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f+h fördern und heben 6/2025

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2884

06

August 2025

€ 20,00

TITEL

MCP Play von Interroll:

10 Anlagen flexibel skalieren

Logistik im Wandel:

06 KI schafft grüne Effizienz

Standby, Rekuperation und …:

24 Energieschätze heben

foerdern-und-heben.de


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den Tellerand blicken – von Branchenexperten!

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Wer hier nicht liest, bleibt zurück!

Während andere noch rätseln, wissen Sie bereits,

was die Branche als Nächstes bewegt.


EDITORIAL

EINEN BLICK ÜBER DEN

TELLERRAND WAGEN

Elon Musk ist eine schillernde wie umstrittene Person: technisch

visionär, kommunikativ sowie politisch fragwürdig und doch mit

Projekten, die weltweit Entwicklungen anstoßen. Eines davon ist

die Besiedlung des Mars. Mit SpaceX und der wiederverwendbaren

„Starship“-Rakete verfolgt Musk ein ambitioniertes Ziel. Er

will Menschen und Fracht zuverlässig über Millionen Kilometer

zum Roten Planeten bringen. Das, was Musk für den Mars plant,

klingt nach Science-Fiction, ist im Kern aber ein logistikgetriebenes

Großprojekt, das eine zentrale Frage aufwirft: Wie organisiert

man eine Lieferkette über riesige Distanzen, wenn

Kommunikation verzögert ist, Ressourcen limitiert sind und

Eingriffe nur automatisiert möglich sind? Diesen Herausforderungen

wird sich Musk stellen müssen, um erfolgreich zu sein. Er

INTERPLANETARE

LOGISTIK WIRD UNS

BESCHÄFTIGEN

muss eine „interplanetare Lieferkette“

realisieren – ein Konzept als logische

Weiterentwicklung von Intra- und

Extralogistik, nur unter extremen

Bedingungen. Auch wenn eine „interplanetare Lieferkette“ eher

noch ein Gedankenmodell ist, lassen sich die Herausforderungen

überraschend gut auf unsere eigene Branche übertragen.

Themen wie autonome Materialflüsse, Redundanz in kritischen

Prozessen oder resiliente Versorgung bei begrenztem Zugriff sind

in der Intralogistik längst Realität. Ebenso gewinnen KI-gestützte

Steuerung, dezentrale Lagerhaltung, retrofitfähige Systeme und

additive Fertigung zunehmend an Bedeutung – nicht auf dem

Mars, sondern in Industrie, Handel und Produktion.

Trotz allen Herausforderungen ist das Gedankenmodell

„interplanetare Lieferkette“

reizvoll und inspirierend.

So inspirierend, dass

sich ein Blick in unsere

aktuelle Heftausgabe

lohnt. Wir thematisieren

zwar keine Mars-Logistik,

aber wir berichten über

Innovationen, die ein Elon

Musk bei seinem Projekt

benötigen wird: Automatisierung

im Lager, im

Materialfluss sowie bei den

Sortier prozessen.

Manfred Weber

– Redakteur –

m.weber@vfmz.de

Zu schwer?

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Schwenkkrane, Prozessund

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INHALT

EDITORIAL

03 Einen Blick über den Tellerrand wagen

PERSPEKTIVEN

06 Intelligente Automatisierung und KI gestalten

die Logistikbranche nachhaltig und effizient

Den Wandel bewältigen

14

06

PRODUKTE UND SYSTEME

10 TITELSTORY Ifoy Award für die Fördertechniksteuerung

MCP Play

Flexibel automatisieren, skalieren und integrieren

14 Intralogistik mit ASi-5 und ASi Safety

Pakete präzise sortieren, Prozesse optimieren

16 Logistischer Vorsprung durch maßgeschneiderte

Prozessberatung

Palettierprozess optimiert

18 Automatisierung in der Lebensmittellogistik

Prozesssicherheit und Lieferqualität trotz

hoher Dynamik

20 AMI Förder- und Lagertechnik zieht Bilanz nach

Hallenerweiterung

Investitionen zahlen sich aus

22 50 Jahre cab Produkttechnik

Kennzeichnung durchgängig – mit Etikett oder Laser

27 Innovative und nachhaltige Lösungen von Combilift

für den Materialumschlag

28 Aluminium-Kanalsystem für vertikal hängende

Anwendungen

Mehr Ruhe im Hochregallager

30 Automatisierte Intralogistik ebnet Weg für Wachstum

und schnelle Lieferzeiten

Logistik beschleunigt und Unternehmenserfolg

gesichert

34 Automatisierte Lagersysteme

Die Antriebstechnik macht den Unterschied

38 F+H VOR ORT Investitionen in Produktionstechnologien

stärken die Wettbewerbsfähigkeit

Mit neuer Technik treibt Bito die

Standortentwicklung voran

24

44

4 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


ANZEIGE

TITELBILD

Interroll

42 Effizienzsteigerung durch FTS in der Pharmalogistik

Automatisierter Materialfluss von Produktion bis

Entsorgung

46 Digitale Highlights

IMPULSE

24 So heben Unternehmen Energieschätze

Standby, Rekuperation und …

MENSCHEN UND MÄRKTE

36 F+H VOR ORT Neuer Standort am Münchner Flughafen

vereint Showroom und Büro flächen

Wachsen und veranschaulichen

49 F+H PERSÖNLICH Ulrike Just

PRAKTIKER-LEITFADEN

44 F+H BASICS Worauf es bei Energieketten für

Hallenkrane wirklich ankommt

SERVICE

Fachboden-, Paletten- und

Kragarmregale

dynamische Regale

Stahlbau & Systembühnen

Schulungen & Service

Lagerautomatisierung mit

Fördertechnik

Konzeption, Fertigung

& Realisierung – alles aus

einer Hand!

17 Impressum

50 Vorschau auf Heft f+h 07/2025

www.meta-online.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/xx 5


INTELLIGENTE AUTOMATISIERUNG UND KI GESTALTEN

DIE LOGISTIKBRANCHE NACHHALTIG UND EFFIZIENT

DEN WANDEL BEWÄLTIGEN

Die globale Logistikbranche steht vor einem

umfassenden Wandel. Nur ein kleiner Teil der

Lagerindustrie ist bislang automatisiert. Dies

bietet die Chance für weitreichende

Innovationen, vor allem im Bereich der

Nachhaltigkeit. Der Logistiksektor ist für einen

erheblichen Anteil der globalen

energiebezogenen Treibhausgasemissionen

verantwortlich. Die Lagerwirtschaft trägt zu

diesem Anteil bei. Diese Fakten belegen eine

tiefgreifende Veränderung der Branche. Die

Logistik muss Effizienz, Nachhaltigkeit und

Anpassungsfähigkeit vereinen.

Die globale Logistikbranche steht an einem historischen

Wendepunkt. Laut der Arup-Studie „The Warehouse of

the Future“ [1] sind derzeit nur acht bis elf Prozent der

Lagerindustrie automatisiert, was ein großes Potenzial

für Innovationen eröffnet – in erster Linie im Bereich der Nachhaltigkeit.

Laut der Weltbank [2] verursacht der Logistiksektor,

einschließlich Transport und Lagerung, etwa zehn bis elf Prozent

der globalen, energiebezogenen Treibhausgasemissionen. Gemäß

dem World Economic Forum [3] trägt die Lagerwirtschaft

circa elf bis 13 Prozent zu diesem Anteil bei.

Diese Zahlen verdeutlichen eine tiefgreifende Transformation

der Branche, die weit über technologische Upgrades hinausgeht.

Die Logistik steht vor der Herausforderung, Effizienz, Nachhaltigkeit

und Anpassungsfähigkeit in nie dagewesener Weise zu

vereinen.

FRAGILE LIEFERKETTEN UND NEUE

HERAUSFORDERUNGEN

Die vergangenen Jahre – von der Covid-19-Pandemie über geopolitische

Spannungen bis hin zu Handelskonflikten – haben die

Schwächen traditioneller Logistiksysteme offengelegt. Laut

McKinsey Global Institute [4] treten schwerwiegende Supply-

Chain-Störungen alle 3,7 Jahre auf, was die komplette Prozesskette

mindestens einen Monat lang aus dem Tritt bringt – mit erheblichen

Folgen. Im Jahr 2020 erlitten mehr als 50 Prozent der

betroffenen Unternehmen Umsatz- und Produktivitätseinbußen

aufgrund dieser Störungen, was die Notwendigkeit grundlegender

strategischer Anpassungen zeigt [5].

Die digitale Transformation ist nicht länger nur ein Schlagwort,

sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen. Laut

Statista [6] wird der weltweite Online-Handelsumsatz zwischen

2025 und 2029 um insgesamt 1,4 Billionen Euro (+36,16 Prozent)

steigen. Damit werden enorme Anforderungen an Logistiksysteme

gestellt, die mit traditionellen, manuellen Prozessen nicht

mehr bewältigt werden können. Vor allem in Zeiten zunehmender

Digitalisierung sind Unternehmen daher gezwungen, in Automatisierung

zu investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

6 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PERSPEKTIVEN

FLEXIBILITÄT ALS STRATEGISCHER IMPERATIV

Moderne Automatisierungslösungen ermöglichen eine dynamische

Anpassung der Logistik an neue Marktbedingungen durch

Echtzeitoptimierung, intelligente Ressourcenallokation, Predictive

Maintenance und Systemintegration. Das Robots-as-a-Service-(RaaS)-Modell

erlaubt es Unternehmen, Roboterflotten

flexibel und bedarfsgerecht zu skalieren, wodurch sie sich an

saisonale Schwankungen oder unvorhergesehene Marktentwicklungen

anpassen können. Dies gibt ihnen die nötige Agilität, um

auch unvorhersehbare Marktdynamiken zu meistern.

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert Logistikprozesse

grundlegend. Sie analysiert riesige Datenmengen in Sekundenschnelle,

ermöglicht präzise Bedarfsprognosen, optimierte Routenplanung,

vorausschauende Wartungsstrategien und eine

dynamische Ressourcensteuerung. Eine PwC-Studie [7] prognostiziert,

dass KI-Technologien bis zum Jahr 2030 weltweit bis zu

DER ERFOLG LIEGT IN DER

SYNERGIE VON MENSCHLICHER

KREATIVITÄT UND TECHNOLOGIE

15,7 Billionen US-Dollar zur Weltwirtschaft beitragen können,

wovon ein erheblicher Teil auf den Logistiksektor entfällt. Der

Einsatz von KI verbessert nicht nur die Effizienz der Logistikprozesse,

sondern schafft auch neue Potenziale für eine nachhaltigere

Zukunft der Branche.

MENSCH UND TECHNOLOGIE ALS PARTNER

01 Moderne Automatisierungslösungen ermöglichen eine dynamische

Anpassung an neue Marktbedingungen durch Echtzeitoptimierung,

intelligente Ressourcenallokation, Predictive Maintenance und

Systemintegration

Die fortschreitende Automatisierung bedeutet nicht das Ende

menschlicher Expertise, sondern vielmehr deren Transformation.

Mitarbeiter entwickeln sich von ausführenden Kräften zu

strategischen Innovatoren. Sie übernehmen eine Schnittstellenfunktion

zwischen Technologie und Unternehmensstrategie. Die

Fähigkeit, komplexe Systeme zu verstehen, zu steuern und zu

optimieren, wird zur Kernkompetenz. Unternehmen investieren

daher massiv in Weiterbildung und Umschulung ihrer Mitarbeiter,

um diesen den professionellen Umgang mit intelligenten

Technologien zu ermöglichen und so einen Wettbewerbsvorteil

zu sichern.

NACHHALTIGKEIT: MEHR ALS EIN TREND

Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein „Nice-to-have“, sondern eine

moralische und regulatorische Notwendigkeit. Laut dem

World Green Building Council [8] erzeugen Gebäude – auch Logistikzentren

– etwa 39 Prozent der globalen, energiebedingten

CO 2

-Emissionen. Moderne Logistiklösungen müssen daher auf


PERSPEKTIVEN

02 Mitarbeiter übernehmen eine Schnittstellenfunktion zwischen Technologie und Unternehmensstrategie

Energieeffizienz, verkürzte Transportwege und zirkuläre Wirtschaftsmodelle

setzen, um die hohen Umweltanforderungen zu

erfüllen. In dieser Hinsicht bieten automatisierte Systeme eine

Vielzahl von Möglichkeiten zur Optimierung der Ressourcennutzung

und des Energieverbrauchs.

Die Transformation der Logistik zeigt sich in jeder Region unterschiedlich.

In Nordamerika wird die Automatisierung durch

den anhaltenden Arbeitskräftemangel vorangetrieben [9]. In Europa

verfolgt man einen umfassenderen Ansatz, geprägt von den

ehrgeizigen Klimazielen der EU, die Klimaneutralität bis zum

Jahr 2050 anstrebt. In Asien, primär in China und Indien, wird

Automatisierung hingegen vor allem als Wachstumsbeschleuniger

im E-Commerce genutzt. Indien wird bis zum Jahr 2030 voraussichtlich

der zweitgrößte Online-Verbrauchermarkt weltweit

sein [10].

DIE LOGISTIK 2030: EINE VISION

Die Logistik der Zukunft wird von hochgradig vernetzten, intelligenten

Systemen und nachhaltigen, resilienten Infrastrukturen

geprägt sein. Unternehmen, die jetzt die richtigen Weichen stellen,

werden die Logistiklandschaft der kommenden Dekade aktiv

mitgestalten. Der Schlüssel zum Erfolg wird dabei nicht nur im

Wettbewerb bestehen, sondern vor allem in der Fähigkeit, Synergien

zwischen menschlicher Kreativität und technologischer Präzision

zu schaffen, um der ständig wachsenden Nachfrage und

den immer komplexer werdenden Märkten gerecht zu werden.

Quellenhinweise:

[1] https://www.arup.com/globalassets/downloads/insights/the-warehouseof-the-future.pdf,

abgerufen am 30. Juni 2025

[2] https://documents1.worldbank.org/curated/en/457501643121421164/pdf/

Discussion-Paper.pdf, abgerufen am 30. Juni 2025

[3] https://www.iml.fraunhofer.de/content/dam/iml/en/documents/OE%20

310/Emission_%20intensity_factors_logistics_buildings_FraunhoferIML_052019.pdf,

abgerufen am 30. Juni 2025

[4] https://www.mckinsey.de/~/media/mckinsey/locations/europe%20

and%20middle%20east/deutschland/news/presse/2021/2021-12-16%20

AUF EINEN BLICK

n Die globale Logistikbranche steht vor einem massiven

Wandel.

n Fragile Lieferketten und der Online-Handel erzwingen

eine digitale Transformation.

n Moderne Automatisierung (zum Beispiel Robots-as-a-

Service) und künstliche Intelligenz (KI) sind entscheidend

für Flexibilität und Effizienz.

n Die Automatisierung führt nicht zum Ende menschlicher

Arbeit, sondern zur Transformation der Rollen.

supply%20chain%20survey/211216_pm%20supply%20chain%20survey.pdf,

abgerufen am 30. Juni 2025

[5] https://www.bme.de/news/presse/mehr-storungen-in-der-lieferketteschwachstelle-risikopravention-3688/,

abgerufen am 30. Juni 2025

[6] https://de.statista.com/prognosen/484763/prognose-der-umsaetze-im-ecommerce-markt-in-der-welt,

abgerufen am 30. Juni 2025

[7] https://www.pwc.com/gx/en/issues/analytics/assets/pwc-ai-analysis-sizing-the-prize-report.pdf,

abgerufen am 30. Juni 2025

[8] https://worldgbc.org/climate-action/embodied-carbon/, abgerufen am

30. Juni 2025

[9] https://jobble.com/articles/warehouse-staffing-trends-landscape/,

abgerufen am 30. Juni 2025

[10] https://www.indiaconnected.de/

sektoren-in-indien/e-commerce-branche-indien/, abgerufen am 30. Juni 2025

Autor: Denis Niezgoda, Chief Commercial Officer (CCO) International bei

Locus Robotics, Amsterdam/Niederlande

Fotos: Locus Robotics

www.locusrobotics.com

8 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


Haftungsausschluss: Die in dieser Informationsschrift enthaltenen Angaben, Abbildungen, Hinweise und Empfehlungen wurden nach bestem Wissen erstellt und sorgfältig

MARKTPLATZ

STÄRKT BESCHAFFUNGSPROZESSE UND SENKT

SICHERHEITSRISIKEN

REGALANLAGE NUTZT RAUM AUS UND ERHÖHT

LAGERLEISTUNG

TÜV Süd hat gemeinsam mit dem Forum-FTS und dem Arbeitskreis

FTS-Sicherheit des VDI den neuen Leitfaden „Verantwortungsvoller

Einkauf mobiler Robotik“ veröffentlicht. Ziel ist es,

Unternehmen bei der sicheren Beschaffung fahrerloser

Transportsysteme (FTS) und autonomer mobiler Roboter (AMR)

zu unterstützen. Der Leitfaden behandelt sicherheitstechnische,

regulatorische und betriebliche Anforderungen entlang

des Beschaffungsprozesses – von der Gefährdungsbeurteilung

über die Lastenhefterstellung

bis hin zur

Inbetriebnahme.

Verantwortungsvoller Einkauf mobiler Robotik Der Leitfaden zeigt auf,

(FTS, AGV/AMR)

Leitfaden für die Beschaffung

welche Bedeutung

Konformitätserklärungen,

technische Dokumentationen

und

Zertifikate im Auswahlprozess

haben. Ein

Augenmerk liegt dabei

auf den Herausforderungen

bei Produkten aus

dem Ausland.

Praktische Hinweise und

Herausgeber:

Forum-FTS (www.forum-fts.com)

Ausgabe: 29.05.2025, Version 1.0

Checklisten erleichtern

erarbeitet durch den Arbeitskreis FTS-Sicherheit

die systematische

des VDI Fachausschuss FA309 „Fahrerlose Transportsysteme (FTS)“

und die TÜV SÜD Product Service GmbH

Bewertung technischer

Lösungen und unterstützen

bei der Erstellung von Lasten- und Pflichtenheften. Ergänzende

Empfehlungen helfen bei der Anbieterauswahl und der

recherchiert. Dennoch kann eine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität nicht übernommen werden. Soweit gesetzlich zulässig, ist jede Gewährleistung

und Haftung ausgeschlossen.

Seite 1 von 11

Durchführung praxisnaher Prüfungen. Interessierte Leser

können den Leitfaden über den nachfolgenden Link kostenfrei

herunterladen.

bit.ly/leitfaden-fuh-25

MECHANISCH BELASTBARE KABELLÖSUNGEN

In Schleppanwendungen wird von Leitungen eine hohe

Flexibilität gefordert. Sie hängen in Schleifen auf Leitungsträgern,

zum Beispiel auf Rollen oder Wagen. Von diesen werden

sie entlang einer Schiene horizontal mit den Kranbewegungen

geführt. Zur Serie Festoontec

der TKD Kabel GmbH

gehören geschirmte und

ungeschirmte Energieund

Steuerleitungen, die

für diese Anwendung

entwickelt wurden. Die

Flachleitung Festoontec

H07VVH6 mit schwarzem

PVC-Mantel ermöglicht

einen kleinen Biegeradius

und eine Hänghöhe von bis zu 35 m. Eingesetzt werden kann

die Flachleitung in trockenen wie in feuchten und nassen

Umgebungen sowie im Temperaturbereich zwischen -35 und

+60 °C.

Für eine Vielzahl von Branchen hat TKD Kabel eigene Produktfamilien

entwickelt, die auf die jeweiligen Anwendungsanforderungen

ausgelegt sind. So bietet der Hersteller Beratung und

komplette Verkabelungslösungen zum Beispiel für die Fördertechnik,

die industrielle Automatisierung sowie für Krane und

Hebezeuge.

www.tkd-kabel.de

AR Racking hat gemeinsam mit dem Vertriebspartner SNI-Nord

ein Lagerprojekt für ein Unternehmen der Lebensmittelbranche

in Essen/Oldenburg realisiert. Die Hochregalanlage erhöht die

Lagerkapazität, verbessert die

Raumnutzung und trägt zu

einer effizienteren Logistik bei.

Zum Einsatz kam das Palettenregalsystem

AR PAL. Dieses

System ist auf eine präzise

Flächennutzung ausgelegt und

erreicht eine Höhe von 11 m.

Die Lösung bietet 189 Palettenstellplätze.

Die Regale sind auf Paletten mit einer Tiefe von

8 m, einer Länge von 1,2 m und einer Höhe von 1 m ausgelegt.

Die feuerverzinkten Träger sorgen für einen hohen Schutz

gegen Feuchtigkeit und erleichtern die Einhaltung hygienischer

Vorgaben. Der geringe Wartungsbedarf und die hohe Beständigkeit

dieser Träger schaffen die Voraussetzungen für eine

langlebige Nutzung – vor allem unter anspruchsvollen Bedingungen

in der Lebensmittelindustrie.

Die Umsetzung fand im Rahmen der Initiative #GrowingTogether

statt. Damit stärken AR Racking und SNI-Nord ihre

Marktpräsenz und fördern individuelle Lagerlösungen mit

Fokus auf Effizienz und Zuverlässigkeit.

www.ar-racking.com

Wir schaffen logistische Verbindungen.

Individuelle Planung und Konstruktion

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PRODUKTE UND SYSTEME

TITELSTORY

IFOY AWARD FÜR DIE FÖRDERTECHNIKSTEUERUNG MCP PLAY

FLEXIBEL AUTOMATISIEREN,

SKALIEREN UND INTEGRIEREN

Interroll hat mit der neuen dezentralen

Steuerungslösung MCP Play nicht nur das

Ifoy-Innovation-Check-Team, sondern auch die

Mitglieder der renommierten Jury überzeugt

und wurde von ihnen zum Sieger des Ifoy

Awards in der Kategorie „Special of the Year

2025“ gekürt. Vom Nutzen der Lösung

profitieren künftig die Integrationspartner von

Interroll sowie die Anwender der Modular

Conveyor Platform (MCP).

Noch hallt die glanzvolle Preisverleihung mit 200 Gästen

aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Medien in

Dortmunds „Phoenix des Lumières“ nach. Jubelnd und

voller Stolz nahmen die Interroll-Vertreter die begehrte

Trophäe entgegen. „Diese Auszeichnung ist eine großartige Anerkennung

für die Innovationskraft und das Engagement unseres

Teams. Das Juryurteil bestätigt, dass wir mit unserer Lösung ei-

nen echten Mehrwert für unsere Kunden schaffen: Die flexible

Zonierung und die kontinuierliche Zusammenführung von Paketen

ermöglichen nicht nur höhere Durchsatzraten und Pufferkapazitäten

bei gleichbleibenden Systemkosten, sondern bieten

auch Energieeinsparungen. Vor allem freut mich, dass auch die

einfache Planung und Inbetriebnahme sowie die Effizienz im Betrieb

gewürdigt wurden. MCP Play ist das Ergebnis unserer Leidenschaft,

die Intralogistik nachhaltig zu verbessern – und wir sehen

diese Auszeichnung als Ansporn, unseren Innovationskurs

konsequent fortzusetzen“, freute sich auch Markus Asch, Chief

Executive Officer (CEO) von Interroll.

PARADIGMENWECHSEL IN DER FÖRDERTECHNIK

Mit MCP Play präsentiert Interroll eine autonome Steuerungslösung

für die modulare Behälter- und Kartonfördertechnik-

Plattform MCP, die es ermöglicht, Förderanlagen einfacher zu

konfigurieren und zu installieren sowie effizienter zu betreiben.

Mithilfe des dezentralen Steuerungskonzepts, das auf die Interroll-MultiControl

der neuen Generation setzt, kann auf umfangreiche

speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) verzichtet

werden. Das beschleunigt nicht nur die Inbetriebnahme, sondern

erhöht auch die Flexibilität und den Durchsatz der Anlage –

bei gleichzeitig verbesserter Energieeffizienz. Darüber hinaus reduziert

die dezentrale Steuerung den Datenaustausch innerhalb

10 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME

01

der System umgebung, was zu geringeren Latenzzeiten und verbesserter

Überwachung, Reaktionsfähigkeit und Systemflexibilität

führt.

Die Auszeichnung ist das Ergebnis eines mehrstufigen Auswahlprozesses:

Im Rahmen des Ifoy Audit in den Dortmunder

Messehallen präsentierte Interroll die Innovation einer internationalen

Jury aus Fachjournalisten und Experten aus 19 Ländern.

Die Jury und das Innovation-Check-Team würdigten in erster

Linie den Beitrag von MCP Play zur Effizienzsteigerung und zur

Vereinfachung der Anlagenplanung und -konfiguration. Im

Urteil heißt es: „Die Steuerungslösung für ihre modulare Behälter-

und Kartonfördertechnik-Plattform ermöglicht die einfache

und schnelle Realisierung von Anlagen für Packstücke bis 50

DEZENTRALE STEUERUNG OHNE

SPS MACHT INBETRIEBNAHME

SCHNELLER UND EINFACHER

Kilogramm und sorgt für bis zu 30 Prozent Energieeinsparung.

Besonders E-Commerce-Händler und 3PL-Dienstleister profitieren

von bis zu 100 Prozent höheren Durchsätzen.“

Darüber hinaus spricht die Jury von einem Paradigmenwechsel

in der Fördertechnik. MCP Play erlaube eine präzise Lokalisierung

aller Packstücke auf der Förderstrecke, frei skalierbare Zonengrößen

sowie die unterbrechungsfreie Zusammenführung

mehrerer Förderlinien. Als echte Marktinnovationen bezeichneten

sie die Funktionen „Adjust to Gap“ für reduzierte Abstände

zwischen Packstücken sowie „Flowing Merge“ für das kontinuierliche

Zusammenführen ohne Stopp. Beide Funktionalitäten

konnten im Test validiert werden. Dazu erlaubt das System eine

nahtlose Auswahl flexibler Betriebsmodi bezüglich maximaler

Energieeffizienz bzw. maximalen Durchsatzes.

01 Uwe Schildheuer (Director Digital Sales Solutions), Dr. Johannes

van der Beek (Chief Technology Officer, CTO), Thorsten Maywald

(Project Manager) und Dominik Engels (Vice President Sales EMEA/

Managing Director Interroll Fördertechnik GmbH) nahmen den „Ifoy

Award“ hoch erfreut von Laudatorin Sabine Loos (Managing Director of

Messe Dortmund) entgegen (v. l. n. r.)

INTEGRATIONSEBENE MQTT KOMPATIBEL

MIT VDA 5050

Verschiedene Softwarewerkzeuge zur einfachen, digitalen Layoutgestaltung,

Inbetriebnahme und Betriebsüberwachung runden

das durchdachte Konzept der neuen Fördertechniklösung

ab. Sie erlauben eine ganzheitliche Sicht auf das Gesamtsystem

und gestatten so beispielsweise eine PC-gestützte Vorinbetriebnahme

und Vorkonfiguration der Anlage auf Basis der Planung

im Layout-Werkzeug oder ein schnelles Auffinden fehlerhafter

Module mit dem Betriebswerkzeug. Beides optimiert Kosten und

Arbeitszeiten für Spezialisten in Zeiten des Fachkräftemangels.

Eine weitere Innovation ist der Wegfall der SPS zur Steuerung

des Gesamtsystems. Mit der MQTT-Schnittstelle und der WMS-

Anbindung steht Integratoren und Anwendern ein offenes System

zur Verfügung, welches über eine neuartige Integrationsebene

nun auch zentral und direkt für alle Controller (vor-)konfiguriert

werden kann. Gleichzeitig reduziert die dezentrale Materialflusssteuerung

durch direkte Kommunikation zwischen den

Controllern die Komplexität der IT-Strukturen. Mit einem Standardcomputer

lassen sich Warenwege und -ziele bestimmen, ihre

Position auf den Linien überwachen und ihr Fluss durch Prioritätszuweisungen

dynamisch anpassen. Diese Tracking-Funktionen

von MCP Play eröffnen neue Anwendungsoptionen und ermöglichen

eine umfassende Systemindividualisierung. Die

Nutzung von MQTT als standardisiertes Übertragungsprotokoll

– wie auch im VDA-5050-Standard definiert – erlaubt die Integration

und Kommunikation mit anderen Automatisierungstechno-

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 11


02

02 Arvato hat seine Fördertechnik-Anlage für drei E-Commerce-

Kunden in Gütersloh erweitert u. a. um einen weiteren automatischen

Kartonverschließer mit Volumenreduktion, eine Etikettiermaschine

und verschiedene Fördertechnikmodule und MultiControls ergänzt

03 Uwe Schildheuer (l., Interroll) und Robert Kästle (r., Arvato) im

Austausch über die Möglichkeiten von MCP Play

03

logien wie autonomen mobilen Robotern (AMR) und fördert so

die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Projektbeteiligten

beim Anwender.

Uwe Schildheuer, Director Digital Sales Solutions bei Interroll,

wirbt für offene Standards: „Die Kunden wollen heute intelligente

Fördertechniksysteme haben, die im Zusammenspiel mit anderen

Automatisierungstechnologien funktionieren und nahtlos

in bestehende oder neue Prozesse integriert werden können. Dazu

müssen die Systeme miteinander kommunizieren können,

denn nur wenn wir die Daten teilen, können Anwender das Optimum

aus ihren Systemen herausholen. Mit MCP Play bieten wir

diese Möglichkeit zum Datenaustausch über MQTT einschließlich

digitaler Planung, Simulation und Vorab-Inbetriebnahmen

sowie Remote-Zugriff bei Fehlermeldungen.“

ARVATO SIEHT HOHEN NUTZEN FÜR

DYNAMISCHE ANFORDERUNGEN

Arvato, ein international agierender Logistik- und Supply-Chain-

Dienstleister, verfolgt im Bereich Lagerlogistik eine konsequente

und ganzheitliche Automatisierungsstrategie, deren Kernelemente

auf Effizienzsteigerung, Flexibilität und Skalierbarkeit ausgerichtet

sind. Zentrale Bausteine sind der gezielte Einsatz moderner

Robotertechnologien, Ware-zum-Mann-Systeme und intelligenter

Softwarelösungen. Dabei setzt der Kontraktlogistiker

gezielt auf Systeme wie AutoStore, Shuttle- und Rack-to-Person-

Lösungen sowie Fördertechnik- / Sortierlösungen und AMR, um

Bestellvorgänge zu beschleunigen und logistische Abläufe sowie

Materialflüsse effizienter zu gestalten. Alle Automatisierungstechnologien

sind so konzipiert, dass sie modular und flexibel an

verschiedene Standorte und Kundenanforderungen angepasst

werden können. Das sichert eine schnelle Implementierung bei

wachsendem Bedarf und für unterschiedliche Kunden und ihre

Sortimente. Noch weiter geht das Forschungsprojekt „Moonshot“.

Hier arbeitet Arvato mit verschiedenen Partnern daran, durch

den Einsatz von generativer künstlicher Intelligenz (KI), Robotik

und Cloud Computing selbstverbessernde Prozesse in der Lagerumgebung

zu implementieren.

Zu den Technologien, die Arvato weltweit bereits an verschiedenen

Standorten einsetzt, gehört die Fördertechnik-Plattform

MCP von Interroll. Eine der beeindruckendsten Anlagen ist im

US-amerikanischen 3rd-Party-Logistics-Hub in Shepherdsville,

Kentucky, in Betrieb. Die Lösung umfasst eine mehr als 2,2 km

lange Hochleistungs-Fördertechnik mit zwei Crossbelt-Sortern

und nahtlos integrierte Etikettierroboter, die komplett dezentral

über MultiControls in einer Cloud-Lösung gesteuert werden.

Hierzulande erweitert der Logistiker aktuell eine vorhandene

MCP-Anlage für zwei E-Commerce-Kunden in Gütersloh. Anstelle

manueller Packplätze wird die bestehende MCP-Fördertechnikanlage

mit integrierter Sortierfunktion, um eine weitere Waage

und automatischen Kartonverschließer mit Volumenreduktion

sowie Etikettiermaschine und verschiedene Fördertechnik-

12 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


TITELSTORY PRODUKTE UND SYSTEME

04 MCP Play sorgt für eine einfache und vollständig dezentrale

Verwaltung, indem es direkt mit den MultiControl-Karten

an jeder Lagerstation kommuniziert

05 Volumenreduziert verpackt und versandfertig etikettiert

werden die Kartons über die neue Förderstrecke zu

den jeweiligen Endstellen im Versand befördert

module und MultiControls ergänzt. Dazu wurde in Richtung

Versand eine Förderstrecke in zweiter Ebene integriert, um die

Hauptstrecke zu entlasten und die etikettierten Kartons mit einer

Gesamtleistung von rund 1.600 Packstücken pro Stunde zu den

entsprechenden Endstellen transportieren zu können. „Das ist

bereits die dritte Erweiterung dieser MCP-Anlage und die zweite

innerhalb eines Jahres“, bestätigt Markus Förster, Geschäftsführer

des Integrationspartners Förster & Krause. Mithilfe der Modularität

des Systems sei es immer wieder möglich, neue Strecken zu

integrieren und Umbauten im laufenden Betrieb zu realisieren.

„Wir wachsen mit unseren Kunden und da muss die Technik

entsprechend mitwachsen. Aus diesem Grund setzen wir auf skalierbare

Technologien wie die modulare MCP-Fördertechnik. Aktuell

konnten wir die Leistung durch eine Erweiterung der Anlage

auf engstem Raum steigern. Mit einem weiteren Kunden oder

weiteren Wachstumssprüngen würde die bestehende Anlage erneut

an ihre Grenzen kommen. Mit dem Einsatz von MCP Play

und Funktionen wie ‚Adjust to Gap‘ versprechen wir uns eine

Steigerung des Durchsatzes, ohne die Hardware erweitern zu

04

PARADIGMENWECHSEL:

KONTINUIERLICHER FLUSS

STATT STOP-AND-GO-PRINZIP

müssen“, erklärt Robert Kästle, Senior Expert Engineering im

Team von Arvato. „Bislang läuft die Anlage nach dem Stop-andgo-Prinzip

und Kartons müssen anhalten und warten bis die

nächste Zone frei ist.“

„Durch die Auflösung des Zonenprinzips und den permanenten

Fluss der Anlage wird mit MCP Play nicht nur die Durchsatzleistung

signifikant erhöht, sondern auch Energie eingespart – und

das alles im gleichen Anlagenlayout“, zeigt sich Förster begeistert.

Der Integrator plant bereits einen MCP-Play-Testaufbau am

Hauptsitz in Hückeswagen und Schulungen für die Mitarbeiter.

Da Arvato ein eigenes Team für die Planung und Konzeptionierung

der technischen Anlagen sowie die Programmierung und

IT-Integration unterhält, profitiert der Logistiker von kürzeren Inbetriebnahmezeiten.

Auch bei der Bearbeitung von Fehlermeldungen

ergeben sich Vorteile, da nicht mehr jede MultiControl-

Einheit einzeln vor Ort programmiert werden muss.

Darüber hinaus sieht Arvato Vorteile durch eine flexiblere Nutzung

der Fördertechnik aufgrund des mit MCP Play möglichen

nahtlosen Wechsels zwischen verschiedenen Betriebsmodi, beispielsweise

mit maximaler Energieeffizienz oder mit maximalem

Durchsatz. Diese Daten sowie alle Angaben über den Betriebszustand

einzelner Komponenten ließen sich dann auch für die Wartung

nach dem Predictive-Maintenance-Prinzip nutzen. „Nachhaltigkeit

bedeutet für uns nicht nur Energieeffizienz, sondern

auch Langlebigkeit und maximale Verfügbarkeit unserer Anlagen“,

betont Kästle. „Unser Ziel ist es, Lieferketten ganzheitlich nachhaltiger

zu gestalten – ökonomisch, ökologisch und technologisch.“

Autorin: Anja Seemann, freie Fachjounalistin, Heiligenhaus

Fotos: Interroll / Steffi Behrmann, Ifoy Award / Frank Elschner

www.interroll.com

05

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 13


INTRALOGISTIK MIT ASI-5 UND ASI SAFETY

PAKETE PRÄZISE SORTIEREN,

PROZESSE OPTIMIEREN

Die manuelle Sortierung großer Paketmengen

stellt Unternehmen vor Herausforderungen.

Hoher Personalaufwand und geringe Flexibilität

sind oft die Folge. Automatisierte Lösungen

verbessern die Effizienz in der Intralogistik.

Der Einsatz von Technologien wie ASi-5 und

ASi Safety optimiert die Sortierprozesse

maßgeblich. Unternehmen wie der Intralogistik-

Systemanbieter Rielec setzen auf solche

Lösungen.

Rielec mit Sitz in Valencia, Spanien, verfügt über ein hohes

Maß an Erfahrung in der industriellen Automatisierung

und der Intralogistik. Das international tätige Unternehmen

entwickelt und realisiert seit dem Jahr 2015 intelligente

Lösungen für die Intralogistik, RFID-Systeme für den Logistiksektor,

Fördersysteme und maßgeschneiderte Softwarelösungen.

Das Unternehmen gliedert sich dazu in drei Geschäftsbereiche.

Rielec Logistics Systems ist die Marke, die sich um die

Beratung, Konzeption und Fertigung, Montage und Wartung von

Förder- und Industrieanlagen kümmert. Clustag ist der Bereich

für RFID-Lösungen. Codopi schließlich fertigt Komponenten für

die Industrie und Designelemente aus Metall. Für den Systemanbieter

steht bei der Realisierung von Projekten immer die Optimierung

der Arbeitsprozesse im Fokus, mit dem Ziel, die Effekti-

vität der Logistikabläufe zu verbessern. Dazu wird auch auf die

Integration von Technologien wie ASi-5 gesetzt.

AS-INTERFACE IN DER INTRALOGISTIK

AS-Interface hat sich in der Intralogistik aufgrund seines hohen

Anwenderkomforts – der einfachen Installation, der hohen Funktionalität

und Flexibilität sowie der geringen Kosten – seit langem

als international standardisiertes Verdrahtungssystem etabliert.

Insofern überrascht es nicht, dass Rielec seit dem Jahr 2018 die

ersten Anwendungen mit ASi-3-Motormodulen von

Bihl+Wiedemann umgesetzt hat und heute Produkte des Mannheimer

Unternehmens in vielen Anlagen und Systemen verwendet.

ASi-5 ist bei Rielec seit 2020 im Einsatz, denn die neue

AS-Interface-Generation passt perfekt zu den Anforderungen

von Rielec in Bezug auf flexible Automatisierungskonzepte –

Stichwort: Intralogistik 4.0.

Die ASi-5-Technologie von Bihl+Wiedemann optimiert verschiedene

Phasen der Maschinenfertigung. Sie ermöglicht nicht

nur konfigurierbare und erweiterbare Maschinendesigns in der

Engineering-Phase, sondern auch flexiblere und schnellere Fertigungsprozesse.

Dies liegt daran, dass über AS-Interface sichere

und nicht-sichere Signale einfach und bedarfsgerecht direkt in

die Maschinen integriert werden können.

Darüber hinaus spart Rielec durch das effiziente ASi-5-Installationskonzept

auch Installations- und Inbetriebnahmekosten.

Maschinen lassen sich damit in kurzer Zeit, mit wenig Aufwand

und Material montieren sowie bei Bedarf demontieren. Zudem

sind keine zusätzlichen Stecker notwendig, und die Programmierung

sowie die Inbetriebnahme mit AS-Interface ist einfacher als

bei anderen Systemen.

14 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

01

02 03

01 ASi-5-Motormodul vom Typ BWU4246 (links) und aktiver Verteiler

ASi-5 für RGB-Stripes vom Typ BWU4083 (rechts)

02 Mit dem aktiven Verteiler ASi Safety vom Typ BWU3599 lassen

sich Sicherheitsapplikationen bis SIL3/PLe umsetzen

03 ASi-5-/ASi-3-Profinet-Gateway BWU3862 mit integriertem

Sicherheitsmonitor (links) und selbstkonfigurierende E/A-Module ASi-5

BWU3884 in IP20 (rechts)

EFFIZIENTE SORTIERUNG

MIT ASI-5 PAKETE EFFIZIENTER

SORTIEREN UND STEUERN

Mithilfe des Fit Sorters lassen sich bis zu 1.800 Pakete pro Stunde

bearbeiten. Am Infeed werden die mit einem Barcode-Etikett gekennzeichneten

Pakete nacheinander auf ein von Motorrollen

angetriebenes Förderband gelegt, gescannt und mit einem Tracking-Code

versehen. Anschließend werden sie über ein zweites

Förderband bis zu einem definierten Ausschleuspunkt transportiert,

wo sie mithilfe pneumatischer Aktuatoren vom Förderband

geschoben werden und über eine Rollenbahn an die Endstelle

gelangen. Rielec nutzt für den Sortierprozess die unternehmenseigene

RFID-Lösung sowie ASi-5- und ASi-Safety-Lösungen von

Bihl+Wiedemann.

AUTOMATISIERTE PROZESSE SICHERN

UND STEUERN

ASi-5-Motormodule für zwei 24-V-Motorrollen vom Typ

BWU4246 steuern die Motorrollen und regeln so die Geschwindigkeit

und die Beschleunigung in den jeweiligen Förderbandabschnitten.

Über ein ASi-5-/ASi-3-Profinet-Gateway BWU3862,

das das ASi-System überwacht, lässt sich darüber hinaus der jeweils

anliegende Spannungsbereich anzeigen. Um den Status des

Pakets auch optisch in verschiedenen Farben sichtbar zu machen,

sind am Rand der Förderstrecke LED-Stripes eingelassen.

Diese werden von den aktiven Verteilern ASi-5 für RGB-Stripes

(BWU4083) gesteuert.

Zusätzlich zum Tracking über den Barcode wird eine RFID-

Kontrolllesung durchgeführt, die die Clustag-RFID-Technologie

nutzt. Diese Technologie ermöglicht es zum Beispiel, falsch codierte

Etiketten zu identifizieren und zu korrigieren. Auf diese

Weise werden Fehlerquellen beseitigt, und die neuen Daten dem

System in Echtzeit zur Verfügung gestellt, was die Produktivität

der Applikation steigert. Nach der RFID-Kontrolllesung gelangt

das jeweilige Paket auf ein zweites Förderband, das über eine

Vielzahl von Ausschleuspunkten verfügt. An jedem dieser Punkte

sind optische Sensoren und pneumatische Aktuatoren für die

Ausschleusung auf eine Rollenbahn installiert.

Diese Sensoren und Aktuatoren entlang der Förderstrecken

sind an selbstkonfigurierende ASi-5-Module vom Typ BWU4231

für 16 digitale E/A-Signale angeschlossen. Damit können alle Daten,

die der Sorter entlang der Förderstrecke benötigt, erfasst sowie

die Ausschleusung eines Artikels an der entsprechenden Stelle

umgesetzt werden.

Beim Sorter wird AS-Interface außerdem für die Sicherheitstechnik

eingesetzt. Zur Ausstattung von Bedienplätzen für einen

sicheren und kontinuierlichen Betrieb sind bestimmte Mittel erforderlich.

Für die benötigten sicheren Signale kommen aktive

Verteiler ASi Safety vom Typ BWU3599 zum Einsatz. Mit diesen

lassen sich Sicherheitsapplikationen bis SIL3/PLe umsetzen.

Zentrales Element der AS-Interface-Technologie im Fit Sorter ist

das ASi-5-/ASi-3-Profinet-Gateway BWU3862 mit integriertem

Sicherheitsmonitor von Bihl+Wiedemann. Das Gateway sammelt

die Prozess- und Diagnoseinformationen der sicheren und nichtsicheren

Teilnehmer im Netzwerk ein und sendet alle steuerungsrelevanten

Daten zur Verarbeitung an die SPS. Dabei kann

es, wenn nötig, auch einen Teil der Aufgaben der Steuerung selbst

übernehmen und so die SPS entlasten. Zusätzlich kann das Gateway

über den integrierten OPC-UA-Server auch Daten an eine

Cloud, Scada oder ein ERP-System übertragen und so zum Beispiel

für Industrie-4.0-Applikationen zur Verfügung stellen.

Autor: Thomas Rönitzsch, Unternehmenskommunikation, Bihl+Wiedemann

GmbH, Mannheim

Fotos: Bihl+Wiedemann

www.bihl-wiedemann.de

AUF EINEN BLICK

n AS-Interface hat sich in der Intralogistik etabliert. ASi-5

ermöglicht flexible Maschinenkonzepte und schnellere

Fertigungsprozesse, da sichere und nicht-sichere

Signale einfach integriert werden können.

n ASi-5 vereinfacht die Installation und Inbetriebnahme.

Maschinen sind schneller montiert und demontiert, es

wird weniger Material benötigt, keine Zusatzstecker

– was Aufwand und Kosten reduziert.

n Der Fit Sorter nutzt ASi-5, ASi Safety und RFID für die

präzise Sortierung. Das Gateway erfasst Daten, steuert

die Anlage, sichert Prozesse (bis SIL3/PLe) und schafft

Voraussetzungen für Industrie 4.0.

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 15


LOGISTISCHER VORSPRUNG DURCH

MASSGESCHNEIDERTE PROZESSBERATUNG

PALETTIERPROZESS OPTIMIERT

Die stetige Optimierung logistischer Abläufe

ist essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit von

Unternehmen. Auch Battery-Kutter, ein

etablierter Hersteller und Händler von Batterien,

sah sich vor die Aufgabe gestellt, den

Versandprozess zu modernisieren. In erster Linie

brachte das Handling von schweren und

vielfältigen Blei-Säure-Batterien

Herausforderungen mit sich. Gemeinsam mit

Antalis Verpackungen wurde eine Lösung

entwickelt, die Effizienz und Warenfluss

erheblich steigert und Engpässe verhindert.

Der Ausbau erneuerbarer Energien und die fortschreitende

Elektrifizierung treiben die Nachfrage nach Batterien

in die Höhe. Laut Angaben des Verbands der Elektround

Digitalindustrie (ZVEI e.V.) wuchs allein der deutsche

Batteriemarkt zwischen 2019 und 2023 um 429 Prozent. Aufs

Engste mit dieser rasanten Entwicklung verknüpft ist die Geschichte

von Battery-Kutter. Seit mehr als 30 Jahren produziert

und vertreibt das Familienunternehmen Batterien, Akkumulatoren

und Akku-Packs und zählt laut Focus / Statista seit dem Jahr

2018 fortlaufend zu den wachstumsstärksten Unternehmen in

Deutschland. Das Leistungsspektrum reicht dabei von der kleinen

Knopfzelle über den Bleiakku bis hin zum individuell gefertigten

Akkupack oder kompletten Systemlösungen. Fünf Lagerstandorte

in Deutschland machen es möglich, Kunden innerhalb

von 24 Stunden zu beliefern. Eine wichtige Voraussetzung dafür

ist, dass alle am Kommissionierprozess beteiligten logistischen

Abläufe ineinandergreifen und so effizient wie möglich gestaltet

sind.

HERAUSFORDERUNGEN IM

VERPACKUNGSPROZESS

Hauptsächlich die Verpackung und der Versand von Blei-Säure-

Batterien in Einzel-Kartons sowie auf Paletten unterschiedlicher

Größe stellte das Unternehmen allerdings immer wieder vor Herausforderungen.

Neben dem hohen Gewicht erschwerten vor allem

die große Produktvielfalt und die stark variierenden Stückzahlen

das Handling. In der Praxis führte dies immer wieder zu

unterschiedlichen Packmustern und Palettengrößen sowie einem

uneinheitlichen Warenfluss. „Da sich die Lieferungen stets

aus verschiedenen Kartongrößen und -mengen zusammensetzen,

sind unterschiedlich hoch gepackte Paletten an der Tagesordnung.

Die typische Turm-Packform ist daher eher die Ausnahme

als die Regel“, beschreibt Peter Plambeck von der Antalis Verpackungen

GmbH, Leinfelden-Echterdingen, die Ausgangssituation.

Zusammen mit den Verantwortlichen von Battery-Kutter

machte sich der Senior Sales Consultant F&P auf die Suche nach

einer Lösung, um die unterschiedlich gepackten Paletten material-

und zeiteffizient versandfertig zu machen und Mitarbeiter zu

entlasten.

GEMEINSAME LÖSUNGSFINDUNG

Die Experten von Antalis Verpackungen, die das Batterieunternehmen

bereits zuvor bei der Auswahl von Verpackungsmaterialien

beraten hatten, erwiesen sich auch bei der Entwicklung des

Konzepts als wichtige Impulsgeber. So wurde nach eingehender

Prüfung die ursprüngliche Idee für eine als Gefällerollenbahn angelegte

Paletten-Puffer-Strecke vor der bestehenden Folien-

Stretch-Anlage wieder verworfen. Um sicherzustellen, dass der

16 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

zwischen effizienter Kommissionierung und mobiler Lkw-Rampe

angesiedelte Verpackungsprozess nicht zum Engpass wird, rieten

Plambeck und sein Team stattdessen zu einer automatisch angetriebenen

Rollenbahn, auf die die fertig kommissionierten Paletten

gesetzt werden. Bei dieser Lösung wird der Startpunkt der

Rollenbahn stets durch Weiterfördern der Palette geleert und ein

DIE INTEGRATION EINER

AUTOMATISIERTEN ROLLENBAHN

ERWEIST SICH ALS GAMECHANGER

Rückstau dadurch vermieden. Sobald die Pufferstrecke gefüllt ist,

arbeitet ein Mitarbeiter die Paletten ab, die nach dem Wiegen abgedeckt,

gestretcht und anschließend mit Lieferschein sowie Versandpapieren

versehen werden. Am Ende der Anlage werden die

fertigen Paletten per Hubwagen in eine Outbound-Fläche verbracht.

„Rückblickend können wir uns kaum vorstellen, wie wir unser

jetziges Arbeitsaufkommen ohne diese automatisierte Lösung

hätten bewerkstelligen können“, betont Sascha Plaumann von

Battery-Kutter. „Mit der Kombination aus Pusher und automatischem

Antrieb sparen wir wertvolle Arbeitskraft ein und profitieren

damit nicht nur von einem homogeneren Warenfluss, sondern

ermöglichen auch ein effizienteres Stretchen“, berichtet der

Logistic and Technical Development Manager weiter.

EXPANSION UND EFFIZIENZ DURCH

ZUSAMMENARBEIT

Zur Verbesserung des Workflows erhielt dieser Arbeitsplatz

ein Upgrade in Form eines ergonomischen

„Schnelldreher-Pickzone“-Verpackungstisches

sammenarbeit mit der Antalis Verpackungen GmbH entstanden,

die Battery-Kutter umfassend bei Fragen rund um Materialien,

Maschinen oder Produkte berät. Auch bei der Ausstattung einer

im August 2024 angemieteten Halle in Norderstedt arbeiten die

beiden Unternehmen wieder zusammen. Durch die zusätzliche

Lagerfläche sowie konsequente Prozessoptimierungen soll der

jährliche Umfang des Top-Charging bestimmter Batterien von

derzeit 300.000 geladenen Akkus auf bis zu 1 Million ausgeweitet

werden.

Fotos: Antalis Verpackungen

www.antalis-verpackungen.de

IMPRESSUM

erscheint 2025 im 75. Jahrgang,

ISSN 0341-2636 / ISSN E-Paper: 2747-8130

REDAKTION

Chefredakteur: Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer (WB)

Tel.: 06131/992-321, E-Mail: w.bauer@vfmz.de

(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)

Redakteur: Dipl.-Ing. Manfred Weber (MW),

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(Redaktionsadresse siehe Verlag)

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veröffentlicht wurden.

Datenschutzerklärung: ds-vfv.vfmz.de

Es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Inzwischen hat die im Mai 2022 beauftragte und im September

des gleichen Jahres eingeführte Lösung ihre initialen Kosten wieder

eingespielt. Aus dem Projekt ist eine partnerschaftliche Zuwww.foerdern-und-heben.de

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PRODUKTE UND SYSTEME

AUTOMATISIERUNG IN DER LEBENSMITTELLOGISTIK

PROZESSSICHERHEIT UND LIEFERQUALITÄT

TROTZ HOHER DYNAMIK

In der komplexen Frischewelt der

Lebensmittellogistik sind effiziente

Lieferketten und eine fortschrittliche

Lagerlogistik unerlässlich. Nur mit ihnen ist

der Spagat zwischen Hochleistungsproduktion

und den individuellen Bedürfnissen der

Abnehmer zu meistern. Intelligente Lösungen

der Lagerautomatisierung spielen dabei ihre

Stärken aus.

Automatisierungssysteme und Robotik sind in der Frischelogistik

unverzichtbar. So ermöglichen passende

Lager- und Kommissioniersysteme eine Effizienzsteigerung,

da sie Aufträge schnell und präzise abwickeln. Das

ist vor allem bei verderblichen Waren maßgeblich. Zeitgleich minimieren

Robotergreifer, die für die Handhabung empfindlicher

Produkte wie Selbstbedienungsschalen entwickelt wurden, Beschädigungen

und Verluste während des Sortier- und Verpackungsprozesses.

ZWISCHEN GROSSAUFTRAG UND E-COMMERCE

Das Zusammenspiel von Großbestellungen und E-Commerce ist

eine Herausforderung für die Intralogistik. Die Lager müssen mit

Technologien ausgestattet sein, die hohe Durchsatzgeschwindigkeiten

ermöglichen und die Frische der Produkte sicherstellen.

Zeitgleich erfordert der E-Commerce Lagerlösungen, die eine

schnelle Anpassung an wechselnde Bestellmengen und Produktvarianten

gestatten. Hier sind flexible Technologien und

skalierbare Automatisierungslösungen gefragt, um die Anforderungen

des Großhandels effizient zu bedienen sowie individuelle

Verbraucherwünsche zu erfüllen.

Zu den marktspezifischen Besonderheiten der Lebensmittelbranche

zählt neben saisonalen Spitzen auch die Varianz in der

Bestellstruktur: Viele Geschäfte wie Bäckereien oder Metzgereien

bestellen nur kleine Mengen, während Supermarktketten und andere

Großabnehmer ganze Paletten ordern. Diese zunehmende

Varianz der nachgefragten Leistungen in der Kommissionierung

und im Versand trifft auf einen eklatanten Arbeitskräftemangel.

Doch wie begegnen Produzenten und Lieferanten diesen Herausforderungen?

„Als Generalunternehmer haben wir bereits

zahlreiche Projekte in der Lebensmittellogistik begleitet. Automatisierungen

waren dabei immer unerlässlich für die

Umsetzung der komplexen Prozesse“, erklärt Yusuf Kaya, Key

Account Manager der Unitechnik Systems GmbH, Wiehl.

18 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

DAS RICHTIGE PALETTIERMUSTER ENTSCHEIDET

Das automatische Palettieren unterschiedlicher Ladeeinheiten

auf Versandpaletten ist eine Kunst für sich, die optimiert werden

muss, um den Raum effizient zu nutzen und die Produkte während

des Transports zu schützen. Betreiberspezifische Anforderungen

können variieren, abhängig von den Bestellvolumina, der

Art der Produkte und den Zielmärkten. Softwarelösungen, die mit

intelligenten Algorithmen arbeiten, können helfen, ideale Palettiermuster

zu generieren, die nicht nur die Stabilität der Ladung

sicherstellen, sondern auch den schnellen Zugriff auf bestimmte

Artikel erleichtern, sollte dies beim Auspacken notwendig sein.

Automatisierte Palettierroboter können diese Muster effektiv umsetzen

und dabei helfen, die Ladezeiten zu verkürzen und

menschliche Fehler zu reduzieren.

DAS HANDLING VON FLEISCHKISTEN

In der Frischelogistik kommen beim Transport zwischen den

Wertschöpfungsstufen oder Handelspartnern oft die Fleischkisten

nach den Maßen E1, E2 oder E3 zum Einsatz. Diese Kunststoff-

Mehrwegbehälter werden durch Transport und Reinigung stark

beansprucht. Sie eignen sich daher nur bedingt als Ladungsträger

innerhalb einer automatisierten Förder- und Lagertechnik. „Wir

haben hierfür zwei Lösungen entwickelt. Euro-Fleischbehälter

können direkt oder auf einem Träger-Tablar gefördert werden“, erklärt

Yusuf Kaya. Wie funktionieren diese Lösungen? Im ersten

Fall werden die Behälter auf ihre Förder fähigkeit geprüft. Dafür

kommt ein eigenentwickeltes automatisches Vermessungssystem

zum Einsatz. Diese Lösung bietet Flexibilität und stellt sicher, dass

nur intakte Behälter für den weiteren Transport zugelassen werden.

Im zweiten Fall werden die Kästen automatisch auf ein Träger-Tablar

gesetzt. Das Leertablarhandling wird durch ein speziell

entwickeltes Puffersystem unterstützt.

VOM FRISCHFLEISCH BIS ZUM

CONVENIENCE-FOOD

Jedes Projekt in der Lebensmittellogistik hat seine individuellen

Schwerpunkte. So zählen zum Beispiel nicht nur Produzenten

von Frischfleisch oder haltbaren Lebensmitteln zum Kundenkreis,

sondern auch Airline-Caterer oder weiterverarbeitende

Betriebe wie Convenience-Food-Hersteller. „Automatisierungslösungen

sind in der Lebensmittellogistik facettenreich, bringen

aber im Hinblick auf Effizienz und Genauigkeit viele Vorteile“, so

Kaya. „Folgende Projekte sind mir besonders in Erinnerung

geblieben.“

n Multifunktionsfähiges Shuttle-Lager

Viele Convenience-Food-Hersteller stehen vor der Aufgabe, Firmen

aus der Gastronomie, Cafeterien sowie Kantinen in Schulen

und Krankenhäusern schnell und unter Einhaltung der Kühlkette

zu beliefern. Das liegt unter anderem an dem kurzen Mindesthaltbarkeitsdatum

(MHD) der produzierten Lebensmittel. Damit

in diesem Prozess keine Fehler passieren, setzt einer der größten

Anbieter Europas in seinem Logistikzentrum auf eine automatisierte

Intralogistik. Herzstück des zusammen mit dem Unternehmen

Unitechnik entwickelten Systems ist ein Shuttle-Lager für

30.000 Euro-Fleischbehälter (E-Kisten) im Normalkühlbereich.

Das Shuttle-Lager ist multifunktionsfähig, das heißt es werden

sortenreine E2-Gebinde aus dem Wareneingang sowie

kommissio nierte E2-Kundengebinde ein- und ausgelagert. An

die Shuttle-Gassen sind seitlich Pickzonen angeordnet. Die Pickschächte

der Quellbehälter (Mann-zur-Ware) werden von den

Shuttles mit sortenreinen Gebinden nachgefüllt. Die Kommissionierung

von C-Artikeln sowie Wiegeartikeln geht an Ware-zum-

Mann-Plätzen vonstatten.

Ein automatisches Vermessungssystem prüft E2-Kisten

auf ihre Förderfähigkeit

n Frischgeflügelverarbeitung

Bei der Produktion und dem Versand von Frischfleisch sind kurze

Wege und eine gute Klimatisierung entscheidend. Das Logistikzentrum

eines deutschen Frischgeflügelverarbeiters ist daher

über eine Förderbrücke für Paletten, Behälter und Kartons mit

der Produktion verbunden. Diese werden automatisch auf ein

Trägerregal gestellt. Herzstück der Logistikanlage ist ein Hochleistungs-Shuttlesystem,

das die aus der Produktion kommenden

Waren bei etwa 0 bis 2 °C zwischenlagert und nach Betreiberauftrag

sequenziert auslagert. Am Kommissionierplatz werden die

E1-, E2-Kisten und Kartons auf automatisch bereitgestellte Kundenpaletten

palettiert. Bearbeitet werden auch Online-, Stückund

Sortimentsaufträge. Ein weiterer Bereich ist das Tiefkühllager.

Hier lagern die Paletten bei -25 °C in einer Verschieberegalanlage.

Die Lagerverwaltungssoftware UniWare steuert alle Warenbewegungen.

n Immer einen Schritt voraus sein

Ein Hersteller von Gewürzen und Saucen hat die Herausforderung

der Lebensmittellogistik – unterstützt von Generalunternehmer

Unitechnik – mithilfe eines Ware-zum-Mann-Kommissioniersystems

bewältigt. An Ware-zum-Mann-Kommissionierplätzen für

Behälter und Paletten werden die Aufträge bearbeitet. Darüber hinaus

kommen Roboter zum Palettieren und Depalettieren zum

Einsatz. Um den genannten Spagat zwischen Großaufträgen und

E-Commerce zu bewältigen, wurde am Warenausgang ein Hubbalkenspeicher

für die Auftragskonsolidierung installiert. Neben

der Förder- und Lagertechnik ist das Lagerverwaltungssystem

UniWare maßgeblich.

NEUE MÖGLICHKEITEN DURCH KI

Auch der der Einsatz von künstlicher Intelligenz

(KI) zur Vorhersage von Bestellungen ist

ein Faktor für die Optimierung der

Frischelogistik. Durch das Sammeln und Analysieren

großer Datenmengen können Algorithmen

des maschinellen Lernens die Nachfrage besser vorhersagen als

ein erfahrener Mitarbeiter. Dadurch können Logistikunternehmen

ihr Personal besser planen, die Lagerbestände effizienter

verwalten und die Verschwendung von Lebensmitteln minimieren.

KI kann auch dabei helfen, Lieferzeiten zu optimieren und

dynamische Lieferpläne zu erstellen, die auf Echtzeitdaten – wie

Verkehr- und Wetterdaten – basieren.

Fotos: Unitechnik

www.unitechnik.com

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PRODUKTE UND SYSTEME

AMI FÖRDER- UND LAGERTECHNIK ZIEHT BILANZ NACH HALLENERWEITERUNG

INVESTITIONEN ZAHLEN SICH AUS

Die AMI Förder- und Lagertechnik GmbH ist ein etablierter Anbieter für

maßgeschneiderte Intralogistiksysteme. Das Unternehmen entwickelt und produziert

am zentralen Standort Luckenbach modulare Fördertechnik sowie Systemlösungen für

den innerbetrieblichen Materialfluss und deren Automatisierung. Auch

Kommissioniersysteme gehören zum Produktportfolio. Im April des vergangenen

Jahres hatte das Unternehmen seine Verwaltungs- und Produktionsfläche auf rund

17.000 Quadratmeter erweitert. Diese Expansion war ein Meilenstein in der

Firmengeschichte und resultierte aus der gestiegenen Nachfrage. Die Erweiterung der

Fläche optimierte die Prozessketten von Beginn an. Der Ausbau der Fertigungsfläche

und des Maschinenparks erlaubt die parallele Bearbeitung mehrerer Großprojekte.

Auch die Bevorratung von Rohmaterialien wurde optimiert.

20 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

Der Kommissionierautomat Smart-Flexdepot bietet

auf kleinem Raum ein hohes Lagernutzvolumen

IN DER INDUSTRIELLEN ANWENDUNG

ANGEKOMMEN

Ein Fokus liegt auch auf dem Ausbau des Geschäftsbereichs

Kommissioniersysteme. Seit der Expansion im Jahr 2024 verzeichnet

dieser Bereich Fortschritte. So wird der Kommissionierautomat

Smart-Flexdepot in verschiedenen Industriezweigen

eingesetzt – beispielsweise in der optischen oder auch pharmazeutischen

Industrie. Dort bewältigen die Systeme bis zu 100.100

HALLENERWEITERUNG

STEIGERT EFFIZIENZ UND

SICHERT WACHSTUM

„Die Investition war das sichtbare Zeichen der Erfolgsgeschichte

unseres Unternehmens“, sagt Stefan Brenner, geschäftsführender

Gesellschafter von AMI. „Wir brauchten schlicht mehr Platz für

die Realisierung einer Vielzahl großer Projekte und die Bearbeitung

von Neuentwicklungen.“

KÜRZERE PROZESSKETTEN VON BEGINN AN

Tatsächlich hat sich die Erweiterung der Fläche spürbar auf die

Effizienz in der Projektabwicklung ausgewirkt, denn AMI konstruiert,

plant, fertigt und montiert alle Aufträge am zentralen

Standort Luckenbach. Der Ausbau der Fertigungsfläche und des

Maschinenparks ermöglicht es dem Unternehmen, mehrere

Großprojekte parallel zu bearbeiten und dabei die Abläufe deutlich

zu straffen. Auch die Bevorratung von Rohmaterialien wie

Aluminiumprofilen, Blechteilen, Fördergurten oder Kabelmaterial

wurde optimiert – was von Beginn an zu kürzeren Prozessketten

beiträgt.

Mit dem Wachstum ging auch ein erhöhter Personalbedarf einher

– hauptsächlich in der Produktion. Trotz des Fachkräftemangels,

der vor allem im ländlichen Raum eine Herausforderung ist,

konnte AMI in den vergangenen Monaten neue Fachkräfte für

unterschiedliche Bereiche gewinnen. Gleichzeitig wurden die

Aktivitäten im Recruiting intensiviert und breiter aufgestellt.

Teile im industriellen Dauereinsatz und in nicht seltenen Fällen

kommen mehrere parallele Depots zum Einsatz, um den automatisierten

Warenfluss effizienter zu gestalten.

„Sie können sicher sein: Wir sind aktuell mit Hochdruck dabei,

den innovativen Automaten in verschiedenen Geschäftsfeldern

in die Intralogistik unserer Kunden zu implementieren“, berichtet

Brenner. „Das Smart-Flexdepot ist also in der industriellen Anwendung

angekommen.“

Die Weiterentwicklung der Automaten steht ebenfalls im Fokus

der Ingenieure. Ziel ist es, eine erweiterte Produktfamilie für unterschiedliche

Einsatzbereiche zu schaffen. Dazu zählen unter

anderem Modelle für den 24/7-Betrieb im ländlichen Raum –

„Mini-Märkte“ – sowie Varianten mit Kühlmodulen für temperatursensible

Produkte. Auch hier erweist sich die größere Produktionsfläche

als wertvoller Faktor für Prototypenbau, Erprobung

und weitere Innovationen.

Die AMI Förder- und Lagertechnik GmbH sieht sich damit gut

gerüstet für die Zukunft – mit nachhaltigem Wachstum, Innovationskraft

und langfristiger Planung als tragenden Säulen der Unternehmensstrategie.

Fotos: AMI Förder- und Lagertechnik

www.ami-foerdertechnik.de

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 21


VON DAMALS BIS HEUTE

1999

1975

2001

Gründung in Karlsruhe als

Gesellschaft für Computerund

Automationsbausteine

mbH & Co KG

Das Modell

Apollo ermöglicht

automatisiertes

Etikettieren

Neubau im

Technologiepark

Karlsruhe und

Vorstellung von

Beschriftungslasersystemen

Präsentation

der Serie-A-

Transferdrucker

1975

1995

1999 2001

50 JAHRE CAB PRODUKTTECHNIK

KENNZEICHNUNG DURCHGÄNGIG –

MIT ETIKETT ODER LASER

Seit dem Jahr 1999 ist der Hauptsitz der cab

Produkttechnik, eines Herstellers von

Etikettendrucksystemen, im Technologiepark

Karlsruhe. Das Werk in Sömmerda bei Erfurt

liefert jedes Jahr Tausende Geräte in die ganze

Welt. Anwender der Systeme sind globale Player

sowie kleine und mittlere Unternehmen. 430

Mitarbeiter an Standorten in Deutschland,

Frankreich, Nord- und Mittelamerika, Asien und

Südafrika sorgen für Vertrieb und Support. 850

Vertriebspartner stellen die Verfügbarkeit von

Geräten, Ersatzteilen und Service sicher.

Die Firmengeschichte beginnt mit Klaus Bardutzky (Jahrgang

1942), einem studierten Feinwerktechniker. Im

Frühjahr 1975 begann er in Karlsruhe nach Kundenauftrag

Bauelemente und Fertigungsmittel für die Elektronikindustrie

zu entwickeln. Zusätzlich konstruierte er Nadeldrucker

für die Kennzeichnung. Die Firma cab war damit geboren.

Im Jahr 1999, direkt nach dem Studium des Wirtschaftsingenieurwesens,

trat Alexander Bardutzky in das Unternehmen ein. Seit

dem Jahr 2009 führt er das Unternehmen in zweiter Generation

und hält heute mehrheitlich die Geschäftsanteile. Er ist verantwortlich

für den Vertrieb, das Marketing, Controlling, Personal

und Rechnungswesen. Klaus Bardutzky ist bis heute Vorbild bei

der Produktentwicklung. Relevante Optionen werden frühzeitig

erkannt und nach Marktchancen bewertet, Instrumente bereitgestellt,

Markteintritte geplant und gemeinsam mit den Fachabteilungen

Projektpläne erstellt.

Lange bevor Industrie 4.0, Smart Manufacturing und das industrielle

Internet der Dinge zu Begriffen für die Verzahnung der

Produktion mit Informationstechniken wurden, waren die

22 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

Das Zweifarbdruckund

-Etikettiersystem

Hermes C erhält

den Deutschen

Verpackungspreis

Vorstellung von

Geräten zur

automatisierten

Etikettierung

vorbedruckter

Etiketten

Mehr als

100 Millionen

Euro Umsatz

Mitarbeiterzahl

übersteigt 400.

Digitale Modellierung

einer

Schnittstelle

für Robotikanwendungen

Präsentation von

Linerless-Druck- und

-Etikettiersystemen.

Geplant ist für Ende

des Jahres der

Spatenstich für ein

neues Verwaltungsgebäude

in Karlsruhe

2015

2017

2021

2022

2025

2015

2022

2025

Drucksysteme von cab auf Geräteintelligenz, schnelle Verarbeitung

von Druckaufträgen im Stand-alone-Betrieb und komplexe

Möglichkeiten zum Datenaustausch ausgelegt. Das Equipment

des Herstellers ist unmittelbar in Automatisierungs- und Roboterlösungen

einsetzbar. Eingebunden in Netzwerke lassen sich

Daten auf Etiketten produktions- oder verbraucherspezifisch

identifizieren, zuordnen, verknüpfen und erfassen sowie kritische

Zustände, Leistungsstatus und Druckzyklen fortlaufend

analysieren. Verfügbar ist Equipment vom Tischgerät zur Verwendung

„out of the box“ bis zum modularen System zur Integration

in automatische Anlagen – stabil konstruiert und hochwertig

verarbeitet. Mit Blick auf die Produktion und Logistik eines Unternehmens

bedeutet das konkret beschleunigte Kommunikationsprozesse,

hohe Produktivität und Qualität sowie eine Kostenreduzierung

für den Endverbraucher.

Dass es sich lohnt, bisweilen unbetretene Wege zu gehen, zeigt

die Produkthistorie. Beim Etikettendruck im Stand-alone-Modus

hat cab Pionierstatus. Zum Zubehörprogramm in diesem Marktsegment

gehören unter anderem Module für die automatische

Etikettenübergabe – auch über Eck, auf Zylinder oder Schrägen,

Vorrichtungen zum Auf- oder Abwickeln des Etikettenmaterials,

Schneidemesser zum Vereinzeln sowie Stapler zum Aufschichten

der Etiketten. Als mit dem GHS ein weltweit einheitliches System

zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien in Kraft

trat, waren die Drucker der XC-Serie die ersten, die zweifarbigen

Etikettendruck in einem Arbeitsgang ermöglichten. Das bedeute-

te für die Anwender, nicht länger vorbedruckte Etiketten in großer

Zahl auf Lager vorhalten zu müssen.

cab setzt auf langfristige Beziehungen und bietet darüber hinaus

betriebswirtschaftliche Kontinuität. Investitionen in die Mitarbeiter,

Gebäude, Maschinen und das Equipment werden aus

eigenen Mitteln finanziert, Gewinne in das Unternehmen reinvestiert.

Die Produktionsstätte in Sömmerda ist im Jahr 1992 aus dem

Maschinenbestand des ehemaligen Musterbaus des Robotron Büromaschinenwerks

entstanden. 1996 wurde hier die erste neue

Produktionshalle gebaut. Heute verteilt sich das Werk auf drei Hallen

für Fertigung und Lager sowie auf eine Fläche von 10.000 m².

200 Mitarbeiter werden in Thüringen beschäftigt – im Jahr 1992

begann man mit sechs Mitarbeitern. Der nächste Erweiterungsbau

befindet sich in der Umsetzung. Alle mechanischen sowie

Kunststoffteile der Geräte werden größtenteils hier produziert.

Für Vater und Sohn Bardutzky ist die Wahl des Fertigungsstandorts

keine Frage individueller oder temporärer Strömungen.

Befragt man sie nach den Gründen für die Bedeutung eines

Standorts in Deutschland, verweisen sie sofort auf die hohen

Qualitätsmaßstäbe im Unternehmen. Deutschland soll auch

künftig der wichtigste Produktionsstandort bleiben.

Fotos: cab

www.cab.de

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IMPULSE

SO HEBEN UNTERNEHMEN ENERGIESCHÄTZE

STANDBY, REKUPERATION UND …

Die Optimierung des Energieverbrauchs gewinnt

in der Intralogistik zunehmend an Bedeutung.

Viele Unternehmen suchen nach effektiven

Strategien, um ihren ökologischen Fußabdruck

zu reduzieren und Betriebskosten zu senken.

Stefan Storck und Michael Krajewski, zwei

Experten der Remmert GmbH, Löhne, erörtern

wie sich mithilfe innovativer Ansätze Energie in

Intralogistikanlagen einsparen lässt.

„Eigentlich ist es ganz einfach“, weiß Stefan Storck, Leiter Elektrotechnik

der Remmert GmbH, und schmunzelt. „Unsere Kunden

können am meisten Geld sparen, wenn sie ihren Strom gar nicht

erst verbrauchen. Aber das ist unmöglich, denn dann ginge ja gar

nichts mehr. Daher haben wir uns als Intralogistiker überlegt, wie

wir die Anlagenbetreiber unterstützen können, damit sie bei ihrer

Lagerlogistik Energie sparen.“

Remmert hat den Energiebedarf seiner Anlagen um 40 Prozent

reduziert, etwa durch einen intelligenten Standby-Modus in der

Software und der Rückumwandlung der Lageenergie des Regalbediengeräts

in elektrischen Strom (Rekuperation). „Das machen

wir alles schon heute“, sagt Michael Krajewski, Elektrokonstrukteur

und Mitglied des Teams SiReNe (Sicherheit, Retrofits und

Neuentwicklung) bei Remmert. „Und für die fernere Zukunft beobachten

wir den Trend zum Gleichspannungsnetz.“

24 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


IMPULSE

AMORTISATIONSZEITRAUM: BREAK-EVEN IN

SICHTWEITE

„Die Softwareeinstellung für den Ready-to-work-Modus rechnet

sich schon nach zehn Betriebsstunden“, betont Storck. „Für die

Rekuperation mit Rückspeisung der Energie ins Netz, also ohne

Kondensatorbatterie, kalkulieren wir mit drei Jahren. Und die

noch sparsamere Variante mit Kondensatorbatterien ist zurzeit

noch sehr teuer und amortisiert sich nur, wenn sich die Kosten

für den Anschluss der Anlage entsprechend reduzieren. Mit der

Eigentlich wollen wir

weg vom herkömmlichen

Lager nach

altbekannter Art. Alles

gehört automatisiert

STEFAN STOCK,

Leiter Elektrotechnik

Remmert

Kondensatorlösung können wir die Anschlussleistung des Regalbediengeräts

auf weniger als 20 Prozent des normalen Anschlusswerts

senken. Diese Lösung kann auch gewählt werden, wenn die

benötigte Anschlussleistung netzseitig nicht zur Verfügung steht.“

STANDBY AM REGALBEDIENGERÄT SPART

RICHTIG

„Der einfachste Kniff, um den Energiebedarf eines Lagersystems

zu reduzieren, ist der Ready-to-work-Modus. Unsere Software

schaltet in diesen Modus, wenn absehbar ist, dass das Regalbediengerät

beispielsweise für mehr als 30 Sekunden keine Fahrt

haben wird. Das Wiederanschalten des Regalbediengeräts geschieht

mit drei Sekunden flott genug, sodass der Betreiber den

kleinen Verzug kaum bemerkt“, nennt Krajewski eine Erkenntnis

aus der Praxis.

01 Bei jeder Abwärtsbewegung der Hubtraverse wird kinetische

Energie in elektrische Ladung zurückgewandelt. Diese lässt sich ins

Stromnetz zurückspeisen oder idealerweise in Kondensatoren des

Regalbediengeräts speichern und für den nächsten Energiebedarf

verwenden

„Erstaunlich ist die Energieersparnis durch das Standby“, ergänzt

Storck, der seit mehr als 30 Jahren in der Elektrokonstruktion bei

dem Lagersystemhersteller arbeitet. „Allein durch das Standby

lässt sich bei einer Anlage mit einem Jahresbedarf von 50.000 Kilowattstunden

gut 10.000 Kilowattstunden sparen. Also 20 Prozent.

Das sind keine Peanuts.“

REKUPERATION UND SPEICHERN DER ENERGIE

IM SYSTEM

„Strom wollen alle sparen“, fährt Storck fort. „Eine weitere Idee,

die wir umgesetzt haben, ist Rekuperation. Und die elektrische

Energie wollen wir dann idealerweise im System speichern, sodass

sie zur Verfügung steht, wenn sich das Regalbediengerät

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IMPULSE

02

Energie sparen in der Intralogistik

Energierückgewinnung im Hochregallager

Beim Absenken der

Traverse des RBG

wird die kinetische

Energie in

elektrische Energie

umgewandelt

Bis zu 20%

Energieeinsparung

Standby-Modus

des RBG

1

Wiederverwendung

im RBG

Kondensatoren speichern

die Energie kurzfristig für

den nächsten Strombedarf

Wiederverwendung

im Betrieb

2 3

Einspeisung

ins Stromnetz

Bis zu 20%

Energieeinsparung

Bis zu 40% Einsparungen möglich

wieder bewegt. Das geht aber mit chemischen Batterien nicht,

die sind zu träge und haben eine zu geringe Anzahl an Ladezyklen.

Und bei geschätzten einer Million Fahrten des Regalbediengeräts

pro Jahr, kann man sich vorstellen, dass die Ladezyklen

derzeit verfügbarer Batterien dafür einfach nicht ausreichen.“

Krajewski übernimmt: „Aber Kondensatoren können das! Die

Idee ist, dass eine Kondensatorbatterie quasi mit dem Regalbediengerät

mitfährt. Bei jeder Abwärtsbewegung wandeln wir die

Hubwerksenergie zurück in elektrische Ladung und speichern

diese im Kondensator. Die Reaktionsgeschwindigkeit von Kondensatorbatterien

ist schnell genug. Bemerkenswert daran ist:

Der recycelte Strom aus dem Kondensator ist schon bezahlt, kostet

also nichts mehr.“ Storck greift den Gesprächsfaden auf: „Die

Energie, die unwiederbringlich verloren geht, etwa durch Reibung,

lässt sich kontinuierlich nachspeisen.“

Parallel verfolgt der Hersteller den Ansatz, den Energiebedarf

innerhalb des Systems dauerhaft zu protokollieren. Zu diesem

Zweck wird ein Energiemonitoring in das System integriert. Dies

ist bei Neuanlagen werksseitig umsetzbar, bei Bestandssystemen

ist eine schnelle und einfache Nachrüstung möglich. Dadurch

lässt sich der tatsächliche Energiebedarf ermitteln und die Prozesse

energetisch optimieren.

KOSTEN SPAREN DURCH KONTINUIERLICHES

NACHLADEN OHNE SPITZEN

„Der Einsatz der Kondensatorbatterie hat noch weitere positive

Effekte“, führt Krajewski aus. „Wenn wir die Energie im Lagersystem

halten, entstehen keine Lastspitzen, bei denen wir Strom aus

dem Netz ziehen. Die üblichen Stromspitzen können entfallen.

Die Energie ist schon im Kondensator. Das ist praktisch, da wir so

die Anschlusswerte bei der Projektierung für die Anlage gering

halten können. Das spart ebenfalls Kosten. Denn bei höheren

Anschlusswerten für den Starkstrom bitten die Stadtwerke oder

andere Energieversorger kräftig zur Kasse. Außerdem lassen sich

mit diesem Konzept Einmalkosten einsparen, beispielsweise bei

den Leitungen, da wir ohne Lastspitzen einen geringeren Quer-

schnitt und damit geringeren Materialeinsatz für die Leitungen

benötigen. Eine weitere Ersparnis ergibt sich beim Personal, weil

die Installation schneller vonstattengeht.“

Storck ergänzt: „Außerdem können wir so auch Unternehmen

unsere Intralogistik-Lösungen anbieten, die an ihrem Standort

nicht die Möglichkeit haben, eine derart starke Stromleitung verlegen

zu lassen.“

AUSBLICK: „READY FOR RETROFIT“ UND EIN

DC-NETZ FÜR DEN GANZEN BETRIEB

Wenn wir die Energie

im Lagersystem halten,

entstehen keine

Lastspitzen, bei denen

wir Strom aus dem Netz

ziehen

MICHAEL KRAJEWSKI,

Elektrokonstrukteur

Remmert

Die Entwicklungsteams bei Remmert machen sich viele Gedanken,

wie das Lager der Zukunft aussehen könnte. Krajewski:

„Schon vor der Auslieferung haben wir im Blick, wie man unsere

Lagersysteme auf- oder nachrüsten kann. Wir liefern alle Anlagen

‚Retrofit-ready‘ aus. Das ist für die Betreiber attraktiv, denn so

müssen sie sich keine Sorgen machen, ob das System nach 15

Jahren veraltet wäre. Wir können die Lagerlösungen jederzeit

problemlos mit moderneren Komponenten auf den aktuellen

Stand der Technik bringen. Für mehr Nachhaltigkeit und Zukunftssicherheit!“

„Eigentlich wollen wir weg vom herkömmlichen Lager nach

altbekannter Art. Alles gehört automatisiert“, greift Storck das von

Krajewski genannte Thema Zukunft auf. „Es wird kein Stapler

mehr gefahren. Das Lager pumpt das Material wie ein großes

Herz durch den Betrieb. Fahrerlose Transportfahrzeuge übernehmen

die Güter, sodass die Aufstellorte von Bearbeitungsmaschinen

beliebig werden. Menschen werden in diesem Szenario

nicht mehr mit dem Material in Kontakt kommen, wodurch unter

anderem Personenschäden aufgrund innerbetrieblicher Transporte

vollständig vermieden werden.“

„Eine weitere Entwicklung“, ergreift Storck das Wort, „die wir

genau verfolgen, ist der Umstieg von Wechselstrom auf Gleichstrom.

Betreibt man Antriebe direkt am Gleichstromnetz, lassen

sich durch den Wegfall des Wechselrichters die Umwandlungsverluste

reduzieren. Alle beweglichen Teile rekuperieren, die

Photovoltaikanlage auf dem Dach der Halle speist effizient Strom

ein. Wir haben einen konstanten Energiefluss für den ganzen Betrieb

und alle Peaks werden im eigenen Netz gepuffert. Für diese

Herausforderung sind die dafür benötigten Komponenten zurzeit

noch ‚Exoten‘, aber solche Lösungen werden sich in zehn bis

zwanzig Jahren durchsetzen. Und das denken wir jetzt schon

mit.“

Fotos/Grafik: Remmert

www.remmert.de

26 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


ANZEIGE

Combi-SPI

Combi-FSE 8000

Combi Load Xtender

INNOVATIVE UND NACHHALTIGE

LÖSUNGEN VON COMBILIFT FÜR

DEN MATERIALUMSCHLAG

Combilift, der irische Spezialist für Materialhandhabung,

ist bekannt für sein unermüdliches Engagement

für Innovation. Das Unternehmen investiert

jährlich 7% seines Gesamtumsatzes in Forschung

und Entwicklung. Kürzlich wurden gleich drei neue bahnbrechende

Lösungen für den Materialumschlag vorgestellt.

Auf der diesjährigen Ligna präsentierte der Hersteller

seinen neuesten vierrädrigen Elektro-Seitenstapler, den

COMBI-FSE 8000. Mit einer Tragfähigkeit von acht Tonnen ist

er ideal für die Handhabung von Bauholz, Stahl oder anderem

Langgut in beengten Verhältnissen in der Lagerhalle

oder im Außenbereich geeignet.

Zusammen mit dem neuen FSE8000 wurde der

COMBI LOAD XTENDER mit scherenförmigem Ausleger vorgestellt,

zum vollständigen Be- und Entladen von Anhängern

oder Eisenbahnwaggons von einer Seite aus – ein großer

Vorteil bei Platzknappheit auf dem Betriebshof.

Der kundenorientierte Ansatz von Combilift ist einer der

Hauptgründe für den Erfolg des Unternehmens. Combilift

identifiziert konstant die sich entwickelnden Bedürfnisse

seines wachsenden Kundenstamms, bezieht Kundenfeedback

mit ein und entwickelt Produkte für bisher unerschlossene

Marktnischen.

„Diese neuen Lösungen wurden als direkte Antwort auf die

Anforderungen des Holzsektors entwickelt,“ erklärt Martin

McVicar, CEO von Combilift. „Die Kunden müssen größere

Lasten sicherer und möglichst emissionsfrei auf engerem

Raum bewegen. Genau das leisten der FSE 8000 und der

Combi Load Xtender – und bauen hier auf der langjährigen

Erfahrung von Combilift mit Innovationen im Langgutbereich

auf.“

Auf der Bauma wurde zuvor eine weitere bahnbrechende

Lösung vorgestellt: der selbstfahrende Innenlader Combi-

SPI. Das Fahrzeug ist auf Effizienz, Sicherheit und Kontrolle

ausgelegt und eignet sich ideal für den mühelosen Umschlag

von Betonfertigteilen und anderen übergroßen Materialien

in Produktionshallen und auf Betriebshöfen. Die Entwicklung

des COMBI-SPI begann als Gemeinschaftsprojekt mit

der Firma Spaansen, einem Hersteller von Betonfertigteilen.

Das Ziel war die Konzeption einer effizienten, wendigen und

kostengünstigen Alternative zu Anhängern und Zugmaschinen.

Der Combi-SPI befördert mühelos Lasten von bis zu

30 Tonnen auf Standard-Innenladerpaletten und zeichnet

sich durch hervorragende Sicht für das Bedienpersonal,

Wendigkeit und einfache Handhabung aus.

Darüber hinaus wurde der Innenlader kürzlich von der britischen

Material Handling Association (UKMHA) in die engere

Wahl für die Archie Award-Kategorie als „Bestes neues

Produkt“ genommen.

Innovation ist Teil der DNA von Combilift. Seitdem im Jahr

1998 erstmalig der bahnbrechende Mehrwegestapler C4000

vorgestellt wurde, hat Combilift eine Vielzahl innovativer Lösungen

für die Materialhandhabung entwickelt und will den

Weg der „Lifting Innovation“ weiter konsequent fortsetzen.

https://combilift.com/fse-8000/

https://combilift.com/combi-load-xtender/

https://combilift.com/spi/

Weitere Informationen zu Combilift-Produkten auf

combilift.com/de.

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 27


PRODUKTE UND SYSTEME

ALUMINIUM-KANALSYSTEM FÜR

VERTIKAL HÄNGENDE ANWENDUNGEN

MEHR RUHE IM

HOCHREGALLAGER

Mit dem TKVG (Vertical Guide) hat

Tsubaki Kabelschlepp eine anschlussfertige

Nachrüstlösung für die Regalbediengeräte

von Dematic entwickelt. Das Aluminium-

Kanalsystem für vertikal hängende

Anwendungen stabilisiert die Energieketten,

reduziert deren Verschleiß und minimiert die

Betriebsgeräusche. Nach Installationen bei

verschiedenen Anlagenbetreibern zeigt sich:

Die Lösung sorgt für eine höhere Lebensdauer

und einen geringeren Wartungsaufwand.

Präzise, effizient und zum Teil mit hoher Geschwindigkeit

bewegt sich das Regalbediengerät durch das Hochregallager.

Sind dabei hohe Beschleunigungen oder ein abruptes

Abbremsen erforderlich, wurde dies bislang vom System

mit einem hörbaren Geräusch quittiert. Die Energiekette schlug

gegen das Anschlussblech. Das hat den Betrieb zwar nicht beeinträchtigt,

war aber störend und hat die Ketten unnötig beansprucht.

Mit dem TKVG (Vertical Guide) bietet Tsubaki Kabelschlepp

nun für Anwendungen, bei denen hohe Beschleunigungen gefragt

sind, eine Lösung, die die Energiekette stabilisiert, den Verschleiß

reduziert und den Betrieb leiser macht. Das Rückhaltesystem

ist eine clevere Lösung, die für mehr Langlebigkeit sorgt.

Dematic ist Teil der Kion Group und ein weltweit agierender

Anbieter integrierter Automatisierungstechnik, Software und

Dienstleistungen zur Optimierung der Lieferkette. Zum Portfolio

des Unternehmens mit Sitz in Heusenstamm gehören Einzelprodukte

und schlüsselfertige Komplettlösungen wie Lagersysteme,

Förderanlagen und Sortiersysteme sowie Systeme zur manuellen

und automatischen Kommissionierung.

Die Paletten-Regalbediengerätebaureihen des Herstellers sind

nach einer integrierten und modularen Philosophie aufgebaut,

die eine hohe Zahl von Varianten vermeidet. Konzipiert sind die

Regalbediengeräte für Nutzlasten bis 1.500 kg (einfachtief) und

1.200 kg (doppeltief) sowie für Höhen von bis zu 42 m.

28 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

„Bei unseren Regalbediengeräten setzen wir bereits seit vielen

Jahren auf die Energieketten aus der Serie Uniflex Advanced 1555

von Tsubaki Kabelschlepp“, erklärt Patrizius Chmielorz, Mechanical

Project Engineer bei Dematic. „Doch das Schlagen der Ketten

beim Fahrbetrieb war ein Sachverhalt, für deren Behebung

wir eine Lösung finden mussten. Tsubaki Kabelschlepp hat uns

mit dem TKVG eine maßgeschneiderte Lösung angeboten, die

wir inzwischen bei verschiedenen Betreibern installiert haben.“

VON DER IDEE ZUR SERIENREIFEN LÖSUNG

Der Startschuss für das Projekt fiel Anfang 2023, als Tsubaki Kabelschlepp

das neue Rückhaltesystem TKVG vorstellte. Ein einbaufertiges

Kanalsystem für vertikal hängende Anwendungen,

das sich in schnell verfahrenden Regalbediengeräten mit hohen

Querbeschleunigungen einsetzen lässt. Das anschlussfertige

Komplettsystem ist inklusive Mitnehmern, Leitungen und Zugentlastungen

verfügbar und somit montagefreundlich. Darüber

hinaus lassen sich Regalbediengeräte mit dem System einfach

nachrüsten.

„Die Konzeptionsphase verlief partnerschaftlich“, betont Marco

Strunk, Industry Manager Intralogistics bei Tsubaki Kabelschlepp.

„Wir wussten, dass wir eine Lösung finden mussten, die

robust, langlebig und einfach nachrüstbar ist. Der TKVG wurde

EIN KLEINES BAUTEIL MIT

GROSSER WIRKUNG

für diese Anforderungen entwickelt – mit einem klaren Fokus auf

Betriebssicherheit und Wartungsfreundlichkeit.“

Nach diversen Tests fand die Erprobung der Lösung inzwischen

bei verschiedenen Anlagenbetreibern statt. Zu den während

der Projektphase gesammelten Ergebnissen gehören unter

anderem geringere Geräuschemissionen und weniger Verschleiß.

„Bis heute gab es keinerlei Probleme“, bestätigt Chmielorz. „Die

Tests haben unsere Erwartungen übertroffen, sodass wir die Lösung

inzwischen auch zum Beispiel bei einem großen Getränkeproduzenten

in Belgien nachgerüstet haben.“

AUF EINEN BLICK

n Das Aluminium-Kanalsystem TKVG (Vertical Guide)

stabilisiert die Energiekette an Regalbediengeräten –

auch bei hohen Beschleunigungen und abruptem

Abbremsen.

n Das störende Klappern der Energiekette, das bisher im

Betrieb auftrat, wird mit dem System minimiert – was

zu einem leiseren Arbeitsumfeld führt.

n Aufgrund der Führung der Energiekette wird der

Verschleiß reduziert und somit die Lebensdauer der

Ketten verlängert.

n Das anschlussfertige Komplettsystem lässt sich

problemlos nachrüsten.

Der TKVG ist als anschlussfertiges Komplettsystem inklusive

Mitnehmern, Leitungen und Zugentlastungen konzipiert

EINE ENTSCHEIDUNG MIT WEITBLICK

Die Wahl von Tsubaki Kabelschlepp als Technologiepartner fiel

Dematic leicht – auch wenn zu Beginn ein Wettbewerbsprodukt

in Betracht gezogen wurde. Am Ende überzeugten die Qualität,

partnerschaftliche Zusammenarbeit und langjährige Erfahrung

der Energiekettenspezialisten. Chmielorz: „Wir haben uns für

Tsubaki Kabelschlepp entschieden, weil das Unternehmen uns

eine intelligente, zukunftsfähige Lösung angeboten hat. Die positiven

Effekte auf die Lebensdauer der Energiekette und die reduzierte

Geräuschentwicklung waren für uns entscheidende Faktoren.

Zudem war es uns wichtig, einen Partner zu haben, der flexibel

auf unsere Anforderungen eingeht.“

Auch der Energiekettenhersteller bezeichnet die Zusammenarbeit

als Erfolg. „Unser Ziel war es, ein Problem zu lösen, das die

Branche schon lange beschäftigt“, sagt Strunk. „Mit dem TKVG

haben wir nicht nur eine Antwort gefunden, sondern auch eine

Lösung, die sich mühelos nachrüsten lässt.“

BLICK IN DIE ZUKUNFT

Das Potenzial der Nachrüstlösung ist noch nicht ausgeschöpft.

Der Intralogistik-Systemanbieter plant weitere Nachrüstungen in

Bestandsanlagen und stellt das Rückhaltesystem inzwischen

auch anderen unternehmensinternen Abteilungen vor – etwa im

Bereich Modernisierung und Service. „Langfristig wäre es unser

Ziel, das System standardmäßig in unseren Regalbediengeräten

einzusetzen“, so Chmielorz. „Die positiven Effekte sind einfach zu

offensichtlich, um darauf zu verzichten.“

Bei Tsubaki Kabelschlepp sieht man in der Implementierung

einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung der Energieführungssysteme

für die Logistikbranche. „Der TKVG zeigt, dass

kleine Optimierungen eine große Wirkung haben können“, betont

Strunk.

Autor: Werner Eul, Leiter Industriemanagement, Tsubaki Kabelschlepp GmbH,

Wenden-Gerlingen

Fotos: Tsubaki Kabelschlepp

www.tsubaki-kabelschlepp.com | www.dematic.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 29


AUTOMATISIERTE INTRALOGISTIK EBNET WEG FÜR WACHSTUM

UND SCHNELLE LIEFERZEITEN

LOGISTIK BESCHLEUNIGT UND

UNTERNEHMENSERFOLG GESICHERT

Der Sportbekleidungshersteller Teveo setzt auf Automatisierung zur

Optimierung seiner Intralogistik. Eine AutoStore-Anlage bildet das

Herzstück des Distributionszentrums und ermöglicht die effiziente

Abwicklung von Aufträgen. Mithilfe automatisierter Wareneingangsprozesse

und eines intelligenten Fördertechnikkonzepts lassen sich kurze

Lieferzeiten realisieren. Diese Investition in eine skalierbare Lösung macht

das Unternehmen zukunftsfähig. Die Systemintegration übernahm die

Element Logic Germany GmbH, Bad Friedrichshall.

30 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

sches Wachstum. Bereits in den ersten sechs Monaten

unterstützten drei Produkteinführungen den Markteintritt.

Anfang 2020 erreichte das Bestellvolumen ein Niveau,

das die Anmietung eines externen Lagers notwendig

machte. Drei Jahre später – im Frühjahr 2023 – umfasste

das Sortiment rund 2.000 Artikel, und der Unternehmenssitz

wurde nach Ansbach verlegt. Dort bezog Teveo mit inzwischen

130 Mitarbeitern einen Gebäudekomplex, in dem

– mit Ausnahme der Produktion – alle Prozessschritte von der

Produktentwicklung bis zum Versand gebündelt sind. Zur Lagerung

und Versandabwicklung wird ein Distributionszentrum am

Standort genutzt.

EFFIZIENT UND ÄSTHETISCH

Intralogistisches Herz des Distributionszentrums ist eine Auto-

Store-Anlage. Auf einer Fläche von 3.640 m² installierte Element

Logic einen AutoStore-Kubus mit 92.000 Behälterstellplätzen. In

dem sechs Meter hohen Aluminiumraster sind die Behälter in

14 Ebenen gestapelt. Auf der Oberfläche des Grids operieren

115 Lagerbediengeräte (Roboter) vom Typ R5+ mit einer Fahrgeschwindigkeit

von bis zu 3,1 m/s und einer Hubgeschwindigkeit

von 1,6 m/s. Sie lagern Behälter ein, um und aus und übergeben

sie zur Kommissionierung an 22 Carousel-Ports für hohe Durchsatzleistungen.

Ausgelegt sind diese Arbeitsplätze für die Bereitstellung

von mehr als 3.670 Behältern pro Stunde. Sieben Conveyor-Ports

dienen der Ein- und Auslagerung.

„Die Anlage ist nicht nur leistungsstark, sondern auch optisch

beeindruckend“, betont Joachim Kieninger, Director Strategic

Business Development der Element Logic Germany GmbH. „Alle

Ports, Roboter und Stahlbaubühnen wurden in einer Sonderfarbe

des Teveo-Corporate-Designs ausgeführt.“

„Die Effizienz des Logistikzentrums spiegelt sich in kurzen Lieferzeiten

wider“, erklärt Jan Christopher Stahl, Co-Gründer und

Geschäftsführer von Teveo. „Kunden erhalten ihre Bestellungen

in der Regel innerhalb von zwei bis vier Werktagen.“

Grundlage für diese Liefergeschwindigkeit sind weitgehend

automatisierte Prozessketten sowie eine AutoStore-Anlage als

zentrales Element des Logistikzentrums am Unternehmenssitz in

Ansbach. Planung und Realisierung der Anlage, deren fördertechnische

Vernetzung mit Versandfertigung und Warenausgang

sowie die Implementierung eines prozessführenden Lagerverwaltungssystems

übernahm die Element Logic Germany GmbH.

Laut Stahl überzeugte der Systemintegrator mit dem besten

AutoStore-Design, einem intelligenten Förderkonzept und einer

leistungsfähigen Softwareanbindung. „Zudem gaben uns die vergleichbaren

Referenzprojekte die Sicherheit, dass Element Logic

auch komplexe Anforderungen verlässlich umsetzen kann.“

LEISTUNGSSPITZEN PRÄZISE KOORDINIERT

An den Ports kommissionieren die Mitarbeiter die Artikel nach

Pick-to-Light-Vorgabe direkt in die Versandkartons. Die Kartons

werden zuvor über drei automatisierte Kartonaufrichter bereitgestellt.

Nach Abschluss der Kommissionierung wird der Versandkarton

auf die Fördertechnik geschoben, die ihn zur automatischen

Verpackung transportiert. Dort folgt die Volumenreduzierung

und der maschinelle Verschluss mit Papierklebeband. Anschließend

werden die Kartons etikettiert und über einen Sorter

präzise den Versandzielen zugeführt.

Das Förder- und Sortiersystem basiert auf dem modularen

Baukasten von Element Logic und umfasst eine Strecke von

SCHNELL WACHSENDE MARKE FÜR

SPORTBEKLEIDUNG

Innerhalb von sechs Jahren entwickelte sich das im Sommer 2019

in einer Nürnberger Wohnung gegründete Start-up zu einer der

am schnellsten wachsenden Sportbekleidungsmarken Europas.

Das Erfolgsrezept: eigene Marke, eigene Kollektion,

eigene Produktion, eigener Vertrieb. Unverwechselbare

Designs, individuelle Passformen, eine innovative Online-Vertriebsstrategie

und effektives Influencer-Marketing

sorgen für konstant hohe Nachfrage und dynami-

01 Die

Mitarbeiter

kommissionieren

direkt in die

Versandkartons

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 31


PRODUKTE UND SYSTEME

02 Über den

Sorter werden

die Pakete auf

zwölf Versandstellen

verteilt

1.150 m. „Die Leistung von Fördertechnik und Sortierung ist auf

Spitzen von mehr als 3.600 Einheiten pro Stunde ausgelegt“, erklärt

Kieninger. „Damit verfügt Teveo über ausreichende Kapazitäten

für weiteres Auftragswachstum.“

SKALIERBARKEIT AKTIV GENUTZT

Sieben Monate nach Inbetriebnahme der Anlage wurde ein Erweiterungsprojekt

gestartet. Anlass war die Einführung einer

neuen Marke sowie das anhaltend starke Unternehmenswachstum.

Das bestehende System wird um 91.000 zusätzliche Behälterstellplätze

erweitert – ein klares Zeichen für die Skalierbarkeit

der AutoStore-Technologie.

Umgesetzt wird das Projekt von Element Logic in zwei Phasen:

In der ersten Phase entsteht eine Erweiterung mit 36.000 zusätzlichen

Stellplätzen. Die Fertigstellung ist für September dieses

Jahres geplant. In der zweiten Phase wird ein separater Kubus mit

AUF EINEN BLICK

Teveo entwickelte sich binnen sechs Jahren von einem

Start-up in einer Nürnberger Wohnung zu einer der am

schnellsten wachsenden Sportbekleidungsmarken

Europas und erreicht durch die AutoStore-Anlage

Lieferzeiten von zwei bis vier Werktagen.

Das Distributionszentrum umfasst 92.000 Behälterstellplätze

auf einer Grundfläche von 3.640 m², 115 Roboter

präsentieren über 3.670 Behälter pro Stunde an 22

Kommissionierstationen, und das System schafft mehr

als 70.000 Entnahmen täglich.

Sieben Monate nach Inbetriebnahme folgte ein

Erweiterungsauftrag um weitere 91.000 Behälterstellplätze,

der in zwei Phasen bis Mai 2026 realisiert wird

– ein klarer Beleg für die Flexibilität der Lösung.

Automatisierung vom Wareneingang bis zum Versand:

Industrieroboter depalettieren Waren, Kartonschneidemaschinen

öffnen Verpackungen automatisch, Volumenreduziermaschinen

optimieren Versandkartons

und ein 1.150 m langes Fördersystem mit Sorter stellt

eine durchgängige Prozessautomatisierung sicher.

weiteren 55.000 Stellplätzen und vier integrierten Wareneingangsports

errichtet. Er wird über zwei Transportbrücken mit der

Bestandsanlage verbunden. Die Fertigstellung ist für Mai 2026

vorgesehen.

PROZESSAUTOMATISIERUNG VON ANFANG

BIS ENDE

Die neue Anlage erhält eine Systemlösung zur Automatisierung

der Wareneingangsprozesse. Industrieroboter depalettieren die

angelieferten Paletten. Anschließend öffnen Kartonschneidemaschinen

die Einzelkartons und entfernen Laschen. Danach werden

die Systembehälter automatisch befüllt. Über drei integrierte

Übergabezellen gelangen die Behälter ins AutoStore-System.

Auf der Förderstrecke Richtung Warenausgang passieren die

Versandkartons zunächst eine von drei automatisierten Maschinen

zur Volumenreduzierung und zum Verschluss. Sensoren erfassen

das Kartonmaß, maschinell wird überschüssiges Material

abgeschnitten und die Kartons mit Papierband verschlossen. Danach

übernehmen vier automatische Etikettierstationen (Applikatoren)

die Versandkennzeichnung. Über den Sorter werden die

Pakete abschließend auf zwölf Versandstellen verteilt.

Die Steuerung und Visualisierung der Fördertechnik übernimmt

der Materialflussrechner eController von Element Logic.

Dieser ist mit dem kundenseitig eingesetzten Lagerverwaltungssystem

verknüpft und schafft die Voraussetzungen für ein konfliktfreies,

problemloses Zusammenspiel aller Komponenten.

BEREIT FÜR WEITERES WACHSTUM

Die koordinierte Prozesssteuerung sowie die Anlagenleistung

bieten mit dem Status quo die Voraussetzungen für weiteres

Wachstumspotenzial. Bereits an einem der ersten Produktionstage

wurden über 4.700 Behälterpräsentationen durchgeführt. Die

Mitarbeiter erreichten mehr als 5.000 Picks pro Stunde – rund

70.000 Entnahmen am Tag. „Die Investition in skalierbare Auto-

Store-Technologie, bestätigt durch den Folgeauftrag, macht den

Sportbekleidungshersteller zukunftsfest“, so Kieninger.

„Eine enorme Flexibilität“, resümiert Geschäftsführer Stahl.

„Darauf bauen wir – das zeigt schon der Folgeauftrag. Wir sind bereit,

die nächsten Kapitel unserer Erfolgsgeschichte zu schreiben.“

WB

Fotos: Element Logic

www.elementlogic.de

32 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


STABIL, KOMPAKT UND IN ZWÖLF

MINUTEN GELADEN

Das Produktkonzept der neuen Low-Voltage-Battery

der Handtmann Systemtechnik GmbH & Co. KG

entstammt einer Entwicklungskooperation mit der

Ejot SE & Co. KG und der Whitemark Technology

GmbH. Die Speicherlösung wurde für Einsätze in

Gabelstaplern sowie Schlepper-, Hub- und Plattformwagen

entwickelt. Die auf Lithium-Eisenphosphat-(LFP)-Technologie basierenden

Speichersysteme stellen eine Betriebsspannung von bis zu 80 V bereit. Aufgrund der

intelligenten Verschaltung ist es möglich, die Batterie über den Combined-Charging-System-(CCS)-Standard

mit einer Leistung von bis zu 150 kW bei 500 V Gleichstrom (DC) zu

laden. Das integrierte Thermomanagementsystem mit Wärmepumpe sorgt in Verbindung

mit einer auf direkter Zellumströmung basierenden Ölkühlung für konstante Temperaturen

während des Schnellladevorgangs. Ziel ist ein wartungsfreies System, das sich innerhalb

von zwölf Minuten auf bis zu 80 Prozent laden lässt – Zwischenladungen im laufenden

Betrieb inbegriffen. Das reduziert die Standzeiten, vereinfacht die Infrastruktur und

senkt die Gesamtbetriebskosten (TCO).

www.handtmann.de

ARNOLD_Rammschutz.indd 1 23.07.25 13:00

MECHATRONIKSETS BESCHLEUNIGEN

PORTALROBOTIKPROJEKTE

Portalroboter lassen sich am effizientesten einsetzen, wenn sie

exakt auf die jeweilige Anwendung abgestimmt sind. Dies setzt

eine präzise Auswahl und Abstimmung von Mechanik, Antrieb

und Steuerung voraus. Um die Realisierung solcher Lösungen zu

erleichtern, haben SEW-Eurodrive und Rollon gemeinsam

mechatronische Komponentensets entwickelt.

Diese Komponentensets ermöglichen eine zügige Umsetzung

anwendungsspezifischer

Gantryroboter. Die modularen

Pakete kombinieren Servogetriebemotoren,

Elektronik und

Steuerungstechnik inklusive

Software zu einer Plug-and-

Play-Lösung.

Das Starterset enthält das

Softwaremodul „Movikit

Robotics“, eine vollständig

programmierte Robotersteuerung

mit integrierter Bedienoberfläche. Die Inbetriebnahme

findet über Parametrierung statt – unabhängig davon, ob sie

am Desktop, Handheld oder Tablet geschieht.

Aufgrund der engen Zusammenarbeit von SEW-Eurodrive und

Rollon reduziert sich die Zahl der Ansprechpartner, wodurch

sich Abstimmungsprozesse verkürzen. Die Inbetriebnahme wird

vereinfacht und der Portalroboter ist schneller verfügbar.

www.sew-eurodrive.de/robotik-loesungen

TECHNISCH-WISSENSCHAFTLICHER BEIRAT

Dr.-Ing. Chr. Beumer, Beckum;

Prof. Dr.-Ing. J. Fottner, München;

Prof. Dr.-Ing. K. Furmans, Karlsruhe;

Prof. Dr. M. ten Hompel, Dortmund;

Prof. Dr.-Ing. R. Jansen, Dortmund;

Prof. Dr. K.-O. Schocke, Frankfurt;

Prof. Dr.-Ing. habil. L. Schulze, Hannover;

Prof. Dr.-Ing. R. Schulz, Stuttgart

ERWEITERT EINSATZBEREICHE UND ERHÖHT

PROZESSSICHERHEIT

Mit dem MZS05 präsentiert das

Unternehmen Nachi Fujikoshi das erste

Modell einer neuen Roboterklasse: Die

Anco-Hybrid-Serie vereint kompakte

6-Achs-Industrierobotik mit integrierter

Kollisionsvermeidung. Der Begriff

Anco steht für „Advanced Non-Collision

Robot“ und beschreibt ein System,

das über herkömmliche Sicherheitsprotokolle

hinausgeht. Der MZS05 nutzt

Echtzeit-Algorithmen zur Bewegungsplanung,

die potenzielle Kollisionen in

dynamischen Produktionsumgebungen proaktiv verhindern.

Die Roboterreihe ist auf die Anforderungen moderner Fertigungsumgebungen

ausgelegt: reduzierte Taktzeiten, hohe

Betriebssicherheit und flexible Integration auch in räumlich

beengte Arbeitsbereiche. Dabei wird die Zusammenarbeit mit

Bedienern erleichtert.

Der MZS05 bietet eine hohe Reichweite bei kompakter Bauweise,

einen wartungsoptimierten mechanischen Aufbau, Schnittstellen

zu gängigen Automatisierungssystemen sowie den

Anco-Motion-Core zur Kollisionsvermeidung. Weitere Einsatzgebiete

sind Handling und kollaborative Anwendungen.

www.nachi.de

TEILAUTOMATISCHES SYSTEM BESCHLEUNIGT

PAKETENTLADUNG

Das System ErgoUnload von Körber unterstützt Personal beim

Entladen von Trailern. Die kompakte Entladehilfe verfügt über

variable Lastaufnahmen und integrierte Fördertechnik, ist

kompatibel mit Teleskopgurtförderern und ohne Installationsaufwand

sofort einsetzbar. Einzelne oder mehrere Pakete

werden nahezu ohne Anheben in das System eingebracht,

optional erleichtern Greifhilfen die Handhabung schwer

zugänglicher Frachtstücke. Durch die beschleunigten Entladezyklen

kann der Personalbedarf gesenkt und die Auslastung

vorhandener Docks gesteigert werden.

www.koerber-supplychain.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 33


PRODUKTE UND SYSTEME

AUTOMATISIERTE LAGERSYSTEME

DIE ANTRIEBSTECHNIK

MACHT DEN UNTERSCHIED

Servomotoren des

Typs ECI-63.20-K4

unterstützen beim

Anheben der

Behälter

In der Produktion hat sich in Sachen

Automatisierung in den vergangenen Jahren viel

getan. Aber die Herstellung ist nur ein Teil der

Wertschöpfungskette. Eine durchgängige

Digitalisierung von der Produktplanung über die

Herstellung bis hin zum Versand der fertigen

Produkte birgt zahlreiche Optimierungspotenziale.

Ein starkes Automatisierungswachstum

ist derzeit in der Lagerlogistik zu

beobachten. Davon profitieren vor allem auch

mittelständische Unternehmen.

Die Bernstein AG aus Porta Westfalica ist weltweiter Anbieter

von industrieller Sicherheits- und Gehäusetechnik.

Das Produktportfolio erstreckt sich von Schaltern,

Sensoren und Gehäusen über Tragsysteme und Bedienterminals

bis hin zu Systemlösungen zur Bedienung und Absicherung

ganzer Maschinen und Anlagen. Vor allem betreiberspezifische

Lösungen stehen dabei im Vordergrund. So unterstützt

das Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen

Betreiber dabei, Industrie 4.0 aktiv zu gestalten.

Die Möglichkeiten, die die Digitalisierung bietet, nutzt Bernstein

auch im eigenen Haus – vor allem zur Prozessoptimierung.

Vor diesem Hintergrund wurde am Produktionsstandort und Logistikzentrum

in Hille-Hartum ein automatisiertes Lager installiert.

Die Lagertechnologie stammt von AutoStore und wurde von

dem Systemintegrator Element Logic, Bad Friedrichshall, an die

spezifischen Anwendungen angepasst und implementiert. Ziel

der Umrüstung war es, Logistikprozesse zu optimieren und eine

schnellere Auftragsabwicklung zu ermöglichen. Darüber hinaus

ist ein tagesaktueller Überblick über die Bestände sichergestellt.

TAUSENDE LAGERBEHÄLTER AUF

ENGSTEM RAUM

Das Lager ging mit einer Kapazität von 17.500 Behältern und

aktueller Robotertechnologie an den Start. Um die Lagerfläche

optimal zu nutzen, werden im AutoStore-System die Produkte in

einer Art Würfelsystem eingelagert. Damit lassen sich im Vergleich

zum bisherigen Lager etwa 700 m 2 an Freifläche gewinnen.

Sieben Roboter, die auf der Oberseite des Lagerwürfels verfahren,

greifen die Produkte von dort aus ab und transportieren sie zu

drei verschiedenen Ports zur Entnahme, wo sie händisch weiterverarbeitet

werden. Über einen weiteren Port können dem Lager

neue Produkte zugeführt werden. Da die Roboter außerhalb des

34 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

01

02

01 Roboter transportieren die Behälter zu einer Ausgabestelle

02 Ein Seilzugschalter fungiert als Not-Halt und bringt

die Anlage im Notfall zum Stillstand

Würfels verfahren, sind keine Gassen zwischen den Regalen

nötig, sodass sich auf der zur Verfügung stehenden Grundfläche

mehr Produkte vorhalten lassen als in einem konventionellen

Lager.

BESTAND UND BEDARF IMMER IM BLICK

Die Automatisierung der Lagerprozesse bei Bernstein hat die

Durchlaufzeiten reduziert, sodass eine schnellere Auftragsabwicklung

möglich ist. Das wird für die Betreiber durch verkürzte

Lieferzeiten spürbar. Durch die Anbindung des Behälter-Lagers

an das firmeneigene ERP-System lassen sich aktueller Bestand

und Betreiberbedarf einfacher abgleichen. Nun kann ohne fehleranfällige

Papierlisten oder aufwändige Inventur auch in Echtzeit

der reale Lagerbestand verwaltet werden.

FLEXIBLE GESTALTUNG UND PROBLEMLOSE

WARTUNG

Die Anlage lässt sich in puncto Lagerfläche und Anzahl der eingesetzten

Roboter flexibel erweitern. Auch die Integration weiterer

automatisierter Systeme für die Lagerlogistik ist möglich. Die

Erweiterung sowie technische Ergänzungen sind im laufenden

Betrieb umsetzbar. Instandhaltungsarbeiten und Reparaturen

gestalten sich problemlos: So lassen sich zum Beispiel Roboter

ohne Aufwand einzeln für Wartungsmaßnahmen entnehmen.

Das System läuft derweil wie gewohnt weiter. Und sollte doch ein

Eingreifen vor Ort notwendig sein, steht ein Team, das als „Super-

User“ ausgebildet wurde, bereit.

Die Ports zur Eingabe und Entnahme sind ergonomisch gestaltet

und erleichtern so den Mitarbeitern die Entnahme und Weiterverarbeitung

der Produkte. „Der Einsatz der automatisierten

Lagerlösung hilft uns den Fachkräftemangel zu kompensieren“,

so Janine Brennenstuhl, Leitung Content Marketing und PR bei

Bernstein.

KOMPAKTE ANTRIEBE MIT HOHER LAUFRUHE

Damit das Behälter-Lager zuverlässig arbeitet, werden an zahlreichen

Stellen passende Antriebslösungen benötigt. An den Ports

zum Beispiel kommen verschiedene Antriebe des Unternehmens

ebm-papst aus Mulfingen zum Einsatz. Das Öffnen und Schließen

der Schutzklappe übernimmt ein bürstenbehafteter Innenläufermotor

des Typs BCI-52.60 in Kombination mit einem Performax-Planetengetriebe

inklusive Encoder. Die Antriebseinheit

baut sehr kompakt. Die hier eingesetzte bürstenbehaftete Technologie

ist eine Antriebslösung, die exakt die geforderten Leistungsdaten

erfüllt.

Um die Behälter unterhalb der Schutzklappe bereitzustellen,

werden bürstenlose Innenläufer-Servomotoren der Baureihe ECI

genutzt – in Kombination mit dem Planetengetriebe Noiseless-

Plus. Bei der ECI-Antriebstechnik mit integrierter 4Q-Betriebsund

Regelelektronik sowie Singleturn-Absolutwertgeber sind

Drehzahl-, Drehmoment- oder Positioniermodus möglich. Das

erlaubt in der Anwendung die passgenaue Positionierung der Behälter.

Aufgrund des hohen Wirkungsgrads sowie hoher Leistungsdichte

bei kompakter Bauform benötigt die Antriebseinheit

wenig Raum.

Um den Arbeitsplatz so angenehm wie möglich zu gestalten,

war auch der Schallpegel an der Schutzklappe zu berücksichtigen.

In diesem Zusammenhang kommt die Laufruhe des Planetengetriebes

Noiseless Plus zum Tragen, das aufgrund der Schrägverzahnung

nahezu geräuschlos arbeitet. Der Conveyor Port fungiert

als Schnittstelle, über die Behälter bidirektional zwischen

Lagersystem und Förderbändern respektive anderen Transportsystemen

transferiert werden. Servomotoren des Typs ECI-63.20-

K4 mit integrierter Elektronik unterstützen dabei das Anheben

der Ladeeinheiten. Die Servomotoren werden mit einem robusten

und ebenfalls laufruhigen Getriebe der Performax-Reihe

kombiniert.

Die Anwendung aus der Lagerlogistik zeigt: Anforderungen an

die Antriebstechnik sind von der Applikation und deren Umgebungsbedingungen

abhängig. Mithilfe des vielseitigen und

modular aufgebauten Antriebs-Getriebe-Elektronik- und Geber-

Bremsen-Programms von ebm-papst lässt sich für nahezu jede

Anwendung die passende Antriebseinheit kombinieren.

Fotos: Bernstein

DIE PASSENDE ANTRIEBSTECH-

NIK SORGT FÜR EFFIZIENZ UND

PRÄZISION IM BEHÄLTERLAGER

www.ebmpapst.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 35


Feierliche Eröffnung

des Büros und Showrooms am

LabCampus München (v. l. n. r.):

Jost Lammers, CEO der Flughafen

München GmbH, Markus Schlotter,

Managing Director Zentraleuropa,

sowie Christina Schläger, People

Director Zentraleuropa, beide

Exotec, und Tobias Eschenbacher,

Oberbürgermeister der

Stadt Freising

NEUER STANDORT AM MÜNCHNER FLUGHAFEN

VEREINT SHOWROOM UND BÜRO FLÄCHEN

WACHSEN UND

VERANSCHAULICHEN

Mit dem Bezug eines neuen Standorts am

LabCampus des Münchner Flughafens verfolgt

Exotec klare Ziele: Die Zusammenführung von

Büro, Demo-Center und Technik-Teams soll

Synergien fördern und das Wachstum in

Zentraleuropa unterstützen. Im Gespräch

erläutert Markus Schlotter, Managing Director

Zentraleuropa, die Beweggründe für den Umzug

und die strategische Bedeutung des neuen

Standorts – sowohl für Kundenkontakte als auch

für interne Prozesse.

Der neue Standort von Exotec am LabCampus des Münchner

Flughafens ist mehr als ein Büro: Er ist ein klares

Statement für Wachstum, Nähe zu Kunden und Mitarbeiter-Bindung.

Auf rund 2.200 Quadratmetern – davon

etwa 530 Quadratmeter für das Demo-Center – finden aktuell

mehr als 80 Mitarbeiter Platz, perspektivisch bis zu 110. Markus

Schlotter, Managing Director Zentraleuropa, hat die Entwicklung

in Deutschland maßgeblich mitgestaltet und blickt im Gespräch

auf die Anfänge zurück.

Kunden aus den Bereichen E-Commerce, Lebensmittelhandel,

Einzelhandel und Logistikdienstleistung nutzen die Intralogistiksysteme

von Exotec bereits seit 2015, dem Jahr der Firmengründung.

Der Systemanbieter mit Hauptsitz in Lille, Frankreich, hat

den Branchenbedarf nach mehr Flexibilität, Skalierbarkeit und

Leistung jedes Unternehmens erkannt und mit dem Skypod-System

eine Lösung für immer schnelllebiger werdende Lieferketten

gefunden. Bestehend aus Robotern, die sich frei im Raum bewegen

und bis zu 15 m hoch in den Regalen klettern können, lässt

sich das Kommissionierprinzip „Ware-zum-Mann“ effizient realisieren.

Im Jahr 2020 startete Schlotter die Aktivitäten von Exotec

in Deutschland – allein aus dem Homeoffice. Ausdruck des in

36 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


MENSCHEN UND MÄRKTE

01

02

01 Blick auf die robotergestützte All-in-One-Lösung

im Showroom

02 Schlotter: „Mit unserem innovativen System

treffen wir den Nerv der Zeit“

den vergangenen fünf Jahren realisierten Wachstums in Zentraleuropa

ist der neue Standort in München.

RAUM FÜR KREATIVES MITEINANDER

UND MEHR

Das Herzstück des neuen Standorts ist das integrierte Demo-

Center. Es ermöglicht Kundenbesuche, Live-Demonstrationen

und technische Schulungen. Hier zeigt Exotec unter anderem die

neue Generation seines Skypod-Systems. Die Anfang dieses Jahres

präsentierte All-in-One-Lösung vereint Auftragsabwicklung,

Pufferung und Sequenzierung – ohne zusätzliche Fördertechnik

oder externe Sortierlösungen. Die Technik ist auf modulare Skalierbarkeit

ausgelegt, beginnend bei wenigen Robotern und

2.000 Behälterstellplätzen bis hin zu komplexen Großsystemen

mit 450.000 Behältern und mehr als 500 Robotern. Ausführliche

Informationen über das Skypod-System finden Interessierte in

unserer Titelstory der Ausgabe 1/2025 (bit.ly/exotec-fuh-1-25).

Die Zielgruppen des Systems reichen vom E-Commerce über

die Ersatzteillogistik bis hin zu Anwendungen im Kühlbereich.

Für den Tiefkühlbereich kommt ergänzend eine andere Technologie

zum Einsatz. Relevant ist die All-in-One-Lösung auch für

Omnichannel-Händler, die B2B- und B2C-Aufträge aus einem

Lager abwickeln wollen. Hier zeigt sich die Stärke der Lösung:

Die softwareorientierte Architektur erlaubt eine hohe Reaktivität,

unabhängig von Auftragsstruktur oder Ladehilfsmitteln. Vor

allem im Bereich E-Grocery, wo neben gekühlten auch ungekühlte

Artikel zu verarbeiten sind, lassen sich mit dem System positive

Effekte realisieren. Referenzkunden wie Leclerc in Frankreich

nutzen bereits entsprechende Anlagen, bei denen auch Kühlbereiche

integriert sind.

In der Produktionslogistik sieht Schlotter weiteres Potenzial.

Mit den Systemfunktionen zur gezielten Sequenzierung lassen

sich Anforderungen aus dem Just-in-Sequence-Bereich erfüllen.

„Auch wenn der Fokus bislang stärker im Handels- und E-Commerce-Segment

liegt, wollen wir künftig mehr industrielle Anwendungen

erschließen.“

UNTERNEHMENSKULTUR ALS TEIL

DES ERFOLGSREZEPTS

Nach den weiteren Erfolgsfaktoren befragt, muss Schlotter nicht

lange überlegen: Flache Hierarchien, gelebte Werte und der offene

Austausch mit den französischen Kollegen sind zentrale Elemente.

Mit einem Schmunzeln geht Schlotter auf den Onboarding-Prozess

neuer Mitarbeiter ein: „Jede neue Mitarbeiterin

oder jeder neue Mitarbeiter baut im Onboarding-Prozess selbst

einen Roboter zusammen – nicht nur symbolisch, sondern als

Ausdruck des technischen Verständnisses und der Nähe zum

Produkt.“

Mit mehr als 150 realisierten Projekten weltweit und über

1.200 Mitarbeitern hat sich Exotec von einem Start-up-Unternehmen

zum global tätigen Systemanbieter entwickelt. Doch Wachstum

allein genügt nicht, wie Schlotter betont. Entscheidend sei,

dass die Technik im Alltag störungsfrei über Jahre hinweg funktioniere.

Als Beleg dafür nannte Schlotter, dass man mehr als

60 Prozent des Jahresumsatzes mit Bestandskunden erwirtschafte.

„Der modulare Aufbau, das digitale Monitoring und ein

durchdachtes Ersatzteilkonzept sorgen für eine planbare und

langlebige Nutzung – unabhängig von Marktsegment oder Auftragsstruktur.“

Winfried Bauer

Fotos: Exotec, f+h, Karte auf S. 36: Stepmap, 123map. Daten: Openstreetmap,

Lizenz: ODbL 1.0

www.exotec.com

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 37


INVESTITIONEN IN PRODUKTIONSTECHNOLOGIEN STÄRKEN

DIE WETTBEWERBSFÄHIGKEIT

MIT NEUER TECHNIK TREIBT BITO DIE

STANDORTENTWICKLUNG VORAN

Die Fachpressetage bei Bito Lagertechnik

zeigten: Das Unternehmen investiert gezielt in

Produktionsanlagen, um Prozesskosten zu

senken und Materialflüsse zu verbessern.

Neben der Automatisierung zentraler

Fertigungsschritte am Hauptsitz in Meisenheim

setzt das Unternehmen auf langfristige

Marktstrategien, ökologische Effizienz und eine

hohe Eigenleistung bei Planung, Bau und

Montage. Der Fokus liegt auf Kundennähe,

Anpassungsfähigkeit und struktureller

Unabhängigkeit im internationalen

Wettbewerb.

Bito, dessen Name auf die Familie Bittmann und den Ort

der Firmengründung in Oberstein im Jahr 1845 zurückgeht,

hat sich vom regionalen Hersteller zu einem global

agierenden Anbieter in Sachen Intralogistik entwickelt.

Das Portfolio umfasst heute mehr als 5.000 Produkte, darunter

Regal-, Behälter-, Kommissionier- und fahrerlose Transportsysteme.

Mit über 70.000 Kunden und mehr als 100 Fachberatern

europaweit ist das Unternehmen fest am Markt etabliert. Diese

beeindruckende Historie zeugt von kontinuierlicher Anpassungsfähigkeit

und Innovationskraft. „Wir sind stolz auf unsere lange

Tradition, die uns die Basis für unsere heutige Stärke gibt“, so

Winfried Schmuck, Chief Executive Officer (CEO) der Bito-Lagertechnik

Bittmann GmbH, und hebt damit die Bedeutung der

Wurzeln des Unternehmens hervor.

AKTUELLE HERAUSFORDERUNGEN

Der Markt für Lagertechnik ist dynamisch und wird von Faktoren

wie E-Commerce-Wachstum, Fachkräftemangel und dem steigenden

Bedarf an Automatisierung beeinflusst. Bito reagiert auf

diese Entwicklungen mit einer klaren Strategie der internationalen

Expansion und der Erschließung neuer Märkte. Dies zeigt

sich in den globalen Aktivitäten und der Präsenz in verschiedenen

Regionen, um die Abhängigkeit von einzelnen Märkten zu reduzieren

und Wachstumschancen weltweit zu nutzen.

38 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

Schmuck betont, dass Bito nicht nur auf Wachstum setzt, sondern

auch auf Nachhaltigkeit und Effizienz in der Produktion. Die Investitionen

in moderne Fertigungstechnologien sind ein klares

Indiz dafür. Beispiele hierfür sind energieeffiziente Servo-Pressen,

flexible Stanz- und Laseranlagen sowie automatisierte Tablar-

und Fachbodenfertigungen, wie sie im Werk Meisenheim

zum Einsatz kommen.

INVESTITION IN DIE ZUKUNFT

Der Neubau der Halle 3 mit einer Länge von 114 Metern, 33 Metern

Breite und 16 Metern Höhe, sowie einer Nutzfläche von circa

6.500 Quadratmetern über zwei Stockwerke, und eine neue Pulverbeschichtungsanlage

unterstreichen die zukunftsgerichtete

Ausrichtung.

„Die neue Anlage und die Zusammenlegung der Produktionsschritte

in einem Gebäude vereinfachen nun unsere Produktionsabläufe.

Der innerbetriebliche Transport der Bauteile zwischen

den Produktionshallen wird reduziert. Außerdem

haben wir in der neuen Halle den ehemals manuellen

Teiletransport vom Produktionsbereich zur Beschichtungsanlage

automatisiert und dadurch den Materialfluss

zusätzlich optimiert. So erreichen wir eine höhere

Produktivität im kompletten Herstellungsvorgang“,

erklärt Dominik Freyland-Mahling, Chief Operating

Officer (COO) Bito-Lagertechnik.

Als Fördertechnik kommt in der neuen Beschichtungsanlage

ein „Power & Free“-System zum Einsatz,

das sich über zwei Etagen erstreckt und eine Länge von

2.100 m hat. In das Anlagenlayout sind sechs Hub-/Senkstationen

und zwei Vertikalförderer integriert. Zudem sind

Auf- und Abhängemöglichkeiten an den vorgelagerten Produktionsmaschinen

vorhanden. Ein vom Hersteller erstmalig

eingesetzter Warenträgerspeicher gestattet die Teile-Zwischenlagerung,

sodass je nach Beschichtungsauftrag flexibel auf einen

Puffer zugegriffen werden kann.

Die Pulverbeschichtungsanlage zeichnet sich durch einen geringen

Energieverbrauch aus. Darüber hinaus wurde in eine Photovoltaik-Anlage,

Abwärmenutzung, geschlossene Wasserkreisläufe

und Heizungssysteme mit Wärmepumpentechnik investiert.

Freyland-Mahling: „Der Neubau ist eine Ersatzinvestition für

einen Kernprozess unserer Regal-Herstellung – und für eine Anlage,

die fast 50 Jahre in Betrieb war. Die Produktionsabläufe im

Bereich der Herstellung und Beschichtung der Regalbauteile sind

nun materialflussoptimiert und energieeffizient zusammengeführt.

Zudem haben wir durch die zweigeschossige Bauweise die

freigewordene Baufläche und die an die alte Bestandshalle angrenzende

Freifläche am Standort Meisenheim maximal nutzen

können.“

ECKPFEILER DER STRATEGIE

„Diese Investitionen ermöglichen es uns, noch effizienter und

umweltfreundlicher zu produzieren“, ergänzt Geschäftsführer

Schmuck, der damit die Bedeutung moderner Fertigungsprozesse

für die Wettbewerbsfähigkeit unterstreicht. Ein weiteres wichtiges

Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem Wettbewerb ist

01 Schmuck: „Individuelle Anpassung etablierter Technik bietet noch

viele Möglichkeiten, Abläufe zu optimieren“

02 Freyland-Mahling (l.): „Die Produktionsabläufe im Bereich der

Herstellung und Beschichtung der Regalbauteile sind nun materialflussoptimiert

und energieeffizient zusammengeführt“

03 Henn: „Mit dem Palettenregal-Tuning gewinnt der Betreiber mit

einfachen Mitteln Kommissionierfläche auf vorhandener Lagerfläche“

01

02 03

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 39


04 In der teilweise doppelstöckigen Produktionshalle verbindet

eine „Power & Free“-Anlage die Stationen

04

laut Schmuck die Alles-aus-einer-Hand-Strategie. So gehören

zum Portfolio auch maßgeschneiderte, individuelle Lagerbühnen,

Stahlbaubühnen, Bühnenanlagen und Bühnensysteme. Entsprechend

werden bei einem Projekt unnötige Schnittstellen beseitigt,

lange Wartezeiten durch den Einsatz eigener Mitarbeiter

vermieden und andererseits die Erfahrung aus der Firmengruppe

bei gleichzeitigem Fokus auf „Stahlkonstruktion“ genutzt. „Des

Weiteren haben wir mit dem Unternehmen Bito Soluti Logistics

eine eigene Montagegesellschaft gegründet. Die Mitarbeiter sichern

bei komplexen internationalen Großprojekten eine qualitativ

hochwertige Abwicklung aus einer Hand. Mithilfe der weltweit

einsetzbaren Serviceteams können wir Kapazitätsengpässen

entgegenwirken.“

Die Fokussierung auf Kundenorientierung und maßgeschneiderte

Lösungen ist ein weiterer Eckpfeiler der Bito-Strategie. Das

Unternehmen versteht sich nicht nur als Produktlieferant, sondern

als Partner für seine Kunden, der individuelle Lager- und

EIN ORT FÜR INNOVATION

UND AUSTAUSCH

Der Bito Campus in Meisenheim, im Jahr 2017 in einer denkmalgeschützten ehemaligen

Volksschule eröffnet, ist ein Gründungszentrum und ein Ort für technologieorientierte

Existenzgründer. Ins Leben gerufen von der Fritz Bittmann Holding, der

Muttergesellschaft der Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH, sollte das leer stehende

Gebäude nicht nur erhalten, sondern langfristig belebt und der Standort attraktiv

gehalten werden. Der Campus bietet Gründern nicht nur Räumlichkeiten, sondern

Mithilfe des

auch eine Plattform für Wissensaustausch und Synergien. Hier finden regelmäßig

Shuttles lassen

sich beispielsweise

falsch

Workshops, Seminare und Vorträge zu gründungsrelevanten Themen statt. „Ziel ist es,

Wissen, Gedankengut und Praxiserfahrung mit den Gründern zu teilen und ein großes

positionierte

Netzwerk zu schaffen, von dem die Existenzgründer, unsere Mitarbeiter und das ganze

Bauteile

Unternehmen profitieren“, so Sabine Bittmann, Geschäftsführerin der Bito Campus GmbH.

erkennen

Das Projekt Sensorfolie, so der Name einer aktuellen Arbeit am Campus, zielt darauf ab, ein flexibles

Drucksensorsystem zur Gewichtsermittlung zu entwickeln.

Hierzu werden Sensorfolien verschiedener Hersteller getestet, um die

SABINE BITTMANN,

GESCHÄFTSFÜHRERIN DER

BITO CAMPUS GMBH

Mir ist es eine Herzensangelegenheit,

der Kreativität junger Menschen

Raum zu geben

beste Leistung in Bezug auf Stabilität und Genauigkeit zu finden. Mithilfe

der Kombination mehrerer Sensoren (Sensorfusion) und dem Einsatz von

Methoden des maschinellen Lernens werden Rausch- und Trifteffekte

minimiert, was die Genauigkeit der Messungen erhöht. Ein Einsatzbereich

ist die Füllstandskontrolle von Behältern. Durch das Platzieren der

Sensorfolie unter den Behältern lässt sich der Füllstand einfach und

präzise überprüfen. Die Ergebnisse werden mithilfe eines Echtzeit-Dashboards

sofort sichtbar gemacht.

Dem Bereich der Lagersystemtechnik ist das Projekt Fehlererkennungs-

Shuttle zuzuordnen. Im Rahmen der Entwicklung entsteht ein Echtzeit-

Fehlererkennungssystem, eine Dokumentationslösung sowie eine

kombinierte Software- und Hardwarelösung, die sich mühelos auf jeden

anderen Roboter übertragen lässt. Mithilfe der Entwicklung lassen sich

beispielsweise falsch positionierte Bauteile der Metallrahmen oder

unvollständig positionierte Bauteile ausfindig machen. Auf die Frage des

Berichterstatters, ob man das Fahrzeug auch für die Regalinspektion

einsetzen könnte, antwortete Schmuck mit einem Schmunzeln: „Ich sehe

Sie schon bei uns am Campus an der nächsten Innovation arbeiten.“

Winfried Bauer

40 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

Kommissionierlösungen entwickelt. „Wir differenzieren uns gegenüber

dem Wettbewerb nicht über den Preis, sondern über das

Know-how, das in unseren Produkten steckt“, so Schmuck.

Das gilt auch für die Anpassung von Regalsystemen, das „Regaltuning“,

wie es von Daniel Henn, dem Leiter Produktmanagement,

näher erläutert wurde.

LAGERFLÄCHE VERDICHTEN UND

KOMMISSIONIERPROZESS BESCHLEUNIGEN

Mit dem Palettenregal-Tuning gewinnt der Betreiber mit einfachen

Mitteln Kommissionierfläche auf vorhandener Lagerfläche.

Unabhängig davon, ob die Regalsysteme von Anfang an entsprechend

installiert oder ein bestehendes Lager umgerüstet worden

ist, bietet das Bito-Palettenregal-Tuning als dynamisches System

jederzeit die Möglichkeit, die Regalebenen immer wieder individuell

neu anzupassen oder rückzubauen. Betreiber können somit

flexibel und mit punktgenauen Investitionen aus ihrem Vorratslager

für Paletten eine passgenaue Kommissionierlösung für

Stückgut erzeugen – und damit schnell auf sich verändernde Sortimente

und Artikelstrukturen oder saisonal unterschiedliche

Anforderungen an die Kommissionierung reagieren.

Das Palettenregal-Tuning ermöglicht es, Standard-Palettenregale

des Herstellers um leichte Lagerebenen, zusätzliche

Durchlaufebenen oder komplette Stückgut-Durchlauf- oder

Fachbodenregale in der unteren Ebene zu ergänzen. Auf diese

Weise kann mit geringem Aufwand ein zusätzlicher Kommissionierbereich

im bestehenden Lager realisiert werden. Die oberen

Ebenen des Palettenregals lassen sich je nach Bedarf als Pufferzone

und Vorratslager nutzen. Werden beispielsweise Durchlaufkanäle

beim Palettenregal-Tuning als zweifachtiefe Bereitstellbahnen

ergänzt, wird dauerhaft ein Pufferplatz für den Kommissionierer

bereitgehalten und die Prozesse somit entkoppelt.

Diese Nähe zum Kunden und die Fähigkeit, auf spezifische

Bedürfnisse einzugehen, sind entscheidend für den Erfolg in einem

wettbewerbsintensiven Umfeld. „Unsere Kunden schätzen

unsere individuelle Beratung und die maßgeschneiderten Lösungen,

die wir anbieten“, so Schmuck, der die Bedeutung der Kundenbeziehung

hervorhob, und ergänzt: „Individuelle Anpassung

etablierter Technik bietet noch viele Möglichkeiten, Abläufe zu

optimieren. Es muss also nicht immer Robotik, Vision oder künstliche

Intelligenz sein.“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Bito-Lagertechnik

durch eine gelungene Kombination aus tief verwurzelter Tradition,

strategischer Globalisierung und konsequenten Investitionen

in moderne Produktionstechnologien für die Herausforderungen

der Zukunft gut aufgestellt ist. Das Unternehmen ehrt seine

Geschichte, blickt aber gleichzeitig mutig und innovativ in die

Zukunft.

Winfried Bauer

Fotos: Bito-Lagertechnik, f+h, Patric Dressel, Karte auf S. 39: Stepmap, 123map.

Daten: Openstreetmap, Lizenz: ODbL 1.0

www.bito.com

n Name: Bito-Lagertechnik

Bittmann GmbH

ZUM UNTERNEHMEN

n Gegründet: Im Jahr 1845 von

Leopold Bittmann in

Idar-Oberstein

n Geschäftsführung: Sabine Bittmann (Inhaberin),

Winfried Schmuck (CEO), Uwe Sponheimer (CSO) und

Dominik Freyland-Mahling (COO)

n Standorte: Meisenheim, Lauterecken, Zimna Wódka/

Polen, 18 Tochtergesellschaften in Europa, Dubai, USA

und Kanada

n Mitarbeiter: Mehr als 1.300

n Gruppenumsatz: 420 Millionen Euro (2024)

Quelle: Bito-Lagertechnik

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 41


PRODUKTE UND SYSTEME

EFFIZIENZSTEIGERUNG DURCH FTS IN DER PHARMALOGISTIK

AUTOMATISIERTER MATERIALFLUSS

VON PRODUKTION BIS ENTSORGUNG

Vario Move CB

mit Gegengewicht

Heavy Move

Vario Move L

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) etablieren

sich als zentrale Lösung zur Optimierung der

Intralogistik. Vor allem in stark regulierten und

sensiblen Produktionsumfeldern wie der

Pharmabranche ermöglichen diese Systeme

einen effizienten und sicheren Materialtransport.

Dabei erfüllen sie hohe Hygienestandards. Ein

weltweit führendes Gesundheitsunternehmen

setzt auf diese Technologie, um die steigenden

Anforderungen in der Impfstoffproduktion zu

erfüllen. An mehreren europäischen und

asiatischen Standorten integrieren

maßgeschneiderte Automatisierungslösungen

die Materialflüsse zwischen Fertigung,

Lagerung und Versand.

42 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

Ein weltweit führendes Gesundheitsunternehmen setzt auf

die FTS-Technologie der ek robotics GmbH, Hamburg, um

an mehreren Produktionsstandorten in Europa und Asien

den Anforderungen der Branche zu genügen. Um den steigenden

Herausforderungen in der Impfstoffproduktion gerecht

zu werden, wurden an zwei der Standorte Produktionsstätten mit

nahtlos integrierten Materialflüssen zwischen Fertigung, Lagerung

und Versand geschaffen. Die Wahl fiel auf eine maßgeschneiderte

Automatisierungslösung, bestehend aus Hochhub-

Transportrobotern vom Typ Vario Move und Heavy Move für

Lasten von 3.000 kg.

AUTOMATISIERUNG IN EINER EUROPÄISCHEN

SMART FACTORY

In einer automatisierten Smart Factory in Europa sind fünf Vario

Move rund um die Uhr im Einsatz, um Container und Big Bags

mit einem Gewicht von bis zu 600 kg zwischen Produktionsbereichen,

einem Kaltlager mit einer Umgebungstemperatur von 2 °C

und Entsorgungsräumen zu transportieren. Diese kontinuierliche

Verfügbarkeit schafft die Voraussetzungen für einen unterbrechungsfreien

Materialfluss und eine transparente Übersicht

über die Materialbewegungen, was die Produktionsplanung optimiert.

Ronald Kretschmer, Chief Sales Officer bei ek robotics, betont:

„Die intelligente Vernetzung der Fahrzeuge mit den Arbeitsabläufen

trägt zur Steigerung der Effizienz bei.“

MASSGESCHNEIDERTE TRANSPORTLÖSUNG

FÜR DEN ASIATISCHEN MARKT

PASSGENAUE FTS-LÖSUNGEN

OPTIMIEREN PROZESSE IN DER

IMPFSTOFFPRODUKTION

Ein weiteres Beispiel für die Nutzung von FTS findet sich an einem

asiatischen Produktionsstandort, wo vier Vario-Move-Fahrzeuge

eingesetzt werden, um Container und Big Bags zu transportieren.

Ein weiterer Vario Move ist als Gegengewichtsstapler

ausgeführt. Er befördert schwere Lasten aus einem Schleusenbereich,

ohne dass Material in andere Produktionsbereiche übertragen

wird. Die präzise Routenplanung stellt sicher, dass keine

unerwünschten Materialien verschleppt werden.

Um den Transport flüssigkeitsgefüllter Behälter mit einem maximalen

Gewicht von 3.000 kg zu ermöglichen, wurde ein Heavy-

Move-Transportroboter entwickelt, der in die bestehende

System architektur integriert wurde und mehrere Produktionsstationen

miteinander verbindet.

Neben der Hardware liefert ek robotics auch die Softwarelösung

Transport Manager, die eine effiziente Steuerung der Transportprozesse

sicherstellt und sich flexibel an die Anforderungen

der jeweiligen Produktionsanlagen anpassen lässt. Ein umfassendes

Schulungsprogramm in der unternehmenseigenen Akademie

des FTS-Herstellers sorgt dafür, dass Anwender das System optimal

nutzen und Anpassungen eigenständig vornehmen können.

In Deutschland nutzt der Betreiber seit dem Jahr 2006

sieben maßgeschneiderte Geräte der Serie Custom Move im

24-Stunden-Betrieb. Nun werden die Fahrzeuge modernisiert

und das FTS um sieben Geräte der gleichen Serie erweitert

MODERNISIERUNG FÜR EINE

NACHHALTIGE NUTZUNG

Ein anschauliches Beispiel für die kontinuierliche FTS-Weiterentwicklung

zeigt sich an einem deutschen Produktionsstandort,

der bereits seit dem Jahr 2006 auf fahrerlose Transportsysteme

von ek robotics setzt. Dort sind sieben maßangefertigte Edelstahl-Transportroboter

im Einsatz, die im 24-Stunden-Betrieb bis

zu 1.400 Fahrten pro Tag absolvieren. Im Zuge eines umfassenden

Modernisierungsprojekts wurde die Flotte nicht nur technologisch

auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch um sieben

Geräte erweitert. Das Upgrade umfasst unter anderem die

Integration zusätzlicher Sensorik, die eine präzise Überwachung

der teleskopierbaren Gabeln sowie die Lastträgererkennung der

bis zu 800 kg schweren Nutzlasten ermöglicht. Zur Einhaltung

hoher Sicherheitsstandards wurden an allen Fahrzeugseiten Personenschutzscanner

installiert. Sie schaffen die Voraussetzungen

für eine sichere Navigation der Geräte auf dem rund 1.000 m langen

Fahrkurs mit zahlreichen engen Passagen.

Basierend auf 60 Jahren Erfahrung in der Entwicklung von FTS

und umfassender Kompetenz in der Pharmabranche bietet ek

robotics maßgeschneiderte Lösungen. Das Unternehmen deckt

von der Planung über die Softwaresteuerung bis hin zur Schulung

alles aus einer Hand ab. Die kontinuierliche Weiterentwicklung

sorgt für langfristige Effizienz, Sicherheit und nachhaltige

Prozessoptimierung, die für die Intralogistik in der Pharmabranche

von entscheidender Bedeutung sind.

Fotos: ek robotics

www.ek-robotics.com

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PRAKTIKER-LEITFADEN

WORAUF ES BEI ENERGIEKETTEN FÜR

HALLENKRANE WIRKLICH ANKOMMT

Die Leistungsfähigkeit von Hallenkranen hängt entscheidend von der

Funktionalität ihrer Energieketten ab. Ihre Auswahl und Konfiguration

beeinflussen maßgeblich die Betriebssicherheit und Lebensdauer des

Systems. Der vorliegende Beitrag identifiziert neun Schlüsselfaktoren,

die bei der Spezifikation und dem Einsatz von Energieketten für

Hallenkrane beachtet werden sollten.

1. EINSATZORT

Die Wahl der richtigen Energiekette für einen Hallenkran

hängt maßgeblich von den Umgebungsbedingungen ab.

Faktoren wie Chemikalieneinfluss, Temperatur und Staub

(vor allem abrasiver Staub) spielen eine entscheidende

Rolle. Für Umgebungen mit hoher chemischer Belastung

oder hohen Temperaturen sind Energieketten aus speziellen

Hochleistungskunststoffen empfehlenswert. In

Umgebungen mit abrasivem Staub oder hoher Luftfeuchtigkeit

sind Ketten mit integrierten Rollen ratsam.

2. NUTZUNGSHÄUFIGKEIT

Die Häufigkeit der Nutzung des Hallenkrans beeinflusst

die Auswahl der Energiekette. Bei hoher Nutzungshäufigkeit

sind Energieketten aus verschleißfesten Hochleistungskunststoffen

zu bevorzugen, die für eine hohe

Anzahl von Zyklen ausgelegt sind. „Unsere Online-Tools

können helfen, die zu erwartende Lebensdauer der

Energiekette basierend auf den spezifischen Einsatzbedingungen

zu ermitteln und den richtigen Energiekettentyp

auszuwählen“, so Jens Göbel, Industry Manager Cranes &

Material Handling e-chainsystems, igus GmbH, Köln.

3. WARTUNG

Eine einfache Wartung ist

essenziell für den problemlosen

Betrieb eines Hallenkrans.

Energieketten sollten so

konzipiert sein, dass sie leicht

zugänglich und schnell zu öffnen

sind. Systeme wie die E4Q-Serie

von igus ermöglichen das

werkzeuglose Öffnen und Schließen der Energiekette, was die

Wartungszeit reduziert. Zudem sollten Energieketten so installiert

sein, dass sie sich bei Bedarf schnell austauschen lassen, ohne den

kompletten Betrieb zu unterbrechen.

4. POSITION DER

SCHALTSCHRÄNKE

Die Positionierung der Schaltschränke hat

Einfluss auf den benötigten Leitungsüberstand

außerhalb des Kettensystems. Kurze

Wege helfen, die Kosten gering zu halten,

und erleichtern einen zukünftigen Leitungsaustausch.

Zusätzlich zur benötigten

Leitungslänge bedarf es noch einer kleinen

Leitungsreserve an beiden Enden des

Kettensystems, um ein Nachsetzen der

einzelnen Leitungen sicherzustellen.

44 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


5. PROZESSKRITIKALITÄT DES KRANS

8. RESERVE FÜR AUFRÜSTUNG

Bei der Planung der Energiekette sollte immer eine

Reserve für zukünftige Aufrüstungen eingeplant werden.

Dies gestattet es, zusätzliche Leitungen oder Schläuche

nachträglich zu integrieren, ohne das System neu installieren

zu müssen. Energieketten, die modular aufgebaut

sind und eine einfache Erweiterung zulassen, erweisen

sich hier als vorteilhaft.

Die Prozesskritikalität des Krans bestimmt die Anforderungen

an die Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit der

Energiekette. In prozesskritischen Anwendungen, bei

denen ein Ausfall des Krans zu erheblichen Produktionsausfällen

führen würde, sind robuste und wartungsarme

Energieketten erforderlich. Systeme mit integrierter

Zustandsüberwachung (Condition Monitoring) und

vorausschauender Wartung (Predictive Maintenance)

können hier zusätzliche Sicherheit bieten. Diese Systeme

erfassen wichtige Werte wie Verschleiß oder Zug- und

Schubkräfte und melden Unregelmäßigkeiten frühzeitig.

Eine fundierte Schulung für

das Wartungspersonal ist

unerlässlich, um die

Lebensdauer der Energiekette

zu maximieren und

Ausfallzeiten zu minimieren

JENS GÖBEL,

Industry Manager

Cranes & Material Handling

e-chainsystems, igus

6. INSTANDHALTUNGSSCHULUNG

Eine fundierte Instandhaltungsschulung für das Wartungspersonal

ist unerlässlich, um die Lebensdauer der

Energiekette zu maximieren und Ausfallzeiten zu minimieren.

Schulungen sollten die korrekte Handhabung,

Wartung und den Austausch von Energieketten umfassen.

Zudem sollten die Mitarbeiter mit den spezifischen

Anforderungen und Besonderheiten der eingesetzten

Energieketten vertraut gemacht werden.

9. EINBAUFERTIGE SYSTEME

VERWENDEN

7. LEITUNGEN

Damit ein Energiekettensystem ausfallsicher funktioniert,

müssen die Leitungen für den Einsatz in der Energiekette

geeignet sein. chainflex-Leitungen sind für die hohen

mechanischen Belastungen in bewegten Anwendungen

entwickelt worden. Sie bieten eine hohe Lebensdauer und

Zuverlässigkeit, selbst bei langen Verfahrwegen und

kleinen Biegeradien. Die Verwendung von chainflex-Leitungen

stellt sicher, dass die Energiekette optimal

funktioniert und die Leitungen vor vorzeitigem Verschleiß

geschützt sind. Eine sorgfältige Planung der Leitungsführung

und die Berücksichtigung von Biegeradien sind

hierbei unerlässlich, um die Voraussetzungen für eine

lange Lebensdauer der Leitungen zu schaffen.

Empfehlenswert ist es, einbaufertige Systeme wie

readychain zu nutzen, die aus konfektionierten Leitungen

und der passenden Kette bestehen. Dies vereinfacht die

Montage und erhöht die Lebensdauer der Energiekette.

Darüber hinaus ist beim Einsatz dieser Systeme die Kette

perfekt befüllt. Dies reduziert die Montagezeit um bis zu

95 Prozent, minimiert den Logistikaufwand und optimiert

den Beschaffungsprozess.

Fotos: igus

www.igus.de

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 45


PRODUKTE UND SYSTEME

FÖRDERTECHNIK

MATERIALFLUSS

LOGISTIK 4.0

AUF DEN

PUNKT

GEBRACHT

MANFRED WEBER,

REDAKTEUR

Das Internet ist voll mit nützlichen,

aber auch überflüssigen Inhalten. Wir

filtern für Sie die Informationsflut und

recherchieren Inhalte mit echtem

Nutzwert für den Intralogistiker

Tagtäglich sind wir im Internet einer riesigen Informationsflut ausgesetzt. Da wird es

schwer, den Überblick zu behalten. Doch f+h hilft! Denn wir selektieren nicht nur

entsprechende Pressemeldungen, sondern durchforsten für Sie auch Websites, Business-

Netzwerke und soziale Medien und filtern spannende Dinge heraus. Ab sofort finden Sie

an dieser Stelle unsere Highlights aus der digitalen Welt der Intralogistik.

FÖRDERBAND ONLINE KONFIGURIEREN

Die item Industrietechnik GmbH erweitert die Funktionalitäten

ihres Online-Shops im Bereich Förderbandsysteme,

um Konstruktion, Kalkulation und Einkauf intelligent

miteinander zu verbinden. Ab sofort können Nutzer ihr

Förderbandsystem direkt im Shop individuell konfigurieren,

technische Parameter festlegen und die Kosten der

Lösung direkt einsehen. Damit wird der komplette Prozess

von der Planung bis zur Bestellung nicht nur transparenter

und effizienter, sondern auch so einfach wie nie zuvor.

WWW.ITEM24.COM

WMS-CHATBOT

Das Unternehmen Konecranes hat seinen neuen

Chatbot für das Warehouse-Management-System

(WMS) auf den Markt gebracht. Dabei handelt es

sich um einen digitalen Offline-Assistenten, der bei

der Fehlersuche in Echtzeit unterstützt und bei

Aufgaben anleitet. Der WMS-Chatbot wird direkt in

die WMS-Schnittstelle integriert und arbeitet ohne

Internetzugang, sodass alle Daten in der sicheren

IT-Umgebung des Betreibers verbleiben. Der Chatbot

wird auf den Servern von Konecranes anhand von

betreiberspezifischen Dokumenten trainiert und

dann sicher auf die Offline-Systeme des Betreibers

übertragen. So haben Nutzer direkten Zugriff auf

relevante Serviceunterlagen, historische Wartungsdaten

und Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

WWW.KONECRANES.COM

46 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


PRODUKTE UND SYSTEME

DIE TOP

ONLINE-ARTIKEL

DER F+H WEBSITE

AUTOMATISIERTES LAGER IN

SCHWEDEN

SSI Schäfer realisiert Logistikzentrum für Apotea

bit.ly/ssis-fuh-25

EFFIZIENZ IM FOKUS

Zeitstudien und Prozessbewertung in

der Supply Chain

bit.ly/gmp-fuh-25

FORSCHUNGSARBEIT VORANTREIBEN

Unger neuer Chief Technology Officer bei ecovium

bit.ly/eco-fuh-25

An dieser Stelle präsentieren wir Ihnen die

fünf meist gelesenen Artikel des Monats

auf unserer Internetpräsenz

Das Ranking umfasst alle Seitenaufrufe im 2-Monats-Zeitraum

bis ca. 2-3 Wochen vor Erscheinungstermin dieser Ausgabe. Die

Berechnungsbasis von 100% entspricht der Summe der fünf Plätze.

GILGEN LOGISTICS BAUT MARKT-

PRÄSENZ IN DEUTSCHLAND AUS

Thomas Müller Geschäftsführer in Dortmund

bit.ly/gilg-fuh-25

WACHSEN UND VERANSCHAULICHEN

Neuer Standort am Münchner Flughafen vereint

Showroom und Büroflächen

bit.ly/exo-fuh-25

EXCLUSIVE

CONTENT

nur online

www.bit.ly/still-fuh-25

WEB-APP FÜR PSAGA

Ob Auffanggurt, Höhensicherungsgerät oder Verbindungsmittel:

Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz

müssen regelmäßig geprüft werden, um Leben zu retten. Die

wosatec GmbH erweitert ihre Web-App um die Prüfung von

PSAgA – Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz.

Unternehmen können damit gesetzliche Prüfpflichten digital,

normkonform und zeitsparend erfüllen. Mit der Erweiterung

bieten die Berliner eine digitale Komplettlösung für die

gesetzlich vorgeschriebene PSAgA-Prüfung. Die Web-App

ermöglicht eine vollumfängliche, digitale Dokumentation der

PSAgA-Prüfungen nach DGUV-Regel 112-198/199, DIN EN

365 und BetrSichV. Von der Erfassung über die Schadensbewertung

bis zur Archivierung und Erinnerung an nächste

Prüftermine wird der komplette Prozess digital abgebildet.

WWW.WOSATEC.COM

GANZHEITLICHER SERVICE ALS

BASIS EFFIZIENTER INTRALOGISTIK

Selbst die modernste Intralogistiklösung bringt keinen

Mehrwert, wenn Fahrzeuge nicht fahren oder die Software

nicht funktioniert. Vor diesem Hintergrund ist ein

zuverlässiger, persönlicher und schneller Service, der

Ausfallzeiten präventiv vermeidet, unerlässlich. Beim Intralogistikspezialisten

Still beginnt dieser schon beim ersten Beratungsgespräch

– mit passgenauen Servicepaketen, die sowohl

die Bedürfnisse der Betreiber als auch vergleichsweise neue

Themenfelder wie automatisierte Fahrzeuge oder zukunftsweisende

Energiesysteme berücksichtigen.

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 47


MARKTPLATZ

MODULARE REGALWAGEN ERWEITERN

DEN HANDLUNGSSPIELRAUM

Mit einem neuen Regalwagen

ergänzt Meta das Sortiment

seiner mobilen Lager-Lösungen.

Die Kombination aus dem

bestehenden Meta-Clip-Regalsystem

und einer stabilen

Rollenkonstruktion schafft

vielseitige Anwendungsoptionen

für Transport, Kommissionierung

und Zwischenlagerung direkt am Ort des Geschehens.

Dabei punktet der Regalwagen mit hoher Anpassungsfähigkeit,

Robustheit und einfacher Manövrierbarkeit – auch bei voller

Beladung. Zwei gebremste Lenkrollen vorn und zwei Bockrollen

hinten sorgen für sicheren und leichten Fahrbetrieb.

Das System ist modular aufgebaut und lässt sich mit Zubehör

wie Fach- und Schrägböden, Rück- und Seitenwänden, Reifenholmen,

Scannerschienen, Trenngittern oder Gitterkörben

individuell konfigurieren. Dabei sind Rahmenhöhen bis

2.000 mm sowie Fachbodentiefen von 400 bis 800 mm und

Breiten von 1.000 oder 1.300 mm realisierbar.

Der Hersteller bietet vorkonfigurierte Varianten – etwa mit

Fachböden oder Reifenholmen – und auch individuell anpassbare

Ausführungen. So lässt sich der Regalwagen gezielt an

unterschiedliche logistische Anforderungen anpassen.

www.meta-online.com

NEUE AUFSITZKEHRMASCHINE STEIGERT

FLÄCHENLEISTUNG

Mit der neuen Aufsitzkehrmaschine SW3000 bringt Nilfisk eine

Lösung auf den Markt, die gezielt auf ergonomische Bedienung,

nachhaltige Konstruktion und hohe Flächenleistung ausgelegt

ist. Die kompakte Maschine eignet sich für den Einsatz in

Industrie und Lagerlogistik. Je nach Einsatzort ist die SW3000

mit Bleisäurebatterien oder einer Lithium-Ionen-Option

verfügbar. Zwei integrierte Kehrgutbehälter aus Kunststoff mit

einem Volumen von jeweils 50 l lassen sich mithilfe von Rollen

und Griff komfortabel entleeren. Die Steuerung geschieht über

ein robustes digitales Display mit klaren Symbolen. Ein personalisierter

PIN-Code oder ein optionaler Funkschlüssel ermöglicht

den Maschinenstart. Die Kehrmaschine bewältigt bis zu

8.100 m² pro Stunde und meistert Steigungen bis 20 Prozent.

Das System „DustGuard“ sorgt mit feinem Wassernebel für

Staubbindung an den Seitenbesen. Optional lässt sich ein

H13-Hepa-Filter integrieren. Der

werkzeugfreie Austausch aller

Filterkomponenten sowie farblich

markierte Bedienpunkte erleichtern

Wartung und Service. Die

automatische Filterreinigung

sowie visuelle Wartungshinweise

auf dem Display unterstützen

zusätzlich.

www.nilfisk.de

HUBTISCHE NACHRÜSTEN: MEHR SICHERHEIT

DURCH FALTENBÄLGE

In der Lagerhalle eines niederländischen

Unternehmens waren drei

Scheren-Hubtische ein Sicherheitsrisiko.

Vor allem, weil ein stark

frequentierter Fußweg regelmäßig

Mitarbeiter an den Hubtischen

entlang führt. Die Gefahr des

versehentlichen Eingreifens in die

Scherenkonstruktion sowie des Unterfahrens oder unsachgemäßen

Abstellens von Paletten war groß. Dieses Problem ließ

sich durch die Nachrüstung mit Faltenbälgen von Hema lösen.

Die 1.200 × 4.000 mm großen und bis zu 850 mm ausfahrbaren

Hubtische wurden mit Faltenbälgen der Serie Elastic ausgestattet.

Diese Serie ermöglicht individuelle Anpassungen in

Material, Form, Verarbeitung und Abmessung an den jeweiligen

Einsatzbereich. Befestigt wurden die Faltenbälge mithilfe von

Metallendrahmen. Das passgenaue Schutzsystem umschließt

die Scherenkonstruktion vollständig und bewegt sich geräuscharm

mit ihr. Es verhindert effektiv, dass Personen oder Gegenstände

in den kritischen Bereich gelangen und somit Not-

Stopps, Personen- oder Sachschäden verursachen.

www.hema-group.com

ARBEITSPLATTFORMEN MEISTERN EXTREME

KÄLTE IM HOCHREGALLAGER

In der Lebensmittelindustrie spielt die Einhaltung der Kühlkette

eine wichtige Rolle. Herausfordernd wird es bei Störungen in

der Logistik. Zwar sind die Lebensmittel im Tiefkühllager noch

geschützt, doch bei technischen Störungen im Hochregal

kommen Servicemitarbeiter schnell an ihre Grenzen. Bei

Hochregallagern bis zu einer Höhe von 50 m und einer Arbeitsumgebung

von bis zu -28 °C

herrschen ähnliche Bedingungen

wie 4.000 m über dem Meeresspiegel.

Das bedeutet maximal

zwei Stunden Einsatz, dann eine

lange Pause. Darüber hinaus ist

das schnelle Erreichen des Ortes

zur Problembehebung eine

Herausforderung. Mithilfe der

Konzepte von Mehrtec können Rbgfix-Sicherheitsplattformen,

je nach Bauart des Regals, durch Vorinstallation zügig an den

Brennpunkt gefahren oder dauerhaft an vordefinierten

Wartungspunkten angebracht werden. Jüngst wurden für

einen Produzenten von Kartoffelprodukten 30 Arbeitsplattformen

im Hochregal montiert. Ein Teil davon im Tiefkühllager.

www.mehrtec.de

SELBSTKIPPER FÜR LEICHTE LASTEN

Die Karl H. Bartels GmbH bietet mit den „Selbstkippern leicht“ eine Muldenlösung für leichte Materialien

an. Die Behälter verfügen über eine Traglast von 1.000 kg und sind in fünf Größen mit einem Fassungsvermögen

von 150 bis 1.000 Litern verfügbar. Standardmäßig sind Stapler-Einfahrtaschen vorhanden;

optional können Rollen für das manuelle Handling ergänzt werden. Die Entleerung geschieht per Seilzug,

wobei die Mulde selbstständig in die Ausgangsposition zurückschwingt und automatisch verriegelt.

Sondermaße, zusätzliche Ausstattungen und flüssigkeitsdichte Ausführungen sind ebenfalls erhältlich.

www.bartels-shop.com

48 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


MENSCHEN UND MÄRKTE

FÖRDERTECHNIK

MATERIALFLUSS

LOGISTIK

ULRIKE JUST

Was war die beste Entscheidung in

Ihrer beruflichen Laufbahn?

Im Juli 2017 Consulting und Private

Equity den Rücken zu kehren und bei

Linde Material Handling anzufangen.

Nie hat mir ein Job mehr Spaß gemacht.

Ihre größte Herausforderung in den

nächsten zwölf Monaten?

Die generelle Herausforderung der

europäischen Manufacturing Industrie:

Eine schlagkräftige Strategie gegen

asiatische Wettbewerber umsetzen.

Was macht Ihnen an Ihrem Job am

meisten Spaß?

Hoch-performante Teams formen,

Motivationsreden halten und Ordnung

in (gedankliches und organisatorisches)

Wirrwarr bringen.

Ist die Digitalisierung Segen oder

Fluch?

Ein Segen – GenAI verleiht Superkräfte.

Aber die gesellschaftlichen Auswirkungen,

vor allem die zunehmende

Vereinsamung, sind ein Problem.

Hören Sie gerne Musik, wenn ja,

welche?

Definitiv. Neffex, Kontra K und Alternative

Rock zum Training, eine ausgewählte

Playlist zur Morgen Motivation.

Wie oft schauen Sie täglich auf Ihr

Handy?

Puh, wann schaue ich nicht darauf –

es ist quasi mein Zusatzgehirn für

alles.

Wie können Sie am besten vom

Berufsalltag entspannen?

Am besten aktiv (Kickboxen, Yoga,

Intervall Training), in der Natur (Bergsteigen

in einsamen Gebieten) und

mit Freunden.

PERSON

MBA der Harvard Business School. Karrierestufen

bei der Boston Consulting Group, Bain Capital und

››ZUR

Linde Gase mit Aufenthalten in Indien, Russland,

Südafrika, Großbritannien und USA. Bei Linde

Material Handling erst im Business Development,

dann Managing Direktor für Großbritannien, nun

verantwortlich als Mitglied der Geschäftsführung

für Vertrieb und Service EMEA.

www.foerdern-und-heben.de f+h 2025/06 49


IM NÄCHSTEN HEFT: 07/2025

ERSCHEINUNGSTERMIN: 01. 09. 2025

ANZEIGENSCHLUSS: 15. 08. 2025

01

02 03

VERNETZEN

SIE SICH MIT

01 Neue Effizienz in der Fertigung: Das System FMS Max bringt

Dynamik in serielle Montageprozesse

Foto: MiniTec

bit.ly/fuh-website

bit.ly/fuh-e-paper

bit.ly/fuh-facebook

bit.ly/fuh-x

bit.ly/fuh-linkedin

bit.ly/fuh-xing

bit.ly/fuh-instagram

bit.ly/fuh-youtube

DEM CHEFREDAKTEUR:

Winfried Bauer

w.bauer@vfmz.de

bit.ly/fuh-wb-linkedin

bit.ly/fuh-wb-xing

02 Kraft trifft Präzision: Krananlage im Wasserkraftwerk

Jochenstein modernisiert für Schwerlastbetrieb

Foto: Stahl CraneSystems

03 Mehr als Technik: Warum Kundenorientierung bei Mias die

zentrale Antriebskraft ist

Foto: Mias

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

50 f+h 2025/06 www.foerdern-und-heben.de


SYSTEMORIENTIERT

DENKEN

VERNETZT

HANDELN

10 Print-Ausgaben

im Jahr

2884

LOGISTIK UNTER STROM

Logistikzentrum mit automatischen Lagern sichert

Wachstum des Elektrogroßhändlers Emil Löffelhardt

+

foerdern-und-heben.de

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Die Konturenlehre

Das Kopieren eines Profils war noch nie so einfach!

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Das Jahresabonnement umfasst 10 Ausgaben und kostet € 146,- (Ausland € 156,- netto) inkl. Versandkosten. Als Begrüßungsgeschenk

erhalte ich die Konturenlehre. Nach Ablauf des ersten Bezugsjahres kann das Abonnement jederzeit, mit einer Frist von einem Monat,

schriftlich gekündigt werden.

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„f+h“ ist eine Zeitschrift der Vereinigten Fachverlage GmbH, Lise-Meitner-Straße 2, 55129 Mainz, HRB 2270, Amtsgericht Mainz,

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