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MY FACTORY 5/2025

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05

19186

August 2025

€ 12,00

DAS MAGAZIN FÜR PRODUKTIONSVERANTWORTLICHE

TITEL

Investitionen in neue

08 Technologien – so gehts

Blechabfälle nachhaltig

24 und effizient entsorgen

Tuning fürs Palettenregal –

32 im laufenden Betrieb

myfactory-magazin.de


MULTIMEDIAL VERNETZT

KUNDEN GEWINNEN!

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Bitte kontaktieren Sie mich, ich berate Sie gerne!

Carmen Müller-Nawrath

Head of Sales

Telefon: 0049/6131/992-245

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EDITORIAL

AUFBRUCH

STATT STILLSTAND!

Die mittelständische Industrie zeigt sich bei Investitionen derzeit äußerst

zurückhaltend. Die Gründe dafür sind verständlich: wachsende Bürokratie,

politische Rahmenbedingungen, gestiegene Kosten für Löhne, Energie und

Material sowie die schwache Nachfrage. Jedoch sind gerade in dieser Phase

vorausschauende Investitionen wichtig: in neue Technologien, neue Arbeitsmethoden

und in die Modernisierung der Infrastruktur. Nur wie, bei all den

Unsicherheiten? In einem exklusiven Interview geben zwei Experten Einblicke

in die Möglichkeiten einer vorausschauenden Planung. Lesen Sie in unserer

Titelstory, wie ein Hersteller

EINE MODERNISIERUNG DER

MASCHINEN UND PROZESSE

IST GERADE JETZT ESSENZIELL

von Präzisionslagern und

Lineartechnik durch die

zielgerichtete Finanzierung

moderner Maschinen, wie

beispielsweise eines hochleistungsfähigen

CNC-Drehzentrums, nicht nur seine Produktionskapa zitäten

ausbauen, sondern auch nachhaltiger und digitaler werden konnte.

Was können wir von dieser Erfolgsgeschichte lernen? Wie lassen sich auch in

unsicheren Zeiten richtige Entscheidungen treffen? Und welche Rolle spielt die

Digitalisierung in der Transformation eines Unternehmens? Die Antworten

darauf finden Sie in dieser Ausgabe, die nicht nur technologische Impulse

liefert, sondern auch Mut macht, neue Wege zu gehen.

Eine inspirierende Lektüre

wünscht Ihnen

Nicole Steinicke

Chefredakteurin

MY FACTORY.


EDITORIAL

03 Aufbruch statt Stillstand!

12

SMART NEWS

06 Kurz und prägnant – das sollten Sie wissen

TITEL

08 Spezialfinanzierer trifft auf Präzisionshersteller:

Gemeinsam auf Zukunftskurs

SMART PRODUCTION

12 PRODUCTION EXCELLENCE:

So wird ein Lohnfertiger bereit für neue

Kundensegmente: Mit Kalkulationssoftware

auf Erfolgskurs

16 Mit BAZ mit Robotersystem präziser und

produktiver fertigen: Automatisierung als

Effizienzhebel

20 Iscar nimmt Neubau in Betrieb: Der Sonderwerkzeug-Express

ist gestartet

22 Nachhaltiger Umgang mit Zerspanungswerkzeugen:

Längeres Leben dank

Wiederaufbereitung

TITEL

08

24 Intelligentes Reststoffmanagement bei

einem Landmaschinenhersteller: Blechabfälle

zentral entsorgen

27 Update: Produkte, Technologien, Trends

BETRIEBSTECHNIK

28 Qualität sichern und Fehler minimieren:

Anlagenreinigung per App managen

30 Energieeffiziente Verdunstungskühlung:

Produktionshallen nachhaltig klimatisieren

31 Update: Produkte, Technologien, Trends

INTRALOGISTIK

32 Mehr Effizienz beim Lagern und Kommissionieren:

Tuning fürs Palettenregal

35 Update: Produkte, Technologien, Trends

Anzeige: GEFA BANK GmbH, Wuppertal

Dank Finanzierungslösungen den Maschinenpark

immer up to date halten? Mehr dazu im Titelbeitrag.

4 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG

36 Per Modernisierung zu mehr Effizienz und

Klimaschutz: Neue Antriebstechnik für ein

Impfstoffwerk

38 Blechspezialist setzt auf Retrofit:

Pufferlager ruckzuck runderneuert

41 Update: Produkte, Technologien, Trends

38

SERVICE

41 Impressum

42 Vorschau

16

Made

for Metalworking

Willkommen zur Weltleitmesse

der Produktionstechnologie.


MUNK GROUP ERÖFFNET NEUES KUNDENZENTRUM

Die Munk Group hat an ihrem Heimatstandort in Günzburg ein neues Kundenzentrum

eröffnet. Herzstück ist die 540 m 2 große Ausstellungshalle, in der Besucher die Highlights

aller Sortimentsbereiche kennenlernen und testen können – egal, ob Steigtechnik,

Rettungstechnik oder Profiltechnik, ob Serienprodukte oder Sonder- und Konfiguratorlösungen.

Davon profitieren auch die Schulungsgäste der Munk Group, denn der neue

Schulungsraum im Kundenzentrum schließt direkt an die Ausstellung an, so dass die

Exponate zu jeder Zeit in die Lehrinhalte einbezogen werden können.

www.munk-group.de

MESSE MAINTENANCE ERSTMALS IM SÜDEN

DEUTSCHLANDS

Ausgebuchte Ausstellungsfläche, ein vielseitiges und anspruchsvolles

Rahmenprogramm und die Premiere einer vom

Messeveranstalter Easyfairs und führenden Branchenverbänden

organisierten Auszeichnung für die besten Projekte der

industriellen Instandhaltung: Damit präsentiert sich die erste

maintenance in München (29. bis 30. Oktober 2025). Nicht nur

die Anzahl, auch die Kompetenz und Bekanntheit der mehr als

110 angemeldeten Aussteller deuten auf eine vielversprechende

Messe für die industrielle Instandhaltung hin. Branchenführende

Unternehmen,

u.a. aus den Bereichen

Arbeitsschutz und

Sicherheit, Ersatzteile

und Ausrüstung,

Instandhaltungs-Service

und -Management

sowie Smart Maintenance

werden vor Ort

sein und innovative Produkte, Software und Dienstleistungen

präsentieren. Besucher können sich bereits anmelden, die

Registrierung ist geöffnet: Kostenfreie Tickets für beide Tage

sind auf der Website der Messe erhältlich. Und auch das

Rahmenprogramm ist in den finalen Zügen. Projektleiterin

Maria Soloveva: „Das Programm wird von unseren Partnern

Fraunhofer SMC, AFSMI und MFA zusammengestellt, und die

Aussteller beteiligen sich mit spannenden Themen aus dem

gesamten Spektrum der industriellen Instandhaltung.“

www.maintenance-messen.com

MEILENSTEIN: DENIOS KNACKT DIE

300-MILLIONEN-MARKE

Die Denios SE aus Bad Oeynhausen hat ihre Geschäftszahlen

für das Jahr 2024 veröffentlicht – und

mit einem Umsatz von fast 307 Millionen Euro einen

eindrucksvollen Meilenstein erreicht. Der weltweit

agierende Spezialist für Gefahrstofflagerung und

Arbeitssicherheit setzt damit seinen erfolgreichen

Wachstumskurs fort. Nach dem Überschreiten der

250-Millionen-Euro-Marke im Jahr 2022 und einem

Umsatz von 278 Millionen Euro im Jahr 2023 ist dies

nun der nächste große Sprung. „Wir sind natürlich

sehr stolz auf dieses herausragende Ergebnis“, sagt

Horst Rose, Managing Director (CSO) bei Denios.

„Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten ist es

keineswegs selbstverständlich, solch eine Entwicklung

zu erzielen. Die hohen Kosten für Energie,

Rohstoffe und Logistik stellen branchenübergreifend

eine Herausforderung dar – umso mehr unterstreicht

dieser Erfolg die Stärke und Widerstandsfähigkeit

unseres Unternehmens.“

www.denios.de

KI IN UNTERNEHMEN: KULTURWANDEL MENSCHEN-ZENTRIERT GESTALTEN

Der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) verändert Prozesse, Aufgabenverteilungen

und Organisationsstrukturen in Unternehmen. Dabei verändert KI das Zusammenspiel

von Mensch und Technologie grundlegend und beeinflusst damit auch die

Unternehmenskultur nachhaltig. Die Veränderungen zeigen sich besonders in der

Innovationskultur, in der internen Kommunikation und in der Kooperation. Ein

aktuelles Impulspapier der Plattform Lernende Systeme zeigt, auf welchen Unternehmensebenen

KI den Kulturwandel im Unternehmen vorantreibt und welche

Veränderungen notwendig sind, um den Einsatz von KI menschenzentriert zu

gestalten. Use Cases veranschaulichen, wie Vorbehalte der Beschäftigten in Bezug

auf die Einführung von KI erfolgreich abgebaut und wie sie aktiv in Prozesse mit einbezogen werden können. Das von

Mitgliedern der Arbeitsgruppe „Arbeit/Qualifikation, Mensch-Maschine-Interaktion“ der Plattform Lernende Systeme

verfasste Papier „KI in Unternehmen: Perspektiven auf den Kulturwandel“ steht zum kostenfreien Download bereit.

www.plattform-lernende-systeme.de

6 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


SMART NEWS

BIOLOGISCHE TRANSFORMATION – DIE NÄCHSTE

REVOLUTION AM START

Die Biologische Transformation hat das Potenzial,

nach der digitalen Transformation die nächste

große Revolution zu werden. Aber es erfordert

die aktive Beteiligung vieler, um aus Ideen

Innovationen und echten Wandel zu machen.

Doch was genau beinhaltet biologische Transformation

eigentlich? Und was muss in Wirtschaft

und Politik getan werden, um die Weichen für

einen Strukturwandel zu stellen? Diesen und anderen Fragen gehen in der

neuen Folge des VDW-Podcasts Tech Affair Prof. Thomas Bauernhansl, Leiter

des Fraunhofer IPA, und Prof. Ulrich Schurr, Leiter des Instituts für Pflanzenwissenschaften

am Forschungszentrum Jülich und Initiator des Projekts

BioökonomieREVIER, auf den Grund. Bild: stock.adobe.com – Dee-Karen

https://vdw.de/podcast/

„Die Stimmung im Maschinen- und

Anlagenbau bleibt aufgrund von handelspolitischen

Spannungen und

geopolitischen Konflikten sowie der

daraus resultierenden weltweit hohen

Unsicherheit angespannt.“

VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt

31 %

der deutschen Maschinen- und

Anlagenbauer bewerten die

aktuellen Absatzchancen in

Nordamerika trotz der Handelsstreitigkeiten

mit „gut“ oder

sogar „sehr gut“.

Quelle: VDMA-Konjunkturerhebung Q2/2025

43 %

der deutschen Maschinen- und

Anlagenbauer bezeichnen die

aktuellen Absatzchancen in

Deutschland als „schlecht“ oder

„sehr schlecht“.

Quelle: VDMA-Konjunkturerhebung Q2/2025

VDMA-KONJUNKTURERHEBUNG:

MASCHINENBAU TRITT AUF DER STELLE

Die Lageeinschätzung im Maschinen- und Anlagenbau bleibt

weiterhin verhalten. Rund ein Viertel der insgesamt 936

Ende Juni befragten Unternehmen (26 Prozent) bewertet die

aktuelle Lage als sehr gut oder gut (März: 27 Prozent). Etwas

mehr Unternehmen (32

Prozent) geben dagegen

das Urteil „schlecht” oder

„sehr schlecht” ab (März:

29 Prozent). Auch die

Aussichten haben sich nur

unwesentlich verändert.

Mehr als die Hälfte der

Unternehmen (56 Prozent)

erwartet in den nächsten

6 Monaten keine Veränderung

der Situation. Mit

29 Prozent der Unternehmen sind jedoch mehr Befragte

optimistisch als pessimistisch mit Blick auf die zweite

Jahreshälfte. Etwa 15 Prozent erwarten eine Eintrübung der

Lage. Im laufenden Jahr rechnen weniger als die Hälfte der

Unternehmen (42 Prozent) mit einem nominalen Umsatzwachstum.

Rund 30 Prozent erwarten einen Umsatzrückgang

und knapp 28 Prozent eine Seitwärtsbewegung. Für

2026 sind die Unternehmen optimistischer. Hier sehen

58 Prozent ein nominales Wachstum als möglich an.

Bild: VDMA/Shutterstock

vdma.eu

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GEMEINSAM AUF ZUKUNFTSKURS

SPEZIALFINANZIERER TRIFFT

AUF PRÄZISIONSHERSTELLER

Christoph Aretz

(li.) und Thorsten

Rockholtz (re.)

beraten über die

nächsten Investitionsvorhaben

in neue

Technologien


SMART PRODUCTION

Um auch in wirtschaftlich herausfordernden

Zeiten wettbewerbsfähig zu bleiben, benötigen

Produktionsunternehmen modernste

Maschinen und eine zukunftsfähige

Infrastruktur. Doch Investitionen in neue

Technologien sind kostenintensiv und

erfordern oft verlässliche Finanzierungspartner.

Die Gefa Bank unterstützt seit 75 Jahren

mittelständische Unternehmen bei der

Umsetzung solcher Projekte – herstellerunabhängig,

individuell und mit tiefem Verständnis

für die Realwirtschaft. Wie diese Zusammenarbeit

in der Praxis aussehen kann, zeigt das

Beispiel der Rodriguez GmbH aus Eschweiler.

Christoph Aretz, kaufmännischer Leiter und

CFO von Rodriguez und Thorsten Rockholtz,

langjähriger Firmenkundenberater der

Gefa Bank, geben im Interview Einblicke in eine

Partnerschaft, die seit fast 30 Jahren besteht.

Herr Aretz, was macht Ihr Unternehmen aus?

Aretz: Rodriguez steht für Präzision, Verlässlichkeit und Innovation.

Wir entwickeln und liefern Dünnring-, Präzisions- und

Sonderlager sowie Linearsysteme für unterschiedlichste

Branchen – vom klassischen Maschinenbau bis hin zur Luftund

Raumfahrttechnik. Dabei setzen wir stark auf individuelle

Beratung: Wir wollen verstehen, was unsere Kunden bewegt und

ihnen die optimale technische wie wirtschaftliche Lösung bieten.

Natürlich gelingt das nur, wenn auch unsere eigene Produktion

auf dem neuesten Stand ist – und da kommt die Gefa Bank

ins Spiel, die uns seit vielen Jahren bei Investitionen in moderne

Technik unterstützt.

Herr Rockholtz, wie positioniert sich die Gefa Bank im industriellen

Mittelstand?

Rockholtz: Wir verstehen uns als Partner auf Augenhöhe. Unser

Fokus liegt auf mittelständischen Unternehmen, die in effiziente

und zukunftssichere Maschinen investieren möchten. Dabei

bieten wir maßgeschneiderte Finanzierungslösungen wie

Leasing, Kredit oder Mietkauf an. Ich betreue Rodriguez nun

seit vielen Jahren persönlich, und durch diesen engen Austausch

können wir Finanzierungslösungen entwickeln, die exakt

zum Bedarf passen. Übrigens: Seit dem jüngsten Gesellschafterwechsel

gehören wir zur französischen Groupe BPCE. Das

bedeutet noch mehr Stabilität und noch mehr Fokus auf die

Realwirtschaft. Der Mittelstand und die Unterstützung seiner

Transformation bleiben für uns ein zentrales Thema – sogar

stärker als zuvor.

Wie begann die Zusammenarbeit mit Rodriguez – und wie hat

sie sich entwickelt?

Rockholtz: Unsere Partnerschaft reicht bis ins Jahr 1996 zurück.

Seither haben wir gemeinsam 27 Projekte realisiert – aktuell

laufen davon noch zehn – mit einem Gesamtvolumen, das

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 9


02 Ob Dünnring-, Präzisions-, Sonderlager oder

Lineartechnik – das Einsatzspektrum reicht vom

Maschinenbau bis zur Luft- und Raumfahrt

03 Das neue CNC-Drehzentrum Mazak, finanziert

über die Gefa Bank, ermöglicht eine automatisierte

Fertigung in der Lineartechnik

02

04

03

01

01 Rodriguez entwickelt und liefert

hochpräzise Lagertechnik und

kundenspezifische Lösungen für

unterschiedlichste Branchen

04 Die Gefa Bank bietet der mittelständischen

Industrie maßgeschneiderte Finanzierungslösungen,

die exakt zum Bedarf passen

die Millionen-Euro-Grenze deutlich überschreitet. Die

Zusammenarbeit ist geprägt von Verlässlichkeit und Offenheit.

Christoph Aretz und sein Team teilen alle relevanten Zahlen

und Entwicklungen sehr transparent mit uns. Wir treffen uns

regelmäßig – nicht nur wie heute hier im Unternehmen selbst,

INVESTITIONEN ZÜGIG REALISIEREN

Die Finanzierung durch die Gefa Bank hat es uns

ermöglicht, notwendige Investitionen zügig zu

realisieren und unsere neue Produktionshalle mit

hochmoderner Technik auszustatten. Dadurch

konnten wir unsere Fertigungsprozesse ganz neu

aufstellen. Das versetzt uns in eine ideale Position

für weiteres Wachstum – auch in technologisch

anspruchsvollen Märkten.

Christoph Aretz,

kaufmännischer Leiter und CFO von Rodriguez

sondern auch auf Fachmessen. Diese enge Verbindung bildet

die Grundlage für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Was waren zuletzt über die Gefa Bank finanzierte Projekte?

Aretz: In den vergangenen Jahren haben wir mit Unterstützung

der Gefa Bank unter anderem eine neue Richtmaschine von

MAE angeschafft. Sie wird zur präzisen Bearbeitung zylindrischer

Metallteile eingesetzt. Ein weiterer Meilenstein war das

CNC-Drehzentrum Mazak HQR-100MSY. Diese Hochleistungsmaschine

wurde in unserem neuen Produktionsstandort installiert

und unterstützt maßgeblich die Fertigung unserer Lineartechnik.

Dank automatisierter Be- und Entladung ist sogar

mannloser Betrieb über längere Zeiträume möglich. Ergänzt

wird die Investition durch ein ebenfalls von der Gefa Bank

finanziertes, modernes Kasto-Langgutlagersystem vom Typ

Unitower 3.0, das uns hilft, Lager- und Materialflüsse zu digitalisieren.

Insgesamt hat diese Investitionsrunde die Grundlage für

den Aufbau einer neuen Produktionsstätte mit rund 3 000 m²

Fläche geschaffen.

Das klingt nach einem echten Innovationsschub. Welche Rolle

spielte die Gefa Bank bei der Umsetzung?

Aretz: Ohne die Gefa Bank wären solche Projekte nur schwer

realisierbar gewesen. Die Finanzierung hat es uns ermöglicht,

notwendige Investitionen zügig zu realisieren und unsere neue

Produktionshalle mit hochmoderner Technik auszustatten.

Dadurch konnten wir unsere Fertigungsprozesse ganz neu aufstellen.

Heute stehen 50 Prozent unserer Kapazitäten für maßgeschneiderte

Kundenlösungen zur Verfügung – mit deutlich

verbesserter Flexibilität. Mit dem CNC-Drehzentrum und dem

Unitower 3.0 sind wir zudem in der Lage, präzise, automatisiert

und energieeffizient zu fertigen. Das versetzt uns in eine ideale

Position für weiteres Wachstum – auch in technologisch anspruchsvollen

Märkten. Unser neuer Fertigungsstandort ist

übrigens nicht nur mit hochmodernen Maschinen ausgestattet,

10 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION

05 Das von der Gefa finanzierte Kasto-Langgutlagersystem

unterstützt die Digitalisierung der

Lagerprozesse und ermöglicht die effiziente

Nutzung der neuen Produktionsstätte

05

PARTNER AUF AUGENHÖHE

Unsere Aufgabe ist es, Investitionen zu ermöglichen,

ohne die Unternehmen finanziell zu überfordern.

Bei Rodriguez zeigt sich das exemplarisch: Durch

die zielgerichtete Finanzierung moderner Maschinen

konnte das Unternehmen nicht nur seine

Produktionskapazitäten ausbauen, sondern auch

nachhaltiger und digitaler werden.

Thorsten Rockholtz, Firmenkundenberater der Gefa Bank

sondern auch konsequent nachhaltig geplant. Photovoltaikanlagen,

Wärmepumpen, energiesparende Lüftungssysteme

und LED-Technik stehen für eine klimafreundliche Industrieproduktion

auf neuestem Stand.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung bei Rodriguez?

Aretz: Wir führen gerade ein neues ERP-System ein – das war

längst überfällig. In Vorbereitung darauf haben wir all unsere

Prozesse analysiert und Optimierungspotenziale identifiziert.

Künftig werden wir unter anderem Materialbewegungen per

Scan erfassen, Transportdienstleister digital anbinden, Exportprozesse

automatisieren und unsere Zollabwicklung vollständig

digitalisieren. Zudem soll das System papierbasierte Kommunikation

in der Produktion weitgehend ablösen – Tablets an den

Arbeitsplätzen sind hier der nächste Schritt. Parallel dazu führen

wir ein MES-System ein, das zunächst für die Rückmeldung von

Fertigungszeiten genutzt wird. Perspektivisch lässt es sich aber

auch als Plattform für Instandhaltung, Maschinenintegration

und Qualitätsmanagement einsetzen. Uns war bei der Auswahl

wichtig, dass wir flexibel in die Zukunft wachsen können.

Herr Aretz, wie beurteilen Sie die aktuelle Lage im

Maschinenbau?

Aretz: Die wirtschaftliche Gesamtlage bleibt herausfordernd –

das ist kein Geheimnis. Geopolitische Unsicherheiten und

handelspolitische Spannungen dämpfen die Investitionsbereitschaft

in vielen Industrien. Zwar erkennen wir für die zweite

Jahreshälfte erste positive Signale, aber aktuell ist die Unsicherheit

noch spürbar. Ein zweites großes Thema ist der Fachkräftemangel

– besonders in der Produktion. Und schließlich die Digitalisierung,

die nicht nur technisches Know-how, sondern auch

Veränderungsbereitschaft auf allen Ebenen erfordert. Wir versuchen,

diesen Wandel aktiv zu gestalten – mit neuen Technologien,

neuen Arbeitsweisen und nicht zuletzt durch unsere

Investitionen in moderne Infrastruktur.

Herr Rockholtz, ein Blick nach vorn: Welche Rolle wird die

Gefa Bank künftig in Transformationsprozessen des Mittelstands

spielen?

Rockholtz: Wir verstehen uns als strategischer Partner in der

Transformation. Ob Digitalisierung, Nachhaltigkeit oder neue

Produktionskonzepte – all das braucht Investitionen. Unsere

Aufgabe ist es, diese Investitionen zu ermöglichen, ohne die

Unternehmen finanziell zu überfordern. Bei Rodriguez zeigt

sich das exemplarisch: Durch die zielgerichtete Finanzierung

moderner Maschinen konnte das Unternehmen nicht nur seine

Produktionskapazitäten ausbauen, sondern auch nachhaltiger

und digitaler werden. Genau das ist unser Anspruch – Zukunft

gemeinsam gestalten.

Bilder: Gefa Bank

www.gefa-bank.de

UNTERNEHMEN

GEFA BANK GmbH, Financial Solutions &

Expertise – Groupe BPCE

Robert-Daum-Platz 1, 42117 Wuppertal

Tel. 0202/382-1000

E-Mail: service@gefa-bank.de

ZUSATZINHALTE IM NETZ

www.gefa-bank.de/industriegueter/

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 11


PRODUCTION EXCELLENCE

SO WIRD EIN LOHNFERTIGER BEREIT FÜR NEUE KUNDENSEGMENTE

MIT KALKULATIONSSOFTWARE

AUF ERFOLGSKURS

12 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


PRODUCTION EXCELLENCE

PRODUCTION

EXCELLENCE

– 2025 –

Für diese Serie wählt

das Redaktionsteam

Unternehmen aus, die ihre

Produktionsprozesse im Hinblick

auf Effizienz, Nachhaltigkeit und

Wirtschaftlichkeit konsequent

und vorbildlich optimieren

und damit einen echten

Mehrwert schaffen.

Um die Effizienz zu steigern, Kosten

zu senken und sich wettbewerbsfähig

aufzustellen, setzt Schwab CNC

Metallbearbeitung vermehrt auf

Digitalisierung und Automatisierung,

zum Beispiel mit der Software

Spanflug Make. Damit kann das

Unternehmen Fertigungszeiten und

-kosten automatisch kalkulieren,

Angebote mit wenigen Mausklicks

erstellen und den optimalen

Fertigungsprozess ermitteln.

Die Herausforderungen für Fertiger in der Automobilzulieferung

sind gewaltig. Sie müssen sich auf neue

Kunden und auf Bauteile außerhalb ihrer Spezialisierung

einstellen. „Der Markt und die Bauteile, die wir für

unsere Kunden fertigen, ändern sich von Jahr zu Jahr“, beobachtet

Markus Schwab, der zusammen mit seinem Vater Reiner die

Schwab CNC Metallbearbeitung eK führt. Als Reiner Schwab das

Unternehmen 2010 im baden-württembergischen Rot am See

gründete, war die Auftragslage sehr homogen. „Wir stellten vor

allem Komponenten für Verbrennungsmotoren in Serie und für

den Automotive-Aftermarket her“, berichtet er. Doch in den vergangenen

Jahren hat sich die Branche durch die Elektromobilität

massiv verändert – und damit auch die Auftragslage für Zulieferer

wie Schwab CNC: Gefragt waren nun Vorserien. Dazu kamen

vermehrt Werkstücke für den Maschinenbau. „Während bei der

Serienfertigung Preis und maximale Qualität im Vordergrund

stehen, ist bei den Vorserien vor allem Flexibilität gefordert“, beschreibt

Markus Schwab die Situation.

Aktuell nimmt jedoch die Nachfrage aus der Automobilindustrie

deutlich ab, laut Aussagen des Lohnfertigers werden gerade

besonders viele Entwicklungsprojekte gestoppt oder verschoben.

Für Schwab CNC bedeutet das: Der Betrieb muss sich breiter aufstellen,

um rasch auf den sich schnell wandelnden Markt reagieren

zu können.

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 13


PRODUCTION EXCELLENCE

RAUS AUS DER KOMFORTZONE

„Künftig wollen wir neben großen Projekten mit komplexen Bauteilen

oder Serien auch verstärkt auf kleinere Aufträge setzen“, erläutert

Geschäftsführer Markus Schwab seine Strategie. „Der

Wettbewerb nimmt zu. Für uns heißt das, auch Bauteile zu bearbeiten,

bei denen uns kaum Erfahrungswerte vorliegen. Also

müssen wir raus aus unserer Komfortzone.“ Eine Herausforderung,

die diese neue Perspektive mit sich bringt, sieht er bei der

Angebotslegung, sprich: den Kundenauftrag mit einem konkreten

und präzisen Preis gewinnen zu können, der zugleich für

den Lohnfertiger attraktiv und rentabel ist. „Auch für Bauteile,

die außerhalb der eigenen Spezialisierung liegen, soll die Kalkulation

Hand und Fuß haben“.

Um die eigene Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und

attraktiv für den Markt zu sein, bietet die Einführung digitaler

Technologien immense Möglichkeiten. Für unterschiedliche Aufgaben

evaluierte Schwab CNC daher einige Monate lang verschiedene

Softwaretools. Eine rasche Erkenntnis in diesem Prozess:

Lösungen zur Automatisierung von Geschäftsprozessen wie

der Angebotserstellung, der Arbeitsvorbereitung oder im Vertrieb

haben nicht nur ein ebenso hohes Effizienzpotenzial wie die

Automatisierung der Fertigung selbst, sie sind auch einfacher

und schneller umzusetzen.

KUNDENANFRAGEN SCHNELL BEANTWORTEN

An das Schlüsselerlebnis, das den Vater-Sohn-Betrieb binnen

kurzer Zeit zum Spanflug-Kunden machte, kann sich Markus

Schwab noch gut erinnern: „Wir hatten eine Kundenanfrage mit

über 40 sehr unterschiedlichen Komponenten in einer Baugruppe,

zu denen wir teils wenige Erfahrungswerte hatten. Uns blieben

lediglich zwei Tage zur Angebotslegung. Im Gespräch mit

einem Vertriebsmitarbeiter eines unserer Werkzeuglieferanten

berichtete dieser von der Kalkulationssoftware Spanflug Make.

Wir haben uns direkt registriert und waren ziemlich schnell überzeugt,

dass die Software uns bei der Angebotserstellung enorm

unterstützen kann“, sagt Markus Schwab. „Auf Basis der hochgeladenen

CAD-Modelle und technischen Zeichnungen konnten

wir nun Fertigungszeiten und -kosten sowohl für einfache als

auch für komplexe Dreh- und Frästeile des kompletten Projekts

auf einen Schlag ermitteln.“

Vor Spanflug waren hierfür viele manuelle Arbeitsschritte nötig,

wie Schwab berichtet: „Je nach Komplexität mussten wir die

Zeichnung drucken, sie bearbeiten, um CAD-Modell und Zielgeometrie

abzugleichen, das Rohmaterial suchen und, wenn es

nicht vorrätig war, die Preise beim Halbzeuglieferanten anfragen.

Anschließend mussten wir den Bearbeitungsumfang bewerten

und kalkulieren sowie das Angebot schreiben.“ Mit der Kalkulationslösung

ermittelt er nun Kosten und marktgerechte Preise

automatisch, inklusive Staffelmengen. Mit wenigen Mausklicks

ist daraus dann ein Angebots-PDF generiert. Reiner Schwab

macht die Bedeutung treffgenauer Angebote für das Geschäft

deutlich: „Benötigen wir für den Prozess zu viel Zeit, besteht

immer die Gefahr, dass sich der Kunde für einen anderen Fertiger

entscheidet. Setzen wir den Angebotspreis unterhalb unserer

Rentabilitätsgrenze an, um den Auftrag zu gewinnen, kann das

gerade bei großen Aufträgen schnell riskant werden.“

ENTLASTUNG IN DER ANGEBOTSPHASE UND

BEI DER ARBEITSVORBEREITUNG

Über den einfachen Start mit der cloudbasierten Software-as-a-

Service-Lösung Spanflug Make berichtet Seniorchef Reiner

Schwab: „Wir konnten intuitiv in die Lösung einsteigen. Dabei

waren die Ergebnisse mit den Standard-Kalkulationseinstellungen

schon sehr nah an unserer Betriebsrealität, den Rest haben

wir per Schieberegler an unsere Bedürfnisse angepasst.“

Da auf den Maschinen immer wieder Serienteile laufen, hat

Schwab CNC etwas längere Rüstzeiten. Obgleich keine Trainingsphase

mit eigenem Datenbestand notwendig ist, bietet Spanflug

Make einfache Möglichkeiten zur Individualisierung der Kalkulation

– vom Maschinenpark über die Spindeldrehzahl bis zu

den Zeiten fürs Programmieren, Rüsten und Fertigen.

Spanflug Make analysiert Bauteile in wenigen Sekunden und

ermittelt den jeweils wirtschaftlichsten Fertigungsprozess sowie

alle benötigten Materialien. Darauf basierend erstellt das Programm

automatisch nicht nur einen Kalkulationsvorschlag und

ein versandfertiges Angebot, sondern auch einen Arbeitsplan.

„Wir können nun Kundenanfragen deutlich schneller beantworten

und auch unsere Arbeitsvorbereitung beschleunigen,“ betont Reiner

Schwab. Bereits in der Angebotsphase erhalten Lohnfertiger

über die Arbeitsplanansicht wichtige Informationen zu den benötigten

Halbzeugen, Werkzeugen und Nachbearbeitungsschritten

und können im Übergang zur Auftragsbearbeitung deutlich

schneller und einfacher in die Ressourcenplanung starten. Die

Beschaffung der für einen Auftrag benötigten Halbzeuge direkt

über Spanflug hat Schwab CNC bereits in Anspruch genommen.

01 Schwab CNC will sich breiter aufstellen und setzt auf Digitalisierung und Automatisierung,

um rasch auf den sich schnell wandelnden Markt reagieren zu können

14 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


PRODUCTION EXCELLENCE

02-04 Die

Kernkompetenz des

Lohnfertigers liegt

auf dem Drehen und

Fräsen von Bauteilen

in verschiedensten

Größen und Formen

05 Mit der Software Spanflug Make erstellt Schwab CNC

automatisiert und sehr schnell selbst größere Angebote,

die aus vielen unterschiedlichen einfachen und komplexen

Fertigungsteilen bestehen

Und falls Fertigungsteile so gar nicht zum Lohnfertiger Schwab

passen oder die Fertigung gerade ausgelastet ist, werden diese

über die Beschaffungslösung Spanflug Buy bestellt. „Dadurch

können wir die Herstellung bestimmter Werkstücke schnell und

effizient auslagern“, sagt Reiner Schwab.

KOMPLEXES EINFACH MEISTERN

Seit kurzem berücksichtigt Spanflug Make individuelle, endkonturnahe

Halbzeug-Geometrien bei der automatisierten Angebotskalkulation

– ein weiterer Vorteil, den das Unternehmen

begrüßt und weiter testen wird. Denn zu seinen Kunden gehören

auch Gießereien, die beim Lohnfertiger Gussteile zerspanend

weiterbearbeiten lassen und die fertigen Werkstücke dann an

Systemlieferanten (Tier-1-Zulieferer) oder direkt an Erstausrüster

(OEM) verkaufen. In Spanflug Make können Anwender die

CAD-Daten der Gussteile hochladen und dann wie gewohnt die

Dreh- und Fräsbearbeitung automatisch kalkulieren. Dabei

werden nur die zu bearbeitenden Volumen und Flächen berücksichtigt.

ZEIT, PROZESSE ZU OPTIMIEREN

Die aktuelle wirtschaftliche Lage spüren auch die Spezialisten für

präzise CNC-Metallbearbeitung, wollen diese jedoch auch als

Chance nutzen. Mit Lösungen wie der von Spanflug möchten

Reiner und Markus Schwab die Digitalisierung in ihrem Unternehmen

weiter voranbringen. „Hierzu bietet sich die aktuelle

Zeit gut an. Die Nachfrage ist insgesamt etwas geringer, sodass

wir auch die Kapazitäten haben, unsere internen Prozesse zu

überprüfen und zu optimieren. Wir möchten bereit sein, wenn

die Auftragslage anzieht, und dann gemeinsam mit unseren Kunden

durchstarten.“ Der Seniorchef fügt hinzu: „Ich weiß, dass

mein Sohn in der Digitalisierung den Durchblick hat und Lösungen

findet, die unser Unternehmen langfristig voranbringen. Ich

vertraue ihm vollkommen, wenn es um diese Themen geht.“

„Die Vorteile von Spanflug Make haben uns überzeugt“, fasst

sein Sohn Markus zufrieden zusammen: „Zu mir sagte jemand

einmal, Tools wie Spanflug zu nutzen, sei etwas für Faule. Ich

habe darauf geantwortet: Es ist eher klug, auf solche Programme

zu setzen. Wir können komplexe Aufgaben schneller und präziser

erledigen – es geht schließlich darum, smarter zu arbeiten und

nicht härter.“

06 Markus (li.) und Reiner Schwab: „Mit Spanflug Make können

wir komplexe Aufgaben nun schneller und präziser erledigen.“

Bilder: Schwab CNC Metallbearbeitung, Spanflug Technologies

www.spanflug.de

www.schwab-cnc.de

AUTORIN

Antje Hollis, Content & PR, Spanflug

Technologies GmbH, München

ZUSATZINHALTE IM NETZ

www.spanflug.de/make/

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 15


SMART PRODUCTION

DANK BAZ MIT ROBOTERSYSTEM PRÄZISER UND PRODUKTIVER FERTIGEN

AUTOMATISIERUNG ALS

EFFIZIENZHEBEL

Die Helmut Diebold GmbH & Co. fertigt Highend-Zubehör für

die CNC-Bearbeitung. Höchste Präzision in der Werkzeug- und

Spindeltechnologie lautet das Credo des Unternehmens. Um

dies sicherzustellen, setzt man auf automatisierte Prozesse,

wie zum Beispiel die Kombination aus 5-Achs-Bearbeitungszentrum

und Robotersystem von Hermle.

Im Jahr 1952 gründeten Helmut und Ida Diebold im schwäbischen

Jungingen die Helmut Diebold GmbH & Co. Das Ziel:

präzise Anlagenkomponenten für den Bau von Textilmaschinen

zu fertigen. Mit den Jahren entwickelte sich das Unternehmen

vom Lohnfertiger zu einem weltweit anerkannten Hersteller

von Präzisionswerkzeugen. Heute umfasst das Spektrum hochwertige

Werkzeugaufnahmen unter dem Namen Goldring, innovative

Schrumpfgeräte, präzise Messtechnik sowie fortschrittliche

Spindeln.

Mit mehr als 70 Jahren Erfahrung und 120 spezialisierten Mitarbeitenden

legt das Unternehmen besonderen Wert auf höchste

Präzision und Prozesssicherheit. „Unsere Produkte müssen sich

ROBOTERSYSTEME: DIE KÖNIGSKLASSE

DER AUTOMATISIERUNGSLÖSUNGEN

n Die Robotersysteme von Hermle sind individuell und

höchst flexibel, egal ob für das Palettenhandling, das

Wechseln von Werkstücken aus Matrizen und/oder direkt.

n Greiferwechsel von Einfach- oder Doppelgreifer für

noch mehr Flexibilität.

n Magazinauslegungen in den unterschiedlichsten

Ausprägungen für kundenindividuelle Ansprüche.

n Die Robotersysteme sind an alle Hermle-Bearbeitungszentren

adaptierbar und in verschiedene Ausführungen

unterteilt.

n Vielfältiges Portfolio vom Robotersystem RS 05-2 für

kleine Paletten und Bauteile über das Robotersystem RS 3

mit einem Transportgewicht bis zu 420 kg bis hin zur

linearverketteten, hochproduktiven Anlage.

perfekt in das Gesamtsystem Maschine-Spindel-Werkzeug einfügen“,

erklärt Geschäftsführer Hermann Diebold, der die

Geschicke des Betriebs in zweiter Generation lenkt. „Nur so

lassen sich Drehzahlen im hohen fünfstelligen Bereich sicher

fahren.“ Mit einem umfassenden Serviceangebot einschließlich

Kalibrierung und Reparatur unterstützt Diebold seine Kunden

dabei, maximale Produktivität und Effizienz zu erzielen.

Alles genauer machen, als es die Norm vorschreibt – so lässt

sich das Motto von Hermann Diebold auf den Punkt bringen.

„Rechnet sich das?“, überlegt der Geschäftsführer. Und beantwortet

die Frage gleich selbst: „Nein. Wir verdienen dadurch nicht

mehr, aber die Kunden schätzen die Qualität unserer Komponenten

und kaufen genau deshalb bei uns.“

FRISCHE IMPULSE

Das Unternehmen erreichte in den vergangenen Jahrzehnten

immer wieder technologische Meilensteine, etwa bei der

Schrumpftechnologie. Diebold eroberte damit als Pionier frühzeitig

den Markt, denn das Verfahren ermöglicht eine extrem

steife und sichere Werkzeugspannung. Was früher mit einem

Schweißbrenner umständlich erhitzt wurde, erfolgt heute vollautomatisch.

Die neueste Generation der Schrumpfgeräte misst

eigenständig Temperaturen, verhindert Überhitzung und kühlt

selbstständig ab – mit einem einzigen Knopfdruck. „Unser ‚One-

Touch‘ erleichtert dem Bediener die Arbeit und macht die

Prozesse sicherer“, betont Hermann Diebold.

Automatisierung ist für ihn kein Selbstzweck, sondern ein

essenzieller Hebel zur Produktivitätssteigerung. „Wir haben früh

erkannt, dass wir Maschinen nicht nur effizienter, sondern auch

smarter nutzen müssen“, blickt er zurück. Eine Maschine ohne

Automation habe viel zu lange Stillstandzeiten. Dank moderner

Bearbeitungszentren (BAZ), wie der C 42 U mit angeschlossenem

RS 2 von Hermle, kann das Unternehmen hochpräzise Bauteile in

16 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


01 Seit 2016

nutzt Diebold eine

C 42 U in Kombination mit

dem Robotersystem RS 2;

die nahtlose Kommunikation

zwischen Bearbeitungszentrum

und Roboter -

system optimiert den

Arbeitsablauf und

minimiert

Ausfallzeiten

personenlosen Schichten fertigen. „Unsere erste C 42 U kauften

wir mit dem Wissen, dass sich der Automatisierungsgrad mit

einem weiteren Bearbeitungszentrum nochmal spürbar steigern

wird. Deswegen kommt in Kürze die zweite Maschine dazu“, verrät

Hermann Diebold.

AUTOMATISIERUNG BRINGT PRODUKTIVITÄTS-

UND QUALITÄTSVORTEILE

Die C 42 U fräst sich mit voller Power durch komplexe Werkstücke

– hochdynamisch und exakt. Das Robotersystem RS 2 steigert

die Flexibilität erheblich, indem es Bauteile autonom und im

MASCHINEN SMARTER NUTZEN

Wir haben früh erkannt, dass wir Maschinen nicht

nur effizienter, sondern auch smarter nutzen

müssen. Unsere erste C 42 U kauften wir mit dem

Wissen, dass sich der Automatisierungsgrad mit

einem weiteren Bearbeitungszentrum nochmal

spürbar steigern wird. Deswegen kommt in Kürze

die zweite Maschine dazu.

Hermann Diebold, Geschäftsführer, Helmut Diebold GmbH & Co.

02 Das Limit ist nur die Zahl der Palettenplätze – Diebold fertigt dank

RS 2 in der Nacht und am Wochenende personenlos

Dauerbetrieb wechselt. Maschine und Roboter sprechen die

gleiche Sprache, sorgen für einen reibungslosen Workflow und

vermeiden Stillstand – selbst nachts oder am Wochenende. Das

Zusatzmagazin ZM 192 hält genug Werkzeuge für längere Einsätze

parat. Das Ergebnis: deutlich kürzere Durchlaufzeiten,

geringere Kosten und maximale Prozesssicherheit – ohne Kom-

03 Die durchschnittliche Laufzeit beträgt 20 bis 40 Minuten, das

Robotersystem RS 2 wechselt die Paletten ohne manuellen Eingriff

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 17


SMART PRODUCTION

04 Diebold fertigt auf der C 42 U beispielsweise Spindeln auf

höchstem Qualitätsniveau

05 Immer im Austausch zum Thema Automatisierung:

Marcel Heck, CNC-Fräser, Hermann Diebold, Geschäftsführer,

beide Helmut Diebold GmbH & Co., und Wolfgang Schlenk,

Vertriebsaußendienst, Hermle AG (v. l.)

04

05

promisse bei Qualität oder Präzision. CNC-Fräser Marcel Heck

sagt: „Während die Maschine arbeitet, kann ich mich um andere

Aufgaben kümmern.“ Dabei lobt er auch die eingesetzte Software

von Heidenhain: „Dank der dynamischen Vorschau und smarten

Funktionen habe ich immer volle Kontrolle.“

Ein entscheidender Vorteil der Automatisierung liegt in der

konstant hohen Qualität – von Losgröße 1 bis 100. „Viele unserer

Werkstücke sind so präzise, dass wir jedes einzelne sofort vermessen,

während die Maschine das nächste fertigt.“ Weniger

kritische Bauteile werden in der Nacht und am Wochenende zerspant.

„Das Limit sind nur die Palettenplätze“, weiß Hermann

Diebold. Denn die meisten Teile laufen 20 bis maximal 40 Minuten

auf der Maschine. Ganz besonders stolz ist er in diesem

Zusammenhang auf seine Beschäftigten: „Es kommt oft vor, dass

unsere Mitarbeitenden am Samstag kurz im Betrieb vorbeikommen,

um die Maschine mit Nachschub zu versorgen. Viele von

ihnen haben ihre Lehre bei uns gemacht, sind hochmotiviert und

wollen etwas erreichen.“

FOKUS AUF DIGITALEN LÖSUNGEN

Diebold setzt bei den eigenen Produkten nicht nur auf mechanische

Präzision, sondern auch auf digitale Lösungen. Besonders

spannend: eine neue Partnerschaft mit einem Start-up der Universität

Hannover, das Sensorik für die Maschinendatenerfassung

entwickelt. „Mit diesen Magnet-Sensoren lassen sich

Maschinenzustände in Echtzeit überwachen – selbst bei älteren

Anlagen ohne moderne Steuerung“, erläutert Hermann Diebold.

Eine künstliche Intelligenz bewertet die erfassten Daten und

ermöglicht dadurch Predictive Maintenance. Das Ziel: die Wirtschaftlichkeit

verbessern.

„Anfangs hielt ich es für einen Scherz, dass allein durch die

Visualisierung der Maschinenzustände die Produktivität um

15 Prozent steigen soll. Heute weiß ich: Es stimmt.“ Damit lassen

sich auch einzelne Aufträge tracken und Plan- sowie Ist-Zeiten

vergleichen. „Das ist etwas, das wir heute unbedingt brauchen.

Der Kostendruck ist immens, wir müssen daran arbeiten, alle

Potenziale bestmöglich zu nutzen.“

Und natürlich setzt der Unternehmer auch bei der Hermle-

Maschine auf digitale Unterstützung. Die HIMS (Hermle Information-Monitoring-Software)

zeigt als zentrales Überwachungstool

eine kompakte Übersicht der C 42 U mit einem Live-Status.

Alle Daten, auch solche aus der Vergangenheit, lassen sich detailliert

auswerten und exportieren. Im Fall eines Fehlers oder Ereignisses

informiert das System via HIMS-Server den Anwender mit

einer E-Mail. „Damit wissen wir ganz sicher, ob und wann wir

eingreifen müssen“, betont Hermann Diebold.

KLIMANEUTRALE FERTIGUNG

Neben Akkuratesse und Innovation treibt den Unternehmer auch

Nachhaltigkeit um. Diebold produziert nahezu klimaneutral: „Wir

setzen auf einen Energiemix, der ohne fossile Brennstoffe auskommt“,

betont der Geschäftsführer. Die Fertigungshallen sind

gut isoliert, Wärme bezieht der Werkzeugspezialist von einem

Nachbarn, der aus Holz und Hackschnitzeln Bioenergie gewinnt.

Die Abwärme der Kompressoren versorgt die Fußbodenheizung.

Zur Klimatisierung der Hallen nutzt Diebold ebenfalls mehrere

Systeme: Bis etwa 12 Grad Außentemperatur kühlt Frischluft das

Zirkulationswasser, darüber hinaus wird das Wasser des benachbarten

Bachs als Kühlmedium verwendet. Nur in den heißen

Sommermonaten übernimmt ein zusätzliches Lüftungsklimagerät

mit sehr hohem Wärmerückgewinnungsgrad die Kühlung.

Die konstante Raumtemperatur sorgt dafür, dass Werkstücke,

Werkzeuge und Maschinen stets unter optimalen Bedingungen

arbeiten und höchste Genauigkeit gewährleistet bleibt. „Je anspruchsvoller

unsere Kunden sind, umso lieber ist uns das. Denn

durch unsere Qualität können wir uns vom Wettbewerb abheben.“

Und noch etwas sei entscheidend: „Gute Produkte haben die

längste Lebensdauer – das ist wahre Nachhaltigkeit. Auch deswegen

setzen wir auf Maschinen von Hermle.“

Bilder: Hermle

www.hermle.de

AUTOR

Udo Hipp, Marketingleiter

HERMLE AG, Gosheim

ZUSATZINHALTE IM NETZ

https://bit.ly/hermle_automation

18 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION

PREMIUM-SCHMIERSTOFF FÜR INDUSTRIELLE GETRIEBE

Mit GearOil by SEW-Eurodrive bietet der Spezialist für Antriebstechnik einen speziell

entwickelten Premium-Schmierstoff für industrielle Getriebe an. Im Vergleich zu

konventionellen Schmierstoffen überzeugt das Produkt mit einer um bis zu 50 %

längeren Nutzungsdauer. Dank seiner hervorragenden Alterungsbeständigkeit

werden Verschleißerscheinungen deutlich reduziert, was sowohl die Lebensdauer der

Dichtungen als auch des Öls selbst verlängert. Die hohe Schadenskraftstufe bietet

zudem optimalen Schutz vor Fress- und Pittingschäden. Auch der zuverlässige Schutz

vor Wälzlagerverschleiß trägt zu einer erhöhten Betriebssicherheit der Getriebe bei.

Nicht zuletzt wirkt sich der niedrige Reibwert positiv auf den Getriebewirkungsgrad

aus. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass bei einer werkseitigen Befüllung mit

GearOil by SEW-Eurodrive der sonst bei Industriegetrieben vorgeschriebene Erstölwechsel

nach 500 Betriebsstunden entfällt. Der Schmierstoff ist sowohl als mineralisches

als auch als synthetisches Öl in allen gängigen Viskositätsklassen erhältlich. Für Anwendungen in der Lebensmittelindustrie

gibt es zudem spezielle NSF H1-zertifizierte Varianten.

www.sew-eurodrive.de

RÖNTGEN-CT-SYSTEM FÜR DIE

ANSPRUCHSVOLLE QUALITÄTSKONTROLLE

Die Nikon Corporation (Nikon) hat mit dem VOXLS 20 C 225

das neueste Produkt ihrer VOXLS Röntgen-CT-Produktreihe

eingeführt. Dieses System basiert auf bewährten Prinzipien

und bietet maximale Leistungsfähigkeit bei minimalem

Platzbedarf. Laut Hersteller verfügt es über den

größten CT-Scanbereich in einem System, das durch eine

handelsübliche

Doppeltür

passt, und

lässt sich

flexibel in

Qualitätskontrolllabore

und

Fertigungsumgebungen

integrieren.

Das neue

System ist mit

der messtechnischen

Plattform von Nikon mit einem Sockel aus Granit,

starren Manipulatortürme aus Stahl und hochpräzisen

Encoder und Motoren ausgestattet. Diese technischen

Details gewährleisten die Präzision, Wiederholbarkeit

und Zuverlässigkeit, für die die Marke Nikon bekannt ist,

und liefern gleichzeitig eine außergewöhnliche Röntgenund

CT-Datenqualität. Die ersten VOXLS 20 C 225 Systeme

von Nikon werden im Herbst dieses Jahres ausgeliefert

und in Branchen wie Elektronik, additive Fertigung, Luftund

Raumfahrt, Automobilindustrie und Medizintechnik

zum Einsatz kommen. Das VOXLS 20 C 225 ist als langfristige

Investition ausgelegt und lässt sich an die sich

wandelnden Anforderungen eines Highend-Fertigungsunternehmens

anpassen. Ob im Labor oder in der Fertigung,

das neue Röntgen-CT-System von Nikon ist mit

einer durchdachten Technologie für einen höheren Durchsatz

ausgestattet und kann mit einer Reihe von automatisierten

und robotergestützten Inspektionslösungen

mittels Nikon Automation über eine OPC-UA-Schnittstelle

aufgerüstet werden.

www.industry.nikon.com

MOBILE MISCH- UND DOSIERSYSTEME FÜR

KÜHLSCHMIERSTOFFE

Hahn+Kolb bietet Komplettwagen von Flaco zur mobilen

Maschinenversorgung mit Kühlschmierstoff (KSS) an. Die

Misch- und Dosiergeräte beugen überfetteten Emulsionen vor,

sparen Wasser und sind nicht nur umweltfreundlich, sondern

auch wirtschaftlich. Zugleich erhöht ihre digitale Steuerung

die Genauigkeit der eingestellten Werte. Die Qualität der

Emulsion verbessert eine Mischkammer, die von Flaco eigens

für diesen Zweck entwickelt wurde. Außerdem bietet die

Pro-Variante der Modelle die Möglichkeit, prozess- und

gesundheitsrelevante Daten wie die Konzentration oder den

pH-Wert der Emulsion zu dokumentieren. Ob mit Tank oder

Wasseranschluss: Die KSS-Misch- und Dosiersysteme werden

per Akku versorgt und sind deshalb mobil ohne Stromanschluss.

Ein standardmäßig verbautes automatisches Zapfventil

verhindert im Zusammenspiel mit

einem Tankadapter überfüllte Maschinentanks.

Die Füllhöhe des Maschinentanks

kann mit dem Tankadapter um 50 mm

variiert werden. Das gewährleistet eine

sichere Befüllung im Betrieb oder während

des Maschinenstillstands. Die gewünschte

Menge und Konzentration der Emulsion

stellen Anwender digital ein.

www.hahn-kolb.de

Der einfachste Weg zur

automatisierten Prüfung.

Bereits ab 10 Proben am Tag.

zwickroell.com/automation

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 19


SMART PRODUCTION

ISCAR NIMMT NEUBAU IN BETRIEB

DER SONDERWERKZEUG-EXPRESS

IST GESTARTET

01

Ein klares Bekenntnis zum Standort, eine

Verdoppelung der Produktionskapazitäten

und noch mehr Service für die Kunden –

dafür steht der Neubau von Iscar in Ettlingen.

Der Werkzeugspezialist bündelt hier seine

Herstellerkompetenz und ermöglicht den

Kunden dank Express-Service und neuem

Online-Werkzeugkonfigurator, modularem

Werkzeugportfolio und einem großen

Maschinenpark eine schnelle Versorgung mit

maßgeschneiderten Sonderwerkzeugen.

Auf dem 16 000 Quadratmeter großen Grundstück gegenüber

der Iscar-Zentrale in Ettlingen sind ein Produktions-

und Servicegebäude mit 3 200 Quadratmetern

sowie Büros und Lager auf 1 800 Quadratmetern entstanden.

Der Neubau entspricht neuesten ökologischen und

energetischen Standards, der Wärmebedarf der Halle wird nahezu

komplett über die Wärmerückgewinnung gedeckt, und Iscar

hat weitere nachhaltige Ideen umgesetzt. Unter anderem verfügen

die Gebäude über eine Photovoltaikanlage mit einer Gesamtleistung

von fast 480 Kilowatt Peak, ein Blockheizkraftwerk sowie

eine Anlage zur Wärmerückgewinnung.

Der Neubau ist CO 2

-neutral angelegt und beherbergt wichtige

Bereiche der teilautomatisierten Produktion: Hier ist die Schleiferei

mit mehr als 50 modernen Schleif-, Erodier- und Laserbearbeitungsmaschinen

konzentriert – angeschlossen an die für die

Genauigkeit wichtige auf ±0,1 Grad Celsius temperierte, zentrale

Ölversorgung – sowie sämtliche Mess- und Analysetechnik.

„Letztere ist neben der Vor-Ort-Präsenz unserer Anwendungstechnik

sowie unseres 19-köpfigen Konstruktionsteams ein

besonders wichtiger Baustein unseres Service-Konzepts“, unterstreicht

Iscar-Produktmanager Herbert Volk. „Nur so lässt sich

nachvollziehen, wann und wo der Verschleiß bei einem Kundenwerkzeug

beginnt und wie die Werkzeuge entsprechend schnell

angepasst werden können. Auf dieser Basis können wir maximale

Standzeiten garantieren und die Prozesse gemeinsam mit dem

Kunden weiterentwickeln und optimieren.“

Zudem bündelt Iscar im Neubau seine Herstellungskompetenz

und fertigt hier wichtige Teile seines Portfolios: Fräser, Reibahlen

und Bohrer aus Vollhartmetall (VHM) – auch als Multi-Master-

Wechselkopffrässystem – PKD-Werkzeuge, Sonderwerkzeuge

für Wendeschneidplatten, Tieflochbohrer sowie Sonderwendeschneidplatten,

insbesondere die Penta-27-Sonderschneideinsätze

zum Stechen.

SONDERWERKZEUG AUS DEM BAUKASTEN

„Wir leben hier in der Produktion ausschließlich von unserem

breiten Angebot an Sonderwerkzeugen und fertigen in Ettlingen

keinen Standard“, hebt Herbert Volk hervor. „Unsere Strategie ist

es, den Kunden diesen Service möglichst schnell, flexibel und

dynamisch zur Verfügung zu stellen.“ Voraussetzung: Ein umfangreicher

Baukasten an Standardwerkzeugen, die sich einfach

auf ganz unterschiedliche Kundenanforderungen im Sonderbereich

adaptieren lassen.

Dies wird am Markt immer wichtiger, um schnell auf neue Herausforderungen

reagieren und wirtschaftlich fertigen zu können.

Denn Anwender müssen oft innerhalb kürzester Zeit Musterteile

liefern oder auf erhöhte Abnahmemengen reagieren. Da ist die

normale Beschaffungszeit für Sonderwerkzeuge von fünf bis

sieben Wochen keine Option. Für solche Fälle bietet Iscar seinen

Express-Service an, über den sich die VHM-Bohrer und -Fräser,

20 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION

02

01 Auf dem 16 000 Quadratmeter

großen Grundstück gegenüber der

Iscar-Zentrale in Ettlingen sind ein

Produktions-, Service- und

Ver waltungsgebäude sowie

Büros und Lager entstanden

02 In Ettlingen stellt Iscar Fräser,

Reibahlen und Bohrer aus Vollhartmetall,

PKD-Werkzeuge, Sonderwerkzeuge

für Wendeschneidplatten,

Tieflochbohrer sowie Sonderwendeschneidplatten

her

03

03 Mit dem Online-Konfigurator

iQuote kann der Anwender mit

wenigen Klicks sein maßgeschneidertes

Sonderwerkzeug auslegen

KUNDENSPEZIFISCHE BOHRWERK-

ZEUGE KÖNNEN KÜNFTIG MIT

ADDITIVER FERTIGUNG IN KÜR-

ZESTER ZEIT GEFERTIGT WERDEN

Tieflochbohrer sowie die Penta-27-Stechschneideinsätze schnell

beschaffen lassen.

Am schnellsten geht es bei den Tieflochbohrern. Mit der Express-Lieferzeit-Option

bekommen Anwender ihre spezifischen

Werkzeuge bereits seit vielen Jahren innerhalb von drei bis fünf

Arbeitstagen nach Auftragseingang. Bei den VHM-Sonder-Werkzeugen

liegt die Beschaffungszeit von der Zeichnung bis zur Auslieferung

zwischen zwei und fünf Wochen. Beim Premium-Service

für die Penta-27-Schneideinsätze erhält der Kunde innerhalb

von 48 Stunden nach Anfrageeingang ein detailliertes Angebot.

Ab Bestellung beträgt die Lieferzeit maximal 15 Arbeitstage.

„Das sind die Zeiten für Neuaufträge, bei denen zusätzlich die

Zeichnung sowie die Schleifprogramme erstellt werden müssen“,

sagt Herbert Volk. „Bei Folgeaufträgen reduzieren sich die Lieferzeiten

um bis zu zwei Wochen.“

Als nächsten Schritt bereitet Iscar aktuell den Express-Service

für Sumocham-Sonder-Bohrwerkzeuge vor. Durch den Einsatz

der additiven Fertigung können künftig kundenspezifische Werkzeuge

innerhalb kürzester Zeit gefertigt werden.

DUALER WEG ZUM SONDERWERKZEUG

Anwender haben bei Iscar zwei Möglichkeiten, ihre Sonderwerkzeuge

zu beschaffen: Entweder konfigurieren sie ihre Bohrer, Fräser

und Stechwerkzeuge gemeinsam mit dem Iscar-Außendienst.

Diese Variante bietet sich bei komplexeren Werkzeugen mit mehr

Beratungsbedarf an. Eine andere Möglichkeit: Sie nutzen iQuote,

Iscars neuen Online-Werkzeugkonfigurator. „Beide Wege haben

ihre Berechtigung und ergänzen sich optimal“, sagt Herbert Volk.

Besonders bei weniger komplexen Aufgaben biete iQuote aber

einen entscheidenden Vorteil – Nutzer könnten damit maßgeschneiderte

Sonderwerkzeuge noch schneller auslegen.

KI-GESTÜTZTER BESCHAFFUNGSPROZESS

SPART ZEIT

Das KI-gestützte Programm leitet den Anwender Schritt für

Schritt durch den Konfigurationsvorgang, alle Prozesse im Frontund

Backend laufen komplett automatisiert ab. Im ersten Schritt

wählt er per Mausklick seinen Werkstückstoff aus und legt die

gewünschte Bearbeitung fest. Dann hat er die Möglichkeit, alle

Eigenschaften seines Werkzeugs nach seinen Vorstellungen und

Anforderungen zu definieren. Ist alles entsprechend angepasst,

gibt iQuote innerhalb von 15 bis 20 Sekunden das fertige Angebot

inklusive Zeichnung, 3D-Darstellung und Preisangabe aus.

Anschließend ist alles bereit für die Bestellung. „Mit iQuote entfällt

eine ganze Menge Abstimmungsaufwand im Vorfeld“, sagt

Volk. „So lassen sich rund zwei Wochen im Beschaffungsprozess

einsparen.“

Bilder: Iscar

www.iscar.de

AUTOR

Günter Szerencses

Director Sales & Marketing

ISCAR Germany Gmbh, Ettlingen

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 21


SMART PRODUCTION

NACHHALTIGER UMGANG MIT ZERSPANUNGSWERKZEUGEN

LÄNGERES LEBEN DANK

WIEDERAUFBEREITUNG

01 Durch die bewährte

Wiederaufbereitungsstrategie

von Sandvik

Coromant kann die

Lebensdauer eines

Werkzeugs signifikant

verlängert werden

In Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, dem Automobilbau oder der Öl- und

Gasindustrie sind Zerspanungswerkzeuge unverzichtbar. Sie sind dort extremen

Bedingungen wie hohem Druck, großer Hitze und abrasiven Materialien ausgesetzt

und verschleißen unweigerlich. Anwender sind daher geneigt, sie vorzeitig zu

ersetzen, um Stillstandzeiten zu vermeiden. Durch eine bewährte Wiederaufbereitungsstrategie

kann die Lebensdauer eines Werkzeugs jedoch signifikant verlängert

werden, sodass es noch weiter effektiv genutzt werden kann.

Die Wiederaufbereitung von Werkzeugen ist weitaus

mehr als nur einfaches Nachschleifen. Es handelt sich

um ein präzises, mehrstufiges Verfahren, mit dem ein

abgenutztes Werkzeug wieder in seine ursprüngliche

Geometrie gebracht wird. In einem ersten Schritt wird das

Werkzeug einer umfassenden Prüfung unterzogen. Mithilfe

moderner Messgeräte werden die Verschleißmuster sowie die

strukturelle Integrität bewertet. Dabei werden auch Defekte wie

Freiflächen- und Kolkverschleiß sowie Ausbrüche aufgespürt.

Dieser Schritt ist von entscheidender Bedeutung, da so die

Bereiche identifiziert werden, die aufgearbeitet werden müssen,

und festgestellt wird, ob sich das Werkzeug für eine Wiederaufbereitung

eignet.

Ist die Eignung gegeben, beginnt das Nachschleifen. Hierzu

kommen moderne CNC-Maschinen zum Einsatz, mit denen sich

die Schneiden und das geometrische Profil des Werkzeugs auf

wenige Mikrometer genau wiederherstellen lassen. In dieser

Phase wird besonders darauf geachtet, die thermischen Belastungen

zu kontrollieren und die Schneide und die Mittelachse

des Werkzeugkörpers exakt aufeinander abzustimmen. So wird

22 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION

02 Neben den Wiederaufbereitungszentren

hat

Sandvik Coromant auch ein

eigenes Recyclingprogramm für

Hartmetallwerkzeuge, die so

abgenutzt sind, dass eine

Wiederaufbereitung nicht

mehr möglich ist

sichergestellt, dass der strukturelle Kern des Tools nicht beeinträchtigt

wird.

Anschließend wird eine neue Beschichtung aufgetragen, um

die Widerstandsfähigkeit gegen Hitze, Abrieb und chemischen

Verschleiß zu erhöhen. Mithilfe hochpräziser Verfahren wie der

physikalischen (PVD) oder chemischen (CVD) Gasphasenabscheidung

wird eine gleichmäßige Beschichtung mit optimaler

DIE WIEDERAUFBEREITUNG VON

WERKZEUGEN REDUZIERT ABFALL

UND MACHT ZERSPANUNGS-

PROZESSE NACHHALTIGER

INDUSTRIEABFÄLLE REDUZIEREN!

Die weltweite Abfallmenge nimmt rapide zu. Die UNO

geht davon aus, dass die Menge der kommunalen Abfälle

bis zum Jahr 2050 auf 3,8 Milliarden Tonnen steigen wird,

wovon derzeit etwa 50 Prozent aus der Industrie stammen.

Um zu verhindern, dass sich solche Abfallprognosen

bewahrheiten und die globalen Emissionen weiter

steigen, ist eine signifikante Reduzierung der Industrieabfälle

unerlässlich.

schäden zu vermeiden. Anschließend werden sie an den Kunden

zurückgeschickt und sind für einen hochpräzisen und effizienten

Wiedereinsatz bereit.

WIEDERAUFBEREITEN ODER DOCH RECYCELN?

Sandvik Coromant bietet über sein globales Netzwerk von Wiederaufbereitungszentren

einen umfassenden, durchgängigen

Service an. Diese Zentren tragen über die reine Werkzeugleistung

hinaus dazu bei, einen umfassenden Wandel in der Fertigungspraxis

voranzutreiben.

Neben den Wiederaufbereitungszentren hat Sandvik Coromant

auch ein eigenes Recyclingprogramm für Hartmetallwerkzeuge,

die so abgenutzt sind, dass eine Wiederaufbereitung nicht mehr

möglich ist. In einer Recyclinganlage in Österreich werden die

verschlissenen Werkzeuge gesammelt und zu neuen Produkten

verarbeitet.

Dabei werden auch wichtige Ressourcen wie Wolfram zurückgewonnen.

Die verbleibenden Wolframreserven der Erde belaufen

sich nur auf etwa sieben Millionen Tonnen, was einem

Verbrauch von 100 Jahren entspricht. Der Rückgewinnungsprozess

von Sandvik Coromant ist daher für die Verringerung des

CO 2

-Fußabdrucks und die Aufrechterhaltung der Produktion von

entscheidender Bedeutung.

FAZIT

Um die Klimaziele zu erreichen und Emissionen zu begrenzen,

ist es entscheidend, Industrieabfälle zu reduzieren. Die Wiederaufbereitung

von Werkzeugen hilft Fertigungsunternehmen

dabei, ihre Abfallwirtschaft zu optimieren und von herkömmlichen

Verbrauchspraktiken abzurücken. So tragen sie zu einer

Welt bei, die ressourceneffizienter und umweltverträglicher ist.

Bilder: Sandvik Coromant, stock.adobe.com – peterschreiber.media

www.sandvik.coromant.com

AUTOR

Patrik Eurenius, Head of Sustainability

and EHS, Sandvik Coromant

Haftung erreicht. PVD-Verfahren werden in der Regel für hochpräzise

Werkzeuge bevorzugt, da sie bei niedrigeren Temperaturen

arbeiten und thermische Verformungen somit vermieden

werden können.

Nach dem Nachschleifen und Beschichten wird das wiederaufbereitete

Tool einer strengen Leistungsprüfung unterzogen. Dazu

gehören die Analyse der Kantenintegrität, die Bewertung der

Beschichtungshaftung, Kratztests und Leistungsvergleiche mit

neuen Werkzeugen. Diese Tests entsprechen denen, die auch bei

neuen Werkzeugen durchgeführt werden, und sollen sicherstellen,

dass das nach der Wiederaufbereitung die ursprünglichen

Herstellungsstandards hinsichtlich Leistung, Qualität und

Präzision erfüllt werden.

Sobald die Werkzeuge fertiggestellt sind, werden sie gereinigt

und mit einer Schutzverpackung versehen, um Transportwww.myfactory-magazin.de

MY FACTORY 2025/05 23


SMART PRODUCTION

INTELLIGENTES RESTSTOFFMANAGEMENT BEI EINEM LANDMASCHINENHERSTELLER

BLECHABFÄLLE ZENTRAL

ENTSORGEN

01 Die von Kabelschlepp

konzipierte zentrale

Hallenentsorgung transportiert

die Blechabschnitte

autark und sicher aus der

Fertigung in eine angrenzende

Containerhalle

Die Blechteilefertigung bei AGCO Fendt in

Asbach-Bäumenheim steht für höchste Produktivität

pro Quadratmeter Fläche. Ebenso hohe

Ansprüche stellt der Traktoren- und Landmaschinenhersteller

an die Entsorgung der

entstehenden Materialreste. Kabelschlepp

Hünsborn nahm diese Herausforderung an und

entwickelte eine intelligente, vollautomatisierte

Lösung, die nicht nur die Fertigungseffizienz

steigert, sondern auch den nachhaltigen

Umgang mit den Reststoffen ermöglicht.

Wenn AGCO Fendt in seinem Werk in Asbach-

Bäumenheim Blechteile für die typischen grünen

Fahrerkabinen und Motorhauben aus einem

durchlaufenden Coil nahezu endlos schneidet,

sind Effizienz und Präzision das oberste Gebot. Doch die Abläufe

hinter den Kulissen sind mindestens genauso entscheidend.

Die Blechabfälle, die bei jedem Schnitt auf der Laserblanking-

Anlage entstehen, müssen zuverlässig und sicher entsorgt wer-

den, ohne dabei den Produktionsfluss zu stören – fünf Tage die

Woche, rund um die Uhr.

„Wir brauchten eine Entsorgungslösung, die nicht nur unsere

Prozesse ergänzt, sondern sie nachhaltig verbessert“, beschreibt

Florian Hammel, Projektleiter Strategic Plant- and Technology

Development bei AGCO Fendt, die Ausgangssituation. „Das Ziel

war es, ein System zu schaffen, das mitdenkt und sich nahtlos

in unsere bestehenden Prozesse einfügt. Dabei wollten wir die

Produktivität steigern, Ausfallzeiten minimieren und gleichzeitig

unsere Ressourcen effizienter nutzen.“

DIE VISION: EIN AUTARKES

ENTSORGUNGSSYSTEM

Kabelschlepp, seit Jahren ein zuverlässiger Partner von AGCO

Fendt, hatte die passende Antwort. Die Spezialisten für Führungsbahnschutz-

und Fördersysteme (CAPS) konzipierten eine

voll automatisierte Lösung für die Laserblanking-Anlage, die die

Blechabschnitte autark und sicher aus der Fertigung bis in eine

angrenzende Containerhalle transportiert und sie dort füllstandsoptimiert

in zwei Absetzmulden entsorgt.

„Die Anforderungen an die neue Anlage sind hoch“, berichtet

Jörg Kubina, Project Engineer Sales bei Kabelschlepp, der das

Projekt von Anfang an begleitete. „Die Entsorgung der Schrottteile

soll geräuscharm, sicher und automatisiert erfolgen. Gleichzeitig

möchte AGCO Fendt die Container optimal befüllen und

den Personaleinsatz für die Wartung und Bedienung auf ein

Minimum reduzieren.“

24 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION

02

02 AGCO Fendt produziert einen Teil seiner Blechteile auf einer

Laserblanking-Anlage von Trumpf

03 Sobald die Laser-Blanking-Anlage läuft, fallen kontinuierlich

Blechabschnitte über einen Einfülltrichter auf das Transportband

03

04 Über eine Steigung werden die Reststoffe in die angrenzende

Containerhalle gefördert

HOHER AUTOMATISIERUNGSGRAD DURCH

SMARTE DETAILS

AGCO Fendt produziert einen Teil seiner Blechteile auf einer

Laserblanking-Anlage der Firma Trumpf. Vorschubwalzen

ziehen das Material von einem Coil, durch eine Richtanlage in

die Schneidzelle, wo der Laser den hochpräzisen Zuschnitt übernimmt.

Besonders wichtig: Der hinterlegte Schnittplan ist durch

Verschachtelung (Nesting) bereits so aufgebaut, dass ein Minimum

an Materialresten anfällt.

Im Anschluss entnimmt ein roboterbasiertes Handlingsystem

in der Entnahmezelle alle Gutteile und stapelt diese ab. Auf dem

Band verbleiben Restgitter, die mit gewollten Trennschnitten

versehen sind. Die sogenannten Microjoints sorgen für ein Aufbrechen

der sperrigen Teile, wenn sie später in den geneigten

Aufgabetrichter des Austragsförderers nach unten fallen.

Die Restgitterstücke gelangen zunächst in den Aufgabebereich

des Austragsförderers und werden dann über eine Steigung in die

angrenzende Containerhalle gefördert. Das System verfügt über

verschiedene definierte Abwurfpositionen, die für eine optimale

Befüllung der Container sorgen. Eine Verteilrutsche wählt automatisch

den passenden zu füllenden Container aus. Ist der maximale

Befüllungsgrad eines Behälters erreicht, wird der zuständige

Mitarbeiter benachrichtigt, damit er die Abholung organisieren

kann. Der Entsorger sieht dann über ein Ampelsystem im

Außenbereich der Halle, welcher Container bereitsteht.

„Das Förderband mit eigener Steuerung und die individuellen

Container, die einen optimalen inner- und außerbetrieblichen

RESSOURCENVERBRAUCH IM FOKUS

Die Verringerung des Ressourcenverbrauchs gewinnt

immer mehr an Bedeutung. Schrott ist wertvoller

Rohstoff in der Kreislaufwirtschaft. Kabelschlepp liefert

Fördersysteme zur (zentralen) Entsorgung von Reststoffen

im Betrieb sowie zur Trennung verschiedener Materialien,

die dazu beitragen, den Wert des Schrotts zu erhöhen.

04

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 25


SMART PRODUCTION

05

WACHSENDE BEDEUTUNG NACH-

HALTIGER PRODUKTIONSPROZESSE

Die Anlage ist ein Zeichen für die wachsende

Bedeutung nachhaltiger Produktionsprozesse in

unserem Unternehmen. Indem die Restgitterteile

sauber und effizient in den Wertstoffkreislauf

zurückgeführt werden, tragen wir aktiv dazu bei,

Ressourcen zu schonen und den Materialverbrauch

zu optimieren.

Florian Hammel, Projektleiter Strategic Plant- and Technology

Development bei AGCO Fendt

06

05 Das System verfügt über verschiedene Abwurfpositionen, die für

eine optimale Befüllung der Container sorgen; eine Verteilrutsche

wählt automatisch den zu füllenden Container aus

06 Florian Hammel von AGCO Fendt prüft am Visualisierungs-Display

den Betriebsstatus des Systems; hilfreiche Kamera-Ansichten

vereinfachen die visuelle Kontrolle

Transport gewährleisten, sind zentrale Bausteine für den Wertstoffkreislauf“,

erklärt Jörg Kubina. „Auf diese Weise steigern wir

den Wert des Schrotts, sodass sich die Investition rechnet. Die

Schnittstellen-Kommunikation zur Laserschneidanlage liefert

Fendt darüber hinaus alle notwendigen Informationen für sein

Betriebsdatenmanagement. Last but not least profitiert unser

Kunde von einer ganzheitlichen Projektbetreuung, inklusive

Sicherheitskonzept, Steuerungstechnik, Installation und Inbetriebnahme

sowie von unserer Service-Verfügbarkeit über die

gesamte Lebensdauer der Anlage.“

VON DER VISION ZUR REALISIERUNG

Die Zusammenarbeit zwischen AGCO Fendt und Kabelschlepp

begann vor etwa zweieinhalb Jahren mit einer klaren Idee und

einem gemeinsamen Ziel. Nach ersten Konzeptgesprächen folgte

eine detaillierte Projektierungsphase, die mit technischer Präzision

und Weitblick durchgeführt wurde. Vom ersten Angebot bis

zur finalen Beauftragung dauerte es sechs Monate – eine Zeit, in

der sich das Vertrauen zwischen den beiden Partnern festigte.

Die Fertigung der Anlage und die anschließende Installation

erfolgten im Rahmen eines straffen Zeitplans. Kabelschlepp

übernahm die mechanische und elektrische Inbetriebnahme vor

Ort. Inzwischen läuft das Entsorgungssystem seit mehr als sechs

Monaten störungsfrei. „Die Zusammenarbeit verlief problemlos“,

lobt Florian Hammel. „Besonders beeindruckt hat uns, wie flexibel

und lösungsorientiert Kabelschlepp auf unsere Wünsche

eingegangen ist.“

NACHHALTIGE UND HOCHEFFIZIENTE LÖSUNG

Die Vorteile des neuen Entsorgungssystems von Kabelschlepp

zeigen sich auf mehreren Ebenen: Die Laseranlage muss nicht

mehr angehalten werden, um volle Schrottcontainer zu tauschen

– ein entscheidender Produktivitätsvorteil. Sensoren überwachen

kontinuierlich den Füllstand der Container und liefern diese

Informationen direkt an die zuständigen Mitarbeiter. Darüber

hinaus gewährleisten Zutrittssysteme höchste Sicherheit in den

sensiblen Bereichen der Containerhalle, was besonders im

Hinblick auf Gefahren- und Schutzzonen ein unverzichtbarer

Aspekt ist.

„Die Kombination aus Automatisierung, Sicherheit und Nachhaltigkeit

ist ein echter Mehrwert für unseren Betrieb“, erklärt

Florian Hammel. „Darüber hinaus ist die Anlage ein Zeichen für

die wachsende Bedeutung nachhaltiger Produktionsprozesse in

unserem Unternehmen. Indem die Restgitterteile sauber und

effizient in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden, tragen

wir aktiv dazu bei, Ressourcen zu schonen und den Materialverbrauch

zu optimieren. Außerdem erhöhen wir unsere Erlöse

im Weiterverkauf an die Entsorger.“

Bilder: Tsubaki Kabelschlepp

www.tsubaki-kabelschlepp.com

AUTOR

Uwe Becher, Senior Manager Sales

Conveyor- and Protection Systems

Kabelschlepp GmbH

ZUSATZINHALTE IM NETZ

tsubaki-kabelschlepp.com/de-de/unternehmen/kabelschlepp-gmbh-huensborn/

26 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


SMART PRODUCTION

PRÄZISE WERKSTOFFPRÜFUNG UNTER WASSERSTOFFEINFLUSS

Das Materials Center Leoben (MCL) nutzt die servohydraulische Prüfmaschine

HA 100 von ZwickRoell zur Untersuchung von Materialeigenschaften unter

Wasserstoffeinfluss. Die hohe Präzision der Prüflösung liefert wichtige Daten zur

Entwicklung widerstandsfähiger Materialien. Wasserstoff beeinflusst die

mechanischen Eigenschaften von Metallen erheblich. Um Schäden wie Risse und

Materialveränderungen effektiv zu untersuchen, simuliert das MCL mit der

HA 100 reale Bedingungen. Der integrierte Autoklav ermöglicht Prüfungen unter

Drücken bis zu 400 bar und Temperaturen von -50 bis +150 °C, wie sie in Wasserstoffanlagen

auftreten. Die Prüfmaschine HA 100 bietet höchste Genauigkeit und

Flexibilität. Mithilfe modernster Messtechnik werden präzise Kraft- und Dehnungsmessungen

durchgeführt. Durch die Gleichstrompotentialmethode (DCPD)

sind genaue Risslängenmessungen während der Prüfung möglich. Die Maschine eignet sich sowohl für quasi-statische und

bruchmechanische Prüfungen als auch für Ermüdungsprüfungen (High Cycle Fatigue/HCF und Low Cycle Fatigue/LCF). Alle

Sensoren arbeiten auch unter extremen Bedingungen zuverlässig und erfüllen sämtliche Normanforderungen. Dabei

unterstützt die integrierte Prüfsoftware alle relevanten genormten Prüfverfahren, darunter Zugversuche, Bruchzähigkeitsmessungen

und Ermüdungsversuche.

www.zwickroell.com

NEUE SYSTEMLÖSUNG ERHÖHT QUALITÄT

UND EFFIZIENZ BEIM SCHWEISSEN

Trumpf hat eine neue Systemlösung entwickelt, mit der

Anwender die Qualität und Effizienz beim Schweißen steigern

können. Die Lösung kombiniert mehrere Sensoriken, die alle

Prozessschritte beim Laserschweißen überwachen. Eine

integrierte KI-Qualitätskontrolle prüft etwa die Schweißnähte

und eine OCT (optische Kohärenztomografie) kontrolliert die

Einschweißtiefe des Lasers. „Trumpf bietet alle Komponenten

wie Strahlquelle,

Sensorik und Optik

aus einer Hand. Wir

kümmern uns auch

um die Installation,

den Service und eine

Programmierung der

Anlage, die auf den

Anwender zugeschnitten

ist. Unsere

Kunden können auf zusätzliche Schnittstellen verzichten und

müssen sich nicht mit verschiedenen Lieferanten abstimmen“,

sagt Produktmanager Martin Stambke. Anwender können mit

der Lösung präzise Bauteile schweißen, bei denen keine Fehler

vorkommen dürfen. Für fehlerfreie Schweißnähte muss der

Anwender den optimalen Arbeitsabstand zwischen verschiedenen

Bauteilen und dem Laser einstellen. Möglich macht das

die programmierbare Fokussieroptik PFO 33. Diese kann die

Fokuslage des Lasers selbständig anpassen. Mit der integrierten

optischen Kohärenztomografie (OCT) können Anwender

nicht nur die Einschweißtiefe des Lasers überwachen, sondern

auch den Abstand des Lasers zum Bauteil kontrollieren. Das

stellt die Fokuslage des Lasers sicher und verhindert Schweißfehler.

Zur Überprüfung der Qualität der gefertigten Bauteile

kommt zudem VisionLine Inspect zum Einsatz. Eine Kamera

nimmt ein Bild der Schweißnaht auf und das System erkennt

mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) mögliche Fehler.

Durch die Kombination von KI-Vorverarbeitung und konventionellen

Algorithmen schafft Trumpf Nachvollziehbarkeit

und Transparenz.

www.trumpf.com

MINUS 40 PROZENT GAS DANK

INTELLIGENTER REGELUNG

Beim Lichtbogenschweißen hat Fronius auch stets die

optimale Dosierung des Schutzgases auf der Agenda. Ein

Zuviel oder Zuwenig beeinträchtigt die Qualität des Ergebnisses.

Darüber hinaus ist Schutzgas eine wertvolle Ressource.

Nicht nur, weil es Kosten verursacht, sondern auch, weil die

Erzeugung energieintensiv ist. Im Hinblick auf seinen CO2-

Fußabdruck, sollte es so sparsam wie möglich eingesetzt

werden. Der intelligente Gasregler von Fronius optimiert den

Verbrauch bei gleichbleibend hoher Schweißqualität und hilft,

in der Produktion Gas

einzusparen. Eine

kontrollierte Gaseinstellung

für den

jeweiligen Schweißprozess,

Werkstoff

oder die Schweißposition

sichert die

Nahtqualität und spart

Kosten. „Unser

intelligenter Gasregler

sorgt nicht nur dafür,

dass der Lichtbogen und das Schmelzbad perfekt geschützt

werden, er ermöglicht auch, den Gasverbrauch in zweifacher

Hinsicht deutlich zu senken“, erklärt Philipp Schlor, Strategic

Product Manager bei Fronius International. „Zum einen

eliminiert er den ‚Blow Out‘ bei jedem einzelnen Schweißstart.

Zum anderen ermöglicht er es, die Schutzgasmenge

leistungsabhängig zu regeln oder sie für jeden individuellen

Schweißjob exakt vorzudefinieren. Unsere Erfahrungen zeigen

Gaseinsparungen von bis zu 40 Prozent in den Betrieben.

Darüber hinaus verringert die Ressourceneinsparung den

CO2-Fußabdruck des Unternehmens und der gefertigten

Bauteile.“ Alle Fronius TPS/i- und iWave-Schweißlösungen

können auch nachträglich jederzeit mit einem intelligenten

Fronius Gasregler erweitert werden. Die entsprechende

Einbauoption kann mit wenigen Handgriffen nachgerüstet

werden.

www.fronius.com/de/schweisstechnik/

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 27


BETRIEBSTECHNIK

QUALITÄT SICHERN UND FEHLER MINIMIEREN

ANLAGENREINIGUNG

PER APP MANAGEN

Industrielle Anlagen regelmäßig zu

reinigen, erhöht nicht nur ihre Lebensdauer,

sondern unterstützt aktiv auch ihre

Instandhaltung. Doch welche Tätigkeit

muss von wem und zu welcher Zeit

durchgeführt werden? Um alle Reinigungsund

Wartungsprozesse im Blick zu

behalten, hilft eine Aufgabenmanagement-App.

Sie sammelt alle durchgeführten

Arbeiten, speichert die Informationen

und stellt sie zur passenden Zeit

den jeweiligen Nutzern zur Verfügung.

Ölige Maschinen in Industriehallen, verstaubte Lüftungsanlagen

oder verschmutzte Aufzugschächte – die professionelle

Reinigung von Industrieanlagen ist aufwendig

und erfordert Fachwissen. Denn jede Anlage hat

einen spezifischen Reinigungsbedarf, der sich z.B. durch unterschiedliche

Oberflächen und divergierende Materialien ergibt.

Die Anlagen müssen in einem bestimmten Rhythmus gesäubert

werden, sodass ihr Betrieb gewährleistet und mögliche Garantieansprüche

eingehalten werden. Unternehmen vertrauen deshalb

für die Reinigung und Instandhaltung häufig auf Dienstleister, die

professionelle Reinigungsdienste anbieten. Da das Personal seine

Tätigkeiten oftmals an mehreren Standorten ausführt, seinen Arbeitsturnus

wechselt oder bei zusätzlichem Putzbedarf mit Mehraufwand

reagiert, kann der Überblick schnell verloren gehen.

Wann wurde welche Maschine von wem gereinigt, welche

Maßnahmen sind durchgeführt worden und was ist eventuell

noch zu erledigen – dies zu wissen, ist aus mehreren Gründen

von entscheidender Bedeutung. In erster Linie geht es um die

Sicherheit der Mitarbeiter, die die Maschinen bedienen. Eine unzureichende

Reinigung kann gefährliche Arbeitsbedingungen

schaffen, etwa durch gefährliche Staubansammlungen oder

Rückstände von Chemikalien, die das Risiko von Unfällen und

Gesundheitsproblemen erhöhen. In vielen Industriebetrieben

können Verunreinigungen aber nicht nur die Mitarbeiter gefährden,

sondern auch die Qualität der Produkte beeinträchtigen.

Hier spielt die Reinigung eine zentrale Rolle, um Produktschäden

zu vermeiden.

Eine regelmäßige Reinigung trägt zur Vermeidung von Ausfällen

und Schäden an Maschinen und Anlagen bei. Ablagerungen

und Schmutz können die Funktionstüchtigkeit von Geräten beeinträchtigen,

was zu unvorhergesehenen Ausfällen und damit

zu teuren Reparaturen führen kann. Eine gut gepflegte Anlage

läuft effizienter und hat eine längere Lebensdauer. Das gilt auch

für die Energieeffizienz: Schmutz und Ablagerungen können

verhindern, dass Maschinen mit maximaler Effizienz laufen, was

den Energieverbrauch unnötig steigert. Eine regelmäßige Reinigung

hilft, diesen zu optimieren, Betriebskosten zu senken und

gleichzeitig zur Nachhaltigkeit des Unternehmens beizutragen.

MEHR ÜBERSICHT DURCH REALE

DOKUMENTATIONEN

Dass sicher nachvollzogen werden kann, wer wann die Maschine

gereinigt hat, wirkt sich also direkt auf die Wirtschaftlichkeit des

Unternehmens aus. Daher ist es wichtig, diese Prozesse zu dokumentieren

und zu überwachen. Hier kommt die Aufgabenmanagement-App

ins Spiel, die nicht nur dafür sorgt, dass jeder

Schritt der Reinigung genau festgehalten wird, sondern die es

auch ermöglicht, die Qualität in Echtzeit zu überwachen und bei

Bedarf sofort zu reagieren.

In der App sind jede Reinigungskraft, jeder Auftrag mit seinen

einzelnen Aufgaben sowie ein Zeitplan hinterlegt. So lässt sich

der Personaleinsatz sinnvoll planen und die Reinigungsrouten

können vom Facility Management festgelegt und zugewiesen

werden. Haben die Mitarbeitenden ihre Aufgaben erhalten, können

sie sich mit dem Handy an der zu säubernden Anlage einloggen.

Fallen Mängel an einer Maschine auf, wird dies direkt mittels

eines Bildes festgehalten und an die Verantwortlichen weitergegeben.

Auf diese Weise entsteht nicht nur eine Dokumentation

der getanen Reinigungsarbeit für aktuelle Abrechnungen, sondern

mit der Zeit auch eine Archivierung von Fehlfunktionen.

EINFACHERE FEHLERBEHEBUNG

Denn über die Lebensdauer von Maschinen hinweg treten unterschiedliche

Fehler in unregelmäßigen Abständen erneut auf. Ist

der Aufgabenmanagement-App eine Fehlfunktion schon bekannt,

kann bei der Reparatur auf dieses Wissen zurückgegriffen wer-

28 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


BETRIEBSTECHNIK

App zurückgegriffen werden, weiß auch die Vertretung, welche

Tätigkeiten zu erledigen sind. Ein Wissen, das nicht nur Zeit spart,

sondern auch Sicherheit bietet, da das Personal mithilfe von Anleitungen

und nicht nach dem Try-and-Error-Prinzip arbeitet.

den. Ein Beispiel: Wird ein Defekt an einer Maschine gemeldet,

bucht sich der Techniker, der den Schaden beheben möchte, bei

dieser ein. Nun liest er die Fehlermeldung, erhält den alten

Lösungsansatz sowie die Anlagenbeschreibung. Anhand dieser

Informationen erkennt er die mögliche Fehlerquelle, erhält den

DIE APP BRINGT MEHR SICHERHEIT,

QUALITÄT UND TRANSPARENZ SOWIE

VEREINFACHTE FEHLERBEHEBUNG

Lösungsweg und erspart sich ein erneutes Suchen, Ausprobieren

und Testen. Der Defekt wird so schnellstmöglich behoben. Die

Zeitersparnis ist enorm.

WISSENSDATENBANK ERLEICHTERT URLAUBS-

UND KRANKHEITSVERTRETUNG

Da das Personal nicht täglich mit jeder einzelnen Anlage arbeitet,

ist gerade dieses Wissen aus der Maschinenbeschreibung und

dem hinterlegten Lösungsweg von großem Vorteil. Denn so

können Werker bei jeder Maschine nachschauen, was deren individueller

Bedarf ist, wo Fehlerquellen lagen oder welche Funktionen

welche Reaktion hervorrufen. Eine aufwendige Suche, beispielsweise

nach einem Sicherungskasten, einem Lüftungszugang

oder einem Kabelverlauf entfällt durch einen kurzen

Blick auf das Datenblatt der Maschine.

Ein Vorteil, der sich vor allem bei wechselndem Personal deutlich

zeigt: Wird eine Urlaubs- oder Krankheitsvertretung zu einer

Maschine gerufen, war vorab meist keine detaillierte Übergabe

oder Einarbeitung in jede einzelne Anlage möglich. Kann nun

aber auf die Wissensdatenbank in der Aufgabenmanagement-

HÖHERE QUALITÄT DURCH

TRANSPARENTERE ARBEIT

Neben diesem Wissensvorsprung sichert eine Aufgabenmanagement-App

auch die Qualität der getanen Arbeit. Die Dokumentationen

der einzelnen Arbeitsschritte der Reinigungskräfte ermöglichen

dem Facility Management eine schnellere Überprüfung

der einzelnen Tätigkeiten. Konnte die Überprüfung erledigter

Aufgaben vorher nur durch einen Kontrollgang erfolgen, wissen

die Verantwortlichen nun anhand des notierten Zeitpunkts, des

Bildmaterials und der Einbuchung an der jeweiligen Maschine,

dass die gewünschten Arbeiten durchgeführt worden sind. Eine

Manipulation ist aufgrund der genutzten NFC-Technologie ausgeschlossen,

da das System nur tatsächlich vor Ort durchgeführte

Einbuchungen festhält. Eine Drahtlostechnologie (Near Field

Communication – NFC) ermöglicht den kontaktlosen Datenaustausch

zwischen Geräten. Firmen können somit an allen

gewünschten Anlagen Chips anbringen, mit denen Mitarbeitern

der Zugang zur App gewährt wird. Statten sie ihr Personal

dann zusätzlich mit einem Handy aus, auf dem die Anwendung

installiert ist, sind alle Voraussetzungen für ein erfolgreiches

Arbeiten mit einer Aufgabenmanagement-App erfüllt.

FAZIT

Mehr Sicherheit, höhere Qualität und Transparenz, eine vereinfachte

Fehlerbehebung und ein leichterer Zugang zu individuellem

Anlagenwissen: Eine Aufgabenmanagement-App bietet weit

mehr, als das Planen und Steuern von Reinigungs- und Wartungsarbeiten.

Sie erleichtert die Qualitätsprüfung und erfüllt

Dokumentationspflichten, die nicht nur die Instandhaltung und

Garantieansprüche von Industrieanlagen gewährleisten, sondern

auch eine Wissensdatenbank aufbauen. Diese unterstützt

Firmen langfristig bei kommenden Aufgaben.

Bilder: stock.adobe.com – Sasint, stock.adobe.com – Mykola, stock.adobe.com –

Fotolia RAW, Novoworker

www.novoworker.de

AUTOR

Sven Häring, Geschäftsführer

Novoworker GmbH, Weingarten

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 29


BETRIEBSTECHNIK

ENERGIEEFFIZIENTE VERDUNSTUNGSKÜHLUNG

PRODUKTIONSHALLEN NACHHALTIG

KLIMATISIEREN

Die Klingele Paper & Packaging Group geht am Standort Grunbach neue Wege in der

Klimatisierung der Produktionshallen und verbessert damit die Arbeitsbedingungen

für die Mitarbeitenden. Seit September 2024 ist eine innovative adiabate (wärmedichte)

Kühlanlage in Betrieb, die erstmals in den Sommermonaten ihre volle Wirkung

entfalten kann. Anders als herkömmliche Klimaanlagen nutzt das System

Verdunstungskälte und wird größtenteils mit selbst erzeugtem Solarstrom betrieben.

Die von Dr. Jan Klingele in dritter Generation geführte

Klingele Paper & Packaging Group vereint das Knowhow

aus über 100 Jahren Familienunternehmen mit Mut

zur Innovation, Bewusstsein für Nachhaltigkeit sowie

Verantwortung für ihre Mitarbeitenden. Der international tätige

Anbieter von Papier und Verpackungslösungen aus Wellpappe

mit Hauptsitz in Remshalden bei Stuttgart begleitet seine Kunden

seit 1920 partnerschaftlich, kompetent und mit höchstem

Qualitätsanspruch. Das Unternehmen investiert kontinuierlich

in modernste Technologie.

Bei der Weiterverarbeitung von Wellpappenrohpapier zu Wellpappe

sind im Sommer Temperaturen um die 30° C möglich. Die

neue adiabate Kühlanlage am Standort Grundbach senkt die

Temperatur hauptsächlich im Arbeitsbereich der Maschinen.

Das sorgt nicht nur für angenehmere Raumtemperaturen für die

Mitarbeitenden, durch die reduzierte Umgebungstemperatur

sind zudem die Maschinen weniger anfällig für Störungen.

TECHNOLOGIE DER ADIABATEN KÜHLUNG

Im Gegensatz zu herkömmlichen Klimaanlagen nutzt das adiabate

System Verdunstungskälte zur Temperatursenkung. Wasser

fließt über ein Wabengitter, während warme Außenluft darüber

strömt. Die Luft gibt Wärme an das Wasser ab, das Wasser verdunstet

und kühlt dabei die Luft ab. Dieses Verfahren ermöglicht

eine effektive Temperatursenkung mit minimalem Energieeinsatz,

lediglich Lüfter und Pumpen müssen betrieben werden.

„Die Technologie der adiabaten Kühlung hat sich enorm weiter-

entwickelt und ist heute eine nachhaltige und leistungsstarke

Alternative zu klassischen Kühlsystemen“, erklärt Alexander Stark,

Energie-Management-Beauftragter im Wellpappenwerk Grunbach.

Nachdem er verschiedene Klimasysteme verglichen hatte,

fiel die Entscheidung für diese innovative Kühltechnologie der

Infranorm Technologie GmbH aus Österreich.

MODERNES ENERGIEKONZEPT

Das Kühlsystem ist die neueste Ergänzung der leistungsstarken

Verarbeitungsmaschinen von Klingele, mit der das Unternehmen

auf nachhaltige Weise seine Prozesse optimiert. Betrieben wird

die Anlage größtenteils mit Strom aus der eigenen Photovoltaikanlage.

„Insgesamt stammen rund 88 Prozent der Energie, die in

der Klingele Gruppe zur Produktion eingesetzt wird, aus erneuerbaren

und alternativen Brennstoffen. Die Einführung dieser

energieeffizienten und innovativen Kühltechnik passt perfekt in

unser ganzheitliches Energiekonzept“, betont Werkleiter

Ulrich Metzger. Mit dieser Investition setzt Klingele ein klares

Zeichen für mehr Umweltverträglichkeit, moderne Produktionsstandards

und gute Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden

an den Verarbeitungsmaschinen zur Herstellung von Verpackungen

aus Wellpappe.

Bilder: Klingele Paper & Packaging Group

www.klingele.com

www.infranorm.com

30 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


NEUES BEDIENFELD – ALS STAND-ALONE-LÖSUNG ODER SYSTEMBAUSTEIN

BETRIEBSTECHNIK

Schmersal hat ein neues Bedienfeld im Portfolio: Das BDF40 zeichnet sich durch eine flache

und schlanke Bauform aus, die eine gute Integration in die Umgebungskonstruktion ermöglicht.

Das Bedienfeld ist in zwei Varianten – mit oder ohne Not-Halt-Funktion – erhältlich und bietet

austauschbare, farbige Tasterkappen für Leuchtdrucktaster oder unbeleuchtete Drucktaster. Die

Tasterkappen können in zwölf unterschiedlichen Farben einfach montiert werden und bieten damit

flexible Einsatzmöglichkeiten. Der 12-polige M12-Anschluss ermöglicht eine schnelle und fehlerfreie

Installation, und der optionale Montagesatz MS-BDF40 schützt diesen vor Manipulation. Das neue

Bedienfeld BDF40 kann eigenständig installiert werden. Es kann aber auch mit Hilfe eines Verbindungsstückes

nahtlos in das Türsystem mit der Sicherheitszuhaltung AZM40 und dem Türgriff DHS

integriert werden. Das Türgriffsystem DHS kombiniert die Funktionen eines robusten Türgriffes mit der Anzeige verschiedener

Maschinenzustände über die Beleuchtung des Griffs. Der Griff signalisiert unterschiedliche Maschinenzustände großflächig

über sieben verschiedene Farben. Der Anwender kann die Farben individuell ansteuern, um die jeweils definierten

Maschinenzustände zu signalisieren. Das Türgriffsystem ist so ausgelegt, dass es optimal mit der Sicherheitszuhaltung

AZM40 und dem Sicherheitssensor der Baureihe RSS260 – sowie dem BDF40 – eingesetzt werden kann.

www.schmersal.com

INTEGRATION DER CO 2

-BILANZIERUNG IN

IT-INFRASTRUKTUR

Ecospeed ergänzt seine Software

zur Berechnung des

CO 2

-Fußabdrucks von Produkten,

Gebäuden und Unternehmen

um eine neue API-Schnittstelle.

Diese optimiert die

Durchgängigkeit zu übergreifenden

Nachhaltigkeits-Plattformen.

Nutzer können Gebäude

oder Produkte in dieser ESG-

Plattform anlegen oder bearbeiten. Die Änderungen werden

über die API-Schnittstelle in die Ecospeed-Plattform übernommen.

Damit lässt sich die Organisationsstruktur des Kunden

automatisch zwischen den beiden Plattformen synchronisieren.

Legt der Anwender in der übergeordneten ESG-Software

einen neuen Firmenstandort an, wird dieser über die API-

Schnittstelle automatisch mit allen notwendigen Daten in die

Ecospeed-Plattform kopiert. Das gilt auch für das Bearbeiten

oder Verschieben von Standorten innerhalb der Unternehmensstruktur.

Die Datenerfassung in der Ecospeed-Software

wiederum wird automatisch in die übergeordnete ESG-Software

des Systempartners übertragen und angezeigt. Dem

Ecospeed-Anwender stehen weitere API-Schnittstellen zur

Verfügung, die Rohdaten aus Energiemanagementsystemen

importieren.

www.ecospeed.ch

NACHRÜSTUNG MIT FALTENBÄLGEN MACHT

HUBTISCHE UNFALLSICHER

In der Lagerhalle eines

niederländischen Unternehmens

galten drei große

Scheren-Hubtische lange

als neuralgischer Punkt in

Sachen Arbeitssicherheit.

Ein interner Fußweg führt

hier regelmäßig viele

Mitarbeitende entlang. Die Gefahr des versehentlichen

Eingreifens in die Scherenkonstruktion, aber auch des

Unterfahrens oder unsachgemäßen Abstellens von Paletten

war daher groß. Durch Faltenbälge von Hema konnte diese

Gefahrenstelle beseitigt werden. Im Rahmen einer Nachrüstung

wurden die Hubtische mit Faltenbälgen der Reihe Elastic

versehen. Die Produktreihe bietet zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten,

deren Grundkomponenten, Material, Form,

Verarbeitungsart und Abmessung auf den jeweiligen Einsatzbereich

abgestimmt werden. Die Befestigung erfolgte hier

über Metallendrahmen, ist aber auch über Klettbänder

möglich. Das passgenau und platzsparend ausgelegte

Schutzsystem umschließt die Scherenkonstruktion vollständig

und verfährt geräuscharm mit ihr. Auf diese Weise verhindert

der Faltenbalg wirkungsvoll, dass Personen oder Gegenstände

in den kritischen Bereich gelangen und einen Not-Stopp

auslösen bzw. es zu Personen- oder Sachschäden kommt.

www.hema-group.com

EFFIZIENTE BETRIEBSREINIGUNG MIT PRODUKTEN IM RUNDUM-SERVICE

Der Textil-Dienstleister Mewa hält für Unternehmen nachhaltige und effiziente Lösungen für die Betriebsreinigung bereit. Der

Einsatz von Mehrweg-Putztüchern, -Fußmatten und -Ölauffangmatten hält das Arbeitsumfeld sauber und verringert gleichzeitig

die Abfallmengen. Die umfassenden Lösungen sind ausschließlich im Rundum-Service inklusive Holen, Waschen, Qualitätskontrolle

und Wiederanliefern erhältlich. Das spart Ressourcen und gewährleistet stets verfügbare

Reinigungsutensilien. So unterstützt Mewa Betriebe nachhaltig und effizient dabei, ihre Arbeitsplätze

sauber und umweltfreundlich zu gestalten. Für die Teilereinigung ohne gesundheits- oder

umweltgefährdende Chemikalien bietet Mewa zudem Pinselwaschtische und Hochdruckreiniger

inklusive Reparatur- und Wartungsservice an. Das wässrige Reinigungsliquid der Teilereiniger ist

nach den Richtlinien für die Lebensmittelherstellung (NSF Nonfood) zertifiziert.

www.mewa.de

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 31


INTRALOGISTIK

01

MEHR EFFIZIENZ BEIM LAGERN UND KOMMISSIONIEREN

TUNING FÜRS PALETTENREGAL

Eine effiziente Lagergestaltung spart Kosten – ob im Neubau oder bei

der Umgestaltung eines bestehenden Systems. Sowohl im Bereich der

Kommissionierung als auch bei der Palettenlagerung hat

Bito-Lagertechnik viele Lösungen im Portfolio, mit denen Unternehmen

mit wenig Aufwand auch im laufenden Betrieb ihre intralogistischen

Prozesse optimieren können.

Mit dem Palettenregal-Tuning von Bito-Lagertechnik

gewinnt der Anwender mit einfachen Mitteln viel

Kommissionierfläche auf vorhandenem Lagerraum.

Unabhängig davon, ob die Regalsysteme von Anfang

an entsprechend installiert werden oder ein bestehendes Lager

umgerüstet wird, bietet das Tuning als dynamisches System jederzeit

die Möglichkeit, die Regalebenen immer wieder individuell

neu anzupassen oder rückzubauen. Anwender können somit flexibel

und mit punktgenauen Investitionen aus ihrem Vorratslager

für Paletten eine passgenaue Kommissionierlösung für Stückgut

erzeugen – und damit schnell und wirtschaftlich auf sich verändernde

Sortimente und Artikelstrukturen oder saisonal unterschiedliche

Anforderungen an die Kommissionierung reagieren.

Per Tuning ist es beispielsweise möglich, Bito-Standard-Palettenregale

um leichte Lagerebenen, zusätzliche Durchlaufebenen

oder komplette Stückgut-Durchlaufregale und/oder Fachbodenregale

in der unteren Ebene zu ergänzen. Mit geringem Aufwand

entsteht so ein (zusätzlicher) Kommissionierbereich im bestehenden

Lager.

Die oberen Ebenen des Palettenregals können je nach Bedarf

als Pufferzone und Vorratslager genutzt werden. Werden beispielsweise

Bito-Durchlaufkanäle beim Palettenregal-Tuning als

zweifach-tiefe Bereitstellbahnen ergänzt, wird dauerhaft ein

Pufferplatz für den Kommissionierer bereitgehalten und die Prozesse

werden somit entkoppelt. – Eine unkomplizierte Methode,

um nicht nur Lagerfläche einfach zu verdichten und optimal zu

32 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


INTRALOGISTIK

01 - 03 Kommissionierfläche auf vorhandener Lagerfläche

gewinnt man mit Palettenregal-Tuning; so lässt sich nicht nur

Lagerfläche verdichten und optimal nutzen, sondern gleichzeitig

auch der Kommissionierprozess beschleunigen

02

04 Im Vergleich zur Ausstattung mit einem konventionellen

Palettenregal-System sorgt eine verfahrbare Anlage für eine

Steigerung der Lagerkapazität um bis zu 180 Prozent bei gleicher

Fläche und bis zu 50 Prozent Einsparung von Lagerfläche

nutzen, sondern gleichzeitig auch den Kommissionierprozess zu

beschleunigen und Zeit zu sparen. Das Palettenregal-Tuning hilft

Anwendern dabei, ihre Intralogistik auch mit geringen Investitionen

an neue Anforderungen anzupassen.

VERFAHRBARES PALETTENREGAL FÜR

HOCHEFFIZIENTE FLÄCHENNUTZUNG

03

MIT PALETTENREGAL-TUNING LÄSST

SICH DIE INTRALOGISTIK MIT GE-

RINGEN INVESTITIONEN AN NEUE

ANFORDERUNGEN ANPASSEN

Eine hocheffiziente Ausnutzung der Lagerfläche im Bereich der

Palettenlagerung erzielt man beispielsweise mit einer verfahrbaren

Palettenregalanlage von Bito-Lagertechnik. Bei diesem

System entfallen aufgrund der Verschiebemöglichkeit der einzelnen

Regalelemente die Gänge zwischen den Palettenregalen, so

dass die vorhandene Fläche umso dichter mit Regalen bestückt

werden kann. Das sorgt, im Vergleich zur Ausstattung mit einem

konventionellen Palettenregal-System, für eine Steigerung der

Lagerkapazität um bis zu 180 Prozent bei gleicher Fläche und bis

zu 50 Prozent Einsparung von Lagerfläche.

PALETTENDURCHLAUFREGAL FÜR MEHR

FLEXIBILITÄT

Flexibilität bei der Lagerung und Zeitvorteil bei der Tourenbereitstellung

verschafft das Bito-Palettendurchlaufregal-System für

04

180 JAHRE BITO-LAGERTECHNIK

Bito-Lagertechnik feiert 180. Geburtstag. Die Erfolgsgeschichte

begann im Jahr 1845. Der damals in Oberstein

gegründete Familienbetrieb stellte zunächst Beschlagartikel

aus Metall für die Schmuck- und Lederwarenindustrie

her. Ein typisches Startup-Unternehmen, würde man

heute sagen. Zu den Produkten zählte in den Anfängen

unter anderem eine nahtlose Hohlkugel aus Metall, die

der Gründer erfand und zum Patent anmeldete. Visionärsgeist

gepaart mit Hochpräzision liegen somit seit

Beginn in den Firmengenen. Diese Tugenden trug auch

Fritz August Bittmann weiter, als er das Unternehmen im

Jahr 1959 in vierter Generation in die Welt der Lagertechnik

führte. Heute produziert und vermarktet die international

tätige Bito-Lagertechnik Bittmann GmbH innovative

und hoch präzise Regal-, Kommissionier, Behälter- und

Transport systeme.

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 33


INTRALOGISTIK

Branchen mit schnellen Warenumschlägen. Seine Stärken spielt

es auch dann aus, wenn beispielsweise auf Frische geachtet oder

auf saisonale Schwankungen reagiert werden muss. Das System

ermöglicht eine effiziente und dichte Paletten-Lagerung nach

dem LiFo- oder FiFo-Prinzip.

Im Paletten-Durchlaufregal-System werden keine Bediengänge

innerhalb des Regalblocks benötigt, so dass sich im Vergleich

zu einem herkömmlichen Palettenregal 60 Prozent der

Lagerfläche eingesparen lässt. Wegzeiten verkürzen sich um

40 Prozent. Die Trennung der Ein- und Auslagerung separiert

die Prozessabläufe und bietet den Mitarbeitern eine höhere

Sicherheit.

WEITERE OPTIMIERUNG DURCH

SHUTTLE-LÖSUNG

05 Im Paletten-Durchlaufregal-System werden keine Bediengänge

innerhalb des Regalblocks benötigt, so dass sich im Vergleich zu einem

herkömmlichen Palettenregal 60 % Lagerfläche einsparen lässt

Maximale Lagerdichte und hohe Umschlagleistung lässt sich mit

dem Paletten-Shuttle von Bito erzielen. Das ferngesteuerte, akkubetriebene

System fährt anstelle eines Gabelstaplers in die Gänge

eines Einfahrregals und bringt die palettierte Ware zum Stapler

oder übernimmt sie vom Stapler und bringt sie zum Lagerplatz.

Da kein Hilfsgefälle benötigt wird, erhöht sich die Dichte in

vorhandenem Lagerraum zusätzlich und die Fahrwege für die

Ein- und Auslagerung der Waren werden im Vergleich zum

Einfahrregal minimiert.

Bilder: Bito-Lagertechnik

www.bito.com

AUTORIN

Tanja Schmitt M.A., PR und Unternehmenskommunikation,

BITO-Lagertechnik,

Meisenheim

ZUSATZINHALTE IM NETZ

06 Für maximale Lagerdichte und hohe Umschlagleistung sorgt der

Einsatz des Paletten-Shuttles von Bito-Lagertechnik

www.bito.com/de-de/loesungen/intralogistikloesungen/lagertuning/

IMMER

AKTUELL

INFORMIERT

Der E-Mail-Service für

Produktionsverantwortliche

und Investitions-Entscheider

der produzierenden Industrie

DIE THEMEN:

n SMART PRODUCTION

n BETRIEBSTECHNIK

n INTRALOGISTIK

n WARTUNG-UND INSTANDHALTUNG

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1 06.12.2023 11:47:53


NEUES GEFAHRSTOFFLAGER – SICHER, KLIMATISIERT, VIELSEITIG EINSETZBAR

INTRALOGISTIK

Das neue Gefahrstofflager WHS von Denios ist ein hochfunktionaler Raum, der wassergefährdende

Stoffe sicher lagert und flexibel an unterschiedliche Anforderungen

angepasst werden kann. Ein wichtiges Ausstattungsmerkmal ist die intelligente

Klimatisierung. In einer Zeit, in der Wetterextreme zur Normalität werden und viele

Stoffe unter exakten Temperaturbedingungen gelagert werden müssen, bietet der

WHS eine stabile, kontrollierte Umgebung – ganzjährig. Die integrierte Heiz- und

Kühltechnik sorgt für eine zuverlässige, frostfreie Lagerung und schafft konstante

Temperaturen im Innenraum. Gerade bei empfindlichen oder reaktiven Gefahrstoffen

ist das ein entscheidender Faktor für Sicherheit, Qualität und gesetzeskonforme

Lagerung. Temperaturspitzen? Kein Problem. Der WHS bleibt souverän – außen rau, innen geregelt. Das Gefahrstofflager

richtet sich an ein breites Spektrum von Unternehmen – vom produzierenden Mittelstand über die Chemie- und Pharmaindustrie

bis hin zu kleineren Betrieben mit limitiertem Platzangebot. Es erfüllt sämtliche gesetzliche Vorgaben und lässt

sich dank vieler Ausstattungsoptionen exakt auf die Anforderungen im Betrieb zuschneiden. Die fachgerechte Aufstellung

und Inbetriebnahme übernimmt das erfahrene Denios-Service-Team. Regelmäßige Wartungen sorgen für einen dauerhaft

gesetzeskonformen Betrieb – und das ganz ohne organisatorischen Aufwand auf Kundenseite.

www.denios.de

SMARTE NACHRÜSTLÖSUNG FÜR REGALBEDIENGERÄTE

Mehr Ruhe, weniger Verschleiß und eine höhere Lebensdauer: Mit dem TKVG (Vertical Guide) hat

Tsubaki Kabelschlepp eine smarte Nachrüstlösung für die Regalbediengeräte (RBG) von Dematic

entwickelt. Die RBG für Hochregallager von Dematic arbeiten präzise, effizient und zum Teil mit

hoher Geschwindigkeit. Erfordert die Anwendung extreme Beschleunigungen oder ein abruptes

Abbremsen, wurde dies bislang vom System mit einem hörbaren Klappern quittiert. Die Energiekette

schlug gegen das Anschlussblech. Das hat den Betrieb zwar nicht beeinträchtigt, war aber

störend und hat die Ketten mehr als nötig beansprucht. „Bei unseren RBG setzen wir bereits seit

vielen Jahren auf die Energieketten aus der Serie Uniflex Advanced 1555 von Tsubaki Kabelschlepp“,

erklärt Patrizius Chmielorz, Mechanical Project Engineer bei Dematic. „Doch das Schlagen der Ketten

beim Fahrbetrieb war ein Problem, das wir dringend lösen mussten. Tsubaki Kabelschlepp hat uns

mit dem TKVG eine maßgeschneiderte Lösung angeboten.“ Das einbaufertige Aluminium-Kanalsystem

eignet sich hervorragend für vertikal hängende Anwendungen mit schnell verfahrenden RBG

und hohen Querbeschleunigungen. Da der TKVG als anschlussfertiges Komplettsystem inklusive Mitnehmer, Leitungen und

Zugentlastungen geliefert wird, ist er darüber hinaus montagefreundlich und in bestehende RBG leicht zu integrieren. Nach

intensiven Tests wurde die Lösung inzwischen bei verschiedenen Endkunden erprobt – mit durchweg positiven Ergebnissen:

geringere Geräuschemissionen, weniger Verschleiß und eine deutliche Verbesserung der Betriebssicherheit.

www.kabelschlepp.de

SMARTE SICHERHEIT FÜR GEFAHRSTOFFLAGER

Protecto erweitert seine Brandschutzcontainer um digitale Überwachungslösungen. Mit der neuen LTE-Kommunikationsbox lassen

sich Brandschutzcontainer jetzt auch aus der Ferne überwachen – für mehr Sicherheit, Transparenz und Komfort bei der Gefahrstofflagerung.

Die LTE-Kommunikationsbox ermöglicht die kabellose Anbindung ethernetfähiger Komponenten wie Webserver,

Maschinen oder Kältezentralen an das Internet – unabhängig vom bestehenden Firmennetzwerk. Über eine fixe öffentliche

IP-Adresse ist der Zugriff via Webbrowser jederzeit möglich. Eine VPN-Funktion ist bereits integriert und sorgt für eine sichere

Datenverbindung, die kein Eindringen von außerhalb möglich ist. Temperaturdaten werden kontinuierlich aufgezeichnet und für

mindestens ein Jahr gespeichert. Zudem können alle Betriebsparameter der angeschlossenen Regler aus der Ferne angepasst

werden. Alarmmeldungen lassen sich per E-Mail verschicken, und ein automatischer Datenexport

via USB-Stick ist ebenfalls realisierbar. Die Box wird steckerfertig mit produktspezifischer

Konfiguration geliefert und kann sofort in Betrieb genommen werden. Dank abgestimmtem

Zubehörprogramm funktioniert die Lösung auch unter schwierigen Empfangsbedingungen.

Auf Wunsch ist eine Einbindung in die Gebäudeleittechnik über ein zusätzliches

Gateway möglich. „Viele unserer Kunden arbeiten mit kritischen Stoffen, bei denen schon

kleinste Temperaturabweichungen relevant sind – da ist eine verlässliche Fernüberwachung

unverzichtbar“, erklärt Produktmanager Achim Schmidt. Die Lösung biete nicht nur Schutz im

Notfall, sondern erleichtere auch die tägliche Dokumentation und Kontrolle, so Schmidt

weiter. „Die Box lässt sich einfach integrieren, ist sofort einsatzbereit und spart unseren

Kunden im Alltag viel Aufwand – gerade bei dezentralen Lagerstandorten.“

www.protecto.de

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 35


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG

01

PER MODERNISIERUNG ZU MEHR EFFIZIENZ UND KLIMASCHUTZ

NEUE ANTRIEBSTECHNIK FÜR EIN

IMPFSTOFFWERK

Um die Pumpenanwendungen zu modernisieren

und die Energieeffizienz in der Impfstofffabrik

des Biopharma-Unternehmens GSK in

Ungarn zu steigern, hat ABB Pakete aus hocheffizienten

IE5-Synchronreluktanzmotoren und

Frequenzumrichtern geliefert. Dank erheblicher

Energieeinsparungen amortisiert sich die

Investition in etwa zwei Jahren. Durchgeführt

wurde das Modernisierungsprojekt in enger

Zusammenarbeit mit dem lokalen ABB-Partner

Rakóczkieinem.

GSK ist ein weltweit tätiges Biopharma-Unternehmen,

das mit Impfstoffen und Medikamenten Krankheiten

vorbeugt und behandelt. Die ungarische Produktionsstätte

für Impfstoffe befindet sich in Gödöllö in der

Nähe von Budapest. Bis 2030 will GSK in seinen europäischen

Betrieben eine Netto-Nullbelastung des Klimas erreichen. Dazu

optimiert das Unternehmen sukzessive seine Prozesse, um die

Energieeffizienz zu erhöhen. Im Werk Gödöllö wurde der Fokus

zunächst auf die Pumpenanwendungen gerichtet: Verbaut

waren nicht nur IE1- und IE2-Motoren mit geringem Wirkungsgrad,

diese wurden vielmehr auch von älteren, ineffizienten

Frequenzumrichtern gesteuert oder waren sogar direkt an das

Netz angeschlossen. Für Phase 1 der Modernisierung wurden

insgesamt 43 Pumpen ausgewählt, die in den Bereichen Wassergewinnung,

Vorbehandlung und Reinstwasserzirkulation eingesetzt

werden.

36 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG

02

03

01 IE5-SynRM-Motoren und

Frequenzumrichter helfen dem

GSK-Werk bei dem Ziel, Netto-Null

zu erreichen

02 Die Pumpenanwendungen

wurden mit IE5-SynRM-Motoren und

ACH580-Frequenzumrichtern

aufgerüstet

03 Die erwarteten erheblichen

Energieeinsparungen sorgen für eine

rasche Amortisierung der Investition

IE5-EFFIZIENZ REDUZIERT EMISSIONEN

„Wir haben beschlossen, unsere Pumpenmotoren auf IE5-Effizienz

aufzurüsten und moderne Frequenzumrichter zu installieren“,

sagt ein Vertreter von GSK Ungarn. „Dafür haben wir uns für

die Zusammenarbeit mit dem ABB-Partner Rakóczki entschieden,

weil dieser die von uns gesuchten IE5-Antriebspakete im

Portfolio hat und Vor-Ort-Service und -Support bietet. Experten

von ABB und Rakóczki besuchten unseren Standort mehrmals,

sammelten Informationen über die Anwendungen und diskutierten

technische Details mit unseren Ingenieuren. Sie lieferten

auch Referenzen von ähnlichen Projekten und erstellten detaillierte

Energieeffizienzberechnungen.“

„Unser Lieferumfang umfasste 43 IE5-SynRM-Motoren in Aluminium-

und Gussgehäusen mit Leistungen von 5,5 bis 55 kW“,

erklärt László Csernyik, Vertriebsingenieur bei ABB Ungarn.

„SynRM-Motoren sind so einfach wie Induktionsmotoren, haben

aber die Leistung von Permanentmagnetmotoren. Sie verwenden

keine Seltenen Erden, haben keine Magnete oder Wicklungen im

Rotor, und die Rotorverluste sind praktisch null. Geringe Verluste

bedeuten, dass sie kühler laufen. Daher sind sie zuverlässiger

und haben eine längere Lebensdauer als vergleichbare Induktionsmotoren.

Durch ihre hohe Zuverlässigkeit und erstklassige

Effizienz sind sie eine sehr nachhaltige Wahl.“

FREQUENZUMRICHTER SPAREN ENERGIE

Die Motoren sind mit 43 Frequenzumrichtern der Serie ACH580

mit IP21- oder IP55-Gehäusen kombiniert. Die ACH580-Frequenzumrichter

sind speziell für den Einsatz in HLK-Anwendungen

konzipiert und eignen sich ideal für Lüfter, Pumpen, Kompressoren,

Klima- und Kühlgeräte. Für Anwendungen, bei denen

der Motor zuvor direkt am Netz hing, wurde der neue Frequenzumrichter

so konfiguriert, dass er eine Druckregelung realisieren

kann. Ein Drucksensor ist mit dem internen PID-Regler des

Frequenzumrichters verbunden, so dass dieser den richtigen

Druck im Kreislauf aufrechterhalten kann. Dadurch wird der

Pumpvorgang bedarfsgerecht betrieben. Die Umstellung von

Direktbetrieb auf Druckregelung kann zu Energieeinsparungen

von 20 Prozent und mehr führen.

„Der Einsatz von Frequenzumrichtern, die die Motoren entsprechend

der Anforderungen des Prozesses steuern, kann zu großen

Energieeinsparungen führen“, erklärt László Csernyik. „Die

Frequenzumrichter von ABB verfügen über Merkmale und Funktionen,

die die Steuerung fast aller Pumpenanwendungen in

Abhängigkeit von Druck, Temperatur, Durchfluss und anderen

Parametern unterstützen. In Verbindung mit den hocheffizienten

IE5-Motoren sparen sie bei jeder Umdrehung der Pumpe

Energie.“

WEITERE MODERNISIERUNGEN IN PLANUNG

Die Installationsarbeiten vor Ort wurden von Rakóczki durchgeführt.

Nach der Umrüstung verwendet ABB Ungarn die von den

Frequenzumrichtern erfassten Daten, um Effizienzberichte für

GSK zu erstellen. Nach den Berechnungen von GSK sparen die

neuen Antriebspakete so viel Energie, dass sie sich in etwa zwei

Jahren amortisieren. Nach dem Erfolg von Phase 1 plant GSK nun

Phase 2, die die restlichen Pumpen und das Belüftungssystem

des Werks umfasst.

Bilder: ABB

www.abb.de

AUTORIN

Beate Höger, Senior Communication

Manager, ABB AG, Mannheim

ZUSATZINHALTE IM NETZ

new.abb.com/motors-generators/de

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 37


01 Das Pufferlager

Kasto Unigrip bietet

KWM mit 682 Lagerplätzen

viel Platz für Baugruppen,

die für die Endmontage

vorbereitet sind

BLECHSPEZIALIST SETZT AUF RETROFIT

PUFFERLAGER RUCKZUCK

RUNDERNEUERT

Lieferfähigkeit ist für KWM Weisshaar ein zentrales Versprechen an seine Kunden.

Deswegen setzt der Blechspezialist auf die zuverlässigen Lagerlösungen von Kasto.

Dass er damit die richtige Entscheidung getroffen hat, zeigte sich auch beim

Retrofit des Pufferlagers Kasto Unigrip. Nach einer kurzen Umbauzeit läuft es nun

wieder reibungslos und sorgt für die gewohnt hohe Prozesssicherheit.

Im Jahr 2007 expandierte die KWM Karl Weisshaar Ing. GmbH

und baute eine neue mehrstöckige Produktionshalle am

Firmensitz im badischen Mosbach. „Wir stellten unseren

kompletten Materialfluss um und investierten in moderne

Produktionsmaschinen und effiziente Lagertechnik“, erinnert

sich Diplom-Wirtschaftsingenieur Jörg Weisshaar. Er führt

gemeinsam mit seinem Vater Karl das Unternehmen in zweiter

Generation.

KWM bildet als Allrounder die komplette Prozesskette Blech

ab: Damit erhalten Kunden vom Engineering über die Blech-

bearbeitung sowie Schweiß- und Fügeprozesse bis hin zu Montage

und Logistik alles aus einer Hand. Neben Stahl verarbeitet

der Betrieb auch Edelstahl und Aluminium, insgesamt rund

5 000 Tonnen pro Jahr. Karl Weisshaar gründete das Unternehmen

1979 und lieferte in der Anfangszeit beispielsweise Computergehäuse

an den PC- und Druckerhersteller Hewlett Packard.

„Ein wichtiger Meilenstein war für uns die Entwicklung der Lasertechnik,

mit der sich Bleche präzise schneiden lassen und die

bis heute dafür sorgt, dass der Werkstoff so populär ist“, erklärt

Jörg Weisshaar.

38 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG

02 03

02 Jede Kassette hat eine Kapazität von drei Tonnen und nimmt

Material mit einer Länge von maximal drei Metern auf

03 Dank der doppelten Ausgabestation lässt sich die Fertigung

schnell mit den benötigten Halbfabrikaten versorgen

Das Unternehmen erwirtschaftet mit circa 450 Beschäftigten –

rund zehn Prozent davon in der Ausbildung – einen jährlichen

Umsatz von 50 Millionen Euro. Hauptabsatzmarkt ist die DACH-

Region, die wichtigste Branche ist der Schienenfahrzeugbau.

Dafür fertigt KWM Weisshaar nicht nur mechanische Komponenten

wie Dachsegmente für Wagenkästen, sondern auch komplette

Klimageräte und Batteriecontainer.

EINHEITLICHE LÖSUNG

Für die Fertigungshalle suchte KWM 2007 nach einem Hersteller,

der sowohl das Kommissionierlager für die Endmontage als auch

das Depot für die Rohstoffe liefern konnte. „Es war uns wichtig,

für beide Lager mit dem gleichen Partner zusammenzuarbeiten“,

blickt Jörg Weisshaar zurück. Und noch etwas spielte für das

Unternehmen eine große Rolle: „Der Anbieter musste in der Lage

sein, das Projekt in kurzer Zeit zu realisieren, weil wir unseren

Materialfluss bei laufendem Betrieb komplett neu organisieren

wollten.“ Auf einer Messe wurde Karl Weisshaar auf Kasto aufmerksam

und das Angebot überzeugte. „Wir holten auch andere

Offerten ein, aber bei Kasto stimmte einfach alles“, betont Jörg

Weisshaar. Dazu passte auch die räumliche Nähe – beide Unternehmen

sitzen in Baden-Württemberg.

Der Blech-Allrounder nutzt nun seit 17 Jahren ein Kasto Uniline

mit 13 Ausgabestationen für die Rohstoffe und ein Kasto

Unigrip mit drei Ausgabestationen als Pufferlager für Halbfabrikate.

Das Unigrip 3.0 bietet 682 Plätze, die Gitterboxen in mehreren

Größen aufnehmen können – von 530 bis 2 000 Millimeter

Höhe. Die maximale Nutzlast liegt bei drei Tonnen je Kassette. An

den Ausgabestationen überwachen Sensoren die Dimensionen

der Ladung auf den Platten und stoppen beim Überschreiten der

Vorgaben den Betrieb.

„Wir hatten in all den Jahren nur sehr wenige Probleme mit

dem Lager“, überlegt Holger Guddat, der Wartung und Instandhaltung

bei KWM verantwortet. „Die Technik funktioniert ausgezeichnet

– das ist für uns immens wichtig, weil bei einem Stillstand

die komplette Produktion ruht.“ Deswegen lässt das Unternehmen

seine Lager regelmäßig warten. „Und im Fall der Fälle

können wir uns auf die schnelle Hilfe durch Kasto verlassen“, berichtet

der Instandhaltungsleiter. „Wenn wir einen Fehler melden,

kommt meist noch am selben Tag ein Monteur vorbei. Die

Ausfälle waren meist nach wenigen Stunden behoben.“

SICHER LIEFERFÄHIG BLEIBEN

Warum dann jetzt das Retrofit? „Kasto machte uns darauf aufmerksam,

dass sie die Ersatzteilversorgung der 17 Jahre alten

elektronischen Komponenten zukünftig nicht vollständig und

vor allem zeitnah sicherstellen können“, sagt Holger Guddat.

„Das würde für uns bedeuten, dass wir länger auf benötigte Bauteile

warten müssen und in dieser Zeit nicht fertigen können –

ein No-Go für uns.“ Und Jörg Weisshaar ergänzt: „Unsere Kunden

arbeiten zum Beispiel just-in-time, nach Kanban oder auch mit

Konsignationslagern. In jedem Fall verlassen sie sich darauf, von

uns die benötigten Bauteile zum richtigen Zeitpunkt zu erhalten.“

Da bei vielen Produkten die Endmontage erst erfolgt, wenn der

Käufer die Ware abruft, muss das Pufferlager mit den Halbfabrikaten

immer einsatzbereit sein.

Damit war auch schon die Hauptanforderung an das Retrofit

definiert: „Es muss schnell gehen, und die Produktion sollte nur

geringfügig beeinträchtigt werden. Deshalb erfolgte das Projekt

zum Jahreswechsel 2023/2024“, berichtet Holger Guddat. Mit

www.myfactory-magazin.de MY FACTORY 2025/05 39


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG

04 05

eigenen Mitarbeitern bereitete KWM alles vor. Dazu gehörte zum

Beispiel, den großen Schaltschrank des Regalbediengeräts (RBG)

in das Lager hineinzubringen. „Der Kasten war zu groß für den

Personenzugang. Wir lösten die Aufgabe mit einem Scherenhubtisch,

den wir ins Lager einbrachten und einer der Ausgabestationen,

über die wir den alten Schaltschrank aus- und den

neuen einfuhren.“

ERNEUERUNG KLAPPT WIE AM SCHNÜRCHEN

Am 2. Januar 2024 ging es dann richtig los. Zehn Monteure von

Kasto erneuerten die komplette Elektrik. Sie tauschten die Schaltschränke

inklusive aller Regel- und Steuergeräte aus, ersetzten

die Stationsbedienpulte, stellten die Bustechnologie auf Profinet

um, modernisierten die Energiezuführung zum RBG und zur

Hubtraverse sowie sämtliche Antriebsregler. Sie passten die

Sicherheitseinrichtungen wie Endabschaltung für Hubwerk und

Längsfahrt, das Notaussystem, die Schutztür sowie die Lichtschranken

an aktuelle Vorgaben an. Hinzu kam das Upgrade des

04 Nach 17 Jahren unterzog Kasto das Pufferlager einem Retrofit und

erneuerte die komplette Elektrik wie zum Beispiel den Schaltschrank

des Regalbediengeräts

05 Dank der Lagerverwaltungssoftware KASTOlogic profitiert KWM

von effizienten Abläufen; die benutzerfreundliche Oberfläche

unterstützt den Anwender bei der täglichen Arbeit am Lager

Lagerverwaltungssystems (WMS) KASTOlvr auf KASTOlogic.

Außerdem überarbeiteten sie die Dokumentation.

„Es gab viel zu tun, aber nach sieben Arbeitstagen hatten sie es

wie geplant geschafft“, sagt Holger Guddat mit Respekt. Bei der

anschließenden dreitägigen Inbetriebnahme durch die Mitarbeiter

von Kasto schulten sie die KWM-Beschäftigten im Umgang

mit der neuen Technik. Seither ist das Lager wieder vollständig

einsatzbereit für den Zwei-Schicht-Betrieb. Über eine Schnittstelle

arbeitet KASTOlogic mit dem ERP-System proALPHA

reibungslos zusammen.

FAZIT

„Unsere Erfahrungen mit dem Retrofit sind sehr positiv“, sind

sich Jörg Weisshaar und Holger Guddat einig. „Die Organisation

hat super geklappt und Kasto hat alles hervorragend umgesetzt.

Jetzt sind wir beim Unigrip für die nächsten 17 Jahre wieder

gut aufgestellt.“

Bilder: Kasto

www.kasto.de

VIELSEITIGER PARTNER FÜR

NEUANLAGEN UND RETROFIT

Mit Kasto haben wir einen Partner gefunden, bei

dem wir unterschiedliche Lagerlösungen aus einer

Hand erhalten und der die Kapazitäten hat, Anlagen

in kurzer Zeit zu bauen und auf den aktuellen

Stand der Technik zu bringen.

Jörg Weisshaar, Geschäftsführer bei KWM Weisshaar

AUTORIN

Stephanie Riegel-Stolzer

Mitglied der Geschäftsleitung

KASTO Maschinenbau, Achern

ZUSATZINHALTE IM NETZ

www.kasto.com/mehr/service/detail/

kastoretrofit

40 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


WARTUNG UND INSTANDHALTUNG

SPOT-INFRAROT-WÄRMEBILDKAMERAS

VERKÜRZEN DIAGNOSEZEITEN

Flir hat unter der Bezeichnung TG268 und TG298 zwei

neue Spot-Infrarot-Wärmebildkamera-Modelle

vorgestellt, die einige wichtige Verbesserungen im

Vergleich zu den Vorgängermodellen bieten. Dazu

gehören höhere Temperaturbereiche, eine verbesserte

Wärmebildauflösung sowie ein größerer Datenspeicher.

Außerdem führt Flir eine Condition-Monitoring-

Funktion und die Anbindung an seine Meterlink-App

für die Dateiübertragung auf mobile Geräte ein.

Mit der TG268 können Anwender über einen größeren

Bereich hinaus heiße und kalte Stellen sehen und

bewerten, die auf potenziell gefährliche Probleme

hinweisen. Die Kamera verkürzt die Diagnosezeit durch

gezielte Temperaturerfassung (mit Bullseye-Laserfunktion)

und vereinfacht gleichzeitig Reparatur- und

Wartungsberichte. Die TG298 ist eine industrielle

Thermografiekamera, die genaue Temperaturmessungen

bis zu 1 080°C mit einem Messfleckverhältnis von

30:1 und einem Bullseye-Laserpointer bietet. Zu den

Anwendungsbereichen gehören die Temperaturmessung

und Fernüberwachung

von

Hochtemperaturanwendungen

wie

Glasöfen, Brennöfen

und Schmieden

sowie von

Produktionsanwendungen.

www.flir.de

REMANUFACTURING-SERVICES FÜR

SCHWERLASTGELENKWELLEN

Am Standort Essen bietet die Welte

Cardan-Service GmbH umfassende

Wiederaufbereitungs-Services für

Schwerlastgelenkwellen sämtlicher

Hersteller an. Der Schwerpunkt

dort liegt auf anspruchsvollen

Anwendungen in Industrie,

Maschinen- und Anlagenbau sowie

Schiffsantrieben. Auch Betreiber

von Abbau- und Förderanlagen

sowie professionelle Instandhalter

von Lokomotiven zählen zu den

Kunden. Im Rahmen der Reparaturdienstleistungen setzt das

Unternehmen Gelenkwellen mit geteiltem oder geschlossenem

Lagerauge bis zu einem Durchmesser von 435 mm und

einem Gewicht von 3,5 t instand. Das Leistungsspektrum

umfasst zudem Schweiß- und Wuchtarbeiten bis zu einer

Länge von 7,5 m. Welte bietet flexible Anlieferungsmöglichkeiten,

nach Absprache auch am Wochenende. Für Notreparaturen

hält das Unternehmen stets Ersatzteile bereit, um

Ausfallzeiten zu minimieren. Die Vorteile liegen auf der Hand:

Aufarbeitung schont Ressourcen und reduziert den ökologischen

Fußabdruck. Gleichzeitig profitieren Welte-Kunden von

deutlichen Kosteneinsparungen im Vergleich zum Neukauf

und einer schnellen Verfügbarkeit, da aufbereitete Gelenkwellen

rasch wieder einsatzbereit sind. Umfangreiche

Qualitätstests sichern hohe Zuverlässigkeit und verlängern

die Lebensdauer der Gelenkwellen, was die Betriebseffizienz

nachhaltig verbessert.

www.welte-group.com

IMPRESSUM

erscheint 2025 im 66. Jahrgang,

ISSN 2747-7088 / ISSN E-Paper: 2747-7096

REDAKTION

Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Nicole Steinicke (ni),

Tel.: 06131/992-350, E-Mail: n.steinicke@vfmz.de

(verantwortlich i.S.d. $ 18 Abs. 2 MStV / i.S.d. Presserechts)

Redakteurin: Dipl.-Geogr. Martina Laun (ml),

Tel.: 06131/992-233, E-Mail: m.laun@vfmz.de

Redaktionsassistenz:

Melanie Lerch, Tel.: 06131/992-261,

Petra Weidt, Tel.: 06131/992-371,

E-Mail: redaktionsassistenz_vfv@vfmz.de,

(Redaktionsadresse siehe Verlag)

GESTALTUNG

Conny Grothe, Sonja Daniel, Anette Fröder

SALES

Andreas Zepig,

Tel.: 06131/992-206,

E-Mail: a.zepig@vfmz.de,

Oliver Jennen

Auftragsmanagement: Nevenka Islamovic

Tel.: 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de

Anzeigenpreisliste 2025, gültig ab 01.10.2024

LESERSERVICE

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Große Hub 10, 65344 Eltville, Tel.: 06123/9238-266

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VORSCHAU

IM NÄCHSTEN HEFT: 06/2025

ERSCHEINUNGSTERMIN: 15. 09. 2025 • ANZEIGENSCHLUSS: 29. 08. 2025

01

02

04

03

01 Low-Cost-Automation: Portalroboter sorgen für

automatisiertes Teilehandling in Spritzgießautomaten

Bild: igus

02 Sechsschneidige Wendeschneidplatten: Bohrspindeln

prozesssicher und wirtschaftlich schruppen

Bild: Iscar

03 C-Teile-Management: Zwei-Behälter-Kanban-System

bringt übersichtlichen Lagerbestand und transparente

Abläufe

Bild: Otto Roth

DER DIREKTE WEG

04 Autonome Bodenreinigungsroboter: Praxisbeispiel

zeigt, was sie leisten und wie leicht sie sich programmieren

lassen

Bild: Kärcher

(Änderungen aus aktuellem Anlass vorbehalten)

Internet:

myfactory-magazin.de

E-Paper:

digital.myfactory-magazin.de

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42 MY FACTORY 2025/05 www.myfactory-magazin.de


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