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moneyeditorial

GEORG MECK

Chefredakteur

FOCUS MONEY

Dieser Text

zeigt evtl. Probleme

beim

Text an

EDITORIAL

Trump und die

Scheinheiligkeit

Donald Trump hat auch sein Gutes. Man mag es gar nicht hinschreiben

angesichts des Abstrusen, Ärgerlichen, ja Gefährlichen, was wir vom amerikanischen

Präsidenten so hören. Immerhin aber fördert er manch

unangenehme Wahrheit zutage, etwa die Scheinheiligkeit, mit der manche

Konzerne ihre Wokeness-Show abgezogen haben. Morgens Purpose, mittags

Purpose, abends Purpose. Alle jagten sie plötzlich einem höheren Sinn

hinterher. Kein Produkt war ihnen zu belanglos, als dass sie nicht versucht

hätten, einen wohltönenden Überbau zu errichten. Vom schalen Pathos bis

zum Schwachsinn ist es da nie weit. Statt stolz darauf zu sein, den besten

Kaffee zu brühen, die flottesten Sneaker, die saubersten Kraftwerke oder die

pfiffigsten Wertpapiere zu verkaufen, musste ein höherer Sinn her. Oft im

vorauseilenden Gehorsam vor dem antikapitalistischen Zeitgeist. Warum

aber dieses schlechte Gewissen? Wenn jemand uns Kunden glücklich macht,

warum sollte er damit nicht reich werden? Von Adam Smith, dem Begründer

der Nationalökonomie, stammt die Erkenntnis, dass wir unser gutes

Essen nicht der Nächstenliebe des Bäckers verdanken, sondern dessen

Gewinntrieb. Dieses marktwirtschaftliche Prinzip ist uns gut bekommen. Da

braucht es keine Propaganda von Konzernen, die sich als Wohltäter der

Menschheit präsentieren.

Dann wäre die Enttäuschung auch nicht so groß wie jetzt, da das Pendel

umgeschlagen ist. CSR-Programme sind nun verdächtig, die nobelsten CEOs

rutschen auf den Knien zu Donald Trump. Vorneweg die Silicon-Valley-

Heroen, die sich bis dahin als selbstlose Weltverbesserer inszeniert hatten.

„So schnell konnte Trump gar nicht „great“ rufen – da hatte Google den Golf

von Mexiko schon in Golf von Amerika umgetauft“, mokiert sich die FAZ über

das Tempo, mit dem die Industrie zu Trump überlaufen ist. Heute spielen

Modemarken gar mit rassistischen Klischees, wie American Eagle mit der

weißen, blonden Schauspielerin Sydney Sweeney im Jeans-Spot. Der Aufschrei

der Woke-Fraktion war einkalkuliert: Aufmerksamkeit gesteigert,

Börsenkurs auch. Aktion geglückt. Wie gesagt, es ist nicht verwerflich, wenn

Manager opportunistisch ihre Gewinne optimieren. Nur sollten sie in ihren

PR-Predigten den Mund nicht so voll nehmen. Wenn Unternehmen die Welt

verbessern wollen – nur zu! Oberste Regel: Haltet euch an Recht und Gesetz.

Im Übrigen: Zahlt ordentlich Löhne und Steuern. Dann ist genug gewonnen.

Herzlich Ihr

FOCUS MONEY 33/2025

Foto: FOCUS-Magazin 3


moneyinhalt

12

Die Jahrhundertchance

Der Wettlauf um die Superintelligenz

nimmt Fahrt auf und hat das Potenzial,

die Welt stärker zu verändern als einst

die Industrialisierung. FOCUS MONEY

nennt die Tech-Stars der Zukunft –

Spitzentitel in den Bereichen KI,

Quantencomputer und Infrastruktur

moneykompakt

6 Investoren: Dax-Unternehmen

meist in ausländischer Hand

7 Das kaufe ich jetzt: Der schwedische

Industriekonzern Atlas

Copco liefert ordentliche Marge

7 Hit & Shit: Biontech halbiert

Verlust, Bafin prüft Bilanz von

Mutares

7 Chart der Woche: Millionäre

ziehen häufiger nach Montenegro

und lassen Russland hinter sich

8 Blockiergebühr: Shell lässt

Elektro-Fahrer stehen

9 Mikas Markt-Monitor: Trumps

Fehde mit der US-Notenbank

9 Immobilien: Investitionen in

Deutschland relativ hoch

10 Schweiz: Großes Entsetzen über

US-Strafzölle von 39 Prozent

10 Geldregen: Trumps Pensionspläne

könnten Markt beflügeln

11 Polen: Wirtschaft des Nachbarlandes

wächst kräftig

11 Tiefsee: Ölfund lässt BP auf

Kursanstieg hoffen

106 Andis Börsenbarometer: Kein

Grund zu Sorge bei Allzeithochs

106 Das Geld-Gespräch: Eylem

Aksin über die Rendite ihrer

Espressomaschine

moneytitel

12 Tech-Stars: 20 Tech-Aktien der

Zukunft. Plus fünf lukrative

Sammelinvestments

42

Klare Nummer eins

Iveco wird aufgespalten und

verkauft: In Italiens Rüstungsbranche

ist viel Bewegung.

Davon profitiert auch Leonardo,

das seinen Spitzenplatz im Land

bestätigt

18 Quantencomputing: Überlegene

Technologie bietet große Chancen,

aber auch große Risiken

22 Unter Strom: Welche Firmen den

gigantischen Energiebedarf stillen

26 Techfonds: Bessere Auswahl in

der schnelllebigen Branche

30 Tech-ETFs: Niedrige Gebühren

und hohe Kurszuwächse

moneymarkets

32 Streaming: Erfolg der Streamingdienste

drängt TV-Sender in die

Konsolidierung

35 Interview: Filmproduzent Nico

Hoffmann erklärt, warum Vielfalt

im TV-Markt wichtig ist

36 Scale: Markt-Segment, das etwas

Risikobereitschaft erfordert

40 Kolumne Union Investment:

Arne Rautenberg über die

Schwankungsbreite der Börse

42 Rüstung: In Italien werden nach

der Iveco-Übernahme die Karten

neu gemischt

44 Gerichtsurteil: Bestätigung für

Geschäft der Online-Apotheken

46 Interview: Ökonom Karsten

Junius über das mangelnde

Selbstbewusstsein der EU

50 Abnehmspritze: Novo Nordisk in

der Krise, Eli Lilly umso stärker

52 Indien: Jetzt einsteigen?

4 Titel: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 33/2025


08. AUGUST 2025 www.focusplus.de

32

Nicht so gemütlich

Die Sky-Übernahme durch RTL

und der Bieterkampf um Prosiebensat.1

zeigen, wie Streaming

TV-Sender unter Druck setzt

55 Chartsignal: Stoxx 600 Banks

steigt kontinuierlich

55 Wette der Woche: Tocvan

Ventures schürft Gold und Silber

56 Recyling: Importzölle auf Rohstoffe

macht Altmetall attraktiver

60 Interview: GIZ-Vorständin Anna

Herken will Rohstoffe aus afrikanischen

Ländern sichern – aber fair

62 Lebensmittel: Aktien von Produzenten

hinken Markt hinterher

66 Flugzeugteile: Ausnahmestellung

bringt Aufwind für Zulieferer

68 Economist: Führen Chip-Lieferungen

zu KI-Boom in China?

70 Internet der Dinge: Kontron

überzeugt mit guten News

74 Musterdepot: Jaensch verkauft

MTU und nimmt dafür Bayer neu

ins Depot

46

„Wir haben wieder

einmal vergessen,

dass wir eine große

Wirtschaftsmacht

sind.“

KARSTEN JUNIUS,

CHEFÖKONOM DER

PRIVATBANK J.

SAFRA SARASIN

moneydigital

72 Alpha Cap Report: Nebenwerte

auf dem Weg zu alter Stärke

72 Money talks: Wirtschaftsweise

über notwendige Sozialreformen

72 Mission Money: Wie Populismus

Wohlstand gefährdet

73 Trends: Statistiken, Watchlists,

Auswertungen

moneysteuern&recht

76 Mietrecht: Was nach dem Auszug

erlaubt ist – und was nicht

76 Kaufrecht: Erhaltungszustand

bestimmt über Wert von Oldtimern

dswanlegerschutz

79 Vergütung: DSW zeigt, welcher

Vorstand am meisten bekommt

moneyservice

80 Analyse: Welche Krankenkasse

finanziell gut aufgestellt ist

moneyanalyse

86 Marktüberblick

88 Deutsche Aktien

96 Internationale Aktien

102 ETFs

103 Zertifikate

104 Fonds

105 Kryptowährungen

moneyrubriken

3 Editorial

78 Leserbriefe – Impressum

105 Termine

Unternehmensregister

Amazon 14, 99

Apple 98

Atlas Copco 7

Berkshire Hathaway 96

Bilfinger74

Biontech 7

Blackstone9

Booking Holding100

BP11

Continental 92

Cyan 39

DHL 94

Docmorris44

D-Wave Quantum18

Eli Lilly 51

Endava14

Evotec 95

Exasol38

Figma 13

Fresenius Medical Care 90

Gerresheimer 93

Heliad 37

Hugo Boss91

Infineon 88

Kontron 70, 74

Laiqon 39

Meta 14

Microsoft14

Mutares 7

Netflix 32

Novartis 10

Novo Nordisk 50

NRG Energy24

Nvidia15

Nynomic38

Orlen 11

Palantir 73, 97

Platform Group37

Prosiebensat.133

Prysmian 25

Qiagen 6

Rambus 15

Redcare Pharmacy44

Roche 10

Rolls-Royce23

RTL Group34

RWE 25

Shell 8

Siemens Healthineers6

Softbank16

Strategy105

Swissnet 39

Synopsys15

Talen Energy 25

Tesla8

Tocvan Ventures 55

Vertex Pharmaceuticals 101

Vistra Energy24

Inhalt: Adobe Stock (2), Iveco, Bank J. Safra Sarasin 5


33,1 %

moneykompakt

Inland

Qiagen 93

Brenntag 88

MTU Aero Engines 83

Vonovia 80

Dt. Börse 80

Adidas 70

Siemens 69

RWE 67

Commerzbank 65

Zalando 62

Mercedes-Benz 61

FMC 61

Merck 60

SAP

Allianz

Bayer

E.on

59

58

58

58

Münchener Rück 56

Symrise 56

Dt. Bank 54

Fresenius SE 54

Heidelberg

Materials

51

Dt. Telekom 50

Continental 50

Infineon 47

Siemens Energy 47

Sartorius 47

DHL Group 45

Rheinmetall 42

BASF 42

Airbus 42

Porsche SE 37

Henkel 37

BMW 36

Hannover Rück 32

Beiersdorf 31

Volkswagen 29

Daimler Trucks 25

Porsche AG 12

Siemens

Healthineers

9

Anteil ausländischer

Investoren am Dax

Anteil am Aktienbestand in Prozent

Quelle: EY, Wem gehört der Dax?, 6/2025

Auslandsanteil

bei Dax-Unternehmen:

Der Diagnostikkonzern

Qiagen hat

mit 93 Prozent den

höchsten Anteil

ausländischer

Aktionäre, Siemens

Healthineers den

geringsten mit

neun Prozent

FRANKFURTER BULLE: Der

Repräsentant der Dax-Familie

ist so international wie die

Bankenstadt am Main

52,6 %

Ausland

Weltweit gefragt

14,3 %

Die 40 Dax-Unternehmen sind in überwiegend

ausländischer Hand. Das muss nichts Schlechtes sein:

Es zeigt, wie attraktiv sie für ausländische Investoren sind

Die Diskussion gleicht einem wiederkehrenden Ritual: Wenn die Beratungsgesellschaft

EY Jahr für Jahr die Aktionärsstruktur der 40 größten

deutschen börsennotierten Unternehmen offenlegt, argwöhnen die immer

gleichen Skeptiker wegen des erneut gestiegenen Ausländeranteils,

einmal mehr sei es zu einem Ausverkauf der deutschen Wirtschaft an das

Ausland gekommen. Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Die Besitzverhältnisse

spiegeln lediglich die gesamtwirtschaftliche Realität und damit

die der zumeist global agierenden Dax-Unternehmen wider.

Fest steht: Die Aktien von Deutschlands Top-Unternehmen befinden sich

zu 52,6 Prozent in der Hand ausländischer Investoren. Bei 24 der 40 Dax-

Konzerne halten Ausländer die Mehrheit. Das sind drei mehr als im Vorjahr.

Anleger aus Deutschland besitzen nur ein Drittel (33,1 Prozent) der

Wertpapiere der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen des Landes – Tendenz

sinkend: Bei den Unternehmen, für die Angaben seit 2010 vorliegen,

ist der Inlandsanteil seitdem um 2,1 Prozentpunkte zurückgegangen.

Vor allem nordamerikanische Investoren haben in den vergangenen

Jahren ihren Anteil hochgefahren – seit dem Jahr 2010 von 17,1 auf 25,4

Prozent. Der Anteil europäischer Investoren hingegen sank von 25,7 auf

22,9 Prozent. Von 54 Milliarden Euro an Dividendenausschüttungen

fließen 26,9 Milliarden Euro ins Ausland.

Für Hendrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY, ist das

starke Engagement der Ausländer „ein Beweis für die große Attraktivität

deutscher Top-Unternehmen“. Allen Unkenrufen zum Trotz: „Die Probleme

des Standorts Deutschland sind bekannt, aber die meisten Dax-Konzerne

sind weltweit so stark aufgestellt, dass Deutschland nur noch ein

Markt von vielen ist.“ Sie erwirtschaften einen Großteil ihres Umsatzes im

Ausland. Dann ist es auch folgerichtig, ihre Interessen zu berücksichtigen.

Dieses Vertrauen dürfte belohnt werden – mit Wissen und Technologien,

die zur Innovationskraft der Dax-Konzerne beitragen.

BAN

nicht zugeord n et

6 Illustration: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 33/2025


DAS KAUFE ICH JETZT

ANDREAS KÖRNER,

Chefstratege Alpha Cap Report

und Ex-Wertpapierhändler

Atlas Copco: Chancenreicher Schwede

Vor allem Baumaschinen sowie Vakuum-

und Kompressortechnik sind

die Produkte des Traditionskonzerns

(Gründung 1873) aus der Nähe von

Stockholm. 2024 wurde mit etwa

55 000 Mitarbeitenden ein Umsatz

von umgerechnet rund 15,5 Milliarden

Euro erzielt.

Die Landesbank Baden-Württemberg

(LBBW) stellt in einer neuen Studie

fest, dass die AG auf wachstumsstarke

Industriebereiche ausgerichtet

sei und die operative Marge ordentliche

22 Prozent betrage. Generell sei

die Firma solide aufgestellt und verfüge

über den Zyklus hinweg über einen

vergleichsweise stabilen Cashflow.

„Dafür sorgen unter anderem die gute

Marktposition mit einer großen Basis,

eine breite Streuung nach Regionen

und Kunden sowie ein starkes Servicegeschäft

(Umsatzanteil 36 Prozent)“,

loben die LBBW-Analysten. Daneben

würden die „optimale Produktpositionierung“,

die defensive Bilanzpolitik

und das attraktive organische Wachstum

für ein Investment sprechen.

Tatsächlich könnte Atlas Copco davon

profitieren, dass in Europa umfangreiche

staatliche Infrastrukturpakete

die Baukonjunktur anschieben

dürften. Das 2026er-KGV beträgt 25,2

und die Dividendenrendite 2,10 Prozent.

Das höchste Potenzial, das die

Analysten auf zwölf Monate sehen,

lautet 38 Prozent, das durchschnittliche

13 Prozent (ISIN: SE0017486889).

Atlas Copco

Aktienkurs in Euro

2021 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

In Fällen, in denen der Autor selbst in die hier vorgestellten Anlageinstrumente investiert, erfolgt das frühestens zwei Wochen nach Publikation

200-Tage-Linie

18

16

14

12

10

8

BIONTECH

Überraschend gut

Umsatz verdoppelt, Verlust halbiert. Das

Biotech-Unternehmen schnitt im zweiten

Quartal besser ab als erwartet. Der Umsatz

stieg auf 261 Millionen Euro nach 129

Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der

Nettoverlust fiel von 808 auf 387 Millionen

Euro. Anders als Konkurrent Moderna

bekräftigte Biontech seine Umsatzprognose

von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro für

das Gesamtjahr. Noch wichtiger: die Fortschritte

bei Krebstherapien. Zusammen

mit Partner BMS starteten die Mainzer

neue Studien mit dem Antikörperkandidaten

BNT327, aktuell der größte Hoffnungsträger

in Biontechs Portfolio. Zur

Freude der Investoren: Auf Jahressicht

liegt der Aktienkurs 33 Prozent im Plus.

HIT

SHIT

CHART DER WOCHE

Emirate zählt die meisten Millionäre

Weltweit wohnen die meisten Millionäre in den Vereinigten Arabischen Emiraten,

gefolgt von den USA. Doch die größte Dynamik bei der Wanderbewegung

wohlhabender Menschen weist mit Montenegro ein Balkanland auf, das man

bislang nicht auf dem Schirm gehabt haben dürfte. In den vergangenen zehn

Jahren hat das Land an der Adriaküste die Zahl seiner Millionäre mehr als verdoppelt.

Am anderen Ende liegt mit Großbritannien eine Hochburg für Wohlhabende,

aus der sich seit dem Brexit viele Reiche verabschiedet haben.

Montenegro +124

Ver. Arab. Emirate +98

–25

USA +78

China +74

Indien +72

Singapur +62

Schweiz +28

Deutschland +10

Japan +5

–9

Quelle: Henley & Partners

Großbritannien

Russland

FOCUS MONEY 33/2025

Zu- und Abwanderungen bei Millionären

prozentuale Entwicklung 2014 bis 2024

MUTARES

Ärger mit der Aufsicht

Schon mal kurzfristig aus dem SDax geflogen

wegen verspäteter Abgabe des

Jahresabschlusses 2024, hat jetzt die Beteiligungsgesellschaft

Mutares noch deutlich

mehr Ärger am Hals: Die Finanzaufsicht

Bafin prüft die Bilanz von 2023

– wegen „konkreter Anhaltspunkte“ für

einen Verstoß gegen Rechnungslegungsvorschriften.

Die Gründe: Möglicherweise

fehlerhafte Angaben zur Restlaufzeit von

Forderungen gegenüber verbundenen

Unternehmen und die Angaben zur voraussichtlichen

Entwicklung im Lagebericht

sind womöglich unvollständig. Der

Aktienkurs knickte daraufhin um gut 20

Prozent ein, inzwischen sind es aber „nur“

noch zehn Prozent Minus.

7


moneykompakt

ZiNSRADAR

Ratenkredite

Kreditsumme 5.000 Euro

Zinssätze effektiv in % p.a.

Laufzeit in Monaten Zinsen

Anbieterauswahl 36 in Euro

BBBank 1 4,99 384,88

Deutsche Skatbank 1 5,33 411,16

PSD Bank West 5,53 426,64

Allgemeine Beamten Bank 1 5,99 462,28

Hypovereinsbank 1 5,99 462,28

Bank of Scotland 1 6,09 469,84

DKB Deutsche Kreditbank 6,89 531,76

SKG Bank 1 6,89 531,76

ING 1 6,90 532,48

Targobank 1 6,95 536,44

PSD Bank RheinNeckarSaar 1 7,43 573,52

Norisbank 1 7,90 609,52

Ikano Bank 1 7,99 616,72

Deutsche Bank 1 8,85 682,96

Creditplus-Bank 1 9,25 713,92

Postbank 1 9,82 757,84

Schlechtester Anbieter 1 13,59 1.048,36

1

bonitätsabhängig

Trend beim Ratenkredit:

stagnierend

Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 04.08.2025

Annuitätendarlehen

350.000 Euro Kreditsumme Nominal Zins,

1,5% Anfangstilgung, 80% Beleihung

Laufzeit in Jahren

Anbieterauswahl 15 Rate *

1822direkt 3,48 1.452,50

Sparda Baden-Württemberg 3,66 1.505,00

HypoVereinsbank 3,76 1.534,17

DEVK 3,78 1.540,00

PSD Bank RheinNeckarSaar 3,79 1.542,92

LVM-Versicherung 3,80 1.545,83

Sparda-Bank West 3,80 1.545,83

PSD Bank West 3,84 1.557,50

ING 3,89 1.572,08

Allianz 3,94 1.586,67

PSD Bank Nord 3,94 1.586,67

Sparda-Bank Nürnberg 3,99 1.601,25

Debeka Bausparkasse 4,01 1.607,08

Sparda-Bank Hessen 4,04 1.615,83

Deutsche Bank 4,34 1.703,33

Postbank 4,42 1.726,67

ELEKTROMOBILITÄT

Blockiergebühren fallen

TEUER PARKEN: Tesla verlangt an der Säule Blockiergebühren

von bis zu einem Euro pro Minute

Fahrer von Tesla müssen leiden. Der umstrittene

Elektroauto-Pionier des Multimilliardärs

Elon Musk, Tesla, verlangt an all

seinen Supercharger-Säulen in Deutschland

50 Cent pro Minute an Blockiergebühr,

wenn die Charger-Station mindestens zur

Hälfte von „Tankgästen“ ausgelastet ist. Ist

die Elektro-Tanke komplett belegt, erhöht

sich die Abgabe sogar saftig auf einen Euro

pro 60 Sekunden (!). Damit besitzt Tesla ein

Alleinstellungsmerkmal.

Andere Marktteilnehmer entlasten hingegen

die Nutzer von Elektroautos. Shell

Recharge prüft gerade, auf nächtliche Blockiergebühren

auch beim „Roaming“ zu

verzichten. Diese fallen für jene E-Fahrer

an, die keinen Vertrag mit Shell Recharge

haben und die Shell-Ladesäulen ad hoc via

Roaming-Plattformen wie Hubject buchen.

An eigenen Säulen verlangt Shell

von der Klientel schon jetzt nachts null

Blockierabgabe. Bislang kassiert der Ladenetzbetreiber

– wie Konkurrent Aral –

nach Überschreitung einer vierstündigen

Ladephase von den „Roaming-Tankern“

tagsüber und nachts zehn Cent pro Minute

an eigenen Säulen. Diese Gebühr ist auf

maximal zwölf Euro gedeckelt. Shell Recharge

verfügt über mehr als 1000 AC-Ladesäulen

mit geringerer Leistung und

rund 1700 DC-Schnellladepunkten.

Zum 1. Juli haben bereits die Stadtwerke

Berlin die Blockiergebühren beim Laden

zwischen 22 und sechs Uhr an ihren

AC-Säulen abgeschafft. Dafür hat der Versorger

seit April aber die Blockierzeiten

an seinen DC-Säulen von 240 auf 120 Minuten

drastisch heruntergefahren, um

„deren Verfügbarkeit für alle E-Fahrer:innen

zu erhöhen“.

Keinerlei Aufschläge erhebt zudem

zwischen 22 und acht Uhr die regionale

Ladesäulenfirma Ladeverbundplus aus

Nürnberg, wenn der Akku des Stromers

bereits voll aufgeladen ist. Tagsüber allerdings

kassiert Ladeverbundplus bei

Überschreiten der Vier-Stunden-Parkfrist

weiterhin fünf Cent pro Minute. Generell

generös präsentiert sich derzeit der

Netzbetreiber EWE Go aus Oldenburg.

Die Niedersachsen verlangen an ihren eigenen,

mehr als 3000 Ladepunkten in

Nordwestdeutschland von der Kundschaft

sowohl zu Tag- als auch Nachtzeiten

keinerlei Blockierabgaben. Großzügig

zeigen sich außerdem die Discounter

Aldi-Süd, Lidl und Kaufland und verzichten

auf ihren Supermarkt-Parkplätzen

auf solche Aufschläge.

Auch Ionity ruft derzeit keinen Blockier-

Malus auf. Was auch keinen Sinn machen

würde. Denn die sogenannten HPC (High-

Power-Charging)-Säulen mit extrem hoher

Ladepower von bis zu 350 Kilowatt hat

das Joint-Venture von BMW, Ford, Hyundai,

Kia, Mercedes und der Volkswagen-

Group gezielt an Autobahnen und Rastplätzen

platziert, wo kaum einer länger als

nötig für das Aufladen des Akkus verweilen

will. Auch Branchenprimus EnBW mit

fast 9100 Ladepunkten über Deutschland

verteilt hält an einer Blockiertaxe rund um

die Uhr fest, damit Ladesäulen nicht zu

Gratis-Parkplätzen verkommen. TS

*

Monatlich in Euro, ohne Berücksichtigung von Gebühren

Trend beim Baugeld: leicht steigend

Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 04.08.2025

8 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


MIKAS MARKT-MONITOR

Trump macht

sich seine Welt

Was soll er denn machen? Jerome

Powell kann falsche Zahlen korrigieren,

die Donald Trump zuletzt beim

Besuch der Zentrale der US-Notenbank

herausposaunte. Er kann die

Beleidigungen des Präsidenten an

sich abperlen lassen – auch wenn es

immer schwerer fällt. Zuletzt nannte

Trump den Chef der Federal Reserve

einen „sturen Schwachkopf“. Trumps

Forderung, die Leitzinsen zu senken,

kommt inzwischen fast täglich.

Powell scheint ein genügend

dickes Fell zu haben. Im Gegensatz

zu Adriana Kugler. Der von Joe Biden

nominierten Fed-Gouverneurin

wurden die Angriffe des Präsidenten

auf die Unabhängigkeit der Notenbank

anscheinend zu viel – sie

gab vergangene Woche ihr Amt auf.

Sie galt als „Falke“, die sich angesichts

der Risiken aufgrund der

Trumpschen Zollpolitik für die Inflation

gegen schnelle Zinssenkungen

ausgesprochen hatte – auch wenn

der Präsident das Gegenteil behauptet

und einen Konflikt zwischen ihr

und Powell konstruiert.

Hartnäckige Inflation

Die Inflation in den USA will

und will nicht sinken. Der PCE-

Index, der wichtigste Preisindikator

der Federal Reserve,

stieg zuletzt dreimal in Folge.

Das gibt Fed-Chef Powell einen

guten Grund, die Leitzinsen

nicht zu senken

US PCE Index

MIKA HOFFMANN,

REDAKTEUR

FOCUS MONEY

Veränderung zum Vorjahr in Prozent

TRUMP UND

POWELL: Der

Fed-Chef

widerspricht

öffentlich dem

Präsidenten

Was nicht passt, macht Trump passend.

Ihm gefiel der jüngste Arbeitsmarktbericht,

der Schwächesignale

zeigte, anscheinend gar nicht: „Die

US-Konjunktur boomt“ seiner Meinung

nach – etwas anders kann und

darf einfach nicht sein. Deswegen

feuerte er kurzerhand die Chefin der

Statistikbehörde, Erika McEntarfer.

Dass Trump der Arbeitsmarktbericht

nicht gefällt, ist widersinnig.

Denn er unterstützt eigentlich seine

Forderung nach Zinssenkungen: Bei

einer Job-Schwäche wäre die Fed aufgefordert,

die Zinsen zu senken. Ebenso

wie bei einem Anstieg der Inflation.

Doch da liegt das Problem: Der PCE-

Index, der wichtigste Inflationsindikator

für die Fed, ist in den vergangenen

drei Monaten gestiegen – und macht

eine Zinssenkung schwierig.

Powell kann die Angriffe des Präsidenten

an sich abperlen lassen

und bis September warten. Schwächelt

die Konjunktur bis dahin weiter,

kann die Fed unterstützend eingreifen.

Das wäre ein positives

Signal an die Aktienmärkte.

2020 21 22 23 24 2025

5

4

3

2

1

0

Quelle: Bloomberg

IMMOBILIEN

Büromarkt bleibt

angeschlagen

Robuster Markt innerhalb Europas. Während

sich der europäische Markt für Gewerbeimmobilien

im ersten Halbjahr 2025 insgesamt

schwach zeigte, sendet Deutschland

vorsichtig positive Signale. Die Investitionen

in deutsche Immobilien stiegen im Vergleich

zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent

auf 16,5 Milliarden Euro. Das geht aus

dem aktuellen Europe Capital Trends

Report des Analysehauses MSCI hervor.

Im gesamten europäischen Raum gingen

die Investitionen in Gewerbeimmobilien in

der ersten Jahreshälfte um sieben Prozent

auf 91,7 Milliarden Euro zurück. Im zweiten

Quartal allein lag das Minus bei zehn

Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders belastend für die Märkte waren

laut MSCI die im April angekündigten US-

Handelszölle. Tom Leahy, Leiter EMEA Real

Assets Research bei MSCI, sieht auch Lichtblicke:

Die Pipeline geplanter Deals sei so

voll wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Erwartung

sinkender Zinsen in der Eurozone

sowie stabile Nutzermärkte könnten in der

zweiten Jahreshälfte für Auftrieb sorgen.

Trotz der gestiegenen Gesamtinvestitionen

bleibt insbesondere der deutsche Büromarkt

schwer angeschlagen. Die Transaktionen

lagen im ersten Halbjahr 70 Prozent

(!) unter dem Durchschnitt der vergangenen

zehn Jahre. Dennoch könnte laut MSCI der

Preisverfall bei Büroimmobilien seinen Tiefpunkt

erreicht haben – ähnlich wie bereits

in London und Paris. Zu beobachten ist auch

eine Stabilisierung zumindest bei hochwertigen

Büroimmobilien in Top-Lagen. In

Städten wie London und Paris bleiben zentral

gelegene Gebäude mit Mietwachstum

gefragt. Großinvestoren wie Blackstone

kehren dort zurück.

Im Segment Mehrfamilienhäuser sind

nur bestimmte Städte in Deutschland gefragt.

Berlin behauptet sich als einer der gefragtesten

Immobilienstandorte Europas.

Mit einem Transaktionsvolumen von 2,8

Milliarden Euro belegte die Hauptstadt

Ende Juni Platz drei hinter London und Paris.

Auch Frankfurt am Main konnte punkten.

Die Finanzmetropole kehrte in die Top

fünf der europäischen Investitionsziele zurück.

ZB

FOCUS MONEY 33/2025

Foto: CNN 9


EXPORT UNTER DRUCK: Die US-Strafzölle

von 39 Prozent werden die Schweiz

Wirtschaftswachstum kosten

Quelle: Bloomberg

Besonnen reagiert

Swiss Market Index SMI

Kursindex in Tsd. Punkten

13,0

12,5

12,0

11,5

11,0

2024

2025

10,5

AUG OKT DEZ FEB APR JUN AUG

SCHWEIZ

Zoll-Keule

lässt Börse in

Zürich kalt

Die Empörung über die außergewöhnlich

hohen US-Zölle auf Schweizer Waren

ist gewaltig. Das Massenblatt „Blick“

sprach von einem „Super-Gau“ für die

eidgenössische Wirtschaft. Der amerikanische

Präsident Donald Trump hatte der

Schweiz Strafzölle von 39 Prozent ab 7.

August angekündigt. Die USA sind für

die Schweiz der wichtigste Absatzmarkt.

18,6 Prozent aller Exporte gehen dorthin.

Zum Vergleich: Die Waren nach Deutschland

kommen nur auf 14,7 Prozent.

Die politische Aufregung in der Hauptstadt

Bern ist groß. Es werden Verant-

wortliche für das fatale Ergebnis der

Handelsgespräche gesucht. Gleichzeitig

hoffen die Schweizer trotz der knappen

Zeit auf erfolgreiche Nachverhandlungen.

Besonders bitter: Das kleine

Nachbarland Liechtenstein mit seiner

Währung Franken kommt wie die Europäische

Union (EU) mit einem Strafzoll

von lediglich 15 Prozent davon.

An der Börse in Zürich herrscht unterdessen

Gelassenheit. Der Leitindex

SMI hat die Zoll-Keule gut weggesteckt.

Ein wichtiger Grund: Medikamente und

Edelmetalle sind vom 39-prozentigen

Strafzoll ausgenommen. Pharmaprodukte,

Gold und Schmuck machen

mehr als zwei Drittel der Exporte in die

USA aus. Die Schwergewichte im

Schweizer SMI-Index wie die Pharmariesen

Novartis und Roche sind nahezu

konstant geblieben. Doch die Arzneimittelhersteller

stehen trotzdem

unter Druck. Sie sind von Trump aufgefordert

worden, innerhalb von 60 Tagen

für niedrigere Medikamentenpreise

zu sorgen. Die Verlierer der

US-Strafzölle sind voraussichtlich Konsumgüterkonzerne

wie Nestlé, Uhrenhersteller

und Unternehmen aus der

Maschinenbau- und Elektrobranche.

Wie sehr die amerikanischen Rache-

Zölle der Schweiz wirtschaftlich schaden

werden, hängt von den künftigen

Abgaben für die Arzneimittelhersteller

ab. „Sollte auch die Pharmaindustrie mit

einem Zoll von 39 Prozent belegt werden,

müsste mit einem scharfen Rückgang

des BIPs von mindestens 0,7 Prozent

gerechnet werden und damit

Einkommensverluste im Durchschnitt

von gegen 700 CHF pro Person und

Jahr“, sagte Hans Gersbach, Co-Direktor

der einflussreichen Konjunkturforschungsstelle

der ETH Zürich. HPS

US-GELDSCHWEMME

Trump macht Anleger glücklich

Mag US-Präsident Donald Trump große

Teile der Menschen vor den Kopf stoßen,

die Finanzindustrie bejubelt ihn. „Rosige

Zeiten“ erwartet etwa der deutsche Investor

Thomas Weinmann jenseits des Atlantiks.

„Alle, die jetzt die Möglichkeit haben,

in Amerika zu investieren, sollten das tun“,

sagt der CEO und Gründer von REIA, einer

Fondsgesellschaft, die das Geld ihrer Kunden

– vermögende Familien wie Privatpersonen

– bei Finanzinvestoren anlegt. Aus

den Worten des Hanseaten spricht nicht

der Trump-Fan, sondern die ökonomische

Rationalität: „Amerika ist noch immer die

größte Volkswirtschaft der Welt, die übersteht

alles – auch einen Präsidenten Donald

Trump.

Zudem befeuere Trump mit seinen Steuerplänen

wie Pensionsreform die Finanzbranche

geradezu. „Allein seine Pensionspläne

schwemmen Billionen zusätzliches

Kapital in dem Markt. Die verfügbaren Mittel

steigen um einen Schlag um zehn Prozent“,

sagt Weinmann. Dieses viele Geld

will angelegt werden: „Die großen Fonds

und Investoren stehen, unter dem Druck,

die Milliarden auszugeben.“ All das treibt

die Kurse.

Wer als Privatmensch dabei sein will,

dem rät Weinmann zu Aktien der großen

Finanzinvestoren wie KKR oder Blackstone,

die über steigende Managementgebühren

von den hohen Anlagesummen profitieren.

Die andere Möglichkeit sind

Fondsanteile an nicht börsennotierten,

kleineren Finanzinvestoren, die ihr Kapital

über kleine Unternehmen streuen, bei

denen mit stark steigenden Preisen zu

rechnen sei.

„Wir werden in dem Segment Spaß haben

und tolle Renditen sehen“, prophezeit

Weinmann. Die Unsicherheit werde sich

nach den Ferien auflösen, sagt er. „Nach

der Sommerpause rechnen wir mit einer

deutlichen Zunahme von Deals zu durchaus

attraktiven Bewertungen.“ GM

10 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


moneykompakt

POLEN

Nachbar im Osten holt auf

Polen sonnt sich im Licht optimistischer

Prognosen. Laut der Datenbank

Statista betrug das reale Bruttoinlandsprodukt

im vergangene Jahr 2,85 Prozent,

für das laufende Jahr erwarten

Experten sogar ein Wirtschaftswachstum

von 3,24 Prozent. Deutschland

steckt hingegen in der Krise. Hier ist

die schwarze Null das Maß aller Dinge.

Von 2014 bis 2024 legte das Bruttoinlandsprodukt

pro Kopf um knapp 50

Prozent zu. Deutschland bringt es auf

ein Plus von acht Prozent und ist seit

2022 nicht mehr vom Fleck gekommen

(siehe Grafik unten links). Damit

kein Missverständnis aufkommt: Das

Nachschlagewerk CIA Factbook

schätzt, dass das reale Bruttoinlandsprodukt

je Einwohner in Deutschland

bei über 60 000 US-Dollar liegt, in Polen

sind es 45 000 Dollar.

Auf einigen Gebieten jedoch senkt

sich die Waagschale zugunsten Polens.

Ein Blick auf die Warschauer Börse

genügt. So legte der WIG-20-Index

in diesem Jahr gut 30 Prozent zu, während

der Dax Kursindex 17 Prozent gewann.

Der WIG performte auf Basis

Wirtschaftlich dynamisch

Bruttoinlandsprodukte je Einwohner

prozentuale Entwicklung seit 2014

Deutschland

–20

2014 16 18 20 22 2024

Quelle: Bloomberg

Polen

+60

+40

+20

0

polnischer Zloty über 13 Prozentpunkte

besser als der Dax Kursindex.

Anleger sind gut beraten, den polnischen

Aktienmarkt nicht zu ignorieren.

Doch welche Werte sollen deutsche

Anleger kaufen? Der schwerste

polnische Wert ist Orlen (ISIN

PLPKN0000018) mit einer Marktkapitalisierung

von 26 Milliarden Dollar.

Das Unternehmen ist in der Herstellung

und dem Vertrieb von Raffinerieprodukten,

Petrochemikalien und Erdgas

tätig. Diese Aktie wird auch in

Deutschland gehandelt, ist hierzulande

aber nicht übermäßig liquide. Das

erwartete KGV liegt bei rund sieben.

Risikofreudige Anleger können den

Stoppkurs zur Verlustbegrenzung bei

17,40 Euro setzen.

Vorsicht ist geboten. Der Euro gewinnt

gegenüber dem Zloty an Wert

(siehe Grafik unter rechts). In den vergangenen

Monaten erreichte der

Euro das Niveau von 2020, anschließend

erstarkte der Euro und gewann

gegen den Zloty 16 Prozent an Wert.

Ein Grund dafür war das zurückgegangene

Wirtschaftswachstum. DR

Euro wertet zum Zloty auf

Preis für 1 Euro in polnischen Zloty

Aufwärtstrend

Abwärtstrend

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

4,7

4,5

4,3

4,1

BP

Öl-Erfolg in

der Tiefsee

Der Öl- und Gasfund mit Namen „Bumerangue“

des britischen Ölmultis BP liegt gut

5000 Meter tief. Die Explorationsbohrung

1-BP-13-SPS geht bis zu einer Tiefe von

5855 Metern. Wie viel Öl und Gas gut 400

Kilometer vor der Küste der brasilianischen

Metropole Rio de Janeiros im Untergrund

eingeschlossen ist, muss erst noch festgestellt

werden.

Das Ausmaß des Ölfeldes ist jedoch mit

geschätzt mehr als 300 Quadratkilometern

sehr groß. „Bumerangue ist die größte BP-

Entdeckung der letzten 25 Jahre“, freut sich

denn auch Gordon Birrell, der für die Produktion

zuständige Vizepräsident von BP.

Die Entdeckung kommt gerade zur

rechten Zeit, um BP wieder ins Rampenlicht

zu bringen. Zusammen mit einem

besser als erwarteten Quartalsergebnis

und dem Versprechen, stark an der

Kostenschraube zu drehen, scheint der

Aktienkurs nach oben zu tendieren. Dies,

obwohl die vergleichbaren Konkurrenzölmultis

eher verhaltene Quartalsergebnisse

abgeliefert hatten und die Aussichten

für den Ölpreis nach der Ankündigung der

Opec+, ihre Produktion zu erhöhen, nicht

rosig sind. Mit einem Ölpreis von 65 bis 70

US-Dollar je Barrel (159 Liter) sollten die

meisten Ölmultis gut leben können.

Bis zum möglichen Produktionsstart von

Bumerangue (BP hält 100 Prozent) kann es

dauern. Kritisch aber ist, dass die damit verbundenen

Kosten sich auf mehrere Milliarden

US-Dollar belaufen könnten. Kehrseite

der Medaille: Die Chancen sind enorm,

Hochseeölquellen sind in der Regel ergiebiger

und der Ölfluss konstanter als auf Land.

BP ist für Anleger wieder im Spiel. JH

Neuer Aufwärtstrend

BP

200-Tage-Linie

Aktienkurs in Euro

6,00

2023 2024 2025

5,50

5,00

4,50

4,00

3,50

Quelle: Bloomberg

FOCUS MONEY 33/2025

Foto: Adobe Stock 11


moneytitel

TECHNOLOGIE

GRANDIOSE AUSSICHTEN:

Stockpicking und konzentrierte

KI-Portfolios versprechen

galaktische Gewinne

12 Foto: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 33/2025


20 KI-Perlen für Stockpicker

Unternehmen Branche ISIN Börsenwert

in Mrd. Euro

Quelle: Onvista, Marketscreener (Stand: 1.08.2025), Morningstar

Umsatz in Mrd. Euro KGV aktueller

Kurs in

2025e 2026e 2025 2026 Euro

Endava IT-Dienstleister US29260V1052 0,5 0,9 0,9 26,6 25,5 11,70 70

Sabre Technologie für Reisebuchungen US78573M1045 1,1 2,7 2,8 – 17,3 2,67 52

Broadcom Halbleiter US11135F1012 1249,6 55,0 66,3 66,1 50,1 260,80 36

Adobe Software US00724F1012 134,8 20,6 22,5 22,5 22,0 312,56 32

On Semiconductor Halbleiter US6821891057 21,1 5,2 5,7 132,0 9,2 49,44 29

Exlservice Holding Datenanalyse US3020811044 6,1 1,8 2,0 28,4 25,5 37,48 26

Rambus Speicherchips US7509171069 7,1 0,6 0,7 34,3 29,8 64,50 22

ASML Halbleiter/Produktionsanlagen NL0010273215 248,1 32,2 33,7 26,2 24,7 613,90 21

Sensata Technologies Sensorik GB00BFMBMT84 4,0 3,2 3,3 13,9 11,2 26,78 19

Nvidia Halbleiter US67066G1040 3871,8 176,0 223,0 43,4 32,6 156,46 19

TSMC Halbleiter/Auftragsfertiger TW0002330008 857,1 106,0 123,0 19,7 17,2 210,32 17

NXP Semiconductors Halbleiter NL0009538784 48,4 10,6 11,6 25,2 19,7 189,00 17

Meta Social Media US30303M1027 1437,7 171,0 194,0 25,0 23,8 672,52 16

Vertiv Hardware/IT-Kühllösungen US92537N1081 49,0 8,7 9,7 44,0 34,4 128,38 15

Microsoft Software US5949181045 3588,4 280,0 321,0 33,5 28,6 465,90 12

Cadence Design Software US1273871087 89,7 4,6 5,1 86,4 65.6 326,45 12

Synopsys Software, KI-Chips, 5G-Prozessoren US8716071076 104,7 6,5 9,1 64,2 57,4 558,53 11

Fidelity National Information Services Finanzdienstleistungen US31620M1062 37,2 9,1 9,6 32,4 22,5 70,10 10

Manhattan Associates Software US5627501092 12,2 0,9 1,0 68,2 62,8 196,22 10

Alphabet (Google) Online-Suche US02079K3059 1909,4 344,0 384,0 19,8 18,6 167,22 10

Kurspotenzial

in %

von JENS MASUHR

DER ZUKUNFT

FOCUS MONEY 33/2025

Meta, Amazon & Co. bauen am

größten Infrastrukturprojekt

der Geschichte. Nicht jede

Aktie wird im Wettlauf um die

Superintelligenz gewinnen.

FOCUS MONEY stellt 20

KI-Stars von morgen vor. Plus:

fünf Sammelinvestments

Sie wollen hier eine wirklich steile These lesen? Bitte

schön: „Die nächsten fünf bis sieben Jahre werden ein

Markt für Stockpicker sein. Warum? Weil es durch die

Kombination von Internet, Apps und künstlicher

Intelligenz (KI) zu sehr spannenden Entwicklungen

und – in ganz bestimmten Bereichen – zu irren Reichtümern

kommen wird.“

„Unvorstellbar hohe Gewinne.“ Das sagt nicht irgendwer. Die

Ansage macht Thomas Rappold, erfolgreicher Start-up-Investor,

Bestseller-Autor („Peter Thiel“) und Gründer der Fintech-Firma Divizend.

Mit Leib und Seele Netzwerker und Kenner der IT-Szene,

dessen Aktientipps sich für FOCUS-MONEY-Leser seit rund zwei

Jahrzehnten mehr als ausgezahlt haben. Die von ihm entwickelten

KI-, Cloud- und QC-Zertifikate stehen aktuell mit Jahresrenditen

von bis zu 45 Prozent im Plus (siehe Kasten Seite 16). Für Rappold

steht fest: „Bei einzelnen KI-Aktien winken Kursgewinne von

unvorstellbarem Ausmaß.“

Einen Vorgeschmack auf das, was Anleger erwartet, lieferte

kürzlich der Börsengang von Figma (ISIN: US3168411052).

13


moneytitel

Die Kalifornier verkaufen Software, mit der mehrere Teammitglieder

gleichzeitig und in Echtzeit an denselben Designs

– etwa zum Aufbau von Webseiten – arbeiten, Feedback geben,

brainstormen, Prototypen erstellen und testen können.

Das alles, ohne Dateien hin und her schicken zu müssen. An

der Börse brechen alle Dämme. Der Emissionspreis von 33

US-Dollar schoss am ersten Handelstag um fast 250 Prozent

auf 114 Dollar in den Himmel. Nachbörslich ging es auf mehr

als 140 Dollar weiter aufwärts. Weil Teile des Einkommens

von Mitgründer und Firmenchef Dylan Field an den Kursverlauf

gebunden sind, bekommt der 33-Jährige ein Gehalt, mit

dem er frühestens in zehn Jahren gerechnet hatte. Quasi über

Nacht wuchs sein Vermögen auf sechs Milliarden Dollar!

Das Kursfeuerwerk bei dem IPO-Shootingstar ist vorläufiger

Höhepunkt einer Phase, in der der Technologiesektor erneut

zur Zugmaschine für neue Börsenhochs wird. Viel KI-

Fantasie und die Vorlage solider Quartalszahlen, immer

mehr Zolldeals mit Trump und der Wettbewerbsvorteil eines

schwächelnden US-Dollars sind für S&P & Co. der Treibstoff

für neue Höhenflüge. Unabhängig von der Chaospolitik im

Weißen Haus, der Sorge vor verspäteten Zinssenkungen und

dem brodelnden Zinszoff zwischen Trump und US-Notenbankchef

Jerome Powell gehen selbst die Kurse von Schwergewichten

wie Meta, Microsoft und Nvidia in den Steigflug

früherer Rekordanstiege über. Und das, obwohl Aktien wie

Nvidia mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 43

nicht gerade günstig zu haben sind (siehe Tabelle Seite 13).

„Bald völlig neue Welt“. Zweifel haben die, die vom Spielfeldrand

zuschauen. Um derart hohe Bewertungen zu rechtfertigen,

so ihre Sorge, müssen die Fundamentaldaten der

Big Techs umso mehr überzeugen. Gesagt, getan: Erst vergangene

Woche pulverisierte Meta die Analystenprognosen

fürs zweite Quartal und kündigte an, die für dieses Jahr geplanten

Investitionen in KI-Rechenzentren um zwei auf 66

Milliarden Dollar zu erhöhen (2026: 100 Milliarden Dollar).

Mehr noch: Gründer und Chef Mark Zuckerberg stellt eine

Computerbrille mit Kameras und Lautsprechern in Aussicht

und spricht von der Vision, eine „persönliche Superintelligenz

für jeden“ verfügbar zu machen. Laut Zuckerberg sei es

sehr wahrscheinlich, dass „die Welt in wenigen Jahren ziemlich

anders aussehen wird“.

Microsoft steigt nach starken Wachstumszahlen zum weltweit

zweitgrößten Cloud-Anbieter hinter Amazon auf. Zusammen

mit KI wird die Sparte („Azure“) mit einem Zuwachs

in Q2 von 34 Prozent zum größten Treiber im Konzern. Die

Aktie stand zwischenzeitlich fast auf Allzeithoch. Konkurrent

Amazon legte ebenfalls starke Zahlen vor, auch wenn

offenbar mehr nötig war, um neue Käufer zu locken.

An der Börse werden die ersten Anleger unruhig. Grund:

Die Aktien der Glorreichen Sieben sind so stark gestiegen,

dass die Überbewertung der Kursrally ein Ende setzen könnte.

Karen Karniol-Tambour, Chefanlagestrategin des weltgrößten

Hedgefonds Bridgewater, macht indes eine interessante

Gegenrechnung auf. Generell, so die Expertin, hängt

die Aktienperformance von zwei Hauptfaktoren ab: erstens,

wie sich das Geschäft gegenüber den erwarteten Zahlungen

und Cashflows verhält und zweitens: wie sich die erwarteten

Gewinne verändern. Aus beidem lässt sich ableiten, wie stark

die Gewinne steigen müssten, um Aktienanlegern weiterhin

eine attraktive Risikoprämie gegenüber Anleihen zu liefern.

Big Techs überraschend günstig. Kurz gefasst: Laut Karniol-Tambour

müssten die Tech-Riesen ihren Nettogewinn

pro Aktie in den nächsten zehn Jahren um 14 Prozent pro

Jahr steigern, um eine normale Risikoprämie gegenüber Anleihen

zu liefern – ein hoher Wert, aber niedriger als der

Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 20 Prozent.

Das Gewinnwachstum könnte sich also verlangsamen, ohne

dass die Magnificent-Aktien unattraktiver würden. Demgegenüber

ist der große Rest im Technologiesektor dazu verdonnert,

seine Gewinne ebenfalls im Schnitt um 14 Prozent

zu erhöhen. Um das zu erreichen, müsste er allerdings dreieinhalbmal

so schnell wachsen wie im historischen Durchschnitt

von vier Prozent. Der Rest im S&P 500 (55 Prozent)

müsste beim Gewinn um acht Prozent pro Jahr zulegen – gegenüber

fünf Prozent in der Vergangenheit. Fazit: Solange

die Glorreichen Sieben schneller wachsen als der restli-

ENDAVA

Aktie vor Quantensprung

Als Unternehmen für Quantencomputing (QC) läuft Endava noch weitgehend

unter dem Radar. Die Ausnahme bilden Experten des Analyseinstituts Morningstar.

Die Analysten stufen die Briten als einen der heißesten KI-Profiteure der Zukunft

ein. Spezialisiert auf digitale Transformation, „agile“ Softwareentwicklung

und Automatisierungslösungen, unterstützt Endava Kunden aus Branchen wie

Finanzen und Gesundheit, Automobilindustrie und Telekommunikation dabei,

QC-Technologien zu integrieren. Ein Markt mit Riesenpotenzial: Laut Research

and Markets erreichte die Quantenindustrie 2024 ein Marktvolumen von 1,9 Milliarden

US-Dollar. 2030 sollen es bereits 7,5 Milliarden Dollar sein – ein Durchschnittswachstum

von 28,7 Prozent pro Jahr (siehe auch Seite 18). Ziel ist es, sich

mit QC für geschäftliche Zwecke weiter zu etablieren. Geplant: mehr Dienstleistungen

wie Beratung und Strategieentwicklung. Vorteil gegenüber der Konkurrenz:

Endava ist profitabel!

JM

Endava

Kurs der Endava-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

120

0

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A2JRLY/US29260V1052

Börsenwert 500,0 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 26,6/25,5

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 19,00/9,20 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 70 %

Quelle: Bloomberg, Marketscreener, Onvista (Stand: 1.08.2025)

80

40

e = erwartet

14 FOCUS MONEY 33/2025


SYNOPSYS

Perfekte Kombination

Gefragter Architekt. Dank des Megatrends KI nimmt Synopsys eine Schlüsselfunktion

ein. Das US-amerikanische Unternehmen mit Sitz in Kalifornien ist

Spezialist für Chip-Design-Software. Als „unsichtbarer Architekt” der modernen

Chipindustrie entwickelt Synopsys hoch spezialisierte Software, die Halbleiterherstellern

wie Nvidia, TSMC oder AMD dabei hilft, effizientere, leistungsfähigere

und zuverlässigere Chips zu entwickeln (EDA-Software: Electronic Design Automation;

IP: Intellectual Property). Die Chips kommen in der gesamten

Elektronikindustrie zum Einsatz, sei es in Krankenhäusern, Autos, Fabriken oder

privaten Haushalten. Das Unternehmen übernimmt auch Support-Dienste und

bietet Schulungen an. Damit können Kunden die Produkte optimal nutzen. Durch

die Übernahme von Ansys (Simulationssoftware) hat sich das Unternehmen weiter

verstärkt. Fazit: Die Entwicklung von Synopsys ist solide, die Aktie eine perfekte

Kombination aus Wachstum, Bewertung und Ausrichtung. SIM

Synopsys

Kurs der Synopsys-Aktie

500

400

300

200-Tage-Linie

200

100

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

883703/US8716071076

Börsenwert 104,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 64,2/57,4

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 590,00/ 470,00€

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 11 %

Quelle: Bloomberg, Marketscreener, Onvista (Stand: 1.08.2025)

e = erwartet

RAMBUS

Ausblick: Rambus Zambus!

Es geht auch anders: Obwohl der US-Halbleiterspezialist Rambus fürs zweite

Quartal einen Gewinn von 53 US-Cent je Aktie ausweist und damit die Prognose

um fast neun Prozent verfehlte, schoss die Aktie nachbörslich um 13

Prozent hoch. Was ist da los? Die Kalifornier stellen Speicherschnittstellenchips

her, die den Engpass zwischen Speicher und der Verarbeitung in datenintensiven

Systemen beseitigen, besonders bei Anwendungen von KI. Auf den

zweiten Blick fällt auf: Der Produktumsatz legte das fünfte Quartal in Folge zu

– beachtlich im wettbewerbsintensiven Halbleitermarkt. Grund: Rambus profitiert

von der massiven Nachfrage nach Speicherchiplösungen für Hochleistungsserver,

Datenzentren und KI-Anwendungen – ein bullenstarker Wachstumsmarkt,

der laut Prognose 2026 bereits auf 600 Millionen Dollar Umsatz

kommt. Die Börse vertraut der Konzernprognose: starken Fokus auf KI und Rechenzentren

sowie zweistellige Wachstumsraten wegen neuer Produkte. JM

Rambus

Kurs der Rambus-

Aktie in Euro

200-Tage-Linie

20

10

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

906870/US7509171069

Börsenwert 7,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 34,3/29,8

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 79,00/53,50 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 22 %

Quelle: Bloomberg, Marketscreener, Onvista (Stand: 1.08.2025)

60

50

40

30

e = erwartet

NVIDIA

Markt vor Verhundertfachung?

Nvidia ist der Chipkönig der KI-Branche, der den Großteil der Halbleiter zum

Aufbau eines gigantischen Infrastrukturprojekts liefert. Bis zu 2,2 Billionen Dollar

stecken Firmen wie Meta, Amazon, Softbank oder OpenAI allein in den nächsten

zehn Jahren in Rechenzentren auf der ganzen Welt – Trainingslager, in denen

künstliche Intelligenz (KI) immer schlauer wird. Eine Million KI-Chips will allein

Sam Altman Ende 2025 „online“ haben. Für die Zukunft stellt der OpenAI-Chef

sein Team auf „eine Verhundertfachung“ ein. Die Konkurrenz denkt ähnlich groß.

Auch wenn bereits viel Fantasie in der Nvidia-Aktie steckt: Das Wettrüsten der

KI-Milliardäre geht gerade erst los – und damit die Auftragsflut für den Schaufellieferanten.

Klar, dass die Konkurrenz nicht schläft. Eine Betriebsmarge von

zuletzt 60 Prozent wird auch Weltmarktführer Nvidia auf Dauer nicht durchhalten

können. Das Geschäft machen die Kalifornier trotzdem. Jüngster Coup: ein

komplettes KI-Ökosystem aus einer Hand. Fazit: Super-Profiteur von morgen!

FOCUS MONEY 33/2025

Nvidia

Kurs der Nvidia-Aktie in Euro

120

40

200-Tage-Linie

0

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

918422/US67066G1040

Börsenwert 3,9 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 43,4/32,6

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,02/0,02 %

Kursziel/Stoppkurs 186,00/129,70 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 19 %

Quelle: Bloomberg, Marketscreener, Onvista (Stand: 1.08.2025)

80

e = erwartet

15


moneytitel

che US-Markt, sind sie tatsächlich günstiger bewertet als die

große Masse.

Schwacher Dollar hilft. Und wie gehts in der Zukunft weiter?

„Sollte der Dollar auf seinem derzeitigen Niveau verharren,

wird er in den kommenden Quartalen zu einem positiven

Faktor, und eine weitere Abwertung würde diesen Effekt

noch verstärken“, heißt es bei der Deutschen Bank. Dazu nur

so viel: Laut dem Finanzdatendienst Factset kommen 55 Prozent

der Erlöse amerikanischer IT-Konzerne aus dem Ausland.

Paradebeispiel für Dollar-Profiteure seien US-Softwareanbieter,

die einen bedeutenden Anteil ihres Geschäfts im

Ausland machen. Mehr noch: Der Großteil ihrer operativen

Kosten fällt im Heimatmarkt an, dort, wo sie mit jeder Abwertung

des schwächelnden Greenbacks weiter sinken. Kein

Wunder, dass Chipaktien die kräftige Rally seit dem Tief vom

8. April maßgeblich mitbestimmt haben. Der PHLX-Semiconductor-Index

stieg zwischenzeitlich um fast 60 Prozent.

Hier geht die Post ab. Bekannt als „Buffett für Tech“ investiert

Rappold langfristig. Der Schwabe sieht enormes Potenzial

in der Zukunft. „KI ist nach wie vor unterbewertet –

zumindest mittelfristig“, sagt Rappold zu FOCUS MONEY.

„Das KI-Wettrüsten hat gerade erst begonnen.“ Die Ausgabenpläne

von OpenAI, Meta & Co. belaufen sich bis 2035 auf bis

zu 2,2 Billionen Dollar. „Für die nächsten 500 Jahre sind die

kommenden fünf bis zehn Jahre richtungsweisend – so wie

im 19. Jahrhundert, als durch die Industrialisierung sprichwörtlich

die Post abging und man hohe dreistellige Zuwachsraten

sah“, erklärt der Tech-Investor. Nicht jede Aktie werde

in dem „Wettlauf hin zur Superintelligenz“ gewinnen.

Rappold: „Manchen Profiteur von morgen gibt es heute vielleicht

noch gar nicht.“ Mit drei Zertifikaten, einem Top-ETF

und der Aktie der japanischen Softbank, die an einer Vielzahl

von hochkarätigen Hightech-Playern beteiligt ist, erhöhen

Anleger die Trefferquote (siehe Kästen ab Seite 16).

Das Beste in einem Korb

Auch wenn der KI-Megaboom jede Menge Chancen auf einen Tenbagger („Verzehnfacher“) bietet: Mit

Sammelinvestments erhöhen Anleger die Trefferquote. FOCUS MONEY hat fünf Top-Produkte ausgesucht

HIGHTECH-ZERTIFIKATE

Balsam für Renditejäger

Die branchenbedingt hohen Kursschwankungen bei Techaktien sind nicht

jedermanns Sache. Wer seine Nerven schonen und trotzdem die Chance

auf hohe Kursgewinne wahren will, setzt besser auf eine breite Palette an

Aktienfavoriten – und streut das Risiko. Eine Lösung: Zertifikate.

Thomas Rappold ist Hightech-Kenner, Silicon-Valley-Insider und erfolgreicher

Investor. Für das Bankhaus Vontobel entwickelt der Unternehmensberater

und Buchautor entsprechende Themenzertifikate, darunter welche mit

Schwerpunkt KI (ISIN: DE000VL3SJB4), Quantencomputing (DE000VP4XD45)

und Cybersecurity (DE000VS5ZCS6).

Alle drei Produkte sind auf Jahressicht im Gewinn. Spitzenreiter ist der QC-

Korb mit einem Plus von fast 46 Prozent. Darin finden sich neben Überfliegern

wie Ionq (US46222L1089) und Rigetti (US76655K1034) auch die Aktien

von Amazon (US0231351067) und IBM (US4592001014) – allesamt

Profiteure im Wettrennen um die Superintelligenz. Im KI-Korb wiederum bilden

die Aktien von Nvidia (US67066G1040), Microsoft (US5949181045) und

Netflix (US64110L1061) die Top Drei. Im Bereich Cybersecurity setzen Anleger

mit dem Vontobel-Zertifikat unter anderem auf Cloudflare (US18915M1071)

und Crowdstrike (US22788C1053).

Basis der Zertifikate ist jeweils ein Aktienkorb, den Vontobel regelmäßig

anpasst und optimiert. Jedes Zertifikat bildet seinen Korb im Verhältnis 1:1

ab. Für das Management der jeweils 20 enthaltenen Aktien fällt eine Jahresgebühr

von 1,2 Prozent an. Unser Fazit: Das rechnet sich! JM

Einsatz vervierfacht

Anleger, die dem Vontobel-KI-Zertifikat seit

Auflage am 18.09.2017 treu geblieben sind,

haben ihren Einsatz bis heute vervierfacht

Strategiezertifikat auf Solactive AI Index

Wertentwicklung in Euro seit Auflage

400

300

200

100

2017 18 19 20 21 22 23 24 2025

ISIN (thesaurierend, Euro) DE000VL3SJB4

Emittent

Vontobel

aktueller Kurs 406,00 €

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 23,7/66,4/111,4 %

laufende Kosten (pro Jahr) 1,2 %

Laufzeit

open end

Quelle: Vontobel, Onvista (Stand: 4.08.2025)

e = erwartet

16

Foto: Adobe Stock Composing: FOCUS MONEY/KI

FOCUS MONEY 33/2025


HSBC HANG SENG TECH ETF

Chinas Tech-Aktien melden sich zurück

Der Deepseek-Schock für den Technologiesektor außerhalb Chinas liegt

zwar schon einige Monate zurück. Im Januar hatte das chinesische Start-up

mit der Veröffentlichung des KI-Sprachmodells DeepSeek-R1 weltweite Bekanntheit

erreicht und vor allem US-KI-Werte auf Talfahrt geschickt. Der

Grund: Das Programm kann in puncto Leistungsfähigkeit mit der Konkurrenz

wie OpenAI (ChatGPT) mithalten, arbeitet aber wesentlich energie- und chipsparender.

Was seither in den Köpfen ist: die neuerliche Erkenntnis, wie leistungsfähig

chinesische Unternehmen im Technologiebereich sind.

Hinzu kommt, dass die Investitionsfreude der dortigen Bevölkerung in heimische

Dividendenwerte gerade wieder ansteigt, auch weil die Regierung

in Peking unterstützende Maßnahmen ergriffen hat – was besonders den

Technologietiteln zugutekommen dürfte.

Eine kostengünstige Möglichkeit, auf weitere Kursavancen des Segments

zu setzen, ist der HSBC-Hang-Seng-Tech-Börsenfonds (ETF), der in große

chinesische Technologiegesellschaften investiert. Der Finanzpool verzichtet

auf Ausgabeaufschläge, die laufenden Kosten betragen überschaubare

0,50 Prozent. Der ETF hat sich vom Hoch im Februar 2021 (12,00 Euro) glatt

gedrittelt, legte zuletzt aber bereits wieder rund 50 Prozent zu. Dennoch ist

bis zum früheren Hoch noch reichlich Platz. Zu den größten Positionen gehören

Xiaomi, Netease, Tencent und Alibaba mit jeweils zwischen sieben

und neun Prozent Gewicht im Börsenfonds. Diese auch weltweit bekannten

Firmen könnten einen weiteren Aufwärtstrend anführen.

KÖR

Wieder auf dem Weg nach oben

Nach einem Ausverkauf chinesischer Technologieaktien

– auch aus politischen Gründen –

erholt sich diese Anlageklasse gerade

HSBC Hang Seng Tech ETF

Kurs des Hang-Seng-Tech-ETFs in Euro

2

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A2QHV0/IE00BMWXKN31

Fondsvolumen 1,34 Mrd. €

laufende Kosten 0,50 %

Replikation

vollständig physisch

Gewinnverwendung

thesaurierend

Auflagedatum 9.12.2020

Quelle: Bloomberg

12

10

8

6

4

SOFTBANK GROUP

Beteiligungsgesellschaft mit vielen Perlen

Das Unternehmen aus Japan betreibt operative Geschäfte in den Bereichen

Telekommunikation, Onlinehandel sowie Finanzdienstleistungen. Zum

anderen verwalten die beiden Finanzpools des Hauses Vision Fund 1 und

Vision Fund 2 Beteiligungen an aussichtsreichen Tech-AGs wie dem britischen

Chipdesigner Arm, dem US-Halbleiterhersteller Nvidia (siehe Kasten

Seite 14) und dem chinesischen Internetriesen Alibaba. Insgesamt halten die

Fonds Anteile an Dutzenden von Unternehmen und gilt damit als international

breit gestreutes Sammelinvestment für den Wachstumssektor.

Ein wichtiger Wachstumsbereich im Industrieland Japan, das, wie Deutschland,

unter Fachkräftemangel leidet, könnte die Robotik sein. Schon 2014 hatte

sich die Softbank Group mit dem humanoiden Roboter „Pepper“ als Vorreiter

in der sozialen Robotik gezeigt. Der Automat kann Emotionen deuten,

Gesichter erkennen und mit Menschen Gespräche führen. Das ermöglicht perspektivisch

zahlreiche Anwendungen im Einzelhandel, in der Bildung, im Gesundheitswesen

und im Gastgewerbe.

Da die Nachfrage nach dem hauseigenen Roboter gering blieb, wurde die

Produktion eingestellt. Dennoch: Die Softbank Group blieb weiterhin als bedeutender

Investor im Bereich Robotik tätig. So hält sie beispielsweise 20 Prozent

der Anteile am US-amerikanischen Roboterhersteller Boston Dynamics.

Zudem wollen die Japaner zeitnah mehr als 100 Milliarden US-Dollar in den

USA im Bereich KI investieren, was den Einsatz in der Automation ermöglichen,

aber auch Synergien mit anderen Beteiligungen heben soll. KÖR

Ordentlicher Kurssprint

Zuletzt geriet der japanische Konzern wieder

ins Blickfeld der Anleger, der Kurs legte

rasant zu. Analysten sehen weiter Potenzial

Softbank Group

Kurs der Softbank-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

30

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

891624/JP3436100006

Börsenwert 96,7 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 15,1/22,4*

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,4/0,4 %

Kursziel/Stoppkurs 105,00/60,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 50 %

Quelle: Bloomberg

80

70

60

50

40

*bei Holdings traditionell stark schwankend

FOCUS MONEY 33/2025

17


moneytitel

QUANTENCOMPUTER:

Wesentlich schneller als

herkömmliche Computer

QUANTENCOMPUTING

Ein Quantum Zukunft

Es ist an der Zeit, die Champagnerflasche zu öffnen. Die

Vereinten Nationen haben das Jahr 2025 zum „Internationalen

Jahr der Quantenwissenschaft und -technologien“

erklärt. Damit soll das 100-jährige Jubiläum der

Quantenmechanik gewürdigt werden.

Es gab Zeiten, in denen ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein

war. Heute sieht das anders aus. Anders als herkömmliche

Computer arbeiten Quantencomputer nicht mit Bits, die nur

den Wert 0 oder 1 annehmen können. Sie nutzen sogenannte

Qubits, die sich in einer Superposition befinden und somit

gleichzeitig die Zustände 0 und 1 annehmen können. Dadurch

kann ein Quantencomputer verschiedene Möglichkeiten

parallel berechnen, was ihn bei bestimmten Problemen

wesentlich schneller macht als herkömmliche Computer.

Das eröffnet spezialisierten Unternehmen neue Geschäftsmodelle

und Anlegern spannende Investitionschancen.

Quantencomputer stehen in den Startlöchern:

Aktien wie D-Wave und entsprechende ETFs

versprechen hohe Renditen – doch Anleger

sollten die Risiken nicht unterschätzen

von DIRK REICHMANN

Pioniere und Spätstarter

D-Wave Quantum ist einer der Pioniere im Bereich Quantencomputing

(siehe Aktienkasten auf Seite 20). Die Aktie des

Unternehmens stieg innerhalb eines Jahres um gut 1800 Prozent.

Doch das Potenzial dürfte noch nicht ausgeschöpft sein.

Zugegeben: Viele Aktien aus diesem Bereich sind hochspekulativ,

da viele Unternehmen keine Gewinne erzielen.

Trotzdem gilt die Branche als zukunftsträchtig. FOCUS MO-

NEY sieht in der D-Wave-Quantum-Aktie eine gute Möglichkeit

für Renditen – jedoch sollten Anleger nie ihr Vermögen

riskieren und unbedingt einen Stoppkurs zur Verlustbegrenzung

setzen. Aber mit einem Wert wie D-Wave bringen sie

ein Quantum Zukunft ins Depot.

Wer es eine Spur weniger riskant mag, analysiert den Vaneck

Quantum Computing ETF (siehe Seite 19 unten). Das

ETF ist erst seit Mai an deutschen Börsen erhältlich und hat

eine geringe Fondsgröße von 70 Millionen Euro. In dem Korb

befinden sich jedoch neben D-Wave Quantum Schwergewichte

wie Microsoft, Bank of America oder Amazon. Auch

diese Unternehmen haben erkannt, dass Quantencomputing

das Potenzial hat, ein Gamechanger zu werden.

Sicherheitsrisiken und der Q-Day

Der mögliche Durchbruch von Quantencomputern bereitet

Unternehmen und Behörden Sorgen. Der sogenannte „Q-

Day“ bezeichnet den Tag, an dem leistungsfähige Quantencomputer

gängige Verschlüsselungen knacken können. Ein

„vollkommener“ Quantencomputer mit ausreichend fehler-

18 Fotos: Adobe Stock

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 33/2025


korrigierten Qubits könnte langfristig die Sicherheit von

Kryptowährungen wie Bitcoin gefährden, da er die zugrunde

liegenden Kryptoverfahren brechen kann. Auch deshalb

arbeiten Cybersecurity-Experten bereits an Post-Quanten-

Kryptografie, um neue Sicherheitsstandards zu schaffen.

Geschwindigkeit ist im Zeitalter der Quanten keine Hexerei

mehr: Googles Quantencomputer Sycamore löste 2023

eine spezielle Zufallsstichprobenaufgabe in wenigen Sekunden,

wofür ein Supercomputer wie Frontier etwa 47 Jahre

benötigt hätte. Laut der Technik-Nachrichtenplattform Winfuture

erreichte ein chinesischer Quantencomputer im Jahr

2025 bei einer ähnlichen Aufgabe sogar eine um eine Billiarde

Mal höhere Geschwindigkeit als die des leistungsstärksten

klassischen Supercomputers. Eine Billiarde entspricht

tausend Billionen, sodass man sagen kann, ein Quantencomputer

ist ziemlich schnell.

Der Tech-Gigant Microsoft klingt denn auch begeistert:

„Quantum Computing hält das Versprechen, einige der größten

Herausforderungen unseres Planeten zu lösen – in den

Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Gesundheit, Energie,

Klima, Materialwissenschaft und mehr.“

Unaufhaltsame Entwicklung

Die Technologiewelt entwickelt sich schnell. Die Bits

klassischer Computer weichen Q-Bits, der klassische

Computer dem Quantenrechner

Die Zukunft des

Computings

intelligente

Anwendungen

Mathematik u.

Information

(heutige Rechner)

intelligente Automation

(selbstlernende Simulation)

Bits

Q-Bits

Neuronen

hybride Cloudsysteme

(sicheres heterogenes

Computernetzwerk)

Biologie u.

Information (KI)

Physik u.

Information

(Quantenrechner)

Schnell, schneller, Quantum

Ein Quantencomputer kann von der Medizin über die Logistik

bis hin zur künstlichen Intelligenz (KI) und Kryptografie

viele Bereiche verändern. Es können leistungsstarke

Rechenmodelle entstehen, die klassische Systeme bei bestimmten

Aufgaben deutlich übertreffen. Große Datenmengen

können durch eine Parallelverarbeitung gleichzeitig

analysiert werden. Das bringt einen enormen Geschwindigkeitszuwachs.

Bei künstlicher Intelligenz liegt der Vorteil

auf der Hand: Lernalgorithmen können schneller trainiert

und Muster effizienter erkannt werden. So wird eine KI leistungsfähiger.

Der Markt für Quantentechnologien, der die Bereiche

Quantencomputing, Quantenkommunikation und Quan-

Quelle: Fraunhofer IAF

VANECK QUANTUM COMPUTING ETF

Der Schwerpunkt liegt auf den USA

Der Handelsbeginn des Vaneck Quantum Computing war am 21. Mai 2025.

Seitdem hat der ETF rund zehn Prozent zugelegt. Das ETF bildet den Marketvector

Global Quantum Leaders Index ab. Der Index enthält 30 globale Unternehmen,

die auf dem Gebiet Quantencomputing tätig sind. Der ETF ist nicht

währungsgesichert. Die größten Positionen kommen aus den USA (siehe Tabelle

unten)

Gewicht der zehn größten Positionen

Name Branche Gewicht in % 1-Jahres-Performance

(auf Dollar-Basis)

Ionq Computer-Verarbeitungshardware 8,48 % 430,19 %

D-Wave Quantum Computer-Verarbeitungshardware 4,63 % 1897,40 %

Intel Halbleiter 4,24 % – 35,59 %

Wells Fargo Großbanken 4,19 % 35,88 %

Bank of America Großbanken 4,14 % 17,27 %

Microsoft Software 4,12 % 27,52 %

IBM Informationstechnologie 4,10 % 31,75 %

Honeywell International Verteidigung 4,04 % 8,60 %

Amazon Internet-Einzelhandel 4,03 % 25,21 %

Synopsys Software 4,01 % 13,46 %

Quelle: Bloomberg

FOCUS MONEY 33/2025

Gute Gewinne

Seit der ersten Börsennotiz hat der ETF zehn

Prozent zugelegt. Der Korb lebt von seinen

Dickschiffen und einer ordentlichen Prise von

Spezialisten wie Ionq oder D-Wave Quantum

VanEck Quantum Computing ETF

ETF-Kurs in Euro

19,0

18,5

18,0

17,5

26.5. 5.6. 17.6. 27.6. 15.7. 31.7.

WKN/ISIN

A418QM/IE0007Y8Y157

Börsenwert 70 Mio. €

Gesamtkostenquote (TER)

0,55 % p.a.

Ertragsverwendung/Replikation thes./physisch

Kursziel/Stoppkurs 24,00/17,50 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 30 %

Quelle: justetf

e = erwartet

19


moneytitel

tensensorik umfasst, könnte laut dem „Quantum Technology

Monitor 2025“ der Unternehmensberatung McKinsey bis

2035 weltweit ein Volumen von bis zu 97 Milliarden US-Dollar

erreichen. Im Jahr 2025 sollen die Umsätze der Quantencomputing-Unternehmen

die Marke einer Milliarde Dollar

überschreiten.

Das globale Finanzierungsumfeld entwickelt sich dynamisch,

heißt es bei McKinsey, wobei der Zuwachs bei öffentlichen

Mitteln beeindruckend ist. Dabei landet Deutschland

nicht, wie sonst so oft, weit hinten.

„Die rasante Entwicklung im Quantentechnologie-Sektor

zeigt, dass Europa und Deutschland eine führende Rolle in

der Welt spielen könnten. Diese Investitionen können ein

Schlüssel zur Sicherung der technologischen Souveränität

und wirtschaftlichen Stärke Europas sein“, sagt Henning

Soller, Partner im Frankfurter Büro und Leiter der Quantum

Technology Research Group bei McKinsey. Deutschland und

Europa spielen in der Quantenliga mit.

Fazit

Quantencomputing ist eine wichtige Zukunftstechnologie

– doch Anleger sollten sich bewusst sein, dass selbst die vielversprechendsten

Ideen ihre Tücken haben und nicht sofort

praktisch umgesetzt werden. Rückschläge sind daher immer

möglich. Der Anfang ist jedoch gemacht: Sundar Pichai, Chef

von Alphabet, vergleicht Quantencomputing mit der künstlichen

Intelligenz im Jahr 2015 – eine bahnbrechende Technologie

mit großem Potenzial, die noch nicht im Alltag angekommen

ist. So betrachtet, befinden sich Aktien wie

D-Wave Quantum in einer Art „Superposition“ – zwischen

großem Potenzial und großer Unsicherheit. Um die großen

Risiken nicht zu vergessen.

Volatiler Anstieg

D-Wave Quantum

Kurs der D-Wave-Aktie in Euro

4

200-Tage-Linie

2025

0

JAN

JAN AUG

WKN/ISIN

A3DSV9/US26740W1099

Börsenwert 4,8 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./Verl.

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel*/Stoppkurs 26,00/11,50 €

Risiko** ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 51 %

Quelle: Bloomberg * höchstes Kursziel d. Analysten ** abhängig von der 1-Jahres-Volatilität e = erwartet

Genug Geld vorhanden

Die Liquiditätslage von D-Wave Quantum

ist gut. In den vergangenen zwei Geschäftsjahren

überstiegen die liquiden Mittel das

gesamte Fremdkapital

Finanzielle Mittel von D-Wave in Millionen USD

301,1

liquide Mittel

9,5

2020 21

Quelle: Bloomberg

7,1

22

43,3

23

178,0

2024

gesamtes

Fremdkapital

8,7

0

2020 21

11,1 10,0

22

23

16

12

8

79,3

2024

D-WAVE QUANTUM

Das Fundament ist gelegt

Das kanadische Unternehmen D-

Wave Quantum entwickelt und betreibt

Quantencomputer. Das Unternehmen

ist selbstbewusst und

behauptet: „Niemand macht Quantencomputing

einfacher zu bedienen

als D-Wave.“ Das ändert allerdings

nichts an der Tatsache, dass

D-Wave keine Gewinne erzielt.

Der Gewinn je Aktie war bisher

nie positiv und wird laut Konsensschätzungen

der Analysten, die der

Datendienst Bloomberg wiedergibt.

auch in den kommenden zwei Jahren

negativ bleiben. Die Aktie eignet

sich daher nur für risikobereite

Anleger, die sich auskennen. Ein

kleiner Kapitaleinsatz und die Verwendung

eines Stoppkurses zur

Verlustbegrenzung sind Pflicht.

Der Kurs hat sich in diesem Jahr

nahezu verdoppelt. Dies ist unter

anderem auf das hohe Umsatzwachstum

des Unternehmens im

ersten Quartal 2025 zurückzuführen.

So verzeichnete D-Wave im

ersten Quartal 2025 einen Umsatzsprung

um 509 Prozent auf 15 Millionen

Dollar. Dieser Erfolg ist jedoch

maßgeblich auf den Verkauf

eines Systems an das Forschungszentrum

Jülich zurückzuführen. Bereits

im März sorgte der Quantencomputer

Advantage für Aufsehen:

Laut der Fachzeitschrift „Produktion”

übertraf der Rechner bei der

Lösung eines konkreten Problems

sogar einen Supercomputer, indem

er magnetische Materialien innerhalb

von Minuten simulierte.

Neun von neun Analysten empfehlen

den Kauf der Aktie. Grund

dafür dürfte die Umsatzentwicklung

sein. Während D-Wave im Jahr

2020 noch keinen Umsatz erzielte,

stieg dieser im letzten Geschäftsjahr

auf 8,8 Millionen US-Dollar. Für

2025 wird ein Umsatz von 24,3 Millionen

Dollar prognostiziert, für

2026 sind es 38,1 Millionen Dollar.

Auch die Liquiditätslage spricht für

D-Wave. Die liquiden Mittel übersteigen

das gesamte Fremdkapital

deutlich (siehe Grafik links).

Das Unternehmen kooperiert mit

der Yonsei-Universität und der südkoreanischen

Stadt Incheon, was

zum Kauf eines Advantage-Systems

führen könnte. D-Wave hat

das Fundament für den Erfolg gelegt,

den Rest wird die Zukunft zeigen.

Laut Bloomberg liegt das

höchste Kursziel eines Analysten

bei knapp 26 Euro.

20 FOCUS MONEY 33/2025


ieser Text

eigt evtl. Proleme

beim

ext an

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Der Video-Podcast.

Freitags exklusiv auf

FOCUS MONEY 33/2025

Sonntags überall, wo es Podcasts gibt.

Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 21


moneytitel

ENERGIE

Heißhunger auf Strom

Die Stromfresser rollen an – und das weltweit. Ob KI, E-Mobilität oder Gebäudemanagement: Wer wird

den großen Energiehunger der Zukunft stillen? FOCUS MONEY nennt die Top-Profiteure

Gigantischer Bedarf

Um eine globale CO2-freie Stromerzeugung bis

2050 zu ermöglichen, werden erneuerbare Energiequellen

verstärkt ausgebaut. Die Prognose:

Weltweite

Stromerzeugung

in Terawattstunden,

ab 2030 Prognose

11 281

2022

Quelle: Bloomberg

27 061

2030

43 117

2035

76 603

2040

Solar, Wind

andere erneuerbare

Energiequellen

Kernenergie

von MARTINA SIMON

Während das Elektroauto vor der Tür an der Ladesäule

aufgeladen wird, brummt die Wärmepumpe monoton

vor sich hin. Im Sommer sorgt sie für kühle

Räume und im Winter für behagliche Wärme. Im Inneren des

Hauses übernehmen Smartlösungen wie von Zauberhand

ihre Arbeit. Pünktlich um sieben Uhr beginnt die Kaffeemaschine

ihren Dienst, und der Rollladen surrt nach oben. Computer,

die Sprache verstehen, Rechenoperationen lösen, Bilder

deuten oder entwickeln und Entscheidungen treffen,

starten mit blinkenden Lichtern in den Tag.

Die Währung der Zukunft. So könnte der Alltag der meisten

Menschen in naher Zukunft aussehen. Dabei benötigen

die Computer, Geräte und Gegenstände sowie die eingesetz-

22

Foto: KI/Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


Wind, Sonne oder Kernenergie? Eine Auswahl von Stromlieferanten:

Unternehmen ISIN Sektor Marktkap.

in Mrd. Euro

KGV25e KGV26e Abstand

52 WH***

Abstand

52 WT***

aktueller

Kurs

Stoppkurs

Kurspotenzial

in %****

GE Vernova US36828A1016 EE*, Netztechn., Gasturbinen 152,4 86,1 51,9 – 3,02 % 337,85 % 552,50 € 490,00 € 5/20

Nextera Energy US65339F1012 Wind- und Solarenergie 128,7 19,6 18,1 – 21,40 % 22,65 % 62,55 € 53,00 € 17/46

Rolls-Royce Holdings GB00B63H8491 Kernenergie (SMRs**) 99,6 41,3 34,1 – 0,84 % 134,85 % 11,78 € 10,00 € 5/35

Constellation Energy US21037T1097 Atomenergie 90,4 35,4 29,1 – 14,93 % 104,73 % 288,68 € 250,00 € 5/15

Siemens Energy DE000ENER6Y0 Turbinen, Wind-, Wasserstoffanlagen 78,4 66,9 31,7 0,08 % 349,59 % 99,18 € 85,00 € 5/10

Vistra Energy US92840M1027 Versorger, EE* 58,6 30,1 23,1 – 10,30 % 191,61 % 172,40 € 150,00 € 5/16

Quanta Services US74762E1029 Infrastruktur, Netze, Pipeline 52,8 39,8 34,8 – 1,91 % 72,78 % 357,65 € 310,00 € 5/24

E.on DE000ENAG999 Versorger, Netze, Dienstleister 41,4 14,1 15,1 – 2,94 % 51,99 % 15,86 € 14,00 € 5/16

NRG Energy US6293775085 Versorger 27,6 20,6 17,5 – 4,01 % 130,66 % 138,95 € 120,00 € 5/20

RWE DE0007037129 EE*, Windenergie, Speicher 27,1 17,1 14,6 – 3,65 % 31,12 % 36,40 € 31,00 € 20/37

Prysmian IT0004176001 Strom-, Datenkabel (Offsh. Windleitgen.) 19,5 18,9 16,2 – 7,79 % 75,35 % 68,14 € 60,00 € 5/50

First Solar US3364331070 Solarmodule 16,9 12,1 8,1 – 32,48 % 51,86 % 158,33 € 135,00 € 15/55

Talen Energy US87422Q1094 Kernenergie, Gaskraftwerke, KI 16,7 64,9 21,9 – 0,66 % 283,76 % 327,09 € 280,00 € 5/15

BWX Technologies US05605H1005 Kernreaktoren 11,9 42,7 38,5 – 1,10% 67,31 % 130,50 € 110,00 € 5/35

Argan US04010E1091 Bau Kraftwerke (Gas, Solar) 2,8 39,1 35,7 – 2,80 % 232,80 % 208,00 € 180,00 € 5/15

Friedrich Vorwerk Group DE000A255F11 Infrastruktur (Gas, Wasserstoff, Strom) 1,8 31,2 25,8 – 1,56 % 442,49 % 88,10 € 75,00 € 5/15

Stand: 30.Juli 2025; * Erneuerbare Energien; ** Small Modular Reactors; *** 52 WH: 52 Wochenhoch, 52 WT: 52 Wochentief; **** Abstand durchschnittliches/höchstes Kursziel, Tipranks

te KI nicht einmal eine Pause, sondern nur eines: Energie.

Strom ist die Währung der Zukunft. Nur wenn sichergestellt

ist, dass alle zuverlässig damit versorgt werden, können

Städte, die Wirtschaft und Privathaushalte künftig funktionieren

– und dafür sorgen, dass die Lichter nicht ausgehen.

Der Stromhunger wächst also – weltweit. Wer jetzt investiert,

kann bei der elektrischen Zukunft ganz vorn dabei sein. FO-

CUS MONEY stellt Unternehmen vor, die zu den Gewinnern

gehören könnten (siehe Tabelle oben).

Gigantischer Bedarf. Laut Schätzungen von Bloomberg

NEF wird der globale Strombedarf bis 2050 um etwa 75 Prozent

steigen – vor allem aufgrund des Wachstums in Asien,

dem Nahen Osten und Afrika. Das Unternehmen geht auch

davon aus, dass bis Mitte des Jahrhunderts etwa 67 Prozent

des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen werden. Im

Jahr 2024 waren es rund 33 Prozent. Eine der wichtigsten Aufgaben

besteht darin, den steigenden Strombedarf zu decken.

Davon profitieren Versorger, Infrastrukturunternehmen

und Technologiekonzerne. Weltweit sprießen Windparks, Solarfelder

und Batteriespeicher aus dem Boden. Allein in den

USA flossen im Jahr 2023 über 100 Milliarden Dollar in grüne

Energieprojekte. In Europa sollen bis 2030 über 80 Prozent

des Strommixes aus erneuerbaren Quellen stammen. Allen

voran strebt Deutschland eine Quote von 100 Prozent an.

ROLLS-ROYCE HOLDING

Mini-Kraftwerke am Start

Vorsicht, Verwechslungsgefahr! Wer an den britischen Konzern Rolls-Royce

denkt, verbindet diesen vermutlich mit Luxuslimousinen. Doch die Automarke

gehört inzwischen komplett zur BMW AG. Das heutige Unternehmen Rolls-

Royce ist im Energie- und Luftfahrtgeschäft tätig. Neben Großtriebwerken für

Langstreckenjets stellt es auch Militärflugzeuge und U-Boote her. Rolls-Royce

profitiert von der Erholung der Luftfahrt sowie von steigenden Verteidigungsausgaben.

Langfristig spielt das Unternehmen eine wichtige Rolle im Nuklearmarkt,

insbesondere durch Small Modular Reactors (SMRs). Großbritannien

plant, bis 2050 rund 25 Prozent des Strombedarfs mit Kernenergie zu decken

– eine Chance für Rolls-Royce, sich als führender Anbieter zu etablieren. Das

Ziel besteht darin, bis 2030 die Serienfertigung mit SMRs aufzunehmen und

dann exportfähig zu sein. Morgan Stanley sieht in diesem Sektor ein Verzehnfachungspotenzial.

Langfristig ein gutes Investment.

FOCUS MONEY 33/2025

Intakter Aufwärtstrend

Zwar ist Rolls-Royce mit einem KGV von 41,3

für das Jahr 2025 nicht günstig. Die Wachstumsaussichten

rechtfertigen jedoch einen

Kauf. Rolls-Royce Anleger Holding sichern diesen per Stoppkurs

Kurs der Rolls-Royce-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

12

8

4

0

23


moneytitel

Privathaushalte und öffentliche Gebäude werden immer häufiger

mit Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen ausgestattet

– ob auf dem Dach, der Garage oder dem Balkon.

Ein Energiemix. Doch Sonnenschein und Wind sind nicht immer

verfügbar. Um diese Schwankungen auszugleichen, sind

weiterhin verschiedene Back-up-Stromerzeugungsoptionen sowie

intelligentere und besser vernetzte Systeme erforderlich. Andere

Länder setzen daher auch auf Atomkraft. Die USA, Kanada,

das Vereinigte Königreich und Polen planen, zunehmend

kompakte, moderne Mini-Atomkraftwerke (Small Modular Reactors,

SMRs) mit einer Leistung von 50 bis 300 MW zu nutzen.

Die USA wollen beispielsweise die Kapazität für Kernenergie

bis 2050 von 100 GW auf 400 GW vervierfachen. Grund

dafür ist die exponentiell steigende Nachfrage nach Rechenleistung

durch künstliche Intelligenz (KI). KI-Agenten wie

ChatGPT, Claude oder Gemini verschlingen bei der Verarbeitung

der riesigen Datenmengen immer mehr Energie. Und

die Nutzerzahlen steigen. Anfang des Jahres haben Technologie-Giganten

wie Microsoft, Meta und Amazon daher milliardenschwere

Verträge für Atomstrom unterzeichnet. So

schloss Meta Platforms beispielsweise mit dem Energieversorger

Constellation Energy einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag

über mehr als 1100 Megawatt emissionsfreie Energie,

um einen Teil des zukünftigen Energiebedarfs zu decken.

Amazon wiederum bezieht Kernkraftstrom von Talen Energy

und investiert über X-Energy und Energy Northwest in innovative

SMR-Projekte. Und Microsoft investiert in das Startup

Helion Energy. Der Bau soll bis 2028 fertiggestellt werden,

um anschließend Microsoft-Datenzentren mit direkter Netzverbindung

mit Strom zu versorgen.

Um den weltweiten Energiebedarf von Betreibern großer Rechenzentren,

von Gebäuden, der Industrie und der Elektromobilität

zu decken, wird ein Energiemix erforderlich sein. Auf den

folgenden Seiten stellt FOCUS MONEY eine Auswahl vor.

VISTRA ENERGY

Energie rund um die Uhr

Der Allrounder. Das texanische Energieunternehmen Vistra mit Hauptsitz in Irving

bietet eine breite Palette an Dienstleistungen für Privathaushalte sowie kleine

und große Firmen. Mit einer Kapazität von rund 41 Gigawatt (GW) ist Vistra der

größte private Stromerzeuger in den USA. Die Kraftwerke werden mit Erdgas und

Kernenergie, aber auch mit erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie

betrieben. Batteriespeicher und ein eigenes Vertriebsnetz stellen einen Rund-umdie-Uhr-Service

auch für Rechenzentren sicher, die permanente Basiskapazitäten

benötigen. Trotz schwächerer Zahlen für das jüngste Quartal konnte das Unternehmen

die Jahresprognose für das bereinigte Ebita 2025 mit 5,5 bis 6,1 Milliarden

US-Dollar bekräftigen. Langfristig ist Vistra durch Expansion, Effizienzsteigerung

und den Fokus auf Nuklearenergie und erneuerbare Energien aber gut für

die Zukunft aufgestellt. Analysten rechnen mit einem kräftigen Gewinnanstieg, sodass

das erwartete KGV für 2026 auf 23,1 sinken könnte.

Allzeithoch im Blick

Am 23. Juli erreichte die Aktie ein Allzeithoch

von 200,12 US-Dollar, notiert aktuell jedoch

rund zehn Prozent darunter. Für Anleger bietet

Vistra der Rücksetzer eine Einstiegschance

Kurs der Vistra-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

120

100

50

0

NRG ENERGY

Versorger mit Profil

Zukunftsfähig aufgestellt. Mit rund acht Millionen Kunden zählt das amerikanische

Energieversorgungsunternehmen NRG Energy zu den größten Versorgern

in den USA und Kanada. Der in Houston, Texas, ansässige Konzern ist im S&P 500

notiert und beliefert Privat-, Geschäfts- und Industriekunden auf dem freien Markt

mit Strom und Gas. Die Erzeugungskapazität von rund 13 Gigawatt (GW) wird durch

Gas-, Kohle- und Ölkraftwerke sowie durch Kernkraft, Wind-, Solar- und Biomasseenergie

erreicht. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Kunden Smart-

Home-Lösungen, Back-up-Generatoren sowie Demand-Response-Services (gezielte

Verbrauchssteuerung zu Sparzwecken) an. NRG investiert stark in den

Sektor der erneuerbaren Energien. Die Zahlen belegen: Das Unternehmen wächst

einerseits durch Übernahmen z.B. von LS Power und andererseits durch die Steigerung

der Erzeugungskapazitäten für Datenzentren und die AI-Infrastruktur. Das

langfristige CAGR-Ziel (für EPS) liegt bei rund 14 Prozent pro Jahr bis 2030.

24

Der Aktienkurs steigt

Die Nachfrage nach Strom wird immer größer.

NRG Energy befindet sich auf Rekordkurs. Anleger

warten einen Rücksetzer ab, um sich

dann NRG Energy zu positionieren. Stoppkurs setzen

Kurs der NRG-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

140

100

60

20

FOCUS MONEY 33/2025


RWE

Frischer Wind

Energiewende mit Windkraft. Der über 120 Jahre alte Energiekonzern RWE

mit Sitz in Essen und rund 21 000 Mitarbeitern erweitert seine Kapazitäten für

grüne Energie in Form von Solar- und Windparks weltweit kontinuierlich. Bis

2030 will der deutsche Energieriese dafür mehr als 35 Milliarden Euro investieren,

davon rund 11 Milliarden in Deutschland. Das Kerngeschäft ist die Stromerzeugung,

daneben ist das Unternehmen im Gas- und Wasserstoffgeschäft

aktiv. Der Konzern setzt darauf mit nachhaltig erzeugtem Strom besonders die

Betreiber von Rechenzentren, etwa für Cloud- oder Ki-Anwendungen (Hyperscaler)

ins Boot zu holen. Da RWE mit einer installierten Gesamtkapazität von

mehr als 36 Gigawatt (GW) (geplant: 65 GW) zu den führenden Produzenten

im Bereich der erneuerbaren Energien zählt, dürfte die AG zahlreiche langfristige

PPA-Verträge (Power Purchase Agreements) mit Unternehmen wie Meta,

Microsoft oder Alphabet abschließen. Zukunft fürs Depot.

Vorsichtig optimistisch

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von

14,6 für das Jahr 2026 ist die Bewertung im

angesichts der Aussichten günstig. Die Dividendenrendite

liegt bei 3,3 RWE

Prozent

Kurs der RWE-

Aktie in Euro

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

200-Tage-Linie

40

35

30

25

20

PRYSMIAN

Gute Verbindungen

Weltweit Kabel legen. Der italienische Weltmarktführer Prysmian ist ein wichtiger

Player, wenn es um Energiewende und digitalen Wandel geht. Der Konzern

verlegt Energie- und Telekommunikationskabel und -systeme an Land und auf

dem Wasser. In Deutschland stellt das Unternehmen beispielsweise Kabel für die

Verbindung von Offshore-Windparks in der Nordsee her und verlegt mit Spezialschiffen

Unterseekabel nach Skandinavien. Die Hochleistungskabel werden in

Frankreich, Finnland und Neapel produziert, andere Kabel an über 100 Standorten

in mehr als 50 Ländern. Die Finanzdaten zeigen trotz Finanzschulden ein gestiegenes

Umsatzwachstum und verbesserte Gewinnmargen. 40 Prozent seines

Umsatzes und 55 Prozent seines Bruttobetriebsergebnisses erwirtschaftet Prysmian

in den USA. Die Analysten von Jefferies erwarten, dass das Segment „Power

Grid” (intelligentes Stromnetz) in diesem Jahr besser als erwartet läuft. Durch

die strategische Expansion ist Prysmian in den USA zudem stark aufgestellt.

Hochleistung gefragt

Zusammen mit Nexans und NKT kontrolliert

Prysmian rund 70 Prozent des weltweiten

Marktes für Hochspannungskabel. Der Kurs

nimmt Prysmian wieder Fahrt auf – Richtung Allzeithoch

Kurs der Prysmian-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

70

50

30

10

TALEN ENERGY

Strom für Amazon

Kohlenstoffarmer Nuklearstrom. Der Energiebedarf von Rechenzentren, die

künstliche Intelligenz (KI) nutzen und zunehmend zuverlässigen, sauberen

Strom benötigen, ist gigantisch. Talen Energy hat sich in den USA zu einem

wichtigen Stromlieferanten etabliert und sich strategisch auf die Nachfrage

aus den Bereichen KI und Cloud ausgerichtet. Der wichtigste Kunde ist AWS

(Amazon), mit dem ein langfristiges PPA (Power Purchase Agreement) über

1920 MW nuklearen Strom abgeschlossen wurde. Das Unternehmen betreibt

ein breit gefächertes Portfolio an Stromerzeugungsanlagen, zu dem Gas-, Kernund

Kohlekraftwerke gehören. Mit einer Gesamtleistung von etwa 10,7 GW versorgt

Talen Energy vor allem den US-amerikanischen Großhandelsstrommarkt.

Innerhalb eines Jahres ist der Aktienkurs um 230 Prozent gestiegen. Für langfristig

orientierte Anleger bietet das Unternehmen somit Sicherheit und Wachstumspotenzial.

Seit Juli 2024 ist Talen Energy an der Nasdaq gelistet.

FOCUS MONEY 33/2025

Kurs ist explodiert

Am 7. August stellt Talen seine Zahlen vor.

Anleger warten dies ab. Einen möglichen

Rücksetzer nutzen sie zum Einstieg, sichern

aber Talen den Energy Kaufkurs mit einem Stopp ab

Kurs der Talen-Aktie in US-Dollar

Börsengang

2023 2024 2025

Quelle: Bloomberg

300

200

100

0

25


moneytitel

TECHNOLOGIE-STARS:

Die besten Techaktien von

Profis gemischt

FONDS

Gut gestreut

in die Zukunft

Bei Technologieaktien beginnt sich die Spreu

vom Weizen zu trennen. Mit den besten

Technologiefonds sind Anleger immer auf der

richtigen Seite und überlassen die Auswahl

der Favoriten von morgen den Profis

von MIKA HOFFMANN

Mehr wert als Apple, Google, Nvidia und Amazon zusammen?

Das ist noch gar nicht so lange her. Vor 25

Jahren überstieg der Börsenwert von Palm die Börsenkapitalisierung

der heutigen Superschwergewichte. Die

Älteren mögen sich erinnern: Palm machte damals einen sogenannten

Handheld, eine Art Tablet, auf dessen man mit

einem Stift schreiben konnte – und mit Glück erkannte das

Gerät die Buchstaben und speicherte Adressen, Kalendereinträge

und Notizen. 2010 ging Palm an Hewlett Packard. Die

Aktionäre bekamen 5,70 Dollar. Der Höchstpreis für die

Palm-Aktie lag im Jahr 2000 bei 95 Dollar, sie verlor dann innerhalb

eines Jahres 90 Prozent an Wert.

Das Beispiel Palm zeigt, wie schnelllebig die Technologiebranche

ist. Aus einem gefeierten Börsenhype kann schnell

ein riesiger Verlust werden. Gleichzeitig gibt es immer wieder

neue Erfolgsgeschichten. Anleger, die weder Zeit noch

Interesse daran haben, die rasante Entwicklung nah zu verfolgen,

überlassen das den Profis, den besten Technologiefondsmanagern,

die in den vergangenen zehn Jahren 400

Prozent Gewinn und mehr für ihre Anleger erwirtschafteten.

Sie streuen das Risiko der Einzelaktien und erkennen – im

besten Fall – die richtigen neuen Trends.

Der beste Technologiefonds in der Zehn-Jahreswertung,

der JPM Technology legte seit 2015 satte 445,7 Prozent zu.

Das entspricht einer jährlichen durchschnittlichen Wertent-

26 Foto: KI/Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


wicklung von fast 20 Prozent. Das ist eine starke Leistung.

Aber nicht singulär: Die besten zehn Produkte kommen alle

auf mehr als 300 Prozent Gewinn seit zehn Jahren, die meisten

schaffen in den vergangenen fünf Jahren eine Verdoppelung

des Einsatzes ihrer Anleger.

Seit Jahresanfang verläuft die Entwicklung aber holpriger.

Die besten Fonds im Zehn-Jahresvergleich liegen in der ersten

Jahreshälfte nur um die Nulllinie. Dies liegt im Einklang

mit dem Gesamtmarkt und ist vor allem mit der Unsicherheit

wegen der erratischen Politik von US-Präsident Donald

Trump zu erklären. Dazu kam im Januar der „Deepseek“-

Schock, als ein chinesisches Unternehmen Zweifel an der Alleinstellung

der US-Riesenkonzerne aufwarf (s. S. 68). Seit

ihrem Tiefpunkt Anfang April haben die meisten Tech-Aktien

eine beeindruckende Erholung hingelegt, die sich mit

überwiegend guten Geschäftszahlen für das zweite Quartal

weiter fortsetzt.

Ausreichender Anlagehorizont. Die Investition in Technologieaktien

sollten Anleger nicht als kurzfristige Wette sehen.

Die kann gründlich schiefgehen, wie zur Jahrtausendwende

Aktionäre der damals großen Tech-Titel wie Palm

schmerzlich erfahren mussten. „Quer durch die Technologiebranche

werden zurzeit Geschäftsmodelle neu aufgestellt,

um die Vorteile von KI zu nutzen – damit beginnt ein Wettlauf

unter der Führung einer Handvoll Tech-Giganten“, erläutern

die Experten der weltgrößten Fondsgesellschaft

Blackrock. Das heißt nicht zwangsläufig, dass die großen Gewinner

von heute auch die Favoriten von morgen sein werden.

Disruption lautet das Stichwort.

Jetzt kommt es für die erfahrenen Fondsmanager darauf

an, zu erkennen, welche Unternehmen jetzt gut aufgestellt

sind – und gleichzeitig die neuen Favoriten herauszufiltern,

die gerade das Zeug dazu haben, die Top-Aktien der nächsten

Jahre zu werden. Mit den besten Aktienfonds für die Techbranche

dürften langfristig orientierte Anleger für alle

Trends und Neuheiten gut gerüstet sein.

Langfristiger Aufwärtstrend

Den kurzen Einbruch im Frühjahr holte der

Nasdaq-100 schon wieder auf und baut den

Vorsprung gegenüber dem Dax wieder aus

US-Tech-Aktien gegen deutsche Aktien

prozentuale Entwicklung seit 1.1.2015, in Euro

0

Dax-Performance-Index

–100

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

denen für die restlichen 493 Aktien des S&P 500

Gewinnwachstum im S&P 500

Glorreiche Sieben

Rest im S&P 500

Veränderung zum Vorjahr in Prozent

Prognose

Nasdaq 100

Mehr Wachstum

Die Gewinnwachtumsprognosen für die

US-Techriesen liegen weiterhin deutlich über

Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1

2024 2025 2026

Quelle: Bloomberg

Q2

+400

+300

+200

+100

30

20

10

0

Die besten Tech-Fonds in der Zehn-Jahreswertung

Name

Wertentwicklung auf Eurobasis; Quelle: Morningstar

Wertpapier-

Kennnummer

jährliche Gebühren

(TER) in %

Fondsvolumen

in Mio. Euro

Wertentwicklung in %

seit 1.1. 3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre

Morningstar-

Rating

JPM US Technology A A0DQQ4 1,71 7427,9 -0,6 71,9 102,7 445,7 ★★★★

Fidelity Global Technology A A110YQ 1,89 25281,1 1,6 56,9 124,9 422,2 ★★★★★

BGF World Technology A2 974499 1,80 11856,1 -2,0 60,2 81,4 419,7 ★★★★

CT (Lux) Global Tech AU A1CU1W 1,95 770,6 -2,6 52,4 141,7 400,7 ★★★★

Janus Hend. Gl. Tech&Inno A2 935618 2,40 538,8 2,4 82,8 98,5 386,5 ★★★★

Erste Stock Techno A EUR R01 676342 – 641,6 -1,6 66,1 109,5 371,7 ★★★★

DNB Fund Technology retail A A0MWAN – 2167,9 7,1 69,6 129,5 370,2 ★★★★

Deka-Technologie CF 515262 1,44 1891,4 -0,1 73,7 113,1 362,7 ★★★★

Franklin Technology A A0KEDE 1,80 10688,9 1,4 61,6 86,1 360,2 ★★★★

Abakus New Growth Stocks A0RGKU – 20,6 0,1 40,5 99,4 351,6 ★★★

AB International Tech A A0JMHM 2,02 1371,9 -0,1 65,5 92,9 345,5 ★★★★

Unisector: Hightech A 921559 – 1717,7 -0,1 81,0 123,2 327,6 ★★★★

FOCUS MONEY 33/2025

27


moneytitel

JPM US TECHNOLOGY

445,7 Prozent Gewinn in zehn Jahren

An der Spitze der Zehn-Jahreswertung steht der JPM US Technology. Mit einem

Volumen von fast 7,5 Milliarden Euro gehört der Erfolgsfonds zu den größten

Produkten für die Tech-Branche. Fondsmanager Joseph Wilson betreut

seit acht Jahren den Global Technology zusammen mit Eric Ghernati. Die beiden

Profis haben auch in schwierigen Phasen bewiesen, dass ihr Ansatz funktioniert,

und schlagen mit einer jährlichen Durchschnittsperformance von

knapp 20 Prozent den Vergleichsindex deutlich.

Wilson setzt dabei auf einen langfristigen Ansatz: „Wir versuchen, langjährige

Marktführer zu finden“, erläutert der Experte. Marktführer sind für ihn „Unternehmen,

die neue Technologien entwickeln oder nutzbar machen, um Produkte

neu zu denken, neue Märkte zu erschließen oder die Marktführerschaft

zu erlangen“. Tech-Aktien sind für Wilson „weniger eine Investition in eine Branche

als vielmehr eine langfristige säkulare Gewinnchance.“ Dabei setzt Wilson

auf Diversifikation: Mit kleinen und mittleren Aktien senkt er die Abhängigkeit

von den Tech-Schwergewichten. „Neugier, Kreativität und Zusammenarbeit

aller Experten“ sind die Leitmotive seines Managementstils.

Dass Wilson nicht nur in die Magnificent Seven investiert, zeigt sich an den

größten Portfoliopositionen: Schwerster Wert im Portfolio war per Ende Juni

Robinhood, eine Handelsplattform vor allem für Privatanleger, die vor allem

mit den sogenannten Meme-Stocks berühmt wurde und inzwischen ihr Angebot

deutlich ausweitete. Die Aktie ist aber weiterhin nichts für schwache Nerven

und unter Experten durchaus umstritten. Zweitgrößte Position ist der Streaminganbieter

Netflix gefolgt vom Cloud-Unternehmen Snowflake.

Krisen gemeistert

In den vergangenen zehn Jahren hat der

JPM US Technology alle Krisen gemeistert

und zwischenzeitliche Verluste schnell

wieder aufgeholt

JPM US Technology

prozentuale Entwicklung seit 31.7.2015

+500

+300

+100

–100

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

Quelle: Morningstar

Mehr als nur Magnificent Seven

Aktie

Depotanteil

Robinhood 4,8 %

Netflix 4,6 %

Snowflake 4,3 %

Take-Two Interactive 4,0 %

Meta 4,0 %

FIDELITY GLOBAL TECHNOLOGY

Der Größte auf Platz zwei

Mit mehr als 25 Milliarden Euro liegt der größte Technologiefonds auf Platz

zwei der Zehn-Jahreswertung. Der Fidelity Global Technology erzielte seit

2015 satte 422 Prozent an Gewinn und liegt auch seit Jahresanfang und in

den vergangenen drei und fünf Jahren auf guten Plätzen. Darüber hinaus bekommt

das Produkt – als einziges unter den Top-Techfonds – mit fünf Sternen

die beste Bewertung der Ratingagentur Morningstar. Das spricht für ein hervorragendes

Chance-Risiko-Verhältnis in den vergangenen drei Jahren.

„Selbst für erfahrene Anleger ist es schwierig vorherzusagen, wie sich Technologie

entwickelt“, mahnt Hyun Ho Sohn. „Daher ist Risiken zu minimieren

ebenso wichtig wie das Geldverdienen“, erläutert der Manager des Fidelity

Global Technology, der das Produkt bereits seit dem März 2013 betreut. Zum

einen setzt der Experte dabei auf „Unternehmen mit langfristiger Ertragskraft,

häufig in weniger beachteten Segmenten, tragen zu so einer Risikominimierung

bei“. Der Fachmann sieht weiterhin große Chancen im Technologiesektor.

„Der Schlüssel liegt darin, Unternehmen mit soliden Wachstumsaussichten

zu finden und eine rigorose Bewertungsdisziplin an den Tag zu legen“,

lautet Sohns Maxime.

Die größte Position im Portfolio kommt nicht aus den Vereinigten: Der weltweit

größte Chiphersteller TSMC hat seinen Sitz in Taiwan. Auf den weiteren

Plätzen folgen mit Microsoft, Alphabet, Apple und Amazon vier der Magnificent-Seven-Aktien.

Auf Rang sechs mit einem Portfolioanteil von 2,8 Prozent

folgt mit dem schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson für ein solches Fonds-

Schwergewicht ein überraschender Wert.

Der Größte im Aufwind

Der größte Techfonds der Welt, der Fidelity

Global Technology, liegt seit Jahresanfang

leicht im Plus, hat seinen Höchststand aus

dem Februar aber noch nicht übertroffen

Fidelity Global Technology

prozentuale Entwicklung seit 31.7.2015

+400

+300

+200

+100

–100

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

Quelle: Morningstar

Taiwan-Aktie an der Spitze

Aktie

Depotanteil

TSMC 8,2 %

Microsoft 6,1 %

Alphabet 4,3 %

Apple 4,2 %

Amazon 3,4 %

0

28 FOCUS MONEY 33/2025


BGF WORLD TECHNOLOGY

Künstliche Intelligenz als Kurstreiber

US-Aktien als Anlagemöglichkeit für KI-Investitionen sind für die Experten

von Blackrock weiterhin die favorisierte Anlageklasse. „Die politischen Veränderungen

in den USA verstärken den bereits laufenden globalen Wandel

– wir verfolgen die Regeln, die die Politik prägen werden, und konzentrieren

uns auf renditebringende Themen wie künstliche Intelligenz (KI)“, machen

die Fachleute der größten Fondsgesellschaft der Welt klar. Mit dem BGF

World Technology ist Fondsmanager Tony Kim mit 422 Prozent Gewinn in

zehn Jahren gut dabei.

KI wird als eine der wichtigsten „Megaforces“, eine entscheidende Rolle

spielen, ist sich BGF-Experte Kim sicher: „Quer durch die Technologiebranche

werden zurzeit Geschäftsmodelle neu aufgestellt, um die Vorteile von

KI zu nutzen – damit beginnt ein Wettlauf unter der Führung einer Handvoll

Tech-Giganten.“ Deswegen ist es für Kim essenziell, auf die Marktführer zu

setzen. „Megaforces lassen sich nicht so einfach traditionellen Portfoliobausteinen

zuordnen und überschreiten mitunter Sektor- und Ländergrenzen“,

ist der Fachmann überzeugt. „Rund um KI wird sich länder- und branchenübergreifend

ein Investitionszyklus herausbilden, der Umsätze und Margen

ankurbeln wird“, erläutert Kim.

Als größte Positionen in seinem Portfolio hielt Kim per Ende Juni die beiden

Halbleiterwerte Nvidia und Broadcom auf Platz eins und drei und dazwischen

die Aktien des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft. Unter den

Top-Ten-Positionen finden sich mit TSMC aus Taiwan und dem schwedischen

Musikstreamingunternehmen Spotify zwei nicht amerikanische Aktien.

KI zahlt sich aus

Der BGF World Technology setzt voll auf die

Chancen der künstlichen Intelligenz – das

dürfte sich für langfristig orientierte Anleger

auch weiterhin auszahlen

BGF World Technology

prozentuale Entwicklung seit 31.7.2015

+500

+300

+100

–100

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

Quelle: Morningstar

Die Großen vorne

Aktie

Depotanteil

Nvidia 10,0 %

Microsoft 8,7 %

Broadcom 8,4 %

Apple 5,3 %

Meta 5,1 %

CT GLOBAL TECH

Mehr als 30 Jahre Anlageerfolg

Die längste Erfahrung als Manager einer der größeren Techfonds besitzt Paul

Wick. Seit 1990 managt er für Columbia Threadneedle das US-Pendant zum

CT Global Tech zusammen mit einem erfahrenen zwölfköpfigen Team. Als er

vor mehr als 30 Jahren den Posten übernahm, sahen Handys noch aus wie

Ziegelsteine und Apple brachte den beigen Mac Classic für den Heimgebrauch

auf den Markt. Wick hat das alles schon gemanagt – und das mit Erfolg: 400

Prozent Plus stehen in den vergangenen zehn Jahren zu Buche. Selbst im anspruchsvollen

ersten Börsenhalbjahr 2025 schafft er ein kleines Plus – im Gegensatz

zu den meisten anderen seiner Konkurrenten.

Einen „aktiven, auf echten Überzeugungen basierenden globalen Ansatz“ verfolgt

der Columbia-Threadneedle-Experte. Die meisten bekannten Technologieunternehmen

sind US-Firmen – „es gibt aber auch einige hochkarätige Tech-

Unternehmen außerhalb der USA“, erläutert Wick seine Anlagephilosophie und

ergänzt: „Wir verfolgen einen Benchmark-unabhängigen Ansatz: Wir halten nur

Aktien der Unternehmen, von denen das Team aufgrund der Ergebnisse seiner

umfassenden Analysen wirklich überzeugt ist“. Dabei schwimmt der Fachmann

auch gerne einmal gegen den Strom: „Als natürliche ‚Contrarians‘ halten wir Ausschau

nach fehlbewerteten oder vom Markt wenig beachteten Unternehmen,

um von Trends zu profitieren, bevor der Markt diese erkannt hat.“

Größte Positionen im Portfolio waren zum 30. Juni die Halbleiterwerte Nvidia,

Broadcom und Lam Research. In den Top-Ten-Positionen findet sich aber

auch ein unbekannter Wert wie Bloom Energy, der Brennstoffzellen zur stationären

Stromversorgung von Rechenzentren anbietet.

FOCUS MONEY 33/2025

Jahrzehnte mit Gewinnen

Mit mehr als 30 Jahren an der Spitze des CT

Global Tech ist Paul Wick der erfahrenste Experte

unter seinen Techfonds-Kollegen. Die

Erfahrung zahlt sich für Anleger aus

CT (Lux) Global Tech

prozentuale Entwicklung seit 31.7.2015

+500

+300

+100

–100

2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

Quelle: Morningstar

Auf Halbleiter setzen

Aktie

Depotanteil

Nvidia 6,3 %

Broadcom 6,0 %

Lam Research 5,9 %

Microsoft 5,3 %

Bloom Energy 4,2 %

29


moneytitel

TECHNOLOGIE-ETFS

Günstige

Aktienkörbe

von JULIA GROSS und ULI KÜHN

Die Auswahl bei Technologie-ETFs ist groß. Es gibt sehr spitz gefasste Themeninvestments, aber

auch breite Sektor-ETFs. Diese Produkte sollten Anleger kennen

Technologie-Aktien haben sich in den vergangenen Jahren

häufig als die großen Renditebringer im Depot erwiesen.

Kein Wunder also, dass sich überdurchschnittlich

viele Anleger für diese Werte interessieren. Entsprechend

breit ist auch die Produktpalette der ETF-Anbieter. Das Portal

Justetf.com listet allein unter dem Stichwort Technologie

126 Produkte.

Die Auswahl kann überfordern. Investoren können sie aber

auch zu ihrem Vorteil ausnutzen. Denn mit dem richtigen

Index-Produkt lässt sich nicht nur das eingegangene Risiko

feintunen. Eine viel häufiger auftretende Herausforderung

sind Klumpenrisiken. Nicht erst seit dem Superjahr 2024 für

die „Magnificent Seven“ dürften viele FOCUS-MONEY-Leser

bereits Aktien von Alphabet oder Microsoft im Depot haben.

Bekanntlich sind die Dickschiffe auch in Basisinvestments

wie MSCI-World- und MSCI-All-Country-World-ETFs enthalten.

5,1 Prozent vom Ishares Core MSCI World ETF stecken

beispielsweise in Nvidia – wer da noch einen Tech-ETF

mit Nvidia-Bestandteil dazunimmt, kommt schnell in Bereiche,

wo von „breiter Streuung“ keine Rede mehr sein kann.

Insofern lohnt es sich, die Zusammensetzung von Tech-

ETFs genau unter die Lupe zu nehmen. Der große Vorteil gegenüber

aktiv gemanagten Branchenfonds ist neben den

niedrigeren Gebühren – dass jederzeit Transparenz über das

gesamte Portfolio besteht. Diese Informationen finden Anleger

auf den Internetseiten der ETF- und Indexanbieter.

AMUNDI MSCI SEMICONDUCTORS ESG

Rasant nach oben

Die richtigen Chip-Hersteller waren zuletzt lukrative Investments. Kein Wunder:

Schließlich laufen KI-Anwendungen nicht ohne besonders leistungsfähige

Halbleiter. Bis auf Weiteres bleibe deshalb die Nachfrage nach KI-Chips

größer als das Angebot, versichert Jensen Huang, Chef des KI-Chip-Giganten

Nvidia. Nvidia wird nach Analystenschätzungen in diesem Jahr KI-Chips und

zugehörige Ausrüstung im Wert von 130 Milliarden Dollar verkaufen, mehr als

doppelt so viel wie im letzten Geschäftsjahr.

Der Amundi-ETF enthält 61 Chip-Aktien aus aller Welt, darunter auch wichtige

Zulieferer wie ASML. Wie in den meisten Technologieaktien-ETFs dominieren

auch in diesem ETF US-Aktien mit einem Anteil von mehr als 70 Prozent.

Besonders entscheidend für die gute Wertentwicklung des ETFs ist dabei

die Nvidia-Aktie, die allein etwa 30 Prozent des ETF-Vermögens stellt. Rund

18 Prozent Anteil hat Broadcom und gut 13 Prozent TSMC.

Amundi MSCI Semiconductors ETF

Kurs des Amundi-ETFs in Euro

80

60

40

20

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN (aussch., Euro) LYX045/LU2090063327

Fondsvolumen

54 Mio. Euro

laufende Kosten 0,35 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 20,1/160,6/233,6 %

Replikationsmethode

physisch

Auflagedatum 2.07.2020

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

30 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


FIRST TRUST CLOUD COMPUTING

Neuer Anschub

Leistungsfähige Cloud-Rechenzentren sind eine wesentliche Voraussetzung,

damit künstliche Intelligenz ein Erfolg wird. Schließlich lebt die Technologie

von der Verarbeitung riesiger Datenmengen und benötigt extrem leistungsfähige

Computersysteme. Microsoft, Amazon und Google dominieren den

Markt. Und doch gibt es in der Welt des Cloud-Computings noch viele weitere

erfolgreiche Unternehmen. So produziert Arista Komponenten für die

Hochleistungscomputer in den Rechenzentren der meisten großen Cloud-

Anbieter. Einige Spezialisten überzeugen mit cloudbasierten Datenbank-

Plattformen, wie der Datenbank-Pionier Oracle und die aufstrebende MongoDB.

Im Portfolio des First-Trust-ETFs finden sich 61 Aktien solcher

Cloud-Spezialisten. Die Unternehmen werden dabei im ETF-Portfolio entsprechend

ihres Cloud-Exposures gewichtet. Zu den größten Positionen gehören

Oracle, Arista und IBM, aber auch Microsoft, Alphabet und Amazon.

First Trust Cloud Computing ETF

Kurs des First-Trust-ETFs in Euro

50

40

30

20

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN (thesaur., USD) A2N9EF/IE00BFD2H4

Fondsvolumen

392 Mio. Euro

laufende Kosten 0,60 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre (€) 20,1/48,7/57,0 %

Replikationsmethode

physisch

Auflagedatum 27.12.2018

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

XTRACKERS ARTIFICIAL INTELLIGENCE & BIG DATA

Viele Profiteure

Mit einem staatlichen Vermögen von fast fünf Milliarden Euro ist dies der

mit Abstand größte ETF, der hierzulande explizit auf die Gewinner der künstlichen

Intelligenz zielt. Der ETF zielt auf Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit

steigende Gewinne aus Entwicklungen wie Deep Learning,

Cloud-Computing, Bild- und Spracherkennung, Sprachverarbeitung erzielen

oder erzielen werden. Der ETF verwendet dabei selbst KI-Technologie, um

aussichtsreiche Aktien zu identifizieren. Die Basis für den ETF vor dem Start

des Auswahlprozesses sind die rund 1200 Aktien im Nasdaq Yewno Global

Disruptive Technology Benchmark Index. Neben dem Faktor Liquidität wird

nach KI-Innovationen in Patentdatenbanken sowie Unternehmensumsatz und

der Aktivität der Aktiengesellschaft gefiltert. Aktuell finden sich 92 Titel im

ETF-Portfolio. Meta, Oracle, Microsoft, Nvidia und SAP sind die fünf größten

Positionen. Unter den Top Ten: Bank of America und Palantir.

Xtrackers AI & Big Data ETF

Kurs des Xtrackers-ETFs in Euro

140

120

100

80

60

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN (thesaur., USD) A2N6LC/IE00BGV5VN51

Fondsvolumen

4,98 Mrd. Euro

laufende Kosten 0,35 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 18,0/85,9/154,3 %

Replikationsmethode

physisch

Auflagedatum 29.01.2019

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

ISHARES MSCI WORLD INFORM. TECHNOLOGY

Gefragte Tech-Werte

Informationstechnologie-Aktien aus aller Welt hält der Ishares MSCI World

Information Technology ETF. In seinem Portfolio stecken aktuell 140 sehr große

Tech-Werte aus verschiedenen Ländern. Doch wie in den anderen Technologie-ETFs

dominieren auch in diesem Portfolio mit Welt-Fokus eindeutig US-

Werte. Sie kommen auf mehr als 80 Prozent Anteil. Vertreten sind jedoch auch

Tech-Kursraketen aus Europa, etwa ASML und SAP. Wer in diesen Branchen-

ETF investiert, sollte sich jedoch über die starke Konzentration im Portfolio und

eine weitere Beschränkung bewusst sein. Obwohl nämlich der ETF auf den

ersten Blick relativ breit in den Technologiesektor investiert, bestimmen auch

bei ihm ganz wenige Aktien die Kursentwicklung. Drei Aktien, Nvidia, Apple

und Microsoft, stehen über 40 Prozent des gesamten ETF-Portfolios. Die zehn

größten Positionen machen rund 64 Prozent des ETFs aus. Amazon, Alphabet,

Meta und Tesla fehlen.

FOCUS MONEY 33/2025

Ishares MSCI World IT ETF

Kurs des Ishares-ETFs in Euro

12

10

8

6

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN (ausschütt., USD) A2PHCC/IE00BJ5JNY98

Fondsvolumen

969 Mio. Euro

laufende Kosten 0,18 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 12,8/73,5/141,1 %

Replikationsmethode

physisch

Auflagedatum 16.10.2019

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

31


moneymarkets

PUBLIKUMSLIEBLING: Mit der

koreanischen Serie „Squid

Games“ erreicht Netflix weltweit

Spitzenquoten

FERNSEHEN

Die Schlacht um

Streaming

Lineares Werbe-TV war gestern. Am Erfolg

der Filmabrufportale wird sich die Zukunft

des Fernsehens entscheiden. Mit einer

Marktbereinigung werden die Karten im

europäischen Fernsehmarkt jetzt neu gemischt

NETFLIX

Liebling der Analysten

Trotz der hohen Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 43

ist die weltweit führende Streamingplattform der Liebling der Analysten. Zwei

Drittel der Marktexperten empfehlen laut Bloomberg, die Aktie zu kaufen. Nur

zwei von 60 Analysten raten überhaupt zum Verkauf. Der Konsens des Zielkurses

liegt bei 1166 Euro. Das entspricht einem Kurspotenzial von knapp 16

Prozent innerhalb eines Jahres. Optimisten wie Analyst James Heaney von

der US-Investmentbank Jefferies sehen das Netflix-Papier sogar bei stolzen

1296 Euro. Für die positive Einschätzung gibt es gute Gründe. Im ersten Halbjahr

hat der Streamingdienst die Erwartungen übertroffen und zudem seine

Prognose nach oben angehoben. Netflix lohnt sich für risikobereite Anleger,

die Wachstumsaktien schätzen. Denn eine Dividende hat Netflix seit seiner

Unternehmensgründung noch nie ausgeschüttet. Nicht vergessen: Stoppkurs

setzen. Denn die Aktie ist bereits hoch bewertet.

Auf dem Weg nach oben

Der Streamingdienst und Filmproduzent aus

dem kalifornischen Los Gatos steht bei Anlegern

hoch im Kurs. Analysten trauen Netflix

Netflix

noch viel zu

Kurs der Netflix-Aktie in Euro

2022 2023 2024 2025

Quelle: Bloomberg

1000

800

600

400

200

0

32

Foto: Netflix FOCUS MONEY 33/2025


von HANS-PETER SIEBENHAAR

Die Aktie von Prosiebensat.1 mutiert zum Zockerpapier.

Denn mit der Werbekonjunktur

und den Geschäftsergebnissen lässt sich der

jüngste Kursanstieg der Sendergruppe aus

dem Münchner Medienvorort nicht rechtfertigen.

„Unsere Werbekunden sind sehr sparsam

mit ihren Werbebudgets umgegangen“, sagte CFO Martin

Milder am Dienstag zur Begründung. Die Werbeerlöse

sackten um sieben Prozent auf 929 Millionen Euro ab. Der

Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda)

brach sogar um 40 Prozent auf nur 55 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum

91 Millionen Euro) ein.

Der TV-Werbemarkt ist gebeutelt. Die Aussichten auf das

entscheidende vierte Quartal sind angesichts der Volatilität

der Werbekunden weiterhin ungewiss. CEO Bert Habets und

sein Finanzvorstand Mildner setzen auf das Prinzip Hoffnung,

nämlich einer deutlichen Erholung der Konjunktur im

zweiten Halbjahr. Beide beteuern ihren eisernen Sparwillen

im Konzern, jeden Euro zweimal umzudrehen. Die Erlöse

und Erträge von Prosiebensat.1 werden in diesem Jahr weitgehend

stagnieren. Bereinigt um den Verkauf der Konzerntochter

Verivox geht Prosiebensat.1 von Erlösen von 3,85

Milliarden Euro, mit einer Varianz von plus beziehungsweise

minus von 150 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr belief

sich der Umsatz auf 3,77 Milliarden Euro. Der Konzern

rechnet mit einem bereinigten Ebitda von 520 Millionen

Euro inklusive einer Varianz von 50 Millionen Euro. Im Vorjahr

belief sich das Ebitda auf 537 Millionen.

Auslaufmodell lineares Fernsehen. Die Zukunft des TV-

Konzerns entscheidet sich am Streaming. Das lineare TV –

unterbrochen von Werbung – mutiert zum Auslaufmodell.

Bereits im vergangenen Jahr nutzten 77 Prozent der Nutzer

in Deutschland einen Streamingdienst wie Netflix, RTL+,

Joyn, Sky, Disney+ oder Amazon. Laut einer Studie von Nielsen

ist das eine Zunahme um sieben Prozent im Vergleich

zum Vorjahr. Die größte Zunahme verzeichnet die Altersgruppe

der 35- bis 54-jährigen Zuschauer mit einem Plus

von zehn Prozent. Das ist bitter für die werbefinanzierten, linearen

Privatsender. Denn ausgerechnet in der attraktiven

Zielgruppe für die Fernsehwerbung geht der Wechsel zu den

Streamingplattformen besonders schnell.

Sky-Übernahme als Meilenstein für RTL. Die tektonischen

Verschiebungen im Werbemarkt haben Folgen. Die Wichtigste

ist eine breite Marktbereinigung. Die geplante Übernahme

des Münchner Bezahlsender Skys mit seinem Streamingangebot

Wow durch RTL ist ein Musterbeispiel. Winken die

Wettbewerbsbehörden den Deal für 527 Millionen Euro

durch, entsteht ein deutscher Branchenprimus mit 11,5 Millionen

zahlenden Streaming-Abonnenten. Der amerikanische

Kabelriese Comcast suchte jahrelang einen Käufer für

den vom längst verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch

gegründeten Bezahlsender (damals noch Premiere). RTLund

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe bekam am Ende Sky

zum Schnäppchenpreis von den Amerikanern.

„Das geplante Zusammengehen ist ein Meilenstein – für

Bertelsmann genauso wie für die europäische Medienindustrie“,

jubelt Rabe. Lob gab es sogar mit Medienstaatsminister

Wolfram Weimer (parteilos), der die geplante Übernahme

als „sehr gute Nachricht für den Standort Deutschland“ bezeichnete.

Tatsächlich ist der Deal ein wichtiger strategischer

Schritt, denn es entsteht im deutschsprachigen Raum

ein Gegengewicht zu den amerikanischen Plattformen. Nach

Branchenschätzungen ist Netflix mit etwa 16 Millionen

Abonnenten der Marktführer in Deutschland, Österreich und

der Schweiz. Amazon Prime kommt mit rund 13 Millionen

zahlenden Kunden auf den zweiten Platz. RTL stößt nach der

Übernahme von Sky künftig Disney+ vom dritten Platz mit

sieben Millionen Abonnenten.

Global beherrscht Netflix den Streamingmarkt. Der weltweite

Erfolg der grausamen, südkoreanischen Serie „Squid

PROSIEBENSAT.1

Baustelle namens Joyn

Bis zum 13. August entscheiden die Aktionäre über die Zukunft des Fernsehkonzerns.

Kommt das SDax-Unternehmen mehrheitlich in Besitz der italienischen

Fernsehholding Media for Europa (MFE) oder kann der tschechische

Mischkonzern PPF seinen Anteil auf knapp 30 Prozent aufstocken? Die Bieterschlacht

hat zuletzt die Aktie der Sendergruppe nach oben gehievt. Deutschlands

größter Fernsehkonzern kämpft aber mit vielen Baustellen. Die größte

ist die Streaming-Plattform Joyn. Zwar hat das Filmabrufportal die Marke von

zehn Millionen Nutzern übersprungen, doch mit genaueren Zahlen hält sich

CEO Bert Habets zurück. Zumindest wurde die Joyn GmbH mit der Konzerntochter

Seven One Entertainment Group verschmolzen. Mit der gesellschaftsrechtlichen

Integration von Streaming und TV wird das bereinigte Konzernergebnis

im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich profitieren.

Zwei Drittel der Analysten empfehlen, die Aktie zu halten.

FOCUS MONEY 33/2025

Übernahmeschlacht hilft Kurs

Das Bieterduell zwischen der italienischen

MFE und der tschechischen PPF hat den Aktienkurs

beflügelt. Im vergangenen halben

Jahr

Prosieben

ging es

Sat1

um

Media

über 40 Prozent nach oben

Kurs der Prosiebensat.1-Aktie in Euro

2022 2023 2024 2025

Quelle: Bloomberg

14

12

10

8

6

4

33


BLOCKBUSTER FAST AND

FURIOUS: Prosiebensat.1

hat beim Hollywoodstudio

NBC Universal eingekauft

Game“ bescherte dem US-Konzern zuletzt ein Quartalsergebnis,

das über den Erwartungen lag. Bei Erlösen von 11,08 Milliarden

Dollar erzielte Netflix im zweiten Quartal einen Nettogewinn

von 3,1 Milliarden Dollar - ein Plus von 46 Prozent. Für

das Gesamtjahr erhöhte der Streamingdienst seine Prognose.

Der Umsatz soll sich auf zwischen 44,8 und 45,2 Milliarden Dollar

steigen. Zuvor waren es maximal 44,5 Milliarden Dollar.

Die Marktkapitalisierungen zeigen die Klassenunterschiede

zwischen den Akteuren im wachsenden Streamingmarkt.

Im Vergleich zu Netflix mit einer Marktkapitalisierung von

367 Milliarden Euro sind RTL mit 5,3 Milliarden und Prosiebensat.1

mit nur 1,8 Milliarden Zwerge. Es ist daher kein Zufall,

dass die italienische Sendergruppe Media for Europe

(MFE) den von Leo Kirch 1997 an die Börse gebrachten Fernsehkonzern

mehrheitlich übernehmen möchte.

Berlusconi legt nach. Der von Pier Silvio Berlusconi, Sohn

des verstorbenen italienischen Ministerpräsidenten und Medienunternehmers,

Silvio Berlusconi, geführte Konzern hatte

kürzlich eine verbesserte Offerte vorgelegt. Die Italiener stocken

aber nur den Aktienanteil auf 1,3 MFE-A-Aktien (vorher

0,4 A-Aktien) hoch. Die Barkomponente von 4,48 Euro bleibt

unverändert. Der Mailänder Fernsehkonzern bietet damit insgesamt

über acht Euro je Aktie und übertrifft die Barofferte

von PPF mit sieben Euro deutlich.

Der tschechische Mischkonzern PPF legt unterdessen nicht

mit einem höheren Angebot an die Aktionäre in der Übernahmeschlacht

um Prosiebensat.1 nach. Die Entscheidung der

PPF, keine weitere Runde in der Übernahmeschlacht mitzumachen,

kommt nicht überraschend. In der Prager Konzernzentrale

setzt man weiter auf die Attraktivität von Cash im

Bieterwettbewerb. PPF hält an Prosiebensat.1 bisher rund 15

Prozent, MFE kommt auf über 33 Prozent.

Übernahmefrist für Prosiebensat.1 läuft ab. Bis 13. August

müssen sich die Anleger entscheiden. Die Tschechen versuchen

es weiter mit Zweckoptimismus. „Wir bieten einen sehr

attraktiven Preis auf der Grundlage des Aktienkurses in den

drei Monaten vor Abgabe des MFE-Angebots. Vor allem bezahlen

wir alles in bar und nicht in Aktien oder anderen Papieren.

Das ist sehr reizvoll für die bestehenden Aktionäre von

Prosiebensat.1“, sagte Investmentdirektor Kasper Taczek im

Gespräch mit FOCUS MONEY. Falls sich die Aktionäre mehrheitlich

für eine Annahme des Übernahmeangebots der PPF

entscheiden, will PPF die im SDax notierte Sendergruppe Prosiebensat.1

als eigenständiges Unternehmen erhalten. „Im

Gegensatz zu MFE streben wir keinen paneuropäischen Fernsehkonzern

an. Wir wollen Prosiebensat.1 als unabhängiges,

zukunftsorientiertes Medienunternehmen in Deutschland

ausbauen“, sagt Taczek. Zu der von der tschechischen Milliardärin

Renáta Kellnerová kontrollierten PPF gehört der in

Prag ansässige TV-Konzern Central Media Enterprises (CME),

der in sechs Ländern mit 46 Fernsehsendern mit einer Zuschauerschaft

von fast 50 Millionen Menschen präsent ist.

RTL GROUP

Mit Sky-Kauf in die Streaming-Zukunft

Die Marktposition im Streaming wird der Fernsehkonzern RTL Group durch

die geplante Übernahme von Sky ausbauen. Nach der Übernahme wird die

Tochter des Medienriesens Bertelsmann etwa 11,5 Millionen zahlende Abonnenten

zählen. Damit wird die Sendergruppe mit ihren Streamingdiensten RTL+

und Sky Wow den Konkurrenten Prosiebensat.1 abhängen. Doch der bevorstehende

Kauf schafft auch Risiken. Können tatsächlich Synergien zwischen

den bislang eigenständigen Unternehmen geschaffen werden? Kann RTL den

krisengeschüttelten Bezahlsender Sky sanieren? Können die Sportrechte trotz

steigender Kosten gesichert werden? Marktbeobachter haben eine klare Meinung:

Die weitere Entwicklung erst einmal abwarten. Alle zehn Analysten, welche

die RTL-Aktie unter die Lupe nehmen, empfehlen das Papier zu halten.

Der Aktie wird nach der jüngsten Sky-Rally wenig mehr zugetraut. Das Kursziel

liegt bei 35,99 Euro - nur zwei Prozent über dem aktuellen Kurs.

Dividendenstarke Aktie

Die geplante Übernahme des Bezahlsenders

Sky hat die Aktie der RTL Group nach oben

katapultiert. Anleger schätzen insbesondere

die

RTL

hohen

Group

Dividenden

Kurs der RTL-Aktie in Euro

2022 2023 2024 2025

Quelle: Bloomberg

50

40

30

20

34

Foto: Universal Pictures FOCUS MONEY 33/2025


moneymarkets

Die Übernahmeschlacht um Prosiebensat.1

zwischen dem italienischen Berlusconi-Konzern

Media for Europe (MFE) und dem tschechischen

Finanzinvestor PPF steht vor dem Finale.

Was bedeutet der Bieterkampf für die

börsennotierten Konzerne?

Nico Hoffmann: Der Bieterwettkampf

um Prosiebensat.1 ist einer der Höhepunkte

in der Konsolidierung im deutschen

und europäischen TV- und Streamingmarkt.

Die Marktbereinigung wird

angesichts rückläufiger Werbeerlöse und

Zuschauerrückgänge im linearen Fernsehen

weitergehen. Daher macht auch die

geplante Übernahme von Sky Deutschland

durch RTL sehr viel Sinn. Wenn die

europäischen Wettbewerbsbehörden zustimmen,

dann entsteht hier ein starker

Marktteilnehmer, der Massenunterhaltung

mit Know-how im Bezahlfernsehen

strategisch und operativ kombiniert. In

dieser Kombination können beide Unternehmen

im knallharten Wettbewerb gegen

die amerikanischen Streaming-Giganten

Netflix, Disney+ oder Amazon

Prime bestehen.

Ist die Marktbereinigung ein europäisches Phänomen?

Hoffmann: Die Schlacht um Streaming

ist global in Gange. In den USA gab die Regulierungsbehörde

FCC vor Kurzem grünes

Licht für die Übernahme von Paramount

Global durch Skydance Media. Seit

2009 gab es bereits fünf Megafusionen im

US-amerikanischen Medien- und Telekommunikationsmarkt.

Diese Konsolidierungswellen

haben Tausende von Arbeitsplätzen

vernichtet und die

traditionelle Trennung zwischen Filmstudios

und Streaming immer mehr verwischt.

Es sind riesige Unternehmen entstanden,

die sowohl die Produktion als

auch den Vertrieb von Inhalten weltweit

kontrollieren.

Was sind die Konsequenzen der Konsolidierung

für die Film- und Fernsehproduktion?

Hoffmann: Diese Oligopole haben dramatische

Auswirkungen auf die Marktchancen

der kreativen Talente und Produzenten.

Sie können ihre Ideen und

Drehbücher immer weniger Ansprechpartnern

anbieten, weil

INTERVIEW

Gut

gemachter

Content ist

und bleibt

King“

Filmproduzent und früherer

Ufa-Chef Nico Hoffmann ist

zuversichtlich, dass der

TV-Markt in Europa nicht in

einem Oligopol enden wird

von HANS-PETER SIEBENHAAR

NICO HOFFMANN,

Filmproduzent,

Hochschullehrer und

Vordenker der

Fernsehbranche

die Sender oder Streamingplattformen

nur noch Stoffe ihrer eigenen Studios produzieren.

Die jüngsten Fusionen haben

aus meiner Sicht eine Konzentration der

Marktmacht geschaffen, in der künftig

nur sehr wenige Unternehmen kontrollieren,

welche Inhalte produziert und gesehen

werden können.

Wird es im Fernsehmarkt in Europa zu Oligopolen

kommen, mit Marktteilnehmern wie Media

for Europe/Prosiebensat.1, RTL oder Netflix und

Amazon Prime?

Hoffmann: Ich bin zuversichtlich, dass

der TV-Markt in Europa nicht in einem

Oligopol enden wird. Es wird vielmehr ein

vielfältiges Ökosystem entstehen, in der

amerikanische Streamingplattformen,

lokale Privatsender und öffentlich-rechtliche

Rundfunkanstalten koexistieren

können.

Was bedeutet das für die Zuschauer?

Hoffmann: Unser Ökosystem in Europa

sichert einen großen Reichtum an Inhalten.

Filme, Serien, Dokumentationen,

Live-Events oder Sport werden sogar zum

wichtigsten Unterscheidungsmerkmal,

während Technologien wie digitale Verbreitungswege

und KI immer mehr zu

Commodities werden, über die mehr oder

weniger alle Anbieter verfügen. Gut gemachter

Content ist und bleibt King – gerade

in der Schlacht der Streamingplattformen.

Werden ARD und ZDF in diesem Konkurrenzumfeld

überleben?

Hoffmann: Ich bin selbst ein Ziehkind

der ARD. Deshalb liegt mir der öffentlichrechtliche

Rundfunk am Herzen. ARD

und ZDF werden nur mit erstklassigen Inhalten

überleben können. Serien wie „Babylon

Berlin“ – mit Sky – oder „Charité“

haben gezeigt, dass im öffentlich-rechtlichen

Auftrag sogar Welterfolge produziert

werden können. Wenn die Rundfunkhäuser

den Mut beibehalten, wettbewerbsfähige

Serien und Filme zu produzieren, ist

mir nicht bange um die Zukunft von

ARD und ZDF in der Zuschauergunst.

Es braucht mehr Mut zum Produkt,

zum Budget und zu klaren Entscheidungen.

FOCUS MONEY 33/2025

Foto: WENN Rights / Alamy 35


moneymarkets

GÜNSTIG WOHNEN:

Startup Tin Inn will mit

seinen Containern

den Hotelmarkt in

Mittelstädten erobern

SCALE

Gewichtszunahme

Die Neulinge Pfisterer und Innoscripta setzen mit circa

einer Milliarde Euro Börsenwert neue Maßstäbe

in Scale. Das Gros der Aktien dort ist weit leichter

Größte Werte im Scale Index

Börsenwert in Millionen Euro

Pfisterer 1060

Innoscripta 1020

Mensch und

Maschine 876

2G Energy 639

Nürnberger

Beteiligung 575

Steyr Motors 304

Spielwiese für

Risikofreudige

Bei dem mittlerweile acht Jahre alten Segment der

Deutschen Börse liegen Top und Flop oft eng

beieinander. Insgesamt sollte sich inzwischen ein

erheblicher Nachholbedarf aufgebaut haben.

Quelle: Bloomberg; Stand 31.07.2025

von BERND JOHANN

Vernachlässigt

Hausse? Welche Hausse? Am Scale-Segment ging

die Börsenrekordfahrt seit 2022 glatt vorbei. Das

weckt Hoffnungen auf ein Nachziehen

Scale 30 Index

200-Tage-Linie

Kursindex in Punkten

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

1600

1400

1200

1000

800

600

Im Mai 2025 zu 27 Euro je Aktie emittiert, im Juli bei mehr

als 50 Euro – das Elektrik-Unternehmen Pfisterer zählt zu

den erfolgreichsten deutschen Börsengängen seit Langem.

Die Aktie startete in Scale, dem Markt-Segment für kleinere

und mittlere Unternehmen (KMU), „ein registrierter KMU-

Wachstumsmarkt“, wie es seitens der Deutschen Börse heißt.

Das weniger regulierte Scale soll den Kleinen einen „effizienten

Weg der Eigenkapitalfinanzierung“ bieten.

Was optimistisch klingt, ließ sich zunächst auch gut an.

Nach einem etwas zähen Start ab Frühjahr 2017 verdoppelte

sich der Scale 30 Index der schwersten Titel des Segments

nahezu, um dann mit Ausbruch des Ukraine-Krieges ebenso

spektakulär einzubrechen. Nebenwerte, vor allem die kleinen,

waren kaum gefragt. Bis jetzt. Nach dem Rekordlauf des

Dax scheinen Investoren verstärkt wieder über die Dörfer zu

gehen. Und was interessante Titel betrifft, so werden Anleger

mit etwas Risikobereitschaft in Scale schnell fündig.

36 Fotos: TIN INN

FOCUS MONEY 33/2025


SPARTANISCH: Drinnen das

Notwendigste, die Tin-Inn-Abläufe

sind voll digitalisiert

Bunter Haufen. Risikobereitschaft deswegen, weil bei den

kleinen Firmen mit einer Kapitalisierung von meist nur um

oder unter hundert Millionen Euro der Aktienhandel an der

Börse oft recht dünn ausfällt. Das fördert die Schwankungsanfälligkeit

der Kurse. Zudem sind noch längst nicht alle Geschäftsmodelle

etabliert. Die zuletzt 42 Scale-Titel zeigen

eine sehr variable Mischung bei Branchen, Tätigkeit und

ebenso beim finanziellen Standing inklusive – im wahrsten

Sinne des Wortes – vieler Hoffnungswerte: Firmen, die hochinteressante

Produkte bieten, die aber noch beweisen müssen,

ob sie damit landen und dauerhaft Geld verdienen können.

In der Aufbauphase wird selbiges oft noch verbrannt.

Zu diesen Hoffnungswerten zählen etwa Reifenrecycler

Pyrum (s. Seite 56), Partec mit Quantencomputern, Batterie-

Spezialist Ibu-tec, Cannabis-Händler Cantourage, Mynaric,

Experte für Laser-Kommunikation, Veganz mit veganen Lebensmitteln

oder Cybersecurity-Haus Cyan. Neu stießen in

das Börsensegment neben Pfisterer zuletzt Innoscripta

HELIAD

Perlensucher rüstet auf

Das Unternehmen: Als Beteiligungsgesellschaft wirken die Frankfurter bei

der Finanzierung junger Wachstumsfirmen mit. Zuletzt umfasste der Kreis 18

Adressen mit der Brokerage-Plattform Flatexdegiro (Anteil knapp fünf Prozent),

Raisin (Geldanlage digital) und Enpal (grüne Energien) als größten Posten.

Jüngster Coup: Mit anderen Investoren stellt Heliad Gelder für Arx Robotics

bereit, Hersteller von unbemannten, autonom laufenden und KI-gestützten Militär-Bodenfahrzeugen.

Mit von der Partie ist hier auch der Nato Innovation

Fund. Sechs Armeen aus Europa haben bereits geordert.

Die Vision: Die Börse sollte dies peu à peu honorieren. In Summe verdienen

die Beteiligungen – Wert taxiert auf 230 Millionen Euro oder 27 Euro je Anteil

– inzwischen Geld. Heliad arbeitet zudem fast ausschließlich mit Eigenkapital.

Das allein beträgt (minus der wenigen Kredite) bereits gut 19 Euro je Aktie.

Heliad

200-Tage-Linie

Kurs der Heliad-Aktie in Euro

5

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN

121806/DE0001218063

Börsenwert 121 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 24,1/20,7

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 22,00/12,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■ Kurspotenzial 50 %

Quelle: Bloomberg

25

20

15

10

e = erwartet

PLATFORM GROUP

Zuviel des Schlechten

Das Unternehmen: Ein Kurs-Eigentor schoss der Platform-Vorstand, als er im

Mai die Wandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) ankündigte.

Dies sichert Großaktionär Benner Holding seinen Einfluss auf Dauer. Obwohl

Firmen wie Fresenius oder Merck die gleiche Rechtsform aufweisen, kippten

Stimmung und Aktienkurs. Das Jahres-Kursplus bis dahin von 50 Prozent

verpuffte. Der Druck hielt bis zuletzt an - Signal für das Misstrauen der Börse.

Die Vision: Das Geschäftsmodell – über eigene Plattformen und Software kleineren

Firmen aus den verschiedensten Sparten (zuletzt 27) einen einfachen

Weg zum Onlinehandel zu ebnen, das auch über Aufkäufe weiterer Online-

Märkte, funktioniert weiterhin. Die Group erhöhte gerade ihre Prognose für

2025 (Partnerzahl mindestens 16 500, ein Drittel Umsatzplus, erneut besseres

Ergebnis) und auch für 2026. Zudem erscheint die Aktie günstig.

FOCUS MONEY 33/2025

Platform

Kurs der Platform-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

0

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A2QEFA/DE000A2QEFA1

Börsenwert 161 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 4,9/4,6

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 12,00/6,80 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■ Kurspotenzial 55 %

Quelle: Bloomberg

30

20

10

e = erwartet

37


moneymarkets

mit F&E-Software sowie die Container-Hotelkette Tin Inn,

welche mit ihrem leicht skalierbaren Geschäft in deutschen

Mittelstädten kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten

aufbauen möchte. Selbst den italienischen Finanzdienstleister

Rigsave zog es auf Scale.

Dem stehen aber auch gestandene Firmen gegenüber wie

Versicherer Nürnberger Beteiligungen, Steyr Motors, Finanzdienstleister

MPC, Mensch und Maschine Software oder

Apontis Pharma. Manche wählen Scale für ihre Börsennotierung

wegen des gegenüber dem geregelten Markt geringeren

Regulierungsaufwands bei gleichzeitig erhöhter Aufmerksamkeit

im Vergleich zum allgemeinen Freiverkehr. Die

Pflicht zu Halbjahresberichten und Adhoc-Meldungen bei

geschäftsrelevanten Vorfällen besteht indes auch auf Scale.

Trau schau wem. Nicht immer läuft alles glatt. So ging Mynaric

bei weit dünneren Verkaufserlösen als erhofft jüngst

das Geld aus, mit Kapitalschnitt und Totalverlust für die Altaktionäre

als Folge. Die Immobilienplattform EV Digital

kippte nach drei Jahren Scale in die Insolvenz. Bei Partec

stieß böse auf, dass die nach den Scale-Regeln geforderte Vorlage

des Geschäftsberichts bis 30. Juni ausblieb.

Dem stehen indes auch Adressen mit starker Performance

und satten dreistelligen Kursgewinnen über die vergangenen

Jahre gegenüber: Bohrdienstleister Daldrup & Söhne, die

Investmentmanager MPC (Infrastruktur) und Ernst Russ

(Seefracht), Ölförderer Deutsche Rohstoff oder Motorbauer

Steyr. Zudem erregen kleine Spezialisten öfters das Interesse

größerer Gesellschaft und werden aufgekauft, wie jüngst

Apontis Pharma oder Ex-Scale-Mitglied Datagroup.

Im Einzelnen hier sechs weitere Kandidaten, bei denen

sich Positives tun könnte. Wer übrigens auf Titel-Suchen verzichten

und lediglich auf eine Erholung des Scale-Segments

insgesamt wetten möchte, dem öffnet das Scale-Zertifikat der

Hypovereinsbank (WKN HX5Q1M) einen einfachen Weg.

NYNOMIC

Werkelt an Trendumkehr

Das Unternehmen: Berührungslose optische Messtechnik ist das Metier der

unter dem Dach der Nynomic AG angesiedelten, international arbeitenden

Sensorik-Spezialisten. Aktiv sind sie vor allem in den Sparten Medizin, Pharma

und Umwelt und damit in eher konjunkturstabilen Bereichen. Umso mehr

enttäuschte nach vier Rekordjahren in Folge ein schwaches 2024 und ein mäßiger

Jahresauftakt 2025. Den Aktienkurs warf dies auf Achtjahrestief.

Die Vision: Robuste Aufträge, Rückenwind durch die zunehmende Produkt-

Miniaturisierung sowie ein Effizienzprogramm sollen eine bessere Zukunft bringen,

so der Vorstand. Er sieht die Gruppe leistungsstark aufgestellt, als Gewinner

bei anspringenden Investitionen in der Wirtschaft. Für 2025 erwartet

er beim Ergebnis daher wieder ein merkliches Plus. Kommt dies halbwegs,

müsste der Aktienkurs auf dem niedrigen Niveau eigentlich fühlbar reagieren.

Nynomic

Kurs der Nynomic-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

10

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A0MSN1/DE000A0MSN11

Börsenwert 81 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 16,7/12,6

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 19,00/10,50 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 55 %

Quelle: Bloomberg

50

40

30

20

e = erwartet

EXASOL

In Erinnerung behalten

Das Unternehmen: Als weltweit schnellste analytische Datenbank bezeichnet

sich die Nürnberger Technologie-Schmiede selbst. Sie bietet Kunden sofortigen

und umfassenden Zugriff auf alle Geschäftsdaten inklusive Analyse,

was die Verbesserung von Abläufen oder die Implementierung neuer Geschäftsstrategien

massiv erleichtern soll. Zu diesen Kunden zählen bisher Adressen

wie Mercedes-Benz, Otto, Dell, Sony Music, Adidas oder T-Mobile.

Die Vision: Das Geschäft befindet sich noch in der Aufbauphase. Seit Börsengang

2020, damals mit vielen Vorschusslorbeeren, wächst es stetig. 2024 gelangen

bei 40 Millionen Euro Umsatz erstmals schwarze Zahlen. Der Aufwärtstrend

soll sich nach den Prognosen bei wachsender Profitabilität fortsetzen

(Halbjahresbericht 12. August). Exasol hat kaum Schulden und scheint gut

finanziert. Die Börse sollte beginnen, dies nach und nach zu honorieren.

38

Exasol

Kurs der Exasol-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

1

2023 2024 2025

WKN/ISIN

A0LR9G/DE000A0LR9G9

Börsenwert 77 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 35,6/15,8

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 4,80/2,20 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 65 %

Quelle: Bloomberg

FOCUS MONEY 33/2025

4

3

2

e = erwartet


LAIQON

Karten neu gemischt

Das Unternehmen: Als Vermögensverwalter - sowohl individuell wie über

Fonds (Wertpapiere, Schifffahrt, Immobilien) - managt die ehemalige Lloyd

Fonds ein Kapital von zuletzt 6,8 Milliarden Euro. Dabei setzen die Hanseaten

stark auf Digitalisierung, inklusive Einsatz von künstlicher Intelligenz. Der

Haken: Laiqon arbeitete bislang mit Verlust.

Die Vision: Neuen Schwung bringt die Übernahme von 2,5 Milliarden Euro

an Geldern vom Konkurrenten Mainfirst, mit bezahlt über eine Anleihe. Damit

soll das verwaltete Vermögen bis Jahresende auf 10,0 bis 11,5 Milliarden

Euro ansteigen, bei klar positivem Effekt auf die Rentabilität. Die Erwartung

hier will Laiqon im Laufe des zweiten Halbjahres (Zwischenbericht 29. August)

präzisieren. Die Börse reagierte positiv. Zeichnen sich tatsächlich nachhaltige

Gewinne ab, dürfte die Aktie vor einer Neueinstufung stehen.

Laiqon

Kurs der Laiqon-Aktie in Euro

6

200-Tage-Linie

2

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A12UP2/DE000A12UP29

Börsenwert 78 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./220

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,2 %

Kursziel/Stoppkurs 7,50/3,40 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 75 %

Quelle: Bloomberg

14

10

e = erwartet

CYAN

Strebt auf die sichere Seite

Das Unternehmen: Der Schutz mobiler Endgeräte wie Smartphones oder Tablets

vor Phishing oder Schadsoftware ist das Aktionsfeld dieses Cybersecurity-Spezialisten.

Damit agieren die Bayern in einem zügig expandierenden

Markt. Der Vorstand spricht von „riesigen Wachstumschancen“. Um sie zu nutzen,

kooperiert das Unternehmen auch mit großen Telekom-Anbietern.

Die Vision: Richtig abheben konnte Cyan trotz dieser guten Startvoraussetzungen

bisher nicht. Zuletzt dominierten bei dünnen Umsätzen rote Zahlen.

Das soll sich ändern. Neben einem rasch wachsenden Endkundengeschäft ist

eine Zusammenarbeit mit Versicherern im Aufbau sowie das gezielte Ansprechen

von Mittelständlern. Operativ peilt der Vorstand schon für 2025 eine

schwarze Null an. Die Analysten erwarten den endgültigen Durchbruch

2026/27. In dem Fall müsste dann auch die Lethargie beim Aktienkurs enden.

Cyan

Kurs der Cyan-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

0

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A2E4SV/DE000A2E4SV8

Börsenwert 46 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./75,0

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 3,60/1,80 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 60 %

Quelle: Bloomberg

3

2

1

e = erwartet

SWISSNET

Klein, aber forsch

Das Unternehmen: Unter dem Namen Beaconsmind und als Spezialist für

mobiles Marketing gestartet, erweiterte die Gesellschaft mit Übernahme der

Swissnet Group zum Jahreswechsel und Umfirmierung ihr Angebot erheblich:

Sie offeriert jetzt vor allem für Adressen aus Einzelhandel, Gesundheitswesen

und Gastro eine breite Palette an digitalen Kommunikationstechnologien.

Die Vision: Das Angebot schlägt offenbar ein. Gelang schon 2024 das Erreichen

der Gewinnzone, steht Swissnet mit erweiterter Palette und Anwerben

neuer Großkunden offenbar vor einer raschen Expansion. Die Prognosen gehen

von dicken Skaleneffekten aus, mit Erwartung einer Ertragsverdreifachung

bis 2026 gegen 2024. Die Börse reagierte bislang nur zögerlich auf den optimistischen

Ausblick, geschuldet wohl auch dem dünnen Börsenhandel (Limits!)

und Streubesitz (Großaktionär Finanzinvestor Crown Fund 44,6 Prozent).

FOCUS MONEY 33/2025

Swissnet

Kurs der Swissnet-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A2QN5W/CH0451123589

Börsenwert 17 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 15,7/8,2

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 10,00/4,80 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 60 %

Quelle: Bloomberg

12

10

8

6

4

e = erwartet

39


moneymarkets

EINE KOLUMNE VON UNION INVESTMENT

AKTIENMÄRKTE

Schwankungen voraus –

volatile Phasen meistern

Die Schwankungsbreite an den globalen

Aktienmärkten nimmt zu. Wie man sich

dagegen wappnen kann, um nicht auf

dem falschen Fuß erwischt zu werden.

von ARNE RAUTENBERG

Die Welt ist eine andere seit US-Präsident Donald

Trump im April seinen wichtigsten Handelspartnern

mit immensen Handelsbarrieren gedroht

hat. Denn spätestens seit diesem sogenannten

„Liberation Day“ wurde allen klar, dass wir eine Rückabwicklung

der Globalisierung beobachten. Weltweite

Lieferketten und Produktionsstandorte rund um den

Globus gehören offenbar der Vergangenheit an, weil

die damit verbundenen Risiken für viele Konzerne

nicht mehr kalkulierbar sind.

Die Märkte reagierten auf diesen Tag mit einem heftigen

Abverkauf, rund zehn Prozent gaben die globalen

Börsen nach – Verluste, die binnen kurzer Zeit

wieder aufgeholt werden konnten. Die Schwankungsintensität,

auch Volatilität genannt, am Liberation

Day wurde in den vergangenen 20 Jahren nur von einzelnen

Tagen während der globalen Finanzkrise und

zu Beginn der Corona-Pandemie übertroffen. Dabei ist

eine hohe Volatilität nicht unbedingt Ausdruck einer

Vielzahl schlechter Nachrichten – sie spiegelt viel

mehr die Unsicherheit wider, die am Markt herrscht.

Und Unsicherheit mögen die Börsen gar nicht. Denn

schlechte Zeiten, in denen die Auswirkungen aber

recht verlässlich eintreten, können die Märkte umgehen.

Es ist die Ungewissheit, die die Stimmung verhagelt

und für hohe Schwankungen sorgt.

Volatilität bleibt auf absehbare Zeit. Anleger sollten

sich darauf einstellen, dass die Märkte nicht nur an

einzelnen Tagen schwankungsintensiver als gewohnt

sein werden. Als Maßstab dafür wird

oft der VIX-Index genommen, der die

Schwankungsintensität des US-Leitindex

S&P-500 abbildet. Galt in der Vergangenheit

ein Maß von zehn bis zwölf

Investoren

sollten sich

rechtzeitig

mit Strategien

auseinander-setzen,

wie sie

der erhöhten

Volatilität

begegnen

können.“

ARNE RAUTENBERG,

LEITER PORTFOLIO-

MANAGEMENT AKTIEN,

UNION INVESTMENT

Prozent als Normalfall, dürften wir für die kommenden

Jahre eher den Regelfall von 15 Prozent und mehr

sehen. Der Grund liegt vor allem in den volkswirtschaftlichen

Rahmenbedingungen, die auf die Märkte

abfärben. Denn durch die Unsicherheit in den Lieferketten

und das eingeschränkte Angebot an günstiger

Energie wird in den verschiedenen Wirtschaftsregionen

immer mehr auf Kante genäht. Und nur kleine Veränderungen

bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen oder

Vorprodukten, etwa durch regionale Krisen, können

anhaltende Produktionsprobleme mit sich führen. All

das wird noch verschärft durch die erratische Handelspolitik

des US-Präsidenten, die global agierenden

Aktiengesellschaften das Planen deutlich erschwert.

Drei Strategien für hohe Volatilität. Investoren, die

ihr Geld in Aktien anlegen, sollten sich daher rechtzeitig

mit Strategien auseinandersetzen, mit denen sie

der erhöhten Volatilität begegnen können. Erstens hat

sich Volatilität in den vergangenen Jahren oft als gute

Kaufgelegenheit herausgestellt. Auch wenn die Verlockung

groß ist, sich abzusichern und an die Seitenlinie

zu stellen, bis das Gröbste vorüber ist, sollte man als

Investor nicht lange in der Schockstarre verharren.

Denn die Märkte tendieren dazu, siehe Liberation Day,

zu stark zu reagieren, preisen sehr schlechte Nachrichten

ein und, wenn es doch nicht so schlimm kommt,

wieder aus. Das lässt sich auch daran erkennen, dass

alle Zolldrohungen seit dem Liberation Day hinsichtlich

der Kursausschläge deutlich gelassener hingenommen

wurden – auch die Märkte lernen dazu.

Zweitens gilt es gerade angesichts der strukturell höheren

Volatilität, das Portfolio breit zu diversifizieren,

um sich abzusichern. Zurzeit machen Technologie-Aktien

weiter die Musik, und sie gehören auch ins Depot.

Ihnen zur Seite sollten aber auch defensivere Titel, etwa

aus dem Versicherungs- oder dem Pharmabereich, gestellt

werden. Das gleiche gilt für zyklische Industrien,

die von den steigenden Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben

profitieren können. Was für unterschiedliche

Sektoren zutrifft, sollte auch für Anlageregionen

und -stile gelten. Das mag mitunter in kurzen

Marktphasen die Erträge schmälern, wenn ein Sektor

alle anderen hinter sich lässt. Dafür ist für Investoren

mit langem Atem das Risiko aber besser gestreut.

Und drittens sollte bei der Auswahl der Einzeltitel

ein Augenmerk darauf liegen, wie gut sich die Unternehmen

selbst gegen die ausgeprägtere Marktvolatilität

abzusichern wissen. Wie stabil sind die

Lieferketten, wie hoch die Anfälligkeit für Schocks,

für geopolitische Krisen oder für rapide Währungsschwankungen?

Denn die echten Chancen liegen oft

unter der Motorhaube, und selbst bei einer moderaten

Volatilität sind die Unterschiede bei einzelnen

Aktien mitunter enorm. Deshalb ist – egal ob

die Märkte stärker schwanken oder nicht –

eine umsichtige Einzeltitelauswahl unerlässlich

für ein erfolgreiches Investment

am Aktienmarkt.

40

Foto: Union Investment

FOCUS MONEY 33/2025


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FOCUS MONEY 33/2025

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Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: xxx/FOCUS MONEY 41


moneymarkets

MILITÄR-TRUCK AUF

MESSE: Rekordhohe

Auftragseingänge

ITALIEN

Italiens Rüstung formiert sich neu

Der Nutzfahrzeughersteller Iveco wird zerschlagen. Nutznießer ist der Leonardo-Konzern.

Dessen Aktie ist noch weit günstiger bewertet als die von Rheinmetall

von GERHARD BLÄSKE

Vor dem Hintergrund deutlich steigender Rüstungsetats

findet in Italiens Rüstungsbranche eine Konsolidierung

statt. Der Nutzfahrzeugkonzern Iveco wird

zerschlagen: Die Rüstungssparte Iveco Defence Vehicles

(IDV), die 2024 bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro

auf einen Betriebsgewinn (Ebit) von 108 Millionen Euro kam,

geht für 1,7 Milliarden Euro an Leonardo.

Ein Teil davon – das Geschäft mit Militärlastwagen – wird

vermutlich an den Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall

weitergereicht. Darüber verhandelt Leonardo mit den

Deutschen. Der indische Tata-Konzern erwirbt den Rest – die

deutlich größere Nutzfahrzeugsparte – für 3,8 Milliarden

Euro. Ein Delisting ist geplant.

Die Iveco-Aktie, die infolge der Übernahme-Spekulationen

in den letzten Monaten stark zugelegt hatte, gab nun deutlich

nach. Der kleinste europäische Nutzfahrzeugkonzern

wird derzeit mit etwa fünf Milliarden Euro bewertet. Die bisherigen

Aktionäre sollen aus dem Verkauf der Rüstungssparte

eine Sonderdividende von 5,5 bis sechs Euro je Aktie erhalten.

Tata zahlt dann 14,10 Euro je Aktie oder insgesamt 3,8

Milliarden Euro für die verbleibende Nutzfahrzeugsparte.

Aktuell notieren die Iveco-Titel in etwa auf dem Niveau der

gebotenen 14,10 Euro plus dem unteren Ende der Sonderdividende.

Ob Aktionäre auf ein höheres Angebot beziehungsweise

einen Squeeze-out hoffen können, ist noch nicht klar:

Festgelegt ist eine Mindestannahmeschwelle von mindestens

42

Foto: Bloomerg

FOCUS MONEY 33/2025


95 Prozent der Iveco-Stammaktien, die auf 80 Prozent reduziert

wird, wenn Iveco die Beschlüsse zur Abspaltung und Liquidation

auf einer außerordentlichen Hauptversammlung

annimmt. Diese wird in den kommenden Tagen einberufen.

Die Holding Exor der Familie Agnelli-Elkann, die 27 Prozent

der Iveco-Anteile hält, hat bereits zugestimmt. Innerhalb der

nächsten drei Wochen soll ein Antrag zur Genehmigung des

Angebotsdokuments bei der italienischen Finanzaufsicht

eingereicht werden. Die Transaktion soll im zweiten Quartal

2026 abgeschlossen werden.

Um die Rüstungssparte, die auf die Entwicklung und Produktion

von Militärlastwagen und gepanzerten Fahrzeugen

spezialisiert ist, bewarben sich mit dem tschechischen

Rüstungskonzern CG und dem deutsch-französischen Panzerbauer

KNDS zwei weitere Unternehmen. Doch die italienische

Regierung, die den Verkauf über eine Golden-Power-

Regelung blockieren hätte können, favorisierte eine

italienische Lösung.

Rüstungsboom auch an der Mailänder Börse. Die dramatische

Aufstockung der Rüstungsbudgets hat in Italiens Rüstungsbranche

eine Goldgräberstimmung erzeugt. Die Bewertung

von Iveco Defence hatte sich innerhalb eines Jahres mehr

als verdoppelt, aber auch die Kurse des Schiffsbaukonzerns

Fincantieri (plus 200 Prozent) und Leonardo (plus 119 Prozent)

sind regelrecht explodiert. Der zu 71 Prozent staatliche

Fincantieri- und der zu 30 Prozent staatliche Rüstungskonzern

Leonardo hoffen, von der deutschen Rüstungsoffensive

und den wachsenden Rüstungsbudgets in anderen europäischen

Staaten sowie in der EU zu profitieren. Fincantieri, das

neben Kreuzfahrtschiffen und Jachten auch Fregatten und U-

Boote produziert, ist seit langer Zeit an einem Einstieg bei

dem langjährigen Kooperationspartner Thyssenkrupp Marine

Systems (TKMS) interessiert. Die Auftragseingänge sind

für Fincantieri zuletzt massiv gestiegen.

Ähnlich gut läuft es beim teilstaatlichen Rüstungselektronik-

und Luftfahrtkonzern Leonardo. Der Konzern ist mit

Rheinmetall eine Allianz zum gemeinsamen Bau von Panzern

eingegangen, baut mit der türkischen Baykar Drohnen

und ist Teil eines Konsortiums mit Mitsubishi (Japan) und Bae

Systems, das in Konkurrenz zum deutsch-französisch-spanischen

Future Combat Air System (FCAS) die Kampfflugzeugplattform

Edgewing (bisher Global Combat Air Programm)

entwickelt. Leonardo will außerdem den Anteil an

der deutschen Hensoldt von derzeit 23,8 Prozent erhöhen.

Leonardo als italienischer Champion. Mit der Übernahme

von Iveco Defence baut Leonardo die Vormachtstellung

in Italiens Rüstungsbranche aus. Zwar wurde die Unterwasserrüstungssparte

(Torpedos, Sonarsysteme) für 415 Millionen

Euro an Fincantieri verkauft. Doch mit Iveco Defence

und drei weiteren Übernahmen sowie den Partnerschaften

hat der Rüstungskonzern seine strategische Position verbessert

und erwartet darüber hinaus Synergien.

Bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen hob CEO

Roberto Cingolani die Prognose für den Cashflow in diesem

Jahr an und erwartet auch ein größeres Ordervolumen. Im

Halbjahr wuchs der Bestelleingang um fast zehn Prozent auf

11,2 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand nahm um 3,9 Prozent

auf 45 Milliarden Euro zu. Bei einem Umsatzanstieg um

12,9 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro erhöhte sich der bereinigte

Nettogewinn um 44 Prozent auf 273 Millionen Euro.

Aufgrund der steigenden Rüstungsausgaben in Europa

rechnet Cingolani bis 2029 gegenüber der bisherigen Umsatzprognose

von 24 Milliarden Euro mit zusätzlichen Einnahmen

von vier bis sechs Milliarden Euro. Offen bleibt lediglich

noch, ob es zu dem europäischen Satellitenbündnis

Bromo mit Airbus und Thales kommt, dem man in Italien

skeptisch gegenübersteht. Analysten sehen bei Leonardo Potenzial

wegen des hohen Gewinnwachstums und der guten

Perspektiven des Rüstungssektors. Mit einem KGV von XX ist

die Aktie dennoch deutlich günstiger bewertet als die des großen

Wettbewerbers Rheinmetall. Für Anleger ist das einen

Blick über die Alpen wert.

Iveco: Wird nachgebessert?

Iveco

Kurs der Iveco-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

4

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A3DBBA/NL0015000LU4

Börsenwert 4,8 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 9,9/7,7

Dividendenrendite für 2025e/26e 2,3/3,3 %

Kursziel/Stoppkurs 21,00/17,70 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 11 %

16

12

8

Leonardo: Vormachtstellung ausgebaut

Leonardo

Kurs der Leonardo-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

0

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A0ETQX/IT0003856405

Börsenwert 27,3 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 28,0/23,1

Dividendenrendite für 2025e/26e 1,1/1,4 %

Kursziel/Stoppkurs 55,00/37,50 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 20 %

Quelle: Bloomberg e = erwartet Quelle: Bloomberg e = erwartet

50

40

30

20

10

FOCUS MONEY 33/2025

43


moneymarkets

EIN NEUES BGH-URTEIL

sorgt für juristische

Rückendeckung und

Aufbruchsstimmung

ONLINE-APOTHEKEN

Boni geben Rückenwind

Ein neues Urteil des Bundesgerichtshofs schürt Kurshoffnungen bei Online-Apotheken. Ein

Unternehmen überrascht auch operativ mit positiven Entwicklungen

von ISABELLA KÜGLER

Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) für neue Dynamik

bei den Aktienkursen der großen, börsennotierten

Online-Apotheken Redcare Pharmacy (vormals Shop

Apotheke Europe) und Docmorris. Der Bundesgerichtshof

entschied am 25. Juli in einem Streitfall um Bonuszahlungen

für rezeptpflichtige Medikamente zugunsten der Versandhändler.

Auf Basis dieses Votums könnte es den Internet-Pharmazeuten

in Zukunft leichter fallen, ihren

niedergelassenen Konkurrenten die Kundschaft abzujagen.

Grundlage war ein Fall aus dem Jahr 2012, in dem eine

Tochtergesellschaft von Docmorris ihren Kunden bei Rezepteinlösung

Boni versprach. Die darauffolgende Klage Deutscher

Apothekerverbände, die einen möglichen Verstoß gegen

die Arzneimittelpreisbindung ins Feld führte, ist nun

gescheitert. Der BGH sieht die frühere Preisbindung als nicht

ausreichend begründet und daher als für EU-ausländische

Versandapotheken nicht anwendbar an. Bonuszahlungen

sind somit zulässig – ein klarer Vorteil für international operierende

Anbieter. Auch Kooperationen mit Online-Marktplätzen

wie Redcare oder Docmorris wurden in einem parallelen

Verfahren als rechtssicher eingestuft, sofern keine

direkte wirtschaftliche Abhängigkeit oder Provisionszahlung

bei der Rezeptvermittlung erfolgt.

Gesicherte Rahmenbedingungen. Die Urteile markieren

einen juristischen Meilenstein, der lang ersehnte Rechtsverbindlichkeit

für Plattformmodelle schafft. An der Börse reagierte

der Redcare-Kurs zunächst mit einem Plus von fast

sechs Prozent, gab dann aber wieder leicht nach. Auf Jahressicht

bleibt das Papier mit einem Minus von rund 19 Prozent

seit Januar 2025 dennoch im negativen Bereich – ein Zeichen

dafür, dass Vertrauen zurückgewonnen werden muss, insbesondere

durch stabile Technologie und verlässliche politische

Rahmenbedingungen.

Die Docmorris-Aktie legte am Tag des BGH-Urteils um

mehr als zehn Prozent zu. Auch wenn der Konzern in den

vergangenen Quartalen gegenüber Redcare Pharmacy beim

Wachstum zurücklag, wird es durch die neuen rechtlichen

Rahmenbedingungen im Geschäftsmodell deutlich gestärkt.

44

Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


Die Möglichkeit, Kunden wieder Bonusprämien auf rezeptpflichtige

Medikamente zu gewähren, erhöht die Attraktivität

gegenüber stationären Apotheken – der Markt scheint

dies zu honorieren. Die Analystenmeinungen zu Docmorris

zeigen derweil ein heterogenes Bild mit nur verhaltenem Optimismus:

Laut Bloomberg raten 50 Prozent der Analysten

zum Kauf und 40 Prozent zum Halten des Titels. Das durchschnittliche

Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei 13,32 Euro, verglichen

mit einem aktuellen Kurs von 8,37 Euro – ein Ertragspotenzial

von knapp 60 Prozent. Während Octavian AG und

Hauck Aufhäuser Lampe Kaufkurse von bis zu 21,47 Euro

ansetzen, bleiben die Deutsche Bank und Berenberg mit

Kurszielen von 8,59 bis 8,98 Euro deutlich konservativer.

Die Einschätzungen reflektieren sowohl das regulatorische

Aufwärtspotenzial als auch operative Herausforderungen.

Ein klareres Bild ergibt sich in Bezug auf Redcare. Laut

Bloomberg-Daten empfehlen 75 Prozent der Analysten den

Kauf der Aktie. Das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel

liegt bei 163,55 Euro – ein Kurssteigerungspotenzial von

68 Prozent. Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler sieht

die Rentabilität deutlich höher im Vergleich zur Konsensprognose.

Höhere Vertriebskosten würden durch Preisgestaltung,

bessere Einkaufskonditionen und Skaleneffekte ausgeglichen.

Das MDax-Unternehmen Redcare Pharmacy hat im zweiten

Quartal 2025 operativ überraschend gut abgeschnitten:

Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern

und Abschreibungen (Ebitda) stieg um gut 20 Prozent auf

über 18 Millionen Euro, die Ebitda-Marge kletterte auf

2,6 Prozent – beinahe doppelt so hoch wie im Vorjahr mit

1,4 Prozent.

Herausforderung GesundheitsID. Für Unsicherheit in der

Bewertung sorgt allerdings das Abrechnungssystem „Cardlink”.

Mit der digitalen Lösung können gesetzlich Versicherte

E-Rezepte per elektronischer Gesundheitskarte und

Smartphone von zu Hause aus einlösen. Während das Sys-

tem in den Online-Apotheken bereits gängige Praxis ist, ziehen

Vor-Ort-Apotheken verzögert nach und werden Cardlink

ab August einführen. Die Lösung ist jedoch nur als

Übergangstechnologie vorgesehen.

Langfristig soll die sogenannte GesundheitsID den digitalen

Zugang zu Anwendungen wie dem E-Rezept und der elektronischen

Patientenakte (ePA) ermöglichen. Per digitaler

Identität sollen sich gesetzlich Versicherte dann einheitlich

authentifizieren können. Trotz regulatorischer Risiken und

Unsicherheiten in Bezug auf die Transformationsgeschwindigkeit

ist damit zwar ein klarer Trend von traditionellen

Vor-Ort-Apotheken zu digitalisierten Versandlösungen erkennbar.

Die praktische Implementierung im hochregulierten

deutschen Gesundheitssystem dürfte aber noch weitere

Herausforderungen nach sich ziehen.

Digitale Gewinner. Vorläufig stärken die jüngsten

Gerichtsurteile und die solide operative Entwicklung im

zweiten Quartal die Position von Redcare Pharmacy und digitalen

Geschäftsmodelle im Apothekenwesen. Trotz Kursverlusten

seit Jahresbeginn und anhaltender regulatorischer

Herausforderungen bleibt die strategische Richtung intakt.

Der Markt für rezeptpflichtige Arzneimittel verlagert sich

zusehends ins Digitale. Die Kombination aus wachsender

Nutzerakzeptanz, rechtlicher Klarheit und technologischem

Fortschritt macht Online-Apotheken zu einem Gewinner im

Gesundheitswesen – vorausgesetzt, es gelingt, Vertrauen in

Datenschutz, Infrastruktur und Verfügbarkeit langfristig zu

sichern.

Vor-Ort-Apotheken weisen mit persönlicher, pharmazeutischer

Betreuung allerdings nach wie vor einen Wettbewerbsvorteil

gerade bei akuten Beschwerden oder sofortigem

Medikamentenbedarf über den Notdienst auf. Die Konzentration

auf entsprechend unterschiedliche Kernsegmente

könnte in Begleitung einer gewissen Marktbereinigung langfristig

eine Koexistenz von Versandhandel und physischer

Apotheke ermöglichen.

Redcare Pharmacy

Redcare Pharmacy

Docmorris

DocMorris

Kurs der Redcare-Aktie in Euro

200

Kurs der Docmorris-Aktie in Euro

200

150

150

100

100

50

50

0

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A2AR94/NL0012044747

Börsenwert 2,0 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 4,1/3,9

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 165,00/83,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 67 %

0

2020 21 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A0Q6J0/CH0042615283

Börsenwert 398 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 0,7/0,8

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0%

Kursziel/Stoppkurs 11,00/7,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 27 %

Quelle: Bloomberg e = erwartet Quelle: Bloomberg e = erwartet

FOCUS MONEY 33/2025

45


moneymarkets

INTERVIEW

Nicht investiert zu sein, ist keine Lösung, ist

Karsten Junius überzeugt. Der Chefökonom

der Bank J. Safra Sarasin sagt, wie Anleger

durch die holprigen Zeiten kommen, ohne

den Technologietrend zu verpassen

Wir Deutschen sehen die Risiken

und verpassen die Chancen“

von HEIKE BANGERT

Die Europäische Union hat sich von den USA ein Zollabkommen

diktieren lassen. Haben sich die Europäer damit Planungssicherheit

womöglich zu teuer erkauft?

Karsten Junius: Absolut. Das Schlimme daran ist,

dass wir noch nicht einmal Planungssicherheit haben.

Wir wissen nicht, welche Forderungen Donald Trump

in zwei Wochen, in zwei Monaten oder sechs Monaten

stellt. Wir haben es mit einem Diktatfrieden zu tun, der

leichtsinnigerweise angenommen wurde.

CHEFÖKONOM

JUNIUS: „Ich habe

keinen europäischen

Willen gesehen, sich

gegen die Zölle

aufzulehnen.“

Hätte man Trump energischer entgegentreten müssen?

Junius: Vor allem geeinter. Ich habe gar keinen europäischen

Willen gesehen, sich gegen die Zölle aufzulehnen.

Wir haben wieder einmal vergessen, dass wir

eine große Wirtschaftsmacht sind, dass die Amerikaner

auf viele Produkte aus Europa angewiesen sind und

deshalb auch viel zu verlieren haben.

Ist Europa nicht Amerikas wichtigster Handelspartner?

Junius: Richtig. Diese Karte wurde nicht ausgespielt.

Stattdessen dominierten die Partikularinteressen einzelner

Länder. Wir zahlen das jetzt mit einem Handelsabkommen,

das der europäischen Wirtschaft schadet

und darüber hinaus auch noch sehr unausgegoren ist.

Die EU hat sich irgendwie verpflichtet, für 750 Milliarden Dollar

Energie aus den USA zu beziehen...

Junius: Irgendwie trifft es auf den Punkt. Diese

Entscheidungen werden nicht von der Politik, sondern

im Privatsektor getroffen. So gesehen ist das eine nicht

bindende Absichtserklärung, bei der es dem US-Präsidenten

wie der EU-Kommissionspräsidentin vor allem

auf große Zahlen angekommen ist. Das konnten wir übrigens

auch bei vielen anderen Abkommen beobachten.

46

Foto: Bank J. Safra Sarasin

FOCUS MONEY 33/2025


Was bedeutet der Deal für die Wirtschaft der Eurozone?

Junius: Unseren Schätzungen zufolge könnten diese Maßnahmen

die Wirtschaft im Euroraum um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte

bremsen. Weitaus dramatischer dürften sich die Zölle

und Maßnahmen jedoch im US-Raum niederschlagen. Wir

rechnen damit, dass das Wachstum der US-Wirtschaft von

rund zwei Prozent auf 1,5 Prozent zurückgehen wird, da die

USA diese restriktive Handelspolitik ja nicht nur mit Europa,

sondern mit vielen Handelspartnern führen.

Sehen Sie die EU in der Lage, Einbrüche zu kompensieren?

Junius: Im Moment sehe ich wenig Anzeichen dafür. Der

erste logische Schritt wäre es, das Mercosur-

Handelsabkommen zu forcieren. Da sträuben

sich vor allem die französischen Bauern. Ein

typisches Muster: Das große Ganze wird oft

durch Partikularinteressen torpediert. Seit

Jahrzehnten wird eine Bankenunion gefordert.

Doch wenn es dann zu grenzübergreifenden

Bankfusionen kommen könnte wie bei

der Unicredit und der Commerzbank, wird

aus nationalem Interesse dagegengehalten.

So kommen wir in Europa nie zu Potte.

Müsste sich Europa dazu nicht auf seine Stärken besinnen?

Sind wir überhaupt zu Innovationen fähig?

Junius: Das sind wir. Wir dürfen nicht vergessen,

dass beispielsweise die Impfstoffe gegen

die Coronapandemie in Mainz erforscht

worden sind. Wir haben jede Menge exzellente

kleinere Unternehmen, die das Potenzial

haben, innovative Technologien hervorzubringen.

Wichtig wäre es, den europäischen

Markt zu erschließen und den Dienstleistungsbereich

zu harmonisieren. Dass Biontech

einen amerikanischen Partner brauchte,

um den Impfstoff zu vertreiben, zeigt das Problem.

Vita

Karsten Junius

Erkennen Sie einen Willen zur Veränderung?

Junius: Wir brauchen einen Mentalitätswechsel.

Doch diesen sehe ich bisher nicht. Im

Gegenteil. Wir Europäer verhalten uns schicksalsergeben.

Das ist in der Schweiz übrigens

anders. Hier ist man bemüht, den Wohlstand

zu erhalten und zu mehren. In Deutschland

hingegen sieht der Bundeshaushalt weiterhin viel Geld für

Ausgaben vor, die keine Investitionen sind, – ganz so, als hätten

die Deutschen die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat den „Herbst der Sozialreformen“

ausgerufen. Ein Anfang?

Junius: Zunächst bin ich froh, dass die Schuldenbremse reformiert

und Geld für Verteidigung und Infrastruktur in die

Hand genommen wird. Das wird für einen zyklischen Aufschwung

reichen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob wir

auch die Strukturreformen durchführen, die zu einem nachhaltig

höheren Potenzialwachstum führen.

Geboren 1968 in

Duisburg, Studium

der Wirtschaftswissenschaften

in

Freiburg und Detroit,

Promotion an der

Universität zu Kiel

Seit 2014 verantwortet

Junius bei

der Bank J. Safra

Sarasin in Zürich als

Chefökonom das

Economic and

Strategy Research

Zuvor arbeitete er

beim Internationalen

Währungsfonds,

Washington

D.C., der Dekabank,

bei Metzler Asset

Management und

beim Kieler Institut

für Weltwirtschaft

Welche müssten angegangen werden?

Junius: Wir sollten mit dem Arbeitsmarkt anfangen. Wir stehen

vor einem riesigen demografischen Problem, haben aber

einen Arbeitsmarkt, der auf die Probleme der 80er- und 90er-

Jahre ausgerichtet ist. Damals war der starke Kündigungsschutz

wegen der hohen Arbeitslosigkeit berechtigt. Heute

hemmt uns dieser, innovative Bereiche wie die künstliche Intelligenz

auszubauen. Wie viele Mitarbeiter dafür benötigt

werden, ist für Unternehmen schwer kalkulierbar. Wenn die

aber fürchten müssen, dass sie wegen des strikten Kündigungsschutzes

gebunden sind, findet der nötige Arbeitsplatzaufbau

womöglich gar nicht statt. Das hemmt Innovationen.

In Österreich und der Schweiz gibt es keinen so

strengen Kündigungsschutz. Es ist deshalb

kein Zufall, dass sich die Kryptoindustrie lieber

in der Schweiz ansiedelt als in Deutschland.

Müssten dazu nicht neue Regeln geschaffen werden?

Junius: Sicher. Doch wir müssen smarter regulieren

und weniger risikoavers. Oft sehen

wir Deutschen bei Hochtechnologien weniger

die Chancen als die Risiken. Das führt dazu,

dass Innovationen in anderen Ländern umgesetzt

werden und wir den Anschluss verlieren.

Könnte die EZB der Wirtschaft einen Impuls geben?

Gerade hat sie eine Zinssenkungspause eingelegt...

Junius: Ich bin überrascht, dass nur wenige

Ratsmitglieder der Zentralbank sehen, dass

wir angesichts des starken Euros das Potenzial

für weitere Zinssenkungen hätten. Die Inflation

dürfte in den nächsten Monaten bei

zwei Prozent verharren – und wenn die Wirtschaft

weiter unter Potenzial zulegt, eher noch

darunter fallen. Zinssenkungen im September

und Dezember könnten meiner Meinung nach

der Wirtschaft helfen, ohne einen großen

Schaden auf der Inflationsseite anzurichten.

Doch so wie ich die EZB interpretiere, wird sie

die Zinsen maximal noch einmal senken – und

das eher im Dezember als im September.

Die Fed hingegen wird seit Monaten von Donald

Trump zu einer Zinssenkung gedrängt. Bisher ist

Fed-Chef Powell standhaft geblieben...

Junius: Bei den Attacken auf den Chef der

US-Notenbank hat die US-Regierung viel Vertrauen verspielt.

Aber solange der Arbeitsmarkt und die Konjunktur robust

bleiben, wird es keine Zinssenkung geben. Die Fed entscheidet

datenabhängig und das ist auch gut so.

Auch das ‚Big Beautiful Bill‘-Gesetz strapaziert das Vertrauen...

Junius: Ja, Wahnsinn! Dass dieses Gesetz durch den Kongress

gegangen ist, hätte ich nicht für möglich gehalten. Das

wird die US-Schulden auf ein neues, bisher unvorstellbares

Niveau treiben – und das in Friedenszeiten, in denen es der

Konjunktur gut geht. Das ist mit extremer Sorge zu betrachten,

denn damit geht die Kreditwürdigkeit der USA wei-

FOCUS MONEY 33/2025

47


moneymarkets

ter zurück. Anleger sollten sich von langlaufenden

US-Staatsanleihen fernhalten. Auch fünf Prozent

sind keine angemessene Rendite, wenn die Gefahr

besteht, dass die Staatsschulden weiter explodieren.

Kann die USA Vertrauen zurückgewinnen?

Junius: Das kommt zurück, sobald die Welt sieht,

dass die USA nicht untergehen. Wir haben im zweiten

Quartal einige positive Gewinnüberraschungen

gesehen. Zuvor abgezogenes Geld ist deshalb bereits

zurückgeflossen. Der Trend zu künstlicher Intelligenz

wird für weiter steigende Gewinne sorgen.

Sollten Anleger US-Aktien demnach nicht abschreiben?

Junius: Auf keinen Fall. US-Aktien sollten in jedem Portfolio

stark gewichtet sein, da die Innovationskraft der US Unternehmen

sehr hoch ist.

Die Aktienmärkte stehen trotz großer Unsicherheiten nahe ihrer Allzeithochs.

Bekommen Anleger da etwas nicht mit?

Junius: Ich habe eher das Gefühl, dass wir zu viel mitbekommen.

Wir werden von Nachrichten überschüttet. Viele sind

nicht relevant. Die Scharmützel von Trump mit der Fed. Drohungen

der USA gegenüber Russland. Zolldrohungen, die

wieder zurückgenommen werden. Ein von 30 auf 15 Prozent

reduzierter Zoll ist keine gute Nachricht. Und doch reagieren

die Märkte positiv darauf. Anleger sollten hingegen Ruhe bewahren

und die Nachrichten sacken lassen. Wer hektisch sein

Portfolio anpasst, ist am Ende nicht optimal aufgestellt.

Worauf kommt es hingegen wirklich an?

Junius: Auf die Unternehmensgewinne. Die fielen zuletzt

gut aus, könnten angesichts der Zölle künftig aber sinken.

Die Zölle werden in den USA zu höheren Preisen führen. Und

die europäischen Exporteure dürften Aufträge verlieren.

Gemessen am Buffett-Indikator sind US-Aktien derzeit so teuer wie

noch nie. Ein Risiko?

Das ganze

Interview mit

Karsten Junius

senden wir im

Podcast FOCUS

MONEY talks

(102. Episode)

überall dort,

wo es Pod casts

gibt, oder

scannen Sie

diesen QR-Code

Junius: Die Aktienmärkte bieten derzeit in der Tat

nur geringe Risikoprämien. Ein paar Gewinne mitzunehmen,

kann da nicht schaden. Wir gewichten

Aktien neutral. Auf die Korrektur zu warten und

nicht investiert zu sein, ist aber auch keine Lösung.

Anleger sollten den Technologietrend nicht verpassen.

Aufgrund des schwächeren Dollars sind US-

Aktien in den vergangenen Wochen gut gelaufen.

Ich könnte mir vorstellen, dass die europäischen

Märkte im dritten Quartal die Nase wieder vorn haben.

Wir suchen derzeit eher nach defensiven Aktien

– etwa im Bereich der täglichen Konsumgüter.

Die haben Nachholbedarf. Pharmaaktien sollte

man im Auge behalten. Europäische Pharmaunternehmen

stehen derzeit allerdings unter dem Vorbehalt, von

Trump mit Einfuhrzöllen konfrontiert zu werden, was für die

USA insofern keinen Sinn machen würde, als diese nur zu

weiter steigenden Preisen führen würden.

Welche Rolle sollten Anleihen spielen?

Junius: Anleger sollten Staatsanleihen nicht außer Acht lassen,

auch wenn das Zinsniveau keine große Freude macht.

Wir empfehlen derzeit mittlere Laufzeiten von fünf bis sieben

Jahren. Interessant sind Länder wie Spanien, wo die Wirtschaft

gut läuft. Gute Renditen finden wir auch bei Unternehmensanleihen

oder in Spezialbereichen wie den „Cat Bonds“.

Mit denen sichern sich Rückversicherer gegen Schäden ab.

Anleger erhalten zum Zins eine Versicherungsprämie.

Und wie sieht es mit Gold und Kryptoanlagen aus?

Junius: Gold ist für uns selbst auf dem gestiegenen Niveau

attraktiv. Gold hat über Jahrtausende hinweg in allen Regionen

dieser Welt als Wertsicherungsinstrument funktioniert

und wird es auch in Zukunft tun. Als Treiber fungieren viele

Zentralbanken vor allem aus Asien, die ihre Devisenreserven

gegen den Dollar diversifizieren. Mit Kryptoanlagen tue

ich mich persönlich schwer. Für mich ist das keine Anlage,

die vom Spekulationsmotiv abgesehen Sinn macht.

Zu wenig Arbeitskräfte

Immer mehr Rentner und immer weniger Arbeitnehmer:

Der Arbeitskräftemangel in der Eurozone begrenzt

die Produktion in der Industrie, dem Bau und

im Dienstleistungssektor

Verfügbarkeit von Arbeitskräften in der Euro-Zone

Balance zur Produktion in Prozent

Rezessionen

Baugewerbe

Dienstleistungen

Industrie

1990 95 2000 05 10 15 20 25 2030

30

20

10

0

Handel der Euro-Zone mit den

Veränderung zum Vorjahr in Prozent

Gesamthandel

Quelle: Macrobond, Bank J. Safra Sarasin, 24.07.2025 Quelle: Macrobond, Bank J. Safra Sarasin, 17.07.2025

Außenhandel mit den USA

Die Diskussion um Einfuhrzölle für Waren aus der Eurozone

in die USA hat in den vergangenen Monaten

zu erheblichen Verunsicherungen geführt. Unterm

Strich ist der Außenhandel leicht zurückgegangen

Exporte

2016 17 18 19 20 21 22 23 24 2025

60

40

20

0

–20

–40

48

FOCUS MONEY 33/2025


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moneymarkets

Crash beim dänischen

Pharmariesen

Nachdem Novo Nordisk (ISIN:

DK0062498333) die Umsatz- und

Gewinnprognose drastisch nach unten

korrigiert hatte, stürzte die Aktie

des Spezialisten für Diabetes und

Stoffwechsel rund 30 Prozent ab

ABNEHMSPRITZEN

Die Börse

hat es satt

Quelle: Bloomberg

18.7.25: 56 Euro

Ein beispielloser

Kurseinbruch ist die

Quittung dafür, dass Novo

Nordisk im Adipositas-Markt

den Anschluss verloren hat.

Lohnt sich der Einstieg?

Novo Nordisk

Aktienkurs in Euro

120

100

80

60

31.7.25: 43 Euro

2020 21 22 23 24 2025

40

20

von JULIA GROSS

ABNEHMSPRITZE WEGOVY: Konkurrenz durch Billigkopien

Eine gute Stunde hat gereicht, dann waren 61 Milliarden

Euro Börsenwert ausradiert – so viel wie die Dax-Titel

BMW und Henkel zusammen auf die Waage bringen.

Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk erlebte vergangene

Woche einen schwarzen Dienstag. Die Aktie des Herstellers

der Abnehm- und Diabetesmedikamente Wegovy und

Ozempic brach nach einer Gewinnwarnung zeitweise um

fast 30 Prozent ein.

Bereits im Mai hatte der Konzern die Erwartungen an das

Gesamtjahr gedämpft, nun nahm der Vorstand seinen Ausblick

abermals zurück – und das deutlich: Statt eines Umsatzwachstums

von 13 bis 21 Prozent rechnet Novo jetzt nur noch

mit acht bis 14 Prozent mehr Einnahmen. Noch heftiger wurde

der Rotstift beim Gewinnwachstum angesetzt: Der Gewinn

vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll um zehn bis 16 Prozent steigen,

statt den zuvor kommunizierten 16 bis 24 Prozent.

Andere Pharmaunternehmen würden auch die korrigierten

Wachstumsraten feiern, für Novo Nordisk sind sie ein De-

saster. Offenbaren sie doch, dass die einstigen Pioniere und

Marktführer auf dem Milliardenmarkt der neuen Abnehm-

Arzneimittel komplett den Anschluss verloren haben.

Nullwachstum. Wie einschneidend die Korrektur der Prognose

ist, zeigt der Vergleich mit dem ersten Halbjahr: Da

kletterte der Umsatz um 18 und der operative Gewinn um 29

Prozent. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Novo Nordisk

also im schlimmsten Fall mit weniger Einnahmen und Gewinn

als von Januar bis Juni. Null Wachstum, und das im Adipositas-Markt,

der bisher alle bekannten Pharma-Dimensionen

sprengte. 130 Milliarden Dollar Marktvolumen

prognostiziert die US-Investmentbank Goldman Sachs dem

Segment bis 2030. Die Zahlen „werfen Fragen hinsichtlich

Novos langfristigen Wachstums auf“, urteilte Bloomberg-Intelligence-Analyst

Michael Shah. Mit anderen Worten: Bei

der – neben großzügigen Margen – wohl wichtigsten Kennziffer

der Branche fällt Novo Nordisk deutlich zurück.

Für die Entwicklung sind vor allem zwei Faktoren verant-

50

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


wortlich: Der Erfolg von Eli Lillys Konkurrenzprodukt Mounjaro/Zepbound

und die sogenannten Compounder, die in den

USA halblegale Kopien von Novos Abnehmspritzen anbieten

– wie zum Beispiel der Telemedizinanbieter Hims & Hers

Health. Diese „Nachbauten“ zu verkaufen, war offiziell erlaubt,

solange es Lieferengpässe bei Wegovy gab. Doch inzwischen

ist das Medikament voll verfügbar. Die Plagiate auf juristischem

Weg zu stoppen, wird Zeit brauchen.

Strategiefehler. Aus Investorensicht die noch größere Herausforderung:

Der direkte Wettbewerber Eli Lilly hat sich inzwischen

strategisch brillant positioniert:

⬛ Mounjaro/Zepbound führt in Studien zu mehr Gewichtsabnahme

als Wegovy/Ozempic.

⬛ Eli Lilly hat mit Retatrutide ein noch stärker wirkendes Medikament

in der Pipeline.

⬛ Eli Lilly hat mit seiner Abnehm-Tablette, die möglicherweise

schon 2026 zugelassen wird, auch bei oralen Medikamenten

die Nase vorn.

⬛ Eli Lilly verfügt über ein breites Portfolio an weiteren Stoffwechsel-Medikamenten

in der frühen Entwicklung, die bisher

stärker überzeugten Novos Pipeline. Zum Beispiel Bimagrumab,

das dem Verlust von Muskelmasse bei der

Gewichtsabnahme vorbeugen soll

„Abgesehen von der aktuellen Stärke von Lilly sieht es so aus,

als ob es auch sehr schwierig sein wird, mit Eli Lilly auf dem künftigen

Markt für Adipositas-Medikamente zu konkurrieren“,

schlussfolgern die Analysten der Investmentbank Stifel.

Dass bei Novo Nordisk teilweise Management-Fehler hinter

ELI LILLY

Demonstration der Stärke

Dominiert dank Spitzenmanagement den Adipositas-Markt.

Auch bei Onkologie und Neurologie (Alzheimer)

zählt Lilly zur Weltspitze. Die Aktie ist teuer,

doch Analysten sehen noch einiges an Potenzial.

Demnach könnte Lilly langfristig als erster Pharmakonzern

Eli Lilly die Billionen-Dollar-Marke überspringen

Kurs der Eli-Lilly-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

2020 21 22 23 24 2025

Quelle: Bloomberg

800

600

400

200

WKN/ISIN

858560/US5324571083

Börsenwert 630 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 34,5/25,4

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,8/0,9 %

Kursziel/Stoppkurs 835,00/575,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 26%

0

e = erwartet

der Misere stecken, wurde in den vergangenen Monaten immer

offensichtlicher. Entsprechend schöpften Investoren Hoffnung,

als der Aufsichtsrat vor einigen Wochen verkündete,

CEO Lars Fruergaard Jørgensen abzulösen. Doch dass mit Maziar

Mike Doustdar die Wahl auf einen langjährigen Novo-Manager

fiel, trug zur Enttäuschung der Börsianer bei. „Es wurde

auf einen externen Kandidaten spekuliert, der vielleicht ein

radikaleres Umdenken herbeiführen könnte“, sagt Will James,

Fondsmanager bei Guinness Global Investors.

Immerhin bringt Doustdar mehr internationale Erfahrung

mit als seine Vorgänger, allerdings nicht im wichtigsten Markt,

den USA. Dort gerät Novo Nordisk jetzt aber zusätzlich unter

Druck, weil die Trump-Regierung die Medikamentenpreise

senken will. Novo steht dabei als Marktführer bei Diabetes-

Medikamenten besonders im Rampenlicht. Mehr als zehn Prozent

der US-Bürger leiden an einer Form dieser Stoffwechselkrankheit.

Dass US-Behörden dagegen aktuell wieder

diskutieren, ob die staatlichen Krankenversicherungen Medicare

und Medicaid Medikamente zur Gewichtsabnahme bezahlen

soll, ist eine gute Nachricht. Wobei auch das nur mit

kräftigen Rabatten seitens der Hersteller finanzierbar ist.

Sollten Anleger dennoch Doustdar ihr Vertrauen schenken

und angesichts des erheblich verbilligten Kursniveaus einsteigen?

Immerhin ist es recht typisch für Unternehmen, vor Antritt

eines neuen CEOs möglichst alle schlechten Nachrichten

herauszublasen, sodass den Neuen keine Schuld trifft und er

möglicherweise bald Verbesserungen präsentieren kann. Findige

Investoren weisen auf Novos Historie hin: Auch 2016/17

gab es zwei Gewinnwarnungen, dann trat Lars Fruergaard

Jørgensen an und der Aktienkurs kannte bis 2024 nur eine

Richtung – nach oben.

Skeptische Experten. Profis scheinen aber nicht unbedingt

auf eine Wiederholung der Geschichte zu glauben: Vier von 32

Analysten, die das Unternehmen beobachten, haben ihre Empfehlung

von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft, damit steht

die Bilanz bei 15-mal „Kaufen“, 13-mal „Halten“ und viermal

„Verkaufen“. Ihre Gewinnschätzungen haben die meisten gesenkt,

richtig günstig bewertet ist die Novo-Nordisk-Aktie daher

auch nach dem Crash nicht. Das KGV für 2025 bewegt sich

mit 12,5 etwa auf dem Niveau von Novartis und Roche (beide

13,2), ist jedoch teurer als bei Sanofi (10,4) oder GSK (8,8).

Wer einsteigt, muss wahrscheinlich einige Geduld mitbringen.

Novos Probleme, speziell bei der Forschungspipeline, lassen

sich nicht über Nacht lösen. Die Zeit drängt jedoch. Die

Patente von Ozempic/Wegovy laufen in den 2030er-Jahren ab,

in China und Kanada sogar bereits im kommenden Jahr.

Gleichzeitig schreitet der Wettbewerb voran. Über 140 Adipositas-Wirkstoffe

in klinischer Entwicklung zählte kürzlich

das US-Analysehaus Stifel, mehr als die Hälfte davon in der

mittleren und letzten Testphase vor einer potenziellen Zulassung.

Einen oder mehrere davon beziehungsweise die dahinterstehenden

Unternehmen zu kaufen, würde Novo Nordisks

Perspektive kurzfristig verbessern. Viking Therapeutics (ISIN:

US92686J1060), Metsera (US59267L1070) oder die nicht

börsennotierte Kailera würden zum Beispiel infrage kommen.

Geld genug dafür hätten die Dänen. Zu ihrer Unternehmensphilosophie

passt es allerdings nicht: Bisher hat Novo fast immer

nur bei frühen Entwicklungsstadien zugegriffen.

FOCUS MONEY 33/2025

51


moneymarkets

INDIEN

Wenn Trumps Zorn auf

Rekordwachstum trifft

TV-SCREEN IN MUMBAI:

Trumps Zölle beherrschten die

Schlagzeilen

Trump verhängt 25 Prozent Zölle auf indische

Waren und die Aktienkurse fallen. Doch die

Wirtschaft boomt, Fundamentaldaten

erreichen Rekordniveaus. Einstiegschance

oder Falle?

Von PHILIPP EMANUEL EISEL

Am 1. August 2025 traten die von US-Präsident Trump

angekündigten 25-Prozent-Zölle auf indische Waren

in Kraft. Während sich US-amerikanische und europäische

Aktienmärkte Ende Juli noch von Rekordhoch zu Rekordhoch

hangelten, befand sich der indische Aktienmarkt

bereits die fünfte Woche in Folge im Rückwärtsgang. Doch

hinter den fallenden Kursen verbirgt sich ein Paradox. Indiens

Wirtschaftsdaten erreichen Rekordniveaus: Das Bruttoinlandsprodukt

(BIP) wächst mit 7,4 Prozent stärker als erwartet.

Daraus resultiert die Frage: Dominiert das Risiko aus

der Unsicherheit zur kurzfristigen Handelspolitik, oder entpuppen

sich langfristige Fundamentaldaten letzten Endes

als gewichtiger für Investoren?

52

Foto: Bloomberg

FOCUS MONEY 33/2025


Betrachtet man zunächst die Handelsspannungen, scheint

die mögliche Dimension der Trump-Zölle beträchtlich. 25

Prozent Aufschlag treffen ein Handelsvolumen von 46 Milliarden

US-Dollar. Zusätzlich drohen dem Subkontinent Strafzölle

wegen der anhaltenden Handelsbeziehungen mit Russland.

Die Reaktion der Marktteilnehmer quittiert dies mit der

bekannten Abneigung gegen politische und wirtschaftliche

Unsicherheit: Ausländische Investoren zogen im Juli netto

635 Millionen US-Dollar aus indischen Aktien ab – eine

Trendwende nach drei Monaten kontinuierlicher Zuflüsse,

die mediale Aufmerksamkeit erhält.

Auswirkungen ins Verhältnis setzen. Doch wer genau hinschaut,

sieht, dass dies bei einer Gesamtmarktkapitalisierung

von 5,5 Billionen US-Dollar nur 0,01 Prozent des indischen

Aktienmarktes entspricht. Verglichen mit extremen

Stressphasen wie der Corona-Krise, als monatliche Abflüsse

bis zu sieben Milliarden US-Dollar erreichten, fällt die aktuelle

Bewegung moderat aus. Auch der tatsächliche Einfluss

der Zölle auf die Wirtschaft dürfte überschaubar bleiben.

Analysten von Nomura schätzen die Belastung für Indiens

BIP auf lediglich 0,2 Prozent. Denn obwohl die USA der wichtigste

Einzelkunde indischer Exporte sind, machen diese nur

etwa 2,2 Prozent des indischen BIPs aus. Der Großteil der

Wirtschaft basiert dagegen auf Binnenkonsum und Dienstleistungen,

während die Exportabhängigkeit im Vergleich

zu anderen Schwellenländern relativ gering ist. Bereits

2018/19 zeigten Handelskonflikte wenig Wirkung: Ein starker

Binnenkonsum, Leitzinssenkungen der Notenbank und

die breite wirtschaftliche Aufstellung kompensierten die damaligen

Belastungen zügig.

Abseits der Zoll-Debatte setzt Indiens Wirtschaft seine Erfolgsgeschichte

unbeirrt fort. Der Einkaufsmanagerindex für

das verarbeitende Gewerbe erreichte mit 59,1 Punkten den

höchsten Stand seit 17 Jahren. Dieser für die Wirtschaft

wichtige Frühindikator signalisiert einen starken Anstieg der

wirtschaftlichen Aktivität. Damit weist Indien die mit Abstand

dynamischste Entwicklung unter den zehn größten

Volkswirtschaften der Welt auf (s. Grafik unten links). Die Dynamik

erfasst alle Bereiche – von neuen Aufträgen bis hin zu

einem Anstieg der Beschäftigten.

Die US-Investmentbank Morgan Stanley bestätigt Indien

zudem als schnellstwachsende Volkswirtschaft mit Wachstumsprognosen

von 5,9 Prozent für 2025 und 6,4 Prozent für

2026. Parallel dazu fällt die Inflation auf 2,1 Prozent, den tiefsten

Stand seit Januar 2019. Zum einen verschafft diese Kombination

aus starkem Wachstum und niedrigen Preisen der

Zentralbank erheblichen Spielraum, um im Falle von Störfaktoren

stützende Maßnahmen zu ergreifen. Zum anderen honorierte

die Börse solche Konstellationen historisch meist mit

einer positiven Entwicklung. Die Reserve Bank of India senkte

die Zinsen zuletzt insgesamt um 1,0 Prozentpunkte – ein

klares Signal für eine prozyklische Geldpolitik, das von den

Aktienmärkten historisch positiv bewertet wurde.

Einzigartige Faktoren. Doch warum unterscheidet sich Indiens

Wirtschaft derart von den anderen großen Volkswirtschaften?

Schließlich sprechen die Zahlen eine deutliche

Sprache. Die Antwort liegt in einigen strukturellen Faktoren,

die das Land klar von Regionen wie den USA, Europa und

China abgrenzen und kurzfristige Handelsspannungen nahezu

irrelevant werden lassen könnten. Hervorzuheben ist

vor allem der demografische Vorteil: Mit einem Medianalter

von 28 Jahren (s. Grafik unten rechts) ist die Bevölkerung

deutlich jünger als in China (39 Jahre) oder Deutschland (45

Jahre). Mehr als die Hälfte der 1,4 Milliarden Inder ist unter

30 – eine „demografische Dividende“, die dem Land über

Jahrzehnte eine wachsende Erwerbsbevölkerung beschert,

während China und Westeuropa bereits in die Alterungsphase

eingetreten sind. Auch die Digitalisierungsoffensive des

Landes nimmt Fahrt auf: Inzwischen verfügen 85 Prozent

der Bevölkerung über mobile Internetzugänge. 2024 wurden

in Indien mehr mobile Zahlungen abgewickelt als in den

USA und Europa zusammen. Diese digitale Infrastruktur

senkt Kosten und erschließt ländliche Regionen. Parallel

dazu baut die „Make in India“-Initiative systematisch Pro-

Indische Wirtschaft zeigt sich dynamisch

Unter den größten Volkswirtschaften der Welt sticht

Indien als Musterschüler hervor. Einkaufsmanagerindizes

gelten als nützlicher Frühindikator für die künftige

Entwicklung einzelner Wirtschaftszweige

Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe

Durchschnitt 2025 in Punkten

Großbritannien

46,8

Europa 48,5

Indiens demografischer Vorteil

Während Regionen wie Europa oder China bereits

seit Jahren mit einer Alterung ihrer Bevölkerung konfrontiert

werden, blickt Indien auf eine stetig wachsende

Zahl erwerbstätiger Bürger

Median des Alters der Bevölkerung

im Vergleich

in Jahren

Japan 49,0

China 49,5

USA 51,3

Indien 57,9

28

Indien

39

China

45

Deutschland

Quelle: Bloomberg

Quelle: Bloomberg

FOCUS MONEY 33/2025

53


moneymarkets

duktionskapazitäten auf. Internationale Konzerne wie Apple

und Foxconn investieren massiv; neue Fertigungsstandorte

machen Indien zu einem der begehrtesten Produktionsländer

weltweit. Was das Land jedoch besonders widerstandsfähig

macht, ist die robuste Binnenwirtschaft: Rund 62 Prozent des

BIPs entfallen auf Konsum und Dienstleistungen – ein außergewöhnlich

hoher Wert im internationalen Vergleich. In China

beträgt dieser Anteil beispielsweise nur 54 Prozent, in

Deutschland knapp 52 Prozent und in Südkorea 49 Prozent.

Die hohe Binnenorientierung hat sich gerade in Krisenzeiten

als entscheidender Vorteil erwiesen. Während exportabhängige

Nationen wie Deutschland oder Südkorea nach der Finanzkrise

2008 und während der Pandemie lange mit den Folgen

externer Nachfrageschocks zu kämpfen hatten, kehrte

Indiens Wachstum dank der starken Binnennachfrage deutlich

schneller in die Erfolgsspur zurück.

In Depots unterrepräsentiert. Zusammengefasst scheinen

die Risiken aus Trumps Handelspolitik im Falle Indiens weniger

gewichtig als die strukturellen Wachstumstreiber der Region.

Dennoch spielt Indien in vielen Portfolios kaum eine Rolle.

Im MSCI World Index ist Indien als Schwellenland überhaupt

nicht enthalten. Wer ein Engagement in der Region anstrebt,

benötigt Alternativen. Eine Möglichkeit wären ETFs auf

Schwellenländer-Aktien, wo Indien rund 18 Prozent des Indexes

ausmacht. Das ist merklich weniger als China, das mit 25

Prozent die größte Region in diesen Indizes darstellt. Wer die

Gewichtung indischer Aktien gezielter angehen möchte, kann

stattdessen auf einen Länder-ETF zurückgreifen. Wer bislang

noch überhaupt nicht in den indischen Aktienmarkt investiert

ist und langfristig orientiert agiert, könnte durch die jüngste

Schwäche eine Einstiegschance vor sich sehen – nicht trotz,

sondern wegen der Trump-Zölle.

ISHARES MSCI EM UCITS ETF USD (ACC)

Diversifiziertes Schwellenländer-Investment

Der Ishares MSCI EM UCITS ETF USD (Acc) ist der größte in Europa gelistete

ETF, der einen Zugang zu den Aktienmärkten der Schwellenländer bietet.

Der vom ETF nachgebildete Index umfasst große und mittelgroße Unternehmen

aus 24 verschiedenen Schwellenländern. Die größte Position des

Index ist mit 10,2 Prozent TSMC – ein Klumpenrisiko, das nicht ignoriert werden

sollte. Die Gewichtung der verschiedenen Unternehmen und Regionen

ergibt sich aus der jeweiligen Marktkapitalisierung, weshalb sich die Gewichtung

der einzelnen Länder regelmäßig ändern kann. Während China fast 25

Prozent des Index ausmacht, erhalten indische Aktien derzeit rund 18 Prozent.

Die vor ein paar Jahren schwache Entwicklung chinesischer Aktien hatte phasenweise

dazu geführt, dass indische Aktien einen größeren Anteil des Index

ausmachten. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis des ETF notiert mit 15,1 Punkten

niedriger als im MSCI World (23,2).

Ishares MSCI EM ETF

Kurs des Ishares-ETF in Euro

28

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN (thesaur., USD) A0RPWJ/IE00B4L5YC18

Fondsvolumen 4,39 Mrd. €

laufende Kosten 0,18 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 11,9/18,1/30,4 %

Replikationsmethode

physisch

Auflagedatum 25.09.2009

Quelle: Bloomberg

38

36

34

32

30

e = erwartet

FRANKLIN FTSE INDIA UCITS ETF

Indiens Unternehmens-Elite in einem ETF

Der Franklin FTSE India UCITS ETF bietet einen diversifizierten Zugang zu

Unternehmen mit mittlerer und hoher Marktkapitalisierung aus Indien und hält

dafür rund 260 Einzelwerte. Die größten Sektoren des vom ETF nachgebildeten

Index sind neben der Finanzbranche (28 Prozent) Unternehmen aus den

Bereichen zyklische Konsumgüter (elf Prozent), Technologie und Industrie (jeweils

zehn Prozent). Größte Positionen sind die Banken HDFC und ICICI sowie

der Industriekonzern Reliance Industries. Im Vergleich zu anderen Schwellenländern

weist der indische Aktienmarkt ein mit 25,8 Punkten relativ hohes

Kurs-Gewinn-Verhältnis auf. Letzteres ist für die Region jedoch typisch und

nicht gleichbedeutend damit, dass der indische Aktienmarkt überbewertet sei.

Vielmehr scheint der indische Aktienmarkt nahezu dauerhaft ein höheres Bewertungsniveau

aufzuweisen, was durch die entsprechend hohen Wachstumsraten

erklärt werden kann.

54

Franklin FTSE India ETF

Kurs des Franklin-

ETF in Euro

26

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN (thesaur., USD) A2PB5W/IE00BHZRQZ17

Fondsvolumen 1,31 Mrd. €

laufende Kosten 0,19 %

Wertentwicklung 1/3/5 Jahre –12,5/16,3/93.4 %

Replikationsmethode

physisch

Auflagedatum 25.06.2019

Quelle: Bloomberg

42

38

34

30

e = erwartet

FOCUS MONEY 33/2025


Bei der Chartanalyse arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e. V. (VTAD) zusammen.

Führende Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Karin Roller, Vorstandsmitglied der VTAD e. V., Autorin,

Traderin und Technische Analystin (CFTe), www.vtad.de

Quelle: Bloomberg

CHARTSIGNAL DER WOCHE

Chancen mit Bankaktien aus Europa

Der Stoxx 600 Banks besteht aus 44 Banken aus europäischen

Ländern, inklusive Großbritannien (UK) und Schweiz. UK mit der

HSBC als größter europäischer Bank ist am höchsten gewichtet

Stoxx Europe 600 Banken Kursindex in Punkten, logarithmische Darstellung

signifikantes Hoch aus 2008

Widerstandszonen

200-Tage-Linie

Jahreshoch 2025

Unterstützungszonen

2022 2023 2024 2025

300

250

200

180

160

140

120

100

Der Stoxx-600-Banken-Index hat sich in den vergangenen

Monaten gut entwickelt. Seit dem Corona-Einbruch

ist ein intakter Aufwärtstrend am Laufen. Der dramatische

Kursrückgang um knapp 25 Prozent innerhalb weniger

Handelstage aufgrund der Ankündigung der reziproken

Zölle von US-Präsident Trump vom April 2025 ist bereits

wieder Geschichte.

Geblieben sind zwei wichtige Unterstützungszonen: Bei

etwa 270 Punkten, das Hoch vor dem Absturz, welches

im Anschluss über Wochen als Widerstand getestet und

für tragfähig befunden wurde. Und die rund 208 Punkte,

die bereits 2024 als massiver Widerstand galten und an

welchem die Zoll-Korrektur punktgenau geendet hat. Um

weiteres Aufwärtspotenzial zu generieren, muss der Index

über die runden 300 Punkte steigen, und zwar auf

Wochenschlusskursbasis. Dann können Long-Positionen

eröffnet werden. Der enge, initiale Stop-Loss liegt knapp

unter der 270-Punkte-Unterstützungszone, der großzügige

bei rund 240 Punkten, knapp unter der 40-Wochen-

Linie. Ziel ist zunächst die 330-Punkte-Marke, ein signifikantes

Hoch aus dem Jahr 2008. In den Banken-Index

kann gut über ETFs investiert werden.

Aktuelle Kursdaten finden Sie in der App unseres Partners

WETTE

DER WOCHE

TOCVAN VENTURES

Neue Impulse

von JOHANNES HEINRITZI

Aufwärtstrend bestätigt

Tocvan Ventures

Aktienkurs in Euro

2020 21 22 23 24 2025

1,0

0,8

0,6

0,4

0,2

0

Quelle: Bloomberg

AUF MEXIKOS BERGBAU kämen

harte Zeiten zu, hieß es. Die neue

Regierungschefin Claudia Sheinbaum

sei Gegnerin von Minenprojekten.

Genehmigungen vor allem

für den Tagebau würden nicht mehr

erteilt. Doch plötzlich ist alles anders:

Der Gold- und Silberproduzent

Heliostar bekam als Erster eine

staatliche Genehmigung, seine Tagebaumine

auszubauen.

Ende Juli war auch Tocvan Ventures,

ein kanadisches Bergbauunternehmen

(WKN: A2PE64/ISIN:

CA88900N1050) dran. Erste Genehmigungen

für Bohr- und Abbauaktivitäten

wurden beim Gran-Pilar-

Goldprojekt erteilt. Die Börsianer

feierten mit Kursaufschlägen. In der

Aktie scheint noch Potenzial zu stecken.

Der Konzern will bei Gran Pilar

in einem ersten Schritt den Erzabbau

voranbringen und eine Haufenlaugungsanlage

mit erster Befüllung

von 50 000 Tonnen aktivieren.

Kommt dafür die Genehmigung,

könnte der Aktienkurs weiter anziehen.

Denn dann kann auch eine Genehmigung

für einen regulären Minenbetrieb

erwartet werden.

Das Management plant eine Produktion

von rund 50 000 Unzen

Gold, inklusive Silber umgerechnet,

pro Jahr, was einen Erzabbau von

jährlich rund 1,2 Millionen Tonnen

bedeuten würde. Die Gesamtkosten

können auf rund 1500 US-Dollar

je Unze geschätzt werden –

beim aktuellen Goldpreis eine satte

Gewinnmarge. Verglichen mit anderen

aufstrebenden Goldunternehmen

erscheint die Aktie günstig. Solange

nicht alle Genehmigungen

erteilt sind und das erste Gold in

Barren gegossen ist, bleibt die Aktie

aber sehr spekulativ.

FOCUS MONEY 33/2025

55


moneymarkets

MÜLLHALDE. Nach

dem Zerlegen wird

Metallschrott verstärkt

wiederverwertet.

KREISLAUFWIRTSCHAFT

Runde Sache mit Recycling

Immer neue Technologien verbessern die kommerzielle Wiederverwertung von Rohstoffen in

der Kreislaufwirtschaft. Wo Anleger dabei gut mitverdienen können

von STEFAN RIEDEL

Rohstoffe extrahieren, produzieren, konsumieren und

dann wegwerfen – diese Form des Wirtschaftens und

des Konsums hat angesichts von Klimawandel, begrenzter

Ressourcen und rapide wachsender Abfallmengen

keine Zukunft mehr. Vor diesem Hintergrund vollzieht sich

ausgehend von den Industrieländern ein Umdenken in Richtung

Kreislaufwirtschaft – mit dem Ziel, verbrauchte Materialien

und Produkte über Recycling als klimaneutrale Ressource

wiederzuverwerten.

In diese Richtung zielt auch der 2024 von der Europäischen

Kommission vorgestellte Clean Industrial Deal. So sollen

ab diesem Jahr mindestens 55 Prozent der sogenannten

Siedlungsabfälle, also etwa Müll aus privaten Haushalten,

recycelt werden. Bis Ende 2025 müssen EU-Staaten bei

Kunststoffverpackungen eine Recyclingquote von 55 Prozent

erreichen. Ergänzend dazu soll 2026 ein neues Gesetz zur

Kreislaufwirtschaft in Kraft treten, das nachhaltige Produktionsstandards

und höhere Recyclingquoten festlegt. 100

Milliarden Euro sollen flankierend zum Clean Industrial Deal

in die Dekarbonisierung von energieintensiven Industrien

wie Stahl, Chemie und Metallverarbeitung fließen.

Die von der US-Regierung unter Donald Trump erhobenen

Importzölle auf Rohstoffe werden nach Ansicht von Branchenexperten

den Recycling-Run beschleunigen. „Durch

Importzölle steigen die Kosten für Primärmetalle. Inländisch

gewonnene Recyclingmetalle werden dadurch preislich

wettbewerbsfähiger. Zugleich stärken die zunehmenden Lieferkettenprobleme

und der Trend zur Deglobalisierung das

Argument für kreislauforientierte Geschäftsmodelle“, meint

Yohann Terry, Portfolio Manager bei Swisscanto. Alexander

Funk, Fondsberater bei Rezzom Capital, betont neben den

geopolitischen und ökologischen Faktoren handfeste finan-

56

Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


für neue Produkte über chemische oder enzymatische Prozesse.

Dabei ist der Bedarf an innovativen Technologien groß

(s. Grafik unten rechts). Spezialisten wie Carbios oder Agilyx

zerlegen PET oder Polysterol in ihre Bestandteile und fertigen

daraus neue Produkte. In Deutschland hat die saarländische

Firma Pyrum ein Verfahren entwickelt, um Altreifen

in Gummigranulate, Kohlenstoff und Pyrolyseöl zu recyceln.

Problem Plastik. Nennenswerte Umsätze und schwarze

Zahlen erzielen diese Nischenplayer noch nicht. „Die größte

Herausforderung besteht darin, diese Verfahren von der

Labor- oder Pilotanlage in die industrielle Anwendung zu

überführen. Dies ist kapitalintensiv, technisch anspruchsvoll

und mit erheblichen operativen Risiken verbunden“,

meint Swisscanto-Fondsmanager Terry. Investments in diese

Firmen empfehlen sich als hochspekulative Beimischung.

Relativ krisensicher sind dagegen die Geschäftsmodelle

von führenden Abfallentsorgern wie Waste Management, Republic

Services oder Veolia. Dafür sorgt das Kerngeschäft mit

dem Sammeln von Abfällen. Ergänzend dazu steigen die Einnahmen

mit den wiederverwerteten Metallen aus eigenen

Recyclinganlagen kontinuierlich an. Diese Unternehmen

eignen sich deshalb als defensiver Depotbaustein. Schwierig

gestalten sich Investments in die Recycler von Konsumelektronik

und Elektronikschrott. Hier gibt es noch keine börsennotierten

Pure Plays. Firmen wie Sims Inc. und Umicore

kommen auf zehn bis 15 Prozent Umsatzanteil. Aus Anlegersicht

entscheidend für alle Recyclingspezialisten ist: Der

kommerzielle Durchbruch gelingt dann, wenn die neuen

Technologien ökonomisch mindestens ähnlich lukrativ sind

wie der Abbau neuer Ressourcen.

Um in alle Recycling-Segmente zu investieren, bietet sich

der im April 2019 aufgelegte BNP Paribas Easy ECPI Circular

Economy Leaders UCITS ETF Cap (LU1953136527) an.

Der ETF bildet die 50 weltweit führenden Unternehmen der

Kreislaufwirtschaft mehr oder weniger gleichgewichtet ab,

die im Spartenindex ECPI Circular Economy Leaders enthalten

sind. Konzentrierter in der Zusammensetzung ist der Vaneck

Circular Economy ETF (IE0001J5A2T9) mit aktuell 24

Firmen. Das im Oktober 2022 emittierte Produkt reflekzielle

Gründe: „Unternehmen können durch Recycling einen

Teil ihrer Kosten einsparen und werden weniger abhängig

von Einfuhren kritischer Rohstoffe werden.“

Lukratives Lithium-Recycling. Verschiedene Branchen

sind Nutznießer des Trends zum Wiederverwerten von Materialien.

Dank der Digitalisierung ist das automatisierte Recycling

auf dem Vormarsch. Mithilfe von Kameras, Sensoren

und künstlicher Intelligenz können Wertstoffe günstiger und

präziser automatisiert getrennt werden. Ein enormer Fortschritt

vor allem für das Recycling von Metall-, Elektro- und

Elektronikschrott. Bei Unternehmen wie Aurubis, Sims Inc.

und Befesa ist die Wiederverwendung von Abfällen aus Metallen

wie Stahl, Kupfer oder Aluminium sowie deren umweltschädlichen

Reststoffen zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells.

Die Wahl der Recyclingtechnologie hängt stark vom jeweiligen

Abfallstrom ab. Für klassische Materialien wie Kupfer,

Stahl, Aluminium und Edelmetalle bleibt das pyrometallurgische

Recycling – also das Einschmelzen bei hohen Temperaturen

– weiterhin Industriestandard und breit kommerzialisiert.

Komplexer ist dagegen das Recycling von

Lithium-Ionen-Batterien für E-Autos zu wiederverwertbaren

Produkten. Das Hauptproblem: der Mix aus verschiedenen

Metallen wie Lithium, Kobalt und Nickel.

Weil sich Grafit und Lithium nicht durch herkömmliches

Schmelzen recyceln lassen, wurden hier neue Verfahren entwickelt.

„Die Hydrometallurgie eignet sich vor allem für das

Recycling von Batterien, kritischen Rohstoffen und Elektroschrott

und ist energieeffizienter als herkömmliches Schmelzen“,

erläutert Cezara Lozneanu, Portfoliomanagerin bei

Swisscanto. Umicore zählt zu den Pionieren beim Kathoden-

Recycling. Der belgische Konzern hat ein Joint-Venture mit

BMW. „Trotz der bislang noch überschaubaren Einnahmen

eines der wenigen bislang kommerziell erfolgreichen Unternehmen

beim Recycling von Lithium“, sagt Rezoom-Experte

Funk.

Noch in den Kinderschuhen im Hinblick auf die Kommerzialisierung

steht das Plastik- und Kunststoffrecycling, also

das Zerlegen von Material in seine chemischen Bestandteile

Wachsende Müllberge

Die globalen Abfallmengen werden bis 2050 um 75

Prozent steigen. Das ist nicht nur ein Entsorgungsproblem,

sondern Ressourcenverschwendung

Abfallmengen weltweit

in Milliarden Tonnen,

ab 2030 Prognose

Problem Plastikmüll

Die Gesamtmengen an Plastikmüll werden sich dagegen

bis 2040 verdoppeln. Es fehlt an ökonomischen

Anreizen für das Kunststoff-Recycling

Plastikabfälle 2040 nach Anwendungen

Anteile in Prozent

Sonstige

Elektronik1,4

14,7

Industrie/

Maschinenbau

37,9

2,7

Bau

7,6

Verpackungen

Konsumprodukte

11,3

2,13

2020

Quelle: Bloomberg

2,68

2030

3,23

2040

3,78

2050

Textilien

Quelle: Bloomberg

11,8

12,6

Transport

FOCUS MONEY 33/2025

57


moneymarkets

tiert die Kursentwicklung von Firmen, die mindestens die

Hälfte ihres Umsatzes in der Kreislaufwirtschaft abbilden,

etwa im Metallrecycling oder in der Wasseraufbereitung.

Profi-Auswahl für die Kreislaufwirtschaft. Bei den aktiv

gemanagten Fonds mit dem Fokus Kreislaufwirtschaft investiert

der Robeco Circular Economy D (LU2092758726) weltweit

in Unternehmen, die mit ihren Produkten den Paradigmenwechsel

zu einer Kreislaufwirtschaft unterstützen. Der

Auswahlprozess orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen,

wie sie in Artikel 9 der EU-Taxonomie-Verordnung definiert

sind. Der Blackrock Global Funds - Circular Economy

(LU2041044178) zählt zu den Schwergewichten in diesem

Themenfeld. Mindestens 80 Prozent des Portfolios sind auf

Unternehmen ausgerichtet, die vom Fortschritt der Kreislaufwirtschaft

profitieren oder zu diesem beitragen.

Relativ neu ist der im Dezember 2022 emittierte und ohne

Ausgabeaufschlag beziehbare Rezoom World S EUR (DE-

000A3D19W2). Das Produkt deckt verschiedene Nachhaltigkeitsthemen

ab, darunter Energieeffizienz, erneuerbare

Energien und Recycling. Im Recyclingbereich hat das Fondsmanagement

zuletzt Positionen rund um das Thema Metallrecycling

aufgestockt. Die Performance dieser Fonds lässt

sich nur bedingt vergleichen, weil sie unterschiedliche

Schwerpunkte setzen.

Auf die Transformer setzen. Bei den Investments in Einzelwerte

ist die Auswahl in Pure Plays, also Firmen mit dem

alleinigen Fokus auf Recycling, sehr begrenzt. Ausgewählte

Enabler, also Unternehmen, die es den Abnehmern ihrer Produkte

ermöglichen, die Kreislaufwirtschaft in ihre Geschäftsmodelle

zu integrieren, sind eine Option. Tomra Systems aus

Norwegen, ein Hersteller von Rücknahme- und Sortiersystemen

für Pfandflaschen, ist hier ein etablierter Nischenchampion.

Unsere Aktienempfehlungen konzentrieren sich

dagegen auf die Transformer – das bedeutet: Firmen, die ihre

Produkte und Geschäftsmodelle dem Kreislaufmodell angepasst

haben.

AURUBIS

Gewinnschub nach Milliarden-Investitionen

Rund die Hälfte seiner Erlöse erzielt das MDax-Unternehmen aus Hamburg

mit recyceltem Kupfer. Bei den Altkupfermengen ist Aurubis längst die weltweite

Nummer eins. Erklärtes Ziel ist es, beim Multimetall-Recycling Vorreiter

auf dem US-Markt zu werden. Von drohenden Importzöllen der Trump-Administration

sieht sich Aurubis bei einem Exportanteil von einem Prozent nicht

bedroht. Im Gegenteil: Allein 740 Millionen Euro hat das Unternehmen in die

Produktionsanlage im US-Bundesstaat Georgia investiert. Nach der Betriebsaufnahme

2024 soll sich das jährliche Durchsatzvolumen mit dem zweiten Modul

ab 2026 auf 180 000 Tonnen erhöhen. Richtig durchstarten auf der Gewinnseite

wird Aurubis erst im Geschäftsjahr 2026/27. Dann erwarten die

Analysten ein Gewinnwachstum von gut 25 Prozent. Bis dahin wird Aurubis

den allergrößten Teil der 1,7 Milliarden Euro investiert haben, die in Wachstumsprojekte

wie wasserstofffähige Anodenöfen in Hamburg fließen.

Aurubis

Kurs der Auribis-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

50

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

676650/DE0006766504

Börsenwert 3,8 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e* 8,3/13,1

Dividendenrendite für 2025e/26e* 1,6/1,6 %

Kursziel/Stoppkurs 110,00/72,50 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 27 %

Quelle: Bloomberg, * GJ 30.09.

110

90

70

e = erwartet

BEFESA

Comeback läuft

Nach einer mehr als zweijährigen Durststrecke geht es beim spanisch-deutschen

Unternehmen wieder nach oben. Befesa hat sich zum einen auf das Recyceln

von Stahlstaub und anderen zinkhaltigen Rückständen spezialisiert, die

bei der Stahlproduktion in Elektroöfen entstehen. Für das Extrahieren von

Stahlstaub nutzt Befesa hier ein neues, umweltfreundliches Verfahren. Der

zweite Geschäftsbereich der SDax-Firma betreibt das Recycling von Salzschlacke

und die Sekundärverarbeitung von Aluminiumschrott. Wegen der schwierigen

Marktbedingungen hat Befesa die Expansion nach China auf Halde gelegt.

Zugleich profitiert das Geschäft wieder von steigenden Metallpreisen.

Dazu haben die Öfen am US-Standort Palmerton nach Wartungsarbeiten wieder

den Betrieb aufgenommen. Die steigenden Zinkschmelzlöhne für die Produktion

von endlos recycelbarem Zink sollten den fürs zweite Halbjahr erwarteten

Profitabilitätsschub weiter beflügeln.

58

Befesa

Kurs der Befesa-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

10

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

A2H5Z1/LU1704650164

Börsenwert 1,0 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 12,3/10,4

Dividendenrendite für 2025e/26e 3,5/3,9 %

Kursziel/Stoppkurs 42,00/23,50 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 62 %

Quelle: Bloomberg

70

50

30

e = erwartet

FOCUS MONEY 33/2025


PYRUM INNOVATIONS

Spekulativer Reifen-Recycler

Fußballer- und Trainerlegende Felix Magath ist der wohl prominenteste Investor

des im Nebenwertesegment Scale (s. S. 36) gelisteten Unternehmens.

Pyrum hat ein patentiertes Pyrolyse-Verfahren für das Recycling von Altreifen

entwickelt. Das zerlegte Gummigranulat wird dabei in einem Reaktor in

die Sekundärrohstoffe Gas, Öl und Pyrolysekoks umgewandelt. Pyrum verkauft

und installiert diese Thermolyse-Anlagen. Die aus dem Verkauf der

schlüsselfertigen Anlagen erzielten Einnahmen werden reinvestiert. BASF

beteiligte sich 2020 an Pyrum. Eine weitere Kooperation läuft mit Continental.

Der 2025 abgeschlossene Vertrag mit der Schwalbe GmbH, einem Hersteller

von Fahrradreifen, sieht eine für zehn Jahre garantierte Abnahme von

Pyrolysekoks vor. Pyrum sieht sich als Profiteur des EU-weiten Exportverbots

für gebrauchte Fahrzeugreifen, das ab 2027 erwartet wird. In diesem Jahr

will die Firma auch den Break-even schaffen.

Pyrum Innovations

Kurs der Pyrum-Innovations-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

100

20

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A2G8ZX/DE000A2G8ZX8

Börsenwert 120 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./Verl.

Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %

Kursziel/Stoppkurs 62,00/25,50 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 98 %

Quelle: Bloomberg

80

60

40

e = erwartet

UMICORE

Top im Lithium-Recycling

Die Aktie des belgischen Recyclingkonzerns zeigt sich seit April wieder Lebenszeichen.

Damit honorieren die Investoren, dass Umicore im ersten Quartal

den Sprung in die Gewinnzone geschafft hat. Geholfen haben eine hohe

Auslastung und das vorteilhafte Preisumfeld für Edel- und Spezialmetalle. Dazu

greifen Effizienzsteigerungen und das strikte Kostenmanagement immer besser.

Zu den „Spezialitäten“ des Metallurgiekonzerns zählt das Recyceln von

Kathoden und Batterien für E-Autos. Weil gerade das Geschäft in der Katalysatorsparte

gut läuft, hat Umicore im Juni die Jahresprognose beim Ebitda um

zehn Prozent auf 720 bis 790 Millionen Euro angehoben. Die 2025 und 2026

sinkenden Investitionen werden sich positiv auf der Gewinnseite auswirken –

was im Aktienkurs noch lange nicht abgebildet ist. Schafft es Umicore noch,

die Nettoverschuldung von zuletzt mehr als 1,8 Milliarden Euro weiter herunterzufahren,

ist eine deutlich höhere Aktienbewertung gerechtfertigt.

Umicore

Kurs der Umicore-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

0

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

2H5A3/BE0974320526

Börsenwert 3,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 10,5/10,2

Dividendenrendite für 2025e/26e 3,8/3,9 %

Kursziel/Stoppkurs 20,00/10,50 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 50 %

Quelle: Bloomberg

60

40

20

e = erwartet

WASTE MANAGEMENT

Sichere Bank für Anleger

Waste Management, kurz WM, ist einer der weltweit profitabelsten Müllverarbeiter.

Das Unternehmen besitzt in Nordamerika mehr als 260 eigene Mülldeponien,

dazu 105 Recyclinganlagen. Über eigene Anlagen, in denen Deponiegase

verwertet werden, erzeugt WM auch Energie. Rund sieben Prozent am

Gesamtumsatz erzielt der US-Konzern mit dem Aussortieren von Metallen aus

Abfällen, die dann weiterverkauft werden. Dass die Umsatzrendite 2024 mit

18,8 Prozent unter dem von Wettbewerber Republic Services (20,1 Prozent) lag,

ist auf eine Akquisition zurückzuführen. 7,2 Milliarden US-Dollar legte WM für

die Übernahme von Stericyle auf den Tisch. Der Zukauf eröffnet den Zugang

in das lukrative Geschäft mit der Entsorgung von Abfällen in medizinischen

Einrichtungen und der Entsorgung von Sondermüll. Langfristig glänzt das Unternehmen

mit stabilen Wachstumsraten. Der Gewinn legte in den letzten zehn

Jahren im Schnitt um 11,3 Prozent zu, der Aktienkurs sogar um 16,2 Prozent.

FOCUS MONEY 33/2025

Waste Management

Kurs der Waste-Management-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

200

160

120

80

2021 22 23 24 2025

WKN/ISIN

893579/US94106L1098

Börsenwert 92,1 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 32,4/30,1

Dividendenrendite für 2025e/26e 1,4/1,5 %

Kursziel/Stoppkurs 248,00/172,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 25 %

Quelle: Bloomberg

e = erwartet

59


moneymarkets

Frau Herken, welche Rolle kann die GIZ zur Sicherung

von Rohstoffen spielen?

Anna Sophie Herken: Ohne Rohstoffe gibt’s

keine Autos, keine Batterien, keine Energiewende

– und keine wirtschaftliche Unabhängigkeit.

Deshalb ist klar: Wer Deutschlands

und Europas Zukunft sichern will, muss faire

Rohstoffpartnerschaften schließen. Der

Koalitionsvertrag sagt es deutlich: Deutschland

braucht eine resilientere, nachhaltigere

Rohstoffversorgung. Die politischen Leitplanken

kommen von der Bundesregierung.

Wir als Deutsche Gesellschaft für Internationale

Zusammenarbeit (GIZ) setzen sie konkret

in unseren Partnerländern um.

Bisher denken wir bei GIZ an Entwicklungshilfe, an

Armutsbekämpfung in Afrika.

Herken: Das Bild vom Brunnenbauen in

Afrika ist längst überholt. Afrika ist heute ein

Kontinent voller Dynamik, Innovationen

und wirtschaftlicher Chancen. Bis zum Jahr

2050 werden dort rund 2,5 Milliarden Menschen

leben. Elf der zwanzig am schnellsten

wachsenden Volkswirtschaften liegen in Afrika.

21 afrikanische Länder sollen 2025

Wachstumsraten über fünf Prozent erreichen,

vier Länder sogar über sieben Prozent

(Äthiopien, Niger, Ruanda, Senegal). Gleichzeitig

fließt bislang nur etwa ein Prozent der

weltweiten Direktinvestitionen dorthin – ein

riesiges ungenutztes Potenzial.

Und das will die neue Regierung heben, statt Radwege

in Peru zu bauen?

Herken: Die neue Bundesentwicklungsministerin

Reem Alabali-Radovan bringt frische

Impulse, einen starken Wertekompass und

eine klare Haltung für faire Partnerschaften

mit. Ihre Botschaft ist deutlich: Entwicklungszusammenarbeit

ist heute nicht mehr

einseitiges Geben und Nehmen, sondern gemeinsame

Zukunftspolitik. Davon profitiert

nicht nur Afrika, sondern auch Deutschland:

Für jeden investierten Euro in internationale

Zusammenarbeit steigen die deutschen Exporte

im Schnitt um 36 Cent. Zwischen 2013

und 2023 entsprach das einem durchschnittlichen

Exportplus von 8,8 Milliarden US-Dollar

pro Jahr.

Deutschland braucht Lithium, Kobalt oder Kupfer

in rauen Mengen. Warum wird gerade Afrika dafür

so wichtig?

Herken: Die Energiewende ist ohne Afrika

nicht zu machen – nicht nur in Europa, sondern

weltweit. Denn viele der Rohstoffe, die

wir für Solaranlagen, Windräder, Batterien

Ohne Afrika bleiben

wir abhängig

GIZ-Vorständin Anna Sophie

Herken ist im Auftrag

Deutschlands für die

Sicherung von

Rohstoffen unterwegs

– die Chinesen sind

meist vor ihr da.

Trotzdem glaubt sie

an unsere Chance

von GEORG MECK

ANNA SOPHIE

HERKEN, Vorständin

der Gesellschaft für

Internationale Zusammenarbeit

(GIZ)

INTERVIEW

60

Foto: Patrycia Lukas

FOCUS MONEY 33/2025


oder E-Mobilität brauchen, kommen in entscheidenden

Mengen aus Afri ka. Beispiel

Kobalt: Rund 74 Prozent der weltweiten

Produktion stammen aus der Demokratischen

Republik Kongo, ohne diesen Rohstoff

gibt es keine leistungsfähigen Batterien

für E-Autos oder Energiespeicher. Auch

Platin für Wasserstofftechnologien wird

größtenteils in Südafrika gefördert, Lithium

kommt unter anderem aus Simbabwe,

Grafit aus Mosambik.

Mit China als mächtigstem Spieler.

Herken: Viele dieser Rohstoffe besitzt

China gar nicht selbst – aber China kontrolliert

große Teile der Lieferketten in Afrika.

So werden laut OECD nahezu alle Metalle

der seltenen Erden in China

verarbeitet. Das zeigt: Es geht nicht nur um

Rohstoffe, sondern auch um Geopolitik.

Wie kann es gelingen, dass rohstoffreiche Länder

nicht nur liefern, sondern auch selbst stärker von

den Bodenschätzen profitieren?

Herken: Der Abbau von Rohstoffen ist nur

der Anfang. Entscheidend ist, was damit

vor Ort passiert. Viele Länder in Afrika

expor tieren ihre Rohstoffe in Rohform, damit

findet ein Großteil der Wertschöpfung

andernorts statt: Verarbeitung, Veredelung,

technologische Weiterverarbeitung –

all das passiert meist außerhalb Afrikas.

Die Folge: Die Gewinne fließen ab, und die

Jobs entstehen woanders, obwohl sie gerade

dort so dringend gebraucht werden.

UN-Studien zeigen, dass Afrika dadurch

jedes Jahr rund 88 Milliarden US-Dollar

verliert. Das ist mehr, als viele Länder an

Entwicklungsgeldern bekommen. Deshalb

setzen wir bei der GIZ gezielt darauf, Rohstoffprojekte

mit lokaler Wertschöpfung zu

verknüpfen. Wir wollen, dass die Materialien

nicht nur aus dem Boden geholt werden,

sondern dass auch die Verarbeitung,

die Zulieferketten, die Jobs drumherum im

Land bleiben.

Wie erleben Sie vor Ort in Afrika den Wettbewerb

mit China?

Herken: Wenn man in afrikanischen Ländern

unterwegs ist, merkt man sehr

schnell: China ist überall präsent. China

investiert seit Jahren massiv in Infrastruktur,

Förderrechte und Handelsabkommen.

Laut Studien kontrollieren chinesische Akteure

etwa 30 Prozent der afrikanischen

Kupferproduktion und bis zu 41 Prozent

der Kobaltproduktion – das ist eine enorme

FOCUS MONEY 33/2025

wirtschaftliche Macht. Aber auch die Golfstaaten

und die Türkei investieren kräftig

in Afrika. Allein in den letzten zehn Jahren

haben die Golfstaaten über 100 Milliarden

US-Dollar auf dem Kontinent investiert –

zuletzt vor allem in große Infrastruktur-,

Energie- und Landwirtschaftsprojekte. Die

Türkei hat ihre Investitionen seit 2003 auf

6,5 Milliarden US-Dollar gesteigert und betreibt

inzwischen über 40 Botschaften in

Afrika – ein deutliches Zeichen politischer

und wirtschaftlicher Präsenz.

Der Markt ist verteilt – ohne uns?

Herken: Nein. Wir hören immer häufiger

von unseren Partnern vor Ort: Sie wollen

diese einseitige Abhängigkeit verringern.

Viele Regierungen suchen gezielt nach diversifizierten,

transparenten und verlässlichen

Partnerschaften. Genau da setzen

wir als GIZ an. Für Deutschland und Europa

ist das eine echte Chance. Wenn wir es

gemeinsam schaffen, als verlässlicher

Partner aufzutreten, dann können wir

nachhaltigere, stabilere Kooperationen

aufbauen, als es viele kurzfristige Rohstoffdeals

bieten.

Haben Sie dafür ein Beispiel?

Herken: Ein gutes Beispiel dafür ist auch

das Thema Wasserstoff: In Ländern wie

Brasilien, Marokko oder Namibia unterstützen

wir den Aufbau eines neuen Marktes

für grünen Wasserstoff – also einen klimafreundlichen

Energieträger, der fossile

Brennstoffe ersetzen kann. Wir beraten bei

technischen Fragen, Infrastrukturprojekten

und politischen Rahmenbedingungen.

Das hilft den Menschen vor Ort durch neue

Jobs und Investitionen, schützt das Klima

und leistet einen wichtigen Beitrag zur

Energiesicherheit in Deutschland.

Kann der öffentliche Sektor die globalen Krisen

überhaupt noch alleine meistern?

Herken: Ganz klar: nein. Die großen Herausforderungen

unserer Zeit – Klimawandel,

Kriege und fragile Staatlichkeit – sind

so komplex, dass kein Akteur sie allein lösen

kann. Nicht einmal Staaten. Laut

OECD müssten jährlich über 2,5 Billionen

US-Dollar zusätzlich mobilisiert werden,

um globale Entwicklungs- und Klimaziele

zu erreichen. Deshalb brauchen wir die

Privatwirtschaft als Partner.

Sehen Sie dafür die Bereitschaft bei Konzernen?

Herken: Absolut, und das Interesse ist da:

Immer mehr deutsche Unternehmen sehen

Afrika als strategischen Markt. Erfolgreiche

Beispiele wie VW in Ruanda oder

Siemens in Ghana zeigen, wie es gehen

kann – wenn die Voraussetzungen stimmen.

Es gibt auch viele Mittelständler,

die in Afrika erfolgreich sind. Denn die Effekte

sind messbar: Allein durch die internationale

Zusammenarbeit Deutschlands

wurden in den letzten Jahren rund

88 000 Arbeitsplätze in Deutschland mitgesichert.

Gleichzeitig profitiert das Partnerland

durch mehr Investitionen und

Technologieaufbau.

Wächst allmählich das Interesse deutscher

Unternehmen an Afrika? Oder dominiert die

Zurückhaltung?

Herken: Wir sehen klar: Das Interesse der

deutschen Wirtschaft an Afrika wächst.

Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie-

und Handelskammer betrachten mittlerweile

rund 45 Prozent der Unternehmen

Afrika als strategisch relevanten Markt.

Das ist ein deutlicher Anstieg. Trotzdem ist

die tatsächliche Aktivität noch überschaubar:

Nur 13 Prozent der industriellen Unternehmen

planen aktuell Investitionen in

Afrika – deutlich weniger als bei anderen

Regionen; etwa Nordamerika mit 46 Prozent.

Politische Unsicherheit, schwache

Infrastruktur oder unklare Rechtslagen

schrecken ab. Hier kommt die GIZ ins

Spiel: Wir reduzieren Risiken, schaffen

Vertrauen und begleiten Unternehmen

ganz praktisch vor Ort.

Frau Herken, Sie selbst kommen von der Allianz,

also aus der Privatwirtschaft, und sind damit

Exotin in dem Sektor. Braucht es dort mehr Managerexpertise?

Herken: Aus meiner Sicht braucht internationale

Zusammenarbeit heute mehr

unternehmerisches Denken: effizient,

ergebnis orientiert und partnerschaftlich.

Wirtschaft und Entwicklung sind keine Gegensätze,

sondern gehören zusammen. Ich

weiß, wie Unternehmen ticken und worauf

sie achten: klare Rahmenbedingungen,

Planungssicherheit, verlässliche Partner.

Genau das versuchen wir bei der GIZ zu ermöglichen.

Unsere Aufgabe ist es, Risiken

zu reduzieren und Kooperationen zu fördern

– zwischen deutschen Unternehmen

und den afrikanischen Partnerländern. Internationale

Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert

heißt: gemeinsam gestalten – und

gemeinsam erfolgreich sein.

61


moneymarkets

LEBENSMITTEL

Heißhunger auf

höhere Kurse

Die Lebensmittelhersteller bewegen sich in

einem schwierigen Umfeld. Doch jetzt kommt

Bewegung in die Branche. Das könnte die

Aktienkurse nach oben treiben

von LUDWIG BÖHM

Die Aktien amerikanischer Lebensmittelhersteller entwickeln

sich seit einiger Zeit enttäuschend. So ist der

Dow Jones U.S. Food & Beverage auf Sicht von drei Jahren

um 13 Prozent gefallen. In diesem Index sind große Produzenten

wie Kraft Heinz, Mondelez oder Coca-Cola vertreten.

Zum Vergleich: Der „normale“ Dow ist im selben

Zeitraum um circa ein Drittel gestiegen. Auch in Europa

kann der ehemalige Börsenliebling Nestlé nicht überzeugen.

Die Aktie hat in den zurückliegenden drei Jahren 39 Prozent

an Wert verloren. Die Branche leidet unter verschiedenen

Belastungsfaktoren. Dazu gehören höhere Rohstoffpreise. So

ist der Kakaopreis in den Jahren 2022 und 2023 drastisch

gestiegen und pendelt seit rund einem Jahr auf einem hohen

Niveau. Das macht vielen Schokoladenherstellern das Leben

schwer. Auch Kaffee hat sich zeitweise extrem verteuert,

wenn auch der Preis zuletzt wieder zurückgekommen ist.

Die Hersteller von Agrarrohstoffen leiden immer wieder

unter ungünstigen Wetterverhältnissen. Hin-

Enttäuschende Wertentwicklung

Die Aktien der amerikanischen Lebensmittelhersteller

laufen schon seit Langem schlechter als der breite

Markt. Dadurch hat sich beträchtliches Aufholpotenzial

aufgebaut

Dow Jones US Food-Beverage Index

prozentuale Entwicklung seit 30.12.2022

Dow Jones

+40

+20

0

Quelle: Bloomberg

Dow Jones US Food-Beverage Index

2023 2024 2025

–20

DEM INVESTOR

SCHMECKTS NICHT:

Lebensmittelbranche vor

Herausforderungen

62

Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


zu kommt der Klimawandel, der vermehrt zu Missernten

führen kann, wie zuletzt bei Haselnüssen in der Türkei.

Hinzu kommt in den USA ein zunehmender Personalmangel.

Dieser dürfte sich durch die Abschiebung illegaler Migranten,

die überwiegend im Niedriglohnsektor, also auch in

der Landwirtschaft, arbeiten, verschärfen. Der Personalmangel

hat höhere Löhne zur Folge.

MAHA kostet. Nun will der US-Gesundheitsminister Robert

F. Kennedy Jr. vermeintlich schädliche Zusatzstoffe wie

Lebensmittelfarben oder Zuckerersatz durch natürliche Alternativen

ersetzen lassen. Seine Mission „Make America Healthy

Again“ (Mach Amerika wieder gesund) würde die Produktion

zusätzlich verteuern, wenngleich eine gesündere

Ernährung der Menschen in den USA dringend geboten wäre.

Auch US-Präsident Donald Trump mischt sich ein. Nach eigenen

Angaben hat er Coca-Cola davon überzeugt, in den

USA künftig Rohrzucker statt Maissirup zu verwenden.

Schließlich dürfte sich die Konjunktur in den USA langsam,

aber sicher abkühlen. Das wird die Konsumstimmung

belasten. In einem solchen Umfeld greifen Verbraucher erfahrungsgemäß

häufiger zu preiswerteren Handelsmarken.

In Deutschland kommen noch hohe Energiekosten und eine

ausufernde Bürokratie hinzu.

Unternehmen der Lebensmittelbranche reagieren auf

schwache Aktienkurse und vielfältige Belastungen mit verschiedenen

Strategien. So setzt das italienische Familienunternehmen

Ferrero auf Größe und übernimmt WK Kellogg

für 3,1 Milliarden Dollar. Damit wollen die Italiener ihr US-

Geschäft ausbauen. Der in Nordamerika tätige Hersteller von

Frühstücksflocken ist im Herbst 2023 durch die Aufspaltung

der Kellogg Company entstanden. Ferrero verspricht sich

durch den Zukauf, eine stärkere Verhandlungsposition beim

Einkauf und Vertrieb zu erreichen. Allerdings ist Ferrero

nicht börsennotiert und bei WK Kellogg ist nach einem Kurssprung

von 17,50 auf rund 23 Dollar wohl keine Luft mehr

für weitere Wertsteigerungen.

Eine ähnliche Strategie hatte zuvor bereits Mars verfolgt.

Das amerikanische Familienunternehmen schluckte im August

2024 Kellanova für knapp 36 Milliarden Dollar. Der Hersteller

von Snacks wie Pringles-Chips war durch die Aufspaltung

der Kellogg Company in WK Kellogg und Kellanova

entstanden.

Leichter zu steuern. Anders als Ferrero und Mars setzte

Kellogg also nicht auf Größe, sondern auf Fokussierung. Die

Anforderungen der verschiedenen Sparten der Lebensmittelindustrie,

etwa Tiefkühlkost oder Snacks, sind sehr unterschiedlich.

Das verkompliziert die Führung großer Konzerne

mit einem breiten Produktangebot.

Fokussierte Portfolios lassen sich dagegen leichter und effizienter

steuern. Für die Kellogg-Aktionäre hat sich die Aufspaltung

auf jeden Fall gerechnet. Die Aktien beider Spin-offs

stiegen nach den Übernahmeangeboten um rund ein Drittel.

Nun gibt es Gerüchte, dass auch Kraft Heinz auf „Small is beautiful“

setzt und sich aufspalten will.

KRAFT HEINZ

Dringender Handlungsbedarf

CEO Carlos Abrams-Rivera und sein Team stehen mächtig unter Druck. Der Aktienkurs

hat binnen drei Jahren in Dollar mehr als 25 Prozent an Wert verloren.

Für Anleger aus dem Euroraum sieht es aufgrund der Dollarabwertung noch

schlechter aus. Die Ergebnisse des zweiten Quartals lassen kaum eine Trendwende

erkennen – im Gegenteil. So sank der Umsatz um weitere 1,9 Prozent

auf nur noch 6,4 Milliarden Dollar. Zwar legte das Geschäft im Ausland etwas zu,

dafür schrumpfte es auf dem wichtigen amerikanischen Heimatmarkt. Insgesamt

gab es nach einem kleinen Nettogewinn im Vorjahr jetzt einen saftigen

Verlust von 7,8 Milliarden Dollar. Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway

hält 27 Prozent an Kraft Heinz und hat gerade fast vier Milliarden Dollar auf die

Beteiligung abgeschrieben.

Abspaltung geplant. Nun berichtet das Wall Street Journal, dass Kraft Heinz

sein Lebensmittelgeschäft ausgliedern möchte. Hierzu zählen unter anderem

verarbeitete Käse- und Fleischprodukte. Der Wert des neuen Unternehmens

wird auf rund 20 Milliarden Dollar geschätzt. Die Marktkapitalisierung des gesamten

Konzerns beläuft sich derzeit auf rund 33 Milliarden Dollar. Das bekannte

Ketchup und die Senfmarke Grey Poupon sollen dem Bericht zufolge

bei Kraft Heinz verbleiben. Abrams-Rivera lehnte eine Stellungnahme ab. Allerdings

hatte das Management bereits im Mai darauf hingewiesen, strategische

Transaktionen zur Steigerung des Unternehmenswerts zu prüfen. Mit 24

Marken und einer breiten Produktpalette, die von Ketchup über gefrorene Fertiggerichte

bis hin zu Fruchtsäften reicht, drängt sich für den Konzern eine Aufspaltung

geradezu auf.

FOCUS MONEY 33/2025

Gewinnrückgang erwartet

Kraft Heinz rechnet im Gesamtjahr mit einem

bereinigten Gewinn je Aktie von 2,51 bis 2,67

Dollar. Im Jahr 2024 hatte der Konzern noch

3,06 Dollar je Anteilsschein verdient

Kraft Heinz

Kurs der Kraft-Heinz-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

20

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

A14TU4/US5007541064

Börsenwert 28,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 10,6/10,1

Dividendenrendite für 2025e/26e 5,8/5,9 %

Kursziel/Stoppkurs 30,00/20,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 26 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

40

35

30

25

e = erwartet

63


moneymarkets

CAMPBELL‘S

Schlankheitskur täte gut

Auch das für seine Suppen bekannte US-Unternehmen könnte durchaus etwas

abspecken. Denn Campbell`s hat nicht nur eine Vielzahl von Dosensuppen im

Angebot, sondern auch Soßen, Fertig- und Mikrowellengerichte sowie Tomatensaft.

Dazu kommen noch Snacks wie Kekse und Chips. Diese breite Produktpalette

schmeckt nicht jedem Anleger. Die an der Nasdaq notierte Aktie ist auf Sicht

von drei Jahren um gut ein Drittel gesunken.

Zwar nahm der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 um

vier Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Dollar zu. Doch das lag zu einem guten Teil

an der Übernahme von Sovos Brands im Frühjahr des vergangenen Jahres. Dadurch

vergrößerte sich das Produktportfolio noch einmal spürbar. Sovos Brands

stellt unter anderem Trockenteigwaren, Tiefkühlgerichte und Tiefkühlpizza her.

Organisch wuchs Campbell`s im Berichtszeitraum nur um ein Prozent. Der Gewinn

je Aktie halbierte sich sogar auf nur noch 0,22 Dollar.

Ohne Einmaleffekte deutlich besser. Bereinigt um verschiedene Sondereffekte

wie Kosten für Sparprogramme oder Wertminderungen sieht die Gewinnentwicklung

schon deutlich besser aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank in

Q3 nur von 0,75 auf 0,73 Dollar. Außerdem versucht das Unternehmen, seine Anleger

durch eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik bei Laune zu halten.

Die jüngste Quartalsdividende belief sich auf 0,39 Dollar und lag damit zwei Cent

höher als vor einem Jahr. Dazu kamen noch Aktienrückkäufe. Insgesamt zahlte

Campbell`s in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 403 Millionen

Dollar an seine Aktionäre. Das entspricht immerhin gut vier Prozent des

aktuellen Börsenwerts.

Weniger könnte mehr sein

Das Angebot von Campbell`s ist einfach zu

breit. Eine Abspaltung oder ein Verkauf der

Snacks oder der Tiefkühlgerichte würde die

Komplexität des Geschäftsmodells verringern

Campbell’s

Kurs der Campbell-Aktie in Euro

50

200-Tage-Linie

25

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

850561/US1344291091

Börsenwert 8,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/25e 15,8/11,9

Dividendenrendite für 2024e/25e 4,8/5,0 %

Kursziel/Stoppkurs 34,00/24,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 22 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

45

40

35

30

e = erwartet

SMITHFIELD

Fleisch und Wurst findet Anklang

Zwar ist auch der amerikanische Lebensmittelkonzern Smithfield mit zahlreichen

verschiedenen Marken wie Eckrich, Nathan’s Famous oder eben Smithfield aktiv.

Doch sie alle sind auf abgepackte Fleisch- und Wurstwaren fokussiert. Die

Anleger honorieren das. Seit dem Börsengang am 28. Januar dieses Jahres ist

der Aktienkurs um rund 20 Prozent gestiegen.

Das Unternehmen wurde im Jahr 1936 gegründet. Smithfield war bereits von

1999 bis 2013 an der Börse notiert. Dann übernahm der chinesische Fleischproduzent

WH Group die US-amerikanische Firma und nahm sie von der Börse.

Damals gab es Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die amerikanische

Lebensmittelsicherheit. Anfang 2025 folgte das Börsen-Comeback.

Starke Marktposition. Smithfield belegt eigenen Angaben zufolge in sechs

Warenkategorien in den USA Platz eins oder zwei. Das Unternehmen ist Marktführer

bei ungekochtem Speck und geräuchertem Schinken. Nach dem erneuten

Börsengang legte der Konzern überzeugende Quartalsergebnisse vor. Der Umsatz

stieg in den ersten drei Monaten um 9,5 Prozent auf fast 3,8 Milliarden Dollar.

Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich sogar von 0,32 auf 0,58 Dollar.

Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse geht es mit dem Aktienkurs bergauf.

Die starke Gewinnentwicklung beruht maßgeblich auf dem Turnaround bei

Schweinefleisch-Produkten. Bei dem Geschäftsbereich war im Auftaktquartal des

vergangenen Jahres noch ein operativer Verlust von 174 Millionen Dollar angefallen.

Jetzt schrieb er eine schwarze Null. Für das Gesamtjahr peilt Smithfield-

CEO Shane Smith ein operatives Ergebnis von plus/minus 50 Millionen Dollar an.

64

Zukäufe möglich

Smithfield will auch durch Übernahmen in

Nordamerika wachsen. Ende März verfügte

das Unternehmen über Barmittel und Kreditlinien

von 3,2 Milliarden Dollar

Smithfield

Kurs der Smithfield-Aktie in Euro

Börsengang

17

JAN F M A M J JUL

WKN/ISIN

A40ZZF/US8322482071

Börsenwert 8,4 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 10,6/10,0

Dividendenrendite für 2025e/26e 3,8/4,6 %

Kursziel/Stoppkurs 26,00/18,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 23 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

21

20

19

18

e = erwartet

FOCUS MONEY 33/2025


LINDT & SPRÜNGLI

Nur für tiefe Taschen

Was eine starke Marke wert ist, zeigt der Schweizer Schokoladenkonzern.

Aufgrund rekordhoher Kakaopreise verkaufte Lindt & Sprüngli seine Pralinen

und Schoko-Osterhasen in den ersten sechs Monaten im Durchschnitt

15,8 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Das sorgte zwar für einen Rückgang

des Verkaufsvolumens. Dieses fiel mit 4,6 Prozent jedoch deutlich geringer

aus als die Preiserhöhungen.

Der Umsatz stieg um neun Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Schweizer Franken.

Bei konstanten Wechselkursen wäre das Wachstum sogar noch etwas höher

ausgefallen. Insbesondere in Europa liefen die Geschäfte gut, während

Nordamerika enttäuschte. Trotzdem erhöhte CEO Adalbert Lechner die Prognose

für das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr von bisher sieben

bis neun auf jetzt neun bis elf Prozent. Der Reingewinn sank im ersten Halbjahr

allerdings um 13,3 Prozent auf 188,9 Millionen Franken.

Erstmals Nummer 1. In diesem Jahr kürte das Kantar Brandz Ranking Lindt

erstmals zur wertvollsten Schokoladenmarke der Welt. Ein weiterer Wachstumstreiber

ist der Ausbau des Ladennetzwerks. So stieg die Zahl der Läden

im Jahresvergleich von 540 auf 590, darunter ein Flagship-Store, den Lindt-

Markenbotschafter Roger Federer am Londoner Piccadilly Circus eröffnete.

Zudem expandierte Lindt & Sprüngli in Saudi-Arabien, Chile und Indien. Das

Schweizer Traditionsunternehmen reagiert vergleichsweise schnell auf neue

Trends. So führte Lindt Ende 2024 die Dubai Style Chocolade ein, die vor allem

jüngere Käufer ansprechen soll. Eine 145-Gramm-Tafel kostet fast zehn Euro.

Saftige Preise

Mehr noch als die Produkte ist die Aktie sehr

teuer. Das gilt nicht nur für den absoluten

Preis, Lindt & sondern Sprüngli auch für die Bewertung

Kurs der Lindt-&-Sprüngli-

Aktie in Tsd. Euro

140

130

120

100

200-Tage-Linie

90

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

859568/CH0010570759

Börsenwert 29,5 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 38,0/35,2

Dividendenrendite für 2025e/26e 1,4/1,5 %

Kursziel/Stoppkurs 145 000,00/110 000,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 16 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

110

e = erwartet

FROSTA

Heiße Wette auf Tiefkühlware

Politische Spannungen in vielen europäischen Ländern, Entlassungen von Unternehmen

und die schwache Konjunktur belasten die Stimmung der Verbraucher.

Umso erstaunlicher ist es, dass Frosta seinen Umsatz in der ersten Hälfte

2025 um 4,4 Prozent auf 329,9 Millionen Euro gesteigert hat. Der Nettogewinn

legte sogar um 14,5 Prozent auf 17,7 Millionen Euro zu – und dies, trotz weiterhin

hoher Material- und Energiekosten. Aufgrund der letzten Tarifabschlüsse

und zusätzlicher Schichten stiegen die Personalkosten sogar um zwölf Prozent.

Der Tiefkühlspezialist verdankt den gestiegenen Umsatz und Gewinn vor

allem der Marke Frosta, die um 12,2 Prozent wuchs. Das Unternehmen wirbt

damit, dass seine Produkte aus natürlichen Zutaten bestehen, umweltfreundlich

verpackt sind und Tierwohlstandards eingehalten werden.

Weiteres Potenzial. CEO Felix Ahlers räumt allerdings ein, dass die Profitabilität

des Geschäftsbereichs noch hinter den großen internationalen Wettbewerbern

zurückbleibt. Der Grund: Die Werbekosten verteilen sich auf einen

vergleichsweise geringen Umsatz. Mit jedem Euro mehr Verkaufserlös verbessert

sich jedoch das Verhältnis von Werbeaufwand zu Umsatz.

Frosta produziert nicht nur die Produkte der eigenen Marke, sondern auch

solche von Handelsmarken. Die Rezepturen und Verpackungsvorgaben werden

dabei vom jeweiligen Handelspartner gestellt. Dieses Geschäft ist in den

ersten sechs Monaten um 5,6 Prozent zurückgegangen, was unter anderem

am Wegfall unwirtschaftlicher Aufträge lag. Außerdem beliefert Frosta Großverbraucher.

Ein internationaler Konzern könnte mit einer Übernahme von

Frosta seine Präsenz in Deutschland vergrößern.

FOCUS MONEY 33/2025

Nichts für schwache Nerven

Der steile Kursanstieg seit Jahresanfang und

die vergleichsweise geringe Größe machen

Frosta anfällig für eine Korrektur. Die Bewertung

bietet jedoch noch Kurspotenzial

Frosta

Kurs der Frosta-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

40

2022 2023 2024 2025

WKN/ISIN

606900/DE0006069008

Börsenwert 687,9 Mio. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 14,7/13,4

Dividendenrendite für 2025e/26e 2,6/2,8 %

Kursziel/Stoppkurs 125,00/85,00 €

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 25 %

Quelle: Onvista, eigene Schätzungen

90

80

70

60

50

e = erwartet

65


moneymarkets

LUFTFAHRT

Ausnahmeerscheinung

US-Präsident Donald Trump verschont Flugzeugteile von seinen Einfuhrzöllen. Dazu kommt

ein boomendes Ersatzteil-Geschäft. Das verleiht den entsprechenden Aktien Flügel

von LUDWIG BÖHM

FLUGZEUGTURBINE: Die

USA sind hier auf Importe

angewiesen

Fünfzehn Prozent auf alles – außer Flugzeugteile! So ließe

sich Trumps Zollpolitik vereinfacht ausdrücken.

Denn bestimmte Waren, auf die die USA angewiesen

sind, werden gar nicht mit Einfuhrzöllen belegt. Dazu gehören

Flugzeugteile. Bei MTU dürften die Sektkorken geknallt

haben, als sich die USA und die EU am letzten Juli-Wochenende

auf einen Rahmenvertrag geeinigt haben, der die Flugzeugzulieferer

von den Einfuhrzöllen ausnimmt. Bei Rolls-

Royce dürfte das schon vorher der Fall gewesen sein.

Großbritannien war das erste Land, das ein Abkommen mit

den USA erzielte. Auch hier sind Flugzeugteile zollfrei.

Für die Flugzeugzulieferer ist das wachsende Ersatzteilgeschäft

mindestens ebenso wichtig. Weltweit gibt es immer

mehr Flugzeuge, die regelmäßig gewartet und überholt wer-

den müssen. Vor allem bei älteren Triebwerken ist der Bedarf

groß. Im Durchschnitt sind die Flieger 25 bis 30 Jahre lang

im Betrieb. Bei den Airlines stockt schon seit geraumer Zeit

der Austausch älterer durch neue Maschinen. Denn Airbus

und Boeing kommen mit der Produktion nicht hinterher.

Der europäische Flugzeugbauer hat im ersten Halbjahr

306 Passagiermaschinen ausgeliefert. Die Kunden bestellten

jedoch 402 neue Verkehrsflugzeuge. Es ist äußerst komplex,

die Produktion hochzufahren. Noch schwieriger stellt sich

die Situation bei den Amerikanern seit den beiden Abstürzen

einer Boeing 737 Max im Jahr 2018 und 2019 dar. Die

irische Billigfluglinie Ryanair hat bereits ihre Prognose für

die Passagierzahlen im laufenden Geschäftsjahr reduziert,

da sich die Auslieferungen von Boeing verzögern.

66

Foto: MTU

FOCUS MONEY 33/2025


Der weltweit größte Zulieferer für die Flugzeugindustrie

ist als US-Unternehmen zumindest vor Trumps Zöllen ohnehin

geschützt: GE Aerospace. Das Unternehmen ist erst

vor gut einem Jahr durch die Aufspaltung des Mischkonzerns

General Electric entstanden. Der Konzern baut verschiedene

Triebwerke sowohl für zivile als auch militärische Flugzeuge.

Dazu kommen noch Gasturbinen für Schiffe und verschiedene

Services. Die Amerikaner bezeichnen sich selbst

als führenden Anbieter für integrierte Triebwerkswartung.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1917

zurück. Als die USA in den Ersten Weltkrieg eintraten, suchte

die Regierung nach einem Unternehmen, das Turbolader

für Militärflugzeuge entwickeln sollte. GE erhielt den Zuschlag

und avancierte zum Weltmarktführer bei Düsentriebwerken.

Das Unternehmen zeichnet sich immer wieder

durch technische Innovationen aus.

GE Aerospace befindet sich auf einem steilen Wachstumskurs.

Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 21 Prozent

auf elf Milliarden Dollar zu. Der Gewinn je Aktie stieg überproportional

um 56 Prozent auf 1,87 Dollar. Ein Höhepunkt

war eine Bestellung von Qatar Airways. GE Aerospace wird

400 Triebwerke liefern, was den bislang größten Auftrag in

der Unternehmensgeschichte darstellt. Nach dem starken

Kursanstieg ist die Aktie aktuell hoch bewertet.

Ein weiterer großer Hersteller von Flugzeugturbinen

stammt ebenfalls aus den USA: Pratt & Whitney. Das Unternehmen

gehört allerdings seit 2020 zu RTX (ehemals Raytheon

Technologies). Da der Konzern mit Rüstungsgütern einen

ähnlich hohen Umsatz erzielt wie mit Pratt & Whitney,

ist er kein Pure-Play-Flugzeugzulieferer.

Große Joint Ventures. Der französische Technologiekonzern

Safran betreibt gemeinsam mit GE Aerospace das

Gemeinschaftsunternehmen CFM, das unter anderem den Leap-Turbofan

baut. Dieser ist der Nachfolger des meistverkauften

Triebwerks CFM56. Der Leap-Triebwerkstyp wird in den

Verkehrsflugzeugen Airbus A320neo, Boeing 737 Max und

Comac C919 eingesetzt. Darüber hinaus produziert Safran

Fahrwerke, Räder, Bremsen und komplette Landesysteme für

zivile und militärische Flugzeuge sowie Hubschrauber.

Außerdem bietet Safran alles, was zur Ausstattung von

Flugzeugkabinen benötigt wird, darunter Gepäckfächer, Türen,

Toiletten und Bordküchen. Zudem beliefert der Konzern

das Militär mit Navigationssystemen. Zusammen mit Airbus

betreibt Safran schließlich die Arianegroup, die die Trägerraketen

Ariane 5 und 6 produziert. Das Gemeinschaftsunternehmen

baut außerdem Raketen für die französische Marine.

Insgesamt ist der bereinigte Umsatz im ersten Halbjahr

um 13,2 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro gestiegen.

Auf Basis der insgesamt starken Halbjahresergebnisse erhöhte

Konzernchef Olivier Andriès die Prognose für das Gesamtjahr.

Der Umsatz soll jetzt nicht mehr um zehn Prozent

steigen, sondern um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz.

Und die Erwartung für das bereinigte operative Ergebnis

schraubte Andriès von 4,8 bis 4,9 nun auf fünf bis 5,1 Milliarden

Euro hoch. In den ersten sechs Monaten hatten die

Franzosen bereinigt operativ 2,5 Milliarden Euro verdient

und damit 27 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch hier ist

die Bewertung der Aktie durchaus ambitioniert.

Beim britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce brummt

ebenfalls das Geschäft (siehe S. 23). Im ersten Halbjahr erhöhte

sich der Umsatz um 7,1 Prozent auf 9,5 Milliarden britische

Pfund. Der Gewinn je Aktie legte von 13,71 auf 52,38

Pence zu. Rolls-Royce baut nicht nur Triebwerke für Flugzeuge,

sondern entwickelt auch Mini-Kernkraftwerke zur

Stromerzeugung. CEO Tufan Erginbilgic erwartet hier ab

2030 erste positive freie Cashflows. Bereits heute stellt das

Unternehmen stationäre Stromspeicher her.

Deutlich kleiner und preiswerter. Im internationalen Vergleich

belegt die MTU eher einen hinteren Platz. Dafür ist die

Aktie deutlich günstiger bewertet, woraus auch eine größere

Kursfantasie resultiert. David Perry, Analyst bei J.P. Morgan,

hat das Kursziel für den deutschen Flugzeugzulieferer

zuletzt von 375 auf 430 Euro angehoben.

Kein Wunder: Die Halbjahresergebnisse fielen beeindruckend

aus. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 4,1 Milliarden

Euro. Davon steuerte das Instandhaltungsgeschäft 2,8

Milliarden Euro bei, was einem Plus von 22 Prozent entspricht.

Allerdings fällt die Gewinnmarge in der Servicesparte

deutlich geringer aus als beim Verkauf von Triebwerken.

Wie seine Wettbewerber beliefert MTU auch das Militär. So

stammt der Antrieb des Eurofighters beispielsweise von den

Deutschen. Der Verteidigungsbereich spielt jedoch eine untergeordnete

Rolle. Insgesamt verbesserte sich der Gewinn

je Aktie von 5,30 auf 9,37 Euro.

Vier Überflieger

Die Aktien der Flugzeugzulieferer sind ambitioniert bewertet. Aber die Nachfrage steigt durch den Bau neuer Flieger und die

Instandhaltung älterer Maschinen. Bislang haben die Titel ihre hohen Bewertungen gerechtfertigt und alle liegen im Plus

Unternehmen WKN/ISIN Börsenwert

in Mrd. Euro

KGV

2025/26e

Dividendenrendite

2025/26e

Kursziel in Euro

Kurspotenzial in

Prozent

Stoppkurs

in Euro

GE Aerospace A3CSML/US3696043013 252,9 42,8/37,5 0,5/0,6 280,00 17 210,00

Safran 924781/FR0000073272 120,3 36,5/28,4 1,2/1,4 350,00 21 240,00

Rolls-Royce A1H81L/GB00B63H8491 107,2 44,6/36,9 0,8/1,0 16,00 26 11,00

MTU A0D9PT/DE000A0D9PT0 20,5 22,9/21,5 0,8/1,1 480,00 27 330,00

Quelle: Bloomberg, eigene Schätzungen

FOCUS MONEY 33/2025

67


moneymarkets

Das Beste für

FOCUS-MONEY-Leser

Der 1843 gegründete „The

Economist“ mit dem Leitmotto

„Den globalen Fortschritt

inspirieren“ gilt heute

als eine der führenden Wirtschaftszeitschriften

der

Welt. Er betont seine Unabhängigkeit

und Objektivität;

mit Büros in 14 Ländern

weltweit ist er für seine tiefen

Analysen der globalen

Wirtschaft und Politik

bekannt. In einer Kooperation

macht FOCUS MONEY

seinen Lesern in der Regel

wöchentlich einen ausge

wählten Artikel aus „The

Economist“ zugänglich.

KÜNSTLICHE

INTELLIGENZ

LOGO VON DEEPSEEK:

Der chinesische

Marktführer musste

die Markteinführung

seines neuesten

KI-Modells

verschieben

Den

Drachen

entfesseln

China verfügt über

hochkarätige KI-

Modelle. Aber es

ist schwierig, sie

zu betreiben.

Trumps Kehrtwende

bei Chip-Exportkontrollen

könnte

ein Segen sein

Vor sechs Monaten hat Deepseek, ein chinesisches Unternehmen

für künstliche Intelligenz (KI), die Welt mit

dem Modell v3 und seinen Nachfolgern begeistert. Zum

ersten Mal produzierte ein anderes Land als die USA – und ein

Land, das Amerika von der Versorgung mit Spitzen-Halbleiterchips

abgeschnitten hatte – Open-Source-Modelle, die mit

denen aus dem Silicon Valley konkurrierten.

Trotz der Beschränkungen trainierten chinesische Unternehmen

weiterhin weltweit führende KI-Modelle – Kimi K2,

das im Juli von Moonshot AI vorgestellt wurde, einem in Peking

ansässigen Labor, das von einem Google- und Meta-Absolventen

gegründet wurde, setzte sich direkt an die Spitze der

weltweiten Rangliste. Mit mehr Parametern, wie die Verbindungen

zwischen den künstlichen Neuronen eines Modells

genannt werden, als jedes Open-Source-Äquivalent, übertraf

Kimi K2 seine westlichen Konkurrenten ChatGPT 4.1 bei Tests

der Codierfähigkeit und Claude 4 Opus bei Tests der wissenschaftlichen

Kenntnisse.

Mangel an Datenzentren. Damit Modelle wirklich beeindrucken,

müssen sie auch benutzt werden. In diesem Bereich

sind die Beschränkungen für Chips am stärksten ausgeprägt.

Der Mangel hat sich auf die Datenzentren ausgewirkt, welche

die KI-Labore benötigen, um ihre einmal trainierten Systeme

zu betreiben. Verlangsamungen, Nutzungsbeschränkungen

und Verbindungsabbrüche sind an der Tagesordnung. „Wir

haben euer Feedback gehört – Kimi K2 ist LAAAAAAAAAANG-

SAM“, schrieb Moonshot ein paar Tage nach dem Start auf X.

Deepseek hat unterdessen die Markteinführung seines neuesten

KI-Modells verschoben, um ähnliche Leistungsproble-

68

Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 33/2025


me zu vermeiden, so ein Bericht von The Information. Und

so hatten beide Unternehmen vor zwei Wochen Grund zur

Freude, als das Weiße Haus seine jüngsten Exportkontrollen

aufhob und Nvidia den Verkauf seiner H20-Chips in

China wieder erlaubte. Die Bereitstellung dieser Mittel für

die dortigen Technologieunternehmen wird die Hürden beseitigen,

die derzeit ihr Wachstum bremsen.

China bietet fruchtbaren Boden für einen KI-Boom. Das

Land hat Millionen von Absolventen der Natur- und Ingenieurwissenschaften,

freie Netzkapazitäten, den politischen

Willen, Rechenzentren so schnell zu bauen, wie Beton

gegossen werden kann, und Zugang zu allen

öffentlichen Datenquellen des Westens und zu weiteren eigenen.

Es fehlt jedoch an einer eigenen Quelle für Rechenleistung,

ein grundlegendes Hindernis, das die Entwicklung

seiner Industrie bisher geprägt hat.

In den vergangenen Monaten haben chinesische Unternehmen

viele Möglichkeiten gefunden, die amerikanischen

Beschränkungen zu umgehen. Seit April wurden Chips im

Wert von einer Milliarde Dollar in das Land eingeführt, und

einheimische Unternehmen wie Huawei haben Chips entwickelt,

die in mancher Hinsicht mit dem Spitzenangebot

von Nvidia mithalten können (wenn auch in kleineren

Stückzahlen). Auch die unermüdliche Konzentration auf

Effizienz hat zu Durchbrüchen geführt.

Der begrenzte Zugang zu Chips erklärt auch ein anderes

Merkmal des chinesischen KI-Sektors, das Außenstehende

verblüfft hat: die Hingabe an Open-Source-Versionen. Deepseek

v3 und Kimi K2 sind beide über Hosting-Dienste von

Drittanbietern wie dem in New York ansässigen Unternehmen

Hugging Face erhältlich, können aber auch heruntergeladen

und auf der eigenen Hardware ausgeführt werden. Dadurch

wird sichergestellt, dass auch dann, wenn das

Unternehmen nicht über die nötige Rechenleistung verfügt,

um Kunden direkt zu bedienen, die Unterstützung für seine

Modelle anderweitig verfügbar ist. Und die Open-Source-

Veröffentlichungen dienen als Ausweg, um Hardware-Verbote

zu umgehen: Auch wenn Deepseek nicht einfach Nvidia-Chips

erwerben kann, Hugging Face kann das.

Nicht alle chinesischen Unternehmen sind gleichermaßen

von den Beschränkungen betroffen. Vor Kurzem

ver öffentlichte Alibaba das neueste Modell seiner Qwen3-

Familie, ein Open-Source-Denkmodell namens Qwen3-

235B-A22B-Thinking-2507. Die Veröffentlichung bringt

Qwen und die chinesische KI im Allgemeinen nicht nur

auf das Niveau der besten Open-Source-KI-Modelle, sondern

auf das der besten KI-Modelle überhaupt.

Das System von Alibaba ist etwa ein Viertel so groß wie das

von K2 und benötigt entsprechend weniger Rechenleistung.

Im Gegensatz zu Deepseek und Moonshot verfügt Alibaba

über eine umfangreiche Cloud-Infrastruktur, um die Modelle

am Laufen zu halten. Schnellere und effizientere Modelle

sind eindeutig das neue Spiel in der chinesischen KI-Branche:

Vor Kurzem veröffentlichte ein anderes Labor, Z.ai, zwei Modelle

mit den Namen GLM-4.5 und 4.5 Air, und preist ausdrücklich

deren Geschwindigkeit und Effizienz an.

Aber die ausgeklügelten Behelfslösungen und beeindruckenden

Modelle können die begrenzten Ressourcen nur

bis zu einem gewissen Grad ausreizen. Und seit April gibt

es eine Einschränkung, die schmerzhafter ist als alle anderen:

der Verlust der H20-Chips von Nvidia.

Erfolgreiche KI-Unternehmen müssen in der Lage sein,

zwei Dinge zu tun: Modelle zu trainieren und sie dann auszuführen,

ein Prozess, der als Inferenz bekannt ist. Die finanziell

am besten ausgestatteten chinesischen Labore haben

weiterhin Trainingsläufe in vergleichbarem Umfang

wie ihre westlichen Kollegen durchgeführt. Aber die Inferenz

hat sich als schwieriger erwiesen. Während Trainingsdatenzentren

monolithische Cluster von Spitzenchips benötigen,

wird Inferenz am besten von Chips durchgeführt,

die ein Gleichgewicht zwischen Leistung, Energieeffizienz

und der Fähigkeit zur schnellen Datenübertragung bieten.

Bis April war der H20 der Chip der Wahl.

Schlimmer noch: Obwohl ein Trainingslauf eine Vorleistung

ist, die sich über die Lebensdauer des Modells durch Einnahmen

amortisieren kann, hat ein Unternehmen, das während

der Inferenz Geld verliert, keine Möglichkeit, diese

Verluste auszugleichen. Das bedeutet, dass der Zugang zu

Chips für die Inferenz, nicht für das Training, der Engpass ist,

der das Wachstum der chinesischen KI-Branche einschränkt.

Gemischte Signale aus dem Weißen Haus. Die Trump-

Administration hat daraufhin gemischte Signale ausgesandt.

Der Anfang Juli veröffentlichte KI-Aktionsplan verschärft

einige Chip-Kontrollen und betont, dass es sowohl

für den geostrategischen Wettbewerb als auch für die nationale

Sicherheit von Bedeutung ist, Gegnern den Zugang

zu „fortschrittlicher KI-Rechenleistung“ zu verwehren,

und er fordert neue Ansätze zur Durchsetzung von Exportkontrollen.

Gleichzeitig hat er das Verbot von H20-Exporten

mit der Begründung aufgehoben, dass es für die

chinesische KI besser sei, sich für ihren gesamten Technologiebedarf,

einschließlich Inferenz, auf amerikanische

Unternehmen zu verlassen, als eine gleichwertige inländische

Kapazität aufzubauen.

Kurzfristig wird eine solche Lockerung für China ein

schwacher Trost sein. Nvidias eigene Lieferengpässe bedeuten,

dass der Tech-Gigant aus dem Silicon Valley die

Nachfrage des Landes nach Chips frühestens im vierten

Quartal des Jahres decken kann.

Das bedeutet, dass Modelle, die auf eine effiziente Ausgabe

und die Möglichkeit, sie direkt auf Handys und Laptops

zu nutzen, ausgerichtet sind, vorerst weiterhin Vorrang haben

werden. Doch wenn die Exporte aus den Vereinigten

Staaten von Amerika wieder anziehen, könnte der chinesische

KI-Sektor 2026 endlich mit deutlich weniger Zwängen

an den Start gehen.

FOCUS MONEY 33/2025

69


moneymarkets

PC-PANEL FÜR

MARITIME ANWEN-

DUNGEN: Hohe

Nachfrage für

Kontron-Produkte

KONTRON

Im Kleinen

ganz groß

Ein guter Newsflow trieb die Aktie des

IoT-Spezialisten Kontron über Chart-

Widerstände hinweg auf ein neues

Mehrjahreshoch. Gelingt der Durchbruch,

sollte noch mehr möglich sein.

von THOMAS SCHUMM

Spannende Chart-Situation

Immer wieder scheiterte die Aktie an der Widerstandszone

bei 23/25 Euro. Inzwischen ist diese

überwunden, Kontron der Kurs notiert über dem 2018er-Hoch

Kurs der Kontron-Aktie in Euro

200-Tage-Linie

14

2023 2024 2025

WKN/ISIN

A0X9EJ/AT0000A0E9W5

Börsenwert 1,84 Mrd. €

Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 16,2/13,2

Dividendenrendite für 2025e/26e 2,7/3,0 %

Kursziel/Stoppkurs

35,00/21,00 Euro

Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 24 %

Quelle: Bloomberg

26

22

18

e = erwartet

Die Börse hatte bei Kontron in den

vergangenen

Monaten einiges zu feiern: Im

Februar sicherte sich der Spezialist für IoT-Technologie (IoT:

Internet of Things – Internet der Dinge; Maschinen kommunizieren

mit anderen Maschinen) einen Auftrag über 250 Millionen Dollar

für 5G-IoT-Konnektivitätsmodule für mehrere globale Automobilhersteller.

Im März folgte ein weiteres Neugeschäft mit einem

Volumen von 40 Millionen Euro über Sensortechnik, ebenfalls aus

der Automotive-Branche. Im April gab es den Zuschlag für ein Projekt

zum digitalen Zugfunk (GSM-R) für die Bahnstrecke Medina

del Campo in Spanien über 20 Millionen Euro, im Juni eine Bestellung

über 26 Millionen Euro der tschechischen Bahn und im Juli

ein Großauftrag der französischen Bahn SNCF im dreistelligen

Millionenbereich. Insgesamt summierte sich der Auftragsbestand

bei Kontron in Linz, die 2017 (Umfirmierung 2022) aus der Übernahme

der alten Kontron (Augsburg) durch die österreichische S&T

hervorging, zum Ende des ersten Quartals auf stattliche 2,187 Milliarden

Euro (Ende 2024: 2,078 Milliarden Euro). Beeindruckend

ist auch die Projekt-Pipeline von Kontron mit 7,447 (6,643) Milliarden

Euro. Das schafft reichlich Fantasie für künftiges Wachstum.

Im ersten Quartal verbesserte sich der Umsatz um 8,2 Prozent

auf 385,4 Millionen Euro bei einer Bruttomarge von 44,0 Prozent.

Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg dabei 35,4 auf 48,0 Millionen

Euro, bei einer Ebitda-Marge von 12,4 Prozent (Vorjahr: 10,0 Prozent).

Unter dem Strich blieb ein Gewinn je Aktie von 0,33 (0,26)

Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Kontron ein Ebitda von 220 Millionen

Euro, nach 192 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Umsatz

soll zwischen 1,9 und zwei Milliarden Euro liegen, gegenüber

1,685 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.

Den Halbjahresbericht wird Kontron am 6. August (nach Redaktionsschluss)

veröffentlichen. Die Entwicklung im zweiten Quartal

soll ähnlich gut wie in den ersten drei Monaten verlaufen sein.

Allein der Verkauf der Jumptec an Congatec, einem Portfoliounternehmen

der börsennotierten Deutschen Beteiligungs-AG am 1. Juli

führte bei Kontron zu einem Mittelzufluss von mehr als 100 Millionen

Euro, wodurch das Ebitda im zweiten Quartal um 50 bis 70

Millionen Euro gesteigert werde, wie es aus dem Unternehmen

heißt. Grundsätzlich will der Vorstand das Wachstum im Bereich

Software bei weiteren Margensteigerungen fortsetzen, auch soll

es weiterhin Portfoliobereinigungen geben. Vor diesem Hintergrund

und angesichts der Auftragslage ist die Kontron-Aktie aktuell

eher defensiv bewertet und bleibt attraktiv.

70 Fotos: Kontron

FOCUS MONEY 33/2025


ieser Text

eigt evtl. Proleme

beim

ext an

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Lieferung nur an Personen über 18 Jahren. Sie haben ein gesetzl. Widerrufsrecht. Die Belehrung können Sie unter www.focus-abo.de/agb abrufen. ** Zum Ortstarif, Mobilfunknetze können abweichen.

Verantwortlicher und Kontakt: BurdaVerlag Consumer Sales & Services GmbH, Hauptstr. 130, 77652 Offenburg für die BurdaVerlag Publishing GmbH, in gemeinsamer Verantwortlichkeit mit mehreren

FOCUS Verlagen MONEY von Hubert 33/2025 Burda Media (siehe www.burda.com/de/gvv). Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS Informationen zum MONEY Datenschutz können Sie unserer Impressum-Seite Composing: entnehmen. xxx/FOCUS MONEY 71


moneydigital

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IHR BÖRSENBRIEF FÜR NEBENWERTE

ANDREAS KÖRNER

CHEFSTRATEGE ALPHA CAP REPORT

UND EX-WERTPAPIERHÄNDLER

Alpha Cap Report

Vorsicht Wohlstandsverlust!

Die Welt wird zunehmend unfrei.

Weniger als 30 Prozent der Menschen

leben laut Varieties of Democracy

Project in Wahl- beziehungsweise

liberalen Demokratien. Zu Beginn des

Jahrtausends waren es noch 53

Prozent. Populistische Regierungen

und Autokratien sind weltweit auf

dem Vormarsch. Mit verheerenden

Risiken. „Populismus wird zum Wohlstandsrisiko

und kostet Rendite bei der

Kapitalanlage“, sagt Hans-Jörg Naumer,

Leiter Capital Markets & Thematic

Research bei Allianz Global Investors im

Interview mit dem Youtube-Kanal

Mission Money. Der Volkswirt erläutert,

was Populismus ist und welche Folgen

er für Wachstum, Wohlstand und

Finanzmärkte hat – und bietet Lösungsansätze,

wie dieser „Teufelskreis“

durchbrochen werden kann. Natürlich

können nur wirklich freie Demokratien

und ein freie Marktwirtschaft Wohlstand

und Freiheit sichern.

youtube.com/missionmoney

Dieses Interview und weitere spannende

Gespräche mit Deutschlands Top-Experten

für Wirtschaft und Finanzen finden Sie auf

dem Youtube-Kanal Mission Money

Kleine geben die Richtung vor

Nebenwerte spielen in der Wahrnehmung

vieler Anleger oft nur eine

Nebenrolle. Doch wer nur auf die Dickschiffe

im Dax setzt, könnte Rendite verschenken.

Denn historisch betrachtet

liefern kleinere und mittlere Unternehmen

häufig die dynamischere Performance.

„Dass Dax-Werte zuletzt besser liefen

als Titel aus MDax und SDax, ist eher die

Ausnahme als die Regel“, erklären die

Experten der Augsburger Fondsgesellschaft

Value Holdings. Sie sehen gute

Gründe dafür, dass sich das bald wieder

ändern dürfte.

Ein zentrales Argument: die jüngste

Einigung zwischen den USA und der EU

im Zollstreit. Dadurch dürfte vor allem

die zweite und dritte Börsenreihe profitieren.

Denn: „Anders als viele Dax-

Konzerne sind Mittelständler weniger

stark von den 15-Prozent-Zöllen betroffen“,

heißt es in einer aktuellen Analyse

der Augsburger. Zudem reagieren die

kleineren Unternehmen besonders sensibel

auf positive wirtschaftliche Signale

hierzulande. „Wenn sich Konsumklima

und Investitionsbereitschaft in

Deutschland aufhellen, schlägt sich das

direkt in den Auftragsbüchern des Mittelstands

nieder“, so die Experten.

Ein weiterer Pluspunkt: die geldpolitische

Lockerung der Europäischen

Zentralbank (EZB). Seit Jahresbeginn

hat die Notenbank mehrfach den Leitzins

gesenkt – anders als in den USA.

Und obwohl zuletzt eine Pause eingelegt

wurde, ist ein weiterer Zinsschritt nach

unten keineswegs vom Tisch. „Das würde

die Finanzierungskosten weiter drücken

– ein klarer Vorteil für kleinere Unternehmen“,

betonen die Fondsmanager.

Insgesamt stehen die Zeichen für

Small und Mid Caps auf Grün. Die Bewertungen

sind attraktiv, die konjunkturelle

Lage stabilisiert sich, und die

geldpolitische Unterstützung bleibt bestehen.

Vieles spricht dafür, dass die

klassische Outperformance der Nebenwerte

gegenüber den Blue Chips zurückkehrt.

Anleger mit Weitblick sollten

jetzt genau hinschauen.

Im Börsenbrief Alpha Cap Report erhalten

Sie von Chef-Stratege Andreas Körner alle

zwei Wochen spannende Tipps und

Analysen aus dem Anlageuniversum

internationale Nebenwerte

Auch Babyboomer sollen bezahlen

Die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung

steht auf der Kippe. Auch bei

der Krankenversicherung sieht es mau aus.

„Ohne Reformen droht unser Sozialsystem

zu kollabieren“, warnt Monika Schnitzer. Die

Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft

fürchtet, dass vom „Herbst der Sozial-

reformen“, ausgerufen von Bundeskanzler

Friedrich Merz, am Ende nur ein Reförmchen

bleibt. Mit Heike Bangert spricht sie im Podcast

FOCUS MONEY talks darüber, welche

Reformen bei Rente und Gesundheit

eingeleitet werden müssen.

Der „Boomer-Soli“ ist dabei nur

ein Baustein.

72 FOCUS MONEY 33/2025


Spannende Trends

von

Mehr spannende Statistiken und

Analysen finden Sie in der App

unseres Partners Finanzen100

FOCUS MONEY

& Finanzen100

Während sich zumindest die Anleger

in der Finanzen100-Community langsam

von Nvidia und BYD verabschieden,

greifen die User offenbar bei

Palantir zu. Das stattliche KGV von

aktuell 572 scheint sie dabei nicht zu

stören. Stark diskutiert wird die Anhebung

der Gewinnprognose bei

Pfizer. Außerdem gibt es wieder eine

ausgewählte Watchlist aus dem Finvestor-Bereich

von Finanzen100.

Top-Trades

KäufeVerkäufe

Palantir

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

82 %18 %

Novo Nordisk

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

81 %19 %

Nvidia

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

58 %42 %

BYD

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

60 %40 %

Droneshield

■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■

81 %19 %

Top Aktien nach Aufrufen

Unternehmen WKN Performance

der letzten

Woche

1 Palantir A2QA4J 7,9 %

2 Nvidia 918422 –2,1 %

3 Rheinmetall 703000 3,6 %

4 Novo Nordisk A3EU6F –31,1 %

5 Commerzbank CBK100 4,8 %

Aktien mit der größten Performance

Unternehmen WKN Performance

der letzten 52

Wochen

1 Sezzle A3EGAB 1021,8 %

2 Power Solutions A1WZUH 616,0 %

3 Fannie Mae 856099 600,1 %

4 Exail Technologies 912613 586,7 %

5 Dave A A3D4BP 568,6 %

In sozialen Netzwerken

stark diskutierte Aktien

Unternehmen WKN Performance

1 Pfizer 852009 1,0 %

2 Gerresheimer A0LD6E –6,2 %

3 Diageo 851247 –4,0 %

4 BP 850517 2,2 %

5 Hims & Hers Health A2QMYY 0,1 %

Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100

NOAH LEIDINGER

PODCAST-HOST VON

„OHNE AKTIEN WIRD ES

SCHWER“

Watchlist

der Woche

Die Watchlist „KI-Speicher“ von

Finvestor Noah Leidinger finden

Sie in der App unseres Partners

Finanzen100.

Watchlist KI-Speicher

Unternehmen WKN Hinzugefügt am Performance

seit Hinzufügen

1 Micron Technology 869020 26.03.2025 6,5 %

2 Pure Storage A14YFN 26.03.2025 0,8 %

3 Samsung Electronics 881823 26.03.2025 13,7 %

4 Seagate Technology A3CQU7 26.03.2025 66,3 %

5 SK HynixX A1JWRE 26.03.2025 25,2 %

Quelle: Finanzen100

FOCUS MONEY 33/2025 Illustration: Adobe Stock

73


moneymarkets

MUSTERDEPOT

Experten

schichten um

Hölzle setzt auf Bahn-Großauftrag

und Jaensch kauft nach

Bayer auch Bilfinger

Schoeller-Bleckmann, Zulieferer der Ölbranche,

hat sich nicht so entwickelt, wie von Manuel

Hölzle von GBC erhofft. Er verkauft seine

310 Schoeller-Bleckmann mit Limit 28

Euro. Dafür ordert er 300 Kontron mit Limit

29 Euro. „Mit Kontron kehrt ein alter Bekannter

in unser Musterdepot zurück. Das Unternehmen

überzeugte zuletzt mit starken Auftragseingängen

und operativer Dynamik. So

wurde im Juli ein Großauftrag im dreistelligen

Millionenbereich mit dem französischen

Bahnkonzern SNCF vermeldet“, sagt Hölzle.

„Nach der jüngsten Gewinnwarnung zeigt

sich bei K+S zunächst eine eher verhaltene

Entwicklung. Im Gegensatz dazu ermittelt

das Trend-Scoring für Bilfinger eine deutlich

höhere Wahrscheinlichkeit für eine zukünftige

Überperformance. Der ehemalige Baukonzern

hat sich zu einem führenden Industriedienstleister

mit Fokus auf den

europäischen Kernmarkt entwickelt“, sagt

Hartmut Jaensch, prediqma. Er ordert daher

100 Bilfinger mit Limit 99 Euro (gültig bis

11.8.). Dafür stößt er seine 450 K+S ohne Limit

ab. Jaensch verkaufte zudem in der Berichtswoche

seine 30 MTU zu je 373,10 Euro.

Dafür nahm er 400 Bayer zu je 28,21 Euro

ins Depot auf.

JH

Anzahl/nominal

des Wertpapiers

ISIN

aufgenommen

Ausgabe

Kaufkurs

in Euro

Kaufsumme

in Euro

Limits Euro

je Stück/

Anzahl

Kurs am

05.08.25

in Euro

Kurswert

am

05.08.25

Kursveränderung

in %

DEPOT 1

HARTMUT JAENSCH,

prediqma – Institut

für Börsenstrategie

150 Erste Group Bank AT0000652011 5/25 60,18 9027,00 – 81,75 12262,50 35,8

95 Heidelberg Materials DE0006047004 diverse 126,81 12046,50 – 195,70 18591,50 54,3

450 Wacker Neuson DE000WACK012 12/25 17,26 7767,00 – 22,40 10080,00 29,8

200 Société Générale FR0000130809 13/25 42,09 8418,00 – 55,60 11120,00 32,1

5000 Heidelberger Druck DE0007314007 25/25 1,41 7070,00 – 2,22 11100,00 57,0

700 Babcock Intern. GB0009697037 25/25 12,51 8757,00 – 11,54 8078,00 –7,8

Guthaben: 8051,44 € 950 Deutz DE0006305006 25/25 7,71 7324,50 – 7,51 7134,50 –2,6

Depotwert: 105245,00 € 450 K+S DE000KSAG888 25/25 16,66 7497,00 V: o.L./450 13,33 5998,50 –20,0

Gesamtwert*: 113296,44 € 800 Basler DE0005102008 30/25 13,22 10576,00 – 12,30 9840,00 –7,0

Depotveränderung:13,3 % 400 Bayer DE000BAY0017 33/25 28,21 11282,00 – 27,60 11040,00 –2,1

DEPOT 2

MANUEL HÖLZLE,

GBC AG

75 Alzchem 7 ) 11 ) DE000A2YNT30 5/25 63,80 4785,00 – 156,20 11715,00 144,8

240 Cembre 7 ) 11 ) IT0001128047 diverse 41,61 9986,00 – 59,20 14208,00 42,3

1950 Guillemot 7 ) 11 ) FR0000066722 diverse 5,90 11508,00 – 5,08 9906,00 –13,9

500 Lottomatica 7 ) 11 ) IT0005541336 diverse 12,95 6477,24 – 23,18 11590,00 78,9

800 M1 Kliniken AG 5 ) 11 ) DE000A0STSQ8 diverse 14,98 11981,80 – 13,52 10816,00 –9,7

900 Stinag Stuttgart Invest 5 ) 11 ) DE0007318008 diverse 12,82 11535,00 – 15,60 14040,00 21,7

Guthaben:5 353,17 € 310 Schoeller-Bleckmann 7 ) 11 ) AT0000946652 diverse 33,70 10447,00 V: 28,00/310 28,85 8943,50 –14,4

Depotwert: 121028,50 € 600 Avio 5 ) 7) 11 ) IT0005119810 diverse 18,53 11118,00 – 32,90 19740,00 77,5

Gesamtwert*: 126381,67 € 140 Vossloh 7) 11 ) DE0007667107 diverse 78,64 11010,00 – 87,00 12180,00 10,6

Depotveränderung:26,4 % 3000 Verve Group 5a) 5b) 7) 11 ) SE0018538068 diverse 3,15 9435,00 – 2,63 7890,00 –16,4

DEPOT 3

NICOLE SPERCH,

Impact Asset

Management GmbH

170 3i Group GB00B1YW4409 5/25 42,60 7242,00 – 47,60 8092,00 11,7

15 ASML Holding NL0010273215 5/25 711,70 10675,50 – 600,10 9001,50 –15,7

100 BMW DE0005190003 5/25 76,22 7622,00 – 83,16 8316,00 9,1

3 Hermes International FR0000052292 5/25 2347,00 7041,00 – 2103,00 6309,00 –10,4

110 Holcim CH0012214059 5/25 45,77 5034,70 – 70,26 7728,60 53,5

130 Novo Nordisk DK0062498333 5/25 82,76 10758,80 – 41,50 5394,35 –49,9

Guthaben:10 958,63 € 240 Relx GB00B2B0DG97 5/25 44,86 10 766,40 – 44,74 10 737,60 –0,3

Depotwert: 86 502,55 € 600 ING Groep NL0011821202 diverse 17,26 10 353,60 – 19,62 11 773,20 13,7

Gesamtwert*: 97 461,18 € 190 Prosus NL0013654783 14/25 43,37 8 239,35 – 49,97 9 494,30 15,2

Depotveränderung:–2,5 % 80 Vinci FR0000125486 30/25 127,00 10 160,00 – 120,70 9 656,00 –5,0

*Startkapital am 13.01.25 = 100000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2% pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss

Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind all gemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner

Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleis ter konsultiert werden

74 FOCUS MONEY 33/2025


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FOCUS MONEY 33/2025

Näher geht nicht.

75


moneysteuern&re

MIETWOHNUNGEN:

Auch nach dem Ende

der Mietzeit streiten manch

Mieter und Vermieter

noch vor Gericht

DIESEL-SKANDAL

Entschädigung trotz

Typgenehmigung

Vier Fragen beantwortet ein klarstellendes

Urteil der Luxemburger EuGH-

Richter zu Entschädigungen im Diesel-Skandal

(Az. C-666/23): Erstens

„kann sich ein Automobilhersteller

nicht dadurch von seiner Haftung für

eine unzulässige Abschalteinrichtung

befreien, dass für den Fahrzeugtyp

oder die Einrichtung selbst von der

zuständigen nationalen Behörde eine

Genehmigung erteilt wurde.“ Zweitens

gilt die Haftung sowohl für den

Einbau bei Herstellung des Autos als

auch für spätere Software-Updates.

Drittens verhindert das Unionsrecht

nicht, auf den Schadenersatz einen

Betrag zur Vorteilsnutzung des

Fahrzeugs anzurechnen. Und viertens

steht es auch nicht entgegen,

wenn die Entschädigung auf einen

Betrag von 15 Prozent des Auto-Kaufpreises

begrenzt wird – solange diese

Entschädigung eine angemessene

Wiedergutmachung für den erlittenen

Schaden darstellt.

WM

MIETRECHT

Streit nach dem Auszug

Rückzahlung der Kaution, Miethöhe, Mängel oder vorgetäuschter

Eigenbedarf – auch nach Mietende gibt es oft noch was zu klären

ZWEI FLIEGEN MIT EINER KLAPPE

hat der BGH in einem Beschluss zur Kautionsrückzahlung

nach Ende des Mietverhältnisses

geschlagen (Az. VIII ZR

245/22): Einerseits war im Zuge dessen

streitig, ob die Mieterin anteilig die Kosten

für beim Auszug noch nicht fällige

Schönheitsreparaturen übernehmen

muss. Nur wenn solch eine Klausel individuell

ausgehandelt wird, ist sie zulässig,

als Formularvereinbarung unwirksam.

Die Wahlmöglichkeit zwischen zwei vorformulierten

Alternativen reicht aber

nicht aus, um als individuell ausgehandelt

zu gelten, so die Richter.

Andererseits ging es um die Frage, ob

im Geltungsbereich von Mietpreisbremsen

für die zulässige Miethöhe auch die

mit dem Vormieter vereinbarten Mietstaffeln

herangezogen werden können.

Klare Antwort: Nein, solange diese noch

nicht in Kraft waren, weil der Vormieter

vorher ausgezogen ist. Maßgeblich ist allein

die vom Vormieter zuletzt tatsächlich

gezahlte Miete. Somit gingen beide

Streitpunkte zu Gunsten der Mieterin aus.

In einem anderen Fall konnte dagegen

der Vermieter obsiegen: Wird bei der

Rückgabe der Wohnung ein Übergabeprotokoll

erstellt und von beiden Seiten

unterzeichnet, dann ist dieses mit Ausnahme

für nicht erkennbare verdeckte

Schäden regelmäßig bindend (AG Hanau,

Az. 32 C 37/24). Das gilt sowohl für positiv

aufgeführte Mängel als auch für deren

Fehlen im Protokoll. Damit scheiterte ein

Mieter, der im Protokoll einen mangelfreien

Zustand bescheinigte, sich dann

aber auf nicht behobene Mängel während

der Mietzeit berief, um rückständige Mieten

nicht zahlen zu müssen.

Für Vermieter richtig teuer werden

kann aber ein vorgetäuschter Eigenbedarf.

Ziehen er oder in der Kündigung angegebene

Angehörige nach Auszug des

Mieters nämlich nicht ein, muss er den

nachträglichen Wegfall des Eigenbedarfs

beweisen. Kann er den nicht ausreichend

nachweisen, muss er Schadenersatz zahlen

(LG Berlin II, Az. 64 S 281/22). WM

76 Foto: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


ht

Aktenzeichen

OLDTIMER: Der Erhaltungszustand

ist für den Wert von

großer Bedeutung

KAUFRECHT

Zustandsnote

ist bindend

WER EINEN OLDTIMER KAUFT, achtet

genau auf den Zustand des Fahrzeugs.

Denn dieser hat maßgeblichen Einfluss

auf den Kaufpreis. „Die Verwendung von

Zustandsnoten für die Einstufung des Erhaltungszustands

von Oldtimern in einem

mehrstufigen Bewertungsmodell ist

allgemein gebräuchlich und branchenüblich“,

schreibt nun auch der BGH.

Denn die Zustandsnoten haben nicht nur

praktische, sondern auch erhebliche

rechtliche Bedeutung. So geht es bei der

Vertragsauslegung darum, ob diese Note

eine „Beschaffenheitsvereinbarung“ ist

und damit ein Sachmangel vorliegt,

wenn der tatsächliche Zustand nicht der

angegebenen Note entspricht. Der BGH

„hat entschieden, dass im Bereich des

Kaufs von Oldtimern bei der Angabe einer

Zustandsnote in dem Kaufvertrag im

Zusammenhang mit der Beschreibung

VERSICHERUNGSRECHT

des Erhaltungszustands des Oldtimers

regelmäßig – auch im Fall des Verkaufs

eines Oldtimers durch einen privaten

Verkäufer – von einer Beschaffenheitsvereinbarung

auszugehen ist“ (Az. VIII

ZR 240/24). Es sei denn, im Einzelfall

sprechen besondere Umstände dagegen.

Solch eine Ausnahme sahen die Richter

aber beim Kauf eines MGB Roadster

mit H-Zulassung und der Note „2-3“

nicht als gegeben. Zwei Jahre später fiel

das Fahrzeug wegen erheblicher Mängel

beim Tüv durch. Nach erfolgloser Aufforderung

zur Mängelbeseitigung erklärte

der Käufer den Rücktritt und verlangt

den Kaufpreis zurück sowie den

Ersatz von Aufwendungen – Zug um Zug

gegen Rückgabe des Autos. Weil die Vorinstanz

noch anders entschieden hatte,

muss diese nun klären, ob der Roadster

dem Zustand „2-3“ entsprach. WM

Teure Trifokal-Linsen bei grauem Star

Im Streit mit ihrer privaten Krankenversicherung konnte sich die Patientin

durchsetzen und erhält die Kosten für die Implantation von trifokalen Linsen

erstattet (OLG Frankfurt am Main, Az. 7 U 40/21). Unstreitig litt sie unter

Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Altersweitsichtigkeit. Umstritten

war, ob sie zudem beidseitigen grauen Star hatte. Doch nach einem

Sachverständigengutachten entschied das Gericht, „die Linsenoperation

ist eine notwendige Heilbehandlung und die Auswahl der Trifokal-Linsen

anstelle von Standardlinsen auch medizinisch notwendig gewesen.“ Die Patientin

habe unter grauem Star gelitten und die Entscheidung für eine Operation

basiere nicht allein auf dem objektiven Befund, sondern auch auf subjektiven

Beschwerden, die trotz durchschnittlich guter Sehschärfe die

Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.

WM

NEUE URTEILE

Zu spät über Kartenmissbrauch informiert.

Wer eine Zahlungskarte

benutzt, verliert grundsätzlich seinen

Anspruch auf die Erstattung

nicht autorisierter Zahlungsvorgänge,

wenn er von diesen weiß und

nicht unverzüglich seinen Zahlungsdienstleister

davon informiert (EuGH,

Az. C-665/23).

Keine Kundenklage gegen Streiks.

Der einzelne Bahnkunde hat keinen

eigenen Anspruch gegen eine Gewerkschaft,

bestimmte Streikmaßnahmen

zu unterlassen. Dass beim

Bahnstreik viele Kunden betroffen

sind, ist im Rahmen der Verhältnismäßigkeit

eines Streiks zu prüfen

(Hessisches LAG, Az. 10 Ta 500/25).

Reiserücktritt wegen gestohlener

Medikamente. Einem Ehepaar wurden

notwendige Medikamente wie

Blutdruck- und Cholesterinsenker

aus dem Reisebus gestohlen, weshalb

sie die geplante Kreuzfahrt

nicht mehr antraten. Der Veranstalter

muss den Reisepreis zurückzahlen,

da auch der Bustransfer zur gebuchten

Pauschalreise gehörte und

dem Paar die Reise ohne ihre Medikamente

nicht zumutbar war (AG

München, Az. 223 C 12480/23).

Kündigung der Online-Partnervermittlung.

Eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft

kann nicht jederzeit

gekündigt werden, frühere

automatische Vertragsverlängerungsklauseln

sind weitgehend wirksam

(BGH, Az. III ZRv 388/23).

Europäischer Gerichtshof (EuGH); Bundesgerichtshof (BGH);

Oberlandesgericht (OLG); Landgericht (LG); Amtsgericht (AG);

Landesarbeitsgericht (LAG); Aktenzeichen (Az.)

FOCUS MONEY 33/2025

Foto: BMW 77


moneyleserbriefe

„UNSER SOZIALSYSTEM

DROHT ZU KOLLABIEREN“

(32/25) Interview Monika Schnitzer

Leider arbeiten unsere Abgeordneten

immer nur von Wahl zu Wahl

mit dem Ziel, das eigene Mandat.

Das Rentenproblem ist seit mindestens

20 Jahren, besser seit 30

Jahren, bekannt. Damit hat die Politik

eindeutig versagt. Jetzt treibt

man täglich eine neue Sau durchs

Dorf. Jeder macht Vorschläge, wie

auch immer durchdacht. Es hilft eigentlich

nur eine langfristige Reform,

die alle mitnimmt. Ich befürchte,

es wird nicht gelingen.

Aber Populismus stört nur.

Reiner Rendelmann

Die Situation wurde seit Jahrzehnten

vorhergesagt, und das ziemlich

präzise. Das weiß auch die

Politik. Wie gut, dass jetzt die beiden

Parteien an der Regierung

sind, die die letzten Jahrzehnte

den jeweiligen Bundeskanzler gestellt

haben und somit in der Verantwortung

gewesen wären, das

Problem frühzeitig zu lösen. Stattdessen

hat sich zum Beispiel Herr

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78

Liebe Leserin, lieber Leser

Schreiben Sie Ihre Meinung zu den

Themen in diesem Heft – bitte

unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse:

Redaktion FOCUS MONEY

Arabellastraße 23, 81925 München

oder E-Mail: leserservice@focus-money.de

oder Fax: 0 89/92 50-3610

(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)

Blüm hingestellt und behauptet,

die Rente sei sicher.

Ich vermute, dass die nun erforderlichen

Einschnitte als „alternativlos“

hingestellt werden und

Rentner wie Beitragszahler die

Zeche zahlen müssen. Durch das

Verhalten der etablierten Parteien

in einer Wirtschaftskrise sind wir

schon einmal in eine Diktatur gerutscht.

Wollen wir das noch mal?

Manfred Nast

Generationenvertrag? Eher Diktat,

Kinder können keinen Vertrag

schließen. Das Konzept der berufsbezogenen

Rentenversicherungen

ist wesentlich nachhaltiger:

Zuerst werden Beiträge zur individuellen

Rente eingezahlt, diese

auf dem Geldmarkt angelegt und

von dem Kapital die Rente errechnet

und gezahlt. Während der

Nullzinsphase gibt es keine Rentenerhöhung,

um die Zahlungsfähigkeit

nicht zu gefährden.

Steuerzuschüsse zu dieser Form

der Rentenversicherung sind mir

nicht bekannt.

Dr. Ales Z.

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FOCUS MONEY 33/2025


dswanlegerschutz

VORSTANDSVERGÜTUNG

Immer mehr variabel

von MARC TÜNGLER, Hauptgeschäftsführer der Deutschen

Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW)

Als Deutsche Schutzvereinigung für

Wertpapierbesitz e.V. (DSW) legen

wir unsere DSW-Vorstandsvergütungsstudie

in diesem Jahr bereits zum 26.

Mal vor. Bereits im Jahr 2000 hat die DSW

das erste Mal die Vorstandsgehälter deutscher

Aktiengesellschaften analysiert. Die

Zusammenarbeit mit der TU München

startete im Jahr 2007.

Die Vergütung der Dax-Vorstände war

im Geschäftsjahr 2024 wie folgt strukturiert:

31,9 Prozent wurden als Fixvergütung

gezahlt, 25,4 Prozent beliefen sich

auf die kurzfristige variable Vergütung und

42,7 Prozent auf die langfristige variable

Vergütung. Damit sind mehr als zwei Drittel

der Vergütungen variabel ausgestaltet,

was sich dennoch weit weg von den Strukturen

bewegt, die wir sonst in der Welt und

insbesondere in den USA sehen. Dort wird

noch deutlich stärker variabel vergütet.

Hohes Gehalt in Wolfsburg

Im Jahr 2024 verdiente Oliver Blume

(Volkswagen) mit einer Gesamtvergütung

von 10,599 Millionen Euro am meisten.

74,7 Prozent seiner Vergütung entfallen

auf variable Vergütungsbestandteile. Aufgrund

der Konzernbetrachtung enthält dieser

Wert auch die Vergütung, welche durch

die Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der

Porsche AG (einem Tochterunternehmen

der Volkswagen AG) verdient wurde.

Es folgen Bjørn Gulden (Adidas) mit

10,317 Millionen Euro und Christian

Sewing (Deutsche Bank) mit 9,866

Millionen. Auf den Plätzen vier

und fünf liegen Christian Klein

(SAP) mit 9,268 Millionen Euro

und Oliver Bäte (Allianz) mit 8,463

Millionen Euro. Erwähnenswert ist,

dass der Anteil der variablen Vergütung

an der Gesamtvergütung bei

den fünf Top-Verdienern

deutlich variiert. Während

2024 die Gesamt-

vergütung von Klein (SAP) 84,4 Prozent variable

Vergütungsbestandteile enthielt,

betrugen die variablen Anteile von Sewing

(Deutsche Bank) und Gulden (Adidas) nur

60,8 Prozent beziehungsweise 63,4 Prozent.

Im Durchschnitt aller Dax-Vorstandvorsitzenden

lag dieser Wert bei 69,9 Prozent.

Deckel und klare Ziele

Als DSW sehen wir traditionell die Zehn-

Millionen-Euro-Grenze bei der Maximalvergütung

als wichtige Schallmauer, auch

wenn diese nun regelmäßig – zumindest im

Dax – durchbrochen wird. Sie ist aus unserer

Sicht eine sinnvolle Marke, weil auch

wichtig und relevant für den sozialen Frieden

in unserem Land. Polarisierung und

radikale Positionen am Rand der Gesellschaft

gibt es wahrlich genug. Da sollten

überschießende Vergütungen nicht zusätzlich

ein handfestes Argument liefern.

Ein weiterer Aspekt darf jedoch nicht unerwähnt

bleiben. Die von den Vergütungssystemen

über die Hauptversammlung

festgelegte, maximal erreichbare Vergütung

für Vorstände liegt mittlerweile im

Durchschnitt bereits bei über zehn Millionen

Euro, konkret bei 10,4 Millionen Euro.

Auch für 2025 haben namhafte Unternehmen

weitere Erhöhungen beschließen lassen,

so etwa RWE, Deutsche Telekom oder

Deutsche Post.

Nachholbedarf bei Transparenz

Mindestens ebenso wichtig wie die „richtige“

Maximalvergütung ist, dass die Vergütungssysteme

transparent und langfristig

ausgestaltet sind. Alle Komponenten einer

Vorstandsvergütung müssen dabei an klar

definierte und messbare sowie anspruchsvolle

Unternehmensziele gekoppelt sein.

Simpel gesagt: Die Vergütung muss in einem

angemessenen und nachvollziehbaren Verhältnis

zur Leistung des Vorstands stehen.

Die Transparenz der Vorstandsvergütung

ist individuell betrachtet nominell

tatsächlich auf einem guten Niveau. Alle

Unternehmen legen die Vergütung auf Personenebene

offen. Auch über die Bemessungsgrundlagen

wird von den meisten

Gesellschaften umfangreich berichtet.

Weiterhin nicht vergleichbar

Jedoch mangelt es weiterhin an einer vergleichbaren

Darstellung über die Gesamtheit

der Unternehmen hinweg. Dies liegt

vor allem an der Abschaffung der Mustertabellen

des Deutschen Corporate Governance

Kodex 2017 und gesetzlichen Änderungen,

die den Unternehmen sehr viel

Freiheit bei der Darstellung gewähren.

Im Dax haben sich die Unternehmen

(selbstverständlich) an die regulatorischen

Anforderungen gehalten, manche berichten

zudem weiterhin (zusätzlich) unter

Verwendung der Kodex-Tabellen. Die Berichte

umfassen in der Regel Angaben zu

den einzelnen Vergütungsbestandteilen,

zur Zielvergütung, zur Maximal- und Minimalvergütung,

zur Zusammensetzung

und Berechnung der einzelnen Komponenten

sowie zu der gewährten und geschuldeten

Vergütung. Der Detaillierungsgrad

der Beschreibungen der individuellen

Vergütungssysteme variiert allerdings zwischen

den Unternehmen.

Was also fehlt, ist eine Standardisierung

der Berichte, um einen Vergleich der

Vorstandsvergütung ohne große Mühen

möglich zu machen.

OLIVER BLUME (Volkswagen),

BJØRN GULDEN (Adidas),

CHRISTIAN SEWING (Deutsche

Bank): Die drei Spitzenverdiener

in den Dax-Unternehmen

FOCUS MONEY 33/2025

Fotos: Bloomberg, Adidas, VW 79


moneyservice

KRANKENKASSEN

Rettungsring

Kassenwechsel

80

Foto: Adobe Stock Composing: FOCUS MONEY

FOCUS MONEY 33/2025


SCHÖN TROCKEN BLEIBEN:

Kassen mit hoher Finanzstärke

gehen nicht so schnell baden

– und schützen so Mitglieder

vor Beitragssteigerungen

Angesichts steigender Ausgaben

droht der gesetzlichen Krankenversicherung

2026 ein Defizit von

insgesamt vier Milliarden Euro.

2027 sollen es sogar zwölf Milliarden

sein. Welche Krankenkassen – trotz

finanziell angespannter Lage – dennoch

wirtschaftlich gut aufgestellt sind

von THOMAS SCHICKLING

Die Welle der unterjährigen Beitragserhöhungen

innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung

(GKV) hierzulande will in diesem

Jahr einfach nicht abflachen: Zum 1. August

2025 haben mit der großen Siemens-Betriebskrankenkasse

(SBK), der BKK Linde und

der Südzucker BKK drei weitere Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge

ohne jegliche Vorwarnung für die Klientel erhöht.

Für die mehr als 865 000 Mitglieder der bundesweit geöffneten

SBK stieg der Zusatzbeitrag evident um 0,90 Prozentpunkte

auf nunmehr 3,80 Prozent. Die betriebsbezogene

Südzucker BKK hingegen lupfte ihren Zusatzbeitrag

um 0,60 Prozentpunkte auf aktuell 2,90 Prozent. Und

FOCUS MONEY 33/2025

81


moneyservice

die bundesweit geöffnete BKK Linde

erhöhte den Zusatzbeitrag um 0,49 Prozentpunkte

auf 2,99 Prozent.

Zu den günstigsten Krankenkassen im

Bundesgebiet zählen somit (bislang) die

bundesweit vertretene BKK firmus und

die regional geöffnete BKK Faber-Castell

& Partner mit einem Gesamtbeitrag –

samt 14,60 Prozent allgemeinem Beitrag

– von 16,78 Prozent (s. Tabelle).

In Summe wurden zum Stichtag

1. August von den insgesamt 94 Krankenkassen

in Deutschland 2025 bereits

18 unterjährig teurer. Damit „kletterte

der durchschnittliche Zusatzbeitrag

auf 3,11 Prozent“, bilanziert Thomas

Lemke, Geschäftsführer des Deutschen

Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln.

Zum Vergleich: Der GKV-Schätzerkreis

hatte noch im Oktober vergangenen

Jahres für 2025 einen durchschnittlichen

Zusatzbeitrag von 2,50 Prozent

prognostiziert. Brancheninsider Lemke

rechnet damit, dass heuer im September

noch weitere Krankenkassen merklich

an der Beitragsschraube drehen werden.

Um die Finanzmittel von AOK & Co. zumindest

kurzfristig zu stabilisieren, hat

die schwarz-rote Bundesregierung beschlossen,

der GKV in den Jahren 2025

und 2026 zinslose Darlehen von jeweils

2,3 Milliarden Euro zu gewähren, welche

die Kassen ab 2029 allerdings schrittweise

über einen Zeitraum von fünf Jahren

zurückzahlen müssen. Interessant in

diesem Kontext ist, dass selbst das Bundesministerium

für Gesundheit (BMG)

offen zugibt, dass mit den Krediten die

Finanzierungslücke der gesetzlichen

Kassen für 2026 nicht geschlossen wird

– und so Beitragserhöhungen für die derzeit

58,68 Millionen zahlenden Kassenmitglieder

mitnichten vom Tisch sind.

Quellen Tabelle: DFSI, Angaben der Krankenkassen; Ranking: Kassen alphabetisch sortiert; abgebildet

sind in der Tabelle lediglich die Testergebnisse „Sehr Gut“, „Gut“ und „Befriedigend“, weitere

Ergebnisse finden Interessierte im Internet unter http://www.dfsi-institut.de/studien; 1) nachrichtlich,

nicht bewertet; 2) Faktor, um den Barmittel, Giroguthaben, kurzfristige Anlagen und andere Guthaben

eine durchschnittliche Monatsausgabe übersteigen; 3) Faktor, um den Betriebsmittel (Überschuss, Aktiva),

Rücklage, Verwaltungsvermögen, Geldmittel zur Anschaffung und Erneuerung von Verwaltungsvermögen

eine durchschnittliche Monatsausgabe übersteigen; 4) Verhältnis der Summe aus

den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds in Form von Abschlägen sowie Forderungen/Verpflichtungen

abzüglich der zuweisungsfähigen Verwaltungskosten zur Summe der Zuweisungen in

Form von Abschlägen sowie Forderungen/Verpflichtungen; 5) Gezeigt ist nur eine Auswahl der bewerteten

Details; 6) 90–100 = Hervorragend, 80–89,9 = Sehr Gut, 60–79,9 = Gut, 40–59,9 = Befriedigend,

20–39,9 = Ausreichend, 0–19,9 = Mangelhaft; 7) Mittelwerte für alle gesetzlichen Krankenkassen

beziehungsweise Krankenkassen, die Daten im Rahmen des Tests zur Verfügung gestellt haben

Nur sieben Krankenkassen

mit sehr guter Finanzkraft

Krankenkasse Öffnung Beitragssatz

aktuell 1)

HÖCHSTE

LIQUIDITÄT

Liquidität

(Gewichtung 25 %)

HÖCHSTES

NETTO-

VERMÖGEN

Nettovermögen

Punkte Faktor 2) Punkte

AOK Baden-Württemberg regional 17,20 % 100,0 1,9 100,0

AOK Bayern regional 17,29 % 100,0 2,1 97,4

AOK Bremen Bremerhaven regional 17,09 % 100,0 2,2 100,0

AOK Hessen regional 17,09 % 100,0 2,2 85,2

AOK Niedersachsen regional 17,30 % 100,0 2,0 100,0

AOK NordWest regional 17,39 % 100,0 2,0 75,9

AOK PLUS regional 17,70 % 72,8 1,3 41,5

AOK Rheinland Hamburg regional 17,59 % 100,0 1,8 100,0

AOK Rheinland-Pfalz Saarland regional 17,07 % 100,0 2,5 97,8

Audi BKK bundesweit 17,00 % 98,4 1,7 21,4

BARMER bundesweit 17,89 % 92,3 1,6 51,1

BERGISCHE KRANKENKASSE regional 17,55 % 64,1 1,1 47,2

BIG direkt gesund bundesweit 17,99 % 73,5 1,3 1,7

BKK Faber-Castell & Partner regional 16,78 % 100,0 1,9 46,7

BKK firmus bundesweit 16,78 % 100,0 1,9 9,7

BKK Herkules regional 18,08 % 59,7 1,0 77,4

BKK Public regional 16,90 % 100,0 2,5 100,0

BKK SBH regional 17,04 % 100,0 2,4 100,0

DAK-Gesundheit bundesweit 17,40 % 88,9 1,6 56,1

energie-BKK bundesweit 17,58 % 84,5 1,5 12,1

HEK – Hanseatische Krankenkasse bundesweit 17,10 % 100,0 2,2 42,3

hkk Krankenkasse bundesweit 16,79 % 96,0 1,7 15,7

IKK Brandenburg und Berlin regional 18,95 % 77,4 1,4 76,0

IKK classic bundesweit 18,00 % 67,8 1,2 37,4

IKK Südwest regional 17,85 % 44,9 0,8 99,6

KKH Kaufmännische Krankenkasse bundesweit 18,38 % 62,4 1,1 27,6

mhplus Betriebskrankenkasse regional 17,89 % 90,7 1,6 25,1

mkk – meine krankenkasse bundesweit 18,10 % 45,7 0,8 20,3

Mobil Krankenkasse bundesweit 18,49 % 48,5 0,8 6,5

novitas bkk bundesweit 17,58 % 73,0 1,3 24,6

Pronova BKK bundesweit 17,80 % 84,2 1,5 48,3

R+V Betriebskrankenkasse bundesweit 17,56 % 68,4 1,2 2,8

SBK bundesweit 18,40 % 63,7 1,1 45,9

TK – Techniker Krankenkasse bundesweit 17,05 % 84,4 1,5 56,6

TUI BKK bundesweit 17,10 % 100,0 2,5 100,0

VIACTIV Krankenkasse bundesweit 17,87 % 74,1 1,3 50,9

vivida bkk bundesweit 18,39 % 66,7 1,2 44,6

Durchschnittskasse 7) 17,10 % 90,8 1,6 66,3

82 FOCUS MONEY 33/2025


NIEDRIGSTE

VERWALTUNGS-

KOSTEN

BESTE

MITGLIEDER-

ENTWICKLUNG

HÖCHSTE

TRANSPARENZ

BESTE

FINANZ-

KRAFT

(Gewichtung 20 %)

Verwaltungskosten

(Gewichtung 12,5 %)

Faktor 3) Punkte Verwaltungskosten

je Vers. 2024

Verwaltungskosten-

Deckungsbeitrag 4)

(Gewichtung 12,5 %)

Punkte

Mitgliederentwicklung

(Gewichtung 10 %)

Punkte

Veränderung

2024 zu 2020

Punkte

Transparenz 5) (Gewichtung 20 %) Gesamt-Scoring Bewertung 6)

Geschäftsbericht

2024 im Internet

veröffentl.

Quartalsergeb.

0,5 67,4 186,82 € 0,0 56,3 2,5 % 63,6 eingeschränkt Nein 71,8 Gut

0,5 65,4 192,71 € 0,0 53,6 1,4 % 63,6 eingeschränkt Nein 70,7 Gut

0,7 66,0 191,05 € 0,0 61,4 4,6 % 81,8 Ja Ja 75,7 Gut

0,4 74,2 169,80 € 2,8 53,0 1,2 % 72,7 Ja Nein 71,5 Gut

0,5 70,9 177,76 € 0,0 65,3 6,1 % 54,5 eingeschränkt Nein 71,3 Gut

0,4 71,3 176,68 € 0,0 55,7 2,3 % 63,6 eingeschränkt Nein 67,4 Gut

0,2 72,8 173,18 € 19,7 54,3 1,7 % 90,9 Ja Ja 61,7 Gut

0,5 67,1 187,87 € 0,0 48,9 –0,4 % 63,6 eingeschränkt Nein 71,0 Gut

0,5 58,4 215,80 € 0,0 52,9 1,1% 81,8 Ja Ja 73,5 Gut

0,1 100,0 113,47 € 100,0 67,1 6,9% 81,8 Ja Ja 77,0 Gut

0,3 80,5 156,59 € 100,0 42,2 –3,1% 72,7 Ja Nein 74,6 Gut

0,2 65,6 191,95 € 0,0 76,5 10,6 % 72,7 Ja Nein 55,9 Befriedigend

0,0 73,7 171,05 € 0,0 100,0 28,5 % 68,2 eingeschränkt Ja 51,5 Befriedigend

0,2 100,0 123,31 € 100,0 100,0 27,3 % 81,8 Ja Ja 85,7 Sehr Gut

0,0 100,0 83,93 € 100,0 100,0 272,8 % 100,0 Ja Ja 81,9 Sehr Gut

0,4 79,9 157,73 € 41,1 65,4 6,2 % 81,8 Ja Ja 68,4 Gut

0,8 90,4 139,43 € 72,3 45,6 –1,8 % 63,6 eingeschränkt Nein 82,6 Sehr Gut

0,6 92,6 136,01 € 89,4 100,0 32,8 % 59,1 eingeschränkt Nein 89,6 Sehr Gut

0,3 62,5 201,73 € 0,0 45,4 –1,8 % 72,7 eingeschränkt Ja 60,3 Gut

0,1 70,4 178,95 € 5,7 41,4 –3,4 % 63,6 eingeschränkt Nein 49,9 Befriedigend

0,2 92,4 136,35 € 71,8 71,3 8,5 % 72,7 Ja Nein 75,7 Gut

0,1 100,0 102,78 € 100,0 100,0 36,4 % 100,0 Ja Ja 82,1 Sehr Gut

0,4 50,0 251,78 € 0,0 37,9 –4,8 % 72,7 Ja Nein 59,2 Befriedigend

0,2 62,8 200,56 € 0,0 46,5 –1,4 % 68,2 eingeschränkt Nein 50,6 Befriedigend

0,5 71,6 175,94 € 0,0 58,7 3,5 % 100,0 Ja Ja 66,0 Gut

0,1 51,6 244,05 € 0,0 38,5 –4,6 % 63,6 eingeschränkt Nein 44,2 Befriedigend

0,1 82,4 152,87 € 57,0 50,1 0,0 % 63,6 eingeschränkt Nein 62,8 Gut

0,1 73,5 171,32 € 18,9 53,0 1,2 % 72,7 Ja Nein 46,9 Befriedigend

0,0 71,1 177,27 € 0,0 47,4 –1,0 % 72,7 Ja Nein 41,6 Befriedigend

0,1 62,3 202,28 € 0,0 63,1 5,2 % 72,7 Nein Ja 51,8 Befriedigend

0,2 62,6 201,43 € 0,0 44,0 –2,4 % 54,5 Nein Nein 53,8 Befriedigend

0,0 82,0 153,61 € 25,1 73,0 9,2 % 72,7 Ja Nein 52,9 Befriedigend

0,2 81,0 155,47 € 67,3 63,9 5,5 % 100,0 Ja Ja 70,0 Gut

0,3 100,0 109,91 € 100,0 76,5 10,6 % 81,8 Ja Ja 81,4 Sehr Gut

0,8 90,4 139,43 € 72,3 45,6 –1,8 % 63,6 eingeschränkt Nein 82,6 Sehr Gut

0,3 59,0 213,52 € 0,0 58,6 3,4 % 90,9 Ja Nein 60,1 Gut

0,2 72,3 174,17 € 0,0 40,9 –3,6 % 59,1 Nein Nein 50,5 Befriedigend

0,3 74,3 169,56 € 19,0 56,0 2,4 % 40,3 61,3 Gut

FOCUS MONEY 33/2025

83


moneyservice

So wundert es nicht, dass die Kassenvertreter

mit der „Übergangslösung“ von

Schwarz-Rot alles andere als zufrieden

waren: „Wir sind enttäuscht, dass die vollständige

Refinanzierung versicherungsfremder

Leistungen wieder nicht angegangen

wird“, rügten Uwe Klemens und

Susanne Wagenmann, Verwaltungsratsvorsitzende

des GKV-Spitzenverbands.

Die erhoffte nachhaltige Stabilisierung

der Finanzen der GKV mittels kostendeckender

Refinanzierung der Gesundheitsversorgung

von Bürgergeldbeziehenden

durch den Bund suche man in den Eckwerten

vergeblich, monierte hingegen Carola

Reimann, Vorstandschefin des AOK-Bundesverbands.

Zu Recht, denn: Allein die

Rückzahlung der von der GKV übernommenen

Gesundheitskosten von Bürgergeldbeziehenden

durch den Bund würde

den Etat der Krankenkassen jährlich insgesamt

um zehn Milliarden Euro entlasten.

Außerdem kreidet Fachfrau Reimann

der Regierung unter Kanzler Merz an, die

METHODE

GKV-Bilanzen unter der Lupe

Für den aktuellen Finanzstärke-Check

der gesetzlichen Krankenkassen in

Deutschland fragten die Fachleute des

Deutschen Finanz-Service Instituts in

Köln bei insgesamt 72 bundesweit und

regional für die Allgemeinheit geöffneten

sowie bei 21 nur bestimmten Versichertenkreisen

zugänglichen Wettbewerbern

Daten ab. Maßgeblich war

dabei das Jahr 2024. Zudem sollten

die Kassen Angaben zur längerfristigen

Mitgliederentwicklung machen. 38

Krankenkassen füllten den DFSI-Fragebogen

letztlich vollständig aus und

kamen somit in die Wertung. In jedem

der unterschiedlich gewichteten sechs

Teilbereiche konnten maximal 100

Punkte erzielt werden. Entsprechend

betrug auch der finale Scoring-Wert

maximal 100. Die in Klammern genannten

Kontonummern entsprechen den

Positionen der jeweiligen Zahlen in

den Kassenbilanzen:

■ Liquidität (25 %): Gemessen wurde

die Differenz zwischen der Summe aus

Barmitteln und Giroguthaben (Kontogruppe

00), kurzfristigen Anlagen (Kontogruppe

01) und anderen Geldanlagen

(Kontogruppe 04) zur Bezugsgröße

„IST-Monatsausgabe“. Überstieg die

Summe die Monatsausgabe um den

Faktor 1,75 oder mehr, gab es 100 Punkte.

Die übrigen Werte wurden gemäß

ihrem prozentualen Abstand dazu bepunktet.

■ Nettovermögen (20 %): Die Kenngröße

Nettovermögen beschreibt die

Differenz der Summe aus Betriebsmitteln

(Konto 1901), Rücklagen (Konto

1902), Verwaltungsvermögen (Konto

1903 ohne 1600, 1601 und 1904) und

Geldmitteln zur Anschaffung und Erneuerung

von Verwaltungsvermögen

(Konto 1904) zur Bezugsgröße „IST-Monatsausgabe“.

Überstieg die Summe

die Monatsausgabe um den Faktor 0,5

oder mehr, wurden von den Experten

100 Punkte vergeben. Für die übrigen

Werte gab es Punkte entsprechend

dem prozentualen Abstand dazu.

■ Verwaltungskosten (12,5 %): Verbuchte

die Kasse für das Jahr 2024

Verwaltungskosten von 126,00 oder

weniger Euro je Versicherten, gab es

100 Punkte. Waren es mehr, wurden

entsprechend dem prozentualen Abstand

dazu Punkte vergeben.

■ Verwaltungskosten-Deckungsbeitrag

(12,5 %): Der Deckungsbeitrag

spiegelt wider, wie sich die Summe aus

den Zuweisungen an die Kasse aus

dem Gesundheitsfonds in Form von zufließenden

Abschlägen sowie abfließenden

Forderungen/Verpflichtungen

(Konto 3773 und 3793) abzüglich der

zuweisungsfähigen Verwaltungskosten

(Konto 9999) zur Summe der vorgenannten

Zuweisungen (also Konto

3773 und 3793) im Jahr 2024 verhält.

Überstiegen die Zuweisungen abzüglich

der Verwaltungskosten die vorgenannten

Zuweisungen um mehr als

zehn Prozent, gab es 100 Punkte. Überstiegen

umgekehrt die Zuweisungen

die Differenz aus Zuweisungen und

Verwaltungskosten um mehr als drei

Prozent, wurden null Punkte vergeben.

Die übrigen Werte wurden gemäß dem

Abstand zu diesen Schwellenwerten

bepunktet.

■ Mitgliederentwicklung (10 %): Ermittelt

wurde die Zahl der Kassenmitglieder

in den Jahren 2020 bis 2024.

Wer die Zahl konstant hielt, bekam 50

Punkte. Ging es um 20 und mehr Prozent

nach oben, gab es 100 Punkte.

Verließen 20 oder mehr Prozent der

Mitglieder die Kasse, gab es null Punkte.

Die übrigen Werte wurden entsprechend

dem Abstand zu den Grenzwerten

bepunktet.

■ Transparenz (20 %): Für jeden der

folgenden Teilaspekte vergab das DFSI

bis zu 9,1 Punkte: Veröffentlichte die

Kasse ihre Geschäftsberichte 2023

und 2024 mit Ergebnisrechnung (G+V)

und Vermögensrechnung (Bilanz) im Internet

oder veröffentlichte sie nur die

Ergebnisse der Rechnungslegung

nach § 305b SGB V? Publizierte eine

Kasse den Anhang zur Jahresrechnung?

Setzte sie die nach dem Sozialgesetzbuch

maßgebenden Bilanzvorschriften

2024 vollständig um? Stellte

sie in der Jahresrechnung 2024 die

nicht bilanzpflichtigen Sachverhalte

vollständig dar? Erhielt die Kasse für

die Prüfung ihrer Jahresrechnung

durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer

ein Volltestat? Veröffentlichte

eine Kasse darüber hinaus noch Quartalsergebnisse

und wurden im Anhang

zur Jahresrechnung 2024 Schätzverpflichtungen,

Rückstellungen für Verpflichtungen

aus Altersversorgungszusagen

ausgewiesen und Angaben zu

Bonusausgaben gemacht?

84 FOCUS MONEY 33/2025


JENS BAAS, Vorstandsvorsitzender

der mächtigen

Techniker Krankenkasse

Die Regierung klammert

die Erstattung der

von den Kassen vorgestreckten

Corona-

Kosten einfach aus“

Den gesetzlichen

Krankenkassen hierzulande

droht im Jahr

2026 ein Defizit von

insgesamt rund vier

Milliarden Euro“

CAROLA REIMANN, Vorstandsvorsitzende

des AOK-Bundesverbands

und ehemaliges Mitglied

des Deutschen Bundestags

Erstattung der von den Krankenkassen vorgestreckten

Corona-Kosten in der Haushaltsplanung

einfach auszuklammern.

Und die DAK-Gesundheit warnt eindringlich

vor weiteren Beitragssprüngen

innerhalb der GKV. Hintergrund dafür ist

ein neues Gutachten des Berliner Iges-

Instituts im Auftrag der Krankenkasse.

Demnach dürften die Beiträge für die GKV

und die gesetzliche Pflegepflichtversicherung

Anfang 2026 erneut um jeweils 0,2

Prozentpunkte ansteigen. Im Jahr 2027

sei dann bei der Krankenversicherung ein

weiterer Beitragsanstieg um 0,3 Prozentpunkte

zu erwarten, bei der Pflegeversicherung

um 0,2 Prozentpunkte.

„Die Iges-Projektion macht deutlich,

dass die Haushaltsplanung der Bundesregierung

für das Gesundheitswesen ein

Desaster ist“, wetterte unverhohlen der

Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas

Storm. Das Ziel einer finanziellen

Stabilisierung der Sozialkassen werde mit

den von der Regierung geplanten Darlehen

in den Jahren 2025 und 2026 verfehlt.

Wie dem auch sei: Den insgesamt 94 gesetzlichen

Krankenkassen hierzulande

droht 2026 angeblich insgesamt ein Defizit

von rund vier Milliarden Euro. Noch

schlimmer soll es Prognosen von Insidern

zufolge 2027 werden: Dann werde sich das

Finanzloch auf zwölf Milliarden aufblähen.

Zahlen, die das BMG nicht kommentieren

will, die allerdings vom TK-Vorstandsvorsitzenden

Jens Baas bestätigt werden.

Auf LinkedIn schrieb Baas: „Liebes Bundesministerium

für Gesundheit, kein Problem,

ich bestätige diese Prognose gerne. Dafür

muss man weder hellseherische Fähigkeiten

haben noch ein Finanzgenie sein, sondern

nur die aktuellen Zahlen anschauen.“

Alles leider nicht spruchreif. Vorschläge,

wie das Finanzloch der GKV zu stopfen

wäre, kursieren derzeit viele. Sie reichen

vom Streichen des Zahnersatzes als Kassen -

leistung bis hin zu einem Ausdünnen der

Kassenlandschaft. Für letztere Idee macht

sich etwa Klaus Holetschek, Chef der CSU

im Bayerischen Landtag, stark. Spruchreif

jedoch ist noch keine der Initiativen.

Bleibt nur eins! Wer wechseln will – und

darauf spekuliert, unterjährig keine höheren

Zusatzbeiträge löhnen zu müssen –,

sollte darauf achten, dass die neue

Wunsch-Kasse trotz hoher Ausgaben im

Hinblick auf ihre Finanzstärke (Liquidität,

Nettovermögen, Verwaltungskosten usw.)

zumindest „sehr gut“ dasteht.

Doch wie an solch sehr sensible, geheime

Zahlen kommen? Wie es gerade um die

Bilanz einer Krankenkasse bestellt ist –

das attestiert der neue Finanzstärke-Test

des DFSI. Dazu durchforsteten die Kenner

der Kassenbranche die Daten von insgesamt

38 Krankenkassen (s. Methode S. 84).

Die Diagnose fällt – wie zu erwarten –

leider recht durchwachsen aus: „Nur siebenmal

konnten wir in unserer Untersuchung

einer Krankenkasse die Bestnote

‚Sehr Gut‘ attestieren“, bilanziert DFSI-

Chef Lemke. Zwölf Krankenkassen erhielten

sogar nur die unterdurchschnittliche

Note „Befriedigend“ (s. Tabelle S. 82/83).

Über die beiden Darlehen hinaus wird

die GKV, so Finanzminister Lars Klingbeil,

aus dem Bundeshaushalt keine weiteren

Zuschüsse erhalten. Schon die vorige Regierung

hatte sich bei der Beteiligung an

den Gesundheitskosten zurückgehalten:

Aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts

in Wiesbaden zufolge schulterte

2023 Vater Staat von den insgesamt 491,6

Milliarden Euro Gesundheitskosten zwar

knapp 75,7 Milliarden Euro – und trug damit

immerhin einen Anteil von 15,4 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahr sind dies

allerdings sage und schreibe 31,1 Prozent

weniger. Als Begründung für merklich zugedrehte

Geldhähne verwies der Bund auf

die auslaufenden Corona-Maßnahmen.

Im Gegensatz zum Staat werden hingegen

die Bürgerinnen und Bürger pekuniär

immer mehr in die Pflicht genommen. So

stieg der Anteil der Privathaushalte an

den Gesundheitsausgaben 2023 um acht

Prozent auf 262,5 Milliarden Euro. Von

dieser Summe entfiel, so die Bundesstatistiker,

knapp die Hälfte auf Sozialversicherungsbeiträge.

Und rund ein Fünftel der

Ausgaben von Privathaushalten gingen

auf das Konto von ambulanter oder stationäre

Pflege oder dem Kauf von rezeptfreien

Pharmaprodukten in Apotheken.

FOCUS MONEY 33/2025

Fotos: AOK, N. Martensen/TK 85


moneyanalyse

Dax

Fährt Achterbahn

Rote Vorzeichen bestimmten die Kurse in der vorigen Woche. Auslöser war erneut Donald Trump, der den Dax mit neuen Zollankündigungen

in den Korrekturmodus schickte. Zwar versuchte der Premiumindex zu Wochenbeginn eine technische Gegenbewegung.

Marktexperten werten den Erholungsversuch jedoch vorerst nur als vorübergehende Reaktion auf die starken Verluste. Ende offen.

DAX-PERFORMANCE-INDEX IN PUNKTEN

Quelle: Bloomberg

3 Jahre 1 Woche

24 000

24 400

22 000

24 200

20 000

24 000

18 000

16 000

14 000

12 000

200-Tage-Linie

23 800

23 600

23 400

2022 2023 2024 2025

29.7. 5.8.

TOPS

Commerzbank +4,92 %

E.ON SE +4,27 %

Deutsche Bank +2,97 %

FLOPS

Adidas –16,01%

Sartorius Vz. –8,26%

Daimler Truck Hldg. –7,86%

DAX 23 943 Pkt. –1,13 %

Dow Jones 44 217 Pkt. –0,93 %

Nasdaq-100 23 264 Pkt. –0,19 %

Bovespa 132 955 Pkt. +0,01 %

86 Illustration: Adobe Stock

FOCUS MONEY 33/2025


S&P 500

Schock statt Freude

Nach der jüngsten Rekordfahrt ging es mit dem breiten US-Markt im Wochenverlauf um 2,5 Prozent bergab. Ihren Ausgang nahm die

Talfahrt mit schwachen US-Arbeitsmarktdaten und den schärfsten Revidierungen seit 1968. Und das, obwohl dadurch die Wahrscheinlichkeit

einer Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed Mitte September deutlich wahrscheinlicher geworden ist.

S&P-500-KURSINDEX IN PUNKTEN

3 Jahre 1 Woche

6000

5500

5000

4500

6400

6350

6300

TOPS

Generac Hold. +27,86 %

IDEXX Laboratories +21,33 %

eBay +18,47 %

FLOPS

Quelle: Bloomberg

4000

200-Tage-Linie

6250

3500

6200

2022 2023 2024 2025 29.7. 5.8.

Align Technology –32,92%

Baxter International –20,74%

Eastman Chemical Co. –20,46%

Bitterer Kakao

Die Veränderungen am Rohstoffmarkt

waren moderat – Gold, Öl, Platin und

Palladium verzeichneten leichte Gewinne.

Kupfer, Zinn und Kakao dagegen

gehörten zu den Wochenverlierern.

Gold (Unze) 3 376 US-$ +2,62 %

Bitcoin 114 361 US-$ –1,86 %

Öl (Brent) 67,95 US-$ –5,32 %

Euro 1,1542 US-$ +1,09 %

Umlaufrendite 2,49 % –0,07

US-Anleihen 4,22 % –0,14

Shanghai Comp. 3 618 Pkt. +0,22 %

Nikkei 225 40 550 Pkt. –0,31 %

Wochenveränderung von Dienstag, 29. Juli 2025, Handelsschluss,

bis Dienstag, 5. August 2025, 15:50 Uhr. Nikkei-Index = © Nihon

Keizai Shimbun.

Quelle:

FOCUS MONEY 33/2025

87


moneyanalyse Deutsche Aktien

INFINEON

Erste Entwarnung

Trumps Zoll-Zirkus wird den Münchener Halbleiterkonzern doch nicht so hart erwischen

wie befürchtet. Zumindest vorübergehend. Nachdem Infineon im Mai wegen

steigender Belastungen aus Zöllen die Margen-Prognose für das Gesamtjahr

gesenkt hatte, wurde sie jetzt wieder erhöht. Es zeigt sich sogar wieder eine Belebung

der Nachfrage, da die Lagerbestände in den vergangenen Monaten wegen

der hohen Unsicherheiten stark abgebaut wurden.

Infineon Technologies

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

36

32

28

24

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0006231004 Empfohlen am 29.05.2024 Empfehlungs-Kurs 36,90 € Kurs aktuell 35,68 € +/– in % –3,3 Neuer Stopp 31,00 € Kursziel 44,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

DAX

Adidas A1EWWW 166,05 –15,5 –29,9 263,8 / 164,7 221,77 4,6 9,6 7,57 10,80 15,4 1,7 2,5 07.05. 245,05 12 8 0

Airbus SE 938914 175,22 –1,4 13,4 186,94 / 124,74 159,86 5,7 16,4 6,47 7,81 22,4 1,5 1,8 192,26 9 5 1

Allianz SE 840400 347,60 2,4 17,5 378,5 / 246,2 327,27 2,1 — 28,60 31,13 11,2 4,8 5,2 358,48 3 10 0

BASF SE BASF11 42,40 –5,5 –0,1 55,06 / 37,40 44,69 1,1 7,2 2,61 3,24 13,1 5,3 5,5 49,98 7 7 0

Bayer BAY001 27,66 –4,5 43,2 31,03 / 18,38 23,21 0,8 4,7 4,45 4,75 5,8 0,4 2,3 24.04. 28,37 4 12 0

Beiersdorf 520000 106,85 –4,0 –13,8 137,7 / 105,4 121,36 2,7 18,4 4,65 5,08 21,0 1,0 1,0 136,35 9 6 2

BMW St. 519000 83,68 –2,8 6,0 90,90 / 62,96 77,13 0,6 3,1 10,64 11,63 7,2 4,8 5,2 87,97 7 8 0

Brenntag SE A1DAHH 54,60 –4,2 –5,7 68,92 / 51,70 59,54 1,6 10,0 4,14 4,73 11,5 3,8 4,1 64,57 3 7 1

Commerzbank CBK100 31,79 6,4 102,2 33,49 / 12,12 21,76 1,2 — 2,40 2,94 10,8 2,7 3,7 28,20 2 7 0

Continental 543900 73,58 –3,1 13,5 78,68 / 51,02 68,47 1,0 4,8 8,19 9,80 7,5 3,4 4,6 29.04. 82,21 4 8 1

Daimler Truck Hldg. DTR0CK 39,86 –8,3 8,2 45,33 / 29,61 38,62 1,4 9,0 4,01 4,93 8,1 4,3 5,4 44,43 7 3 1

Deutsche Bank 514000 29,43 4,9 76,8 29,48 / 12,78 20,89 0,9 — 2,87 3,25 9,1 3,4 3,8 27,16 3 5 1

Deutsche Börse 581005 256,00 2,4 15,1 294,3 / 179,25 251,27 4,0 21,0 11,10 11,81 21,7 1,7 1,7 270,19 2 11 0

Deutsche Telekom 555750 31,55 1,2 9,2 35,91 / 23,66 31,38 2,4 4,8 1,99 2,24 14,1 3,3 3,7 37,66 11 2 0

DHL Group 555200 38,93 –4,8 14,6 44,27 / 30,96 37,48 1,9 7,3 2,99 3,31 11,8 4,8 4,9 05.05. 43,76 5 8 1

E.ON SE ENAG99 16,36 4,1 45,4 16,55 / 10,44 13,47 2,3 6,4 1,14 1,07 15,3 3,5 3,6 16,71 5 9 0

Fresenius M. C. 578580 42,22 –5,7 –4,4 54,02 / 32,51 45,16 0,8 5,1 3,66 4,17 10,1 3,5 3,9 51,50 4 9 2

Fresenius SE 578560 41,52 –0,9 23,8 44,40 / 30,51 38,42 1,2 9,5 3,28 3,64 11,4 2,5 2,8 48,74 7 2 0

Hannover Rück SE 840221 269,60 1,5 11,7 292,6 / 211,9 261,95 2,5 — 20,96 22,54 12,0 3,5 3,9 06.05. 287,27 4 4 1

Heidelberg Materials 604700 195,85 0,1 64,2 207,7 / 86,58 154,30 1,7 16,1 12,53 14,16 13,8 1,9 2,1 188,73 4 6 2

Henkel Vz. 604843 67,78 –0,6 –20,0 88,50 / 65,54 75,89 1,3 9,3 5,38 5,76 11,8 3,1 3,3 80,76 2 10 2

Infineon Techn. 623100 35,77 2,2 13,9 39,43 / 23,17 33,14 2,6 14,6 1,42 1,94 18,5 1,0 1,1 42,00 16 2 0

Mercedes Benz Grp. 710000 49,36 –8,1 –8,3 63,24 / 45,60 54,23 0,5 3,1 5,36 7,24 6,8 5,4 6,0 61,73 5 8 1

Merck 659990 107,90 –4,6 –22,9 177,0 / 103,0 130,14 1,5 10,2 8,56 9,25 11,7 2,1 2,3 155,65 10 2 1

MTU Aero Engines A0D9PT 380,60 5,1 18,2 395,8 / 249,6 331,96 5,0 23,7 17,03 18,32 20,8 0,8 1,1 386,44 6 7 2

Münchener Rück 843002 581,00 1,9 19,3 615,8 / 427,7 539,90 2,3 — 46,45 49,97 11,6 3,8 4,0 561,18 0 8 1

Porsche PAG911 43,89 –0,4 –24,9 75,00 / 39,58 52,37 1,8 7,2 1,66 2,67 16,4 2,9 3,3 47,98 3 10 2

Porsche Hldg. SE PAH003 34,91 –4,0 –4,0 42,62 / 30,46 36,02 0,2 11,9 12,24 15,33 2,3 5,8 7,0 41,23 1 5 1

Qiagen A40ZZU 43,32 –1,5 –2,2 47,36 / 34,24 40,38 2,9 21,1 2,04 2,20 19,7 0,3 0,3 43,53 4 9 0

Rheinmetall 703000 1775,50 5,9 188,9 1944 / 463,8 1170,82 15,3 41,4 29,58 43,36 40,9 0,6 1,0 2073,08 6 2 0

RWE 703712 36,47 1,5 26,5 37,78 / 27,76 32,08 0,8 5,6 2,13 2,49 14,7 3,3 3,5 42,68 11 2 0

SAP SE 716460 247,25 1,3 4,6 283,5 / 183,74 248,73 6,3 31,6 6,09 7,17 34,5 1,0 1,1 286,92 15 4 1

Sartorius Vz. 716563 178,75 –6,9 –16,9 292,0 / 166,05 224,61 4,2 17,8 4,84 6,00 29,8 0,4 0,5 257,25 9 5 1

Siemens 723610 220,55 –2,3 17,0 244,85 / 152,4 206,43 3,1 15,6 10,99 11,60 19,0 2,4 2,6 235,88 13 4 0

Siemens Energy ENER6Y 99,66 4,9 97,8 104,85 / 22,94 64,47 8,0 19,5 1,49 2,92 34,2 0,1 1,0 79,78 9 6 2

Siemens Healthineers SHL100 46,20 –3,5 –9,8 58,48 / 41,21 49,90 2,7 15,4 2,39 2,56 18,1 2,3 2,6 59,86 11 2 0

Symrise SYM999 80,54 –7,2 –21,5 125,0 / 77,46 99,03 2,6 14,5 3,74 4,21 19,1 1,6 1,7 110,55 9 4 1

Volkswagen Vz 766403 90,62 –6,3 1,8 114,2 / 78,86 93,00 0,2 1,6 18,15 24,00 3,8 5,8 7,8 116,05 7 9 0

88 FOCUS MONEY 33/2025


So lesen Sie die Aktientabelle

1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert

der 200 letzten Handelstage. Schneidet

der Aktienkurs diese Durchschnittslinie von

unten nach oben und gibt damit ein technisches

Kaufsignal, erscheint das aktuelle Niveau

der 200-Tage-Linie in einem grünen

Viereck. Schneidet der Aktienkurs die Linie

von oben nach unten und erzeugt damit ein

technisches Verkaufssignal, steht der aktuelle

Stand der 200-Tage-Linie in einem roten

Rechteck.

2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des

vom Finanzdienst S&P Global geschätzten

Buchwerts für das angegebene Kalenderjahr/

Geschäftsjahr.

3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des

vom Finanzdienst S&P Global geschätzten

Netto-Cashflows für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr.

4/5 Gewinn je Aktie: Von den beim Finanzdienst

S&P Global erfassten Analysten im Durchschnitt

(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie

des angegebenen Geschäftsjahres. In der

Regel handelt es sich dabei um das Kalenderjahr.

Gebrochene Geschäftsjahre werden gemäß

dem Abschluß dem jeweiligen Kalenderjahr

zugeordnet.

6 KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der

Gewinnschätzungen für das angegebene

Kalenderjahr/Geschäftsjahr.

7 Dividendenrendite in %: Dividen denrendite

auf Basis der für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr

prognostizierten Dividende,

die in der Regel im Folgejahr ausgezahlt

wird.

8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptversammlung,

soweit bereits angekündigt.

9 Kursziel: Durchschnittliches Kursziel der

Analysten, die laut Finanzdienst S&P Global

die Aktie beur teilen.

10 Analystenempfehlung: 10/10/1 (diese Ziffern

dienen hier nur als Beispiel): Zahl der Analysten,

die laut Erfassung des Finanzdienstes

S&P Global zum Kaufen/Halten/Verkaufen

der Aktie raten.

Quelle:

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Vonovia SE A1ML7J 27,07 –2,3 –7,7 33,93 / 24,03 28,76 0,9 12,5 1,84 1,91 14,2 4,6 4,9 34,82 9 5 1

Zalando SE ZAL111 25,46 –4,7 –21,4 40,08 / 20,95 31,15 2,2 11,7 1,09 1,43 17,8 0,0 0,0 38,30 12 4 1

MDAX

Aixtron SE A0WMPJ 13,70 –13,2 –10,0 19,82 / 8,45 13,51 1,7 9,0 0,70 0,82 16,7 1,3 1,8 13.05. 15,86 4 8 0

Aroundtown A2DW8Z 3,20 0,9 9,6 3,27 / 1,92 2,80 0,4 4,0 0,26 0,32 10,1 4,0 4,7 2,90 2 6 2

Aurubis 676650 90,95 –1,2 18,6 96,05 / 60,60 81,05 0,8 5,7 6,18 6,63 13,7 1,5 1,5 77,13 2 3 1

Auto1 Group SE A2LQ88 27,70 11,5 77,6 28,40 / 7,79 19,40 8,6 32,3 0,42 0,64 43,5 0,0 0,0 26,78 5 3 0

Bechtle 515870 35,28 –8,9 13,4 41,68 / 28,74 35,18 2,2 19,3 1,85 2,09 16,8 1,9 2,1 17.06. 42,05 5 3 0

Bilfinger SE 590900 93,65 2,3 102,5 97,35 / 41,80 63,47 2,5 10,3 5,34 6,40 14,6 2,9 3,3 20.05. 94,67 2 1 0

Carl Zeiss Meditec 531370 48,32 –4,4 6,2 72,20 / 44,28 56,39 2,0 19,7 1,92 2,40 20,2 1,2 1,7 62,70 4 8 0

CTS Eventim 547030 98,85 –1,1 21,1 114,1 / 75,20 97,74 7,4 21,4 3,58 3,96 25,0 1,8 1,9 114,42 6 3 0

Delivery Hero SE A2E4K4 25,68 –4,7 –5,3 42,05 / 19,70 27,95 2,7 11,1 0,68 1,71 15,0 0,0 0,0 36,42 6 6 0

Deutsche Lufthansa 823212 7,46 –2,2 20,8 8,16 / 5,46 6,68 0,7 2,2 1,05 1,37 5,4 4,0 4,3 7,29 4 8 0

Deutsche Wohnen SE A0HN5C 22,15 –1,1 –3,9 28,20 / 18,72 22,91 0,6 12,5 — — — 5,5 5,5 29,00 1 0 1

DWS Group DWS100 52,70 0,8 32,4 54,70 / 31,98 45,71 1,4 10,5 4,38 4,51 11,7 5,3 5,5 53,44 3 7 0

Evonik Industries EVNK01 16,52 –7,1 –1,3 22,39 / 16,13 18,71 0,9 5,4 1,46 1,68 9,8 7,1 7,2 21,54 4 3 2

Evotec SE 566480 6,71 –9,8 –18,1 10,62 / 5,06 7,53 1,4 41,8 –0,42 –0,14 — 0,0 0,0 11,00 2 3 0

flatexDegiro FTG111 27,38 4,9 85,3 27,72 / 11,85 19,66 3,4 15,8 1,32 1,48 18,4 0,2 0,2 28,35 5 4 0

Fraport 577330 67,80 2,7 15,9 69,50 / 43,02 57,38 1,2 6,0 4,60 4,36 15,6 0,0 2,4 66,87 2 6 2

freenet A0Z2ZZ 28,64 2,2 4,0 37,56 / 24,16 30,28 2,2 8,0 2,42 2,49 11,5 7,3 7,5 33,16 5 4 2

Fuchs SE Vz. A3E5D6 40,52 –3,2 –2,7 51,15 / 37,38 44,36 2,5 21,9 2,25 2,57 15,7 3,0 3,1 06.05. 50,40 5 2 0

GEA Group 660200 64,10 6,7 34,0 64,30 / 39,00 53,69 4,0 15,8 2,86 3,20 20,0 2,1 2,3 57,57 2 7 0

Gerresheimer A0LD6E 43,90 –6,9 –38,2 107,3 / 41,50 65,13 1,0 5,0 4,05 5,25 8,4 1,6 2,4 66,92 5 6 0

Hella A13SX2 87,50 0,6 –1,5 94,40 / 80,40 87,64 2,9 14,5 2,78 3,30 26,5 1,2 1,1 70,00 0 2 0

HelloFresh SE A16140 9,30 2,3 –20,9 13,92 / 5,04 10,16 1,8 5,8 0,61 0,95 9,8 0,0 0,0 12,14 5 6 0

Hensoldt HAG000 94,65 3,6 174,3 108,9 / 27,28 61,04 11,3 34,0 1,73 2,21 42,8 0,6 0,8 94,82 3 4 3

Hochtief 607000 193,90 3,5 49,5 195,3 / 103,9 149,86 10,1 12,9 9,44 11,02 17,6 3,1 3,6 174,65 1 6 0

Hugo Boss A1PHFF 41,05 –2,5 –8,3 48,09 / 30,86 40,38 1,8 4,4 3,34 3,75 11,0 3,3 3,6 43,20 1 8 0

Ionos Group SE A3E00M 40,30 –1,0 84,4 42,75 / 20,85 29,23 14,9 17,4 1,70 2,09 19,2 0,0 0,0 40,40 5 3 0

Jungheinrich 621993 32,92 –1,3 28,3 42,84 / 23,26 30,42 1,3 9,0 2,59 3,12 10,6 2,5 2,6 42,09 8 2 0

K+S KSAG88 13,42 –8,4 28,3 17,07 / 9,97 13,35 0,4 4,1 0,50 0,62 21,7 1,3 1,1 15,06 5 5 3

Kion Group KGX888 53,35 3,1 67,5 55,35 / 28,00 39,48 1,1 10,0 3,15 4,16 12,8 0,9 2,2 57,38 8 4 1

Knorr-Bremse KBX100 86,20 –0,3 22,5 96,40 / 67,45 80,58 4,1 15,0 4,04 4,72 18,3 2,2 2,5 86,93 4 7 0

Krones 633500 134,40 –2,5 12,0 145,8 / 100,2 129,17 2,0 14,7 9,95 11,44 11,8 2,2 2,5 09.06. 158,67 5 2 0

Lanxess 547040 24,14 –5,3 2,4 33,93 / 20,42 26,20 0,5 6,0 1,57 2,14 11,3 0,4 1,0 27,40 3 6 2

LEG Immobilien SE LEG111 70,00 –0,1 –14,4 97,52 / 62,40 76,56 0,7 — 5,88 6,08 11,5 4,1 4,3 88,26 7 5 1

Nemetschek SE 645290 133,90 5,8 43,1 134,6 / 84,00 112,13 15,2 49,6 1,99 2,42 55,4 0,5 0,5 121,94 4 7 1

Nordex SE A0D655 21,78 8,0 93,3 22,48 / 10,48 14,81 4,4 14,5 0,68 1,03 21,2 0,4 1,0 22,98 10 1 0

FOCUS MONEY 33/2025

89


moneyanalyse Deutsche Aktien

FRESENIUS MEDICAL CARE

Enttäuschende Erträge

Stagnierende Patienten-Zahlen und die Dollar-Schwäche verhageln die Bilanz des

Dialyse-Spezialisten. Obwohl der Konzern dank eines Sparprogramms das Ergebnis

zum Halbjahr deutlich steigern konnte, blieben die Erlöse hinter den Erwartungen zurück.

Die USA sind der wichtigste Markt für FMC und dort stagnierte die Zahl der Dialysepatienten

bislang. Die Dollar-Abwertung drückte zusätzlich auf die Margen. Fraglich,

ob der Konzern seine ambitionierten Ergebnisziele im Gesamtjahr erreicht.

Fresenius Medical Care

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

50

45

40

35

30

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0005785802 Empfohlen am 12.03.2025 Empfehlungs-Kurs 44,56 € Kurs aktuell 42,28 € +/– in % –5,1 Neuer Stopp 37,00 € Kursziel 52,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

MDAX

Puma SE 696960 17,83 –12,4 –59,8 47,93 / 17,78 30,39 1,1 — –1,87 1,23 14,5 2,1 3,2 24,74 6 10 1

Rational 701080 702,00 1,3 –14,8 938,5 / 619,0 799,63 8,5 29,8 22,21 23,87 29,4 2,2 2,4 29.04. 755,79 1 8 0

Redcare Pharmacy A2AR94 103,20 –2,5 –21,6 171,4 / 86,20 123,29 4,2 29,0 –1,19 0,78 132,4 0,0 0,0 163,67 6 1 1

Renk Group RENK73 68,83 2,4 275,4 85,96 / 17,71 42,09 13,7 37,1 1,42 1,86 37,0 0,9 1,1 71,06 5 2 1

RTL Group 861149 34,30 –0,7 28,5 37,90 / 23,65 31,34 1,1 10,3 2,76 2,86 12,0 15,7 7,9 36,74 0 7 0

Scout24 SE A12DM8 118,20 –0,7 38,9 122,8 / 65,90 99,81 5,7 32,3 3,32 3,84 30,8 1,2 1,4 116,84 5 7 0

Ströer SE 749399 46,95 –1,2 1,9 62,65 / 44,00 51,81 5,0 6,5 3,25 3,90 12,0 5,0 5,9 69,39 7 3 0

TAG Immobilien 830350 14,20 –0,2 –1,1 17,27 / 11,53 14,17 0,8 14,2 1,03 0,97 14,6 2,9 3,5 16,63 5 4 0

Talanx TLX100 120,60 5,1 46,8 120,8 / 63,45 93,85 2,3 — 8,72 9,38 12,9 2,6 2,9 07.05. 100,60 1 2 2

TeamViewer SE A2YN90 9,02 –2,2 –5,5 13,64 / 8,70 11,22 6,6 5,5 1,11 1,20 7,5 0,0 0,0 14,97 3 7 0

thyssenkrupp 750000 9,45 –10,3 141,1 11,62 / 2,77 7,05 0,6 3,0 0,43 0,85 11,1 1,6 1,7 30.01. 9,31 3 3 1

Traton SE TRAT0N 29,84 –0,8 6,8 38,45 / 25,12 30,16 0,8 5,7 3,96 5,48 5,4 3,9 5,7 33,62 4 9 1

TUI TUAG50 7,75 –3,4 –7,2 8,88 / 5,25 7,40 2,5 3,4 1,19 1,34 5,8 3,7 3,1 10,52 5 4 0

United Internet 508903 25,12 –0,5 60,3 25,88 / 14,58 19,42 0,9 5,7 1,43 1,92 13,1 2,2 2,7 28,75 6 4 0

Wacker Chemie WCH888 63,95 –8,7 –8,7 97,04 / 56,40 69,52 0,7 6,2 1,18 3,51 18,2 0,8 3,1 78,21 5 5 0

SDAX

1&1 554550 18,50 –0,4 46,8 19,14 / 11,10 14,73 0,5 7,6 1,07 1,25 14,8 0,3 0,3 20,29 4 5 0

adesso SE A0Z23Q 79,90 –7,0 –9,2 110,0 / 55,20 88,64 2,0 — 3,98 5,41 14,8 1,0 1,1 127,83 3 2 0

Adtran Networks SE 510300 20,70 0,5 3,7 20,90 / 19,00 20,19 2,9 — –0,05 0,18 115,0 — — — 0 0 1

Alzchem Group A2YNT3 156,00 3,9 173,7 166,6 / 40,40 93,81 6,4 8,1 5,90 6,84 22,8 1,3 1,4 135,24 2 1 0

Amadeus Fire 509310 64,00 –4,6 –15,9 96,50 / 63,30 77,67 2,5 40,8 2,04 4,44 14,4 1,4 4,3 96,00 2 0 0

Atoss Software SE 510440 117,00 –3,1 2,5 147,6 / 107,0 125,59 20,5 37,9 2,74 3,19 36,7 1,7 1,9 139,50 5 3 0

Befesa A2H5Z1 26,68 2,6 28,5 29,70 / 17,71 23,95 1,2 5,7 2,21 2,73 9,8 3,8 4,2 35,40 6 2 0

Borussia Dortmund 549309 3,65 –2,4 16,2 4,14 / 2,78 3,40 1,1 5,2 0,15 0,13 28,8 1,9 1,9 5,18 4 0 0

Cancom SE 541910 22,75 –12,3 –2,1 31,65 / 20,30 25,80 1,3 10,4 1,16 1,62 14,0 4,4 4,5 28,50 2 5 0

Ceconomy St. 725750 4,44 8,3 68,6 4,54 / 2,37 3,17 3,2 9,4 0,36 0,51 8,7 1,5 2,4 4,29 1 3 1

Cewe Stiftung 540390 99,40 –1,2 –3,9 108,8 / 92,30 99,98 1,5 — 8,97 9,41 10,6 3,1 3,3 03.06. 139,00 6 0 0

Dermapharm Hldg. SE A2GS5D 33,30 –5,7 –14,4 42,50 / 30,15 36,74 2,6 10,0 2,33 2,58 12,9 2,9 3,2 49,50 3 1 0

Deutsche Beteiligungs A1TNUT 24,45 –0,6 6,3 27,95 / 21,35 24,59 0,7 — 2,58 3,63 6,7 4,2 4,3 41,37 6 0 0

Deutsche EuroShop 748020 18,82 –0,9 1,7 27,45 / 16,34 19,20 0,7 — 2,03 2,04 9,2 5,4 5,8 21,48 0 2 0

Deutz 630500 7,56 –1,6 87,2 8,10 / 3,64 5,79 1,2 — 0,63 0,85 8,9 2,5 3,7 9,45 4 0 0

Douglas BEAU7Y 10,74 ±0,0 –46,9 21,40 / 8,97 15,09 — — — — — — — — 0 0 0

Drägerwerk Vz 555063 67,30 –3,3 44,7 73,10 / 42,20 57,38 0,8 7,2 6,05 7,26 9,3 2,7 3,1 08.05. 76,60 2 3 0

Dt. Pfandbriefbank 801900 5,23 –5,4 9,2 6,29 / 4,56 5,36 0,2 — 0,87 0,99 5,3 5,0 8,2 6,65 1 3 0

Dürr 556520 22,45 –4,9 4,7 26,68 / 17,32 22,57 1,2 6,0 2,30 2,83 7,9 3,3 4,7 22.05. 30,28 4 4 0

Eckert & Ziegler SE 565970 63,40 –4,8 42,5 69,75 / 35,77 54,90 — — 2,65 2,67 23,7 0,8 0,8 70,00 0 1 0

Elmos Semicond. SE 567710 89,40 0,3 31,5 98,50 / 47,10 70,52 2,4 10,3 5,30 6,39 14,0 1,3 1,7 20.05. 97,17 3 3 0

Energiekontor 531350 48,30 –4,2 –1,7 61,70 / 37,20 45,89 2,9 7,9 4,13 5,44 8,9 2,4 2,6 129,50 1 0 0

90 FOCUS MONEY 33/2025


HUGO BOSS

Positive Quartalszahlen

Wie eine Rakete ging der Kurs der Hugo-Boss-Aktie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen

ab. Grund: Der operative Gewinn (Ebit) schlug im zweiten Quartal mit 81 Millionen

Euro die Analystenkonsensschätzung von 77 Millionen Euro. Da der Umsatz nahezu

gleich gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal bei einer Milliarde Euro

geblieben ist, ist die Gewinnmarge deutlich gestiegen. Das Management bestätigte

zudem die Prognosen für das Gesamtjahr. Vorsichtige Anleger warten aber noch ab.

Hugo Boss

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

70

60

50

40

30

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000A1PHFF7 Empfohlen am 8.01.2025 Empfehlungs-Kurs 48,00 € Kurs aktuell 43,22 € +/– in % –10,0 Neuer Stopp 40,30 € Kursziel 49,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Fielmann Grp. 577220 55,80 1,1 34,8 58,80 / 38,25 46,91 4,7 18,2 2,43 2,71 20,6 2,8 2,7 09.07. 61,57 1 3 0

Formycon A1EWVY 26,15 –13,3 –50,8 64,40 / 19,18 36,57 1,1 — –1,82 –0,30 — 0,0 0,0 43,88 3 1 0

Fr. Vorwerk Grp. SE A255F1 86,30 2,7 221,4 89,50 / 17,40 46,21 6,8 33,2 2,67 3,27 26,4 0,6 0,7 67,44 2 1 2

GFT Technologies SE 580060 17,50 –2,2 –20,8 27,00 / 17,20 22,08 1,5 — 1,57 1,86 9,4 2,8 3,0 25.06. 30,40 4 0 0

Grand City Prop. A1JXCV 10,94 –4,0 –6,9 13,35 / 9,04 11,03 0,5 7,9 1,08 1,06 10,3 6,4 5,6 12,75 2 5 0

Grenke A161N3 16,40 –13,0 6,4 27,75 / 11,94 16,09 0,6 — 1,54 2,14 7,7 2,3 3,3 — 0 0 0

Hamborner Reit A3H233 5,77 1,1 –8,4 6,73 / 5,52 6,24 0,9 10,1 0,14 0,15 39,8 6,7 6,7 03.06. 8,33 4 0 0

Heidelberger Druck. 731400 2,17 34,8 0,0 136,9 2,81 / 0,87 1,22 1,1 21,7 0,17 0,27 8,0 0,0 0,0 2,27 2 0 0

Hornbach Hldg. 608340 101,20 –2,1 39,4 108,4 / 69,80 87,42 0,7 11,9 10,15 10,46 9,7 2,5 2,7 106,67 3 2 0

Hypoport SE 549336 183,00 –6,7 8,9 305,0 / 152,4 196,89 3,3 22,3 3,59 5,86 31,2 0,0 0,0 263,00 4 1 0

Indus Holding 620010 23,25 –2,5 14,5 28,35 / 19,46 22,30 0,8 11,0 2,87 3,25 7,2 4,5 5,2 31,70 2 1 0

Jenoptik A2NB60 18,91 –2,2 –15,7 29,20 / 14,36 20,57 1,1 6,9 1,46 1,78 10,6 2,1 2,3 26,18 5 3 0

Jost Werke SE JST400 50,40 –3,1 10,8 57,30 / 37,55 48,37 1,8 17,2 5,87 6,71 7,5 2,7 3,9 65,80 4 1 0

Klöckner & Co. SE KC0100 6,24 –7,3 40,5 8,18 / 4,32 5,90 0,4 2,3 0,18 0,59 10,6 0,9 2,3 20.05. 8,45 3 1 0

Kontron A0X9EJ 27,66 –1,4 42,1 29,00 / 15,15 21,41 2,3 13,2 2,02 2,13 13,0 2,9 3,1 31,34 5 0 0

KSB SE Vz 629203 912,00 –4,0 52,0 974,0 / 544,0 723,89 1,3 — 85,42 93,51 9,8 3,2 3,9 1077,67 3 0 0

KWS Saat SE 707400 62,40 –5,0 6,1 68,90 / 50,30 58,59 1,3 12,8 5,83 5,81 10,7 1,8 2,1 77,25 2 0 0

LPKF Laser & Electr. SE 645000 8,30 –0,4 –7,1 9,84 / 7,22 8,57 2,1 — 0,16 0,47 17,5 0,4 0,0 11,43 3 0 0

MBB SE A0ETBQ 174,40 0,9 74,6 178,0 / 95,00 126,57 1,3 — 8,05 8,45 20,6 0,8 0,9 205,83 2 1 0

MLP SE 656990 8,32 –3,6 35,7 9,12 / 5,44 7,27 1,5 — 0,66 0,74 11,3 4,6 5,3 11,27 2 0 0

Mutares A2NB65 27,05 –12,5 12,7 49,20 / 18,64 29,36 1,4 — 4,79 4,02 6,7 7,9 8,3 44,83 2 0 0

Nagarro A3H220 54,45 –4,1 –31,2 102,8 / 53,05 74,94 2,9 10,2 4,62 5,32 10,2 1,4 1,6 88,75 2 1 0

Norma Group SE A1H8BV 16,18 3,5 8,3 17,36 / 9,07 13,82 0,7 8,0 1,20 1,69 9,6 2,7 3,3 21.05. 17,41 3 2 1

Patrizia SE PAT1AG 7,48 –5,1 –5,3 9,20 / 6,15 7,76 0,6 15,0 0,25 0,30 24,9 4,8 4,9 10.06. 9,44 3 1 0

PNE A0JBPG 15,02 0,1 35,6 15,80 / 10,34 13,35 5,6 21,8 0,18 0,31 49,0 0,4 0,4 19,67 1 1 0

ProCredit Hldg. 622340 9,10 0,9 17,9 11,45 / 7,42 9,07 0,5 — 1,71 2,15 4,2 6,3 7,6 17,07 1 0 0

ProSiebenSat.1 SE PSM777 7,93 0,8 60,0 8,13 / 4,50 6,09 1,2 4,1 0,87 0,95 8,3 0,6 0,9 7,93 1 6 0

PVA TePla 746100 20,94 –4,1 61,8 22,64 / 10,58 15,38 2,7 21,0 0,83 1,07 19,7 0,0 0,0 21,75 4 4 0

SAF Holland SE SAFH00 16,08 –5,0 8,8 18,70 / 12,50 15,82 1,3 3,7 2,14 2,52 6,4 4,4 5,6 21,64 4 1 0

Salzgitter 620200 22,32 –8,7 40,9 29,72 / 12,96 20,03 0,3 4,3 0,84 3,70 6,0 1,0 1,2 03.06. 23,24 1 4 2

Schaeffler SHA010 4,97 –3,8 17,1 5,21 / 3,15 4,33 1,2 2,6 0,53 0,75 6,6 4,5 6,6 5,38 4 6 0

Schott Pharma A3ENQ5 24,35 –4,3 –3,2 36,88 / 18,50 25,79 4,0 16,9 1,03 1,22 20,0 0,7 0,8 29,79 7 2 0

Secunet Security 727650 227,50 5,8 95,4 246,0 / 89,00 164,52 8,6 39,7 5,05 5,63 40,4 1,2 1,4 204,75 2 1 1

SFC Energy 756857 15,78 –29,7 –8,3 28,35 / 14,92 20,01 1,8 31,1 0,81 1,02 15,5 0,0 0,0 25,80 3 1 0

SGL Carbon SE 723530 3,59 ±0,0 –10,3 6,15 / 2,81 3,90 0,8 5,3 –0,01 0,23 15,5 0,0 2,8 4,15 0 2 0

Siltronic WAF300 36,28 –17,9 –22,0 76,50 / 32,00 43,58 0,6 5,7 –2,65 –1,42 — 0,4 1,0 45,89 2 6 0

Sixt SE St. 723132 91,45 –2,6 16,3 98,70 / 59,85 80,18 1,9 — 6,90 8,00 11,4 3,8 4,4 101,00 5 1 0

SMA Solar Techn. A0DJ6J 19,26 –8,3 42,0 25,70 / 10,94 16,94 1,2 3,8 –0,02 1,28 15,0 0,0 0,0 17,80 0 4 1

FOCUS MONEY 33/2025

91


moneyanalyse Deutsche Aktien

CONTINENTAL

Umsatz runter, Gewinn rauf

Beim Kfz-Zulieferer stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) im zweiten Quartal

um 17 Prozent auf 834 Millionen Euro. Das lag aber daran, dass die AG Abschreibungen

in der Autozuliefersparte Aumovio (die am 18.9. separat an die Börse gebracht

werden soll) bilanziell nicht mehr buchen durfte. Ohne den Effekt hätte das Ebit mit

597 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau gelegen. Der Konzernumsatz ist um

4,1 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro gesunken. Die Aktie bleibt eine Halteposition.

Continental

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

75

70

65

60

55

50

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0005439004 Empfohlen am 27.06.2025 Empfehlungs-Kurs 73,90 € Kurs aktuell 72,00 € +/– in % –2,6 Neuer Stopp 65,00 € Kursziel 85,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

SDAX

Springer Nature SPG100 19,06 –0,7 –29,9 28,30 / 15,96 22,18 1,9 8,4 1,71 1,64 11,7 4,4 4,3 27,19 3 0 0

Stabilus SE STAB1L 23,15 –12,0 –23,5 43,70 / 17,48 28,74 0,8 5,6 3,36 3,80 6,1 5,0 6,1 42,71 4 1 0

Sto SE 727413 123,80 –0,2 15,7 151,8 / 101,0 120,06 — — 6,36 7,94 15,6 2,8 3,2 140,00 1 0 0

Stratec STRA55 27,25 –7,3 –8,6 45,30 / 21,00 28,77 — 5,9 — — — — — — 0 0 0

Südzucker 729700 10,00 –3,4 –3,7 12,37 / 9,88 10,96 0,7 5,0 0,24 1,25 8,0 2,0 5,2 11,06 0 3 1

Suss MicroTec SE A1K023 32,60 –19,7 0,0 –33,0 71,40 / 26,68 42,40 1,9 10,1 2,73 2,73 11,9 1,2 1,4 50,46 3 4 0

thyssenkr. nucera NCA000 9,92 –7,7 –6,4 11,87 / 6,86 9,39 1,6 — 0,09 0,20 48,8 0,0 0,0 12,35 5 1 3

Vossloh 766710 87,10 –3,5 102,3 95,10 / 40,35 60,15 2,1 18,4 3,63 4,42 19,7 1,3 1,6 91,36 5 2 0

Wacker Neuson SE WACK01 22,35 –3,0 52,7 25,10 / 12,34 19,01 1,0 — 1,37 2,12 10,6 3,1 4,6 13.05. 26,33 2 1 0

Wüstenr. & Württ. 805100 14,46 5,2 24,2 15,40 / 11,38 13,00 — — 2,07 2,68 5,4 4,5 5,2 21,00 1 0 0

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

123Fahrschule SE A2P4HL 3,34 –4,6 39,2 4,36 / 1,92 2,96 1,9 — –0,23 0,03 111,3 — — 7,05 1 0 0

2G Energy A0HL8N 36,95 8,5 62,1 37,00 / 19,00 26,75 3,9 — 1,58 1,83 20,2 0,6 0,8 35,30 2 2 0

3U Holding 516790 1,54 –3,8 0,2 1,86 / 1,32 1,56 — — –0,11 –0,05 — 0,0 0,0 2,60 2 0 0

7C Solarparken A11QW6 1,84 –0,4 1,7 2,30 / 1,68 1,94 0,7 — 0,11 0,14 13,1 6,0 6,0 4,80 1 0 0

A.H.T. Syngas Tech. A12AGY 5,15 12,0 –60,1 18,40 / 3,84 8,43 — — — — — — — — 0 0 0

A.S. Création NA A1TNNN 7,30 –2,7 15,9 8,45 / 5,05 6,64 — — 0,35 0,99 7,4 1,4 5,5 14,00 1 0 0

ABO Wind 576002 39,40 –4,1 11,9 49,70 / 32,20 38,81 1,5 — 3,56 4,42 8,9 1,6 1,8 107,17 2 0 0

About You Hldg. SE A3CNK4 6,68 –0,3 3,2 6,88 / 2,65 6,01 8,8 24,7 0,21 0,20 33,4 0,0 0,0 6,50 0 3 1

Accentro Real Estate A0KFKB 0,15 –4,5 –39,8 0,54 / 0,00 0,21 — — –0,44 — — 0,0 — — 0 0 0

ad pepper media Int. 940883 3,00 –4,5 57,9 3,18 / 1,30 2,34 2,8 — 0,09 0,13 23,1 — — 5,00 0 0 0

All for One Group SE 511000 49,40 1,9 –12,1 65,00 / 42,10 54,51 2,1 — 4,52 5,50 9,0 3,5 3,8 — 2 0 0

Allane SE A0DPRE 10,60 –1,9 15,2 11,40 / 6,90 9,77 1,0 — 0,32 0,50 21,2 0,0 0,0 — 0 0 0

Allgeier A2GS63 18,35 –8,3 23,6 22,40 / 13,90 17,45 1,2 — 1,01 1,40 13,1 2,9 3,3 25,25 3 1 0

Altech Advanced A31C3Y 1,75 ±0,0 –46,0 4,42 / 1,53 2,38 — — — — — — — 27.08. — 0 0 0

AT&S 922230 20,10 –5,9 74,2 22,70 / 10,51 14,99 0,8 12,1 –1,73 0,25 80,4 0,0 0,9 16,66 1 1 2

Aumann A2DAM0 12,14 1,3 15,6 14,02 / 9,36 11,41 0,8 — 0,88 1,08 11,3 1,6 2,1 13,90 1 2 0

B+S Banksysteme 126215 1,78 1,1 –10,1 2,40 / 1,61 1,89 — — 0,17 0,20 8,9 0,0 3,9 4,50 0 0 0

Basler 510200 11,96 1,4 101,0 13,92 / 5,10 8,26 2,9 — 0,15 0,40 30,1 0,0 0,7 12,73 3 1 0

Bastei Lübbe A1X3YY 10,20 3,0 14,0 11,40 / 7,95 9,95 1,6 — 0,77 0,84 12,1 3,8 4,0 12,40 1 0 0

BayWa vNA 519406 9,64 –12,2 –9,9 14,70 / 6,99 9,06 0,9 — –9,68 –0,53 — 0,0 0,0 26.08. — 0 0 0

BB Biotech A0NFN3 34,75 0,7 –6,7 43,60 / 26,50 35,94 0,7 — 10,51 5,26 6,6 6,3 6,4 57,65 0 0 0

Berentzen Group 520160 4,02 –4,5 5,2 5,12 / 3,63 4,21 — — 0,27 0,46 8,7 3,5 5,7 9,00 1 0 0

Bertrandt 523280 19,42 –1,4 5,0 27,60 / 15,75 20,57 0,6 5,6 –2,42 4,01 4,8 3,2 4,3 23,00 1 3 0

bet-at-home.com A0DNAY 2,73 2,2 11,0 3,80 / 1,98 2,69 — — 0,36 0,59 4,6 — — 5,50 1 0 0

Bike24 Holding A3CQ7F 2,85 –1,4 159,1 2,98 / 0,96 1,68 1,1 — –0,07 0,08 38,0 0,0 0,0 2,95 2 0 0

Biofrontera A4BGGM 2,66 1,9 27,3 3,19 / 2,01 2,40 — — — — — — — — 0 0 0

Bio-Gate konv. BGAG98 0,93 –7,0 25,7 1,20 / 0,53 0,78 — — — — — — — — 0 0 0

92 FOCUS MONEY 33/2025


GERRESHEIMER

Strategische Neuausrichtung

Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer will nach dem gescheiterten Verkauf

des Unternehmens nun das Moulded-Glass-Geschäft veräußern. Ziel ist die Fokussierung

auf das wachstumsstarke Kerngeschäft für die Pharma- und Biotechbranche.

Die Märkte reagierten mit einem Plus von etwa fünf Prozent in den ersten

Handelsstunden. Seit Jahresbeginn hat die Aktie nahezu 40 Prozent verloren – angesichts

einer möglichen Trendwende könnte es sich lohnen, vorerst zu halten.

Gerresheimer

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

120

100

80

60

40

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000A0LD6E6 Empfohlen am 6.06.2025 Empfehlungs-Kurs 48,64 € Kurs aktuell 44,36 € +/– in % -8,8 Neuer Stopp 37,70 € Kursziel 67,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

BioNTech A2PSR2 96,35 –2,8 –11,4 124,6 / 71,00 99,66 1,3 — –3,27 –4,26 — 0,0 0,0 117,90 13 5 0

Bitcoin Group A1TNV9 41,92 –7,9 –17,8 71,40 / 24,50 46,03 — — — — — — — 29.08. — 0 0 0

Blue Cap A0JM2M 17,30 2,4 11,6 19,00 / 15,10 16,91 0,8 — 1,38 1,59 10,9 4,5 5,5 30,10 2 0 0

Brain Biotech 520394 2,12 –2,8 –39,3 4,40 / 1,42 2,57 4,5 — –0,39 –0,29 — 0,0 0,0 5,70 3 1 0

Branicks Group A1X3XX 1,95 –3,9 –12,3 2,66 / 1,59 2,12 0,2 7,0 –0,14 0,10 19,5 0,5 3,9 20.08. 4,01 2 0 1

Brockhaus Technolog. A2GSU4 12,40 –7,1 –47,0 29,70 / 12,40 19,50 0,4 2,4 2,66 3,75 3,3 2,7 3,3 42,25 4 0 0

Cenit 540710 7,62 –3,3 5,8 12,80 / 6,80 8,26 1,3 — 0,33 0,90 8,5 0,6 3,3 15,55 4 0 0

Cherry SE A3CRRN 0,77 –10,6 –35,6 2,36 / 0,48 0,81 0,2 — –0,36 –0,20 — — — — 0 0 0

Cliq Digital A35JS4 4,91 –4,0 0,5 7,26 / 3,15 5,15 0,4 — 0,71 1,08 4,5 1,2 1,6 21.08. 8,00 1 0 0

Corestate Capital A141J3 0,29 10,8 –28,4 0,43 / 0,22 0,33 — — — — — — — — 0 0 0

Covestro 606214 60,44 0,1 7,7 60,76 / 52,80 58,50 1,8 16,8 –0,54 1,32 45,7 0,0 0,3 61,88 0 8 0

CureVac A2P71U 4,71 1,3 59,1 4,95 / 2,15 3,41 1,2 — –0,49 –0,45 — 0,0 0,0 4,60 1 5 0

cyan A2E4SV 2,14 –7,0 –17,7 3,34 / 1,95 2,62 1,6 42,8 –0,06 –0,01 — 0,0 0,0 4,08 1 0 0

Daldrup & Söhne 783057 13,40 –6,6 47,6 14,35 / 6,56 9,94 2,9 — 0,71 1,16 11,6 1,1 1,1 28.08. 18,07 1 0 0

Data Modul 549890 23,20 –2,5 –12,8 29,80 / 20,80 24,75 0,5 — 0,17 1,09 21,3 0,5 0,5 47,00 1 0 0

Datagroup SE A0JC8S 59,60 –0,2 28,6 61,40 / 35,20 48,94 2,8 — 3,37 3,99 15,0 2,1 2,5 69,50 2 2 0

Delignit A0MZ4B 2,44 –2,4 9,9 3,18 / 1,96 2,38 0,7 — 0,21 0,30 8,3 2,0 2,3 6,00 1 0 0

Delticom 514680 2,25 –3,0 9,2 2,70 / 1,92 2,24 0,6 — 0,27 0,38 5,9 6,0 8,2 4,60 2 0 0

Demire Real Estate A0XFSF 0,59 –13,2 –20,8 1,15 / 0,57 0,71 0,3 — –0,20 –0,17 — — — 0,98 1 0 0

Deutsche Rohstoff A0XYG7 41,55 2,2 30,7 43,20 / 28,95 35,90 0,8 9,1 4,74 5,38 7,7 4,8 4,8 48,00 0 0 0

Dr. Hönle 515710 8,20 –14,9 8,2 16,75 / 6,52 9,07 0,6 — 0,03 0,50 16,4 0,0 0,6 19,00 2 0 0

Dt. Grundstücksaukt. 553340 6,90 ±0,0 –13,2 9,45 / 6,70 7,66 — — 0,31 0,68 10,1 — — 12,85 1 0 0

Dt. Konsum REIT A14KRD 2,04 ±0,0 –42,0 5,00 / 2,04 3,10 0,3 3,6 — — — 0,0 0,0 4,40 1 1 0

ecotel communication 585434 13,00 1,6 –2,6 14,10 / 10,50 13,05 1,8 6,1 0,78 1,60 8,1 3,8 6,9 34,20 1 0 0

Edag Engineering Grp. A143NB 6,00 1,7 –13,3 10,55 / 4,80 6,57 1,0 — 0,32 0,86 7,0 2,1 6,7 8,17 0 3 0

Einhell Germany A40ESU 73,00 –4,7 20,3 81,30 / 53,50 67,57 1,7 — 6,45 7,07 10,3 2,2 2,3 95,00 2 0 0

ElringKlinger 785602 4,29 –2,9 2,9 5,24 / 3,80 4,40 0,4 — 0,57 0,85 5,1 2,8 5,7 6,25 1 1 0

Enapter A255G0 2,68 –2,9 –30,8 4,65 / 2,33 3,30 1,3 — –0,44 –0,13 — 0,0 0,0 6,13 0 0 0

EnviTec Biogas A0MVLS 19,30 –2,8 –33,2 38,60 / 18,35 29,25 — — — — — — — — 0 0 0

Epigenomics konv. A37FT4 0,90 –2,2 –19,6 2,30 / 0,50 1,02 — — — — — — — 27.08. — 0 0 0

Ernst Russ A16107 6,60 –3,2 15,4 8,12 / 4,87 6,09 0,9 5,5 1,57 1,17 5,6 4,0 4,5 10,00 2 0 0

Eurokai 570653 40,80 –2,9 23,6 43,00 / 29,00 35,34 — — — 3,28 12,4 3,2 3,2 — 0 0 0

Exasol A0LR9G 2,76 1,5 22,1 3,63 / 1,62 2,76 9,2 — 0,08 0,18 15,8 0,0 0,0 5,10 2 0 0

Fabasoft 922985 16,35 –0,9 –2,1 19,05 / 13,70 16,69 4,7 — 0,84 0,95 17,2 0,9 1,5 31,00 1 0 0

FamiCord A0BL84 4,86 –2,4 21,5 5,05 / 3,64 4,07 — — 0,01 0,05 97,2 — — 6,50 1 0 0

Fortec Elektronik 577410 14,90 –0,3 –18,1 20,00 / 14,20 16,71 — — 0,25 1,05 14,2 5,7 5,7 20,00 1 0 0

Francotyp-Postalia FPH900 2,93 1,0 35,6 3,02 / 1,97 2,39 — — — — — — — — 0 0 0

Frequentis A2PHG5 58,20 –12,1 117,2 69,80 / 22,80 36,30 3,9 32,5 2,01 2,24 26,0 0,6 0,6 45,55 3 0 0

FOCUS MONEY 33/2025

93


moneyanalyse Deutsche Aktien

DHL GROUP

Starke Quartalszahlen

Die DHL Group hat im zweiten Quartal 2025 ein robustes operatives Ergebnis vorgelegt

und Erwartungen übertroffen. Trotz rückläufiger Volumina durch globale Handelskonflikte

und eine schwächelnde Weltwirtschaft wurde der operative Gewinn

um knapp sechs Prozent auf über 1,4 Milliarden Euro gesteigert und die Jahresprognose

bestätigt. Am Dienstag legte die Aktie zwischenzeitlich um sechs Prozent zu,

seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 17 Prozent. Kaufen.

DHL Group

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

44

40

36

32

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0005552004 Empfohlen am 1.10.2024 Empfehlungs-Kurs 38,49 € Kurs aktuell 38,89 € +/– in % +1,0 Neuer Stopp 32,70 € Kursziel 44,00 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

WEITERE DEUTSCHE AKTIEN

Friwo 620110 7,20 0,7 –68,1 27,00 / 6,05 13,24 — — — — — — — — 0 0 0

Frosta 606900 99,80 2,5 62,3 101,0 / 57,50 77,08 — — 6,89 7,54 13,2 2,6 2,8 100,00 1 1 0

Gesco A1K020 18,05 5,2 36,2 18,50 / 12,95 15,12 0,7 — 1,49 2,07 8,7 1,7 2,4 25,78 2 0 0

Global Fashion Grp. A2PLUG 0,35 1,2 56,8 0,37 / 0,18 0,27 0,8 — –0,25 –0,18 — 0,0 0,0 0,55 1 1 0

Grammer 589540 6,70 2,3 40,2 10,10 / 4,54 6,30 0,4 — 1,50 2,41 2,8 0,0 0,0 — 0 0 0

H+R A2E4T7 5,02 0,8 54,0 5,02 / 3,22 4,05 0,4 — 0,29 0,42 12,0 2,0 2,0 5,20 0 0 0

Hamburger Hafen A0S848 20,70 6,4 17,1 21,20 / 15,90 17,94 1,9 — 0,82 — — 2,4 — — 0 0 0

Hapag-Lloyd HLAG47 125,00 –4,1 –18,7 172,0 / 111,3 144,85 1,2 6,2 5,66 4,39 28,5 2,4 2,1 113,73 0 4 3

Hawesko Holding SE 604270 22,80 –1,7 –10,6 28,00 / 22,00 24,23 1,7 — 1,39 1,70 13,4 5,7 6,6 26,00 0 1 0

Heidelberg Pharma A11QVV 4,21 –5,8 81,5 5,40 / 2,11 2,97 — — –0,71 –0,62 — 0,0 0,0 10,70 1 0 0

Heliad 121806 14,30 –1,4 44,4 15,60 / 8,85 12,09 1,5 23,8 0,60 0,60 23,8 0,0 0,0 24,20 2 0 0

Hermle Vz. 605283 174,00 –0,3 7,1 207,0 / 156,0 174,08 — — — — — — — 01.07. — 0 0 0

HMS Bergbau 606110 41,60 –26,4 40,5 78,00 / 24,60 33,48 3,2 15,9 3,34 2,91 14,3 2,6 2,8 14.08. 41,00 0 0 0

HomeToGo SE A2QM3K 1,60 3,2 –20,1 2,37 / 1,28 1,83 0,9 23,9 –0,11 0,07 22,8 0,0 0,0 4,10 3 0 0

IBU tec A0XYHT 9,60 0,8 45,9 11,90 / 5,38 6,98 — — –0,69 –0,65 — — — 7,60 0 1 0

Identive Group A11404 2,97 –6,3 –14,8 4,01 / 2,55 3,14 — — –0,80 –0,80 — — — 5,04 3 0 0

init innovation SE 575980 42,50 –0,5 19,4 44,00 / 33,50 38,11 2,9 — 2,07 2,72 15,6 2,1 2,2 56,75 2 0 0

Instone Real Estate A2NBX8 9,30 1,2 11,2 9,90 / 7,10 8,54 0,7 — 0,73 0,96 9,6 2,6 3,1 11,58 2 2 0

IVU Traffic Techn. 744850 21,10 –1,4 44,0 21,40 / 12,60 16,52 — — — — — — — — 0 0 0

JDC Group A0B9N3 29,50 13,5 32,9 29,50 / 18,10 22,45 — 19,3 0,70 0,89 33,1 — — 31,32 1 0 0

Knaus Tabbert A2YN50 13,38 0,1 13,0 33,45 / 11,34 14,58 1,3 — 0,80 1,80 7,4 0,0 2,5 20,40 1 3 0

Koenig & Bauer 719350 14,12 –1,7 –5,6 17,62 / 7,14 13,94 0,7 — 0,83 2,20 6,4 1,5 3,2 18,38 3 0 0

KPS A1A6V4 0,70 –8,4 –8,4 1,05 / 0,65 0,78 0,7 — –0,25 –0,21 — 0,0 4,3 1,01 1 2 0

Laiqon A12UP2 4,19 0,2 –16,2 5,44 / 3,42 4,33 1,3 — –0,24 –0,02 — 0,0 0,5 28.08. 10,50 1 0 0

Leifheit 646450 15,00 –3,5 –3,5 22,30 / 15,00 17,30 1,5 14,4 0,66 1,04 14,5 6,7 7,2 22,17 2 0 0

Logwin A2DR54 242,00 3,4 2,5 268,0 / 224,0 238,43 — — — — — — — 261,00 0 0 0

Masterflex SE 549293 12,10 –3,2 32,7 13,50 / 8,08 10,10 — — 0,93 1,11 11,0 2,5 2,9 16,90 1 0 0

MAX Automation SE A2DA58 5,76 –1,4 –3,4 6,20 / 4,92 5,74 1,2 — –0,08 0,10 60,6 0,4 0,9 6,10 1 1 0

MediClin 659510 2,92 0,7 29,2 3,18 / 2,20 2,73 0,6 — 0,65 0,46 6,3 1,4 1,4 4,90 1 0 0

Medigene NA A40ESG 0,08 –35,6 –92,5 2,41 / 0,06 0,87 0,2 — –0,53 –0,74 — — — 3,80 0 1 0

Medios A1MMCC 13,06 5,8 –1,7 18,52 / 10,32 12,62 0,6 5,5 1,14 1,47 8,9 0,0 0,0 24,50 4 0 0

Mensch & Maschine 658080 51,10 –0,4 –3,4 59,30 / 26,85 52,82 8,5 — 2,03 2,40 21,3 4,1 4,7 66,25 4 0 0

Mister Spex SE A3CSAE 1,95 ±0,0 23,0 2,54 / 1,12 1,60 1,3 — –0,72 –0,48 — — — 4,10 1 1 0

MPC Capital A1TNWJ 4,88 0,4 –5,2 6,40 / 3,64 5,17 1,2 — 0,59 0,62 7,9 5,8 5,9 7,73 3 0 0

Mühlbauer 662720 42,20 –0,5 8,2 53,50 / 34,00 40,96 — — — — — — — — 0 0 0

MVV Energie A0H52F 29,90 ±0,0 –2,9 33,00 / 28,60 30,36 — — — — — — — 13.03. — 0 0 0

Mynaric A31C30 0,17 –82,1 –89,7 15,25 / 0,15 1,84 — — — — — 0,0 0,0 — 0 0 1

Nabaltec A0KPPR 13,85 –3,1 ±0,0 17,65 / 13,20 14,65 0,8 — 0,87 1,47 9,4 2,1 2,1 19,75 1 0 0

94 FOCUS MONEY 33/2025


EVOTEC

Kleiner Lichtblick

Gerade erst musste der kriselnde Wirkstoffentwickler Evotec seine Prognose fürs laufende

Jahr senken und wurde dafür an der Börse deutlich abgestraft. Doch nun gibt

es mal gute Nachrichten: Im Zuge seines Umbaus will sich das Hamburger Unternehmen

vom Standort in Toulouse trennen – und ihn an den Schweizer Generikahersteller

Sandoz verkaufen. Laut Vorvereinbarung würden dafür unter anderem 300 Millionen

Dollar in bar fließen. Ein verlockender Ausblick, aber Anleger bleiben vorsichtig.

Evotec

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

20

15

10

5

0

Quelle: Bloomberg

ISIN DE0005664809 Empfohlen am 25.07.2025 Empfehlungs-Kurs 6,20 € Kurs aktuell 6,65 € +/– in % +7,3 Neuer Stopp 5,30 € Kursziel 7,50 €

Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U I O P

Nexus 522090 70,40 0,4 2,5 72,50 / 47,10 68,27 — — — — — — — — 0 0 0

NFON A0N4N5 6,20 –7,5 26,0 8,00 / 4,66 6,11 2,0 12,9 0,25 0,37 16,9 0,0 0,0 10,20 3 1 0

Noratis A2E4MK 0,96 –11,6 –38,0 2,28 / 0,53 1,23 — — –0,66 –0,10 — 0,0 0,0 — 0 0 1

Northern Data A0SMU8 20,64 –10,1 –52,6 52,10 / 18,76 32,06 1,5 — –2,17 –0,79 — 0,0 0,0 43,17 4 0 0

Nynomic A0MSN1 12,35 –5,7 –27,8 24,00 / 11,50 15,63 — — 0,63 1,02 12,2 — — 27,75 2 0 0

OHB SE 593612 65,40 –8,9 36,3 84,40 / 42,70 62,02 2,3 — 3,74 4,54 14,4 1,6 1,9 — 0 0 0

OVB Holding 628656 21,80 2,8 9,0 23,00 / 18,50 20,90 2,9 — 1,22 1,33 16,4 4,9 5,3 27,50 1 0 0

Pfeiffer Vacuum 691660 154,20 –0,3 0,7 162,6 / 149,2 155,27 — — 6,80 6,85 22,5 — — 140,00 0 0 1

Pfisterer SE PFSE21 56,00 0,9 — 58,80 / 27,00 42,35 — — — — — — — — 0 0 0

PharmaSGP Hold. SE A2P4LJ 28,80 –0,7 19,0 29,60 / 19,00 25,90 5,0 — 2,40 2,70 10,7 1,9 2,0 39,50 0 0 0

PSI Software SE A0Z1JH 28,10 –6,3 35,1 32,00 / 18,80 25,70 4,4 — 0,36 0,92 30,4 0,0 1,6 36,10 3 0 0

q.beyond 513700 0,90 –5,1 30,1 0,99 / 0,67 0,79 1,1 — 0,02 0,03 26,9 0,0 2,2 1,25 3 0 0

R. Stahl A1PHBB 18,60 –2,6 14,8 20,20 / 15,50 17,65 1,5 — 0,33 1,55 12,0 2,7 5,4 25,17 2 0 0

Rhön-Klinikum 704230 11,80 ±0,0 –14,5 15,90 / 10,50 13,24 0,6 — — — — 2,4 2,6 16,00 1 0 0

Ringmetall A3E5E5 2,90 –4,6 –11,9 3,83 / 2,76 3,20 — — — — — 3,4 3,4 5,20 0 0 0

Schloß Wachenheim 722900 14,50 –2,0 0,7 16,50 / 13,30 14,37 0,5 7,0 1,37 1,47 9,9 4,2 4,3 20,93 1 0 0

Serviceware SE A2G8X3 17,75 –0,8 54,3 18,25 / 11,30 14,05 3,9 — 0,09 0,45 39,4 — — 26,25 2 0 0

SMT Scharf A3DRAE 8,35 20,1 16,0 9,10 / 6,10 7,01 0,5 — 0,60 0,74 11,2 1,7 2,1 13,00 1 0 0

SNP Schneider-Neu. SE 720370 72,20 0,3 18,4 73,40 / 48,70 64,50 3,2 — 2,76 3,27 22,1 0,0 0,0 63,00 0 1 0

STEICO A0LR93 22,40 –7,4 22,9 28,80 / 17,10 21,82 0,9 24,1 1,27 1,63 13,8 1,4 1,7 27,67 1 2 0

STS Group A1TNU6 3,08 –0,6 –19,4 5,20 / 2,68 3,43 — — — — — 1,3 1,3 28.08. 11,60 0 1 0

Surteco Group SE 517690 13,95 –8,5 –27,0 22,40 / 13,00 17,48 0,5 2,3 1,19 2,13 6,6 3,0 4,5 19.06. 25,95 1 0 0

Syzygy 510480 2,16 0,5 –17,6 3,16 / 2,08 2,55 1,0 — — — — 6,9 8,3 5,05 2 0 0

Takkt 744600 5,30 –10,5 –31,6 10,96 / 5,30 7,67 0,7 75,7 0,05 0,39 13,5 10,4 10,4 7,90 1 1 0

technotrans SE A0XYGA 24,00 –3,2 26,6 25,60 / 13,75 18,58 1,6 — 1,67 2,04 11,8 3,3 4,2 29.05. 27,00 3 0 0

The Platform Group A2QEFA 8,00 –10,7 6,4 12,70 / 7,04 8,86 1,0 3,8 1,67 1,48 5,4 0,0 0,0 25.08. 17,70 4 0 0

tonies SE A3CM2W 5,92 –1,8 –19,3 8,18 / 4,79 6,38 1,9 59,2 0,19 0,33 17,7 0,0 0,0 10,62 4 0 0

Umweltbank 557080 5,02 –1,2 –18,2 6,40 / 4,75 5,50 — — 0,14 0,34 14,8 0,0 1,2 27.08. 9,20 2 0 0

Uniper SE UNSE02 37,00 –0,1 –5,1 55,50 / 35,40 41,41 1,7 — 1,16 1,66 22,3 0,0 0,0 34,75 0 0 1

Uzin Utz 755150 66,50 3,1 39,1 67,50 / 45,60 55,34 1,1 — 5,39 5,66 11,8 2,8 2,9 76,00 2 0 0

Veganz Group A3E5ED 17,80 –10,6 257,5 20,30 / 4,51 9,58 — — –1,65 –0,09 — — — 13.08. 21,50 1 0 0

Verbio SE A0JL9W 12,03 –4,1 1,1 19,85 / 7,37 10,75 0,9 — –0,41 0,54 22,3 1,7 1,7 14,52 3 2 0

VIB Vermögen A2YPDD 7,10 1,7 –28,1 12,88 / 6,84 8,61 0,3 — 1,90 2,14 3,3 0,0 0,0 11,50 0 0 0

Villeroy & Boch 765723 17,40 –2,5 14,9 18,45 / 14,45 16,44 1,3 — 0,56 1,43 12,2 5,7 6,0 34,50 1 0 0

WashTec 750750 40,30 1,8 0,8 44,20 / 33,70 39,67 6,0 16,1 2,53 2,89 14,0 6,1 6,3 53,75 3 0 0

Westwing Group SE A2N4H0 9,16 –1,3 22,1 9,60 / 6,70 7,77 3,3 19,9 0,28 0,50 18,3 — — 13,33 2 0 0

YOC 593273 14,05 –9,6 –5,7 19,50 / 13,75 15,74 4,1 — 1,12 1,44 9,8 0,0 0,0 24,00 2 0 0

Zeal Network SE ZEAL24 46,90 –1,5 –6,2 50,00 / 31,10 44,53 4,4 26,5 1,52 1,90 24,7 2,7 3,0 63,42 5 0 0

FOCUS MONEY 33/2025

95


moneyanalyse Internationale Aktien

BERKSHIRE HATHAWAY

Gewinn bricht ein – Aktie fällt

Nach schwachen Q2-Zahlen verliert die Berkshire-B-Aktie knapp drei Prozent.

Der Umsatz sank auf 92,5 Milliarden US-Dollar und der Gewinn brach auf 12,4

Milliarden ein. Hauptgründe dafür sind die US-Zölle und Wechselkursverluste.

Analysten bleiben vorsichtig optimistisch für das Gesamtjahr. Nächster Prüfstein

werden die Quartalszahlen für das dritte Quartal sein, die am 3. November veröffentlicht

werden. Halten.

Berkshire Hathaway B

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

450

400

350

300

250

Quelle: Bloomberg

ISIN US0846707026 Empfohlen am 2.04.2025 Empfehlungs-Kurs 491,25 € Kurs aktuell 398,40 € +/– in % -18,9 Neuer Stopp 338,00 € Kursziel 453,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

EURO STOXX 50 / STOXX 50

AB Inbev A2ASUV / BE0974293251 51,20 –11,0 6,0 63,00 / 45,00 55,11 1,4 8,9 3,23 3,62 14,1 2,1 2,3 68,46 14 4 0

ABB NA 919730 / CH0012221716 57,25 1,1 9,0 58,23 / 39,88 51,98 7,8 24,6 2,25 2,41 23,7 1,6 1,7 53,57 6 11 1

Adyen A2JNF4 / NL0012969182 1484,80 –6,3 4,2 1861 / 1031,2 1512,24 8,7 39,6 35,49 44,33 33,5 0,0 0,0 1883,48 14 8 0

Ahold Delhaize A2ANT0 / NL0011794037 34,47 ±0,0 10,0 38,08 / 29,30 34,12 2,0 5,3 2,63 2,81 12,3 3,4 3,6 36,05 4 7 1

Air Liquide 850133 / FR0000120073 172,60 1,9 11,1 186,96 / 153,68 171,53 3,5 15,1 6,57 7,47 23,1 2,0 2,2 196,00 12 2 1

ASML Hold. A1J4U4 / NL0010273215 600,30 –5,2 –11,3 854,1 / 515,5 660,79 12,7 24,0 23,95 25,62 23,4 1,2 1,3 757,87 21 12 1

AstraZeneca 886455 / GB0009895292 129,45 4,1 1,9 158,15 / 113,25 129,11 5,1 14,1 7,83 8,96 14,4 2,1 2,3 157,55 15 2 0

AXA 855705 / FR0000120628 40,73 –4,1 19,1 42,94 / 31,33 38,16 1,8 — 3,97 4,12 9,9 5,7 6,1 44,23 8 3 0

Banco Santander 858872 / ES0113900J37 7,50 –0,8 70,3 7,75 / 4,02 5,86 1,1 — 0,88 0,91 8,3 3,0 3,1 7,71 10 4 0

BBVA 875773 / ES0113211835 14,95 12,3 60,8 14,95 / 8,69 11,62 1,4 — 1,75 1,78 8,4 5,7 5,7 14,81 7 5 1

BNP Paribas 887771 / FR0000131104 78,58 1,7 32,7 81,54 / 54,79 70,00 0,8 — 10,09 11,25 7,0 6,4 7,2 91,56 9 4 0

BP PLC 850517 / GB0007980591 4,74 1,7 1,9 5,69 / 3,80 4,71 1,4 3,7 0,37 0,43 10,9 6,0 6,2 4,89 3 14 1

Brit. Am. Tobacco 916018 / GB0002875804 48,20 8,3 38,0 48,60 / 31,54 37,95 1,9 19,3 3,91 4,17 11,6 5,8 5,9 45,50 6 4 1

Danone 851194 / FR0000120644 72,50 10,4 11,8 76,28 / 60,04 68,91 2,5 14,2 3,76 4,02 18,0 3,1 3,2 74,49 4 11 1

Diageo 851247 / GB0002374006 21,80 –5,6 –28,5 32,19 / 20,90 26,06 5,2 12,9 1,38 1,46 15,0 4,1 4,2 27,85 12 6 2

Enel 928624 / IT0003128367 7,81 1,5 13,0 8,28 / 6,31 7,32 2,2 5,0 0,68 0,70 11,2 6,2 6,3 8,47 12 7 0

Eni 897791 / IT0003132476 14,81 0,8 13,5 14,96 / 11,08 13,64 0,9 3,6 1,41 1,48 10,0 7,1 7,3 15,18 6 12 0

EssilorLuxottica 863195 / FR0000121667 253,30 –1,1 7,9 298,5 / 203,3 248,76 2,8 22,2 7,10 7,95 31,8 1,6 1,7 261,17 5 8 1

Ferrari A2ACKK / NL0011585146 388,20 –12,1 –6,3 495,0 / 358,4 420,36 16,8 30,9 8,88 10,09 38,5 0,8 0,9 442,78 3 4 1

GSK PLC A3DMB5 / GB00BN7SWP63 16,10 ±0,0 –1,8 20,18 / 14,68 16,79 4,1 8,6 1,86 2,08 7,7 4,6 5,0 18,98 5 11 2

Hermes Intern. 886670 / FR0000052292 2092,00 –12,3 –9,7 2963 / 1890 2375,45 11,5 41,4 43,56 50,16 41,7 1,0 1,1 2505,10 8 7 1

HSBC Hold. 923893 / GB0005405286 10,72 –3,9 13,4 11,76 / 7,43 9,94 1,2 — 1,18 1,24 8,7 5,5 5,8 11,04 5 11 0

Iberdrola A0M46B / ES0144580Y14 15,45 1,4 19,2 16,80 / 11,70 14,46 1,8 8,1 0,94 0,98 15,8 4,3 4,6 15,59 4 14 1

Inditex A11873 / ES0148396007 41,16 –4,7 –17,5 56,08 / 40,93 48,57 6,3 14,5 1,96 2,14 19,3 4,3 4,6 50,67 10 7 1

ING Groep A2ANV3 / NL0011821202 19,68 –2,4 30,2 21,00 / 14,20 17,08 1,2 — 1,99 2,25 8,7 5,0 5,8 21,21 5 7 0

Intesa Sanpaolo 850605 / IT0000072618 5,15 1,4 32,9 5,47 / 3,39 4,46 1,5 — 0,54 0,57 9,0 7,3 7,9 5,68 9 1 0

L’Oréal 853888 / FR0000120321 370,20 –0,7 8,1 411,1 / 317,1 355,98 5,7 23,6 12,83 13,76 26,9 1,9 2,1 387,39 6 14 1

London St. Exch. A0JEJF / GB00B0SWJX34 116,00 –2,5 –14,7 146,0 / 108,0 133,68 2,3 15,2 4,55 5,11 22,7 1,4 1,6 146,23 10 1 0

LVMH 853292 / FR0000121014 455,15 –7,5 –28,1 757,5 / 437,0 573,63 3,2 12,3 21,66 24,13 18,9 2,6 2,9 559,08 9 11 1

National Grid A2DQWX / GB00BDR05C01 12,50 1,6 9,6 13,30 / 10,90 12,03 1,3 7,3 0,88 0,99 12,6 4,4 4,5 13,57 7 5 0

Nestlé NA A0Q4DC / CH0038863350 76,98 –0,6 –4,0 98,19 / 74,83 87,41 4,8 14,1 4,69 4,93 15,6 4,3 4,4 93,48 6 12 1

Nokia 870737 / FI0009000681 3,51 –4,4 –18,3 5,00 / 3,43 4,43 0,9 9,8 0,27 0,33 10,7 3,9 4,2 4,43 6 9 2

Nordea Bank A2N6F4 / FI4000297767 12,73 0,8 20,4 13,50 / 10,07 11,87 1,4 — 1,38 1,40 9,1 7,5 7,7 14,20 4 2 0

Novartis NA 904278 / CH0012005267 102,04 2,1 7,5 109,96 / 86,82 100,77 5,2 11,9 7,70 7,98 12,8 3,4 3,6 106,02 3 10 3

Novo-Nordisk B A3EU6F / DK0062498333 41,05 –13,4 –31,1 –51,0 126,34 / 40,00 75,48 6,7 13,8 3,41 3,83 10,7 4,3 4,8 72,09 8 9 1

Pernod Ricard 853373 / FR0000120693 89,70 –9,3 –17,7 139,85 / 84,56 100,35 1,4 10,6 7,06 6,68 13,4 5,0 4,7 110,21 7 11 0

Prosus A2PRDK / NL0013654783 50,18 –1,7 30,3 53,44 / 31,14 42,07 2,5 66,7 3,35 3,91 12,8 0,3 0,4 57,77 9 4 0

Relx A0M95J / GB00B2B0DG97 44,94 0,6 3,7 49,68 / 40,08 45,72 25,1 25,7 1,47 1,62 27,7 1,7 1,9 51,18 7 3 0

96 FOCUS MONEY 33/2025


PALANTIR

Aktie nicht zu bremsen

Ein KGV von 572 auf dem Preisschild der Aktie interessiert die Anleger genauso wenig

wie die Sorge vor Datenmissbrauch beim Einsatz der Software in deutschen Behörden:

Solange der Sicherheitsprofi die Prognosen pulverisiert, steigt der Kurs wie eine

Rakete. Beispiel: die Q2-Zahlen. Nach 678 Millionen US-Dollar Erlös im Vorjahr

knackte der Erlös erstmals die eine-Milliarde-Dollar-Marke. Der Gewinn je Aktie hat

sich mehr als verdoppelt – von sechs auf 14 Cent je Anteil. Urteil: Aktie nur für Mutige.

Palantir

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

120

80

40

0

Quelle: Bloomberg

ISIN US69608A1088 Empfohlen am 4.12.2024 Empfehlungs-Kurs 67,50 € Kurs aktuell 148,42 € +/– in % +120,0 Neuer Stopp 123,20 € Kursziel –

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Richemont A1W5CV / CH0210483332 141,14 –4,2 –4,4 200,77 / 120,75 158,49 3,5 16,1 6,13 6,97 20,3 2,4 2,6 178,02 7 12 0

Rio Tinto 852147 / GB0007188757 51,91 –3,1 –8,5 65,33 / 46,81 56,02 1,6 6,5 5,16 5,22 9,9 5,6 5,7 60,40 6 8 0

Roche Hold. GS 855167 / CH0012032048 272,33 –2,4 –0,4 335,92 / 248,25 288,86 5,4 11,1 21,29 22,20 12,3 3,9 4,0 321,48 5 8 3

Rolls-Royce Group A1H81L / GB00B63H8491 12,70 9,9 84,3 12,84 / 5,42 8,76 — 28,1 0,30 0,34 37,2 0,7 0,9 11,24 9 4 1

Safran 924781 / FR0000073272 291,20 3,7 38,7 294,5 / 189,45 241,06 10,8 23,3 8,21 10,31 28,2 1,2 1,4 293,48 7 6 0

Sanofi S.A. 920657 / FR0000120578 82,80 –3,1 –11,5 110,02 / 77,06 94,12 1,3 9,2 7,86 8,62 9,6 4,9 5,2 110,17 12 6 0

Schneider Electr. 860180 / FR0000121972 216,60 –8,2 –9,9 273,05 / 175,32 231,79 3,8 23,7 9,13 10,20 21,2 1,9 2,1 253,70 11 7 0

Shell A3C99G / GB00BP6MXD84 31,26 1,2 4,8 34,26 / 26,00 30,77 1,2 5,1 2,72 2,98 10,5 4,0 4,2 35,15 8 4 0

St. Gobain 872087 / FR0000125007 93,62 –7,0 8,9 106,45 / 72,46 92,95 1,8 9,2 6,70 7,23 12,9 2,4 2,7 106,44 6 5 0

Stellantis A2QL01 / NL00150001Q9 7,60 –8,5 –39,2 15,25 / 7,32 10,72 0,3 3,1 1,23 2,07 3,7 2,2 6,7 9,56 1 17 2

TotalEnergies 850727 / FR0000120271 51,87 –1,4 –1,4 63,50 / 47,97 54,95 1,1 5,2 5,97 6,24 8,3 6,2 6,8 64,08 12 4 0

UBS Group N A12DFH / CH0244767585 32,64 0,4 10,0 35,20 / 22,12 30,01 1,3 — 1,91 2,59 12,6 2,6 2,9 32,90 4 6 1

UniCredit A2DJV6 / IT0005239360 64,30 4,2 66,4 64,90 / 33,01 48,97 1,5 — 6,52 7,10 9,1 5,0 5,6 66,17 5 6 0

Unilever plc. A0JNE2 / GB00B10RZP78 51,94 1,2 –5,8 59,80 / 50,96 54,60 6,1 15,5 2,98 3,13 16,6 3,5 3,7 57,58 7 4 2

Vinci 867475 / FR0000125486 121,50 –1,5 22,1 129,95 / 96,96 113,47 2,1 8,2 8,55 9,68 12,6 4,0 4,4 138,19 11 1 1

Wolters Kluwer A0J2R1 / NL0000395903 133,55 –0,3 –17,5 182,7 / 132,7 154,71 28,2 19,4 5,28 5,79 23,1 1,9 2,0 160,85 4 7 0

Zurich Insur. Grp 579919 / CH0011075394 609,75 3,0 5,7 669,27 / 479,79 599,99 3,7 — 39,13 42,34 14,4 5,1 5,5 579,86 1 6 3

DOW JONES

3M 851745 / US88579Y1010 127,80 –2,3 3,5 149,38 / 103,0 129,97 18,1 22,5 6,82 7,33 17,4 2,0 2,1 139,32 9 4 1

Amazon.com 906866 / US0231351067 186,24 –7,3 –12,3 233,7 / 141,0 192,77 5,8 16,0 5,68 6,54 28,5 0,0 0,0 224,70 50 4 0

American Express 850226 / US0258161092 258,75 –3,3 –10,4 313,75 / 195,58 267,99 6,4 — 13,25 14,95 17,3 1,1 1,2 279,37 8 16 1

Amgen 867900 / US0311621009 261,10 –0,5 4,5 307,05 / 230,1 265,69 18,5 14,3 18,05 18,56 14,1 3,2 3,3 271,02 12 15 2

Apple Inc. 865985 / US0378331005 175,70 –4,7 –27,4 248,7 / 152,08 202,73 46,3 24,9 6,39 6,88 25,5 0,5 0,5 201,12 23 15 1

Boeing 850471 / US0970231058 195,28 –3,8 16,2 209,0 / 115,8 165,12 — — –1,71 3,24 60,3 0,0 0,0 215,65 17 7 0

Caterpillar 850598 / US1491231015 376,50 0,9 7,6 392,0 / 238,5 334,19 10,4 20,9 16,16 18,35 20,5 1,4 1,4 348,52 12 13 0

Chevron Corp. 852552 / US1667641005 130,44 –3,2 –5,5 160,04 / 117,04 138,08 2,1 8,4 6,63 8,53 15,3 4,5 4,7 143,20 10 9 1

Cisco Systems 878841 / US17275R1023 59,72 2,3 5,0 64,34 / 40,80 56,23 5,9 17,7 3,27 3,48 17,2 2,3 2,4 62,37 12 10 0

Coca-Cola 850663 / US1912161007 59,68 1,4 –0,2 69,00 / 58,27 62,00 10,9 49,9 2,58 2,78 21,5 2,9 3,1 68,26 14 3 0

Disney Co. 855686 / US2546871060 103,44 –0,3 –2,6 112,52 / 71,97 99,09 2,0 16,8 4,99 5,45 19,0 0,8 0,9 112,30 18 6 1

Goldman Sachs 920332 / US38141G1040 627,60 0,6 14,1 643,2 / 385,05 551,09 2,0 — 39,86 44,85 14,0 1,9 2,2 609,87 6 13 2

Home Depot 866953 / US4370761029 331,00 1,8 –12,3 411,4 / 295,0 351,71 29,8 20,3 12,98 14,11 23,5 2,4 2,6 365,62 20 11 0

Honeywell 870153 / US4385161066 190,54 –0,7 –13,7 229,6 / 161,0 200,54 7,8 20,1 9,11 9,91 19,2 2,1 2,2 217,52 12 12 0

IBM 851399 / US4592001014 218,00 –3,8 2,0 255,1 / 169,94 225,52 7,6 15,7 9,59 10,26 21,2 2,7 2,7 243,61 8 9 2

Johnson & Johnson 853260 / US4781601046 147,80 2,6 6,3 161,6 / 129,0 142,29 5,2 12,5 9,38 9,82 15,1 3,0 3,1 151,23 8 14 0

JP Morgan Chase 850628 / US46625H1005 254,65 –1,0 10,9 268,9 / 179,7 233,95 2,3 — 16,69 17,79 14,3 2,0 2,2 262,60 9 7 2

McDonald’s 856958 / US5801351017 263,35 2,1 –6,1 300,25 / 242,25 275,28 — 20,0 10,63 11,49 22,9 2,4 2,5 284,56 13 15 1

Merck & Co. A0YD8Q / US58933Y1055 68,90 –5,4 –27,8 108,0 / 65,50 82,19 3,5 7,5 7,72 8,33 8,3 4,0 4,2 86,81 12 13 0

Microsoft 870747 / US5949181045 464,05 5,3 13,6 490,1 / 311,55 397,29 11,7 30,6 11,60 13,38 34,7 0,6 0,6 516,58 43 3 0

FOCUS MONEY 33/2025

97


moneyanalyse Internationale Aktien

APPLE

Kursplus auf Bewährung

Nach dem jüngsten Kursanstieg hat die Apple-Aktie die eigentliche Bewährungsprobe

noch vor sich. Zwar präsentierte der Iphone-Erfinder Q2-Zahlen, wonach Apple trotz

hoher Zölle und schwächelnder Teilbereiche besser abschnitt als erwartet. Vor allem

das Iphone bleibt demnach der Wachstumstreiber. Dennoch stellt sich die Frage: Muss

Apple künftig auf 20 Milliarden Dollar Jahreseinnahmen verzichten, weil Google seine

Suchmaschine nicht mehr im Safari-Browser von Apple betreiben darf? Tipp: abwarten.

Apple

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

220

180

140

100

Quelle: Bloomberg

ISIN US0378331005 Empfohlen am 7.05.2025 Empfehlungs-Kurs 173,90 € Kurs aktuell 175,70 € +/– in % +1,0 Neuer Stopp 145,80 € Kursziel 200,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

DOW JONES

Nike 866993 / US6541061031 65,01 –5,1 –10,4 81,39 / 46,00 64,73 9,0 32,5 1,45 2,14 30,3 2,2 2,3 66,75 15 17 1

Nvidia 918422 / US67066G1040 155,30 1,9 19,9 160,58 / 75,29 123,89 29,5 41,3 3,72 5,06 30,7 0,0 0,0 158,03 48 6 1

Procter & Gamble 852062 / US7427181091 130,86 –3,5 –19,5 171,4 / 129,98 151,50 6,9 19,8 5,85 6,03 21,7 2,7 2,8 147,80 10 8 0

Salesforce Inc. A0B87V / US79466L3024 220,25 –5,4 –31,8 359,3 / 203,0 271,76 3,8 17,6 9,76 10,92 20,2 0,7 0,7 302,08 33 10 0

Sherwin Williams 856050 / US8243481061 302,45 4,7 –8,4 384,85 / 278,95 324,51 19,4 29,1 9,80 11,05 27,4 0,9 1,0 324,04 12 10 0

Travelers Comp. A0MLX4 / US89417E1091 227,30 0,9 –1,1 254,2 / 190,25 233,53 1,9 — 19,19 21,98 10,3 1,7 1,7 250,48 6 11 0

UnitedHealth 869561 / US91324P1021 210,40 –13,4 –56,8 589,7 / 204,9 420,10 2,3 8,0 14,01 17,28 12,2 3,6 4,0 289,59 13 5 2

Verizon 868402 / US92343V1044 37,12 1,6 –2,8 43,64 / 35,02 38,67 1,7 4,8 4,06 4,19 8,9 6,4 6,5 42,14 7 14 0

VISA Inc. A0NC7B / US92826C8394 297,45 –3,1 –2,4 349,2 / 233,35 306,49 17,7 27,6 9,87 11,08 26,8 0,7 0,8 338,16 23 8 0

Walmart Inc. 860853 / US9311421039 86,24 2,8 –1,5 101,14 / 60,99 85,45 8,5 23,4 2,26 2,54 34,0 0,9 1,0 94,70 27 2 1

USA WEITERE

Abbott Lab 850103 / US0028241000 112,38 3,2 2,2 133,78 / 97,94 115,02 4,5 20,0 4,45 4,90 22,9 1,8 2,0 123,18 14 7 0

Adobe 871981 / US00724F1012 292,50 –8,0 –31,7 531,4 / 292,4 389,80 11,5 15,0 17,78 19,96 14,7 0,0 0,0 415,50 21 11 2

AirBnB A2QG35 / US0090661010 113,18 –7,0 –10,0 155,0 / 90,55 121,05 8,4 21,1 3,65 4,13 27,4 0,0 0,0 121,70 12 24 5

Alphabet Inc. A A14Y6F / US02079K3059 171,00 3,0 –6,3 198,84 / 123,06 160,88 5,9 15,6 8,59 9,19 18,6 0,4 0,4 186,75 43 12 0

Altria Group 200417 / US02209S1033 53,63 5,2 7,0 55,73 / 44,95 51,51 — 11,4 4,68 4,81 11,2 6,7 7,0 51,98 4 9 1

American Water A0NJ38 / US0304201033 123,00 2,8 2,7 138,5 / 114,2 124,95 2,5 13,1 4,93 5,30 23,2 2,3 2,5 122,84 3 8 1

AT&T A0HL9Z / US00206R1023 24,01 0,6 9,9 26,57 / 17,38 23,36 1,9 5,2 1,78 1,92 12,5 4,0 4,0 26,44 12 7 1

Bank of America 858388 / US0605051046 39,76 –4,5 –6,3 47,05 / 29,70 40,59 1,2 — 3,17 3,67 10,8 2,3 2,6 45,89 14 4 0

Berkshire Hath. B A0YJQ2 / US0846707026 399,50 –4,2 –8,2 498,7 / 389,0 444,42 1,5 — 17,52 18,83 21,2 0,0 0,0 451,58 2 2 0

Biogen Inc. 789617 / US09062X1037 114,10 3,0 –20,7 186,7 / 99,82 129,23 1,0 5,5 13,53 13,60 8,4 0,0 0,0 146,72 13 19 1

Citigroup A1H92V / US1729674242 79,79 –2,9 17,6 84,00 / 49,50 68,57 0,8 — 6,59 8,46 9,4 2,5 2,7 87,46 11 5 0

Coinbase Global A2QP7J / US19260Q1076 269,20 –17,9 7,7 381,15 / 123,58 242,84 6,5 — 6,75 7,09 38,0 0,0 0,0 318,02 14 15 2

Colgate-Palmolive 850667 / US1941621039 72,08 –3,8 –17,8 98,56 / 71,00 83,35 162,0 — 18,5 3,17 3,41 21,1 2,5 2,6 84,87 8 7 1

Comcast A 157484 / US20030N1019 28,40 –1,4 –21,2 42,13 / 28,04 33,68 1,2 3,8 3,72 3,93 7,2 4,0 4,3 34,35 12 14 1

eBay 916529 / US2786421030 80,64 15,5 34,3 80,64 / 49,65 62,75 8,8 21,4 4,71 5,13 15,7 1,2 1,3 71,66 6 18 4

Eli Lilly 858560 / US5324571083 658,70 –6,4 –11,9 888,8 / 616,9 734,10 26,3 42,0 19,00 26,04 25,3 0,8 0,9 827,09 18 5 1

ExxonMobil 852549 / US30231G1022 93,30 –2,7 –8,9 117,76 / 87,73 101,59 1,7 8,8 5,83 6,54 14,3 3,7 3,9 107,02 8 10 0

GE Aerospace A3CSML / US3696043013 238,50 2,6 47,2 241,0 / 131,0 188,50 16,2 37,3 5,08 6,01 39,7 0,5 0,6 252,45 12 2 0

Gilead Sciences 885823 / US3755581036 98,80 0,5 10,0 111,04 / 66,63 93,35 6,4 12,3 6,92 7,36 13,4 2,8 3,0 102,16 16 10 0

Intel 855681 / US4581401001 16,99 –4,9 –11,6 26,30 / 16,00 19,94 0,8 8,6 0,11 0,57 29,7 0,0 0,0 18,97 2 38 2

Kroger Co. 851544 / US5010441013 61,67 1,3 4,1 64,57 / 46,18 59,25 6,0 6,9 4,13 4,54 13,6 1,9 2,0 65,35 10 13 0

Lockheed Martin 894648 / US5398301094 366,90 0,9 –21,7 572,9 / 350,0 438,48 19,3 11,9 18,92 25,28 14,5 3,1 3,3 421,17 4 13 1

LYFT A2PE38 / US55087P1049 12,75 4,2 2,1 17,29 / 8,13 12,90 7,9 10,4 0,98 1,20 10,6 0,0 0,0 15,05 9 29 1

MasterCard A0F602 / US57636Q1040 492,75 0,7 –3,3 555,6 / 405,0 497,37 56,8 34,6 14,08 16,32 30,2 0,5 0,6 553,36 23 9 0

Medtronic PLC A14M2J / IE00BTN1Y115 77,95 –2,0 0,9 90,89 / 68,50 79,84 2,3 16,7 4,80 5,19 15,0 3,2 3,3 83,53 13 13 0

Meta Platforms A1JWVX / US30303M1027 674,10 9,2 18,6 707,6 / 415,0 579,15 8,4 18,2 24,05 25,43 26,5 0,3 0,3 730,09 51 7 0

Moderna A2N9D9 / US60770K1079 23,95 –18,6 –37,5 82,75 / 20,18 31,80 1,4 — –8,47 –6,47 — 0,0 0,0 38,90 4 16 1

98 FOCUS MONEY 33/2025


AMAZON

Große KI-Sorgen

Nach für Anleger enttäuschenden Aussagen von CEO Andy Jassy zur KI-Strategie

fiel die Amazon-Aktie um sieben Prozent. Zwar wuchs Amazon Web Services (AWS)

im Q2 um 17 Prozent, doch das liegt klar unter dem Tempo von Microsoft und Google.

Jassy verweist auf eigene Chips – doch Analysten sehen Rückstand im KI-Wettlauf.

Zudem bremsen Strom- und Serverengpässe das Wachstum. Der Marktanteil

von AWS bleibt mit 30 Prozent stabil, aber das Vertrauen beginnt zu bröckeln. Halten.

Amazon

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

220

180

140

100

60

Quelle: Bloomberg

ISIN US0231351067 Empfohlen am 20.06.2025 Empfehlungs-Kurs 182,20 € Kurs aktuell 186,56 € +/– in % +2,39 Neuer Stopp 159,00 € Kursziel 217,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Mondelez Intern. A1J4U0 / US6092071058 54,52 –9,0 –6,3 68,94 / 51,28 59,16 3,2 17,1 2,62 2,88 18,9 3,0 3,3 64,29 13 7 0

Netflix 552484 / US64110L1061 1012,80 0,5 17,1 1139,6 / 556,9 926,46 18,0 53,3 22,73 27,92 36,3 0,0 0,0 1167,41 22 16 2

Newmont Corp. 853823 / US6516391066 57,11 3,8 58,4 57,11 / 35,38 44,49 2,2 8,6 4,59 4,49 12,7 1,5 1,5 60,83 11 6 0

Occidental Petrol. 851921 / US6745991058 37,22 –5,0 –20,6 54,13 / 31,41 42,56 1,5 4,1 2,05 2,57 14,5 2,2 2,3 43,34 3 16 2

Oracle 871460 / US68389X1054 221,80 4,1 37,5 227,65 / 106,3 161,53 20,4 — 5,87 7,09 31,3 0,7 0,7 202,62 22 11 0

Palantir Technol. A2QA4J / US69608A1088 151,56 11,4 105,1 152,54 / 24,05 89,36 63,4 300,9 0,50 0,64 237,0 0,0 0,0 98,16 3 16 3

PayPal A14R7U / US70450Y1038 58,88 –12,7 –28,5 90,66 / 49,16 70,15 3,1 9,0 4,50 4,97 11,9 0,0 0,0 71,98 13 21 2

Pepsico 851995 / US7134481081 121,08 –0,9 –17,4 163,5 / 109,0 134,34 9,4 14,7 6,93 7,32 16,5 4,0 4,2 132,36 4 15 2

Pfizer 852009 / US7170811035 21,26 0,5 –16,5 27,72 / 18,77 23,13 1,5 8,4 2,60 2,67 8,0 6,9 7,1 24,79 7 15 1

Philip Morris A0NDBJ / US7181721090 140,42 3,4 20,1 160,84 / 104,54 137,91 — 21,9 6,52 7,23 19,4 3,4 3,6 161,24 9 4 0

QUALCOMM Inc. 883121 / US7475251036 127,92 –7,6 –14,8 174,98 / 105,16 143,89 5,8 11,2 10,27 10,39 12,3 2,4 2,4 151,69 12 18 1

Snap A2DLMS / US83304A1060 8,30 –0,9 –20,8 12,58 / 6,25 9,10 7,0 25,7 0,25 0,35 23,9 0,0 0,0 8,54 4 33 2

Starbucks Corp. 884437 / US8552441094 77,70 –3,7 –12,0 111,62 / 67,22 87,48 — 23,9 1,90 2,38 32,6 2,7 2,8 85,35 11 16 2

Tesla A1CX3T / US88160R1014 267,40 –5,0 –34,0 465,25 / 173,72 296,95 13,0 82,9 1,45 2,07 128,9 0,0 0,0 264,83 13 18 7

Texas Instruments 852654 / US8825081040 158,36 –3,5 –13,3 206,8 / 124,88 173,78 10,3 24,5 4,90 5,86 27,0 3,0 3,1 177,86 13 20 2

T-Mobile US A1T7LU / US8725901040 208,10 0,4 –3,1 264,95 / 173,48 220,15 4,5 9,9 9,54 11,43 18,2 1,5 1,7 235,14 11 11 1

UPS 929198 / US9113121068 73,95 –16,0 –39,1 131,5 / 73,20 104,18 4,7 9,4 5,74 6,39 11,6 7,7 7,7 91,41 14 15 1

Walgreens Boots A12HJF / US9314271084 10,17 2,7 10,4 12,68 / 7,41 9,68 1,4 6,0 1,49 1,34 7,6 5,5 3,6 10,31 1 12 0

SCHWEIZ

Adecco Group NA 922031 / CH0012138605 26,01 –8,5 8,7 31,81 / 21,06 25,68 1,2 8,5 2,21 2,69 9,7 4,0 4,8 27,40 3 5 3

Alcon N A2PDXE / CH0432492467 75,94 –2,4 –7,8 93,13 / 72,09 82,27 2,0 19,3 2,70 3,18 23,9 0,3 0,4 94,06 15 5 0

Amrize N A414LY / CH1430134226 43,63 –0,2 — 49,24 / 40,74 43,13 — — — — — — — — 0 0 0

Clariant NA 895929 / CH0012142631 8,78 –6,7 –18,7 14,45 / 7,17 10,62 1,2 6,9 0,76 0,99 8,9 5,2 5,5 12,16 5 7 0

Geberit NA A0MQWG / CH0030170408 675,91 1,1 22,7 693,68 / 520,79 598,19 14,8 23,3 19,85 21,46 31,5 2,1 2,2 578,79 4 4 4

Georg Fischer NA A3DHG1 / CH1169151003 67,60 0,2 –8,0 79,43 / 53,52 69,93 24,3 10,1 3,01 3,66 18,5 2,3 2,3 86,36 4 0 0

Givaudan 938427 / CH0010645932 3673,92 –2,5 –13,5 5020,6 / 3584 4219,20 6,4 21,2 137,08 142,56 25,8 2,1 2,2 4439,46 4 9 2

Holcim N 869898 / CH0012214059 70,18 1,7 29,4 70,91 / 46,12 58,36 2,3 11,4 3,61 3,89 18,0 2,6 2,9 69,18 6 8 0

Kühne + Nagel NA A0JLZL / CH0025238863 177,92 –2,9 –20,0 285,5 / 171,17 211,28 6,4 10,3 9,42 9,99 17,8 4,4 4,4 196,86 1 8 3

Lindt & Sprüngli PS 870503 / CH0010570767 12738,8 0,3 18,2 14709 / 10443 12295,7 5,4 28,6 331,99 357,21 35,7 1,4 1,4 12403,85 0 3 0

Logitech NA A0J3YT / CH0025751329 83,50 1,8 3,9 101,59 / 58,43 80,32 6,4 19,1 4,45 4,60 18,2 1,4 1,5 87,82 4 5 0

SGS NA A3D68K / CH1256740924 88,47 –1,4 –9,1 106,04 / 76,13 93,21 13,6 13,0 4,02 4,42 20,0 3,9 3,9 99,21 4 9 1

Sonova NA 893484 / CH0012549785 238,83 –4,1 –24,7 360,97 / 230,26 296,68 4,8 15,5 11,69 12,89 18,5 2,0 2,2 278,85 3 8 3

Swatch Inh. 865126 / CH0012255151 151,26 –5,8 –14,4 204,57 / 128,78 165,70 0,6 15,7 2,40 6,27 24,1 2,8 3,7 150,24 3 6 6

Swiss Re NA A1H81M / CH0126881561 160,79 2,7 14,5 164,48 / 107,74 147,10 2,2 — 13,46 14,15 11,4 4,2 4,5 151,80 4 8 1

VAT Group N A2AGGY / CH0311864901 306,37 –2,5 –16,5 475,4 / 253,17 357,35 10,6 29,9 8,73 10,38 29,5 2,4 2,8 355,64 4 11 0

ÖSTERREICH

Andritz 632305 / AT0000730007 62,95 –6,0 30,4 67,85 / 43,00 56,73 2,5 8,7 4,96 6,10 10,3 4,3 4,8 70,88 5 0 0

BAWAG Group A2DYJN / AT0000BAWAG2 110,30 0,7 37,2 113,2 / 62,70 92,32 2,0 — 10,63 11,93 9,2 5,6 6,3 120,33 4 1 0

FOCUS MONEY 33/2025

99


moneyanalyse Internationale Aktien

BOOKING HOLDING

Riskanter Rechtsstreit

Die Macht des weltweit größten Reiseportals ist 10 000 Hotels und Verbänden ein

Dorn im Auge. Sie haben angedroht, Schadenersatz einzuklagen, da das Hotelbuchungsportal

sie angeblich über Jahre daran gehindert hat, günstigere Direktpreise

anzubieten. Booking argumentiert: Die Plattform sei ein freiwilliger Vertriebskanal

und ihr Mehrwert liege darin, Hotels bei Marketing, Technologie und globaler

Sichtbarkeit zu unterstützen. Das letzte Wort könnte daher das Gericht haben.

Booking Holdings

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

4500

4000

3500

3000

2500

2000

1500

Quelle: Bloomberg

ISIN US09857L1089 Empfohlen am 14.02.2024 Empfehlungs-Kurs 3348,65 € Kurs aktuell 4742,00 € +/– in % +41,6 Neuer Stopp 4100,00 € Kursziel 5500,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

ÖSTERREICH

CPI Europe A2JN9W / AT0000A21KS2 18,28 –0,4 23,3 32,55 / 14,72 16,72 — — — — — — — 17,00 0 0 0

Erste Group Bank 909943 / AT0000652011 82,05 1,9 39,6 82,35 / 44,26 63,91 1,5 — 7,30 8,70 9,4 0,9 4,4 78,30 6 5 0

Flughafen Wien A2AMK9 / AT00000VIE62 53,00 1,5 –0,4 55,60 / 46,30 53,19 2,8 — 2,72 2,72 19,5 3,3 3,3 60,40 0 2 0

Lenzing 852927 / AT0000644505 24,55 –5,9 –14,6 35,30 / 21,80 27,57 0,8 2,6 –1,01 0,73 33,6 0,0 1,4 29,14 0 3 1

Mayr-Melnhof 890447 / AT0000938204 73,30 –1,7 –6,0 104,2 / 66,40 76,32 0,7 12,7 6,22 8,12 9,0 2,8 3,4 93,90 0 2 0

OMV 874341 / AT0000743059 44,74 –4,4 20,3 48,40 / 36,14 42,45 0,9 3,0 5,21 5,72 7,8 10,5 9,5 49,32 6 6 0

Palfinger 919964 / AT0000758305 36,10 0,8 88,0 39,75 / 18,76 26,62 1,6 5,6 2,93 3,66 9,9 2,6 3,2 43,30 4 1 0

Raiffeisen Bank Intl. A0D9SU / AT0000606306 24,68 –1,0 26,0 27,34 / 15,97 22,82 0,4 — 3,31 5,11 4,8 5,8 6,9 25,72 5 2 0

SBO 907391 / AT0000946652 28,15 –4,7 –5,4 37,10 / 27,25 31,44 0,8 5,0 3,14 3,74 7,5 6,3 6,7 46,33 4 0 0

Telekom Austria 588811 / AT0000720008 9,09 –1,4 19,1 10,16 / 7,41 8,59 1,1 3,2 0,96 1,06 8,6 4,8 5,1 10,08 1 4 0

Verbund 877738 / AT0000746409 67,10 –0,4 –3,0 78,50 / 61,05 69,31 2,2 9,9 4,28 3,34 20,1 3,3 2,6 64,83 0 4 4

Voestalpine 897200 / AT0000937503 23,40 –6,1 29,1 27,48 / 16,81 21,41 0,5 2,9 2,20 3,03 7,7 3,0 3,8 27,53 3 6 0

Wienerberger 852894 / AT0000831706 29,12 –3,6 9,8 36,84 / 24,38 29,81 1,1 11,8 2,17 2,86 10,2 3,3 3,7 36,75 2 2 0

WEITERE INTERNATIONALE AKTIEN

Accor 860206 / FR0000120404 42,60 –15,1 –8,5 50,98 / 32,87 45,24 2,1 11,4 2,32 2,66 16,0 3,1 3,5 53,49 10 3 0

Advantest 868805 / JP3122400009 58,21 –3,3 5,8 68,89 / 32,20 52,43 11,5 33,4 1,78 — 2,05 — 28,4 — 0,7 0,8 64,41 8 4 1

Akzo Nobel A2PB32 / NL0013267909 54,16 –6,2 –5,2 64,40 / 49,30 57,96 2,0 9,6 4,15 4,59 11,8 3,7 3,8 68,94 7 7 0

Alibaba A117ME / US01609W1027 102,40 –2,8 26,7 139,0 / 69,00 100,25 1,8 10,7 7,56 9,10 11,3 1,1 1,0 131,53 30 3 0

Anglo American PLC A41BF3 / GB00BTK05J60 23,90 –8,4 –25,1 35,06 / 22,44 29,90 1,7 7,1 0,77 1,38 17,3 1,1 2,4 26,31 4 8 1

ANZ Group Holdings A3D4V6 / AU000000ANZ3 17,14 1,8 1,2 19,78 / 14,22 17,24 1,3 — 1,29 1,27 13,5 5,2 5,2 16,00 1 8 1

ArcelorMittal A2DRTZ / LU1598757687 26,22 –7,6 18,5 31,87 / 19,45 25,55 0,4 4,2 3,41 4,12 6,4 1,8 1,9 30,90 6 5 0

BAE Systems 866131 / GB0002634946 21,20 2,1 53,3 24,19 / 13,51 18,41 4,5 20,5 0,86 0,97 22,0 1,9 2,2 23,62 9 4 1

Baidu Inc. A0F5DE / US0567521085 75,40 –1,4 –8,4 107,4 / 66,20 80,66 0,7 6,9 7,39 8,19 9,2 0,0 0,0 87,31 15 11 1

Ballard Power Syst. A0RENB / CA0585861085 1,62 –7,5 4,7 1,99 / 0,90 1,35 1,0 — –0,30 –0,28 — 0,0 0,0 0,91 2 9 4

Bank of China A0M4WZ / CNE1000001Z5 0,51 –0,5 2,9 0,57 / 0,38 0,50 0,5 — 0,09 0,09 5,7 5,4 5,6 0,56 8 3 0

Barclays 850403 / GB0031348658 4,21 –0,2 32,2 4,39 / 2,31 3,53 0,8 — 0,47 0,59 7,2 2,4 2,7 4,33 7 3 0

Barrick Gold A417GQ / CA06849F1080 19,30 4,8 28,5 19,70 / 14,60 17,07 1,4 6,1 1,75 2,17 8,9 1,8 1,8 23,29 10 9 0

BHP Group 850524 / AU000000BHP4 22,41 –0,7 –4,9 28,50 / 18,30 23,08 2,8 7,4 1,75 1,74 12,9 3,9 3,9 23,68 3 8 0

BYD CO A0M4W9 / CNE100000296 12,31 –12,1 11,9 17,69 / 8,07 13,29 3,7 5,9 0,73 0,88 13,9 1,6 2,1 17,95 20 1 0

Capgemini 869858 / FR0000125338 125,80 –7,3 –19,5 199,45 / 117,6 151,47 1,8 9,1 11,45 12,15 10,4 2,7 2,8 178,36 9 2 0

China Life A0M4XJ / CNE1000002L3 2,45 –2,3 37,7 2,53 / 1,16 1,85 1,0 — 0,32 0,29 8,4 3,3 3,5 2,30 7 2 1

CK Hutchison A14QAZ / KYG217651051 5,60 –3,0 9,8 6,18 / 4,49 5,09 0,3 3,6 0,64 0,72 7,8 4,7 5,3 6,56 5 0 0

CSL 890952 / AU000000CSL8 148,48 –0,3 –11,0 186,84 / 125,1 152,08 4,4 25,8 5,63 6,32 23,5 1,7 1,9 175,33 10 2 0

Engie A0ER6Q / FR0010208488 19,09 –2,9 25,7 20,02 / 14,62 17,26 1,3 4,2 1,95 1,83 10,4 7,1 6,9 21,17 10 3 0

Equinor ASA 675213 / NO0010096985 21,84 –2,5 –1,8 25,82 / 19,26 22,31 1,6 3,2 2,48 2,64 8,3 5,9 6,2 22,27 5 12 5

Ericsson B 850001 / SE0000108656 6,44 –0,2 –18,0 8,51 / 5,99 7,46 2,4 9,5 0,55 0,55 11,8 4,0 4,2 7,16 4 8 3

Eurofins Scientific A2QJCT / FR0014000MR3 66,86 –0,3 37,5 69,20 / 44,29 52,22 2,3 10,3 3,79 4,20 15,9 1,0 1,1 63,93 3 8 1

Franco-Nevada A0M8PX / CA3518581051 144,20 3,2 27,0 155,5 / 104,6 133,21 — 25,6 4,16 4,80 30,0 0,9 1,0 171,07 6 7 0

100 FOCUS MONEY 33/2025


VERTEX PHARMACEUTICALS

Schmerzmittel-Flop

Der amerikanische Pharmakonzern Vertex Pharmaceuticals muss erneut einen

Fehlschlag mit seinem Schmerzbehandlungs-Kandidaten hinnehmen. Bei einer Studie

zu Schmerzen nach einer Fußoperation versagte der Wirkstoff VX-993. Analysten

hatten große Hoffnung auf VX-993 gesetzt, da es im Bereich der Schmerztherapie

kaum Neuentwicklungen gibt. Die Aktie stürzte trotz guter Quartalszahlen rund 17

Prozent ab. Aktuell scheint das Kurspotenzial weitgehend ausgeschöpft.

Vertex Pharmaceuticals

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

2023 2024 2025

450

400

350

300

250

Quelle: Bloomberg

ISIN US92532F1003 Empfohlen am 29.05.2024 Empfehlungs-Kurs 410,10 € Kurs aktuell 337,30 € +/– in % –17,8 Neuer Stopp 270,00 € Kursziel 355,00 €

Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin

€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen

che in % in % in € in % in %

Q W E R T Z U U O P

Generali 850312 / IT0000062072 32,53 1,9 19,0 35,05 / 22,08 30,23 1,5 — 2,73 2,99 10,9 4,8 5,3 32,18 4 4 1

Glencore A1JAGV / JE00B4T3BW64 3,46 –4,7 –18,8 5,23 / 2,57 3,87 1,2 5,5 0,15 0,28 12,4 2,7 3,5 4,37 10 1 0

Heineken A0CA0G / NL0000009165 67,26 –7,1 –2,3 82,98 / 63,60 74,20 1,9 8,4 4,80 5,22 12,9 2,8 3,0 89,67 11 5 0

Hennes & Mauritz 872318 / SE0000106270 11,51 –11,3 –10,8 16,39 / 11,13 12,84 4,6 10,3 0,61 0,71 16,3 5,4 5,7 12,12 0 14 6

Honda Motor 853226 / JP3854600008 9,00 –3,8 –3,8 9,93 / 7,43 8,73 0,5 2,9 0,91 — 1,13 — 8,0 — 4,8 5,1 9,58 4 8 0

ICBC A0M4YB / CNE1000003G1 0,69 7,0 9,4 0,71 / 0,46 0,63 0,5 — 0,12 0,12 5,6 5,4 5,5 0,75 11 2 0

Just Eat Takeaway A2ASAC / NL0012015705 20,05 0,2 48,1 20,19 / 10,44 16,60 0,9 18,1 –0,40 0,16 122,4 0,0 0,0 20,86 1 15 0

Kering 851223 / FR0000121485 213,95 –1,2 –10,0 282,85 / 153,54 214,36 1,7 8,4 6,11 8,38 25,5 1,6 2,0 199,13 2 15 1

Kone Corp. A0ET4X / FI0009013403 53,72 –1,1 14,0 56,72 / 45,11 51,93 9,4 18,9 2,06 2,27 23,7 3,5 3,7 55,08 6 8 2

Linde PLC A3D7VW / IE000S9YS762 406,60 0,3 0,6 449,8 / 360,0 416,43 5,8 20,6 14,20 15,53 26,2 1,3 1,4 433,53 13 6 1

MTN Group 897024 / ZAE000042164 7,25 7,4 56,3 7,30 / 3,60 5,48 1,9 3,6 0,53 0,67 10,8 2,4 2,9 7,57 7 0 0

Naspers A3EJLA / ZAE000325783 270,00 –2,2 25,0 284,0 / 167,0 232,32 2,0 22,6 21,84 25,95 10,4 0,4 0,5 341,63 6 1 0

NEL A0B733 / NO0010081235 0,21 –12,0 –11,4 0,50 / 0,17 0,23 0,9 — –0,02 –0,02 — 0,0 0,0 0,22 0 8 7

Nintendo 864009 / JP3756600007 77,70 5,2 37,2 82,76 / 45,50 64,86 5,3 39,2 1,78 — 2,48 — 31,3 — 1,2 1,6 78,31 14 8 1

Orange 906849 / FR0000133308 13,77 5,5 43,0 13,80 / 9,33 11,48 1,2 3,9 1,11 1,22 11,3 5,6 5,7 14,71 10 6 0

Panasonic Hold. 853666 / JP3866800000 8,68 –0,9 –11,8 12,07 / 6,48 9,62 0,7 3,7 0,78 — 1,15 — 7,5 — 3,2 3,9 12,18 10 2 0

Philips Elec. 940602 / NL0000009538 22,93 3,9 –6,4 30,10 / 19,22 23,44 1,8 16,4 1,43 1,59 14,5 3,7 3,7 26,69 4 8 0

Prudential 852069 / GB0007099541 10,90 0,9 43,4 11,10 / 7,10 9,05 1,8 — 0,88 1,01 10,8 2,1 2,4 13,33 7 0 0

Reliance Ind GDR 884241 / US7594701077 54,60 –0,4 0,4 66,80 / 47,80 56,00 2,0 — 2,63 3,15 17,3 0,3 0,4 68,00 3 0 0

Samsung El. St.GDR 896360 / US7960508882 1075,00 –1,4 22,4 1340 / 804,0 922,68 1,0 — 62,14 67,74 15,9 2,1 2,1 1237,98 3 2 0

Sibanye-Stillwater A2PWVQ / ZAE000259701 1,88 –5,1 125,9 2,14 / 0,71 1,13 2,2 6,3 0,13 0,22 8,4 1,6 3,9 1,27 1 2 2

Softbank 891624 / JP3436100006 69,28 3,0 22,6 70,94 / 35,09 54,13 1,4 11,3 1,58 — 1,84 — 37,7 — 0,4 0,4 66,63 10 5 0

Sony 853687 / JP3435000009 21,44 2,2 5,6 24,45 / 15,10 21,04 2,6 12,2 1,02 — 1,15 — 18,6 — 0,7 0,8 26,10 15 4 0

Taiwan Semicond. 909800 / US8740391003 204,00 –2,9 5,3 217,5 / 116,2 180,77 6,6 16,5 8,45 9,58 21,3 1,4 1,6 233,22 11 1 0

Takeda Pharm. 853849 / JP3463000004 24,57 –1,0 –0,8 28,29 / 23,54 25,79 1,0 4,3 2,86 — 2,84 — 8,7 — 4,8 4,9 29,16 5 8 0

Telefónica 850775 / ES0178430E18 4,54 –1,5 15,3 4,75 / 3,75 4,31 1,4 2,6 0,25 0,34 13,5 6,6 6,6 4,34 2 14 3

Telia Comp. 938475 / SE0000667925 3,14 –0,5 18,3 3,48 / 2,57 3,00 2,6 5,2 0,18 0,19 16,4 5,7 5,9 3,20 3 11 0

Tencent A1138D / KYG875721634 61,80 2,6 20,0 66,25 / 42,09 54,43 4,0 17,2 3,27 3,64 17,0 0,9 1,0 70,60 38 2 0

Tomra Systems A3DHA0 / NO0012470089 12,30 –0,8 –2,3 16,36 / 10,85 13,28 5,8 17,6 0,37 0,56 21,9 1,7 2,6 14,59 1 3 1

Toyota 853510 / JP3633400001 15,62 –2,1 –18,2 19,55 / 14,00 16,44 0,9 6,2 1,49 — 1,69 — 9,2 — 3,6 3,8 17,58 10 5 0

Ubisoft Entert. 901581 / FR0000054470 8,90 –3,7 –30,7 17,72 / 8,03 11,26 0,7 2,2 –0,29 1,03 8,7 0,0 0,0 12,49 3 10 1

Umicore A2H5A3 / BE0974320526 13,48 –8,3 35,4 15,76 / 7,37 10,43 1,5 5,9 1,22 1,27 10,6 3,7 3,9 13,57 2 9 1

Vestas Wind Sys. A3CMNS / DK0061539921 15,80 –3,1 18,4 22,50 / 10,93 13,98 3,9 9,4 0,72 1,04 15,1 1,1 1,7 18,71 13 6 1

Vodafone A1XA83 / GB00BH4HKS39 0,95 –0,8 17,5 1,01 / 0,73 0,86 0,4 2,7 0,08 0,10 9,5 4,9 5,0 0,98 4 8 2

Volvo B 855689 / SE0000115446 24,37 –4,5 4,9 30,71 / 19,42 25,07 3,0 11,3 1,82 2,11 11,5 6,2 6,9 26,80 9 3 1

Wheaton Prec. Met. A2DRBP / CA9628791027 82,88 4,9 51,3 82,88 / 48,81 67,49 5,4 28,8 2,05 2,14 38,7 0,7 0,8 88,41 11 1 0

Woodside Petroleum A3DNGW / AU0000224040 14,67 –0,1 2,2 16,97 / 10,26 13,76 0,9 4,5 0,99 0,65 22,7 5,4 3,5 15,51 3 9 0

Zijin Mining A0M4ZR / CNE100000502 2,38 –3,1 31,2 2,52 / 1,51 1,95 3,0 8,2 — 0,22 10,9 2,6 2,8 2,69 12 0 0

FOCUS MONEY 33/2025

101


moneyanalyse ETFs

VANECK RARE EARTH AND STRATEGIC METALS ETF

Ohne sie geht nichts

Ohne seltene Erden und strategische Metalle gäbe es keine Smartphones, keine

Hochleistungsmagneten, keine Leuchtstoffe, keine Batterien und Leichtmetalllegierungen.

Sie heißen Neodym, Dysprosium, Europium, Tantal oder Lithium und

sind unverzichtbar für die moderne Industrie. Der Vaneck Rare Earth and Strategic

Metals ETF investiert in die 22 weltweit größten und liquidesten Unternehmen, die

in den Bereichen seltene Erden und strategische Metalle tätig sind.

Vaneck Rare Earth and Strategic Metals ETF

ETF-Kurs in Euro 18

14

10

6

2023 2024 2025

Quelle: Bloomberg

ISIN IE0002PG6CA6 Anbieter Vaneck Referenz-Index MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Ertragsverwendung thesaurierend Nachbildungsart physisch Kosten p.a. 0,59 %

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

LÄNDER

iShares Core DAX 593393 0,16 T 198,48 36,8 19,9 12,9

Xtrackers DAX DBX1DA 0,09 T 224,75 36,9 20,0 12,9

Deka DAX ETFL06 0,15 A 90,36 37,0 20,0 12,9

iShares TecDAX 593397 0,51 T 33,65 18,6 5,9 4,1

Amundi TecDAX ETF ETF908 0,40 A 27,49 18,6 6,0 4,2

Deka MDAX LYX0R1 0,20 A 148,64 28,0 3,2 2,5

Invesco MDAX A2N7NF 0,19 T 51,09 28,0 3,1 2,4

Xtrackers ATX DBX0KJ 0,31 T 92,62 36,8 19,2 19,9

Xtrackers Switzerland DBX1SM 0,31 A 132,70 4,8 4,7 7,2

Vanguard S&P 500 A1JX53 0,07 A 104,05 16,6 12,0 15,9

iShares Core S&P 500 A0YEDG 0,07 T 585,66 16,6 12,0 15,9

Invesco EQQQ Nasdaq-100 801498 0,30 A 492,10 22,9 16,4 17,0

Xtrackers MSCI USA A1XB5V 0,07 T 161,15 17,2 12,1 15,6

Xtrackers Russell 2000 A1XEJT 0,32 T 282,80 4,1 1,9 9,2

UBS ETF (IE) S&P 500 ESG A2PEZ8 0,10 A 36,70 14,3 11,8 16,1

UBS MSCI USA Socially Responsible A1JA1S 0,22 A 210,45 11,3 9,6 13,5

Vanguard FTSE 100 A1JX54 0,10 A 45,90 17,1 9,9 13,3

iShares FTSE 100 (Acc) A0YEDM 0,07 T 209,00 16,6 9,9 13,2

Xtrackers CAC 40 DBX1AR 0,20 A 79,64 10,0 8,8 12,2

Amundi CAC 40 A2H59J 0,25 T 134,72 13,1 10,0 12,8

Xtrackers Nikkei 225 DBX0NJ 0,10 A 24,72 14,6 7,1 7,5

iShares Core MSCI Japan IMI A0RPWL 0,12 T 54,11 18,0 8,8 8,7

Vanguard FTSE Japan A1T8FU 0,15 A 34,83 17,1 8,7 8,8

Amundi Japan TOPIX II A0ESMK 0,35 A 169,51 18,0 8,8 8,6

Xtrackers MSCI China DBX0G2 0,65 T 16,51 39,1 3,6 –2,4

Xtrackers CSI300 Swap DBX0M2 0,50 T 14,32 20,3 –2,4 1,7

iShares MSCI China A A12DPT 0,40 T 4,28 16,9 –5,8 –1,4

Amundi MSCI India II LYX0BA 0,85 T 27,52 –10,8 3,4 13,1

REGIONEN

Xtrackers MSCI World A1XB5U 0,12 T 113,31 17,0 11,2 14,0

Vanguard FTSE All-World A1JX52 0,22 A 131,94 17,0 10,5 12,9

SPDR MSCI ACWI A1JJTC 0,12 T 228,15 17,4 10,6 12,9

iShares MSCI World Small Cap A2DWBY 0,35 T 7,16 12,7 5,1 10,4

UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp. A1JA1R 0,22 A 151,66 11,4 9,5 12,1

Invesco EURO STOXX 50 A0RGCL 0,05 T 134,10 18,2 15,4 12,9

iShares Core EURO STOXX 50 593395 0,09 A 53,73 18,0 15,4 13,1

iShares STOXX Europe 600 263530 0,20 A 54,25 14,6 10,7 11,2

Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in

Gebühr ver- € %

in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre

Xtrackers MSCI EMU DBX0GJ 0,12 A 57,96 21,0 14,0 12,2

Amundi MSCI EMU Small Cap ESG LYX0W3 0,40 A 390,95 20,1 9,1 10,2

Xtrackers MSCI Europe DBX1ME 0,12 T 97,75 13,9 10,6 11,5

iShares Core MSCI Europe A0MZWQ 0,12 A 33,95 14,0 10,5 11,5

Xtrackers MSCI Europe Small Cap DBX1AU 0,32 T 65,62 16,6 7,5 8,9

iShares MSCI Europe ESG Screened A2N48D 0,12 T 9,06 13,4 10,7 11,1

iShares MSCI Europe SRI A1H7ZS 0,20 T 67,84 1,7 5,5 7,8

Amundi MSCI EM Asia A2H58R 0,20 T 40,63 19,3 6,0 4,8

Xtrackers MSCI Emerging Markets A12GVR 0,18 T 57,79 18,3 5,8 5,3

iShares Core MSCI EM IMI A111X9 0,18 T 34,64 16,9 6,2 6,3

iShares MSCI EM SRI A2AFCZ 0,25 T 7,37 18,5 1,2 5,2

Amundi MSCI EM Latin America A2H58P 0,20 T 14,90 7,0 3,5 8,2

THEMEN

iShares Automation & Robotics A2ANH0 0,40 T 13,20 21,3 8,9 10,8

iShares Dow Jones Global Titans 50 628938 0,51 A 88,83 19,0 15,3 15,9

iShares Global Clean Energy A0MW0M 0,65 A 6,78 –3,9 –17,8 –1,1

iShares Digitalisation A2ANH3 0,40 T 9,93 27,0 10,6 6,4

VanEck Vec. Gold Miners A12CCL 0,53 T 54,11 48,6 24,7 5,6

Xtrackers MSCI World Health Care A113FD 0,25 T 43,77 –13,0 –1,8 5,1

iShares Healthcare Innovation A2ANH2 0,40 T 6,67 –3,0 –4,2 –1,0

Amundi MSCI World Inf. Tech. TR LYX0GP 0,30 T 888,90 26,8 19,9 19,4

iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector A142N1 0,15 T 33,12 27,6 22,7 22,6

Amundi MSCI New Ene. ESG Screened LYX0CB 0,60 A 28,62 14,5 –11,9 –2,1

VanEck Vec. Video Gaming a. eSports A2PLDF 0,55 T 61,82 68,3 24,7 15,0

Amundi MSCI Water ESG Screened LYX0CA 0,60 A 70,10 11,4 9,3 12,4

BNP P. EASY ECPI Circ. Ec. Leaders A2PHCA 0,30 T 18,86 6,4 7,0 12,7

BNP P. EASY Low Carb. 100 Europe A2DPX9 0,30 T 256,85 5,7 6,9 8,4

VanEck Defense UCITS ETF A A3D9M1 0,55 T 51,12 82,8 — —

STRATEGIEN

iShares STOXX Global Select Div. 100 A0F5UH 0,46 A 31,17 19,9 7,8 12,6

SPDR S&P US Div. Aristocrats A1JKS0 0,35 A 66,12 1,3 1,1 10,9

SPDR S&P Euro Div. Aristocrats A1JT1B 0,30 A 27,25 19,7 14,1 9,7

Xtrackers MSCI World Min. Volatility A1103F 0,25 T 42,00 7,3 4,8 7,9

iShares Edge MSCI World Mom. Fac. A12ATF 0,25 T 79,18 24,8 14,9 12,5

iShares Edge MSCI World Val. Factor A12ATG 0,25 T 43,54 17,4 9,6 13,7

VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat A12CCN 0,49 T 52,30 3,5 3,3 9,8

Frankfurter ETF - Modern Value FRA3TF 0,54 A 154,94 21,8 — —

Xtrackers Portfolio DBX0BT 0,70 T 309,05 11,6 5,3 6,7

102 FOCUS MONEY 33/2025


Zertifikate

CAPPED BONUSZERTIFIKAT AUF BMW

Zwölf Prozent Bonusrendite

Die von Donald Trump verhängten Zölle werden erhoben – allerdings mit Verspätung.

Mit solchen Unsicherheiten muss BMW leben. Anleger schätzen daher den

Sicherheitspuffer, den ihnen ein Capped Bonuszertifikat bietet. Wenn der Aktienkurs

von BMW am Bewertungstag im März 2026 die Barriere nie verletzt hat, erhalten

Anleger 95 Euro. Andernfalls werden Aktien geliefert (es sei denn, der Aktienkurs

liegt über dem Cap). Anleger sollten das Emittentenrisiko beachten.

BMW

Aktienkurs in Euro

200-Tage-Linie

Barriere

Cap, maximale

Auszahlung

2023 2024 2025

110

100

90

80

70

60

Quelle: Bloomberg

ISIN DE000SX8X932 Emittent Société Génerale Laufzeit 20.03.2026 Kurs aktuell 84,70 € Barriere 65,00 € Cap = max. Auszahlung 95,00 € Bonusrendite 12,16 %

Stand: 02.08,2025

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit

€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr

THEMENZERTIFIKATE

3D Printing (UBS) UBS13D 87,32 5,6 –14,1 33,1 Open End

5G Technology (VON) VA9H37 172,69 1,4 –7,0 7,3 Open End

Aqua Index (VON) VF55L2 191,58 7,4 –4,4 4,3 Open End

Artificial Intelligence (VON) VL3SJB 402,39 6,4 –8,3 30,9 Open End

Battery Energy Storage (VON) VL53BE 111,23 17,4 –4,2 3,3 Open End

Bauwirtschaft Basket (RBI) RCB9FM 19,79 –3,8 18,1 23,5 Open End

Belt and Road (VON) VF5Y6S 115,68 13,1 7,4 26,4 Open End

Best Age (HVB) HV3AGE 27,70 4,0 –14,8 4,5 Open End

Bitcoin (VON) VQ63TC 821,83 14,7 3,8 92,4 Open End

Blockchain Technology (VON) VL9NBT 230,38 14,8 –4,4 30,8 Open End

BRIC E-Commerce (HVB) HR0KPX 23,77 2,7 5,4 13,0 Open End

China Dragons 7 (SOG) SY59KE 14,72 –4,8 –5,2 49,0 Open End

China Internet (VON) VP6CJ5 87,87 3,2 1,7 41,2 Open End

Circular World (VON) VE85VQ 164,96 11,4 –1,1 6,1 Open End

Cyber Security (VON) VS5ZCS 468,56 2,4 –7,6 36,6 Open End

Deutscher Maschinenbau (HVB) HV3DMB 25,78 14,9 17,2 27,5 Open End

Digital Marketplaces (VON) VN19ER 307,96 2,8 –2,9 42,0 Open End

EPRA/NAREIT Eurozone (HVB) HV092P 50,03 7,1 10,1 15,5 Open End

Erix (SOG) SG1ERX 119,30 23,1 19,3 –13,2 Open End

ESG Goods for Life (HVB) HVB4GL 88,01 –0,1 –11,6 –8,0 Open End

FTSE EPRA/NAREIT Germany(HVB) HV2CFJ 13,13 18,6 –1,0 13,9 Open End

Gene Therapy (VON) VA3BPR 90,83 9,1 –16,4 –25,3 Open End

German Mergers & Acquisi. (HVB) HU5JPC 37,85 3,4 8,7 5,5 Open End

Global Family Owned Co. (UBS) UBS1FA 163,66 1,3 –1,4 6,3 Open End

Global Hydrogen (HVB) HVB4H2 174,93 16,5 –2,8 19,1 Open End

Global Spin-Off (VON) VZ2SP0 256,44 13,6 10,8 41,0 Open End

Green Invest (ERG) EB013Z 16,94 2,7 –2,6 7,2 Open End

Home Office Technology (VON) VP796R 155,99 6,4 –9,3 24,4 Open End

Impact for Good (VON) VA9QNW 152,53 4,3 –4,7 7,0 Open End

Industrie 4.0 (VON) VS8Y40 295,08 12,3 –2,9 19,7 Open End

Innovative Technologies (UBS) UBS1RU 258,95 15,9 –6,2 22,5 Open End

Luxury-Performance-Index (VON) VTA3LU 252,36 6,7 –9,7 19,8 Open End

NYSE Arca Biotech (HVB) 787363 496,99 4,8 –16,8 2,3 Open End

Robotics and Drones (UBS) UBS0RD 260,94 15,7 –5,9 34,3 Open End

SGI Inflation Proxy (SOG) SN2F89 10,57 8,7 –5,8 6,3 Open End

Smart Farming (VON) VA8HXD 130,13 4,7 –7,0 7,9 Open End

Smart Grid (VON) VT0DSG 400,36 10,5 7,3 23,8 Open End

Smart Mobility (SOG) SH9YES 58,60 22,2 1,8 — Open End

Social Media Titans (VON) VZ6ASM 331,32 25,3 14,9 52,8 Open End

Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB) HX8SQL 36,56 2,9 15,8 33,9 Open End

Uranium Mining (SOG) SH02Q8 10,44 15,9 –11,8 7,6 Open End

STRATEGIEZERTIFIKATE

CROCI Euro (DB) DB091Z 366,83 –0,7 5,9 10,9 Open End

CROCI Germany (DB) DB0WKS 337,78 3,1 5,5 15,0 Open End

DAXplus Export Strategy (HVB) HV095B 66,13 2,3 3,6 24,7 Open End

DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB) HU5JPA 172,26 6,4 28,2 60,9 Open End

DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP) AA0KFZ 86,80 –1,3 4,4 16,2 Open End

DAXplus Seasonal Strategy (HVB) HV1DB6 129,04 4,1 10,1 24,1 Open End

Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS) UBS1GB 121,65 2,9 6,3 7,8 Open End

Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP) ABN6ZQ 225,08 18,0 22,1 39,1 Open End

Europ. Buyback (SG) A12V1Y 27,45 7,4 11,4 25,1 Open End

Europ. High Div. Low Vola. (VON) VZ7HDL 146,75 –0,3 1,0 9,2 Open End

European Sector Rot. Strat. (HVB) HVB12Y 1833,59 –2,2 –1,9 1,6 Open End

Gebert Börsenindikator (MS) MF04W6 277,18 14,3 36,7 87,0 Open End

Global Quality Div.Payers (UBS) UBS0QD 463,95 4,8 –4,3 10,6 Open End

RADA Strategy Dax (UBS) UB0C7S 197,18 4,3 –2,9 4,1 Open End

RADA Strategy E. Stoxx 50 (UBS) UB0C7T 166,36 3,9 –5,4 1,3 Open End

Value Investoren (UBS) UBS1SV 448,99 7,9 –2,4 25,8 Open End

REGIONENZERTIFIKATE

Baix (HVB) HVB4BY 135,60 4,6 7,0 30,5 Open End

CECExt (RBI) RCB3R3 18,13 10,8 21,1 41,0 Open End

Stoxx Nordic 30 (BNP) ABN1NK 127,54 –1,8 –7,6 –0,9 Open End

ROHSTOFFZERTIFIKATE

Bloomberg Commodity (RBI) RCB9UP 8,64 –4,0 –13,5 0,7 Open End

Bloomberg Indust. Metals (UBS) UT8KGL 102,73 2,5 –0,4 5,0 Open End

Brent Oil (SOG) CU0L1S 83,21 6,9 –12,2 –7,6 Open End

CO2-Emissionsrechte (SOG) SH755G 78,23 –0,4 –13,7 –0,8 Open End

Gold Quanto (DB) DB0SEX 273,64 –1,7 20,0 45,6 Open End

Kupfer Comex (RBI) RC0EPT 3,18 –8,4 –13,8 1,9 Open End

Rogers Intl. Energy (BNP) ABN08Q 39,47 –1,8 –20,7 –13,6 Open End

Silber Quanto (HVB) HV2XAG 27,75 21,2 20,5 50,7 Open End

EMITTENTEN: BNP BNP Paribas

DB Deutsche Bank

DZ Bank

ERG Erste Group

GS Goldman Sachs

HVB HypoVereinsbank

LEO Leonteq

MS Morgan Stanley

RBI Raiffeisen Bank International

SOG Société Générale

UBS UBS

VON Vontobel

FOCUS MONEY 33/2025

103


moneyanalyse Top-Fonds

Die besten Aktienfonds

Fonds mit Fokus auf weltweite Aktien erwiesen sich für Anleger als echte Schubkraft fürs Depot. Bis zu 72,4 Prozent Plus waren

möglich. Einmal mehr zeigt sich: Diversifikation zahlt sich aus. Doch auch deutschlandorientierte Fonds waren gewinnbringend

Aktienfonds mit Heimatfokus

Der MEAG ProInvest A investiert primär in führende deutsche Unternehmen mit Exportorientierung. Bei den Scope Investment

Awards wurde er mehrfach als „Bester Fonds Aktien Deutschland“ ausgezeichnet. Auch in den vergangenen zwölf Monaten

waren über 37 Prozent Kursrendite drin. Der FPM Stockpicker setzt auf die deutsche Industrie und Bankensektor.

TOPS

Aktien Deutschland ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

MEAG ProInvest A DE0009754119 37,7

FPM Stockpicker Germany All Cap C LU0124167924 36,6

UniFonds DE0008491002 34,4

MEAG Proinvest

Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro

280

260

240

FLOPS

Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland A LU0360172109 – 12,6

Werte&Sicherheit Deutsche Aktien Plus P DE000A3CT6N7 – 12,6

Creating Alpha German Champions € LI0410879600 0,0

220

200

5.8.2024 1.1.2025 5.8.

Spitzenrendite für Anleger

Der BIT Global Leaders R-I streut global und investiert in Aktien sowie gleichwertige Papiere, Derivate, Geldmarktinstrumente

oder andere Fonds. Der Fokus liegt auf wachstumsstarken Global Leaders – mit hohen Anteilen in Technologie-, Konsum- und

Finanzunternehmen. Anleger konnten eine beeindruckende Rendite von 72,4 Prozent erzielen.

TOPS

FLOPS

Aktien Welt ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

BIT Global Leaders R - I DE000A2QDRW2 72,4

Abaris Defensive Equity A $ LU1850437036 62,5

CoIQ Collective Intelligence R DE000A3C91C5 50,3

Effecten-Spiegel Aktien-Fonds DE000A2N82J8 – 15,9

FAST Global A acc € LU1048657123 – 15,8

LF Green Dividend World R DE000A2PMXF8 – 11,5

BIT Global Leaders

Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro

200

180

160

140

120

100

5.8.2024 1.1.2025 5.8.

Fundsolution an der Spitze

Die Top drei Fonds erzielten jeweils eine solide Rendite von über 20 Prozent. An der Spitze liegt der Fundsolution deutsche

Aktien System A mit einem Zuwachs von 30,8 Prozent in zwölf Monaten. Zu den größten Einzelpositionen zählen unter anderem

Scout24, Rheinmetall, Deutsche Bank, Commerzbank, Siemens Energy und Auto1.

TOPS

FLOPS

Mischfonds ISIN Wertentwicklung

1 Jahr in %

Fundsolution Deutsche Aktien System A LU1687254851 30,8

ASVK Substanz & Wachstum DE000A0M13W2 27,0

di exclusive Linus global A DE000A2DKRQ7 25,1

IAMF UFP Timing Global Select € LU0364585181 – 17,9

MF INVEST Best Select DE000DWS6MF8 – 15,5

Stability Core Satellite Strategie LU0341503620 – 13,4

Fundsolution – Deutsche Aktien System

Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro

120

110

100

90

5.8.2024 1.1.2025 5.8.

Daten: FVBS professional; Charts Bloomberg

104 FOCUS MONEY 33/2025


Kryptowährungen / Kalender

Beim Krypto-Update arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit Coinshares zusammen, einem weltweit führenden

Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte. Jede Woche stellen Experten des Research-Teams wichtige

Entwicklungen auf dem Kryptomarkt vor. Diese Woche: Satish Patel, Investmentanalyst bei Coinshares

Kritische Marke überschritten

Vor zwei Wochen kündigte Strategy die Emission von kumulierten Vorzugsaktien

im Wert von 4,2 Milliarden US-Dollar unter dem Namen $STRC

(Stretch) an, mit einer Rendite von zehn Prozent. Dies folgt auf eine erste

Kapitalaufnahme in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar, die dem Ausbau

der Bitcoin-Bestände diente. Diese belaufen sich nun auf 628 791

Bitcoin – etwa drei Prozent des gesamten Angebots. Strategy ist das Unternehmen,

das bei Weitem am meisten Bitcoin als Reserve besitzt.

Der gesamte Nominalwert der ausstehenden Kreditinstrumente von Strategy

beträgt inzwischen 14,2 Milliarden US-Dollar, was einem Überbesicherungsverhältnis

von 5,1 entspricht. Diese Kennzahl wird ab einem

Wert von etwa 2,0 kritisch – ein Niveau, das das Risiko von Margin Calls

oder finanziellen Schwierigkeiten erhöht.

Ein deutlicher Anstieg der Verbindlichkeiten oder ein Rückgang des Bitcoin-Preises

könnte dieses Verhältnis unter Druck setzen und die Bilanzrisiken

verstärken. Strategy verknüpft die Ausgabe von Eigenkapital mit

dem Verhältnis von Marktwert zu Buchwert.

Klare Schwellenwerte sollen das Vertrauen der Anleger stärken, könnten

aber auch begrenzen, wie viel Bewertungsaufschlag Investoren bereit

sind, zu zahlen.

Wer Bitcoin besitzt

Besitzer von Bitcoin

Anteile am Gesamtbestand in Prozent

DeFI/Smartcontracts

4,3 Verwahrungsstellen

Privatunternehmen

Regierungen

börsennotierte

Unternehmen

Top-5 Kryptowährungen

1)

6,7

8,0

14,5

Marktkapital.

in Mrd. Euro

26,3

40,3

ETFS und

andere Fonds

Wertentwicklung in % 2)

1 Monat 3 Monate 1 Jahr

1 Bitcoin 1969 6,33 19,67 93,73

2 Ethereum 370 42,52 93,34 29,04

3 XRP 155 35,75 38,00 464,59

4 Binance Coin 142 15,80 29,16 33,01

5 Solana 91 11,19 11,10 14,25

Quelle: CoinMarketCap, Coinshares. Daten vom 4. August 2025 1) ohne Stable-,

Meme- und Exchange-Coins, 2) auf Euro-Basis

Quelle: Coinshares

Quelle: Coinshares

Ausblick: Die zwei Top-Termine der nächsten Woche

11.08.2025 FLUGVERKEHR/BILANZ 12.08.2025 ENDE DER ZOLLPAUSE

Dicke Luft?

Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft

(BDL) hält seine Halbjahrespressekonferenz

in Berlin ab. Als gemeinsame

Interessenvertretung der deutschen

Luftverkehrswirtschaft vertritt der Verband die

Anliegen von Fluggesellschaften, Flughäfen,

der Deutschen Flugsicherung und weiteren

Leistungsanbietern.

Erwartet wird, dass der BDL die aktuellen

Zahlen zum Passagieraufkommen, Frachtverkehr

und zur wirtschaftlichen Lage der Airlines

vorstellt. Darüber hinaus dürfte es eine Prognose

für das zweite Halbjahr geben. Im Fokus

stehen Themen wie die Klimabilanz der Luftfahrt,

die Lärmproblematik und mögliche politische

Rahmenbedingungen. Trump lässt also

auch von dieser Stelle aus grüßen.

Verlängerung abgesagt

Im anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA

und China haben sich die Verhandlungsparteien vor

Kurzem darauf verständigt, vorerst keine mögliche

Verlängerung der Zollpause festzulegen. Heißt:

Die derzeit geltende Pause läuft am heutigen

Tag aus.

Beide Seiten ließen zwar offen, ob,

wann und für wie lange eine Verlängerung

in Kraft treten könnte. Chinas

Handelsbeauftragter Li Chenggang

bestätigte nach den Gesprächen gegenüber

der Nachrichtenagentur Xinhua allerdings, dass

es einen „offenen und konstruktiven Austausch“ gegeben

habe, sich die Verhandlungsparteien der Bedeutung

stabiler und verlässlicher wirtschaftlicher

Beziehungen bewusst seien und man sich für eine

Verlängerung der Zollpause einsetzen werde.

Zollzoff: USA und

China haben die

beschlossene Zollpause

vorerst nicht verlängert

Was noch passiert: +++ Tui gibt Einblicke ins dritte Geschäftsquartal +++ E.on setzt die Börse mit den Q2-

Zahlen unter Strom +++ das Management von Arista Networks äußert sich zu den KI-Chancen auf dem Hardware-

und Halbleiter-Forum von J.P. Morgan +++ Hellofresh liefert Zahlen zum zweiten Jahresviertel +++

FOCUS MONEY 33/2025

Fotos: Adobe Stock 105


moneyinside

ANDREAS KÖRNER,

Chefstratege Alpha Cap Report

und Ex-Wertpapierhändler

ANDIS BÖRSEN-BAROMETER

Wie es nach Allzeithochs weitergeht

Neue Höchststände an den Aktienmärkten

sind toll – aber sie verunsichern

auch zahlreiche Anleger. Diejenigen,

die bereits engagiert sind und

Buchgewinne verzeichnen, fragen sich,

ob es nun Zeit zum Ausstieg ist. Jene,

die bisher noch nicht dabei sind, treibt

um, ob sie noch auf den Zug aufspringen

sollen. Immerhin erschließen neue

Hochs zumindest charttechnisch weiteres

Potenzial. Oft aber obsiegt die Angst,

dass nach frischen Allzeithochs (kurz

„ATH“) Rückschläge drohen.

Die Fondsgesellschaft Schroders hat

diesen Sachverhalt genau unter die

Lupe genommen. Dazu haben die Briten

die Entwicklung von Aktien in den

vergangenen 100 (!) Jahren untersucht.

Zugrunde gelegt wurden große US-Titel,

die traditionell auch die Trends für

andere Finanzplätze vorgeben.

Eine erste Erkenntnis: „ATHs“ sind

nicht so selten, wie man vermuten könnte.

„Von den 1187 Monaten seit Januar

1926 erreichte der Markt in 363 Monaten,

also in 31 Prozent der Fälle, ein Allzeithoch“,

so die Experten.

Zudem – was ebenfalls viele überraschen

dürfte – liefen die Börsen nach

neuen Höchstständen sogar überdurchschnittlich

gut. „Im Mittel entwickelten sich

die Zwölf-Monats-Renditen nach Erreichen

eines Allzeithochs besser als zu anderen

Zeitpunkten: 10,4 Prozent über der

Inflation. 8,8 Prozent waren es, wenn der

Markt nicht auf einem Höchststand war.

Die Renditen über einen Zwei- oder Dreijahreshorizont

waren ähnlich, unabhängig

davon, ob der Markt auf einem Allzeithoch

stand oder nicht“, so die Analysten.

Ein weiteres wichtiges Ergebnis der

Schroders-Berechnungen: Es ist ein regelrechter

Renditekiller, wenn man nach

ATHs aussteigt. Denn 100 Dollar, die seit

Januar 1926 durchgehend in den Aktienmarkt

investiert worden wären, hätten bis

Ende vergangenen Jahres inflationsbereinigt

die stattliche Summe von 103 294

Dollar ergeben, was einem jährlichen

Wachstum von 7,3 Prozent entspricht. Hätte

man hingegen jedes Mal, wenn der

Markt ein Allzeithoch erreicht hat, verkauft

und dann einen Monat lang Barmittel gehalten

(um anschließend wieder einzusteigen)

ergäbe sich ein inflationsbereinigter

Wert von nur 9922 Dollar – etwa

90 Prozent weniger (Rendite 4,8 Prozent

p. a.). Also: keine Angst vor neuen Hochs!

DAS GELD-GESPRÄCH

„Geld war für mich

nie ein Ziel“

von RUBEN GIULIANO

Geld ist für Sie…

...ein Mittel zum Zweck. Es dient dazu,

meine Bedürfnisse zu erfüllen und das

Leben zu genießen. Ein Ziel war es für

mich nie.

Was war Ihr letzter Fehlkauf?

Im Sommer war ich fest davon überzeugt,

abgenommen zu haben – so sehr, dass

ich online ein Markenkleid in Größe 34

im Sale bestellt habe. Leider kam ich

kaum mit dem Bein hinein. Es war

extra schmal geschnitten – Sommer-

Euphorie lässt grüßen!

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zu träumen wagen!

Was kann man mit Geld nicht kaufen?

Geld kann einem Zeit verschaffen, aber

nicht zurückholen. Loyalität, Echtheit und

inneren Frieden kann man nicht kaufen.

Wie belohnen Sie sich selbst für gute

Leistungen?

Mal mit einem Spa-Tag, mal mit einem

spontanen Kurzurlaub – oder einem

langen Abendessen mit lieben

Menschen und einem Glas Wein.

Was ist für Sie Geiz?

Geiz hat für mich nicht nur mit Geld zu tun.

Geiz ist, wenn man nicht teilt – sei es Liebe,

Aufmerksamkeit, Wissen oder das, was

man im Herzen oder in der Hand hält.

106 Foto: Haar Ästhetix

FOCUS MONEY 33/2025


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„KAUF

KEIN KACK“

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Neu: der BILD-Kaufberater


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Diese Bekanntmachung stellt weder ein Angebot zum Kauf noch eine Auforderung zur Abgabe eines Angebots zum Verkauf von Aktien von

ProSiebenSat.1 dar. Die Bedingungen des Angebots und weitere das Angebot betrefende Bestimmungen sind in der von der Bundesanstalt für

Finanzdienstleistungsaufsicht zur Veröfentlichung gestatteten Angebotsunterlage enthalten. Anlegern und Inhabern von ProSiebenSat.1-Aktien wird dringend

empfohlen, die Angebotsunterlage und alle anderen relevanten Unterlagen zu dem Angebot sorgfältig zu lesen, da sie wichtige Informationen enthalten.

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