FPM 2 2021 Resiliente öffentliche Verwaltung
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FORUM
PUBLIC
MANAGEMENT
www.kdz.or.at
Resiliente
öffentliche
Verwaltung
#2
2021
Seite 4
Seite 18
Seite 20
INHALT
#2
2021
IMPRESSUM:
Eigentümer, Herausgeber und Verleger: KDZ
Redaktion: Mag. Peter Biwald,
Mag. Thomas Prorok,
Siegfried Fritz, MSc Bakk.
Lektorat: Birgit Frank,
DI in Marion Seisenbacher
Postanschrift: 1110 Wien, Guglgasse 13
Telefon: +43 1 8923492-0
Fax: +43 1 8923492-20
E-Mail: institut@kdz.or.at
Internet: www.kdz.or.at
Angaben gemäß § 25 Mediengesetz
vom 12.6.1981:
KDZ Managementberatungs- und WeiterbildungsGmbH,
1110 Wien, Guglgasse 13
Geschäftsführer: Mag. Peter Biwald,
Mag. Thomas Prorok (Stv.)
Vorstand: Mag. Wolfgang Figl,
Mag a . Angelika Flatz,
SC Mag. Christian Kemperle,
Bgm. MMag. Klaus Luger,
SR Mag. Martin Pospischill,
SC Dr. Matthias Tschirf,
Gen. Sekr. Dr. Thomas Weninger
Aufgabe des Forum Public Management
ist die praxis nahe In for mation von
MandatarInnen, öffentlichen Bediensteten
und anderen Interessierten aus
Wirtschaft und Gesellschaft.
Preis pro Ausgabe: € 4,55 + 10% USt.
zzgl. Versandspesen
Grafische Gestaltung:
Martin Renner, www.rgd.at
DTP-Produktion:
Karin Hruschka, www.grafic.at
Druck: facultas, Wien
Titelbild: iStock by Getty Images
EDITORIAL
3 Resilienz der öffentlichen Verwaltung
BEITRÄGE
4 Gemeindefinanzen: Drei Dimensionen der Resilienz
6 Haushaltssicherung: Der Weg zur Stabilisierung
10 Digitalisierung: Leoben startet Vorzeigeprojekt
12 Verwaltungsentwicklung: Zwischen Evolution und Strategie
14 SDG's: Umsetzungsstand in Österreichs Städten
16 Gemeindeordnung: Digitales Nachschlagewerk
als gemeinsame Wissensbasis
18 Gebühren: Neues Nachschlagewerk für die Praxis
20 Quality first: Krisenfest mit dem CAF
23 CAF-Gütesiegel: Seit 2020 für die Marktgemeinde Pressbaum
25 Weiterbildung: Unsere neue Arbeitswelt
27 Buch-Neuerscheinung: Krisenfester Finanzausgleich
BESTELLUNGEN:
bestellung@kdz.or.at
https://www.facebook.com/KDZ.or.at/
https://twitter.com/kdz_austria
https://linkedin.com/company/kdz
2 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
EDITORIAL
Liebe Leserin, lieber Leser!
Thomas Prorok
Beim Schreiben dieser Zeilen sind die
Worte des Bundespräsidenten zur
Regierungskrise noch präsent. „Was wir hier
sehen, ist vielleicht eine Regierungskrise,
aber sicher keine Staatskrise. Denn der Staat
und die Verwaltung funktionieren ja. Das
sehen wir gerade.“ Diese Feststellung ist eine
Ermutigung für alle jene öffentlich Bediensteten,
die täglich wichtige staatliche Leistungen
erbringen und das Rechtsstaatsprinzip
gemäß Artikel 18 unserer Bundesverfassung
– „Die gesamte staatliche Verwaltung darf
nur auf Grundlage der Gesetze ausgeübt
werden“ – gewährleisten.
Für uns im KDZ sind diese Worte Ermunterung
und Ansporn zugleich. Sie zeigen die
Wichtigkeit der öffentlichen Verwaltung – von
den obersten Organen bis hin zu den Mitarbeitenden
in den Bezirkshauptmannschaften
und Gemeinden – für das Funktionieren des
Staates. Sie zeigen auch, dass ein moderner
Staat nicht ohne öffentliche Leistungen und
Daseinsvorsorge auskommt. Dies geht in den
öffentlichen Diskussionen oftmals unter, wenn
vor allem über die vermeintlich hohen Kosten
und Ineffizienzen der Verwaltung sinniert wird
und die „Verwaltungsreform“ als vermutetes
Allheilmittel für die Sanierung des Staatsbudgets
herhalten muss.
Die Wichtigkeit und zugleich auch die Funktionsfähigkeit
der öffentlichen Verwaltung hat
auch die Covid19 Pandemie bewiesen.
Sicherlich werden hier noch Schwachstellen
zu evaluieren sein wie zum Beispiel die unzureichende
Daten- und Informationslage, die
stockende Bund-Länder-Gemeindenkoordination
oder auch die legistischen Patzer vor
allem zu Beginn der Pandemie. Aber insgesamt
blicken wir auf gut funktionierende und
höchst engagierte staatliche Akteure zurück.
Diese haben sich als schnell anpassungs-
fähig und robust erwiesen. Anders ausgedrückt:
Wir haben eine öffentliche Verwaltung,
welche in der Krise hohe Resilienz
bewiesen hat.
Deshalb widmen wir diese Ausgabe des
Forum Public Management dem Thema
„Resiliente öffentliche Verwaltung“. Uns geht
es nicht um die theoretischen Abhandlungen
von Resilienz, Anpassungsfähigkeit oder
Nachhaltigkeit. Wir stellen die Fragen: Was
bedeutet Resilienz in der praktischen und
täglichen Arbeit der öffentlichen Verwaltung
sowie für die Beziehungen zwischen den
staatlichen Akteuren. Und was haben wir
hierfür aus der Krise gelernt.
Die Ergebnisse einer Umfrage von Next.Public
unter 5.000 Führungskräften und Mitarbeitenden
in Deutschland (siehe Artikel „Quality
first“) weist auf die immensen Umbrüche in
der öffentlichen Verwaltung während der
Pandemie hin. So haben 26 Prozent der
Befragten angegeben, während der Pandemie
mit anderen Aufgaben betraut worden zu
sein. In den Kommunen waren es sogar 35
Prozent der Mitarbeitenden. Das sind beeindruckende
Veränderungen, deren gesamte
Auswirkungen noch nicht abzusehen sind.
Klar ist jedoch: Viele Grundlagen für eine
robuste und anpassungsfähige öffentliche
Verwaltung sind schon vorhanden. Wie diese
gesichert und weiter ausgebaut werden
können, zeigen wir in diesem Forum Public
Management. Ich wünsche Ihnen eine interessante
und erkenntnisreiche Lektüre.
Kommentar senden
Thomas Prorok
stv. Geschäftsführer KDZ
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 3
GEMEINDEFINANZEN
Krisenfeste Gemeindefinanzen?
Wie die Resilienz von Gemeindefinanzen bestimmt werden kann.
von Nikola Hochholdinger, Karoline Mitterer und Dalilah Pichler
Nikola Hochholdinger
Karoline Mitterer
Dalilah Pichler
Die Pandemie hat gezeigt, wie sensibel
die Gemeindefinanzen auf Krisen
reagieren können. Doch wie kann bestimmt
werden, ob die Gemeindefinanzen krisenfest
sind? Aufbauend auf dem Ansatz der Resilienz
hat das KDZ einen ersten Analyseraster
erstellt, um sich besser auf zukünftige Krisen
vorbereiten zu können.
Was bedeutet Resilienz?
Gemeindefinanzen sind resilient, wenn im
Krisen fall die negativen Auswirkungen auf
die Finanzen einer Gemeinde so abgemildert
werden, dass diese die Fähigkeit haben auf
die Krisensituation vor Ort adäquat zu reagieren,
sich an neue Rahmenbedingungen
anzupassen und die Daseinsvorsorge nachhaltig
zu gewährleisten.
In einer Studie für den Österreichischen
Städte bund zu krisenfesten Gemeindefinanzen
geht das KDZ der Frage nach, welche
Anforderungen an resiliente Gemeindefinanzen
bestehen und wie die Resilienz der
Gemeindefinanzen gemessen werden kann.
Besondere Bedeutung haben hier die Variablen
Robustheit und Anpassungsfähigkeit.
Zum einen sollen die Finanzen robust sein:
d.h. die Finanzierung von Leistungen der
Daseinsvorsorge ist im Krisenfall nicht gefährdet.
In diesem Kontext bezieht sich Robustheit
auf die institutionellen und recht lichen
Strukturen im föderalen System sowie die
Ausgleichsinstrumente, die negative Auswirkungen
auf die Gemeindefinanzen abmildern
„Die Bestimmung der Resilienz
ist komplex und setzt an mehreren
Dimensionen an.“
bzw. verhindern. Durch robuste Finanzen
können Gemeinden die Infrastruktur erhalten
und Strukturen aufbauen, um für zukünftige
Herausforderungen vorzusorgen.
Zum anderen sollen die Finanzen flexibel
genug sein, um Liquiditäts- und Investitionsbedarfe
in einer Krisensituation zu decken.
Anpassungsfähigkeit wird durch die Reaktions-
und Innovationsfähigkeit der institutionellen
und rechtlichen Strukturen definiert.
Sollten sich Rahmenbedingungen aufgrund
einer Krise verändern, müssen die betroffenen
Institutionen und handelnden Personen
adäquat reagieren können, um negativen Entwicklungen
entgegenzuwirken.
Dimensionen der Resilienz von
Gemeindefinanzen
Die Bestimmung der Resilienz ist komplex
und setzt an mehreren Dimensionen an,
welche nachfolgend beschrieben werden:
(1) Governance, (2) nachhaltige, stabile
Gemeinde finanzen sowie (3) Daseinsvorsorge
und nachhaltige Investitionen. Die
Abbildung zeigt einen vom KDZ ent wickelten
Analyseraster zur Einschätzung der Resi lienz
von Gemeindefinanzen. Demnach sind die
beiden Variablen Robustheit und Anpassungsfähigkeit
bei den drei benannten
Dimensionen bestmöglich zu erfüllen.
1.
Governance
krisenfit machen
Die Dimension Governance bezieht sich
insbesondere auf Strukturen, Prozesse,
Instrumente und die Koordinierung innerhalb
des föderalen Systems, die zur Krisenbewältigung
und -vorsorge beitragen. Auch Leadership
und Strategie spielen eine zentrale Rolle
sowie ein inklusiver Zugang, wie z.B. die Ein-
4 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
GEMEINDEFINANZEN
Analyseraster zur Einschätzung der Resilienz von Gemeindefinanzen. Quelle: KDZ: Eigene Darstellung 2021.
bindung aller Stakeholder in Abstimmungsprozesse.
Betrachtet werden hierbei das Ausmaß
der Gemeindeautonomie, die Prozesse
und Strukturen der Mehr-Ebenen-Steuerung
oder das Vorhandensein von Instrumenten,
um rechtzeitig Krisensituationen zu erkennen.
2.
Nachhaltige und
stabile Gemeindefinanzen
Betreffend nachhaltiger, stabiler Gemeindefinanzen
ist es wichtig, Investi tionen zum Teil
aus eigenen Mitteln zu finanzieren und sich
nicht zu überschulden. Maßgeblich wirkt
dabei die Gestaltung der Einnahmequellen
für Gemeinden, um den Handlungsspielraum
im Krisenfall zu erweitern. Diese Dimension
soll insbesondere das ökonomische Gleichgewicht
der Gemeinden darstellen; im Einklang
mit den Bedarfen der Gemeinde sowie
der Nutzerinnen und Nutzer der kommunalen
Infrastruktur.
In die Analyse werden etwa Fiskalregeln,
die Einnahmen- und Ausgabenstruktur der
Gemeinden sowie die Abhängigkeiten von
anderen Gebietskörperschaftsebenen miteinbezogen.
Weiters geht es um flexible Instrumente
des Finanzausgleichs, wie z.B. den
Katastrophenfonds, zusätzliche Bundestransfers
oder das Aussetzen des innerösterreichischen
Stabilitätspaktes im Krisenfall.
3.
Daseinsvorsorge und
Investitionen sichern
Gemeinden haben gewisse Aufgaben für die
Sicherung der Daseinsvorsorge zu erbringen.
Darunter fällt u.a. die Erhaltung der kommunalen
Infrastruktur durch nachhaltige Investitionen.
Im Sinne der Generationengerechtigkeit
müssen die Leistungen der Daseinsvorsorge
auch in Zukunft gewähr leistet sein.
Diese Dimension deckt sich mit den Anforderungen
einer resilienten Gemeinde in Bezug
auf Umwelt, Infrastruktur, aber auch Gesundheit
und das Allgemeinwohl der Bevölkerung.
Der Fokus kann auf Regelungen im Zusammenhang
mit nachhaltigen Investi tionen (z.B.
Investitionsprogramme für klimafreundliche
Projekte) oder Vorsorgeinstrumenten betreffend
systemkritischer Infrastruktur (z.B. regional
abgestimmte Infrastrukturen und Angebote
der Daseinsvorsorge) gelegt werden.
Einschätzung zur Resilienz
Nächster Schritt ist eine Einschätzung der
Resilienz der Gemeindefinanzen auf Basis
des vorgestellten Analyserasters anhand
unterschiedlicher Krisenszenarien. Wie diese
Einschätzung ausfällt, lesen Sie in der nächsten
Ausgabe und auf unserer Website unter
www.kdz.or.at.
<
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#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 5
HAUSHALTSSICHERUNG
Der Weg zur Stabilisierung
Trotz unsicherer Zeiten die Balance des Haushalts sicherstellen.
von Peter Biwald und Wolfgang Oberascher
Peter Biwald
Wolfgang Oberascher
Würde man derzeit ein Stimmungsbild in
Österreichs Städten und Gemeinden ab -
fragen, würde der Grundtenor sicher auch
das aktuelle Gesamtbild in unserer Gesellschaft
spiegeln – Unsicherheit.
Unsicherheit oftmals auch hinsichtlich der
eigenen finanziellen Lage – „Ist genug für die
Investitionen da?“, „Was passiert, wenn es
einen weiteren Lockdown gibt?“ – derartige
Fragen stellen sich vielfach Politikerinnen und
Politiker sowie auch Verwaltungsmitarbeiterinnen
und -mitarbeiter. Oftmals ist eine kurze
Antwort schlichtweg unzureichend. Es bedarf
eines tieferen Blickes in die Finanzgebarung.
Quo vadis Investitionsspielräume
Samuel Smiles, ein schottischer Schriftsteller
des 19. Jahrhunderts, hat einmal gesagt: „Die
Sparsamkeit ist die Tochter der Vorsicht, die
Schwester der Mäßigung und die Mutter der
Freiheit“. Eine kritische Vorsicht ist auch in
der heutigen Zeit angebracht. Auch wenn die
gesamtösterreichischen, konsolidierten Rechnungsabschlussdaten
2020 noch nicht vorlie-
gen, erste Einblicke lassen die auf offenerhaushalt.at
bereitgestellten Rechnungsabschlussdaten
erkennen.
Vor allem die Investitionen der Städte und
Gemeinden sind mit rund 10 Prozent merklich
zurückgegangen. Zwar wurden zusätzliche
Finanzmittel von Bund und Ländern bereitgestellt,
viele Projekte (auch dringend notwendige)
blieben jedoch unrealisiert. Noch ist
zudem ungeklärt, in welcher Form und Höhe
die bereitgestellten Bundeshilfen refundiert
werden müssen.
Betrachtet man den Überschuss der laufenden/operativen
Gebarung in Prozent – ein
Indikator für finanzielle Spielräume – zeigt
sich, dass dieser bei den geplanten Rückzahlungen
der Bundeshilfen bis 2024 gemäß der
KDZ-Finanzprognose (Stand: 06/2021) auf
6,4 Prozent sinken würde. Dies wäre eine
Halbierung der finanziellen Spielräume des
Jahres 2019. 1 Nicht zu vergessen ist, dass in
den kommenden Jahren auch die 2020
1 Vgl. Biwald/Mitterer – https://www.kdz.eu/de/aktuelles/blog/mittelfristige-prognose-der-gemeindefinanzen-bis-2024
– 17.09.2021.
Abb. 1:
KDZ-Gemeinde-
Finanzprognose zur
Entwicklung des
Überschusses der
laufenden/operativen
Gebarung.
Quelle:
KDZ-Finanzprognose
06/2021.
6 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
HAUSHALTSSICHERUNG
zurückgestellten Investitionsbedarfe erfüllt
werden müssen. Weiter zu sparen und nur
„das Notwendigste“ umzusetzen birgt die
Gefahr eines weiteren Anstiegs des Investitionsrückstaus.
Wie geht es jetzt weiter?
Eines vorweg – eine Pauschalbewertung für
alle 2095 Gemeinden in Österreich ist nicht
möglich. Manche Kommunen werden aufgrund
von sozioökonomischen Faktoren und
strukturellen Besonderheiten sowie Entscheidungen
der Vergangenheit besser gerüstet
sein, manche aber auch nicht.
Jedenfalls empfiehlt sich ein analytischer
Blick in die eigenen Finanzen: Wie viel bleibt
in der operativen Gebarung für Investitionen
und die Tilgung bestehender Schulden übrig?
Wie viel wird das voraussichtlich in den kommenden
5 Jahren sein?
Ein professioneller Blick auf diesen Zeitraum
gelingt mit dem KDZ-Quicktest. Mit diesem
lässt sich eine kennzahlenbasierte Übersicht
zur aktuellen Haushaltslage gewinnen und
auch für die kommenden 5 Jahre – unter
Eingabe von Prognosewerten, wie beispielsweise
den geplanten Investitionsvorhaben –
die Entwicklung der Kennzahlen sowie des
Finanzierungs-, Ergebnis- und Vermögenshaushalts
erkennen.
Die Nutzung des Quicktests ist für KDZ-Mitglieder
und Bank Austria Kunden über die
Website www.praxisplaner.at kostenlos.
Handlungsfähigkeit verbessern
Als Ergebnis des Quicktests erhält man eine
schulnotenbasierte Bewertung der eigenen
Haushaltssituation. Auf dieser Basis können
auch Szenarien simuliert werden, beispielsweise
wie Investitionen auf die Haushaltsjahre
verteilt werden können, damit keine
Überlastung oder kein nachhaltiges
Verschuldungs sze nario entsteht.
Wenn aber trotz aller Simulationen kein positives
Szenario geschaffen werden kann, gilt
es den nächsten Schritt zur Stabilisierung des
Haushalts zu setzen: Analysieren wo noch
Einnahmequellen bestehen bzw. wo eingespart
werden muss.
Der Weg zur Stabilisierung
des eigenen Haushalts
Dieser kann besonnen und strukturiert
gegangen werden:
1) Analyse: den eigenen Bedarf kennen
und
2) Umsetzungsstrategie: eine Strategie zur
Umsetzung entwickeln – ggf. in Verbindung
mit ein bis zwei Szenarien, um sich in unsicheren
Zeiten auch besser auf abweichende
Eventualitäten vorbereiten zu können.
In der Analysephase soll klar werden, welche
Ziele erreicht werden müssen. Dies umfasst
den finanziellen Bedarf in Euro und den Zeitraum,
in dem das Ziel erreicht werden soll.
Hier stützen wir uns idR. auf die Analyse des
Finanzierungshaushalts sowie des mittelfristigen
Finanzplans und helfen bei der Plausibilisierung
und Problemeingrenzung. Dies kann
bis zu einem leistungsbasierten, mit Strukturdaten
verknüpften Benchmarking auf Ebene
der Ansätze erweitert werden.
>
KDZ-QUICKTEST NEU – MIT KENNZAHLEN DEN
GEMEINDEHAUSHALT ANALYSIEREN, Teil 1
3-teiliger Blogbeitrag von Clemens Hödl
https://bit.ly/3nP8FrG.
„Mittelfristige Haushaltssicherung
mit dem KDZ-Quicktest
hat oberste Priorität.“
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 7
HAUSHALTSSICHERUNG
DIREKT-ANALYTISCHER ZUGANG
Fachbereichsvorschläge erfassen
Validierung durch KDZ iRv.
Interviews und Aufbereitung
Vertiefende Analysen
(bspw. Ermessensausgaben) und
Integration in Maßnahmenkatalog
Entscheidungsfindung
„QUICK-WIN“-METHODE
Workshop 1 „Break-out“
Politik und Verwaltung
Online – „Vorschlagsbox“ für
BürgerInnen und MitarbeiterInnen
Aufbereitung der Vorschläge
Workshop 2
„Live-Beschlussfassung“
Beschlussfassung
Abb. 2: KDZ-Umsetzungsstrategien zur Haushaltskonsolidierung. Quelle: Eigene Darstellung, KDZ 2021
Sind die Eckpunkte formuliert, gilt es die
Strategie zu wählen.
Der direkt-analytische Zugang eignet sich
vor allem für eine tiefergreifende Analyse. Er
liefert intensive Einblicke in die Organisation,
die Leistungsfelder sowie die Prozesse der
Leistungserstellung – wobei hier auch das
KDZ stark mit leistungsbasierten Benchmarks,
Erfahrungswerten und Effizienzeinschätzungen
unterstützt. Im Ergebnis erhält
man einen Katalog an „umsetzungsreifen“
Maßnahmen, welcher von aufgabenkritischer
Betrachtung, der Anpassung von Leistungsstandards,
über Strukturentscheidungen bis
hin zu Prozessoptimierungen reicht.
Demgegenüber steht mit der „Quick-Win-
Methode“ ein verstärkt interaktiver Prozess,
der eine umfassende Einbindung von Stakeholdern
aus Politik, Verwaltung und Bürger-
KONTAKT ZU UNSEREN EXPERTEN
Mag. Peter Biwald
Tel: +43 1 892 34 92-15
Mobil: +43 676 849 579 15
Mail: biwald@kdz.or.at
Mag. Wolfgang Oberascher
Tel: +43 1 892 34 92-21
Mobil: +43 676 849 579 21
Mail: oberascher@kdz.or.at
Innen mit sich bringt. Das KDZ gestaltet und
moderiert dabei Workshops, in welchen das
Konsolidierungsteam Maßnahmenvorschläge
identifiziert, bewertet und hinsichtlich einer
Umsetzung einschätzt. In der Regel erfolgt
dies in iterativen Runden zur Präzisierung
(break-outs) entweder direkt in den Workshops
oder kurz danach.
Darüber hinaus können zusätzliche Vorschläge
vieler Stakeholder (MitarbeiterInnen,
Bürger Innen uvm.) in anonymisierter Form
dem Konsolidierungsteam mitgegeben werden.
Hierzu bieten wir ein einfach zu handhabendes
und übersichtliches EDV-Tool an.
Im Ergebnis kann mit der „Quick-Win-
Me thode“ schnell und vergleichsweise ressourcenschonend
eine Vielzahl an Möglichkeiten
gefunden und sofort beschlossen
werden. Das Erreichen des Konsolidierungsziels
wird im Rahmen der Workshops mit
einem Live-Tracker mitverfolgt. Am Ende des
Prozesses können die mit dieser fundierten
Herangehensweise ausgearbeiteten Ergebnisse
in den Quicktest übertragen werden
und eine mittelfristige, positive Haushaltsgestaltung
in unsicheren Zeiten geschaffen
werden.
Für Fragen zur Sicherstellung der Handlungsfähigkeit
Ihrer Gemeinde stehen Ihnen unsere
ExpertInnen gerne zur Verfügung! <
Kommentar senden
8 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
Unser Land
braucht Menschen,
die an sich glauben.
Und eine Bank,
die an sie glaubt.
#glaubandich
DIGITALISIERUNG
Digitales Leoben
Digitalisierung soll dem Menschen nutzen. von Cornelia Schuss, Stadt Leoben und Klaus Wirth, KDZ
Klaus Wirth
Für Städte und Gemeinden ist die Digitalisierung
im Allgemeinen eine mit vielen
Chancen verbundene Herausforderung, der
sich die Stadt Leoben aktiv stellt. So gibt es
inzwischen eine breit akzeptierte digitale
Agenda, ein eigenes Digital.Team für die
Weiterentwicklung der digitalen Services und
ein Online-Portal (digitales.leoben.at), das
über die digitale Agenda informiert und
zugleich einen einfachen Zugang zu den
digitalen Services der Stadt bietet.
Digitalstrategie als gemeinsamer
Orientierungsrahmen und
Entwicklungskorridor
Die Stadt verfügt über eine Vielzahl an
Ser vices im Digitalbereich. Mindestens so
wichtig wie diese Services und Tools ist im
Rückblick aber auch die strategische Herangehensweise
an das Thema Digitalisierung.
„Mit dem KDZ-Digi-L@B wurde der
Grundstein für die Digitalstrategie
und schließlich der Grundstein
für die Umsetzung der digitalen
Agenda gelegt.“
2019 wurde verwaltungsintern das Projekt
„Digitales Leoben“ ins Leben gerufen, um
eine verbindende digitale Agenda und damit
abgestimmte Entwicklungsleitlinien für die
Stadt zu entwerfen. In mehreren moderierten
Workshops wurden die Grundzüge dieser
Agenda verwaltungsintern erarbeitet und in
einem „Digitalen Manifest“ der Stadt festgehalten,
an dessen Erarbeitung das KDZ aktiv
unterstützend mitwirken konnte. In dieser
Entwicklungsphase konnten sich auch die
BürgerInnen online und bei Straßen-Befragungen
in den Diskurs einbringen. Denn die
Digitalisierung der Stadt soll letztlich vor
allem den BürgerInnen nutzen.
Digitalisierung ist kein Selbstzweck
Als eine wichtige Erkenntnis hat sich im Prozess
gezeigt: Erfolgreiche Digitalisierung
braucht sowohl prototypische, schnell
umsetzbare Maßnahmen, aber auch eine
strategische Grundhaltung. Es gilt der Versuchung
zu widerstehen, sich primär von
technischer Machbarkeit oder trendigen Tools
leiten zu lassen. Die Bedürfnisse der Menschen
müssen im Zentrum der Diskussion
stehen – Digitalisierung darf kein Selbstzweck
sein.
Foto: Stadt Leoben
AD PERSONAM
Mag. (FH) Cornelia Schuss leitet
das abteilungsübergreifende
Digital.Team der Stadt Leoben
und betreut als Content Strategin
die städtischen Online-Services.
Beim Ausbau der digitalen
Services stehen für Cornelia
Schuss die Bedürfnisse der
NutzerInnen im Mittelpunkt.
Basierend auf der gemeinsamen
Strategie wurden digitale Angebote
konzipiert und weiterent wickelt.
So etwa das Online-Amt, Handy-
Parken, verschiedene Service-
Por tale, ein digitaler Event-Kalender
oder auch die Müll App. Immer
wieder finden Feedback-Runden
und Website-Tests unter Einbindung
der internen und externen
NutzerInnen statt, um immer mög-
10 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
DIGITALISIERUNG
lichst nahe an den Anforderungen der Nutzer-
Innen zu sein.
Digital.Team als abteilungsübergreifende
Anlaufstelle
Seit dem Frühjahr 2021 ist mit dem Digital.
Team das Projekt Digitalisierung auch verwaltungsintern
organisatorisch verankert.
Das abteilungsübergreifende Team aus
ExpertInnen der Stadt bildet eine wichtige
Anlaufstelle für das Thema innerhalb der
Verwaltung sowie für interessierte Bürger-
Innen, und unterstützt die kontinuierliche
Weiterentwicklung der digitalen Services.
Das Digital.Team ist online auf
digitales.leoben.at sowie via Email
unter digitales@leoben.at erreichbar.
Im Rückblick bleibt eine zentrale Erkenntnis:
Erfolgreiche Digitalisierungsinitiativen in einer
Stadt brauchen die Bereitschaft vieler, sich
aktiv einzubringen und eine Digitalstrategie
als gemeinsamen Orientierungsrahmen. <
Kommentar senden
Das Digital.Team
der Stadt Leoben
(vlnr.: Dunja Valenti,
Dominik Kumpusch
und Cornelia Schuss).
Foto: Stadt Leoben
DIGI@LAB DIGITALISIERUNGSSTRATGIE
Unser Beitrag für ihren Einstieg in die digitale Transformation!
In einer schnelllebigen digitalisierten Welt wird es immer schwieriger,
den Überblick zu bewahren. Sowohl die BürgerInnen als auch die Verwaltung
brauchen eine klare Orientierung, welchen Weg ihre Stadt/Gemeinde
bei der digitalen Transformation einschlagen will.
Nur eines ist gewiss: der richtige Zeitpunkt ist JETZT!
Das KDZ hat eine Methodik entwickelt, wie wir Sie auf dem Weg zu Ihrer
individuellen Digitalisierungsstrategie unterstützen können.
Ihr Kontakt zu unseren Experten:
Dr. Klaus Wirth
wirth@kdz.or.at
+43 1 892 3492 29 +43 676 849 579 29
Mag. Bernhard Krabina krabina@kdz.or.at
+43 1 892 3492 27 +43 676 849 579 27
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 11
DIGITALISIERUNG
Die Verwaltung aktiv gestalten
Verwaltungsentwicklung zwischen Evolution und strategischer Planung.
von Uwe Deutschbauer (Stadtamtsdirektor in Leonding) und Klaus Wirth (KDZ)
Klaus Wirth
Kommunalverwaltungen entwickeln sich
kontinuierlich – entlang sich ändernder
Anforderungen immer wieder wechselnder
Organisationsprämissen, oder aber auch
temporärer externer Störungen, wie etwa die
zurückliegende Finanzkrise oder die noch
nicht ganz überwundene Corona-Pandemie
– weiter. Die Digitalisierung gilt in der Verwaltungsentwicklung
als Innovationstreiber
schlechthin.
Um im permanenten Wandel nicht zum Spielball
externer Entwicklungen zu werden, hat
die Verwaltungsführung der Stadtgemeinde
Leonding (Bürgermeisterin und Managementboard)
im Jahr 2021 in mehreren extern vom
KDZ moderierten Klausuren die Frage erör-
tert, wie eine zukunftsgerichtete Entwicklungsstrategie
für die Verwaltung aussehen
und ein pragmatischer Strategieentwicklungsprozess
gestaltet werden kann.
Pragmatismus statt
theoretischer Exzellenz?
Weil in der heutigen hoch dynamischen
„VUCA-Welt“ Pläne von heute, bereits
morgen schon Makulatur sein können, waren
sich alle Beteiligten einig, dass Agilität und
Pragmatismus im Strategieprozess wichtiger
sind als theoretische Exzellenz. Strate gien
müssen nicht perfekt formulierte Schriften
sein, sondern sollen an der praktischen
(Arbeits-)Realität anknüpfen und verstanden
werden; sie sollen der Organisation Orientierung
geben und konkretes – auf Ziele gerichtetes
Handeln – auslösen.
Arbeitgebermarke
Stadtgemeinde
Leonding
Innovation -
Servicequalität
Digitalisierung
Kommunikation
Im Frühjahr 2021 wurden in mehreren halbtägigen
Fokusgruppen vier (Innovationsbzw.)
Entwicklungsfelder herausgearbeitet
und jeweils zentrale Entwicklungsziele (und
auch Maßnahmen) erarbeitet.
Anschließend wurden mit Blick auf die verfügbaren
Personalressourcen und die Machbarkeit
der Ziele alle Maßnahmen noch in
eine Prioritätenfolge gebracht
und Verantwortlichkeiten benannt.
Statt Dogma ein ergebnisoffener,
moderierter Lern- und
Entwicklungsprozess
Die jetzt vorliegende Strategie ist kein „in
Stein gemeißeltes“ Dogma. Mit den vorliegenden
Entwicklungsperspektiven kommt die
Verwaltungsführung ihrer grundsätzlichen
Verantwortung nach, einen für die geplante
Entwicklung der Verwaltung nachvollzieh-
12 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #1 2021
DIGITALISIERUNG
baren Orientierungsrahmen zu schaffen, der
für den Diskurs mit weiteren Führungskräften
bzw. Beschäftigten bewusst offen und für
eine fortwährende (kurzfristige) Adaption an
externe Entwick lungen/Herausforderungen
flexibel ist.
Strategische Ziele formulieren heißt Prioritäten
setzen, sich festlegen und damit
manches in den Fokus rücken sowie
anderes wiederum zurückstellen. Diese
Ambivalenz lädt geradezu zum Diskurs ein.
Und dieser ist wichtig für eine gemeinsam
getragene nachhaltige und positive Zukunftsentwicklung.
<
Kommentar senden
Foto: Stadtgemeinde Leonding
AD PERSONAM
Mag. Uwe Deutschbauer
ist Stadtamtsdirektor
der Stadtgemeinde
Leonding.
„Mit der Umsetzung der
Verwaltungsentwicklungsstrategie
wurden wichtige
Maßnahmen für die Stadtgemeinde
Leonding gesetzt.“
KDZ BERATUNGSLEISTUNGEN
Wir unterstützen Sie gerne dabei, Ihre Organisation(en) an veränderte
Herausforderungen anzupassen, leistungsfähig und zukunftsfit zu
machen.
Unsere Beratungsschwerpunkte:
• Finanzmanagement und VRV 2015
• Organisations- und Verwaltungsentwicklung
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wirth@kdz.or.at
+43 1 892 3492 29 +43 676 849 579 29
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+43 1 892 3492 23 +43 676 849 579 23
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#1 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 13
SDG-UMFRAGE
Die Richtung stimmt
Umsetzungsstand der UN-Nachhaltigkeitsziele in Österreichs Städten.
von Dalilah Pichler und Alexandra Schantl
Dalilah Pichler
Alexandra Schantl
Vor zirka vier Jahren befragte der Österreichische
Städtebund seine Mitglieder
erstmals zur Agenda 2030. Das Ergebnis fiel
damals sehr bescheiden aus: Nur wenigen
Städten waren die UN-Nachhaltigkeitsziele
(SDGs) bekannt, deren kommunale Verankerung
und Umsetzung beschränkte sich auf
Einzelfälle. Heute jedoch stellt sich ein merklich
anderes, positiveres Bild dar. Dies belegt
eine aktuelle KDZ-Umfrage zum Umsetzungsstand
der Agenda 2030 in Österreichs
Städten, die im Frühjahr 2021 vom Städtebund
in Auftrag gegeben wurde.
Sieben zentrale Ergebnisse
1.
Die SDGs finden sukzessive Eingang
in die kommunale Verwaltungspraxis.
Der Bekanntheitsgrad der Agenda 2030 ist
deutlich gestiegen und damit auch die Umsetzung
der SDGs auf lokaler Ebene. Für jede
zehnte Stadt haben die SDGs mittlerweile
einen sehr hohen Stellenwert in der täglichen
Arbeit. Sie sind in Leitbild und / oder Strategie
verankert und es werden konkrete Aktivitäten
durchgeführt, um die SDGs zu erreichen.
2.
SDG-Monitoring und Evaluierung
werden erst vereinzelt umgesetzt.
Der Umsetzungsstand der Agenda 2030 in
Österreichs Städten wurde anhand der vier
zentralen Schritte des Städtebund SDG-Leitfadens
abgefragt. Die meisten Aktivitäten
wurden bislang im Bereich der Sensibilisierung
(Schritt 1) gesetzt. Dies betrifft primär
verwaltungsinterne Weiterbildungen oder
Partnerschaften mit lokalen AkteurInnen. Ein
Viertel der Städte hat erste Maßnahmen zu
Schritt 2 – Festlegung einer lokalen SDG-
Strategie – unternommen und die Nachhaltig-
keitsziele in bestehende Strategien und Leitbilder
integriert, bei knapp einem Drittel ist
dies geplant. Konkrete SDG-Maßnahmen und
Aktivitäten (Schritt 3) wurden bislang von
etwas mehr als 15 Prozent der teilnehmenden
Städte durchgeführt. SDG-Monitoring und
Evaluierung (Schritt 4) werden aktuell nur von
wenigen Städten praktiziert. Allerdings wurden
in beinahe jeder zehnten Stadt SDG-Indikatoren
in bestehende Monitoring-Systeme
inkludiert.
3.
Geklärte SDG-Zuständigkeiten sind
ein zentraler Schlüsselfaktor für eine
erfolgreiche Umsetzung.
In der städtischen Praxis liegt die Zuständigkeit
für die SDGs mehrheitlich in der Verwaltung
bei einem/r designierten SDG-KoordinatorIn.
Grundsätzlich sind die SDG-Agenden in
bestehende Organisationseinheiten integriert
(z.B. Raumplanung/Stadtentwicklung, Umwelt
oder im strategischen Management). Die
Umfrage hat auch gezeigt, dass die Klärung
der SDG-Zuständigkeiten eine wichtige Voraussetzung
für die strategische und systematische
Umsetzung der SDGs ist. Städte mit
eigenem/r SDG-KoordinatorIn setzen deutlich
mehr Maßnahmen um.
4.
Mehrwert der Agenda 2030 wird im
zukunftsorientierten Handeln gesehen.
Städtisches Handeln auf langfristige Wirkungen
von Maßnahmen auszurichten und ökologische
Aspekte bei kommunalpolitischen Entscheidungen
zu stärken, wird als der zentrale
Mehrwert der Agenda 2030 eingestuft.
81 Prozent der teilnehmenden Städte sehen
durch die Umsetzung der SDGs auf lokaler
Ebene die Lebensqualität der Bevölkerung
nachhaltig gesichert und mehr als zwei Drittel
14 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
SDG-UMFRAGE
sind davon überzeugt, dass die
SDGs dazu beitragen, Städte
und Gemeinden krisenfester auszurichten.
5.
Hohe kommunale
Beiträge zur SDG-Zielerreichung
werden insbesondere
bei der Daseinsvorsorge
gesehen.
Die Städte sehen ihre (potenziellen)
Beiträge vorzugsweise zu
SDG 11 - Nachhaltige Städte und
Gemeinden und jenen Zielen, die
eng mit der Daseinsvorsorge verbunden
sind (SDG 6 - Sauberes
Wasser und Sanitätseinrichtungen und
SDG 9 - Industrie, Innovation und Infrastruktur).
Aber auch bei den Gesundheits-,
Bildungs-, Energie- und Klimaschutzzielen
(SDGs 3 - Gesundheit und Wohlergehen,
4 - Hochwertige Bildung, 7 - Bezahlbare und
saubere Energie und 13 - Maßnahmen zum
Klimaschutz) wird der kommunale Beitrag
hoch eingeschätzt.
6.
Mangelnde Ressourcen sowie das
komplexe SDG-Zielsystem werden
von den Städten als die größten Hürden
bei der Umsetzung angesehen.
Für knapp zwei Drittel der Städte sind mangelnde
finanzielle und personelle Ressourcen
die größten Herausforderungen, um die Ziele
erreichen zu können. Beinahe ebenso viele
Städte geben das komplexe SDG-Zielsystem
als Hürde an. Dementsprechend wird von fast
allen Städten finanzielle Unterstützung von
Bund und Land gefordert, gefolgt von nichtmonetären
Unterstützungsleistungen wie z.B.
spezifische Trainingsmaßnahmen.
7.
Vernetzung, regelmäßiger Austausch
und die Bereitstellung von guten
Beispielen sind zentrale Push-Faktoren.
Die Umfrage hat auch gezeigt, dass neben
Leitfäden und Tools vor allem die Möglichkeit
nach permanentem Austausch und der
Zugang zu guten Beispielen als besonders
hilfreich für eine erfolgreiche kommunale
Umsetzung der SDGs beurteilt werden.
Insgesamt haben 17 Prozent der Städtebundmitglieder
an der Umfrage teilgenommen,
womit die Beteiligung viermal so hoch war
wie im Vergleichsjahr 2017. Dies kann nicht
bloß als Indiz dafür gewertet werden, dass
die österreichischen Städte aktiv zur SDG-
Zielerreichung in Österreich beitragen und
sich des Mehrwerts dieser globalen Agenda
auch für die lokale Ebene bewusst sind, sondern
kann auch ein Hinweis darauf sein, dass
die Unterstützungsleistungen des Städtebundes
in den vergangenen vier Jahren dazu
beigetragen haben, die Umsetzung der UN-
Nachhaltigkeitsziele auf kommunaler Ebene
voranzutreiben. Dennoch, es bleibt viel zu
tun, um die ambitionierten Ziele bis 2030 zu
erreichen. Auch für Österreichs Städte und
Gemeinden.
<
WEITERE INFORMATIONEN
Die Detailergebnisse der Umfrage
lesen Sie unter:
https://www.kdz.eu/
de/wissen
Kommentar senden
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 15
WISSENSDATENBANK
Wissensdatenbank
zur Gemeindeordnung
Digitales Nachschlagewerk als gemeinsame Wissensbasis. von Bernhard Krabina
Bernhard Krabina
Aus der Gemeindeordnung ergeben sich
im täglichen Geschäft der Gemeinden
immer wieder Fragestellungen aus der
Praxis, deren Aufarbeitung auch gemeindeübergreifend
Relevanz hat. In einer für den
Städtebund Steiermark umgesetzten Wissens
datenbank stehen nun der Gesetzes text,
Erläuterungen sowie Fragestellungen und
weiterführende Dokumente für Mitgliedsgemeinden
zur Verfügung.
Mit über 100 Paragrafen ist die Steiermärkische
Gemeindeordnung die wichtigste
Gesetzesmaterie für Städte und Gemeinden.
Basis der Plattform ist daher der komplette
Gesetzestext, wodurch eine Volltextsuche zur
Verfügung steht und der Griff zum RIS oder
anderen Online-Diensten nicht mehr nötig
wird. Erläuterungen zu Paragrafen stehen
übersichtlich unterhalb des jeweiligen Ab -
satzes. Erwähnungen von Paragrafen im
Gesetzestext werden über eine Glossarfunktion
automatisch hervorgehoben.
Fragestellungen aus der Praxis
Kern der Wissensdatenbank bildet das
Er fassen von Fragestellungen aus der Praxis
sowie deren vorläufige oder abschließende
Beantwortung. Mitgliedsgemeinden mit
Zugang zur Plattform können Fragestellungen
selbstständig erfassen bzw. vorhandene
Fragestellungen recherchieren. Eine Antwort
kann ebenso von BenutzerInnen eingegeben
werden. Dabei kann z.B. auf ein Dokument
der Landesregierung, ein Rundschreiben des
Städtebundes oder ein Gerichtsurteil verwiesen
werden. Bei offenen Fragestellungen
können auch vorläufige Antworten im Sinne
von „so handhaben wir das derzeit in der
Praxis“ verfasst werden. Sobald eine verbindlichere
Klärung einer Fragestellung vorliegt,
kann deren Status auf „abschließend beantwortet“
geändert werden.
Abb. 1:
Übersicht über die
Steiermärkische
Gemeindeordnung.
Quelle: Gemeindeordnungs-Wiki
des Österreichischen Städtebundes –
Landesgruppe Steiermark.
16 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
WISSENSDATENBANK
Eine konsequente Vernetzung der Inhalte
über Themen wie beispielsweise „Gefahr
im Verzug“ ermöglicht übersichtliche Darstellungen
von Fragestellungen. Sofern
eine Fragestellung einem oder mehreren
Paragrafen zugeordnet werden kann, wird
diese auch beim entsprechenden Paragrafen
angezeigt, sodass man beim Lesen des
Paragrafen gleich einen Hinweis über zugeordnete
Fragestellungen erhält. Die Bearbeitung
der Fragestellungen erfolgt über ein
komfortables Eingabeformular.
Wissensdatenbank
VRV 2015 und DSGVO
Die Idee einer Wissensdatenbank, die juristisches
Fachwissen mit Wissen von Praktiker-
Innen verbindet, ist nicht neu: seit 2017
betreibt das KDZ eine idente Plattform zur
Voranschlags- und Rechnungsabschlussverordnung
2015 für die Mitgliedsgemeinden
des Steirischen Städtebundes. Dort sind
bereits 162 Fragestellungen erfasst und der
Großteil davon auch teilweise oder abschließend
beantwortet worden.
Auch zur Datenschutz-Grundverordnung
bietet das KDZ seit 2018 eine Open-Source-
Lösung an, die noch wesentlich darüber hinaus
geht: dort sind Fragestellungen aus der
“
Der Städtebund Steiermark vernetzt
das bereits vorhandene Wissen aus der
Praxis mit Hilfe dieses Tools.
Mag. (FH) Michael Leitgeb, MA
Städtebund Steiermark
Foto: Koschar
Praxis und den Gesetzestexten der DSGVO
und des österreichischen Datenschutzgesetzes
nur ein Teil. Der wesentlich umfassendere
Teil dieses Datencockpits besteht in der
Unterstützung aller Dokumentationspflichten,
die mit der DSGVO eingeführt worden sind:
von der Erstellung eines Verzeichnisses der
Verarbeitungstätigkeiten über Folgenabschätzungen
oder Datenschutzverletzungen.
Für Rückfragen für Gemeinden aus der
Steiermark steht Ihnen der Österreichische
Städtebund, Landesgruppe Steiermark, zur
Verfügung. Gerne setzt das KDZ auch für
andere Bundesländer oder andere Gesetzesmaterien
Wissensdatenbanken um. <
Kommentar senden
„Übersichtliche Darstellung von
Gesetzestext, Erläuterungen
sowie Fragestellungen aus
der Praxis.“
Abb. 2:
Einzelne Fragestellungen
werden übersichtlich mit
Rechtshinweisen beantwortet.
Quelle: Gemeindeordnungs-Wiki
des Österreichischen Städtebundes –
Landesgruppe Steiermark.
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 17
FINANZWIRTSCHAFT
Gebührenkalkulation
Neues Nachschlagewerk für die Praxis erschienen.
von Peter Biwald, Sabine Bollinger, Florian Koci und Dalilah Pichler
Peter Biwald
Dalilah Pichler
Vierzehn Jahre nach Erscheinen des
Bandes „Kalkulation von Gebühren und
Entgelten“ war es an der Zeit, den Praxisleitfaden
vollständig zu überarbeiten. Die Neuauflage,
unter teilweise neuer Autorenschaft,
wurde um aktuelle Erkenntnisse der Fachwelt
wie auch der Judikatur ergänzt und die
Kalkulationsbeispiele aus der Praxis der
Ge bührenhaushalte aktualisiert.
Gebühren dienen der Finanzierung der
Daseinsvorsorge wie auch der Erreichung
sachpolitischer Ziele. Bei den Gemeinden
reichen diese Leistungen von der Ver- und
Entsorgung (insbesondere Abfall, Wasser und
Kanal), über den Sozial- und Kultur bereich bis
hin zu Infrastrukturleistungen. Der Stellenwert
der Gebühren hat in den letzten Jahren tendenziell
zugenommen. Sie ge hören damit
nach den Ertragsanteilen und eigenen Steuern
zu den wichtigsten Einnahmen. Eine solide
betriebswirtschaftliche Kalkulation ist deshalb
enorm wichtig, um die Finanzierung der
Daseinsvorsorge zu sichern.
Peter Biwald, Sabine Bollinger, Florian Koci, Dalilah Pichler
Gebührenkalkulation
Leitfaden für die Praxis
www.kdz.or.at 24
Österreichischer
Städtebund
Neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten
der Gebührenhaushalte kommen noch die
rechtlichen Fragen hinzu. Denn werden
Überschüsse erzielt, entbrennt eine Diskussion
wie mit diesen rechtskonform umzugehen
ist. Auch die Berücksichtigung von
Folgekosten ist oft nicht eindeutig und sollte
auf einem nachvollziehbaren Argumentarium
basieren.
Leitfaden für die Praxis
Diese Themen werden im neuen Band
„Gebührenkalkulation – Leitfaden für die
Praxis“ ausführlich behandelt. Die Publikation
stellt die Entwicklung der Rechtsprechung,
Wissenschaft und Praxis in Bezug
auf die Ermittlung der Kostenüberschüsse
und deren Verwendung im inneren Zusammenhang
mit den Gebührenhaushalten in
den Fokus. Im Folgenden sollen beispielhaft
Fragen, die im Leitfaden behandelt werden,
auszugsweise beantwortet werden:
Wie hoch dürfen Gebühren sein?
Die Gebühren dürfen nach dem Finanzausgleichsgesetz
(derzeit FAG 2017) das
doppelte Jahreserfordernis für die Erhaltung
und den Betrieb der Einrichtung oder Anlage
sowie für die Verzinsung und Tilgung der
Errichtungskosten unter Berücksichtigung
einer die Art der Einrichtung oder Anlage entsprechenden
Lebensdauer nicht übersteigen.
Die Gebühren können also bis zu 200 Prozent
der Kosten für die Bereitstellung der
Leistung betragen. Der Verfassungsgerichtshof
erkennt in seiner Rechtsprechung an,
dass der Gebührenkalkulation ein betriebswirtschaftlicher
Kostenbegriff zugrunde
gelegt wird.
18 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
FINANZWIRTSCHAFT
Wie können Überschüsse
verwendet werden?
Gebühren sind keine Steuern, da es für die
Leistung einer Gebühr eine konkrete Gegenleistung
gibt. Folglich sind in Gebührenhaushalten
erzielte Überschüsse im inneren
Zusammenhang mit diesen zu verwenden.
Dazu zählen insbesondere:
• Rücklagenzuführung im Gebührenhaushalt;
• Rückführung in den allgemeinen
Haushalt (wenn in der Vergangenheit
Zuführungen aus diesem an den
Gebührenhaushalt erfolgt sind);
• Folgekosten im inneren Zusammenhang
mit dem Gebührenhaushalt – insbesondere
in den Bereichen Gemeindestraßen,
Hochwasser- und
Katastrophenschutz, Klimaschutz,
öffentliche WC-Anlagen und Teile der
Straßenreinigung;
• Verfolgen von Lenkungszielen, z.B. ökologische,
wie das Schaffen von Anreizen
zu sorgsamem Wasserverbrauch oder
zur Mülltrennung bzw. Reduktion des
Abwasser- oder Abfallaufkommens;
• Abdecken von Kostenunterdeckungen
aus Vor-Perioden, wobei der Verfassungsgerichtshof
einen Durchrechnungszeitraum
von jedenfalls bis zu zehn
Jahren anerkennt.
Was ist zusammenfassend zu tun?
Die Beurteilung der ordnungsgemäßen Verwendung
der Kostenüberschüsse im Zusammenhang
mit dem Gebührenhaushalt ist ein
mehrstufiger Prozess. Der Ausgangspunkt ist
die Ermittlung der Kosten und der Kostendeckung.
Dies hat in einem mehrjährigen –
jedenfalls bis zu zehnjährigen – Betrachtungszeitraum
zu erfolgen. Sind in diesem
Betrachtungszeitraum Kostenüberschüsse
entstanden, erfolgt im nächsten Schritt der
Nachweis der Verwendung dieser Überschüsse.
Verbleibende Überschüsse sind
dann jedenfalls ordnungsgemäß verwendet,
wenn lenkungspolitische Ziele verfolgt und
diese auch erreicht werden. Andernfalls bzw.
falls keine lenkungspolitischen Ziele verfolgt
werden, sind künftige nicht ordnungsgemäß
verwendete Überschüsse in den Gebührenhaushalt
rückzuführen.
Das KDZ unterstützt Sie mit dem Gebührencheck
bei der richtigen Kostenermittlung, wie
weit Überschüsse für Folgekosten im inneren
Zusammenhang mit den Gebührenhaushalten
verwendet werden und inwieweit
lenkungspolitische Ziele erreicht wurden. <
KONTAKT ZU UNSEREN EXPERTINNEN
Mag. Peter Biwald
Tel: +43 1 892 34 92-15
Mobil: +43 676 849 579 15
Mail: biwald@kdz.or.at
Dalilah Pichler, MSc
Tel: +43 1 892 34 92-25
Mobil: +43 676 849 579 25
Mail: pichler@kdz.or.at
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Foto: privat
AD PERSONAM
Mag. Sabine Bollinger ist
seit 1997 als Juristin im
Magistrat der Stadt Wien
tätig. Seit 2020 leitet sie
das Referat Strategisches
Abgabenrecht und
Legistik und ist dabei
insbesondere mit Fragestellungen
im Zusammenhang
mit Landesund
Gemeindeabgaben
befasst.
Foto: privat
AD PERSONAM
Mag. Florian Koci ist
seit 2015 als Jurist im
Magistrat der Stadt
Wien tätig. Seit 2016 ist
er mit der Begutachtung
legistischer Vorhaben,
die im Zusammenhang
mit der Änderung von
Bundes-, Landes- und
Gemeindeabgaben
stehen, befasst.
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 19
CAF
Quality first!
Krisenfest mit dem Common Assessment Framework (CAF). von Thomas Prorok und Philip Parzer
Thomas Prorok
Philip Parzer
Krisenbewältigung braucht starke Führung
und Managementsysteme, die die
rasche Veränderungs- und Anpassungsfähigkeit
öffentlicher Verwaltungen unterstützen.
Exzellente und qualitätsbewusste Organisationen
haben ihre Prozesse im Griff und
können auch in Krisensituationen ihre Dienstleistungen
rasch, effizient und unbürokratisch
zur Verfügung stellen. Nur jene, die wissen,
warum sie was tun und wie sie ihr Tun auch
laufend verbessern können, sind ein wirklich
zuverlässiger Partner für die KundInnen.
Anknüpfend an unseren Artikel Organisation
und Führung in der Krise 1 , der zu Beginn der
Corona-Pandemie entstanden ist, möchten
wir in diesem Beitrag der Frage nachgehen,
wie exzellente (CAF) Organisationen mit den
vielseitigen Herausforderungen umgegangen
sind, welche Themen die CAF Umsetzung
während der Corona-Krise besonders dominierten
und welche Handlungsfelder sich
daraus für QualitätsmanagerInnen in und
nach der Krise ergeben.
Wie krisenfest sind
öffentliche Verwaltungen?
Die Corona-Pandemie hat eindrucksvoll
gezeigt, wie schnell öffentliche Verwaltungen
auf neue Herausforderungen der Digitalisierung
reagieren können bzw. bereits auf diese
vorbereitet waren. Während viele noch damit
beschäftigt waren die technologischen und
datenschutzrechtlichen Voraussetzungen für
Homeoffice zu prüfen und aufzubauen, hatten
andere ihre MitarbeiterInnen schon im Homeoffice,
im digitalen Bürgerservice und in virtuellen
Meetings.
Was nehmen öffentliche Verwaltungen
aus der Corona-Krise mit?
Eine aktuelle Studie von Next:Public 2 liefert
interessante Antworten, welche Auswirkungen
die Corona-Pandemie auf den öffent-
1 Prorok/Parzer (2020): Organisation und Führung in der Krise, in Forum Public Management Ausgabe 1/2020, KDZ Zentrum für
Verwaltungsforschung.
2 vgl. Next:Public Beratungsagentur (2020): Verwaltung in Krisenzeiten – Eine Bestandsaufnahme der Auswirkungen der Corona Pandemie
auf den Öffentlichen Dienst, https://nextpublic.de/wp-content/uploads/2020/12/Studie_Verwaltung_in_Krisenzeiten.pdf (30.9.2021)
Zustimmung zu Aussagen zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf öffentliche Verwaltungen.
Quelle: Next: Public Beratungsagentur (2020).
20 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
CAF
lichen Dienst in Deutschland hatte und nach
wie vor hat. Dazu wurden rd. 5.000 Führungskräfte
und MitarbeiterInnen öffentlicher Verwaltungen
befragt.
Wie die Ergebnisse zeigen, hat die Corona-
Krise die Agilität öffentlicher Verwaltungen
beflügelt. Offenheit für Innovationen, die Einführung
technischer Neuerungen sowie die
Stärkung von Selbstorganisation und Eigenverantwortung
der Mitarbeiter Innen haben
die öffentlichen Verwaltungen in der Krise
gestärkt. Nun besteht aber Handlungsbedarf,
um die positiven Impulse für das Managen
öffentlicher Verwaltungen aus der Krise in die
zukünftige Verwaltungsarbeit mitzunehmen.
Denn die öffentliche Verwaltung der Zukunft
braucht schnelle Entscheidungen und das
Vertrauen in die Fähigkeiten der Mitarbeiter-
Innen sowie ein neues Denken über die Art
und Weise der Leistungserbringung.
CAF unterstützt die
Krisenfestigkeit und Resilienz
öffentlicher Verwaltungen
Wie aus den Erfahrungen bei einer Vielzahl
an CAF-Implementierungen gelernt werden
kann, schafft CAF einen Raum, in dem Innovationen
entstehen können, fördert das
eigenverantwortliche Denken und Handeln
der MitarbeiterInnen und stärkt damit die
Selbstorganisation in der Verwaltung. Darüber
hinaus zeigt sich auch in der Führung,
dem Personal- und Prozessmanagement
sowie in Fragen der Strategie, dass sich der
CAF positiv auf die Krisenbewältigung und
Resilienz öffentlicher Verwaltungen auswirkt.
Führung Krisen erfordern eine starke Führung
und schnelle Entscheidungen, die oft im
Kontext hoher Unsicherheit zu treffen sind.
Damit verbunden ist die Notwendigkeit einer
neuen Führungshaltung. CAF 2020 fokussiert
stark auf diese notwendige Kulturveränderung
– gegenseitiges Vertrauen und Offenheit,
„leading by example“ und das Fördern
einer Feedback- und Lernkultur sind nur
einige Themen anhand derer CAF Organisationen
neue Wege in der Führungs- und
Organisationsentwicklung beschreiten. Bei
CAF-Anwendungen beleuchten wir diese
Aspekte immer ausführlich und können feststellen:
Hohe Innovationskraft, Fehlertoleranz,
eine Kultur des Lernens und der Offenheit
als wichtige Pfeiler agiler Organisationen
haben Organisationen unterstützt, rascher
und flexibel Leistungen anzupassen und zu
ent wickeln.
Personalmanagement In der Krise zeigt
sich einmal mehr: Reich ist eine Organisation,
welche hoch qualifizierte, motivierte MitarbeiterInnen
mit Eigenverantwortung aufweist.
Der CAF legt besonderes Augenmerk auf die
MitarbeiterInnen. Er leitet die Organisationen
an, die wertvolle „Ressource MitarbeiterInnen“
in allen Aspekten zu fördern und zu fordern,
denn schließlich sollen auch diese agil
sein. So ist es auch nicht verwunderlich, dass
in Organisationen mit hoher MitarbeiterInnenorientierung
die Transformation in den Krisenmodus
sehr rasch und ohne gröbere Hürden
stattgefunden hat. Wichtig ist nun, was wir
davon mitnehmen können. Wie müssen die
Personalmanagementprozesse angepasst
werden, um auch zukünftig flexibles und effizientes
Arbeiten zu ermöglichen sowie attraktiv
für Fachkräfte zu sein? Wie können wir die
Eigenverantwortung unserer MitarbeiterInnen
stärken? CAF richtet den Fokus genau auf
diese Fragen mit dem Ziel das Personalmanagement
zukunftsfit für die neuen Herausforderungen
zu machen.
Robuste Prozesse Prozessmanagement
und -optimierungen waren auch schon vor der
Corona-Krise ein Thema. Aktuell rücken
Themen wie Ausfallssicherheit, Aufrechterhaltung
der Dienstleistungsqualität und Verbesserung
der abteilungsübergreifenden Zusammenarbeit
in den Fokus. Auch aktuelle >
„Die Corona-Krise hat die
Agilität öffentlicher
Verwaltungen beflügelt.“
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 21
CAF
Studien belegen, dass viele MitarbeiterInnen
während der Corona-Krise mit neuen Aufgaben
betraut werden (mussten) 3 , um personelle
Ausfälle zu kompensieren oder neue
Aufgaben zu erbringen. CAF schlägt die
Brücke zwischen Prozessabläufen und Prozessbeteiligten,
arbeitet an klaren Zuständigkeiten
und der Optimierung von Schnittstellen
zwischen unterschiedlichen Abteilungen.
Klare Prozesse fördern die Selbstorganisation
der Verwaltung und Eigenverantwortung der
MitarbeiterInnen.
Strategische Ausrichtung „Was sind
un sere zukünftigen strategischen Herausforderungen?
In welchen Bereichen müssen
wir besser werden und was ist dafür zu tun?“
Wichtige Fragen, auf die mehr denn je konkrete
Antworten gefunden werden müssen.
Der CAF Prozess stärkt den Aufbau einer
gemeinsamen Sichtweise und schafft Beteiligung
über alle Hierarchieebenen. Besonders
im Fokus dabei stehen die Themen Digitalisierung,
Innovation und neue Wege der internen
Zusammenarbeit sowie mit KundInnen
und BürgerInnen. CAF Organisationen
benennen notwendige Digitalisierungsschwerpunkte,
thematisieren die Chancen
von Homeoffice und der damit erforderlichen
IT-Ausstattung, experimentieren mit digitalen
„CAF schafft Raum, in dem Innovationen
entstehen können, er fördert das eigenverantwortliche
Denken und Handeln der
MitarbeiterInnen und stärkt damit die
Selbstorganisation in der Verwaltung.“
Kollaborationsplattformen und entwickeln
neue Wege für Bürgerserviceprozesse.
Qualitätsmanagement bedeutet konsequentes
Hinterfragen des Status-Quo und kontinuierliches
verbessern von Strukturen und
Abläufen. Der PDCA Kreislauf (plan-docheck-act)
in CAF unterstützt diese Kultur,
indem alles was eine öffentliche Verwaltung
unternimmt, regelmäßig auf den Prüfstand
gestellt wird. Richtig eingesetzt kann CAF als
wertvoller Krisennavigator dienen, der
gemeinsam mit Führungskräften und MitarbeiterInnen
systematisch die eigene Verwaltung
durchleuchtet und schon jetzt am Fundament
für gutes Management zukünftiger
Krisen arbeitet.
Schlussfolgerungen
Aktuelle Managementthemen wie Resilienz,
Digitalisierung, Innovation, Agilität und New-
Work verkümmern leider allzu oft als Buzzwords
und Lippenbekenntnisse ohne konkrete
Taten. Den echten Umsetzungsbeweis
erbringen öffentliche Verwaltungen, die diese
Herausforderungen mit konkreten Prozessen
untermauern, Führungskräfte und Mitarbeiter-
Innen in die Pflicht nehmen und dabei das
große Ganze im Blick behalten. Exzellente
öffentliche Verwaltungen nutzen CAF dabei
als Reflexionsrahmen und Innovationsmotor,
um nachhaltige und krisenfeste Strukturen
aufzubauen. 4 Zeit für Qualitätsmanagement –
Zeit für CAF!
<
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WEITERE INFORMATIONEN
3 vgl. Next:Public Beratungsagentur (2020): Verwaltung in
Krisenzeiten – Eine Bestandsaufnahme der Auswirkungen
der Corona Pandemie auf den Öffentlichen Dienst,
https://nextpublic.de/wp-content/uploads/2020/12/Studie_
Verwaltung_in_Krisenzeiten.pdf (30.9.2021)
4 vgl. Übersicht zu mit dem CAF-Gütesiegel ausgezeichnete
öffentliche Verwaltungen – https://www.kdz.eu/de/node/573
(30.9.2021)
Vertiefende Informationen zum
CAF finden Sie unter:
www.caf-zentrum.at
22 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
WEITERBILDUNG
Unsere neue Arbeitswelt
Von der Wissenskultur zur Kultur des Lernens. von Eva Wiesinger
Eva Wiesinger
In unserer komplexen und dynamischen
Arbeitswelt ist lebenslanges Lernen nicht
mehr wegzudenken! Den Untersuchungen
der Association for Talent Development (ATD)
zufolge geben 60 Prozent der High-Performing
Unternehmen an, ihre Mitarbeitenden
aktiv zu lebenslangem Lernen zu ermutigen.
Manche Organisationen setzen sogenannte
TalententwicklungsexpertInnen ein, um bei
der Förderung, Akzeptanz und Schaffung
einer Kultur der Selbststeuerung sowie des
lebenslangen Lernens zu unterstützen. Im
„Talent Development Body of Knowledge“ ist
die Rede davon, dass eine neue Lernkultur
eine wachstums- und entwicklungsorientierte
Denkweise erfordert oder den Ansatz, dass
Menschen ihr Talent und ihre Fähigkeiten
durch Neugier und Lernen steigern können.
Dieser Zugang folgt dem „Konzept des
Growth Mindset“, welches von Carol Dweck
entwickelt wurde. Ihre Forschung zeigt auf,
dass Mitarbeitende mit einem Growth-Mindset
eine Lernbereitschaft sowie eine Tendenz
dazu haben, Veränderungen anzunehmen,
aus Kritik zu lernen und sich vom Erfolg
anderer inspi rieren zu lassen. 1
„Jobs, die sich aus der Vergangenheit ableiten
und Recruiting für Positionen, die präzise
beschrieben sind. Querdenken und Umdenken
sind nicht gefragt. Ständiges Lernen –
nein Danke!“
Diese Denkweise gehört zum Glück der
Vergangenheit an, denn das Neue Arbeiten
von heute sieht ganz anders aus und wird
sich auch künftig stark ändern und weiter -
ent wickeln. Zentral neben verschiedenen
Aspekten wie Digitalisierung, New Work &
New Learning etc. wird sein, dass Lernen
heute und in Zukunft ein integraler Bestandteil
des Arbeitens sein wird. Arbeiten und
Lernen sind untrennbar geworden, verschmelzen
ineinander. In einer komplexitätskompetenten
Organisation (nicht lehrenden!),
in der die Mitarbeitenden ihre Stärken einsetzen
können, ständig lernen und sich verbessern
dürfen sowie wertvolle Impulse
geben und bekommen können, stellt sich der
Erfolg von selbst wie auch sehr rasch ein. 2
HR als Komplexitätsbegleiter und
Wegbereiter für das neue Lernen
in Organisationen 3
Es ist die Herausforderung, der wir begegnen
müssen, um Komplexität produktiv nutzen zu
können. Hier kommt der HR-Arbeit und dem
Lernen eine tragende Rolle zu. Denn wir
wissen, dass Lernen Antworten auf komplexe
Aufgaben geben kann. Die HR-Arbeit muss
hier entscheidende Weichen stellen und dem
sinnvollen Lernen, der gemeinsamen Wissensteilung
und dem kollektiven Lernen
genügend Raum geben. Hierbei geht es nicht
um das rein fachliche Wissen, nein es geht
um Komplexitätskompetenzen, die in Organisationen
benötigt werden, um den Herausforderungen
die Stirn bieten zu können. Wir
sprechen hier beispielsweise von Kommunikation
und Leadership, Umgang mit Veränderungen
und Unsicherheiten, Kollaboration und
dem Lernen aus Erfahrungen uvm. Dies sind
Kompetenzen, wo das Wissen allein nicht
reicht. Organisationen müssen dafür sorgen,
dass neben dem reinen Wissens erwerb auch
1 Vgl. https://elearningindustry.com/lifelong-learning-is-vital-capability-for-td-professionals, abgerufen am 10.08.2021, 09:00.
2 Vgl. Belitza M.: Entwicklung, Lernen & Motivation. S. 231-232. In: Collard J., Schnitzler S. (2021):
Rethinking HR – 32 Impulse für innovative Personalarbeit, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg.
3 Vgl. Kristof, J.; Viethmeier, S.: New Ways of Learning und die Rolle von HR als Komplexitätsnavigator. S. 277-282.
In: Collard J., Schnitzler S. (2021): Rethinking HR – 32 Impulse für innovative Personalarbeit, Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, Freiburg.
24 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
WEITERBILDUNG
Foto:
ein Lernen im Sinne von „Ver stehen und
Umsetzen Können“ stattfinden kann. Denn
der bewusste Umgang mit Komplexität erfordert
ein Lernen aus Erfahrungen und ständiges
Hinterfragen und Adaptieren des eigenen
Tuns und Handelns.
Lernen muss so gestaltet werden, dass die
Denkprozesse weg vom Einzelnen hin zu
Lernprozessen gelenkt werden, die gesamthaft
in der Organisation eine Wirkung erzeugen.
Also auch über die Personalentwicklung
hinausgehend hin zu organisationalem Lernen.
Lernräume müssen so gestaltet werden,
dass Wissen verarbeitet werden kann, ein
Verstehen erzeugt wird und Reflexionsmöglichkeiten
aufgegriffen werden können.
Organisationen müssen sich
wegbewegen von der Kompetenzförderung
auf individueller
Ebene hin zum Organisationalen
Lernen. Es geht darum,
wie es einer Organisation
gelingt, nachhaltig mit Komplexität
von innen nach außen
erfolgreich umzugehen.
New Ways of Learning heißt
andere Wege zu gehen und
den Wandel aktiv mitzugestalten.
Es ermöglicht zugleich
eine Veränderung innerhalb der Organisation
aus sich selbst heraus.
Hierfür gilt es
• Komplexitätskompetenzen als Organisation
gesamthaft zu erlernen,
• in geeigneten Formaten (wie z.B. Open
Space, Foren, Wikis, kollegiale Fallberatung,
Storytelling etc.) zu arbeiten
• und last but not least, sich organisationsübergreifend
zu vernetzen.
Starke Lern-Netzwerke helfen einander
gegen seitig und lernen aus den gemeinsamen
Erfahr ungen.
<
Kommentar senden
KDZ WEITERBILDUNG
Das KDZ als starker Weiterbildungs-Partner unterstützt Sie gerne
bei Ihrem jeweiligen Weiterbildungsvorhaben.
Unsere diversen und langjährig bestehenden Lern-Netzwerke erweitern
wir sukzessive für Sie. Vernetzen Sie sich und teilen Sie Ihr Wissen mit
anderen Kolleginnen und Kollegen in unseren zielgruppenspezifischen
KDZ-Netzwerken und erfahren Sie viel Nützliches für Ihre eigene
Arbeitspraxis.
Wir begleiten und unterstützen Sie gerne beim gemeinsamen Lernen &
Erfahrungsaustausch.
Weitere Informationen:
Eva Wiesinger, MBA wiesinger@kdz.or.at
Tel. +43 8923492-16 https://www.kdz.eu/de/seminare
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 25
BUCH-NEUERSCHEINUNG
Krisenfester Finanzausgleich
Herausforderungen und Optionen zur Krisenbewältigung. von Karoline Mitterer
Karoline Mitterer
Die Pandemie 2020 hatte nicht nur Auswirkungen
auf unsere persönliche
Gesundheit, sondern auch auf die ‚finanzielle
Gesundheit‘ von Bund, Ländern und
Gemeinden. Um etwa die Finanzierung der
Daseinsvorsorge zu sichern, stellten Bund
und Länder Hilfspakete für die Gemeinden
zur Verfügung. Mehrausgaben für Gesundheit
und Soziales bringen bestehende Finanzierungsmodelle
durcheinander. Wie gut
kamen nun Bund, Länder und Gemeinden
durch die aktuelle Krise? Wie krisenfest ist
unser Finanzausgleich? Welcher Handlungsbedarf
besteht bis zu den nächsten Finanzausgleichsverhandlungen
2023?
Tagungsband zur Impulskonferenz
krisenfester Finanzausgleich
Diese und andere Fragen wurden bei der von
KDZ und TU Wien (Forschungsbereich
Finanzwissenschaft und Infrastrukturpolitik)
gemeinsam veranstalteten Impulskonferenz
am 9. Juni 2021 online diskutiert. Die Ergebnisse
sind nun in einen Tagungsband geflossen,
welcher Anfang 2022 veröffentlicht wird.
Der Tagungsband widmet sich in einem ersten
Teil den Grundlagen der Resilienz und
WEITERE INFORMATIONEN
Die Publikation wird Anfang 2022 in der
KDZ-Schriftenreihe zur Verfügung stehen:
https://www.kdz.eu/de/wissen/schriftenreihen
Eine Nachschau zur Veranstaltung
lesen Sie hier:
https://bit.ly/3lJOGbd
NEU
2022
Krisenbewältigung im Finanzausgleich,
indem etwa Begriff, Ansätze und Instrumente
veranschaulicht werden. Ein zweiter Teil
beleuchtet den Ansatz eines krisenfesten
Finanzausgleichs aus mehreren Perspektiven.
Dies umfasst einerseits einen Fokus
auf die einzelnen Gebietskörperschaftsebenen,
andererseits werden Aspekte wie
Föderalismus, soziale Infrastruktur und der
Demokratieaspekt betrachtet. In einem
dritten Teil werden die Ergebnisse der oben
genannten Impulskonferenz vorgestellt und
Schlussfolgerungen aus Sicht der HerausgeberInnen
gezogen.
Zeit bis zum nächsten
Finanzausgleich nutzen
Ziel der Publikation ist, den
Fokus mehr auf die Thematik
eines stärker krisenfesten
Finanzausgleichs zu legen und
damit zur Krisenprävention und
-bewältigung beizutragen. Dafür
ist es hilfreich, unterschiedliche
Sichtweisen und Anknüpfungspunkte
aufzuzeigen und diese in
die nächsten Finanzausgleichsverhandlungen
bis Ende 2023
einzubringen.
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Quelle: Befragung Impulskonferenz Krisenfester Finanzausgleich am 9.6.2021.
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26 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT #2 2021
KDZ PUBLIKATIONEN
SCHRIFTENREIHE ÖFFENTLICHES MANAGEMENT
UND FINANZWIRTSCHAFT IM NWV
Euro
Band 24 Gebührenkalkulation – Leitfaden für die Praxis 44,80
Wien, Graz 2021, 265 Seiten
Band 23 Transforming Public Administration with CAF – 20 years of the CAF 46,80
Wien, Graz 2020, 271 Seiten
Band 22 Nachhaltig wirken – Impulse für den öffentlichen Sektor 48,80
Wien, Graz 2019, 363 Seiten
Band 21 Governance-Perspektive in Österreichs Föderalismus 38,80
Wien, Graz 2019, 187 Seiten
Band 20 The future of Europe – built on strong municipalities 36,80
Wien, Graz 2017, 170 Seiten
Band 19 Finanzausgleich 2017: Ein Handbuch – mit Kommentar zum FAG 2017 48,80
Wien, Graz 2017, 620 Seiten
Band 18
Standort Österreich und öffentliche Verwaltung:
Herausforderungen, Strategien, Instrumente 34,80
Wien, Graz 2015, 172 Seiten
Band 17 38,00
Wien, Graz 2013, 155 Seiten
Band 16 Offene Stadt: Wie BürgerInnenbeteiligung, BürgerInnenservice 44,80
und soziale Medien Politik und Verwaltung verändern
Wien, Graz 2012, 420 Seiten
Band 15 Handbuch zur Kommunalsteuer 98,00
Wien, Graz 2012, 2., überarb. u. erw. Aufl., 976 Seiten
Band 14 Koordinierung der Finanzpolitik im Bundesstaat 38,80
Wien, Graz 2011, 248 Seiten
Band 13 Gutes Regieren: Konzepte – Realisierungen – Perspektiven 58,00
Wien, Graz 2011, 741 Seiten
Die Schriftenreihe erscheint im Neuen Wissenschaftlichen Verlag (NWV). Bestellungen richten Sie bitte schriftlich, per Telefon, Fax oder Online
an MELO, IZ-NÖ. Süd, Straße 1, Objekt 34, Tel.: +43 223663535, Fax: DW 243. E-Mail: melo@medien-logistik.at. Web: www.nwv.at.
SONSTIGE PUBLIKATIONEN
Euro
Band 46 Kontierungsleitfaden 2018 für Gemeinden und Gemeindeverbände 54,00
Wien 2018, 480 Seiten
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oder https://www.kdz.eu/de/
kontierungsleitfaden2018-bestellen
weitere Studien: https://www.kdz.eu/de/wissen
Wenn nicht anders angegeben, verstehen sich die Preise zzgl. 10% UST. und Versandspesen. Fördernde Mitglieder und Mitglieder
des KDZ erhalten als Stammkunden einen Preisnachlass auf den Kontierungsleitfaden 2018.
#2 2021 KDZ FORUM PUBLIC MANAGEMENT 27
ÖSTERREICHISCHE POST AG
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ERSCHEINT IM MAI 2022
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