f+h fördern und heben 6/2025
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2884
06
August 2025
€ 20,00
TITEL
MCP Play von Interroll:
10 Anlagen flexibel skalieren
Logistik im Wandel:
06 KI schafft grüne Effizienz
Standby, Rekuperation und …:
24 Energieschätze heben
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was die Branche als Nächstes bewegt.
EDITORIAL
EINEN BLICK ÜBER DEN
TELLERRAND WAGEN
Elon Musk ist eine schillernde wie umstrittene Person: technisch
visionär, kommunikativ sowie politisch fragwürdig und doch mit
Projekten, die weltweit Entwicklungen anstoßen. Eines davon ist
die Besiedlung des Mars. Mit SpaceX und der wiederverwendbaren
„Starship“-Rakete verfolgt Musk ein ambitioniertes Ziel. Er
will Menschen und Fracht zuverlässig über Millionen Kilometer
zum Roten Planeten bringen. Das, was Musk für den Mars plant,
klingt nach Science-Fiction, ist im Kern aber ein logistikgetriebenes
Großprojekt, das eine zentrale Frage aufwirft: Wie organisiert
man eine Lieferkette über riesige Distanzen, wenn
Kommunikation verzögert ist, Ressourcen limitiert sind und
Eingriffe nur automatisiert möglich sind? Diesen Herausforderungen
wird sich Musk stellen müssen, um erfolgreich zu sein. Er
INTERPLANETARE
LOGISTIK WIRD UNS
BESCHÄFTIGEN
muss eine „interplanetare Lieferkette“
realisieren – ein Konzept als logische
Weiterentwicklung von Intra- und
Extralogistik, nur unter extremen
Bedingungen. Auch wenn eine „interplanetare Lieferkette“ eher
noch ein Gedankenmodell ist, lassen sich die Herausforderungen
überraschend gut auf unsere eigene Branche übertragen.
Themen wie autonome Materialflüsse, Redundanz in kritischen
Prozessen oder resiliente Versorgung bei begrenztem Zugriff sind
in der Intralogistik längst Realität. Ebenso gewinnen KI-gestützte
Steuerung, dezentrale Lagerhaltung, retrofitfähige Systeme und
additive Fertigung zunehmend an Bedeutung – nicht auf dem
Mars, sondern in Industrie, Handel und Produktion.
Trotz allen Herausforderungen ist das Gedankenmodell
„interplanetare Lieferkette“
reizvoll und inspirierend.
So inspirierend, dass
sich ein Blick in unsere
aktuelle Heftausgabe
lohnt. Wir thematisieren
zwar keine Mars-Logistik,
aber wir berichten über
Innovationen, die ein Elon
Musk bei seinem Projekt
benötigen wird: Automatisierung
im Lager, im
Materialfluss sowie bei den
Sortier prozessen.
Manfred Weber
– Redakteur –
m.weber@vfmz.de
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Schwenkkrane, Prozessund
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INHALT
EDITORIAL
03 Einen Blick über den Tellerrand wagen
PERSPEKTIVEN
06 Intelligente Automatisierung und KI gestalten
die Logistikbranche nachhaltig und effizient
Den Wandel bewältigen
14
06
PRODUKTE UND SYSTEME
10 TITELSTORY Ifoy Award für die Fördertechniksteuerung
MCP Play
Flexibel automatisieren, skalieren und integrieren
14 Intralogistik mit ASi-5 und ASi Safety
Pakete präzise sortieren, Prozesse optimieren
16 Logistischer Vorsprung durch maßgeschneiderte
Prozessberatung
Palettierprozess optimiert
18 Automatisierung in der Lebensmittellogistik
Prozesssicherheit und Lieferqualität trotz
hoher Dynamik
20 AMI Förder- und Lagertechnik zieht Bilanz nach
Hallenerweiterung
Investitionen zahlen sich aus
22 50 Jahre cab Produkttechnik
Kennzeichnung durchgängig – mit Etikett oder Laser
27 Innovative und nachhaltige Lösungen von Combilift
für den Materialumschlag
28 Aluminium-Kanalsystem für vertikal hängende
Anwendungen
Mehr Ruhe im Hochregallager
30 Automatisierte Intralogistik ebnet Weg für Wachstum
und schnelle Lieferzeiten
Logistik beschleunigt und Unternehmenserfolg
gesichert
34 Automatisierte Lagersysteme
Die Antriebstechnik macht den Unterschied
38 F+H VOR ORT Investitionen in Produktionstechnologien
stärken die Wettbewerbsfähigkeit
Mit neuer Technik treibt Bito die
Standortentwicklung voran
24
44
4 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
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TITELBILD
Interroll
42 Effizienzsteigerung durch FTS in der Pharmalogistik
Automatisierter Materialfluss von Produktion bis
Entsorgung
46 Digitale Highlights
IMPULSE
24 So heben Unternehmen Energieschätze
Standby, Rekuperation und …
MENSCHEN UND MÄRKTE
36 F+H VOR ORT Neuer Standort am Münchner Flughafen
vereint Showroom und Büro flächen
Wachsen und veranschaulichen
49 F+H PERSÖNLICH Ulrike Just
PRAKTIKER-LEITFADEN
44 F+H BASICS Worauf es bei Energieketten für
Hallenkrane wirklich ankommt
SERVICE
Fachboden-, Paletten- und
Kragarmregale
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Lagerautomatisierung mit
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17 Impressum
50 Vorschau auf Heft f+h 07/2025
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www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/xx 5
INTELLIGENTE AUTOMATISIERUNG UND KI GESTALTEN
DIE LOGISTIKBRANCHE NACHHALTIG UND EFFIZIENT
DEN WANDEL BEWÄLTIGEN
Die globale Logistikbranche steht vor einem
umfassenden Wandel. Nur ein kleiner Teil der
Lagerindustrie ist bislang automatisiert. Dies
bietet die Chance für weitreichende
Innovationen, vor allem im Bereich der
Nachhaltigkeit. Der Logistiksektor ist für einen
erheblichen Anteil der globalen
energiebezogenen Treibhausgasemissionen
verantwortlich. Die Lagerwirtschaft trägt zu
diesem Anteil bei. Diese Fakten belegen eine
tiefgreifende Veränderung der Branche. Die
Logistik muss Effizienz, Nachhaltigkeit und
Anpassungsfähigkeit vereinen.
Die globale Logistikbranche steht an einem historischen
Wendepunkt. Laut der Arup-Studie „The Warehouse of
the Future“ [1] sind derzeit nur acht bis elf Prozent der
Lagerindustrie automatisiert, was ein großes Potenzial
für Innovationen eröffnet – in erster Linie im Bereich der Nachhaltigkeit.
Laut der Weltbank [2] verursacht der Logistiksektor,
einschließlich Transport und Lagerung, etwa zehn bis elf Prozent
der globalen, energiebezogenen Treibhausgasemissionen. Gemäß
dem World Economic Forum [3] trägt die Lagerwirtschaft
circa elf bis 13 Prozent zu diesem Anteil bei.
Diese Zahlen verdeutlichen eine tiefgreifende Transformation
der Branche, die weit über technologische Upgrades hinausgeht.
Die Logistik steht vor der Herausforderung, Effizienz, Nachhaltigkeit
und Anpassungsfähigkeit in nie dagewesener Weise zu
vereinen.
FRAGILE LIEFERKETTEN UND NEUE
HERAUSFORDERUNGEN
Die vergangenen Jahre – von der Covid-19-Pandemie über geopolitische
Spannungen bis hin zu Handelskonflikten – haben die
Schwächen traditioneller Logistiksysteme offengelegt. Laut
McKinsey Global Institute [4] treten schwerwiegende Supply-
Chain-Störungen alle 3,7 Jahre auf, was die komplette Prozesskette
mindestens einen Monat lang aus dem Tritt bringt – mit erheblichen
Folgen. Im Jahr 2020 erlitten mehr als 50 Prozent der
betroffenen Unternehmen Umsatz- und Produktivitätseinbußen
aufgrund dieser Störungen, was die Notwendigkeit grundlegender
strategischer Anpassungen zeigt [5].
Die digitale Transformation ist nicht länger nur ein Schlagwort,
sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Laut
Statista [6] wird der weltweite Online-Handelsumsatz zwischen
2025 und 2029 um insgesamt 1,4 Billionen Euro (+36,16 Prozent)
steigen. Damit werden enorme Anforderungen an Logistiksysteme
gestellt, die mit traditionellen, manuellen Prozessen nicht
mehr bewältigt werden können. Vor allem in Zeiten zunehmender
Digitalisierung sind Unternehmen daher gezwungen, in Automatisierung
zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
6 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PERSPEKTIVEN
FLEXIBILITÄT ALS STRATEGISCHER IMPERATIV
Moderne Automatisierungslösungen ermöglichen eine dynamische
Anpassung der Logistik an neue Marktbedingungen durch
Echtzeitoptimierung, intelligente Ressourcenallokation, Predictive
Maintenance und Systemintegration. Das Robots-as-a-Service-(RaaS)-Modell
erlaubt es Unternehmen, Roboterflotten
flexibel und bedarfsgerecht zu skalieren, wodurch sie sich an
saisonale Schwankungen oder unvorhergesehene Marktentwicklungen
anpassen können. Dies gibt ihnen die nötige Agilität, um
auch unvorhersehbare Marktdynamiken zu meistern.
Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Logistikprozesse
grundlegend. Sie analysiert riesige Datenmengen in Sekundenschnelle,
ermöglicht präzise Bedarfsprognosen, optimierte Routenplanung,
vorausschauende Wartungsstrategien und eine
dynamische Ressourcensteuerung. Eine PwC-Studie [7] prognostiziert,
dass KI-Technologien bis zum Jahr 2030 weltweit bis zu
DER ERFOLG LIEGT IN DER
SYNERGIE VON MENSCHLICHER
KREATIVITÄT UND TECHNOLOGIE
15,7 Billionen US-Dollar zur Weltwirtschaft beitragen können,
wovon ein erheblicher Teil auf den Logistiksektor entfällt. Der
Einsatz von KI verbessert nicht nur die Effizienz der Logistikprozesse,
sondern schafft auch neue Potenziale für eine nachhaltigere
Zukunft der Branche.
MENSCH UND TECHNOLOGIE ALS PARTNER
01 Moderne Automatisierungslösungen ermöglichen eine dynamische
Anpassung an neue Marktbedingungen durch Echtzeitoptimierung,
intelligente Ressourcenallokation, Predictive Maintenance und
Systemintegration
Die fortschreitende Automatisierung bedeutet nicht das Ende
menschlicher Expertise, sondern vielmehr deren Transformation.
Mitarbeiter entwickeln sich von ausführenden Kräften zu
strategischen Innovatoren. Sie übernehmen eine Schnittstellenfunktion
zwischen Technologie und Unternehmensstrategie. Die
Fähigkeit, komplexe Systeme zu verstehen, zu steuern und zu
optimieren, wird zur Kernkompetenz. Unternehmen investieren
daher massiv in Weiterbildung und Umschulung ihrer Mitarbeiter,
um diesen den professionellen Umgang mit intelligenten
Technologien zu ermöglichen und so einen Wettbewerbsvorteil
zu sichern.
NACHHALTIGKEIT: MEHR ALS EIN TREND
Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein „Nice-to-have“, sondern eine
moralische und regulatorische Notwendigkeit. Laut dem
World Green Building Council [8] erzeugen Gebäude – auch Logistikzentren
– etwa 39 Prozent der globalen, energiebedingten
CO 2
-Emissionen. Moderne Logistiklösungen müssen daher auf
PERSPEKTIVEN
02 Mitarbeiter übernehmen eine Schnittstellenfunktion zwischen Technologie und Unternehmensstrategie
Energieeffizienz, verkürzte Transportwege und zirkuläre Wirtschaftsmodelle
setzen, um die hohen Umweltanforderungen zu
erfüllen. In dieser Hinsicht bieten automatisierte Systeme eine
Vielzahl von Möglichkeiten zur Optimierung der Ressourcennutzung
und des Energieverbrauchs.
Die Transformation der Logistik zeigt sich in jeder Region unterschiedlich.
In Nordamerika wird die Automatisierung durch
den anhaltenden Arbeitskräftemangel vorangetrieben [9]. In Europa
verfolgt man einen umfassenderen Ansatz, geprägt von den
ehrgeizigen Klimazielen der EU, die Klimaneutralität bis zum
Jahr 2050 anstrebt. In Asien, primär in China und Indien, wird
Automatisierung hingegen vor allem als Wachstumsbeschleuniger
im E-Commerce genutzt. Indien wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich
der zweitgrößte Online-Verbrauchermarkt weltweit
sein [10].
DIE LOGISTIK 2030: EINE VISION
Die Logistik der Zukunft wird von hochgradig vernetzten, intelligenten
Systemen und nachhaltigen, resilienten Infrastrukturen
geprägt sein. Unternehmen, die jetzt die richtigen Weichen stellen,
werden die Logistiklandschaft der kommenden Dekade aktiv
mitgestalten. Der Schlüssel zum Erfolg wird dabei nicht nur im
Wettbewerb bestehen, sondern vor allem in der Fähigkeit, Synergien
zwischen menschlicher Kreativität und technologischer Präzision
zu schaffen, um der ständig wachsenden Nachfrage und
den immer komplexer werdenden Märkten gerecht zu werden.
Quellenhinweise:
[1] https://www.arup.com/globalassets/downloads/insights/the-warehouseof-the-future.pdf,
abgerufen am 30. Juni 2025
[2] https://documents1.worldbank.org/curated/en/457501643121421164/pdf/
Discussion-Paper.pdf, abgerufen am 30. Juni 2025
[3] https://www.iml.fraunhofer.de/content/dam/iml/en/documents/OE%20
310/Emission_%20intensity_factors_logistics_buildings_FraunhoferIML_052019.pdf,
abgerufen am 30. Juni 2025
[4] https://www.mckinsey.de/~/media/mckinsey/locations/europe%20
and%20middle%20east/deutschland/news/presse/2021/2021-12-16%20
AUF EINEN BLICK
n Die globale Logistikbranche steht vor einem massiven
Wandel.
n Fragile Lieferketten und der Online-Handel erzwingen
eine digitale Transformation.
n Moderne Automatisierung (zum Beispiel Robots-as-a-
Service) und künstliche Intelligenz (KI) sind entscheidend
für Flexibilität und Effizienz.
n Die Automatisierung führt nicht zum Ende menschlicher
Arbeit, sondern zur Transformation der Rollen.
supply%20chain%20survey/211216_pm%20supply%20chain%20survey.pdf,
abgerufen am 30. Juni 2025
[5] https://www.bme.de/news/presse/mehr-storungen-in-der-lieferketteschwachstelle-risikopravention-3688/,
abgerufen am 30. Juni 2025
[6] https://de.statista.com/prognosen/484763/prognose-der-umsaetze-im-ecommerce-markt-in-der-welt,
abgerufen am 30. Juni 2025
[7] https://www.pwc.com/gx/en/issues/analytics/assets/pwc-ai-analysis-sizing-the-prize-report.pdf,
abgerufen am 30. Juni 2025
[8] https://worldgbc.org/climate-action/embodied-carbon/, abgerufen am
30. Juni 2025
[9] https://jobble.com/articles/warehouse-staffing-trends-landscape/,
abgerufen am 30. Juni 2025
[10] https://www.indiaconnected.de/
sektoren-in-indien/e-commerce-branche-indien/, abgerufen am 30. Juni 2025
Autor: Denis Niezgoda, Chief Commercial Officer (CCO) International bei
Locus Robotics, Amsterdam/Niederlande
Fotos: Locus Robotics
www.locusrobotics.com
8 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
Haftungsausschluss: Die in dieser Informationsschrift enthaltenen Angaben, Abbildungen, Hinweise und Empfehlungen wurden nach bestem Wissen erstellt und sorgfältig
MARKTPLATZ
STÄRKT BESCHAFFUNGSPROZESSE UND SENKT
SICHERHEITSRISIKEN
REGALANLAGE NUTZT RAUM AUS UND ERHÖHT
LAGERLEISTUNG
TÜV Süd hat gemeinsam mit dem Forum-FTS und dem Arbeitskreis
FTS-Sicherheit des VDI den neuen Leitfaden „Verantwortungsvoller
Einkauf mobiler Robotik“ veröffentlicht. Ziel ist es,
Unternehmen bei der sicheren Beschaffung fahrerloser
Transportsysteme (FTS) und autonomer mobiler Roboter (AMR)
zu unterstützen. Der Leitfaden behandelt sicherheitstechnische,
regulatorische und betriebliche Anforderungen entlang
des Beschaffungsprozesses – von der Gefährdungsbeurteilung
über die Lastenhefterstellung
bis hin zur
Inbetriebnahme.
Verantwortungsvoller Einkauf mobiler Robotik Der Leitfaden zeigt auf,
(FTS, AGV/AMR)
Leitfaden für die Beschaffung
welche Bedeutung
Konformitätserklärungen,
technische Dokumentationen
und
Zertifikate im Auswahlprozess
haben. Ein
Augenmerk liegt dabei
auf den Herausforderungen
bei Produkten aus
dem Ausland.
Praktische Hinweise und
Herausgeber:
Forum-FTS (www.forum-fts.com)
Ausgabe: 29.05.2025, Version 1.0
Checklisten erleichtern
erarbeitet durch den Arbeitskreis FTS-Sicherheit
die systematische
des VDI Fachausschuss FA309 „Fahrerlose Transportsysteme (FTS)“
und die TÜV SÜD Product Service GmbH
Bewertung technischer
Lösungen und unterstützen
bei der Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften. Ergänzende
Empfehlungen helfen bei der Anbieterauswahl und der
recherchiert. Dennoch kann eine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität nicht übernommen werden. Soweit gesetzlich zulässig, ist jede Gewährleistung
und Haftung ausgeschlossen.
Seite 1 von 11
Durchführung praxisnaher Prüfungen. Interessierte Leser
können den Leitfaden über den nachfolgenden Link kostenfrei
herunterladen.
bit.ly/leitfaden-fuh-25
MECHANISCH BELASTBARE KABELLÖSUNGEN
In Schleppanwendungen wird von Leitungen eine hohe
Flexibilität gefordert. Sie hängen in Schleifen auf Leitungsträgern,
zum Beispiel auf Rollen oder Wagen. Von diesen werden
sie entlang einer Schiene horizontal mit den Kranbewegungen
geführt. Zur Serie Festoontec
der TKD Kabel GmbH
gehören geschirmte und
ungeschirmte Energieund
Steuerleitungen, die
für diese Anwendung
entwickelt wurden. Die
Flachleitung Festoontec
H07VVH6 mit schwarzem
PVC-Mantel ermöglicht
einen kleinen Biegeradius
und eine Hänghöhe von bis zu 35 m. Eingesetzt werden kann
die Flachleitung in trockenen wie in feuchten und nassen
Umgebungen sowie im Temperaturbereich zwischen -35 und
+60 °C.
Für eine Vielzahl von Branchen hat TKD Kabel eigene Produktfamilien
entwickelt, die auf die jeweiligen Anwendungsanforderungen
ausgelegt sind. So bietet der Hersteller Beratung und
komplette Verkabelungslösungen zum Beispiel für die Fördertechnik,
die industrielle Automatisierung sowie für Krane und
Hebezeuge.
www.tkd-kabel.de
AR Racking hat gemeinsam mit dem Vertriebspartner SNI-Nord
ein Lagerprojekt für ein Unternehmen der Lebensmittelbranche
in Essen/Oldenburg realisiert. Die Hochregalanlage erhöht die
Lagerkapazität, verbessert die
Raumnutzung und trägt zu
einer effizienteren Logistik bei.
Zum Einsatz kam das Palettenregalsystem
AR PAL. Dieses
System ist auf eine präzise
Flächennutzung ausgelegt und
erreicht eine Höhe von 11 m.
Die Lösung bietet 189 Palettenstellplätze.
Die Regale sind auf Paletten mit einer Tiefe von
8 m, einer Länge von 1,2 m und einer Höhe von 1 m ausgelegt.
Die feuerverzinkten Träger sorgen für einen hohen Schutz
gegen Feuchtigkeit und erleichtern die Einhaltung hygienischer
Vorgaben. Der geringe Wartungsbedarf und die hohe Beständigkeit
dieser Träger schaffen die Voraussetzungen für eine
langlebige Nutzung – vor allem unter anspruchsvollen Bedingungen
in der Lebensmittelindustrie.
Die Umsetzung fand im Rahmen der Initiative #GrowingTogether
statt. Damit stärken AR Racking und SNI-Nord ihre
Marktpräsenz und fördern individuelle Lagerlösungen mit
Fokus auf Effizienz und Zuverlässigkeit.
www.ar-racking.com
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PRODUKTE UND SYSTEME
TITELSTORY
IFOY AWARD FÜR DIE FÖRDERTECHNIKSTEUERUNG MCP PLAY
FLEXIBEL AUTOMATISIEREN,
SKALIEREN UND INTEGRIEREN
Interroll hat mit der neuen dezentralen
Steuerungslösung MCP Play nicht nur das
Ifoy-Innovation-Check-Team, sondern auch die
Mitglieder der renommierten Jury überzeugt
und wurde von ihnen zum Sieger des Ifoy
Awards in der Kategorie „Special of the Year
2025“ gekürt. Vom Nutzen der Lösung
profitieren künftig die Integrationspartner von
Interroll sowie die Anwender der Modular
Conveyor Platform (MCP).
Noch hallt die glanzvolle Preisverleihung mit 200 Gästen
aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien in
Dortmunds „Phoenix des Lumières“ nach. Jubelnd und
voller Stolz nahmen die Interroll-Vertreter die begehrte
Trophäe entgegen. „Diese Auszeichnung ist eine großartige Anerkennung
für die Innovationskraft und das Engagement unseres
Teams. Das Juryurteil bestätigt, dass wir mit unserer Lösung ei-
nen echten Mehrwert für unsere Kunden schaffen: Die flexible
Zonierung und die kontinuierliche Zusammenführung von Paketen
ermöglichen nicht nur höhere Durchsatzraten und Pufferkapazitäten
bei gleichbleibenden Systemkosten, sondern bieten
auch Energieeinsparungen. Vor allem freut mich, dass auch die
einfache Planung und Inbetriebnahme sowie die Effizienz im Betrieb
gewürdigt wurden. MCP Play ist das Ergebnis unserer Leidenschaft,
die Intralogistik nachhaltig zu verbessern – und wir sehen
diese Auszeichnung als Ansporn, unseren Innovationskurs
konsequent fortzusetzen“, freute sich auch Markus Asch, Chief
Executive Officer (CEO) von Interroll.
PARADIGMENWECHSEL IN DER FÖRDERTECHNIK
Mit MCP Play präsentiert Interroll eine autonome Steuerungslösung
für die modulare Behälter- und Kartonfördertechnik-
Plattform MCP, die es ermöglicht, Förderanlagen einfacher zu
konfigurieren und zu installieren sowie effizienter zu betreiben.
Mithilfe des dezentralen Steuerungskonzepts, das auf die Interroll-MultiControl
der neuen Generation setzt, kann auf umfangreiche
speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) verzichtet
werden. Das beschleunigt nicht nur die Inbetriebnahme, sondern
erhöht auch die Flexibilität und den Durchsatz der Anlage –
bei gleichzeitig verbesserter Energieeffizienz. Darüber hinaus reduziert
die dezentrale Steuerung den Datenaustausch innerhalb
10 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME
01
der System umgebung, was zu geringeren Latenzzeiten und verbesserter
Überwachung, Reaktionsfähigkeit und Systemflexibilität
führt.
Die Auszeichnung ist das Ergebnis eines mehrstufigen Auswahlprozesses:
Im Rahmen des Ifoy Audit in den Dortmunder
Messehallen präsentierte Interroll die Innovation einer internationalen
Jury aus Fachjournalisten und Experten aus 19 Ländern.
Die Jury und das Innovation-Check-Team würdigten in erster
Linie den Beitrag von MCP Play zur Effizienzsteigerung und zur
Vereinfachung der Anlagenplanung und -konfiguration. Im
Urteil heißt es: „Die Steuerungslösung für ihre modulare Behälter-
und Kartonfördertechnik-Plattform ermöglicht die einfache
und schnelle Realisierung von Anlagen für Packstücke bis 50
DEZENTRALE STEUERUNG OHNE
SPS MACHT INBETRIEBNAHME
SCHNELLER UND EINFACHER
Kilogramm und sorgt für bis zu 30 Prozent Energieeinsparung.
Besonders E-Commerce-Händler und 3PL-Dienstleister profitieren
von bis zu 100 Prozent höheren Durchsätzen.“
Darüber hinaus spricht die Jury von einem Paradigmenwechsel
in der Fördertechnik. MCP Play erlaube eine präzise Lokalisierung
aller Packstücke auf der Förderstrecke, frei skalierbare Zonengrößen
sowie die unterbrechungsfreie Zusammenführung
mehrerer Förderlinien. Als echte Marktinnovationen bezeichneten
sie die Funktionen „Adjust to Gap“ für reduzierte Abstände
zwischen Packstücken sowie „Flowing Merge“ für das kontinuierliche
Zusammenführen ohne Stopp. Beide Funktionalitäten
konnten im Test validiert werden. Dazu erlaubt das System eine
nahtlose Auswahl flexibler Betriebsmodi bezüglich maximaler
Energieeffizienz bzw. maximalen Durchsatzes.
01 Uwe Schildheuer (Director Digital Sales Solutions), Dr. Johannes
van der Beek (Chief Technology Officer, CTO), Thorsten Maywald
(Project Manager) und Dominik Engels (Vice President Sales EMEA/
Managing Director Interroll Fördertechnik GmbH) nahmen den „Ifoy
Award“ hoch erfreut von Laudatorin Sabine Loos (Managing Director of
Messe Dortmund) entgegen (v. l. n. r.)
INTEGRATIONSEBENE MQTT KOMPATIBEL
MIT VDA 5050
Verschiedene Softwarewerkzeuge zur einfachen, digitalen Layoutgestaltung,
Inbetriebnahme und Betriebsüberwachung runden
das durchdachte Konzept der neuen Fördertechniklösung
ab. Sie erlauben eine ganzheitliche Sicht auf das Gesamtsystem
und gestatten so beispielsweise eine PC-gestützte Vorinbetriebnahme
und Vorkonfiguration der Anlage auf Basis der Planung
im Layout-Werkzeug oder ein schnelles Auffinden fehlerhafter
Module mit dem Betriebswerkzeug. Beides optimiert Kosten und
Arbeitszeiten für Spezialisten in Zeiten des Fachkräftemangels.
Eine weitere Innovation ist der Wegfall der SPS zur Steuerung
des Gesamtsystems. Mit der MQTT-Schnittstelle und der WMS-
Anbindung steht Integratoren und Anwendern ein offenes System
zur Verfügung, welches über eine neuartige Integrationsebene
nun auch zentral und direkt für alle Controller (vor-)konfiguriert
werden kann. Gleichzeitig reduziert die dezentrale Materialflusssteuerung
durch direkte Kommunikation zwischen den
Controllern die Komplexität der IT-Strukturen. Mit einem Standardcomputer
lassen sich Warenwege und -ziele bestimmen, ihre
Position auf den Linien überwachen und ihr Fluss durch Prioritätszuweisungen
dynamisch anpassen. Diese Tracking-Funktionen
von MCP Play eröffnen neue Anwendungsoptionen und ermöglichen
eine umfassende Systemindividualisierung. Die
Nutzung von MQTT als standardisiertes Übertragungsprotokoll
– wie auch im VDA-5050-Standard definiert – erlaubt die Integration
und Kommunikation mit anderen Automatisierungstechno-
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 11
02
02 Arvato hat seine Fördertechnik-Anlage für drei E-Commerce-
Kunden in Gütersloh erweitert u. a. um einen weiteren automatischen
Kartonverschließer mit Volumenreduktion, eine Etikettiermaschine
und verschiedene Fördertechnikmodule und MultiControls ergänzt
03 Uwe Schildheuer (l., Interroll) und Robert Kästle (r., Arvato) im
Austausch über die Möglichkeiten von MCP Play
03
logien wie autonomen mobilen Robotern (AMR) und fördert so
die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Projektbeteiligten
beim Anwender.
Uwe Schildheuer, Director Digital Sales Solutions bei Interroll,
wirbt für offene Standards: „Die Kunden wollen heute intelligente
Fördertechniksysteme haben, die im Zusammenspiel mit anderen
Automatisierungstechnologien funktionieren und nahtlos
in bestehende oder neue Prozesse integriert werden können. Dazu
müssen die Systeme miteinander kommunizieren können,
denn nur wenn wir die Daten teilen, können Anwender das Optimum
aus ihren Systemen herausholen. Mit MCP Play bieten wir
diese Möglichkeit zum Datenaustausch über MQTT einschließlich
digitaler Planung, Simulation und Vorab-Inbetriebnahmen
sowie Remote-Zugriff bei Fehlermeldungen.“
ARVATO SIEHT HOHEN NUTZEN FÜR
DYNAMISCHE ANFORDERUNGEN
Arvato, ein international agierender Logistik- und Supply-Chain-
Dienstleister, verfolgt im Bereich Lagerlogistik eine konsequente
und ganzheitliche Automatisierungsstrategie, deren Kernelemente
auf Effizienzsteigerung, Flexibilität und Skalierbarkeit ausgerichtet
sind. Zentrale Bausteine sind der gezielte Einsatz moderner
Robotertechnologien, Ware-zum-Mann-Systeme und intelligenter
Softwarelösungen. Dabei setzt der Kontraktlogistiker
gezielt auf Systeme wie AutoStore, Shuttle- und Rack-to-Person-
Lösungen sowie Fördertechnik- / Sortierlösungen und AMR, um
Bestellvorgänge zu beschleunigen und logistische Abläufe sowie
Materialflüsse effizienter zu gestalten. Alle Automatisierungstechnologien
sind so konzipiert, dass sie modular und flexibel an
verschiedene Standorte und Kundenanforderungen angepasst
werden können. Das sichert eine schnelle Implementierung bei
wachsendem Bedarf und für unterschiedliche Kunden und ihre
Sortimente. Noch weiter geht das Forschungsprojekt „Moonshot“.
Hier arbeitet Arvato mit verschiedenen Partnern daran, durch
den Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz (KI), Robotik
und Cloud Computing selbstverbessernde Prozesse in der Lagerumgebung
zu implementieren.
Zu den Technologien, die Arvato weltweit bereits an verschiedenen
Standorten einsetzt, gehört die Fördertechnik-Plattform
MCP von Interroll. Eine der beeindruckendsten Anlagen ist im
US-amerikanischen 3rd-Party-Logistics-Hub in Shepherdsville,
Kentucky, in Betrieb. Die Lösung umfasst eine mehr als 2,2 km
lange Hochleistungs-Fördertechnik mit zwei Crossbelt-Sortern
und nahtlos integrierte Etikettierroboter, die komplett dezentral
über MultiControls in einer Cloud-Lösung gesteuert werden.
Hierzulande erweitert der Logistiker aktuell eine vorhandene
MCP-Anlage für zwei E-Commerce-Kunden in Gütersloh. Anstelle
manueller Packplätze wird die bestehende MCP-Fördertechnikanlage
mit integrierter Sortierfunktion, um eine weitere Waage
und automatischen Kartonverschließer mit Volumenreduktion
sowie Etikettiermaschine und verschiedene Fördertechnik-
12 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME
04 MCP Play sorgt für eine einfache und vollständig dezentrale
Verwaltung, indem es direkt mit den MultiControl-Karten
an jeder Lagerstation kommuniziert
05 Volumenreduziert verpackt und versandfertig etikettiert
werden die Kartons über die neue Förderstrecke zu
den jeweiligen Endstellen im Versand befördert
module und MultiControls ergänzt. Dazu wurde in Richtung
Versand eine Förderstrecke in zweiter Ebene integriert, um die
Hauptstrecke zu entlasten und die etikettierten Kartons mit einer
Gesamtleistung von rund 1.600 Packstücken pro Stunde zu den
entsprechenden Endstellen transportieren zu können. „Das ist
bereits die dritte Erweiterung dieser MCP-Anlage und die zweite
innerhalb eines Jahres“, bestätigt Markus Förster, Geschäftsführer
des Integrationspartners Förster & Krause. Mithilfe der Modularität
des Systems sei es immer wieder möglich, neue Strecken zu
integrieren und Umbauten im laufenden Betrieb zu realisieren.
„Wir wachsen mit unseren Kunden und da muss die Technik
entsprechend mitwachsen. Aus diesem Grund setzen wir auf skalierbare
Technologien wie die modulare MCP-Fördertechnik. Aktuell
konnten wir die Leistung durch eine Erweiterung der Anlage
auf engstem Raum steigern. Mit einem weiteren Kunden oder
weiteren Wachstumssprüngen würde die bestehende Anlage erneut
an ihre Grenzen kommen. Mit dem Einsatz von MCP Play
und Funktionen wie ‚Adjust to Gap‘ versprechen wir uns eine
Steigerung des Durchsatzes, ohne die Hardware erweitern zu
04
PARADIGMENWECHSEL:
KONTINUIERLICHER FLUSS
STATT STOP-AND-GO-PRINZIP
müssen“, erklärt Robert Kästle, Senior Expert Engineering im
Team von Arvato. „Bislang läuft die Anlage nach dem Stop-andgo-Prinzip
und Kartons müssen anhalten und warten bis die
nächste Zone frei ist.“
„Durch die Auflösung des Zonenprinzips und den permanenten
Fluss der Anlage wird mit MCP Play nicht nur die Durchsatzleistung
signifikant erhöht, sondern auch Energie eingespart – und
das alles im gleichen Anlagenlayout“, zeigt sich Förster begeistert.
Der Integrator plant bereits einen MCP-Play-Testaufbau am
Hauptsitz in Hückeswagen und Schulungen für die Mitarbeiter.
Da Arvato ein eigenes Team für die Planung und Konzeptionierung
der technischen Anlagen sowie die Programmierung und
IT-Integration unterhält, profitiert der Logistiker von kürzeren Inbetriebnahmezeiten.
Auch bei der Bearbeitung von Fehlermeldungen
ergeben sich Vorteile, da nicht mehr jede MultiControl-
Einheit einzeln vor Ort programmiert werden muss.
Darüber hinaus sieht Arvato Vorteile durch eine flexiblere Nutzung
der Fördertechnik aufgrund des mit MCP Play möglichen
nahtlosen Wechsels zwischen verschiedenen Betriebsmodi, beispielsweise
mit maximaler Energieeffizienz oder mit maximalem
Durchsatz. Diese Daten sowie alle Angaben über den Betriebszustand
einzelner Komponenten ließen sich dann auch für die Wartung
nach dem Predictive-Maintenance-Prinzip nutzen. „Nachhaltigkeit
bedeutet für uns nicht nur Energieeffizienz, sondern
auch Langlebigkeit und maximale Verfügbarkeit unserer Anlagen“,
betont Kästle. „Unser Ziel ist es, Lieferketten ganzheitlich nachhaltiger
zu gestalten – ökonomisch, ökologisch und technologisch.“
Autorin: Anja Seemann, freie Fachjounalistin, Heiligenhaus
Fotos: Interroll / Steffi Behrmann, Ifoy Award / Frank Elschner
www.interroll.com
05
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 13
INTRALOGISTIK MIT ASI-5 UND ASI SAFETY
PAKETE PRÄZISE SORTIEREN,
PROZESSE OPTIMIEREN
Die manuelle Sortierung großer Paketmengen
stellt Unternehmen vor Herausforderungen.
Hoher Personalaufwand und geringe Flexibilität
sind oft die Folge. Automatisierte Lösungen
verbessern die Effizienz in der Intralogistik.
Der Einsatz von Technologien wie ASi-5 und
ASi Safety optimiert die Sortierprozesse
maßgeblich. Unternehmen wie der Intralogistik-
Systemanbieter Rielec setzen auf solche
Lösungen.
Rielec mit Sitz in Valencia, Spanien, verfügt über ein hohes
Maß an Erfahrung in der industriellen Automatisierung
und der Intralogistik. Das international tätige Unternehmen
entwickelt und realisiert seit dem Jahr 2015 intelligente
Lösungen für die Intralogistik, RFID-Systeme für den Logistiksektor,
Fördersysteme und maßgeschneiderte Softwarelösungen.
Das Unternehmen gliedert sich dazu in drei Geschäftsbereiche.
Rielec Logistics Systems ist die Marke, die sich um die
Beratung, Konzeption und Fertigung, Montage und Wartung von
Förder- und Industrieanlagen kümmert. Clustag ist der Bereich
für RFID-Lösungen. Codopi schließlich fertigt Komponenten für
die Industrie und Designelemente aus Metall. Für den Systemanbieter
steht bei der Realisierung von Projekten immer die Optimierung
der Arbeitsprozesse im Fokus, mit dem Ziel, die Effekti-
vität der Logistikabläufe zu verbessern. Dazu wird auch auf die
Integration von Technologien wie ASi-5 gesetzt.
AS-INTERFACE IN DER INTRALOGISTIK
AS-Interface hat sich in der Intralogistik aufgrund seines hohen
Anwenderkomforts – der einfachen Installation, der hohen Funktionalität
und Flexibilität sowie der geringen Kosten – seit langem
als international standardisiertes Verdrahtungssystem etabliert.
Insofern überrascht es nicht, dass Rielec seit dem Jahr 2018 die
ersten Anwendungen mit ASi-3-Motormodulen von
Bihl+Wiedemann umgesetzt hat und heute Produkte des Mannheimer
Unternehmens in vielen Anlagen und Systemen verwendet.
ASi-5 ist bei Rielec seit 2020 im Einsatz, denn die neue
AS-Interface-Generation passt perfekt zu den Anforderungen
von Rielec in Bezug auf flexible Automatisierungskonzepte –
Stichwort: Intralogistik 4.0.
Die ASi-5-Technologie von Bihl+Wiedemann optimiert verschiedene
Phasen der Maschinenfertigung. Sie ermöglicht nicht
nur konfigurierbare und erweiterbare Maschinendesigns in der
Engineering-Phase, sondern auch flexiblere und schnellere Fertigungsprozesse.
Dies liegt daran, dass über AS-Interface sichere
und nicht-sichere Signale einfach und bedarfsgerecht direkt in
die Maschinen integriert werden können.
Darüber hinaus spart Rielec durch das effiziente ASi-5-Installationskonzept
auch Installations- und Inbetriebnahmekosten.
Maschinen lassen sich damit in kurzer Zeit, mit wenig Aufwand
und Material montieren sowie bei Bedarf demontieren. Zudem
sind keine zusätzlichen Stecker notwendig, und die Programmierung
sowie die Inbetriebnahme mit AS-Interface ist einfacher als
bei anderen Systemen.
14 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
01
02 03
01 ASi-5-Motormodul vom Typ BWU4246 (links) und aktiver Verteiler
ASi-5 für RGB-Stripes vom Typ BWU4083 (rechts)
02 Mit dem aktiven Verteiler ASi Safety vom Typ BWU3599 lassen
sich Sicherheitsapplikationen bis SIL3/PLe umsetzen
03 ASi-5-/ASi-3-Profinet-Gateway BWU3862 mit integriertem
Sicherheitsmonitor (links) und selbstkonfigurierende E/A-Module ASi-5
BWU3884 in IP20 (rechts)
EFFIZIENTE SORTIERUNG
MIT ASI-5 PAKETE EFFIZIENTER
SORTIEREN UND STEUERN
Mithilfe des Fit Sorters lassen sich bis zu 1.800 Pakete pro Stunde
bearbeiten. Am Infeed werden die mit einem Barcode-Etikett gekennzeichneten
Pakete nacheinander auf ein von Motorrollen
angetriebenes Förderband gelegt, gescannt und mit einem Tracking-Code
versehen. Anschließend werden sie über ein zweites
Förderband bis zu einem definierten Ausschleuspunkt transportiert,
wo sie mithilfe pneumatischer Aktuatoren vom Förderband
geschoben werden und über eine Rollenbahn an die Endstelle
gelangen. Rielec nutzt für den Sortierprozess die unternehmenseigene
RFID-Lösung sowie ASi-5- und ASi-Safety-Lösungen von
Bihl+Wiedemann.
AUTOMATISIERTE PROZESSE SICHERN
UND STEUERN
ASi-5-Motormodule für zwei 24-V-Motorrollen vom Typ
BWU4246 steuern die Motorrollen und regeln so die Geschwindigkeit
und die Beschleunigung in den jeweiligen Förderbandabschnitten.
Über ein ASi-5-/ASi-3-Profinet-Gateway BWU3862,
das das ASi-System überwacht, lässt sich darüber hinaus der jeweils
anliegende Spannungsbereich anzeigen. Um den Status des
Pakets auch optisch in verschiedenen Farben sichtbar zu machen,
sind am Rand der Förderstrecke LED-Stripes eingelassen.
Diese werden von den aktiven Verteilern ASi-5 für RGB-Stripes
(BWU4083) gesteuert.
Zusätzlich zum Tracking über den Barcode wird eine RFID-
Kontrolllesung durchgeführt, die die Clustag-RFID-Technologie
nutzt. Diese Technologie ermöglicht es zum Beispiel, falsch codierte
Etiketten zu identifizieren und zu korrigieren. Auf diese
Weise werden Fehlerquellen beseitigt, und die neuen Daten dem
System in Echtzeit zur Verfügung gestellt, was die Produktivität
der Applikation steigert. Nach der RFID-Kontrolllesung gelangt
das jeweilige Paket auf ein zweites Förderband, das über eine
Vielzahl von Ausschleuspunkten verfügt. An jedem dieser Punkte
sind optische Sensoren und pneumatische Aktuatoren für die
Ausschleusung auf eine Rollenbahn installiert.
Diese Sensoren und Aktuatoren entlang der Förderstrecken
sind an selbstkonfigurierende ASi-5-Module vom Typ BWU4231
für 16 digitale E/A-Signale angeschlossen. Damit können alle Daten,
die der Sorter entlang der Förderstrecke benötigt, erfasst sowie
die Ausschleusung eines Artikels an der entsprechenden Stelle
umgesetzt werden.
Beim Sorter wird AS-Interface außerdem für die Sicherheitstechnik
eingesetzt. Zur Ausstattung von Bedienplätzen für einen
sicheren und kontinuierlichen Betrieb sind bestimmte Mittel erforderlich.
Für die benötigten sicheren Signale kommen aktive
Verteiler ASi Safety vom Typ BWU3599 zum Einsatz. Mit diesen
lassen sich Sicherheitsapplikationen bis SIL3/PLe umsetzen.
Zentrales Element der AS-Interface-Technologie im Fit Sorter ist
das ASi-5-/ASi-3-Profinet-Gateway BWU3862 mit integriertem
Sicherheitsmonitor von Bihl+Wiedemann. Das Gateway sammelt
die Prozess- und Diagnoseinformationen der sicheren und nichtsicheren
Teilnehmer im Netzwerk ein und sendet alle steuerungsrelevanten
Daten zur Verarbeitung an die SPS. Dabei kann
es, wenn nötig, auch einen Teil der Aufgaben der Steuerung selbst
übernehmen und so die SPS entlasten. Zusätzlich kann das Gateway
über den integrierten OPC-UA-Server auch Daten an eine
Cloud, Scada oder ein ERP-System übertragen und so zum Beispiel
für Industrie-4.0-Applikationen zur Verfügung stellen.
Autor: Thomas Rönitzsch, Unternehmenskommunikation, Bihl+Wiedemann
GmbH, Mannheim
Fotos: Bihl+Wiedemann
www.bihl-wiedemann.de
AUF EINEN BLICK
n AS-Interface hat sich in der Intralogistik etabliert. ASi-5
ermöglicht flexible Maschinenkonzepte und schnellere
Fertigungsprozesse, da sichere und nicht-sichere
Signale einfach integriert werden können.
n ASi-5 vereinfacht die Installation und Inbetriebnahme.
Maschinen sind schneller montiert und demontiert, es
wird weniger Material benötigt, keine Zusatzstecker
– was Aufwand und Kosten reduziert.
n Der Fit Sorter nutzt ASi-5, ASi Safety und RFID für die
präzise Sortierung. Das Gateway erfasst Daten, steuert
die Anlage, sichert Prozesse (bis SIL3/PLe) und schafft
Voraussetzungen für Industrie 4.0.
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 15
LOGISTISCHER VORSPRUNG DURCH
MASSGESCHNEIDERTE PROZESSBERATUNG
PALETTIERPROZESS OPTIMIERT
Die stetige Optimierung logistischer Abläufe
ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit von
Unternehmen. Auch Battery-Kutter, ein
etablierter Hersteller und Händler von Batterien,
sah sich vor die Aufgabe gestellt, den
Versandprozess zu modernisieren. In erster Linie
brachte das Handling von schweren und
vielfältigen Blei-Säure-Batterien
Herausforderungen mit sich. Gemeinsam mit
Antalis Verpackungen wurde eine Lösung
entwickelt, die Effizienz und Warenfluss
erheblich steigert und Engpässe verhindert.
Der Ausbau erneuerbarer Energien und die fortschreitende
Elektrifizierung treiben die Nachfrage nach Batterien
in die Höhe. Laut Angaben des Verbands der Elektround
Digitalindustrie (ZVEI e.V.) wuchs allein der deutsche
Batteriemarkt zwischen 2019 und 2023 um 429 Prozent. Aufs
Engste mit dieser rasanten Entwicklung verknüpft ist die Geschichte
von Battery-Kutter. Seit mehr als 30 Jahren produziert
und vertreibt das Familienunternehmen Batterien, Akkumulatoren
und Akku-Packs und zählt laut Focus / Statista seit dem Jahr
2018 fortlaufend zu den wachstumsstärksten Unternehmen in
Deutschland. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der kleinen
Knopfzelle über den Bleiakku bis hin zum individuell gefertigten
Akkupack oder kompletten Systemlösungen. Fünf Lagerstandorte
in Deutschland machen es möglich, Kunden innerhalb
von 24 Stunden zu beliefern. Eine wichtige Voraussetzung dafür
ist, dass alle am Kommissionierprozess beteiligten logistischen
Abläufe ineinandergreifen und so effizient wie möglich gestaltet
sind.
HERAUSFORDERUNGEN IM
VERPACKUNGSPROZESS
Hauptsächlich die Verpackung und der Versand von Blei-Säure-
Batterien in Einzel-Kartons sowie auf Paletten unterschiedlicher
Größe stellte das Unternehmen allerdings immer wieder vor Herausforderungen.
Neben dem hohen Gewicht erschwerten vor allem
die große Produktvielfalt und die stark variierenden Stückzahlen
das Handling. In der Praxis führte dies immer wieder zu
unterschiedlichen Packmustern und Palettengrößen sowie einem
uneinheitlichen Warenfluss. „Da sich die Lieferungen stets
aus verschiedenen Kartongrößen und -mengen zusammensetzen,
sind unterschiedlich hoch gepackte Paletten an der Tagesordnung.
Die typische Turm-Packform ist daher eher die Ausnahme
als die Regel“, beschreibt Peter Plambeck von der Antalis Verpackungen
GmbH, Leinfelden-Echterdingen, die Ausgangssituation.
Zusammen mit den Verantwortlichen von Battery-Kutter
machte sich der Senior Sales Consultant F&P auf die Suche nach
einer Lösung, um die unterschiedlich gepackten Paletten material-
und zeiteffizient versandfertig zu machen und Mitarbeiter zu
entlasten.
GEMEINSAME LÖSUNGSFINDUNG
Die Experten von Antalis Verpackungen, die das Batterieunternehmen
bereits zuvor bei der Auswahl von Verpackungsmaterialien
beraten hatten, erwiesen sich auch bei der Entwicklung des
Konzepts als wichtige Impulsgeber. So wurde nach eingehender
Prüfung die ursprüngliche Idee für eine als Gefällerollenbahn angelegte
Paletten-Puffer-Strecke vor der bestehenden Folien-
Stretch-Anlage wieder verworfen. Um sicherzustellen, dass der
16 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
zwischen effizienter Kommissionierung und mobiler Lkw-Rampe
angesiedelte Verpackungsprozess nicht zum Engpass wird, rieten
Plambeck und sein Team stattdessen zu einer automatisch angetriebenen
Rollenbahn, auf die die fertig kommissionierten Paletten
gesetzt werden. Bei dieser Lösung wird der Startpunkt der
Rollenbahn stets durch Weiterfördern der Palette geleert und ein
DIE INTEGRATION EINER
AUTOMATISIERTEN ROLLENBAHN
ERWEIST SICH ALS GAMECHANGER
Rückstau dadurch vermieden. Sobald die Pufferstrecke gefüllt ist,
arbeitet ein Mitarbeiter die Paletten ab, die nach dem Wiegen abgedeckt,
gestretcht und anschließend mit Lieferschein sowie Versandpapieren
versehen werden. Am Ende der Anlage werden die
fertigen Paletten per Hubwagen in eine Outbound-Fläche verbracht.
„Rückblickend können wir uns kaum vorstellen, wie wir unser
jetziges Arbeitsaufkommen ohne diese automatisierte Lösung
hätten bewerkstelligen können“, betont Sascha Plaumann von
Battery-Kutter. „Mit der Kombination aus Pusher und automatischem
Antrieb sparen wir wertvolle Arbeitskraft ein und profitieren
damit nicht nur von einem homogeneren Warenfluss, sondern
ermöglichen auch ein effizienteres Stretchen“, berichtet der
Logistic and Technical Development Manager weiter.
EXPANSION UND EFFIZIENZ DURCH
ZUSAMMENARBEIT
Zur Verbesserung des Workflows erhielt dieser Arbeitsplatz
ein Upgrade in Form eines ergonomischen
„Schnelldreher-Pickzone“-Verpackungstisches
sammenarbeit mit der Antalis Verpackungen GmbH entstanden,
die Battery-Kutter umfassend bei Fragen rund um Materialien,
Maschinen oder Produkte berät. Auch bei der Ausstattung einer
im August 2024 angemieteten Halle in Norderstedt arbeiten die
beiden Unternehmen wieder zusammen. Durch die zusätzliche
Lagerfläche sowie konsequente Prozessoptimierungen soll der
jährliche Umfang des Top-Charging bestimmter Batterien von
derzeit 300.000 geladenen Akkus auf bis zu 1 Million ausgeweitet
werden.
Fotos: Antalis Verpackungen
www.antalis-verpackungen.de
IMPRESSUM
erscheint 2025 im 75. Jahrgang,
ISSN 0341-2636 / ISSN E-Paper: 2747-8130
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Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.
Inzwischen hat die im Mai 2022 beauftragte und im September
des gleichen Jahres eingeführte Lösung ihre initialen Kosten wieder
eingespielt. Aus dem Projekt ist eine partnerschaftliche Zuwww.foerdern-und-heben.de
f+h 2025/06 17
PRODUKTE UND SYSTEME
AUTOMATISIERUNG IN DER LEBENSMITTELLOGISTIK
PROZESSSICHERHEIT UND LIEFERQUALITÄT
TROTZ HOHER DYNAMIK
In der komplexen Frischewelt der
Lebensmittellogistik sind effiziente
Lieferketten und eine fortschrittliche
Lagerlogistik unerlässlich. Nur mit ihnen ist
der Spagat zwischen Hochleistungsproduktion
und den individuellen Bedürfnissen der
Abnehmer zu meistern. Intelligente Lösungen
der Lagerautomatisierung spielen dabei ihre
Stärken aus.
Automatisierungssysteme und Robotik sind in der Frischelogistik
unverzichtbar. So ermöglichen passende
Lager- und Kommissioniersysteme eine Effizienzsteigerung,
da sie Aufträge schnell und präzise abwickeln. Das
ist vor allem bei verderblichen Waren maßgeblich. Zeitgleich minimieren
Robotergreifer, die für die Handhabung empfindlicher
Produkte wie Selbstbedienungsschalen entwickelt wurden, Beschädigungen
und Verluste während des Sortier- und Verpackungsprozesses.
ZWISCHEN GROSSAUFTRAG UND E-COMMERCE
Das Zusammenspiel von Großbestellungen und E-Commerce ist
eine Herausforderung für die Intralogistik. Die Lager müssen mit
Technologien ausgestattet sein, die hohe Durchsatzgeschwindigkeiten
ermöglichen und die Frische der Produkte sicherstellen.
Zeitgleich erfordert der E-Commerce Lagerlösungen, die eine
schnelle Anpassung an wechselnde Bestellmengen und Produktvarianten
gestatten. Hier sind flexible Technologien und
skalierbare Automatisierungslösungen gefragt, um die Anforderungen
des Großhandels effizient zu bedienen sowie individuelle
Verbraucherwünsche zu erfüllen.
Zu den marktspezifischen Besonderheiten der Lebensmittelbranche
zählt neben saisonalen Spitzen auch die Varianz in der
Bestellstruktur: Viele Geschäfte wie Bäckereien oder Metzgereien
bestellen nur kleine Mengen, während Supermarktketten und andere
Großabnehmer ganze Paletten ordern. Diese zunehmende
Varianz der nachgefragten Leistungen in der Kommissionierung
und im Versand trifft auf einen eklatanten Arbeitskräftemangel.
Doch wie begegnen Produzenten und Lieferanten diesen Herausforderungen?
„Als Generalunternehmer haben wir bereits
zahlreiche Projekte in der Lebensmittellogistik begleitet. Automatisierungen
waren dabei immer unerlässlich für die
Umsetzung der komplexen Prozesse“, erklärt Yusuf Kaya, Key
Account Manager der Unitechnik Systems GmbH, Wiehl.
18 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
DAS RICHTIGE PALETTIERMUSTER ENTSCHEIDET
Das automatische Palettieren unterschiedlicher Ladeeinheiten
auf Versandpaletten ist eine Kunst für sich, die optimiert werden
muss, um den Raum effizient zu nutzen und die Produkte während
des Transports zu schützen. Betreiberspezifische Anforderungen
können variieren, abhängig von den Bestellvolumina, der
Art der Produkte und den Zielmärkten. Softwarelösungen, die mit
intelligenten Algorithmen arbeiten, können helfen, ideale Palettiermuster
zu generieren, die nicht nur die Stabilität der Ladung
sicherstellen, sondern auch den schnellen Zugriff auf bestimmte
Artikel erleichtern, sollte dies beim Auspacken notwendig sein.
Automatisierte Palettierroboter können diese Muster effektiv umsetzen
und dabei helfen, die Ladezeiten zu verkürzen und
menschliche Fehler zu reduzieren.
DAS HANDLING VON FLEISCHKISTEN
In der Frischelogistik kommen beim Transport zwischen den
Wertschöpfungsstufen oder Handelspartnern oft die Fleischkisten
nach den Maßen E1, E2 oder E3 zum Einsatz. Diese Kunststoff-
Mehrwegbehälter werden durch Transport und Reinigung stark
beansprucht. Sie eignen sich daher nur bedingt als Ladungsträger
innerhalb einer automatisierten Förder- und Lagertechnik. „Wir
haben hierfür zwei Lösungen entwickelt. Euro-Fleischbehälter
können direkt oder auf einem Träger-Tablar gefördert werden“, erklärt
Yusuf Kaya. Wie funktionieren diese Lösungen? Im ersten
Fall werden die Behälter auf ihre Förder fähigkeit geprüft. Dafür
kommt ein eigenentwickeltes automatisches Vermessungssystem
zum Einsatz. Diese Lösung bietet Flexibilität und stellt sicher, dass
nur intakte Behälter für den weiteren Transport zugelassen werden.
Im zweiten Fall werden die Kästen automatisch auf ein Träger-Tablar
gesetzt. Das Leertablarhandling wird durch ein speziell
entwickeltes Puffersystem unterstützt.
VOM FRISCHFLEISCH BIS ZUM
CONVENIENCE-FOOD
Jedes Projekt in der Lebensmittellogistik hat seine individuellen
Schwerpunkte. So zählen zum Beispiel nicht nur Produzenten
von Frischfleisch oder haltbaren Lebensmitteln zum Kundenkreis,
sondern auch Airline-Caterer oder weiterverarbeitende
Betriebe wie Convenience-Food-Hersteller. „Automatisierungslösungen
sind in der Lebensmittellogistik facettenreich, bringen
aber im Hinblick auf Effizienz und Genauigkeit viele Vorteile“, so
Kaya. „Folgende Projekte sind mir besonders in Erinnerung
geblieben.“
n Multifunktionsfähiges Shuttle-Lager
Viele Convenience-Food-Hersteller stehen vor der Aufgabe, Firmen
aus der Gastronomie, Cafeterien sowie Kantinen in Schulen
und Krankenhäusern schnell und unter Einhaltung der Kühlkette
zu beliefern. Das liegt unter anderem an dem kurzen Mindesthaltbarkeitsdatum
(MHD) der produzierten Lebensmittel. Damit
in diesem Prozess keine Fehler passieren, setzt einer der größten
Anbieter Europas in seinem Logistikzentrum auf eine automatisierte
Intralogistik. Herzstück des zusammen mit dem Unternehmen
Unitechnik entwickelten Systems ist ein Shuttle-Lager für
30.000 Euro-Fleischbehälter (E-Kisten) im Normalkühlbereich.
Das Shuttle-Lager ist multifunktionsfähig, das heißt es werden
sortenreine E2-Gebinde aus dem Wareneingang sowie
kommissio nierte E2-Kundengebinde ein- und ausgelagert. An
die Shuttle-Gassen sind seitlich Pickzonen angeordnet. Die Pickschächte
der Quellbehälter (Mann-zur-Ware) werden von den
Shuttles mit sortenreinen Gebinden nachgefüllt. Die Kommissionierung
von C-Artikeln sowie Wiegeartikeln geht an Ware-zum-
Mann-Plätzen vonstatten.
Ein automatisches Vermessungssystem prüft E2-Kisten
auf ihre Förderfähigkeit
n Frischgeflügelverarbeitung
Bei der Produktion und dem Versand von Frischfleisch sind kurze
Wege und eine gute Klimatisierung entscheidend. Das Logistikzentrum
eines deutschen Frischgeflügelverarbeiters ist daher
über eine Förderbrücke für Paletten, Behälter und Kartons mit
der Produktion verbunden. Diese werden automatisch auf ein
Trägerregal gestellt. Herzstück der Logistikanlage ist ein Hochleistungs-Shuttlesystem,
das die aus der Produktion kommenden
Waren bei etwa 0 bis 2 °C zwischenlagert und nach Betreiberauftrag
sequenziert auslagert. Am Kommissionierplatz werden die
E1-, E2-Kisten und Kartons auf automatisch bereitgestellte Kundenpaletten
palettiert. Bearbeitet werden auch Online-, Stückund
Sortimentsaufträge. Ein weiterer Bereich ist das Tiefkühllager.
Hier lagern die Paletten bei -25 °C in einer Verschieberegalanlage.
Die Lagerverwaltungssoftware UniWare steuert alle Warenbewegungen.
n Immer einen Schritt voraus sein
Ein Hersteller von Gewürzen und Saucen hat die Herausforderung
der Lebensmittellogistik – unterstützt von Generalunternehmer
Unitechnik – mithilfe eines Ware-zum-Mann-Kommissioniersystems
bewältigt. An Ware-zum-Mann-Kommissionierplätzen für
Behälter und Paletten werden die Aufträge bearbeitet. Darüber hinaus
kommen Roboter zum Palettieren und Depalettieren zum
Einsatz. Um den genannten Spagat zwischen Großaufträgen und
E-Commerce zu bewältigen, wurde am Warenausgang ein Hubbalkenspeicher
für die Auftragskonsolidierung installiert. Neben
der Förder- und Lagertechnik ist das Lagerverwaltungssystem
UniWare maßgeblich.
NEUE MÖGLICHKEITEN DURCH KI
Auch der der Einsatz von künstlicher Intelligenz
(KI) zur Vorhersage von Bestellungen ist
ein Faktor für die Optimierung der
Frischelogistik. Durch das Sammeln und Analysieren
großer Datenmengen können Algorithmen
des maschinellen Lernens die Nachfrage besser vorhersagen als
ein erfahrener Mitarbeiter. Dadurch können Logistikunternehmen
ihr Personal besser planen, die Lagerbestände effizienter
verwalten und die Verschwendung von Lebensmitteln minimieren.
KI kann auch dabei helfen, Lieferzeiten zu optimieren und
dynamische Lieferpläne zu erstellen, die auf Echtzeitdaten – wie
Verkehr- und Wetterdaten – basieren.
Fotos: Unitechnik
www.unitechnik.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 19
PRODUKTE UND SYSTEME
AMI FÖRDER- UND LAGERTECHNIK ZIEHT BILANZ NACH HALLENERWEITERUNG
INVESTITIONEN ZAHLEN SICH AUS
Die AMI Förder- und Lagertechnik GmbH ist ein etablierter Anbieter für
maßgeschneiderte Intralogistiksysteme. Das Unternehmen entwickelt und produziert
am zentralen Standort Luckenbach modulare Fördertechnik sowie Systemlösungen für
den innerbetrieblichen Materialfluss und deren Automatisierung. Auch
Kommissioniersysteme gehören zum Produktportfolio. Im April des vergangenen
Jahres hatte das Unternehmen seine Verwaltungs- und Produktionsfläche auf rund
17.000 Quadratmeter erweitert. Diese Expansion war ein Meilenstein in der
Firmengeschichte und resultierte aus der gestiegenen Nachfrage. Die Erweiterung der
Fläche optimierte die Prozessketten von Beginn an. Der Ausbau der Fertigungsfläche
und des Maschinenparks erlaubt die parallele Bearbeitung mehrerer Großprojekte.
Auch die Bevorratung von Rohmaterialien wurde optimiert.
20 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Der Kommissionierautomat Smart-Flexdepot bietet
auf kleinem Raum ein hohes Lagernutzvolumen
IN DER INDUSTRIELLEN ANWENDUNG
ANGEKOMMEN
Ein Fokus liegt auch auf dem Ausbau des Geschäftsbereichs
Kommissioniersysteme. Seit der Expansion im Jahr 2024 verzeichnet
dieser Bereich Fortschritte. So wird der Kommissionierautomat
Smart-Flexdepot in verschiedenen Industriezweigen
eingesetzt – beispielsweise in der optischen oder auch pharmazeutischen
Industrie. Dort bewältigen die Systeme bis zu 100.100
HALLENERWEITERUNG
STEIGERT EFFIZIENZ UND
SICHERT WACHSTUM
„Die Investition war das sichtbare Zeichen der Erfolgsgeschichte
unseres Unternehmens“, sagt Stefan Brenner, geschäftsführender
Gesellschafter von AMI. „Wir brauchten schlicht mehr Platz für
die Realisierung einer Vielzahl großer Projekte und die Bearbeitung
von Neuentwicklungen.“
KÜRZERE PROZESSKETTEN VON BEGINN AN
Tatsächlich hat sich die Erweiterung der Fläche spürbar auf die
Effizienz in der Projektabwicklung ausgewirkt, denn AMI konstruiert,
plant, fertigt und montiert alle Aufträge am zentralen
Standort Luckenbach. Der Ausbau der Fertigungsfläche und des
Maschinenparks ermöglicht es dem Unternehmen, mehrere
Großprojekte parallel zu bearbeiten und dabei die Abläufe deutlich
zu straffen. Auch die Bevorratung von Rohmaterialien wie
Aluminiumprofilen, Blechteilen, Fördergurten oder Kabelmaterial
wurde optimiert – was von Beginn an zu kürzeren Prozessketten
beiträgt.
Mit dem Wachstum ging auch ein erhöhter Personalbedarf einher
– hauptsächlich in der Produktion. Trotz des Fachkräftemangels,
der vor allem im ländlichen Raum eine Herausforderung ist,
konnte AMI in den vergangenen Monaten neue Fachkräfte für
unterschiedliche Bereiche gewinnen. Gleichzeitig wurden die
Aktivitäten im Recruiting intensiviert und breiter aufgestellt.
Teile im industriellen Dauereinsatz und in nicht seltenen Fällen
kommen mehrere parallele Depots zum Einsatz, um den automatisierten
Warenfluss effizienter zu gestalten.
„Sie können sicher sein: Wir sind aktuell mit Hochdruck dabei,
den innovativen Automaten in verschiedenen Geschäftsfeldern
in die Intralogistik unserer Kunden zu implementieren“, berichtet
Brenner. „Das Smart-Flexdepot ist also in der industriellen Anwendung
angekommen.“
Die Weiterentwicklung der Automaten steht ebenfalls im Fokus
der Ingenieure. Ziel ist es, eine erweiterte Produktfamilie für unterschiedliche
Einsatzbereiche zu schaffen. Dazu zählen unter
anderem Modelle für den 24/7-Betrieb im ländlichen Raum –
„Mini-Märkte“ – sowie Varianten mit Kühlmodulen für temperatursensible
Produkte. Auch hier erweist sich die größere Produktionsfläche
als wertvoller Faktor für Prototypenbau, Erprobung
und weitere Innovationen.
Die AMI Förder- und Lagertechnik GmbH sieht sich damit gut
gerüstet für die Zukunft – mit nachhaltigem Wachstum, Innovationskraft
und langfristiger Planung als tragenden Säulen der Unternehmensstrategie.
Fotos: AMI Förder- und Lagertechnik
www.ami-foerdertechnik.de
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 21
VON DAMALS BIS HEUTE
1999
1975
2001
Gründung in Karlsruhe als
Gesellschaft für Computerund
Automationsbausteine
mbH & Co KG
Das Modell
Apollo ermöglicht
automatisiertes
Etikettieren
Neubau im
Technologiepark
Karlsruhe und
Vorstellung von
Beschriftungslasersystemen
Präsentation
der Serie-A-
Transferdrucker
1975
1995
1999 2001
50 JAHRE CAB PRODUKTTECHNIK
KENNZEICHNUNG DURCHGÄNGIG –
MIT ETIKETT ODER LASER
Seit dem Jahr 1999 ist der Hauptsitz der cab
Produkttechnik, eines Herstellers von
Etikettendrucksystemen, im Technologiepark
Karlsruhe. Das Werk in Sömmerda bei Erfurt
liefert jedes Jahr Tausende Geräte in die ganze
Welt. Anwender der Systeme sind globale Player
sowie kleine und mittlere Unternehmen. 430
Mitarbeiter an Standorten in Deutschland,
Frankreich, Nord- und Mittelamerika, Asien und
Südafrika sorgen für Vertrieb und Support. 850
Vertriebspartner stellen die Verfügbarkeit von
Geräten, Ersatzteilen und Service sicher.
Die Firmengeschichte beginnt mit Klaus Bardutzky (Jahrgang
1942), einem studierten Feinwerktechniker. Im
Frühjahr 1975 begann er in Karlsruhe nach Kundenauftrag
Bauelemente und Fertigungsmittel für die Elektronikindustrie
zu entwickeln. Zusätzlich konstruierte er Nadeldrucker
für die Kennzeichnung. Die Firma cab war damit geboren.
Im Jahr 1999, direkt nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens,
trat Alexander Bardutzky in das Unternehmen ein. Seit
dem Jahr 2009 führt er das Unternehmen in zweiter Generation
und hält heute mehrheitlich die Geschäftsanteile. Er ist verantwortlich
für den Vertrieb, das Marketing, Controlling, Personal
und Rechnungswesen. Klaus Bardutzky ist bis heute Vorbild bei
der Produktentwicklung. Relevante Optionen werden frühzeitig
erkannt und nach Marktchancen bewertet, Instrumente bereitgestellt,
Markteintritte geplant und gemeinsam mit den Fachabteilungen
Projektpläne erstellt.
Lange bevor Industrie 4.0, Smart Manufacturing und das industrielle
Internet der Dinge zu Begriffen für die Verzahnung der
Produktion mit Informationstechniken wurden, waren die
22 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Das Zweifarbdruckund
-Etikettiersystem
Hermes C erhält
den Deutschen
Verpackungspreis
Vorstellung von
Geräten zur
automatisierten
Etikettierung
vorbedruckter
Etiketten
Mehr als
100 Millionen
Euro Umsatz
Mitarbeiterzahl
übersteigt 400.
Digitale Modellierung
einer
Schnittstelle
für Robotikanwendungen
Präsentation von
Linerless-Druck- und
-Etikettiersystemen.
Geplant ist für Ende
des Jahres der
Spatenstich für ein
neues Verwaltungsgebäude
in Karlsruhe
2015
2017
2021
2022
2025
2015
2022
2025
Drucksysteme von cab auf Geräteintelligenz, schnelle Verarbeitung
von Druckaufträgen im Stand-alone-Betrieb und komplexe
Möglichkeiten zum Datenaustausch ausgelegt. Das Equipment
des Herstellers ist unmittelbar in Automatisierungs- und Roboterlösungen
einsetzbar. Eingebunden in Netzwerke lassen sich
Daten auf Etiketten produktions- oder verbraucherspezifisch
identifizieren, zuordnen, verknüpfen und erfassen sowie kritische
Zustände, Leistungsstatus und Druckzyklen fortlaufend
analysieren. Verfügbar ist Equipment vom Tischgerät zur Verwendung
„out of the box“ bis zum modularen System zur Integration
in automatische Anlagen – stabil konstruiert und hochwertig
verarbeitet. Mit Blick auf die Produktion und Logistik eines Unternehmens
bedeutet das konkret beschleunigte Kommunikationsprozesse,
hohe Produktivität und Qualität sowie eine Kostenreduzierung
für den Endverbraucher.
Dass es sich lohnt, bisweilen unbetretene Wege zu gehen, zeigt
die Produkthistorie. Beim Etikettendruck im Stand-alone-Modus
hat cab Pionierstatus. Zum Zubehörprogramm in diesem Marktsegment
gehören unter anderem Module für die automatische
Etikettenübergabe – auch über Eck, auf Zylinder oder Schrägen,
Vorrichtungen zum Auf- oder Abwickeln des Etikettenmaterials,
Schneidemesser zum Vereinzeln sowie Stapler zum Aufschichten
der Etiketten. Als mit dem GHS ein weltweit einheitliches System
zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien in Kraft
trat, waren die Drucker der XC-Serie die ersten, die zweifarbigen
Etikettendruck in einem Arbeitsgang ermöglichten. Das bedeute-
te für die Anwender, nicht länger vorbedruckte Etiketten in großer
Zahl auf Lager vorhalten zu müssen.
cab setzt auf langfristige Beziehungen und bietet darüber hinaus
betriebswirtschaftliche Kontinuität. Investitionen in die Mitarbeiter,
Gebäude, Maschinen und das Equipment werden aus
eigenen Mitteln finanziert, Gewinne in das Unternehmen reinvestiert.
Die Produktionsstätte in Sömmerda ist im Jahr 1992 aus dem
Maschinenbestand des ehemaligen Musterbaus des Robotron Büromaschinenwerks
entstanden. 1996 wurde hier die erste neue
Produktionshalle gebaut. Heute verteilt sich das Werk auf drei Hallen
für Fertigung und Lager sowie auf eine Fläche von 10.000 m².
200 Mitarbeiter werden in Thüringen beschäftigt – im Jahr 1992
begann man mit sechs Mitarbeitern. Der nächste Erweiterungsbau
befindet sich in der Umsetzung. Alle mechanischen sowie
Kunststoffteile der Geräte werden größtenteils hier produziert.
Für Vater und Sohn Bardutzky ist die Wahl des Fertigungsstandorts
keine Frage individueller oder temporärer Strömungen.
Befragt man sie nach den Gründen für die Bedeutung eines
Standorts in Deutschland, verweisen sie sofort auf die hohen
Qualitätsmaßstäbe im Unternehmen. Deutschland soll auch
künftig der wichtigste Produktionsstandort bleiben.
Fotos: cab
www.cab.de
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 23
IMPULSE
SO HEBEN UNTERNEHMEN ENERGIESCHÄTZE
STANDBY, REKUPERATION UND …
Die Optimierung des Energieverbrauchs gewinnt
in der Intralogistik zunehmend an Bedeutung.
Viele Unternehmen suchen nach effektiven
Strategien, um ihren ökologischen Fußabdruck
zu reduzieren und Betriebskosten zu senken.
Stefan Storck und Michael Krajewski, zwei
Experten der Remmert GmbH, Löhne, erörtern
wie sich mithilfe innovativer Ansätze Energie in
Intralogistikanlagen einsparen lässt.
„Eigentlich ist es ganz einfach“, weiß Stefan Storck, Leiter Elektrotechnik
der Remmert GmbH, und schmunzelt. „Unsere Kunden
können am meisten Geld sparen, wenn sie ihren Strom gar nicht
erst verbrauchen. Aber das ist unmöglich, denn dann ginge ja gar
nichts mehr. Daher haben wir uns als Intralogistiker überlegt, wie
wir die Anlagenbetreiber unterstützen können, damit sie bei ihrer
Lagerlogistik Energie sparen.“
Remmert hat den Energiebedarf seiner Anlagen um 40 Prozent
reduziert, etwa durch einen intelligenten Standby-Modus in der
Software und der Rückumwandlung der Lageenergie des Regalbediengeräts
in elektrischen Strom (Rekuperation). „Das machen
wir alles schon heute“, sagt Michael Krajewski, Elektrokonstrukteur
und Mitglied des Teams SiReNe (Sicherheit, Retrofits und
Neuentwicklung) bei Remmert. „Und für die fernere Zukunft beobachten
wir den Trend zum Gleichspannungsnetz.“
24 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
IMPULSE
AMORTISATIONSZEITRAUM: BREAK-EVEN IN
SICHTWEITE
„Die Softwareeinstellung für den Ready-to-work-Modus rechnet
sich schon nach zehn Betriebsstunden“, betont Storck. „Für die
Rekuperation mit Rückspeisung der Energie ins Netz, also ohne
Kondensatorbatterie, kalkulieren wir mit drei Jahren. Und die
noch sparsamere Variante mit Kondensatorbatterien ist zurzeit
noch sehr teuer und amortisiert sich nur, wenn sich die Kosten
für den Anschluss der Anlage entsprechend reduzieren. Mit der
Eigentlich wollen wir
weg vom herkömmlichen
Lager nach
altbekannter Art. Alles
gehört automatisiert
STEFAN STOCK,
Leiter Elektrotechnik
Remmert
Kondensatorlösung können wir die Anschlussleistung des Regalbediengeräts
auf weniger als 20 Prozent des normalen Anschlusswerts
senken. Diese Lösung kann auch gewählt werden, wenn die
benötigte Anschlussleistung netzseitig nicht zur Verfügung steht.“
STANDBY AM REGALBEDIENGERÄT SPART
RICHTIG
„Der einfachste Kniff, um den Energiebedarf eines Lagersystems
zu reduzieren, ist der Ready-to-work-Modus. Unsere Software
schaltet in diesen Modus, wenn absehbar ist, dass das Regalbediengerät
beispielsweise für mehr als 30 Sekunden keine Fahrt
haben wird. Das Wiederanschalten des Regalbediengeräts geschieht
mit drei Sekunden flott genug, sodass der Betreiber den
kleinen Verzug kaum bemerkt“, nennt Krajewski eine Erkenntnis
aus der Praxis.
01 Bei jeder Abwärtsbewegung der Hubtraverse wird kinetische
Energie in elektrische Ladung zurückgewandelt. Diese lässt sich ins
Stromnetz zurückspeisen oder idealerweise in Kondensatoren des
Regalbediengeräts speichern und für den nächsten Energiebedarf
verwenden
„Erstaunlich ist die Energieersparnis durch das Standby“, ergänzt
Storck, der seit mehr als 30 Jahren in der Elektrokonstruktion bei
dem Lagersystemhersteller arbeitet. „Allein durch das Standby
lässt sich bei einer Anlage mit einem Jahresbedarf von 50.000 Kilowattstunden
gut 10.000 Kilowattstunden sparen. Also 20 Prozent.
Das sind keine Peanuts.“
REKUPERATION UND SPEICHERN DER ENERGIE
IM SYSTEM
„Strom wollen alle sparen“, fährt Storck fort. „Eine weitere Idee,
die wir umgesetzt haben, ist Rekuperation. Und die elektrische
Energie wollen wir dann idealerweise im System speichern, sodass
sie zur Verfügung steht, wenn sich das Regalbediengerät
Ab sofort
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IMPULSE
02
Energie sparen in der Intralogistik
Energierückgewinnung im Hochregallager
Beim Absenken der
Traverse des RBG
wird die kinetische
Energie in
elektrische Energie
umgewandelt
Bis zu 20%
Energieeinsparung
Standby-Modus
des RBG
1
Wiederverwendung
im RBG
Kondensatoren speichern
die Energie kurzfristig für
den nächsten Strombedarf
Wiederverwendung
im Betrieb
2 3
Einspeisung
ins Stromnetz
Bis zu 20%
Energieeinsparung
Bis zu 40% Einsparungen möglich
wieder bewegt. Das geht aber mit chemischen Batterien nicht,
die sind zu träge und haben eine zu geringe Anzahl an Ladezyklen.
Und bei geschätzten einer Million Fahrten des Regalbediengeräts
pro Jahr, kann man sich vorstellen, dass die Ladezyklen
derzeit verfügbarer Batterien dafür einfach nicht ausreichen.“
Krajewski übernimmt: „Aber Kondensatoren können das! Die
Idee ist, dass eine Kondensatorbatterie quasi mit dem Regalbediengerät
mitfährt. Bei jeder Abwärtsbewegung wandeln wir die
Hubwerksenergie zurück in elektrische Ladung und speichern
diese im Kondensator. Die Reaktionsgeschwindigkeit von Kondensatorbatterien
ist schnell genug. Bemerkenswert daran ist:
Der recycelte Strom aus dem Kondensator ist schon bezahlt, kostet
also nichts mehr.“ Storck greift den Gesprächsfaden auf: „Die
Energie, die unwiederbringlich verloren geht, etwa durch Reibung,
lässt sich kontinuierlich nachspeisen.“
Parallel verfolgt der Hersteller den Ansatz, den Energiebedarf
innerhalb des Systems dauerhaft zu protokollieren. Zu diesem
Zweck wird ein Energiemonitoring in das System integriert. Dies
ist bei Neuanlagen werksseitig umsetzbar, bei Bestandssystemen
ist eine schnelle und einfache Nachrüstung möglich. Dadurch
lässt sich der tatsächliche Energiebedarf ermitteln und die Prozesse
energetisch optimieren.
KOSTEN SPAREN DURCH KONTINUIERLICHES
NACHLADEN OHNE SPITZEN
„Der Einsatz der Kondensatorbatterie hat noch weitere positive
Effekte“, führt Krajewski aus. „Wenn wir die Energie im Lagersystem
halten, entstehen keine Lastspitzen, bei denen wir Strom aus
dem Netz ziehen. Die üblichen Stromspitzen können entfallen.
Die Energie ist schon im Kondensator. Das ist praktisch, da wir so
die Anschlusswerte bei der Projektierung für die Anlage gering
halten können. Das spart ebenfalls Kosten. Denn bei höheren
Anschlusswerten für den Starkstrom bitten die Stadtwerke oder
andere Energieversorger kräftig zur Kasse. Außerdem lassen sich
mit diesem Konzept Einmalkosten einsparen, beispielsweise bei
den Leitungen, da wir ohne Lastspitzen einen geringeren Quer-
schnitt und damit geringeren Materialeinsatz für die Leitungen
benötigen. Eine weitere Ersparnis ergibt sich beim Personal, weil
die Installation schneller vonstattengeht.“
Storck ergänzt: „Außerdem können wir so auch Unternehmen
unsere Intralogistik-Lösungen anbieten, die an ihrem Standort
nicht die Möglichkeit haben, eine derart starke Stromleitung verlegen
zu lassen.“
AUSBLICK: „READY FOR RETROFIT“ UND EIN
DC-NETZ FÜR DEN GANZEN BETRIEB
Wenn wir die Energie
im Lagersystem halten,
entstehen keine
Lastspitzen, bei denen
wir Strom aus dem Netz
ziehen
MICHAEL KRAJEWSKI,
Elektrokonstrukteur
Remmert
Die Entwicklungsteams bei Remmert machen sich viele Gedanken,
wie das Lager der Zukunft aussehen könnte. Krajewski:
„Schon vor der Auslieferung haben wir im Blick, wie man unsere
Lagersysteme auf- oder nachrüsten kann. Wir liefern alle Anlagen
‚Retrofit-ready‘ aus. Das ist für die Betreiber attraktiv, denn so
müssen sie sich keine Sorgen machen, ob das System nach 15
Jahren veraltet wäre. Wir können die Lagerlösungen jederzeit
problemlos mit moderneren Komponenten auf den aktuellen
Stand der Technik bringen. Für mehr Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit!“
„Eigentlich wollen wir weg vom herkömmlichen Lager nach
altbekannter Art. Alles gehört automatisiert“, greift Storck das von
Krajewski genannte Thema Zukunft auf. „Es wird kein Stapler
mehr gefahren. Das Lager pumpt das Material wie ein großes
Herz durch den Betrieb. Fahrerlose Transportfahrzeuge übernehmen
die Güter, sodass die Aufstellorte von Bearbeitungsmaschinen
beliebig werden. Menschen werden in diesem Szenario
nicht mehr mit dem Material in Kontakt kommen, wodurch unter
anderem Personenschäden aufgrund innerbetrieblicher Transporte
vollständig vermieden werden.“
„Eine weitere Entwicklung“, ergreift Storck das Wort, „die wir
genau verfolgen, ist der Umstieg von Wechselstrom auf Gleichstrom.
Betreibt man Antriebe direkt am Gleichstromnetz, lassen
sich durch den Wegfall des Wechselrichters die Umwandlungsverluste
reduzieren. Alle beweglichen Teile rekuperieren, die
Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle speist effizient Strom
ein. Wir haben einen konstanten Energiefluss für den ganzen Betrieb
und alle Peaks werden im eigenen Netz gepuffert. Für diese
Herausforderung sind die dafür benötigten Komponenten zurzeit
noch ‚Exoten‘, aber solche Lösungen werden sich in zehn bis
zwanzig Jahren durchsetzen. Und das denken wir jetzt schon
mit.“
Fotos/Grafik: Remmert
www.remmert.de
26 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
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Combi-SPI
Combi-FSE 8000
Combi Load Xtender
INNOVATIVE UND NACHHALTIGE
LÖSUNGEN VON COMBILIFT FÜR
DEN MATERIALUMSCHLAG
Combilift, der irische Spezialist für Materialhandhabung,
ist bekannt für sein unermüdliches Engagement
für Innovation. Das Unternehmen investiert
jährlich 7% seines Gesamtumsatzes in Forschung
und Entwicklung. Kürzlich wurden gleich drei neue bahnbrechende
Lösungen für den Materialumschlag vorgestellt.
Auf der diesjährigen Ligna präsentierte der Hersteller
seinen neuesten vierrädrigen Elektro-Seitenstapler, den
COMBI-FSE 8000. Mit einer Tragfähigkeit von acht Tonnen ist
er ideal für die Handhabung von Bauholz, Stahl oder anderem
Langgut in beengten Verhältnissen in der Lagerhalle
oder im Außenbereich geeignet.
Zusammen mit dem neuen FSE8000 wurde der
COMBI LOAD XTENDER mit scherenförmigem Ausleger vorgestellt,
zum vollständigen Be- und Entladen von Anhängern
oder Eisenbahnwaggons von einer Seite aus – ein großer
Vorteil bei Platzknappheit auf dem Betriebshof.
Der kundenorientierte Ansatz von Combilift ist einer der
Hauptgründe für den Erfolg des Unternehmens. Combilift
identifiziert konstant die sich entwickelnden Bedürfnisse
seines wachsenden Kundenstamms, bezieht Kundenfeedback
mit ein und entwickelt Produkte für bisher unerschlossene
Marktnischen.
„Diese neuen Lösungen wurden als direkte Antwort auf die
Anforderungen des Holzsektors entwickelt,“ erklärt Martin
McVicar, CEO von Combilift. „Die Kunden müssen größere
Lasten sicherer und möglichst emissionsfrei auf engerem
Raum bewegen. Genau das leisten der FSE 8000 und der
Combi Load Xtender – und bauen hier auf der langjährigen
Erfahrung von Combilift mit Innovationen im Langgutbereich
auf.“
Auf der Bauma wurde zuvor eine weitere bahnbrechende
Lösung vorgestellt: der selbstfahrende Innenlader Combi-
SPI. Das Fahrzeug ist auf Effizienz, Sicherheit und Kontrolle
ausgelegt und eignet sich ideal für den mühelosen Umschlag
von Betonfertigteilen und anderen übergroßen Materialien
in Produktionshallen und auf Betriebshöfen. Die Entwicklung
des COMBI-SPI begann als Gemeinschaftsprojekt mit
der Firma Spaansen, einem Hersteller von Betonfertigteilen.
Das Ziel war die Konzeption einer effizienten, wendigen und
kostengünstigen Alternative zu Anhängern und Zugmaschinen.
Der Combi-SPI befördert mühelos Lasten von bis zu
30 Tonnen auf Standard-Innenladerpaletten und zeichnet
sich durch hervorragende Sicht für das Bedienpersonal,
Wendigkeit und einfache Handhabung aus.
Darüber hinaus wurde der Innenlader kürzlich von der britischen
Material Handling Association (UKMHA) in die engere
Wahl für die Archie Award-Kategorie als „Bestes neues
Produkt“ genommen.
Innovation ist Teil der DNA von Combilift. Seitdem im Jahr
1998 erstmalig der bahnbrechende Mehrwegestapler C4000
vorgestellt wurde, hat Combilift eine Vielzahl innovativer Lösungen
für die Materialhandhabung entwickelt und will den
Weg der „Lifting Innovation“ weiter konsequent fortsetzen.
https://combilift.com/fse-8000/
https://combilift.com/combi-load-xtender/
https://combilift.com/spi/
Weitere Informationen zu Combilift-Produkten auf
combilift.com/de.
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 27
PRODUKTE UND SYSTEME
ALUMINIUM-KANALSYSTEM FÜR
VERTIKAL HÄNGENDE ANWENDUNGEN
MEHR RUHE IM
HOCHREGALLAGER
Mit dem TKVG (Vertical Guide) hat
Tsubaki Kabelschlepp eine anschlussfertige
Nachrüstlösung für die Regalbediengeräte
von Dematic entwickelt. Das Aluminium-
Kanalsystem für vertikal hängende
Anwendungen stabilisiert die Energieketten,
reduziert deren Verschleiß und minimiert die
Betriebsgeräusche. Nach Installationen bei
verschiedenen Anlagenbetreibern zeigt sich:
Die Lösung sorgt für eine höhere Lebensdauer
und einen geringeren Wartungsaufwand.
Präzise, effizient und zum Teil mit hoher Geschwindigkeit
bewegt sich das Regalbediengerät durch das Hochregallager.
Sind dabei hohe Beschleunigungen oder ein abruptes
Abbremsen erforderlich, wurde dies bislang vom System
mit einem hörbaren Geräusch quittiert. Die Energiekette schlug
gegen das Anschlussblech. Das hat den Betrieb zwar nicht beeinträchtigt,
war aber störend und hat die Ketten unnötig beansprucht.
Mit dem TKVG (Vertical Guide) bietet Tsubaki Kabelschlepp
nun für Anwendungen, bei denen hohe Beschleunigungen gefragt
sind, eine Lösung, die die Energiekette stabilisiert, den Verschleiß
reduziert und den Betrieb leiser macht. Das Rückhaltesystem
ist eine clevere Lösung, die für mehr Langlebigkeit sorgt.
Dematic ist Teil der Kion Group und ein weltweit agierender
Anbieter integrierter Automatisierungstechnik, Software und
Dienstleistungen zur Optimierung der Lieferkette. Zum Portfolio
des Unternehmens mit Sitz in Heusenstamm gehören Einzelprodukte
und schlüsselfertige Komplettlösungen wie Lagersysteme,
Förderanlagen und Sortiersysteme sowie Systeme zur manuellen
und automatischen Kommissionierung.
Die Paletten-Regalbediengerätebaureihen des Herstellers sind
nach einer integrierten und modularen Philosophie aufgebaut,
die eine hohe Zahl von Varianten vermeidet. Konzipiert sind die
Regalbediengeräte für Nutzlasten bis 1.500 kg (einfachtief) und
1.200 kg (doppeltief) sowie für Höhen von bis zu 42 m.
28 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
„Bei unseren Regalbediengeräten setzen wir bereits seit vielen
Jahren auf die Energieketten aus der Serie Uniflex Advanced 1555
von Tsubaki Kabelschlepp“, erklärt Patrizius Chmielorz, Mechanical
Project Engineer bei Dematic. „Doch das Schlagen der Ketten
beim Fahrbetrieb war ein Sachverhalt, für deren Behebung
wir eine Lösung finden mussten. Tsubaki Kabelschlepp hat uns
mit dem TKVG eine maßgeschneiderte Lösung angeboten, die
wir inzwischen bei verschiedenen Betreibern installiert haben.“
VON DER IDEE ZUR SERIENREIFEN LÖSUNG
Der Startschuss für das Projekt fiel Anfang 2023, als Tsubaki Kabelschlepp
das neue Rückhaltesystem TKVG vorstellte. Ein einbaufertiges
Kanalsystem für vertikal hängende Anwendungen,
das sich in schnell verfahrenden Regalbediengeräten mit hohen
Querbeschleunigungen einsetzen lässt. Das anschlussfertige
Komplettsystem ist inklusive Mitnehmern, Leitungen und Zugentlastungen
verfügbar und somit montagefreundlich. Darüber
hinaus lassen sich Regalbediengeräte mit dem System einfach
nachrüsten.
„Die Konzeptionsphase verlief partnerschaftlich“, betont Marco
Strunk, Industry Manager Intralogistics bei Tsubaki Kabelschlepp.
„Wir wussten, dass wir eine Lösung finden mussten, die
robust, langlebig und einfach nachrüstbar ist. Der TKVG wurde
EIN KLEINES BAUTEIL MIT
GROSSER WIRKUNG
für diese Anforderungen entwickelt – mit einem klaren Fokus auf
Betriebssicherheit und Wartungsfreundlichkeit.“
Nach diversen Tests fand die Erprobung der Lösung inzwischen
bei verschiedenen Anlagenbetreibern statt. Zu den während
der Projektphase gesammelten Ergebnissen gehören unter
anderem geringere Geräuschemissionen und weniger Verschleiß.
„Bis heute gab es keinerlei Probleme“, bestätigt Chmielorz. „Die
Tests haben unsere Erwartungen übertroffen, sodass wir die Lösung
inzwischen auch zum Beispiel bei einem großen Getränkeproduzenten
in Belgien nachgerüstet haben.“
AUF EINEN BLICK
n Das Aluminium-Kanalsystem TKVG (Vertical Guide)
stabilisiert die Energiekette an Regalbediengeräten –
auch bei hohen Beschleunigungen und abruptem
Abbremsen.
n Das störende Klappern der Energiekette, das bisher im
Betrieb auftrat, wird mit dem System minimiert – was
zu einem leiseren Arbeitsumfeld führt.
n Aufgrund der Führung der Energiekette wird der
Verschleiß reduziert und somit die Lebensdauer der
Ketten verlängert.
n Das anschlussfertige Komplettsystem lässt sich
problemlos nachrüsten.
Der TKVG ist als anschlussfertiges Komplettsystem inklusive
Mitnehmern, Leitungen und Zugentlastungen konzipiert
EINE ENTSCHEIDUNG MIT WEITBLICK
Die Wahl von Tsubaki Kabelschlepp als Technologiepartner fiel
Dematic leicht – auch wenn zu Beginn ein Wettbewerbsprodukt
in Betracht gezogen wurde. Am Ende überzeugten die Qualität,
partnerschaftliche Zusammenarbeit und langjährige Erfahrung
der Energiekettenspezialisten. Chmielorz: „Wir haben uns für
Tsubaki Kabelschlepp entschieden, weil das Unternehmen uns
eine intelligente, zukunftsfähige Lösung angeboten hat. Die positiven
Effekte auf die Lebensdauer der Energiekette und die reduzierte
Geräuschentwicklung waren für uns entscheidende Faktoren.
Zudem war es uns wichtig, einen Partner zu haben, der flexibel
auf unsere Anforderungen eingeht.“
Auch der Energiekettenhersteller bezeichnet die Zusammenarbeit
als Erfolg. „Unser Ziel war es, ein Problem zu lösen, das die
Branche schon lange beschäftigt“, sagt Strunk. „Mit dem TKVG
haben wir nicht nur eine Antwort gefunden, sondern auch eine
Lösung, die sich mühelos nachrüsten lässt.“
BLICK IN DIE ZUKUNFT
Das Potenzial der Nachrüstlösung ist noch nicht ausgeschöpft.
Der Intralogistik-Systemanbieter plant weitere Nachrüstungen in
Bestandsanlagen und stellt das Rückhaltesystem inzwischen
auch anderen unternehmensinternen Abteilungen vor – etwa im
Bereich Modernisierung und Service. „Langfristig wäre es unser
Ziel, das System standardmäßig in unseren Regalbediengeräten
einzusetzen“, so Chmielorz. „Die positiven Effekte sind einfach zu
offensichtlich, um darauf zu verzichten.“
Bei Tsubaki Kabelschlepp sieht man in der Implementierung
einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der Energieführungssysteme
für die Logistikbranche. „Der TKVG zeigt, dass
kleine Optimierungen eine große Wirkung haben können“, betont
Strunk.
Autor: Werner Eul, Leiter Industriemanagement, Tsubaki Kabelschlepp GmbH,
Wenden-Gerlingen
Fotos: Tsubaki Kabelschlepp
www.tsubaki-kabelschlepp.com | www.dematic.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 29
AUTOMATISIERTE INTRALOGISTIK EBNET WEG FÜR WACHSTUM
UND SCHNELLE LIEFERZEITEN
LOGISTIK BESCHLEUNIGT UND
UNTERNEHMENSERFOLG GESICHERT
Der Sportbekleidungshersteller Teveo setzt auf Automatisierung zur
Optimierung seiner Intralogistik. Eine AutoStore-Anlage bildet das
Herzstück des Distributionszentrums und ermöglicht die effiziente
Abwicklung von Aufträgen. Mithilfe automatisierter Wareneingangsprozesse
und eines intelligenten Fördertechnikkonzepts lassen sich kurze
Lieferzeiten realisieren. Diese Investition in eine skalierbare Lösung macht
das Unternehmen zukunftsfähig. Die Systemintegration übernahm die
Element Logic Germany GmbH, Bad Friedrichshall.
30 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
sches Wachstum. Bereits in den ersten sechs Monaten
unterstützten drei Produkteinführungen den Markteintritt.
Anfang 2020 erreichte das Bestellvolumen ein Niveau,
das die Anmietung eines externen Lagers notwendig
machte. Drei Jahre später – im Frühjahr 2023 – umfasste
das Sortiment rund 2.000 Artikel, und der Unternehmenssitz
wurde nach Ansbach verlegt. Dort bezog Teveo mit inzwischen
130 Mitarbeitern einen Gebäudekomplex, in dem
– mit Ausnahme der Produktion – alle Prozessschritte von der
Produktentwicklung bis zum Versand gebündelt sind. Zur Lagerung
und Versandabwicklung wird ein Distributionszentrum am
Standort genutzt.
EFFIZIENT UND ÄSTHETISCH
Intralogistisches Herz des Distributionszentrums ist eine Auto-
Store-Anlage. Auf einer Fläche von 3.640 m² installierte Element
Logic einen AutoStore-Kubus mit 92.000 Behälterstellplätzen. In
dem sechs Meter hohen Aluminiumraster sind die Behälter in
14 Ebenen gestapelt. Auf der Oberfläche des Grids operieren
115 Lagerbediengeräte (Roboter) vom Typ R5+ mit einer Fahrgeschwindigkeit
von bis zu 3,1 m/s und einer Hubgeschwindigkeit
von 1,6 m/s. Sie lagern Behälter ein, um und aus und übergeben
sie zur Kommissionierung an 22 Carousel-Ports für hohe Durchsatzleistungen.
Ausgelegt sind diese Arbeitsplätze für die Bereitstellung
von mehr als 3.670 Behältern pro Stunde. Sieben Conveyor-Ports
dienen der Ein- und Auslagerung.
„Die Anlage ist nicht nur leistungsstark, sondern auch optisch
beeindruckend“, betont Joachim Kieninger, Director Strategic
Business Development der Element Logic Germany GmbH. „Alle
Ports, Roboter und Stahlbaubühnen wurden in einer Sonderfarbe
des Teveo-Corporate-Designs ausgeführt.“
„Die Effizienz des Logistikzentrums spiegelt sich in kurzen Lieferzeiten
wider“, erklärt Jan Christopher Stahl, Co-Gründer und
Geschäftsführer von Teveo. „Kunden erhalten ihre Bestellungen
in der Regel innerhalb von zwei bis vier Werktagen.“
Grundlage für diese Liefergeschwindigkeit sind weitgehend
automatisierte Prozessketten sowie eine AutoStore-Anlage als
zentrales Element des Logistikzentrums am Unternehmenssitz in
Ansbach. Planung und Realisierung der Anlage, deren fördertechnische
Vernetzung mit Versandfertigung und Warenausgang
sowie die Implementierung eines prozessführenden Lagerverwaltungssystems
übernahm die Element Logic Germany GmbH.
Laut Stahl überzeugte der Systemintegrator mit dem besten
AutoStore-Design, einem intelligenten Förderkonzept und einer
leistungsfähigen Softwareanbindung. „Zudem gaben uns die vergleichbaren
Referenzprojekte die Sicherheit, dass Element Logic
auch komplexe Anforderungen verlässlich umsetzen kann.“
LEISTUNGSSPITZEN PRÄZISE KOORDINIERT
An den Ports kommissionieren die Mitarbeiter die Artikel nach
Pick-to-Light-Vorgabe direkt in die Versandkartons. Die Kartons
werden zuvor über drei automatisierte Kartonaufrichter bereitgestellt.
Nach Abschluss der Kommissionierung wird der Versandkarton
auf die Fördertechnik geschoben, die ihn zur automatischen
Verpackung transportiert. Dort folgt die Volumenreduzierung
und der maschinelle Verschluss mit Papierklebeband. Anschließend
werden die Kartons etikettiert und über einen Sorter
präzise den Versandzielen zugeführt.
Das Förder- und Sortiersystem basiert auf dem modularen
Baukasten von Element Logic und umfasst eine Strecke von
SCHNELL WACHSENDE MARKE FÜR
SPORTBEKLEIDUNG
Innerhalb von sechs Jahren entwickelte sich das im Sommer 2019
in einer Nürnberger Wohnung gegründete Start-up zu einer der
am schnellsten wachsenden Sportbekleidungsmarken Europas.
Das Erfolgsrezept: eigene Marke, eigene Kollektion,
eigene Produktion, eigener Vertrieb. Unverwechselbare
Designs, individuelle Passformen, eine innovative Online-Vertriebsstrategie
und effektives Influencer-Marketing
sorgen für konstant hohe Nachfrage und dynami-
01 Die
Mitarbeiter
kommissionieren
direkt in die
Versandkartons
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 31
PRODUKTE UND SYSTEME
02 Über den
Sorter werden
die Pakete auf
zwölf Versandstellen
verteilt
1.150 m. „Die Leistung von Fördertechnik und Sortierung ist auf
Spitzen von mehr als 3.600 Einheiten pro Stunde ausgelegt“, erklärt
Kieninger. „Damit verfügt Teveo über ausreichende Kapazitäten
für weiteres Auftragswachstum.“
SKALIERBARKEIT AKTIV GENUTZT
Sieben Monate nach Inbetriebnahme der Anlage wurde ein Erweiterungsprojekt
gestartet. Anlass war die Einführung einer
neuen Marke sowie das anhaltend starke Unternehmenswachstum.
Das bestehende System wird um 91.000 zusätzliche Behälterstellplätze
erweitert – ein klares Zeichen für die Skalierbarkeit
der AutoStore-Technologie.
Umgesetzt wird das Projekt von Element Logic in zwei Phasen:
In der ersten Phase entsteht eine Erweiterung mit 36.000 zusätzlichen
Stellplätzen. Die Fertigstellung ist für September dieses
Jahres geplant. In der zweiten Phase wird ein separater Kubus mit
AUF EINEN BLICK
Teveo entwickelte sich binnen sechs Jahren von einem
Start-up in einer Nürnberger Wohnung zu einer der am
schnellsten wachsenden Sportbekleidungsmarken
Europas und erreicht durch die AutoStore-Anlage
Lieferzeiten von zwei bis vier Werktagen.
Das Distributionszentrum umfasst 92.000 Behälterstellplätze
auf einer Grundfläche von 3.640 m², 115 Roboter
präsentieren über 3.670 Behälter pro Stunde an 22
Kommissionierstationen, und das System schafft mehr
als 70.000 Entnahmen täglich.
Sieben Monate nach Inbetriebnahme folgte ein
Erweiterungsauftrag um weitere 91.000 Behälterstellplätze,
der in zwei Phasen bis Mai 2026 realisiert wird
– ein klarer Beleg für die Flexibilität der Lösung.
Automatisierung vom Wareneingang bis zum Versand:
Industrieroboter depalettieren Waren, Kartonschneidemaschinen
öffnen Verpackungen automatisch, Volumenreduziermaschinen
optimieren Versandkartons
und ein 1.150 m langes Fördersystem mit Sorter stellt
eine durchgängige Prozessautomatisierung sicher.
weiteren 55.000 Stellplätzen und vier integrierten Wareneingangsports
errichtet. Er wird über zwei Transportbrücken mit der
Bestandsanlage verbunden. Die Fertigstellung ist für Mai 2026
vorgesehen.
PROZESSAUTOMATISIERUNG VON ANFANG
BIS ENDE
Die neue Anlage erhält eine Systemlösung zur Automatisierung
der Wareneingangsprozesse. Industrieroboter depalettieren die
angelieferten Paletten. Anschließend öffnen Kartonschneidemaschinen
die Einzelkartons und entfernen Laschen. Danach werden
die Systembehälter automatisch befüllt. Über drei integrierte
Übergabezellen gelangen die Behälter ins AutoStore-System.
Auf der Förderstrecke Richtung Warenausgang passieren die
Versandkartons zunächst eine von drei automatisierten Maschinen
zur Volumenreduzierung und zum Verschluss. Sensoren erfassen
das Kartonmaß, maschinell wird überschüssiges Material
abgeschnitten und die Kartons mit Papierband verschlossen. Danach
übernehmen vier automatische Etikettierstationen (Applikatoren)
die Versandkennzeichnung. Über den Sorter werden die
Pakete abschließend auf zwölf Versandstellen verteilt.
Die Steuerung und Visualisierung der Fördertechnik übernimmt
der Materialflussrechner eController von Element Logic.
Dieser ist mit dem kundenseitig eingesetzten Lagerverwaltungssystem
verknüpft und schafft die Voraussetzungen für ein konfliktfreies,
problemloses Zusammenspiel aller Komponenten.
BEREIT FÜR WEITERES WACHSTUM
Die koordinierte Prozesssteuerung sowie die Anlagenleistung
bieten mit dem Status quo die Voraussetzungen für weiteres
Wachstumspotenzial. Bereits an einem der ersten Produktionstage
wurden über 4.700 Behälterpräsentationen durchgeführt. Die
Mitarbeiter erreichten mehr als 5.000 Picks pro Stunde – rund
70.000 Entnahmen am Tag. „Die Investition in skalierbare Auto-
Store-Technologie, bestätigt durch den Folgeauftrag, macht den
Sportbekleidungshersteller zukunftsfest“, so Kieninger.
„Eine enorme Flexibilität“, resümiert Geschäftsführer Stahl.
„Darauf bauen wir – das zeigt schon der Folgeauftrag. Wir sind bereit,
die nächsten Kapitel unserer Erfolgsgeschichte zu schreiben.“
WB
Fotos: Element Logic
www.elementlogic.de
32 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
STABIL, KOMPAKT UND IN ZWÖLF
MINUTEN GELADEN
Das Produktkonzept der neuen Low-Voltage-Battery
der Handtmann Systemtechnik GmbH & Co. KG
entstammt einer Entwicklungskooperation mit der
Ejot SE & Co. KG und der Whitemark Technology
GmbH. Die Speicherlösung wurde für Einsätze in
Gabelstaplern sowie Schlepper-, Hub- und Plattformwagen
entwickelt. Die auf Lithium-Eisenphosphat-(LFP)-Technologie basierenden
Speichersysteme stellen eine Betriebsspannung von bis zu 80 V bereit. Aufgrund der
intelligenten Verschaltung ist es möglich, die Batterie über den Combined-Charging-System-(CCS)-Standard
mit einer Leistung von bis zu 150 kW bei 500 V Gleichstrom (DC) zu
laden. Das integrierte Thermomanagementsystem mit Wärmepumpe sorgt in Verbindung
mit einer auf direkter Zellumströmung basierenden Ölkühlung für konstante Temperaturen
während des Schnellladevorgangs. Ziel ist ein wartungsfreies System, das sich innerhalb
von zwölf Minuten auf bis zu 80 Prozent laden lässt – Zwischenladungen im laufenden
Betrieb inbegriffen. Das reduziert die Standzeiten, vereinfacht die Infrastruktur und
senkt die Gesamtbetriebskosten (TCO).
www.handtmann.de
ARNOLD_Rammschutz.indd 1 23.07.25 13:00
MECHATRONIKSETS BESCHLEUNIGEN
PORTALROBOTIKPROJEKTE
Portalroboter lassen sich am effizientesten einsetzen, wenn sie
exakt auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sind. Dies setzt
eine präzise Auswahl und Abstimmung von Mechanik, Antrieb
und Steuerung voraus. Um die Realisierung solcher Lösungen zu
erleichtern, haben SEW-Eurodrive und Rollon gemeinsam
mechatronische Komponentensets entwickelt.
Diese Komponentensets ermöglichen eine zügige Umsetzung
anwendungsspezifischer
Gantryroboter. Die modularen
Pakete kombinieren Servogetriebemotoren,
Elektronik und
Steuerungstechnik inklusive
Software zu einer Plug-and-
Play-Lösung.
Das Starterset enthält das
Softwaremodul „Movikit
Robotics“, eine vollständig
programmierte Robotersteuerung
mit integrierter Bedienoberfläche. Die Inbetriebnahme
findet über Parametrierung statt – unabhängig davon, ob sie
am Desktop, Handheld oder Tablet geschieht.
Aufgrund der engen Zusammenarbeit von SEW-Eurodrive und
Rollon reduziert sich die Zahl der Ansprechpartner, wodurch
sich Abstimmungsprozesse verkürzen. Die Inbetriebnahme wird
vereinfacht und der Portalroboter ist schneller verfügbar.
www.sew-eurodrive.de/robotik-loesungen
TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT
Dr.-Ing. Chr. Beumer, Beckum;
Prof. Dr.-Ing. J. Fottner, München;
Prof. Dr.-Ing. K. Furmans, Karlsruhe;
Prof. Dr. M. ten Hompel, Dortmund;
Prof. Dr.-Ing. R. Jansen, Dortmund;
Prof. Dr. K.-O. Schocke, Frankfurt;
Prof. Dr.-Ing. habil. L. Schulze, Hannover;
Prof. Dr.-Ing. R. Schulz, Stuttgart
ERWEITERT EINSATZBEREICHE UND ERHÖHT
PROZESSSICHERHEIT
Mit dem MZS05 präsentiert das
Unternehmen Nachi Fujikoshi das erste
Modell einer neuen Roboterklasse: Die
Anco-Hybrid-Serie vereint kompakte
6-Achs-Industrierobotik mit integrierter
Kollisionsvermeidung. Der Begriff
Anco steht für „Advanced Non-Collision
Robot“ und beschreibt ein System,
das über herkömmliche Sicherheitsprotokolle
hinausgeht. Der MZS05 nutzt
Echtzeit-Algorithmen zur Bewegungsplanung,
die potenzielle Kollisionen in
dynamischen Produktionsumgebungen proaktiv verhindern.
Die Roboterreihe ist auf die Anforderungen moderner Fertigungsumgebungen
ausgelegt: reduzierte Taktzeiten, hohe
Betriebssicherheit und flexible Integration auch in räumlich
beengte Arbeitsbereiche. Dabei wird die Zusammenarbeit mit
Bedienern erleichtert.
Der MZS05 bietet eine hohe Reichweite bei kompakter Bauweise,
einen wartungsoptimierten mechanischen Aufbau, Schnittstellen
zu gängigen Automatisierungssystemen sowie den
Anco-Motion-Core zur Kollisionsvermeidung. Weitere Einsatzgebiete
sind Handling und kollaborative Anwendungen.
www.nachi.de
TEILAUTOMATISCHES SYSTEM BESCHLEUNIGT
PAKETENTLADUNG
Das System ErgoUnload von Körber unterstützt Personal beim
Entladen von Trailern. Die kompakte Entladehilfe verfügt über
variable Lastaufnahmen und integrierte Fördertechnik, ist
kompatibel mit Teleskopgurtförderern und ohne Installationsaufwand
sofort einsetzbar. Einzelne oder mehrere Pakete
werden nahezu ohne Anheben in das System eingebracht,
optional erleichtern Greifhilfen die Handhabung schwer
zugänglicher Frachtstücke. Durch die beschleunigten Entladezyklen
kann der Personalbedarf gesenkt und die Auslastung
vorhandener Docks gesteigert werden.
www.koerber-supplychain.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 33
PRODUKTE UND SYSTEME
AUTOMATISIERTE LAGERSYSTEME
DIE ANTRIEBSTECHNIK
MACHT DEN UNTERSCHIED
Servomotoren des
Typs ECI-63.20-K4
unterstützen beim
Anheben der
Behälter
In der Produktion hat sich in Sachen
Automatisierung in den vergangenen Jahren viel
getan. Aber die Herstellung ist nur ein Teil der
Wertschöpfungskette. Eine durchgängige
Digitalisierung von der Produktplanung über die
Herstellung bis hin zum Versand der fertigen
Produkte birgt zahlreiche Optimierungspotenziale.
Ein starkes Automatisierungswachstum
ist derzeit in der Lagerlogistik zu
beobachten. Davon profitieren vor allem auch
mittelständische Unternehmen.
Die Bernstein AG aus Porta Westfalica ist weltweiter Anbieter
von industrieller Sicherheits- und Gehäusetechnik.
Das Produktportfolio erstreckt sich von Schaltern,
Sensoren und Gehäusen über Tragsysteme und Bedienterminals
bis hin zu Systemlösungen zur Bedienung und Absicherung
ganzer Maschinen und Anlagen. Vor allem betreiberspezifische
Lösungen stehen dabei im Vordergrund. So unterstützt
das Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen
Betreiber dabei, Industrie 4.0 aktiv zu gestalten.
Die Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, nutzt Bernstein
auch im eigenen Haus – vor allem zur Prozessoptimierung.
Vor diesem Hintergrund wurde am Produktionsstandort und Logistikzentrum
in Hille-Hartum ein automatisiertes Lager installiert.
Die Lagertechnologie stammt von AutoStore und wurde von
dem Systemintegrator Element Logic, Bad Friedrichshall, an die
spezifischen Anwendungen angepasst und implementiert. Ziel
der Umrüstung war es, Logistikprozesse zu optimieren und eine
schnellere Auftragsabwicklung zu ermöglichen. Darüber hinaus
ist ein tagesaktueller Überblick über die Bestände sichergestellt.
TAUSENDE LAGERBEHÄLTER AUF
ENGSTEM RAUM
Das Lager ging mit einer Kapazität von 17.500 Behältern und
aktueller Robotertechnologie an den Start. Um die Lagerfläche
optimal zu nutzen, werden im AutoStore-System die Produkte in
einer Art Würfelsystem eingelagert. Damit lassen sich im Vergleich
zum bisherigen Lager etwa 700 m 2 an Freifläche gewinnen.
Sieben Roboter, die auf der Oberseite des Lagerwürfels verfahren,
greifen die Produkte von dort aus ab und transportieren sie zu
drei verschiedenen Ports zur Entnahme, wo sie händisch weiterverarbeitet
werden. Über einen weiteren Port können dem Lager
neue Produkte zugeführt werden. Da die Roboter außerhalb des
34 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
01
02
01 Roboter transportieren die Behälter zu einer Ausgabestelle
02 Ein Seilzugschalter fungiert als Not-Halt und bringt
die Anlage im Notfall zum Stillstand
Würfels verfahren, sind keine Gassen zwischen den Regalen
nötig, sodass sich auf der zur Verfügung stehenden Grundfläche
mehr Produkte vorhalten lassen als in einem konventionellen
Lager.
BESTAND UND BEDARF IMMER IM BLICK
Die Automatisierung der Lagerprozesse bei Bernstein hat die
Durchlaufzeiten reduziert, sodass eine schnellere Auftragsabwicklung
möglich ist. Das wird für die Betreiber durch verkürzte
Lieferzeiten spürbar. Durch die Anbindung des Behälter-Lagers
an das firmeneigene ERP-System lassen sich aktueller Bestand
und Betreiberbedarf einfacher abgleichen. Nun kann ohne fehleranfällige
Papierlisten oder aufwändige Inventur auch in Echtzeit
der reale Lagerbestand verwaltet werden.
FLEXIBLE GESTALTUNG UND PROBLEMLOSE
WARTUNG
Die Anlage lässt sich in puncto Lagerfläche und Anzahl der eingesetzten
Roboter flexibel erweitern. Auch die Integration weiterer
automatisierter Systeme für die Lagerlogistik ist möglich. Die
Erweiterung sowie technische Ergänzungen sind im laufenden
Betrieb umsetzbar. Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen
gestalten sich problemlos: So lassen sich zum Beispiel Roboter
ohne Aufwand einzeln für Wartungsmaßnahmen entnehmen.
Das System läuft derweil wie gewohnt weiter. Und sollte doch ein
Eingreifen vor Ort notwendig sein, steht ein Team, das als „Super-
User“ ausgebildet wurde, bereit.
Die Ports zur Eingabe und Entnahme sind ergonomisch gestaltet
und erleichtern so den Mitarbeitern die Entnahme und Weiterverarbeitung
der Produkte. „Der Einsatz der automatisierten
Lagerlösung hilft uns den Fachkräftemangel zu kompensieren“,
so Janine Brennenstuhl, Leitung Content Marketing und PR bei
Bernstein.
KOMPAKTE ANTRIEBE MIT HOHER LAUFRUHE
Damit das Behälter-Lager zuverlässig arbeitet, werden an zahlreichen
Stellen passende Antriebslösungen benötigt. An den Ports
zum Beispiel kommen verschiedene Antriebe des Unternehmens
ebm-papst aus Mulfingen zum Einsatz. Das Öffnen und Schließen
der Schutzklappe übernimmt ein bürstenbehafteter Innenläufermotor
des Typs BCI-52.60 in Kombination mit einem Performax-Planetengetriebe
inklusive Encoder. Die Antriebseinheit
baut sehr kompakt. Die hier eingesetzte bürstenbehaftete Technologie
ist eine Antriebslösung, die exakt die geforderten Leistungsdaten
erfüllt.
Um die Behälter unterhalb der Schutzklappe bereitzustellen,
werden bürstenlose Innenläufer-Servomotoren der Baureihe ECI
genutzt – in Kombination mit dem Planetengetriebe Noiseless-
Plus. Bei der ECI-Antriebstechnik mit integrierter 4Q-Betriebsund
Regelelektronik sowie Singleturn-Absolutwertgeber sind
Drehzahl-, Drehmoment- oder Positioniermodus möglich. Das
erlaubt in der Anwendung die passgenaue Positionierung der Behälter.
Aufgrund des hohen Wirkungsgrads sowie hoher Leistungsdichte
bei kompakter Bauform benötigt die Antriebseinheit
wenig Raum.
Um den Arbeitsplatz so angenehm wie möglich zu gestalten,
war auch der Schallpegel an der Schutzklappe zu berücksichtigen.
In diesem Zusammenhang kommt die Laufruhe des Planetengetriebes
Noiseless Plus zum Tragen, das aufgrund der Schrägverzahnung
nahezu geräuschlos arbeitet. Der Conveyor Port fungiert
als Schnittstelle, über die Behälter bidirektional zwischen
Lagersystem und Förderbändern respektive anderen Transportsystemen
transferiert werden. Servomotoren des Typs ECI-63.20-
K4 mit integrierter Elektronik unterstützen dabei das Anheben
der Ladeeinheiten. Die Servomotoren werden mit einem robusten
und ebenfalls laufruhigen Getriebe der Performax-Reihe
kombiniert.
Die Anwendung aus der Lagerlogistik zeigt: Anforderungen an
die Antriebstechnik sind von der Applikation und deren Umgebungsbedingungen
abhängig. Mithilfe des vielseitigen und
modular aufgebauten Antriebs-Getriebe-Elektronik- und Geber-
Bremsen-Programms von ebm-papst lässt sich für nahezu jede
Anwendung die passende Antriebseinheit kombinieren.
Fotos: Bernstein
DIE PASSENDE ANTRIEBSTECH-
NIK SORGT FÜR EFFIZIENZ UND
PRÄZISION IM BEHÄLTERLAGER
www.ebmpapst.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 35
Feierliche Eröffnung
des Büros und Showrooms am
LabCampus München (v. l. n. r.):
Jost Lammers, CEO der Flughafen
München GmbH, Markus Schlotter,
Managing Director Zentraleuropa,
sowie Christina Schläger, People
Director Zentraleuropa, beide
Exotec, und Tobias Eschenbacher,
Oberbürgermeister der
Stadt Freising
NEUER STANDORT AM MÜNCHNER FLUGHAFEN
VEREINT SHOWROOM UND BÜRO FLÄCHEN
WACHSEN UND
VERANSCHAULICHEN
Mit dem Bezug eines neuen Standorts am
LabCampus des Münchner Flughafens verfolgt
Exotec klare Ziele: Die Zusammenführung von
Büro, Demo-Center und Technik-Teams soll
Synergien fördern und das Wachstum in
Zentraleuropa unterstützen. Im Gespräch
erläutert Markus Schlotter, Managing Director
Zentraleuropa, die Beweggründe für den Umzug
und die strategische Bedeutung des neuen
Standorts – sowohl für Kundenkontakte als auch
für interne Prozesse.
Der neue Standort von Exotec am LabCampus des Münchner
Flughafens ist mehr als ein Büro: Er ist ein klares
Statement für Wachstum, Nähe zu Kunden und Mitarbeiter-Bindung.
Auf rund 2.200 Quadratmetern – davon
etwa 530 Quadratmeter für das Demo-Center – finden aktuell
mehr als 80 Mitarbeiter Platz, perspektivisch bis zu 110. Markus
Schlotter, Managing Director Zentraleuropa, hat die Entwicklung
in Deutschland maßgeblich mitgestaltet und blickt im Gespräch
auf die Anfänge zurück.
Kunden aus den Bereichen E-Commerce, Lebensmittelhandel,
Einzelhandel und Logistikdienstleistung nutzen die Intralogistiksysteme
von Exotec bereits seit 2015, dem Jahr der Firmengründung.
Der Systemanbieter mit Hauptsitz in Lille, Frankreich, hat
den Branchenbedarf nach mehr Flexibilität, Skalierbarkeit und
Leistung jedes Unternehmens erkannt und mit dem Skypod-System
eine Lösung für immer schnelllebiger werdende Lieferketten
gefunden. Bestehend aus Robotern, die sich frei im Raum bewegen
und bis zu 15 m hoch in den Regalen klettern können, lässt
sich das Kommissionierprinzip „Ware-zum-Mann“ effizient realisieren.
Im Jahr 2020 startete Schlotter die Aktivitäten von Exotec
in Deutschland – allein aus dem Homeoffice. Ausdruck des in
36 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
MENSCHEN UND MÄRKTE
01
02
01 Blick auf die robotergestützte All-in-One-Lösung
im Showroom
02 Schlotter: „Mit unserem innovativen System
treffen wir den Nerv der Zeit“
den vergangenen fünf Jahren realisierten Wachstums in Zentraleuropa
ist der neue Standort in München.
RAUM FÜR KREATIVES MITEINANDER
UND MEHR
Das Herzstück des neuen Standorts ist das integrierte Demo-
Center. Es ermöglicht Kundenbesuche, Live-Demonstrationen
und technische Schulungen. Hier zeigt Exotec unter anderem die
neue Generation seines Skypod-Systems. Die Anfang dieses Jahres
präsentierte All-in-One-Lösung vereint Auftragsabwicklung,
Pufferung und Sequenzierung – ohne zusätzliche Fördertechnik
oder externe Sortierlösungen. Die Technik ist auf modulare Skalierbarkeit
ausgelegt, beginnend bei wenigen Robotern und
2.000 Behälterstellplätzen bis hin zu komplexen Großsystemen
mit 450.000 Behältern und mehr als 500 Robotern. Ausführliche
Informationen über das Skypod-System finden Interessierte in
unserer Titelstory der Ausgabe 1/2025 (bit.ly/exotec-fuh-1-25).
Die Zielgruppen des Systems reichen vom E-Commerce über
die Ersatzteillogistik bis hin zu Anwendungen im Kühlbereich.
Für den Tiefkühlbereich kommt ergänzend eine andere Technologie
zum Einsatz. Relevant ist die All-in-One-Lösung auch für
Omnichannel-Händler, die B2B- und B2C-Aufträge aus einem
Lager abwickeln wollen. Hier zeigt sich die Stärke der Lösung:
Die softwareorientierte Architektur erlaubt eine hohe Reaktivität,
unabhängig von Auftragsstruktur oder Ladehilfsmitteln. Vor
allem im Bereich E-Grocery, wo neben gekühlten auch ungekühlte
Artikel zu verarbeiten sind, lassen sich mit dem System positive
Effekte realisieren. Referenzkunden wie Leclerc in Frankreich
nutzen bereits entsprechende Anlagen, bei denen auch Kühlbereiche
integriert sind.
In der Produktionslogistik sieht Schlotter weiteres Potenzial.
Mit den Systemfunktionen zur gezielten Sequenzierung lassen
sich Anforderungen aus dem Just-in-Sequence-Bereich erfüllen.
„Auch wenn der Fokus bislang stärker im Handels- und E-Commerce-Segment
liegt, wollen wir künftig mehr industrielle Anwendungen
erschließen.“
UNTERNEHMENSKULTUR ALS TEIL
DES ERFOLGSREZEPTS
Nach den weiteren Erfolgsfaktoren befragt, muss Schlotter nicht
lange überlegen: Flache Hierarchien, gelebte Werte und der offene
Austausch mit den französischen Kollegen sind zentrale Elemente.
Mit einem Schmunzeln geht Schlotter auf den Onboarding-Prozess
neuer Mitarbeiter ein: „Jede neue Mitarbeiterin
oder jeder neue Mitarbeiter baut im Onboarding-Prozess selbst
einen Roboter zusammen – nicht nur symbolisch, sondern als
Ausdruck des technischen Verständnisses und der Nähe zum
Produkt.“
Mit mehr als 150 realisierten Projekten weltweit und über
1.200 Mitarbeitern hat sich Exotec von einem Start-up-Unternehmen
zum global tätigen Systemanbieter entwickelt. Doch Wachstum
allein genügt nicht, wie Schlotter betont. Entscheidend sei,
dass die Technik im Alltag störungsfrei über Jahre hinweg funktioniere.
Als Beleg dafür nannte Schlotter, dass man mehr als
60 Prozent des Jahresumsatzes mit Bestandskunden erwirtschafte.
„Der modulare Aufbau, das digitale Monitoring und ein
durchdachtes Ersatzteilkonzept sorgen für eine planbare und
langlebige Nutzung – unabhängig von Marktsegment oder Auftragsstruktur.“
Winfried Bauer
Fotos: Exotec, f+h, Karte auf S. 36: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap,
Lizenz: ODbL 1.0
www.exotec.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 37
INVESTITIONEN IN PRODUKTIONSTECHNOLOGIEN STÄRKEN
DIE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT
MIT NEUER TECHNIK TREIBT BITO DIE
STANDORTENTWICKLUNG VORAN
Die Fachpressetage bei Bito Lagertechnik
zeigten: Das Unternehmen investiert gezielt in
Produktionsanlagen, um Prozesskosten zu
senken und Materialflüsse zu verbessern.
Neben der Automatisierung zentraler
Fertigungsschritte am Hauptsitz in Meisenheim
setzt das Unternehmen auf langfristige
Marktstrategien, ökologische Effizienz und eine
hohe Eigenleistung bei Planung, Bau und
Montage. Der Fokus liegt auf Kundennähe,
Anpassungsfähigkeit und struktureller
Unabhängigkeit im internationalen
Wettbewerb.
Bito, dessen Name auf die Familie Bittmann und den Ort
der Firmengründung in Oberstein im Jahr 1845 zurückgeht,
hat sich vom regionalen Hersteller zu einem global
agierenden Anbieter in Sachen Intralogistik entwickelt.
Das Portfolio umfasst heute mehr als 5.000 Produkte, darunter
Regal-, Behälter-, Kommissionier- und fahrerlose Transportsysteme.
Mit über 70.000 Kunden und mehr als 100 Fachberatern
europaweit ist das Unternehmen fest am Markt etabliert. Diese
beeindruckende Historie zeugt von kontinuierlicher Anpassungsfähigkeit
und Innovationskraft. „Wir sind stolz auf unsere lange
Tradition, die uns die Basis für unsere heutige Stärke gibt“, so
Winfried Schmuck, Chief Executive Officer (CEO) der Bito-Lagertechnik
Bittmann GmbH, und hebt damit die Bedeutung der
Wurzeln des Unternehmens hervor.
AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN
Der Markt für Lagertechnik ist dynamisch und wird von Faktoren
wie E-Commerce-Wachstum, Fachkräftemangel und dem steigenden
Bedarf an Automatisierung beeinflusst. Bito reagiert auf
diese Entwicklungen mit einer klaren Strategie der internationalen
Expansion und der Erschließung neuer Märkte. Dies zeigt
sich in den globalen Aktivitäten und der Präsenz in verschiedenen
Regionen, um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren
und Wachstumschancen weltweit zu nutzen.
38 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Schmuck betont, dass Bito nicht nur auf Wachstum setzt, sondern
auch auf Nachhaltigkeit und Effizienz in der Produktion. Die Investitionen
in moderne Fertigungstechnologien sind ein klares
Indiz dafür. Beispiele hierfür sind energieeffiziente Servo-Pressen,
flexible Stanz- und Laseranlagen sowie automatisierte Tablar-
und Fachbodenfertigungen, wie sie im Werk Meisenheim
zum Einsatz kommen.
INVESTITION IN DIE ZUKUNFT
Der Neubau der Halle 3 mit einer Länge von 114 Metern, 33 Metern
Breite und 16 Metern Höhe, sowie einer Nutzfläche von circa
6.500 Quadratmetern über zwei Stockwerke, und eine neue Pulverbeschichtungsanlage
unterstreichen die zukunftsgerichtete
Ausrichtung.
„Die neue Anlage und die Zusammenlegung der Produktionsschritte
in einem Gebäude vereinfachen nun unsere Produktionsabläufe.
Der innerbetriebliche Transport der Bauteile zwischen
den Produktionshallen wird reduziert. Außerdem
haben wir in der neuen Halle den ehemals manuellen
Teiletransport vom Produktionsbereich zur Beschichtungsanlage
automatisiert und dadurch den Materialfluss
zusätzlich optimiert. So erreichen wir eine höhere
Produktivität im kompletten Herstellungsvorgang“,
erklärt Dominik Freyland-Mahling, Chief Operating
Officer (COO) Bito-Lagertechnik.
Als Fördertechnik kommt in der neuen Beschichtungsanlage
ein „Power & Free“-System zum Einsatz,
das sich über zwei Etagen erstreckt und eine Länge von
2.100 m hat. In das Anlagenlayout sind sechs Hub-/Senkstationen
und zwei Vertikalförderer integriert. Zudem sind
Auf- und Abhängemöglichkeiten an den vorgelagerten Produktionsmaschinen
vorhanden. Ein vom Hersteller erstmalig
eingesetzter Warenträgerspeicher gestattet die Teile-Zwischenlagerung,
sodass je nach Beschichtungsauftrag flexibel auf einen
Puffer zugegriffen werden kann.
Die Pulverbeschichtungsanlage zeichnet sich durch einen geringen
Energieverbrauch aus. Darüber hinaus wurde in eine Photovoltaik-Anlage,
Abwärmenutzung, geschlossene Wasserkreisläufe
und Heizungssysteme mit Wärmepumpentechnik investiert.
Freyland-Mahling: „Der Neubau ist eine Ersatzinvestition für
einen Kernprozess unserer Regal-Herstellung – und für eine Anlage,
die fast 50 Jahre in Betrieb war. Die Produktionsabläufe im
Bereich der Herstellung und Beschichtung der Regalbauteile sind
nun materialflussoptimiert und energieeffizient zusammengeführt.
Zudem haben wir durch die zweigeschossige Bauweise die
freigewordene Baufläche und die an die alte Bestandshalle angrenzende
Freifläche am Standort Meisenheim maximal nutzen
können.“
ECKPFEILER DER STRATEGIE
„Diese Investitionen ermöglichen es uns, noch effizienter und
umweltfreundlicher zu produzieren“, ergänzt Geschäftsführer
Schmuck, der damit die Bedeutung moderner Fertigungsprozesse
für die Wettbewerbsfähigkeit unterstreicht. Ein weiteres wichtiges
Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb ist
01 Schmuck: „Individuelle Anpassung etablierter Technik bietet noch
viele Möglichkeiten, Abläufe zu optimieren“
02 Freyland-Mahling (l.): „Die Produktionsabläufe im Bereich der
Herstellung und Beschichtung der Regalbauteile sind nun materialflussoptimiert
und energieeffizient zusammengeführt“
03 Henn: „Mit dem Palettenregal-Tuning gewinnt der Betreiber mit
einfachen Mitteln Kommissionierfläche auf vorhandener Lagerfläche“
01
02 03
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 39
04 In der teilweise doppelstöckigen Produktionshalle verbindet
eine „Power & Free“-Anlage die Stationen
04
laut Schmuck die Alles-aus-einer-Hand-Strategie. So gehören
zum Portfolio auch maßgeschneiderte, individuelle Lagerbühnen,
Stahlbaubühnen, Bühnenanlagen und Bühnensysteme. Entsprechend
werden bei einem Projekt unnötige Schnittstellen beseitigt,
lange Wartezeiten durch den Einsatz eigener Mitarbeiter
vermieden und andererseits die Erfahrung aus der Firmengruppe
bei gleichzeitigem Fokus auf „Stahlkonstruktion“ genutzt. „Des
Weiteren haben wir mit dem Unternehmen Bito Soluti Logistics
eine eigene Montagegesellschaft gegründet. Die Mitarbeiter sichern
bei komplexen internationalen Großprojekten eine qualitativ
hochwertige Abwicklung aus einer Hand. Mithilfe der weltweit
einsetzbaren Serviceteams können wir Kapazitätsengpässen
entgegenwirken.“
Die Fokussierung auf Kundenorientierung und maßgeschneiderte
Lösungen ist ein weiterer Eckpfeiler der Bito-Strategie. Das
Unternehmen versteht sich nicht nur als Produktlieferant, sondern
als Partner für seine Kunden, der individuelle Lager- und
EIN ORT FÜR INNOVATION
UND AUSTAUSCH
Der Bito Campus in Meisenheim, im Jahr 2017 in einer denkmalgeschützten ehemaligen
Volksschule eröffnet, ist ein Gründungszentrum und ein Ort für technologieorientierte
Existenzgründer. Ins Leben gerufen von der Fritz Bittmann Holding, der
Muttergesellschaft der Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, sollte das leer stehende
Gebäude nicht nur erhalten, sondern langfristig belebt und der Standort attraktiv
gehalten werden. Der Campus bietet Gründern nicht nur Räumlichkeiten, sondern
Mithilfe des
auch eine Plattform für Wissensaustausch und Synergien. Hier finden regelmäßig
Shuttles lassen
sich beispielsweise
falsch
Workshops, Seminare und Vorträge zu gründungsrelevanten Themen statt. „Ziel ist es,
Wissen, Gedankengut und Praxiserfahrung mit den Gründern zu teilen und ein großes
positionierte
Netzwerk zu schaffen, von dem die Existenzgründer, unsere Mitarbeiter und das ganze
Bauteile
Unternehmen profitieren“, so Sabine Bittmann, Geschäftsführerin der Bito Campus GmbH.
erkennen
Das Projekt Sensorfolie, so der Name einer aktuellen Arbeit am Campus, zielt darauf ab, ein flexibles
Drucksensorsystem zur Gewichtsermittlung zu entwickeln.
Hierzu werden Sensorfolien verschiedener Hersteller getestet, um die
SABINE BITTMANN,
GESCHÄFTSFÜHRERIN DER
BITO CAMPUS GMBH
Mir ist es eine Herzensangelegenheit,
der Kreativität junger Menschen
Raum zu geben
beste Leistung in Bezug auf Stabilität und Genauigkeit zu finden. Mithilfe
der Kombination mehrerer Sensoren (Sensorfusion) und dem Einsatz von
Methoden des maschinellen Lernens werden Rausch- und Trifteffekte
minimiert, was die Genauigkeit der Messungen erhöht. Ein Einsatzbereich
ist die Füllstandskontrolle von Behältern. Durch das Platzieren der
Sensorfolie unter den Behältern lässt sich der Füllstand einfach und
präzise überprüfen. Die Ergebnisse werden mithilfe eines Echtzeit-Dashboards
sofort sichtbar gemacht.
Dem Bereich der Lagersystemtechnik ist das Projekt Fehlererkennungs-
Shuttle zuzuordnen. Im Rahmen der Entwicklung entsteht ein Echtzeit-
Fehlererkennungssystem, eine Dokumentationslösung sowie eine
kombinierte Software- und Hardwarelösung, die sich mühelos auf jeden
anderen Roboter übertragen lässt. Mithilfe der Entwicklung lassen sich
beispielsweise falsch positionierte Bauteile der Metallrahmen oder
unvollständig positionierte Bauteile ausfindig machen. Auf die Frage des
Berichterstatters, ob man das Fahrzeug auch für die Regalinspektion
einsetzen könnte, antwortete Schmuck mit einem Schmunzeln: „Ich sehe
Sie schon bei uns am Campus an der nächsten Innovation arbeiten.“
Winfried Bauer
40 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Kommissionierlösungen entwickelt. „Wir differenzieren uns gegenüber
dem Wettbewerb nicht über den Preis, sondern über das
Know-how, das in unseren Produkten steckt“, so Schmuck.
Das gilt auch für die Anpassung von Regalsystemen, das „Regaltuning“,
wie es von Daniel Henn, dem Leiter Produktmanagement,
näher erläutert wurde.
LAGERFLÄCHE VERDICHTEN UND
KOMMISSIONIERPROZESS BESCHLEUNIGEN
Mit dem Palettenregal-Tuning gewinnt der Betreiber mit einfachen
Mitteln Kommissionierfläche auf vorhandener Lagerfläche.
Unabhängig davon, ob die Regalsysteme von Anfang an entsprechend
installiert oder ein bestehendes Lager umgerüstet worden
ist, bietet das Bito-Palettenregal-Tuning als dynamisches System
jederzeit die Möglichkeit, die Regalebenen immer wieder individuell
neu anzupassen oder rückzubauen. Betreiber können somit
flexibel und mit punktgenauen Investitionen aus ihrem Vorratslager
für Paletten eine passgenaue Kommissionierlösung für
Stückgut erzeugen – und damit schnell auf sich verändernde Sortimente
und Artikelstrukturen oder saisonal unterschiedliche
Anforderungen an die Kommissionierung reagieren.
Das Palettenregal-Tuning ermöglicht es, Standard-Palettenregale
des Herstellers um leichte Lagerebenen, zusätzliche
Durchlaufebenen oder komplette Stückgut-Durchlauf- oder
Fachbodenregale in der unteren Ebene zu ergänzen. Auf diese
Weise kann mit geringem Aufwand ein zusätzlicher Kommissionierbereich
im bestehenden Lager realisiert werden. Die oberen
Ebenen des Palettenregals lassen sich je nach Bedarf als Pufferzone
und Vorratslager nutzen. Werden beispielsweise Durchlaufkanäle
beim Palettenregal-Tuning als zweifachtiefe Bereitstellbahnen
ergänzt, wird dauerhaft ein Pufferplatz für den Kommissionierer
bereitgehalten und die Prozesse somit entkoppelt.
Diese Nähe zum Kunden und die Fähigkeit, auf spezifische
Bedürfnisse einzugehen, sind entscheidend für den Erfolg in einem
wettbewerbsintensiven Umfeld. „Unsere Kunden schätzen
unsere individuelle Beratung und die maßgeschneiderten Lösungen,
die wir anbieten“, so Schmuck, der die Bedeutung der Kundenbeziehung
hervorhob, und ergänzt: „Individuelle Anpassung
etablierter Technik bietet noch viele Möglichkeiten, Abläufe zu
optimieren. Es muss also nicht immer Robotik, Vision oder künstliche
Intelligenz sein.“
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bito-Lagertechnik
durch eine gelungene Kombination aus tief verwurzelter Tradition,
strategischer Globalisierung und konsequenten Investitionen
in moderne Produktionstechnologien für die Herausforderungen
der Zukunft gut aufgestellt ist. Das Unternehmen ehrt seine
Geschichte, blickt aber gleichzeitig mutig und innovativ in die
Zukunft.
Winfried Bauer
Fotos: Bito-Lagertechnik, f+h, Patric Dressel, Karte auf S. 39: Stepmap, 123map.
Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0
www.bito.com
n Name: Bito-Lagertechnik
Bittmann GmbH
ZUM UNTERNEHMEN
n Gegründet: Im Jahr 1845 von
Leopold Bittmann in
Idar-Oberstein
n Geschäftsführung: Sabine Bittmann (Inhaberin),
Winfried Schmuck (CEO), Uwe Sponheimer (CSO) und
Dominik Freyland-Mahling (COO)
n Standorte: Meisenheim, Lauterecken, Zimna Wódka/
Polen, 18 Tochtergesellschaften in Europa, Dubai, USA
und Kanada
n Mitarbeiter: Mehr als 1.300
n Gruppenumsatz: 420 Millionen Euro (2024)
Quelle: Bito-Lagertechnik
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 41
PRODUKTE UND SYSTEME
EFFIZIENZSTEIGERUNG DURCH FTS IN DER PHARMALOGISTIK
AUTOMATISIERTER MATERIALFLUSS
VON PRODUKTION BIS ENTSORGUNG
Vario Move CB
mit Gegengewicht
Heavy Move
Vario Move L
Fahrerlose Transportsysteme (FTS) etablieren
sich als zentrale Lösung zur Optimierung der
Intralogistik. Vor allem in stark regulierten und
sensiblen Produktionsumfeldern wie der
Pharmabranche ermöglichen diese Systeme
einen effizienten und sicheren Materialtransport.
Dabei erfüllen sie hohe Hygienestandards. Ein
weltweit führendes Gesundheitsunternehmen
setzt auf diese Technologie, um die steigenden
Anforderungen in der Impfstoffproduktion zu
erfüllen. An mehreren europäischen und
asiatischen Standorten integrieren
maßgeschneiderte Automatisierungslösungen
die Materialflüsse zwischen Fertigung,
Lagerung und Versand.
42 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
Ein weltweit führendes Gesundheitsunternehmen setzt auf
die FTS-Technologie der ek robotics GmbH, Hamburg, um
an mehreren Produktionsstandorten in Europa und Asien
den Anforderungen der Branche zu genügen. Um den steigenden
Herausforderungen in der Impfstoffproduktion gerecht
zu werden, wurden an zwei der Standorte Produktionsstätten mit
nahtlos integrierten Materialflüssen zwischen Fertigung, Lagerung
und Versand geschaffen. Die Wahl fiel auf eine maßgeschneiderte
Automatisierungslösung, bestehend aus Hochhub-
Transportrobotern vom Typ Vario Move und Heavy Move für
Lasten von 3.000 kg.
AUTOMATISIERUNG IN EINER EUROPÄISCHEN
SMART FACTORY
In einer automatisierten Smart Factory in Europa sind fünf Vario
Move rund um die Uhr im Einsatz, um Container und Big Bags
mit einem Gewicht von bis zu 600 kg zwischen Produktionsbereichen,
einem Kaltlager mit einer Umgebungstemperatur von 2 °C
und Entsorgungsräumen zu transportieren. Diese kontinuierliche
Verfügbarkeit schafft die Voraussetzungen für einen unterbrechungsfreien
Materialfluss und eine transparente Übersicht
über die Materialbewegungen, was die Produktionsplanung optimiert.
Ronald Kretschmer, Chief Sales Officer bei ek robotics, betont:
„Die intelligente Vernetzung der Fahrzeuge mit den Arbeitsabläufen
trägt zur Steigerung der Effizienz bei.“
MASSGESCHNEIDERTE TRANSPORTLÖSUNG
FÜR DEN ASIATISCHEN MARKT
PASSGENAUE FTS-LÖSUNGEN
OPTIMIEREN PROZESSE IN DER
IMPFSTOFFPRODUKTION
Ein weiteres Beispiel für die Nutzung von FTS findet sich an einem
asiatischen Produktionsstandort, wo vier Vario-Move-Fahrzeuge
eingesetzt werden, um Container und Big Bags zu transportieren.
Ein weiterer Vario Move ist als Gegengewichtsstapler
ausgeführt. Er befördert schwere Lasten aus einem Schleusenbereich,
ohne dass Material in andere Produktionsbereiche übertragen
wird. Die präzise Routenplanung stellt sicher, dass keine
unerwünschten Materialien verschleppt werden.
Um den Transport flüssigkeitsgefüllter Behälter mit einem maximalen
Gewicht von 3.000 kg zu ermöglichen, wurde ein Heavy-
Move-Transportroboter entwickelt, der in die bestehende
System architektur integriert wurde und mehrere Produktionsstationen
miteinander verbindet.
Neben der Hardware liefert ek robotics auch die Softwarelösung
Transport Manager, die eine effiziente Steuerung der Transportprozesse
sicherstellt und sich flexibel an die Anforderungen
der jeweiligen Produktionsanlagen anpassen lässt. Ein umfassendes
Schulungsprogramm in der unternehmenseigenen Akademie
des FTS-Herstellers sorgt dafür, dass Anwender das System optimal
nutzen und Anpassungen eigenständig vornehmen können.
In Deutschland nutzt der Betreiber seit dem Jahr 2006
sieben maßgeschneiderte Geräte der Serie Custom Move im
24-Stunden-Betrieb. Nun werden die Fahrzeuge modernisiert
und das FTS um sieben Geräte der gleichen Serie erweitert
MODERNISIERUNG FÜR EINE
NACHHALTIGE NUTZUNG
Ein anschauliches Beispiel für die kontinuierliche FTS-Weiterentwicklung
zeigt sich an einem deutschen Produktionsstandort,
der bereits seit dem Jahr 2006 auf fahrerlose Transportsysteme
von ek robotics setzt. Dort sind sieben maßangefertigte Edelstahl-Transportroboter
im Einsatz, die im 24-Stunden-Betrieb bis
zu 1.400 Fahrten pro Tag absolvieren. Im Zuge eines umfassenden
Modernisierungsprojekts wurde die Flotte nicht nur technologisch
auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch um sieben
Geräte erweitert. Das Upgrade umfasst unter anderem die
Integration zusätzlicher Sensorik, die eine präzise Überwachung
der teleskopierbaren Gabeln sowie die Lastträgererkennung der
bis zu 800 kg schweren Nutzlasten ermöglicht. Zur Einhaltung
hoher Sicherheitsstandards wurden an allen Fahrzeugseiten Personenschutzscanner
installiert. Sie schaffen die Voraussetzungen
für eine sichere Navigation der Geräte auf dem rund 1.000 m langen
Fahrkurs mit zahlreichen engen Passagen.
Basierend auf 60 Jahren Erfahrung in der Entwicklung von FTS
und umfassender Kompetenz in der Pharmabranche bietet ek
robotics maßgeschneiderte Lösungen. Das Unternehmen deckt
von der Planung über die Softwaresteuerung bis hin zur Schulung
alles aus einer Hand ab. Die kontinuierliche Weiterentwicklung
sorgt für langfristige Effizienz, Sicherheit und nachhaltige
Prozessoptimierung, die für die Intralogistik in der Pharmabranche
von entscheidender Bedeutung sind.
Fotos: ek robotics
www.ek-robotics.com
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 43
PRAKTIKER-LEITFADEN
WORAUF ES BEI ENERGIEKETTEN FÜR
HALLENKRANE WIRKLICH ANKOMMT
Die Leistungsfähigkeit von Hallenkranen hängt entscheidend von der
Funktionalität ihrer Energieketten ab. Ihre Auswahl und Konfiguration
beeinflussen maßgeblich die Betriebssicherheit und Lebensdauer des
Systems. Der vorliegende Beitrag identifiziert neun Schlüsselfaktoren,
die bei der Spezifikation und dem Einsatz von Energieketten für
Hallenkrane beachtet werden sollten.
1. EINSATZORT
Die Wahl der richtigen Energiekette für einen Hallenkran
hängt maßgeblich von den Umgebungsbedingungen ab.
Faktoren wie Chemikalieneinfluss, Temperatur und Staub
(vor allem abrasiver Staub) spielen eine entscheidende
Rolle. Für Umgebungen mit hoher chemischer Belastung
oder hohen Temperaturen sind Energieketten aus speziellen
Hochleistungskunststoffen empfehlenswert. In
Umgebungen mit abrasivem Staub oder hoher Luftfeuchtigkeit
sind Ketten mit integrierten Rollen ratsam.
2. NUTZUNGSHÄUFIGKEIT
Die Häufigkeit der Nutzung des Hallenkrans beeinflusst
die Auswahl der Energiekette. Bei hoher Nutzungshäufigkeit
sind Energieketten aus verschleißfesten Hochleistungskunststoffen
zu bevorzugen, die für eine hohe
Anzahl von Zyklen ausgelegt sind. „Unsere Online-Tools
können helfen, die zu erwartende Lebensdauer der
Energiekette basierend auf den spezifischen Einsatzbedingungen
zu ermitteln und den richtigen Energiekettentyp
auszuwählen“, so Jens Göbel, Industry Manager Cranes &
Material Handling e-chainsystems, igus GmbH, Köln.
3. WARTUNG
Eine einfache Wartung ist
essenziell für den problemlosen
Betrieb eines Hallenkrans.
Energieketten sollten so
konzipiert sein, dass sie leicht
zugänglich und schnell zu öffnen
sind. Systeme wie die E4Q-Serie
von igus ermöglichen das
werkzeuglose Öffnen und Schließen der Energiekette, was die
Wartungszeit reduziert. Zudem sollten Energieketten so installiert
sein, dass sie sich bei Bedarf schnell austauschen lassen, ohne den
kompletten Betrieb zu unterbrechen.
4. POSITION DER
SCHALTSCHRÄNKE
Die Positionierung der Schaltschränke hat
Einfluss auf den benötigten Leitungsüberstand
außerhalb des Kettensystems. Kurze
Wege helfen, die Kosten gering zu halten,
und erleichtern einen zukünftigen Leitungsaustausch.
Zusätzlich zur benötigten
Leitungslänge bedarf es noch einer kleinen
Leitungsreserve an beiden Enden des
Kettensystems, um ein Nachsetzen der
einzelnen Leitungen sicherzustellen.
44 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
5. PROZESSKRITIKALITÄT DES KRANS
8. RESERVE FÜR AUFRÜSTUNG
Bei der Planung der Energiekette sollte immer eine
Reserve für zukünftige Aufrüstungen eingeplant werden.
Dies gestattet es, zusätzliche Leitungen oder Schläuche
nachträglich zu integrieren, ohne das System neu installieren
zu müssen. Energieketten, die modular aufgebaut
sind und eine einfache Erweiterung zulassen, erweisen
sich hier als vorteilhaft.
Die Prozesskritikalität des Krans bestimmt die Anforderungen
an die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der
Energiekette. In prozesskritischen Anwendungen, bei
denen ein Ausfall des Krans zu erheblichen Produktionsausfällen
führen würde, sind robuste und wartungsarme
Energieketten erforderlich. Systeme mit integrierter
Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) und
vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance)
können hier zusätzliche Sicherheit bieten. Diese Systeme
erfassen wichtige Werte wie Verschleiß oder Zug- und
Schubkräfte und melden Unregelmäßigkeiten frühzeitig.
Eine fundierte Schulung für
das Wartungspersonal ist
unerlässlich, um die
Lebensdauer der Energiekette
zu maximieren und
Ausfallzeiten zu minimieren
JENS GÖBEL,
Industry Manager
Cranes & Material Handling
e-chainsystems, igus
6. INSTANDHALTUNGSSCHULUNG
Eine fundierte Instandhaltungsschulung für das Wartungspersonal
ist unerlässlich, um die Lebensdauer der
Energiekette zu maximieren und Ausfallzeiten zu minimieren.
Schulungen sollten die korrekte Handhabung,
Wartung und den Austausch von Energieketten umfassen.
Zudem sollten die Mitarbeiter mit den spezifischen
Anforderungen und Besonderheiten der eingesetzten
Energieketten vertraut gemacht werden.
9. EINBAUFERTIGE SYSTEME
VERWENDEN
7. LEITUNGEN
Damit ein Energiekettensystem ausfallsicher funktioniert,
müssen die Leitungen für den Einsatz in der Energiekette
geeignet sein. chainflex-Leitungen sind für die hohen
mechanischen Belastungen in bewegten Anwendungen
entwickelt worden. Sie bieten eine hohe Lebensdauer und
Zuverlässigkeit, selbst bei langen Verfahrwegen und
kleinen Biegeradien. Die Verwendung von chainflex-Leitungen
stellt sicher, dass die Energiekette optimal
funktioniert und die Leitungen vor vorzeitigem Verschleiß
geschützt sind. Eine sorgfältige Planung der Leitungsführung
und die Berücksichtigung von Biegeradien sind
hierbei unerlässlich, um die Voraussetzungen für eine
lange Lebensdauer der Leitungen zu schaffen.
Empfehlenswert ist es, einbaufertige Systeme wie
readychain zu nutzen, die aus konfektionierten Leitungen
und der passenden Kette bestehen. Dies vereinfacht die
Montage und erhöht die Lebensdauer der Energiekette.
Darüber hinaus ist beim Einsatz dieser Systeme die Kette
perfekt befüllt. Dies reduziert die Montagezeit um bis zu
95 Prozent, minimiert den Logistikaufwand und optimiert
den Beschaffungsprozess.
Fotos: igus
www.igus.de
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 45
PRODUKTE UND SYSTEME
FÖRDERTECHNIK
MATERIALFLUSS
LOGISTIK 4.0
AUF DEN
PUNKT
GEBRACHT
MANFRED WEBER,
REDAKTEUR
Das Internet ist voll mit nützlichen,
aber auch überflüssigen Inhalten. Wir
filtern für Sie die Informationsflut und
recherchieren Inhalte mit echtem
Nutzwert für den Intralogistiker
Tagtäglich sind wir im Internet einer riesigen Informationsflut ausgesetzt. Da wird es
schwer, den Überblick zu behalten. Doch f+h hilft! Denn wir selektieren nicht nur
entsprechende Pressemeldungen, sondern durchforsten für Sie auch Websites, Business-
Netzwerke und soziale Medien und filtern spannende Dinge heraus. Ab sofort finden Sie
an dieser Stelle unsere Highlights aus der digitalen Welt der Intralogistik.
FÖRDERBAND ONLINE KONFIGURIEREN
Die item Industrietechnik GmbH erweitert die Funktionalitäten
ihres Online-Shops im Bereich Förderbandsysteme,
um Konstruktion, Kalkulation und Einkauf intelligent
miteinander zu verbinden. Ab sofort können Nutzer ihr
Förderbandsystem direkt im Shop individuell konfigurieren,
technische Parameter festlegen und die Kosten der
Lösung direkt einsehen. Damit wird der komplette Prozess
von der Planung bis zur Bestellung nicht nur transparenter
und effizienter, sondern auch so einfach wie nie zuvor.
WWW.ITEM24.COM
WMS-CHATBOT
Das Unternehmen Konecranes hat seinen neuen
Chatbot für das Warehouse-Management-System
(WMS) auf den Markt gebracht. Dabei handelt es
sich um einen digitalen Offline-Assistenten, der bei
der Fehlersuche in Echtzeit unterstützt und bei
Aufgaben anleitet. Der WMS-Chatbot wird direkt in
die WMS-Schnittstelle integriert und arbeitet ohne
Internetzugang, sodass alle Daten in der sicheren
IT-Umgebung des Betreibers verbleiben. Der Chatbot
wird auf den Servern von Konecranes anhand von
betreiberspezifischen Dokumenten trainiert und
dann sicher auf die Offline-Systeme des Betreibers
übertragen. So haben Nutzer direkten Zugriff auf
relevante Serviceunterlagen, historische Wartungsdaten
und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.
WWW.KONECRANES.COM
46 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
PRODUKTE UND SYSTEME
DIE TOP
ONLINE-ARTIKEL
DER F+H WEBSITE
AUTOMATISIERTES LAGER IN
SCHWEDEN
SSI Schäfer realisiert Logistikzentrum für Apotea
bit.ly/ssis-fuh-25
EFFIZIENZ IM FOKUS
Zeitstudien und Prozessbewertung in
der Supply Chain
bit.ly/gmp-fuh-25
FORSCHUNGSARBEIT VORANTREIBEN
Unger neuer Chief Technology Officer bei ecovium
bit.ly/eco-fuh-25
An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen die
fünf meist gelesenen Artikel des Monats
auf unserer Internetpräsenz
Das Ranking umfasst alle Seitenaufrufe im 2-Monats-Zeitraum
bis ca. 2-3 Wochen vor Erscheinungstermin dieser Ausgabe. Die
Berechnungsbasis von 100% entspricht der Summe der fünf Plätze.
GILGEN LOGISTICS BAUT MARKT-
PRÄSENZ IN DEUTSCHLAND AUS
Thomas Müller Geschäftsführer in Dortmund
bit.ly/gilg-fuh-25
WACHSEN UND VERANSCHAULICHEN
Neuer Standort am Münchner Flughafen vereint
Showroom und Büroflächen
bit.ly/exo-fuh-25
EXCLUSIVE
CONTENT
nur online
www.bit.ly/still-fuh-25
WEB-APP FÜR PSAGA
Ob Auffanggurt, Höhensicherungsgerät oder Verbindungsmittel:
Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz
müssen regelmäßig geprüft werden, um Leben zu retten. Die
wosatec GmbH erweitert ihre Web-App um die Prüfung von
PSAgA – Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz.
Unternehmen können damit gesetzliche Prüfpflichten digital,
normkonform und zeitsparend erfüllen. Mit der Erweiterung
bieten die Berliner eine digitale Komplettlösung für die
gesetzlich vorgeschriebene PSAgA-Prüfung. Die Web-App
ermöglicht eine vollumfängliche, digitale Dokumentation der
PSAgA-Prüfungen nach DGUV-Regel 112-198/199, DIN EN
365 und BetrSichV. Von der Erfassung über die Schadensbewertung
bis zur Archivierung und Erinnerung an nächste
Prüftermine wird der komplette Prozess digital abgebildet.
WWW.WOSATEC.COM
GANZHEITLICHER SERVICE ALS
BASIS EFFIZIENTER INTRALOGISTIK
Selbst die modernste Intralogistiklösung bringt keinen
Mehrwert, wenn Fahrzeuge nicht fahren oder die Software
nicht funktioniert. Vor diesem Hintergrund ist ein
zuverlässiger, persönlicher und schneller Service, der
Ausfallzeiten präventiv vermeidet, unerlässlich. Beim Intralogistikspezialisten
Still beginnt dieser schon beim ersten Beratungsgespräch
– mit passgenauen Servicepaketen, die sowohl
die Bedürfnisse der Betreiber als auch vergleichsweise neue
Themenfelder wie automatisierte Fahrzeuge oder zukunftsweisende
Energiesysteme berücksichtigen.
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 47
MARKTPLATZ
MODULARE REGALWAGEN ERWEITERN
DEN HANDLUNGSSPIELRAUM
Mit einem neuen Regalwagen
ergänzt Meta das Sortiment
seiner mobilen Lager-Lösungen.
Die Kombination aus dem
bestehenden Meta-Clip-Regalsystem
und einer stabilen
Rollenkonstruktion schafft
vielseitige Anwendungsoptionen
für Transport, Kommissionierung
und Zwischenlagerung direkt am Ort des Geschehens.
Dabei punktet der Regalwagen mit hoher Anpassungsfähigkeit,
Robustheit und einfacher Manövrierbarkeit – auch bei voller
Beladung. Zwei gebremste Lenkrollen vorn und zwei Bockrollen
hinten sorgen für sicheren und leichten Fahrbetrieb.
Das System ist modular aufgebaut und lässt sich mit Zubehör
wie Fach- und Schrägböden, Rück- und Seitenwänden, Reifenholmen,
Scannerschienen, Trenngittern oder Gitterkörben
individuell konfigurieren. Dabei sind Rahmenhöhen bis
2.000 mm sowie Fachbodentiefen von 400 bis 800 mm und
Breiten von 1.000 oder 1.300 mm realisierbar.
Der Hersteller bietet vorkonfigurierte Varianten – etwa mit
Fachböden oder Reifenholmen – und auch individuell anpassbare
Ausführungen. So lässt sich der Regalwagen gezielt an
unterschiedliche logistische Anforderungen anpassen.
www.meta-online.com
NEUE AUFSITZKEHRMASCHINE STEIGERT
FLÄCHENLEISTUNG
Mit der neuen Aufsitzkehrmaschine SW3000 bringt Nilfisk eine
Lösung auf den Markt, die gezielt auf ergonomische Bedienung,
nachhaltige Konstruktion und hohe Flächenleistung ausgelegt
ist. Die kompakte Maschine eignet sich für den Einsatz in
Industrie und Lagerlogistik. Je nach Einsatzort ist die SW3000
mit Bleisäurebatterien oder einer Lithium-Ionen-Option
verfügbar. Zwei integrierte Kehrgutbehälter aus Kunststoff mit
einem Volumen von jeweils 50 l lassen sich mithilfe von Rollen
und Griff komfortabel entleeren. Die Steuerung geschieht über
ein robustes digitales Display mit klaren Symbolen. Ein personalisierter
PIN-Code oder ein optionaler Funkschlüssel ermöglicht
den Maschinenstart. Die Kehrmaschine bewältigt bis zu
8.100 m² pro Stunde und meistert Steigungen bis 20 Prozent.
Das System „DustGuard“ sorgt mit feinem Wassernebel für
Staubbindung an den Seitenbesen. Optional lässt sich ein
H13-Hepa-Filter integrieren. Der
werkzeugfreie Austausch aller
Filterkomponenten sowie farblich
markierte Bedienpunkte erleichtern
Wartung und Service. Die
automatische Filterreinigung
sowie visuelle Wartungshinweise
auf dem Display unterstützen
zusätzlich.
www.nilfisk.de
HUBTISCHE NACHRÜSTEN: MEHR SICHERHEIT
DURCH FALTENBÄLGE
In der Lagerhalle eines niederländischen
Unternehmens waren drei
Scheren-Hubtische ein Sicherheitsrisiko.
Vor allem, weil ein stark
frequentierter Fußweg regelmäßig
Mitarbeiter an den Hubtischen
entlang führt. Die Gefahr des
versehentlichen Eingreifens in die
Scherenkonstruktion sowie des Unterfahrens oder unsachgemäßen
Abstellens von Paletten war groß. Dieses Problem ließ
sich durch die Nachrüstung mit Faltenbälgen von Hema lösen.
Die 1.200 × 4.000 mm großen und bis zu 850 mm ausfahrbaren
Hubtische wurden mit Faltenbälgen der Serie Elastic ausgestattet.
Diese Serie ermöglicht individuelle Anpassungen in
Material, Form, Verarbeitung und Abmessung an den jeweiligen
Einsatzbereich. Befestigt wurden die Faltenbälge mithilfe von
Metallendrahmen. Das passgenaue Schutzsystem umschließt
die Scherenkonstruktion vollständig und bewegt sich geräuscharm
mit ihr. Es verhindert effektiv, dass Personen oder Gegenstände
in den kritischen Bereich gelangen und somit Not-
Stopps, Personen- oder Sachschäden verursachen.
www.hema-group.com
ARBEITSPLATTFORMEN MEISTERN EXTREME
KÄLTE IM HOCHREGALLAGER
In der Lebensmittelindustrie spielt die Einhaltung der Kühlkette
eine wichtige Rolle. Herausfordernd wird es bei Störungen in
der Logistik. Zwar sind die Lebensmittel im Tiefkühllager noch
geschützt, doch bei technischen Störungen im Hochregal
kommen Servicemitarbeiter schnell an ihre Grenzen. Bei
Hochregallagern bis zu einer Höhe von 50 m und einer Arbeitsumgebung
von bis zu -28 °C
herrschen ähnliche Bedingungen
wie 4.000 m über dem Meeresspiegel.
Das bedeutet maximal
zwei Stunden Einsatz, dann eine
lange Pause. Darüber hinaus ist
das schnelle Erreichen des Ortes
zur Problembehebung eine
Herausforderung. Mithilfe der
Konzepte von Mehrtec können Rbgfix-Sicherheitsplattformen,
je nach Bauart des Regals, durch Vorinstallation zügig an den
Brennpunkt gefahren oder dauerhaft an vordefinierten
Wartungspunkten angebracht werden. Jüngst wurden für
einen Produzenten von Kartoffelprodukten 30 Arbeitsplattformen
im Hochregal montiert. Ein Teil davon im Tiefkühllager.
www.mehrtec.de
SELBSTKIPPER FÜR LEICHTE LASTEN
Die Karl H. Bartels GmbH bietet mit den „Selbstkippern leicht“ eine Muldenlösung für leichte Materialien
an. Die Behälter verfügen über eine Traglast von 1.000 kg und sind in fünf Größen mit einem Fassungsvermögen
von 150 bis 1.000 Litern verfügbar. Standardmäßig sind Stapler-Einfahrtaschen vorhanden;
optional können Rollen für das manuelle Handling ergänzt werden. Die Entleerung geschieht per Seilzug,
wobei die Mulde selbstständig in die Ausgangsposition zurückschwingt und automatisch verriegelt.
Sondermaße, zusätzliche Ausstattungen und flüssigkeitsdichte Ausführungen sind ebenfalls erhältlich.
www.bartels-shop.com
48 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
MENSCHEN UND MÄRKTE
FÖRDERTECHNIK
MATERIALFLUSS
LOGISTIK
ULRIKE JUST
Was war die beste Entscheidung in
Ihrer beruflichen Laufbahn?
Im Juli 2017 Consulting und Private
Equity den Rücken zu kehren und bei
Linde Material Handling anzufangen.
Nie hat mir ein Job mehr Spaß gemacht.
Ihre größte Herausforderung in den
nächsten zwölf Monaten?
Die generelle Herausforderung der
europäischen Manufacturing Industrie:
Eine schlagkräftige Strategie gegen
asiatische Wettbewerber umsetzen.
Was macht Ihnen an Ihrem Job am
meisten Spaß?
Hoch-performante Teams formen,
Motivationsreden halten und Ordnung
in (gedankliches und organisatorisches)
Wirrwarr bringen.
Ist die Digitalisierung Segen oder
Fluch?
Ein Segen – GenAI verleiht Superkräfte.
Aber die gesellschaftlichen Auswirkungen,
vor allem die zunehmende
Vereinsamung, sind ein Problem.
Hören Sie gerne Musik, wenn ja,
welche?
Definitiv. Neffex, Kontra K und Alternative
Rock zum Training, eine ausgewählte
Playlist zur Morgen Motivation.
Wie oft schauen Sie täglich auf Ihr
Handy?
Puh, wann schaue ich nicht darauf –
es ist quasi mein Zusatzgehirn für
alles.
Wie können Sie am besten vom
Berufsalltag entspannen?
Am besten aktiv (Kickboxen, Yoga,
Intervall Training), in der Natur (Bergsteigen
in einsamen Gebieten) und
mit Freunden.
PERSON
MBA der Harvard Business School. Karrierestufen
bei der Boston Consulting Group, Bain Capital und
››ZUR
Linde Gase mit Aufenthalten in Indien, Russland,
Südafrika, Großbritannien und USA. Bei Linde
Material Handling erst im Business Development,
dann Managing Direktor für Großbritannien, nun
verantwortlich als Mitglied der Geschäftsführung
für Vertrieb und Service EMEA.
www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 49
IM NÄCHSTEN HEFT: 07/2025
ERSCHEINUNGSTERMIN: 01. 09. 2025
ANZEIGENSCHLUSS: 15. 08. 2025
01
02 03
VERNETZEN
SIE SICH MIT
01 Neue Effizienz in der Fertigung: Das System FMS Max bringt
Dynamik in serielle Montageprozesse
Foto: MiniTec
bit.ly/fuh-website
bit.ly/fuh-e-paper
bit.ly/fuh-facebook
bit.ly/fuh-x
bit.ly/fuh-linkedin
bit.ly/fuh-xing
bit.ly/fuh-instagram
bit.ly/fuh-youtube
DEM CHEFREDAKTEUR:
Winfried Bauer
w.bauer@vfmz.de
bit.ly/fuh-wb-linkedin
bit.ly/fuh-wb-xing
02 Kraft trifft Präzision: Krananlage im Wasserkraftwerk
Jochenstein modernisiert für Schwerlastbetrieb
Foto: Stahl CraneSystems
03 Mehr als Technik: Warum Kundenorientierung bei Mias die
zentrale Antriebskraft ist
Foto: Mias
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
50 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de
SYSTEMORIENTIERT
DENKEN
VERNETZT
HANDELN
10 Print-Ausgaben
im Jahr
2884
LOGISTIK UNTER STROM
Logistikzentrum mit automatischen Lagern sichert
Wachstum des Elektrogroßhändlers Emil Löffelhardt
+
foerdern-und-heben.de
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