INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2025
INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2025
INDUSTRIELLE AUTOMATION 4/2025
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19239
SMARTE LÖSUNGEN FÜR DIE INDUSTRIE
04
August 2025
€ 13,00
TITEL
Automatisierung bei Rivella:
10 Alles aus einer Hand
Antreiben, Steuern, Regeln:
14 Effizienz im Brauprozess
Software: KI-basierte
44 Lösungen sinnvoll einsetzen
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EDITORIAL
MITEINANDER
MEHR ERREICHEN
Befehls- & Meldegeräte
vom Weltmarktführer
Wenn wir heute über Robotik sprechen, geht es längst nicht mehr nur
um greifende Arme hinter Sicherheitsschleusen. Es geht um feinfühlige
Cobots, lernfähige Algorithmen und Systeme, die mit uns interagieren
statt uns zu ersetzen. Doch um diese komplexen Technologien aus dem
Labor in die Fertigungshallen und Logistikzentren zu bringen, braucht es
mehr als Innovation – es braucht Zusammenarbeit. Denn Industrie und
Forschung bewegen sich oft auf unterschiedlichen Zeitschienen: Die
eine will schnelle Lösungen, die andere gräbt tief nach Erkenntnis. Doch
gerade im Feld der Robotik – mit seinen wachsenden Anforderungen
an Sensorik, Aktuatorik, Datenkommunikation und Systemintegration –
wird deutlich: Nur gemeinsam gelingt der nächste Produktivitätssprung.
Ein gutes Beispiel: Während Prof. Katharina Hölzle von der Notwendigkeit
offener Plattformen und interoperabler Systeme spricht, entwickelt
Lapp bereits hochspezialisierte Verbindungslösungen, die millionenfache
Torsionsbewegungen aushalten. Beide Seiten arbeiten am selben
Ziel – aus verschiedenen Perspektiven, aber idealerweise im Dialog.
Ein weiteres Beispiel für gelebte Kooperation findet sich am Forschungscampus
Open Hybrid LabFactory in Wolfsburg. Hier arbeiten Industrie
und Wissenschaft Hand in Hand an nachhaltigen Materialien für die
Mobilität von morgen. Technologiepartner bringen ihre Prüftechnik und
Anwendungserfahrung ein – und schaffen so die Basis für recyclingfähige
Werkstoffe und Komponenten mit geringerem ökologischem
Fußabdruck. In diesem Sinne: Lassen Sie uns gemeinsam an der Zukunft
bauen. Diese Ausgabe liefert Impulse dafür.
› Robust und millionenfach
in Anwendungen bewährt
› Durchgängiges System für jeden Bedarf
in Metall- und Kunststoffausführung
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Nicole Steinicke
Chefredakteurin
INDUSTRIELLE AUTOMATION
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Automatisierungstechnik
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automation24.de
26
EDITORIAL
03 Miteinander mehr erreichenSZENE
06 News, Trends und Personalien
08 Messe EMO 2025: KI als Gamechanger
FOKUS FOOD & BEVERAGE
10 TITELSTORY
Prozesse reibungslos optimieren
14 Effizienter brauen mit der passenden
Antriebs- und Steuerungstechnik
SENSORIK UND MESSTECHNIK
16 Berührungslose Temperaturmessung: wann
ist sie sinnvoll und welche Rolle spielen
Infrarot-Pyrometer?
20 Intelligente Sensorik für die dynamische
Lagerautomatisierung
24 Update: Produkte, Technologien, Trends
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BEILAGE
Ein Teil dieser Ausgabe enthält eine
Beilage der MEORGA GmbH, Dillingen.
TITEL
10
Julian Kümmerling, Head of Product
Sales Automation Cells bei Schunk
STEUERN UND ANTREIBEN
26 5 FRAGEN AN Julian Kümmerling,
Head of Product Sales Automation Cells
bei Schunk
28 Pick-to-Light-System bringt Dynamik in die
Kommissionierung
30 Update: Produkte, Technologien, Trends
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
32 IO-Link: Mehr Tempo, mehr Präzision,
weniger Aufwand
34 INTERVIEW Wird Robotik unsere Welt
von morgen verändern? Im Gespräch mit
Prof. Dr. Hölzle, IAT Universität Stuttgart/
Fraunhofer IAO und Hubertus Breier, Lapp
37 Update: Produkte, Technologien, Trends
Anzeige: Igus GmbH
kennenlernen
Das neue B2B-Online-Magazin bietet fundiertes Technikwissen.
Aktuell geht es um Automatisierung. Eine
Vorschau und Links zu allen Beiträgen finden Sie unter
bit.ly/4fafFbn sowie am Ende dieses E-Papers.
Lesen Sie, wie im laufenden Betrieb eines
Getränkeherstellers verschiedene Prozesse mithilfe
eines Getriebebaukastens optimiert wurden
4 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
38 Passive PC-Kühlung sichert die Lebensdauer
von Machine-Vision-Systemen
SPECIAL COMPONENTS & SOFTWARE
40 Datenbasierte Plattform-Lösung für die
Smart Industry
41 Update: Produkte, Technologien, Trends
42 Mit Entwicklerlizenzen zur flexiblen PC-SPS-
Kommunikation in der Automatisierung
44 KI-basierte Software macht die Lebensmittelproduktion
smarter
DENKANSTOSS
49 Technischer Fortschritt und seine ökologische
Schattenseite
48 Impressum
50 Vorschau 05/2025
34
DIE REDAKTION EMPFIEHLT
Präzise Temperatursensoren ermöglichen das
exakte Steuern von Fertigungsprozessen in
industriellen Automations- und Prozessanwendungen.
Am Beispiel der
Batterieproduktion zeigen
wir ab Seite 16, warum es
dabei auf berührungslose
Mess technik ankommt
und welche Vorteile sich
daraus ergeben.
NEWS & TRENDS
Personalien
RALF KLEIN
Ein bedeutender Führungswechsel
markiert den Beginn
eines neuen Kapitels bei der
PTR Hartmann GmbH: Zum
1. Mai 2025 hat Ralf Klein die
Geschäftsführung des Unternehmens
übernommen. Er folgt auf Peter Scherer,
der nach über 20 Jahren Unternehmensführung
in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet
wurde. Ralf Klein war zuvor Geschäftsführer bei
der Harting Technologiegruppe in Espelkamp.
www.ptr-hartmann.com
KISTLER UND KELLER VERTIEFEN
PARTNERSCHAFT IN CHINA
Der führende Her steller piezo resistiver Drucksensoren,
Keller Pressure, intensiviert seine langjährige Zusammenarbeit
mit der Kistler Gruppe, Weltmarktführer für
dynamische Messtechnik. Mit der Unterzeichnung des
Vertrags bekräftigen die Unternehmen, die strategische
Partnerschaft weiter auszubauen und den chinesischen
Markt gezielt weiterzuentwickeln. Der Ausbau der
intelligenten Fertigung, die steigenden Anforderungen
an die Automatisierung sowie der wachsende Bedarf
an Messlösungen treiben die Nachfrage. Dabei bringt
Kistler ein umfassendes
Vertriebs- und Servicenetzwerk
sowie Marktkenntnisse
mit. Keller ergänzt das
Portfolio von Kistler mit
hoch präzisen, piezoresistiven
Drucksensoren. Im Bild:
Marc Schaad, CEO Kistler (li.),
Tobias Keller, CEO Keller (re.).
www.keller-pressure.com
MSR-SPEZIALMESSE IN LUDWIGSHAFEN
Meorga veranstaltet am
10. Sep tem ber 2025 in
der Friedrich-Ebert-Halle
in Ludwigshafen eine
Fachmesse für Mess-,
Steuerungs- und
Regeltechnik, Prozessleitsysteme
und Automatisierungstechnik. Etwa 150
Unternehmen zeigen ihr Leistungsspektrum, Geräte und
Systeme, Engineering- und Serviceleistungen sowie neue
Trends im Bereich der Automatisierung. Ergänzt wird die
Veranstaltung um praxisnahe Fachvorträge rund um den
aktuellen Stand der MSR-Technik. Die Messe richtet sich
an Experten und Entscheidungsträger, die in ihren
Unternehmen für die Optimie rung der Geschäfts- und
Produktionsprozesse verantwortlich sind. Der Eintritt zur
Messe und die Teilnahme an den Fachvorträgen sind für
Besucher kostenfrei. Eine Registrierung ist möglich über:
www.meorga.de/besucher-anmeldung/ludwigshafen
www.meorga.de
NEUER AUFSICHTSRAT
BEI HANSA-FLEX
Nach mehr als 15 Jahren prägender
Mitgestaltung tritt Gisbert
Loosen im Juni 2025 altersbedingt
aus dem Aufsichtsrat der
Hansa-Flex AG zurück. Loosen hat
die strategische Entwicklung des
Unternehmens maßgeblich begleitet und mitgestaltet.
Für die Zukunft des Unternehmens wird der Aufsichtsrat
durch das neu berufene Mitglied Patrick Grabowski
gestärkt. Grabowski, Steuerberater und ehemaliger
Partner einer führenden Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
in Bremen, bringt fundierte Expertise in Steuer- und
Unternehmensfragen sowie langjährige Erfahrung in
der Führung von Unternehmen mit.
www.hansa-flex.com
CRA-KONFERENZ – ORIENTIERUNG FÜR ENTSCHEIDER
IM MASCHINENBAU
Mit dem Cyber Resilience Act (CRA) stellt die EU neue Anforderungen an die
IT- oder OT-Sicherheit vernetzter Produkte – und viele Hersteller stehen vor
offenen Fragen. Die CRA-Konferenz am 6. November 2025 bietet genau jetzt
Orientierung. Als kompakte und rein digitale Plattform beleuchten Experten
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Führungskräften, hochkarätige Vorträge und praxisrelevante Inhalte direkt vom
Arbeitsplatz oder Homeoffice aus zu verfolgen – ganz ohne Reiseaufwand. Branchenexperten, Juristen und
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Thematisiert werden unter anderem juristische und organisatorische Pflichten von Cybersicherheit als
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6 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
NEWS & TRENDS
MASCHINENBAU TRITT AUF DER STELLE
Die Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau bleibt weiterhin
gedrückt. Rund ein Viertel (26 Prozent) der 936 Unternehmen, die der
VDMA Ende Juni befragt hat, bewertet die aktuelle Lage als sehr gut
oder gut. Etwas mehr Unternehmen (32 Prozent) geben dagegen das
Urteil „schlecht“ oder „sehr schlecht“ ab. Auch die Aussichten haben
sich nur unwesentlich verändert. Mit Blick auf das nächste halbe Jahr
erwartet die Mehrzahl der Unternehmen keine großen Veränderungen.
Europa schneidet noch am besten ab. So sehen 31 Prozent eine
Verbesserung der Absatzchancen in der Europäischen Union und in
Deutschland als realistisch an, in Nordamerika sind es 27 Prozent. Die
asiatischen Regionen werden schlechter bewertet. Unter dem Strich
dürfte das laufende Jahr für die Mehrheit der Unternehmen durchwachsen
verlaufen, so der VDMA. Bild: carballo – stock.adobe.com
www.vdma.org
WEIDMÜLLER GRUPPE
EXPANDIERT IN USA
Mit einer zusätzlichen Fläche
von 2.300 m 2 eröffnete Weid -
müller im Juni seine neue
Engineering- und Produktionsstätte
in Richmond /USA. Das
neue Werk dient der Montage
und Fertigung komplexer
Systeme – unter anderem
fortschrittliche Lösungen wie
Photovoltaik-Geräteanschlusskästen
mit Echtzeit-String-
Überwachung, vormontierte
Edelstahlschränke für anspruchsvolle
Umgebungen
sowie drahtlose Lösungen zur
Digitalisierung im Industrieumfeld.
„Seit 50 Jahren ist
Richmond die Heimat von
Weidmüller USA. Mit dem
neuen Werk schlagen wir dort
nun in ein neues Kapitel auf.
Wir entwickeln und fertigen
direkt für den amerikanischen
Markt, jetzt mit noch um fangreicherem
Portfolio. Damit
fügt sich das Projekt nahtlos
in unsere Regionalisierungsstrategie
ein, mit der wir näher
an unsere Kunden rücken“, sagt
Dr. Sebastian Durst, CEO der
Weidmüller-Gruppe.
www.weidmueller.com
MEHR VERBINDUNG
MEHR-VERBINDUNG.DE
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WENIGER STECKER
DURCH AS-INTERFACE
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Gebäudetechnik Tour
26.08.2025
Fraport Conference Center, Frankfurt/Main
10.09.2025 - 11.09.2025
Wetzlar
Buderus Arena / Stand E0-331
17.09.2025 - 18.09.2025
Düsseldorf
Areal Böhler / Halle 1, Stand 701
23.09.2025 - 25.09.2025
Nürnberg Messe
Halle 7, Stand 569
NEWS UND TRENDS
EMO 2025
KI ALS GAMECHANGER
Metallbearbeitung
international: Auf der
EMO Preview zählte der
VDW 150 Teilnehmer
aus 24 Ländern, davon
rund 70 Journalisten
Auf der EMO 2025 in Hannover, der Weltleitmesse
für Produktionstechnik, wird Künstliche
Intelligenz (KI) eines der Fokusthemen sein.
Weltweit wird darüber diskutiert, ob KI der
Gamechanger für die Produktion von morgen
sei und welche vielversprechenden Einsatzmöglichkeiten
es gebe, so VDW-Geschäftsführer
Dr. Markus Heering anlässlich der EMO
Preview, zu der der VDW im Juli Journalisten
nach Frankfurt am Main eingeladen hatte.
Die Medienveranstaltung stieß auf großes
internationales Interesse.
Ist Künstliche Intelligenz (KI) entscheidend für die künftige
Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und ihre große Chance?
Eine aktuelle Bitkom-Umfrage ergab: Acht von zehn Unternehmen
sehen das so. 42 Prozent setzen demnach KI bereits in der
Produktion ein, zur Überwachung von Maschinen, zur intelligenten
Steuerung von Robotern oder zur Optimierung des Energieverbrauchs.
Der AI Hub @EMO2025 soll Antworten und Diskussionsstoff
für den Einsatz von KI in der Produktion bieten. Ein Sonderstand
(Halle 6, Stand A22) wird den Besuchern das Thema zugänglich
machen. Die EMO kooperiert hierfür mit dem Demonstrationsund
Transfernetzwerk für KI in der Produktion, ProKI Netz, unter
der Ägide der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik).
„Auf dem AI Hub werden Anwendungsszenarien und prototypische
Lösungen für KI in der Metallbearbeitung mit Hilfe von Demonstratoren
gezeigt“, so beschreibt Markus Heering, Geschäftsführer
des Vereins Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken, das
Konzept. Fachleute aus der Forschung stehen zur Verfügung, um
allgemein zu informieren oder in Detailfragen einzusteigen.
PROZESSGETRIEBENER ANSATZ
„Wir verfolgen erstmals einen nicht datengetriebenen, sondern
einen prozessgetriebenen Ansatz. Und das macht einen großen
Unterschied“, sagt Prof. Jürgen Krüger. Er ist KI-Experte der WGP
und einer der Hauptautoren des WGP-Positionspapiers „KI in der
Produktion“. „In aller Regel schauen Unternehmen nämlich nach
den Daten, die sie gesammelt haben und versuchen daraus, neue
Erkenntnisse und damit neue Wertschöpfung zu erzielen. Wir
hingegen schauen uns die Prozesse an, die wir sehr genau kennen.
Und daraus leiten wir ab, wo wir gezielt Daten erfassen müssen
und wo KI gezielt eingesetzt werden kann, um Prozesse zu
optimieren. Damit wird die Integration von KI in die Produktion
deutlich effizienter.“
Der AI Hub@EMO 2025 greift noch weiter und vernetzt die Angebote
der EMO-Aussteller in ihrem jeweiligen Lösungsportfolio.
Die Anforderungen und passende Lösungen sind in der Metallbearbeitung
und im Werkzeugmaschinenbau sehr unterschiedlich.
Wo für einen Anbieter die KI-gestützte Bildverarbeitung zur
flexibleren Automatisierung beiträgt, setzt ein anderer auf KI zur
Optimierung des Fertigungsprozesses, um zum Beispiel eine höhere
Energieeffizienz, bessere Oberflächen oder kürzere Bearbeitungszeiten
zu erreichen. Wieder andere nutzen KI für die
Mensch-Maschine-Schnittstelle, um Fehlermeldungen und
Handbücher gezielter zugänglich zu machen. Diese Vielfalt wird
der AI Hub@EMO 2025 aufgreifen.
„Die gute Nachricht ist, dass bei industrieller AI verschiedene
Herstellernationen, auch Deutschland und andere Europäer,
ganz vorne mitspielen. Uns kommt die Ingenieurexpertise im
Hinblick auf industriespezifische Modelle und die tiefe Kenntnis
der Lieferketten zugute. Da bewegt sich in der gesamten Indus trie
unglaublich viel und das wird die EMO zeigen“, meint Heering.
„KI MACHT FEHLER“
Mit den Perspektiven Künstlicher Intelligenz in der Fertigung befasste
sich bei der EMO-Preview auch eine Podiumsdiskussion
mit Sebastian Heinz, Gründer und CEO von Statworx, und
Prof. Dr.-Ing. Michael Zäh vom Lehrstuhl für Werkzeugmaschinen
und Fertigungstechnik an der TU München. Ihrer Meinung
nach müssten europäische Unternehmen das Innovationstempo
bei KI deutlich steigern, um den Anschluss an asiatische und USamerikanische
Anbieter nicht zu verlieren. Das gelte vor allem
für kleine und mittelständische Unternehmen, die sich bislang
sehr abwartend zeigten. Gute Perspektiven dürfte es vor allem in
der Qualitätssicherung und bei der vorausschauenden Wartung
geben. Für beide Experten ist unstrittig, dass KI den Menschen in
der Fertigung nicht überflüssig mache. „KI macht Fehler“, stellte
Zäh fest. Dies zu erkennen, sei eine Fähigkeit, die dringend benötigt
und geschult werden müsse. Dass in Zukunft kein Weg an KI
vorbeiführe, da waren sich die beiden Experten einig. „Es ist keine
Option, KI nicht zu nutzen“, so Zäh. „Andere nutzen KI bereits
und wer es nicht tut, verliert.“
Bild: VDW
https://emo-hannover.de
8 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
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NEWS & TRENDS
INDUSTRIEMESSEN ALS KATALYSATOREN FÜR DEN WANDEL
Messen haben eine große Bedeutung für die Anbahnung von Geschäftskontakten in neuen
Märkten. Saudi-Arabien ist ein Markt mit enormen Entwicklungspotenzial und einer Fülle
von Marktchancen für internationale Unternehmen. Messen spielen dabei eine wichtige
Rolle bei der Überbrückung von Nachfrage und Angebot. Deutschland ist einer der führenden
Messestandorte, und Saudi-Arabien entdeckt derzeit das Potenzial von Messen zur Förderung
der wirtschaftlichen Entwicklung und setzt auf das Know-how renommierter deutscher
Messeveranstalter. Die Deutsche Messe AG, Hannover wird gemeinsam mit ihrem saudischen Partner Riyadh Exhibitions Company
eine internationale Fachmesse in Riad organisieren. Die „Industrial Transformation Saudi Arabia“ findet vom 1. bis 3. Dezember
2025 statt und unterstützt Saudi-Arabiens Ziel, seine Wirtschaft vom Öl zu diversifizieren und eine moderne Industrie aufzubauen.
Die Messe zeigt Neuheiten aus den Bereichen Automatisierung, Digitalisierung und Intralogistik. Parallel zur Messe findet eine
begleitende Konferenz statt, auf der neuste Trends mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft diskutiert und erörtert werden.
Kontakt: Christiane Hlawatsch, Tel.: +49 511 89-31410, E-Mail: christiane.hlawatsch@messe.de
Quelle: Deutsche Messe
www.saudiindustrialtransformation.com
MANAGEMENT-
WECHSEL BEI
BIHL+WIEDEMANN
Bei der Bihl+Wiedemann
GmbH, einem führenden
Anbieter von Automatisierungslösungen
für Maschinen
und Anlagen, vollzieht sich ein
personeller Wechsel: Bernhard
Wiedemann (li.), Mitgründer,
Geschäftsführer und langjähriger
Entwicklungsleiter, zieht
sich nach über 30 Jahren
erfolgreicher Tätigkeit aus dem
operativen Geschäft zurück und
beginnt einen neuen Abschnitt
im Privatleben. Die alleinige
Geschäftsführung übernimmt
fortan Mitgründer Jochen Bihl
(re.) – er steht für Kontinuität
in der Führung und wird das
Unternehmen auch weiterhin
mit voller Tatkraft leiten.
„Bernhard hat mit seinem
technischen Know-how, seiner
Weitsicht und seinem Engagement
maßgeblich dazu
beigetragen, dass wir heute als
Technologieführer im Bereich
AS-Interface gelten“, sagt
Jochen Bihl.
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FOOD & BEVERAGE
PROZESSE REIBUNGSLOS OPTIMIEREN
AUTOMATISIEREN
LEICHT GEMACHT
Die Rivella AG ist die größte Unternehmensgruppe
für Erfrischungsgetränke schweizerischer
Herkunft. Abgefüllt werden die Getränke
in Rothrist im Kanton Aargau – unterstützt
durch Lösungen auf Basis von schmierfreier
Linear- und Antriebstechnik sowie einfach
programmierbarer Steuerungstechnik von Igus.
Welche Verbesserungen und Optimierungen im
laufenden Betrieb möglich sind, zeigt das Kölner
Unternehmen an ausgewählten Anwendungen
wie der Verstellung von Inkjet-Druckköpfen für
die Inline-Beschriftung oder der Verstellung von
Transportgassen von der Abfüllanlage zur
Verpackungsanlage.
Gegründet wurde Rivella im Jahr 1952 von Robert Barth in
Stäfa (Kanton Zürich). Heute ist das Familienunternehmen
in Rothrist daheim und gehört zu den wenigen noch
unabhängigen Schweizer Getränkeproduzenten. Das
Unternehmen beschäftigt derzeit rund 240 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter und hat im Jahr 2023 einen Umsatz von 138 Millionen
Franken erzielt. Seit Jahren zählt Rivella zu den beliebtesten und
bekanntesten Marken der Schweiz. Das gleichnamige Erfrischungsgetränk
ist sogar offiziell im Inventar des kulinarischen
FLEXIBLER GETRIEBEBAUKASTEN
ERMÖGLICHT VIELFÄLTIGE UND
PLATZSPARENDE LÖSUNGEN
Erbes des Landes aufgeführt. Alle Produkte werden lokal hergestellt
und jährlich verlassen knapp 100 Millionen Liter Erfrischungs-
und Fruchtsaftgetränke die Produktionsstätte.
Die Gassenumstellung
funktioniert jetzt
bequem über ein Handrad,
das im nächsten Schritt
noch durch einen Motor
ersetzt werden könnte
MODERNISIEREN UND AUTOMATISIEREN
IM LAUFENDEN BETRIEB
Wo Getränke produziert werden, sind die Anforderungen an die
Maschinen und Anlagen hoch. Hygienevorschriften müssen eingehalten
werden, präzise Formatverstellungen und schnelle Bewegungen
sollen reibungslos ablaufen. Die Anforderungen an die
Flexibilität moderner Produktionsanlagen steigen ständig. Der
Grund dafür liegt insbesondere in der wachsenden Produktvielfalt.
Hersteller sind neben einer hohen Anlagenverfügbarkeit auch auf
verkürzte Rüstzeiten an den unterschiedlichsten Stationen ihrer
Maschinen angewiesen. Auch am Rivella Produktionsstandort in
Rothrist wird der Maschinenpark laufend modernisiert und auf
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 11
FOOD & BEVERAGE
01 02
03
den neuesten Stand gebracht oder wenn möglich auch automatisiert,
wie die im Folgenden vorgestellten Beispiele zeigen.
PROJEKT 1: AUTOMATISIERUNG DER
DRUCKKOPFVERSTELLUNG
„Die Bediener der Verpackungsstation kamen mit der Bitte auf
mich zu, den Umrüstungsvorgang für das Drucken des Datums
zu vereinfachen“, erzählt Ismail Ibraimi, Projektleitung Instandhaltung
bei Rivella. Wird bei der Verpackungsstation das Produkt
geändert, müssen auch die Inkjet-Druckköpfe für das Datum sowohl
in der Höhe als auch in der Position verändert werden. Dies
passiert händisch mit Stellschrauben und dauerte bislang bis zu
einer Stunde – je nach Produkt und Anzahl der Pakete. Eine
solche Umstellung erfolgt oft dreimal täglich. Hier suchten die
Verantwortlichen nach einer Automatisierungslösung, um den
Mitarbeitern den Rüstvorgang zu erleichtern und weniger Zeit für
Unsere Bediener sind von dem System
wirklich begeistert. Es ist einfach, preiswert,
bedienerfreundlich und läuft seit der ersten
Minute problemlos.
Ismail Ibraimi, Projektleitung Instandhaltung
bei Rivella
die Umrüstung zu benötigen. Fündig wurde der Projektleiter bei
der Igus Schweiz GmbH, dem bekannten Hersteller schmierfreier
Gleitlager- und Lineartechnik mit Hauptsitz in Köln.
„Nachdem mir Ismail Ibraimi am Telefon die Problematik geschildert
hat, bin ich gemeinsam mit meinem Kollegen André
Kirchhofer nach Rothrist gefahren, um uns vor Ort einen Überblick
zu verschaffen. Nach Besichtigung der Anlage konkretisierten
wir auch gleich die ersten Ideen, in welche Richtung es gehen
könnte“, erzählt Axel Ebert, Key Account Manager bei Igus
Schweiz. André Kirchhofer, Produktmanager Low-Cost-Automation,
ergänzt: „Wir erstellten kurze Zeit später einen ersten Konzeptvorschlag
und haben dann gemeinsam mit dem Projektleiter
eine – wie ich meine – perfekte Lösung ausgearbeitet.“
IN UNTER EINER MINUTE VERSTELLT
Die Lösung für die Druckkopfverstellung besteht aus zwei
schmierfreien Drylin SLW-Spindeleinheiten, welche jeweils mit
einem Apiro Getriebe verbunden sind. „Mit den Apiro Getrieben
können wir eine stabile Verbindung der beiden Drylin Spindeleinheiten
herstellen und so eine synchrone parallele Verstellung
beider Achsen gewährleisten“, erklärt Kirchhofer. Vervollständigt
wird die Lösung durch den motorisierten Antrieb in Verbindung
mit einer Dryve D1-Motorsteuerung, der herstellereigenen Motorsteuerung.
Durch die einfache Bedienbarkeit der Steuerung
konnte das System innerhalb kürzester Zeit eingerichtet werden.
„Wir haben drei Positionen programmiert, und zwar einmal für
die 0,2-Liter-, dann für die 0,5-Liter- und die 1-Liter-Verpackungen.
Der Bediener muss jetzt nur noch das Programm wählen,
einen Knopf betätigen und das System stellt die Druckköpfe automatisch
auf die gewünschte Höhe und Position ein“, sagt Ibraimi.
„Für die Produktumstellung beim Datum brauchen wir jetzt nicht
einmal eine Minute gegenüber früher von bis zu einer Stunde.“
Die Lösung ist zudem zuverlässig, wartungs- und schmierfrei.
PROJEKT 2: AUTOMATISIERUNG DER
GASSENVERSTELLUNG
Bei den Anlagen für die Rivella Produkte müssen die Transportgassen
von der Abfüllanlage zur Verpackungsanlage aufgrund
unterschiedlicher Flaschengrößen (0,2- bis 1,5-Liter) mehrmals
täglich verstellt werden. So laufen die Flaschen einerseits mittig
auf dem Band und werden andererseits sicher von A nach B
transportiert. „Dies war immer sehr aufwendig, denn der Bediener
musste mit einer Klemmschraube von Hand alle 50 Zentimeter
die Breite der Gasse verstellen“, berichtet Ibraimi. Bei einer
Gassenlänge von zwölf Metern plus 90-Grad-Kurve am Schluss
sind dies 48 Verstellungen (24 Stationen, jeweils links und rechts),
und dies zum Teil auch über Kopf. Dies sollte automatisiert
12 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
FOOD & BEVERAGE
04 05
werden. „Das Apiro System hat sich bei der Datumsumrüstung
bewährt und ich finde das Produkt wirklich sensationell“, so
Ibraimi. Es sei einfach zu montieren, preislich sehr interessant
und aufgrund der beengten Platzverhältnisse zwischen der Gasse
und der Maschine die ideale Lösung.
„,Apiro‘ ist griechisch und bedeutet ,unendlich‘. Und genauso
viele Lösungsmöglichkeiten gibt es“, erläutert Kirchhofer. „Wir
können mit diesem System modular und flexibel verschiedenste
Kinematiken aufbauen, wie zum Beispiel bei Rivella eine Gassenverstellung
oder eben als Verbindungselement zwei Linearsysteme.“
Durch den modularen Getriebebaukasten lassen sich
Gassenverstellungen, Kurvenverstellungen sowie Seitenführungen
von Fördersystemen einfach und platzsparend in bestehende
Anlagen integrieren.
Die einfache Montage kann größtenteils bei laufender Produktion
vorgenommen werden, sodass sich die Ausfallzeiten minimieren.
Der Drygear Apiro-Baukasten bietet dabei verschiedene
Übersetzungen, aber auch Längenvarianten an, die besagte Kombinations-
und Anwendungsmöglichkeiten ermöglichen. Neben
Gassenverstellungen können Anwender beispielweise Pusher-
Anwendungen, Drehtische oder auch kartesische Roboter aufbauen.
HANDKURBEL SPART ZEIT
Bei der Transportgasse kommen 40 Apiro Getriebe im Abstand
von einem Meter zum Einsatz, in den Kurven alle 50 cm. Für den
Bediener bedeutet dies, dass er jetzt gegenüber vorher 48 Verstellungen
an lediglich zwei Stellen die Gassenverstellung mit einer
Handkurbel vornehmen wird und folglich nur noch ein paar Minuten
benötigt.
„Die Verstellung mit der Handkurbel funktioniert super und
spart enorm viel Zeit ein“, so Ibraimi. Das sei jedoch nur vorübergehend,
denn ein weiterer Vorteil dieses Systems ist das Baukastenprinzip
und so könnten sie zu einem späteren Zeitpunkt
relativ einfach die Handkurbel durch einen Motor ersetzen. Die
dafür notwendigen Produkte seien schon bei ihnen im Haus und
er warte nur, bis ihr Steuerungstechniker freie Kapazitäten für die
Umstellung habe. „Dann funktioniert die Gassenverstellung wie
bei der Datumsumrüstung einfach, sicher und schnell per Knopfdruck“,
sagt der Projektleiter.
EINFACH, HYGIENISCH UND WARTUNGSFREI
01 Automatische Druckkopfverstellung: Die drei Inkjet-Druckköpfe
für das Datum werden nun mithilfe des Apiro Getriebes, des Drylin
SLW-Linearsystems und eines Motors exakt in der Höhe positioniert
02 Sämtliche Igus Führungselemente, Gleitlager, Linearführungen
und Apiro Getriebe für die innovative Druckkopfverstellung
funktionieren absolut schmier- und wartungsfrei
03 Es herrschten sehr beengte Platzverhältnisse – kein Problem
für die Igus Lösung mit Apiro Getrieben
Durch die Automatisierungslösung von Igus lassen sich Gassenverstellungen,
Kurvenverstellungen oder auch Druckkopfumrüstungen
einfach und platzsparend in bestehende Anlagen integrieren.
„Sowohl die Igus Führungselemente, die Gleitlager, die
Linearführungen wie auch das gesamten Apiro System funktionieren
absolut schmier- und wartungsfrei, was natürlich bei den
Hygienevorschriften von Abfüllanlagen ein weiterer Pluspunkt
ist“, erläutert Ebert.
Weiterer Vorteil: Die komplette Automatisierung kommt von
Igus. Sie umfasst alles von den mechanischen Komponenten bis
hin zum Motor und der Steuerung. „Das heißt, ich habe nur
einen Lieferanten, einen Ansprechpartner. Das macht die Sache
relativ unkompliziert und angenehm“, meint Ibraimi und berichtet
weiter über die hohe Akzeptanz für die Lösungen beim Personal:
„Das System kommt so gut bei den Maschinenbedienern an,
dass ich zwischenzeitlich schon von mehreren Abteilungen
Anfragen bekommen habe, wann denn endlich auch sie so ein
tolles System bekommen.“
Bilder: Igus
04 Vor der Automatisierung der Gassenverstellung
durch Igus mussten die Bediener bei jedem Produktwechsel
48 Stellschrauben von Hand betätigen
05 Rivella gehört zu den bekanntesten Marken in der Schweiz
www.igus.de
UNTERNEHMEN
Igus GmbH
Spicher Str. 1a, 51147 Köln
Tel. 02203 9649 0
E-Mail: de-info@igus.net
AUTOR
Bastian Mehr, Sales Manager
Packaging Industry bei Igus
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 13
FOOD & BEVERAGE
ANTREIBEN UND STEUERN
EFFIZIENTER
BRAUEN
Steigende Strompreise gefährden die Profitabilität von Brauereien. Energie ist
für die Brauereibranche ein erheblicher Kostenfaktor, macht doch der Sektor rund
4,8 Prozent des Strom- und Treibstoffverbrauchs der gesamten Lebensmittel- und
Getränkeindustrie aus. Zusätzlich gilt es, den CO 2
-Fußabdruck zu verkleinern und
klimaschonender zu produzieren. Die gute Nachricht: Die Energieeffizienz lässt
sich ebenso einfach wie wirkungsvoll steigern – mithilfe hocheffizienter Motoren,
Frequenzumrichter und intelligenter Steuerungssoftware.
Wenn es um die Verbesserung der Energieeffizienz in
Brauereien geht, bieten sich in einem ersten Schritt
Elektromotoren an. Diese gehören in Industrieanlagen
zu den energieintensivsten Geräten. In der
Lebensmittel- und Getränkeindustrie machen motorbetriebene
Systeme etwa 17 Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus.
Von der Rohstoffannahme bis zur Verpackung: Jeder Schritt des
Brauprozesses, an dem Motoren beteiligt sind, bietet Potenzial
zur Verbesserung der Energieeffizienz. Elektromotoren sind wichtige
Bestandteile von Förderanlagen, Mischern, Pumpen, Mühlen,
Dekantern, Gebläsen, Kompressoren sowie weiteren Geräten.
Mit der Umrüstung auf effizientere Motoren lassen sich deutliche
Energieeinsparungen erzielen. Die höchste derzeit am Markt
für Elektromotoren verfügbare Effizienzklasse haben Synchronreluktanzmotoren
(SynRM). Sie erreichen den Ultra-Premium-
Wirkungsgrad IE5. Werden in einem Werk ältere IE2-Motoren
durch SynRM-Modelle ersetzt, können die Energieverluste um
bis zu 50 Prozent sinken.
POTENZIAL DURCH DREHZAHLREGELUNG
Diese herausragende Effizienz erreichen SynRM unter anderem
durch die Verwendung von Frequenzumrichtern. Auch andere
Motoren können mit Umrichtern kombiniert werden, um die
Effizienz zu erhöhen. Ohne sie wird die Motordrehzahl durch
Drosselung geregelt, wobei unnötig Energie verbraucht wird.
Betreibt man einen Pumpen-, Lüfter- oder Kompressormotor
per Umrichter, kann dies den Stromverbrauch um 25 Prozent
oder mehr reduzieren. Trotzdem sind in der gesamten Industrie
schätzungsweise nur 23 Prozent aller Elektromotoren weltweit
mit Frequenzumrichtern ausgestattet. Auch speicherprogrammierbare
Steuerungen können die Effizienz erhöhen, indem sie
Steuerungssysteme optimieren und Prozesse automatisieren.
Dies verringert Energieverluste zusätzlich und verbessert die allgemeine
Betriebseffizienz.
Ein mögliches Problem bei Kreiselpumpen ist zum Beispiel die
Kavitation. Dabei bilden sich in einer Flüssigkeit Hohlräume oder
Blasen, wenn der lokale statische Druck sich plötzlich ändert. Kavitation
kann die Lebensdauer der verbauten Produkte halbieren,
und der entstehende Schaum kann die Bierqualität beeinträchtigen.
Schäden an Pumpen können zudem kostspielige Leckagen
verursachen.
Frequenzumrichter mit Antikavitations-Software an Bord bieten
hier eine kostengünstige Lösung. Sie überwachen kontinuierlich
Drehmoment und Drehzahl des Pumpenmotors, ohne das
zusätzliche Sensoren erforderlich sind. Die Software passt die
Motordrehzahl an, um Kavitation zu verhindern. Nach Stabilisierung
der Bedingungen kehrt der Umrichter in den Normalbetrieb
zurück. Diese Funktion ist besonders hilfreich, um Druckabfälle
in sich leerenden Behältern zu beherrschen.
SANFTER ANLAUF UND RÜCKSPEISUNG
Ein vorhersehbarer, präziser Maschinenbetrieb ist für erfolgreiches
Brauen unerlässlich. In der Phase der Bierklärung beispielsweise
ist es von zentraler Bedeutung, den Separator schnell
14 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
FOOD & BEVERAGE
01 Tröegs Independent Brewing in Pennsylvania, USA,
produziert jährlich mehr als 100.000 Fässer Bier
02 Wiederholbare Abläufe: Der neue Umrichter von ABB
ermöglicht bei Tröegs eine bessere Regelung der Hefegabe und
überzeugt durch eine einfache visuelle Ablaufprogrammierung
hochzufahren, eine hohe Drehzahl aufrechtzuerhalten und Vibrationen
zu minimieren. Bei diesen Anwendungen ermöglichen
Frequenzumrichter mittels Drehmomentregelung einen sanften
Anlauf, was eine Auslegung mit einer zu hohen Leistung verhindert.
Überdimensionierte Ausrüstung ist nicht nur teurer in der
Anschaffung, sondern verursacht auch höhere Betriebskosten
und verbraucht unnötig Energie.
Sofern gewünscht, können Frequenzumrichter auch automatisch
auf maximales Drehmoment umstellen, sobald der Motor
eine bestimmte Drehzahl überschreitet. Wenn die Anwendung
beendet werden soll, bringt der Frequenzumrichter die Schnecke
sanft zum Stehen und kann die kinetische Bremsenergie aufnehmen
und in das System zurückspeisen. Auch diese Maßnahme
senkt die Energiekosten.
SICHERHEIT ERHÖHEN
Zu den potenziellen Gefahrenquellen in Brauereien gehören
Schwermaschinen, Staub und heiße Flüssigkeiten. Moderne
Technologien bieten erhebliche Sicherheitsvorteile. So verfügen
Frequenzumrichter über verschiedene integrierte Sicherheitsfunktionen
wie „Sicher abgeschaltetes Drehmoment“ (STO). Für
Anwendungen in staubbelasteten Umgebungen, wie etwa in Verbindung
mit Malzstaub, stehen Motor-Umrichter-Pakete mit
Staubexplosionsschutz zur Verfügung.
Motoren für Lebensmittel- und Getränkeanwendungen sind
mit hohen Schutzarten und glatten Gehäusen verfügbar, was eine
einfache Reinigung und Wartung gewährleistet und die Gefahr
UMRICHTER-SOFTWARE SORGT
FÜR EINE DYNAMISCHE UND
PRÄZISE MOTORSTEUERUNG
der Bakterienbildung oder Verunreinigung von Inhaltsstoffen begrenzt.
Hervorragend geeignet sind wassergeschützte Motoren,
da sie in Washdown-Umgebungen bis zu fünfmal länger halten.
WARTUNGSKOSTEN MINIMIEREN
Motoren, Frequenzumrichter und SPSen können Reinigungsund
Wartungsprozesse erheblich straffen. SynRM laufen bei
niedrigeren Temperaturen, was sowohl die Wartungsintervalle
als auch die Lebensdauer verlängert. Der magnetfreie Rotor vereinfacht
die Wartung zusätzlich.
Außerplanmäßige Stillstandszeiten wirken sich nachteilig auf
die Profitabilität aus. Sensoren, Überwachungsgeräte, Motoren,
Frequenzumrichter und SPS können dazu beitragen, ungeplante
Wartungseinsätze zu minimieren. Beispielsweise vermeiden
ABB-Frequenzumrichter mit der Funktion „sanfte Rohrfüllung“
eine ungewollte Belastung von Rohren, Sensoren und Ventilen,
da die Leitungen auf kontrollierte Weise schrittweise gefüllt werden.
Darüber hinaus bieten die Umrichter einen Unter- und
Überspannungsschutz, temperatur- und lastbezogene Warnungen
sowie weitere Funktionalitäten, die das Risiko eines Ausfalls
verringern. SPSen machen es möglich, wichtige Variablen in
Echtzeit zu überwachen.
BESSERES BIER BRAUEN
01
Was diese Vorzüge in der Praxis bedeuten, zeigen Anwendungen
der beiden Unternehmen Tröegs Independent Brewing aus
Pennsylvania, USA, und Bairds Malt aus Großbritannien.
Tröegs produziert mehr als 100.000 Fässer Bier jährlich. Das
Unternehmen hatte Probleme mit dem Frequenzumrichter, der
die Hefegabe steuert. Die Betreiber beschlossen daher, das Gerät
durch einen ABB-Umrichter zu ersetzen. Der neue Umrichter ermöglicht
eine erheblich bessere Regelung als der Vorgänger,
auch durch einfache visuelle Ablaufprogrammierung. Tröegs
nutzt jetzt die wiederholbaren Abläufe des Umrichters, um eine
durchgängig einheitliche Hefegabe sicherzustellen.
Und Bairds Malt hatte an seinem englischen Standort Witham
einen Motor mit fester Drehzahl verbaut, um die Gerste beim
Keimen zu wenden. Das führte zu Klumpenbildung, Verstopfungen
und unnötigem Verschleiß der Maschinen. In einigen Fällen
blieb der Wender stecken und „sprang“ zurück, wodurch Arbeiter
gefährdet wurden. Um das Problem zu lösen, stellte man auf
vier Motoren um, die von ABB-Frequenzumrichtern geregelt
werden. Die Umrichter können Blockaden erkennen und dem
Wender helfen, das Hindernis zu beseitigen.
Das System wird von einer SPS gesteuert, die in einem Edelstahlgehäuse
neben den Umrichtern montiert ist. Die SPS identifiziert
Stromspitzen, die auf eine potenzielle Blockade hindeuten,
und regelt die Motordrehzahl herunter. Ist das Problem nach drei
Versuchen nicht behoben, setzt die SPS einen Warnhinweis an
das Bedienpersonal ab. Bairds installiert derzeit ähnliche Systeme
auch an anderen Standorten.
Bilder: Aufmacherbild: industrieblick – stock.adobe.com,
Schmuckbild: bluedesign – stock.adobe.com, sonstige: Tröegs
www.abb.de
AUTORIN
Beate Höger, Senior Communication
Manager, ABB AG, Mannheim
02
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 15
BERÜHRUNGSLOSE PROZESSÜBERWACHUNG
NEUE MÖGLICHKEITEN DER TEMPERATUR-
MESSUNG FÜR HÖCHSTE PRÄZISION
Temperaturmessgeräte sind essenziell, um industrielle Prozesse zu überwachen
und damit eine hohe Produktqualität sicherzustellen. Präzise Temperatursensoren
ermöglichen das exakte Steuern von Fertigungsprozessen in industriellen
Automations- und Prozessanwendungen wie der Batterieproduktion.
Die berührungslose Prozessüberwachung moderner Sensoren sorgt zudem für
eine frühe Fehlererfassung, wodurch sich Material einsparen lässt und Ausfälle
vermieden werden. All das vereinen berührungslose Infrarot-Pyrometer.
Das Messen von Temperaturen ist – neben der Messung
von Zeit – eine der ältesten Messdisziplinen überhaupt.
Die Anfänge reichen von der Antike, über das Mittelalter
bis hin zu den ersten vorindustriellen Thermometern
der Erfinder Fahrenheit, Celsius oder Kelvin. Im 20. Jahrhundert
entwickelten sich daraus unterschiedliche Messprinzipien wie
Thermoelemente, Widerstandsthermometer oder Infrarotsensoren.
Heute misst man berührungslos Temperaturen mit schnellen,
hochpräzisen Infrarot-Pyrometern. Diese kommen in nahezu
allen Branchen und Lebensbereichen zum Einsatz. Sie messen
Temperaturen in industriellen Anwendungen, der Automation,
Kunststoff-, Lebensmittel- sowie Pharmaindustrie, in der
Halbleiterproduktion und an Prüfständen.
Für industrielle Messaufgaben sind langlebige, robuste und wartungsfreundliche
Temperatursensoren gefragt. Auch eine hohe
Genauigkeit der Messgeräte ist entscheidend, damit Messfehler
nicht zu Anlagenstillständen oder unvorhergesehenen Aktionen
führen.
INFRAROTSTRAHLUNG ALS BASIS
Zur berührungslosen Temperaturmessung zieht Micro- Epsilon
bei seinen Sensoren die Infrarotstrahlung eines Körpers heran.
Sie setzt sich aus der Emission des Objekts, der Transmission sowie
der Reflexion zusammen. Zum Ermitteln der tatsächlichen
Objekttemperatur wird lediglich die Emission betrachtet. Durch
16 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
01
02
03
Eingabe eines Emissionsgrads werden die zuvor beschriebenen
Materialeigenschaften abgebildet und hierauf basierend der korrekte
Temperaturwert auf Basis der gemessenen Infrarotenergie
berührungslos, sehr schnell und ohne Einfluss auf das Messobjekt
berechnet.
Infrarot-Pyrometer bestehen im Wesentlichen aus einem Sensor
und einem Controller für die Signalverarbeitung und Ausgabe.
Diese Komponenten können in einem gemeinsamen Gehäuse
oder voneinander getrennt als Sensor und Controller aufgebaut
sein. Micro-Epsilon bietet sowohl integrierte Systeme als
auch Sensoren mit abgesetztem Controller an. So tragen je nach
Applikation die verschiedenen Vorteile einer Systemvariante zur
optimalen Gesamtlösung bei. Das Unternehmen bietet seinen
Kunden ein neues, komplett überarbeitetes Portfolio an berührungslosen
Temperatursensoren an.
BERÜHRUNGSLOSE TEMPERATURMESSUNG
BIS 1.100 °C
Die neuen Serien der Temperatursensoren thermometer UC, SE
und FI erfassen berührungslos und präzise sehr hohe Temperaturen
von - 50 bis + 1.100 °C. Das Edelstahlgehäuse sorgt dafür,
dass die Sensoren auch bei rauen Umgebungsbedingungen
stabil und präzise messen, bei gleichzeitig hoher Signalqualität
und -stabilität. Ein kompaktes Gehäuse mit hoher Schutzart, Industrieschnittstellen
und die einfache Montage mit M12-Standard
Kabeln prädestinieren die Sensoren für den Einsatz in Automation
sowie Prozesstechnik. Alle Modelle sind werkseitig
voreingestellt und können schnell und einfach ohne PC in Betrieb
genommen werden. Optional lässt sich bei jedem Modell
eine Verbindung zur Micro-Epsilon Software sensortool herstellen,
welche umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten und eine
einfache Inbetriebnahme ermöglicht. Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal
der Serien UC, SE und FI liegt im Aufbau
der Sensoren.
01 Micro-Epsilon bedient den Markt an Temperatursensoren mit den
drei neu entwickelten Baureihen thermometer UC, SE und FI
02 Das thermometer UC (Universal Controller) trennt Sensor und
Controller voneinander – verbunden durch ein Kabel von 1 bis 15 m
Länge – ideal für hohe Umgebungstemperaturen
03 Fertig vorkonfektioniert und damit eine Einheit aus Sensor,
Controller und Kabel bildet die Serie thermometer SE, mit einem
einfachen und direkten Anschluss über offene Kabelenden
ABGESETZTER CONTROLLER FÜR HOHE
UMGEBUNGSTEMPERATUREN
Die Variante UC (Universal Controller) trennt Sensor und Controller
voneinander – verbunden durch ein Kabel von 1 bis 15 m
Länge – ideal für hohe Umgebungstemperaturen, ohne dabei die
Controllereinheit zu gefährden. Somit kann der Sensor auch bei
höheren Temperaturen bis zu 180 °C eingesetzt werden. Der
Temperaturmessbereich umfasst dabei - 50 bis + 1.000 °C, mit einer
Genauigkeit von ± 1 °C und einer Auflösung von 50 mK. Aufgrund
der abgesetzten Controllereinheit bietet sich die UC-Variante
insbesondere an, wenn ohne Einsatz eines PCs der Sensor
konfiguriert werden soll. Zusätzlich können die Messwerte digital,
beispielsweise über industrielle Schnittstellen wie RS485 weiterverarbeitet
werden. Mit seinen vier Eingabetasten auf der
Frontseite und dem integrierten LCD-Display und der RGB-Hintergrundbeleuchtung
ist der Sensor schnell und einfach zu bedienen.
Optional lässt er sich über ein M12-USB-Kabel an einen
PC anschließen und mit der Software sensortool parametrieren.
Aufgrund der Inline- und Prozessfähigkeit eignet sich das thermometer
UC ideal für den OEM- oder Serieneinsatz, zum Beispiel
im Bereich der Prozessüberwachung, Automation oder Anlagen-
und Maschinenintegration.
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 17
SENSORIK UND MESSTECHNIK
04 05
FERTIG VORKONFEKTIONIERT, READY-TO-USE
Fertig vorkonfektioniert und damit eine Einheit aus Sensor, Controller
und Kabel bildet die Serie thermometer SE (Separate Electronic),
mit einem einfachen und direkten Anschluss über offene
Kabelenden. Die kleinste Sensor- und Controllerbauform im fertigen
Messkanal misst berührungslos Temperaturen von - 40 bis
+ 1.100 °C bei einer maximalen Umgebungstemperatur des Sensors
von 120 °C. Das inline- und prozessfähige Pyrometer ist auf
Strom- oder Spannungsausgang (Plug & Play) voreingestellt und
wird ready-to-use ausgeliefert. Auch bei dieser Baureihe können
Anwender über einen optionalen USB-Konverter Voreinstellungen
mit dem sensortool verändern sowie individuelle Konfigurationen
vornehmen wie zum Beispiel eine Skalierung oder Umschaltung
des Analogausgangs von Strom auf Spannung. Die Industrietauglichkeit
wird durch die Schutzart IP65 sowie das
minia turisierte Design erreicht. Dadurch ist der Sensor für den
Serieneinsatz in industriellen Umgebungen prädestiniert.
Unsere neu entwickelten Temperatursensoren
sorgen für eine hohe Qualität, Effizienz und
Nachhaltigkeit in modernen industriellen
Prozessen. OEM profitieren von einer zuverlässigen,
berührungslosen Messung mit modernen
Schnittstellen, um Daten stets schnell in
höchster Präzision bereitstellen zu können.
Dipl.-Ing. Manfred Pfadt, Micro-Epsilon
04 Die Thermometer der Serien UC und SE messen berührungslos
und in Echtzeit die Temperatur beim Nassprozess zur Batteriefolienherstellung
und sorgen mit einer exakten Inline-Messung für ein
direktes und genaues Regeln des Trocknungsprozesses
05 In Trocknungsanlagen für Lackierstraßen in der Automobilproduktion
ist eine kontinuierliche Temperaturüberwachung
essenziell, um eine gleichmäßige Aushärtung der Lackschichten
sicherzustellen und Lackfehler zu vermeiden
KONTAKTLOSE TEMPERATURERFASSUNG
Noch kompakter als die SE-Variante ist das thermometer FI (Fully
Integrated). Als vollintegriertes Kompaktpyrometer eignet es sich
zur kontaktlosen Infrarot-Temperaturmessung von Objekten von
- 40 bis + 1.100 °C bei einer Umgebungstemperatur von bis zu
+ 80 °C. Weil Sensor und Controller in einem robusten Edelstahlgehäuse
mit integriertem M12-Gewinde vereint sind, eignet sich
der Sensor ideal für den Einbau in beengten Bauräumen. Eine
herausragende Temperaturkompensation sowie die hohe EMV-
Störfestigkeit prädestinieren den Sensor für den Serieneinsatz in
der Industrie. Im Kabelabgang integrierte Status-LED‘s dienen
der Funktionsüberprüfung und zugleich als Ausrichthilfe für die
Inbetriebnahme. Bei Auslieferung ist das Pyrometer voreingestellt
und muss lediglich angeschlossen werden. Für eine maximale
Flexibilität lässt sich das Pyrometer via USB-Adapter mit
der Software sensortool verbinden und individuell konfigurieren.
EINFACH KONFIGURIERT UND VERNETZT
Mit der kostenfreien Software sensortool können Anwender neben
der gesamten Micro-Epsilon-Produktpalette auch die thermometer
einfach konfigurieren und parametrieren. So lassen
sich beispielsweise bei der Inbetriebnahme einfach und bequem
über einen Simulationsmodus die Schleifenimpedanz der Verkabelung
prüfen sowie per Offset oder Gain ein Finetuning im
Feld durchführen. Ein frei skalierbarer Analogausgang, die automatische
Emissionsgradberechnung sowie eine intelligente Mittelwertbildung
sind weitere Features, die einen flexiblen Einsatz
ermöglichen. Zudem profitieren Anwender von einem Collector-
Alarm sowie beim Modell UC von zwei Alarm-Ausgängen.
Da in modernen Industrieanlagen Temperaturwerte in Echtzeit
überwacht werden und Anwender gleichzeitig die Messwerte
in digitale Steuerungssysteme implementieren müssen, kann die
Serie thermometer UC über das Schnittstellenmodul IF 2035 in
EtherCAT-, EthernetIP- sowie Profinet-Umgebungen eingebunden
werden. Hiermit lassen sich alle Anforderungen an moderne
Feldbussysteme wie sehr hohe Übertragungsraten in Echtzeit,
eine hohe Flexibilität sowie verschiedene Netzwerktopographien
abdecken. Dies kommt unter anderem modernen Automatisierungssystemen
mit hohen Geschwindigkeitsanforderungen, SPS-
Steuerungen sowie HMI- und Scada-Systemen zugute.
18 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
TEMPERATURMESSUNG VON BATTERIEFOLIEN
Eine zentrale Rolle spielen industrielle Temperaturmessungen
beim Herstellen von modernen Batteriemodulen für Elektrofahrzeuge,
Stromspeicher oder Smartphones. Um dem steigenden
Bedarf an Batterien gerecht zu werden, sind eine hohe Qualität
bei der Herstellung sowie ein wirtschaftlicher Output unerlässlich.
Beim Nassprozess zur Batteriefolienherstellung wird ein sogenannter
Slurry über eine Schlitzdüse auf das Bandmaterial aufgetragen
und anschließend in einem Trockenofen ausgehärtet.
Um eine stets gleichmäßige Qualität der Folien sicherzustellen,
ist die exakte Temperaturerfassung zur indirekten Bestimmung
des Trocknungsgrades entscheidend. Micro-Epsilon thermometer
der Serien UC, SE und FI messen berührungslos und in Echtzeit
die Temperatur des Slurry und sorgen mit einer exakten
Inline-Messung für ein direktes und genaues Regeln des Trocknungsprozesses.
Ein besonderer Vorteil ist dabei die hohe Temperaturstabilität
der Sensoren, da bei der Trocknung hohe
Umgebungstemperaturen auftreten können. Hiermit ermöglicht
Micro-Epsilon eine hohe Qualität des Endproduktes.
TROCKNUNGSPROZESSE IN LACKIERKABINEN
Dank der exzellenten Temperaturkompensation, der sehr guten
EMV-Störfestigkeit und hohen Schutzart IP65 sind die Sensoren
für den industriellen Einsatz und auch für schwer zugängliche
Stellen mit extremen Umgebungsbedingungen bestens geeignet –
beispielsweise in Trocknungsanlagen für Lackierstraßen in der
Automobilproduktion. Hier ist eine kontinuierliche Temperaturüberwachung
essenziell, um eine gleichmäßige Aushärtung der
Lackschichten sicherzustellen und Lackfehler zu vermeiden.
Eine hohe Qualität des Lackes reduziert außerdem kostenintensive
Nacharbeit und Ausschuss. Micro-Epsilon thermometer UC
messen schnell, berührungslos und zuverlässig die Oberflächentemperaturen
des Lacks und geben die Messergebnisse an übergeordnete
Steuerungen weiter. Zudem messen sie die Temperatur
gleichmäßig über die komplette Oberfläche der Karosserie,
ohne einzelne Bauteile auszusparen. Auch die hohen Umgebungstemperaturen
sind für thermometer UC kein Problem, da
der Controller abgesetzt vom Sensor montierbar ist. Somit sorgen
die Sensoren für einen hohen Output der Trocknungsanlage
bei gleichzeitig stets hoher Qualität der Lackschicht – OEM freuen
sich über geringe Nacharbeit und Ausschuss und verringern
damit die Gesamtkosten der Produktion.
Bilder: Micro-Epsilon
www.micro-epsilon.de
UNTERNEHMEN
Micro-Epsilon Messtechnik GmbH & Co. KG
Königbacher Str. 15, 94496 Ortenburg
E-Mail: info@micro-epsilon.de
AUTOR
Dipl.-Ing. Manfred Pfadt ist
Produktmanager bei Micro-Epsilon
in Ortenburg
Made
for Metalworking
Willkommen zur Weltleitmesse
der Produktionstechnologie.
INTELLIGENTE SENSORIK FÜR DIE DYNAMISCHE LAGERAUTOMATISIERUNG
UNSICHTBARE DIRIGENTEN
Für dynamische Anwendungen mit fahrerlosen Transportsystemen ist eine
schnelle und präzise Distanzmessung essenziell. Doch gerade in kompakten
Fahrzeugen ist der Platz für Sensorik oft begrenzt. Genau hier setzen die
optoelektronischen Sensoren mit Pulse Ranging Technology (PRT) an.
Sie sind kompakt und ermöglichen eine präzise Distanzmessung von
bis zu 60 m, selbst bei dynamischen Bewegungen.
20 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
01 Die Pulse Raging Technology arbeitet
mit kurzen, hochintensiven Laserpulsen
und erlaubt dadurch eine äußerst schnelle
und präzise Distanzmessung
ZUVERLÄSSIGE DISTANZMESSUNG MIT
PULSE RANGING TECHNOLOGY
Im Herzen der R200-Sensoren arbeitet die Pulse Ranging Technology
– eine Messtechnik, die die Entfernung zu einem Objekt
durch die Laufzeit eines ausgesendeten und vom Zielobjekt reflektierten
Lichtpulses bestimmt. Anders als klassische Triangulationssensoren
oder modulierte ToF-Verfahren, arbeitet PRT mit
kurzen, hochintensiven Laserpulsen und erlaubt dadurch eine
äußerst schnelle und präzise Abstandserfassung – unabhängig
von Umgebungseinflüssen.
Durch die hohe Sendeleistung, gepaart mit hochempfindlichen
Empfangselementen, können R200-Sensoren stabile und
rauschfreie Signale auch unter schwierigen Bedingungen liefern.
Selbst bei wechselnden Lichtverhältnissen, glänzenden oder
ÜBER IO-LINK LASSEN SICH DIE
SENSOREN NAHTLOS IN AUTOMA-
TISIERUNGSSYSTEME EINBINDEN
Neben klassischen Regalbediengeräten (RBG) übernehmen
in zeitgemäßen Lagersystemen zunehmend kompakte,
autonome Lagerfahrzeuge – sogenannte Shuttles –
die automatische Warenbewegung. Diese agilen Einheiten
sind in der Lage, Lagerprozesse effizient, platzsparend und
mit hoher Taktung durchzuführen. In großen Anlagen sind oft
Dutzende, wenn nicht Hunderte dieser Shuttles gleichzeitig unterwegs.
Ihre Aufgaben sind vielfältig: Sie müssen freie Lagerfächer
erkennen, Ladungsträger exakt positionieren, den sicheren
Transport gewährleisten und gleichzeitig Kollisionen mit anderen
Fahrzeugen oder Hindernissen vermeiden. Für diese Anforderungen
ist eine hochpräzise, zuverlässige und kompakte
Sensorlösung erforderlich.
Die von Pepperl+Fuchs entwickelte und kontinuierlich optimierte
Pulse Ranging Technology (PRT) macht die Sensoren der
R200-Serie zu einer idealen Lösung für diese anspruchsvollen
Aufgaben in der Intralogistik. Durch eine Kombination aus hoher
Messpräzision, robustem Design, kompakten Abmessungen und
umfangreichen Kommunikationsschnittstellen eignen sie sich
hervorragend für den Einsatz in automatisierten Lagersystemen.
Das Spektrum reicht dabei von Smart Warehouses bis hin zu temperaturgeführten
Hochregallagern.
dunklen Oberflächen bleibt die Signalqualität konstant hoch. Die
interne Signalverarbeitung nutzt leistungsfähige Algorithmen zur
Trennung von Nutzsignal und Störungen, was zu einer herausragenden
Wiederholgenauigkeit von ≤ 3 mm führt.
KOMPAKT, ROBUST UND LEISTUNGSSTARK
Ein zentraler Vorteil der R200-Serie ist ihre außergewöhnlich
kompakte Bauform: Mit Abmessungen von nur 15 x 41,7 x
50,6 mm lassen sich die Sensoren problemlos auch in beengte
Einbauräume integrieren. Gleichzeitig ermöglichen sie Messbereiche
von 30 mm bis 10 m ohne Reflektor sowie bis zu 60 m mit
Reflektor – Werte, die sonst nur von deutlich größeren Sensoren
erreicht werden.
Ein zusätzlicher Pluspunkt: Die Sensoren arbeiten zuverlässig
in einem erweiterten Temperaturbereich von -30 bis +60 °C und
sind somit auch für anspruchsvolle Umgebungen wie Tiefkühllager
geeignet. Ihr robustes Gehäuse und die hohe Schutzart erlauben
zudem den Einsatz in Bereichen mit Staub, Feuchtigkeit
oder mechanischer Beanspruchung.
Darüber hinaus macht die hohe Pulsenergie des PRT-Verfahrens
die Sensoren weitgehend unempfindlich gegenüber Fremdlicht,
Reflexionen oder Streulicht. Dadurch wird ein sicherer Betrieb
auch bei offenen Lagerstrukturen oder direkter Sonneneinstrahlung
gewährleistet.
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 21
02
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STANDARDISIERTE INTEGRATION FÜR
MODERNE AUTOMATISIERUNG
Die R200-Serie unterstützt die IO-Link-Schnittstelle (Version 1.1)
mit Smart Sensor Profil, wodurch sich die Sensoren nahtlos in
moderne Automatisierungssysteme integrieren lassen. Neben
der einfachen Parametrierung während der Inbetriebnahme ermöglicht
IO-Link auch die zyklische Übertragung von Diagnosedaten,
wie Signalqualität, Gerätetemperatur oder Verschmutzungsgrad
– essenziell für vorausschauende Wartung (Predictive
Maintenance) und minimale Stillstandszeiten.
Zusätzlich sind Varianten mit analogen Ausgängen (Strom
oder Spannung) erhältlich, was den Einsatz auch in bestehenden
Anlagen ohne digitale Infrastruktur erleichtert.
Ein einheitliches Design- und Bedienkonzept, kompatibel mit
anderen Serien wie R10x und R20x, erlaubt einen unkomplizierten
Wechsel zwischen verschiedenen Technologien (zum Beispiel
LED- oder Laser-Sensorik) innerhalb derselben Plattform.
Das spart Aufwand bei Planung, Schulung und Ersatzteilhaltung.
TYPISCHE ANWENDUNGEN IN DER
INTRALOGISTIK
Ob Shuttle oder Regalbediengerät – die R200-Sensoren sind optimal
für hochdynamische, platzbeschränkte Einsätze geeignet:
Anwesenheits- und Positionskontrolle: Sicherstellung der
korrekten Palettenposition durch zuverlässige Detektion an mehreren
Messpunkten – auch bei Störeinflüssen.
Auffahrsicherung: Früherkennung von Hindernissen oder anderen
Fahrzeugen im Fahrweg dank großer Reichweite, um Kollisionen
zu vermeiden.
Überstand- und Überhangkontrolle: Überprüfung, ob die Ladung
vollständig aufgenommen oder abgeladen wurde, um Schäden
durch Überstände zu verhindern.
IN GROSSEN ANLAGEN SIND
OFT HUNDERTE SHUTTLES
GLEICHZEITIG UNTERWEGS
Fachbelegtkontrolle: Erkennung der Belegung von Lagerfächern
vor Einlagerung, unabhängig von optischen Eigenschaften des
Objekts.
Behälterpositionierung: Präzise Positionsbestimmung kleiner
Ladungen auf der Ladefläche durch Messdaten mehrerer
Sensoren.
Shuttlepositionierung und Referenzierung: Feineinstellung
anhand von Referenzpunkten und Lochmarkierungen, kombiniert
mit großer Reichweite zur präzisen Positionierung im gesamten
Gang.
22 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
SENSORIK UND MESSTECHNIK
Die Sensoren
arbeiten zuverlässig
in einem Temperatur -
bereich von -30 bis
+60 °C und sind
unempfindlich
gegenüber Staub
04
WEITERE EINSATZMÖGLICHKEITEN
ÜBER DIE INTRALOGISTIK HINAUS
02 Die R200-Sensoren stellen die korrekte Palettenposition durch
zuverlässige Detektion an mehreren Messpunkten sicher
03 Shuttles übernehmen viele Aufgaben in einem Lager, wie die
Positionierung der Palette und Überstandkontrolle
04 Durch das kompakte Gehäusedesign lassen sich die Sensoren
selbst unter engen Einbaubedingungen problemlos integrieren, wie die
Montagepositionen für verschiedene Anwendungen am Shuttle zeigen
Die Flexibilität und Leistungsfähigkeit der R200-Sensoren ermöglichen
eine Vielzahl weiterer industrieller Anwendungen.
Dazu zählt zum einen die Roboterführung und Kollisionsvermeidung.
Hier unterstützen sie mobile Roboter oder Cobots bei der
sicheren Navigation durch präzise Abstandsmessung zu Hindernissen
und Personen. Auch bei Verpackungs- und Palettierautomaten
spielen sie ihre Stärken aus. Sie erlauben die Kontrolle
von Ladehöhen, Abständen und korrekter Positionierung von
Verpackungen oder Paletten für eine fehlerfreie Weiterverarbeitung.
Darüber hinaus lassen sie sich in der automatisierten Fahrzeugmontage
einsetzen, beispielsweise in der Abstandsmessung
in Montageprozessen, um Bauteile exakt zu positionieren oder
bewegliche Elemente zu überwachen. Perfekt sind sie auch in automatisierten
Sortieranlagen, in denen sie Objekte unterschiedlicher
Größe und Position zur Steuerung von Sortierprozessen erkennen.
Auch die Automatisierung in der Landwirtschaft kann
modernisiert werden: Einsatz in autonomen Fahrzeugen oder
Erntemaschinen zur Abstandsmessung und Hindernisvermeidung.
Und zu guter Letzt ermöglichen sie im Bereich der Füllstandserfassung
die berührungslose, präzise Messung in Behältern
und Silos, unabhängig von Material oder Farbe.
Bilder: Pepperl+Fuchs
AUF EINEN BLICK
Präzise Distanzmessung bis 10 m – mit Reflektor
sogar bis zu 60 m Reichweite
Kompaktes Gehäusedesign für flexible Integration
auf engstem Raum
Pulse Ranging Technology mit hoher Wiederholgenauigkeit
von ≤ 3 mm
Objekterkennung bereits ab 30 mm Messdistanz
Standardisierte IO-Link-Kommunikation mit
integriertem Smart-Sensor-Profil
www.pepperl-fuchs.com
UNTERNEHMEN
Pepperl+Fuchs SE
Lilienthalstraße 200, 68307 Mannheim
Tel. 0621 776-0
AUTOR
David Schipior, Pepperl+Fuchs SE
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 23
SENSORIK UND MESSTECHNIK
SENSORMODUL FÜR BILDSENSOR:
SCHNELL ZUM SYSTEM-PROTOTYPING
Framos kündigt ein Bildsensormodul für Sonys
IMX811 mit 247 Mpx mitsamt eines Development
Kits an. Das Set umfasst Hardware, Dokumentation
und ein validiertes Referenzdesign, das AMDs
Entwicklungsboard unterstützt. Das System ermöglicht
Bild-Streaming über SLVS-EC 3.0 und HDMI-
Display-Ausgabe. Das vereinfacht den Bring-up-
Prozess für Anwender und bietet einen schnelleren
Weg zum System-Prototyping.
Nutzer profitieren von einem
frühen Zugang und können
damit Anwendungen realisieren,
die früher nicht oder nur unter
schwierigen Bedingungen umsetzbar
waren. Neben Detail-
Inspektionen von Produkten wie
Wafern lassen sich auch Stitching-
Anwendungen mit nur einem Sensor bauen. „Die
Sensorplatine bietet Kunden einen direkten Weg zur
skalierbaren Massenproduktion – optimiert, effizient
und ohne die Notwendigkeit einer vollständigen
kundenspezifischen Kameraentwicklung“, sagt
Frederik Schönebeck, Director of Growth bei Framos.
www.framos.com
CONDITION-MONITORING-SENSOR MIT
IO-LINK SCHNITTSTELLE
Der Condition Monitoring
Sensor CMSVT38 von
Kübler erfasst zuverlässige
Informationen über
Vibrationen oder Schwingungen
in 3-Achsen sowie
Temperaturen. Über eine
IO-Link Schnittstelle
werden die Messdaten zur
Verarbeitung mit der
Steuerung ausgetauscht.
Alternativ können im
SIO-Modus zwei PNP/NPN Schaltausgänge individuell
eingesetzt und über IO-Link parametriert werden. Der Sensor
lässt sich in unterschiedliche Condition Monitoring Konzepte
einbinden oder als Stand-alone-Lösung in Kombination mit
Signalleuchten des Herstellers einsetzen. Neben der Zustandsüberwachung
können mit den Sensoren auch Prozessschritte
erfasst werden. Im IO-Link-Modus kann der Vibrationssensor
über einen IO-Link-Master in ein Ethernet-Netzwerk eingebunden
werden. Durch die Kommunikation mit der Steuerung
kann somit zum Beispiel die IO-Link Signalsäule ST40 die
erfassten Zustände vor Ort signalisieren.
www.kuebler.com
ZUKUNFTSSICHERE KOMMUNIKATION FÜR DIE INDUSTRIE 4.0
Profinet hat sich als Schlüsseltechnologie in der industriellen Kommunikation etabliert. Besonders europäische Hersteller
setzen auf das leistungsfähige Protokoll, um Maschinen und Anlagen effizient zu vernetzen. Die Delphin Technology AG
unterstützt diese Entwicklung mit ihren Expert- und ProfiMessage D-Geräten und bietet damit zuverlässige, schnelle und
flexible Lösungen für Profinet-Umgebungen. Dank hoher Bandbreite ermöglicht Profinet die Echtzeitübertragung von Daten
– ein entscheidender Faktor für reaktionskritische
Anwendungen. In Kombination mit
Delphin-Lösungen lassen sich neue Sensoren
einfach integrieren und bestehende Systeme
nahtlos erweitern. Die robuste Hardware
sichert einen störungsfreien Betrieb – auch
unter rauen Bedingungen. Ein weiteres Plus:
Die präzise Datenerfassung und -analyse
durch Delphin-Geräte erlaubt eine fundierte
Prozessoptimierung. Zentrale Datenverarbeitung
im Profinet-Netzwerk beschleunigt
Entscheidungen, senkt Kosten und steigert
die Effizienz. Vorausschauende Wartung hilft
zudem, Ausfallzeiten zu vermeiden.
www.delphin.de
24 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
FLUIDEIGENSCHAFTEN PRÄZISE ERKENNEN
EBE erweitert mit der Sensor generation
QCRC die corTEC-Produktfamilie um
eine kompakte und leistungsfähige
Lösung zur berührungs losen Erkennung
von Fluideigenschaften für OEM- und
Prozessanwendungen. Die Sensoren
lassen erstmals eine vollständige
Medienerkennung durch Behälter- oder
Schlauchwände hindurch zu – ohne
jeglichen Kontakt mit dem Medium.
Die Sensoren erfassen kapazitive und
konduktive Messwerte gleichzeitig sowie in Echtzeit. Bei der QCRC-Serie sind
sämtliche Messelektroden vollständig auf dem Sensor integriert. Dies ermöglicht
Sensoren in sehr kompakter Ausführung von nur 30 x 30 mm ohne zusätzliche
Komponenten. Der Sensor liefert direkt nach der Installation I²C-Messwerte und
eignet sich daher für den wirtschaftlichen Einsatz in Serienanwendungen.
www.ebe.de
ultrawendig
360°
NEUER PARAMETRIERBARER STRÖMUNGSSENSOR FÜR
WASSERSTOFF-ANWENDUNGEN
Wasserstoff ist eine der zentralen Energiequellen der Zukunft. Daher ergeben sich
in der Praxis immer mehr Applikationen für dieses Medium. Ein Beispiel unter
vielen ist etwa die Erfassung des Wasserstoffvolumens. Dazu hat der Experte rund
um Sensorik IPF, seinen parametrierbaren Strömungssensor SY98F002 mit frei
skalierbarem Analogausgang (4…20mA), Impulsausgang und Modbus TCP zur
Verbrauchsmessung verschiedener Gase entwickelt, der bereits ab Werk gemäß
Kundenwunsch auf das Medium Wasserstoff kalibriert ist. Die Funktionsweise
basiert auf dem kalorimetrischen
Prinzip. Somit liefert dieses Gerät
hochpräzise Werte zu Volumen,
Durchfluss, Geschwindigkeit und
Temperatur von gasförmigen
Medien. Der SY98F002 ist druckfest
bis 16 bar. Als Datenschnittstellen
stehen unter anderem MBus,
RS485, Ethernet oder Ethernet mit
PoE zur Verfügung.
www.ipf-electronic.de
PRÜFTECHNOLOGIE AM FORSCHUNGSCAMPUS OHLF
Am Forschungscampus Open Hybrid LabFactory (OHLF) in Wolfsburg arbeiten
Wissenschaft und Industrie gemeinsam an Werkstoffen für die Kreislaufwirtschaft
der Zukunft. Ein Schwerpunkt liegt auf der mechanischen Prüfung von Metallen,
Kunststoffen und Klebverbindungen – unter realitätsnahen Bedingungen und mit
höchsten Anforderungen an Präzision und Reproduzierbarkeit. Für diese Aufgaben
nutzt das OHLF verschiedene Prüfsysteme von ZwickRoell. Zum Einsatz kommen
unter anderem mehrere AllroundLine-
Prüfmaschinen mit einem Kraftbereich
von 50 kN bis 250 kN, ausgestattet mit
unterschiedlichen Prüfwerkzeugen und
Längenänderungsaufnehmern. Die enge
Zusammenarbeit von Industrie und
Wissenschaft leistet damit einen Beitrag
zur nachhaltigen Transformation der
Industrie. Mehr unter: bit.ly/3H2JRbC
www.zwickroell.com
cube
Neuer, ultrawendiger Ultraschallsensor:
in 5 Abstrahlrichtungen montierbar
dank drehbarem Sensorkopf und
QuickLock-Montagehalterung!
› 3 Tastweiten: von 65 mm bis 5 m
› Komfortable QuickLock-
Montagehalterung
› IO-Link-Schnittstelle
› Ausgangsstufen:
› 1 Push-Pull-Schaltausgang
› 1 Analogausgang + 2 Push-Pull-
Schaltausgänge (umschaltbar)
microsonic.de/cube
5FRAGEN AN...
… Julian Kümmerling,
Head of Product Sales Automation
Cells bei Schunk
Automatisieren ja – aber wie? Viele
kleine und mittlere Unternehmen
wollen ihre Prozesse effizienter
gestalten, doch Komplexität und
Kosten schrecken sie ab. Dabei braucht
es nicht gleich eine Millionensumme
oder eine komplett neue Produktionslinie.
Auch einfache manuelle
Tätigkeiten lassen sich automatisieren.
Der Schlüssel liegt in einem strukturierten
Vorgehen. Nur wie?
01 AUTOMATISIERUNG IN DER
PRAXIS HAT SEINE TÜCKEN, WARUM?
Fachkräftemangel, demografischer Wandel, Nachhaltigkeitsziele
und wachsender Wettbewerbsdruck: Immer
mehr kleine und mittlere Unternehmen stehen unter
Zugzwang, ihre Fertigungsprozesse effizienter zu
gestalten. Die Automatisierung bietet dabei nicht nur
eine Antwort auf fehlende Arbeitskräfte, sondern
ermöglicht auch Produktivitätssteigerungen und eine
höhere Prozesssicherheit. Wer einfache manuelle
Tätigkeiten wie das Palettieren, Montieren oder
Sortieren automatisiert, kann wertvolle Personalressourcen
entlasten und zugleich die Qualität steigern.
Doch so groß das Interesse ist, so häufig fehlt es an
Orientierung: Viele Unternehmen wissen nicht genau,
wo sie anfangen sollen. Sie haben erste Ideen – etwa,
einen manuellen Handhabungsschritt zu automatisieren
– sind sich aber unsicher, ob sich dieser überhaupt
eignet. Andere wiederum erkennen zwar den Handlungsdruck,
haben aber keine konkrete Vorstellung,
welcher Prozess automatisiert werden könnte. Genau
an diesem Punkt setzt ein strukturierter Dreischritt an,
der Betrieben den Einstieg erleichtert.
02 GEHT ES IN DER AUTOMATISIERUNG
UM DAS „OB“, ODER UM DAS „WIE“?
Der erste Schritt beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme:
Welche manuellen Tätigkeiten fallen im Betrieb an? Wo
liegen wiederkehrende, monotone oder körperlich belastende
Prozesse? Und welche davon lassen sich potenziell durch
Automatisierung effizienter gestalten? In der Praxis zeigt sich:
Unternehmen orientieren sich häufig zunächst an sichtbaren
Problemen – etwa daran, dass ein Mitarbeitender in naher
Zukunft in Rente geht oder dass eine Tätigkeit als wenig
ergonomisch empfunden wird. Hier ist es hilfreich, den Blick zu
weiten und den gesamten Prozess mit seinen vor- und nachgelagerten
Prozessschritten zu betrachten, anstatt nur den
einzelnen Arbeitsschritt. So kann es sinnvoll sein, nicht nur das
Entnehmen eines Bauteils aus einer Maschine zu automatisieren,
sondern direkt auch eine Sichtkontrolle per Kamera zu
integrieren oder sogar den nächsten Fertigungsschritt – etwa
das Entgraten – mit einzubeziehen. In der Bedarfsanalyse geht
es also nicht nur um das „Ob“, sondern auch um das „Wie“.
Welche Bauteile sollen automatisiert bearbeitet werden?
Welche Qualitätsanforderungen bestehen? Wie viele Teile sollen
pro Tag gefertigt werden – und wie viel darf die Lösung kosten,
um wirtschaftlich zu sein? Unternehmen, die hier strukturiert
vorgehen, erkennen häufig mehr Potenzial als zunächst gedacht.
Und sie vermeiden Fehlinvestitionen, weil sie sich nicht auf
ungeeignete oder zu komplexe Prozesse stürzen.
26 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
03 DIE VALIDIERUNG: RISKANT?
Viele Unternehmen verbinden die Validierung mit einem
hohen Risiko: Denn um die Automatisierung in der Praxis zu
testen, müssten sie zuvor z. B. den Roboter kaufen. Was,
wenn sich dann herausstellt, dass es doch nicht so funktioniert
wie gedacht? Dabei ist genau das Gegenteil der Fall.
Zuerst wird ein geeigneter Prozess identifiziert, und die
Frage beantwortet: Lässt er sich technisch überhaupt
automatisieren? Die sogenannte Validierungsphase dient
dazu, genau das herauszufinden – idealerweise bevor hohe
Investitionen getätigt werden. Im Zentrum steht dabei der
Kernprozess: Also jener Schritt, der den eigentlichen
Mehrwert erzeugt – etwa das Schrauben oder Sortieren:
Funktioniert das Greifen des Bauteils? Erkennt das Vision-
System die richtige Position? Ist das gewünschte Resultat
zuverlässig reproduzierbar? Erst wenn klar ist, dass der
zentrale Automatisierungsschritt sicher funktioniert, wird
über die weiteren Prozessdetails nachgedacht.
04 TECHNISCHE MACHBARKEIT
TESTEN, OHNE INVESTITIONSRISIKO?
Es gibt Möglichkeiten, die Hardware zu testen, ohne sie
vorher kaufen zu müssen. Zum Beispiel in einem der
weltweit 15 Schunk CoLabs, zwei davon in Deutschland,
eines in Österreich. Hier wird – wenn gewollt – gemeinsam
mit dem Kunden die technische Machbarkeit des Kernprozesses
geprüft. Wir testen mit echten Bauteilen, ob zum
Beispiel Greifer, Vision-Systeme oder Prozesse wie Laserbeschriften
zuverlässig funktionieren. Das minimiert das
technische Risiko – ganz ohne Vorabinvestitionen beim
Kunden. Für Endkunden mit konkretem Projektinteresse
erfolgt die Validierung im CoLab kostenfrei.
DIE FRAGEN STELLTE NICOLE STEINICKE,
CHEFREDAKTEURIN INDUSTRIELLE AUTOMATION
05 WAS ERLEICHTERT UNTER -
NEHMEN DIE UMSETZUNG UND WIE
ERZIELT MAN SCHNELL ERFOLGE?
Statt eine Sondermaschine von Grund auf zu konstruieren,
können Unternehmen auf vorgefertigte, standardisierte
Lösungen zurückgreifen. Diese sind konfigurierbar, schnell
einsatzbereit und wirtschaftlich. Für einfachere Prozesse
wie Sortieren, Laserbeschriften oder Montieren reicht das
in vielen Fällen vollkommen aus. Wir unterstützen bei der
Implementierung von Standardkomponenten und Baugruppen
bis hin zu umfassenden Komplettlösungen. Gerade
die als modulare Baukastensysteme konzipierten Komplettlösungen
eignen sich ideal zur Automatisierung einfacher
Prozesse wie Laserbeschriften oder Vereinzelung. Sie decken
damit die typischerweise von kleinen und mittleren
Unternehmen nachgefragten Automatisierungsaufgaben
ab. So werden Arbeitsabläufe vereinfacht und effizienter
gestaltet, um schnell einen spürbaren Mehrwert zu bieten
und die Produktivität zu steigern.
Bilder: Schunk
www.schunk.com
Kurz erklärt
Automatisierung ist für viele Unternehmen
eine Herausforderung. Wo und wie
fängt man an, ohne gleich viel zu
investieren? Einfach wird der Einstieg
durch eine strukturierte Bedarfsanalyse,
Validierung und Implementierung und
einen Partner, der weitereichende
Expertise und Unterstützung liefert.
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 27
PICK-TO-LIGHT-SYSTEM BRINGT DYNAMIK
IN DIE KOMMISSIONIERUNG
LICHTBLICK
Moderne Kommissionierungsprozesse stehen vor der Herausforderung,
hohe Geschwindigkeit mit größtmöglicher Fehlerfreiheit zu vereinen.
Wie aber lässt sich eine effiziente Automatisierung komfortabel realisieren?
Ein belgischer Hersteller von Lichtkuppeln und Dachfenstern demonstriert,
wie dies gelingt: Zum Einsatz kommt ein Komplettsystem aus Leuchttastern,
Signalleuchten und I/O-Modulen mit integrierter Steuerungslogik, das eine
einfache und effektive Prozessoptimierung ermöglicht.
Das Familienunternehmen Skylux aus dem belgischen
Stasegem ist bekannt für seine Lichtkuppeln und Flachdachfenster,
setzt mittlerweile aber auch auf ein zweites
Standbein: „Outdoor Living“. „Mit unseren Aluminium-
Wintergartensystemen holen wir den Zauber der Natur auch
nach drinnen“, beschreibt Veronique Mattheeuws, Chief Commercial
Officer bei Skylux und ergänzt: „Wir glauben, dass wir
uns ständig verbessern können, und zwar in allen Bereichen.
Deshalb streben wir kontinuierlich nach besseren Lösungen,
Dienstleistungen und Produkten – für unsere Kunden, aber auch
für unsere Mitarbeiter.“
01
„Die TBEN-S-Blockmodule
übersetzen die Daten aus dem
ERP-System in Befehle an die
Leuchten und das dazugehörige
Display, ohne dass dazu eine
SPS erforderlich wäre; darum
kümmert sich die Argee-
Software auf den Modulen“,
sagt Tsjelle Stevens, Gründer
und Geschäftsführer des
Integrationspartners Code Care
PICK-TO-LIGHT-LÖSUNG
Bei einem kürzlich durchgeführten Projekt in der Kommissionierabteilung
für den Bereich Outdoor Living hat Skylux diese
Ambition konkretisiert. Skylux ist ein B2B-Anbieter, der seine
Produkte an Installateure liefert. Diese sind für eine einwandfreie
Installation und Verarbeitung beim Endkunden verantwortlich.
Jede Bestellung enthält zahlreiche Kleinteile: Schrauben und
Muttern, Handbücher, Endkappen, Gummis, Kabel und mehr.
Diese werden von Mitarbeitern kommissioniert und im Anschluss
einer umfassenden Qualitätskontrolle unterzogen, bevor
die Bestellung das Lager verlässt. „Die Kommissionierung war
sehr zeitaufwändig und fehleranfällig, wie Kontrollen gezeigt haben.
Daher wollte Skylux in eine Pick-to-Light-Lösung investieren“,
erklärt Tsjelle Stevens, Gründer und Geschäftsführer des Integrationspartners
Code Care.
LAMPEN GESUCHT, GESAMTLÖSUNG
GEFUNDEN
Code Care unterstützt Fertigungsunternehmen bei ihren digitalen
Transformationsprojekten. Der Intergrationspartner zählt
Skylux zu seinen wichtigsten Kunden und war auch für die Umsetzung
dieses Pick-to-Light-Projekts verantwortlich. Stevens
hatte bereits gute Erfahrungen mit den robusten und vielseitigen
Signalleuchten von Banner Engineering gemacht und sie daher
auch für diese Lösung eingeplant. Die Systemingenieure von
Turck Multiprox stellten für Code Care und Skylux eine Komplettlösung
zusammen. Diese besteht neben den TL50-Signalleuchten
aus den kaskadierbaren Pick-to-Light-Leuchttastern PTL110
mit Display, Touch-Button und optischem Sensor sowie den intelligenten
Turck-I/O-Modulen TBEN-S2-2COM-4DXP mit der
28 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
STEUERN UND ANTREIBEN
02
03 04
standardmäßig integrierten Logik-Steuerungssoftware Argee. Die
Lösung konnte Code Care problemlos an das ERP-System von
Skylux anbinden.
SCHLUSS MIT LANGER SUCHE NACH ARTIKELN
„Alles beginnt damit, dass der Bediener mit seinem Tablet einen
QR-Code auf einem dieser blauen Behälter scannt“, erklärt
Stevens. „Der entsprechende Kommissionierauftrag erscheint auf
seinem Tablet. Dann geht er mit dem Laufwagen, auf dem sich
der Behälter befindet, an den Regalen entlang. Insgesamt gibt es
750 Picking Locations im Lager. Die Bediener arbeiten jeweils pro
Gang. Auf seinem Tablet sieht er ein Bild des zu entnehmenden
Artikels. Zusätzlich leuchtet am entsprechenden Behälter die
PTL110-Leuchte grün. Der Kommissionierer wird so visuell geführt,
ohne lange suchen zu müssen.“ Die Kommissionierung ist
mit dem neuen System heute fehlersicher. Nimmt ein Mitarbeiter
einen Artikel aus einem falschen Fach, gibt eine der fünfzehn
TL50-Signallampen einen Warnton aus und leuchtet rot. „Ein optisches
Signal, das zusätzliche Sicherheit bietet“, sagt Stevens.
Wir glauben, dass wir uns ständig verbessern
können, für unsere Kunden, aber auch für
unsere Mitarbeiter. Aus diesem Grund haben
wir unseren Kommissionierprozess auf den
Prüfstand gestellt, der heute deutlich schneller,
komfortabler und fehlerfreier abläuft.
Veronique Mattheeuws, Chief Commercial Officer
bei Skylux
02 Insgesamt 750 PTL110-Leuchttaster leiten die Mitarbeiter durch
den Kommissionierprozess bei Skylux und halbieren die benötigte Zeit
03 Die Steuerungslogik Argee auf den TBEN-S-2COM-Blockmodulen
übersetzt ERP-Daten in Leuchtsignale für die PTL110-Leuchten – ohne
externe SPS
04 Die TL50 Tower Lights mit Hupenmodul (oben links) warnen den
Bediener bei einem Fehlgriff
KOMMISSIONIEREN IN DER HÄLFTE DER ZEIT
Nach der Entnahme eines Artikels drückt der Bediener die Taste
der PTL110, um das grüne Licht auszuschalten und zum nächsten
Artikel zu gelangen. Der kapazitive Taster der PTL ist robust,
erfordert aber keine große Druckkraft. So arbeitet der Bediener
die gesamte Bestellung Position für Position ab. „Früher konnte
das leicht eineinhalb Stunden dauern, jetzt dauert es nur noch
halb so lang“, so Stevens. In der Hochsaison, wenn viele Aushilfskräfte
zum Einsatz kommen, ist die Zeitersparnis noch höher.
„Wo wir früher jede Aushilfskraft vier Stunden schulen mussten,
um das ganze Lager und alle Artikel kennenzulernen, kommissionieren
die neuen Kollegen jetzt schon nach einer halben Stunde.“
Die PTL110-Leuchten zeigen über ihr numerisches Display zudem
genau an, wieviele Teile entnommen werden müssen.
DYNAMISCHE UND FLEXIBLE ANPASSUNG
Die Signale der Leuchten werden von Turcks I/O-Modulen
TBEN-S2-2COM-4DXP gesteuert. „Sie sind in IP67 ausgeführt,
sodass sie in jeder Umgebung reibungslos funktionieren. Die
TBEN-S-Blockmodule übersetzen die Daten aus dem ERP-System
in Befehle an die Leuchten und das dazugehörige Display, ohne
dass dazu eine SPS erforderlich wäre. Darum kümmert sich die
Argee-Software auf den Modulen“, erklärt Stevens. Die Leuchten
werden kaskadiert angeschlossen. So ist nur ein Port auf dem
TBEN-S-2COM notwendig, um 64 oder mehr PTL in Reihe anzuschließen.
Die Kommunikation zwischen I/O-Modul und PTL-
Leuchten läuft über Modbus RTU. „Die Kombination macht es zu
einem besonders dynamischen und flexibel anpassbaren System.
Kommen Kommissionierplätze hinzu oder zeigt die Fehleranalyse,
dass es besser ist, bestimmte Artikel weiter auseinander zu
platzieren, lässt sich das sehr einfach und flexibel realisieren.“
Bilder: Aufmacher Skylux, sonstige Turck
www.turck.com
AUTOR
Bart Baert ist Sales Manager
Turck Multiprox in Belgien
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 29
STEUERN UND ANTREIBEN
KRAFTSPANNFUTTER FÜR DIE
DIGITALE FABRIK
SMW-Autoblok ermöglicht jetzt auch für Kraftspannfutter
einen automatischen Backenschnellwechsel.
Das KNCS-matic lässt sich mithilfe eines Ausklinkpins
durch einen Beladeroboter schnell und präzise umrüsten.
Das Spannfutter ermöglicht somit einen
automatischen Backenschnellwechsel durch einen konventionellen
Industrieroboter. Dieser löst mit einem
Ausklinkpin die Grundbacken, wechselt sie aus und
fixiert die nächsten Backen wieder mit dem Pin. Durch
das Zusammenspiel mit Industrierobotern ermöglicht
das Spannfutter kurze Rüstzeiten und gewährleistet
eine sichere Werkstückspannung mit hoher Zentrierund
Wiederholgenauigkeit. Das 3-Backen-Kraftspannfutter
ist in sechs Baugrößen verfügbar und erzielt eine
Gesamtspannkraft von 100 bis 250 kN. Es lässt sich für
ein breites Bearbeitungsspektrum einsetzen, da seine
Backen versetzt oder gewendet werden können und je
Backe einen Hub von 7 bis 10 mm ermöglichen.
Darüber hinaus verfügt es über einen
großen Durchgang von 52 bis 165 mm. Mit
Drehzahlen von 1.700 bis
6.000 U/min sorgt es dabei
für hohe Bearbeitungsgeschwindigkeiten
bei gleichbleibender
Präzision.
www.smw-autoblok.com
SOURCING: EMBEDDED
BIS MESSEN IM IOT
Von Bauelementen und Modulen
über Hardware und Zubehör bis hin
zur Mess- und Regeltechnik: Mit
ihrem Portfolio bietet die Conrad
Sourcing Platform ein breit gefächertes
Angebot an Marken für industrielle
Anwendungen im Embedded-
Bereich. Damit das System nicht ins
Stocken gerät, ermöglicht die Plattform Unternehmen eine
reibungslose Beschaffung aus einer Hand – insbesondere,
wenn es um ungeplante Bedarfe geht. Dabei helfen unter
anderem auch maßgeschneiderte E-Procurement-Lösungen,
welche den Beschaffungsprozess noch effizienter machen. Ein
Schwerpunkt am Stand des Unternehmens auf der Embedded
World war die Integration von Mess- und Prüftechnik in
vernetzte Systeme. Das spielt insbesondere in IoT-Umgebungen
und Industrie 4.0-Anwendungen eine wichtige Rolle.
Automatisierte Anwendungen können die Effizienz steigern,
indem sie manuelle Eingriffe reduzieren und so die Genauigkeit
erhöhen. Obendrein erhöht die Integration von Mess- und
Prüftechnik die Sicherheit: Sie überwacht kritische Parameter
und minimiert damit Risiken. Conrad präsentierte in Nürnberg
Temperaturlogger, Strom zangen, ein Handmultimeter mit
Datenlogger und ein programmierbares lineares Labornetzteil
mit umfangreichen Modulierungsmöglichkeiten.
www.conrad.de
KI-FÄHIGE SERVOANTRIEBE
Panasonic Industry stellte die neue kompakte Servoantriebsfamilie
Minas A7 vor. Sie ist nach eigenen
Angaben das erste kommerzielle Servosystem der
Branche, welches Künstliche Intelligenz (KI) nutzt. Die
Geräte verwenden das
von Panasonic Industry
unabhängig entwickelte
PrecAIse-Tuning, das
durch den Einsatz von
KI eine hochpräzise
und automatische
Geräteeinstellung
ermöglicht – ohne Mitwirken eines Ingenieurs. Die
Minas A7 Motoren und Antriebe verbessern die
Geräteleistung und vereinfachen gleichzeitig die
Installation und den Betrieb. Dank integrierter KI kann
das Servo system Aufgaben in Bereichen automatisieren,
in denen Experten aktuell viel Zeit für die manuelle
Feineinstellung von Maschinen aufwenden müssen,
da herkömmliche automatische Feineinstellungsfunktionen
bislang keine akzeptablen Ergebnisse liefern.
Das Produkt überzeugt durch eine herausragende
Bewegungsleistung mit einer Encoderauflösung des
Servomotors von 27 Bit und 134.217.728 Impulsen/U.
Die Drehzahlantwortfrequenz, welche die Steuerungsleistung
von Servoverstärkern angibt, liegt bei 4,0 kHz
oder mehr. Darüber hinaus erreicht der Servomotor
eine maximale Drehzahl von 7.150 U/min.
https://industry.panasonic.eu
EINE STEUERUNG FÜR ALLE ROBOTER
Durch die intuitive Steuerungssoftware von Igus lassen sich
auf dem Online-Robotik-Marktplatz RBTX erhältliche Roboter
unabhängig vom Hersteller einheitlich bedienen und Zubehör
integrieren. Damit reduziert RobotCtrl die Bedienungskomplexität
und den Integrationsaufwand für Einsteiger und Profis
erheblich. Neu hinzugekommen ist die Unterstützung der
Robotikhersteller: Lebai, Hitbot und Lynx Motion. Als Marktplatz
für Robotik und Automatisierung vereint RBTX über 175
Anbieter und mehr als 850 Roboter und Komponenten an
einem Ort, zum Beispiel Greifer, Sensoren oder komplette
Robotersysteme. Mit
der von Igus entwickelten
Steuerungssoftware
soll die
Integration und
Steuerung von
Low-Cost-Automatisierung
flexibler und
einfacher werden. Auf
RBTX erhältliche
Roboter lassen sich mit der Software einheitlich programmieren
und steuern. Nutzer profitieren von einer verringerten
Einarbeitungszeit, da sie nur eine einzige Software beherrschen
müssen. Außerdem wird dadurch eine herstellerunabhängige
Automatisierungsstrategie möglich. Dank des
modularen Aufbaus unterstützt RobotCtrl verschiedene
Roboterkinematiken unterschiedlicher Hersteller, darunter
Igus, Fanuc, Kuka und viele mehr.
www.igus.de
30 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
STEUERN UND ANTREIBEN
FUNKTIONELL: STECKERVERSTÄRKER
STEUERT ZWEI MAGNETSPULEN AN
Mit dem neuen Steckerverstärker PAM-392-P für die Ansteuerung
von zwei Magnetspulen bietet W.E.St. Elektronik die
komplette Funktion eines digitalen Leistungsverstärkers im
äußerst kompakten Ventilstecker. Das Gerät lässt sich direkt
auf die Proportionalmagnete von Wegeventilen aufbauen und
übernimmt die Ansteuerung
beider Magnetspulen
für eine exakte Betätigung
in beiden Richtungen.
Durch die flexible Leitung
ist ein problemloser
Anschluss auch bei
beengten Einbauverhältnissen
möglich. Dadurch verringert sich der Platzbedarf für
den Ventilaufbau. Die Kabellänge des Satellitenanschlusses
für den zweiten Magneten ist ausreichend, sodass keine
Einschränkung bei der Auswahl der Ventilgröße besteht. Die
enthaltenen Funktionen sind sowohl für einfache als auch
anspruchsvollere Fälle geeignet und lassen sich leicht über die
integrierte USB-Schnittstelle und das kostenlose Parametrierprogramm
anpassen. Ein Gerät reicht daher, um alle gängigen
Proportional-Wegeventile mit Ventilsteckern des Typs A
anzusteuern. Eine Standardisierung der Elektronik ist für
alle Anwender möglich, ohne sich dabei auf einen Ventillieferanten
festzulegen.
www.w-e-st.de
HOCHGENAUE
ZAHNSTANGENGETRIEBE
Leantechnik stellt eine neue
Baureihe seiner hochgenauen
Zahnstangengetriebe vor. In
Baugröße 5.2 bietet dieses
Konstrukteuren ein hohes Maß an
Flexibilität und hilft ihnen, die
Entwicklungskosten zu senken. Die
Lifgo- und Lean-SL-Zahnstangengetriebe können in einem
Belastungsbereich bis 1.030 kg eingesetzt werden. Sie
schließen damit die Lücke zwischen den bestehenden
Baugrößen 5.1 (bis ca. 400 kg) und 5.3 (bis ca. 1.600 kg).
Konstrukteure haben deshalb künftig noch mehr Freiheiten
bei der Auslegung ihrer Maschine oder Anlage. Darüber
hinaus können mit den 5.2-Getrieben auch die Fertigungskosten
für Hub- und Positioniersysteme im Lastbereich bis
1000 kg gesenkt werden, da die neue Baureihe exakt auf diese
Anwendungen zugeschnitten ist. Neben der Baugröße 5.2
werden auch alle anderen Lifgo- und Lean-SL-Zahnstangengetriebe
auf der Hannover Messe zu sehen sein – darunter
das sehr präzise Lifgo-hp mit einer Positioniergenauigkeit
von bis zu 2 µm. Einbaufertige Komplettsysteme bilden einen
weiteren Schwerpunkt am Messe-Stand. Unter dem Namen
Leantechnik Systems fertigt das Unternehmen beispielsweise
kundenspezifische Hub- und Positioniersysteme in den
verschiedenen Ausführungen an.
www.leantechnik.com
NEW TRADE FAIR
1 – 3 DECEMBER 2025 IN RIYADH
INDUSTRIAL
TRANSFORMATION
SAUDI ARABIA
Products and solutions for smart manufacturing.
Automation/Industry 4.0
Additive manufacturing
Digitalization/Innovation
www.SaudiIndustrialTransformation.com
Wireless and 5G technology
Energy solutions
I ntralogistics and material handling
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
IO-LINK: MEHR TEMPO, MEHR PRÄZISION, WENIGER AUFWAND
AUF DAS GESAMTPAKET
KOMMT ES AN
Durch hohe Übertragungsgeschwindigkeiten,
Zusatzdaten, vereinfachte
Verdrahtung und leichte
Integration bietet IO-Link
entscheidende Vorteile für
Automatisierungsprozesse
IO-Link hat sich längst als zuverlässige
Kommunikationsschnittstelle etabliert und
bietet darüber hinaus weniger Verdrahtungsaufwand,
keine Signalverluste und
zusätzliche Diagnosedaten. Spannend wird
es im Zusammenspiel mit intelligenten
Sensoren, leistungsstarken Mastern und
einem Konfigurationstool. Der Beitrag
beschreibt anhand von Praxisbeispielen,
wie sich Prozesse weiter optimieren lassen.
IO-Link erreicht heute Geschwindigkeiten auf dem Niveau konventioneller
Signale. Durch Zusatzdaten, vereinfachte Verdrahtung
und leichte Integration bietet IO-Link entscheidende Vorteile
für Automatisierungsprozesse. Doch mit diesen Vorzügen
ist das Potenzial der digitalen Schnittstelle noch lange nicht ausgereizt.
Erst das intelligente Zusammenspiel von Sensoren, leistungsstarken
Mastern und einem herstellerunabhängigen Konfigurationstool
hievt die Maschinenperformance auf ein neues Level:
durch höhere Geschwindigkeit und Genauigkeit. Konkret gesagt:
Die Genauigkeit – beispielsweise beim Positionieren – erhöht
02 Die neuste Generation IO-Link Master ermöglicht schnelle
Zykluszeiten von bis zu 400 µs und Echtzeitfähigkeit
sich, wenn die Kommunikation zwischen den Positionssensoren
und der Steuerung schneller abläuft. Außerdem gibt es bei der digitalen
Schnittstelle IO-Link generell keine Signalverluste wie bei
Analogsignalen wie 4...20mA. Zwei Praxisbeispiele sollen das veranschaulichen.
BEISPIEL ROBOTIK: EXAKTE ÜBERWACHUNG
VON POSITION UND NACHSCHWINGEN
Ein Unternehmen verfolgte die Idee, mit modernen Antrieben
seine eigenen Handling-Systeme und Roboter zu bauen und direkt
von der Maschinensteuerung zu kontrollieren. Hierzu mussten
die Entwickler allerdings die Positioniergenauigkeit und das
Nachschwingen in den Griff bekommen. Sie suchten ein einfach
zu nutzendes System, das den Roboter im Idealfall optisch in verschiedenen
Positionen hochgenau überwachen kann und dabei
auch das Nachschwingen bis 40 Hz zuverlässig erfasst. Nach kurzer
Analyse stand fest. Die ideale Kombination sind zwei Baumer
Laserdistanzsensoren OM30, die mit dem neuen IO-Link Master
CM50I direkt in die EtherCAT Steuerung integriert werden.
32 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
Die Vorteile dieses Aufbaus: Erstens konnten so die vollen 1 kHz
Messfrequenz des Sensors voll ausgeschöpft werden, was für die
Frequenzanalyse sogar noch zusätzlichen Puffer mitbrachte.
Zweitens ließen sich so die gemessenen Istwerte und die über die
Antriebe gesteuerten Sollwerte direkt und zeitsynchron übereinanderlegen,
was zusätzliche Einblicke in das komplexe Zusammenspiel
der Antriebe mit der Mechanik brachte. Dritter Vorteil:
Die Sensoren konnten sowohl für die Entwicklung als auch für
die Serienmaschine ohne weitere Änderungen genutzt werden,
da auch der Roboter direkt anhand der seriennahen Maschine
entwickelt wurde. Ein aufwändiger Prototyp mit Laborequipment,
der dann nochmals aufwändig zu einer Serienmaschine weiterentwickelt
werden musste, entfiel so komplett.
BEISPIEL EINPRESSVORGANG: INTELLIGENTE
ÜBERWACHUNG DER SERIENFERTIGUNG
Eine Standardaufgabe in Fertigungsprozessen ist das Einpressen
von Komponenten. Vor allem bei hohem Durchsatz kommt es darauf
an, die maximale Fertigungsgeschwindigkeit zu ermitteln,
bei der die geforderte Qualität noch gewährleistet ist. Hier bringt
der schnelle Austausch von Sensordaten, die das Baumer IO-Link
Gesamtpaket aus smarten Sensoren, Mastern und Kabeln bietet,
messbaren Mehrwert. Kraftsensoren messen den Einpressdruck,
hochpräzise Laserdistanzsensoren überwachen die Position des
einzupressenden Teils. Aus der Kombination der beiden ergibt
sich ein Kraft-Weg-Diagramm mit markanten Kraftpunkten während
des Einpressens. Hier kann man dann gut erkennen ob die
IO-LINK: DER SCHNELLE
AUSTAUSCH VON SENSORDATEN
BIETET REALE MEHRWERTE
entstandenen Kräfte innerhalb der Toleranz sind oder zu groß
werden. Auch lässt sich später in der Serie erkennen, wenn ein
Teil beim Einpressen verkantet, da dann die Kräfte sprunghaft
ansteigen – vor allem an Weg-Positionen, bei denen kaum Kraft
entstehen sollte.
ZEITERSPARNIS: ENTWICKLUNGSAUFBAU
ENTSPRICHT DEM SERIENAUFBAU
Durch die Datenübertragung in nahezu Echtzeit können sich die
Entwickler sehr einfach und schnell an die optimalen Maschineneinstellungen
herantasten. Für den einfachen Überblick über
alle Sensordaten sorgt die Software Baumer Sensor Suite. Sie
zeigt mit ihrer intuitiven Oberfläche an, was der Sensor sieht,
und erlaubt die einfache Parametrierung der angeschlossenen
Sensoren und Aktoren. Der eigentliche Clou des schnellen IO-
Link Gesamtpakets von Baumer liegt auch bei diesem Beispiel in
der Zeitersparnis zwischen Testen und Implementierung in die
Serienfertigung. Der Entwicklungsaufbau entspricht dem Serienaufbau.
Und weil die abgespeicherten Sensor- und Aktoreneinstellungen
aus dem Testaufbau eins zu eins in die Produktion
übernommen werden können, verliert das Unternehmen keine
weitere Zeit.
IO-LINK MASTER FÜR SCHNELLE UND
HOCHGENAUE POSITIONIERAUFGABEN
Ein Kernelement des Baumer IO-Link-Gesamtpakets für ungeahnte
Geschwindigkeiten ist der IO-Link Master. Die neuste
Master-Generation ermöglicht schnellste Zykluszeiten, auch mit
01 Das Zusammenspiel von Sensoren, Mastern und einem
herstellerunabhängigen Konfigurationstool erlaubt
eine gesteigerte Maschinen-Performance
echtzeitfähigen Feldbus-Systemen wie Profinet IRT und Ether-
CAT. Bisher haben viele IO-Link Master zur Steuerung nur eine
Zykluszeit von 10 ms erreicht. Das macht Baumer Laserdistanzsensoren
wie den OM30 oder Messverstärker zur Kraftmessung
wie den DAB10 mit je 1 ms Zykluszeit um Faktor 10 langsamer.
Der neue Master kann IO-Link seitig sogar bis 400 µs Zykluszeit
erreichen, und selbst via Profinet auf Siemens-Steuerungen werden
1 ms Zykluszeit erreicht. Hier lassen sich die oben genannten
IO-Link Sensoren also mit voller Performance nutzen. Damit gelingen
präzise Kraft-Weg Kurven und Positionieraufgaben laufen
erheblich genauer oder schneller ab. Außerdem kann wie oben
beschrieben ein Abschalten bei Verkanten sehr schnell und
direkt via IO-Link erfolgen und damit das Werkstück und die Maschine
vor Beschädigung schützen.
Fazit: Mit dem neuen IO-Link Master CM50I können schnelle
IO-Link-Sensoren und Aktoren ihr Potenzial voll ausschöpfen –
für schnelle und hochgenaue Positionieraufgaben.
Bilder: Baumer
www.baumer.com
UNTERNEHMEN
Baumer
Hummelstrasse 17, CH-8501 Frauenfeld
E-Mail: info@baumer.com
AUTOR
Thomas Langer, Produktmanager
Connectivity, Baumer
ZUSATZINHALTE IM NETZ
IO-Link Kommunikation unter:
bit.ly/3Iuz5vf
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 33
Im Gespräch:
Prof. Dr. Katharina Hölzle,
Institutsleiterin IAT der Universität
Stuttgart, geschäftsführende
Institutsleiterin Fraunhofer IAO
und Technologiebeauftragte der
Ministerin für Wirtschaft,
Arbeit und Tourismus BW
und Hubertus Breier,
Vorstand Technologie
und Innovation
bei Lapp
EXPERTEN IM DIALOG: INDUSTRIE IM WANDEL
WIRD ROBOTIK UNSERE WELT
VON MORGEN VERÄNDERN?
Kaum ein Bereich der industriellen Produktion steht derzeit so im Fokus wie
die Robotik. Was aber steckt hinter diesem Trend, wie gestalten Forschung
und Industrie gemeinsam die Entwicklung, und wo liegen die größten
Chancen und Herausforderungen? Zwei Experten nehmen uns mit auf eine
Reise in das faszinierende Spannungsfeld der Robotik.
Frau Prof. Hölzle, wenn wir von Robotik oder Robotern
sprechen – wovon sprechen wir genau?
Katharina Hölzle: Ein Roboter ist per Definition ein programmierbares
Gerät, das aus elektronischen, elektrischen und
mechanischen Komponenten besteht. Robotik umfasst dabei
nicht nur die Konstruktion und Programmierung von Robotern,
sondern auch ihren Einsatz im Gesamtsystem – also auch die
benötigten Umgebungsinstrumente und Infrastruktur.
Besonders spannend wird es, wenn wir die Zusammenarbeit
von Mensch und Roboter betrachten: Cobots, humanoide
Roboter oder andere kollaborative Systeme werden heute und
in Zukunft immer wichtiger.
Hat sich die Definition über die Jahrzehnte verändert?
Katharina Hölzle: Die grundlegende Definition ist im Kern über
die letzten 50 Jahre unverändert geblieben, da die wesentlichen
Bestandteile eines Roboters stabil sind. Was sich allerdings
deutlich verändert hat, ist die Art und Weise, wie Mensch und
Roboter interagieren. Nach einer längeren Phase des Stillstands
erleben wir aktuell durch große Fortschritte in Künstlicher
Intelligenz und moderner Sensorik einen dynamischen Aufschwung
in der kollaborativen Robotik.
Robotik gilt als Schlüsseltechnologie der Industrie 4.0. Wie
bewerten Sie den aktuellen Reifegrad robotischer Systeme
und welche spielt KI?
Katharina Hölzle: Wie gerade gesagt, befinden wir uns auf
einem Aufschwung nach einer Plateauphase. Die Digitalisierung
und der Einsatz von KI treiben die Integration robotischer
Systeme voran. Wichtig dabei ist, dass wir zukünftig eine
gemeinsame Plattform schaffen, auf der Sensorik, Aktuatorik
und Algorithmen zusammenarbeiten. Dazu brauchen wir offene
Datenräume und interoperable Systeme, um den nächsten
Produktivitätssprung zu erreichen.
Herr Breier, wenn Sie das hören: Was bedeutet Robotik
konkret für das breite Feld möglicher Verbindungslösungen?
Denn ohne die passende Connectivity ist keine Datenkommunikation,
keine Energieversorgung möglich. Was also bewegt
Lapp, wo liegen die Herausforderungen, wo Potenziale?
Hubertus Breier: Robotik ist eines der anspruchsvollsten Anwendungsfelder
für unsere Verbindungslösungen. Durch die
dreidimensionale freie Raumbewegung wirken auf die verbauten
Kabel gleichzeitig Biege- und Torsionskräfte, die eine
extreme Belastung darstellen. Das erfordert hochentwickelte
34 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
Kabelkonstruktionen, etwa bei der Art der Verseilung der einzelnen
Adern und deren Abschirmung. Für diese Herausforderungen
haben wir spezielle Kabel, Steckverbindungen und Schleppketten
entwickelt. Unser gesamtes Portfolio und alle unsere acht
Produktmarken finden Anwendung – von Datenkabeln über
Steuerleitungen bis zu Kennzeichnungslösungen. Namhafte
Roboterhersteller wie Stäubli, Comau oder Dürr gehören zu
unseren Kunden. Besonders bei Cobots sehen wir eine wachsende
Nachfrage nach miniaturisierten, flexiblen Verbindungslösungen
und Retrofit-Produkten, um zusätzliche Sensorik oder
Greifer am Roboterarm mit Energie und Daten zu versorgen.
Wo steht Lapp bei der Robotik heute, und wohin will das
Unternehmen sich entwickeln?
Hubertus Breier: Durch den Zukauf von Muller et Landais
(heute Lapp Muller), einem Unternehmen, welches sich auf
Kabel für Industrieroboter spezialisiert hat, hat Lapp bereits
Anfang der 2000er Jahre auf den Trend Robotik reagiert. Aktuell
sehen wir jedoch eher ein moderates Wachstum im Bereich der
klassischen Industrieroboter, ein starkes Wachstum hingegen
bei Servicerobotern, etwa in der Pflege oder Logistik. Der asiatische
Markt wächst rasant, weshalb wir dort unsere Produktion
und Präsenz deutlich ausbauen. Zudem investieren wir gezielt in
die Bereiche Industrial Communications und Harnessing Solutions
– also zum Beispiel bereits konfektionierte Dresspacks, die
für Robotik-Verkabelungen entscheidend sind. Ein Beispiel aus
der Praxis: Wir entwickeln Kabel, die auf einem Meter Länge bis
zu zwei Drehungen um deren eigene Achse aushalten und davon
zehn Millionen Zyklen überstehen. Außerdem arbeiten wir global
mit unseren Landesgesellschaften an verschiedenen Spezialprojekten,
wie Kabel für Tauchroboter, wie sie beispielsweise bei
der Erforschung des Titanic-Wracks zum Einsatz kamen.
Wird die zunehmende Zusammenarbeit von Mensch und
Roboter unsere Arbeitswelt weiter verändern?
Katharina Hölzle: Die Vorstellung, dass ein Roboter einfach
alle Arbeit übernimmt und der Mensch nur noch einen Knopf
drücken muss, ist falsch. Vielmehr ist es ein permanentes Aushandeln:
Wo kann der Roboter sinnvoll unterstützen, wo bleibt
der Mensch in der führenden Position? Besonders im Bereich
der Servicerobotik, zum Beispiel in der Pflege oder Forschung,
entstehen aktuell spannende Anwendungsfelder. Hier ist auch
das Thema Mensch-Roboter-Interaktion entscheidend – wie
nehmen Menschen Roboter wahr, wie reagieren sie auf deren
Bewegungen? Standardisierung und Sicherheitsaspekte sind
Innovationen im Bereich Robotik umfassen
die Entwicklung torsionsoptimierter Kabel
mit neuen Schirmungstechnologien. Des
Weiteren bauen wir bei Lapp auf Hybridkabel.
Von Hybridkabeln spricht man, wenn man
beispielsweise Anschluss- und Steuerleitungen
mit Datenkabeln in einem Kabel realisiert.
Dies bringt eine massive Platzeinsparung mit
sich, was für alle Arten von Robotern von
großer Bedeutung ist.
Hubertus Breier, Lapp
dabei wichtig, etwa die Frage, wie ein Roboter dem Menschen
signalisiert, dass er ihn „gesehen“ hat. Zugleich erleben wir,
dass Menschen zunehmend eine emotionale Bindung zu KI
aufbauen, die sie als „besseres Teammitglied“ wahrnehmen.
Diese Akzeptanz möchten wir auch in der Robotik erreichen.
Frau Hölzle, welche Erwartungen haben Sie als Vertreterin der
industrienahen Forschung an Industrieunternehmen?
Katharina Hölzle: Wir schätzen eine enge Zusammenarbeit
mit der Industrie, die uns Impulse gibt, welche Fragestellungen
gerade relevant sind und wo Forschungsbedarf besteht. Ebenso
wichtig ist, dass Unternehmen auf unsere Erkenntnisse reagieren
und wir gemeinsam Lösungen entwickeln. Nur so können wir
zusammen die richtigen Fragen stellen und Antworten finden.
INNOVATION
GESTALTEN
Das Beispiel aus der
Robotik, Automation
und Verbindungstechnik
zeigt, wie wichtig die
enge Zusammenarbeit
zwischen Forschung und
Industrie ist und wie sich
Fragestellungen praxisnah
beantworten lassen.
NICOLE STEINICKE,
Chefredakteurin
01 Die beiden Experten sehen die Zukunft in der
individualisierten, hochwertigen Fertigung, die sich flexibel für
verschiedene Anwendungsfälle anpassen lässt – ein „atmendes“
Produktionssystem, gesteuert durch KI und Robotik
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 35
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
Herr Breier, was braucht Lapp wiederum, um diesen
Erwartungen gerecht zu werden? Welche Handlungsfelder
sehen Sie für Politik und Wissenschaft?
Hubertus Breier: Der Zugang zu geförderten Forschungsprojekten
muss einfacher und weniger bürokratisch werden,
besonders für mittelständische Unternehmen. Zwar unterstützt
uns unser wissenschaftlich besetzter Technologiebeirat tatkräftig
bei der Identifikation von förderfähigen Projekten, dennoch
ist die Antragstellung und das Berichtswesen oft aufwendig. Wir
wünschen uns hier mehr Entbürokratisierung, damit wir mehr
Ressourcen in Forschung und Entwicklung investieren können.
Welche Innovationen verfolgt Lapp konkret im Bereich
Robotik?
Hubertus Breier: Innovationen im Produktbereich umfassen
unter anderem die Entwicklung torsionsoptimierter Kabel mit
neuen Schirmungstechnologien. Des Weiteren bauen wir auf
Hybridkabel. Von Hybridkabeln spricht man, wenn man beispielsweise
Anschluss- und Steuerleitungen mit Datenkabeln in
einem Kabel realisiert. Dies bringt eine massive Platzeinsparung
mit sich, was für alle Arten von Robotern von großer Bedeutung
ist. Speziell bei Cobots, wenn Kabel vorzugsweise im Inneren
geführt werden, ist dieser Schritt essenziell. Außerdem bauen
wir die Eigenständigkeit unserer Standorte in APAC aus, um dort
schneller auf Marktbedürfnisse zu reagieren. Zudem prüfen wir
Partnerschaften im Bereich humanoider Robotik, um frühzeitig
Teil dieser zukunftsweisenden Entwicklung zu sein.
Blick in die Zukunft – wie sieht ein typischer Produktionsstandort
in zehn Jahren aus, und welche Rolle spielt Robotik?
Katharina Hölzle: Zehn Jahre sind in diesem Feld eine wirklich
lange Zeit, aber ich will mal mutig sein und der Einfachheit
halber mal einen Blick nur auf Deutschland werfen: In Deutschland
haben wir es geschafft, eine sehr individuelle und sehr
hochwertige Fertigung aufzubauen. Gleichzeitig setzen wir in
Wir erleben, dass Menschen zunehmend eine
emotionale Bindung zu KI aufbauen, die sie als
‚besseres Teammitglied‘ wahrnehmen. Diese
Akzeptanz möchten wir auch in der Robotik
erreichen.
Prof. Dr. Katharine Hölzle, IAT Universität Stuttgart/
Fraunhofer IAO
Europa durchaus auch auf Massenfertigung und entwickeln und
produzieren Produkte, die sich anschließend sehr schnell für
verschiedene Use Cases individualisieren lassen. Das erfordert
ein Produktionsparadigma, über das wir aktuell nicht verfügen.
In zehn Jahren sehen wir in Deutschland eine individualisierte,
hochwertige Fertigung, die sich flexibel für verschiedene
Anwendungsfälle anpassen lässt – ein „atmendes“ Produktionssystem,
gesteuert durch KI und Robotik. Massenfertigung wird
regionalisiert und stärker automatisiert.
Hubertus Breier: Die Globalisierung ist rückläufig, die Spezialisierung
bleibt jedoch wichtig und damit gewinnt die lokale
Wertschöpfung wieder an Bedeutung. Servicerobotik wird stark
zunehmen, fahrerlose Transportsysteme werden die menschliche
Arbeitskraft bei Routineaufgaben in manchen Bereichen
ablösen. Humanoide Roboter werden Montagearbeiten übernehmen,
Menschen werden bei körperlich belastenden Aufgaben
entlastet – Exoskelette sind hier ein erster Schritt. Angesichts
des demographischen Wandels ist diese Entwicklung
essenziell für die Wettbewerbsfähigkeit. Wir müssen uns ständig
die Frage stellen, wie wir den Menschen nachhaltig in der Wertschöpfung
erhalten, denn nicht jeder kann Data Scientist oder
Programmierer sein.
Bilder: Lapp
www.lapp.com
02 Durch die dreidimensionale freie Raumbewegung wirken
auf die verbauten Kabel gleichzeitig Biege- und Torsionskräfte,
die eine extreme Belastung darstellen – das erfordert
hochentwickelte Kabelkonstruktionen
UNTERNEHMEN
U.I. Lapp GmbH
Schulze-Delitzsch-Straße 25
70565 Stuttgart
Tel. 0711 78 38 - 01
E-Mail: info.de.uil@lapp.com
36 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
INDUSTRIELLE KOMMUNIKATION
STAND-ALONE-GATEWAY VERBINDET
ETHERCAT MIT CAN FD
Mit dem CAN-
EtherCAT/2-FD stellt
ESD Electronics ein
Stand-Alone-Gateway
vor, das eine
direkte Anbindung
von CAN FD an
EtherCAT erlaubt.
Das Modul ermöglicht eine nahtlose Integration.
Anwender können damit die CAN FD-Kommunikation
ohne Abhängigkeit von proprietären I/O-Plattformen
oder Steuerungssystemen in Echtzeit-EtherCAT-Systeme
einbinden, etwa im Maschinen- und Anlagenbau
oder in der Prüfstandtechnik. Ein typisches Anwendungsfeld
ist der automatisierte Komponententest
von CAN-FD-fähigen Steuergeräten und Sensoren im
Automotive-Sektor. Das Gateway lässt sich direkt in
EtherCAT-basierte Testsysteme integrieren und es
überträgt CAN FD-Nachrichten mit bis zu 64 Byte
Nutzdaten nahezu latenzfrei in die EtherCAT-Kommunikation
des Prüfstands, und zwar ohne zusätzliche
Software-Gateways oder dedizierte PC-Systeme. Dank
der standardisierten SubDevice-Funktionalität nach
ETG.5001 (Modulprofil 5000) lässt sich das Gateway
dabei über gängige EtherCAT-Mastertools konfigurieren
und ansteuern. Dies vereinfacht die Teststandautomati
sierung erheblich, da Prüfsequenzen und
Echtzeitdaten synchron im EtherCAT-Netz verarbeitet
werden können.
www.esd.eu
APP ERLAUBT EFFIZIENTE DIAGNOSE
UND WARTUNG
Die neue Bihl+Wiedemann-App
wurde für die Nutzung auf
Smartphones und Tablets entwickelt,
um das Servicepersonal an
Maschinen und Anlagen zu unterstützen.
Ob bei der Diagnose,
Wartung oder Instandhaltung von
Maschinen – die App bietet einen
schnellen Zugriff auf alle notwendigen
Informationen und Funktionen rund um das
Lösungs- und Produkt-Portfolio des Herstellers.
Sie ermöglicht einen intuitiven Sofortzugriff
auf technische Dokumente, Datenblätter und
Diagnosedaten. Das Servicepersonal kann über die App
nach den relevanten Geräten im ASi-Netzwerk suchen
und sich einfach mit diesen verbinden. Ob es sich dabei
um kleinere Maschinen oder komplexe Anlagen
handelt, spielt keine Rolle. Der Zugriff über die App auf
den Webserver der Geräte ermöglicht es, Diagnosen
durchzuführen und Einstellungen vorzunehmen.
Detailliertere Produktinformationen werden über die
Website des Herstellers bereitgestellt und können über
die App zur Offline-Nutzung heruntergeladen werden.
www.bihl-wiedemann.de
LATENZFREIE ETHERNET-
KOPPLER BIS 50 W
Mit dem induktiven Ethernet-
Multiprotokoll-Koppler NIC-Q86-
ETH erschließt Turck weitere
Anwendungsfelder für die
kontaktlose Übertragung von
Energie und Daten. Der Koppler
überträgt bis zu 50 W Leistung sowie Daten mit 100 Mbit/s
vollduplex und latenzfrei (<1 µs) in allen Ethernet-Protokollen.
Damit ist das System bei besonders hohen Anforderungen an
Echtzeit, Leistung oder Datenrate eine geeignete Schnittstelle
zwischen beweglichen Komponenten oder mobilen Applikationen
und Maschinenteilen, vor allem, wenn sie über Turcks
Multiprotokoll- und EtherCAT-I/O-Module und Steuerungen
verbunden werden, die automatisch in Profinet-, Ethernet/IP-,
Modbus-TCP- und EtherCAT-Netzen arbeiten. Dank der
Hochlaufzeit von 450 ms lässt sich der Koppler sehr gut etwa
bei schnell getakteten Fertigungsprozessen einsetzen.
www.turck.com
HYBRIDES SAFETY-MODUL
Die hybriden MVK-Fusion-Feldbusmodule von Murrelektronik
vereinen drei Funktionen: digitale Standard-Sensorik und
-Aktorik, digitale sicherheitsgerichtete Sensorik und Aktorik
sowie IO-Link. Das Unternehmen hat jetzt auch ein Hybridmodul
für EtherNet I/P Applikationen der 3-in-1-Lösung im
Programm, basierend auf dem Common Industrial Protocol
Safety (CIP Safety): Das neue MVK-Fusion-CIP-Safety. Das
Protokoll ermöglicht das Übertragen sicherheitsrelevanter
Daten in Echtzeit (bis SIL 3). Als Erweiterung des CIP-Protokolls
dient es dazu, Sicherheitsfunktionen in neue oder
bestehende Automatisierungssysteme zu integrieren.
www.murrelektronik.de
ZUKUNFTSSICHERE PC-LEISTUNG
Der Automation PC 3200 von B&R bietet Intel Core i Processing
der 13. Generation, nahtlose Systemintegration und eine
robuste Grundlage für Updates. Sein modulares und anpassbares
Design sorgt für Flexibilität bei maschinenspezifischen
Anforderungen, zukunftssichere Leistung und erweiterte
Sicherheitsfunktionen. Skalierbar bis 64 GB DRAM eignet er
sich für vielfältige Anwendungen, vom einfachen HMI bis hin
zu datenintensiven Echtzeitanalysen oder komplexen
KI-Aufgaben. Die hohe Prozessorleistung gewährleistet eine
langfristige Softwareverfügbarkeit. Neben seiner hohen
Leistungsfähigkeit trägt der Industrie-PC durch seine lange
Lebensdauer, den geringen Wartungsaufwand und den
konsistenten Software-
Support zur Senkung der
Gesamtbetriebskosten bei.
Das lüfterlose Design und
robuste Komponenten
verlängern die Lebensdauer
und reduzieren das
Risiko von Ausfallzeiten.
www.br-automation.com
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 37
Vision Box mit passgenauer
passiver Gehäusekühlung
PASSIVE PC-KÜHLUNG SICHERT LEBENSDAUER
DAMIT SCHNELLE MACHINE VISION-
SYSTEME IMMER COOL BLEIBEN
Jede Erwärmung verkürzt die Lebensdauer elektronischer Bauteile. Das stellt
eine besondere Herausforderung für industrielle Inspektionssysteme dar.
Machine-Vision-Systeme nutzen sehr schnelle Prozessoren, um in Echtzeit
immer größere Mengen an Bilddaten zu verarbeiten. Eine effektive Kühlung
ist entscheidend für die Langlebigkeit der Elektronik. Ein Hersteller von
Embedded-Vision-Komponenten setzt bei seinem neuen Echtzeit-Vision-Box-
PC daher auf die Expertise eines erfahrenen Partners für individuelle
Elektronik-Kühllösungen. Ergebnis: Der leistungsstarke Prozessor wird passiv
über ein geripptes Alu-Gehäuse mit einer Verlustleistung von 65 W gekühlt.
Frequenzen von bis zu 3,7 GHz bedeuten 3,7 Mrd. bewältigte
Takte in der Sekunde: Mit dieser Prozessorleistung erledigt
die Vision Box AGE-X5.1 von Imago Technologies Machine-
Vision-Aufgaben in der industriellen Fertigungsüberwachung
und Qualitätskontrolle. Die PCs der Plattform steuern die
Kommunikation zwischen Kamera, Beleuchtung, Auswertungssoftware
und dem Bus-System. Damit realisiert die Vision Box
eine synchrone Blitzbeleuchtung und Belichtung. Dadurch erzielt
sie eine verlässliche Bildqualität und ermöglicht eine sichere
Echtzeit-Fehlererkennung, auch in schnell ablaufenden Prozessen.
Die hohe Rechenleistung ist nötig. Die Sensoren zur Bilderfassung
werden immer schneller, während die Auflösung der
übermittelten Bilddaten immer höher wird. Dadurch wachsen
die zu verarbeitenden Datenmengen enorm. Die Vision Box kann
über eine 5GBase-T-Schnittstelle die fünffache Menge an Bilddaten
im Vergleich zum 1-Gigabit-Ethernet übertragen. Mehr
Leistung bedeutet mehr Qualität. Sie bedeutet jedoch auch mehr
Wärme. Und die gilt es in den Griff zu kriegen, um die Lebensdauer
der Elektronik zu erhalten.
LEBENSDAUER VON ZEHN JAHREN UND LÄNGER
„Die Langlebigkeit ist das wichtigste Kriterium, das die Komponentenauswahl
bestimmt“, sagt Christoph Siemon, Sales Mana-
ger bei Imago. „Aufgrund des großen Umrüstaufwands werden
elektronische Geräte in der Industrie etwa nur alle zehn Jahre
ausgetauscht. Je nach Kundenanforderung kann es auch mal
mehr sein.“ Eine effiziente Kühllösung ist damit ein entscheidender
Faktor für einen Industrie-PC. Schon früh in der Entwicklungsphase
werden die Anforderungen dafür festgelegt.
Imago Technologies ist spezialisiert auf die Entwicklung und
Fertigung von Embedded-Vision-Komponenten. Seit mehreren
Jahren arbeitet das Unternehmen mit dem Nettetaler Spezialisten
für Kühllösungen CTX Thermal Solutions zusammen. Von
ihm bezieht Imago Kühlkörper, Heatspreader, Heatpipes und andere
Produkte für den Wärmeabtransport. „Wir schätzen die vertrauensvolle,
konstruktive Zusammenarbeit“, sagt Siemon. „CTX
ist sehr flexibel und kann individuell auf jede Kundenanforderung
eingehen.“ Jüngstes Beispiel ist die Vision Box AGE-X5.1.
PASSIVE KÜHLUNG
Die Produktfamilie der Bildverarbeitungs-PCs ist speziell für den
Einsatz in industriellen Anwendungen konzipiert. Ihre notwendige
Integrationsfähigkeit definiert die Anforderungen an die Konstruktion:
Zum einen bedingt sie eine kompakte Bauweise. Zum
anderen erfordert sie eine passive Kühlung. Der Verzicht auf einen
Lüfter macht das System zudem wartungsarm, erhöht seine
38 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
01 Passiv kühlendes Alu-Gehäuse: Die Rippenstruktur
vergrößert die Oberfläche und damit die Kühlleistung
01
02 Auswahl an kundenspezifischen Kühllösungen, von
Profil- und Embedded-Kühlkörpern über Heatpipes und
LED-Kühlkörpern bis zu Flüssigkeits-Kühlkörpern
Ausfallsicherheit und ist auch in staubigen oder rauen thermischen
Umgebungen leistungsfähig. Schnell war damit klar: Die
Kühlung der Vision Box muss über das Gehäuse erfolgen.
Gehäusetechnik ist Bestandteil des CTX-Portfolios. Dazu gehören
Elektronikgehäuse genauso wie Frontplatten und technische
Aluminiumteile. Sie kommen neben Embedded-PCs auch
in der Mess- oder der Steuerungstechnik zum Einsatz. „Unser
Schwerpunkt in der Gehäusetechnik sind kundenspezifische
Sonderlösungen, die wir in den formwerkzeugbasierten Verfahren
Druckguss und Extrusion herstellen“, sagt Ulf-Guido Held,
Vertriebsleiter bei CTX. „Unsere Bandbreite reicht von Gehäusen
in der Größe eines Mobiltelefons bis hin zu kleinen Hand gepäck-
Reisekoffern. Es gilt, die Anforderungen an Design und Funktion
zu vereinen.“
VON DER IDEE ZUM OPTIMALEN GEHÄUSE
Die Konstruktion der Vision Box sollte so wenig komplex wie
möglich werden, um damit auch für Anwender Kostenvorteile zu
erzielen. Daraus ergab sich eine Idee zum Gehäuse, die der Hersteller
zur Machbarkeitsprüfung an CTX übermittelte. „Wir unterstützen
unsere Kunden mit einer intensiven Beratung darin,
die für seine Applikation bestmögliche Gehäuseform zu finden“,
so Held.
Der Kühlkörperspezialist bespricht dafür mit dem Anwender
typische Fragestellungen. Dazu gehören zum Beispiel: Soll das
Gehäuse eine Schutzfunktion bieten oder auch Wärme abführen?
Welchen Platzbedarf hat die zu verbauende Elektronik? Ist eine
Befestigungsvorrichtung vorzusehen, zum Beispiel mittels Gewinde-Domen
oder Einpresselementen? Handelt es sich um ein
PASSGENAUE KÜHLLÖSUNGEN
SIND ENTSCHEIDEND FÜR DIE
LANGLEBIGKEIT UND SICHERHEIT
VON EMBEDDED-PC-SYSTEMEN
geschlossenes System, das eine bestimmte IP-Schutzklasse erfüllen
muss? Oder soll es ein offenes Gehäuse sein, mit dem ein
Luftaustausch mit der Umgebung möglich wird?
Wenn die zu erwartende Verlustwärme bereits bekannt ist,
wird auf dieser Basis die erforderliche Fertigungstechnologie
festgelegt. In dieser Phase erfolgt auch die Abstimmung individueller
Farbwünsche mit Farb- oder Referenzmustern. Nach einer
Erstbemusterung und der Freigabe des Prototyps startete dann
die Serienfertigung.
Das Gehäuse der Vision Box wird im Extrusionsverfahren gefertigt.
Dabei wird zähflüssiges Metall – in diesem Fall Aluminium
– unter hohem Druck durch eine Matrize gedrückt und der so
entstehende Profilstrang nach dem Abkühlen auf Länge zugeschnitten.
Die individuelle Gestaltung des Extrusionswerkzeugs
gibt das Kühlkörperdesign und damit auch dessen Kühlleistung
vor. Einmal angefertigt, können mit einer Matrize beliebig viele
Kühlkörper produziert werden, was hohe Stückzahlen zu wirtschaftlichen
Produktions- und Stückkosten ermöglicht. Auch die
Pulverbeschichtung und Beschriftung der Vision-Box-Gehäuse
übernimmt der Hersteller.
KOMPAKT UND PASSGENAU
Die Vision Box misst kompakte 230 x 164 x 77 mm und wiegt
2.400 g. Das Gehäuseteil von CTX verfügt über ein geripptes Profil,
wodurch es eine große Oberfläche zur Wärmeabfuhr durch
natürliche Konvektion erhält. Es ermöglicht einen Abtransport
der thermischen Verlustleistung von 65 W. Der Kunde zeigt sich
zufrieden. „Neben der Kühlleistung ist ein passgenaues Kühlkonzept
auch wichtig, um die Komponente klein zu halten“, sagt
Christoph Siemon von Imago Technologies. „Je nach CPU-Leistung
kann der notwendige Kühlkörper schließlich schnell die
Hälfte des Gewichts ausmachen.“
Die Anforderungen an Embedded-PC-Systeme werden sich
weiterhin schnell ändern. Die Komponenten werden noch mehr
Funktionen übernehmen und schneller umsetzen können. Und
auch wenn die Prozessoren, wie Christoph Siemon von Imago
Technologies es sieht, effizienter werden und mit weniger Verlustleistung
mehr Rechnerleistung aufbringen können, wird eine
Anforderung bestehen bleiben: die der Langlebigkeit und damit
der passgenauen Kühllösungen.
Bilder: Aufmacherbild (KI-generiertes Symbolbild): Mobasser – stock.adobe.com,
Einklinker: Imago Technologies, sonstige: CTX Thermal Solutions
www.ctx.eu
AUTOR
Thomas Windeck, Leiter Vertrieb,
CTX Thermal Solutions GmbH, Nettetal
02
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 39
SPECIAL COMPONENTS & SOFTWARE
SOFTWARE-LÖSUNG FÜR DIE SMART INDUSTRY
WIE FERTIGUNGSEXPERTEN
INTELLIGENTE UND
EFFIZIENTE PROZESSE
ERREICHEN
Fernüberwachung, Monitoring, Fehleridentifikation,
Visualisierung und Optimierung
von Roboterflotten: Das alles lässt sich
komfortabel und effizient realisieren mit
einer daten-basierten Plattformlösung.
01
Vernetzung und Konnektivität sind zentrale Themen in
der industriellen Produktion und es ist nur folgerichtig,
dass dieser Trend auch in der Robotik möglichst umfassend
und effizient umgesetzt wird. Wie das praxisgerecht
funktioniert und welche Vorteile das vernetzte Monitoring
von Robotern bietet, beweist Stäubli mit der Scope-Plattform.
Das Akronym steht für „Smart, Connect, Optimize, Prevent and
Enable“ und beschreibt präzise die Aufgaben der Plattform für
das Monitoring von Roboterflotten. Auf der on-site Plattform
werden die roboterspezifischen Daten aggregiert, aufbereitet,
analysiert und visualisiert. Anwender der Plattform können auf
einem zentralen Dashboard eine Vielzahl von relevanten Betriebsdaten
jedes einzelnen Robotersystems einsehen. Das
schafft unter anderem die Voraussetzung dafür, Unregelmäßigkeiten
oder schleichende Änderungen im Prozess zu erkennen
und entsprechend gegenzusteuern, noch bevor die Produktionsqualität
sinkt, Komponenten Schaden nehmen oder gar Ausfälle
drohen.
Die in Scope gesammelten Echtzeitdaten können – Stichwort
Vernetzung – auch an übergeordnete Systeme oder Datenbanken
und Analyse-Tools weitergegeben werden. Damit ist die Plattform
in der Lage, Daten über MQTT, http und Websocket zu
übermitteln. Somit ist auch die Ankopplung an ERP-, SCM-, MES-
Systeme und Data Warehouses des Anwenders möglich.
SO BEHALTEN SIE DEN ÜBERBLICK
Der Nutzen von Scope ist offensichtlich: Die Betreiber von Roboterflotten
haben zu jeder Zeit den Überblick über den Status
sämtlicher Roboter. Mit dem Update 2025 ist die Lösung nun
noch leistungsfähiger: So lassen sich jetzt VAL3-Programmvariablen
und E/As überwachen, um noch mehr Trends und produktionsbezogene
Daten zu visualisieren. Dadurch bietet sich auch
die Möglichkeit, Grenzwerte für benutzerdefinierte Warnschwellen
einzurichten. Werden diese Grenzwerte überschritten, erfolgt
eine sofortige Benachrichtigung über die Abweichung von den
Sollwerten. So kann der Anlagenbetreiber auf Trends frühzeitig
02
01 Die Scope-Plattform erlaubt die einfache Verwaltung
von Roboterflotten
02 Die on-site Plattform sammelt, verarbeitet, analysiert und
visualisiert nicht nur Roboterdaten, sondern auch Daten von
Anwendung und Equipment
reagieren und Ausschuss vermeiden. Dank der Möglichkeit der
Fernauswertung von Protokolldateien, können Fehler von überall
aus analysiert und behoben werden.
Mit Scope haben Anwender von Stäubli Robotern in allen Fällen
das geeignete Werkzeug an der Hand, um Ausfallzeiten zu minimieren,
die Produktivität ihrer automatisierten Fertigung zu
optimieren und die Lebenszyklen der Produktionsanlagen zu
verlängern. Diese Plattformlösung stellt den ersten Schritt auf
dem Weg hin zu KI-gesteuerten Optimierungsprozessen dar.
Bilder: Stäubli
www.staubli.com
40 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
KOMPONENTEN UND SOFTWARE
ZEHNSTELLIGE KLEMME MIT HEBELN
Platz- und zeitsparend, kompakt und vielseitig einsetzbar:
die neue Verbindungsklemme 221-420 von Wago.
Mit ihr gehen im Unterschied zu Brückungen keine
Anschlüsse verloren. Bis zu zehn Leiter des gleichen
Potenzials passen in die Klemme (420) der Serie 221 und
lassen sich werkzeuglos und intuitiv anschließen. Dabei
kann der Anwender feindrähtige Leiter von 0,14 bis
4 mm² sowie mehrdrähtige Leiter von 0,2 bis 4 mm²
einsetzen. Dank der kompakten, doppelstöckigen
Bauform findet die Klemme auch in beengten Verhältnissen
Platz. Bemessungsspannung und -strom liegen
bei 450 V und 32 A. Dadurch eröffnen sich zahlreiche
Einsatzbereiche und Anwendungsmöglichkeiten für die
Verdrahtung von Verteilern, beispielsweise in der
Gebäudeinstallation. Bei der Komponente kommt die
Cage-Clamp-Technologie zum Einsatz – eine zuverlässige
und wartungsfreie Anschlusstechnik, um Leiter mithilfe
einer Käfigzugfeder anzuschließen. Dadurch werden
aufwendige Vorbehandlungen wie das Aufcrimpen von
Aderendhülsen
überflüssig. Das
vereinfacht und
beschleunigt die
Arbeit. Das
transparente
Gehäuse ermöglicht
die sofortige
Sichtkontrolle zur
Überprüfung des normativ korrekten Kontakts. Auch im
eingebauten Zustand ist die technische Prüfung über
Öffnungen auf der Vorder- und Rückseite möglich.
www.conrad.de
WIDERSTANDSFÄHIGE VERSCHLUSS-
SYSTEME FÜR RAUE UMGEBUNGEN
Verschlusssysteme von Ilme erfüllen die Schutzanforderungen
für das Eindringen fester und flüssiger Körper in
elektrische und elektronische Produkte nach DIN EN
60529. Die Schutzart IP66 wird mit dem wirtschaftlichen
IL-Brid-Verschlussbügel
aus verstärktem
Kunststoff mit
Edelstahlfeder
erreicht. Dieser
bietet Schutz gegen
starkes Strahlwasser
und ist vollständig
staubdicht. Der
robuste und vertikal schließenden V-Type-Verschlussbügel
aus Edelstahl bietet die Schutzart IP67. Er schützt
gegen zeitweiliges Untertauchen in einer Tiefe bis zu
maximal 1 m für 30 min und ist vollständig staubdicht.
Die Schutzart IP68 wird dabei mit widerstandsfähigen
Gehäusen in der Schraub- oder Bajonett Ausführung
erreicht. Sie schützen elektrische Komponenten gegen
andauerndes Untertauchen und sind vollständig
staubdicht.
www.ilme.de
MODULARE KABELSCHELLE
Die Kabelschelle MSMC ist ein flexibles Befestigungssystem
für Kabel, Rohre und zylindrische Bauteile mit einem
Leitungsdurchmesser von 10 bis 55 mm. Dank ihres modularen
Designs ermöglicht sie eine einfache und schnelle
Erweiterung durch Anreihen oder Stapelung. Mit diesem
Prinzip können mehrere
Schellen kombiniert
werden. Dank dem CMC30-
Verbinder lassen sich auch
Schellen mit unterschiedlichen
Klemmbereichen
gleicher Baugrößen
verbinden. Sowohl die
Schellen als auch die
Schrauben, bestehend aus
Zink/Nickel-passiviertem
Material, bieten einen
hohen Schutz gegen Korrosion. Längs- und Querrippen auf
der Auflagefläche sorgen für eine hohe Stabilität und
reduzieren Torsion. Ein Langloch als zentraler Anschraubpunkt
ermöglicht flexible Befestigungsmöglichkeiten auf
verschiedenen Untergründen. Die Schelle besteht aus einem
Ober- und Unterteil sowie Sechskantschrauben. Der Verbinder
erlaubt das Anreihen mehrerer Schellen. Um die Stabilität
und Verdrehsicherheit zu erhöhen, können zwei lange
Schrauben zur Befestigung eingesetzt werden. Zur Befestigung
auf der C-Schiene wird die Kabelschelle mit einer
Gleitmutter kombiniert, was zusätzliche Flexibilität bietet.
www.icotek.com
WRONG-WAY-SENSOR LEITET FLURFÖRDER-
ZEUGE SICHER DURCH HOCHREGALLAGER
Der neue Wrong-Way-Sensor (WWS) von Microsonic leitet
Flurförderzeuge sicher durch das Hochregallager. Der
Ultraschallsensor hat eine Grenztastweite von 3,5 m. In
diesem Messbereich erkennt der WWS Flurförderzeuge in
der Logistikhalle, die in Regalgassen einfahren. Dabei
unterscheidet er zwischen ein- und ausfahrenden Flurförderzeugen.
Fährt ein Flurförderzeug bei einer Einbahnstraßenregelung
in die falsche
Richtung, soll der Fahrer
akustisch und optisch
gewarnt werden. Dazu ist
der Wrong-Way-Sensor
mit einem Blitzlicht und
einer Hupe ausgestattet.
So sollen unnötig falsche
Einfahrten und Kollisionen
mit entgegenkommenden
Flurförderzeugen vermieden
werden. Der WWS
verbraucht wenig Strom
und lässt sich über eine Powerbank versorgen. Dank der
Magnethalterung erfolgt die Montage an Stahlmasten
schnell und ohne Bohrungen. Eine optionale Befestigung mit
Schraube am Langloch ist jederzeit möglich. Der Sensor ist
voreingestellt und sofort einsatzbereit.
www.microsonic.de
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 41
SPECIAL COMPONENTS & SOFTWARE
DER SCHLÜSSEL ZUR FLEXIBLEN PC-SPS-KOMMUNIKATION IN DER AUTOMATISIERUNG
MIT ENTWICKLERLIZENZEN PUNKTEN
Als Jürgen Schneider 2008 das Unternehmen Industrialsoft
ins Leben ruft, hat er zunächst ein kleines, aber feines
Ingenieurbüro im Sinn. Der gelernte Elektrotechnikingenieur
will mit zwei bis drei Mitarbeitern Software
schreiben, mit Schwerpunkt Automatisierung – sein Fachgebiet
während des Studiums an der FH. Schnell macht sich
Industrialsoft einen Namen. Heute beschäftigen sich Schneider
und sein Team mit der Erstellung industrieller Software und
Projektierungen von Steuerungen, Roboter und Messtechnik für
Industrie und den Sondermaschinenbau. Dazu zählen auch die
Projektierung sowie der Bau und die Lieferung von Schaltschränken
und Steuerungen vor Ort. Dabei kommen die Kunden vor
allem aus Deutschland. Die fertigen Anlagen allerdings gehen
anschließend an Endkunden in alle Welt: nach Osteuropa, Nordafrika,
Asien, in die USA und bis nach Fernost.
VOM INGENIEURBÜRO ZUM GANZHEITLICHEN
AUTOMATISIERUNGSEXPERTEN
Der Firmengründer erhielt immer mehr Anfragen nach Schaltschränken,
die zunächst externe Partner lieferten. Nach einigen
Jahren beschloss er jedoch, das Unternehmen zu vergrößern und
die Leistungen zu erweitern. Heute hat das Unternehmen sechs
Mitarbeitende, und die Schaltschränke wie auch die Maschineninstallation
führen die Spezialisten von Industrialsoft vor Ort
selbst aus.
Jürgen Schneider fasst zusammen: „Bei Industrialsoft erstellen
wir Automatisierungslösungen, vorwiegend im Maschinen- beziehungsweise
Sondermaschinenbau. Dazu gehört die Erstellung
von Schaltplänen in EPlan und WSCad, wir bauen die Schaltanlagen,
führen die elektrische Maschinenmontage aus und schreiben
Programme für SPSen oder auch Roboter.“ Neben SPSen von
Siemens programmieren die Fachleute auch Steuerungen anderer
Hersteller wie Wago, Beckhoff, Mitsubishi und weitere. Bei
den Robotern sind es Modelle von Kuka, Epson, Mitsubishi und
Yaskawa; bei der Erstellung von PC-Programmen verwendet
Industrialsoft Embarcadero C++.
01
Nur durch eine reibungslose Kommunikation
zwischen PC und SPS lassen sich Automatisierungsanwendungen
zukunftsfähig realisieren.
Doch wie gelingt der Datenaustausch zwischen
Anwendungen und Steuerungen, wenn jede
Plattform ihre eigene „Sprache“ spricht?
Die Lösung liefern flexible Kommunikationsbibliotheken.
Welche Möglichkeiten sie für die
maßgeschneiderte Automatisierung bieten,
beispielsweise für Prüfstände, lesen Sie hier.
KOMMUNIKATIONSBIBLIOTHEK FÜR
REIBUNGSLOSEN PC-SPS-DATENAUSTAUSCH
Praktisch seit Firmengründung nutzt Industrialsoft auch die
„Schwabenware“ von Delta Logic, hier vor allem die umfangreiche
Softwarebibliothek Accon-AGLink. Die leistungsstarke Bibliothek
für die industrielle Kommunikation kommt seit vielen
Jahren in zahlreichen Anwendungen und in den verschiedensten
Branchen zum Einsatz. Ihre große Stärke: Sie unterstützt unter
anderem alle Steuerungstypen in Siemens-S7-Umgebungen und
ermöglicht den Datenaustausch in einer hohen Geschwindigkeit,
unabhängig von Programmiersprachen und Betriebssystemen.
Bei Industrialsoft kommt Accon-AGLink unter anderem für ein
PC-Programm zum Einsatz, das Jürgen Schneider für einen Dichtigkeitsprüfstand
entwickelt hat. Hier werden die Prüfergebnisse
in eine Datenbank geschrieben; darüber hinaus können in einer
Rezeptverwaltung Prüfparameter, Abläufe und auch Bilder für
Abdichtzylinder und Prüfventile parametriert werden. „Ich kannte
Delta Logic und ihre Softwarelösungen bereits aus der Zeit vor
meiner Selbstständigkeit und wusste, dass zum Beispiel
Accon-AGLink zuverlässig und schnell läuft, außerdem ist es
wirklich einfach im Handling“, erzählt Jürgen Schneider.
WANN RECHNET SICH EINE
ENTWICKLERLIZENZ?
Einzellizenzen lohnen sich für Maschinenbauer immer dann,
wenn es um kleine Stückzahlen geht. Denn hier sind sie Teil der
Produktkalkulation. Steigt die Nachfrage, wird eine Entwicklerlizenz
trotz höherer Anfangskosten wirtschaftlicher, da sie mehrere
Anwendungen abdeckt.
So auch bei Industrialsoft: Waren es zu Beginn noch Einzellizenzen
von Delta Logic, ist das Unternehmen nach der steigen
42 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
SPECIAL COMPONENTS & SOFTWARE
den Nachfrage seiner Produkte auf Entwicklerlizenzen umgestiegen,
inklusive Premium-Support und Software Update Service
(SUS). Jürgen Schneider: „Damit konnten nicht nur wir wirtschaftlicher
agieren, sondern auch für Kunden wurde das Endprodukt
unter Umständen sogar günstiger. Ein eventuell für die
Softwarebenutzung nötiger Kopierschutzstecker, ein Dongle,
wird überflüssig – und was nicht da ist, kann auch nicht verloren
gehen oder veralten. Vor allem bleibt dank des Wartungsvertrags
die Software immer auf dem aktuellen Stand, Versionsupdates
und Fixes inklusive.“
PROGRAMMIEREN NACH DEM
BAUKASTEN-PRINZIP
Auf Entwicklerseite eröffnen sich mit der entsprechenden Lizenz
eine Fülle weiterer Möglichkeiten, die eine Einzellizenz nicht bietet.
Beispielsweise lässt sich die Kommunikationsbibliothek wie
ein Baukasten nutzen und die vielfältigen Funktionen nach individuellen
Anforderungen in ein Softwareprojekt einfügen. So
können die gewünschten bzw. geforderten Kommunikationswege
(S5-ISO(H1), S7-Profibus, S7-TCP/IP, S7-TCP/IP TIA und
weitere) individuell zusammengestellt werden. Auch lassen sich
mit einer Entwicklerlizenz von Delta Logic’s Accon-AGLink beliebig
viele Endprodukte mit beliebig vielen Runtimes erstellen.
Mit der Kommunikationsbibliothek, aktuell in Version 6.0 erhältlich,
sieht sich Jürgen Schneider nach wie vor weit vorn:
„ Accon-AGLink hat sich bei unseren Sonderentwicklungen bewährt,
und zwar immer dann, wenn der Hersteller einer SPS mit
seinen Produkten beim Datentransfer zwischen SPS und Datenbank
und umgekehrt an die Leistungsgrenzen gerät.“
01 Die Bibliothek Accon-AGLink
kommt in einem eigens
entwickelten PC-Programm zum
Einsatz, das zur Steuerung eines
Dichtigkeits- und End-of-Line-
Prüfstands dient
02 Die Kommunikationsbibliothek
enthält Beispielprogramme
für die meisten
Programmiersprachen sowie den
API-Guide; mit dieser Software
können Entwickler nicht nur jede
Funktion ausführen und testen,
sondern sich auch den Quellcode
dazu in C#, VB.net, C++, Delphi
und Java anzeigen lassen
SICHERE PERIPHERIE
02
Neben der Kommunikationsbibliothek nutzt Industrialsoft den
Datenlogger Accon-EasyLog sowie den Kommunikationsadapter
Accon-NetLink-PRO compact. Der Datenlogger erfasst vor allem
in Siemens-Umgebungen Daten aus allen aktuellen und verfügbaren
S7-SPSsen, dokumentiert und visualisiert sie, je nach gewähltem
Funktionsumfang. Die aktuelle Version 2.6 ist für die
Betriebssysteme Windows 11 und Windows Server 2022 freigegeben,
bietet Support für alle aktuellen Siemens-Standards und ein
hohes Maß an Datensicherheit. Der Kommunikationsadapter ermöglicht
die Kommunikation zwischen PC und S7-Steuerungen,
mit ihm lassen sich auch ältere Maschinen mit Schnittstellen wie
MPI- und Profibus mit der PC-Ethernet-Welt vernetzen.
WACHSTUM MIT AUGENMASS
Auf den zurückgelegten Weg und die Erfolge seiner Firma kann
Jürgen Schneider zu Recht stolz sein, und er weiß um die Stärken
von Industrialsoft: „Wir sind klein und flexibel. Wo findet man
schon eine so kleine Firma, die all das leistet, was wir können?“
Dabei verliert er aber nicht den Blick für das Machbare. Sehr viel
größer soll das Unternehmen in absehbarer Zeit nicht mehr
werden, denn Jürgen Schneider hat noch einen zweiten Job, als
Geschäftsführer der KPM Sondermaschinen und Prüftechnik
GmbH, ebenfalls mit Sitz in Iserlohn und mit aktuell circa 20
Mitarbeitern.
Bilder: 01 + Statement Inosoft, 02 Delta Logic
www.deltalogic.de
Bei der Entwicklung unseres Programms zur
Dichtigkeitsmessung setzen wir mit der
Softwarebibliothek Accon-AGLink inzwischen
auf eine Entwicklerlizenz. Denn sie ist einsetzbar
mit verschiedensten Steuerungen
und Kommunikationswegen, auf diversen
Betriebssystemen und mit unterschiedlichen
Programmiersprachen und bietet somit die
Flexibilität, die Entwickler benötigen.
Dipl.-Ing. (FH) Jürgen Schneider ist Gründer und
Geschäftsführer von Industrialsoft in Iserlohn
UNTERNEHMEN
Delta Logic
Automatisierungstechnik GmbH
Stuttgarter Straße 3
73525 Schwäbisch Gmünd
Tel. 07171 916-120
E-Mail: info@deltalogic.de
AUTORIN
Barbara Hönle, Delta Logic
Automatisierungstechnik
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 43
Wie steigert man die
Produktivität von modernen
verketteten Anlagen der
Lebensmittelproduktion:
KI-gestützte, maschinenübergreifende
Software
bietet eine Lösung
EFFIZIENZ NEU GEDACHT
KI-BASIERTE SOFTWARE MACHT DIE
LEBENSMITTELPRODUKTION SMARTER
Welche Stellschrauben gibt es noch für die Produktivitätssteigerung in der Nahrungsmittelindustrie?
In den meisten Betrieben sind die Produktions- und Verpackungsprozesse
schon hoch automatisiert und vielfach optimiert. Aber es gibt noch Potenzial,
und es steckt in der Software. Ein neues Tool für die KI-gestützte Fernüberwachung
ermöglicht nachweisbare Effizienzgewinne von bis zu 15 Prozent – ohne Änderungen
an der „Hardware“ der Maschinen und Anlagen vornehmen zu müssen.
Hoher Automationsgrad, 24/7-Produktion, sehr hoher
Durchsatz, verkettete Anlagen von der Herstellung über
die Abfüllung bis zur Endverpackung: Das sind typische
Kennzeichen der Lebensmittelproduktion. Hinzu
kommt – auf der kommerziellen Ebene – der extreme Preisdruck,
der seinen Grund auch in der starken Marktposition der Einzelhandelsketten
hat. Außerdem sehen sich die Hersteller in der
Pflicht, die stark steigenden Kosten für Energie und Rohstoffe zumindest
teilweise zu kompensieren und ihre Prozesse weiter zu
optimieren.
OPTIMIERUNG: DAS ENDE DER FAHNENSTANGE?
Allerdings scheinen die Potenziale hier oft ausgereizt. Die meisten
Anlagen sind schon hoch produktiv und verkettet, Kennzahlen
werden erfasst, die Produktqualität wird inline ermittelt und
die Maschinensteuerungen sind auf dem neuesten Stand. Ihre
Software steuert und koordiniert im besten Fall nicht nur die einzelnen
Prozessschritte, sondern übernimmt auch weitere Aufgaben
zum Beispiel der vorbeugenden Instandhaltung oder der
energetischen Optimierung.
MASCHINENÜBERGREIFENDE SOFTWARE
BIETET NOCH LUFT NACH OBEN
Potenzial gibt es hingegen häufig bei übergreifenden Software-
Lösungen, die mehrere Maschinen in einer Produktionslinie
(und natürlich deren Verkettung, das heißt die Fördertechnik sowie
die Peripheriegeräte) in den Blick nehmen. Hier steckt die
Entwicklung in vielen Betrieben nicht nur der Nahrungsmittelindustrie
noch am Anfang.
Eben dieses Thema adressiert die von Ishida entwickelte Sentinel-Software,
die jetzt in einer neuen und grundlegend überarbeiteten
Version 5.0 vorgestellt wird. „Sentinel“ heißt Wächter,
44 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
SPECIAL COMPONENTS & SOFTWARE
01 Das Sammeln und zentrale Auswerten von Maschinendaten hebt
Potenziale zur Erhöhung von Produktivität und Verfügbarkeit
01
02 Auf einen Blick kann der Anwender von Sentinel 5.0 die für ihn
relevanten Daten einsehen; das Dashboard lässt sich flexibel an seine
Anforderungen anpassen
und das beschreibt treffend die Grundaufgabe der Software.
Zahlreiche Parameter aus verschiedenen Anlagen werden überwacht,
aufbereitet und zueinander in Beziehung gesetzt. Aus den
so generierten Daten kann der Anwender eine konsolidierte und
umfassende Analyse des Maschinenparks einer Linie gewinnen
DURCH DIE PRODUKTIONSÜBER-
WACHUNG KONNTE DER DURCH-
SATZ VON 30.000 AUF 35.000
PRODUKTE / H ERHÖHT WERDEN
und zum Beispiel „bottlenecks“ oder instabile Prozessschritte erkennen
– als wertvolle Basis für die Optimierung der Prozesse.
Wirklich durchgängig wird diese Optimierung dadurch, dass
Sentinel nicht nur die Daten von Ishida-Anlagen auswertet, sondern
herstellerunabhängig eingesetzt werden kann. Möglich wird
das durch die Nutzung von gängigen Schnittstellen und Protokollen,
über die sich die Software-Plattform in die IT-Infrastruktur des
Anwenders integrieren lässt: OPC-UA, MQTT, SQL RESTful APIs….
PROZESSVERBESSERUNG „GANZ VON
SELBST“ – DANK KI UND ML
Bei der neuesten Sentinel-Version kommen erstmals leistungsfähige
Künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen (ML) zum
Einsatz – und führen zu einem ganz erheblichen Zuwachs an
Funktionen mit deutlich größerem Nutzwert. Die Software „lernt“
während des Betriebs, wie die Maschine oder die komplette Produktionslinie
arbeitet. Sie kann dann datengetriebene Leistungsverbesserungen
empfehlen, indem sie beispielsweise den Bediener
auf Maschinen hinweist, die nicht mit ihrer maximalen Leistung
arbeiten, und die Gründe dafür angeben.
Die maschinenübergreifende Sicht führt zu einer gesamthaften
Betrachtungsweise der Produktion, und die integrierte KI kann
quasi „von selbst“ die Leistung der Maschinen optimieren, ohne
dass die Bediener die Einstellungen ändern müssten. Zu den Ergebnissen
gehören ein verbesserter Durchsatz, verringertes Potenzial
für Produktverluste und -abfälle und, insgesamt betrachtet,
eine effizientere Produktion – ohne dass der Anwender tief in
BOTTLENECKS
ENTDECKEN
Durchgängige Software-
Lösungen erschließen
bislang ungenutzte
Potenziale, indem sie
Produktionsprozesse
analysieren und gezielt
verbessern.
NICOLE STEINICKE,
Chefredakteurin
02
die Datenauswertung eintauchen oder die gegenseitigen Abhängigkeiten
der Prozessparameter ermitteln und justieren muss.
Das erledigt die Software für ihn.
DEN CHATBOT BEFRAGEN UND
UNREGELMÄSSIGKEITEN ERKENNEN
Neben der kontinuierlichen Überwachung der Produktion können
die Anwender ihre Wäge-, Verpackungs- und Inspektionssysteme
auch über den KI-Chatbot von Sentinel 5.0 befragen, Unregelmäßigkeiten
erkennen und auf diese Weise kleinere Störungen
beseitigen. Die hinterlegten Maschinenhandbücher und eine
aufgrund des maschinellen Lernens ständig wachsende Datenbasis
schaffen die Voraussetzung dafür, dass Probleme an den
Anlagen einfach und aus der Ferne diagnostiziert und gegebenenfalls
behoben werden können – als präventive Wartung in
Echtzeit.
Sentinel 5.0 ist in drei Lizenzvarianten erhältlich: Standard,
Premium und Premium Plus. Die KI- und ML-Funktionen sind
in den beiden letztgenannten enthalten, und bei allen neuen
Ishida-Maschinen ist die Software vorinstalliert. So kann der Anwender
den vollumfänglichen Nutzen erproben und einschätzen,
ob er die Software dauerhaft zur Optimierung der Prozesse einsetzen
möchte.
AKTUALISIERUNG DER SOFTWARE „ON AIR“,
ANPASSBARES DASHBOARD
Die Anwender von Sentinel 5.0 profitieren auch von einer Vielzahl
weiterer Funktionen. Dazu gehören automatische E-Mail-
Berichte, anpassbare Dashboards und direkter Zugriff auf die
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 45
SPECIAL COMPONENTS & SOFTWARE
03 Die Smartphonegerechte
Darstellung
erlaubt den Abruf der
Daten vor Ort sowie
von unterwegs
Software von angeschlossenen Ishida-Maschinen aus – oder über
Computer und andere intelligente Geräte. „On air“-Updates ermöglichen
die einfache Aktualisierung der Software, und das
Dashboard lässt sich auf unterschiedlichen und mobilen Endgeräten
nutzen (PC, Laptop, Tablet, Smartphone),
BEISPIEL AUS DER SÜSSWARENPRODUKTION:
15 PROZENT EFFIZIENZSTEIGERUNG
Soweit die Theorie und die Funktionsbeschreibung. Ein erstes
Beispiel aus der Süßwarenindustrie zeigt den quantifizierbaren
Nutzen der neuen Software. Das Unternehmen hatte häufiger mit
Produktstauungen zu tun, deren Ursache(n) weder das Personal
noch die vorhandene Datenlage ermitteln konnten. Daraufhin
DATEN-GESTÜTZTE ENTSCHEI-
DUNGEN ERMÖGLICHEN EINE
EFFIZIENTERE PRODUKTION
wurde Sentinel 5.0 im Verpackungsbereich installiert und 16 Maschinen
von mehreren Produktionslinien daran angebunden.
Bei einer Mehrkopfwaage, in der es regelmäßig zu Produktstauungen
kam, wurde mithilfe der Zeitplandaten von Sentinel 5.0.
das Problem identifiziert und behoben und eine Effizienzsteigerung
von 15 Prozent erreicht – mit dem (realistischen) Ziel einer
Steigerung um weitere 15 Prozent. Bei einer anderen Anlage
konnte der Durchsatz aufgrund der Daten, die Sentinel 5.0 bereitstellt,
von 30.000 auf 35.000 Produkte pro Stunde erhöht werden.
Eine weitere Erhöhung auf 40.000 Produkte ist geplant.
Das Unternehmen nutzt jetzt Sentinel 5.0 kontinuierlich als
Produktionsüberwachungs-Software und hat an den Produktionslinien
Bildschirme installiert, die Live-Daten unter anderem
für die Parameter Ausschuss, Maschinendurchsatz, Wirkungsgrad
und Auslastungsdiagramme anzeigen. Durch die eingehendere
Analyse der Daten lässt sich die Produktionsleistung am gesamten
Standort optimieren.
POTENZIAL VOLL AUSSCHÖPFEN
Das Beispiel zeigt: In der (übergeordneten), KI-gestützten Software
steckt großes Optimierungspotenzial. Weil Ishida eine weltweit
installierte Basis von weit mehr als 100.000 Maschinen und
Anlagen vorweisen kann, haben viele Anwender die Möglichkeit,
die neueste Sentinel 5.0-Software zu nutzen – unter anderem in
Mehrkopfwaagen (hier ist Ishida Weltmarkführer), „Bagmaker“-
Maschinen für Snackverpackungen, Röntgeninspektionssystemen,
Kontrollwaagen, Sortiermaschinen, Traysealern und Leckdetektoren.
Sie können die Software nicht nur dort einsetzen,
sondern auch in den Maschinen anderer Hersteller – und die hier
beschriebenen KI-gestützten Funktionen zur Optimierung der
Produktivität in ihrer Produktion nutzen. So wird die industrielle
Automation in der Nahrungsmittelindustrie um neue Funktionen
erweitert. Bemerkenswert ist dabei, dass die in der Praxis bereits
erzielten Produktivitätssteigerungen einzig durch den Einsatz
der Software erreicht werden.
Bilder: Ishida
www.ishidaeurope.com
UNTERNEHMEN
Ishida Europe Ltd, 11 Kettles Wood Drive,
Woodgate Business Park , Birmingham, UK
AUTOR
Ian Hodgson, Systems General Manager,
Ishida Europe
ZUSATZINHALTE IM NETZ
Die Welt des Produktions monitoring:
bit.ly/4mfxiJd
46 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
SPECIAL
ENERGIEDATEN ERFASSEN
Bei der CO2-Bilanzierung spielen Energiedaten die
entscheidende Rolle. Nur so kann ein Unternehmen
nachvollziehen, wohin die großen Energiemengen
fließen, und entsprechend gegensteuern.
Neben elektrischer Energie, ihrem eigentlichen Medium,
können die Geräte von Janitza mit einer Erweiterung
Energieträger wie Gas, Druckluft und weitere Prozessmedien
wie Wasser und Stickstoff erfassen. Die Netzvisualisierungssoftware
GridVis sammelt und analysiert
die Daten und stellt sie in übersichtlichen Dashboards
dar. So entsteht ein umfassendes Bild aller Energieverbräuche.
Janitza ist ISO 50001 zertifiziert, erstellt
jährlich den sogenannten Corporate Carbon Footprint
(CCF) und bestimmt die Treibhausgasemissionen nach
dem Greenhouse Gas Protocol (GHG). Das bedeutet
Aufwand: Die Energie-Spezialisten analysieren die Daten
von 120 Messgeräten, 1.500 Dienstreisen, 26.600
NEUES ASI-5 SAFETY EINGANGSMODUL
Bihl+Wiedemann erweitert sein
Sortiment an ASi-5 Safety Eingangsmodulen.
Bisher gab es Varianten
im großen IP67-Gehäuse und in
IP20 mit je zwölf Standardsignalen
sowie zwei sicheren Eingängen für
potentialfreie Kontakte, für OSSDs
und für die Kombination potentialfreier
Kontakt/OSSD.
Jetzt kommt mit dem ASi-5 Safety
Eingangsmodul BWU4393 eine
Lösung für potentialfreie Kontakte
im kleinen IP-67 Gehäuse dazu. Das Modul verfügt über
zwei sichere zweikanalige Eingänge und vier selbstkonfigurierende
E/As, welche abhängig von der Konfiguration als
Ein- oder Ausgänge verwendet werden können. Da ASi-5
Safety parallel auf demselben Profilkabel läuft und damit
viele sichere Signale oder eine Kombination aus sicheren
Signalen und Standardsignalen unter einer einzigen Adresse
genutzt werden können, lässt sich ASi Safety at Work damit
hervorragend ergänzen.
www.bihl-wiedemann.de
eingekauften und verkauften Artikeln und von 21 Abfallarten.
Der Aufwand lohnt sich. Im Jahr 2023 hat das
Unternehmen mehr als 400 t CO2 eingespart. Das sind
59 Prozent mehr als im Vorjahr.
www.janitza.de
UMRICHTER FÜR DEN WACHSENDEN
BATTERIESPEICHERMARKT
CG Drives & Automation hat die neuen Emotron Power
Conversion Systems (PCS) vorgestellt, die speziell auf den
wachsenden Batteriespeichermarkt zugeschnitten sind.
Die flexiblen Hochleistungsumrichter erschließen das
volle Potenzial der Energiespeichersysteme. Produziert
werden die Wandler in Schweden. Sie unterstützen Peak
Shaving, Lastverschiebung und einen bidirek tionalen
Leistungsfluss. Die Technologie bietet außerdem
Schwarzstart-Funktionen sowie volle Netzkonformität
und ermöglichen so eine hohe Flexibilität beim Energiemana
gement. Anwender profitieren damit von Lösungen
nach Industriestandard mit einer breiten Palette an
Wandleroptionen (AC-DC, DC-DC,
DC-AC) für hohe Flexibilität. Die
Komponenten erlauben den Aufbau
und die Überwachung lokaler Netze
mit Anti-Islanding-Erkennung, was
einen kontinuierlichen Betrieb
sicherstellt. Die Emotron Power
Conversion Systems (PCS) sind
modular aufgebaut, beinhalten
anpassbare Optionen und lassen
sich vollständig skalieren.
www.emotron.de
OFFENER STANDARD FÜR NAHTLOSE
ORTUNG IN DER INDUSTRIE
In einem aktuellen
Whitepaper positioniert
das globale Marktforschungsunternehmen
ABI
Research den offenen
Standard Omlox als
entscheidenden Baustein
für nahtlose Ortungslösungen
in industriellen
Umgebungen. Als Initiative
von PI (Profibus &
Profinet International)
setzt Omlox dabei neue Maßstäbe für Interoperabilität und
Offenheit in der Standortbestimmung. Der Standard vereint
unterschiedlichste Technologien wie UWB, BLE, RFID, 5G
und GNSS unter einem interoperablen Dach. Er ermöglicht
damit echte Multivendor-Implementierungen und eine
nahtlose Ortung – in Gebäuden, zwischen Gebäuden und
für Güter in Transit. Besonders hervorzuheben ist das
interoperable UWB-System, das herstellerübergreifend eine
gemeinsame Lokalisierungszone für die präzise Echtzeitortung
in dynamischen Umgebungen schafft. Unternehmen
profitieren von höherer Effizienz, besserer Skalierbarkeit
und geringeren Kosten, da Omlox Technologiefragmentierung,
Vendor-Lock-in und Integrationshürden beseitigt.
Zahlreiche Praxisbeispiele, ein wachsendes Partnernetzwerk
und eine klare Roadmap zeigen, dass Omlox eine
zentrale Rolle beim Aufbau eines offenen, interoperablen
RTLS-Ökosystems (RTLS: Realtime Location System) einnimmt.
Das Whitepaper steht auf der Website von ABI
Research unter: http://bit.ly/4l0Sq4J kostenfrei zum
Download zur Verfügung.
www.profibus.com
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 47
SPECIAL
BELASTBARKEIT VON ETHERNET-APL
BEWIESEN
Mit Ethernet-APL entwickelt sich die digitale Prozesssteuerung
zum neuen Standard in der Prozessindustrie. Die Field
Switches von Pepperl+Fuchs haben jetzt in einem vierten
Skalierungstest ihre
Standhaftigkeit
bewiesen. Bei dem
Test ging es vor
allem um die
Zuverlässigkeit von
Ethernet-APL in
Extremsituationen.
Es ging aber auch
um das problemlose
Zusammenspiel von Infrastruktur-Komponenten unterschiedlicher
Hersteller. Damit wurde ein realistisches Szenario
durchgespielt. Die Anforderungen für den Skalierungstest
wurden vom Chemieunternehmen BASF definiert, und zwar
entsprechen einem für die Branche typischen Anwendungsprofil.
Insgesamt waren nahezu 240 Messgeräte in das
Testumfeld eingebunden. Die Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit
der Switches kannten während des gesamten
Prozessablaufs keinerlei Einschränkungen. Wichtige Performance-Merkmale,
wie Redundanz-Umschaltzeiten und die
generelle Netzlast unter den Testbedingen wurden jederzeit
erfüllt oder sogar übertroffen. Die zyklische Kommunikation –
also die Übertragung von Mess- und Sollwerten zwischen der
Steuerung und den Feldgeräten – blieb selbst in dieser
simulierten Stresssituation stabil.
www.pepperl-fuchs.com
BRÜCKENSCHLAG ZWISCHEN APPS
UND CLOUD
Weidmüller bringt die App Procon-Connect auf den Markt.
Das Softwaretool ermöglicht es Anwendern, Maschinendaten
einfach zu akquirieren, zu verarbeiten und anderen Applikationen
zur Verfügung zu stellen. Immer mehr Unternehmen
setzen offene Software in der Automatisierung ein, um
flexibel auf die Anforderungen des Marktes reagieren zu
können. Sie sammeln Daten an der Maschine, damit sie
Energiemanagement, Predictive Maintenance oder Fernwartung
umsetzen können. Um diese Anwendungen zu verwirklichen,
müssen Nutzer die Automatisierungssoftware in der
OT und die Anwendersoftware der IT miteinander verknüpfen.
Bisher waren aufwendiges Engineering und kostenpflichtige
Erweiterungen nötig, welche die unterschiedlichen Software-
Tools verbinden.
Procon-Connect
vereinfacht diesen
Prozess. Es wirkt
als Bindeglied
zwischen den
unterschiedlichen
Domänen und
erleichtert den
Datenaustausch. Die App ist als Docker-Container für Linux
und Windows sowie für das Betriebssystem u-OS des Herstellers
verfügbar. Die Software erfordert keine Programmierkenntnisse.
Durch einfaches Konfigurieren verbinden Nutzer
die verschiedenen Anwendungen – web-basiert im Browser.
Ein separates Engineering-Tool ist damit nicht notwendig.
www.weidmueller.de
IMPRESSUM
erscheint 2025 im 37. Jahrgang,
ISSN: 2194-1157 / ISSN E-Paper: 2747-8017
REDAKTION
Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),
Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de
(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)
Redakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro),
Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de
Redaktionsassistenz:
Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,
Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,
E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,
(Redaktionsadresse siehe Verlag)
GESTALTUNG
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E-Mail: a.zepig@vfmz.de,
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Tel.: 06131/992-241, E-Mail: h.rauschkolb@vfmz.de
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48 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
DENKANSTOSS
TECHNISCHER FORTSCHRITT UND
SEINE ÖKOLOGISCHE SCHATTENSEITE
Während die Faszination für Künstliche Intelligenz
weltweit Forscher, Unternehmer und Gesellschaft
in ihren Bann zieht, bleibt ein Schlüsselfaktor der
modernen Technik meist unsichtbar: das erstaunliche
Volumen an Wasser, das von den Grundlagen der Chip-
Herstellung bis zum Betrieb gigantischer Datenzentren benötigt
wird. Was bedeutet es, wenn hinter jedem digitalen Fortschritt
buchstäblich eine verborgene Wasserleitung verläuft? Und wie
könnte dieser Faktor die globale Innovationslandschaft entscheidend
prägen?
Alle neuen Technologien die uns umgeben, verwenden Halbleiter
bei der Herstellung von Mikrochips, integrierten Schaltkreisen
und Dioden. Bei der Herstellung von Halbleitern verbraucht
eine mittelgroße Fabrik so viel Wasser wie eine Stadt mit 58.000
Einwohnern (Quelle: CWR). Wasser ist der am meisten „gehandelte“
Rohstoff der Welt und der „virtuelle Wasserhandel“ ist
sogar 400 mal größer als der von Öl. Hätten Sie gedacht, dass
ChatGPT pro 20 Befehle umgerechnet einen halben Liter Wasser
benötigt? Rechenzentren verbrauchen Wasser hauptsächlich für
die Kühlung, während in einer Halbleiterfabrik Wasser ein wichtiger
Bestandteil fast aller Teile des Herstellungsprozesses ist.
DER BEDARF AN HALBLEITERN STEIGT,
DOCH SIE BELASTEN DIE ÖKOBILANZ
Die enge Verbindung zwischen Digitalisierung und dem Rohstoff
Wasser verlangt also nach einem neuen Blickwinkel. Im
boomenden Halbleitermarkt ist Wasser nicht nur ein Risikofaktor,
sondern eröffnet auch Chancen für Anbieter von Wasseraufbereitungslösungen.
Während sich der Bau neuer Chipfabriken
auf Investitionen in Milliardenhöhe stützt, fließen bis zu 180
Milliarden US-Dollar allein in wasserbezogene Infrastruktur.
Wie kann innovative Wasseraufbereitung dazu beitragen, den
steigenden Bedarf der Digitalindustrie nachhaltig zu decken
und wie lässt sie sich ökologisch sinnvoll gestalten?
Denn ein fortschrittlicher Chip durchläuft immens viele Prozessschritte
und kommt dabei mit zahllosen unterschiedlichen
Gasen und Chemikalien in Berührung. Zwischen den Prozessschritten
müssen die Waver, also jene Scheiben, aus denen
Halbleiter entstehen, gereinigt werden. Dafür benötige
Hersteller spezielles Wasser, sogenanntes Reinstwasser.
Um das zu erzeugen, muss das Leitungswasser aufwendig
gereinigt werden. Ein Reinstwasseraufbereitungssystem
in einer neuen Fabrik macht 1-6 % der gesamten
Kapitalkosten aus.
WASSERRECYCLING, ABER SINNVOLL
Wasserfiltrationstechnik: Im Rahmen der Wasseraufbereitung
in Halbleiterfabriken wird das Wasser in mehreren
Filtrationsrunden recycelt. Dies trägt dazu bei,
den Wasserverbrauch zu senken. Zu den Arten der Filtrationsbehandlung
gehören Mikrofiltration, Ultrafiltration,
Nanofiltration und Umkehrosmose.
Weitere Möglichkeit ist die Entsalzung und Wiederverwendung
von Wasser, die zu einem wichtigen politischen
WASSERVERBRAUCH UND DIGITALI-
SIERUNG – EINE VERBINDUNG,
DIE ERST EINMAL ÜBERRASCHT
Schwerpunkt in Gebieten geworden ist, in denen die Halbleiterindustrie
allmählich von Wasserknappheit betroffen ist. Quellen
dafür können Abwässer aus Haushalten und Kommunen sein.
Die Meerwasserentsalzung etabliert sich zunehmend als vielversprechende
Alternative, insbesondere dort, wo bereits mehrere
Entsalzungsanlagen in der Nähe von Halbleiterfabriken errichtet
wurden. Sie kann helfen, Versorgungsengpässen während
Dürren entgegenzuwirken, die gerade in vielen Regionen mit
hoher Chipproduktion ein drängendes Problem darstellen.
Die Industrie sowie Anlagen-Experten im Bereich Wasseraufbereitung
sind also aufgefordet, neue Wassermanagement-Konzepte
zu entwickeln, zu implementieren und abzuwägen, inwiefern
das Wasserrecycling ökologisch sinnvoll ist. Denn Nachteil
der Wiederaufbereitung ist der hohe Energiebedarf. Dabei reicht
Strom aus erneuerbaren Energiequellen, beispielsweise aus
Solaranlagen auf den Dächern der Fabriken, bei Weitem nicht.
Bild: DNB Asset Management
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MIKKEL NYHOLT-SMEDSENG
Portfoliomanager DNB Fund Future Waves
bei DNB Asset Management
www.industrielle-automation.net INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/xx 49
VORSCHAU
IM NÄCHSTEN HEFT: 05/2025
ERSCHEINUNGSTERMIN: 25. 09. 2025 • ANZEIGENSCHLUSS: 10. 09. 2025
01
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03
01 Modulare Messwerterfassung als intelligente Brücke
zwischen Industrie 4.0 und Präzisionsmesstechnik
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02 Warum bei der Weiterentwicklung von Elektrofahrzeugen
und ihrer Batterien der Einsatz industrieller
Bildverarbeitung und KI unverzichtbar ist
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03 Integrierte Maschinensicherheit liefert Mitarbeitern
Daten, Diagnosen und Steuerungsmöglichkeiten, um
schnell zu reagieren und die Produktion zu sichern
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Redaktion@industrielle-automation.net
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04 Durch die Integration anspruchsvoller
Auto matisierung und einer Softwareschutzlösung
beschleunigt PlantStream technische Arbeitsabläufe
und schützt gleichzeitig das geistige Eigentum
Bild: Wibu/PlantStream
(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)
50 INDUSTRIELLE AUTOMATION 2025/04 www.industrielle-automation.net
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Stellen Sie sich eine Produktion vor, in der Maschinen nicht nur arbeiten,
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In vielen Industriebereichen ist das längst Realität. Möglich ist das unter
anderem durch die zunehmende Vernetzung und den Einsatz von KI. Sie macht
Sensoren und Messsysteme heute so smart, dass sie nicht nur Daten erfassen,
sondern diese in Echtzeit analysieren und Entscheidungen ableiten können.
Automatisierung geht jedoch weit über smarte Maschinen hinaus. Bio-basierte
Produkte finden inzwischen selbst in technisch anspruchsvollen Anwendungen
ihren Platz. Auch die Qualitätssicherung profitiert: 3D-Sensorik setzt neue
Maßstäbe bei der Geometrie-, Form- und Oberflächenprüfung und ermöglicht
eine nahtlose Inline-Qualitätskontrolle. Doch Automatisierung bringt auch
Herausforderungen mit sich, beispielsweise im Bereich Cybersicherheit.
Unternehmen müssen daher ihre Strategien überdenken, um in einer zunehmend
vernetzten Welt geschützt zu bleiben.
Wie gestalten wir diesen Wandel? Welche Technologien bringen echten Mehrwert?
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Nicole Steinicke
Chefredakteurin
Industrielle Automation
AUTOMATISIERUNG
Wer hat`s
gemacht?
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UNTERSCHIED MACHEN
Auf Dauer werden nur Unternehmen am Markt
bestehen, denen es gelingt, ihre Prozesse zu
optimieren, die Anlagenverfügbarkeit zu
maximieren und ihre Wirtschaftlichkeit zu
sichern. Doch wie kann das funktionieren,
wenn es angesichts zunehmend begrenzter
Kapazitäten schon zur Herausforderung wird,
die alltäglichen Aufgabenstellungen und
Probleme an Anlagen, Maschinen oder
Prüfständen zu bewältigen? Eine Möglichkeit
ist ein zentralisiertes Messdatenmanagement.
Wir berichten über die Vorteile und die
praktische Umsetzung anhand von Use Cases.
n Warum brauchen wir Messtechnik?
n Welche Herausforderungen sind bei Messund
Überwachungsaufgaben zu meistern?
n Wie finde ich die passenden Mess- und
Prüfgeräte für die jeweilige Applikation?
n Welche Fortschritte gibt es in der
Integration von IoT und KI?
n Whitepaper mit Lösungen, Branchen und
Tipps
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AUTOMATISIERUNG
Wer hat`s
gemacht?
In unserem redaktionellen Komplettpaket
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QUALITÄTSSICHERUNG
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Die genaue Form und Beschaffenheit
von Oberflächen spielt in vielen
Applikationen eine wichtige Rolle. Typisches
Beispiel ist die Überprüfung der Ebenheit
einer Oberfläche, die für die Bauteil-Qualität
entscheidend sein kann. 3D-Sensorik
ermöglicht in diesen Anwendungen eine
Inline-Qualitätskontrolle mit hoher
Genauigkeit. Profitieren auch Sie in Ihrem
Prozess von den optischen Verfahren!
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– einfach oder kompliziert?
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n Video über den Einsatz modernster
3D-Oberflächenmesstechnik
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AUTOMATISIERUNG
Wer hat`s
gemacht?
SOFTWARE
CYBERSICHERHEIT IN
EINER DIGITALEN WELT
In einer zunehmend vernetzten Welt, in der
Cyberbedrohungen allgegenwärtig sind,
müssen Unternehmen ihre Cybersicherheitsstrategie
grundlegend überdenken. Der Cyber
Resiliance Act ist ein Wendepunkt – er fordert
von allen Beteiligten ein Umdenken und
proaktives Handeln. Erfahren Sie, warum
Sie aktiv werden sollten, und wie Sie Ihr
Unternehmen widerstandsfähig gegenüber den
neuen Herausforderungen machen können.
In unserem redaktionellen Komplettpaket
erwarten Sie folgende interessante Inhalte:
n Was bedeutet der EU Cyber Resilience Act?
n Welche Unternehmen müssen handeln und
welche Produkte sind davon betroffen?
n Welche Tools zur Verschlüsselung und
Lizenzierung unterstützen die in der
Regulierung geforderte Produktsicherheit
und Compliance?
n Webinar über Handlungsfelder und
Maßnahmen für eine erfolgreiche
Umsetzung von Schutzmaßnahmen
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AUTOMATISIERUNG
Wer hat`s
gemacht?
GREEN MATERIALS
AUF DEM WEG ZU MEHR
NACHHALTIGKEIT IN
DER KABELBRANCHE
Kunststoffe sind heute in vielen Bereichen
unverzichtbar. Sie werden zu Formteilen,
Fasern oder Folien weiterverarbeitet und
dienen als Verpackungsmaterial, Klebstoff
oder Textilfaser und sind in vielen Industrien
beliebter Werkstoff. Bei Kabeln- und
Leitungen ist der Einsatz von Kunststoffen
funktionsrelevant. Doch wie lässt sich die
Verwendung des Werkstoffs nachhaltiger
gestalten und warum ist das sinnvoll? Lesen
Sie das Interview mit Dr. Silvia Lajewski,
Expertin im Bereich Kunststofftechnik bei
Lapp, über die Entwicklung und den Einsatz
umweltfreundlicher Kunststoffe.
In unserem redaktionellen Komplettpaket
erwarten Sie folgende interessante Inhalte:
n Was sind Compounds - ein Leitfaden
n Was macht bio-basierte Materialien
so besonders?
n Biokunststoff bedeutet nicht automatisch,
dass er nachhaltig ist. Warum?
n Welche Fortschritte wurden im Bereich
der Verbindungstechnik auf Bio-Basis
bisher erreicht?
n Welche Produkte gibt es bereits am Markt
und könnten sie für meine Applikation
interessant sein?
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AUTOMATISIERUNG
Wer hat`s
gemacht?
PREDICTIVE MAINTENANCE
WENN DIE MASCHINE
STILL STEHT
Die Produktion läuft auf Hochtouren, das Team
arbeitet am Limit, Deadlines nahen – und plötzlich
steht die Anlage still. Unvorhergesehene
Situationen wie diese bringen alle Beteiligten
unter Druck. Die Frage lautet also: Wie lässt
sich ungeplanten Bedarfen vorbeugen und im
Fall der Fälle schnell reagieren? Eine Möglichkeit
ist die vorausschauende Wartung. Sie hilft
Maschinenausfälle zu vermeiden, und spart
nicht nur Kosten, sondern auch Nerven.
In unserem redaktionellen Komplettpaket
erwarten Sie folgende interessante Inhalte:
n Ursachen und Ansätze für mehr Kontrolle
im Anlagenbetrieb
n Checkliste: Sind Ihre Prozesse gut
aufgestellt, wenn es darauf ankommt?
n Was sind ungeplante Bedarfe?
n Whitepaper: »Vorausschauende Wartung«
n Ursachen, Prozess-Check, innovative
Instandhaltungsstrategien
Weiterlesen >>
AUTOMATISIERUNG
LACKIERTECHNIK
WESHALB DER MASCHINENBAU
ZUKUNFTSFÄHIGE ANLAGEN
BRAUCHT
Mit industrieller Lackiertechnik lassen sich
nicht nur verschiedenste Komponenten,
beispielsweise zuverlässig vor Korrosion
schützen. Sie ermöglicht auch die Gestaltung
individueller Oberflächen. Dennoch wird
dieser letzte Fertigungsschritt häufig
vernachlässigt. Und das obwohl enorme
Mengen an Energie und Material benötigt
werden. Gefragt sind also innovative Ansätze,
die Lackierprozesse speziell im Maschinenbau
effizienter und umweltfreundlicher gestalten.
In unserem redaktionellen Komplettpaket
erwarten Sie folgende interessante Inhalte:
n Weshalb der Maschinenbau zukunftsfähige
Lackieranlagen braucht.
n Applikationsbeispiel LHY Powertrain,
vormals bekannt als Linde Hydraulics
n Warum fundiertes Wissen besser ist,
statt dem Bauchgefühl zu folgen.
n Whitepaper »Zukunftsfähig Lackieren
im Maschinenbau«
Weiterlesen >>