FOMO 33_25
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
ieser Text
eigt evtl. Proleme
beim
ext an
- ANZEIGE -
Nachhaltige Geschenke
für Mitarbeiter?
Mit den ClimaClic-Geschenklosen
ist‘s möglich.
Lose
bereits
ab
8€
Deine Vorteile Chance auf 2 Mio.€ verschenken
Jedes Los unterstützt ein Klimaschutzprojekt
Individuelle Los-Gestaltung
Jetzt informieren auf
www.climaclic.de/geschaeftskunden
Chance 1:10 Mio. | ab +18 | Suchtgefahr: Hilfe unter www.buwei.de
moneyeditorial
GEORG MECK
Chefredakteur
FOCUS MONEY
Dieser Text
zeigt evtl. Probleme
beim
Text an
EDITORIAL
Trump und die
Scheinheiligkeit
Donald Trump hat auch sein Gutes. Man mag es gar nicht hinschreiben
angesichts des Abstrusen, Ärgerlichen, ja Gefährlichen, was wir vom amerikanischen
Präsidenten so hören. Immerhin aber fördert er manch
unangenehme Wahrheit zutage, etwa die Scheinheiligkeit, mit der manche
Konzerne ihre Wokeness-Show abgezogen haben. Morgens Purpose, mittags
Purpose, abends Purpose. Alle jagten sie plötzlich einem höheren Sinn
hinterher. Kein Produkt war ihnen zu belanglos, als dass sie nicht versucht
hätten, einen wohltönenden Überbau zu errichten. Vom schalen Pathos bis
zum Schwachsinn ist es da nie weit. Statt stolz darauf zu sein, den besten
Kaffee zu brühen, die flottesten Sneaker, die saubersten Kraftwerke oder die
pfiffigsten Wertpapiere zu verkaufen, musste ein höherer Sinn her. Oft im
vorauseilenden Gehorsam vor dem antikapitalistischen Zeitgeist. Warum
aber dieses schlechte Gewissen? Wenn jemand uns Kunden glücklich macht,
warum sollte er damit nicht reich werden? Von Adam Smith, dem Begründer
der Nationalökonomie, stammt die Erkenntnis, dass wir unser gutes
Essen nicht der Nächstenliebe des Bäckers verdanken, sondern dessen
Gewinntrieb. Dieses marktwirtschaftliche Prinzip ist uns gut bekommen. Da
braucht es keine Propaganda von Konzernen, die sich als Wohltäter der
Menschheit präsentieren.
Dann wäre die Enttäuschung auch nicht so groß wie jetzt, da das Pendel
umgeschlagen ist. CSR-Programme sind nun verdächtig, die nobelsten CEOs
rutschen auf den Knien zu Donald Trump. Vorneweg die Silicon-Valley-
Heroen, die sich bis dahin als selbstlose Weltverbesserer inszeniert hatten.
„So schnell konnte Trump gar nicht „great“ rufen – da hatte Google den Golf
von Mexiko schon in Golf von Amerika umgetauft“, mokiert sich die FAZ über
das Tempo, mit dem die Industrie zu Trump überlaufen ist. Heute spielen
Modemarken gar mit rassistischen Klischees, wie American Eagle mit der
weißen, blonden Schauspielerin Sydney Sweeney im Jeans-Spot. Der Aufschrei
der Woke-Fraktion war einkalkuliert: Aufmerksamkeit gesteigert,
Börsenkurs auch. Aktion geglückt. Wie gesagt, es ist nicht verwerflich, wenn
Manager opportunistisch ihre Gewinne optimieren. Nur sollten sie in ihren
PR-Predigten den Mund nicht so voll nehmen. Wenn Unternehmen die Welt
verbessern wollen – nur zu! Oberste Regel: Haltet euch an Recht und Gesetz.
Im Übrigen: Zahlt ordentlich Löhne und Steuern. Dann ist genug gewonnen.
Herzlich Ihr
FOCUS MONEY 33/2025
Foto: FOCUS-Magazin 3
moneyinhalt
12
Die Jahrhundertchance
Der Wettlauf um die Superintelligenz
nimmt Fahrt auf und hat das Potenzial,
die Welt stärker zu verändern als einst
die Industrialisierung. FOCUS MONEY
nennt die Tech-Stars der Zukunft –
Spitzentitel in den Bereichen KI,
Quantencomputer und Infrastruktur
moneykompakt
6 Investoren: Dax-Unternehmen
meist in ausländischer Hand
7 Das kaufe ich jetzt: Der schwedische
Industriekonzern Atlas
Copco liefert ordentliche Marge
7 Hit & Shit: Biontech halbiert
Verlust, Bafin prüft Bilanz von
Mutares
7 Chart der Woche: Millionäre
ziehen häufiger nach Montenegro
und lassen Russland hinter sich
8 Blockiergebühr: Shell lässt
Elektro-Fahrer stehen
9 Mikas Markt-Monitor: Trumps
Fehde mit der US-Notenbank
9 Immobilien: Investitionen in
Deutschland relativ hoch
10 Schweiz: Großes Entsetzen über
US-Strafzölle von 39 Prozent
10 Geldregen: Trumps Pensionspläne
könnten Markt beflügeln
11 Polen: Wirtschaft des Nachbarlandes
wächst kräftig
11 Tiefsee: Ölfund lässt BP auf
Kursanstieg hoffen
106 Andis Börsenbarometer: Kein
Grund zu Sorge bei Allzeithochs
106 Das Geld-Gespräch: Eylem
Aksin über die Rendite ihrer
Espressomaschine
moneytitel
12 Tech-Stars: 20 Tech-Aktien der
Zukunft. Plus fünf lukrative
Sammelinvestments
42
Klare Nummer eins
Iveco wird aufgespalten und
verkauft: In Italiens Rüstungsbranche
ist viel Bewegung.
Davon profitiert auch Leonardo,
das seinen Spitzenplatz im Land
bestätigt
18 Quantencomputing: Überlegene
Technologie bietet große Chancen,
aber auch große Risiken
22 Unter Strom: Welche Firmen den
gigantischen Energiebedarf stillen
26 Techfonds: Bessere Auswahl in
der schnelllebigen Branche
30 Tech-ETFs: Niedrige Gebühren
und hohe Kurszuwächse
moneymarkets
32 Streaming: Erfolg der Streamingdienste
drängt TV-Sender in die
Konsolidierung
35 Interview: Filmproduzent Nico
Hoffmann erklärt, warum Vielfalt
im TV-Markt wichtig ist
36 Scale: Markt-Segment, das etwas
Risikobereitschaft erfordert
40 Kolumne Union Investment:
Arne Rautenberg über die
Schwankungsbreite der Börse
42 Rüstung: In Italien werden nach
der Iveco-Übernahme die Karten
neu gemischt
44 Gerichtsurteil: Bestätigung für
Geschäft der Online-Apotheken
46 Interview: Ökonom Karsten
Junius über das mangelnde
Selbstbewusstsein der EU
50 Abnehmspritze: Novo Nordisk in
der Krise, Eli Lilly umso stärker
52 Indien: Jetzt einsteigen?
4 Titel: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 33/2025
08. AUGUST 2025 www.focusplus.de
32
Nicht so gemütlich
Die Sky-Übernahme durch RTL
und der Bieterkampf um Prosiebensat.1
zeigen, wie Streaming
TV-Sender unter Druck setzt
55 Chartsignal: Stoxx 600 Banks
steigt kontinuierlich
55 Wette der Woche: Tocvan
Ventures schürft Gold und Silber
56 Recyling: Importzölle auf Rohstoffe
macht Altmetall attraktiver
60 Interview: GIZ-Vorständin Anna
Herken will Rohstoffe aus afrikanischen
Ländern sichern – aber fair
62 Lebensmittel: Aktien von Produzenten
hinken Markt hinterher
66 Flugzeugteile: Ausnahmestellung
bringt Aufwind für Zulieferer
68 Economist: Führen Chip-Lieferungen
zu KI-Boom in China?
70 Internet der Dinge: Kontron
überzeugt mit guten News
74 Musterdepot: Jaensch verkauft
MTU und nimmt dafür Bayer neu
ins Depot
46
„Wir haben wieder
einmal vergessen,
dass wir eine große
Wirtschaftsmacht
sind.“
KARSTEN JUNIUS,
CHEFÖKONOM DER
PRIVATBANK J.
SAFRA SARASIN
moneydigital
72 Alpha Cap Report: Nebenwerte
auf dem Weg zu alter Stärke
72 Money talks: Wirtschaftsweise
über notwendige Sozialreformen
72 Mission Money: Wie Populismus
Wohlstand gefährdet
73 Trends: Statistiken, Watchlists,
Auswertungen
moneysteuern&recht
76 Mietrecht: Was nach dem Auszug
erlaubt ist – und was nicht
76 Kaufrecht: Erhaltungszustand
bestimmt über Wert von Oldtimern
dswanlegerschutz
79 Vergütung: DSW zeigt, welcher
Vorstand am meisten bekommt
moneyservice
80 Analyse: Welche Krankenkasse
finanziell gut aufgestellt ist
moneyanalyse
86 Marktüberblick
88 Deutsche Aktien
96 Internationale Aktien
102 ETFs
103 Zertifikate
104 Fonds
105 Kryptowährungen
moneyrubriken
3 Editorial
78 Leserbriefe – Impressum
105 Termine
Unternehmensregister
Amazon 14, 99
Apple 98
Atlas Copco 7
Berkshire Hathaway 96
Bilfinger74
Biontech 7
Blackstone9
Booking Holding100
BP11
Continental 92
Cyan 39
DHL 94
Docmorris44
D-Wave Quantum18
Eli Lilly 51
Endava14
Evotec 95
Exasol38
Figma 13
Fresenius Medical Care 90
Gerresheimer 93
Heliad 37
Hugo Boss91
Infineon 88
Kontron 70, 74
Laiqon 39
Meta 14
Microsoft14
Mutares 7
Netflix 32
Novartis 10
Novo Nordisk 50
NRG Energy24
Nvidia15
Nynomic38
Orlen 11
Palantir 73, 97
Platform Group37
Prosiebensat.133
Prysmian 25
Qiagen 6
Rambus 15
Redcare Pharmacy44
Roche 10
Rolls-Royce23
RTL Group34
RWE 25
Shell 8
Siemens Healthineers6
Softbank16
Strategy105
Swissnet 39
Synopsys15
Talen Energy 25
Tesla8
Tocvan Ventures 55
Vertex Pharmaceuticals 101
Vistra Energy24
Inhalt: Adobe Stock (2), Iveco, Bank J. Safra Sarasin 5
33,1 %
moneykompakt
Inland
Qiagen 93
Brenntag 88
MTU Aero Engines 83
Vonovia 80
Dt. Börse 80
Adidas 70
Siemens 69
RWE 67
Commerzbank 65
Zalando 62
Mercedes-Benz 61
FMC 61
Merck 60
SAP
Allianz
Bayer
E.on
59
58
58
58
Münchener Rück 56
Symrise 56
Dt. Bank 54
Fresenius SE 54
Heidelberg
Materials
51
Dt. Telekom 50
Continental 50
Infineon 47
Siemens Energy 47
Sartorius 47
DHL Group 45
Rheinmetall 42
BASF 42
Airbus 42
Porsche SE 37
Henkel 37
BMW 36
Hannover Rück 32
Beiersdorf 31
Volkswagen 29
Daimler Trucks 25
Porsche AG 12
Siemens
Healthineers
9
Anteil ausländischer
Investoren am Dax
Anteil am Aktienbestand in Prozent
Quelle: EY, Wem gehört der Dax?, 6/2025
Auslandsanteil
bei Dax-Unternehmen:
Der Diagnostikkonzern
Qiagen hat
mit 93 Prozent den
höchsten Anteil
ausländischer
Aktionäre, Siemens
Healthineers den
geringsten mit
neun Prozent
FRANKFURTER BULLE: Der
Repräsentant der Dax-Familie
ist so international wie die
Bankenstadt am Main
52,6 %
Ausland
Weltweit gefragt
14,3 %
Die 40 Dax-Unternehmen sind in überwiegend
ausländischer Hand. Das muss nichts Schlechtes sein:
Es zeigt, wie attraktiv sie für ausländische Investoren sind
Die Diskussion gleicht einem wiederkehrenden Ritual: Wenn die Beratungsgesellschaft
EY Jahr für Jahr die Aktionärsstruktur der 40 größten
deutschen börsennotierten Unternehmen offenlegt, argwöhnen die immer
gleichen Skeptiker wegen des erneut gestiegenen Ausländeranteils,
einmal mehr sei es zu einem Ausverkauf der deutschen Wirtschaft an das
Ausland gekommen. Die Wahrheit sieht ganz anders aus. Die Besitzverhältnisse
spiegeln lediglich die gesamtwirtschaftliche Realität und damit
die der zumeist global agierenden Dax-Unternehmen wider.
Fest steht: Die Aktien von Deutschlands Top-Unternehmen befinden sich
zu 52,6 Prozent in der Hand ausländischer Investoren. Bei 24 der 40 Dax-
Konzerne halten Ausländer die Mehrheit. Das sind drei mehr als im Vorjahr.
Anleger aus Deutschland besitzen nur ein Drittel (33,1 Prozent) der
Wertpapiere der wichtigsten Wirtschaftsunternehmen des Landes – Tendenz
sinkend: Bei den Unternehmen, für die Angaben seit 2010 vorliegen,
ist der Inlandsanteil seitdem um 2,1 Prozentpunkte zurückgegangen.
Vor allem nordamerikanische Investoren haben in den vergangenen
Jahren ihren Anteil hochgefahren – seit dem Jahr 2010 von 17,1 auf 25,4
Prozent. Der Anteil europäischer Investoren hingegen sank von 25,7 auf
22,9 Prozent. Von 54 Milliarden Euro an Dividendenausschüttungen
fließen 26,9 Milliarden Euro ins Ausland.
Für Hendrik Ahlers, Vorsitzender der Geschäftsführung bei EY, ist das
starke Engagement der Ausländer „ein Beweis für die große Attraktivität
deutscher Top-Unternehmen“. Allen Unkenrufen zum Trotz: „Die Probleme
des Standorts Deutschland sind bekannt, aber die meisten Dax-Konzerne
sind weltweit so stark aufgestellt, dass Deutschland nur noch ein
Markt von vielen ist.“ Sie erwirtschaften einen Großteil ihres Umsatzes im
Ausland. Dann ist es auch folgerichtig, ihre Interessen zu berücksichtigen.
Dieses Vertrauen dürfte belohnt werden – mit Wissen und Technologien,
die zur Innovationskraft der Dax-Konzerne beitragen.
BAN
nicht zugeord n et
6 Illustration: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 33/2025
DAS KAUFE ICH JETZT
ANDREAS KÖRNER,
Chefstratege Alpha Cap Report
und Ex-Wertpapierhändler
Atlas Copco: Chancenreicher Schwede
Vor allem Baumaschinen sowie Vakuum-
und Kompressortechnik sind
die Produkte des Traditionskonzerns
(Gründung 1873) aus der Nähe von
Stockholm. 2024 wurde mit etwa
55 000 Mitarbeitenden ein Umsatz
von umgerechnet rund 15,5 Milliarden
Euro erzielt.
Die Landesbank Baden-Württemberg
(LBBW) stellt in einer neuen Studie
fest, dass die AG auf wachstumsstarke
Industriebereiche ausgerichtet
sei und die operative Marge ordentliche
22 Prozent betrage. Generell sei
die Firma solide aufgestellt und verfüge
über den Zyklus hinweg über einen
vergleichsweise stabilen Cashflow.
„Dafür sorgen unter anderem die gute
Marktposition mit einer großen Basis,
eine breite Streuung nach Regionen
und Kunden sowie ein starkes Servicegeschäft
(Umsatzanteil 36 Prozent)“,
loben die LBBW-Analysten. Daneben
würden die „optimale Produktpositionierung“,
die defensive Bilanzpolitik
und das attraktive organische Wachstum
für ein Investment sprechen.
Tatsächlich könnte Atlas Copco davon
profitieren, dass in Europa umfangreiche
staatliche Infrastrukturpakete
die Baukonjunktur anschieben
dürften. Das 2026er-KGV beträgt 25,2
und die Dividendenrendite 2,10 Prozent.
Das höchste Potenzial, das die
Analysten auf zwölf Monate sehen,
lautet 38 Prozent, das durchschnittliche
13 Prozent (ISIN: SE0017486889).
Atlas Copco
Aktienkurs in Euro
2021 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
In Fällen, in denen der Autor selbst in die hier vorgestellten Anlageinstrumente investiert, erfolgt das frühestens zwei Wochen nach Publikation
200-Tage-Linie
18
16
14
12
10
8
BIONTECH
Überraschend gut
Umsatz verdoppelt, Verlust halbiert. Das
Biotech-Unternehmen schnitt im zweiten
Quartal besser ab als erwartet. Der Umsatz
stieg auf 261 Millionen Euro nach 129
Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der
Nettoverlust fiel von 808 auf 387 Millionen
Euro. Anders als Konkurrent Moderna
bekräftigte Biontech seine Umsatzprognose
von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro für
das Gesamtjahr. Noch wichtiger: die Fortschritte
bei Krebstherapien. Zusammen
mit Partner BMS starteten die Mainzer
neue Studien mit dem Antikörperkandidaten
BNT327, aktuell der größte Hoffnungsträger
in Biontechs Portfolio. Zur
Freude der Investoren: Auf Jahressicht
liegt der Aktienkurs 33 Prozent im Plus.
HIT
SHIT
CHART DER WOCHE
Emirate zählt die meisten Millionäre
Weltweit wohnen die meisten Millionäre in den Vereinigten Arabischen Emiraten,
gefolgt von den USA. Doch die größte Dynamik bei der Wanderbewegung
wohlhabender Menschen weist mit Montenegro ein Balkanland auf, das man
bislang nicht auf dem Schirm gehabt haben dürfte. In den vergangenen zehn
Jahren hat das Land an der Adriaküste die Zahl seiner Millionäre mehr als verdoppelt.
Am anderen Ende liegt mit Großbritannien eine Hochburg für Wohlhabende,
aus der sich seit dem Brexit viele Reiche verabschiedet haben.
Montenegro +124
Ver. Arab. Emirate +98
–25
USA +78
China +74
Indien +72
Singapur +62
Schweiz +28
Deutschland +10
Japan +5
–9
Quelle: Henley & Partners
Großbritannien
Russland
FOCUS MONEY 33/2025
Zu- und Abwanderungen bei Millionären
prozentuale Entwicklung 2014 bis 2024
MUTARES
Ärger mit der Aufsicht
Schon mal kurzfristig aus dem SDax geflogen
wegen verspäteter Abgabe des
Jahresabschlusses 2024, hat jetzt die Beteiligungsgesellschaft
Mutares noch deutlich
mehr Ärger am Hals: Die Finanzaufsicht
Bafin prüft die Bilanz von 2023
– wegen „konkreter Anhaltspunkte“ für
einen Verstoß gegen Rechnungslegungsvorschriften.
Die Gründe: Möglicherweise
fehlerhafte Angaben zur Restlaufzeit von
Forderungen gegenüber verbundenen
Unternehmen und die Angaben zur voraussichtlichen
Entwicklung im Lagebericht
sind womöglich unvollständig. Der
Aktienkurs knickte daraufhin um gut 20
Prozent ein, inzwischen sind es aber „nur“
noch zehn Prozent Minus.
7
moneykompakt
ZiNSRADAR
Ratenkredite
Kreditsumme 5.000 Euro
Zinssätze effektiv in % p.a.
Laufzeit in Monaten Zinsen
Anbieterauswahl 36 in Euro
BBBank 1 4,99 384,88
Deutsche Skatbank 1 5,33 411,16
PSD Bank West 5,53 426,64
Allgemeine Beamten Bank 1 5,99 462,28
Hypovereinsbank 1 5,99 462,28
Bank of Scotland 1 6,09 469,84
DKB Deutsche Kreditbank 6,89 531,76
SKG Bank 1 6,89 531,76
ING 1 6,90 532,48
Targobank 1 6,95 536,44
PSD Bank RheinNeckarSaar 1 7,43 573,52
Norisbank 1 7,90 609,52
Ikano Bank 1 7,99 616,72
Deutsche Bank 1 8,85 682,96
Creditplus-Bank 1 9,25 713,92
Postbank 1 9,82 757,84
Schlechtester Anbieter 1 13,59 1.048,36
1
bonitätsabhängig
Trend beim Ratenkredit:
stagnierend
Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 04.08.2025
Annuitätendarlehen
350.000 Euro Kreditsumme Nominal Zins,
1,5% Anfangstilgung, 80% Beleihung
Laufzeit in Jahren
Anbieterauswahl 15 Rate *
1822direkt 3,48 1.452,50
Sparda Baden-Württemberg 3,66 1.505,00
HypoVereinsbank 3,76 1.534,17
DEVK 3,78 1.540,00
PSD Bank RheinNeckarSaar 3,79 1.542,92
LVM-Versicherung 3,80 1.545,83
Sparda-Bank West 3,80 1.545,83
PSD Bank West 3,84 1.557,50
ING 3,89 1.572,08
Allianz 3,94 1.586,67
PSD Bank Nord 3,94 1.586,67
Sparda-Bank Nürnberg 3,99 1.601,25
Debeka Bausparkasse 4,01 1.607,08
Sparda-Bank Hessen 4,04 1.615,83
Deutsche Bank 4,34 1.703,33
Postbank 4,42 1.726,67
ELEKTROMOBILITÄT
Blockiergebühren fallen
TEUER PARKEN: Tesla verlangt an der Säule Blockiergebühren
von bis zu einem Euro pro Minute
Fahrer von Tesla müssen leiden. Der umstrittene
Elektroauto-Pionier des Multimilliardärs
Elon Musk, Tesla, verlangt an all
seinen Supercharger-Säulen in Deutschland
50 Cent pro Minute an Blockiergebühr,
wenn die Charger-Station mindestens zur
Hälfte von „Tankgästen“ ausgelastet ist. Ist
die Elektro-Tanke komplett belegt, erhöht
sich die Abgabe sogar saftig auf einen Euro
pro 60 Sekunden (!). Damit besitzt Tesla ein
Alleinstellungsmerkmal.
Andere Marktteilnehmer entlasten hingegen
die Nutzer von Elektroautos. Shell
Recharge prüft gerade, auf nächtliche Blockiergebühren
auch beim „Roaming“ zu
verzichten. Diese fallen für jene E-Fahrer
an, die keinen Vertrag mit Shell Recharge
haben und die Shell-Ladesäulen ad hoc via
Roaming-Plattformen wie Hubject buchen.
An eigenen Säulen verlangt Shell
von der Klientel schon jetzt nachts null
Blockierabgabe. Bislang kassiert der Ladenetzbetreiber
– wie Konkurrent Aral –
nach Überschreitung einer vierstündigen
Ladephase von den „Roaming-Tankern“
tagsüber und nachts zehn Cent pro Minute
an eigenen Säulen. Diese Gebühr ist auf
maximal zwölf Euro gedeckelt. Shell Recharge
verfügt über mehr als 1000 AC-Ladesäulen
mit geringerer Leistung und
rund 1700 DC-Schnellladepunkten.
Zum 1. Juli haben bereits die Stadtwerke
Berlin die Blockiergebühren beim Laden
zwischen 22 und sechs Uhr an ihren
AC-Säulen abgeschafft. Dafür hat der Versorger
seit April aber die Blockierzeiten
an seinen DC-Säulen von 240 auf 120 Minuten
drastisch heruntergefahren, um
„deren Verfügbarkeit für alle E-Fahrer:innen
zu erhöhen“.
Keinerlei Aufschläge erhebt zudem
zwischen 22 und acht Uhr die regionale
Ladesäulenfirma Ladeverbundplus aus
Nürnberg, wenn der Akku des Stromers
bereits voll aufgeladen ist. Tagsüber allerdings
kassiert Ladeverbundplus bei
Überschreiten der Vier-Stunden-Parkfrist
weiterhin fünf Cent pro Minute. Generell
generös präsentiert sich derzeit der
Netzbetreiber EWE Go aus Oldenburg.
Die Niedersachsen verlangen an ihren eigenen,
mehr als 3000 Ladepunkten in
Nordwestdeutschland von der Kundschaft
sowohl zu Tag- als auch Nachtzeiten
keinerlei Blockierabgaben. Großzügig
zeigen sich außerdem die Discounter
Aldi-Süd, Lidl und Kaufland und verzichten
auf ihren Supermarkt-Parkplätzen
auf solche Aufschläge.
Auch Ionity ruft derzeit keinen Blockier-
Malus auf. Was auch keinen Sinn machen
würde. Denn die sogenannten HPC (High-
Power-Charging)-Säulen mit extrem hoher
Ladepower von bis zu 350 Kilowatt hat
das Joint-Venture von BMW, Ford, Hyundai,
Kia, Mercedes und der Volkswagen-
Group gezielt an Autobahnen und Rastplätzen
platziert, wo kaum einer länger als
nötig für das Aufladen des Akkus verweilen
will. Auch Branchenprimus EnBW mit
fast 9100 Ladepunkten über Deutschland
verteilt hält an einer Blockiertaxe rund um
die Uhr fest, damit Ladesäulen nicht zu
Gratis-Parkplätzen verkommen. TS
*
Monatlich in Euro, ohne Berücksichtigung von Gebühren
Trend beim Baugeld: leicht steigend
Quelle: Angaben ohne Gewähr Stand: 04.08.2025
8 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
MIKAS MARKT-MONITOR
Trump macht
sich seine Welt
Was soll er denn machen? Jerome
Powell kann falsche Zahlen korrigieren,
die Donald Trump zuletzt beim
Besuch der Zentrale der US-Notenbank
herausposaunte. Er kann die
Beleidigungen des Präsidenten an
sich abperlen lassen – auch wenn es
immer schwerer fällt. Zuletzt nannte
Trump den Chef der Federal Reserve
einen „sturen Schwachkopf“. Trumps
Forderung, die Leitzinsen zu senken,
kommt inzwischen fast täglich.
Powell scheint ein genügend
dickes Fell zu haben. Im Gegensatz
zu Adriana Kugler. Der von Joe Biden
nominierten Fed-Gouverneurin
wurden die Angriffe des Präsidenten
auf die Unabhängigkeit der Notenbank
anscheinend zu viel – sie
gab vergangene Woche ihr Amt auf.
Sie galt als „Falke“, die sich angesichts
der Risiken aufgrund der
Trumpschen Zollpolitik für die Inflation
gegen schnelle Zinssenkungen
ausgesprochen hatte – auch wenn
der Präsident das Gegenteil behauptet
und einen Konflikt zwischen ihr
und Powell konstruiert.
Hartnäckige Inflation
Die Inflation in den USA will
und will nicht sinken. Der PCE-
Index, der wichtigste Preisindikator
der Federal Reserve,
stieg zuletzt dreimal in Folge.
Das gibt Fed-Chef Powell einen
guten Grund, die Leitzinsen
nicht zu senken
US PCE Index
MIKA HOFFMANN,
REDAKTEUR
FOCUS MONEY
Veränderung zum Vorjahr in Prozent
TRUMP UND
POWELL: Der
Fed-Chef
widerspricht
öffentlich dem
Präsidenten
Was nicht passt, macht Trump passend.
Ihm gefiel der jüngste Arbeitsmarktbericht,
der Schwächesignale
zeigte, anscheinend gar nicht: „Die
US-Konjunktur boomt“ seiner Meinung
nach – etwas anders kann und
darf einfach nicht sein. Deswegen
feuerte er kurzerhand die Chefin der
Statistikbehörde, Erika McEntarfer.
Dass Trump der Arbeitsmarktbericht
nicht gefällt, ist widersinnig.
Denn er unterstützt eigentlich seine
Forderung nach Zinssenkungen: Bei
einer Job-Schwäche wäre die Fed aufgefordert,
die Zinsen zu senken. Ebenso
wie bei einem Anstieg der Inflation.
Doch da liegt das Problem: Der PCE-
Index, der wichtigste Inflationsindikator
für die Fed, ist in den vergangenen
drei Monaten gestiegen – und macht
eine Zinssenkung schwierig.
Powell kann die Angriffe des Präsidenten
an sich abperlen lassen
und bis September warten. Schwächelt
die Konjunktur bis dahin weiter,
kann die Fed unterstützend eingreifen.
Das wäre ein positives
Signal an die Aktienmärkte.
2020 21 22 23 24 2025
5
4
3
2
1
0
Quelle: Bloomberg
IMMOBILIEN
Büromarkt bleibt
angeschlagen
Robuster Markt innerhalb Europas. Während
sich der europäische Markt für Gewerbeimmobilien
im ersten Halbjahr 2025 insgesamt
schwach zeigte, sendet Deutschland
vorsichtig positive Signale. Die Investitionen
in deutsche Immobilien stiegen im Vergleich
zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent
auf 16,5 Milliarden Euro. Das geht aus
dem aktuellen Europe Capital Trends
Report des Analysehauses MSCI hervor.
Im gesamten europäischen Raum gingen
die Investitionen in Gewerbeimmobilien in
der ersten Jahreshälfte um sieben Prozent
auf 91,7 Milliarden Euro zurück. Im zweiten
Quartal allein lag das Minus bei zehn
Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Besonders belastend für die Märkte waren
laut MSCI die im April angekündigten US-
Handelszölle. Tom Leahy, Leiter EMEA Real
Assets Research bei MSCI, sieht auch Lichtblicke:
Die Pipeline geplanter Deals sei so
voll wie seit drei Jahren nicht mehr. Die Erwartung
sinkender Zinsen in der Eurozone
sowie stabile Nutzermärkte könnten in der
zweiten Jahreshälfte für Auftrieb sorgen.
Trotz der gestiegenen Gesamtinvestitionen
bleibt insbesondere der deutsche Büromarkt
schwer angeschlagen. Die Transaktionen
lagen im ersten Halbjahr 70 Prozent
(!) unter dem Durchschnitt der vergangenen
zehn Jahre. Dennoch könnte laut MSCI der
Preisverfall bei Büroimmobilien seinen Tiefpunkt
erreicht haben – ähnlich wie bereits
in London und Paris. Zu beobachten ist auch
eine Stabilisierung zumindest bei hochwertigen
Büroimmobilien in Top-Lagen. In
Städten wie London und Paris bleiben zentral
gelegene Gebäude mit Mietwachstum
gefragt. Großinvestoren wie Blackstone
kehren dort zurück.
Im Segment Mehrfamilienhäuser sind
nur bestimmte Städte in Deutschland gefragt.
Berlin behauptet sich als einer der gefragtesten
Immobilienstandorte Europas.
Mit einem Transaktionsvolumen von 2,8
Milliarden Euro belegte die Hauptstadt
Ende Juni Platz drei hinter London und Paris.
Auch Frankfurt am Main konnte punkten.
Die Finanzmetropole kehrte in die Top
fünf der europäischen Investitionsziele zurück.
ZB
FOCUS MONEY 33/2025
Foto: CNN 9
EXPORT UNTER DRUCK: Die US-Strafzölle
von 39 Prozent werden die Schweiz
Wirtschaftswachstum kosten
Quelle: Bloomberg
Besonnen reagiert
Swiss Market Index SMI
Kursindex in Tsd. Punkten
13,0
12,5
12,0
11,5
11,0
2024
2025
10,5
AUG OKT DEZ FEB APR JUN AUG
SCHWEIZ
Zoll-Keule
lässt Börse in
Zürich kalt
Die Empörung über die außergewöhnlich
hohen US-Zölle auf Schweizer Waren
ist gewaltig. Das Massenblatt „Blick“
sprach von einem „Super-Gau“ für die
eidgenössische Wirtschaft. Der amerikanische
Präsident Donald Trump hatte der
Schweiz Strafzölle von 39 Prozent ab 7.
August angekündigt. Die USA sind für
die Schweiz der wichtigste Absatzmarkt.
18,6 Prozent aller Exporte gehen dorthin.
Zum Vergleich: Die Waren nach Deutschland
kommen nur auf 14,7 Prozent.
Die politische Aufregung in der Hauptstadt
Bern ist groß. Es werden Verant-
wortliche für das fatale Ergebnis der
Handelsgespräche gesucht. Gleichzeitig
hoffen die Schweizer trotz der knappen
Zeit auf erfolgreiche Nachverhandlungen.
Besonders bitter: Das kleine
Nachbarland Liechtenstein mit seiner
Währung Franken kommt wie die Europäische
Union (EU) mit einem Strafzoll
von lediglich 15 Prozent davon.
An der Börse in Zürich herrscht unterdessen
Gelassenheit. Der Leitindex
SMI hat die Zoll-Keule gut weggesteckt.
Ein wichtiger Grund: Medikamente und
Edelmetalle sind vom 39-prozentigen
Strafzoll ausgenommen. Pharmaprodukte,
Gold und Schmuck machen
mehr als zwei Drittel der Exporte in die
USA aus. Die Schwergewichte im
Schweizer SMI-Index wie die Pharmariesen
Novartis und Roche sind nahezu
konstant geblieben. Doch die Arzneimittelhersteller
stehen trotzdem
unter Druck. Sie sind von Trump aufgefordert
worden, innerhalb von 60 Tagen
für niedrigere Medikamentenpreise
zu sorgen. Die Verlierer der
US-Strafzölle sind voraussichtlich Konsumgüterkonzerne
wie Nestlé, Uhrenhersteller
und Unternehmen aus der
Maschinenbau- und Elektrobranche.
Wie sehr die amerikanischen Rache-
Zölle der Schweiz wirtschaftlich schaden
werden, hängt von den künftigen
Abgaben für die Arzneimittelhersteller
ab. „Sollte auch die Pharmaindustrie mit
einem Zoll von 39 Prozent belegt werden,
müsste mit einem scharfen Rückgang
des BIPs von mindestens 0,7 Prozent
gerechnet werden und damit
Einkommensverluste im Durchschnitt
von gegen 700 CHF pro Person und
Jahr“, sagte Hans Gersbach, Co-Direktor
der einflussreichen Konjunkturforschungsstelle
der ETH Zürich. HPS
US-GELDSCHWEMME
Trump macht Anleger glücklich
Mag US-Präsident Donald Trump große
Teile der Menschen vor den Kopf stoßen,
die Finanzindustrie bejubelt ihn. „Rosige
Zeiten“ erwartet etwa der deutsche Investor
Thomas Weinmann jenseits des Atlantiks.
„Alle, die jetzt die Möglichkeit haben,
in Amerika zu investieren, sollten das tun“,
sagt der CEO und Gründer von REIA, einer
Fondsgesellschaft, die das Geld ihrer Kunden
– vermögende Familien wie Privatpersonen
– bei Finanzinvestoren anlegt. Aus
den Worten des Hanseaten spricht nicht
der Trump-Fan, sondern die ökonomische
Rationalität: „Amerika ist noch immer die
größte Volkswirtschaft der Welt, die übersteht
alles – auch einen Präsidenten Donald
Trump.
Zudem befeuere Trump mit seinen Steuerplänen
wie Pensionsreform die Finanzbranche
geradezu. „Allein seine Pensionspläne
schwemmen Billionen zusätzliches
Kapital in dem Markt. Die verfügbaren Mittel
steigen um einen Schlag um zehn Prozent“,
sagt Weinmann. Dieses viele Geld
will angelegt werden: „Die großen Fonds
und Investoren stehen, unter dem Druck,
die Milliarden auszugeben.“ All das treibt
die Kurse.
Wer als Privatmensch dabei sein will,
dem rät Weinmann zu Aktien der großen
Finanzinvestoren wie KKR oder Blackstone,
die über steigende Managementgebühren
von den hohen Anlagesummen profitieren.
Die andere Möglichkeit sind
Fondsanteile an nicht börsennotierten,
kleineren Finanzinvestoren, die ihr Kapital
über kleine Unternehmen streuen, bei
denen mit stark steigenden Preisen zu
rechnen sei.
„Wir werden in dem Segment Spaß haben
und tolle Renditen sehen“, prophezeit
Weinmann. Die Unsicherheit werde sich
nach den Ferien auflösen, sagt er. „Nach
der Sommerpause rechnen wir mit einer
deutlichen Zunahme von Deals zu durchaus
attraktiven Bewertungen.“ GM
10 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
moneykompakt
POLEN
Nachbar im Osten holt auf
Polen sonnt sich im Licht optimistischer
Prognosen. Laut der Datenbank
Statista betrug das reale Bruttoinlandsprodukt
im vergangene Jahr 2,85 Prozent,
für das laufende Jahr erwarten
Experten sogar ein Wirtschaftswachstum
von 3,24 Prozent. Deutschland
steckt hingegen in der Krise. Hier ist
die schwarze Null das Maß aller Dinge.
Von 2014 bis 2024 legte das Bruttoinlandsprodukt
pro Kopf um knapp 50
Prozent zu. Deutschland bringt es auf
ein Plus von acht Prozent und ist seit
2022 nicht mehr vom Fleck gekommen
(siehe Grafik unten links). Damit
kein Missverständnis aufkommt: Das
Nachschlagewerk CIA Factbook
schätzt, dass das reale Bruttoinlandsprodukt
je Einwohner in Deutschland
bei über 60 000 US-Dollar liegt, in Polen
sind es 45 000 Dollar.
Auf einigen Gebieten jedoch senkt
sich die Waagschale zugunsten Polens.
Ein Blick auf die Warschauer Börse
genügt. So legte der WIG-20-Index
in diesem Jahr gut 30 Prozent zu, während
der Dax Kursindex 17 Prozent gewann.
Der WIG performte auf Basis
Wirtschaftlich dynamisch
Bruttoinlandsprodukte je Einwohner
prozentuale Entwicklung seit 2014
Deutschland
–20
2014 16 18 20 22 2024
Quelle: Bloomberg
Polen
+60
+40
+20
0
polnischer Zloty über 13 Prozentpunkte
besser als der Dax Kursindex.
Anleger sind gut beraten, den polnischen
Aktienmarkt nicht zu ignorieren.
Doch welche Werte sollen deutsche
Anleger kaufen? Der schwerste
polnische Wert ist Orlen (ISIN
PLPKN0000018) mit einer Marktkapitalisierung
von 26 Milliarden Dollar.
Das Unternehmen ist in der Herstellung
und dem Vertrieb von Raffinerieprodukten,
Petrochemikalien und Erdgas
tätig. Diese Aktie wird auch in
Deutschland gehandelt, ist hierzulande
aber nicht übermäßig liquide. Das
erwartete KGV liegt bei rund sieben.
Risikofreudige Anleger können den
Stoppkurs zur Verlustbegrenzung bei
17,40 Euro setzen.
Vorsicht ist geboten. Der Euro gewinnt
gegenüber dem Zloty an Wert
(siehe Grafik unter rechts). In den vergangenen
Monaten erreichte der
Euro das Niveau von 2020, anschließend
erstarkte der Euro und gewann
gegen den Zloty 16 Prozent an Wert.
Ein Grund dafür war das zurückgegangene
Wirtschaftswachstum. DR
Euro wertet zum Zloty auf
Preis für 1 Euro in polnischen Zloty
Aufwärtstrend
Abwärtstrend
2020 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
4,7
4,5
4,3
4,1
BP
Öl-Erfolg in
der Tiefsee
Der Öl- und Gasfund mit Namen „Bumerangue“
des britischen Ölmultis BP liegt gut
5000 Meter tief. Die Explorationsbohrung
1-BP-13-SPS geht bis zu einer Tiefe von
5855 Metern. Wie viel Öl und Gas gut 400
Kilometer vor der Küste der brasilianischen
Metropole Rio de Janeiros im Untergrund
eingeschlossen ist, muss erst noch festgestellt
werden.
Das Ausmaß des Ölfeldes ist jedoch mit
geschätzt mehr als 300 Quadratkilometern
sehr groß. „Bumerangue ist die größte BP-
Entdeckung der letzten 25 Jahre“, freut sich
denn auch Gordon Birrell, der für die Produktion
zuständige Vizepräsident von BP.
Die Entdeckung kommt gerade zur
rechten Zeit, um BP wieder ins Rampenlicht
zu bringen. Zusammen mit einem
besser als erwarteten Quartalsergebnis
und dem Versprechen, stark an der
Kostenschraube zu drehen, scheint der
Aktienkurs nach oben zu tendieren. Dies,
obwohl die vergleichbaren Konkurrenzölmultis
eher verhaltene Quartalsergebnisse
abgeliefert hatten und die Aussichten
für den Ölpreis nach der Ankündigung der
Opec+, ihre Produktion zu erhöhen, nicht
rosig sind. Mit einem Ölpreis von 65 bis 70
US-Dollar je Barrel (159 Liter) sollten die
meisten Ölmultis gut leben können.
Bis zum möglichen Produktionsstart von
Bumerangue (BP hält 100 Prozent) kann es
dauern. Kritisch aber ist, dass die damit verbundenen
Kosten sich auf mehrere Milliarden
US-Dollar belaufen könnten. Kehrseite
der Medaille: Die Chancen sind enorm,
Hochseeölquellen sind in der Regel ergiebiger
und der Ölfluss konstanter als auf Land.
BP ist für Anleger wieder im Spiel. JH
Neuer Aufwärtstrend
BP
200-Tage-Linie
Aktienkurs in Euro
6,00
2023 2024 2025
5,50
5,00
4,50
4,00
3,50
Quelle: Bloomberg
FOCUS MONEY 33/2025
Foto: Adobe Stock 11
moneytitel
TECHNOLOGIE
GRANDIOSE AUSSICHTEN:
Stockpicking und konzentrierte
KI-Portfolios versprechen
galaktische Gewinne
12 Foto: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 33/2025
20 KI-Perlen für Stockpicker
Unternehmen Branche ISIN Börsenwert
in Mrd. Euro
Quelle: Onvista, Marketscreener (Stand: 1.08.2025), Morningstar
Umsatz in Mrd. Euro KGV aktueller
Kurs in
2025e 2026e 2025 2026 Euro
Endava IT-Dienstleister US29260V1052 0,5 0,9 0,9 26,6 25,5 11,70 70
Sabre Technologie für Reisebuchungen US78573M1045 1,1 2,7 2,8 – 17,3 2,67 52
Broadcom Halbleiter US11135F1012 1249,6 55,0 66,3 66,1 50,1 260,80 36
Adobe Software US00724F1012 134,8 20,6 22,5 22,5 22,0 312,56 32
On Semiconductor Halbleiter US6821891057 21,1 5,2 5,7 132,0 9,2 49,44 29
Exlservice Holding Datenanalyse US3020811044 6,1 1,8 2,0 28,4 25,5 37,48 26
Rambus Speicherchips US7509171069 7,1 0,6 0,7 34,3 29,8 64,50 22
ASML Halbleiter/Produktionsanlagen NL0010273215 248,1 32,2 33,7 26,2 24,7 613,90 21
Sensata Technologies Sensorik GB00BFMBMT84 4,0 3,2 3,3 13,9 11,2 26,78 19
Nvidia Halbleiter US67066G1040 3871,8 176,0 223,0 43,4 32,6 156,46 19
TSMC Halbleiter/Auftragsfertiger TW0002330008 857,1 106,0 123,0 19,7 17,2 210,32 17
NXP Semiconductors Halbleiter NL0009538784 48,4 10,6 11,6 25,2 19,7 189,00 17
Meta Social Media US30303M1027 1437,7 171,0 194,0 25,0 23,8 672,52 16
Vertiv Hardware/IT-Kühllösungen US92537N1081 49,0 8,7 9,7 44,0 34,4 128,38 15
Microsoft Software US5949181045 3588,4 280,0 321,0 33,5 28,6 465,90 12
Cadence Design Software US1273871087 89,7 4,6 5,1 86,4 65.6 326,45 12
Synopsys Software, KI-Chips, 5G-Prozessoren US8716071076 104,7 6,5 9,1 64,2 57,4 558,53 11
Fidelity National Information Services Finanzdienstleistungen US31620M1062 37,2 9,1 9,6 32,4 22,5 70,10 10
Manhattan Associates Software US5627501092 12,2 0,9 1,0 68,2 62,8 196,22 10
Alphabet (Google) Online-Suche US02079K3059 1909,4 344,0 384,0 19,8 18,6 167,22 10
Kurspotenzial
in %
von JENS MASUHR
DER ZUKUNFT
FOCUS MONEY 33/2025
Meta, Amazon & Co. bauen am
größten Infrastrukturprojekt
der Geschichte. Nicht jede
Aktie wird im Wettlauf um die
Superintelligenz gewinnen.
FOCUS MONEY stellt 20
KI-Stars von morgen vor. Plus:
fünf Sammelinvestments
Sie wollen hier eine wirklich steile These lesen? Bitte
schön: „Die nächsten fünf bis sieben Jahre werden ein
Markt für Stockpicker sein. Warum? Weil es durch die
Kombination von Internet, Apps und künstlicher
Intelligenz (KI) zu sehr spannenden Entwicklungen
und – in ganz bestimmten Bereichen – zu irren Reichtümern
kommen wird.“
„Unvorstellbar hohe Gewinne.“ Das sagt nicht irgendwer. Die
Ansage macht Thomas Rappold, erfolgreicher Start-up-Investor,
Bestseller-Autor („Peter Thiel“) und Gründer der Fintech-Firma Divizend.
Mit Leib und Seele Netzwerker und Kenner der IT-Szene,
dessen Aktientipps sich für FOCUS-MONEY-Leser seit rund zwei
Jahrzehnten mehr als ausgezahlt haben. Die von ihm entwickelten
KI-, Cloud- und QC-Zertifikate stehen aktuell mit Jahresrenditen
von bis zu 45 Prozent im Plus (siehe Kasten Seite 16). Für Rappold
steht fest: „Bei einzelnen KI-Aktien winken Kursgewinne von
unvorstellbarem Ausmaß.“
Einen Vorgeschmack auf das, was Anleger erwartet, lieferte
kürzlich der Börsengang von Figma (ISIN: US3168411052).
13
moneytitel
Die Kalifornier verkaufen Software, mit der mehrere Teammitglieder
gleichzeitig und in Echtzeit an denselben Designs
– etwa zum Aufbau von Webseiten – arbeiten, Feedback geben,
brainstormen, Prototypen erstellen und testen können.
Das alles, ohne Dateien hin und her schicken zu müssen. An
der Börse brechen alle Dämme. Der Emissionspreis von 33
US-Dollar schoss am ersten Handelstag um fast 250 Prozent
auf 114 Dollar in den Himmel. Nachbörslich ging es auf mehr
als 140 Dollar weiter aufwärts. Weil Teile des Einkommens
von Mitgründer und Firmenchef Dylan Field an den Kursverlauf
gebunden sind, bekommt der 33-Jährige ein Gehalt, mit
dem er frühestens in zehn Jahren gerechnet hatte. Quasi über
Nacht wuchs sein Vermögen auf sechs Milliarden Dollar!
Das Kursfeuerwerk bei dem IPO-Shootingstar ist vorläufiger
Höhepunkt einer Phase, in der der Technologiesektor erneut
zur Zugmaschine für neue Börsenhochs wird. Viel KI-
Fantasie und die Vorlage solider Quartalszahlen, immer
mehr Zolldeals mit Trump und der Wettbewerbsvorteil eines
schwächelnden US-Dollars sind für S&P & Co. der Treibstoff
für neue Höhenflüge. Unabhängig von der Chaospolitik im
Weißen Haus, der Sorge vor verspäteten Zinssenkungen und
dem brodelnden Zinszoff zwischen Trump und US-Notenbankchef
Jerome Powell gehen selbst die Kurse von Schwergewichten
wie Meta, Microsoft und Nvidia in den Steigflug
früherer Rekordanstiege über. Und das, obwohl Aktien wie
Nvidia mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 43
nicht gerade günstig zu haben sind (siehe Tabelle Seite 13).
„Bald völlig neue Welt“. Zweifel haben die, die vom Spielfeldrand
zuschauen. Um derart hohe Bewertungen zu rechtfertigen,
so ihre Sorge, müssen die Fundamentaldaten der
Big Techs umso mehr überzeugen. Gesagt, getan: Erst vergangene
Woche pulverisierte Meta die Analystenprognosen
fürs zweite Quartal und kündigte an, die für dieses Jahr geplanten
Investitionen in KI-Rechenzentren um zwei auf 66
Milliarden Dollar zu erhöhen (2026: 100 Milliarden Dollar).
Mehr noch: Gründer und Chef Mark Zuckerberg stellt eine
Computerbrille mit Kameras und Lautsprechern in Aussicht
und spricht von der Vision, eine „persönliche Superintelligenz
für jeden“ verfügbar zu machen. Laut Zuckerberg sei es
sehr wahrscheinlich, dass „die Welt in wenigen Jahren ziemlich
anders aussehen wird“.
Microsoft steigt nach starken Wachstumszahlen zum weltweit
zweitgrößten Cloud-Anbieter hinter Amazon auf. Zusammen
mit KI wird die Sparte („Azure“) mit einem Zuwachs
in Q2 von 34 Prozent zum größten Treiber im Konzern. Die
Aktie stand zwischenzeitlich fast auf Allzeithoch. Konkurrent
Amazon legte ebenfalls starke Zahlen vor, auch wenn
offenbar mehr nötig war, um neue Käufer zu locken.
An der Börse werden die ersten Anleger unruhig. Grund:
Die Aktien der Glorreichen Sieben sind so stark gestiegen,
dass die Überbewertung der Kursrally ein Ende setzen könnte.
Karen Karniol-Tambour, Chefanlagestrategin des weltgrößten
Hedgefonds Bridgewater, macht indes eine interessante
Gegenrechnung auf. Generell, so die Expertin, hängt
die Aktienperformance von zwei Hauptfaktoren ab: erstens,
wie sich das Geschäft gegenüber den erwarteten Zahlungen
und Cashflows verhält und zweitens: wie sich die erwarteten
Gewinne verändern. Aus beidem lässt sich ableiten, wie stark
die Gewinne steigen müssten, um Aktienanlegern weiterhin
eine attraktive Risikoprämie gegenüber Anleihen zu liefern.
Big Techs überraschend günstig. Kurz gefasst: Laut Karniol-Tambour
müssten die Tech-Riesen ihren Nettogewinn
pro Aktie in den nächsten zehn Jahren um 14 Prozent pro
Jahr steigern, um eine normale Risikoprämie gegenüber Anleihen
zu liefern – ein hoher Wert, aber niedriger als der
Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre von 20 Prozent.
Das Gewinnwachstum könnte sich also verlangsamen, ohne
dass die Magnificent-Aktien unattraktiver würden. Demgegenüber
ist der große Rest im Technologiesektor dazu verdonnert,
seine Gewinne ebenfalls im Schnitt um 14 Prozent
zu erhöhen. Um das zu erreichen, müsste er allerdings dreieinhalbmal
so schnell wachsen wie im historischen Durchschnitt
von vier Prozent. Der Rest im S&P 500 (55 Prozent)
müsste beim Gewinn um acht Prozent pro Jahr zulegen – gegenüber
fünf Prozent in der Vergangenheit. Fazit: Solange
die Glorreichen Sieben schneller wachsen als der restli-
ENDAVA
Aktie vor Quantensprung
Als Unternehmen für Quantencomputing (QC) läuft Endava noch weitgehend
unter dem Radar. Die Ausnahme bilden Experten des Analyseinstituts Morningstar.
Die Analysten stufen die Briten als einen der heißesten KI-Profiteure der Zukunft
ein. Spezialisiert auf digitale Transformation, „agile“ Softwareentwicklung
und Automatisierungslösungen, unterstützt Endava Kunden aus Branchen wie
Finanzen und Gesundheit, Automobilindustrie und Telekommunikation dabei,
QC-Technologien zu integrieren. Ein Markt mit Riesenpotenzial: Laut Research
and Markets erreichte die Quantenindustrie 2024 ein Marktvolumen von 1,9 Milliarden
US-Dollar. 2030 sollen es bereits 7,5 Milliarden Dollar sein – ein Durchschnittswachstum
von 28,7 Prozent pro Jahr (siehe auch Seite 18). Ziel ist es, sich
mit QC für geschäftliche Zwecke weiter zu etablieren. Geplant: mehr Dienstleistungen
wie Beratung und Strategieentwicklung. Vorteil gegenüber der Konkurrenz:
Endava ist profitabel!
JM
Endava
Kurs der Endava-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
120
0
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
A2JRLY/US29260V1052
Börsenwert 500,0 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 26,6/25,5
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 19,00/9,20 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 70 %
Quelle: Bloomberg, Marketscreener, Onvista (Stand: 1.08.2025)
80
40
e = erwartet
14 FOCUS MONEY 33/2025
SYNOPSYS
Perfekte Kombination
Gefragter Architekt. Dank des Megatrends KI nimmt Synopsys eine Schlüsselfunktion
ein. Das US-amerikanische Unternehmen mit Sitz in Kalifornien ist
Spezialist für Chip-Design-Software. Als „unsichtbarer Architekt” der modernen
Chipindustrie entwickelt Synopsys hoch spezialisierte Software, die Halbleiterherstellern
wie Nvidia, TSMC oder AMD dabei hilft, effizientere, leistungsfähigere
und zuverlässigere Chips zu entwickeln (EDA-Software: Electronic Design Automation;
IP: Intellectual Property). Die Chips kommen in der gesamten
Elektronikindustrie zum Einsatz, sei es in Krankenhäusern, Autos, Fabriken oder
privaten Haushalten. Das Unternehmen übernimmt auch Support-Dienste und
bietet Schulungen an. Damit können Kunden die Produkte optimal nutzen. Durch
die Übernahme von Ansys (Simulationssoftware) hat sich das Unternehmen weiter
verstärkt. Fazit: Die Entwicklung von Synopsys ist solide, die Aktie eine perfekte
Kombination aus Wachstum, Bewertung und Ausrichtung. SIM
Synopsys
Kurs der Synopsys-Aktie
500
400
300
200-Tage-Linie
200
100
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
883703/US8716071076
Börsenwert 104,7 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 64,2/57,4
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 590,00/ 470,00€
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 11 %
Quelle: Bloomberg, Marketscreener, Onvista (Stand: 1.08.2025)
e = erwartet
RAMBUS
Ausblick: Rambus Zambus!
Es geht auch anders: Obwohl der US-Halbleiterspezialist Rambus fürs zweite
Quartal einen Gewinn von 53 US-Cent je Aktie ausweist und damit die Prognose
um fast neun Prozent verfehlte, schoss die Aktie nachbörslich um 13
Prozent hoch. Was ist da los? Die Kalifornier stellen Speicherschnittstellenchips
her, die den Engpass zwischen Speicher und der Verarbeitung in datenintensiven
Systemen beseitigen, besonders bei Anwendungen von KI. Auf den
zweiten Blick fällt auf: Der Produktumsatz legte das fünfte Quartal in Folge zu
– beachtlich im wettbewerbsintensiven Halbleitermarkt. Grund: Rambus profitiert
von der massiven Nachfrage nach Speicherchiplösungen für Hochleistungsserver,
Datenzentren und KI-Anwendungen – ein bullenstarker Wachstumsmarkt,
der laut Prognose 2026 bereits auf 600 Millionen Dollar Umsatz
kommt. Die Börse vertraut der Konzernprognose: starken Fokus auf KI und Rechenzentren
sowie zweistellige Wachstumsraten wegen neuer Produkte. JM
Rambus
Kurs der Rambus-
Aktie in Euro
200-Tage-Linie
20
10
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
906870/US7509171069
Börsenwert 7,1 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 34,3/29,8
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 79,00/53,50 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 22 %
Quelle: Bloomberg, Marketscreener, Onvista (Stand: 1.08.2025)
60
50
40
30
e = erwartet
NVIDIA
Markt vor Verhundertfachung?
Nvidia ist der Chipkönig der KI-Branche, der den Großteil der Halbleiter zum
Aufbau eines gigantischen Infrastrukturprojekts liefert. Bis zu 2,2 Billionen Dollar
stecken Firmen wie Meta, Amazon, Softbank oder OpenAI allein in den nächsten
zehn Jahren in Rechenzentren auf der ganzen Welt – Trainingslager, in denen
künstliche Intelligenz (KI) immer schlauer wird. Eine Million KI-Chips will allein
Sam Altman Ende 2025 „online“ haben. Für die Zukunft stellt der OpenAI-Chef
sein Team auf „eine Verhundertfachung“ ein. Die Konkurrenz denkt ähnlich groß.
Auch wenn bereits viel Fantasie in der Nvidia-Aktie steckt: Das Wettrüsten der
KI-Milliardäre geht gerade erst los – und damit die Auftragsflut für den Schaufellieferanten.
Klar, dass die Konkurrenz nicht schläft. Eine Betriebsmarge von
zuletzt 60 Prozent wird auch Weltmarktführer Nvidia auf Dauer nicht durchhalten
können. Das Geschäft machen die Kalifornier trotzdem. Jüngster Coup: ein
komplettes KI-Ökosystem aus einer Hand. Fazit: Super-Profiteur von morgen!
FOCUS MONEY 33/2025
Nvidia
Kurs der Nvidia-Aktie in Euro
120
40
200-Tage-Linie
0
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
918422/US67066G1040
Börsenwert 3,9 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 43,4/32,6
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,02/0,02 %
Kursziel/Stoppkurs 186,00/129,70 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 19 %
Quelle: Bloomberg, Marketscreener, Onvista (Stand: 1.08.2025)
80
e = erwartet
15
moneytitel
che US-Markt, sind sie tatsächlich günstiger bewertet als die
große Masse.
Schwacher Dollar hilft. Und wie gehts in der Zukunft weiter?
„Sollte der Dollar auf seinem derzeitigen Niveau verharren,
wird er in den kommenden Quartalen zu einem positiven
Faktor, und eine weitere Abwertung würde diesen Effekt
noch verstärken“, heißt es bei der Deutschen Bank. Dazu nur
so viel: Laut dem Finanzdatendienst Factset kommen 55 Prozent
der Erlöse amerikanischer IT-Konzerne aus dem Ausland.
Paradebeispiel für Dollar-Profiteure seien US-Softwareanbieter,
die einen bedeutenden Anteil ihres Geschäfts im
Ausland machen. Mehr noch: Der Großteil ihrer operativen
Kosten fällt im Heimatmarkt an, dort, wo sie mit jeder Abwertung
des schwächelnden Greenbacks weiter sinken. Kein
Wunder, dass Chipaktien die kräftige Rally seit dem Tief vom
8. April maßgeblich mitbestimmt haben. Der PHLX-Semiconductor-Index
stieg zwischenzeitlich um fast 60 Prozent.
Hier geht die Post ab. Bekannt als „Buffett für Tech“ investiert
Rappold langfristig. Der Schwabe sieht enormes Potenzial
in der Zukunft. „KI ist nach wie vor unterbewertet –
zumindest mittelfristig“, sagt Rappold zu FOCUS MONEY.
„Das KI-Wettrüsten hat gerade erst begonnen.“ Die Ausgabenpläne
von OpenAI, Meta & Co. belaufen sich bis 2035 auf bis
zu 2,2 Billionen Dollar. „Für die nächsten 500 Jahre sind die
kommenden fünf bis zehn Jahre richtungsweisend – so wie
im 19. Jahrhundert, als durch die Industrialisierung sprichwörtlich
die Post abging und man hohe dreistellige Zuwachsraten
sah“, erklärt der Tech-Investor. Nicht jede Aktie werde
in dem „Wettlauf hin zur Superintelligenz“ gewinnen.
Rappold: „Manchen Profiteur von morgen gibt es heute vielleicht
noch gar nicht.“ Mit drei Zertifikaten, einem Top-ETF
und der Aktie der japanischen Softbank, die an einer Vielzahl
von hochkarätigen Hightech-Playern beteiligt ist, erhöhen
Anleger die Trefferquote (siehe Kästen ab Seite 16).
Das Beste in einem Korb
Auch wenn der KI-Megaboom jede Menge Chancen auf einen Tenbagger („Verzehnfacher“) bietet: Mit
Sammelinvestments erhöhen Anleger die Trefferquote. FOCUS MONEY hat fünf Top-Produkte ausgesucht
HIGHTECH-ZERTIFIKATE
Balsam für Renditejäger
Die branchenbedingt hohen Kursschwankungen bei Techaktien sind nicht
jedermanns Sache. Wer seine Nerven schonen und trotzdem die Chance
auf hohe Kursgewinne wahren will, setzt besser auf eine breite Palette an
Aktienfavoriten – und streut das Risiko. Eine Lösung: Zertifikate.
Thomas Rappold ist Hightech-Kenner, Silicon-Valley-Insider und erfolgreicher
Investor. Für das Bankhaus Vontobel entwickelt der Unternehmensberater
und Buchautor entsprechende Themenzertifikate, darunter welche mit
Schwerpunkt KI (ISIN: DE000VL3SJB4), Quantencomputing (DE000VP4XD45)
und Cybersecurity (DE000VS5ZCS6).
Alle drei Produkte sind auf Jahressicht im Gewinn. Spitzenreiter ist der QC-
Korb mit einem Plus von fast 46 Prozent. Darin finden sich neben Überfliegern
wie Ionq (US46222L1089) und Rigetti (US76655K1034) auch die Aktien
von Amazon (US0231351067) und IBM (US4592001014) – allesamt
Profiteure im Wettrennen um die Superintelligenz. Im KI-Korb wiederum bilden
die Aktien von Nvidia (US67066G1040), Microsoft (US5949181045) und
Netflix (US64110L1061) die Top Drei. Im Bereich Cybersecurity setzen Anleger
mit dem Vontobel-Zertifikat unter anderem auf Cloudflare (US18915M1071)
und Crowdstrike (US22788C1053).
Basis der Zertifikate ist jeweils ein Aktienkorb, den Vontobel regelmäßig
anpasst und optimiert. Jedes Zertifikat bildet seinen Korb im Verhältnis 1:1
ab. Für das Management der jeweils 20 enthaltenen Aktien fällt eine Jahresgebühr
von 1,2 Prozent an. Unser Fazit: Das rechnet sich! JM
Einsatz vervierfacht
Anleger, die dem Vontobel-KI-Zertifikat seit
Auflage am 18.09.2017 treu geblieben sind,
haben ihren Einsatz bis heute vervierfacht
Strategiezertifikat auf Solactive AI Index
Wertentwicklung in Euro seit Auflage
400
300
200
100
2017 18 19 20 21 22 23 24 2025
ISIN (thesaurierend, Euro) DE000VL3SJB4
Emittent
Vontobel
aktueller Kurs 406,00 €
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 23,7/66,4/111,4 %
laufende Kosten (pro Jahr) 1,2 %
Laufzeit
open end
Quelle: Vontobel, Onvista (Stand: 4.08.2025)
e = erwartet
16
Foto: Adobe Stock Composing: FOCUS MONEY/KI
FOCUS MONEY 33/2025
HSBC HANG SENG TECH ETF
Chinas Tech-Aktien melden sich zurück
Der Deepseek-Schock für den Technologiesektor außerhalb Chinas liegt
zwar schon einige Monate zurück. Im Januar hatte das chinesische Start-up
mit der Veröffentlichung des KI-Sprachmodells DeepSeek-R1 weltweite Bekanntheit
erreicht und vor allem US-KI-Werte auf Talfahrt geschickt. Der
Grund: Das Programm kann in puncto Leistungsfähigkeit mit der Konkurrenz
wie OpenAI (ChatGPT) mithalten, arbeitet aber wesentlich energie- und chipsparender.
Was seither in den Köpfen ist: die neuerliche Erkenntnis, wie leistungsfähig
chinesische Unternehmen im Technologiebereich sind.
Hinzu kommt, dass die Investitionsfreude der dortigen Bevölkerung in heimische
Dividendenwerte gerade wieder ansteigt, auch weil die Regierung
in Peking unterstützende Maßnahmen ergriffen hat – was besonders den
Technologietiteln zugutekommen dürfte.
Eine kostengünstige Möglichkeit, auf weitere Kursavancen des Segments
zu setzen, ist der HSBC-Hang-Seng-Tech-Börsenfonds (ETF), der in große
chinesische Technologiegesellschaften investiert. Der Finanzpool verzichtet
auf Ausgabeaufschläge, die laufenden Kosten betragen überschaubare
0,50 Prozent. Der ETF hat sich vom Hoch im Februar 2021 (12,00 Euro) glatt
gedrittelt, legte zuletzt aber bereits wieder rund 50 Prozent zu. Dennoch ist
bis zum früheren Hoch noch reichlich Platz. Zu den größten Positionen gehören
Xiaomi, Netease, Tencent und Alibaba mit jeweils zwischen sieben
und neun Prozent Gewicht im Börsenfonds. Diese auch weltweit bekannten
Firmen könnten einen weiteren Aufwärtstrend anführen.
KÖR
Wieder auf dem Weg nach oben
Nach einem Ausverkauf chinesischer Technologieaktien
– auch aus politischen Gründen –
erholt sich diese Anlageklasse gerade
HSBC Hang Seng Tech ETF
Kurs des Hang-Seng-Tech-ETFs in Euro
2
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
A2QHV0/IE00BMWXKN31
Fondsvolumen 1,34 Mrd. €
laufende Kosten 0,50 %
Replikation
vollständig physisch
Gewinnverwendung
thesaurierend
Auflagedatum 9.12.2020
Quelle: Bloomberg
12
10
8
6
4
SOFTBANK GROUP
Beteiligungsgesellschaft mit vielen Perlen
Das Unternehmen aus Japan betreibt operative Geschäfte in den Bereichen
Telekommunikation, Onlinehandel sowie Finanzdienstleistungen. Zum
anderen verwalten die beiden Finanzpools des Hauses Vision Fund 1 und
Vision Fund 2 Beteiligungen an aussichtsreichen Tech-AGs wie dem britischen
Chipdesigner Arm, dem US-Halbleiterhersteller Nvidia (siehe Kasten
Seite 14) und dem chinesischen Internetriesen Alibaba. Insgesamt halten die
Fonds Anteile an Dutzenden von Unternehmen und gilt damit als international
breit gestreutes Sammelinvestment für den Wachstumssektor.
Ein wichtiger Wachstumsbereich im Industrieland Japan, das, wie Deutschland,
unter Fachkräftemangel leidet, könnte die Robotik sein. Schon 2014 hatte
sich die Softbank Group mit dem humanoiden Roboter „Pepper“ als Vorreiter
in der sozialen Robotik gezeigt. Der Automat kann Emotionen deuten,
Gesichter erkennen und mit Menschen Gespräche führen. Das ermöglicht perspektivisch
zahlreiche Anwendungen im Einzelhandel, in der Bildung, im Gesundheitswesen
und im Gastgewerbe.
Da die Nachfrage nach dem hauseigenen Roboter gering blieb, wurde die
Produktion eingestellt. Dennoch: Die Softbank Group blieb weiterhin als bedeutender
Investor im Bereich Robotik tätig. So hält sie beispielsweise 20 Prozent
der Anteile am US-amerikanischen Roboterhersteller Boston Dynamics.
Zudem wollen die Japaner zeitnah mehr als 100 Milliarden US-Dollar in den
USA im Bereich KI investieren, was den Einsatz in der Automation ermöglichen,
aber auch Synergien mit anderen Beteiligungen heben soll. KÖR
Ordentlicher Kurssprint
Zuletzt geriet der japanische Konzern wieder
ins Blickfeld der Anleger, der Kurs legte
rasant zu. Analysten sehen weiter Potenzial
Softbank Group
Kurs der Softbank-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
30
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
891624/JP3436100006
Börsenwert 96,7 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 15,1/22,4*
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,4/0,4 %
Kursziel/Stoppkurs 105,00/60,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 50 %
Quelle: Bloomberg
80
70
60
50
40
*bei Holdings traditionell stark schwankend
FOCUS MONEY 33/2025
17
moneytitel
QUANTENCOMPUTER:
Wesentlich schneller als
herkömmliche Computer
QUANTENCOMPUTING
Ein Quantum Zukunft
Es ist an der Zeit, die Champagnerflasche zu öffnen. Die
Vereinten Nationen haben das Jahr 2025 zum „Internationalen
Jahr der Quantenwissenschaft und -technologien“
erklärt. Damit soll das 100-jährige Jubiläum der
Quantenmechanik gewürdigt werden.
Es gab Zeiten, in denen ein Ja ein Ja und ein Nein ein Nein
war. Heute sieht das anders aus. Anders als herkömmliche
Computer arbeiten Quantencomputer nicht mit Bits, die nur
den Wert 0 oder 1 annehmen können. Sie nutzen sogenannte
Qubits, die sich in einer Superposition befinden und somit
gleichzeitig die Zustände 0 und 1 annehmen können. Dadurch
kann ein Quantencomputer verschiedene Möglichkeiten
parallel berechnen, was ihn bei bestimmten Problemen
wesentlich schneller macht als herkömmliche Computer.
Das eröffnet spezialisierten Unternehmen neue Geschäftsmodelle
und Anlegern spannende Investitionschancen.
Quantencomputer stehen in den Startlöchern:
Aktien wie D-Wave und entsprechende ETFs
versprechen hohe Renditen – doch Anleger
sollten die Risiken nicht unterschätzen
von DIRK REICHMANN
Pioniere und Spätstarter
D-Wave Quantum ist einer der Pioniere im Bereich Quantencomputing
(siehe Aktienkasten auf Seite 20). Die Aktie des
Unternehmens stieg innerhalb eines Jahres um gut 1800 Prozent.
Doch das Potenzial dürfte noch nicht ausgeschöpft sein.
Zugegeben: Viele Aktien aus diesem Bereich sind hochspekulativ,
da viele Unternehmen keine Gewinne erzielen.
Trotzdem gilt die Branche als zukunftsträchtig. FOCUS MO-
NEY sieht in der D-Wave-Quantum-Aktie eine gute Möglichkeit
für Renditen – jedoch sollten Anleger nie ihr Vermögen
riskieren und unbedingt einen Stoppkurs zur Verlustbegrenzung
setzen. Aber mit einem Wert wie D-Wave bringen sie
ein Quantum Zukunft ins Depot.
Wer es eine Spur weniger riskant mag, analysiert den Vaneck
Quantum Computing ETF (siehe Seite 19 unten). Das
ETF ist erst seit Mai an deutschen Börsen erhältlich und hat
eine geringe Fondsgröße von 70 Millionen Euro. In dem Korb
befinden sich jedoch neben D-Wave Quantum Schwergewichte
wie Microsoft, Bank of America oder Amazon. Auch
diese Unternehmen haben erkannt, dass Quantencomputing
das Potenzial hat, ein Gamechanger zu werden.
Sicherheitsrisiken und der Q-Day
Der mögliche Durchbruch von Quantencomputern bereitet
Unternehmen und Behörden Sorgen. Der sogenannte „Q-
Day“ bezeichnet den Tag, an dem leistungsfähige Quantencomputer
gängige Verschlüsselungen knacken können. Ein
„vollkommener“ Quantencomputer mit ausreichend fehler-
18 Fotos: Adobe Stock
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 33/2025
korrigierten Qubits könnte langfristig die Sicherheit von
Kryptowährungen wie Bitcoin gefährden, da er die zugrunde
liegenden Kryptoverfahren brechen kann. Auch deshalb
arbeiten Cybersecurity-Experten bereits an Post-Quanten-
Kryptografie, um neue Sicherheitsstandards zu schaffen.
Geschwindigkeit ist im Zeitalter der Quanten keine Hexerei
mehr: Googles Quantencomputer Sycamore löste 2023
eine spezielle Zufallsstichprobenaufgabe in wenigen Sekunden,
wofür ein Supercomputer wie Frontier etwa 47 Jahre
benötigt hätte. Laut der Technik-Nachrichtenplattform Winfuture
erreichte ein chinesischer Quantencomputer im Jahr
2025 bei einer ähnlichen Aufgabe sogar eine um eine Billiarde
Mal höhere Geschwindigkeit als die des leistungsstärksten
klassischen Supercomputers. Eine Billiarde entspricht
tausend Billionen, sodass man sagen kann, ein Quantencomputer
ist ziemlich schnell.
Der Tech-Gigant Microsoft klingt denn auch begeistert:
„Quantum Computing hält das Versprechen, einige der größten
Herausforderungen unseres Planeten zu lösen – in den
Bereichen Umwelt, Landwirtschaft, Gesundheit, Energie,
Klima, Materialwissenschaft und mehr.“
Unaufhaltsame Entwicklung
Die Technologiewelt entwickelt sich schnell. Die Bits
klassischer Computer weichen Q-Bits, der klassische
Computer dem Quantenrechner
Die Zukunft des
Computings
intelligente
Anwendungen
Mathematik u.
Information
(heutige Rechner)
intelligente Automation
(selbstlernende Simulation)
Bits
Q-Bits
Neuronen
hybride Cloudsysteme
(sicheres heterogenes
Computernetzwerk)
Biologie u.
Information (KI)
Physik u.
Information
(Quantenrechner)
Schnell, schneller, Quantum
Ein Quantencomputer kann von der Medizin über die Logistik
bis hin zur künstlichen Intelligenz (KI) und Kryptografie
viele Bereiche verändern. Es können leistungsstarke
Rechenmodelle entstehen, die klassische Systeme bei bestimmten
Aufgaben deutlich übertreffen. Große Datenmengen
können durch eine Parallelverarbeitung gleichzeitig
analysiert werden. Das bringt einen enormen Geschwindigkeitszuwachs.
Bei künstlicher Intelligenz liegt der Vorteil
auf der Hand: Lernalgorithmen können schneller trainiert
und Muster effizienter erkannt werden. So wird eine KI leistungsfähiger.
Der Markt für Quantentechnologien, der die Bereiche
Quantencomputing, Quantenkommunikation und Quan-
Quelle: Fraunhofer IAF
VANECK QUANTUM COMPUTING ETF
Der Schwerpunkt liegt auf den USA
Der Handelsbeginn des Vaneck Quantum Computing war am 21. Mai 2025.
Seitdem hat der ETF rund zehn Prozent zugelegt. Das ETF bildet den Marketvector
Global Quantum Leaders Index ab. Der Index enthält 30 globale Unternehmen,
die auf dem Gebiet Quantencomputing tätig sind. Der ETF ist nicht
währungsgesichert. Die größten Positionen kommen aus den USA (siehe Tabelle
unten)
Gewicht der zehn größten Positionen
Name Branche Gewicht in % 1-Jahres-Performance
(auf Dollar-Basis)
Ionq Computer-Verarbeitungshardware 8,48 % 430,19 %
D-Wave Quantum Computer-Verarbeitungshardware 4,63 % 1897,40 %
Intel Halbleiter 4,24 % – 35,59 %
Wells Fargo Großbanken 4,19 % 35,88 %
Bank of America Großbanken 4,14 % 17,27 %
Microsoft Software 4,12 % 27,52 %
IBM Informationstechnologie 4,10 % 31,75 %
Honeywell International Verteidigung 4,04 % 8,60 %
Amazon Internet-Einzelhandel 4,03 % 25,21 %
Synopsys Software 4,01 % 13,46 %
Quelle: Bloomberg
FOCUS MONEY 33/2025
Gute Gewinne
Seit der ersten Börsennotiz hat der ETF zehn
Prozent zugelegt. Der Korb lebt von seinen
Dickschiffen und einer ordentlichen Prise von
Spezialisten wie Ionq oder D-Wave Quantum
VanEck Quantum Computing ETF
ETF-Kurs in Euro
19,0
18,5
18,0
17,5
26.5. 5.6. 17.6. 27.6. 15.7. 31.7.
WKN/ISIN
A418QM/IE0007Y8Y157
Börsenwert 70 Mio. €
Gesamtkostenquote (TER)
0,55 % p.a.
Ertragsverwendung/Replikation thes./physisch
Kursziel/Stoppkurs 24,00/17,50 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 30 %
Quelle: justetf
e = erwartet
19
moneytitel
tensensorik umfasst, könnte laut dem „Quantum Technology
Monitor 2025“ der Unternehmensberatung McKinsey bis
2035 weltweit ein Volumen von bis zu 97 Milliarden US-Dollar
erreichen. Im Jahr 2025 sollen die Umsätze der Quantencomputing-Unternehmen
die Marke einer Milliarde Dollar
überschreiten.
Das globale Finanzierungsumfeld entwickelt sich dynamisch,
heißt es bei McKinsey, wobei der Zuwachs bei öffentlichen
Mitteln beeindruckend ist. Dabei landet Deutschland
nicht, wie sonst so oft, weit hinten.
„Die rasante Entwicklung im Quantentechnologie-Sektor
zeigt, dass Europa und Deutschland eine führende Rolle in
der Welt spielen könnten. Diese Investitionen können ein
Schlüssel zur Sicherung der technologischen Souveränität
und wirtschaftlichen Stärke Europas sein“, sagt Henning
Soller, Partner im Frankfurter Büro und Leiter der Quantum
Technology Research Group bei McKinsey. Deutschland und
Europa spielen in der Quantenliga mit.
Fazit
Quantencomputing ist eine wichtige Zukunftstechnologie
– doch Anleger sollten sich bewusst sein, dass selbst die vielversprechendsten
Ideen ihre Tücken haben und nicht sofort
praktisch umgesetzt werden. Rückschläge sind daher immer
möglich. Der Anfang ist jedoch gemacht: Sundar Pichai, Chef
von Alphabet, vergleicht Quantencomputing mit der künstlichen
Intelligenz im Jahr 2015 – eine bahnbrechende Technologie
mit großem Potenzial, die noch nicht im Alltag angekommen
ist. So betrachtet, befinden sich Aktien wie
D-Wave Quantum in einer Art „Superposition“ – zwischen
großem Potenzial und großer Unsicherheit. Um die großen
Risiken nicht zu vergessen.
Volatiler Anstieg
D-Wave Quantum
Kurs der D-Wave-Aktie in Euro
4
200-Tage-Linie
2025
0
JAN
JAN AUG
WKN/ISIN
A3DSV9/US26740W1099
Börsenwert 4,8 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./Verl.
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel*/Stoppkurs 26,00/11,50 €
Risiko** ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 51 %
Quelle: Bloomberg * höchstes Kursziel d. Analysten ** abhängig von der 1-Jahres-Volatilität e = erwartet
Genug Geld vorhanden
Die Liquiditätslage von D-Wave Quantum
ist gut. In den vergangenen zwei Geschäftsjahren
überstiegen die liquiden Mittel das
gesamte Fremdkapital
Finanzielle Mittel von D-Wave in Millionen USD
301,1
liquide Mittel
9,5
2020 21
Quelle: Bloomberg
7,1
22
43,3
23
178,0
2024
gesamtes
Fremdkapital
8,7
0
2020 21
11,1 10,0
22
23
16
12
8
79,3
2024
D-WAVE QUANTUM
Das Fundament ist gelegt
Das kanadische Unternehmen D-
Wave Quantum entwickelt und betreibt
Quantencomputer. Das Unternehmen
ist selbstbewusst und
behauptet: „Niemand macht Quantencomputing
einfacher zu bedienen
als D-Wave.“ Das ändert allerdings
nichts an der Tatsache, dass
D-Wave keine Gewinne erzielt.
Der Gewinn je Aktie war bisher
nie positiv und wird laut Konsensschätzungen
der Analysten, die der
Datendienst Bloomberg wiedergibt.
auch in den kommenden zwei Jahren
negativ bleiben. Die Aktie eignet
sich daher nur für risikobereite
Anleger, die sich auskennen. Ein
kleiner Kapitaleinsatz und die Verwendung
eines Stoppkurses zur
Verlustbegrenzung sind Pflicht.
Der Kurs hat sich in diesem Jahr
nahezu verdoppelt. Dies ist unter
anderem auf das hohe Umsatzwachstum
des Unternehmens im
ersten Quartal 2025 zurückzuführen.
So verzeichnete D-Wave im
ersten Quartal 2025 einen Umsatzsprung
um 509 Prozent auf 15 Millionen
Dollar. Dieser Erfolg ist jedoch
maßgeblich auf den Verkauf
eines Systems an das Forschungszentrum
Jülich zurückzuführen. Bereits
im März sorgte der Quantencomputer
Advantage für Aufsehen:
Laut der Fachzeitschrift „Produktion”
übertraf der Rechner bei der
Lösung eines konkreten Problems
sogar einen Supercomputer, indem
er magnetische Materialien innerhalb
von Minuten simulierte.
Neun von neun Analysten empfehlen
den Kauf der Aktie. Grund
dafür dürfte die Umsatzentwicklung
sein. Während D-Wave im Jahr
2020 noch keinen Umsatz erzielte,
stieg dieser im letzten Geschäftsjahr
auf 8,8 Millionen US-Dollar. Für
2025 wird ein Umsatz von 24,3 Millionen
Dollar prognostiziert, für
2026 sind es 38,1 Millionen Dollar.
Auch die Liquiditätslage spricht für
D-Wave. Die liquiden Mittel übersteigen
das gesamte Fremdkapital
deutlich (siehe Grafik links).
Das Unternehmen kooperiert mit
der Yonsei-Universität und der südkoreanischen
Stadt Incheon, was
zum Kauf eines Advantage-Systems
führen könnte. D-Wave hat
das Fundament für den Erfolg gelegt,
den Rest wird die Zukunft zeigen.
Laut Bloomberg liegt das
höchste Kursziel eines Analysten
bei knapp 26 Euro.
20 FOCUS MONEY 33/2025
ieser Text
eigt evtl. Proleme
beim
ext an
Jetzt scannen
und reinhören
Der Video-Podcast.
Freitags exklusiv auf
FOCUS MONEY 33/2025
Sonntags überall, wo es Podcasts gibt.
Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 21
moneytitel
ENERGIE
Heißhunger auf Strom
Die Stromfresser rollen an – und das weltweit. Ob KI, E-Mobilität oder Gebäudemanagement: Wer wird
den großen Energiehunger der Zukunft stillen? FOCUS MONEY nennt die Top-Profiteure
Gigantischer Bedarf
Um eine globale CO2-freie Stromerzeugung bis
2050 zu ermöglichen, werden erneuerbare Energiequellen
verstärkt ausgebaut. Die Prognose:
Weltweite
Stromerzeugung
in Terawattstunden,
ab 2030 Prognose
11 281
2022
Quelle: Bloomberg
27 061
2030
43 117
2035
76 603
2040
Solar, Wind
andere erneuerbare
Energiequellen
Kernenergie
von MARTINA SIMON
Während das Elektroauto vor der Tür an der Ladesäule
aufgeladen wird, brummt die Wärmepumpe monoton
vor sich hin. Im Sommer sorgt sie für kühle
Räume und im Winter für behagliche Wärme. Im Inneren des
Hauses übernehmen Smartlösungen wie von Zauberhand
ihre Arbeit. Pünktlich um sieben Uhr beginnt die Kaffeemaschine
ihren Dienst, und der Rollladen surrt nach oben. Computer,
die Sprache verstehen, Rechenoperationen lösen, Bilder
deuten oder entwickeln und Entscheidungen treffen,
starten mit blinkenden Lichtern in den Tag.
Die Währung der Zukunft. So könnte der Alltag der meisten
Menschen in naher Zukunft aussehen. Dabei benötigen
die Computer, Geräte und Gegenstände sowie die eingesetz-
22
Foto: KI/Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
Wind, Sonne oder Kernenergie? Eine Auswahl von Stromlieferanten:
Unternehmen ISIN Sektor Marktkap.
in Mrd. Euro
KGV25e KGV26e Abstand
52 WH***
Abstand
52 WT***
aktueller
Kurs
Stoppkurs
Kurspotenzial
in %****
GE Vernova US36828A1016 EE*, Netztechn., Gasturbinen 152,4 86,1 51,9 – 3,02 % 337,85 % 552,50 € 490,00 € 5/20
Nextera Energy US65339F1012 Wind- und Solarenergie 128,7 19,6 18,1 – 21,40 % 22,65 % 62,55 € 53,00 € 17/46
Rolls-Royce Holdings GB00B63H8491 Kernenergie (SMRs**) 99,6 41,3 34,1 – 0,84 % 134,85 % 11,78 € 10,00 € 5/35
Constellation Energy US21037T1097 Atomenergie 90,4 35,4 29,1 – 14,93 % 104,73 % 288,68 € 250,00 € 5/15
Siemens Energy DE000ENER6Y0 Turbinen, Wind-, Wasserstoffanlagen 78,4 66,9 31,7 0,08 % 349,59 % 99,18 € 85,00 € 5/10
Vistra Energy US92840M1027 Versorger, EE* 58,6 30,1 23,1 – 10,30 % 191,61 % 172,40 € 150,00 € 5/16
Quanta Services US74762E1029 Infrastruktur, Netze, Pipeline 52,8 39,8 34,8 – 1,91 % 72,78 % 357,65 € 310,00 € 5/24
E.on DE000ENAG999 Versorger, Netze, Dienstleister 41,4 14,1 15,1 – 2,94 % 51,99 % 15,86 € 14,00 € 5/16
NRG Energy US6293775085 Versorger 27,6 20,6 17,5 – 4,01 % 130,66 % 138,95 € 120,00 € 5/20
RWE DE0007037129 EE*, Windenergie, Speicher 27,1 17,1 14,6 – 3,65 % 31,12 % 36,40 € 31,00 € 20/37
Prysmian IT0004176001 Strom-, Datenkabel (Offsh. Windleitgen.) 19,5 18,9 16,2 – 7,79 % 75,35 % 68,14 € 60,00 € 5/50
First Solar US3364331070 Solarmodule 16,9 12,1 8,1 – 32,48 % 51,86 % 158,33 € 135,00 € 15/55
Talen Energy US87422Q1094 Kernenergie, Gaskraftwerke, KI 16,7 64,9 21,9 – 0,66 % 283,76 % 327,09 € 280,00 € 5/15
BWX Technologies US05605H1005 Kernreaktoren 11,9 42,7 38,5 – 1,10% 67,31 % 130,50 € 110,00 € 5/35
Argan US04010E1091 Bau Kraftwerke (Gas, Solar) 2,8 39,1 35,7 – 2,80 % 232,80 % 208,00 € 180,00 € 5/15
Friedrich Vorwerk Group DE000A255F11 Infrastruktur (Gas, Wasserstoff, Strom) 1,8 31,2 25,8 – 1,56 % 442,49 % 88,10 € 75,00 € 5/15
Stand: 30.Juli 2025; * Erneuerbare Energien; ** Small Modular Reactors; *** 52 WH: 52 Wochenhoch, 52 WT: 52 Wochentief; **** Abstand durchschnittliches/höchstes Kursziel, Tipranks
te KI nicht einmal eine Pause, sondern nur eines: Energie.
Strom ist die Währung der Zukunft. Nur wenn sichergestellt
ist, dass alle zuverlässig damit versorgt werden, können
Städte, die Wirtschaft und Privathaushalte künftig funktionieren
– und dafür sorgen, dass die Lichter nicht ausgehen.
Der Stromhunger wächst also – weltweit. Wer jetzt investiert,
kann bei der elektrischen Zukunft ganz vorn dabei sein. FO-
CUS MONEY stellt Unternehmen vor, die zu den Gewinnern
gehören könnten (siehe Tabelle oben).
Gigantischer Bedarf. Laut Schätzungen von Bloomberg
NEF wird der globale Strombedarf bis 2050 um etwa 75 Prozent
steigen – vor allem aufgrund des Wachstums in Asien,
dem Nahen Osten und Afrika. Das Unternehmen geht auch
davon aus, dass bis Mitte des Jahrhunderts etwa 67 Prozent
des Stroms aus erneuerbaren Quellen stammen werden. Im
Jahr 2024 waren es rund 33 Prozent. Eine der wichtigsten Aufgaben
besteht darin, den steigenden Strombedarf zu decken.
Davon profitieren Versorger, Infrastrukturunternehmen
und Technologiekonzerne. Weltweit sprießen Windparks, Solarfelder
und Batteriespeicher aus dem Boden. Allein in den
USA flossen im Jahr 2023 über 100 Milliarden Dollar in grüne
Energieprojekte. In Europa sollen bis 2030 über 80 Prozent
des Strommixes aus erneuerbaren Quellen stammen. Allen
voran strebt Deutschland eine Quote von 100 Prozent an.
ROLLS-ROYCE HOLDING
Mini-Kraftwerke am Start
Vorsicht, Verwechslungsgefahr! Wer an den britischen Konzern Rolls-Royce
denkt, verbindet diesen vermutlich mit Luxuslimousinen. Doch die Automarke
gehört inzwischen komplett zur BMW AG. Das heutige Unternehmen Rolls-
Royce ist im Energie- und Luftfahrtgeschäft tätig. Neben Großtriebwerken für
Langstreckenjets stellt es auch Militärflugzeuge und U-Boote her. Rolls-Royce
profitiert von der Erholung der Luftfahrt sowie von steigenden Verteidigungsausgaben.
Langfristig spielt das Unternehmen eine wichtige Rolle im Nuklearmarkt,
insbesondere durch Small Modular Reactors (SMRs). Großbritannien
plant, bis 2050 rund 25 Prozent des Strombedarfs mit Kernenergie zu decken
– eine Chance für Rolls-Royce, sich als führender Anbieter zu etablieren. Das
Ziel besteht darin, bis 2030 die Serienfertigung mit SMRs aufzunehmen und
dann exportfähig zu sein. Morgan Stanley sieht in diesem Sektor ein Verzehnfachungspotenzial.
Langfristig ein gutes Investment.
FOCUS MONEY 33/2025
Intakter Aufwärtstrend
Zwar ist Rolls-Royce mit einem KGV von 41,3
für das Jahr 2025 nicht günstig. Die Wachstumsaussichten
rechtfertigen jedoch einen
Kauf. Rolls-Royce Anleger Holding sichern diesen per Stoppkurs
Kurs der Rolls-Royce-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2020 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
12
8
4
0
23
moneytitel
Privathaushalte und öffentliche Gebäude werden immer häufiger
mit Wärmepumpen und Photovoltaikanlagen ausgestattet
– ob auf dem Dach, der Garage oder dem Balkon.
Ein Energiemix. Doch Sonnenschein und Wind sind nicht immer
verfügbar. Um diese Schwankungen auszugleichen, sind
weiterhin verschiedene Back-up-Stromerzeugungsoptionen sowie
intelligentere und besser vernetzte Systeme erforderlich. Andere
Länder setzen daher auch auf Atomkraft. Die USA, Kanada,
das Vereinigte Königreich und Polen planen, zunehmend
kompakte, moderne Mini-Atomkraftwerke (Small Modular Reactors,
SMRs) mit einer Leistung von 50 bis 300 MW zu nutzen.
Die USA wollen beispielsweise die Kapazität für Kernenergie
bis 2050 von 100 GW auf 400 GW vervierfachen. Grund
dafür ist die exponentiell steigende Nachfrage nach Rechenleistung
durch künstliche Intelligenz (KI). KI-Agenten wie
ChatGPT, Claude oder Gemini verschlingen bei der Verarbeitung
der riesigen Datenmengen immer mehr Energie. Und
die Nutzerzahlen steigen. Anfang des Jahres haben Technologie-Giganten
wie Microsoft, Meta und Amazon daher milliardenschwere
Verträge für Atomstrom unterzeichnet. So
schloss Meta Platforms beispielsweise mit dem Energieversorger
Constellation Energy einen 20-jährigen Stromabnahmevertrag
über mehr als 1100 Megawatt emissionsfreie Energie,
um einen Teil des zukünftigen Energiebedarfs zu decken.
Amazon wiederum bezieht Kernkraftstrom von Talen Energy
und investiert über X-Energy und Energy Northwest in innovative
SMR-Projekte. Und Microsoft investiert in das Startup
Helion Energy. Der Bau soll bis 2028 fertiggestellt werden,
um anschließend Microsoft-Datenzentren mit direkter Netzverbindung
mit Strom zu versorgen.
Um den weltweiten Energiebedarf von Betreibern großer Rechenzentren,
von Gebäuden, der Industrie und der Elektromobilität
zu decken, wird ein Energiemix erforderlich sein. Auf den
folgenden Seiten stellt FOCUS MONEY eine Auswahl vor.
VISTRA ENERGY
Energie rund um die Uhr
Der Allrounder. Das texanische Energieunternehmen Vistra mit Hauptsitz in Irving
bietet eine breite Palette an Dienstleistungen für Privathaushalte sowie kleine
und große Firmen. Mit einer Kapazität von rund 41 Gigawatt (GW) ist Vistra der
größte private Stromerzeuger in den USA. Die Kraftwerke werden mit Erdgas und
Kernenergie, aber auch mit erneuerbaren Energien wie Wind- und Solarenergie
betrieben. Batteriespeicher und ein eigenes Vertriebsnetz stellen einen Rund-umdie-Uhr-Service
auch für Rechenzentren sicher, die permanente Basiskapazitäten
benötigen. Trotz schwächerer Zahlen für das jüngste Quartal konnte das Unternehmen
die Jahresprognose für das bereinigte Ebita 2025 mit 5,5 bis 6,1 Milliarden
US-Dollar bekräftigen. Langfristig ist Vistra durch Expansion, Effizienzsteigerung
und den Fokus auf Nuklearenergie und erneuerbare Energien aber gut für
die Zukunft aufgestellt. Analysten rechnen mit einem kräftigen Gewinnanstieg, sodass
das erwartete KGV für 2026 auf 23,1 sinken könnte.
Allzeithoch im Blick
Am 23. Juli erreichte die Aktie ein Allzeithoch
von 200,12 US-Dollar, notiert aktuell jedoch
rund zehn Prozent darunter. Für Anleger bietet
Vistra der Rücksetzer eine Einstiegschance
Kurs der Vistra-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2020 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
120
100
50
0
NRG ENERGY
Versorger mit Profil
Zukunftsfähig aufgestellt. Mit rund acht Millionen Kunden zählt das amerikanische
Energieversorgungsunternehmen NRG Energy zu den größten Versorgern
in den USA und Kanada. Der in Houston, Texas, ansässige Konzern ist im S&P 500
notiert und beliefert Privat-, Geschäfts- und Industriekunden auf dem freien Markt
mit Strom und Gas. Die Erzeugungskapazität von rund 13 Gigawatt (GW) wird durch
Gas-, Kohle- und Ölkraftwerke sowie durch Kernkraft, Wind-, Solar- und Biomasseenergie
erreicht. Darüber hinaus bietet das Unternehmen seinen Kunden Smart-
Home-Lösungen, Back-up-Generatoren sowie Demand-Response-Services (gezielte
Verbrauchssteuerung zu Sparzwecken) an. NRG investiert stark in den
Sektor der erneuerbaren Energien. Die Zahlen belegen: Das Unternehmen wächst
einerseits durch Übernahmen z.B. von LS Power und andererseits durch die Steigerung
der Erzeugungskapazitäten für Datenzentren und die AI-Infrastruktur. Das
langfristige CAGR-Ziel (für EPS) liegt bei rund 14 Prozent pro Jahr bis 2030.
24
Der Aktienkurs steigt
Die Nachfrage nach Strom wird immer größer.
NRG Energy befindet sich auf Rekordkurs. Anleger
warten einen Rücksetzer ab, um sich
dann NRG Energy zu positionieren. Stoppkurs setzen
Kurs der NRG-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2020 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
140
100
60
20
FOCUS MONEY 33/2025
RWE
Frischer Wind
Energiewende mit Windkraft. Der über 120 Jahre alte Energiekonzern RWE
mit Sitz in Essen und rund 21 000 Mitarbeitern erweitert seine Kapazitäten für
grüne Energie in Form von Solar- und Windparks weltweit kontinuierlich. Bis
2030 will der deutsche Energieriese dafür mehr als 35 Milliarden Euro investieren,
davon rund 11 Milliarden in Deutschland. Das Kerngeschäft ist die Stromerzeugung,
daneben ist das Unternehmen im Gas- und Wasserstoffgeschäft
aktiv. Der Konzern setzt darauf mit nachhaltig erzeugtem Strom besonders die
Betreiber von Rechenzentren, etwa für Cloud- oder Ki-Anwendungen (Hyperscaler)
ins Boot zu holen. Da RWE mit einer installierten Gesamtkapazität von
mehr als 36 Gigawatt (GW) (geplant: 65 GW) zu den führenden Produzenten
im Bereich der erneuerbaren Energien zählt, dürfte die AG zahlreiche langfristige
PPA-Verträge (Power Purchase Agreements) mit Unternehmen wie Meta,
Microsoft oder Alphabet abschließen. Zukunft fürs Depot.
Vorsichtig optimistisch
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von
14,6 für das Jahr 2026 ist die Bewertung im
angesichts der Aussichten günstig. Die Dividendenrendite
liegt bei 3,3 RWE
Prozent
Kurs der RWE-
Aktie in Euro
2020 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
200-Tage-Linie
40
35
30
25
20
PRYSMIAN
Gute Verbindungen
Weltweit Kabel legen. Der italienische Weltmarktführer Prysmian ist ein wichtiger
Player, wenn es um Energiewende und digitalen Wandel geht. Der Konzern
verlegt Energie- und Telekommunikationskabel und -systeme an Land und auf
dem Wasser. In Deutschland stellt das Unternehmen beispielsweise Kabel für die
Verbindung von Offshore-Windparks in der Nordsee her und verlegt mit Spezialschiffen
Unterseekabel nach Skandinavien. Die Hochleistungskabel werden in
Frankreich, Finnland und Neapel produziert, andere Kabel an über 100 Standorten
in mehr als 50 Ländern. Die Finanzdaten zeigen trotz Finanzschulden ein gestiegenes
Umsatzwachstum und verbesserte Gewinnmargen. 40 Prozent seines
Umsatzes und 55 Prozent seines Bruttobetriebsergebnisses erwirtschaftet Prysmian
in den USA. Die Analysten von Jefferies erwarten, dass das Segment „Power
Grid” (intelligentes Stromnetz) in diesem Jahr besser als erwartet läuft. Durch
die strategische Expansion ist Prysmian in den USA zudem stark aufgestellt.
Hochleistung gefragt
Zusammen mit Nexans und NKT kontrolliert
Prysmian rund 70 Prozent des weltweiten
Marktes für Hochspannungskabel. Der Kurs
nimmt Prysmian wieder Fahrt auf – Richtung Allzeithoch
Kurs der Prysmian-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2020 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
70
50
30
10
TALEN ENERGY
Strom für Amazon
Kohlenstoffarmer Nuklearstrom. Der Energiebedarf von Rechenzentren, die
künstliche Intelligenz (KI) nutzen und zunehmend zuverlässigen, sauberen
Strom benötigen, ist gigantisch. Talen Energy hat sich in den USA zu einem
wichtigen Stromlieferanten etabliert und sich strategisch auf die Nachfrage
aus den Bereichen KI und Cloud ausgerichtet. Der wichtigste Kunde ist AWS
(Amazon), mit dem ein langfristiges PPA (Power Purchase Agreement) über
1920 MW nuklearen Strom abgeschlossen wurde. Das Unternehmen betreibt
ein breit gefächertes Portfolio an Stromerzeugungsanlagen, zu dem Gas-, Kernund
Kohlekraftwerke gehören. Mit einer Gesamtleistung von etwa 10,7 GW versorgt
Talen Energy vor allem den US-amerikanischen Großhandelsstrommarkt.
Innerhalb eines Jahres ist der Aktienkurs um 230 Prozent gestiegen. Für langfristig
orientierte Anleger bietet das Unternehmen somit Sicherheit und Wachstumspotenzial.
Seit Juli 2024 ist Talen Energy an der Nasdaq gelistet.
FOCUS MONEY 33/2025
Kurs ist explodiert
Am 7. August stellt Talen seine Zahlen vor.
Anleger warten dies ab. Einen möglichen
Rücksetzer nutzen sie zum Einstieg, sichern
aber Talen den Energy Kaufkurs mit einem Stopp ab
Kurs der Talen-Aktie in US-Dollar
Börsengang
2023 2024 2025
Quelle: Bloomberg
300
200
100
0
25
moneytitel
TECHNOLOGIE-STARS:
Die besten Techaktien von
Profis gemischt
FONDS
Gut gestreut
in die Zukunft
Bei Technologieaktien beginnt sich die Spreu
vom Weizen zu trennen. Mit den besten
Technologiefonds sind Anleger immer auf der
richtigen Seite und überlassen die Auswahl
der Favoriten von morgen den Profis
von MIKA HOFFMANN
Mehr wert als Apple, Google, Nvidia und Amazon zusammen?
Das ist noch gar nicht so lange her. Vor 25
Jahren überstieg der Börsenwert von Palm die Börsenkapitalisierung
der heutigen Superschwergewichte. Die
Älteren mögen sich erinnern: Palm machte damals einen sogenannten
Handheld, eine Art Tablet, auf dessen man mit
einem Stift schreiben konnte – und mit Glück erkannte das
Gerät die Buchstaben und speicherte Adressen, Kalendereinträge
und Notizen. 2010 ging Palm an Hewlett Packard. Die
Aktionäre bekamen 5,70 Dollar. Der Höchstpreis für die
Palm-Aktie lag im Jahr 2000 bei 95 Dollar, sie verlor dann innerhalb
eines Jahres 90 Prozent an Wert.
Das Beispiel Palm zeigt, wie schnelllebig die Technologiebranche
ist. Aus einem gefeierten Börsenhype kann schnell
ein riesiger Verlust werden. Gleichzeitig gibt es immer wieder
neue Erfolgsgeschichten. Anleger, die weder Zeit noch
Interesse daran haben, die rasante Entwicklung nah zu verfolgen,
überlassen das den Profis, den besten Technologiefondsmanagern,
die in den vergangenen zehn Jahren 400
Prozent Gewinn und mehr für ihre Anleger erwirtschafteten.
Sie streuen das Risiko der Einzelaktien und erkennen – im
besten Fall – die richtigen neuen Trends.
Der beste Technologiefonds in der Zehn-Jahreswertung,
der JPM Technology legte seit 2015 satte 445,7 Prozent zu.
Das entspricht einer jährlichen durchschnittlichen Wertent-
26 Foto: KI/Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
wicklung von fast 20 Prozent. Das ist eine starke Leistung.
Aber nicht singulär: Die besten zehn Produkte kommen alle
auf mehr als 300 Prozent Gewinn seit zehn Jahren, die meisten
schaffen in den vergangenen fünf Jahren eine Verdoppelung
des Einsatzes ihrer Anleger.
Seit Jahresanfang verläuft die Entwicklung aber holpriger.
Die besten Fonds im Zehn-Jahresvergleich liegen in der ersten
Jahreshälfte nur um die Nulllinie. Dies liegt im Einklang
mit dem Gesamtmarkt und ist vor allem mit der Unsicherheit
wegen der erratischen Politik von US-Präsident Donald
Trump zu erklären. Dazu kam im Januar der „Deepseek“-
Schock, als ein chinesisches Unternehmen Zweifel an der Alleinstellung
der US-Riesenkonzerne aufwarf (s. S. 68). Seit
ihrem Tiefpunkt Anfang April haben die meisten Tech-Aktien
eine beeindruckende Erholung hingelegt, die sich mit
überwiegend guten Geschäftszahlen für das zweite Quartal
weiter fortsetzt.
Ausreichender Anlagehorizont. Die Investition in Technologieaktien
sollten Anleger nicht als kurzfristige Wette sehen.
Die kann gründlich schiefgehen, wie zur Jahrtausendwende
Aktionäre der damals großen Tech-Titel wie Palm
schmerzlich erfahren mussten. „Quer durch die Technologiebranche
werden zurzeit Geschäftsmodelle neu aufgestellt,
um die Vorteile von KI zu nutzen – damit beginnt ein Wettlauf
unter der Führung einer Handvoll Tech-Giganten“, erläutern
die Experten der weltgrößten Fondsgesellschaft
Blackrock. Das heißt nicht zwangsläufig, dass die großen Gewinner
von heute auch die Favoriten von morgen sein werden.
Disruption lautet das Stichwort.
Jetzt kommt es für die erfahrenen Fondsmanager darauf
an, zu erkennen, welche Unternehmen jetzt gut aufgestellt
sind – und gleichzeitig die neuen Favoriten herauszufiltern,
die gerade das Zeug dazu haben, die Top-Aktien der nächsten
Jahre zu werden. Mit den besten Aktienfonds für die Techbranche
dürften langfristig orientierte Anleger für alle
Trends und Neuheiten gut gerüstet sein.
Langfristiger Aufwärtstrend
Den kurzen Einbruch im Frühjahr holte der
Nasdaq-100 schon wieder auf und baut den
Vorsprung gegenüber dem Dax wieder aus
US-Tech-Aktien gegen deutsche Aktien
prozentuale Entwicklung seit 1.1.2015, in Euro
0
Dax-Performance-Index
–100
2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
denen für die restlichen 493 Aktien des S&P 500
Gewinnwachstum im S&P 500
Glorreiche Sieben
Rest im S&P 500
Veränderung zum Vorjahr in Prozent
Prognose
Nasdaq 100
Mehr Wachstum
Die Gewinnwachtumsprognosen für die
US-Techriesen liegen weiterhin deutlich über
Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1
2024 2025 2026
Quelle: Bloomberg
Q2
+400
+300
+200
+100
30
20
10
0
Die besten Tech-Fonds in der Zehn-Jahreswertung
Name
Wertentwicklung auf Eurobasis; Quelle: Morningstar
Wertpapier-
Kennnummer
jährliche Gebühren
(TER) in %
Fondsvolumen
in Mio. Euro
Wertentwicklung in %
seit 1.1. 3 Jahre 5 Jahre 10 Jahre
Morningstar-
Rating
JPM US Technology A A0DQQ4 1,71 7427,9 -0,6 71,9 102,7 445,7 ★★★★
Fidelity Global Technology A A110YQ 1,89 25281,1 1,6 56,9 124,9 422,2 ★★★★★
BGF World Technology A2 974499 1,80 11856,1 -2,0 60,2 81,4 419,7 ★★★★
CT (Lux) Global Tech AU A1CU1W 1,95 770,6 -2,6 52,4 141,7 400,7 ★★★★
Janus Hend. Gl. Tech&Inno A2 935618 2,40 538,8 2,4 82,8 98,5 386,5 ★★★★
Erste Stock Techno A EUR R01 676342 – 641,6 -1,6 66,1 109,5 371,7 ★★★★
DNB Fund Technology retail A A0MWAN – 2167,9 7,1 69,6 129,5 370,2 ★★★★
Deka-Technologie CF 515262 1,44 1891,4 -0,1 73,7 113,1 362,7 ★★★★
Franklin Technology A A0KEDE 1,80 10688,9 1,4 61,6 86,1 360,2 ★★★★
Abakus New Growth Stocks A0RGKU – 20,6 0,1 40,5 99,4 351,6 ★★★
AB International Tech A A0JMHM 2,02 1371,9 -0,1 65,5 92,9 345,5 ★★★★
Unisector: Hightech A 921559 – 1717,7 -0,1 81,0 123,2 327,6 ★★★★
FOCUS MONEY 33/2025
27
moneytitel
JPM US TECHNOLOGY
445,7 Prozent Gewinn in zehn Jahren
An der Spitze der Zehn-Jahreswertung steht der JPM US Technology. Mit einem
Volumen von fast 7,5 Milliarden Euro gehört der Erfolgsfonds zu den größten
Produkten für die Tech-Branche. Fondsmanager Joseph Wilson betreut
seit acht Jahren den Global Technology zusammen mit Eric Ghernati. Die beiden
Profis haben auch in schwierigen Phasen bewiesen, dass ihr Ansatz funktioniert,
und schlagen mit einer jährlichen Durchschnittsperformance von
knapp 20 Prozent den Vergleichsindex deutlich.
Wilson setzt dabei auf einen langfristigen Ansatz: „Wir versuchen, langjährige
Marktführer zu finden“, erläutert der Experte. Marktführer sind für ihn „Unternehmen,
die neue Technologien entwickeln oder nutzbar machen, um Produkte
neu zu denken, neue Märkte zu erschließen oder die Marktführerschaft
zu erlangen“. Tech-Aktien sind für Wilson „weniger eine Investition in eine Branche
als vielmehr eine langfristige säkulare Gewinnchance.“ Dabei setzt Wilson
auf Diversifikation: Mit kleinen und mittleren Aktien senkt er die Abhängigkeit
von den Tech-Schwergewichten. „Neugier, Kreativität und Zusammenarbeit
aller Experten“ sind die Leitmotive seines Managementstils.
Dass Wilson nicht nur in die Magnificent Seven investiert, zeigt sich an den
größten Portfoliopositionen: Schwerster Wert im Portfolio war per Ende Juni
Robinhood, eine Handelsplattform vor allem für Privatanleger, die vor allem
mit den sogenannten Meme-Stocks berühmt wurde und inzwischen ihr Angebot
deutlich ausweitete. Die Aktie ist aber weiterhin nichts für schwache Nerven
und unter Experten durchaus umstritten. Zweitgrößte Position ist der Streaminganbieter
Netflix gefolgt vom Cloud-Unternehmen Snowflake.
Krisen gemeistert
In den vergangenen zehn Jahren hat der
JPM US Technology alle Krisen gemeistert
und zwischenzeitliche Verluste schnell
wieder aufgeholt
JPM US Technology
prozentuale Entwicklung seit 31.7.2015
+500
+300
+100
–100
2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025
Quelle: Morningstar
Mehr als nur Magnificent Seven
Aktie
Depotanteil
Robinhood 4,8 %
Netflix 4,6 %
Snowflake 4,3 %
Take-Two Interactive 4,0 %
Meta 4,0 %
FIDELITY GLOBAL TECHNOLOGY
Der Größte auf Platz zwei
Mit mehr als 25 Milliarden Euro liegt der größte Technologiefonds auf Platz
zwei der Zehn-Jahreswertung. Der Fidelity Global Technology erzielte seit
2015 satte 422 Prozent an Gewinn und liegt auch seit Jahresanfang und in
den vergangenen drei und fünf Jahren auf guten Plätzen. Darüber hinaus bekommt
das Produkt – als einziges unter den Top-Techfonds – mit fünf Sternen
die beste Bewertung der Ratingagentur Morningstar. Das spricht für ein hervorragendes
Chance-Risiko-Verhältnis in den vergangenen drei Jahren.
„Selbst für erfahrene Anleger ist es schwierig vorherzusagen, wie sich Technologie
entwickelt“, mahnt Hyun Ho Sohn. „Daher ist Risiken zu minimieren
ebenso wichtig wie das Geldverdienen“, erläutert der Manager des Fidelity
Global Technology, der das Produkt bereits seit dem März 2013 betreut. Zum
einen setzt der Experte dabei auf „Unternehmen mit langfristiger Ertragskraft,
häufig in weniger beachteten Segmenten, tragen zu so einer Risikominimierung
bei“. Der Fachmann sieht weiterhin große Chancen im Technologiesektor.
„Der Schlüssel liegt darin, Unternehmen mit soliden Wachstumsaussichten
zu finden und eine rigorose Bewertungsdisziplin an den Tag zu legen“,
lautet Sohns Maxime.
Die größte Position im Portfolio kommt nicht aus den Vereinigten: Der weltweit
größte Chiphersteller TSMC hat seinen Sitz in Taiwan. Auf den weiteren
Plätzen folgen mit Microsoft, Alphabet, Apple und Amazon vier der Magnificent-Seven-Aktien.
Auf Rang sechs mit einem Portfolioanteil von 2,8 Prozent
folgt mit dem schwedischen Netzwerkausrüster Ericsson für ein solches Fonds-
Schwergewicht ein überraschender Wert.
Der Größte im Aufwind
Der größte Techfonds der Welt, der Fidelity
Global Technology, liegt seit Jahresanfang
leicht im Plus, hat seinen Höchststand aus
dem Februar aber noch nicht übertroffen
Fidelity Global Technology
prozentuale Entwicklung seit 31.7.2015
+400
+300
+200
+100
–100
2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025
Quelle: Morningstar
Taiwan-Aktie an der Spitze
Aktie
Depotanteil
TSMC 8,2 %
Microsoft 6,1 %
Alphabet 4,3 %
Apple 4,2 %
Amazon 3,4 %
0
28 FOCUS MONEY 33/2025
BGF WORLD TECHNOLOGY
Künstliche Intelligenz als Kurstreiber
US-Aktien als Anlagemöglichkeit für KI-Investitionen sind für die Experten
von Blackrock weiterhin die favorisierte Anlageklasse. „Die politischen Veränderungen
in den USA verstärken den bereits laufenden globalen Wandel
– wir verfolgen die Regeln, die die Politik prägen werden, und konzentrieren
uns auf renditebringende Themen wie künstliche Intelligenz (KI)“, machen
die Fachleute der größten Fondsgesellschaft der Welt klar. Mit dem BGF
World Technology ist Fondsmanager Tony Kim mit 422 Prozent Gewinn in
zehn Jahren gut dabei.
KI wird als eine der wichtigsten „Megaforces“, eine entscheidende Rolle
spielen, ist sich BGF-Experte Kim sicher: „Quer durch die Technologiebranche
werden zurzeit Geschäftsmodelle neu aufgestellt, um die Vorteile von
KI zu nutzen – damit beginnt ein Wettlauf unter der Führung einer Handvoll
Tech-Giganten.“ Deswegen ist es für Kim essenziell, auf die Marktführer zu
setzen. „Megaforces lassen sich nicht so einfach traditionellen Portfoliobausteinen
zuordnen und überschreiten mitunter Sektor- und Ländergrenzen“,
ist der Fachmann überzeugt. „Rund um KI wird sich länder- und branchenübergreifend
ein Investitionszyklus herausbilden, der Umsätze und Margen
ankurbeln wird“, erläutert Kim.
Als größte Positionen in seinem Portfolio hielt Kim per Ende Juni die beiden
Halbleiterwerte Nvidia und Broadcom auf Platz eins und drei und dazwischen
die Aktien des weltgrößten Softwarekonzerns Microsoft. Unter den
Top-Ten-Positionen finden sich mit TSMC aus Taiwan und dem schwedischen
Musikstreamingunternehmen Spotify zwei nicht amerikanische Aktien.
KI zahlt sich aus
Der BGF World Technology setzt voll auf die
Chancen der künstlichen Intelligenz – das
dürfte sich für langfristig orientierte Anleger
auch weiterhin auszahlen
BGF World Technology
prozentuale Entwicklung seit 31.7.2015
+500
+300
+100
–100
2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025
Quelle: Morningstar
Die Großen vorne
Aktie
Depotanteil
Nvidia 10,0 %
Microsoft 8,7 %
Broadcom 8,4 %
Apple 5,3 %
Meta 5,1 %
CT GLOBAL TECH
Mehr als 30 Jahre Anlageerfolg
Die längste Erfahrung als Manager einer der größeren Techfonds besitzt Paul
Wick. Seit 1990 managt er für Columbia Threadneedle das US-Pendant zum
CT Global Tech zusammen mit einem erfahrenen zwölfköpfigen Team. Als er
vor mehr als 30 Jahren den Posten übernahm, sahen Handys noch aus wie
Ziegelsteine und Apple brachte den beigen Mac Classic für den Heimgebrauch
auf den Markt. Wick hat das alles schon gemanagt – und das mit Erfolg: 400
Prozent Plus stehen in den vergangenen zehn Jahren zu Buche. Selbst im anspruchsvollen
ersten Börsenhalbjahr 2025 schafft er ein kleines Plus – im Gegensatz
zu den meisten anderen seiner Konkurrenten.
Einen „aktiven, auf echten Überzeugungen basierenden globalen Ansatz“ verfolgt
der Columbia-Threadneedle-Experte. Die meisten bekannten Technologieunternehmen
sind US-Firmen – „es gibt aber auch einige hochkarätige Tech-
Unternehmen außerhalb der USA“, erläutert Wick seine Anlagephilosophie und
ergänzt: „Wir verfolgen einen Benchmark-unabhängigen Ansatz: Wir halten nur
Aktien der Unternehmen, von denen das Team aufgrund der Ergebnisse seiner
umfassenden Analysen wirklich überzeugt ist“. Dabei schwimmt der Fachmann
auch gerne einmal gegen den Strom: „Als natürliche ‚Contrarians‘ halten wir Ausschau
nach fehlbewerteten oder vom Markt wenig beachteten Unternehmen,
um von Trends zu profitieren, bevor der Markt diese erkannt hat.“
Größte Positionen im Portfolio waren zum 30. Juni die Halbleiterwerte Nvidia,
Broadcom und Lam Research. In den Top-Ten-Positionen findet sich aber
auch ein unbekannter Wert wie Bloom Energy, der Brennstoffzellen zur stationären
Stromversorgung von Rechenzentren anbietet.
FOCUS MONEY 33/2025
Jahrzehnte mit Gewinnen
Mit mehr als 30 Jahren an der Spitze des CT
Global Tech ist Paul Wick der erfahrenste Experte
unter seinen Techfonds-Kollegen. Die
Erfahrung zahlt sich für Anleger aus
CT (Lux) Global Tech
prozentuale Entwicklung seit 31.7.2015
+500
+300
+100
–100
2015 16 17 18 19 20 21 22 23 24 2025
Quelle: Morningstar
Auf Halbleiter setzen
Aktie
Depotanteil
Nvidia 6,3 %
Broadcom 6,0 %
Lam Research 5,9 %
Microsoft 5,3 %
Bloom Energy 4,2 %
29
moneytitel
TECHNOLOGIE-ETFS
Günstige
Aktienkörbe
von JULIA GROSS und ULI KÜHN
Die Auswahl bei Technologie-ETFs ist groß. Es gibt sehr spitz gefasste Themeninvestments, aber
auch breite Sektor-ETFs. Diese Produkte sollten Anleger kennen
Technologie-Aktien haben sich in den vergangenen Jahren
häufig als die großen Renditebringer im Depot erwiesen.
Kein Wunder also, dass sich überdurchschnittlich
viele Anleger für diese Werte interessieren. Entsprechend
breit ist auch die Produktpalette der ETF-Anbieter. Das Portal
Justetf.com listet allein unter dem Stichwort Technologie
126 Produkte.
Die Auswahl kann überfordern. Investoren können sie aber
auch zu ihrem Vorteil ausnutzen. Denn mit dem richtigen
Index-Produkt lässt sich nicht nur das eingegangene Risiko
feintunen. Eine viel häufiger auftretende Herausforderung
sind Klumpenrisiken. Nicht erst seit dem Superjahr 2024 für
die „Magnificent Seven“ dürften viele FOCUS-MONEY-Leser
bereits Aktien von Alphabet oder Microsoft im Depot haben.
Bekanntlich sind die Dickschiffe auch in Basisinvestments
wie MSCI-World- und MSCI-All-Country-World-ETFs enthalten.
5,1 Prozent vom Ishares Core MSCI World ETF stecken
beispielsweise in Nvidia – wer da noch einen Tech-ETF
mit Nvidia-Bestandteil dazunimmt, kommt schnell in Bereiche,
wo von „breiter Streuung“ keine Rede mehr sein kann.
Insofern lohnt es sich, die Zusammensetzung von Tech-
ETFs genau unter die Lupe zu nehmen. Der große Vorteil gegenüber
aktiv gemanagten Branchenfonds ist neben den
niedrigeren Gebühren – dass jederzeit Transparenz über das
gesamte Portfolio besteht. Diese Informationen finden Anleger
auf den Internetseiten der ETF- und Indexanbieter.
AMUNDI MSCI SEMICONDUCTORS ESG
Rasant nach oben
Die richtigen Chip-Hersteller waren zuletzt lukrative Investments. Kein Wunder:
Schließlich laufen KI-Anwendungen nicht ohne besonders leistungsfähige
Halbleiter. Bis auf Weiteres bleibe deshalb die Nachfrage nach KI-Chips
größer als das Angebot, versichert Jensen Huang, Chef des KI-Chip-Giganten
Nvidia. Nvidia wird nach Analystenschätzungen in diesem Jahr KI-Chips und
zugehörige Ausrüstung im Wert von 130 Milliarden Dollar verkaufen, mehr als
doppelt so viel wie im letzten Geschäftsjahr.
Der Amundi-ETF enthält 61 Chip-Aktien aus aller Welt, darunter auch wichtige
Zulieferer wie ASML. Wie in den meisten Technologieaktien-ETFs dominieren
auch in diesem ETF US-Aktien mit einem Anteil von mehr als 70 Prozent.
Besonders entscheidend für die gute Wertentwicklung des ETFs ist dabei
die Nvidia-Aktie, die allein etwa 30 Prozent des ETF-Vermögens stellt. Rund
18 Prozent Anteil hat Broadcom und gut 13 Prozent TSMC.
Amundi MSCI Semiconductors ETF
Kurs des Amundi-ETFs in Euro
80
60
40
20
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN (aussch., Euro) LYX045/LU2090063327
Fondsvolumen
54 Mio. Euro
laufende Kosten 0,35 %
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 20,1/160,6/233,6 %
Replikationsmethode
physisch
Auflagedatum 2.07.2020
Quelle: Bloomberg
e = erwartet
30 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
FIRST TRUST CLOUD COMPUTING
Neuer Anschub
Leistungsfähige Cloud-Rechenzentren sind eine wesentliche Voraussetzung,
damit künstliche Intelligenz ein Erfolg wird. Schließlich lebt die Technologie
von der Verarbeitung riesiger Datenmengen und benötigt extrem leistungsfähige
Computersysteme. Microsoft, Amazon und Google dominieren den
Markt. Und doch gibt es in der Welt des Cloud-Computings noch viele weitere
erfolgreiche Unternehmen. So produziert Arista Komponenten für die
Hochleistungscomputer in den Rechenzentren der meisten großen Cloud-
Anbieter. Einige Spezialisten überzeugen mit cloudbasierten Datenbank-
Plattformen, wie der Datenbank-Pionier Oracle und die aufstrebende MongoDB.
Im Portfolio des First-Trust-ETFs finden sich 61 Aktien solcher
Cloud-Spezialisten. Die Unternehmen werden dabei im ETF-Portfolio entsprechend
ihres Cloud-Exposures gewichtet. Zu den größten Positionen gehören
Oracle, Arista und IBM, aber auch Microsoft, Alphabet und Amazon.
First Trust Cloud Computing ETF
Kurs des First-Trust-ETFs in Euro
50
40
30
20
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN (thesaur., USD) A2N9EF/IE00BFD2H4
Fondsvolumen
392 Mio. Euro
laufende Kosten 0,60 %
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre (€) 20,1/48,7/57,0 %
Replikationsmethode
physisch
Auflagedatum 27.12.2018
Quelle: Bloomberg
e = erwartet
XTRACKERS ARTIFICIAL INTELLIGENCE & BIG DATA
Viele Profiteure
Mit einem staatlichen Vermögen von fast fünf Milliarden Euro ist dies der
mit Abstand größte ETF, der hierzulande explizit auf die Gewinner der künstlichen
Intelligenz zielt. Der ETF zielt auf Unternehmen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit
steigende Gewinne aus Entwicklungen wie Deep Learning,
Cloud-Computing, Bild- und Spracherkennung, Sprachverarbeitung erzielen
oder erzielen werden. Der ETF verwendet dabei selbst KI-Technologie, um
aussichtsreiche Aktien zu identifizieren. Die Basis für den ETF vor dem Start
des Auswahlprozesses sind die rund 1200 Aktien im Nasdaq Yewno Global
Disruptive Technology Benchmark Index. Neben dem Faktor Liquidität wird
nach KI-Innovationen in Patentdatenbanken sowie Unternehmensumsatz und
der Aktivität der Aktiengesellschaft gefiltert. Aktuell finden sich 92 Titel im
ETF-Portfolio. Meta, Oracle, Microsoft, Nvidia und SAP sind die fünf größten
Positionen. Unter den Top Ten: Bank of America und Palantir.
Xtrackers AI & Big Data ETF
Kurs des Xtrackers-ETFs in Euro
140
120
100
80
60
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN (thesaur., USD) A2N6LC/IE00BGV5VN51
Fondsvolumen
4,98 Mrd. Euro
laufende Kosten 0,35 %
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 18,0/85,9/154,3 %
Replikationsmethode
physisch
Auflagedatum 29.01.2019
Quelle: Bloomberg
e = erwartet
ISHARES MSCI WORLD INFORM. TECHNOLOGY
Gefragte Tech-Werte
Informationstechnologie-Aktien aus aller Welt hält der Ishares MSCI World
Information Technology ETF. In seinem Portfolio stecken aktuell 140 sehr große
Tech-Werte aus verschiedenen Ländern. Doch wie in den anderen Technologie-ETFs
dominieren auch in diesem Portfolio mit Welt-Fokus eindeutig US-
Werte. Sie kommen auf mehr als 80 Prozent Anteil. Vertreten sind jedoch auch
Tech-Kursraketen aus Europa, etwa ASML und SAP. Wer in diesen Branchen-
ETF investiert, sollte sich jedoch über die starke Konzentration im Portfolio und
eine weitere Beschränkung bewusst sein. Obwohl nämlich der ETF auf den
ersten Blick relativ breit in den Technologiesektor investiert, bestimmen auch
bei ihm ganz wenige Aktien die Kursentwicklung. Drei Aktien, Nvidia, Apple
und Microsoft, stehen über 40 Prozent des gesamten ETF-Portfolios. Die zehn
größten Positionen machen rund 64 Prozent des ETFs aus. Amazon, Alphabet,
Meta und Tesla fehlen.
FOCUS MONEY 33/2025
Ishares MSCI World IT ETF
Kurs des Ishares-ETFs in Euro
12
10
8
6
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN (ausschütt., USD) A2PHCC/IE00BJ5JNY98
Fondsvolumen
969 Mio. Euro
laufende Kosten 0,18 %
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 12,8/73,5/141,1 %
Replikationsmethode
physisch
Auflagedatum 16.10.2019
Quelle: Bloomberg
e = erwartet
31
moneymarkets
PUBLIKUMSLIEBLING: Mit der
koreanischen Serie „Squid
Games“ erreicht Netflix weltweit
Spitzenquoten
FERNSEHEN
Die Schlacht um
Streaming
Lineares Werbe-TV war gestern. Am Erfolg
der Filmabrufportale wird sich die Zukunft
des Fernsehens entscheiden. Mit einer
Marktbereinigung werden die Karten im
europäischen Fernsehmarkt jetzt neu gemischt
NETFLIX
Liebling der Analysten
Trotz der hohen Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 43
ist die weltweit führende Streamingplattform der Liebling der Analysten. Zwei
Drittel der Marktexperten empfehlen laut Bloomberg, die Aktie zu kaufen. Nur
zwei von 60 Analysten raten überhaupt zum Verkauf. Der Konsens des Zielkurses
liegt bei 1166 Euro. Das entspricht einem Kurspotenzial von knapp 16
Prozent innerhalb eines Jahres. Optimisten wie Analyst James Heaney von
der US-Investmentbank Jefferies sehen das Netflix-Papier sogar bei stolzen
1296 Euro. Für die positive Einschätzung gibt es gute Gründe. Im ersten Halbjahr
hat der Streamingdienst die Erwartungen übertroffen und zudem seine
Prognose nach oben angehoben. Netflix lohnt sich für risikobereite Anleger,
die Wachstumsaktien schätzen. Denn eine Dividende hat Netflix seit seiner
Unternehmensgründung noch nie ausgeschüttet. Nicht vergessen: Stoppkurs
setzen. Denn die Aktie ist bereits hoch bewertet.
Auf dem Weg nach oben
Der Streamingdienst und Filmproduzent aus
dem kalifornischen Los Gatos steht bei Anlegern
hoch im Kurs. Analysten trauen Netflix
Netflix
noch viel zu
Kurs der Netflix-Aktie in Euro
2022 2023 2024 2025
Quelle: Bloomberg
1000
800
600
400
200
0
32
Foto: Netflix FOCUS MONEY 33/2025
von HANS-PETER SIEBENHAAR
Die Aktie von Prosiebensat.1 mutiert zum Zockerpapier.
Denn mit der Werbekonjunktur
und den Geschäftsergebnissen lässt sich der
jüngste Kursanstieg der Sendergruppe aus
dem Münchner Medienvorort nicht rechtfertigen.
„Unsere Werbekunden sind sehr sparsam
mit ihren Werbebudgets umgegangen“, sagte CFO Martin
Milder am Dienstag zur Begründung. Die Werbeerlöse
sackten um sieben Prozent auf 929 Millionen Euro ab. Der
Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda)
brach sogar um 40 Prozent auf nur 55 Millionen Euro (Vorjahreszeitraum
91 Millionen Euro) ein.
Der TV-Werbemarkt ist gebeutelt. Die Aussichten auf das
entscheidende vierte Quartal sind angesichts der Volatilität
der Werbekunden weiterhin ungewiss. CEO Bert Habets und
sein Finanzvorstand Mildner setzen auf das Prinzip Hoffnung,
nämlich einer deutlichen Erholung der Konjunktur im
zweiten Halbjahr. Beide beteuern ihren eisernen Sparwillen
im Konzern, jeden Euro zweimal umzudrehen. Die Erlöse
und Erträge von Prosiebensat.1 werden in diesem Jahr weitgehend
stagnieren. Bereinigt um den Verkauf der Konzerntochter
Verivox geht Prosiebensat.1 von Erlösen von 3,85
Milliarden Euro, mit einer Varianz von plus beziehungsweise
minus von 150 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr belief
sich der Umsatz auf 3,77 Milliarden Euro. Der Konzern
rechnet mit einem bereinigten Ebitda von 520 Millionen
Euro inklusive einer Varianz von 50 Millionen Euro. Im Vorjahr
belief sich das Ebitda auf 537 Millionen.
Auslaufmodell lineares Fernsehen. Die Zukunft des TV-
Konzerns entscheidet sich am Streaming. Das lineare TV –
unterbrochen von Werbung – mutiert zum Auslaufmodell.
Bereits im vergangenen Jahr nutzten 77 Prozent der Nutzer
in Deutschland einen Streamingdienst wie Netflix, RTL+,
Joyn, Sky, Disney+ oder Amazon. Laut einer Studie von Nielsen
ist das eine Zunahme um sieben Prozent im Vergleich
zum Vorjahr. Die größte Zunahme verzeichnet die Altersgruppe
der 35- bis 54-jährigen Zuschauer mit einem Plus
von zehn Prozent. Das ist bitter für die werbefinanzierten, linearen
Privatsender. Denn ausgerechnet in der attraktiven
Zielgruppe für die Fernsehwerbung geht der Wechsel zu den
Streamingplattformen besonders schnell.
Sky-Übernahme als Meilenstein für RTL. Die tektonischen
Verschiebungen im Werbemarkt haben Folgen. Die Wichtigste
ist eine breite Marktbereinigung. Die geplante Übernahme
des Münchner Bezahlsender Skys mit seinem Streamingangebot
Wow durch RTL ist ein Musterbeispiel. Winken die
Wettbewerbsbehörden den Deal für 527 Millionen Euro
durch, entsteht ein deutscher Branchenprimus mit 11,5 Millionen
zahlenden Streaming-Abonnenten. Der amerikanische
Kabelriese Comcast suchte jahrelang einen Käufer für
den vom längst verstorbenen Medienunternehmer Leo Kirch
gegründeten Bezahlsender (damals noch Premiere). RTLund
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe bekam am Ende Sky
zum Schnäppchenpreis von den Amerikanern.
„Das geplante Zusammengehen ist ein Meilenstein – für
Bertelsmann genauso wie für die europäische Medienindustrie“,
jubelt Rabe. Lob gab es sogar mit Medienstaatsminister
Wolfram Weimer (parteilos), der die geplante Übernahme
als „sehr gute Nachricht für den Standort Deutschland“ bezeichnete.
Tatsächlich ist der Deal ein wichtiger strategischer
Schritt, denn es entsteht im deutschsprachigen Raum
ein Gegengewicht zu den amerikanischen Plattformen. Nach
Branchenschätzungen ist Netflix mit etwa 16 Millionen
Abonnenten der Marktführer in Deutschland, Österreich und
der Schweiz. Amazon Prime kommt mit rund 13 Millionen
zahlenden Kunden auf den zweiten Platz. RTL stößt nach der
Übernahme von Sky künftig Disney+ vom dritten Platz mit
sieben Millionen Abonnenten.
Global beherrscht Netflix den Streamingmarkt. Der weltweite
Erfolg der grausamen, südkoreanischen Serie „Squid
PROSIEBENSAT.1
Baustelle namens Joyn
Bis zum 13. August entscheiden die Aktionäre über die Zukunft des Fernsehkonzerns.
Kommt das SDax-Unternehmen mehrheitlich in Besitz der italienischen
Fernsehholding Media for Europa (MFE) oder kann der tschechische
Mischkonzern PPF seinen Anteil auf knapp 30 Prozent aufstocken? Die Bieterschlacht
hat zuletzt die Aktie der Sendergruppe nach oben gehievt. Deutschlands
größter Fernsehkonzern kämpft aber mit vielen Baustellen. Die größte
ist die Streaming-Plattform Joyn. Zwar hat das Filmabrufportal die Marke von
zehn Millionen Nutzern übersprungen, doch mit genaueren Zahlen hält sich
CEO Bert Habets zurück. Zumindest wurde die Joyn GmbH mit der Konzerntochter
Seven One Entertainment Group verschmolzen. Mit der gesellschaftsrechtlichen
Integration von Streaming und TV wird das bereinigte Konzernergebnis
im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich profitieren.
Zwei Drittel der Analysten empfehlen, die Aktie zu halten.
FOCUS MONEY 33/2025
Übernahmeschlacht hilft Kurs
Das Bieterduell zwischen der italienischen
MFE und der tschechischen PPF hat den Aktienkurs
beflügelt. Im vergangenen halben
Jahr
Prosieben
ging es
Sat1
um
Media
über 40 Prozent nach oben
Kurs der Prosiebensat.1-Aktie in Euro
2022 2023 2024 2025
Quelle: Bloomberg
14
12
10
8
6
4
33
BLOCKBUSTER FAST AND
FURIOUS: Prosiebensat.1
hat beim Hollywoodstudio
NBC Universal eingekauft
Game“ bescherte dem US-Konzern zuletzt ein Quartalsergebnis,
das über den Erwartungen lag. Bei Erlösen von 11,08 Milliarden
Dollar erzielte Netflix im zweiten Quartal einen Nettogewinn
von 3,1 Milliarden Dollar - ein Plus von 46 Prozent. Für
das Gesamtjahr erhöhte der Streamingdienst seine Prognose.
Der Umsatz soll sich auf zwischen 44,8 und 45,2 Milliarden Dollar
steigen. Zuvor waren es maximal 44,5 Milliarden Dollar.
Die Marktkapitalisierungen zeigen die Klassenunterschiede
zwischen den Akteuren im wachsenden Streamingmarkt.
Im Vergleich zu Netflix mit einer Marktkapitalisierung von
367 Milliarden Euro sind RTL mit 5,3 Milliarden und Prosiebensat.1
mit nur 1,8 Milliarden Zwerge. Es ist daher kein Zufall,
dass die italienische Sendergruppe Media for Europe
(MFE) den von Leo Kirch 1997 an die Börse gebrachten Fernsehkonzern
mehrheitlich übernehmen möchte.
Berlusconi legt nach. Der von Pier Silvio Berlusconi, Sohn
des verstorbenen italienischen Ministerpräsidenten und Medienunternehmers,
Silvio Berlusconi, geführte Konzern hatte
kürzlich eine verbesserte Offerte vorgelegt. Die Italiener stocken
aber nur den Aktienanteil auf 1,3 MFE-A-Aktien (vorher
0,4 A-Aktien) hoch. Die Barkomponente von 4,48 Euro bleibt
unverändert. Der Mailänder Fernsehkonzern bietet damit insgesamt
über acht Euro je Aktie und übertrifft die Barofferte
von PPF mit sieben Euro deutlich.
Der tschechische Mischkonzern PPF legt unterdessen nicht
mit einem höheren Angebot an die Aktionäre in der Übernahmeschlacht
um Prosiebensat.1 nach. Die Entscheidung der
PPF, keine weitere Runde in der Übernahmeschlacht mitzumachen,
kommt nicht überraschend. In der Prager Konzernzentrale
setzt man weiter auf die Attraktivität von Cash im
Bieterwettbewerb. PPF hält an Prosiebensat.1 bisher rund 15
Prozent, MFE kommt auf über 33 Prozent.
Übernahmefrist für Prosiebensat.1 läuft ab. Bis 13. August
müssen sich die Anleger entscheiden. Die Tschechen versuchen
es weiter mit Zweckoptimismus. „Wir bieten einen sehr
attraktiven Preis auf der Grundlage des Aktienkurses in den
drei Monaten vor Abgabe des MFE-Angebots. Vor allem bezahlen
wir alles in bar und nicht in Aktien oder anderen Papieren.
Das ist sehr reizvoll für die bestehenden Aktionäre von
Prosiebensat.1“, sagte Investmentdirektor Kasper Taczek im
Gespräch mit FOCUS MONEY. Falls sich die Aktionäre mehrheitlich
für eine Annahme des Übernahmeangebots der PPF
entscheiden, will PPF die im SDax notierte Sendergruppe Prosiebensat.1
als eigenständiges Unternehmen erhalten. „Im
Gegensatz zu MFE streben wir keinen paneuropäischen Fernsehkonzern
an. Wir wollen Prosiebensat.1 als unabhängiges,
zukunftsorientiertes Medienunternehmen in Deutschland
ausbauen“, sagt Taczek. Zu der von der tschechischen Milliardärin
Renáta Kellnerová kontrollierten PPF gehört der in
Prag ansässige TV-Konzern Central Media Enterprises (CME),
der in sechs Ländern mit 46 Fernsehsendern mit einer Zuschauerschaft
von fast 50 Millionen Menschen präsent ist.
RTL GROUP
Mit Sky-Kauf in die Streaming-Zukunft
Die Marktposition im Streaming wird der Fernsehkonzern RTL Group durch
die geplante Übernahme von Sky ausbauen. Nach der Übernahme wird die
Tochter des Medienriesens Bertelsmann etwa 11,5 Millionen zahlende Abonnenten
zählen. Damit wird die Sendergruppe mit ihren Streamingdiensten RTL+
und Sky Wow den Konkurrenten Prosiebensat.1 abhängen. Doch der bevorstehende
Kauf schafft auch Risiken. Können tatsächlich Synergien zwischen
den bislang eigenständigen Unternehmen geschaffen werden? Kann RTL den
krisengeschüttelten Bezahlsender Sky sanieren? Können die Sportrechte trotz
steigender Kosten gesichert werden? Marktbeobachter haben eine klare Meinung:
Die weitere Entwicklung erst einmal abwarten. Alle zehn Analysten, welche
die RTL-Aktie unter die Lupe nehmen, empfehlen das Papier zu halten.
Der Aktie wird nach der jüngsten Sky-Rally wenig mehr zugetraut. Das Kursziel
liegt bei 35,99 Euro - nur zwei Prozent über dem aktuellen Kurs.
Dividendenstarke Aktie
Die geplante Übernahme des Bezahlsenders
Sky hat die Aktie der RTL Group nach oben
katapultiert. Anleger schätzen insbesondere
die
RTL
hohen
Group
Dividenden
Kurs der RTL-Aktie in Euro
2022 2023 2024 2025
Quelle: Bloomberg
50
40
30
20
34
Foto: Universal Pictures FOCUS MONEY 33/2025
moneymarkets
Die Übernahmeschlacht um Prosiebensat.1
zwischen dem italienischen Berlusconi-Konzern
Media for Europe (MFE) und dem tschechischen
Finanzinvestor PPF steht vor dem Finale.
Was bedeutet der Bieterkampf für die
börsennotierten Konzerne?
Nico Hoffmann: Der Bieterwettkampf
um Prosiebensat.1 ist einer der Höhepunkte
in der Konsolidierung im deutschen
und europäischen TV- und Streamingmarkt.
Die Marktbereinigung wird
angesichts rückläufiger Werbeerlöse und
Zuschauerrückgänge im linearen Fernsehen
weitergehen. Daher macht auch die
geplante Übernahme von Sky Deutschland
durch RTL sehr viel Sinn. Wenn die
europäischen Wettbewerbsbehörden zustimmen,
dann entsteht hier ein starker
Marktteilnehmer, der Massenunterhaltung
mit Know-how im Bezahlfernsehen
strategisch und operativ kombiniert. In
dieser Kombination können beide Unternehmen
im knallharten Wettbewerb gegen
die amerikanischen Streaming-Giganten
Netflix, Disney+ oder Amazon
Prime bestehen.
Ist die Marktbereinigung ein europäisches Phänomen?
Hoffmann: Die Schlacht um Streaming
ist global in Gange. In den USA gab die Regulierungsbehörde
FCC vor Kurzem grünes
Licht für die Übernahme von Paramount
Global durch Skydance Media. Seit
2009 gab es bereits fünf Megafusionen im
US-amerikanischen Medien- und Telekommunikationsmarkt.
Diese Konsolidierungswellen
haben Tausende von Arbeitsplätzen
vernichtet und die
traditionelle Trennung zwischen Filmstudios
und Streaming immer mehr verwischt.
Es sind riesige Unternehmen entstanden,
die sowohl die Produktion als
auch den Vertrieb von Inhalten weltweit
kontrollieren.
Was sind die Konsequenzen der Konsolidierung
für die Film- und Fernsehproduktion?
Hoffmann: Diese Oligopole haben dramatische
Auswirkungen auf die Marktchancen
der kreativen Talente und Produzenten.
Sie können ihre Ideen und
Drehbücher immer weniger Ansprechpartnern
anbieten, weil
INTERVIEW
Gut
gemachter
Content ist
und bleibt
King“
Filmproduzent und früherer
Ufa-Chef Nico Hoffmann ist
zuversichtlich, dass der
TV-Markt in Europa nicht in
einem Oligopol enden wird
von HANS-PETER SIEBENHAAR
NICO HOFFMANN,
Filmproduzent,
Hochschullehrer und
Vordenker der
Fernsehbranche
die Sender oder Streamingplattformen
nur noch Stoffe ihrer eigenen Studios produzieren.
Die jüngsten Fusionen haben
aus meiner Sicht eine Konzentration der
Marktmacht geschaffen, in der künftig
nur sehr wenige Unternehmen kontrollieren,
welche Inhalte produziert und gesehen
werden können.
Wird es im Fernsehmarkt in Europa zu Oligopolen
kommen, mit Marktteilnehmern wie Media
for Europe/Prosiebensat.1, RTL oder Netflix und
Amazon Prime?
Hoffmann: Ich bin zuversichtlich, dass
der TV-Markt in Europa nicht in einem
Oligopol enden wird. Es wird vielmehr ein
vielfältiges Ökosystem entstehen, in der
amerikanische Streamingplattformen,
lokale Privatsender und öffentlich-rechtliche
Rundfunkanstalten koexistieren
können.
Was bedeutet das für die Zuschauer?
Hoffmann: Unser Ökosystem in Europa
sichert einen großen Reichtum an Inhalten.
Filme, Serien, Dokumentationen,
Live-Events oder Sport werden sogar zum
wichtigsten Unterscheidungsmerkmal,
während Technologien wie digitale Verbreitungswege
und KI immer mehr zu
Commodities werden, über die mehr oder
weniger alle Anbieter verfügen. Gut gemachter
Content ist und bleibt King – gerade
in der Schlacht der Streamingplattformen.
Werden ARD und ZDF in diesem Konkurrenzumfeld
überleben?
Hoffmann: Ich bin selbst ein Ziehkind
der ARD. Deshalb liegt mir der öffentlichrechtliche
Rundfunk am Herzen. ARD
und ZDF werden nur mit erstklassigen Inhalten
überleben können. Serien wie „Babylon
Berlin“ – mit Sky – oder „Charité“
haben gezeigt, dass im öffentlich-rechtlichen
Auftrag sogar Welterfolge produziert
werden können. Wenn die Rundfunkhäuser
den Mut beibehalten, wettbewerbsfähige
Serien und Filme zu produzieren, ist
mir nicht bange um die Zukunft von
ARD und ZDF in der Zuschauergunst.
Es braucht mehr Mut zum Produkt,
zum Budget und zu klaren Entscheidungen.
FOCUS MONEY 33/2025
Foto: WENN Rights / Alamy 35
moneymarkets
GÜNSTIG WOHNEN:
Startup Tin Inn will mit
seinen Containern
den Hotelmarkt in
Mittelstädten erobern
SCALE
Gewichtszunahme
Die Neulinge Pfisterer und Innoscripta setzen mit circa
einer Milliarde Euro Börsenwert neue Maßstäbe
in Scale. Das Gros der Aktien dort ist weit leichter
Größte Werte im Scale Index
Börsenwert in Millionen Euro
Pfisterer 1060
Innoscripta 1020
Mensch und
Maschine 876
2G Energy 639
Nürnberger
Beteiligung 575
Steyr Motors 304
Spielwiese für
Risikofreudige
Bei dem mittlerweile acht Jahre alten Segment der
Deutschen Börse liegen Top und Flop oft eng
beieinander. Insgesamt sollte sich inzwischen ein
erheblicher Nachholbedarf aufgebaut haben.
Quelle: Bloomberg; Stand 31.07.2025
von BERND JOHANN
Vernachlässigt
Hausse? Welche Hausse? Am Scale-Segment ging
die Börsenrekordfahrt seit 2022 glatt vorbei. Das
weckt Hoffnungen auf ein Nachziehen
Scale 30 Index
200-Tage-Linie
Kursindex in Punkten
2020 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
1600
1400
1200
1000
800
600
Im Mai 2025 zu 27 Euro je Aktie emittiert, im Juli bei mehr
als 50 Euro – das Elektrik-Unternehmen Pfisterer zählt zu
den erfolgreichsten deutschen Börsengängen seit Langem.
Die Aktie startete in Scale, dem Markt-Segment für kleinere
und mittlere Unternehmen (KMU), „ein registrierter KMU-
Wachstumsmarkt“, wie es seitens der Deutschen Börse heißt.
Das weniger regulierte Scale soll den Kleinen einen „effizienten
Weg der Eigenkapitalfinanzierung“ bieten.
Was optimistisch klingt, ließ sich zunächst auch gut an.
Nach einem etwas zähen Start ab Frühjahr 2017 verdoppelte
sich der Scale 30 Index der schwersten Titel des Segments
nahezu, um dann mit Ausbruch des Ukraine-Krieges ebenso
spektakulär einzubrechen. Nebenwerte, vor allem die kleinen,
waren kaum gefragt. Bis jetzt. Nach dem Rekordlauf des
Dax scheinen Investoren verstärkt wieder über die Dörfer zu
gehen. Und was interessante Titel betrifft, so werden Anleger
mit etwas Risikobereitschaft in Scale schnell fündig.
36 Fotos: TIN INN
FOCUS MONEY 33/2025
SPARTANISCH: Drinnen das
Notwendigste, die Tin-Inn-Abläufe
sind voll digitalisiert
Bunter Haufen. Risikobereitschaft deswegen, weil bei den
kleinen Firmen mit einer Kapitalisierung von meist nur um
oder unter hundert Millionen Euro der Aktienhandel an der
Börse oft recht dünn ausfällt. Das fördert die Schwankungsanfälligkeit
der Kurse. Zudem sind noch längst nicht alle Geschäftsmodelle
etabliert. Die zuletzt 42 Scale-Titel zeigen
eine sehr variable Mischung bei Branchen, Tätigkeit und
ebenso beim finanziellen Standing inklusive – im wahrsten
Sinne des Wortes – vieler Hoffnungswerte: Firmen, die hochinteressante
Produkte bieten, die aber noch beweisen müssen,
ob sie damit landen und dauerhaft Geld verdienen können.
In der Aufbauphase wird selbiges oft noch verbrannt.
Zu diesen Hoffnungswerten zählen etwa Reifenrecycler
Pyrum (s. Seite 56), Partec mit Quantencomputern, Batterie-
Spezialist Ibu-tec, Cannabis-Händler Cantourage, Mynaric,
Experte für Laser-Kommunikation, Veganz mit veganen Lebensmitteln
oder Cybersecurity-Haus Cyan. Neu stießen in
das Börsensegment neben Pfisterer zuletzt Innoscripta
HELIAD
Perlensucher rüstet auf
Das Unternehmen: Als Beteiligungsgesellschaft wirken die Frankfurter bei
der Finanzierung junger Wachstumsfirmen mit. Zuletzt umfasste der Kreis 18
Adressen mit der Brokerage-Plattform Flatexdegiro (Anteil knapp fünf Prozent),
Raisin (Geldanlage digital) und Enpal (grüne Energien) als größten Posten.
Jüngster Coup: Mit anderen Investoren stellt Heliad Gelder für Arx Robotics
bereit, Hersteller von unbemannten, autonom laufenden und KI-gestützten Militär-Bodenfahrzeugen.
Mit von der Partie ist hier auch der Nato Innovation
Fund. Sechs Armeen aus Europa haben bereits geordert.
Die Vision: Die Börse sollte dies peu à peu honorieren. In Summe verdienen
die Beteiligungen – Wert taxiert auf 230 Millionen Euro oder 27 Euro je Anteil
– inzwischen Geld. Heliad arbeitet zudem fast ausschließlich mit Eigenkapital.
Das allein beträgt (minus der wenigen Kredite) bereits gut 19 Euro je Aktie.
Heliad
200-Tage-Linie
Kurs der Heliad-Aktie in Euro
5
2020 21 22 23 24 2025
WKN/ISIN
121806/DE0001218063
Börsenwert 121 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 24,1/20,7
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 22,00/12,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■ Kurspotenzial 50 %
Quelle: Bloomberg
25
20
15
10
e = erwartet
PLATFORM GROUP
Zuviel des Schlechten
Das Unternehmen: Ein Kurs-Eigentor schoss der Platform-Vorstand, als er im
Mai die Wandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) ankündigte.
Dies sichert Großaktionär Benner Holding seinen Einfluss auf Dauer. Obwohl
Firmen wie Fresenius oder Merck die gleiche Rechtsform aufweisen, kippten
Stimmung und Aktienkurs. Das Jahres-Kursplus bis dahin von 50 Prozent
verpuffte. Der Druck hielt bis zuletzt an - Signal für das Misstrauen der Börse.
Die Vision: Das Geschäftsmodell – über eigene Plattformen und Software kleineren
Firmen aus den verschiedensten Sparten (zuletzt 27) einen einfachen
Weg zum Onlinehandel zu ebnen, das auch über Aufkäufe weiterer Online-
Märkte, funktioniert weiterhin. Die Group erhöhte gerade ihre Prognose für
2025 (Partnerzahl mindestens 16 500, ein Drittel Umsatzplus, erneut besseres
Ergebnis) und auch für 2026. Zudem erscheint die Aktie günstig.
FOCUS MONEY 33/2025
Platform
Kurs der Platform-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
0
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
A2QEFA/DE000A2QEFA1
Börsenwert 161 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 4,9/4,6
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 12,00/6,80 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■ Kurspotenzial 55 %
Quelle: Bloomberg
30
20
10
e = erwartet
37
moneymarkets
mit F&E-Software sowie die Container-Hotelkette Tin Inn,
welche mit ihrem leicht skalierbaren Geschäft in deutschen
Mittelstädten kostengünstige Übernachtungsmöglichkeiten
aufbauen möchte. Selbst den italienischen Finanzdienstleister
Rigsave zog es auf Scale.
Dem stehen aber auch gestandene Firmen gegenüber wie
Versicherer Nürnberger Beteiligungen, Steyr Motors, Finanzdienstleister
MPC, Mensch und Maschine Software oder
Apontis Pharma. Manche wählen Scale für ihre Börsennotierung
wegen des gegenüber dem geregelten Markt geringeren
Regulierungsaufwands bei gleichzeitig erhöhter Aufmerksamkeit
im Vergleich zum allgemeinen Freiverkehr. Die
Pflicht zu Halbjahresberichten und Adhoc-Meldungen bei
geschäftsrelevanten Vorfällen besteht indes auch auf Scale.
Trau schau wem. Nicht immer läuft alles glatt. So ging Mynaric
bei weit dünneren Verkaufserlösen als erhofft jüngst
das Geld aus, mit Kapitalschnitt und Totalverlust für die Altaktionäre
als Folge. Die Immobilienplattform EV Digital
kippte nach drei Jahren Scale in die Insolvenz. Bei Partec
stieß böse auf, dass die nach den Scale-Regeln geforderte Vorlage
des Geschäftsberichts bis 30. Juni ausblieb.
Dem stehen indes auch Adressen mit starker Performance
und satten dreistelligen Kursgewinnen über die vergangenen
Jahre gegenüber: Bohrdienstleister Daldrup & Söhne, die
Investmentmanager MPC (Infrastruktur) und Ernst Russ
(Seefracht), Ölförderer Deutsche Rohstoff oder Motorbauer
Steyr. Zudem erregen kleine Spezialisten öfters das Interesse
größerer Gesellschaft und werden aufgekauft, wie jüngst
Apontis Pharma oder Ex-Scale-Mitglied Datagroup.
Im Einzelnen hier sechs weitere Kandidaten, bei denen
sich Positives tun könnte. Wer übrigens auf Titel-Suchen verzichten
und lediglich auf eine Erholung des Scale-Segments
insgesamt wetten möchte, dem öffnet das Scale-Zertifikat der
Hypovereinsbank (WKN HX5Q1M) einen einfachen Weg.
NYNOMIC
Werkelt an Trendumkehr
Das Unternehmen: Berührungslose optische Messtechnik ist das Metier der
unter dem Dach der Nynomic AG angesiedelten, international arbeitenden
Sensorik-Spezialisten. Aktiv sind sie vor allem in den Sparten Medizin, Pharma
und Umwelt und damit in eher konjunkturstabilen Bereichen. Umso mehr
enttäuschte nach vier Rekordjahren in Folge ein schwaches 2024 und ein mäßiger
Jahresauftakt 2025. Den Aktienkurs warf dies auf Achtjahrestief.
Die Vision: Robuste Aufträge, Rückenwind durch die zunehmende Produkt-
Miniaturisierung sowie ein Effizienzprogramm sollen eine bessere Zukunft bringen,
so der Vorstand. Er sieht die Gruppe leistungsstark aufgestellt, als Gewinner
bei anspringenden Investitionen in der Wirtschaft. Für 2025 erwartet
er beim Ergebnis daher wieder ein merkliches Plus. Kommt dies halbwegs,
müsste der Aktienkurs auf dem niedrigen Niveau eigentlich fühlbar reagieren.
Nynomic
Kurs der Nynomic-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
10
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
A0MSN1/DE000A0MSN11
Börsenwert 81 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 16,7/12,6
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 19,00/10,50 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 55 %
Quelle: Bloomberg
50
40
30
20
e = erwartet
EXASOL
In Erinnerung behalten
Das Unternehmen: Als weltweit schnellste analytische Datenbank bezeichnet
sich die Nürnberger Technologie-Schmiede selbst. Sie bietet Kunden sofortigen
und umfassenden Zugriff auf alle Geschäftsdaten inklusive Analyse,
was die Verbesserung von Abläufen oder die Implementierung neuer Geschäftsstrategien
massiv erleichtern soll. Zu diesen Kunden zählen bisher Adressen
wie Mercedes-Benz, Otto, Dell, Sony Music, Adidas oder T-Mobile.
Die Vision: Das Geschäft befindet sich noch in der Aufbauphase. Seit Börsengang
2020, damals mit vielen Vorschusslorbeeren, wächst es stetig. 2024 gelangen
bei 40 Millionen Euro Umsatz erstmals schwarze Zahlen. Der Aufwärtstrend
soll sich nach den Prognosen bei wachsender Profitabilität fortsetzen
(Halbjahresbericht 12. August). Exasol hat kaum Schulden und scheint gut
finanziert. Die Börse sollte beginnen, dies nach und nach zu honorieren.
38
Exasol
Kurs der Exasol-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
1
2023 2024 2025
WKN/ISIN
A0LR9G/DE000A0LR9G9
Börsenwert 77 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 35,6/15,8
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 4,80/2,20 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 65 %
Quelle: Bloomberg
FOCUS MONEY 33/2025
4
3
2
e = erwartet
LAIQON
Karten neu gemischt
Das Unternehmen: Als Vermögensverwalter - sowohl individuell wie über
Fonds (Wertpapiere, Schifffahrt, Immobilien) - managt die ehemalige Lloyd
Fonds ein Kapital von zuletzt 6,8 Milliarden Euro. Dabei setzen die Hanseaten
stark auf Digitalisierung, inklusive Einsatz von künstlicher Intelligenz. Der
Haken: Laiqon arbeitete bislang mit Verlust.
Die Vision: Neuen Schwung bringt die Übernahme von 2,5 Milliarden Euro
an Geldern vom Konkurrenten Mainfirst, mit bezahlt über eine Anleihe. Damit
soll das verwaltete Vermögen bis Jahresende auf 10,0 bis 11,5 Milliarden
Euro ansteigen, bei klar positivem Effekt auf die Rentabilität. Die Erwartung
hier will Laiqon im Laufe des zweiten Halbjahres (Zwischenbericht 29. August)
präzisieren. Die Börse reagierte positiv. Zeichnen sich tatsächlich nachhaltige
Gewinne ab, dürfte die Aktie vor einer Neueinstufung stehen.
Laiqon
Kurs der Laiqon-Aktie in Euro
6
200-Tage-Linie
2
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
A12UP2/DE000A12UP29
Börsenwert 78 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./220
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,2 %
Kursziel/Stoppkurs 7,50/3,40 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 75 %
Quelle: Bloomberg
14
10
e = erwartet
CYAN
Strebt auf die sichere Seite
Das Unternehmen: Der Schutz mobiler Endgeräte wie Smartphones oder Tablets
vor Phishing oder Schadsoftware ist das Aktionsfeld dieses Cybersecurity-Spezialisten.
Damit agieren die Bayern in einem zügig expandierenden
Markt. Der Vorstand spricht von „riesigen Wachstumschancen“. Um sie zu nutzen,
kooperiert das Unternehmen auch mit großen Telekom-Anbietern.
Die Vision: Richtig abheben konnte Cyan trotz dieser guten Startvoraussetzungen
bisher nicht. Zuletzt dominierten bei dünnen Umsätzen rote Zahlen.
Das soll sich ändern. Neben einem rasch wachsenden Endkundengeschäft ist
eine Zusammenarbeit mit Versicherern im Aufbau sowie das gezielte Ansprechen
von Mittelständlern. Operativ peilt der Vorstand schon für 2025 eine
schwarze Null an. Die Analysten erwarten den endgültigen Durchbruch
2026/27. In dem Fall müsste dann auch die Lethargie beim Aktienkurs enden.
Cyan
Kurs der Cyan-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
0
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
A2E4SV/DE000A2E4SV8
Börsenwert 46 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./75,0
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 3,60/1,80 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 60 %
Quelle: Bloomberg
3
2
1
e = erwartet
SWISSNET
Klein, aber forsch
Das Unternehmen: Unter dem Namen Beaconsmind und als Spezialist für
mobiles Marketing gestartet, erweiterte die Gesellschaft mit Übernahme der
Swissnet Group zum Jahreswechsel und Umfirmierung ihr Angebot erheblich:
Sie offeriert jetzt vor allem für Adressen aus Einzelhandel, Gesundheitswesen
und Gastro eine breite Palette an digitalen Kommunikationstechnologien.
Die Vision: Das Angebot schlägt offenbar ein. Gelang schon 2024 das Erreichen
der Gewinnzone, steht Swissnet mit erweiterter Palette und Anwerben
neuer Großkunden offenbar vor einer raschen Expansion. Die Prognosen gehen
von dicken Skaleneffekten aus, mit Erwartung einer Ertragsverdreifachung
bis 2026 gegen 2024. Die Börse reagierte bislang nur zögerlich auf den optimistischen
Ausblick, geschuldet wohl auch dem dünnen Börsenhandel (Limits!)
und Streubesitz (Großaktionär Finanzinvestor Crown Fund 44,6 Prozent).
FOCUS MONEY 33/2025
Swissnet
Kurs der Swissnet-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
A2QN5W/CH0451123589
Börsenwert 17 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 15,7/8,2
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 10,00/4,80 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 60 %
Quelle: Bloomberg
12
10
8
6
4
e = erwartet
39
moneymarkets
EINE KOLUMNE VON UNION INVESTMENT
AKTIENMÄRKTE
Schwankungen voraus –
volatile Phasen meistern
Die Schwankungsbreite an den globalen
Aktienmärkten nimmt zu. Wie man sich
dagegen wappnen kann, um nicht auf
dem falschen Fuß erwischt zu werden.
von ARNE RAUTENBERG
Die Welt ist eine andere seit US-Präsident Donald
Trump im April seinen wichtigsten Handelspartnern
mit immensen Handelsbarrieren gedroht
hat. Denn spätestens seit diesem sogenannten
„Liberation Day“ wurde allen klar, dass wir eine Rückabwicklung
der Globalisierung beobachten. Weltweite
Lieferketten und Produktionsstandorte rund um den
Globus gehören offenbar der Vergangenheit an, weil
die damit verbundenen Risiken für viele Konzerne
nicht mehr kalkulierbar sind.
Die Märkte reagierten auf diesen Tag mit einem heftigen
Abverkauf, rund zehn Prozent gaben die globalen
Börsen nach – Verluste, die binnen kurzer Zeit
wieder aufgeholt werden konnten. Die Schwankungsintensität,
auch Volatilität genannt, am Liberation
Day wurde in den vergangenen 20 Jahren nur von einzelnen
Tagen während der globalen Finanzkrise und
zu Beginn der Corona-Pandemie übertroffen. Dabei ist
eine hohe Volatilität nicht unbedingt Ausdruck einer
Vielzahl schlechter Nachrichten – sie spiegelt viel
mehr die Unsicherheit wider, die am Markt herrscht.
Und Unsicherheit mögen die Börsen gar nicht. Denn
schlechte Zeiten, in denen die Auswirkungen aber
recht verlässlich eintreten, können die Märkte umgehen.
Es ist die Ungewissheit, die die Stimmung verhagelt
und für hohe Schwankungen sorgt.
Volatilität bleibt auf absehbare Zeit. Anleger sollten
sich darauf einstellen, dass die Märkte nicht nur an
einzelnen Tagen schwankungsintensiver als gewohnt
sein werden. Als Maßstab dafür wird
oft der VIX-Index genommen, der die
Schwankungsintensität des US-Leitindex
S&P-500 abbildet. Galt in der Vergangenheit
ein Maß von zehn bis zwölf
Investoren
sollten sich
rechtzeitig
mit Strategien
auseinander-setzen,
wie sie
der erhöhten
Volatilität
begegnen
können.“
ARNE RAUTENBERG,
LEITER PORTFOLIO-
MANAGEMENT AKTIEN,
UNION INVESTMENT
Prozent als Normalfall, dürften wir für die kommenden
Jahre eher den Regelfall von 15 Prozent und mehr
sehen. Der Grund liegt vor allem in den volkswirtschaftlichen
Rahmenbedingungen, die auf die Märkte
abfärben. Denn durch die Unsicherheit in den Lieferketten
und das eingeschränkte Angebot an günstiger
Energie wird in den verschiedenen Wirtschaftsregionen
immer mehr auf Kante genäht. Und nur kleine Veränderungen
bei der Verfügbarkeit von Rohstoffen oder
Vorprodukten, etwa durch regionale Krisen, können
anhaltende Produktionsprobleme mit sich führen. All
das wird noch verschärft durch die erratische Handelspolitik
des US-Präsidenten, die global agierenden
Aktiengesellschaften das Planen deutlich erschwert.
Drei Strategien für hohe Volatilität. Investoren, die
ihr Geld in Aktien anlegen, sollten sich daher rechtzeitig
mit Strategien auseinandersetzen, mit denen sie
der erhöhten Volatilität begegnen können. Erstens hat
sich Volatilität in den vergangenen Jahren oft als gute
Kaufgelegenheit herausgestellt. Auch wenn die Verlockung
groß ist, sich abzusichern und an die Seitenlinie
zu stellen, bis das Gröbste vorüber ist, sollte man als
Investor nicht lange in der Schockstarre verharren.
Denn die Märkte tendieren dazu, siehe Liberation Day,
zu stark zu reagieren, preisen sehr schlechte Nachrichten
ein und, wenn es doch nicht so schlimm kommt,
wieder aus. Das lässt sich auch daran erkennen, dass
alle Zolldrohungen seit dem Liberation Day hinsichtlich
der Kursausschläge deutlich gelassener hingenommen
wurden – auch die Märkte lernen dazu.
Zweitens gilt es gerade angesichts der strukturell höheren
Volatilität, das Portfolio breit zu diversifizieren,
um sich abzusichern. Zurzeit machen Technologie-Aktien
weiter die Musik, und sie gehören auch ins Depot.
Ihnen zur Seite sollten aber auch defensivere Titel, etwa
aus dem Versicherungs- oder dem Pharmabereich, gestellt
werden. Das gleiche gilt für zyklische Industrien,
die von den steigenden Infrastruktur- und Verteidigungsausgaben
profitieren können. Was für unterschiedliche
Sektoren zutrifft, sollte auch für Anlageregionen
und -stile gelten. Das mag mitunter in kurzen
Marktphasen die Erträge schmälern, wenn ein Sektor
alle anderen hinter sich lässt. Dafür ist für Investoren
mit langem Atem das Risiko aber besser gestreut.
Und drittens sollte bei der Auswahl der Einzeltitel
ein Augenmerk darauf liegen, wie gut sich die Unternehmen
selbst gegen die ausgeprägtere Marktvolatilität
abzusichern wissen. Wie stabil sind die
Lieferketten, wie hoch die Anfälligkeit für Schocks,
für geopolitische Krisen oder für rapide Währungsschwankungen?
Denn die echten Chancen liegen oft
unter der Motorhaube, und selbst bei einer moderaten
Volatilität sind die Unterschiede bei einzelnen
Aktien mitunter enorm. Deshalb ist – egal ob
die Märkte stärker schwanken oder nicht –
eine umsichtige Einzeltitelauswahl unerlässlich
für ein erfolgreiches Investment
am Aktienmarkt.
40
Foto: Union Investment
FOCUS MONEY 33/2025
Das Plus
an Fakten
Meinungen können sich ändern.
Fakten nicht. Das Wichtigste
aus Politik, Wirtschaft,
Wissenschaft und Finanzen
nur im FOCUS+ Abo.
4 Wochen
testen für nur
1 € *
* Alle Preise inkl. MwSt. Die ersten 4 Wochen für 1,00 €. Danach 4,29 €/Woche
mit Abrechnung alle 4 Wochen zum Preis von 17,16 €. Jederzeit zum Ende der
jeweiligen Abrechnungsperiode kündbar. Angebot nur für Neukunden.
FOCUS MONEY 33/2025
focusplus.de
Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: xxx/FOCUS MONEY 41
moneymarkets
MILITÄR-TRUCK AUF
MESSE: Rekordhohe
Auftragseingänge
ITALIEN
Italiens Rüstung formiert sich neu
Der Nutzfahrzeughersteller Iveco wird zerschlagen. Nutznießer ist der Leonardo-Konzern.
Dessen Aktie ist noch weit günstiger bewertet als die von Rheinmetall
von GERHARD BLÄSKE
Vor dem Hintergrund deutlich steigender Rüstungsetats
findet in Italiens Rüstungsbranche eine Konsolidierung
statt. Der Nutzfahrzeugkonzern Iveco wird
zerschlagen: Die Rüstungssparte Iveco Defence Vehicles
(IDV), die 2024 bei einem Umsatz von 1,3 Milliarden Euro
auf einen Betriebsgewinn (Ebit) von 108 Millionen Euro kam,
geht für 1,7 Milliarden Euro an Leonardo.
Ein Teil davon – das Geschäft mit Militärlastwagen – wird
vermutlich an den Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall
weitergereicht. Darüber verhandelt Leonardo mit den
Deutschen. Der indische Tata-Konzern erwirbt den Rest – die
deutlich größere Nutzfahrzeugsparte – für 3,8 Milliarden
Euro. Ein Delisting ist geplant.
Die Iveco-Aktie, die infolge der Übernahme-Spekulationen
in den letzten Monaten stark zugelegt hatte, gab nun deutlich
nach. Der kleinste europäische Nutzfahrzeugkonzern
wird derzeit mit etwa fünf Milliarden Euro bewertet. Die bisherigen
Aktionäre sollen aus dem Verkauf der Rüstungssparte
eine Sonderdividende von 5,5 bis sechs Euro je Aktie erhalten.
Tata zahlt dann 14,10 Euro je Aktie oder insgesamt 3,8
Milliarden Euro für die verbleibende Nutzfahrzeugsparte.
Aktuell notieren die Iveco-Titel in etwa auf dem Niveau der
gebotenen 14,10 Euro plus dem unteren Ende der Sonderdividende.
Ob Aktionäre auf ein höheres Angebot beziehungsweise
einen Squeeze-out hoffen können, ist noch nicht klar:
Festgelegt ist eine Mindestannahmeschwelle von mindestens
42
Foto: Bloomerg
FOCUS MONEY 33/2025
95 Prozent der Iveco-Stammaktien, die auf 80 Prozent reduziert
wird, wenn Iveco die Beschlüsse zur Abspaltung und Liquidation
auf einer außerordentlichen Hauptversammlung
annimmt. Diese wird in den kommenden Tagen einberufen.
Die Holding Exor der Familie Agnelli-Elkann, die 27 Prozent
der Iveco-Anteile hält, hat bereits zugestimmt. Innerhalb der
nächsten drei Wochen soll ein Antrag zur Genehmigung des
Angebotsdokuments bei der italienischen Finanzaufsicht
eingereicht werden. Die Transaktion soll im zweiten Quartal
2026 abgeschlossen werden.
Um die Rüstungssparte, die auf die Entwicklung und Produktion
von Militärlastwagen und gepanzerten Fahrzeugen
spezialisiert ist, bewarben sich mit dem tschechischen
Rüstungskonzern CG und dem deutsch-französischen Panzerbauer
KNDS zwei weitere Unternehmen. Doch die italienische
Regierung, die den Verkauf über eine Golden-Power-
Regelung blockieren hätte können, favorisierte eine
italienische Lösung.
Rüstungsboom auch an der Mailänder Börse. Die dramatische
Aufstockung der Rüstungsbudgets hat in Italiens Rüstungsbranche
eine Goldgräberstimmung erzeugt. Die Bewertung
von Iveco Defence hatte sich innerhalb eines Jahres mehr
als verdoppelt, aber auch die Kurse des Schiffsbaukonzerns
Fincantieri (plus 200 Prozent) und Leonardo (plus 119 Prozent)
sind regelrecht explodiert. Der zu 71 Prozent staatliche
Fincantieri- und der zu 30 Prozent staatliche Rüstungskonzern
Leonardo hoffen, von der deutschen Rüstungsoffensive
und den wachsenden Rüstungsbudgets in anderen europäischen
Staaten sowie in der EU zu profitieren. Fincantieri, das
neben Kreuzfahrtschiffen und Jachten auch Fregatten und U-
Boote produziert, ist seit langer Zeit an einem Einstieg bei
dem langjährigen Kooperationspartner Thyssenkrupp Marine
Systems (TKMS) interessiert. Die Auftragseingänge sind
für Fincantieri zuletzt massiv gestiegen.
Ähnlich gut läuft es beim teilstaatlichen Rüstungselektronik-
und Luftfahrtkonzern Leonardo. Der Konzern ist mit
Rheinmetall eine Allianz zum gemeinsamen Bau von Panzern
eingegangen, baut mit der türkischen Baykar Drohnen
und ist Teil eines Konsortiums mit Mitsubishi (Japan) und Bae
Systems, das in Konkurrenz zum deutsch-französisch-spanischen
Future Combat Air System (FCAS) die Kampfflugzeugplattform
Edgewing (bisher Global Combat Air Programm)
entwickelt. Leonardo will außerdem den Anteil an
der deutschen Hensoldt von derzeit 23,8 Prozent erhöhen.
Leonardo als italienischer Champion. Mit der Übernahme
von Iveco Defence baut Leonardo die Vormachtstellung
in Italiens Rüstungsbranche aus. Zwar wurde die Unterwasserrüstungssparte
(Torpedos, Sonarsysteme) für 415 Millionen
Euro an Fincantieri verkauft. Doch mit Iveco Defence
und drei weiteren Übernahmen sowie den Partnerschaften
hat der Rüstungskonzern seine strategische Position verbessert
und erwartet darüber hinaus Synergien.
Bei der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen hob CEO
Roberto Cingolani die Prognose für den Cashflow in diesem
Jahr an und erwartet auch ein größeres Ordervolumen. Im
Halbjahr wuchs der Bestelleingang um fast zehn Prozent auf
11,2 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand nahm um 3,9 Prozent
auf 45 Milliarden Euro zu. Bei einem Umsatzanstieg um
12,9 Prozent auf 8,9 Milliarden Euro erhöhte sich der bereinigte
Nettogewinn um 44 Prozent auf 273 Millionen Euro.
Aufgrund der steigenden Rüstungsausgaben in Europa
rechnet Cingolani bis 2029 gegenüber der bisherigen Umsatzprognose
von 24 Milliarden Euro mit zusätzlichen Einnahmen
von vier bis sechs Milliarden Euro. Offen bleibt lediglich
noch, ob es zu dem europäischen Satellitenbündnis
Bromo mit Airbus und Thales kommt, dem man in Italien
skeptisch gegenübersteht. Analysten sehen bei Leonardo Potenzial
wegen des hohen Gewinnwachstums und der guten
Perspektiven des Rüstungssektors. Mit einem KGV von XX ist
die Aktie dennoch deutlich günstiger bewertet als die des großen
Wettbewerbers Rheinmetall. Für Anleger ist das einen
Blick über die Alpen wert.
Iveco: Wird nachgebessert?
Iveco
Kurs der Iveco-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
4
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
A3DBBA/NL0015000LU4
Börsenwert 4,8 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 9,9/7,7
Dividendenrendite für 2025e/26e 2,3/3,3 %
Kursziel/Stoppkurs 21,00/17,70 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 11 %
16
12
8
Leonardo: Vormachtstellung ausgebaut
Leonardo
Kurs der Leonardo-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
0
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
A0ETQX/IT0003856405
Börsenwert 27,3 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 28,0/23,1
Dividendenrendite für 2025e/26e 1,1/1,4 %
Kursziel/Stoppkurs 55,00/37,50 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 20 %
Quelle: Bloomberg e = erwartet Quelle: Bloomberg e = erwartet
50
40
30
20
10
FOCUS MONEY 33/2025
43
moneymarkets
EIN NEUES BGH-URTEIL
sorgt für juristische
Rückendeckung und
Aufbruchsstimmung
ONLINE-APOTHEKEN
Boni geben Rückenwind
Ein neues Urteil des Bundesgerichtshofs schürt Kurshoffnungen bei Online-Apotheken. Ein
Unternehmen überrascht auch operativ mit positiven Entwicklungen
von ISABELLA KÜGLER
Ein Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) für neue Dynamik
bei den Aktienkursen der großen, börsennotierten
Online-Apotheken Redcare Pharmacy (vormals Shop
Apotheke Europe) und Docmorris. Der Bundesgerichtshof
entschied am 25. Juli in einem Streitfall um Bonuszahlungen
für rezeptpflichtige Medikamente zugunsten der Versandhändler.
Auf Basis dieses Votums könnte es den Internet-Pharmazeuten
in Zukunft leichter fallen, ihren
niedergelassenen Konkurrenten die Kundschaft abzujagen.
Grundlage war ein Fall aus dem Jahr 2012, in dem eine
Tochtergesellschaft von Docmorris ihren Kunden bei Rezepteinlösung
Boni versprach. Die darauffolgende Klage Deutscher
Apothekerverbände, die einen möglichen Verstoß gegen
die Arzneimittelpreisbindung ins Feld führte, ist nun
gescheitert. Der BGH sieht die frühere Preisbindung als nicht
ausreichend begründet und daher als für EU-ausländische
Versandapotheken nicht anwendbar an. Bonuszahlungen
sind somit zulässig – ein klarer Vorteil für international operierende
Anbieter. Auch Kooperationen mit Online-Marktplätzen
wie Redcare oder Docmorris wurden in einem parallelen
Verfahren als rechtssicher eingestuft, sofern keine
direkte wirtschaftliche Abhängigkeit oder Provisionszahlung
bei der Rezeptvermittlung erfolgt.
Gesicherte Rahmenbedingungen. Die Urteile markieren
einen juristischen Meilenstein, der lang ersehnte Rechtsverbindlichkeit
für Plattformmodelle schafft. An der Börse reagierte
der Redcare-Kurs zunächst mit einem Plus von fast
sechs Prozent, gab dann aber wieder leicht nach. Auf Jahressicht
bleibt das Papier mit einem Minus von rund 19 Prozent
seit Januar 2025 dennoch im negativen Bereich – ein Zeichen
dafür, dass Vertrauen zurückgewonnen werden muss, insbesondere
durch stabile Technologie und verlässliche politische
Rahmenbedingungen.
Die Docmorris-Aktie legte am Tag des BGH-Urteils um
mehr als zehn Prozent zu. Auch wenn der Konzern in den
vergangenen Quartalen gegenüber Redcare Pharmacy beim
Wachstum zurücklag, wird es durch die neuen rechtlichen
Rahmenbedingungen im Geschäftsmodell deutlich gestärkt.
44
Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
Die Möglichkeit, Kunden wieder Bonusprämien auf rezeptpflichtige
Medikamente zu gewähren, erhöht die Attraktivität
gegenüber stationären Apotheken – der Markt scheint
dies zu honorieren. Die Analystenmeinungen zu Docmorris
zeigen derweil ein heterogenes Bild mit nur verhaltenem Optimismus:
Laut Bloomberg raten 50 Prozent der Analysten
zum Kauf und 40 Prozent zum Halten des Titels. Das durchschnittliche
Zwölf-Monats-Kursziel liegt bei 13,32 Euro, verglichen
mit einem aktuellen Kurs von 8,37 Euro – ein Ertragspotenzial
von knapp 60 Prozent. Während Octavian AG und
Hauck Aufhäuser Lampe Kaufkurse von bis zu 21,47 Euro
ansetzen, bleiben die Deutsche Bank und Berenberg mit
Kurszielen von 8,59 bis 8,98 Euro deutlich konservativer.
Die Einschätzungen reflektieren sowohl das regulatorische
Aufwärtspotenzial als auch operative Herausforderungen.
Ein klareres Bild ergibt sich in Bezug auf Redcare. Laut
Bloomberg-Daten empfehlen 75 Prozent der Analysten den
Kauf der Aktie. Das durchschnittliche Zwölf-Monats-Kursziel
liegt bei 163,55 Euro – ein Kurssteigerungspotenzial von
68 Prozent. Analyst Felix Dennl vom Bankhaus Metzler sieht
die Rentabilität deutlich höher im Vergleich zur Konsensprognose.
Höhere Vertriebskosten würden durch Preisgestaltung,
bessere Einkaufskonditionen und Skaleneffekte ausgeglichen.
Das MDax-Unternehmen Redcare Pharmacy hat im zweiten
Quartal 2025 operativ überraschend gut abgeschnitten:
Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern
und Abschreibungen (Ebitda) stieg um gut 20 Prozent auf
über 18 Millionen Euro, die Ebitda-Marge kletterte auf
2,6 Prozent – beinahe doppelt so hoch wie im Vorjahr mit
1,4 Prozent.
Herausforderung GesundheitsID. Für Unsicherheit in der
Bewertung sorgt allerdings das Abrechnungssystem „Cardlink”.
Mit der digitalen Lösung können gesetzlich Versicherte
E-Rezepte per elektronischer Gesundheitskarte und
Smartphone von zu Hause aus einlösen. Während das Sys-
tem in den Online-Apotheken bereits gängige Praxis ist, ziehen
Vor-Ort-Apotheken verzögert nach und werden Cardlink
ab August einführen. Die Lösung ist jedoch nur als
Übergangstechnologie vorgesehen.
Langfristig soll die sogenannte GesundheitsID den digitalen
Zugang zu Anwendungen wie dem E-Rezept und der elektronischen
Patientenakte (ePA) ermöglichen. Per digitaler
Identität sollen sich gesetzlich Versicherte dann einheitlich
authentifizieren können. Trotz regulatorischer Risiken und
Unsicherheiten in Bezug auf die Transformationsgeschwindigkeit
ist damit zwar ein klarer Trend von traditionellen
Vor-Ort-Apotheken zu digitalisierten Versandlösungen erkennbar.
Die praktische Implementierung im hochregulierten
deutschen Gesundheitssystem dürfte aber noch weitere
Herausforderungen nach sich ziehen.
Digitale Gewinner. Vorläufig stärken die jüngsten
Gerichtsurteile und die solide operative Entwicklung im
zweiten Quartal die Position von Redcare Pharmacy und digitalen
Geschäftsmodelle im Apothekenwesen. Trotz Kursverlusten
seit Jahresbeginn und anhaltender regulatorischer
Herausforderungen bleibt die strategische Richtung intakt.
Der Markt für rezeptpflichtige Arzneimittel verlagert sich
zusehends ins Digitale. Die Kombination aus wachsender
Nutzerakzeptanz, rechtlicher Klarheit und technologischem
Fortschritt macht Online-Apotheken zu einem Gewinner im
Gesundheitswesen – vorausgesetzt, es gelingt, Vertrauen in
Datenschutz, Infrastruktur und Verfügbarkeit langfristig zu
sichern.
Vor-Ort-Apotheken weisen mit persönlicher, pharmazeutischer
Betreuung allerdings nach wie vor einen Wettbewerbsvorteil
gerade bei akuten Beschwerden oder sofortigem
Medikamentenbedarf über den Notdienst auf. Die Konzentration
auf entsprechend unterschiedliche Kernsegmente
könnte in Begleitung einer gewissen Marktbereinigung langfristig
eine Koexistenz von Versandhandel und physischer
Apotheke ermöglichen.
Redcare Pharmacy
Redcare Pharmacy
Docmorris
DocMorris
Kurs der Redcare-Aktie in Euro
200
Kurs der Docmorris-Aktie in Euro
200
150
150
100
100
50
50
0
2020 21 22 23 24 2025
WKN/ISIN
A2AR94/NL0012044747
Börsenwert 2,0 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 4,1/3,9
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 165,00/83,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 67 %
0
2020 21 22 23 24 2025
WKN/ISIN
A0Q6J0/CH0042615283
Börsenwert 398 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 0,7/0,8
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0%
Kursziel/Stoppkurs 11,00/7,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 27 %
Quelle: Bloomberg e = erwartet Quelle: Bloomberg e = erwartet
FOCUS MONEY 33/2025
45
moneymarkets
INTERVIEW
Nicht investiert zu sein, ist keine Lösung, ist
Karsten Junius überzeugt. Der Chefökonom
der Bank J. Safra Sarasin sagt, wie Anleger
durch die holprigen Zeiten kommen, ohne
den Technologietrend zu verpassen
Wir Deutschen sehen die Risiken
und verpassen die Chancen“
von HEIKE BANGERT
Die Europäische Union hat sich von den USA ein Zollabkommen
diktieren lassen. Haben sich die Europäer damit Planungssicherheit
womöglich zu teuer erkauft?
Karsten Junius: Absolut. Das Schlimme daran ist,
dass wir noch nicht einmal Planungssicherheit haben.
Wir wissen nicht, welche Forderungen Donald Trump
in zwei Wochen, in zwei Monaten oder sechs Monaten
stellt. Wir haben es mit einem Diktatfrieden zu tun, der
leichtsinnigerweise angenommen wurde.
CHEFÖKONOM
JUNIUS: „Ich habe
keinen europäischen
Willen gesehen, sich
gegen die Zölle
aufzulehnen.“
Hätte man Trump energischer entgegentreten müssen?
Junius: Vor allem geeinter. Ich habe gar keinen europäischen
Willen gesehen, sich gegen die Zölle aufzulehnen.
Wir haben wieder einmal vergessen, dass wir
eine große Wirtschaftsmacht sind, dass die Amerikaner
auf viele Produkte aus Europa angewiesen sind und
deshalb auch viel zu verlieren haben.
Ist Europa nicht Amerikas wichtigster Handelspartner?
Junius: Richtig. Diese Karte wurde nicht ausgespielt.
Stattdessen dominierten die Partikularinteressen einzelner
Länder. Wir zahlen das jetzt mit einem Handelsabkommen,
das der europäischen Wirtschaft schadet
und darüber hinaus auch noch sehr unausgegoren ist.
Die EU hat sich irgendwie verpflichtet, für 750 Milliarden Dollar
Energie aus den USA zu beziehen...
Junius: Irgendwie trifft es auf den Punkt. Diese
Entscheidungen werden nicht von der Politik, sondern
im Privatsektor getroffen. So gesehen ist das eine nicht
bindende Absichtserklärung, bei der es dem US-Präsidenten
wie der EU-Kommissionspräsidentin vor allem
auf große Zahlen angekommen ist. Das konnten wir übrigens
auch bei vielen anderen Abkommen beobachten.
46
Foto: Bank J. Safra Sarasin
FOCUS MONEY 33/2025
Was bedeutet der Deal für die Wirtschaft der Eurozone?
Junius: Unseren Schätzungen zufolge könnten diese Maßnahmen
die Wirtschaft im Euroraum um 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte
bremsen. Weitaus dramatischer dürften sich die Zölle
und Maßnahmen jedoch im US-Raum niederschlagen. Wir
rechnen damit, dass das Wachstum der US-Wirtschaft von
rund zwei Prozent auf 1,5 Prozent zurückgehen wird, da die
USA diese restriktive Handelspolitik ja nicht nur mit Europa,
sondern mit vielen Handelspartnern führen.
Sehen Sie die EU in der Lage, Einbrüche zu kompensieren?
Junius: Im Moment sehe ich wenig Anzeichen dafür. Der
erste logische Schritt wäre es, das Mercosur-
Handelsabkommen zu forcieren. Da sträuben
sich vor allem die französischen Bauern. Ein
typisches Muster: Das große Ganze wird oft
durch Partikularinteressen torpediert. Seit
Jahrzehnten wird eine Bankenunion gefordert.
Doch wenn es dann zu grenzübergreifenden
Bankfusionen kommen könnte wie bei
der Unicredit und der Commerzbank, wird
aus nationalem Interesse dagegengehalten.
So kommen wir in Europa nie zu Potte.
Müsste sich Europa dazu nicht auf seine Stärken besinnen?
Sind wir überhaupt zu Innovationen fähig?
Junius: Das sind wir. Wir dürfen nicht vergessen,
dass beispielsweise die Impfstoffe gegen
die Coronapandemie in Mainz erforscht
worden sind. Wir haben jede Menge exzellente
kleinere Unternehmen, die das Potenzial
haben, innovative Technologien hervorzubringen.
Wichtig wäre es, den europäischen
Markt zu erschließen und den Dienstleistungsbereich
zu harmonisieren. Dass Biontech
einen amerikanischen Partner brauchte,
um den Impfstoff zu vertreiben, zeigt das Problem.
Vita
Karsten Junius
Erkennen Sie einen Willen zur Veränderung?
Junius: Wir brauchen einen Mentalitätswechsel.
Doch diesen sehe ich bisher nicht. Im
Gegenteil. Wir Europäer verhalten uns schicksalsergeben.
Das ist in der Schweiz übrigens
anders. Hier ist man bemüht, den Wohlstand
zu erhalten und zu mehren. In Deutschland
hingegen sieht der Bundeshaushalt weiterhin viel Geld für
Ausgaben vor, die keine Investitionen sind, – ganz so, als hätten
die Deutschen die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
Bundeskanzler Friedrich Merz hat den „Herbst der Sozialreformen“
ausgerufen. Ein Anfang?
Junius: Zunächst bin ich froh, dass die Schuldenbremse reformiert
und Geld für Verteidigung und Infrastruktur in die
Hand genommen wird. Das wird für einen zyklischen Aufschwung
reichen. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob wir
auch die Strukturreformen durchführen, die zu einem nachhaltig
höheren Potenzialwachstum führen.
Geboren 1968 in
Duisburg, Studium
der Wirtschaftswissenschaften
in
Freiburg und Detroit,
Promotion an der
Universität zu Kiel
Seit 2014 verantwortet
Junius bei
der Bank J. Safra
Sarasin in Zürich als
Chefökonom das
Economic and
Strategy Research
Zuvor arbeitete er
beim Internationalen
Währungsfonds,
Washington
D.C., der Dekabank,
bei Metzler Asset
Management und
beim Kieler Institut
für Weltwirtschaft
Welche müssten angegangen werden?
Junius: Wir sollten mit dem Arbeitsmarkt anfangen. Wir stehen
vor einem riesigen demografischen Problem, haben aber
einen Arbeitsmarkt, der auf die Probleme der 80er- und 90er-
Jahre ausgerichtet ist. Damals war der starke Kündigungsschutz
wegen der hohen Arbeitslosigkeit berechtigt. Heute
hemmt uns dieser, innovative Bereiche wie die künstliche Intelligenz
auszubauen. Wie viele Mitarbeiter dafür benötigt
werden, ist für Unternehmen schwer kalkulierbar. Wenn die
aber fürchten müssen, dass sie wegen des strikten Kündigungsschutzes
gebunden sind, findet der nötige Arbeitsplatzaufbau
womöglich gar nicht statt. Das hemmt Innovationen.
In Österreich und der Schweiz gibt es keinen so
strengen Kündigungsschutz. Es ist deshalb
kein Zufall, dass sich die Kryptoindustrie lieber
in der Schweiz ansiedelt als in Deutschland.
Müssten dazu nicht neue Regeln geschaffen werden?
Junius: Sicher. Doch wir müssen smarter regulieren
und weniger risikoavers. Oft sehen
wir Deutschen bei Hochtechnologien weniger
die Chancen als die Risiken. Das führt dazu,
dass Innovationen in anderen Ländern umgesetzt
werden und wir den Anschluss verlieren.
Könnte die EZB der Wirtschaft einen Impuls geben?
Gerade hat sie eine Zinssenkungspause eingelegt...
Junius: Ich bin überrascht, dass nur wenige
Ratsmitglieder der Zentralbank sehen, dass
wir angesichts des starken Euros das Potenzial
für weitere Zinssenkungen hätten. Die Inflation
dürfte in den nächsten Monaten bei
zwei Prozent verharren – und wenn die Wirtschaft
weiter unter Potenzial zulegt, eher noch
darunter fallen. Zinssenkungen im September
und Dezember könnten meiner Meinung nach
der Wirtschaft helfen, ohne einen großen
Schaden auf der Inflationsseite anzurichten.
Doch so wie ich die EZB interpretiere, wird sie
die Zinsen maximal noch einmal senken – und
das eher im Dezember als im September.
Die Fed hingegen wird seit Monaten von Donald
Trump zu einer Zinssenkung gedrängt. Bisher ist
Fed-Chef Powell standhaft geblieben...
Junius: Bei den Attacken auf den Chef der
US-Notenbank hat die US-Regierung viel Vertrauen verspielt.
Aber solange der Arbeitsmarkt und die Konjunktur robust
bleiben, wird es keine Zinssenkung geben. Die Fed entscheidet
datenabhängig und das ist auch gut so.
Auch das ‚Big Beautiful Bill‘-Gesetz strapaziert das Vertrauen...
Junius: Ja, Wahnsinn! Dass dieses Gesetz durch den Kongress
gegangen ist, hätte ich nicht für möglich gehalten. Das
wird die US-Schulden auf ein neues, bisher unvorstellbares
Niveau treiben – und das in Friedenszeiten, in denen es der
Konjunktur gut geht. Das ist mit extremer Sorge zu betrachten,
denn damit geht die Kreditwürdigkeit der USA wei-
FOCUS MONEY 33/2025
47
moneymarkets
ter zurück. Anleger sollten sich von langlaufenden
US-Staatsanleihen fernhalten. Auch fünf Prozent
sind keine angemessene Rendite, wenn die Gefahr
besteht, dass die Staatsschulden weiter explodieren.
Kann die USA Vertrauen zurückgewinnen?
Junius: Das kommt zurück, sobald die Welt sieht,
dass die USA nicht untergehen. Wir haben im zweiten
Quartal einige positive Gewinnüberraschungen
gesehen. Zuvor abgezogenes Geld ist deshalb bereits
zurückgeflossen. Der Trend zu künstlicher Intelligenz
wird für weiter steigende Gewinne sorgen.
Sollten Anleger US-Aktien demnach nicht abschreiben?
Junius: Auf keinen Fall. US-Aktien sollten in jedem Portfolio
stark gewichtet sein, da die Innovationskraft der US Unternehmen
sehr hoch ist.
Die Aktienmärkte stehen trotz großer Unsicherheiten nahe ihrer Allzeithochs.
Bekommen Anleger da etwas nicht mit?
Junius: Ich habe eher das Gefühl, dass wir zu viel mitbekommen.
Wir werden von Nachrichten überschüttet. Viele sind
nicht relevant. Die Scharmützel von Trump mit der Fed. Drohungen
der USA gegenüber Russland. Zolldrohungen, die
wieder zurückgenommen werden. Ein von 30 auf 15 Prozent
reduzierter Zoll ist keine gute Nachricht. Und doch reagieren
die Märkte positiv darauf. Anleger sollten hingegen Ruhe bewahren
und die Nachrichten sacken lassen. Wer hektisch sein
Portfolio anpasst, ist am Ende nicht optimal aufgestellt.
Worauf kommt es hingegen wirklich an?
Junius: Auf die Unternehmensgewinne. Die fielen zuletzt
gut aus, könnten angesichts der Zölle künftig aber sinken.
Die Zölle werden in den USA zu höheren Preisen führen. Und
die europäischen Exporteure dürften Aufträge verlieren.
Gemessen am Buffett-Indikator sind US-Aktien derzeit so teuer wie
noch nie. Ein Risiko?
Das ganze
Interview mit
Karsten Junius
senden wir im
Podcast FOCUS
MONEY talks
(102. Episode)
überall dort,
wo es Pod casts
gibt, oder
scannen Sie
diesen QR-Code
Junius: Die Aktienmärkte bieten derzeit in der Tat
nur geringe Risikoprämien. Ein paar Gewinne mitzunehmen,
kann da nicht schaden. Wir gewichten
Aktien neutral. Auf die Korrektur zu warten und
nicht investiert zu sein, ist aber auch keine Lösung.
Anleger sollten den Technologietrend nicht verpassen.
Aufgrund des schwächeren Dollars sind US-
Aktien in den vergangenen Wochen gut gelaufen.
Ich könnte mir vorstellen, dass die europäischen
Märkte im dritten Quartal die Nase wieder vorn haben.
Wir suchen derzeit eher nach defensiven Aktien
– etwa im Bereich der täglichen Konsumgüter.
Die haben Nachholbedarf. Pharmaaktien sollte
man im Auge behalten. Europäische Pharmaunternehmen
stehen derzeit allerdings unter dem Vorbehalt, von
Trump mit Einfuhrzöllen konfrontiert zu werden, was für die
USA insofern keinen Sinn machen würde, als diese nur zu
weiter steigenden Preisen führen würden.
Welche Rolle sollten Anleihen spielen?
Junius: Anleger sollten Staatsanleihen nicht außer Acht lassen,
auch wenn das Zinsniveau keine große Freude macht.
Wir empfehlen derzeit mittlere Laufzeiten von fünf bis sieben
Jahren. Interessant sind Länder wie Spanien, wo die Wirtschaft
gut läuft. Gute Renditen finden wir auch bei Unternehmensanleihen
oder in Spezialbereichen wie den „Cat Bonds“.
Mit denen sichern sich Rückversicherer gegen Schäden ab.
Anleger erhalten zum Zins eine Versicherungsprämie.
Und wie sieht es mit Gold und Kryptoanlagen aus?
Junius: Gold ist für uns selbst auf dem gestiegenen Niveau
attraktiv. Gold hat über Jahrtausende hinweg in allen Regionen
dieser Welt als Wertsicherungsinstrument funktioniert
und wird es auch in Zukunft tun. Als Treiber fungieren viele
Zentralbanken vor allem aus Asien, die ihre Devisenreserven
gegen den Dollar diversifizieren. Mit Kryptoanlagen tue
ich mich persönlich schwer. Für mich ist das keine Anlage,
die vom Spekulationsmotiv abgesehen Sinn macht.
Zu wenig Arbeitskräfte
Immer mehr Rentner und immer weniger Arbeitnehmer:
Der Arbeitskräftemangel in der Eurozone begrenzt
die Produktion in der Industrie, dem Bau und
im Dienstleistungssektor
Verfügbarkeit von Arbeitskräften in der Euro-Zone
Balance zur Produktion in Prozent
Rezessionen
Baugewerbe
Dienstleistungen
Industrie
1990 95 2000 05 10 15 20 25 2030
30
20
10
0
Handel der Euro-Zone mit den
Veränderung zum Vorjahr in Prozent
Gesamthandel
Quelle: Macrobond, Bank J. Safra Sarasin, 24.07.2025 Quelle: Macrobond, Bank J. Safra Sarasin, 17.07.2025
Außenhandel mit den USA
Die Diskussion um Einfuhrzölle für Waren aus der Eurozone
in die USA hat in den vergangenen Monaten
zu erheblichen Verunsicherungen geführt. Unterm
Strich ist der Außenhandel leicht zurückgegangen
Exporte
2016 17 18 19 20 21 22 23 24 2025
60
40
20
0
–20
–40
48
FOCUS MONEY 33/2025
IHR BÖRSENBRIEF
FÜR NEBENWERTE
INVESTIEREN IN DAS, WAS MORGEN RENDITE BRINGT
Analyse: Small und Mid Caps
mit außergewöhnlichen
Gewinnchancen
Research: Exklusive
Studien der großen
Investmentbanken
Updates: Wöchentliche
News und Facts aus
dem Anlageuniversum
Alpha Cap Report
Jetzt
30 Tage
testen für
4,90 € *
ANDREAS KÖRNER
CHEFSTRATEGE ALPHA CAP REPORT
UND EX-WERTPAPIERHÄNDLER
FOCUS MONEY 33/2025
focus-money.de/alpha-cap
*Danach 29,90 €
im Monat, monatlich kündbar
Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS MONEY Composing: FOCUS MONEY 49
moneymarkets
Crash beim dänischen
Pharmariesen
Nachdem Novo Nordisk (ISIN:
DK0062498333) die Umsatz- und
Gewinnprognose drastisch nach unten
korrigiert hatte, stürzte die Aktie
des Spezialisten für Diabetes und
Stoffwechsel rund 30 Prozent ab
ABNEHMSPRITZEN
Die Börse
hat es satt
Quelle: Bloomberg
18.7.25: 56 Euro
Ein beispielloser
Kurseinbruch ist die
Quittung dafür, dass Novo
Nordisk im Adipositas-Markt
den Anschluss verloren hat.
Lohnt sich der Einstieg?
Novo Nordisk
Aktienkurs in Euro
120
100
80
60
31.7.25: 43 Euro
2020 21 22 23 24 2025
40
20
von JULIA GROSS
ABNEHMSPRITZE WEGOVY: Konkurrenz durch Billigkopien
Eine gute Stunde hat gereicht, dann waren 61 Milliarden
Euro Börsenwert ausradiert – so viel wie die Dax-Titel
BMW und Henkel zusammen auf die Waage bringen.
Der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk erlebte vergangene
Woche einen schwarzen Dienstag. Die Aktie des Herstellers
der Abnehm- und Diabetesmedikamente Wegovy und
Ozempic brach nach einer Gewinnwarnung zeitweise um
fast 30 Prozent ein.
Bereits im Mai hatte der Konzern die Erwartungen an das
Gesamtjahr gedämpft, nun nahm der Vorstand seinen Ausblick
abermals zurück – und das deutlich: Statt eines Umsatzwachstums
von 13 bis 21 Prozent rechnet Novo jetzt nur noch
mit acht bis 14 Prozent mehr Einnahmen. Noch heftiger wurde
der Rotstift beim Gewinnwachstum angesetzt: Der Gewinn
vor Zinsen und Steuern (Ebit) soll um zehn bis 16 Prozent steigen,
statt den zuvor kommunizierten 16 bis 24 Prozent.
Andere Pharmaunternehmen würden auch die korrigierten
Wachstumsraten feiern, für Novo Nordisk sind sie ein De-
saster. Offenbaren sie doch, dass die einstigen Pioniere und
Marktführer auf dem Milliardenmarkt der neuen Abnehm-
Arzneimittel komplett den Anschluss verloren haben.
Nullwachstum. Wie einschneidend die Korrektur der Prognose
ist, zeigt der Vergleich mit dem ersten Halbjahr: Da
kletterte der Umsatz um 18 und der operative Gewinn um 29
Prozent. In der zweiten Jahreshälfte rechnet Novo Nordisk
also im schlimmsten Fall mit weniger Einnahmen und Gewinn
als von Januar bis Juni. Null Wachstum, und das im Adipositas-Markt,
der bisher alle bekannten Pharma-Dimensionen
sprengte. 130 Milliarden Dollar Marktvolumen
prognostiziert die US-Investmentbank Goldman Sachs dem
Segment bis 2030. Die Zahlen „werfen Fragen hinsichtlich
Novos langfristigen Wachstums auf“, urteilte Bloomberg-Intelligence-Analyst
Michael Shah. Mit anderen Worten: Bei
der – neben großzügigen Margen – wohl wichtigsten Kennziffer
der Branche fällt Novo Nordisk deutlich zurück.
Für die Entwicklung sind vor allem zwei Faktoren verant-
50
Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
wortlich: Der Erfolg von Eli Lillys Konkurrenzprodukt Mounjaro/Zepbound
und die sogenannten Compounder, die in den
USA halblegale Kopien von Novos Abnehmspritzen anbieten
– wie zum Beispiel der Telemedizinanbieter Hims & Hers
Health. Diese „Nachbauten“ zu verkaufen, war offiziell erlaubt,
solange es Lieferengpässe bei Wegovy gab. Doch inzwischen
ist das Medikament voll verfügbar. Die Plagiate auf juristischem
Weg zu stoppen, wird Zeit brauchen.
Strategiefehler. Aus Investorensicht die noch größere Herausforderung:
Der direkte Wettbewerber Eli Lilly hat sich inzwischen
strategisch brillant positioniert:
⬛ Mounjaro/Zepbound führt in Studien zu mehr Gewichtsabnahme
als Wegovy/Ozempic.
⬛ Eli Lilly hat mit Retatrutide ein noch stärker wirkendes Medikament
in der Pipeline.
⬛ Eli Lilly hat mit seiner Abnehm-Tablette, die möglicherweise
schon 2026 zugelassen wird, auch bei oralen Medikamenten
die Nase vorn.
⬛ Eli Lilly verfügt über ein breites Portfolio an weiteren Stoffwechsel-Medikamenten
in der frühen Entwicklung, die bisher
stärker überzeugten Novos Pipeline. Zum Beispiel Bimagrumab,
das dem Verlust von Muskelmasse bei der
Gewichtsabnahme vorbeugen soll
„Abgesehen von der aktuellen Stärke von Lilly sieht es so aus,
als ob es auch sehr schwierig sein wird, mit Eli Lilly auf dem künftigen
Markt für Adipositas-Medikamente zu konkurrieren“,
schlussfolgern die Analysten der Investmentbank Stifel.
Dass bei Novo Nordisk teilweise Management-Fehler hinter
ELI LILLY
Demonstration der Stärke
Dominiert dank Spitzenmanagement den Adipositas-Markt.
Auch bei Onkologie und Neurologie (Alzheimer)
zählt Lilly zur Weltspitze. Die Aktie ist teuer,
doch Analysten sehen noch einiges an Potenzial.
Demnach könnte Lilly langfristig als erster Pharmakonzern
Eli Lilly die Billionen-Dollar-Marke überspringen
Kurs der Eli-Lilly-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
2020 21 22 23 24 2025
Quelle: Bloomberg
800
600
400
200
WKN/ISIN
858560/US5324571083
Börsenwert 630 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 34,5/25,4
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,8/0,9 %
Kursziel/Stoppkurs 835,00/575,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 26%
0
e = erwartet
der Misere stecken, wurde in den vergangenen Monaten immer
offensichtlicher. Entsprechend schöpften Investoren Hoffnung,
als der Aufsichtsrat vor einigen Wochen verkündete,
CEO Lars Fruergaard Jørgensen abzulösen. Doch dass mit Maziar
Mike Doustdar die Wahl auf einen langjährigen Novo-Manager
fiel, trug zur Enttäuschung der Börsianer bei. „Es wurde
auf einen externen Kandidaten spekuliert, der vielleicht ein
radikaleres Umdenken herbeiführen könnte“, sagt Will James,
Fondsmanager bei Guinness Global Investors.
Immerhin bringt Doustdar mehr internationale Erfahrung
mit als seine Vorgänger, allerdings nicht im wichtigsten Markt,
den USA. Dort gerät Novo Nordisk jetzt aber zusätzlich unter
Druck, weil die Trump-Regierung die Medikamentenpreise
senken will. Novo steht dabei als Marktführer bei Diabetes-
Medikamenten besonders im Rampenlicht. Mehr als zehn Prozent
der US-Bürger leiden an einer Form dieser Stoffwechselkrankheit.
Dass US-Behörden dagegen aktuell wieder
diskutieren, ob die staatlichen Krankenversicherungen Medicare
und Medicaid Medikamente zur Gewichtsabnahme bezahlen
soll, ist eine gute Nachricht. Wobei auch das nur mit
kräftigen Rabatten seitens der Hersteller finanzierbar ist.
Sollten Anleger dennoch Doustdar ihr Vertrauen schenken
und angesichts des erheblich verbilligten Kursniveaus einsteigen?
Immerhin ist es recht typisch für Unternehmen, vor Antritt
eines neuen CEOs möglichst alle schlechten Nachrichten
herauszublasen, sodass den Neuen keine Schuld trifft und er
möglicherweise bald Verbesserungen präsentieren kann. Findige
Investoren weisen auf Novos Historie hin: Auch 2016/17
gab es zwei Gewinnwarnungen, dann trat Lars Fruergaard
Jørgensen an und der Aktienkurs kannte bis 2024 nur eine
Richtung – nach oben.
Skeptische Experten. Profis scheinen aber nicht unbedingt
auf eine Wiederholung der Geschichte zu glauben: Vier von 32
Analysten, die das Unternehmen beobachten, haben ihre Empfehlung
von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft, damit steht
die Bilanz bei 15-mal „Kaufen“, 13-mal „Halten“ und viermal
„Verkaufen“. Ihre Gewinnschätzungen haben die meisten gesenkt,
richtig günstig bewertet ist die Novo-Nordisk-Aktie daher
auch nach dem Crash nicht. Das KGV für 2025 bewegt sich
mit 12,5 etwa auf dem Niveau von Novartis und Roche (beide
13,2), ist jedoch teurer als bei Sanofi (10,4) oder GSK (8,8).
Wer einsteigt, muss wahrscheinlich einige Geduld mitbringen.
Novos Probleme, speziell bei der Forschungspipeline, lassen
sich nicht über Nacht lösen. Die Zeit drängt jedoch. Die
Patente von Ozempic/Wegovy laufen in den 2030er-Jahren ab,
in China und Kanada sogar bereits im kommenden Jahr.
Gleichzeitig schreitet der Wettbewerb voran. Über 140 Adipositas-Wirkstoffe
in klinischer Entwicklung zählte kürzlich
das US-Analysehaus Stifel, mehr als die Hälfte davon in der
mittleren und letzten Testphase vor einer potenziellen Zulassung.
Einen oder mehrere davon beziehungsweise die dahinterstehenden
Unternehmen zu kaufen, würde Novo Nordisks
Perspektive kurzfristig verbessern. Viking Therapeutics (ISIN:
US92686J1060), Metsera (US59267L1070) oder die nicht
börsennotierte Kailera würden zum Beispiel infrage kommen.
Geld genug dafür hätten die Dänen. Zu ihrer Unternehmensphilosophie
passt es allerdings nicht: Bisher hat Novo fast immer
nur bei frühen Entwicklungsstadien zugegriffen.
FOCUS MONEY 33/2025
51
moneymarkets
INDIEN
Wenn Trumps Zorn auf
Rekordwachstum trifft
TV-SCREEN IN MUMBAI:
Trumps Zölle beherrschten die
Schlagzeilen
Trump verhängt 25 Prozent Zölle auf indische
Waren und die Aktienkurse fallen. Doch die
Wirtschaft boomt, Fundamentaldaten
erreichen Rekordniveaus. Einstiegschance
oder Falle?
Von PHILIPP EMANUEL EISEL
Am 1. August 2025 traten die von US-Präsident Trump
angekündigten 25-Prozent-Zölle auf indische Waren
in Kraft. Während sich US-amerikanische und europäische
Aktienmärkte Ende Juli noch von Rekordhoch zu Rekordhoch
hangelten, befand sich der indische Aktienmarkt
bereits die fünfte Woche in Folge im Rückwärtsgang. Doch
hinter den fallenden Kursen verbirgt sich ein Paradox. Indiens
Wirtschaftsdaten erreichen Rekordniveaus: Das Bruttoinlandsprodukt
(BIP) wächst mit 7,4 Prozent stärker als erwartet.
Daraus resultiert die Frage: Dominiert das Risiko aus
der Unsicherheit zur kurzfristigen Handelspolitik, oder entpuppen
sich langfristige Fundamentaldaten letzten Endes
als gewichtiger für Investoren?
52
Foto: Bloomberg
FOCUS MONEY 33/2025
Betrachtet man zunächst die Handelsspannungen, scheint
die mögliche Dimension der Trump-Zölle beträchtlich. 25
Prozent Aufschlag treffen ein Handelsvolumen von 46 Milliarden
US-Dollar. Zusätzlich drohen dem Subkontinent Strafzölle
wegen der anhaltenden Handelsbeziehungen mit Russland.
Die Reaktion der Marktteilnehmer quittiert dies mit der
bekannten Abneigung gegen politische und wirtschaftliche
Unsicherheit: Ausländische Investoren zogen im Juli netto
635 Millionen US-Dollar aus indischen Aktien ab – eine
Trendwende nach drei Monaten kontinuierlicher Zuflüsse,
die mediale Aufmerksamkeit erhält.
Auswirkungen ins Verhältnis setzen. Doch wer genau hinschaut,
sieht, dass dies bei einer Gesamtmarktkapitalisierung
von 5,5 Billionen US-Dollar nur 0,01 Prozent des indischen
Aktienmarktes entspricht. Verglichen mit extremen
Stressphasen wie der Corona-Krise, als monatliche Abflüsse
bis zu sieben Milliarden US-Dollar erreichten, fällt die aktuelle
Bewegung moderat aus. Auch der tatsächliche Einfluss
der Zölle auf die Wirtschaft dürfte überschaubar bleiben.
Analysten von Nomura schätzen die Belastung für Indiens
BIP auf lediglich 0,2 Prozent. Denn obwohl die USA der wichtigste
Einzelkunde indischer Exporte sind, machen diese nur
etwa 2,2 Prozent des indischen BIPs aus. Der Großteil der
Wirtschaft basiert dagegen auf Binnenkonsum und Dienstleistungen,
während die Exportabhängigkeit im Vergleich
zu anderen Schwellenländern relativ gering ist. Bereits
2018/19 zeigten Handelskonflikte wenig Wirkung: Ein starker
Binnenkonsum, Leitzinssenkungen der Notenbank und
die breite wirtschaftliche Aufstellung kompensierten die damaligen
Belastungen zügig.
Abseits der Zoll-Debatte setzt Indiens Wirtschaft seine Erfolgsgeschichte
unbeirrt fort. Der Einkaufsmanagerindex für
das verarbeitende Gewerbe erreichte mit 59,1 Punkten den
höchsten Stand seit 17 Jahren. Dieser für die Wirtschaft
wichtige Frühindikator signalisiert einen starken Anstieg der
wirtschaftlichen Aktivität. Damit weist Indien die mit Abstand
dynamischste Entwicklung unter den zehn größten
Volkswirtschaften der Welt auf (s. Grafik unten links). Die Dynamik
erfasst alle Bereiche – von neuen Aufträgen bis hin zu
einem Anstieg der Beschäftigten.
Die US-Investmentbank Morgan Stanley bestätigt Indien
zudem als schnellstwachsende Volkswirtschaft mit Wachstumsprognosen
von 5,9 Prozent für 2025 und 6,4 Prozent für
2026. Parallel dazu fällt die Inflation auf 2,1 Prozent, den tiefsten
Stand seit Januar 2019. Zum einen verschafft diese Kombination
aus starkem Wachstum und niedrigen Preisen der
Zentralbank erheblichen Spielraum, um im Falle von Störfaktoren
stützende Maßnahmen zu ergreifen. Zum anderen honorierte
die Börse solche Konstellationen historisch meist mit
einer positiven Entwicklung. Die Reserve Bank of India senkte
die Zinsen zuletzt insgesamt um 1,0 Prozentpunkte – ein
klares Signal für eine prozyklische Geldpolitik, das von den
Aktienmärkten historisch positiv bewertet wurde.
Einzigartige Faktoren. Doch warum unterscheidet sich Indiens
Wirtschaft derart von den anderen großen Volkswirtschaften?
Schließlich sprechen die Zahlen eine deutliche
Sprache. Die Antwort liegt in einigen strukturellen Faktoren,
die das Land klar von Regionen wie den USA, Europa und
China abgrenzen und kurzfristige Handelsspannungen nahezu
irrelevant werden lassen könnten. Hervorzuheben ist
vor allem der demografische Vorteil: Mit einem Medianalter
von 28 Jahren (s. Grafik unten rechts) ist die Bevölkerung
deutlich jünger als in China (39 Jahre) oder Deutschland (45
Jahre). Mehr als die Hälfte der 1,4 Milliarden Inder ist unter
30 – eine „demografische Dividende“, die dem Land über
Jahrzehnte eine wachsende Erwerbsbevölkerung beschert,
während China und Westeuropa bereits in die Alterungsphase
eingetreten sind. Auch die Digitalisierungsoffensive des
Landes nimmt Fahrt auf: Inzwischen verfügen 85 Prozent
der Bevölkerung über mobile Internetzugänge. 2024 wurden
in Indien mehr mobile Zahlungen abgewickelt als in den
USA und Europa zusammen. Diese digitale Infrastruktur
senkt Kosten und erschließt ländliche Regionen. Parallel
dazu baut die „Make in India“-Initiative systematisch Pro-
Indische Wirtschaft zeigt sich dynamisch
Unter den größten Volkswirtschaften der Welt sticht
Indien als Musterschüler hervor. Einkaufsmanagerindizes
gelten als nützlicher Frühindikator für die künftige
Entwicklung einzelner Wirtschaftszweige
Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe
Durchschnitt 2025 in Punkten
Großbritannien
46,8
Europa 48,5
Indiens demografischer Vorteil
Während Regionen wie Europa oder China bereits
seit Jahren mit einer Alterung ihrer Bevölkerung konfrontiert
werden, blickt Indien auf eine stetig wachsende
Zahl erwerbstätiger Bürger
Median des Alters der Bevölkerung
im Vergleich
in Jahren
Japan 49,0
China 49,5
USA 51,3
Indien 57,9
28
Indien
39
China
45
Deutschland
Quelle: Bloomberg
Quelle: Bloomberg
FOCUS MONEY 33/2025
53
moneymarkets
duktionskapazitäten auf. Internationale Konzerne wie Apple
und Foxconn investieren massiv; neue Fertigungsstandorte
machen Indien zu einem der begehrtesten Produktionsländer
weltweit. Was das Land jedoch besonders widerstandsfähig
macht, ist die robuste Binnenwirtschaft: Rund 62 Prozent des
BIPs entfallen auf Konsum und Dienstleistungen – ein außergewöhnlich
hoher Wert im internationalen Vergleich. In China
beträgt dieser Anteil beispielsweise nur 54 Prozent, in
Deutschland knapp 52 Prozent und in Südkorea 49 Prozent.
Die hohe Binnenorientierung hat sich gerade in Krisenzeiten
als entscheidender Vorteil erwiesen. Während exportabhängige
Nationen wie Deutschland oder Südkorea nach der Finanzkrise
2008 und während der Pandemie lange mit den Folgen
externer Nachfrageschocks zu kämpfen hatten, kehrte
Indiens Wachstum dank der starken Binnennachfrage deutlich
schneller in die Erfolgsspur zurück.
In Depots unterrepräsentiert. Zusammengefasst scheinen
die Risiken aus Trumps Handelspolitik im Falle Indiens weniger
gewichtig als die strukturellen Wachstumstreiber der Region.
Dennoch spielt Indien in vielen Portfolios kaum eine Rolle.
Im MSCI World Index ist Indien als Schwellenland überhaupt
nicht enthalten. Wer ein Engagement in der Region anstrebt,
benötigt Alternativen. Eine Möglichkeit wären ETFs auf
Schwellenländer-Aktien, wo Indien rund 18 Prozent des Indexes
ausmacht. Das ist merklich weniger als China, das mit 25
Prozent die größte Region in diesen Indizes darstellt. Wer die
Gewichtung indischer Aktien gezielter angehen möchte, kann
stattdessen auf einen Länder-ETF zurückgreifen. Wer bislang
noch überhaupt nicht in den indischen Aktienmarkt investiert
ist und langfristig orientiert agiert, könnte durch die jüngste
Schwäche eine Einstiegschance vor sich sehen – nicht trotz,
sondern wegen der Trump-Zölle.
ISHARES MSCI EM UCITS ETF USD (ACC)
Diversifiziertes Schwellenländer-Investment
Der Ishares MSCI EM UCITS ETF USD (Acc) ist der größte in Europa gelistete
ETF, der einen Zugang zu den Aktienmärkten der Schwellenländer bietet.
Der vom ETF nachgebildete Index umfasst große und mittelgroße Unternehmen
aus 24 verschiedenen Schwellenländern. Die größte Position des
Index ist mit 10,2 Prozent TSMC – ein Klumpenrisiko, das nicht ignoriert werden
sollte. Die Gewichtung der verschiedenen Unternehmen und Regionen
ergibt sich aus der jeweiligen Marktkapitalisierung, weshalb sich die Gewichtung
der einzelnen Länder regelmäßig ändern kann. Während China fast 25
Prozent des Index ausmacht, erhalten indische Aktien derzeit rund 18 Prozent.
Die vor ein paar Jahren schwache Entwicklung chinesischer Aktien hatte phasenweise
dazu geführt, dass indische Aktien einen größeren Anteil des Index
ausmachten. Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis des ETF notiert mit 15,1 Punkten
niedriger als im MSCI World (23,2).
Ishares MSCI EM ETF
Kurs des Ishares-ETF in Euro
28
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN (thesaur., USD) A0RPWJ/IE00B4L5YC18
Fondsvolumen 4,39 Mrd. €
laufende Kosten 0,18 %
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre 11,9/18,1/30,4 %
Replikationsmethode
physisch
Auflagedatum 25.09.2009
Quelle: Bloomberg
38
36
34
32
30
e = erwartet
FRANKLIN FTSE INDIA UCITS ETF
Indiens Unternehmens-Elite in einem ETF
Der Franklin FTSE India UCITS ETF bietet einen diversifizierten Zugang zu
Unternehmen mit mittlerer und hoher Marktkapitalisierung aus Indien und hält
dafür rund 260 Einzelwerte. Die größten Sektoren des vom ETF nachgebildeten
Index sind neben der Finanzbranche (28 Prozent) Unternehmen aus den
Bereichen zyklische Konsumgüter (elf Prozent), Technologie und Industrie (jeweils
zehn Prozent). Größte Positionen sind die Banken HDFC und ICICI sowie
der Industriekonzern Reliance Industries. Im Vergleich zu anderen Schwellenländern
weist der indische Aktienmarkt ein mit 25,8 Punkten relativ hohes
Kurs-Gewinn-Verhältnis auf. Letzteres ist für die Region jedoch typisch und
nicht gleichbedeutend damit, dass der indische Aktienmarkt überbewertet sei.
Vielmehr scheint der indische Aktienmarkt nahezu dauerhaft ein höheres Bewertungsniveau
aufzuweisen, was durch die entsprechend hohen Wachstumsraten
erklärt werden kann.
54
Franklin FTSE India ETF
Kurs des Franklin-
ETF in Euro
26
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN (thesaur., USD) A2PB5W/IE00BHZRQZ17
Fondsvolumen 1,31 Mrd. €
laufende Kosten 0,19 %
Wertentwicklung 1/3/5 Jahre –12,5/16,3/93.4 %
Replikationsmethode
physisch
Auflagedatum 25.06.2019
Quelle: Bloomberg
42
38
34
30
e = erwartet
FOCUS MONEY 33/2025
Bei der Chartanalyse arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit der Vereinigung Technischer Analysten Deutschlands e. V. (VTAD) zusammen.
Führende Mitglieder stellen jede Woche ihre wichtigsten Chartsignale vor. Diese Woche: Karin Roller, Vorstandsmitglied der VTAD e. V., Autorin,
Traderin und Technische Analystin (CFTe), www.vtad.de
Quelle: Bloomberg
CHARTSIGNAL DER WOCHE
Chancen mit Bankaktien aus Europa
Der Stoxx 600 Banks besteht aus 44 Banken aus europäischen
Ländern, inklusive Großbritannien (UK) und Schweiz. UK mit der
HSBC als größter europäischer Bank ist am höchsten gewichtet
Stoxx Europe 600 Banken Kursindex in Punkten, logarithmische Darstellung
signifikantes Hoch aus 2008
Widerstandszonen
200-Tage-Linie
Jahreshoch 2025
Unterstützungszonen
2022 2023 2024 2025
300
250
200
180
160
140
120
100
Der Stoxx-600-Banken-Index hat sich in den vergangenen
Monaten gut entwickelt. Seit dem Corona-Einbruch
ist ein intakter Aufwärtstrend am Laufen. Der dramatische
Kursrückgang um knapp 25 Prozent innerhalb weniger
Handelstage aufgrund der Ankündigung der reziproken
Zölle von US-Präsident Trump vom April 2025 ist bereits
wieder Geschichte.
Geblieben sind zwei wichtige Unterstützungszonen: Bei
etwa 270 Punkten, das Hoch vor dem Absturz, welches
im Anschluss über Wochen als Widerstand getestet und
für tragfähig befunden wurde. Und die rund 208 Punkte,
die bereits 2024 als massiver Widerstand galten und an
welchem die Zoll-Korrektur punktgenau geendet hat. Um
weiteres Aufwärtspotenzial zu generieren, muss der Index
über die runden 300 Punkte steigen, und zwar auf
Wochenschlusskursbasis. Dann können Long-Positionen
eröffnet werden. Der enge, initiale Stop-Loss liegt knapp
unter der 270-Punkte-Unterstützungszone, der großzügige
bei rund 240 Punkten, knapp unter der 40-Wochen-
Linie. Ziel ist zunächst die 330-Punkte-Marke, ein signifikantes
Hoch aus dem Jahr 2008. In den Banken-Index
kann gut über ETFs investiert werden.
Aktuelle Kursdaten finden Sie in der App unseres Partners
WETTE
DER WOCHE
TOCVAN VENTURES
Neue Impulse
von JOHANNES HEINRITZI
Aufwärtstrend bestätigt
Tocvan Ventures
Aktienkurs in Euro
2020 21 22 23 24 2025
1,0
0,8
0,6
0,4
0,2
0
Quelle: Bloomberg
AUF MEXIKOS BERGBAU kämen
harte Zeiten zu, hieß es. Die neue
Regierungschefin Claudia Sheinbaum
sei Gegnerin von Minenprojekten.
Genehmigungen vor allem
für den Tagebau würden nicht mehr
erteilt. Doch plötzlich ist alles anders:
Der Gold- und Silberproduzent
Heliostar bekam als Erster eine
staatliche Genehmigung, seine Tagebaumine
auszubauen.
Ende Juli war auch Tocvan Ventures,
ein kanadisches Bergbauunternehmen
(WKN: A2PE64/ISIN:
CA88900N1050) dran. Erste Genehmigungen
für Bohr- und Abbauaktivitäten
wurden beim Gran-Pilar-
Goldprojekt erteilt. Die Börsianer
feierten mit Kursaufschlägen. In der
Aktie scheint noch Potenzial zu stecken.
Der Konzern will bei Gran Pilar
in einem ersten Schritt den Erzabbau
voranbringen und eine Haufenlaugungsanlage
mit erster Befüllung
von 50 000 Tonnen aktivieren.
Kommt dafür die Genehmigung,
könnte der Aktienkurs weiter anziehen.
Denn dann kann auch eine Genehmigung
für einen regulären Minenbetrieb
erwartet werden.
Das Management plant eine Produktion
von rund 50 000 Unzen
Gold, inklusive Silber umgerechnet,
pro Jahr, was einen Erzabbau von
jährlich rund 1,2 Millionen Tonnen
bedeuten würde. Die Gesamtkosten
können auf rund 1500 US-Dollar
je Unze geschätzt werden –
beim aktuellen Goldpreis eine satte
Gewinnmarge. Verglichen mit anderen
aufstrebenden Goldunternehmen
erscheint die Aktie günstig. Solange
nicht alle Genehmigungen
erteilt sind und das erste Gold in
Barren gegossen ist, bleibt die Aktie
aber sehr spekulativ.
FOCUS MONEY 33/2025
55
moneymarkets
MÜLLHALDE. Nach
dem Zerlegen wird
Metallschrott verstärkt
wiederverwertet.
KREISLAUFWIRTSCHAFT
Runde Sache mit Recycling
Immer neue Technologien verbessern die kommerzielle Wiederverwertung von Rohstoffen in
der Kreislaufwirtschaft. Wo Anleger dabei gut mitverdienen können
von STEFAN RIEDEL
Rohstoffe extrahieren, produzieren, konsumieren und
dann wegwerfen – diese Form des Wirtschaftens und
des Konsums hat angesichts von Klimawandel, begrenzter
Ressourcen und rapide wachsender Abfallmengen
keine Zukunft mehr. Vor diesem Hintergrund vollzieht sich
ausgehend von den Industrieländern ein Umdenken in Richtung
Kreislaufwirtschaft – mit dem Ziel, verbrauchte Materialien
und Produkte über Recycling als klimaneutrale Ressource
wiederzuverwerten.
In diese Richtung zielt auch der 2024 von der Europäischen
Kommission vorgestellte Clean Industrial Deal. So sollen
ab diesem Jahr mindestens 55 Prozent der sogenannten
Siedlungsabfälle, also etwa Müll aus privaten Haushalten,
recycelt werden. Bis Ende 2025 müssen EU-Staaten bei
Kunststoffverpackungen eine Recyclingquote von 55 Prozent
erreichen. Ergänzend dazu soll 2026 ein neues Gesetz zur
Kreislaufwirtschaft in Kraft treten, das nachhaltige Produktionsstandards
und höhere Recyclingquoten festlegt. 100
Milliarden Euro sollen flankierend zum Clean Industrial Deal
in die Dekarbonisierung von energieintensiven Industrien
wie Stahl, Chemie und Metallverarbeitung fließen.
Die von der US-Regierung unter Donald Trump erhobenen
Importzölle auf Rohstoffe werden nach Ansicht von Branchenexperten
den Recycling-Run beschleunigen. „Durch
Importzölle steigen die Kosten für Primärmetalle. Inländisch
gewonnene Recyclingmetalle werden dadurch preislich
wettbewerbsfähiger. Zugleich stärken die zunehmenden Lieferkettenprobleme
und der Trend zur Deglobalisierung das
Argument für kreislauforientierte Geschäftsmodelle“, meint
Yohann Terry, Portfolio Manager bei Swisscanto. Alexander
Funk, Fondsberater bei Rezzom Capital, betont neben den
geopolitischen und ökologischen Faktoren handfeste finan-
56
Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
für neue Produkte über chemische oder enzymatische Prozesse.
Dabei ist der Bedarf an innovativen Technologien groß
(s. Grafik unten rechts). Spezialisten wie Carbios oder Agilyx
zerlegen PET oder Polysterol in ihre Bestandteile und fertigen
daraus neue Produkte. In Deutschland hat die saarländische
Firma Pyrum ein Verfahren entwickelt, um Altreifen
in Gummigranulate, Kohlenstoff und Pyrolyseöl zu recyceln.
Problem Plastik. Nennenswerte Umsätze und schwarze
Zahlen erzielen diese Nischenplayer noch nicht. „Die größte
Herausforderung besteht darin, diese Verfahren von der
Labor- oder Pilotanlage in die industrielle Anwendung zu
überführen. Dies ist kapitalintensiv, technisch anspruchsvoll
und mit erheblichen operativen Risiken verbunden“,
meint Swisscanto-Fondsmanager Terry. Investments in diese
Firmen empfehlen sich als hochspekulative Beimischung.
Relativ krisensicher sind dagegen die Geschäftsmodelle
von führenden Abfallentsorgern wie Waste Management, Republic
Services oder Veolia. Dafür sorgt das Kerngeschäft mit
dem Sammeln von Abfällen. Ergänzend dazu steigen die Einnahmen
mit den wiederverwerteten Metallen aus eigenen
Recyclinganlagen kontinuierlich an. Diese Unternehmen
eignen sich deshalb als defensiver Depotbaustein. Schwierig
gestalten sich Investments in die Recycler von Konsumelektronik
und Elektronikschrott. Hier gibt es noch keine börsennotierten
Pure Plays. Firmen wie Sims Inc. und Umicore
kommen auf zehn bis 15 Prozent Umsatzanteil. Aus Anlegersicht
entscheidend für alle Recyclingspezialisten ist: Der
kommerzielle Durchbruch gelingt dann, wenn die neuen
Technologien ökonomisch mindestens ähnlich lukrativ sind
wie der Abbau neuer Ressourcen.
Um in alle Recycling-Segmente zu investieren, bietet sich
der im April 2019 aufgelegte BNP Paribas Easy ECPI Circular
Economy Leaders UCITS ETF Cap (LU1953136527) an.
Der ETF bildet die 50 weltweit führenden Unternehmen der
Kreislaufwirtschaft mehr oder weniger gleichgewichtet ab,
die im Spartenindex ECPI Circular Economy Leaders enthalten
sind. Konzentrierter in der Zusammensetzung ist der Vaneck
Circular Economy ETF (IE0001J5A2T9) mit aktuell 24
Firmen. Das im Oktober 2022 emittierte Produkt reflekzielle
Gründe: „Unternehmen können durch Recycling einen
Teil ihrer Kosten einsparen und werden weniger abhängig
von Einfuhren kritischer Rohstoffe werden.“
Lukratives Lithium-Recycling. Verschiedene Branchen
sind Nutznießer des Trends zum Wiederverwerten von Materialien.
Dank der Digitalisierung ist das automatisierte Recycling
auf dem Vormarsch. Mithilfe von Kameras, Sensoren
und künstlicher Intelligenz können Wertstoffe günstiger und
präziser automatisiert getrennt werden. Ein enormer Fortschritt
vor allem für das Recycling von Metall-, Elektro- und
Elektronikschrott. Bei Unternehmen wie Aurubis, Sims Inc.
und Befesa ist die Wiederverwendung von Abfällen aus Metallen
wie Stahl, Kupfer oder Aluminium sowie deren umweltschädlichen
Reststoffen zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells.
Die Wahl der Recyclingtechnologie hängt stark vom jeweiligen
Abfallstrom ab. Für klassische Materialien wie Kupfer,
Stahl, Aluminium und Edelmetalle bleibt das pyrometallurgische
Recycling – also das Einschmelzen bei hohen Temperaturen
– weiterhin Industriestandard und breit kommerzialisiert.
Komplexer ist dagegen das Recycling von
Lithium-Ionen-Batterien für E-Autos zu wiederverwertbaren
Produkten. Das Hauptproblem: der Mix aus verschiedenen
Metallen wie Lithium, Kobalt und Nickel.
Weil sich Grafit und Lithium nicht durch herkömmliches
Schmelzen recyceln lassen, wurden hier neue Verfahren entwickelt.
„Die Hydrometallurgie eignet sich vor allem für das
Recycling von Batterien, kritischen Rohstoffen und Elektroschrott
und ist energieeffizienter als herkömmliches Schmelzen“,
erläutert Cezara Lozneanu, Portfoliomanagerin bei
Swisscanto. Umicore zählt zu den Pionieren beim Kathoden-
Recycling. Der belgische Konzern hat ein Joint-Venture mit
BMW. „Trotz der bislang noch überschaubaren Einnahmen
eines der wenigen bislang kommerziell erfolgreichen Unternehmen
beim Recycling von Lithium“, sagt Rezoom-Experte
Funk.
Noch in den Kinderschuhen im Hinblick auf die Kommerzialisierung
steht das Plastik- und Kunststoffrecycling, also
das Zerlegen von Material in seine chemischen Bestandteile
Wachsende Müllberge
Die globalen Abfallmengen werden bis 2050 um 75
Prozent steigen. Das ist nicht nur ein Entsorgungsproblem,
sondern Ressourcenverschwendung
Abfallmengen weltweit
in Milliarden Tonnen,
ab 2030 Prognose
Problem Plastikmüll
Die Gesamtmengen an Plastikmüll werden sich dagegen
bis 2040 verdoppeln. Es fehlt an ökonomischen
Anreizen für das Kunststoff-Recycling
Plastikabfälle 2040 nach Anwendungen
Anteile in Prozent
Sonstige
Elektronik1,4
14,7
Industrie/
Maschinenbau
37,9
2,7
Bau
7,6
Verpackungen
Konsumprodukte
11,3
2,13
2020
Quelle: Bloomberg
2,68
2030
3,23
2040
3,78
2050
Textilien
Quelle: Bloomberg
11,8
12,6
Transport
FOCUS MONEY 33/2025
57
moneymarkets
tiert die Kursentwicklung von Firmen, die mindestens die
Hälfte ihres Umsatzes in der Kreislaufwirtschaft abbilden,
etwa im Metallrecycling oder in der Wasseraufbereitung.
Profi-Auswahl für die Kreislaufwirtschaft. Bei den aktiv
gemanagten Fonds mit dem Fokus Kreislaufwirtschaft investiert
der Robeco Circular Economy D (LU2092758726) weltweit
in Unternehmen, die mit ihren Produkten den Paradigmenwechsel
zu einer Kreislaufwirtschaft unterstützen. Der
Auswahlprozess orientiert sich an den Nachhaltigkeitszielen,
wie sie in Artikel 9 der EU-Taxonomie-Verordnung definiert
sind. Der Blackrock Global Funds - Circular Economy
(LU2041044178) zählt zu den Schwergewichten in diesem
Themenfeld. Mindestens 80 Prozent des Portfolios sind auf
Unternehmen ausgerichtet, die vom Fortschritt der Kreislaufwirtschaft
profitieren oder zu diesem beitragen.
Relativ neu ist der im Dezember 2022 emittierte und ohne
Ausgabeaufschlag beziehbare Rezoom World S EUR (DE-
000A3D19W2). Das Produkt deckt verschiedene Nachhaltigkeitsthemen
ab, darunter Energieeffizienz, erneuerbare
Energien und Recycling. Im Recyclingbereich hat das Fondsmanagement
zuletzt Positionen rund um das Thema Metallrecycling
aufgestockt. Die Performance dieser Fonds lässt
sich nur bedingt vergleichen, weil sie unterschiedliche
Schwerpunkte setzen.
Auf die Transformer setzen. Bei den Investments in Einzelwerte
ist die Auswahl in Pure Plays, also Firmen mit dem
alleinigen Fokus auf Recycling, sehr begrenzt. Ausgewählte
Enabler, also Unternehmen, die es den Abnehmern ihrer Produkte
ermöglichen, die Kreislaufwirtschaft in ihre Geschäftsmodelle
zu integrieren, sind eine Option. Tomra Systems aus
Norwegen, ein Hersteller von Rücknahme- und Sortiersystemen
für Pfandflaschen, ist hier ein etablierter Nischenchampion.
Unsere Aktienempfehlungen konzentrieren sich
dagegen auf die Transformer – das bedeutet: Firmen, die ihre
Produkte und Geschäftsmodelle dem Kreislaufmodell angepasst
haben.
AURUBIS
Gewinnschub nach Milliarden-Investitionen
Rund die Hälfte seiner Erlöse erzielt das MDax-Unternehmen aus Hamburg
mit recyceltem Kupfer. Bei den Altkupfermengen ist Aurubis längst die weltweite
Nummer eins. Erklärtes Ziel ist es, beim Multimetall-Recycling Vorreiter
auf dem US-Markt zu werden. Von drohenden Importzöllen der Trump-Administration
sieht sich Aurubis bei einem Exportanteil von einem Prozent nicht
bedroht. Im Gegenteil: Allein 740 Millionen Euro hat das Unternehmen in die
Produktionsanlage im US-Bundesstaat Georgia investiert. Nach der Betriebsaufnahme
2024 soll sich das jährliche Durchsatzvolumen mit dem zweiten Modul
ab 2026 auf 180 000 Tonnen erhöhen. Richtig durchstarten auf der Gewinnseite
wird Aurubis erst im Geschäftsjahr 2026/27. Dann erwarten die
Analysten ein Gewinnwachstum von gut 25 Prozent. Bis dahin wird Aurubis
den allergrößten Teil der 1,7 Milliarden Euro investiert haben, die in Wachstumsprojekte
wie wasserstofffähige Anodenöfen in Hamburg fließen.
Aurubis
Kurs der Auribis-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
50
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
676650/DE0006766504
Börsenwert 3,8 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e* 8,3/13,1
Dividendenrendite für 2025e/26e* 1,6/1,6 %
Kursziel/Stoppkurs 110,00/72,50 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 27 %
Quelle: Bloomberg, * GJ 30.09.
110
90
70
e = erwartet
BEFESA
Comeback läuft
Nach einer mehr als zweijährigen Durststrecke geht es beim spanisch-deutschen
Unternehmen wieder nach oben. Befesa hat sich zum einen auf das Recyceln
von Stahlstaub und anderen zinkhaltigen Rückständen spezialisiert, die
bei der Stahlproduktion in Elektroöfen entstehen. Für das Extrahieren von
Stahlstaub nutzt Befesa hier ein neues, umweltfreundliches Verfahren. Der
zweite Geschäftsbereich der SDax-Firma betreibt das Recycling von Salzschlacke
und die Sekundärverarbeitung von Aluminiumschrott. Wegen der schwierigen
Marktbedingungen hat Befesa die Expansion nach China auf Halde gelegt.
Zugleich profitiert das Geschäft wieder von steigenden Metallpreisen.
Dazu haben die Öfen am US-Standort Palmerton nach Wartungsarbeiten wieder
den Betrieb aufgenommen. Die steigenden Zinkschmelzlöhne für die Produktion
von endlos recycelbarem Zink sollten den fürs zweite Halbjahr erwarteten
Profitabilitätsschub weiter beflügeln.
58
Befesa
Kurs der Befesa-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
10
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
A2H5Z1/LU1704650164
Börsenwert 1,0 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 12,3/10,4
Dividendenrendite für 2025e/26e 3,5/3,9 %
Kursziel/Stoppkurs 42,00/23,50 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 62 %
Quelle: Bloomberg
70
50
30
e = erwartet
FOCUS MONEY 33/2025
PYRUM INNOVATIONS
Spekulativer Reifen-Recycler
Fußballer- und Trainerlegende Felix Magath ist der wohl prominenteste Investor
des im Nebenwertesegment Scale (s. S. 36) gelisteten Unternehmens.
Pyrum hat ein patentiertes Pyrolyse-Verfahren für das Recycling von Altreifen
entwickelt. Das zerlegte Gummigranulat wird dabei in einem Reaktor in
die Sekundärrohstoffe Gas, Öl und Pyrolysekoks umgewandelt. Pyrum verkauft
und installiert diese Thermolyse-Anlagen. Die aus dem Verkauf der
schlüsselfertigen Anlagen erzielten Einnahmen werden reinvestiert. BASF
beteiligte sich 2020 an Pyrum. Eine weitere Kooperation läuft mit Continental.
Der 2025 abgeschlossene Vertrag mit der Schwalbe GmbH, einem Hersteller
von Fahrradreifen, sieht eine für zehn Jahre garantierte Abnahme von
Pyrolysekoks vor. Pyrum sieht sich als Profiteur des EU-weiten Exportverbots
für gebrauchte Fahrzeugreifen, das ab 2027 erwartet wird. In diesem Jahr
will die Firma auch den Break-even schaffen.
Pyrum Innovations
Kurs der Pyrum-Innovations-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
100
20
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
A2G8ZX/DE000A2G8ZX8
Börsenwert 120 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e Verl./Verl.
Dividendenrendite für 2025e/26e 0,0/0,0 %
Kursziel/Stoppkurs 62,00/25,50 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 98 %
Quelle: Bloomberg
80
60
40
e = erwartet
UMICORE
Top im Lithium-Recycling
Die Aktie des belgischen Recyclingkonzerns zeigt sich seit April wieder Lebenszeichen.
Damit honorieren die Investoren, dass Umicore im ersten Quartal
den Sprung in die Gewinnzone geschafft hat. Geholfen haben eine hohe
Auslastung und das vorteilhafte Preisumfeld für Edel- und Spezialmetalle. Dazu
greifen Effizienzsteigerungen und das strikte Kostenmanagement immer besser.
Zu den „Spezialitäten“ des Metallurgiekonzerns zählt das Recyceln von
Kathoden und Batterien für E-Autos. Weil gerade das Geschäft in der Katalysatorsparte
gut läuft, hat Umicore im Juni die Jahresprognose beim Ebitda um
zehn Prozent auf 720 bis 790 Millionen Euro angehoben. Die 2025 und 2026
sinkenden Investitionen werden sich positiv auf der Gewinnseite auswirken –
was im Aktienkurs noch lange nicht abgebildet ist. Schafft es Umicore noch,
die Nettoverschuldung von zuletzt mehr als 1,8 Milliarden Euro weiter herunterzufahren,
ist eine deutlich höhere Aktienbewertung gerechtfertigt.
Umicore
Kurs der Umicore-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
0
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
2H5A3/BE0974320526
Börsenwert 3,1 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 10,5/10,2
Dividendenrendite für 2025e/26e 3,8/3,9 %
Kursziel/Stoppkurs 20,00/10,50 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 50 %
Quelle: Bloomberg
60
40
20
e = erwartet
WASTE MANAGEMENT
Sichere Bank für Anleger
Waste Management, kurz WM, ist einer der weltweit profitabelsten Müllverarbeiter.
Das Unternehmen besitzt in Nordamerika mehr als 260 eigene Mülldeponien,
dazu 105 Recyclinganlagen. Über eigene Anlagen, in denen Deponiegase
verwertet werden, erzeugt WM auch Energie. Rund sieben Prozent am
Gesamtumsatz erzielt der US-Konzern mit dem Aussortieren von Metallen aus
Abfällen, die dann weiterverkauft werden. Dass die Umsatzrendite 2024 mit
18,8 Prozent unter dem von Wettbewerber Republic Services (20,1 Prozent) lag,
ist auf eine Akquisition zurückzuführen. 7,2 Milliarden US-Dollar legte WM für
die Übernahme von Stericyle auf den Tisch. Der Zukauf eröffnet den Zugang
in das lukrative Geschäft mit der Entsorgung von Abfällen in medizinischen
Einrichtungen und der Entsorgung von Sondermüll. Langfristig glänzt das Unternehmen
mit stabilen Wachstumsraten. Der Gewinn legte in den letzten zehn
Jahren im Schnitt um 11,3 Prozent zu, der Aktienkurs sogar um 16,2 Prozent.
FOCUS MONEY 33/2025
Waste Management
Kurs der Waste-Management-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
200
160
120
80
2021 22 23 24 2025
WKN/ISIN
893579/US94106L1098
Börsenwert 92,1 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 32,4/30,1
Dividendenrendite für 2025e/26e 1,4/1,5 %
Kursziel/Stoppkurs 248,00/172,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 25 %
Quelle: Bloomberg
e = erwartet
59
moneymarkets
Frau Herken, welche Rolle kann die GIZ zur Sicherung
von Rohstoffen spielen?
Anna Sophie Herken: Ohne Rohstoffe gibt’s
keine Autos, keine Batterien, keine Energiewende
– und keine wirtschaftliche Unabhängigkeit.
Deshalb ist klar: Wer Deutschlands
und Europas Zukunft sichern will, muss faire
Rohstoffpartnerschaften schließen. Der
Koalitionsvertrag sagt es deutlich: Deutschland
braucht eine resilientere, nachhaltigere
Rohstoffversorgung. Die politischen Leitplanken
kommen von der Bundesregierung.
Wir als Deutsche Gesellschaft für Internationale
Zusammenarbeit (GIZ) setzen sie konkret
in unseren Partnerländern um.
Bisher denken wir bei GIZ an Entwicklungshilfe, an
Armutsbekämpfung in Afrika.
Herken: Das Bild vom Brunnenbauen in
Afrika ist längst überholt. Afrika ist heute ein
Kontinent voller Dynamik, Innovationen
und wirtschaftlicher Chancen. Bis zum Jahr
2050 werden dort rund 2,5 Milliarden Menschen
leben. Elf der zwanzig am schnellsten
wachsenden Volkswirtschaften liegen in Afrika.
21 afrikanische Länder sollen 2025
Wachstumsraten über fünf Prozent erreichen,
vier Länder sogar über sieben Prozent
(Äthiopien, Niger, Ruanda, Senegal). Gleichzeitig
fließt bislang nur etwa ein Prozent der
weltweiten Direktinvestitionen dorthin – ein
riesiges ungenutztes Potenzial.
Und das will die neue Regierung heben, statt Radwege
in Peru zu bauen?
Herken: Die neue Bundesentwicklungsministerin
Reem Alabali-Radovan bringt frische
Impulse, einen starken Wertekompass und
eine klare Haltung für faire Partnerschaften
mit. Ihre Botschaft ist deutlich: Entwicklungszusammenarbeit
ist heute nicht mehr
einseitiges Geben und Nehmen, sondern gemeinsame
Zukunftspolitik. Davon profitiert
nicht nur Afrika, sondern auch Deutschland:
Für jeden investierten Euro in internationale
Zusammenarbeit steigen die deutschen Exporte
im Schnitt um 36 Cent. Zwischen 2013
und 2023 entsprach das einem durchschnittlichen
Exportplus von 8,8 Milliarden US-Dollar
pro Jahr.
Deutschland braucht Lithium, Kobalt oder Kupfer
in rauen Mengen. Warum wird gerade Afrika dafür
so wichtig?
Herken: Die Energiewende ist ohne Afrika
nicht zu machen – nicht nur in Europa, sondern
weltweit. Denn viele der Rohstoffe, die
wir für Solaranlagen, Windräder, Batterien
Ohne Afrika bleiben
wir abhängig
GIZ-Vorständin Anna Sophie
Herken ist im Auftrag
Deutschlands für die
Sicherung von
Rohstoffen unterwegs
– die Chinesen sind
meist vor ihr da.
Trotzdem glaubt sie
an unsere Chance
von GEORG MECK
ANNA SOPHIE
HERKEN, Vorständin
der Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit
(GIZ)
INTERVIEW
60
Foto: Patrycia Lukas
FOCUS MONEY 33/2025
oder E-Mobilität brauchen, kommen in entscheidenden
Mengen aus Afri ka. Beispiel
Kobalt: Rund 74 Prozent der weltweiten
Produktion stammen aus der Demokratischen
Republik Kongo, ohne diesen Rohstoff
gibt es keine leistungsfähigen Batterien
für E-Autos oder Energiespeicher. Auch
Platin für Wasserstofftechnologien wird
größtenteils in Südafrika gefördert, Lithium
kommt unter anderem aus Simbabwe,
Grafit aus Mosambik.
Mit China als mächtigstem Spieler.
Herken: Viele dieser Rohstoffe besitzt
China gar nicht selbst – aber China kontrolliert
große Teile der Lieferketten in Afrika.
So werden laut OECD nahezu alle Metalle
der seltenen Erden in China
verarbeitet. Das zeigt: Es geht nicht nur um
Rohstoffe, sondern auch um Geopolitik.
Wie kann es gelingen, dass rohstoffreiche Länder
nicht nur liefern, sondern auch selbst stärker von
den Bodenschätzen profitieren?
Herken: Der Abbau von Rohstoffen ist nur
der Anfang. Entscheidend ist, was damit
vor Ort passiert. Viele Länder in Afrika
expor tieren ihre Rohstoffe in Rohform, damit
findet ein Großteil der Wertschöpfung
andernorts statt: Verarbeitung, Veredelung,
technologische Weiterverarbeitung –
all das passiert meist außerhalb Afrikas.
Die Folge: Die Gewinne fließen ab, und die
Jobs entstehen woanders, obwohl sie gerade
dort so dringend gebraucht werden.
UN-Studien zeigen, dass Afrika dadurch
jedes Jahr rund 88 Milliarden US-Dollar
verliert. Das ist mehr, als viele Länder an
Entwicklungsgeldern bekommen. Deshalb
setzen wir bei der GIZ gezielt darauf, Rohstoffprojekte
mit lokaler Wertschöpfung zu
verknüpfen. Wir wollen, dass die Materialien
nicht nur aus dem Boden geholt werden,
sondern dass auch die Verarbeitung,
die Zulieferketten, die Jobs drumherum im
Land bleiben.
Wie erleben Sie vor Ort in Afrika den Wettbewerb
mit China?
Herken: Wenn man in afrikanischen Ländern
unterwegs ist, merkt man sehr
schnell: China ist überall präsent. China
investiert seit Jahren massiv in Infrastruktur,
Förderrechte und Handelsabkommen.
Laut Studien kontrollieren chinesische Akteure
etwa 30 Prozent der afrikanischen
Kupferproduktion und bis zu 41 Prozent
der Kobaltproduktion – das ist eine enorme
FOCUS MONEY 33/2025
wirtschaftliche Macht. Aber auch die Golfstaaten
und die Türkei investieren kräftig
in Afrika. Allein in den letzten zehn Jahren
haben die Golfstaaten über 100 Milliarden
US-Dollar auf dem Kontinent investiert –
zuletzt vor allem in große Infrastruktur-,
Energie- und Landwirtschaftsprojekte. Die
Türkei hat ihre Investitionen seit 2003 auf
6,5 Milliarden US-Dollar gesteigert und betreibt
inzwischen über 40 Botschaften in
Afrika – ein deutliches Zeichen politischer
und wirtschaftlicher Präsenz.
Der Markt ist verteilt – ohne uns?
Herken: Nein. Wir hören immer häufiger
von unseren Partnern vor Ort: Sie wollen
diese einseitige Abhängigkeit verringern.
Viele Regierungen suchen gezielt nach diversifizierten,
transparenten und verlässlichen
Partnerschaften. Genau da setzen
wir als GIZ an. Für Deutschland und Europa
ist das eine echte Chance. Wenn wir es
gemeinsam schaffen, als verlässlicher
Partner aufzutreten, dann können wir
nachhaltigere, stabilere Kooperationen
aufbauen, als es viele kurzfristige Rohstoffdeals
bieten.
Haben Sie dafür ein Beispiel?
Herken: Ein gutes Beispiel dafür ist auch
das Thema Wasserstoff: In Ländern wie
Brasilien, Marokko oder Namibia unterstützen
wir den Aufbau eines neuen Marktes
für grünen Wasserstoff – also einen klimafreundlichen
Energieträger, der fossile
Brennstoffe ersetzen kann. Wir beraten bei
technischen Fragen, Infrastrukturprojekten
und politischen Rahmenbedingungen.
Das hilft den Menschen vor Ort durch neue
Jobs und Investitionen, schützt das Klima
und leistet einen wichtigen Beitrag zur
Energiesicherheit in Deutschland.
Kann der öffentliche Sektor die globalen Krisen
überhaupt noch alleine meistern?
Herken: Ganz klar: nein. Die großen Herausforderungen
unserer Zeit – Klimawandel,
Kriege und fragile Staatlichkeit – sind
so komplex, dass kein Akteur sie allein lösen
kann. Nicht einmal Staaten. Laut
OECD müssten jährlich über 2,5 Billionen
US-Dollar zusätzlich mobilisiert werden,
um globale Entwicklungs- und Klimaziele
zu erreichen. Deshalb brauchen wir die
Privatwirtschaft als Partner.
Sehen Sie dafür die Bereitschaft bei Konzernen?
Herken: Absolut, und das Interesse ist da:
Immer mehr deutsche Unternehmen sehen
Afrika als strategischen Markt. Erfolgreiche
Beispiele wie VW in Ruanda oder
Siemens in Ghana zeigen, wie es gehen
kann – wenn die Voraussetzungen stimmen.
Es gibt auch viele Mittelständler,
die in Afrika erfolgreich sind. Denn die Effekte
sind messbar: Allein durch die internationale
Zusammenarbeit Deutschlands
wurden in den letzten Jahren rund
88 000 Arbeitsplätze in Deutschland mitgesichert.
Gleichzeitig profitiert das Partnerland
durch mehr Investitionen und
Technologieaufbau.
Wächst allmählich das Interesse deutscher
Unternehmen an Afrika? Oder dominiert die
Zurückhaltung?
Herken: Wir sehen klar: Das Interesse der
deutschen Wirtschaft an Afrika wächst.
Laut einer aktuellen Umfrage der Industrie-
und Handelskammer betrachten mittlerweile
rund 45 Prozent der Unternehmen
Afrika als strategisch relevanten Markt.
Das ist ein deutlicher Anstieg. Trotzdem ist
die tatsächliche Aktivität noch überschaubar:
Nur 13 Prozent der industriellen Unternehmen
planen aktuell Investitionen in
Afrika – deutlich weniger als bei anderen
Regionen; etwa Nordamerika mit 46 Prozent.
Politische Unsicherheit, schwache
Infrastruktur oder unklare Rechtslagen
schrecken ab. Hier kommt die GIZ ins
Spiel: Wir reduzieren Risiken, schaffen
Vertrauen und begleiten Unternehmen
ganz praktisch vor Ort.
Frau Herken, Sie selbst kommen von der Allianz,
also aus der Privatwirtschaft, und sind damit
Exotin in dem Sektor. Braucht es dort mehr Managerexpertise?
Herken: Aus meiner Sicht braucht internationale
Zusammenarbeit heute mehr
unternehmerisches Denken: effizient,
ergebnis orientiert und partnerschaftlich.
Wirtschaft und Entwicklung sind keine Gegensätze,
sondern gehören zusammen. Ich
weiß, wie Unternehmen ticken und worauf
sie achten: klare Rahmenbedingungen,
Planungssicherheit, verlässliche Partner.
Genau das versuchen wir bei der GIZ zu ermöglichen.
Unsere Aufgabe ist es, Risiken
zu reduzieren und Kooperationen zu fördern
– zwischen deutschen Unternehmen
und den afrikanischen Partnerländern. Internationale
Zusammenarbeit im 21. Jahrhundert
heißt: gemeinsam gestalten – und
gemeinsam erfolgreich sein.
61
moneymarkets
LEBENSMITTEL
Heißhunger auf
höhere Kurse
Die Lebensmittelhersteller bewegen sich in
einem schwierigen Umfeld. Doch jetzt kommt
Bewegung in die Branche. Das könnte die
Aktienkurse nach oben treiben
von LUDWIG BÖHM
Die Aktien amerikanischer Lebensmittelhersteller entwickeln
sich seit einiger Zeit enttäuschend. So ist der
Dow Jones U.S. Food & Beverage auf Sicht von drei Jahren
um 13 Prozent gefallen. In diesem Index sind große Produzenten
wie Kraft Heinz, Mondelez oder Coca-Cola vertreten.
Zum Vergleich: Der „normale“ Dow ist im selben
Zeitraum um circa ein Drittel gestiegen. Auch in Europa
kann der ehemalige Börsenliebling Nestlé nicht überzeugen.
Die Aktie hat in den zurückliegenden drei Jahren 39 Prozent
an Wert verloren. Die Branche leidet unter verschiedenen
Belastungsfaktoren. Dazu gehören höhere Rohstoffpreise. So
ist der Kakaopreis in den Jahren 2022 und 2023 drastisch
gestiegen und pendelt seit rund einem Jahr auf einem hohen
Niveau. Das macht vielen Schokoladenherstellern das Leben
schwer. Auch Kaffee hat sich zeitweise extrem verteuert,
wenn auch der Preis zuletzt wieder zurückgekommen ist.
Die Hersteller von Agrarrohstoffen leiden immer wieder
unter ungünstigen Wetterverhältnissen. Hin-
Enttäuschende Wertentwicklung
Die Aktien der amerikanischen Lebensmittelhersteller
laufen schon seit Langem schlechter als der breite
Markt. Dadurch hat sich beträchtliches Aufholpotenzial
aufgebaut
Dow Jones US Food-Beverage Index
prozentuale Entwicklung seit 30.12.2022
Dow Jones
+40
+20
0
Quelle: Bloomberg
Dow Jones US Food-Beverage Index
2023 2024 2025
–20
DEM INVESTOR
SCHMECKTS NICHT:
Lebensmittelbranche vor
Herausforderungen
62
Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
zu kommt der Klimawandel, der vermehrt zu Missernten
führen kann, wie zuletzt bei Haselnüssen in der Türkei.
Hinzu kommt in den USA ein zunehmender Personalmangel.
Dieser dürfte sich durch die Abschiebung illegaler Migranten,
die überwiegend im Niedriglohnsektor, also auch in
der Landwirtschaft, arbeiten, verschärfen. Der Personalmangel
hat höhere Löhne zur Folge.
MAHA kostet. Nun will der US-Gesundheitsminister Robert
F. Kennedy Jr. vermeintlich schädliche Zusatzstoffe wie
Lebensmittelfarben oder Zuckerersatz durch natürliche Alternativen
ersetzen lassen. Seine Mission „Make America Healthy
Again“ (Mach Amerika wieder gesund) würde die Produktion
zusätzlich verteuern, wenngleich eine gesündere
Ernährung der Menschen in den USA dringend geboten wäre.
Auch US-Präsident Donald Trump mischt sich ein. Nach eigenen
Angaben hat er Coca-Cola davon überzeugt, in den
USA künftig Rohrzucker statt Maissirup zu verwenden.
Schließlich dürfte sich die Konjunktur in den USA langsam,
aber sicher abkühlen. Das wird die Konsumstimmung
belasten. In einem solchen Umfeld greifen Verbraucher erfahrungsgemäß
häufiger zu preiswerteren Handelsmarken.
In Deutschland kommen noch hohe Energiekosten und eine
ausufernde Bürokratie hinzu.
Unternehmen der Lebensmittelbranche reagieren auf
schwache Aktienkurse und vielfältige Belastungen mit verschiedenen
Strategien. So setzt das italienische Familienunternehmen
Ferrero auf Größe und übernimmt WK Kellogg
für 3,1 Milliarden Dollar. Damit wollen die Italiener ihr US-
Geschäft ausbauen. Der in Nordamerika tätige Hersteller von
Frühstücksflocken ist im Herbst 2023 durch die Aufspaltung
der Kellogg Company entstanden. Ferrero verspricht sich
durch den Zukauf, eine stärkere Verhandlungsposition beim
Einkauf und Vertrieb zu erreichen. Allerdings ist Ferrero
nicht börsennotiert und bei WK Kellogg ist nach einem Kurssprung
von 17,50 auf rund 23 Dollar wohl keine Luft mehr
für weitere Wertsteigerungen.
Eine ähnliche Strategie hatte zuvor bereits Mars verfolgt.
Das amerikanische Familienunternehmen schluckte im August
2024 Kellanova für knapp 36 Milliarden Dollar. Der Hersteller
von Snacks wie Pringles-Chips war durch die Aufspaltung
der Kellogg Company in WK Kellogg und Kellanova
entstanden.
Leichter zu steuern. Anders als Ferrero und Mars setzte
Kellogg also nicht auf Größe, sondern auf Fokussierung. Die
Anforderungen der verschiedenen Sparten der Lebensmittelindustrie,
etwa Tiefkühlkost oder Snacks, sind sehr unterschiedlich.
Das verkompliziert die Führung großer Konzerne
mit einem breiten Produktangebot.
Fokussierte Portfolios lassen sich dagegen leichter und effizienter
steuern. Für die Kellogg-Aktionäre hat sich die Aufspaltung
auf jeden Fall gerechnet. Die Aktien beider Spin-offs
stiegen nach den Übernahmeangeboten um rund ein Drittel.
Nun gibt es Gerüchte, dass auch Kraft Heinz auf „Small is beautiful“
setzt und sich aufspalten will.
KRAFT HEINZ
Dringender Handlungsbedarf
CEO Carlos Abrams-Rivera und sein Team stehen mächtig unter Druck. Der Aktienkurs
hat binnen drei Jahren in Dollar mehr als 25 Prozent an Wert verloren.
Für Anleger aus dem Euroraum sieht es aufgrund der Dollarabwertung noch
schlechter aus. Die Ergebnisse des zweiten Quartals lassen kaum eine Trendwende
erkennen – im Gegenteil. So sank der Umsatz um weitere 1,9 Prozent
auf nur noch 6,4 Milliarden Dollar. Zwar legte das Geschäft im Ausland etwas zu,
dafür schrumpfte es auf dem wichtigen amerikanischen Heimatmarkt. Insgesamt
gab es nach einem kleinen Nettogewinn im Vorjahr jetzt einen saftigen
Verlust von 7,8 Milliarden Dollar. Warren Buffetts Holding Berkshire Hathaway
hält 27 Prozent an Kraft Heinz und hat gerade fast vier Milliarden Dollar auf die
Beteiligung abgeschrieben.
Abspaltung geplant. Nun berichtet das Wall Street Journal, dass Kraft Heinz
sein Lebensmittelgeschäft ausgliedern möchte. Hierzu zählen unter anderem
verarbeitete Käse- und Fleischprodukte. Der Wert des neuen Unternehmens
wird auf rund 20 Milliarden Dollar geschätzt. Die Marktkapitalisierung des gesamten
Konzerns beläuft sich derzeit auf rund 33 Milliarden Dollar. Das bekannte
Ketchup und die Senfmarke Grey Poupon sollen dem Bericht zufolge
bei Kraft Heinz verbleiben. Abrams-Rivera lehnte eine Stellungnahme ab. Allerdings
hatte das Management bereits im Mai darauf hingewiesen, strategische
Transaktionen zur Steigerung des Unternehmenswerts zu prüfen. Mit 24
Marken und einer breiten Produktpalette, die von Ketchup über gefrorene Fertiggerichte
bis hin zu Fruchtsäften reicht, drängt sich für den Konzern eine Aufspaltung
geradezu auf.
FOCUS MONEY 33/2025
Gewinnrückgang erwartet
Kraft Heinz rechnet im Gesamtjahr mit einem
bereinigten Gewinn je Aktie von 2,51 bis 2,67
Dollar. Im Jahr 2024 hatte der Konzern noch
3,06 Dollar je Anteilsschein verdient
Kraft Heinz
Kurs der Kraft-Heinz-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
20
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
A14TU4/US5007541064
Börsenwert 28,4 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 10,6/10,1
Dividendenrendite für 2025e/26e 5,8/5,9 %
Kursziel/Stoppkurs 30,00/20,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 26 %
Quelle: Onvista, eigene Schätzungen
40
35
30
25
e = erwartet
63
moneymarkets
CAMPBELL‘S
Schlankheitskur täte gut
Auch das für seine Suppen bekannte US-Unternehmen könnte durchaus etwas
abspecken. Denn Campbell`s hat nicht nur eine Vielzahl von Dosensuppen im
Angebot, sondern auch Soßen, Fertig- und Mikrowellengerichte sowie Tomatensaft.
Dazu kommen noch Snacks wie Kekse und Chips. Diese breite Produktpalette
schmeckt nicht jedem Anleger. Die an der Nasdaq notierte Aktie ist auf Sicht
von drei Jahren um gut ein Drittel gesunken.
Zwar nahm der Umsatz im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2024/25 um
vier Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Dollar zu. Doch das lag zu einem guten Teil
an der Übernahme von Sovos Brands im Frühjahr des vergangenen Jahres. Dadurch
vergrößerte sich das Produktportfolio noch einmal spürbar. Sovos Brands
stellt unter anderem Trockenteigwaren, Tiefkühlgerichte und Tiefkühlpizza her.
Organisch wuchs Campbell`s im Berichtszeitraum nur um ein Prozent. Der Gewinn
je Aktie halbierte sich sogar auf nur noch 0,22 Dollar.
Ohne Einmaleffekte deutlich besser. Bereinigt um verschiedene Sondereffekte
wie Kosten für Sparprogramme oder Wertminderungen sieht die Gewinnentwicklung
schon deutlich besser aus. Der bereinigte Gewinn je Aktie sank in
Q3 nur von 0,75 auf 0,73 Dollar. Außerdem versucht das Unternehmen, seine Anleger
durch eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik bei Laune zu halten.
Die jüngste Quartalsdividende belief sich auf 0,39 Dollar und lag damit zwei Cent
höher als vor einem Jahr. Dazu kamen noch Aktienrückkäufe. Insgesamt zahlte
Campbell`s in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 403 Millionen
Dollar an seine Aktionäre. Das entspricht immerhin gut vier Prozent des
aktuellen Börsenwerts.
Weniger könnte mehr sein
Das Angebot von Campbell`s ist einfach zu
breit. Eine Abspaltung oder ein Verkauf der
Snacks oder der Tiefkühlgerichte würde die
Komplexität des Geschäftsmodells verringern
Campbell’s
Kurs der Campbell-Aktie in Euro
50
200-Tage-Linie
25
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
850561/US1344291091
Börsenwert 8,4 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/25e 15,8/11,9
Dividendenrendite für 2024e/25e 4,8/5,0 %
Kursziel/Stoppkurs 34,00/24,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 22 %
Quelle: Onvista, eigene Schätzungen
45
40
35
30
e = erwartet
SMITHFIELD
Fleisch und Wurst findet Anklang
Zwar ist auch der amerikanische Lebensmittelkonzern Smithfield mit zahlreichen
verschiedenen Marken wie Eckrich, Nathan’s Famous oder eben Smithfield aktiv.
Doch sie alle sind auf abgepackte Fleisch- und Wurstwaren fokussiert. Die
Anleger honorieren das. Seit dem Börsengang am 28. Januar dieses Jahres ist
der Aktienkurs um rund 20 Prozent gestiegen.
Das Unternehmen wurde im Jahr 1936 gegründet. Smithfield war bereits von
1999 bis 2013 an der Börse notiert. Dann übernahm der chinesische Fleischproduzent
WH Group die US-amerikanische Firma und nahm sie von der Börse.
Damals gab es Bedenken hinsichtlich der möglichen Auswirkungen auf die amerikanische
Lebensmittelsicherheit. Anfang 2025 folgte das Börsen-Comeback.
Starke Marktposition. Smithfield belegt eigenen Angaben zufolge in sechs
Warenkategorien in den USA Platz eins oder zwei. Das Unternehmen ist Marktführer
bei ungekochtem Speck und geräuchertem Schinken. Nach dem erneuten
Börsengang legte der Konzern überzeugende Quartalsergebnisse vor. Der Umsatz
stieg in den ersten drei Monaten um 9,5 Prozent auf fast 3,8 Milliarden Dollar.
Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich sogar von 0,32 auf 0,58 Dollar.
Seit der Veröffentlichung der Ergebnisse geht es mit dem Aktienkurs bergauf.
Die starke Gewinnentwicklung beruht maßgeblich auf dem Turnaround bei
Schweinefleisch-Produkten. Bei dem Geschäftsbereich war im Auftaktquartal des
vergangenen Jahres noch ein operativer Verlust von 174 Millionen Dollar angefallen.
Jetzt schrieb er eine schwarze Null. Für das Gesamtjahr peilt Smithfield-
CEO Shane Smith ein operatives Ergebnis von plus/minus 50 Millionen Dollar an.
64
Zukäufe möglich
Smithfield will auch durch Übernahmen in
Nordamerika wachsen. Ende März verfügte
das Unternehmen über Barmittel und Kreditlinien
von 3,2 Milliarden Dollar
Smithfield
Kurs der Smithfield-Aktie in Euro
Börsengang
17
JAN F M A M J JUL
WKN/ISIN
A40ZZF/US8322482071
Börsenwert 8,4 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 10,6/10,0
Dividendenrendite für 2025e/26e 3,8/4,6 %
Kursziel/Stoppkurs 26,00/18,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 23 %
Quelle: Onvista, eigene Schätzungen
21
20
19
18
e = erwartet
FOCUS MONEY 33/2025
LINDT & SPRÜNGLI
Nur für tiefe Taschen
Was eine starke Marke wert ist, zeigt der Schweizer Schokoladenkonzern.
Aufgrund rekordhoher Kakaopreise verkaufte Lindt & Sprüngli seine Pralinen
und Schoko-Osterhasen in den ersten sechs Monaten im Durchschnitt
15,8 Prozent teurer als noch vor einem Jahr. Das sorgte zwar für einen Rückgang
des Verkaufsvolumens. Dieses fiel mit 4,6 Prozent jedoch deutlich geringer
aus als die Preiserhöhungen.
Der Umsatz stieg um neun Prozent auf knapp 2,5 Milliarden Schweizer Franken.
Bei konstanten Wechselkursen wäre das Wachstum sogar noch etwas höher
ausgefallen. Insbesondere in Europa liefen die Geschäfte gut, während
Nordamerika enttäuschte. Trotzdem erhöhte CEO Adalbert Lechner die Prognose
für das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr von bisher sieben
bis neun auf jetzt neun bis elf Prozent. Der Reingewinn sank im ersten Halbjahr
allerdings um 13,3 Prozent auf 188,9 Millionen Franken.
Erstmals Nummer 1. In diesem Jahr kürte das Kantar Brandz Ranking Lindt
erstmals zur wertvollsten Schokoladenmarke der Welt. Ein weiterer Wachstumstreiber
ist der Ausbau des Ladennetzwerks. So stieg die Zahl der Läden
im Jahresvergleich von 540 auf 590, darunter ein Flagship-Store, den Lindt-
Markenbotschafter Roger Federer am Londoner Piccadilly Circus eröffnete.
Zudem expandierte Lindt & Sprüngli in Saudi-Arabien, Chile und Indien. Das
Schweizer Traditionsunternehmen reagiert vergleichsweise schnell auf neue
Trends. So führte Lindt Ende 2024 die Dubai Style Chocolade ein, die vor allem
jüngere Käufer ansprechen soll. Eine 145-Gramm-Tafel kostet fast zehn Euro.
Saftige Preise
Mehr noch als die Produkte ist die Aktie sehr
teuer. Das gilt nicht nur für den absoluten
Preis, Lindt & sondern Sprüngli auch für die Bewertung
Kurs der Lindt-&-Sprüngli-
Aktie in Tsd. Euro
140
130
120
100
200-Tage-Linie
90
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
859568/CH0010570759
Börsenwert 29,5 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 38,0/35,2
Dividendenrendite für 2025e/26e 1,4/1,5 %
Kursziel/Stoppkurs 145 000,00/110 000,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 16 %
Quelle: Onvista, eigene Schätzungen
110
e = erwartet
FROSTA
Heiße Wette auf Tiefkühlware
Politische Spannungen in vielen europäischen Ländern, Entlassungen von Unternehmen
und die schwache Konjunktur belasten die Stimmung der Verbraucher.
Umso erstaunlicher ist es, dass Frosta seinen Umsatz in der ersten Hälfte
2025 um 4,4 Prozent auf 329,9 Millionen Euro gesteigert hat. Der Nettogewinn
legte sogar um 14,5 Prozent auf 17,7 Millionen Euro zu – und dies, trotz weiterhin
hoher Material- und Energiekosten. Aufgrund der letzten Tarifabschlüsse
und zusätzlicher Schichten stiegen die Personalkosten sogar um zwölf Prozent.
Der Tiefkühlspezialist verdankt den gestiegenen Umsatz und Gewinn vor
allem der Marke Frosta, die um 12,2 Prozent wuchs. Das Unternehmen wirbt
damit, dass seine Produkte aus natürlichen Zutaten bestehen, umweltfreundlich
verpackt sind und Tierwohlstandards eingehalten werden.
Weiteres Potenzial. CEO Felix Ahlers räumt allerdings ein, dass die Profitabilität
des Geschäftsbereichs noch hinter den großen internationalen Wettbewerbern
zurückbleibt. Der Grund: Die Werbekosten verteilen sich auf einen
vergleichsweise geringen Umsatz. Mit jedem Euro mehr Verkaufserlös verbessert
sich jedoch das Verhältnis von Werbeaufwand zu Umsatz.
Frosta produziert nicht nur die Produkte der eigenen Marke, sondern auch
solche von Handelsmarken. Die Rezepturen und Verpackungsvorgaben werden
dabei vom jeweiligen Handelspartner gestellt. Dieses Geschäft ist in den
ersten sechs Monaten um 5,6 Prozent zurückgegangen, was unter anderem
am Wegfall unwirtschaftlicher Aufträge lag. Außerdem beliefert Frosta Großverbraucher.
Ein internationaler Konzern könnte mit einer Übernahme von
Frosta seine Präsenz in Deutschland vergrößern.
FOCUS MONEY 33/2025
Nichts für schwache Nerven
Der steile Kursanstieg seit Jahresanfang und
die vergleichsweise geringe Größe machen
Frosta anfällig für eine Korrektur. Die Bewertung
bietet jedoch noch Kurspotenzial
Frosta
Kurs der Frosta-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
40
2022 2023 2024 2025
WKN/ISIN
606900/DE0006069008
Börsenwert 687,9 Mio. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 14,7/13,4
Dividendenrendite für 2025e/26e 2,6/2,8 %
Kursziel/Stoppkurs 125,00/85,00 €
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 25 %
Quelle: Onvista, eigene Schätzungen
90
80
70
60
50
e = erwartet
65
moneymarkets
LUFTFAHRT
Ausnahmeerscheinung
US-Präsident Donald Trump verschont Flugzeugteile von seinen Einfuhrzöllen. Dazu kommt
ein boomendes Ersatzteil-Geschäft. Das verleiht den entsprechenden Aktien Flügel
von LUDWIG BÖHM
FLUGZEUGTURBINE: Die
USA sind hier auf Importe
angewiesen
Fünfzehn Prozent auf alles – außer Flugzeugteile! So ließe
sich Trumps Zollpolitik vereinfacht ausdrücken.
Denn bestimmte Waren, auf die die USA angewiesen
sind, werden gar nicht mit Einfuhrzöllen belegt. Dazu gehören
Flugzeugteile. Bei MTU dürften die Sektkorken geknallt
haben, als sich die USA und die EU am letzten Juli-Wochenende
auf einen Rahmenvertrag geeinigt haben, der die Flugzeugzulieferer
von den Einfuhrzöllen ausnimmt. Bei Rolls-
Royce dürfte das schon vorher der Fall gewesen sein.
Großbritannien war das erste Land, das ein Abkommen mit
den USA erzielte. Auch hier sind Flugzeugteile zollfrei.
Für die Flugzeugzulieferer ist das wachsende Ersatzteilgeschäft
mindestens ebenso wichtig. Weltweit gibt es immer
mehr Flugzeuge, die regelmäßig gewartet und überholt wer-
den müssen. Vor allem bei älteren Triebwerken ist der Bedarf
groß. Im Durchschnitt sind die Flieger 25 bis 30 Jahre lang
im Betrieb. Bei den Airlines stockt schon seit geraumer Zeit
der Austausch älterer durch neue Maschinen. Denn Airbus
und Boeing kommen mit der Produktion nicht hinterher.
Der europäische Flugzeugbauer hat im ersten Halbjahr
306 Passagiermaschinen ausgeliefert. Die Kunden bestellten
jedoch 402 neue Verkehrsflugzeuge. Es ist äußerst komplex,
die Produktion hochzufahren. Noch schwieriger stellt sich
die Situation bei den Amerikanern seit den beiden Abstürzen
einer Boeing 737 Max im Jahr 2018 und 2019 dar. Die
irische Billigfluglinie Ryanair hat bereits ihre Prognose für
die Passagierzahlen im laufenden Geschäftsjahr reduziert,
da sich die Auslieferungen von Boeing verzögern.
66
Foto: MTU
FOCUS MONEY 33/2025
Der weltweit größte Zulieferer für die Flugzeugindustrie
ist als US-Unternehmen zumindest vor Trumps Zöllen ohnehin
geschützt: GE Aerospace. Das Unternehmen ist erst
vor gut einem Jahr durch die Aufspaltung des Mischkonzerns
General Electric entstanden. Der Konzern baut verschiedene
Triebwerke sowohl für zivile als auch militärische Flugzeuge.
Dazu kommen noch Gasturbinen für Schiffe und verschiedene
Services. Die Amerikaner bezeichnen sich selbst
als führenden Anbieter für integrierte Triebwerkswartung.
Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1917
zurück. Als die USA in den Ersten Weltkrieg eintraten, suchte
die Regierung nach einem Unternehmen, das Turbolader
für Militärflugzeuge entwickeln sollte. GE erhielt den Zuschlag
und avancierte zum Weltmarktführer bei Düsentriebwerken.
Das Unternehmen zeichnet sich immer wieder
durch technische Innovationen aus.
GE Aerospace befindet sich auf einem steilen Wachstumskurs.
Der Umsatz legte im zweiten Quartal um 21 Prozent
auf elf Milliarden Dollar zu. Der Gewinn je Aktie stieg überproportional
um 56 Prozent auf 1,87 Dollar. Ein Höhepunkt
war eine Bestellung von Qatar Airways. GE Aerospace wird
400 Triebwerke liefern, was den bislang größten Auftrag in
der Unternehmensgeschichte darstellt. Nach dem starken
Kursanstieg ist die Aktie aktuell hoch bewertet.
Ein weiterer großer Hersteller von Flugzeugturbinen
stammt ebenfalls aus den USA: Pratt & Whitney. Das Unternehmen
gehört allerdings seit 2020 zu RTX (ehemals Raytheon
Technologies). Da der Konzern mit Rüstungsgütern einen
ähnlich hohen Umsatz erzielt wie mit Pratt & Whitney,
ist er kein Pure-Play-Flugzeugzulieferer.
Große Joint Ventures. Der französische Technologiekonzern
Safran betreibt gemeinsam mit GE Aerospace das
Gemeinschaftsunternehmen CFM, das unter anderem den Leap-Turbofan
baut. Dieser ist der Nachfolger des meistverkauften
Triebwerks CFM56. Der Leap-Triebwerkstyp wird in den
Verkehrsflugzeugen Airbus A320neo, Boeing 737 Max und
Comac C919 eingesetzt. Darüber hinaus produziert Safran
Fahrwerke, Räder, Bremsen und komplette Landesysteme für
zivile und militärische Flugzeuge sowie Hubschrauber.
Außerdem bietet Safran alles, was zur Ausstattung von
Flugzeugkabinen benötigt wird, darunter Gepäckfächer, Türen,
Toiletten und Bordküchen. Zudem beliefert der Konzern
das Militär mit Navigationssystemen. Zusammen mit Airbus
betreibt Safran schließlich die Arianegroup, die die Trägerraketen
Ariane 5 und 6 produziert. Das Gemeinschaftsunternehmen
baut außerdem Raketen für die französische Marine.
Insgesamt ist der bereinigte Umsatz im ersten Halbjahr
um 13,2 Prozent auf 14,7 Milliarden Euro gestiegen.
Auf Basis der insgesamt starken Halbjahresergebnisse erhöhte
Konzernchef Olivier Andriès die Prognose für das Gesamtjahr.
Der Umsatz soll jetzt nicht mehr um zehn Prozent
steigen, sondern um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz.
Und die Erwartung für das bereinigte operative Ergebnis
schraubte Andriès von 4,8 bis 4,9 nun auf fünf bis 5,1 Milliarden
Euro hoch. In den ersten sechs Monaten hatten die
Franzosen bereinigt operativ 2,5 Milliarden Euro verdient
und damit 27 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch hier ist
die Bewertung der Aktie durchaus ambitioniert.
Beim britischen Triebwerkshersteller Rolls-Royce brummt
ebenfalls das Geschäft (siehe S. 23). Im ersten Halbjahr erhöhte
sich der Umsatz um 7,1 Prozent auf 9,5 Milliarden britische
Pfund. Der Gewinn je Aktie legte von 13,71 auf 52,38
Pence zu. Rolls-Royce baut nicht nur Triebwerke für Flugzeuge,
sondern entwickelt auch Mini-Kernkraftwerke zur
Stromerzeugung. CEO Tufan Erginbilgic erwartet hier ab
2030 erste positive freie Cashflows. Bereits heute stellt das
Unternehmen stationäre Stromspeicher her.
Deutlich kleiner und preiswerter. Im internationalen Vergleich
belegt die MTU eher einen hinteren Platz. Dafür ist die
Aktie deutlich günstiger bewertet, woraus auch eine größere
Kursfantasie resultiert. David Perry, Analyst bei J.P. Morgan,
hat das Kursziel für den deutschen Flugzeugzulieferer
zuletzt von 375 auf 430 Euro angehoben.
Kein Wunder: Die Halbjahresergebnisse fielen beeindruckend
aus. Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 4,1 Milliarden
Euro. Davon steuerte das Instandhaltungsgeschäft 2,8
Milliarden Euro bei, was einem Plus von 22 Prozent entspricht.
Allerdings fällt die Gewinnmarge in der Servicesparte
deutlich geringer aus als beim Verkauf von Triebwerken.
Wie seine Wettbewerber beliefert MTU auch das Militär. So
stammt der Antrieb des Eurofighters beispielsweise von den
Deutschen. Der Verteidigungsbereich spielt jedoch eine untergeordnete
Rolle. Insgesamt verbesserte sich der Gewinn
je Aktie von 5,30 auf 9,37 Euro.
Vier Überflieger
Die Aktien der Flugzeugzulieferer sind ambitioniert bewertet. Aber die Nachfrage steigt durch den Bau neuer Flieger und die
Instandhaltung älterer Maschinen. Bislang haben die Titel ihre hohen Bewertungen gerechtfertigt und alle liegen im Plus
Unternehmen WKN/ISIN Börsenwert
in Mrd. Euro
KGV
2025/26e
Dividendenrendite
2025/26e
Kursziel in Euro
Kurspotenzial in
Prozent
Stoppkurs
in Euro
GE Aerospace A3CSML/US3696043013 252,9 42,8/37,5 0,5/0,6 280,00 17 210,00
Safran 924781/FR0000073272 120,3 36,5/28,4 1,2/1,4 350,00 21 240,00
Rolls-Royce A1H81L/GB00B63H8491 107,2 44,6/36,9 0,8/1,0 16,00 26 11,00
MTU A0D9PT/DE000A0D9PT0 20,5 22,9/21,5 0,8/1,1 480,00 27 330,00
Quelle: Bloomberg, eigene Schätzungen
FOCUS MONEY 33/2025
67
moneymarkets
Das Beste für
FOCUS-MONEY-Leser
Der 1843 gegründete „The
Economist“ mit dem Leitmotto
„Den globalen Fortschritt
inspirieren“ gilt heute
als eine der führenden Wirtschaftszeitschriften
der
Welt. Er betont seine Unabhängigkeit
und Objektivität;
mit Büros in 14 Ländern
weltweit ist er für seine tiefen
Analysen der globalen
Wirtschaft und Politik
bekannt. In einer Kooperation
macht FOCUS MONEY
seinen Lesern in der Regel
wöchentlich einen ausge
wählten Artikel aus „The
Economist“ zugänglich.
KÜNSTLICHE
INTELLIGENZ
LOGO VON DEEPSEEK:
Der chinesische
Marktführer musste
die Markteinführung
seines neuesten
KI-Modells
verschieben
Den
Drachen
entfesseln
China verfügt über
hochkarätige KI-
Modelle. Aber es
ist schwierig, sie
zu betreiben.
Trumps Kehrtwende
bei Chip-Exportkontrollen
könnte
ein Segen sein
Vor sechs Monaten hat Deepseek, ein chinesisches Unternehmen
für künstliche Intelligenz (KI), die Welt mit
dem Modell v3 und seinen Nachfolgern begeistert. Zum
ersten Mal produzierte ein anderes Land als die USA – und ein
Land, das Amerika von der Versorgung mit Spitzen-Halbleiterchips
abgeschnitten hatte – Open-Source-Modelle, die mit
denen aus dem Silicon Valley konkurrierten.
Trotz der Beschränkungen trainierten chinesische Unternehmen
weiterhin weltweit führende KI-Modelle – Kimi K2,
das im Juli von Moonshot AI vorgestellt wurde, einem in Peking
ansässigen Labor, das von einem Google- und Meta-Absolventen
gegründet wurde, setzte sich direkt an die Spitze der
weltweiten Rangliste. Mit mehr Parametern, wie die Verbindungen
zwischen den künstlichen Neuronen eines Modells
genannt werden, als jedes Open-Source-Äquivalent, übertraf
Kimi K2 seine westlichen Konkurrenten ChatGPT 4.1 bei Tests
der Codierfähigkeit und Claude 4 Opus bei Tests der wissenschaftlichen
Kenntnisse.
Mangel an Datenzentren. Damit Modelle wirklich beeindrucken,
müssen sie auch benutzt werden. In diesem Bereich
sind die Beschränkungen für Chips am stärksten ausgeprägt.
Der Mangel hat sich auf die Datenzentren ausgewirkt, welche
die KI-Labore benötigen, um ihre einmal trainierten Systeme
zu betreiben. Verlangsamungen, Nutzungsbeschränkungen
und Verbindungsabbrüche sind an der Tagesordnung. „Wir
haben euer Feedback gehört – Kimi K2 ist LAAAAAAAAAANG-
SAM“, schrieb Moonshot ein paar Tage nach dem Start auf X.
Deepseek hat unterdessen die Markteinführung seines neuesten
KI-Modells verschoben, um ähnliche Leistungsproble-
68
Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 33/2025
me zu vermeiden, so ein Bericht von The Information. Und
so hatten beide Unternehmen vor zwei Wochen Grund zur
Freude, als das Weiße Haus seine jüngsten Exportkontrollen
aufhob und Nvidia den Verkauf seiner H20-Chips in
China wieder erlaubte. Die Bereitstellung dieser Mittel für
die dortigen Technologieunternehmen wird die Hürden beseitigen,
die derzeit ihr Wachstum bremsen.
China bietet fruchtbaren Boden für einen KI-Boom. Das
Land hat Millionen von Absolventen der Natur- und Ingenieurwissenschaften,
freie Netzkapazitäten, den politischen
Willen, Rechenzentren so schnell zu bauen, wie Beton
gegossen werden kann, und Zugang zu allen
öffentlichen Datenquellen des Westens und zu weiteren eigenen.
Es fehlt jedoch an einer eigenen Quelle für Rechenleistung,
ein grundlegendes Hindernis, das die Entwicklung
seiner Industrie bisher geprägt hat.
In den vergangenen Monaten haben chinesische Unternehmen
viele Möglichkeiten gefunden, die amerikanischen
Beschränkungen zu umgehen. Seit April wurden Chips im
Wert von einer Milliarde Dollar in das Land eingeführt, und
einheimische Unternehmen wie Huawei haben Chips entwickelt,
die in mancher Hinsicht mit dem Spitzenangebot
von Nvidia mithalten können (wenn auch in kleineren
Stückzahlen). Auch die unermüdliche Konzentration auf
Effizienz hat zu Durchbrüchen geführt.
Der begrenzte Zugang zu Chips erklärt auch ein anderes
Merkmal des chinesischen KI-Sektors, das Außenstehende
verblüfft hat: die Hingabe an Open-Source-Versionen. Deepseek
v3 und Kimi K2 sind beide über Hosting-Dienste von
Drittanbietern wie dem in New York ansässigen Unternehmen
Hugging Face erhältlich, können aber auch heruntergeladen
und auf der eigenen Hardware ausgeführt werden. Dadurch
wird sichergestellt, dass auch dann, wenn das
Unternehmen nicht über die nötige Rechenleistung verfügt,
um Kunden direkt zu bedienen, die Unterstützung für seine
Modelle anderweitig verfügbar ist. Und die Open-Source-
Veröffentlichungen dienen als Ausweg, um Hardware-Verbote
zu umgehen: Auch wenn Deepseek nicht einfach Nvidia-Chips
erwerben kann, Hugging Face kann das.
Nicht alle chinesischen Unternehmen sind gleichermaßen
von den Beschränkungen betroffen. Vor Kurzem
ver öffentlichte Alibaba das neueste Modell seiner Qwen3-
Familie, ein Open-Source-Denkmodell namens Qwen3-
235B-A22B-Thinking-2507. Die Veröffentlichung bringt
Qwen und die chinesische KI im Allgemeinen nicht nur
auf das Niveau der besten Open-Source-KI-Modelle, sondern
auf das der besten KI-Modelle überhaupt.
Das System von Alibaba ist etwa ein Viertel so groß wie das
von K2 und benötigt entsprechend weniger Rechenleistung.
Im Gegensatz zu Deepseek und Moonshot verfügt Alibaba
über eine umfangreiche Cloud-Infrastruktur, um die Modelle
am Laufen zu halten. Schnellere und effizientere Modelle
sind eindeutig das neue Spiel in der chinesischen KI-Branche:
Vor Kurzem veröffentlichte ein anderes Labor, Z.ai, zwei Modelle
mit den Namen GLM-4.5 und 4.5 Air, und preist ausdrücklich
deren Geschwindigkeit und Effizienz an.
Aber die ausgeklügelten Behelfslösungen und beeindruckenden
Modelle können die begrenzten Ressourcen nur
bis zu einem gewissen Grad ausreizen. Und seit April gibt
es eine Einschränkung, die schmerzhafter ist als alle anderen:
der Verlust der H20-Chips von Nvidia.
Erfolgreiche KI-Unternehmen müssen in der Lage sein,
zwei Dinge zu tun: Modelle zu trainieren und sie dann auszuführen,
ein Prozess, der als Inferenz bekannt ist. Die finanziell
am besten ausgestatteten chinesischen Labore haben
weiterhin Trainingsläufe in vergleichbarem Umfang
wie ihre westlichen Kollegen durchgeführt. Aber die Inferenz
hat sich als schwieriger erwiesen. Während Trainingsdatenzentren
monolithische Cluster von Spitzenchips benötigen,
wird Inferenz am besten von Chips durchgeführt,
die ein Gleichgewicht zwischen Leistung, Energieeffizienz
und der Fähigkeit zur schnellen Datenübertragung bieten.
Bis April war der H20 der Chip der Wahl.
Schlimmer noch: Obwohl ein Trainingslauf eine Vorleistung
ist, die sich über die Lebensdauer des Modells durch Einnahmen
amortisieren kann, hat ein Unternehmen, das während
der Inferenz Geld verliert, keine Möglichkeit, diese
Verluste auszugleichen. Das bedeutet, dass der Zugang zu
Chips für die Inferenz, nicht für das Training, der Engpass ist,
der das Wachstum der chinesischen KI-Branche einschränkt.
Gemischte Signale aus dem Weißen Haus. Die Trump-
Administration hat daraufhin gemischte Signale ausgesandt.
Der Anfang Juli veröffentlichte KI-Aktionsplan verschärft
einige Chip-Kontrollen und betont, dass es sowohl
für den geostrategischen Wettbewerb als auch für die nationale
Sicherheit von Bedeutung ist, Gegnern den Zugang
zu „fortschrittlicher KI-Rechenleistung“ zu verwehren,
und er fordert neue Ansätze zur Durchsetzung von Exportkontrollen.
Gleichzeitig hat er das Verbot von H20-Exporten
mit der Begründung aufgehoben, dass es für die
chinesische KI besser sei, sich für ihren gesamten Technologiebedarf,
einschließlich Inferenz, auf amerikanische
Unternehmen zu verlassen, als eine gleichwertige inländische
Kapazität aufzubauen.
Kurzfristig wird eine solche Lockerung für China ein
schwacher Trost sein. Nvidias eigene Lieferengpässe bedeuten,
dass der Tech-Gigant aus dem Silicon Valley die
Nachfrage des Landes nach Chips frühestens im vierten
Quartal des Jahres decken kann.
Das bedeutet, dass Modelle, die auf eine effiziente Ausgabe
und die Möglichkeit, sie direkt auf Handys und Laptops
zu nutzen, ausgerichtet sind, vorerst weiterhin Vorrang haben
werden. Doch wenn die Exporte aus den Vereinigten
Staaten von Amerika wieder anziehen, könnte der chinesische
KI-Sektor 2026 endlich mit deutlich weniger Zwängen
an den Start gehen.
FOCUS MONEY 33/2025
69
moneymarkets
PC-PANEL FÜR
MARITIME ANWEN-
DUNGEN: Hohe
Nachfrage für
Kontron-Produkte
KONTRON
Im Kleinen
ganz groß
Ein guter Newsflow trieb die Aktie des
IoT-Spezialisten Kontron über Chart-
Widerstände hinweg auf ein neues
Mehrjahreshoch. Gelingt der Durchbruch,
sollte noch mehr möglich sein.
von THOMAS SCHUMM
Spannende Chart-Situation
Immer wieder scheiterte die Aktie an der Widerstandszone
bei 23/25 Euro. Inzwischen ist diese
überwunden, Kontron der Kurs notiert über dem 2018er-Hoch
Kurs der Kontron-Aktie in Euro
200-Tage-Linie
14
2023 2024 2025
WKN/ISIN
A0X9EJ/AT0000A0E9W5
Börsenwert 1,84 Mrd. €
Kurs-Gewinn-Verhältnis 2025e/26e 16,2/13,2
Dividendenrendite für 2025e/26e 2,7/3,0 %
Kursziel/Stoppkurs
35,00/21,00 Euro
Risiko ■ ■ ■ ■ ■Kurspotenzial 24 %
Quelle: Bloomberg
26
22
18
e = erwartet
Die Börse hatte bei Kontron in den
vergangenen
Monaten einiges zu feiern: Im
Februar sicherte sich der Spezialist für IoT-Technologie (IoT:
Internet of Things – Internet der Dinge; Maschinen kommunizieren
mit anderen Maschinen) einen Auftrag über 250 Millionen Dollar
für 5G-IoT-Konnektivitätsmodule für mehrere globale Automobilhersteller.
Im März folgte ein weiteres Neugeschäft mit einem
Volumen von 40 Millionen Euro über Sensortechnik, ebenfalls aus
der Automotive-Branche. Im April gab es den Zuschlag für ein Projekt
zum digitalen Zugfunk (GSM-R) für die Bahnstrecke Medina
del Campo in Spanien über 20 Millionen Euro, im Juni eine Bestellung
über 26 Millionen Euro der tschechischen Bahn und im Juli
ein Großauftrag der französischen Bahn SNCF im dreistelligen
Millionenbereich. Insgesamt summierte sich der Auftragsbestand
bei Kontron in Linz, die 2017 (Umfirmierung 2022) aus der Übernahme
der alten Kontron (Augsburg) durch die österreichische S&T
hervorging, zum Ende des ersten Quartals auf stattliche 2,187 Milliarden
Euro (Ende 2024: 2,078 Milliarden Euro). Beeindruckend
ist auch die Projekt-Pipeline von Kontron mit 7,447 (6,643) Milliarden
Euro. Das schafft reichlich Fantasie für künftiges Wachstum.
Im ersten Quartal verbesserte sich der Umsatz um 8,2 Prozent
auf 385,4 Millionen Euro bei einer Bruttomarge von 44,0 Prozent.
Das operative Ergebnis (Ebitda) stieg dabei 35,4 auf 48,0 Millionen
Euro, bei einer Ebitda-Marge von 12,4 Prozent (Vorjahr: 10,0 Prozent).
Unter dem Strich blieb ein Gewinn je Aktie von 0,33 (0,26)
Euro. Für das Gesamtjahr erwartet Kontron ein Ebitda von 220 Millionen
Euro, nach 192 Millionen Euro im Jahr 2024. Der Umsatz
soll zwischen 1,9 und zwei Milliarden Euro liegen, gegenüber
1,685 Milliarden Euro im vergangenen Jahr.
Den Halbjahresbericht wird Kontron am 6. August (nach Redaktionsschluss)
veröffentlichen. Die Entwicklung im zweiten Quartal
soll ähnlich gut wie in den ersten drei Monaten verlaufen sein.
Allein der Verkauf der Jumptec an Congatec, einem Portfoliounternehmen
der börsennotierten Deutschen Beteiligungs-AG am 1. Juli
führte bei Kontron zu einem Mittelzufluss von mehr als 100 Millionen
Euro, wodurch das Ebitda im zweiten Quartal um 50 bis 70
Millionen Euro gesteigert werde, wie es aus dem Unternehmen
heißt. Grundsätzlich will der Vorstand das Wachstum im Bereich
Software bei weiteren Margensteigerungen fortsetzen, auch soll
es weiterhin Portfoliobereinigungen geben. Vor diesem Hintergrund
und angesichts der Auftragslage ist die Kontron-Aktie aktuell
eher defensiv bewertet und bleibt attraktiv.
70 Fotos: Kontron
FOCUS MONEY 33/2025
ieser Text
eigt evtl. Proleme
beim
ext an
VON DER WIN-GIN SITUATION PROFITIEREN
Jetzt 12x FOCUS MONEY lesen, sparen und Premium Dry Gin genießen.
FOCUS+
inklusive
Sie sparen
61%
ggb. UVP/ Handel
Pr. Nr. T088
Sie profitieren:
Das gedruckte Magazin inklusive Zugang zu FOCUS+
✓ Inklusive: Zugriff auf alle Inhalte von FOCUS
und FOCUS MONEY
✓ Aktuell: Inhalte jederzeit digital abrufbar in der
FOCUS+ App und auf focusplus.de
✓ Bequem: Printmagazin pünktlich & portofrei
jede Woche zu Ihnen nach Hause
✓ Flexibel: Jederzeit kündbar nach Mindestlaufzeit
Einfach einscannen
und bestellen
Das BOAR GIN ® Genuss-Sparpaket
Lesen Sie FOCUS MONEY und sichern Sie sich eine Flasche
BOAR GIN® mit 4 Thomas Henry Tonic Water-Flaschen. *
BOAR PREMIUM DRY GIN, veredelt mit Schwarzwälder Trüffel, bietet
ein einzigartiges Aroma aus Wacholder, Zitrone, Lavendel und Thymian.
*
Enthält 1 Flasche BOAR Blackforest Premium Dry Gin (0,5 l, 43 % Alkohol)
und 4 Flaschen Thomas Henry Tonic (je 0,2 l) im hochwertigen Geschenkset.
Ihr FOCUS MONEY Sparpaket:
BOAR GIN Paket * UVP .............................. 49,90 €
12 Ausgaben FOCUS MONEY ......... 66,00 €
Regulärer Preis ......................................... 115,90 €
Ihre Ersparnis ggb. UVP/Handel ............... 7 1,70 €
Gesamtpaket nur ......................... 44,20 €
GLEICH BESTELLEN:
Aktionsnr.: FM1PRM12
0781 639 65 22 ** focus-abo.de/money-boar
12 Ausgaben FOCUS MONEY für 43,20 € + BOAR Gin® Paket 1 € . Das Abo kann ich nach 12 Ausgaben jederzeit mit einer Kündigungsfrist von einem Monat kündigen. Bei Weiterbezug gilt der reguläre
Abopreis (Heftpreis im Abo: zzt. 5,50 € pro Ausgabe). Alle Preise in Euro inkl. der gesetzlichen MwSt. sowie inkl. Versandkosten. Auslandskonditionen auf Anfrage: 0049 781 639 65 22 ** . Angebot und
Lieferung nur an Personen über 18 Jahren. Sie haben ein gesetzl. Widerrufsrecht. Die Belehrung können Sie unter www.focus-abo.de/agb abrufen. ** Zum Ortstarif, Mobilfunknetze können abweichen.
Verantwortlicher und Kontakt: BurdaVerlag Consumer Sales & Services GmbH, Hauptstr. 130, 77652 Offenburg für die BurdaVerlag Publishing GmbH, in gemeinsamer Verantwortlichkeit mit mehreren
FOCUS Verlagen MONEY von Hubert 33/2025 Burda Media (siehe www.burda.com/de/gvv). Fotos: xxxxxxxxxxx/FOCUS Informationen zum MONEY Datenschutz können Sie unserer Impressum-Seite Composing: entnehmen. xxx/FOCUS MONEY 71
moneydigital
Interesse an noch mehr MONEY?
Hier lesen Sie, welche Inhalte Sie auf
unseren digitalen Knälen erwarten.
IHR BÖRSENBRIEF FÜR NEBENWERTE
ANDREAS KÖRNER
CHEFSTRATEGE ALPHA CAP REPORT
UND EX-WERTPAPIERHÄNDLER
Alpha Cap Report
Vorsicht Wohlstandsverlust!
Die Welt wird zunehmend unfrei.
Weniger als 30 Prozent der Menschen
leben laut Varieties of Democracy
Project in Wahl- beziehungsweise
liberalen Demokratien. Zu Beginn des
Jahrtausends waren es noch 53
Prozent. Populistische Regierungen
und Autokratien sind weltweit auf
dem Vormarsch. Mit verheerenden
Risiken. „Populismus wird zum Wohlstandsrisiko
und kostet Rendite bei der
Kapitalanlage“, sagt Hans-Jörg Naumer,
Leiter Capital Markets & Thematic
Research bei Allianz Global Investors im
Interview mit dem Youtube-Kanal
Mission Money. Der Volkswirt erläutert,
was Populismus ist und welche Folgen
er für Wachstum, Wohlstand und
Finanzmärkte hat – und bietet Lösungsansätze,
wie dieser „Teufelskreis“
durchbrochen werden kann. Natürlich
können nur wirklich freie Demokratien
und ein freie Marktwirtschaft Wohlstand
und Freiheit sichern.
youtube.com/missionmoney
Dieses Interview und weitere spannende
Gespräche mit Deutschlands Top-Experten
für Wirtschaft und Finanzen finden Sie auf
dem Youtube-Kanal Mission Money
Kleine geben die Richtung vor
Nebenwerte spielen in der Wahrnehmung
vieler Anleger oft nur eine
Nebenrolle. Doch wer nur auf die Dickschiffe
im Dax setzt, könnte Rendite verschenken.
Denn historisch betrachtet
liefern kleinere und mittlere Unternehmen
häufig die dynamischere Performance.
„Dass Dax-Werte zuletzt besser liefen
als Titel aus MDax und SDax, ist eher die
Ausnahme als die Regel“, erklären die
Experten der Augsburger Fondsgesellschaft
Value Holdings. Sie sehen gute
Gründe dafür, dass sich das bald wieder
ändern dürfte.
Ein zentrales Argument: die jüngste
Einigung zwischen den USA und der EU
im Zollstreit. Dadurch dürfte vor allem
die zweite und dritte Börsenreihe profitieren.
Denn: „Anders als viele Dax-
Konzerne sind Mittelständler weniger
stark von den 15-Prozent-Zöllen betroffen“,
heißt es in einer aktuellen Analyse
der Augsburger. Zudem reagieren die
kleineren Unternehmen besonders sensibel
auf positive wirtschaftliche Signale
hierzulande. „Wenn sich Konsumklima
und Investitionsbereitschaft in
Deutschland aufhellen, schlägt sich das
direkt in den Auftragsbüchern des Mittelstands
nieder“, so die Experten.
Ein weiterer Pluspunkt: die geldpolitische
Lockerung der Europäischen
Zentralbank (EZB). Seit Jahresbeginn
hat die Notenbank mehrfach den Leitzins
gesenkt – anders als in den USA.
Und obwohl zuletzt eine Pause eingelegt
wurde, ist ein weiterer Zinsschritt nach
unten keineswegs vom Tisch. „Das würde
die Finanzierungskosten weiter drücken
– ein klarer Vorteil für kleinere Unternehmen“,
betonen die Fondsmanager.
Insgesamt stehen die Zeichen für
Small und Mid Caps auf Grün. Die Bewertungen
sind attraktiv, die konjunkturelle
Lage stabilisiert sich, und die
geldpolitische Unterstützung bleibt bestehen.
Vieles spricht dafür, dass die
klassische Outperformance der Nebenwerte
gegenüber den Blue Chips zurückkehrt.
Anleger mit Weitblick sollten
jetzt genau hinschauen.
Im Börsenbrief Alpha Cap Report erhalten
Sie von Chef-Stratege Andreas Körner alle
zwei Wochen spannende Tipps und
Analysen aus dem Anlageuniversum
internationale Nebenwerte
Auch Babyboomer sollen bezahlen
Die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung
steht auf der Kippe. Auch bei
der Krankenversicherung sieht es mau aus.
„Ohne Reformen droht unser Sozialsystem
zu kollabieren“, warnt Monika Schnitzer. Die
Vorsitzende des Sachverständigenrats Wirtschaft
fürchtet, dass vom „Herbst der Sozial-
reformen“, ausgerufen von Bundeskanzler
Friedrich Merz, am Ende nur ein Reförmchen
bleibt. Mit Heike Bangert spricht sie im Podcast
FOCUS MONEY talks darüber, welche
Reformen bei Rente und Gesundheit
eingeleitet werden müssen.
Der „Boomer-Soli“ ist dabei nur
ein Baustein.
72 FOCUS MONEY 33/2025
Spannende Trends
von
Mehr spannende Statistiken und
Analysen finden Sie in der App
unseres Partners Finanzen100
FOCUS MONEY
& Finanzen100
Während sich zumindest die Anleger
in der Finanzen100-Community langsam
von Nvidia und BYD verabschieden,
greifen die User offenbar bei
Palantir zu. Das stattliche KGV von
aktuell 572 scheint sie dabei nicht zu
stören. Stark diskutiert wird die Anhebung
der Gewinnprognose bei
Pfizer. Außerdem gibt es wieder eine
ausgewählte Watchlist aus dem Finvestor-Bereich
von Finanzen100.
Top-Trades
KäufeVerkäufe
Palantir
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
82 %18 %
Novo Nordisk
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
81 %19 %
Nvidia
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
58 %42 %
BYD
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
60 %40 %
Droneshield
■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■
81 %19 %
Top Aktien nach Aufrufen
Unternehmen WKN Performance
der letzten
Woche
1 Palantir A2QA4J 7,9 %
2 Nvidia 918422 –2,1 %
3 Rheinmetall 703000 3,6 %
4 Novo Nordisk A3EU6F –31,1 %
5 Commerzbank CBK100 4,8 %
Aktien mit der größten Performance
Unternehmen WKN Performance
der letzten 52
Wochen
1 Sezzle A3EGAB 1021,8 %
2 Power Solutions A1WZUH 616,0 %
3 Fannie Mae 856099 600,1 %
4 Exail Technologies 912613 586,7 %
5 Dave A A3D4BP 568,6 %
In sozialen Netzwerken
stark diskutierte Aktien
Unternehmen WKN Performance
1 Pfizer 852009 1,0 %
2 Gerresheimer A0LD6E –6,2 %
3 Diageo 851247 –4,0 %
4 BP 850517 2,2 %
5 Hims & Hers Health A2QMYY 0,1 %
Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100 Quelle: Finanzen100
NOAH LEIDINGER
PODCAST-HOST VON
„OHNE AKTIEN WIRD ES
SCHWER“
Watchlist
der Woche
Die Watchlist „KI-Speicher“ von
Finvestor Noah Leidinger finden
Sie in der App unseres Partners
Finanzen100.
Watchlist KI-Speicher
Unternehmen WKN Hinzugefügt am Performance
seit Hinzufügen
1 Micron Technology 869020 26.03.2025 6,5 %
2 Pure Storage A14YFN 26.03.2025 0,8 %
3 Samsung Electronics 881823 26.03.2025 13,7 %
4 Seagate Technology A3CQU7 26.03.2025 66,3 %
5 SK HynixX A1JWRE 26.03.2025 25,2 %
Quelle: Finanzen100
FOCUS MONEY 33/2025 Illustration: Adobe Stock
73
moneymarkets
MUSTERDEPOT
Experten
schichten um
Hölzle setzt auf Bahn-Großauftrag
und Jaensch kauft nach
Bayer auch Bilfinger
Schoeller-Bleckmann, Zulieferer der Ölbranche,
hat sich nicht so entwickelt, wie von Manuel
Hölzle von GBC erhofft. Er verkauft seine
310 Schoeller-Bleckmann mit Limit 28
Euro. Dafür ordert er 300 Kontron mit Limit
29 Euro. „Mit Kontron kehrt ein alter Bekannter
in unser Musterdepot zurück. Das Unternehmen
überzeugte zuletzt mit starken Auftragseingängen
und operativer Dynamik. So
wurde im Juli ein Großauftrag im dreistelligen
Millionenbereich mit dem französischen
Bahnkonzern SNCF vermeldet“, sagt Hölzle.
„Nach der jüngsten Gewinnwarnung zeigt
sich bei K+S zunächst eine eher verhaltene
Entwicklung. Im Gegensatz dazu ermittelt
das Trend-Scoring für Bilfinger eine deutlich
höhere Wahrscheinlichkeit für eine zukünftige
Überperformance. Der ehemalige Baukonzern
hat sich zu einem führenden Industriedienstleister
mit Fokus auf den
europäischen Kernmarkt entwickelt“, sagt
Hartmut Jaensch, prediqma. Er ordert daher
100 Bilfinger mit Limit 99 Euro (gültig bis
11.8.). Dafür stößt er seine 450 K+S ohne Limit
ab. Jaensch verkaufte zudem in der Berichtswoche
seine 30 MTU zu je 373,10 Euro.
Dafür nahm er 400 Bayer zu je 28,21 Euro
ins Depot auf.
JH
Anzahl/nominal
des Wertpapiers
ISIN
aufgenommen
Ausgabe
Kaufkurs
in Euro
Kaufsumme
in Euro
Limits Euro
je Stück/
Anzahl
Kurs am
05.08.25
in Euro
Kurswert
am
05.08.25
Kursveränderung
in %
DEPOT 1
HARTMUT JAENSCH,
prediqma – Institut
für Börsenstrategie
150 Erste Group Bank AT0000652011 5/25 60,18 9027,00 – 81,75 12262,50 35,8
95 Heidelberg Materials DE0006047004 diverse 126,81 12046,50 – 195,70 18591,50 54,3
450 Wacker Neuson DE000WACK012 12/25 17,26 7767,00 – 22,40 10080,00 29,8
200 Société Générale FR0000130809 13/25 42,09 8418,00 – 55,60 11120,00 32,1
5000 Heidelberger Druck DE0007314007 25/25 1,41 7070,00 – 2,22 11100,00 57,0
700 Babcock Intern. GB0009697037 25/25 12,51 8757,00 – 11,54 8078,00 –7,8
Guthaben: 8051,44 € 950 Deutz DE0006305006 25/25 7,71 7324,50 – 7,51 7134,50 –2,6
Depotwert: 105245,00 € 450 K+S DE000KSAG888 25/25 16,66 7497,00 V: o.L./450 13,33 5998,50 –20,0
Gesamtwert*: 113296,44 € 800 Basler DE0005102008 30/25 13,22 10576,00 – 12,30 9840,00 –7,0
Depotveränderung:13,3 % 400 Bayer DE000BAY0017 33/25 28,21 11282,00 – 27,60 11040,00 –2,1
DEPOT 2
MANUEL HÖLZLE,
GBC AG
75 Alzchem 7 ) 11 ) DE000A2YNT30 5/25 63,80 4785,00 – 156,20 11715,00 144,8
240 Cembre 7 ) 11 ) IT0001128047 diverse 41,61 9986,00 – 59,20 14208,00 42,3
1950 Guillemot 7 ) 11 ) FR0000066722 diverse 5,90 11508,00 – 5,08 9906,00 –13,9
500 Lottomatica 7 ) 11 ) IT0005541336 diverse 12,95 6477,24 – 23,18 11590,00 78,9
800 M1 Kliniken AG 5 ) 11 ) DE000A0STSQ8 diverse 14,98 11981,80 – 13,52 10816,00 –9,7
900 Stinag Stuttgart Invest 5 ) 11 ) DE0007318008 diverse 12,82 11535,00 – 15,60 14040,00 21,7
Guthaben:5 353,17 € 310 Schoeller-Bleckmann 7 ) 11 ) AT0000946652 diverse 33,70 10447,00 V: 28,00/310 28,85 8943,50 –14,4
Depotwert: 121028,50 € 600 Avio 5 ) 7) 11 ) IT0005119810 diverse 18,53 11118,00 – 32,90 19740,00 77,5
Gesamtwert*: 126381,67 € 140 Vossloh 7) 11 ) DE0007667107 diverse 78,64 11010,00 – 87,00 12180,00 10,6
Depotveränderung:26,4 % 3000 Verve Group 5a) 5b) 7) 11 ) SE0018538068 diverse 3,15 9435,00 – 2,63 7890,00 –16,4
DEPOT 3
NICOLE SPERCH,
Impact Asset
Management GmbH
170 3i Group GB00B1YW4409 5/25 42,60 7242,00 – 47,60 8092,00 11,7
15 ASML Holding NL0010273215 5/25 711,70 10675,50 – 600,10 9001,50 –15,7
100 BMW DE0005190003 5/25 76,22 7622,00 – 83,16 8316,00 9,1
3 Hermes International FR0000052292 5/25 2347,00 7041,00 – 2103,00 6309,00 –10,4
110 Holcim CH0012214059 5/25 45,77 5034,70 – 70,26 7728,60 53,5
130 Novo Nordisk DK0062498333 5/25 82,76 10758,80 – 41,50 5394,35 –49,9
Guthaben:10 958,63 € 240 Relx GB00B2B0DG97 5/25 44,86 10 766,40 – 44,74 10 737,60 –0,3
Depotwert: 86 502,55 € 600 ING Groep NL0011821202 diverse 17,26 10 353,60 – 19,62 11 773,20 13,7
Gesamtwert*: 97 461,18 € 190 Prosus NL0013654783 14/25 43,37 8 239,35 – 49,97 9 494,30 15,2
Depotveränderung:–2,5 % 80 Vinci FR0000125486 30/25 127,00 10 160,00 – 120,70 9 656,00 –5,0
*Startkapital am 13.01.25 = 100000 Euro, abzüglich Ausgaben für Wertpapiere und Spesen (0,2% pro Wertpapiergeschäft, 2,5 % Ausgabeaufschlag bei Fonds); Limits: K = Kauflimit, V = Verkaufslimit, o. L. = ohne Limit, SL = Stop-Loss
Die Beiträge stellen die Privatmeinung der Verfasser dar und dienen ausschließlich der unverbindlichen Information. Analysen und Schlussfolgerungen sind all gemeiner Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse einzelner
Anleger. Wertentwicklungen der Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf die künftige Wertentwicklung zu. Vor Treffen einer Anlageentscheidung sollte jedenfalls ein professioneller Finanzdienstleis ter konsultiert werden
74 FOCUS MONEY 33/2025
ieser Text
eigt evtl. Proleme
beim
ext an
EINFACH KULT:
DIE BUNDESLIGA-MAGNETTABELLE!
JETZT IN SPORT BILD
Ab sofort
im Handel!
FOCUS MONEY 33/2025
Näher geht nicht.
75
moneysteuern&re
MIETWOHNUNGEN:
Auch nach dem Ende
der Mietzeit streiten manch
Mieter und Vermieter
noch vor Gericht
DIESEL-SKANDAL
Entschädigung trotz
Typgenehmigung
Vier Fragen beantwortet ein klarstellendes
Urteil der Luxemburger EuGH-
Richter zu Entschädigungen im Diesel-Skandal
(Az. C-666/23): Erstens
„kann sich ein Automobilhersteller
nicht dadurch von seiner Haftung für
eine unzulässige Abschalteinrichtung
befreien, dass für den Fahrzeugtyp
oder die Einrichtung selbst von der
zuständigen nationalen Behörde eine
Genehmigung erteilt wurde.“ Zweitens
gilt die Haftung sowohl für den
Einbau bei Herstellung des Autos als
auch für spätere Software-Updates.
Drittens verhindert das Unionsrecht
nicht, auf den Schadenersatz einen
Betrag zur Vorteilsnutzung des
Fahrzeugs anzurechnen. Und viertens
steht es auch nicht entgegen,
wenn die Entschädigung auf einen
Betrag von 15 Prozent des Auto-Kaufpreises
begrenzt wird – solange diese
Entschädigung eine angemessene
Wiedergutmachung für den erlittenen
Schaden darstellt.
WM
MIETRECHT
Streit nach dem Auszug
Rückzahlung der Kaution, Miethöhe, Mängel oder vorgetäuschter
Eigenbedarf – auch nach Mietende gibt es oft noch was zu klären
ZWEI FLIEGEN MIT EINER KLAPPE
hat der BGH in einem Beschluss zur Kautionsrückzahlung
nach Ende des Mietverhältnisses
geschlagen (Az. VIII ZR
245/22): Einerseits war im Zuge dessen
streitig, ob die Mieterin anteilig die Kosten
für beim Auszug noch nicht fällige
Schönheitsreparaturen übernehmen
muss. Nur wenn solch eine Klausel individuell
ausgehandelt wird, ist sie zulässig,
als Formularvereinbarung unwirksam.
Die Wahlmöglichkeit zwischen zwei vorformulierten
Alternativen reicht aber
nicht aus, um als individuell ausgehandelt
zu gelten, so die Richter.
Andererseits ging es um die Frage, ob
im Geltungsbereich von Mietpreisbremsen
für die zulässige Miethöhe auch die
mit dem Vormieter vereinbarten Mietstaffeln
herangezogen werden können.
Klare Antwort: Nein, solange diese noch
nicht in Kraft waren, weil der Vormieter
vorher ausgezogen ist. Maßgeblich ist allein
die vom Vormieter zuletzt tatsächlich
gezahlte Miete. Somit gingen beide
Streitpunkte zu Gunsten der Mieterin aus.
In einem anderen Fall konnte dagegen
der Vermieter obsiegen: Wird bei der
Rückgabe der Wohnung ein Übergabeprotokoll
erstellt und von beiden Seiten
unterzeichnet, dann ist dieses mit Ausnahme
für nicht erkennbare verdeckte
Schäden regelmäßig bindend (AG Hanau,
Az. 32 C 37/24). Das gilt sowohl für positiv
aufgeführte Mängel als auch für deren
Fehlen im Protokoll. Damit scheiterte ein
Mieter, der im Protokoll einen mangelfreien
Zustand bescheinigte, sich dann
aber auf nicht behobene Mängel während
der Mietzeit berief, um rückständige Mieten
nicht zahlen zu müssen.
Für Vermieter richtig teuer werden
kann aber ein vorgetäuschter Eigenbedarf.
Ziehen er oder in der Kündigung angegebene
Angehörige nach Auszug des
Mieters nämlich nicht ein, muss er den
nachträglichen Wegfall des Eigenbedarfs
beweisen. Kann er den nicht ausreichend
nachweisen, muss er Schadenersatz zahlen
(LG Berlin II, Az. 64 S 281/22). WM
76 Foto: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
ht
Aktenzeichen
OLDTIMER: Der Erhaltungszustand
ist für den Wert von
großer Bedeutung
KAUFRECHT
Zustandsnote
ist bindend
WER EINEN OLDTIMER KAUFT, achtet
genau auf den Zustand des Fahrzeugs.
Denn dieser hat maßgeblichen Einfluss
auf den Kaufpreis. „Die Verwendung von
Zustandsnoten für die Einstufung des Erhaltungszustands
von Oldtimern in einem
mehrstufigen Bewertungsmodell ist
allgemein gebräuchlich und branchenüblich“,
schreibt nun auch der BGH.
Denn die Zustandsnoten haben nicht nur
praktische, sondern auch erhebliche
rechtliche Bedeutung. So geht es bei der
Vertragsauslegung darum, ob diese Note
eine „Beschaffenheitsvereinbarung“ ist
und damit ein Sachmangel vorliegt,
wenn der tatsächliche Zustand nicht der
angegebenen Note entspricht. Der BGH
„hat entschieden, dass im Bereich des
Kaufs von Oldtimern bei der Angabe einer
Zustandsnote in dem Kaufvertrag im
Zusammenhang mit der Beschreibung
VERSICHERUNGSRECHT
des Erhaltungszustands des Oldtimers
regelmäßig – auch im Fall des Verkaufs
eines Oldtimers durch einen privaten
Verkäufer – von einer Beschaffenheitsvereinbarung
auszugehen ist“ (Az. VIII
ZR 240/24). Es sei denn, im Einzelfall
sprechen besondere Umstände dagegen.
Solch eine Ausnahme sahen die Richter
aber beim Kauf eines MGB Roadster
mit H-Zulassung und der Note „2-3“
nicht als gegeben. Zwei Jahre später fiel
das Fahrzeug wegen erheblicher Mängel
beim Tüv durch. Nach erfolgloser Aufforderung
zur Mängelbeseitigung erklärte
der Käufer den Rücktritt und verlangt
den Kaufpreis zurück sowie den
Ersatz von Aufwendungen – Zug um Zug
gegen Rückgabe des Autos. Weil die Vorinstanz
noch anders entschieden hatte,
muss diese nun klären, ob der Roadster
dem Zustand „2-3“ entsprach. WM
Teure Trifokal-Linsen bei grauem Star
Im Streit mit ihrer privaten Krankenversicherung konnte sich die Patientin
durchsetzen und erhält die Kosten für die Implantation von trifokalen Linsen
erstattet (OLG Frankfurt am Main, Az. 7 U 40/21). Unstreitig litt sie unter
Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung und Altersweitsichtigkeit. Umstritten
war, ob sie zudem beidseitigen grauen Star hatte. Doch nach einem
Sachverständigengutachten entschied das Gericht, „die Linsenoperation
ist eine notwendige Heilbehandlung und die Auswahl der Trifokal-Linsen
anstelle von Standardlinsen auch medizinisch notwendig gewesen.“ Die Patientin
habe unter grauem Star gelitten und die Entscheidung für eine Operation
basiere nicht allein auf dem objektiven Befund, sondern auch auf subjektiven
Beschwerden, die trotz durchschnittlich guter Sehschärfe die
Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.
WM
NEUE URTEILE
Zu spät über Kartenmissbrauch informiert.
Wer eine Zahlungskarte
benutzt, verliert grundsätzlich seinen
Anspruch auf die Erstattung
nicht autorisierter Zahlungsvorgänge,
wenn er von diesen weiß und
nicht unverzüglich seinen Zahlungsdienstleister
davon informiert (EuGH,
Az. C-665/23).
Keine Kundenklage gegen Streiks.
Der einzelne Bahnkunde hat keinen
eigenen Anspruch gegen eine Gewerkschaft,
bestimmte Streikmaßnahmen
zu unterlassen. Dass beim
Bahnstreik viele Kunden betroffen
sind, ist im Rahmen der Verhältnismäßigkeit
eines Streiks zu prüfen
(Hessisches LAG, Az. 10 Ta 500/25).
Reiserücktritt wegen gestohlener
Medikamente. Einem Ehepaar wurden
notwendige Medikamente wie
Blutdruck- und Cholesterinsenker
aus dem Reisebus gestohlen, weshalb
sie die geplante Kreuzfahrt
nicht mehr antraten. Der Veranstalter
muss den Reisepreis zurückzahlen,
da auch der Bustransfer zur gebuchten
Pauschalreise gehörte und
dem Paar die Reise ohne ihre Medikamente
nicht zumutbar war (AG
München, Az. 223 C 12480/23).
Kündigung der Online-Partnervermittlung.
Eine kostenpflichtige Premium-Mitgliedschaft
kann nicht jederzeit
gekündigt werden, frühere
automatische Vertragsverlängerungsklauseln
sind weitgehend wirksam
(BGH, Az. III ZRv 388/23).
Europäischer Gerichtshof (EuGH); Bundesgerichtshof (BGH);
Oberlandesgericht (OLG); Landgericht (LG); Amtsgericht (AG);
Landesarbeitsgericht (LAG); Aktenzeichen (Az.)
FOCUS MONEY 33/2025
Foto: BMW 77
moneyleserbriefe
„UNSER SOZIALSYSTEM
DROHT ZU KOLLABIEREN“
(32/25) Interview Monika Schnitzer
Leider arbeiten unsere Abgeordneten
immer nur von Wahl zu Wahl
mit dem Ziel, das eigene Mandat.
Das Rentenproblem ist seit mindestens
20 Jahren, besser seit 30
Jahren, bekannt. Damit hat die Politik
eindeutig versagt. Jetzt treibt
man täglich eine neue Sau durchs
Dorf. Jeder macht Vorschläge, wie
auch immer durchdacht. Es hilft eigentlich
nur eine langfristige Reform,
die alle mitnimmt. Ich befürchte,
es wird nicht gelingen.
Aber Populismus stört nur.
Reiner Rendelmann
Die Situation wurde seit Jahrzehnten
vorhergesagt, und das ziemlich
präzise. Das weiß auch die
Politik. Wie gut, dass jetzt die beiden
Parteien an der Regierung
sind, die die letzten Jahrzehnte
den jeweiligen Bundeskanzler gestellt
haben und somit in der Verantwortung
gewesen wären, das
Problem frühzeitig zu lösen. Stattdessen
hat sich zum Beispiel Herr
SERVICE-NUMMERN
Auskunft zum Abonnement
FOCUS MONEY Abonnentenservice:
Postfach 050, 77649 Offenburg
Telefon: +49 (0) 7 81/6 39 65 22
Fax: 01 806/480 30 03*
*(0,20 €/Anruf aus dem deutschen Festnetz; aus
dem Mobilfunknetz max. 0,60 €/Anruf,
Ausland abweichend)
E-Mail: abo@focus-money.de
Urlaubsnachsendung
Telefon: 07 81/6 39 58 55
Fax: 07 81/6 39 58 56
E-Mail: focus-money@burdadirect.de
Bestellungen bestimmter Ausgaben
Telefon: 07 81/6 39 58 65
Fax: 07 81/6 39 58 61
E-Mail: bestell@focus-money.de
www.focus-shop.de/magazin/focus-money.html
78
Liebe Leserin, lieber Leser
Schreiben Sie Ihre Meinung zu den
Themen in diesem Heft – bitte
unbedingt mit Angabe Ihrer Adresse:
Redaktion FOCUS MONEY
Arabellastraße 23, 81925 München
oder E-Mail: leserservice@focus-money.de
oder Fax: 0 89/92 50-3610
(Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.)
Blüm hingestellt und behauptet,
die Rente sei sicher.
Ich vermute, dass die nun erforderlichen
Einschnitte als „alternativlos“
hingestellt werden und
Rentner wie Beitragszahler die
Zeche zahlen müssen. Durch das
Verhalten der etablierten Parteien
in einer Wirtschaftskrise sind wir
schon einmal in eine Diktatur gerutscht.
Wollen wir das noch mal?
Manfred Nast
Generationenvertrag? Eher Diktat,
Kinder können keinen Vertrag
schließen. Das Konzept der berufsbezogenen
Rentenversicherungen
ist wesentlich nachhaltiger:
Zuerst werden Beiträge zur individuellen
Rente eingezahlt, diese
auf dem Geldmarkt angelegt und
von dem Kapital die Rente errechnet
und gezahlt. Während der
Nullzinsphase gibt es keine Rentenerhöhung,
um die Zahlungsfähigkeit
nicht zu gefährden.
Steuerzuschüsse zu dieser Form
der Rentenversicherung sind mir
nicht bekannt.
Dr. Ales Z.
Tarifanforderungen Anzeigen
Telefon: 0 89/92 50-26 19
Fax: 0 89/92 50-36 10
E-Mail: anzeigen@focus-money.de
Internet: www.bcn.burda.de
Nachdruckrechte
Telefon: 0 89/92 50-38 22
Fax: 0 89/92 50-36 10
E-Mail: info@focus-money.de
Leserservice
Telefon: 0 89/92 50-25 65
Fax: 0 89/92 50-36 10
E-Mail: leserservice@focus-money.de
ISSN: 1615-4576
BurdaVerlag Publishing GmbH, Hubert-Burda-Platz 1, 77652 Offenburg
Sitz der Redaktion: Arabellastraße 23, 81925 München
Postfach 88 88, 81903 München, Telefon: 089/92 50-0, Fax: 0 89/92 50-3610
Pflichtblatt der Börse in Frankfurt, Düsseldorf, München, Hamburg, Berlin,
Stuttgart, Bremen und Hannover
FOCUS MONEY ist eine Marke der BurdaVerlag Publishing GmbH
REDAKTION FOCUS MONEY
Chefredakteur: Georg Meck
Mitglieder der Chefredaktion: Julia Groß, Dr. Hans-Peter Siebenhaar (Chefautor)
Art Director: Ludger Vorfeld
Head of Digital Projects: Matthias Dworak
Redaktionsmanagerin: Sabine Miedke
MONEY-Markets: Heike Bangert (BAN), Johannes Bauer (JB), Zoë Brunner (ZB),
Johannes Heinritzi (JH), Mika Hoffmann (HF), Alexandre Kintzinger (AK), Andreas
Körner (KÖ), Jens Masuhr (JM), Sina Osterholt (SOS), Dirk Reichmann (DR), Sascha
Rose (SR)
Nachrichten: Heike Bangert (BAN)
MONEY-Service: Werner Müller (WM), Thomas Schickling (TS), Martina Simon (SIM)
Versicherungen: Werner Müller (WM)
Misson-Money: Peter Bloed
DSW Anlegerschutz (Tel.: 0211/6697-02): Erik Bethkenhagen (EB) (verantwortlich)
Grafik: Sandra Fahrnbach, Jan-Dirk Hansen, Thomas Laudahn (Composing)
Info-Grafik: Olaf Funke
Bildredaktion: Darja Ivanenko, Martina Siegmund
Bildbearbeitung: Sefa Ugurlu
Nachrichtendienste: AP, Bloomberg, Reuters
Redaktionstechnik: Ingo Bettendorf, Bernd Jebing, Stephanie Speer
VERLAG
FOCUS MONEY erscheint in der BurdaVerlag Publishing GmbH, Hubert-Burda-Platz 1,
77652 Offenburg. Verantwortlich für den redaktionellen Inhalt: Georg Meck. Die Redaktion
übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte, Fotos und
Illustrationen. Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags gestattet.
Dieses gilt auch für die Aufnahme in elektronische Datenbanken und Vervielfältigungen
auf CD-ROM.
Sofern Sie Artikel aus FOCUS MONEY in Ihren internen elektronischen
Pressespiegel übernehmen wollen, erhalten Sie die erforderlichen Rechte
unter www.presse-monitor.de oder unter Telefon 030/284930,
PMG Presse- Monitor GmbH.
Vertriebsleiter: Markus Cerny
Vertriebsfirma: MZV GmbH & Co. KG, 85716 Unterschleißheim, Internet: www.mzv.de
FOCUS MONEY darf nur mit Genehmigung des Verlags in Lesezirkeln geführt werden.
Der Export von FOCUS MONEY und der Vertrieb im Ausland sind nur mit
Genehmigung des Verlags statthaft.
Einzelpreis Deutschland: € 5,50 inkl. gesetzlicher MwSt.
E-Paper: € 4,29 (inkl. gesetzlicher MwSt.) unter https://focus-abo.de/einzelausgaben/
Abonnementpreis: € 5,50 (inkl. Zustellgebühr und gesetzlicher MwSt. Im Ausland zuzüglich
Porto). Für Mitglieder der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz
e.V., des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V., der Wirtschaftsjunioren
Deutschland e.V., des Europaverbandes der Selbständigen Deutschland – ESD e.V. ist
der Bezug der Zeitschrift und für Mitglieder des Hanseatischen Anleger-Clubs (HAC
e.V.), des Bundesverbandes der Börsenvereine an deutschen Hochschulen e.V. und
des Bundesverbands Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V. (bdvb) der Bezug des
E-Papers im Mitgliedsbeitrag enthalten. Die Postzustellung erfolgt klimaneutral.
Studenten-Abonnement (nur gegen Nachweis), Schüler-Abonnement (nur gegen
Nachweis eigener Haushaltsführung): € 3,69 jeweils inkl. Zustellgebühr und gesetzlicher
MwSt. Im Ausland zuzüglich Porto.
Datenschutzanfrage: 0781/63961 00, E-Mail: focus@datenschutzanfrage.de
Anzeigen: BCN Brand Community Network GmbH, Arabellastraße 23, 81925 München
Es gilt die aktuelle Preisliste, siehe brand-community-network.de
Head of Publisher Management: Meike Nevermann
Verantwortlich für den Anzeigenteil: Doris Braß
Druck: Burda GmbH, Hauptstraße 130, 77652 Offenburg
Printed in Germany.
Brand Director News: Matthias Frei
Geschäftsführung: Manuela Kampp-Wirtz, Elisabeth Varn
Verleger: Dr. Hubert Burda
Datenschutzinfo zum Abonnement:
Die Datenverarbeitung erfolgt in gemeinsamer Verantwortlichkeit mit mehreren
Verlagen von Hubert Burda Media (siehe www.burda.com/de/gvv)
Kontakt zum Datenschutzbeauftragten: BurdaVerlag Consumer Sales & Services
GmbH, Postfach 1223, 77602 Offenburg, Tel: 0781-6396100. Namens-, Adress- und
Kontaktdaten zum Vertragsschluss erforderlich. Verarbeitung (auch durch Zahlungsund
Versanddienstleister) zur Vertragserfüllung sowie zu eigenen und fremden Werbezwecken
(Art. 6 I b) bzw. f) DSGVO) so lange für diese Zwecke oder aufgrund Aufbewahrungspflichten
erforderlich. Bei Art. 6 I f) DSGVO ist unser berechtigtes Interesse die
Durchführung von Direktwerbung. Sollten wir ihre Daten in einen Staat außerhalb der
Europäischen Union übermitteln, stellen wir sicher, dass Ihre Daten gemäß Art. 44ff.
DSGVO geschützt sind. Sie haben Rechte auf Auskunft, Berichtigung, Löschung oder
Einschränkung der Verarbeitung, Widerspruch gegen die Verarbeitung, auf Datenübertragbarkeit
sowie auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde. Details unter:
www.focus-abo.de/datenschutz
FOCUS MONEY 33/2025
dswanlegerschutz
VORSTANDSVERGÜTUNG
Immer mehr variabel
von MARC TÜNGLER, Hauptgeschäftsführer der Deutschen
Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz e.V. (DSW)
Als Deutsche Schutzvereinigung für
Wertpapierbesitz e.V. (DSW) legen
wir unsere DSW-Vorstandsvergütungsstudie
in diesem Jahr bereits zum 26.
Mal vor. Bereits im Jahr 2000 hat die DSW
das erste Mal die Vorstandsgehälter deutscher
Aktiengesellschaften analysiert. Die
Zusammenarbeit mit der TU München
startete im Jahr 2007.
Die Vergütung der Dax-Vorstände war
im Geschäftsjahr 2024 wie folgt strukturiert:
31,9 Prozent wurden als Fixvergütung
gezahlt, 25,4 Prozent beliefen sich
auf die kurzfristige variable Vergütung und
42,7 Prozent auf die langfristige variable
Vergütung. Damit sind mehr als zwei Drittel
der Vergütungen variabel ausgestaltet,
was sich dennoch weit weg von den Strukturen
bewegt, die wir sonst in der Welt und
insbesondere in den USA sehen. Dort wird
noch deutlich stärker variabel vergütet.
Hohes Gehalt in Wolfsburg
Im Jahr 2024 verdiente Oliver Blume
(Volkswagen) mit einer Gesamtvergütung
von 10,599 Millionen Euro am meisten.
74,7 Prozent seiner Vergütung entfallen
auf variable Vergütungsbestandteile. Aufgrund
der Konzernbetrachtung enthält dieser
Wert auch die Vergütung, welche durch
die Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender der
Porsche AG (einem Tochterunternehmen
der Volkswagen AG) verdient wurde.
Es folgen Bjørn Gulden (Adidas) mit
10,317 Millionen Euro und Christian
Sewing (Deutsche Bank) mit 9,866
Millionen. Auf den Plätzen vier
und fünf liegen Christian Klein
(SAP) mit 9,268 Millionen Euro
und Oliver Bäte (Allianz) mit 8,463
Millionen Euro. Erwähnenswert ist,
dass der Anteil der variablen Vergütung
an der Gesamtvergütung bei
den fünf Top-Verdienern
deutlich variiert. Während
2024 die Gesamt-
vergütung von Klein (SAP) 84,4 Prozent variable
Vergütungsbestandteile enthielt,
betrugen die variablen Anteile von Sewing
(Deutsche Bank) und Gulden (Adidas) nur
60,8 Prozent beziehungsweise 63,4 Prozent.
Im Durchschnitt aller Dax-Vorstandvorsitzenden
lag dieser Wert bei 69,9 Prozent.
Deckel und klare Ziele
Als DSW sehen wir traditionell die Zehn-
Millionen-Euro-Grenze bei der Maximalvergütung
als wichtige Schallmauer, auch
wenn diese nun regelmäßig – zumindest im
Dax – durchbrochen wird. Sie ist aus unserer
Sicht eine sinnvolle Marke, weil auch
wichtig und relevant für den sozialen Frieden
in unserem Land. Polarisierung und
radikale Positionen am Rand der Gesellschaft
gibt es wahrlich genug. Da sollten
überschießende Vergütungen nicht zusätzlich
ein handfestes Argument liefern.
Ein weiterer Aspekt darf jedoch nicht unerwähnt
bleiben. Die von den Vergütungssystemen
über die Hauptversammlung
festgelegte, maximal erreichbare Vergütung
für Vorstände liegt mittlerweile im
Durchschnitt bereits bei über zehn Millionen
Euro, konkret bei 10,4 Millionen Euro.
Auch für 2025 haben namhafte Unternehmen
weitere Erhöhungen beschließen lassen,
so etwa RWE, Deutsche Telekom oder
Deutsche Post.
Nachholbedarf bei Transparenz
Mindestens ebenso wichtig wie die „richtige“
Maximalvergütung ist, dass die Vergütungssysteme
transparent und langfristig
ausgestaltet sind. Alle Komponenten einer
Vorstandsvergütung müssen dabei an klar
definierte und messbare sowie anspruchsvolle
Unternehmensziele gekoppelt sein.
Simpel gesagt: Die Vergütung muss in einem
angemessenen und nachvollziehbaren Verhältnis
zur Leistung des Vorstands stehen.
Die Transparenz der Vorstandsvergütung
ist individuell betrachtet nominell
tatsächlich auf einem guten Niveau. Alle
Unternehmen legen die Vergütung auf Personenebene
offen. Auch über die Bemessungsgrundlagen
wird von den meisten
Gesellschaften umfangreich berichtet.
Weiterhin nicht vergleichbar
Jedoch mangelt es weiterhin an einer vergleichbaren
Darstellung über die Gesamtheit
der Unternehmen hinweg. Dies liegt
vor allem an der Abschaffung der Mustertabellen
des Deutschen Corporate Governance
Kodex 2017 und gesetzlichen Änderungen,
die den Unternehmen sehr viel
Freiheit bei der Darstellung gewähren.
Im Dax haben sich die Unternehmen
(selbstverständlich) an die regulatorischen
Anforderungen gehalten, manche berichten
zudem weiterhin (zusätzlich) unter
Verwendung der Kodex-Tabellen. Die Berichte
umfassen in der Regel Angaben zu
den einzelnen Vergütungsbestandteilen,
zur Zielvergütung, zur Maximal- und Minimalvergütung,
zur Zusammensetzung
und Berechnung der einzelnen Komponenten
sowie zu der gewährten und geschuldeten
Vergütung. Der Detaillierungsgrad
der Beschreibungen der individuellen
Vergütungssysteme variiert allerdings zwischen
den Unternehmen.
Was also fehlt, ist eine Standardisierung
der Berichte, um einen Vergleich der
Vorstandsvergütung ohne große Mühen
möglich zu machen.
OLIVER BLUME (Volkswagen),
BJØRN GULDEN (Adidas),
CHRISTIAN SEWING (Deutsche
Bank): Die drei Spitzenverdiener
in den Dax-Unternehmen
FOCUS MONEY 33/2025
Fotos: Bloomberg, Adidas, VW 79
moneyservice
KRANKENKASSEN
Rettungsring
Kassenwechsel
80
Foto: Adobe Stock Composing: FOCUS MONEY
FOCUS MONEY 33/2025
SCHÖN TROCKEN BLEIBEN:
Kassen mit hoher Finanzstärke
gehen nicht so schnell baden
– und schützen so Mitglieder
vor Beitragssteigerungen
Angesichts steigender Ausgaben
droht der gesetzlichen Krankenversicherung
2026 ein Defizit von
insgesamt vier Milliarden Euro.
2027 sollen es sogar zwölf Milliarden
sein. Welche Krankenkassen – trotz
finanziell angespannter Lage – dennoch
wirtschaftlich gut aufgestellt sind
von THOMAS SCHICKLING
Die Welle der unterjährigen Beitragserhöhungen
innerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung
(GKV) hierzulande will in diesem
Jahr einfach nicht abflachen: Zum 1. August
2025 haben mit der großen Siemens-Betriebskrankenkasse
(SBK), der BKK Linde und
der Südzucker BKK drei weitere Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge
ohne jegliche Vorwarnung für die Klientel erhöht.
Für die mehr als 865 000 Mitglieder der bundesweit geöffneten
SBK stieg der Zusatzbeitrag evident um 0,90 Prozentpunkte
auf nunmehr 3,80 Prozent. Die betriebsbezogene
Südzucker BKK hingegen lupfte ihren Zusatzbeitrag
um 0,60 Prozentpunkte auf aktuell 2,90 Prozent. Und
FOCUS MONEY 33/2025
81
moneyservice
die bundesweit geöffnete BKK Linde
erhöhte den Zusatzbeitrag um 0,49 Prozentpunkte
auf 2,99 Prozent.
Zu den günstigsten Krankenkassen im
Bundesgebiet zählen somit (bislang) die
bundesweit vertretene BKK firmus und
die regional geöffnete BKK Faber-Castell
& Partner mit einem Gesamtbeitrag –
samt 14,60 Prozent allgemeinem Beitrag
– von 16,78 Prozent (s. Tabelle).
In Summe wurden zum Stichtag
1. August von den insgesamt 94 Krankenkassen
in Deutschland 2025 bereits
18 unterjährig teurer. Damit „kletterte
der durchschnittliche Zusatzbeitrag
auf 3,11 Prozent“, bilanziert Thomas
Lemke, Geschäftsführer des Deutschen
Finanz-Service Instituts (DFSI) in Köln.
Zum Vergleich: Der GKV-Schätzerkreis
hatte noch im Oktober vergangenen
Jahres für 2025 einen durchschnittlichen
Zusatzbeitrag von 2,50 Prozent
prognostiziert. Brancheninsider Lemke
rechnet damit, dass heuer im September
noch weitere Krankenkassen merklich
an der Beitragsschraube drehen werden.
Um die Finanzmittel von AOK & Co. zumindest
kurzfristig zu stabilisieren, hat
die schwarz-rote Bundesregierung beschlossen,
der GKV in den Jahren 2025
und 2026 zinslose Darlehen von jeweils
2,3 Milliarden Euro zu gewähren, welche
die Kassen ab 2029 allerdings schrittweise
über einen Zeitraum von fünf Jahren
zurückzahlen müssen. Interessant in
diesem Kontext ist, dass selbst das Bundesministerium
für Gesundheit (BMG)
offen zugibt, dass mit den Krediten die
Finanzierungslücke der gesetzlichen
Kassen für 2026 nicht geschlossen wird
– und so Beitragserhöhungen für die derzeit
58,68 Millionen zahlenden Kassenmitglieder
mitnichten vom Tisch sind.
Quellen Tabelle: DFSI, Angaben der Krankenkassen; Ranking: Kassen alphabetisch sortiert; abgebildet
sind in der Tabelle lediglich die Testergebnisse „Sehr Gut“, „Gut“ und „Befriedigend“, weitere
Ergebnisse finden Interessierte im Internet unter http://www.dfsi-institut.de/studien; 1) nachrichtlich,
nicht bewertet; 2) Faktor, um den Barmittel, Giroguthaben, kurzfristige Anlagen und andere Guthaben
eine durchschnittliche Monatsausgabe übersteigen; 3) Faktor, um den Betriebsmittel (Überschuss, Aktiva),
Rücklage, Verwaltungsvermögen, Geldmittel zur Anschaffung und Erneuerung von Verwaltungsvermögen
eine durchschnittliche Monatsausgabe übersteigen; 4) Verhältnis der Summe aus
den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds in Form von Abschlägen sowie Forderungen/Verpflichtungen
abzüglich der zuweisungsfähigen Verwaltungskosten zur Summe der Zuweisungen in
Form von Abschlägen sowie Forderungen/Verpflichtungen; 5) Gezeigt ist nur eine Auswahl der bewerteten
Details; 6) 90–100 = Hervorragend, 80–89,9 = Sehr Gut, 60–79,9 = Gut, 40–59,9 = Befriedigend,
20–39,9 = Ausreichend, 0–19,9 = Mangelhaft; 7) Mittelwerte für alle gesetzlichen Krankenkassen
beziehungsweise Krankenkassen, die Daten im Rahmen des Tests zur Verfügung gestellt haben
Nur sieben Krankenkassen
mit sehr guter Finanzkraft
Krankenkasse Öffnung Beitragssatz
aktuell 1)
HÖCHSTE
LIQUIDITÄT
Liquidität
(Gewichtung 25 %)
HÖCHSTES
NETTO-
VERMÖGEN
Nettovermögen
Punkte Faktor 2) Punkte
AOK Baden-Württemberg regional 17,20 % 100,0 1,9 100,0
AOK Bayern regional 17,29 % 100,0 2,1 97,4
AOK Bremen Bremerhaven regional 17,09 % 100,0 2,2 100,0
AOK Hessen regional 17,09 % 100,0 2,2 85,2
AOK Niedersachsen regional 17,30 % 100,0 2,0 100,0
AOK NordWest regional 17,39 % 100,0 2,0 75,9
AOK PLUS regional 17,70 % 72,8 1,3 41,5
AOK Rheinland Hamburg regional 17,59 % 100,0 1,8 100,0
AOK Rheinland-Pfalz Saarland regional 17,07 % 100,0 2,5 97,8
Audi BKK bundesweit 17,00 % 98,4 1,7 21,4
BARMER bundesweit 17,89 % 92,3 1,6 51,1
BERGISCHE KRANKENKASSE regional 17,55 % 64,1 1,1 47,2
BIG direkt gesund bundesweit 17,99 % 73,5 1,3 1,7
BKK Faber-Castell & Partner regional 16,78 % 100,0 1,9 46,7
BKK firmus bundesweit 16,78 % 100,0 1,9 9,7
BKK Herkules regional 18,08 % 59,7 1,0 77,4
BKK Public regional 16,90 % 100,0 2,5 100,0
BKK SBH regional 17,04 % 100,0 2,4 100,0
DAK-Gesundheit bundesweit 17,40 % 88,9 1,6 56,1
energie-BKK bundesweit 17,58 % 84,5 1,5 12,1
HEK – Hanseatische Krankenkasse bundesweit 17,10 % 100,0 2,2 42,3
hkk Krankenkasse bundesweit 16,79 % 96,0 1,7 15,7
IKK Brandenburg und Berlin regional 18,95 % 77,4 1,4 76,0
IKK classic bundesweit 18,00 % 67,8 1,2 37,4
IKK Südwest regional 17,85 % 44,9 0,8 99,6
KKH Kaufmännische Krankenkasse bundesweit 18,38 % 62,4 1,1 27,6
mhplus Betriebskrankenkasse regional 17,89 % 90,7 1,6 25,1
mkk – meine krankenkasse bundesweit 18,10 % 45,7 0,8 20,3
Mobil Krankenkasse bundesweit 18,49 % 48,5 0,8 6,5
novitas bkk bundesweit 17,58 % 73,0 1,3 24,6
Pronova BKK bundesweit 17,80 % 84,2 1,5 48,3
R+V Betriebskrankenkasse bundesweit 17,56 % 68,4 1,2 2,8
SBK bundesweit 18,40 % 63,7 1,1 45,9
TK – Techniker Krankenkasse bundesweit 17,05 % 84,4 1,5 56,6
TUI BKK bundesweit 17,10 % 100,0 2,5 100,0
VIACTIV Krankenkasse bundesweit 17,87 % 74,1 1,3 50,9
vivida bkk bundesweit 18,39 % 66,7 1,2 44,6
Durchschnittskasse 7) 17,10 % 90,8 1,6 66,3
82 FOCUS MONEY 33/2025
NIEDRIGSTE
VERWALTUNGS-
KOSTEN
BESTE
MITGLIEDER-
ENTWICKLUNG
HÖCHSTE
TRANSPARENZ
BESTE
FINANZ-
KRAFT
(Gewichtung 20 %)
Verwaltungskosten
(Gewichtung 12,5 %)
Faktor 3) Punkte Verwaltungskosten
je Vers. 2024
Verwaltungskosten-
Deckungsbeitrag 4)
(Gewichtung 12,5 %)
Punkte
Mitgliederentwicklung
(Gewichtung 10 %)
Punkte
Veränderung
2024 zu 2020
Punkte
Transparenz 5) (Gewichtung 20 %) Gesamt-Scoring Bewertung 6)
Geschäftsbericht
2024 im Internet
veröffentl.
Quartalsergeb.
0,5 67,4 186,82 € 0,0 56,3 2,5 % 63,6 eingeschränkt Nein 71,8 Gut
0,5 65,4 192,71 € 0,0 53,6 1,4 % 63,6 eingeschränkt Nein 70,7 Gut
0,7 66,0 191,05 € 0,0 61,4 4,6 % 81,8 Ja Ja 75,7 Gut
0,4 74,2 169,80 € 2,8 53,0 1,2 % 72,7 Ja Nein 71,5 Gut
0,5 70,9 177,76 € 0,0 65,3 6,1 % 54,5 eingeschränkt Nein 71,3 Gut
0,4 71,3 176,68 € 0,0 55,7 2,3 % 63,6 eingeschränkt Nein 67,4 Gut
0,2 72,8 173,18 € 19,7 54,3 1,7 % 90,9 Ja Ja 61,7 Gut
0,5 67,1 187,87 € 0,0 48,9 –0,4 % 63,6 eingeschränkt Nein 71,0 Gut
0,5 58,4 215,80 € 0,0 52,9 1,1% 81,8 Ja Ja 73,5 Gut
0,1 100,0 113,47 € 100,0 67,1 6,9% 81,8 Ja Ja 77,0 Gut
0,3 80,5 156,59 € 100,0 42,2 –3,1% 72,7 Ja Nein 74,6 Gut
0,2 65,6 191,95 € 0,0 76,5 10,6 % 72,7 Ja Nein 55,9 Befriedigend
0,0 73,7 171,05 € 0,0 100,0 28,5 % 68,2 eingeschränkt Ja 51,5 Befriedigend
0,2 100,0 123,31 € 100,0 100,0 27,3 % 81,8 Ja Ja 85,7 Sehr Gut
0,0 100,0 83,93 € 100,0 100,0 272,8 % 100,0 Ja Ja 81,9 Sehr Gut
0,4 79,9 157,73 € 41,1 65,4 6,2 % 81,8 Ja Ja 68,4 Gut
0,8 90,4 139,43 € 72,3 45,6 –1,8 % 63,6 eingeschränkt Nein 82,6 Sehr Gut
0,6 92,6 136,01 € 89,4 100,0 32,8 % 59,1 eingeschränkt Nein 89,6 Sehr Gut
0,3 62,5 201,73 € 0,0 45,4 –1,8 % 72,7 eingeschränkt Ja 60,3 Gut
0,1 70,4 178,95 € 5,7 41,4 –3,4 % 63,6 eingeschränkt Nein 49,9 Befriedigend
0,2 92,4 136,35 € 71,8 71,3 8,5 % 72,7 Ja Nein 75,7 Gut
0,1 100,0 102,78 € 100,0 100,0 36,4 % 100,0 Ja Ja 82,1 Sehr Gut
0,4 50,0 251,78 € 0,0 37,9 –4,8 % 72,7 Ja Nein 59,2 Befriedigend
0,2 62,8 200,56 € 0,0 46,5 –1,4 % 68,2 eingeschränkt Nein 50,6 Befriedigend
0,5 71,6 175,94 € 0,0 58,7 3,5 % 100,0 Ja Ja 66,0 Gut
0,1 51,6 244,05 € 0,0 38,5 –4,6 % 63,6 eingeschränkt Nein 44,2 Befriedigend
0,1 82,4 152,87 € 57,0 50,1 0,0 % 63,6 eingeschränkt Nein 62,8 Gut
0,1 73,5 171,32 € 18,9 53,0 1,2 % 72,7 Ja Nein 46,9 Befriedigend
0,0 71,1 177,27 € 0,0 47,4 –1,0 % 72,7 Ja Nein 41,6 Befriedigend
0,1 62,3 202,28 € 0,0 63,1 5,2 % 72,7 Nein Ja 51,8 Befriedigend
0,2 62,6 201,43 € 0,0 44,0 –2,4 % 54,5 Nein Nein 53,8 Befriedigend
0,0 82,0 153,61 € 25,1 73,0 9,2 % 72,7 Ja Nein 52,9 Befriedigend
0,2 81,0 155,47 € 67,3 63,9 5,5 % 100,0 Ja Ja 70,0 Gut
0,3 100,0 109,91 € 100,0 76,5 10,6 % 81,8 Ja Ja 81,4 Sehr Gut
0,8 90,4 139,43 € 72,3 45,6 –1,8 % 63,6 eingeschränkt Nein 82,6 Sehr Gut
0,3 59,0 213,52 € 0,0 58,6 3,4 % 90,9 Ja Nein 60,1 Gut
0,2 72,3 174,17 € 0,0 40,9 –3,6 % 59,1 Nein Nein 50,5 Befriedigend
0,3 74,3 169,56 € 19,0 56,0 2,4 % 40,3 61,3 Gut
FOCUS MONEY 33/2025
83
moneyservice
So wundert es nicht, dass die Kassenvertreter
mit der „Übergangslösung“ von
Schwarz-Rot alles andere als zufrieden
waren: „Wir sind enttäuscht, dass die vollständige
Refinanzierung versicherungsfremder
Leistungen wieder nicht angegangen
wird“, rügten Uwe Klemens und
Susanne Wagenmann, Verwaltungsratsvorsitzende
des GKV-Spitzenverbands.
Die erhoffte nachhaltige Stabilisierung
der Finanzen der GKV mittels kostendeckender
Refinanzierung der Gesundheitsversorgung
von Bürgergeldbeziehenden
durch den Bund suche man in den Eckwerten
vergeblich, monierte hingegen Carola
Reimann, Vorstandschefin des AOK-Bundesverbands.
Zu Recht, denn: Allein die
Rückzahlung der von der GKV übernommenen
Gesundheitskosten von Bürgergeldbeziehenden
durch den Bund würde
den Etat der Krankenkassen jährlich insgesamt
um zehn Milliarden Euro entlasten.
Außerdem kreidet Fachfrau Reimann
der Regierung unter Kanzler Merz an, die
METHODE
GKV-Bilanzen unter der Lupe
Für den aktuellen Finanzstärke-Check
der gesetzlichen Krankenkassen in
Deutschland fragten die Fachleute des
Deutschen Finanz-Service Instituts in
Köln bei insgesamt 72 bundesweit und
regional für die Allgemeinheit geöffneten
sowie bei 21 nur bestimmten Versichertenkreisen
zugänglichen Wettbewerbern
Daten ab. Maßgeblich war
dabei das Jahr 2024. Zudem sollten
die Kassen Angaben zur längerfristigen
Mitgliederentwicklung machen. 38
Krankenkassen füllten den DFSI-Fragebogen
letztlich vollständig aus und
kamen somit in die Wertung. In jedem
der unterschiedlich gewichteten sechs
Teilbereiche konnten maximal 100
Punkte erzielt werden. Entsprechend
betrug auch der finale Scoring-Wert
maximal 100. Die in Klammern genannten
Kontonummern entsprechen den
Positionen der jeweiligen Zahlen in
den Kassenbilanzen:
■ Liquidität (25 %): Gemessen wurde
die Differenz zwischen der Summe aus
Barmitteln und Giroguthaben (Kontogruppe
00), kurzfristigen Anlagen (Kontogruppe
01) und anderen Geldanlagen
(Kontogruppe 04) zur Bezugsgröße
„IST-Monatsausgabe“. Überstieg die
Summe die Monatsausgabe um den
Faktor 1,75 oder mehr, gab es 100 Punkte.
Die übrigen Werte wurden gemäß
ihrem prozentualen Abstand dazu bepunktet.
■ Nettovermögen (20 %): Die Kenngröße
Nettovermögen beschreibt die
Differenz der Summe aus Betriebsmitteln
(Konto 1901), Rücklagen (Konto
1902), Verwaltungsvermögen (Konto
1903 ohne 1600, 1601 und 1904) und
Geldmitteln zur Anschaffung und Erneuerung
von Verwaltungsvermögen
(Konto 1904) zur Bezugsgröße „IST-Monatsausgabe“.
Überstieg die Summe
die Monatsausgabe um den Faktor 0,5
oder mehr, wurden von den Experten
100 Punkte vergeben. Für die übrigen
Werte gab es Punkte entsprechend
dem prozentualen Abstand dazu.
■ Verwaltungskosten (12,5 %): Verbuchte
die Kasse für das Jahr 2024
Verwaltungskosten von 126,00 oder
weniger Euro je Versicherten, gab es
100 Punkte. Waren es mehr, wurden
entsprechend dem prozentualen Abstand
dazu Punkte vergeben.
■ Verwaltungskosten-Deckungsbeitrag
(12,5 %): Der Deckungsbeitrag
spiegelt wider, wie sich die Summe aus
den Zuweisungen an die Kasse aus
dem Gesundheitsfonds in Form von zufließenden
Abschlägen sowie abfließenden
Forderungen/Verpflichtungen
(Konto 3773 und 3793) abzüglich der
zuweisungsfähigen Verwaltungskosten
(Konto 9999) zur Summe der vorgenannten
Zuweisungen (also Konto
3773 und 3793) im Jahr 2024 verhält.
Überstiegen die Zuweisungen abzüglich
der Verwaltungskosten die vorgenannten
Zuweisungen um mehr als
zehn Prozent, gab es 100 Punkte. Überstiegen
umgekehrt die Zuweisungen
die Differenz aus Zuweisungen und
Verwaltungskosten um mehr als drei
Prozent, wurden null Punkte vergeben.
Die übrigen Werte wurden gemäß dem
Abstand zu diesen Schwellenwerten
bepunktet.
■ Mitgliederentwicklung (10 %): Ermittelt
wurde die Zahl der Kassenmitglieder
in den Jahren 2020 bis 2024.
Wer die Zahl konstant hielt, bekam 50
Punkte. Ging es um 20 und mehr Prozent
nach oben, gab es 100 Punkte.
Verließen 20 oder mehr Prozent der
Mitglieder die Kasse, gab es null Punkte.
Die übrigen Werte wurden entsprechend
dem Abstand zu den Grenzwerten
bepunktet.
■ Transparenz (20 %): Für jeden der
folgenden Teilaspekte vergab das DFSI
bis zu 9,1 Punkte: Veröffentlichte die
Kasse ihre Geschäftsberichte 2023
und 2024 mit Ergebnisrechnung (G+V)
und Vermögensrechnung (Bilanz) im Internet
oder veröffentlichte sie nur die
Ergebnisse der Rechnungslegung
nach § 305b SGB V? Publizierte eine
Kasse den Anhang zur Jahresrechnung?
Setzte sie die nach dem Sozialgesetzbuch
maßgebenden Bilanzvorschriften
2024 vollständig um? Stellte
sie in der Jahresrechnung 2024 die
nicht bilanzpflichtigen Sachverhalte
vollständig dar? Erhielt die Kasse für
die Prüfung ihrer Jahresrechnung
durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer
ein Volltestat? Veröffentlichte
eine Kasse darüber hinaus noch Quartalsergebnisse
und wurden im Anhang
zur Jahresrechnung 2024 Schätzverpflichtungen,
Rückstellungen für Verpflichtungen
aus Altersversorgungszusagen
ausgewiesen und Angaben zu
Bonusausgaben gemacht?
84 FOCUS MONEY 33/2025
JENS BAAS, Vorstandsvorsitzender
der mächtigen
Techniker Krankenkasse
Die Regierung klammert
die Erstattung der
von den Kassen vorgestreckten
Corona-
Kosten einfach aus“
Den gesetzlichen
Krankenkassen hierzulande
droht im Jahr
2026 ein Defizit von
insgesamt rund vier
Milliarden Euro“
CAROLA REIMANN, Vorstandsvorsitzende
des AOK-Bundesverbands
und ehemaliges Mitglied
des Deutschen Bundestags
Erstattung der von den Krankenkassen vorgestreckten
Corona-Kosten in der Haushaltsplanung
einfach auszuklammern.
Und die DAK-Gesundheit warnt eindringlich
vor weiteren Beitragssprüngen
innerhalb der GKV. Hintergrund dafür ist
ein neues Gutachten des Berliner Iges-
Instituts im Auftrag der Krankenkasse.
Demnach dürften die Beiträge für die GKV
und die gesetzliche Pflegepflichtversicherung
Anfang 2026 erneut um jeweils 0,2
Prozentpunkte ansteigen. Im Jahr 2027
sei dann bei der Krankenversicherung ein
weiterer Beitragsanstieg um 0,3 Prozentpunkte
zu erwarten, bei der Pflegeversicherung
um 0,2 Prozentpunkte.
„Die Iges-Projektion macht deutlich,
dass die Haushaltsplanung der Bundesregierung
für das Gesundheitswesen ein
Desaster ist“, wetterte unverhohlen der
Vorstandschef der DAK-Gesundheit, Andreas
Storm. Das Ziel einer finanziellen
Stabilisierung der Sozialkassen werde mit
den von der Regierung geplanten Darlehen
in den Jahren 2025 und 2026 verfehlt.
Wie dem auch sei: Den insgesamt 94 gesetzlichen
Krankenkassen hierzulande
droht 2026 angeblich insgesamt ein Defizit
von rund vier Milliarden Euro. Noch
schlimmer soll es Prognosen von Insidern
zufolge 2027 werden: Dann werde sich das
Finanzloch auf zwölf Milliarden aufblähen.
Zahlen, die das BMG nicht kommentieren
will, die allerdings vom TK-Vorstandsvorsitzenden
Jens Baas bestätigt werden.
Auf LinkedIn schrieb Baas: „Liebes Bundesministerium
für Gesundheit, kein Problem,
ich bestätige diese Prognose gerne. Dafür
muss man weder hellseherische Fähigkeiten
haben noch ein Finanzgenie sein, sondern
nur die aktuellen Zahlen anschauen.“
Alles leider nicht spruchreif. Vorschläge,
wie das Finanzloch der GKV zu stopfen
wäre, kursieren derzeit viele. Sie reichen
vom Streichen des Zahnersatzes als Kassen -
leistung bis hin zu einem Ausdünnen der
Kassenlandschaft. Für letztere Idee macht
sich etwa Klaus Holetschek, Chef der CSU
im Bayerischen Landtag, stark. Spruchreif
jedoch ist noch keine der Initiativen.
Bleibt nur eins! Wer wechseln will – und
darauf spekuliert, unterjährig keine höheren
Zusatzbeiträge löhnen zu müssen –,
sollte darauf achten, dass die neue
Wunsch-Kasse trotz hoher Ausgaben im
Hinblick auf ihre Finanzstärke (Liquidität,
Nettovermögen, Verwaltungskosten usw.)
zumindest „sehr gut“ dasteht.
Doch wie an solch sehr sensible, geheime
Zahlen kommen? Wie es gerade um die
Bilanz einer Krankenkasse bestellt ist –
das attestiert der neue Finanzstärke-Test
des DFSI. Dazu durchforsteten die Kenner
der Kassenbranche die Daten von insgesamt
38 Krankenkassen (s. Methode S. 84).
Die Diagnose fällt – wie zu erwarten –
leider recht durchwachsen aus: „Nur siebenmal
konnten wir in unserer Untersuchung
einer Krankenkasse die Bestnote
‚Sehr Gut‘ attestieren“, bilanziert DFSI-
Chef Lemke. Zwölf Krankenkassen erhielten
sogar nur die unterdurchschnittliche
Note „Befriedigend“ (s. Tabelle S. 82/83).
Über die beiden Darlehen hinaus wird
die GKV, so Finanzminister Lars Klingbeil,
aus dem Bundeshaushalt keine weiteren
Zuschüsse erhalten. Schon die vorige Regierung
hatte sich bei der Beteiligung an
den Gesundheitskosten zurückgehalten:
Aktuellen Angaben des Statistischen Bundesamts
in Wiesbaden zufolge schulterte
2023 Vater Staat von den insgesamt 491,6
Milliarden Euro Gesundheitskosten zwar
knapp 75,7 Milliarden Euro – und trug damit
immerhin einen Anteil von 15,4 Prozent.
Im Vergleich zum Vorjahr sind dies
allerdings sage und schreibe 31,1 Prozent
weniger. Als Begründung für merklich zugedrehte
Geldhähne verwies der Bund auf
die auslaufenden Corona-Maßnahmen.
Im Gegensatz zum Staat werden hingegen
die Bürgerinnen und Bürger pekuniär
immer mehr in die Pflicht genommen. So
stieg der Anteil der Privathaushalte an
den Gesundheitsausgaben 2023 um acht
Prozent auf 262,5 Milliarden Euro. Von
dieser Summe entfiel, so die Bundesstatistiker,
knapp die Hälfte auf Sozialversicherungsbeiträge.
Und rund ein Fünftel der
Ausgaben von Privathaushalten gingen
auf das Konto von ambulanter oder stationäre
Pflege oder dem Kauf von rezeptfreien
Pharmaprodukten in Apotheken.
FOCUS MONEY 33/2025
Fotos: AOK, N. Martensen/TK 85
moneyanalyse
Dax
Fährt Achterbahn
Rote Vorzeichen bestimmten die Kurse in der vorigen Woche. Auslöser war erneut Donald Trump, der den Dax mit neuen Zollankündigungen
in den Korrekturmodus schickte. Zwar versuchte der Premiumindex zu Wochenbeginn eine technische Gegenbewegung.
Marktexperten werten den Erholungsversuch jedoch vorerst nur als vorübergehende Reaktion auf die starken Verluste. Ende offen.
DAX-PERFORMANCE-INDEX IN PUNKTEN
Quelle: Bloomberg
3 Jahre 1 Woche
24 000
24 400
22 000
24 200
20 000
24 000
18 000
16 000
14 000
12 000
200-Tage-Linie
23 800
23 600
23 400
2022 2023 2024 2025
29.7. 5.8.
TOPS
Commerzbank +4,92 %
E.ON SE +4,27 %
Deutsche Bank +2,97 %
FLOPS
Adidas –16,01%
Sartorius Vz. –8,26%
Daimler Truck Hldg. –7,86%
DAX 23 943 Pkt. –1,13 %
Dow Jones 44 217 Pkt. –0,93 %
Nasdaq-100 23 264 Pkt. –0,19 %
Bovespa 132 955 Pkt. +0,01 %
86 Illustration: Adobe Stock
FOCUS MONEY 33/2025
S&P 500
Schock statt Freude
Nach der jüngsten Rekordfahrt ging es mit dem breiten US-Markt im Wochenverlauf um 2,5 Prozent bergab. Ihren Ausgang nahm die
Talfahrt mit schwachen US-Arbeitsmarktdaten und den schärfsten Revidierungen seit 1968. Und das, obwohl dadurch die Wahrscheinlichkeit
einer Zinssenkung durch die US-Notenbank Fed Mitte September deutlich wahrscheinlicher geworden ist.
S&P-500-KURSINDEX IN PUNKTEN
3 Jahre 1 Woche
6000
5500
5000
4500
6400
6350
6300
TOPS
Generac Hold. +27,86 %
IDEXX Laboratories +21,33 %
eBay +18,47 %
FLOPS
Quelle: Bloomberg
4000
200-Tage-Linie
6250
3500
6200
2022 2023 2024 2025 29.7. 5.8.
Align Technology –32,92%
Baxter International –20,74%
Eastman Chemical Co. –20,46%
Bitterer Kakao
Die Veränderungen am Rohstoffmarkt
waren moderat – Gold, Öl, Platin und
Palladium verzeichneten leichte Gewinne.
Kupfer, Zinn und Kakao dagegen
gehörten zu den Wochenverlierern.
Gold (Unze) 3 376 US-$ +2,62 %
Bitcoin 114 361 US-$ –1,86 %
Öl (Brent) 67,95 US-$ –5,32 %
Euro 1,1542 US-$ +1,09 %
Umlaufrendite 2,49 % –0,07
US-Anleihen 4,22 % –0,14
Shanghai Comp. 3 618 Pkt. +0,22 %
Nikkei 225 40 550 Pkt. –0,31 %
Wochenveränderung von Dienstag, 29. Juli 2025, Handelsschluss,
bis Dienstag, 5. August 2025, 15:50 Uhr. Nikkei-Index = © Nihon
Keizai Shimbun.
Quelle:
FOCUS MONEY 33/2025
87
moneyanalyse Deutsche Aktien
INFINEON
Erste Entwarnung
Trumps Zoll-Zirkus wird den Münchener Halbleiterkonzern doch nicht so hart erwischen
wie befürchtet. Zumindest vorübergehend. Nachdem Infineon im Mai wegen
steigender Belastungen aus Zöllen die Margen-Prognose für das Gesamtjahr
gesenkt hatte, wurde sie jetzt wieder erhöht. Es zeigt sich sogar wieder eine Belebung
der Nachfrage, da die Lagerbestände in den vergangenen Monaten wegen
der hohen Unsicherheiten stark abgebaut wurden.
Infineon Technologies
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
36
32
28
24
Quelle: Bloomberg
ISIN DE0006231004 Empfohlen am 29.05.2024 Empfehlungs-Kurs 36,90 € Kurs aktuell 35,68 € +/– in % –3,3 Neuer Stopp 31,00 € Kursziel 44,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
DAX
Adidas A1EWWW 166,05 –15,5 –29,9 263,8 / 164,7 221,77 4,6 9,6 7,57 10,80 15,4 1,7 2,5 07.05. 245,05 12 8 0
Airbus SE 938914 175,22 –1,4 13,4 186,94 / 124,74 159,86 5,7 16,4 6,47 7,81 22,4 1,5 1,8 192,26 9 5 1
Allianz SE 840400 347,60 2,4 17,5 378,5 / 246,2 327,27 2,1 — 28,60 31,13 11,2 4,8 5,2 358,48 3 10 0
BASF SE BASF11 42,40 –5,5 –0,1 55,06 / 37,40 44,69 1,1 7,2 2,61 3,24 13,1 5,3 5,5 49,98 7 7 0
Bayer BAY001 27,66 –4,5 43,2 31,03 / 18,38 23,21 0,8 4,7 4,45 4,75 5,8 0,4 2,3 24.04. 28,37 4 12 0
Beiersdorf 520000 106,85 –4,0 –13,8 137,7 / 105,4 121,36 2,7 18,4 4,65 5,08 21,0 1,0 1,0 136,35 9 6 2
BMW St. 519000 83,68 –2,8 6,0 90,90 / 62,96 77,13 0,6 3,1 10,64 11,63 7,2 4,8 5,2 87,97 7 8 0
Brenntag SE A1DAHH 54,60 –4,2 –5,7 68,92 / 51,70 59,54 1,6 10,0 4,14 4,73 11,5 3,8 4,1 64,57 3 7 1
Commerzbank CBK100 31,79 6,4 102,2 33,49 / 12,12 21,76 1,2 — 2,40 2,94 10,8 2,7 3,7 28,20 2 7 0
Continental 543900 73,58 –3,1 13,5 78,68 / 51,02 68,47 1,0 4,8 8,19 9,80 7,5 3,4 4,6 29.04. 82,21 4 8 1
Daimler Truck Hldg. DTR0CK 39,86 –8,3 8,2 45,33 / 29,61 38,62 1,4 9,0 4,01 4,93 8,1 4,3 5,4 44,43 7 3 1
Deutsche Bank 514000 29,43 4,9 76,8 29,48 / 12,78 20,89 0,9 — 2,87 3,25 9,1 3,4 3,8 27,16 3 5 1
Deutsche Börse 581005 256,00 2,4 15,1 294,3 / 179,25 251,27 4,0 21,0 11,10 11,81 21,7 1,7 1,7 270,19 2 11 0
Deutsche Telekom 555750 31,55 1,2 9,2 35,91 / 23,66 31,38 2,4 4,8 1,99 2,24 14,1 3,3 3,7 37,66 11 2 0
DHL Group 555200 38,93 –4,8 14,6 44,27 / 30,96 37,48 1,9 7,3 2,99 3,31 11,8 4,8 4,9 05.05. 43,76 5 8 1
E.ON SE ENAG99 16,36 4,1 45,4 16,55 / 10,44 13,47 2,3 6,4 1,14 1,07 15,3 3,5 3,6 16,71 5 9 0
Fresenius M. C. 578580 42,22 –5,7 –4,4 54,02 / 32,51 45,16 0,8 5,1 3,66 4,17 10,1 3,5 3,9 51,50 4 9 2
Fresenius SE 578560 41,52 –0,9 23,8 44,40 / 30,51 38,42 1,2 9,5 3,28 3,64 11,4 2,5 2,8 48,74 7 2 0
Hannover Rück SE 840221 269,60 1,5 11,7 292,6 / 211,9 261,95 2,5 — 20,96 22,54 12,0 3,5 3,9 06.05. 287,27 4 4 1
Heidelberg Materials 604700 195,85 0,1 64,2 207,7 / 86,58 154,30 1,7 16,1 12,53 14,16 13,8 1,9 2,1 188,73 4 6 2
Henkel Vz. 604843 67,78 –0,6 –20,0 88,50 / 65,54 75,89 1,3 9,3 5,38 5,76 11,8 3,1 3,3 80,76 2 10 2
Infineon Techn. 623100 35,77 2,2 13,9 39,43 / 23,17 33,14 2,6 14,6 1,42 1,94 18,5 1,0 1,1 42,00 16 2 0
Mercedes Benz Grp. 710000 49,36 –8,1 –8,3 63,24 / 45,60 54,23 0,5 3,1 5,36 7,24 6,8 5,4 6,0 61,73 5 8 1
Merck 659990 107,90 –4,6 –22,9 177,0 / 103,0 130,14 1,5 10,2 8,56 9,25 11,7 2,1 2,3 155,65 10 2 1
MTU Aero Engines A0D9PT 380,60 5,1 18,2 395,8 / 249,6 331,96 5,0 23,7 17,03 18,32 20,8 0,8 1,1 386,44 6 7 2
Münchener Rück 843002 581,00 1,9 19,3 615,8 / 427,7 539,90 2,3 — 46,45 49,97 11,6 3,8 4,0 561,18 0 8 1
Porsche PAG911 43,89 –0,4 –24,9 75,00 / 39,58 52,37 1,8 7,2 1,66 2,67 16,4 2,9 3,3 47,98 3 10 2
Porsche Hldg. SE PAH003 34,91 –4,0 –4,0 42,62 / 30,46 36,02 0,2 11,9 12,24 15,33 2,3 5,8 7,0 41,23 1 5 1
Qiagen A40ZZU 43,32 –1,5 –2,2 47,36 / 34,24 40,38 2,9 21,1 2,04 2,20 19,7 0,3 0,3 43,53 4 9 0
Rheinmetall 703000 1775,50 5,9 188,9 1944 / 463,8 1170,82 15,3 41,4 29,58 43,36 40,9 0,6 1,0 2073,08 6 2 0
RWE 703712 36,47 1,5 26,5 37,78 / 27,76 32,08 0,8 5,6 2,13 2,49 14,7 3,3 3,5 42,68 11 2 0
SAP SE 716460 247,25 1,3 4,6 283,5 / 183,74 248,73 6,3 31,6 6,09 7,17 34,5 1,0 1,1 286,92 15 4 1
Sartorius Vz. 716563 178,75 –6,9 –16,9 292,0 / 166,05 224,61 4,2 17,8 4,84 6,00 29,8 0,4 0,5 257,25 9 5 1
Siemens 723610 220,55 –2,3 17,0 244,85 / 152,4 206,43 3,1 15,6 10,99 11,60 19,0 2,4 2,6 235,88 13 4 0
Siemens Energy ENER6Y 99,66 4,9 97,8 104,85 / 22,94 64,47 8,0 19,5 1,49 2,92 34,2 0,1 1,0 79,78 9 6 2
Siemens Healthineers SHL100 46,20 –3,5 –9,8 58,48 / 41,21 49,90 2,7 15,4 2,39 2,56 18,1 2,3 2,6 59,86 11 2 0
Symrise SYM999 80,54 –7,2 –21,5 125,0 / 77,46 99,03 2,6 14,5 3,74 4,21 19,1 1,6 1,7 110,55 9 4 1
Volkswagen Vz 766403 90,62 –6,3 1,8 114,2 / 78,86 93,00 0,2 1,6 18,15 24,00 3,8 5,8 7,8 116,05 7 9 0
88 FOCUS MONEY 33/2025
So lesen Sie die Aktientabelle
1 Die 200-Tage-Linie zeigt den Durchschnittswert
der 200 letzten Handelstage. Schneidet
der Aktienkurs diese Durchschnittslinie von
unten nach oben und gibt damit ein technisches
Kaufsignal, erscheint das aktuelle Niveau
der 200-Tage-Linie in einem grünen
Viereck. Schneidet der Aktienkurs die Linie
von oben nach unten und erzeugt damit ein
technisches Verkaufssignal, steht der aktuelle
Stand der 200-Tage-Linie in einem roten
Rechteck.
2 KBV: Kurs-Buchwert-Verhältnis auf Basis des
vom Finanzdienst S&P Global geschätzten
Buchwerts für das angegebene Kalenderjahr/
Geschäftsjahr.
3 KCV: Kurs-Cashflow-Verhältnis auf Basis des
vom Finanzdienst S&P Global geschätzten
Netto-Cashflows für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr.
4/5 Gewinn je Aktie: Von den beim Finanzdienst
S&P Global erfassten Analysten im Durchschnitt
(Konsens) erwarteter Gewinn je Aktie
des angegebenen Geschäftsjahres. In der
Regel handelt es sich dabei um das Kalenderjahr.
Gebrochene Geschäftsjahre werden gemäß
dem Abschluß dem jeweiligen Kalenderjahr
zugeordnet.
6 KGV: Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der
Gewinnschätzungen für das angegebene
Kalenderjahr/Geschäftsjahr.
7 Dividendenrendite in %: Dividen denrendite
auf Basis der für das angegebene Kalenderjahr/Geschäftsjahr
prognostizierten Dividende,
die in der Regel im Folgejahr ausgezahlt
wird.
8 HV-Termin: Termin der nächsten Hauptversammlung,
soweit bereits angekündigt.
9 Kursziel: Durchschnittliches Kursziel der
Analysten, die laut Finanzdienst S&P Global
die Aktie beur teilen.
10 Analystenempfehlung: 10/10/1 (diese Ziffern
dienen hier nur als Beispiel): Zahl der Analysten,
die laut Erfassung des Finanzdienstes
S&P Global zum Kaufen/Halten/Verkaufen
der Aktie raten.
Quelle:
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Vonovia SE A1ML7J 27,07 –2,3 –7,7 33,93 / 24,03 28,76 0,9 12,5 1,84 1,91 14,2 4,6 4,9 34,82 9 5 1
Zalando SE ZAL111 25,46 –4,7 –21,4 40,08 / 20,95 31,15 2,2 11,7 1,09 1,43 17,8 0,0 0,0 38,30 12 4 1
MDAX
Aixtron SE A0WMPJ 13,70 –13,2 –10,0 19,82 / 8,45 13,51 1,7 9,0 0,70 0,82 16,7 1,3 1,8 13.05. 15,86 4 8 0
Aroundtown A2DW8Z 3,20 0,9 9,6 3,27 / 1,92 2,80 0,4 4,0 0,26 0,32 10,1 4,0 4,7 2,90 2 6 2
Aurubis 676650 90,95 –1,2 18,6 96,05 / 60,60 81,05 0,8 5,7 6,18 6,63 13,7 1,5 1,5 77,13 2 3 1
Auto1 Group SE A2LQ88 27,70 11,5 77,6 28,40 / 7,79 19,40 8,6 32,3 0,42 0,64 43,5 0,0 0,0 26,78 5 3 0
Bechtle 515870 35,28 –8,9 13,4 41,68 / 28,74 35,18 2,2 19,3 1,85 2,09 16,8 1,9 2,1 17.06. 42,05 5 3 0
Bilfinger SE 590900 93,65 2,3 102,5 97,35 / 41,80 63,47 2,5 10,3 5,34 6,40 14,6 2,9 3,3 20.05. 94,67 2 1 0
Carl Zeiss Meditec 531370 48,32 –4,4 6,2 72,20 / 44,28 56,39 2,0 19,7 1,92 2,40 20,2 1,2 1,7 62,70 4 8 0
CTS Eventim 547030 98,85 –1,1 21,1 114,1 / 75,20 97,74 7,4 21,4 3,58 3,96 25,0 1,8 1,9 114,42 6 3 0
Delivery Hero SE A2E4K4 25,68 –4,7 –5,3 42,05 / 19,70 27,95 2,7 11,1 0,68 1,71 15,0 0,0 0,0 36,42 6 6 0
Deutsche Lufthansa 823212 7,46 –2,2 20,8 8,16 / 5,46 6,68 0,7 2,2 1,05 1,37 5,4 4,0 4,3 7,29 4 8 0
Deutsche Wohnen SE A0HN5C 22,15 –1,1 –3,9 28,20 / 18,72 22,91 0,6 12,5 — — — 5,5 5,5 29,00 1 0 1
DWS Group DWS100 52,70 0,8 32,4 54,70 / 31,98 45,71 1,4 10,5 4,38 4,51 11,7 5,3 5,5 53,44 3 7 0
Evonik Industries EVNK01 16,52 –7,1 –1,3 22,39 / 16,13 18,71 0,9 5,4 1,46 1,68 9,8 7,1 7,2 21,54 4 3 2
Evotec SE 566480 6,71 –9,8 –18,1 10,62 / 5,06 7,53 1,4 41,8 –0,42 –0,14 — 0,0 0,0 11,00 2 3 0
flatexDegiro FTG111 27,38 4,9 85,3 27,72 / 11,85 19,66 3,4 15,8 1,32 1,48 18,4 0,2 0,2 28,35 5 4 0
Fraport 577330 67,80 2,7 15,9 69,50 / 43,02 57,38 1,2 6,0 4,60 4,36 15,6 0,0 2,4 66,87 2 6 2
freenet A0Z2ZZ 28,64 2,2 4,0 37,56 / 24,16 30,28 2,2 8,0 2,42 2,49 11,5 7,3 7,5 33,16 5 4 2
Fuchs SE Vz. A3E5D6 40,52 –3,2 –2,7 51,15 / 37,38 44,36 2,5 21,9 2,25 2,57 15,7 3,0 3,1 06.05. 50,40 5 2 0
GEA Group 660200 64,10 6,7 34,0 64,30 / 39,00 53,69 4,0 15,8 2,86 3,20 20,0 2,1 2,3 57,57 2 7 0
Gerresheimer A0LD6E 43,90 –6,9 –38,2 107,3 / 41,50 65,13 1,0 5,0 4,05 5,25 8,4 1,6 2,4 66,92 5 6 0
Hella A13SX2 87,50 0,6 –1,5 94,40 / 80,40 87,64 2,9 14,5 2,78 3,30 26,5 1,2 1,1 70,00 0 2 0
HelloFresh SE A16140 9,30 2,3 –20,9 13,92 / 5,04 10,16 1,8 5,8 0,61 0,95 9,8 0,0 0,0 12,14 5 6 0
Hensoldt HAG000 94,65 3,6 174,3 108,9 / 27,28 61,04 11,3 34,0 1,73 2,21 42,8 0,6 0,8 94,82 3 4 3
Hochtief 607000 193,90 3,5 49,5 195,3 / 103,9 149,86 10,1 12,9 9,44 11,02 17,6 3,1 3,6 174,65 1 6 0
Hugo Boss A1PHFF 41,05 –2,5 –8,3 48,09 / 30,86 40,38 1,8 4,4 3,34 3,75 11,0 3,3 3,6 43,20 1 8 0
Ionos Group SE A3E00M 40,30 –1,0 84,4 42,75 / 20,85 29,23 14,9 17,4 1,70 2,09 19,2 0,0 0,0 40,40 5 3 0
Jungheinrich 621993 32,92 –1,3 28,3 42,84 / 23,26 30,42 1,3 9,0 2,59 3,12 10,6 2,5 2,6 42,09 8 2 0
K+S KSAG88 13,42 –8,4 28,3 17,07 / 9,97 13,35 0,4 4,1 0,50 0,62 21,7 1,3 1,1 15,06 5 5 3
Kion Group KGX888 53,35 3,1 67,5 55,35 / 28,00 39,48 1,1 10,0 3,15 4,16 12,8 0,9 2,2 57,38 8 4 1
Knorr-Bremse KBX100 86,20 –0,3 22,5 96,40 / 67,45 80,58 4,1 15,0 4,04 4,72 18,3 2,2 2,5 86,93 4 7 0
Krones 633500 134,40 –2,5 12,0 145,8 / 100,2 129,17 2,0 14,7 9,95 11,44 11,8 2,2 2,5 09.06. 158,67 5 2 0
Lanxess 547040 24,14 –5,3 2,4 33,93 / 20,42 26,20 0,5 6,0 1,57 2,14 11,3 0,4 1,0 27,40 3 6 2
LEG Immobilien SE LEG111 70,00 –0,1 –14,4 97,52 / 62,40 76,56 0,7 — 5,88 6,08 11,5 4,1 4,3 88,26 7 5 1
Nemetschek SE 645290 133,90 5,8 43,1 134,6 / 84,00 112,13 15,2 49,6 1,99 2,42 55,4 0,5 0,5 121,94 4 7 1
Nordex SE A0D655 21,78 8,0 93,3 22,48 / 10,48 14,81 4,4 14,5 0,68 1,03 21,2 0,4 1,0 22,98 10 1 0
FOCUS MONEY 33/2025
89
moneyanalyse Deutsche Aktien
FRESENIUS MEDICAL CARE
Enttäuschende Erträge
Stagnierende Patienten-Zahlen und die Dollar-Schwäche verhageln die Bilanz des
Dialyse-Spezialisten. Obwohl der Konzern dank eines Sparprogramms das Ergebnis
zum Halbjahr deutlich steigern konnte, blieben die Erlöse hinter den Erwartungen zurück.
Die USA sind der wichtigste Markt für FMC und dort stagnierte die Zahl der Dialysepatienten
bislang. Die Dollar-Abwertung drückte zusätzlich auf die Margen. Fraglich,
ob der Konzern seine ambitionierten Ergebnisziele im Gesamtjahr erreicht.
Fresenius Medical Care
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
50
45
40
35
30
Quelle: Bloomberg
ISIN DE0005785802 Empfohlen am 12.03.2025 Empfehlungs-Kurs 44,56 € Kurs aktuell 42,28 € +/– in % –5,1 Neuer Stopp 37,00 € Kursziel 52,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
MDAX
Puma SE 696960 17,83 –12,4 –59,8 47,93 / 17,78 30,39 1,1 — –1,87 1,23 14,5 2,1 3,2 24,74 6 10 1
Rational 701080 702,00 1,3 –14,8 938,5 / 619,0 799,63 8,5 29,8 22,21 23,87 29,4 2,2 2,4 29.04. 755,79 1 8 0
Redcare Pharmacy A2AR94 103,20 –2,5 –21,6 171,4 / 86,20 123,29 4,2 29,0 –1,19 0,78 132,4 0,0 0,0 163,67 6 1 1
Renk Group RENK73 68,83 2,4 275,4 85,96 / 17,71 42,09 13,7 37,1 1,42 1,86 37,0 0,9 1,1 71,06 5 2 1
RTL Group 861149 34,30 –0,7 28,5 37,90 / 23,65 31,34 1,1 10,3 2,76 2,86 12,0 15,7 7,9 36,74 0 7 0
Scout24 SE A12DM8 118,20 –0,7 38,9 122,8 / 65,90 99,81 5,7 32,3 3,32 3,84 30,8 1,2 1,4 116,84 5 7 0
Ströer SE 749399 46,95 –1,2 1,9 62,65 / 44,00 51,81 5,0 6,5 3,25 3,90 12,0 5,0 5,9 69,39 7 3 0
TAG Immobilien 830350 14,20 –0,2 –1,1 17,27 / 11,53 14,17 0,8 14,2 1,03 0,97 14,6 2,9 3,5 16,63 5 4 0
Talanx TLX100 120,60 5,1 46,8 120,8 / 63,45 93,85 2,3 — 8,72 9,38 12,9 2,6 2,9 07.05. 100,60 1 2 2
TeamViewer SE A2YN90 9,02 –2,2 –5,5 13,64 / 8,70 11,22 6,6 5,5 1,11 1,20 7,5 0,0 0,0 14,97 3 7 0
thyssenkrupp 750000 9,45 –10,3 141,1 11,62 / 2,77 7,05 0,6 3,0 0,43 0,85 11,1 1,6 1,7 30.01. 9,31 3 3 1
Traton SE TRAT0N 29,84 –0,8 6,8 38,45 / 25,12 30,16 0,8 5,7 3,96 5,48 5,4 3,9 5,7 33,62 4 9 1
TUI TUAG50 7,75 –3,4 –7,2 8,88 / 5,25 7,40 2,5 3,4 1,19 1,34 5,8 3,7 3,1 10,52 5 4 0
United Internet 508903 25,12 –0,5 60,3 25,88 / 14,58 19,42 0,9 5,7 1,43 1,92 13,1 2,2 2,7 28,75 6 4 0
Wacker Chemie WCH888 63,95 –8,7 –8,7 97,04 / 56,40 69,52 0,7 6,2 1,18 3,51 18,2 0,8 3,1 78,21 5 5 0
SDAX
1&1 554550 18,50 –0,4 46,8 19,14 / 11,10 14,73 0,5 7,6 1,07 1,25 14,8 0,3 0,3 20,29 4 5 0
adesso SE A0Z23Q 79,90 –7,0 –9,2 110,0 / 55,20 88,64 2,0 — 3,98 5,41 14,8 1,0 1,1 127,83 3 2 0
Adtran Networks SE 510300 20,70 0,5 3,7 20,90 / 19,00 20,19 2,9 — –0,05 0,18 115,0 — — — 0 0 1
Alzchem Group A2YNT3 156,00 3,9 173,7 166,6 / 40,40 93,81 6,4 8,1 5,90 6,84 22,8 1,3 1,4 135,24 2 1 0
Amadeus Fire 509310 64,00 –4,6 –15,9 96,50 / 63,30 77,67 2,5 40,8 2,04 4,44 14,4 1,4 4,3 96,00 2 0 0
Atoss Software SE 510440 117,00 –3,1 2,5 147,6 / 107,0 125,59 20,5 37,9 2,74 3,19 36,7 1,7 1,9 139,50 5 3 0
Befesa A2H5Z1 26,68 2,6 28,5 29,70 / 17,71 23,95 1,2 5,7 2,21 2,73 9,8 3,8 4,2 35,40 6 2 0
Borussia Dortmund 549309 3,65 –2,4 16,2 4,14 / 2,78 3,40 1,1 5,2 0,15 0,13 28,8 1,9 1,9 5,18 4 0 0
Cancom SE 541910 22,75 –12,3 –2,1 31,65 / 20,30 25,80 1,3 10,4 1,16 1,62 14,0 4,4 4,5 28,50 2 5 0
Ceconomy St. 725750 4,44 8,3 68,6 4,54 / 2,37 3,17 3,2 9,4 0,36 0,51 8,7 1,5 2,4 4,29 1 3 1
Cewe Stiftung 540390 99,40 –1,2 –3,9 108,8 / 92,30 99,98 1,5 — 8,97 9,41 10,6 3,1 3,3 03.06. 139,00 6 0 0
Dermapharm Hldg. SE A2GS5D 33,30 –5,7 –14,4 42,50 / 30,15 36,74 2,6 10,0 2,33 2,58 12,9 2,9 3,2 49,50 3 1 0
Deutsche Beteiligungs A1TNUT 24,45 –0,6 6,3 27,95 / 21,35 24,59 0,7 — 2,58 3,63 6,7 4,2 4,3 41,37 6 0 0
Deutsche EuroShop 748020 18,82 –0,9 1,7 27,45 / 16,34 19,20 0,7 — 2,03 2,04 9,2 5,4 5,8 21,48 0 2 0
Deutz 630500 7,56 –1,6 87,2 8,10 / 3,64 5,79 1,2 — 0,63 0,85 8,9 2,5 3,7 9,45 4 0 0
Douglas BEAU7Y 10,74 ±0,0 –46,9 21,40 / 8,97 15,09 — — — — — — — — 0 0 0
Drägerwerk Vz 555063 67,30 –3,3 44,7 73,10 / 42,20 57,38 0,8 7,2 6,05 7,26 9,3 2,7 3,1 08.05. 76,60 2 3 0
Dt. Pfandbriefbank 801900 5,23 –5,4 9,2 6,29 / 4,56 5,36 0,2 — 0,87 0,99 5,3 5,0 8,2 6,65 1 3 0
Dürr 556520 22,45 –4,9 4,7 26,68 / 17,32 22,57 1,2 6,0 2,30 2,83 7,9 3,3 4,7 22.05. 30,28 4 4 0
Eckert & Ziegler SE 565970 63,40 –4,8 42,5 69,75 / 35,77 54,90 — — 2,65 2,67 23,7 0,8 0,8 70,00 0 1 0
Elmos Semicond. SE 567710 89,40 0,3 31,5 98,50 / 47,10 70,52 2,4 10,3 5,30 6,39 14,0 1,3 1,7 20.05. 97,17 3 3 0
Energiekontor 531350 48,30 –4,2 –1,7 61,70 / 37,20 45,89 2,9 7,9 4,13 5,44 8,9 2,4 2,6 129,50 1 0 0
90 FOCUS MONEY 33/2025
HUGO BOSS
Positive Quartalszahlen
Wie eine Rakete ging der Kurs der Hugo-Boss-Aktie nach Bekanntgabe der Quartalszahlen
ab. Grund: Der operative Gewinn (Ebit) schlug im zweiten Quartal mit 81 Millionen
Euro die Analystenkonsensschätzung von 77 Millionen Euro. Da der Umsatz nahezu
gleich gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal bei einer Milliarde Euro
geblieben ist, ist die Gewinnmarge deutlich gestiegen. Das Management bestätigte
zudem die Prognosen für das Gesamtjahr. Vorsichtige Anleger warten aber noch ab.
Hugo Boss
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
70
60
50
40
30
Quelle: Bloomberg
ISIN DE000A1PHFF7 Empfohlen am 8.01.2025 Empfehlungs-Kurs 48,00 € Kurs aktuell 43,22 € +/– in % –10,0 Neuer Stopp 40,30 € Kursziel 49,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Fielmann Grp. 577220 55,80 1,1 34,8 58,80 / 38,25 46,91 4,7 18,2 2,43 2,71 20,6 2,8 2,7 09.07. 61,57 1 3 0
Formycon A1EWVY 26,15 –13,3 –50,8 64,40 / 19,18 36,57 1,1 — –1,82 –0,30 — 0,0 0,0 43,88 3 1 0
Fr. Vorwerk Grp. SE A255F1 86,30 2,7 221,4 89,50 / 17,40 46,21 6,8 33,2 2,67 3,27 26,4 0,6 0,7 67,44 2 1 2
GFT Technologies SE 580060 17,50 –2,2 –20,8 27,00 / 17,20 22,08 1,5 — 1,57 1,86 9,4 2,8 3,0 25.06. 30,40 4 0 0
Grand City Prop. A1JXCV 10,94 –4,0 –6,9 13,35 / 9,04 11,03 0,5 7,9 1,08 1,06 10,3 6,4 5,6 12,75 2 5 0
Grenke A161N3 16,40 –13,0 6,4 27,75 / 11,94 16,09 0,6 — 1,54 2,14 7,7 2,3 3,3 — 0 0 0
Hamborner Reit A3H233 5,77 1,1 –8,4 6,73 / 5,52 6,24 0,9 10,1 0,14 0,15 39,8 6,7 6,7 03.06. 8,33 4 0 0
Heidelberger Druck. 731400 2,17 34,8 0,0 136,9 2,81 / 0,87 1,22 1,1 21,7 0,17 0,27 8,0 0,0 0,0 2,27 2 0 0
Hornbach Hldg. 608340 101,20 –2,1 39,4 108,4 / 69,80 87,42 0,7 11,9 10,15 10,46 9,7 2,5 2,7 106,67 3 2 0
Hypoport SE 549336 183,00 –6,7 8,9 305,0 / 152,4 196,89 3,3 22,3 3,59 5,86 31,2 0,0 0,0 263,00 4 1 0
Indus Holding 620010 23,25 –2,5 14,5 28,35 / 19,46 22,30 0,8 11,0 2,87 3,25 7,2 4,5 5,2 31,70 2 1 0
Jenoptik A2NB60 18,91 –2,2 –15,7 29,20 / 14,36 20,57 1,1 6,9 1,46 1,78 10,6 2,1 2,3 26,18 5 3 0
Jost Werke SE JST400 50,40 –3,1 10,8 57,30 / 37,55 48,37 1,8 17,2 5,87 6,71 7,5 2,7 3,9 65,80 4 1 0
Klöckner & Co. SE KC0100 6,24 –7,3 40,5 8,18 / 4,32 5,90 0,4 2,3 0,18 0,59 10,6 0,9 2,3 20.05. 8,45 3 1 0
Kontron A0X9EJ 27,66 –1,4 42,1 29,00 / 15,15 21,41 2,3 13,2 2,02 2,13 13,0 2,9 3,1 31,34 5 0 0
KSB SE Vz 629203 912,00 –4,0 52,0 974,0 / 544,0 723,89 1,3 — 85,42 93,51 9,8 3,2 3,9 1077,67 3 0 0
KWS Saat SE 707400 62,40 –5,0 6,1 68,90 / 50,30 58,59 1,3 12,8 5,83 5,81 10,7 1,8 2,1 77,25 2 0 0
LPKF Laser & Electr. SE 645000 8,30 –0,4 –7,1 9,84 / 7,22 8,57 2,1 — 0,16 0,47 17,5 0,4 0,0 11,43 3 0 0
MBB SE A0ETBQ 174,40 0,9 74,6 178,0 / 95,00 126,57 1,3 — 8,05 8,45 20,6 0,8 0,9 205,83 2 1 0
MLP SE 656990 8,32 –3,6 35,7 9,12 / 5,44 7,27 1,5 — 0,66 0,74 11,3 4,6 5,3 11,27 2 0 0
Mutares A2NB65 27,05 –12,5 12,7 49,20 / 18,64 29,36 1,4 — 4,79 4,02 6,7 7,9 8,3 44,83 2 0 0
Nagarro A3H220 54,45 –4,1 –31,2 102,8 / 53,05 74,94 2,9 10,2 4,62 5,32 10,2 1,4 1,6 88,75 2 1 0
Norma Group SE A1H8BV 16,18 3,5 8,3 17,36 / 9,07 13,82 0,7 8,0 1,20 1,69 9,6 2,7 3,3 21.05. 17,41 3 2 1
Patrizia SE PAT1AG 7,48 –5,1 –5,3 9,20 / 6,15 7,76 0,6 15,0 0,25 0,30 24,9 4,8 4,9 10.06. 9,44 3 1 0
PNE A0JBPG 15,02 0,1 35,6 15,80 / 10,34 13,35 5,6 21,8 0,18 0,31 49,0 0,4 0,4 19,67 1 1 0
ProCredit Hldg. 622340 9,10 0,9 17,9 11,45 / 7,42 9,07 0,5 — 1,71 2,15 4,2 6,3 7,6 17,07 1 0 0
ProSiebenSat.1 SE PSM777 7,93 0,8 60,0 8,13 / 4,50 6,09 1,2 4,1 0,87 0,95 8,3 0,6 0,9 7,93 1 6 0
PVA TePla 746100 20,94 –4,1 61,8 22,64 / 10,58 15,38 2,7 21,0 0,83 1,07 19,7 0,0 0,0 21,75 4 4 0
SAF Holland SE SAFH00 16,08 –5,0 8,8 18,70 / 12,50 15,82 1,3 3,7 2,14 2,52 6,4 4,4 5,6 21,64 4 1 0
Salzgitter 620200 22,32 –8,7 40,9 29,72 / 12,96 20,03 0,3 4,3 0,84 3,70 6,0 1,0 1,2 03.06. 23,24 1 4 2
Schaeffler SHA010 4,97 –3,8 17,1 5,21 / 3,15 4,33 1,2 2,6 0,53 0,75 6,6 4,5 6,6 5,38 4 6 0
Schott Pharma A3ENQ5 24,35 –4,3 –3,2 36,88 / 18,50 25,79 4,0 16,9 1,03 1,22 20,0 0,7 0,8 29,79 7 2 0
Secunet Security 727650 227,50 5,8 95,4 246,0 / 89,00 164,52 8,6 39,7 5,05 5,63 40,4 1,2 1,4 204,75 2 1 1
SFC Energy 756857 15,78 –29,7 –8,3 28,35 / 14,92 20,01 1,8 31,1 0,81 1,02 15,5 0,0 0,0 25,80 3 1 0
SGL Carbon SE 723530 3,59 ±0,0 –10,3 6,15 / 2,81 3,90 0,8 5,3 –0,01 0,23 15,5 0,0 2,8 4,15 0 2 0
Siltronic WAF300 36,28 –17,9 –22,0 76,50 / 32,00 43,58 0,6 5,7 –2,65 –1,42 — 0,4 1,0 45,89 2 6 0
Sixt SE St. 723132 91,45 –2,6 16,3 98,70 / 59,85 80,18 1,9 — 6,90 8,00 11,4 3,8 4,4 101,00 5 1 0
SMA Solar Techn. A0DJ6J 19,26 –8,3 42,0 25,70 / 10,94 16,94 1,2 3,8 –0,02 1,28 15,0 0,0 0,0 17,80 0 4 1
FOCUS MONEY 33/2025
91
moneyanalyse Deutsche Aktien
CONTINENTAL
Umsatz runter, Gewinn rauf
Beim Kfz-Zulieferer stieg das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) im zweiten Quartal
um 17 Prozent auf 834 Millionen Euro. Das lag aber daran, dass die AG Abschreibungen
in der Autozuliefersparte Aumovio (die am 18.9. separat an die Börse gebracht
werden soll) bilanziell nicht mehr buchen durfte. Ohne den Effekt hätte das Ebit mit
597 Millionen Euro unter dem Vorjahresniveau gelegen. Der Konzernumsatz ist um
4,1 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro gesunken. Die Aktie bleibt eine Halteposition.
Continental
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
75
70
65
60
55
50
Quelle: Bloomberg
ISIN DE0005439004 Empfohlen am 27.06.2025 Empfehlungs-Kurs 73,90 € Kurs aktuell 72,00 € +/– in % –2,6 Neuer Stopp 65,00 € Kursziel 85,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
SDAX
Springer Nature SPG100 19,06 –0,7 –29,9 28,30 / 15,96 22,18 1,9 8,4 1,71 1,64 11,7 4,4 4,3 27,19 3 0 0
Stabilus SE STAB1L 23,15 –12,0 –23,5 43,70 / 17,48 28,74 0,8 5,6 3,36 3,80 6,1 5,0 6,1 42,71 4 1 0
Sto SE 727413 123,80 –0,2 15,7 151,8 / 101,0 120,06 — — 6,36 7,94 15,6 2,8 3,2 140,00 1 0 0
Stratec STRA55 27,25 –7,3 –8,6 45,30 / 21,00 28,77 — 5,9 — — — — — — 0 0 0
Südzucker 729700 10,00 –3,4 –3,7 12,37 / 9,88 10,96 0,7 5,0 0,24 1,25 8,0 2,0 5,2 11,06 0 3 1
Suss MicroTec SE A1K023 32,60 –19,7 0,0 –33,0 71,40 / 26,68 42,40 1,9 10,1 2,73 2,73 11,9 1,2 1,4 50,46 3 4 0
thyssenkr. nucera NCA000 9,92 –7,7 –6,4 11,87 / 6,86 9,39 1,6 — 0,09 0,20 48,8 0,0 0,0 12,35 5 1 3
Vossloh 766710 87,10 –3,5 102,3 95,10 / 40,35 60,15 2,1 18,4 3,63 4,42 19,7 1,3 1,6 91,36 5 2 0
Wacker Neuson SE WACK01 22,35 –3,0 52,7 25,10 / 12,34 19,01 1,0 — 1,37 2,12 10,6 3,1 4,6 13.05. 26,33 2 1 0
Wüstenr. & Württ. 805100 14,46 5,2 24,2 15,40 / 11,38 13,00 — — 2,07 2,68 5,4 4,5 5,2 21,00 1 0 0
WEITERE DEUTSCHE AKTIEN
123Fahrschule SE A2P4HL 3,34 –4,6 39,2 4,36 / 1,92 2,96 1,9 — –0,23 0,03 111,3 — — 7,05 1 0 0
2G Energy A0HL8N 36,95 8,5 62,1 37,00 / 19,00 26,75 3,9 — 1,58 1,83 20,2 0,6 0,8 35,30 2 2 0
3U Holding 516790 1,54 –3,8 0,2 1,86 / 1,32 1,56 — — –0,11 –0,05 — 0,0 0,0 2,60 2 0 0
7C Solarparken A11QW6 1,84 –0,4 1,7 2,30 / 1,68 1,94 0,7 — 0,11 0,14 13,1 6,0 6,0 4,80 1 0 0
A.H.T. Syngas Tech. A12AGY 5,15 12,0 –60,1 18,40 / 3,84 8,43 — — — — — — — — 0 0 0
A.S. Création NA A1TNNN 7,30 –2,7 15,9 8,45 / 5,05 6,64 — — 0,35 0,99 7,4 1,4 5,5 14,00 1 0 0
ABO Wind 576002 39,40 –4,1 11,9 49,70 / 32,20 38,81 1,5 — 3,56 4,42 8,9 1,6 1,8 107,17 2 0 0
About You Hldg. SE A3CNK4 6,68 –0,3 3,2 6,88 / 2,65 6,01 8,8 24,7 0,21 0,20 33,4 0,0 0,0 6,50 0 3 1
Accentro Real Estate A0KFKB 0,15 –4,5 –39,8 0,54 / 0,00 0,21 — — –0,44 — — 0,0 — — 0 0 0
ad pepper media Int. 940883 3,00 –4,5 57,9 3,18 / 1,30 2,34 2,8 — 0,09 0,13 23,1 — — 5,00 0 0 0
All for One Group SE 511000 49,40 1,9 –12,1 65,00 / 42,10 54,51 2,1 — 4,52 5,50 9,0 3,5 3,8 — 2 0 0
Allane SE A0DPRE 10,60 –1,9 15,2 11,40 / 6,90 9,77 1,0 — 0,32 0,50 21,2 0,0 0,0 — 0 0 0
Allgeier A2GS63 18,35 –8,3 23,6 22,40 / 13,90 17,45 1,2 — 1,01 1,40 13,1 2,9 3,3 25,25 3 1 0
Altech Advanced A31C3Y 1,75 ±0,0 –46,0 4,42 / 1,53 2,38 — — — — — — — 27.08. — 0 0 0
AT&S 922230 20,10 –5,9 74,2 22,70 / 10,51 14,99 0,8 12,1 –1,73 0,25 80,4 0,0 0,9 16,66 1 1 2
Aumann A2DAM0 12,14 1,3 15,6 14,02 / 9,36 11,41 0,8 — 0,88 1,08 11,3 1,6 2,1 13,90 1 2 0
B+S Banksysteme 126215 1,78 1,1 –10,1 2,40 / 1,61 1,89 — — 0,17 0,20 8,9 0,0 3,9 4,50 0 0 0
Basler 510200 11,96 1,4 101,0 13,92 / 5,10 8,26 2,9 — 0,15 0,40 30,1 0,0 0,7 12,73 3 1 0
Bastei Lübbe A1X3YY 10,20 3,0 14,0 11,40 / 7,95 9,95 1,6 — 0,77 0,84 12,1 3,8 4,0 12,40 1 0 0
BayWa vNA 519406 9,64 –12,2 –9,9 14,70 / 6,99 9,06 0,9 — –9,68 –0,53 — 0,0 0,0 26.08. — 0 0 0
BB Biotech A0NFN3 34,75 0,7 –6,7 43,60 / 26,50 35,94 0,7 — 10,51 5,26 6,6 6,3 6,4 57,65 0 0 0
Berentzen Group 520160 4,02 –4,5 5,2 5,12 / 3,63 4,21 — — 0,27 0,46 8,7 3,5 5,7 9,00 1 0 0
Bertrandt 523280 19,42 –1,4 5,0 27,60 / 15,75 20,57 0,6 5,6 –2,42 4,01 4,8 3,2 4,3 23,00 1 3 0
bet-at-home.com A0DNAY 2,73 2,2 11,0 3,80 / 1,98 2,69 — — 0,36 0,59 4,6 — — 5,50 1 0 0
Bike24 Holding A3CQ7F 2,85 –1,4 159,1 2,98 / 0,96 1,68 1,1 — –0,07 0,08 38,0 0,0 0,0 2,95 2 0 0
Biofrontera A4BGGM 2,66 1,9 27,3 3,19 / 2,01 2,40 — — — — — — — — 0 0 0
Bio-Gate konv. BGAG98 0,93 –7,0 25,7 1,20 / 0,53 0,78 — — — — — — — — 0 0 0
92 FOCUS MONEY 33/2025
GERRESHEIMER
Strategische Neuausrichtung
Der Spezialverpackungshersteller Gerresheimer will nach dem gescheiterten Verkauf
des Unternehmens nun das Moulded-Glass-Geschäft veräußern. Ziel ist die Fokussierung
auf das wachstumsstarke Kerngeschäft für die Pharma- und Biotechbranche.
Die Märkte reagierten mit einem Plus von etwa fünf Prozent in den ersten
Handelsstunden. Seit Jahresbeginn hat die Aktie nahezu 40 Prozent verloren – angesichts
einer möglichen Trendwende könnte es sich lohnen, vorerst zu halten.
Gerresheimer
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
120
100
80
60
40
Quelle: Bloomberg
ISIN DE000A0LD6E6 Empfohlen am 6.06.2025 Empfehlungs-Kurs 48,64 € Kurs aktuell 44,36 € +/– in % -8,8 Neuer Stopp 37,70 € Kursziel 67,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
BioNTech A2PSR2 96,35 –2,8 –11,4 124,6 / 71,00 99,66 1,3 — –3,27 –4,26 — 0,0 0,0 117,90 13 5 0
Bitcoin Group A1TNV9 41,92 –7,9 –17,8 71,40 / 24,50 46,03 — — — — — — — 29.08. — 0 0 0
Blue Cap A0JM2M 17,30 2,4 11,6 19,00 / 15,10 16,91 0,8 — 1,38 1,59 10,9 4,5 5,5 30,10 2 0 0
Brain Biotech 520394 2,12 –2,8 –39,3 4,40 / 1,42 2,57 4,5 — –0,39 –0,29 — 0,0 0,0 5,70 3 1 0
Branicks Group A1X3XX 1,95 –3,9 –12,3 2,66 / 1,59 2,12 0,2 7,0 –0,14 0,10 19,5 0,5 3,9 20.08. 4,01 2 0 1
Brockhaus Technolog. A2GSU4 12,40 –7,1 –47,0 29,70 / 12,40 19,50 0,4 2,4 2,66 3,75 3,3 2,7 3,3 42,25 4 0 0
Cenit 540710 7,62 –3,3 5,8 12,80 / 6,80 8,26 1,3 — 0,33 0,90 8,5 0,6 3,3 15,55 4 0 0
Cherry SE A3CRRN 0,77 –10,6 –35,6 2,36 / 0,48 0,81 0,2 — –0,36 –0,20 — — — — 0 0 0
Cliq Digital A35JS4 4,91 –4,0 0,5 7,26 / 3,15 5,15 0,4 — 0,71 1,08 4,5 1,2 1,6 21.08. 8,00 1 0 0
Corestate Capital A141J3 0,29 10,8 –28,4 0,43 / 0,22 0,33 — — — — — — — — 0 0 0
Covestro 606214 60,44 0,1 7,7 60,76 / 52,80 58,50 1,8 16,8 –0,54 1,32 45,7 0,0 0,3 61,88 0 8 0
CureVac A2P71U 4,71 1,3 59,1 4,95 / 2,15 3,41 1,2 — –0,49 –0,45 — 0,0 0,0 4,60 1 5 0
cyan A2E4SV 2,14 –7,0 –17,7 3,34 / 1,95 2,62 1,6 42,8 –0,06 –0,01 — 0,0 0,0 4,08 1 0 0
Daldrup & Söhne 783057 13,40 –6,6 47,6 14,35 / 6,56 9,94 2,9 — 0,71 1,16 11,6 1,1 1,1 28.08. 18,07 1 0 0
Data Modul 549890 23,20 –2,5 –12,8 29,80 / 20,80 24,75 0,5 — 0,17 1,09 21,3 0,5 0,5 47,00 1 0 0
Datagroup SE A0JC8S 59,60 –0,2 28,6 61,40 / 35,20 48,94 2,8 — 3,37 3,99 15,0 2,1 2,5 69,50 2 2 0
Delignit A0MZ4B 2,44 –2,4 9,9 3,18 / 1,96 2,38 0,7 — 0,21 0,30 8,3 2,0 2,3 6,00 1 0 0
Delticom 514680 2,25 –3,0 9,2 2,70 / 1,92 2,24 0,6 — 0,27 0,38 5,9 6,0 8,2 4,60 2 0 0
Demire Real Estate A0XFSF 0,59 –13,2 –20,8 1,15 / 0,57 0,71 0,3 — –0,20 –0,17 — — — 0,98 1 0 0
Deutsche Rohstoff A0XYG7 41,55 2,2 30,7 43,20 / 28,95 35,90 0,8 9,1 4,74 5,38 7,7 4,8 4,8 48,00 0 0 0
Dr. Hönle 515710 8,20 –14,9 8,2 16,75 / 6,52 9,07 0,6 — 0,03 0,50 16,4 0,0 0,6 19,00 2 0 0
Dt. Grundstücksaukt. 553340 6,90 ±0,0 –13,2 9,45 / 6,70 7,66 — — 0,31 0,68 10,1 — — 12,85 1 0 0
Dt. Konsum REIT A14KRD 2,04 ±0,0 –42,0 5,00 / 2,04 3,10 0,3 3,6 — — — 0,0 0,0 4,40 1 1 0
ecotel communication 585434 13,00 1,6 –2,6 14,10 / 10,50 13,05 1,8 6,1 0,78 1,60 8,1 3,8 6,9 34,20 1 0 0
Edag Engineering Grp. A143NB 6,00 1,7 –13,3 10,55 / 4,80 6,57 1,0 — 0,32 0,86 7,0 2,1 6,7 8,17 0 3 0
Einhell Germany A40ESU 73,00 –4,7 20,3 81,30 / 53,50 67,57 1,7 — 6,45 7,07 10,3 2,2 2,3 95,00 2 0 0
ElringKlinger 785602 4,29 –2,9 2,9 5,24 / 3,80 4,40 0,4 — 0,57 0,85 5,1 2,8 5,7 6,25 1 1 0
Enapter A255G0 2,68 –2,9 –30,8 4,65 / 2,33 3,30 1,3 — –0,44 –0,13 — 0,0 0,0 6,13 0 0 0
EnviTec Biogas A0MVLS 19,30 –2,8 –33,2 38,60 / 18,35 29,25 — — — — — — — — 0 0 0
Epigenomics konv. A37FT4 0,90 –2,2 –19,6 2,30 / 0,50 1,02 — — — — — — — 27.08. — 0 0 0
Ernst Russ A16107 6,60 –3,2 15,4 8,12 / 4,87 6,09 0,9 5,5 1,57 1,17 5,6 4,0 4,5 10,00 2 0 0
Eurokai 570653 40,80 –2,9 23,6 43,00 / 29,00 35,34 — — — 3,28 12,4 3,2 3,2 — 0 0 0
Exasol A0LR9G 2,76 1,5 22,1 3,63 / 1,62 2,76 9,2 — 0,08 0,18 15,8 0,0 0,0 5,10 2 0 0
Fabasoft 922985 16,35 –0,9 –2,1 19,05 / 13,70 16,69 4,7 — 0,84 0,95 17,2 0,9 1,5 31,00 1 0 0
FamiCord A0BL84 4,86 –2,4 21,5 5,05 / 3,64 4,07 — — 0,01 0,05 97,2 — — 6,50 1 0 0
Fortec Elektronik 577410 14,90 –0,3 –18,1 20,00 / 14,20 16,71 — — 0,25 1,05 14,2 5,7 5,7 20,00 1 0 0
Francotyp-Postalia FPH900 2,93 1,0 35,6 3,02 / 1,97 2,39 — — — — — — — — 0 0 0
Frequentis A2PHG5 58,20 –12,1 117,2 69,80 / 22,80 36,30 3,9 32,5 2,01 2,24 26,0 0,6 0,6 45,55 3 0 0
FOCUS MONEY 33/2025
93
moneyanalyse Deutsche Aktien
DHL GROUP
Starke Quartalszahlen
Die DHL Group hat im zweiten Quartal 2025 ein robustes operatives Ergebnis vorgelegt
und Erwartungen übertroffen. Trotz rückläufiger Volumina durch globale Handelskonflikte
und eine schwächelnde Weltwirtschaft wurde der operative Gewinn
um knapp sechs Prozent auf über 1,4 Milliarden Euro gesteigert und die Jahresprognose
bestätigt. Am Dienstag legte die Aktie zwischenzeitlich um sechs Prozent zu,
seit Jahresbeginn summiert sich das Plus auf 17 Prozent. Kaufen.
DHL Group
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
44
40
36
32
Quelle: Bloomberg
ISIN DE0005552004 Empfohlen am 1.10.2024 Empfehlungs-Kurs 38,49 € Kurs aktuell 38,89 € +/– in % +1,0 Neuer Stopp 32,70 € Kursziel 44,00 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
WEITERE DEUTSCHE AKTIEN
Friwo 620110 7,20 0,7 –68,1 27,00 / 6,05 13,24 — — — — — — — — 0 0 0
Frosta 606900 99,80 2,5 62,3 101,0 / 57,50 77,08 — — 6,89 7,54 13,2 2,6 2,8 100,00 1 1 0
Gesco A1K020 18,05 5,2 36,2 18,50 / 12,95 15,12 0,7 — 1,49 2,07 8,7 1,7 2,4 25,78 2 0 0
Global Fashion Grp. A2PLUG 0,35 1,2 56,8 0,37 / 0,18 0,27 0,8 — –0,25 –0,18 — 0,0 0,0 0,55 1 1 0
Grammer 589540 6,70 2,3 40,2 10,10 / 4,54 6,30 0,4 — 1,50 2,41 2,8 0,0 0,0 — 0 0 0
H+R A2E4T7 5,02 0,8 54,0 5,02 / 3,22 4,05 0,4 — 0,29 0,42 12,0 2,0 2,0 5,20 0 0 0
Hamburger Hafen A0S848 20,70 6,4 17,1 21,20 / 15,90 17,94 1,9 — 0,82 — — 2,4 — — 0 0 0
Hapag-Lloyd HLAG47 125,00 –4,1 –18,7 172,0 / 111,3 144,85 1,2 6,2 5,66 4,39 28,5 2,4 2,1 113,73 0 4 3
Hawesko Holding SE 604270 22,80 –1,7 –10,6 28,00 / 22,00 24,23 1,7 — 1,39 1,70 13,4 5,7 6,6 26,00 0 1 0
Heidelberg Pharma A11QVV 4,21 –5,8 81,5 5,40 / 2,11 2,97 — — –0,71 –0,62 — 0,0 0,0 10,70 1 0 0
Heliad 121806 14,30 –1,4 44,4 15,60 / 8,85 12,09 1,5 23,8 0,60 0,60 23,8 0,0 0,0 24,20 2 0 0
Hermle Vz. 605283 174,00 –0,3 7,1 207,0 / 156,0 174,08 — — — — — — — 01.07. — 0 0 0
HMS Bergbau 606110 41,60 –26,4 40,5 78,00 / 24,60 33,48 3,2 15,9 3,34 2,91 14,3 2,6 2,8 14.08. 41,00 0 0 0
HomeToGo SE A2QM3K 1,60 3,2 –20,1 2,37 / 1,28 1,83 0,9 23,9 –0,11 0,07 22,8 0,0 0,0 4,10 3 0 0
IBU tec A0XYHT 9,60 0,8 45,9 11,90 / 5,38 6,98 — — –0,69 –0,65 — — — 7,60 0 1 0
Identive Group A11404 2,97 –6,3 –14,8 4,01 / 2,55 3,14 — — –0,80 –0,80 — — — 5,04 3 0 0
init innovation SE 575980 42,50 –0,5 19,4 44,00 / 33,50 38,11 2,9 — 2,07 2,72 15,6 2,1 2,2 56,75 2 0 0
Instone Real Estate A2NBX8 9,30 1,2 11,2 9,90 / 7,10 8,54 0,7 — 0,73 0,96 9,6 2,6 3,1 11,58 2 2 0
IVU Traffic Techn. 744850 21,10 –1,4 44,0 21,40 / 12,60 16,52 — — — — — — — — 0 0 0
JDC Group A0B9N3 29,50 13,5 32,9 29,50 / 18,10 22,45 — 19,3 0,70 0,89 33,1 — — 31,32 1 0 0
Knaus Tabbert A2YN50 13,38 0,1 13,0 33,45 / 11,34 14,58 1,3 — 0,80 1,80 7,4 0,0 2,5 20,40 1 3 0
Koenig & Bauer 719350 14,12 –1,7 –5,6 17,62 / 7,14 13,94 0,7 — 0,83 2,20 6,4 1,5 3,2 18,38 3 0 0
KPS A1A6V4 0,70 –8,4 –8,4 1,05 / 0,65 0,78 0,7 — –0,25 –0,21 — 0,0 4,3 1,01 1 2 0
Laiqon A12UP2 4,19 0,2 –16,2 5,44 / 3,42 4,33 1,3 — –0,24 –0,02 — 0,0 0,5 28.08. 10,50 1 0 0
Leifheit 646450 15,00 –3,5 –3,5 22,30 / 15,00 17,30 1,5 14,4 0,66 1,04 14,5 6,7 7,2 22,17 2 0 0
Logwin A2DR54 242,00 3,4 2,5 268,0 / 224,0 238,43 — — — — — — — 261,00 0 0 0
Masterflex SE 549293 12,10 –3,2 32,7 13,50 / 8,08 10,10 — — 0,93 1,11 11,0 2,5 2,9 16,90 1 0 0
MAX Automation SE A2DA58 5,76 –1,4 –3,4 6,20 / 4,92 5,74 1,2 — –0,08 0,10 60,6 0,4 0,9 6,10 1 1 0
MediClin 659510 2,92 0,7 29,2 3,18 / 2,20 2,73 0,6 — 0,65 0,46 6,3 1,4 1,4 4,90 1 0 0
Medigene NA A40ESG 0,08 –35,6 –92,5 2,41 / 0,06 0,87 0,2 — –0,53 –0,74 — — — 3,80 0 1 0
Medios A1MMCC 13,06 5,8 –1,7 18,52 / 10,32 12,62 0,6 5,5 1,14 1,47 8,9 0,0 0,0 24,50 4 0 0
Mensch & Maschine 658080 51,10 –0,4 –3,4 59,30 / 26,85 52,82 8,5 — 2,03 2,40 21,3 4,1 4,7 66,25 4 0 0
Mister Spex SE A3CSAE 1,95 ±0,0 23,0 2,54 / 1,12 1,60 1,3 — –0,72 –0,48 — — — 4,10 1 1 0
MPC Capital A1TNWJ 4,88 0,4 –5,2 6,40 / 3,64 5,17 1,2 — 0,59 0,62 7,9 5,8 5,9 7,73 3 0 0
Mühlbauer 662720 42,20 –0,5 8,2 53,50 / 34,00 40,96 — — — — — — — — 0 0 0
MVV Energie A0H52F 29,90 ±0,0 –2,9 33,00 / 28,60 30,36 — — — — — — — 13.03. — 0 0 0
Mynaric A31C30 0,17 –82,1 –89,7 15,25 / 0,15 1,84 — — — — — 0,0 0,0 — 0 0 1
Nabaltec A0KPPR 13,85 –3,1 ±0,0 17,65 / 13,20 14,65 0,8 — 0,87 1,47 9,4 2,1 2,1 19,75 1 0 0
94 FOCUS MONEY 33/2025
EVOTEC
Kleiner Lichtblick
Gerade erst musste der kriselnde Wirkstoffentwickler Evotec seine Prognose fürs laufende
Jahr senken und wurde dafür an der Börse deutlich abgestraft. Doch nun gibt
es mal gute Nachrichten: Im Zuge seines Umbaus will sich das Hamburger Unternehmen
vom Standort in Toulouse trennen – und ihn an den Schweizer Generikahersteller
Sandoz verkaufen. Laut Vorvereinbarung würden dafür unter anderem 300 Millionen
Dollar in bar fließen. Ein verlockender Ausblick, aber Anleger bleiben vorsichtig.
Evotec
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
20
15
10
5
0
Quelle: Bloomberg
ISIN DE0005664809 Empfohlen am 25.07.2025 Empfehlungs-Kurs 6,20 € Kurs aktuell 6,65 € +/– in % +7,3 Neuer Stopp 5,30 € Kursziel 7,50 €
Name WKN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- HV- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 Termin empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U I O P
Nexus 522090 70,40 0,4 2,5 72,50 / 47,10 68,27 — — — — — — — — 0 0 0
NFON A0N4N5 6,20 –7,5 26,0 8,00 / 4,66 6,11 2,0 12,9 0,25 0,37 16,9 0,0 0,0 10,20 3 1 0
Noratis A2E4MK 0,96 –11,6 –38,0 2,28 / 0,53 1,23 — — –0,66 –0,10 — 0,0 0,0 — 0 0 1
Northern Data A0SMU8 20,64 –10,1 –52,6 52,10 / 18,76 32,06 1,5 — –2,17 –0,79 — 0,0 0,0 43,17 4 0 0
Nynomic A0MSN1 12,35 –5,7 –27,8 24,00 / 11,50 15,63 — — 0,63 1,02 12,2 — — 27,75 2 0 0
OHB SE 593612 65,40 –8,9 36,3 84,40 / 42,70 62,02 2,3 — 3,74 4,54 14,4 1,6 1,9 — 0 0 0
OVB Holding 628656 21,80 2,8 9,0 23,00 / 18,50 20,90 2,9 — 1,22 1,33 16,4 4,9 5,3 27,50 1 0 0
Pfeiffer Vacuum 691660 154,20 –0,3 0,7 162,6 / 149,2 155,27 — — 6,80 6,85 22,5 — — 140,00 0 0 1
Pfisterer SE PFSE21 56,00 0,9 — 58,80 / 27,00 42,35 — — — — — — — — 0 0 0
PharmaSGP Hold. SE A2P4LJ 28,80 –0,7 19,0 29,60 / 19,00 25,90 5,0 — 2,40 2,70 10,7 1,9 2,0 39,50 0 0 0
PSI Software SE A0Z1JH 28,10 –6,3 35,1 32,00 / 18,80 25,70 4,4 — 0,36 0,92 30,4 0,0 1,6 36,10 3 0 0
q.beyond 513700 0,90 –5,1 30,1 0,99 / 0,67 0,79 1,1 — 0,02 0,03 26,9 0,0 2,2 1,25 3 0 0
R. Stahl A1PHBB 18,60 –2,6 14,8 20,20 / 15,50 17,65 1,5 — 0,33 1,55 12,0 2,7 5,4 25,17 2 0 0
Rhön-Klinikum 704230 11,80 ±0,0 –14,5 15,90 / 10,50 13,24 0,6 — — — — 2,4 2,6 16,00 1 0 0
Ringmetall A3E5E5 2,90 –4,6 –11,9 3,83 / 2,76 3,20 — — — — — 3,4 3,4 5,20 0 0 0
Schloß Wachenheim 722900 14,50 –2,0 0,7 16,50 / 13,30 14,37 0,5 7,0 1,37 1,47 9,9 4,2 4,3 20,93 1 0 0
Serviceware SE A2G8X3 17,75 –0,8 54,3 18,25 / 11,30 14,05 3,9 — 0,09 0,45 39,4 — — 26,25 2 0 0
SMT Scharf A3DRAE 8,35 20,1 16,0 9,10 / 6,10 7,01 0,5 — 0,60 0,74 11,2 1,7 2,1 13,00 1 0 0
SNP Schneider-Neu. SE 720370 72,20 0,3 18,4 73,40 / 48,70 64,50 3,2 — 2,76 3,27 22,1 0,0 0,0 63,00 0 1 0
STEICO A0LR93 22,40 –7,4 22,9 28,80 / 17,10 21,82 0,9 24,1 1,27 1,63 13,8 1,4 1,7 27,67 1 2 0
STS Group A1TNU6 3,08 –0,6 –19,4 5,20 / 2,68 3,43 — — — — — 1,3 1,3 28.08. 11,60 0 1 0
Surteco Group SE 517690 13,95 –8,5 –27,0 22,40 / 13,00 17,48 0,5 2,3 1,19 2,13 6,6 3,0 4,5 19.06. 25,95 1 0 0
Syzygy 510480 2,16 0,5 –17,6 3,16 / 2,08 2,55 1,0 — — — — 6,9 8,3 5,05 2 0 0
Takkt 744600 5,30 –10,5 –31,6 10,96 / 5,30 7,67 0,7 75,7 0,05 0,39 13,5 10,4 10,4 7,90 1 1 0
technotrans SE A0XYGA 24,00 –3,2 26,6 25,60 / 13,75 18,58 1,6 — 1,67 2,04 11,8 3,3 4,2 29.05. 27,00 3 0 0
The Platform Group A2QEFA 8,00 –10,7 6,4 12,70 / 7,04 8,86 1,0 3,8 1,67 1,48 5,4 0,0 0,0 25.08. 17,70 4 0 0
tonies SE A3CM2W 5,92 –1,8 –19,3 8,18 / 4,79 6,38 1,9 59,2 0,19 0,33 17,7 0,0 0,0 10,62 4 0 0
Umweltbank 557080 5,02 –1,2 –18,2 6,40 / 4,75 5,50 — — 0,14 0,34 14,8 0,0 1,2 27.08. 9,20 2 0 0
Uniper SE UNSE02 37,00 –0,1 –5,1 55,50 / 35,40 41,41 1,7 — 1,16 1,66 22,3 0,0 0,0 34,75 0 0 1
Uzin Utz 755150 66,50 3,1 39,1 67,50 / 45,60 55,34 1,1 — 5,39 5,66 11,8 2,8 2,9 76,00 2 0 0
Veganz Group A3E5ED 17,80 –10,6 257,5 20,30 / 4,51 9,58 — — –1,65 –0,09 — — — 13.08. 21,50 1 0 0
Verbio SE A0JL9W 12,03 –4,1 1,1 19,85 / 7,37 10,75 0,9 — –0,41 0,54 22,3 1,7 1,7 14,52 3 2 0
VIB Vermögen A2YPDD 7,10 1,7 –28,1 12,88 / 6,84 8,61 0,3 — 1,90 2,14 3,3 0,0 0,0 11,50 0 0 0
Villeroy & Boch 765723 17,40 –2,5 14,9 18,45 / 14,45 16,44 1,3 — 0,56 1,43 12,2 5,7 6,0 34,50 1 0 0
WashTec 750750 40,30 1,8 0,8 44,20 / 33,70 39,67 6,0 16,1 2,53 2,89 14,0 6,1 6,3 53,75 3 0 0
Westwing Group SE A2N4H0 9,16 –1,3 22,1 9,60 / 6,70 7,77 3,3 19,9 0,28 0,50 18,3 — — 13,33 2 0 0
YOC 593273 14,05 –9,6 –5,7 19,50 / 13,75 15,74 4,1 — 1,12 1,44 9,8 0,0 0,0 24,00 2 0 0
Zeal Network SE ZEAL24 46,90 –1,5 –6,2 50,00 / 31,10 44,53 4,4 26,5 1,52 1,90 24,7 2,7 3,0 63,42 5 0 0
FOCUS MONEY 33/2025
95
moneyanalyse Internationale Aktien
BERKSHIRE HATHAWAY
Gewinn bricht ein – Aktie fällt
Nach schwachen Q2-Zahlen verliert die Berkshire-B-Aktie knapp drei Prozent.
Der Umsatz sank auf 92,5 Milliarden US-Dollar und der Gewinn brach auf 12,4
Milliarden ein. Hauptgründe dafür sind die US-Zölle und Wechselkursverluste.
Analysten bleiben vorsichtig optimistisch für das Gesamtjahr. Nächster Prüfstein
werden die Quartalszahlen für das dritte Quartal sein, die am 3. November veröffentlicht
werden. Halten.
Berkshire Hathaway B
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
450
400
350
300
250
Quelle: Bloomberg
ISIN US0846707026 Empfohlen am 2.04.2025 Empfehlungs-Kurs 491,25 € Kurs aktuell 398,40 € +/– in % -18,9 Neuer Stopp 338,00 € Kursziel 453,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
EURO STOXX 50 / STOXX 50
AB Inbev A2ASUV / BE0974293251 51,20 –11,0 6,0 63,00 / 45,00 55,11 1,4 8,9 3,23 3,62 14,1 2,1 2,3 68,46 14 4 0
ABB NA 919730 / CH0012221716 57,25 1,1 9,0 58,23 / 39,88 51,98 7,8 24,6 2,25 2,41 23,7 1,6 1,7 53,57 6 11 1
Adyen A2JNF4 / NL0012969182 1484,80 –6,3 4,2 1861 / 1031,2 1512,24 8,7 39,6 35,49 44,33 33,5 0,0 0,0 1883,48 14 8 0
Ahold Delhaize A2ANT0 / NL0011794037 34,47 ±0,0 10,0 38,08 / 29,30 34,12 2,0 5,3 2,63 2,81 12,3 3,4 3,6 36,05 4 7 1
Air Liquide 850133 / FR0000120073 172,60 1,9 11,1 186,96 / 153,68 171,53 3,5 15,1 6,57 7,47 23,1 2,0 2,2 196,00 12 2 1
ASML Hold. A1J4U4 / NL0010273215 600,30 –5,2 –11,3 854,1 / 515,5 660,79 12,7 24,0 23,95 25,62 23,4 1,2 1,3 757,87 21 12 1
AstraZeneca 886455 / GB0009895292 129,45 4,1 1,9 158,15 / 113,25 129,11 5,1 14,1 7,83 8,96 14,4 2,1 2,3 157,55 15 2 0
AXA 855705 / FR0000120628 40,73 –4,1 19,1 42,94 / 31,33 38,16 1,8 — 3,97 4,12 9,9 5,7 6,1 44,23 8 3 0
Banco Santander 858872 / ES0113900J37 7,50 –0,8 70,3 7,75 / 4,02 5,86 1,1 — 0,88 0,91 8,3 3,0 3,1 7,71 10 4 0
BBVA 875773 / ES0113211835 14,95 12,3 60,8 14,95 / 8,69 11,62 1,4 — 1,75 1,78 8,4 5,7 5,7 14,81 7 5 1
BNP Paribas 887771 / FR0000131104 78,58 1,7 32,7 81,54 / 54,79 70,00 0,8 — 10,09 11,25 7,0 6,4 7,2 91,56 9 4 0
BP PLC 850517 / GB0007980591 4,74 1,7 1,9 5,69 / 3,80 4,71 1,4 3,7 0,37 0,43 10,9 6,0 6,2 4,89 3 14 1
Brit. Am. Tobacco 916018 / GB0002875804 48,20 8,3 38,0 48,60 / 31,54 37,95 1,9 19,3 3,91 4,17 11,6 5,8 5,9 45,50 6 4 1
Danone 851194 / FR0000120644 72,50 10,4 11,8 76,28 / 60,04 68,91 2,5 14,2 3,76 4,02 18,0 3,1 3,2 74,49 4 11 1
Diageo 851247 / GB0002374006 21,80 –5,6 –28,5 32,19 / 20,90 26,06 5,2 12,9 1,38 1,46 15,0 4,1 4,2 27,85 12 6 2
Enel 928624 / IT0003128367 7,81 1,5 13,0 8,28 / 6,31 7,32 2,2 5,0 0,68 0,70 11,2 6,2 6,3 8,47 12 7 0
Eni 897791 / IT0003132476 14,81 0,8 13,5 14,96 / 11,08 13,64 0,9 3,6 1,41 1,48 10,0 7,1 7,3 15,18 6 12 0
EssilorLuxottica 863195 / FR0000121667 253,30 –1,1 7,9 298,5 / 203,3 248,76 2,8 22,2 7,10 7,95 31,8 1,6 1,7 261,17 5 8 1
Ferrari A2ACKK / NL0011585146 388,20 –12,1 –6,3 495,0 / 358,4 420,36 16,8 30,9 8,88 10,09 38,5 0,8 0,9 442,78 3 4 1
GSK PLC A3DMB5 / GB00BN7SWP63 16,10 ±0,0 –1,8 20,18 / 14,68 16,79 4,1 8,6 1,86 2,08 7,7 4,6 5,0 18,98 5 11 2
Hermes Intern. 886670 / FR0000052292 2092,00 –12,3 –9,7 2963 / 1890 2375,45 11,5 41,4 43,56 50,16 41,7 1,0 1,1 2505,10 8 7 1
HSBC Hold. 923893 / GB0005405286 10,72 –3,9 13,4 11,76 / 7,43 9,94 1,2 — 1,18 1,24 8,7 5,5 5,8 11,04 5 11 0
Iberdrola A0M46B / ES0144580Y14 15,45 1,4 19,2 16,80 / 11,70 14,46 1,8 8,1 0,94 0,98 15,8 4,3 4,6 15,59 4 14 1
Inditex A11873 / ES0148396007 41,16 –4,7 –17,5 56,08 / 40,93 48,57 6,3 14,5 1,96 2,14 19,3 4,3 4,6 50,67 10 7 1
ING Groep A2ANV3 / NL0011821202 19,68 –2,4 30,2 21,00 / 14,20 17,08 1,2 — 1,99 2,25 8,7 5,0 5,8 21,21 5 7 0
Intesa Sanpaolo 850605 / IT0000072618 5,15 1,4 32,9 5,47 / 3,39 4,46 1,5 — 0,54 0,57 9,0 7,3 7,9 5,68 9 1 0
L’Oréal 853888 / FR0000120321 370,20 –0,7 8,1 411,1 / 317,1 355,98 5,7 23,6 12,83 13,76 26,9 1,9 2,1 387,39 6 14 1
London St. Exch. A0JEJF / GB00B0SWJX34 116,00 –2,5 –14,7 146,0 / 108,0 133,68 2,3 15,2 4,55 5,11 22,7 1,4 1,6 146,23 10 1 0
LVMH 853292 / FR0000121014 455,15 –7,5 –28,1 757,5 / 437,0 573,63 3,2 12,3 21,66 24,13 18,9 2,6 2,9 559,08 9 11 1
National Grid A2DQWX / GB00BDR05C01 12,50 1,6 9,6 13,30 / 10,90 12,03 1,3 7,3 0,88 0,99 12,6 4,4 4,5 13,57 7 5 0
Nestlé NA A0Q4DC / CH0038863350 76,98 –0,6 –4,0 98,19 / 74,83 87,41 4,8 14,1 4,69 4,93 15,6 4,3 4,4 93,48 6 12 1
Nokia 870737 / FI0009000681 3,51 –4,4 –18,3 5,00 / 3,43 4,43 0,9 9,8 0,27 0,33 10,7 3,9 4,2 4,43 6 9 2
Nordea Bank A2N6F4 / FI4000297767 12,73 0,8 20,4 13,50 / 10,07 11,87 1,4 — 1,38 1,40 9,1 7,5 7,7 14,20 4 2 0
Novartis NA 904278 / CH0012005267 102,04 2,1 7,5 109,96 / 86,82 100,77 5,2 11,9 7,70 7,98 12,8 3,4 3,6 106,02 3 10 3
Novo-Nordisk B A3EU6F / DK0062498333 41,05 –13,4 –31,1 –51,0 126,34 / 40,00 75,48 6,7 13,8 3,41 3,83 10,7 4,3 4,8 72,09 8 9 1
Pernod Ricard 853373 / FR0000120693 89,70 –9,3 –17,7 139,85 / 84,56 100,35 1,4 10,6 7,06 6,68 13,4 5,0 4,7 110,21 7 11 0
Prosus A2PRDK / NL0013654783 50,18 –1,7 30,3 53,44 / 31,14 42,07 2,5 66,7 3,35 3,91 12,8 0,3 0,4 57,77 9 4 0
Relx A0M95J / GB00B2B0DG97 44,94 0,6 3,7 49,68 / 40,08 45,72 25,1 25,7 1,47 1,62 27,7 1,7 1,9 51,18 7 3 0
96 FOCUS MONEY 33/2025
PALANTIR
Aktie nicht zu bremsen
Ein KGV von 572 auf dem Preisschild der Aktie interessiert die Anleger genauso wenig
wie die Sorge vor Datenmissbrauch beim Einsatz der Software in deutschen Behörden:
Solange der Sicherheitsprofi die Prognosen pulverisiert, steigt der Kurs wie eine
Rakete. Beispiel: die Q2-Zahlen. Nach 678 Millionen US-Dollar Erlös im Vorjahr
knackte der Erlös erstmals die eine-Milliarde-Dollar-Marke. Der Gewinn je Aktie hat
sich mehr als verdoppelt – von sechs auf 14 Cent je Anteil. Urteil: Aktie nur für Mutige.
Palantir
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
120
80
40
0
Quelle: Bloomberg
ISIN US69608A1088 Empfohlen am 4.12.2024 Empfehlungs-Kurs 67,50 € Kurs aktuell 148,42 € +/– in % +120,0 Neuer Stopp 123,20 € Kursziel –
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Richemont A1W5CV / CH0210483332 141,14 –4,2 –4,4 200,77 / 120,75 158,49 3,5 16,1 6,13 6,97 20,3 2,4 2,6 178,02 7 12 0
Rio Tinto 852147 / GB0007188757 51,91 –3,1 –8,5 65,33 / 46,81 56,02 1,6 6,5 5,16 5,22 9,9 5,6 5,7 60,40 6 8 0
Roche Hold. GS 855167 / CH0012032048 272,33 –2,4 –0,4 335,92 / 248,25 288,86 5,4 11,1 21,29 22,20 12,3 3,9 4,0 321,48 5 8 3
Rolls-Royce Group A1H81L / GB00B63H8491 12,70 9,9 84,3 12,84 / 5,42 8,76 — 28,1 0,30 0,34 37,2 0,7 0,9 11,24 9 4 1
Safran 924781 / FR0000073272 291,20 3,7 38,7 294,5 / 189,45 241,06 10,8 23,3 8,21 10,31 28,2 1,2 1,4 293,48 7 6 0
Sanofi S.A. 920657 / FR0000120578 82,80 –3,1 –11,5 110,02 / 77,06 94,12 1,3 9,2 7,86 8,62 9,6 4,9 5,2 110,17 12 6 0
Schneider Electr. 860180 / FR0000121972 216,60 –8,2 –9,9 273,05 / 175,32 231,79 3,8 23,7 9,13 10,20 21,2 1,9 2,1 253,70 11 7 0
Shell A3C99G / GB00BP6MXD84 31,26 1,2 4,8 34,26 / 26,00 30,77 1,2 5,1 2,72 2,98 10,5 4,0 4,2 35,15 8 4 0
St. Gobain 872087 / FR0000125007 93,62 –7,0 8,9 106,45 / 72,46 92,95 1,8 9,2 6,70 7,23 12,9 2,4 2,7 106,44 6 5 0
Stellantis A2QL01 / NL00150001Q9 7,60 –8,5 –39,2 15,25 / 7,32 10,72 0,3 3,1 1,23 2,07 3,7 2,2 6,7 9,56 1 17 2
TotalEnergies 850727 / FR0000120271 51,87 –1,4 –1,4 63,50 / 47,97 54,95 1,1 5,2 5,97 6,24 8,3 6,2 6,8 64,08 12 4 0
UBS Group N A12DFH / CH0244767585 32,64 0,4 10,0 35,20 / 22,12 30,01 1,3 — 1,91 2,59 12,6 2,6 2,9 32,90 4 6 1
UniCredit A2DJV6 / IT0005239360 64,30 4,2 66,4 64,90 / 33,01 48,97 1,5 — 6,52 7,10 9,1 5,0 5,6 66,17 5 6 0
Unilever plc. A0JNE2 / GB00B10RZP78 51,94 1,2 –5,8 59,80 / 50,96 54,60 6,1 15,5 2,98 3,13 16,6 3,5 3,7 57,58 7 4 2
Vinci 867475 / FR0000125486 121,50 –1,5 22,1 129,95 / 96,96 113,47 2,1 8,2 8,55 9,68 12,6 4,0 4,4 138,19 11 1 1
Wolters Kluwer A0J2R1 / NL0000395903 133,55 –0,3 –17,5 182,7 / 132,7 154,71 28,2 19,4 5,28 5,79 23,1 1,9 2,0 160,85 4 7 0
Zurich Insur. Grp 579919 / CH0011075394 609,75 3,0 5,7 669,27 / 479,79 599,99 3,7 — 39,13 42,34 14,4 5,1 5,5 579,86 1 6 3
DOW JONES
3M 851745 / US88579Y1010 127,80 –2,3 3,5 149,38 / 103,0 129,97 18,1 22,5 6,82 7,33 17,4 2,0 2,1 139,32 9 4 1
Amazon.com 906866 / US0231351067 186,24 –7,3 –12,3 233,7 / 141,0 192,77 5,8 16,0 5,68 6,54 28,5 0,0 0,0 224,70 50 4 0
American Express 850226 / US0258161092 258,75 –3,3 –10,4 313,75 / 195,58 267,99 6,4 — 13,25 14,95 17,3 1,1 1,2 279,37 8 16 1
Amgen 867900 / US0311621009 261,10 –0,5 4,5 307,05 / 230,1 265,69 18,5 14,3 18,05 18,56 14,1 3,2 3,3 271,02 12 15 2
Apple Inc. 865985 / US0378331005 175,70 –4,7 –27,4 248,7 / 152,08 202,73 46,3 24,9 6,39 6,88 25,5 0,5 0,5 201,12 23 15 1
Boeing 850471 / US0970231058 195,28 –3,8 16,2 209,0 / 115,8 165,12 — — –1,71 3,24 60,3 0,0 0,0 215,65 17 7 0
Caterpillar 850598 / US1491231015 376,50 0,9 7,6 392,0 / 238,5 334,19 10,4 20,9 16,16 18,35 20,5 1,4 1,4 348,52 12 13 0
Chevron Corp. 852552 / US1667641005 130,44 –3,2 –5,5 160,04 / 117,04 138,08 2,1 8,4 6,63 8,53 15,3 4,5 4,7 143,20 10 9 1
Cisco Systems 878841 / US17275R1023 59,72 2,3 5,0 64,34 / 40,80 56,23 5,9 17,7 3,27 3,48 17,2 2,3 2,4 62,37 12 10 0
Coca-Cola 850663 / US1912161007 59,68 1,4 –0,2 69,00 / 58,27 62,00 10,9 49,9 2,58 2,78 21,5 2,9 3,1 68,26 14 3 0
Disney Co. 855686 / US2546871060 103,44 –0,3 –2,6 112,52 / 71,97 99,09 2,0 16,8 4,99 5,45 19,0 0,8 0,9 112,30 18 6 1
Goldman Sachs 920332 / US38141G1040 627,60 0,6 14,1 643,2 / 385,05 551,09 2,0 — 39,86 44,85 14,0 1,9 2,2 609,87 6 13 2
Home Depot 866953 / US4370761029 331,00 1,8 –12,3 411,4 / 295,0 351,71 29,8 20,3 12,98 14,11 23,5 2,4 2,6 365,62 20 11 0
Honeywell 870153 / US4385161066 190,54 –0,7 –13,7 229,6 / 161,0 200,54 7,8 20,1 9,11 9,91 19,2 2,1 2,2 217,52 12 12 0
IBM 851399 / US4592001014 218,00 –3,8 2,0 255,1 / 169,94 225,52 7,6 15,7 9,59 10,26 21,2 2,7 2,7 243,61 8 9 2
Johnson & Johnson 853260 / US4781601046 147,80 2,6 6,3 161,6 / 129,0 142,29 5,2 12,5 9,38 9,82 15,1 3,0 3,1 151,23 8 14 0
JP Morgan Chase 850628 / US46625H1005 254,65 –1,0 10,9 268,9 / 179,7 233,95 2,3 — 16,69 17,79 14,3 2,0 2,2 262,60 9 7 2
McDonald’s 856958 / US5801351017 263,35 2,1 –6,1 300,25 / 242,25 275,28 — 20,0 10,63 11,49 22,9 2,4 2,5 284,56 13 15 1
Merck & Co. A0YD8Q / US58933Y1055 68,90 –5,4 –27,8 108,0 / 65,50 82,19 3,5 7,5 7,72 8,33 8,3 4,0 4,2 86,81 12 13 0
Microsoft 870747 / US5949181045 464,05 5,3 13,6 490,1 / 311,55 397,29 11,7 30,6 11,60 13,38 34,7 0,6 0,6 516,58 43 3 0
FOCUS MONEY 33/2025
97
moneyanalyse Internationale Aktien
APPLE
Kursplus auf Bewährung
Nach dem jüngsten Kursanstieg hat die Apple-Aktie die eigentliche Bewährungsprobe
noch vor sich. Zwar präsentierte der Iphone-Erfinder Q2-Zahlen, wonach Apple trotz
hoher Zölle und schwächelnder Teilbereiche besser abschnitt als erwartet. Vor allem
das Iphone bleibt demnach der Wachstumstreiber. Dennoch stellt sich die Frage: Muss
Apple künftig auf 20 Milliarden Dollar Jahreseinnahmen verzichten, weil Google seine
Suchmaschine nicht mehr im Safari-Browser von Apple betreiben darf? Tipp: abwarten.
Apple
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
220
180
140
100
Quelle: Bloomberg
ISIN US0378331005 Empfohlen am 7.05.2025 Empfehlungs-Kurs 173,90 € Kurs aktuell 175,70 € +/– in % +1,0 Neuer Stopp 145,80 € Kursziel 200,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
DOW JONES
Nike 866993 / US6541061031 65,01 –5,1 –10,4 81,39 / 46,00 64,73 9,0 32,5 1,45 2,14 30,3 2,2 2,3 66,75 15 17 1
Nvidia 918422 / US67066G1040 155,30 1,9 19,9 160,58 / 75,29 123,89 29,5 41,3 3,72 5,06 30,7 0,0 0,0 158,03 48 6 1
Procter & Gamble 852062 / US7427181091 130,86 –3,5 –19,5 171,4 / 129,98 151,50 6,9 19,8 5,85 6,03 21,7 2,7 2,8 147,80 10 8 0
Salesforce Inc. A0B87V / US79466L3024 220,25 –5,4 –31,8 359,3 / 203,0 271,76 3,8 17,6 9,76 10,92 20,2 0,7 0,7 302,08 33 10 0
Sherwin Williams 856050 / US8243481061 302,45 4,7 –8,4 384,85 / 278,95 324,51 19,4 29,1 9,80 11,05 27,4 0,9 1,0 324,04 12 10 0
Travelers Comp. A0MLX4 / US89417E1091 227,30 0,9 –1,1 254,2 / 190,25 233,53 1,9 — 19,19 21,98 10,3 1,7 1,7 250,48 6 11 0
UnitedHealth 869561 / US91324P1021 210,40 –13,4 –56,8 589,7 / 204,9 420,10 2,3 8,0 14,01 17,28 12,2 3,6 4,0 289,59 13 5 2
Verizon 868402 / US92343V1044 37,12 1,6 –2,8 43,64 / 35,02 38,67 1,7 4,8 4,06 4,19 8,9 6,4 6,5 42,14 7 14 0
VISA Inc. A0NC7B / US92826C8394 297,45 –3,1 –2,4 349,2 / 233,35 306,49 17,7 27,6 9,87 11,08 26,8 0,7 0,8 338,16 23 8 0
Walmart Inc. 860853 / US9311421039 86,24 2,8 –1,5 101,14 / 60,99 85,45 8,5 23,4 2,26 2,54 34,0 0,9 1,0 94,70 27 2 1
USA WEITERE
Abbott Lab 850103 / US0028241000 112,38 3,2 2,2 133,78 / 97,94 115,02 4,5 20,0 4,45 4,90 22,9 1,8 2,0 123,18 14 7 0
Adobe 871981 / US00724F1012 292,50 –8,0 –31,7 531,4 / 292,4 389,80 11,5 15,0 17,78 19,96 14,7 0,0 0,0 415,50 21 11 2
AirBnB A2QG35 / US0090661010 113,18 –7,0 –10,0 155,0 / 90,55 121,05 8,4 21,1 3,65 4,13 27,4 0,0 0,0 121,70 12 24 5
Alphabet Inc. A A14Y6F / US02079K3059 171,00 3,0 –6,3 198,84 / 123,06 160,88 5,9 15,6 8,59 9,19 18,6 0,4 0,4 186,75 43 12 0
Altria Group 200417 / US02209S1033 53,63 5,2 7,0 55,73 / 44,95 51,51 — 11,4 4,68 4,81 11,2 6,7 7,0 51,98 4 9 1
American Water A0NJ38 / US0304201033 123,00 2,8 2,7 138,5 / 114,2 124,95 2,5 13,1 4,93 5,30 23,2 2,3 2,5 122,84 3 8 1
AT&T A0HL9Z / US00206R1023 24,01 0,6 9,9 26,57 / 17,38 23,36 1,9 5,2 1,78 1,92 12,5 4,0 4,0 26,44 12 7 1
Bank of America 858388 / US0605051046 39,76 –4,5 –6,3 47,05 / 29,70 40,59 1,2 — 3,17 3,67 10,8 2,3 2,6 45,89 14 4 0
Berkshire Hath. B A0YJQ2 / US0846707026 399,50 –4,2 –8,2 498,7 / 389,0 444,42 1,5 — 17,52 18,83 21,2 0,0 0,0 451,58 2 2 0
Biogen Inc. 789617 / US09062X1037 114,10 3,0 –20,7 186,7 / 99,82 129,23 1,0 5,5 13,53 13,60 8,4 0,0 0,0 146,72 13 19 1
Citigroup A1H92V / US1729674242 79,79 –2,9 17,6 84,00 / 49,50 68,57 0,8 — 6,59 8,46 9,4 2,5 2,7 87,46 11 5 0
Coinbase Global A2QP7J / US19260Q1076 269,20 –17,9 7,7 381,15 / 123,58 242,84 6,5 — 6,75 7,09 38,0 0,0 0,0 318,02 14 15 2
Colgate-Palmolive 850667 / US1941621039 72,08 –3,8 –17,8 98,56 / 71,00 83,35 162,0 — 18,5 3,17 3,41 21,1 2,5 2,6 84,87 8 7 1
Comcast A 157484 / US20030N1019 28,40 –1,4 –21,2 42,13 / 28,04 33,68 1,2 3,8 3,72 3,93 7,2 4,0 4,3 34,35 12 14 1
eBay 916529 / US2786421030 80,64 15,5 34,3 80,64 / 49,65 62,75 8,8 21,4 4,71 5,13 15,7 1,2 1,3 71,66 6 18 4
Eli Lilly 858560 / US5324571083 658,70 –6,4 –11,9 888,8 / 616,9 734,10 26,3 42,0 19,00 26,04 25,3 0,8 0,9 827,09 18 5 1
ExxonMobil 852549 / US30231G1022 93,30 –2,7 –8,9 117,76 / 87,73 101,59 1,7 8,8 5,83 6,54 14,3 3,7 3,9 107,02 8 10 0
GE Aerospace A3CSML / US3696043013 238,50 2,6 47,2 241,0 / 131,0 188,50 16,2 37,3 5,08 6,01 39,7 0,5 0,6 252,45 12 2 0
Gilead Sciences 885823 / US3755581036 98,80 0,5 10,0 111,04 / 66,63 93,35 6,4 12,3 6,92 7,36 13,4 2,8 3,0 102,16 16 10 0
Intel 855681 / US4581401001 16,99 –4,9 –11,6 26,30 / 16,00 19,94 0,8 8,6 0,11 0,57 29,7 0,0 0,0 18,97 2 38 2
Kroger Co. 851544 / US5010441013 61,67 1,3 4,1 64,57 / 46,18 59,25 6,0 6,9 4,13 4,54 13,6 1,9 2,0 65,35 10 13 0
Lockheed Martin 894648 / US5398301094 366,90 0,9 –21,7 572,9 / 350,0 438,48 19,3 11,9 18,92 25,28 14,5 3,1 3,3 421,17 4 13 1
LYFT A2PE38 / US55087P1049 12,75 4,2 2,1 17,29 / 8,13 12,90 7,9 10,4 0,98 1,20 10,6 0,0 0,0 15,05 9 29 1
MasterCard A0F602 / US57636Q1040 492,75 0,7 –3,3 555,6 / 405,0 497,37 56,8 34,6 14,08 16,32 30,2 0,5 0,6 553,36 23 9 0
Medtronic PLC A14M2J / IE00BTN1Y115 77,95 –2,0 0,9 90,89 / 68,50 79,84 2,3 16,7 4,80 5,19 15,0 3,2 3,3 83,53 13 13 0
Meta Platforms A1JWVX / US30303M1027 674,10 9,2 18,6 707,6 / 415,0 579,15 8,4 18,2 24,05 25,43 26,5 0,3 0,3 730,09 51 7 0
Moderna A2N9D9 / US60770K1079 23,95 –18,6 –37,5 82,75 / 20,18 31,80 1,4 — –8,47 –6,47 — 0,0 0,0 38,90 4 16 1
98 FOCUS MONEY 33/2025
AMAZON
Große KI-Sorgen
Nach für Anleger enttäuschenden Aussagen von CEO Andy Jassy zur KI-Strategie
fiel die Amazon-Aktie um sieben Prozent. Zwar wuchs Amazon Web Services (AWS)
im Q2 um 17 Prozent, doch das liegt klar unter dem Tempo von Microsoft und Google.
Jassy verweist auf eigene Chips – doch Analysten sehen Rückstand im KI-Wettlauf.
Zudem bremsen Strom- und Serverengpässe das Wachstum. Der Marktanteil
von AWS bleibt mit 30 Prozent stabil, aber das Vertrauen beginnt zu bröckeln. Halten.
Amazon
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
220
180
140
100
60
Quelle: Bloomberg
ISIN US0231351067 Empfohlen am 20.06.2025 Empfehlungs-Kurs 182,20 € Kurs aktuell 186,56 € +/– in % +2,39 Neuer Stopp 159,00 € Kursziel 217,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Mondelez Intern. A1J4U0 / US6092071058 54,52 –9,0 –6,3 68,94 / 51,28 59,16 3,2 17,1 2,62 2,88 18,9 3,0 3,3 64,29 13 7 0
Netflix 552484 / US64110L1061 1012,80 0,5 17,1 1139,6 / 556,9 926,46 18,0 53,3 22,73 27,92 36,3 0,0 0,0 1167,41 22 16 2
Newmont Corp. 853823 / US6516391066 57,11 3,8 58,4 57,11 / 35,38 44,49 2,2 8,6 4,59 4,49 12,7 1,5 1,5 60,83 11 6 0
Occidental Petrol. 851921 / US6745991058 37,22 –5,0 –20,6 54,13 / 31,41 42,56 1,5 4,1 2,05 2,57 14,5 2,2 2,3 43,34 3 16 2
Oracle 871460 / US68389X1054 221,80 4,1 37,5 227,65 / 106,3 161,53 20,4 — 5,87 7,09 31,3 0,7 0,7 202,62 22 11 0
Palantir Technol. A2QA4J / US69608A1088 151,56 11,4 105,1 152,54 / 24,05 89,36 63,4 300,9 0,50 0,64 237,0 0,0 0,0 98,16 3 16 3
PayPal A14R7U / US70450Y1038 58,88 –12,7 –28,5 90,66 / 49,16 70,15 3,1 9,0 4,50 4,97 11,9 0,0 0,0 71,98 13 21 2
Pepsico 851995 / US7134481081 121,08 –0,9 –17,4 163,5 / 109,0 134,34 9,4 14,7 6,93 7,32 16,5 4,0 4,2 132,36 4 15 2
Pfizer 852009 / US7170811035 21,26 0,5 –16,5 27,72 / 18,77 23,13 1,5 8,4 2,60 2,67 8,0 6,9 7,1 24,79 7 15 1
Philip Morris A0NDBJ / US7181721090 140,42 3,4 20,1 160,84 / 104,54 137,91 — 21,9 6,52 7,23 19,4 3,4 3,6 161,24 9 4 0
QUALCOMM Inc. 883121 / US7475251036 127,92 –7,6 –14,8 174,98 / 105,16 143,89 5,8 11,2 10,27 10,39 12,3 2,4 2,4 151,69 12 18 1
Snap A2DLMS / US83304A1060 8,30 –0,9 –20,8 12,58 / 6,25 9,10 7,0 25,7 0,25 0,35 23,9 0,0 0,0 8,54 4 33 2
Starbucks Corp. 884437 / US8552441094 77,70 –3,7 –12,0 111,62 / 67,22 87,48 — 23,9 1,90 2,38 32,6 2,7 2,8 85,35 11 16 2
Tesla A1CX3T / US88160R1014 267,40 –5,0 –34,0 465,25 / 173,72 296,95 13,0 82,9 1,45 2,07 128,9 0,0 0,0 264,83 13 18 7
Texas Instruments 852654 / US8825081040 158,36 –3,5 –13,3 206,8 / 124,88 173,78 10,3 24,5 4,90 5,86 27,0 3,0 3,1 177,86 13 20 2
T-Mobile US A1T7LU / US8725901040 208,10 0,4 –3,1 264,95 / 173,48 220,15 4,5 9,9 9,54 11,43 18,2 1,5 1,7 235,14 11 11 1
UPS 929198 / US9113121068 73,95 –16,0 –39,1 131,5 / 73,20 104,18 4,7 9,4 5,74 6,39 11,6 7,7 7,7 91,41 14 15 1
Walgreens Boots A12HJF / US9314271084 10,17 2,7 10,4 12,68 / 7,41 9,68 1,4 6,0 1,49 1,34 7,6 5,5 3,6 10,31 1 12 0
SCHWEIZ
Adecco Group NA 922031 / CH0012138605 26,01 –8,5 8,7 31,81 / 21,06 25,68 1,2 8,5 2,21 2,69 9,7 4,0 4,8 27,40 3 5 3
Alcon N A2PDXE / CH0432492467 75,94 –2,4 –7,8 93,13 / 72,09 82,27 2,0 19,3 2,70 3,18 23,9 0,3 0,4 94,06 15 5 0
Amrize N A414LY / CH1430134226 43,63 –0,2 — 49,24 / 40,74 43,13 — — — — — — — — 0 0 0
Clariant NA 895929 / CH0012142631 8,78 –6,7 –18,7 14,45 / 7,17 10,62 1,2 6,9 0,76 0,99 8,9 5,2 5,5 12,16 5 7 0
Geberit NA A0MQWG / CH0030170408 675,91 1,1 22,7 693,68 / 520,79 598,19 14,8 23,3 19,85 21,46 31,5 2,1 2,2 578,79 4 4 4
Georg Fischer NA A3DHG1 / CH1169151003 67,60 0,2 –8,0 79,43 / 53,52 69,93 24,3 10,1 3,01 3,66 18,5 2,3 2,3 86,36 4 0 0
Givaudan 938427 / CH0010645932 3673,92 –2,5 –13,5 5020,6 / 3584 4219,20 6,4 21,2 137,08 142,56 25,8 2,1 2,2 4439,46 4 9 2
Holcim N 869898 / CH0012214059 70,18 1,7 29,4 70,91 / 46,12 58,36 2,3 11,4 3,61 3,89 18,0 2,6 2,9 69,18 6 8 0
Kühne + Nagel NA A0JLZL / CH0025238863 177,92 –2,9 –20,0 285,5 / 171,17 211,28 6,4 10,3 9,42 9,99 17,8 4,4 4,4 196,86 1 8 3
Lindt & Sprüngli PS 870503 / CH0010570767 12738,8 0,3 18,2 14709 / 10443 12295,7 5,4 28,6 331,99 357,21 35,7 1,4 1,4 12403,85 0 3 0
Logitech NA A0J3YT / CH0025751329 83,50 1,8 3,9 101,59 / 58,43 80,32 6,4 19,1 4,45 4,60 18,2 1,4 1,5 87,82 4 5 0
SGS NA A3D68K / CH1256740924 88,47 –1,4 –9,1 106,04 / 76,13 93,21 13,6 13,0 4,02 4,42 20,0 3,9 3,9 99,21 4 9 1
Sonova NA 893484 / CH0012549785 238,83 –4,1 –24,7 360,97 / 230,26 296,68 4,8 15,5 11,69 12,89 18,5 2,0 2,2 278,85 3 8 3
Swatch Inh. 865126 / CH0012255151 151,26 –5,8 –14,4 204,57 / 128,78 165,70 0,6 15,7 2,40 6,27 24,1 2,8 3,7 150,24 3 6 6
Swiss Re NA A1H81M / CH0126881561 160,79 2,7 14,5 164,48 / 107,74 147,10 2,2 — 13,46 14,15 11,4 4,2 4,5 151,80 4 8 1
VAT Group N A2AGGY / CH0311864901 306,37 –2,5 –16,5 475,4 / 253,17 357,35 10,6 29,9 8,73 10,38 29,5 2,4 2,8 355,64 4 11 0
ÖSTERREICH
Andritz 632305 / AT0000730007 62,95 –6,0 30,4 67,85 / 43,00 56,73 2,5 8,7 4,96 6,10 10,3 4,3 4,8 70,88 5 0 0
BAWAG Group A2DYJN / AT0000BAWAG2 110,30 0,7 37,2 113,2 / 62,70 92,32 2,0 — 10,63 11,93 9,2 5,6 6,3 120,33 4 1 0
FOCUS MONEY 33/2025
99
moneyanalyse Internationale Aktien
BOOKING HOLDING
Riskanter Rechtsstreit
Die Macht des weltweit größten Reiseportals ist 10 000 Hotels und Verbänden ein
Dorn im Auge. Sie haben angedroht, Schadenersatz einzuklagen, da das Hotelbuchungsportal
sie angeblich über Jahre daran gehindert hat, günstigere Direktpreise
anzubieten. Booking argumentiert: Die Plattform sei ein freiwilliger Vertriebskanal
und ihr Mehrwert liege darin, Hotels bei Marketing, Technologie und globaler
Sichtbarkeit zu unterstützen. Das letzte Wort könnte daher das Gericht haben.
Booking Holdings
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
4500
4000
3500
3000
2500
2000
1500
Quelle: Bloomberg
ISIN US09857L1089 Empfohlen am 14.02.2024 Empfehlungs-Kurs 3348,65 € Kurs aktuell 4742,00 € +/– in % +41,6 Neuer Stopp 4100,00 € Kursziel 5500,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
ÖSTERREICH
CPI Europe A2JN9W / AT0000A21KS2 18,28 –0,4 23,3 32,55 / 14,72 16,72 — — — — — — — 17,00 0 0 0
Erste Group Bank 909943 / AT0000652011 82,05 1,9 39,6 82,35 / 44,26 63,91 1,5 — 7,30 8,70 9,4 0,9 4,4 78,30 6 5 0
Flughafen Wien A2AMK9 / AT00000VIE62 53,00 1,5 –0,4 55,60 / 46,30 53,19 2,8 — 2,72 2,72 19,5 3,3 3,3 60,40 0 2 0
Lenzing 852927 / AT0000644505 24,55 –5,9 –14,6 35,30 / 21,80 27,57 0,8 2,6 –1,01 0,73 33,6 0,0 1,4 29,14 0 3 1
Mayr-Melnhof 890447 / AT0000938204 73,30 –1,7 –6,0 104,2 / 66,40 76,32 0,7 12,7 6,22 8,12 9,0 2,8 3,4 93,90 0 2 0
OMV 874341 / AT0000743059 44,74 –4,4 20,3 48,40 / 36,14 42,45 0,9 3,0 5,21 5,72 7,8 10,5 9,5 49,32 6 6 0
Palfinger 919964 / AT0000758305 36,10 0,8 88,0 39,75 / 18,76 26,62 1,6 5,6 2,93 3,66 9,9 2,6 3,2 43,30 4 1 0
Raiffeisen Bank Intl. A0D9SU / AT0000606306 24,68 –1,0 26,0 27,34 / 15,97 22,82 0,4 — 3,31 5,11 4,8 5,8 6,9 25,72 5 2 0
SBO 907391 / AT0000946652 28,15 –4,7 –5,4 37,10 / 27,25 31,44 0,8 5,0 3,14 3,74 7,5 6,3 6,7 46,33 4 0 0
Telekom Austria 588811 / AT0000720008 9,09 –1,4 19,1 10,16 / 7,41 8,59 1,1 3,2 0,96 1,06 8,6 4,8 5,1 10,08 1 4 0
Verbund 877738 / AT0000746409 67,10 –0,4 –3,0 78,50 / 61,05 69,31 2,2 9,9 4,28 3,34 20,1 3,3 2,6 64,83 0 4 4
Voestalpine 897200 / AT0000937503 23,40 –6,1 29,1 27,48 / 16,81 21,41 0,5 2,9 2,20 3,03 7,7 3,0 3,8 27,53 3 6 0
Wienerberger 852894 / AT0000831706 29,12 –3,6 9,8 36,84 / 24,38 29,81 1,1 11,8 2,17 2,86 10,2 3,3 3,7 36,75 2 2 0
WEITERE INTERNATIONALE AKTIEN
Accor 860206 / FR0000120404 42,60 –15,1 –8,5 50,98 / 32,87 45,24 2,1 11,4 2,32 2,66 16,0 3,1 3,5 53,49 10 3 0
Advantest 868805 / JP3122400009 58,21 –3,3 5,8 68,89 / 32,20 52,43 11,5 33,4 1,78 — 2,05 — 28,4 — 0,7 0,8 64,41 8 4 1
Akzo Nobel A2PB32 / NL0013267909 54,16 –6,2 –5,2 64,40 / 49,30 57,96 2,0 9,6 4,15 4,59 11,8 3,7 3,8 68,94 7 7 0
Alibaba A117ME / US01609W1027 102,40 –2,8 26,7 139,0 / 69,00 100,25 1,8 10,7 7,56 9,10 11,3 1,1 1,0 131,53 30 3 0
Anglo American PLC A41BF3 / GB00BTK05J60 23,90 –8,4 –25,1 35,06 / 22,44 29,90 1,7 7,1 0,77 1,38 17,3 1,1 2,4 26,31 4 8 1
ANZ Group Holdings A3D4V6 / AU000000ANZ3 17,14 1,8 1,2 19,78 / 14,22 17,24 1,3 — 1,29 1,27 13,5 5,2 5,2 16,00 1 8 1
ArcelorMittal A2DRTZ / LU1598757687 26,22 –7,6 18,5 31,87 / 19,45 25,55 0,4 4,2 3,41 4,12 6,4 1,8 1,9 30,90 6 5 0
BAE Systems 866131 / GB0002634946 21,20 2,1 53,3 24,19 / 13,51 18,41 4,5 20,5 0,86 0,97 22,0 1,9 2,2 23,62 9 4 1
Baidu Inc. A0F5DE / US0567521085 75,40 –1,4 –8,4 107,4 / 66,20 80,66 0,7 6,9 7,39 8,19 9,2 0,0 0,0 87,31 15 11 1
Ballard Power Syst. A0RENB / CA0585861085 1,62 –7,5 4,7 1,99 / 0,90 1,35 1,0 — –0,30 –0,28 — 0,0 0,0 0,91 2 9 4
Bank of China A0M4WZ / CNE1000001Z5 0,51 –0,5 2,9 0,57 / 0,38 0,50 0,5 — 0,09 0,09 5,7 5,4 5,6 0,56 8 3 0
Barclays 850403 / GB0031348658 4,21 –0,2 32,2 4,39 / 2,31 3,53 0,8 — 0,47 0,59 7,2 2,4 2,7 4,33 7 3 0
Barrick Gold A417GQ / CA06849F1080 19,30 4,8 28,5 19,70 / 14,60 17,07 1,4 6,1 1,75 2,17 8,9 1,8 1,8 23,29 10 9 0
BHP Group 850524 / AU000000BHP4 22,41 –0,7 –4,9 28,50 / 18,30 23,08 2,8 7,4 1,75 1,74 12,9 3,9 3,9 23,68 3 8 0
BYD CO A0M4W9 / CNE100000296 12,31 –12,1 11,9 17,69 / 8,07 13,29 3,7 5,9 0,73 0,88 13,9 1,6 2,1 17,95 20 1 0
Capgemini 869858 / FR0000125338 125,80 –7,3 –19,5 199,45 / 117,6 151,47 1,8 9,1 11,45 12,15 10,4 2,7 2,8 178,36 9 2 0
China Life A0M4XJ / CNE1000002L3 2,45 –2,3 37,7 2,53 / 1,16 1,85 1,0 — 0,32 0,29 8,4 3,3 3,5 2,30 7 2 1
CK Hutchison A14QAZ / KYG217651051 5,60 –3,0 9,8 6,18 / 4,49 5,09 0,3 3,6 0,64 0,72 7,8 4,7 5,3 6,56 5 0 0
CSL 890952 / AU000000CSL8 148,48 –0,3 –11,0 186,84 / 125,1 152,08 4,4 25,8 5,63 6,32 23,5 1,7 1,9 175,33 10 2 0
Engie A0ER6Q / FR0010208488 19,09 –2,9 25,7 20,02 / 14,62 17,26 1,3 4,2 1,95 1,83 10,4 7,1 6,9 21,17 10 3 0
Equinor ASA 675213 / NO0010096985 21,84 –2,5 –1,8 25,82 / 19,26 22,31 1,6 3,2 2,48 2,64 8,3 5,9 6,2 22,27 5 12 5
Ericsson B 850001 / SE0000108656 6,44 –0,2 –18,0 8,51 / 5,99 7,46 2,4 9,5 0,55 0,55 11,8 4,0 4,2 7,16 4 8 3
Eurofins Scientific A2QJCT / FR0014000MR3 66,86 –0,3 37,5 69,20 / 44,29 52,22 2,3 10,3 3,79 4,20 15,9 1,0 1,1 63,93 3 8 1
Franco-Nevada A0M8PX / CA3518581051 144,20 3,2 27,0 155,5 / 104,6 133,21 — 25,6 4,16 4,80 30,0 0,9 1,0 171,07 6 7 0
100 FOCUS MONEY 33/2025
VERTEX PHARMACEUTICALS
Schmerzmittel-Flop
Der amerikanische Pharmakonzern Vertex Pharmaceuticals muss erneut einen
Fehlschlag mit seinem Schmerzbehandlungs-Kandidaten hinnehmen. Bei einer Studie
zu Schmerzen nach einer Fußoperation versagte der Wirkstoff VX-993. Analysten
hatten große Hoffnung auf VX-993 gesetzt, da es im Bereich der Schmerztherapie
kaum Neuentwicklungen gibt. Die Aktie stürzte trotz guter Quartalszahlen rund 17
Prozent ab. Aktuell scheint das Kurspotenzial weitgehend ausgeschöpft.
Vertex Pharmaceuticals
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
2023 2024 2025
450
400
350
300
250
Quelle: Bloomberg
ISIN US92532F1003 Empfohlen am 29.05.2024 Empfehlungs-Kurs 410,10 € Kurs aktuell 337,30 € +/– in % –17,8 Neuer Stopp 270,00 € Kursziel 355,00 €
Name WKN / ISIN Kurs +/- zur +/- seit Hoch / Tief 200 Tage KBV KCV Gewinn 25 Gewinn 26 KGV 26 Dividenden- Dividenden- Kursziel Analystenin
€ Vorwo- 30.12.24 52 Wochen Linie 25 25 je Aktie je Aktie Rendite 25 Rendite 26 empfehlungen
che in % in % in € in % in %
Q W E R T Z U U O P
Generali 850312 / IT0000062072 32,53 1,9 19,0 35,05 / 22,08 30,23 1,5 — 2,73 2,99 10,9 4,8 5,3 32,18 4 4 1
Glencore A1JAGV / JE00B4T3BW64 3,46 –4,7 –18,8 5,23 / 2,57 3,87 1,2 5,5 0,15 0,28 12,4 2,7 3,5 4,37 10 1 0
Heineken A0CA0G / NL0000009165 67,26 –7,1 –2,3 82,98 / 63,60 74,20 1,9 8,4 4,80 5,22 12,9 2,8 3,0 89,67 11 5 0
Hennes & Mauritz 872318 / SE0000106270 11,51 –11,3 –10,8 16,39 / 11,13 12,84 4,6 10,3 0,61 0,71 16,3 5,4 5,7 12,12 0 14 6
Honda Motor 853226 / JP3854600008 9,00 –3,8 –3,8 9,93 / 7,43 8,73 0,5 2,9 0,91 — 1,13 — 8,0 — 4,8 5,1 9,58 4 8 0
ICBC A0M4YB / CNE1000003G1 0,69 7,0 9,4 0,71 / 0,46 0,63 0,5 — 0,12 0,12 5,6 5,4 5,5 0,75 11 2 0
Just Eat Takeaway A2ASAC / NL0012015705 20,05 0,2 48,1 20,19 / 10,44 16,60 0,9 18,1 –0,40 0,16 122,4 0,0 0,0 20,86 1 15 0
Kering 851223 / FR0000121485 213,95 –1,2 –10,0 282,85 / 153,54 214,36 1,7 8,4 6,11 8,38 25,5 1,6 2,0 199,13 2 15 1
Kone Corp. A0ET4X / FI0009013403 53,72 –1,1 14,0 56,72 / 45,11 51,93 9,4 18,9 2,06 2,27 23,7 3,5 3,7 55,08 6 8 2
Linde PLC A3D7VW / IE000S9YS762 406,60 0,3 0,6 449,8 / 360,0 416,43 5,8 20,6 14,20 15,53 26,2 1,3 1,4 433,53 13 6 1
MTN Group 897024 / ZAE000042164 7,25 7,4 56,3 7,30 / 3,60 5,48 1,9 3,6 0,53 0,67 10,8 2,4 2,9 7,57 7 0 0
Naspers A3EJLA / ZAE000325783 270,00 –2,2 25,0 284,0 / 167,0 232,32 2,0 22,6 21,84 25,95 10,4 0,4 0,5 341,63 6 1 0
NEL A0B733 / NO0010081235 0,21 –12,0 –11,4 0,50 / 0,17 0,23 0,9 — –0,02 –0,02 — 0,0 0,0 0,22 0 8 7
Nintendo 864009 / JP3756600007 77,70 5,2 37,2 82,76 / 45,50 64,86 5,3 39,2 1,78 — 2,48 — 31,3 — 1,2 1,6 78,31 14 8 1
Orange 906849 / FR0000133308 13,77 5,5 43,0 13,80 / 9,33 11,48 1,2 3,9 1,11 1,22 11,3 5,6 5,7 14,71 10 6 0
Panasonic Hold. 853666 / JP3866800000 8,68 –0,9 –11,8 12,07 / 6,48 9,62 0,7 3,7 0,78 — 1,15 — 7,5 — 3,2 3,9 12,18 10 2 0
Philips Elec. 940602 / NL0000009538 22,93 3,9 –6,4 30,10 / 19,22 23,44 1,8 16,4 1,43 1,59 14,5 3,7 3,7 26,69 4 8 0
Prudential 852069 / GB0007099541 10,90 0,9 43,4 11,10 / 7,10 9,05 1,8 — 0,88 1,01 10,8 2,1 2,4 13,33 7 0 0
Reliance Ind GDR 884241 / US7594701077 54,60 –0,4 0,4 66,80 / 47,80 56,00 2,0 — 2,63 3,15 17,3 0,3 0,4 68,00 3 0 0
Samsung El. St.GDR 896360 / US7960508882 1075,00 –1,4 22,4 1340 / 804,0 922,68 1,0 — 62,14 67,74 15,9 2,1 2,1 1237,98 3 2 0
Sibanye-Stillwater A2PWVQ / ZAE000259701 1,88 –5,1 125,9 2,14 / 0,71 1,13 2,2 6,3 0,13 0,22 8,4 1,6 3,9 1,27 1 2 2
Softbank 891624 / JP3436100006 69,28 3,0 22,6 70,94 / 35,09 54,13 1,4 11,3 1,58 — 1,84 — 37,7 — 0,4 0,4 66,63 10 5 0
Sony 853687 / JP3435000009 21,44 2,2 5,6 24,45 / 15,10 21,04 2,6 12,2 1,02 — 1,15 — 18,6 — 0,7 0,8 26,10 15 4 0
Taiwan Semicond. 909800 / US8740391003 204,00 –2,9 5,3 217,5 / 116,2 180,77 6,6 16,5 8,45 9,58 21,3 1,4 1,6 233,22 11 1 0
Takeda Pharm. 853849 / JP3463000004 24,57 –1,0 –0,8 28,29 / 23,54 25,79 1,0 4,3 2,86 — 2,84 — 8,7 — 4,8 4,9 29,16 5 8 0
Telefónica 850775 / ES0178430E18 4,54 –1,5 15,3 4,75 / 3,75 4,31 1,4 2,6 0,25 0,34 13,5 6,6 6,6 4,34 2 14 3
Telia Comp. 938475 / SE0000667925 3,14 –0,5 18,3 3,48 / 2,57 3,00 2,6 5,2 0,18 0,19 16,4 5,7 5,9 3,20 3 11 0
Tencent A1138D / KYG875721634 61,80 2,6 20,0 66,25 / 42,09 54,43 4,0 17,2 3,27 3,64 17,0 0,9 1,0 70,60 38 2 0
Tomra Systems A3DHA0 / NO0012470089 12,30 –0,8 –2,3 16,36 / 10,85 13,28 5,8 17,6 0,37 0,56 21,9 1,7 2,6 14,59 1 3 1
Toyota 853510 / JP3633400001 15,62 –2,1 –18,2 19,55 / 14,00 16,44 0,9 6,2 1,49 — 1,69 — 9,2 — 3,6 3,8 17,58 10 5 0
Ubisoft Entert. 901581 / FR0000054470 8,90 –3,7 –30,7 17,72 / 8,03 11,26 0,7 2,2 –0,29 1,03 8,7 0,0 0,0 12,49 3 10 1
Umicore A2H5A3 / BE0974320526 13,48 –8,3 35,4 15,76 / 7,37 10,43 1,5 5,9 1,22 1,27 10,6 3,7 3,9 13,57 2 9 1
Vestas Wind Sys. A3CMNS / DK0061539921 15,80 –3,1 18,4 22,50 / 10,93 13,98 3,9 9,4 0,72 1,04 15,1 1,1 1,7 18,71 13 6 1
Vodafone A1XA83 / GB00BH4HKS39 0,95 –0,8 17,5 1,01 / 0,73 0,86 0,4 2,7 0,08 0,10 9,5 4,9 5,0 0,98 4 8 2
Volvo B 855689 / SE0000115446 24,37 –4,5 4,9 30,71 / 19,42 25,07 3,0 11,3 1,82 2,11 11,5 6,2 6,9 26,80 9 3 1
Wheaton Prec. Met. A2DRBP / CA9628791027 82,88 4,9 51,3 82,88 / 48,81 67,49 5,4 28,8 2,05 2,14 38,7 0,7 0,8 88,41 11 1 0
Woodside Petroleum A3DNGW / AU0000224040 14,67 –0,1 2,2 16,97 / 10,26 13,76 0,9 4,5 0,99 0,65 22,7 5,4 3,5 15,51 3 9 0
Zijin Mining A0M4ZR / CNE100000502 2,38 –3,1 31,2 2,52 / 1,51 1,95 3,0 8,2 — 0,22 10,9 2,6 2,8 2,69 12 0 0
FOCUS MONEY 33/2025
101
moneyanalyse ETFs
VANECK RARE EARTH AND STRATEGIC METALS ETF
Ohne sie geht nichts
Ohne seltene Erden und strategische Metalle gäbe es keine Smartphones, keine
Hochleistungsmagneten, keine Leuchtstoffe, keine Batterien und Leichtmetalllegierungen.
Sie heißen Neodym, Dysprosium, Europium, Tantal oder Lithium und
sind unverzichtbar für die moderne Industrie. Der Vaneck Rare Earth and Strategic
Metals ETF investiert in die 22 weltweit größten und liquidesten Unternehmen, die
in den Bereichen seltene Erden und strategische Metalle tätig sind.
Vaneck Rare Earth and Strategic Metals ETF
ETF-Kurs in Euro 18
14
10
6
2023 2024 2025
Quelle: Bloomberg
ISIN IE0002PG6CA6 Anbieter Vaneck Referenz-Index MVIS Global Rare Earth/Strategic Metals Ertragsverwendung thesaurierend Nachbildungsart physisch Kosten p.a. 0,59 %
Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in
Gebühr ver- € %
in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
LÄNDER
iShares Core DAX 593393 0,16 T 198,48 36,8 19,9 12,9
Xtrackers DAX DBX1DA 0,09 T 224,75 36,9 20,0 12,9
Deka DAX ETFL06 0,15 A 90,36 37,0 20,0 12,9
iShares TecDAX 593397 0,51 T 33,65 18,6 5,9 4,1
Amundi TecDAX ETF ETF908 0,40 A 27,49 18,6 6,0 4,2
Deka MDAX LYX0R1 0,20 A 148,64 28,0 3,2 2,5
Invesco MDAX A2N7NF 0,19 T 51,09 28,0 3,1 2,4
Xtrackers ATX DBX0KJ 0,31 T 92,62 36,8 19,2 19,9
Xtrackers Switzerland DBX1SM 0,31 A 132,70 4,8 4,7 7,2
Vanguard S&P 500 A1JX53 0,07 A 104,05 16,6 12,0 15,9
iShares Core S&P 500 A0YEDG 0,07 T 585,66 16,6 12,0 15,9
Invesco EQQQ Nasdaq-100 801498 0,30 A 492,10 22,9 16,4 17,0
Xtrackers MSCI USA A1XB5V 0,07 T 161,15 17,2 12,1 15,6
Xtrackers Russell 2000 A1XEJT 0,32 T 282,80 4,1 1,9 9,2
UBS ETF (IE) S&P 500 ESG A2PEZ8 0,10 A 36,70 14,3 11,8 16,1
UBS MSCI USA Socially Responsible A1JA1S 0,22 A 210,45 11,3 9,6 13,5
Vanguard FTSE 100 A1JX54 0,10 A 45,90 17,1 9,9 13,3
iShares FTSE 100 (Acc) A0YEDM 0,07 T 209,00 16,6 9,9 13,2
Xtrackers CAC 40 DBX1AR 0,20 A 79,64 10,0 8,8 12,2
Amundi CAC 40 A2H59J 0,25 T 134,72 13,1 10,0 12,8
Xtrackers Nikkei 225 DBX0NJ 0,10 A 24,72 14,6 7,1 7,5
iShares Core MSCI Japan IMI A0RPWL 0,12 T 54,11 18,0 8,8 8,7
Vanguard FTSE Japan A1T8FU 0,15 A 34,83 17,1 8,7 8,8
Amundi Japan TOPIX II A0ESMK 0,35 A 169,51 18,0 8,8 8,6
Xtrackers MSCI China DBX0G2 0,65 T 16,51 39,1 3,6 –2,4
Xtrackers CSI300 Swap DBX0M2 0,50 T 14,32 20,3 –2,4 1,7
iShares MSCI China A A12DPT 0,40 T 4,28 16,9 –5,8 –1,4
Amundi MSCI India II LYX0BA 0,85 T 27,52 –10,8 3,4 13,1
REGIONEN
Xtrackers MSCI World A1XB5U 0,12 T 113,31 17,0 11,2 14,0
Vanguard FTSE All-World A1JX52 0,22 A 131,94 17,0 10,5 12,9
SPDR MSCI ACWI A1JJTC 0,12 T 228,15 17,4 10,6 12,9
iShares MSCI World Small Cap A2DWBY 0,35 T 7,16 12,7 5,1 10,4
UBS ETF (LU) MSCI World Soc. Resp. A1JA1R 0,22 A 151,66 11,4 9,5 12,1
Invesco EURO STOXX 50 A0RGCL 0,05 T 134,10 18,2 15,4 12,9
iShares Core EURO STOXX 50 593395 0,09 A 53,73 18,0 15,4 13,1
iShares STOXX Europe 600 263530 0,20 A 54,25 14,6 10,7 11,2
Name WKN Jährl. Ertrags- Kurs Werteentwicklung p.a. in
Gebühr ver- € %
in % wendung 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre
Xtrackers MSCI EMU DBX0GJ 0,12 A 57,96 21,0 14,0 12,2
Amundi MSCI EMU Small Cap ESG LYX0W3 0,40 A 390,95 20,1 9,1 10,2
Xtrackers MSCI Europe DBX1ME 0,12 T 97,75 13,9 10,6 11,5
iShares Core MSCI Europe A0MZWQ 0,12 A 33,95 14,0 10,5 11,5
Xtrackers MSCI Europe Small Cap DBX1AU 0,32 T 65,62 16,6 7,5 8,9
iShares MSCI Europe ESG Screened A2N48D 0,12 T 9,06 13,4 10,7 11,1
iShares MSCI Europe SRI A1H7ZS 0,20 T 67,84 1,7 5,5 7,8
Amundi MSCI EM Asia A2H58R 0,20 T 40,63 19,3 6,0 4,8
Xtrackers MSCI Emerging Markets A12GVR 0,18 T 57,79 18,3 5,8 5,3
iShares Core MSCI EM IMI A111X9 0,18 T 34,64 16,9 6,2 6,3
iShares MSCI EM SRI A2AFCZ 0,25 T 7,37 18,5 1,2 5,2
Amundi MSCI EM Latin America A2H58P 0,20 T 14,90 7,0 3,5 8,2
THEMEN
iShares Automation & Robotics A2ANH0 0,40 T 13,20 21,3 8,9 10,8
iShares Dow Jones Global Titans 50 628938 0,51 A 88,83 19,0 15,3 15,9
iShares Global Clean Energy A0MW0M 0,65 A 6,78 –3,9 –17,8 –1,1
iShares Digitalisation A2ANH3 0,40 T 9,93 27,0 10,6 6,4
VanEck Vec. Gold Miners A12CCL 0,53 T 54,11 48,6 24,7 5,6
Xtrackers MSCI World Health Care A113FD 0,25 T 43,77 –13,0 –1,8 5,1
iShares Healthcare Innovation A2ANH2 0,40 T 6,67 –3,0 –4,2 –1,0
Amundi MSCI World Inf. Tech. TR LYX0GP 0,30 T 888,90 26,8 19,9 19,4
iShares S&P 500 Inf. Tech. Sector A142N1 0,15 T 33,12 27,6 22,7 22,6
Amundi MSCI New Ene. ESG Screened LYX0CB 0,60 A 28,62 14,5 –11,9 –2,1
VanEck Vec. Video Gaming a. eSports A2PLDF 0,55 T 61,82 68,3 24,7 15,0
Amundi MSCI Water ESG Screened LYX0CA 0,60 A 70,10 11,4 9,3 12,4
BNP P. EASY ECPI Circ. Ec. Leaders A2PHCA 0,30 T 18,86 6,4 7,0 12,7
BNP P. EASY Low Carb. 100 Europe A2DPX9 0,30 T 256,85 5,7 6,9 8,4
VanEck Defense UCITS ETF A A3D9M1 0,55 T 51,12 82,8 — —
STRATEGIEN
iShares STOXX Global Select Div. 100 A0F5UH 0,46 A 31,17 19,9 7,8 12,6
SPDR S&P US Div. Aristocrats A1JKS0 0,35 A 66,12 1,3 1,1 10,9
SPDR S&P Euro Div. Aristocrats A1JT1B 0,30 A 27,25 19,7 14,1 9,7
Xtrackers MSCI World Min. Volatility A1103F 0,25 T 42,00 7,3 4,8 7,9
iShares Edge MSCI World Mom. Fac. A12ATF 0,25 T 79,18 24,8 14,9 12,5
iShares Edge MSCI World Val. Factor A12ATG 0,25 T 43,54 17,4 9,6 13,7
VanEck Vec. Mornings. US Wide Moat A12CCN 0,49 T 52,30 3,5 3,3 9,8
Frankfurter ETF - Modern Value FRA3TF 0,54 A 154,94 21,8 — —
Xtrackers Portfolio DBX0BT 0,70 T 309,05 11,6 5,3 6,7
102 FOCUS MONEY 33/2025
Zertifikate
CAPPED BONUSZERTIFIKAT AUF BMW
Zwölf Prozent Bonusrendite
Die von Donald Trump verhängten Zölle werden erhoben – allerdings mit Verspätung.
Mit solchen Unsicherheiten muss BMW leben. Anleger schätzen daher den
Sicherheitspuffer, den ihnen ein Capped Bonuszertifikat bietet. Wenn der Aktienkurs
von BMW am Bewertungstag im März 2026 die Barriere nie verletzt hat, erhalten
Anleger 95 Euro. Andernfalls werden Aktien geliefert (es sei denn, der Aktienkurs
liegt über dem Cap). Anleger sollten das Emittentenrisiko beachten.
BMW
Aktienkurs in Euro
200-Tage-Linie
Barriere
Cap, maximale
Auszahlung
2023 2024 2025
110
100
90
80
70
60
Quelle: Bloomberg
ISIN DE000SX8X932 Emittent Société Génerale Laufzeit 20.03.2026 Kurs aktuell 84,70 € Barriere 65,00 € Cap = max. Auszahlung 95,00 € Bonusrendite 12,16 %
Stand: 02.08,2025
Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit
€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr
Name Emittent WKN Kurs Werteentwicklung in % Laufzeit
€ 3 Monate 6 Monate 1 Jahr
THEMENZERTIFIKATE
3D Printing (UBS) UBS13D 87,32 5,6 –14,1 33,1 Open End
5G Technology (VON) VA9H37 172,69 1,4 –7,0 7,3 Open End
Aqua Index (VON) VF55L2 191,58 7,4 –4,4 4,3 Open End
Artificial Intelligence (VON) VL3SJB 402,39 6,4 –8,3 30,9 Open End
Battery Energy Storage (VON) VL53BE 111,23 17,4 –4,2 3,3 Open End
Bauwirtschaft Basket (RBI) RCB9FM 19,79 –3,8 18,1 23,5 Open End
Belt and Road (VON) VF5Y6S 115,68 13,1 7,4 26,4 Open End
Best Age (HVB) HV3AGE 27,70 4,0 –14,8 4,5 Open End
Bitcoin (VON) VQ63TC 821,83 14,7 3,8 92,4 Open End
Blockchain Technology (VON) VL9NBT 230,38 14,8 –4,4 30,8 Open End
BRIC E-Commerce (HVB) HR0KPX 23,77 2,7 5,4 13,0 Open End
China Dragons 7 (SOG) SY59KE 14,72 –4,8 –5,2 49,0 Open End
China Internet (VON) VP6CJ5 87,87 3,2 1,7 41,2 Open End
Circular World (VON) VE85VQ 164,96 11,4 –1,1 6,1 Open End
Cyber Security (VON) VS5ZCS 468,56 2,4 –7,6 36,6 Open End
Deutscher Maschinenbau (HVB) HV3DMB 25,78 14,9 17,2 27,5 Open End
Digital Marketplaces (VON) VN19ER 307,96 2,8 –2,9 42,0 Open End
EPRA/NAREIT Eurozone (HVB) HV092P 50,03 7,1 10,1 15,5 Open End
Erix (SOG) SG1ERX 119,30 23,1 19,3 –13,2 Open End
ESG Goods for Life (HVB) HVB4GL 88,01 –0,1 –11,6 –8,0 Open End
FTSE EPRA/NAREIT Germany(HVB) HV2CFJ 13,13 18,6 –1,0 13,9 Open End
Gene Therapy (VON) VA3BPR 90,83 9,1 –16,4 –25,3 Open End
German Mergers & Acquisi. (HVB) HU5JPC 37,85 3,4 8,7 5,5 Open End
Global Family Owned Co. (UBS) UBS1FA 163,66 1,3 –1,4 6,3 Open End
Global Hydrogen (HVB) HVB4H2 174,93 16,5 –2,8 19,1 Open End
Global Spin-Off (VON) VZ2SP0 256,44 13,6 10,8 41,0 Open End
Green Invest (ERG) EB013Z 16,94 2,7 –2,6 7,2 Open End
Home Office Technology (VON) VP796R 155,99 6,4 –9,3 24,4 Open End
Impact for Good (VON) VA9QNW 152,53 4,3 –4,7 7,0 Open End
Industrie 4.0 (VON) VS8Y40 295,08 12,3 –2,9 19,7 Open End
Innovative Technologies (UBS) UBS1RU 258,95 15,9 –6,2 22,5 Open End
Luxury-Performance-Index (VON) VTA3LU 252,36 6,7 –9,7 19,8 Open End
NYSE Arca Biotech (HVB) 787363 496,99 4,8 –16,8 2,3 Open End
Robotics and Drones (UBS) UBS0RD 260,94 15,7 –5,9 34,3 Open End
SGI Inflation Proxy (SOG) SN2F89 10,57 8,7 –5,8 6,3 Open End
Smart Farming (VON) VA8HXD 130,13 4,7 –7,0 7,9 Open End
Smart Grid (VON) VT0DSG 400,36 10,5 7,3 23,8 Open End
Smart Mobility (SOG) SH9YES 58,60 22,2 1,8 — Open End
Social Media Titans (VON) VZ6ASM 331,32 25,3 14,9 52,8 Open End
Stoxx Europe ESG L. Sel 30 (HVB) HX8SQL 36,56 2,9 15,8 33,9 Open End
Uranium Mining (SOG) SH02Q8 10,44 15,9 –11,8 7,6 Open End
STRATEGIEZERTIFIKATE
CROCI Euro (DB) DB091Z 366,83 –0,7 5,9 10,9 Open End
CROCI Germany (DB) DB0WKS 337,78 3,1 5,5 15,0 Open End
DAXplus Export Strategy (HVB) HV095B 66,13 2,3 3,6 24,7 Open End
DAXplus Max. Sh. Rat. Ger. (HVB) HU5JPA 172,26 6,4 28,2 60,9 Open End
DAXplus Min. Varian. Ger. (BNP) AA0KFZ 86,80 –1,3 4,4 16,2 Open End
DAXplus Seasonal Strategy (HVB) HV1DB6 129,04 4,1 10,1 24,1 Open End
Directors-Deal.-Val.-Strat. (UBS) UBS1GB 121,65 2,9 6,3 7,8 Open End
Dow Jones Asia Sel. Div. 30 (BNP) ABN6ZQ 225,08 18,0 22,1 39,1 Open End
Europ. Buyback (SG) A12V1Y 27,45 7,4 11,4 25,1 Open End
Europ. High Div. Low Vola. (VON) VZ7HDL 146,75 –0,3 1,0 9,2 Open End
European Sector Rot. Strat. (HVB) HVB12Y 1833,59 –2,2 –1,9 1,6 Open End
Gebert Börsenindikator (MS) MF04W6 277,18 14,3 36,7 87,0 Open End
Global Quality Div.Payers (UBS) UBS0QD 463,95 4,8 –4,3 10,6 Open End
RADA Strategy Dax (UBS) UB0C7S 197,18 4,3 –2,9 4,1 Open End
RADA Strategy E. Stoxx 50 (UBS) UB0C7T 166,36 3,9 –5,4 1,3 Open End
Value Investoren (UBS) UBS1SV 448,99 7,9 –2,4 25,8 Open End
REGIONENZERTIFIKATE
Baix (HVB) HVB4BY 135,60 4,6 7,0 30,5 Open End
CECExt (RBI) RCB3R3 18,13 10,8 21,1 41,0 Open End
Stoxx Nordic 30 (BNP) ABN1NK 127,54 –1,8 –7,6 –0,9 Open End
ROHSTOFFZERTIFIKATE
Bloomberg Commodity (RBI) RCB9UP 8,64 –4,0 –13,5 0,7 Open End
Bloomberg Indust. Metals (UBS) UT8KGL 102,73 2,5 –0,4 5,0 Open End
Brent Oil (SOG) CU0L1S 83,21 6,9 –12,2 –7,6 Open End
CO2-Emissionsrechte (SOG) SH755G 78,23 –0,4 –13,7 –0,8 Open End
Gold Quanto (DB) DB0SEX 273,64 –1,7 20,0 45,6 Open End
Kupfer Comex (RBI) RC0EPT 3,18 –8,4 –13,8 1,9 Open End
Rogers Intl. Energy (BNP) ABN08Q 39,47 –1,8 –20,7 –13,6 Open End
Silber Quanto (HVB) HV2XAG 27,75 21,2 20,5 50,7 Open End
EMITTENTEN: BNP BNP Paribas
DB Deutsche Bank
DZ Bank
ERG Erste Group
GS Goldman Sachs
HVB HypoVereinsbank
LEO Leonteq
MS Morgan Stanley
RBI Raiffeisen Bank International
SOG Société Générale
UBS UBS
VON Vontobel
FOCUS MONEY 33/2025
103
moneyanalyse Top-Fonds
Die besten Aktienfonds
Fonds mit Fokus auf weltweite Aktien erwiesen sich für Anleger als echte Schubkraft fürs Depot. Bis zu 72,4 Prozent Plus waren
möglich. Einmal mehr zeigt sich: Diversifikation zahlt sich aus. Doch auch deutschlandorientierte Fonds waren gewinnbringend
Aktienfonds mit Heimatfokus
Der MEAG ProInvest A investiert primär in führende deutsche Unternehmen mit Exportorientierung. Bei den Scope Investment
Awards wurde er mehrfach als „Bester Fonds Aktien Deutschland“ ausgezeichnet. Auch in den vergangenen zwölf Monaten
waren über 37 Prozent Kursrendite drin. Der FPM Stockpicker setzt auf die deutsche Industrie und Bankensektor.
TOPS
Aktien Deutschland ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
MEAG ProInvest A DE0009754119 37,7
FPM Stockpicker Germany All Cap C LU0124167924 36,6
UniFonds DE0008491002 34,4
MEAG Proinvest
Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro
280
260
240
FLOPS
Murphy&Spitz Umweltfonds Deutschland A LU0360172109 – 12,6
Werte&Sicherheit Deutsche Aktien Plus P DE000A3CT6N7 – 12,6
Creating Alpha German Champions € LI0410879600 0,0
220
200
5.8.2024 1.1.2025 5.8.
Spitzenrendite für Anleger
Der BIT Global Leaders R-I streut global und investiert in Aktien sowie gleichwertige Papiere, Derivate, Geldmarktinstrumente
oder andere Fonds. Der Fokus liegt auf wachstumsstarken Global Leaders – mit hohen Anteilen in Technologie-, Konsum- und
Finanzunternehmen. Anleger konnten eine beeindruckende Rendite von 72,4 Prozent erzielen.
TOPS
FLOPS
Aktien Welt ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
BIT Global Leaders R - I DE000A2QDRW2 72,4
Abaris Defensive Equity A $ LU1850437036 62,5
CoIQ Collective Intelligence R DE000A3C91C5 50,3
Effecten-Spiegel Aktien-Fonds DE000A2N82J8 – 15,9
FAST Global A acc € LU1048657123 – 15,8
LF Green Dividend World R DE000A2PMXF8 – 11,5
BIT Global Leaders
Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro
200
180
160
140
120
100
5.8.2024 1.1.2025 5.8.
Fundsolution an der Spitze
Die Top drei Fonds erzielten jeweils eine solide Rendite von über 20 Prozent. An der Spitze liegt der Fundsolution deutsche
Aktien System A mit einem Zuwachs von 30,8 Prozent in zwölf Monaten. Zu den größten Einzelpositionen zählen unter anderem
Scout24, Rheinmetall, Deutsche Bank, Commerzbank, Siemens Energy und Auto1.
TOPS
FLOPS
Mischfonds ISIN Wertentwicklung
1 Jahr in %
Fundsolution Deutsche Aktien System A LU1687254851 30,8
ASVK Substanz & Wachstum DE000A0M13W2 27,0
di exclusive Linus global A DE000A2DKRQ7 25,1
IAMF UFP Timing Global Select € LU0364585181 – 17,9
MF INVEST Best Select DE000DWS6MF8 – 15,5
Stability Core Satellite Strategie LU0341503620 – 13,4
Fundsolution – Deutsche Aktien System
Kursentwicklung über 1 Jahr in Euro
120
110
100
90
5.8.2024 1.1.2025 5.8.
Daten: FVBS professional; Charts Bloomberg
104 FOCUS MONEY 33/2025
Kryptowährungen / Kalender
Beim Krypto-Update arbeitet FOCUS MONEY exklusiv mit Coinshares zusammen, einem weltweit führenden
Investmentunternehmen für digitale Vermögenswerte. Jede Woche stellen Experten des Research-Teams wichtige
Entwicklungen auf dem Kryptomarkt vor. Diese Woche: Satish Patel, Investmentanalyst bei Coinshares
Kritische Marke überschritten
Vor zwei Wochen kündigte Strategy die Emission von kumulierten Vorzugsaktien
im Wert von 4,2 Milliarden US-Dollar unter dem Namen $STRC
(Stretch) an, mit einer Rendite von zehn Prozent. Dies folgt auf eine erste
Kapitalaufnahme in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar, die dem Ausbau
der Bitcoin-Bestände diente. Diese belaufen sich nun auf 628 791
Bitcoin – etwa drei Prozent des gesamten Angebots. Strategy ist das Unternehmen,
das bei Weitem am meisten Bitcoin als Reserve besitzt.
Der gesamte Nominalwert der ausstehenden Kreditinstrumente von Strategy
beträgt inzwischen 14,2 Milliarden US-Dollar, was einem Überbesicherungsverhältnis
von 5,1 entspricht. Diese Kennzahl wird ab einem
Wert von etwa 2,0 kritisch – ein Niveau, das das Risiko von Margin Calls
oder finanziellen Schwierigkeiten erhöht.
Ein deutlicher Anstieg der Verbindlichkeiten oder ein Rückgang des Bitcoin-Preises
könnte dieses Verhältnis unter Druck setzen und die Bilanzrisiken
verstärken. Strategy verknüpft die Ausgabe von Eigenkapital mit
dem Verhältnis von Marktwert zu Buchwert.
Klare Schwellenwerte sollen das Vertrauen der Anleger stärken, könnten
aber auch begrenzen, wie viel Bewertungsaufschlag Investoren bereit
sind, zu zahlen.
Wer Bitcoin besitzt
Besitzer von Bitcoin
Anteile am Gesamtbestand in Prozent
DeFI/Smartcontracts
4,3 Verwahrungsstellen
Privatunternehmen
Regierungen
börsennotierte
Unternehmen
Top-5 Kryptowährungen
1)
6,7
8,0
14,5
Marktkapital.
in Mrd. Euro
26,3
40,3
ETFS und
andere Fonds
Wertentwicklung in % 2)
1 Monat 3 Monate 1 Jahr
1 Bitcoin 1969 6,33 19,67 93,73
2 Ethereum 370 42,52 93,34 29,04
3 XRP 155 35,75 38,00 464,59
4 Binance Coin 142 15,80 29,16 33,01
5 Solana 91 11,19 11,10 14,25
Quelle: CoinMarketCap, Coinshares. Daten vom 4. August 2025 1) ohne Stable-,
Meme- und Exchange-Coins, 2) auf Euro-Basis
Quelle: Coinshares
Quelle: Coinshares
Ausblick: Die zwei Top-Termine der nächsten Woche
11.08.2025 FLUGVERKEHR/BILANZ 12.08.2025 ENDE DER ZOLLPAUSE
Dicke Luft?
Der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft
(BDL) hält seine Halbjahrespressekonferenz
in Berlin ab. Als gemeinsame
Interessenvertretung der deutschen
Luftverkehrswirtschaft vertritt der Verband die
Anliegen von Fluggesellschaften, Flughäfen,
der Deutschen Flugsicherung und weiteren
Leistungsanbietern.
Erwartet wird, dass der BDL die aktuellen
Zahlen zum Passagieraufkommen, Frachtverkehr
und zur wirtschaftlichen Lage der Airlines
vorstellt. Darüber hinaus dürfte es eine Prognose
für das zweite Halbjahr geben. Im Fokus
stehen Themen wie die Klimabilanz der Luftfahrt,
die Lärmproblematik und mögliche politische
Rahmenbedingungen. Trump lässt also
auch von dieser Stelle aus grüßen.
Verlängerung abgesagt
Im anhaltenden Handelsstreit zwischen den USA
und China haben sich die Verhandlungsparteien vor
Kurzem darauf verständigt, vorerst keine mögliche
Verlängerung der Zollpause festzulegen. Heißt:
Die derzeit geltende Pause läuft am heutigen
Tag aus.
Beide Seiten ließen zwar offen, ob,
wann und für wie lange eine Verlängerung
in Kraft treten könnte. Chinas
Handelsbeauftragter Li Chenggang
bestätigte nach den Gesprächen gegenüber
der Nachrichtenagentur Xinhua allerdings, dass
es einen „offenen und konstruktiven Austausch“ gegeben
habe, sich die Verhandlungsparteien der Bedeutung
stabiler und verlässlicher wirtschaftlicher
Beziehungen bewusst seien und man sich für eine
Verlängerung der Zollpause einsetzen werde.
Zollzoff: USA und
China haben die
beschlossene Zollpause
vorerst nicht verlängert
Was noch passiert: +++ Tui gibt Einblicke ins dritte Geschäftsquartal +++ E.on setzt die Börse mit den Q2-
Zahlen unter Strom +++ das Management von Arista Networks äußert sich zu den KI-Chancen auf dem Hardware-
und Halbleiter-Forum von J.P. Morgan +++ Hellofresh liefert Zahlen zum zweiten Jahresviertel +++
FOCUS MONEY 33/2025
Fotos: Adobe Stock 105
moneyinside
ANDREAS KÖRNER,
Chefstratege Alpha Cap Report
und Ex-Wertpapierhändler
ANDIS BÖRSEN-BAROMETER
Wie es nach Allzeithochs weitergeht
Neue Höchststände an den Aktienmärkten
sind toll – aber sie verunsichern
auch zahlreiche Anleger. Diejenigen,
die bereits engagiert sind und
Buchgewinne verzeichnen, fragen sich,
ob es nun Zeit zum Ausstieg ist. Jene,
die bisher noch nicht dabei sind, treibt
um, ob sie noch auf den Zug aufspringen
sollen. Immerhin erschließen neue
Hochs zumindest charttechnisch weiteres
Potenzial. Oft aber obsiegt die Angst,
dass nach frischen Allzeithochs (kurz
„ATH“) Rückschläge drohen.
Die Fondsgesellschaft Schroders hat
diesen Sachverhalt genau unter die
Lupe genommen. Dazu haben die Briten
die Entwicklung von Aktien in den
vergangenen 100 (!) Jahren untersucht.
Zugrunde gelegt wurden große US-Titel,
die traditionell auch die Trends für
andere Finanzplätze vorgeben.
Eine erste Erkenntnis: „ATHs“ sind
nicht so selten, wie man vermuten könnte.
„Von den 1187 Monaten seit Januar
1926 erreichte der Markt in 363 Monaten,
also in 31 Prozent der Fälle, ein Allzeithoch“,
so die Experten.
Zudem – was ebenfalls viele überraschen
dürfte – liefen die Börsen nach
neuen Höchstständen sogar überdurchschnittlich
gut. „Im Mittel entwickelten sich
die Zwölf-Monats-Renditen nach Erreichen
eines Allzeithochs besser als zu anderen
Zeitpunkten: 10,4 Prozent über der
Inflation. 8,8 Prozent waren es, wenn der
Markt nicht auf einem Höchststand war.
Die Renditen über einen Zwei- oder Dreijahreshorizont
waren ähnlich, unabhängig
davon, ob der Markt auf einem Allzeithoch
stand oder nicht“, so die Analysten.
Ein weiteres wichtiges Ergebnis der
Schroders-Berechnungen: Es ist ein regelrechter
Renditekiller, wenn man nach
ATHs aussteigt. Denn 100 Dollar, die seit
Januar 1926 durchgehend in den Aktienmarkt
investiert worden wären, hätten bis
Ende vergangenen Jahres inflationsbereinigt
die stattliche Summe von 103 294
Dollar ergeben, was einem jährlichen
Wachstum von 7,3 Prozent entspricht. Hätte
man hingegen jedes Mal, wenn der
Markt ein Allzeithoch erreicht hat, verkauft
und dann einen Monat lang Barmittel gehalten
(um anschließend wieder einzusteigen)
ergäbe sich ein inflationsbereinigter
Wert von nur 9922 Dollar – etwa
90 Prozent weniger (Rendite 4,8 Prozent
p. a.). Also: keine Angst vor neuen Hochs!
DAS GELD-GESPRÄCH
„Geld war für mich
nie ein Ziel“
von RUBEN GIULIANO
Geld ist für Sie…
...ein Mittel zum Zweck. Es dient dazu,
meine Bedürfnisse zu erfüllen und das
Leben zu genießen. Ein Ziel war es für
mich nie.
Was war Ihr letzter Fehlkauf?
Im Sommer war ich fest davon überzeugt,
abgenommen zu haben – so sehr, dass
ich online ein Markenkleid in Größe 34
im Sale bestellt habe. Leider kam ich
kaum mit dem Bein hinein. Es war
extra schmal geschnitten – Sommer-
Euphorie lässt grüßen!
Und was Ihr bestes Investment?
EYLEM AKSIN,
Gründerin von
Haar Ästhetix
Meine Espressomaschine. Sie liefert mir
jeden Morgen reichlich Nachschub und
wirft eine Rendite ab, von der Banken nur
zu träumen wagen!
Was kann man mit Geld nicht kaufen?
Geld kann einem Zeit verschaffen, aber
nicht zurückholen. Loyalität, Echtheit und
inneren Frieden kann man nicht kaufen.
Wie belohnen Sie sich selbst für gute
Leistungen?
Mal mit einem Spa-Tag, mal mit einem
spontanen Kurzurlaub – oder einem
langen Abendessen mit lieben
Menschen und einem Glas Wein.
Was ist für Sie Geiz?
Geiz hat für mich nicht nur mit Geld zu tun.
Geiz ist, wenn man nicht teilt – sei es Liebe,
Aufmerksamkeit, Wissen oder das, was
man im Herzen oder in der Hand hält.
106 Foto: Haar Ästhetix
FOCUS MONEY 33/2025
ieser Text
eigt evtl. Proleme
beim
ext an
„KAUF
KEIN KACK“
Produkte im Härtetest
Neu: der BILD-Kaufberater
ieser Text
eigt evtl. Proleme
beim
ext an
Schauen Sie genau hin!
Machen Sie das Beste aus Ihrem
ProSiebenSat.1 Investment.
Wir bieten 7,00 € in bar, sicher, ohne
Courtage, ohne Abzüge. MFE bietet
nur 4,48 € in bar – und ansonsten
teils schwer handelbare Aktien.
Nur noch bis zum 13. August 2025 gilt für ProSiebenSat.1-
Aktionäre das Top-Angebot von PPF. Informieren Sie sich auf
unserer Website oder telefonisch über alle Details – und treten
Sie jetzt dringend mit Ihrer Bank in Kontakt.
PPF macht Ihnen ein klares Angebot ohne Umwege.
Prüfen Sie Ihre Optionen jetzt sorgfältig!
Rufen Sie an!
+49 69 92014 9707
(Montag – Freitag von 9:00 bis 17:30)
Informationen auf
prism-offer.com
Nur noch bis zum
13. August 2025
Diese Bekanntmachung stellt weder ein Angebot zum Kauf noch eine Auforderung zur Abgabe eines Angebots zum Verkauf von Aktien von
ProSiebenSat.1 dar. Die Bedingungen des Angebots und weitere das Angebot betrefende Bestimmungen sind in der von der Bundesanstalt für
Finanzdienstleistungsaufsicht zur Veröfentlichung gestatteten Angebotsunterlage enthalten. Anlegern und Inhabern von ProSiebenSat.1-Aktien wird dringend
empfohlen, die Angebotsunterlage und alle anderen relevanten Unterlagen zu dem Angebot sorgfältig zu lesen, da sie wichtige Informationen enthalten.