie – Wahnopfer“

Ab 24. Juli, RW21 – Stadtbibliothek Bayreuth

Die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft präsentiert

eine Ausstellung, mit Fokus auf den Festspielleiter

Siegfried Wagner, auf seine Kompositionen der 1920er-

Jahre, insbesondere der im Kontext von „Bayreuth 1925“.

Konzert im Steingraeber-Palais

30. Juli, 19.30 Uhr, Kammermusiksaal Steingraeber-Palais

Die Musik Siegfried Wagners erklingt in einem exklusiven

Konzert mit namhaften Künstler:innen: Nadja Kristi (Sopran),

Ks. Roman Trekel (Bariton) und Dirigent David Robert

Coleman musizieren gemeinsam mit Mitgliedern des Brandenburgischen

Staatsorchesters Frankfurt/Oder.

Orgelkonzert in der Stadtkirche

12. August, 19.30 Uhr, Stadtkirche Bayreuth

Konzert mit Sopranistin Rebecca Broberg und Organist

Ulrich Leykam.

GESELLSCHAFT DER

Verlosung:

Drei unserer Leser können

jeweils einen Almanach

gewinnen.

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Kindern schmeckt!

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KiTas, Horte und Schulen.

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GROSSZÜGIGKEIT

SEIT 1949

WWW.FREUNDE-BAYREUTH.ORG

Verlosung

www. inbayreuth.de

Es gelten unsere allgemeinen

Teilnahmebedingungen

zu Gewinnspielen.

www.inbayreuth.de/gewinnspiele.

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festspiele.inbayreuth.de 11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Wer mehr wissen möchte

Einführungsvorträge zu den Opern

Richard Wagner zählt zu den einflussreichsten Opernkomponisten

der Musikgeschichte. Seine Werke sind geprägt

von Symbolik, Mythologie und großer dramatischer Tiefe.

Um Zugang zu diesen vielschichtigen Opern zu schaffen,

bieten Jürgen Ern, Dr. Sven Friedrich und Hans Martin

Gräbner, eigene Deutungen und Hintergründe. Die Einfüh-

Wagners WeRke

wirklich verstehen

WERKEINFÜHRUNGEN VON HANS MARTIN GRÄBNER

Am Vorstellungstag zur jeweiligen Aufführung, 11 bis ca. 12 Uhr,

Rokokosaal, Steingraeber-Haus, Friedrichstr. 2, Bayreuth. Eintritt: 15 17 €.

Kein VVK. Tageskasse: 10.30 Uhr. www.steingraeber.de

www.hmgraebner.de

Wagners WeRke

wirklich verstehen

WERKEINFÜHRUNGEN VON HANS MARTIN GRÄBNER

Am Vorstellungstag zur jeweiligen Aufführung, 11 bis ca. 12 Uhr,

Rokokosaal, Steingraeber-Haus, Friedrichstr. 2, Bayreuth. Eintritt: 15 €.

Kein VVK. Tageskasse: 10.30 Uhr. www.steingraeber.de

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STEIGERN SIE IHREN OPERNGENUSS

Einführungsvorträge von Jürgen Ern

Hintergründe | Handlung und Symbolik

Musikbeispiele | Inszenierung

täglich von 10:30 bis 12:00 Uhr in der Buchhandlung Breuer &

Sohn | Luitpoldplatz 9, 95444 Bayreuth

zur jeweiligen Oper des Aufführungstages

Jetzt Termine buchen: www.juergen-ern.de

rungsvorträge eröffnen neue Perspektiven – besonders für

Menschen, die wenig Vorerfahrung mit der Oper haben. Sie

finden jeweils am Tag der Aufführung statt.

Dr. Sven Friedrich: Einführung mit Tiefgang und

Leichtigkeit

Die inszenierungsbezogenen Einführungsvorträge von

Dr. Sven Friedrich sind 2025 wieder Teil des Programms.

Mit einem Mix aus Hintergrundwissen, feinem Humor

und verständlicher Sprache, bieten sie am Vormittag

erste Einblicke in die abendliche Aufführung. Dr. Sven

Friedrich gilt als ausgewiesener Kenner der Wagner-Forschung

und als erfahrener Vortragender. Die etwa einstündigen

Vorträge finden jeweils am Vorstellungstag

um 10.30 Uhr im Festspielhaus statt. Der Eintritt ist mit

einer gültigen Festspielkarte – unabhängig von Datum und

Produktion – kostenfrei. Alternativ stehen die Vorträge auch

digital zur Verfügung. Über den QR-Code oder den Link auf

dem Online-Ticket kann die jeweilige Aufzeichnung bequem

abgerufen werden.

Werkseinführungen mit Hans Martin Gräbner im

Steingraeber-Haus

Täglich zur jeweiligen Aufführung im Festspielhaus bietet

Hans Martin Gräbner eine Werkeinführung

im historischen

Rokokosaal des Steingraeber-

Hauses, Friedrichstraße 2, an.

Beginn ist jeweils um 11 Uhr.

Im Zentrum steht das musikalische

Werk Richard Wagners.

Mit fundiertem Wissen, feinem

Gespür für musikalische Details

und zahlreichen Klangbeispielen

am Liszt-Flügel, führt der

Pianist und Musikwissenschaftler

durch Handlung, Struktur

und Entstehungsgeschichte

der jeweiligen Oper. Gesangseinlagen

runden das lebendige

Opernerlebnis ab. Die etwa einstündigen

Vorträge verstehen

sich als intensive Vorbereitung

auf den Festspielabend – oder als eigenständiger Zugang

zu Wagners Werk. Auch ohne Festspielkarte ist ein Besuch

möglich. Mit dieser Reihe knüpft Hans Martin Gräbner an

eine lange Tradition einführender Vorträge im Steingraeber-Haus

an. Bereits in den 1950er-Jahren erklärten hier

Persönlichkeiten wie Maximilian Kojetinski und Erich Rappl

das Musiktheater der Festspiele. Die Wurzeln reichen noch

weiter zurück: Schon in den 1920er-Jahren sprach Daniela

Thode von Bülow, Stieftochter Richard Wagners und Enkelin

Franz Liszts, im selben Saal vor ausgewähltem Publikum.

Eintritt: 17 €, Karten an der Tageskasse ab 10.30 Uhr.

Einführung in Handlung, Interpretation und Symbolik

mit Jürgen Ern

Die Einführungsvorträge von Jürgen Ern finden auch in

dieser Festspielsaison wieder im Evangelischen Zentrum,

Richard-Wagner-Straße 24, statt. Beginn ist jeweils um

10.30 Uhr. Die Vorträge bieten eine Einführung in Handlung,

Interpretation und Symbolik der jeweiligen Werke. Im

zweiten Teil werden ausgewählte aktuelle und historische

Musikaufnahmen analysiert. Zudem erfolgen Erläuterungen

zu den Inszenierungen, um die Regieideen nachvollziehbar

zu machen.

Im Fokus steht in diesem Jahr die Neuinszenierung der

„Meistersinger von Nürnberg“ von Matthias Davids unter

der musikalischen Leitung von Danielle Gatti. Georg Zeppenfeld

übernimmt die anspruchsvolle Rolle des Hans

Sachs. Er hat die Partie bereits in Dresden unter Christian

Thielemann und in Wien gesungen. Besondere Aufmerksamkeit

gilt Michael Spyres als Walther von Stolzing. Der

„Bari-Tenor“ zeichnet sich durch einen außergewöhnlichen

Stimmumfang aus, der sowohl Tenor- als auch Baritonpassagen

abdeckt. Regisseur Matthias Davids, künstlerischer

Leiter der Musical-Sparte in Linz und studierter Germanist

und Sprachpädagoge, ist bekannt für interessante

Operninszenierungen. Seine Interpretation steht im Dialog

mit der intellektuellen Vorgängerversion von Barrie Kosky.

Christian Thielemann kehrt als einer der bedeutendsten

Wagner-Dirigenten mit der „Lohengrin“-Inszenierung von

Yuval Sharon zurück. Zudem sorgen Umbesetzungen in

wichtigen Rollen für Spannung: Elza van den Heever singt

Elsa, Miina-Liisa Värelä übernimmt Ortrud, Daniel Behle ist

als Loge zu hören und Jennifer Holloway als Sieglinde.

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Monumentaloper und kulturelles Streitobjekt

Aufführungshistorie: „Die Meistersinger von Nürnberg“

Aus ganz Europa reisten sie 1868 an, manche

gar von Übersee. Denn Richard Wagner

hat gerufen, sein neustes Werk „Die

Meistersinger von Nürnberg“ steht in München

zur Uraufführung bereit. Ein Spektakel

wird erwartet und für die Wagnerverehrer

der Zeit ein Pflichttermin. Auch, weil

man Teil des Siegeszuges sein will, den

diese Oper fortan begleiten wird. Denn

dass sich hier in München der Vorhang für

ein Meisterwerk heben wird, steht für die

Wagner-Jünger schon vor der Anreise fest.

Zumal das Stück auch heiter sein soll, ja sogar

kurzweilig – das behauptet im Vorfeld

zumindest Dirigent Hans von Bülow. Gut,

dagegen steht die Aufführungsdauer von

rund viereinhalb Stunden – ohne Pausen,

wohlgemerkt – aber das kennt man bereits.

Der Meister selbst ist an diesem 21. Juni

1868 ebenfalls vor Ort, er hat die Proben

im Münchner Nationaltheater überwacht.

Und als wäre die Uraufführung nicht

Stress genug, wohnt Wagner in diesen

Tagen ausgerechnet bei seinem ergebenen

Freund Hans von Bülow, dem er jüngst die

Frau ausgespannt hat. Zugegeben, die Ehe

existierte nur noch auf dem Papier, denn

Bülows Frau Cosima hat zu diesem Zeitpunkt

Wagner schon zwei Kinder – Isolde

und Eva – geboren, doch die Situation ist

pikant.

Pikant ist – so wird das zumindest von Teilen

des Publikums empfunden – das Sujet

der Oper. Bietet doch darin ein Vater seine

Tochter öffentlich dar, der Wettstreit ums

beste Lied ist zugleich Wettstreit um die

Hand der Tochter. Diese wird dazu selbstverständlich

weder gehört noch gefragt.

Wagner nutzt für sein monumentales Werk

historische Quellen, lehnt sich aber nur

lose an diese an. Vieles ist frei erfunden, wie

Katharina Wagner: Regiedebüt 2007 in Bayreuth mit den „Meistersingern“. Wolfgang Wagner (li.) mit Bühnenbildner

Tilo Steffens.

etwa die Figur des Sixtus Beckmesser, eine

bitterböse Karikatur von Wagners Kritikern,

mit der er vor allem auf seinen berühmtesten

Gegner zielt, Eduard Hanslick. Der

schreibt prompt, die Meistersinger seien

„unschön und unmusikalisch“, die Monologe

des Hans Sachs „unaussprechlich langweilig“.

Andere Kritiker werden deutlicher:

Von „kolossaler Ratte“, von „Monstrum“

und „Katzenmusik“ ist die Rede. Das kommt

nicht von ungefähr, ist in diese Oper textlich

viel hineingepackt: Abgründiges über

die Verführbarkeit der Masse, Tiefsinniges

über die Kunst, aber auch Deutschtümelei.

Insgesamt viereinhalb Stunden Wettstreit

der Dichtkunst und der Liebe.

Dennoch, die Uraufführung ist Triumph

und rauschendes Fest zugleich,

nicht zuletzt dank des Mäzenatentums

von König Ludwig II.. Obwohl die Oper

polarisiert, setzt sie zu einem Siegeszug

an. Sie wird in den folgenden

Jahren in Dresden, Berlin, Wien, Prag, sogar

in Kopenhagen aufgeführt und gilt

schnell, neben Carl Maria von Webers

„Freischütz“, als Inbegriff der deutschen

Nationaloper.

Eine besondere Herausforderung für jede

Produktion ist die schiere Größe der Oper.

Die Besetzung ist riesig, die Bühnenbilder

erfordern Opulenz, und die musikalischen

Anforderungen an Orchester und Sänger

enorm. Ein Werk, das sowohl Können als

auch eine Portion Selbstüberschätzung

erfordert. Dazu passt auch Wagners irrige

Annahme, dass seine „Meistersinger“ überall

und leicht zu inszenieren seien.

Inhaltlich eine Geschichte der politischen

Vereinnahmung von stramm hirnlosen

Patrioten, Nationalsozialisten. Der Bayreuther

Stammgast Adolf Hitler berauschte

sich in den „Meistersingern“ an deutscher

Hybris und Arroganz. Zentrale Fundstelle

für diese militante Deutschtümmelei ist das

Jubelfinale der Oper, eine Art Volksfest der

Nürnberger Zünfte und ihrer Meister sowie

die dahingehend interpretierte Schlussansprache

des Schustermeisters und Philosophen

Hans Sachs. Eine Lesart, die bis

heute zu Kontroversen führt und in zahlreichen

Inszenierungen aufgegriffen und

aufgearbeitet wurde. Gerne auch provokant,

wie etwa 2002 in Hamburg, als Regisseur

Peter Konwitschny die Aufführung

unterbrechen ließ und die Darsteller minutenlang

auf offener Bühne die fatale

Wirkung dieser Oper diskutierten. Damals

ein Eklat.

Aller Widrigkeiten und Kontroversen

zum Trotz, haben sich die „Meistersinger“

ihren Platz im Repertoire der großen

Opernhäuser erobert. Und so sitzen auch

heute noch Opernbesucher, mal schmunzelnd,

mal schenkelklopfend, mal mit

gerunzelter Stirn, mal auch gelangweilt, vor

der Bühne und sehen und hören der Geschichte

von Walther, Eva und Hans Sachs

zu.

Verweilen Sie in gemütlichem Ambiente

im traditionsreichen Restaurant

oder genießen Sie bei schönem Wetter

die Atmosphäre Bayreuths im angrenzenden Garten.

Freuen Sie sich auf unsere regional

und saisonal geprägte Küche,

an der Sie sich während der Richard-Wagner-Festspiele

bis nach den Aufführungen

erfreuen können.

Nostalgie-Wirtshaus Wolffenzacher – am Sternplatz

Badstraße 1 l 95444 Bayreuth l 0921/64552

An spielfreien Tagen haben wir geschlossen.

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Wer Wagner hört, soll auch gut essen

Wahnfood bringt frischen Schwung in die Pausenverpflegung

Pünktlich zum Start der Festspielsaison

bringt Event-Caterer Wahnfood wieder frischen

Schwung in die Pausenverpflegung

der Bayreuther Festspiele. Neu gestaltet

präsentiert sich die Terrasse des Festspielrestaurants

als „Meistersinger Festwiese“

– mit viel Grün, Fachwerk-Attrappen und

fränkischem Charme.

Das gastronomische Konzept setzt auch

in diesem Jahr auf Vielfalt und Raffinesse.

Neben den bekannten Highlights wie

der „Wotans Weinerie“ mit edlen Tropfen

von Sponsor Geldermann oder der „Flying

Dutchman“-Seafood-Bar, überrascht

Wahnfood mit einer neuen fränkischen

Spezialität: den Nürnberger Meistersinger

Bratwürsten.

„Diese Bratwurst ist eine

ganz besondere Kreation“,

verrät Küchenchef Florian

Neumann, der erstmals bei

Wahnfood dabei ist. „Wir

kombinieren fränkische Wurstkunst aus

dem Hause „Ponnath die Meistermetzger

GmbH“ aus Kemnath, mit einer leichten

Creme, frischen Apfelstücken und einem

Hauch Meerrettich. Dazu servieren wir

einen feinen Kartoffelsalat und ein süßsauer-pikantes

Gurken-Relish.“ Für den

schnellen Genuss gibt es die Bratwürste

auf der Festwiese klassisch auf dem Teller,

im Biergarten auch im Brötchen.

Auf den neuen Küchenchef sind die Wahnfood-Geschäftsführer

Engin Gülyaprak

und Axel Gottstein besonders stolz. „Seine

Erfahrung aus Fünf-Sterne-Häusern hebt

das gastronomische Niveau“, so Axel Gottstein.

Auch bei den fleischlosen Varianten

wird viel Wert auf Frische und Kreativität

gelegt. Die Preise wurden zwar moderat

angehoben, blieben jedoch, so Axel Gottstein,

unter dem Nivau anderer großer

Festspielhäuser.

Festspiel-Cuvée 2025

In einer Hommage an „Die Meistersinger von Nürnberg“ präsentiert die Geldermann

Privatsektkellerei ihren diesjährigen Festspiel-Cuvée – ein reinsortiger

Pinot Blanc, der mit feiner Perlage, goldgelbem Glanz und einem

intensiven Bouquet aus gelben Pfirsichen, Birnen und zarten Haselnussnoten

bezaubert. Am Gaumen offenbart sich der Sekt cremig und

ausgewogen, komponiert von Chef de Cave Déborah Ruffing Tabbone.

Bei der Verkostung: V.l. Michael Ponnath, Wahnfood-Geschäftsführer Engin Gülyaprak und Axel Gottstein, Küchenchef Florian

Neumann, Oberbürgermeister Thomas Ebersberger und Ulrich Jagels, Kaufmännischer Geschäftsführer der Bayreuther

Festspiele.

Neben der Meistersinger Bratwurst bleiben

die Klassiker natürlich erhalten: von

den legendären „Champagner-Bratwürsten“,

bis hin zu raffinierten Törtchen aus

der hauseigenen Patisserie. Auch die

Frozen-Yoghurt-Kreationen mit Namen

wie „Festspielhügel“, sorgen für kühle

Erfrischung in den Pausen.

in den kommenden fünf Wochen für das

leibliche Wohl der Gäste. Dabei setzt das

Team nicht nur auf kulinarische Qualität,

sondern auch auf Komfort: Überdachte

Sitzbereiche und liebevoll dekorierte Räume

bieten Schutz vor Sonne und Regen

und laden zum Genießen ein.

Das Etikett ziert eine Nürnberger Altstadtgasse mit Fachwerkhäusern,

gestaltet vom britischen Künstler Andrew D. Edwards. Diese

Optik findet sich auch auf einem eigens entworfenen Porzellanbecher

aus der ikonischen LAB-Serie der Königlichen Porzellan-Manufaktur

Berlin (KPM) wieder – erhältlich im limitierten Set mit dem Cuvée.

KPM-Set limitiert auf 150 Stück. Erhältlich: shop.geldermann.de und

www.ludwig-von-kapff.de, sowie ausgewählten Händlern in Bayreuth.

Wahnfood versteht seine Aufgaben nicht

nur im Catering: „Wir erzählen die Geschichten

der Festspiele auch auf den Tellern“,

betont Engin Gülyaprak. So spiegelt

sich das Festspielprogramm in allen Bereichen

wider – von der „Meistersinger Festwiese“

bis hin zum „Flying Dutchman“.

Mit rund 120 Mitarbeitern sorgt Wahnfood

„Wir freuen uns, dass wir den Vertrag mit

mit der Geschäftsführung der Festspiele

verlängern konnten und auch in den kommenden

Jahren Teil der Festspiele sein

dürfen“, sagt Axel Gottstein. „Unser Ziel ist

es, den Gästen ein unvergessliches Erlebnis

zu bieten – auf der Bühne und auf dem

Teller.“

NEU

ERÖFFNUNG

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Flaggenstreit auf dem Grünen Hügel!

Wie das „W“ zur Fahne der Festspiele wurde

1924 sorgte eine Entscheidung für Aufsehen:

Während in der Weimarer Republik

die schwarz-rot-goldene Fahne als Staatsflagge

galt, wurde am Festspielhaus die alte

Reichsflagge in Schwarz-Weiß-Rot gehisst.

Eine Abgrenzung – und ein Signal an konservative

und reaktionäre Kreise, dass sie

sich „zu Hause“ fühlen konnten. Diese Entscheidung

wurde öffentlich kritisiert. Denn

sie zeigte, dass sich die Festspiele nicht klar

zur Republik bekannten. Statt politischer

Neutralität, stellte man sich gegen die Zeit.

Doch bald kam eine neue Idee auf: eine

weiße Fahne mit einem roten „W“. Ein Symbol

ohne Partei – aber mit Haltung. Es sollte

zeigen: In Bayreuth geht es um das Werk

Wagners, um Musik, Kunst und gemeinsame

Begeisterung – nicht um Politik.

Wer genau dieses Symbol eingeführt hat,

ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Es gibt

keinen offiziellen Nachweis im Archiv des

Richard-Wagner-Museums. Auch das bekannte

Standardwerk von Oswald Georg

Bauer erwähnt die Hausflagge 1925 nicht.

Erst in der Biographie „Winifred Wagner –

oder Hitlers Bayreuth“ von Brigitte Hamann

findet sich der Hinweis, dass die weiße Fahne

mit dem roten „W“ eingeführt wurde,

„um keinen Anstoß zu erregen“. Aber auch

dort fehlt eine genaue Quellenangabe.

Fest steht: Musikforscher Prof. Dr. Peter

P. Pachl geht davon aus, dass es Siegfried

Wagner war, der diese Fahne als Festspielleiter

eingeführt hat. Nachweislich weht sie

seit 75 Jahren – vielleicht schon länger. Feiern

wir 2025 sogar ihr 100. Jubiläum?

Die weiße Fahne mit dem roten „W“ hat

sich durchgesetzt. Zum Neubeginn der

Festspiele 1951 wurde sie zum Zeichen. Sie

steht für einen Ort, an dem Musik im Mittelpunkt

steht – jenseits politischer Lager.

Oder wie Christian Thielemann es sagt: In

Bayreuth gibt es nur einen Star – das Werk.

Und das verspielte „W“ auf weißem Grund

ist zu einem sympathischen Bekenntnis geworden:

für Kunst, für Gemeinschaft, für

Bayreuth.

Claus Frankl

Seit fast 100 Jahren steht die weiße Fahne mit dem roten „W“ für Frieden, Offenheit – und für Bayreuths

besondere Haltung zum Musiktheater.

Bayreuther Festspiele 2025

Der komplette Spielplan in der Übersicht

Do, 24. Juli 2025 20 Uhr Festspiel Open Air

Fr, 25. Juli 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg

Sa, 26. Juli 2025 18 Uhr Das Rheingold

So, 27. Juli 2025 11 Uhr Chor-Open Air

So, 27. Juli 2025 16 Uhr Die Walküre

Mo, 28. Juli 2025 20 Uhr Festspiel Open Air

Di, 29. Juli 2025 16 Uhr Siegfried

Mi, 30. Juli 2025 16 Uhr Parsifal

Do, 31. Juli 2025 16 Uhr Götterdämmerung

Fr, 1. August 2025 16 Uhr Lohengrin

Sa, 2. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg

So, 3. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde

Mo, 4. August 2025 16 Uhr Lohengrin

Di, 5. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnbergrn

Mi, 6. August 2025 16 Uhr Lohengrin

Fr, 8. August 2025 16 Uhr Parsifal

Sa, 9. August 2025 16 Uhr Lohengrin

So, 10. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde

Mo, 11. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg

Mi, 13. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde

Do, 14. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg

Fr, 15. August 2025 18 Uhr Das Rheingold

Sa, 16. August 2025 16 Uhr Die Walküre

So, 17. August 2025 16 Uhr Parsifal

Mo, 18. August 2025 16 Uhr Siegfried

Di, 19. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg

Mi, 20. August 2025 16 Uhr Götterdämmerung

Fr, 22. August 2025 16 Uhr Meistersinger von Nürnberg

Sa, 23. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde

So, 24. August 2025 16 Uhr Parsifal

Mo, 25. August 2025 16 Uhr Tristan und Isolde

Di, 26. August 2025 16 Uhr Parsifal


festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Präzision auch hinter der Bühne

Blick in die Werkstätten der Bayreuther Festspiele mit

Technischem Direktor Henning Angebrandt

Wenn auf dem Grünen Hügel die ersten

Takte erklingen, ist alles perfekt ausgeleuchtet,

millimetergenau aufgebaut und

bereit für große Oper. Diese Perfektion

ist nur möglich durch ein engmaschiges

technisches Sicherheitsnetz. Henning

Angebrandt, Technischer Direktor der Bayreuther

Festspiele, gibt einen Einblick in

den komplexen Ablauf hinter einer Opernbühne

– und in die unsichtbare Arbeit, die

weit vor dem ersten Vorhang beginnt.

Keine Oper ohne Regeln

„Die Sicherheit auf der Bühne ist streng geregelt“,

sagt Henning Angebrandt. Gemeint

sind nicht nur Brandschutz und Achtsamkeit

bei der Verwendung von Pyrotechnik,

sondern das große Ganze: von der Versammlungsstättenverordnung

über Richtlinien

der Berufsgenossenschaften bis hin

zur Gefährdungsbeurteilung. „Das sind

Grundlagen für unsere Entscheidungen:

Ist eine Situation gefährlich oder nicht?

Und vor allem: Wer trägt die Verantwortung,

sollte es tatsächlich zu einem Unfall

kommen?“ Auch Regisseurinnen und Regisseure

stehen in der Pflicht, wenn durch

künstlerische Ideen die Sicherheit gefährdet

wird.

Auf einer Festspielbühne, wo regelmäßig

Bühnenbauten mit großer Höhe entstehen

oder Sänger über fahrbare Plattformen

gleiten, kann jeder Fehler potenziell folgenschwere

Konsequenzen haben. „Wenn wir

ein Flugwerk bauen, mit dem der Künstler

zum Schweben gebracht wird, bringen wir

eine Maschine in Verkehr. Dann braucht es

eine Vor- und Bauprüfung und eine Sachverständigenabnahme

– das ist ähnlich wie

Henning Angebrandt, Technischer Direktor der Bayreuther Festspiele, gibt einen Einblick in den komplexen Ablauf hinter der

Bühne.

der TÜV beim Auto.“ Doch nicht alles kann

selbst erledigt werden: „In unseren elektronischen

Steuerungen stecken Blackboxen,

die wir nicht einsehen können. Da muss

die Herstellerfirma die jährliche Sachkundigenprüfung

übernehmen und uns bestätigen,

dass alles einwandfrei funktioniert.“

Diese Blackboxen protokollieren nicht nur

jede Bewegung und jede Störung, sie sind

das Herzstück einer sicherheitsrelevanten

Steuerung – im Fall der Fälle lassen sich damit

Fehler und somit auch Ursachen rekonstruieren.

Ob eine fehlerhafte Programmierung

oder ein technisches Problem vorlag,

lässt sich so eindeutig herausfinden.

Wer hoch hinaus will, muss standfest sein

Sicherheit bedeutet auch Fürsorge. Wer

auf der Bühne in großer Höhe agieren

soll, muss schwindelfrei sein: „Ein einfaches

Beispiel: Wer Höhenangst hat, sollte

nicht zehn Meter über dem Boden singen

und agieren müssen.“ Daher dürfen nur

befähigte Personen zum Einsatz kommen.

„Wenn sich Sängerinnen und Sänger in ihrer

Rolle nicht wohlfühlen und die Darbietung

darunter leiden könnte, muss sich der

Regisseur oder die Regisseurin etwas anderes

einfallen lassen, um die Darstellung für

die Künstler spielbar zu gestalten.“ Henning

Angebrandt plädiert für Ehrlichkeit: „Wir

weisen unsere Sängerinnen und Sänger

gerne darauf hin, zu sagen, wenn sie sich

unwohl fühlen. Es hilft niemandem, wenn

jemand vor dem Auftritt nicht den Kopf frei

hat von Ängsten.“ Viele schwierige Situationen

müssen ausreichend geprobt werden,

damit Angst erst gar nicht aufkommt. Auch

technische Hilfen, etwa ein Haltegriff oder

ein Haltegurt, können die Situation entschärfen.

Künstlerische Vision trifft physikalische

Realität

Auch im Dialog mit den Bühnenbildnerinnen

und -bildnern geht es um mehr als

Ästhetik. „Manchmal muss der Techniker

sagen: ‚Das geht nicht‘“, erklärt Henning

Angebrandt. „Dann reden wir darüber, warum.

Und dann findet man meistens einen

Weg.“ Denn auf der realen Bühne gelten

die Gesetze der Physik. „Wir sind nicht im

Filmstudio und nicht im Videospiel. Wir

können nicht alles machen, was vielleicht

gewünscht wird.“

Sicherheit als Teil der Kunst

Sicherheit ist nicht nur technische Notwendigkeit

– sie ist Teil des künstlerischen

Prozesses. Sie verlangt vorausschauendes

Denken, klare Kommunikation und die

Fähigkeit, künstlerische Wünsche mit realen

Bedingungen abzugleichen. Und sie ist,

wie so vieles in der „Werkstatt Bayreuth“,

ein Gemeinschaftswerk. „Sicherheit ist bei

uns ein Qualitätsmerkmal. Sie macht möglich,

was das Publikum schließlich als das

Besondere im Festspielhaus erlebt.“

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

10. Jahrgang | 25. Juli 2024

Bezirkstagspräsident Henry Schramm mit Ehefrau Andrea Christopher Süss und Luisa Funke-Barjak Erzbischof Herwig Gössl Fürstin Gloria von Thurn und Taxis

Franz-Peter Wild mit Sohn Bundeskanzler Friedrich Merz mit Ehefrau Charlotte Florian Silbereisen mit Ministerpräsident Dr. Markus Söder und OB Thomas Ebersberger

„Wir sind stolz

auf unsere Leuchtturmprojekte

in Oberfranken und der Oberpfalz“

RAINER MARKGRAF STIFTUNG

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

10. Jahrgang | 25. Juli 2024

Rossi Fein, Verena Lafferentz, Claudia Bilotti Eva Christina Bär, Dr. Eric Hoffmann, Manuela Brozat Conny und Dr. Christoph Rabenstein, Heide Opitz Sabine Trinklein, Simon Mohr

Katja und Christoph Magiera Herbert Sollner, Dolores Longares-Bäumler, Michl Müller Monika und Prof. Dr. Stefan Gycha Helene Neumann und Dr. Hans-Jürgen Honikel

Petra Preißinger, Gudrun Brendel-Fischer Oliver Gießübel, Andrea Deyerling, Carolin und Jörg Lichtenegger, Franka Struve-Waasner und Michael Waasner Dr. Martin Gollner mit Ehefrau Dr. Barbara Gollner und

Tochter Gloria Széchényi.

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festspiele.inbayreuth.de Bayreuther estspielzeitung

11. Jahrgang | 25. Juli 2025

Spot(t)-Light: Witz - Schärfe - Ironie

Sonderausstellung im Richard Wagner Museum

Satiren vor, sondern fragt auch, warum

Wagner noch heute karikiert wird. Sie beleuchtet,

wie seine Musik und sein Image

zu Symbolen für Größenwahn, Nationalismus

und „deutschen Geist“ wurden.

Die Karikaturen werden hier wie Kunstwerke

präsentiert – in einem Rahmen,

der an die großen Meister erinnert. „Wir

tun so, als wären wir nicht nur ein kleines

Künstlermuseum, sondern ein großes

Kunstmuseum“, sagt Sven Friedrich.

Besonders schön: Die Ausstellung passt

gut zur diesjährigen Neuproduktion der

„Meistersinger von Nürnberg“ bei den

Bayreuther Festspielen – einer Oper, die

selbst viel Humor enthält.

Besucherinnen und Besucher finden am

Eingang kleine Hefte mit Erläuterungen zu

den Objekten. Für Kinder gibt es ein eigenes

Heft, zusammengestellt von Yvonne

Halfter. Außerdem können die Inhalte

auch interaktiv an einem Touchscreen

erlebt werden.

Richard Wagner war ein gefeierter Komponist und Visionär – und zugleich Ziel scharfer Karikaturen.

Richard Wagner war ein gefeierter

Komponist und Visionär des „Gesamtkunstwerks“.

Doch er war auch immer

wieder Ziel scharfer Satire. Die neue Sonderausstellung

„Spot(t)-Light. Richard

Wagner in der zeitgenössischen Karikatur“

im Richard Wagner Museum in

Bayreuth zeigt diesen spannenden Kontrast

– mit Witz, Schärfe und einem Hauch

Ironie.

Museumsdirektor Dr. Sven Friedrich erklärte

dazu: „Sich der Satire in Karikatur

und Parodie zu bedienen, war schon immer

eine Möglichkeit für die Menschen,

große Figuren auf ein normales Maß zurückzuholen.“

Wagner sei schon zu Lebzeiten

ein beliebtes Ziel für Karikaturen und

Parodien gewesen. Typische Merkmale

wurden übertrieben, sein Aussehen und

auch sein Wesen überspitzt dargestellt.

„Das war damals so – und ist es bis heute“,

so Dr. Friedrich.

Besonders die Presse spielte dabei eine

große Rolle. In der zweiten Hälfte des 19.

Jahrhunderts verbreiteten Zeitungen Karikaturen

in großer Auflage und trugen so

dazu bei, Wagners Bekanntheit zu steigern.

„Jede Bedeutung hat zwei Seiten“,

Foto: Munzert

so Sven Friedrich. „Wagner polarisierte

damals und polarisiert auch heute noch.“

Die Ausstellung zeigt seltene Originale aus

der Sammlung von Gunther Braam. Seit

den 1860er Jahren war Wagner eine feste

Größe in der europäischen Karikatur.

Sein großer Kopf, der Backenbart und sein

berühmtes Samtbarett wurden ebenso

karikiert wie seine monumentalen Werke

und seine politischen Ansichten. Dabei

stellt die Ausstellung nicht nur historische

Die Ausstellung macht deutlich: Wagner

wurde schon zu Lebzeiten von Karikaturisten

aufs Korn genommen – und ist es

bis heute geblieben. Mit Humor und Ironie

zeigt das Museum, wie eng Kunst, Medien

und Kritik schon damals zusammenwirkten.

Richard Wagner Museum Bayreuth, 13.

Juli – 05. Oktober, Eintritt Museumsticket.

Öffnungszeiten: Juli + August: tägl. 10 bis

18 Uhr. September: Dienstag bis Sonntag

10 bis 17 Uhr.

www.wagnermuseum.de

Wagner für Familien und Kinder

Kinderführung durch die Sonderausstellung

„Spot(t)-Light in den Sommerferien

ab 07. August, immer Donnerstag, (bis auf

28. August), 15 Uhr bis 16.30 Uhr.

Stück für Stück entdecken wir die Welt, in

der Wagner gelebt hat. Für Kinder ab 6 Jahren.

Treffpunkt Museumsneubau, Kasse.

Ohne Teilnahmegebühr. Erwachsene zahlen

den Museumseintritt. Um Voranmeldung

wird gebeten: 0921 75 728 16 oder

kasse@wagnermuseum.de

wahnfried-konzerte-2025-programm-undtermine/

Anfragen für Rollstuhlplätze bei Veranstaltungen

per E-Mail an kasse@wagnermuseum.de.

Ausstellung in der Schatzkammer

Das Richard Wagner Museum präsentiert

zum Beginn der Festspiele in seiner Schatzkammer

wertvolle Originalhandschriften

Richard Wagners zur jeweiligen Neuproduktion.

13. Juli–5. Oktober 2025

Spot(t)-Light.

Richard Wagner in der

zeitgenössischen Karikatur

Wahnfried-Konzerte

Während des Festspiel-Sommers präsentiert

das Richard Wagner Museum hochkarätig

besetzte Wahnfried-Konzerte mit

Liederabenden und Kammermusik im ehemaligen

Wohnhaus Richard Wagners.

Der Eintritt für die Wahnfried-Konzerte: 30

Euro, ermäßigt 15 Euro. Enthalten: einmaliger

Besuch des RW Museums am Tag des

Konzertes oder am darauffolgenden Tag.

Kartenverkauf: Persönlich an der Kasse ,

Montag–Sonntag, 10 – 18 Uhr, per schriftlicher

Bestellung gegen Vorkasse, vorzugsweise

per E-Mail: kasse@wagnermuseum.

de.

Programm und Termine: www.wagnermuseum.de/informationen/aktuelles/

In diesem Jahr steht aus Anlass der Neuinszenierung

der Meistersinger von

Nürnberg indessen eine spektakuläre

Neuerwerbung von hoher kunst- und musikgeschichtlicher

Bedeutung im Zentrum:

ein Prunktaktstock, den König Ludwig II.

von Bayern Richard Wagner aus Anlass der

Uraufführung des Werks am 21. Juni 1868

im Königlichen Hof- und Nationaltheater

München geschenkt hat.

Das kostbare Artefakt ist von höchster

kunsthandwerklicher Qualität, aus edlem

Ebenholz gefertigt und mit einem ziselierten

silbernen Laubwerk verziert. Zwei

Gravuren kennzeichnen es als persönliches

Geschenk König Ludwigs II. von Bayern

an Richard Wagner. Die Inschrift „Dem großen

künstlerischen Genius – dem treuen

Freunde 1868“.

Juli–August

täglich

10–18 Uhr

September–Oktober

Dienstag–Sonntag

10–17 Uhr

wagnermuseum.de


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EA-B in Vorbereitung. Abbildung aus Sicht des Illustrators.

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