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matchball 3-2025

In dieser matchball-Ausgabe steckt Tennis pur: Von Rasenduellen auf WTA-Level über packende Bundesliga- Berichte bis hin zur Regionalliga mit Berliner Biss. Dazu die TVBB- Verbandsmeisterschaften, ein starkes Portrait aus der Hauptstadt und natürlich: die neuen 33 Fragen an ... – wer da nicht blättert, verpasst das Beste!

In dieser matchball-Ausgabe steckt Tennis pur: Von Rasenduellen auf WTA-Level über packende Bundesliga- Berichte bis hin zur Regionalliga mit Berliner Biss. Dazu die TVBB- Verbandsmeisterschaften, ein starkes Portrait aus der Hauptstadt und natürlich: die neuen 33 Fragen an ... – wer da nicht blättert, verpasst das Beste!

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3/2025

Aufschlag Berlin –

die Highlights der

Sommersaison

In dieser matchball-Ausgabe steckt

Tennis pur: Von Rasenduellen auf

WTA-Level über packende Bundesliga-

Berichte bis hin zur Regionalliga

mit Berliner Biss. Dazu die TVBB-

Verbandsmeisterschaften, ein starkes

Portrait aus der Hauptstadt und

natürlich: die neuen 33 Fragen an ...

– wer da nicht blättert, verpasst

das Beste!

© Claudio Gärtner / ARNOLDsART


Wir stellen alles

in den Schatten.


Editorial

Ç

„Wir … für die Spiele“

Dr. Klaus-Peter Walter

Fotos: Claudio Gärtner - tennisphoto.de, immodium / Shutterstock.com

Das Berliner Olympiastadion

Liebe Tennisfreunde in Berlin und Brandenburg,

Berlin bewirbt sich um die Olympischen und Paralympischen

Spiele und ist wohl ein aussichtsreicher Kandidat

für den Deutschen Olympische Sportbund (DOSB).

Dieser hatte sich zusammen mit der damaligen Bundesregierung

im Anschluss an die Spiele in Paris im Jahr 2024

für eine Kandidatur ab den Jahren 2036 begeistert gezeigt

und verkündet auf seiner Homepage: „Nachhaltig geplante

und zukunftsorientiert gedachte Olympische und

Paralympische Spiele bieten die Chance, ganz Deutschland

zu bereichern. Olympia ist ein Zukunftsprojekt, das den Zusammenhalt

in unserer Gesellschaft stärken kann. Es sendet

ein klares Signal: Gemeinsame Investitionen in unsere

Zukunft und Optimismus lohnen sich. Der Sport kann

langfristig profitieren – in Breite und Spitze.“

Die Landesregierungen in Deutschland haben diese

Vorlage der damaligen Bundesregierung aufgegriffen und

Konzepte zur Bewerbung entwickelt. Spätestens im Herbst

nächsten Jahres 2026 will der DOSB über die erfolgversprechendste

Region entscheiden. Dazu gehören Hamburg,

München, Rhein Ruhr sowie Berlin in Kooperation

mit Brandenburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern,

Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Spielstätten

wurden für Berlin bereits identifiziert, so dass mit

überschaubaren Investitionen in neue Infrastrukturen der

Anspruch der Nachhaltigkeit erfüllt sein dürfte.

Für den Tennissport werden als Spielstätten für Berlin

die Clubs TC 1899 Blau-Weiss und der LTTC „Rot-Weiß”

angegeben. Die Anzahl an Plätzen dürfte dann in der

Größenordnung der Anlage von Roland-Garros liegen,

so dass auf 20 Tennisplätzen für ca. 200 Teilnehmer plangerecht

gespielt werden könnte. Allerdings hat Roland-

Garros zwei überdachte Turnierplätze, die auch zu Beginn

der Tennisspiele aufgrund des Regentages genutzt werden

mussten. Zwar sind die generellen Anforderungen des IOC,

des International Olympic Committee, nicht im Einzelnen

bekannt, doch dürfte eine Überdachung des Stadions für

7.000 Zuschauer bereits jetzt und für künftige Tennisveranstaltungen

in Berlin vorteilhaft sein. Auch die Frage des

Belags sollte zuvor geklärt werden, denn drei Rasenplätze

beim LTTC können die anstehenden über 200 Matches

nicht bewältigen. Auch die traditionellen roten Ascheplätze

stehen der Nachhaltigkeit des Wasserverbrauchs

wegen in der Kritik. Für unsere idyllische Metropolregion

Berlin mit vier Millionen Einwohnern stehen also – und

sei es nur temporär – Lösungen an, Spielstätten zu überdachen

und gleichwertige Beläge bereitzustellen. Diese

Frage steht damit nicht nur bei der Olympia-Bewerbung

an, denn alle Vereine tun sich gegenwärtig schwer beim

Überlegen, welcher Belag zu wählen ist, der zukunftsfest

sein könnte.

So zeichnen sich Fakten zur Nachhaltigkeit und möglichen

Investitionen für den Tennissport ab. Kann es mit

diesen Argumenten gelingen, skeptische Mitbürger für

Olympia zu begeistern? Rationale Gründe sind schön und

gut, doch wie kann Begeisterung eingeschätzt werden, die

letztlich nur intuitiv erfasst werden kann. Meiner Mutter

leuchteten noch nach 80 Jahren ihre Augen, wenn sie über

ihr Mitwirken bei den Olympischen Spielen 1936 schwärmte.

Sicherlich war es auch die Atmosphäre am Stadion, der

damaligen Sportinvestition, die heute bei Sportgroßveranstaltungen

noch glänzt. Sie berichtete aber fast ausschließlich

von Freundschaften, die sie dort geschlossen hatte,

von ihrem Mitwirken beim Ordnungsdienst, von Festlichkeiten

und spontanen Feiern mit anderen Gleichaltrigen.

Diese Begeisterung hielt ein Leben lang an. Für mich sind

das die Argumente bei „Wir … für die Spiele!“ mitzuwirken

und unserem Nachwuchs, der zum Teil noch gar nicht geboren

ist, die Chance zu geben, ein überwältigendes Erlebnis

zu bieten.

Nachdem selbst Alexander Zverev das Wir-Gefühl

in unserer Gesellschaft vermisst, böte sich mit der Bewerbung

die Chance, dieses zumindest für die Berliner

zu entwickeln. Der Olympiasieger von Tokio könnte dabei

durchaus eine motivierende Rolle übernehmen und den

Skeptikern unter uns Tennisspielern die Großartigkeit des

Mottos nahebringen: „Wir … für die Spiele!“ Was sollte uns

also hindern, frohgemut die Zukunft in den Blick zu nehmen

und die Zweifel hintenanzustellen, die Chancen liegen

vor uns. Warten wir also nicht ab, sondern packen wir

es an, unterstützen wir die Bewerbung für Berlin. Nebenbei

wünsche ich Ihnen für die Herbstsaison Fitness und Zuversicht.

Ihr Dr. Klaus-Peter Walter

Präsident des TVBB

matchball | 03 – 2025

1


Ç

Inhalt

Ç TOP-EREIGNISSE

Berlin Tennis Open by HYLO 2025 WTA 500

Wimbledon-Vibes in Berlin – Vondrousova siegt auf Rasen . . 4

Eva Lys im Portrait

Von der Außenseiterin zur Hoffnungsträgerin. . . . . . . 7

Berlin Tennis Open by HYLO 2025 – Kids Fan Fest

Tennis, Stars & Sonnenschein . . . . . . . . . . . . . 8

Berlin Tennis Junior Open presented by Fila und TVBB

Showtime für die Stars von morgen . . . . . . . . . . 9

Berliner Spitzen: Jonas Pelle Hartenstein

„Sag einfach Jonas.“ . . . . . . . . . . . . . . . . 11

Ç

TENNIS NATIONAL

1. Bundesliga der Damen 2025 – LTTC „Rot-Weiß”

„Rot-Weiß“ kommt mit einem blauen Auge davon . . . . . 16

Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen 2025 – TC SCC Berlin

Zurück im Oberhaus: SCC belohnt sich für starke Saison . . . 18

2. Bundesliga Nord der Damen 2025 – TC 1899 Blau-Weiss

Starkes Comeback: Blau-Weiss beendet Saison auf Rang drei 20

2. Bundesliga Nord der Damen 2025 – Potsdamer TC „Rot-Weiß”

Potsdam bleibt oben – mit Mut, Teamgeist und vier Siegen . 22

Rückblick Regionalliga Nordost 2025

TVBB-Teams sechsmal erfolgreich, Zahl der Absteiger

leicht gestiegen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Deutsche Jugendmeisterschaften presented by Generali/DVAG

Analyse statt Applaus – Berlin schaut nach vorn . . . . . . 26

Ç

TVBB SPORT

TVBB-Verbandsmeisterschaften

Zweifach Stabel, einmal Sanchez Martinez . . . . . . . . 28

Goldene Momente an der Hundekehle:

TVBB ehrt seine Mannschaftsmeister bei den Berlin

Tennis Open . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

23. Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier

Tradition, Tennis und Temperament: Eine Klasse für sich. . . 32

Südturnier Senioren S2

Britz zwischen Sandplatzromantik und Sägezahndramatik . . 36

8. Neuenhagen Senior Open 2025

S3 ist mehr als ein Kürzel – es ist ein Qualitätsversprechen . . 38

20. Neuenhagen Open 2025

Ein Turnier wie ein Wiedersehen. . . . . . . . . . . . 40

2. ROHA Open 2025 S4

Leere Startplätze, volle Motivation – warum

Durchziehen auch ein Statement ist . . . . . . . . . . 42

Grunewald Open Aktive 2025

Schön siegt, Maskow wiederholt – Grunewald Open

mit Starqualität . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

bett1 Kids-Cup 2025

Kleine Helden ganz in Weiß . . . . . . . . . . . . . 46

38. Nordpokal 2025

Ein Wochenende zwischen Wolken und Wunderschlägen . . 48

TVBB-Midcourt-Verbandsmeisterschaften U9

Mehr als ein erstes Turnier – der Nachwuchs zeigt, was

in ihm steckt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

Foto: Jan Patrick Wagner, Adobe Stock

2

matchball | 03 – 2025


Inhalt

Ç

39. Jüngstenturnier des TVBB U9/U10

Kleine Helden auf blauem Sand – große Augen, erste

große Punkte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51

Nachrichten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52

Zwischen Aufschlag und Alltag

33 Fragen an Julia Hofmann . . . . . . . . . . . . . 54

TVBB On Tour:

Wo Berlin aufschlägt, wird es spannend . . . . . . . . . 56

Ç

TVBB INTERN

TVBB Fortbildung für C- und B-Trainer

Hybrides Lernen mit Tiefgang: Fortbildung für C- und

B-Trainer überzeugt . . . . . . . . . . . . . . . . 60

Fair bleiben!

Die Fairplay-Gebote des TVBB im Überblick . . . . . . . 61

„Vamos, Berlin!“

Der TVBB bringt Padel in die Liga . . . . . . . . . . . 62

Nachruf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 63

Ç

TENNIS INTERNATIONAL

Roland-Garros 2025

Zwei Tage. Zwei Comebacks. Zwei Helden. . . . . . . . . 64

Roland-Garros Juniors 2025

Zwei Asse, ein Titel – McDonald schlägt Schönhaus . . . . 66

Merci, Rafa!

Der letzte Tanz des Sandplatzkönigs . . . . . . . . . . 67

Wimbledon 2025

Zwischen Glanz, Gänsehaut und einem goldenen Nullergebnis68

Bad Homburg Open powered by Solarwatt

Eleganz trifft Energie – Pegulas großer Auftritt . . . . . . 70

Bitpanda Hamburg Open 2025

Cobolli rockt den Rothenbaum – Rublev fällt, Zverev

kämpft mit Fieber . . . . . . . . . . . . . . . . . 71

Glosse

Zwischen Netzroller und Nervenzusammenbruch – ein

ganz normales Tennis-Match . . . . . . . . . . . . . 72

Fotos: Adobe Stock, Jürgen Hasenkopf

Herausgeber:

Tennis-Verband Berlin-

Brandenburg e. V.

Hüttenweg 45, 14 195 Berlin

Telefon 030 – 89 72 87 30

Telefax 030 – 89 72 87 01

E-Mail: info@tvbb.de

Präsident: Dr. Klaus-Peter Walter

Verantwortlich TVBB: Linda Fritschken

Redaktion:

Claudio Gärtner (Ltg.), Linda

Fritschken, Katrin Brewka

redaktion@matchball-tvbb.de

Beiträge, Wortmeldungen,

Anregungen, Fotos oder

Terminmitteilungen können über

die nachfolgende Webseite an die

Redaktion gesendet werden:

www.matchball-tvbb.de

Produktion, Layout und Satz:

maasgestaltet, Berlin

Anzeigen:

TVBB, Telefon: 030–89 728 730

Vertrieb

TVBB, Telefon: 030–89 728 730

Druck:

Pinguin Druck GmbH

Marienburger Straße 16

10405 Berlin

Tel.: 030 44 32 96 – 50

www.pinguindruck.de

Beiträge:

Claudio Gärtner, Dr. Klaus-Peter

Walter, Katrin Brewka, Klaus Weise,

Michael Matthess, Peter Obst,

Sandra Karner, Sebastian Herzberg

Fotos:

Claudio Gärtner-tennisphoto.de,

DTB, Harry Reis; Jan Patrick

Wagner, Jürgen Hasenkopf,

Mathias Schulz-tennisphoto.de,

Nicola Sophia Trenner, Adobe

Stock, immodium / Shutterstock.

com, Harald Almonat, Laura Fuchs,

Markus Arnold, Sandra Karner

matchball 4 – 2025

Redaktionsschluss: 13.10.2025

Anzeigenschluss: 13.10.2025

Auslieferung: November (KW 45)

ISSN 2944 – 4217 (Print)

ISSN 2944 – 4225 (Online)

„matchball “, das Tennismagazin des TVBB, erscheint viermal

jährlich in den Monaten Februar, Mai, August und November.

Das Abonnement kostet 15,– € pro Jahr (einschl. MwSt. und

Versand). Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden, des durchführenden

Vertriebs oder infolge höherer Gewalt bzw. Störung

des Arbeitsfriedens bestehen keine Ansprüche gegen

den durchführenden Vetrieb. Für unverlangt eingesandte

Fotos und Manuskripte wird keine Haftung übernommen.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung

des Herausgebers und Quellenangabe.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben die Meinung

des Autors wieder – diese muss nicht mit der des Herausgebers

und der Redaktion übereinstimmen.

Die Schreibweise in matchball in Deutsch verfasster Texte hält

sich an die aktuellen Empfehlungen des Rats der deutschen

Rechtschreibung. Abweichende Schreibweisen werden nach

Möglichkeit vermieden.

matchball | 03 – 2025

3


Ç

Top

Marketa Vondrousova

Berlin Tennis Open by HYLO 2025 WTA 500 – 14. bis 22. Juni 2025

Wimbledon-Vibes in Berlin – Vondrousova siegt auf Rasen

Mit einer absoluten Topbesetzung glänzten in diesem Jahr die mit 1,1 Millionen $ dotierten Berlin

Tennis Open by Hylo auf der Anlage des LTTC „Rot-Weiß“. Von den ersten zehn der Weltrangliste

waren acht am Start, was einem Grand Slam-Turnier in nichts nachstand. Lediglich Iga Swiatek aus

Polen war erneut nicht dabei und unmittelbar vor Spielbeginn musste noch die Chinesin Qinwen

Zheng, Nummer fünf der Setzliste und im letzten Jahr Goldmedaillengewinnerin beim Olympischen

Turnier in Paris, wegen einer Rückenverletzung passen. Doch trotz erstklassigem Teilnehmerfeld

konnte keine der Favoritinnen das Turnier gewinnen. Am Ende setzte sich die Tschechin Marketa

Vondrousova gegen die Qualifikantin Xinyu Wang aus China in drei umkämpften Sätzen durch.

Bereits zum Auftakt des Turniers mussten einige gesetzte

Spielerinnen die Segel streichen. Prominentestes

Opfer war die an Position zwei eingestufte US-Amerikanerin

Coco Gauff. Mit lediglich ein paar Stunden Vorbereitung

auf Rasen scheiterte sie an der späteren Finalistin Xinyu Wang

deutlich mit 3:6, 3:6. Auch die Titelverteidigerin Jessica Pegula

(USA), an drei gesetzt, kam über das erste Spiel nicht hinaus.

Und auch für die Top-10-Spielerinnen Jasmine Paolini (Italien),

Mirra Andreeva (Russland) sowie die US-Amerikanerin

Madison Keys war bereits zu Beginn des Turniers der Traum

vom Turniersieg ausgeträumt.

In der oberen Tableauhälfte erreichte die Nummer eins der

Setzliste und Weltranglistenerste Aryna Sabalenka aus Belarus

zunächst das Viertelfinale. Im Duell mit Elena Rybakina aus Kasachstan

stand Sabalenka dann schon vor dem Aus. Im dramatischen

Schlusssatz vergab die Kasachin beim Stand von 6:2 im

Tiebreak vier Matchbälle. Am Ende der

mehr als zweieinhalb Stunden dauernden

Begegnung hatte Sabalenka mit 7:6,

3:6, 7:6 doch noch das bessere Ende für

sich. „Ich kann mich nicht erinnern, wann

ich das letzte Mal ein eigentlich schon

verlorenes Spiel noch drehen konnte. Es war das erwartet harte

Match zwischen uns beiden“, sagte sie nach dem nervenaufreibenden

Spiel und dem siebten Erfolg im elften Duell mit Rybakina.

Im Halbfinale gegen Marketa Vondrousova, die 2023 im

Wimbledon ihren ersten Grand-Slam-Titel holte, war dann allerdings

das Turnier für die Topfavoritin beendet. Vondrousova

bewies, dass sie wieder in guter Form auf der Tour zurück ist.

Die Tschechin musste sich im letzten Jahr einer Operation an

der linken Schulter unterziehen und fiel monatelang aus. Kurz

vor dem Turnier stand sie nur auf Rang 164 der Weltrangliste.

Marketa Vondrousova

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

4

matchball | 03 – 2025


Top Ç

5

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

Sonja Zhenikhova

Coco Gauff

In der unteren Hälfte sorgte Xinyu Wang für Furore. Die Chinesin

hatte bereits in der ersten Qualifikationsrunde große

Mühe, lag mit 3:6, 1:3 hinten und dachte schon ans Aufgeben.

Doch ihre Box ermunterte sie weiterzuspielen, sodass doch

noch ein Dreisatz-Sieg heraussprang. Ab diesem Zeitpunkt trug

sie die Welle von der Qualifikation bis ins Finale. Nach dem Erfolg

über Coco Gauff profitierte die 23-Jährige von der Aufgabe

von Paula Badosa. Die Spanierin musste beim Stand von

1:6 wegen einer Hüftverletzung aufgeben, was sie am Ende der

Partie aus Frust mit dem Zertrümmern ihres Schlägers quittierte

und unter Tränen den Center Court verließ. In der Vorschlussrunde

wartete die Russin Liudmila Samsonova auf die

Chinesin. Doch Xinyu Wang ließ sich auch von ihr nicht von

der Siegerstraße abbringen und zog mit einem ungefährdeten

6:4, 6:1 zur eigenen und allgemeinen Überraschung ins Endspiel

ein. „Damit geht ein Traum für mich in Erfüllung“, freute

sich die Außenseiterin unmittelbar nach Spielende und fügte

hinzu: „Das muss an Berlin liegen“. Denn im letzten Jahr konnte

sie ebenfalls als Ungesetzte auf der „Rot-Weiß“-Anlage schon

den Turniersieg im Doppel zusammen mit ihrer Partnerin und

Landsfrau Saisai Zheng feiern.

Doch als Nummer 49 der Einzelweltrangliste im Einzelfinale

zu stehen ist schon noch eine andere Hausnummer. Wer

geglaubt hatte, dass die Chinesin angesichts der großen Aufgabe

und der mittlerweile sechs gespielten Einzel in den Knochen

womöglich einbrechen würde, sah sich getäuscht. Es entwickelte

sich bei brütender Hitze ein jederzeit ausgeglichenes

Match. Dank eines Breaks zum 4:3 ging Wang mit 5:3 in Führung,

doch Vondrousova glich ihrerseits mit einem Break zum

5:5 aus. Im Tie-Break vergab

Wang bei einer 6:2-Führung

vier Satzbälle und konnte

wenig später noch zwei

weitere Satzbälle nicht nutzen.

Somit ging Durchgang

eins mit 12:10 an die

Tschechin.

Doch Wang ließ sich

dadurch nicht aus der

Bahn werfen und sicherte

sich Durchgang zwei

mit 6:4. Zu Beginn des

Entscheidungssatzes gab sie allerdings

gleich ihr erstes Aufschlagspiel

zu null ab. Und beim Stand von 3:1 gelang

Vondrousova gegen ihre langsam

doch etwas müde wirkende Gegnerin

der zweite Aufschlagdurchbruch zur vorentscheidenden

4:1-Führung. Dank ihres

guten Aufschlags verwandelte die Tschechin

nach zwei Stunden und 16 Minuten

ihren ersten Matchball zum 7:6, 4:6,

6:2-Endstand.

Der Erfolg in Berlin, der nach dem

Wimbledonsieg 2023 der bisher größte

Triumph in ihrer Karriere ist, bescherte

ihr ein Preisgeld von 142.610 € und 500

Punkte für die Weltrangliste. „Es war ein

großes Match zwischen uns. Wir haben

beide um jeden Punkt gekämpft. Ich

habe mich sehr wohl auf Rasen gefühlt

und bin dankbar, dass es nach meiner

verletzungsbedingten längeren Wettkampfpause

hier so gut geklappt hat“,

freute sich die 25-jährige Turniersiegerin

und verbessert sich damit auf Platz 73 in

der Weltrangliste.

Ein weitere Überraschung gab es

in der Doppelkonkurrenz. Als Topfavoritinnen

gingen die beiden Italienerinnen Sara Errani und

Jasmine Paolini ins Rennen. Sie kamen mit der Empfehlung,

kurz zuvor den Titel bei den French Open in Roland Garros geholt

zu haben. Sie schafften es dann auch bis ins Finale. Doch

die erstmals zusammen spielende Kombination Tereza Mihalikova

aus der Slowakei und ihre britische Partnerin Olivia Nicholls

machten einen Strich durch

die Rechnung. Im Endspiel setzten

sich die beiden Italienerinnen zunächst

programmgemäß mit 6:4

durch. Doch Mihalikova/Nicholls wurden

immer aggressiver, senkten die

Fehlerquote und suchten frühzeitig

den Weg ans Netz. Am Ende siegten

sie verdient mit 4:6, 6:2, 10:6.

Den Schlusspunkt setzte Tereza Mihalikova

mit einem Ass. Die 27-Jährige

freute sich über das Preisgeld

von zusammen 47.220 € und meinte:

„Jetzt habe ich etwas Geld für unsere

Hochzeit“ und winkte ihrem Partner

in der Betreuerloge zu. Und Olivia

Nicholls lobte auch ihre Gegnerinnen,

gratulierte ihnen nochmal zum

Titelgewinn in Paris und sagte: „Zum

Der tradionelle Sieger-Sprung in

den Hundekehlesee: Olivia Nicholls

und Tereza Mihalikova

Glück haben wir heute gegen euch auf Rasen und nicht auf

Sand gespielt“.

Deutsche Bilanz erneut durchwachsen,

Sonja Zhenikhova hält gut mit

Aufgrund des starken Teilnehmerfeldes kam keine deutsche

Spielerin wegen der zu niedrigen Weltranglistenposition automatisch

in die Qualifikation oder das Hauptfeld. So mussten

Ella Seidel, Anna-Lena Friedsam und Lokalmatadorin und

frischgebackene Juniorinnen-Doppelsiegerin bei den French

Open, Sonja Zhenikhova, eine Wildcard in Anspruch nehmen,

um an den Qualifikationsspielen teilnehmen zu können.

Während Friedsam in Runde eins ohne Chance blieb,

zeigte die für Blau-Gold Steglitz spielende 17-jährige Zhenikhova

bei ihrem WTA-Debüt gegen Caroline Dolehide (USA)

eine couragierte Leistung. Die Berlinerin ging gegen ihre zu

Beginn sehr fehlerhaft agierende Kontrahentin dank schneller

matchball | 03 – 2025


Ç

6

Top

Aryna Sabalenka

matchball | 03 – 2025

Berlin Tennis Open –

das ist nicht nur ein Turnier,

das ist ein Statement.“

Grundlinienschläge rasch in Führung und konnte den Satz im

Tie-Break gewinnen. Die 26-jährige US-Amerikanerin, immerhin

auf Rang 67 der WTA-Weltrangliste zu finden, konnte dank

ihrer Routine das Match noch mit 6:7, 6:2, 6:3 drehen. Doch für

Zhenikhova war diese Partie eine willkommene Gelegenheit,

sich mit einer in der Weltrangliste so hoch eingestuften Spielerin

zu messen und mit der Erkenntnis den Platz zu verlassen,

dass sie gut mithalten konnte. Für eine Überraschung sorgte

Ella Seidel mit ihrem 4:6, 6:4, 7:6-Sieg über die in der Qualifikation

topgesetzte Weltranglisten-28. Anna Kalinskaya aus

Russland. In Runde zwei war dann beim 5:7, 1:6 gegen Rebeka

Masarova aus der Schweiz Endstation. Im Hauptfeld vertrat

ebenfalls dank einer Wildcard Eva Lys die deutschen Farben.

Hier erwies sich die Weltranglistennummer 9, Paula Badosa

(Spanien), beim 1:6, 3:6 als zu hohe Hürde. Und auch in der

Doppelkonkurrenz schied Lys zum Auftakt zusammen mit ihrer

Partnerin Marta Kostyuk (Ukraine) allerdings gegen die an eins

gesetzten Sara Errani/Jasmine Paolini in zwei Sätzen aus.

Einige Neuerungen, Verbesserungen für

2026 und ein zufriedener Veranstalter

Während der Turnierwoche hatte sich der neue Veranstalter

Perfect Match GmbH einige Änderungen einfallen lassen. So

wurde der VIP-Bereich, der bereits am Eingang Gottfried-von-

Cramm-Weg begann und sich bis zum Hundekehlesee erstreckte,

deutlich ausgebaut. Der öffentliche Sektor erfuhr

ebenfalls eine Erweiterung und wurde zusammen mit einigen

Essensständen und diversen Verkaufszelten neben dem Center

Court auf die verschiedenen angrenzenden Sandplätze verteilt.

In diesem Bereich gab es während der Turnierwoche um

die Nachmittagszeit die Gelegenheit, einigen namhaften Spielerinnen,

die das Areal aufsuchten, Fragen zu stellen und Autogramme

zu bekommen. Besonders bei Coco Gauff bildete sich

eine lange Schlange von Besuchern, die ein Autogramm der

Weltranglistenzweiten ergattern wollten.

Aber auch Turnierdirektor Markus Zoecke und Andrea Petkovic

als „Director of Excitement” stellten sich den Fragen der

Zuschauer. Außerdem konnte man im Vorfeld Ground Tickets

erwerben, die den kostenlosen Zutritt zur Anlage mit Besuch

der Plätze 1 und 2 beinhaltete. So war die Anlage bereits in den

Qualifikationstagen gut besucht. Und im Public Bereich konnten

sich Jung und Alt auf Mini-Courts, beim Pickleball, wo

sich vier Akteure mit kleineren Schlägern auf einem Kleinfeld

gegenüberstehen, sowie an einer Aufschlagwand betätigen.

Beibehalten wurde der Kids Day am Qualifikationssonntag.

Die Pressekonferenz mit Fragen von

Kindern fand diesmal mit der Australierin

Daria Kasatkina statt. Sehr zufrieden

zeigte sich der Veranstalter in Bezug

auf die Zuschauerzahlen. An vier Tagen

war die Anlage ausverkauft und rund

35.000 Tennisinteressierte durften in

der Turnierwoche begrüßt werden. „Für

das erste Jahr haben wir einen Riesenschritt

gemacht. Ich habe nicht erwartet,

dass der Zuschauerstrom schon so groß

sein würde“, sagte Markus Günthardt,

Gründer von Perfect Match. Und Andrea

Petkovic, die hautnah an den Spielerinnen

dran war und ihnen die bestmögliche

Betreuung zukommen ließ,

freute sich besonders über den Verbleib

von Coco Gauff trotz ihres frühzeitigen

Ausscheidens. „Nachdem Coco ihr Erstrundenmatch

verloren hatte, blieb sie

noch bis zum Samstag in Berlin um sich

auf Rasen für Wimbledon vorzubereiten.

Normalerweise verlässt eine Spielerin

nach ihrem Turnieraus den Spielort.

Doch sie fühlte sich hier sehr wohl und nutzte dies zu weiteren

Trainingseinheiten. Das war zweifellos ein großes Kompliment

für das Turnier“, sagte Petkovic.

Aber auch für Verbesserungen im kommenden Jahr wollen

die Verantwortlichen sorgen. So gab es für den öffentlichen

Bereich nur einen Zugang zur Anlage in der sehr engen Auerbachstraße.

Hier kam es besonders am Halbfinaltag zu langen

Schlangen und entsprechenden Wartezeiten am Eingang. Hier

wurde am Folgetag mit einem weiteren Zugang kurzfristig für

Abhilfe gesorgt. „Das erste Mal ist immer ein Lernprozess. Wir

haben schnellstmöglich reagiert und wollen im kommenden

Jahr eine bessere Lösung finden“, bemerkte Markus Günthardt.

Und auch das zeitweise Gedränge im öffentlichen Bereich an

den Ständen wird eine Änderung erfahren. Es wird sogar über

eine Erweiterung der Platzkapazität auf dem Center Court

nachgedacht. „2002 wurden die Tribünen zum letzten Mal

rausgefahren. Wir müssen nun die Mechanik überprüfen, ob

eine Erweiterung um rund 3000 Plätze möglich ist“, so Zoecke.

In jedem Fall ist das Turnier bis mindestens 2029 vertraglich

gesichert. „Im dritten Jahr hoffen wir nach den Anfangsinvestitionen

schwarze Zahlen schreiben zu können. Wichtig

wird es natürlich sein einen Hauptsponsor zu finden. Wenn

alles gut läuft, sollte das Turnier auch noch zehn Jahre oder länger

in Berlin bleiben“, macht Markus Günthardt Hoffnung auf

einen langfristigen Verbleib der Veranstaltung in der Hauptstadt.

Dank der hervorragenden Besetzung, des guten Wetters

und der großen Zuschauerresonanz waren die diesjährigen

Berlin Tennis Open ein voller Erfolg und werden im kommenden

Jahr vom 13. bis 21. Juni zweifellos erneut viele Tennisfreunde

auf die Anlage des LTTC „Rot-Weiß“ locken.

Michael Matthess

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de


Top Ç

7

Eva Lys im Portrait

Von der Außenseiterin zur

Hoffnungsträgerin

Sie war kurz vor den Berlin Tennis Open mit Rang 62 die am höchsten

platzierte deutsche Spielerin in der WTA-Weltrangliste. Die Rede ist von

Eva Lys, deren größter Erfolg bisher das Erreichen des Achtelfinals bei

den diesjährigen Australian Open als Lucky Loser ist und ihr schon

den Spitznamen „Lucky“ Lys einbrachte. Außerdem wurde sie 2021

Deutsche Hallenmeisterin und ist mittlerweile Mitglied der deutschen

Billie-Jean-King-Cup-Mannschaft.

Foto: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

Die gebürtige Kiewerin lebt in Hamburg und gilt gegenwärtig als

größte deutsche Hoffnung auf der Damentour. Bereits mit fünf

Jahren kam sie erstmals mit dem kleinen Filzball in Berührung.

„Mein Vater, der auch für die Ukraine im Davis Cup-Team mitspielte und

meine ältere Schwester, die zu diesem Zeitpunkt bereits intensiv den

Schläger schwang und unbedingt eine Profikarriere einschlagen wollte,

haben mich zum Tennis gebracht“, sagt sie. Zwar beobachtete die

23-Jährige in der Vergangenheit viele Weltklassespielerinnen und -spieler,

doch als Vorbild gilt für sie nur eine: „Meine ältere Schwester hat

mich am meisten inspiriert. Sie hat mittlerweile ihre Tenniskarriere beendet

und ein Studium aufgenommen“, erklärt Lys.

In Berlin musste sie zwar gegen die Top 10-Spielerin Paula Badosa in

Runde eins eine klare Niederlage einstecken, doch dadurch lässt sie sich

nicht entmutigen. „Ich habe sicherlich nicht mein bestes Tennis gespielt

und konnte mich auf Rasen noch nicht so lange eingewöhnen. Hier fehlt

mir einfach die Erfahrung. Das Ergebnis ist nicht frustrierend, eher enttäuschend,

aber es war natürlich auch eine sehr starke Gegnerin. Beim

nächsten Mal wird es besser laufen“, meint sie selbstbewusst und ergänzt:

„Ich will mich mit den Weltbesten messen, dann weiß ich wo ich

stehe“. Für diese Saison hat sie einen Platz unter den Top 50 oder sogar

Top 40 im Visier und hofft, dass sie gesund und verletzungsfrei bleibt.

Vor einigen Jahren machte sie ihre rheumatische Autoimmunerkrankung

öffentlich, die sie gelegentlich zu kurzfristigen Turnierabsagen

zwang. „Diese Entzündungserscheinungen kommen in der Regel schlagartig.

Doch seit einiger Zeit habe ich das Problem gut unter Kontrolle.

Ich brauche nur manchmal mehr Pausen zur Regeneration“, sagt Lys. Aus

diesem Grund ist sie auch nur selten in der Doppelkonkurrenz aktiv. „Einzel

zu spielen reicht mir. Für meinen Körper wäre die Teilnahme im Doppel

eine zu große zusätzliche Belastung“, begründet sie ihre seltenen

Doppelauftritte.

In Sachen Lieblingsbelag fühlt sie sich am wohlsten auf Hartplätzen.

„Aber auch auf Rasen hat es mir hier viel Spaß gemacht. Man muss

sich auf diesem Untergrund allerdings anders bewegen und bekommt

schnell einen Muskelkater“. Ihr Wunschziel ist natürlich ein Grand Slam-

Titel. „Welcher es mal sein soll, ist mir egal, ich habe da keine Präferenzen.

Hauptsache der Wunsch geht in Erfüllung“, hofft Lys.

Zu ihren Stärken und Schwächen gibt sie nicht so gerne Auskunft.

„Ich möchte der Konkurrenz in spielerischen Dingen nichts verraten.

Ein Nachteil aber ist sicher meine große Ungeduld. Dafür sehe ich mein

schnelles Timing als Vorteil“. Dass sie dank ihrer Erfolge mittlerweile

mehr im Rampenlicht steht, hat allerdings auch seine Schattenseiten. In

den sozialen Medien möchte sie gerne ihre Erfahrungen und Fortschritte

mit anderen teilen.

Doch neben viel Zuspruch gibt es auch anonyme Nutzer, die sie mit

Hasskommentaren und anderen unschönen Mitteilungen überziehen.

„Es ist teilweise schon sehr beleidigend, was man in den sozialen Medien

zu lesen bekommt. Manchmal bekomme ich Morddrohungen oder

werde sexistisch beschimpft. Es gibt sogar Nachrichten, bei denen Nutzer

bei Turnierspielen auf mich gewettet haben und nach einer Niederlage

das verlorene Geld von mir zurückverlangen“, berichtet Lys und

ergänzt: „Die Anonymität gibt manchen die Gelegenheit, sich ohne

ernsthafte Strafverfolgung im Ton zu vergreifen. Hier sollten wir mit dem

Deutschen Tennis Bund und auch der WTA Lösungen finden, um das abzustellen

oder gegebenenfalls Klagen einzureichen.“

Doch diese Ereignisse werfen Eva Lys nicht aus der Bahn. Sie will weiter

zielstrebig an ihrer Karriere weiterarbeiten und die Leiter auf der

Weltrangliste nach oben klettern. Ihre Devise ist: „Ich will Schritt für

Schritt vorangehen.“

Durch ihre gute Platzierung hat sie sich zumindest schon mal bei

den Grand Slam-Turnieren das Privileg erarbeitet, keine Qualifikation

mehr spielen zu müssen. Wohin die Reise geht, werden die nächsten anstehenden

Turniere zeigen.

Michael Matthess

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PS: Die richtige Antwort auf die Quizfrage lautet: Ein Tennisball

darf laut Regelwerk zwischen 56,7 und 58,5 Gramm wiegen.

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Berlin Tennis Open by HYLO 2025 – Kids Fan Fest

Tennis, Stars & Sonnenschein

Am 14. und 15. Juni fand das Kids Fan Fest bereits zum vierten Mal im Rahmen der Berlin Tennis Open statt. Und erneut wurde

deutlich: Dieses Fest ist mehr als ein Beiwerk zum Profiturnier – es ist ein echtes Highlight für den Tennisnachwuchs.

Knapp 1.000 Kinder aus über 45 Berliner

und Brandenburger Tennisvereinen

waren angemeldet.

Trotz einiger organisatorischer

Änderungen durch

den neuen Veranstalter –

etwa einem anderen

Eingang und der Bitte,

eigene Schläger mitzubringen

– verlief alles

reibungslos.

Ein Höhepunkt

gleich zu Beginn: das

gemeinsame Warm-up

mit Dan Bloxham, dem

Head Coach des All England

Lawn Tennis and Croquet

Club (Wimbledon). „Das

Kids Fan Fest, wie es hier stattfindet,

ist einzigartig. Da kann sich

jedes Turnier etwas abschauen!“,

lobte er das Berliner Format. Seine Energie

und sein Humor sorgten für große Begeisterung.

Für viele Kinder war das Training mit zwei Weltstars

das absolute Highlight: Mirra Andreeva, 18 Jahre jung

und Nummer 6 der Welt, sowie Marketa Vondrousova,

Wimbledon-Siegerin und spätere Gewinnerin

der Berlin Tennis Open 2025. Ihr gemeinsames

Motto: Spaß haben und das Spiel genießen – wie

Mirra es den Kindern mit auf den Weg gab.

Bei der Kids-Pressekonferenz stellten sich Paula

Badosa und Daria Kasatkina den neugierigen Fragen.

Besonders direkt: „Welchen Job hättest du

gewählt, wenn du nicht Tennisprofi wärst?“ – ein

Moment zum Schmunzeln, welchen beide mit viel

Charme parierten.

Wissen war auch gefragt: Bei der beliebten Quiz

Rallye, gesponsert von Fila, testeten die Kinder ihr

Tennis-Know-how. Eine der Fragen lautete: Wie schwer ist ein

Tennisball? Wer alles richtig hatte, durfte sich über tolle Preise freuen.

Für alle Neugierigen: Die Auflösung zur Frage befindet sich am

Ende des Beitrags.

Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite: Statt Regen wie

2024, gab es diesmal zwei Tage voller Sonne. Wasserstationen, frisches

Obst und 1.000 Eis von Paletas sorgten für die nötige Erfrischung.

Während die Kinder spielten, lernten und entdeckten, liefen

auf dem Center Court und den Match Courts die Qualifikationsspiele

– u. a. mit Ons Jabeur, Maria Sakkari und weiteren Weltklassespielerinnen.

Sandra Karner

Fotos: Sandra Karner

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Berlin Tennis Junior Open presented by Fila und TVBB

Showtime für die Stars

von morgen

Daria Remetean

(TC 1899 Blau-Weiss)

Manchmal sind es nicht die großen Namen, die das Herz eines

Turniers ausmachen, sondern die kleinen Geschichten, die

am Rand geschrieben werden. Geschichten von mutigen

Aufschlägen, zittrigen Händen und breitem Grinsen nach

gelungenen Punkten. Bei den Berlin Tennis Junior Open

2025 war das große Tennisgefühl plötzlich ganz nah –

nur ein paar Meter vom Steffi-Graf-Stadion entfernt.

Zwischen Vorbild und Vorhand lag oft nur ein Zaun,

und wer genau hinschaute, konnte erahnen,

wie Träume leise Form annahmen. Auf dem

Rasen von Court 2 war die Zukunft des Tennis

zu Hause – und sie sieht verdammt gut aus.

Marlene Melchior

(BTTC Grün-Weiss)

Während auf dem Centre Court Stars wie Aryna Sabalenka,

Coco Gauff oder Marketa Vondrousova

die große Tennisbühne rockten, wurde auf dem benachbarten

Court 2 eine ganz eigene Geschichte geschrieben –

nicht weniger spannend, nicht weniger besonders. Denn bei

den Berlin Tennis Junior Open presented by FILA x TVBB ging es

für den Berliner Nachwuchs nicht um Punkte für die Weltrangliste,

sondern um große Momente auf noch größerem Rasen.

Wer da von einem reinen Showturnier sprach, hat die Intensität

auf dem Platz und das Leuchten in den Augen der Kids nicht

gesehen.

Dass das Teilnehmerfeld hochkarätig war, zeigte sich bereits

vor dem ersten Aufschlag. Mit Sonja Zhenikhova vom TK

Blau-Gold Steglitz schlug keine Geringere auf als die frischgebackene

Juniorinnen-Doppel-Siegerin der French Open. Und

auch Daria Strogalshchikova vom TC SCC war mit Titeln im Gepäck

angereist: deutsche U12-Meisterin, Gewinnerin eines

Tennis-Europe-Turniers in Dänemark – und dabei gerade einmal

13 Jahre alt. Genau diese beiden standen sich dann im

Halbfinale gegenüber. Die Sätze begannen bei diesem Format

zwar beim Stand von 2:2, aber der Ehrgeiz war von Anfang an

voll da. Strogalshchikova, mit einem verschmitzten Lächeln im

Gesicht, nahm das Altersgefälle sportlich: „Wenigstens kann ich

nicht zu null verlieren“, witzelte sie vor Matchbeginn. Am Ende

holte sie sich sogar ein Spiel gegen die höher eingeschätzte

Zhenikhova, die sich dennoch souverän fürs Finale qualifizierte.

Der Rasen war nicht nur grün, sondern auch ganz schön glatt –

und beide verstanden es, die Zuschauer in den Spielpausen des

WTA-Turniers mit tollem Tennis zu begeistern.

Für Strogalshchikova war es bereits das zweite Match auf

dem Rasenplatz. In Runde eins hatte sie sich gegen Delphine

Eichholz vom gastgebenden LTTC „Rot-Weiß" durchgesetzt.

Viel Zeit zum Verschnaufen blieb ihr nicht: Schon kurz nach

dem Aus in Berlin ging es für sie weiter zum nächsten Einladungsturnier

in Bad Homburg – diesmal in ihrer eigentlichen

Altersklasse.

Und während Zhenikhova nach ihrem Halbfinalerfolg entspannt

in Richtung Finale blickte, lieferten sich auf der anderen

Seite des Tableaus Daria Remetean vom TC 1899 Blau-Weiss

und Marlene Melchior (BTTC Grün-Weiss) sowie Zora König (SV

Zehlendorfer Wespen) sehenswerte Matches. Remetean ließ

sich weder von der Hitze noch vom Druck beirren und sicherte

sich verdient das zweite Finalticket. Damit war das Juniorinnen-

Endspiel perfekt: Zhenikhova gegen Remetean – Berliner

Rasen, bestes Tennis, große Bühne.

Kurz vor dem Damenfinale der Berlin Tennis Open war es

dann soweit. Auf dem Court 2 stand das Endspiel der Juniorinnen

an – und es war ein schöner Schlusspunkt für eine rundum

gelungene Nachwuchsveranstaltung. Zhenikhova ließ sich den

Titel nicht mehr nehmen und besiegte Remetean mit klarem

Spiel und ruhiger Hand. Beide wurden anschließend von FILA

mit tollen Sachpreisen geehrt, aber das größte Geschenk war

für viele wohl das Erlebnis an sich. Rasentennis spielen, während

wenige Meter weiter die Weltelite um Pokale kämpft –

das bleibt in Erinnerung.

Ob es 2026 eine Fortsetzung geben wird? Die Zeichen stehen

gut. Die Spielerinnen wären bereit. Und Berlin sowieso.

Claudio Gärtner

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz)

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Foto: Jan Patrick Wagner

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Berliner Spitzen: Jonas Pelle Hartenstein

„Sag einfach Jonas.“

Ein entspannter Typ mit einem charmanten Lächeln. Klare Ansichten, nie aufgesetzt,

immer authentisch. Einer, der erzählt, Anekdoten auspackt – aber gleichzeitig mit

einer beeindruckenden Klarheit über das spricht, was ihn bewegt und antreibt. Auf

und neben dem Platz. Kein großes Tamtam, keine Selbstinszenierung. Einfach Jonas.

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ass Sport eine große Rolle spielt, ist bei ihm quasi

genetisch: Mutter Katarina spielte in der ersten

Handball-Bundesliga und in der Beachhandball-

Nationalmannschaft. Vater Sven war in der Leichtathletik

aktiv. Trotzdem ist es die Patentante, die

den entscheidenden Impuls gibt – mit einem

Tennisschläger von Pete Sampras unterm Weihnachtsbaum.

Fast so, als hätte sie es geahnt. Jonas

probiert vieles aus, bleibt aber schließlich beim Tennis

hängen. Ein Schnupperkurs im Tennis-Kindergarten in

Frohnau ist der Anfang – schnell folgen Gruppentraining und

bald die ersten Wettkämpfe.

Und spätestens jetzt ist er mittendrin im Berliner Tennis-Rummel.

Der erste Vereinswechsel steht an. In der Saison

2011/2012 wird Jonas von Mats Oleen beim TC SCC trainiert.

Schon ein Jahr später verschlägt es ihn von

Grunewald nach Spandau – zum Sutos 1917.

Dort trifft er auf Benjamin Thiele, seinen

Jugendcoach, der ihn von nun an begleiten

wird. „Ich habe mich da richtig wohl gefühlt“,

erinnert sich Jonas zurück. Familiär, gemeinschaftlich,

persönlich. Dort entwickelt er sich

weiter – so weit, dass ihm irgendwann die Trainingspartner

auf seinem Level ausgehen. Jonas will mehr, will höher spielen

und so stellt sich schon damals die Frage: LTTC „Rot-Weiß“

oder der TC 1899 Blau-Weiss? Ein Trainingslager im Sommer

reicht zur Entscheidungsfindung. Der Verein an der Hundekehle

soll es werden, dort sammelt Jonas seine ersten Erfahrungen

in der Bundesliga. Trotzdem geht es dann nochmal zurück zu

Sutos. Lange bleibt er Mitglied. Bis klar ist: Das Level reicht nicht

mehr – nicht, wenn man einmal Bundesliga-Luft geschnuppert

hat. „Ich fand das so geil, Team Events egal auf welchem Level

finde ich unfassbar cool und Bundesliga ist nochmal etwas Besonderes.“

So begibt er sich in Eigenregie auf Vereinssuche. Und

wird fündig. Seit 2022 schlägt er für den TC 1899 Blau-Weiss

auf – und fühlt sich angekommen. Mittlerweile spielt er dort

seine vierte Saison. „Die Mannschaft ist besonders. Wir machen

zusammen Urlaub, treffen uns auch abseits des Platzes.

So etwas habe ich vorher nur beim Sutos erlebt.“ Man merkt,

wie wichtig ihm das ist. Teamchemie. Zusammenhalt. Nicht nur

Tennisschläge, sondern geteilte Abende.

„Tennis ist einfach ein brutaler Sport – du spielst mehr

gegen dich selbst, als gegen den Gegner. Da ist es eine schöne

Abwechslung, wenn man ein Team um sich hat“, erklärt er.

Selbst wenn man einmal nicht gut spielt, fängt das Team einen

gut auf. Denn die Tour ist einsam und Werte wie Teamgefühl,

Zugehörigkeit und Identifikation daher umso wichtiger. „Man

kann sich beim Tennis auch selbst kaputt machen, man muss

vorher gegen sich selbst gewinnen.“

Sommer 2018. Jonas ist 16. Abitur geschafft. Und dann?

Tennis, Tennis, Tennis. Macht das glücklich? „Nein“, sagt Jonas

ehrlich. „Ich habe mich ein wenig verloren gefühlt.“ Das Abi

empfiehlt er trotzdem jedem – als zweites Standbein. „Ich kann

auch nur gut spielen, wenn ich etwas in der Hinterhand habe.“

Und auch, wenn es direkt nach dem Schulabschluss noch

keine Option gewesen ist, rückt das Thema College-Tennis einige

Monate später immer mehr in den Fokus. Auch für Vermittlungsagenturen,

die bereits anklopfen. Denn wenn Tennisspieler

eine Karriere im College-Tennis einschlagen wollen,

bleibt ihnen nur ein halbes Jahr, um sich an einer akademischen

Bildungseinrichtung einzuschreiben. Ansonsten verfällt der Anspruch

auf den Amateurstatus und es ist nicht mehr möglich in

den höchsten Spielklassen der National Collegiate Athletic Association

(NCAA) mitzumischen. Einziger Haken: die Fristen für

die großen Berliner Universitäten sind bereits abgelaufen und

so wird in einer „Nacht und Nebel-Aktion“ die Bewerbung für

Business Administration an der Hochschule für Wirtschaft und

Recht geschrieben. Kurze Geschichte mit

Happy End: Jonas wird angenommen und

studiert zumindest für knapp zwei Semester

an der Hochschule. Die akademische Lauf-

D

bahn ist gesichert, die Bedingungen für die

NCAA erfüllt.

Im Frühjahr 2020 geht es in die USA. Neues

Land, neue Universität und ein neues Studium: Communication

mit der Spezialisierung auf Advertising und dem Nebenfach

Business Management. Und fortan College-Tennis in der

Division I an der Mississippi State University. Den Kulturschock

gibt es gleich mit. Nur braches Land, der nächste Flughafen eine

halbe Stunde entfernt – mit zwei Gates. Vom Berliner Trubel in

die Provinz. Aber: Man passt sich an. „Am Wochenende fragt keiner:

Was machen wir? Sondern: Wo supporten wir das College?“

Sport ist allgegenwärtig. Und die Sportler? Popstars. „Man läuft

mit Uni-Klamotten rum, und sie feiern dich.“ Eigentlich sollte

man meinen, dass es nun läuft und doch tut es das irgendwie

nicht. Zunächst wäre da die Corona-Pandemie, die Anfang

2020 aller Leben weltweit auf den Kopf stellt. Auf dem Uni-

Campus in Mississippi kommen aber noch Probleme mit dem

Coach des erfolgsverwöhnten Teams hinzu. Jonas erinnert sich

an ein Gespräch mit seinem Teamkollegen zurück. „Er meinte

zu mir: „Wenn der dich auf dem Kieker hat, dann hast du kein

schönes Leben.“ Die Zeit war nicht so schön.“ Niemand hat Lust

auf Stress mit dem Trainer, geschweige denn Straftraining morgens

um 6:00 Uhr. Nach einem Semester soll Jonas‘ Reise in den

USA aber noch nicht zu Ende sein. Gemeinsam entscheidet man

sich dazu, die Universität zu wechseln. Keine Perspektive. Nach

einem Semester heißt es: Tapetenwechsel. Next Stop: University

of North Florida. Sunshine State.

Mit dem Neustart kommt auch eine spielerische Veränderung

– die Umstellung auf die einhändige Rückhand, eine

Entscheidung, die vor allem durch Jonas’ körperliches Wachstum

beeinflusst wurde. Mehr Länge, mehr Hebel – da darf auch

das Spiel mitwachsen. Eingeschüchtert durch die Zeit in Mississippi

laufen auch hier die ersten Monate alles andere als rosig.

„Jonas hat viele Talente.

Nur singen kann er nicht.“

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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Foto: Jan-Patrick Wagner

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Wenig Einsätze, keine Wertschätzung, wenn Jonas spielt, dann

unter seinem Leistungsvermögen. Der Herbst in Deutschland

ist ernüchternd. Aber Aufgeben ist nicht drin. Und auch Jonas‘

Familie spricht ihm gut zu: „Probiere es nochmal, und wenn es

eben nicht geht, dann kommst du wieder zurück“, heißt es. Was

gibt es zu verlieren?

Jonas spielt frei auf und tatsächlich macht es Klick. Er spielt

und spielt und entscheidet auch das teaminterne Turnier der

Universität für sich. „Und dann haben auch die anderen bemerkt:

„Der kann ja Tennis spielen““, grinst Jonas. Als sich dann

auch noch der Topgesetzte des Teams verletzt, ist Jonas‘ Zeit

gekommen. Er gewinnt nicht nur sein Auftaktmatch als Nummer

Zwei gegen die Florida State, sondern auch immer mehr

Vertrauen der Coaches. Sie sehen das Grundlevel und Potential.

Egal ob im Einzel oder Doppel – die nächsten drei Jahre wird er

als Nummer Eins der University North Florida eingesetzt, bis er

seinen Abschluss zum Master of Business Administration macht.

Und das ist längst nicht alles: Die Liste der Auszeichnungen in

der Liga wächst stetig. Player of the Year. Scholar-Athlete of

the Year. Doubles Pair of the Year – um nur einmal ein paar zu

nennen. Und als krönender Abschluss: die Aufnahme ins CSC

First Team Academic All-America. Eine Auszeichnung

der College Sports Communicators

(CSC) für Studenten, die auf und neben

dem Platz herausragen. In den gesamten Staaten

werden jährlich nur sechs Personen geehrt.

2024 gehört Jonas dazu – was nichts anderes

heißt, als: Er zählt zu den Besten der Besten.

Akademisch und sportlich. Wer hätte das Mitte 2020 gedacht,

dass die Reise in den USA einmal so zu Ende geht? Trotz der

Startschwierigkeiten, ist sich Jonas sicher: „Ich würde es immer

wieder so machen.“ Und auch allen anderen empfehlen.

Doch der Weg dahin? Holprig. Besonders mit Agenturen.

Seine Betreuerin war Schwimmerin – hilfreich bei Formularen,

nicht beim Tennis. „Ich fand, dass sie es nicht gut gemacht

haben. Ich habe mich gefühlt, wie eine Nummer“, berichtet

Jonas und denkt sich: Das kann ich besser.

UServe heißt seine Tennisvermittlung für Colleges. Die Webseite

bastelt er mal eben nebenher, dreht „Ein Tag im Leben

eines D1 College-Tennisspielers“ und gibt Einblicke in seinen

Alltag. Die Betreuung macht er nebenbei. Persönlich, eng am

Spieler und weit über das Allgemeine hinaus – immerhin werden

viele in den USA das erste Mal alleine leben.

Die Vermittlung aber nur eine der vielen Sachen, die Jonas

nebenbei macht. Letztes Jahr geht es vom Tennisplatz hinters

Mikrofon. Ein paar Wochen vor den US Open wird er von Sport-

Kommentator Ulf Kahmke, einem guten Freund seiner Eltern,

angesprochen, ob er den Grand Slam nicht als Experte begleiten

möchte. „Ich kann mir das gut vorstellen“, meinte Kahmke damals

und auch Sportdeutschland TV sagte schnell zu.

Kommentar-Premiere für Jonas. Ohne Anweisungen,

ohne gar nichts. „Mach einfach“, hieß es. Bloß kein Druck.

D

„Wenn ich etwas mache,

dann zu 100 Prozent.“

Kommentiert wurde im Hause Kahmke. „Ich war so fasziniert,

wie gut er vorbereitet ist, er hat so viele Zettel und Akten über

Akten zu allen Spielern. Ich habe immer versucht, etwas Sinnvolles

beizutragen“, erinnert sich Jonas zurück. „Das war auch

das erste Mal, dass ich Matches im Fernsehen durchgeguckt

habe.“ Das sei am anstrengendsten gewesen. Wie sich das Duo

Kahmke / Hartenstein bei der Zuschauerschaft geschlagen hat,

lässt er offen. Beide Extreme seien in der Kommentarsektion der

Plattform vertreten gewesen. „Man kann da nie alle glücklich

machen“, winkt er ab. In Zukunft könne er sich aber weitere Einsätze

vorstellen – auf Deutsch und Englisch.

Eine weitere Nebenbeschäftigung – ein Ausgleich zum hektischen

Sportleralltag – ist die Musik. Auch wenn niemand in

seiner Familie Musiker ist, ist Musik immer Teil seines Lebens

gewesen. Schon früh baut er eigene Beats, bevor er mit Anfang

20 ganz der elektronischen Musik verfällt. „In der Bubble

kommt man irgendwann nicht mehr um DJ-Sets herum.“ Und

Jonas auch nicht. Den Einsteigerkontroller gibt es zum Geburtstag,

der Rest ist Geschichte. Musik machen kann man überall.

Zuhause, auf Instagram und ja, sogar in der Bahn. Die Techniken

bringt er sich selbst bei. Tennis, Unternehmen, Kommentieren

und Musik machen – Jonas hat viele Talente.

Nur singen kann er nicht.

Vor seinen Matches läuft Musik, „die nach

vorne geht“. Der Sport hat derzeit Priorität. Das

weiß auch sein neuer Arbeitgeber, der TC 1899

Blau-Weiss, wo er seit diesem Jahr Jugendwart

Lars Rieck und Sportwart Oliver Huth unterstützt

und für Social Media zuständig ist. An zweiter Stelle will

er herausfinden, was ihm Spaß macht. Jonas ist auf der Suche

nach einem Job, „der sich nicht nach einem Job anfühlt“, will

sich ausprobieren. Ob nun Sportjournalismus oder Projektorganisation

bei Blau-Weiss – ihm steht alles offen.

„Das, was der Sport mir gegeben hat, ist unfassbar. Akademisch

und persönlich. Disziplin. Time-Management, Resilienz,

Durchhaltevermögen. Das ist unfassbar.“ Seit letztem Herbst

trainiert er bei Laslo Urrutia, will weiter sein sportliches Potential

ausschöpfen, bis ans Maximum gehen. Man könne nie

genau sagen, wie weit es tatsächlich einmal geht. Der große

Traum ist die Teilnahme an einem Grand Slam. Am liebsten

Wimbledon, obwohl er noch nie auf Rasen gespielt hat. Dafür

müsste er unter den ATP 250 stehen. Auch die Turniere in Roehampton

und Nottingham stehen auf der Bucket-List. Er will

schauen, wo die Reise noch hingeht. Aber eines ist sicher:

„Wenn ich etwas mache, dann zu 100 Prozent.“

Katrin Brewka

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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National

1. Bundesliga der Damen 2025 – LTTC „Rot-Weiß”

„Rot-Weiß“ kommt mit einem

blauen Auge davon

Im vergangenen Jahr war beim LTTC „Rot-Weiß“ der Jubel nach der

überraschenden deutschen Vizemeisterschaft groß. Doch diesmal

kehrte wieder der Alltag zurück. So wurde es nach einem geglückten

Start im Verlauf der Spielzeit etwas ungemütlich. Am Saisonende

konnte nach drei Siegen in sieben Spielen und dem fünften

Schlussrang zumindest der Abstieg vermieden werden.

Lena Papadakis

Eigentlich verlief der Auftakt verheißungsvoll, denn die

erste Partie beim TEC Waldau Stuttgart wurde mit 6:3

gewonnen. Neuzugang Andrea Lazaro Garcia aus Spanien

stellte auf Position 1 ihre Qualitäten beim klaren 6:2,

6:1 gegen Justina Mikulskyte (Litauen) unter Beweis. Die

Russin Ekaterina Makarova, Jenny Duerst (Schweiz) und

Jessie Aney (USA) sorgten für die 4:2-Führung. Die Doppel

Jenny Duerst/Anica Stabel sowie Lena Papadakis mit Jessie

Aney sorgten schließlich für den ersten Saisonsieg.

Doch schon beim Heimspielauftakt gegen Aufsteiger Luitpoldpark

München wurde deutlich, dass der Vorjahreserfolg

diesmal nicht in Reichweite lag. Nach den Einzeln führten die

Gäste mit 4:2, wobei Andrea Lazaro Garcia im Spitzeneinzel

beim 6:2, 6:0 gegen die Liechtensteinerin Kathinka von Deichmann

eine starke Leistung zeigte. Doch nur Jenny Duerst

schaffte es, einen weiteren Punkt zu erkämpfen. Alle übrigen

Einzel gingen in zwei Sätzen verloren. Das Doppel Lena Papadakis/Jessie

Aney holte zwar noch einen Zähler, womit die

3:6-Niederlage aber nicht mehr verhindert werden konnte.

Unerwartet folgte dann das 3:6 auf heimischer Anlage

gegen den zweiten Aufsteiger DTV Hannover. Dabei musste die

Mannschaft von der Hundekehle auf mehrere Spielerinnen verzichten,

die bei diversen Turnieren noch im Wettbewerb standen.

Die erstmals eingesetzte Italienerin Julia Riera bezwang

auf der ersten Position Angelika Wirges mit 6:4, 7:5. Doch nur

noch Anna Siskova aus Tschechien blieb erfolgreich und verkürzte

den Rückstand auf 2:4. In den Doppeln gelang es lediglich

der Kombination Anna Siskova/Anica Stabel zu punkten.

Mit dieser nicht unbedingt einkalkulierten Niederlage ging der

Blick nun verstärkt in Richtung Klassenverbleib.

Andrea Lazaro Garcia

Anica Stabel

Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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National

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Anna Siskova

Beim späteren neuen Deutschen Meister TK Blau-Weiss

Aachen, der damit erstmals den Titel in die Domstadt entführte,

folgte die einkalkulierte und damit dritte Niederlage in

Folge. Dabei konnte in den Einzeln kein Satz gewonnen werden.

Im Topspiel wehrte sich Jenny Duerst nach Kräften, brachte

die Niederländerin Suzan Lamens jedoch nur phasenweise in

Verlegenheit und unterlag mit 4:6, 1:6. Den Ehrenpunkt holte

das eingespielte Paar Lena Papadakis und Jessie Aney.

Etwas aufatmen konnten die „Rot-Weiß“-Damen anschließend

bei Blau-Weiß Dresden Blasewitz. Zwar musste

sich an Nummer eins Ekaterina Makarova der Bulgarin Lia Karatantcheva

knapp mit 6:4, 5:7, 6:10 beugen. Doch dank Jenny

Duerst, Jessie Aney, Conny Perrin (Schweiz) und Anica Stabel

gelang eine 4:2-Führung nach den Einzeln. Durch diverse

Verletzungen auf beiden Seiten gingen am Ende zwei Doppel

kampflos an die Berlinerinnen, was zum wichtigen 6:3-Gesamtsieg

führte.

Auf verlorenem Posten standen die Rot-Weißen im folgenden

Spiel bei Titelverteidiger TC Bredeney. Die zum ersten und

auch letzten Mal in dieser Saison eingesetzte Ukrainerin Yuliia

Starodubtseva bezwang im Spitzeneinzel die Niederländerin

Anouk Koevermans mit 6:4, 6:3. Dies blieb allerdings auch der

einzige Einzelpunkt. Das Doppel Lena Papadakis/Jessie Aney

erspielte noch den zweiten Rot-Weiß-Zähler zum 2:7-Endstand.

Damit war die Abstiegsgefahr zu diesem Zeitpunkt noch nicht

endgültig gebannt.

Vor dem letzten Spieltag, an dem noch zwei Absteiger ermittelt

werden mussten, hatten Stuttgart und der LTTC „Rot-

Weiß“ zwei Siege auf dem Konto. Die Aufsteiger Luitpoldpark

München und DTV Hannover waren jeweils einmal erfolgreich.

Somit musste bis zum Schluss gezittert werden. Bei strömenden

Regen ging es auf der Anlage am Hundekehlesee gegen

den Club an der Alster aus Hamburg in die 2-Feld-Halle. Nach

der ersten Runde sah es für die Gastgeber gut aus, denn Ekaterina

Makarova und Anna Siskova sorgten für die ersten beiden

Punkte. In Runde zwei gab es dann zwei Niederlagen. Dabei

verlor die Nummer eins Julia Riera gegen die für Hamburg spielende

Polin Weronika Falkowska in einem engen Match mit

7:6, 3:6, 7:10. Doch dank des Erfolgs von Conny Perrin stand

es zwischenzeitlich 3:3. Schließlich gelang es den Doppeln

Ekaterina Makarova/Conny Perrin und Lena Papadakis/Jessie

Aney, die allerdings

nach verlorenem

ersten

Julia Riera

Satz von der

verletzungsbedingten

Aufgabe der Estin Elena Malygina profitierten, den

5:4-Sieg klar zu machen und damit den Verbleib im Oberhaus

sicherzustellen. Dafür müssen die beiden Aufsteiger Luitpoldpark

München und DTV Hannover die Liga wieder in Richtung

2. Bundesliga verlassen.

„Insgesamt war die Saison durchwachsen. Nach einem

guten Start wurde es sehr holprig mit einem glücklichen

Ende für uns“, sagte Mannschaftscoach Christopher Papadakis

hinterher erleichtert und ergänzte: „Die letzte Saison war

schon herausragend. Aber mir war klar, dass wir den Blick für

dieses Jahr zuerst nach unten richten mussten.“ Im Einzel ungeschlagen

blieben die Neuzugänge Andrea Lazaro Garcia und

Anna Siskova, die allerdings nur für zwei Spiele zum Einsatz

kamen. Und auch auf Yuliia Starodubtseva war Verlass, auch

wenn sie lediglich beim Spiel gegen den TC Bredeney zur Verfügung

stand. Ansonsten bot noch Jenny Duerst mit drei Siegen

in vier Spielen eine überzeugende Leistung. Nicht zufrieden

sein konnte Lena Papadakis, die alle sechs Einzel verlor.

Allerdings hat sie ihre Profikarriere zu Saisonbeginn beendet

und zusammen mit ihrem Mann Christopher die Betreuung

des Nachwuchs- und Damenbereichs beim LTTC „Rot-Weiß“

übernommen. Da sie keine Turniere mehr bestreitet, war der

Trainingsaufwand für die Bundesligaspielzeit offensichtlich zu

gering, um eine ähnlich beeindruckende Saison wie im Vorjahr

zu spielen. Dafür glänzte sie im Doppel mit Jessie Aney, das

beide ohne eine Niederlage überstanden. Für 2026 will Christopher

Papadakis den Kern der Mannschaft zusammenhalten

und Spielerinnen wie Jenny Duerst, Jessie Aney, Yuliia Starodubtseva

und Andrea Lazaro Garcia weiter im Kader haben.

Im nächsten Jahr bekommen es die „Rot-Weiß“-Damen

mit Aufsteiger TC SCC erneut mit einem Konkurrenten aus der

eigenen Stadt zu tun. Das Lokalderby wird sicherlich wieder zu

einem Highlight der Saison werden, auf das sich die Berliner

Tennisfans freuen können.

Michael Matthess

Ekatarina Makarova

Jessie Aney

Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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National

Rückblick 2. Bundesliga Nord der Damen 2025 – TC SCC Berlin

Zurück im Oberhaus:

SCC belohnt sich für

starke Saison

Darja Semenistaja

Was mit einem umkämpften Auftaktsieg beim Lokalrivalen begann, endete

in einem glanzvollen Aufstieg: Der TC SCC kehrt nach einer bärenstarken

Saison zurück in die 1. Bundesliga. Mit Kampfgeist, Tiefe im Kader und einer

beachtlichen Konstanz wuchs die Mannschaft um Darja Semenistaja und

Helena Buchwald von Spiel zu Spiel über sich hinaus. Besonders der Sieg

gegen Mitfavorit Bielefeld wurde zum Wendepunkt der Saison. Auch unter

Druck zeigte das Team Nervenstärke – und krönte sich am Ende verdient zum

Aufsteiger. Eine Rückkehr ins Oberhaus, die keiner erwartet hatte, aber alle

verdient haben.

Für den TC SCC war der Auftakt beim Lokalrivalen und

Erstligaabsteiger TC 1899 Blau-Weiss schon eine Art

Schlüsselspiel. Mannschaftscoach Andreas Strauchmann

sah diese Partie im Vorfeld als wegweisend für den

weiteren Saisonverlauf. Nach den Einzeln war beim Stand

von 3:3 noch keine klare Tendenz erkennbar. Im Spitzenspiel

behielt die SCCerin Darja Semenistaja aus Lettland gegen

Caroline Wagner mit 1:6, 6:2, 10:2 die Oberhand. Die Polin Katarzyna

Kawa und Helena Buchwald holten die weiteren Punkte.

Für Blau-Weiss waren Seone Mendez, Viola Turini (beide Italien)

und Julia Hofmann erfolgreich. In den abschließenden

Doppeln erwiesen sich dann die SCC-Damen deutlich überlegen

und konnten alle drei Partien sicher in zwei Sätzen für

sich entscheiden.

Mit dem 6:3-Sieg im Rücken wurde anschließend die Mannschaft

des späteren Absteigers Union Münster in der Waldschulallee

empfangen und klar mit 9:0 bezwungen. Das

Spitzeneinzel entschied Darja Semenistaja gegen die Mexikanerin

Victoria Rodriguez deutlich mit 6:2, 6:2 zu ihren Gunsten.

Die erstmals eingesetzte Türkin Cagla Büyükakcay sowie

Stephanie Wagner, Santa Strombach und Julia Zhu gewannen

ebenfalls problemlos in zwei Sätzen. Lediglich Helena Buchwald

musste beim 6:2, 6:7, 10:7 gegen Paula Rumpf harten

Widerstand brechen. Die Doppel gingen am Ende wiederum

ohne Satzverlust an die Gastgeberinnen.

Es folgte das Duell beim Aufsteiger Potsdamer TC „Rot-

Weiß“. Dabei zeigte Potsdam seine Qualitäten, bot den SCCerinnen

lange Paroli und unterlag am Ende mit 3:6. An Nummer

eins punktete die Polin Martyna Kubka für Potsdam mit einem

Katarzyna Kawa

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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6:4, 6:2 gegen Cagla Büyükakcay. Nadja

Meier steuerte den zweiten Punkt bei.

Für den SCC siegten Helena Buchwald

und Julia Zhu in zwei Sätzen, während

Iva Primorac (Kroatien) und Stephanie

Wagner dank Erfolgen im Match-Tiebreak

für die zwischenzeitliche 4:2-Führung

sorgen konnten. Die Doppel Cagla

Büyükakcay/Iva Primorac und Helena

Buchwald mit Santa Strombach machten

dann den Gesamtsieg perfekt. Daria

Kuczer (Polen) und Sofiya Afandieva erkämpften

noch den dritten Zähler für

Potsdam.

Im nächsten Heimspiel wurde das

Team vom THC von Horn und Hamm

empfangen und mit 7:2 in Schach gehalten.

Darja Semenistaja hatte gegen

Johanna Silva hart zu kämpfen und gewann

am Ende mit 7:5, 7:6. Stephanie

Wagner, Helena Buchwald, Santa

Strombach und Julia Zhu sorgten für

die uneinholbare 5:1-Führung. Die Doppel

Stephanie Wagner/Miriana Tona

(Italien) und Helena Buchwald/Santa

Strombach schraubten mit Zweisatzerfolgen

das Endergebnis auf 7:2. Zu

diesem Zeitpunkt war klar, dass es nun

um den Aufstieg in die 1. Bundesliga

gehen würde.

Das vorentscheidende Match

gegen den bis dahin ebenfalls ungeschlagenen

Bielefelder TTC fand zwei

Tage später auf der SCC-Anlage statt.

Der Beginn war sehr verheißungsvoll,

denn Stephanie Wagner durch einen

frühzeitigen Abbruchsieg sowie Helena

Buchwald und Julia Zhu durch sichere

Zweisatzsiege brachten das Heimteam

mit 3:0 in Führung. Der vierte Punkt

ging auf das Konto von Julia Avdeeva

aus Russland, die sich auf Position eins gegen Joëlle Steur

mit 6:3, 6:2 durchsetzte. Bielefeld gab sich aber noch nicht geschlagen

und konnte auf 2:4 verkürzen. Für die Entscheidung

sorgte das Doppel Helena Buchwald/Santa Strombach, das mit

einem 6:3, 6:2 gegen Sonja Zhiyenbayeva und die Kroatin Mariana

Drazic den 5:4-Erfolg sicherstellte. Damit war das Tor zum

Oberhaus weit aufgestoßen, zumal der TC SCC in den beiden

letzten Spielen beim Großflottbeker THGC und den Kölner HTC

Blau-Weiss als Favorit ins Rennen ging.

In Hamburg gab es zunächst beim 8:1 auch keine Probleme.

Darja Semenistaja ließ im Topspiel der Tschechin Nikola

Breckova beim 6:0, 6:0 keine Chance. Und auch die übrigen fünf

Einzel sowie zwei Doppel gingen an die Gäste.

Der Abschluss in Köln war dann doch etwas umkämpfter.

Zwar siegte Darja Semenistaja gegen die Französin Victoria

Muntean deutlich mit 6:1, 6:2. Und auch Santa Strombach und

Julia Zhu wurden vor keine größeren Probleme gestellt. Doch

Iva Primorac, Stephanie Wagner und Helena Buchwald mussten

allesamt in den Match-Tiebreak. Hier zeigten alle drei ihre

Nervenstärke und bauten nicht nur die Führung auf 6:0 aus,

sondern machten damit auch den Aufstieg in die 1. Bundesliga

perfekt. Das Doppel Helena Buchwald/Santa Strombach holte

noch einen weiteren Punkt zum 7:2-Endstand. Danach konnte

die Feier beginnen.

„Eigentlich war der Aufstiegsgedanke zu Saisonbeginn bei

uns noch weit weg. Doch der Auftaktsieg gegen Blau-Weiss war

schon sehr wichtig, um die weitere Richtung zu bestimmen“,

sagte Coach Andreas Strauchmann und ergänzte: „Der Erfolg

gegen Bielefeld war dann entscheidend. Zwar wurde danach

der Druck, die letzten beiden Partien gewinnen zu müssen,

um aufsteigen zu können, doch ein anderer. Allerdings

hat die Mannschaft dies sehr souverän gelöst. Somit sind wir

nach einer starken Saison verdient aufgestiegen.“ Zu den

herausragenden Akteurinnen sind Darja Semenistaja, Helena

Buchwald und Julia Zhu zu zählen, die alle ihre Einzel gewinnen

konnten. „Ich möchte niemanden hervorheben, denn

alle haben überzeugt. Die Teamleistung war von vorne bis hinten

wie aus einem Guss“, freute sich Strauchmann. Außerdem

betonte er, dass es richtig war, an der Philosophie mit vier einheimischen

und zwei ausländischen Spielerinnen festzuhalten.

Für die 1. Liga soll der Kader im Kern so bleiben. Ob vielleicht

eine oder zwei Ergänzungen hinzukommen wird man später

sehen.

Michael Matthess

National

Stephanie Wagner

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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

Santa Strombach

Helena Buchwald

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2. Bundesliga Nord der Damen 2025 –

TC 1899 Blau-Weiss

Starkes Comeback:

Blau-Weiss beendet

Saison auf Rang drei

Angela Fita Boluda

Nach dem Abstieg aus der 1. Bundesliga war beim

TC 1899 Blau-Weiss zunächst Demut statt Titelträume

angesagt. Doch nach dem holprigen Auftakt

zeigte das Team vom Roseneck eindrucksvoll, dass

mehr in ihm steckt. Mit einer starken Mischung

aus internationalen Leistungsträgerinnen und

ambitionierten Nachwuchsspielerinnen kämpfte

sich Blau-Weiss zurück ins obere Tabellendrittel.

Besonders Andreea Amalia Rosca überzeugte mit

makelloser Einzelbilanz. Am Ende stand ein dritter Platz –

und die leise Ansage: „Nächstes Jahr greifen wir wieder an”.

Etwas gedämpft war vor Saisonbeginn die Erwartungshaltung

beim 1. Bundesligaabsteiger TC 1899 Blau-Weiss. Nach der

3:6-Auftaktniederlage gegen den TC SCC rückte erst mal der

Klassenverbleib in den Fokus.

Doch schon die nächsten beiden Heimbegegnungen gegen

Potsdam und Köln zeigten, dass das Team vom Roseneck sich

eher wieder nach oben orientieren konnte. Dabei wurde der

Potsdamer TC „Rot-Weiß“ zunächst mit 8:1 bezwungen. Allerdings

spiegelte das Resultat nicht die harte Gegenwehr der

Gäste wieder. An Nummer eins gewann die Blau-Weiss-Spanierin

Angela Fita Boluda gegen Martyna Kubka mit 6:3, 6:1. Caroline

Werner, die Schweizerin Ylena In-Albon, Andreea Amalia

Rosca (Rumänien), die gegen Franziska Sziedat Matchbälle

abwehren musste, und Viola Turini aus Italien stellten mit ihren

Erfolgen den 5:1-Zwischenstand nach den Einzeln her. Sofiya

Afandieva holte den Punkt für Potsdam. Die Doppel gingen

Andreea Amalia Rosca

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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Sophie Greiner

Julia Hofmann

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

dann ebenfalls an Blau-Weiss, wenn auch zwei erst im Match-

Tie-Break. Wesentlich entspannter ging es gegen den Kölner

HTC Blau-Weiss zu. Hier wurden alle sechs Einzel ohne Satzverlust

gewonnen. Das Topspiel entschied die Kasachin Zhibek Kulambayeva

gegen Karla Bartel mit 6:1, 6:0 zu ihren Gunsten. Anschließend

gab es in den Doppeln noch zwei weitere Punkte

zum klaren 8:1-Endstand.

Und auch die beiden nachfolgenden Auswärtspartien wurden

erfolgreich abgeschlossen. Zunächst gab es ein 5:4 beim

Großflottbeker THGC. Caroline Werner gab an Position eins der

Tschechin Nikola Breckova mit 6:2, 6:1 das Nachsehen. Weitere

Zähler zum 4:2-Zwischenstand steuerten Andreea Amalia

Rosca, Sophie Greiner und Tiziana-Marie Schomburg bei. Für

die Entscheidung sorgte das Doppel Andreea Amalia Rosca/

Tiziana-Marie Schomburg mit einem souveränen

Zweisatzsieg.

Gute Nerven bewiesen die Blau-Weiss-Damen

beim THC von Horn und Hamm, denn fünf Matches

gingen in den Match-Tie-Break, von denen

die Berlinerinnen vier für sich entschieden. Die

erstmals eingesetzte Italienerin Martina Colmegna

rang im Spitzeneinzel Johanna Silva mit 6:7, 7:5,

10:7 nieder. Andreea Amalia Rosca, Daria Remetean und Tiziana-Marie

Schomburg sicherten drei weitere Zähler zur 4:2-Führung.

Dank zwei weiterer Doppelsiege konnte mit einem

6:3-Gesamterfolg die Heimreise angetreten werden.

Im letzten Heimspiel wurde dann der Bielefelder TTC empfangen,

der mit 7:2 die Punkte aus Berlin entführen konnte.

Ylena In-Albon verlor an Nummer eins gegen die Kroatin Ana

Ylena In-Albon

Wir können mit dem Saisonverlauf

zufrieden sein.“

Saisonfazit von Coach Dersch

Konjuh mit 1:6, 5:7. Andreea Amalia Rosca und Sophie Greiner

gewannen ihre Einzel. Die Doppel gingen dann allesamt

verloren.

Zum Saisonabschluss gab es noch ein Erfolgserlebnis, denn

beim TC Union Münster wurde ein klarer 8:1-Sieg eingefahren.

Hier hielt sich Ylena In-Albon beim 6:1, 6:0 gegen

Alana Parnaby (Australien) schadlos. Vier weitere

Einzel sowie alle Doppel gingen glatt in zwei Sätzen

an das Blau-Weiss-Team. Somit wurde es am

Ende in der Tabelle der dritte Schlussrang.

„Wir können mit dem Saisonverlauf zufrieden

sein. Immerhin ist es uns gelungen mit einigen

Nachwuchsspielerinnen, die alle ihre Leistung gebracht

haben, eine gute Platzierung zu erreichen“, bilanzierte

Mannschaftscoach Alexander Dersch. Mit sechs Siegen in sechs

Einzeln überzeugte besonders Andreea Amalia Rosca. „Sie ist

zweifellos eine absolute Leistungsträgerin im Team“, freute sich

Dersch über das Abschneiden der Rumänin.

Aber auch die ungeschlagene Viola Turini, bei der eine Bronchitis

mehr Einsätze verhinderte, sowie Caroline Werner und

Ylena In-Albon wussten zu gefallen. Mit

den Nachwuchskräften Sophie Greiner,

Julia Hofmann, Daria Remetean, Tiziana-

Marie Schomburg und der erst 15-jährigen

Lena Topel stehen aussichtsreiche

Akteurinnen im Kader. „Auf sie können

wir aufbauen. Sie werden in Zukunft sicher

ihre Spielstärke weiter verbessern“,

meint Dersch. In Bezug auf 2026 dürften

einige ausländische Spielerinnen,

die entweder nicht oder nur sporadisch

zum Einsatz kamen, aussortiert werden.

„Den Stamm wollen wir in jedem Fall halten.

Im nächsten Jahr ist wieder mit uns

zu rechnen“, sieht Dersch optimistisch in

die Zukunft.

Michael Matthess

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2. Bundesliga Nord der Damen 2025 –

Potsdamer TC „Rot-Weiß”

Potsdam bleibt oben –

mit Mut, Teamgeist

und vier Siegen

Mit einer satten Portion Demut und

einer Extraprise Kampfgeist ist

der Potsdamer TC „Rot-Weiß“ ins

Abenteuer 2. Bundesliga gestartet –

und hat sich mehr als wacker

geschlagen. Nach drei deutlichen

Niederlagen zum Auftakt schien

der Klassenerhalt nur ein fernes

Ziel, doch dann wendete sich

das Blatt eindrucksvoll. Vier

Siege in Folge katapultierten das Team nicht nur

aus der Gefahrenzone, sondern brachten auch

Respekt und Selbstbewusstsein. Besonders stark:

die konstant punktende Marcelina Podlinska und

eine Mannschaft, die sich gegenseitig mitriss. Was

bleibt, ist das Gefühl, angekommen zu sein – und

die Lust auf mehr.

Franziska Sziedat

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

Einen gelungenen Einstand in der 2. Bundesliga Nord feierte

der Neuling Potsdamer TC „Rot-Weiß“. Erwartungsgemäß

gingen zunächst die ersten drei Partien verloren.

Zum Auftakt verlor das Team beim Bielefelder TTC mit 1:8.

Dabei bot im Spitzeneinzel die Polin Daria Kuczer der für Bielefeld

spielenden Kroatin Ana Konjuh bis zum Schluss Paroli. Am

Ende hatte Konjuh mit 6:3, 2:6, 11:9 knapp die Nase vorn. Der

Ehrenpunkt ging auf das Konto von Marcelina Podlinska aus

Polen, die Joëlle Steur mit 1:6, 6:2, 10:1 niederrang. Alle übrigen

Matches gingen in zwei Sätzen verloren.

Nach dem 1:8 beim TC 1899 Blau-Weiss sowie dem durchaus

umkämpften 3:6 gegen den TC SCC setzten die Potsdamerinnen

zu einer bemerkenswerten Siegesserie an. Zunächst

wurde der TC Union Münster auf eigener Anlage mit

8:1 abgefertigt. Lediglich Martyna Kubka musste an Nummer

eins beim 4:6, 3:6 gegen die Mexikanerin Victoria Rodriguez die

Überlegenheit ihrer Gegnerin anerkennen. Dafür ließen Daria

Kuczer, Marcelina Podlinska, Franziska Sziedat, Nadja Meier und

Sofiya Afandieva nichts anbrennen und brachten mit Zweisatzerfolgen

ihr Team uneinholbar mit 5:1 in Führung. Und auch

die Doppel gingen ohne Satzverlust an die Rot-Weißen.

Zwei Tage später ging es beim Kölner HTC Blau-Weiss deutlich

enger zu. Martyna Kuczer unterlag im Topspiel der Ungarin

Amarissa Toth mit 2:6, 1:6. Daria Kuczer, Marcelina Podlinska,

Franziska Sziedat und Sofiya Afandieva brachten aber die Potsdamerinnen

mit 4:2 in Front. Die Doppel Martyna Kubka/Franziska

Sziedat und Daria Kuczer/Sofiya Afandieva sorgten in jeweils

zwei siegreichen Sätzen für den 6:3-Endstand.

Im darauffolgenden Spiel beim THC von Horn und Hamm

wurde dann beim 6:3 endgültig der Klassenerhalt gesichert.

Die Nummer eins Martyna Kubka bewies ihre Kämpferqualitäten

beim 6:2, 3:6, 10:8 gegen Johanna Silva. Nadja Meier und

Sofiya Afandieva gewannen ebenfalls im Match-Tie-Break während

Marcelina Podlinska glatt in zwei Sätzen siegte und Franziska

Sziedat gegen die frühere Blau-Weisse Anna Klasen nach

dem ersten Spiel von der krankheitsbedingten Aufgabe ihrer

Gegnerin profitierte. Den sechsten Punkt holte das Doppel

Martyna Kubka/Franziska Sziedat.

Im letzten Spiel der Saison gelang dann sogar der vierte

Sieg in Folge durch ein 7:2 gegen den Großflottbeker THGC.

Martyna Kubka setzte sich gegen die Tschechin Nikola Breckova

mit 6:3, 6:2 durch. Nadja Meier und Sofiya Afandieva bewiesen

erneut ihre Nervenstärke im Match-Tie-Break, und Dana

Kuczer und Marcelina Podlinska sowie die Doppel Martyna

Kubka/Franziska Sziedat und Marcelina Podlinska/Nadja Meier

setzten sich jeweils in zwei Sätzen durch und sorgten somit für

einen gelungenen Saisonabschluss.

„Das war eine tolle Mannschaftsleistung. Glücklicherweise

standen die Stammspielerinnen immer zur Verfügung. Die Saison

hat Spaß gemacht und der Teamgeist war hervorragend.

Alle haben sich gegenseitig angefeuert“, freute sich Mannschaftskapitän

Harald Heidecke. Zu Beginn der Saison hatte er

noch Zweifel, ob der Klassenerhalt gelingen würde. „Ich war

mir nicht sicher, ob wir auf den vorderen Positionen mithalten

würden. Am Ende bin ich doch sehr positiv überrascht, dass es

so gut geklappt hat“, sagte Heidecke. Was die Einzelbilanz betrifft

stach besonders Marcelina Podlinska hervor, die bei fünf

ihrer sechs Partien den Platz als Siegerin verließ. Aber auch

alle anderen Stammkräfte überzeugten durch gute Leistungen.

Für die kommende Spielzeit soll der Kader beisammenbleiben.

„Ich habe schon Kontakt zu unseren Topspielerinnen

aufgenommen. Sie wollen uns auch im nächsten Jahr wieder

unterstützen“, meint Heidecke zur Zukunftsplanung.

Michael Matthess

Daria Kuczer

Nadja Meier

Martyna Kubka

Marcelina Podlinska

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Rückblick Regionalliga Nordost 2025

TVBB-Teams sechsmal erfolgreich,

Zahl der Absteiger leicht gestiegen

In der letzten Saison fuhren Mannschaften aus dem Tennis-Verband Berlin-Brandenburg sieben

Regionalliga Nordost-Titel ein. Diesmal kam ein Erfolg weniger zustande, womit die Zahl von 2023

erreicht wurde. Bei den Absteigern erwischte es acht Vereine, was im Vergleich zum Vorjahr ein

Anstieg um eine Position bedeutet. Dabei teilen sich die ersten Plätze auf fünf Clubs auf, von denen

der TC 1899 Blau-Weiss zweimal zu Titelehren kam.

Die Damen-Konkurrenzen

Nach dem Aufstieg des Potsdamer TC „Rot-Weiß“ im vergangenen Jahr in die 2. Bundesliga

Nord, durften diesmal bei den Damen keine Wunderdinge erwartet werden. Dabei

gab Aufsteiger Zehlendorfer Wespen, angeführt von Sophie Triquart, mit drei Siegen in

fünf Spielen eine gute Figur ab und belegte in der Endabrechnung den dritten Rang. Dahinter

folgte die 2. Mannschaft des TC 1899 Blau-Weiss, die mit Viola Turini (Italien) an

Position eins zwei Erfolge feierte. Unangefochten blieb der TC an der Schirnau, der ungeschlagen

den Titel holte und sich damit für die 2. Bundesliga Nord qualifizierte.

Spannend wurde es bei den Damen 30. Zunächst sah der TC 1899 Blau-Weiss mit

Spitzenspielerin Charlotte Klasen wie der Sieger aus, denn das Topspiel

gegen den Potsdamer TC „Rot-Weiß“ wurde zunächst mit 5:4 gewonnen.

Doch dann stolperten die Blau-Weissen beim 4:5 gegen die TG Düsternbrook.

Die Potsdamerinnen mit der Polin Marta Lesniak an Nummer

eins konnten hingegen ihre übrigen Spiele siegreich gestalten,

hatten in der Endabrechnung einen Matchpunkt mehr und entthronten

damit Titelverteidiger TC 1899 Blau-Weiss.

In der Damen 40-Konkurrenz war der Osnabrücker TC nicht zu schlagen.

Die Zehlendorfer Wespen und der TC SCC gewannen zwei von fünf

Spielen, was die Plätze drei und fünf bedeutete. Bitter lief es für den BSV

92, der dreimal mit 4:5 verlor und mit lediglich einem gewonnenen Spiel

die Klasse wieder verlassen musste.

Den Damen 50 von den Zehlendorfer Wespen gelang die Titelverteidigung.

Mit Tina Loddenkemper an der Spitze reichte es bei fünf Siegen

und einer Niederlage erneut zu Platz eins. Mit vier Erfolgen kam Aufsteiger

TC 1899 Blau-Weiss auf Rang drei, während dem TC SCC zwei Siege

nicht reichten, denn am Ende fehlten drei Matchpunkte, um die Klasse zu halten.

Und bei den Damen 60 wurde der TC 1899 Blau-Weiss mit Elke Knisel, Christine Mallon

und Katrin Dippner erneut vor keine ernsthaften Probleme gestellt und feierte erneut

ungeschlagen den Gesamtsieg. Dank einer ausgeglichenen Bilanz kam Grün-

Weiß Nikolassee auf den dritten Platz.

Die Herren-Konkurrenzen

Wie schon bei den Damen durfte man auch bei den Herren den beiden TVBB-Vertretern

keine vordere Platzierung zutrauen. Dafür konnten die beiden Aufsteiger Zehlendorfer

Wespen und die zweite Mannschaft des TC 1899 Blau-Weiss zumindest den

Klassenverbleib sicherstellen. Die Wespen mit Spitzenspieler Svyatoslav Gulin (Russland)

kamen mit 2:3-Siegen auf Rang vier und die Blau-Weissen schafften im letzten

Spiel dank der Mithilfe von Michael Agwi (Irland) und Diego Dedura durch ein

8:1 gegen den bis zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch sieglosen Harvestehuder THC

den Ligaerhalt. Der erstplatzierte Bremer TC wird im nächsten Jahr als Nordost-

Meister in der 2. Bundesliga Nord dabei sein.

Keine Chance auf einen vorderen Platz gab es bei den Herren 30. Der BSV 92 beendete

die Saison mit zwei Siegen aus fünf Spielen mit dem fünften Platz. Die SV

Reinickendorf, vor zwei Jahren noch in der Bundesliga Nord dabei, verabschiedete

sich hingegen sieglos in Richtung Ostliga. Der UHC Hamburg holte sich den Titel und

damit die Berechtigung, 2026 in der Bundesliga Nord antreten zu können.

Im Gegensatz zu den Herren 30 schrammten die Herren 40 von Titelverteidiger SV

Reinickendorf ganz knapp am ersten Platz vorbei. Bei fünf Siegen aus sechs Spielen

fehlte in der Endabrechnung nur ein Matchpunkt gegenüber dem Gesamtsieger Jade

TC Wilhelmshaven. Mit ausgeglichener Bilanz kam der TC SCC auf Rang vier. Aufsteiger

TC Tiergarten blieb ohne Erfolgserlebnis und konnte den Abstieg nicht verhindern.

Die Herren 50 des THC Neumünster waren wie schon im Vorjahr nicht zu schlagen

und beherrschten die Szenerie eindeutig. Am letzten Spieltag entschied sich, wer

von den beiden bis dahin sieglosen TVBB-Vertretern den Gang in die nächsttiefere

Klasse antreten musste. Hier gewann Grün-Weiß Nikolassee das Duell gegen die

Foto: Adobe Stock

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SV Reinickendorf mit 6:3 und kann auch im kommenden Jahr in

der Regionalliga Nordost an den Start gehen.

Die Herren 55 des TC SCC mit Jens Thron an der Spitze hielten

die Konkurrenz in Schach und setzten sich in allen sechs

Partien durch. Mit einer 3:3-Bilanz belegte der LTTC „Rot-Weiß“

Rang fünf. Für Aufsteiger Grün-Weiß Lankwitz hingen die Trauben

zu hoch. Am Ende gab es kein Erfolgserlebnis, was die

Rückkehr in die Ostliga bedeutet.

Wie bei den Herren 50 blieben auch die Herren 60 des THC

Neumünster ungefährdet und gewannen alle

fünf Spiele. Mit drei Siegen sicherten

sich die Zehlendorfer Wespen Platz

zwei, Die FVT Klingsor und der

TC 1899 Blau-Weiss folgten mit

je zwei Spielgewinnen auf

den Rängen vier und fünf.

Erwartungsgemäß ohne

ernsthafte Gegner blieben

die von Weltmeister

Glenn Busby (Australien)

angeführten Herren 65 des

TC 1899 Blau-Weiss. Lediglich

im letzten Spiel um den Titel

gegen den Harburger SC wurden

beim 7:2 die einzigen beiden Punkte

abgegeben. Aufsteiger TC SCC siegte

zweimal und kam auf Rang vier.

Sehr eng verlief die Spielzeit im Herren 70-Bereich. Titelverteidiger

TC Frohnau musste mit zwei Siegen und zwei Unentschieden

bei fünf Spielen die Titelhoffnungen begraben und

landete auf Rang vier. Mit der gleichen Bilanz beendete Aufsteiger

TC 1899 Blau-Weiss die Spielzeit noch einen Platz vor

Grün-Weiß Lankwitz: Herren 75

sichern sich Regionalliga-Titel

Mit beeindruckendem Teamgeist und einem Schuss Überraschung

hat sich die Herren 75-Mannschaft von Grün-Weiß Lankwitz den

Meistertitel in der Regionalliga gesichert – und das vor dem favorisierten

Team aus Elmshorn.

Der Triumph bedeutet: Die Berliner stehen in der Endrunde um die

Deutsche Vereinsmeisterschaft. Diese wird Anfang September 2025

beim FTC Palmengarten in Frankfurt am Main ausgetragen.

Auf dem Weg dorthin präsentierten sich Klaus Rogall, Klaus Maager,

Wolfgang Dröge, Julian Sargent, Bernd Harnoß und Heinz Goertz in

starker Form – und dürfen nun auf den ganz großen Wurf hoffen.

den Frohnauern. Blau-Weiß Warnemünde reichten zwei Siege und drei Unentschieden zum ersten Platz.

Dafür hat sich der Alterswechsel von TC Grün-Weiß Lankwitz in die Herren 75-Konkurrenz gelohnt. Die von

Julian Sargent angeführten Südberliner gewannen fünf Spiele bei einer Niederlage, was auf Anhieb zum

Titelgewinn reichte. Zwar verloren die Lankwitzer gegen Vorjahressieger LTC Elmshorn, doch die Norddeutschen

spielten zweimal unentschieden und lagen bei Punkt- und Matchgleichheit am Ende um drei

Sätze hinter den Lankwitzern.

Bei den Herren 80 schafften es schließlich die Routiniers des LTTC „Rot-Weiß“ mit zwei Siegen und einem

Unentschieden bei einer Niederlage auf den zweiten Platz hinter dem ungeschlagenen Hildesheimer TC

Rot-Weiß.

Fazit

Zwar gingen in diesem Jahr lediglich sechs Regionalligatitel an Vereine aus dem TVBB. Doch der Rückgang

um einen Gesamtsieg kann nicht als Rückschritt bezeichnet werden, da 2024 mit den Damen des Potsdamer

TC „Rot-Weiß“ und den Herren von Grün-Weiß Nikolassee gleich zwei Clubs in die 2. Bundesliga Nord aufrückten.

Dieser Umstand konnte nicht eins zu eins aufgefangen werden. Speziell bei den Damen und Herren

sind mittlerweile schon mehrere TVBB-Teams in der zweithöchsten deutschen Spielklasse vertreten. In diesen

beiden Kategorien dürfte es zumindest kurzfristig schwer werden, den Regionalliga-Titel zu erringen.

Verlass war wieder einmal auf die Damen, denn hier gab es drei erste Plätze in fünf Konkurrenzen. Bei

den Herren konnte mit ebenfalls drei Titel zumindest das Ergebnis vom Vorjahr eingestellt werden. Außerdem

müssen bei den Herren fünf Clubs in die Ostliga zurück, was einen Rückgang um eine Mannschaft

im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Etwas schlechter schnitten die Damenkonkurrenzen ab, denn hier erwischte

es drei Clubs im Gegensatz zu lediglich einem Absteiger im letzten Jahr. Anfang September kann

erst ein endgültiges Resümee gezogen werden, wenn die Aufstiegsspiele in die Regionalliga Nordost abgeschlossen

sind. In jedem Fall bleibt festzuhalten, dass der TVBB mit seinen teilnehmenden Clubs keine

größeren negativen Veränderungen in Bezug auf die Anzahl der Meistertitel und Absteiger hinnehmen

musste und somit seine gute Position im nordostdeutschen Raum wie schon in den letzten Jahren verteidigen

konnte.

Michael Matthess

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Deutsche Jugendmeisterschaften presented by Generali/DVAG

Analyse statt Applaus –

Berlin schaut nach vorn

Ludwigshafen ist nicht Paris – aber wer hier im Mai erfolgreich

spielt, darf trotzdem vom großen Tennis träumen. Die Deutschen

Jugendmeisterschaften gelten als Standortbestimmung für den

Nachwuchs, als Bühne für erste Duftmarken und als Prüfstein für

das, was später vielleicht Rang und Namen trägt. Für den TVBB war

das Turnier 2025 (26. bis 31. Mai) eher ein realistischer Blick in den

Spiegel als ein goldener Pokalrausch. Eine Medaille im Doppel, ein

starkes Halbfinale – und ansonsten viel Arbeit für die Analyse. Aber

auch das gehört zum Leistungssport: Der Weg an die Spitze ist selten

gerade, und selten bequem.

Sophie Triquart (SV Zehlendorfer Wespen)

Die Deutschen Jugendmeisterschaften presented by Generali/

DVAG in Ludwigshafen zählen seit Jahren zu den wichtigsten Stationen

im Kalender der deutschen Nachwuchstalente. Wer hier

überzeugt, rückt ins Visier der Bundestrainer – und vielleicht irgendwann

ins Rampenlicht bei den großen Turnieren. Doch aus Sicht des Tennis-Verbandes

Berlin-Brandenburg fiel die Bilanz in diesem Jahr eher nüchtern

aus. Für einen der kleineren Landesverbände schlug sich der TVBB noch

immer beachtlich – auch wenn die ganz großen Coup-Momente diesmal

ausblieben. In den letzten Jahren hatte man den Großen regelmäßig ein

Bein gestellt, mitunter sogar mehr Titel geholt als die Bayern. Dieses Mal

reichte es nicht ganz, aber klein beigeben? Fehlanzeige.

Sebastian Heinrich vom BTTC Grün-Weiss war der einzige Spieler aus

der Hauptstadtregion, der sich in die Vorschlussrunde vorspielen konnte.

Im Halbfinale der U16 männlich lieferte er sich ein hart umkämpftes

Match mit dem an Nummer Eins gesetzten Ilain Mechbal vom TVN, das

er trotz starker Leistung mit 3:6, 6:3, 3:6 verlor. Sebastian Heinrich verpasste

das Finale denkbar knapp – ärgerlich, aber eben auch ein echter

Achtungserfolg. Einer, der nicht unbemerkt blieb: Bundestrainer Philipp

Petzschner zückte prompt die Wildcard und lud Heinrich zum nächsten

großen Jugend-Weltranglistenturnier auf deutschem Boden ein. Anerkennung

mit Ansage.

Weniger glücklich lief’s bei den Mädchen der gleichen Altersklasse.

Milena Steinkamp vom LTTC „Rot-Weiß“ und Sophie Triquart von den

Zehlendorfer Wespen mussten bereits im Achtelfinale die Segel streichen.

Beide eigentlich als gesetzte Spielerinnen mit Ambitionen gestartet – und

das trotz (oder wegen?) ihres jüngeren Jahrgangs. Enttäuschung inklusive,

doch der Blick geht nach vorn.

Spannung pur gab’s bei den Jüngsten: In der U13 wurde in acht Vierergruppen

gespielt – gleich drei TVBB-Talente mischten mit. Nikita Rung,

Maximilian Thümmler (beide TK Blau-Gold Steglitz) und Robert Marianowski

(TC 1899 Blau-Weiss) sicherten sich jeweils zwei Siege und kämpften

im letzten Gruppenspiel um den Einzug ins Viertelfinale. Maximilian

unterlag dem späteren deutschen Meister, Robert verpasste den Sieg

nach über drei Stunden und 5:3-Führung im dritten Satz gegen die Nummer

Drei der Setzliste – bitter. Nur Nikita schaffte es ins Viertelfinale, musste

dort aber die Spielstärke seines Gegners anerkennen. Unterm Strich:

ein starker Auftritt der Berliner Jungs – auch wenn’s am Ende nicht

fürs ganz große Ausrufezeichen reichte.

Für die übrigen Berliner Teilnehmer war bereits in der ersten

Runde des Hauptfeldes Endstation. Luis Wellmann (LTTC

„Rot-Weiß“), Lena Topel und Julia Hofmann (beide TC

1899 Blau-Weiss) konnten in ihren Auftaktmatches

keine entscheidenden Akzente setzen. Lichtblick

im Doppel: Julia Hofmann gewann

gemeinsam mit ihrer

Partnerin Livia Sistermann

aus Bayern die Silbermedaille – ein Vizemeistertitel, der zumindest ein

kleines Ausrufezeichen für den TVBB setzt. Nikita Rung und Robert Marianowski

erreichten das Halbfinale in der U13.

Landestrainer Bernd Süßbier wird die Ergebnisse in gewohnter Gründlichkeit

analysieren und daraus die nötigen Schlüsse für das kommende

Jahr ziehen. Gerade im Nachwuchsbereich verlaufen Entwicklungen selten

linear, und was in einem Jahr wie ein Rückschritt wirkt, kann im nächsten

bereits Grundlage für neue Stärke sein. Vielleicht war es in diesem Jahr einfach

der berühmte Wurm, der sich durch die Berliner Matches schlängelte.

Während der TVBB also mit gemischten Gefühlen auf das Turnier blickt,

konnten sich andere Landesverbände über strahlende Sieger freuen. Insgesamt

wurden zwölf Titel vergeben – sechs im Einzel, sechs im Doppel.

Besonders überzeugend präsentierten sich Eric Müller und Francesca

Parcelli in der Altersklasse U16. Müller bezwang im Finale seinen Kontrahenten

Ilain Mechbal mit 6:4, 6:3. Parcelli profitierte im Endspiel von der

verletzungsbedingten Aufgabe ihrer Gegnerin Tamina Kochta. In der

Altersklasse U14 setzte sich Lilly Greinert souverän mit 6:2, 6:3 gegen Finnja

Isbruch durch, während Luys Calin sein Finale gar mit 6:1, 6:0 in unter

einer Stunde dominierte – sein zweiter Titel nach dem Vorjahreserfolg in

der U13. Auch bei den Jüngsten gab es klare Entscheidungen: Carla Pollmüller

gewann das Finale der Juniorinnen U13 mit 6:2, 6:0 gegen Luise

Meißner, Jost Neermann setzte sich bei den Junioren mit 7:5, 6:2 gegen

Ilija Plavsic durch.

Ludwigshafen hat sich längst als Bühne für kommende Größen etabliert.

Große Namen wie Alexander Zverev, Angelique Kerber oder Daniel

Altmaier haben hier ihre ersten Spuren im nationalen Tennis hinterlassen.

Auch Diego Dedura, dessen Weg ins Profitennis gerade an Fahrt

aufnimmt, war mehrfacher Sieger dieser Meisterschaften. Die diesjährigen

Gewinner reihen sich also in eine stolze Liste ein – mit der Perspektive,

dass dies nicht ihr letzter Pokal gewesen sein muss.

DTB-Vizepräsident Helmut Schmidbauer, der vor Ort die Ehrungen vornahm,

brachte es auf den Punkt: „Der Gewinn der Deutschen Meisterschaft

ist ein bedeutender Meilenstein in der Laufbahn junger Spieler.

Der gezeigte Einsatz und das Niveau stimmen uns optimistisch für die

kommenden Jahre.“ Auch in jenen Teilnehmern,

die ohne Medaille abreisten, sieht er großes

Potenzial. Im Rahmen der neuen

Leistungssportstrategie des Deutschen

Tennis Bundes – „Gemeinsam! Weltklasse!

Entwickeln!“ – wolle man die

Breite des deutschen Nachwuchses weiter

stärken und gezielt fördern. Für Berlin

heißt das: Durchatmen, analysieren, weitermachen.

Die nächste Chance kommt bestimmt.

Claudio Gärtner

Foto: Harry Reis, Adobe Stock

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matchball | 03 – 2025


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TVBB-Sport

Die Anlage der Zehlendorfer Wespen

TVBB-Verbandsmeisterschaften – 9. bis 13. Juni 2025

Zweifach Stabel, einmal Sanchez Martinez

Anfang Juni stand die Anlage der Zehlendorfer Wespen wieder ganz im Zeichen des TVBB-Leistungssports. Bei den

diesjährigen Verbandsmeisterschaften der Damen und Herren wurden in gewohnt konzentrierter Atmosphäre vier Titel

vergeben – zwei im Einzel, zwei im Doppel. Die Siegerinnen und Sieger kamen dabei aus vier verschiedenen Vereinen,

was für eine erfreuliche Breite im Verband spricht. Besonders erfolgreich war Anica Stabel vom LTTC „Rot-Weiß”, die sich

sowohl im Einzel als auch im Doppel an die Spitze spielte. Mit dabei auch einige Überraschungen, klare Favoritensiege –

und jede Menge Tennis auf hohem Niveau.

Vier Verbandsmeister-Titel wurden beim TVBB-Championat

der Damen und Herren des Jahres 2025 Anfang

Juni an traditioneller Austragungsstätte bei den

Zehlendorfer Wespen vergeben, zwei im Einzel und zwei im

Doppel. Beteiligt an den Siegen waren vier Vereine. Anica Stabel

brachte ihren LTTC „Rot-Weiß” im Einzel und Doppel (mit Juliane

Triebe, BSV 1892) als einzige zweimal aufs Siegerpodest,

ihr attestierte Clubkamerad Umut Akkoyun im Herren-Doppel.

Dazu kamen Benito Sanchez Martinez (TC SCC) als Herren-

Einzelsieger und Akkoyuns Doppel-Partner Patrick Fleischhauer

vom Gastgeber Zehlendorfer Wespen.

Die Top-Überraschung des Turnier war aber Laslo Urrutia

Fuentes vom BTTC Grün-Weiss. Der TVBB-Verbandsmeister

der Jahre 2021 und 2022 galt bei den Tennis-Insidern nicht unbedingt

als allererste Option für den Titel. Doch dies widerlegte

er in den fünf Tagen auf nachdrückliche Weise. Nach SCCer

Grohbrügge räumte er die beiden „Wespen“ Julian Heikenfeld

und die Nummer 3 Patrick Fleischhauer auf ähnlich souveräne

Weise mit 6:3, 6:1 und 6:1, 6:1 aus dem Weg, ehe ihm

Laslo Urrutia Fuentes

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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matchball | 03 – 2025


TVBB-Sport

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Nummer 2 Benito Sanchez Martinez (TC SCC) im

Halbfinale nach hartem Widerstand mit 6:7, 2:6

das Stoppzeichen setzte. Damit war für das Final-

Duell der beiden Topgesetzten zwischen Jonas

Pelle Hartenstein (TC 1899 Blau-Weiss) und Sanchez

Martinez das „Schlachtfeld“ Tenniscourt geebnet.

Zweieinhalb Stunden dauerte der Schlagabtausch

mit langen Ballwechseln per harter Grundlinienbälle

mit seltenen Stops und Volleys, bei dem der SCCer den ersten

Satz klar mit 6:2 gewann, den zweiten allerdings mit 4:6 abgab.

Im dritten fand der angriffsorientierte Sanchez Martinez

2023 Meister, 2025 wieder –

vielleicht bin ich 2027 wieder dran.“

Benito Sanchez Martinez

Benito Jaron Sanchez Martinez

mit zunehmender Dauer die besseren Antworten

auf die diversen Herausforderungen, passierte

stärker, härter und platzierter. 5:4 führte er im

entscheidenden Durchgang und brachte danach

bei Service von Hartenstein mit einem Break das

Match zum glücklichen, aber verdienten Ende zu

seinen Gunsten.

„Das war ein lange ausgeglichenes Match, in dem ich am

Ende das bessere Händchen hatte. Vor zwei Jahren bin ich

hier schon mal Verbandsmeister geworden, habe da das Finale

gegen Markus Malaszszak mit zweimal 6:3 gewonnen, die

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

Jonas Pelle Hartenstein

matchball | 03 – 2025

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TVBB-Sport

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Anlage liegt mir offenbar. In den Duellen mit Jonas

hat bisher mal dieser, mal jener gewonnen“, kommentierte

der Linkshänder hinterher.

Jonas Pelle Hartenstein sah in der Sofortreaktion

die Niederlage naturgemäß differenziert. „An sich

bin ich aktuell mit mir sportlich im Reinen. Aber im

Moment bin ich unzufrieden, heute schon.“

Bei den Damen war aus sportlichen

Gründen dafür kein rechter Platz. Ein

Einzel-Finale gab es nicht, weil Julia Zhu

(TC SCC) zum Endspiel wegen einer Partie

der 2. Bundesliga nicht antrat und Anica

Stabel vom LTTC „Rot-Weiß” zur kampflosen

Siegerin machte. Die Meinungen

darüber waren geteilt. An Zwei gesetzt

war die 25-Jährige zuvor mit vier Zweisatzsiegen

durchs Turnier marschiert.

Finale wäre schön gewesen –

aber auch so freue ich mich

über den Titel.“

Anica Stabel, Damen-Meisterin LTTC „Rot-Weiß”

Anica Stabel

Auch Zhu hatte vier Matches im Hurra-Stil ohne

Satzverlust für sich entschieden.

Anica Stabel holte sich im Verbund mit der ein

Jahr älteren Juliane Triebe (BSV 1892) auch die

Meisterschaft im Doppel. Im Finale besiegten sie als

Nummer 1 im vierten Zweisatzerfolg das ungesetzte

SCC-Duo Janina Braun/Daria Strogalshchikova (Jahrgänge

1996 und 2012!) mit 6:4, 6:4. In der wechselvollen

Partie mit Ups und Downs auf beiden Seiten lag der Vorteil

der Favoritinnen im Mentalen.

Das Herren-Doppel ging an die Topgesetzten unter den 16

Paaren. Umut Akkoyun vom LTTC „Rot-Weiß” und sein Partner

Patrick Fleischhauer (Zehlendorfer Wespen) ließen auch

in ihrem vierten Match des Wettbewerbs nichts anbrennen

und landeten mit dem finalen 6:2, 6:2 gegen die ungesetzten

Steve Mundt/Hendrik Thada Grohbrügge (TC SCC) einen ungefährdeten

Meisterschaftserfolg.

Klaus Weise

Juliane Triebe

Julia Zhu

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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TVBB-Sport

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Goldene Momente an der Hundekehle:

TVBB ehrt seine Mannschaftsmeister

bei den Berlin Tennis Open

U15 Meister vom TC 1899 Blau-Weiss

Es war ein stimmungsvoller Auftakt in eine ereignisreiche Turnierwoche: Während auf den Courts der Berlin Tennis Open

by HYLO noch die ersten Bälle über das Netz flogen, stand der Montag ganz im Zeichen derer, die sich ihre sportlichen

Lorbeeren bereits verdient hatten. Der Tennis-Verband Berlin-Brandenburg nutzte die große Bühne auf der Anlage

des LTTC „Rot-Weiß“, um im Rahmen des Turniers seine Mannschaftsmeisterinnen und -meister des Jahres 2024

auszuzeichnen.

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Adobe Stock

TVBB-Präsident Dr. Klaus-Peter Walter ließ es sich

nicht nehmen, die Ehrungen persönlich vorzunehmen.

Mitten im Publikumsbereich, zwischen Tribüne,

Clubterrasse und weißen Pagodenzelten, versammelten

sich die Siegerteams aller Altersklassen – von der U12 bis zur

Herren 70 – und verwandelten den traditionsreichen Club am

Hundekehlesee in ein buntes Schaulaufen des Verbandstennis.

Es war keine Gala, kein Prunk. Aber es war echt. Stolz, Freude,

Gemeinschaft – alles spürbar in diesem Moment, als die

Schalen glänzten und die Vereinsfarben in der Nachmittagssonne

leuchteten. Jeder Club, der sich in dieser Saison durchgesetzt

hatte, war eingeladen. Und viele kamen. Jugendteams,

die sich strahlend in ihre Mannschaftsshirts warfen.

Erwachsene, die das Kapitel „Teamgeist“ noch einmal ganz

groß aufgeschlagen hatten. Und Seniorenspieler, die mit ihrer

Erfahrung auch vor der Kamera souverän aufspielten.

Das Blitzlichtgewitter, das sonst den Profis gilt, gehörte

an diesem Tag ganz den regionalen Champions. Die Kameras

klickten, die Pokale funkelten, und nicht wenige nutzten die

Gelegenheit, sich auf dem ehrwürdigen Clubgelände ein wenig

wie auf dem heiligen Rasen von Wimbledon zu fühlen – Berlin-

Edition, versteht sich.

Dr. Klaus-Peter Walter fand in seiner kurzen Ansprache klare

Worte des Respekts: „Wer über Wochen hinweg konstant abliefert,

Teamverantwortung übernimmt, sich durch Rückschläge

kämpft und am Ende ganz oben steht, der hat mehr als

nur einen Pokal verdient. Diese Ehrung ist ein Symbol für all die

Leidenschaft, die unsere Vereine leben.“

Die Veranstaltung war mehr als eine Übergabe von Urkunden

– sie war ein generationenübergreifendes Treffen

der Tennisfamilie. Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und

Trainer, Familien, Freunde – sie alle feierten das, was im Trubel

der Saison manchmal zu kurz kommt: den Moment des

Innehaltens, das gemeinsame Erinnern an Matches, die man

so schnell nicht vergisst, und das stille Wissen, dass Meisterschaften

nicht allein gewonnen werden, sondern im Kollektiv.

Zum Schluss trugen alle ihre Schalen wieder in ihre Clubs –

wie kleine Trophäen mit großer Bedeutung. Manche werden sicher

auf dem Kaminsims landen, andere in der Vitrine im Vereinsheim.

Doch egal wo: Sie erzählen alle dieselbe Geschichte.

Von einem Winter voller Aufschläge, Tie-Breaks und Teamgeist.

Und vielleicht, ganz vielleicht, war dieser Montag mehr als

nur ein Festakt. Vielleicht war es auch ein stilles Versprechen:

dass Tennis in Berlin und Brandenburg lebt – auf dem Center

Court genauso wie auf den Nebenplätzen.

Claudio Gärtner

Die jungen Midcourt Meister vom NTC „Die Känguruhs“

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TVBB-Sport

Heinz-Georg Hoinka

(TC Frohnau)

23. Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier – 4. bis 9. Juni 2025

Tradition, Tennis und

Temperament: Eine Klasse für sich

Auch beim 23. Grün-Weiß Nikolassee-Seniorenturnier war wieder alles

dabei, was das besondere Flair dieses Pfingstklassikers ausmacht: engagierte

Spielerinnen und Spieler aus ganz Deutschland, ein Organisationsteam mit viel

Herzblut – und das gewohnt launische Berliner Wetter, das sich in diesem Jahr

mit einigen Schauern und Hallenausflügen kreativ in die Turnierregie einbrachte.

Doch wer das Turnier kennt, weiß: Ein bisschen Regen trübt hier niemandem die

Laune – weder auf dem Platz noch daneben. Der Bericht eines Kollegen fasst die

sportlichen Highlights, organisatorischen Besonderheiten und die kleine, große

Welt des Nikolasseer Turnierlebens mit viel Liebe zum Detail zusammen.

Das Clubhaus des TC Grün-Weiß Nikolassee

ersten Reihe.“ Eigentlich habe alles sehr gut funktioniert, sagt

Scheer, der seit 2011 ein Grün-Weißer ist.

Das „bisschen Regen“ wurde kompensiert, indem man in

die eigene Halle und dank Top-Kooperation in die der Weißen

Bären Wannsee, zu den Zehlendorfer Wespen und nach

Stahnsdorf auswich. Auch der traditionelle Ablauf des Pfingstsonntags

mit Frühstücks-Brunch und Konzert der Prague Dixieland-Band

auf der Grün-Weiß-Anlage war ein gut besuchtes

Die große Hitze wie bei vielen Vorgängerereignissen des

Grün-Weiß Nikolassee-Pfingstturniers der Senioren

gab es diesmal nicht.

Das freilich tat der Stimmung bei Organisatoren, Aktiven,

deren Anhang sowie Zuschauern keinerlei Abbruch. Das bestätigten

Club-Vorsitzende Dr. Ulrike Bohnsack und Geschäftsführer

Klaus Scheer, der als Nachfolger von Marco Reichelt erstmals

auch als Turnierchef fungierte, unisono. „Das es von oben

partiell nass wurde, konnte die schöne Atmosphäre nicht eintrüben.

Das haben uns die Aktiven von nah und fern immer

wieder bestätigt. Und auch sportlich hatten wir ein sehr gutes

Niveau in nahezu allen Altersklassen mit vielen TVBB-Top-

Spielern und -Spielerinnen sowie DTB-Ranglistenakteuren der

Ian Leonhardt (Berliner Sport-Verein 1892)

Fotos: Nicola Sophia Trenner

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TVBB-Sport

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Erlebnis, nachdem der Wettergott nach Morgenguss ein Einsehen

hatte und mit wohltemperierten Bedingungen das Seine

zum Gelingen beitrug. 211 Teilnehmer hatten sich für die nun

insgesamt 23. Ausgabe des Pfingstturniers in acht Herrenund

sechs Damen-Altersklassen angemeldet. Die gute Resonanz

des S1-Turnieres beschränkte sich nicht auf TVBB-Vereine,

sondern Aktive aus weiteren 13 DTV-Landesverbänden

machten ihre Aufwartung in Nikolassee.

Sportlich war ein hoher Qualitätspegel

fast durchgängig gegeben, auch wenn in einigen

Damen-Altersklassen die Siegerinnen über

Gruppenspiele ermittelt werden mussten. In den

Finals waren bei Herren und Damen jeweils sieben

Aktive aus den DTB-Top 10 ihrer Altersklassen

vertreten und mit Susanne Veismann (DTV Hannover,

D60) und Manfred Schütt (Harburger SC, H70) gingen

zwei deutsche Nummern 1 ihrer Alterskategorien als Grün-

Weiß-Sieger 2025 vom Platz. Wobei die ungebremste Freude

des Hamburgers besonders deutlich war, trug doch sein Nikolassee-Erfolg

justament dazu bei, dass er die Spitzenposition

erobert hatte.

Wenn das sportliche Niveau stimmt,

dann verdoppelt sich der Spaß.“

Klaus Scheer, Club-Manager und Geschäftsführer,

Premiere als Turnierleiter

Benjamin Potsch (TC SCC)

Veissmann und Schütt bildeten neben dem Niedersachsen

Norbert Burandt (Misburger Tennis-Club Hannover von 1965,

H80) das Trio der Nicht-TVBB-Gewinner in den 14 Konkurrenzen.

Burandt, Jahrgang 1944, an Zwei gesetzt, putzte im erstaunlichen

15er Feld der „Oldies but Goldies“ seine Konkurrenten

nach Belieben weg. In vier Spielen inklusive des Finals

gegen Dietrich Gatzka (Stadtwald Hilden – 6:0,6:2)

blieb er ohne Satzverlust.

Eine „echte“ Titelverteidigung, soll heißen in

der gleichen Altersklasse wie im Vorjahr, gelang

allein Benjamin Potsch (TC SCC/H 40), Susanne

Veismann (Hannover/D60) und Ariane Lauenburg

(Zehlendorfer Wespen/D65). Jeweils eine Kategorie

höher wiederholten Jens Thron (ZC SCC/

H55) und Tina Loddenkemper (Zehlendorfer Wespen/D55)

ihren 2024er Sieg.

Als einen der Höhepunkte der kompakt am Pfingstmontag

auf acht Feldern parallel ausgetragenen Finals ist auf jeden Fall

das Herren 65-Endspiel zwischen Torben Arlt (SV Reinickendorf)

und der DTB-Nummer 1 Thomas Rothe vom bayerischen

TC Hof herausheben. Allein das Ergebnis von 6:3, 3:6 und 10:8

Fotos: Nicola Sophia Trenner

Torben Arlt (SV Reinickendorf 1896)

Manfred Schütt (Harburger SC)

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TVBB-Sport

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vermittelt, welche Spannung, Klasse, Höhen und Tiefen auf beiden

Seiten das Duell bot. Rothe war „leichten Fußes“ mit zwei

Zweisatzerfolgen ins Finale marschiert, Arlt musste

nach zwei Pflichtsiegen im Halbfinale gegen

den an Zwei gesetzten SCCer Gabriel Monroy hart

kämpfen, um sich als 4:6, 6:2,10:3-Gewinner feiern

zu lassen. Dass er im Endspiel nach gewonnenen

Auftaktsatz dem Rivalen nach dessen Ausgleich im

Match-Tie-Beak das Momentum wieder entreissen

konnte, war eine absolut starke Leistung.

Die brachten auch Benjamin Potsch (H40), Michael

Buttkus (H50) und Jens Thron (H55) als Topgesetzte

mit ihren ungefährdeten Finalerfolgen

ohne Satzverlust. Vom 60er Endspiel zwischen der rot-weißen

Nummer 1 Guido Schulz und Nummer 2 Michael Stensch (TC

Wie oft ich dabei war?

Keine Ahnung …

Gewonnen habe ich jedenfalls

auch ein paar Mal.“

Karin Reinhard, BTTC Grün-Weiss –

2025 D60 Halbfinale

SCC) hatte man

nach souveränen

Auftritten

zuvor Spannung

pur erwartet,

aber nach starken

Schulterschmerzen, die keinen wettbewerbsfähigen

Aufschlag mehr erlaubten,

musste der SCCer nach 1:1 im

ersten Satz früh aufgeben.

Hochklassig war das 70er Endspiel

zwischen dem topgesetzten Pfälzer Alfred

Neumann (Bad Ems) und Nummer

2 Manfred Schütt (Harburg), dass das

Nordlicht nach beiderseits drei hohen

Siegen zuvor mit 7:5 und 6:3 gewann

und in der DTB-Rangliste der Altersklasse

damit ganz nach oben kletterte. Durchaus

eine Überraschung dagegen war der

Sieg von Heinz-Georg Hoinka (TC Frohnau)

bei den 75ern, der sich mit seinen

Erfolgen gegen Karl-Heinz Mauß (Eberswalder

TC, Nr. 1 – 6:4,6:0) und Klaus Müller-Boesser

(1899 Blau-Weiß, 6:3, 6:0)

als echter Favoriten-Schreck erwies und

auch im Endspiel gegen Wolfgang Dröge

(GW Berlin-Lankwitz) beim 6:1 und 6:2 nicht nachließ.

Bei den Damen war in den sechs Wettbewerben das Trio

Heide Maaß (1899 Blau-Weiß, D40), Tina Loddenkemper

(Zehlendorfer Wespen, D55) und Susanne Veismann

(DTV Hannover) das mit den stärksten Leistungen.

Heide Maaß, immer eine Erscheinung auf dem Court,

präsentierte sich gegen die jüngere Konkurrenz ihrer

Anna Blumenberg (TC Grün-Weiß Leer)

Mittel sicher, spielte variabel und technisch sehenswert.

Im Halbfinale musste Nummer 1 Nadine Komander (BSC

Süd 05 Brandenburg) mit 5:7, 4:6, im Endspiel Anna

Blumenberg (Grün-Weiß Leer), wie Komander Jahrgang

1983, mit 2:6 und 1:6 die Überlegenheit der Blau-Weissen

akzeptieren.

Klaus Weise

Susanne Veismann (DTV Hannover)

Martina Parr-Kröger

(SV Zehlendorfer Wespen)

Fotos: Nicola Sophia Trenner

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Südturnier Senioren S2 – 14. bis 21. Juni 2025

Britz zwischen Sandplatzromantik

und Sägezahndramatik

Manchmal beginnt Größe ganz leise – zum Beispiel in Britz, zwischen

Kleingarten und U-Bahn, wo man statt Applaus erstmal Rasenmäher hört.

Und dann kommt plötzlich so ein Südturnier um die Ecke, macht sich breit

auf sechs Sandplätzen und sagt: „So, wir machen das jetzt mal alleine.“ Kein

Sponsorengewitter, keine Pyrotechnik – nur Tennis. Ehrlich, schweißtreibend

und mit Spielern, die ihre Knie schon besser kennen als ihr Netflix-Passwort.

Und was soll man sagen: Britz hat abgeliefert. Mit Herz, mit Humor und

mit mehr internationalen Gästen als ein durchschnittlicher Flughafen im

Erzgebirge.

Also. Tennis. In Britz. Wir reden nicht von Wimbledon,

nicht von Paris, nicht mal von der Schulsporthalle in

Castrop-Rauxel. Nein, wir reden von Berlin-Neukölln,

wo man normalerweise eher einen Döner als ein S2-Turnier serviert

bekommt. Aber genau da – auf der ehrwürdigen Anlage

des TC Blau-Weiß Britz – wurde im Juni nicht gekickert, sondern

geglänzt. Mit Schweiß, Slice und sehr viel Sonnencreme.

Der Verein. Zum ersten Mal ganz allein.

Man stelle sich das mal vor: Du machst seit Jahren bei einem

Turnier mit, so als Mitveranstalter, wie so’n Beifahrer beim Rallye

Dakar – Karte halten, Snacks reichen, Notrufnummer kennen.

Und dann sagt der Hauptfahrer plötzlich: „Mach du mal alleine.“

Was macht Britz? Britz macht! Und wie. Das Südturnier 2025

war die erste Solo-Nummer des Clubs – und keiner ist vom

Platz gefallen. Außer aus sportlichen Gründen. Chapeau.

Spieler aus zwölf Nationen – ohne Dolmetscher!

114 Menschen, die alle freiwillig in Berlin-Neukölln Tennis spielen

wollten. Schon das ist eine Nachricht. Sie kamen aus fünf

Bundesländern, zwölf Nationen und 56 Vereinen. Gespielt

wurde in zwölf Altersklassen. Damen von 30 bis 60, Herren

sogar bis 70 – da, wo man beim Seitenwechsel nicht sprintet,

sondern würdevoll die Seite wechselt – wie es sich für echte

Tennislegenden gehört.

Finaltag – mit allem, was Tennis so unberechenbar macht

Der Finaltag hatte alles, was ein gutes Turnier braucht: Spannung,

Sand in den Socken und diese knisternde Stille vor dem

Doppelfehler. Besonders kurios wurde es bei den Herren 55.

Tim Schiffers, ein Mann mit sicherer Rückhand und vermutlich

noch sicherem Kalender, schaffte es ins Finale, ohne auch

nur ein einziges Match zu spielen. Nicht, weil er Leute eingeschüchtert

hat – sondern weil sich die halbe Konkurrenz verabschiedete.

Vielleicht war’s Hitze. Vielleicht war’s das Büfett.

Jedenfalls stand Tim plötzlich im Endspiel, völlig ungespielt

– was ungefähr so ist, als würde man ohne Fahrstunden

direkt zur Führerscheinprüfung erscheinen. Im

Finale war dann auch Schluss mit der stillen Magie: Kai Ehrenschneider

kam, sah, spielte – und nahm den Pokal mit. Und für

Tim? Kein Titel, keine Punkte, aber volle Meldegebühr. Kurz gesagt:

ein Tennis-Wochenende wie aus dem Lehrbuch für bitterkomische

Sportanekdoten.

Franziska Krüger

(Hermsdorfer Sport-Club)

Kai Ehrenschneider

(LTTC „Rot-Weiß“)

Fotos: Harald Almonat

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TVBB-Sport

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Guido Schulz und

Matthias Schmidt

Jonathan Quass

(BTC Grün-Gold 1904)

Und wer hat’s gewonnen? Die, die am

Ende noch laufen konnten.

Natürlich gab’s auch Siegerinnen und Sieger. Zehn Zentimeter

hoch die Trophäe, 1,80 Meter hoch der Stolz. Bei den

Damen triumphierten unter anderem Franziska Krüger (D30),

Nadine Komander (D40) und Marion Heinkel (D50) – Frauen,

bei denen man den Eindruck hatte,

dass sie auch ein Bewerbungsgespräch

mit Vorhand longline führen könnten.

Bei den Herren räumten unter anderem

Ian Leonhardt (H30), Gino Gerwien

(H40) und Guido Schulz (H60) ab – Männer

mit Namen, bei denen man sich nicht

wundert, dass sie einen Passierball spielen

können, ohne dabei ihre Sonnenbrille zu verrücken.

Und ganz oben in der Altersklasse H70: Thomas Profazi. Wahrscheinlich

der einzige Mensch, der in der H70 nicht nur mit

einem Stoppball Applaus würdig glänzte, sondern mit der souveränen

Ruhe eines Spielers, der schon alles gesehen hat –

außer vielleicht hawaiianische Sandplätze.

Finale ohne ein Match gespielt zu haben?

Tennis schreibt die besten Geschichten.“

Zuschauer am Rande der Herren-55-Finals

Britz 2026 – der zweite Streich?

Der Club hat’s also drauf. Und das

mit Wetter, Zeitplan, Platzpflege und

guter Laune. Christian Stein und sein

Helferteam haben das alles so aufgezogen,

als hätten sie heimlich in

Roland-Garros hospitiert. Die Spieler

lobten die Plätze, die

Orga, die Currywurst.

Und weil’s so

Ergebnisse finden Sie unter

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schön war, will man

es 2026 gleich wieder

tun. Im Juni. In Britz. Mit Sonne, Sand, Satz

und Sieg.

Und ich sag mal so: Wenn Seniorentennis

in Britz so bleibt, wie’s war, dann muss man das eigentlich

nächstes Jahr live sehen. Oder mitspielen. Wenn man den Aufschlag

noch trifft. Oder wenigstens das Buffet.

Claudio Gärtner

Fotos: Harald Almonat

Nadine Komander

(TC BSC Süd 05 Brandenburg)

Guido Schulz (LTTC „Rot-Weiß“)

matchball | 03 – 2025

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TVBB-Sport

Wolfgang Landgraf

(TC 1899 Blau-Weiss)

8. Neuenhagen Senior Open 2025 – 20. bis 26. Juni 2025

S3 ist mehr als ein Kürzel –

es ist ein Qualitätsversprechen

Was für ein Turnier! Die 8. Neuenhagen Senior Open 2025, eingebettet in die

Dunlop Senior Tour, haben neue Maßstäbe gesetzt – sportlich wie emotional.

Nach jahrelangem Engagement und stetiger Weiterentwicklung ist es endlich

gelungen: Kategorie S3 – wir sind aufgestiegen!

Atmosphäre & Highlights

Ob sengende Sonne mit über 36 Grad, spontane Sturmböen,

Gewitter, oder ein bisschen Regen – der Wettergott bot das

volle Programm. Doch unsere Platzwarte haben mit stoischer

Ruhe und viel Erfahrung tagtäglich Top-Bedingungen geschaffen.

Auf dem Platz kämpften die Spieler in packenden

Matches – fair, leidenschaftlich, oft über drei Sätze – während

abseits des Platzes eine familiäre, herzliche Stimmung spürbar

war. Ein Turnier, das nicht nur Tennis, sondern Gemeinschaft

gefeiert hat. Und es wurde belohnt: mit hochwertigen Sachpreisen

und dem goldenen Pokal für die Sieger der jeweiligen

Konkurrenzen.

Ergebnisse im Überblick – Die Champions 2025

Herren 30 – Daniel Günther gewinnt den

Titel vor heimischem Publikum

Daniel Günther vom Neuenhagener TC ´93 ließ sich von seinem

Ziel nicht abbringen. In einem hochklassigen Finale besiegte

er nach einer unglaublichen Aufholjagd Felix Kunstmann (SV

Reinickendorf) mit 2:6, 6:3, 10:5. Auf seinem Weg ins Finale

kämpfte er sich durch ein stark besetztes Feld – unter anderem

mit engen Matches gegen seinen Mannschaftskollegen Alexander

Neiser und Simon Camilleri. Sein Triumph: verdient, erarbeitet

und gefeiert.

Herren 40 – Roman Tennert mit makelloser

Leistung zum fünften Titel in Folge

Roman Tennert (TC SCC) war wieder einmal mehr das Maß der

Dinge in dieser Konkurrenz und seit fünf Jahren ungeschlagen

in Neuenhagen. Ohne einen einzigen Satzverlust marschierte

Gregor Kluck

(Neuenhagener TC 93)

Fotos: Harald Almonat

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TVBB-Sport

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Alexander Bisaro (TSG Break 90)

er wieder einmal durch das Tableau.

Wobei das Halbfinale gegen Lewis van

Splunteren lange Zeit in eine andere

Richtung lief, da van Splunteren unfassbar

aufspielte und das Match bis zum

Tie-Break dominierte. Am Ende gewann

Tennert mit 7:6, 6:3. Ein Match auf höchstem

Niveau, geprägt von Präzision, Erfahrung

und taktischem Feingefühl. Unaufgeregt

und siegessicher im Finale, so

trat Tennert gegen den ungesetzten Philipp

Wachenfeld (TC Weiß-Gelb Lichtenrade)

auf und gewann souverän 6:1, 6:3.

Herren 55 – Karsten Graw zeigt,

wie es geht und regt zu mehr

Nachhaltigkeit im Tennissport an

Mit einer beeindruckenden Souveränität

dominierte Karsten Graw (TC Weimar

1912), der sich für mehr Nachhaltigkeit

im Tennissport einsetzt, die Herren-

55-Klasse. Nach einem glatten 6:3, 6:0

im Halbfinale gegen Udo von Langsdorff

spielte er im Finale gegen Matthias

Schmidt (Treptower Teufel) ein unfassbares

Match und gewann am Ende

mit 6:4, 7:6. Ein Spieler, der mit Gelassenheit, Erfahrung und

Übersicht überzeugte – und verdient ganz oben stand.

Herren 65 – Andreas Bülow bezwingt als

Ungesetzter starke Konkurrenz

In einem spannenden Feld setzte sich Andreas Bülow

(Wolfenbütteler THV) gegen Gruppen- und Finalgegner

durch. Nach einem souveränen Durchmarsch in der Vorrunde

traf er im Finale auf Wolfgang Landgraf (TC 1899 Blau-

Weiss), der seinerseits stark aufspielte. Bülow dominierte

das Endspiel mit 6:4, 6:1 – ein taktisch kluger und

spielstarker Auftritt, gekrönt vom Titelgewinn.

Herren 70 – Harald Krones siegt

nach wilder Aufholjagd

Harald Krones (Hermsdorfer SC) erlebte ein Turnier

mit Höhen und Tiefen – und am Ende: den

Triumph. Nach einem ungefährdeten Auftaktsieg

und verlorenem ersten Satz im Halbfinale gegen Stefan Moll

(Steglitzer TK) drehte er die Partie nach verlorenem ersten

Satz 5:7, 3:5-Rückstand im Zweiten und gewann am Ende

doch noch mit 7:5 und 10:7 im Match-Tie-Beak. Ein Match,

das Emotionen, Dramatik und pure Leidenschaft vereinte.

Verletzungsbedingt konnte das Endspiel bedauerlicherweise

nicht ausgetragen werden und Krones siegte ohne

Spiel gegen Lutz Lorenz (TC 1899 Blau-Weiss).

Herren 75 – Andrzej Nuszkiewicz bleibt eiskalt

Andrzej Nuszkiewicz (‘Sutos’ 1917) meisterte alle Herausforderungen

mit klarem Kopf und konsequentem Spiel.

Auch im Finale gegen den erfahrenen Heinz Goertz (TC GW

Berlin-Lankwitz) blieb er fokussiert und gewann mit 6:2,

6:3 – ein verdienter Titel für einen Spieler mit starker mentaler

Präsenz.

Damenpower in Neuenhagen

Fünf Jahre ungeschlagen –

Neuenhagen ist mein Wohnzimmer.“

Roman Tennert, Herren 40

Ergebnisse finden Sie unter

folgendem QR-Code:

aber entschlossener Spielweise, gewann ihre Gruppenspiele

souverän – und ließ auch im Finale gegen Sonja Koesling

nichts anbrennen: 6:0, 6:2. Ein Titel für Neuenhagen – umjubelt,

verdient und emotional.

Damen 60 – Heike Nothnagel unaufhaltsam

bei ihrer Premiere in Neuenhagen

Heike Nothnagel (HSG Uni Greifswald) ließ der Konkurrenz

keine Chance: Zwei klare Siege, kein Satzverlust und ein Spielverhältnis

von 24:9. Ihre Konstanz, Präzision und Ausstrahlung

machten sie zur verdienten Siegerin in dieser

Altersklasse.

Damen 70 – Ute Mattausch mit makelloser

Bilanz und Ausbau ihrer Titel-Serie

Ute Mattausch (TC Grün-Weiss Nikolassee) dominierte

die Damen-70-Konkurrenz nach Belieben.

Mit 6:0 Sätzen und 36:9 Spielen ließ sie alle Gegnerinnen

klar hinter sich. Ihr Spiel war ein Lehrstück an Technik

und Kontrolle – eine Meisterin ihres Fachs.

Fazit: Mehr als nur ein Turnier

Was bleibt, ist die Erinnerung an eine Woche voller sportlicher

Höhepunkte, Überraschungen, Begegnungen, Hitzeschlachten,

Regengüsse – aber vor allem: an eine Woche, die

Gemeinschaft gestiftet hat.

Die 8. Neuenhagen Senior Open waren nicht einfach ein

Turnier. Sie waren ein Fest des Tennissports. Ein Ort der Begegnung,

Emotion und Freude. Ein Beweis dafür, dass Leidenschaft

und Herzblut mehr zählen als Status oder Ranglistenpunkte.

Und mit dem Aufstieg zur Kategorie S3 ist klar:

Neuenhagen hat sich auch im nationalen Turnierkalender etabliert

– und ist bereit für noch mehr.

Sebastian Herzberg

Fotos: Harald Almonat

Damen 40 – Romy Lohse hält die

Fahne für Neuenhagen hoch

Was für ein Auftritt vor heimischem Publikum! Romy

Lohse vom Neuenhagener TC 93 begeisterte mit ruhiger,

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TVBB-Sport

20. Neuenhagen Open 2025 – 17. bis 22. Juni 2025

Ein Turnier wie ein Wiedersehen

Es war eine Turnierwoche voller Geschichten, Überraschungen und großer Emotionen, die das Jubiläumsturnier der

Neuenhagen Open zu einem besonderen Erlebnis machte. Seit 20 Jahren ist das traditionsreiche Event ein fester

Bestandteil des ostdeutschen Tenniskalenders – und zum runden Geburtstag bot das Feld nicht nur sportliche Klasse,

sondern auch emotionale Rückblicke und internationale Stars.

Ein Hauch von Geschichte: Ehrengast Laura Reinhard

Als am Finalsonntag Laura Reinhard das Clubgelände des Neuenhagener

TC 93 betrat, ging ein ehrfürchtiges Raunen durch

das Publikum. Die erste Turniersiegerin von 2005 war als Ehrengast

zurückgekehrt – 20 Jahre nach ihrem Triumph. „Es ist

wunderschön zu sehen, wie sich das Turnier entwickelt hat. Die

Atmosphäre ist noch immer familiär, aber die Professionalität

ist beeindruckend", sagte Reinhard sichtlich bewegt.

Held der Woche: Mariano Dedura-Palomera

Was für eine Geschichte schrieb Mariano Dedura-Palomero: Am

Mittwoch noch feierlich das Abiturzeugnis in der Tasche, am

Sonntag dann mit einem Pokal in der Hand – der junge Berliner

krönte sich nach einer eindrucksvollen Leistung zum Sieger

im Herren-Einzel. Mit kraftvollem Spiel und kühlem Kopf setzte

er sich im Finale gegen Mike Stieler (TC Göppingen) mit 6:3,

6:3 durch und ließ im Turnierverlauf junge Spieler wie Konstantin

Heupel, Paul Damrath, Julius van der Linden, Tom Just und

Sebastian Heinrich hinter sich. Sein Weg

bis zum Finale war relativ unspektakulär,

die größte Herausforderung wartete im

Halbfinale: Gegen den sehr stark aufspielenden

Sebastian Heinrich zeigte

er Nervenstärke und offenbarte mentale

Reife.

Argentinisches Feuer in Neuenhagen

Ein weiteres Highlight: Giovanni Branchetti,

ein Gast aus Argentinien,

sorgte mit elegantem Spielstil und

südamerikanischem Temperament für

Begeisterung. Der Spieler des TC Göppingen

erreichte das Halbfinale, in dem er

sich gegen seinen Vereinskollegen Mike

Stieler verletzungsbedingt, Aufgabe im

zweiten Satz, geschlagen geben musste.

Sein Weg dorthin führte über starke

Gegner wie Emil Enseleit – und sein engagiertes

dynamisches Spiel ließ ihn von

Runde zu Runde stärker aufspielen.

Damenkonkurrenz: Der

Triumph der Julia Zhu

Bei den Damen dominierte Julia Zhu

vom TC SCC das Turniergeschehen mit

beeindruckender Klarheit, wobei sie im

Viertelfinale mentale Stärke bewies und

Laura Reinhard (Siegerin 2005),

Volkmar Schumann (1. Vorsitzender)

Fotos: Harald Almonat

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Mariano Dedura-Palomera

(BTTC Grün-Weiss)

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sich gegen Daria Remetean (TC 1899 Blau-Weiss) im Match-

Tie-Break mit 10:7 durchsetzen konnte. Mit nur einem einzigen

Satzverlust marschierte sie durch das Feld – selbst im

Finale ließ sie ihrer 14-jährigen Gegnerin Milena Steinkamp

keine Chance und gewann mit 6:4, 6:4 in einem spielstarken

und spannenden Match. Zhu, die mit variantenreichem Grundlinienspiel

und hoher Konstanz auftrat, war die überragende

Akteurin der Damenkonkurrenz.

Besonders erwähnenswert ist auch das Auftreten von Juliane

Triebe, die sich nach ihrem erfolgreichen Turnierstart

ins Halbfinale kämpfte, dort allerdings als Topgesetzte

Zhu deutlich mit 1:6, 1:6 unterlag – die

77er-Ranglistenspielerin zeigte trotz der Niederlage

wieder eine starke Form in Neuenhagen.

Perfekte Bedingungen, starkes Publikum

Bei sommerlichen Temperaturen und idealen

Platzverhältnissen präsentierte sich der Neuenhagener

Tennisclub 93 als perfekter Gastgeber. Viele Zuschauer „– darunter viele ehemalige

Vorstandsmitglieder & Bürgermeister, Förderer und Familien – nutzten die Gelegenheit

zum Jubiläum, um Spitzentennis und

nostalgische Begegnungen zu erleben.

So ein Turnier mit 20 Jahren

Geschichte –

das ist nicht selbstverständlich.“

Laura Reinhard, Ehrengast & erste Siegerin 2005

Fazit: Ein Turnier mit Herz und Perspektive

Die 20. Neuenhagen Open waren mehr als ein Turnier

– sie waren wieder ein Fest für den Tennissport.

Sie erzählten Geschichten von Vergangenheit

und Zukunft, von internationalen Gästen und

lokalem Nachwuchs, von sportlicher Leidenschaft

und menschlicher Wärme.

Und sie machten klar: Dieses

Turnier hat weiterhin

Zukunft.

Sebastian Herzberg

Ergebnisse finden Sie unter

folgendem QR-Code:

Fotos: Harald Almonat

Julia Zhu (TC SCC)

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TVBB-Sport

2. ROHA Open 2025 S4 – 26. bis 29. Juni 2025

Leere Startplätze, volle Motivation –

warum Durchziehen auch ein Statement ist

Nach dem starken Debüt im Vorjahr folgte diesmal die Ernüchterung: Halb so

viele Teilnehmende, leere Tableaus – und dennoch eine Menge Einsatz auf

dem Court. Trotz aufgewerteter Turnierkategorie blieben viele Meldungen

aus, vor allem im Damenbereich klafften Lücken. Doch wer kam, zeigte

Leidenschaft, Qualität und den Willen, das Beste aus der zweiten Auflage zu

machen. Titel wurden verteidigt, Favoriten gestürzt, Underdogs wuchsen

über sich hinaus. Ein Turnier mit Dellen – aber auch mit Haltung.

Carsten Maas

(SC Brandenburg)

Nach dem großen Zuspruch bei unserem ersten ROHA-

Ranglistenturnier geht es in die nächste Runde! ROHA

Nr. 2 steht in den Startlöchern!“ So war es kurz vor dem

Tennis-Highlight des Vereins Ende Juni auf der Website des TC

Rotation Friedrichsfelde anfeuernd zu lesen. Doch statt der 70

Teilnehmer in sechs Ausschreibungskonkurrenzen waren diesmal

zum identischen Zeitpunkt im von der Kategorie S6 zu S4

aufgerücktem Turnier nur 35 Akteure, die statt in sechs ausgeschriebenen

Konkurrenzen nur in vier die Rackets schwangen.

Das ergab unterm Strich ein halbiertes Teilnehmerfeld für

die bemühten Organisatoren um Turnierleiter Michael Wiedeck

und den Vereinsvorsitzenden Halil Savran.

Wiedeck sieht in den Teilnehmer-Zahlen bei Turnieren zwar

ein offenbar „allgemeines Problem, denn nicht nur wir hatten

damit zu kämpfen“. Auch andere Turniere, wie zum Beispiel

bei seinem Stammverein, dem Neuenhagener TC 93, seien

betroffen. Im Detail hängt er an: „Es könnte an der neuen

DTB-Gebühr liegen, die somit einen negativen Effekt hätte.

Insbesondere werden dadurch Spieler abgeschreckt, die verhältnismäßig

wenig Turniere spielen.“ Hinzu kämen auch Verbandsspiele

und gleichzeitige Turniere anderer Vereine und

Verbände. In der Tat sei es unlogisch, dass das hochgestufte Ereignis

weniger Aktive anziehe als davor. Die kleineren Felder

bei den Damen, die dabei besonders betroffen waren, sei ebenfalls

ein Kontinuum, das die ROHA mit vielen anderen teilten.

Vereinschef Halil Savran, gebürtiger Berliner, hat eine

durchaus schillernde Fußballer-Vergangenheit, kam aber mit

dem Racket diesmal in der 40er-Konkurrenz nicht über das Auftaktmatch

hinaus, das er gegen Christian Miesel (Orange-Weiß

Friedrichshagen) mit 1:6, 3:6 verlor. Der ungesetzte Miesel freilich

zeigte danach, dass er einer mit Qualität ist, und warf die

Nummer 2 Carl-Philipp Brenning (Zehlendorfer TuS von 1888)

mit 3:6,6:3,10:8 aus dem Turnier.

Die 13 Wettbewerber der 40er-Herren stellten das überschaubare,

aber zahlenmäßig stärkste Feld der sechs Konkurrenzen

der Open, unter ihnen mit Roland Goering (FVT

Heilandsweide) und Steven Michaelis (Steglitzer TK) auch gute

Bekannte aus TVBB-Funktionärs- und Schiedsrichterkreisen.

Doch auch mit ihnen blieb die Gesamtteilnehmerzahl überschaubar.

Anders auch als im Vorjahr, als sich immerhin sechs Herren

und zwei Damen aus DTB-Landesverbänden vom Turnier-

Neuling im Rahmen der DUNLOP Seniors Tour anlocken ließen

Maik Mietho (Neuenhagener TC 93)

Fotos: Harald Almonat

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und mit Tobias Wurm (TSV Zusmarshausen, H30) und Monique

Lauterbach (THC Ahrensburg – D50) sogar zwei Turniersieger

stellten, blieb man bei der ROHA-Zweitauflage ganz TVBB-intim

unter sich.

Das in den Zeilen zuvor Geschriebene hieß freilich nicht,

dass auch auf sozusagen „kleiner Flamme“

nicht dennoch guter, anspruchsvoller und

starker Sport geboten wurde. Ein Gewinner

des Vorjahres schaffte es sogar, seinen Titel

zu verteidigen und den Erfolg zu wiederholen.

Dietmar Schwerin vom Potsdamer TC

„Rot-Weiß” musste sich bei den Herren 50

im Endspiel gegen Nummer 2 Carsten Maas

(SC Brandenburg) durchsetzen, aber das tat er beim im ersten

Satz hart erkämpften 7:5 und im zweiten beim souveränen 6:1

in Klassemanier.

Der 30er Herren-Wettbewerb mit 12 Teilnehmern fand im

Endspiel zwischen der Nummer 1 und 2 des Settings seine

sportliche logische Konsequenz. Dem topgesetzten Nguyen

Thien (TC SCC) war wie 2024, als er im Finale gegen den Schwaben

Tobias Wurm aufgeben musste, auch diesmal gegen Nummer

2 Jan Schmidt (Orange-Weiß Friedrichshagen) nach der

frühen Aufgabe beim 0:1 im ersten Satz die sportliche Ultima

ratio, sprich der Sieg, nicht gegönnt.

Die 40er Herren-Kategorie mit 13 Teilnehmern holte sich

„sensationell“ (so die Website seines Vereins Neuenhagener

2026? Auf jeden Fall!

Aller guten Dinge sind drei.“

Michael Wiedeck

TC 93) der ungesetzte Maik Mietho, der im Endspiel Nummer 3

Holger Behnsen (Blau-Gold Wuhlheide) mit 6:3, 7:5 eliminierte.

Von den „mangels Masse“ ausgefallenen Wettbewerben

der Herren 60 und Damen 30 war bereits die Rede. Blieben

also die Damen 50, bei denen von den vier Gemeldeten

die nichtangetretene Elke Melchior (TC

SCC) die Konkurrenz auf ein Trio mit

drei Damen reduzierte. Sandra Behnsen

(Blau-Gold Wuhlheide) gewann

ihre beiden Matches gegen Simone

Pigorsch (Aktiv Sport für Generationen)

und Daniela Mösezahl (Internationaler

TC) jeweils mit 6:1, 6:1,

Pigorsch das gegen Mösezahl mit 6:3 und 6:1, womit das

Ranking geklärt war.

Nach den unterschiedlichen Erfahrungen bei den

beiden bisherigen ROHA Open ist laut Michael Wiedeck

auf jeden Fall im kommenden Jahr eine weitere Auflage geplant,

bei der mit den Rückschlüssen aus den zwei erlebten

Turnieren das Motto „aller guten Dinge sind drei“ umgesetzt

und wieder ein Schritt nach vorn gemacht werden soll. „Das

ganze Team vom Verein, das alles in Eigenregie gemacht hat,

ist dafür jedenfalls top motiviert“, sagt Michael Wiedeck.

Klaus Weise

Sandra Behnsen

(TC Blau-Gold Wuhlheide)

Ergebnisse finden Sie unter

folgendem QR-Code:

Daniela Mösezahl

(Internationaler TC)

Fotos: Harald Almonat

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TVBB-Sport

Grunewald Open Aktive 2025 – 1. bis 6. Juli 2025

Schön siegt, Maskow wiederholt –

Grunewald Open mit Starqualität

Damen Finale: Clara-Marie Schön (TC BW Dresden-Blasewitz)

und Juliane Triebe (Berliner Sport-Verein 1892)

Sonnige Tage, volles Haus und Tennis auf Topniveau – die Grunewald Open 2025

wurden ihrem Ruf als heißer Vorbote der Senior Open einmal mehr gerecht.

Was als A5-Ranglistenturnier begann, entwickelte sich auf der Anlage am

Flinsberger Platz zu einem hochklassigen Schaulaufen der Talente, Routiniers

und Wiederholungstäter. Während Lukas Maskow bei den Herren seinen

Vorjahreserfolg in eindrucksvoller Manier wiederholte, erfüllte sich Clara-Marie

Schön bei den Damen mit viel Herz und Hingabe ihren Open-Traum. Die große

Resonanz, die starke Besetzung und das perfekte Turnierambiente ließen keine

Wünsche offen.

Das Damen-/Herren-Event bot für die zweigeteilten

Open einen „Opener“ mit Top-Meldeergebnissen.

Dass sich die Nachfrage nicht nur auf Vereine aus dem

TVBB-Bereich rekrutierte, sondern sich elf Racket-Damen und

sechs Herren aus weiteren neun DTB-Landesverbänden vom

hauptstädtischen Tennisflair angezogen fühlten, unterstrich

die Anziehungskraft der Grunewald Open. Immerhin 4.000,– €

Gesamtpreisgeld, je 2.000,– € pro Konkurrenz wurden ausgeschüttet.

In beiden Wettbewerben war eine Reihe von Teilnehmern

aus den vergangenen Jahren mit Eifer und Engagement im

Lukas Maskow

(TC Grün-Weiß Nikolassee 1925)

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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Laslo Urrutia Fuentes

(BTTC Grün-Weiss)

Daria Remetean

(TC 1899 Blau-Weiss)

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

Einsatz – natürlich mit unterschiedlichen Ergebnissen und

Erfolgen. In Endspiel standen sich mit Nummer 2 Juliane Triebe

(BSV 1892) und Nummer 4 Clara-Marie Schön (19 Jahre)

zwei Titel-Mitfavoritinnen gegenüber, die in ihren vier Vorfinal-Partien

ihre Ambitionen unterstrichen und auch partielle

stärkere Widerstände überwunden hatten. Triebe, Jahrgang

1998, kam nach Auftakt-Freilos ohne Satzverlust ins

Endspiel, Schön kämpfte sich gegen Antonia Gutmaier, Ann-

Katharina Sauter (beide Grunewald TC), Julia Hofmann (TC

1899 Blau-Weiss) und Misaki Kobayashi (TC Frohnau) mit

8:1 Sätzen in die Titelvergabe, wobei sie gegen die starke

Ergebnisse finden Sie unter

folgendem QR-Code:

Clara-Marie Schön

(TC BW Dresden-Blasewitz)

25-jährige Frohnauerin beim 6:4,3:6,10:7-Halbfinalsieg

Schwerstarbeit leisten musste.

Das war auch im Endspiel der Fall, wo Schön nach dem

6:4 gewonnenen ersten Durchgang auf der Siegerstraße

zu sein schien, aber Triebe ihrerseits im zweiten Satz die

effektivere und durchsetzungsstärkere war und mit 6:3

ausglich. Der spannende Match-Tie-Break war ziemlich

ausgeglichen, bevor Schön die offensiv besseren Akzente

setzte und die Partie zu ihren Gunsten entschied und

1000,- € Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen durfte.

Bei den Herren war der an Zwei gesetzte 22-jährige

Lukas Maskow (Grün-Weiß Nikolassee) im

Final-Duell gegen Nummer 7 Laslo Urrutia

Fuentes (Jahrgang 1990, BTTC Grün-Weiss)

beim engen 7:6, 6:4 der ein Quäntchen Bessere

und wiederholte seinen Vorjahres-Open-

Triumph (damals Sieg gegen Jonas Pelle

Hartenstein).

Der topgesetzte, Lamin Lourenzo da Silva

(Jahrgang 2001 – DTB 149), der aktuell für

den Luckenwalder Tennisclub aufschlägt,

hatte nach drei klaren Zwei-Satz-Siegen im

Halbfinale gegen Urrutia Fuentes mit 0:6, 6:4,

1:10 verloren. Maskow hatten in seinen fünf

Matches vor dem Finale gegen Julian Heikenfeld

(Zehlendorfer Wespen), Jon Ruben

Fuhlmann (LTTC „Rot-Weiß”), Maciej Smola (

TC Frohnau), Miguel Bretag (BSV 1892) und

Louis Liebenthron (TK Blau-Gold Steglitz) nur

einmal richtig Mühe. Viermal verbuchte er

klare Zwei-Satz-Erfolge, doch gegen Smola

entschied beim 2:6,6:4 und 15:13 (!) am Ende

ein „Müh“ zu seinen Gunsten.

Klaus Weise

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Henri Hoogendijk (TC 1899 Blau-Weiss)

bett1 Kids-Cup 2025 – 29. bis 31. Mai 2025

Kleine Helden ganz in Weiß

Wenn Erwachsene über Tennis reden, meinen sie oft Grand Slams,

Rankings und Roland Garros. Doch wer wirklich verstehen will, was

Tennis bedeutet, sollte sich ein Wochenende wie das vom bett1 Kids-

Cup 2025 ansehen. Hier wird nicht über Titel philosophiert, sondern

mit jeder Faser gespielt – mit leuchtenden Augen, zitternden Händen

und dem unerschütterlichen Willen, den Ball noch ein einziges Mal

über das Netz zu bringen. Kein Punkt wird verschenkt, kein Match ist

bedeutungslos. Es geht um weit mehr als nur um Pokale: um erste

Wettkampferfahrungen, Mutproben am Netz und kleine Siege, die

sich anfühlen wie ein Grand Slam-Finale.

erneut heillos überbucht, was zeigt, dass der Kids-

Cup mittlerweile mehr ist als „nur“ ein Clubturnier.

Er ist ein Gradmesser, ein Magnet für Talente aus

Berlin, Brandenburg – und darüber hinaus.

Ergebnisse finden Sie unter

folgendem QR-Code:

Sichtung mit System – und Seele

Zum dritten Mal in Folge fungierte der Kids-Cup auch als offizielles

Sichtungsturnier des TVBB für die Jahrgänge 2016 und 2017. Verbandstrainer

Jan Sierleja beobachtete das Geschehen zwei Tage lang ganz

genau – nicht nur als Scout, sondern auch als Vater. Diese Doppelfunktion

verleiht dem Turnier einen besonderen Charakter: Hier begegnen sich

sportliche Förderung und familiäre Verbundenheit auf Augenhöhe.

Wo Talent auf Tradition trifft – ein Himmelfahrtswochenende

im Zeichen des Jüngstentennis

Turniertennis liegt in der DNA des LTTC „Rot-Weiß“. Es ist mehr als nur ein

Bestandteil des Clubnamens – es ist gelebte Kultur, Jahr für Jahr, Generation

für Generation. Besonders spürbar wird diese Tradition beim bett1

Kids-Cup, der sich längst einen festen Platz im Berliner Tennisfrühling

erobert hat. Auch 2025 war das Himmelfahrtswochenende

wieder fest in der Hand des

Tennisnachwuchses – und das mit einer

Mischung aus Spielfreude, sportlicher

Ernsthaftigkeit und einer guten Prise familiärem

Festivalgefühl.

Sophie Sommer

(TC 1899 Blau-Weiss)

Matchpraxis für alle – das sportliche Konzept

Gespielt wurde nach bewährtem Modus: Vorrundengruppen mit einem

Kurzsatz pro Match, anschließend K.o.-Runde mit zwei Kurz-Gewinnsätzen.

Das sorgte für Chancengleichheit und Planungssicherheit – jedes

Kind hatte mindestens zwei Matches, viele spielten bis zu sechs Partien.

In der U8 wurde im Kleinfeld mit rot-gelben Bällen gespielt, in der U10 im

Midcourt mit orange-gelben – gemäß dem von der ITF etablierten „Play

Ein Wochenende voller

Energie – und Weiß

Schon das Erscheinungsbild verriet: Hier wird

Tennis nicht nur gespielt, sondern auch stilvoll zelebriert.

Viele Kinder erschienen – dem Wunsch des

Veranstalters folgend – in weißer Spielkleidung. Ein

sympathisches Detail, das nicht nur den Geist des Clubs

aufgriff, sondern auch ein optisches Statement setzte:

Tennis kann Tradition und Zukunft.

Die Beliebtheit des Turniers bleibt ungebrochen. 80

Kinder meldeten sich an – nur 60 konnten berücksichtigt

werden. Vor allem die Altersklasse U10 männlich war

Fotos: Markus Arnold, Adobe Stock

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Siegerehrung U8 männlich

and Stay“-Konzept. Damit wird nicht nur

altersgerecht gespielt, sondern auch pädagogisch

sinnvoll entwickelt.

Rund um die Plätze herrschte Hochbetrieb:

Eltern coachten, Kinder zählten

ihre Punkte, Schläger klackerten. Doch

trotz aller Leichtigkeit war der sportliche

Ehrgeiz deutlich spürbar. Hier ging

es nicht um Taktik-Schachzüge auf Profi-Niveau

– aber sehr wohl um Mut, Motorik,

Fairness und Körpersprache. Alles,

was große Karrieren ausmacht, zeigte

sich hier im Kleinen.

Die Sieger – mit Talent, Biss und feinem Händchen

U10 weiblich: Aylar marschiert

Die Geschichte der U10-Mädchen schrieb eine, die man sich merken sollte:

Aylar Parahadova vom Neuenhagener TC 93 dominierte das Feld nach

Belieben. Im letzten Jahr noch mit Anlauf, in diesem Jahr mit klarer Linie:

Aylar gewann alle Matches souverän und sicherte sich mit nur acht Jahren

den Turniersieg. Maya Kansal (Grün-Weiß Nikolassee) zeigte ebenfalls starke

Leistungen und wurde Zweite. Auf Rang drei landete

Sophie Sommer (TC 1899 Blau-Weiss), gefolgt von Anna-

Maria Höffner vom LTTC „Rot-Weiß“.

U8 weiblich: Fehlanzeige mit Fragezeichen

Die U8-Konkurrenz der Mädchen musste mangels Meldungen

abgesagt werden. Ein Wermutstropfen – oder ein

Auftrag für die Zukunft? Veranstalter und Turnierleitung wünschen sich

ausdrücklich mehr Mädchen, insbesondere aus den Jahrgängen 2018 und

jünger. Denn das Talent ist da – es braucht nur eine Bühne.

U10 männlich: Lionel setzt sich durch

Bei den U10-Jungen war das Niveau beeindruckend dicht. Lionel Matalla

(Füchse Berlin Reinickendorf) blieb am Ende obenauf. Im Viertelfinale

musste er gegen den Magdeburger Tom Annemann in den Tie-Break,

Charli Hoogendijk

(TC 1899 Blau-Weiss)

Der Ball war aus!“ –

„War er nicht!“

Willkommen im echten Tennisleben.

Aylar Parahadova (Neuenhagener TC 93)

bewies dort aber Nervenstärke – und sicherte sich danach mit viel Spielwitz

den Gesamtsieg. Henri Hoogendijk (TC 1899 Blau-Weiss) spielte sich ebenfalls

stark ins Turnier und wurde verdient Zweiter. Der dritte Platz ging an

Noah Sierleja (SV Zehlendorfer Wespen), der sich im kleinen Finale knapp

gegen Henrik Herz vom LTTC durchsetzte – ein Match auf Messers Schneide

zwischen dem wohl jüngsten Viertelfinalisten und dem erfahrenen Turnierkind

Noah.

Besonders spannend: In der Vorrunde mussten gleich mehrere Entscheidungen

über die Turnierordnung des DTB gefällt werden – Punktgleichheit,

Satzgleichheit, Spielgleichheit. Manchmal entschied der direkte

Vergleich, manchmal das Verhältnis gewonnener Aufschlagspiele.

Ein Turnier zum Nachrechnen.

U8 männlich: Neo mit weißer Weste – fast

In der U8 zeigte Neo Röpke (TC Bad Weißer Hirsch

Dresden) eine blitzsaubere Vorrunde und gewann

alle Sätze mit 4:0. Im Finale traf er dann auf den hoch

motivierten Milan Drescher (TSV Wedding) – und plötzlich war der Widerstand

da. Es entwickelte sich ein packendes Endspiel mit langen Ballwechseln,

das Neo erst im Match-Tie-Break mit 10:8 für sich entscheiden

konnte. Platz drei ging an Charli Hoogendijk (TC 1899 Blau-Weiss), Platz vier

an Hugo Matthaei (SV Zehlendorfer Wespen).

Preise, Pokale – und ein kleiner Blick in die große Welt

Natürlich durften bei der Siegerehrung Pokale nicht fehlen – genauso

wenig wie ein Andenken für alle. Der Turniersponsor bett1

spendierte obendrein jedem Halbfinalisten zwei Tickets für

das ISTAF 2025, das im Juli in Berlin stattfindet. Eine sportliche

Brücke von der kleinen gelben Filzkugel zur großen internationalen

Leichtathletik-Bühne – und vielleicht ein zusätzlicher

Motivationsschub.

Fotos: Markus Arnold, Adobe Stock

Fazit: Ein Turnier mit Substanz, Seele – und Signalwirkung

Der bett1 Kids-Cup 2025 war mehr als ein Turnier. Er war ein

Mikrokosmos des Sports: ehrgeizig, fair, emotional, manchmal

chaotisch – aber immer aufrichtige Leidenschaft. Was

bleibt, sind viele kleine Erfolgsgeschichten, einige neue Freundschaften

und vielleicht sogar die ersten Kapitel zukünftiger

Tennisbiografien.

Für 2026 wünscht sich der LTTC „Rot-Weiß”: mehr Mädchen,

mehr Mut – und natürlich wieder ein Wochenende, an dem das

Tennisherz in Weiß schlägt.

Claudio Gärtner

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Das Clubhaus des Nordpokal-Gastgebers TC Frohnau

38. Nordpokal 2025 – 5. bis 9. Juni 2025

Ein Wochenende zwischen

Wolken und Wunderschlägen

Simon Wohlfahrt

(LTTC „Rot-Weiß“)

Während andere im Trockenen Spargel essen, greifen Jugendliche im Norden der Hauptstadt lieber zum

Schläger – selbst wenn der Himmel dabei aussieht, als hätte er selbst kein Bock auf Tennis. Zwischen

nassen Socken, fliegenden Griffbändern und dem ewigen Spiel „Sand drauf, Wasser weg“ entwickelte

sich trotzdem ein Turnier, das alles andere als ins Wasser fiel. Über 200 Nachwuchstalente servierten ihre

besten Schläge – mal mit Wucht, mal mit Rahmen, immer mit Herz. Es wurde gegrunzt wie auf der Profi-

Tour, gestritten wie bei den Großen und gejubelt wie beim Grand Slam. Wer hier aufschlug, wusste: Ein

Satz kann dauern – aber ein guter Return kommt auch bei Nieselregen zurück.

Pfingsten in Frohnau – das bedeutet für viele Tennisfamilien

längst mehr als ein verlängertes Wochenende.

Es ist ein Ritual geworden. Seit 1987 pilgern Talente

und Tennisbegeisterte aus Berlin und

weit darüber hinaus in den äußersten Norden

der Hauptstadt, wenn der TC Frohnau

zum Jugend-Nordpokal ruft. In diesem Jahr,

bei der mittlerweile 38. Auflage, kamen 215

Spielerinnen und Spieler zusammen – ein

beeindruckendes Feld, das die Entwicklung

des Turniers eindrucksvoll bestätigt: Vom lokalen

Nachwuchsvergleich zur deutschlandweit beachteten

Bühne jugendlicher Spielfreude.

Von der U11 bis zur U18 war alles dabei – mit einer kleinen

Lücke: In der weiblichen U16 fehlten die Meldungen, woraufhin

kurzerhand das Jungenfeld der U18 auf 64 Spieler erhöht

wurde. Die Kapazitätsgrenze war damit erreicht. Nebenrunden?

Diesmal leider nicht möglich. Und während sich das sportliche

Geschehen auf 13 Plätzen abspielte – verteilt über den gastgebenden

TC Frohnau, den VfL Tegel und den TC Grün-Weiß

Tegel – spielte das Wetter eine wenig sommerliche Nebenrolle.

Wolkenschwaden, Wasser, Warteschleifen

Regengüsse bestimmten das Bild: Regen – Unterbrechung –

Pfütze – Halle – Schwämme – neuer Sand. Ein Refrain, der

Zwischen Match-Tie-Break

und Matschepampe

Tennisherz, was willst du mehr?”

sich durch alle Turniertage zog. Geduld war gefragt. Von den

Spielern. Von den Eltern. Und ganz besonders von der Turnierleitung,

die einmal mehr zeigte, was Improvisationskunst auf

Tennisniveau bedeuten kann. Statt Sonnencreme

war in diesem Jahr eher das Zwiebelschichten-Prinzip

angesagt – wärmende

Kleidung, nasse Schuhe, nervöse Blicke

gen Himmel.

Trotzdem: Irgendwann klackerte es wieder

auf den Plätzen. Schläge, manchmal

mit dem Rahmen, manchmal mit sattem

Druck. Jubel, Flüche, Tränen – und vor allem: ein Lächeln, das

immer wieder zurückkehrte. Besonders bei den Zuschauern,

wenn sie dem akustischen Schauspiel der Jugend lauschten:

Die langgezogenen Stöhngeräusche beim Schlag erinnerten

teils an einen DTM-Rennwagen auf der Avus – kraftvoll, komisch,

irgendwo zwischen Sabalenka und Slapstick. Faszinierend

allemal.

Spannung im Schlamm: Geschichten in Sätzen

Ein echter Turnierkrimi entfaltete sich im Halbfinale der U14

zwischen Niklas Schwabe (TC Frohnau) und Bruno Calatayud

(Grunewald TC). Drei Stunden Spielzeit, Match-Tie-Break,

Drama pur. Niklas schickte seinen Gegner über den ganzen

Platz, Bruno reagierte mit beeindruckender Beweglichkeit – am

Fritz Boberg

(TC 1899 Blau-Weiss)

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

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matchball | 03 – 2025


Aurelie Sunmi Lienau (TC Frohnau)

TVBB-Sport

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“Rot-Weiß” Dominanz

bei den Ältesten

Im Finale der U18 dann ein “rot-weißes”

Duell: Luis Wellmann gegen

Simon Wohlfahrt. Luis hatte einen

harten Weg ins Endspiel – einzig im

Viertelfinale musste er in den Match-

Tie-Break, danach folgte ein Walkover

im Halbfinale gegen Ramon

Odavas (TK Blau-Gold Steglitz), der

beim Stand von 7:5, 5:4 verletzungsbedingt

aufgab. Im Endspiel ließ Luis

nichts mehr anbrennen: 6:0, 6:1 –

und der Pokal war seiner.

Bei den Mädchen U18 überzeugte

Sonja Lukin (ebenfalls LTTC „Rot-

Weiß“) mit Konstanz und Übersicht.

Im Finale gegen Sophie Cramer (TC

Blau-Weiß Hohen Neuendorf) gab sie

lediglich drei Spiele ab – ein souveräner

Turniersieg.

Ende ein 5:7, 6:2, 11:9 für den Lokalmatadoren. Für Bruno war

damit die Luft raus, das Finale ging klar mit 6:2, 6:0 an Leif Leukel

(TC BW Bad Ems).

Auch bei den „Großen“ war das Niveau hoch,

die Duelle intensiv. Fritz Boberg (TC 1899 Blau-

Weiss) zeigte im Halbfinale gegen Finn Fleischfresser

(SV Berliner Bären), dass stoische Ruhe

und taktische Disziplin ein scharfes Schwert sein

können. Der erste Satz ging mit 6:0 klar an ihn,

doch Finn konterte mit Spielfreude und Emotionen.

Fast hätte er Boberg in den dritten Satz

gezwungen – aber beim 7:5 im zweiten hatte

Fritz wieder das letzte Wort. Im Finale war dann

schnell klar: Die Glaspokalkugel gehört ihm.

Beim Stand von 5:1 gab sein Gegner auf.

Eine besondere Geschichte schrieb auch Ferdinand

Witting. Der frühere Frohnauer und jetzige

Spieler des TC 1899 Blau-Weiss stand in

der U18 erneut auf dem Platz, wo er einst den

Pokal in der U14 gewann. Im Halbfinale wartete

Simon Wohlfahrt (LTTC „Rot-Weiß“) – ein Gegner

mit viel Präzision. Nach 2:6, 5:7 war für Ferdinand Schluss,

das Gaspedal leergetreten, der Tank leer. Doch vielleicht liegt

genau darin auch die Magie des Jugendtennis: Das Lernen mit

jedem Match, der Umgang mit dem eigenen Limit.

Übergabe der Turnierleitung und Danksagung

an Andrea Borgmann-Witting und Kirsten Jacobs

Ein Schluss mit Zukunft

Was bleibt vom 38. Nordpokal? Ganz sicher: viele tolle Ballwechsel,

emotionale Momente – und trotz Regen ein Leuchten

in vielen Gesichtern. Das Turnier ist längst mehr

als ein sportliches Event – es ist ein Stück Berliner

Tennisgeschichte. Inmitten von Bäumen, alten

Mauern und einem Clubhaus, das mit seinem britisch

anmutenden Jugendstil nicht nur architektonisch

hervorsticht, sondern auch die Atmosphäre

prägt: traditionell, charmant, lebendig.

Eine kleine Zäsur gab es dennoch: Nach vielen

Jahren an der Spitze gaben Andrea Borgmann-

Witting und Kirsten Jacobs die Turnierleitung in

neue Hände. Cary von Jagow und Benedict Budiman

übernehmen das

Zepter. Mit frischer Energie,

aber sicher auch mit

dem gleichen Herzblut.

Denn eines ist sicher:

Wenn im kommenden

Jahr der 39. Nordpokal

startet, wird wieder geklatscht, gelacht,

gestöhnt – und das alles trotz Berliner

Wetter. Oder vielleicht gerade deshalb.

Claudio Gärtner

Ergebnisse finden Sie unter

folgendem QR-Code:

Fotos: Claudio Gärtner-tennisphoto.de

Bruno Calatayud (Grunewald Tennis-Club) und Niklas Schwabe

(TC Frohnau) benötigen Support vom Schiedsrichter

Niklas Schwabe (TC Frohnau)

matchball | 03 – 2025

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TVBB-Sport

TVBB-Midcourt-Verbandsmeisterschaften U9 – 7. bis 9. Juni 2025

Mehr als ein erstes Turnier –

der Nachwuchs zeigt, was in

ihm steckt

Gloria Dittrich

(Rot-Weiß Seeburg)

Bei diesem besonderen Turnier für

die Jüngsten wurde wieder deutlich,

wie früh Talent, Mut und Spielfreude

zusammenkommen können. Auf dem

verkleinerten Spielfeld und mit angepassten

Regeln sammelten die jüngsten Jahrgänge

erste echte Turniererfahrung – und

bewiesen dabei eine Mischung aus Technik,

Taktik und echter Begeisterung, die jedem

Tennisfan das Herz aufgehen lässt. Wer hier

zusah, verstand schnell: Auf diesen Plätzen

wurde nicht nur Tennis gespielt – hier wuchs

die nächste Generation heran.

Ergebnisse finden Sie unter

folgendem QR-Code:

Manche sagen, Tennis beginne mit dem ersten Ass. Bei

den TVBB-Verbandsmeisterschaften U9 über Pfingsten

ist das anders: Hier beginnt Tennis mit orangenen

Bällen, leuchtenden Augen – und Aufschlägen von unten.

Auf dem Midcourt bei den Reinickendorfer Füchsen kämpften

die Jüngsten des Verbandes um mehr als nur Pokale: Es ging

um das erste Kribbeln auf dem Turnierplatz, die ersten echten

Ballwechsel mit Zählweise wie bei den Großen – und

um jede Menge Spaß.

Unter der souveränen Leitung von Christian Noack,

dem Jüngstenreferenten des TVBB, und seinem engagierten

Team wurde die traditionsreiche Anlage der Füchse

zum Schauplatz für kleine ganz große Matches. Gespielt

wurde im Midcourt-Format – also auf dem ¾-Feld, mit

langsameren Bällen, aber echten Emotionen. Jahrgang

2016 und jünger – das ist die Altersklasse, in der ein

Aufschlag manchmal noch mit dem Tippen hinter der

Grundlinie beginnt. Und trotzdem: Was diese Kinder auf den

Platz zauberten, war pures Tennis – und pures Herz.

Spiel, Satz und erste Karriere-Meilensteine

Gespielt wurde nach ITF-Regeln für alternative Zählweisen –

mit „No-Ad“-Regel (entscheidender Punkt bei Einstand), Satzerfolg

bei vier Spielen mit zwei Unterschied und Tie-Break bei

4:4. Für alle, die dachten, das sei zu viel für so kleine Köpfe: Weit

gefehlt. Die Kids rechneten schneller als mancher Erwachsener,

und Entscheidungen über die Aufschlagseite beim Einstand

wurden mit einer Mischung aus Taktik und kindlicher Intuition

getroffen. Pure Tennisintelligenz.

Die TVBB-Midcourt-Meisterschaft ist weit mehr als ein

Turnier. Sie bietet einen idealen Einstieg in den Wettkampfsport

und zeigt, wie viel Potenzial im jüngsten Tennisnachwuchs

steckt. Der Verband, allen voran Christian Noack, schafft

hier einen Rahmen, in dem Turnierluft nicht nach Druck, sondern

nach Abenteuer riecht. Und das ist vielleicht die schönste

Erkenntnis dieses Formats: Tennis kann schon im Kindesalter

groß sein – auf drei Vierteln eines Spielfelds.

Claudio Gärtner

Finals mit Feuer und Fairness

Bei den Mädchen setzte sich im Endspiel Charlotte Ceder

(TC Grün-Weiß Nikolassee) durch, die gegen die starke

Gloria Dittrich (Rot-Weiß Seeburg) einen kühlen Kopf

bewahrte. Beide spielten ein Match mit Tempo, Übersicht

und einem beeindruckenden Gefühl für den Ball.

Die Zuschauer sahen nicht nur einen Endspielkrimi –

sie sahen zwei junge Persönlichkeiten, die das Spiel verstanden

haben.

Bei den Jungen kam es zum Finale zwischen Caspar

Links (TC 1899 Blau-Weiss) und Caius Pfeiffer (SV Zehlendorfer

Wespen). Auch hier: keine Spur von Nervosität.

Links zeigte Mut und Zielstrebigkeit – Pfeiffer hielt mit

cleverem Spiel dagegen. Am Ende setzte sich Caspar

durch, doch der Applaus galt beiden. Denn wer mit acht

Jahren schon einen Match-Tie-Break bis 10 durchsteht,

hat eigentlich schon gewonnen.

Caius Pfeiffer (Sportverein Zehlendorfer Wespen 1911)

Fotos: Markus Arnold, Adobe Stock

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matchball | 03 – 2025


TVBB-Sport

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39. Jüngstenturnier des TVBB U9/U10 – 5. bis 12. Juli 2025

Kleine Helden auf blauem Sand –

große Augen, erste große Punkte

Beim TVBB Jüngstenturnier traf Aufregung auf

Ehrgeiz, Spielfreude auf Sportsgeist – und das

alles auf den einzigartigen blauen Ascheplätzen

des TL 77. U9 und U10 hieß die Bühne, auf der

kleine Talente mit Ausweis um den Hals und

Pokalträumen im Gepäck ihre ersten Match-Tie-

Breaks meisterten. Zwischen Matsch, Medaillen

und Mokkapausen wurde schnell klar: Wer hier

aufschlägt, lernt mehr als nur Tennis.

Theo Gutjahr

(LTTC „Rot-Weiß“)

Fotos: Harald Almonat, Adobe Stock

Wenn sich auf den blauen Ascheplätzen des Tennisclub

Lichterfelde 77 die kleinsten Racketschwinger

versammeln, dann steht kein gewöhnliches Turnier

auf dem Spielplan. Beim TVBB Jüngstenturnier der Altersklassen

U9 und U10 geht es um mehr als nur Punkte, Pokale

und Platzierungen: Es geht um erste Schritte, große Gefühle –

und um das ehrliche Staunen, was Kinder in diesem Alter schon

auf den Platz bringen können.

Die Teilnehmerfelder waren auch 2025 begehrt: Jeweils 32

Plätze pro Konkurrenz standen zur Verfügung, einige Wildcards

inklusive. Und die Nachfrage war groß – 96 Kinder starteten ins

Turnierwochenende, das zugleich als offizielle TVBB-Sichtung

für die Jahrgänge 2016 und 2017 diente. Die Turnierleitung

um Judith Munsterman-Duis, Marcel Stelter und Roland Goering

sorgte mit straff getakteten Spielplänen dafür, dass der Tag

lief wie ein Schweizer Uhrwerk: kaum Wartezeiten, gute Laune,

volle Plätze.

„Das ist echtes Turnierfeeling“, so ein Vater am Rand von

Court 3, während seine Tochter konzentriert die Bälle zurück

über das Netz schob. Und tatsächlich: Mit personalisierten

Badges, Club-T-Shirts und Teilnehmermedaillen war die Atmosphäre

professionell – ohne an kindlicher Leichtigkeit zu verlieren.

Für viele war es der erste

Match-Tie-Break ihres Lebens.

Für manche der erste Satzverlust

unter Tränen. Für alle aber

ein Erlebnis, das hängenbleibt.

Die Stimmung war – trotz

kleinerer wetterbedingter

Unterbrechungen – durchgehend

positiv. Selbst als es am

Finalsamstag endgültig „Land

unter“ hieß, blieb der Geist des

Turniers ungebrochen: Kurzerhand

wurde in die Hallen des

Anna Sommer (TC 1899 Blau-Weiss)

TVBB umgezogen. Dort fanden die letzten Partien ebenso fair

wie engagiert statt, auch wenn die Siegerehrung aufgrund der

Umstände etwas kürzer ausfiel als gewohnt.

Apropos Sieger: Bei den U10-Jungen setzte sich Theo Gutjahr

(LTTC „Rot-Weiß“) in einem wahren Kraftakt gegen Balthasar

Klemm (Pro Sport Berlin 24) mit 2:6, 6:1 und 10:6 durch.

In der U10-Konkurrenz der Mädchen triumphierte Anna Sommer

(TC 1899 Blau-Weiss) gegen Nina Fallahian (BTC Rot-Gold).

Charlotte Ceder sicherte sich den Titel bei den U9-Mädchen

in einem dramatischen Match gegen Aylar Parahadova

(6:1, 4:6, 12:10). Im Finale der U9-Jungen standen

sich Caspar Links (TC 1899 Blau-Weiss) und Konstantin

Kartmann (TC SCC) gegenüber – das Ergebnis war bei

Redaktionsschluss noch nicht offiziell, das Match jedoch

auf höchstem Niveau.

Doch selbst das Ergebnis trat bei diesem Turnier

manchmal in den Hintergrund. Denn bemerkenswert

war auch, wie fair und respektvoll die Kinder miteinander

umgingen. Es wurde getröstet, aufeinander

gewartet, gelacht. Der sportliche Wettkampf war

ernst – aber nie verbissen. Eine Atmosphäre, die auch auf das

neue Clubrestaurant „Drei Kerzen“ übergriff, das Gäste und

Spieler mit frischen Angeboten

und freundlichem Service

versorgte.

„Es war ein rundum gelungenes

Turnier“, so das

einhellige Feedback von

Eltern, Trainern und dem austragenden

Verein. Ein Jüngstenturnier,

das seinen Namen

mehr als verdient hat: jung im

Alter, aber ganz groß in seiner

Wirkung.

Claudio Gärtner

Ergebnisse finden Sie unter

folgendem QR-Code:

matchball | 03 – 2025

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TVBB-Sport

Nachrichten

Nordostdeutsche Jugendmeisterschaft:

Paula Deus und Veljko Djumic sichern Titel für den TVBB

Bei den Nordostdeutschen Jugendmeisterschaften 2025 in Ahrensburg (Schleswig-Holstein)

feierten zwei junge Talente aus dem TVBB ihren größten Erfolg:

Paula Deus (TC 1899 Blau-Weiss) und Veljko Djumic (Grunewald TC) holten sich in

der Altersklasse U12 jeweils den Meistertitel und setzten damit ein starkes Ausrufezeichen.

Insgesamt gingen 16 Spielerinnen

und Spieler aus dem

Verbandsgebiet an den Start –

und überzeugten auch jenseits

der Titelgewinne. Nicole Sokolska

(TC 1899 Blau-Weiss, U12)

und Michail Hotin (Potsdamer

TC „Rot-Weiß”, U14) erreichten

jeweils das Finale und sicherten

sich die Vizemeisterschaft. Dritte

Plätze belegten Daria Strogalshchikova

(TC SCC, U14), Lilly Gessler

(TC 1899 Blau-Weiss, U11)

und Hugo Rau (TC SCC, U11).

Auch im Doppel war der

TVBB erfolgreich: Nicole Sokolska

und Feenia Kraus (LTTC

„Rot-Weiß”) wurden Vizemeisterinnen in der U12-Konkurrenz. Ein gelungener

Auftritt des TVBB-Nachwuchses auf nordostdeutscher Bühne!

Marcus Laudan ist Deutscher Meister 2025 –

Hattrick in der Quad-Klasse

Marcus Laudan bleibt das Maß der Dinge im deutschen

Rollstuhltennis: Bei den 36. Deutschen Meisterschaften,

die vom 20. bis 22. Juni 2025 in Köln stattfanden, holte sich

der Berliner von den Zehlendorfer Wespen zum dritten Mal

in Folge den Titel in der Quad-Klasse. Im Finale ließ er seinem

Dauerrivalen Konstantin Voglis (TC Kaiserswerth) mit einem

klaren 6:1, 6:0 keine Chance und sicherte sich damit eindrucksvoll

den Hattrick.

Insgesamt gingen 25 Athletinnen und Athleten aus dem gesamten

Bundesgebiet an den Start. Laudan präsentierte sich

dabei in absoluter Topform und bestätigte einmal mehr seine

Ausnahmestellung in der Disziplin für Spielerinnen und Spieler

mit Einschränkungen an Armen und Beinen.

Auch im Doppel war der Berliner erfolgreich: Gemeinsam

mit Vereinskollege Steffen Sommerfeld holte er in der Konkurrenz

„Leistungssport Doppel“ die Silbermedaille.

TC Lichtenrade feiert 100 Jahre

Vereinsgeschichte – mit Stil,

Spielfreude und Gemeinschaft

Der TC Lichtenrade hat am 28. Juni 2025 seinen

100. Geburtstag gefeiert – und das mit allem,

was zu einem runden Jubiläum gehört: festliche Momente,

sportliche Highlights und eine große Portion

Herzlichkeit.

Schon der Auftakt hatte Format: Bei einem offiziellen

Empfang wurde dem Club die Ehrenplakette

des Bundespräsidenten überreicht – ein symbolischer

Dank für ein Jahrhundert gelebten Vereinslebens. Danach

übernahm der Sport

das Ruder. Auf der Anlage

am Franziusweg herrschte

reges Treiben: Showmatches,

Schnuppertraining, Yoga

und ein vielfältiges Rahmenprogramm

sorgten für Bewegung

– auf dem Platz und

daneben.

Was den Tag besonders

machte, war die Atmosphäre.

Zwischen Buffet, Live-

Band und DJ-Set zeigte sich,

was den Club seit 1925 auszeichnet: Offenheit, Engagement

und ein starker Zusammenhalt. Ein Verein

mit Geschichte, der längst in der Gegenwart angekommen

ist – und bereit für die Zukunft scheint.

Der TVBB gratuliert herzlich zum 100-jährigen Bestehen

und freut sich auf viele weitere gemeinsame

Kapitel.

Frühstart mit Meisterehren: Erste Titelträger der U15 stehen fest

Während vielerorts die Saison noch Fahrt aufnimmt, wurden in der Meisterschaftsklasse

der U15 bereits die ersten Titel vergeben. In einem kompakten Final-Format

mit zwei Vorrundengruppen und anschließender Endrunde, dem sogenannten

Final Four, setzten sich bei den Juniorinnen die Spielerinnen des TC 1899 Blau-Weiss Berlin

durch. Im Endspiel bezwangen sie das Team des Neuenhagener TC und krönten sich

damit verdient zu Berliner Mannschaftsmeisterinnen.

Bei den Junioren konnte sich der LTTC „Rot-Weiß“ durchsetzen – und das in einem

prestigeträchtigen Finale gegen die Altersgenossen des TC 1899 Blau-Weiss. In einer Partie

mit viel Tempo, taktischer Reife und kämpferischem Einsatz zeigte sich einmal mehr,

wie hochklassig das Niveau bereits im U15-Bereich ist.

Für die Titelträgerinnen

des TC 1899 Blau-Weiss

standen auf dem Platz:

Lena Topel, Paula Deus, Nicole

Sokolska, Carla Pansegrau,

June Theuring

und Nika Sanee-Foeckler.

Das Siegerteam der „Rot-

Weiß”-Junioren bildeten:

Jon Rubén Fuhlmann, Gabriel

Rossi, Linus Fussan,

Liam Issavand und Levi

Paffrath.

Mit diesen frühen Erfolgen

geht ein starkes Signal

an den Berliner Nachwuchs:

Die Titel werden

nicht im August vergeben,

sondern dort, wo Teamgeist,

Trainingsdisziplin

und Timing aufeinandertreffen

– auch schon im

Frühling.

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matchball | 03 – 2025


TVBB-Sport

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SCC Herren 55 sind Nordostdeutscher Meister

Mit einem souveränen 7:2-Sieg gegen den TC GW Lankwitz haben die Herren 55 des SCC Berlin ihre

Regionalligasaison ungeschlagen beendet und sich den Titel des Nordostdeutschen Meisters gesichert.

Bereits nach den Einzeln stand es 6:0 – der Schlusspunkt unter eine starke Saison.

Entscheidend war der knappe Auswärtssieg beim TSV Sasel, wo das Team in einem dramatischen

Match-Tie-Break das entscheidende Doppel mit 14:12 gewann. Unbesiegt und ohne Satzverlust blieben

die Spitzenspieler Jens Thron, Sascha Plambeck und Christopher Blömeke. Auch Andreas Heider blieb

in vier Einsätzen makellos.

Im September reist das Team als klarer Außenseiter zum Final Four um die Deutsche Meisterschaft

nach Bad Vilbel – mit Teamgeist und dem Ziel, Favoriten wie Köln zumindest ein bisschen zu ärgern.

Lindenau feiert doppelt

Zu Pfingsten blickte der Tennisclub

Lindenau e. V. auf gleich zwei Jubiläen:

25 Jahre Tennisplatz am Lindenauer

Park und 30 Jahre Vereinsgeschichte, die

im November vollendet werden.

Gefeiert wurde mit generationsübergreifenden

Matches, Showtraining der

Jüngsten und einem stimmungsvollen

Abend im Festzelt.

Vereinsvorsitzende Christel Herzog,

seit der Gründung im Amt, zeigte sich

stolz: „Aus einer fixen Idee ist ein fester

Bestandteil des Vereinslebens in der Region

geworden.“

Über 100 Mitglieder zählt der Club

heute – vom Kindergartenkind bis zum

rüstigen Senior. In Lindenau wird Tennis

gelebt – und generationenübergreifend

gefeiert.

BTTC Grün-Weiss sucht neue

Clubgastronomie-Pächter

Der BTTC Grün-Weiss e.V. vergibt ab

dem 1. Februar 2026 die Clubgastronomie

neu und sucht dafür eine engagierte

Persönlichkeit mit Erfahrung,

Leidenschaft und einem Gespür für

Gastfreundschaft. Die Gastronomie versteht

sich als lebendiger Mittelpunkt des

Clublebens – mit rund 900 Mitgliedern,

einem aktiven Spielbetrieb und zahlreichen

Veranstaltungen bietet der Verein

ideale Voraussetzungen für ein ambitioniertes

gastronomisches Konzept.

Das Clubhaus im Landhausstil verfügt

über ca. 100 Sitzplätze sowie eine

großzügige Sonnenterrasse. Die Küche

ist vollständig ausgestattet, der Tresenbereich

wird Anfang 2026 modernisiert.

Gefragt ist eine selbstständige und zuverlässige

Führung mit Blick für Qualität

und das Miteinander im Club. Die

Pacht ist umsatzabhängig, zunächst auf

drei Jahre angelegt – mit Option auf Verlängerung.

Interessierte können sich mit einer

Kurzbewerbung und ersten Ideen per E-

Mail an mail@bttc-berlin.de wenden.

Diskretion wird selbstverständlich zugesichert.

Daria Strogalshchikova

gewinnt

die Bad Homburg

Open Juniors

Starker Auftritt auf

grünem Teppich:

Daria Strogalshchikova

vom TC SCC hat sich

bei den erstmals ausgetragenen

Bad Homburg

Open Juniors powered

by YONEX den

Titel bei den Juniorinnen

gesichert. Das Einladungsturnier

für die

besten deutschen U13-

Talente wurde vom 27.

bis 29. Juni auf Rasen

ausgetragen – ein

außergewöhnliches Format in der Jugendkonkurrenz.

Gespielt wurde auf dem Baloise Match Court in direkter Nachbarschaft zum WTA-Turnier. Im K.o.-

Modus setzte sich Daria mit souveränen Leistungen durch, agierte mutig und konzentriert – und ließ im

Finale keinen Zweifel daran, wem der Pokal gehört.

Rasentennis auf diesem Niveau ist für Spielerinnen ihres Alters eine Seltenheit, doch Daria zeigte,

dass sie mit der Herausforderung bestens zurechtkommt. Drei Tage, ein Titel – eine starke Bilanz auf ungewohntem

Belag.

matchball | 03 – 2025

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TVBB-Sport

Ein Blick in Julias Tennistasche

Zwischen Aufschlag und Alltag

33 Fragen an Julia Hofmann

Wer auf dem Platz souverän die Linien trifft, kann trotzdem privat gerne mal

aus der Reihe tanzen. Was essen unsere Spieler vor dem Match? Welche Musik

läuft, wenn niemand zuschaut? Und wer sitzt beim Traumdinner nebenan?

In dieser Rubrik geht’s nicht um Taktik, sondern um Typen. Nicht um Vorhand oder Rückhand –

sondern darum, was die Menschen hinter dem Racket bewegt. Ob Serienjunkie mit Siegermentalität,

Espresso-Fan mit Slice oder Stoiker mit Stoppball-Gen – wir wollen mehr wissen.

Und stellen die Fragen, die kein Hawk-Eye klären kann. Hier kommt unser Spielzug für mehr

Persönlichkeit: 33 Fragen, null Doppelfehler – aber garantiert mit Matchball-Potenzial.

1. Name: Julia Hofmann

2. Spitzname (falls vorhanden):

Jule / Jules

3. Geburtsdatum / -ort:

9. Mai 2009

4. Aktueller Verein:

TC 1899 Blau-Weiss Berlin

5. Position in der Mannschaft (Einzel/Doppel):

U18: 1 / 2. Damen: 2

6. Schläger-Modell: Head Speed

7. Saiten-Favorit: Head Lynx

8. Griffbandfarbe deiner Wahl: weiß

9. Rückhand: einhändig / beidhändig

/ kreativ beidhändig

10. Bester Schlag (laut eigener

Aussage): Rückhand

11. Der Schlag, der (manchmal)

nervt: Mondball

12. Lieblingsplatz (Sand, Hartplatz,

Teppich): Hartplatz

13. Turnier, das ich immer

spielen möchte: -

14. Größter Erfolg bisher:

Sieg bei den Deutschen Meisterschaften

im Doppel U14

15. Mein emotionalster Matchmoment:

Sieg nach

einem 3h30min Match

16. Tennis bedeutet für mich:

Leidenschaft und Disziplin

17. Sport ist für mich: wichtig

18. Mein Ziel im Tennis:

So hoch wie möglich auf der

WTA Rangliste zu kommen

19. Wenn ich kein Tennisprofi

wäre, dann… -

20. Wer mich auf dem Court inspiriert

(aktuell oder früher):

Carlos Alcaraz / Emma Navarro

21. Mein Tennis-G.O.A.T.:

Roger Federer

22. Lieblingsessen vor

dem Match: Pasta

23. Snack nach dem Match:

Frisches Obst

24. Bestes Urlaubsziel zum Abschalten:

Italien

25. So entspanne ich am liebsten:

In meinem Bett

26. Mein Motto – auf und neben

dem Platz: “Tough times

build tougher athletes”

27. Hobby abseits vom Tennis:

Klavierspielen

28. Lieblingssong für die Playlist vor

dem Match:

Es gibt viele, aber eigentlich

alles von Gracie Abrams

und Taylor Swift

29. Film oder Serie, die mich zuletzt

gepackt hat:

Grey’s Anatomy / Marvel Filme

30. Wen ich gern mal zum Abendessen

einladen würde (egal

ob lebend oder nicht): Jennifer

Lawrence

31. In dieser Stadt würde ich gern mal

leben (und trainieren): New York

32. Das würden viele nicht über mich

vermuten:

Ich koche und backe gerne

33. Ich kann nicht ohne…:

meinen Dackel Manni

Fotos: privat, Claudio Gärtner-tennisphoto.de, Adobe Stock

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matchball | 03 – 2025


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TVBB-Sport

TVBB On Tour:

Wo Berlin aufschlägt, wird es spannend

Während andere noch sortieren, sind die TVBB-Spieler längst unterwegs – mit Racket, Rhythmus und jeder Menge Ranking-Ambitionen. Ob

Jugend, Aktive oder erfahrene Tourspieler: Auf nationalen wie internationalen Courts ist Bewegung im Spiel – und der TVBB mittendrin.

Zwischen Isernhagen, Istanbul und dem ITF-Kalender zeigt sich, was diesen

Verband ausmacht: Vielseitigkeit, Biss – und die Fähigkeit, an den

richtigen Tagen die entscheidenden Punkte zu holen.

Ob Titel, Halbfinale oder erstes internationales Ausrufezeichen – wer

den TVBB auf dem Zettel hat, weiß: Hier wird geliefert. Und nicht selten

auch: gewonnen. Hier kommen die Erfolge im Überblick – kompakt, konkret

und mit dem passenden Fazit:

TVBB On Tour.

TVBB on tour

– KW19 2025

Im dritten Spiel gab es die zweite Niederlage für den LTTC „Rot-

Weiß” in der 1. Damen-Bundesliga. Nach dem 3:6 im Heimspiel

gegen den DTV Hannover stehen die Rot-Weißen auf dem sechsten

Tabellenplatz. Die 2. Bundesliga Nord startete mit einem

Lokalderby am ersten Spieltag: Der TC SCC gewann zu Gast beim

TC 1899 Blau-Weiss mit 6:3. Die Damen aus Potsdam verloren 1:8

in Bielefeld.

Hier geht es bereits in den kommenden Tagen weiter: Der TC

1899 Blau-Weiss hat sowohl am Freitag als auch am Sonntag ein

Heimspiel, am Freitag gleichzeitig zum Heimspiel des TC SCC, am

Sonntag parallel zum Heimspiel des PTC ,Rot-Weiß’ Potsdam.

Auf der „Tour” konnte in der letzten Woche nur Robert Strombach

(LTTC „Rot-Weiß”) eine Runde gewinnen, ehe er im Achtelfinale

in Nottingham aufgeben musste. In der ersten Hauptfeldrunde

war Endstation für Caroline Werner, Stephanie Wagner,

Franziska Sziedat und Nino Ehrenschneider.

TVBB on tour

– KW20 2025

Nino Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß”) erreichte das Halbfinale

beim Weltranglistenturnier in Tunesien und zog damit bereits

zum fünften Mal in diesem Jahr mindestens in die Vorschlussrunde

ein. Michael Agwi (TC 1899 Blau-Weiss) erreichte das

Achtelfinale in Schweden, genau wie sein Vereinskollege Diego

Dedura sowie Daniel Masur (TC SCC) beide in Italien. Für Robert

Strombach war in Georgien in der ersten Hauptrunde Schluss.

In der 2. Bundesliga wurde ein Doppelspieltag am Freitag

und Sonntag gespielt. Sowohl der TC 1899 Blau-Weiss (jeweils

8:1 gegen Potsdam und Köln) und der TC SCC (9:0 gegen Münster

und 6:3 gegen Potsdam) waren dabei jeweils zweimal erfolgreich

– die Potsdamer Damen verloren die beiden Lokalderbys.

Die Damen vom SCC sind noch ungeschlagen und auch die erst

einmal geschlagenen Blau-Weissen können sich noch Hoffnungen

im Aufstiegsrennen machen. Für Potsdam geht es nach drei

Niederlagen weiterhin um den Klassenerhalt.

TVBB on tour

– KW21 2025

Dreimal Halbfinale: Caroline Werner, Michael Agwi (beide TC

1899 Blau-Weiss) und Daniel Masur (TC SCC) unter den letzten

Vier bei den Weltranglistenturnieren in Slowenien, Finnland

bzw. Italien. Nino Ehrenschneider erreicht in Tunesien das

Achtelfinale, genau wie Robert Strombach beim Challenger in

Georgien.

Bei den Jugend-Weltranglistenturnieren in Italien und Schweden

kommen Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) und Julia

Hofmann (TC 1899 Blau-Weiss) ins Achtelfinale. Stefanie Wagner

und Markus Malaszszak (beide TC SCC) starteten in Kroatien,

mussten sich jedoch in der ersten Runde des Hauptfeldes geschlagen

geben.

Beim ATP-Turnier in Hamburg erhielt Diego Dedura (TC 1899

Blau-Weiss) erneut eine Wildcard. Als Gegner bekam er den Italiener

Darderi, die aktuelle Nummer 45 der Welt, zugelost und

musste sich mit 1:6, 4:6 geschlagen geben.

TVBB on tour

– KW22 2025

Rudi Molleker gewann das Weltranglistenturnier in Bol (Kroatien)

und kann sich über 25 weitere Weltranglistenpunkte freuen.

Auch Diego Dedura (TC 1899 Blau-Weiss) überzeugte mit einer

starken Leistung und zog in Villach (Österreich) ins Endspiel ein.

Robert Strombach trat beim Challenger-Turnier in der Republik

Moldau an und kämpfte sich bis ins Viertelfinale vor – ebenso

wie Stephanie Wagner (TC SCC), der dieses Resultat in Österreich

gelang.

Franziska Sziedat (Potsdamer TC „Rot-Weiß“) erreichte in Serbien

das Achtelfinale. Das Highlight der kommenden Woche sind

für Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) die French Open

der Juniorinnen, bereits am Sonntag gewann sie in der ersten

Runde gegen die Nummer 9 der Juniorinnen-Weltrangliste.

Grafik: Adobe Stock

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matchball | 03 – 2025


TVBB-Sport

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TVBB on tour

– KW23 2025

Neben dem großen Highlight aus TVBB-Sicht, dem French Open

Titel von Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) war noch viel

los auf den Tennisplätzen: Die Jugend war mit zwei Titeln bei den

Nordostdeutschen Meisterschaften erfolgreich, Diego Dedura

(TC 1899 Blau-Weiss) konnte das Achtelfinale beim Challenger in

Heilbronn erreichen, genau wie Stephanie Wagner (TC SCC) beim

ITF in Österreich. Für Franziska Sziedat war in der ersten Runde in

Italien Schluss. Auch die Tennis-Bundesliga der Damen ging über

Pfingsten weiter: Sieben Begegnungen – sieben Siege lautete

die beeindruckende Bilanz aus TVBB-Sicht.

In der 1. Bundesliga gelang dem LTTC „Rot-Weiß” der zweite

Saisonsieg mit 6:3 auswärts in Dresden. Vor den letzten beiden

Spieltagen im Juli steht „Rot-Weiß” damit auf Platz 5 in einer

guten Ausgangsposition für den Klassenerhalt. Die drei TVBB-Teams

der 2. Bundesliga hatten einen Doppelspieltag und blieben

ebenfalls ungeschlagen: Der SCC gewann zunächst gegen Horn

und Hamm mit 7:2 und dann im direkten Duell um die Tabellenspitze

gegen Bielefeld mit 5:4. Blau-Weiss siegte beim Großflottbeker

THGC und Horn und Hamm, der Potsdamer TC Rot-Weiß

holte die ersten beiden Saisonsiege gegen Münster und Köln.

Damit ist der SCC weiterhin ungeschlagen auf Aufstiegskurs,

knapp dahinter mit nur einer Niederlage Blau-Weiss, die Potsdamerinnen

sind durch die beiden Siege auf den sechsten Platz

vorgerückt.

TVBB on tour

– KW24 2025

Sonja Zhenikhova (TK Blau-Gold Steglitz) war beim WTA Turnier

in Berlin im Einsatz. Mit einer Wildcard ausgestattet, spielte sie

in der Qualifikation gegen die aktuelle Nummer 63 der Damen-

Weltrangliste, die Amerikanerin Dolehide, und zeigte, dass sie

schon gut mithalten kann: 7:6(7) 2:6 3:6 hieß es am Ende.

Caroline Werner (TC 1899 Blau-Weiss) und Mariano Dedura-

Palomero (BTTC Grün-Weiss) erreichten jeweils das Achtelfinale

bei den Weltranglistenturnieren in Frankreich bzw. Tschechien.

Bei Jugend-Weltranglistenturnieren verloren Sophie Triquart

(Zehlendorfer Wespen), Sebastian Heinrich (BTTC Grün-Weiss,

beide in Bamberg) und Lena Topel (TC 1899 Blau-Weiss, in Tschechien)

jeweils in der 1. Runde.

Die Teams in der Damen-Bundesliga waren wieder erfolgreich

im Einsatz. Fünf von sechs Begegnungen konnten gewonnen

werden: Jeweils doppelt erfolgreich waren der SCC und

Potsdam, für Blau-Weiss gab es einen Sieg und eine Niederlage.

Damit steigt der SCC in die 1. Bundesliga auf, auch Blau-Weiss

auf Platz 3 und Potsdam auf Platz 4 beenden die Saison in der 2.

Bundesliga mit einer positiven Bilanz.

TVBB on tour

– KW25 2025

Daria Strogalshchikova (TC SCC) gewinnt das Tennis Europe Turnier

(U14) in Birkerod im Einzel und Doppel – Alessio Vasquez

Gehrke (BTTC Grün-Weiss) erreicht das Doppelfinale beim Weltranglistenturnier

in Saarlouis.

Im Einzel schafften Helena Buchwald (TC SCC) in Polen, Stephanie

Wagner (TC SCC) in Schweden, Caroline Werner (TC 1899

Blau-Weiss) und Jonas Pelle Hartenstein (TC 1899 Blau-Weiss) im

deutschen Saarlouis den Sprung ins Achtelfinale. In der ersten

Hauptrunde war Schluss für: Diego Dedura (TC 1899 Blau-Weiss)

und Rudolf Molleker beim Challenger in Polen, Robert Strombach

beim Challenger in Frankreich, Michael Agwi (TC 1899 Blau-

Weiss) beim ITF Saarlouis, sowie Sophie Triquart (Zehlendorfer

Wespen) und Julia Hofmann (TC 1899 Blau-Weiss) bei Jugend-

Weltranglistenturnieren in Deutschland bzw. den Niederlanden.

TVBB on tour

– KW26 2025

Daria Strogalshchikova (TC SCC) gewinnt die Bad

Homburg Open Juniors presented by YONEX. Das

U13-Einladungsturnier wurde parallel zum WTA-

Turnier auf den Rasenplätzen in Bad Homburg ausgetragen.

TVBB on tour

– KW27 2025

Nino Ehrenschneider (LTTC „Rot-Weiß”) mit Karrierehoch: Beim

Weltranglistenturnier in Kayseri (Türkei) erreichte er das Halbfinale

und steht somit in der Live-Rangliste auf Platz 654.

Eine Runde vorher, im Viertelfinale, war in Marburg für Michael

Agwi (TC 1899 Blau-Weiss) Endstation, ebenso erreichte

Franziska Sziedat (Potsdamer TC „Rot-Weiß”) in Ungarn die

Runde der letzten Acht.

Das Achtelfinale erreichten Daniel Masur (TC SCC) in Marburg,

Stephanie Wagner (TC SCC) in Stuttgart und Alessio Vasquez

Gehrke (BTTC Grün-Weiss) in den Niederlanden.

In der ersten Hauptrunde verloren Diego Dedura (TC 1899

Blau-Weiss), Benito Sanchez Martinez (TC SCC) und Rudolf Molleker

in Marburg, sowie Sonja Zhenikhova beim Jugend-Weltranglistenturnier

auf Rasen in Roehampton (GBR).

Auch in der 1. Bundesliga der Damen wurde gespielt: Der

LTTC Rot-Weiß unterlag dem Tabellenzweiten, TC Bredeney aus

Essen, mit 2:7. Der Klassenerhalt entscheidet sich damit erst

am letzten Spieltag am kommenden Samstag beim Heimspiel

gegen den Club an der Alster Hamburg.

Grafik: Adobe Stock

matchball | 03 – 2025

57


UNSERE AKTIVREISE IM HERBST 2025

Health & Beauty Trip

with CORA in October 2025

Wir fliegen an die bulgarische

Schwarzmeerküste – nach

Wohin?

Varna. Unser Gastgeber ist

das amtierende Europäische

Sportresort ALBENA (www.albena.bg), das optimale

Möglichkeiten für aktive Erholung, Sport, kulturelle

und wirtschaftliche Ereignisse bietet. Mit seinen 38

exzellent geführten Hotels, über 6km langem Strand,

und mit mehr als 32 Sporteinrichtungen, die höchsten

europäischen Standards entsprechen, zieht

Albena seit über 55 Jahren professionelle

und Freizeitsportler an. Die implementierte

Klinik für Sport- und Rehabilitationsmedizin

Medica Albena zählt zu den führenden auf

der Balkanhalbinsel und bietet kompetente

Betreuung auch unter der Anwendung der

gesetzlichen Krankenversicherungen verschiedener

EU-Länder.

Wann? 18.10.2025 – 25.10.2025

Was sieht das Programm vor:

Wochentag Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag

Uhrzeit

8:00 Morning Run Jumping Health and Morning Morning Run Jumping Health Morning Mobility

Balance

Mobility

and Balance

11:00 Stretch and Crosslauf

Jumping Faszien and Intervall-Läufe Pump

Relax

Intervall Stretch

14:00 Talk: Grundlagen Talk: Erstellen Talk:

Talk: Erstellen Talk: Mindset

Ernährung eines eigenen

Ernährungskonzepts

Grundlagen

Training

eines eigenen

Trainingsplans

und Schlaf

17:00 Anreise Jumping Fitness Pump Boost and Run Jumping Circuit HIIT 90er Jumping

Party

20:00 Get together — Kochkurs — Tanzabend — Get together und

Reflexion der

Reise


WELCHES ARRANGEMENT HAT UNSERE

KURSLEITERIN AUSGEWÄHLT:

18.10.2025 - 25.10.2025 – 7 Übernachtungen

Flüge Berlin-Varna-Berlin

18.10.25 W6 4516 W6 Wizz Air BER VAR 13:55 17:15

25.10.25 W6 4515 W6 Wizz Air VAR BER 12:00 13:25

Transfer: Flughafen Varna - Hotel - Flughafen Varna

Unterbringung: Hotel Flamingo Grand & SPA 5*, Albena

Resort, Bulgarien

Verpflegung: Halbpension (Frühstück + Abendessen)

STUDIO DELUXE

FÜR

2 ERWACHSENE

PREIS: 1.800,- €

(900,-€ PRO PERSON)

STUDIO DELUXE

ZUR

ALLEINNUTZUNG

PREIS: 950,- €

VERFÜGBARE OPTIONEN:

Vollpension (Frühstück + Mittagessen +

Abendessen) gegen Aufpreis von 15,-€ p.P.

und Tag;

Teilnahme am täglichen Ausflugsprogramm

des Resorts

(Preise zwischen 30,-€ und 50,-€ p.P. – je

nach Ziel, Dauer und Besichtigungen);

Teilnahme an weiteren Sportaktivitäten: Reiten,

Schwimmen (Pool mit 25m-Länge und

Wassertemperatur 37°C), Wassergymnastik,

Kangoo Jumping, Yoga, Golf (Platzreifekurs

möglich), Tennis, Bogenschießen u.v.m.

Nutzung der Therapieprogramme von

Medica Albena – privat oder gegen Vorlage

eines Behandlungsplanes vom eigenen

Hausarzt inkl. KV-Zustimmung;

Verlängerung des Aufenthaltes, falls ein

Therapieprogramm oder Sportkurs es voraussetzen;

Mitnahme von Familienangehörigen und

Freunden – hierbei ist rechtzeitige Anfrage

aufgrund der Buchungsunterschiede,

bzw. der Anpassung von Flug und Unterbringung

notwendig.

ANMELDUNG:

Über Cora Schmidt (Pro Sport 24)

cora_smitty@gmx.de

oder über unseren Reisepartner

Flamingo Tours GmbH

(www.flamingotours.de):

marketing@flamingotours.de.

Stichwort: Travel with Cora.

Anmeldeschluss: 31.08.2025

Teilnehmerzahl: min.12 / max.38.


Ç

TVBB-Intern

TVBB Fortbildung für C- und B-Trainer – 5. April 2025

Hybrides Lernen mit Tiefgang:

Fortbildung für C- und B-Trainer

überzeugt

Am 5. April 2025 hatte der TVBB seine große Fortbildungsveranstaltung für C- und B-Trainer erneut im bewährten

„Hybridformat“ durchgeführt. Dabei wurden praktische Vorträge mit vielfältigen digitalen Angeboten kombiniert, sodass

die Teilnehmenden die erforderlichen 15 Lerneinheiten zur Lizenzverlängerung flexibel absolvieren konnten.

Dieses hybride Konzept bietet den Trainern nicht nur

eine erhöhte Flexibilität und eine nachhaltige Zeitersparnis,

sondern auch die bewährten Vorteile des

Mitmachens, Fragens, Diskutierens und Austauschs mit Kollegen.

So konnten zahlreiche neue Impulse und Reflexionen für

die tägliche Arbeit gesammelt werden.

Rund 130 Teilnehmende nahmen an der Veranstaltung

teil und konnten ihre C- oder B-Lizenz um drei bzw. vier Jahre

verlängern.

Nach der Eröffnung durch Peter Obst, den Referenten des

TVBB für Ausbildung, Fortbildung und Training, erhielten die

Teilnehmenden wichtige Informationen zum Thema Herzinfarkt

und Herzstillstand. Susanne Drescher, Oberärztin bei der

Berliner Feuerwehr, schilderte eindrucksvoll ihre Erfahrungen

„auf dem Rettungswagen“ und gab konkrete Handlungsempfehlungen

für den Notfall.

Im Anschluss demonstrierte Michael Lingner mit vier Kindern

verschiedene Spielformen, bei denen die Motivation und

Konzentrationsfähigkeit durch differenzierte Punktesysteme

zusätzlich gesteigert wurden.

Ein besonderer Höhepunkt war der Vortrag von Nelli Beder

zum Thema Blinden- und Sehbehindertentennis. Bianka Gräming

vom TC Ludwigsfelde sowie Daniela Schmidt und Susanne

Groneberg, die extra aus Dortmund angereist waren, präsentierten

mit großer Leidenschaft vielfältige Übungsformen

und demonstrierten die inklusive Trainingsarbeit eindrucksvoll.

Das spannende Thema „Winning Inside“ präsentierte Markus

Hornig, der vielfältige Techniken zur Leistungssteigerung

und zum Abrufen von Bestleistungen unter Druck vermittelte.

Rüdiger John, Cheftrainer des TVBB-Lehrwesens, zeigte in

seinem „Best of…“ eine Sammlung bewährter Übungen, die

er im Laufe seiner langjährigen Praxis gesammelt hat. Mit einfachen

Modifikationen verdeutlichte er, wie bekannte Übungen

attraktiv und effektiv für das tägliche Training gestaltet

werden können.

Den Abschluss des Tages bildete ein Vortrag von Tamás

Bogyó zum Thema „How to Create a Competitive Environment

U12-14“, in dem er viele neue, bewegungsintensive und

kreative Fun- und Spielübungen vorstellte. Besonders beeindruckend

war neben der Vielfalt der Übungen die empathische

und motivierende Art des ungarischen Trainers im Umgang mit

den spielstarken Verbandskindern.

Während der Veranstaltung wurde Olaf Stahlberg für seine

langjährige erfolgreiche Tätigkeit im Potsdamer TC „Rot Weiß”

von Peter Obst mit der

Auszeichnung „TVBB-

Trainer des Jahres“ geehrt.

In der Laudatio

wurde seine Treue zum

Verein sowie seine hochwertige

Förderung in

allen Altersklassen besonders

hervorgehoben.

Eine weitere Ehrung

erhielt Karsten Weigelt

für seinen „International

Master Professional

2025“ (IMP)-Award, der

sein herausragendes Engagement

in der Tennis-Industrie würdigt. Rüdiger John betonte,

dass Karsten nun zu den rund 55 IMP’s weltweit gehört,

zu denen auch bekannte Persönlichkeiten wie Billie Jean King

und Arthur Ashe zählen.

Abschließend möchte ich mich herzlich bei meinem gesamten

Lehrteam bedanken, dass dieses Fortbildungsformat stets

neu definiert und verbessert hat. Die Organisation lag in den

bewährten Händen von Karsten Weigelt, der die Planung souverän

und zuverlässig leitete, tatkräftig unterstützt von Roland

Goering und Jan Sierleja.

Peter Obst, Referent des TVBB

für Ausbildung, Fortbildung und Training

Ehrung für

Karsten Weigelt

Fotos: Laura Fuchs

60

matchball | 03 – 2025


Fair bleiben!

Die Fairplay-Gebote des TVBB im Überblick

Die Bestimmungen der nachfolgenden Regelungen sind im Geiste der Fairness und der gegenseitigen Rücksichtnahme im Trainingsbetrieb

und bei Wettkämpfen des TVBB anzuwenden. Sie sollen verhindern, dass im Training oder Wettkampf einem anderen in unsportlicher Weise

Schaden zugefügt wird. Auch in Sachverhalten, die nicht explizit in der Wettspielordnung von TVBB oder DTB sowie den ITF-Tennisregeln

geregelt sind, entscheiden der Oberschiedsrichter und beide Mannschaftsführer nach gesundem Menschenverstand und sportlichem Fairplay.

Handeln Spieler oder Mannschaften grob unsportlich, können nach der TVBB-Wettspielordnung vom Sportausschuss auch außerhalb der

explizit aufgeführten Regularien Strafen und Ordnungsgelder verhängt werden. Diese Entscheidungen des Sportausschusses bedürfen einer

Bestätigung durch das Präsidium.

Grafik: Adobe Stock

Für Veranstaltungen, die von einem Oberschiedsrichter

betreut werden, der mindestens

im Besitz einer gültigen B-Lizenz

ist, gilt vorrangig der vom DTB veröffentlichte

Verhaltenskodex. Für alle anderen vom TVBB

angesetzten Spiele und Veranstaltungen sind

die Fairplay-Regelungen maßgebend.

Hierzu hat der TVBB-Verhaltensregeln beschlossen,

die als Fairplay-Gebote die Werte

Fairplay, Sportlichkeit und Respekt in den

Mittelpunkt stellen. Diese Regelungen richten

sich an alle Beteiligten — Offizielle, Trainer,

Spieler, Eltern, Zuschauer sowie alle weiteren

Personen, die am Wettkampftennis und

Trainingsbetrieb im TVBB mitwirken. Mit diesen

klaren Leitlinien möchten wir sicherstellen, dass

der Tennissport in Berlin-Brandenburg sowohl

auf als auch neben dem Platz von Fairness und

gegenseitigem Respekt geprägt ist.

1. Das Fairplay Gremium

Für die Umsetzung der Verhaltensregeln hat der

TVBB ein Fairplay-Gremium benannt, das bei

Verstößen gegen die Fairplay-Gebote im Rahmen

von Turnieren, von Verbandsspielen sowie

des Trainingsbetriebs im TVBB-Gebiet Sanktionen

gegen die Verursacher der Verstöße beschließen

kann. Gegen diese Sanktionen kann

über den Sportausschuss bzw. das TVBB-Präsidium

Einspruch erhoben werden.

Die Vereine als Mitglieder des TVBB stellen

sicher, dass die Fairplay-Gebote im Verein und

bei sportlichen TVBB-Veranstaltungen bekannt

gegeben und beachtet werden. Der TVBB geht

davon aus, dass die Vereinsmitglieder und Besucher

der TVBB-Veranstaltungen dem Fairplay-

Gedanken verpflichtet sind.

Benannt für das Fairplay-Gremium sind:

D Anja Kühne

D Martin Melchior

D Jens Thron

2. Die Fairplay-Gebote im

TVBB ab dem Jahr 2025

D Ich kenne die ITF-Tennisregeln und halte

mich daran.

D Ich verhalte mich nach dem im Tennis

gültigen Verhaltenskodex.

D Ich kenne die Regeln des “Spielens ohne

Schiedsrichter” und wende diese an.

D Ich begegne meinem Gegner sowie den

Offiziellen, Trainern und Zuschauern mit

größtmöglichem Respekt. Ich behandle alle,

wie ich selbst behandelt werden möchte.

Dies gilt genauso vor und nach dem Spiel.

Dazu gehören auch Äußerungen auf Social-

Media-Kanälen.

D Ich feuere mich nicht unverhältnismäßig

an oder provoziere meinen Gegner (z.B.

durch triumphierende Gesten oder lautem

Anfeuern nach leichten Fehlern des

Gegners).

D Landet ein Ball neben der Linie im Aus,

so rufe ich unmittelbar, nachdem der Ball

aufgesprungen ist, so laut: „Aus!“, dass

der Gegner es hören kann. Insbesondere

entscheide ich jedoch immer ehrlich und im

Zweifelsfall zugunsten meines Gegners. Bei

allen Streitfragen denke ich immer daran:

Auch der Gegner könnte Recht haben.

D Als Aufschläger sage ich vor jedem ersten

Aufschlag den Punktestand deutlich hörbar

für meinen Gegner an. Beim Seitenwechsel

stellen wir den Spielstand an den

Scoreboards – falls vorhanden – ein.

D Eltern, Coaches, Betreuer und Zuschauer: Wir

sprechen nicht mit den Kindern während des

Matches, weder coachend, noch in anderer

Form. Die Kinder spielen alleine. Spielstandsoder

Balldiskussionen klären die

Spieler alleine bzw. mit den

Offiziellen. Unverhältnismäßiges

Anfeuern der Kinder – so zum

Beispiel bei leichten Fehlern des

Gegners – unterlassen wir. Wir sind uns

unserer Vorbildfunktion gegenüber den

Kindern bewusst. Bei Mannschaftsspielen

der Altersklassen U12 und jünger kann bei

Notwendigkeit im Vorfeld den jeweiligen

Betreuern die Funktion des Zählens auf

dem Platz übertragen werden (je Platz ein

Betreuer).

TVBB-Intern Ç

matchball | 03 – 2025 61

3. Sanktionen

Das Fairplay-Gremium ist berechtigt, bei Verstößen

gegen die Fairplay-Gebote Sanktionen

auszusprechen. Die folgenden Kataloge sind

hierbei erste Anhaltspunkte, die bei Bedarf ergänzt

werden.

I. Sanktionskatalog Spieler

D On-Court (ad hoc): Verwarnung /

Platzverweis / Turnierausschluss

D Post hoc Stufe 1: Anhörung (E-Mail oder

persönlich)

D Post hoc Stufe 2: Verwarnung /

Bewährungsliste (Grey List)

D Post hoc Stufe 3: Wettkampfsperren

II. Sanktionskatalog Zuschauer, Betreuer

unter Beachtung des Vereins-Hausrechts

D On-Court (ad hoc): Verwarnung /

Platzverweis / Turnierausschluss

D Post hoc Stufe 1: Anhörung (E-Mail oder

persönlich)

D Post hoc Stufe 2: Verwarnung /

Bewährungsliste (Grey List)

D Post hoc Stufe 3: Wettkampfzutrittssperre

III. Sanktionskatalog für Turniere

D Ordnungsgeldkatalog, Wegfall der

Unterstützung

D Abstufung der Turnierkategorie

D Turniersperre

Kontakt

fairplay@tvbb.de


Ç

TVBB-Intern

„Vamos, Berlin!“

Der TVBB bringt Padel in die Liga

Sieht aus wie Tennis, klingt wie Squash – fühlt sich an wie der nächste große Wurf: Padel

erobert Berlin und Brandenburg im Eiltempo. Was bislang vor allem Spaß im Freundeskreis

war, wird jetzt ernst – aber bitte mit Stil. Der TVBB bringt den ersten eigenen Padel-

Ligenbetrieb an den Start und macht aus einem Hype ein echtes Spielformat. Ob Verein mit

Platz oder ohne: Mitmachen ist ausdrücklich erwünscht. Denn wer einmal auf dem Court

steht, fragt sich nicht mehr, was Padel ist – sondern nur noch, wann wieder.

Es knallt. Es scheppert. Und dann jubeln

vier Menschen wie bei einem Champions-League-Tor.

Wer in den letzten Monaten

in Berlin oder Brandenburg auf einer dieser

neuen, gläsernen Courts unterwegs war,

kennt das Geräusch. Padel – der Sport mit Tennis-DNA

und Streetball-Energie – ist gekommen,

um zu bleiben. Und der Tennis-Verband Berlin-

Brandenburg? Der macht jetzt ernst.

2025 geht’s los:

Der erste Padel-Ligenbetrieb

im TVBB kommt.

Was in Spanien längst Teil der Alltagskultur

ist – irgendwo zwischen Siesta, Sangria und

Squash – entwickelt sich auch bei uns rasant.

Padel boomt. In Parks, Clubs, Gewerbegebieten.

Und jetzt auch im organisierten Spielbetrieb.

Der TVBB ermöglicht erstmals einen offiziellen

Ligenbetrieb für seine Mitgliedsvereine –

und eröffnet damit allen Spielerinnen und Spielern

eine neue Spielwiese. Oder besser: einen

neuen Käfig.

Keine eigene Anlage? Kein Problem.

Denn das Schöne: Wer als Verein noch keine

Padel-Courts hat, muss nicht gleich anfangen

zu betonieren. Der Verband bietet verschiedene

Lösungen, darunter die Nutzung von kommerziellen

Plätzen oder zentral organisierten Spielorten

wie in Ludwigsfelde. Alles mit dem Ziel,

den Einstieg so einfach wie möglich zu gestalten.

Es geht nicht darum, aus dem Stand

die Champions League zu gewinnen – sondern

um ein neues Gemeinschaftsgefühl, ein neues

Spielerlebnis. Und ja: auch ein bisschen ums

Schwitzen.

Padel – das ist Tennis auf Speed.

Zwei gegen zwei, kurze Schläge, schnelle Reflexe,

trickreiche Lobs, knallharte Volleys – und das

alles in einem gläsernen Käfig, in dem jeder Ball

zurückkommt. Die Bälle prallen an die Wände,

die Beine brennen – aber niemand meckert.

Padel ist wie Tennis, nur mit Augenzwinkern. Es

ist gesellig, explosiv,

kommunikativ. Statt Einzelkämpfer-Pathos

gibt’s High-Fives und Lachflashs

zwischen den Ballwechseln. Und das Beste: Man

ist sofort drin.

Padel ist wie Tennis –

nur mit mehr Adrenalin

pro Quadratmeter.“

Ein TVBB-Spieler beim ersten Probespiel

Die Liga: ein Spielfeld für alle.

Gesucht werden: Spieler und Vereine, die etwas

Neues wagen wollen. Die Padel-Liga des TVBB

startet offen – Damen, Herren, Mixed – alles ist

möglich. Altersbeschränkungen? Fehlanzeige.

Namentliche Meldung? Nicht nötig. Hauptsache:

Spaß an der Bewegung, ein bisschen Ehrgeiz

und Lust auf etwas, das mehr ist als Tennis

mit Wänden. Der September 2025 wird zur

Bühne – mit vier Spieltagen an aufeinanderfolgenden

Wochenenden. Und wer will, kann

Spiele schon im Juli oder August austragen –

zum Beispiel bei kühlem Getränk und Sonnenuntergang.

„Padel ist der beste Grund, sich im September

nochmal die Sommerbräune abzuholen.“ –

sagt ein Vereinsmitglied, das den neuen Court in

Potsdam mit aufgebaut hat.

Und tatsächlich: Die Atmosphäre ist anders.

Im besten Sinne. Man kommt sich näher – im

Spiel, im Team, im Club. Die Padel-Liga ist nicht

einfach ein neues Turnierformat. Sie ist eine Einladung.

An Tennisvereine, ihre Mitglieder, ihre

Freunde, ihre Neugier. Eine Einladung, das Spiel

neu zu entdecken – und dabei keinen Druck zu

verspüren, sondern Euphorie.

Der Verband macht's möglich.

Mit einem durchdachten Konzept, flexibler

Platzwahl, digitaler Abwicklung und einem offenen

Ohr für die Clubs. Der Einstieg ist leicht,

die Kosten niedrig, das Erlebnis groß. Wer als

Team mitmachen will, kann sich noch bis Ende

Mai melden – ganz einfach über das System

des TVBB. Auch Spielgemeinschaften sind willkommen.

Und selbst wer noch nicht genau

weiß, wie ein Padel-Schläger aussieht: Es gibt in

der Region längst genug Anbieter, Trainer und

Schnupperkurse.

Padel ist kein Trend – es ist ein Movement.

Eine neue Art, sich zu bewegen, zu messen,

sich zu begegnen. Und es passt perfekt in

die Vereinswelt des TVBB: dynamisch, offen,

generationenverbindend. Wer Tennis liebt, wird

Padel feiern. Wer Tennis kennt, wird Padel lernen.

Und wer Tennis neu entdecken will, könnte

hier den perfekten Einstieg finden.

Und die Moral von der Geschichte?

Wenn der TVBB 2025 seine erste Padel-Liga startet,

wird daraus mehr als nur ein neues Wettkampfformat.

Es wird ein Fest. Für alle, die Bewegung

lieben. Für alle, die sich nach frischem

Wind sehnen. Und für alle, die Tennis können –

aber Lust haben, mehr zu spielen, als sie bisher

kannten.

Claudio Gärtner

Foto: DTB

62

matchball | 03 – 2025


Nachruf

Foto: privat

Der TVBB erinnert an Jürgen Thron:

Ein Leben für den Tennissport

D

er Tennis-Verband Berlin-Brandenburg trauert um Jürgen

Thron. Am Montag, den 16. Juni 2025, ist der Ehrenpräsident

des Tennis-Club SCC im Alter von 94 Jahren verstorben. Mit ihm verliert

die Berliner Tennislandschaft nicht nur einen herausragenden

Sportler und Funktionär, sondern vor allem einen Menschen, der

dem Tennissport über Jahrzehnte hinweg Gesicht und Richtung gegeben

hat.

Über ein Vierteljahrhundert führte Jürgen Thron den Tennis-Club

SCC e.V. als 1. Vorsitzender – mit Herz, mit Haltung und mit einem

Blick für das Wesentliche. Er war einer, der voranging, wenn es darauf

ankam. Einer, dessen Wort Gewicht hatte, weil es von Erfahrung

getragen war. Und einer, der nicht fragte, was ein Verein für ihn tun

kann – sondern immer, was er selbst für den Verein tun kann.

Geboren 1930 in Berlin-Johannisthal, wuchs Thron in einer Zeit

auf, in der der Sport oft nur ein ferner Luxus war. Nach den Jahren

des Krieges und der Entbehrung fand er in Hildesheim zum Tennis

– eine Liebe auf den zweiten Blick, die sein Leben von da an begleiten

sollte. Stationen in Hannover und bei Bayer Leverkusen folgten,

doch es war die Rückkehr nach Berlin im Jahr 1961, die für ihn

zur Wegmarke wurde: Er schloss sich dem SCC an – und blieb dem

Club über sechs Jahrzehnte hinweg eng verbunden.

Als aktiver Spieler war Thron viele Jahre eine feste Größe in der 1.

Herrenmannschaft. Später brillierte er im Seniorentennis mit einer

Vielzahl von Erfolgen: Europameister im Einzel und Doppel, Deutscher

Meister, Mitglied der deutschen und Berliner Auswahlteams –

die Liste seiner sportlichen Leistungen liest sich wie ein kleines Kapitel

Tennisgeschichte.

Und doch war es nie der Pokal, der ihn motivierte. Es war die

Freude am Spiel. Die Eleganz der Bewegung. Die stille, innere

Zufriedenheit, wenn ein Ball genau dort landete, wo er es wollte.

1973 wurde Jürgen Thron zum Vorsitzenden des Tennis-Clubs

SCC gewählt. Was folgte, war eine Ära. In 26 Jahren an der Spitze

führte er den Club durch Höhen und Herausforderungen –

immer mit einem offenen Ohr, einem klaren Kompass und dem

festen Glauben daran, dass Sport Gemeinschaft stiftet. Unter seiner

Führung entwickelte sich der TC SCC zu einer der bedeutenden

Tennisadressen der Hauptstadtregion. Neues Clubhaus und Tennishalle,

modernes Vereinsleben, sportliche Erfolge – all das trug seine

Handschrift.

Doch Thron war nie nur der Funktionär hinter dem Schreibtisch.

Er blieb ein Mann der Basis, greifbar und präsent. Man sah

ihn bei Mannschaftsspielen, bei Clubabenden, auf der Tribüne –

oft mit verschränkten Armen, aufmerksam beobachtend, nie laut,

aber stets mittendrin. 2002 würdigte der Tennis-Club SCC seine

Verdienste mit der Ernennung zum ersten und bis heute einzigen

Ehrenpräsidenten.

Auch nach seinem offiziellen Rückzug aus dem Vorstand blieb

er aktiv. Bis ins hohe Alter war er regelmäßig auf dem Platz – „mit

Auge, Taktik und Eleganz“, wie Wegbegleiter ihn beschrieben. Tennis

war für ihn nie nur Bewegung, sondern Ausdruck einer Haltung:

diszipliniert, fair, respektvoll. Noch einen Tag vor seinem Tod erfuhr

er mit Begeisterung von dem Bundesliga-Aufstieg der SCC-Damen.

Ein kleiner sportlicher Triumph – und für ihn ein Zeichen, dass der

Club in die Zukunft blickt.

Seine tiefe Verbundenheit zum Verein und seine unverrückbaren

Werte haben Generationen geprägt. Als Mentor, Gesprächspartner

und Vorbild war er geschätzt – nicht nur wegen seiner Verdienste,

sondern wegen seiner Haltung. Wer ihn kannte, erinnert

sich an seinen Humor, seine Fröhlichkeit und seinen feinen Blick für

Menschen.

67 Jahre lang war er Mitglied des SCC. Seine Geschichte ist mit

der des Vereins untrennbar verbunden. Doch auch über den Club

hinaus war er eine prägende Figur im Berliner Tennissport – als Repräsentant,

als Stimme der Vernunft, als Brückenbauer zwischen

Tradition und Wandel.

Der TVBB verneigt sich in großer Dankbarkeit vor einem Leben

im Zeichen des Sports.

Unsere Gedanken sind in dieser Zeit des Abschieds bei seiner

Frau Uschi und seiner Familie. Sein Andenken wird bleiben. Auf

dem Platz. Im Club. In den Herzen derer, die ihn kannten.

TVBB-Intern Ç

matchball | 03 – 2025 63

Claudio Gärtner


Ç

International

Roland-Garros 2025

Zwei Tage. Zwei Comebacks.

Zwei Helden.

Zwei Finals, wie gemalt für die Ewigkeit. Auf dem legendären

Court Philippe Chatrier wurde nicht nur Tennis gespielt – da

wurden Grenzen verschoben, Herzen verdreht und Geschichten

geschrieben, die so nur dieser Sport erzählen kann. Coco Gauff

mit Tränen in den Augen und dem Coupe Suzanne Lenglen im Arm.

Carlos Alcaraz, der wie ein Krieger auf den Sand fällt, nachdem er das

längste Finale der Turniergeschichte überlebt hat.

Sabalenka und Sinner hatten Matchbälle – und am Ende

doch nur leere Hände. Gauff und Alcaraz? Zwei Comeback-

Könige, zwei mentale Monster, zwei Spieler mit einem Plan,

der über fünf Sätze und weit über ihr Alter hinausging. Wer

glaubte, Paris 2025 würde ein Turnier wie jedes andere – hat

das falsche Drehbuch gelesen. Denn hier ging es nicht nur

um Sand und Siege. Hier ging es um alles.

Es sind diese Tage, für die man sich in diesen Sport verliebt.

Tage, an denen es nicht nur um Titel geht, sondern um

Tränen, Trotz und Triumphe. Die French Open 2025 haben

an einem Wochenende zwei Champions hervorgebracht,

wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch

dieselbe Geschichte erzählen: die Geschichte vom Kampf

gegen Zweifel, vom Zurückkommen, vom Gewinnen mit

dem Herzen.

Coco Gauff und Carlos Alcaraz – sie haben in Paris nicht

nur ihre Gegner geschlagen, sondern auch das Narrativ, dass

Tennis vorhersehbar sei. Was sich am Samstag und Sonntag

auf dem Court Philippe Chatrier abspielte, war großes

Kino. Ein Drama in zwei Akten. Und beide Hauptrollen wurden

meisterhaft gespielt.

Carlos Alcaraz – Der Marathonmann von Paris

Und dann, weniger als 24 Stunden später, kam Carlos Alcaraz. Und

legte das vielleicht größte French-Open-Finale der Neuzeit hin. 5 Stunden

und 29 Minuten dauerte sein Fünf-Satz-Drama gegen Jannik Sinner.

Länger als jedes Endspiel in der Geschichte von Roland Garros.

Und intensiver sowieso.

Es begann mit einem Fehlstart. Sinner spielte brillant, präzise,

fast klinisch. Der Italiener führte 6:4, 7:6 – zwei Sätze Vorsprung. Alcaraz

wirkte angeschlagen, ließ sich am Auge behandeln, vergab

Breakbälle, verlor sein Timing. Und doch spürte man: Er ist noch da.

Der dritte Satz kippte das Match. Alcaraz biss sich rein, verkürzte –

und war plötzlich wieder der Alte: explosiv, emotional, entfesselt. Dann

kam der Moment, der dieses Finale unsterblich machte: Sinner führte 5:3 im

vierten Satz, hatte drei Matchbälle bei Aufschlag Alcaraz. Und der? Wehrte

sie alle ab. Mit Vorhänden, die durch den Sand pfiffen. Mit einem Aufschlag,

der auf einmal wieder saß. Mit einer Mentalität, die fast schon absurd ist für

einen 22-Jährigen.

Das Match ging in den Match-Tie-Break – und dort war nur noch einer

da: Carlos Alcaraz. 10:2, keine Chance für Sinner, der zum ersten Mal ein

Grand-Slam-Finale verlor. Alcaraz fiel nach seinem letzten Schlag zu Boden,

starrte in den Pariser Himmel – fertig, leer, aber unendlich glücklich.

Mit diesem Sieg holte er sich seinen fünften Grand-Slam-Titel. Und

bleibt in Major-Endspielen ungeschlagen. Seine Finalbilanz? 5:0. Beeindruckender

geht es kaum.

Foto: Jürgen Hasenkopf

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International

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Das war kein Spiel –

das war ein Überlebenskampf.“

– zum epischen Finale zwischen Alcaraz und Sinner

Coco Gauff – von der Verliererin zur Sandplatzkönigin

Sie kam in schwarzer Lederjacke. Wie immer. Doch diesmal war mehr

Haltung als Stil. Coco Gauff hatte vor drei Jahren auf diesem Platz ein Finale

verloren, das sie geprägt hat. Jetzt war sie zurück – erwachsener, robuster,

aber mit dem gleichen Feuer.

Im Endspiel traf sie auf Aryna Sabalenka, die Weltranglistenerste.

Eine Spielerin, die mit ihrer Physis das Feld dominiert, zuletzt Iga Swiatek

entthront hatte und in Paris wie eine Naturgewalt über ihre Gegnerinnen

hinweggefegt war. Und sie begann auch gegen Gauff wie erwartet:

druckvoll, gnadenlos, mit viel Tempo. Gauff verlor ihren Aufschlag früh,

wirkte fahrig, ließ sich treiben. Der erste Satz? Weg. 6:7 im Tie-Break.

Doch dann schaltete Gauff auf Angriff. Und Sabalenka auf Selbst-

zerstörung. Ganze 70 unerzwungene Fehler produzierte die Belarussin –

mal übermotiviert, mal überfordert. Gauff dagegen wurde mit jedem

Punkt klarer, ruhiger, stärker. 6:2 im zweiten, 6:4 im dritten Satz. Nach dem

letzten Ball sank sie auf den Rücken, schlug die Hände vors Gesicht, weinte.

Mama Candi tanzte auf der Tribüne, als wäre es ihr eigener Titel.

Es ist Gauffs zweiter Grand-Slam-Triumph nach den US Open 2023.

Doch dieser bedeutet mehr. Er ist der Beweis, dass sie

auch auf Sand bestehen kann, dass sie gelernt

hat, mit dem Druck umzugehen. Und

dass der ganz große Wurf

keine Frage des Ob, sondern

des Wann war.

Altmaier – der

leise Arbeiter im

Pariser Staub

Und irgendwo zwischen all dem

großen Drama um Trophäen

und Tränen war da auch noch

Daniel Altmaier – einer, der in

Paris wieder einmal gezeigt hat,

dass er kein Mann für die große

Bühne sein will, sondern für die

große Arbeit.

Der 26-Jährige aus Kempen kämpfte

sich mit cleverem Sandplatzspiel

bis ins Achtelfinale, schlug

in der ersten Runde überraschend

die Nummer vier der Welt, den

US-Amerikaner Taylor Fritz und

ließ auf dem Court Suzanne Lenglen

mehr Körner als Worte. Kein

Schlagzeilen-Typ, aber einer, den

man in Paris immer wieder gerne

sieht – weil er den Sport ernst

nimmt, nicht sich selbst.

Foto: Jürgen Hasenkopf, Mathias Schulz-tennisphoto.de

Zwei Siege, die größer

sind als der Pokal

Coco Gauff und Carlos Alcaraz

haben mit ihren Siegen etwas

gemacht, was in Zeiten von Statistik-Tennis

und Rechenmodellen

selten geworden ist: Sie

haben berührt. Gauff mit

ihren Tränen und ihrem

Trotz. Alcaraz mit seiner

unerschütterlichen

Überzeugung.

Zwei

junge Spieler, die für

eine neue Ära stehen –

aber auch für die alten

Werte dieses Sports.

Sie spielen nicht perfekt,

aber leidenschaftlich. Sie stolpern, aber

sie stehen auf. Und wenn sie fallen, dann nicht,

weil sie nicht wollten, sondern weil sie an ihre

Grenzen gegangen sind. Paris 2025 war mehr als

ein Grand-Slam – es war ein Statement.

Ein Finalwochenende für die Ewigkeit. Merci,

Coco. Gracias, Carlitos.

Claudio Gärtner

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International

Roland-Garros Juniors 2025

Zwei Asse, ein Titel –

McDonald schlägt Schönhaus

Siegerinnen im Juniorinnen-Doppel: Sonja Zhenikhova und Eva Bennemann

Es war ein Tag, den man sich rot im Kalender anstreichen kann – und das nicht nur, weil sich

Bundestrainer Philipp Petzschner aus purer Freude eine Glatze rasieren ließ. Zwei 17-jährige

Deutsche im Junioren-Finale, ein Pokal, jede Menge Sand auf der Kleidung und am Ende ein Sieger,

der für das deutsche Tennis neue Türen aufstößt: Niels McDonald hat’s gemacht!

Im deutschen Endspiel auf dem Court Simonne-Mathieu

setzte sich der gebürtige Waliser

mit Wohnsitz in Schwerin gegen seinen Teamkollegen

und Kumpel Max Schönhaus durch – 6:7

(5), 6:0, 6:3. Was mit einem engen Tie-Break begann,

wurde im zweiten Satz zu einer Demonstration:

McDonald holte sechs Spiele in Serie, als wäre

das Finale ein Schaukampf. Im Entscheidungssatz

reichte ein frühes Break, um sich den Vorteil zu sichern

– und nach 99 Minuten fiel der Teenager in

Stockholm-Manier rücklings auf den roten Sand.

Mission erfüllt.

McDonald ist damit der erste deutsche Junioren-

Sieger bei den French Open seit über einem Vierteljahrhundert

– genauer gesagt: seit Daniel Elsner

1997. Zverev hatte 2013 zwar das Endspiel erreicht,

unterlag jedoch Cristian Garin. Und dass Petzschner

2025 nicht nur mitgefiebert, sondern sogar Friseursalon

gegen Rasierer getauscht hat, ist da fast nur

noch Randnotiz. Die Wettschuld: eine Glatze, falls

einer seiner Jungs den Titel holt. Gesagt, geschoren,

geliefert.

Doch auch Max Schönhaus darf sich rühmen:

Der 17-Jährige mit der butterweichen einhändigen

Rückhand spielte ein herausragendes Turnier, stand

verdient im Endspiel und wird gemeinsam mit

McDonald und den ebenfalls hochgehandelten

Justin Engel und Diego Dedura als Teil einer

DTB-Generation gehandelt, die wieder für positive

Schlagzeilen sorgt. Wer meinte, deutsches Herrentennis

sei eine Baustelle, dürfte nach diesem Pariser

Juniorenturnier ins Grübeln kommen.

Als wäre das nicht genug, setzten Sonja Zhenikhova

und Eva Bennemann kurz darauf noch einen

drauf: Das deutsche Juniorinnen-Doppel sicherte

sich nach dramatischem Match-Tie-Break ebenfalls

den Titel – 4:6, 6:4, 10:8 gegen die Kovackova-

Schwestern aus Tschechien. Ein perfekter Tag also

für das deutsche Tennis, das plötzlich wieder mehr

nach Zukunft als nach Sorgen aussieht.

Wenn vier Talente auf einmal liefern, hört auch

der Rest der Tenniswelt hin. McDonald, Schönhaus,

Zhenikhova und Bennemann – sie alle haben in

Paris nicht nur Matches, sondern Eindruck gemacht.

Der DTB steht plötzlich nicht mehr fragend am

Spielfeldrand, sondern mittendrin im Geschehen.

Der Blick nach vorn? Selbstbewusst wie lange nicht.

Claudio Gärtner

Foto: Jürgen Hasenkopf

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International

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Merci, Rafa!

Der letzte Tanz des

Sandplatzkönigs

Während bei den diesjährigen French Open neue Namen

die Setzlisten erklimmen, gehörte einer der emotionalsten

Momente einem, der längst zur Tennisgeschichte zählt:

Rafael Nadal. Der 38-Jährige wurde zum Turnierstart

auf dem Court Philippe Chatrier mit einer bewegenden

Zeremonie geehrt – für 14 Titel auf Pariser Sand, für

unzählige Erinnerungen, für eine Ära.

Mehr als 15.000 Zuschauer standen auf, als Nadal den

Platz betrat. Kein Ballwechsel, kein Aufschlag, nur Applaus.

Dann ein Film: ein junger Rafa mit Stirnband

und peitschender Vorhand, erste Titel, triumphierende Posen –

und die berühmte Tür der Katakomben, die sich schließt.

Als Nadal schließlich spricht, kämpft er mit den Tränen. In

drei Sprachen bedankt er sich – bei Veranstaltern, Fans, Familie.

Es ist kein Abschied mit Pomp, sondern einer mit Herz. Umso

stärker wirkt der Moment, als seine größten Rivalen den Platz

betreten: Roger Federer, Novak Djokovic, Andy Murray. Für

Nadal ein Beweis, dass auch die härtesten Duelle Respekt und

Freundschaft nicht ausschließen müssen. „Wir haben alle unsere

Träume erreicht“, sagt er – und meint damit auch sie.

Zum Schluss bekommt Nadal ein Denkmal: eine bronzene

Fußspur, eingelassen in den Sand neben dem Netzpfosten.

Ein Stück Ewigkeit für einen, der hier Unvergängliches geleistet

hat.

Roland Garros wird auch in Zukunft gespielt – aber nie

mehr ohne den Stier von Manacor.

Fotos: Jürgen Hasenkopf

Merci, Rafa.

Claudio Gärtner

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International

Wimbledon 2025

Zwischen Glanz, Gänsehaut und einem

goldenen Nullergebnis

Wimbledon 2025 hat geliefert. Nicht mit lauten Schlagzeilen, sondern mit leisen Meisterwerken – auf

Rasen geschrieben, mit Stil, Präzision und manchmal auch mit Tränen. Jannik Sinner krönte sich zum

König von London, Iga Świątek zerlegte das Damenfinale mit chirurgischer Perfektion, und Laura

Siegemund spielte sich taktisch brillant ins Rampenlicht. Selbst abseits des Centre Courts blieben Szenen,

die hängen: Zverevs Selbstzweifel, Zhenikhovas Auftritt und die Frage, warum sich Erdbeeren mit Sahne

immer nach mehr anfühlen. Ein Rückblick auf zwei Wochen Tennis, die alles hatten – außer Mittelmaß.

Es gibt Sommer, die bleiben. Weil sie alles bereithalten:

Licht und Schatten, Jubel und Stille, historische

Dominanz und bittersüße Fußnoten. Wimbledon

2025 war genau so ein Sommer – zwischen

Erdbeerbecher und Ewigkeitsmomenten, zwischen Center

Court und Court 18, wo der Rasen nicht nur Bühne,

sondern Mythos ist. In dieser Kulisse krönte sich Jannik

Sinner zum ersten Mal zum Champion von Wimbledon

und beendete damit – zumindest für einen

Moment – die laufende Regentschaft von Carlos Alcaraz.

Der Italiener spielte mit jener Souveränität, die man sonst

nur aus Lehrbüchern kennt: 4:6, 6:4, 6:4 und 6:4 lautete

das finale Resultat – kein Spiel für Dramatiker, aber ein Finale

für Tennisästheten. Sinner war in jeder Phase klarer,

klüger, kühler – und vor allem: kompromisslos.

Auch bei den Damen fiel das Wort „kompromisslos“

häufiger – denn Iga Świątek, ohnehin auf Hart- und

Sandplätzen längst eine Klasse für sich, ließ in diesem

Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de

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International

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Fotos: Jürgen Hasenkopf

Sieger Jannik Sinner mit Pokal,

im Hintergrund Carlos Alcaraz

Iga Swiatek hält die Trophäe hoch

Jahr auch auf Rasen keine Zweifel mehr zu. Mit 6:0, 6:0

gewann sie das Finale gegen Amanda Anisimova und

unterstrich dabei nicht nur ihre Ausnahmestellung, sondern

auch ihre Fähigkeit, Spielintelligenz und pure Wucht

zu einem fast unfair wirkenden Mix zu verschmelzen. So

deutlich, so still, so geschliffen – es war ein Titel, der Geschichte

schrieb, aber fast unbemerkt, weil das Ergebnis

kaum Raum für Pathos ließ. Świątek, ohnehin keine

Freundin des Spektakels, zeigte in London nur das, was

sie zeigen wollte: Perfektion.

Eine der schönsten Geschichten dieses Turniers

schrieb allerdings Laura Siegemund. Die Deutsche spielte

sich überraschend ins Viertelfinale, wo sie auf Aryna

Sabalenka traf – und dort ein Match ablieferte, das vielen

noch lange in Erinnerung bleiben wird. Mit kluger Variation,

Slice, Netzangriffen und einem taktischen Feingefühl,

das man auf Rasen so selten sieht, brachte sie die

kraftvolle Belarussin mehr als nur ins Wanken. Am Ende

fehlte nicht viel zum größten Coup ihrer Karriere – doch

auch in der Niederlage verdiente sich Friedsam Standing

Ovations. Ihr Spiel war eine Hommage an das Unkonventionelle

– und ein Beweis, dass man auch ohne Power-Wucht

für Furore sorgen kann.

Ein wenig Spektakel gab es dann doch – allerdings

nicht auf dem Rasen, sondern in der Mixed Zone. Alexander

Zverev, nach einer frühen Niederlage gegen Franzosen

Arthur Rinderknech ausgeschieden, sprach dort

über Einsamkeit, Erwartungsdruck und die große Leere

zwischen Grand-Slam-Hoffnung und dem Alltagsleben

auf der Tour. Es war ein Moment der Offenheit, vielleicht

auch der Überforderung. Einer, der hängen bleibt – gerade

weil er nicht ins Hochglanzbild passte. Für Zverev

wird Wimbledon 2025 als eine verpasste Chance in Erinnerung

bleiben, aber vielleicht auch als Wendepunkt.

Dass man nicht nur Siege analysieren kann, sondern

auch Niederlagen, ist eine Erkenntnis, die in der Ära der

perfekten Karrieren oft zu kurz kommt.

Einen anderen, durchaus leichten Ton schlug die

Berlinerin Sonja Zhenikhova an, die bei den Juniorinnen

leider bereits in der ersten Runde ausschied – trotzdem

aber einen bleibenden Eindruck hinterließ. Selbstbewusst,

freundlich, mit feinem Ballgefühl und einem

Händchen für Interviews, das deutlich reifer wirkte als

ihr Alter vermuten ließ. Für sie war Wimbledon eine Duftmarke,

eine Einladung in die große Welt – nicht mehr,

aber auch nicht weniger. Die Erfahrung, dort gespielt

zu haben, zählt. Die Niederlage wird verblassen, die Erinnerung

nicht.

Was bleibt also von diesen zwei Wochen in Südwest-

London, wo die Sonne schien, die Tradition roch und der

Rasen flüsterte? Vielleicht dies: dass Tennis auch 2025

noch fesselt, wenn es uns überrascht. Wenn Swiatek sich

selbst übertrifft, Sinner seine Geschichte schreibt und

Siegemund – ja, auch Laura Siegemund – Sabalenka im

Viertelfinale an den Rand des Nervenzusammenbruchs

spielt. Die Deutsche, die mit variabler Spielweise und

einem starken Auftritt überzeugte, war eine der positiven

Überraschungen des Turniers – nicht, weil sie plötzlich

über sich hinauswuchs, sondern weil sie erinnerte,

was kluge Taktik und Geduld im modernen Tennis noch

bewirken können. Dass es nicht zum Halbfinale reichte,

war weniger tragisch, als man es hätte vermuten können.

Ihr Spiel war schon Preis genug.

Und dann wären da noch die Erdbeeren mit Sahne,

die längst selbst ein Kulturgut sind. Auch sie haben Wimbledon

überlebt – inflationär serviert, überteuert wie

immer, aber fraglos köstlich. Denn manches gehört einfach

dazu: der weiße Dresscode, die höflichen Volunteers,

das Schweigen vor dem zweiten Aufschlag – und

der Geschmack von Sommer, der in Wimbledon einfach

ein bisschen länger bleibt.

Claudio Gärtner

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International

„Volles Haus“ bei den

Bad Homburg Open

Bad Homburg Open powered by Solarwatt – 23. bis 28. Juni 2025

Eleganz trifft Energie – Pegulas großer Auftritt

Im Kurpark von Bad Homburg wehte in diesem Sommer mehr als nur ein laues

Lüftchen – es war der Hauch von ganz großem Tennis. Was als charmantes

Boutique-Turnier begann, ist längst ein Fixpunkt im Kalender der WTA-Elite

geworden. Spielerinnen, Zuschauer und Veranstalter erlebten eine Woche, in der

Atmosphäre und Anspruch eine seltene Balance fanden. Zwischen Rasenduft,

Applaus und kühlem Matchgetränk wurden Geschichten geschrieben, die über

das Turnier hinausreichen. Und am Ende stand eine Siegerin, die alles andere als

überraschend ganz oben war.

Jessica Pegula stand im goldenen Konfettiregen, als hätte

sie Wimbledon bereits gewonnen. Nach einem umkämpften

und hochklassigen Finale bei den Bad Homburg

Open powered by Solarwatt reckte die Weltranglistendritte die

filigrane Trophäe in den Himmel über dem Kurpark – und ließ

sich von einem ausverkauften Centre Court feiern, der in diesen

Tagen zum vielleicht schönsten Wohnzimmer des Rasensommers

geworden war. Mit 6:4, 7:5 hatte sich Pegula in einem

knapp zweistündigen Schlagabtausch gegen keine Geringere

als Iga Swiatek durchgesetzt – und damit nicht nur ihren ersten

Titel in Bad Homburg, sondern auch ihren Status als Topfavoritin

für Wimbledon untermauert.

Die fünfte Auflage des Turniers hatte gehalten, was sie versprochen

hatte. Noch nie war das Starterinnenfeld so hochkarätig

besetzt gewesen, noch nie war der Cut für das Hauptfeld

so tief gefallen – WTA-Rang 31 reichte gerade noch für

einen Platz im Tableau. Gleich fünf Top-Ten-Spielerinnen waren

nach Hessen gereist, und dass am Ende tatsächlich zwei von

ihnen im Endspiel standen, verlieh dem Turnier den Glanz, den

sich Veranstalter und Fans gewünscht hatten. Swiatek – fünffache

Grand Slam-Siegerin und frischgebackene Halbfinalistin

von Roland Garros – hatte sich mit einem souveränen Sieg über

Wimbledon-Finalistin Jasmine Paolini ins Endspiel gespielt. Pegula

wiederum bewies einmal mehr, dass sie sich auf deutschem

Rasen besonders wohlfühlt: Nach ihrem Erfolg in Berlin

im Vorjahr folgte nun der nächste Streich im Kurpark.

Die 31-Jährige hatte von Beginn an ihren Rhythmus gefunden,

das Spiel mit Übersicht und präzisem Aufschlag kontrolliert

und war auch in engen Momenten ruhig geblieben.

Dass sie sich nicht nur als Spielerin, sondern auch als Mensch

in Bad Homburg wohlgefühlt hatte, ließ sie mehrfach durchblicken:

„Der Kurpark war wunderschön, ich konnte zu Fuß vom

Hotel zur Anlage laufen. Die Stadt hat tolle Cafés – es war wirklich

eine perfekte Woche“, sagte sie später. Und tatsächlich ähnelte

vieles im Kurpark der Atmosphäre von Wimbledon: die

Ruhe, das viele Grün, die historische Umgebung. Nur etwas familiärer

– und mit echtem Wohlfühlfaktor.

Im Finale spielte Pegula genau so, wie es ihre Coaches gerne

sehen: fokussiert, clever, stabil im Aufschlag, mutig bei den Returns.

Den ersten Satz sicherte sie sich mit einem verwandelten

vierten Breakball zum 4:3, im zweiten blieb es eng, doch Swiatek

kam über die komplette Distanz nicht einmal zu einem

Breakball. Der entscheidende Punkt resultierte dann auch nicht

aus einem brillanten Winner, sondern aus einem ungewohnten

Fehler der sonst so fehlerarmen Polin. Während Swiatek damit

weiter auf ihren ersten Titel auf Rasen warten musste, durfte

sich Pegula über ihren insgesamt neunten Turniererfolg auf der

WTA-Tour freuen – und über jede Menge Rückenwind für den

Rasenklassiker in London.

Noch am Abend nach dem Finale reiste Pegula nach England,

um dort bereits zwei Tage später ihr Erstrundenmatch an

der Church Road zu bestreiten. Dass sie Wimbledon nicht nur

im Kalender, sondern längst auch im Kopf hatte, war spürbar.

„Es fühlt sich hier sehr ähnlich an. Die Bäume, die Stimmung,

das Licht – fast wie drüben in London“, hatte sie nach ihrem

Halbfinalsieg gesagt. Und wer sie in Bad Homburg spielen sah,

musste zugeben: Diese Spielerin war bereit für mehr.

Auch abseits des Einzelfinales bot das Turnier beste Unterhaltung.

Im Doppelfinale setzten sich Hanyu Guo (China) und

Alexandra Panova (Russland) in einem intensiven Match mit

4:6, 7:6 (7:4), 10:5 gegen Lyudmyla Kichenok (Ukraine) und

Ellen Perez (Australien) durch. Mit Spielwitz, Biss und Nervenstärke

holten sich die beiden ihren ersten gemeinsamen Titel –

in einem Finale, das den krönenden Abschluss eines Turniers

bildete, das sich längst einen festen Platz im WTA-Kalender gesichert

hat.

Jessica Pegula

Und auch Iga Swiatek durfte sich über einen Premierenmoment

freuen: Erstmals hatte sie überhaupt ein Endspiel

auf Rasen erreicht – ein Meilenstein, der sie dem großen Ziel

Wimbledon einen Schritt näherbrachte. Das Publikum in Bad

Homburg hatte sie mit offenen Armen empfangen und lautstark

unterstützt – „Iga-Mania“ inklusive. Ihr Traum vom Titel

lebt weiter.

Was bleibt? Eine Siegerin, die mit Bad Homburg endgültig

auf Rasen angekommen ist. Ein Turnier, das seinem Boutique-

Charakter treu geblieben ist – und gleichzeitig Weltklasse geboten

hat. Und eine Woche, in der man das Gefühl hatte, dass

inmitten der Bäume und Blumen des Kurparks etwas ganz Großes

begonnen haben könnte. Für Jessica Pegula. Und vielleicht

auch für die Bad Homburg Open selbst.

Claudio Gärtner

Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Adobe Stock

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matchball | 03 – 2025


International

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Bitpanda Hamburg Open 2025

Cobolli rockt den Rothenbaum –

Rublev fällt, Zverev kämpft mit Fieber

Flavio Cobolli krönt sich sensationell zum Sieger der Bitpanda Hamburg Open und feiert seinen ersten ATP-500-Titel –

mit Leidenschaft, Mut und spektakulärem Angriffstennis. Alexander Zverev hingegen muss bei seinem Heimturnier

krank und sichtlich geschwächt im Achtelfinale die Segel streichen. Zwischen italienischem Höhenflug und deutschem

Durchhaltewillen zeigte Hamburg einmal mehr, warum es zu den emotionalsten Stationen im Tenniszirkus zählt.

Der Rothenbaum während

des Spiels von Flavio Cobolli

gegen Andrey Rublev

Fotos: Mathias Schulz-tennisphoto.de, Adobe Stock

Der Applaus donnerte, das Sandmehl tanzte

– und Flavio Cobolli lag plötzlich auf

dem Rücken. Um 16:10 Uhr war es offiziell:

Der 22-jährige Italiener hatte mit seinem

Triumph bei den Bitpanda Hamburg Open seinen

ersten ATP-500-Titel klargemacht – mit

einem famosen 6:2, 6:4 über keinen Geringeren

als Andrey Rublev. Ein Moment für die Tennisgeschichte

– oder zumindest für das bestickte

Handtuch über dem Siegerkopf.

Dass Cobolli Talent hat, wusste man – spätestens

seit Bukarest im Frühjahr. Dass er aber Rublev

in dessen Lieblingsdisziplin, dem aggressiven

Grundlinienspiel, regelrecht zerlegt? Das

kam dann doch einem Paukenschlag gleich.

Gleich im ersten Aufschlagspiel breakte der ungesetzte

Italiener den an drei gesetzten Russen

– und ließ sich von da an nicht mehr beirren.

Rublev tobte, warf früh den Schläger in

den Hamburger Sand – Cobolli klopfte sich auf

die Brust und spielte, als gäbe es keinen Morgen.

Selbstbewusstsein trifft Volleykunst

Der Youngster brillierte mit mutigem Serve-and-

Volley, knackigen Stopps und einer Körpersprache, die

irgendwo zwischen italienischer Oper und Fußball-WM-

Finale 2006 schwankte. Auch ein kurzes Wackeln beim

Stand von 4:2 im ersten Satz ließ ihn kalt: Auf das Re-

Break folgte ein sofortiger Konter – Cobolli zog sein Ding

durch, als hätte er schon 50 Finals gespielt.

Im zweiten Durchgang kämpfte sich Rublev zwar

zwischenzeitlich ins Match zurück, drückte phasenweise selbst

das Gaspedal – aber am Ende fehlte ihm die Präzision, während

Cobolli mit Energie, Spielwitz und Nervenstärke glänzte. Zwei

Breakbälle wehrte der Italiener beim finalen Aufschlagspiel ab,

dann saß der Matchball – und Hamburg erhob sich.

„Ich habe das beste Spiel meines Lebens gespielt“, stammelte

der neue Champion in Richtung Publikum. Und man glaubte

es ihm aufs Wort. 403.665 Euro Preisgeld gab's obendrauf –

und ein Pokal, der fast größer wirkte als sein Träger.

Ich habe das beste Spiel

meines Lebens gespielt.“

Flavio Cobolli nach seinem Finalsieg

Flavio Cobolli

Zverev – ein Held, der leidet

Während Cobolli sich in den Rothenbaum-Sand

einschreibt, musste Alexander Zverev früh die

Segel streichen – und tat das mit einer Geschichte,

die ihn fast sympathischer macht als ein

Turniersieg: 39,4 Grad Fieber, mehrfaches Übergeben

in der Nacht vor dem Achtelfinale – und

trotzdem 2:40 Stunden Kampf gegen den Franzosen

Alexandre Müller.

Zverev spielte nicht fehlerfrei, aber mit Herz.

Besonders im zweiten Satz blitzte sein Können

auf – mit eingesprungener Rückhand und krachendem

Aufschlag. Doch Müller, zäher Terrier

und Sandplatz-Spezialist, biss sich durch. Im

dritten Satz wankte der Franzose – Zverev führte

im Tie-Break – doch dann kam ein Passierschlag

auf die Linie und ein Vorhandfehler des Hamburgers.

Der Traum vom Heimsieg war geplatzt.

„Für die Umstände war das okay“, kommentierte

Zverev lakonisch – und das Publikum

ehrte ihn trotzdem mit Applaus. Wer mit Fieber

spielt, ist nicht rausgeflogen. Der ist rausgekämpft.

Bitpanda Open: Stimmung wie auf dem Volksfest

Abseits der ganz großen Namen feierte sich Hamburg

selbst: Turnierdirektor Enric Molina und DTB-Präsident

Dietloff von Arnim zogen am Finalwochenende ein

durchweg positives Fazit – Fans kamen mit einem Lächeln

und gingen mit einem breiteren, so die einhellige

Meinung. Aktionen wie der Kids Day begeisterten Familien,

das Doppel-Endspiel ging ebenfalls an Italien (Bolelli/Vavassori),

und selbst der ein oder andere kurzfristige Spieler-

Rückzug konnte die Stimmung nicht trüben.

„Hamburg ist die Heimat des deutschen Tennis“, sagte Molina.

Recht hat er. Und wer sich davon selbst überzeugen will,

kann schon mal planen: Der Vorverkauf für die Bitpanda Hamburg

Open 2026 (16. bis 23. Mai) läuft.

Und wer weiß – vielleicht sehen wir dann ein Wiedersehen

mit einem Italiener, der sich klopfend auf die Brust erneut in

den Rothenbaum-Sand wirft.

Claudio Gärtner

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TVBB-Intern

Glosse

Zwischen Netzroller und Nervenzusammenbruch –

ein ganz normales Tennis-Match

Es beginnt, wie so oft, mit einem harmlosen Einschlagen. Du bist motiviert, frisch geduscht, hast dir extra die „guten“

Socken angezogen – und trotzdem kommt alles ganz anders. Die Bälle fühlen sich an, als seien sie über Nacht auf Diät

gesetzt worden. Leicht, flatterhaft, unberechenbar. Du spielst einen lockeren Vorhand-Topspin, erwartest kontrollierte

Länge – bekommst aber ein Ergebnis zwischen Kurzpass und Streuobstwiesen-Aufschlag. Das Feld wirkt enger. Oder das

Universum feindseliger. Schwer zu sagen.

Dann passiert das, was nur anderen passiert: Schnürsenkel

gerissen. Natürlich nicht irgendwo, sondern

genau in dem Moment, in dem du elegant nach einem

Vorhandslice ansetzt, den du seit 2009 nicht mehr gespielt

hast. Du hast keinen Ersatz dabei – aber ein zweites Paar Turnschuhe

in der Tasche. Dort entnimmst du dem rechten Schuh

den Senkel und versuchst, diesen mit chirurgischem Feingefühl

durch die Ösen deines Tennisschuhs zu fädeln. Die Enden sind

ausgefranst wie deine Nerven, die Finger zittern, der Schweiß

läuft – der Gegner wartet. Still. Urteilsfrei. Aber innerlich natürlich

schon 1:0 vorne.

Kaum wieder aufrecht, reißt die Saite. Dein neuer Hybrid-

Belag aus Synthetik, Hoffnung und Nostalgie gibt auf. Und dein

Ersatzschläger? Der liegt daheim, zusammen mit deinem Ersatz-Senkel,

dem zweiten Griffband und deinem letzten Fünkchen

sportlicher Würde.

Du greifst zum veralteten Holzschläger-Verschnitt aus dem

Kindertennis, dessen Griff sich anfühlt wie ein alter Besenstil

– nur weniger komfortabel. Und dann: der Aufschlag. Beziehungsweise:

das, was früher mal einer war. Der erste landet

im Netz, der zweite auch – und der dritte … ach ja, gibt’s

ja gar nicht mehr. Neuer Versuch, neues Glück – oder eher:

neues Drama.

Dein Doppelpartner? Eine sportliche Erscheinung. Leider

mehr Statue als Mitspieler. Am Netz steht er mit Blick in die

Ferne, vielleicht überlegt er, was es heute Abend zu essen gibt.

Währenddessen kämpfst du an der Grundlinie allein gegen die

gegnerische Offensive, den eigenen inneren Schweinehund

und eine aufkeimende Sinnkrise.

Und dann kommt der Gegner – der eine Typ. Du kennst ihn.

Jeder kennt ihn. Er spielt dir vor jedem zweiten Aufschlag den

Ball zurück. Nicht zu dir, nicht sanft, sondern mit einem launigen

Slice exakt auf deine Fußspitzen. Natürlich nett gemeint,

sagt er.

Sein Spielstil? Nüchtern. Zielgerichtet. Spaßfrei. Der Mann

will nicht spielen, er will siegen. Unbedingt. Komme, was

wolle – Fairness, Menschlichkeit, Laktat. Lächeln? Fehlanzeige.

Smalltalk? Höchstens über die Größe des Sieges. Und wehe, du

rufst mal „Aus“, wenn er meint, der Ball

sei drin. Dann diskutiert er mit der Inbrunst

eines Rechtsreferendars im letzten

Staatsexamen – über zwei Zentimeter

Filz.

Apropos: Dein Mitspieler – der mit

dem Blick wie frisch aus dem Winterschlaf

– meldet sich nun doch zu Wort.

Nicht etwa mit einem „Klasse Ball!“, sondern

mit einem Einwand zum Spielstand.

„War das jetzt 15:40 oder 30:30?“

Du ahnst: Es ist egal. Weil er ohnehin

gleich den nächsten Return am Netz elegant

passieren lässt wie ein Kellner die

Rechnung.

Die Krönung folgt nach dem Match.

Du reichst dem Gegner die Hand – weil

du trotz allem noch irgendwo tief drin

ein Ehrenmann, eine Ehrenfrau, ein Ehren-Mensch

bist. Und er? Er zieht vorbei.

Kein Handschlag. Vielleicht hatte er’s

eilig. Vielleicht war dein Slice zu gemein.

Vielleicht mag er einfach keine Menschen

mit roten Socken.

Und während du das Band deiner

Tasche schulterst, leicht demoralisiert,

hörst du auf dem Nebenplatz ein Prusten,

ein Röcheln, ein Geräusch zwischen röhrendem Hirsch und

schnarchendem Staubsauger. Es ist nicht die Platzpflege. Es ist

ein Spieler. Er stöhnt beim Schlag wie ein sterbender Wasserbulle.

Jeder Ball wird von einer Geräuschkulisse begleitet, die

eher nach Kampfsport klingt als nach Tennis. Du fragst dich, ob

du dich geirrt hast – vielleicht ist das hier gar kein Tennisclub,

sondern ein Method-Acting-Kurs für tragische Opernfiguren.

Doch dann siehst du jemanden lachen. Einen echten, ehrlichen

Lacher. Und plötzlich merkst du: Tennis ist genau deshalb

so herrlich. Weil es voller Missgeschicke steckt, voller Charaktere,

voller Geschichten. Weil der Sport manchmal mehr Satire als

Wettkampf ist. Und weil du am Ende trotzdem wiederkommst.

Mit einem neuen Senkel, einem frisch bespannten Schläger –

und dem festen Vorsatz, beim nächsten Mal nicht derjenige zu

sein, der die Bälle ins Netz spielt und trotzdem diskutiert.

Versprochen. Bis zum ersten Aufschlag.

Claudio Gärtner

llustration erstellt mit Unterstützung von OpenAI/DALL·E

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