matchball 3-2025
In dieser matchball-Ausgabe steckt Tennis pur: Von Rasenduellen auf WTA-Level über packende Bundesliga- Berichte bis hin zur Regionalliga mit Berliner Biss. Dazu die TVBB- Verbandsmeisterschaften, ein starkes Portrait aus der Hauptstadt und natürlich: die neuen 33 Fragen an ... – wer da nicht blättert, verpasst das Beste!
In dieser matchball-Ausgabe steckt Tennis pur: Von Rasenduellen auf WTA-Level über packende Bundesliga- Berichte bis hin zur Regionalliga mit Berliner Biss. Dazu die TVBB- Verbandsmeisterschaften, ein starkes Portrait aus der Hauptstadt und natürlich: die neuen 33 Fragen an ... – wer da nicht blättert, verpasst das Beste!
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3/2025
Aufschlag Berlin –
die Highlights der
Sommersaison
In dieser matchball-Ausgabe steckt
Tennis pur: Von Rasenduellen auf
WTA-Level über packende Bundesliga-
Berichte bis hin zur Regionalliga
mit Berliner Biss. Dazu die TVBB-
Verbandsmeisterschaften, ein starkes
Portrait aus der Hauptstadt und
natürlich: die neuen 33 Fragen an ...
– wer da nicht blättert, verpasst
das Beste!
© Claudio Gärtner / ARNOLDsART
Wir stellen alles
in den Schatten.
Editorial
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„Wir … für die Spiele“
Dr. Klaus-Peter Walter
Fotos: Claudio Gärtner - tennisphoto.de, immodium / Shutterstock.com
Das Berliner Olympiastadion
Liebe Tennisfreunde in Berlin und Brandenburg,
Berlin bewirbt sich um die Olympischen und Paralympischen
Spiele und ist wohl ein aussichtsreicher Kandidat
für den Deutschen Olympische Sportbund (DOSB).
Dieser hatte sich zusammen mit der damaligen Bundesregierung
im Anschluss an die Spiele in Paris im Jahr 2024
für eine Kandidatur ab den Jahren 2036 begeistert gezeigt
und verkündet auf seiner Homepage: „Nachhaltig geplante
und zukunftsorientiert gedachte Olympische und
Paralympische Spiele bieten die Chance, ganz Deutschland
zu bereichern. Olympia ist ein Zukunftsprojekt, das den Zusammenhalt
in unserer Gesellschaft stärken kann. Es sendet
ein klares Signal: Gemeinsame Investitionen in unsere
Zukunft und Optimismus lohnen sich. Der Sport kann
langfristig profitieren – in Breite und Spitze.“
Die Landesregierungen in Deutschland haben diese
Vorlage der damaligen Bundesregierung aufgegriffen und
Konzepte zur Bewerbung entwickelt. Spätestens im Herbst
nächsten Jahres 2026 will der DOSB über die erfolgversprechendste
Region entscheiden. Dazu gehören Hamburg,
München, Rhein Ruhr sowie Berlin in Kooperation
mit Brandenburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern,
Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Spielstätten
wurden für Berlin bereits identifiziert, so dass mit
überschaubaren Investitionen in neue Infrastrukturen der
Anspruch der Nachhaltigkeit erfüllt sein dürfte.
Für den Tennissport werden als Spielstätten für Berlin
die Clubs TC 1899 Blau-Weiss und der LTTC „Rot-Weiß”
angegeben. Die Anzahl an Plätzen dürfte dann in der
Größenordnung der Anlage von Roland-Garros liegen,
so dass auf 20 Tennisplätzen für ca. 200 Teilnehmer plangerecht
gespielt werden könnte. Allerdings hat Roland-
Garros zwei überdachte Turnierplätze, die auch zu Beginn
der Tennisspiele aufgrund des Regentages genutzt werden
mussten. Zwar sind die generellen Anforderungen des IOC,
des International Olympic Committee, nicht im Einzelnen
bekannt, doch dürfte eine Überdachung des Stadions für
7.000 Zuschauer bereits jetzt und für künftige Tennisveranstaltungen
in Berlin vorteilhaft sein. Auch die Frage des
Belags sollte zuvor geklärt werden, denn drei Rasenplätze
beim LTTC können die anstehenden über 200 Matches
nicht bewältigen. Auch die traditionellen roten Ascheplätze
stehen der Nachhaltigkeit des Wasserverbrauchs
wegen in der Kritik. Für unsere idyllische Metropolregion
Berlin mit vier Millionen Einwohnern stehen also – und
sei es nur temporär – Lösungen an, Spielstätten zu überdachen
und gleichwertige Beläge bereitzustellen. Diese
Frage steht damit nicht nur bei der Olympia-Bewerbung
an, denn alle Vereine tun sich gegenwärtig schwer beim
Überlegen, welcher Belag zu wählen ist, der zukunftsfest
sein könnte.
So zeichnen sich Fakten zur Nachhaltigkeit und möglichen
Investitionen für den Tennissport ab. Kann es mit
diesen Argumenten gelingen, skeptische Mitbürger für
Olympia zu begeistern? Rationale Gründe sind schön und
gut, doch wie kann Begeisterung eingeschätzt werden, die
letztlich nur intuitiv erfasst werden kann. Meiner Mutter
leuchteten noch nach 80 Jahren ihre Augen, wenn sie über
ihr Mitwirken bei den Olympischen Spielen 1936 schwärmte.
Sicherlich war es auch die Atmosphäre am Stadion, der
damaligen Sportinvestition, die heute bei Sportgroßveranstaltungen
noch glänzt. Sie berichtete aber fast ausschließlich
von Freundschaften, die sie dort geschlossen hatte,
von ihrem Mitwirken beim Ordnungsdienst, von Festlichkeiten
und spontanen Feiern mit anderen Gleichaltrigen.
Diese Begeisterung hielt ein Leben lang an. Für mich sind
das die Argumente bei „Wir … für die Spiele!“ mitzuwirken
und unserem Nachwuchs, der zum Teil noch gar nicht geboren
ist, die Chance zu geben, ein überwältigendes Erlebnis
zu bieten.
Nachdem selbst Alexander Zverev das Wir-Gefühl
in unserer Gesellschaft vermisst, böte sich mit der Bewerbung
die Chance, dieses zumindest für die Berliner
zu entwickeln. Der Olympiasieger von Tokio könnte dabei
durchaus eine motivierende Rolle übernehmen und den
Skeptikern unter uns Tennisspielern die Großartigkeit des
Mottos nahebringen: „Wir … für die Spiele!“ Was sollte uns
also hindern, frohgemut die Zukunft in den Blick zu nehmen
und die Zweifel hintenanzustellen, die Chancen liegen
vor uns. Warten wir also nicht ab, sondern packen wir
es an, unterstützen wir die Bewerbung für Berlin. Nebenbei
wünsche ich Ihnen für die Herbstsaison Fitness und Zuversicht.
Ihr Dr. Klaus-Peter Walter
Präsident des TVBB
matchball | 03 – 2025
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Inhalt
Ç TOP-EREIGNISSE
Berlin Tennis Open by HYLO 2025 WTA 500
Wimbledon-Vibes in Berlin – Vondrousova siegt auf Rasen . . 4
Eva Lys im Portrait
Von der Außenseiterin zur Hoffnungsträgerin. . . . . . . 7
Berlin Tennis Open by HYLO 2025 – Kids Fan Fest
Tennis, Stars & Sonnenschein . . . . . . . . . . . . . 8
Berlin Tennis Junior Open presented by Fila und TVBB
Showtime für die Stars von morgen . . . . . . . . . . 9
Berliner Spitzen: Jonas Pelle Hartenstein
„Sag einfach Jonas.“ . . . . . . . . . . . . . . . . 11
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TENNIS NATIONAL
1. Bundesliga der Damen 2025 – LTTC „Rot-Weiß”
„Rot-Weiß“ kommt mit einem blauen Auge davon . . . . . 16
Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen 2025 – TC SCC Berlin
Zurück im Oberhaus: SCC belohnt sich für starke Saison . . . 18
2. Bundesliga Nord der Damen 2025 – TC 1899 Blau-Weiss
Starkes Comeback: Blau-Weiss beendet Saison auf Rang drei 20
2. Bundesliga Nord der Damen 2025 – Potsdamer TC „Rot-Weiß”
Potsdam bleibt oben – mit Mut, Teamgeist und vier Siegen . 22
Rückblick Regionalliga Nordost 2025
TVBB-Teams sechsmal erfolgreich, Zahl der Absteiger
leicht gestiegen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
Deutsche Jugendmeisterschaften presented by Generali/DVAG
Analyse statt Applaus – Berlin schaut nach vorn . . . . . . 26
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TVBB SPORT
TVBB-Verbandsmeisterschaften
Zweifach Stabel, einmal Sanchez Martinez . . . . . . . . 28
Goldene Momente an der Hundekehle:
TVBB ehrt seine Mannschaftsmeister bei den Berlin
Tennis Open . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
23. Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier
Tradition, Tennis und Temperament: Eine Klasse für sich. . . 32
Südturnier Senioren S2
Britz zwischen Sandplatzromantik und Sägezahndramatik . . 36
8. Neuenhagen Senior Open 2025
S3 ist mehr als ein Kürzel – es ist ein Qualitätsversprechen . . 38
20. Neuenhagen Open 2025
Ein Turnier wie ein Wiedersehen. . . . . . . . . . . . 40
2. ROHA Open 2025 S4
Leere Startplätze, volle Motivation – warum
Durchziehen auch ein Statement ist . . . . . . . . . . 42
Grunewald Open Aktive 2025
Schön siegt, Maskow wiederholt – Grunewald Open
mit Starqualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
bett1 Kids-Cup 2025
Kleine Helden ganz in Weiß . . . . . . . . . . . . . 46
38. Nordpokal 2025
Ein Wochenende zwischen Wolken und Wunderschlägen . . 48
TVBB-Midcourt-Verbandsmeisterschaften U9
Mehr als ein erstes Turnier – der Nachwuchs zeigt, was
in ihm steckt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50
Foto: Jan Patrick Wagner, Adobe Stock
2
matchball | 03 – 2025
Inhalt
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39. Jüngstenturnier des TVBB U9/U10
Kleine Helden auf blauem Sand – große Augen, erste
große Punkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51
Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
Zwischen Aufschlag und Alltag
33 Fragen an Julia Hofmann . . . . . . . . . . . . . 54
TVBB On Tour:
Wo Berlin aufschlägt, wird es spannend . . . . . . . . . 56
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TVBB INTERN
TVBB Fortbildung für C- und B-Trainer
Hybrides Lernen mit Tiefgang: Fortbildung für C- und
B-Trainer überzeugt . . . . . . . . . . . . . . . . 60
Fair bleiben!
Die Fairplay-Gebote des TVBB im Überblick . . . . . . . 61
„Vamos, Berlin!“
Der TVBB bringt Padel in die Liga . . . . . . . . . . . 62
Nachruf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63
Ç
TENNIS INTERNATIONAL
Roland-Garros 2025
Zwei Tage. Zwei Comebacks. Zwei Helden. . . . . . . . . 64
Roland-Garros Juniors 2025
Zwei Asse, ein Titel – McDonald schlägt Schönhaus . . . . 66
Merci, Rafa!
Der letzte Tanz des Sandplatzkönigs . . . . . . . . . . 67
Wimbledon 2025
Zwischen Glanz, Gänsehaut und einem goldenen Nullergebnis68
Bad Homburg Open powered by Solarwatt
Eleganz trifft Energie – Pegulas großer Auftritt . . . . . . 70
Bitpanda Hamburg Open 2025
Cobolli rockt den Rothenbaum – Rublev fällt, Zverev
kämpft mit Fieber . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
Glosse
Zwischen Netzroller und Nervenzusammenbruch – ein
ganz normales Tennis-Match . . . . . . . . . . . . . 72
Fotos: Adobe Stock, Jürgen Hasenkopf
Herausgeber:
Tennis-Verband Berlin-
Brandenburg e. V.
Hüttenweg 45, 14 195 Berlin
Telefon 030 – 89 72 87 30
Telefax 030 – 89 72 87 01
E-Mail: info@tvbb.de
Präsident: Dr. Klaus-Peter Walter
Verantwortlich TVBB: Linda Fritschken
Redaktion:
Claudio Gärtner (Ltg.), Linda
Fritschken, Katrin Brewka
redaktion@matchball-tvbb.de
Beiträge, Wortmeldungen,
Anregungen, Fotos oder
Terminmitteilungen können über
die nachfolgende Webseite an die
Redaktion gesendet werden:
www.matchball-tvbb.de
Produktion, Layout und Satz:
maasgestaltet, Berlin
Anzeigen:
TVBB, Telefon: 030–89 728 730
Vertrieb
TVBB, Telefon: 030–89 728 730
Druck:
Pinguin Druck GmbH
Marienburger Straße 16
10405 Berlin
Tel.: 030 44 32 96 – 50
www.pinguindruck.de
Beiträge:
Claudio Gärtner, Dr. Klaus-Peter
Walter, Katrin Brewka, Klaus Weise,
Michael Matthess, Peter Obst,
Sandra Karner, Sebastian Herzberg
Fotos:
Claudio Gärtner-tennisphoto.de,
DTB, Harry Reis; Jan Patrick
Wagner, Jürgen Hasenkopf,
Mathias Schulz-tennisphoto.de,
Nicola Sophia Trenner, Adobe
Stock, immodium / Shutterstock.
com, Harald Almonat, Laura Fuchs,
Markus Arnold, Sandra Karner
matchball 4 – 2025
Redaktionsschluss: 13.10.2025
Anzeigenschluss: 13.10.2025
Auslieferung: November (KW 45)
ISSN 2944 – 4217 (Print)
ISSN 2944 – 4225 (Online)
„matchball “, das Tennismagazin des TVBB, erscheint viermal
jährlich in den Monaten Februar, Mai, August und November.
Das Abonnement kostet 15,– € pro Jahr (einschl. MwSt. und
Versand). Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden, des durchführenden
Vertriebs oder infolge höherer Gewalt bzw. Störung
des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen
den durchführenden Vetrieb. Für unverlangt eingesandte
Fotos und Manuskripte wird keine Haftung übernommen.
Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung
des Herausgebers und Quellenangabe.
Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung
des Autors wieder – diese muss nicht mit der des Herausgebers
und der Redaktion übereinstimmen.
Die Schreibweise in matchball in Deutsch verfasster Texte hält
sich an die aktuellen Empfehlungen des Rats der deutschen
Rechtschreibung. Abweichende Schreibweisen werden nach
Möglichkeit vermieden.
matchball | 03 – 2025
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Ç
Top
Marketa Vondrousova
Berlin Tennis Open by HYLO 2025 WTA 500 – 14. bis 22. Juni 2025
Wimbledon-Vibes in Berlin – Vondrousova siegt auf Rasen
Mit einer absoluten Topbesetzung glänzten in diesem Jahr die mit 1,1 Millionen $ dotierten Berlin
Tennis Open by Hylo auf der Anlage des LTTC „Rot-Weiß“. Von den ersten zehn der Weltrangliste
waren acht am Start, was einem Grand Slam-Turnier in nichts nachstand. Lediglich Iga Swiatek aus
Polen war erneut nicht dabei und unmittelbar vor Spielbeginn musste noch die Chinesin Qinwen
Zheng, Nummer fünf der Setzliste und im letzten Jahr Goldmedaillengewinnerin beim Olympischen
Turnier in Paris, wegen einer Rückenverletzung passen. Doch trotz erstklassigem Teilnehmerfeld
konnte keine der Favoritinnen das Turnier gewinnen. Am Ende setzte sich die Tschechin Marketa
Vondrousova gegen die Qualifikantin Xinyu Wang aus China in drei umkämpften Sätzen durch.
Bereits zum Auftakt des Turniers mussten einige gesetzte
Spielerinnen die Segel streichen. Prominentestes
Opfer war die an Position zwei eingestufte US-Amerikanerin
Coco Gauff. Mit lediglich ein paar Stunden Vorbereitung
auf Rasen scheiterte sie an der späteren Finalistin Xinyu Wang
deutlich mit 3:6, 3:6. Auch die Titelverteidigerin Jessica Pegula
(USA), an drei gesetzt, kam über das erste Spiel nicht hinaus.
Und auch für die Top-10-Spielerinnen Jasmine Paolini (Italien),
Mirra Andreeva (Russland) sowie die US-Amerikanerin
Madison Keys war bereits zu Beginn des Turniers der Traum
vom Turniersieg ausgeträumt.
In der oberen Tableauhälfte erreichte die Nummer eins der
Setzliste und Weltranglistenerste Aryna Sabalenka aus Belarus
zunächst das Viertelfinale. Im Duell mit Elena Rybakina aus Kasachstan
stand Sabalenka dann schon vor dem Aus. Im dramatischen
Schlusssatz vergab die Kasachin beim Stand von 6:2 im
Tiebreak vier Matchbälle. Am Ende der
mehr als zweieinhalb Stunden dauernden
Begegnung hatte Sabalenka mit 7:6,
3:6, 7:6 doch noch das bessere Ende für
sich. „Ich kann mich nicht erinnern, wann
ich das letzte Mal ein eigentlich schon
verlorenes Spiel noch drehen konnte. Es war das erwartet harte
Match zwischen uns beiden“, sagte sie nach dem nervenaufreibenden
Spiel und dem siebten Erfolg im elften Duell mit Rybakina.
Im Halbfinale gegen Marketa Vondrousova, die 2023 im
Wimbledon ihren ersten Grand-Slam-Titel holte, war dann allerdings
das Turnier für die Topfavoritin beendet. Vondrousova
bewies, dass sie wieder in guter Form auf der Tour zurück ist.
Die Tschechin musste sich im letzten Jahr einer Operation an
der linken Schulter unterziehen und fiel monatelang aus. Kurz
vor dem Turnier stand sie nur auf Rang 164 der Weltrangliste.
Marketa Vondrousova
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
4
matchball | 03 – 2025
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Sonja Zhenikhova
Coco Gauff
In der unteren Hälfte sorgte Xinyu Wang für Furore. Die Chinesin
hatte bereits in der ersten Qualifikationsrunde große
Mühe, lag mit 3:6, 1:3 hinten und dachte schon ans Aufgeben.
Doch ihre Box ermunterte sie weiterzuspielen, sodass doch
noch ein Dreisatz-Sieg heraussprang. Ab diesem Zeitpunkt trug
sie die Welle von der Qualifikation bis ins Finale. Nach dem Erfolg
über Coco Gauff profitierte die 23-Jährige von der Aufgabe
von Paula Badosa. Die Spanierin musste beim Stand von
1:6 wegen einer Hüftverletzung aufgeben, was sie am Ende der
Partie aus Frust mit dem Zertrümmern ihres Schlägers quittierte
und unter Tränen den Center Court verließ. In der Vorschlussrunde
wartete die Russin Liudmila Samsonova auf die
Chinesin. Doch Xinyu Wang ließ sich auch von ihr nicht von
der Siegerstraße abbringen und zog mit einem ungefährdeten
6:4, 6:1 zur eigenen und allgemeinen Überraschung ins Endspiel
ein. „Damit geht ein Traum für mich in Erfüllung“, freute
sich die Außenseiterin unmittelbar nach Spielende und fügte
hinzu: „Das muss an Berlin liegen“. Denn im letzten Jahr konnte
sie ebenfalls als Ungesetzte auf der „Rot-Weiß“-Anlage schon
den Turniersieg im Doppel zusammen mit ihrer Partnerin und
Landsfrau Saisai Zheng feiern.
Doch als Nummer 49 der Einzelweltrangliste im Einzelfinale
zu stehen ist schon noch eine andere Hausnummer. Wer
geglaubt hatte, dass die Chinesin angesichts der großen Aufgabe
und der mittlerweile sechs gespielten Einzel in den Knochen
womöglich einbrechen würde, sah sich getäuscht. Es entwickelte
sich bei brütender Hitze ein jederzeit ausgeglichenes
Match. Dank eines Breaks zum 4:3 ging Wang mit 5:3 in Führung,
doch Vondrousova glich ihrerseits mit einem Break zum
5:5 aus. Im Tie-Break vergab
Wang bei einer 6:2-Führung
vier Satzbälle und konnte
wenig später noch zwei
weitere Satzbälle nicht nutzen.
Somit ging Durchgang
eins mit 12:10 an die
Tschechin.
Doch Wang ließ sich
dadurch nicht aus der
Bahn werfen und sicherte
sich Durchgang zwei
mit 6:4. Zu Beginn des
Entscheidungssatzes gab sie allerdings
gleich ihr erstes Aufschlagspiel
zu null ab. Und beim Stand von 3:1 gelang
Vondrousova gegen ihre langsam
doch etwas müde wirkende Gegnerin
der zweite Aufschlagdurchbruch zur vorentscheidenden
4:1-Führung. Dank ihres
guten Aufschlags verwandelte die Tschechin
nach zwei Stunden und 16 Minuten
ihren ersten Matchball zum 7:6, 4:6,
6:2-Endstand.
Der Erfolg in Berlin, der nach dem
Wimbledonsieg 2023 der bisher größte
Triumph in ihrer Karriere ist, bescherte
ihr ein Preisgeld von 142.610 € und 500
Punkte für die Weltrangliste. „Es war ein
großes Match zwischen uns. Wir haben
beide um jeden Punkt gekämpft. Ich
habe mich sehr wohl auf Rasen gefühlt
und bin dankbar, dass es nach meiner
verletzungsbedingten längeren Wettkampfpause
hier so gut geklappt hat“,
freute sich die 25-jährige Turniersiegerin
und verbessert sich damit auf Platz 73 in
der Weltrangliste.
Ein weitere Überraschung gab es
in der Doppelkonkurrenz. Als Topfavoritinnen
gingen die beiden Italienerinnen Sara Errani und
Jasmine Paolini ins Rennen. Sie kamen mit der Empfehlung,
kurz zuvor den Titel bei den French Open in Roland Garros geholt
zu haben. Sie schafften es dann auch bis ins Finale. Doch
die erstmals zusammen spielende Kombination Tereza Mihalikova
aus der Slowakei und ihre britische Partnerin Olivia Nicholls
machten einen Strich durch
die Rechnung. Im Endspiel setzten
sich die beiden Italienerinnen zunächst
programmgemäß mit 6:4
durch. Doch Mihalikova/Nicholls wurden
immer aggressiver, senkten die
Fehlerquote und suchten frühzeitig
den Weg ans Netz. Am Ende siegten
sie verdient mit 4:6, 6:2, 10:6.
Den Schlusspunkt setzte Tereza Mihalikova
mit einem Ass. Die 27-Jährige
freute sich über das Preisgeld
von zusammen 47.220 € und meinte:
„Jetzt habe ich etwas Geld für unsere
Hochzeit“ und winkte ihrem Partner
in der Betreuerloge zu. Und Olivia
Nicholls lobte auch ihre Gegnerinnen,
gratulierte ihnen nochmal zum
Titelgewinn in Paris und sagte: „Zum
Der tradionelle Sieger-Sprung in
den Hundekehlesee: Olivia Nicholls
und Tereza Mihalikova
Glück haben wir heute gegen euch auf Rasen und nicht auf
Sand gespielt“.
Deutsche Bilanz erneut durchwachsen,
Sonja Zhenikhova hält gut mit
Aufgrund des starken Teilnehmerfeldes kam keine deutsche
Spielerin wegen der zu niedrigen Weltranglistenposition automatisch
in die Qualifikation oder das Hauptfeld. So mussten
Ella Seidel, Anna-Lena Friedsam und Lokalmatadorin und
frischgebackene Juniorinnen-Doppelsiegerin bei den French
Open, Sonja Zhenikhova, eine Wildcard in Anspruch nehmen,
um an den Qualifikationsspielen teilnehmen zu können.
Während Friedsam in Runde eins ohne Chance blieb,
zeigte die für Blau-Gold Steglitz spielende 17-jährige Zhenikhova
bei ihrem WTA-Debüt gegen Caroline Dolehide (USA)
eine couragierte Leistung. Die Berlinerin ging gegen ihre zu
Beginn sehr fehlerhaft agierende Kontrahentin dank schneller
matchball | 03 – 2025
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Top
Aryna Sabalenka
matchball | 03 – 2025
„
Berlin Tennis Open –
das ist nicht nur ein Turnier,
das ist ein Statement.“
Grundlinienschläge rasch in Führung und konnte den Satz im
Tie-Break gewinnen. Die 26-jährige US-Amerikanerin, immerhin
auf Rang 67 der WTA-Weltrangliste zu finden, konnte dank
ihrer Routine das Match noch mit 6:7, 6:2, 6:3 drehen. Doch für
Zhenikhova war diese Partie eine willkommene Gelegenheit,
sich mit einer in der Weltrangliste so hoch eingestuften Spielerin
zu messen und mit der Erkenntnis den Platz zu verlassen,
dass sie gut mithalten konnte. Für eine Überraschung sorgte
Ella Seidel mit ihrem 4:6, 6:4, 7:6-Sieg über die in der Qualifikation
topgesetzte Weltranglisten-28. Anna Kalinskaya aus
Russland. In Runde zwei war dann beim 5:7, 1:6 gegen Rebeka
Masarova aus der Schweiz Endstation. Im Hauptfeld vertrat
ebenfalls dank einer Wildcard Eva Lys die deutschen Farben.
Hier erwies sich die Weltranglistennummer 9, Paula Badosa
(Spanien), beim 1:6, 3:6 als zu hohe Hürde. Und auch in der
Doppelkonkurrenz schied Lys zum Auftakt zusammen mit ihrer
Partnerin Marta Kostyuk (Ukraine) allerdings gegen die an eins
gesetzten Sara Errani/Jasmine Paolini in zwei Sätzen aus.
Einige Neuerungen, Verbesserungen für
2026 und ein zufriedener Veranstalter
Während der Turnierwoche hatte sich der neue Veranstalter
Perfect Match GmbH einige Änderungen einfallen lassen. So
wurde der VIP-Bereich, der bereits am Eingang Gottfried-von-
Cramm-Weg begann und sich bis zum Hundekehlesee erstreckte,
deutlich ausgebaut. Der öffentliche Sektor erfuhr
ebenfalls eine Erweiterung und wurde zusammen mit einigen
Essensständen und diversen Verkaufszelten neben dem Center
Court auf die verschiedenen angrenzenden Sandplätze verteilt.
In diesem Bereich gab es während der Turnierwoche um
die Nachmittagszeit die Gelegenheit, einigen namhaften Spielerinnen,
die das Areal aufsuchten, Fragen zu stellen und Autogramme
zu bekommen. Besonders bei Coco Gauff bildete sich
eine lange Schlange von Besuchern, die ein Autogramm der
Weltranglistenzweiten ergattern wollten.
Aber auch Turnierdirektor Markus Zoecke und Andrea Petkovic
als „Director of Excitement” stellten sich den Fragen der
Zuschauer. Außerdem konnte man im Vorfeld Ground Tickets
erwerben, die den kostenlosen Zutritt zur Anlage mit Besuch
der Plätze 1 und 2 beinhaltete. So war die Anlage bereits in den
Qualifikationstagen gut besucht. Und im Public Bereich konnten
sich Jung und Alt auf Mini-Courts, beim Pickleball, wo
sich vier Akteure mit kleineren Schlägern auf einem Kleinfeld
gegenüberstehen, sowie an einer Aufschlagwand betätigen.
Beibehalten wurde der Kids Day am Qualifikationssonntag.
Die Pressekonferenz mit Fragen von
Kindern fand diesmal mit der Australierin
Daria Kasatkina statt. Sehr zufrieden
zeigte sich der Veranstalter in Bezug
auf die Zuschauerzahlen. An vier Tagen
war die Anlage ausverkauft und rund
35.000 Tennisinteressierte durften in
der Turnierwoche begrüßt werden. „Für
das erste Jahr haben wir einen Riesenschritt
gemacht. Ich habe nicht erwartet,
dass der Zuschauerstrom schon so groß
sein würde“, sagte Markus Günthardt,
Gründer von Perfect Match. Und Andrea
Petkovic, die hautnah an den Spielerinnen
dran war und ihnen die bestmögliche
Betreuung zukommen ließ,
freute sich besonders über den Verbleib
von Coco Gauff trotz ihres frühzeitigen
Ausscheidens. „Nachdem Coco ihr Erstrundenmatch
verloren hatte, blieb sie
noch bis zum Samstag in Berlin um sich
auf Rasen für Wimbledon vorzubereiten.
Normalerweise verlässt eine Spielerin
nach ihrem Turnieraus den Spielort.
Doch sie fühlte sich hier sehr wohl und nutzte dies zu weiteren
Trainingseinheiten. Das war zweifellos ein großes Kompliment
für das Turnier“, sagte Petkovic.
Aber auch für Verbesserungen im kommenden Jahr wollen
die Verantwortlichen sorgen. So gab es für den öffentlichen
Bereich nur einen Zugang zur Anlage in der sehr engen Auerbachstraße.
Hier kam es besonders am Halbfinaltag zu langen
Schlangen und entsprechenden Wartezeiten am Eingang. Hier
wurde am Folgetag mit einem weiteren Zugang kurzfristig für
Abhilfe gesorgt. „Das erste Mal ist immer ein Lernprozess. Wir
haben schnellstmöglich reagiert und wollen im kommenden
Jahr eine bessere Lösung finden“, bemerkte Markus Günthardt.
Und auch das zeitweise Gedränge im öffentlichen Bereich an
den Ständen wird eine Änderung erfahren. Es wird sogar über
eine Erweiterung der Platzkapazität auf dem Center Court
nachgedacht. „2002 wurden die Tribünen zum letzten Mal
rausgefahren. Wir müssen nun die Mechanik überprüfen, ob
eine Erweiterung um rund 3000 Plätze möglich ist“, so Zoecke.
In jedem Fall ist das Turnier bis mindestens 2029 vertraglich
gesichert. „Im dritten Jahr hoffen wir nach den Anfangsinvestitionen
schwarze Zahlen schreiben zu können. Wichtig
wird es natürlich sein einen Hauptsponsor zu finden. Wenn
alles gut läuft, sollte das Turnier auch noch zehn Jahre oder länger
in Berlin bleiben“, macht Markus Günthardt Hoffnung auf
einen langfristigen Verbleib der Veranstaltung in der Hauptstadt.
Dank der hervorragenden Besetzung, des guten Wetters
und der großen Zuschauerresonanz waren die diesjährigen
Berlin Tennis Open ein voller Erfolg und werden im kommenden
Jahr vom 13. bis 21. Juni zweifellos erneut viele Tennisfreunde
auf die Anlage des LTTC „Rot-Weiß“ locken.
Michael Matthess
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Top Ç
7
Eva Lys im Portrait
Von der Außenseiterin zur
Hoffnungsträgerin
Sie war kurz vor den Berlin Tennis Open mit Rang 62 die am höchsten
platzierte deutsche Spielerin in der WTA-Weltrangliste. Die Rede ist von
Eva Lys, deren größter Erfolg bisher das Erreichen des Achtelfinals bei
den diesjährigen Australian Open als Lucky Loser ist und ihr schon
den Spitznamen „Lucky“ Lys einbrachte. Außerdem wurde sie 2021
Deutsche Hallenmeisterin und ist mittlerweile Mitglied der deutschen
Billie-Jean-King-Cup-Mannschaft.
Foto: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Die gebürtige Kiewerin lebt in Hamburg und gilt gegenwärtig als
größte deutsche Hoffnung auf der Damentour. Bereits mit fünf
Jahren kam sie erstmals mit dem kleinen Filzball in Berührung.
„Mein Vater, der auch für die Ukraine im Davis Cup-Team mitspielte und
meine ältere Schwester, die zu diesem Zeitpunkt bereits intensiv den
Schläger schwang und unbedingt eine Profikarriere einschlagen wollte,
haben mich zum Tennis gebracht“, sagt sie. Zwar beobachtete die
23-Jährige in der Vergangenheit viele Weltklassespielerinnen und -spieler,
doch als Vorbild gilt für sie nur eine: „Meine ältere Schwester hat
mich am meisten inspiriert. Sie hat mittlerweile ihre Tenniskarriere beendet
und ein Studium aufgenommen“, erklärt Lys.
In Berlin musste sie zwar gegen die Top 10-Spielerin Paula Badosa in
Runde eins eine klare Niederlage einstecken, doch dadurch lässt sie sich
nicht entmutigen. „Ich habe sicherlich nicht mein bestes Tennis gespielt
und konnte mich auf Rasen noch nicht so lange eingewöhnen. Hier fehlt
mir einfach die Erfahrung. Das Ergebnis ist nicht frustrierend, eher enttäuschend,
aber es war natürlich auch eine sehr starke Gegnerin. Beim
nächsten Mal wird es besser laufen“, meint sie selbstbewusst und ergänzt:
„Ich will mich mit den Weltbesten messen, dann weiß ich wo ich
stehe“. Für diese Saison hat sie einen Platz unter den Top 50 oder sogar
Top 40 im Visier und hofft, dass sie gesund und verletzungsfrei bleibt.
Vor einigen Jahren machte sie ihre rheumatische Autoimmunerkrankung
öffentlich, die sie gelegentlich zu kurzfristigen Turnierabsagen
zwang. „Diese Entzündungserscheinungen kommen in der Regel schlagartig.
Doch seit einiger Zeit habe ich das Problem gut unter Kontrolle.
Ich brauche nur manchmal mehr Pausen zur Regeneration“, sagt Lys. Aus
diesem Grund ist sie auch nur selten in der Doppelkonkurrenz aktiv. „Einzel
zu spielen reicht mir. Für meinen Körper wäre die Teilnahme im Doppel
eine zu große zusätzliche Belastung“, begründet sie ihre seltenen
Doppelauftritte.
In Sachen Lieblingsbelag fühlt sie sich am wohlsten auf Hartplätzen.
„Aber auch auf Rasen hat es mir hier viel Spaß gemacht. Man muss
sich auf diesem Untergrund allerdings anders bewegen und bekommt
schnell einen Muskelkater“. Ihr Wunschziel ist natürlich ein Grand Slam-
Titel. „Welcher es mal sein soll, ist mir egal, ich habe da keine Präferenzen.
Hauptsache der Wunsch geht in Erfüllung“, hofft Lys.
Zu ihren Stärken und Schwächen gibt sie nicht so gerne Auskunft.
„Ich möchte der Konkurrenz in spielerischen Dingen nichts verraten.
Ein Nachteil aber ist sicher meine große Ungeduld. Dafür sehe ich mein
schnelles Timing als Vorteil“. Dass sie dank ihrer Erfolge mittlerweile
mehr im Rampenlicht steht, hat allerdings auch seine Schattenseiten. In
den sozialen Medien möchte sie gerne ihre Erfahrungen und Fortschritte
mit anderen teilen.
Doch neben viel Zuspruch gibt es auch anonyme Nutzer, die sie mit
Hasskommentaren und anderen unschönen Mitteilungen überziehen.
„Es ist teilweise schon sehr beleidigend, was man in den sozialen Medien
zu lesen bekommt. Manchmal bekomme ich Morddrohungen oder
werde sexistisch beschimpft. Es gibt sogar Nachrichten, bei denen Nutzer
bei Turnierspielen auf mich gewettet haben und nach einer Niederlage
das verlorene Geld von mir zurückverlangen“, berichtet Lys und
ergänzt: „Die Anonymität gibt manchen die Gelegenheit, sich ohne
ernsthafte Strafverfolgung im Ton zu vergreifen. Hier sollten wir mit dem
Deutschen Tennis Bund und auch der WTA Lösungen finden, um das abzustellen
oder gegebenenfalls Klagen einzureichen.“
Doch diese Ereignisse werfen Eva Lys nicht aus der Bahn. Sie will weiter
zielstrebig an ihrer Karriere weiterarbeiten und die Leiter auf der
Weltrangliste nach oben klettern. Ihre Devise ist: „Ich will Schritt für
Schritt vorangehen.“
Durch ihre gute Platzierung hat sie sich zumindest schon mal bei
den Grand Slam-Turnieren das Privileg erarbeitet, keine Qualifikation
mehr spielen zu müssen. Wohin die Reise geht, werden die nächsten anstehenden
Turniere zeigen.
Michael Matthess
matchball | 03 – 2025
PS: Die richtige Antwort auf die Quizfrage lautet: Ein Tennisball
darf laut Regelwerk zwischen 56,7 und 58,5 Gramm wiegen.
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Berlin Tennis Open by HYLO 2025 – Kids Fan Fest
Tennis, Stars & Sonnenschein
Am 14. und 15. Juni fand das Kids Fan Fest bereits zum vierten Mal im Rahmen der Berlin Tennis Open statt. Und erneut wurde
deutlich: Dieses Fest ist mehr als ein Beiwerk zum Profiturnier – es ist ein echtes Highlight für den Tennisnachwuchs.
Knapp 1.000 Kinder aus über 45 Berliner
und Brandenburger Tennisvereinen
waren angemeldet.
Trotz einiger organisatorischer
Änderungen durch
den neuen Veranstalter –
etwa einem anderen
Eingang und der Bitte,
eigene Schläger mitzubringen
– verlief alles
reibungslos.
Ein Höhepunkt
gleich zu Beginn: das
gemeinsame Warm-up
mit Dan Bloxham, dem
Head Coach des All England
Lawn Tennis and Croquet
Club (Wimbledon). „Das
Kids Fan Fest, wie es hier stattfindet,
ist einzigartig. Da kann sich
jedes Turnier etwas abschauen!“,
lobte er das Berliner Format. Seine Energie
und sein Humor sorgten für große Begeisterung.
Für viele Kinder war das Training mit zwei Weltstars
das absolute Highlight: Mirra Andreeva, 18 Jahre jung
und Nummer 6 der Welt, sowie Marketa Vondrousova,
Wimbledon-Siegerin und spätere Gewinnerin
der Berlin Tennis Open 2025. Ihr gemeinsames
Motto: Spaß haben und das Spiel genießen – wie
Mirra es den Kindern mit auf den Weg gab.
Bei der Kids-Pressekonferenz stellten sich Paula
Badosa und Daria Kasatkina den neugierigen Fragen.
Besonders direkt: „Welchen Job hättest du
gewählt, wenn du nicht Tennisprofi wärst?“ – ein
Moment zum Schmunzeln, welchen beide mit viel
Charme parierten.
Wissen war auch gefragt: Bei der beliebten Quiz
Rallye, gesponsert von Fila, testeten die Kinder ihr
Tennis-Know-how. Eine der Fragen lautete: Wie schwer ist ein
Tennisball? Wer alles richtig hatte, durfte sich über tolle Preise freuen.
Für alle Neugierigen: Die Auflösung zur Frage befindet sich am
Ende des Beitrags.
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: Statt Regen wie
2024, gab es diesmal zwei Tage voller Sonne. Wasserstationen, frisches
Obst und 1.000 Eis von Paletas sorgten für die nötige Erfrischung.
Während die Kinder spielten, lernten und entdeckten, liefen
auf dem Center Court und den Match Courts die Qualifikationsspiele
– u. a. mit Ons Jabeur, Maria Sakkari und weiteren Weltklassespielerinnen.
Sandra Karner
Fotos: Sandra Karner
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Berlin Tennis Junior Open presented by Fila und TVBB
Showtime für die Stars
von morgen
Daria Remetean
(TC 1899 Blau-Weiss)
Manchmal sind es nicht die großen Namen, die das Herz eines
Turniers ausmachen, sondern die kleinen Geschichten, die
am Rand geschrieben werden. Geschichten von mutigen
Aufschlägen, zittrigen Händen und breitem Grinsen nach
gelungenen Punkten. Bei den Berlin Tennis Junior Open
2025 war das große Tennisgefühl plötzlich ganz nah –
nur ein paar Meter vom Steffi-Graf-Stadion entfernt.
Zwischen Vorbild und Vorhand lag oft nur ein Zaun,
und wer genau hinschaute, konnte erahnen,
wie Träume leise Form annahmen. Auf dem
Rasen von Court 2 war die Zukunft des Tennis
zu Hause – und sie sieht verdammt gut aus.
Marlene Melchior
(BTTC Grün-Weiss)
Während auf dem Centre Court Stars wie Aryna Sabalenka,
Coco Gauff oder Marketa Vondrousova
die große Tennisbühne rockten, wurde auf dem benachbarten
Court 2 eine ganz eigene Geschichte geschrieben –
nicht weniger spannend, nicht weniger besonders. Denn bei
den Berlin Tennis Junior Open presented by FILA x TVBB ging es
für den Berliner Nachwuchs nicht um Punkte für die Weltrangliste,
sondern um große Momente auf noch größerem Rasen.
Wer da von einem reinen Showturnier sprach, hat die Intensität
auf dem Platz und das Leuchten in den Augen der Kids nicht
gesehen.
Dass das Teilnehmerfeld hochkarätig war, zeigte sich bereits
vor dem ersten Aufschlag. Mit Sonja Zhenikhova vom TK
Blau-Gold Steglitz schlug keine Geringere auf als die frischgebackene
Juniorinnen-Doppel-Siegerin der French Open. Und
auch Daria Strogalshchikova vom TC SCC war mit Titeln im Gepäck
angereist: deutsche U12-Meisterin, Gewinnerin eines
Tennis-Europe-Turniers in Dänemark – und dabei gerade einmal
13 Jahre alt. Genau diese beiden standen sich dann im
Halbfinale gegenüber. Die Sätze begannen bei diesem Format
zwar beim Stand von 2:2, aber der Ehrgeiz war von Anfang an
voll da. Strogalshchikova, mit einem verschmitzten Lächeln im
Gesicht, nahm das Altersgefälle sportlich: „Wenigstens kann ich
nicht zu null verlieren“, witzelte sie vor Matchbeginn. Am Ende
holte sie sich sogar ein Spiel gegen die höher eingeschätzte
Zhenikhova, die sich dennoch souverän fürs Finale qualifizierte.
Der Rasen war nicht nur grün, sondern auch ganz schön glatt –
und beide verstanden es, die Zuschauer in den Spielpausen des
WTA-Turniers mit tollem Tennis zu begeistern.
Für Strogalshchikova war es bereits das zweite Match auf
dem Rasenplatz. In Runde eins hatte sie sich gegen Delphine
Eichholz vom gastgebenden LTTC „Rot-Weiß" durchgesetzt.
Viel Zeit zum Verschnaufen blieb ihr nicht: Schon kurz nach
dem Aus in Berlin ging es für sie weiter zum nächsten Einladungsturnier
in Bad Homburg – diesmal in ihrer eigentlichen
Altersklasse.
Und während Zhenikhova nach ihrem Halbfinalerfolg entspannt
in Richtung Finale blickte, lieferten sich auf der anderen
Seite des Tableaus Daria Remetean vom TC 1899 Blau-Weiss
und Marlene Melchior (BTTC Grün-Weiss) sowie Zora König (SV
Zehlendorfer Wespen) sehenswerte Matches. Remetean ließ
sich weder von der Hitze noch vom Druck beirren und sicherte
sich verdient das zweite Finalticket. Damit war das Juniorinnen-
Endspiel perfekt: Zhenikhova gegen Remetean – Berliner
Rasen, bestes Tennis, große Bühne.
Kurz vor dem Damenfinale der Berlin Tennis Open war es
dann soweit. Auf dem Court 2 stand das Endspiel der Juniorinnen
an – und es war ein schöner Schlusspunkt für eine rundum
gelungene Nachwuchsveranstaltung. Zhenikhova ließ sich den
Titel nicht mehr nehmen und besiegte Remetean mit klarem
Spiel und ruhiger Hand. Beide wurden anschließend von FILA
mit tollen Sachpreisen geehrt, aber das größte Geschenk war
für viele wohl das Erlebnis an sich. Rasentennis spielen, während
wenige Meter weiter die Weltelite um Pokale kämpft –
das bleibt in Erinnerung.
Ob es 2026 eine Fortsetzung geben wird? Die Zeichen stehen
gut. Die Spielerinnen wären bereit. Und Berlin sowieso.
Claudio Gärtner
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz)
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Foto: Jan Patrick Wagner
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Berliner Spitzen: Jonas Pelle Hartenstein
„Sag einfach Jonas.“
Ein entspannter Typ mit einem charmanten Lächeln. Klare Ansichten, nie aufgesetzt,
immer authentisch. Einer, der erzählt, Anekdoten auspackt – aber gleichzeitig mit
einer beeindruckenden Klarheit über das spricht, was ihn bewegt und antreibt. Auf
und neben dem Platz. Kein großes Tamtam, keine Selbstinszenierung. Einfach Jonas.
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ass Sport eine große Rolle spielt, ist bei ihm quasi
genetisch: Mutter Katarina spielte in der ersten
Handball-Bundesliga und in der Beachhandball-
Nationalmannschaft. Vater Sven war in der Leichtathletik
aktiv. Trotzdem ist es die Patentante, die
den entscheidenden Impuls gibt – mit einem
Tennisschläger von Pete Sampras unterm Weihnachtsbaum.
Fast so, als hätte sie es geahnt. Jonas
probiert vieles aus, bleibt aber schließlich beim Tennis
hängen. Ein Schnupperkurs im Tennis-Kindergarten in
Frohnau ist der Anfang – schnell folgen Gruppentraining und
bald die ersten Wettkämpfe.
Und spätestens jetzt ist er mittendrin im Berliner Tennis-Rummel.
Der erste Vereinswechsel steht an. In der Saison
2011/2012 wird Jonas von Mats Oleen beim TC SCC trainiert.
Schon ein Jahr später verschlägt es ihn von
Grunewald nach Spandau – zum Sutos 1917.
Dort trifft er auf Benjamin Thiele, seinen
Jugendcoach, der ihn von nun an begleiten
wird. „Ich habe mich da richtig wohl gefühlt“,
erinnert sich Jonas zurück. Familiär, gemeinschaftlich,
persönlich. Dort entwickelt er sich
weiter – so weit, dass ihm irgendwann die Trainingspartner
auf seinem Level ausgehen. Jonas will mehr, will höher spielen
und so stellt sich schon damals die Frage: LTTC „Rot-Weiß“
oder der TC 1899 Blau-Weiss? Ein Trainingslager im Sommer
reicht zur Entscheidungsfindung. Der Verein an der Hundekehle
soll es werden, dort sammelt Jonas seine ersten Erfahrungen
in der Bundesliga. Trotzdem geht es dann nochmal zurück zu
Sutos. Lange bleibt er Mitglied. Bis klar ist: Das Level reicht nicht
mehr – nicht, wenn man einmal Bundesliga-Luft geschnuppert
hat. „Ich fand das so geil, Team Events egal auf welchem Level
finde ich unfassbar cool und Bundesliga ist nochmal etwas Besonderes.“
So begibt er sich in Eigenregie auf Vereinssuche. Und
wird fündig. Seit 2022 schlägt er für den TC 1899 Blau-Weiss
auf – und fühlt sich angekommen. Mittlerweile spielt er dort
seine vierte Saison. „Die Mannschaft ist besonders. Wir machen
zusammen Urlaub, treffen uns auch abseits des Platzes.
So etwas habe ich vorher nur beim Sutos erlebt.“ Man merkt,
wie wichtig ihm das ist. Teamchemie. Zusammenhalt. Nicht nur
Tennisschläge, sondern geteilte Abende.
„Tennis ist einfach ein brutaler Sport – du spielst mehr
gegen dich selbst, als gegen den Gegner. Da ist es eine schöne
Abwechslung, wenn man ein Team um sich hat“, erklärt er.
Selbst wenn man einmal nicht gut spielt, fängt das Team einen
gut auf. Denn die Tour ist einsam und Werte wie Teamgefühl,
Zugehörigkeit und Identifikation daher umso wichtiger. „Man
kann sich beim Tennis auch selbst kaputt machen, man muss
vorher gegen sich selbst gewinnen.“
Sommer 2018. Jonas ist 16. Abitur geschafft. Und dann?
Tennis, Tennis, Tennis. Macht das glücklich? „Nein“, sagt Jonas
ehrlich. „Ich habe mich ein wenig verloren gefühlt.“ Das Abi
empfiehlt er trotzdem jedem – als zweites Standbein. „Ich kann
auch nur gut spielen, wenn ich etwas in der Hinterhand habe.“
Und auch, wenn es direkt nach dem Schulabschluss noch
keine Option gewesen ist, rückt das Thema College-Tennis einige
Monate später immer mehr in den Fokus. Auch für Vermittlungsagenturen,
die bereits anklopfen. Denn wenn Tennisspieler
eine Karriere im College-Tennis einschlagen wollen,
bleibt ihnen nur ein halbes Jahr, um sich an einer akademischen
Bildungseinrichtung einzuschreiben. Ansonsten verfällt der Anspruch
auf den Amateurstatus und es ist nicht mehr möglich in
den höchsten Spielklassen der National Collegiate Athletic Association
(NCAA) mitzumischen. Einziger Haken: die Fristen für
die großen Berliner Universitäten sind bereits abgelaufen und
so wird in einer „Nacht und Nebel-Aktion“ die Bewerbung für
Business Administration an der Hochschule für Wirtschaft und
Recht geschrieben. Kurze Geschichte mit
Happy End: Jonas wird angenommen und
studiert zumindest für knapp zwei Semester
an der Hochschule. Die akademische Lauf-
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bahn ist gesichert, die Bedingungen für die
NCAA erfüllt.
Im Frühjahr 2020 geht es in die USA. Neues
Land, neue Universität und ein neues Studium: Communication
mit der Spezialisierung auf Advertising und dem Nebenfach
Business Management. Und fortan College-Tennis in der
Division I an der Mississippi State University. Den Kulturschock
gibt es gleich mit. Nur braches Land, der nächste Flughafen eine
halbe Stunde entfernt – mit zwei Gates. Vom Berliner Trubel in
die Provinz. Aber: Man passt sich an. „Am Wochenende fragt keiner:
Was machen wir? Sondern: Wo supporten wir das College?“
Sport ist allgegenwärtig. Und die Sportler? Popstars. „Man läuft
mit Uni-Klamotten rum, und sie feiern dich.“ Eigentlich sollte
man meinen, dass es nun läuft und doch tut es das irgendwie
nicht. Zunächst wäre da die Corona-Pandemie, die Anfang
2020 aller Leben weltweit auf den Kopf stellt. Auf dem Uni-
Campus in Mississippi kommen aber noch Probleme mit dem
Coach des erfolgsverwöhnten Teams hinzu. Jonas erinnert sich
an ein Gespräch mit seinem Teamkollegen zurück. „Er meinte
zu mir: „Wenn der dich auf dem Kieker hat, dann hast du kein
schönes Leben.“ Die Zeit war nicht so schön.“ Niemand hat Lust
auf Stress mit dem Trainer, geschweige denn Straftraining morgens
um 6:00 Uhr. Nach einem Semester soll Jonas‘ Reise in den
USA aber noch nicht zu Ende sein. Gemeinsam entscheidet man
sich dazu, die Universität zu wechseln. Keine Perspektive. Nach
einem Semester heißt es: Tapetenwechsel. Next Stop: University
of North Florida. Sunshine State.
Mit dem Neustart kommt auch eine spielerische Veränderung
– die Umstellung auf die einhändige Rückhand, eine
Entscheidung, die vor allem durch Jonas’ körperliches Wachstum
beeinflusst wurde. Mehr Länge, mehr Hebel – da darf auch
das Spiel mitwachsen. Eingeschüchtert durch die Zeit in Mississippi
laufen auch hier die ersten Monate alles andere als rosig.
„Jonas hat viele Talente.
Nur singen kann er nicht.“
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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Foto: Jan-Patrick Wagner
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Wenig Einsätze, keine Wertschätzung, wenn Jonas spielt, dann
unter seinem Leistungsvermögen. Der Herbst in Deutschland
ist ernüchternd. Aber Aufgeben ist nicht drin. Und auch Jonas‘
Familie spricht ihm gut zu: „Probiere es nochmal, und wenn es
eben nicht geht, dann kommst du wieder zurück“, heißt es. Was
gibt es zu verlieren?
Jonas spielt frei auf und tatsächlich macht es Klick. Er spielt
und spielt und entscheidet auch das teaminterne Turnier der
Universität für sich. „Und dann haben auch die anderen bemerkt:
„Der kann ja Tennis spielen““, grinst Jonas. Als sich dann
auch noch der Topgesetzte des Teams verletzt, ist Jonas‘ Zeit
gekommen. Er gewinnt nicht nur sein Auftaktmatch als Nummer
Zwei gegen die Florida State, sondern auch immer mehr
Vertrauen der Coaches. Sie sehen das Grundlevel und Potential.
Egal ob im Einzel oder Doppel – die nächsten drei Jahre wird er
als Nummer Eins der University North Florida eingesetzt, bis er
seinen Abschluss zum Master of Business Administration macht.
Und das ist längst nicht alles: Die Liste der Auszeichnungen in
der Liga wächst stetig. Player of the Year. Scholar-Athlete of
the Year. Doubles Pair of the Year – um nur einmal ein paar zu
nennen. Und als krönender Abschluss: die Aufnahme ins CSC
First Team Academic All-America. Eine Auszeichnung
der College Sports Communicators
(CSC) für Studenten, die auf und neben
dem Platz herausragen. In den gesamten Staaten
werden jährlich nur sechs Personen geehrt.
2024 gehört Jonas dazu – was nichts anderes
heißt, als: Er zählt zu den Besten der Besten.
Akademisch und sportlich. Wer hätte das Mitte 2020 gedacht,
dass die Reise in den USA einmal so zu Ende geht? Trotz der
Startschwierigkeiten, ist sich Jonas sicher: „Ich würde es immer
wieder so machen.“ Und auch allen anderen empfehlen.
Doch der Weg dahin? Holprig. Besonders mit Agenturen.
Seine Betreuerin war Schwimmerin – hilfreich bei Formularen,
nicht beim Tennis. „Ich fand, dass sie es nicht gut gemacht
haben. Ich habe mich gefühlt, wie eine Nummer“, berichtet
Jonas und denkt sich: Das kann ich besser.
UServe heißt seine Tennisvermittlung für Colleges. Die Webseite
bastelt er mal eben nebenher, dreht „Ein Tag im Leben
eines D1 College-Tennisspielers“ und gibt Einblicke in seinen
Alltag. Die Betreuung macht er nebenbei. Persönlich, eng am
Spieler und weit über das Allgemeine hinaus – immerhin werden
viele in den USA das erste Mal alleine leben.
Die Vermittlung aber nur eine der vielen Sachen, die Jonas
nebenbei macht. Letztes Jahr geht es vom Tennisplatz hinters
Mikrofon. Ein paar Wochen vor den US Open wird er von Sport-
Kommentator Ulf Kahmke, einem guten Freund seiner Eltern,
angesprochen, ob er den Grand Slam nicht als Experte begleiten
möchte. „Ich kann mir das gut vorstellen“, meinte Kahmke damals
und auch Sportdeutschland TV sagte schnell zu.
Kommentar-Premiere für Jonas. Ohne Anweisungen,
ohne gar nichts. „Mach einfach“, hieß es. Bloß kein Druck.
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„Wenn ich etwas mache,
dann zu 100 Prozent.“
Kommentiert wurde im Hause Kahmke. „Ich war so fasziniert,
wie gut er vorbereitet ist, er hat so viele Zettel und Akten über
Akten zu allen Spielern. Ich habe immer versucht, etwas Sinnvolles
beizutragen“, erinnert sich Jonas zurück. „Das war auch
das erste Mal, dass ich Matches im Fernsehen durchgeguckt
habe.“ Das sei am anstrengendsten gewesen. Wie sich das Duo
Kahmke / Hartenstein bei der Zuschauerschaft geschlagen hat,
lässt er offen. Beide Extreme seien in der Kommentarsektion der
Plattform vertreten gewesen. „Man kann da nie alle glücklich
machen“, winkt er ab. In Zukunft könne er sich aber weitere Einsätze
vorstellen – auf Deutsch und Englisch.
Eine weitere Nebenbeschäftigung – ein Ausgleich zum hektischen
Sportleralltag – ist die Musik. Auch wenn niemand in
seiner Familie Musiker ist, ist Musik immer Teil seines Lebens
gewesen. Schon früh baut er eigene Beats, bevor er mit Anfang
20 ganz der elektronischen Musik verfällt. „In der Bubble
kommt man irgendwann nicht mehr um DJ-Sets herum.“ Und
Jonas auch nicht. Den Einsteigerkontroller gibt es zum Geburtstag,
der Rest ist Geschichte. Musik machen kann man überall.
Zuhause, auf Instagram und ja, sogar in der Bahn. Die Techniken
bringt er sich selbst bei. Tennis, Unternehmen, Kommentieren
und Musik machen – Jonas hat viele Talente.
Nur singen kann er nicht.
Vor seinen Matches läuft Musik, „die nach
vorne geht“. Der Sport hat derzeit Priorität. Das
weiß auch sein neuer Arbeitgeber, der TC 1899
Blau-Weiss, wo er seit diesem Jahr Jugendwart
Lars Rieck und Sportwart Oliver Huth unterstützt
und für Social Media zuständig ist. An zweiter Stelle will
er herausfinden, was ihm Spaß macht. Jonas ist auf der Suche
nach einem Job, „der sich nicht nach einem Job anfühlt“, will
sich ausprobieren. Ob nun Sportjournalismus oder Projektorganisation
bei Blau-Weiss – ihm steht alles offen.
„Das, was der Sport mir gegeben hat, ist unfassbar. Akademisch
und persönlich. Disziplin. Time-Management, Resilienz,
Durchhaltevermögen. Das ist unfassbar.“ Seit letztem Herbst
trainiert er bei Laslo Urrutia, will weiter sein sportliches Potential
ausschöpfen, bis ans Maximum gehen. Man könne nie
genau sagen, wie weit es tatsächlich einmal geht. Der große
Traum ist die Teilnahme an einem Grand Slam. Am liebsten
Wimbledon, obwohl er noch nie auf Rasen gespielt hat. Dafür
müsste er unter den ATP 250 stehen. Auch die Turniere in Roehampton
und Nottingham stehen auf der Bucket-List. Er will
schauen, wo die Reise noch hingeht. Aber eines ist sicher:
„Wenn ich etwas mache, dann zu 100 Prozent.“
Katrin Brewka
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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National
1. Bundesliga der Damen 2025 – LTTC „Rot-Weiß”
„Rot-Weiß“ kommt mit einem
blauen Auge davon
Im vergangenen Jahr war beim LTTC „Rot-Weiß“ der Jubel nach der
überraschenden deutschen Vizemeisterschaft groß. Doch diesmal
kehrte wieder der Alltag zurück. So wurde es nach einem geglückten
Start im Verlauf der Spielzeit etwas ungemütlich. Am Saisonende
konnte nach drei Siegen in sieben Spielen und dem fünften
Schlussrang zumindest der Abstieg vermieden werden.
Lena Papadakis
Eigentlich verlief der Auftakt verheißungsvoll, denn die
erste Partie beim TEC Waldau Stuttgart wurde mit 6:3
gewonnen. Neuzugang Andrea Lazaro Garcia aus Spanien
stellte auf Position 1 ihre Qualitäten beim klaren 6:2,
6:1 gegen Justina Mikulskyte (Litauen) unter Beweis. Die
Russin Ekaterina Makarova, Jenny Duerst (Schweiz) und
Jessie Aney (USA) sorgten für die 4:2-Führung. Die Doppel
Jenny Duerst/Anica Stabel sowie Lena Papadakis mit Jessie
Aney sorgten schließlich für den ersten Saisonsieg.
Doch schon beim Heimspielauftakt gegen Aufsteiger Luitpoldpark
München wurde deutlich, dass der Vorjahreserfolg
diesmal nicht in Reichweite lag. Nach den Einzeln führten die
Gäste mit 4:2, wobei Andrea Lazaro Garcia im Spitzeneinzel
beim 6:2, 6:0 gegen die Liechtensteinerin Kathinka von Deichmann
eine starke Leistung zeigte. Doch nur Jenny Duerst
schaffte es, einen weiteren Punkt zu erkämpfen. Alle übrigen
Einzel gingen in zwei Sätzen verloren. Das Doppel Lena Papadakis/Jessie
Aney holte zwar noch einen Zähler, womit die
3:6-Niederlage aber nicht mehr verhindert werden konnte.
Unerwartet folgte dann das 3:6 auf heimischer Anlage
gegen den zweiten Aufsteiger DTV Hannover. Dabei musste die
Mannschaft von der Hundekehle auf mehrere Spielerinnen verzichten,
die bei diversen Turnieren noch im Wettbewerb standen.
Die erstmals eingesetzte Italienerin Julia Riera bezwang
auf der ersten Position Angelika Wirges mit 6:4, 7:5. Doch nur
noch Anna Siskova aus Tschechien blieb erfolgreich und verkürzte
den Rückstand auf 2:4. In den Doppeln gelang es lediglich
der Kombination Anna Siskova/Anica Stabel zu punkten.
Mit dieser nicht unbedingt einkalkulierten Niederlage ging der
Blick nun verstärkt in Richtung Klassenverbleib.
Andrea Lazaro Garcia
Anica Stabel
Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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National
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Anna Siskova
Beim späteren neuen Deutschen Meister TK Blau-Weiss
Aachen, der damit erstmals den Titel in die Domstadt entführte,
folgte die einkalkulierte und damit dritte Niederlage in
Folge. Dabei konnte in den Einzeln kein Satz gewonnen werden.
Im Topspiel wehrte sich Jenny Duerst nach Kräften, brachte
die Niederländerin Suzan Lamens jedoch nur phasenweise in
Verlegenheit und unterlag mit 4:6, 1:6. Den Ehrenpunkt holte
das eingespielte Paar Lena Papadakis und Jessie Aney.
Etwas aufatmen konnten die „Rot-Weiß“-Damen anschließend
bei Blau-Weiß Dresden Blasewitz. Zwar musste
sich an Nummer eins Ekaterina Makarova der Bulgarin Lia Karatantcheva
knapp mit 6:4, 5:7, 6:10 beugen. Doch dank Jenny
Duerst, Jessie Aney, Conny Perrin (Schweiz) und Anica Stabel
gelang eine 4:2-Führung nach den Einzeln. Durch diverse
Verletzungen auf beiden Seiten gingen am Ende zwei Doppel
kampflos an die Berlinerinnen, was zum wichtigen 6:3-Gesamtsieg
führte.
Auf verlorenem Posten standen die Rot-Weißen im folgenden
Spiel bei Titelverteidiger TC Bredeney. Die zum ersten und
auch letzten Mal in dieser Saison eingesetzte Ukrainerin Yuliia
Starodubtseva bezwang im Spitzeneinzel die Niederländerin
Anouk Koevermans mit 6:4, 6:3. Dies blieb allerdings auch der
einzige Einzelpunkt. Das Doppel Lena Papadakis/Jessie Aney
erspielte noch den zweiten Rot-Weiß-Zähler zum 2:7-Endstand.
Damit war die Abstiegsgefahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht
endgültig gebannt.
Vor dem letzten Spieltag, an dem noch zwei Absteiger ermittelt
werden mussten, hatten Stuttgart und der LTTC „Rot-
Weiß“ zwei Siege auf dem Konto. Die Aufsteiger Luitpoldpark
München und DTV Hannover waren jeweils einmal erfolgreich.
Somit musste bis zum Schluss gezittert werden. Bei strömenden
Regen ging es auf der Anlage am Hundekehlesee gegen
den Club an der Alster aus Hamburg in die 2-Feld-Halle. Nach
der ersten Runde sah es für die Gastgeber gut aus, denn Ekaterina
Makarova und Anna Siskova sorgten für die ersten beiden
Punkte. In Runde zwei gab es dann zwei Niederlagen. Dabei
verlor die Nummer eins Julia Riera gegen die für Hamburg spielende
Polin Weronika Falkowska in einem engen Match mit
7:6, 3:6, 7:10. Doch dank des Erfolgs von Conny Perrin stand
es zwischenzeitlich 3:3. Schließlich gelang es den Doppeln
Ekaterina Makarova/Conny Perrin und Lena Papadakis/Jessie
Aney, die allerdings
nach verlorenem
ersten
Julia Riera
Satz von der
verletzungsbedingten
Aufgabe der Estin Elena Malygina profitierten, den
5:4-Sieg klar zu machen und damit den Verbleib im Oberhaus
sicherzustellen. Dafür müssen die beiden Aufsteiger Luitpoldpark
München und DTV Hannover die Liga wieder in Richtung
2. Bundesliga verlassen.
„Insgesamt war die Saison durchwachsen. Nach einem
guten Start wurde es sehr holprig mit einem glücklichen
Ende für uns“, sagte Mannschaftscoach Christopher Papadakis
hinterher erleichtert und ergänzte: „Die letzte Saison war
schon herausragend. Aber mir war klar, dass wir den Blick für
dieses Jahr zuerst nach unten richten mussten.“ Im Einzel ungeschlagen
blieben die Neuzugänge Andrea Lazaro Garcia und
Anna Siskova, die allerdings nur für zwei Spiele zum Einsatz
kamen. Und auch auf Yuliia Starodubtseva war Verlass, auch
wenn sie lediglich beim Spiel gegen den TC Bredeney zur Verfügung
stand. Ansonsten bot noch Jenny Duerst mit drei Siegen
in vier Spielen eine überzeugende Leistung. Nicht zufrieden
sein konnte Lena Papadakis, die alle sechs Einzel verlor.
Allerdings hat sie ihre Profikarriere zu Saisonbeginn beendet
und zusammen mit ihrem Mann Christopher die Betreuung
des Nachwuchs- und Damenbereichs beim LTTC „Rot-Weiß“
übernommen. Da sie keine Turniere mehr bestreitet, war der
Trainingsaufwand für die Bundesligaspielzeit offensichtlich zu
gering, um eine ähnlich beeindruckende Saison wie im Vorjahr
zu spielen. Dafür glänzte sie im Doppel mit Jessie Aney, das
beide ohne eine Niederlage überstanden. Für 2026 will Christopher
Papadakis den Kern der Mannschaft zusammenhalten
und Spielerinnen wie Jenny Duerst, Jessie Aney, Yuliia Starodubtseva
und Andrea Lazaro Garcia weiter im Kader haben.
Im nächsten Jahr bekommen es die „Rot-Weiß“-Damen
mit Aufsteiger TC SCC erneut mit einem Konkurrenten aus der
eigenen Stadt zu tun. Das Lokalderby wird sicherlich wieder zu
einem Highlight der Saison werden, auf das sich die Berliner
Tennisfans freuen können.
Michael Matthess
Ekatarina Makarova
Jessie Aney
Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen 2025 – TC SCC Berlin
Zurück im Oberhaus:
SCC belohnt sich für
starke Saison
Darja Semenistaja
Was mit einem umkämpften Auftaktsieg beim Lokalrivalen begann, endete
in einem glanzvollen Aufstieg: Der TC SCC kehrt nach einer bärenstarken
Saison zurück in die 1. Bundesliga. Mit Kampfgeist, Tiefe im Kader und einer
beachtlichen Konstanz wuchs die Mannschaft um Darja Semenistaja und
Helena Buchwald von Spiel zu Spiel über sich hinaus. Besonders der Sieg
gegen Mitfavorit Bielefeld wurde zum Wendepunkt der Saison. Auch unter
Druck zeigte das Team Nervenstärke – und krönte sich am Ende verdient zum
Aufsteiger. Eine Rückkehr ins Oberhaus, die keiner erwartet hatte, aber alle
verdient haben.
Für den TC SCC war der Auftakt beim Lokalrivalen und
Erstligaabsteiger TC 1899 Blau-Weiss schon eine Art
Schlüsselspiel. Mannschaftscoach Andreas Strauchmann
sah diese Partie im Vorfeld als wegweisend für den
weiteren Saisonverlauf. Nach den Einzeln war beim Stand
von 3:3 noch keine klare Tendenz erkennbar. Im Spitzenspiel
behielt die SCCerin Darja Semenistaja aus Lettland gegen
Caroline Wagner mit 1:6, 6:2, 10:2 die Oberhand. Die Polin Katarzyna
Kawa und Helena Buchwald holten die weiteren Punkte.
Für Blau-Weiss waren Seone Mendez, Viola Turini (beide Italien)
und Julia Hofmann erfolgreich. In den abschließenden
Doppeln erwiesen sich dann die SCC-Damen deutlich überlegen
und konnten alle drei Partien sicher in zwei Sätzen für
sich entscheiden.
Mit dem 6:3-Sieg im Rücken wurde anschließend die Mannschaft
des späteren Absteigers Union Münster in der Waldschulallee
empfangen und klar mit 9:0 bezwungen. Das
Spitzeneinzel entschied Darja Semenistaja gegen die Mexikanerin
Victoria Rodriguez deutlich mit 6:2, 6:2 zu ihren Gunsten.
Die erstmals eingesetzte Türkin Cagla Büyükakcay sowie
Stephanie Wagner, Santa Strombach und Julia Zhu gewannen
ebenfalls problemlos in zwei Sätzen. Lediglich Helena Buchwald
musste beim 6:2, 6:7, 10:7 gegen Paula Rumpf harten
Widerstand brechen. Die Doppel gingen am Ende wiederum
ohne Satzverlust an die Gastgeberinnen.
Es folgte das Duell beim Aufsteiger Potsdamer TC „Rot-
Weiß“. Dabei zeigte Potsdam seine Qualitäten, bot den SCCerinnen
lange Paroli und unterlag am Ende mit 3:6. An Nummer
eins punktete die Polin Martyna Kubka für Potsdam mit einem
Katarzyna Kawa
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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6:4, 6:2 gegen Cagla Büyükakcay. Nadja
Meier steuerte den zweiten Punkt bei.
Für den SCC siegten Helena Buchwald
und Julia Zhu in zwei Sätzen, während
Iva Primorac (Kroatien) und Stephanie
Wagner dank Erfolgen im Match-Tiebreak
für die zwischenzeitliche 4:2-Führung
sorgen konnten. Die Doppel Cagla
Büyükakcay/Iva Primorac und Helena
Buchwald mit Santa Strombach machten
dann den Gesamtsieg perfekt. Daria
Kuczer (Polen) und Sofiya Afandieva erkämpften
noch den dritten Zähler für
Potsdam.
Im nächsten Heimspiel wurde das
Team vom THC von Horn und Hamm
empfangen und mit 7:2 in Schach gehalten.
Darja Semenistaja hatte gegen
Johanna Silva hart zu kämpfen und gewann
am Ende mit 7:5, 7:6. Stephanie
Wagner, Helena Buchwald, Santa
Strombach und Julia Zhu sorgten für
die uneinholbare 5:1-Führung. Die Doppel
Stephanie Wagner/Miriana Tona
(Italien) und Helena Buchwald/Santa
Strombach schraubten mit Zweisatzerfolgen
das Endergebnis auf 7:2. Zu
diesem Zeitpunkt war klar, dass es nun
um den Aufstieg in die 1. Bundesliga
gehen würde.
Das vorentscheidende Match
gegen den bis dahin ebenfalls ungeschlagenen
Bielefelder TTC fand zwei
Tage später auf der SCC-Anlage statt.
Der Beginn war sehr verheißungsvoll,
denn Stephanie Wagner durch einen
frühzeitigen Abbruchsieg sowie Helena
Buchwald und Julia Zhu durch sichere
Zweisatzsiege brachten das Heimteam
mit 3:0 in Führung. Der vierte Punkt
ging auf das Konto von Julia Avdeeva
aus Russland, die sich auf Position eins gegen Joëlle Steur
mit 6:3, 6:2 durchsetzte. Bielefeld gab sich aber noch nicht geschlagen
und konnte auf 2:4 verkürzen. Für die Entscheidung
sorgte das Doppel Helena Buchwald/Santa Strombach, das mit
einem 6:3, 6:2 gegen Sonja Zhiyenbayeva und die Kroatin Mariana
Drazic den 5:4-Erfolg sicherstellte. Damit war das Tor zum
Oberhaus weit aufgestoßen, zumal der TC SCC in den beiden
letzten Spielen beim Großflottbeker THGC und den Kölner HTC
Blau-Weiss als Favorit ins Rennen ging.
In Hamburg gab es zunächst beim 8:1 auch keine Probleme.
Darja Semenistaja ließ im Topspiel der Tschechin Nikola
Breckova beim 6:0, 6:0 keine Chance. Und auch die übrigen fünf
Einzel sowie zwei Doppel gingen an die Gäste.
Der Abschluss in Köln war dann doch etwas umkämpfter.
Zwar siegte Darja Semenistaja gegen die Französin Victoria
Muntean deutlich mit 6:1, 6:2. Und auch Santa Strombach und
Julia Zhu wurden vor keine größeren Probleme gestellt. Doch
Iva Primorac, Stephanie Wagner und Helena Buchwald mussten
allesamt in den Match-Tiebreak. Hier zeigten alle drei ihre
Nervenstärke und bauten nicht nur die Führung auf 6:0 aus,
sondern machten damit auch den Aufstieg in die 1. Bundesliga
perfekt. Das Doppel Helena Buchwald/Santa Strombach holte
noch einen weiteren Punkt zum 7:2-Endstand. Danach konnte
die Feier beginnen.
„Eigentlich war der Aufstiegsgedanke zu Saisonbeginn bei
uns noch weit weg. Doch der Auftaktsieg gegen Blau-Weiss war
schon sehr wichtig, um die weitere Richtung zu bestimmen“,
sagte Coach Andreas Strauchmann und ergänzte: „Der Erfolg
gegen Bielefeld war dann entscheidend. Zwar wurde danach
der Druck, die letzten beiden Partien gewinnen zu müssen,
um aufsteigen zu können, doch ein anderer. Allerdings
hat die Mannschaft dies sehr souverän gelöst. Somit sind wir
nach einer starken Saison verdient aufgestiegen.“ Zu den
herausragenden Akteurinnen sind Darja Semenistaja, Helena
Buchwald und Julia Zhu zu zählen, die alle ihre Einzel gewinnen
konnten. „Ich möchte niemanden hervorheben, denn
alle haben überzeugt. Die Teamleistung war von vorne bis hinten
wie aus einem Guss“, freute sich Strauchmann. Außerdem
betonte er, dass es richtig war, an der Philosophie mit vier einheimischen
und zwei ausländischen Spielerinnen festzuhalten.
Für die 1. Liga soll der Kader im Kern so bleiben. Ob vielleicht
eine oder zwei Ergänzungen hinzukommen wird man später
sehen.
Michael Matthess
National
Stephanie Wagner
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Santa Strombach
Helena Buchwald
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2. Bundesliga Nord der Damen 2025 –
TC 1899 Blau-Weiss
Starkes Comeback:
Blau-Weiss beendet
Saison auf Rang drei
Angela Fita Boluda
Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga war beim
TC 1899 Blau-Weiss zunächst Demut statt Titelträume
angesagt. Doch nach dem holprigen Auftakt
zeigte das Team vom Roseneck eindrucksvoll, dass
mehr in ihm steckt. Mit einer starken Mischung
aus internationalen Leistungsträgerinnen und
ambitionierten Nachwuchsspielerinnen kämpfte
sich Blau-Weiss zurück ins obere Tabellendrittel.
Besonders Andreea Amalia Rosca überzeugte mit
makelloser Einzelbilanz. Am Ende stand ein dritter Platz –
und die leise Ansage: „Nächstes Jahr greifen wir wieder an”.
Etwas gedämpft war vor Saisonbeginn die Erwartungshaltung
beim 1. Bundesligaabsteiger TC 1899 Blau-Weiss. Nach der
3:6-Auftaktniederlage gegen den TC SCC rückte erst mal der
Klassenverbleib in den Fokus.
Doch schon die nächsten beiden Heimbegegnungen gegen
Potsdam und Köln zeigten, dass das Team vom Roseneck sich
eher wieder nach oben orientieren konnte. Dabei wurde der
Potsdamer TC „Rot-Weiß“ zunächst mit 8:1 bezwungen. Allerdings
spiegelte das Resultat nicht die harte Gegenwehr der
Gäste wieder. An Nummer eins gewann die Blau-Weiss-Spanierin
Angela Fita Boluda gegen Martyna Kubka mit 6:3, 6:1. Caroline
Werner, die Schweizerin Ylena In-Albon, Andreea Amalia
Rosca (Rumänien), die gegen Franziska Sziedat Matchbälle
abwehren musste, und Viola Turini aus Italien stellten mit ihren
Erfolgen den 5:1-Zwischenstand nach den Einzeln her. Sofiya
Afandieva holte den Punkt für Potsdam. Die Doppel gingen
Andreea Amalia Rosca
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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Sophie Greiner
Julia Hofmann
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
dann ebenfalls an Blau-Weiss, wenn auch zwei erst im Match-
Tie-Break. Wesentlich entspannter ging es gegen den Kölner
HTC Blau-Weiss zu. Hier wurden alle sechs Einzel ohne Satzverlust
gewonnen. Das Topspiel entschied die Kasachin Zhibek Kulambayeva
gegen Karla Bartel mit 6:1, 6:0 zu ihren Gunsten. Anschließend
gab es in den Doppeln noch zwei weitere Punkte
zum klaren 8:1-Endstand.
Und auch die beiden nachfolgenden Auswärtspartien wurden
erfolgreich abgeschlossen. Zunächst gab es ein 5:4 beim
Großflottbeker THGC. Caroline Werner gab an Position eins der
Tschechin Nikola Breckova mit 6:2, 6:1 das Nachsehen. Weitere
Zähler zum 4:2-Zwischenstand steuerten Andreea Amalia
Rosca, Sophie Greiner und Tiziana-Marie Schomburg bei. Für
die Entscheidung sorgte das Doppel Andreea Amalia Rosca/
Tiziana-Marie Schomburg mit einem souveränen
Zweisatzsieg.
Gute Nerven bewiesen die Blau-Weiss-Damen
beim THC von Horn und Hamm, denn fünf Matches
gingen in den Match-Tie-Break, von denen
die Berlinerinnen vier für sich entschieden. Die
erstmals eingesetzte Italienerin Martina Colmegna
rang im Spitzeneinzel Johanna Silva mit 6:7, 7:5,
10:7 nieder. Andreea Amalia Rosca, Daria Remetean und Tiziana-Marie
Schomburg sicherten drei weitere Zähler zur 4:2-Führung.
Dank zwei weiterer Doppelsiege konnte mit einem
6:3-Gesamterfolg die Heimreise angetreten werden.
Im letzten Heimspiel wurde dann der Bielefelder TTC empfangen,
der mit 7:2 die Punkte aus Berlin entführen konnte.
Ylena In-Albon verlor an Nummer eins gegen die Kroatin Ana
Ylena In-Albon
„
Wir können mit dem Saisonverlauf
zufrieden sein.“
Saisonfazit von Coach Dersch
Konjuh mit 1:6, 5:7. Andreea Amalia Rosca und Sophie Greiner
gewannen ihre Einzel. Die Doppel gingen dann allesamt
verloren.
Zum Saisonabschluss gab es noch ein Erfolgserlebnis, denn
beim TC Union Münster wurde ein klarer 8:1-Sieg eingefahren.
Hier hielt sich Ylena In-Albon beim 6:1, 6:0 gegen
Alana Parnaby (Australien) schadlos. Vier weitere
Einzel sowie alle Doppel gingen glatt in zwei Sätzen
an das Blau-Weiss-Team. Somit wurde es am
Ende in der Tabelle der dritte Schlussrang.
„Wir können mit dem Saisonverlauf zufrieden
sein. Immerhin ist es uns gelungen mit einigen
Nachwuchsspielerinnen, die alle ihre Leistung gebracht
haben, eine gute Platzierung zu erreichen“, bilanzierte
Mannschaftscoach Alexander Dersch. Mit sechs Siegen in sechs
Einzeln überzeugte besonders Andreea Amalia Rosca. „Sie ist
zweifellos eine absolute Leistungsträgerin im Team“, freute sich
Dersch über das Abschneiden der Rumänin.
Aber auch die ungeschlagene Viola Turini, bei der eine Bronchitis
mehr Einsätze verhinderte, sowie Caroline Werner und
Ylena In-Albon wussten zu gefallen. Mit
den Nachwuchskräften Sophie Greiner,
Julia Hofmann, Daria Remetean, Tiziana-
Marie Schomburg und der erst 15-jährigen
Lena Topel stehen aussichtsreiche
Akteurinnen im Kader. „Auf sie können
wir aufbauen. Sie werden in Zukunft sicher
ihre Spielstärke weiter verbessern“,
meint Dersch. In Bezug auf 2026 dürften
einige ausländische Spielerinnen,
die entweder nicht oder nur sporadisch
zum Einsatz kamen, aussortiert werden.
„Den Stamm wollen wir in jedem Fall halten.
Im nächsten Jahr ist wieder mit uns
zu rechnen“, sieht Dersch optimistisch in
die Zukunft.
Michael Matthess
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2. Bundesliga Nord der Damen 2025 –
Potsdamer TC „Rot-Weiß”
Potsdam bleibt oben –
mit Mut, Teamgeist
und vier Siegen
Mit einer satten Portion Demut und
einer Extraprise Kampfgeist ist
der Potsdamer TC „Rot-Weiß“ ins
Abenteuer 2. Bundesliga gestartet –
und hat sich mehr als wacker
geschlagen. Nach drei deutlichen
Niederlagen zum Auftakt schien
der Klassenerhalt nur ein fernes
Ziel, doch dann wendete sich
das Blatt eindrucksvoll. Vier
Siege in Folge katapultierten das Team nicht nur
aus der Gefahrenzone, sondern brachten auch
Respekt und Selbstbewusstsein. Besonders stark:
die konstant punktende Marcelina Podlinska und
eine Mannschaft, die sich gegenseitig mitriss. Was
bleibt, ist das Gefühl, angekommen zu sein – und
die Lust auf mehr.
Franziska Sziedat
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Einen gelungenen Einstand in der 2. Bundesliga Nord feierte
der Neuling Potsdamer TC „Rot-Weiß“. Erwartungsgemäß
gingen zunächst die ersten drei Partien verloren.
Zum Auftakt verlor das Team beim Bielefelder TTC mit 1:8.
Dabei bot im Spitzeneinzel die Polin Daria Kuczer der für Bielefeld
spielenden Kroatin Ana Konjuh bis zum Schluss Paroli. Am
Ende hatte Konjuh mit 6:3, 2:6, 11:9 knapp die Nase vorn. Der
Ehrenpunkt ging auf das Konto von Marcelina Podlinska aus
Polen, die Joëlle Steur mit 1:6, 6:2, 10:1 niederrang. Alle übrigen
Matches gingen in zwei Sätzen verloren.
Nach dem 1:8 beim TC 1899 Blau-Weiss sowie dem durchaus
umkämpften 3:6 gegen den TC SCC setzten die Potsdamerinnen
zu einer bemerkenswerten Siegesserie an. Zunächst
wurde der TC Union Münster auf eigener Anlage mit
8:1 abgefertigt. Lediglich Martyna Kubka musste an Nummer
eins beim 4:6, 3:6 gegen die Mexikanerin Victoria Rodriguez die
Überlegenheit ihrer Gegnerin anerkennen. Dafür ließen Daria
Kuczer, Marcelina Podlinska, Franziska Sziedat, Nadja Meier und
Sofiya Afandieva nichts anbrennen und brachten mit Zweisatzerfolgen
ihr Team uneinholbar mit 5:1 in Führung. Und auch
die Doppel gingen ohne Satzverlust an die Rot-Weißen.
Zwei Tage später ging es beim Kölner HTC Blau-Weiss deutlich
enger zu. Martyna Kuczer unterlag im Topspiel der Ungarin
Amarissa Toth mit 2:6, 1:6. Daria Kuczer, Marcelina Podlinska,
Franziska Sziedat und Sofiya Afandieva brachten aber die Potsdamerinnen
mit 4:2 in Front. Die Doppel Martyna Kubka/Franziska
Sziedat und Daria Kuczer/Sofiya Afandieva sorgten in jeweils
zwei siegreichen Sätzen für den 6:3-Endstand.
Im darauffolgenden Spiel beim THC von Horn und Hamm
wurde dann beim 6:3 endgültig der Klassenerhalt gesichert.
Die Nummer eins Martyna Kubka bewies ihre Kämpferqualitäten
beim 6:2, 3:6, 10:8 gegen Johanna Silva. Nadja Meier und
Sofiya Afandieva gewannen ebenfalls im Match-Tie-Break während
Marcelina Podlinska glatt in zwei Sätzen siegte und Franziska
Sziedat gegen die frühere Blau-Weisse Anna Klasen nach
dem ersten Spiel von der krankheitsbedingten Aufgabe ihrer
Gegnerin profitierte. Den sechsten Punkt holte das Doppel
Martyna Kubka/Franziska Sziedat.
Im letzten Spiel der Saison gelang dann sogar der vierte
Sieg in Folge durch ein 7:2 gegen den Großflottbeker THGC.
Martyna Kubka setzte sich gegen die Tschechin Nikola Breckova
mit 6:3, 6:2 durch. Nadja Meier und Sofiya Afandieva bewiesen
erneut ihre Nervenstärke im Match-Tie-Break, und Dana
Kuczer und Marcelina Podlinska sowie die Doppel Martyna
Kubka/Franziska Sziedat und Marcelina Podlinska/Nadja Meier
setzten sich jeweils in zwei Sätzen durch und sorgten somit für
einen gelungenen Saisonabschluss.
„Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Glücklicherweise
standen die Stammspielerinnen immer zur Verfügung. Die Saison
hat Spaß gemacht und der Teamgeist war hervorragend.
Alle haben sich gegenseitig angefeuert“, freute sich Mannschaftskapitän
Harald Heidecke. Zu Beginn der Saison hatte er
noch Zweifel, ob der Klassenerhalt gelingen würde. „Ich war
mir nicht sicher, ob wir auf den vorderen Positionen mithalten
würden. Am Ende bin ich doch sehr positiv überrascht, dass es
so gut geklappt hat“, sagte Heidecke. Was die Einzelbilanz betrifft
stach besonders Marcelina Podlinska hervor, die bei fünf
ihrer sechs Partien den Platz als Siegerin verließ. Aber auch
alle anderen Stammkräfte überzeugten durch gute Leistungen.
Für die kommende Spielzeit soll der Kader beisammenbleiben.
„Ich habe schon Kontakt zu unseren Topspielerinnen
aufgenommen. Sie wollen uns auch im nächsten Jahr wieder
unterstützen“, meint Heidecke zur Zukunftsplanung.
Michael Matthess
Daria Kuczer
Nadja Meier
Martyna Kubka
Marcelina Podlinska
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Rückblick Regionalliga Nordost 2025
TVBB-Teams sechsmal erfolgreich,
Zahl der Absteiger leicht gestiegen
In der letzten Saison fuhren Mannschaften aus dem Tennis-Verband Berlin-Brandenburg sieben
Regionalliga Nordost-Titel ein. Diesmal kam ein Erfolg weniger zustande, womit die Zahl von 2023
erreicht wurde. Bei den Absteigern erwischte es acht Vereine, was im Vergleich zum Vorjahr ein
Anstieg um eine Position bedeutet. Dabei teilen sich die ersten Plätze auf fünf Clubs auf, von denen
der TC 1899 Blau-Weiss zweimal zu Titelehren kam.
Die Damen-Konkurrenzen
Nach dem Aufstieg des Potsdamer TC „Rot-Weiß“ im vergangenen Jahr in die 2. Bundesliga
Nord, durften diesmal bei den Damen keine Wunderdinge erwartet werden. Dabei
gab Aufsteiger Zehlendorfer Wespen, angeführt von Sophie Triquart, mit drei Siegen in
fünf Spielen eine gute Figur ab und belegte in der Endabrechnung den dritten Rang. Dahinter
folgte die 2. Mannschaft des TC 1899 Blau-Weiss, die mit Viola Turini (Italien) an
Position eins zwei Erfolge feierte. Unangefochten blieb der TC an der Schirnau, der ungeschlagen
den Titel holte und sich damit für die 2. Bundesliga Nord qualifizierte.
Spannend wurde es bei den Damen 30. Zunächst sah der TC 1899 Blau-Weiss mit
Spitzenspielerin Charlotte Klasen wie der Sieger aus, denn das Topspiel
gegen den Potsdamer TC „Rot-Weiß“ wurde zunächst mit 5:4 gewonnen.
Doch dann stolperten die Blau-Weissen beim 4:5 gegen die TG Düsternbrook.
Die Potsdamerinnen mit der Polin Marta Lesniak an Nummer
eins konnten hingegen ihre übrigen Spiele siegreich gestalten,
hatten in der Endabrechnung einen Matchpunkt mehr und entthronten
damit Titelverteidiger TC 1899 Blau-Weiss.
In der Damen 40-Konkurrenz war der Osnabrücker TC nicht zu schlagen.
Die Zehlendorfer Wespen und der TC SCC gewannen zwei von fünf
Spielen, was die Plätze drei und fünf bedeutete. Bitter lief es für den BSV
92, der dreimal mit 4:5 verlor und mit lediglich einem gewonnenen Spiel
die Klasse wieder verlassen musste.
Den Damen 50 von den Zehlendorfer Wespen gelang die Titelverteidigung.
Mit Tina Loddenkemper an der Spitze reichte es bei fünf Siegen
und einer Niederlage erneut zu Platz eins. Mit vier Erfolgen kam Aufsteiger
TC 1899 Blau-Weiss auf Rang drei, während dem TC SCC zwei Siege
nicht reichten, denn am Ende fehlten drei Matchpunkte, um die Klasse zu halten.
Und bei den Damen 60 wurde der TC 1899 Blau-Weiss mit Elke Knisel, Christine Mallon
und Katrin Dippner erneut vor keine ernsthaften Probleme gestellt und feierte erneut
ungeschlagen den Gesamtsieg. Dank einer ausgeglichenen Bilanz kam Grün-
Weiß Nikolassee auf den dritten Platz.
Die Herren-Konkurrenzen
Wie schon bei den Damen durfte man auch bei den Herren den beiden TVBB-Vertretern
keine vordere Platzierung zutrauen. Dafür konnten die beiden Aufsteiger Zehlendorfer
Wespen und die zweite Mannschaft des TC 1899 Blau-Weiss zumindest den
Klassenverbleib sicherstellen. Die Wespen mit Spitzenspieler Svyatoslav Gulin (Russland)
kamen mit 2:3-Siegen auf Rang vier und die Blau-Weissen schafften im letzten
Spiel dank der Mithilfe von Michael Agwi (Irland) und Diego Dedura durch ein
8:1 gegen den bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch sieglosen Harvestehuder THC
den Ligaerhalt. Der erstplatzierte Bremer TC wird im nächsten Jahr als Nordost-
Meister in der 2. Bundesliga Nord dabei sein.
Keine Chance auf einen vorderen Platz gab es bei den Herren 30. Der BSV 92 beendete
die Saison mit zwei Siegen aus fünf Spielen mit dem fünften Platz. Die SV
Reinickendorf, vor zwei Jahren noch in der Bundesliga Nord dabei, verabschiedete
sich hingegen sieglos in Richtung Ostliga. Der UHC Hamburg holte sich den Titel und
damit die Berechtigung, 2026 in der Bundesliga Nord antreten zu können.
Im Gegensatz zu den Herren 30 schrammten die Herren 40 von Titelverteidiger SV
Reinickendorf ganz knapp am ersten Platz vorbei. Bei fünf Siegen aus sechs Spielen
fehlte in der Endabrechnung nur ein Matchpunkt gegenüber dem Gesamtsieger Jade
TC Wilhelmshaven. Mit ausgeglichener Bilanz kam der TC SCC auf Rang vier. Aufsteiger
TC Tiergarten blieb ohne Erfolgserlebnis und konnte den Abstieg nicht verhindern.
Die Herren 50 des THC Neumünster waren wie schon im Vorjahr nicht zu schlagen
und beherrschten die Szenerie eindeutig. Am letzten Spieltag entschied sich, wer
von den beiden bis dahin sieglosen TVBB-Vertretern den Gang in die nächsttiefere
Klasse antreten musste. Hier gewann Grün-Weiß Nikolassee das Duell gegen die
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SV Reinickendorf mit 6:3 und kann auch im kommenden Jahr in
der Regionalliga Nordost an den Start gehen.
Die Herren 55 des TC SCC mit Jens Thron an der Spitze hielten
die Konkurrenz in Schach und setzten sich in allen sechs
Partien durch. Mit einer 3:3-Bilanz belegte der LTTC „Rot-Weiß“
Rang fünf. Für Aufsteiger Grün-Weiß Lankwitz hingen die Trauben
zu hoch. Am Ende gab es kein Erfolgserlebnis, was die
Rückkehr in die Ostliga bedeutet.
Wie bei den Herren 50 blieben auch die Herren 60 des THC
Neumünster ungefährdet und gewannen alle
fünf Spiele. Mit drei Siegen sicherten
sich die Zehlendorfer Wespen Platz
zwei, Die FVT Klingsor und der
TC 1899 Blau-Weiss folgten mit
je zwei Spielgewinnen auf
den Rängen vier und fünf.
Erwartungsgemäß ohne
ernsthafte Gegner blieben
die von Weltmeister
Glenn Busby (Australien)
angeführten Herren 65 des
TC 1899 Blau-Weiss. Lediglich
im letzten Spiel um den Titel
gegen den Harburger SC wurden
beim 7:2 die einzigen beiden Punkte
abgegeben. Aufsteiger TC SCC siegte
zweimal und kam auf Rang vier.
Sehr eng verlief die Spielzeit im Herren 70-Bereich. Titelverteidiger
TC Frohnau musste mit zwei Siegen und zwei Unentschieden
bei fünf Spielen die Titelhoffnungen begraben und
landete auf Rang vier. Mit der gleichen Bilanz beendete Aufsteiger
TC 1899 Blau-Weiss die Spielzeit noch einen Platz vor
Grün-Weiß Lankwitz: Herren 75
sichern sich Regionalliga-Titel
Mit beeindruckendem Teamgeist und einem Schuss Überraschung
hat sich die Herren 75-Mannschaft von Grün-Weiß Lankwitz den
Meistertitel in der Regionalliga gesichert – und das vor dem favorisierten
Team aus Elmshorn.
Der Triumph bedeutet: Die Berliner stehen in der Endrunde um die
Deutsche Vereinsmeisterschaft. Diese wird Anfang September 2025
beim FTC Palmengarten in Frankfurt am Main ausgetragen.
Auf dem Weg dorthin präsentierten sich Klaus Rogall, Klaus Maager,
Wolfgang Dröge, Julian Sargent, Bernd Harnoß und Heinz Goertz in
starker Form – und dürfen nun auf den ganz großen Wurf hoffen.
den Frohnauern. Blau-Weiß Warnemünde reichten zwei Siege und drei Unentschieden zum ersten Platz.
Dafür hat sich der Alterswechsel von TC Grün-Weiß Lankwitz in die Herren 75-Konkurrenz gelohnt. Die von
Julian Sargent angeführten Südberliner gewannen fünf Spiele bei einer Niederlage, was auf Anhieb zum
Titelgewinn reichte. Zwar verloren die Lankwitzer gegen Vorjahressieger LTC Elmshorn, doch die Norddeutschen
spielten zweimal unentschieden und lagen bei Punkt- und Matchgleichheit am Ende um drei
Sätze hinter den Lankwitzern.
Bei den Herren 80 schafften es schließlich die Routiniers des LTTC „Rot-Weiß“ mit zwei Siegen und einem
Unentschieden bei einer Niederlage auf den zweiten Platz hinter dem ungeschlagenen Hildesheimer TC
Rot-Weiß.
Fazit
Zwar gingen in diesem Jahr lediglich sechs Regionalligatitel an Vereine aus dem TVBB. Doch der Rückgang
um einen Gesamtsieg kann nicht als Rückschritt bezeichnet werden, da 2024 mit den Damen des Potsdamer
TC „Rot-Weiß“ und den Herren von Grün-Weiß Nikolassee gleich zwei Clubs in die 2. Bundesliga Nord aufrückten.
Dieser Umstand konnte nicht eins zu eins aufgefangen werden. Speziell bei den Damen und Herren
sind mittlerweile schon mehrere TVBB-Teams in der zweithöchsten deutschen Spielklasse vertreten. In diesen
beiden Kategorien dürfte es zumindest kurzfristig schwer werden, den Regionalliga-Titel zu erringen.
Verlass war wieder einmal auf die Damen, denn hier gab es drei erste Plätze in fünf Konkurrenzen. Bei
den Herren konnte mit ebenfalls drei Titel zumindest das Ergebnis vom Vorjahr eingestellt werden. Außerdem
müssen bei den Herren fünf Clubs in die Ostliga zurück, was einen Rückgang um eine Mannschaft
im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Etwas schlechter schnitten die Damenkonkurrenzen ab, denn hier erwischte
es drei Clubs im Gegensatz zu lediglich einem Absteiger im letzten Jahr. Anfang September kann
erst ein endgültiges Resümee gezogen werden, wenn die Aufstiegsspiele in die Regionalliga Nordost abgeschlossen
sind. In jedem Fall bleibt festzuhalten, dass der TVBB mit seinen teilnehmenden Clubs keine
größeren negativen Veränderungen in Bezug auf die Anzahl der Meistertitel und Absteiger hinnehmen
musste und somit seine gute Position im nordostdeutschen Raum wie schon in den letzten Jahren verteidigen
konnte.
Michael Matthess
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Deutsche Jugendmeisterschaften presented by Generali/DVAG
Analyse statt Applaus –
Berlin schaut nach vorn
Ludwigshafen ist nicht Paris – aber wer hier im Mai erfolgreich
spielt, darf trotzdem vom großen Tennis träumen. Die Deutschen
Jugendmeisterschaften gelten als Standortbestimmung für den
Nachwuchs, als Bühne für erste Duftmarken und als Prüfstein für
das, was später vielleicht Rang und Namen trägt. Für den TVBB war
das Turnier 2025 (26. bis 31. Mai) eher ein realistischer Blick in den
Spiegel als ein goldener Pokalrausch. Eine Medaille im Doppel, ein
starkes Halbfinale – und ansonsten viel Arbeit für die Analyse. Aber
auch das gehört zum Leistungssport: Der Weg an die Spitze ist selten
gerade, und selten bequem.
Sophie Triquart (SV Zehlendorfer Wespen)
Die Deutschen Jugendmeisterschaften presented by Generali/
DVAG in Ludwigshafen zählen seit Jahren zu den wichtigsten Stationen
im Kalender der deutschen Nachwuchstalente. Wer hier
überzeugt, rückt ins Visier der Bundestrainer – und vielleicht irgendwann
ins Rampenlicht bei den großen Turnieren. Doch aus Sicht des Tennis-Verbandes
Berlin-Brandenburg fiel die Bilanz in diesem Jahr eher nüchtern
aus. Für einen der kleineren Landesverbände schlug sich der TVBB noch
immer beachtlich – auch wenn die ganz großen Coup-Momente diesmal
ausblieben. In den letzten Jahren hatte man den Großen regelmäßig ein
Bein gestellt, mitunter sogar mehr Titel geholt als die Bayern. Dieses Mal
reichte es nicht ganz, aber klein beigeben? Fehlanzeige.
Sebastian Heinrich vom BTTC Grün-Weiss war der einzige Spieler aus
der Hauptstadtregion, der sich in die Vorschlussrunde vorspielen konnte.
Im Halbfinale der U16 männlich lieferte er sich ein hart umkämpftes
Match mit dem an Nummer Eins gesetzten Ilain Mechbal vom TVN, das
er trotz starker Leistung mit 3:6, 6:3, 3:6 verlor. Sebastian Heinrich verpasste
das Finale denkbar knapp – ärgerlich, aber eben auch ein echter
Achtungserfolg. Einer, der nicht unbemerkt blieb: Bundestrainer Philipp
Petzschner zückte prompt die Wildcard und lud Heinrich zum nächsten
großen Jugend-Weltranglistenturnier auf deutschem Boden ein. Anerkennung
mit Ansage.
Weniger glücklich lief’s bei den Mädchen der gleichen Altersklasse.
Milena Steinkamp vom LTTC „Rot-Weiß“ und Sophie Triquart von den
Zehlendorfer Wespen mussten bereits im Achtelfinale die Segel streichen.
Beide eigentlich als gesetzte Spielerinnen mit Ambitionen gestartet – und
das trotz (oder wegen?) ihres jüngeren Jahrgangs. Enttäuschung inklusive,
doch der Blick geht nach vorn.
Spannung pur gab’s bei den Jüngsten: In der U13 wurde in acht Vierergruppen
gespielt – gleich drei TVBB-Talente mischten mit. Nikita Rung,
Maximilian Thümmler (beide TK Blau-Gold Steglitz) und Robert Marianowski
(TC 1899 Blau-Weiss) sicherten sich jeweils zwei Siege und kämpften
im letzten Gruppenspiel um den Einzug ins Viertelfinale. Maximilian
unterlag dem späteren deutschen Meister, Robert verpasste den Sieg
nach über drei Stunden und 5:3-Führung im dritten Satz gegen die Nummer
Drei der Setzliste – bitter. Nur Nikita schaffte es ins Viertelfinale, musste
dort aber die Spielstärke seines Gegners anerkennen. Unterm Strich:
ein starker Auftritt der Berliner Jungs – auch wenn’s am Ende nicht
fürs ganz große Ausrufezeichen reichte.
Für die übrigen Berliner Teilnehmer war bereits in der ersten
Runde des Hauptfeldes Endstation. Luis Wellmann (LTTC
„Rot-Weiß“), Lena Topel und Julia Hofmann (beide TC
1899 Blau-Weiss) konnten in ihren Auftaktmatches
keine entscheidenden Akzente setzen. Lichtblick
im Doppel: Julia Hofmann gewann
gemeinsam mit ihrer
Partnerin Livia Sistermann
aus Bayern die Silbermedaille – ein Vizemeistertitel, der zumindest ein
kleines Ausrufezeichen für den TVBB setzt. Nikita Rung und Robert Marianowski
erreichten das Halbfinale in der U13.
Landestrainer Bernd Süßbier wird die Ergebnisse in gewohnter Gründlichkeit
analysieren und daraus die nötigen Schlüsse für das kommende
Jahr ziehen. Gerade im Nachwuchsbereich verlaufen Entwicklungen selten
linear, und was in einem Jahr wie ein Rückschritt wirkt, kann im nächsten
bereits Grundlage für neue Stärke sein. Vielleicht war es in diesem Jahr einfach
der berühmte Wurm, der sich durch die Berliner Matches schlängelte.
Während der TVBB also mit gemischten Gefühlen auf das Turnier blickt,
konnten sich andere Landesverbände über strahlende Sieger freuen. Insgesamt
wurden zwölf Titel vergeben – sechs im Einzel, sechs im Doppel.
Besonders überzeugend präsentierten sich Eric Müller und Francesca
Parcelli in der Altersklasse U16. Müller bezwang im Finale seinen Kontrahenten
Ilain Mechbal mit 6:4, 6:3. Parcelli profitierte im Endspiel von der
verletzungsbedingten Aufgabe ihrer Gegnerin Tamina Kochta. In der
Altersklasse U14 setzte sich Lilly Greinert souverän mit 6:2, 6:3 gegen Finnja
Isbruch durch, während Luys Calin sein Finale gar mit 6:1, 6:0 in unter
einer Stunde dominierte – sein zweiter Titel nach dem Vorjahreserfolg in
der U13. Auch bei den Jüngsten gab es klare Entscheidungen: Carla Pollmüller
gewann das Finale der Juniorinnen U13 mit 6:2, 6:0 gegen Luise
Meißner, Jost Neermann setzte sich bei den Junioren mit 7:5, 6:2 gegen
Ilija Plavsic durch.
Ludwigshafen hat sich längst als Bühne für kommende Größen etabliert.
Große Namen wie Alexander Zverev, Angelique Kerber oder Daniel
Altmaier haben hier ihre ersten Spuren im nationalen Tennis hinterlassen.
Auch Diego Dedura, dessen Weg ins Profitennis gerade an Fahrt
aufnimmt, war mehrfacher Sieger dieser Meisterschaften. Die diesjährigen
Gewinner reihen sich also in eine stolze Liste ein – mit der Perspektive,
dass dies nicht ihr letzter Pokal gewesen sein muss.
DTB-Vizepräsident Helmut Schmidbauer, der vor Ort die Ehrungen vornahm,
brachte es auf den Punkt: „Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft
ist ein bedeutender Meilenstein in der Laufbahn junger Spieler.
Der gezeigte Einsatz und das Niveau stimmen uns optimistisch für die
kommenden Jahre.“ Auch in jenen Teilnehmern,
die ohne Medaille abreisten, sieht er großes
Potenzial. Im Rahmen der neuen
Leistungssportstrategie des Deutschen
Tennis Bundes – „Gemeinsam! Weltklasse!
Entwickeln!“ – wolle man die
Breite des deutschen Nachwuchses weiter
stärken und gezielt fördern. Für Berlin
heißt das: Durchatmen, analysieren, weitermachen.
Die nächste Chance kommt bestimmt.
Claudio Gärtner
Foto: Harry Reis, Adobe Stock
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matchball | 03 – 2025
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TVBB-Sport
Die Anlage der Zehlendorfer Wespen
TVBB-Verbandsmeisterschaften – 9. bis 13. Juni 2025
Zweifach Stabel, einmal Sanchez Martinez
Anfang Juni stand die Anlage der Zehlendorfer Wespen wieder ganz im Zeichen des TVBB-Leistungssports. Bei den
diesjährigen Verbandsmeisterschaften der Damen und Herren wurden in gewohnt konzentrierter Atmosphäre vier Titel
vergeben – zwei im Einzel, zwei im Doppel. Die Siegerinnen und Sieger kamen dabei aus vier verschiedenen Vereinen,
was für eine erfreuliche Breite im Verband spricht. Besonders erfolgreich war Anica Stabel vom LTTC „Rot-Weiß”, die sich
sowohl im Einzel als auch im Doppel an die Spitze spielte. Mit dabei auch einige Überraschungen, klare Favoritensiege –
und jede Menge Tennis auf hohem Niveau.
Vier Verbandsmeister-Titel wurden beim TVBB-Championat
der Damen und Herren des Jahres 2025 Anfang
Juni an traditioneller Austragungsstätte bei den
Zehlendorfer Wespen vergeben, zwei im Einzel und zwei im
Doppel. Beteiligt an den Siegen waren vier Vereine. Anica Stabel
brachte ihren LTTC „Rot-Weiß” im Einzel und Doppel (mit Juliane
Triebe, BSV 1892) als einzige zweimal aufs Siegerpodest,
ihr attestierte Clubkamerad Umut Akkoyun im Herren-Doppel.
Dazu kamen Benito Sanchez Martinez (TC SCC) als Herren-
Einzelsieger und Akkoyuns Doppel-Partner Patrick Fleischhauer
vom Gastgeber Zehlendorfer Wespen.
Die Top-Überraschung des Turnier war aber Laslo Urrutia
Fuentes vom BTTC Grün-Weiss. Der TVBB-Verbandsmeister
der Jahre 2021 und 2022 galt bei den Tennis-Insidern nicht unbedingt
als allererste Option für den Titel. Doch dies widerlegte
er in den fünf Tagen auf nachdrückliche Weise. Nach SCCer
Grohbrügge räumte er die beiden „Wespen“ Julian Heikenfeld
und die Nummer 3 Patrick Fleischhauer auf ähnlich souveräne
Weise mit 6:3, 6:1 und 6:1, 6:1 aus dem Weg, ehe ihm
Laslo Urrutia Fuentes
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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TVBB-Sport
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Nummer 2 Benito Sanchez Martinez (TC SCC) im
Halbfinale nach hartem Widerstand mit 6:7, 2:6
das Stoppzeichen setzte. Damit war für das Final-
Duell der beiden Topgesetzten zwischen Jonas
Pelle Hartenstein (TC 1899 Blau-Weiss) und Sanchez
Martinez das „Schlachtfeld“ Tenniscourt geebnet.
Zweieinhalb Stunden dauerte der Schlagabtausch
mit langen Ballwechseln per harter Grundlinienbälle
mit seltenen Stops und Volleys, bei dem der SCCer den ersten
Satz klar mit 6:2 gewann, den zweiten allerdings mit 4:6 abgab.
Im dritten fand der angriffsorientierte Sanchez Martinez
„
2023 Meister, 2025 wieder –
vielleicht bin ich 2027 wieder dran.“
Benito Sanchez Martinez
Benito Jaron Sanchez Martinez
mit zunehmender Dauer die besseren Antworten
auf die diversen Herausforderungen, passierte
stärker, härter und platzierter. 5:4 führte er im
entscheidenden Durchgang und brachte danach
bei Service von Hartenstein mit einem Break das
Match zum glücklichen, aber verdienten Ende zu
seinen Gunsten.
„Das war ein lange ausgeglichenes Match, in dem ich am
Ende das bessere Händchen hatte. Vor zwei Jahren bin ich
hier schon mal Verbandsmeister geworden, habe da das Finale
gegen Markus Malaszszak mit zweimal 6:3 gewonnen, die
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Jonas Pelle Hartenstein
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TVBB-Sport
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Anlage liegt mir offenbar. In den Duellen mit Jonas
hat bisher mal dieser, mal jener gewonnen“, kommentierte
der Linkshänder hinterher.
Jonas Pelle Hartenstein sah in der Sofortreaktion
die Niederlage naturgemäß differenziert. „An sich
bin ich aktuell mit mir sportlich im Reinen. Aber im
Moment bin ich unzufrieden, heute schon.“
Bei den Damen war aus sportlichen
Gründen dafür kein rechter Platz. Ein
Einzel-Finale gab es nicht, weil Julia Zhu
(TC SCC) zum Endspiel wegen einer Partie
der 2. Bundesliga nicht antrat und Anica
Stabel vom LTTC „Rot-Weiß” zur kampflosen
Siegerin machte. Die Meinungen
darüber waren geteilt. An Zwei gesetzt
war die 25-Jährige zuvor mit vier Zweisatzsiegen
durchs Turnier marschiert.
„
Finale wäre schön gewesen –
aber auch so freue ich mich
über den Titel.“
Anica Stabel, Damen-Meisterin LTTC „Rot-Weiß”
Anica Stabel
Auch Zhu hatte vier Matches im Hurra-Stil ohne
Satzverlust für sich entschieden.
Anica Stabel holte sich im Verbund mit der ein
Jahr älteren Juliane Triebe (BSV 1892) auch die
Meisterschaft im Doppel. Im Finale besiegten sie als
Nummer 1 im vierten Zweisatzerfolg das ungesetzte
SCC-Duo Janina Braun/Daria Strogalshchikova (Jahrgänge
1996 und 2012!) mit 6:4, 6:4. In der wechselvollen
Partie mit Ups und Downs auf beiden Seiten lag der Vorteil
der Favoritinnen im Mentalen.
Das Herren-Doppel ging an die Topgesetzten unter den 16
Paaren. Umut Akkoyun vom LTTC „Rot-Weiß” und sein Partner
Patrick Fleischhauer (Zehlendorfer Wespen) ließen auch
in ihrem vierten Match des Wettbewerbs nichts anbrennen
und landeten mit dem finalen 6:2, 6:2 gegen die ungesetzten
Steve Mundt/Hendrik Thada Grohbrügge (TC SCC) einen ungefährdeten
Meisterschaftserfolg.
Klaus Weise
Juliane Triebe
Julia Zhu
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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TVBB-Sport
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Goldene Momente an der Hundekehle:
TVBB ehrt seine Mannschaftsmeister
bei den Berlin Tennis Open
U15 Meister vom TC 1899 Blau-Weiss
Es war ein stimmungsvoller Auftakt in eine ereignisreiche Turnierwoche: Während auf den Courts der Berlin Tennis Open
by HYLO noch die ersten Bälle über das Netz flogen, stand der Montag ganz im Zeichen derer, die sich ihre sportlichen
Lorbeeren bereits verdient hatten. Der Tennis-Verband Berlin-Brandenburg nutzte die große Bühne auf der Anlage
des LTTC „Rot-Weiß“, um im Rahmen des Turniers seine Mannschaftsmeisterinnen und -meister des Jahres 2024
auszuzeichnen.
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Adobe Stock
TVBB-Präsident Dr. Klaus-Peter Walter ließ es sich
nicht nehmen, die Ehrungen persönlich vorzunehmen.
Mitten im Publikumsbereich, zwischen Tribüne,
Clubterrasse und weißen Pagodenzelten, versammelten
sich die Siegerteams aller Altersklassen – von der U12 bis zur
Herren 70 – und verwandelten den traditionsreichen Club am
Hundekehlesee in ein buntes Schaulaufen des Verbandstennis.
Es war keine Gala, kein Prunk. Aber es war echt. Stolz, Freude,
Gemeinschaft – alles spürbar in diesem Moment, als die
Schalen glänzten und die Vereinsfarben in der Nachmittagssonne
leuchteten. Jeder Club, der sich in dieser Saison durchgesetzt
hatte, war eingeladen. Und viele kamen. Jugendteams,
die sich strahlend in ihre Mannschaftsshirts warfen.
Erwachsene, die das Kapitel „Teamgeist“ noch einmal ganz
groß aufgeschlagen hatten. Und Seniorenspieler, die mit ihrer
Erfahrung auch vor der Kamera souverän aufspielten.
Das Blitzlichtgewitter, das sonst den Profis gilt, gehörte
an diesem Tag ganz den regionalen Champions. Die Kameras
klickten, die Pokale funkelten, und nicht wenige nutzten die
Gelegenheit, sich auf dem ehrwürdigen Clubgelände ein wenig
wie auf dem heiligen Rasen von Wimbledon zu fühlen – Berlin-
Edition, versteht sich.
Dr. Klaus-Peter Walter fand in seiner kurzen Ansprache klare
Worte des Respekts: „Wer über Wochen hinweg konstant abliefert,
Teamverantwortung übernimmt, sich durch Rückschläge
kämpft und am Ende ganz oben steht, der hat mehr als
nur einen Pokal verdient. Diese Ehrung ist ein Symbol für all die
Leidenschaft, die unsere Vereine leben.“
Die Veranstaltung war mehr als eine Übergabe von Urkunden
– sie war ein generationenübergreifendes Treffen
der Tennisfamilie. Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und
Trainer, Familien, Freunde – sie alle feierten das, was im Trubel
der Saison manchmal zu kurz kommt: den Moment des
Innehaltens, das gemeinsame Erinnern an Matches, die man
so schnell nicht vergisst, und das stille Wissen, dass Meisterschaften
nicht allein gewonnen werden, sondern im Kollektiv.
Zum Schluss trugen alle ihre Schalen wieder in ihre Clubs –
wie kleine Trophäen mit großer Bedeutung. Manche werden sicher
auf dem Kaminsims landen, andere in der Vitrine im Vereinsheim.
Doch egal wo: Sie erzählen alle dieselbe Geschichte.
Von einem Winter voller Aufschläge, Tie-Breaks und Teamgeist.
Und vielleicht, ganz vielleicht, war dieser Montag mehr als
nur ein Festakt. Vielleicht war es auch ein stilles Versprechen:
dass Tennis in Berlin und Brandenburg lebt – auf dem Center
Court genauso wie auf den Nebenplätzen.
Claudio Gärtner
Die jungen Midcourt Meister vom NTC „Die Känguruhs“
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TVBB-Sport
Heinz-Georg Hoinka
(TC Frohnau)
23. Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier – 4. bis 9. Juni 2025
Tradition, Tennis und
Temperament: Eine Klasse für sich
Auch beim 23. Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier war wieder alles
dabei, was das besondere Flair dieses Pfingstklassikers ausmacht: engagierte
Spielerinnen und Spieler aus ganz Deutschland, ein Organisationsteam mit viel
Herzblut – und das gewohnt launische Berliner Wetter, das sich in diesem Jahr
mit einigen Schauern und Hallenausflügen kreativ in die Turnierregie einbrachte.
Doch wer das Turnier kennt, weiß: Ein bisschen Regen trübt hier niemandem die
Laune – weder auf dem Platz noch daneben. Der Bericht eines Kollegen fasst die
sportlichen Highlights, organisatorischen Besonderheiten und die kleine, große
Welt des Nikolasseer Turnierlebens mit viel Liebe zum Detail zusammen.
Das Clubhaus des TC Grün-Weiß Nikolassee
ersten Reihe.“ Eigentlich habe alles sehr gut funktioniert, sagt
Scheer, der seit 2011 ein Grün-Weißer ist.
Das „bisschen Regen“ wurde kompensiert, indem man in
die eigene Halle und dank Top-Kooperation in die der Weißen
Bären Wannsee, zu den Zehlendorfer Wespen und nach
Stahnsdorf auswich. Auch der traditionelle Ablauf des Pfingstsonntags
mit Frühstücks-Brunch und Konzert der Prague Dixieland-Band
auf der Grün-Weiß-Anlage war ein gut besuchtes
Die große Hitze wie bei vielen Vorgängerereignissen des
Grün-Weiß Nikolassee-Pfingstturniers der Senioren
gab es diesmal nicht.
Das freilich tat der Stimmung bei Organisatoren, Aktiven,
deren Anhang sowie Zuschauern keinerlei Abbruch. Das bestätigten
Club-Vorsitzende Dr. Ulrike Bohnsack und Geschäftsführer
Klaus Scheer, der als Nachfolger von Marco Reichelt erstmals
auch als Turnierchef fungierte, unisono. „Das es von oben
partiell nass wurde, konnte die schöne Atmosphäre nicht eintrüben.
Das haben uns die Aktiven von nah und fern immer
wieder bestätigt. Und auch sportlich hatten wir ein sehr gutes
Niveau in nahezu allen Altersklassen mit vielen TVBB-Top-
Spielern und -Spielerinnen sowie DTB-Ranglistenakteuren der
Ian Leonhardt (Berliner Sport-Verein 1892)
Fotos: Nicola Sophia Trenner
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TVBB-Sport
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Erlebnis, nachdem der Wettergott nach Morgenguss ein Einsehen
hatte und mit wohltemperierten Bedingungen das Seine
zum Gelingen beitrug. 211 Teilnehmer hatten sich für die nun
insgesamt 23. Ausgabe des Pfingstturniers in acht Herrenund
sechs Damen-Altersklassen angemeldet. Die gute Resonanz
des S1-Turnieres beschränkte sich nicht auf TVBB-Vereine,
sondern Aktive aus weiteren 13 DTV-Landesverbänden
machten ihre Aufwartung in Nikolassee.
Sportlich war ein hoher Qualitätspegel
fast durchgängig gegeben, auch wenn in einigen
Damen-Altersklassen die Siegerinnen über
Gruppenspiele ermittelt werden mussten. In den
Finals waren bei Herren und Damen jeweils sieben
Aktive aus den DTB-Top 10 ihrer Altersklassen
vertreten und mit Susanne Veismann (DTV Hannover,
D60) und Manfred Schütt (Harburger SC, H70) gingen
zwei deutsche Nummern 1 ihrer Alterskategorien als Grün-
Weiß-Sieger 2025 vom Platz. Wobei die ungebremste Freude
des Hamburgers besonders deutlich war, trug doch sein Nikolassee-Erfolg
justament dazu bei, dass er die Spitzenposition
erobert hatte.
„
Wenn das sportliche Niveau stimmt,
dann verdoppelt sich der Spaß.“
Klaus Scheer, Club-Manager und Geschäftsführer,
Premiere als Turnierleiter
Benjamin Potsch (TC SCC)
Veissmann und Schütt bildeten neben dem Niedersachsen
Norbert Burandt (Misburger Tennis-Club Hannover von 1965,
H80) das Trio der Nicht-TVBB-Gewinner in den 14 Konkurrenzen.
Burandt, Jahrgang 1944, an Zwei gesetzt, putzte im erstaunlichen
15er Feld der „Oldies but Goldies“ seine Konkurrenten
nach Belieben weg. In vier Spielen inklusive des Finals
gegen Dietrich Gatzka (Stadtwald Hilden – 6:0,6:2)
blieb er ohne Satzverlust.
Eine „echte“ Titelverteidigung, soll heißen in
der gleichen Altersklasse wie im Vorjahr, gelang
allein Benjamin Potsch (TC SCC/H 40), Susanne
Veismann (Hannover/D60) und Ariane Lauenburg
(Zehlendorfer Wespen/D65). Jeweils eine Kategorie
höher wiederholten Jens Thron (ZC SCC/
H55) und Tina Loddenkemper (Zehlendorfer Wespen/D55)
ihren 2024er Sieg.
Als einen der Höhepunkte der kompakt am Pfingstmontag
auf acht Feldern parallel ausgetragenen Finals ist auf jeden Fall
das Herren 65-Endspiel zwischen Torben Arlt (SV Reinickendorf)
und der DTB-Nummer 1 Thomas Rothe vom bayerischen
TC Hof herausheben. Allein das Ergebnis von 6:3, 3:6 und 10:8
Fotos: Nicola Sophia Trenner
Torben Arlt (SV Reinickendorf 1896)
Manfred Schütt (Harburger SC)
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TVBB-Sport
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vermittelt, welche Spannung, Klasse, Höhen und Tiefen auf beiden
Seiten das Duell bot. Rothe war „leichten Fußes“ mit zwei
Zweisatzerfolgen ins Finale marschiert, Arlt musste
nach zwei Pflichtsiegen im Halbfinale gegen
den an Zwei gesetzten SCCer Gabriel Monroy hart
kämpfen, um sich als 4:6, 6:2,10:3-Gewinner feiern
zu lassen. Dass er im Endspiel nach gewonnenen
Auftaktsatz dem Rivalen nach dessen Ausgleich im
Match-Tie-Beak das Momentum wieder entreissen
konnte, war eine absolut starke Leistung.
Die brachten auch Benjamin Potsch (H40), Michael
Buttkus (H50) und Jens Thron (H55) als Topgesetzte
mit ihren ungefährdeten Finalerfolgen
ohne Satzverlust. Vom 60er Endspiel zwischen der rot-weißen
Nummer 1 Guido Schulz und Nummer 2 Michael Stensch (TC
„
Wie oft ich dabei war?
Keine Ahnung …
Gewonnen habe ich jedenfalls
auch ein paar Mal.“
Karin Reinhard, BTTC Grün-Weiss –
2025 D60 Halbfinale
SCC) hatte man
nach souveränen
Auftritten
zuvor Spannung
pur erwartet,
aber nach starken
Schulterschmerzen, die keinen wettbewerbsfähigen
Aufschlag mehr erlaubten,
musste der SCCer nach 1:1 im
ersten Satz früh aufgeben.
Hochklassig war das 70er Endspiel
zwischen dem topgesetzten Pfälzer Alfred
Neumann (Bad Ems) und Nummer
2 Manfred Schütt (Harburg), dass das
Nordlicht nach beiderseits drei hohen
Siegen zuvor mit 7:5 und 6:3 gewann
und in der DTB-Rangliste der Altersklasse
damit ganz nach oben kletterte. Durchaus
eine Überraschung dagegen war der
Sieg von Heinz-Georg Hoinka (TC Frohnau)
bei den 75ern, der sich mit seinen
Erfolgen gegen Karl-Heinz Mauß (Eberswalder
TC, Nr. 1 – 6:4,6:0) und Klaus Müller-Boesser
(1899 Blau-Weiß, 6:3, 6:0)
als echter Favoriten-Schreck erwies und
auch im Endspiel gegen Wolfgang Dröge
(GW Berlin-Lankwitz) beim 6:1 und 6:2 nicht nachließ.
Bei den Damen war in den sechs Wettbewerben das Trio
Heide Maaß (1899 Blau-Weiß, D40), Tina Loddenkemper
(Zehlendorfer Wespen, D55) und Susanne Veismann
(DTV Hannover) das mit den stärksten Leistungen.
Heide Maaß, immer eine Erscheinung auf dem Court,
präsentierte sich gegen die jüngere Konkurrenz ihrer
Anna Blumenberg (TC Grün-Weiß Leer)
Mittel sicher, spielte variabel und technisch sehenswert.
Im Halbfinale musste Nummer 1 Nadine Komander (BSC
Süd 05 Brandenburg) mit 5:7, 4:6, im Endspiel Anna
Blumenberg (Grün-Weiß Leer), wie Komander Jahrgang
1983, mit 2:6 und 1:6 die Überlegenheit der Blau-Weissen
akzeptieren.
Klaus Weise
Susanne Veismann (DTV Hannover)
Martina Parr-Kröger
(SV Zehlendorfer Wespen)
Fotos: Nicola Sophia Trenner
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TVBB-Sport
Südturnier Senioren S2 – 14. bis 21. Juni 2025
Britz zwischen Sandplatzromantik
und Sägezahndramatik
Manchmal beginnt Größe ganz leise – zum Beispiel in Britz, zwischen
Kleingarten und U-Bahn, wo man statt Applaus erstmal Rasenmäher hört.
Und dann kommt plötzlich so ein Südturnier um die Ecke, macht sich breit
auf sechs Sandplätzen und sagt: „So, wir machen das jetzt mal alleine.“ Kein
Sponsorengewitter, keine Pyrotechnik – nur Tennis. Ehrlich, schweißtreibend
und mit Spielern, die ihre Knie schon besser kennen als ihr Netflix-Passwort.
Und was soll man sagen: Britz hat abgeliefert. Mit Herz, mit Humor und
mit mehr internationalen Gästen als ein durchschnittlicher Flughafen im
Erzgebirge.
Also. Tennis. In Britz. Wir reden nicht von Wimbledon,
nicht von Paris, nicht mal von der Schulsporthalle in
Castrop-Rauxel. Nein, wir reden von Berlin-Neukölln,
wo man normalerweise eher einen Döner als ein S2-Turnier serviert
bekommt. Aber genau da – auf der ehrwürdigen Anlage
des TC Blau-Weiß Britz – wurde im Juni nicht gekickert, sondern
geglänzt. Mit Schweiß, Slice und sehr viel Sonnencreme.
Der Verein. Zum ersten Mal ganz allein.
Man stelle sich das mal vor: Du machst seit Jahren bei einem
Turnier mit, so als Mitveranstalter, wie so’n Beifahrer beim Rallye
Dakar – Karte halten, Snacks reichen, Notrufnummer kennen.
Und dann sagt der Hauptfahrer plötzlich: „Mach du mal alleine.“
Was macht Britz? Britz macht! Und wie. Das Südturnier 2025
war die erste Solo-Nummer des Clubs – und keiner ist vom
Platz gefallen. Außer aus sportlichen Gründen. Chapeau.
Spieler aus zwölf Nationen – ohne Dolmetscher!
114 Menschen, die alle freiwillig in Berlin-Neukölln Tennis spielen
wollten. Schon das ist eine Nachricht. Sie kamen aus fünf
Bundesländern, zwölf Nationen und 56 Vereinen. Gespielt
wurde in zwölf Altersklassen. Damen von 30 bis 60, Herren
sogar bis 70 – da, wo man beim Seitenwechsel nicht sprintet,
sondern würdevoll die Seite wechselt – wie es sich für echte
Tennislegenden gehört.
Finaltag – mit allem, was Tennis so unberechenbar macht
Der Finaltag hatte alles, was ein gutes Turnier braucht: Spannung,
Sand in den Socken und diese knisternde Stille vor dem
Doppelfehler. Besonders kurios wurde es bei den Herren 55.
Tim Schiffers, ein Mann mit sicherer Rückhand und vermutlich
noch sicherem Kalender, schaffte es ins Finale, ohne auch
nur ein einziges Match zu spielen. Nicht, weil er Leute eingeschüchtert
hat – sondern weil sich die halbe Konkurrenz verabschiedete.
Vielleicht war’s Hitze. Vielleicht war’s das Büfett.
Jedenfalls stand Tim plötzlich im Endspiel, völlig ungespielt
– was ungefähr so ist, als würde man ohne Fahrstunden
direkt zur Führerscheinprüfung erscheinen. Im
Finale war dann auch Schluss mit der stillen Magie: Kai Ehrenschneider
kam, sah, spielte – und nahm den Pokal mit. Und für
Tim? Kein Titel, keine Punkte, aber volle Meldegebühr. Kurz gesagt:
ein Tennis-Wochenende wie aus dem Lehrbuch für bitterkomische
Sportanekdoten.
Franziska Krüger
(Hermsdorfer Sport-Club)
Kai Ehrenschneider
(LTTC „Rot-Weiß“)
Fotos: Harald Almonat
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TVBB-Sport
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Guido Schulz und
Matthias Schmidt
Jonathan Quass
(BTC Grün-Gold 1904)
Und wer hat’s gewonnen? Die, die am
Ende noch laufen konnten.
Natürlich gab’s auch Siegerinnen und Sieger. Zehn Zentimeter
hoch die Trophäe, 1,80 Meter hoch der Stolz. Bei den
Damen triumphierten unter anderem Franziska Krüger (D30),
Nadine Komander (D40) und Marion Heinkel (D50) – Frauen,
bei denen man den Eindruck hatte,
dass sie auch ein Bewerbungsgespräch
mit Vorhand longline führen könnten.
Bei den Herren räumten unter anderem
Ian Leonhardt (H30), Gino Gerwien
(H40) und Guido Schulz (H60) ab – Männer
mit Namen, bei denen man sich nicht
wundert, dass sie einen Passierball spielen
können, ohne dabei ihre Sonnenbrille zu verrücken.
Und ganz oben in der Altersklasse H70: Thomas Profazi. Wahrscheinlich
der einzige Mensch, der in der H70 nicht nur mit
einem Stoppball Applaus würdig glänzte, sondern mit der souveränen
Ruhe eines Spielers, der schon alles gesehen hat –
außer vielleicht hawaiianische Sandplätze.
„
Finale ohne ein Match gespielt zu haben?
Tennis schreibt die besten Geschichten.“
Zuschauer am Rande der Herren-55-Finals
Britz 2026 – der zweite Streich?
Der Club hat’s also drauf. Und das
mit Wetter, Zeitplan, Platzpflege und
guter Laune. Christian Stein und sein
Helferteam haben das alles so aufgezogen,
als hätten sie heimlich in
Roland-Garros hospitiert. Die Spieler
lobten die Plätze, die
Orga, die Currywurst.
Und weil’s so
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schön war, will man
es 2026 gleich wieder
tun. Im Juni. In Britz. Mit Sonne, Sand, Satz
und Sieg.
Und ich sag mal so: Wenn Seniorentennis
in Britz so bleibt, wie’s war, dann muss man das eigentlich
nächstes Jahr live sehen. Oder mitspielen. Wenn man den Aufschlag
noch trifft. Oder wenigstens das Buffet.
Claudio Gärtner
Fotos: Harald Almonat
Nadine Komander
(TC BSC Süd 05 Brandenburg)
Guido Schulz (LTTC „Rot-Weiß“)
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TVBB-Sport
Wolfgang Landgraf
(TC 1899 Blau-Weiss)
8. Neuenhagen Senior Open 2025 – 20. bis 26. Juni 2025
S3 ist mehr als ein Kürzel –
es ist ein Qualitätsversprechen
Was für ein Turnier! Die 8. Neuenhagen Senior Open 2025, eingebettet in die
Dunlop Senior Tour, haben neue Maßstäbe gesetzt – sportlich wie emotional.
Nach jahrelangem Engagement und stetiger Weiterentwicklung ist es endlich
gelungen: Kategorie S3 – wir sind aufgestiegen!
Atmosphäre & Highlights
Ob sengende Sonne mit über 36 Grad, spontane Sturmböen,
Gewitter, oder ein bisschen Regen – der Wettergott bot das
volle Programm. Doch unsere Platzwarte haben mit stoischer
Ruhe und viel Erfahrung tagtäglich Top-Bedingungen geschaffen.
Auf dem Platz kämpften die Spieler in packenden
Matches – fair, leidenschaftlich, oft über drei Sätze – während
abseits des Platzes eine familiäre, herzliche Stimmung spürbar
war. Ein Turnier, das nicht nur Tennis, sondern Gemeinschaft
gefeiert hat. Und es wurde belohnt: mit hochwertigen Sachpreisen
und dem goldenen Pokal für die Sieger der jeweiligen
Konkurrenzen.
Ergebnisse im Überblick – Die Champions 2025
Herren 30 – Daniel Günther gewinnt den
Titel vor heimischem Publikum
Daniel Günther vom Neuenhagener TC ´93 ließ sich von seinem
Ziel nicht abbringen. In einem hochklassigen Finale besiegte
er nach einer unglaublichen Aufholjagd Felix Kunstmann (SV
Reinickendorf) mit 2:6, 6:3, 10:5. Auf seinem Weg ins Finale
kämpfte er sich durch ein stark besetztes Feld – unter anderem
mit engen Matches gegen seinen Mannschaftskollegen Alexander
Neiser und Simon Camilleri. Sein Triumph: verdient, erarbeitet
und gefeiert.
Herren 40 – Roman Tennert mit makelloser
Leistung zum fünften Titel in Folge
Roman Tennert (TC SCC) war wieder einmal mehr das Maß der
Dinge in dieser Konkurrenz und seit fünf Jahren ungeschlagen
in Neuenhagen. Ohne einen einzigen Satzverlust marschierte
Gregor Kluck
(Neuenhagener TC 93)
Fotos: Harald Almonat
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TVBB-Sport
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Alexander Bisaro (TSG Break 90)
er wieder einmal durch das Tableau.
Wobei das Halbfinale gegen Lewis van
Splunteren lange Zeit in eine andere
Richtung lief, da van Splunteren unfassbar
aufspielte und das Match bis zum
Tie-Break dominierte. Am Ende gewann
Tennert mit 7:6, 6:3. Ein Match auf höchstem
Niveau, geprägt von Präzision, Erfahrung
und taktischem Feingefühl. Unaufgeregt
und siegessicher im Finale, so
trat Tennert gegen den ungesetzten Philipp
Wachenfeld (TC Weiß-Gelb Lichtenrade)
auf und gewann souverän 6:1, 6:3.
Herren 55 – Karsten Graw zeigt,
wie es geht und regt zu mehr
Nachhaltigkeit im Tennissport an
Mit einer beeindruckenden Souveränität
dominierte Karsten Graw (TC Weimar
1912), der sich für mehr Nachhaltigkeit
im Tennissport einsetzt, die Herren-
55-Klasse. Nach einem glatten 6:3, 6:0
im Halbfinale gegen Udo von Langsdorff
spielte er im Finale gegen Matthias
Schmidt (Treptower Teufel) ein unfassbares
Match und gewann am Ende
mit 6:4, 7:6. Ein Spieler, der mit Gelassenheit, Erfahrung und
Übersicht überzeugte – und verdient ganz oben stand.
Herren 65 – Andreas Bülow bezwingt als
Ungesetzter starke Konkurrenz
In einem spannenden Feld setzte sich Andreas Bülow
(Wolfenbütteler THV) gegen Gruppen- und Finalgegner
durch. Nach einem souveränen Durchmarsch in der Vorrunde
traf er im Finale auf Wolfgang Landgraf (TC 1899 Blau-
Weiss), der seinerseits stark aufspielte. Bülow dominierte
das Endspiel mit 6:4, 6:1 – ein taktisch kluger und
spielstarker Auftritt, gekrönt vom Titelgewinn.
Herren 70 – Harald Krones siegt
nach wilder Aufholjagd
Harald Krones (Hermsdorfer SC) erlebte ein Turnier
mit Höhen und Tiefen – und am Ende: den
Triumph. Nach einem ungefährdeten Auftaktsieg
und verlorenem ersten Satz im Halbfinale gegen Stefan Moll
(Steglitzer TK) drehte er die Partie nach verlorenem ersten
Satz 5:7, 3:5-Rückstand im Zweiten und gewann am Ende
doch noch mit 7:5 und 10:7 im Match-Tie-Beak. Ein Match,
das Emotionen, Dramatik und pure Leidenschaft vereinte.
Verletzungsbedingt konnte das Endspiel bedauerlicherweise
nicht ausgetragen werden und Krones siegte ohne
Spiel gegen Lutz Lorenz (TC 1899 Blau-Weiss).
Herren 75 – Andrzej Nuszkiewicz bleibt eiskalt
Andrzej Nuszkiewicz (‘Sutos’ 1917) meisterte alle Herausforderungen
mit klarem Kopf und konsequentem Spiel.
Auch im Finale gegen den erfahrenen Heinz Goertz (TC GW
Berlin-Lankwitz) blieb er fokussiert und gewann mit 6:2,
6:3 – ein verdienter Titel für einen Spieler mit starker mentaler
Präsenz.
Damenpower in Neuenhagen
„
Fünf Jahre ungeschlagen –
Neuenhagen ist mein Wohnzimmer.“
Roman Tennert, Herren 40
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aber entschlossener Spielweise, gewann ihre Gruppenspiele
souverän – und ließ auch im Finale gegen Sonja Koesling
nichts anbrennen: 6:0, 6:2. Ein Titel für Neuenhagen – umjubelt,
verdient und emotional.
Damen 60 – Heike Nothnagel unaufhaltsam
bei ihrer Premiere in Neuenhagen
Heike Nothnagel (HSG Uni Greifswald) ließ der Konkurrenz
keine Chance: Zwei klare Siege, kein Satzverlust und ein Spielverhältnis
von 24:9. Ihre Konstanz, Präzision und Ausstrahlung
machten sie zur verdienten Siegerin in dieser
Altersklasse.
Damen 70 – Ute Mattausch mit makelloser
Bilanz und Ausbau ihrer Titel-Serie
Ute Mattausch (TC Grün-Weiss Nikolassee) dominierte
die Damen-70-Konkurrenz nach Belieben.
Mit 6:0 Sätzen und 36:9 Spielen ließ sie alle Gegnerinnen
klar hinter sich. Ihr Spiel war ein Lehrstück an Technik
und Kontrolle – eine Meisterin ihres Fachs.
Fazit: Mehr als nur ein Turnier
Was bleibt, ist die Erinnerung an eine Woche voller sportlicher
Höhepunkte, Überraschungen, Begegnungen, Hitzeschlachten,
Regengüsse – aber vor allem: an eine Woche, die
Gemeinschaft gestiftet hat.
Die 8. Neuenhagen Senior Open waren nicht einfach ein
Turnier. Sie waren ein Fest des Tennissports. Ein Ort der Begegnung,
Emotion und Freude. Ein Beweis dafür, dass Leidenschaft
und Herzblut mehr zählen als Status oder Ranglistenpunkte.
Und mit dem Aufstieg zur Kategorie S3 ist klar:
Neuenhagen hat sich auch im nationalen Turnierkalender etabliert
– und ist bereit für noch mehr.
Sebastian Herzberg
Fotos: Harald Almonat
Damen 40 – Romy Lohse hält die
Fahne für Neuenhagen hoch
Was für ein Auftritt vor heimischem Publikum! Romy
Lohse vom Neuenhagener TC 93 begeisterte mit ruhiger,
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20. Neuenhagen Open 2025 – 17. bis 22. Juni 2025
Ein Turnier wie ein Wiedersehen
Es war eine Turnierwoche voller Geschichten, Überraschungen und großer Emotionen, die das Jubiläumsturnier der
Neuenhagen Open zu einem besonderen Erlebnis machte. Seit 20 Jahren ist das traditionsreiche Event ein fester
Bestandteil des ostdeutschen Tenniskalenders – und zum runden Geburtstag bot das Feld nicht nur sportliche Klasse,
sondern auch emotionale Rückblicke und internationale Stars.
Ein Hauch von Geschichte: Ehrengast Laura Reinhard
Als am Finalsonntag Laura Reinhard das Clubgelände des Neuenhagener
TC 93 betrat, ging ein ehrfürchtiges Raunen durch
das Publikum. Die erste Turniersiegerin von 2005 war als Ehrengast
zurückgekehrt – 20 Jahre nach ihrem Triumph. „Es ist
wunderschön zu sehen, wie sich das Turnier entwickelt hat. Die
Atmosphäre ist noch immer familiär, aber die Professionalität
ist beeindruckend", sagte Reinhard sichtlich bewegt.
Held der Woche: Mariano Dedura-Palomera
Was für eine Geschichte schrieb Mariano Dedura-Palomero: Am
Mittwoch noch feierlich das Abiturzeugnis in der Tasche, am
Sonntag dann mit einem Pokal in der Hand – der junge Berliner
krönte sich nach einer eindrucksvollen Leistung zum Sieger
im Herren-Einzel. Mit kraftvollem Spiel und kühlem Kopf setzte
er sich im Finale gegen Mike Stieler (TC Göppingen) mit 6:3,
6:3 durch und ließ im Turnierverlauf junge Spieler wie Konstantin
Heupel, Paul Damrath, Julius van der Linden, Tom Just und
Sebastian Heinrich hinter sich. Sein Weg
bis zum Finale war relativ unspektakulär,
die größte Herausforderung wartete im
Halbfinale: Gegen den sehr stark aufspielenden
Sebastian Heinrich zeigte
er Nervenstärke und offenbarte mentale
Reife.
Argentinisches Feuer in Neuenhagen
Ein weiteres Highlight: Giovanni Branchetti,
ein Gast aus Argentinien,
sorgte mit elegantem Spielstil und
südamerikanischem Temperament für
Begeisterung. Der Spieler des TC Göppingen
erreichte das Halbfinale, in dem er
sich gegen seinen Vereinskollegen Mike
Stieler verletzungsbedingt, Aufgabe im
zweiten Satz, geschlagen geben musste.
Sein Weg dorthin führte über starke
Gegner wie Emil Enseleit – und sein engagiertes
dynamisches Spiel ließ ihn von
Runde zu Runde stärker aufspielen.
Damenkonkurrenz: Der
Triumph der Julia Zhu
Bei den Damen dominierte Julia Zhu
vom TC SCC das Turniergeschehen mit
beeindruckender Klarheit, wobei sie im
Viertelfinale mentale Stärke bewies und
Laura Reinhard (Siegerin 2005),
Volkmar Schumann (1. Vorsitzender)
Fotos: Harald Almonat
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TVBB-Sport
Mariano Dedura-Palomera
(BTTC Grün-Weiss)
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sich gegen Daria Remetean (TC 1899 Blau-Weiss) im Match-
Tie-Break mit 10:7 durchsetzen konnte. Mit nur einem einzigen
Satzverlust marschierte sie durch das Feld – selbst im
Finale ließ sie ihrer 14-jährigen Gegnerin Milena Steinkamp
keine Chance und gewann mit 6:4, 6:4 in einem spielstarken
und spannenden Match. Zhu, die mit variantenreichem Grundlinienspiel
und hoher Konstanz auftrat, war die überragende
Akteurin der Damenkonkurrenz.
Besonders erwähnenswert ist auch das Auftreten von Juliane
Triebe, die sich nach ihrem erfolgreichen Turnierstart
ins Halbfinale kämpfte, dort allerdings als Topgesetzte
Zhu deutlich mit 1:6, 1:6 unterlag – die
77er-Ranglistenspielerin zeigte trotz der Niederlage
wieder eine starke Form in Neuenhagen.
Perfekte Bedingungen, starkes Publikum
Bei sommerlichen Temperaturen und idealen
Platzverhältnissen präsentierte sich der Neuenhagener
Tennisclub 93 als perfekter Gastgeber. Viele Zuschauer „– darunter viele ehemalige
Vorstandsmitglieder & Bürgermeister, Förderer und Familien – nutzten die Gelegenheit
zum Jubiläum, um Spitzentennis und
nostalgische Begegnungen zu erleben.
So ein Turnier mit 20 Jahren
Geschichte –
das ist nicht selbstverständlich.“
Laura Reinhard, Ehrengast & erste Siegerin 2005
Fazit: Ein Turnier mit Herz und Perspektive
Die 20. Neuenhagen Open waren mehr als ein Turnier
– sie waren wieder ein Fest für den Tennissport.
Sie erzählten Geschichten von Vergangenheit
und Zukunft, von internationalen Gästen und
lokalem Nachwuchs, von sportlicher Leidenschaft
und menschlicher Wärme.
Und sie machten klar: Dieses
Turnier hat weiterhin
Zukunft.
Sebastian Herzberg
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Fotos: Harald Almonat
Julia Zhu (TC SCC)
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2. ROHA Open 2025 S4 – 26. bis 29. Juni 2025
Leere Startplätze, volle Motivation –
warum Durchziehen auch ein Statement ist
Nach dem starken Debüt im Vorjahr folgte diesmal die Ernüchterung: Halb so
viele Teilnehmende, leere Tableaus – und dennoch eine Menge Einsatz auf
dem Court. Trotz aufgewerteter Turnierkategorie blieben viele Meldungen
aus, vor allem im Damenbereich klafften Lücken. Doch wer kam, zeigte
Leidenschaft, Qualität und den Willen, das Beste aus der zweiten Auflage zu
machen. Titel wurden verteidigt, Favoriten gestürzt, Underdogs wuchsen
über sich hinaus. Ein Turnier mit Dellen – aber auch mit Haltung.
Carsten Maas
(SC Brandenburg)
Nach dem großen Zuspruch bei unserem ersten ROHA-
Ranglistenturnier geht es in die nächste Runde! ROHA
Nr. 2 steht in den Startlöchern!“ So war es kurz vor dem
Tennis-Highlight des Vereins Ende Juni auf der Website des TC
Rotation Friedrichsfelde anfeuernd zu lesen. Doch statt der 70
Teilnehmer in sechs Ausschreibungskonkurrenzen waren diesmal
zum identischen Zeitpunkt im von der Kategorie S6 zu S4
aufgerücktem Turnier nur 35 Akteure, die statt in sechs ausgeschriebenen
Konkurrenzen nur in vier die Rackets schwangen.
Das ergab unterm Strich ein halbiertes Teilnehmerfeld für
die bemühten Organisatoren um Turnierleiter Michael Wiedeck
und den Vereinsvorsitzenden Halil Savran.
Wiedeck sieht in den Teilnehmer-Zahlen bei Turnieren zwar
ein offenbar „allgemeines Problem, denn nicht nur wir hatten
damit zu kämpfen“. Auch andere Turniere, wie zum Beispiel
bei seinem Stammverein, dem Neuenhagener TC 93, seien
betroffen. Im Detail hängt er an: „Es könnte an der neuen
DTB-Gebühr liegen, die somit einen negativen Effekt hätte.
Insbesondere werden dadurch Spieler abgeschreckt, die verhältnismäßig
wenig Turniere spielen.“ Hinzu kämen auch Verbandsspiele
und gleichzeitige Turniere anderer Vereine und
Verbände. In der Tat sei es unlogisch, dass das hochgestufte Ereignis
weniger Aktive anziehe als davor. Die kleineren Felder
bei den Damen, die dabei besonders betroffen waren, sei ebenfalls
ein Kontinuum, das die ROHA mit vielen anderen teilten.
Vereinschef Halil Savran, gebürtiger Berliner, hat eine
durchaus schillernde Fußballer-Vergangenheit, kam aber mit
dem Racket diesmal in der 40er-Konkurrenz nicht über das Auftaktmatch
hinaus, das er gegen Christian Miesel (Orange-Weiß
Friedrichshagen) mit 1:6, 3:6 verlor. Der ungesetzte Miesel freilich
zeigte danach, dass er einer mit Qualität ist, und warf die
Nummer 2 Carl-Philipp Brenning (Zehlendorfer TuS von 1888)
mit 3:6,6:3,10:8 aus dem Turnier.
Die 13 Wettbewerber der 40er-Herren stellten das überschaubare,
aber zahlenmäßig stärkste Feld der sechs Konkurrenzen
der Open, unter ihnen mit Roland Goering (FVT
Heilandsweide) und Steven Michaelis (Steglitzer TK) auch gute
Bekannte aus TVBB-Funktionärs- und Schiedsrichterkreisen.
Doch auch mit ihnen blieb die Gesamtteilnehmerzahl überschaubar.
Anders auch als im Vorjahr, als sich immerhin sechs Herren
und zwei Damen aus DTB-Landesverbänden vom Turnier-
Neuling im Rahmen der DUNLOP Seniors Tour anlocken ließen
Maik Mietho (Neuenhagener TC 93)
Fotos: Harald Almonat
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und mit Tobias Wurm (TSV Zusmarshausen, H30) und Monique
Lauterbach (THC Ahrensburg – D50) sogar zwei Turniersieger
stellten, blieb man bei der ROHA-Zweitauflage ganz TVBB-intim
unter sich.
Das in den Zeilen zuvor Geschriebene hieß freilich nicht,
dass auch auf sozusagen „kleiner Flamme“
nicht dennoch guter, anspruchsvoller und
starker Sport geboten wurde. Ein Gewinner
des Vorjahres schaffte es sogar, seinen Titel
zu verteidigen und den Erfolg zu wiederholen.
Dietmar Schwerin vom Potsdamer TC
„Rot-Weiß” musste sich bei den Herren 50
im Endspiel gegen Nummer 2 Carsten Maas
(SC Brandenburg) durchsetzen, aber das tat er beim im ersten
Satz hart erkämpften 7:5 und im zweiten beim souveränen 6:1
in Klassemanier.
Der 30er Herren-Wettbewerb mit 12 Teilnehmern fand im
Endspiel zwischen der Nummer 1 und 2 des Settings seine
sportliche logische Konsequenz. Dem topgesetzten Nguyen
Thien (TC SCC) war wie 2024, als er im Finale gegen den Schwaben
Tobias Wurm aufgeben musste, auch diesmal gegen Nummer
2 Jan Schmidt (Orange-Weiß Friedrichshagen) nach der
frühen Aufgabe beim 0:1 im ersten Satz die sportliche Ultima
ratio, sprich der Sieg, nicht gegönnt.
Die 40er Herren-Kategorie mit 13 Teilnehmern holte sich
„sensationell“ (so die Website seines Vereins Neuenhagener
„
2026? Auf jeden Fall!
Aller guten Dinge sind drei.“
Michael Wiedeck
TC 93) der ungesetzte Maik Mietho, der im Endspiel Nummer 3
Holger Behnsen (Blau-Gold Wuhlheide) mit 6:3, 7:5 eliminierte.
Von den „mangels Masse“ ausgefallenen Wettbewerben
der Herren 60 und Damen 30 war bereits die Rede. Blieben
also die Damen 50, bei denen von den vier Gemeldeten
die nichtangetretene Elke Melchior (TC
SCC) die Konkurrenz auf ein Trio mit
drei Damen reduzierte. Sandra Behnsen
(Blau-Gold Wuhlheide) gewann
ihre beiden Matches gegen Simone
Pigorsch (Aktiv Sport für Generationen)
und Daniela Mösezahl (Internationaler
TC) jeweils mit 6:1, 6:1,
Pigorsch das gegen Mösezahl mit 6:3 und 6:1, womit das
Ranking geklärt war.
Nach den unterschiedlichen Erfahrungen bei den
beiden bisherigen ROHA Open ist laut Michael Wiedeck
auf jeden Fall im kommenden Jahr eine weitere Auflage geplant,
bei der mit den Rückschlüssen aus den zwei erlebten
Turnieren das Motto „aller guten Dinge sind drei“ umgesetzt
und wieder ein Schritt nach vorn gemacht werden soll. „Das
ganze Team vom Verein, das alles in Eigenregie gemacht hat,
ist dafür jedenfalls top motiviert“, sagt Michael Wiedeck.
Klaus Weise
Sandra Behnsen
(TC Blau-Gold Wuhlheide)
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Daniela Mösezahl
(Internationaler TC)
Fotos: Harald Almonat
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Grunewald Open Aktive 2025 – 1. bis 6. Juli 2025
Schön siegt, Maskow wiederholt –
Grunewald Open mit Starqualität
Damen Finale: Clara-Marie Schön (TC BW Dresden-Blasewitz)
und Juliane Triebe (Berliner Sport-Verein 1892)
Sonnige Tage, volles Haus und Tennis auf Topniveau – die Grunewald Open 2025
wurden ihrem Ruf als heißer Vorbote der Senior Open einmal mehr gerecht.
Was als A5-Ranglistenturnier begann, entwickelte sich auf der Anlage am
Flinsberger Platz zu einem hochklassigen Schaulaufen der Talente, Routiniers
und Wiederholungstäter. Während Lukas Maskow bei den Herren seinen
Vorjahreserfolg in eindrucksvoller Manier wiederholte, erfüllte sich Clara-Marie
Schön bei den Damen mit viel Herz und Hingabe ihren Open-Traum. Die große
Resonanz, die starke Besetzung und das perfekte Turnierambiente ließen keine
Wünsche offen.
Das Damen-/Herren-Event bot für die zweigeteilten
Open einen „Opener“ mit Top-Meldeergebnissen.
Dass sich die Nachfrage nicht nur auf Vereine aus dem
TVBB-Bereich rekrutierte, sondern sich elf Racket-Damen und
sechs Herren aus weiteren neun DTB-Landesverbänden vom
hauptstädtischen Tennisflair angezogen fühlten, unterstrich
die Anziehungskraft der Grunewald Open. Immerhin 4.000,– €
Gesamtpreisgeld, je 2.000,– € pro Konkurrenz wurden ausgeschüttet.
In beiden Wettbewerben war eine Reihe von Teilnehmern
aus den vergangenen Jahren mit Eifer und Engagement im
Lukas Maskow
(TC Grün-Weiß Nikolassee 1925)
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
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Laslo Urrutia Fuentes
(BTTC Grün-Weiss)
Daria Remetean
(TC 1899 Blau-Weiss)
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Einsatz – natürlich mit unterschiedlichen Ergebnissen und
Erfolgen. In Endspiel standen sich mit Nummer 2 Juliane Triebe
(BSV 1892) und Nummer 4 Clara-Marie Schön (19 Jahre)
zwei Titel-Mitfavoritinnen gegenüber, die in ihren vier Vorfinal-Partien
ihre Ambitionen unterstrichen und auch partielle
stärkere Widerstände überwunden hatten. Triebe, Jahrgang
1998, kam nach Auftakt-Freilos ohne Satzverlust ins
Endspiel, Schön kämpfte sich gegen Antonia Gutmaier, Ann-
Katharina Sauter (beide Grunewald TC), Julia Hofmann (TC
1899 Blau-Weiss) und Misaki Kobayashi (TC Frohnau) mit
8:1 Sätzen in die Titelvergabe, wobei sie gegen die starke
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Clara-Marie Schön
(TC BW Dresden-Blasewitz)
25-jährige Frohnauerin beim 6:4,3:6,10:7-Halbfinalsieg
Schwerstarbeit leisten musste.
Das war auch im Endspiel der Fall, wo Schön nach dem
6:4 gewonnenen ersten Durchgang auf der Siegerstraße
zu sein schien, aber Triebe ihrerseits im zweiten Satz die
effektivere und durchsetzungsstärkere war und mit 6:3
ausglich. Der spannende Match-Tie-Break war ziemlich
ausgeglichen, bevor Schön die offensiv besseren Akzente
setzte und die Partie zu ihren Gunsten entschied und
1000,- € Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen durfte.
Bei den Herren war der an Zwei gesetzte 22-jährige
Lukas Maskow (Grün-Weiß Nikolassee) im
Final-Duell gegen Nummer 7 Laslo Urrutia
Fuentes (Jahrgang 1990, BTTC Grün-Weiss)
beim engen 7:6, 6:4 der ein Quäntchen Bessere
und wiederholte seinen Vorjahres-Open-
Triumph (damals Sieg gegen Jonas Pelle
Hartenstein).
Der topgesetzte, Lamin Lourenzo da Silva
(Jahrgang 2001 – DTB 149), der aktuell für
den Luckenwalder Tennisclub aufschlägt,
hatte nach drei klaren Zwei-Satz-Siegen im
Halbfinale gegen Urrutia Fuentes mit 0:6, 6:4,
1:10 verloren. Maskow hatten in seinen fünf
Matches vor dem Finale gegen Julian Heikenfeld
(Zehlendorfer Wespen), Jon Ruben
Fuhlmann (LTTC „Rot-Weiß”), Maciej Smola (
TC Frohnau), Miguel Bretag (BSV 1892) und
Louis Liebenthron (TK Blau-Gold Steglitz) nur
einmal richtig Mühe. Viermal verbuchte er
klare Zwei-Satz-Erfolge, doch gegen Smola
entschied beim 2:6,6:4 und 15:13 (!) am Ende
ein „Müh“ zu seinen Gunsten.
Klaus Weise
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Henri Hoogendijk (TC 1899 Blau-Weiss)
bett1 Kids-Cup 2025 – 29. bis 31. Mai 2025
Kleine Helden ganz in Weiß
Wenn Erwachsene über Tennis reden, meinen sie oft Grand Slams,
Rankings und Roland Garros. Doch wer wirklich verstehen will, was
Tennis bedeutet, sollte sich ein Wochenende wie das vom bett1 Kids-
Cup 2025 ansehen. Hier wird nicht über Titel philosophiert, sondern
mit jeder Faser gespielt – mit leuchtenden Augen, zitternden Händen
und dem unerschütterlichen Willen, den Ball noch ein einziges Mal
über das Netz zu bringen. Kein Punkt wird verschenkt, kein Match ist
bedeutungslos. Es geht um weit mehr als nur um Pokale: um erste
Wettkampferfahrungen, Mutproben am Netz und kleine Siege, die
sich anfühlen wie ein Grand Slam-Finale.
erneut heillos überbucht, was zeigt, dass der Kids-
Cup mittlerweile mehr ist als „nur“ ein Clubturnier.
Er ist ein Gradmesser, ein Magnet für Talente aus
Berlin, Brandenburg – und darüber hinaus.
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Sichtung mit System – und Seele
Zum dritten Mal in Folge fungierte der Kids-Cup auch als offizielles
Sichtungsturnier des TVBB für die Jahrgänge 2016 und 2017. Verbandstrainer
Jan Sierleja beobachtete das Geschehen zwei Tage lang ganz
genau – nicht nur als Scout, sondern auch als Vater. Diese Doppelfunktion
verleiht dem Turnier einen besonderen Charakter: Hier begegnen sich
sportliche Förderung und familiäre Verbundenheit auf Augenhöhe.
Wo Talent auf Tradition trifft – ein Himmelfahrtswochenende
im Zeichen des Jüngstentennis
Turniertennis liegt in der DNA des LTTC „Rot-Weiß“. Es ist mehr als nur ein
Bestandteil des Clubnamens – es ist gelebte Kultur, Jahr für Jahr, Generation
für Generation. Besonders spürbar wird diese Tradition beim bett1
Kids-Cup, der sich längst einen festen Platz im Berliner Tennisfrühling
erobert hat. Auch 2025 war das Himmelfahrtswochenende
wieder fest in der Hand des
Tennisnachwuchses – und das mit einer
Mischung aus Spielfreude, sportlicher
Ernsthaftigkeit und einer guten Prise familiärem
Festivalgefühl.
Sophie Sommer
(TC 1899 Blau-Weiss)
Matchpraxis für alle – das sportliche Konzept
Gespielt wurde nach bewährtem Modus: Vorrundengruppen mit einem
Kurzsatz pro Match, anschließend K.o.-Runde mit zwei Kurz-Gewinnsätzen.
Das sorgte für Chancengleichheit und Planungssicherheit – jedes
Kind hatte mindestens zwei Matches, viele spielten bis zu sechs Partien.
In der U8 wurde im Kleinfeld mit rot-gelben Bällen gespielt, in der U10 im
Midcourt mit orange-gelben – gemäß dem von der ITF etablierten „Play
Ein Wochenende voller
Energie – und Weiß
Schon das Erscheinungsbild verriet: Hier wird
Tennis nicht nur gespielt, sondern auch stilvoll zelebriert.
Viele Kinder erschienen – dem Wunsch des
Veranstalters folgend – in weißer Spielkleidung. Ein
sympathisches Detail, das nicht nur den Geist des Clubs
aufgriff, sondern auch ein optisches Statement setzte:
Tennis kann Tradition und Zukunft.
Die Beliebtheit des Turniers bleibt ungebrochen. 80
Kinder meldeten sich an – nur 60 konnten berücksichtigt
werden. Vor allem die Altersklasse U10 männlich war
Fotos: Markus Arnold, Adobe Stock
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Siegerehrung U8 männlich
and Stay“-Konzept. Damit wird nicht nur
altersgerecht gespielt, sondern auch pädagogisch
sinnvoll entwickelt.
Rund um die Plätze herrschte Hochbetrieb:
Eltern coachten, Kinder zählten
ihre Punkte, Schläger klackerten. Doch
trotz aller Leichtigkeit war der sportliche
Ehrgeiz deutlich spürbar. Hier ging
es nicht um Taktik-Schachzüge auf Profi-Niveau
– aber sehr wohl um Mut, Motorik,
Fairness und Körpersprache. Alles,
was große Karrieren ausmacht, zeigte
sich hier im Kleinen.
Die Sieger – mit Talent, Biss und feinem Händchen
U10 weiblich: Aylar marschiert
Die Geschichte der U10-Mädchen schrieb eine, die man sich merken sollte:
Aylar Parahadova vom Neuenhagener TC 93 dominierte das Feld nach
Belieben. Im letzten Jahr noch mit Anlauf, in diesem Jahr mit klarer Linie:
Aylar gewann alle Matches souverän und sicherte sich mit nur acht Jahren
den Turniersieg. Maya Kansal (Grün-Weiß Nikolassee) zeigte ebenfalls starke
Leistungen und wurde Zweite. Auf Rang drei landete
Sophie Sommer (TC 1899 Blau-Weiss), gefolgt von Anna-
Maria Höffner vom LTTC „Rot-Weiß“.
U8 weiblich: Fehlanzeige mit Fragezeichen
Die U8-Konkurrenz der Mädchen musste mangels Meldungen
abgesagt werden. Ein Wermutstropfen – oder ein
Auftrag für die Zukunft? Veranstalter und Turnierleitung wünschen sich
ausdrücklich mehr Mädchen, insbesondere aus den Jahrgängen 2018 und
jünger. Denn das Talent ist da – es braucht nur eine Bühne.
U10 männlich: Lionel setzt sich durch
Bei den U10-Jungen war das Niveau beeindruckend dicht. Lionel Matalla
(Füchse Berlin Reinickendorf) blieb am Ende obenauf. Im Viertelfinale
musste er gegen den Magdeburger Tom Annemann in den Tie-Break,
Charli Hoogendijk
(TC 1899 Blau-Weiss)
„
Der Ball war aus!“ –
„War er nicht!“
Willkommen im echten Tennisleben.
Aylar Parahadova (Neuenhagener TC 93)
bewies dort aber Nervenstärke – und sicherte sich danach mit viel Spielwitz
den Gesamtsieg. Henri Hoogendijk (TC 1899 Blau-Weiss) spielte sich ebenfalls
stark ins Turnier und wurde verdient Zweiter. Der dritte Platz ging an
Noah Sierleja (SV Zehlendorfer Wespen), der sich im kleinen Finale knapp
gegen Henrik Herz vom LTTC durchsetzte – ein Match auf Messers Schneide
zwischen dem wohl jüngsten Viertelfinalisten und dem erfahrenen Turnierkind
Noah.
Besonders spannend: In der Vorrunde mussten gleich mehrere Entscheidungen
über die Turnierordnung des DTB gefällt werden – Punktgleichheit,
Satzgleichheit, Spielgleichheit. Manchmal entschied der direkte
Vergleich, manchmal das Verhältnis gewonnener Aufschlagspiele.
Ein Turnier zum Nachrechnen.
U8 männlich: Neo mit weißer Weste – fast
In der U8 zeigte Neo Röpke (TC Bad Weißer Hirsch
Dresden) eine blitzsaubere Vorrunde und gewann
alle Sätze mit 4:0. Im Finale traf er dann auf den hoch
motivierten Milan Drescher (TSV Wedding) – und plötzlich war der Widerstand
da. Es entwickelte sich ein packendes Endspiel mit langen Ballwechseln,
das Neo erst im Match-Tie-Break mit 10:8 für sich entscheiden
konnte. Platz drei ging an Charli Hoogendijk (TC 1899 Blau-Weiss), Platz vier
an Hugo Matthaei (SV Zehlendorfer Wespen).
Preise, Pokale – und ein kleiner Blick in die große Welt
Natürlich durften bei der Siegerehrung Pokale nicht fehlen – genauso
wenig wie ein Andenken für alle. Der Turniersponsor bett1
spendierte obendrein jedem Halbfinalisten zwei Tickets für
das ISTAF 2025, das im Juli in Berlin stattfindet. Eine sportliche
Brücke von der kleinen gelben Filzkugel zur großen internationalen
Leichtathletik-Bühne – und vielleicht ein zusätzlicher
Motivationsschub.
Fotos: Markus Arnold, Adobe Stock
Fazit: Ein Turnier mit Substanz, Seele – und Signalwirkung
Der bett1 Kids-Cup 2025 war mehr als ein Turnier. Er war ein
Mikrokosmos des Sports: ehrgeizig, fair, emotional, manchmal
chaotisch – aber immer aufrichtige Leidenschaft. Was
bleibt, sind viele kleine Erfolgsgeschichten, einige neue Freundschaften
und vielleicht sogar die ersten Kapitel zukünftiger
Tennisbiografien.
Für 2026 wünscht sich der LTTC „Rot-Weiß”: mehr Mädchen,
mehr Mut – und natürlich wieder ein Wochenende, an dem das
Tennisherz in Weiß schlägt.
Claudio Gärtner
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Das Clubhaus des Nordpokal-Gastgebers TC Frohnau
38. Nordpokal 2025 – 5. bis 9. Juni 2025
Ein Wochenende zwischen
Wolken und Wunderschlägen
Simon Wohlfahrt
(LTTC „Rot-Weiß“)
Während andere im Trockenen Spargel essen, greifen Jugendliche im Norden der Hauptstadt lieber zum
Schläger – selbst wenn der Himmel dabei aussieht, als hätte er selbst kein Bock auf Tennis. Zwischen
nassen Socken, fliegenden Griffbändern und dem ewigen Spiel „Sand drauf, Wasser weg“ entwickelte
sich trotzdem ein Turnier, das alles andere als ins Wasser fiel. Über 200 Nachwuchstalente servierten ihre
besten Schläge – mal mit Wucht, mal mit Rahmen, immer mit Herz. Es wurde gegrunzt wie auf der Profi-
Tour, gestritten wie bei den Großen und gejubelt wie beim Grand Slam. Wer hier aufschlug, wusste: Ein
Satz kann dauern – aber ein guter Return kommt auch bei Nieselregen zurück.
Pfingsten in Frohnau – das bedeutet für viele Tennisfamilien
längst mehr als ein verlängertes Wochenende.
Es ist ein Ritual geworden. Seit 1987 pilgern Talente
und Tennisbegeisterte aus Berlin und
weit darüber hinaus in den äußersten Norden
der Hauptstadt, wenn der TC Frohnau
zum Jugend-Nordpokal ruft. In diesem Jahr,
bei der mittlerweile 38. Auflage, kamen 215
Spielerinnen und Spieler zusammen – ein
beeindruckendes Feld, das die Entwicklung
des Turniers eindrucksvoll bestätigt: Vom lokalen
Nachwuchsvergleich zur deutschlandweit beachteten
Bühne jugendlicher Spielfreude.
Von der U11 bis zur U18 war alles dabei – mit einer kleinen
Lücke: In der weiblichen U16 fehlten die Meldungen, woraufhin
kurzerhand das Jungenfeld der U18 auf 64 Spieler erhöht
wurde. Die Kapazitätsgrenze war damit erreicht. Nebenrunden?
Diesmal leider nicht möglich. Und während sich das sportliche
Geschehen auf 13 Plätzen abspielte – verteilt über den gastgebenden
TC Frohnau, den VfL Tegel und den TC Grün-Weiß
Tegel – spielte das Wetter eine wenig sommerliche Nebenrolle.
Wolkenschwaden, Wasser, Warteschleifen
Regengüsse bestimmten das Bild: Regen – Unterbrechung –
Pfütze – Halle – Schwämme – neuer Sand. Ein Refrain, der
„
Zwischen Match-Tie-Break
und Matschepampe
Tennisherz, was willst du mehr?”
sich durch alle Turniertage zog. Geduld war gefragt. Von den
Spielern. Von den Eltern. Und ganz besonders von der Turnierleitung,
die einmal mehr zeigte, was Improvisationskunst auf
Tennisniveau bedeuten kann. Statt Sonnencreme
war in diesem Jahr eher das Zwiebelschichten-Prinzip
angesagt – wärmende
Kleidung, nasse Schuhe, nervöse Blicke
gen Himmel.
Trotzdem: Irgendwann klackerte es wieder
auf den Plätzen. Schläge, manchmal
mit dem Rahmen, manchmal mit sattem
Druck. Jubel, Flüche, Tränen – und vor allem: ein Lächeln, das
immer wieder zurückkehrte. Besonders bei den Zuschauern,
wenn sie dem akustischen Schauspiel der Jugend lauschten:
Die langgezogenen Stöhngeräusche beim Schlag erinnerten
teils an einen DTM-Rennwagen auf der Avus – kraftvoll, komisch,
irgendwo zwischen Sabalenka und Slapstick. Faszinierend
allemal.
Spannung im Schlamm: Geschichten in Sätzen
Ein echter Turnierkrimi entfaltete sich im Halbfinale der U14
zwischen Niklas Schwabe (TC Frohnau) und Bruno Calatayud
(Grunewald TC). Drei Stunden Spielzeit, Match-Tie-Break,
Drama pur. Niklas schickte seinen Gegner über den ganzen
Platz, Bruno reagierte mit beeindruckender Beweglichkeit – am
Fritz Boberg
(TC 1899 Blau-Weiss)
Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
48
matchball | 03 – 2025
Aurelie Sunmi Lienau (TC Frohnau)
TVBB-Sport
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“Rot-Weiß” Dominanz
bei den Ältesten
Im Finale der U18 dann ein “rot-weißes”
Duell: Luis Wellmann gegen
Simon Wohlfahrt. Luis hatte einen
harten Weg ins Endspiel – einzig im
Viertelfinale musste er in den Match-
Tie-Break, danach folgte ein Walkover
im Halbfinale gegen Ramon
Odavas (TK Blau-Gold Steglitz), der
beim Stand von 7:5, 5:4 verletzungsbedingt
aufgab. Im Endspiel ließ Luis
nichts mehr anbrennen: 6:0, 6:1 –
und der Pokal war seiner.
Bei den Mädchen U18 überzeugte
Sonja Lukin (ebenfalls LTTC „Rot-
Weiß“) mit Konstanz und Übersicht.
Im Finale gegen Sophie Cramer (TC
Blau-Weiß Hohen Neuendorf) gab sie
lediglich drei Spiele ab – ein souveräner
Turniersieg.
Ende ein 5:7, 6:2, 11:9 für den Lokalmatadoren. Für Bruno war
damit die Luft raus, das Finale ging klar mit 6:2, 6:0 an Leif Leukel
(TC BW Bad Ems).
Auch bei den „Großen“ war das Niveau hoch,
die Duelle intensiv. Fritz Boberg (TC 1899 Blau-
Weiss) zeigte im Halbfinale gegen Finn Fleischfresser
(SV Berliner Bären), dass stoische Ruhe
und taktische Disziplin ein scharfes Schwert sein
können. Der erste Satz ging mit 6:0 klar an ihn,
doch Finn konterte mit Spielfreude und Emotionen.
Fast hätte er Boberg in den dritten Satz
gezwungen – aber beim 7:5 im zweiten hatte
Fritz wieder das letzte Wort. Im Finale war dann
schnell klar: Die Glaspokalkugel gehört ihm.
Beim Stand von 5:1 gab sein Gegner auf.
Eine besondere Geschichte schrieb auch Ferdinand
Witting. Der frühere Frohnauer und jetzige
Spieler des TC 1899 Blau-Weiss stand in
der U18 erneut auf dem Platz, wo er einst den
Pokal in der U14 gewann. Im Halbfinale wartete
Simon Wohlfahrt (LTTC „Rot-Weiß“) – ein Gegner
mit viel Präzision. Nach 2:6, 5:7 war für Ferdinand Schluss,
das Gaspedal leergetreten, der Tank leer. Doch vielleicht liegt
genau darin auch die Magie des Jugendtennis: Das Lernen mit
jedem Match, der Umgang mit dem eigenen Limit.
Übergabe der Turnierleitung und Danksagung
an Andrea Borgmann-Witting und Kirsten Jacobs
Ein Schluss mit Zukunft
Was bleibt vom 38. Nordpokal? Ganz sicher: viele tolle Ballwechsel,
emotionale Momente – und trotz Regen ein Leuchten
in vielen Gesichtern. Das Turnier ist längst mehr
als ein sportliches Event – es ist ein Stück Berliner
Tennisgeschichte. Inmitten von Bäumen, alten
Mauern und einem Clubhaus, das mit seinem britisch
anmutenden Jugendstil nicht nur architektonisch
hervorsticht, sondern auch die Atmosphäre
prägt: traditionell, charmant, lebendig.
Eine kleine Zäsur gab es dennoch: Nach vielen
Jahren an der Spitze gaben Andrea Borgmann-
Witting und Kirsten Jacobs die Turnierleitung in
neue Hände. Cary von Jagow und Benedict Budiman
übernehmen das
Zepter. Mit frischer Energie,
aber sicher auch mit
dem gleichen Herzblut.
Denn eines ist sicher:
Wenn im kommenden
Jahr der 39. Nordpokal
startet, wird wieder geklatscht, gelacht,
gestöhnt – und das alles trotz Berliner
Wetter. Oder vielleicht gerade deshalb.
Claudio Gärtner
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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de
Bruno Calatayud (Grunewald Tennis-Club) und Niklas Schwabe
(TC Frohnau) benötigen Support vom Schiedsrichter
Niklas Schwabe (TC Frohnau)
matchball | 03 – 2025
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TVBB-Sport
TVBB-Midcourt-Verbandsmeisterschaften U9 – 7. bis 9. Juni 2025
Mehr als ein erstes Turnier –
der Nachwuchs zeigt, was in
ihm steckt
Gloria Dittrich
(Rot-Weiß Seeburg)
Bei diesem besonderen Turnier für
die Jüngsten wurde wieder deutlich,
wie früh Talent, Mut und Spielfreude
zusammenkommen können. Auf dem
verkleinerten Spielfeld und mit angepassten
Regeln sammelten die jüngsten Jahrgänge
erste echte Turniererfahrung – und
bewiesen dabei eine Mischung aus Technik,
Taktik und echter Begeisterung, die jedem
Tennisfan das Herz aufgehen lässt. Wer hier
zusah, verstand schnell: Auf diesen Plätzen
wurde nicht nur Tennis gespielt – hier wuchs
die nächste Generation heran.
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Manche sagen, Tennis beginne mit dem ersten Ass. Bei
den TVBB-Verbandsmeisterschaften U9 über Pfingsten
ist das anders: Hier beginnt Tennis mit orangenen
Bällen, leuchtenden Augen – und Aufschlägen von unten.
Auf dem Midcourt bei den Reinickendorfer Füchsen kämpften
die Jüngsten des Verbandes um mehr als nur Pokale: Es ging
um das erste Kribbeln auf dem Turnierplatz, die ersten echten
Ballwechsel mit Zählweise wie bei den Großen – und
um jede Menge Spaß.
Unter der souveränen Leitung von Christian Noack,
dem Jüngstenreferenten des TVBB, und seinem engagierten
Team wurde die traditionsreiche Anlage der Füchse
zum Schauplatz für kleine ganz große Matches. Gespielt
wurde im Midcourt-Format – also auf dem ¾-Feld, mit
langsameren Bällen, aber echten Emotionen. Jahrgang
2016 und jünger – das ist die Altersklasse, in der ein
Aufschlag manchmal noch mit dem Tippen hinter der
Grundlinie beginnt. Und trotzdem: Was diese Kinder auf den
Platz zauberten, war pures Tennis – und pures Herz.
Spiel, Satz und erste Karriere-Meilensteine
Gespielt wurde nach ITF-Regeln für alternative Zählweisen –
mit „No-Ad“-Regel (entscheidender Punkt bei Einstand), Satzerfolg
bei vier Spielen mit zwei Unterschied und Tie-Break bei
4:4. Für alle, die dachten, das sei zu viel für so kleine Köpfe: Weit
gefehlt. Die Kids rechneten schneller als mancher Erwachsener,
und Entscheidungen über die Aufschlagseite beim Einstand
wurden mit einer Mischung aus Taktik und kindlicher Intuition
getroffen. Pure Tennisintelligenz.
Die TVBB-Midcourt-Meisterschaft ist weit mehr als ein
Turnier. Sie bietet einen idealen Einstieg in den Wettkampfsport
und zeigt, wie viel Potenzial im jüngsten Tennisnachwuchs
steckt. Der Verband, allen voran Christian Noack, schafft
hier einen Rahmen, in dem Turnierluft nicht nach Druck, sondern
nach Abenteuer riecht. Und das ist vielleicht die schönste
Erkenntnis dieses Formats: Tennis kann schon im Kindesalter
groß sein – auf drei Vierteln eines Spielfelds.
Claudio Gärtner
Finals mit Feuer und Fairness
Bei den Mädchen setzte sich im Endspiel Charlotte Ceder
(TC Grün-Weiß Nikolassee) durch, die gegen die starke
Gloria Dittrich (Rot-Weiß Seeburg) einen kühlen Kopf
bewahrte. Beide spielten ein Match mit Tempo, Übersicht
und einem beeindruckenden Gefühl für den Ball.
Die Zuschauer sahen nicht nur einen Endspielkrimi –
sie sahen zwei junge Persönlichkeiten, die das Spiel verstanden
haben.
Bei den Jungen kam es zum Finale zwischen Caspar
Links (TC 1899 Blau-Weiss) und Caius Pfeiffer (SV Zehlendorfer
Wespen). Auch hier: keine Spur von Nervosität.
Links zeigte Mut und Zielstrebigkeit – Pfeiffer hielt mit
cleverem Spiel dagegen. Am Ende setzte sich Caspar
durch, doch der Applaus galt beiden. Denn wer mit acht
Jahren schon einen Match-Tie-Break bis 10 durchsteht,
hat eigentlich schon gewonnen.
Caius Pfeiffer (Sportverein Zehlendorfer Wespen 1911)
Fotos: Markus Arnold, Adobe Stock
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matchball | 03 – 2025
TVBB-Sport
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39. Jüngstenturnier des TVBB U9/U10 – 5. bis 12. Juli 2025
Kleine Helden auf blauem Sand –
große Augen, erste große Punkte
Beim TVBB Jüngstenturnier traf Aufregung auf
Ehrgeiz, Spielfreude auf Sportsgeist – und das
alles auf den einzigartigen blauen Ascheplätzen
des TL 77. U9 und U10 hieß die Bühne, auf der
kleine Talente mit Ausweis um den Hals und
Pokalträumen im Gepäck ihre ersten Match-Tie-
Breaks meisterten. Zwischen Matsch, Medaillen
und Mokkapausen wurde schnell klar: Wer hier
aufschlägt, lernt mehr als nur Tennis.
Theo Gutjahr
(LTTC „Rot-Weiß“)
Fotos: Harald Almonat, Adobe Stock
Wenn sich auf den blauen Ascheplätzen des Tennisclub
Lichterfelde 77 die kleinsten Racketschwinger
versammeln, dann steht kein gewöhnliches Turnier
auf dem Spielplan. Beim TVBB Jüngstenturnier der Altersklassen
U9 und U10 geht es um mehr als nur Punkte, Pokale
und Platzierungen: Es geht um erste Schritte, große Gefühle –
und um das ehrliche Staunen, was Kinder in diesem Alter schon
auf den Platz bringen können.
Die Teilnehmerfelder waren auch 2025 begehrt: Jeweils 32
Plätze pro Konkurrenz standen zur Verfügung, einige Wildcards
inklusive. Und die Nachfrage war groß – 96 Kinder starteten ins
Turnierwochenende, das zugleich als offizielle TVBB-Sichtung
für die Jahrgänge 2016 und 2017 diente. Die Turnierleitung
um Judith Munsterman-Duis, Marcel Stelter und Roland Goering
sorgte mit straff getakteten Spielplänen dafür, dass der Tag
lief wie ein Schweizer Uhrwerk: kaum Wartezeiten, gute Laune,
volle Plätze.
„Das ist echtes Turnierfeeling“, so ein Vater am Rand von
Court 3, während seine Tochter konzentriert die Bälle zurück
über das Netz schob. Und tatsächlich: Mit personalisierten
Badges, Club-T-Shirts und Teilnehmermedaillen war die Atmosphäre
professionell – ohne an kindlicher Leichtigkeit zu verlieren.
Für viele war es der erste
Match-Tie-Break ihres Lebens.
Für manche der erste Satzverlust
unter Tränen. Für alle aber
ein Erlebnis, das hängenbleibt.
Die Stimmung war – trotz
kleinerer wetterbedingter
Unterbrechungen – durchgehend
positiv. Selbst als es am
Finalsamstag endgültig „Land
unter“ hieß, blieb der Geist des
Turniers ungebrochen: Kurzerhand
wurde in die Hallen des
Anna Sommer (TC 1899 Blau-Weiss)
TVBB umgezogen. Dort fanden die letzten Partien ebenso fair
wie engagiert statt, auch wenn die Siegerehrung aufgrund der
Umstände etwas kürzer ausfiel als gewohnt.
Apropos Sieger: Bei den U10-Jungen setzte sich Theo Gutjahr
(LTTC „Rot-Weiß“) in einem wahren Kraftakt gegen Balthasar
Klemm (Pro Sport Berlin 24) mit 2:6, 6:1 und 10:6 durch.
In der U10-Konkurrenz der Mädchen triumphierte Anna Sommer
(TC 1899 Blau-Weiss) gegen Nina Fallahian (BTC Rot-Gold).
Charlotte Ceder sicherte sich den Titel bei den U9-Mädchen
in einem dramatischen Match gegen Aylar Parahadova
(6:1, 4:6, 12:10). Im Finale der U9-Jungen standen
sich Caspar Links (TC 1899 Blau-Weiss) und Konstantin
Kartmann (TC SCC) gegenüber – das Ergebnis war bei
Redaktionsschluss noch nicht offiziell, das Match jedoch
auf höchstem Niveau.
Doch selbst das Ergebnis trat bei diesem Turnier
manchmal in den Hintergrund. Denn bemerkenswert
war auch, wie fair und respektvoll die Kinder miteinander
umgingen. Es wurde getröstet, aufeinander
gewartet, gelacht. Der sportliche Wettkampf war
ernst – aber nie verbissen. Eine Atmosphäre, die auch auf das
neue Clubrestaurant „Drei Kerzen“ übergriff, das Gäste und
Spieler mit frischen Angeboten
und freundlichem Service
versorgte.
„Es war ein rundum gelungenes
Turnier“, so das
einhellige Feedback von
Eltern, Trainern und dem austragenden
Verein. Ein Jüngstenturnier,
das seinen Namen
mehr als verdient hat: jung im
Alter, aber ganz groß in seiner
Wirkung.
Claudio Gärtner
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matchball | 03 – 2025
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TVBB-Sport
Nachrichten
Nordostdeutsche Jugendmeisterschaft:
Paula Deus und Veljko Djumic sichern Titel für den TVBB
Bei den Nordostdeutschen Jugendmeisterschaften 2025 in Ahrensburg (Schleswig-Holstein)
feierten zwei junge Talente aus dem TVBB ihren größten Erfolg:
Paula Deus (TC 1899 Blau-Weiss) und Veljko Djumic (Grunewald TC) holten sich in
der Altersklasse U12 jeweils den Meistertitel und setzten damit ein starkes Ausrufezeichen.
Insgesamt gingen 16 Spielerinnen
und Spieler aus dem
Verbandsgebiet an den Start –
und überzeugten auch jenseits
der Titelgewinne. Nicole Sokolska
(TC 1899 Blau-Weiss, U12)
und Michail Hotin (Potsdamer
TC „Rot-Weiß”, U14) erreichten
jeweils das Finale und sicherten
sich die Vizemeisterschaft. Dritte
Plätze belegten Daria Strogalshchikova
(TC SCC, U14), Lilly Gessler
(TC 1899 Blau-Weiss, U11)
und Hugo Rau (TC SCC, U11).
Auch im Doppel war der
TVBB erfolgreich: Nicole Sokolska
und Feenia Kraus (LTTC
„Rot-Weiß”) wurden Vizemeisterinnen in der U12-Konkurrenz. Ein gelungener
Auftritt des TVBB-Nachwuchses auf nordostdeutscher Bühne!
Marcus Laudan ist Deutscher Meister 2025 –
Hattrick in der Quad-Klasse
Marcus Laudan bleibt das Maß der Dinge im deutschen
Rollstuhltennis: Bei den 36. Deutschen Meisterschaften,
die vom 20. bis 22. Juni 2025 in Köln stattfanden, holte sich
der Berliner von den Zehlendorfer Wespen zum dritten Mal
in Folge den Titel in der Quad-Klasse. Im Finale ließ er seinem
Dauerrivalen Konstantin Voglis (TC Kaiserswerth) mit einem
klaren 6:1, 6:0 keine Chance und sicherte sich damit eindrucksvoll
den Hattrick.
Insgesamt gingen 25 Athletinnen und Athleten aus dem gesamten
Bundesgebiet an den Start. Laudan präsentierte sich
dabei in absoluter Topform und bestätigte einmal mehr seine
Ausnahmestellung in der Disziplin für Spielerinnen und Spieler
mit Einschränkungen an Armen und Beinen.
Auch im Doppel war der Berliner erfolgreich: Gemeinsam
mit Vereinskollege Steffen Sommerfeld holte er in der Konkurrenz
„Leistungssport Doppel“ die Silbermedaille.
TC Lichtenrade feiert 100 Jahre
Vereinsgeschichte – mit Stil,
Spielfreude und Gemeinschaft
Der TC Lichtenrade hat am 28. Juni 2025 seinen
100. Geburtstag gefeiert – und das mit allem,
was zu einem runden Jubiläum gehört: festliche Momente,
sportliche Highlights und eine große Portion
Herzlichkeit.
Schon der Auftakt hatte Format: Bei einem offiziellen
Empfang wurde dem Club die Ehrenplakette
des Bundespräsidenten überreicht – ein symbolischer
Dank für ein Jahrhundert gelebten Vereinslebens. Danach
übernahm der Sport
das Ruder. Auf der Anlage
am Franziusweg herrschte
reges Treiben: Showmatches,
Schnuppertraining, Yoga
und ein vielfältiges Rahmenprogramm
sorgten für Bewegung
– auf dem Platz und
daneben.
Was den Tag besonders
machte, war die Atmosphäre.
Zwischen Buffet, Live-
Band und DJ-Set zeigte sich,
was den Club seit 1925 auszeichnet: Offenheit, Engagement
und ein starker Zusammenhalt. Ein Verein
mit Geschichte, der längst in der Gegenwart angekommen
ist – und bereit für die Zukunft scheint.
Der TVBB gratuliert herzlich zum 100-jährigen Bestehen
und freut sich auf viele weitere gemeinsame
Kapitel.
Frühstart mit Meisterehren: Erste Titelträger der U15 stehen fest
Während vielerorts die Saison noch Fahrt aufnimmt, wurden in der Meisterschaftsklasse
der U15 bereits die ersten Titel vergeben. In einem kompakten Final-Format
mit zwei Vorrundengruppen und anschließender Endrunde, dem sogenannten
Final Four, setzten sich bei den Juniorinnen die Spielerinnen des TC 1899 Blau-Weiss Berlin
durch. Im Endspiel bezwangen sie das Team des Neuenhagener TC und krönten sich
damit verdient zu Berliner Mannschaftsmeisterinnen.
Bei den Junioren konnte sich der LTTC „Rot-Weiß“ durchsetzen – und das in einem
prestigeträchtigen Finale gegen die Altersgenossen des TC 1899 Blau-Weiss. In einer Partie
mit viel Tempo, taktischer Reife und kämpferischem Einsatz zeigte sich einmal mehr,
wie hochklassig das Niveau bereits im U15-Bereich ist.
Für die Titelträgerinnen
des TC 1899 Blau-Weiss
standen auf dem Platz:
Lena Topel, Paula Deus, Nicole
Sokolska, Carla Pansegrau,
June Theuring
und Nika Sanee-Foeckler.
Das Siegerteam der „Rot-
Weiß”-Junioren bildeten:
Jon Rubén Fuhlmann, Gabriel
Rossi, Linus Fussan,
Liam Issavand und Levi
Paffrath.
Mit diesen frühen Erfolgen
geht ein starkes Signal
an den Berliner Nachwuchs:
Die Titel werden
nicht im August vergeben,
sondern dort, wo Teamgeist,
Trainingsdisziplin
und Timing aufeinandertreffen
– auch schon im
Frühling.
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matchball | 03 – 2025
TVBB-Sport
Ç
SCC Herren 55 sind Nordostdeutscher Meister
Mit einem souveränen 7:2-Sieg gegen den TC GW Lankwitz haben die Herren 55 des SCC Berlin ihre
Regionalligasaison ungeschlagen beendet und sich den Titel des Nordostdeutschen Meisters gesichert.
Bereits nach den Einzeln stand es 6:0 – der Schlusspunkt unter eine starke Saison.
Entscheidend war der knappe Auswärtssieg beim TSV Sasel, wo das Team in einem dramatischen
Match-Tie-Break das entscheidende Doppel mit 14:12 gewann. Unbesiegt und ohne Satzverlust blieben
die Spitzenspieler Jens Thron, Sascha Plambeck und Christopher Blömeke. Auch Andreas Heider blieb
in vier Einsätzen makellos.
Im September reist das Team als klarer Außenseiter zum Final Four um die Deutsche Meisterschaft
nach Bad Vilbel – mit Teamgeist und dem Ziel, Favoriten wie Köln zumindest ein bisschen zu ärgern.
Lindenau feiert doppelt
Zu Pfingsten blickte der Tennisclub
Lindenau e. V. auf gleich zwei Jubiläen:
25 Jahre Tennisplatz am Lindenauer
Park und 30 Jahre Vereinsgeschichte, die
im November vollendet werden.
Gefeiert wurde mit generationsübergreifenden
Matches, Showtraining der
Jüngsten und einem stimmungsvollen
Abend im Festzelt.
Vereinsvorsitzende Christel Herzog,
seit der Gründung im Amt, zeigte sich
stolz: „Aus einer fixen Idee ist ein fester
Bestandteil des Vereinslebens in der Region
geworden.“
Über 100 Mitglieder zählt der Club
heute – vom Kindergartenkind bis zum
rüstigen Senior. In Lindenau wird Tennis
gelebt – und generationenübergreifend
gefeiert.
BTTC Grün-Weiss sucht neue
Clubgastronomie-Pächter
Der BTTC Grün-Weiss e.V. vergibt ab
dem 1. Februar 2026 die Clubgastronomie
neu und sucht dafür eine engagierte
Persönlichkeit mit Erfahrung,
Leidenschaft und einem Gespür für
Gastfreundschaft. Die Gastronomie versteht
sich als lebendiger Mittelpunkt des
Clublebens – mit rund 900 Mitgliedern,
einem aktiven Spielbetrieb und zahlreichen
Veranstaltungen bietet der Verein
ideale Voraussetzungen für ein ambitioniertes
gastronomisches Konzept.
Das Clubhaus im Landhausstil verfügt
über ca. 100 Sitzplätze sowie eine
großzügige Sonnenterrasse. Die Küche
ist vollständig ausgestattet, der Tresenbereich
wird Anfang 2026 modernisiert.
Gefragt ist eine selbstständige und zuverlässige
Führung mit Blick für Qualität
und das Miteinander im Club. Die
Pacht ist umsatzabhängig, zunächst auf
drei Jahre angelegt – mit Option auf Verlängerung.
Interessierte können sich mit einer
Kurzbewerbung und ersten Ideen per E-
Mail an mail@bttc-berlin.de wenden.
Diskretion wird selbstverständlich zugesichert.
Daria Strogalshchikova
gewinnt
die Bad Homburg
Open Juniors
Starker Auftritt auf
grünem Teppich:
Daria Strogalshchikova
vom TC SCC hat sich
bei den erstmals ausgetragenen
Bad Homburg
Open Juniors powered
by YONEX den
Titel bei den Juniorinnen
gesichert. Das Einladungsturnier
für die
besten deutschen U13-
Talente wurde vom 27.
bis 29. Juni auf Rasen
ausgetragen – ein
außergewöhnliches Format in der Jugendkonkurrenz.
Gespielt wurde auf dem Baloise Match Court in direkter Nachbarschaft zum WTA-Turnier. Im K.o.-
Modus setzte sich Daria mit souveränen Leistungen durch, agierte mutig und konzentriert – und ließ im
Finale keinen Zweifel daran, wem der Pokal gehört.
Rasentennis auf diesem Niveau ist für Spielerinnen ihres Alters eine Seltenheit, doch Daria zeigte,
dass sie mit der Herausforderung bestens zurechtkommt. Drei Tage, ein Titel – eine starke Bilanz auf ungewohntem
Belag.
matchball | 03 – 2025
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Ç
TVBB-Sport
Ein Blick in Julias Tennistasche
Zwischen Aufschlag und Alltag
33 Fragen an Julia Hofmann
Wer auf dem Platz souverän die Linien trifft, kann trotzdem privat gerne mal
aus der Reihe tanzen. Was essen unsere Spieler vor dem Match? Welche Musik
läuft, wenn niemand zuschaut? Und wer sitzt beim Traumdinner nebenan?
In dieser Rubrik geht’s nicht um Taktik, sondern um Typen. Nicht um Vorhand oder Rückhand –
sondern darum, was die Menschen hinter dem Racket bewegt. Ob Serienjunkie mit Siegermentalität,
Espresso-Fan mit Slice oder Stoiker mit Stoppball-Gen – wir wollen mehr wissen.
Und stellen die Fragen, die kein Hawk-Eye klären kann. Hier kommt unser Spielzug für mehr
Persönlichkeit: 33 Fragen, null Doppelfehler – aber garantiert mit Matchball-Potenzial.
1. Name: Julia Hofmann
2. Spitzname (falls vorhanden):
Jule / Jules
3. Geburtsdatum / -ort:
9. Mai 2009
4. Aktueller Verein:
TC 1899 Blau-Weiss Berlin
5. Position in der Mannschaft (Einzel/Doppel):
U18: 1 / 2. Damen: 2
6. Schläger-Modell: Head Speed
7. Saiten-Favorit: Head Lynx
8. Griffbandfarbe deiner Wahl: weiß
9. Rückhand: einhändig / beidhändig
/ kreativ beidhändig
10. Bester Schlag (laut eigener
Aussage): Rückhand
11. Der Schlag, der (manchmal)
nervt: Mondball
12. Lieblingsplatz (Sand, Hartplatz,
Teppich): Hartplatz
13. Turnier, das ich immer
spielen möchte: -
14. Größter Erfolg bisher:
Sieg bei den Deutschen Meisterschaften
im Doppel U14
15. Mein emotionalster Matchmoment:
Sieg nach
einem 3h30min Match
16. Tennis bedeutet für mich:
Leidenschaft und Disziplin
17. Sport ist für mich: wichtig
18. Mein Ziel im Tennis:
So hoch wie möglich auf der
WTA Rangliste zu kommen
19. Wenn ich kein Tennisprofi
wäre, dann… -
20. Wer mich auf dem Court inspiriert
(aktuell oder früher):
Carlos Alcaraz / Emma Navarro
21. Mein Tennis-G.O.A.T.:
Roger Federer
22. Lieblingsessen vor
dem Match: Pasta
23. Snack nach dem Match:
Frisches Obst
24. Bestes Urlaubsziel zum Abschalten:
Italien
25. So entspanne ich am liebsten:
In meinem Bett
26. Mein Motto – auf und neben
dem Platz: “Tough times
build tougher athletes”
27. Hobby abseits vom Tennis:
Klavierspielen
28. Lieblingssong für die Playlist vor
dem Match:
Es gibt viele, aber eigentlich
alles von Gracie Abrams
und Taylor Swift
29. Film oder Serie, die mich zuletzt
gepackt hat:
Grey’s Anatomy / Marvel Filme
30. Wen ich gern mal zum Abendessen
einladen würde (egal
ob lebend oder nicht): Jennifer
Lawrence
31. In dieser Stadt würde ich gern mal
leben (und trainieren): New York
32. Das würden viele nicht über mich
vermuten:
Ich koche und backe gerne
33. Ich kann nicht ohne…:
meinen Dackel Manni
Fotos: privat, Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Adobe Stock
54
matchball | 03 – 2025
ZEIGEN
SIE
PROFIL.
Teamfotos | Matchfotos | Turnierfotos | Eventfotos
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TVBB-Sport
TVBB On Tour:
Wo Berlin aufschlägt, wird es spannend
Während andere noch sortieren, sind die TVBB-Spieler längst unterwegs – mit Racket, Rhythmus und jeder Menge Ranking-Ambitionen. Ob
Jugend, Aktive oder erfahrene Tourspieler: Auf nationalen wie internationalen Courts ist Bewegung im Spiel – und der TVBB mittendrin.
Zwischen Isernhagen, Istanbul und dem ITF-Kalender zeigt sich, was diesen
Verband ausmacht: Vielseitigkeit, Biss – und die Fähigkeit, an den
richtigen Tagen die entscheidenden Punkte zu holen.
Ob Titel, Halbfinale oder erstes internationales Ausrufezeichen – wer
den TVBB auf dem Zettel hat, weiß: Hier wird geliefert. Und nicht selten
auch: gewonnen. Hier kommen die Erfolge im Überblick – kompakt, konkret
und mit dem passenden Fazit:
TVBB On Tour.
TVBB on tour
– KW19 2025
Im dritten Spiel gab es die zweite Niederlage für den LTTC „Rot-
Weiß” in der 1. Damen-Bundesliga. Nach dem 3:6 im Heimspiel
gegen den DTV Hannover stehen die Rot-Weißen auf dem sechsten
Tabellenplatz. Die 2. Bundesliga Nord startete mit einem
Lokalderby am ersten Spieltag: Der TC SCC gewann zu Gast beim
TC 1899 Blau-Weiss mit 6:3. Die Damen aus Potsdam verloren 1:8
in Bielefeld.
Hier geht es bereits in den kommenden Tagen weiter: Der TC
1899 Blau-Weiss hat sowohl am Freitag als auch am Sonntag ein
Heimspiel, am Freitag gleichzeitig zum Heimspiel des TC SCC, am
Sonntag parallel zum Heimspiel des PTC ,Rot-Weiß’ Potsdam.
Auf der „Tour” konnte in der letzten Woche nur Robert Strombach
(LTTC „Rot-Weiß”) eine Runde gewinnen, ehe er im Achtelfinale
in Nottingham aufgeben musste. In der ersten Hauptfeldrunde
war Endstation für Caroline Werner, Stephanie Wagner,
Franziska Sziedat und Nino Ehrenschneider.
TVBB on tour
– KW20 2025
Nino Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß”) erreichte das Halbfinale
beim Weltranglistenturnier in Tunesien und zog damit bereits
zum fünften Mal in diesem Jahr mindestens in die Vorschlussrunde
ein. Michael Agwi (TC 1899 Blau-Weiss) erreichte das
Achtelfinale in Schweden, genau wie sein Vereinskollege Diego
Dedura sowie Daniel Masur (TC SCC) beide in Italien. Für Robert
Strombach war in Georgien in der ersten Hauptrunde Schluss.
In der 2. Bundesliga wurde ein Doppelspieltag am Freitag
und Sonntag gespielt. Sowohl der TC 1899 Blau-Weiss (jeweils
8:1 gegen Potsdam und Köln) und der TC SCC (9:0 gegen Münster
und 6:3 gegen Potsdam) waren dabei jeweils zweimal erfolgreich
– die Potsdamer Damen verloren die beiden Lokalderbys.
Die Damen vom SCC sind noch ungeschlagen und auch die erst
einmal geschlagenen Blau-Weissen können sich noch Hoffnungen
im Aufstiegsrennen machen. Für Potsdam geht es nach drei
Niederlagen weiterhin um den Klassenerhalt.
TVBB on tour
– KW21 2025
Dreimal Halbfinale: Caroline Werner, Michael Agwi (beide TC
1899 Blau-Weiss) und Daniel Masur (TC SCC) unter den letzten
Vier bei den Weltranglistenturnieren in Slowenien, Finnland
bzw. Italien. Nino Ehrenschneider erreicht in Tunesien das
Achtelfinale, genau wie Robert Strombach beim Challenger in
Georgien.
Bei den Jugend-Weltranglistenturnieren in Italien und Schweden
kommen Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) und Julia
Hofmann (TC 1899 Blau-Weiss) ins Achtelfinale. Stefanie Wagner
und Markus Malaszszak (beide TC SCC) starteten in Kroatien,
mussten sich jedoch in der ersten Runde des Hauptfeldes geschlagen
geben.
Beim ATP-Turnier in Hamburg erhielt Diego Dedura (TC 1899
Blau-Weiss) erneut eine Wildcard. Als Gegner bekam er den Italiener
Darderi, die aktuelle Nummer 45 der Welt, zugelost und
musste sich mit 1:6, 4:6 geschlagen geben.
TVBB on tour
– KW22 2025
Rudi Molleker gewann das Weltranglistenturnier in Bol (Kroatien)
und kann sich über 25 weitere Weltranglistenpunkte freuen.
Auch Diego Dedura (TC 1899 Blau-Weiss) überzeugte mit einer
starken Leistung und zog in Villach (Österreich) ins Endspiel ein.
Robert Strombach trat beim Challenger-Turnier in der Republik
Moldau an und kämpfte sich bis ins Viertelfinale vor – ebenso
wie Stephanie Wagner (TC SCC), der dieses Resultat in Österreich
gelang.
Franziska Sziedat (Potsdamer TC „Rot-Weiß“) erreichte in Serbien
das Achtelfinale. Das Highlight der kommenden Woche sind
für Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) die French Open
der Juniorinnen, bereits am Sonntag gewann sie in der ersten
Runde gegen die Nummer 9 der Juniorinnen-Weltrangliste.
Grafik: Adobe Stock
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matchball | 03 – 2025
TVBB-Sport
Ç
TVBB on tour
– KW23 2025
Neben dem großen Highlight aus TVBB-Sicht, dem French Open
Titel von Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) war noch viel
los auf den Tennisplätzen: Die Jugend war mit zwei Titeln bei den
Nordostdeutschen Meisterschaften erfolgreich, Diego Dedura
(TC 1899 Blau-Weiss) konnte das Achtelfinale beim Challenger in
Heilbronn erreichen, genau wie Stephanie Wagner (TC SCC) beim
ITF in Österreich. Für Franziska Sziedat war in der ersten Runde in
Italien Schluss. Auch die Tennis-Bundesliga der Damen ging über
Pfingsten weiter: Sieben Begegnungen – sieben Siege lautete
die beeindruckende Bilanz aus TVBB-Sicht.
In der 1. Bundesliga gelang dem LTTC „Rot-Weiß” der zweite
Saisonsieg mit 6:3 auswärts in Dresden. Vor den letzten beiden
Spieltagen im Juli steht „Rot-Weiß” damit auf Platz 5 in einer
guten Ausgangsposition für den Klassenerhalt. Die drei TVBB-Teams
der 2. Bundesliga hatten einen Doppelspieltag und blieben
ebenfalls ungeschlagen: Der SCC gewann zunächst gegen Horn
und Hamm mit 7:2 und dann im direkten Duell um die Tabellenspitze
gegen Bielefeld mit 5:4. Blau-Weiss siegte beim Großflottbeker
THGC und Horn und Hamm, der Potsdamer TC Rot-Weiß
holte die ersten beiden Saisonsiege gegen Münster und Köln.
Damit ist der SCC weiterhin ungeschlagen auf Aufstiegskurs,
knapp dahinter mit nur einer Niederlage Blau-Weiss, die Potsdamerinnen
sind durch die beiden Siege auf den sechsten Platz
vorgerückt.
TVBB on tour
– KW24 2025
Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) war beim WTA Turnier
in Berlin im Einsatz. Mit einer Wildcard ausgestattet, spielte sie
in der Qualifikation gegen die aktuelle Nummer 63 der Damen-
Weltrangliste, die Amerikanerin Dolehide, und zeigte, dass sie
schon gut mithalten kann: 7:6(7) 2:6 3:6 hieß es am Ende.
Caroline Werner (TC 1899 Blau-Weiss) und Mariano Dedura-
Palomero (BTTC Grün-Weiss) erreichten jeweils das Achtelfinale
bei den Weltranglistenturnieren in Frankreich bzw. Tschechien.
Bei Jugend-Weltranglistenturnieren verloren Sophie Triquart
(Zehlendorfer Wespen), Sebastian Heinrich (BTTC Grün-Weiss,
beide in Bamberg) und Lena Topel (TC 1899 Blau-Weiss, in Tschechien)
jeweils in der 1. Runde.
Die Teams in der Damen-Bundesliga waren wieder erfolgreich
im Einsatz. Fünf von sechs Begegnungen konnten gewonnen
werden: Jeweils doppelt erfolgreich waren der SCC und
Potsdam, für Blau-Weiss gab es einen Sieg und eine Niederlage.
Damit steigt der SCC in die 1. Bundesliga auf, auch Blau-Weiss
auf Platz 3 und Potsdam auf Platz 4 beenden die Saison in der 2.
Bundesliga mit einer positiven Bilanz.
TVBB on tour
– KW25 2025
Daria Strogalshchikova (TC SCC) gewinnt das Tennis Europe Turnier
(U14) in Birkerod im Einzel und Doppel – Alessio Vasquez
Gehrke (BTTC Grün-Weiss) erreicht das Doppelfinale beim Weltranglistenturnier
in Saarlouis.
Im Einzel schafften Helena Buchwald (TC SCC) in Polen, Stephanie
Wagner (TC SCC) in Schweden, Caroline Werner (TC 1899
Blau-Weiss) und Jonas Pelle Hartenstein (TC 1899 Blau-Weiss) im
deutschen Saarlouis den Sprung ins Achtelfinale. In der ersten
Hauptrunde war Schluss für: Diego Dedura (TC 1899 Blau-Weiss)
und Rudolf Molleker beim Challenger in Polen, Robert Strombach
beim Challenger in Frankreich, Michael Agwi (TC 1899 Blau-
Weiss) beim ITF Saarlouis, sowie Sophie Triquart (Zehlendorfer
Wespen) und Julia Hofmann (TC 1899 Blau-Weiss) bei Jugend-
Weltranglistenturnieren in Deutschland bzw. den Niederlanden.
TVBB on tour
– KW26 2025
Daria Strogalshchikova (TC SCC) gewinnt die Bad
Homburg Open Juniors presented by YONEX. Das
U13-Einladungsturnier wurde parallel zum WTA-
Turnier auf den Rasenplätzen in Bad Homburg ausgetragen.
TVBB on tour
– KW27 2025
Nino Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß”) mit Karrierehoch: Beim
Weltranglistenturnier in Kayseri (Türkei) erreichte er das Halbfinale
und steht somit in der Live-Rangliste auf Platz 654.
Eine Runde vorher, im Viertelfinale, war in Marburg für Michael
Agwi (TC 1899 Blau-Weiss) Endstation, ebenso erreichte
Franziska Sziedat (Potsdamer TC „Rot-Weiß”) in Ungarn die
Runde der letzten Acht.
Das Achtelfinale erreichten Daniel Masur (TC SCC) in Marburg,
Stephanie Wagner (TC SCC) in Stuttgart und Alessio Vasquez
Gehrke (BTTC Grün-Weiss) in den Niederlanden.
In der ersten Hauptrunde verloren Diego Dedura (TC 1899
Blau-Weiss), Benito Sanchez Martinez (TC SCC) und Rudolf Molleker
in Marburg, sowie Sonja Zhenikhova beim Jugend-Weltranglistenturnier
auf Rasen in Roehampton (GBR).
Auch in der 1. Bundesliga der Damen wurde gespielt: Der
LTTC Rot-Weiß unterlag dem Tabellenzweiten, TC Bredeney aus
Essen, mit 2:7. Der Klassenerhalt entscheidet sich damit erst
am letzten Spieltag am kommenden Samstag beim Heimspiel
gegen den Club an der Alster Hamburg.
Grafik: Adobe Stock
matchball | 03 – 2025
57
UNSERE AKTIVREISE IM HERBST 2025
Health & Beauty Trip
with CORA in October 2025
Wir fliegen an die bulgarische
Schwarzmeerküste – nach
Wohin?
Varna. Unser Gastgeber ist
das amtierende Europäische
Sportresort ALBENA (www.albena.bg), das optimale
Möglichkeiten für aktive Erholung, Sport, kulturelle
und wirtschaftliche Ereignisse bietet. Mit seinen 38
exzellent geführten Hotels, über 6km langem Strand,
und mit mehr als 32 Sporteinrichtungen, die höchsten
europäischen Standards entsprechen, zieht
Albena seit über 55 Jahren professionelle
und Freizeitsportler an. Die implementierte
Klinik für Sport- und Rehabilitationsmedizin
Medica Albena zählt zu den führenden auf
der Balkanhalbinsel und bietet kompetente
Betreuung auch unter der Anwendung der
gesetzlichen Krankenversicherungen verschiedener
EU-Länder.
Wann? 18.10.2025 – 25.10.2025
Was sieht das Programm vor:
Wochentag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag
Uhrzeit
8:00 Morning Run Jumping Health and Morning Morning Run Jumping Health Morning Mobility
Balance
Mobility
and Balance
11:00 Stretch and Crosslauf
Jumping Faszien and Intervall-Läufe Pump
Relax
Intervall Stretch
14:00 Talk: Grundlagen Talk: Erstellen Talk:
Talk: Erstellen Talk: Mindset
—
Ernährung eines eigenen
Ernährungskonzepts
Grundlagen
Training
eines eigenen
Trainingsplans
und Schlaf
17:00 Anreise Jumping Fitness Pump Boost and Run Jumping Circuit HIIT 90er Jumping
Party
20:00 Get together — Kochkurs — Tanzabend — Get together und
Reflexion der
Reise
WELCHES ARRANGEMENT HAT UNSERE
KURSLEITERIN AUSGEWÄHLT:
18.10.2025 - 25.10.2025 – 7 Übernachtungen
Flüge Berlin-Varna-Berlin
18.10.25 W6 4516 W6 Wizz Air BER VAR 13:55 17:15
25.10.25 W6 4515 W6 Wizz Air VAR BER 12:00 13:25
Transfer: Flughafen Varna - Hotel - Flughafen Varna
Unterbringung: Hotel Flamingo Grand & SPA 5*, Albena
Resort, Bulgarien
Verpflegung: Halbpension (Frühstück + Abendessen)
STUDIO DELUXE
FÜR
2 ERWACHSENE
PREIS: 1.800,- €
(900,-€ PRO PERSON)
STUDIO DELUXE
ZUR
ALLEINNUTZUNG
PREIS: 950,- €
VERFÜGBARE OPTIONEN:
Vollpension (Frühstück + Mittagessen +
Abendessen) gegen Aufpreis von 15,-€ p.P.
und Tag;
Teilnahme am täglichen Ausflugsprogramm
des Resorts
(Preise zwischen 30,-€ und 50,-€ p.P. – je
nach Ziel, Dauer und Besichtigungen);
Teilnahme an weiteren Sportaktivitäten: Reiten,
Schwimmen (Pool mit 25m-Länge und
Wassertemperatur 37°C), Wassergymnastik,
Kangoo Jumping, Yoga, Golf (Platzreifekurs
möglich), Tennis, Bogenschießen u.v.m.
Nutzung der Therapieprogramme von
Medica Albena – privat oder gegen Vorlage
eines Behandlungsplanes vom eigenen
Hausarzt inkl. KV-Zustimmung;
Verlängerung des Aufenthaltes, falls ein
Therapieprogramm oder Sportkurs es voraussetzen;
Mitnahme von Familienangehörigen und
Freunden – hierbei ist rechtzeitige Anfrage
aufgrund der Buchungsunterschiede,
bzw. der Anpassung von Flug und Unterbringung
notwendig.
ANMELDUNG:
Über Cora Schmidt (Pro Sport 24)
cora_smitty@gmx.de
oder über unseren Reisepartner
Flamingo Tours GmbH
(www.flamingotours.de):
marketing@flamingotours.de.
Stichwort: Travel with Cora.
Anmeldeschluss: 31.08.2025
Teilnehmerzahl: min.12 / max.38.
Ç
TVBB-Intern
TVBB Fortbildung für C- und B-Trainer – 5. April 2025
Hybrides Lernen mit Tiefgang:
Fortbildung für C- und B-Trainer
überzeugt
Am 5. April 2025 hatte der TVBB seine große Fortbildungsveranstaltung für C- und B-Trainer erneut im bewährten
„Hybridformat“ durchgeführt. Dabei wurden praktische Vorträge mit vielfältigen digitalen Angeboten kombiniert, sodass
die Teilnehmenden die erforderlichen 15 Lerneinheiten zur Lizenzverlängerung flexibel absolvieren konnten.
Dieses hybride Konzept bietet den Trainern nicht nur
eine erhöhte Flexibilität und eine nachhaltige Zeitersparnis,
sondern auch die bewährten Vorteile des
Mitmachens, Fragens, Diskutierens und Austauschs mit Kollegen.
So konnten zahlreiche neue Impulse und Reflexionen für
die tägliche Arbeit gesammelt werden.
Rund 130 Teilnehmende nahmen an der Veranstaltung
teil und konnten ihre C- oder B-Lizenz um drei bzw. vier Jahre
verlängern.
Nach der Eröffnung durch Peter Obst, den Referenten des
TVBB für Ausbildung, Fortbildung und Training, erhielten die
Teilnehmenden wichtige Informationen zum Thema Herzinfarkt
und Herzstillstand. Susanne Drescher, Oberärztin bei der
Berliner Feuerwehr, schilderte eindrucksvoll ihre Erfahrungen
„auf dem Rettungswagen“ und gab konkrete Handlungsempfehlungen
für den Notfall.
Im Anschluss demonstrierte Michael Lingner mit vier Kindern
verschiedene Spielformen, bei denen die Motivation und
Konzentrationsfähigkeit durch differenzierte Punktesysteme
zusätzlich gesteigert wurden.
Ein besonderer Höhepunkt war der Vortrag von Nelli Beder
zum Thema Blinden- und Sehbehindertentennis. Bianka Gräming
vom TC Ludwigsfelde sowie Daniela Schmidt und Susanne
Groneberg, die extra aus Dortmund angereist waren, präsentierten
mit großer Leidenschaft vielfältige Übungsformen
und demonstrierten die inklusive Trainingsarbeit eindrucksvoll.
Das spannende Thema „Winning Inside“ präsentierte Markus
Hornig, der vielfältige Techniken zur Leistungssteigerung
und zum Abrufen von Bestleistungen unter Druck vermittelte.
Rüdiger John, Cheftrainer des TVBB-Lehrwesens, zeigte in
seinem „Best of…“ eine Sammlung bewährter Übungen, die
er im Laufe seiner langjährigen Praxis gesammelt hat. Mit einfachen
Modifikationen verdeutlichte er, wie bekannte Übungen
attraktiv und effektiv für das tägliche Training gestaltet
werden können.
Den Abschluss des Tages bildete ein Vortrag von Tamás
Bogyó zum Thema „How to Create a Competitive Environment
U12-14“, in dem er viele neue, bewegungsintensive und
kreative Fun- und Spielübungen vorstellte. Besonders beeindruckend
war neben der Vielfalt der Übungen die empathische
und motivierende Art des ungarischen Trainers im Umgang mit
den spielstarken Verbandskindern.
Während der Veranstaltung wurde Olaf Stahlberg für seine
langjährige erfolgreiche Tätigkeit im Potsdamer TC „Rot Weiß”
von Peter Obst mit der
Auszeichnung „TVBB-
Trainer des Jahres“ geehrt.
In der Laudatio
wurde seine Treue zum
Verein sowie seine hochwertige
Förderung in
allen Altersklassen besonders
hervorgehoben.
Eine weitere Ehrung
erhielt Karsten Weigelt
für seinen „International
Master Professional
2025“ (IMP)-Award, der
sein herausragendes Engagement
in der Tennis-Industrie würdigt. Rüdiger John betonte,
dass Karsten nun zu den rund 55 IMP’s weltweit gehört,
zu denen auch bekannte Persönlichkeiten wie Billie Jean King
und Arthur Ashe zählen.
Abschließend möchte ich mich herzlich bei meinem gesamten
Lehrteam bedanken, dass dieses Fortbildungsformat stets
neu definiert und verbessert hat. Die Organisation lag in den
bewährten Händen von Karsten Weigelt, der die Planung souverän
und zuverlässig leitete, tatkräftig unterstützt von Roland
Goering und Jan Sierleja.
Peter Obst, Referent des TVBB
für Ausbildung, Fortbildung und Training
Ehrung für
Karsten Weigelt
Fotos: Laura Fuchs
60
matchball | 03 – 2025
Fair bleiben!
Die Fairplay-Gebote des TVBB im Überblick
Die Bestimmungen der nachfolgenden Regelungen sind im Geiste der Fairness und der gegenseitigen Rücksichtnahme im Trainingsbetrieb
und bei Wettkämpfen des TVBB anzuwenden. Sie sollen verhindern, dass im Training oder Wettkampf einem anderen in unsportlicher Weise
Schaden zugefügt wird. Auch in Sachverhalten, die nicht explizit in der Wettspielordnung von TVBB oder DTB sowie den ITF-Tennisregeln
geregelt sind, entscheiden der Oberschiedsrichter und beide Mannschaftsführer nach gesundem Menschenverstand und sportlichem Fairplay.
Handeln Spieler oder Mannschaften grob unsportlich, können nach der TVBB-Wettspielordnung vom Sportausschuss auch außerhalb der
explizit aufgeführten Regularien Strafen und Ordnungsgelder verhängt werden. Diese Entscheidungen des Sportausschusses bedürfen einer
Bestätigung durch das Präsidium.
Grafik: Adobe Stock
Für Veranstaltungen, die von einem Oberschiedsrichter
betreut werden, der mindestens
im Besitz einer gültigen B-Lizenz
ist, gilt vorrangig der vom DTB veröffentlichte
Verhaltenskodex. Für alle anderen vom TVBB
angesetzten Spiele und Veranstaltungen sind
die Fairplay-Regelungen maßgebend.
Hierzu hat der TVBB-Verhaltensregeln beschlossen,
die als Fairplay-Gebote die Werte
Fairplay, Sportlichkeit und Respekt in den
Mittelpunkt stellen. Diese Regelungen richten
sich an alle Beteiligten — Offizielle, Trainer,
Spieler, Eltern, Zuschauer sowie alle weiteren
Personen, die am Wettkampftennis und
Trainingsbetrieb im TVBB mitwirken. Mit diesen
klaren Leitlinien möchten wir sicherstellen, dass
der Tennissport in Berlin-Brandenburg sowohl
auf als auch neben dem Platz von Fairness und
gegenseitigem Respekt geprägt ist.
1. Das Fairplay Gremium
Für die Umsetzung der Verhaltensregeln hat der
TVBB ein Fairplay-Gremium benannt, das bei
Verstößen gegen die Fairplay-Gebote im Rahmen
von Turnieren, von Verbandsspielen sowie
des Trainingsbetriebs im TVBB-Gebiet Sanktionen
gegen die Verursacher der Verstöße beschließen
kann. Gegen diese Sanktionen kann
über den Sportausschuss bzw. das TVBB-Präsidium
Einspruch erhoben werden.
Die Vereine als Mitglieder des TVBB stellen
sicher, dass die Fairplay-Gebote im Verein und
bei sportlichen TVBB-Veranstaltungen bekannt
gegeben und beachtet werden. Der TVBB geht
davon aus, dass die Vereinsmitglieder und Besucher
der TVBB-Veranstaltungen dem Fairplay-
Gedanken verpflichtet sind.
Benannt für das Fairplay-Gremium sind:
D Anja Kühne
D Martin Melchior
D Jens Thron
2. Die Fairplay-Gebote im
TVBB ab dem Jahr 2025
D Ich kenne die ITF-Tennisregeln und halte
mich daran.
D Ich verhalte mich nach dem im Tennis
gültigen Verhaltenskodex.
D Ich kenne die Regeln des “Spielens ohne
Schiedsrichter” und wende diese an.
D Ich begegne meinem Gegner sowie den
Offiziellen, Trainern und Zuschauern mit
größtmöglichem Respekt. Ich behandle alle,
wie ich selbst behandelt werden möchte.
Dies gilt genauso vor und nach dem Spiel.
Dazu gehören auch Äußerungen auf Social-
Media-Kanälen.
D Ich feuere mich nicht unverhältnismäßig
an oder provoziere meinen Gegner (z.B.
durch triumphierende Gesten oder lautem
Anfeuern nach leichten Fehlern des
Gegners).
D Landet ein Ball neben der Linie im Aus,
so rufe ich unmittelbar, nachdem der Ball
aufgesprungen ist, so laut: „Aus!“, dass
der Gegner es hören kann. Insbesondere
entscheide ich jedoch immer ehrlich und im
Zweifelsfall zugunsten meines Gegners. Bei
allen Streitfragen denke ich immer daran:
Auch der Gegner könnte Recht haben.
D Als Aufschläger sage ich vor jedem ersten
Aufschlag den Punktestand deutlich hörbar
für meinen Gegner an. Beim Seitenwechsel
stellen wir den Spielstand an den
Scoreboards – falls vorhanden – ein.
D Eltern, Coaches, Betreuer und Zuschauer: Wir
sprechen nicht mit den Kindern während des
Matches, weder coachend, noch in anderer
Form. Die Kinder spielen alleine. Spielstandsoder
Balldiskussionen klären die
Spieler alleine bzw. mit den
Offiziellen. Unverhältnismäßiges
Anfeuern der Kinder – so zum
Beispiel bei leichten Fehlern des
Gegners – unterlassen wir. Wir sind uns
unserer Vorbildfunktion gegenüber den
Kindern bewusst. Bei Mannschaftsspielen
der Altersklassen U12 und jünger kann bei
Notwendigkeit im Vorfeld den jeweiligen
Betreuern die Funktion des Zählens auf
dem Platz übertragen werden (je Platz ein
Betreuer).
TVBB-Intern Ç
matchball | 03 – 2025 61
3. Sanktionen
Das Fairplay-Gremium ist berechtigt, bei Verstößen
gegen die Fairplay-Gebote Sanktionen
auszusprechen. Die folgenden Kataloge sind
hierbei erste Anhaltspunkte, die bei Bedarf ergänzt
werden.
I. Sanktionskatalog Spieler
D On-Court (ad hoc): Verwarnung /
Platzverweis / Turnierausschluss
D Post hoc Stufe 1: Anhörung (E-Mail oder
persönlich)
D Post hoc Stufe 2: Verwarnung /
Bewährungsliste (Grey List)
D Post hoc Stufe 3: Wettkampfsperren
II. Sanktionskatalog Zuschauer, Betreuer
unter Beachtung des Vereins-Hausrechts
D On-Court (ad hoc): Verwarnung /
Platzverweis / Turnierausschluss
D Post hoc Stufe 1: Anhörung (E-Mail oder
persönlich)
D Post hoc Stufe 2: Verwarnung /
Bewährungsliste (Grey List)
D Post hoc Stufe 3: Wettkampfzutrittssperre
III. Sanktionskatalog für Turniere
D Ordnungsgeldkatalog, Wegfall der
Unterstützung
D Abstufung der Turnierkategorie
D Turniersperre
Kontakt
fairplay@tvbb.de
Ç
TVBB-Intern
„Vamos, Berlin!“
Der TVBB bringt Padel in die Liga
Sieht aus wie Tennis, klingt wie Squash – fühlt sich an wie der nächste große Wurf: Padel
erobert Berlin und Brandenburg im Eiltempo. Was bislang vor allem Spaß im Freundeskreis
war, wird jetzt ernst – aber bitte mit Stil. Der TVBB bringt den ersten eigenen Padel-
Ligenbetrieb an den Start und macht aus einem Hype ein echtes Spielformat. Ob Verein mit
Platz oder ohne: Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Denn wer einmal auf dem Court
steht, fragt sich nicht mehr, was Padel ist – sondern nur noch, wann wieder.
Es knallt. Es scheppert. Und dann jubeln
vier Menschen wie bei einem Champions-League-Tor.
Wer in den letzten Monaten
in Berlin oder Brandenburg auf einer dieser
neuen, gläsernen Courts unterwegs war,
kennt das Geräusch. Padel – der Sport mit Tennis-DNA
und Streetball-Energie – ist gekommen,
um zu bleiben. Und der Tennis-Verband Berlin-
Brandenburg? Der macht jetzt ernst.
2025 geht’s los:
Der erste Padel-Ligenbetrieb
im TVBB kommt.
Was in Spanien längst Teil der Alltagskultur
ist – irgendwo zwischen Siesta, Sangria und
Squash – entwickelt sich auch bei uns rasant.
Padel boomt. In Parks, Clubs, Gewerbegebieten.
Und jetzt auch im organisierten Spielbetrieb.
Der TVBB ermöglicht erstmals einen offiziellen
Ligenbetrieb für seine Mitgliedsvereine –
und eröffnet damit allen Spielerinnen und Spielern
eine neue Spielwiese. Oder besser: einen
neuen Käfig.
Keine eigene Anlage? Kein Problem.
Denn das Schöne: Wer als Verein noch keine
Padel-Courts hat, muss nicht gleich anfangen
zu betonieren. Der Verband bietet verschiedene
Lösungen, darunter die Nutzung von kommerziellen
Plätzen oder zentral organisierten Spielorten
wie in Ludwigsfelde. Alles mit dem Ziel,
den Einstieg so einfach wie möglich zu gestalten.
Es geht nicht darum, aus dem Stand
die Champions League zu gewinnen – sondern
um ein neues Gemeinschaftsgefühl, ein neues
Spielerlebnis. Und ja: auch ein bisschen ums
Schwitzen.
Padel – das ist Tennis auf Speed.
Zwei gegen zwei, kurze Schläge, schnelle Reflexe,
trickreiche Lobs, knallharte Volleys – und das
alles in einem gläsernen Käfig, in dem jeder Ball
zurückkommt. Die Bälle prallen an die Wände,
die Beine brennen – aber niemand meckert.
Padel ist wie Tennis, nur mit Augenzwinkern. Es
ist gesellig, explosiv,
„
kommunikativ. Statt Einzelkämpfer-Pathos
gibt’s High-Fives und Lachflashs
zwischen den Ballwechseln. Und das Beste: Man
ist sofort drin.
Padel ist wie Tennis –
nur mit mehr Adrenalin
pro Quadratmeter.“
Ein TVBB-Spieler beim ersten Probespiel
Die Liga: ein Spielfeld für alle.
Gesucht werden: Spieler und Vereine, die etwas
Neues wagen wollen. Die Padel-Liga des TVBB
startet offen – Damen, Herren, Mixed – alles ist
möglich. Altersbeschränkungen? Fehlanzeige.
Namentliche Meldung? Nicht nötig. Hauptsache:
Spaß an der Bewegung, ein bisschen Ehrgeiz
und Lust auf etwas, das mehr ist als Tennis
mit Wänden. Der September 2025 wird zur
Bühne – mit vier Spieltagen an aufeinanderfolgenden
Wochenenden. Und wer will, kann
Spiele schon im Juli oder August austragen –
zum Beispiel bei kühlem Getränk und Sonnenuntergang.
„Padel ist der beste Grund, sich im September
nochmal die Sommerbräune abzuholen.“ –
sagt ein Vereinsmitglied, das den neuen Court in
Potsdam mit aufgebaut hat.
Und tatsächlich: Die Atmosphäre ist anders.
Im besten Sinne. Man kommt sich näher – im
Spiel, im Team, im Club. Die Padel-Liga ist nicht
einfach ein neues Turnierformat. Sie ist eine Einladung.
An Tennisvereine, ihre Mitglieder, ihre
Freunde, ihre Neugier. Eine Einladung, das Spiel
neu zu entdecken – und dabei keinen Druck zu
verspüren, sondern Euphorie.
Der Verband macht's möglich.
Mit einem durchdachten Konzept, flexibler
Platzwahl, digitaler Abwicklung und einem offenen
Ohr für die Clubs. Der Einstieg ist leicht,
die Kosten niedrig, das Erlebnis groß. Wer als
Team mitmachen will, kann sich noch bis Ende
Mai melden – ganz einfach über das System
des TVBB. Auch Spielgemeinschaften sind willkommen.
Und selbst wer noch nicht genau
weiß, wie ein Padel-Schläger aussieht: Es gibt in
der Region längst genug Anbieter, Trainer und
Schnupperkurse.
Padel ist kein Trend – es ist ein Movement.
Eine neue Art, sich zu bewegen, zu messen,
sich zu begegnen. Und es passt perfekt in
die Vereinswelt des TVBB: dynamisch, offen,
generationenverbindend. Wer Tennis liebt, wird
Padel feiern. Wer Tennis kennt, wird Padel lernen.
Und wer Tennis neu entdecken will, könnte
hier den perfekten Einstieg finden.
Und die Moral von der Geschichte?
Wenn der TVBB 2025 seine erste Padel-Liga startet,
wird daraus mehr als nur ein neues Wettkampfformat.
Es wird ein Fest. Für alle, die Bewegung
lieben. Für alle, die sich nach frischem
Wind sehnen. Und für alle, die Tennis können –
aber Lust haben, mehr zu spielen, als sie bisher
kannten.
Claudio Gärtner
Foto: DTB
62
matchball | 03 – 2025
Nachruf
Foto: privat
Der TVBB erinnert an Jürgen Thron:
Ein Leben für den Tennissport
D
er Tennis-Verband Berlin-Brandenburg trauert um Jürgen
Thron. Am Montag, den 16. Juni 2025, ist der Ehrenpräsident
des Tennis-Club SCC im Alter von 94 Jahren verstorben. Mit ihm verliert
die Berliner Tennislandschaft nicht nur einen herausragenden
Sportler und Funktionär, sondern vor allem einen Menschen, der
dem Tennissport über Jahrzehnte hinweg Gesicht und Richtung gegeben
hat.
Über ein Vierteljahrhundert führte Jürgen Thron den Tennis-Club
SCC e.V. als 1. Vorsitzender – mit Herz, mit Haltung und mit einem
Blick für das Wesentliche. Er war einer, der voranging, wenn es darauf
ankam. Einer, dessen Wort Gewicht hatte, weil es von Erfahrung
getragen war. Und einer, der nicht fragte, was ein Verein für ihn tun
kann – sondern immer, was er selbst für den Verein tun kann.
Geboren 1930 in Berlin-Johannisthal, wuchs Thron in einer Zeit
auf, in der der Sport oft nur ein ferner Luxus war. Nach den Jahren
des Krieges und der Entbehrung fand er in Hildesheim zum Tennis
– eine Liebe auf den zweiten Blick, die sein Leben von da an begleiten
sollte. Stationen in Hannover und bei Bayer Leverkusen folgten,
doch es war die Rückkehr nach Berlin im Jahr 1961, die für ihn
zur Wegmarke wurde: Er schloss sich dem SCC an – und blieb dem
Club über sechs Jahrzehnte hinweg eng verbunden.
Als aktiver Spieler war Thron viele Jahre eine feste Größe in der 1.
Herrenmannschaft. Später brillierte er im Seniorentennis mit einer
Vielzahl von Erfolgen: Europameister im Einzel und Doppel, Deutscher
Meister, Mitglied der deutschen und Berliner Auswahlteams –
die Liste seiner sportlichen Leistungen liest sich wie ein kleines Kapitel
Tennisgeschichte.
Und doch war es nie der Pokal, der ihn motivierte. Es war die
Freude am Spiel. Die Eleganz der Bewegung. Die stille, innere
Zufriedenheit, wenn ein Ball genau dort landete, wo er es wollte.
1973 wurde Jürgen Thron zum Vorsitzenden des Tennis-Clubs
SCC gewählt. Was folgte, war eine Ära. In 26 Jahren an der Spitze
führte er den Club durch Höhen und Herausforderungen –
immer mit einem offenen Ohr, einem klaren Kompass und dem
festen Glauben daran, dass Sport Gemeinschaft stiftet. Unter seiner
Führung entwickelte sich der TC SCC zu einer der bedeutenden
Tennisadressen der Hauptstadtregion. Neues Clubhaus und Tennishalle,
modernes Vereinsleben, sportliche Erfolge – all das trug seine
Handschrift.
Doch Thron war nie nur der Funktionär hinter dem Schreibtisch.
Er blieb ein Mann der Basis, greifbar und präsent. Man sah
ihn bei Mannschaftsspielen, bei Clubabenden, auf der Tribüne –
oft mit verschränkten Armen, aufmerksam beobachtend, nie laut,
aber stets mittendrin. 2002 würdigte der Tennis-Club SCC seine
Verdienste mit der Ernennung zum ersten und bis heute einzigen
Ehrenpräsidenten.
Auch nach seinem offiziellen Rückzug aus dem Vorstand blieb
er aktiv. Bis ins hohe Alter war er regelmäßig auf dem Platz – „mit
Auge, Taktik und Eleganz“, wie Wegbegleiter ihn beschrieben. Tennis
war für ihn nie nur Bewegung, sondern Ausdruck einer Haltung:
diszipliniert, fair, respektvoll. Noch einen Tag vor seinem Tod erfuhr
er mit Begeisterung von dem Bundesliga-Aufstieg der SCC-Damen.
Ein kleiner sportlicher Triumph – und für ihn ein Zeichen, dass der
Club in die Zukunft blickt.
Seine tiefe Verbundenheit zum Verein und seine unverrückbaren
Werte haben Generationen geprägt. Als Mentor, Gesprächspartner
und Vorbild war er geschätzt – nicht nur wegen seiner Verdienste,
sondern wegen seiner Haltung. Wer ihn kannte, erinnert
sich an seinen Humor, seine Fröhlichkeit und seinen feinen Blick für
Menschen.
67 Jahre lang war er Mitglied des SCC. Seine Geschichte ist mit
der des Vereins untrennbar verbunden. Doch auch über den Club
hinaus war er eine prägende Figur im Berliner Tennissport – als Repräsentant,
als Stimme der Vernunft, als Brückenbauer zwischen
Tradition und Wandel.
Der TVBB verneigt sich in großer Dankbarkeit vor einem Leben
im Zeichen des Sports.
Unsere Gedanken sind in dieser Zeit des Abschieds bei seiner
Frau Uschi und seiner Familie. Sein Andenken wird bleiben. Auf
dem Platz. Im Club. In den Herzen derer, die ihn kannten.
TVBB-Intern Ç
matchball | 03 – 2025 63
Claudio Gärtner
Ç
International
Roland-Garros 2025
Zwei Tage. Zwei Comebacks.
Zwei Helden.
Zwei Finals, wie gemalt für die Ewigkeit. Auf dem legendären
Court Philippe Chatrier wurde nicht nur Tennis gespielt – da
wurden Grenzen verschoben, Herzen verdreht und Geschichten
geschrieben, die so nur dieser Sport erzählen kann. Coco Gauff
mit Tränen in den Augen und dem Coupe Suzanne Lenglen im Arm.
Carlos Alcaraz, der wie ein Krieger auf den Sand fällt, nachdem er das
längste Finale der Turniergeschichte überlebt hat.
Sabalenka und Sinner hatten Matchbälle – und am Ende
doch nur leere Hände. Gauff und Alcaraz? Zwei Comeback-
Könige, zwei mentale Monster, zwei Spieler mit einem Plan,
der über fünf Sätze und weit über ihr Alter hinausging. Wer
glaubte, Paris 2025 würde ein Turnier wie jedes andere – hat
das falsche Drehbuch gelesen. Denn hier ging es nicht nur
um Sand und Siege. Hier ging es um alles.
Es sind diese Tage, für die man sich in diesen Sport verliebt.
Tage, an denen es nicht nur um Titel geht, sondern um
Tränen, Trotz und Triumphe. Die French Open 2025 haben
an einem Wochenende zwei Champions hervorgebracht,
wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch
dieselbe Geschichte erzählen: die Geschichte vom Kampf
gegen Zweifel, vom Zurückkommen, vom Gewinnen mit
dem Herzen.
Coco Gauff und Carlos Alcaraz – sie haben in Paris nicht
nur ihre Gegner geschlagen, sondern auch das Narrativ, dass
Tennis vorhersehbar sei. Was sich am Samstag und Sonntag
auf dem Court Philippe Chatrier abspielte, war großes
Kino. Ein Drama in zwei Akten. Und beide Hauptrollen wurden
meisterhaft gespielt.
Carlos Alcaraz – Der Marathonmann von Paris
Und dann, weniger als 24 Stunden später, kam Carlos Alcaraz. Und
legte das vielleicht größte French-Open-Finale der Neuzeit hin. 5 Stunden
und 29 Minuten dauerte sein Fünf-Satz-Drama gegen Jannik Sinner.
Länger als jedes Endspiel in der Geschichte von Roland Garros.
Und intensiver sowieso.
Es begann mit einem Fehlstart. Sinner spielte brillant, präzise,
fast klinisch. Der Italiener führte 6:4, 7:6 – zwei Sätze Vorsprung. Alcaraz
wirkte angeschlagen, ließ sich am Auge behandeln, vergab
Breakbälle, verlor sein Timing. Und doch spürte man: Er ist noch da.
Der dritte Satz kippte das Match. Alcaraz biss sich rein, verkürzte –
und war plötzlich wieder der Alte: explosiv, emotional, entfesselt. Dann
kam der Moment, der dieses Finale unsterblich machte: Sinner führte 5:3 im
vierten Satz, hatte drei Matchbälle bei Aufschlag Alcaraz. Und der? Wehrte
sie alle ab. Mit Vorhänden, die durch den Sand pfiffen. Mit einem Aufschlag,
der auf einmal wieder saß. Mit einer Mentalität, die fast schon absurd ist für
einen 22-Jährigen.
Das Match ging in den Match-Tie-Break – und dort war nur noch einer
da: Carlos Alcaraz. 10:2, keine Chance für Sinner, der zum ersten Mal ein
Grand-Slam-Finale verlor. Alcaraz fiel nach seinem letzten Schlag zu Boden,
starrte in den Pariser Himmel – fertig, leer, aber unendlich glücklich.
Mit diesem Sieg holte er sich seinen fünften Grand-Slam-Titel. Und
bleibt in Major-Endspielen ungeschlagen. Seine Finalbilanz? 5:0. Beeindruckender
geht es kaum.
Foto: Jürgen Hasenkopf
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International
Ç
„
Das war kein Spiel –
das war ein Überlebenskampf.“
– zum epischen Finale zwischen Alcaraz und Sinner
Coco Gauff – von der Verliererin zur Sandplatzkönigin
Sie kam in schwarzer Lederjacke. Wie immer. Doch diesmal war mehr
Haltung als Stil. Coco Gauff hatte vor drei Jahren auf diesem Platz ein Finale
verloren, das sie geprägt hat. Jetzt war sie zurück – erwachsener, robuster,
aber mit dem gleichen Feuer.
Im Endspiel traf sie auf Aryna Sabalenka, die Weltranglistenerste.
Eine Spielerin, die mit ihrer Physis das Feld dominiert, zuletzt Iga Swiatek
entthront hatte und in Paris wie eine Naturgewalt über ihre Gegnerinnen
hinweggefegt war. Und sie begann auch gegen Gauff wie erwartet:
druckvoll, gnadenlos, mit viel Tempo. Gauff verlor ihren Aufschlag früh,
wirkte fahrig, ließ sich treiben. Der erste Satz? Weg. 6:7 im Tie-Break.
Doch dann schaltete Gauff auf Angriff. Und Sabalenka auf Selbst-
zerstörung. Ganze 70 unerzwungene Fehler produzierte die Belarussin –
mal übermotiviert, mal überfordert. Gauff dagegen wurde mit jedem
Punkt klarer, ruhiger, stärker. 6:2 im zweiten, 6:4 im dritten Satz. Nach dem
letzten Ball sank sie auf den Rücken, schlug die Hände vors Gesicht, weinte.
Mama Candi tanzte auf der Tribüne, als wäre es ihr eigener Titel.
Es ist Gauffs zweiter Grand-Slam-Triumph nach den US Open 2023.
Doch dieser bedeutet mehr. Er ist der Beweis, dass sie
auch auf Sand bestehen kann, dass sie gelernt
hat, mit dem Druck umzugehen. Und
dass der ganz große Wurf
keine Frage des Ob, sondern
des Wann war.
Altmaier – der
leise Arbeiter im
Pariser Staub
Und irgendwo zwischen all dem
großen Drama um Trophäen
und Tränen war da auch noch
Daniel Altmaier – einer, der in
Paris wieder einmal gezeigt hat,
dass er kein Mann für die große
Bühne sein will, sondern für die
große Arbeit.
Der 26-Jährige aus Kempen kämpfte
sich mit cleverem Sandplatzspiel
bis ins Achtelfinale, schlug
in der ersten Runde überraschend
die Nummer vier der Welt, den
US-Amerikaner Taylor Fritz und
ließ auf dem Court Suzanne Lenglen
mehr Körner als Worte. Kein
Schlagzeilen-Typ, aber einer, den
man in Paris immer wieder gerne
sieht – weil er den Sport ernst
nimmt, nicht sich selbst.
Foto: Jürgen Hasenkopf, Mathias Schulz-tennisphoto.de
Zwei Siege, die größer
sind als der Pokal
Coco Gauff und Carlos Alcaraz
haben mit ihren Siegen etwas
gemacht, was in Zeiten von Statistik-Tennis
und Rechenmodellen
selten geworden ist: Sie
haben berührt. Gauff mit
ihren Tränen und ihrem
Trotz. Alcaraz mit seiner
unerschütterlichen
Überzeugung.
Zwei
junge Spieler, die für
eine neue Ära stehen –
aber auch für die alten
Werte dieses Sports.
Sie spielen nicht perfekt,
aber leidenschaftlich. Sie stolpern, aber
sie stehen auf. Und wenn sie fallen, dann nicht,
weil sie nicht wollten, sondern weil sie an ihre
Grenzen gegangen sind. Paris 2025 war mehr als
ein Grand-Slam – es war ein Statement.
Ein Finalwochenende für die Ewigkeit. Merci,
Coco. Gracias, Carlitos.
Claudio Gärtner
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International
Roland-Garros Juniors 2025
Zwei Asse, ein Titel –
McDonald schlägt Schönhaus
Siegerinnen im Juniorinnen-Doppel: Sonja Zhenikhova und Eva Bennemann
Es war ein Tag, den man sich rot im Kalender anstreichen kann – und das nicht nur, weil sich
Bundestrainer Philipp Petzschner aus purer Freude eine Glatze rasieren ließ. Zwei 17-jährige
Deutsche im Junioren-Finale, ein Pokal, jede Menge Sand auf der Kleidung und am Ende ein Sieger,
der für das deutsche Tennis neue Türen aufstößt: Niels McDonald hat’s gemacht!
Im deutschen Endspiel auf dem Court Simonne-Mathieu
setzte sich der gebürtige Waliser
mit Wohnsitz in Schwerin gegen seinen Teamkollegen
und Kumpel Max Schönhaus durch – 6:7
(5), 6:0, 6:3. Was mit einem engen Tie-Break begann,
wurde im zweiten Satz zu einer Demonstration:
McDonald holte sechs Spiele in Serie, als wäre
das Finale ein Schaukampf. Im Entscheidungssatz
reichte ein frühes Break, um sich den Vorteil zu sichern
– und nach 99 Minuten fiel der Teenager in
Stockholm-Manier rücklings auf den roten Sand.
Mission erfüllt.
McDonald ist damit der erste deutsche Junioren-
Sieger bei den French Open seit über einem Vierteljahrhundert
– genauer gesagt: seit Daniel Elsner
1997. Zverev hatte 2013 zwar das Endspiel erreicht,
unterlag jedoch Cristian Garin. Und dass Petzschner
2025 nicht nur mitgefiebert, sondern sogar Friseursalon
gegen Rasierer getauscht hat, ist da fast nur
noch Randnotiz. Die Wettschuld: eine Glatze, falls
einer seiner Jungs den Titel holt. Gesagt, geschoren,
geliefert.
Doch auch Max Schönhaus darf sich rühmen:
Der 17-Jährige mit der butterweichen einhändigen
Rückhand spielte ein herausragendes Turnier, stand
verdient im Endspiel und wird gemeinsam mit
McDonald und den ebenfalls hochgehandelten
Justin Engel und Diego Dedura als Teil einer
DTB-Generation gehandelt, die wieder für positive
Schlagzeilen sorgt. Wer meinte, deutsches Herrentennis
sei eine Baustelle, dürfte nach diesem Pariser
Juniorenturnier ins Grübeln kommen.
Als wäre das nicht genug, setzten Sonja Zhenikhova
und Eva Bennemann kurz darauf noch einen
drauf: Das deutsche Juniorinnen-Doppel sicherte
sich nach dramatischem Match-Tie-Break ebenfalls
den Titel – 4:6, 6:4, 10:8 gegen die Kovackova-
Schwestern aus Tschechien. Ein perfekter Tag also
für das deutsche Tennis, das plötzlich wieder mehr
nach Zukunft als nach Sorgen aussieht.
Wenn vier Talente auf einmal liefern, hört auch
der Rest der Tenniswelt hin. McDonald, Schönhaus,
Zhenikhova und Bennemann – sie alle haben in
Paris nicht nur Matches, sondern Eindruck gemacht.
Der DTB steht plötzlich nicht mehr fragend am
Spielfeldrand, sondern mittendrin im Geschehen.
Der Blick nach vorn? Selbstbewusst wie lange nicht.
Claudio Gärtner
Foto: Jürgen Hasenkopf
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matchball | 03 – 2025
International
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Merci, Rafa!
Der letzte Tanz des
Sandplatzkönigs
Während bei den diesjährigen French Open neue Namen
die Setzlisten erklimmen, gehörte einer der emotionalsten
Momente einem, der längst zur Tennisgeschichte zählt:
Rafael Nadal. Der 38-Jährige wurde zum Turnierstart
auf dem Court Philippe Chatrier mit einer bewegenden
Zeremonie geehrt – für 14 Titel auf Pariser Sand, für
unzählige Erinnerungen, für eine Ära.
Mehr als 15.000 Zuschauer standen auf, als Nadal den
Platz betrat. Kein Ballwechsel, kein Aufschlag, nur Applaus.
Dann ein Film: ein junger Rafa mit Stirnband
und peitschender Vorhand, erste Titel, triumphierende Posen –
und die berühmte Tür der Katakomben, die sich schließt.
Als Nadal schließlich spricht, kämpft er mit den Tränen. In
drei Sprachen bedankt er sich – bei Veranstaltern, Fans, Familie.
Es ist kein Abschied mit Pomp, sondern einer mit Herz. Umso
stärker wirkt der Moment, als seine größten Rivalen den Platz
betreten: Roger Federer, Novak Djokovic, Andy Murray. Für
Nadal ein Beweis, dass auch die härtesten Duelle Respekt und
Freundschaft nicht ausschließen müssen. „Wir haben alle unsere
Träume erreicht“, sagt er – und meint damit auch sie.
Zum Schluss bekommt Nadal ein Denkmal: eine bronzene
Fußspur, eingelassen in den Sand neben dem Netzpfosten.
Ein Stück Ewigkeit für einen, der hier Unvergängliches geleistet
hat.
Roland Garros wird auch in Zukunft gespielt – aber nie
mehr ohne den Stier von Manacor.
Fotos: Jürgen Hasenkopf
Merci, Rafa.
Claudio Gärtner
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International
Wimbledon 2025
Zwischen Glanz, Gänsehaut und einem
goldenen Nullergebnis
Wimbledon 2025 hat geliefert. Nicht mit lauten Schlagzeilen, sondern mit leisen Meisterwerken – auf
Rasen geschrieben, mit Stil, Präzision und manchmal auch mit Tränen. Jannik Sinner krönte sich zum
König von London, Iga Świątek zerlegte das Damenfinale mit chirurgischer Perfektion, und Laura
Siegemund spielte sich taktisch brillant ins Rampenlicht. Selbst abseits des Centre Courts blieben Szenen,
die hängen: Zverevs Selbstzweifel, Zhenikhovas Auftritt und die Frage, warum sich Erdbeeren mit Sahne
immer nach mehr anfühlen. Ein Rückblick auf zwei Wochen Tennis, die alles hatten – außer Mittelmaß.
Es gibt Sommer, die bleiben. Weil sie alles bereithalten:
Licht und Schatten, Jubel und Stille, historische
Dominanz und bittersüße Fußnoten. Wimbledon
2025 war genau so ein Sommer – zwischen
Erdbeerbecher und Ewigkeitsmomenten, zwischen Center
Court und Court 18, wo der Rasen nicht nur Bühne,
sondern Mythos ist. In dieser Kulisse krönte sich Jannik
Sinner zum ersten Mal zum Champion von Wimbledon
und beendete damit – zumindest für einen
Moment – die laufende Regentschaft von Carlos Alcaraz.
Der Italiener spielte mit jener Souveränität, die man sonst
nur aus Lehrbüchern kennt: 4:6, 6:4, 6:4 und 6:4 lautete
das finale Resultat – kein Spiel für Dramatiker, aber ein Finale
für Tennisästheten. Sinner war in jeder Phase klarer,
klüger, kühler – und vor allem: kompromisslos.
Auch bei den Damen fiel das Wort „kompromisslos“
häufiger – denn Iga Świątek, ohnehin auf Hart- und
Sandplätzen längst eine Klasse für sich, ließ in diesem
Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de
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matchball | 03 – 2025
International
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Fotos: Jürgen Hasenkopf
Sieger Jannik Sinner mit Pokal,
im Hintergrund Carlos Alcaraz
Iga Swiatek hält die Trophäe hoch
Jahr auch auf Rasen keine Zweifel mehr zu. Mit 6:0, 6:0
gewann sie das Finale gegen Amanda Anisimova und
unterstrich dabei nicht nur ihre Ausnahmestellung, sondern
auch ihre Fähigkeit, Spielintelligenz und pure Wucht
zu einem fast unfair wirkenden Mix zu verschmelzen. So
deutlich, so still, so geschliffen – es war ein Titel, der Geschichte
schrieb, aber fast unbemerkt, weil das Ergebnis
kaum Raum für Pathos ließ. Świątek, ohnehin keine
Freundin des Spektakels, zeigte in London nur das, was
sie zeigen wollte: Perfektion.
Eine der schönsten Geschichten dieses Turniers
schrieb allerdings Laura Siegemund. Die Deutsche spielte
sich überraschend ins Viertelfinale, wo sie auf Aryna
Sabalenka traf – und dort ein Match ablieferte, das vielen
noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mit kluger Variation,
Slice, Netzangriffen und einem taktischen Feingefühl,
das man auf Rasen so selten sieht, brachte sie die
kraftvolle Belarussin mehr als nur ins Wanken. Am Ende
fehlte nicht viel zum größten Coup ihrer Karriere – doch
auch in der Niederlage verdiente sich Friedsam Standing
Ovations. Ihr Spiel war eine Hommage an das Unkonventionelle
– und ein Beweis, dass man auch ohne Power-Wucht
für Furore sorgen kann.
Ein wenig Spektakel gab es dann doch – allerdings
nicht auf dem Rasen, sondern in der Mixed Zone. Alexander
Zverev, nach einer frühen Niederlage gegen Franzosen
Arthur Rinderknech ausgeschieden, sprach dort
über Einsamkeit, Erwartungsdruck und die große Leere
zwischen Grand-Slam-Hoffnung und dem Alltagsleben
auf der Tour. Es war ein Moment der Offenheit, vielleicht
auch der Überforderung. Einer, der hängen bleibt – gerade
weil er nicht ins Hochglanzbild passte. Für Zverev
wird Wimbledon 2025 als eine verpasste Chance in Erinnerung
bleiben, aber vielleicht auch als Wendepunkt.
Dass man nicht nur Siege analysieren kann, sondern
auch Niederlagen, ist eine Erkenntnis, die in der Ära der
perfekten Karrieren oft zu kurz kommt.
Einen anderen, durchaus leichten Ton schlug die
Berlinerin Sonja Zhenikhova an, die bei den Juniorinnen
leider bereits in der ersten Runde ausschied – trotzdem
aber einen bleibenden Eindruck hinterließ. Selbstbewusst,
freundlich, mit feinem Ballgefühl und einem
Händchen für Interviews, das deutlich reifer wirkte als
ihr Alter vermuten ließ. Für sie war Wimbledon eine Duftmarke,
eine Einladung in die große Welt – nicht mehr,
aber auch nicht weniger. Die Erfahrung, dort gespielt
zu haben, zählt. Die Niederlage wird verblassen, die Erinnerung
nicht.
Was bleibt also von diesen zwei Wochen in Südwest-
London, wo die Sonne schien, die Tradition roch und der
Rasen flüsterte? Vielleicht dies: dass Tennis auch 2025
noch fesselt, wenn es uns überrascht. Wenn Swiatek sich
selbst übertrifft, Sinner seine Geschichte schreibt und
Siegemund – ja, auch Laura Siegemund – Sabalenka im
Viertelfinale an den Rand des Nervenzusammenbruchs
spielt. Die Deutsche, die mit variabler Spielweise und
einem starken Auftritt überzeugte, war eine der positiven
Überraschungen des Turniers – nicht, weil sie plötzlich
über sich hinauswuchs, sondern weil sie erinnerte,
was kluge Taktik und Geduld im modernen Tennis noch
bewirken können. Dass es nicht zum Halbfinale reichte,
war weniger tragisch, als man es hätte vermuten können.
Ihr Spiel war schon Preis genug.
Und dann wären da noch die Erdbeeren mit Sahne,
die längst selbst ein Kulturgut sind. Auch sie haben Wimbledon
überlebt – inflationär serviert, überteuert wie
immer, aber fraglos köstlich. Denn manches gehört einfach
dazu: der weiße Dresscode, die höflichen Volunteers,
das Schweigen vor dem zweiten Aufschlag – und
der Geschmack von Sommer, der in Wimbledon einfach
ein bisschen länger bleibt.
Claudio Gärtner
matchball | 03 – 2025
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International
„Volles Haus“ bei den
Bad Homburg Open
Bad Homburg Open powered by Solarwatt – 23. bis 28. Juni 2025
Eleganz trifft Energie – Pegulas großer Auftritt
Im Kurpark von Bad Homburg wehte in diesem Sommer mehr als nur ein laues
Lüftchen – es war der Hauch von ganz großem Tennis. Was als charmantes
Boutique-Turnier begann, ist längst ein Fixpunkt im Kalender der WTA-Elite
geworden. Spielerinnen, Zuschauer und Veranstalter erlebten eine Woche, in der
Atmosphäre und Anspruch eine seltene Balance fanden. Zwischen Rasenduft,
Applaus und kühlem Matchgetränk wurden Geschichten geschrieben, die über
das Turnier hinausreichen. Und am Ende stand eine Siegerin, die alles andere als
überraschend ganz oben war.
Jessica Pegula stand im goldenen Konfettiregen, als hätte
sie Wimbledon bereits gewonnen. Nach einem umkämpften
und hochklassigen Finale bei den Bad Homburg
Open powered by Solarwatt reckte die Weltranglistendritte die
filigrane Trophäe in den Himmel über dem Kurpark – und ließ
sich von einem ausverkauften Centre Court feiern, der in diesen
Tagen zum vielleicht schönsten Wohnzimmer des Rasensommers
geworden war. Mit 6:4, 7:5 hatte sich Pegula in einem
knapp zweistündigen Schlagabtausch gegen keine Geringere
als Iga Swiatek durchgesetzt – und damit nicht nur ihren ersten
Titel in Bad Homburg, sondern auch ihren Status als Topfavoritin
für Wimbledon untermauert.
Die fünfte Auflage des Turniers hatte gehalten, was sie versprochen
hatte. Noch nie war das Starterinnenfeld so hochkarätig
besetzt gewesen, noch nie war der Cut für das Hauptfeld
so tief gefallen – WTA-Rang 31 reichte gerade noch für
einen Platz im Tableau. Gleich fünf Top-Ten-Spielerinnen waren
nach Hessen gereist, und dass am Ende tatsächlich zwei von
ihnen im Endspiel standen, verlieh dem Turnier den Glanz, den
sich Veranstalter und Fans gewünscht hatten. Swiatek – fünffache
Grand Slam-Siegerin und frischgebackene Halbfinalistin
von Roland Garros – hatte sich mit einem souveränen Sieg über
Wimbledon-Finalistin Jasmine Paolini ins Endspiel gespielt. Pegula
wiederum bewies einmal mehr, dass sie sich auf deutschem
Rasen besonders wohlfühlt: Nach ihrem Erfolg in Berlin
im Vorjahr folgte nun der nächste Streich im Kurpark.
Die 31-Jährige hatte von Beginn an ihren Rhythmus gefunden,
das Spiel mit Übersicht und präzisem Aufschlag kontrolliert
und war auch in engen Momenten ruhig geblieben.
Dass sie sich nicht nur als Spielerin, sondern auch als Mensch
in Bad Homburg wohlgefühlt hatte, ließ sie mehrfach durchblicken:
„Der Kurpark war wunderschön, ich konnte zu Fuß vom
Hotel zur Anlage laufen. Die Stadt hat tolle Cafés – es war wirklich
eine perfekte Woche“, sagte sie später. Und tatsächlich ähnelte
vieles im Kurpark der Atmosphäre von Wimbledon: die
Ruhe, das viele Grün, die historische Umgebung. Nur etwas familiärer
– und mit echtem Wohlfühlfaktor.
Im Finale spielte Pegula genau so, wie es ihre Coaches gerne
sehen: fokussiert, clever, stabil im Aufschlag, mutig bei den Returns.
Den ersten Satz sicherte sie sich mit einem verwandelten
vierten Breakball zum 4:3, im zweiten blieb es eng, doch Swiatek
kam über die komplette Distanz nicht einmal zu einem
Breakball. Der entscheidende Punkt resultierte dann auch nicht
aus einem brillanten Winner, sondern aus einem ungewohnten
Fehler der sonst so fehlerarmen Polin. Während Swiatek damit
weiter auf ihren ersten Titel auf Rasen warten musste, durfte
sich Pegula über ihren insgesamt neunten Turniererfolg auf der
WTA-Tour freuen – und über jede Menge Rückenwind für den
Rasenklassiker in London.
Noch am Abend nach dem Finale reiste Pegula nach England,
um dort bereits zwei Tage später ihr Erstrundenmatch an
der Church Road zu bestreiten. Dass sie Wimbledon nicht nur
im Kalender, sondern längst auch im Kopf hatte, war spürbar.
„Es fühlt sich hier sehr ähnlich an. Die Bäume, die Stimmung,
das Licht – fast wie drüben in London“, hatte sie nach ihrem
Halbfinalsieg gesagt. Und wer sie in Bad Homburg spielen sah,
musste zugeben: Diese Spielerin war bereit für mehr.
Auch abseits des Einzelfinales bot das Turnier beste Unterhaltung.
Im Doppelfinale setzten sich Hanyu Guo (China) und
Alexandra Panova (Russland) in einem intensiven Match mit
4:6, 7:6 (7:4), 10:5 gegen Lyudmyla Kichenok (Ukraine) und
Ellen Perez (Australien) durch. Mit Spielwitz, Biss und Nervenstärke
holten sich die beiden ihren ersten gemeinsamen Titel –
in einem Finale, das den krönenden Abschluss eines Turniers
bildete, das sich längst einen festen Platz im WTA-Kalender gesichert
hat.
Jessica Pegula
Und auch Iga Swiatek durfte sich über einen Premierenmoment
freuen: Erstmals hatte sie überhaupt ein Endspiel
auf Rasen erreicht – ein Meilenstein, der sie dem großen Ziel
Wimbledon einen Schritt näherbrachte. Das Publikum in Bad
Homburg hatte sie mit offenen Armen empfangen und lautstark
unterstützt – „Iga-Mania“ inklusive. Ihr Traum vom Titel
lebt weiter.
Was bleibt? Eine Siegerin, die mit Bad Homburg endgültig
auf Rasen angekommen ist. Ein Turnier, das seinem Boutique-
Charakter treu geblieben ist – und gleichzeitig Weltklasse geboten
hat. Und eine Woche, in der man das Gefühl hatte, dass
inmitten der Bäume und Blumen des Kurparks etwas ganz Großes
begonnen haben könnte. Für Jessica Pegula. Und vielleicht
auch für die Bad Homburg Open selbst.
Claudio Gärtner
Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Adobe Stock
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matchball | 03 – 2025
International
Ç
Bitpanda Hamburg Open 2025
Cobolli rockt den Rothenbaum –
Rublev fällt, Zverev kämpft mit Fieber
Flavio Cobolli krönt sich sensationell zum Sieger der Bitpanda Hamburg Open und feiert seinen ersten ATP-500-Titel –
mit Leidenschaft, Mut und spektakulärem Angriffstennis. Alexander Zverev hingegen muss bei seinem Heimturnier
krank und sichtlich geschwächt im Achtelfinale die Segel streichen. Zwischen italienischem Höhenflug und deutschem
Durchhaltewillen zeigte Hamburg einmal mehr, warum es zu den emotionalsten Stationen im Tenniszirkus zählt.
Der Rothenbaum während
des Spiels von Flavio Cobolli
gegen Andrey Rublev
Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Adobe Stock
Der Applaus donnerte, das Sandmehl tanzte
– und Flavio Cobolli lag plötzlich auf
dem Rücken. Um 16:10 Uhr war es offiziell:
Der 22-jährige Italiener hatte mit seinem
Triumph bei den Bitpanda Hamburg Open seinen
ersten ATP-500-Titel klargemacht – mit
einem famosen 6:2, 6:4 über keinen Geringeren
als Andrey Rublev. Ein Moment für die Tennisgeschichte
– oder zumindest für das bestickte
Handtuch über dem Siegerkopf.
Dass Cobolli Talent hat, wusste man – spätestens
seit Bukarest im Frühjahr. Dass er aber Rublev
in dessen Lieblingsdisziplin, dem aggressiven
Grundlinienspiel, regelrecht zerlegt? Das
kam dann doch einem Paukenschlag gleich.
Gleich im ersten Aufschlagspiel breakte der ungesetzte
Italiener den an drei gesetzten Russen
– und ließ sich von da an nicht mehr beirren.
Rublev tobte, warf früh den Schläger in
den Hamburger Sand – Cobolli klopfte sich auf
die Brust und spielte, als gäbe es keinen Morgen.
Selbstbewusstsein trifft Volleykunst
Der Youngster brillierte mit mutigem Serve-and-
Volley, knackigen Stopps und einer Körpersprache, die
irgendwo zwischen italienischer Oper und Fußball-WM-
Finale 2006 schwankte. Auch ein kurzes Wackeln beim
Stand von 4:2 im ersten Satz ließ ihn kalt: Auf das Re-
Break folgte ein sofortiger Konter – Cobolli zog sein Ding
durch, als hätte er schon 50 Finals gespielt.
Im zweiten Durchgang kämpfte sich Rublev zwar
zwischenzeitlich ins Match zurück, drückte phasenweise selbst
das Gaspedal – aber am Ende fehlte ihm die Präzision, während
Cobolli mit Energie, Spielwitz und Nervenstärke glänzte. Zwei
Breakbälle wehrte der Italiener beim finalen Aufschlagspiel ab,
dann saß der Matchball – und Hamburg erhob sich.
„Ich habe das beste Spiel meines Lebens gespielt“, stammelte
der neue Champion in Richtung Publikum. Und man glaubte
es ihm aufs Wort. 403.665 Euro Preisgeld gab's obendrauf –
und ein Pokal, der fast größer wirkte als sein Träger.
„
Ich habe das beste Spiel
meines Lebens gespielt.“
Flavio Cobolli nach seinem Finalsieg
Flavio Cobolli
Zverev – ein Held, der leidet
Während Cobolli sich in den Rothenbaum-Sand
einschreibt, musste Alexander Zverev früh die
Segel streichen – und tat das mit einer Geschichte,
die ihn fast sympathischer macht als ein
Turniersieg: 39,4 Grad Fieber, mehrfaches Übergeben
in der Nacht vor dem Achtelfinale – und
trotzdem 2:40 Stunden Kampf gegen den Franzosen
Alexandre Müller.
Zverev spielte nicht fehlerfrei, aber mit Herz.
Besonders im zweiten Satz blitzte sein Können
auf – mit eingesprungener Rückhand und krachendem
Aufschlag. Doch Müller, zäher Terrier
und Sandplatz-Spezialist, biss sich durch. Im
dritten Satz wankte der Franzose – Zverev führte
im Tie-Break – doch dann kam ein Passierschlag
auf die Linie und ein Vorhandfehler des Hamburgers.
Der Traum vom Heimsieg war geplatzt.
„Für die Umstände war das okay“, kommentierte
Zverev lakonisch – und das Publikum
ehrte ihn trotzdem mit Applaus. Wer mit Fieber
spielt, ist nicht rausgeflogen. Der ist rausgekämpft.
Bitpanda Open: Stimmung wie auf dem Volksfest
Abseits der ganz großen Namen feierte sich Hamburg
selbst: Turnierdirektor Enric Molina und DTB-Präsident
Dietloff von Arnim zogen am Finalwochenende ein
durchweg positives Fazit – Fans kamen mit einem Lächeln
und gingen mit einem breiteren, so die einhellige
Meinung. Aktionen wie der Kids Day begeisterten Familien,
das Doppel-Endspiel ging ebenfalls an Italien (Bolelli/Vavassori),
und selbst der ein oder andere kurzfristige Spieler-
Rückzug konnte die Stimmung nicht trüben.
„Hamburg ist die Heimat des deutschen Tennis“, sagte Molina.
Recht hat er. Und wer sich davon selbst überzeugen will,
kann schon mal planen: Der Vorverkauf für die Bitpanda Hamburg
Open 2026 (16. bis 23. Mai) läuft.
Und wer weiß – vielleicht sehen wir dann ein Wiedersehen
mit einem Italiener, der sich klopfend auf die Brust erneut in
den Rothenbaum-Sand wirft.
Claudio Gärtner
matchball | 03 – 2025
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TVBB-Intern
Glosse
Zwischen Netzroller und Nervenzusammenbruch –
ein ganz normales Tennis-Match
Es beginnt, wie so oft, mit einem harmlosen Einschlagen. Du bist motiviert, frisch geduscht, hast dir extra die „guten“
Socken angezogen – und trotzdem kommt alles ganz anders. Die Bälle fühlen sich an, als seien sie über Nacht auf Diät
gesetzt worden. Leicht, flatterhaft, unberechenbar. Du spielst einen lockeren Vorhand-Topspin, erwartest kontrollierte
Länge – bekommst aber ein Ergebnis zwischen Kurzpass und Streuobstwiesen-Aufschlag. Das Feld wirkt enger. Oder das
Universum feindseliger. Schwer zu sagen.
Dann passiert das, was nur anderen passiert: Schnürsenkel
gerissen. Natürlich nicht irgendwo, sondern
genau in dem Moment, in dem du elegant nach einem
Vorhandslice ansetzt, den du seit 2009 nicht mehr gespielt
hast. Du hast keinen Ersatz dabei – aber ein zweites Paar Turnschuhe
in der Tasche. Dort entnimmst du dem rechten Schuh
den Senkel und versuchst, diesen mit chirurgischem Feingefühl
durch die Ösen deines Tennisschuhs zu fädeln. Die Enden sind
ausgefranst wie deine Nerven, die Finger zittern, der Schweiß
läuft – der Gegner wartet. Still. Urteilsfrei. Aber innerlich natürlich
schon 1:0 vorne.
Kaum wieder aufrecht, reißt die Saite. Dein neuer Hybrid-
Belag aus Synthetik, Hoffnung und Nostalgie gibt auf. Und dein
Ersatzschläger? Der liegt daheim, zusammen mit deinem Ersatz-Senkel,
dem zweiten Griffband und deinem letzten Fünkchen
sportlicher Würde.
Du greifst zum veralteten Holzschläger-Verschnitt aus dem
Kindertennis, dessen Griff sich anfühlt wie ein alter Besenstil
– nur weniger komfortabel. Und dann: der Aufschlag. Beziehungsweise:
das, was früher mal einer war. Der erste landet
im Netz, der zweite auch – und der dritte … ach ja, gibt’s
ja gar nicht mehr. Neuer Versuch, neues Glück – oder eher:
neues Drama.
Dein Doppelpartner? Eine sportliche Erscheinung. Leider
mehr Statue als Mitspieler. Am Netz steht er mit Blick in die
Ferne, vielleicht überlegt er, was es heute Abend zu essen gibt.
Währenddessen kämpfst du an der Grundlinie allein gegen die
gegnerische Offensive, den eigenen inneren Schweinehund
und eine aufkeimende Sinnkrise.
Und dann kommt der Gegner – der eine Typ. Du kennst ihn.
Jeder kennt ihn. Er spielt dir vor jedem zweiten Aufschlag den
Ball zurück. Nicht zu dir, nicht sanft, sondern mit einem launigen
Slice exakt auf deine Fußspitzen. Natürlich nett gemeint,
sagt er.
Sein Spielstil? Nüchtern. Zielgerichtet. Spaßfrei. Der Mann
will nicht spielen, er will siegen. Unbedingt. Komme, was
wolle – Fairness, Menschlichkeit, Laktat. Lächeln? Fehlanzeige.
Smalltalk? Höchstens über die Größe des Sieges. Und wehe, du
rufst mal „Aus“, wenn er meint, der Ball
sei drin. Dann diskutiert er mit der Inbrunst
eines Rechtsreferendars im letzten
Staatsexamen – über zwei Zentimeter
Filz.
Apropos: Dein Mitspieler – der mit
dem Blick wie frisch aus dem Winterschlaf
– meldet sich nun doch zu Wort.
Nicht etwa mit einem „Klasse Ball!“, sondern
mit einem Einwand zum Spielstand.
„War das jetzt 15:40 oder 30:30?“
Du ahnst: Es ist egal. Weil er ohnehin
gleich den nächsten Return am Netz elegant
passieren lässt wie ein Kellner die
Rechnung.
Die Krönung folgt nach dem Match.
Du reichst dem Gegner die Hand – weil
du trotz allem noch irgendwo tief drin
ein Ehrenmann, eine Ehrenfrau, ein Ehren-Mensch
bist. Und er? Er zieht vorbei.
Kein Handschlag. Vielleicht hatte er’s
eilig. Vielleicht war dein Slice zu gemein.
Vielleicht mag er einfach keine Menschen
mit roten Socken.
Und während du das Band deiner
Tasche schulterst, leicht demoralisiert,
hörst du auf dem Nebenplatz ein Prusten,
ein Röcheln, ein Geräusch zwischen röhrendem Hirsch und
schnarchendem Staubsauger. Es ist nicht die Platzpflege. Es ist
ein Spieler. Er stöhnt beim Schlag wie ein sterbender Wasserbulle.
Jeder Ball wird von einer Geräuschkulisse begleitet, die
eher nach Kampfsport klingt als nach Tennis. Du fragst dich, ob
du dich geirrt hast – vielleicht ist das hier gar kein Tennisclub,
sondern ein Method-Acting-Kurs für tragische Opernfiguren.
Doch dann siehst du jemanden lachen. Einen echten, ehrlichen
Lacher. Und plötzlich merkst du: Tennis ist genau deshalb
so herrlich. Weil es voller Missgeschicke steckt, voller Charaktere,
voller Geschichten. Weil der Sport manchmal mehr Satire als
Wettkampf ist. Und weil du am Ende trotzdem wiederkommst.
Mit einem neuen Senkel, einem frisch bespannten Schläger –
und dem festen Vorsatz, beim nächsten Mal nicht derjenige zu
sein, der die Bälle ins Netz spielt und trotzdem diskutiert.
Versprochen. Bis zum ersten Aufschlag.
Claudio Gärtner
llustration erstellt mit Unterstützung von OpenAI/DALL·E
72
matchball | 03 – 2025
NO.1 BALL
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